Nr. 152 Erstes Blatt 177. Jahrgang Samstag, 2. Zull (927 Erscheint täglich,sicher Sonntags und Feiertags. Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Monatr-Vezugrpreir: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Träger» lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech ans chlüsse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen, postschecttonlo: Kranlfnri am Main 1168«. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Vruck und Verlag: vrühl'sche UniverfitäLs-Bmh- und Steindruckerel R. Lange in Sietzen. Schriftlettung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe L Annahme von Anzeigen für die Tagesnummcr 'bis zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20°, mehr. Chefredakteure Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschcin; für den Anzeigenteil ßurt Hillmann, sämtlich in Gießen. Die Genfer Konferenz der Mächte des Pazifik. Der Mensch gewöhnt sich an alles, auch an At- laniikftiöger. Die Taten Lindberghs und Chamber- ltns wurden in der ganzen Welt mit sich geradezu überschlagender Begeisterung begrüßt — den für den Fortschritt der Menschheit gewiß nicht minder bedeutungsvollen Leistungen von Heroen der Wissenschaft und Technik möchten wir nur einen Bruchteil dieses Verständnisses in den Massen, dieser Aufmerksamkeit von den Behörden, dieser Unterstützungen durch die Geldfürsten wünschen. Der Commander Byrd, der vierte in der Reihe der Atlantikflieger, bedarf schon des ganzen Sensationsapparats schreibwütiger Korrespondenten, um für seinen Flug Beachtung zu erzwingen. Und um auch seiner Reise über das Meer den Stempel des Neuen, des Erstmaligen aufzudrücken, hat man ihm drüben in Amerika einige Postsäcke anoertraut. So ist er die erste offizielle Flugpost, denn gegen die Mitnahme von Zeitungen durch Chambertin hat die amerikanische Poft, die für Ordnung und Richtigkeit ist, heftig protestiert. Nun ist Commander Byrd an der normannischen Küste ins Wasser gefallen, Gott sei Dank, ohne Schaden zu nehmen. Wir haben also bis zum Start des nächsten Atlantikfliegers Zeit und Muße, uns wichtigeren Dingen zuzuwenden. Nachdem in dem Rededuell zwischen Poincarö und Stresemann erfreulicherweise erst einmal eine Pause eingatreten ist und für die Abnahme der geschleiften Ostfestungen trotz der angeblichen Einigung in Genf und der Einladung des Generals v. Paweiß offenbar noch kerne Form gefunden ist, die den Pariser Militärgewaltigen geeignet erscheint, verdienen die Genfer Seeabrüstungskonferenz und die Dinge im Fernen Osten unser besonderes Interesse. Beide hängen natürlich aufs innigste zusammen, inü es doch gerade die großen Randmächte des Pazifik, die Vereinigten Staaten von Nordamerika, das britische Imperium und Japan, die sich auf die Einladung des Präsidenten Coolidge in Genf zusammengefunden haben, um das Abkommen von Washington in gewisser Hinsicht zu ergänzen durch Abmachungen über die damals außer acht gelassenen leichteren Seewaffen. In Washington hatte Amerika' auf rüstungspolitischem Gebiet erreicht, daß England von seinem, in dem Jahrzehnt vor dem Kriege gegen Deutschland zäh verteidigten Einmächtestandard her- abstieg und einem Verhältnisschlüssel zustimmte, der für die an der Konferenz beteiligten Großmächte Amerika, England, Japan, Frankreich und Italien 5:5:3:1,75:1,75 betrug. England hatte also in die Gleich st ellung Amerikas gewilligt. Wohlgemerkt nur in der Zahl der Groß kampfschiffe. Heber die kleineren Einheiten, Kreuzer, Zerstörer und Uboote war keine Einigung erzielt worden. Diese Frage steht nun auf dem Programm der Genfer Konferenz. Amerika als der Einberufer der Konferenz hat einen Vorschlag zur Erörterung gestellt, der keine neuen Gesichtspunkte wünscht, sondern den in Washington angenommenen Verhältnisschlüssel einfach auch auf die anderen Schiffsklassen ausdehnen will. Das findet natürlich den heftigsten Widerstand Frankreichs und Italiens, die zwar Partner des Abkommens von Washington waren, auf der neuen Konferenz sich jedoch nur durch Beobachter vertreten lassen, weil sie von Anfang an befürchten mußten, daß ihre maritimen Interessen durch die großen Drei an die Wand gedrückt würden. Frankreich wollte F e st s e tz u n g der Gesamttonnage, um damit in den Schiffsklassen volle Bewegungsfreiheit zu behalten, was namentlich für die starke U b o o t f l o t t e Frankreichs von Bedeutung gewesen wäre. In der Ablehnuna dieses Punktes sind sich die angelsächsischen Mächte und Japan einig, nicht aber in dem positiven Programm. Amerika wünscht, wie gesagt, keine Aenderung der Washingtoner Beschlüsse, sondern lediglich Erweiterung. England dagegen möchte eine Revision des damaligen Abkommens. Es will einmal die Lebensdauer der Großkampfschiffe verlängern und auch für ihre Bestückung bindende Normen aufgestellt wissen. Bei diesem Plan spielt natürlich die K o st e n f r a g e eine Hauptrolle. England ist finanziell einfach nicht in der Lage, für seine Großkampfflotte die gleichen ungeheuren Aufwendungen zu machen wie der glücklichere Vetter jenseits des Ozeans, der über einen unbeschränkten Geldbeutel verfügt. Zweitens verlangt England, daß bei der Feststellung der Verhältniszahlen für die Kreuzer und Zerstörer feiner eigenartigen geographischen Lage Rechnung getragen wird. Es wendet ein, daß die Sicherung der Seewege zwischen den einzelnen Teilen des britischen Imperiums eine größere Kreuzerflotte erforderlich mache, als Amerika in seiner geschlossenen geographischen Lage ohne bedeutende Äußenbesitzungen benötige. Dieser Gesichtspunkt hat natürlich von London aus gesehen vieles für sich, Japan wendet nun aber ein, daß das britische Reich für Sicherung der Seewege an allen strategisch wichtigen Punkten starke Küstenbefestigungen angelegt habe. Es verlangt also seinerseits, daß auch diese Frage der Flottenstützpunkte erneut zum Gegenstand der Diskussion gemacht werde, denn gerade den Ausbau von Singapore durch das Kabinett Baldwin und die Verstärkung der britischen Stützpunkte in Polynesien und am Gelben Meer empfindet Japan im höchsten Grade gegen sich gerichtet. Im übrigen scheint sich jedoch in Genf — allzuviel bringt allerdings nicht über die Schwelle des Konferenzsaales zu den neugierigen Reportern — eine englisch-japanische Front gegen Amerika herauszubilden. Man munkelt bereits von Absichten auf Erneuerung des britisch-japanischen Bündnisses, das bekanntlich 1921 in Washington auf dem Altar der angelsächsischen Freundschaft geopfert wurde. Diele Gerückte mögen nun einem gewissen Die internationale Qanöelslammer in Stockholm. Die Hoffnungen der deutschen Wirtschaft. Es ist ganz offensichtlich, daß sich zur Zeit auf der ganzen Linie eine Abkehr von den nach dem Kriege geübten hochschuhzöllnerischen Praktiken und Methoden anbahnt. Die Grkeratt- nis, daß namentlich angesichts der starken Vermehrung der Zollgrenzen in der Nachkriegszeit eine Fortsetzung der bisher geübten Hoch- ichutzzollpolitik den wirtschaftlichen Selb st mord Europas bedeuten würde, hat sich mehr und mehr durchgeseht. Von der 'theoretischen Erkenntnis bis zur praktischen Anwendung ist freilich noch ein langer Weg, da allen Ländern naturgemäß daran liegt, in die Periode des Abbaus der Zollmauern so stark wie möglich einzutre- ten. Das Bekenntnis zur Beseitigung der Handelshemmnisse sieht deshalb in den meisten Fällen etwa so aus: Abbau der Zölle bei den andern, gleichzeitig aber möglichst weitgehende Au f r e ch t e r h a ltu ng des eigenen Zollschuhes. Selbst wenn nun also der Internationale HandelskammerLongreß eine Resolution gefaßt hat, in der er sich stark macht für den Abbau der Zölle auf der ganzen Linie, so wird man nicht auf eine rasche Verwirklichung dieser schönen Forderung rechnen dürfen, ganz abgesehen davon, daß ja die Handelskammern rem private Institutionen sind, die ihre Beratungen und Beschlüsse ohne jedes Mandat ihrer Regierungen führen und formulieren. Ohne Gegenseitigkeit auf der ganzen Linie sind aber Abbau der Zollmauern und Beseitigung der übrigen Handelshemmnisse nicht durchzuführen. Reichswirtschastsminister Dr. C u r t i u s hat in seiner Hamburger Rede hierauf bereits ziemlichen Rachdruck gelegt, obwohl man das in Deutschland vielleicht etwas zu wenig beachtet hat. Die Bereitwilligkeit Deutschlands zu einer weitgehenden Herabminderung des Zollniveaus, wie sie Dr. Cur- tius unter gleichzeitiger Billigung der Genfer Beschlüsse proklamierte, kann selbstverständlich nur gelten, wenn auch die übrigen Rationen sich zu den entsprechenden Gegenleistungen bereit erklären. Die Aussichten dafür sind bei einigen der führenden Wirtschastsnativnen rricht sehr grofr. Schon die Haltung Chamberlains während der letzten Ratstagung, die zu den Beschlüssen der Weltwirtschaftskonferenz Stellung zu nehmen hatte, zeigte, daß die gegenwärtige britische Regierung nicht sonderlich geneigt ist, die Genfer Beschlüsse auf ihre handelspolitische Praxis anzuwenden. Und die Auslassungen von Mitgliedern der englischen Delegation auf dem Stockholmer Kongreß [affen, obwohl sie zum größten Teil überzeugte Freihändler sind, nicht gerade darauf schließen, daß sie sich auch in ihrer Heimat entschlofsen für eine Aenderung der Zollpolitik einsehen werden. Aehnlich liegen übrigens die Dinge in den Vereinigten Staaten, und aus Frankreich wissen wir zur Genüge nach den bisherigen ergebnislosen deutsch-französischen Verhandlungen, wie hartnäckig die maßgebenden Politiker und Wirtschaftsführer in Paris am Hochschuhzoll festhalten. Wir brauchen nicht noch einmal zu wiederholen, daß wir namentlich bei den europäischen Ländern, die doch alle nur verhältnismäßig kleine Wirt- schaftsgebilde darstellen, die Bestrebungen nach wirtschaftlicher Autarkie nicht nur für töricht, sondern auch für gefährlich halten, da sie auf die Dauer gar nicht in der Lage sind, sich gegen die große Wirtschaftseinheit Amerikas durchzusetzen. Für uns ist deshalb die Annäherung der europäischen Staaten mindestens auf diesem Gebiet eine absolute Rotwendigkeit, der sich auf die Dauer kein Land wird entziehen können. Wir halten es allerdings für absolut selbstverständlich, daß man keiner Ration einen eins eitigen Abbau zumutet, also nicht etwa Deutschland auf die angekündigte Senkung seines Zollniveaus festlegt, während alle anderen Rationen ringsum ihren Zollschuh aufrecht erhalten. Es wäre unseres Erachtens allmählich an der Zeit, daß die Regierungen die Arbeit, die bisher von privaten Gremien getan worden ist, weiter führen, sich zusammen an den Konferenztisch sehen und über die praktischen Möglichkeiten zur Beseitigung aller Hemmnisse im Güteraustausch beraten. Die bisherige Handhabung der Wirtschaftspolitik war im Grunde nichts anderes als eine Forts ührung des Krieges mit anderen Mi tteln. Im Interesse aller Rationen sollte man jetzt auch auf wirtschaftlichem Gebiete Frieden schließen, allerdings einen Frieden, bei dem es wirllich einmal weder Sieger noch Besiegte geben darf. DieMockhoLmerBeMüffe Stockholm, 1. Juli. Die Internationale Han- delskammer hat heute nach Entgegennahme verschiedener Referate mit einigen Abänderungen di e Hauptentschließung einstimmig angenommen. Die Abänderungen wurden von Konsul Dr. Kotzenberg (Deutschland) begründet, der auch den vom Kongreß ebenfalls genehmigten Zufatzankrag über die Rationalisierung der Landwirtschaft ei: gebracht hatte. Franz v. Mendelssohn (Deutschland) betonte nochmals, daß die Harttrelswelt am meisten unter den Handels- Hemmnissen leide, und forderte, daß die Regierungen zunächst diese Mißstände beseitigen. Von französischer Seite wurde verlangt, daß verfängliche Spezialisierungen der Zolltarife beseitigt wenden müssen. Die Hcruptentschlietzung spricht sich für den st u f e n w e i s e n Abbau der den Handel hemmenden Schranken aus. Die Internationale Handelskammer hofft, daß der Völkerbund sobald wie möglich Schritte im Sinne dec Weltwirtschaftskonferenz unternimmt, und fordert ihre nationalen Gruppen auf, von ihren Regierungen dringend zu verlangen, daß sie der von der Weltwirtschaftskonferenz empfohlenen Politik folgen, wonach der Zeitpunkt gekommen ist, dem weiteren An st eigen der Zolltarifsätze ein Ende zu machen und eine Entwicklung i n umgekehrter Richtung anzubahnen. Die Frage des Abschlusses einer internationalen Konvention zur Aufhebung der Zwangssichtvermerke im Paßwesen soll weiter verhandelt werden, da die Erleichterungen der Paßformali- täten eine der wichtigsten Vorbedingungen für eine 7--^—...... ..I Bedürfnis Washingtons entspringen, durch ein lautes „Haltet den Dieb!" die amerikanische Oefsentlichkeit auf die immerhin mögliche Gefahr einer britisch- japanischen Allianz mit der Spitze gegen die Vereinigten Staaten aufmerksam zu machen. Immerhin ist die politische Lage an den Rändern des pazifischen Meeres seit den Tagen der Washingtoner Konferenz eine andere geworden. Namentlich durch die Ereignisse in China und die verschiedene Einstellung der drei pazifischen Grosttnächte zum chinesischen Problem. Die nordamerikanische Union hat in China von jeher die Politik der „offenen Tür" vertreten. Das entsprach am besten ihren rein wirtschaftlichen Zielen in China. Das Reich der Mitte bot einmal der amerikanischen Industrie ein ungeheures Rohstoffreservoir, aber mehr noch den amerikanischen Kaufleuten einen riesigen Tlbsahmarkt für die amerikanischen Fertigwaren. Englands und Japans Politik war nicht rein wirtschaftlich orientiert. Beide hatten große Kapitalien in Fabrikanlagen, namentlich Spinnereien, investiert, die an Größe und Bedeutung ihresgleichen suchen. Sie hatten also ein weit größeres Interesse daran, zür Sicherung dieser Anlagen das ganze System aufrechtzuerhalten, das das chinesische Volk unter dem Ramen der „Konzessionen" so drückend und ent» würdigeird empfindet, während Amerika glaubte, politisch und wirtschaftlich in einem von diesen Hemmungen freien China besser zu fahren. So hatte sich die Union auf der Versailler Friedenskonferenz sowohl wie später auf der Abrüstungskonferenz in Washington die «chinesischen Forderungen zu eigen gemacht: Wiederherstellung der staatlichen und territorialen Unabhängigkeit, ein Ziel, das voraussehte einmal den Verzicht der Großmächte auf ihre Vorrechte, Pacht gebiete und Einflußzonen, zum anderen die Uebernahme bindender Verpflichtungen, daß Privateigentum, namentlich der Besitz von Eisenbahnen, Einerlei Anspruch auf politische Vorrechte in sich schließe. Das Programm bedeutete einen ungeheuren Schlag gegen England, mehr noch aber gegen Japan, von dem es die Rückgabe Schantungs und Port Arthurs und den Verzicht auf die besonderen japanischen Interessen in der Mandschurei und Mongolei forderte. England war zwar an einer solchen Beschränkung der japanischen Machtsphäre in höchstem Maße interessiert, es fürchtete jedoch für seine eigenen Besitzungen in China und trat deshalb den chinesischen Forderungen entgegen. Amerika stand also vor der Alternative, entweder das militärpolitische Ergebnis der Konferenz zu gefährden, oder die Unterstützung Chinas fallen zu lassen. Das Kabinett Harding entschied sich für letzteres. China, von den Vereinigten Staaten im Stich gelassen, wurde erneut das Ausbeutungsobjekt des wirt- schaftlichen Imperialismus der Großmächte. Doch der chinesische Bürgerkrieg hat trotz der in den einzelnen Phasen ständig wechselnden Situation die Fremdmächte seitdem in die Verteidigungsstellung gedrängt. Besonders feit den Riederlagen Tschangtsolins, des nord- chinesischen Diktators, und des Vormarsches der vereinigten Südtruppen entlang der Bahnlinie Tsinanfu—Tientsin fühlt sich Japan in seiner eigensten Interessensphäre bedroht. Cs muß an die Verteidigung Tschilis, ja selbst der Mandschurei denken und wird dabei noch mehr als seither auf die Zusammenarbeit mit England angewiesen sein. Wenn das allein auch noch keineswegs ein Wiederaufleben der britisch- japanischen Allianz rechtfertigen würde, so hat England vielleicht Grund für seine durch die Washingtoner Verträge über den Richtausbau der Seebefestigungen an der pazifischen Küste, von dem Singapore und die australischen Flottenstützpunkte nicht betroffen waren, geschaffene Vormachtstellung im Stillen Ozean zu fürchten, wenn Amerika dank feiner gewaltigen finanziellen Kraft zur intensiven Seerüstung übergeht, sobald es sieht, daß es in Genf nicht sein volles Programm durchzusetzen vermag. Bei dem geringen Mitteilungsbedürfnis der Genfer Delegierten mutz die heutige Zwischenbilanz der Genfer Seeabrüstungskonferenz mager ausfallen. Es Dürfte jedoch nicht unterlassen werden, die Bedeutung der dort behandelten Dinge in weltpolitischer Hinsicht herauszustellen, wobei noch der Hinweis erlaubt sei, daß der Ausgang der Genfer Konferenz nicht gesunde Entwicklung des internationalen Verkehrs und für größere Freiheit im Güteraustausch ist. Der Kongreß fordert ferner den 'Abschluß einer internationalen Konvention zur Erleichterung der Zollformalitäten. Schließlich spricht sich die Internationale Handelskammer für die vollständige Freiheit aller an der Produktion beteiligten Faktoren und gegen alle die internationale Bewegungsfreiheit des Kapitals hemmenden künstlichen Hindernisse aus. Eine Bankenkonferen^ in Neuysrk. Reuyork, 1. Juli. Der Gouverneur den Bank von England Montagu R o r m a n und der deutsche Reichsbankpräsident Dr. Schacht sind an Bord der „Mauretania" in Reuyork eingetroffen, um mit dem Gouverneur der Federal Reserve Bank Strong über oerju/ie-» i&ene wichtige Fragen zu konferieren. Hefter den voraussichtlichen Inhalt der Unterredungen hatte Churchill in seiner kürzlichen Rede im Unterhaus bereits einige Andeutungen gemacht. Die beiden Rotenbankpräsidenten lehnten es ab, Pressevertretern gegenüber irgendwelche Erklärungen über den Inhalt ihrer Besprechungen abzugeben. Auch mit dem Vertreter der Bank von Frankreich Risle sind Beratungen vorgesehen. DleKarioffelzoZerhöhung Das Schicksal der Negierungsvorlagc. Berlin, 2. Juli. Nachdem der R e i ch s r a t bei der Beratung über das Zolltarifgesetz d i e Erhöhung des Kartoffelzolles und des Zuckerzolles abgtzlehnt hat, wird die Reichs- regienmg nunmehr dem Reichstag eine Doppel- Vorlage zugehen lassen müssen, die die ursprünglichen Vorschläge des Entwurfes und die Aenderun- gen des Reichsrates enthalten muß. Wenn der Reichstag die Regierungsvorlage annimmt, ist zu erwarten, daß der Reichsrat von dem Rechte des Einspruches Gebrauch machen wird. Die Vorlage muß dann nochmals dem Reichstag vorgelegt werden und kann nur Gesetz werden, wenn der Reichstag sie mit Zweidrittelmehrheit annimmt. Der „Lokalanz." hält es noch für zweifelhaft, daß der Reichsrat auch bei einer zweiten Abstimmung die gestrige Beschlußfassung aufrechterhatten werde. Es soll die Möglichkeit bestehen, daß einige Länder, z. B. Sachsen und die beiden Lippe, ihren Vertretern im Reichsrat neue Instruktionen geben werden. Die „lägt Rundschau" erinnert daran, daß die Erhöhung bes Kartoffelzolles vom Reichskabinett beschlossen worden ist, nachdem die Regierungsparteien in langwierigen Verhandlungen zu einer Einigung nicht hatten kommen können. Man könne jedoch annehmen, daß alle Regierungsparteien dem Beschluß des Kabinetts zu st im men werden. Eine solche Losung sei als ein Kompromiß zu betrachten, das wesentliche Aenderungen nicht mehr vertrage. Die Ablehnung der Kartoffelzoll- und Zuckerzollerhöhung durch den Reichsrat bedeute aus diesem Grunde eine Erschwerung der gesamten parlamentarischen Situation. nur auf die Zukunft des Abrüstungsgedankens im besonderen, sondern auf die Einstellung der Mächte zu den fchwebenden europäifchen Fragen von größter Tragweite fein kann. Es sei nur daran erinnert, daß das Zusammengehen Japans mit Frankreich vor der Konferenz in Washington und später Frankreichs Unterstützung der chinesischen Forderungen in Europa die Völkerftundsentscheidung über das Schicksal Oberschlesiens auf das unheilvollste beeinflußt hat. Der japanische wie der chinesische Delegierte in Genf unterstützten den polnisch-französischen Plan gegen Oberschlesien zum Dank für in Washington in Dingen des Fernen Ostens geleistete Selundanten'oienste. Das Beispiel beweist schlagend die E i n h e i t der Weltpolttik und die Rotwendigkeit für das deutsche Volk, sein politisches Interesse auch Dingen zu- zuwenden, die auf den ersten Blick in keinem Zusammenhang mit dem deutschen Grundproblem, der Befreiung aus den Versailler Fesseln, steht. Die Genfer Seeabrüstungsverhandlungen. Genf, 1. Juli. (TU.) Das Sekretariat der See- abrüstungskonferenz veröffentlicht heute ein offizielles Communiqus, nachdem das Sachverstün- digenkomitee der Konferenz, das heute die Diskussion über die Beschränkung der Unterseeboote begonnen hat, eine eingehende Prüfung dieser Frage auf Grund der von den einzelnen Delegationen oorgelegten Auskünfte und Materialien beschlossen hat. In dem (Kommunique wird sodann mitgeteilt, daß in den letzten Sitzungen des Komitees gewisse provisorische Uebereinkom- m e n getroffen wordrm seien, die jedoch noch der Bestätigung der Vollkonferenz bedürfen, nachdem man zunächst' die prinzipielle Frage der Gesamtton - nage Der einzelnen Flotten sowie die Stärke der einzelnen Schiffskategorien geklärt habe. Die japanische Wirt?chafLskri s. Tokio, 1. Juli. (Reuter.) Die Existenz« der Regierung wird durch die Frage der Aufrechterhaltung der Waffenfaftrik K a f a to a f t ba* droht. Der Finan-minister beabsichtigt, dieser Waffenfabrik eine Anleihe von 30 Millionen Q>en zu gewähren, weil die Fabrik ohne diese! Unterstützung wahrscheinlich geschlossen werden müßte, wodurch eine große japanische Bank in Mitleidenschaft gezogen und auch sonst eine schwere Finanzkrise verursacht werden würde. Demgegenüber verurteilen die -Zeitungen eine derartige Verwendung der Staatsmittel. Die schon schwierige Lage wird täglich ernster. Der deutsch-polnische Wirtschaftskrieg. Die Polnische Industrie ergreift die Initiative zu Verhandlungen. Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers". Berlin, 2. 3uIL Die polnische Industrie hat allmählich eingesehen, daß es für sie vorteilhafter ist. sich mit der deutschen Wirtschaft auf direktem Wege zu verständigen, statt darauf zu warten, bis sich die Herrschaften in Warschau bequemen, nun von sich aus mich endlich einmal etwas zur Beilegung des Wirtschaftskrieges mit Deutschland zu- unternehmen. Führende polnische Wirtschaftler haben sich dabei in den letzten Tagen mit deutschen in Verbindung gesetzt, so daß wahrsckeinlich in nächster Zeit mit einem lebhaften Gedankenaustausch zwischen den beiden Gruppen zu rechnen sein wird. Seltsamerweise hat die Warschauer Regierung nicht nur nichts unternommen, um diese Verständigungsbemühungen zu hintertreiben, ste hat sie sogar stillschweigend gebilligt. Mit anderen Worten, sie hat offen zu verstehen gegeben, daß sie sich für unfähig hält, ihrerseits auf diplomatischem Wege einen Ausgleich mit Deutschland herbeizuführen, es also lieber den Wirtschaftlern überläßt, sich aus der Affäre herauszuziehen, in die sie sie Dank ihrer Querköpfigkeit hin eingebracht hat. Wir glauben, daß die Wirtschaftsverhandlungen binnen kurzem positive Erfolge aufweisen werden, da die polnischen Industriellen tvesentlich vernünftiger sind, als die amtlichen Stellen in Warschau. Byrds Ozeanftug. P aris, 2. Juli. (WTB. Funkspruch.) Byrd und seine 'Begleiter reisen heute von Caen (Aorurandie) ab und treffen heute mittag in Paris ein. Byrd soll beabftchttgen, mehrere Wochen in Frankreich zu verbringen. Der vom Marineministenum mit der Leitung der Dr,- gungsarbeiten der „America" betraute Fliegermajor ist der Ansicht, daß das Flugzeug leicht wieder instandgesetzt und fahrbereit gemacht werden kann, während Byrd selbst einem Vertreter des „Petit Parisien" erklärte, er könne keine weiteren Dispositionen treffen, erst müsse festaeftellt werden, ob sein Apparat wieder in- ftanvgesetzt werden tonne? Im „Marin" äußert sich Byrd über seinen Flug u.a.: Richts, was er auf seinem Nordpol- flug und auf seinen sonstigen Unternehmungen erlitten habe, komme annähernd dem gleich was die Flieger während des Umherirrens über Frankreich ohne Richtung In voller Verzweiflung durchgemacht hätten. Als sie niedergingen, hätten sie nur n v ch s ü r 5 0 Kilometer Betriebsstoff gehabt. Don den 40 Stunden, die sie in der Lust verbrachten, hätten ste 19 Stunden überhaupt weder Himmel noch Wasser sehen tannen. Der Kompaß war zerbrochen, starker Regen fiel. Dichter Rebel und schwarze Rächt hinderten, auch nur das geringste auf der Erde festzustellen. Byrd erklärte weiter: Ich halte es für möglich, datzichbisganzindieRähevonParis geflogen bin, doch kann ich es nicht mit Bestimmtheit sagen. Unterdes ging mein Benzinvorrat zu Ende. Unser Flugzeug sank allmählich tiefer und tiefer. Wir mußren unter allen Umständen nach" einem Landungsplatz suchen. Da entdeckte ich das Leuchtfeuer des Turmes von Ber-sur-Mer. Sofort war mein Entschluß gefaßt, unter allen Umständen die Lanimng zu wagen. Wir berührten das Wasser, der Anprall war schwer. Das Untergestell und die Räder brachen, der Apparat stellte sich auf die Spitze, doch bewahrten wir unsere Kaltblütigkeit und verständigten uns mit Blicken. Dann füllte sich die Kabine mit Wasser. Glücklicherweise gelang es uns, unser kleines Boot aus Gummi frei zu machen, und wir erreichten mit seiner Hilfe die Küste, nachdem wir etwa 200 Meter rudern mutzten. Ich wußte natürlich nicht, wo wir uns befanden. Wir klopften vergeblich an einige Fenster, es wurde uns aber nicht geöffnet. Dann begegneten wir einem Fischer, der uns in sein Haus brachte, wo sich meine Begleiter sofort zum Schlafe niederlegten. Ich war bis acht Uhr morgens beschäftigt, in mein Flugtagebuch Einzeichnungen zu machen, während Leutnant Roville und einige Fischer das Flugzeug zu retten versuchten. Um 8 Uhr morgens gelang es uns endlich, das Flugzeug ans Trockene zu ziehen. So liegt es denn jetzt am Strande, halb von Sand und Schlamm bedeckt.'' Der Luftverkehr über den Ozean. Eine Unterredung mit Reichsminister Dr, Koch. Berlin, 1. Juli. (Wolff.) Reichsverkehrsminister Dr. h. c. Koch, als der für Lufffahrt zuständige Minister, erklärte einem Vertreter des Wolffschen Telegraphen-Dureaus zu der Frage eines deutschen Gegenbesuches mit dem Flugzeug in Amerika, die im Zusammenhang mit dem Abschiedsgrutz der Amerikaflieger momentan stark in den Vordergrund des Interesses gerückt ist, folgendes: Die deutsche Regierung interessiert sich selbstverständlich für jedes ernst haft vorbereitete Unternehmen, das ein deutscher Flieger mit deutschem Flugzeug und deutschem Motor unternimmt. Der Flug von Deutschland nach Amerika ist wegen des vorherrschenden Gegenwindes schwieriger, als der in umgekehrter Richtung. Aber es ist das Kennzeichen des Verkehrs im Gegensatz zum Rekord, daß es sich von äußeren Einflüssen möglichst unabhängig zu machen bestrebt ist, während der rekordbrechende Sport- füeger das Recht hat, möglichst günstige Wetterverhältnisse auszusuchen. So ist denn der Flug in der Richtung Amerika—Europa auf der nördlichen Halbkugel bereits mehrfach gelungen, zum erstenmal dem Engländer Alcock, acht Jahre vor Lindbergh und Chamberlin, während die entgegengesetzte Ueberquerung des Ozeans bisher noch keinem Flieger gelungen ist. Da es nicht unsere Aufgabe ist, sportliche Leistungen anderer nachzuahmen, sondern dem L u f t v e r - kehrsgedank en Schritt für Schritt weiter zu folgen, scheint mir grundsätzlich nicht das einmotorige Flugzeug, sondern zumindestens ein mehrmotoriges Flugzeug oder ein einmotoriges Schwimmflugzeug am geeignetsten zu sein, und zwar in jedem Falle m i t Funkausrüstung für den Flug versehen. Das beste wäre vielleicht ein Grohwasser- f l u g z e u g , weil nach den bisherigen Erfahrungen oberhalb eines gewissen Gesamtgewichtes die Flugboote höhere Seetüchtigkeit als die Schwimmerftugzeuge zu haben scheinen. Auch für die Wahl der F l u g st r e d e muh der Verkehrsgedanke maßgebend sein. Wie es einerseits falsch ist, Luftlinien durch allzuhäufige. zeitraubende Zwischenlandungen zu unterbrechen, ist es andererseits ebenso unwirtschaftlich, auf Kosten der Ruhlast Betriebs st off für überlange Strecken mitzunehmen. Dem Grundgedanken eines normalen Lleberseeluftverkehrs entspreche es weit mehr, die reinen Llebersee- strecken durch Zwischenlandungen mit nördlichem oder südlichem Kurs zu unterbrechen. Auf die Frage, ob und wie das Reich einen deutschen Ozeanflug fördern werde, erwiderte der Reichsverkehrsminister, daß das Reich durch Industrieausträge fortschrittliche Baumuster fordere. Es sei daher in erster Linie Sache der I n d u st r i e, sich im Rahmen der Anforderungen den Tagesaufgaben anzupassen. Datz im übrigen alle deutschen Lust- fahrkreise und insbesondere auch die Regierungsstellen dem Ozeanflieger seine Aufgabe erleichtern und zweckmäßig fördern werden, das haben wohl unsere Bemühungen bei der Ankunft Cham- berlins zur Genüge gezeigt. Ich nehme natürlich an, datz jeder deutsche Flieger, der seine Kraft in ein solches Werk sehen will, dabei mit dergebvtenenLleberlegung undVvr- bereitung vorgeht. Hessen und die Vesosdungsreform Eine Entschließung des Finanzausschusses. Don unserer Darmstädter Redaktion. Darmstadt, 1. Juli. Der Finanzausschuß des Hessischen Landtags genehmigte in der Freitagssitzung zunächst die Regierungsvorlage über den notleidenden Erzbergbau in Ober- Hessen, dann wurde eine Eingabe der Bewohner in der Gemarkung Osthofen über die älnwetterkatastrvphe (Hagelschlag) beraten, desgleichen ein Antrag des Abgeordneten Freiherrn von Heyl über dieselben Llnwetter- schäden. Die Eingabe wurde der. Regierung zur Berücksichtigung empfohlen und der Antrag des Abgeordneten Fveiherm von Heyl dadurch für erledigt erklärt. Es folgte eine Eingabe der staatlich geprüften Turn- und Musiklehrer an den höheren Lehranstalten Hessens wegen Einstufung in die Besoldungsordnung. Die Eingabe wurde der Regierung zur tunlichsten Berücksichtigung überwiesen. Die Regierung machte Mitteilung Über die Beschäftigung vonBeamtenimRuhe- stand in den einzelnen Ministerien. Der Ausschuß prüfte die Fälle und da, wo er die äleber- zeugung gewann, daß eine Weiterbeschäftigung notwendig sei, erklärte er sich mit dem Vorgehen der Regierung einverstanden: in manchen Fällen wurde die Weiterbeschäftigung nicht für erforderlich gehalten. Zum ScKuh wurde noch ein Antrag Dingel- deh and Genossen über die neue Besol- dungsordnung beraten. Der Antrag wünscht, daß die hessische Regierung im Reichsrat dahin wirkt, daß die Reform der Deamten- besoldung bereits am 1. Oktober 1927 durchgeführt werden kann. Die Zahlungen sollen aber vom 1. Juli ab erfolgen. Der Finanzminister hatte in der letzten Sitzung die Mehrkosten der Durchführung einer Besoldungsreform für Hessen auf 9 Millionen Mark berechnet. Es kam eine Enffchliehung zustande, die einstimmig angenommen wurde und nachstehenden Wortlaut hat: „Der Finanzausschuß des Hessischen Landtags richtet an die hessische Regierung das dringende Ersuchen, die Reichsregierung auf die verhängnisvollen Folgen hinzuweisen, die unbedingt eintreten müssen, wenn das Reich eine allgemeine Erhöhung der Beamtenbesoldungen beschließt, ohne den Ländern und Gemeinden dieMittel zu überweisen, die erforderlich sind, um die für die Reichsbeamten beschlossene Besoldungserhöhung auch für die Beamten der Länder und Gemeinden durchzuführen. Insbesondere ist Hessen, dessen durch die Besetzung verursachte, besonders ungünstige Finanzlage allgemein bekannt ist, und dessen Landes- und Gemeindesteuern bereits in unerträglicher Weise angespannt sind, in keiner Weise inHder Lage, die Mittel für eine Besoldungsreform aus eigener Kraft aufzubringen. Das Land und die Gemeinden hätten, wenn das Reich seine Hilfe verweigert, nur die Wahl: entweder ihren Beamten die sehn- lichst erwartete Verbesserung ihrer Lage zu versagen oder eine Finanzpolitik zu dulden, die zu den schlimmsten Befürchtungen Anlaß geben mühte." Die sozialdemokratische Partei gab hierzu noch eine Erklärung zu Protokoll, andere Ent- schlietzungen wurden mit Rücksicht auf den gemeinsamen Beschluß zurückgezogen: damit wurde dann der Antrag Dingeldey für erledigt erklärt. Die Beamtenbesoidung. Ans demHaushaltsansschntz des Reichstags Berlin, 1. Juli. (V. D. Z.) Der Haushaltsausschuß des Reichstags beriet die Anträge betreffend Neuregelung der Beamtenbesoldung weiter. Abg. Schmidt-Stettin (Dn.) schlägt vor, das Reichspostministerium zu ersuchen, mehr als bisher Wartegeldempfänger einzustellen. Dieser Vorschlag wurde angenommen. Abg. H a r in o n y (Dn.) bedauert die Stra - ßenkundgebungen, die in Berlin von Beam- tensührern veranstaltet worden seien. Nach seiner Meinung schädigten die Beamten ihre gute Sache damit, wenn sie sich parteipolitisch aufreizen ließen. Abg. Kling (W. 93g.) erklärt gleichfalls, auf das Volk Haien die Demonstrationen übet gewirkt. Abg. Bender (Soz.) erwidert, Herr Harmony stehe stets im Gegensatz zu den Organisationen, denen er angehöre. Der Deutsche Beamtenbund habe sich in seinem Organ auch für die Straßenkundgebungen eingesetzt. Abg. Groß (Zentr.) erklärt, die Kundgebung sei eine politisch-agitatorische Au s n u t = zung einer Gelegenheit gewesen, die nicht sobald wiederkehre. Sie sei mit der Marseillaise und einem Hoch auf die Internationale und nicht auf die Republik eröffnet worden. Abg. S t e i n k o p f (Soz.) verteidigt die Beamtenkundgebung. Sie sei nicht politisch gewesen. Das Hoch auf die Republik habe er persönlich ausgebracht. Der Vorredner verübe Verrat an der Beamtenschaft. Abg. Groß (Zentr.) verwahrt sich entschieden gegen diesen Vorwurf des Vorredners. In der Abstimmung wurde eirt sozialdemokratischer Antrag, der für die unteren Besoldungsgruppen eine Vorauszahlung von 20 Mk. monatlich für die neue Besoldungsordnung rückwirkend ab 1. April d. I. verlangt, mit 14 gegen 12 Stimmen abgelehnt. Ebenfalls abgelehnt wurde ein kommunistischer Antrag, der die Einberufung des Reichstags zur Beratung der Besoldungsordnung ablehnt. Angenommen wurde dagegen ein Kom- promißantrag der Regierungsparteien, der den Wiederzusammentritt des Haushalt s- ausschusfes des Reichstags zur Beratung der Besoldungsordnung im September vorsieht. Vor den Abstimmungen hatte Reichsfinanz- mi nist er Dr. Köhler u.a. erklärt: Ich lege Wert auf die Feststellung, daß die Vorlage über die Erhöhung der Bezüge der Beamten usw. i m August dem Reichstag vorgelegt werden wird. Ich will mit den Ländern vorher verhandeln, weil die Länder Gelegenheit haben müssen, sich zum Aufbau des Tarifs ufw. zu äußern. Inzwischen habe ich die Weisung gegeben, daß der Betrag der Unterstützungsmittel für Reichsbeamte um 3 Millionen Mark erhöht wird und dabei den Wunsch ausgesprochen, daß insbesondere den unteren Gruppen da, wo die Not groß ist, entgegengekommen und besondere Notfälle gemildert werden, Hiese Mittel sollen in den nächsten Monaten weiter erhöht werden. Wenn der Kompromißantrag angenommen wird, so haben sie auch eine Bindung, daß unter allen Umständen der Haushaltsausschuß in der Lage sein wird, rechtzeitig Einfluß auf die Gestaltung der Abschlagszahlungen zu nehmen. — Nächste Sitzung am Montag. Jur BesoLdungsdebatte im Reichstag. 3m Reichstagsbericht vom 24. Juni ist richtigzustellen, daß nach dem „Reichsanzeiger" der Zentrumsabgevrdnete E r s i n g erklärte: Das Reich stehe dabei »weit ungünstiger da als die Länder und Gemeinden. Es sei auch bekannt, daß di« Beamten des Reichs ungünstiger eingestuft seien, als die der Länder und Gemeinden. — Eie Eingruppierung der Beamten sei in den Ländern und Gemeinden weit großzügiger als im Reiche. Diele Städte hätten nicht einen einzigen Beamten in den niedrigsten drei Besoldungsgruppen. Annahme der Ausumlungs- vorlage im Reichstag. Berlin, 1. Juli, 14 Tlhr. 3m Reichstag wird die zweite Lesung der Aufwertungsvorlage fortgesetzt. Abg. Creuhburg (Komm.) beklagt sich darüber, daß der Kappist Keudell als Reichsinnenminister einen Druck auf die Länder ausübe, die Ansprüche der Fürsten vestlos zu befriedigen, während die Regierung den Opfern der Inflation nicht helfen wolle. Den schlimmsten Verrat hätten die heutigen Regierungsparteien an den 3nflattonsopfern verübt. Keines ihrer Wahlversprechen hätten sie erfüllt. Jetzt fügten sie sogar noch den offenen Hohn hinzu: Ganze 8 bis 9 Mark monatlich für den einzelnen Änter- stühten. (Hört! Hört! bei den Kommunisten.) Abg. Frhr. v. Richthofen (Dem.) beantragt Beseitigung der einseitig nur zugunsten der Schuldner wirkenden Härteklausel, weil er glaubt, daß 25 Proz. Aufwertung von jedem getragen werden könne. Er erklärt, seine Partei werde den Vorlagen z u st i m m e n , da die Aus- schußberatungen doch nicht ganz ergebnislos geblieben seien. Ferner beantragte der Redner, den Anleihealtbesihern solle sofort ein verzinsliches Papier in Höhe von 121/2 Proz. des Goldwertes ihres Anleihebesitzes ausgehändigt werden, 'damit sie ihre Aufwertungsansprüche mobilisieren können. Abg. Best (Aufwertungspartei) betont, daß feine zahlreichen Anträge — gerechte Festsetzung des Goldmarkwertes, gerechter Aufwer- tungssah, individuelle Aufwertung, wie sie die dritte Steuernotverordnung vorgesehen hätten usw. — nicht aus agitatorischen Gründen, sondern um der Gerechtigkeit willen gestellt worden seien. Das alte Recht, auf Grund dessen das Reichsgericht gerechtere Aufwertungssprüche gefüllt habe, müsse wiederhergestellt und die Juligesetzgebung beseitigt werden. Abg. S e i f f e r (Aufwertungspartei) gibt der Enttäuschung und der Erbitterung der entrüsteten Sparer Ausdruck. Besonders enttäuscht seien ste über die Haltr^ig der Deutschnationalen. Es sei immer dasselbe Lied: erst Versprechungen und dann nichts halten. Die Wirtschaft könne eine individuelle Aufwertung durchaus tragen. In der Einzelberatung beantragt Abg. Best (Aufwertungspartei), daß die Verzinsung einer aufzuwerienden, bereits gelöschten Hypothek spätestens am 1. Januar 1925, statt 1. April 1926 beginne. Ein Antrag Keil (S.), Restkaufgeldforderungen, die im Jahre 1920 entstanden sind, ebenso wie die von 1921 bis zu 400 Prozent des Goldmarkbetrages aufzuwerten, wird in namentlicher Abstimmung mit 205 gegen 163 Stimmen bei Enthaltungen abgelehnt. Rach Ablehnung aller weiteren Anträge wird die Vorlage in der Ausschuhsafsung in zweiter und dritter Beratung angenommen sowie einige Entschließungen, in denen Maßnahmen zur Milderung von Härten gefordert werden. Eine sozialdemokratische Entschließung, in der die Zulassung des früher von der Regierung abgelehnten Volksentscheids über die Aufwertungsfrage gefordert wird, wird abgelehnt. Samstag: Der kommunistische Amnestieantrag und kleinere Vorlagen. Die Handwerksnovette. Berlin, 1. Juli. (Wolff.) Das Reichskabinett stimmte in seiner Sitzung vom 30. Juni 1927 den ihm vom Reichswirtschaftsminister und Reichsjustizminister vorgelegten Entwurf eines Gesetzes zur Aenderung der Gewerbeordnung und des Handelsgesetzbuches (Handwerksnovelle) ga. Die Rovelle sieht vor allem die Ginführung des allgemeinen, gleichen und geheimen Wahlrechts zu den Handwerkskammern und die Errichtung einer Handwerksrolle vor, in die alle selbständigen Handwerksbetriebe einzutragen sind: die Handwerksrolle wird die Grundlage für die Wahlen zur Handwerkskammer bilden und die Möglichkeit statistischer Ermittlungen über das Handwerk schaffen. Die Rovelle bringt ferner eine Aenderung des Handelsgesetzbuches dahin, daß künftig großen Handwerksbetrieben die Eintragung in das Handelsregister ermöglicht und damit diesen das Firmen- und Prokurarecht gewährt wird. DsuLscher Generaksbesuch in Amerika. Wa shing ton. 1.Juli. (WB.) Der Kommandeur der 7. Infanterie-Brigade in München, Generalleutnant Ritter von R u i t h ist in Washington eingetroffen zum Studium der Einrichtungen des amerikanischen Heeres. Associated Preß bezeichnet den gestrigen Tag, an dem der Chef des amerikanischen Generalstabs, Generalmajor Summe r a l l, den deutschen Generalleutnant Ritter von Ruith und den französischen Genera! Pas - s a g a gleichzeitig empfing, als einen erfreulichen Beweis dafür, daß das Kriegsbeil endgültig begraben ist. General von Ruith wird dp Kadettenschule und verschiedene Militärposten im Süden und Westen der Vereinigten Staaten besuchen. Die Besichtigung der zerstörten Unterstände. Berlin, 2. 3ulL (prio.-Iet) Aus die von General v. Pawelsz an die Regierungen der Weslmächte ergangene Einladung, Vertreter für die Besichtigung der zerstörten Unterstände zu ernennen, ist nunmehr die Mitteilung erfolgt, datz der belgische und der französische militärische Sachverständige bei der diplomatischen Vertretung dieser Länder in Berlin allein an der Besichtigung teilnehmen werden, die für Anfang nach ft er Woche in Aussicht genommen ist. Aus Mer Welt. Auf der Eisenbahn schwer verunglückt. Aus der Eisenbahnstrecke zwischen fiorn- westyeim und Ludwigsburg sind bei der Begegnung zweier Züge zwei ausdem Fenster sehende Soldaten des Infanterie-Regiments Rr. 15 in Kassel schwer verletzt worden. Der eine Soldat erlitt einen hoppelten Schädelbruch und ist inzwischen gestorben, der andere ist an der Hand schwer verletzt. Die Ursache des Unglücks ist noch nicht aufgeklärt. Es ist wahrscheinlich durch die weit offene Tür des Gepäckwagens eines in entgegengesetzter Richtung fahrenden Zuges oder durch einen weit aus dem Fenster herausragenden Gegenstand. herbeigeführt worden. Grotzfeuer in inem A chener Hotel. Aachen, 2. Juli. (WTB. Funkspruch.) heute nacht brach im Hotel Barbarossa in der Südstraße Grobfeuer aus. (Ein junger wann ist im Rauche e r ft i cf t. Ein junges Mädchen verunglückte tödlich beim Sprung aus dem Fenster. Bluttat im Krankenhaus. Im Krankenhaus Singen drang der 40jährige Speditionsarbeiter Gecster, der nach der Kreispflegeanstalt entlassen werden sollte, nachdem er sich zuvor einen Revolver verschafft hatte, in den Aufenthaltsraum der Schwestern ein, schloß ihn ab, und feuerte mit dem Rufe: „Jetzt müßt ihr alle sterben!" auf die Schwestern. Die Oberschwester wurde durch einen Hexzschuh auf der Stelle getötet. Der auf die Hilferufe der Schwestern herbeieilende Polizei- beamte Geiger wurde durch einen Lungenschuh schwer verletzt. Alsdann richtete der Mörder die Waffe auf sich selbst und brachte sich eine leichte Verletzung bei. Ein inzwischen eingetrofse- ner zweiter Polizeibeamter nahm ihn fest. Er wurde ins Krankenhaus nach Radolfzell ein» geliefert. Skelettsunde am Lehrter Bahnhof in Berlin. Bei Ausschachtungsarbeiten im Landesausstellungspark am Lehrter Bahichos wurden in der Rächt zum Freitag eine Reihe menschlicher Knochen gefunden, und zwar anfangs 7 Schädel und weitere Knochen menschlicher ®e< rippe. Später bei neuen Rachgrabungen noch 9 Schädel, so daß es sich im ganzen um 1 6 Person en handelt, deren Knochen regellos über« und durcheinander lagen, aber noch ziemlich gut erhalten waren. Man nahm anfangs an, daß es sich bei den Leichen um Menschen handelt, die bei den Spartakistenkämpfen ums Leben gekommen sind, denn damals hatten sich gerade hier im Stadtbahnbogen die Spartakisten verbarridadiert. Die Mordkommission unb die .Sachverständigen sind jedoch zu der Deberzew gung gekommen, daß die Skelette schon lange vor der Revolutionszeit an der Fundstelle gelegen haben. Der bekannte Berliner Gerichtsarzt Professor Strauß erklärte in seinem Gutachten, daß die Skelette nicht weniger als 50 Jahre, es könnten jedoch auch schon 200 Jahre gewesen fein, unter der Erde gelegen haben. Der rNetallarbeiterkonslikt in Köln. Die Sariflcmmiffion der Kölner Metallarbeiter hat am Donnerstagabend den Schiedsspruch abgelehnt. lieber die Absichten der Arbeitgeberverbände ist bis zur Stunde noch nichts bekannt. Der Teilstreik wird weitergeführt. Aerbindlichkeilserklärung des Schiedsspruchs im oberschlesischen Bergbau. Gleiwitz, 2. Juli. (WTB. Funkspruch.) Das Neichsarbeitsminifterium hat den Lohnschiedsspruch für den oberfchlefifchen Steinkohlen- und Erzbergbau, der eine Lohnerhöbung von 5 Prozent unter Tage und 4 Prozent üoer Tage festfetzt, für verbindlich erklärt. Line Eisenbahnfachschule in Oberlahnstein. Am 1. Oktober 1927 wird in Oberlahnstein, dem Hauptgüterbahnhof am Mittelrhein, eine Eisenbahn' fachschule errichtet, lieber 4000 Elfenbahner wohnev in den beiden Lahnstein, für deren Söhne und di« noch in der Entwicklung begriffenen Eisenbahn« bediensteten die Errichtung der neuen Schule sehr begrüßt wird. Wettervoraussage. Veränderlich, wolkig auch aufklarend, mäßig warm, zeitweise Regen. WitterungsAussichten für Montag: Nock wechselnd wolkig mit Aufheiterung uni strichweise geringe Niederschläge wahrscheinlich. ^roX^che beutsche Wert arbeit ^sitfTahnudWerke ’iffibH Seit dMtzW, ichev fiotn« r 9 find bei der dem Zensier ilmt-Begimrafj ^rdrn. Jet eine chädelbrnch n andere ist an >ie Ursache des fSs 10 die ?r’ in die JSSj *? N b™ ”*8.111. S* M-- «nero! Pgs. °n echeuichn ytnbgül, M mild bi 'lifarpofttn im 1 Staaten 5«. Rid)füng sahrev- lus dem Zensier Mrf worden, ener Hotel, inffprud).) heule ! sa in der 5üd- r Mim ist im Vchcv oerun« dem Jenffct 16. 4 bei viMge : nach der assen Verden einen Devvlvor thaÜsraM der md stuerie mit terben!" auf die rite durch einen e r. Der auf die eilende Polizei« en Lungenschuh lete der Wroer irach'e sich «« chen eingetrone* m ihn fest. fr AadolfB em- ^>f in Berlin. im Lande-« itag eine W ib zvar ansang« menschlicher s& #■3 «Ä •e&t -'S?« itTAnJ Berliner. S* fegend in Köln. , ln,r Jleinll' 6*i* lg 'stände. Auf die non e?'eningen der y-Meter Unterstände ja ^.erfolgt dah Hirne militä. malischen Ver- Hein an der für Anfang ->umm ist. vd-ÄA-p in, e^/lvohn ' •<« *#** *t»#i** nb Ifläi'l nisst--^""' r$1onl^ ÄÄ moyr!^ Aus der provinzialhauptstaöt. Gießen, den 2. 3uli 192?. „(Bet)* aus, mein Herz .. O ihr Sonnnernivrgen, von euch will ich lernen das rechte Geben. 3m schönen Lichte der Freude kommt ihr daher und mit der leisen Art der schenkenden Liebe. So will ich'geben wie ihr: liebleise mit dem Leuchten der Freude! „Geh aus, mein Herz, und suche Freud'!" Dieses Svnnnerliedes schlichtes, liebes Tönen schwingt um uns wie ein Grützen der Jugend. Die reine, volle Einfalt des deutschen Gemütes spricht aus dem Liede. plnd wie viele gibt es, die es als veraltet, überholt, sentimental abtun. Sie finden nicht mehr den Weg zu ihm. Sie haben nur ein mitleidiges Lächeln über die Menschen, die noch ein inneres Verhältnis zu deni Liede haben. Unö wie glücklich kann man sein, wenn es unser Herz noch auszusprechen vermag. Es ist doch ein Zeichen, dah uns der Llngeist der Zeit noch nicht besitzt, dah wir noch nicht Sklaven seiner Süchte sind, all seiner unter- menschlichen Erscheinungen! 3a, wenn wir zu dem Liede, und fei es auch nur in seinen bekanntesten Strophen, in innerlicher Beziehung stehen, dann ist es ein Beweis dafür, dah wir noch den heiligen Quellen nahe sind, dah in uns noch das Gemüt etwas zu sagen hat! „Geh aus, mein Herz!" Warum spricht der Dichter nicht zu seinem Verstände? „Geh aus Verstand, und suche Freud'I" Versucht's doch einmal, ihr Verstandesmenschen! Ach, nein, was wir, die Menschen des Herzens, empfinden, wenn die Sommerwelt ihren Glanz und ihrs Wunder um uns breitet, das vermögt ihr nie zu fühlen! Was wiht ihr von der Seligkeit deS ergriffenen Herzens! Von seiner Wundersamen, tiefen Aufgeschlossenheit, von der herrlichen Lebens-Erfülltheit, von dem Strömen inwendiger Quellen, von dem jubelnden Aufbruch der letzten Tiefen der Seele! Könnt ihr so wie wir. die wir doch im Alltag oft so nüchtern' sein müssen, die da wissen, im Leben mit beiden Fühen auf der Erde zu stehen, die wir auch zum großen Teile schon zu den sogenannten „Alten" gerechnet werden, könnt ihr so wie wir der hinter den Wäldern emporsteigenden Sommermorgensonne so selig die Arme entgegenbreiten, könnt ihr so wie wir euch dem Rhythmus der Ratur beseligt einschwirmen wie in einen reinen, kraftspenden Strom! Mihlt ihr so die Derjüngungsmacht einer echten Wanderschaft wie wir! Könnt ihr mit uns sprechen voll Ergriffenheit und freudiger Kraft; Cs kommt mit reinem Prangen daS liebe Licht herfiir; nun tut sich voll Verlangen auf meines Herzens Tür! Und Welle flieht auf Welle bis in den tiefen Grund, und all mein Sinn wird Helle, und fröhllch singt mein Mund! Run will ich emsig schaffen mit Lust, was ich vermag. 3ch trag mein Gott-Gewaffen und grüß' dich, schöner Tag! Solche Freuden des Herzens, solche Kraft und Gesundheit des inwendigen Manschen führt von selbst zur Liebe! Sommerwelt und Freude und Liebel Das ist der Dreillang, der das wahre Leben schenkt! Städtische ^SUftungsn für unsere Landesurnversität. Bei der gestrigen 3ahresfeier unserer Ludo- viciana konnte Ee. Magnifizenz der Rektor, Prof. Dr. Z w i d, bei der Verlesung der 3ahres- Chronik u. a. auch von zahlreichen Stiftungen berichten, die der Universität im verflossenen 3ahre zutestl geworden sind. Mit besonderem 3nterefse vtrnahm man dabei, dah die Stadtverordneten - Versammlung von Gießen auf Antrag des Oberbürgermeisters Keller auch im 3ahre 1926/27 wieder Bedeutendes für die Universität geleistet hat. Für die 3nnen-Einrichtu.ng des Physiologischen 3nstitutes wurden 10 000 Mk. in bar, für den Erweiterungsbau der Universitäts-Kinderklinik 50000 Mk. in bar von den Stadtverordneten bewilligt. Ferner stellte die Stadt kostenlos Gelände im Werte von 105 000 Mk. für eine in Verbindung mit der Universität zu errichtende H e i l - stätte für Kranke mit Tuberkulose der oberen Luftwege zur Verfügung, und schließlich wurde erst vor wenigen Tagen für die Errichtung eines Studentenheimes am Leihgesterner Weg Gelände im Werte von 50 000 Mark kostenlos von der Stadt bereitgestellt. Se. ’ Magnifizenz der Rektor dankte der Stadtverord- netenverfammlung und dem Oberbürgermeister im Ramen der Landesuniversität herzlich für diese Stiftungen und hob dabei hervor, dah die Stadtverwaltung diese Leistungen für die Universität gerne beantragt und die Stadtverordnetenversammlung sie ebenso gern beschlossen habe, jedoch werde auch von den anderen berufenen Stellen erwartet, dah sie nach bester Möglichkeit alles tun zur Förderung unserer Landesuniversität. Diesem Wunsche der städtischen Behörden möchten auch wir uns im Sinne der ganzen Einwohnerschaft voll und ganz anschließen, wobei wir heroorheben wollen, dah die von den städtischen Körperschaften gefaßten Stiftungsbeschlüsse in Uebereinstimmung stehen, mit den auf Förderung der Universität gerichteten Wünschen der Bürgerschaft. Giotzene: einstraße 23. " Oeffentliche Dücherhalle. 3m Juni wurden 101? Bände ausgeliehen. Davon kommen auf: Erzählende Literatur 553, Zeitschriften 109, Iugendschriften 59, Literaturgeschichte 7, Gedichte und Dramen 15, Länder- und Völkerkunde 45, Kulturgeschichte 16, Geschichte und Biographien 92, Kunstgeschichte 20, Naturwissenschaft und Technologie 44, Heer- und Seewesen 10, Haus- und Landwirtschaft 4, Religion und Philosophie 18, Staatswissenschaft 11, Sprachwissenschaft 6, Fremdsprachliches 8 Bände. Nach auswärts kamen 5 Bände. ** E i n Verkehrsunfair ereignete sich gestern abend gegen V28 Uhr im Seltersweg vor dem Gasthaus „Hindenburg". Dort wollte der Lenker eines hochbeladenen Postwagens mit der abendlichen Paketpost vom Stadtpostamt einem vor dem Gasthaus „Hindenburg" haltenden Auto ausweichen und kam dabei mit dem linken Hinterrad in das Gleis der Straßenbahn. Das Rad Hemmte sich hierbei in dem Gleis fest und brach auseinander. Der Wagen neigte sich infolgedessen erheblich zur Seite, fiel aber zum Glück nicht um. Die Straßenbahn mußte, da der Postwagen das Gleis sperrte, für einige Zeit Llinsteige-Pendelverkehr im Seltersweg einrichten, bis die perbeigerufene Feuerwache den Postwagen gehoben und ihm ein neues Rad gegeben hatte. Erfreulicherweise sind die Begleiter des Postwagens und auch dessen Pferde ohne Schaden davongekvmmen. Der Unfall ist auf höhere Gewalt zurückzuführen, man kann eben für derartige Zufälligkeiten des Verkehrs niemand verantwortlich machen. Natürlich hatte das Vorkommnis einen riesigen Menschenauslauf zur Folge. ** Oberhefsischer Kun st verein. Die derzeitige Ausstellung heimatlichen Charakters, die letzte in diesem Sommer, erfreut such regen Desu^. Ausgenommen wurden noch Porträte des Malers Karl Geist. ** Die Hessische Mi ssionskonf e- r e n z wird morgen und am Montag ihre diesjährige Hauptversammlung in unserer Stadt abhalten. Dem Zweck der Veranstaltung entsprechend sind fachmännische Vorträge über Religionsfragen vorgesehen, worüber wir in unserer Donnerstag-Ausgabe bereits nähere Mitteilungen! machten. Die Vortragszeiten sind aus der Anzeige am Mittwoch und aus dem Lageskalen- der ersichtlich.. Sämtliche Veranstaltungen sind öffentlich. ** Der Alice-Frauen-Berein vom Roten Kreuz begeht am 10. Juli sein diesjäh« riges Fest für Kinder und Erwachsene, das in erster Linie für die Kinder ein Märchenfest sein wird. Die tanzlustige Jugend soll bei den Klängen der Kapelle Topp natürlich auch nicht zu kurz kommen. Der Verein wird bei der Vorbereitung des Festes in weitgehender Weise von den grauenvereinen und den Damen der Kindergärten unterstützt. Genuß« reiche Stunden sind bestimmt zu erwarten. Der Reinerlös der Veranstaltung soll nicht nur der örtlichen privaten Wohlfahrtspflege eine Beihilfe fein, sondern auch die Bescherung unserer Kriegerkinder gewährleisten. Man beachte die heutige Anzeige. **"" Geltendmachung von 2111 b e fi • rechten im Anleiheablösungsverfahren. Nach einer Erklärung, die der Vertreter des Reichsfinanzministeriums gelegentlich der Aufwertungsberatungen im Rechtsausschutz des Reichstags abgegeben hat, wird den Altbesitzgläu- bigern von Markanleihen des Reichs nach bis spätestens 31. August die nachträgliche Beantragung von Auslosungsrechten gestattet, wenn der Anleihegläubiger nachweist, datz er ohne sein Verschulden die rechtzeitige Anmeldung unterlassen hat. Anträge auf Bewilligung der Nachfrist sind an den Neichskommissar für Ablösung der Reichsanleihen alten Besitzes, Berlin, Alte Iakobstraße 117/1.20, zu richten. t " Der Obst- und (Sartenbauüerein hielt am Mittwochabend im Safe Leib seine Hauptversammlung ob. Dazu hatten sich außer einer ansehnlichen Anzahl Mitglieder auch zahlreiche Freunde des Obst- und Gartenbaues eingefunben. Aus dem vom Vorsitzenden, Lehrer Becker, erstatteten Jahresbericht ging hervor, daß der Verein, der sich die FörderungbeS Obst- und Ge- müsebaues mit Einschluß der Blumenpslege in unserer Stadt zur Aufgabe gemacht hat, auch im ab gelaufenen Jahr sein ZiÄ fest im Auge behalten hat. Zwei Ausstellungen zeigten dem. Außenstehenden das Ergebnis rastloser Arbeit der Vereinsmitglieder. 3m laufenden 3ahre sind es hauptsächlich zwei größere Probleme, die der besonderen Behandlung harren: das systematische plmpfropfen älterer Obstbäume zum Zwecke der erfolgreichen Bekämpfung ausländischer Konkurrenz auf dem heimischen Obstmarkt und die Schädlingsbekämpfung an den Bäumen durch intensivere! Spritztättgkeit. Zur Verbesserung der zum Teil durch den vermehrten Gebrauch von künstlichem Dünger spröde und krustig gewordenen Gartestbodens und zu seiner Vermehrung mit humusbil- denden Stoffen sott Torfmull zur Verwendung kommen. Der Bezug wird im großen durch den Verein geschehen. Der Kassenbericht zeigte daS erfreuliche Bild eines sich stetig entwickelnden Vereinslebens. Nach der Wiederwahl von drei ausscheidenden Vorstandsmitglledern war der geschäftliche Teil beendet. Ein Vortrag vom Garten- infpettor R eh n el t behandelte anschtteßend die Pflege der Obstbäume in ihrem Kampfe gegen tierische und pflanzliche Schmarotzer und gab praktische Winke zur erfolgreichen Bekämpfung dieser Schädlinge. Die Ausführungen verfehlten ihre Wirkung auf die zahlreiche Zuhörerschaft nicht, was sich in der lebhaften Aussprache bemerfbar machte. e* Zum Turnier des Reit- und Fahrklubs Gießen sei in Richtigstellung einer Mitteilung in dem Bericht über den „Wettbewerb ländlicher Reitervereine" noch nachgetragen, daß der 1. Preis bei diesem Wettbewerb von dem Reit- und Fahrverein Großen-Linden errungen wurde, nicht von dem Verein Großen-Buseck, wie uns irrtümlich berichtet worden war. S^icMan der Frankfurter Tlzrater. Schauspielhaus. Sonntag, 3.3uli, 8 bis 10 Ahr: „Der Widerspenstigen Zähmung". — Montag, 4., 8 bis 10.30: „Allotria". — Dienstag, 5.. 8 bis 10: „Week-end". — Mittwoch, 6., 8 bis 9.45: „Der Gesandte Sr. Majestät". — Donnerstag, 7., 8 bis 9.45: „Der Gesandte Sr. Majestät". — Freitag, 8., 8 bis 10.45: „Kolonne Hund". — Samstag, 9., 8 bis 9.45: „Der Gesandte Sr. Majestät", — Sonntag, 11., 8 bis 10: „Die Kassette". . Aus meinem Saison-Ausverkauf besonders zu beachten l .......... _____:----- ij Hemdentuche ß jq Damenhemd t } gute Qual. 0.80, sol.Warel.95,1.75, » J I Damast-Streifen 1 Qc Kopfkissen 1 7 130 breit Mk. 1.85,1 • J gebogt Mk. 1.90, B • « *» Damast-Blumen 1 "7c O cl c? t o. jeder Art 130 breit Mk. 2. — , l\Co Iv preiswert SONNEBORN Alicenstraße 11 Inserieren bringt Gewinn DAS BAYER* HANBWEüK AUSSmUJNG 1 S L ? BWnie Men Unb. auch blitzblanke Möbel, denn sie gebr. nur Möbelputz „wunderschön" Ernst Noll. Wfervrog. LtndeDpl. G. 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Juli, nachmittags 3.15 Uhr, vom Sterbehause, Dammstraße 13, aus statt. Statt jeder besonderen Anzeige. Dem Herrn hat es gefallen, heute morgen 4 Uhr nach längerem Leiden im 74. Lebensjahre meinen guten Mann, unseren lieben Vater, Schwiegervater, Großvater, Schwager und Onkel Herrn Karl Proescher zu sich in die ewige Heimat abzurufen. ,,„D In tiefer Trauer: Elise Proescher geb. Rausch Studienrat Heinrich Proescher Apotheker Wilhelm Proescher Lisa Kehr geb. Proescher Alma Proescher geb. Rapps Minnie Proescher geb. Köser Studienrat Ludwig Kehr nebst 5 Enkelkindern. Gießen (Rodheimer Str. 27), Mainz, Berlin, Diez a. d. L, 1. Juli 1927. Die Beerdigung findet Montag, den 4. Juli 1927, nachmittags 2 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt Von Beileidsbesuchen bittet man absehen zu wollen. MlWlllM UW Jur Unterbringung unserer Gäste für das 75. Stiftungsfest vom 1. bis 3. August, benötigen wir noch eine Anzahl Privatquartiere. 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Dabei sprach natürlich auch mit, daß eine solche Debatte ohne den erkrankten Außenminister nicht loyal und auch nicht möglich gewesen wäre. So bleibt das Problem: Poinccarö oder Briand? zunächst in der Schwebe. Da die französische Kammer lange Ferien macht, kann es in den beiden Monaten bis zur Völkerbundsversammlung zwischen Deutschland und Frankreich nur diplomatisch weiter geführt werden. So werden die zwei Monate, obwohl sie in die herkömmliche Ferienzeit fallen, von ernster und schwieriger Arbeit für uns angefüllt sein. Diese Vertagung in Paris hängt mit den allgemeinen Verhältnissen zusammen, das heißt: mit den in Aussicht stehenden Wahlen. Poincarä ist der Mann des nationalen Vertrauens, hat die Währung gesichert und nimmt von da aus steigenden Einfluß auf die Außenpolitik. Aber auch er steht natürlich unter dem Einfluß der Berechnungen für die nächsten Wahlen, die den Winter erfüllen werden. Die Armeereform ist glücklich im Hafen. Dagegen ist unerledigt die Zolltarisfrage und vor allem die Wahlreform, der eigentliche Gegenstand des Streites zwischen rechts und links, an dem die von Poincarö geführte Mehrheit auseinanderfallen kann. So verschlingen sich schon in Frankreich Innen- und Außenpolitik in einer bemerkenswerten Weise. Noch mehr wird das für England geltend. Hier steuert das konservative Kabinett zielbewußt und absichtlich in einen Wahlkampf großen Stils hinein. Gewerkschaftsgesetz, Erweiterung des Wahlrechts auf eine bestimmte Schicht von Frauen, vor allem die Rückwärtsrevision der Oberhausreform von 1909 — man nimmt an, daß diese letzten zwei Maßnahmen vor Weihnachten durchgedrückt werden und dann nach britischem Gebrauch Neuwahlen sein müssen, also etwa Februar oder März 1928. Die Konservative Partei spielt damit ein hohes Spiel und man sieht immer deutlicher, wie die Hauptfrage der Außenpolitik, das heißt, der Gegensatz zu Rußland, in diese Berechnungen eingestellt wird. Man sieht deutlich, daß die Kommunistenangst, der Gegensatz zum Sozialismus überhaupt von den Konservativen benutzt werden soll, um den Wahlkampf so anzulegen und um im Oberhaus und seiner neuen Stellung den Einfluß für Rechts zu verankern, auch wenn im Unterhaus eine andere Mehrheit als die Konservativen herrscht. Niemand kann heute mehr prophezeien, wie das auslaufen wird. Aber daß es ein sehr hohes Spiel der Konservativen ist, daran ist kein Zweifel, und daß daran die schon totgesagte liberale Partei, auf die Lloyd George mit aller Aufmerksamkeit guckt, sich wieder beleben wird, das ist auch wahrschem- lich. Um so stärker — was für Europa das Wichtigste ist — wird der Einfluß dieser innenpolitischen Vorgänge, die ja alle Nachkriegswirkungen sind, auf die Außenpolitik Englands werden, und das muß jeder, der über England als Faktor in der europäischen Politik nachdenkt, sich vor Augen halten. Auch in Nordamerika liegt es ähnlich. Noch ist die Vorbereitung für die Präsidentschaftswahl im November 1928 nicht im Gang. Aber die ersten Vorzeichen sind schon da. C o o l i d g e will wieder gewählt werden. In der eigenen Partei sind Strömungen, die dagegen das bekannte Argument ausnutzen ,daß kein Präsident mehr als zweimal das Amt bekleiden darf. Sachlich ist. in dieser Auseinandersetzung der republikanischen Partei interessant, daß auch aus der Außenpolitik die Argumente geholt werden. Der Vorschlag (veröffentlicht 31. Mai), ein amerikanisches Locarno zu schaffen, das den Locarnogedanken mit den alten amerikanischen Schiedsverträgen verbände, ist theoretisch bemerkenswert, außenpolitisch wenig bedeutungsvoll, aber innenpolitisch wichtig, weil es ein Vorstoß gegen die zwiespältige Außenpolitik Coolidges ist, die darüber erfolglos geworden ist. Er selbst predigt fortwährend eine selbstgewollte Isolierung Nordamerikas, und führt diese gegenüber Europa durch. I Aber er läßt durch seinen Staatssekretär Kellogg in Mittel- und Südamerika eine zielbewußte imperialistische Politik machen, die manchmal hart an die Grenze des Krieges streift, während zugleich die Chinapolitik Nordamerikas eigentlich ohne rechte Orientierung ist. So verbindet sich auch hier Außenpolitik und Innenpolitik, d. h. Wahlpolitik. Im ganzen ergibt sich darüber für die anderen, d. h. für das übrige Europa, und in ihm Deutschland, daß die außenpolitischen Berechnungen sich auch nach diesen Wahlgesichtspunkten in Frankreich, England und Nordamerika richten müssen. Nur ist die Frage, ob die Weltpolitik, die überall in Gärung ist, bis dahin so ruhig verlaufen wird, daß die wahlpolitischen Gesichtspunkte drüben, auf der Seite der großen Politik, bei der naturgemäß die Möglichkeiten der Aktivität am stärksten ^ind, so im Vordergrund stehen können. Inzwischen begann die Seeabrüstungs- konferenz in Genf, von Amerika berufen, mit England und Japan zusammen, während Frankreich und Italien nur als Beobachter anwesend sind. Es ist ein Glied in der Kette der Abrüstungs- arbeiten, die ja bisher nicht besonders viel vorangebracht haben. Die Auseinandersetzung zwischen den drei Großmächten, zwischen denen auch die Probleme des Stillen Ozeans vor allem zur Entscheidung stehen, ist an sich hochwichtig, in den Wirkungen atif die Abrüstungsfrage noch wichtiger, m den Wirkungen auf Europa desgleichen. Mit einem vollen Fiasko kann Amerika aus diesen Genfer Verhandlungen nicht herausgehen. Natürlich kann Coolidge einen Mißerfolg darauf schieben, daß Europa nicht fähig sei, diese Frage weiterzubringen. Aber darin liegt der Haken, daß ja seine Partner in Genf eine nichteuropäische und eine nur halbeuropäische Großmacht sind. Eine völlige Blamage wird er nicht wünschen. Denn das würde auf jene Wahlvorbereitungen zurückschlagen, die im ersten Gan^ sind und deren Ausgang für Europa von größter Bedeutung sein wird. Man braucht nur an die Schuldenfrage, die Reparations- frage, an die Handelspolitik und eben an die Abrüstungsfrage selbst zu denken sowie an die Dölker- bundsfragen. Alles ist doch entscheidend mit davon abhängig, welche Richtung der amerikanische Präsident in seiner Außenpolitik einschlägt. In diesen Rahmen haben nun wir unsere nächste Arbeit einzuspannen. Das bedeutet immer und immer wieder, was das jetzige Ergebnis aus Genf so herausgearbeitet hat, daß Deutschland in seinen Sonderfragen keine aktive Hilfe von irgendwo her zu erwarten hat und daß alles sich auf die direkte Auseinandersetzung mit Frankreich zugespitzt hat. Das wird, in dieser Fassung des Problems und in dieser Zuspitzung, die Hauptfrage sein, die uns im Juli und August lebhaft befchäf- tigt. Welche Antwort darauf wird der September bringen, wenn die Außenminister sich abermals in Genf treffen? dreihundert Jahre Von unserem v. 11. St. Vachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten I Viga, Ende 3uni 1927. Ende 3uni begeht die Universität Dorpat das 300-jährige Jubiläum ihrer Begründung durch König Gustav Mols von Schweden. Seit 300 Jahren ist Dorpat ein Zentrum zuerst nordischer Wissenschaft im allgemeinen, und seit 1802, feit Kaiser Alexander der I. die Universität neu aus- [tattete und aufleben lieft,e in Zentrum deutscher Kultur, ein Hort des Deutschtums im Baltenlande gewesen. Es gab im alten Dorpat nichts, was nicht deutsch gewesen wäre, deutsch mit einer fast verbissenen Begeisterung, zuerst etwas hochmütig inmitten der estnischen Urbevölkerung und dann in trotziger Kampfstellung gegen das andrängende Vussentum. Virgends vielleicht ist das Deutschlandlied mit mehr lleberzeugung gesungen worden, als unter den wehenden Fahnen 'der Korporationen unter der Ruine des Domberges, als in Dorpat am Ausgang des vorigen Jahrhunderts: ehe noch der Druck der gewaltsamen Russifizierung einsetzte, die, wenn auch nur äußerlich, das deutsche Studentenleben zu über» tünchen trachtete. Man war in Dorpat nicht preußisch, nicht bayerisch, sondern deutsch im Sinne von Eemst Moritz Arndt. Bis zum Ende des vorigen Jahrhunderts wurde auf der Universität von Dorpat nur deutsch gelesen, und ebenso wie die Studenten und wie die Oberschicht der Dorpatenser, Adel und Bürger, waren die Professoren Hüter und Förderer des Deutschtums: man braucht sich nur an so bekannte Vamen wie v. Oettingen. Volk, Leopold Schröder, Seeberg, Harnack, Stieda, Bücher und viele andere mehr zu erinnern. „Meine Fahne ist rot, grün, weiß mein Herz schlagt für Livonia flammenheift ...“ Das alte Livonenlied wird nicht mehr gesungen. Livland ist eine Erinnerung geworden! Die nördliche Hälfte des früheren Königreiches und späteren Herzogtums des russischen Kronenträgers, ist an Estland gefallen, der südliche Teil an Lettland. Heute sind die Esten, die man halb wegwerfend, halb gutmütig Kulen (vom estnischen Wort „tute“ her) zu nennen pflegte, die Herren tm Lande und sie haben es sich zur Pflicht gemacht, die herrschende Stellung bed Deutschtums zu vernichten und die Universität zu entdeutschen. Aber jeder Stein, fast jedes Haus, die schattigen Alleen auf dem Domberge, die Engel- und die Teufelsbrücke, der liebe, alte Embach, der langsam durch die Stadt dahinflieftt und sich in grünen Wiesen verliert, bringen tausend deutsche Er- UmvrrfM ysrpai. Berichterstatter. innetungen, und selbst das nüchterene Universi- tätsgebäude in der Johannisstrafte trägt noch immer die Aureole seiner deutschen Zeit. Richt umsonst sind durch lange 3ahrzehitte die Korporationen, wenn einer der Kommilitonen aus Dorpat schied, im Fackelzug durch die Iohannisstraße gezogen, haben vor der Rampe der Universität halt gemacht und haben ihre Farbendeckel schwingend ein begeistertes Hoch gerufen: „Vivat, cres- cat, floreat Alma Mater nostra Dorpatensis in aeternum!" Livonia, Curonia, Estonia, die drei bedeutendsten Studienkorps Dorpats, spielten nicht nur in der Uiniversitätsstadt selbst, sondern im ganzen Lande eine hervorragende Rolle. Der Senior (der erste Chargierte) folgte in seiner gesellschaftlichen Stellung ungefähr gleich nach dem Adelsmarschall, und es gab keinen Ball auf den Gütern, keine Festlichkeit, die ohne die Studenten! der Corporation glanzvoll verlausen konnte. Die Kommerse, die sommerlichen Ausfahrten nach Heiligensee, das Singen des LcmdesvaterS, die Duelle, die fröhlichen Gelage in den Konvents- quertieren und die endlosen Kneipereien find allen deutschen Kommilitonen in Erinnerung, und die Füchse haben noch den bösen Vachgeschmack der „Wanzen" auf der Zunge, die sie reichlich h-erunter- toürgen mußten. Die dörptschen Studenten hatten es gesellschaftlich besser, als manche ihrer Kollegen auf reichsdeutschen Universitäten., sie waren die unbestrittenen Ersten, die Blüte dey Jugend, denn es gab keinen Offizierstand, der sie aus- stechen konnte. Standen doch die Söhne des Baltenlandes, wenn sie in das Heer eintraten, in russischem, d. h. in landfremdem Dienste. Wer nicht in (der kaiserlichen Garde oder in der Ktt-olbr'.el diente, galt als leicht deklassiert, das bunte Luch machte keinen Eindruck. Richtig russisch sprechen formten die wenigstens. Wer sich gar der russischen Sprache im internen Verkehr bedienen wollte, wurde fast als Verräter gebrandmarkb Deutschland allein war das geistige Vaterland, die weite Heimat, die man mit schwärmerischer Liebe idealisierte. Die engere Heimat, das Baltenland, galt als Gottesländchen, das jenseits jeder Kritik stand. Dorpat war der Born der deutschen und der baltischen Bildung, man sprach vorn Embosi- Athen und verpuppte sich ein wenig selbstgefällig im Schatten des Domberges und der Universitätskirche. Und das war die Kehrseitel Rasfenstolz und Rassendisziplin trübten den Welt blick. Mischehen der Deutschbalten mit Russinnen oder gar mit Estinnen galten als unverzeihliche Entgleisungen, sie konnten zum gesellschaftlichen Boy- : . Sohn Seltersweg 12. 6247a 5 Pf.-Erfrischungs-Stange 19 PL- Nordpol - Bisbremwaflel köstlich im Geschmack, liefert an Wiederverkauf er 6236D Ernst Muth, Ludwigstr. 42. Fernsprecher 721 8 bis 9 Hhr: Hebertragung Morgenfeier, veranstaltet von der Wehlheider Gemeinde, Kassel. 11.30 bis 12 Hhr: Die Eltrrn- stunde. 12 bis 13 Hhr. „Klänge aus der Südsee", Bortrag von Dr. W. Heinih. 14.30 bis 15.30 Hhr: Die Stunde der Jugend. 15.30 Hhr: Hebertragung vom Rürburgring: Großer Preis von Europa für Motorräder. 18 bis 19 Hhr: Stunde des Rhein-Mainischen Verbandes für Volksbildung. 19.30 bis 23 Hhr: Hebertragung aus dem Staatstheater Kassel: „Gräfin Mariza". Operette in drei Aufzügen von Julius Brammer und Alfred Grünwald. Musik von Emmerich Kalman. Anschließend: Sportnachrich- I „Rettichsaft „Raphanose“, tausendfach bewährt. „Gallensteinkoliken, die seit 20 Jahren bestanden, Fälle, wo die Operation als letzte verzweifelte Möglichkeit blieb, sind tatsächl. dauernd geheilt worden." (Dr. Schian, Generalarzt a. D. In d. Med. W.-Schr.) toter- M Mnnräs-eMaiis Herman M, Biesen. SMstrahe 5 Kreis Büdingen. ]:[ Hsenborn, 30. Juni. Gestern beging Bürgermeister Müller von Hsenborn in voller Frische und Gesundheit seinen 7 0. Geburtstag. Es ist der älteste Bürgermeister des Kreises Büdingen, d. h. an aktiven Dienstjahren, und wird wohl auch der älteste Bürgermeister von Oberhessen sein. Wird er nach seiner jetzigen Amtszeit noch einmal gewählt, so begeht er sein 50jähriges Jubiläum als Bürgermeister von Hsenborn. Anläßlich seines Geburtstages brachten ihm der Turnverein und die gesamte Jugend ein Ständchen und einen Fackelzug. Der Turnverein überreichte ihm ein Bild, vom Gemeinderat bekam er einen Sessel. A Ziehung H bestimmt am 14. u. 15. Juli 1927 Feldbahngleise 1904c Weichen Ersatzteile Muldenkipper Drehscheiben Geräte f. Steinbrüche für Ziegeleien liefert aus Vorrat Curt Weissgerber. Frankfurta. M. 1. Mehrheit den Bau eineS Isolierhauses als Bestandteil des späteren neuen Krankenhauses beschlossen haben. Die Kosten belaufen sich auf 186 000 Mark. Das Isolierhaus, das mit neuzeitlicher Inneneinrichtung, mit einer Desinfektionsanlage und auch mit einer Wohnung ausgestattet werden soll, wird auf dem für das neue Krankenhaus vorgesehenen Gelände am Rande des Hochwaldes errichtet. .Für die orts- bauplanmäßige Herstellung der Wiesenstraße wurden 11 000 Mk. bewilligt, für Instand- sehungsarbeiten in der Volksschule 5000 Mk., ferner nachträglich 1000 Mk. für Preise für das kürzlich hier stattgefundene Reit- und Fahrturnier. Gutgeheißen wurde dec Erb- bauvertrag mit der Allgemeinen Ortskrankenkasse Bad-Rauyeim. Aber nicht nur in prophylaktischer und therapeutischer Hinsicht, in Gestalt von Schutz- und Heilimpsunaen verdanken wir der modernen Immumtatswissenschaft solch aroße Fortschritte. Es sind uns vielmehr durch sie auch wertvolle Hilfsmittel zur fruhz^ei- tiaen Ermittlung von Seuchen in Form von serodiagnvstischen, allergischen und anaphylaktischen, mit einer staunenswerten Feinheit und Sich-^eit arbeitenden Methoden m die Hand gegeben worden. Sie sind für die moderne Seuchenbekämpfung von allergrößter Bedeutung geworden und es ist ihnen wesentlich mit zu verdanken, daß höchst gefährliche euch ^unserer Haustiere, die in der Kriegs- und Rachkriegsz>.u ün Heer und in der Heimat ihr Haupt bedrohlich erhoben hatten, in Schach gehalten oder so- gar vollständig ausgerottet werden konnten. 9 Wenn auch der völligen Verwirklichung dieser Absicht bei einer Reihe von Infektionskrankheiten noch erhebliche Schwierigkeiten eick- gegenstehen, so besteht doch die zuversichtliche Hoffnung daß auch sie überwunden werden. Auf dem Wege zu diesem Ziel« sind bereits neue Bahnen vorgezeichnet. Anschließend an feine Rede verlas Se. Magnifizenz die Chronik der Universität für das abgelaufene Jahr und verkündete das Ergebnis der für das Jahr 1926 '27 gestellten Preisaufgaben. Von den gestellten Aufgaben ist die der Beterinärmedi- zinischen Fakultät und eine aus der 1. Abtei (ung der Philosophischen Fakultät bearbeitet worden Die Aufgabe der Veterinärmedizinischen Fakultät lautete: „Beiträge zur Kehlkopfentwickelung bei den Haussäugetieren". Dem Verfasser, cand. med. vet. H. Wilmes - Hagen wurde der volle Preis zuerkannt. Die bearbeitete Aufgabe der 1. Abteilung der Philosophischen Fakultät aus der griechischen Philologie lautete: „Appelationes honorificae, quae in papyris Graecis post decimum huius s^eculi annum editis exstant, colligantur, disponantur, illustrentur-. Dem Verfasser stuck, phil. O. Hornickel - Mainz wurde ebenfalls der voll« Preis zuerkannt. Ihren würdigen Abschluß fand die Feier durch den Vortrag des Schlußchores aus dem „Magnificat" von Bach. Hnter den Klängen von König Heinrichs Aufruf und Gebet aus „Lohengrin" von Wagner verliehen die Anwesenden den Festraum. Starkenburg. ♦ Darmstadt, 1. Juli. Die Stadtverord- netenverjammlung genehmigte in ihrer gestrigen Sitzung das von der Stadtverwaltung oor- geschlagene Sauprogramm für 192 7. An eigenen Bauten wird die Stadt hiernach 40 Einzimmerwohnungen, 100 Zwe izimme r wohnun gen, 100 Dreizimmerwohnungen und 60 DierzimmerWohnungen errichten im Gesamtbetrags von rund 5 Millionen Mark. Etwa 200 Wohnungen in Reihenhäusern sollen mit einem Darlehen von durchschnittlich 10 000 Mark bedacht werden, die mit 6 Prozent zu verzinsen sind. Zwei Millionen Mark wurden hierfür bewilligt. Zur Förderung von Privat- und Gs- nossenschaftsbauten werden Darlehen im Gesamtbeträge von 1 600 000 Mark bereitgestellt und für die Erhaltung privater Wohnungen sind 120000 Mk. als Darlehen vorgesehen. Die Stadtverordnetenversammlung stimmte weiter der Erhebung einer Filialsteuer zu. Sie soll in Form eines Zuschlags zur gemeindlichen Gewerbesteuer in Höhe von 200 Prozent erhoben werden. Preußen. Kreis Wetzlar. WSR. Wetzlar, 1. Juli. In der vergangenen Rächt ging über die Oberlahngegend ein außerordentlich schweres Gewitter nieder. Der Butz schlug verschiedentlich ein. So wurde in Löhnberg der Schornstein eines Hauses zertrümmert und das Dach beschädigt. In B i s s e n b e r g, Kreis Wetzlar, zündete der Blitz und äscherte eine große massive Scheune sowie ein Wohnhaus ein. Vieh und einige Möbel konnten gerettet werden. Landwirtschaftliche Maschinen und einiges Hausgerät verbrannten. Der Schaden ist b e d e u i e n d, da der Olbgebrannte nur wenig versichert ist. > Dutenhofen, 1. Juli. In der letzten Gemeinderatssihung wurde der Termin für die Zahlung von Kaufpreisen für einige abgegebene Baugrundstücke anderweitig festgesetzt. — Der Kirchengemeinde wurde zur Deckung ihrer Bedürfnisse ein Vorschuß bewilligt und dem Gesangverein „Lied er-- kranz" zu seinem 50jährigen Jubelfeste ein Festbeitrag gewährt. L Kinzenbach. 1. Juli. Das hiesige Ge- meindeelektrizitätswerk, welches im Kriege erstanden ist, bedarf eines Hmbaues. Der Gemeinderat hat in seiner letzten Sitzung beschlossen, von den eingegangenen Offerten diejenige der Firma Siemens -Schlickert anzunehmen. Ferner wurden die Beiträge zu den Hochwasserschäden, wie sie vom Kreistag gefordert werden, erneut abgelehnt. ch Salzböden, 1. Juli. Zn der letzten Gemeinderatssihung wurde für die Ausstellung der landwirtschaftlichen Lokalabtei- lung in Wetzlar, das sog. Ochfcnfest, einl Ehrenpreis bewilligt, der Erlahm einer neuen Vergnügungssteuervrdnung nach dem Muster des Kreises beschlossen und der Antrag des derzeitigen Iaadpächters auf Verlängerung oer Iagdpacht unter Erhöhung der Iagdpacht besprochen. Maingau. WSR. Frankfurt a. M., 1. Juli. Gestern vormittag wurde in der Beethovenstraße ein aus Alleinverkauf der Kunstwerkstätten ALFRED DÖRR. Saulgau, SEBASTIAN HERBST, Soden-Salmünster Lieferung nur durch 04927 Möbelhaus J. Jttmann, (neben Inh.: A. Brunilik, Lieferant des Hess. Beamtenbundes/Bahnhoistr. 29 • Beseitigung • nn - ohne Umbau - "a.carl -lOjähr-GARANTlE- WEBER - Frankfurt a/M. Sandweg 6-Tel. Carolus 46566 gH Vereid. Schwammeachventandlger Fran ör. Man, Ärztin verreist Vertreter : In der Wohnung zu erfragen 6282D Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 3. Juli. 3. Sonntag n. Trinitatis. Gießen. Sladtkirche. 8: Pfarrer Becker. Zugleich Christenl. für die Reukonfirmierten aus der Marlusgem. 9'/,: Pfarrvikar Hertel. 11: Kinderkirche f. d. Matthäusgem. Pfarrvikar Hertel. Iohcmneskirche. 8: Pfarrassist. Schultheis. Zugl. Christenlehre für die Reukonstrmierten aus der Iohannesgemeinde. 91/,: Pfarrer Bechtolsheimer 11: Kinderkirche für die Lukasgem. Pfr. Bechtolsheimer. - Sich, 9^: Reichte, V.10: Sliftspfr. Schor- lemmer. Hl- Abendmahl. 7.1 Kindergottesdienst - 2: Stiftsdechant Lenz. — Kirchberg. 10: Kirchberg. 11: Christenl. für die konfirmierte, weibl. Jugend, i. V. Pfarrer Geiß, nachmittags l‘/2: Lollar. — Wieseck. 9’/.: Pfarrassistent Schultheis-Gießen. 107,: Kinderkirche. — Watzenborn-Hausen-Garbenteich. Watzenborn-Steinberg: 1. Hausen: 1. Garbenteich 9*/2 (Christenl.), (Pfr. Büchner Treis a. d. Lda.) Katholische Gemeinden. Gießen. Samstag, 2. Juli. 4l/a und 7: Beichte. Sonntag 3. Juni. 4. Sonntag nach Pfingsten. 6*/„ Beichte, 7 Meße, Kom. der Männer, 8 Kom., 9 Hochamt m. Vred., 11 Messe m. Pred., 2 Christen- lehre und Andacht. — Grunöerg. 9'/, Messe mit Predigt. — Hungen. 6 nachmittags Andacht — Laubach. 10: Messe mit Predigt. — Sich. 7f, Hochamt mit Predigt. Sonntagsdienstd.Aerzte u.2wotbeken am 3. 7. 27 Dr. Steinreich. Dr. W. Klein. Etigelapotheke. Zahnarzt: Dr. Baum. Ostseefahrte^ Bo*lm ♦ Issel Wen ♦ WeiÄMm Schnelldampfer • Verbindungen der Rügen-Lioh> im Sommer ab Stettin täglich - Direkte Zuganschlüsse. Veberall direkteFahrkartenu. GspäckaMertig. Illustrierte Reiseprospekte durch alle Reisebureaus und 8t6Niiikr0sDpiLM!L-vv8sll8edkitts.k.vrsvlMev.k.ill.d.L Koffer-Bethge Gießen, nur Bahnhofstraße 49 Ich muß mein großes Koffer-Lager räumen und biete Ihnen daher vom 4. bis 18. Juli 1927 einen Rabatt von 10 Prozent auf Koffer! 6fienha*rlefa»n sind zum Teil bis zu 50 Prozent herabgesetzt! Versäumen Sie daher nicht diese selten günstige Gelegenheit, Ihren Bedarf rechtzeitig einzudecken JULIUS BETHGE/ GIESSEN f Grünberg, 1. Juli. Heute wurde einem hiesigen Garten eine Ananas-Erd- beere gebrochen, deren Gewicht unter Zeugen auf 8 5 Gramm festgestellt wurde. Es ist das nicht etwa ein einzelner Fall, sondern der Besitzer hat eine ganze Menge Erdbeeren in ähnlicher Größe gebrochen — Der hiesige Schühenverein beabsichtigt, am 17. d. Mts. auf den neuerbauten Schießständen am Eingang des Stadtwaldes ein allgemeines Preisschießen abzuhaltem 0 Rabertshausen, 1. Juli. Gestern starb der in weitem Hmkreis bekannte Gutspächter Konrad Stegk, Oberamtmnnn aus Hof Ringelhausen, im 71. Lebensjahre. Infolge seines Trinkt das gute Mainzer Aktien-Bier! Ü222D , .n ■ , ------— , ■.■. ,,,,,, iTirrriini 11 , ... zum Besten des Thüringer Museums, Eisenach. 3385 Gewinne zusammen MarK; Haupt- OOO Gewinne ® ooo LÖSS 8 1 » L'° versend'etauch' unter Nachnahme 20 Pfennig mehr 'SW Postscheckkonto 15191 Frankfurt a. M. in Gießen zu haben bei: Staatl. Lott-Einn. Buchacker u Flimm, außerdem bei Konrad Emmerich, L. Joost, Hermann Kuhl. 8. Löb, Wilhelm Sc mm ler, Willy Weber. [6283D Vortrag von Dr. W. Heinitz. 19.30 bis 19.45 Hhr: Englische Literaturproben. 19.45 bis 20.15 ...... - - 20.15 Hhr: berliner Srk-Zugenöchsr (Lhormeister: Gqmnasial-Mufiklehrer A. Göpel) Samstag, den 9. Juli 1927, abends 8V.< Uhr, in der Neuen Aula der Universität Gesangs-Konzert (Vierstimmige Kunst- und Volkslieder) Eintrittspreise: 0.75 und 0.50 Mk. 6276D Vorverkauf bei Ernst Challier, Gießen. Bahnhofs-Restaurant Gießen Sonntag, den 3. Juli 1927 MITTAGESSEN zu Mk. 2.20 Kraftbrühe Rossini Gespickter KaKTsrücken junge Gemüse Erdbeeren nach Romanoff zu Mk. 3.50 Kraftbrühe Rossini Ostender Steinbutt Venetianische Tunke 1927er Mastgans, verseh. Salate Erdbeeren Romanoff ABENDESSEN Mk. 3.50 Klare Ochsenschwanzsuppe in Tassen Riesen-Oderkrebse mit Kümmel Toumedos Grand-Hotel Ananas-Krapfen Vorausbestellung von Tischen erwünscht! 6262a Heute Sonntag 11 — 1 Uhr 5 Sonntag, den 10. Juli 1927 nachmittags 3 Uhr veranstaltet der WWMVMlli NV NN! AM W WM Mi fit MN l. GtWttll? in der Gießener Volkshalle Die Festfolge setzt sich zusammen: ZIonrertmusik der Kapelle Topp, Märckenaufzug und Huldigung der Kinder, Vergnügungen aller Art, wie Kasperle-Theater, Schickbude, Sacklaufen usw. usw. Tanz für die Jugend Für billige Speisen und Getränke ist Sorge getragen! Eintrittspreise: Für Kinder 25 Vf., für Erwachsene 50 Pf Vorverttmf bei Herrn Challier, Neuenweg. [6218D Wetterauer Reiterverein e. V., Friedberg. 11.Reit- u.F ahrturnier Sonntafi,10.Iuli,nachin.2 Uhr,a.d.Sportplatz d.Seewiese zu Friedberg Programm: 1. Vorführungen der Reitabteilungen der länd- Hchen hess, Reitervereine. 2. Preis der Stadt Friedberg. (Arbeitsgespanne.) 3. Reitprüfung für Landwirte. 4. Jugendpreis-Galopprennen. 5. Wetterauer Jagdspringen für Landwirte. 6. Eignungsprüfung für Wagenpferde. 7. Reitprüfung. • 8. Jagdspringen. 9. Trabreiten. 10. Preis des Frankfurter Reit- und Fahrklubs. (Jagdspringen.) Änderungen des Programms vorbehalten. Eintritttspreise: Tribüne Mk. 3.50, Wagen- od. Autokarte Mk.3. -, Wagenplatz Mk.2. - ,2,Platz(unnumm.) Mk.2. —, Stehplatz und Promenadenkarte Mk. 1 — Die Vorprüfungen zu 2,3 und 7 finden am Samstag, dem 9. Juli, nachmittags, auf dem Turnierplatz statt. Vorverkauf: In Friedberg: Ed. Oppenheimer Nachf, Zigarrengeschäft, Telephon 4075. In Bad-Nauheim Georg Griebel, Zigarrengeschäft, Telephon 2354. Der Vorstand desWetterauer Reitervereins. ,:.'D Die Bibliothek bleibt vom 15. Juli bis 31. August geschlossen. Entliehene Bücher sind bis zum 14. Juli 1927 zurückzugeben. 6217D Gießen, 2. 3uli 1927 6264c George Walsh und Cecilo Evans. ILC- Plodjstr. S.gj r Gießen, den 2. Juli 1927 04M4 TANZ 04931 Eine Fuhre Erinnerung. 04707 Gießen, den 1. Juli 1927 tVi f > r 6281D OentistA.Siiller,Bahnhofstraße38 «WM Atelier für modernenZahnersah Zahnregulierungen Feine Goldiechnik Lrühl sche Drntferei 6206a BESTE GESCHÄFTSREKLAME IST STETS EIN INSERAT IM GIESSENER ANZEIGER r r. Dr.Aubel von der Reise zurück. Rotterdam Äeatrystraai 17a 6215D Für die zahlreichen mir anläßlich meines 25jahrigenIubilaumsalsposthalter zugegangenen Glückwünsche sage ich hiermit aufrichtigen Dank Karl Huhn Gießen, den 1. Juli 1927 Ihre Vermahlung beehren sich anzuzeigen Josef Wieder Tilly Wieder geb. Schwall Gut Würken-Lust b. Rujen (Lettland) Habe die Zahnpraxis von Herrn Dentisten Graes übernommen und halte in den bisherigen Räumen Sprechstunden von 9 bis 12 Uhr norm, und von 2 bis 5 Uhr nachm. ab Ihre Vermählung geben bekannt Eugen Magnus Aenne Magnus geb. Dietz Die am 25.* Zuni erfolgte glückliche Geburt einer gesunden Tochter zeigen in dankbarer Freude an Or. phil. Karl voller, Studienassessor Hella voller geb. Bergson Für die uns anläßlich unserer Verlobung erwiesenen Aufmerksamkeiten danken wir herzlichst Valentin Moser und Braut Heute Samstag 8 Uhr KONZERT Mauranl Msriih Bringe meine Lokalitäten sowie Gärten in empfehlende In den Astoria-Lichtspielen 1. 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Verkehrsamt. Goebenpfatz 20 Sonntag, den 3. und Montag, den 4. Jnli findet unsere diesjährige 3ti$mes statt Für Speisen und Getränke ist bestens gesorgt. Die Tanzmusik wird von der Kapelle Mank-Wiesepk ausgeführt Es ladet ein 04935 Der Wirt. Philipp Arnold. Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhessen) man Nr. 152 Drittes Blatt ■■MS* '." ' -CTZ'.»"-' - Die Voranschiagsberaiung in Eietzen. Das Stadtparlament der Provinzialhaupt- stadt Greßrn hat am Dienstag in nahezu fünfstündiger Sitzung den städtischen Haushaltsvoranschlag für 1927/28 beraten und zum Schlüsse einstimmig genehmigt. Wir begrüßen es zunächst, dah die Beratung nicht zu einer Kürzung dec von der Verwaltung vorgesehenen MMel geführt hat. Der Haushaltsplan enthält in der Lat auch nichts, was man hätte abstreichen können, ohne damit zugleich erhebliche Nachteile für das Gemeinwesen auszulösen. Wenn nuin diesen Haushaltsplan richtig bezeichnen will, so kann man nur von einem Haushalt der dringendsten Notwendigkeiten sprechen. Deim was jetzt vorgesehen ist, stellt doch nichts anderes dar als einen Teil dessen, was schon längst in früheren Jahren hätte geschehen müssen, und das damals auch leichter möglich gewesen wäre als in der heutigen Zeit des schwersten Ningens um die Existenz. Da man friüjcr den unabweisbaren NotwendiKeiten einer nahen Zukunft gegenüber nicht genug Weitblick und gar keine vorsorgende Entschlußkraft auf- brachte, muh die jetzige Generation eben eine Last auf sich nehmen, die gewiß schwer drückt, die aber hingenommen Warden muh um der Zukunft der Stadt willen. Von diesen Erwägungen geleitet hatten wir uns schon in unseren Besprechungen des Voranschlags (Gieß. Anz. Nr. 126 vom 1. Juni und Nr. 140 vom 18. Juni) für dessen ungekürzte Annahme ausgesprochen, dabei wohlbedemend die Bürde, die auf die Schultern der Bürgerschaft, insbesondere der gewerbetreibenden und grundbefitzenden Teile, gelegt werden mühte, auf der anderen Seite aber auch wohl- bewuht der Größe der Verpflichtung, die unsere Zeit gegenüber unseren Nachfahren in Gießen zu erfüllen hat. Der Stadtverwaltung gebührt An- ctfennung dafür, dah sie diesen Weg des mit Maß und doch lebendiger Kraft vorwärtsstreben- den Wollens unbeirrt von gewissen Einwirkungen von außen her, wie sie z. B. in einer öffentlichen Rede eines Stadtverordneten in der Zeit der Etatberatung zutage traten, fonfcquent bis zum Ende gegangen ist. Sie hat damit gute Ausbau?- arbeit für die Zukunft unseres Gemeinwesens geleistet. Anerkennung muß man auch der Stadtverordnetenversammlung aussprechen dafür, dah sie auf diesem Wege der Verwaltung gefolgt ist, vollbewuht der Gröhe der Opfer, die gebracht werden müssen, aber auch eingedenk der Verant- wortlirUeit für die Zukunft der Stadt. So glatt und reibungslos wie in den letzten Jahren verlief freilich diesmal die Vovanfchlags- beratung nicht. Es wurde dabei viel, ja sogar sehr viel geredet, und zum größten Teil so, daß man diese rednerischen Leistungen nicht als Gewinn ansehen konnte. Ferner wurden zahlreiche Ab- änderungsanträge gestellt, die wir bei ruhiger und objektiver Abwägung ebensowenig für sachdienlich halten, wie dies di« erdrückende Mehrheit des Stadtparlaments auch getan hat. In dieser Hinsicht ist die Voranschlagsberatung vor allem für die Fraktion der Mittelstandsvereinigung eine vollkommen verlorene Schlacht geworden. Diese Fraktion suchte durch zahlreiche Anträge ihre von dem Stadtv. Nicolaus vor einiger Zeit in einer Versammlung im Cafe Leib und auch vorher schon verkündeten Grundsätze im Haushaltsplan praktisch zur Geltung zu bringen, sie fand jedoch, daß alle Parteien des Hauses, von rechts bis links, geschlossen und meist mit harter, rednerischer Begleitmusik gegen diese Anträge auftraten. Es war nicht etwa parteimäßige Opposition, die diesen Anträgen die Zustimmung versagte, sondern die Erwägung, daß den An- MMWLLMÄWKWM Roman von Sven Elve st ad. Copyright bei Georg Müller, München. 22. Fortsetzung Nachdruck verboten. Schön, und doch bietet hier und da einer Trotz. Solange es sich um meine Frau handelte, wollte ich lieber bezahlen, als sie diesen außerordentlichen Gefahren aus^etzen. Aber dann starb meine Frau — ja, sie staro tatsächlich eines natürlichen Todes — und als ich einige Monate später die Mitteilung erhielt, mein Leben sei in Gefahr, wenn ich nicht zweihunderttausend Mark an einer bestimmten Stelle zahlte, beschloß ich, den Kampf aufzunehmen. Es war ein sehr spcumender Kampf. Eine Art Erholung. Ich weiß, daß die Mörder mich überall erreichen können, und doch glaube ich, ich bin sicherer, wenn ich außerhalb Amerikas lebe. Darum bin ich ein paar Jahre umhergereist. Als ich hierher in Ihr schönes, friedliches Land kam, fühlte ich mich wohl. Ich hatte lange nichts von meinen Gegnern gehört. Aber da bekam ich auf einmal diesen Bries vom Polizeichef. Der Brief war gefälscht, doch das konnte ich nicht wissen. In dem Brief war auf den Kampf hingewiesen, den ich mit der mystischen Bande zu bestehen hätte. Es wurde mir mitgeteilt, ein verdächtiger Mensch, der mir offenbar nach dem Leben trachte, sei verhaftet worben. Genug, ich fand mich auf dem Polizeibureau ein, und das übrige kennen Sie. Sie werden mir zugeben, daß ich aus Furcht hingegangen bin." „Oder aus Vorsicht", warf Krag ein. Der Amerikaner zuckte mit der Achsel. „Aber jetzt sind ia beide verhaftet", erwiderte er. „Da wird's wohl wieder eine Zeitlang friedlich sein." „Es sind aber nicht nur die beiden." Der Amerikaner nickte: „Das ist richtig." Dann sagte er plötzlich: „Ich kann Ihnen übrigens eine Mitteilung madjen. Der älteste von den beiden, der so abgestumpft aussieht--" „Ja, der Franzose Raspail.. „Er ist kein Franzose." „Nicht?" „Er ist Norweger." trägen das zu einer Annahme hinreichende sachliche Fundament fehlte. Wir muffen auch sagen, daß die Fraktion der Mittelstandsvereinigung bei diesen Anträgen sich selbst wenig glücklich beraten hat. Sparsamkeit bei der Führung der städtischen Geschäfte fordert nicht nur die Mittelstandsvereinigung allein, sondern auch andere große und wichtige Teile der Bürgerschaft stellen dieses Verlangen auf, weil eben jedermann von ihnen weiß, wie schwer heutzutage die Aufbringung einer Last ist. D eser Pflicht zur Sparsamkeit ist sich auch die Verwaltung bewußt. Wir wissen z. B. durch mancherlei Jnformattonen, daß die einzelnen Abteilungen der Verwaltung bei der Unterbreitung ihres ressortmäßigen Materials zur VoranschlagLausarbeitung einen sehr anständigen Speisezettel vorgelegt hatten, der aber schon bei der ersten Sichtung an der entscheidenden Stelle stark zusammengestrichen wurde rmd später noch etwas mehr Haare lassen mußte. Den Ressorts kann man aus dieser Reichhaltigkeit ihrer Aufstellungen aber nicht etwa einen Vorwurf machen, denn sie haben einfach die Pflicht, an der entscheidenden Stelle all das vorzubringen, was nach ihrer gew-ssenhatt.en Ueberzeugung im Interesse der Weiterentwicklung der Stadt zu tun ist. Die oberste Stelle hat dann diese Anftrde- rimgen in Einklang zu bringen mit dem Tragbaren und Möglichen für die Bürgerschaft. Das ist auch diesmal geschehen, und dabei sind die Spar- samkeitSerfvrdernisse schon von vornherein in weitestgehender Meise beachtet worden. Der Finanzausschuß und, wie schon gesagt, die erdrückende Mehrheit des Stadtparlaments haben denn auch an dieser Arbeit der Verwaltung, die gerade diesmal sehr eingehend gesichtet wurde, mit Recht nichts beanstandet; daß man in der Bemessung der aufzubringenden Steuersumme um etwa 20 000 Mk. unter dem Verwoltungsvor- schlag geblieben ist, fällt hierbei nicht besonders ins Gewicht. Freilich zu der Sparsamkeit, die in den Anträgen der Fraktion der Mittelstandsvereinigung gefordert wurde, konnten sich die Fraktionen von rechts bis links nicht verstehen, denn diese Sparsamkeit wäre auf Kosten der Substanz gegangen, d. h. sie hätte die gesunde Fortentwicklung der Stadt stark gehemmt und zum Teil sogar unterbunden. Daß die Antragsteller diese Auswirkung ihrer Anträge bewußt wollten, möchten wir dabei gar nicht einmal sagen, aber eingetreten wäre dieses Resultat. Die Ablehnung der Anträge durch eine seltene Uebereinftimmung der Fraktionen von rechts bis links hat zum Glück die Möglichkeit zu einer solchen Entwicklung unterbunden. Kein Glück mit ihren Anträgen hatte auch die sozialdemolratifche Fraktion. Zum Teil handelte cs sich hierbei um „alte Bekannte", die uns schon bei früheren Gelegenheiten begegnet sind und denen diesmal ein neues Gewand int Gestalt veränderter Degründungsreden gegeben worden war. Eine Neuheit brachte biefe Fraktion aber doch mit dem Antrag, dem Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbund, Ortsausschuß Gießen, zur Unterhaltung des Arbeitersekretariats einen Zuschuß von 2000 Mark zu gewähren. Dah dieser Antrag keine Annahme finden wurde, stand von vornherein fest, und so ist es ja auch schließlich gekommen. 3n der Tat ist diese 2lb- lehung vollkommen begründet. Denn wohin sollte es führen, wenn jetzt auch noch derartige Einrichtungen aus öffentlichen Mitteln unterstützt würden. Dann hätten alle anderen Gewerkschaftsbureaus das gleiche Anrecht auf Beihilfe aus städtischen Mitteln, ebenso auf der anderen Seite aus Gründen der Gerechtigkeit auch das Bureau des Arbeitgeberverbandes. Für die Zwecke ge- werkschaftlicher oder industrieller Berufsorganisationen sind aber die von der Allgemeinheit aufgebrachten Steuermittel nicht da, und wenn solche Organisationen — worauf Stv. Moos- Diese Aufklärung erfolgte so plötzlich, daß selbst ein so entschlossener Mann wie Asbjörn Krag seine Ueberraschung nicht verbergen konnte. Der Polizei- chef war geradezu bestürzt. „Norwegerl" rief er. „Aber dann sind wir ja wieder betrogen." „Betrogen?" erwiderte der Millionär, die Stirn runzelnd. „Meine Herren, Sie machen mich unruhig. Sie haben doch wohl den Alten'nicht los- gelassen?" Er machte eine Bewegung zur Tür hin, als wollte er hinauseilen, um einen vermeintlich begangenen Fehler wieder gutzumachen. Der Sekretär ließ die Finger auf den Taften der Schreibmaschine ruhen und lauschte gespannt auf das, was gesprochen wurde. Krag klingelte nach dem Kellner. Da der Millionär die Prinzenwohnung innehatte, konnte man sicher sein, daß die Kellner stets wie Fliegen vor seiner Tür umherschwärmten. Sofort stand denn auch einer da. Krag bat ihn, sich zu erkundigen, ob die vier. Herren, die beiben Verhafteten und die beiden Kriminalbeamten weggefahren seien. Bald kam er mit der Antwort zurück: Ja, sie seien in einem Auto fortgefahren. Der eine habe Handfesseln gehabt, der ältere, graubärtige Herr dagegen nicht; aber er scheine recht krank zu sein und sei beinahe ohnmächtig geworden, als er zu dem Wagen geführt wurde. Es war deutlich zu sehen, daß diese Kunde Krag ein wenig beunruhigte. „Sind Sie überzeugt davon, daß er einer Ohnmacht nahe war?" „Ja, der Portier behauptet es. Man mußte ihn stützen und ihm in den Wagen helfen, während er krampfhaft die Hand aufs Herz hielt." „War es ein geschlossenes Automobil?" „Ja, das heißt--" „Das heißt--" „Ursprünglich war es offen. Aber weil der Alte krank mar und der Auftritt eine Anzahl Neugierige sammelte, schlossen die Beamten das Auto." „Das ist also soeben geschehen?" „Ja, soeben. Es dauerte zehn Minuten, bis sie fortfahren konnten." „Schön. Bringen Sie mir ein Telephon. Aber flink!" d o r f besonders hinwies — Rechtsschutz und Rechtsberatungsstellen und ähnliche Dinge für ihre Verbandsmitglieder schaffen, so ist das gewiß anerkennenswert, aber immer noch kein Grund für eine Stadt, die Gelder der Allgemeinheit herzugeben für Institutionen, die ihrer ganzen Natur nach von der Parteipolitik oder einseitigen Interessenvertretung nicht zu trennen sind. Dagegen hätte da§ Haus nach unserer Ansicht dem sozialdemokratischen Antrag auf Bereitstellung von zehn Prozent des Schulgeldes der Berufsschule für Zwecke der unterrichtlichen Weiterbildung der lehrend.n Handwerksmeister — insgesamt etwa 700 Mark — zustimmen können. Gin entsprechender Vorbehalt dem Staate .gegenüber, daß aus dieser Freiwilligkeit der Leistung leine Verpflichtung hergeleitet werden könne, hätte den städtischen Belangen wohl genügt und wäre einer lobenswerten Sache dienlich gewesen. Daß die Frage des Beitrags der Stadt für den Arbeiter-Samariterbund in naher Zeit eine befriedigende Regelung finden wttd, kann man nach den Erklärungen des Oberbürgermeisters, der die Einbringung einer Vorlage ankündigte, Wohl erwarten. Wenn man die im Stadtparlament vorgetragenen Ziffern über die Einen Augenblick darauf trug der Kellner einen Telephonapparat herein, setzte ihn auf den Tisch und steckte die Schnur in den Kontakt an der Wand. Krag rief das Polizeibureau an. „Ich erwarte ein Auto mit zwei Verhafteten", sagte er. „Ist es schon dort?" „Nein", wurde geantwortet. „In der letzten Stunde sind keine Verhafteten eingebracht worden." Dann stellte Krag die sonderbar klingende Frage an den, dem er telephonierte: „Wo stehen 6te jetzt?" Der Mann am anderen Ende des Drahtes erfaßte sofort, was Krag meinte, bann gab er zur Antwort: ,^Jch stehe am Apparat Nummer drei.' „Von da können Sie auf die Straße hinuntersehen, nicht wahr?" „Gewiß." „Gut, werfen Sie einen Blick auf die Straße. Sehen Sie ein geschlossenes Auto kommen?" „Nein." „Dann warten Sie am Telephon und behalten Sie die Straße im Auge. Id) komme im Augenblick wieder. Es kann nicht lange dauern." Krag legte das Hörrohr hin und wandte sich an den Millionär, der mit echt amerikanischem Phlegma und mit scheinbarer Gleichgültigkeit von einem der bequemen Ledersessel aus das Ganze betrachtete. „Ich hoste, Sie entschuldigen, dah wir Ihr Zimmer und Ihre Zeit mit Beschlag belegen", sagte er. „Aber es kommt für uns darauf an, über gewisse Tatsachen so schnell wie möglich ins Reine zu kommen. Ihre Miteilung, daß der ältere Herr Norweger sei, hat die Sachlage einigermaßen geändert. Woher wissen Sie, daß er Norweger ist?" „Ich selbst kann sehr wenig Norwegisch," erwiderte der Millionär, „aber ich kann doch erkennen, wenn jemand Norwegisch spricht." „Sie haben also den Franzosen, der sich Raspail nannte, Norwegisch sprechen hören." „Ja, mehrere Male. Er hat mit dem Chauffeur, der uns vom Polizeibureau hinuntersührte, Norwegisch gesprochen. Und er hat auch ein paar Worte in norwegischer Sprache mit dem wachhabenden Schutzmann im Vestibül gewechselt, der ja in der Dunkelheit glauben mußte, daß er den Polizeichef selber vor sich habe. Aber ich will auch bemerken, daß er zugleich ganz tadellos Französisch spricht. Samstag, 2. Zuli M7 starke Steigerung der Hilfeleistung dicker Organisationen sich vor Augen hält, so wird man auch hier die städtische Förderung zugestehen müssen. Wenn auch nicht im Rahmen der eigentlichem Etatberatung, so doch im sachlichen Zusammenhang mit dem Haushaltsvoranschlag fand in d-er Dienstag-Sitzung das Projekt der Errichtung eines Diehhofes in Gießen erfreulich_r- weise einstimmige Annahme. Wenn man sich erinnert, mit welch temperameirtvollem Eifer im letzten Drittel des vorigen Jahres gegen diese zeitgemäße und dringend notwendige Eii.-ich- tur.g von einem kleinen Kreise von Mitbürgern! unter der Führung eines Stadtvero'-dnet.m Sturm gelaufen wurde, so kann man heute mit besonderer Genugtuung feststellen, daß durch ie Einstimmigkeit der Annahme dieser Vorlage da - getan wird, daß die Erlennttris von der Zweckdienlichkeit und Dringlichkeit dieses Vorhai ons jetzt auch in den Kreisen überzeugend lebendig! ist, die früher dem Unternehmen wider(trabten. Man farm jetzt nur noch hoffen und wÄychen, daß der große Gedanke möglichst rasch in die gute Tat umgesetzt werde. Ich habe mich ziemlich eingehend nüt dieser Sprache beschäftigt." Asbjörn Krag antwortete nicht. Er winkte bloß dem Kellner und bat ihn, sofort ein Automobil vor dem Hotel vorfahren zu lasten. Dann führte er den Hörer wieder ans Ohr. «Hallo, sind Sie noch da?" Die Stimme bejahte. „Immer noch kein Auto zu sehen?" „Nein." Krag holte seine Uhr hervor und sah nervös auf den Sekundenzeiger, der seine Sd)neckenrunde ab- tickte. ,/Das Auto müßte schon da fein", murmelte er. „Entweder ist ihm ein Unglück zugeftoßen oder--" „Oder?" fragte der Polizeichef unruhig. „Oder wir hätten mitfahren sollen!" erwiderte Krag. „Sie vergesfen aber," wandte der Polizeichef ein, „daß zwei handfeste Burschen dabei waren, daß der eine der Verbecher gefesselt und der andere ein alter, kranker Mann ist — wenn er auch Norweger sein sollte." „Ich glaube nicht länger an seine Kränklichkeit", bemerkte Krag. „Natürlich hätte man nie daran glauben sollen--Hallo!" Die Stimme im Telephon ertönte wieder: „Jetzt sehe ich das Automobil. Es ist ein geschloffenes gelbes Auto. Es kommt die Möllerftraße entlang." „Stimmt." „Aber es fährt sehr langsam." „Dann ist es erklärlich, daß es so spät kommt." „Jetzt hält es vor dem Polizeigebäude an." „Achten Sie genau darauf," sagte Krag eifrig, „wer aussteigt." Es entstand eine Pause. „Das Auto steht still," teilte die Stimme nach einer Weile mit, „aber es kommt niemand heraus." „Geben Sie acht, geben Sie genau acht!" eiferte Krag. Wieder folgte eine Pause. Und dann hörte Krag die Stimme sagen: „Es ist noch niemand ausgestiegen, aber der Chauffeur sieht sich erstaunt um. Das ist doch höchst sonderbar!" „Aber können Sie sehen, ob das Auto leer ist?" rief Krag in das Telephon hinein. (Fortsetzung folgt.) BcmkMsn und Finanzierung eines EinfamiliLnhcmßLZ Von PH. Nicolaus, Architekt B. D. A., Gießen. Den nachstehenden Aufsatz haben wir vorder Drucklegung dem Verfasser des ersten Artikels zur Kenntnisnahme uorgelegt, der anschließend seine Stellungnahme zu den Ausführungen dieses Verfassers kundgibt. D. Red. In Nr. 146 des „Gießener Anzeigers" werden für ein Einfamilienhaus mit fünf Zimmer, Dachzimmer und Nebenräume die Baukosten auf 35 575 Mark und die Miete auf jährlich 2900 Mark berechnet. Durch diese Zahlen werden viele ihre Hoffnung begraben und die Absicht auf Erstellung eines Eigenheims als undurchführbar aufgeben. Deshalb dürfte den weitesten Kreisen gedient werden, wenn ich in nachfolgendem den Nachweis führe, daß sich auch ein Einfamilienhaus mit fünf Zimmer, Küche, Bad, Nebenräume und Dachzimmer für nur 23 800 Mk. erbauen läßt und daß in diesem Falle der Hausbesitzer jährlich nut 1600 Mark verwohnt. Das Haus besteht aus a) dem Kellerstock (2,20 m hock)) mit Waschküche; b) dem Erdgeschoß (2,90 m hoch), mit 2 Zimmer von 5,20/4 m und 4/3,50 m, Küche 4/3,15 m und Nebenräume; c) dem Obergeschoß (2,85 m hoch) mit 3 Zimmer und Bad; d) dem Dachstock mit 1 Zimmer (10 qm groß) und Bodenraum. Die bebaute Fläche dieses Hauses beträgt = 75 qm, der umbaute Raum = 625 cbm. Bei einfacher Ausstattung ist das Kubikmeter umbauten Raumes für 28 Mk. zu erstellen. Als Bauplatz sind 500 qm vollständig ausreichend. Je nach Lage ist ein solcher Platz für 6 bis 8 Mk. für das Quadratmeter zu haben. Hieraus ergibt sich folgende Berechnung: a) Einmalige Kosten. Mk. 1. Bauplatz: 500 qm L 7 Mk. 3500,— 2. ©runbeaserbfteuer - 5 Prozent von 3500 Mk. 175,— 3. Baukosten des Hauses: a) 625 cbm umbauter Raum, Mk. a 28 Mk. 17500 b) Einfriedigung und Planierung usw. 1300 Summa Baukosten 18800,— 4. Straßenkostenbeitrag: 17 lfd. m Straßenfront, ä 60 Mk. 1020,— 5. Staatlicher Baustempel 8750 Mk. Rohbaukosten, pro Mille 4 Mk. 35,— 6. Abnahmegebühren und Schätzungen 50,— 7. Lagepläne rd. 25,— 8. Hypothekeneintragungskosten rd. 115,— Summa einmalige Kosten 23720,— b) Jährlich laufende kosten. 1. Zinsen (siehe c Finanzierung) 2. Bauunterhaltung: 1 Prozent von 18800 Mk. 3. Betriebskosten: . ... 3500 x 0,12 a) Grundsteuer ---— rd. b) Gemeinde-, Kreis- und Provinzial- . 9-2225 Umlagen (3500 + 18800) = 640 Mk. e) Kanalgebühren: f) 100 =110qm ä 0,20 Mk. = d) Müllabfuhr: Grundmiete = 800 Mk. — 20 Proz. 500 qm ä 0,01 Mk. 10000 Mk- (Friedenswerl) 1,50 1000 " Brandoersicherungsbeitragi 10 000 x 0,08 100 g) Schornsteinfegergebühren b) Wassergeld 640x0.25 100 . , 17,0x13 c) Strahenrelmgung: ——--- Mk. 1266,— 188,— 4,20 49,60 22,- 1,60 5,— 15.- 8.— 5,— 29,60 Zusammen 1594,— rd. 1600,— c) Die Finanzierung. Zinsen Mk. 1.1. Hypothek 5850 Mk. zu 8 Proz. = 468,— 2. II. Hypothek — städt. Darlehn 11000 Mk. zu 3 Proz. -- 330,— Tilgung 1 Proz. = 110,— 3. Eigenkapital einschl. Bauplatz 6870 Mk. zu 5 Proz. = 344,— 4. Zinsoerlust während der Bauzeit 280 Mk. zu 5 Proz. = 14,— Zusammen 23800 Mk. 1266,— Zinsen und Tilgung. Besitzt der Bauherr bereits den Bauplatz, dann wird der Wert desselben auf das unter c, 3 ausgeführte Eigenkapital angerechnet. Der Bauherr brauchte dann nur noch rund 3000 Mk. in bar aufzubringen. Zur Anmerkung. Von Beigeordnetem Dr. Hamm, Gießen. Ich gehen mit Herrn Aicolaus darin einig, daß man ein Fünfzimmerhcms auch billiger Herstellen kann, als ich es in meinen Darlegungen im „Gießener Anzeiger" Ar. 146 berechnet habe. Es kommt ganz darauf an, welche Ansprüche der Bauherr stellt. Wer, wie Herr Aicolaus annimmt, sich mit einem Bauplatz von 500 am (ich hatte 700 qm angenommen) und mit 625 com umbauten Raumes (in meinem Beispiel 783 cbm) und einer Ausführung für 28 Mark für den cbm umbauten Raumes (bei meiner Berechnung 30 Mark) begnügt, wird natürlich billiger bauen. Er wird aber nicht das Haus, das ich meiner Berechnung zugrunde gelegt habe, billiger bauen können, wenn nicht ganz außergewöhnliche Verhältnisse vorliegen. Mir kam es aber auch nur darauf an, einmal festzulegen, welche Belastungen überhaupt mit einem Hausbau verbunden sind; denn darüber herrscht in weiten Kreisen Baulustiger eine große Ankerrntnis, die manche Bauherren dazu verleitet, ein Haus zu bauen, um nachher unter einer finanziellen Belastung, die in gar keinem Verhältnis zu seinen Einnahmen steht, zu seufzen. Ich gab also in meinem Aufsatz eine Aufzählung aller Dinge, die ein Bauherr bei der Finanzierung seines Hauses bedenken muß. Alm denjenigen Kreisen, die dem Bauwesen fernstehen, einen besseren Einblick zu gewähren, habe ich mich eines Beispiels bedient, welches ungefähr den besseren Einfamilienhäusern, wie sie in letzter Zeit in Gießen gebaut wurden, entspricht. Je nachdem ein Bauherr nun seine Ansprüche höher oder niedriger stellt, wird das Haus teurer oder billige^ als ich es berechnet hatte. Meines Erachtens stellt aber die Bausumme von 23 800 Mark, die Herr Aico- laus errechnet hat, die untere Grenze der Bausumme für ein freistehendes Einfamilienhaus von fünf Zimmer usw. dar. Die Bauplatzpreise, die Herr Aievlaus mit 6—8 Mark pro qm annimmt, sind nur in den wenigsten Fällen bezahlt worden (Karl Vogtstraße und Kugelberg). Für die meisten Bauplätze muhten 10—15 Oliarf pro qm bezahlt werden Ich konnte in meinen Darlegungen natürlich nicht ein Beispiel geben, das für jeden einzelnen Fall paßt, sondern nur ein Schema, nach welchem der Bauherr sich seinen Spezialfall selbst errechnen kann. Schweres Steinbruchunglückr auf dem Westerwald. WSA. Marienberg (Westerwald), 1. Juli. Ein schweres Unglück, das leicht noch schlimmere Folgen hätte zätipen können, ereignete sich am Donnerstagnachmittag 3 Ahr in dem der Firma Vereinigte Grauwacke- und Basalt-Aktiengesellschaft Bonn gehörigen, in der Bacher Ley gelegenen Stein- bruch bei Stvllensprengungen Etwa sieben Zentner Rvhrprüfer waren in den acht Meter tiefen rechts und links fünf bzw. zwei Meter sich ausdeynenden Stollen gebracht worden. Nachdem dieser durch Sandmassen abgedichtet und der Sprengstoff entzündet worden war, drängte sich die Pulvcrmasse, statt sich nach innen auszuwirken, an eiyer schwachen Stelle zum Ausbruch, schleuderte unter gewaltigen Detonationen die Steinmassen heraus und überschüttete das unmittelbare Steinbruchgelände mit einem dichten Steinhagel. Die vor der Anfallstelle stehenden Kipperbuden wurden glatt hinweggefegt, die Wände des in dem Strinbruch gelegenen Mannschaftsraumes und der Wrrcaus unter dem gewaltigen Anprall der Steine durchschlagen und Hochspannungsmasten abgebrochen. Die Steinmassen wurden zum Teil bis in das über 1 Kilometer entfernt liegende Dorf Pfuhl hineingeschleudert, wo ein vier Zentner schwerer Stein eine Mauer total zertrümmerte und das Dach eines Hauses beschädigte. Arbeiter, die auf der gegenüberliegenden Höhe der Sprengstelle sich befanden, um hier die Sprengwirkung abzuwarten, - wurden durch den heftigen Luftdruck zu Boden geschleudert. Der Sternbauarbeiter Robert Schumann aus Bach erlitt schwere Verletzungen an beiden Deinen, am linken Oberarm und Hinterkopf, so daß er dem Krankenhaus zugeführt werden muhte. Zehn bis zwölf Mann kamen mit leichteren Verletzungen davon. Das Anglück ist darauf zurückzuführen, daß die Pulvermassen eine schwache, widerstandslose Erzstelle trafen, sich durch diese ins Freie entluden und hier die verheerende Wirkung ausübten. Die Anfallstelle wurde unmittelbar nach dem Anglück durch das Gericht besichtigt, um Erhebringen über die Arsachs und Wirkungen derselben anzustellen. Der Betrieb, der insgesamt 90 Mann beschäftigte, ist vorläufig stillgelegt, bis zur Durchführung der Antersuchung durch die Staatsanwaltschaft. Ans dem ^mtsverkünorgungsLrlatL. • Das Amtsverkündigungsblatt Ar. 49 vom 1. Juli enthält. Kreistagssitzung. — Richtlinien für die Mitwirkung der Schulen bei der Berufsberatung und Lehrstellenvermittlung im Dolksstaat Hessen. — Ansteckender Scheidenkatarrh in Grünberg. — Dienstnachrichten. Wirtschaft. Wochenbericht von der Frankfurter Börse. Waren in der vergangenen Berichtswoche trotz der relativ festen Haltung der Börse kaum Kursverbesserungen aufzuweisen, so holte dies die Börse in den letzten Tagen vor dem Halbjahresabschluß noch in ziemlich starkem Maße nach. Es muh aber dabei berücksichtigt werden, daß sich die Geschäftstätigkeit auch in dieser Periode kaum lebhafter gestaltete. Die Börse blieb bis zuletzt fortgesetzt vollkommen auf sich selbst angewiesen, abgesehen von einigen Auslands- käusen in Elektrowerten und vereinzelten Meinungskäufen für Rechnung der privaten Kundschaft. Es bestand aber, wie wir in unseren letzten Wochenberichten schon angedeutet hatten, noch ein ziemliches Decouvert, das nach Deckung verlangte. Ferner waren viele überrittene Stellage und Prämierungsgeschäfte einzudecken, da diese infolge der darauf ruhenden Kursgewinne durchweg abgenommen wurden. Es waren also in der Hauptsache technische Arsachen, die zum Halbjahresschluh für die feste Verfassung der Börse sorgten. Die aus der Wirtschaft und aus der Industrie vorliegenden Aachrichten, die überwiegend in der Lage gewesen wären, eine günstige Rückwirkung auf die Börsentendenz auszuüben, blieben recht wenig beachtet, da man mehr oder weniger mit ihnen gerechnet hatte, bzw. sie zu wenig einschätzte. Große Sorge bereitete auch der Geldmarkt, und viele kleinere Firmen hatten bei der Beschaffung von Re- portgeldern mit bedeutenden Schwierigkeiten zu kämpfen. Aber zum Altimo selbst kam doch nur sehr wenig Material an den Markt, bzw. das angebotene Material wurde durch den Deckungsbedarf, ohne Kursschwankungen hervorgerufen zu haben, aus dem Markte genommen. Die politische Situation wurde an der Börse ebenfalls günstiger beurteilt. Die RedeStrese- manns zu Beginn der außenpolitischen Debatte im Reichstag fand ein sehr zustimmendes Echo; namentlich der Abschnitt, der an die Adresse des französischen Ministerpräsidenten gerichtet war, fand die ungeteilte Zustimmung der Börse. Beachtet wurde auch die Tatsache einer scheinbar bevorstehenden Einigung in der albanisch-jugo- slawischen Frage. Für den kommenden Monat rechnet die Börse allgemein mit einer lebhafteren und festeren Tendenz. Zu dieser Auffchsung kommt man, indem man von dem Gedanken ausgeht, daß die ungeordnete Reportgeldeinschrankung nunmehr voll und ganz durchgeführt fein dürfte und daß n€ue einschränkende Maßnahmen auch noch kaum zu erwarten fein werden. Einen guten Eindruck machte im Zusammenhang damit der Widerstand, den besonders die Aktzeptoanken der Reichsbank in der Angelegenheit des bekannten Fragebogens, aus dem ersichtlich sein soll, welche Summen aus ausländischen Anleihen für Repvrt- gelder verausgabt worden sind, entgegensetzen. Man kalkuliert ferner, daß, da jetzt nach der Krediteinschränkung die Geschäfte an der Börse hauptsächlich gegen Kasse getätigt worden sind, das Material in finanzkräftigere Hände gekommen ist, die es nicht wieder so schnell an den Markt bringen werben, wie im allgemeinen die mit Kredit arbeitende Terminspekulation. Es könnte sich unter diesen Amständen bei anhaltender Nachfrage zu den gegen das Frühjahr immer noch reichlich niedrigeren Kursen Materialmangel einstellen, so daß man es nicht für ausgeschlossen erachtet, daß eine recht feste Periode an der Börse ihren Einzug halten kann. Man interessierte sich deshalb auch in der abgelaufenen Derichtswvche nicht mehr ausschließlich für Spezialwerte, sondern wandte das Interesse fast allen guten Papieren zu, die denn auch ziemlich gleichmäßig schöne Kursbesserungen erzielen konnten, die nicht selten über 20 Prozent hinausgingen. Dies gilt in erster Linie für die E l e k t r o w e r t e, für die auch aus der Schweiz Meinungskäufe getätigt wurden. Es gewannen von den Elektrowerten AEG. 10 Prozent, Bergmann 12 Prozent, Lah- meyer 7 Prozent, Schuckert 12 Prozent und Siemens u. Halske 22 Prozent. Auch auf dem Montan markt war die Aachftage zeitweise recht groß, besonders gegen Schluß der Berichts- Woche, als die Verhandlungen in der Kohlenfrage mit Frankreich sich günstig gestalteten. Es profitierten davon in erster Linie Harpener, die über 10 Prozent anzogen, ferner Mannesmann mit plus 17 Prozent, Rheinische Braunkohle mit plus 13 Prozent, Rheinstahl mit plus 10 Prozent, Ilse Bergbau mit plus 21 Prozent; auch die Kaliwerke waren 10 bis 13 Prozent höher. Die Schiffahrtswerte fanden kaum noch Beachtung, da nach den letzten Aachrichten sich der Konkurrenzkampf zwischen Hapag und Lloyd immer mehr verschärft. Für Zellstoffaktien Rätsel-Ecke. Silbenrätsel. * Aus den 45 Silben: a — aa — chen — chri — do — e — e —eg — gern — harn — heim — in — in — kart — ko — la — li — lid — lo —mer — mez — mont — mur — nar — nau — ne — nis — nus — pe — rac — ri — rich — rin — se — fe — stinkt — stoph — ten — ter — trap — oal — mein — zi — zo — zwing sind 19 Wörter mit folgender Bedeutung zu bilden: 1. Naturtrieb; 2. Luftkurort in Oberbayern; 3. Stadt in Kaden; 4. Heilpflanze; 5. geistlicher Liederdichter; 6. Ballspiel; 7. männlicher Personenname; 8. Stadt in Frankreich; 9. Betäubung; 10. Zwischenspiel; 11. männlicher Personenname; 12. Werkzeug; 13. Hühnervögel; 14. Provinz und Stadt in Spanien; 15. Titel eines Goetheschen Dramas; 16. Arzneipflanze; 17. Schweizer Reformator; 18. Stadt im Rheinland; 19. Edelwild. — Sofern die Wörter richtig gebildet wurden, ergeben die Anfangsbuchstaben von vorn nach hinten und Endbuchstaben von hinten nach vorn ein Zitat von Bornhagen von Ense. Kreuzworträtsel 4-5 8 12 \0 15 18 \21 E AV St 161 25 27 T TÄ» QM! MW iESssJ ißMMeea 1. Von links nach rechts: 1. Volksstamm; 4. biblische Person; 7. Gesangslaut; 8. weiblicher Personenname; 9. demütige Ehrenbezeugung in China; 11. Kampfplatz; 13. abessinischer Herrschaftstitel; 15. amerikanischer Strom; 18. Göttin; 19. Maß für Tiefenmessungen; 22. festgesetzte Folge; 25. Nebenfluß der Fulda; 26. Kalifenname; 27. Kunstreiterfamilie; 28. seidenartiges Gewebe. 2. Von oben nach unten: 1. Japanischer Staatsmann; 2. Farbe; 3. weiblicher Personenname; 4. Wurfspieß; 5. Gruß; 6. biblische Person; 9. scharf riechendes Harz; 10. unwillkommener Gast; 11. Sohn Jakobs; 12. männlicher Personenname; 14. Teil des Baumes; 16. Badeort in Hessen; 17. erste Klasse einer Schule; 20. Abschiedswort; 21. metallhaltiges Gestein; 23. griechische Göttin; 24. biblische Person. Kreuz-Rätsel. Die 13 Buchstaben a — a — a — a — h — t — m — m — n — n — n — n — r sind in vorstehendes Kreuz derart eingufteßen, daß die beiden Längsreihen, wie die Qüerreihe fe einen weiblichen Personennamen ergeben. Scherzrätsel. 1. Es gibt ein Garn, wer sagt mir's an, Das keine Frau gebrauchen kann. 2. Weißt du zu sagen, welche Brust Weder Leben noch Lieben kennt, Leid oder Lust? Buchstabenrätsel. 1. Viterbo; 2. Trier; 3. Riesa; 4. Amrum; 5. Dniestr; 6. Skutari; 7. Franken; 8. Mentone. Nach Streichung jedes ersten und letzten Buchstabens bilde man durch Umstellung der übrigen aus vorstehenden Wörtern andere, deren Anfangsbuchstaben ein Spiel benennen. Bilderrätsel. Auflösungen. Silbenrätsel. 1. Deckblatt; 2. Jd^il; 3. Epoche; 4. Malchow; 5. Urheber; 6. Tromsoe; 7. Trinidad; 8. Edikt; 9. Revers; 10. Jrawadi; 11. Seume; 12. Treseburg; 13. Debatte; 14. Elefant; 15. Reblaus; 16. Behörde. Die Mutter ist der beste Geist der Welt. Orbnungsrätfel. a t d m a k o k o n a f d n e meran knote Rosenmonat. Abirsnnrälsel. sie — ben — sch — lae — fer . Siebenschlaefer. Kreuzworträtsel. 9 a m g o D E Ep R Mil L BSISlGl! BHBlw Ms aaimtiBfs ilSÖl Vexierbild. Bild auf die linke untere Ecke stellen, bann ist der große Bruder, gebildet vom Oberleib, Arm und Kleid der Schwester, dem Walde und dem Wege zu sehen. Die Narrenkappe. Splitt« und Sparren vom Redakttonslisch. Zeitlupe. Frau Runders geht selten ins Kino: Zeitluven- Aufnahmen sah sie noch nie. Dieser Tage nun lud sie eine Freundin zum Kino ein. Da gab's unter anderem ein Pferderennen. Erst naturell, dann mit der Zeitlupe. »Recht geschieht ihnen I" schrie Frau Runders. „erft Hetzen sie die Pferde ah und jetzt lahmen siel" (Lust. Bl.l hat das Interesse ebenfalls stark nachgelassen, nachdem die Verwaltung der Zellstoff Waldhof A. G. kategorisch erklärt hat, daß an den Fu- sionsgerüchten mit der Elberfelder Glanzstvff A. G. nichts Wahres fei. Dagegen erfuhren die Autowerte und die Qlftien für die Wd u - Unternehmungen sehr erhebliche Kurssteigerungen. Für die Autowerte war die fehr gute Beschäftigung und die steigenden Produtions- zissern anregend. Adlerwerke konnten 5 Prozent, Daimler sogar 10 Prozent und A.S.A. 3 Prozent gewinnen. Von den Dauwerten waren Holzmannaktien sehr begehrt. Holzmann gewannen 13 Prozent und Wayß u. Freytag 12 Prozent. Für deutsche uich ausländische Renten bestand im Gegensatz zur allgemeinen festen Tendenz absolut fein Interesse. Die Kurse gingen im Lause der Woche etwas zurück. Der Geldmarkt war sehr angespannt. Tägliches Geld stieg von 5Vs bis auf 7 Prozent am Altimo. Reportgeld bis zum nächsten Medio war sehr schwer aufzutreiben. Kleinere Firmen mußten bis zu 10 Prozent anlegen, überhaupt war der allgemeine Satz nicht unter 8Vs bis 9 Prozent. Auch der Privatdiskont erfuhr Ende der Woche für beide Sichten abermals eine Steigerung auf 6 Prozent und ist damit jetzt dem Reichsbankdiskont gleich. Auf dem Devisenmarkt ist die Tendenz außerordentlich schwankend, namentlich für Mailand und Madrid. London—Mailand eröffnete die Woche mit ca 86.—, dann besserte sich Mai- land bis auf 84.50 um aber Ende der Berichtswoche bis auf 88.— gegen London zu sinken Die Mark ist dagegen durchweg recht fest, gegen Dollar ca. 4,2183, gegen Pfunde ca. 20,492. Wochenbericht vom Frankfurter Produktenmarkt. In der Berichtswoche war das Geschäft am Frankfurter Produktenmarkt wieder außerordentlich klein, und die Preisgestaltung neigte nach einer anfänglichen Befestigung im Verlaufe wieder nach unten, da die Händler sich außerordentlich große Zurückhaltung auferfegten. Infolge der anfangs dieser Woche noch anhaltendes schlechten Witterung hat die Nachfrage nach Roggenkleie ziemlich angehalten, jedoch bestand dafür Ende der Woche kaum noch Interesse, so daß die Preise über eine halbe Mark nach* geben muhten. Mehl hatte sehr geringes Geschäft, die Mühlen sahen sich im Verlaufe der Woche gezwungen, ihre Preise etwas herab- zufehen, namentlich die für spätere Lieferungen. Aber auch dieses Entgegenkommen konnte die Händlerkundschaft nicht zu einer erhöhten Kauftätigkeit anreizen. Weizen und Roggen waren vollkommen von der Preisgestaltung im Auslande abhängig, und da diese sich recht gut behaupteten, war die Tendenz für diese Getreidearten durchweg gut behauptet. Gegenüber der vergangenen Woche blieben die Preise allgemein gut behauptet. Es no- ^MucUauhe ;W°£*SoHn eines gepflegten Frauenkopfes hängt hauptsächlich von der Wirkung des Haares ab. Versäume also nicht dem schönsten Schmuck der Frau die richtige Pflege angedeihen zu lassen und nimm nur fe*-***^( W le!. 'M*!; 4 flr 'fiten; » Äi; unb ,ekt?°Afie. fifig her £■ M1 ^fi _ ^'fifigrbllch. Afiidad; 8. £’ ,^ume; 12. ' ' Reblaus; iß, Mt der Welt, d. Q R e n e t 1 [at - fer !t. i M tfeL WML ipiyy aläffls h™ Ecke (teilen, bann ist m Oberleib, Ann und Ibe und dem Wege zu Kappe. m tXebatttonSn!$. e. i ms Kino: Zeitlupen. • eine Freundin zum rem ein Pferderennen- !k Zeitlupe. schrie 5tou Runders, ab und seh! labnien lLust. Tl.l -onbon zu siML recht sefi. gegen x ca. 20,492. frankfurter markt. DaT dos Grschäst am wieder auhervrdeni S-KsS °"A onN*1^ iw? ne hawe ,z Ke- ie J4$ Cufe der sich un ^r*a Lab* r "u »;« einet 4;’L, waten M°ch- ^'vcmtfiivtev Kurszsttel der Berlmer und Frankfurter Bsrie Kur- 3». 6. 87.65 Devisenmarkt Berlin—Zrankftrrt Telegraphische Auszahlung. 27 6,5 >4.4 17,25 16,9 f- Ähidität im Sasietd 6246a ä Nur Schusstrabe 6 'Butzbach 3 3Crsu3plat3 1 'Nejr’SchulsiraSe 6 W; ML Wohnung Q| Wilhelm Höss, Haus- und Küchengeräte Neuen Bäue 10 62760 65.000 bei beginnt heute •" di o enft &» :•© r. Hausrat Gießen 6213D 6220a Lindenplatz 1. isiont 6 Die hinter Den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt Berun. 1 Die Qua/Haismar 26,25 24,13 14.25 4,197 58,63 112,42 20.44 M 3 e o ttl o 3T E W Vto iica p gestellte Preise bei langfristiger Teilzahlung 4,217 58,87 112,88 20,52 Datum: 7 8 .... 10 10 304 18,75 durch Polstermöbel, Korb- u. Kleinmöbel Ueberraschend e 60 -62. 3m Vergleich zu den Notierungen der vergangenen Woche zogen Rinder 1 Mark und Schafe 3 Mark an. Schweine waren bis 8 Mark teurer, während Schafe nur behauptet blieben. ohne Umsätze. Morgen tritt erstmalig die Un- terbrechung des Börsengeschäfts an den Samstagen ein, was die Geschäftstätigkeit heute abend sehr hemmte und allgemeine Zurückhaltung hervorries. Gegen die schwächere Nachüörse sind die Kurse kaum verändert, einzelne Werte gaben noch bis 1 Prozent nach, so Mannesmann, Harpener, Rheinische Braunkohlen, AEG. und Daimler. Etwas stärker abgeschwächt waren Hapag mit minus 1,5 Prozent. Renten blieben ohne Umsätze. Riebest Montan. . SBcrciinote Stahlst). Otavi Mitten - . . Kali Aschersleben . A. E G Bergmann Elektr. Lieferungen Transradio äa'ometjcc L Co. . . Buderus...... Tcutsche E^döl . . Essener Sreinkohle Geljentirchener . . Harpcner Voesch Eisen - . - . Ilie Bergbau . . . jtlöcfncrroerte . . . -stölu-Ncucssen . Mannesmann . . . Mansiclder. . . - Scheideanstall . , ^Goldschmidt . . .. RutgcrSwerke . . Metallgesellschaft DcuUchc Bant DiSkonto-Gescllschan Lnt. Dresdner Bant Mitteldeutsche Lreditbank Metallbank RcichSbank . . . Verlange ^y%/ ßffe/f Lmcrikanische Miotcn Belgische Noten. . . 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'/, I- i 8 I 2 . . 1 sh , ,.10 Unser Sommer- Jiusw erlauf '£1 große Auswahl u. mannigfaltiger Formen in unserem Lager Billig Schlub. ; (eilen: Weizen 31,25; Rvggen 28,50 vis 28,75; Hafer, inländischer, 26; Hafer, ausländischer, 23 50 bis 26; Mais 19; Weizenmehl 41 bis 41,25; Roggenmehl 39,25 bis 40; Weizcnkleie 13,25; Roggenkleie 15,25 bis 15,50 Mark. Wochenbericht vom Franksurrer SchlachtviehmarLU. Sn dieser Woche stand am Schlachtvich.narlt ein etwas kleinerer Auftrieb zur Verfügung. Da die Rachfrage nach frischem Fleisch ziemlich groß war, wurden die Viehbestände geräumt, und es traten für die meisten Gattungen Preisaufschlage ein. Der Gcsanrtauftrieb der Woche Island aus 234 Ochsen, 98 Dullen, 697 Kühen, 302 Färsen, 1253 Kälbern 225 Schafen und 4632 Schweinen. Verglichen mit dem Auftrieb der vergangenen Woche/waren 50 Rinder und 1000 Schweine weniger angetrieben, dagegen stehen 70 Kälber mehr -um Verkauf, während der Auftrieb in Schafen nahezu unverändert war. Dezahlt wurde pro Zentner Lebendgewicht: Ochsen al 66—69, a2 61 his 65 bl und b2 55—60. Dullen a 60—64. b 54 bis 59 Kühe a 53-58, b 45—52, c 38-44, d 30-37. Färsen a 65—69, b 58—64, c 50—57. Kälber b 78 bis 33, c 70—77, d 60—69. Schafe a 50—55, b 40 bis 49. Schweine b 60—62, c 61—63, d 63—64, All« Deutsche Eisenbahn .4'/- Hamburg-Amerika Paüer. . 6 vamb -L.idan: Dampisch- .8 Hansa Damvffchiff .... ' Norddeutscher L'lollb - Allg- Deutsche Lreditanst.. Samt, x Bankverein - Berliner Handelsacsellsch. Commerz- und Privat-Bk. Tannst. u. Nationaldank. * Don der Frankfurter Bö r s e. Der Dörsenvorstand teilt mit: Die mit Bekanntmachung vom 27. Suni angeordnete Aende- rung der Rotierungsweise für Deutsche Anleiheablösungsschuld mit Auslosungsscheinen Rr. 1 bis 30 000 und Deutsche Anleiheablösungsschuld mit Auslosungsscheinen Rr. 30 001 bis 60 000 tritt erst mit Wirkung vom 11. Suli 1927 in Kraft. ♦ D ie Frage der Kohlenpreiserhöhung. Während der Reichswirtschaftsminister den Einspruch seines Vertreters im Deichs- rohlenrat gegen die Beschlüsse über eine mäßige Preiserhöhung für gewisse Braunkohlensorten bereits sanktioniert hat, steht seine Entscheidung wegen des Einspruchs seines Vertreters gegen die Preiserhöhung bei einigen Steinkohlenarten noch aus. Die zuständigen ,Stellen der Reichsregierung sind gegenwärtig noch damit beschäftigt, die in der letzten Sitzung des Reichskohlenrats vom Bergbau vorgelegten Unterlagen zu prü.fen. Don dem Ergebnis wird es dann abhängen, ob dos Veto gegen die Preiserhöhung Franzonichc Owren...... Holländische Noten Ualienische Noten Norwegische Noten ..... Deutsch ^estcrr.,^100 Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten Schweizer Noten Spanische Noten Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten Zäl üiTfiä test, 21 23,52 109,27 oM4 2,55 113,18 81.61 72.00 '2.53 ‘■<,55 a. W. Geld "TtiTi'i 168,63 23,42 108,83 59.60 2,53 112,72 81,29 71.7' 12,47 73,2 j 1.7 88 305 18.5 Öberschles. Eisend. Bedarf 0 Oberschles. Rolswcrke . . .0 Phönir Bergbau. f. V, I 3 Rheinische Braunkohlen Rheinitahl Drucksachen aller Art sta!tung |tHrdnCnnbfprrtswerl die vrühl'sche Unlverstlats-Druckerei, R. Lange, Sichen. Schnlstr. Z. /,% desgl- von 1913 . . . . 4°/0 Ungarische .«ronenrte - - 4% Türk, ^ollanlcihe v 1911 4»/, Türk. Bagdadbahn-Anl. Serie I............ 4«/o desgl. Serie II. . - 4°/0 Rumänen convert. Rte- 4,/i°/o Rumänen Goldanl. . von 1913 ....... . . aufrechterhalten wird, oder ob etwa ein Gnt- gegenlonunen in der Frage der Preishöhe ermöglicht wird. • Der Abschluß des Kohlensyndikats mit Frankreich. Anläßlich des gestrigen Zustandekommens des Kohlenabwmmens zwischen dem Kohlensyndikat und den Franzosen wurde von einer Seite gemeldet, daß es sich hierbei um Diengen von 12 oder 20 Millionen Tonnen handele. Diese Angabe ist an sich sinnlos, denn bei den Kohlenlieferungen nach Frankreich handelt es sich um ein LiKenzsYsrem. Die einzelnen Verträge unterliegen der jeweiligen Genehmigung der französischen Regierung; eine Angabe der Lieferungsmenge ist also unmöglich. * Konkurse und Geschäftsaufsichten im Juni. Die Zahl der neuverhängten Konkurse und Geschäftsaufsichten hat im Monat Juni eine zumteil erhebliche Abnahme erfahren. (Die Zahlen in Klammern sind die entsprechenden der Monate Mai und Llpril.) Es wurden neu eröffnet Konkurse 407 (457 bzw. 403), Geschäftsaufsichten 94 (132 bzw. 104). Aufgehoben wurden 74 Geschäftsaufsichten (105 bzw. 101). Z-rar . .;Vex . Frankfurt a. M., 2. Juli. Die Abcndbörse verkehrte vollkommen lustlos und Ä I M'-nd. *‘tra I börkc 30.6. ] 1.7. S^SaBSS ——————— Frankfurt a M Berlin Schluß Kurs Schiutzb Abcndbörse Schluß. Kurs Schlichb Mittag hörte Datum: 30. 6. A. 7. 30. 6. 1. 7. Pbtlipp Holzmann . . . . 12 Hrrdelberger Cement . . 8 Temenr Karlstadt......8 Äahtz & Srcitog ...... 10 Schulthcts Patzenhofer. . 15 Ostwerke ...........12 Ber- Glanzstoff......15 Bemberg..........8 Zellstoff Waldhof.....12 Zellstoff Aschaffenburg . . 10 Charlottenburger Wasser. 7 .'cssauer Gas.......8 Daimler Motoren.....o Demag...........o Adlerwcrke Klehcr.....o tludw. Loelre.......10 Nat. Automobil......6 Orcnstcin & Koppel .... 4 Linke Hofmann......o Leonhard Tietz.......G Bamaa-P-cpnin......o Franks. Maschinen . . . . C Gritzner.......... i Heyiiaenffaedt ....... o Iungvans ........ 6 Lcchwerkc..........8 lviainkraftwerke......8 Miag............10 Nekarsulmer....... . 8 Peters Union ....... 8 Sehr. Roeder . ...... 10 Boigt & Haesfner ..... -fi Südd Zucker.......o ______Ban w o« ■ - y _ « - ."k S i 1 1 1 1 1 1 M 1 •) 1 1 'c. 1 * 1 i 1 « I i < ) L 1 s i i । i । B i । i i । i i । । i; । ^ii<1=iiii a । Cs Sl 1 1 121I KKZZÄ IIIIIIII<82 175 179 176.5 — 182,75 190 199.5 195.5 197,75 196,75 136 134.75 135.25 — —» 107,5 107,5 — — 105 106,5 129.5 129,5 126,13 130,25 280 277.5 276 278 210,5 207 209.5 208.5 — 165,5 165 164,5 144 143.6 143.5 143.4 — 56.75 36 36.65 184 181 183.65 181 187,5 185 187 187 245 243 243 290.5 287,5' 290 288,5 — 141 140,5 214.5 214.5 — 144,5 140,75 142,75 142 110,5 107.5 106 107,5 1. Juli. 2. Juli- Amtliche Geld Itotiermta Brie,' Amtliche Notierung Keld Brief Amff-- NoU- 168,85 169,19 168,86 159,20 1.783 1,792 1,788 1,(92 Brff-Antw- 58,56 58,68 58;(6 ■)S|68 Chrifficmia - •Hape Können 108,95 112,66 109,17 112,88 199,05 112,68 iftfe Stockholm ■ 112,98 113,20 112,9-1 11.7,16 HclsinqforS. HL618 !0,628 10,612 111,632 Klaffen. . 23,30 23,34 23,37 'in, 41 London - . . 0,169 20,509 W.4? 20,51 Neuyork . - 1,2165 4,2235 1,315 1,223 Baris. . » . 16,50 16,54 16,595 <0/545 Schweiz . . 81,145 81,305 61.135 Oh 295 Spanten. Japan .. • 71,88 ' 1,988 72,02 1,992 72,23 1.988 72,37 1.992 Vtiö de Jan. '.495 3,497 1,494 l496 Wien in D-- Oest. ahgeft. >9,32 2,468 59,44 12,508 69,32 12,491 59,44 12,511 Belgrad . . Budapest. - Bul^an'cn . 7,417 .047 7,4dl <3,57 ;,053 --417 <3,43 9.047 7,431 ;3$7 3.053 Lissabon . . .'J,78 20,82 -0,88 20,92 Danzig - . - .Konstantin. 81,67 81,83 1,182 81,67 81,83 2,178 2,183 2,187 Athen. . . 5,744 5,7:6 5,744 • ,7j6 Canada . . 4,210 ■1,218 4,209 4,217 4,154 Uruauay. - 4.166 1.174 4,146 20,-995 Cairo • - • 1 20.99 I 21.03 y,(|35 90 _ 90,5 143 142,5 141.75 142, j — 237 234 — 2'21.75 222.25 146 143,5 143.75 143.5 151,25 150 151 151 156,5 — 155,75 159.5 — 248.5 247 185,5 182.26 184 179 243 242 5 241,75 242,25 467 167 166.25 167.64 164.9 163 75 164 170.76 163,75 169,25 171 235 235 147.75 148.5 148 149 167 167 —- — Saison- mit Ausnahme der Markenartikel! Ausverkauf! Wegen Einschränkung meines Ladenlokals während des Neubaues ist es mir nicht möglich, die für den Ausverkauf bestimmten Waren auszulegen. Deshalb biete ich meinen werten Kunden für die kommende Woche einen Sonder-Rabatt von 20% auf alle Saison-Artikel! Mäusburg 10. WM ■-.v - V •.7.'? ” 6212a Meine Sprechstunden finden von jetzt ab jeden Werktag nachmittag (außer Mittwoch u. Samstag) von 2-4 Uhr statt Med.-Rat Dr. W. Bausch Leiter der Hess. Heilstätte für Nervenkranke Lieber Str. 106 Gießen Telephon 2418 5885D Uberseereisera W Regelmäßige Personen- und FrAcfit- dienste nach N erdam erika, MitteU Amerika, Südamerika, Ostasten, Australien und Afrika Vergnügungs- und Erholungsreisen, wie Fjord- und Polarfahrten, Reisen um dieWelt,Westindien-Reisen Interessenten erhalten Auskünfte und Prospekte kostenlos durch die Q Hamburg - Amerika Linie HO* HAMBURG i 4- ALSTERDAMM L5 und die Vertretungen an allen größeren Plätzen des In- und Auslandes. Vertretung in: i07ic Gießen, Sally Loeb Bahnhofstraße 52a; Wetzlar: Hermann Sircoulomb, Bahnhofstraße 26 Markenablieferun Achtung Vom S. bis 20. Juli d. J. sind in den Verteilungsstellen Markenkarte mit Umsatzmarken sowie Anteilkarte gegen Quittung abzufiiefern. Wir bitten unsere Mitglieder um pünktliche Ablieferung, damit die Verrechnung der Rückvergütung erfolgen kann. Versäume kein Mitglied die Ablieferung, sonst geht die Rückvergütung verloren 150V in Kiefern-, Tannen- u. Eichenholz, Derbrennungssarge, Reiches Lager, billige Preise Auto-Transporte bei mäßiger Berechnung. Anton Wagner Marburger Straße 30 Telephon 927 MraigOalltorsMe Großes Lager aller ZWMM Herde Volksberd Badenia offen nur .... 95.- RM. geschlossen nur 98 — RM. Prima Referenzen! Bequeme Ratenzahlungen, 6012a Der Vorstand Konsumverein Rieden n. Umg. e. G. m. b. H. 6233a ms na ». Rfaßa K ntvtfaWiwjtin ! Ar*rp*a^^ftfulia' ntelkti* trtrtoify TÄfcadeiyw/ei* f WUffSOTl&SCHHlDT A.G. OEIOE i.WESTF. IXsÄ. billige Mime Metol 1 Pfd. graue, geschlisfens Mb. 0.80 und 1.—; halt)' weihe Mk. 1.20; weihe flaumige Mb 2.-, 2.SO und 3.-; Herrschaftsschleitz Mk.4.-; best. Halbflaum Mk. 5.- und 6.-; unge< schliss. flaum. 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Juli TO Wandern und Reisen Bäder und Sommerfrischen Reisewinke. Löst Platzkarten. Jetzt. unmittelbar vor Beginn der Hauptreisezeit. beschäftigt manchen, der auf Reisen gehen will, die Sorge, ob er auch einen Platz — und natürlich am liebsten einen Fensterplatz — im Zuge bekommen wird. Das Mitteleuropäische Reisebüro weist darauf hin, daß zu zahlreichen D-Zügen beato. Kurswagen Platzkarten verkauft werden, die bereits drei LagevordemReisetag zusammen mit dem Fahrtausweis ausgegeben werden. Für die 1. Klasse kostet eine Platzkarte 2 Mark, für die 2. Klasse 1 Mark, für die 3. Klasse 0.50 Mark. Das sind Beträge, die gewiß jeder Reisende für die Sicherung eines Platzes gern bezahlt. Wer nicht am Abfahrtsort des Zuges wohnt, kann auch schriftlich die Platzkarten zugleich mit den dazugehörigen Fahrtausweisen bei der amtlichen Fahrkartenausgabe bezw. in den mit der Ausgabe von Fahrtausweisen betrauten Reisebüros gegen Nachnahme bestellen. Roch ratsamer aber ist es das am Wohnort befindliche Reisebüro oder die H-ahrkar- tenausgabe des Bahnhofes mit der Beschaffung zu beauftragen (nur in Berlin befassen sich dre üahr- kartenausgabestellen der Bahnhöfe mcht mit der Abgabe von Platzkarten). Erfolgt die schriftliche Bestellung ohne ausdrückliche Anweisung, die Platzkarten an eine bestimmte Adresse zu senden, so werden sie während der letzten drei Stunden vor Abfahrt des Zuges bei der Fahrkartenausgabe des Abgangsbahnhofes (für die in Berlin von der Stadtbahn abgehenden D-Züge bei der Fahrkartenausgabe Berlin, Bahnhof Friedrichstraße) zur Abholung bereitgehalten. Die reservierten Plätze müssen spätestens bis zur Abfahrt des Zuges eingenommen werden, da nach Abgang des Zuges der Wagenschaffner anderweitig darüber verfügen darf. Bad Homburg. „Die Perle vom Taunus!" wird Bad Homburg allgemein genannt, und mit Recht. Denn unter den Kur- und Erholungsplähen, die das TaunusgÄiirge wie ein Kranz umgibt, ist Hom- burg durch die klimatischen und hygienischen Der- I hältnisse, sowie durch seine ausgezeichneten Mineralquellen und Däderarten, die schon den Römern zu Heilzwecken dienten, besonders hervorragend. Homburg besitzt ein mildes Gebirgsklima und eine herrliche Landschaft. Die Luft ist äußerst rein und nervenberuhigend, mehr trocken, anregend und kräftigend, im Sommer- frisch und kühl. Zn das Gebiet der Homburger Quellen gehören Krankheiten des Verdauungs- traktus, des Stoffwechsels und der Respirationsorgane. Herz- und Rervenleiden. Homburg ist außerdem auch durch seine eigentümliche Schönheit und Pracht, Eleganz und Vornehmheit berühmt. Es gibt hier eine reiche Auswahl erstklassiger Hotels, welche die verwöhntesten An- sprüche an Komfort und Luxus vollauf zu befriedigen vermögen. Aber auch die kleinen Hotels, die ausnahmslos gut geführt sind, lassen nichts zu wünschen übrig. Biedenkopf. Biedenkopf wird seit Zähren als bekannter und vielbesuchter Luftkurort geschäht und gilt infolge seiner unvergleichlich schönen Lage bei Erholungsuchenden als „Die Perle der oberen Lahn". Fernab von jeglichem Großsta^- verkehr genießt man in herrlichster Ratur wirkliche Stunden der Ruhe und Erquickung, dichtbewaldete Berge (bis 800 Meter) mit Laubund Radelwäldern, gutgepflegten Wegen mit Ruhebänken, Schuhhütten und freien Ausblicken machen den Aufenthalt wochenlang zu einem angenehmen und abwechslungsreichen. Umgeben von Bergen und stillen Tälern liegt die Stadt am steilen Schlvßberg, gekrönt von dem um 1200 erbauten Landgrafenschloß, dessen Räume heute ein sehenswertes Heiamtmuseum bergen. Biedenkopf ist mit seinen 3500 Einwohnern Kreisstadt, Sitz sämtlicher Kreisbehörden, besitzt ein schönes Freischwimmbad. Aerzte, Apotheke, Kirchen beider Konfessionen. Den Fremden stehen gut eingerichtete Hotels zur Verfügung, Lenneplätze, Zagd- und Fischeceigelegenheit ist vorhanden. Rähere Auskunft erteilt bereitwilligst der Der- kehrsverein. Ratschläge für Alpenreisen. Gerne kommen wir zahlreichen Wünschen aus unserem Leserkreise nach und veröfsentlichen im Folgenden Ratschläge eines alten erfahrenen Bergsteigers, die Reulingen wie geübteren Touristen viel Anregung geben föniten. — D. Red. Die Preise sind in den österreichischen und südtiroler Alpen niedriger als bei uns, in der Schweizer und französischen Alpen entsprechen sie etwa unseren Preisen. Das Reisen kostet in Oesterreich und Südtirol nur zwei Drittel. Die Hauptverkehrsorte sind in den Alpen überall teuer, besonders dann, wenn die Wirte auf eine kurze Saison angewiesen sind und ihren Betrieb in zwei bis drei Monaten verzinsen müssen. Billige Unterkunft findet man überall in weniger ^suchten Gegenden, z. B. in der Rordschweiz, im Appenzeller Land, in Bayern im Chiemgau, wo z. B. am Ostufer des Chiemsees ein Ehepaar mit Kind 10 Mk. im Tag für volle Pension zahlt, sowie in Riederösterreich, wo man um 1 Mk. übernachten kann. Besonders zu empfehlen sind die hochgelegenen Orte in Deutschsüdtirol, etwa Seis am Schlern. tfur bescheidene Ansprüche kommen die Höhen von Hafling bei Meran in Betracht; dort habe ich im Tag an Ostern etwa 3 Mk. gebraucht. Zn den Ostalpen sind am niederschlag- reichsten die nördlichen Kalkalpen, schon weniger die Tauern. Südlich tzxr Tauern, etwa in der Gegend des Millstädterfees, hat man sehr wenig Riederschläge. Arm an Regen ist natürlich Südtirol. Die meisten Riederschläge fallen im Zuni; es folgt Zuli, August und Mau Sehr wenig Regen fällt im Oktober, doch können dann plötzliche Witterungsumschläge bei Hochtouren gefährlich werden. Die Ausrüstung für Gebirgsfahrten ist bekannt. Zn den Borbergen genügt leichte Kleidung, in den Hochalpen muh stets warme Kleidung mitgenommen werden. Zm letztest Sommer sind in den Ostalpen allein an einem einzigen Tag zwölf Personen in Höhen von 2000 bis 3000 Meter erfroren. Wenn man sich auch von Herzen über die Tausende von Deutschen jreuen muß, die mit geringen Mitteln die Alpen aufsuchen, so sei doch indringlich davor getoamt, sich in, schlampiger verschwitzter Kleidung mir nackten' Füßen an vielbesuchten Orten sehen zu lassen. Horden in wilden Aufzügen schaden im Ausland dem Ansehen Deutschlands außerordentlich. Zn München müssen jährlich zahlreiche Personen von den Festaufführungen im Prinz- regententheater zurückgewiesen werdeii. weil sie im Vertrauen darauf, daß München „so gemütlich" sei und man sich deshalb dort alles erlauben könne, in ganz unwürdigen Aufzug erscheinen. Geschmackssache ist es, ob man im Hochgebirge Wolle, Baumwolle oder Deinen tragen wird. Die bekannten Lodenstoffe sind nur „relativ" wasserdicht, und zwar auch nur dann, wenn sie richtig behandelt werden. Man darf sie, wenn sie nah geworden sind, nie auswinden, da man sonst das Wasser in den Stoff drückt und so Poren schafft, sondern muh sie ausgebreitet aufhängen. Bergstiefel lasse man sich an Ort und Stelle, möglichst schon im Spätherbst vor der Alpenreise anfertigen, weil da die Schuster mehr Zeit haben. Hier ist nur das Allerbeste gerade noch gut genug. Tadellose Bergstiefel bekommt man nicht unter 70 Mk. Zm Vorgebirge kann man auch mit genagelten Halbschuhen gehen, die aber ganz genau angemessen sein müssen, sonst bekommt man die Schuhe voller Steine. Angenehmer geht man in ihnen ohne Socken; die Haut des Fußes bleibt dann trocken und man bekommt nicht so leicht Blasen wie mit Socken. Durch geeignete Behandlung kann man die Lebensdauer der Bergstiefel mindestens verdoppeln. Man stelle sie vor der Fahrt ins Gebirge bis über die Rähte 24 Stunden lang in Leinöl. Zm Gebirge selbst dürfen Bergstiefel nie au rasch getrocknet werden. Man wichst die Stiefel nicht, sondern bürstet sie nur ab und fettet sie mit Marsöl ein. Selbstverständlich sollen Kranke das Hochgebirge nur auf Anraten ihres Arztes aufsuchen. Das Gebirge wirkt auf die Lungen, die Hautatmung, das Rervenshstem und auf die Organe Zur Haustrinkkur: sowie Angabe billigster Bezugsquellen für das Mineralwasser durch die Kurverwaltung bei Nierenleiden, Harnsäure, Eiweiß, Zucker SncLTSlitdungen für'Tlüceu.tBEaöe 364955 ßadeschriften Koster Arnsbmg bei Lich 3893D bild 5764V Prospekte durch die Badeverwaltung. 6231 D | M ARBUR® NORDECK Ar-Mops,Ä der Lahn. 1527 im Jubiläumsjahr 1927 Luftkurort Waldeck Luftkurort, Sommerfrische -*V ^*aa6a A «Za, Geleßen an der Sröhten Talsperre Europas n. Schlofi-Walilock Mg-haUS„HUvertUS Hotelu.KurhausHöhle Schlofe Wildberg afiiatoowai 2645 D DRUCKSACHEN aller Art liefert die Württ Schwarzwald 450 m ü. d. M. iflr Frauenkrankheiten. 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Dm: allem empfiehlt cs sich für di« gewöhnlichen Fälle von Blutarmut; genügt doch schon oft ein Verweilen von nur wenigen Tagen, um die -Zahl der roten Blutkörperchen und damit den Hämoglobin- aehalt des Blutes bedeutend zu vermehren. Leichte, kompensierte Herzfehler können nach ärztlicher Vorschrift durch die namentlich in Reichenhall üblichen Oertelschen Terrainkuren geheilt werden. Wunder wirkt das Hochgebirge oft bei Erholungsbedürftigen nach schweren Krankheiten Berühmt sind die Heilwirkungen für geschlossene und Knochentuberkulose in besonderen Anstalten in Davos, Riezlern usw. Richt zu empfehlen ist dagegen das Hochgebirge bei Asthma bronchiale, im Fortschreiten begriffenen entzündlichen Prozessen der Atmungsorgane, Neigung zu Lungenblutungen und offener Tuberkulose. Auch der Gesunde empfindet die Einwirkung des Hochgebirges meist in günstigem Sinne. Empfehlenswert ist aber ein vorheriges Training durch Turnen und Fuhwcrndern. Wer aus der Ebene kommt, geht im Hochgebirge meist viel zu rasch: auch die Zeitangaben im Bädecker sind zu kurz. Nichts llnsrnnigeres als Prahlen mit raschem Bergsteigen! Wer in der Ebene ohne Gepäck geht, mutz srch er ft an das Tragen des Rucksacks gewöhnen und an den langsamen Gang, den der Gebirgler scherzweise den .Eselsgang" nennt. Sn einem bekannten Alpenkurort beginn! der Führer seinem „Herrn" vorauszurennen, dreht sich nur von Zeit zu Zeit um und sagt: „Sv an guat'n Steiger hab' i no selt'n g'habt; i mvan, mit Sahna verpack' i die Z-fpih'n in van Tag." Sv hetzt er den ehrgeizigen Touristen auf den Berg, zu dessen Besteigung ein Vernünftiger zwei Tage braucht, in einem einzigen Tag hinauf imt) hinab, nur um am nächsten Morgen wieder einen so Dummen zu finden. Die Zahl der Pulsschläge soll beim Bergsteigen nicht über 110 bis 120 in der Minute ft eigen; man kontrolliere sich zuweilen. Die Gefahr besteht darin, daß man in der Kühle der Alpenluft, namentlich im Winter, vielfach gar nicht merkt, wie sehr man sein Herz überanstrengt. Möglichst leichtes Gepäck und richtige Zeiteinteilung sind unerläßlich. An einem der heißesten Tage sah ich einmal mit riesigem Rucksack einen bekannten Gießener Bergsteiger mit seiner Frau um 4 Uhr nachmittags vom Berge herabkommen; sie waren von 7 Uhr früh ununterbrochen unterwegs. Als Beispiel einer vernünftigen Zeiteinteilung fei folgende Tour genannt: Abmarsch in Bergen im Chiemgau im August um 3 Uhr morgens, Anstieg auf den Hochgern über die Nordseite in 5 Stunden (statt 4, wie es in den Büchern heißt). Stunde unter dem Gipfel kommt man erst in die Sonne. I1/» Stunden Aufenthalt am Gipfel, Abstieg über die sonnige Südseite nach Marquarbstein, wobei man die Spätaufsteher herauskeuchen sieht, Mittagessen in Marquarbstein, hernach Bahnfahrt in 20 Minuten nach Hcbcrsee, von da 35 Minuten ebener Spaziergang nach Feldwies am Chiemsee. Schlaf und Bad an diesem herrlichen Badestrand von 3 iUhr nachm. bis 1/$8 Uhr abends. .Bahnfahrt in 20 Minuten nach Bergen in der Abendkühle. — Bei reinen Gletscher tour en breche man um 1 Uhr nachts auf der Hütte aus, um kurz nach Sonnenaufgang auf dem Gipfel zu sein, denn schon um 10 Uhr vormittags kann der Schnee geschmolzen sein und so weich, daß man bis zu den Knien einbricht, während er am frühen Morgen gefroren ist. Ein Nachmittag in oft tropischer Hitz« auf einem Gletscher ist fürchterlich. Während manchen Menschen, namentlich tnmflen, die starke Sonnenbestrahlung des Hochgebirges nichts schadet — sie werden nur gebräunt — bildet das ultraviolettreiche Licht für Blonde, besonders Rotblonde, deren Haut sich mehr bläulich rötet, oft eine Gefahr. Solche Personen sollen sich schon vorher vorsichtig an die Sonnenstrahlen gewöhnen. Wer unmittelbar aus der Ebene kommend, sofort in die Gletscherwclt will, tut gut, u. U. durch drei Bestrahlungen mit .künstlicher Höhensonne von 10 bis 20 Minuten sich zuvor schon zu bräunen. Ich habe erlebt, daß ein rötlichblonder Mann nach einer nur dreitägigen Hochgebirgstour acht Tage lang mit Fieber im Bett liegen muhte; so sehr hatte ihn die Bestrahlung angegriffen. Solche Fälle sind aber selten. Jedenfalls nehme man sich bei Sonnenbädern irn Gebirge fn acht, beginne mit längstens einer halben Stunde. Wie schwer es ist, für die Ernährung im Hochgebirge allgemeine Regeln zu geben, geht aus der Tatsache hervor, daß von zwei Münchener Bergsteigern, die seit 30 Sahren die schwersten und längsten Touren unternehmen, der eine fast nichts während der Tour ißt, der andere dagegen sehr reichlich. Sm allgemeinen empfiehlt sich, nicht zu sehr von seinen Lebensgewohnheiten abzuweichen und nur ganz ausgerastet zu essen. Das Leben nur von Konserven oder nur von Vegetabilien rächt sich bald. Nichts ist gefährlicher, als nach einer schlaflosen Nacht oder mit verdorbenem Magen eine schwere Tour anzutreten. Sch mußte zweimal schon sehr gute Bergsteiger, die sich den Magen verdorben hatten und plötzlich an einer schweren Stelle von Hebel» leit befallen wurden, vor dem Sturz in die Tiefe bewahren. Unbedingte Ehrlichkeit dem Gefährten gegenüber ist am Platze; namentlich Damen scheuen sich manchmal aus falschem Ehrgeiz zu sagen, wenn sie sich nicht gut disponiert fühlen und können damit sich und andere in Lebensgefahr bringen. Die Ansprüche an Unterkunft und Verpflegung seien einfach und bescheiden. Den echten Bergsteiger werden die bescheideneren Hütten in der Schweiz und die einfacheren, namentlich die unbewirtschafteten Hütten des Alpenvereins, mehr befriedigen als die Alpenhvtels. Selbstverständlich halte man sich streng an die Hüttenordnung uno lärme nicht in die Nacht hinein. Leider enthalten die Hüttenordnungen nur weniger Alpenvereinsseltionen die Bestimmung, daß Anrecht auf ein Nachtlager in erster Linie derjenige hat, der Hochtouren unternimmt, so daß der echte Bergsteiger oft hinter sog. „Hüttenwanzen" die wochenlang auf einer Hütte nichtstuend herumlungern, zurücktreten muß. Besonders genußreich rst der Aufenthalt auf Alphütten, schon deshalb, weil man dadurch die Sprache, die Arbeit, Sitten und Gewohnheiten des Alpen- volkes kennen lernt, Mit Recht werden aber auf Alphütten Touristen meist nicht gern gesehen, weil sie sich zu anspruchsvoll benehmen. Senner und (Sennerinnen führen nicht das sorgenlose Leben, das zwischen Sobeln, Schuhplatteln und Fensterln abwechselt, so, wie es die Durchschnitts- Alpenromane schildern, sondern Alpenarbeit ist sehr schwere Arbeit. Man störe deshalb die Aelpler nicht, richte sich nach ihrer Zeiteinteilung, helfe ihnen, wo es geht und trete bescheiden und anspruchslos auf. Alpenreisen erfordern eine längere Vorbereitung. Man berechne aber nicht nur die Kosten und denke sich eine bestimmte Route aus; im Gegenteil, es ist falsch, sich ganz genau an ein festes Programm zu halten. Die Witterung, schlechte Disposition u. dgl. können manchen Strich durch Vas Programm machen. Besser ist es, zuvor sich Touren in den Doralpen vorzunehmen und erst nach Sahren in die Hochalpen zu gehen. So gewinnt man viel mehr den Blick für die eigentliche Gröhe des Hochgebirges. Sn Chamvnix ereignete sich einmal folgendes: Nachdem 8 Tage schlechtes Wetter war, riß der Wollenschleier und im strahlenden Glanz des Neuschnees stand der Mont Blanc da. Sn stummer, ehrfürchtiger Bewunderung standen die allen Bergsteiger vor dem Gasthof, nur ein Sachse, der zum erstenmal im Gebirge war, sagte zu seiner Frau: „Auguste, den Mont Blanc habe ich mir eigentlich bedeutend höher Vorgestellt.“ Einen viel größeren Genuß wird man von Alpenreisen haben, wenn man zuvor gemeinverständliche Schriften über die Geologie, Botanik, Zoologie der Alpen lieft oder über Volkskunde, Alp- und Forstwirtschaft, Sprache der Alpenbewohner. Heber die Geologie der bayrischen Alpen gibt es J. B. ein hübsches Büchlein von Leuchs, für die Bestimmung der Alpenpflanzen wählt man am besten Hegis „Alpenflora". Eine Reihe ganz billiger Bändchen über verschiedene Wissensgebiete ist in der „Alpenfreund-Bücherei" erschienen. Sn Berlin und Darmstadt wird man im Museum sehr schöne Gruppen von Alpentieren finden; die Beziehungen der Alpentiere zur Hmwell lernt man am besten im Museum für Naturkunde in Salzburg kennen; sehr sehenswert ist vor allem das Alpine Museum in München. Sn jeder Hniversitäts- stadt enthalt der Botanische Garten eine Gruppe von Alpenpflanzen — besonders großartig in Berlin-Dahlem und München-Nymphenburg; sehr schön ist auch das Gießener Alpinum. Die Alpen- ...... . ............... Pflanzen blühen hier etwa einen Monat früher als im Hochgebirge. Sn den Alpen selbst benütze man jede Gelegenheit, seine naturwissenschaftlichen und volkskundlichen Kenntisse zu erweitern. Ganz einzigartig ist z. B. in der Hrsprünalichkeit, den Sitten und der Sprache das Samtal bei Bozen. Se größer die Erfahrung ist, die man selbst in den Bergen sammelt, umso leichter begegnet man auch ihren Gefahren. Der Alleingeher lernt nicht nur Tier- und Pflanzenwelt, sondern auch das Wetter besser beobachten als derjenige, der immer in größerer Gesellschaft oder mit Führer geht. Man gewöhne sich mindestens an, so zu beobachten, daß man eine Tour, die man mit Führer gemacht hat, selbständig wieder führen kann. Sm allgemeinen hat man viel mehr von einer, wenn auch leichteren Tour, die man als Alleingänger selbst durchgeführt hat, als von einer schwierigen Führertour. Daß man auf Gletschertouren mindestens zu zweit fein muß, um sich gegenseitig sichern zu können, ist selbstder- ständlich. Alle Arten von naturwissenschaftlichen Kenntnissen kann man in den Alpen brauchen. Der Kundige weiß z. B., daß der Ramsaudvlomit brüchiger und gefährlicher ist, als der feste, meist schön gebankte Dachsteinkalk, er vermag bei Nebel aus dem Wachstum der Bäume auf die Himmelsrichtung zu schließen, vermag — was die wenigsten können — den Stand des Barometers richtig zu deuten. Der Anfänger, dem zufällig bei schönstem Wetter ein paar große Touren gelungen! sind, wird über manche Vorsichtsmaßregeln lächeln. Er möge bedenken, daß die Durchschnittstemperatur in 3000 Meter in den Alpen derjenigen von Spitzbergen entspricht und daß schon in 2000 Meter Höhe im August Schneestürme Vorkommen können. Das alpine Klettern erfordert nicht nur Klettergewandth-eit, sondern sorgfältigste Prüfung des Gesteins, richtige Handhabung des Seiles usw. Selbst wenn über einen Gletscher ein ausgetretener Weg geht, seile man an und lasse sich getrost von anderen deswegen auslachen. Den echten Bergsteiger erkennt man im Gebirge an seinem Können, an seiner Schweigsamkeit, Bescheidenheit und DegeisterungSfähi^eit. Er ist hilfsbereit seinem Nebenmenschen gegenüber, schont die Tier- und Pflanzenwelt der Alpen unb steckt sich höchstens ein paar Blumensteme auf den Hut, während der Stümper nicht genug Alpenrosen und Edelweiß abrupfen kann. Möge in den Alpen das Wort aus Webers „Dreizehnlinden" gelten: „Naht in Ehrfurcht, naht in Schweigen, Hnd wer unrein, bleibe ferne!" H. E. Wanderfahrten. Butzbach—Cleeberg—Siebenmühlental—Wetzlar. Dom Bahnhof Butzbach führen uns schwarze Punkte über den Schrenzer (Aussichtstempel) auf tadellosen Waldwegen am gastlichen, in anmutiger Waldlandschaft gelegenen Forsch aus Butzbach vorüber nach dem reizvollen Cleeberg (Gute Gastwirtschaften). Die weitere Wanderstrecke geht zunächst ohne Markierung auf guter Straße nach Griedelbach Hier schlagen ttnr die Straße rechts ein und stoßen alsbald auf rote Striche, die uns über den Kohlerberg durch Ober- und Niederwetz nach dem lieblichen Wetzbach- ober Siebenmühlen- tal, das landschaftlich vom großen Reize ist, führen. Hnterwegs kommen wir an verschiedenen Mühlen, vorbei, deren letzt«, die idyllisch gelegene Hvnigmühle, ein bekannter Ausflugsort ist. Das Wegezeichen führt uns weiter über Nauborn zum Endziel Wetzlar. Die Wanderung beansprucht etwa fünfeinhalb Stunden. Caldern—Rimberg—Buchenau—viedeneopf. Dvn Caldern, bis wohin uns der Frühzug bringt, besteigen wir, roten Strichen folgend, den 500 Meter hohen Rimberg, von dessen wieder her- gestelltem Holzturm wir einen weiten herrlichen Rundblick genießen. Nunmehr folgen wir roten Punkten, die uns zuerst ins Tal und später über einen Höhenrücken durch Elmshausen (Trachtengegend) nach Buchenau führen. Von hier gleiten uns blaue Doppelstriche an dem reizend gelegenen Oertchen Katzenbach mit hüb Hern Rückblick auf den Rimberg, vorüber nach unserem Endziele Biedenkopf, das wir nach vi ereinhalbsttindiger Wanderung erreichen. Auf der Terrasse von Kramers Berggarten kann man sich ungestört dem Anblick dÄ lleblichen Lahnstädtchens hingeben Auch dem Schloßberg statten wir einen Besuch ab» um von feinem runden Turm noch einen präch^ ttgen Ausblick weit in das Land zu genießen. Kreistagung der Deutschen Dolkspartei in Alsfeld. Dieser Tage fand in Alsfeld eine Vertrauens männer-Versammlung der D. V. P. statt, die aus allen Seilen des Kreises sehr zahlreich besucht war und vom KreiS- vorsitzenden, Oekonomrerat Heck, Alsfeld, geleitet wurde. Zuerst sprach der Vorsitzende der ßanbe* Partei, Landtagsabgeordnster Dingeldeh» Darmstadt, über die politische Lage Irt Hessen. Sn längeren Ausführungen ging er auf das Volksbegehren und den Volksentschell> ein, die der Hnzufriedenheit breiter Massen der hessischen Bevölkerung mit der hessischen Personal- und Finanzpolittk entsprungen'seien Deo Wirtschafts- und Ordnungsblock, der damals gebildet werden mußte, habe sich nach dem negativen Ausgang bed Volksnttscheids wieder auf* gelöst; alle dabei beteiligten Parteien ständen heute in ihren Entschlüssen wieder frei von allen Bindungen da Der Redner beschäftigte sich sodann mit einigen zur Zeit Im Bord«» gründ des Snteresses stehenden Kultur- und Wirtschaftsfragen und betonte dabei, daß di« Partei an die Lösung dieser Fragen Herangehen werde in liberalem Geiste, getreu ihren alten Sbealen. Zum Schlüsse beschäftigte sich der Redner noch mit wichtigen Vorgängen in der Reichspolitik. Hieraus sprach Oberstudiendivektor Lank»« tagsabgeordneter Dr. Keller, Büdingen, über das Konkordat und das Reichsschulgeseh. Er führte aus, wie außerordentlich gefährlich eS sei, daß die eht> deinen Länder ges vndert in Konkordat- Verhandlungen mit der römischen Kurie st anders besser sei, wenn ein Konkordat sich nicht txtw meiden lasse, der Abschluß eines Reichskonkov- dats, in dem die kulturellen Belange deS deutschen Volkes gewahrt und die Selbständigkeit des Reiches in allen kulturpolitischen Fragen sichergestellt werden müßten Dem Abschluß eines Reichskonkordats müsse aber die Verabschiedung des Reichsschulgesetzc s vorausgehen. Für Hellen sei die Beibehaltung der durch Jahrzehnte bewährten Simultanschule zu fordern. Die Deutsche Vollspartei nähme zu allen diesen Fraaen die eindeutige Stellung ein, die ihr als Nachfolgerin der Nationalliberalen Partei vorgezeichnet sei. Zuletzt sprach Landtagsabgeordneter Bürgermeister Dr. Niepvth (Schlitz) über Wirtschafts- und 6 teuer fragen. Auch nach dem Finanzausgleich zwischen Reich und (Sin^el- ftaaten fei die finanzielle Lage Hessens mcht glänzend. Der für Hessen geplanten Verwaltungsreform müsse man mit schweren Bedenken ge- genüberftehen, well sie eine Politisierung der Verwaltung bringe. An die Vorträge schloß sich eine rege Aussprache an. Zum Schluß wurde einstimmig folgende Entschließung angenommen: „Die in Alsfeld zahlreich versammelten Vertreter der Deutschen Vollspartei haben gegen den Abschluß jeden Konkordaw die Merschw ersten Siebenten. Für völlig unannehmbar halten sie jede Vereinbarung des Reiches mit der Kurie, die Schulfragen behandell. Sie fordern deshalb von ihren berufenen Vertretern die baldmvglichste Verabschiedung des Reichsschulgesetzes. Für Hessen ist jede Regelung abzulöhnen, die die Simultan- schule als Regelschule auf gibt“ Sprechstunden der Redaktion. 12 bis 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittag«. Samstag nachmittag geschlossen. Für unverlangt emgesandte Manuskripte ohne beigefügtes Rückporto wird keine Gemäht übernommen. Bei Neigung zum Fettansatz raten mir, rnorgenS nüchtern, mittags nach dem Essen und abendS vor dem Schlafengeben jedeSmal 2 bis 3 Toluba-Kerne zu nehmen. Sie erhalten dieses unschädliche, dabei wirksame EntfettungS- mittel mit genauer Beschreibung über Anwendung und Zusammensetzung, desgleichen mit ärztlichen Urteilen, in den Apotheken. OPEL baut jeden Tag 220 Wagen die es im Preis und in der Güte mit jedem ausländischen Erzeugnis aufnehmen. Mit den Zubehör-Werken zusammen sind mehr als 20.000 deutsche Arbeiter an dieser Leistung beteiligt. Weitere Zehntausende gelernter Arbeiter, die heute erwerbslos auf der Strafe liegen, könnten ihr Brot finden, wenn jeder deutsche Käufer den Takt besitzen würde, deutsche Wagen zu wählen. — Mit wenig zu ergänzender Einrichtung sind die Opel-Werke in der Lage, täglich 450 Wagen herzustellen und den gesamten derzeitigen Import zu decken. Wer wirtschaftlich denkt, kann unmöglich mehr Auslandswagen kaufen und dadurch wertvolles deutsches Geld unnütz und unersetzbar ins Ausland bringen. 4/16 PS Der Kleine von 2980 RM an 10/40 PS Der Mittelstarke von 5000 RM an 12/50 PS Sechszylinder 15/60 PS Sechszylinder von 7750 RM en von 8250 RM an Preise ab Wedel ^IIinnniWTnni!nlWFIIIIIIIIHI1WEIinihl^lilEII!lllill1lflIIIIIIIIIIIIIIIIIIII>lll!!llllll^lllllllllllllll!llllllllllll1IHII!ill!!!!ll^n^lllil!lllllllllinill|[llllll!IIIIIIIWH|[|illllllllllll’l1IIIIIIHHhlllllllll!llllll1llllll^llliH:illllllllllll!l!l1Wl^ilElllllllllllillll!llllllllinWnnfilllllllllll!llllirai kauft man snt! 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Die für das Rechnungsjahr 1927 in den nachstehend aufgeführten Schulen vorgesehenen Weißbinderarbeiten sollen oer a«ic Schieferdach. Spenglerarbeiten: u. a. 127 m Hänge - kandel, 56 m Abfallrohre. aus bestem Hartbasalt: Lieferung von 2000 qm Betonplatten, 10 cm stark, 30/30 cm groß: die Herstellung der Pflasterarbeit so- Zeichnungen und Bedingungen liegen von Dienstag, den 5. Juli d. 3., ab bei uns, am Samstag, dem 9. Juli d. I., von vormittags 8—12 Uhr, bei der Hessischen Bürgermeisterei Lich, offen. Angebotsvordrucke, keine Zeichnungen, werden, solange Vorrat reicht, gegen Er- stattung der Herstellungskosten abgegeben. Die Angebote sind fest verschlossen, postfrei und mit der Aufschrift „Submission für die Kleinkinderschule Lich" bis zum Freitag, dem 15. 3uli d. 3., vormittags 11 Uhr, bei hessischem hochbauamt Gießen, Stephonstraße 18, zum Verdingungstermin einzureichen. Zufchlagsfrifi: 14 Tage. Gießen, den l.Juli 1927. Hessisches Hochbauamt. I. V.: Kuhlmann. u. a. 78 cbm Stampfbeton, 113 cbm Bruchsteinmauerwerk, 453 cbm Bocksteinmauerwerk, 800 qm 12 cm starke Wände, 450 qm Hohlsteinüecken. Zimmerarbeiten: u. a. 91 cbm Bauholzlieferung, 5000 lfd. m Holz abzu- binven. 3385 Stück la Lohwellen 11770 Stück Durchforstungswellen. Distrikt 20. ca. 70 rm Eichenknüppel ca. 20 rm Eichen-Reiserknüppel. Brandoberndorf, den 2. Juli 1927. Der Bürgermeister. Stahl. Dachdeckerarbeiten: u. Kirschenversteigerung der Stadt Gießen. Mittwoch, den 6. 3uli 1927, nachmittags 2 Uhr, wird die Kirschensrnte von den Bäumen aus dem Trieb in ca. 25 Losen möglichst baumweise öffentlich meistbietend versteigert. 62658 Zusammenkunft an der Volkshalle, Kaiserallee. Gießen, den 30. Juni 1927. Der Oberbürgermeister. I. V.: Dr. Rosen berg. Betr.: Neubau eines Beamtenwohnhauses 10 in Gießen. Arbeitsvergebung. Unter Hinweis auf die ministeriellen Bestimmungen werden folgende Arbeiten für den Neubau des Veamtenwohnhauses 10 in Gießen im öffentlichen Wettbewerb vergeben: 6268C 1. Erd-, Maurer- und Betonarbeiten: Die Mhmakur von Dr. Alberts hat nachweisbar unübertroffene Heilerfolge bei veraltetem Attkma und Katarrhen. Aerzil. Sprechstunden in Gießen, Babnbofsnotel Lenz, jeden Montag, 10—2 Uhr. 27781 prämiiert werden. Bei genügender Anmeldung hält Landwirtschaftskammerausschuß für Provinz Oberhessen im Anschluß an Prämiierung eine Zur Umpslasterung der Braugasse und Bahnhofstraße in Lich sollen vergeben werden' 6219V Lieferung von 2000 qm (445 Tonnen) Kleinpflastersteinen, 8/10 cm hoch, mtrwäsdre Jn Apotheken Allerbeste Gelegenheit zu vorteilhaftem Einkauf aller Herren- Modeartikel, sowie Damenhandschuhe u. -Strümpfe. Außerdem: 1(0 IPIROZIEMT RABATT Beachten Sie die SenNed BahnhoMraSe Beachten 6ie die Kenfterr 06ert. Aulo- u. 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Dezember Durchschnittlicher Auftrieb 1000 Pferde aller Rassen,auch Schlachtpferde, größte Auswahl und beste Gelegenheit für Kauf oder Tausch. Ein Besuch dieser Markte ist zu empfehlen. 6229ss IpiSperrholz u'äS’n in Eiche, Gaboon u. Kiefer 3-Wmm * 6 b Bretter und Dielen aller Stärken, 2 °o« schwedische und bayerische Hobel' »L -L breiter, Svalterlatten, Eichen- u. Z o Buchen-Schnittwaren liefern in ’gOa allen Stärken [^D süi (fugen Sön & Go., Giktzen ?SÄ2 T-lcvbon 149. Zwangsversteigerung Ki8/27 Am Donnerstag, dem 21. Juli 1927, vormittags 9 Llhr. wird durch das Amtsgericht Gießen, Zimmer 106, Dad im Grundbuche von Gießen der Ense Heck Witwe, geb. Althoff, in Gießen, und Genoffen zugeschriebene Anwesen Kaiser- aHee 38 1. Flur 3 Ao. 293 = 246 qm Grabgarten und 116 qm Grasgarten, 2. Flur 3 Ao. 294 = 399 qm Hofreite zum Zwecke der Auseinandersetzung der Gemeinschaft versteigert. Die amtsgerichtliche Verfügung ist an der Ortstafel, Bergstraße 20, zur Einsicht ausgehängt. 5259c Gießen, den 16. Mai 1927. I. A. des Amtsgerichts Gießen Leo, Ortsgerichtsvorsteher. «L- s-* £ L» J'4 «««*. Wagen in ba ^Erektor Gingen ' uWe and h* 4 sei, M Ue 8 rt tn äXS Arbeitsvergebung. Für den Reubau des Diensigebäudes des Zinanzamis in Grünberg (Oberhessen) sollen öffentlich in getrennten Zofen vergeben werden: 04877 1. Vie Erd«, Maurer« und Asphaltarbeiten 2. Vie Zimmerarbeiten. Die Verdingungsunterlagen können auf dem unterzeichneten Amte sowie auf dem Finanzamt Grünberg wahrend der Oienst- stunden eingesehen werden. Angebotsvordrucke sind, soweit der Vorrat reicht, gegen Selbstkosten (zu Dir. 1 = 9UC 2.-, zu Dir. 2 = JUt 1.-) von der unterzeichneten Dienst- stelle zu haben. Oie Angebote müssen verschlossen, mit ent- sprechender Aufschrift versehen, zum Verdin- aungstermin am 11. Juli 1927 für Los 1 um 11 llhr vorm., für Zos 2 um ll1/, Uhr oorm. dem Amte vorliegen, wo sie in Gegen- wart der Sieter geöffnet werden. Gießen, den 30. Juni 1927. Baugruppe des Landesfinanzamts Aeubauleitung Gießen Zandgraf-Philipp-Platz 4 (Dachtgebäude der Zeughaus-Kaserne). vmeSms Vil Boraten. Die bei Erbauung einer 6lein- kinderschule für die Stadt Lich oorkom inenden Erd-, Maurer-, Steinhauer-, Zimmer-, Grobschlosser-, Dachdecker- und Spenglerarbeilen sowie die (Eifenlieferung werden im öffentlichen Wettbewerb aus- IN%^^CtSULE MASCHINENBAU * ELEKTROTECHMIK AUYOMOBIL-u.FLUGZEUGBAU »Äi Fragen AM emr- c die DrrabschiedwH Willi. Wirsi& tfeltettweg 10, Jcrnspr. 1361 6207D Vekannlmachmg. Der Voranschlag der Gemeinde Trais- horloss für 1927 Rj. liegt von Iftontag, bett 4.3uli 1927, bis einschließlich Montag, den 11.3uÜ 1927, auf unserem Bureau zur Einsichtnahme offen. Innerhalb dieser Frist können bei uns Einwendungen schriftlich oder mündlich vorgebracht werden. Es ist die Erhebung einer Umlage beschlossen, au der auch die Ausmärker her- angezogen werden. 6216V Trais-Horloff, den 1. Juli 1927. Bürgermeisterei Trais-Horloff. Rudlof. Montag, den 11. 3uli d. 3., vormittags 10 Uhr anfangend, werden in der Bahnhofswirtschaft folgende Mengen Holz öffentlich verkauft: 6243D In unser Handelsregister Abt. 8 wurde heute bei der Firma Commerz- und Privatbank, Aktiengesellschaft, Filiale Gießen, eingetragen: 6269C Durch Generalversammlungsbeschluß vom 26. April 1927 ist der Absatz 3 des § 19 des Gefellschaftsvertragss (Tantiemensteuerpfltcht der Gesellschaft) gestrichen worden. Die Prokura des Paul Griebel für die Filiale Gießen ist erloschen. Gießen, den 18. Juni 1927. Hessisches Amtsgericht. ihr als DaWgmn tei vorgyMet sei. wie Verlegen der Betonplatten. Voranschlag und Bedingungen liegen bei der unterzeichneten Behörde (Johan- nesstraße 17) offen, woselbst auch Angebotsvordrucke gegen Erstattung der Selbstkosten $u haben sind. Angebote sind bis Aum 15. 3ttli 1927, vormittags 10 llhr, da- fetbft einzureichen. Gießen, den 30. Juni 1927. Provinzialdirektton Oberhessen. Tiefbau.' Die Bedinaungen und Zeichnungen liegen bei unserer Zweigstelle, Kreisamt, Zimmer 20, zur Einsicht offen. Angebots- vordrucke, feine Zeichnungen, werden, solange der Vorrat reicht, dort zum Selbstkostenpreise abgegeben. Die Angebote sind verschlossen, mit entsprechender Aufschrift versehen, postfrei, bis zum 18. b. 2u., vormittags 11 llhr, bei unserer Zweigstelle im Kreisamtsgebäude abzugeben: zur Eröffnung haben die Bieter Zutritt. Zuschlagsfrist: 14 Tage. Gießen, den 2. Juli 1927. Hessisches Hochbauamt Gießen. I. V.: Kuhlmann. planten Dertvalturgs- fiwtcn vivenlen ge* m PMfiaung der I sich w»«ye Aus» ih Mkde emftimng g angenommen: „Sie rrmelten Vertreter btt n gegen den Abschluß schwersten Dedemen. ■Itenfiejete Derein- i Äurie, bk Schul- n deshalb ton fyat «BWDvod. , die die vrmltau- gibt.' *t Redaktion. 6b 1 Ur nochmlitag«. adle Mavoskrlple ttritb fehle SewSht Zuchtviehoersteigerung von heffischem Fleckvieh und Vogelsbergern ab. Anmeldungen hierzu sind bis spätestens Freitag, den S. 3uli, an den Landwirtschaftskammerausschuß für die Provinz Oberhessen in Gießen zu richten. Hieran anschließend findet die allbekannte Versteigerung von Lammböcken (Schafböcke) durch den Landwirtschastskammer - Ausschuß dsr Provinz Oberhessen statt. Der Aufttieb hat in der Zeit von 7 bis 84 Uhr vormittags zu erfolgen, die Prämiierung beginnt um 9 Uhr. Rachmittags Volksbelustigung, Umzug der prämiierten Tiere, Konzert und Tanz. Lich, den 28. Juni 1927. Hessische Bürgermeisterei Lich: Völker. Gras-Versteigerung. ZRontag, den 4. 3uli b. 3-, soll das hen- unb Grummetgras der Gemeinde Laubach an Ort und Stelle versteigert werden. Anfang vormittags 10 Uhr am Rams- berg. 62340 L a u b a ch , den 28. Juni 1927. Hessische Bürgermeisterei. Boehm. Angebote auf Vordruck, verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen, sind bis zum Eröffnungstermin am Samstag, dem 9. 3uli vormittags 10 llhr bei uns einzuveichen. Zuschlags- und Bindefrift: dreiWochen. Gießen, den l.Juli 1927. Stadtbauamt: Braubach._____ Betr.: Lieferung von Straßenbau-Materialien. 62618 Bekanntmachung. Die Lieferung von Pflaster-, Stück- und Decksteinen zum Ausbau von neuen Straßen soll vergeben werden. Angebote sind spätestens bis zum Samstag, dem 9. 3ufi 1927 vormittags 11 Uhr an das Stadtbauamt, Afterweg Nr. 9, ab- zuaeben. Angebotsoordrucke find daselbst zu haben. Zuschlagsfrist drei Wochen, während welcher Zeit bte Bieter an ihr Gebot gebunden sind. Gießen, den l.Juli 1927. Stadtbauamt Gießen: Braubach. Prämienmarkt in Lich am Montag, dem 18. 3uli 1927. Mit dem am 18. Juli stattfindenden Licher Sommermarkt ist eine Prämiierung verbunden, die von der Landwirtschafts- tammer unterstützt wird. Zugelassen ist Hessisches Fleckvieh und Vogelsberger Vieh. (Die Tiere brauchen nicht in das Herdbuch eingetragen zu sein.) An Prä- mrierungsmitteln stehen 650 Mark zur Verfügung. 6209D Die Anmeldungen zur Prämiierung haben bis spätestens Freiiag, den 8. 3uli b. 3., bei uns zu erfolgen. Nicht ordnungsmäßig angemeldete Tiere können nicht Vom 2. bss 13. Juli aui mein gesamtes Warenlager 10% Rabatt W - Wv-1 MA - -.!J bedeutet für Sie eine wirkliche Ersparnis Braut-Ausstattungen Baby-Ausstattungen Herrenwäsche Betten / Gardinen C. 0. R enter Seitersweg 73 6205a Frankfurt a. M. Restaurant Kölner Hoff am Hauptbahnhof (rechts) Neu eröffnet! Sehenswert! 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