Montag, 5. Januar (927 177. Jahrgang Nr. 1 (Elftes Blatt Annahme van Anzeigen für di« Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher Preis für 1 mm höhe für Anzeigen do.i 27 mm Breite örtlich 8, ausinärts 10 Reichspfennig; für Re- Klameanzeigen von 70 rrm Breite 35 Reichspfennig, Platzoorfchrift 20°/, mehr Thefredakteui. Dr. Friedr. Will). Lange. Derautwartsich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumfchein; für den Anzeigenteil i.Dertr.H.Bcck, sämtlich in Dietzen. Eriche,nt täglich, aufzer ÄHÄ • /£> A Q Sonntag» und Feiertag«. M ” . . . . S- Gießener Anzeiger Icheinen einzelnerRummern 1V^ V4J7 LNE General-Anzeiger für Oberhessen richten: Anzeiger Siehe». VW ! 1 ” ttanÄ1“™ mXiiow. vnis Md Verlag: vrühl'Ichk Unk«rst amerikanische Volk in seiner Gesamtheit mit dieser Politik nicht einverstanden sein werde. Ganz Südamerika stehe im Streit um Nicaragua ans seilen Mexikos. Der kapitalistische Einbruch in Jlicaragua zwinge seiner ganzen Ausmachung nach den Beobachter zu der Fragestellung, ob die Bereinigten Staaten sei. crzeil in den Weltkrieg eingelreten seien, um die Sache des Rechts und der schwächeren Staaten 3.1 verteidigen oder ob nicht doch der Wunsch nach Erschließung neuer Märkte maßgeber 0 gewesen sei. Die gegenwärtige Stunde sei wieder sehr kritisch. (Barna erklärte, er glaube nicht an einen Krieg mit den USA., aber Mexiko werde feine Ehre zu schützen wissen. Der Cabourabgeorbnetc Martines hielt eine ähnliche scharfe Rede gegen die USA. Lr erklärte, Nicaragua führe seinen Freiheitskrieg. Ein anderer Redner erklärte, Mexiko sei führend auf dem Wege einer Zusammenfassung aller spanisch- atneiWanifd)en Rationen gegen die Vorherrschaft der vereinigten Staaten. Die Mexikaner mögen in der Jagd nach dem Dollar nicht erfolgreich sein und die Diplomatie des Dollars nicht zu handhaben wistsn, aber sie wüßten für ihre Ehre zu sterben und gegen auswärtige Angriffe zu kämpfen. Neue Niederlage des General Diaz. Berlin, 3. Jan. Wie die Morgenblätter aus Deuyort melden, haben die Truppen des Präsidenten Diaz von Dicaragua bei Selten eine neue schwere Diederlage erlitten und fliehen in das Innere des Landes. Die liberalen Truppen beherrschen die Eisenbahnlinie an der pazifischen Küste, die vom Hafen Corinto über Leoh nach der Hauptstadt Managua führt, wodurch die lon- servativen Truppen von der Lebensmittelzufuhr abgeschnitten werden können. Die Truppen 6a» cassas rüden gegen Managua vor. Sacasa erklärte. daß die Landung amerikanischer Marine- ftreilträftc lediglich den Zweck habe, den auf die Unterstützung Wallsireels bauenden General Diaz nach allen Kräften zu unterstützen. Dach einet Ülnited-Pretz-Meldung haben die Diaz- truppen bei Laguna de Las Perlas nahezu 300 Tote und zahlreich Beerwundete verloren. Fremdenseindttche Ausschreitungen in China. Hankau, 2. Ian. (Wolsf.) Die hier aus den Außenstationen eingetroffenen katholischen Priester berichten über zahlreiche fremden- und christenfeindliche Ausschreitungen des chinesischen Pöbels, Der Kirch n in Brand setzte unb katholisches Eigentum p . -.derte. Die Frembennieder- lassung in Kiukiang ist von Soldaten umgeben, bie ieben daran hindern, in Die Dieberlassung einzubringen ober sie zu verlassen. Das englische Kanonenboot „Wtzvern" liegt zum Schuhe bet Fremden bereit. Wie weiter gemeldet wird, ist bie Lage in Kiukiang infolge bes gegen die Ausländer gerichteten Streits unb der über bie Freinbenviertel verhängten Hungerblockade ä u ft c r ft e r n ft geworben. Die katholischen Geistlichkeiten melden zahlreiche chinesische Gewalttätigkeiten gegen die Christen und Ausländer. Sechs Kanonenboote liegen bereit, um im Falle von 41 nruhen eingreifen zu können. Aus aller Wett- Eine neue HochwasscrkatastrophcinSachsen. Bautzen, 3. Jan. (MTB. Aunkjpruch.) Eine erneute Hochwasserkatastrophe sucht als Folge des in diesen Tagen cingeiretenen Tauwetters wieder die Niederungen nördlich von Bautzen heim. 3m Laufe von 24 Stunden steigt das Masset der Elster um 80 Zentimeter. Aus dem Flüßchen wurde ein reißender Strom. Die ganze Gegend u m Hoyerswerda ist ein einziger See. Der Wasserstand erreicht beinahe den Stand der großen Ueberschwem- •'q vom Juni vorigen Jahres. -^es Lawin.ttUnglück in Arlberg. b v uz, 2. Ion. (WTB. Funkspruch.) Am Rcujahrsiug um di" Mittagszeit ging am Arlberg v 0 r.i Tritttopf eine Lawine nieder, die dre Gruppe aus 10 Skifahrern, fünf Herren und zwei Damen au-j England und zwei Berliner her- ron nnh cin«m einhein ischen skifuhrer, mit sich riß. Drei Sekunden später begrub eine zweite Lawine die ganze Gruppe. Ein Herr aus Ber- (in, Cberccgierungsrat Dr. Lehr, und eine Da.ne aut» England konnten gerettet werden. Die anderen a ch t Personen sind tot, ihre Leichen teilweise geborgen. Die gerettete Dame erlitt eine Gehirnerschütterung. Schweres Erdbeben in Mitteia. et ila In Südostkatifomien, hart au der Grenze zwischen Mexiko und Kalifornien, hat ein schwk"es Erdbeben, das sich aus über hundert Einzel- stoßen zusammensehte, schwere Verwüstungen verursacht. Besonders schwerer Schaden wird aus Ealexico und den anderen Städten des Imperial-Valley gemeldet, wo zahlreiche Hotels, Geschäfts- und Regicrungsgebäude zerstört wurden. Im mexikanischen Teil des E.d- bebengebietes wurde der Belagerungszustand verhängt. Auch aus Arizona wird Erdbeben gemeldet. Zahlreiche Brände sind auegebro- chen. Vorn Golf von Kalifornien und von der pazifischen Küste liegen Meldungen vor. In allen Meldungen wird bis zur Stunde von Totennicht gesprochen. Der Umsang der Verluste und des an- gerichteten Schadens läßt sich jedoch noch kaum übersehen. Tragische» Abschluß einer Siloefferider. Bei bet Heimkehr von einer Siloeste tseier in Köpenick geriet ein Kaufmann mit feienr Braut in Streit, in dessen Verlauf er sie über das Geländer der Dammbrücke in d i e Spree warf. Der Ernüchterte sprang .dem Mädchen nach, oknnte sie aber nicht finden. Die hetbeigerusene Feuerwehr brachte den Kaufmann an Land. Er wurde feftgenommen. Die Leich? des Mädchens konnte noch nicht geborgen werden. Selbstmord einer russischen Sängerin. In Berlin spielte sich ein aufsehenerregen- der Vorfall in der Silvesternacht in einem großen Cafe am Kurfürstendamm ab. Dort wurde die 23jährige russische Sängerin S v i r e w s k u von ihrem Mann, einem rumänischen Geiger, so schwer mißhandelt, daß sie laut um Hilse schreiend durch die Straße lies. Am Qleu- jc.hrsmorgen wurde sie dann im Heizkeller des Hauses, m dem bai Ehepaar Spirewsku wohnt, erhängt ausgefunden. Ausklärung eines Mordes durch ein dreijähriges Kind. Von der Kriminalpolizei in Veuthen wurde der 28jährige polnische ©aifonaroeiter Oßadnik unter dem Verdacht verhaftet, seine Geliebte ermordet zu haben unb auch an einer bei Stettin auSgeführten Mordtat beteiligt gewesen zu sein. Das 3'/sjährige uneheliche Kind des Paares hatte im Verlauf einer geschickten Vernehmung der Polizei eine detaillierte Schilderung des Morde- an der Mutter gegeben. In der Tat wurde bei Rosenberg in Overschlesien die Leiche in einem Wassergraben gefunden. Aus der proviuziaihauptstadt. Gießen, den 3. Januar 1927. Prof. Dr. Sons Koeppe. Am morgigen Dienstag, 4. Januar, begeht der Direktor unserer ÜIiriverfitäts-Kinderklinik. Prof. Dr. Hans Koeppe. seinen 6 0. Geburtstag. Geboren am 4. Januar 1867 zu Schkeuditz (Prov. Sachsen), studierte er von 1885 bis 1890 in Leipzig als Schüler des Physiologen C. Ludwig, sowie O. Hrubners Daturwissenschaf- ten und Medizin unb promovierte dort am 29. September 1890. Am 1. April 1894 ließ er sich als praktischer Arzt in Gießen nieder. Hier habilitierte er sich am 25. Juni 1898 für bas Fach der Kinderheilkunde als erster Vertreter dieses Faches an unserer Landesuniversttät. Am 23. Juli 1907 wurde er außeretatsmäßiger außerordentlicher Professor, am 21. Juli 1913 etatsmäßiger außerordentlicher Professor und zugleich Direkwr der von ihm begründeten Gießener ülnivcrsitätskinberllinik. die seitdem unter keiner Leitung steht. Sieben seiner Tätigkeit an dieser Klinik bemühte sich Professor Dr. Koeppe besonders start um bie Kinber- fürsorge unb ben Säuglings- unb Mutterschutz in Hessen, um bie er sich in hohem Matze Derbient machte. In ben Gelehrtenkreisen, wie auch bei den Studenten unb in ber Bürgerschaft erfreut sich ber Sechzigjährige weitaehenber Beliebtheit. Pros. Koeppe nahm am Weltkrieg teil unb ist Inhaber bes Eisernen Kreuzes bes Hess., Sanitätskreuzes am Banbe ber Tapferkeitsmedaille unb ber Lanbwehrbienstauszeichnung 1 Klasse. Fahrpreise7n:"chiZUNg für Iugendnchr. vo. In der Angelegenheit der Fahrpreis- ermähigung für Jugendliche ist durch das Deichsinnenministerium folgende Bekanntmachung ergangen: Die von den Landesregierungen unb ben Iugenbpflegeverbänben geäußerten Wünsche zu ben Vorschlägen ber Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft bett. Fahrpreisermäßigung für Iugenb- pflegevereine sinb von mir zum Gegenstanb ne^r Verhanblungenmit ber Relchsvahn-Gesellschaft gemacht worben. Als Ergebnis dieser Verhandlun- / gen hat bie Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft nach- stehenbe Verfügung erlassen. „Dach bem Stanb der Verhandlungen mit dem Reichsministerium des Innern unb den Länberregierungen ist nunmehr damit zu rechnen, daß die Vestimmungen über die Fahrpreis- Ermäßigung zugunsten ber Iugenbpflege in der Fassung vom 1. September 1926 vom 1. Januar 1927 ab durchgesührt werben. Wenn die behörb- liche Ausfertigung ber Lichtbildausweise f ü r Vegleltpersonen infolge übergroßer Anzahl von Anmeldungen an einzelnen Stellen auf Schwierigkeiten stoßen sollte, kann von Fall zu Fall eine angemessene Heberfl angd» zeit nachgelassen werden. Das Alter für Aufsichtspersonen — Führer von Ausflügen — mutz mindestens 18 Jahre betragen." Aus dieser Verfügung ergibt sich, daß in ber Frage bes Führetausweises mit Lichtbild, bie geeignet ist, in vielen Fällen bie Venutzung ber FahrpreiS-Ermätzigung illusorisch zu machen, wenigstens zunächst für eine ülebergangszeit ein gewisses Entgegenkommen gezeigt worben ist. Damit, batz ber Lichtbilbzwang ganz fällt, ist leiber nicht zu rechnen. Wildgänse. Die tierpsychologische Vcobachtungsstelle in Gießen schreibt uns: Dach einer Mitteilung von Herrn W. L. hat am 23. Dezember 1923. nachm. I 4.30 Lhr ein Schwann von ca. 50 bis 63 Stück 1 Wilbgänsen unter kortwährenbem leu*en Geschrei Vilbel in der Dichtung von Nord nach Süd überflogen. Dieser späte Wegzug ist sehr bemerkenswert und hängt wahrscheinlich mit der Kältewelle während der Weihnachtstage zusammen. SS ist von Interesse, ob dieser, vielleicht vereinz.lte Schwarm auch sonst beobachtet worden ist. Mitteilungen an Geheimrat Sommer in Gießen erbeten. Vornotizen. — T a g e s k a l e n d e r für Montag: Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „An der schönen blauen Donau*. — Astoria-Lichtfpiele: „In Sachen Norini*. — Deutschnationaler Handlungs- gehilfen-Verband. Man scheibt unS: In die Aeihe seiner Wintervorträgr hat der DHV. einen Plaudervortrag des Schriftleiters der ,Deutschen Handelswacht". des Herrn Albert Zimmermann, Hamburg (Mitglied der Verwaltung des DHD), eingeschoben. Dieser spricht am Dienstag. 4. Januar, abends 8! ? Uhr, im kaufmännischen Dereinshaus über .Ernstes und H.itereS auS meiner Z^jährigen Derbandstätig- rru". Aäheres siehe Anzeige. Wettervoraussage. .«loch vielfach trübes, mildes Wetter mit Regen- • Gestrige lagestempcraturen: Maximum 5,2 Grad Celsius, Minimum 2,2 Grad Celsius. Heutige Morgentemperatur 2,6 Grad Celsius. • ** Die Silvesternacht verlief diesmal in unsrer Stadt außerordentlich ruhig. Der Betrieb in den Straßen stand weit hinter dem des Borjahres zurück, auch die Schießerei war wesenttich geringer als bei der vorjährigen Siloesterfeier. Die Polizei brauchte erfreulicherweise nirgends einzugreisen, sie stellt vielmehr dieser Silvesternacht das höchste Lob aus. Auch die Sanitötswache der Freiwilligen Sanitätskolonne vom Noten Kreu^, die in ihrem Wacht- lokal Dienstbercitlchast unterhielt, wurde zum ersten- mal seit vielen Jahren nicht in Anspruch genommen, Im Gegensatz zu früheren Jahren, wo keine Silvesternacht ohne Sanitätshilfe verlief. Daß der Betrieb in den Straßen so außerordentlich schwach war, dürfte wohl nicht zuletzt auf den gerade um die Mitternachtsstunde niedergehenden Regen zurückzu- führen sein, der manchem Aachtwandler den Aufenthalt zu Hause doch geratener sein ließ. Die Gottesdienste am Neujahrstag und am gestrigen Sonntag wiesen den bekannten guten Besuch auf. ** Die Konkurse im Amtsgerichts- bezirk Gießen haben sich im Jahre 1926 mit 13 Anmeldungen auf der Höhe des Vorjahres gehallen, in dem gleichfalls 13 Firmen die Konkursanmeldung vollziehen mußten. Im Jahre 1924 waren es 4 Finnen. — Perfonalie. Ernannt wurde der Lehrer Hans 2 u ß zu Utphe, Kreis Gießen, zum Lehrer an der Volksschule zu Roßdorf, Kreis Darmstadt. •• Unrichtige Freimachung der Eilsendungen nach Landorten. Die Äeichspost gibt bekannt: Für Gilbriefsendungen und Gilchakete nach Landorten werden vom Absender bei der Dorauszahlung häufig nicht die Eilzustellgeldsätze von 60 Pf. und 1 AM. für Sendungen nach dem Landzustellbezirc in Freimarken verrechnet, sondern die niedrigeren Sähe für Sendungen nach dem OrtSzustellbezirk (30 und 50 Ps.). Solche unzureichend fretgemachten Sendungen, die gleichwohl den Vermerk „Bote bezahlt'' tragen, werden außerdem vielfach durch die Briefkasten eingeliefert. Dies führt zu unliebsamen Weiterungen, und eS wird daher den Postversendern empfohlen, die Eilbriefsendungen und Eilpakete bei der Vorauszahlung nach den oben genannten Sätzen (30 und 50 Pf. für den Ortszustellbezirk bzw. 60 Pf. und 1 AM. für den Landzustellbeziri) richt'.g freizumachen. ■ Kennzeichnung der Lustpostsen - düngen. Luftpostsendungen werden oft als solche nicht erkannt und verzögert, weil die Absender den Vermerk „Mit Luftpost* ober „Mit Flugpost* so undeutlich und an so wenig ausfallender Stelle niederschreiben, daß er im Postbetrieb übersehen wird. Derartigen Unzuträglichkeiten wird vorgebeugt und die Sonderbehandluna der Luftpostsendungen besser gesichert, wenn der Luftpostvermerk des Absenders, sofern nicht ein Klebezettel „Mit Luftpost* verwendet wird, möglichst links neben die Angabe des Bestimmungsortes gefetzt und mit Farbstift unterstrichen wird. Das gilt auch für Luftpostpakete und die zugehörigen Paketkarten. Die Schalter- und Absertigungsftellen werden die Aufschriften der Luftpostsendungen nach wie vor durch Aufklebung der Zettel „Mit Luftpost* ergänzen. Die Zettel, deren Benutzung sehr zweckmäßig ist, werden künftig den Postoersendern, die sich der Luftpost häufig bedienen, auch ohne besonderen Wunsch »mentgeltlich geliefert werden. *’ Auftrieb auf dem heutigen Frankfurter S ch l a ch t v i e h m a r k t: Ochsen 304, Bullen 44, Kühe 543, Färsen 256, Kälber 282, Schafe 159, Schweine 2985. Tödliche Unglückssälle beim Neujahrsschiehen. Lumda, 2. Jan. Ein schwerer Un- gl ü ck s f a l l ereignete sich hier beim Neujahrs- schießen mitten im Dorfe. Der 18jährige Sohn des Obersteigers Sekt wollte mit zwei Kameraden ein Wasserleitungsrohr, das mit Pulver gefüllt war, zur Explosion bringen. Hierbei ging der Schuß z u früh los und verletzte Sekt so schwer, daß er kurz daraus verschied. Seine beiden Kameraden erlitten schwere Brandwunden. Zum Glück explodierten zwei weitere mit Pulver gefüllte Rohre, die noch dabei lagen, nicht.. CO Muschenheirn, 2. Jan. In der Neujahrsnacht wurde während des Läutens der Glocken einige Minuten nach 12 Uhr die 36jährige Ehefrau des Sattlers und Landwirts Heinrich Häuser erschossen. Die Frau war nach der Neujahrsbeglückwünschung der Familie an das Fenster getreten, um dem Neujahrstreiben auf der Straße zuzusehen. Hier traf sie eine Revolver- kugel und tötete s ie auf der Stelle. Gestern weilten die Licher Gendarmerie und das Amtsgericht hier, um die Sache aufzuklären. Der mutmaßliche Täter, ein 24jähriger Sohn einer sehr achtbaren Familie, wurde verkästet. Er gibt zu, in der Nähe dieses Hauses geschossen zu haben. Es wurden auch elf leere Patronenhülsen nicht weit entfernt von dem Hause auf- gesunden. Heute weilt die Staatsanwaltschaft hier, um weitere Untersuchungen vorzunehmen. Preußen. Kreis Marburg. 8 Frohnhausen (Lah n), 2. Jan. Am Siloesternachmittag kamen auf der Straße nach Oden- Hausen drei auf einem Motorrad fahrende Herren zu Fall, wobei einer schwere Kopfverletzungen erlitt, die seine Verbringung mit dem Sanitätsauto der Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in Gießen nach der Chirurgischen Klinik in Gießen erforderten. Die beiden Begleiter kamen mit kleineren Verletzungen davon. z. Aordeck. 1.3on. 3n der letzten Aacht gegen 4 Uhr morgens entstand in der Scheune des Gastwirts Konrad Vogel Hierselbst auf bisher unaufgeklärte Weise Feuer. Die Ortsfeuerwehr war in wenigen Minuten zur Stelle, da aber durch den ungünstigen Wind Gefahr für die Aachbargebäude bestand, wurden die Wehren von Winnen und Londorf zur Hilfeleistung gerufen. Aach angestrengten Bemühungen gelang es den Wehren, das Feuer auf feinen Herd zu beschränken. Die Scheune brannte vollständig nieder. Mit ihr verbrannten Heu- un dStrohvorräte des Besitzers und einiger anderer Ortseinwohncr. ebenso landwirtschaftliche Geräte und Maschinen, Hühner und Tauben. Als Brandursache vermutet man Aeu- jahrsseuerwerk. Tie Untersuchung ist eingeleitet. Kreis Wetzlar. —5— Alls dem Kreise Wetzlar, 31. Dez. Zum Schuhe gegen die sich immer mehr ausbreitende Maul- und Klauenseuche in unserem Kreise hat der Landrat eine Polizei- Verordnung erlassen, nach welcher jeder Handel mit Klauenvieh, sowie auch derjenige mit Geflügel, der ohne vorgängige Bestellung entweder außerhalb des Gemeindebezirks der gewerblichen Aiederlassung des Händlers, oder ohne Begründung einer solchen stattfindet, innerhalb des Kreises Wetzlar verboten ist. Als Handel im Sinne der Vorschrift gilt auch das Aufsuchen von Bestellungen durch Händler ohne Mitführen von Tieren und das Auskaufen von Tieren durch Händler. Zuwiderhandlungen werden bestraft. ~ Hohensolms, 31. Dez. Unsere uralte, durch den Grafen 3ohann' erbaute Kirche hat eine würdige Weihnachtsgabe in Gestalt einer Orgel erhalten. Diese gehörte früher einer an Belgien abgetretenen kleinen evangelischen Eifel- gemeinde und wurde durch Vermittlung des Präses der Provinzialshnode für die hiesige Kirchengemeinde zum Preise von 1000 Mk. erworben. Infolge der Transportkosten und Aufstellung eines Motors zur Winderzeugung stellt sich die Beschaffung des Werkes auf rund 2500 Mark. Kreis Biedenkopf. D Holzhausen bei Gladenbach, l.Jan. 21m Iahresschluß fand die 5 2. ordentliche Hauptversammlung des hiesigen Spar- und Darkehnskassenvereins statt, die sehr gut besucht war. Vorsteher A e u h a u s gab zunächst den Geschäftsbericht des verflossenen Jahres, aus dem hervorging, daß ein Teil der Mitglieder wohl noch mit Zahlungen an Waren- und Darlehnsschulden im Rückstand ist, daß sich aber die Einzahlungen auf Spareinlagen gegen daS Vorjahr mehr als verdreifacht haben. Sodann sprach Herr Schür mann - Frankfurt a. M. über das Versicherungswesen innerhalb des Aaifseisenverban- des, insbesondere über die Einrichtung von Dorssterbekassen. Hierauf sprach Diplom- landwirt Schädel- Frankfurt über Aufbewahrung und Anwendung von künstlichem und natürlichem Dünger. Außerdem beantwortete der Redner noch eine Anzahl Anfragen auS der Versammlung über Feldbestellung, Düngung, Aussaat u. a. Die Vorträge wurden sehr beifällig aufgenommen. Kreis Westerburg. OO Westerburg, 31. Dez. In vielen Gemeinden des Westerwaldes finden sich große Strecken Oedlands, das sich meistens an Gemeindewaldungen anschlieht. Seit einiger Zeit wirkt man daraus hin, diese Oedlandflächen für die Gemeinden und die Allgemeinheit nutzbar zu machen. Da sich die Umwandlung in brauchbares Ackerland nicht überall ermöglichen laßt, ist wohl in erster Linie an eine Aufforstung zu denken. Die Arbeitslöhne, die die Hauptlasten dabei verursachen, können den Erwerbslosen zugute kommen, wobei auch Beihilfen vom betreffenden Kreis ober von den Oberförstereien gern befürwortet werden. -- 3n dem Jagdbezirk Langendernbach konnten zwei Wildschweine zur Eirecke gebracht werden. Es war eine äußerst mühsame Arbri«, bis die beiden Schwarzkittel aus ihrer schützenden Deckung herausgetrieben waren und den glücklichen Schützen zum Opfer fielen. — Am 21. Dezember war der Spengler Karl Velde aus dem AmtSgerichtSgesängnis in Wallmerod entsprungen. Er war wegen eines Straßenraubs zwischen Hundsangen und Hadamar inhaftiert worden. Aunmehr ist es gelungen, den Sträfling in der Wohnung seine- früheren Lehrherrn, eines Spenglermeisters in Aiederze uzheim, wieder einzufangen. Der Oberlandjäger holt.' ihn morgens um 4 Uhr aus einem Kleiderschrank, in den sich der Flüchtling vor seinem Verfolger versteckt hatte. Maingau. WSA. Frankfurt a. M., 31. Dez. Gestern abend kurz nach 10 Uhr ist auf dem Börne- Platz ein Mann überfallen worden. Ein gewisser Eh. Herbert hielt ihm, von hinten umschlungen, den Mund zu, während ein gewisser T a p p e r auf ihn einschlug. 3m Laufe des Kampes haben sie dem Manne das Portemonnaie entwendet. Die Täter konnten gefaßt und wegen Straßenraubs ins Polizeige- fchngnis eingeliefert werden. — Vergangene Aacht ist der Kellner Wilhelm Wagner in der Oppenheiinerstraße die Treppe hinunter- gefallen und bewußtlos liegen geul.eben. .Herbeigeeilte Personen konnten nur noch den bereits eingetretenen Tod feststellen. WSN. Frankfurt a. M., 2. Jan. Die Silvesternacht ist in Frankfurt im aUaemeinen sehr ruhig verlaufen. Irgendwelche Zwischenfälle von Belang halsen sich nicht ereignet. Im ganzen sind sieben Festnahmen erfolgt, meistens wegen Schießens mit scharfer Munition. Fünf der Festgenommenen wurden in der Frühe des anderen Margens wieder entlassen. Die Polizeibeamten hatten Naturgemäß Bereitschaftsdienst, brauchten aber in keinem Falle auszurücken. In einigen Vororten kam es zu den üblichen kleinen Keilereien, die jedoch durchweg unblutig verliefen. WSA. Hanau 31. Dez. Ein hiesiger Arbeiter hatte zuviel Schlafmittel eingenommen. Er wurde vor drei Tagen befinnungä- los im Bette Dorgefunben und zum Landkrankenhaus gebracht, wo er, ohne wieder zu erwachen, verstarb. — Durch eine Explosion selbst- gefertigter Feuerwertskörper wurde hier am Freitagnachmittag in der Kölnischen <3,rage ein 1 3 jähriger Schüler schwer verletzt. Der Junge hatte mit seinem Freunde, einem 13jährigen Burschen, allerlei Experimente in der Herstellung von Feuerwerlskörpern gemacht. Aus bisher noch unbekannten Gründen explodierte daS aus Schwefel, Phosphor und Kupfersalz bestehende Gemisch mit lautem Knall. Der im Zimmer anwesende 13jährige Junge wurde im Gesicht und an der rechten Hand schwer verletzt und mußte nach dem Krankenhaus gebracht werden. Der andere Junge 6Iieb unverletzt. Größe 21—22 schwart und Kinder - Knoplslicfel Satln-Masken-Pumps, viele Farben- Schnürstiefel 21 Kostüm passend, dito S viele neue Farben 2 Kamelhaar - Kragenschuhe, mit Pompon, Fila und Ledersohle 36—42 Lederhausschuhe Nir Damen, mit gutem, warmem Futter und Absatz fleck Dito für Herren 5,90 Lack-Zug- u. Spangenschuhe, bessere Qual.,je nach Auaf.. 6,50 8,90, 9,50 Ross-Che vreau.Spangenschuh, fester Straßenschuh ®l ®l Ä Damen- Stiefel 1. T. Rahmeoarb. Größe 35 — 38 *■ Schwarze und braune Rindbox Herrenhalbschuhe, dito in Lack, auch Rindbox mit Einsatz 9,75 Schlangenleder Im. Spangenschuh, Komteß»Absatz, bessere Qualität 9,75 12,50 Rlndbox-Herrcnstiefel, breit, mit Derbyschnitt, sowie spitz, mit Ringsbesatz und weiß gedoppeltem Rand, Mk. 6.90 Io jo vo o Leder-Pelzschuhe, eleganter warmer Straßenschuh. Dito in Lack. Komteß-Absatz, sehr schick 12,50. Dito in braun Boxkalf, hochelegant 13,90 Ua Herr en-Stiefel, Original Goodyear WcM wirihorj®® V ' Vs. 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Januar, nachmittags 2V, Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes Der mitreißende Filin vom Wiener Walzer, vom Wiener Lied und Wiens schönen Frauen. Die führenden Rollen: Dienstag, Den 4. D. SR., nadnn. 2 Ufir versteigere ich im Löwen, Neuenweg 28 dahier, zwangsweise gegen Barzahlung: 2 Chaiselongues, 3 Büfetts, 1 Sofa, 1 kleine Schreibmaschine .Perkeo", einen Schneiderspiegel, 1 Kommode, 1 kleine Standuhr mit Glasglocke, 1 Sofa, einen Klubsessel, 1 Dertilo, 2 kleine Maren- schränke, 1 Ladenkasie „Exakt-, 1 Motorrad „Stock" (fast neu), 1 Diwan, einen Kasienschrank, 1 schwarz poliertes Klavier, 1 Trumeouspiegel, 1 Oelgemälde, 1 Ladentheke. 1 Warenschrank, 1 Fahr- 3000 Raummeter Buchcntrbeit und Rollenholz.,Fällung 1!>25/20. Iteicrbor sofort. abzuaeven. Vertreter Karl Koekenljnrger, Vaubflrb in Ober- hesseu. ,ve7eD Die trauernden Hinterbliebenen: Karl Schmidt III. und Frau Rudolf Schmidt Rodheim a. d. Bieber, den 1. Januar 1927. nach langem schweren, mit großer Geduld ertragenem Leiden im Alter von 25 Jahren zu sich ‘ in die Ewigkeit abzurufen. I.d.H : Harry Liedtke, Käthe Dorsch, GeorgKaiser, Mabel Kaul, Frau Grimin-Einödtshöfer.— Ferner Peter Pahn der Traumelf Ein Flug ins .Märchenland in 6 Akten nach der berühmten eugl. Erzählung von James XI. Barrie. Gut empfohlenes, nicht zu junges Mädchen in Küche n. Haus erf., sucht f. tagsüber nD 3rou DJIlln Zimmer Bahnhoinr. 12 1. Moll Gerichtsvollzieher, Kraft Auftrags in Gießen, Iheringstratze 7. Kindervorstellung florjen Dienstag. nac'imittass 4 l’hr. einmalige MllrchcnvorNtellung für große und kleine Kinder Zur Aufführung gelangen Hiermit die traurige Nachricht, daß es Gott gefallen hat, meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Marie Hess geb.Ksssler nach schwerer Krankheit im Alter von 73 Jahren am 31. Dezember abends 11 ’/? Uhr zu sich zu rufen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Hess, Schuhmachermeister. Bauplätze inWieieck.Giekener Strobe, z. verkaufen Dorseld, Reit. Karlsruhe. Die Beerdigung findet Dienstag, den 4 Januar, - nachmittags '/,3 Uhr, vom Sterbehause aus statt. __ ;rl^T=;! Stellengesuche Bis anf weiteres der erfolgreichste u. schönste Film seit Bestehen der Llchtspielkunst: August Waag, Seltersweg 60 Herren-Wflsche, Krawatten, Handschuhe, StrumpfwarerF die Königin unter den Film-Künstlerinnen in ihrer erfolgreichsten Bolls als „Mizzi Staiidinger“ sowie Harry Liedtke und der köstliche Ernst Verebes Elegie: Friedrich Zclnlk. Der Film „An der schönen blauen Donau“ ist ein Bilderbuch, sprühend von Volkswitz, von Wiener Gemütlichkeit, von Walzerzauber und Praterlust: ganz durebströmt von der Gemütsatmosphüre der alten Kaiserstadt: „Sorgloses Frohlachen — leichte Tränenseligkeit!“ Wien ist wse ein Walzer von Strauß im wiegenden Rhythmus seines Volkslebens; der Prater Grinzing, der Glanz der Hofburg, der Stefans-Dom- Zug um Zug ein Stadtbild von bestrickendem Liebreiz. „Dai Küße Jllidel“ — ..Der leuche Dciiischmelster“ — liehe Erzherzog“ sind Typen, die es eben nur einmal gibt: „Ander schönen blauen Donau“ Im ganzen Deutschen Reiche in Traisa. — 12.. Studienrat Karl Rothermel in Darmstadt. — 14.: Pfarrer i. R. Johannes Greif. — 16.: Rck.or Heinrich Knauß in G eßen; Lehrer i.R. Heinr. Koch in Goddelau. — 21.: Gewerbeschulrat L R. Johann Meyer in Darmstadt. — 22.: Rektor Franz Senz in Darmstadt. — 23.: Professor Gcorg Grünewald in Darmstadt; Ober- und Geheimer Postrat Heinrich Thomas in Darmstadt. — 25.: Kcmunerherr Major a. D. Karl Freiherr von Starck in Darmstadt, geb. in G eßen. — 26.: Lehrer i. R. Emll Kayser in Obermockstadt. — 27.: Apotheker Eberhard Kramer in Gießen. — 30.: Sa: iiätsvat Dr. Httiricki Platz in Gießen. April: 2.; Schulrat i. R. Johannes Bauder In Bensheim.— 10.: Fürst!. Baurat Kar. Schön in Lich. -- 19.: Pfarrer Lurwig Hein in Reinheim. — 20.: Geh. Oberfinanzrat i. QL Dr. Franz Knell in Darmstadt; Lehrer Georg Wihner in Ulfa. — 22.: Geh. Baurat Georg P ö h l» mann in Darmstadt. — 25.; Lehrer Paul Dienemann in Gießen. Mai: 1.: Rabbiner i. R. Professor Dr. Sigmund Saalfeld in Main;. — 2.: Lehrer i. Qi. Johann Peter Arras in Nauheim. — 4.: Bach- d-ruckereibcsiher Karl Adam Damm. Ehrenbürger von Friedberg, in Friedberg. — 5. Oberstleutnant Karl Hoos in Gießen. — 9.: Oberlehrer Prof. Karl Kost in Darmstadt. — 12.: Rabbiner Dr. David Selber in Darmstadt. — 16.: Pfarrer Karl August Hellwig in Reiskirchen. — 22.: Geistl. Rat Philipp Ambos in Marienborn. — 23.: Tierarzt Dr. med. vet. Adam Riedel in Mainz. -- 27.: Kreisveterinärarzt L QL Dr. Rudolf Dünge rich in Bensheim. — 28. Domkapitrckar Geistl. Rat Prof. Dr. Josef Blasius Becker in Mainz; General der Infanterie Karl. Frh. von Gall in Darmstadt. — 31.: Lehrer Heinrich Metzger in Egelsbach. Juni: 3.: Regierunasrat Gustav Bechtel in Darmstadt, geb. in Biebesheim. — 10, Oberstudiendirektor Dr. Karl Decker in Darmstadt; Geh. Kirchenrat D. Georg Schlosser in Frankfurt, früher in Gesten; Kustos am Landesmuseum Dr. phil. Albrecht Schwan In Darmstadt. — 14.: Amtsrichter i.R. Karl Herpel in Darmstadt. — 18.: Chemiker Dr. Wlllh Flimm in Darmstadt. — 19.. Oberpostmeister Karl Bauer in Lauterbach, geb. in Dreßen; Generalleutnant z. D. Georg von Wachter in Auerbach a. d. D. — 21.: Studien rat Karl Naumann in Heppenheim a. d. B., geb. rn Gießen. — 25.: Gewerbelehrer Fritz Schreiber in Darmstadt. — 26.: Geh. Regierungsrat i. QL August Noack in Darmstadt. — 28.: Oberst a. D. Viktor Schliephake. erster Präsident der „Hassia" in Darmstadt. — 30.: Geh. Sanitätsrat Dr. med. Wilhelm Vogel aus Laubach bei Gießen. Juli: 1.: Oberregierungsrat Georg Knab in Zwingenberg a. d. B. — 4.: Dr. med. Sigfried Löb in Darmstadt. — 17.: Pfarrer i. R. Franz Jacobowski in Darmstadt. — 19.: Pfarrer i. R. Wilhelm Römheld in Darmstadt. — 26.: Konsul Paul G. L o r e n t aus Darmstadt in Beatenberg. — 30.: Ernst Niemann, Stadtverordneter in Darmstadt. August: 5.: Dr. med. Georg Kipper in Gießen. — 13.: Universitätsprofessor Gustav Traut- m a n n in Gießen. — 14.: Lehrer i.R.E.Ruk- kelshausen in Nonnenroth — 24.: Bergrat Dr.-Jng. c. h. Alfred ©rochier in Gießen. — 30.: Chemiker i. R. Dr. Ludwig Conrad; Rektor i. R. Christian Roth in Lich. — 30.: Staatsrat Wilhelm Schwarz in Darmstadt. — 31.: Vermessungsrat Hermann Faul in Eberstadt. September: 6.: Landgerichtsdirektor i. R. Karl Lebrecht in Mainz. — 6.: Bürgermeister a. D. 1 dem Schöpfer des Friedrichsdenkmals zu reden. I Seine zwiespältig schwankende Stellung zwischen ' Antike und Realismus erschien nun nicht mehr als eine glänzend gelungene Lösung dieser schwierigen Formprobleme, nicht mehr als harmonische Verschmelzung der beiden Stile, sondern als ein bedauerlicher Kompromiß, bei dem die künstlerische Wirkung nicht selten einer falschen Pose, einer unruhigen Durchbrechung reiner Linien weichen mußte. Zwischen Klassizismus und Historismus schwankt er in einer künstlerisch armen Zeit, und was ihm glückt, verdankt er hauptsächlich seiner Persönlichkeit. Was für eine kraftvoll eigenartige Gestalt ist dieser Mann, der im elendesten Lakaiendienst die Hoheit seines Künstlertumes bewahrte und sich durch tüchtig schlichtes Streben, durch unwandelbare Treue zu der Menschheit Gipfel emporrang. Wie seine Kunst. so war auch fein Wesen von mannigfachen Antrieben geleitet; quälende Zweifel überkamen ihn häufig, Stimmungen der Antraft, der Verlassenheit, denen er mit echt preußischem Pflichtgefühl, mit einer Kaniischen Strenge des Moralgesetzes begegnete. In dem derben rauhen Manne, der die hand- werlliche Tüchtigkeit hochstellte und selbst rastlos im Atelier an seinen Werken arbeitete, lebt etwas vom Gelehrten, der sich nach wissenschaftlichen Studien sehnt, und vom Diplomaten, der nichts ülnmögliches begehrt und geduldig sich mit den Beschränkungen und Hemmungen der Wirllichkeit abfindet. So entfaltete sich schon in seinem Auftreten hinter einer rauhen Außenseite eine weiche schwärmerische Seele, eine glatte Anschmiegsamkeit. Wohl lag in ihm ein starker Sinn für das Charakteristische der Bewegung, für Bewältigung der Wirllichkeit, der während seiner kurzen Lehrzeit bei Schadow befestigt und gepflegt wurde, aber tief in seinem Innern glühte eine ideale Flamme, eine innere Begeisterung für reine Griechenfchönheit, die den Kammerdiener der Königin Luise nicht minder sehnsüchtig nach Italien verlangen ließ, als dereinst den armen Schulmeister Winckebnann. In Rom hat Rauchs Künstlergeist sich erst entwickelt. Bei Wilhelm von Humboldt wurde er Zeichen- ltn^ empfing die schönsten Anregungen in dessen von einer reichen Geistigkeit erfülltem Haufe. Die klassische Bildung der Zeit, die sich Friedrich ch e y m a n n aus Bingen in Wiesbaden. — 14.: Oberstleutnant a. D. Wilhelm Lang in Darmstadt. — 23.: Oberstleutnant a. D. Ludwig Freiherr v. chei mrod aus Oberhessen in Saarbrücken. — 30.: Dr. Julius S t a h l, Pros. a. D. am Realgymnasium in Gießen. Oktober: 2.: Dr. Heinrich Brentano, kath. Pfarrer in Ockstadt. — 2.: Bürgermeister i. R. Fendt in Büdingen. — 9.: Studienrat Prof. Dr. Eduard Dolp In Friedberg. — 10.: Hofrat Otto Stockhausen in Darmstadt. — 14.: Generalmajor Wilhelm Freiherr o."° Uslar-Gleichen aus Darmstadt in Bonn. — 22.: Georg Merck aus Darmstadt in Orange (23er. Staaten). — 25.: chaupt- mann a. D. Karl W a 1 d e ck e r aus Darmstadt in Breslau. — 29.: Oberso.stmcister Wilhelm Hoff- mann in Ober-Ramstabl bei Darmstadt. — 30.: Ober-Postrat Jakob Völker aus Darmstadt in Saarbrücken. — 30.: Oberst a. D. Karl v. Baur in Darmstadt. November: 2.: Realschuldirektor Prof. Karl Zimmer in Bad-Nauheim; Altbürgermeister Wilhelm Schmitt in Osthofen. — 3.: Ministerial- direktor i. N. Franz chö 1 zingcr in Darmstadt. — 4.: Kommerzienrat Karl Ihrig, ehem. Direttor der Landw. Genossenschaftsbank in Darmstadt. — 9.: Geh. Schulrat Dr. Karl Kary in Friedberg; Pfarrer i. R. Michael Schäfer in Erzhausen. — 11.: Lehrer Peter Bros in Worms. — 12.: Forstmeister i. R. Otto Koch in Darmstadt; Bankdireklor chermann Ott in Worms. — 15.: Bankdirektor Dr. Wilhelm Külzer, Mitleiter der Zweigniederlassung Gießen der Darmstädter und Nationalbank in Frankfurt; Studienrat an der Viktoriaschule In Darmstadt Dr. phil. chermann G ö tz in Worms. — 23.: Fabrikant Friedrich Leonhard Bender in Gießen. — 24.: Prof. Dr. Walter Brehmer in Gießen. — 25.: Studienrat Professor Dr. Fritz Becker in Worms. Dezember: 8.: Generalmajor a. D. Friedrich v. Wachter in Darmstadt. — 9.: Geh. Forstrat i. R. Alfred Preuschen in Groß-Umstadt. — 10.: Rechtsanwalt Eduard Staede 1 in Darmstadt. — 13.: Dr. Friedr. A. W y n e k e n, Mitinhaber der Lehrmittelanstalt Dr. Wyneken & Co. in Gießen. — 15.: Prälat Adam Schreiber in Worms. — 16.: Turnlehrer i. R. cheinrich Vö 1 sing in Darmstadt; Gutsbesitzer Gustav Mogk in Grundschwal- heim, Vorstandsmitglied der Landwirtschaftskam- mer. — 17.: Pfarrer Joh. Georg Landvogt in Oppenheim. — 22.: Lehrer cheinrich cherbst in Darmstadt. Protestverfammlung des HessifchenBeamtenbundes • Darmstadt, 2. Januar 1927. Der Hessische Beamtenbund veranstaltete heute vormittag im großen Saale des „Perkeo" eine Protestverfammlung gegen die Nichtbewilligung der Winterbei- hilfe für die Gehaltsgruppen 7—9 der hessischen Beamtenschaft durch den Hessischen Landtag. Die Versammlung war bereits lange vor Beginn überfüllt, so daß in dem nahegelegenen Feierabendsaal eine Parallelversamm- fu n g abgehalten wurde. Von den Landtagsabgeordneten waren anwesend die Abg.: Galm, Heinsiadt, Kaul, Dr. Keller, Kl'ndt, Leuschner, Reiber. Storck und Frau Balser. Der Vorsitzende des hessischen Beatnlenbundes Rektor Dr. Glaß eröffnete die Versammlung mit einem Hinweis auf den gewaltigen Zudrang und teilte mit, daß noch eine Parallelversammlung stattfinden müsse. Der Redner erklärte dann: Wir haben nicht gern die heutige Versammlung einberufen, waren aber durch die Verhältnis,e dazu gezwungen. Die Frage der Ausgleichszulage war von der hessischen Regierung und dem Landtag nicht richtig behandelt worden, aber es ist zu hoffen, daß in dieser Angelegenheit noch nicht das letzte Wort gesprochen ist. Darum haben wir an die Ministerien, die Fraktionen des Landtags und die Beamten und Lehrer Einladungen zu dieser Versammlung ergehen lassen. Der Redner begrüßte hierauf die anwesenden Landtagsabgeordneten, verlas dann Schreiben der Abg. Dr. Werner und Ruß. die den Forderungen nach Gewährung einer Beihilfe, entsprechend den Reichssähen, zustirn- men, sowie ein Telegramm der süddeutschen Ar- beitsgemeinschast des Deutschen Deamtenbundes, die die Gehaltsgruppen 1—6 umfaßt. Ferner teilte der Vorsitzende ein längeres Schreiben des F i - nanzministers mit, in dem dieser bittet, aus dem Nichtbesuch der Versammlung keine falschen Schlüsse zu ziehen. Man solle sich in die Lage des Finanzminifters versetzen, der für die Deauna der Ausgaben sorgen müsse. Der Minister legt in dem Schreiben die schwierige Lage der hessischen Finanzen dar. die er im wesentlichen auf die Besetzung eines Te.ls des Landes $urüd« führt; er wendet sich schließlich gegen die Sanierung der hessischen Finanzen auf Kosten der Beamten. 3n ernsten und wichtigen Fragen werde er stets auf feiten der Beamten stehen. Rektor Dr. Glaß bemerkte dann u. 'aftspolitischen Gründen feien fle zu beteiniger. >n Bayern liege die Sachlage ebenso, dort habe der Sozialdemokrat E n d r e ß im Landtag die Bewilligung der Q5ei- hilse beantragt. Der Gesamtvorstand des Deutschen Beamtenbundes habe eine Entschließung angenommen, nach der Gehaltsregulierungen und Beihilfen für die Reichsbeamten auch für die Beamten der Länder, der Dahn usw. sichergestellt werden müßten; der Hessische Beamtenbund trete dieser Auffassung bei. Der Redner wandte sich unter lebhafter Zustimmung der Versammlung dagegen, daß parteipolitische Zwistigkeiten auf dem Rücken der Beamtenschaft ausgetragen Werin Humboldt ihren reifsten Repräsentanten geschaffen hatte, kam fcem bildungsdurstigen Lehrling der Künste, der noch mit 30 Jahren unverdrossen lernte, zugute. Noch größeren Eindruck aber hinterließ bei ihm der Anblick eines Wirklich naiv in reiner Schönheit schaffenden Künstlers wie Thorwaldsen; der Däne öffnete ihm die Augen für die Harmonien des Lebens. Q)iele Jahre später bat Rauch, als er die Nachricht vom Tode des Freundes erhielt, „in tausend Erinnerungen versinkend", in sein Tagebuch geschrieben: „Thorwaldsen lernte ich in Rom kennen, und wohnte de.nn vierzehn Jahre mit ihm unter einem Dache in der via Sibtina, Seine Nähe, feine Tätigkeit, feine Lehre bildeten den Grund zu meiner weiteren Ausbildung, wodurch ich ihm mein Lebensglück verdanke". Sein ganzes Leben lang find ihm die Jahre feines römischen Aufenthaltes als die schönste Zeit erschienen, und er gedachte mit Sehnsucht der blühenden südlichen Körper, da er in märkischer Enge sich mit -Uniformen und Stiefeln Herumplagen mußte; fein ganzes Leben lang ist ihm die Antike das höchste Muster gewesen. Von Nazacenertum und Romantik mochte er nicht viel wissen und hat außer der reizenden kleinen Märchenfigur der auf dem Hirsch reitenden „Jungfer Lorenz von Tanger- nründe" nichts geschaffen, was dem Stoffkreis der Qi: .ntit angehört. Jede Nichtachtung der Antike aber kränkte ihn wie eine ihm persönlich angetane Beleidigung. Die Kunst Rauchs hat sich nie ganz entfalten können; sie war fast immer durch die Wünsche und Befehle der Auftraggeber beengt. Nur selten war seinem Talente die freie Bahn gelassen, wie in seinen prachtvollen,Dittorien, seiner linienschönen Danaide; und dann wandte er sich gern antikisierenden Formen zu, die er mit einem großen Adel des Empfindens, einem lebendigen Schwung der Komposition belebte. Die Heft drängte zum Realismus hin, und diesem Drängen antworteten in Rauch verwandte Regungen, die er nicht ohne Widerstreben, aber doch mit aller Kraft in sich entwickelte. Schon fein erstes großes Werf, das ihn berühmt machte, das Grabmal der Königin Luise, in dem antike Vorbilder deutlich anttingen, erhielt fein Gepräge durch die Porträtähnlichkeit, die der König verlangte, linier Friedrich Wilhelms 111. Aufficht ist dies herrliche Werk geschaffen, in dem sich wirklich eine ideale Verklärung mit irdischer Holdseligkeit vereint. -Und auch weiterhin lenkte der preußische König seinen Bildhauer auf den Pfad der Realität, indem ec durch eine Kabinettsordre als die Kleidung der Statuen Uniform und zeitgenössische Tracht bestimmte. Rauch hat viel über diese Bevormundung des Künstlers, über die ewigen „Pantalons und Knöpfe" gestöhnt und „nach etwas nackten Beinen und Schultern" geseufzt. Nach der Arbeit am Denkmal Friedrichs des Großen noch Nagt er: „Ich bin geistig fertig, ermüdet an Leib und Seele, Perücke, Kleid und Stiesel ohne Ülnterbrechuna seit neun Jahren durchgemacht zu haben." Er half sich in diesen Nöten mit dem preußischen Reitermantel, den schon Schadow in die Plastik eingeführt hatte, und den er zunächst ganz als antike Toga behandelte. Er drapiert den Mantel in reichem Rhythmus um die Gestalt und sucht das Nein- liebe Geknftter der Falten an den Beinkleidern, das Beiwerk an Tressen und Knöpfen zu verbergen. Aber allmählich lebt er sich doch in die Tracht feiner Zeit ein; sie wird ihm an feinen Porträtfiguren sogar bisweilen Aum notwendigen Zubehör der Persönlichkeit, und er schafft hier wirklich vollendete Werke. Auch sein Friedrich der Große ist zugleich historisch und volkstümlich erfaßt. In diesem Denkmal, Rauchs berühmtester Schöpfung, ist überhaupt die historische Auffassung, in die sich der Realist und Gelehrte Rauch allmählich eingeführt hatte, voll zum Ausdruck gekommen. Er folgte dem Zug der Zett, der sich von der Romantik fort einer realistischen Erfassung des 'Vergangenen zuwandte, und fo bat er das erste Denkmal des künstlerischen Historismus geschaffen, ist der Vorgänger Menzels geworden, der an dem gleichen Stoff später seine so viel größere Kraft versuchte. Man mag gegen die Raumwirkung des Denkmals, das in seiner Silhouette so unruhig wirkt, manche ästhetische Bedenken erheben, echte Treue des Details und feinfühligen Formensinn Im einzelnen wird man ihm nicht absprechen können. Unb das ist überhaupt das Beste in Rauchs Werk, das er mit einem sicheren Geschmack und einer ehrlichen ausdrucksvollen Schlichtheit in einer Zeit wirkte, die der plastischen Kunst so fern wie möglich stand. Den und schloß mit dem Wunsche, daß den hessischen Beamten noch ihr Recht werde und sie den Reichsbeamten in jeder Beziehung gleichgestellt würden. Vie Aussprache. Postselretär Schäfer, Darmstadt, gab für die Aeichsbcamten und für die soziale Arbeitsgemeinschaft der Gruppen 2 bis 6 die Erklärung ab. die Unterbeamten würden sich dem Protest anschließen und sich damit solidarisch erklären. Berwaltungsinspektor Gosenheimer, Darmstadt, gab im Ramen der Gewerkschaft hessischer Gemeindebeamter eine Erllärung ab. in der es als eine ungerechte Härte bezeichnet wird, wenn sie schlechter gestellt werden als die Reichsbeamten', sie würden die Staatsbeamten in ihrem Kampfe um die Gleichstellung unterstützen. Oberbaurat Becker sprach als Vertreter des Rcichsbundcs höherer Beamter; er erklärte, daß die höhere Beamtenschaft keineswegs geteilt sei. die Zurücksetzung der Beamtenschaft Hessen- ruhig hinzunehmen. Der Bund werde alles tun, um die Glcichstelluna zu erlangen, wenn das Land Hessen versagen sollte. Landtagsatg Kaul (6 z.) verteidigte hierauf in längerer Rede die Haltung seiner Fraktion. Der Beschluß dcS Reichstags über die Beihilfen wäre einer der unglücklichsten Beschlüsse gewesen, denn die Rot der unteren Beamten werde damit nicht beseitigt. Bei der Finanzlage des Landes habe die sozialdemokratische Fraktion sich gefragt, wo die Rot am größten wäre. Den am meisten Rotleidenden müsse geholfen werden; das wären die unteren Gehaltsgruppen, die Arbeiter und die Erwerbslosen. Die Lage der Erwerbslosen sei noch viel schwieriger als die der Beamten. Als dann der Redner auf seine Ausführungen im Landtag zu sprechen kommt, daß man sich überlegen müsse, ob nicht ein Teil der Beamten in das Angestelltenverhältnis zu überführen sei, entstand eine solche Unruhe im Saale, daß der Vorsitzende bitten mußte, den Redner feine Sähe zu Ende sprechen zu lassen. Aus den Erklärungen des Abg. Kaul ging hervor, daß er Beamte in I Wirtschaftsbetrieben des 3 aateS hierbei in erster Linie im Auge hat. Tie sozialdemekretische Frak- tion wäre bereit gewesen, Die Beihilfe zu gewähren, wenn das Reich die Mittel bereitgestellt hätte. Daß Preußen die Mittel bereitstelle, beweise nichts. Denn man dürfe die preußischen Finanzen nicht mit den hessischen vergleichen. Der Vorsitzende wandte sich in seiner Erwiderung auf die Darlegungen des Vorredners gegen Die Aeußerungen über die Arbeitszeit. Dec Beamtenbund sei immer für eine gleiche Behandlung der Reichs-, Staats- und Gemeindebeamten in bezug auf Die Arbeitszeit eingetreten. Man hätte gern eine nähere Er.lärung derSozial- demokratie gehört, namentlich über das, was sie zu tun gedenke, wenn ein neuer Antrag (in anderer Form) im Landtag eingebracht werde. Der Den Beamten der Gruppen 7 bis 12 die Beihilfen sichert, selbst wenn das Reich die Mittel nicht bewilligt. Die Beamten gäben sich Der bestimmten Erwartung hin, daß sich Die Sozialdemokratie die Sache noch einmal überlege und eine andere Stellung dazu einnehme. LanDtagsabgeordneter Dr. Keller (D.D.P ) entschuldigte das Fernbleiben Der Abgeordneten seiner Fraktion Dingeldey und Haury. Der Redner stimmte den Ausführungen des Vor- sitzenden zu. Die Deutsche Dolkspartei habe Die ilebetjeugung, daß Die Rot bei den unteren Gehaltsgruppen am größten ist; Die Rot mache aber bei Gruppe 6 nicht halt, sondern greife auch in die höheren Gruppen über. Die Deutsche Volkspartei habe sich für Die Eingabe des Beamtenbundes eingesetzt, und zwar mit 100 Proz., bei der Abstimmung. Es wäre zu hoffen und zu wünschen, daß ein neuer Antrag im Landtag eingebracht werde, damit das Unrecht. das den Beamten in Den letzten Wochen zugefügt wurde, wieder gutgemacht werde. Abg. Kindt (Dntl.) erklärte im Ramen feiner Fraktion, daß sie auch weiterhin für Die Beamten bis zur Gruppe 12 eintreten werde, wie sie es bereits getan habe. Abg. Galm (Komm.) bemerkte, Die Kommunisten würden auch einem neuen Antrag im Landtag nicht ihre Zustimmung geben. Abg. Reiber «Dem.) erklärte im Ramen seiner Fraktion, daß sie einen neuen Antrag unterstützen werde. Gegenüber anderslautenden Rachrichten stellte Der Redner fest, daß seine Zraition für die Reichsregelung fei. Abg. Heinstadt (Zentr.» gab eine Erklärung ab. die dahin lautet, daß die Zentrumsfraktion in der Frage der Beihilfe ihre Schuldigkeit getan habe; sie habe im Finanzausschuß und im Plenum Der Beihilfe zugeslimmt. Für Die Zukunft könne er noch feine Zusage geben, aber persönlich werde er für die Wiedergutmachung des Unrechtes ein treten. Einstimmig wurde hierauf Die nachstehende Entschließung angenommen: „Um Der Empörung der hessischen Staatsbeamten- und Lehrerschaft über diö völlig verfehlte Regelung Der Ausgleichszulagc. fälschlich Weihnachtsbechil e genannt, Ausdruck zu verleihen, veranstaltete Der Hessische Be- amlenbunD und das 19 000 Mitglieder zählende Landeskartell Hessen am 2. 3anuar 1927 eine Protestversammlung. die außerordentlich zahlreich besucht war. Das Land Hessen ist, außer Mecklenburg. das einzige unter Den 17 deutschen Ländern, das die Reichsregierung nicht übernommen hat. Die hessischen Beamten und namentlich die Beamien im besetzten Gebiet verstehen diese Zurück ctzung nicht und erblicken Darin Den Anfang einer dauernden, auch in staatspoli- tischer Hinsicht bedenklichen Schädigung. Sie erwarten von der Hess. Regierung und dem Landtag. daß bei Den demnächst beginnenden Haushaltsberatungen Mittel und Wege gefunden werden, das schreiende Unrecht wieder gutzumachen. Die dem Landeskartell ebenfalls angeschlossenen Rcichsöeamten und Gerne'.ndcbeamten treten Der geschädigten hessischen Staatsbeamtenschaft in Treue und Solidarität zur Seite, machen sich ihre Forderungen zu eigen und kämpfen mit für Reichseinheitlichkeit. Recht und Gerechtigkeit." Der Vorsitzende teilte mit, daß auch die zweite Versammlung, die von dem zweiten Vor- spenden Koch ce'eitct wurde, überfüllt war und in demselben einmütigen Geiste verlief. Er schloß Die Versammlung in Der Hoffnung, daß die Entschließung Erfolg haben werde. Oberhessen. Landkreis Gictzcn. • Odenhausen a. d. Lumda, 2. Ian. Am Silvestertag gegen 12 Uhr mittags ereignete sich hier ein folgenschwerer Unglücks- fall. Der Sohn Der Witwe Keil war mit Dem Anstreichen des Zimmerofens beschäftigt, wobei Der zum Anstreichen gebrauchte Pinsel in Brand geriet. Keil wollte Den brennenden Pinsel ins Freie bringen, unterwegs tropfte aber brennender Lack zu Boden, so daß auf dem Fußboden kleine Brandstellen entstanden. Die Mutter des Keil versuchte nun. Den L a ck in Sicherheit zu bringen, unglücklicherweise entglitt ihr aber das Damit gefüllte Gefäß und fiel zu Boden an eine der kleinen brennenden Stellen. 3m selben Moment entzündete sich die Masse und eine Stichflamme setzte Die Kleider Der 51jährigen Frau in Brand. Bei Den Rettungsversuchen erlitten Die Schwiegertochter Der Frau Keil, sowie zwei im Zimmer befinDliche Kinder erhebliche Brandwunden an Gesicht und Händen. Frau Witwe Keil selbst erlitt schwere Verbrennungen am ganzen Körper. Die Bedauernswerte wurde mit dem Kranken-Auto der Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in Gießen in Die Chirurg. Klinik zu Gießen verbracht, woselbst sie in Der Rächt ihren schweren Verbrennungen erlegen ist. Z Orünberg, 31. Dez. Dieser Tage veranstaltete Der Reit - und Fahrverein Grünberg einen Geländeritt über Lehnheim, Atzenhain nach Weitershain. 3n Atzenhain traf man sich mit Den Reitervereinen von Londorf, Mücke, Rieder-Ohmen, Homberg a. D. Ohm und Bühfeld. Gemeinsam wurde Dann der Ritt unter frohem Gesang zum Ziele fortgesetzt. Rach einer Stärkung von Roß und Reiter ging ging es wieder heimwärts. J L a u t e r, 31. Dez. Die hiesige Ortsgruppe des Stahlhelm ernannte den Xamcraöcn 3oh. Sr oller. Mitkämpfer von 1870/71, zum Ehrenmitglied und überreichte ihm ein entsprechendes Diplom. ) Lich, 31. Dez. Einen schönen Brauch hat unser Bürgermeister Völker feit einigen Jahren hier eingeführt. Gegen Ende jede- Jahres, um die Weihnachtszeit, versammelt sich der Stadtvorstand zur Schlußsitzung. Es wäre aber verfehlt, die Herren bei dieser Gelegenheit im Rathaus zu suchen. Ausnahmsweise versammeln sie sich ganz im stillen im Rebenzimmer irgendeines Gasthauses. Die Sitzung hat Den Vorzug, daß sie keine Tagesordnung hat und daß ein Protokoll nicht geführt werden darf. Von dem wenigen, was über eine Derartige Sitzung an Die Öffentlichkeit durchsickert, fei erwähnt. Daß es eigentlich keine Sitzung, sondern eine Feier ist: ein Versah- nungsfest nach all Dem Kampf des verflossenen 3ahres. so ganz der Stimmung Des Weihnachtsfestes entsprechend. Cs werden auch keine großen Reden gehalten. Rur Der Vorsitzende spricht, nachdem er Die Versammlung willkommen geheißen hat, in kurzen Worten von Der Bedeutung des Tages, und dann gibt man sich einer ungezwungenen Fröhlichkeit hin. wobei die Anwesenden darin wetteifern, durch musikalische und humoristische Darbietungen zum Gelingen der Feier nach Kräften beizutragen. 3n diesem Jahr soll die Sitzung bei einem guten GlaS Bier und einem entsprechenden Essen (Die Frauen der Stadtvorstandsmitglieder toaren auch mit Dabei) ganz vorzüglich verlausen fein. Es ist erfreulich, daß sich von dieser Sitzung ohne zwingenden Grund niemand Der Beteiligten aus- schließt. WSR. Obbornhofen, 31.Dez. Eine angenehme Weihnachtsüberrafchung erhielt der hiesige Gelegenheitsarbeiter Schneider. Eine Erfurter Firma, die einen Wettbewerb ausgeschrieben hatte, an dem er sich beteiligte, zahlte ihm Den ersten Preis mit 300 Mark statt einem Drei Zentner schweren Schwein. Diese Auszeichnung ging auf eine gezüchtete Stangenbohne zurück. Deren Schote Die erstaunliche Länge von 37.7 Zentimeter erreichte. Kreis Friedberg. WSR. Bad-Rauheim, 2. 3cm. 3n den ersten Tagen nach dem Weihnachtsfeste verstarb in Wisselsheim bei Bad-Rauheim ein 48jähriger unverheirateter Taglöhner, ohne daß es zunächst möglich war. die Todesursache festzustellen. Erst die Untersuchung des Amtsarztes ergab, daß ein Schädelbruch Den Tod im Gefolge hatte. Die Leiche wurde bald Darauf zur Beerdigung freigegebben. Inzwischen hat Die Staatsanwaltschaft Gießen die Ausgrabung der Leiche zur nochmaligen Untersuchung angeordnet, da starker Verdacht vorliegt, daß eine Dritte Hand in der Sache eine gewisse Rolle spielt. Es verlautet, daß statt eines angeblichen Sturzes andere Umstände zum Tod des Taglöhners geführt haben müßten. Kreis Büdingen. th. Leid hecken, 1. 3an. Mit Ablauf des Jahres 1926 wurden die H o l z h a u e r a r b e i - ten im hiesigen Gemeindewalde beendet. Cs waren im ganzen 17 Mann, meist Arbeitslose, daran beteiligt, es wurden 240 Festmeter, besonders Eiche, geschlagen. Wie man hört, sind in hiesiger Gegend die Holzhauer ar bei ten durch die große Zahl von Arbeitslosen sämtlich baldigst beendet, so daß mit frühen Holzversteigerungen gerechnet werden kann. Kreis Schotten. Aus Dem Kreise Schotten, 1. 1. Der Anregung des Obst- und Gartenbau- Vereins unter dem Vorsitze des Kreisdirektors Geh. Regierungsrat Boeckmann -Schotten ist es in erster Linie zu danken, daß in zahlreichen Gemeinden des Kreises mit der Anlage von Aepfel - und Kirschenpflanzungen begonnen wurde. Reuerdings wird von dieser Seile Die Anpflanzung guter Zwetschen. besonders der Bühler Frühzwetsche, empfohlen. Es ist beabsichtigt, im Januar und Februar im Kreise einige Pfropf- und Baumpflegekurse abzuhalten, womit kurze Rundgänge und Besprechungen über die Anlage von Obstbaum- pflanzungen verbunden werden sollen. = •= Gedern, 31. Dez. In Der letzten Woche war in unserer Stadt ein bemerkenswerter Durchgangsverkehr von Skiläufern zu verzeichnen. Die von hier aus den Hohe- r o d s k o p f zu erreichen suchtew Daß der Schnee- schuhsport auch feine Gefahren hat. mußte ein Skiläufer erfahren, Der sich infolge starken RebelS verirrt hatte und in ziemlicher Erschöpfung in der Rächt schließlich in Hartmannshain ankam. von wo er später mittels Schlittenfuhrwerks nach hier gebracht wurde. — Rachdem Die KreiS st raße Gedern — HartmannS- hain—Grebenhain durch Arbeitslose au# den umliegenden Dörfern vom Schnee befreit wurde, ist hier wieder Die Möglichkeit des Auto- verkehr# über den Vogelsberg gegeben. 'Ulfa. 31. Dez. Auf eine 40jährige Tätigkeit al# Hebamme konnte dieser Tage Frau Margarete Koch Hierselbst zurück- blicken. Der weithin beliebten Frau wurden aus diesem Anlaß herzliche Ehrungen bereitet. Vom Ortsvorstand wurde ihr als äußeres Zeichen Der Anerkennung ein Sessel überreicht, während zahlreiche OemeinDeglicDcr Der Jubilarin andere Gaben der Aufmerlsamlcit Darboten. Reg erungSrat Weber vorn KreiSamt Schotten und Medi-inal- rat Best vom Kreisgesundhcitsamt Schotten überbrachten die Glückwünsche ihrer Behörden und hoben dabei die Pflichttreue und Gewissenhaftigkeit der Jubilarin rühmend hervor; Medizinalrat Best händigte ihr außerdom ein Anerkennungsschreiben des Hess. Ministeriums aus. Frau Koch ist trotz ihrer 63 Jahre noch verhältnismäßig rüstig und gedenkt ihren Dienst noch recht lange auszuüben. Kreis Alsfeld. W Aus Dem Kreise Alsfeld, 31. Dez. Zum Schrecken Der landwirtschaftlichen Bevölkerung nimmt Die Maul« und Klauenseuche in unserer Gegend immer größeren Umfang an. Neuer Dings wurde sie wieder in Brauerschwend und Vadenrod amtlich festgestellt. =■ Ober-Ohmen, 1. Jan. Vor einem Vierteljahr wurde, wie seinerzeit berichtet. Dem Elektro-Inftallateur W. Maurer von hier das Motorrad von einem geriebenen Gauner ab* geschwindelt, der Damit auf Rimmerwiedersehen verschwand. Die Maschine wurde nun in einem Orte an Der Schweizer Grenze ermittelt und dem Eigentümer wieder zugestellt. Den Dieb konnte man nicht fassen. ck. W e 11 f a a f e n, 31. Dez. In einem Teile unserer Einwohnerschaft, die auf Dem Berg wohnt und unter Schwierigkeiten Der Wasserver forgung sehr zu leiden hat, wird gegenwärtig der Wunsch nach einer Wasserleitung laut Anlaß dazu gibt der Bau einer Wafserversor- gungdenlage in dem benachbarten Aupper- t en r o D, an Die man Anschluß zu nehmen empfiehlt. Die Gemeindevertretung hat vorläufig einen Beschluß in diesem Sinne noch nicht gefaßt, sie will vielmehr erst einmal nach Quellen in Der eigenen Gemarkung suchen lassen, um pu sehen, ob man die Frage nicht auf billigere Weise lösen kann. Starkenburg. • Darmstadt. 2. 3an. 3n Reichelsheim i. O. feierten der Maurermeister Friedrich Volk und seine Ehefrau in körperlicher und geistiger Rüstigkeit das Fest Der Diamantenen Hochzeit. WSR. Darmstadt, 2. 3an. 3n das hiesige Arbeitsamt sind in Der Rächt zum Freitag unbekannte Einbrecher eingedrungen, Die Die Kasse des Amtes völlig ausge- plündert haben. Als die Arbeitslosen vormittags ankamen, um ihre Wochenunterstühung abzuholen, mußten sie unverrichteter Sache wieder nach Hause gehen. Untersuchung ist ein- geleitet. Rheinhessen. WSR. Bingen, 2. 3an. Die hiesige gelt balle, Die längere Zeit von Der englischen Besatzung beschlagnahmt worden war. ist nach ihrer Wiederherstellung am Silvester wieder Dem öffentlichen Verkehr und Betrieb übergeben worden. 3n Gegenwart von Vertretern Der hessischen Regierung, Darunter De# Innenministers von Brentano, fand au# diesem Anlaß ein kleiner Festakt statt. 24a Fritz Nowack U. Ausstattung shaus Inventur-Ausverkauf beginnt am Donnerstag, den 6. Januar Diele taufend Stück Wäsche, viele tausend Meter Stückware sind im Preise bis zu 50 Prozent ermässigt! Warten Sie mit Ihren Einkäufen bis zum Donnerstag ------" der Meister Sandutat piisnie Nutzholzverfteigerung Die Gemeinde Riederweidbach (Kreis Biedenkopf) verkauft am Dienstag, dem 18. Januar 1927, von vorm. 10l/2 Uhr von der Gastwirt'chaft Rentsch aus dem Distrikt 27, 28b, 32 und 33 nachstehendes Rutzholz. Eichen: l.Kl., 18 6t.. 3,57 fm; 2. Kl., 138 6t., 56,73 fm; 3 Kl , 184 6t., 138.78 fm; 4. Kl., 83 6t.. 82,41 fm; 5. Kl.. 28 St., 35,59 fm; 6. Kl. 11 6t.. 14,96 fm; 7. Kl., 1 6t.. 2,95 fm; 4 rm Ruhscheit 1. Kl., 1,2 Meter lang. Darunter mehrere a-Stämme. Buchen: 3. Kl., 9 6t., 6,40 fm. 4. Kl.. 8 6t.. 14,11 fm; 5. Kl., 1 St.. 0.89 fm; 6. Kl.. 1 St.. 1,23 fm; 7. Kl. t 6t., 0,24 fm. Rähere Auskunft erteilt Förster Pfeiffer. Riederweidbach und können 2hif< maßlisten bei rechtzeitiger Bestellung von ihm bezogen werden. 7D Riederweidbach, 31. Dezember 1926. Der Bürgermeister: Lang. OerKrofch mit-erMaske Roman von Edgar Wallace. 30 Fortsetzung. Nachdruck verboten Der Wogen hielt am Eingang des Polizei- gebäuLes und die Herren stiegen aus. Der Schreiber stand auf, als sie in das Bureau kamen und sah sie verwundert an. „Wir wollen nur Balder herausholen/ erklärte Elk. „Balder?" sagte der Mann überrascht. „Ich wußte gar nicht, daß er bei uns drinnen ist!" „Ich habe ihn mit Hagn eingesperrt." Dem Polizeibeamten dämmerte ein Licht. „Das ist merkwürdig! Ich hatte gar keine Ahnung, daß das Balder war!" sagte er. „Mir hat nur ein anderer Sergeant gesagt, daß man einen Landstreicher zu Hagn hereingelassen hat. Hier ist der Schließer." Dieser Beamte war ebenso erstaunt wie der Sergeant selbst. „Keine Ahnung gehabt, daß es Balder ist," sagte er. ,Leshalb haben sie solange geratscht, beinahe bis ein Uhr." „Nun, und reden sie immer noch?" fragte Elk befriedigt. „Nein, Herr Inspektor, ich habe vor einer Weile hineingeguckt, jetzt schlafen sie. Sie haben mir ja die Ordre gegeben, sie in Ruhe zu lassen." Dick und seine Untergebenen folgten dem Schließer auf den langen Gang hinaus, der weiß gekachelt war unb auf den viele schmale, schwarze Türen führten. Sie gingen bis zu der Türe am äußersten Ende. Der Gefängniswärter schloß auf und Elk trat em. Er ging zur ersten Schlafbank und zog die Decke herab, die der Schläfer über sein Gesicht gezogen hatte. Da lag Balder auf dem Rücken, um seinen Mund war ein seidener Schal gewunden. Seine Hände waren ebenso wie seine Beine nicht nur mit Handschellen, sondern auch mit Stricken befestigt. Elk stürzte zur zweiten Schlafbank, aber als er die Decke berührte, sank sie leer unter seinen Händen zusammen. Haan war fort! Als sie Balder in Elks Bureau gebracht und mit Brantwein gelabt hatten, erzählte er seine Geschichte: „Es war so um zwei Uhr herum, glaube ich, daß das geschehen ist. Ich hab' den ganzen Abend mit Hagn geredet, aber es ist mir gleich klar aewesen, daß er mich von dem Moment an als Po- lizisten erkannt hat, indem ich hereingekommen bin. Er hat mich den ganzen Abend zum besten gehalten. Aber ich bin standhaft geblieben, Herr Inwek- tor! Ich habe es immer wieder versucht und hab' schon gedacht, daß er seinen Verdacht überwunoen hat, weil er plötzlich von den Fröschen zu reden an- gefangen hat. Er hat mir erzählt, daß diese Nacht, das heißt, letzte Nacht, ein Radio an alle Häuptlinge kommen wird. Dann hat er mich gefragt, wieso Mills umgebracht worden ist, aber ich bin überzeugt, daß der Schurke ganz genau Bescheid gewußt hat. Nach ein Uyr haben wir nicht mehr vielgequasselt und um viertel zwei habe ich mich niedergelegt und bin sicher gleich eingeschlafen. Dann bin ich aufgewacht, und da hat man mir schon einen Knebel in den Mund gesteckt gehabt, ich hab' versucht, mich zu wehren, aber sie haben mich gehalten." „Sie?" fragte Elk, „wieviele waren es denn?" „Es müssen sicher zwei oder drei gewesen sein, ich weiß es nicht genau," sagte Balder. „Mit zweien wäre ich ja wohl fertig geworden, denn ich bin nicht der Schwächsten einer, — ah, es müssen schon mehr gewesen fein! Außer Hagn habe ich bestimmt noch zwei besehen." „War die Zellentüre offen?" „Ja, sie ist weit offen gestanden," sagte Balder, nachdem er einen Moment nachgedacht hatte. „Wie haben sie ausgesehen?" „Sie haben ganz lange, schwarze Ueberröcke angehabt und sie haben gar keinen Versuch gemacht, die Gesichter zu verstecken. Ich würde sie sofort wieder erkennen. Es waren noch junge Leute, wenigstens der eine. Was dann noch geschehen ist, weiß ich nicht mehr. Sie haben meine Beine umschnürt und haben die Decke über :..ich gezogen und ich habe nichts mehr gesehen oder gehört. Ich bin die ganze Nacht verlassen dagelegen und habe an meine liebe arme Frau und meine lieben armen Kinder gedacht ---" Elk ließ ihn mitten in seiner Ieremiade zurück und ging hinüber, um eine sorgfältige Durchsuchung der Zelle vorzunehmen. Auf dem gleichen Korridor hatte ein Wächter in einem kleinen, mit Glaswänden umgebenen Loch, wo die Zellenindikatoren sich befanden, seinen Platz. Jede Zelle war für den Fall einer Erkrankung mit einer Glocke ausgestattet. Und die Signale wurden in diesem kleinen Bureau an Tafeln sichtbar. Darüber befragt, gab der Wärter an, daß er zweimal während seines Nachtdienstes für wenige Minuten in das Uebernahmebureau gerufen worden war. Einmal, als ein wegen Trunkenheit Arretierter nach dem Doktor verlangte und das andere Mal um halb zwei morgens, als er einen Einbrecher übernehmen sollte, der im Laufe der Nacht gefangen genommen worden war. „Natürlich sind die Leute während dieser Zeit boDongegangen," sagte Elk. Die Türe von Hagns Zelle war beiberfeitig zu öffnen. In biefer Beziehung unterschieb sie sich von den Türen aller anderen Zellen des Gefängnisses, da man ein Schloß gewählt hatte, das den Polizeioffizieren die Möglichkeit gab, den Gefangenen nach dem Verhör zu verlassen, ohne erst den Schließer herbeiläuten zu müssen. Das Schloß war nicht auf- gebrochen worden, ebensowenig wie das der zum Hofe führenden Türe. Elk ließ sofort die Polizei- leute rufen, die bei den Ausgängen von Scotland Pard Dienst gehabt hatten. Der wachthabende Offizier, der bei dem Ausgang zum Embankment gestanden war, hatte niemanden bemerkt. Der Mann beim Whitehall Ausgang entsann sich, daß er um halb drei Uhr einen Polizeiinspektor hatte hinausgehen sehen. Er war dessen vollkommen sicher, daß der Offizier ein Inspektor gewesen war, denn jener habe einen langen Säbel getragen, und der Wachthabende hatte auch den Stern auf seiner Schulter bemerkt. Er hatte den Vorgesetzten gegrüßt, wofür dieser gedankt hatte. „Das kann einer von ihnen gewesen fein," sagte Elk, „aber was ist dann mit den beiden anderen geschehen." Hier fehlt jede Svur. Die beiden Befreier waren verschwunden, als ob sie sich in Luft aufgelöst hätten. „Dafür werden wir wohl eine Nase bekommen, Hauptmann Gordon," sagte Elk. „Und wenn es dabei glimpflich abgeht, so können wir uns noch freuen. Sie sollten lieber nach Hause gehen und sich schlafen legen, Hauptmann. Ich habe heute nacht wenigstens ein bißchen geschlafen. Wenn Sie ein wenig warten wollen, bis ich meinen armen Balder zu seinem Weib und zu seinen Kindern zu- rücksende, die ich schon übrigens alle mit Namen kenne, dann will ich mit Ihnen gehen." Dick wartete am Whitehall Ausgang, bis Elk kam. „3a, es wird wohl eine Nachfrage vom Departement geben, da kann man nichts machen," sagte er. „Was mich besonders kränkt, ist, daß wir den armen alten Balder in ein schlechtes Licht gestellt haben und ich wollte ihm doch gerade etwas Gutes tun. Es ist eine alte Erfahrung, daß man dem Mann den schlechtesten Dienst erweist, dem man versucht, einen guten Dienst zu leisten." Es war jetzt beinahe zehn Uhr vormittags und Dick war schwach vor Hunger und Mangel an Schlaf. Ein- ober zweimal, während sie den Weg nach Harley Terrace zurücklegten, sah Elk sich um. „Erwarten Sie jemanden?" fragte Dick, dem die Möglichkeit einer Gefahr aufdämmerte. „Ich habe gerade einen Mann gesehen, von dem ich glaube, daß er uns nachgegangen sein kann, einer in einem braunem Ueberrod." „Ach nein," sagte Elk gleichgültig. „Das ist einer von meinen Leuten. Aber haben Sie etwas bagegen, wenn wir hinübergehen?" Unb ohne die Antwort abzuwarten, faßte er Gordons Arm unb führte ihn über bic breite Straße. „Das bachte ich mir!" Ein kleiner Forbwagen, ber in Riesenletjern den Namen einer Wäscherei trug, und bis nun langsam hinter ihnen hergefahren war, überholte sie nun mit größter Geschwindigkeit. Elk folgte dem Auto mit den Blicken, bis er Trafalgar Square an der Ecke von Whitehall erreichte. Aber statt nun nach links gegen Pall Mall oder rechts nach dem Strand ab- zudiegen, machte der Wagen einen Halbkreis unb kam ihnen entgegen. Elk brehte sich um unb machte ein Zeichen. Der Detektiv im braunen Mantel, ber ihnen gefolgt war, sprang sogleich auf bas Trittbrett bes Autos. Eine heftige Unterredung zwischen ihm unb bem Wagenlenker entspann sich unb enblich fuhren sie zusammen weiter. „Erwischt!" sagte Elk lakonisch. „Jetzt führt er ihn auf bie Direktion unb hält ihn bort wegen irgenbemer Anschulbigung fest. Es ist nämlich bic leichteste Art, jemanben zu verfolgen, baß man ein Geschäftsauto benützt", sagte Elk. „Ein Geschäfts- wagen kann nämlich machen was er will, unb nie- manb nimmt bavon bie geringste Notiz. Wäre uns eine Limousine nachgefahren, so hätte sie bic Aufmerksamkeit jebes einzelnen Schutzmannes erregt. Es war nichts anberes als ein Aufpasser. Aber mir schien es plötzlich," sagte er mit einem Schaubern, „als wäre es ber Tob selber." (Fortsetzung folgt.) Deutschnatwnaler Handlungsgehilsen-Verband. Sä WMKM' MUW W DienStag, den 4. Januar 1927, abends 87, Ahr, im Kaufmännischen Dereinshaus Plauder-Vortrag deS Herrn Albert Zimmermann, Ham- * bürg, Mitglied derDerwaitung undSchriit- , leitet der „Deutschen Handelswachf, über: Ernstes u. Heiteres aus meiner 30jährigen Verbandstätigkeit. Wir laden unsere Mitglieder und ihre Damen hofl. ein. Gäste können eingeführt werden. Ortsgruppe Gießen desD.H.V. 13D Karl Schmidt, Neuenweg 42, Tel. 1075 02 Waagen aller Art empfiehlt u. werden eichsähig hergestellt Willmer Berlin Wag, 10. 3öil, aiMüs 8 W kn SSaöorn (MltzWW Rednerin: Frau Dr. Warlich aus Harleshausen: MWMlWMMeWU Freie Aussprache! 5D Eintrittspreis 30 Pf. Der Saal ist geheizt. MWserZkMMMU (Für die überaus zahlreichen Gratulationen, die mir anläßlich meines 70. Geburtstags zu Teil (geworden sind, sage ich auf diesem Wege meinen herzlichen Dank; ganz besonderen Dank meiner lieben „Heiterkeit" und „Neapolita" für die mir dargebrachten wohlgelungenen Ständchen Jean Arnold im Schipkapatz ..................................—............... X.... Handarbeitsschule von Frl. Landmann, LlkSkli, Südaiilage? Unterricht in allen weiblichen Handarbeiten Zuschneiden der Wäsche - Hand- und Maschinennähen, Stickereien jeder Art - Filet - Klöppeln - Occhi usw. Aenderung von Wäsche und Kleidern. 10868D Beginn des Unterrichts: Dienstag, den 4. Januar 1927. Safe ftmend | Mittwoch, 5. Jan., abends 8 Uhr: Senderkonzert mit verstärkter Hauskapelle Lehar - Kalman - Oskar - Strauß - Abend L Reslauraol „RettW Dienstag, 4. Januar 1927 WWW Morgens Wellfleisch mit Kraut. Frau Luise Rupp Ww. Krofdorfer Straße 1. 09042 Zwei Zimmer mit Küchenbcnutzung Per sofort gesucht. so Stiickrath & Bender, G. m. b. h. Spedition und Möbeltransport Marburger Str. 7. Tel. 1519. Bei Gicht und Rheumatismus offenen Beinen, Asthma, sowie für_ die Körperenthai nsäuerung ist 8726A Stern-Engel-Tee ein altbewährtes, wirksam, giftfr. Mittel. Zu haben nur in den Apotheken, falls nicht vorrätig, wende man sich an Stern- Engel-Tee- Groß vertrieb. Bad-Schandau (Elbe). Beweismaterial, Prospekte gratis. Bekanntmachung Nutz- und Brennholzversteigerung im Licher Stadtwald. In dem Distrikt Grohhäuserberg wer« den nach vorheriger Zusammenkunft am Waldeingang der Kreisstrahe Bieder- Bessingen—Langsdorf am Donnerstag, den 6. Januar 1927, vorm. 10 Llhr, versteigert: a) Nutzholz: Stämme, Hainbuchen 4. bis 6. Klasse 18 Stuck = 3,54 3ftm.; Elsbeer 4. bis 6. Kl. 7 Stück = 2,50 Ffim.; Linde 4. Kl. 1 Stück = 0,6? Fstm. Buhscheit, Rin.: Eiche 3, Hainbuche 9. b) Brennholz: Scheiter,Rm.: Buch.300, Fichten 4, Linden 3; Knüppel,Rin: Buchen 54, Eichen 17, Fichten 4, Weichholz 4; Rei 1 ig, Wellen: Buchen 3540, Eichen 1550, Eschen 300, dichten 100; Stocke, Rm.: Buchen 154, Eichen 12, Fichten 22. Günstige Zahlungsbedingungen. Lich, den 30. Dezember 1926. Hessische Bürgermeisterei Lich. Volker. 2D Großer Inventur- Ausverkauf vom 4. his4S.Zannar Derselbe bietet bei Unterstellung des Gesamt-Warenlagers besondere Vorteile durch große Preisermäßigung bei einem Posten Herren- und Knahen-Anzüge (darunter auch blaue Konfirmanden-Anzuge) einem Posten Herren- und Knaben-Ma'niel einem Posten Herren-Unterhosen, Hemden usw. (erstere teilweise etwas angetrubt) und große Restpartien Kleiderstoffe und Baumwottwaren 3m übrigen verweise auf meine billigen Auslagen H. Kaeß Nachfolger ■’SF MA Inhaber Wilhelm Horn Nr. 1 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Montag, 3. Januar 1921 Zur Frage der Ronfumfinanzierung. -Saruung der hessischen Industrie- und HandflotammerH Der Hessische Industrie- und Han- Dclöf ammertng Hot zu der zur Zeit im öffentlichen Meinungsstreit stehenden Frage der KynsumfinanLierung folgende E n t • schließnng gefaßt: »Die hessischen Industrie« und Handelskammern können auf Grund eingehender Beratungen in einer praktischen Durchführung des die Oeffentlichkeit in letzter Zeit stark beschäftigenden Gedankens der sog. Stonfumfinan« Gierung weder für den Einzelhandel, noch für die Derbraucherschaft in Wahrheit Vorteile erblicken. Die Einführung zum Teil sehr verwickelter und entsprechend kostspieliger Konsumfinanzie- rungß- und Äundenkreditsysteme bringt auf Seiten des Einzelhandels infolge des Risikos eine neue 11 n I o ft e n b c I a Tt u n g. auf Seiten der Verbraucherschaft aber eine erhebliche Warenverteuerung und rasche 51eber schuldung mit sich. Eine nachhaltige Vermehrung des Verbrauchs wird auf der anderen Seite nicht «zielt Die hessischen Indust ne- und Handelskammern warnen daher vor der Einführung wie auch immer gearteter Konsumsmanzie- rungs- und Kunbenkreditsysterne in Hessen Dre Kammern behalten sich hierbei indessen ausdrücklich vor, die Frage weiter zu verfolgen, ob und wie der hessische Einzelhandel der Verbraucherschaft durch Gewährung von Z a h - lungser leichter ungen ohne Aufbürdung außerordentlicher Dedingungen noch weiter als bisher entgegenkommen kann." Die Industrie- und Handelskam- m e r G i e h e n knüpft an diese Erklärung noch folgende Vetrachtungen erläuternder und ergänzender Art. die zugleich auch eine Mahnun p imb Warnung sein sollen' SS find bisher vier Systeme der Konsum- finanzierung in Deutschland bekannt geworden, die aber nur teilweise zur praktischen Verwirk- kichung gelangt sind. ES läßt sich infolgedessen eine lückenlose Darstellung über die Einzelheiten ihres Aufbaues nur schwer und ein abschließen - des, auf lange Erfahrungen gestütztes Urteil überhaupt nicht abgeben. Nur soviel läßt sich lagen, daß allen diesen Systemen ein und derselbe Gedankengang zugrunde liegt. Der Käufer, welcher zur Darzahlung nicht in der Lage ist. braucht sich nicht mehr wie bisher an den Einzelhändler zu wenden, sondern erhält von einem besonders geschaffenen Kreditinstitut nach Prüfung seiner Einkommens- und Vermögensverhältnisse einen Kreditschein, lautend auf eine angemessene Geldsumme. Auf diesen Kreditschein lann er dann bei allen Geschäften kaufen, welche der Organisation angeschlossen lind. Während der Käufer alsdann seine Schuld ratenweise mit einem gewissen Aufgeld an die kreditgebende stelle zahlt, kann der Einzelhändler den Kredit- fchein sofort in Geld umsehen, verfügt also trotz des Kreditkaufs sofort über Barmittel Der Konsumfinanzicrung liegt zweifellos ein an s i ch gesunder Gedanke zugrunde. Man glaubt in ihr eines der Mittel zu sehen, nm die stark gesunkene Kaufkraft der Devölkerung. insbesondere des Mittelstandes, zu heben, die ihrerseits zu der so dringend notwendigen 'Belebung der gesamten Produktion der deutschen Volkswirtschaft beitragen soll Der Gedanke selbst ,st amerikanischen Ursprungs: seine praktische Durchführung in Deutschland muß aber daran scheitern, daß er auf rein amerik mische Verhältnisse zugeschnitten ist und deshalb in seiner Form nicht ohne weiteres auf deutsche Verhältnisse übertragen werden kann. Dazu liegen die Verhältnisse in beiden Ländern doch gar zu verschieden. Dort eine von Gesundheit und Kraft strotzende Volkswirtschaft. hier ein verarmtes Volk in Sorge und Not. Erhebt sich das Einkommen des Amerikaners durchschnittlich 20 bis 25 Prozent über das Existenzminimum, so ist andererseits der Deutsche heute so gestellt, daß er oft genug nur unter Entbehrungen und Zurückstellung Verton- sicher Bedürfnisse seine Familie standesgemäß erhalten kann. Kann der amerikanische Angestellte und Arbeiter mit ziemlicher Sicherheit auf eine Steigerung seines Einkommens rechnen und infolgedessen m-bcdenklich in den Grenzen dieses Einkommens durch Inanspruchnahme von Kredit schon über künftiges Einkommen verfügen, so muß andererseits der 'Deutsche angesichts der allgemeinen Notlage der deutschen Wirtschaft mit dem Verlust seiner Stellung rechnen Der Gedanke der Konsumfinanzierung ist bei nur oberflächlicher Betrachtung gewiß verlockend, besonders für den deutschen Käufer, der nun glaubt, seine Lebenshaltung dadurch bessern zu rönnen, wenn er von diesem Kreditsystem Gebrauch macht. Einer ernsten Prüfung hält aber die Frage der Konsumfinanzicrung nicht stand; sie birgt viele und schwere Gefahren in sich, von denen einige besonders her- vorg hoben zu werden bcriiinen. S.e wird zunächst dem Käufer beständig zur Anschaffung von nicht unbedingt notwendigen Gebrauchs- und Luxus- gegenständen Anreiz geben, worunter naturgemäß Vie Beschaffung des täglichen Lebensbedarfs not« leiden muß An die Stelle einer bisher sorgfältigen Einteilung der Bedürfnisbefriedigung tritt alsdann ein planloses und unüberlegtes Einkäufen von Gegenständen, die gewiß den Lebensgenuß erhöhen, aber zur Last werden, wenn unvorhergesehene Fälle, wie Verlust der Stellung. Krankheit oder gar Lod in der Familie eintreten. Dauernde Verschuldung drückend st er Art und vielleicht Verelendung werden dann die unausbleibliche Folge sein. Aber nicht nur den Käufer sondern auch den Verkäufer erwarten anstatt der erhofften Vorteile Nachteile .nancherlei Art. Da er von dem Dertausspreise feiner Waren einen gewissen Prozentsatz an die kreditgebende Stelle abführen muß. kann er diese Unkosten nur durch einen Preisaufschlag 1 wieder einbringen. Ein finanzieller Vorteil erwächst ihm also aus dieser Kundenwerbung ganz tzewiß nicht. Dabei schwebt er immer i ' Gefahr, -loch die bar zahlenden Kunden zu verlieren, die Natürlich gegenüber dem Kunden, der auf Kredit sauft eine besondere Vergütung, etwa in Form Turnen, Sport und Spiel. Die Deutsche Turnerfchast an der Jahreswende. Dos Jahr 1926 Hot in der Entwicklung der Deutschen Turner ichafi manche ein|d)neh dende Veränderungen gebracht. Es fei nur an die Beschlüsse des Deutschen Turntages in Bremen erinnert, Die neue Richtlinien für die Gestaltung der Berdandspolitik gebracht und unter anderem eine engere Zusammenarbeit in Form einer Arbeitsgemeinschaft mit dem Deutschen Rcichsausschuß im Gefolge gehabt haben. Auch sonst ist manche Neue rung durchgefuhrt worden, und tast auf allen Gebieten. die zum Betätigungsbereich der Turnerschaft gehören, konnten erfreuliche Fortschritte festgestellt werden. So z. B. auf dem Gebiete des Frauenturnens, das dank der Tätigkeit der turnerischen Musterschulen mit neuzeitlichem Geist belebt morden ist. Zahlreiche Lehrgänge trugen dazu bei, der neuzeitlichen Richtung Eingana zu verschaffen. Erhebliche Fortschritte sind auch hinsichtlich der L e i ft u n gen gemacht morden. Das beweisen zahlreiche neue Höchstleistungen im Aokksturnen und auch im Schwimmen, dos sich immer machtvoller entwickelt und einen ganz gewaltigen Aufschwung genommen hm, so daß seine Auswärisbe- megung noch gar nicht abzusehen ist. Auch die Turnspiele sind weiter ausgestaltot worden, und die Zahl der Mannschaften rn den Verband spielen hat sich überall, zum Teil ganz erheblich. gesteigert.' stfeben den eomnieripiclfH hat auch das H a n d b a 11 s o i e l einen weiteren Ausstieg zu verzeichnen und nicht zuletzt das Fuß- ballspiel, dos unter der eigenen Verwaltung der D. T. immer weitere Kreise zieht und immer mehr Anhänger gewinnt. So kann man ganz allgemein von einer stetigen erfreulichen Auf- ro ä r t ß e n t n) i d I u ii g der D. T. und ihres ted) nischen Betriebes sprechen. Das ist eine bciriebi- gende Rückschau, die >nn so wertvoller erscheint, als die Zeiten wirtschaftlicher Röte eher einen Abstieg als einen Aufstieg vermuten lassen. Ob die zahlenmäßige Entwicklung mit Der inneren gleichen Schritt hält, wird die Bestandcr Hebung lehren, die am 1. Januar oufgenammen und von asten über 12 000 Vereinen Der D. I. ausgestellt wird. Ob aud) hier ein Fortschritt festgestellt wer. den kann, wird abzuwarten sein, da die roidfdjafh lichen Verhältnisse in den Mitgliederzahleu ihren Niederschlag finden. Das trifft übrigens nicht nur auf die Deutsche Turnerichaft allein zu. sondern ganz allgemein auf alle Verbände, die der Leibcspllegc dienen. Was wird nun das Jahr 1927 der Deutschen Turncrschaft bringen? Ganz bestimmt eine Klärung der Frage, ob eine Tuxnschule der D. T. ins Leben gerufen wird, ferner tno und in welchem Umfange? Vielleicht ist es sogar schon möglich, im Herbst des neuen Wahres die Turnschule ihrer Bestimmung zu übergeben und die ccstcn Ausbildungslehrgänge für Vereinsführer, Turnlehrer. Turnwarte und Vorturner für Die verschiedenen Zweige des deutschen Turnens abzuhalten. Das Jahr 1927 wird also für die erzieherische Tätigkeit der D. T. von ausschlaggebender Bedeutung werden. Das Vereinsleben wird voraussichtlich fast überall im Zeichen der Vorbereitung auf das Deutsche Turnfest in Köln stehen, das im Jahre 1928 abgehalten wird. Schon heute sind in den Vereinen fast durchgängig Reisesparkossen für das Seutfdfe Turnfest eingerichtet worden, fdjon heute wird in Den Vereinen begonnen, planmäßig für das Deutsche Turnfest zu üben, und in dcn Krci fen, (Sotten und Vereinen bereitet man sich aus die Vorführungen und Wettkämpfe des Deutsch- n Turnfestes vor. Daß in diesem Zeichen auch di? bisher bestehenden Höchstleistungen zum Teil ihr Leben lassen und neueren, besseren den Platz räumen müf sen, ist wahrscheinlich. Wetter wird das Jahr 1927 im Zeichen erhöhter Tätigkeit für die innere Ausgestaltung des Turngedankens stehen. Der Gesichtspunkt Der Gemein Ichaflsarbeit. der Stärkung des Zufammengehürig- keitsgefühls. endlich der Verinnerlichung unb Vertiefung wird dazu beitragen, weitere wertvolle Fortschritte zu erzielen und das Turnen Do mit innerlich miszugeftalten und zu erweitern. Wie bei allen Einrichtungen unserer Zeit wird selbstverständlich eine der schwierigsten Aufgaben für das Jahr 1927 die Beschaffung der nötigen Mittel fein, die allein die Durchführung her gewaltigen Arbeiten zu gewährleisten imstande sind. Das meiste bringt die D. T. aus eigener Straft aus ihren eigenen Reihen auf der ncrbanhßpolftifd) so überaus wertvollen Grundlage derKopfsteuer auf. Aber diese vermag nicht alles zu fdjaffen, zumal in einer Zeit der Arbeitslosigkeit und des Dorniedcrlicgens zahlreicher Wirtschaftsgebiete. So muß denn in besonderem Müße die Hoffnung ans öffentliche Mittel gesetzt werden, um einen Ausgleich zu schaffen, wo eigene Straft nichts weiter jjti schossen vermag, und Staat und Gemeinden piüffen helfen, wenn nicht wichtige volkseizieherische Aufgaben hintanstehen oder gar völlig aufgegeben werden sollen. Es ist daher zu hoffen und zu wünschen, daß die staatlichen und städtischen Behörden nach wie oor in Anbetracht der hohen Bedeutung des Turnens für Volkskraft und Volksgesundheit, feeli'che und sittliche Ertüchtigung des Volksganzen alles tun, was im Bereich ihrer Macht liegt, um zu helfen und zu fördern nach besten Straf ten. Audi das Reich möge sich erinnern, daß die Deutsche Turnerschaft als ältester und stärkster Ver- band für Leibesübungen in Deutschland, der größten Segen gewirkt unb geschaffen hat. endlich aus- reichende geldliche Unterstützungen zur Dlirchsüh- rung ihrer Aufgaben erhält! Andere weit kleinere unb jüngere Verbände haben Derartige Beihilfen oft in beträchtlichem Umfange erhalten. Das fei ihnen nidjt mißgönnt, aber erhofft wirb, baß gleiches auch der Deutschen Turnersdiasl zuteil werbe und daß ihre volkserzieherische Arbeit gewürdigt werde, die, weil sie unpolitisch ist, gerade in einer Zeit der inneren Zerristenheit unseres Volkes besonders wertvoll ist. da sie tue einzige neutrale Plattform barstellt, auf her sich bie Angehörigen oller Parteien treffen können. Hoffen wir, baß das Jahr 1927 der D. T. bie ihr zustehenöe Anerkeiinnng auch in dieser Hinsicht bringt! fpw- Kreisvertreter Pfeiffer an feine Mittekrheiner! Der bekannte Führer des Turngaues Hessen. Fabrikant Arthur Pfeiffer (Weh* lat), der kürzlich als Nachfolger von Schulrat Schmuck zum Kreisvertrctet des Mi t t el rhci n kreise s gewählt worden ist. hat sich an feine Mittelrheiner in der „Kreislurnzettung" mit einem gedankentiesen Neujahrsaufrut gewandt. Einleitend gedenkt er der verdienten Männer, die im iki- slossenen Jahre durch den unerbittlichen Tod ab* gerufen worben find, oor ollem des Krcisvertre- tcre Schulrat S ch m u d uni) des Kreisspielworts Bär. um bann weiter in echten Turnerworten zu pflichtgelrcuer Turnerorbeit im neuen Jahre zu mahnen. Form unb Inhalt des Aufrufs zeigen Pfeiffer als den rechten Führer, der Die großen Gedanken der beulschen Turnerfchast biß in ihre tiefsten Wurzeln verfolgt. Auch die Weihnachtsbetrachtungen, die der neue Kreisoerlreter als Turner anstelllc, finb reich an großen Gedanken und verdienen allenthalben Beherzigung, befonberß die Stelle, die sich darüber ausspricht, wie die Turnvereine ihre Weihnachtsfeiern aiisgestalten sollen. Die Fuhballergebnisse Dom Sonntag. Hessen-Hannover. Bez,rks-Gruppe Nord T,ura Kassel — Sport Kassel 1:10. Sp. Vg Göttingen — Kassel 03 1:4. Gruppe Süd Hessen 09 — Kurhessen Kasse! 3:5. rNainbezirk Not-Weiß Eintracht Frankfurt 2:3. F. C. Hanau 93 -Fuhbcrllsportv. Frankfurt 3:3. Germania Frankfurt Union Niederrad 0:3. V.s.L. Neu-Isenburg Viktoria-Aschaffenburg 7:0. Offenbacher Kickers Viktoria 94 Hanau 2:2. Bagern. Bayern München -Schwaben-Augsburg 4:0. J FE- Nürnberg -V.f.N Fürth 3.1. Wacker München - Svielvgg. Fürth 5:2. F C Fürth A.E.V. Nürnberg 11 (abgebrochen). TDürtfembcrg-Bobeo. Stuttgarter S. E. - Äportfr. Ötullgart 2:0 i. F. C- Freiburg - Stuttgarter Kickers 0:3 V. f. B. Stuttgart - Union Böckingen 4:0. V. s. N. Heilbxonn - Phönix Karlsruhe 3:1 Karlsruher F. V. E. E. Freiburg 5:1 Rheinbczirt. 1903 Ludwigshafen - Phönix Ludwigshafen 0:2. V. f. N. Mannheim — Phönix Mannheim 8: 0. F. D. Speyer Mannheim-Waldhos 3:4. S. V. Darmstadt — Spielv. Sandhosen 4:2 V. s L. Neckarau F. E. Pirmasens 3:0 Rheinhessen-Soor. Wormatia Worms — l.F-C- Idar 4:1. F- D. Saarbrücken — Hafsia Bingen 4:2. Borussia Neunkirchen — 2ile:nanniü Worms 4 1. S. D. Wiesbaden — Soor 05 Saarbrücken 2:1. Hamburg — Paris. Der Hamburger Sportverein schlug in Poris die Fußballmannschaft Red Star Olym piqne mit 7:5. Neuer deutscher Rekord im Rückenschwimmen Am Donnerstag stellte Erich Gunther- Göppingen im Di: Söurger Siadtbad mit 2. 48,9 einen neuen deutschen Rekord im Rückenschwimmen über 200 Meter auf eines Sonderrabatts, beanspruchen. Es wird aber damit nur die unerwünschte Gelegenheit geschaffen, das so stark bekämpfte Rabatt* Unwesen von neuem und in verstärktem Maße wieder ausleben zu lassen zum Schaden des Einzelhandels- Es muß ferner allen Ernstes befurchtet werden, daß auch ein ungesunder Wettbewerb zwischen den Kreditgebern selbst einfeyen wird, denn jedes her Kreditinstitute wird zwecks Erzielung der höchsten Kundenzahl seine Bedingungen so günstig wie nur möglich stellen. Alles in allem genommen wird die Konium- sinanzierung letzten Endes zu einer Heber- spannung des Konkurrenzkampfes und zu einer Verwirrung auf dem Warenmärkte führen, die geeignet ist, der gc- femten deutschen Volkswirtschaft durch Schwächung der Produktions- und Äohfumtinnelraft schweren Schaden zuzufügen Der Einzelhandel tut also sehr recht daran, wenn er die Konsumfinanzierung als völlig verfehlte Art der Kundenwerbung auf das entschiedenste ablehnt. Er leistet sich selbst und der Allgemeinheit einen weit besseren Dienst, wenn er im Bewußtsein feiner hohen volkswirtschaftlichen Ausgabe an dem bewährten Grundsatz festhält, durch Anpassung der Preise an Die jeweiligen Einkommen- unb Vermögeitsverhält- nisse der gesamten Bevölkerung feinen Warenumsatz zu vergrößern. gur Förderung des Lanvesih a ers. ' Darmstadt, 31Dezembc.. In Darmstadt besteht feit einigen Jabren ein Verein der Freunde des Hessischen Lonbestbeo- teiß Eingetragener Verein. Er ist etwa Den Mu- seumsoerclnen ober Den Hochschul Gesellschaften zn vergleichen, die sich die Aufgabe gestellt haben, gewisse Institutionen zu fördern, oor allem Geld- mittel jür sie aufzubringcn. Der Darmstäbter Verein ist der erste seiner An in Deutschland; feine Mitgliederschaft fegt sich hauptsächlich aus Industrielle!: i-nb Kaufleuten zusammen. Dieser Tage erhob her Verein wieher in her Presse seine war n e n D e Stimme und suchte der !Bürgerfd) 263,5 269.75 191 197 191 191.7., 182 !8< 183 184.9 175 179,25 175 178 75 184.75 183,25 180.25 183.9 175 - 178 185 ■i 9.3 9,5 9.45 171.25 174.5 173.75 174,75 181 _ 183.5 185 119,5 120,4 119 1299 118 1201 115.5 118.5 88 91. 88 91 75 38,5 — - - 58,5 — 56.9 — — 42 16 — — — ?0 — — 190 — 131 — 131 — ;o,5 — 71.75 — 1.6 — 4.5 —• 170 178 75 171.75 182 .15 248.5 241 48 117,75 122 — — 144 150 141 — Devisenmarkt Derlm—Irankfvrt a. W. Telegraphtlche Auszahlung. 31. Dczbr. i. Jan. Amtliche Geld Jioti runö Brief Amtliche Notierung Geld Brief flmft. :Xf!f 167,94 168,36 168.08 168,50 Bucn.-Aires 1,734 1,738 1,733 1.737 Brss.''21ntw 58.405 58.445 68,42 58,56 Cyristtaiü-i. 106.07 112,02 106,33 106,87 107,13 Kov-nhaa.n 112,07 112,06 112,34 Skockbolm - 112.10 112.13 112,18 112,46 Helllnafors. 10.557 10.597 10,552 10.592 Italien . . . London. . . 18.89 18 93 18,78 18.8-.' 20,365 -'0,415 20.379 20,431 'J?rnt)prl . . 4,19< 16.595 4,208 4,1985 4.2081 Paris. - . 16,635 16,60 16,64 Sdurch . . bl.08 M.28 51,11 »1,31 Spanien . 64.18 64,34 u4.40 61,6b Japan . . . ?Hto Dz Ian Wien in D- 7.053 2,056 2,052 .',05t; -1.496 0.498 '•494 '-496 Oeft. abge't •9,23 69,37 59,23 59,37 Prag . . . -'.43 12,47 12,43 12.47 Belirad .397 7.417 7.405 7.425 DudapeN -.86 5.88 73.49 73,67 Dulaaricn • .035 3,045 3.012 5,052 L'ssabon 1,525 1,576 21,525 21,575 Dan,iu 1.45 81,65 81.45 81,65 flonft-iimu <.112 .122 2,11 2,12 Athen. 5,29 5.31 5.39 5 41 Kanada 1,193 1.2*13 1.191 4.201 Uru uay 1.25 1.26 4.25 1.26 Cairo . . . 40,889 20.941 30.889 ■20,941 Banknoten. Berlin. 31 Dezbr Geld Briet Awcrikanilchr OJofen ..... Belgisch" Noten...... > Dänische 'Jlotca . ..... Enaiis ' Tinten ....... ft™ ■ "oten...... ■v. I • 'Voten ..... fltoiiii.. «toten...... O.'oeii'cfl. j; oten...... Deut c ? : rr , 5100 Kronen Nun^in'scye '.'toten . • . Schwedische Jtoten .... Schweizer Noten...... Svanischc Noten...... Tschechoslowakische Noten Unyorische Noten ... 4,177 68,27 (11,72 20,32 16.6" 167.53 18.8-5 100,81 59.05 2,18 111,79 80,97 63,89 12.39 5,73 4,197 58,5? 112,2t. 20,42 16,71 168,37 18,9.5 106,31 59.35 2.22 .12.35 81,37 64,21 12.45 5.8-5 150 Jahre hessische Regierungszeitung. Das hessische Regierungsblatt, die ,.D arm- ft ä D t er Zeitu ng“, besteht jetzt 1,5 0 Jahre, Denn sie erblickte am l. Januar 1777 als „Hessen- Darmstädtische privilegierte Land-Zeitung" mit ihrer ersten Rumnrer das Licht Der Welt. Sie enthielt zunächst keine Anzeigen, sondern war mehr ein reines Bekanntmachungsblatt Der Behörden. Der erste Herausgeber war der Ober» landtommissarius Matthias Claudius der als „Wandsbecker Bote" bekannte Dichter. Seine Tätigkeit bei dem Blatte war aber nur von kurzer Dauer. Der Titel des Blattes wurd< später in „Darmstädter Zeitung" abgeänbert Vom 8. Rovember 1918 ab wurde Die Zeitung Das Organ Der Regierung des hessischen Volksstaates: sie hat aber seitdem ihre Tendenz nicht unwesentlich geändert, indem sie aus einem Mitteilungsblatt Der Behörden, das sie in erster Linie war, ein parteipolitisch eingestelltes Kampf- organ geworden ist, das die Ideen und Interessen der Parteien Der Regierungstoalition in Hessen verficht. Aus Anlaß des Jubiläums veröffentlichen Der hessische Staatspräsident .sowie Die Minister in dem Blatte Glückwunschartikei. Die Beilage der Iubiläumsnummer enthält eine Wiedergabe Der ersten Rümmer der hessischen Regierungszeitung, sowie eine Reihe von Aufsätzen. die mit Der Geschichte Der „Darmstädter Zeitung" in Zusammenhang stehen. Die „Darmstädter Zeitung" erscheint im Verlag des hessischen Staates und wird feit 1783 von der L. E. Willi yscoen Hofbuchdruckerei in Darmstadt ge« druckt. *- -- Folgenschwere Explosionen. WER. Frankfurt a. M., 31. Dez. Der 16jährige Lehrling W e b l e r. Sohn eine« im Hause Burgsriedenstraße 20 in Rödelheim wohnenden Werkmeisters, versuchte in Der zur elterlichen Wohnung gehörenden Mansarde Feuerwerkskörper anzufertigen. Aus bisher noch unermittelten Quellen hatte er sich Pulver und Sprengstoffe verschafft, und als er gestern abend vor 7 Llhr ein Glaöfläsch- chen mit Sprengstoff füllen wollte, explodierte dieses aus bisher noch unaufgeklärter Ursache unter einer starken Detonation. Der junge Mann wurde zu Boden geschleudert, die rechte Hand im weggerissen unD Das Gesicht b i s zur Unkenntlichkeit verbrannt. Auch am ganzen Körper trug er schwere Brandwunden davon. Auf den Alarm der Hausbewohner hin eilten Polizei und Rettungswache zur Unglücksstette. Der schwerverletzte Lehrling hatte noch so viel Kraft. Die in die Mansarde eindringenden Poäzeibeamten auf einige weitere Behälter mit Sprengstoffen hin- zuweifen. Man sand auf einem Hofzbrett ein' Blechbüchse mit einer grauen, pulverisierten Masse und ein Holzlästchen mit Schwarzpulver. Daneben befand sich eine verschlossene Flasche mit einem weißglänzenden Pulver. Diese Sprengstoffe wurden unter Anwendung besonderer Vorsichtsmaßnahmen beschlagnahmt und zum Polizeirevier gebracht. Wenige Sekunden, nachdem man sie auf einen Tisch gestellt hatte, c x - plädierte Dort Der Inhalt eines Kästchens, und Die Wirkung dieser zweiten Explosion war toieDer eine recht verhängnisvolle. Dem Polizei- Wachtmeister Daube wurden durch die Sprengstücke einige Finger der linken Hand unh die Innenseite der rechten Hand bis auf die Knochen weggerissen. Daneben erlitten er und zwei weitere Beamte einig? leichtere Verletzungen. Di? beiden Schwerverletzten wurden von Der Rettungswache in das Elisabethenkrankenhaus gebracht, wo man dem Lehrling Glassplitter aus" Händen, Gesicht und Beinen entfernte, während Dem Wachtmeister einige Finger amputiert werden muhten. Die Reste des Sprengstoffes i'ck) in Sicherheit gebracht worden, um festzustrll-n. aus welchen Chemikalicn sie ^i.fn rm - .--fnlit sind. Außerdem sind Er nittefungen im Gange, rin Den unverantwortlich leichtsinnigen Verkäufer Der Sprengstoffe festzustellen. Rundfunk-Programm des ^ranksuvker Tfn'er?. (Aus der ^RaDio-Rinschau".) Dien:tag, -L 3anuar: 3.30 bis 4 Uhr: Die Stunde her Jugend. 4.30 bis 5.^5: Konzert des Hausorchesters: Mär'ch? 5.45 bis 6.05: Die Leseftunde. 6.15 bis 6.45: lieber- tragung von Staffel. 6.45 bis 7.15: Funkhochschule ^Altdci.tsche Tafelmalerei XII", Vortrag von Dr. Oswald Götz, Assistent am Städelschen Kunst- institut. 7.15 bis 7.45: Englischer Sprachunterricht 7.45 bis 8: Englische Literat irgroben. 8.15: Gastspiel des Oberbayrischen Bauerntheaters. „®ic Zwillingsbrüdcr'. Ländliches Originalsing'piel in drei Aufzügen von Richard Manz, Musik von Karl Schwarz. Letzte Nachrichten. Ein neuer ZwischenfM in Mainz. Mainz, 3. 3an. (WSN.-Drahtmeldung.) Am Neujahrstag zwischen 3 unb 4 Uhr nachmittags hat sich ein französischer Flieaerosfizier gegenüber einem Straßenbahnschaffner der Linie von Gonsenheim eine unerhörte Provokation zuschulden Fora men lassen. Der Offizier war mit seiner Frau in Gonsenheim eingestiegen und hatte auf Verlangen einen Fahrschein nach dem Stadtpark erhalten. An der Station „Waggonfabrik" wollte der Offizier das Endziel des Fahrscheins in „Gautor" umge ändert haben, was der Schaffner pflichtgemäß a b l e h n t e, da eine nachträgliche Aenderung gegen bie Vorschrift verstößt. Daraufhin stellte ber Df fr zier an ben Beamten das Ansinnen, ben Strich aus dem Fahrschein auszuradieren und eine N e u Markierung oorzunehmen. Als ber Beamte bieses gänzlich unverständliche Ansinnen mit ber Bemerkung ablehnte, daß er sich daburch einer Urkun benfälschung schulbig mache, antwortete ber Offizier dem Schaffner mit einem Schlag ins Gesicht. Glücklicherweise verloren hierdurch der Beamte unb bie Mitfahrenben nicht bie Beherr schung, so daß ein folgenschwerer, durch einen Offizier Der Besatzungsarmee heraufbcschworcner Zwischenfall vermieden wurde. Der dem 33. Flic ger-Regimenr angehörende Offizier verließ an der Haltestelle Bismarckstraße die Straßenbahn. Bekanntmachung. Betr.: Ausführung bes Gesetzes über Erhöhung der Biersteuer vorn 10. August 1925. hier: die Nachoersteuerung von Bier. Bierhändler, Wirte, Konsumvereine, Kasinos, Logen und ähnliche Vereinigungen haben die am 1. Januar 1927 in ihrem Besitze befindlichen, auf Grund des Gesetzes über Erhöhung ber Diersteue? vom 10. August 1925 Art. 1, II nachsteuerpflichtiger Vorräte an Bier und bierähnlichen Getränken bi« zum 6. Januar 1927 der zuständigen Zollstellt schriftlich oder verhandlungsmäßig anzumelden. Vorräte an Bier usw. unter 2 Hektolitern bedürfen der Anmeldung nicht. D a r m st a'd t, den 30. Dezember 1926. 6D Landesfinanzamt.