Itt. 230 6rWet Bidf ITT. Jahrgang Za»rtag, V Vttober (927 lügllch, «h«r Sonntags enb Jtwriag». Wetzen« Famllienviüttrr ^dmat im SUb Die Scholle »•eais.Bejepfrtto: 2 Reichsmark und SO Nrichspfennlg ftr Irfifl«*» lohn, auch bet Ntchter» scheinen einzelner Nummern infolge höherer (Bemalt Fernfprechanfchlüffe: 51, 54 und 112. Lnschrifi für Drahtnachrichten: Anzeiger Aietze». Pvftfcheckkatttv: gtenffurl am Main 11686. Sietzener AMger General-Anzeiger für Oberhessen vrack aav Verla- , vrühl'sche UwtotrfitÄts-Bad)* «at Stetatraderel B. Laag« ia Sieben. 5chtistlrttang und Seschäftrstelle: 5chalRra^e 1. IuOk hi liijetqtn ftr bte lagtsnununet bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm HSHe ftr Anzeiqen von 27 mm Brette örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig: für Re» klamean ,eigen von 70 mm ‘Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrift 20' , mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Derantworllich für Politik Qr. Fr. Wilh. Lange, für Feuilleton Dr Hlhyriot; für den übrigen leü Ernst Blumfchein: für den Rn- zeigente»! Kurt Hillmann, fämtltd) in Dietzen. 1647 * Dem Reichspräsidenten-1927 Paul von Hindenburg. Ton Oberbürgenndfirr 5>r. 3 a r r e 8, ehemaligem Vizekanzler und Reichsinmifder d«S 3nnern. 2llS am 26. April 1925 der Feldmarfchall von Hindenburg »um ReichSpräsiixmt^n gewählt toan** und am 12. Mal ht das Reichchpräf identen- hau» der Wilhelmftrahe einzog. bedeutete das für bat neue ReichSstaatSgebilde weit mehr, alS damals den meisten seiner Wähler und Richä- wähler bewußt wurde. Dewitz hatte der erst« Präsident deS Reiches, Friedrich Gbert, mit arotzem Deschick und Takt und mit anerkannter Würde tn schwersten Tagen sein hohe- Amt verwaltet, und wer Delegenheit hatte, ihm näher *u treten, wird niemals bestreiten, datz er bei seinen Amtshandlungen von starkem nationalen Pflichtgefühl geleitet wurde. Aber obwohl Im besten Sinn em Mann des Volkes, hatte Ebert doch infolge seiner früheren Stellung als mah- Sibender Führer einer groben Partei — einer tellung, die Ibn naturgemäß, wahrscheinlich über den eigenen Willen hinaus in den Mittelpunkt der Staat tu mtoälqimg schob — die Hälfte des deutschen Vv'.keS als geborene Gegner gegen sich, die nur teilweife und nur langsam die wichtige und tüchtige Arbeit des ersten Reichspräsidenten anerkannten. Auch Hindenburg hatte nicktt die absolute Rlehrheit der Wähler hinter sich, als er den höchsten Vertrauensposten seines Volkes annahm. Aber wenn auch nach Parteigruppierungen gewählt, war er doch kein Parteimann : er war und blieb eben ^Hindenburg". Alles, was Im Wahlkampfe an Angrusen auch gegen ihn nicht auSblieb, zerfiel nach dec Wahl in Staub vor der Monumentalität dieser geschlossenen, fo ganz unkomplizierten Persönlichkeit Wer ncch im Zweifel darüber war. Deats^er oder Ausländer, ob auch für den Reichspräsidenten Htn'enburg die ehrliche Ge-ablinigkeit Richtschnur sein würd', iveuhe -en Offizier Hindenburg immer geleitet und tn dem sicheren Se.bstgefühl eine? Etzarakters von historischem Ausmaß zum großen Heerführer gemacht hatte, dec würbe von den erste.i Augenblicken seiner Aintstäiigkett an einen Besseren belehrt. Heilig war ihm das Ges en. heilig fein diesem Gesetze gegebenem Wort Linen dl ich schwer wird ihm der Entschluß getoc-rben sein, dem Rufe deS Volkes zu folgen und an die Spitze des neuen Reici>es au treten, dessen republikanische Verfassung ihm. dem überzeugten Monarchisten und treuen Schildhalter i -incö kaiserlichen Herrn, nicht als das für den Deutschen passende Grundgesetz gelten konnte. Aber sein starker, immer auf das Positive eingestellter Sinn liest einfach die Pflicht den Ausschlag geben, äind sein soldatisches Pflichtgefühl verlangte von ihm einfach, seinem Volk, dem Staate, so wie er nach dem Zusammenbruch war. nach seinen ehrlichen Kräften zu Helsen. DaS bedeutete unzweifelhaft die stärkste uni) denkbare Stabilisierung der inneren Gage und der heutigen verfassungsmäßigen Verhältnisse des Vaterlandes. Richt mit Unrecht buchte bann auch einer der angesehensten sozialistischen Führer nachttäglch die Wahl Hindeit- burgs für die Republik höher als drei Sitze seiner Partei im RrichSkabinett. So steht an seinem 82. Geburtstag der Reichspräsident von Hindenburg nach zweieinhalb- jähriger Amtstätigkeit unanfechtbar, ja eigentlich — und wie viel sagt das bei uns Deutschen! — unangefochten vor Volk und Welt da. Rach seiner ganzen Vergangenheit und Denkungsart uitzweideurig politisch noch rechts gerichtet: und doch völlig über den Parieren stehend. Oft genug bat er bei den HandelSges-chäften der Fraktionen diesen zu verstehen gegeben, dast er tn ihrem Wortschätze den Ra men .Partei" immer wieder finde, i'aä allein mafogebenbe Wort ,Vaterland" aber häufig vermissen müsse. Hink-enburg ist und bleibt Soldat. Wer sich mit ihm unterhält, der findet immer wieder, wie er auch bei örorte- nrngen und Entscheidungen Über nichtmilitärische Dinge Vergleiche auS dem Svldatenleben nimmt und damit in kluger Verwertung seiner Gr- fahrungen aus dem alten Berufsleben auch auf neuen, ihm bisher unbekannten Gebieten den Ragel auf den Kopf trifft. Die Haupttugend des Soldaten aber ist die Tapferkeit. Sie im blutigen Kampfe des Feldes zu zeigen ist oft leichter als im Streite des Lebens, namentlich auf verantwortlichem Posten. Stellung zu nehmen und zu behaupten im Widerstreit der Meinungen, gegen Angriffe der Gegner, gegen Vorurteile ocr Freunde und namentlich gegen "eigene innere Hemmungen ist mir dem wirklich tapferen Führer gegeben. Bei Hindenburg bildet diese Tapferkeit des Verantwortungsbelasteten imb Vor an t- wortungsbereiten eine ganz selbstverständliche Seite feines Wtsens. Sie wird dabei geadelt durch die bezwingend ouSgleic^nde Art. welche ihm angeborene Herzensgute, Selbstbeherrschung und eine unvergleichliche Leben Sers ahrun g geschenkt -aben. Des eigenen Wertes und Könnens ist ich Hindenburg oabei wohl bewustt. Aber wie stets bei wirklicher Größe verbindet sich bei ihm mit einer unantaftbaren Würde eine wunderbare Beschn^enheit und Einfachheit. Unixr- fehlich ist mir aus persönlichen Gesprächen nach einer Wahl, wie damals Bedenken geäufjert wurden, ob von kommunistischer Seite bei der Lidesleistung im Reichstag Lärmszenen und Störungen gewagt werden würden, wie sich da feine hohe Gestalt straffte und aus seinen Augen ein „quos ego“ funkelte, das solche Ungehörigkeiten sehr rasch zu bannen versprach: unvergeßlich andrerseits, wie er in seiner Wohnung in Hannover auf die »ahlbosen ©hrenbürgetbriefe der deutschen Städte hinweisend schacht und einfach erklärte: ,die habe ich ja alle nicht verdient". Der Zwiespalt und das Parteigewirr im deutschen Volke greifen mehr als alles andere dem greifen Reichspräsidenten ans Herz. Auch in dieser Beziehung fühlt er mit seinem Volke. Kampf und Gegensätze der Meinungen sollen fern; auch et ist stets ein Kämpfer gewesen für das. was er für recht hielt. Aber für den politischen Kampf wie er sich bei uns auswirkt, hat Hindenburg sowie die grotze M^rheit des deutschen DolkÄ kein Verständnis. Die Köpfe und Herzen der Volksgenossen sind nach seinem Sinn dazu da, einander und dem Vaterland zu helfen, nicht zum Kamps gegeneinander, oft nur des öden Prinzips und des lieben 3chs wegen .Vater des Vaterlandes" im Sinn des stolzen Ehrentitels der Römer ist aus berufenem Munde Hindenburg genannt worden 3n tiefer Verehrung und unendlicher Dankbarkeit gilt diesem j)ater patriae“ am 2. Oktober deS deutschen Volkes herzlicher und begeisterter Grutz! Paul o. Beneckendorff und v. Hindenburg wurde am 2. Oktober 1847 als Sohn des Leutnants und Adjutanten Robert v. Beneckendorff und v. Hindenburg und seiner grau Louise, geb. Schwickart in Posen geboren. Rach dem ersten Unterricht im Ellernsiaufe trat der Knabe Ostern 1857 in das Gymnasium in ©logau ein. 1859 kam er in die I Kadettenanstalt zu Wahlstatt bei Licgnitz. 1866 trat er in das Heer ein und machte den böhmischen Feldzug mit. Am 7. April wurde er durch eine öfter- reichische Kartätsche am Kopf verwundet, es gelang ihm jedoch mit seinem Zug fünf österreichische Ka- | nonen zu erbeuten. Auch den Feldzug gegen Frankreich machte er beim 3. Garde-Regiment zu Fuß mit und erhielt bei St. Privat das Eiserne Kreuz. Hindenburg wurde bann 1889 Abteiiungschef im Kriegsministerium, 1893 Kommandeur des Inf.-Re- giments 91, 1896 Ehef des Generalstabs des 8. Armeekorps, 1900 Kommandeur der 28. Infanteriedivision, 1903 kommandierender General des 4. Armeekorps in Magdeburg, 1911 wurde er zur Disposition gestellt. Am 22. August 1914 übertrug man ihm den Oberbefehl über die 8. Armee an der Ostfront. Durch den Sieg von Tannenberg in den Tagen vom 26. bis 30. August 1914 wurde Hindenburg der Befreier Ostpreußens von den Russen. Im September 1914 übernahm er die Leitung der getarnten Operation im Osten und den Oberbefehl über die neugebildete 9. Armee. Am 1. November 1914 wurde er zum Oberbefehlshaber Oft und am 27. November 1916 zum Generalfeldmarschall ernannt. Seine von weiten Dolkskreisen lang ersehnte Ernennung zum Chef des Generalstabs des Feldheeres erfolgte am 29. August 1916. Am 9. November 1918 übernahm er den Befehl über dos in die Heimat zurückkehrende Heer. Nach Erfüllung dieser schweren Aufgabe trat er am 26. Juni 1919 vom Oberbefehl zurück und lebte seitdem in Hannover. Am 26. April 1925 wurde er zum Reichspräsidenten gewählt und legte am 12. Mai 1925 den Schwur auf die Verfassung ab. Vater des Vaterlandes. Don Reichskanzler Dr. WilhelmMarf. Riemand, der guten Willens ist, wird es unterlassen, am 2. Oktober dankbar und ehrerbietig des zweiten RcichSprästdettten Paul von Hindenburg zu gedenken. Der Achlzitjjäyr.ge auf dem ersten Platz, den das deutsche Doli gemäs> seiner Verfassung zu vergeben hat, stehl vor uns alS ein leuchtendes Vnsptel der Lieb" zum Daterlande. Dies« Liebe ist es gewesen, di ihn wiederholt vevanlatzt hat, die wohiverdienle Ruhe nach arbeitsreichem Leben preiSzugeben, um sich auf8 neue schwierigen und verantwortungsvollen Ausgaben zur Verfügung zu stellen. DaS ist vielleicht das Größte an Hindenburg, daß er immer zuletzt an sich und immer zuerst an da- Vaterland denkt. Wer Gelegeitheit hat. mit dem Herrn Reichspräsidenten ständig znsammenzu- arbeiten, darf und muh tagen, daß Vaterlandsliebe und Pflichterfüllung fein ganzes Tun bestimmen. Welcher Art auch immer die Dntschlie- ßungen L in mögen, die er zu tr. s ■ hat, sie sind geleitet, nicht nur von wägender Weisheit, sondern vor allem von dem Gefühl tief :er Verantwortlichkeit für das Wohl des deutschen Volkes. Diese Eigenschaften und die große ^Nahrung, die sich Paul von Hindenburg in seinem langen, wechselvollen Leben erworben hat g-ben ihm die aufyerorbentlid>e Bedeutung und die siche Würde eines Vaters des Vaterlandes. AuS solchem älmstand erklären sich auch der umfassende E'nfluß und die unwiderstehliche Wirkung dcS Herrn Reichspräsidenten auf jedermann, der mit ihm Fühlung bekommt. Ungezählt sind die Stimmen, die solches bestätigen' immer wieder gehen die Dielen, die beim Herrn ReichSpräf d nten vorsprechen, mit dem unauSloschbaren Eindruck davon, einem Manne gegen ü b orgefta n den zu ■) n der sich moral i. z'aa unb geschichtlichen Anspruch auf das Amt, das ihm das deutsche Volk anvertraute, erworben ha:. Es gibt unter den vielen Völkern der Erde kaum eineS, das so belastet ist mit dein Erbe der Zwietracht, wie daS deutsche. Und es gibt In Deutschland vielleicht niemanden, der an dieser leidigen Tat lache so schwer trägt, wie dec Herr Rei hspräsidcnt. Er sieht denn auch den rigent- lic 'n Sinn seines hohen Am!e-s und daS Ziel une»’. unermüdlichen Strev.ns darin, d " iltr n g- fe ‘ die daS deutsche Volk lahmt, auszugleichen. Alle reine Kundgebungen werden vom G.'iste Zx _• Versöhnung b;fj?rrfd)t. Äuch darum verdient er den Ramen eines Vaters des Dat rland^s. Er übersieht keineswegs die b b.ntlfam n Schwierigkeiten. die einer einh? tiichen Zusammenfassung des deutschen Dolles im Wege st?hen; er w? chte diese Schwierigkeiten nach Möglichkeit vern»ändern und die verschiedenen 3nt r f'en ».isammm- führen. 3h solchem Tun äußerl sich der liebevolle patriarchalische Zug, der der gesam'en Wirksamkeit des Hrrrn RcichSpräliden en ausgep.ägt ist. Man möchte beinahe sagen, daß Hindenburg das deutsche Volk wie eine große Famil'.-r anfiehi, bereu Schicksal er nach Möglichkeit erleichtern und von überflüssigen Erschwernissen freimachen möchte. Ihm, der den Glanz des alten Reichs und dessen stcilze Macht von hervorragender S eile aus gesehen hat, ist es gewiß nicht leicht, Dnusch- lanb im Zeichen feiner gegenwärtigen Drrin- - rächt igung äu wissen. Er hat einen großen Abschnitt der glorreichen vorangegangenen Geschichte Deutschlands miterlebl. Er hat aber auch niemals an dem ins Unglück geratenen Deutschland gezweifelt, und er ist fest davon überzeug, daß unter Vaterland sich nach febet Richtung hin gesund und stark wieder aufbauen wird. An solcher Erneuerung mitzuwirken, ist dem Herrn ReichSpräfidenten eine ganz besondere G nug- tuung. 3n der Ueberweisung solcher Ausgabe an ihn sieht er den Darck der Ration, der er sein Leben gewidmet hat. Er will die CbriTrJe fein zwischen dem alten unb dem neuen Reich: er möchte alle AbfeilSstehenden dahin führen, daß fie wie er ihre volle Kraft tn den Dienst des Vaterlandes stellen. So darf man ihn seelisches Rückgrat, darf ihn Gewissen und Mentor des deutschen Volkes nennen. Die Wurzeln unerschöpflicher Kraft unb Leistung liegen nach Hindenburgs fester Ueberzeu- gung im deutschen Volk. Er steht ihm nicht fremd gegenüber; er steht mitten unter ihm. Er fühlt sich alS ein Teil dieses Volkes, fühlt sich eins mit dessen Leiden und Hoffen. Wie er stets als Heerführer, unbekümmert um die Gröhe der Ausgabe, mit seinem Herzen beim Mann im Graben gewesen ist, so gehört auch heute seine Fürsorge j b m einzelnen. Er möchte allen Ständen und Berufen, allen Schichten und Gruppen, allen Auffassungen unb Zielbestrebungen gleichermaßen Gerechtigkeit unb Förberung widerfahren lassen. Die Volksgemeinschaft aller Deutschen ist das Ideal, dem er die erprobte Kraft unb Weisheit seiner achtzig Jahre gewidmet bat. Das ganze Ausmaß solches wahrhaft nationalen Wirkens vermögen wir heule noch nicht zu überblicken; aber soviel ist gewiß, daß das deutsche Q’olf d.esem Vater des Vaterlandes unerschöpfliche" Dank uib unverbrüchliche Treue schuldig ist. Weit über Deutschlands Grenzen hinaus wird der Reichspräsident von Hinden- E-urg heute überzeugte und liebevolle Huldigung fmben. fl nf der ersten Seite eines großen Erinnerungswertes W B stehen die Worte: „Als Mensch habe ich gedacht, gehandelt und geirrt. Maßgebend in meinem Leben und Tun war für mich nicht der Beifall der Welt, sondern die eigene Oberzeugung, die Psticht und das Gewissen." Der diese Worte ergreifender Bescheidenheit und sittlichen Ernstes niederschrieb, war Hindenburg. Eine starke, lautere Persönlichkeit, mit dem Höchstmaß vonVaterlandsliebe und gewissenhaftem Pflichtgefühl, so steht die ehrwürdige Gestalt unseres Reichspräsidenten vor uns an seinem 80. Geburtstage als des getreuesten Dieners seines Dolkes. Ganzvol! ist die historische Rolle, die tbm in der Weltgeschichte zufällt. Noch größer fast ist die Tat, zu der ihn ernste Pflichtauffassung bewog: erneut dem Ruse der Nation zu folgen, als c; galt, in friedlicher Aufbauarbeit seinem Vaterlande zu dienen. Des Reichspräsidenten einfache Rlarheit und sittliche Rraft hat ihn durch- alle Fährniss/' narreipolLt-isch «• trübt« rührt hindurchgesührt, ihn dem so oft von Paer-U'ader durchwühlten Volke als das hohe Vorbild wahrhaft überparteilichen Wirkens gezeigt. Wie sich in Hindenburg die Synthese des alten und neuen Deutschland vollzieht, so verkörpert seine Persönlichkeit die 3&ee der wahren Volksgemeinschaft. Deshalb steht das deutsche Volk in seiner überwältigenden Mehrheit zu seinem Reichspräsidenten und wird an seinem 80. Geburtstage in Liebe und Ehrfurcht seiner gedenken und ihm huldigen. Und damit ehrt das deutsche Volk sich selbst. Treitschke hat einst gesagt: „Ein Volk wird von der Welt nach der Persönlichkeit beurteilt und abgewogen, die an seiner Spiye steht." Wer deutsche Geschichte kennt, weiß die Wahrheit dieses Wortes zu würdigen. Hindenburg hat im 0n= und Auslande die Tatsache lebendig gemacht, daß das neue deutsche Staatswesen in kraftvoller 2lufwärtsentwick- lung unerschütterlich dasteht. Mit ihm an seiner Erhalmng zu wirken, sei das treue Geloben des deutschen Volkes an seinem Geburtstag, das es in keine besseren Worte kleiden kann als in die eigenen inhaltsschweren Worte unseres all» verehrten Hindenburg ,,Heran an die Arbeit!" Dr. (Buftav Srrefemann Reichsminister des Auswärtigen Der englisch-russische Gellrieg. DaS Ringen nm Frankreichs Unterstützung. Pari-, 29. (TU.) vir H. Deter- Mng, ber Generaldirektor ber Royal 'Shit<9 Shell, wirb am fommenben Sonntag i n Part S erwartet. Rach Informationen von llnksstehen- den Kreisen ist ber Rersezweck Deterdrngs. mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln auf die französischen maßgebenden Kreise emzuw^rren, Somit die fronjSlilc&e Marin« ihr. OelkSufL bet Dem russischen Raph t a- fhnbikat einstellt. Außerdem hat Delerdtng vor. bie französische Petrofina zu beeinflussen, um von ihr zu erreichen, bah sie auf chre Kontrakte, die bieser Gesellschaft die russischen Petro- leumliefcrungen nach Belgien und (Frankreich sichern, verzichtet. Deterbing rechnet bezüglich ber letzten Operation auf bie Unterstützung ber Danque Union Parisienne, die ihrerseits direkt an ber Petrofina francarse und indirekt durch Vermittlung Francois MarsalS an den Geschäften ber Royal Dutch interessiert ist. Die ganze Tätigkeit Deterdings zielt nach dem also darauf ab, die Offensive für den Abbruch der DezieHungen Frankreichs zu Ruhland zu stärken. Man müsse daher zu Beginn ber nächsten Woche nut einer neuerlichen Belebung ber Kampagne rechnen oder zum mindesten mit dem Abbruch der französischen Sowjetverhandlungen über bie Schulden- unb Kreditfrage. Frankreich besteht aus Abberufung Rakowskis. Kein Abbruch der diplomatischen Beziehungen zu Moskau. Paris. 30. Sept. (HavaS.) Man versichert in glaubwürdigen politischen Kreisen, bah ber OH i n i ft errat sich mit der Frage der Be- zvebungen zu Sowjetruhland beschäftigt hat. Briand hat seine Kollegen über die Unterredung unterrichtet. die der französische Botschafter m Moskau. 5>erbette, mit dem Vertreter Sowjet- ruhlanbs hatte. Es soll sich daraus ergeben, bah die Sowjetführer sich nicht klarzumachen scheinen, dah die Beibehaltung Rakowskys in Paris angesichts der durch seine Unterzeichnung des MinderheitSmamfestes hervorgerufenen Polemiken nicht geeign et ist. die Entwicklung ber Beziehungen zwischen beiden Ländern zu erleichtern. Unter diesen Umständen soll ber Ministerrat den Außenminister beauftragt haben, bah die französische Regierung ent- sprechend den diplomatischen Gepflogenheiten bie Abberufung Rakowskys verlange, da dieser in Paris nicht mehr persona grata sei. doch solle er dabei aufs neue den Willen bestätigen, bie Beziehungen zu Moskau nicht abzubrechen. Unruhen in der französischen Marine. Die Revolte im Touloner Gefängnis. Pari«, 1. Oft (IDIB. Funkspruch.) Aus Toulon werden seht Einzelheiten über die Zwischenfälle im dortigen Militärgefäng- n i s gemeldet. Danach bejanben sich In diesem Ge- sängnis. das Anfang 1925 nur 25 Gefangene beherbergte, jetzt 144 (befangene, und zwar ohne dah das Gefängnis selbst oergröfjetf worden wäre. Vie Revolte soll deshalb entstanden sein, weil die Gefangenen auf bisher noch ungeklärte weise erfahren hatten, bah ein Teil von ihnen, der in anmaßendem Tone Reklamationen oonubrlngcn pflegte, nach einem Fort übergeführt werden sollte. Die Gefangenen hatten beschlossen, sich dem zu widersehen. Als am Rachmittag die Wächter kamen, um sie zum Transport abzuholen, fanden sie hinter den Türen Varri k oben aus Kisten und sonstigen Einrichtungsgegenftänben errichtet. Die Gendarmerie konnte der Gefangenen nicht sofort Herr werden, sondern belagerte sie die ganze Rächt hindurch Erst am nächsten Morgen gegen 9 Uhr ergaben sich bie letzten 24 der um- zingellen (befangenen. — Der „Watin" berichtet außerdem über einen Zwischenfall an vord des Kreuzers „(Erneff Renan". Die Mannschaft dieses Schiffes weigerte sich, das verabreichte (L f f en einzunehmen. Rachdem der Kommandant das CEfjen selbst gekostet batte und die Forderungen der Mannschaft um besseres Essen als unbegründet abgewiesen hatte, lieh er vier der Wortführer der vesatzung angesichts ber vrooo- kalorischen Haltung ber vesatzung fe st nehmen und an Canb bringen und 50 andere Matrosen an vord gefangen setzen. Britisch-portugiesischer Kolonialschacher. Eine brtlifdfc Einflutzzonc in -Rozambiquc Berlin, 30. Sept. (TU.) Rach einer Meldung des .B. T." aus Madrid enthüllt ber frühere portugiesische Äolonialminifter Eorreia da Silva eine grohangelegte Aktion, durch die wesentliche portugiesische Hoheit s- rechte in Mozambigue an England übertragen werden. Der wichtige Handelshafen Beira, der zugleich Ausgangspunkt der bedeutendsten afrikanischen Querbahnen ist. soll danach durch Ausnutzung eines in dem Äon- zefsivnsvertrag an eine englische Gesellschaft enthaltenen Paragraphen absolut in englische Hand gekommen sein. Da auch die bei Beira das Meer erreichende Bahnlinie englischer Besitz ist, würde das portugie i chc 'Mozambigue dadurch völlig von einer englischen ßtn» flustzone durchschnitten. Mehrere leitende Bcamte der portugics.schon Kolonie haben darauf ihre '21 e m t er niedergelegt 3n L ssabon wird davon ge prochen. dah das Geschäft durch die Hergal»e von .Millionen- Trinkgeldern^ zustani-egekommen ist. England Spart Kürzungen im Militärbudget. London, 3?. Sept. (XU) Durch einen fürs- lichcn Besuch BaldwinS b>ei dem Schatzkanzler § h u r ch i l l. ein an sich ungewöhnlicher Schritt, hat die Frage der Kürzung des Budgets und die (5 n 11 a ft u n g des Steuerzahlers einen neuen Antrieb ^rhal en und in politischen Kreisen rechne' man damit, dah die Regierung mit Höch er B^chleunigung die Grundlinien ihrer Spaepol tik Mann g ' en w rh Die Pläne der Regierung scheinen zi.mlich nx* t- gehend zu fein und unter anderem auch erheb- Peinliche Wahrheiten. Londoner Pressestimmen zu Hindenburgs Geburtstag. London, 1. Oft (WTV. Funkspruch.) Die Blatte oeröfsentttchen Berliner Berichte über die inuerpolilischen Auseinandersetzungen aulählich der Geburtstagsfeier de» Reichspräsidenten. „Daily Lx- preß" läßt sich au» Berlin melden, «in heftiges Jeuer politischer Animosität sei rings um die ehrwürdige Gestalt Hindenburgs entbrannt Feiern ober nichtfeiern, flaggen oder nichtflaggen, die ober die, seien die brennenden fragen In diesem unerbaulichen Streit Deutsche P a r l e l p o 11 - liker beuteten sämttich die Gelegenheit für diesen Zweck aus. Der Berliner Korrespondent der „Corning Post" schreibt man hätte annehmen können, daß da» deutsche Volk fähig gewesen wäre, seine kleinlichen Streitigkeiten zu vergessen, zu Lhren des S0. Geburtstages eines Präsi- benten, besten ganzer Lharakter eine lebendige Auflehnung gegen den Fluch des Parte i h a d e r s fei, und trotzdem fei das, was für Hindenburg vorbereitet werde, nicht mehr eine nationale Geburtstagsfeier, sondern ein niedriger Streit zwischen den schwarz-weitz-roten Farben des alten Regimes und den fchwarz-rot- goldenen des neuen. Der Berichterstatter betont dah Hindenburg dauernd für die Heilung der Wunden gewirkt habe, die von der Revolution und durch den liebergang von der Monarchie zur Republik oeranlaht worden seien. — „Daily Lhro- nicle" veröffentlicht einen Artikel Leonhard Sprays über Hindenburg „den großen alten Mann Veutschlan ds", in dem es heißt: „Der erste Im Kriege, einer der ersten im Frieden. Sprays sagt: Deutschland ehrt Hindenburg nicht dafür, was er getan hat. sondern dafür, was er ist. Seine Volkstümlichkeit ist In seinem Charakter begründet. Das deutsche Volk glaubt an ihn. Es sieht in ihm den Vater, dem nur das Wohl feiner Kinder am Herzen liegt. Präsident von Hindenburg hat sich der Republik gegenüber ebenso loyal erwiesen, wie als Marschall gegenüber dem Kaiserreich. Daher sieht er sich an seinem 80. Geburtslage geehrt wie kein Deutscher seit Bismarck geehrt worden ist." Der Flaggenstreit. Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers". Der häßliche Flaggenstreit, der sich zwischen der preußischen Regierung und den Berliner Hotels entwickelt hatte, schien glücklich beigelcgt: die Berliner Hotels hatten beschlossen, künftighin die alten und dieneuen Reichsfarben nebeneinander zu sehen und damit die berechtigten Einwände der amtlichen preußischen Stellen gegen die Zurücksetzung der Reichsfahne aus der Welt zu schassen. Der Friede sollte unterzeichnet werden am Donnerstag, als im Berliner Hotel „KaiserHof" das Schlußbankett des Internationalen Kongrestes der Fachpresse stattfand. Ter Kaiserhof setzte auch am Mittag die Fahnen, aber nun war die preußische Regierung wieder nicht zufrieden, es wehten nämlich nebeneinander die Preußensahne, die Reichssahne und die alte Fahne schwarz-weih-rvt Dagegen hätte eigentlich niemand etwas einwenden können, zumal da die Preußenstagge in der Mitte gefetzt war. Die Unentwegten aber hatten sofort wieder chre Einwände, weil angeblich die schwarz-rot-goldene Fahne nicht in der Mitte hing und Werl überhaupt das alte schwarz-weiß-rot gezeigt wurde. Die preußische Regierung arbeitete mit Ultimaten, sie verlangte Beseitigung der schwarz-weiß--roten Fahne oder zum mindesten deren Ersetzung durch die Handelsflagge schwarz-weiß-rot mit der schwarz-rot-goldenen Gösch Diesem Wunsche konnte die Hotelleitung nicht entsprechen, tocil sie eine solche Fahne nicht besaß, verschwinden lassen wollte sie schwarz- weiß-rot auch nicht. Und daS Ergebnis war. daß die preußische Behörde ebenso wie selbstverständlich der Berliner Oberbürgermeister auf dem Festessen nicht erschienen. Wechen imponierenden Eindruck muß es auf die dem Fest zahlreich beiwohnenden Ausländer gemacht haben, daß wir unsere innerpolitifchen Querelen so vor aller Oeffentllchkeit austragen, anstatt uns gerade im Zeichen des Geburtstages des Reichspräsidenten miteinander zu vertragen. Geburistagspenden. Die Stadt Würzburg hat zum 80.Geburtstag des Reichspräsidenten ein Gelände gestiftet, auf dem eine Heimstättensiedlung für Kriegsbeschädigte und Kinderreiche errichtet werden soll, die den Ramen .Hindenburg-Heimstätte" führen wird. — Der Lübecker Senat hat beschloßen, dem Reichspräsidenten als Aufmerksamkeit der Hansestadt eine Riefentorte aus Lübecker Marzipan überreichen zu lassen, die die Lübecker Stadtsilhouette zeigt. — Die in der Deutschen Liga der freien Wohlfahrtspflege zusammengeschloffenen Wohl- fahrtsverbände überreichen dem Reichspräsidenten zu seinem 80. Geburtstag eine besondere ihrer Eigenart entsprechende Ehrengabe. Die Anstalten der freien Wohlfahrtspflege stellen dem Reichspräsidenten 500 Freiplätze In Erholungsheimen für Erwachsene und jugendliche Kinder für die Zeit von sechs bis zwölf Wochen zur Verfügung. Die Freiplähe sollen im Laufe deS nächsten Jahres Kriegsbeschädigten und ihren Angehörigen sowie Kriegshinterbliebenen und anderen Hilfsbedürftigen zugute kommen. Die Hindenburg-Amnestie. Stuttgart. 30. Sept. (WB.) Aus Anlaß deS 60. Geburtstages des Reichspräsidenten sind in Württemberg 67 Strafgefangene entlassen und 229 weitere Verurteilte mit einem Gnadenerweis bedacht worden. Auch die bayrische Staatsregierung bat in llebereinftimmung mit dem Reiche und den Ländern eine größere Zahl von Strafen, die von bayrischen Gerichten erkannt wurden, im Wege der Gnade erlassen oder gemildert. Die bayerische Amnestie wird sämtliche Räte-Repu blikaner. außer dem Metzger Lindner, umfassen, der im Landtag daS Attentat auf den Abgeordneten Auer verübt hat. Gras Arco, der Eisner erschossen und nur Strafaufschub erhalten hatte, wird endgültig begnadigt. Vie landwirtschaftliche Selbsthilfe. Die Magdeburger Tagung der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft. Von unserem Sonderkorrespondenten. Magdeburg. 30.Sept. Daß die deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft das unentbehrliche Organ der Selbsthilfe des landwirtschaftlichen Berufsstandes ist, hat erneut wieder die Magdeburger Herbsttagung bewiesen. Die D. L. G. hat es in den 42 Jahren ihres Bestehens verstanden, sich im Sinne der Ziele ihres Gründers Max E u t h von allen wirtschaftspolitischen und politischen Tagestämpsen frei zu halten und für alle Teile der Landwirtschaft die Plattform zum Erfahrungsaustausch untereinander und mit der landwirtschaftlichen Wissenschaft ssowie der Industrie abzugeben. Rimmt unmittelbar in den Sitzungen und Versammlungen der D. L. G. auch nur ein Teil der Betriebsleiter Anteil an der Arbeit, so gehen doch von hier bie Fortschritte und Reuerungen heraus i n die landwirtschaftlichen Dere ine: und das Beispiel sorgt schon dafür, daß auch die große Masse der Landwirtschaft tatsächlich unmittelbaren Rutzen aus der Arbeit der D. L. G. zieht. Auch der Wechsel der großen Wanderausstellungen und der Herbsttagungen von Gau zu Gau durch alle deutschen Lande bringt die landwirtschaftliche Bevcllerung überall unmittelbar mit den neuzeitlichen Anschauungen in Berührung: und das ist sicher: wer an den Tagungen teilnimmt, der ist mit ernster Arbeit dabei. Jedes Gebiet der Landwirtschaft und jeder Betriebszweig hat in den gut hundert Sitzungen dieser Tage in Magdeburg Berücksichtigung gefunden. Selbstverständlich kann nicht jedesmal ein größer Fortschritt verkündet werden, und mit großen allgemeinen Kundgebungen ist für die Hebung des Rivcaus der landwirtschaftlick>en Kultur gar nichts getan Aber die unendliche Fülle kleiner Einzel- und Teilfragen, die Vermittlung von Ruancen. die dem Außenstehenden reichlich uninteressant erscheinen mögen und die solche Fachsi)ungen niemals für den Richtlandwirt zum Anziehungspunkt machen werden, gerade diese Kleinigkeiten sind von so unendlich weittragender Bedeutung für den Er- folg der landwirtschaftlichen Praris. sie bilden die Grundlage für die rastlo'e Arbeit in der D. L. G Es sei nur an das Beispiel der R o r- mung erinnert. In der Sitzung der Geräte- Abteilung konnte darüber berichtet werden, daß auf Grund der langjährigen Arbeit der D.L.G. im Fachnormenausschuß mit Unterstützung des Reichsluratoriums für Wirtschaftlichkeit Normungen für eine Reihe von Einzelteilen landwirtschaftlicher Maschinen durchgeführt oder in Bearbeitung sind. Das bedeutet — wenn es sich auch nur um kleine Schräubchen, um Zinken und dergleichen handelt — unmittelbar eine Steigerungderlandwirtschaftlichen Produktion, aber auch eine Verbilligung der Landmafchinen. Denn bei derartig genormten Geräten sind die Ersatzteile stets überall sofort greifbar, so daß es nicht, wie bisher, passieren kann, daß Maschinen gerade in der Hauptarbeitszeit wegen irgend eines kleinen Mangels vollständig ausfallen. Aus den anderen Gebieten der landwirtschaftlichen Produktion ist es ebenso. Man darf daran erinnern, daß von der Landwirtschaft in der Viehzucht und Saatzucht zum Dellpi^ seit Jahrzehnten bereits praktisch eine Arbeit geleistet wird, wie sie heute in der Industrie mit Ror- rmmg und Typung erst als Entdeckung der letzten Jahre ein Schlagwort geworden ist. Vielleicht ist der moderne Landwirt gar nicht so rückständig und rückschrittlich, wie ihn mancher schnellebige Städter ansieht. Beweist doch gerade die Vielseitigkeit der Arbeit der D. L. G.. wie vielfältige Kenntnisse auf den verschiedensten Wissensgebieten zur Leitung auch des Heinen landwirtschaftlichen B" riedes geboren. Wmnauch jeder Betrieb nach nen natürlichen Produktionsbedingungen und nach seiner Absatzlage gewisse Spezialitäten zu pflegen hat, so kann sich doch auf die Dauer nur ein Betrieb halten, der in der Vielseitigkeit de verschird.mrn Vllribs- zwcige in sich ausgleicht, um so schwankende Konjunkturen der einzelnen Produkte aus- hatten zu können. Besonders einleuchtend wurde das in der Betriebs-Abteilung in den Vorträgen von Professor Beckmann und Schlange- Schöningen klar gemacht. Das Ziel der landwirtschaftlichen Detriebsführung bleibt die Intensivierung, aber es ist nur im Rahmen der Wirtschaf Latent, also der Rational w i r t f ch a f t, möglich und dient nur so der Rationalwirtschaft. liche Kürzungen in dem Budget für die Armee. Marine und Luftfahrt vorzusehen. Schankairzler Chlkrchll hat die d.ei Mi nstcren bereits um möglich't baldige E nreichu:g ihrer Voranschläge für b'.g nächst.- Jahr er ui;t Ob cs Ehurchill gelingt, in dem Bud'.e iVc er drei Ministerien wZ.ntlte e Erfp'rungen zu mad>?n, muß zunächst dahingestellt bleiben. In wilchm hat er oerfprtxben. dah das B c r • c i b i - gungskorps in Ehina das nichstjätzrige 'Bubg»’! nicht m -*'r belasten wird, wn« c.nige Befriedigung cnl-.öst. Die geplante R ' nstrui— rung des W i r t s cha s 1« k vm i l e e s ie a i- I netts unter dem Dor iy Baldwins deutet darauf hin, daß es dem Premierminister unb dem Schatzkanzlcr mit ihrem Sparp.wg-.amm ernst ist. Unfan Könneckes. Rach einem Funk Spruch aus Bagdad ist Koen- nede am Fre.tazmvrgen dort beim Abflug vom Flugplatz mit seiner Maschine abge stürzt. Die Flieger hieben sämtlich unverletzt. Das Flugzeug brach bei feinem Absturz Ruder und Sporn. Tie nötigen Reparaturen werden mindestens vier Tage ersor'-orn. Die Flieger hoffen. Bagdad nächsten Dtenstcg verlassen zu können. Zur Geschichte der pariser Zriedensvetträge. Frankreich umwarb Ungarn während des polnifch-rufsifchen Krieges. Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers'. Berlin. 1. Oft. Durch einen Zufall find wir um eine wichtige Einzelheit auä dem Kompromiß der Friedens Verhandlungen bereichert. Ein ungarisches Blatt veröffentlicht eui$ Qü>tc, die Frankreich 1920 an Ungarn geschickt hat, worin es füreine Waffenunterstüt- zung Polens gegen Rußland erhebliche territoriale Zugeständnisse beim Abschluß des Friedens Vertrages anbietet Frank- reich wollte einzelne Telle Siebenbürgens, soweit sie überwiegend ungarischer Bevölkerung sind, den Ungarn wieder zuschanzer- andere Teile Siebenbürgens, und zwar gerade die deutschen Teile, sollten für selbständig erklärt werden. Die Aktion hat sich im Sande verlausen, weil die Rote abging, als die russischen Armeen unmittelbar vor Warschau standen und die ganze polnische Herrschaft zusarnnrenzubvechen schien 15 Kilometer vor der polnischen Hauptstadt aber wurden die Russen auf gehalten und muhten sich zurückiehen Im selben Augenbllck hatte Frank- reich kein Interesse mehr daran und zog seine großzügigen Anerbietungen zurück. Merkwürdig, wie die Dinge sich verschoben haben: damals wollte England von dem französischen Plan nichts wissen, heute eröffnet Lord Rvthermere in der englischen Presse einen mit ungarischen Sympathien getränkten Feldzug gegen die Vergewaltigung des Mad- jareniums durch die Tschechoslowakei. Das alles aber hindert natürlich nicht daran, daß die Friedensverträge im Ramen von Recht und De- vechtigkeit abgeschlossen sind. Aber gerade für uns Deutsche ist es eine wertvolle Bereicherung unseres AktenmaterialS, daß wir wieder einmal nachweisen konnten, wie stark sich diese Begriffe bei den Ententestaaten verschoben, sobald ihre eigenen Interess en eine Verschiebwig nützlich oder nur wünschenswert erscheinen ließen Das angebliche Gstkommifsariat. DeS Reiches Fürsorge für daS bedrängte Ostpreußen. Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers" Berlin, 1. Oft. Aus einer Ankündigung des Reichskanzlers, die er gelegentlich seines Besuches in Königsberg gemacht hatte und wonach eine besondere Reichsstc 1 le mit der 'Bearbeitung ost preußischer Fragen betraut werden sollte, hatte eine Korrespondenz den Schluß gezogen, eS sei die Schaffung eines besonderen Reichskommifsariats für den Osten beabsichtigt. Es war auch bereits der Raine des Deutschnattonalen Freiherrn vonDayl genannt worden, der sich als QlbiummungSfom- miffar seinerzeit ausgezeichnet bewährt hatte und als führender Beamter verschiedener gemeinnütziger cklnternehmungen — der Ostpreußischen Landgesellschaft und der Gesellschaft zur Förderung der inneren Kolonisation — befannt ist. Freiherr v Gayl vertritt Ostpreußen imReichs- rat und im preußischen Staatsrat^ es wäre deshalb an sich durchaus natürlich gewesen, daß man an ihn gedacht hätte, wenn etwa die Schaffung einer Reichsstelle nach dem Muster des von Freiherrn Langwerth v. Simmern bekleideten Rheinlandskommissariats gedacht worden wäre. Dem ist aber nicht jo. Es handelt sich vielmehr lediglich um die Schaffung einer besonderen Bearbeitungsstelle für die ostpreußischen Angelegenheiten im Reichsministerium des Innern. Die Frage ist noch nicht abgeschlossen, doch verlautet, daß Ministerialdirektor D a m m a n n mit der Wahrnehmung der Geschäfte beauftragt werden wird. Von Konflikten zwischen dem Reich und Preußen in dieser Frage, die vorausgesagt waren, kann deshalb ebenfalls keine Rede fein. In Preußen existiert bereits feit langem eine besondere Dienststelle für die Wahrnehmung der Astgeschciste. und Zwar ist Dbcrcgierunflsrat Frankenbach vom Preußischen <5taatr-minifterium mit dieser Ausgabe betraut. Rach Schaffung der geplanten Reichs- stelle wird es sich also höchstens darum handeln müssen, die Tätigkeit der beiden GonOerrcfcrate in gewissen Fragen aufeinander abzustim. inen: im allgemeinen ergibt sich die !-.ompetenz. aliederung ohne weiteres aus der Derfchiedenheit ber Aufgaben, die bas Reich und die Preußen gegenüber dem besonders notleidenden und bedrohten deutschen Gebiet im Osten zu erfüllen haben. Und auch wenn man im allgemeinen einer Vermurung von Sonderorganismen innerhalb ber Verwaltung nicht bas Wort reden kann, wird man es begrüßen können, daß die beiden größten Verwallungsein- Hellen Reich und Preußen, zur intensiveren und zu- sammenfassenden Bearbeitung dieser wichtigen Fragen eigene Referate schaffen oder geschaffen haben, deren Bestehen selbstverständlich eine E r • l e i d) t e r u n g für den Verkehr unserer wichtigen Ostprooinz mit den Zentralbehörden bedeutet und eine bevorzugte Behandlung der ostpreußifchen Röte und Wünsche burd) die Einwirkung kompetenter Persönlichkeiten gestattet. Der Relrgionskamys im Mexiko. Mexiko. 1. Oft. (WTB. Funkspruch.) 29 römisch-kathollsche Männer und Frauen, die der revolutionären Tätigkeit verdächtigt werden, sind in verschiedenen Teilen der Stadt Mexiko verhaftet toorben. Die Doli zei durchsuchte auch die Hauser anberer Verdächtiger. Innerhalb der letzten zwei Tage sind im Staate IclliSco 8 9 Aufständische im Kampfe mit Rcaierungs- truppen getötet worden. Tin katholischer Priester, der gefangen genommen wurde, ist hInge r i ch t c t worden. Boi einem weiteren Zusammenstoß zwischen Regierungstruppen und den log. „katholischen Fanatikern" im Staate Ia- lisco schlugen 403 Soldaten unter Führung eines Generals bie Aufständischen in die Flucht, die von einem Priester angeführt wurden. 55 Aufständische wurden getötet. 3turml< imien verbinden Orte mit gleichem e«if neeresmiew umgerecnerien Luitdruci Rach dem Vorüberzug de» gestrigen Regen- gebietcs, das sich ostwärts weiter bewegt Hot, ging die Dcwoliung wieder zurück und Aufilaren trat in den Abendstunden ein. Starker Rückgang der Temperaturen machte sich bemerkbar. Di« Lufttemperatur lag in der vergangenen Rocht um 2,5 Grad Eelfius und in Erdbodennähe hatte sie den Gesrierpunlt erreicht. Starker Druckanstieg hat über Mitteleuropa eingesetzt. Durch die 'Bit* düng eines weiteren Tiesauslaulers des ostwärts weiterziehenden isländisch-.n Depressionsgebiet«» zeigte sich beute morgen über 3rland und West- England ein neue» Regengebiet. ES ist anzuneh- men, daß unter Düdwest-Lullzufuhr auch unser Gebiet wieder davon berührt wird, waS ira Laufe deS morgigen TageS der Fall fein Dürft«. Wettervoraussage Wolkig, auch Aufklaren, Temperaturen im allgemeinen wenig verändert und zeitweise Niederschläge wahrscheinlich. Witterungsaucsjchten für Montag: Wechselnd wolkig mit Aufheiterung, meist trocken. Lufttemperaturen am 30. September: mittags 11,4 Grad Celsius, abends 5/4 Grad Celsius, am 1. Oktober: morgens 5,4 Grad Celsius — Crdtcm, peraturen in 10 Zentimeter liefe cm 30. September 11,9 Grad Celsius: am 1. Oktober 7,9 Grad Celsius. Maximum 12,5 Grad Celsius, Minipium 2,4 Grad Celsius. — Niederschlage 1,7 Millimeter. Raniehe mifVerfianainilienangehörlge sind mit etnaeladen. Erstkl. 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Volk ein solches □Haß an Verehrung entgegen^. bracht Hütte, wie dem Feldmarschall und Reichspräsidenten Hindenburg. Sobald man D smarcks und Hindenburgs Damen zusammen nennt, wird allerdings auch ein Unterschied offenbar. B.Smarck mußte, um zu seinem Werke vorzudrin.^.m, über Traditionen h.nwegschre tcn, er mu'Ue sich fernen Weg drrrch ein tckchtes Gestrüpp von Widerständen. Strebungen und Meinungen bahnen, rücksichtslos und unbetümmert um die Interessen, die er verletzte oder opferte. So war er immer ein umfämpfter Mann, und zu feiner einsam en Höhe klang beides hinaus, sowohl zorniger Hatz wie verehrungsvolle Liebe, Dis- mard war eine dämonische Gröhe, und diese Gröhe, soweit sie im seelischen, nicht im geistigen beruhte, offenbarte sich in diesem leidenschait- lichen Kämpscrium. das zwar oft von der poll- tischen Klugheit gebändigt wurde, aber öfter noch mit urgewaltiger Kraft durchbrach. In Bismarck gewann seine Zeit ihren sinn- gerechten Ausdruck. Es war eine Zeit, die sich in der deutschen Politik durch höchste Dynamik auSzcichnet. Aeszerlich offenbart sich das dynamische Wesen dieser Politik durch die drei Kriege. Der erste löste das deutsch: Schleswig- Holstein aus dem Verbände des dänischen Staates. Sr erfüllte die volkstümliche Forderung deS Rationalgeistes, der ftch zu immer stärkerer Tatsreudigleit erhob. Der zweite vertvies das undeutsche Habsburgertum aus dem Gebiete der nationalen Politik unh schuf die imrerdeulschen Voraussetzungen für die Wiederaufrichtung eines deutschen Rationalstaates. Der dritte befx-gte den außenpolitischen Widerstand gegen den herrischen Wiederaufstieg, brachte das in der Zeit tiefster deutscher Ürfraft verlorene Elsaß-Lothringen in deutsche Hmrd zurilck und vollendete das Werk der staatlichen Einigung Deutschlands. Man muh das Werk DiSmarcks mit dem 'Zustande vergleichen, den Bismarck vorfand, als er sein Werk begann, um die ungeheure Dynamik dieser Politik zu sehen. Das Gesicht Europas hatte sich in toeniger als einem Jahrzehnt mächtig verändert. Die Mitte des Eri-teils. die bisher ein weitläufiges, zerrissenes Operationsfeld der verschiedensten politischen Außenernflüsse war, in welcher die Mächte viel mehr ein Objekt als ein Subjekt europäischer Politik sahen, war in dieser Zeit ein geschlossenes politisches Krciftseld geworden, dessen Rang ebenso durch die Siege über Oesterreich und Frankreich, wie durch Den wirtschaftlichen Ausdehnung^ -rang bestimmt wurde. Diese Mitte hatte den alten Habsburgerstaat und das kriegSgewaltige. zu den napoleonischen Traditionen zurückgekehrte Frankreich besiegt und stand jetzt stark, geschlossen und tatenfreubig mitten m der Welt der alten Staaten und zwang diese zu neuen Ordnungen. Hier war das Wesen des Werkes zugleich das Wesen des Menschen. Dynarnisch waren sie beide: die deutsche Politik und der Mensch Bismarck, der sie führte. Die Zeit deS Weltkrieges ist gänzlich anderer Wesensart. Deutschland war nach einem Worte DiSmarcks politisch saturiert. Sein Hm- auSwirken in die weitere Welt war jetzt weniger Wille als Zwang — ein Zwang, der von dem Wachstum der Bevölkerung ausging. Der Krieg, die Koalition, die ihn herbeiführte, war die Antwort der Welt auf den deutschen Aufstieg. Der Krieg war im tiefsten Wesen ein Verteidigungskrieg. Deutschland war eine umstellte Festung. Die deutschen Offensiven gegen Rußland, gegen den Balkan, gegen die Linie England—Indien, gegen Italien, gegen Frankreich, auch die Vorstöße der Flotte, der Tauchboote und der Luftschiffe — dies alles waren Ausfallkämpse, in denen hie umklammerte deutsche Mitte den würgenden Ring durchbrechen wollte. Dieser Weltkrieg war eine einzige große bewegliche Verteidigung, ein heroischer Widerstand. Seinen politischen Charakter kennzeichnete Paul Len sch mit den Worten: Die Koalition hat den Krieg verloren, wenn sie ihn nicht gewinnt, Deutschland hat den Krieg gewonnen, wenn eS ihn nicht verliert. Lind der Held und Führer dieses Krieges war Hindenburg. In ihm, in feiner Menschlichkeit, gewann diese Zeit ihren wriensgerecht en Ausdruck: so wie Bismarck zu jener dynamischen Epoche der deutschen Geschichte gehört. und wie sich daS Wesen dieser Epoche in feinem eigenen menschlichen Wesen widerspiegelt, so gehört Hindenburg zu un'crcr Epoche, und so ist sein menschlich-persönlichas Wesen der sinngerechl: Ausdruck für daS Wesen des Kampfes.. den die deutsch? Ration feit dem Deginn deS Weltkrieges zu führen hat. Hindenburg steht vor uns als das Sinnbild deS tragischen Heldentums, in welchem sich seit dem Weltkriege deutsche Große offenbart. Groß und ernst steht er vor uns und vor der Welt. Keine Dämonie hat ihn zur Führung getrieben. In Pflichten ist er geschritten — nach Tannenberg, bann an die Spitze der Armee und zuletzt an die Spitze deS Reiches — als Präsident des republikanischen Reiches steht er. der kaiserliche Fridm «schall. vor seinem Volke und trägt eine unsichtbare Krone, die ihm in Stille das deutsche Volt verliehen hat. Bismarcks Dämonie brachte die Geister in Aufruhr, um sie in die gewollte Bahn zu zwingen. Hindenburgs Wort ist Einigkeit. Aber in Di-marck wie in Hindenburg ist eS immer Die Stimme des Schicksals. die zu den Deutschen spricht. Beide find sie Symbole ihrer Zeit, und V>er ist Ausdruck deutscher Größe und ihres RingenS um das deutsche Schicksal. Die Rückführung der Armee. Von Gustav RoSke, ehern. Reichswehrminifier, Oberpräsideirten der Provinz Hannover. Eine Unterhaltung über Hindenburg sührten in der Wandelhalle des Reichstags Abgeordnete und Politiker an einem Tage im Jahre 1915 oder Anfang 1916. Wie groß fei der unmittelbar persönliche Anteil des gelbbefm an den Siegen über die Russen! Der Erörterung machte ein bekannter sozialdemokratischer Journalist mit der Bemerkung ein Ende: „Es ist unangebracht, über die Bedeutung Hindenburgs Worte zu machen. 3m Volksgefühl ist Hindenburg über den Menschen hinausgewachsen: er ist -um Mythos geworden." Was kümmern sich Millionen Menschen um den Streit Nachgeordneter Generale über ihren mehr ober weniger großen Anteil an dem Siege von Tannenberg! Hilfe in schwerster vaterländischer Rot, stärkste befreiende Lat, Rettung des deutschen Volkes vor den russischen Heeren hatten hunderttausend Mänrrer unter genialer Führung erkämpft. Die Tat der Vielen fand den begeisterten Dank des Volkes in der Umkleidung des Feldherm mit allen guten Eigenschaften, die seine tapferen Armeekorps zierten. So war es, solange Völler Schlachten schlugen. So wurde Hindenburg, der tüchtige General, zum MythoS. Wer seine gütige, einfache und bescheidene Wesensart kennt, weiß, baß er Diese Erhebung nicht erstrebte, fmxbern baß er sie lediglich trägt mit der großen natürlichen Würde, die Dem reckenhaften Manne eigen ist. Selbst sein lauter Protest hätte die Meinung von Millionen Menschen über ihn nicht geändert. Als nach Dem furchtbaren Ende des Krieges wild erregt über die Schuld an Der Riederlage gestritten wurde, traf hartes Wort manchen früher viel gerühmten Mann. Vor Hindenburg hat die Kritik beinahe völlig Halt gemacht! Solange Menschen militärische Taten rühmen, Hingt der Rame Hindenburgs, des Schlachten- lenkers von Tannenberg. Mir erscheint mindestens nicht weniger rühmenswert das Verdienst des FeldmarschallS um Deutschland nach dein verlorenen Krieg. Dabei handelt es sich nicht um eine Tat von großem Schwung. Er blieb auf seinem Posten an der Spitze des Heeres, als eS galt, den Heimmarsch anzutreten. Das war beinahe nur eine Geste und wirkte doch wohl wie ein unerschütterlicher Staudamm, der Fluten, die sonst verheerend wirken würden, bändigt und fängt, so baß sie allmählich zu Tal gelassen werben können. So wie der große Generalstab Die Mobil- machrmg zum Kriege in gründlichster Arbeit vorbereitet hatte, war ein sorgfältiger ©emobili* fierungsplan für das Heer longe vor Kriegsende fertig. Danach würbe der '. .bau des Heeres mit seinen Millionen Männern in Monaten ganz gewiß ohne nennenswerte Störungen zu betoirfen gewesen fein. Ich weiß aus Gesprächen mit militärischen Sachbearbeitern lange vor dem Kriegsende, mit welcher Sorge an eine ordnungsmäßige Demobilisierung gedacht wurde. Als Politiker habe ich mir oft vorzustellen versucht. wie sich die politische Lage unter dem Einfluß Der heimkehrenden, selbstbewußt gewordenen Frontkämpfer gestalten tonnte. Jede Annahme, was nach dem Kriegsende werden könnte, ist durch die Anfangs Rovernber 1918 hereingebrochene Katastrophe gegenstandslos geworden. Die Flotte war in wenigen Tagen, ja Stunden. aus einem gewaltigen Kriegsinstrument zu einer furchtbaren Gefahr für Deutschland geworden. als aus Kiel, Wilhelmshaven und an- Deren Marinegarnisonen rebellierende Mannschaften davonliefcn und die revolutionäre Erhebung über daS Reich verbreiteten. Wenige Tage später sind erhebliche Teile der Etappe in Ost und -West au.einankergefallen. War cs im W.sten mit Der Etappe vielfach militärisch schon furchtbar, so spielte sich doch im Osten, wo Die ältesten Jahrgänge ftanben, vom soldatischen Standpunkte das Schmachvollste ab. was je bei einer Truppe geschah. Eine große Armee lief vor Den russischen Roten Truppen, die viel schwächer waren, davon und ließ Milliardenwerte an Kriegsgut in russischen und polnischen Händen zurück. Ein Einfall der Bolschewiken nach Deutschland drohte. Eine nicht auszudenkendc Katastrophe mußte im Westen entstehen, wenn sich wie eine verheerende Flut das Millionenhcer führerlos über den Rhein hinweggewälzt hätte. 2n Blut unb Brand mußte das Land untergehen. Die sechs Dolksbeauftragten, die in Berlin regieren sollten, waren sich darüber Har, baß weder Die innervolitischen Geschäfte noch die militärischen Dinge ohne sachkundige Männer deS kaiserlichen Apparates zu bewältigen waren. 3n zahlreioen Fällen sind Die leitenden Männer des alten Systems in jenen Tagen von ihren Posten fang- und Hanglos abgetreten. Es blieben sachkundige Leute in hinreichender Zahl, um, wenn auch mit vielen Schwierigkeiten, weiterarbeiten zu können. Da sie die Dinge beim Heere als befände rs schwierig erkannten, baten die VolkS- deauftragten, die .Unabhängigen Sozialdemokraten eingeschlossen, den letzten königlich preußischen Kriegsminister, im Amte zu bleiben, und in einem von den Volks beauftragten Ebert, Scheidemann, Dittmann, Landsberg und Darih unterzeichneter. Telegramm an den Feldmarschall v.Hindenburg wurde gesagt: »Wir bitten, für das gesamte Feldheer antzu- orbnen, baß die militärische Disziplin, Rühe und straffe Ordnung im Heer unter arten Umß&noen aufrechtzuerhalten sind, laß daher den Befehlen der militärischen Vorgesetzten bis zur erfolgten Entlassung unbedingt zu gehorchen ist urrb daß eine Entlassung von Heerescrngehorigcm auS Dem Heere nur auf Befehl Der militärischen Vorgesetzten zu erfolgen hat. Die Vocgestchben haben '23affen und Rangabzeichen beizube halten. Wo sich Soldatenräte und Vertrauensräte gebildet haben, haben sie die Offiziere in ihrer Tätigkeit zur Aufrechterhaltung von Zucht und Ordnung rückhaltlos zu unterftüßen.“ Das Telegramm drückte die lleberzeugung aus, daß beim Feldheere die Autorität des Fekd- marschallS so groß geblieben sei, Daß seine An- ortirung in bezug auf Erhaltung von straffer Diszipftn und Ordnung §oüge gegeben werden würde. Der Geist im Feldheere war im allgemeinen ein ganz anderer als Der in der Etapve. Dor Dem Feinde fpar sich jeder Mann barüoer klar, daß es ohne Die Autorität ordentlicher Führer nicht gehe. Auch in Der Marine war Die Disziplin aller Formationen, die als kämpfende Truppe anzusehen waren, ausgezeichnet: am besten auf Den U-Booten. Große Hebertoinbung muß eS Dem alten kaiserlichen General gekostet bähen, sich einer RevolutionSreglerung zu unterstellen: schwer tragbar war es für den Inhaber bisher unbeschränkter BesehlSgewalt. neben ftch im Hauptquartier einen öolbaienrai zu dulden. Er blieb auf seinem Posten, weil Damit Dem deutschen Volke und Dem Vater lande ein D.enst geleistet wurde. Damit wirkte Der Marschall vorbildlich für zehntausende Generale unb Offiziere. die an Pflichttreue hinter ihrem Führer nicht xurüdßanhen, trotzdem viele in jenen Tagen und Wochen schwerste Unbill ertragen mußten. Hindenburg an Der Spitze bes Hauptquartiers deS beim fluten Den Heeres war für Offizier unb Mann, aber nicht weniger für Millionen Menschen in Der Heimat, eine Beruhigung. Deren Bedeutung nicht überschätzen und nicht abzuwägen ist. Selbst wenn er ledig« ich aiS ragen De» Zeichen wirksam gewesen wäre, bleibt seine Tat, im Amt zu bleiben, groß unD war von tiefster Wirkung im Sinne einer ruhigen Entwicklung Der Dinge. Aus die btimfcßvcnDcn Regimenter wirkte die alte Autorität meist nur so lange. biS sie in Den Standort eingerückt waren. Es mar für mich, der ich bann mit ihnen zu tun bekam, vielfach kaum begreiflich wie rasch Die Mannsäxiften Der RevolutivnSpsychose verfielen, wenn sie heimatlichen Boden betraten. Auch Die au3 dem Weston heimkehrenden Truppen waren deshalb in ißren alten Verbänden weder für die Bekämpfung der inneren Unruhen noch zur Sicherung Der Ost- grenze zu verwenden. Deshalb mußte im Februar 1919 von der Ratdonalversammluirg beschlossen werden: .Der Reichspräsident wird ermächtigt, das beftebenbe Heer auf zu lösen unb eine vorläufige Reichswehr xu bilden" Schon drei Monate vorher hatte die Bildung von Freiwilllgenverbänden unb Grenzschuhformationen begonnen. Wenn die Besprechung, wegen der Ausstellung einer zuverlässigen Regierungstruppe zwischen Ebert und dem General Grö- ner mit Kenntnis unbunter Zustimmung des Feld- marschallS stattgefunden bat, dann legte er, während unter seiner verantwortlichen Leitung der Rückzug deS Feldheeres erfolgte, mit den beiden anderen Männern gleichzeitig den ersten Krim zur neuen Reichswehr. Ich hatte, als ich bald Darauf die Verantwortung für die militärischen Angelegenheiten des Reiches übernahm, den Gedanken in Die Tat umzusehen. Es fällt mir auf, Daß fast nie die Rode davon ist, baß Hindenburgs militärisches Wirken mit Der Rückführung DeS Feldheeres nicht beendet war. Weil gegen unsere Ostgrenze russische und polnische Scharen an6raubten, wurden Grenz- schutzverbände zusammengerafft und Freiwilligen- f-ormafronen nach Osten geworfen. AIS ule oberste Heeresleitung den Rücktransport deS HoereS im Westen als beendet ansehen konnte, ftedelte sie von Kassel nach Kolberg über. Der Sieger von Tannenberg und vielen anderen Schlachten übernahm von neuem die Wacht geg*n Osten, nicht mehr als der Schlachtenlenker und Führer txn Hunderttau senden alter Soldaten, sondern nu», hielt er mit seinem Rainen eine bunte und manchmal recht wilde militärische Gesellschaft in O dnung und verhütete damit noch Schlimmer £ als wir an der Ost grenze hinnehmen müß en. Die militärische Gewalt war damals Derart geteilt. Daß mir im Raume von neun Gene, alrommanbos das VerfügungSrecht zustand, während Hindenburg in allen Angelegenheiten deS Grenzschutzes befahl. Mit gemeßener Ruhe und abgeklärter Würde, erfüllt nur von Dem einen Verlangen, seinem Volke und Vaterland zu dienen, blieb Hindenburg bis zum 25. Juni in Kolberg. An diesem Tage hat er Dem Reichspräsidenten angezeigt. Daß er den Oberbefehl nieder liege und sich ins Privatleben zurückziehe. Sein Dienst für Deutschland als Soldat war erst zu Ende, als Die Unterzeichnung des Dokuments von Versailles seiner Mission restlos rin Ende gemacht halte. , i Sprechstunden der Redaktion. 12 bis 1 Uhr mittag», 5 bis 7 Uhr nachmittag» Samstag nachmittag geschlossen Zür nnocrlangt eingesandte Manuskripte ohne beigefügtes Rückporto wird keine Gewähr übernommen. Ein Bild aus Masuren. | Don Erika von und zu Ruthenbeck. Wenig Menschen kennen Masuren, selbst Dem größten Teil Der Bevölkerung Ostpreußens ist das schönste Gebiet im Süden ihrer Heimat fremd geblieben. Dieses Land trägt einen besonderen Charakter und übt einen Zauber auf jeden aus, der sein Wesen in Die tiefe Eigenart dieser Landschaft zu senken vermag. Klar ruht das Bild auf Dem Grunde meiner Seele und taucht immer wieder in mir empor, von einer tiefen Sehnsucht gerufen. Don Insterburg kommend, rastet man zuerit in Angerburg und macht Dort einen kleinen Gang zu einem HelDenfriedhof, Der einzig schön ist. Ec liegt unter dem weilen, offenen Himmel auf einem sandigen Hügel, eingefaßt von einer niedrigen Tannenhecke und rings umspült von Dem Wasser des Mauer-Sees. Ein weithin ragendes, schlichtes Kreuz erhebt sich über Die Gräber, Die als Wahrzeichen blaue Stranddisteln tragen. 5)ic Wogen schlagen an die sandige Höhe im gleichmäßigen Rhythmus ihrer Schwere. Mit einem kleinen Motorboot erreicht man in zwei Stunden Steinert, einen 50 000 QKorgen großen Besitz, Der herrlichen Waldbestand hat. Der Park ist zur Besichtigung freigegeben. Unendliche Alleen mit uralten Eichen geben ihm das Gepräge. Dann geht es weiter mit Dem Dampfer nach Upalten, einer schmalen etwa 300 Morgen großen Insel. In der Mitte liegt ein kleines, bescheidenes Gasthaus. Sonst wirkt Die Insel wie ein heiliger Hain, mit Eichen, Fichten und Erlen bewachsen, in Deren Kronen Die Reiher horsten. Lieber den Wegen sind alle Bäume ineinander verschlungen und verwachsen, so Daß man nur wie durch Domgänge schreitet. Das schönste ist aber doch Die Wasserfahrt. Das Schiff gleitet durch enge, zu beiden Se en von Schilfbändern begrenzte Kanäle, die Die Seen miteinander verbinden. Zu scheinbar unenD- lichen Weiten öfsnen sich diese, nur einen blauen Waldrand sichtbar laffenD, der die HimmelLkuppe am Horizont trägt Inseln breiten sich aus, kleine. mit Schilf bewachsene und größere, mit dichten Laubbeständen, immer wieder den Eindruck von uralten Hainen gebend. Schwirrend heben sich Waldvögel auf, Fischreiher suchen von ihren Horsten aus Deute, oder Kraniche gleiten in langgestrecktem Zuge an mir vorüber. In breiten Fluten lagert das Sonnenlicht in Den Wellen, Die das Spiegelbild lautloser Segel fangen und unaufhaltsam dem Bug des Schiffes entgegenströmen. Die Ufer treten näher zusarnmen. Manchmal steigt ein Fischerdorf auf mit einem hochstreben- Den Kirchturm und mit flachgebauten, Holzhäusern und Wasserstraßen, auf denen schwarze Kähne ruhen. Die Masuren treiben viel Segeljagd. Eie sprechen eine unverständliche Sprache, ein Gemisch von Polnisch und Litauisch, und feßen dunkel und oft ganz fremdländisch aus. UnD wieder flaches Gelände, Wiesen und landeinwärts Heide und Moor. 3n Gruppen oder einsam wurzelnd stehen Die Kiefern, stolz und schweigend in sich selbst befestigt. Rur ihre Aeste rauschen und greifen tiefer in den Himmel ein. ßangfam sinkt der Abend nieder, rotes Licht der untergehenden Sonne liegt auf Den schwarzen Wassern gebreitet. Der Wind ruht still mit em* gezogenen Flügeln. Lautloser gleiten lastentragende große Schiffe Die Seen hinunter, bis Dunkelheit von allen Ufern zieht. Wer Den Weg nach Tannenberg ostwärts nimmt, möge durch dieses Tor hindurch in das fremde Masuren schreiten. (Eine Sudermann-Erinnerung. Hernkann Sudermann konnte an seinem 70. Geburtstag, am 30. September, auf eine an Erfolgen reiche Laufbahn zurückschauen, aber in seinen Anfängen hat er es schwerer gehabt als viele andere, hat Rot und Enttäuschungen gründlich kenncngeiernt. WaS ihm mit seinem ersten Drama passierte, hat er einmal launig erzählt. Als Student m Königsberg verfaßte er ein Drama, das er „Die Tochter des Glücks" nannte. „Seine Heldin," so erzählt er den Inhalt, „war Der hochmütige und adelsstolze Sproß eines ruinierten alten Geschlechts, Dem von einem schurkischen Industriellen der Boden unter Den Füßen fortgezogen wird. Sin edler Demokrat, Der sich aus Der Hefe des Volks zum großen Gelehrten emporgerungen hat, tritt als Retter dazwischen, vermag zwar die Familie vor Dem Untergang nicht zu schützen, erobert sich aber Die Hand Der gebeugten Tochter. Auf einem Kirchhofe trifft er im 5. Akte mit ihr zusammen und führt sie bei himbeerfarbener Abendbeleuchtung — von welcher ich mir eine große Wirkung versprach — ins Leben zurück. In der Auswahl charakteri- fterenDer Züge war ich nicht blöde. So besinne ich mich. Daß ich Den edlen Demokraten, um Die Rücksichtslosigkeit seines struggle-of-lifer-tumS zu zeichnen, mit hohem Stolze von ftch sagen ließ: ..Und wenn mich hungerte, so stahl ich!" „Um Dem Werk eine seiner inneren Bedeutung würdige Außenseite zu geben,“ erzählt Sudermann weiter, „schrieb ich es mit meiner schönsten Reinschrift nach zweifacher Umarbeitung zum drittenmal nieder, unD zwar auf dickes, weißes Papier, welchem ich handbreite Ränder einfalzte, weniger um darauf Verbesserungen anzubringen — auch Shakespeare verbesserte nie — als um den Eindruck einer gewissen Fülle zu erwecken. Dann begann ich die Aufführung ernstlich ins Auge zu fassen." Da die Schauspielerin Hermine (Staat- Delia ihm einen unauslöschlichen Eindruck gemacht hatte, schickte er das Stück ihrem Gatten Emil (Maar, der damals das Berliner Residenz- Theater leitete. Als er Dann — gerate vor 50 Jahren — im Jahre 1877 aus Dem fernen Ostpreußen in Berlin einzog. um ftch die Welt zu erobern, wartete er erst, daß unter den Theatemachrichten eine Rotiz erscheinen werde. Die Die Aufführung keines Stückes ankündige. Als aber nichts erfolgte, wagte er sich ins Theater und schließlich in die Privatwohnung des D:rektvrs. um sich nach der Aufnahme seines Werkes zu erkundigen. Er wurde das erstemal vertröstet, mußte sich aber nach zwei Monaten zu einem neuen Gang in die Wohnung des Direktors entschließen. Claar entschuldigte sich: .Die Manuskripte werden ja bet mir aufs sorgfältigste geprüft. Was wir irgend brauchen fön- nett. Das behalten wir. Aber ... die Sache ist wahrscheinlich in Vergessenheit geraten." „Am andern Vormittag," so schließt Sudermann seine Geschichte, „erhielt ich rin Paket, welches den Stempel „Direktion des Residenz-Theaferi" trug. Als ich eS öffnete, erkannte uh meine Handschrift, doch hatte sich daS Manuskript in merkwürdiger Weise verkleinert unö verschmälert. DaS Wort deS Direktors war in Erfüllung gegangen. Was man irgend brauchen konnte, das hatte man behalten: die wertvollen, weißen Rän er waren abgeschnitten — der Rest gehörte wieder mir." B. Der Gibraltar-Tunnel. Ibenez de 3bero tritt soeben mit einem äußerst interessanten und seiner Ansicht nach zu verwirllichenden Projekt des Gibraltar-TunnelS hervor, einem technischen Problem, daS ebenso wie Der Kanal-Tunnel in steigendem Grade die Oeftentlichkeit beschäftigt. Der Konstrukteur weist nach, daß es verfehlt wäre, die beiden am dichtesten -usammenliegenden Punkte der spanischen und afrikanischen Küste als Endstationen der Tunnels zu wählen; die Luftlinie zwischen Punta de Guadelmeri auf Der spanischen und Punta de Ciros auf der afrikanischen Seite beträgt zwar nur gegen 14 Kilometer, dafür müßten aber bei dieser Linienführung Tiefen von gegen 1000 Meter aufgesucht werden. Der Ingenieur schlägt vielmehr einen Tunnel vor, der in her Bucht von Daqueros anfangen und in der Rähe von Sanger enden soll. Die Gesamtlänge dieser Strecke würde 48 Kilometer und 200 Meter betragen; davon entfallen 38 Kilometer auf Die Unteriee-Strede unD 10 Kilometer unD 200 Meter auf Die Annäherungswege. Die Tunnelfahrt würde anderthalb Stunden Dauern, gegenüber Drei Stunden Dampferfahrt. Der Tunnelbau Dürfte nicht länger als sechs Jahre Dauern unD wird auf ungefähr 330 Millionen Pesetas veranschlagt. Das ist in großen Zügen baä neueste Gibraltar-Tunnelprojekt, an dri'en Verwirklichung Europa nicht minder in tere liiert ist als die beiden Länder Spanien und Frankreich, die es zunächst angeßt Aus der Provinzialhauptstadt. [ Dießen, den 1. Oktober 1927. Samstag auf dem Land. »Hof und Straße find gekehrt u Der Sonntag träumt tu den Gaffen — Man fühlt Hn deutlich, man sieht und greift ihn beinahe, den in den Gassen träumenden Freudenbringer. Wohl nirgends genießt man die Sonntagvvrfreude so rein, wie auf dem Bauerndorf Barfüßige Buben oder ältere Leuw, letztere manchmal typi'che Eharaktergestalten, sichren eilig oder bedächtig, immer aber fünft* gerecht den Reisigbesen um da- Haus. ®vn mit liebevoll streichelnden Besenstrichen gerundetes Häuslein Sand und Schmutz, das rasch beiseite geschasst wird, ist das Ergebnis der Arbeit. Run sind die Hauser und Häuslein noch einmal so schön, noch einmal so bunt blühen die Blumen auf den Fenstersimsen, zu denen sich da und dort ein weißes Garbinchen herckusbläht. Rach den Türfchwellen zu schließen, den weiß- gescheuerten, aus Holz, oder den roten, noch feuchten, arid Sandstein, müssen die Wohnstätten blitzsauber sein. Rach ein paar Wagen mit Klee werden eingcsahren — klingen die Peitschen immer so lustig? Roch ein Korb mit Gemüse wird au8 den Gärten geholt, — liegt immer ein farbenfroher DaHlienstrauh dazwischen? Eine Frau begegnet mir, die eine schwere Last trägt. Ein großes Bündel Gras auf dem Kopf. Sie muß sich sehr aufrechthallen, um das Bündel nicht aus dem Gleichgewicht kommen zu lassen. Shre Arme sind in die Hüften gestemmt. Sie strengt sich an, die Frau, man sieht es besonder« an ihren Händen, aus denen die Adern hervortreten. Und doch hält eine dieser harten, verarbeiteten Hände etwas, das über das Rotwendige hinauSgeht. den Schmuck für bat Heim: einen Strauß. Auch die Armut hat ihre Sormtagfreude. Ich grüße die Frau ehrerbietig. Sie dankt mit verwunderten Augen, und ich gehe rasch vorüber. Doch muß ich unwillkürlich noch einmal stehen bleiben und kann nicht anders, als in der sorgsam und stolz Dahinfchreitendrn eine beinahe mythologische Gestalt sehen. Roch ein liebliches Bild. Kleine Triivpchen Kinder begegnen mir, flachsblonde und braun» bezopfte Mägdlein und pausbackige, helläugige Buben. Sie tragen allerhand gute Sachen, schön zurechtgemacht. Aus dem Ober- und Unterdorf kommen sie und aus den Seitengassen, und sie scheinen alle dasselbe Ziel zu haben. Endlich begreife ich: Erntedankfest! Wie innig und sinnig: die Tugend schmückt das Gotteshaus mit Gottes Gaben, mit allem, was grwack/en ist auf Gottes Erde, gereift in Gottes Sonne. Auch hier fehlt nicht ter Ueberfluh, das Schmückende: Blumen, Blunxm. und aus dem Kreuz, aus den Kornähren leuchtet der rote Mohn und grüßt die Blume. Diele spotten über christliche Gebräuche, sie zertreten edelste Gemütsregungen, sie rotten Kindlichkeit aus und damit das Gefühl, das dieser besonders eignet: Dankbarkeit. — Sie trennen das Erzieherische deS Ehristentums und untergraben jede gottgewollte Autorität. Auch in manchem kleinen Bauerndorf ist ihre Saat schon auf gegangen. Richt die ganze Üugenb beteiligt sich am Schmücken der Kirche: ein Teil feiert ein anderes Fest. Mit Lampions und Fackeln unb mancherlei Tamtam kommen sie die Dorfftratze herunter. Sie lachen Über die Dummen, die einem „imbefannten" Gott Gaben dpfern. Gesetz ist alles, sagen sie. Rach irgendwelchen zrckälligen Gesehen, die irgendwie zufällig entstanden, regelt sich da- Raturgeschehen und der Weltenlauf. Wohl feiner von denen, die diese Phrasen nachplappern, hat einmal ernstlich über sie nachgedacht, und das ist der größte und vielleicht einzige Trumpf in den Händen ihrer »Führer". — — Die Dämmerung schreitet vor. Alle lauten Geräusche find vorübergegangen. Winkel und Gassen, Höfe und Gärten. Sätme und Bäume leben nun ein gar seltsames ©ein. Em Geist gemütvoller Romantik, anspruchslosen Sicham- daseinsfreuens umweht uns und zieht uns in feinen Dann, imS etwas von feinem friedevollen Sichbescheiden mitteilend. »Man fann nicht alles sein und wollen", plaudert der steinerne Brtrn- nen unter der Dorflinde. „Man faim nicht ein einfaches, nützliches Zweckdascin führen und gleichzeitig die Wunder der Quelle droben im Wald- gründ erleben. Man ist Gefäß, Zweck, Uebergong. Aber man ist erfüllt von Leben, von Geheimnis, von Wissen um Ursprung und Ziel." Nun sind alle Konturen verwischt, aufgelöst in dem ungewissen Zauber der nahenden Nacht. Da erklingen in die Stille hinein die Kirchenglocken. Mit gewaltigen Akkorden, groß, feierlich in f-Moll nimmt der Sonntag Besitz von dem ihm bereiteten Land. N. Egner. Gießener Wochenmarktpreisc. ES kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 200 bis 210 Pfennig. Matte 30 bis 35. Käse (10 Stuck) 60 bis 130. Wirsing 12 bis 15, Weißkraut 10 bis 12. Rotkraut 15. gelbe Rüben 15. rote Rüben 10, Spinat 25. Römischkohl 10, Bohnen 20 bis 25, Unter'oblrabi 6 bis 8, Feldsalat 80. Tomaten 30, Zwiebeln 10 bis 15, Meerrettich 80. Kürbis 6, Kartoffeln 4 bis 4.5, Aepfel 10 bi- 15, Birnen 15. Zwischen 12 bis 15, Preiselbeeren 50, Brombeeren 45. Russe 40 bis 50, junge Hähne 100 bis 110, Suppenhühner 100 bis 120. Danse 100 bis 120 bas Pfund: Eier 16, Blumenkohl 20 bis 130. Salat 15, Salatgurten 10 big 60. Endivien 10 bis 16, Obertohlrabi 5 bis 15. Lauch 5 bis 10. Rettich 10 bis 20. Sellerie 20 bis 40 Pfennig i a6 Stück. '^oruotizen. — Tageskolcnder für Samstag. D. O. B. inrb „Stahlhelm". Bund der Frontsoldaten, 8 Uhr, Lasö Leib. Feier ixe Ni. Geburtstages des Neichsprostüenten. — Im deutscher Orden: 8 Uhr. Unioetsitäls LafE, l)inb#i:l' rgabend. — Bauerscher Gesangverein: ö Uhr, „Karlsruhe", Familienfeier — Mandolinen, und Guitarren verein „’Reapolita*: 8 Uhr. Karholisckxs Dereinohous, Abenbunterhal- tunfl.,— M. 1870—1920: 840 Uhr. Hotel ..Bit torio", ^Kiiiptixrfdmmlung. — Gießener Ruderklub ,47afiui“, 8 Uhr, Boots1)aus, Generaioerfammlung. — Geflügel- und Aogelziichtverein: 8 Uhr, „Pfälzer r ^onatsversamtung. — Verein vertriebener uff«&'£?othingcr. 8 Uhr, Hotel Kodier, Versammlung. Palast-Lichtspiele: „Der ladienbc Ehemann". — Astoria-Lichtspiele: „Der König der Cowboys". — a.agesk ölender für Sonntag lurooerctn von 1846: Borm. 9 Uhr und nachm 3 Uhr *lb turnen, 8 Uhr abends Siegerehrung und 5omtflmfder. — DtärmertimTOerehr 8 XÄ)t, Ke- ftaurant Faulsttch, Fannlienabend uni) Sieaer» ehrung: 8 Uhr nachm.: Sportplatz am Schiften. Perger Weg, Handball-Verbandsspiel. — Lichtspiel. Heater wie Samstag. — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Die Egmontaufsührung am kommenden Mittwoch, mit der die neue Spielzeit eröffnet wird, wird in einer Einrichtung von 3n- tenbant Steingoetter, die das Werk in 11 Silber gtiebert, vor sich gehen. Die 4>eiden Szenen bei der 'Jtcgentxn sind weggslasten worden: wenn sie auch manches kluge Wort enthalten, fo ist ihr Inhalt doch rein politischer Natur und es wird ein zweimaliger Umbau erspart, was der Abkürzung der Spieldauer wesentlich zugute kommt. Auf flotte Abwicklung der Szenenfolge hat die Spielleitung überhaupt ein Hauptaugenmerk gerichtet, und es wird deshalb nur eine Pause, und zwar noch dem vierten Bilde, stattfinden. Beethovens Egmontmustk wird von der Reichswehrkapelle ausgeführt. * — Liebigshöhe. Morgen, Sonntag, nach- mittag anläßlich des Geburtstages des Reichsprä- fidenten Militärkonzert. (Siehe heutige Anzeige) — Eine Veamtenoersammlung findet am kommenden Montagabend in der „Stadt Wetzlar" statt. Näheres in der heutigen Anzeige. • CH. Der neue Rektor der LandeS- univerfität. Prof. Dr. jur. Rosenberg, hat heute die Amtsgeschäfte übernommen. •• Die Gießener Garnison an Hindenburgs Geburtstag. Aus Anlaß des 80. Geburtstages des Reichspräsidenten Generalfeldmarschalls von Hindenburg, findet morgen vor- mittag 10,30 Uhr auf dem Hofe der Zeughauskaferne ein Appell der gesamten Garnison statt, bei dem der Bataillonskommandeur Oberstleutnant Fritz eine Ansprach an die Truppe halten wirb. Anschließend begeben sich die evangelischen Mannschaften zu einem besonderen Misitärgottesdienst in die Johannes- kirche, an dem natürlich auch die übrige Bevölkerung tcllnehmen fann; Beginn des Gottesdienstes etwa um 11 Uhr. Für die katholischen Mannschaften ist die Beteiligung an der Messe um 11 Uhr in der Katholischen Kirche vorgesehen. Nach dem Gottes, dienst wird die Militärkapelle etwa von 12 bis 1 Uhr am Liebigdenkmal konzertieren. ** Anlagen. Konzert des 1. (H e s s.) Bataillons 15. In f.-Regiments finbet ans Anlaß des 80. Geburtstages des Herrn Reichspräsidenten am morgigen Sonntag, 2. Oktober, cor- mittags von 11 bis 1 Uhr, beim L^bigdenkmal statt. Musiksolge: 1. Armeemarsch I, Nr. 27, „Der Coburger"; 2. Preislied aus der Oper „Die Meistersinger von Nürnberg" (R. Wagner): 3. „Königsmarfch" (R. Strauß); 4. Hymne urtb Trlumphmarsch aus der Oper „Aida" (G. Verdi); 5. a) Armeemarfch I, Nr. 104, Marsch des schwäbischen Kreisregiments Turlach-Baden (1700), b) Armeemarsch I, Nr. 105, „Der Hessische Fahnen (Dräsentier.) Morsch Land- graf Ernst Ludwig von Hessen. •• Die Schmückung der deutschen Kriegergräber im Ausland« hat sich bekanntlich der B)lksbund Deutsche Kriegsgräber- sürsorge zur Ausgabe gemacht. Während bisher die Eftizelgräber unserer Gefallenen in fremdem Lande in der Regel immer würdig geschmückt waren, fehlte der Grabschmuck durch Kränze und Blumen oft für die Schmückung der gemein!ernten Grabstätten gesorgt werden. Zu diesem Zwecke wird die Gießener Ortsgruppe deS BokkSbutck>S Deutsche KnegSgräberfÜrsovge in den nächsten Tagen und für den ganzen Monat Oktober sausend eine Haussammlung veranstalten, deren Ertrag -tn- würdigen Herrichtung der gemeinfamen Gräber unserer gefallenen Brüder Verwendung finden soll. Man darf wohl hoffen. daß im Hinblick auf diesen edlen Zweck der Sammlung die Spenden aus allen Kreisen unserer Mitbürger recht rege werden. ** Der neue hessische CanbftoK- meister. Der bisherige hessische Landstallmeister S ch ö r k e ist wegen Ucberschreitung der Alters- grenze in den Ruhestand getreten. Zu seinem Nach- folger wurde der bisherige Kommandeur der Schutzpolizei in Friedberg, Major Hertel, ernannt. ♦* Personalien Ernannt wurden der praktische Äerarzt Dr. Z^hrnn Wilhelm Schild- Wächter aus Bernsfeld zum Amtsveterinärarzt mit Wirkung vom 1. Oktober ab; der Studienassessor Otto Heb aus Munster, Kreis Gießen, zum überplanmäßigen Studienrat mit Wirkung vom 1. Oktober ob. Am 27. September mit Wirkung vom 1. Rovember 1927 an: der Direktor Dr. Philipp H e l f e r t, Leiter der Lanßwirt- schasisantts-Außenstelle zu Schotten, zum Direktor bei Landwirtfchaftsamts zu Didda: der Direktor Ernst Wetz, Leiter der LandwirtschastsomtS- Außenstelle zu Offenbach a. M. zum Direktor des Landwirtschaftsamts zu Worms; der Direktor des Landwirtschaftsamts zu Ridda, Dr. Hermann Schad, zum Direktor der Lehranstalt für Obstbau und Landwirtschaft zu Friedberg. — In den Ruhestand versetzt wurde auf Grund des Gesetzes über die Altersgrenze der Staatsbeamten der Polizeimeister Loharrnes Schmidt zu Gießen am 1. Dezember 1927. * Die Gießener Herb st messe wird am morgigen Sonntag ihren Anfang nehmen. Hoffentlich ist ihr gutes ÄLetter beschieden, damit die Schau fteller und die Interessenten aus der Bürgerschaft auf ihre Rechnung kommen. •* Eine öffentliche Steueronmab- n u n g erlaßt die hiesige Stadtkasse im heutigen An- zeigenteil. Die Frist erstreckt sich bis zum 10. Oktober. Steuersäumige seien auf diese Bekanntmachung be sonders hingcroiefcn. ** Die nächsten Biehmärkte in Gießen finben am Dienstag und Mittwoch nächster Woche statt Am Dienstag ist Rindvieh- (Nutzvieh-) Markt, am Mittwoch Schweinemarkt und Pferdemarkt. " Geschäftsjubiläum. Di« Metzgerei Adolf Hofmann, Walltorstraße 13. kann heute auf ihr 50jähriges Bestoßen zurückblicken. 21 r b e i t s j u b i (ä u m. Gestern beging der Arbeiter Ludwig Oestreich aus Kinzenbach bei der Firma H Schassstaedt G. mbH, Fabrik für ge- sundheitstechnifche Bnlaaen, fein 25jährige6 Dienst- jubtloum. Aus diesem Grunde wurden ihm seitens der Direktion, des Personals und der Arbelterfchaft Ehrengaben überreicht. Seitens der Firma wurde er besonders bedacht .** Freiflüge haben der Schornsteinfeger' meister Ke l l und Frau I ä ub e r t von hier, die je als 500 Gast dos (Taf4 auf dem Flughafen besuchten, erhallen ' Unfall an her Baustelle Heute normtlflg kur, vor 9 Uhr. erlitt ber anfangs nrr jtoanjtg.'- 3 ah re Uebeuhe Arbeiter Heinrich Etzemul. er auS Rödgen an der Umbaustelle btt Nsenbahnvrvcke an btt Reustabt einen schweren UngLüdefalL Ser junge 'JBarai war dort mit dem Abbruch bei Mauerwerks beschäftigt, wobei er mit einem loSgebrochenen Quantum schwerer ©Seine heruvstürzre uni) dabei so hart auf die ©leine auttchlug, daß er mit inneren Verletzungen an der llnfallfttfle liegen bieb. Von der städtischen Feuerwache wurde dem bedauernswerten jungen Manne Hilfe gebracht und er mit dem städtischen Sanitär Santo der Klinik zu- gettchrl. '•Die zweite Modenschau. Gießen wird anscheinend doch Großstadt! Wenigstens aufdem Gebiete der Mode. Denn innerhalb weniger Tage hatten wir hier zwei Modeschauen. Daß yn(ere Damenwelt und auch die mehr oder minder bejahrten, aber ausnahmslos lehr interessierten Herren dies nicht zu viel fanden, geht aus der Tatsache hervor, daß die zweite Modenschau am Donnerstaa in dem schönen und großen Saale des Cafe Leib einen Massenbesuch zu verzeichnen hatte, wie viele ihn bet 1 Mark Eintrittsgeld — im Gegensatz zu dem freien Eintritt bei der ersten Modenschau — wohl nicht erwartet hatten. Sogar ein Schupobeamter im Dienst erschien bet der Abendoorsührung auf dem Plan, um evtl, den Saalzutritt wegen Ueberfüllung zu sperren. Beinahe hatte er hierzu Anlaß gehabt, denn es war „so voll wie in einer Wursthaut". Derb liche Veranstalter dieser Schau waren das Damen- Modenhaus Gebr. I m h e u s e r , die Pelzfirma Georg Schultheis, das Hutaefchäfl H Leh» mann, Inh. S. Haas, Schuhhaus L. Süß, Offenbacher Lederwaren E. Röder, Frileurmeifter Josef Henkel, für gute Beleuchtungseffekte sorgte die Firma Georg Appel, während das Blumen- haus Diez für den Saal reichen Blumenschmuck zur Verfügung gestellt batte. Wirkende Träger der Veranstaltung waren Mitglieder der „Deutschen Modenschau-Tournee", aus Berlin. A. Sturm- bürg fungierte als einmal mehr und einmal auch minder fesselnder Ansager, Anny Rubens sprach gewandt und anlockend zu den Damen über die neueste Mode, dann kam die deutsche Modeprinzessin Irma Irene I. graziös und in reizender Gewandung auf das Vorführungspodium getänzelt, und hierauf sah man eine Fülle von Pelzen, Kleidern, Mänteln, Hüten, Schuhen usm ufw, kurz, alle Dinae der Be kleidungsmode, die ein Frauen- und Mädchenherz oft aufjauchzen und den mit einem Attentat auf den Geldbeutel beehrten und doch so gern zahlungswilligen (wenn zahlungsfähigen!) Kotten und Vater meist erschrecken ließen. Von den „hübschen" über die „wunderbaren" bis hin zu den „geradezu fabelhaft schönem" Dirgtn her Damernnobe war alles vertreten, ein reiches und in allen Nuancen her Stoffe, Farben und spitzen, Pelze und Lederwaren locken- desBild! Fünf Mannequins brachten alle diese Sachen gut zur Geltung, fo daß oft lebhafter Beifall der begeisterten Evastöchter, aber auch der in Schwung geratenen Herren der Schöpfung" ertönte. Und zu alledem musizi.rte die Kapelle der Modenschau- Tournee recht fleißig, während man in der Pause ein kleines Konzert auf einem Phonola-Musik- apparat von Ernst EhoHier genießen konnte. Alles in allem: es war ein genußreicher Abend, an den uns „arme Männer" noch oft zu erinnern sich unsere Frauen und Töchter gerne weiter bemühen werden. Oberhessen. Landkreis Aitfctx. • Klein-Linden. 30. Sept. Der Männergesangverein „Arion" hält am 9. Oktober sein diesjährige« Konzert ab, wobei unter anderen Liedern auch die Chöre „Deutsche Tänze" von Schubert und „Marianne vorn Rhein" von Kämpf mit Orchesterbegleitung zur Aufführung gelangen. X Wteseck. 30. Sept. Fast gletchaltertg mit unserem Reichspräsidenten ist unser« Mitbüraerin Frau Dorothea Rock Witwe, geb. Kolb: sie feiert am 3. Oktober in geistiger Frifche ihren 8 0. Geburtstag. r: Lollar,' 30 Sept. Zu dem anläßlich de« 80. Geburtstages des Reichs Präsidenten in Berlin statt findenden 2. Deut schen Reichskriegertag entsendet der hiesige Veteranen» und KIriegerverein eine Abordnung. bestehend aus drei Kameraden, die bi< alt-ehrwürdige Fahne deS Vereins, aut dem Jahre 1 742 stammend, mit sich führen. Ferner nehmen an der Veranstaltung zwei Iung- mannen der »Hassia"-Iugendkamerabschcrft Lollar mit Iugendwirnpel teil. * Londorf, 1. Oft. (Drahtbericht^ Heute früh brach in den Wirtschaftsgebäuden des Hofes Attendorn bei Nüddivgshausen Feuer aus. Soweit bisher bekannt ist, ist den Flammen eine mit allen Crrnteoorräten gefüllte Scheuer zum Opfer gefallen. Die hiesige Feuerwehr ist zur Hilfeleistung abgerückt. Weitere Einzelheiten fehlen zur Zeit noch. • Garbenteich, 30. Sept. Die hiesige Spar- und Darlehnskasse hielt dieser Rätsel-Ecke. Silbenrätsel. Aus den 38 Silben: a — he — der — cae — che — da — de — draht — r — e — ed — se — se — gen — ha- hal — he — i — l — li — ma — mqg — mimte — mir — nar — nat — ne — neb — nes — or — pos — far — fei — fleb — fper — jüd — wind Und 19 zweisilbige Wörter zu bilden mit nach- stehender Bedeutung: 1. Hoher Adliger; 2. Hundenome; 8. gesetzliche Gemeinschaft; 4. Stern erster Größe; 6. römischer Staatsmann und Feldherr; 6. Brettspiel; 7. arabischer Fürst; 8. Verwandter; 9. Naturerscheinung; 10. zentralasiatischer Fluß; 11. Wundenmal; 12. Wtrtschaftsgegenstand; 13. römischer Geschichtsschreiber; 14. Berg In Tirol; 15. altnordische Ge° oichtsammlung; 16. Raubvogel; 17. Teil der Natur- wlfienschasten; 18. Stadt in Westfalen; 19. Zlerfisch. Cofern die Bildung der Wörter richtig erfolgte, müssen diese in ihren Anfangsbuchstaben von vorn nach hinten und ihren Endbuchstaben von hinten nach vorn ein Sprichwott ergeben. Wie lautet dieses? Krenzwortratscl. 18 ’2 \t7 rs utz | plj ITiW [25 50 I» 12 ¥ 55 5i J3 s 9__ 13 ___ ”117 137 K1QQB 1. Bon links nach rechts: 1. weiblicher Personenname; 5. Stadt in Hannover; 9. Papstname; 10. schlangenartiger Pelz; 12. Spitzname der Nordamerikaner; 13. Teil des Baumes. 14. Provinz und Stadt in Italien; 16. Fluß in Turkestan; 17. kurzer Inhalt; 19. Gedankenbild im Schlaf; 22. Lebenshauch; 24. großes natürliches Wasserbecken; 27. Teil des Wagens; 29. Hoher- priefter; 31. Bewohner einer britischen Insel; 33. Stadt in Südtirol; 34 Gesangslaut; 35. afrikanischer Strom; 36. Stammvater eines Dolksstammes; 37. Schicksalsgottin; 38. Hohes Gotteshaus. 2. Bon oben nach unten: 1. wie 33. wagcrecht; 2. Vogelbett; 3. Anmerkung; 4. großer Eingang; 6. biblischer Name; 7. Stadt in Westfalen, 8. Straußenart; 10. Schank- statte; 11. Beschäftigung; 14. Fluß in Italien; 15. Flächenmaß; 18. Bedrängnis; 20. Abschiedswort; 21. Hotrnpflanze; 22. Dpernfomponift; 23. weiblicher Personenname. 24. unterirdischer Gang, 25 Haustier, 26 militärische Kopfbedeckung; 28. eng- lisches Bier; 30. altes Gewicht; 32. Stadt in Brasilien Berierbild. Wo ist der zweite Gemsjäger? ttätfdfonett Merk' auf: Willst du die ersten Zwei ergründen, Such' mit dem Jager sie im grünen Wald; Dort wohnen sie, dort ist ihr Aufenthott, Du wirst fast nur sie in Gesellschaft finb#R. Nimm sie nicht, wie sie sind: vettausche hinten Ein Zeichen, sonst in richtiger Gestalt Erscheint das Ganze nicht. — Die Dritte, alt, Ehrwürdig meist, such' niemals tn den Gründen. Aus Bergen thront sie, morsch und halb zerfallen, Erzähtt den Wand rern von dem einstigen Ruhm, Wenn andachtsvoll sie zu den Trümmern wallen. Das Ganze ist bewundert von uns allen. Ein Nam', erfüllt von deutschem Heldentum. Sein Ruhm wird weit durch die Geschichte schallenl Äuflöfitnflai. SilbenrMfd. 1. Dapsang; 2. Anekdote; 3. Sebciftopol, 4. toM; 5. «legi«; 6. Vacharach; 7. Enklave: 8. Hänfen; 9. Jhering; 10. Sarbou; 11. Talent. Das Leben ist geliehen Gut. Ergänzungsaufgabe. Ernst — Thal; Roß — Bach; Nord — Deich: Tor — Gau; Eis — Feld, Frau — Stadt; Ei — Bau; Stadt — Ilm; Traun — Stein * Erntefest. Räffel. Die Feder. Bilderrätsel. Böser Handel, wo der eine lacht und der andere weint Kreuzdvrträtsel. S N »bi Biasuae hhhiB" üjopjIqh: LiKQlBan eQpiDÖCi NUbbhq Röfselsprung. Denn ein Liebes dir der Tod Aus den Augen sortgerückt. Such' es nicht im Morgenrot, Nicht im Stern, der abends blickt Such' es nirgends srüh und fpät, 2l(s im Herzen Immerfort, Was man so geliebet, geht Nimmermehr aus diesem Ort. (Justinus Kerner.) Die Narrenkappe. Splitter und Sparren vom Rebakttonsttsch. .Fürsorge. Der Geheimrat T. in W. ist gefürchtet wegen feiner schlagfertigen 3ronit. Auf einem Ferien- ausilug in Zür.ch fährt er an einem tchwül- heißen Tage in der Straßenbahn. Da steigt ein junger Bursche ein. Ohne weitere ttvftchwetfe zieht der biedere Schweizer, weil es qar zu heiß ist, erst seine Jacke auS und hangt fi« an emen Haken Dann entledigt er sich der Weste und befestigt sie an einem anderen Haken. Der Geheimrat. der dem Vorgang mit Intereffe gefolgt ist, zeigt auf einen noch freien Platz an der Wagenwand und bemerkt hilfsbereit: „Die Hose können Sie dann dorthin hängen ...“ Auswahl. Im „Eifenhaus" der Messi fühlt Knickebein plötzlich eine Hand liebkosend über feinen nicht unbe» iröchilichen Bauch streichen. ✓ Eine schreckliche Idee kommt ihm: Er taflet nach feiner Uhr — „Fort!" Im Gewühl entdeck' Knickebein einen eilig verschwindenden Herrn mit Mvnokel. Er nimmt die Verfolgung auf, bekommt ihn beim Schlafittchen unö knirscht: „Geben Sie sofort meine Uhr 'raus!" Ter Herr mit dem Monokel greift in die lafdx holt etwa fünlzchn Taschenuhren heroot und sagt käsebleich: „Suchen Sie sich Ihre aus!" K. Mi. Tagt eh* «sterorbentltche ®enera fottfantmhmq billiger. — Die paar guten Lage in dieser Wcxlle haben die Kartoffelernte sehr gefördert: sie fällt gut aus 3n feuch.en Lagen an der Horlofsniederung wird über starkes Borkommrn von faulen Kartoffeln. besonders der Spei fe'itt off cl Industrie, geklagt. Hallia und Zentifolia liefern gesunde Knollen. Geist - Ridda, 30. Sept. Bei der Versteigerung deS DemeindeobsteS wurden hier mittlere Preise erzielt. 3n der Hauptsache wurden Aepfel. und zwar die Sorten Winter-Goldparmäne, Danz.g.r Kantapsel, Schöner von BoSkoop u. a. ausgeboten. Cs kam der Zentner Tafelobst am Baum auf etwa 3 bis 4 Mark, geringere Sorten und Wirtschaftsobst kosteten durchschnittlich mir 2 bis 3 Mark. Täglich wird auf dem Bahnhof Obst verladen. Die Obftmaller bezahlen für den Zentner erstklassiges Tafelobst 6 Vit., für geringwertiges Obst 5 Mk. Auch Kartoffeln find bereits eingeladen worden. Industrie zum Preise von 3 Mk. Kreis AlSfelV. —er. Homberg a. d. O h m. 30. Sept. Seit einigen Wochen ist am Fuste deS Steinbrud)S im Distrikt „Rothe Kuh" eine Äeuelnrich- t u n g getroffen worden in der Weise, dah jeder vom Bruch abgehende, mit Steinen beladene Kippwagen einzeln gewogen wird. Zu diesem Zwecke wurde ein Wellblechhcuschen mit Wiegevorrichtung im Innern aufgestellt. Jeder Wagen trägt sein Eigengewicht und ist mit einer Rümmer versehen. Da jeder Wagen im Bruche von denselben Arbeitern gefüfit wird, läßt das Abwie- wiegen auch eine Kontrolle über die Leistung der Arbeiter zu. die durch eine im Wiegeraum auf- gehängte Liste glatt ersichtlich ist. Mittels einer Kleinbahn werden gewöhnlich sechs beladene Kippwagen zum Bahnhof gebracht. Von feiten der Bahn werden die mit Steinen beladenen Waggons zwecks Berechnung auch gewogen. 3n der Steinindustrie herrscht in Rücksicht auf die zu errichtenden Automobilstrasten Hochkonjunktur. Starkenburg. * Darmstadt. 30. Sept D* Stadt Darmstadt, die bereits eine Reih, von öffentlichen Wirtschaften betreibt, hat jetzt tn e.nem IrU des chr gehörenden Hotels ..öur Traube" eine Bierwirtschaft unter dem Hamen ..Der Scheuerhof eröffne:. Die Bezeichnung ist der ursprüngliche Ramc bc^ Anwesens im 17. Jahrhundert: später ist darauf das Hotel „3ur Traube" gebaut worden. Gerichts!aal. Die Revision-verhandlung Sdiming-fkini vor dem Reichsgericht. WSA. Leipzig, 3?. Sept. Arn 31 März verurteilte das Schwurgericht (Sieben Cen Ö^auHcur Schw»ny wegen Beihilfe zur verfuchten Tötung zu einem Jahr fechS Monaten Gefängnis tmd den Leutnant a. D v. Salomon wegen Körperverletzung Im Zusammenhang mit der im Rathen-u-Mord- prozest gegen ibn verhängten Strafe zu fech- Jahre., drei Monaten Zuchthaus während der Oberleutnant a. D He gefpr ochen wurde. Salomon und <34)11? ing hatten zusammen mit dem Rat^nau-Mörder Kern den Oberleutnant a. D Wagner in Bad-Rauhetm nachts an den Parkteich gelodt, um ihn als Mitwisser der QMräung i e5 Kapi» tänstwtnanlS Dittrnar aus dem Raumburger Gefängnis, zu beseitigen. Die von der Staatsanwaltschaft eingesetzte Revision, die heute daS Reichsgericht beschästigte, verlangte u. a. die Bestrafung des Heinz und strengere Bestrafung der beiden übrigen Ang i.agwn. Der Vertreter der Reichsanwaltfchaft vermochte die Revisivnsgründe nicht zu vertreten und fchlvst sich dem ergangen:n Urteil an. Rach längerer Beratung verwarf der dritte Strafsenat entspre-chend dem Anträge der Reichsanwaltschaft die Revision. Lpiclplan her ^rnnffurtcr Beater. Opernhaus. Sonntag, 2. O . von 51 , bis nach 10V» Ubr: Die Mei Zersing, von Rü.n- berg. Montag, 3., 7V» bis 10'/«' Wiener Blul Dienstag, 4., 7»/, bis gegen 10Vt Hoffmanns Erzählungeit. Mittwoch, 5., 7 bis nach 10: Figaros Hochzeit. Donnerstag, 6, Z1/» bis nach 10: Turan- bot. Freitag, 7. .geschloffen. Samstag 8., 7'/, bis IO1/«: Amelia ober: Gin Maskenball, öon itag. 9.. 6V» bis 10'/«: Der Rvsenlavalier. Montag, 10.. 7*/e bis nach 10: Der Waffenschmied. Schauspielhaus. S'rnntag, 2. Olt., von 8 bis gegen I0Vt Uhr: Der Patriot ^01^00. 3., 7'/. bis nach 10: Täsar und Cleopatra Dienstag, 4.. 7Ve bis nach 10: Kolonne Hund Mitlwoa), 5., 8 bis 10: Leonce und Lena. Donnerstag, 6.. 7Ve bis nach 10: Kolonne Hund. Freitag. 7., 7 bis 9’/»: Iphigenie auf Tauris. Samstag, 8.. Sonntag, 9. und Montag, 10., 8 bis gegen 10: Dy buk. Berliner Börse. Berlin, 1. DM. lWTD. Funkspruch) Lei sehr stillem Geschäft ist auch im heutigen Bormittags. verkehr die Tendenz we.ter freundlich. Die Kurs- erhöhungen der gestrigen Frankfutter Abendbörse können sich behaupten. Spezialwerte, in erster Linie Gesfurel, sind mit 310 weiter gesucht. Kirchliche Nachrichten. Evangelische ©etnehibee. Sonntag, den 2. Oktober 16 Sonnlaa n. Trinitatis Stadtttrche. 9 Pfr Mahr. II: Klnbettircde für die Matldäutgemeinbe Pfr. Mahr. 6: X*farr- " . d. iohannestirche ■ Walther. 11: Ptr. AuS'cld. lu‘i 5cicr des Heiligen Abendmahls. - Hansen« d'arbenttteb. Hausen 10: Feier des Heiligen ^ibendmahlS: Sarbenteich: 1. - Watzenborn- Steinberg 9 , Beichte. : SotteSdicn'r, anschl. Heil. Ab.nbi iabl der älteren Eheleute 1: tibnitcn« Ihre der Madwen. «Schlust der Christenlehre.) Katholische C'cmetnbeR. Diesten. SamSi.ig, 1. Oft 4'/, u. 7 Beichte. Rosentranzandacht. Sonntag 2. Oft 17. Sonn- 11 nach Pfingsten. Rosenkran'fest. 6' , Be'ch'e. 7: feste, Strm. der Männer. 8 K^m.. 9 Hochamt m. Ocedigt «,ur Feier be» 25 StiftungScstes deS R. K.D, 11 Vleste m. Pred. 3: Marien'c'er des 5t. K. B. mit Pred. 5 . Rosenkranzandacht. Donnerstag nachm. Beichte, Freitag 6' , Segensamt. - Dränberg 9', Messe m .'rediaf - Hungen, nachm. 5' , Andacht. Laubacb. >0 M ste u. Andacht Ltcd 7' . Hvcf'anu. ft .. . .er uc u. 1UO । rc 1 um i bi Ur. Mcnerbost. Dr. Klewitz. ivltf.innpotbcff. HRhWRrnt: ■ r X'NUM. I • ■A M .'v . tfX «antr tieumaans l eiimittel mm 's vorrltig Ind. Nirderli-e Hirech-Apotheke OleBcn, Frankfurter Straße « Bai Pfarrer Htccaoa ■ Bait Z72 Seiten. ISO Abbildungen erhlll jeder Leier TeDrtlDdll Biüifl and MrttrfFFl «gn Lodwie iminn i Co., Nüntben) M. 613 WELLBLECH BAWT^N i—iir r 1111 k~ 1111___r.'-HL rr - ri WEL1BHJECH 6ARA6EM MIT HEIZUNG WOLf NETTERJMO3J*»« )krlin w >5 * Finnentrop '/westf fertr.: Emil Becher, Dannnetf. 43, fileßen, Tel W SAMÄlL Sechsteln die Beste Blüthner Berdux Feudch Schiedmayer Thürmcr Rosenkranr Hupfeld/Gebr Zimmermann Hannberg Hot berg NachEingangderneuestenModelle ist mein Lager zur Zeit besonders reichhaltig und Ich bitte um zwanglose Besichtigung. 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Alberts bat nachweisbar unübertroffene Heilerfolge bei cetahetcm Afibma und rtatflrrbcn. Aerurl. Svred- stunden in Mienen, Babnboishotel Lenz, jeden Wontfl«. Kl—1 U6r 577tenburg oende. — Weitere Kredite für Notwohnungen und Flughafen.-Kundgebung gegen bas Reichsschulgesetz. Für die Srwriterung der Kraftpvst-Wagen- haile in Rrnfborf zur HntersteUung wn zwei weiteren Krastwag^n wird ein Bclrag von j'öDO Mark bewilligt. Die Verpflichtung der diesem "Sei trag ergibt sich auS oem über den Betrieb der Krastpofittnie Aus Qlntr-ig der Stadtverwaltung die toeii-eoe Ausgestaltung des Flughafens ein Kredit i>an 50 0G0 Qllarl bewilligt. Dagegen Aus Antrag des Dauausschusses wird zur Srstellung von weiteren Notwohnungen em Äre- 50 000 Mk. bewilligt. Der Berichterstatter, der namens deü Ausschusses nähere Mitteilungen über die Bor läge machen soll, hält eine Rebe, in der er seine eigene Ansicht über die Wobnunasfrage ent- teicTclt; von einer Berichterstattung ist ferne Spur zu finden. Wir sind daher nicht in der Lage, unsere Leser über diese Angelc;..'./eit unterrichten xu können. Zwei Redner i'e« Hauses beschweren sich über Mete Art 2luSschust-.Berich1erstat- hmfl" und fordern für die Zukunst objeftuxr mu> sacherlMrlerndr Mitteilungen. Diesem Stand- tnmft schließt sich dann auch Oberbürgermeister Dr. Keller an. Gin Redner der sozia.d emokra- tischen 'Fraktion spricht sich gegen weitere Rot- loohramgen aus und fordert für die Minderbemittelten — bei aller Anerkennung der bisherigen Leistungen der S1a)t aus diesem ®o- diele — mehr Dauecwohmi '.gen; seine Fraktion werde sich bei der Gntscheitnrna der Stimmen enthalten Die Abstimmung ergibt die Annachme der Borlage gegen die Stimmen be« Kommunisten bei Stimmenthaltung der Sozial'«mvkratie. Die Flügeltür Des Nebenzimmer? fprnng auf. Und wieder, wie schon einige Male vorher, zeigte sich der Kopf eine? jungen Herrn mit genialen, Hon- den Locken — des Klavierbegleiters, wie eine simge Dome Isa zuflüsterte. Don einer Liste, die er in der -and hielt — es ging streng nach dem Alphabet — los er jetzt: „Fräulein 9ja Stengers!' Die Mutter erhob sich mit der Tochter, und der Alten hopfte das -er; im stärkeren Takt als der Jungen, die fiegesgewiß dem Kommenden entgegensah. Sie vertraute aus ihre Stimme — und war sie nicht schön? Sahen sich, wenn sie über die Strohe ging, nicht alte und junge Herren nach ihr um? Sogar Briefchen, die um ein Rendezvous baten, flogen ihr jetzt zuweilen ins f>aus. Drinnen stand, leicht ans Klavier gelehnt, em großer, etwas beleibter Herr, mit funkelnden 'chwar- zen Augen, und braunem, an der Schläfe leicht angegrautem Locken haar. 9 ja erkannte ihn gleich aus den Schilderungen und Bildern, die sie früher von ihm gesehen. Auf denen sah er freisich jünger aus, nicht mit so schwammig schlaffen Zügen. Berengar Lukrin, der «inst so berühmte Siegfried und Lohen- grm, der Heldentenor so mancher Oper, ehemals die Zierde Dresdens und Münchens. Jetzt, nachdem gehäutet, ferner müssen noch Wege herger. ■ t und verbreitert werden, außerdem ist die QLm- 'chassmrg eines metteren Weges für die Zr.iuhr ;um Flugd^ifern er'orter ich. da der sietzsite c ge Weg zu schmal ist unb ru folg edel sen starke G. - fachreu für den Verkehr von Fuftgän^em und 3atn3er ergibt sich der Standpunkt, dast die Be- zirksvorsteher evtl, gutachtlich gehört werden an Debr. Derkoch ht Ärofborf zum Artgebetspreis von 4938 5? Htt; As pha l t arbet ten: An die Betonbaugesellschas: Diesten ©erben folgende Arbetten vergeben - 1. für tnc Kirchstraste zum Angebotspreis von 22 295 Mk.. 2. für die Markt» laubenütafte zum Aigebotspreis von 5367.50 ^DL, 3. für die Alpha! trcporuluren 19 526 Mk.: dem S. Rübsamcn Ödesten werden folgende Arbeiten zugeschlagen: 1. für die Diezst raste turn Angebotspreis von 2970 Mk. 2. für die Mühl striche zum Angebotspreis von 2600 Mk., 3. für die SckMer- strasie zum Angebotspreis von 16 2^50 Mk., 4. für den Wterwog zum Angebotspreis von 7020 Mk. Don zwei Rebrunm wird die baldige Herstellung der Son neu st raste tntb der Wagm«ssc gewüttfch'.. während ent anderer Ovebner im Hinblick auf die vorgeschrittene Jahreszeit Betenkon bagegen hat. fetz! noch Asphalt- und Betonarbeiten zu beginnen; eS empfehle sich diese Arbeiten bis zum nächsten Jahre zurückzustellen. Vergebung von Arbetten enb Lieserungeu. Die sreihäi.dge Qig ab 'es t»1 worden. Aus Antrag auS dem Hause wird heule in nichössentlicher Beratung beschlossen, di' Angelegenheit doch öffentlich zu D.rfcantelfx. Beigeordneter Dr. Hamm gibt zunächst einen eingehenden Uebcrblld über die ganze Sntwicksimg dieser Angelegenheit, aus dem hirvorgc^!, dast durch die Heranrückung dieses Baues bis an den Bürgersteig daS für diese Strasten sest.ielegte Borgartengelände als solches nicht erhall -n bleibt, iotoeit bas Baugrunbstück in Betracht ftmiml. DaS Gelände war der AeichSbehörbe bur !- nn- ftimmigen Beschlust teS Stadt Parlament« vom 11. Mai 1926 vorbehaltlos zur Berfugung gestellt worden, weil es al« Daugeländ für ein Ochklhau« ausgefchieden war. Daraus müfien heute nach allen Richtungen hin die Konsequenzen gezogen1 werden. Derwaliung und 'Dauiau-- schust haben bei ter bisherigen B Handlung ter Sache alles getan, um die Wuns'sie der 0lai*t hinsichtlich der Bebauungsari bunbf.usehen. Da aber die Reichstenvrbe an ter *w)cl 1 ung teS seht in der Durchführung begriffenen- Bauprojekt« sesthielt unb bet den Verhandlungen mit ihr die sehr ernste Möglichkeit auftauchte, dast da« Bersorgungsamt wegen Beschneidung de« Baugelände« zum Rachtisil unserer Stabt unb der Interessenten von hier nach Kassel verlegt Iratifcte Fraktion bie durch chven Sprecher erklären lästt. dah sie di« Spende bewilligen werte, toexn bie beantragt« Bezeichnung ,Hinberrburg- fpende" unterbleibe, andernsalls werd« sie gegen bie Spend« stimmen. Hm eine einstimmige Defchlustsasfung zu ermöglichen, zieht die deutich-vvltsparteil'.ch« Fraktion ihren Antrag zurück. Bon vvltSparteilieher Seite wird beteuert, dast die Stadtverwaltung keine offiziell« Hinten- bürgtet er veranstaltete, dagegen wird von den aicheren Fraktionen daraus h.ngewiefen, dast die Stadtverwaltung im Sinne Hinde-.churg« haudelt. der keine Feier wünschte. Stadw. Kästner (Kommunist) spricht sich nachdrücklich gegen btt Spende aus: bei der Abstimmung, bei bet die Bejahung der EtistungSvorl^ge durch Sitzenbleiben au«gedrückt wird, bleibt aber auch Stadtv. Kä ftner sitzen, stimmt also der Stiftung zu, so dast die Bewilligung einstimmig ist. Erst durch die lebhaste Heiterkeit de« Haukes ausmertsam geworden, erklärt Stadtv. Kästner nach beendeter Abstimmung, test er gegen die Vorlage stimme. Die städtischen Bauten in der Licher Strafe. Die dkrgcbun 3 der Arbeiten für diese städtischen Qleubauten wird tote folgt genehmigt: Weiß binderarbeiten: 3mwn- und Aust enarbeiten an Gebt. Ricolau« zum Betrage von 7387,89 Mk.: Kellergeschost und Dachgeschost an 3. Ricolai zum Betrage von 1671,30 Mk.- Stchgefchost an Georg Schäfer zum Betrage von 1462,50 M-- 1. unb 2. Obergefchost an 3oh. Fmk zum Betrage von 3331,06 Mk.; Auhenputz an die QDctfibinbcrocteinigung zum Betrage von 3778,10 Mark. Schreinerarbeiten: Zwei Keller- ge schosse unb Dachgefchost an Ludwig Damm zum Betrage von 1482,80 Oltt.; Tveppen- und GlaSabschlülfc an Karl Hahn zum Betrage von 2223 Mk.; die Arbeiten ter drei Geschäft an E. H. Müller zum Betrage von 6273 Akk.; Kellertüten unb Dachgefchost an Lubw. Damm zum Betrage von 1312,80 QKt; bie übrigen Arbeiten an W. Benter. (Malerarbeiten: an Karl Güler zum Betrage von 3240 Mk. und an Phil. 3atobi zum Betrage von 3455 Mk. 3nstalla- tionen: an L. M vh zum Betrage von 3750,95 Mark und an R. Röbiger zum Betrage von 3695 Mark. Ein Redner bet sozialdemokratischen Fraktion wünscht bei der Beratung dieser Vorlage eine 5tunbgcbung des Hause« dahin, test Handwerker und Lieseranten städtische Auckräge nicht erhalten, wenn sie sich weigern, die tariflichen ßöljne an ihre Arbeiter zu zahlen. Redner weist auf ehren Fall hin, too der >>ariuicerf«mc>ftet sich weigerte, feinen Atbeitent Tariflohn zahlen, dagegen aber an städtischen Aufträgen beteiligt sei. Sin anderer fvzialtemvkratischer Redner und ein Mitglied der Deikspartei- Fraktion, die beide Angehörige de« DauauSschusse« sind, betonen, test die von dem ersten Redner gewünschte RegelunI bereit« bestehe, wonach die Handwerker uns Cie Tetanien vcrtragsich verpflichtet sind, bei Lrho!t städtischer Aufträge den Arbeitnehmern Tariflöhne ui zahlen. Wenn sich ein Lieferant weigere, dieser DertragSvorfchrift Folge zu leisten, fo sollte daS tecn Bauausfchust nur gemeldet werten, damit dieser eingreifen tonne; wenn bet AuS- schusi nicht« erfahre, forme er natürlich auch nicht hanteln, um den Vertragsbestimmungen Geltung zu verschaffen. Deigeotdneter Dr. Hamm äustert sich in demselben Sinne. Herstellung von Straften. Die Attei ien zur CReiuxfeftigung von Straften werden wie folgt vergeben: Maurerarbeiten: für die Kltchstrafte an H. Oteimer in ®ief>cn zum Angebotspreis von 10 094 Mk., für die Rodheimer Strafte an H. Weimer in Gieften zum Angebotspreis von 3913 Mk.; Pflaster- atbeiten: für die Rodheimer Strafte an K. Schnrpp in Krofdorf -uyt Angebotspreis von 15 411 Mk., für die Roonstrafte an 'Geor. ®er- lach in Krofdorf zum Angebotspreis von 4210 Mark, für die Rampe an ter Vratgaretenyutte seine Stimme an Schmelz und Umfang «ingedustt, zeigte er feine reise Kunst, di« er bei Lamperti in Mailand und bei der Biardot in Paris ausgebildet, nur noch hier und da in Konzerten. Daneben ja ft «ne klein«, dickliche Dame, die ernst ebenfalls gefeierte, jetzt nur nach als Lehrerin genannte Selben-ifürftenftein, die 3ja freundlich zu- lächelte. Hinter ihr stand der klein«, zierliche, mit modischer Eleganz gekleidete Direktor, der früher als Pianist und später auch als Kapellmeister imb Komp «mist bekannte Herr von Nockmann. Alle Drei blickten sie erstaunt an und siufterten dann eifrig miteinander. Isa merkte mit ihren schor- fen Augen, daft sich Lukrins oerschminkte, gelbsich- bteiche Haut langsam rötete und seine Augen immer wieder zu ihr zurückkehrten. Der Direktor zeigte auf einen Bries in feiner Hand, den er leise oorias. Und dann wisperten sie nochmals miteinander. Wird wohl ein Brief 00m Kommerzienrat fein", flüsterte ihr die Mutter zu. — »Wie der Lukrin dich anschaut — bas ist er doch?! 3a, fo was kriegen sie hier nicht alle Tage zu sehen. Da dem war keine, bte dir das Wasser reichen kann.' Mit einer leichten, weltmännischen Verbeugung trat der Direktor auf sie zu. „Fräulein Mengers, nicht wahr? — Wir smd von allem unterrichtet — auch, dost Sie zur Bschn« gehen möchten. Nun, wir werden ja hören. Das Aevtzere ist ja da, ist ja wirklich da. — Aber bte ,3rau Mama ... Nicht wahr, die Frau Mama? .Bawobl Herr Direktor — unb wenn Sie gestatten —" . „Ach nein, verehrte Frau, es ist nicht üblich 0-1 uns, dost die Mütter und Anverwandten zugegen sind, wenn wir —“ Aber Mama Mengers ließ ihn gar mcht erst zu Ende reden. Sie sei selbst bei der Bühn« gewesen, roerm auch nur in bescheidener Stellung — und es nnrrte ihrer Tochter Mut machen ... ?lck!ef;uckend wies ihr ter weltmännische kleine Herr einen Sofaplatz cn der Nückwand an. Und dann begann das „Verhör', zunächst mit der Skala, die der blonde Pianist anschkig. Daraus bat man sie, irgendein Lied zu singen, das sie studiert habe. c\2 wähsie Schuberts. Du bist die N' h". ..Di« Stimme ist Hubs - ", rief Lukrin schuckl, als kaum der letzte Ton vcrhaM war — „von einem angenehmen Timbre.' stimmte nur der Kommunist. 2l, 30. September 1927. We 6tabtoerorbnettn Hoden fich in bet etwa zehnwvch g.n gericnzeit anscheinend gut erhott. Diefen ächluft muß man aus dem Verlaus der heutigen Sitzung ziehen. Manche Stadtoäter bekundeten eine selche N e d e s r e u d i g k e i t, daft mon schon von starker „N e d e r i t i s' sprechen kann, selbst bei einer Sache wie der Vorlage über fet Hmdenburgspende, roo man allensalls einige Neden unwideriprochcn Eingenommen hätte, ba- gigen die Redcschlacht um eine Bagatellsache (bie Bezirksvorsteherfrnge- als völlig unangebracht cmp- sinken mußte. Mit Necht sagte ter Stadw Höher hem House, daß dieser Zank bei dieser Sache beschämend fei. Andere Mitglieder der Bü-.gervcrtre- tunfl zeigten sich im Ertragen ter Sprechübungen ber Rederitis Befallenen allzu leistungsfähig, sodaß man hier von einer durch die Ferieneiholung start gcsteigerten Ausnahmrstihigkeit sprechen kann. Es wäre für alle an der Sitzung Beteiligten besser ge- wesen, wenn das Haus feine durch die lange Rul>e pause erhöhte Spannkraft aus die raschere Erledigung des Arbeitspensums angeivandt hätte. Mit Anerkennung sei dabei vermerkt, daft ein paar Red ner, meist als Berichterstatter, nach dem guten Wort handelten. „Die Kurze ist die Würze.' Wenn nur alle so dächten und — handelten! Ein kurze» Dort zu der heutigen Bericht- erstatte r-Entgleisung. Es war jetzt dos zweit? Mal, daft ein Mitglied der jüngsten Frattion o(s Berichterstatter vollkommen neben das Gleis geriet und, anstatt einer aufklärenden, objektiven Be- richterstattung über die Dorloae und die Ausschuft. Dtrhanblungtn seine persönliche Stellung zu der Angelegenheit in langer und breiter Rede kundgob. Wieder wurde aus dem 5>ause heraus diese Art „Be- richterstattung' gerügt. Man dars wohl hoffen, daft dieser Fall der vollständigen Verkennung selbstverständlichster Berichterstatter pslicht der letzte gewesen ist, andernfalls müßte man wünschen, daft künftighin der Vorsitzende den bett Redner bic Crtratour nicht wieder bis zum Ende tanzen läßt, sondern ihn im Interesse der Verhandlungen beizeiten auf den Pfad der Berichterstatterlugend zu- rüifbringt. Mit den Entscheidungen des Hauses kann man sich einverstanden erklären, insbesondere mit ber Be- willigung einer Stiftung anläßlich de» 80. Geburtstages des R e i ch s p r ä s i d e n- ten von Hindenburg, wobei der kommunistische Vertreter Kastner im entscheidenden Augenblick daneben geriet, und mit der Verständnis, vollen Förderung unser esFlnghafens, di? dgs Haus heute micbennn In anerkennenswerter Weise durch feinen Beschluß bekundete. Sitzungsbericht. Arrwe'end Oberbürgermeister Dr. Seiler, di« Bürgermeister Dr. Seid und Dr. Fr«Y. die Beigeordneten Dr. Hamm. Iustrzrat Dr. Rofenderg. Konrrnerzienrat Klings por unb 38 Stadtverordnete. Hin benbwvgfpeube. Der Kommerzienrat überlegte blitzschnell. Zunächst war da mit Gewalt nichts zu machen — das merkte dieser gute Menschenkenner wohl. Höchstens lief si« be.n Vater davon — und dann uxir sie auch ihm aus der Hand. Bis Eberhard Student nxir — und eher sollte er den heißen Boden 'Berlins nicht wieder betreten — konnte ihre Ausbildung beendet fein. Dann schob mon sie, ob sie nun viel oder wenig Talent oder Stimme hotte, irgendwohin in die Pro vinz ab, joo sie dem Jüngling erst recht aus den Augen kam. Ganz selten sing emc Sängertn in 9kil:n an. . llnö dann, «he sie sich einmal wtedertohen, hatten sic einander langst vergefsim. Dos war immer so im Leben. Eberhard würde sich derweü, als flotter Studio, zehnmal verlieht und fit natürlich em ober mehrere „Äerhältnisse' angefangen hoben. Hotte sie über wirklich eine groß« otmune und auch sonstige Talente, so konnte er "ch als ben Mözen des neuen Stars auftpiekn. Warum sollte nicht auch einmal aus einem Berliner Hinlerltaus cm Stern ou ff teigen? Jedenfalls konnte er nichts dagegen bm. Und jedenfalls war «s bester, er bc- hielt di« Stein« unter feiner Obhut. „Mein lieber Mengers', unterbrach er den^ kollern den Untergebenen —, „ganz so ist die oache denn doch nicht. Beim Theater gibt «s nicht.wehr Liederlichkeit als anderswo. Schließlich muß sich jedes Mädel selbst behüten- und 3hr« Kleine wettz, was sie will. Wenn sie wirklich Stimme hat — wir werden sie prüfen lassen — bann werde ich sie gern unterftützen." v . x Isa warf ihrem neuen Beschützer euren dankenden Madonnenblick zu und küßte mit einem plötzlichen Impuls die Hand des Konuiierzienrats, die er schnell wegzog, worotif er ihr väterlich di^Wa:>gen tötiche.te. Vater Mengers klappte erstaunt einige Male den Mlrnd auf unb zu. Er orrstond die Welt mwt mehr. Sein hoher Chef wollte fein Mädel zum Theater bringen — 3um Theater! Alle sein« Gedanken „Allerdings noch klein', warf der DiVeftor ein, „unb natürlich noch tmgebildet.' „Aber gottlob noch mrocrMlbet,' fügte bie Selben schnell hinzu. .Immerhin scheint mir doch Gehör und Mufik- sinn vorhanden," meint« der berühmt« Tenor unb blickt« si« mit glänzenden Augen «1. —„Run, singen Sie einmal etwas Modernes vor, etwas Schweres — etwa von Wolff, wenn Sie das können." Unö da Ija mit ihrem Klavierlehrer, der ihr den ersten Gefangunterricht erteilt, auch einige Wolsfsche Lieder eingeübt hatte, fo fang sie auch noch dies. Man hieft Mutter und Tochter dann in ein Heines Ncbenkabinett treten. Das „Fegefeuerzimmer" nannte es der junge Pianist »Heinz Halban, Mci- sterfchüler der Meifterkloste, ber demnächst auf die Menschheit losglaffen wird", wie er sich i-’lhft vorstellte. Er trat mit in das Wartckabinett ehi, machte Isa oerttebte Augen unb tröstete sie. „Selbstverständlich wird man Sie aufnehmen " „Warum ist das so sekbftverständlich?" „Run — «an« compliments — Sie haben doch eine niedvche Stimme ... Ra ja, nur klein, aber doch süß! Und dann — Ihr Aeußeres ... Ra jo! Die Herren haben Ihnen schon die Wahrheit gesagt. Sie nehmen auch weniger hübsche Stimmen und Mädchen auf. Mein Gott, die Konkurrenz der an: deren Institute! Und man kann ja nie wissen, wie sich jemand entwickelt. Ihre Stimme, bit kann noch ormsdick werden ' ^Hm, sogen Sie mir lieber, Herr Halban, wer der belfere Lehrer ist. die Seiden ober Berengar Lukrin? Die Meinungen sind fo verschieden ..." Der blonde Iunglina strich sich durch den genialen Lockenurwakd und schaute sie lächelnd an: „Wie sagt Nathan der Weise? Wahrheit wie bare blanke Münze oder so ähnlich. Jeder Schüler lernt nur, was i n ihm liegt.' Mama Mengers lächelte geziert: „Na ja, man wird ja was erleben en meiner Tochter. Aber schließlich, wen halten Sie für meine Isa für geeigneter, Herr Kapellmeister?' Der junge Mann lächelte geschmeichelt. (Forttetzung fn!gt.) llmErsoig im Wiebe Roman von Robert Misch. dopt)right bi) Earl Dunfer. Berlin SW 62. imb mit dem dortigen Harcht-Derfvrgungsamt vereinigt würde, sahen sich die Verwaltung und der Bouausschuß gezwangea, zwecks Beibehaltung des hiesigen Versorgungsamtes zu dem vorliegenden Projekt die vorläufige Bauerlaubnis zu geben, wodurch das Vorgartengeiände an dieser Stelle preisgegeben werden muhte. Dieser Beschluß wurde einstimmig gefaßt, und hieraus erklärt sich der jetzige Antrag auf Abänderung der Baufluchtlinie. Der Dau- ausschuß - Vertreter der Wirtschaftlichen Bereinigung betont, die Abstimmung im Barrausschuh s-i nur deswegen einstimmig gewesen, weil damals mit dem Bau schon begonnen worden lei und daher eine Abänderung nicht mehr möglich war. Man habe damals allerdings versäumt. sich mit den anderen Anliegern an diesen Straßen wegen der neuen Baufluchtlinie ins Benehmen zu setzen. Wenn er (Redner) vor Do- ginn der Arbeiten vor eine Ent^che: »ung gestellt worden wäre, hätte er gegen die jetzige Gestaltung sich ausgesprochen. Mittlerweile seien die Arbeiten schon erheblich weiter fortgeschritten, so daß man jetzt nicht mehr anders könne als der Abänderung der Baufluchtlinie zuzustimmen. Der Bauaus'chuh-Dertreter der sozialdemokratischen Fraktion weist ebenfalls aus die Ein- sttmmigkeit des Bauausschuhbeschlusses über die vorläufige Dauerlaubnis hin. unterstreicht die von Dr. Hamm vorgetragenen Gründe als richtung- gebend für die Beschlußfassung und erinnert daran, daß auch die Frage der Verwertung der Alten Klinik hier hineingesp^elt habe. Daher die Einstimmigkeit der Beschlußfassung. Man solle den Mut haben, sich aud) heute zu jenem Beschluß zu bekennen. Beigeordneter Dr. Hamm heb' hervor, dah man bei gewissen öffentlichen Bauten nicht gerne auf Vorgarten verzichte. Umgebung des zukünftigen Finanzamtes sei aber kein Villenviertel. Die Anlieger seien rechtzeitig unterrichtet worden, niemand habe damals einen Einspruch gegen die Art und Weise des Bauvorhabens erhoben. Erst später sei die ganze Bewegung künstlich ins Leben gerufen wordr.i. Der wegfallende Vorgarten an dieser Stelle sei nicht der Rede wert gegenüber dm wichtigen Interessen der Allgemcinheit, um die es sich hier handle. Hierauf wird die Abänderung des Fluchtlinienplans, wie vorgeschlagen, einstimmig genehmiat. Die Baufluchtlinie Ecke Goelhestraße—Gnauth- strahe soll entsprechend gestaltet werden. Line Schuldebatte. Die demokratische Fraktion hat einen Antrag eingcreicht, nach dem die Stadtverordnetenversammlung gegen den Reichsschulgesetzentwurf Stellung nehmen und von der hessischen Regierung fordern soll, dah sie gegen diesen Entwurf mit aller Entschiedenheit austrelen soll. Gleichzeitig wird von öcu hessischen Vertretern im Reichstag erwartet, dah sie dem Gesetzentwurf ihre Zustimmung versagen. Oberbürgermeister Dr. Keller steht einer solchen Kundgebung sympathisch gegenüber, schon im Hinblick auf die finanzielle Auswirkung des LReichsschulgesetzentwurfs für die Stadt. Don deutsch-volksparteilicher Seite wird erklärt, dah man sich der Abstimmung enthaten werde, weil diese Angelegenheit nicht vor die Stadtverord- netenversamrnlung gehöre, schon wegen der politischen Konsequenzen. Der drmokratische Sprech.-r weist gleichfalls aus die starke finanzielleBelastung durch die Reuregelung hin und hebt hervor, daß nach dem neuen Gesetz von einer staatlichen Schule keine Rede mehr sein könne. Seit ms eines Zen'rumsstadtverordneten wird betont, er fei gleichfalls der Ansicht, dah diese Angelegenheit nicht in das Stadtparlameni gehöre. 3m übrigen tritt er für die Einführung von Konsess'wns- ichulen ein. Don demokratischer Seite tixrD erneut darauf hingewiesen, dah hier wichtige städtische Interessen auf dem Spiele stehen. Hierauf wird eine Entschließung nach dem Dorschlage der Stadtverwaltung gegen den Reichsschulgesehentwurs mit großer ^Rehrheit angenommen. Die Dolkspartei enthält sich der Abstimmung. Aufwerfung der Sladianleihen. Ein Antrag der Deutschen Dolkspartei fordert die Aufwertung der Etadtanlrihen bis Ende Oktober vorzunehmen. Oferbürgcrmeifter Dr. Ke l ler bemerkt dazu, dah die Stadtverwaltung von sich aus beschlossen habe, diese Frage im Laufe des Oktobers zur Beschluss ^siung zu bringen. Don den Rednern dec verschiedensten Fraktionen wird übereinstimmend der Standpunkt vertreten, dah in dieser Frage nun endlich eine Tat erfolgen müsse, die außerordentlich dringlich sei. Es wird beschlossen, eine Regelung dieser Angelegenheit bis Ende Oktober herbei- zuführen. Vorschußzahlung an die Veamlenschaft. Einstimmig wird beschielen, den städtischen Beamten eine Vorschußzahlung auf ihre Gehälter entsprechend dem Vorbild des Staates zu gewähren. kleine Vorlagen. Eine Anzahl Gesuche um Erlaubnis zum Schanlwirtschaftsbelrieb, die vom Zerienausschuh des Etadtparlaments bereits behandelt wurden, werden glatt erledigt. Auch zwei Baugesuche für Bauten an der Straße nach Rödgen finden Zustimmung. Preußen. Alreiö Werrlar. 5. Wetzlar, 30. Seist. Nachdem der Bürger meister nach Beendigung seines Urlaubs die Dienst- geschäfte wieder übernommen hatte, fand gestern die erste Sitzung der Stadtverordneten statt. Einen besonders wichtigen Punkt der Tagesordnung erblickte die Verwaltung in ihrem Antrag, das hiesige städtische Lyzeum zu einem Oberlyzeum auszubauen, damit auch der weiblichen fugend Gelegenheit geboten werden könnte, sich die Primareife in einer hiesigen Vollonstalt zu holen. Die Gelegen heil wurde gerade jetzt als günstig bezeichnet, weil durst) den sich heute auswirkenden Geburtenausfall der Kriegsjahrc die Kostenfrage eine ganz geringe Rolle spiele. In ausführlichen Erläuterungen wurde die Vorlage noch durch den Direktor des Lyzeums Dr. Köhler unterstützt. Trotzdem fand die Vorlage nur bei einem Teil der bürgerlichen Vertreter Anklang, während ein anderer Teil wegen der Slcftenfragc einen ablehnenden Standpunkt einnahm Auf der linken Seite wollte man die Frage des Ausbaues mit dem weiteren Punkt der Tagesordnung, der eine Erweiterung der Berufsschulpflicht oorsah, verbinden und so die Annahme der beiden Vorlagen sicherstellen. Als dem aber widersprochen wurde, stimmte die gesamte Linke gegen den Vorschlag und brachte mit einem größeren Teil der Bürgerlichen diesen zu F a l l. Bei dem weiteren Punkt der Tagesordnung betr. die Erweiterung der Berufsschulpflicht auf weibliche Jugendliche in gewerblichen Betrieben, ereignete s ch aber das Ge genteil: die Vorlage fand mit Unterstützung eines Teils der Bürgerlichen Annahme, ein Ergebnis, auf das die Linke anscheinend nicht gerechnet hatte. Nun wurden von einigen Seiten Stimmen laut, die erste negative Abstimmung wieder umzustoßen, weil man merkte, daß auf feiten der Linken Geneigtheit bestand, ihren ablehnenden Standpunkt in Frage des Oberlyzeums einer Revision zu unterziehen. Nach einigem Hin und her wurde auch in einer e r ° neuten Abstimmung der Ausbau der Schule zu einem Oberlyzeum beschlossen, und zwar stimmte die Lmke geschlossen mit Jo. Ein weitergehender Antrag der SPD., die Berufsschulpflicht auf alle weiblichen Jugendlichen auszudehnen, verfiel der Ablehnung. Es bleibt bei dem von dem Direktor der Berufsschule geforderten Ausbau mit der Einbeziehung der in gewerblichen Betrieben beschäftigten — Den Geburtstag des Reichspräsidenten beabsichtigt die Stadt mit einer Beran st altung im Stadion am 2. Oktober zu begehen. Ein Antrag der Deutschen Volkspartei auf Benennung eines Straßenzuges, nämlich der neuen Umgehungsstraße, mit dem Namen des Reichspräsidenten fand in der abgeänderten Art Annahme, daß die jetzige Wuhlgrabenstraße in Hindenburg st raße umbenannt werden soll. — Ein weiterer Punkt der Tagesordnung war der zur Zeit im Gang befindliche Ausbaudes hiesigen P o st a m t s. Bereits in einer früheren Stadtoerordnetensitzung war von Verhandlungen berichtet wort en, die mit dem Umbau des Postamts auch eine Umgestaltung feiner Fassade erstrebten. Da die Rost jedoch hohe finanzielle Forderungen an die Stadt stellte, verliefen diese ergebnislos. Nunmehr ist in erneuten Verhandlungen eine Einigung dergestalt erzielt worden, daß die Stadt die Hälfte der Mehrkosten aus ihrer Tasche zahlen soll nos eine Summe von rund 14 090 Mark ausmncht Mit Rücksicht auf das bisherige gute Verhältnis zwischen beiden Berwaltun gen fand dcv Vorschlag des Bürgermeisters, diese Kosten auf die Stadt zu übernehmen, Annahme. O Hochelheim, 33. Sept. Vom 2. Oft. ab treten in dem Fahrplan öcr Kraft- postlinie Wetzlar — Hochelheim folgende Aen verengen ein: Die Aebemachtung des Magens in Hochelheim und seine Umleitung über Reis-irchrn wird ausgehoben. Der Wagen verlchrt erktäglich 7.30 nach Groß-Rechtenbech und zurück: ab Wetzlar Bahnhof 7.33, an Groß- Rechtenbach 8.05; ab Groß-Rechtenbach 8.40, an Wetzlar Bahnhof 9.15. Mittwochs und Samstags fahren die Wagen bis Hochelheim durch. Rachmittagsfahrten finden Mittwochs und Samstage statt bis Groß-Rechtenbach: ab Wetzlar Vahnhv! 15.40, an Grost-Rechtenbach 16.15; ab Groß Rechtenbach 17, an Wetzlar Bahnhof 17.33. - - Wetzlar, 30. Sept. Der dieswöchige Ferkel markt war nicht mir aus astrn Teile . ies Kreises Wetzlar, sondern auch aus entfernten Orten der Rachbarkreife Biedenkopf und Ufingen außerordentlich reich beschickt Bei sch'eppentc: Handel wur.^c für 5 bis 6 Wochen alte Ferkel 15 bis 17 Ml bezahlt, 6 bis 8 Wochen alte Tiere kosteten 18 biä 23 Ml, während ältere Ferkel und Läus-erschweine mit 33 Mk. und entsprechend höher verkauft taut en Tillkreio. • Herborn. 33. Sept. Auf dem gestern ab- gehaltenen Markt waren aufgetriebc i 35 Stück Rindvieh und 153 Schweine Es wurden bezahl! Kühe und Rinder 2. Qualität 350 bis 450 Akt das Stück. Auf dem Schwcinemarkl tasteten Ferkel 40 bis 63 Mk., Läufer 60 bis 90 Mk □ Schönbach, 30. Sept. Seit de.n Fc üh fahr d. 3. ist in unserer Gemarkung dicht an der Gusternhainer Grenze ein Tonvorf c»-m men erschlossen worden, das von der Firma W a i - gand 8: Sohn in Schönbach a 6 g c b a u t wird. Bei diesem Vorkommen handelt es sich offenbar um die Verlängerung einer Tonschicht, die o->n der Dreitscheider chemischen Industrie dort bereits seit Jahren mit gutem Ergebnis abgebau wird. Die Qualität des Tones ist so hochwertig daß die Firma Waigand große Absayver h ä l t n i s s e zu verzeichnen hat. Der Dersand ifi in reger Weise im Gange. Rcuerdings trägt sich die Firma mit der Absicht, zur besseren Aue geftaltung des Abbaues und zur Der.zrös>erun des Absatzes eine Förderbahn von ihren Betriebsstellen bis zum Bahnanschluß dec Strecke nach Herborn herzustellen. Wie start das Interesse der einschlägigen Fachkreise fü dieses Tonvorkommen ist, geht auch daraus her vor, daß feit einiger Zeit ein weiterer Re- slektant von auswärts Bohrungen vor nehmen läßt und im Falle der Feststellung loh nender Abbauwürdigkeit des Tones die in B< tracht kommenden Geländestücke käuflich erwerb.-: will. Lbcrivesterwaldkrciö. WSR. Marienberg. 30. Sept. Di-rHeebf: tagung des Westerwald Verbandes fü Handwerk und Gewerbe in Rassau fan in diesem Jlahr in Marienberg statt uni) ir. mit einer Gewerbeschau verbunden. ; Handwerler- und Gewerbevereine hatten auSg. stellt. Die Eröffnung der Schau fand im Bei', der Reichs' und Staatsbehörden statt. Bcic bers die Lehrlingsarbriten boten ein cmsch.,. liches Bild von der Leistungsfähigkeit des nc sauisch-westerwäldischen Gewerbes. 16 000 B sucher wurden am Eröffnungstage gezählt. Mtcie Marburg. ff Marburg, 30. Sept. Aus der vom I sigen Obstbauverein für zwei Tage irngerich ek Obstverkaufsvermittlu n g sstelle u?i den folgende Preise pro Zentner erzielt: $a’< obst (Aepfel) 15 bis 20 TOcrf, 01 ttischa'isobs! ; bis 15 Mark; Dirnen: Herbstbirneit 10 Mar. auf «Ser 3i'<® stigen Vorteilen für Hand- I und Kraftbetrieb wird allgemeinbevorzuqt Donner^log, den 6. Ottober, bormi taget 11 Uhr, wird unser 23 Monate alter Simmentaler Weide bulle in Tiergarten b. Hungen dort selbst öffentlich meistbietend versteigert. £ßnÖ!9; s^MiWvkl-MkAssl! tär S^erhpsskii. I k 6g. Schiefersiein, Lieh Fernsprecher Nr. 17 Mnierzwiebeln (Sifiduer) Ml0D Wmiettünoffcki gelt>fl«iichitie,gute,(iesunde,kellersesteWaresrei tout, ab Lager und Waagonsrci jeder Dahn- stallon, nehmen lausend Aufträge entgegen H. Sauer & Co. Dtcpl/anstrafie 41 Telephon 31r. 1154 | Frankfurt a.M. J Me-Märkte ’S 3. Oktober, 31. Oktober, 5. 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Orlskrankenkaffe Gießen-Stadt Durch Befchluh des Oberve'fichtrun^somter Darmstakt treten nb 1. Oktober 1927 folgende Grundlöhne und Beiträge in kraft: Es liegt in Ihrem Interesse, unser Lager zu besichtigen. Sie werden sich dann selbst überzeugen, wie vorteilhaft Sie bei uns kaufen 9(rbeit^ver(iebitim. Innerhalb des Orts sollen ca. 100 Quadratmeter (Sofsenpflasterung und ca. 250 Quadratmeter Beichaussierung hergcstellt werden. 8655D Angebote sind bis zum 5. Oktober d. 3., nachmittags 7 llhr, bei der unterzeichneten Stelle, woselbst Voranschlag und Bedingungen eingeschen werden können, einzu- reichen. Leihgestern, den 24. September 1927. Bürgermeisterei. MW von Geschäftsmann gegen Sicher >eit u. hohe Zinsen lalbtoü gesucht. Schr. Ang u. 07082 an den (Sieh. Anz Gesellenprüfung Lehrling«-, die in diesem Jahr Rng'ernon. können sich tur ceaeixli hrn Geaelleu- >rttfung Mi twoch. den 5 Oktnbei. oder >atn«iaic. den S Oktober, von 4 bi< ti Uhr. im Gew- rbeheiis, Zimmer 13 nnmcldcu. 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Angebote nebst Proben sind bis zum Samstag, dem 8. Oktober 1927, vormittags 11 Uhr. etnzu- reichen. Zuschlagsfrist: fünf Tage. 88060 Giehen, den 28. September 1927. Provinzial Pflegeanstalt Oberheffen lLicher Straße 74). 7 0.49 0.49 0.98 0.98 1.47 1.47 1.47 1.96 1.96 2.45 2.94 3.43 3.92 4.41 | 4.90 10 0.43 0.73 1.17 1.32 1.90 2.05 2.47 3 07 3.92 •1.31 i 4.79 gegen cmpllndbdie hübe und (2 Bader) SO Piß . erhalilldi H Apotheken u Dro^r- 101 Lchrotmüfflcn nut nlattcn Walken. Ptnbt'cheiben oder Steinen in a'ictt Grünen. 7U65D X. J. Tröster Bnt'bacb. tn dcuciVmcrmare vcriendei ver Htr. Mk. 7.50 mit Sack ab Station Echzell neaen nebnabme Gröl cre 'Voiien bll- liflcr. Vubtua (*'rb, Echzelli b.SVciterait üpleiism- lillet INeine preise sind billig well Ich günstig und rechtzeitig meine Ab- schlüffc getätigt habe. DMast 155 an Linon 1,45. Hemdeniuche^!°°85<,„ Veiluchbiber'Ll,d5.. HauSluch"""'^l,75 Sportstanelle 65. I Crepe de Chine h in viel. !)ard. 98 cm dr. 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Ihr Erlös ist, das Einverständnis des Herrn Reichspräsidenten vorausgesetzt, vorzugsweise für schwer notleidende Mit- telstandsangehonge, Sozialrentner usw. bestimmt. Der verkauf der Hindenburg Wohlfahrtsbriefmarke findet in der Zeit vom 26. September 1927 bi» 31. Januar 1928 stall Die postalische Gültigkeit der Marken erlischt am 20 April 1928. Es werden ausgeaeben: 8-Pf -, 15-Pf -, 25-Pf - und 50-Pf Marken zum Verkaufspreise von 15, 30, 50 und IM) Pf., eine Fünft* terisch ausgestattctc Postkarte mit einpe brudter Hindenburg-Wohlfahrtsbriesmarte zum Bertaussprcise von 15 Pf. und Mar- k»,heftchen mit je vier 8-Pf.- und drei 15-Pf.-Marken zum Preise von 1,50 Rm. Die Marken sind im gesamten In- und llluslandoerkehr an Stelle der gewöhnlichen Briefmarken gültig und außer an den Postschaltern auch beim Städtischen Wohlfahrtsamt, Gartcustrahe 2, Zimmer Dir. 8, erhältlich 85S0D Den ^reimachnngswert erhält die Deu« sche Re.chsposl und von dem Ueberschusi Die (Blefjeaet Winternothilfe 60 prozenl, aber nur dann, wenn die Marlen vom Wohlfahrt»amt bezogen werden. TVrrocnbe jeder in den nächsten Wachen nur die Hindenburg w^hlfnhrtsbrief- marken, vab kaufe er sie beim Städtischen Wohlfahrtsamt, Gartenstrahe 2, Zimmer Jlr.6 Gießen, den 20. September 1927. Gietzener winternothilse. Dr Freu, Bürgermeister, Vorsitzender. Vekannlmachung. Der nächste Viehmarkt in Giehen findet statt: 88758 Dienstag, den 4. Oktober 1927, Rindvieh- IDlutzoieh-) TNarkt. Tiii iiooch, den 5.Oktober 1927, Schweine- i, arki. 2lm Mittwoch, dem 5. Oktober d. $., findet am > gleichzeitig Pferdemarkt statt. Der Auftrieb zu den Diehmärkten beginnt jeweils um 8 Ahr vormittags. Giehen, den 1. Oktober 1927. Der Oberbürgermeister. ___I. D.: Klin g s p oj\__________ Oessentliche Mahnung. Das 1 und 2. Ziel der vorläufigen Gemeinde», ftrei»» und Provinziaiumlagen einschliehlich der vorläufigen Sondcrge- bäudesteuer für das Rj. 1927 werden hiermit zur Zahlung bis spätestens 10. O'lober 1927 einschliehlich gemahnt. 88688 Rach Ablauf dieser Frist werden die Rückstände auf Kosten der Schuldner zwangsweise eingezogen. Die Zahlung von Verzugszinsen wird durch diese Bekanntmachung nicht berührt. Giehen, den 1. Dttcber 1927. ___________Stadtkasie Gießen.____________ BetattttlumchttNli. Betr.: Festsetzung des Wertes der Sachbezüge. 89248 Der Wert der Sachbezüge ist mit Wirkung vom 3 Oktober 1927 neu festgesetzt worden. Auf die Bekanntmachung an den Anschlagtafeln wird verwiesen. Gießen, den 29. September 1927. Dersicherungsamt der Stadt Gießen. Dr. F reg.____________ tazucbl des Deulsclieo Edeisshweins. Eine arökcrc Ayrnbl erltkl. sprungf. Zuchteber von uorAÜfll. Sbii IN bekannter Cuahiät vertch AUerS zu vertäuten. >89340 Sd)roe.nej.=Der, Lang - 6ön$. Burgerbütte-Oefen In grober Auswahl Bkdimantel-H-Oefen empfiehlt EDGAR BORRMANN, GIESSEN Eisenwaren, Werkzeuge SlrbeifGVciqebinifl. Für die Wasiergenossenschast Garbcn- teich sollen auf dem Rathaus zu Garben- leid) 8888D Drainagcatbeitea, zu 3200 Rm vcronjchl. in einzelnen Losen vergeben werden Die Berdingungsunterlaaen liegen auf hessischer Bürgermeisterei offen, wohin die Angebote in Prozenten des Boranschlags r-erichiofsen, mit entsprechender Aufschrift versehen, postfrei bis zum Eroffnungster- min am TNitlwoch, dem 5 Oktober, vormittags 9 Ahr, einzureichen find. Zuschlags- triff- drei Wochen Gießen, den 26. September 1927. Hessisches Kulturbauamt H Steinbach, Regierungsbaurat. Fichten-Bauholz. Aus einer Reihe von Forftorten der Försterei Lumda (insbesondere Grauerberg) werden — von MaifnUung 1927 herrührend — aus schrislllch.m Wege nn den weistbietcnden am 11 Okto »er 1927, vormlilags 10 Ahr, aiis tze-i t-te'ch.ifts- zimmer unterzeichneten 'Aniles in einem Los vertäust: 3. SU 12 fm, 4. Kl 8 i n, 5a Kl. 12 fm und 5b Ml. 8 fm 8932D Gebote, nach vorheriger Besichtigung der Hölzer, verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen, nach Stärkel'asjen getrennt, ohne Vorbehalt bis längstens 10. Oktober an Iorslomt Grünberg. leitirohrift Unierrtcht für 9hit niiöourtncfcürhtene wird ei teilt. U7u59 Rordanlaac 19 I. Kraulern ob. Sdjll- lerm der Lberklasie iVOAeuml Aur Nachhilfe f.Schülerin Quartal gesucht. Schriitl Angeb. mit PreiSang. v. Stunde u. 07075 a. d- G. VlrtA. Zunge Dame erteilt Schülerinnen bis Aur dritten Klaffe Hachhille-Ilnlerriclil ii. beauffichtiat ihre Sttiulai betten. Zu erir. t. d. GefchastSst. des G An», ^lllllv H, hatte eine vor einigen Zagen ftatt- gchabte Sitzung d^S gefam’cn VerbanDsvvrstanDeS zu ensicheiben. Prinzipiell ein gtc man sich hierbei zunächst dahin, den Wintersahrplan parallel mit dem W i n t e r f a h r p l a n der Reichsbahn am Montag, 3. Oktober, in Straft treten au lassen. Der in der Zwischenzeit bereits auSgearbei e c Entwurf fand die Zustim- mung des Vorstandes. Der neue Wintersahrplan paßt sich in der Harcptsad)e Dem vorjährigen an, der sich recht gut bewährt hat: geringfügige 2Ienberunrcn machten sich nur infofern notwendig, al- die Abfahrt- imb Ankunftzeiten der (Sifen- bahnzüge früher ober später liegen. "Besondere "Berücksichtigung muhte hierbei der Umstand finden, bah i n (ommenben Winterhalbjahr der "Betrieb erstmalig mit v i er Wagen durchgefuhrt wird. Dabei solien die beiden Sechs- rabtoagen in der ftauptmorjcnJ und abends, während der Verkehrs stärksten Zeit, herangezogen werden, ebenso der neue, 63 Personen fassende Wagen Ar. 4. Der kleinere Wagen, her 30 Personen ausnehmen fmm, fährt während dieser Zeit als DerstarkungSwagen bei Fahrten, zu denen ein besonders starker Andrang vorhanden und ein grober Wagen nicht ausreichend ist. "Bet einer Reihe Fahrten während der verfehrSruhig- ften Zeit Dürfte dieser kleine Wagen ebenfalls in der Hauptsache hevangezogen werden. Aus diese Weife hofft man, allen "Bt-rl:l)r &xnforDerun- gen gerecht zu werden und die Unannehmlichkeiten auS der Welt geschafft zu haben, die im vergangenen Winter sehr oft dadurch entstanden, daß eine mitunter große Airzahl wartender Fahrgäste an den letzten Aufnahmestationen wegen Uebersüllung der Wagen nicht mehr mi genomm n werden konnte. Die Durchführung dieses PlancS scheint tntrd) die vertragsmäßig gewährleistete rechtzeitige Lieferung des neuen Wagens gesichert, denn das Cl>assis des Wagens ist von der Lieferfirma Büssing-Braunschweig unter Einhaltung des vereinbar en Termins bereits an das Karosseriewerk Dastel-Mainz abgesührt worden, wo gegenwärtig an der Herstellung des Aufbaues gearbeitet wird. Der Fahrplan sieht für den Winter folgende Fahrten vor: Ab Alten-Duseck fahren Wagen um 5,58, 7.05. 7.50. 1120. 1.50. 3.20, 5.50, 6.08, 7.05 . 8.30. Don der Anfangsstation Friedhof Wiesed sollen folgende Fahrten nach ©ichcn gehen. 5.25, 6.10, 6.25, 7.00, 7.15, 7.35, 8.00. 9.00, 10.10, 11.30, 12.35, 1.30, 2.05. 3.10, 408, 4.55, 5.00, 5.40, 6.00, 6.18, 7.18, 8.40, 9 30. Da diese Wagen nicht sämtlich bis zum Bahnhof fahren, seien hier die Abfahrtmöglichleiten von, Wplltvr © i e h en a b in Richtung Wiesed angegeben: 5.53, 6.20, 6.39, 6.57, 7.24, 7.26, 7.45. 8.19, 824. 9 48. 10.56, 12.18, 1.15, 229. 2 54. 3.54. 4.43. 5 18. 5.22, 5.37, 6.15, 6.27, 7.17, 8 07, 9.19, 10.39. Folgende Wagen ab Walltvr 6 39, 726, 10.56, 1 15 . 2.54 (Samstags), 5.18, 5.37. 627. 8.07 fahren biß Alten- Duseck. Der letzte Wagen, ab Walltor 10.39 abends, fährt Mittwod'S, Samstags und Sonntags bis Alten-Dused: an diesen Tagen ist Rudfahrmöglichkeit ab Al en-Dused 11.02 abends biS Wiesed. An den übrigen Tagen wird diese letzte Fahrt nach Alten-Dused nur nach "Bedarf gefahren. 3n der vor einiger Zeit stattgehabten Sitzung der beiden ©emeinbeDertrchmg ?n war der Wunsch geäußert worden, von eventuellen "Betäub.-tungen im Fahrpreis ab^usehen. Diesen Wunsch setzte der Derbandsvorstand nrmmehr in die Tat um und beschloß, keine Fahrpreiserhöhung vorzunehmen. Außerdcin wurde der frühere "Befehl uh. der für Diejenigen Fahrgäste, Die nur im Winterhalbjahr im Wochen cbonnement fahren, einen Zuscküog vorsah. aufgehoben, so daß nach wie vor Die seitherigen, auf niedrigster Stufe gehaltenen einheitlichen Fahrpreise in ©elttmg bleiben. > Mit Rücksicht auf den zu erwartenden starken Verkehr beim Eintreten schlechteren Wetters will sich Der Verbands Vorst and in geeigneter Zwischen fünf und sieden Roman von Liesbet Dill. Copyright bei Morawe & Scheffelt Verlag, Berlin. 28. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Ich bin überzeugt, daß ich 3fynen Unrecht tun würde, wenn ich annäbme, daß Sie wissen, wie Sie mich oernninDet haben, täglich, stündlich, und bah ich in dieser neuen Weit, in der Sie sich zu Hause fühlen, umherging wie in einem Irrgarten, in den ich geraten war.---Genug davon. Diese eknbc Komödie, die Sie mit mir spielten, ist nun zu Ende ... Ich weih, Daß Sie nicht kommen werden in dieses kalt gewordene Zimmer, heute nicht und nie mehr--wohin ich Sie auch riefe.--Mein Ruf an Ihre Ehre liegt im Papierkorb begraben ... Sie brauchen keine Ausflüchte mehr zu ersinnen, keine Besprechungen, Sitzungen, ©encralDerfanmilungen und Einladungen, die nie ftattfanben, oorzuschützen, brauchen keine „Unvoll'chligkeiten- mehr zu furchten, keine Depeschen in der Nacht keine versiegelten Briefe, die man Ihnen mit maliziösem Lächeln auf den Frühstückstisch legt. Sie sind frei! Ich bin langsam zu der Erkenntnis gekommen, wer Sie sind. Täuschen Sie sich nicht Darüber, daß ich es nicht fühlte, i»om ersten Tage an, und daß ich oft, wenn wir uns trennten, zu sterben wünschte--. Lachen Sie nur über mich ... Es ist lächerlich, einen Mann zu lieben, der uns verachtet, weil man ihn liebt ...Ich weiß nun, bah Sie zu den Männern gehören, bei denen man seine Gefühle sparsam einteilen muß, in homöopathischen Dosen ... die nur diejenigen schätzen, oon denen sie selbst ohne Achtung behandelt werden. Ich hatte mich Ihren Vorsichtsmaßregeln gefügt, diesem ganzen Netz oon demütigenden Geheimnissen, weil Sie es wollten. Es war ein Jahr der Leiden, der Bitterkeiten und der Quälerei ... es ist zu Ende ... Man mag mich verdammen —. Ich bereue Vichts. Ich gehe, weil mein Leben zerbrochen ist — Form an bk gesamte Einwohnerschaft Der beteiligten ©emänben wenden, um e.ne möglichst glatte Abwicklung des Verkehrs zu erreichen. Hierbei wünscht Die Leitung Dw Qntern^menS die Erfüllung einiger sonst geübter Selbstverständlichkeiten: das "Bereithallen deS abgezählten Fahrgeldes, das BermriDen des rücksichtslos en Drängens beim Gin steigen und des Stauens der Fahrgäste im Hinteren Teil des Wagens. Der Ber- bandsvorstend hofft, daß er bei seinem Bestreben. Den "Betrieb auf der Höhe zu halten. Die verständnisvolle Mithilfe aller Fahrgäste f.ndct Am kommenden Sonntag fährt anlähllch der © (ebener Herbst messe ein Sonderwagen nach Schluß des Messebetriebs. Die Abfahrt ab Oswaldsgarien erfolgt kurz nach 11 Uhr abends und geht nach Bedarf bis Alten-Duseck. Wirtschaft. Wochenbericht vom Frankfurter Effektenmarkt. Das schon lange Wochen so bescheidene Geschäft an der "Börse war in dieser Woche noch mehr eingeschränkt, da infolge der hohen jüdischen Feiertage Die Zahl der "Börsenbesucher ftarf verringert war. Die allgemeine Lustlosigkeit und Zurückhaltung nahm wieder ein kaum überbiet- bares Ausmaß an. Zur Vorsicht mahnte vor allem Der Quartalsultimo. Rach den umfangreichen Vorbereitungen erwartete man zwar leine besonderen Schwierigkeit m, doch hielt man Lieberraschungen nicht für ausgeschlossen. "Befürchtungen dieser Art haben sich zwar mcht erfüllt, doch ist Me Gestaltung des Geldmarktes, Der zum Ultimo eine ziemlich starke Versteifung erfahren hat, noch recht ungewiß. Die Qjrhbbung der Deamtengehä lter könnte auf die Entwicklung evtl, eine ungünflige Wirkung ausüben, zumal zunächst mit Dem Herein strömen von AuslandS- gclbem aus Anleihen nicht zu rechnen sei. Eine starke "Beunruhigung Der "Börfe ging von Der Tatsache auS, daß die Ausiegung Der preußischen 30-Millionen-Dollaranleihe in Reuyork verschoben werden mußte. Zuerst hieß es. daß von Staatsseite aus Einspruch gegen Die Auslegung Der Anleihe erhoben worden fei, was aber halb Dementiert wurde mit dem Hinweis, daß nur einige Formalitäten noch Der Klärung bedürften. Alan will jedoch wissen, daß "Bestrebungen Der Reichsbank im Einvernehmen mit Den Absichten des Reparationsagenten Parker Gilbert Dahingehen. Die Ausnahme von Ausländsanleihen durch Länder und kommunen zu unterbinden. Versionen, Die bis jetzt von der Reichsbank Dementiert werden. Als Dann eine gewisse "Beruhigung Der Stimmung eingetreten war. erfolgte eine neue (Srfdhüherung auf die Meldung eines Handelsblattes, wonach Die Preust enanleihe vom Staatsdepartement endgültig abgelehnt worden sei. was jedoch von amtlicher Seite bald Dementiert wurde. Immerhin erscheint das Schicksal Der Anleihe noch reichlich ungewiß. Aus Der Industrie lagen Dagegen einige günstige Rachrichten vor: Die Ruhriohlew- forDerung ist unter gleichzeitigem Rückgang Der Feierschichten gestiegen, und vor allem hat die Erwerbs!vsenziffer weiter merklich abgenouimen. Eine günstige Wirkung ging auch von Den Verhandlungen Der 3 ntem ati omlen R oh stahl gerne in- schaft aus, bei Denen die Deutschen Vertreter ihren Standpunkt behaupten konnten. Di? Quote Deutsch!anDS bleibt unverändert. Verstimmend wirkten Demgegenüber die Lohnkämpfe in Der Metall- und Der "Braun! ob Icninbuftrie. Die Kursveränderungen gegen i ie Vorwoche hielten sich bei Dem kleinen ©efchästsumfange in aller» engsten Grenzen. Die Farbenaktie beherrschte wieder den Markt. Anregung brachte Die "Bestätigung der Gerüchte von der AufsichtSratssiyung Der Z.G.-Farbenindustrie am 8. Oktober, aus der man Erklärungen über ihre internationalen "Beziehungen erwartet. Man sprach auch von einer Kapitalerhöhung unter Ausschluß des "Bezugs- rechtes, toebei Die jungen Aktien den ausländischen Gruppen zur Verfügung gestellt werden sollen. Trotzdem blieb Der Kurs nur gut behauptet. 3m übrigen überwogen Die kleinen Kursrückgänge von li/a bis vereinzelt 5 Prozent. Lebhaftere älmsätze verzeichneten neben 3.G.-Farben ©es- fürel. Die 15 Prozent anziehen formten. Auch Licht und Straft waren 8 Prozent gebessert. Voigt A chaesim-r wurden stärker angetmten mit minus 17 Prozent. Die Rentenmärkte blieben ver- ädert bei überwiegenden Kursverlusten. Am Devisenmarkt Icentten sich Devisen wieder merklich erholen. Wochenbericht vom Frankfurter Produktenmarkt. 3n dieser Woche tonnte sich am Frankfurter Pro butten markt kaum etwas Geschäft entwickeln, da in Anbetracht Der israelitischen Feiertage Der "Besuch äußerst gering war. Am Dienstag und Vlittwoch tourie deSyalb auch von einer offiziellen Preisfestsetzung Abstand genommen. Höhere "Kotierungen des Auslandes liehen Die Tendettz etwas fester erscheinen Weizen wurde zum erstenmal in zwei verschiedenen Sorten notiert. Man unterscheidet zwischen .gut, gesund, trocken, auswuchssm“ und .gesund, rnxfen, mit vereinzeltem Auswuchs". Der Preis für Wei- zenmei.I wurde von den Mühlen etwas erhöht, doch blieben Die Umsätze darin minimal. Kleie lag unverändert ruhig. Der jetzt an Den Tlarft kommende Hafer ist infolge Der seither ungünstigen Witterung von sehr geringer Quasi tat. Auch gegen Ende Der Woche konnte sich das Geschäft nicht beleben. 3m Vergleich zu den Rotterungen der Vorwoche konnten Weizen und Roggen je 25 Pf. airziehen. Auch Weizenmehl lag 25 Pf. höher. Die übrigen Votierungen biteben utwerändert. Weizen (qut.gefunD) 26,50; Weizen (mit Auswuchs) 25.50 bis 25,75; Roggen 24.75 bis 25; ©ommergerfte 26 biS 23; Hafer. inL 22,50 bi« 24; Hafer, au«l 24,50 bis 25; Mais 19 biS 19 25; Weizenmehl 39.25 bis 39.50; Roggenmehl 35 biS 35,50; Weizenkleie 13; Roggenkleie 13,75 Mk. Wochenbericht vom Frankfurter Schlachtviehmarkt. 3n dieser Woche war daS Geschäft am Frankfurter Schlachtviehmarkt ziemlich ruhig, doch konnte der nicht sehr große Auftrieb glatt auS- verkauft werden, ausgenommen in Schweinen, bei denen Der etwas größere Auftrieb nur schwer unter gebracht wurde, so daß Ueberstand verblieb. Fettschweine wurden bevorzugt, während Die geringeren Qualitäten vernachlässigt wurden. Der ©cfamtauftrieb bestand aus 375 Ochsen, 89 Bullen, 526 Kühen, 386 Färsen, 1123 Kälbern. 497 Schafen und 6090 Schweinen. Verglichen mit dem Auftrieb der vergangenen Woche waren 250 Rinder, 310 Kälber und 140 Schafe weniger an- getrieben. während 300 Schweine mehr zum Verlauf standen. "Bezahlt wurde pro Zentner Lebendgewicht: Ochsen al 61 bis 64 Mk.. a2 57 bis 60, bl 54 bis 56, b2 48 bis 43; Dullen a 57 bis 61, b 51 biS 56; Kühe a 50 bis 54. b 44 biS 49, c 37 bis 43. d 26 bis 36; Färsen a 60 bis 64, b 55 bis 59, c 47 biS 54; Kälber d 80 bis 85, c 72 bis 79, d 67 bis 71, Schafe a 48 bis 52. b 40 bis 47, c 34 bis 39; Schweine a 70 bis 72, b 70 bis 72. c 70 biS 72, d 68 bis 71, e 69 bis 70. 3m Vergleich zu Den Dotierungen der Vorwoche blieben Rinder und Schafe behauptet, während Schweine 2 bis 3 Mk. nachgeben muhten. Kälber konnten Dagegen 2 Mk. ün Preise anziehen. Der neue europäische Margarinekonzern. Der Zusammenschluß Der beiden größten MargarineproDuzenten. nämlich DeS 3ü r g e n 6* und des van den Bergh-Konzerns, faßt das gesamte europäische Margarinegeschäft zu- fammen, welches die beiden Konzerne so gut wie ganz beherrschen. Beide Großkonzerne haben bisher scharfe Preiskämpfe geführt, Die beiden noch vor kurzer Zeit schwere finanzielle Verluste gebracht haben. Diese Verluste, Die im Verlaufe dieses 3ahres nach unseren Informationen kaum eingeholt werden können, finD wohl Der Hauptgrund zu der Fusion gewesen, die nicht zuletzt auf das Drängen Der hinter Den Konzernen stehenden Finanzinstitute zurückzuführen fein Dürfte. Das eingezahlte Aktienkapital beider Konzerne beträgt 8.5 Millionen Pfund Sterling, und das neue Unternehmen rückt m Die Reihe der internationalen Großkonzerne ein. Auch für Deutschland ist Der Zusammenschluß von wirt- unö es feinen Wca zurück mehr gibt--Denn ich habe ihn mir selbst verschlossen--. Fürchten Sie keine Indiskretionen, feine Rache ...Es ist alles in Ordnung. Man wird den Schlüssel unter der Matte finden. Was mit mir geschehen wird — ist gleichgültig und hat für niemand eine Bedeutung mehr, und nach Ihnen wird niemand fragen. Die Welt bringt täglich Millionen oon Männern Ihresgleichen hervor, seien Sie beruhigt: an einen Zusammenhang zwischen uns beiden würde niemand glauben. Ich habe in meinem ganzen Leben inftinttio eine Sorte Menschen zu vermeiden gesucht, die DUettanten und — die Snobs. Ich habe mich einmal für eine Menschenkennerin gehalten. Das Fiasko ist grausam. — Lachen Sie über mich! Lachen Sie! Daß ich — nach diesen letzten Zagen noch eine Hoffnung mit mir trug, daß ich auf Ihre Güte, Ihr Verstehen meiner unhaltbaren Lage — rechnete, auf — fast hätte ich Dankbarkeit gesagt — aber Dankbarkeit in der Liebe? Phantasien! — Eine Frau Ihrer Zeit und Ihrer An wü.de darüber mitleidig lächeln ... Und Sie — gaben mir Darauf die Antwort, die infamste. Die es gibt: Das tödliche Schweigen ... Aber Offenheit gegen Offenheit, ich hatte an diese Zukunft im Grunde nie geglaubt. Sie sollten nur noch einmal kommen ... In unserem stillen Zimmer wollte ich Ihnen noch einmal sagen, wie ich Sie geliebt habe, obwohl ich Sie nun kenne ... ich wollte mich noch einmal an Der Lüge berauschen, Die in diesen Stunden stets von Ihren Lippen kam und Deren süßes Gift ich noch einmal trinfen wollte, ehe ich ging — so hatte ich gehofft. — Sie schenkten mir nicht einmal-- die Lüge ... Ich habe gewußt, daß Liebe unbegreiflich ist, aber ich wußte nicht. Daß sie so bitter sei, und daß es eine Liebe gibt, die Diese letzten Rächte selbst nicht töten tonnte. Und Deshalb fers!“ Drei Zettel, aus einem Notizbuch gerißen, waren Dem Brief beigefügt und enthielten oon einer steil- aufftrebcr.Den, fremDen. energischen Hand ein paar haldoerwischte, mit Blei geschriebene Worte. Kann heute unmöglich Dort fein, muß in Dringenden Geschäften nach Frankfurt. Aus Wieder- schen nächste Woche, zwischen fünf und sieben. * Es tut mir leid, im letzten Augenblick abfagen zu müßen, aber mein Bruder mit seiner Frau ist angekommen, und ich kann mich nicht frei machen ... Ich bitte Drin-gereD: keine Telephonanrufe und Depeschen! Der Tag ist schlecht gewählt. Wir haben morgen nachmittag Aufsichtsratssitzung. Ich kann Dabei mcht fehlen. Auf das versprochene bin ich neugierig ... Aber, bitte, ohne Widmung! • 3n den Straßen wogte der Rheinnebel, grau, feucht und dicht. Die Laternen blinzelten wie müde Augen durch die Dämmerung, sie leuchteten nicht. Man sah keine drei Schritte weit, Häuser und Menschen verschwommen in diesem Grau. Die alten Herren auf Der Promenade tasteten sich wie Blinde mit ihren Stöcken zwischen den nebelttopfenden Bäumen vorwärts. Es schlug halb sechs, als Dr. Manfred Das Wartezimmer des Herzspeziasiften betrat. Eine Weile ging er in Dem leeren Zimmer auf und ab, die Uhr in Der Hand. Dann öffnete er Die Tür nach Der Diele, wo eine Schwester an einem Tisch saß und Rechnungen schrieb. ,.Verzeihen Sie, Schwester, meine Uhr scheint stehengebliriien zu sein, wieviel ist es genau?' „Fünf Minuten nach halb sechs.' Die Schwester, eine ältere Dame mit einer Brille, sah furz auf. „Die Sprechstunde muß doch zu Ende lein. Ich bin für halb sechs bestellt. Ich hab' so wenig Zeit. „Es ist nur noch eine Dame brin. Herr Professor nimmt Sie Dann sofort an.' Manfred trat ans Fenster und schaute in Den grauen Rebel. „Ein unheimlicher Tag, man sieht kaum Drei Schritte weit ...' bemerkte Die Schwester und schichtete ein Bündel Briefe aufeinander. „Aber wir können sonst zufrieden fein, mir hatten einen so wundervollen Herbst.' „Einen wundervollen Herbst . . .' wiederholte Manfred. Er lauschte angestrengt in die Ferne, aber es war nichts zu hören als Das Ticken Der Uhr im schaftsicher Bedeutung, da die beiden Konzerne chve Hauptfabriken in Deutschland haben. Außerdem gehören ihnen die meisten deutschen Öd- f ab rtlen. die als Rohprvduzenten für die Mar- garinefabrifatirn in Frage kommen, an. Das Bobmalerial für die Margarinefabrikation wird in der Hauptsache vom Lipton-Konzern und vom Lever Brothers -Konzem geliefert Bei den innigen Beziehungen, die zwischen den beiden größten Margarineproduzemen und den Rohprvduzenten bereits bestehen, kann man damit rechnen, daß demnächst auch letztere in die Kombination mit einbezogen werden. • Die Spielwaren-Inbustrie im September. Wie wir aus Nürnberger Fachkreisen erfahren, hat die deutsche Sptelwaren- Induttrie gegenwärtig Hochsaison. Die Betriebe sind im allgemeinen gut beschäftigt. Bel einer Reihe von "Betrieben wird mit erhöhten Arbeitsstunden und mit vermehrter Arbelterzabl gearbeitet. Die Auftragseingänge waren im Jahre 1927 wieder sehr späte, so daß zahlreiche Aufträge, welche mit kurzen Lieferungsfristen beteilt werden, mcht mehr angenommen werden können. Diese Tatsache macht sich in der Spielwarenindustrie doppelt unliebsam fühlbar, da die Produktion in diesem Industriezweig an und für sich auf wenige Monate zusammengedrängt wird. Die Preise sind fast durchweg stark gedrückt, die v.ablunge-cingänge sehr schleppend. Der mit Frankreich abgeschlossene Handelsvertrag hat die d-eutsche Spielwaren-Znduftrie stark enttäuscht, da die neuen Zollsätze noch beträchtlich über den Zöllen des Provisoriums liegen. • Frankfurter Verkehrs- und Hotelbetriebs-AG., Frankfurt a. M. Die G.-V. genehmigte den Abschluß mit 7 Proz. Dividende. Sodann wurde die vvroe^chlagene Kapitalerhöhung um 1,6 auf 4,5 Mill. Mark beschlossen tnrrdf) Ausgabe von 2000 Aktien über je 200 Mark und 1200 Aktien über je 1000 Mark. Die neuen Aktien werden von einem Konsortium übernommen, das sie den alten Aktionären im Verhältnis 2:1 zu einem Kurse von nicht unter 108 Proz. zum Bezüge anbieten wird. Sern er wurde eine Reust ückelung des alten Grundkapitals von 40 Ml. in 103- und 1030-Mark-Stücke und die Einziehung der 2500 Mark Vorzugsaktien zu je 2 Mark, deren Rückzahlung erfolgt, lvschlvsien. Die Kapitalerhöhung tft dazu bestimmt, toeiterc "Betriebe anzugliedern. Auch sollen B.'tri bSaus- bauten lx>rgenommen werdetc, wozu die durch die Kapitalerhöhung beschafften Mittel allerdings nicht Dcrtoenbet werden sollen. 3m neuen Geschäftsjahr habe sich der ilmfah biS jetzt gegen die gleiche Zeit des Vorjahres um 28,8 und der Gewinn um 62,6 Prvz. gehoben. • Deutsche Gasolin A.-G. 3n der Generalversammlung der Deutschen Gasolin A-G. war ein Akttenkapital von 10 355 680 M. mit 517 784 Stimmen vertreten. Ein Kleinaktionär wies darauf Hirt, daß die Konkurrenz teilweise mit erheblichem Gewinn gearbeitet habe. Den Verlust von nahezu ein Viertel des Aktienkapitals führte er auf die Lieserungsvertväge mit den hinter Der Gesellschaft stehenden Unternehmungen zurück. Weiter machte er Der Verwaltung Den Vorwurf, daß sie aus Grund des SanierungsbeschlusfeS vom Oktober 1925 bis 15. Llanuar 1927 Geld für Die jungen Aktien angenommen habe, D. h. zu einer Zeit, als bei Der Gesellschaft bereits ein Verlust von über zwei Millionen M vorhanden gewesen fein mußte. Von Der Verwaltung wurde erwidert, daß Die Verluste keineswegs auf Die LieferungSvertrüge zurückzuführen feien. Die schw erige Lage Der Oesindustrie habe die Gesellschaft gerade in Der Zeit Der Umstellung getroffen. Ein Antrag einer Aktiengruppe, für Regreßansprüche der Attiorräre eine Reserve von l>/, Millionen M. in Die Bilanz zu stellen, wurde gegen 10144 Stimmen abgelehnt. Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Entlastung wurden gegen die 10141 St m- men Der Opposition genehnigt. Die Oppofitton gab gegen sämtliche Beschlüsse Protest zu Protokoll. Die Gesellschaft arbeitet auch in diesem Fahre noch mit Verlust. Mit synthetischem Benzin komme man jetzt langsam auf Den Markt. Heber Die Aussichten DeS neuen Geschäftsjahres lasse sich bei Der unklaren Loge nichts sagen Dorsaal, Die gemächlich ihren großen Pendel be- wegte. Aber gerade dieses ruhige, gelassene Ticken war es. Das er nicht ertrug. Und er nahm seine Wanderung wieder auf, die Hände auf dem Rücken. „Um wieviel Uhr beginnt Denn heute abend Das Konzert, Herr Doktor?' „Um acht, wie immer.' „Sie dirigieren selbst?" ,La, ich selbst.' „Was gibt es denn heute abend?' fragte Die Schwester, mit ihren Rechnungen beschäftigt. ,Lch gehe nämlich auch tjmein . . . Ich have Karten bekommen . . ." „2>ie Dritte Sinfonie von Mendelssohn si-Dur, das Schumann-Konzert A-TloU.' „Das hat D'Albert einmal hier gefpielt . . . und oon Mendelssohn kenne ich alles.' „Es ist ein neuer Mendelssohn, mein gnädiges Fräulein ... ein Resse Des alten, eine Erstaufführung . . .' „Ach so . . .' „Den Schluß »nacht Die „Geharnischte Suite' von Vusoni. Vorspiel, Äriegstan^, Grabdenkmal und Ansturm, eine sehr merkwürdige Arbeit . . .' „Busoni? Ist Das Der Italiener?' ,La, einer der fafomierertbften Pianisten ... Seine fiompofitionen werden sehr selten cwfgeführt. Er ist tot . . .' .Sie sehen übrigenDs viel besser aus als Damals, Herr Doktor.' Die Schwester legte Den Federhalter fort ,Zhr Ausdruck ist ruhiger geworden . . . „Meinen Sie?' ,X5s tat mir so leid ... mit Ihrer Gattin . . . Sie war so beliebt, bei allen Mnrichen. Eine sympathische, oornehme Frau. Und ihre wundervolle Stimme — sie war doch auch noch jung. Ich habe sie noch in dem Basar singen hören, Das vergeße ich nie! Besonders Das eine . . oon Mahler ... wie hieß es noch? ... Ich hab' ein glühend Messer —" Er schwieg und blickte auf den Stoß Rechnungen auf Dem Tisch. „Meine Frau war gemütskrank', sagte er kurz.....Es liegt in ihrer Familie. Der Dator und ein Bruder ifjres Vaters haben sich auch Das 2ebengenommen... „Sie müssen viel durchgemacht haben sagte Die Schwester. (Fortsetzung folgt) Frankfurter VSrse. [Wgener Drahtberichl deS „Siebener Anzeiger«".) Frankfurt, 1. Oft. Tendenz Fest. — Zum Wochenfchsuß nahm die Börse einen recht festen Verlauf. Die lebhaftere (Seschöststaiigkeit be- schränkte sich weiter auf Spezial werte, doch hat sich oer Kreis der bevorzugten Papiere wesentlich et- mei tert. Neben Interessekäufen nahmen die Bettungen ein größeres Ausmaß an, da noch ein größeres Dekuvert bestehen soll. Der weiterhin ange- spannte Geldmarkt blieb unbeachtet, ebenso der Monatsbericht der Dresdner Bank. Elektro- werte mürben» roeiter haussiert, bk Ausland- käuse werden fortgesetzt. Größeres Interesse wandte sich dem M o n t a n m a r k t zu, wo der Bericht des Röhrenoerbandes über dem Septemberabsatz anregte. Auch I. G. Farben wurden aus den bekannten Gründen lebhaft gehandelt, doch entbehren die KapitalerhöhunHsgerüchte bis jetzt noch jeder Grundlage. Gegenüber den gestrigen Abendkursen ergaben sich durchschnitliche Kiirsbesserungen von 1L vis 3 Prozent. Stark gesteigert waren Zarpener, Gelsenkirchen, Zellstoff-Woldhof und Siemens, die bis 5 Prozent anzogcn. Rheinbrunn konnten sogar 7,5 Proz. gewinnen. Bankaktien blieben vernachlässigt und nur gut behauptet, ebenso eröffneten Scheideanstalt wenig verändert. Schiff- fahrtswerte traten etwas hervor, bei Kurs- besserungen bis zu 3 Prozent. Heimische und fremde Renten hatten bei nur geringen Kurs- oeränöerangen kleines Geschäft Im weiteren Verlause blieb das Geschäft für die obengenannten Papiere lebhaft, doch bröckelten die Kurse auf oerschie- bene Realisationen leicht ab. Tagesgelb unverändert 7 Prozent. Am Devisenmarkt notierte die Reichsmark gegen Kabel 4,1967, gegen London 20,423. Paris gegen London 124,02, Mailand 89,10, Madrid 87,80. Berliner Börse. (eigener Drahtbertchl des „Gießener Anzeigers'.) Berlin, 30. Sept. Im Vormittagsoerkehr trat kurz nach dem offiziellen Beginn eine kleine Reak- tion ein, wahrscheinlich in der Annahme, daß infolge des Samstags neue Kauforders zu den ersten Kursen noch nicht oorliegen wurden. Als jedoch für verschiedene Spezialwerie erneut von selten des Auslandes Interesse zutage trat, wurde die Stimmung allgemein wieder freundlich. Die ersten Kursnotierungen lagen fast allgemein über dem gestrigen Schluß. Banken blieben behauptet. Schisfahrtswerte 1 bis 3 Prozent hoher. Im allgemeinen betragen die Besserungen bis zu 2 Prozent. AEG. plus 3, Siemens plus 3,5, Gesfürel plus 3,5, Rheinbraun plus 5, Gelsenkirchen plus 5,25, Dessauer Gas plus 4 Pro.^nt. Stark gesteigert waren Glanzstofs plus 9 Proz., sowie Bemberg plus 12 Proz. Kaliwerte etwas schwä- cher Heimische und ausländische Renten nur wenig verändert. Pfandbriefe hatten kleines Geschäft. Geld ist unverändert gesucht. Tagesgeld 7j bis 9 Pro;., Monatsgeld 8 bis 9 Prozent, Warenwechsel zirka Proz. Nack der. ersten Kursen ließ die Stimmung etwas nach, später ,edoch wurde sie allgemein wieder lebhafter. Zarpener zogen auf 206,5 Pro^ an, Dessauer Gas auf 201,5 Prozent. Schiffahrtswerte konnten noch 1 Proz. gewinnen. Auch Glanzstosi plus 4 Prozent. Kaliwerte konnten sich etwas erholen. Salzdetfurth plus 4,5 Prozent. Elektrowerte lagen auf vereinzelte Realisationen jetzt uneinheittich. Letzte Nachrichten. Grotzfeuer in der Rabenau. Di« wir im provinziellen Teil unserer heuttgen Ausgabe aus Londorf schon kurz meldeten, ist heule früh auf dem Hofe Attendorn bei Oben- Hausen ein verheerendes Großfeuer ausgebrochcn. Wir erfahren hierüber von unterrichteter Seite noch folgendes: Der Brand kam gegen }6 Uhr früh in der großen Feldscheuer des Hofpächters Friedrich Weicker auf dem von Rabenaufchen Hofe Attenborn aus. An den reichen (Ernteoor täten, die in der Scheuer geborgen waren, fand bas verheerende Element starke Nahrung, so daß die Scheuer mit dem gesamten Inhalt in ganz kurzer Zeit lichterloh brennend da st and. Das Bau- werk ist vollständig niedergebrannt, mit ihm find sämtliche darin geborgenen ErntevorrSte und eine Anzahl landwirtschaftlicher Maschinen oen nichtet worden; verbrannt sind die Roggen- e r n te von 30 Morgen, die Weizenernte von 20 Morgen, ebensoviel Hafer ünb Erbsen, etwa 20 Wagen Kleeheu und ungefähr 300 Zent- ner altes Stroh, außerdem noch die Mosch i n e n. Der Schaden, den der Pachter erleidet, wird auf etwa 40 0 00 Mark geschätzt. Die Feuer wehren von Odenhausen, Kesielbach und Londorf waren rasch zur Stelle, mußten aber angesichts des gewaltigen Flammenmeeres und der Holzbauart der Feldscheuer den Brandherd sich selbst überlassen und lediglich ein Uebergretfen der Flammen auf die be- nachbarten Gebäude verhindern, was ihnen auch in harter Arbeit gelang. Nach dem gegenwärtigen Stand der Ermittlungen kommt Selbstentzündung nicht in Frage, es wird vielmehr Brandstiftung angenommen. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlosfenen Dividende an. — ReichSbankdiskont 6 Prozent, Lombardzinsfuh 7 Prozent.___________________ Frankfurt a M Berlin Frankfurt a. 9)1 Berlin Frankfurt a.M. Berlin Bor! .n :.u tLevtdr. Meld vnef ftraniOHicbe Jtotcn...... Holländische Noten...... at.ilienhcb? Noten...... Norwegische Noten...... Deutsch i>sterr-, 5100 Kronen Numanitche Noten...... Cchwediiche Noten...... Schweizer Noten....... Svanischr Noten....... Tschechoslowakische Noten . . Ungarisch: Noten Devifenmarll Berlin Telegraphische 16.4»5 167.83 22.915 110,4« 59.On 2.59 113.57 80,71 73 10 12.395 71.15 —Frankfurt *3 u « n a 6 168.51 23.015 110.87 60,82 1.61 113.03 81 05 71.40 11.455 78.45 7o Rhrtnttch« bvv -Baut itiqu 'Äo.dvt tl v Ä obg BorkriegS-Ob- lijottoncn, tudiablbar UM Vu Schwei» BnndeSb-Anl. *>l6 Lestereichffche (Solbrtt 4,20°/. Defterr ich. Stlberrte «70 Letterreich elnaeill. Rte 6 . .....0 Deutschc Erdöl . ......6 Essener S etnkotzle.....8 Selfenktrchencr . f. % I 4 Haroener ..... 8 HoelL Elsen ........ L atie Bergbau ....... .8 Klöckn^rwcrke ...... .5 Köln-Neuessen ......61/- ManncSmann • .f. I. 4 ManS eldcr.........7 Oberschlel Eisend. Bedarf 0 Oberschlef. KokSmerke . .0 Phonu Bergbau f 9 8 Rheinische Braunkohlen 10 Rbcinstahl ......0 Riebeck Mowan.......6 Bereinigte Stahlw. f. Vs 8 3 Otavi Witncu . ... 1 sh 6ali Aschersleben.....10 KaliWeiieregeln.....10 Kaliwerk SaUdetturth . . 12 9 G> Farden-Induftrie. 10 Dynamit Nobel ......0 Scheideanstall . .......8 0-oldfchmidt..... .5 ERütgtrStücrfe ....... .0 MctallgefeUchakt.....10 186.75 198.5 103 -2« 139.75 310 167 205 75 302 86 5 <09 5 149.5 149 202 158 75 172.25 LIO 11 244.5 197 181 124 38 177.5 189 - 803.5 216 129.25 9« 102 5 ««igoi I5S' SlRSI 1 1 1 • x>-> >> ■j — cn — £- - —• — -s — — — mm • «oaoao « «a — E - 2 S 8S = S 21 =»2 § 1 185.4. 197 75 190 5 Ztr., 5 138 305 5 168 ,66 ,74 -04.25 400 131.25 181 75 109 148 5 162 148.75 -*V,.<5 175.5 158 65 176 26 171 75 129.75 1U4.5 102 6 110.25 214 195.75 180 124 5 178 189 260 302.5 143 129.5 96,5 1?8 5 200 190 281 111,5 308 168 5 167,7'. 178 207 '' 303 5 132 5 19t HO 149,25 154 202 178 6 246 5 159 5 180 173 H9 5 104 75 103 112 249 197 127 B.2j 176 75 188 257,- 803 130,5 Pmltpp HoUmann . Heidelberger Ccmcnt . . s «ement Karlstadt.....8 Aavß k Freitag . . . 1t SchultbeiS Payenhofer. . 15 Oktwerke ... . . 12 Ber- (Ytanjftoff......r, Bemberg........ . a ftellsio Waldhof... 12 Zellstoff Aschaffenburg . i Lssarlottonburger Wasser. 7 ■ cffauer Gack . ... 8 Daimler Tiotoren.....o Demag . ...... v Adlcrwerke flltDtr. .... 0 t'ubto Loeirr ..... 1( Nat Automobil......e Orcnstoin k Koppel.... 4 Linke Hormann . .. . v Leonhard Tiev . . . . . k Vamaa- 0-egnln ...... o ftrnntf. Mafchln« .... 0 Krivner ... ..... 7 Hevligenstaedt ....... c FungüanS ...... 6 Lechwerke. ........ 8 MainkrafNverke ...... t> Miag ...... 1C Nekarsulmer ........ 8 Peter» Union ....... 8 Gebr. Roeder ....... 10 Doigt 4 Haeffner.....6 Südd. Buder .....o Ban 198 141.5 194,75 16? - 16 201.5 - 122 110.5 44 70 75 112 5 28 107 122 122.25 134,6 112 112 5 141 185 139 75 knoten. 141,5 * I 319.5 20 121 111.6 198 5 431 402 647 503 313 5 198 5 141.5 1U4.75 119 5 89 >09 5 297 117 75 1-5.5 167 44 71.5 115 106 118 112,6 185.25 188 200 6 429 5 409.5 656 614 318.5 201 IS8 25 .20.75 89 HO 75 297 118.5 136 168 30. etvfbt. i. Oktbr. Amtliche Rott rung (Selb Briet Amtliche 'Aittenxng (Selb Brief Ämft.-Nott Bueu.-Sire. Brff.-Annv ISbriftianla Kovenbagen Stockholm . HelsingforS- Italien. . London. . . "'.'tnoorf .. Paris.... Schwei» Spanien. Japan .. . •Kio de Ian Wien in D - Ceft obgeft Prag .... Belgrad . . Budapest. . Bulgarien 1'iRobon . Danzig. . . Konstantin. Athen. , . Lanada . Urn uav. . Cairo 168,1? 1,792 68.41 110,64 112,35 112,80 10,665 i2,S95 0.41 4,1915 16,45 6U.8e5 73.20 1.95 ' i 50't . 69,18 12,435 7,394 73,32 20.78 bl,40 2,198 6,544 4.198 4.24.. «0.935 168,51 1.796 »8,53 HU.M 112,5? 113,02 10.48s 22,935 0,4 4.2025 16,49 »1,045 73,34 1,957 0,502 69.81 12,455 7,40? .3,46. 3,036 81,66 2,202 6.55b 4.200 4.254 20.975 TiS 38.40 110,44 113,32 112,77 10,565 22,87 20,403 1.1925 16,445 »0.855 73,13 1.955 .5UO5 59,14 12,429 7,393 71, r« 3,089 30,78 81,42 2,11*5 6,544 4.196 4.246 '0.925 17? 94 58.52 110.66 112,51 112.99 10,585 <2,91 20,443 4,2005 16,485 61.016 73,27 1,959 0.5023 66,26 11,449 US 3,014 20.8.' 81,5* 2,189 6,656 4,105 4.254 20.965 Berlin, 20 Septbr- Geld Briet Amerikanische itioten..... Belgisch« Noten...... Dänische Noten...... Englische Noten ...... 4,182 58,81 112,11 20.382 4.202 58,55 112,57 -0.462 Kapokmatrahen von Mk. 88.- an * Roßhaarmatratzen, Schoner Jederdeckbetten Mk. 65.-, 52.-, 46.80, 36.80, 28.-, 2150 Federkissen .. Mk. 24.-, 22.60,19.-, 15.-, 13.-, 10.-, 720 Z mit allem Zubehör W al-—- Steppdecken und Daunendecken M Kolter Mk.60.-,46.-,36.-,28.-,19.-,13.-,9.80,8.50,600 W Oamen>Wäsche aus gebleichtem Flanell Flockköper......Mk. 1.90,1.70,1.50,1.25,110 Delours und Flanelle für Hauskleider » Sportflanelle für Damen und Herren 8918, Kalk Grau- und Weiß - Stück von bester Quell- ät und >rrÖ8ter Krpiebiirkeft TU Will Pre!< C. Rübsamen, Gießen F ernsorticher 1650. 93c falkbona pucter vlWmilk.stauen hab and) bhtjblante IflöbcL denn sie nebr. nur Mdbelvuu „wunderschön" Qrnftnon.floiiprDroQ. Me4e"t)i. 5. "D ————— fdiüf)tnot Eckättung und anderen säuid- ULren. kinftiissen der nassensakres,^. irn^eickenderwaye wktoder) «A ••• - — - -1: * V. .. > . _ L k ___— k -i ■k in großer Auswahl Bvr>i Gießen Mäusburg Nr. 12 Gegründet 1889 Damen-, Herren- u. Kinderschuhe nur gediegener bewährter Fabrikate zu billigsten Preisen Vornehme Gesellschaftsschuhe, Sport- und Tourenstiefel gratis (Ziehung 6.OM.) 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Jst die Waschlauge richtig bereitet (d.h. kalt und allein mit Persil) dann lassen J/s die locken hineingelegte Wasche langsam zum Wochen kommen und holten sie eine 3 S A^\ r Wir flauen um während f dieserZeit I »cm Raubzeug zum Opfer fallen, oder der Fuchs der Fährte der zutchanden geschossenen Ricke frtgt. Unter Rehwild ist zu schade und zu wertvoll. alS dah es solchen Raubbau gestattete imb nichts weiter sei als eine lebende Zielscheibe für Schützen höchst unterschiedlicher Qualität, wie wir dies bei Tvribsagden beobachten können. Der Dachs ist feist und kann gegvaben teerten. Der Fuchs wechselt sein Haar und trägt gegen Ende des Monats bereits einen guten Balg. Er bildet dann eine besondere Zierde der Strecke der Waldtreiben. Qluch der Fang im Eisen setzt ein. Am 1. Oktober beginnt auch die Schuhzeit des Hasen. Dieser Termin ist reichlich früh. 3n tnefem Jahr, das wohl ein gutes Hafenfahr werden dürfte, sieht man Ende Septemler noch fd)c viel schwa Häschen. Zu früher Hasen- abschuß ift durchaus unwirtschaftlich. besonders jetzt, wo der Verlauf durchweg nach dem Gewicht erfolgt. So sollte es zunächst beim einzelnen Küchenhafen bleiben. 3n der zweiten Hakstt deS Monats beginnt dann gewöhnlich mit den Waldtreiben Lampes Seidenszeit Durch die Unruhe auf den Feldern bei der Ernte der Don der Auswertung. Aufwertung der pcrfänlichen Forderung bei vorbehaltloser Annahme der Zahlung hyoolhekarlsch gesicherter ftaufgelbfotbcrungcn vor dem 15. Juni 1922? Bon Rechtsanwalt und Olo^ar Schneider- Gießen. Mehrere in den letzten Tagen an mich ergangene Anfragen, die sämtlich auf einen die oben gestellte Frage bejahmden Arsikel in der Zeitschrift .Feld und Wald" vom 23. Septbr. zurückzuführcn sind, geben mir zu nachstehender 3m bunten Herbstschmuck prangt der Wald. Die (Blätter de.^nnen zu fallen. Die Ze-.r der Waldtreiben naht heran. Die Hellen Fel.er vn igen, dah bt« meisten Wrld- ehlen beginnt. Hund auch bei schönem Sonnenschein noch einmal nahe genug heran, so streichen sie, beschossen, dann meist Inwieweit kann der (Erbe seine Haftung beschränken? Auf den Nachlaß, d. h , er muß bann nur den Nachlaß zur Erfüllung ter Nachlatzocrbindlichkciten hernusgeben und braucht, insoweit die Nachlaßver- dindlichkcitcn größer find c :■ der Wert des Nachlasses, diese nicht ans seinem eigenen Vermögen bezahlen. In allen Fällen al jo, in denen der Erbe nicht sicher weiß, daß nach Bezahlung der Schulden des Erblassers und der oben genannten zahlreichen Nach- laßoerbindlichkeiten noch Werte für ihn übrig bleiben — und das ift schwer, innerhalb der Aueschla- Gestrüpp. Enten liegen auf Teichen, Tümpeln und Gräben und werden vor dem Hund und auf dem Strich gejagt. Die Rebhühner halten meist schon recht für die Auswertung gegeben find. Unrichtig ist die Ä''Wendung dieses Rechts- satzes auf einstmals hypothekarisch gesicherte Forderungen, auch Denn die Hypothek vor dem 14. Februar 1924 oder 15. 3ult 1925, also Erbenhastung. Don Rechtsanwalt Friedrich Schauer- Freiburg i. D. (Rachdruck verboten!) Schon früher war der Erbe nicht immer „der lachende Erbe", wie das geflügelte Wort sagt. Häufig kam das bittere Ende nach, wenn sich her- ausstellte, daß der Erblasser überschuldet war, und der Erbe anstatt zu „erben" Opfer bringen muhte, um Schulden zu bezahlen. 3n der Jetztzeit, in der in Deutschland sehr viele OScrmtgcn verloren gegangen (Mittelstand) und viele Geschäftsleute geschä tlich zusaminenge- brcchcn sind, hat sich die Möglichleit, durch Erd- schast ins Unglück zu kommen, bedeutend vergrößert. Denn der verarmte Mittelstand war gezwungen, auf seine wenig m Wertsachen, wie z. B. Möbel, Schmuck, Darlehen zur Erlangung einer Unterhaltsrente au^zun:hmen, die mit der Zeit den Werl der von ihm verpfändeten Sachen übersteigt, so daß beim Ableben deS Darlehens- nehmers noch Schulden an den Darlehen-Sacher übrigbleiben, die von den Erben zu tragen sind. Das gleiche tritt leicht für die Erben von ®c- fchäftÄeuten ein. die verschuldet sind. Wer aber wäre in der heutigen, wirsichaft- lich so schweren Zeit noch im Stande, nun vielleicht bedeutende unvorhergesehene Verbindlichkeiten aus einer ihm cm gefallenen Erbschaft ein* zulöfen. Es wird daher von allgemeinem Interesse sein, sich darüber klar zu werden, wie man solchen Gefahren entgehen kann. d. h. wann die Erbenhaftung für die Rachlahverbrndttchkeiten eintritt und. wie man sich derselben entziehen kann. Dann hastet der Erbe für die Rachlatzverbindlich- Iriten? Wenn er nicht unterhalb sechs Wochen — sechs Monaten, wenn er sich im Ausland auf- bäh—, nachdem er von dem Erbau'all und dem ®nmhe der Berufung (ob durch gesetzliches Erbrecht oder durch Testament) Kenntnis erlangt hat, dem Rachlaßgericht gegenüber die Erbschaft crusgeschlagen hat. Weiß aber in den meisten Fällen der Erbe, ob nach Erfüllung der Verpflichtungen aus der l^bschaft noch etwas für ihn übrig bleibt, oder aber, ob er die Erbschaft ausfchlagcn muß. um nicht gar Verluste zu erleiden? Keineswegs! Deshalb hat das Gesetz ihm Mittel gegeben, die Haftung mit seinem eigenen Vermögen auszu- schließen. wofür haftet der (Erbe? Für die Nachlatzverbindlichkcitcn. Zu diesen gehören anher den von dem Erblasser herrührenden schulden, die den Erben als solchen treffenden Verbindlichkeiten, insbesondere die Verbindlichkeiten aus Pflichtteilsrechtcn, Dermächtnisten und Auflagen, und die Kosten der Beerdigung des Erblasters; für Unterhalt und Wohnung der Familienzugehörigen, welche dies zur Zeit des Todes des Erblassers von diesem bezogen hoben, für drektzig Tage noch dem Tode. wie kann der Erbe feine Haftung beschräuken? Nur indem er a) ein Verzeichnis des Nachlaßes (Inventar) unter Zuziehung eines zuständigen De^ amten oder Notars oufnimmt und es dem Nachlaß- gericht einrcicht, und b) eine Nachlaßvcrwaltung ober (im Falle der Uebcrschuldung des Nachlasses) den Nachlatzlonkurs beim Nachlohgericht (Amtsgericht des Wohnsitzes des Erblassers) beantragt. Benutzt der Erbe diese Rechtsbeihilfe nicht, b. h. läßt er nur sechs Wochen verstreichen, ohne bas Inventar iu errichten und die Nachlahoerwaltung bzw. den Nachlohkonkurs hcrbeizuführen, fo muß er mit feinem ganzen Vermögen für die der Nochlatzverbind- lichkeiten eintreten. Valuta vor dem 15. 3uni 1922 und bei demnächst erfolgter Löschung der Hypothek vor dem 14. Februar 1924 oder 15. 3uli 1925 die der Hypothek zugrunde liegende per'önliche 5 rbenmg zukünftig ate ung.ckichcrte Forderung zu gelten habe. Daran anknüpfeTid ist barm weiter gesagt, daß nach der neueren Rechtsprechung des Reichs» gerich's u n g e s i ch er t c Forderungen auch ohne Vorbehalt bis in die 3ahre 1921 und 1920 hinein aufAutocrtcn seien, unb daß dies auch für einstmals gesickerte KaufgeDforberirng-.m und sonstige über 25 Proz. aufzuteertende Forderungen des § 10 Z. 1—4 deS Aufte-Ges. zu gelten habe, teenn nämlich die Hypothek vor dem 14. Februar 1924 ober 15. 3uli 1925 gelöscht teorden sei. Richtig hieran ist, bah die Rechtsprechung sich insofern geändert hat. als heute bei nicht gesicherten Forderungen, insoweit es sich nicht um solche des täglichen Lebens handelt, nicht mehr der 15. 3uni oder gar der 15. August 1922 als Stichtag au gelten hat, daß vielmehr bei „cruhergewöhnllck-en" Geschäften, wie dem Verlauf eines Grundstücks, mit der Aufwertung bis in die Jahre 1921 unb 1920 auch bei vorbehaltloser Annahme der Leistung zurückgegrisfen werden fcrrni. wenn die sonstigen Voraussetzungen unseres lieblichsten Wildes auf Treibjagden zusammen knallen könnten. Sondern die Maßnahme wurde getroffen, um den zahlreichen Jägern, die sich von dieser Art Qtemagb bewußt abge- wendet haben, die Möglichkeit zu geben, den richtigen Olbschuß mit der 5kugel, der sich nicht in zu kurzer Zeit erledigen läßt, durchführen zu können. DaS bezieht sich vor allem auch auf die Staar. agnen, die Anweisung bekommen haben, den Qlbschuß nur mit dcr Kugel im Rahmen des Abschrchplcrnes durchzuführen, und denen nut unter ganz besonderen Verhältnissen aus- nahm -'.vcsie ganz kleine D.ückiagden mit wenigen s cheren Schützen zugestanben wurden. Der Ibschuß auf großen Treibjagden wurde aus- diÜMich oertöten. Weite Kreise der hessischen Jägerei die im Rahmen der Heaeringe für ihre Pachtiagben und öiqcnjogben bereits so verfuhr en. werben der hessischen Forstabteilung für ihre HnterstÜtzung Dank wissen. Hoffentlich kommt die Zeit, wo man auch bei uns. wie in Rvrd- deutschland. die Rehtreibjagden cckS etwas Hn« weidmännisches betrachtet und sie toeber veranstaltet, noch an ihnen teCtommt. Sin Abschuß von weiblichem Rehwild muh im normalen Rctner genau so erfolgen wie der der Böcke, aber er soll nicht dem Zufall überlassen fein, und irüdiyt jeder Tröger einer Schrot spritze ist geeignet, ihn auSzufüyren. Der Weidmann, der Irin Revier kennt, wird nach einem bestimmten Plan eine bestimmt« Zahl abschietzen. wobei schv>iche Stücke, nicht aber die starke alte Ricke, die jedes 3ahr zwei Kitze führt, auszuwählen sind Wenn, tote in Heften. Kttzabschuh erlaubt ist sollten vornehmlich bliche unb schwach« Äagdwaf enpaß zei arten Schuhzeit ha . Da» Rotwilb steht noch in der Brunft, di« gegen End« des MonatS allmählich abflaut. Dn starke H-.rsch steht beim Rudel in der Rahe de, Brunftplätze. Er kommt im Qktlauf der Brunft sehr rasch ab. fo daß er nach ihrem Ab- (auf zunächst kaum die Kugel lohnt. Der Qlb- schuß sollte daher mehr schlecht veranlagten Stücken und Kümmerern gelten. Kahl wild hat in Hessen bereits Schußzeir. 3n Pre.chen beginnt sie mit dem 16. Oktober. Ebenso wie beim männlichen W ld soll auch der Qlbschuß des KahlwilkeS unter dem D-esichtSpunkt der Auslese erfolgen, wobei starke Tiere und Kälber n find. Das Wild beginnt zu yersärbcn. Salzlecken und Futterplätze sind in Ordnung zu bringen. DaS Damwild tritt in die Brunft. Heber feine Schußzett gilt dasselbe wie beim Rotwild. Schwarzwild tritt noch auf die Kar- toffciselder au^ Sind diese abgeerntet, fo bietet ber Wald mit Vacheckcm- und Eichelmast Aesung in Hülle und Fülle. D e Sck)warzkjtt«l sind seist. E'-anz besondere Beachtung verdient für un- fti< hcirna > chen Verhältnisse das Rehwild und seine 3agb. 3n Hessen beginnt mit dem 16 Cllober die 3agdzeit für weibliches Rehwild. Hatte die hessisch« Regierung in den letzten 3ahren. um die Bestrebungen der weidgerechsen 3ägem zu unterstützen, die auf eine Erhaltung und Helmng der Rehbcstände hinzielten, die Schußzeit von 3 auf 4 Wochen verkürzt. so ist in diesem Fahre bewußt davon abgesehen worden. Richt alS ob damit gesagt fein sollte, daß Samstag, Oktober 192t Aufw.-Ges. bedeutet eben nichts anderes als ein Vcrbvt ber Aufwenung einsrrnals htzp>thriar.tch gesicherter Forderungen, unb zwar auch ber pe. - sönkichci, Forderung, teenn bte Leistung ohne Vorbehalt ber Rech c vor dem 15. 3uni 1922 angenommen ist. Hieran läßt sich auch mit ber von dem Artikelschrriber gebrach! en Ikgrünbuug im Weg« ber Rechifprechung nichts ändern. Amtsgericht Gietzen. e Gießen. 28. Sept. Wieder wur.< ein. i der zahlreichen QI u l o u n f ä 11 c ixrhaach^it. w.v sie vorige» und dieses Jahr mehrfach zu verzeichnen waren. 3m Dezember 192 > bog bu- Angellagte D. mit seinem Auto auS der Quoll\ straße nach links v.\ bte Äoiferahee ein ck wurde er von einem amxrcn Auto angcsahr daS in der Kaiserallee. vo.i b^ r Ludn g st raß lommenb, in tie Qsivlt lest ratze e nfuhr. Es Jen lebiglich Materialsckxiden an dem Auto des Au genagten. Die Verhandlung endete mit her Ber urteil ung beS Qknaellagteu. Der ? ■ ». NLdarne Wohniifigseinrichtungen ■ Schlafzimmer ■nMn Speisezimmer ■■■■MnBaaEBHenMBB Herrenzimmer in allen Größen und Holzarten 8063a Köchen und Einzelmöbel Klubmöbel in Stoff und Leder, aus eig. Werkstitte Bequeme Teilzahlungen! la Referenzen! Fernruf Nr. 958 Ernst Rau Walltorstr. 37 Einen Posten MlmleM 150*200. 200 25<\ 200 300 cm mit kleinen $t6kxn 3« billigste» Prellen Tapetenhaus MU NA MW ber(9ie6enerpferbemdrtt-Xofeäi^L. *B.. approbierter Mrjt: Ohr, Methobe der eprret