m. 50 Erster Blatt 177. Jahrgang Dienstag, März 1927 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhesten .cftoRlo: Sranntirt, i mai l 116M. TW mtb T>cHcq t veLhl'sche UktversilLtr.vvch. mtö Steinbrnderet R. Lange in Gießen. $dfrtftldteng und SefchästrfteSe: 5chn!Nraße 7. .Iinahme oon Hnjetac« für die Tage,Nummer di» zum Nachmittag vorher. Prtii für 1 iplLtter Heimat m, Bild Di» Scholl« M»u o i»- k ez> tz,prefi: 2 Reichsmark und 20 Deichspfenntg für Träger» lohn, auch bei Dichter» scheinen ein seiner Dummern mfolge höherer Gewalt. Fernfprechanlchlüfle: 61, 54 und 112. Anschrift für Drohlnach» richten Anzeiger Gietze«. Der Kamps um Asien Britische Halbheiten Deutschland und der englisch-russische Konflikt unzulässiger Wahlen für zu haben. die deutsche Seite Partei ergriffen Schanghai in dem sie beschuldigt werden, in Weise gelegentlich der Gemeinde- behörde beschlagnahmt worden sei. Die 3ciiung teilt ferner mit, daß gegen die für den AuShang verantwortlichen Direktoren der Henckel- fchen Werke ein Strafverfahren eingeleitel worden fei, in dem sie beschuldigt toerSen, m Der Ausweisungsbefehl war erfolgt, weil auf den gräflich Henckel schen Werken Anschläge erschienen waren, daß die fälligen Löhne der Arbeiter nicht auSgezahlt werden könnten, weil das hierfür bestimmte Geld von der Steuer- Daß eine solche Lösung ebenfalls nur eine unbeholfene Halbheit wäre, die keine entscheidende Aenderung der KonfllttSlage bringen würde, ist einleuchtend. E. M u k d e n. Die russische Antwortnote. Meine neue Aktion Englands. London. 28. Jebr. (Keuler.) Ucber die And wart der Sorojctrcgicrung auf die britische Jloie wird vom Kabinett in feiner nächsten Sitzung beraten werden. Ls besieht feine Neigung in maß- gebendcn Kreisen in London, den Inhalt der Antwort )u kommentieren, von gutunterrichteter Seite wird jedoch die Ansicht vertreten, dah die Sowjetnote aus die britische Jlote feine Antwort gebe und die von der britischen Regierung erhobenen Bc* fchuidigungen ju umgehen versuche. (Einige Minister sind für einen sofortigen Bruch und fühlen ihre Stellung durch die Antwort Litwinows gestärkt. Cv wird jedoch angenommen, dah sich das Kabinett mit dem Protest begnügen wird, und dah vorläufig feine weitere Aktion unternommen wird. Man begegnet sehr häufig der Meinung, bah der Gegensatz zwischen England und bei Sowjet- Anion. wie er sich durch die lehren Jahre hin- zieht, nicht» andere» sei. al» die Sortierung Der alten Rivalität zwischen Albion und dem Zarenreich, nur, eben gemäß dem gewandelten politischen Charakter Rußlands, nicht mehr eine mit den Mitteln aller 'Diplomatie verkappte, sondern Immer offener zutage tretende Rivalität. Wer. fich auf diesen Standpunkt, der den Schein äußerer Richtigkeit für sich hat, stellen wollte, würde den wahren Stern deS anglo-russischen Gegensatzes vollkommen übersehen. R.emals hätte e» zwischen dem alten russischen Reich und England zu einer derartigen Stonffiltlagc, wie hc ßeute namentlich in der China-Frage besteht, kommen können, au» dem etnsachen Grunde, weil beide Großmächte zwar Rivalen, doch beide Anhänger eine» und demselben austenpolirischen, nämlich imperialistischen Prinzips waren. Ganz ander- England und die heutige Sowjet- Union. Bereits in den Uranfängen der sowjetischen Orient-Politik, in dem ‘Briefe Droht iS an den persischen Gesandten in Petersburg vom 29. Januar 1918, kommt der wesentliche Unterschied der zaristischen und der sowjetischen Asienpolitik zum Ausdrucks nämlich der Wille dieser letzteren, aus olle herrschaftliche Position in den Orientländern und die sich daraus ergebenden Dorteile zu verzichten. WaS m dem Briefe Trotzkis damals erst alS Absicht angckündigt worden war, wurde später in den Verträgen mit Persien, mit der Türkei, mit China verankert Selbstverständlich bedeutete ober diese Politik keineswegs ein Desinteressement an den Orient ländern; ganz tm Gegenteil daS Epochemachende an ihr war ein Sich-Solidartf ieren her Sowjetmacht mit diesen Ländern. Daß hierin eine teil» versteckte, teils übrigens schon damals offen zugegebene Spitze gegen die englische Kolonialmacht log, leuchtet ein. Es war aber nicht mehr eine einfache Rivalität, wie in der Vorkriegszeit: eS war. eben hrfotge der neuen Methode, ein innerer, grundsätzlicher Ä am pf. Dieser älnterschied entging freilich England nicht. daS in dem Handelsabkommen mit Sowjetruhland vom Jahre 1921 ganz offen den Rachdruck auf die Einstellung der antienglischen Propaganda legte. Diese Vertragsklausel war natürrid) eine Rai- vität. Gewiß, man vertraute englischerseits auf die Allmacht des Kommerz: hierfür ist schon die Aufnahme dieser hochpolitischen Verpflichtung in das Handelsabkommen kennzeichnend — man hatte ja für den Fall, daß die Sowjets von der Propaganda doch nicht ablassen sollten, die Drohung De» Abbruches der Handelsbeziehungen in Bereitschaft und hoffte, angesichts der mißlichen Wirtschaftslage SvwjetrußlcmdS, auf die Wirksamkeit dieses Damoklesschwertes, das zwar nicht aus Stahl, wohl aber — was den Engländern noch besser erschien — aus Pfundnoten erschossen war. (Wie stark übrigens auch jetzt noch dieses kommerz.elle Motiv ist, erfleht man aus der am Schlüsse dieses Artikels wiedergegebenen neueren Reuter-Meldung.) Allein eS war von Anfang an ein falscher Kalkül gewesen — wie jetzt England sehr empfindlich zu spüren beformnt. Dic Psychologie Rußlands, ganz besonders die der Sowjet-Leute, ist nicht die Psychologie ©nglanM Das Prestige und die Ideologie deS Befreiers Asiens gingen Moskau sogar über die konnnerziellen Interessen. Aber je weiter die Zeit sortschritt. desto mehr wurde der Kamps gegen England auch zu einer Frage der veränderten weltpolitischen Taktik der Sowjets. Diese Veränderung wurde durch das Schwinden der Aussichten auf eine soziale Revolution in Europa bedingt. Statt sich in der Echü- rung von Einzelaufständen in verschiedenen europäischen Ländern zu verzetteln, erschien es da richtiger, die ganze Äraft auf den Kamps gcaen den mächtigsten Träger deS Kapitalismus ~ in der Welt — gegen England zu konzentrieren. Sehr deutlich tritt diese veränderte Takttk in Trotzkis bekanntem, auch in» Deutsche übersetzte Buch.Wohin treibt England?" hervor. Und erst vor kurzem, in einer Liebersicht über die internationale Stellung der Sowjet-Union im Beginn deS Jahres 1927. konstatierte das Volkskommissariat des Auswärtigen vollkommen richtig, daß die 'Politik der Union in Europa passiv geworden ist. daß ihre Beziehungen zu den europäischen liächien im ganzen schiedlich-sriedlich imD. daß hingegen die Aktivität der Sowjets sich nach Bsien verschoben hat unb eben darum von allen europäischen Mächten die gespanntesten Beziehungen mit England herrschen. Außer der Bekämpfung Englands als Kolonialmacht in der weiten Welt draußen wurde aber in die Strategie der Sorpjets ein neues Mittel ausgenommen, das gleichfalls in jenem Buche von Trotzki klar und scharf herauSgearbeitet ist: England auch im Innern zu bekämpfen, und zwar durch Stärkung und Radikalisierung feiner Arbeiterbewegung. Der britische 5t o b - lenstreik bot eine willkommene Handhabe, diese Theorie in die Praxis umzusetzcn. Mit loclchem destruktivem Erfolg für Englands Wirtschaft ist allbekannt. Der Kahlen streik, der so tief in die englische Wirtschaft eingriff, bilder« zweifellos jene Grundlage, er schuf jene Anno- Iphäre. die die Voraussetzung der scharfen Wendung in der heutigen Krmsliklslage bildet, toerm Nur ein Teil der Londoner Morgenblätter nimmt zu der rufsischen Antwortnote truifd) Stellung. Die „Morningpoft" glaubt in der rustlscyen Ant- wort einen weiteren Beweis für die Frucht- losigkeit der Notenubermittlung an Rußland zu letjeii. Litwinow, der die Aniwort ennoorjen habe und der als ein äußerst geschickter Wortklauber bekannt sei, habe die Gelegenheit benutzt, zwei Fliegen mit einem Schlage zu treffen, indem er nämlich ein diplomatisches Do- tunient mit politischer Propaganda gemacht habe. — Die liberale „Dai 1 y Chronicle" stellt fest, daß die russische Regierung in ihrer Antwort um den Kern der jrage herum ge gangen sei. Plastau verteidige die Reden und Artitel, über die in der britischen Rote Klage geführt worden war, nut der Bc- gründutzg, daß sic nichtamtliche Aeußerungen oon Russen in Rußland feien und daß sich Moskau London gegenüber niemals verpflichtet habe, die Freiheit der Rede innerhalb der russischen Grenze zu beschränken. England und Polen. Bcfchwichligungsvcrsuchc des „Daily Telegraph". London, 28. Febr. (WTB.) Der diplomatische Korrespondent des „Daily Telegraph" schreibt: Die Besorgnis der deutschen öffentlichen 'JJteinung über die gegenwärtige Spannung der englisch-russi- schen Beziehungen wird, wie ich höre, von der deutschen Regierung geteilt. Sttesemann selbst soll sehr beunruhigt sein und die Möglichkeit feiner Rückkehr nach Berlin vor Zusammentritt des Bölkerbundsrales, auf dessen Sitzung er den Borsitz führen wird, erwägen. Inzwischen Hal er Lord d'Abernon einen Besuch abgestattet, der in der Lage gewesen sein dürfte, den deutschen Minister bc- züglich irgendwelcher grundsätzlicher Mißverstand- nis,e zu b e r u h i g e n , die in Berlin hinsichtlich der Grundsätze der britischen Politik entstanden sind. Der Korrespondent erklärte für unrichtig, daß die „in Demsd-land und Europa verbreiteten Rachrich- ten", daß Großbritannien Polen eine A n - leihe von 10 Millionen Pfund Sterling versprochen habe, wofür Polen englisches, statt, wie bisher, französisches Kriegsmaterial kaufen werde, zweitens, daß Großbritannien, welches Polen als Sturmbock gegen Rußland zu gebrauchen wünsche, versprochen habe, keine Revision der deutsch-polnischen Grenzen während einer Periode oon 15 bis 25 Jahren zuzulassen, und drittens, daß das Fehlen einer Bezugnahme auf die Rheinlandräumung auf der Tagung des Völkerbundes auf polnischen Druck zu:vickzuführen sei. Der Berichterstatter fährt fort, es fei kaum nötig, darauf hin-unreifen, daß Anleihen, die Polen mög- llcherweije in London suchen werde, nur für kommerzielle Zwecke verwendet würden. Sir Austen Chamberlain habe immer wieder die Absicht, Polen oder die Randstaaten zu militärischen Aben- tcuem ju ermutigen, öffentlich in Abrede gelt e 111. Die britische öffentliche Meinung würde nie 3’j irgendeiner Garantie der zweifelhaften Ost grenzen Europas ihre Zustimmung geben, obwohl einige der Randstaaten eine derartige Ga rantic zu erhalten wünschten. Ueberdies sei Dr Strefemann sich bewußt, daß das Anschneiden der Rheinlandfrage im kommenden Monat infolge der Haltung Poincarss lediglich die Wiederbe- lebung der sicheren deutsch - französischen Kontroverse bedeuten würde. Ein korrigierter Ausweisungsbefehl. Kattowitz, 1. März. Die „Polonia" meldet. daß der hn Rovember vorigen Jahres erlassene Ausweisungsbefehl gegen denGeneral- direktor der Verwaltung der Graf Henckel Donnersmarllchen Werke, Schultz, berichtigt worden ist. Generaldirektor Schultz behält feinen Wohnsitz in Ost-Oberschlesien ned) ein halbes Jahr bei und erhält dann die Genehmigung, so oft er will, nach Ostvberschlefien zu fahren und dort sein Amt auszuüben. Das ftanzösisch-amerilanische Zchuldenregelungsablommen. Paris, 28. Jebr. (IDIB.) Die haoasagenlur iteUt fest, daß die französisch-amerikanischen Verhandlungen über den Abschluß eines provisorischen Sdjulöenregeltmgsabtommens zwar einen günstigen D.-rlaus nee,men, aber noch nicht a b g es ch l o f - r n seien. 3n unterrichteten Kreisen habe man heule vormittag angekündigt, daß die Unterzeichnung des Abkommens noch oon der Richtigstellung einiger kleiner Einzelbestimmungen abhänge. Daß Präsident Eoolibge den Vorschlag Porncares, die erste Rate der nach dem Washingtoner Abkommen fälligen Schulden- ^hlung Frankreichs zu leisten, ohne damit die Verpachtung zur Ratif izierung des Ab- kommens selbst zu übernehmen, begrüßt hat, nicht weiter überraschend. "Wenn auch keine rechtliche Verpflichtung Frankreichs vor Ratzsi- zrerung de» Abkommens vorhanden ist. so liegt in der Abzahlung der ersten Rate doch eut 1Eingeständnis der fron-» roflschnr Regierung, wie es sich Washrngton nicht besser wünschen kann. Die Vereinigten damit ein nicht zu unterschätzendes Druckmittel oranrreich gegenüber in die Hand oekvmmem Vielleicht war gerade das auch die Absicht Poincar6». um so seine widerspenstige auch der äußere Anlaß zu dieser Die Schwierigkeiten England» in Lhina sind. 3m Rahmen des China-Problem» aber ist es. abgesehen von der nationalen Schädigung der englischen 3nt er offen im Reiche der Mitte, vor allem das Schicksal deS englischen Memorandum», das zu jener Wendung beitrug. 3n diesem Schicksal offenbarte sich ja die völlige Isolierung und die ganze Unbeholfenheit Englands in der Chinafrage. Die bekannten Artikel Garvins im .Observer" sind ja nichts wie ein verzweifelter Klageruf auS dieser prekären Lage heraus. Und wenn auch Garvins Klane sich vor allem gegen die andere angelsächsische Macht, die ‘Bereinigten Staaten, richtet, denen zuliebe England fein Bündnis mit Japan geopfert hat. die aber in dem ganzen Chinaelend England sich selbst überlassen, — so war eS doch charakteristisch, daß er in diesem Zusammenhänge auch die Sowjet-Union nennen und betonen mußte. Daß ein anglo-amerikanisches Bündnis Die Wühlarbeit der Sowjets abgeschwächt hätte. 3n der Tat ist aber das britische Memorandum nicht nur an der Uneinigkeit der in China interessierten Mächte zerschellt, sondern auch an der Taktik KantonS. da» sich weigerte, mit einer Gemeinschaft von Großmächten (also auch wenn diese doch irgendwie zustandegekommen wäre!) zu verhandeln, sondern sich höchstens zu Separatverhandlungen mit jeder einzelnen Großmacht bereit erklärte. Run, wer würde hier nicht eine verblüffende Analogie mit der Taktik Der Sowjet» erkennen. Die sich immer wieder, bei Den Pakt Verhandlungen mit Den Randstaaten, in der Frage des Beitritts zum Völkerbunde usw. weigern, sich an einen gemeinsamen Tisch mit allen Kontrahenten zu sehen, sondern nur Seperatv er Handlungen anerkennen? Hnb so hat auch Kanton daS Prinzip divide ct impera befolgt, nur diesmal nicht von den imperialistischen Mächten, sondern gegen sie angewandt. Allein eS war mehr als eine Analogie. Lind in England wußte man es. Hinter der Weigerung des Außenministers Kantons T sch en sah man abermals einen Russen — Borodin. Freilich, in der ganzen Art Englands, die ..Schuld" für die Ereignifle in China auf die Sowjet-Union abzuwälzen. äußert sich, wie heute selbst von antibolschewistischen russischen Presseorganen offen zugegeben wird. aoermatö die gegenwärtige Unbeholfenheit Englands. Sofern hat Litwinow in seiner soeben veröffentlichten Antwort auf die englische Rote durchaus recht, wenn er es als Die „fixe Idee" Englands bezeichnet. Daß „Sowjet-Agenten als Urheber sämtlicher Schwierigkeiten Des Br'ttisckxm Reichs in allen Winkeln Der Welt hingestellt werden". Englands Prestige in China aber ist so sehr erschüttert, die Sackgasse, in die es sich Dort verrannt hat. so eng. Daß es entweder Die großen im Hintergrund wirkenden Besrei- ungslrätte des chinesischen Dolles selbst übersieht oder aber, wenn es sie jetzt einsieht, doch bestrebt ist. einen Sündenbock wo anders zu sinden, um Die britische öffentliche Meinung einigermaßen zu tröffen. Mit Der soeben angeschnittenen Frage berühren wir freilich auch Die zweiDeutige Lage Der Sowjets selbst in China. Es ist nachgerade zur Binsenwahrheit geworden, daß die chinesische Bewegung keine soziale oder sagen wir genauer, nur zu einem Teil eine soziale, in erster Linie aber eine nationale Revolution ist. Und schon jetzt erheben sch Stimmen, die prophezeien. Daß das siegreiche China Moskau abschütteln werde. Dennoch — ob China siegen, oder ob eS zunächst -noch unterliegen werde: Die Sowjets haben in China ihre Arbeit vollbracht: Die Aera des Imperialismus ist dort unweigerlich dahin. Diese in jiDem Fall überlegene Position Der Sowjets, die eben in ihrer anfangs betonten, materiellen Uninteressiertheit wurzelt, bildet aber Die Crux der englischen Polttik gegenüber Der Sowjetunion. Bei allen Drohungen. Die in der jüngsten britischen 'Rote enthalten sind, vermag sich EnglanD Denn doch nicht zu einem Bruch mit der Union zu entschließen. Erst am 16. dieses Monats rechtfertigte der größte britische Gegner Der Union. Winston Churchill. Diese Halbheit durch Rücksichten auf den Weltfrieden. Sein Antipode Maedonald aber rechtfertigte sie. durch Die Möglichkeit, bei Aufrechterhal.ung Der Diplomatischen Beziehungen mit Der Union, wenigstens bis zu einem gewißen Grade. Die Pro- paganda-Tättgke t Der Sowjets zu überwachen. Denn man weiß es sehr wohl in England, behält man Die Sowjet-Vertreter in London, so treiben Die Sowjets dennoch antibrittsche Propaganda. Hierin wurzelt Die ganze Verlegenheit Englands der Sowjet-Union gegenüber. Es ist ein gordischer Knoten. Der nut mit Dem Schwerte Durchhauen werden kann. Sofern hat Churchill ganz richtig die emsige Konsequenz Der britischen Einstellung angebeutet; zugleich aber auch Die ganze Schwierigkeit, diese Konsequenzzuz i e h e n. zum Ausdruck gebracht. Daß ferner auch Die soeben von Reuter gemeldete Möglichkeit als Antwort auf Die .unverschämte Erwiberungs- note" Litwinows zwar das Handelsabkommen mit der Sowjet-Union zu annullieren. Die diplomatischen Beziehungen aber aufrechtzuerhalten, — im Verteidigungszustand. Schanghai, 28. Febr. (Reuter.) Die Generäle der Rordarmee Suntschuanfang und Tschangsuntschang sind von S u n g t i a n g, wo die Truppen bei der Befestigung Der Verteidigungsstellungen beschäftigt sind, hierher zurückgekehrt. Die Befestigungen beficbtigicn Die Generäle nicht: Suntschangfang hielt aber an Die 4000 Mann. Die am Bahnhof ausgestellt waren, eine Ansprache, in Der er erklärte, sie seien jetzt Bundesgenossen Der Dchantung- truppen geworden. um Den Bolschewismus zu bekämpfen. Die Bemühungen Des allgemeinen Gewerkschaftsbundes, einen einstündigen Streik als Protest gegen die Landung Der britischen Truppen auszurufen, sind bisher gescheitert. Rach einem Funkspruch aus Hankau ist Dort alle« ruhig. Da« Transportschiff „Minnesota" mit tausend Marinesoldaten ist in Schanghai eingetroffen. 3n Schanghai treffen Schangtungtruppen in großer Zahl ein, nur wenige jedoch begeben sich nach Sungkiang. Anscheinend beabsichtigt General Tschangsuntschang in Schanghai, in Erwartung Der Ereignisse in Sungkiang eine große Truppenmacht in Reserve zu halten. Die RorD- tnippen bilden bereits eine Art von Verteidigungslinie in einer Entfernung von vier bis fünf Meilen jenseits Der britischen Stellung unD westlich Der internationalen RieDer- lassung. Die taufenD Mann britische Marinetruppen, Die heute in Schanghai ein- getroffen sind, werden nicht vor Mittwoch gelandet. Die Neutralität der Konzessionsgebiete. Eine Warnung der Mächte. Peking, 28. Febr. (Agentur 3nDo Pacisik.) Die diplomatischen Vertreter Der interessierten Länder veröffentlichen durch Die chinesische Presse eine Erklärung, in Der es heißt, Die Schang - Haier Konzessionszonen seien auf ©runD regelrechter Abkommen mit Der chinesischen Regierung geschaffen worDen, um es Den Ausländern 3U ermöglichen, Dort Wohnsitz zu nehmen und Handel zu treiben. 3m Verlause Der Parteikämpfe, Die in Der Gegend von Schanghai statt- gefunDen hätten, hätten Die BehörDen Der auS- länDischen Konzessionszonen sich gewissenhaft Davor gehütet, irgendeine Der chinesischen Parteien zu begünstigen. Trotz Der Schwierigkeiten Der Lage hätten sie Die durch Den Charakter Der Riederlassungen gebotene Neutralität aufrecht erhalten. Sie seien allo berechtigt seitens Der chinesischen Parteien die Deobachtun g D e r gleichen Regeln zu erwarten und zählten Darauf, Daß Die einander bclämp- senden Armeeführer sämtlich« Maßnahmen treffen würden, um Zwischenfälle zu vermeiden , durch Die Die auSIänDiföen Behörden SU Gegenmaßnahmen für Den Schutz ihrer Angehörigen gezwungen sein würden. Kammer auf Umtoegen tmb mit fanffer DeWalt zur 2tatifi)ienmg des Washingtoner Ab- kommenS zu beirren. In diesem Falle mühte man zugeben. dah er einen aeschictten Schach- zug getan hat, der ihm zugleich den guten Willen der Amerikaner sichert. Jedenfalls hat Poincars inzwischen die Allmacht der amerikanischen Finanzwelt begriffen, und er läßt sich jetzt keine Mühe mehr verdrießen, sie au befriedigen, da er ohne sie das immer noch nicht volleichete Werk der Stabilisierung der französischen Währung durchzufuhren nicht imstande sein wird. Diese Erkenntnis nun auch der Kammer einzuimpfen, ist offenbar der Zielpunkt seiner Finanzpolitik im jetzigen Augenblick. Die Aktenpublikation des Auswärtigen Amts. B e r l i n , 28. Febr. (WB.) Heute nachmittag fand im Hause des Staatssekretärs von Schubert anläßlich des Abschlusses der Aktenpublikation des Auswärtigen Amtes zu Ehren der Herausgeber Dr. T h i m m e und Professor Mendelssohn-Bartholdy eine Festlichkeit statt, zu der u a. Staatssekretär Meißner, die Direktoren des Auswärtigen Amtes, der Leiter des Schulreferats Dr. Stiebe, Exz. Rosen, Gouverneur Schnee, Prof. Hans Del - b r ü ck und Graf Max Montaelas erschienen waren. Staatssekretär v. Schubert dankte den Herausgebern in einer längeren Ansprache im ♦Samen des Ministers des Auswärtigen, Dr. S t r e s e m a n n . für die von ihnen geleistete Arbeit. Er führte u. a. aus. wie sie in rückhaltsloser Offenheit die Schleier von unseren tiefsten politischen Geheimnissen gezogen hätten, um jedem, der die Wahrheit wirklich sucht, die Möglichkeit zu geben, sie zu finden. Die Dollstrecker dieses Beschlusses, die Herausgeber der Aktenpublikation, haben sich um uns alle in hohem Grade verdient gemacht. Ihr Werk ist ein Senf - mal für die jüngste deutsche Vergangenheit und zugleich ein überaus wertvolles Vermächtnis an kommende Geschlechter. Im Anschluß daran überreichte Staatssekretär v. Schubert den Herren Dr. Thimme und Prof. Mendelssohn je ein Dankschreiben des Herrn Reichspräsidenten. Außerdem erhielt Dr. Thimme als besonderes Zeichen dankbarer Anerkennung eine Bronzeplakette. In dem Handschreiben des Herrn Reichspräsidenten heißt es u. a.: Die Enthüllung auch der letzten Geheimnisse unserer diplomatischen Ziele und Handlungen ist die r ü ck - haltslos offenherzige Antwort auf die gegen Deutschland gerichteten Anklagen hinsichtlich der Verantwortung für den Weltkrieg. In sechs Iahren angestrengtester Arbeit haben Sie mit unermüdlichem Fleiß, mit Um- >icht und mit selbstloser Hingabe an die Ihnen gestellte Ausgabe eine Leistung vollbracht, die uneingeschränkte Anerkennung finden muß. Neue Tendenzen im deutschen Partelleben. Die Arbeitsgemeinschaft zwischen Zentrum und Bayrischer Volkspartei. Berlin. 1. März. (Priv.-Lel. des D. A.) Das Berliner Zentrumsblatt, bie „® e r m a n i a“, kündigt an, daß die Verhandlungen zur Schaffung einer Arbeitsgemeinschaft zwischen Zentrum und Bayerischer Vollspartei sich dem Abschluß nähern, und das Blatt gibt ihr gleich die richtige parteipolittsche Bedeutung, indem es diese Gemeinschaft als den Anfang zur politischen Einigung des deutschen Katholizismus. als eine Antithese zu dem „wiederaufkommenden" Liberalismus anspricht. In der Tat ist der Doraang, der sich hier zu vollziehen scheint, ein politisch und parlamentarisch bedeutungsvoller, denn er verschiebt das Gleichgewichtsverhältnis im Reichstag und im Landtag mindestens für bestimmte Fragen ganz außerordentlich. Das Zentrum, nach 1870 mit den föderalistischen Gruppen Hannovers und anderer Leilgebiete bereinigt, hat bis zum Kriege als Stühe Der föderalistischen Bestrebungen gegolten. Rach dem Kriege ist es unter dem Einfluß Erzbergers, der besonders auf dem Gebiet der Finanzen eine betont uni» taristische Politik betrieb, von dieser angestammten Richtlinie abgewichen und hat sich darüber mit seiner bayeris che n Zweigfraktion entzweit, die in der föderalistischen Bewegung schon seit Iahrzehnten führend war. Diese schied im Januar 1920 aus und bildete die selbständige Bayeri sche Dolkspartei, die bei den Reichstagswahlen von 1920 20 Mandate, Mai 1924 16 und Dezember 1924 19 erhielt, nachdem ursprünglich 18 bayerische Zentrumsmänner die Fraktton gebildet hatten. Die Bayerische BolkSpartei ist also, ebenso wie das Zentrum selbst, eine sehr stabile Gruppe im deutschen politischen Geben; seit Rovember 1923 gehört sie ununterbrochen der Reichsregierung an, zuerst durch den Reichsjustizminister C m mi nger , unter Marx, dann unter Luther durch den Reichspostminister S t i n g l und im jüngsten Kabinett Marx durch den Rachfolger Stingls, S ch a e tz e l. Aber in manchen Fragen, in denen gerade der Gegensatz zwischen der mehr söderalistischen Bayerischen Volkspartei und dem mehrzentralistischen Zentrum die Betonung der Selbständigkeit beider Parteien ersorderte, stand geraume Zeit hindurch die eine Fraktion gegen die andere, so in Fragen des Finanzausgleichs, in Fragen der Justizhoheit und der Exekutive des Reiches u. a. m. Dadurch wurden die Zentrumsstimmen mitunter paralysiert. Denn wenn man von 68 Zentrums- stimmen 19 entgegenstehende Bayerische Volksparteiler abzieht, so bleiben nur 49. Durch die Arbeitsgemeinschaft wird dieses Verhältnis in sein Gegenteil verkehrt; die parlamentarische Stoßkraft des Zentrums erhöht sich von 68 auf 87 Stimmen und wird damit in manchen Fällen, wo sie bisher durch die entgegenstehende Tendenz der DaverischenVolkspartei gehemmt war. neuerdings entscheidend. Der Preis dürfte freilich auf dem Gebiete weit ergehender Konzessionen des Zentrums an die föderalistischen 'Neigungen der Bayern sein. Damit wird es ihm aber weiter ermöglicht, die sechs Welfen an sich zu ziehen, die bisher noch in der heterogen Aufammengcfetjten Wirtschaftspartei Unterstand gefunden haben. Die Macht des Zentrums wächst bann nahe an die der Deutschnatio- nalen heran. die Unterdrückung Es erregte schon vor einiger Zett lebhaftes Befremden, als die litauische Regierung des Präsidenten WoldemaraS durch den von ihr eingesetzten Milttärgouvcrneur für daS Memelland erst den Zusammentritt des Landtages für das Memelland verhinderte, dann den Landtag auflöste, die Wahlen auf den verfassungsmäßig letzten Termin des 4. März ansehte und sich gleichzeitig weigerte, den Kriegszustand für die WahHett aufzuheben. Zweck dieses Dor- gehens konnte nur die Absicht fein, die Wahl eines Landtages herbeizuführen, der nicht mehr eine so überwiegend deutsche Zusammensetzung haben sollte, wie der aufgelöste. DaS feste Zusammenhalten der deutschen Bevölkerung des Memellandes hat durch diese Rechnung einen Strich gemacht, und es bestand kein Zweifel darüber, daß t r o h der Handhabung des Kriegsrechts der Wahlausgang für die Deutschen mindestens ebenso befriedigend fein würde, wie bisher. Da hat sich die litauische Regierung zu einem neuen Gewalt st reich entschlossen, indem sie kurzerhand den Wahltermin vom 4. März auf den 8. April, also um fünf Wochen, verschoben hat. Ebenso merkwürdig, wie die Maßnahme selbst, ist die dafür angegebene Begründung. Aach der Erklärung der litauischen Regierung sind die Stimmlisten noch nicht fertig aufgestellt, toeil sich viele Unklarheiten darüber ergeben haben, wer im Memelland wahlberechtigt ist. Es ist richttg. daß ein eigentliches Wahlgesetz für das Memelland noch nicht besteht. Schuld an diesem Mangel träat die litauische Regierung, die bisher das Zustandekommen eines solchen Gesetzes verhindert hat. Wenn wir als Milderungsgrund die inneren Wirren Litauens gelten lassen wollen, so durste die des Memellandes. litauische Regierung das jedoch nicht als Vorwand Dafür nehmen, das Zustandekommen einer Wahl überhaupt zu verhindern. Maßgebend ist unter solchen älmstanden selbstverständlich das vom Völkerbund genehmigte Statut für das Wemelland. das die Einrichtung besonderer Bürger des Memellandes getroffen hat. ES können also stir die Dahlausübung nur solche Personen als berechttgt in Frage kommen, die bei der Wahl des ersten Landtages mitgestimmt haben oder wahlberechtigt waren. Ihrer Gewaltpolitik hat jedoch die litauische Regierung dadurch die Krone aufaesetzt, daß sie verfügt hat, im Memelland sei jeder Litauer wahlberechtigt, der sich am Wahltage dort aufhalte. Es würde unter solchen Umständen den lttauischen Gegnern der deutschen Be» bölferung ein Leichtes sein, zum Wahltag genügend litauisches Stimmvi^ nach dem Memelland zu schasten. um den Wahlausgang zu Un- gunften der eingeborenen und allein bered)tig- ten Bevölkerung zu beeinflussen. Zweifellos wird eine Beschwerde des Memellandes über eine solche Behandlung an den Völkerbund gehen, der dann darüber zu entscheiden haben wird. Wahrscheinlich denken bie Litauer, daß dann die Ratstagung deS März schon vorüber ist unb daß sich bis zur nächsten Tagung im September manches ereignen kann, was diese Vorgänge in den Schatten stellt. Ob diese Rechnung sttmmt, wissen wir nicht. Wohl aber wissen wir, daß ein solches Verhalten der lttauischen Regierung sich nicht verträgt mit den von ihr eingegangenen Verpflichtungen und daß durch eine solche Politik daS Verhältnis LttauenS zu Deutschland nicht günstig beeinflußt werden kann. Die ganze Entwicklung zeigt ein Wiedererwachen der parteipolitischen Kräfte der Vorkriegszeit; Fragen wie Konkordat und Schulgesetz werden dadurch zu solchen ersten Ranges und der liberale Gedanke sieht sich in einer Defensive, die ihn gleichfalls zu Bemühungen um die Zusammenziehung seiner Kräfte zwingen wird. Der Stand der Arbeitslosigkeit. Berlin. 28. Febr. (WTB.) Die Zahl der Hauptunterstüh'-ingscmpsänger in der Erwerbs- losensürsorge zeigt in der ersten Februar- Hälfte einen weiteren Rückgang um rund 66 000 gleich 3.2 Proz. Die Zahl der Zuschlags- empfanget verringerte sich von 2 090 000 auf 2 034 000. Vom 15. Ianuar bis 15. Februar ist die Gesamtzahl der Haup'unterstützungsempfanger um rund 79 000 zurückgeganyen. In dem gleichen Zeitraum ist die Zahl der tn der Krisenfürsorge Unterstützten von 138 000 am 15. Januar auf 192 000 am 15. Februar gestiegen. Das Gesamtergebnis für die Zeit vom 15. Januar bis 15. Februar ist eine Verminderung in der Zahl der Arbeitslosen um rund 25 000. Frankreichs Handel mit Deutschland. Paris. 28. Febr. Eine offizielle Statistik über den Außenhandel Frankreichs ergibt, daß Frankreich im Januar 1927 Waren im Werte von 380 642 300 Franken aus Deutschland ein» geführt hat gegen 245 903000 Franken im Januar 1926. Die Ausfuhr französischer Waren nach Deutschland belief sich im Januar 1927 auf 395 439 000 Franken gegen 208 762 300 Franken im Januar 1926. Zur Beurteilung der Einfuhrziffer aus Deutschland ist es notwendig, in Rechnung zu stellen, dah der überaus größte Teil in Reparationen, d. h. in Sachlieferungen, besteht. SchUeffenlag des Generalstabs. Berlin, 1. März. (Wolff.) Der Verein der Angehörigen des ehemaligen Genera l st a b e s (Vereinigung Graf Schliessen) hielt, wie üblich, am 28. Februar, dem Geburtstag des verewigten Generalfeldmarschalls, in den Sälen des „Rheingold" zu Berlin seine Jahresversammlung ab. Nachdem der geschäftliche Teil der Tagung unter dem Vorsitz des Generalseidmarschalls v. M a ck e n - s e n erledigt war, folgte ein gemeinsames Essen der über 400 erschienenen Mitglieder, an dem der Ehrenvorsitzende des Vereins, Reichspräsident Generalfeldmarschall o. Hindenburg, der Chef der Heeresleitung, General Heye, sowie viele bekannte Armeeführer aus dem Weltkriege teilnahmen. Kleine politische Nachrichten. Der Reichspräsident empfing den deutschen Gesandten in Warschau Rauscher. * Im Auftrage des Reichskanzlers hat der Präsident des Landesfinanzamts Karlruhe, Stamer, am Grabe des Reichspräsidenten Ebert anläßlich der Wiederkehr seines Todestages namens der Reichsregicrung einen Kranz mit schwarzrotgoldener Schleife niedergelegt. Das Befinden des Reichstagsoräsidenten Lobe war Montag ausgezeichnet. Das Fieber ist fast vollständig verschwunden, die Temperatur vollkmnmen normal. Auch die Herztätigkeit ist nicht gestört. Der Patient befindet sich in guter Stimmung. Auch die Heilung der Operationswunden nimmt einen durchaus befriedigenden Verlauf. • Ministerialdirektor Posse ist mit der deutschen Wirtschaftsdelegation in Paris eingetroffen. Dienstagvonnittag findet die erste Sitzung mit der französischen Handelsvertrags- Delegation in Anwesenheit des französischen Handelsministers B o k a n o w s k i statt. In der paritätischen Kommission der Arbeitgeber- und Bauarbeiter Organisationen ist eine Einigung über sämtliche bisher besprochenen Punkte erzielt worden. Da die Lohnabkommen für das Baugewerbe am 28. Februar ablaufen, sind sie. um die Beratungen nicht zu stören, überall bis zum 31. März verlängert worden. Der am 22. Februar zur Schlichtung der Arbeitszeitstreitigkeiten im oberschlesischen Bergbau im Reichsarbeitsministerium gefällte Schiedsspruch ist von allen Tarifparteien a n - genommen worden Die Arbeitszeit ist damit bis zum 31. März 1928 tarifvertraglich geregelt. Kunst und Wissenschaft. Ludwig von Zumbusch f München, 28. Jebr. (IDIB.) Am Montag- ! nachmittag ist hier der Maler Professor Ludwig ! Ritter v. Zumbusch im Alter von 65 Jahren g e - Horben. Zumbusch ist am 17. August 1861 als Sohn des DllbhauerS Prof. Caspar v. Z. geboren. Er erhielt seine erste Ausbildung auf den Akademien von München und Wien, arbeitete ein Jahr lang tn Paris unter Bougereau und Fleury, später wieder in München unter Lindenschrnit. Ausgedehnte Reisen führten chn nach Abschluß seiner akademischen Studien nach Italien, Griechenland und bis in die Türkei; sicherlich sind auch diese Lehr- und Wanderjahre nicht ohne Einfluß auf den jungen Künstler geblieben. Das Beste aber, was er zu geben hatte, schuf er aus Eigenem; man mag Zumbusch dieser oder jener Schule oder Richtung zuweisen, wesentlich bleibt doch die ganz persönllche Haltung, da- Unverwechselbare aller seiner Bilder, von denen jedes einzelne sofort aus hundert andern herauszufinden ist. Der ausgesprochene Eharakter der Malerei, die eigentümlich weiche Tongebung, die ohne Beispiel kaum näher zu umschreibende typische Zusammensetzung der Palette sind es vor allem, die dem Werk des Verstorbenen bleibenden Wert sichern. Von Zumbuschs bekannteren Arbeiten seien hier nur genannt: „Die Hochnothpehnlichen". »Die Hexe", »Kind mit Ball", „Susanna" unb ein vielverbreiteter Kinderveigen. Ein Regerfesl In Jronffurt Die Max-Regergeiellschaft und die Stadt Frankfurt veranstalten gemeinsam das fünfte Reger-Fest vom 26. bis zum 30. April. Unter Leitung von Professor Clemens Krauß werden an fünf Abenden folgende Kompositionen auf» geführt werden: öinfonietta. Symphonischer Prolog, Mozartvariativnen, der 100. Psalm, zwei Streichquartette. Klavierquartett A-QRoIl, op. 133, das nachgelassene Klavierquintett, Lieder. Motetten und Orgelwerke. Aus aller Welt. Rosenmontag am Rhein. In Köln waren schon drei Stunden vor Beginn der Kappenfahrt sämtliche Straßen der Dornstadt, durch die der Zug führte, von einer dichtge- drängten Menschenmenge umsäumt. Kein Fenster war leer und die Jugend hatte sich Dächer und Bäume zum Beobachten des Treibens ausgesucht. Die Zahl der Zuschauer wird auf über eine Million beziffert. Zur Absperrung war die gesamte Schutzpolizei Kölns aufgeboten, der es oft unmöglich war, die begeisterten Menschen zurückzuhalten. Unter den Klängen der neuesten kölnischen Karnevalsschlager zogen die Reiterkorps in ihren historischen Trachten vorüber. Es folgten die Gruppen und Wagen, die überall mit stürmischem Jubel begrüßt wurden, der sich zum Höhepunkt steigert, als der Wagen des Prinzen Karneval erscheint, von dem Blumen und Bonbons ■ an die Menge verteilt wurden. Der unter dem Motto „Reue Zeit" stehende Festzug war der erste feit 13 Jahren, lieber den Mainzer Faschingsrummel haben wir im provinziellen Teil berichtet. Ein Römerkastell an der Lahn. Bei größeren ßr bar beiten fand man auf her Lahnhöhe, in der Rähc der Lahnmündung in den Rhein, ein umfangreiches Römerkastell, das wohl, wie Vie weiter betriebenen Forschungen andeuten, einen bedeutenden Umfang hatte und wissenschaftliche Erforschungen ermöglichen wird. von einer Schneelawine begraben. In der Rühe von Turin wurden in der Aachi vom Sonntag auf Rlontag Skiläufer — zwei Herren und zwei Damen — die einen Berg- ramm überschreiten wollten, von einer Schneelawine überrascht und begraben. Einer der Herren konnte sich nach zweistündiger Arbeit frei machen und in der Schutzhütte dort anwesende S.i.äuser benachrichtigen. Rach mehrstündigen Anstrengungen tonnten die übrigen Mitglieder der Partie aufgefunden, aber nur a!8 Leichen geborgen werden. 3n den Bergen vermißt. Seit über zehn Tagen werden drei Züricher Alpini st en vermißt, die von dem Glacier Tacul aus eine Mont Dlane-Be- ft e i g u n g unternahmen Don Zürich ist eine Rettungstolonne in Chamonix eingetroffen. Man vermutet, daß die Verschollenen durch das äußerst schlechte Wetter der letzten Tage i n einer Berghütte zurückgehalten wurden Bis zur Stunde war jede Rachfvr- schung unmöglich. Der M Gens stationierte Flieger der Ad Astra-Fluggesellschaft will versuchen. das Gebiet abzusuchen und eventuell Proviant abzuwerfen. Vom Zuge überfahren. Ein von Hürnbcrg kommender Persvnenzug überfuhr bei dem Bahnübergang zwischen Ellrichshausen und Erailsheim ein Fuhrwerk. Die beiden Begleiter des Fuhrwerkes unb die Pferde wurden getötet. Der Uebersall bei Mühlhausen fingiert Der Raubüberfall auf einen Postwagen bei Mühlhausen (Thüringen) war fingiert Die polizeilichen Feststellungen haben ergeben, daß der Führer des Wagens sich die Verletzungen selbst beigebracht und den Betrag von 1000 Mk. unterschlagen hat. Der ungetreue Beamte wurde verhaftet Verhaftung einer internationalen Hochstaplerin. In Berlin ist die 36jähritzc Frau Marie Lustig aus Graz verhaftet worden, vie hat feit vier Iah- ren abwechselnd in Berlin, Wien und Prag in den Bureaus großer Unternehmungen Bettage von durchschnittlich 400 bis 500 Mk. erschwindelt, indem sie sich als Gattin eines Direktors ober Aufsichtsrots- Mitgliedes von großen Firmen ausaab, der auf der Reife ihr Gepäck gestohlen worden fer~ Wettervoraussage. Wechselnd bewölkt, milde, Dornriegenb trocken, höchstens vereinzelte Niederschlagsschauer. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum: 12 ®r. Celsius. Minimum: 8,5 Grad Celsius. Niederschläge: 0,9 Millimeter. Heutige Morgentemperatur: 8 Grad Celsius. Aus der Provinzialhaupiftadt. Dießen, den 1. März 1927. Mei' Meinung. Wer. wie ich, fei’ Lewenslicht in der Zozzelz» gah' erblickt Hot, die Gödehschul besucht Hot, bie dünn emo ls noch gor net so großordig uffrifierfc wor, unn wo s dodemols nach middelalderllche Grundsäh noch geheerig B^rnb gewwe Hot, wenn armer von uns Gießer Buwwe in der Eheografie die Wollegah mit der Löwegah verwechsett ge- hot Hot. wo doch der Ahldrneisder Peßdalotzi in feine lowenswerte Grundsatz das Haage uffs Hinnerdell vo de Kinner ausdricklich verbotte hot. wovont awwer mei’ Meisder biß uff de heudige Dag noch nix versteht, also, teer wie ich e Zobels» gäbet Bub iS. der wowas geheeriaes gelernt Hot, braucht net mit dem Duden" dorch unser ei'heimisch Schdätche ze geh. fonnem der lind sich aach schon aller’ drinn ze räächt unn ver- wexelt aach kei' Kaplansgaß nett mit der Ka- derinegah. Häi bei uns in Gieße, wa s mer aach groad so gud »Gaiste" schreiwe berft, weil's im Lewe net bläßlich e’n Konnerad Duden, fonnem aach en guftaf nagel gewwe Hot, wo jeder fei' Berechtigung Hot, braucht mer kein Duden net unn sinn sich aach s o zerecht. Awwer uff Fassenacht iß jo alles erlaubt unn mein' s iw Wegescheiter odrvgrafischer Kolleg, der so schee mit dem .Duden" bescheid weih, soll sich mir emol «'schließe unn dann dappe mir zwaa emol zu- famme häi e bißche in unßerm ah Id Rest erimm, wo er jo offefichllich sehr gut Bescheid weiß, unn gucke uns emol weidet um, wos mer da noch scheenes filme duhn. »Dgdn unn Kallche". .in Kombanie", heiße mer dann die Firma. Mer leimte jo bann getrennt marschiern unn vereint haage. Ans will ich mei'm linftige Kornrnbanjo schont heut soage: Es heißt net Giessen und heißt net Gießen unn heißt aach net Giehsen, fonnem mei’ Badderschdadt schreibt sich ewe so a'sach wie richdig ,Gäiße", unn dann wisse auch die Wissiger unn die Heuchelhamer unn die Cier» unn Käsweiwercher aus unsteter scheene Um» gegenb, wos sor e Weltplatz eigendlich gemaant is. Denn mer muß mit de' Mensche deutsch red de unn so, unn so, wie en der Schnawwel gewachst is. Wann Gäiste awwer emol werllich Drost- schdadt iß, wie s unsterm Teeaderditekdot grob basse kennt, wie er owwer sehr richdig aach ohne Fernseher voraußgeseh hol. dann kenne se all» mitenauner ir schee Mudderschbrvach an de Hagel hänge, wies die Rochborn in Frankfort aach ge- dahn hawwe, wo wer aach net mehr unncr» schade kann, ob aner vo Sachsehauhe stammt oddet aus der Babbegeigah. »Gäiße wird Grohschdadt," dem Schicksal gehts unweigerlich entgege, unn bann gehtö unh nachher, wie s am Sunndagowend im Schdadt- teeaber ze seh' woar. wo unser ei heimisch Mudderschbroach not noch der Schuldiener zu redde verschdanne Hot, der, wo daS hunnerd- bausigst Gäister Kind kriegt Hot unn noch ans dezu, unn wo doch wahrhaftig laa' elf BezirkS- schule sor so ’en Kinnersege ausreiche dähde duhn. Zu bete Äinnerfegefrag berf sich awwer en Lehrling, unn wenn er sogar e Schusderlehrling iS, net so äußern, wie er gern mecht. Mei moderner Meisder Hot nämlich laa Älnner net, boberfier hawwe se awwer besdo mehr Krach im Haus unn alle Par Aageblick feggt fei' Fraa zu ’m: ,Moch'. daß de Widder in bc „lihle Grund" lirnmst." Dos sagt fe nämlich oft zum Masder. Am Sunndagoweb woar'n se nu’ ganz anig im Teeader. Mondagmorgend awwer ging's mit der ahld Leier doch Widder vo vorn aa. So um die richdig Friehschbicksmeifderzeib er um. wo so e Lehrbub emol richdig Luft schnappe kann, läßt mei' Meisder uff emol Absäh — Abfäh fei', unn will sich hamlich bride. Beim Guhd' gab'» nämlich frische Solwerknechelcher. llnster Ahld Hot awwer de' Schnuppe mit ihrer spitze Roas scho’ getoche unn Hot dem Masder de Weg vertrete unn Hot gesagt: .Gesterd owend im Teeader unn heut morgend zum Friehschobbe? Mecht met's so innere Grohschdabt? Glaabst de, es toär’n noch die ahle Zeibe?" „6i. du verdammt Rörgelmeiem. Hot der Masder gefagbl Mei' Arweid is meines Lohnes wert, koch bei' Kar- doffelsupp unn geb häi dem Kallche net so e schlächd Beispiel vo' Wibersehlichleitl Ich sein der Herr im Haust!" _6i 'sei st be beim ganz verrickt? Glaubst de bann weil heut Fasfenacht is. lennst be der erlaawe. die povr Trumbel. die be verdienst, dem Fensder enaus zu schmeiße? Obber mit Ameriganerinne zu bussiern, die dich ahle Esel an deiner dumm Äoas erimm fiefirn?“ .Schwei schdill, Rörgermeiem. halt die Dusch, dumm Schinnoos wos be beft! Mit dem 3ebbeim biste uff be Schifseberg aefloge — als ob be net bist uff be hohe Rodswpp hätt'st Weiber fliege könne —. bann hätt'st be doch bei unh in der Rochbarsschaft net fo die Gemieblichkeid gestört Ich mach Direckder Schb^'göbders ezend und Jr.1*:« x ‘to’B TS®* kn« ^•opferfn. *0 ® »x ä feÄX Wr-- >gc. SS* "* ^inuun: 12 s, U5' Niederschü»- Wir: »W. 11 Dkz M, "g. l besucht Jot, °v°rdjg ulfnrtct! 1 mwdelalderllch, ^De Hot, formt n der Thworafir > verwechsel je» « Peböowtzt In J* Ngt uf|i ■HQ verbuue hol, & uss bt ^tubige Die ich t iMrlt« rh-eriget gtitmt den" durch uns« sonnern der ünb räächl unn ver« nett mit der Jto« Tiehe, wa s nut te'üoe dersl, weil t Kommod Luden, io tot Hot, wo jeder wer lein Luden trechl. Lover uff unn mein’ siwwe- I, der so sch« mit oll sich mir emol r zwao emol w« a&lb Heft frimm, 1 Zescheid weid, m, wvt nm da dn um StoW. \ die Anna. Der chiern urm verernt nstige Äommbonjo t Tiejsen und heihl it Sichsen, lonnern sich eve so alach mn wisse auch die ner unn die Sier« jewr scheenr Um« eigendlich gewannt ensche deutsch redde schnawvei gewagt idI werüich Trotz« MiderdireVor grvd r richdig aach oh» dann lew le all« .brvach an de Jaget Fiunllork auch ge* net mehr unn«’ -achse-aube ftümnrt \a dem Ech'cksal in lunn gcchts Mtz vend un Schbadt uns« ci heimrsch T Lchuldiener ,» v° dat hunnerd. >ot unn noch an, Ä** '.^5 A ta«™'"’“?'i eit» ri''“Lj W Äl< ?*kf- «t®« a k' Ä** «'S « A «N* lit Ä, QM v« Bafber de chowc/lM <4 E deB goZ )ökopp Ffei unv^ emol e Jahr lang ihr vchknwwel sor umsonst von Wege .Säihe werd Großschdat awwer unfern Teeaberdireckder muh fei Schdick abihmem, unn die Hörgelmciem darf ihm 2lhlde im Lewe net mehr Widder finnt net! 7!ett mwl uff Fassenacht derf fo en geplanter Samtlje» oader wie ich zu feine Kollege geh? .Dos Äol- «ge? Kollege Itnn Kerle, wovor mer sich in acht nemntc muh! 3n jeder ® und ein Gedicht .m 2i*toverti tttnngoblatt. • Da« AmtSverkündigungSblatt Rr. 14 vom 25. Februar enthält Durchführung des Anleihe-2lblösungsgesetze« vom 4. Dezember 1926. Gesuch der .Hansa" in Gießen um Erlaubnis zur Erbauung einer Versuchsanstalt in der Gemarkung Garbenteich: Feldbereinigung Heuchelheim. Behinderung des IlnterdchtS in der Fortbildungsschule bei Ausbruch der Maul- und Klauenseuche, Dienstnachdchten. Rundfunk-Programm de» frankfurter Tenders. (Aus der.Radio-Umschau'.) rNittwoch, 2. März: 3.30 bis 4 Uhr: Die Stunde der Jugend. 4.30 bis 5.45 Uhr. Konzert des 5)ausorchefters: A. Borodin. 5.45 bis 6.05 Uhr: „Aus dem heutigen Bolivien", Borlr.ig von Se. (Fyj. Gen.ral f). Kundt. 6.15 bis 6.30 Uhr: Senckenbergviertelstunde: „Schmecken und Riechen", Vortrag von Dr. I. Edinger. 6.30 bis 7 Uhr: Funkhochschule: „Neuere Seelenforfchung, IV, Vortrag von Dr. Hans Prinzhorn. 1 Uhr: Uebertragung aus dem Frankfurter Opernhaus: „Der Freifck-utz". Romantische Oper in drei Akten von Carl Maria von Weber. Kirchliche Nachrichten. Evangelisch« Gemeinden. Mittwoch, den 2 März. Iohannesklrche. 6: Passtonsgottcsdienst. Pfr. BechtolSheimer. Tpreckifluttdeti der Redaktion. 12 bis 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittag«. Samstag nachmittag geschlossen. Für unverlangt dngefanbte Manuskripte ohne beigefügtes Rückporto wird keine Gewähr übernommen. Korpulenz macht alt und ist ungesund. Wir raten allen Korpulenten oder -um 'Btartivcrben veranlagten Leiern und Leserinnen 3u Gramm toluba-Sterne -u kaufen, die unschädliche, habet lehr wirksame, den i>'iianiav reduzierende Stoffe enthalten. Die echten fohtba- Kerne enthalten Sie nut Gutachten, genauen Annaben über Gebrauch. 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Freiwillig bestimmt: 1 Kiste Bohnerwachs, 1 Stahlblechkeffel, 1 Kreissäge, 5 Kisten Einmachgläser, 5 Kisten Kohlenanzünder, 1 Sa* Holz. werkzeuge, 2 Ballen Flaschenkorke, eine Kiste Metallkaffeefiascyen, 1 Kiste Parkett- Plättchen, 2 Porzellanbehälter stustdicht verschllehbar), 1 Mischmaschine mit zwei Trommeln, 4 eiserne Lagern und zwei Riemenscheiben, 1 Vertiko, 1 Stegtisch, eine kleine Kartothek (neu), eine Partie Kleider u. v. a. III Zwangsweise an Ort und Stelle gegen 5 Uhr nachmittags (Ort wird in obigem Lokal bekanntgegeben): 2 fahrbare Lokomobilen. 1 Spüloumpe, 1 Handpumpe. 1 großen und einen kleinen fahrbaren Schlagapparat, 1 Partie Mannes« mannbohrröhren, Wafferrohre, Gewindebohrer, Schappenbohrer, Venttle, Bohr- gestänge, Filterröhren, sowie eine ‘Partie alter Schienen, Wellen, Lager, Kammräder usw. IV. Hus einer Konkursmasse werden aus freier Hand auf meinem Bureau von Donnerstag, den 3. März ab, abends Zwischen 6 und T . Uhr, verkauft: 1 goldene Herrenuhr mit Kette und 2 Brillantringe. ™MD Junker Gerichtsvollzieher in Giehen Telephon 1383. BESTE GESCHÄFTSR&KLAME IST STETS EIN INSERAT tM GIESSENER ANZEIGER wird nun dieses neue Waschmittel verwendet Dank Suma ist es Dinen jetzt möglich, weißer, schonender und müheloser zu waschen. Suma entwickelt einen lebendigen Strom perlender Bläschen, die die Wäsche durchdringen und selbst den hartnäckigsten Schmutz behutsam lockern und emportragen. Suma enthält nicht die geringste Schärfe und deshalb hält die damit gewaschene Wäsche doppelt so lang. Suma ist auch ausgiebiger : 1 Pake t gibt 4 Eimer waschkräftige Lauge. */o V /o Of o 0 • o® o ° Q 0 SUMA wäschrweisser°° oÄ Frau Katharine Schäfer 2043D Todes-Anzeige. Nach kurzem Krankenlager starb heute früh unsere innigstgeliebte Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Urgroßmutter Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Jakob Kissel Familie Philipp Schäfer XII. Familie Karl Will Familie Heinrich Ratz. Annerod, Kirtorf, den 28. Februar 1927. Die Beerdigung findet Mittwoch, 2. März, nachmittags 3 Uhr, statt. geb. Bellof im Alter von 85 Jahren. Gestern abend entschlief sanft meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Schwester Margarete Rau geb. Vogel im 54. Lebensjahr. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Jakob Rau. Alten-Buseck, den 28. Februar 1927. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 2. März, nachmittags 21/, Uhr, statt 0|g01 Nach Gottes unerforscblichem Ratschluß wurde gestern abend nach kurzem Krankenlager plötzlich und unerwartet unser lieber MSK Hans im zarten Alter von 5 Monaten in die Ewigkeit abgerufen. In tlefer Trauer. Wilhelm Weigel und Fran Anna geb. Müller. Klein-Linden, Großen-Bueeck, Gießen, den 28 Februar 1927. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 2. März 1927, nachmittags 3'/« Uhr, vom Sterbehause, Wetzlarerstraße 19a. aus statt- halten Im Namen der trauernd Hinterbliebenen Frau Margarete Größer Wwe. Steinbach, den 28. Februar 1927. I975D_________________________________ Für die überaus vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange unseres lieben Entschlafenen sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Gesangverein Heiterkeit. Nachruf. Unseren Mitgliedern die traurige Nachricht, daß unser passives Mitglied Karl Haas, Zugrevisor nach kurzer Krankheit verstorben ist. Sein Andenken werden wir stets in Ehren I NutzHoiz-DerKauf. Die Gemeinde Erda verkauft am 7. März, vormittags 10 Uhr, an Crt und Stelle aus den Forstorten 15a Brühl und 6b Hunger- dera öffentlich meistbietend nachfolgende Hölzer: Fichten: Distrikt 15a: 134 Hichtenstämme ftl. la bis 2 a — 26,5- fm; 154 Fichtenstangen 1. Kl.; 459 Ctücf Stangen 2. KL; 781 Stück Stangen 3. Kl.; Reijerstangcn: 710 Stangen 4. Kl.; 110 Stangen 5. Kl. und 100 Stangen 6. Kl. Distrikt 8b: 25 Fichtenstämme KI. la und 1b — 3,63 fm; 19 Fichtenstangen 1. Kl.; 73 Stangen 2. Kl.; 219 Stangen 3. Kl.; Reiserstangen: 500 Stangen 4. Kl.; 590 Stangen 5. Kl.; 520 Stangen 6. Kl.; 190 Stangen 7. Kl.; 940 Stangen 8. Kl. Distrikt 21 Hain: Eichenstämme: 37 Stück Kl. 2—4 mit 13,58 fm. Treffpunkt vormittags 9.15 Uhr am Gemeindehaus. Nähere Bedingungen werden beim Termin bekanntgegeben. Der Gemeindevorsteher. 2023D Pens Brandi L' ?, Bat möbl. Zimmer. IBittagslisch. Teleph 1085. *”4D 1-2 möDL Zimmer mit Küche an ktuderl. Ehev. zu verm. ,.,ee Selteröwea 681,11 iDrog. Hindenburg». JU" Zimmer zu uernucten 01319 Ebelstrake 9 V. nueieit Zu erfragen hi der Geschäftsstelle d. Gieß. An». [01523 Cafe Astoria Heute ab 4 Uhr nachm. Großes Faschingstreiben ------- TANZ ------- Aechermittwoch Herings-Schmaus 01527 u.c. Heute u.c. karDevalislischeSitzuDg Original Jazz 0U91 u.c. Plockstr.5 U.C. = Prima Existenz= bietet sich einem Herrn als Sezirkverlreler einer konllurrenzlosenSache.Nur gute Organisatoren wollen sich melden. Offerten unter F. H. P. 254 an Rudolf Mosse, Frankfurt a. M. 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Wie in andern kaufmännischen Unternehmen entscheidet auch in unserer Firma bet Personalfragen nicht dir Lonfesfion oder die politische Lichtung, sondern nur die persönliche Leistung. Vor der Verbreitung unwahrer Gerüchte wird ausdrücklich gewarnt, da unsere Firma nunmehr strafrechtlich dagegen vorgehen wird. Haus Neuerburg Die Betriebsräte o. H. G. der Fabrifcn in Trier, Hauptverwaltung Köln. Hamburg, Dresden. Mietgesuche neffljiagnaljmefrele 3-5-Zimmer- Wohnung «auch oröfietc) mit allem Komfort tn bester Lage Giegenö gegen enitpr. Miete, refp. Abstand, für mögt, bald gesucht. Zahle Miete eutl ein Jahr voraus. Schr.Angeb.u 1717D an den Giest. Anz Laden Lteinstraheod. deren Nähe von gut. Firma zu nüeien gesucht. Sckr.Angeb. u.01497 an d. Giest. Anz. erb (Stellenangebote) Tüchtiger 1099D Sattler für unsere Etuis» snbrikatton gesucht. Ernst Leitz, Opttiche Werke Wetzlar. WM der auch Maurerarbeiten machen kann, gesucht. [01504 P. Apitz 1 Marburger Str. 34. Holzsubmission. Aus den Waldungen der Gemeinde Reinhardshain soll folgendes Holz auf dem Wege des schriftlichen Angebots verkauft werden: Kiefernstämme 15 St. 3. Kl. — 14,32 fm > 26 „ 4. „ 21,10 „ „ 44 „ 5. „ = 24,05 „ 2ärd)enftämme 1 „ 3. „ — 1,34 „ 6,5.,,-- 1,66 Fichtenstärnrnc 3 „ 5b-„ = 0,51 „ Angebote find pro Festmeter nach Klassen getrennt bis zum Sanrstag, dem 5. März 1927, nachmittags 2 Uhr, bei der unterzeichneten Bürgermeisterei einzureichen, woselbst die Berkaufsbedingungen offenliegen und vor der Eröffnung bekannt gegeben werden. Reinhardshain, den 26. Februar 1927. Hess. Bürgermeisterei Reinhardshain. __Gieß.__2031D Nutzholz-Berkaus. Tie Gemeinde Steinbach, Kr. Gießen, verkauft im Wege schriftlichen Angebots: 3 Kiefernstämme 3. Kl. — 2,22 Fstm. 16 „ 4. „ -- 11,18 „ 83 „ 6. „ = 32,95 „ 7 Fichtenstämme 3. „ = 7,94 „ 11 „ 4. „ = 9,45 „ 51 „ 5a- „ = 28,96 „ 268 ,, 5b- ,, -- 68,69 „ 2 Lärchenstämme 5. „ = 0,85 Das Holz ist mit Rinde gemessen. Tie Berkaufsbedingungen können bei uns ein- gesehen werden. Angebote je Festmeter, nach Klassen getrennt, sind bis zum Montag, als dem 7. März 1927, nachmittags 3 Uhr, auf unterzeichneter Bürgermeisterei cinzurcichen, woselbst die Eröffnung stattfindet. Auskunft erteilt Forstg. Herbert. Steinbach, 28. Februar 1927. 2034D Hess. Bürgermeisterei Steinbach. Krämer. 5 MlV-MAk- llliv WlMMMSMöNkk DOtt 71 It. au. TeUiahlenu bis xi 1 Jahr. Prelallale grat-n. j «rf’j 1 GustavKunz Lauterbach 249 in Hessen. 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Mittwoch, 2. 2'1 ärz, nbendS 8.15 Ubr: Dor trag3, von Professor Harraaeowliz. loiveotrö. a.Mltiw, 9. verL TlciTiei tao. Sonnt. u.DtenS Stadttheater Mittwoch,2.Nlärs 2i.miiirooa)ii0.-Erfl. 0.7'/, b. nach 10‘ «Uhr Zu ui letzten 'Male: Dkl Geizige. Vuftfoicl in 5 Allen von Moliüre. Borangehend: Die Matrone von EphesuS Lustspiel in 1 Aufzug von Vcffino, ergänzt von Emil PnlleSke. Nr. 50 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen) Dienstag, März (927 Gießener Konzertverein. ..Er ist und bleibt der kühnste und stolzeste 5>id)tergcift der Zeit Durch ihn hat Polen Sch und Stimme erhalten im urusikalrschen Völkerbund. Politisch vernichtet, wird eS noch lange in unserer Kunst fortblühen." Mit diesen Worten kennzeichnet Robert Schumann Chopins einzigartige Erscheinung in der Musikgeschichte. Durch ihn erlangt das Polonium als solches zum ersten Male seine Kündung in der Musik, in seinem Persönlichkeitsstil konnte er von keinem wieder erreicht werden. Durch seine Abstammung, insbesondere durch seine Mutter, war ihm im Blut das Slawentum gegeben worden, und dieser ursprünglichen Veranlagung wurde durch die Umgebung, in der der Knabe au^vuchs. reiche Förderung zuteil. Es sind nor allem die Elemente der polnischen Volksmusik, die auf den Knaben starken Eindruck machen, so in Szsfarnia. wo er aus einem befreundeten Gute seine Sommerserien verbringt, und wo er jede Gelegenheit, sich polnische Dolks- inelodicn anzuhören, wahrnimmt. Hnh hier finden wir eine Wurzel seines Schassens. Hatten vor ihm schon polnische Volksweisen in Werken als mot.visches Material Aufnahme gefunden, so bringt Chopin diese Ansätze zur Weiterentwicklung. indem er. vermöge seiner genauen Kenntnis der Volksmusik, nun als erster aus dem Geiste vieler Volkstümlichkeit heraus schafft. Wurde er so der Schöpfer der polnischen Ra- tionalmusit. so gab er damit zugleich Werke, die zum Gemeingut der musikalischen Welt werden mutzten. __ Chopin war eine durchaus stark künstlerisch veranlagte Natur, die ihren Weg durch geniale Intuition fand. Er stellt einen musikalischen Romantiker dar. der die Antriebe zum Schassen in seiner sensiblen, inneren Natur fand. Sind viele Schöpfungen unserer Großen durch gewaltige Natureindrücke von auhen her beeinflußt worden, so wird sein Schaffen fast ausschließlich durch seine Vorstellungswelt befruchtet. Darin zeigt sich der Einfluß, den George Sand auf ihn ausgeübt hat, m jene Zeit fallen die stärksten Werke. Siner feiner intimsten Freunde kennzeichnet als die Pole seines Wesens .Frohsinn und ein Herz voll Sehnsucht". Als man ihn einst nach der Empfindung befragte. die seine Kompositionen durchglüht, verwies er auf sein Vaterland: und damit kenn- zeichnete er die reiche Skala von Gefühlen und Umgruppierung im nahen Orient Konstantinopel. Ende Februar 1927. Von unserem türkischen f.K.-Korrespondenten. Es hat in den letzten Jahren in der Türkei nicht an außerpolilischen Beunruhigungen ernster Art gefehlt. Dabei wäre der neuen Türkei nichts mehr vonnöten alS eine längere Zeit völliger Ruhe zur Durchführung des mit großem Eifer betriebenen Wiederausbauprogramm- Anatoliens. Der Fragekompler der Moisu l- Angelegenheit war nicht ohne Grund von interessierter Seite beim Abschluß der Lausanner Verträge offen gelassen, und seine Regelung im letzten Jahre ließ trotz der großen Opfer, die turkilcherseitS gebracht werden mußten. Angora erleichtert aufatmen Auch mit Griechenland, das in mehr denn einer Hinsicht als gefährlicher Nachbar zu bezeichnen war, ist man zu Jahresende zu einem beiderseits befriedigendem Vertrage gelangt, der eine sichere Basis zu weiterem Ausbau gutnachbarlicher Beziehungen bietet. Blieb noch der größte Sorgenpunkt der Türkei: die offene Küste Weftanatoliens. Aengstlich waren die Blicke Angora- in den letzten Jahren auf diesen Wetterwinkel gerichtet und mit gewisser Berechtigung befürchtete man, daß hier zu leicht ein italienischer E i n- sali stattsinden könne. Man erinnerte sich dabei nur ungern des plötzlichen lleberfalls Italiens auf die Türkei im Tripoli-kriege 1912. Die Besorgnis entbehrte nicht einer gewissen Berechtigung. da da- Gebiet SüdanatolienS, insbesondere das Wilajet von Konia und Adalia in dem bekannten Krieg-vertrage 1916, der Syrien Frankreich. Arabien England zuteilte, Jür den Fall einer Aufteilung Anatoliens Italien zugesprochen worden war. S- kam auch nach Kriegsende zu einer italienischen Besetzung dieser Gebiete, aber in kluger politischer Vorau-sicht zog sich da- damalige Italien vor dem beginnenden Freiheits- kampse Kemal- frühzeitig genug zurück. Die Franzosen, die in dem Gebiete Eiliciens langer mit der Räumung zögerten, wurden von Kemal unter blutigen Verlusten aus dem Lande herausgeworfen. Sine eigentliche Spannung zwischen der heutigen Türkei und Italien besteht erst seit Sommer 1924, als Italien von England die Erlaubnis erhielt sich im Dodekaneso- endgültig festzusetzen. eine Garnison nach Rhodos verlegte und inzwischen diese Insel zu einem starken Flotten- punkte ausbaute. Die sogenannte Zwölfinselgruppe, darunter Rhodos, Chios, Lesbos und Samos, ist der lleinasiatischen Küste unmittelbar vorgelagert und feit 1912 von Italien besetzt. Italien verpflichtete sich jedoch, die Inselgruppe, auf die Angora im Lausanner Vertrag verzichtet hatte, durch zwei Verträge im Jahre 1919 und 1920 a n Griechenland abzutreten. Beide Der- träge wurden nicht eingehalten und heute richtet lich Italien dort für dauernd ein. Trotz de- Einipruches der weitaus überwiegenden griechi- schen Bevölkerung und ihres öfteren Hilferufes an den Völkerbund werden die ItalienisierungS- bcfltebungcn mit Nachdruck weiter betrieben, mit denselben Maßnahmen, wie sie auS Südtirol geläufig sind. Dabei ist daran zu erinnern, daß lich diese Inseln unter türkischer Herrschaft völliger Selbstverwaltung erfreuten. In Angora weiß man nur zu gut. daß ein .Volk ohne Baum" wie Italien sich nach anderem freien Lande umschauen muß. in den sich der breite Strom seines Bevölkerungsüberschusses ergießen fann. um so mehr, als allmählich alle anderen Auswanderungsmöglichkeiten dem italienischen Volke, da- ja nur über wenige oder für größere Siedelungen ungeeignete Kolonien verfügt, ver- Ichlossen werden. Instinktiv fühlte man in Angora den Blick Mussolinis auf die überaus fruchtbaren Gefilde Anatolien- gerichtet, die ja schon einmal Italien zugesprochen waren. Das 'nllitärische Erstarken Italiens auf Rhodos konnte nur von diesem Gesichtspunkte aus gewertet werden. und wie ein kurzer Blick auf die Karte lehrt, bietet gerade diese Inselgruppe, zum Teil nur wenige Kilometer vom Festlande entfernt, ein ausgezeichnet«- Sprungbrett zu jenen ersehnten, nicht sehr dicht bevölkerten Gebieten Kleinasien-. Die Spannung vermehrte sich noch, als nach der Zusammenkunft Chamberlain- mit Mussolini Im Dezember 1925 in der laizistischen Prelle gegen Kleinasien mobil gemacht wurde, und Angora- Nervosität flieg unter den feurigen Reden Mussolinis, vor seiner Afrikareise im April 1926. zur Siedehitze, als der Diktator offen von dem Bedürfnis einer Expansion Italiens sprach .Unsere Augen sind nach Osten gerichtet." Die englische Presse unterließ nicht-, um da- Feuer zu schüren, und da man in der Türkei hinter allem Unangenehmen England zu vermuten pflegt, hielt man einen faszistischen Handstreich auf fahr eines gemeinsamen englisch-italienischen Vorgehen- zu entgehen. Inwieweit da- ganze Manöver ein geschickt angelegter Bluff war. für den Italien schließlich in Abessinien und Arabien von England scheinbar bezahlt wurde, ist schwer zu erraten. Die Sorge vor der vermeint- sichen Angriff-lust Italiens blieb jedoch bestehen und zwang Angora zu einer stärkeren Anlehnung an Mosla u. das in der Odesia-Zusammenkunft Rüdschi BeyS mit Tschitscherin seinen Abschluß fand und zu engeren Freundschaftspakten mit Persien und Afghanistan führte, ohne daß diese Politik bisher jedoch greifbare Vorteile geboten hätte Mit Argwohn sieht man in An- gora, wie der italienische Diktator sich in geschickt geleiteter Politik nach allen Seiten hin festigt und fein lastender Finger sich auf dem Balkan immer weiter vorschiebt. Schon oft ist von einem Preisausschreiben in der zweimal wöchentlich erscheinenden Unterhaltungsbeilage des Gieftener Anzeigers Gietzener Familienblätter offen für alle Bezieher des Gieftener Anzeigers und für Neubesteller zum 1. März, sowie für deren Familienangehörige. Bedingungen Das Preisausschreiben erstreckt sich über die Ausgaben der Gieftener Familicn. blätter Nr. 17 bis einschließlich 22 in der Zeit vom 1. bis 19. März 1927. In jeder dieser Nummern der Gietzener Familienblätter werden je zwe Ausschnitte aus den Werken und Briefen deutscher Dichter und Denker dei Vergangenheit veröffentlicht werden. Das Fiel der Teilnehmer am Preisausschreiben soll sein, die Namen der zwölf Verfasser möglichst lückenlos zu ermitteln und in der Neihenfolge der Veröffentlichungen aufgeführt schriftlich bei der Redaktion der Gießener Familienblätter, Gietzen, Schulstrafte 7, einzureichen. Die Annahmezeit für die Lösungen beginnt am 20. März 1927. Der Schlutztag ist auf den 26. März festgesetzt. Spätere Eingänge bleiben unberücksichtigt. Sämtliche Lösungen müßen an der Spitze Namen, Stand, Wohnort, Strafte und Hausnummer des Einsenders tragen. Die Beifügung der Märzquittung über den Bezug des Gieftener Anzeigers ist Bedingung. Die Teilnehmer erkennen die Entscheidung über die Preisverteilung als endgültig an. Die Preisträger werden nach Vollständigkeit und Richtigkeit der einlaufenden Lösungen ermittelt. Es kommen 20 Werke zeitgenössischer Schriftsteller zur Verteilung. Verlag und Redaktion des Gietzener Anzeigers. Anatolien durchaus nicht für undenkbar. Die Türkei schritt, um gegen jede italienische Kriegs- ablicht gerüstet zu fein, im April zu einer Teil- mobilifation. sicherte auch die thrazifche Grenze, da man mit Recht dem damaligen griechischen Diktator Pangalos nicht traute. England war der lachende Dritte und erreichte eine beschleunigte Regelung der Mossulfrage, die Türkei wich dem Drucke und zeigte sich zu dem bekannten Entgegenkommen bereit, nur um der drohenden Ge- ötimmungen. von der sanftesten Schwermut und zartesten Zurücchaltung bis zum leidenschaftlichen Entflammen und verbitterten Sich-Verzehren. So konnte der Tondichter, als ihm einer feiner Schüler feine L-Dur-Etüde von rüg. die Hände falten und, in sich versunken, mit leiser Stimme sprechen. „O! ma patrie!“ Die Stärke seiner Individualität und die Macht feiner Idealisierung sind so stark, daß bei der Auswirkung feiner Musik einzig und allein feine Persönlichkeit spricht. Wäre das Rationale in ihm stärker als das Individuelle, fo hätten seine Landsleute ihn zu allererst in feiner Wesensart erfassen müssen. Dem aber stehen die Berichte von seinem ersten Auftreten in Warschau. z B. von Franz Lifzt. entgegen. Und die Kraft des Persönlichen sichert ihm sein AuS- toirten bei allen Individualitäten, die mit ihm verwandte Seiten haben, ungebunden an eine bestimmte Nationalität. Es war ein glücklicher Gedanke den Klavierabend Karl Friedbergs ausschließlich Chopin zu widmen, denn Friedberg zählt ohne Zweifel zu den besten unserer Chopinspieler. Mag das Erfassen der Chopinfchen Individualität an sich noch leichter möglich sein, das Erfassen des nationalen Niederschlags in seinen Werken ist nicht jedem gegeben. Chopins Klavier - katz ist weniger für den Konzertfaal berechnet da im weiten Raum manches verhallt, sondern für den Salon mit feinem intimen Klangreizen und feinem erwählten Hörerkreis Der Vortrag seiner Kompositionen setzt sensible Einfichlung voran- und ein zur Selbstverständlichkeit gesteigertes technisches Können. Ihm selbst hatte die Natur eine glückliche Veranlagung zur Technik mitgegeben, wenn wir dem Briefe seines Vaters folgen: .Du weißt nicht minder, daß auch die Technik des Spiels wenig von deiner Zeit in Anspruch nahm, haft dein Geist hierbei mehr tätig war. als deine Finger." Dieser Moment der Vergeistigung war es, was das Spiel Carl Friedbergs zu einem so starken Erlebnis werden ließ. Da wurde das alles. waS für ein restloses Erschöpfen Chopins notwendig ist, das „jeu parle“, das gesangliche Legato, unbedingt erfüllt. Ost erschien es als seien die begleitenden Passagen impresiivmfrische Aufrauhung deS gegebenen Stimmungsbildes. Zeitweilig erreichte sein Anschlag eine Machtfülle. daß die Aula zu klein erscheinen mochte, und doch bei aller Stärke lieh er nie die Weich- hell des Tones vermißen und konnte ihm stets feine charakteristische Farbe geben, z. B im Frühjahrstermin für einen anatolischen Angriff gesprochen worden, man glaubt in der italienischen Politik das Bestreben zu erkennen, zu diesem Zwecke anderorts die Hände frei zu bekommen. Nun wäre es sicherlich falsch, zu behaupten, daß die Türkei besondere Angst vor einem eventuellen Vorstoß auf Anatolien hat. Der türkische Soldat hat bereits bei dem griechischen Einfall vor einigen Jahren gezeigt, daß er es versteht, seine Heimat gut zu verteidigen, und es wird hier gar nicht daran gezweifelt, daß ein neuer U-Moll-Scherzo. Seinem Gestalten ist nie eine Grenze gesetzt: selbst da, wo die formalen Begriffe Chopins unferm an Beethoven geschulten Formempfinden nicht cnlgegenlommcn, wie in der bl-Moll-Sonate, empfing man einen einheitlichen Eindruck. ES wäre beinahe umnöAich, aus der Fülle der Feinheiten seines Spieles einzelnes herauszuheben. Bei jedem der Stücke, denen man immer wieder im Konzertsaal begegnet, konnte man neue, charakteristische Einzeltzeiten entdecken, ob es nun die Ballade in F-2HolI. das Impromptu in As-lShir, die 6-Moll- Mazurka war. Die Begeisterung des vollbesetzten Hauses steigerte sich von Vortrag zu Vortrag. und erst, nachdem der fein*innige Klavier- poek vier Zugaben folgen ließ, leerte sich das Haus War Chopin schon einmal in diesem Winter gelegentlich des letzten Symphonie-Konzertes zu Worte gekommen, so zeigte dieser Abend mit Recht wieder, welche großen Werte und starken Eindrücke Chopin auch unserer Zeit zu geben vermag, wenn sich berufene Künder seiner annehmen. Und das veranlaßt zu haben, dafür ist dem Konzertverein der Dank aller Hörer sicher. —in— „Unter Ausschlutz der Oeffent- lichkeit". ßlictzener Lichtspielhaus. Dieser Film ist besser als fein ziemlich anreißerisch prangender Titel, der überdies durch die bekannten Zenfurvermerke nicht gerade gemildert wird. Er ist auch inhaltlich absolut nicht neu; man hätte ihn früher wahrscheinlich unter den zahllosen, gelegentlich guten, meist schlechten .Aufklärungsfilmen" geführt; und es besteht auch hier durchaus eine aufklärerische Tendenz Warnung vor dem gefährlichen Treiben de- international organisierten Mädchenhandels nur; man macht das jetzt wesentlich geschickter, als früher, nicht mehr so Inallig und sensationell, nicht mehr so dick aufgetragen; man sucht den Kitsch zu vermeiden, der sich fo bequem aus dem Thema zu ergeben scheint; man macht aus Broschüren und Traktätchen einen Roman, aus der realistisch grob wiedergegebenen, aufdringlich gestellten Bestandsaufnahme einen flüssigen Spiel- filmj man läßt keine augenrollenden Schmierenkomödianten mehr auf eine Kolportagehandlung los. sondern man bemüht hervorragende Schauspieler für ein geschickt redigierte- Tertbuch (in Angriff von itgenbt.n.:: crite mit einem ebensolchen Fiasko enden würde. Außerdem hat Angora in den letzten Jahren nicht- unterlassen, für eine Verteidigung de- Landes e l n schlagfertige- Heer zu schaffen, da- wohl imstande ist, jeden Angreifer mit blutigen Köpfen heimzuschicken. Aber der türsischen Republik liegt wahrlich nicht- ferner, al- der Wunsch, sich mit neuen Kricg-lorbeeren zu schmücken, und sie sehnt sich einzig nach einer langen Ruhezeit zur Durchführung ihre- großen Programm- notwendiger Reformen. Schon öfters Hai Angora den Wunsch geäußert. ein friedliches Einvernehmen mit Italien zu erzielen. Die Beziehungen zwischen beiden Ländern find durchaus korrekt, und Italien hat mehrmals die englischen Alarmnach- richten von einer Angriff-absichl offiziell dementiert. Es wurde in der türkischen Presse erst kürzlich mit besonderer Genugtuung bemerkt, daß verschiedene Streitpunkte zwischen italienischen Unternehmungen und der türkischen Regierung gütlich bcigclegt werden konnten, vor allem, daß die italienische Regierung eine Rechnung von 70 000 englische Pfund zugunsten der Türkei beglichen hat. die au- einer fast 20 Jahre vorher erfolgten aber nicht ausgeführten Bestellung einetürkischen Kreuzers bei einer Italienischen Werst stammten. Jetzt macht der türkische llnterrichts- minifier Nedjati Bev. einer der nächsten ‘vertrauten Gasi Kemal Pascha-, eine längst geplante Studienreise nach Europa, die Ihn nach Prag. B.-rsin. Paris und Wien führen sollte. ic Bau» hier in grö- Autzer der Oberhefsen. XlanBtreie Gietzen Alten-Buseck. 28. Febr beoölferung tollte eine wertere -Verschlechterung ihrer postalischen Verhältnisse nicht ruhig hin- nehmen, sondern energisch dafür Antreten, daß wenigstens der jetzige Zustand erhalten bleibt Märtyrer der Liebe Roman von I. S ch n e i d e - F ö rst I. Abbau von Postagenturen im Vogelsberg 2 Aus dem Niddatal. 28. Sehr. Als vor Wochen die Nachricht durch die Blätter ging, die Post beabsichtige durch ® i n ft eilen von Kleinautos die Postbestellung aus dem Lande so auszubauen, bah eine schnelle und regelmäßige Zustellung und Abholung der Postsachen gewährleistet fei, da wagte manches entlegene und vergessene Dors auf eine Besserung ferner Postverhältnisse zu hoffen. Inzwischen find aber diese Hoffnungen stark abgeblafet. und fast scheint es. als ob alles nur ein schöner Traum gewesen wäre. Vielmehr beabsichtigt die Post, seither vvr- handere Postagenturen abzubauen und sie in bessere Posthilssstellen umzuwandeln, so daß die Zustellung von Wertbriefen u. dgl. dem vom Amt entsandten Briefträger auf seinem Landbestellgang überlassen bleibt. Die Land- Sein barsrl)er Ton oftneie alle Schleusen ihres Zornes und bei Wul, die sich in ihrem Knochen- herzen aufgespcichert hatten. Ren teil sand aus dem Wortschwall nur soviel heraus, daß Annemarie ungehorsam gewesen war und dann aus Furcht vor der strafe das Weile gesucht lMe. Sie war einfach nach echter Kiicherart dcwongelausen. „Sie haben die Kleine doch jedenfalls |o|ort ge sucht?" fr ufl Ren keil, der fich mflbfam zu beberr >chen trachtete „Nein!" „Warum?" donnerte der chüttenkonig. „Ich bin hier nicht engagiert, um ungezogenen Kindern nachzulausen", warf sie ihm entgegen. Ein böses Blitzen brach für einen Augenblick unter ihren etwas zusammengekniffenen Lidern hervor. „UnerhörtI" zürnte 'JtenfcU. Er feien die eine <)anb zur Faust geballt in der Tasche seines Rocker stecken. „Sic können sich als entlassen betrachten'. bestimmte er. .Gehen Sie zum ersten Buchhalter drüben in der Fabrik. Er wird Ihnen das Gehalt für das nächste Vierteljahr ausbezahlen. Sie find mithin in keiner Welse geschädigt und können mit Rul)c abwarten, bis sich Ihnen ein neuer Wirkun^s kreis bietet. Eine Empfehlung meinerseits kann ich Ihnen leider nicht geben. Es wird bester fein und ist in Ihrem eigensten Interesse gelegen, wenn Sie sich nicht auf die Zeit, die Sie in meinem Hause per brachten, berufen. Mein Kraftwagen steht Ihnen für Ihre Fahrt zur Bahn zur Verfügung." Ohne jeden Gruß schritt er an ihr vorbei Sie sah ihm einen Momcm mit ausvrucksloi«n Blicke nach. Dann lachte sie ein häßliches, verstecktes Lachen. Als Renkell wieder aus Annemaries Zimmer tarn, stand sie noch immer an der gleichen Stelle. Er mied es. mit ihr zusammenzutreffen und ging bie Treppe hinab, welche nach ben Raumen des Erdgeschosses führte praktische Bedeutung der .Untersuchungen es wäre nicht mehr als recht, wenn man die Prä- m'enhöhc auch nach der persönlichen Gefährdung des Individuums abstufen wollte Zur Kontrolle der hier beschriebenen Erwägungen hat Marbe in Schulen Feststellungen über Vie kleinen Unfälle der Kinder Hautverletzungen usw. machen lasten. Und auch hier ließ sich schon innerhalb sehr kurzer Zeiträume nachweisen. daß es „Hnfälkr" gibt daß Kinder, die in dem ersten Zeitabschnitt keine Unfälle erleiden, auch in d.nn folgenden weniger gefährdet sind usw Es zeigte sich ferner, daß das Lebensalter für die persönliche Unfattneigung relativ belanglos ist. daß vor allem Anfälle mit dem Alter nicht zunehmen daß im Gegenteil die Jahre unter 20 eine besondere Gefährdung bedeuten Worin liegt nun diese ilnfallneigung die nach den Marbeschen Untersuchungen Wohl zweifellos besteht? Auf Grund einer eingehenden Analyse und von eigens zu diesem Zweck ange- ftellten Versuchen scheint besonders das Verhalten der Aufmerksamkeit, ein Mangel an ®c- wandtheit und Geschicklichkeit. Leichtfertigkeit und Sorglosigkeit, zu lange Reaktionszeit. Mangel an Geistesgegenwart, zu starke Gesuhlserregbarkeit einen wesentlichen Einfluß auSzuüben Hinzu kommt vor allem die Unfähigkeit, sich rasch um- zusteilen und anderen Bedingungen anzupassen. Auch die Unordentlichkeit und Gleichgültigkeit, bisweilen auch der Unfall- und Nentenwunsch spielen eine bedeutsame Nolle, ferner die Erwartung des Unfalles, die Ahnung, welche das Individuum unmittelbar auf den Unfall los- steuern lassen, auch da wo die Zusammenhänge unbewußt bleiben. Ist aber der Wille zum Unfall, öic Erwartung und Ahnung ein wichtiger Faktor bei der Entstehung des Unfalls, dann muß auch der Wille zur Unfallverhütung sich als wirksam erweisen. Es gilt also, diesen Willen zu beleben, es gilt alle Faktoren, welche den Unsall erleichtern, d. h. die Unfallneigung steigern, auszu- schalten: hierher gehört die Einschiebung genügend großer Pausen, um der Ermüdung vorzubeugen, die Sorge für ausreichende Beleuchtung, für richtige Temperatur und Lüftung des Arbeitsraumes. Es gehört aber weiterhin dazu der immer wieder erneute Hinweis auf die speziellen Unfallgefahren. die Propaganda durch Wort und Bild. Der Arbeiter muß ferner lernen, die möglichen Mittel, die zur Unfallverhütung gegeben sind, auch wirklich anzuwenden. Cs muß eine Einstellung in ihm habituell werden, welche der Unfallneigung entgegenwirkt Wichtig ist aber vor allem die Vermeidung häufigen Arbeiterwechsels, das richtige Anlernen der richtig ausgewählten Arbeiter und das Ausscheiden Gefährdeter aus allen besonders gefährdeten Berufsverrichtungen. Individuen. welche mehrmals kleine, wenn auch nur unbedeutende Unfälle erlebt haben, ^scheinen besonders disponiert zu weiteren Unfällen, und sie sollten besonders in dem so verantwortungsvollen Verkehrsdienst aus allen Stellen ausgeschieden werden, in denen ein Unfall möglich ist und das Leben vieler anderer gefährden würde. Marbe schlägt weiterhin vor, daß in jedem Betriebe eine genaue Unfall- und Schadenregi- ftrierung erfolgen solle, auf Grund deren dann die Gefährlichkeit und Gefährdetheit der einzelnen Individuen zu beurteilen wäre. Zieht man dieses Urteil bei der Verwendung Der Arbeitskräfte mit heran, dann wird es möglich fein, die Zahl der Betriebsunfälle wesentlich herabzusetzen. die Belieferung auf dem eubmif- sionswege vergeben haben. Hierdurch sowie durch die gleichzeitig damit geschaffene Möglichkeit, den größten Test der Materialien durch Lastautos anfahren lassen zu können, hollt man, eine bedeutende Verringerung der Unkosten erzielen zu können. - Der hiesige Schühenver - ein veranstaltete am Samstag- und Sonntagabend im Saale des Wilh. Rühl je eine Ausführung des Vollsschauspiels „ Andreas Hofer" Beide Veranstaltungen waren recht gut besucht. Die Leistungen der Ausführenden verdienten durchweg Anerkennung und sanden lebhaften Beifall. * Alten-Buseck. 28. Fein Ein Schas des Landwirts Ludwig Müller II. brachte drei lebendige (Junge zur Welt. Das Muttertier und die (Jungen befinden sich bei guter Gesundheit. t Treis a. d. Lda., 28. Febr. Gestern abend hielt die hiesige Ortsgruppe der Liga für deutsche Kultur in Langs Saal einen Vortragsabend ab, auf dem Dr. Roloff von Wetzlar einen eingehenden mit Lichtbildern unterstützten Vortrag über seine im vorigen Iah re gemachte Reise nach Südamerika hielt. Er schilderte in anschaulicher Weile Land und Leute, sowie die politischen Beziehungen, die uns mit den Ländern Südamerikas verknüpfen. !—! Mainzlar, 28. Febr. Samstagabend feierte der Zwei gverein „Lumdatal" des V. H. C. in dem Saale der Wirtschaft Mütter sein diesjähriges Stiftungsfest. Rach einer Begrüßungsansprache des 1. Vorsitzenden wurden die zahlreich erschienenen Gäste und Mitglieder durch ein reichhaltiges Programm aufs angenehmste unterhalten. Flott gespielte Theater- stuckchen. klassische Musikstücke, Kanons. Duette und Terzette. Lieder zur Laute, gemeinsame Gesänge, Dialektdichtungen und Vorträge von wirkungsvollen Prosastücken wechselten in bunter Reihenfolge, so daß die Abwicklung der Vor- tragssolge sich bis Mitternacht hinausschob. Nach einer gemeinsamen Kaffeepause blieben dann die Anwesenden noch bei Gesellschaftsspielen und anderen Unterhaltungen einige Zeit zusammen. * Lang-Göns, 28. Febr. Am Samstag feierte der hiesige Motorsportklub bei Gastwirt Hebbel sein Stiftungsfest. Bei starker Beteiligung der Mitglieder nebst Angehörigen und geladenen Gasten verlief die Feier, die mit Tanz geschlossen wurde und viele Ueberraschungcn brachte, recht hübsch. Großen Beifall sand die geschmackvolle Ausschmückung des Festsaales. t Grünberg, 28. Febr. Die hiesige Schweineversicherungsgefellschast, hielt gestern ihre diesjährige Hauptver- fammlung ab. Aus dem Rechenschaftsbericht ging hervor, daß Die Gesellschaft gegenwärtig 219 Mitglieder zählt. Die Versicherungssumme der versicherten Tiere belies sich im vorigen Jahre auf 133 620.— Mark. Die Iahresrechnung schließt mit einem Kaffen bestand von 254,14 Mk. ab; das Vermögen beziffert fich auf 854,07 OHL Dem Rechner wurde Entlastung erteilt. Der Vorstand und die Taxatoren, fotoie die Rechnungsprüfer wurden wicdergewählt. Es wuxde be» schloffen, für dieses Iahr ein Prozent der Versicherungssumme zu erheben Kreis Friedberg WSN. Bad-Nauheim, 28. Febr. Um den kürzlich ausgeschriebeiten Posten eines B e russ - Signal nicht übersehen so wäre der Zusammen- nofe nicht erfolgt; aber trur selten ist die Frage n der anderen allgemeineren Form gestellt worden: von welchen Faktoren hängen Unsätte überhaupt ab, und was können wir tun, um Unfällen vorzubeugen sie nach Möglichkeit auszu- 'chatten? Diese Fragen hat Marbe in einer Schrift auf Grund eigener umfassender Untersuchungen behandelt Wir können die Unsattursachen im wesentlichen in zwei Reihen gruppieren die außerpersönlichen, in der Objektwelt liegenden Faktoren und öic persönlichen, im Individuum beschlossenen Momente. Gerade diese letzteren erscheinen von besonderer Bedeutung Alle privaten Versicherungen unterscheiden .Ges ahrentlassen", d. h sic teilen die Berufe und Arbeitsverrichtungen in eine Reihe von Gruppen nach der Gefährdung, welche die Berufsaus- libung für den Menschen bedeutet, so ist etwa bei dem Chausseur die Unsallgesahr größer als bei dem Bureauangestellten. Indessen hängt das Geschehen, welches das Individuum trifft, nicht allein von Umweltseinwirkungen ab sondern von dem Individuum selbst und cs erscheint von vornherein wahrscheinlich, daß es auch an den Unfällen, die es treffen irgendwie die Schuld mitträgt. Dabei werde» wir drei Momente ausein- anderhaltcn muffen an jedem Individuum können wir einen dauernden Welenskern, der angeboren, ererbt ist. eine sich darum lagernde Schicht, die durch Erfahrung. Gewohnheit gebildet ist, die habituelle Haltung, und die momentane Seelenbeschassenheit unterscheide». Daß die momentane Verhaltensweise, eine durch irgendwelche Vorkommnisse bedingte Unaufmerk- 'amleit zur Ursache eines Unfalls werden kann, bedarf kaum eines Beweises der Lokomotivführer, der das Signal nicht beachtet, kann dadurch einen Unfall herbeiführen. Aber auch die habituelle Haltung kann Unfälle herbeifüh- ren: wer etwa gewöhnt ist, rechts auszuweichen, und nun in ein Land kommt, in dem man links auszuweichen Hal, wird, der Gewohnheit folgend, leicht zu Schaden kommen. Aber vermag auch die angeborene Veranlagung eines Menschen zur Bedingung von Unfällen zu werden? Träfe dies zu. so müßte cs Menlche» gebe», Die in besonderem Maße zu Unfällen disponiert find, „Unfäller", wie* Marbe sie nennt, die immer wieder Unfälle erleiden. Ob es solche Individuen gibt, kann nur ausGrund der Erfahrung entschieden werden. Wichtiges Material hierzu könnte die Unfallversicherung liefern, wenn diese nicht Den Versicherten nach dem ersten erheblichen Schade» ausschliefet, sondern ihn trotz einer beliebigen Zahl von Unfällen, weiter versichern würde Das trifft nun von der Militärversicherung zu, und Marbe hat 3000 beliebig herausgegrissene Individuen auf die Unfälle, öic sie währenö der Zeit der Ver-- licherung erlitten haben, untersucht. Es wurde» drei Gruppen gebildet: die Personen, die während der ersten fünf (Jahre keinen Unfall erlitten (Nuller), die während de» gleichen Zeitraumes einen Unfall erlitten (Einser) und diejenigen, welche mehrere Unsätte erlitten (Mehrer). Dann Wurden die gleichen Personen während Der nächsten fünf Iahre weiter versolgt, und es zeigte sich, daß die mittlere Unfallzahl pro Person während diefer nächsten füns Iahre bei den Hullern 0,52, bei den Einsem 0,91, bei den Mehrern 1,34 betrug. Die gleichen Ergeb- nisse zeigten sich auch, wenn man nicht Gruppen zu 3000, sondern nur zu 1000, ja selbst zu 500 zusammenfahte. Diese Untersuchungen zeigen, dafe die Individuen, welche innerhalb einer bestimmten Frist •feinen Unfall erlitten haben, auch für die folgende Zeit weniger gefährdet sind, daß die l Gefährdung andererfeits mit der Zahl der er» • litten en Unfälle steigt Gs wäre alsv möglich, * analog Öen Berufsgefahrenklassen auch Person- , lichkeitsgefahrenklasse» auszustetten, je nckch der ' GesährÖung öes Individuums aus GrunÖ seiner inöiviöuellen Konstitution. Solche Klassen liehen sich auf GrunÖ Der Erfahrung, an Hand einer Unfallstatistik statuieren. (Jedenfalls kann gesagt werden, daß für das Zustandekommen der Unfälle Momente, die in Der Perfönlichkeit des ,,Unsällers" liegen, eine wichtige Rolle spielen. Diese eben kurz wiedergegebenen Untersuchungen gelten auch Dann, wenn sämtliche Der untersuch, len Personen Der gleichen Berufsgesahrenklasse angehören. Schon dieses Ergebens zeigt aber die Einen kurzen Augenblick überlegte die Erzieherin, Dann klopfte sic entschlossen an Nellas Tür. Ein ungehaltenes .Herein!" rief ein verächtliches Zucken um ihre farblosen Mundwinkel hervor. „Was roün[d)en Sie?" frug Netto nicht sonderlich anäbig gelaunt. .Wenn Sie eine Beschwerde über Annemarie ljaben, Dann verschonen Sie mich so früh am Morgen mit fold^m Lappalien!" „Es sind keine Lappalien, gnädige Frau!" „Gut. was sind es dann?" Nellas Gesicht druckte höchste Gereizt hei > aus. Sie griff nach ihren Manikurutenfilien und begann ihre Nägel in aller Ungeniertheit zu polieren. Dieses Dumnvfrcdjc Frauenzimmer sollte nicht glauben, daß die Herrin sich ihretwegen etwa Zwang auferlegte. „Nun also?" sagte sie. ohne nach der Erzieherin hinzusehc» „Es feanbeli sich in» den Besuch des Herrn Doktor Reidjmann gestern abend." Das kam langsam! Gleichsam mit einem suchsarttgen Lauern, wie Das Opfer sich zu dem Angriff stellen würde „Und?" — Jedes Won Nellas halte Fräulein Gerhard weniger aus der Fassung gebracht. Die Ruhe, roeld)c diese ehrlose Frau zur Schau trug, mar von einer beispiellosen Unverfrorenheit „Unö?“ wiederholte Hella und zog die Augenbrauen hoch „Ich stand draußen vor dem Terrassenfensker", kam es abermals mit sichtbarem Lauem Die Katze setzte zum Sprunge an .Was weiter?" Das Opfer zuckte mit feiner Wimper Nella überlegte nur blitzschnell War die Tür oifen gewesen? Nein! Und die Fenster? Auch nicht. Sic wußte mit Sicherheit, daß Reichmann alles abgeschlossen lMe Die Gefahr war mit etwas Ge schick leicht zu parieren. Leugnen! Wenigstens jedes gesprochene Wort, soweit es diesem elenden Geschöpf hort zu Obren geklungen sein mochte. „Ich habe gesehen", fuhr die unsympathische Stimme fort. .Wie Sie zu hon Füßen des Herrn Doktor Reichmann gelegen sind und ihn um etwas anflehten!" .Ganz richtig spioniert. Sie haben Geschick für derlei'" lobte Rella mH fressendem Spott. ..Ich hatte bürgcrmetsters der Stadt Bad-Nauherm txiher sich insgesamt 132 Personen beworben, die sich zusanuner.fetzcn aus 43 Bürgermeistern, 37 Kommunal-. 20 Verwaltungsbeamten und 32 einem freien Beruf angehörenden Personen. Kreis BüSiugcn. ♦ Nidda, 28. Febr Wenn man auch nichts auf Träume geben feil, fo lpielt Dabei dockt manchmal dec Zufall eine eigenartige Nolle. Hier hatte der Kupferschmied Heinrich Aß - mus Ende Oktober 1924 angeblich geträumt, daß er nur noch 2 (Jahre unö 3 Monate leben werde Sofort soll er diesen Traum in seine Bibel niedcrgcschrieben und feinen Verwandten und Freunde» erzählt haben. Da nun Die im Traume fchgcfchtc Zeit z» Anfang voriger Woche bald herum war hat lith öer seither noch recht rüstige Mann wahrscheinlich über die Sache in den letzten Tagen aufgeregt, ohne dies zu sagen. Am Donnerstag erlitt er plötzlich einen Schlaganfall, dem et gestern erlegen th Der Verstorbene war Veteran von 1870 71. Nidda, 28. Febr. Gastwirt und Metzger S. Salm hier erwarb das mit seiner Hof reite zusammenhängende Haus des Zigarrcnhandlers Friedrich Seibert für 6000 Mk Das Anwesen ist zwar alt. liegt aber in bester Geschäftslage unserer Stadt. Ecke Schiller» und Mühlstraßc 4= Nidda, 28. Febr. Auf ministerielle Anorö nung sollen neue Verhandlungen eingeleitet werden, die eine Verschmelzung der Zweckver bände Nidda - U 1 sa und Schotten - Hun gen zum Ziel haben. Vic beiden Krcisämter H ü dingen und Schotten sind beauftragt, mit den an Den Autolinien beteiligte» Gemeinden im angegebenen Sinne zu unterhandeln. Nidda, 28. Febr. Dem ehemalige» Krastschen Saalbau öer in Den nächsten Wochen nieDergelcflt wird, um dem Real- schulneubau Platz zu machen, war ein recht wechselvolles Geschick beschicden An- sänglich als Vergnügung« unö Versammlungslokal geräumig erbaut, war er nach Eingehen öer "Brauerei längere Zeit unbenutzt. 3n Den ersten Kriegsjahren diente er als Feldlazarett beim Ruckzug der Truppen als Fclbschmiebc 8r wurde, da Der Besitzer, ein feindlicher Ausländer abwesend, dabei rücksichtslos demoliert und stark mit genommen. In der Inflationszeit ging er in Öen Besitz einer Obstverwertungszentrale über, die aber schon nach kurzer Zeil . vor dem Konkurs stand Vor zwei (Jahren erwarb Die Stadt das ganze Anwesen zum Preise von 40 000 Mk.. schuf durch Umbau Wofengelcgen- feeiten unö geht jetzt dazu über, durch Nieder- legen des Saalbaues Der Realschule einen günstigen Bauplatz zu schaffen „?" Wallernhaujen, 28. Febr. Der Verlauf des bei der Feldbereinigung abgetrennten Massengeländes erbrachte einen Erlös von annähernd 100 000 Mark Stcigliebhaber waren zahlreich vorhanden, gutes Gelände toar lebhaft begehrt. In Ortsnähe gelegene vierter besten Bodens wurde» fast bis 2 Mk. pro Quaöratmcfer erworben. Zieht man in Betracht, daß das Massengelände auch Oedland umfaßte, bas erst urbar gemacht werden muß und deshalb sehr billig war, so kann der durchschnittliche Morgenpreis von etwa 1000 Mark als hoch be^idpict werden. # Geiß-Nidda, 28. Febr. Gestern veranstaltete der Gesangverein „Orpheus im Saale der Gastwirtschaft von Lehm er fein Winterfest. daS von feier und aus der Nachbarschaft überaus gut besucht war; der Saal war bis zum letzten Platz dicht besetzt. Unter der Lei- tung seine« verdienstvollen Dirigenten. Lehrer Lentz, brachten der Sängerchor und der ifem ungegliederte Mädchenchor eine Anzahl Lieder ganz vortresflich zu Gehör und ernteten dafür mit Recht starken Beifall. Ferner wurde» zwei Theaterstücke und einige heitere Darbietungen in ansprechendster Weise aus geführt. Es waren sehr aenufereiche Stunden, die der Dercin und sein Ehormeiftcr den Besuchern bereiteten. Der Verein beabsichtigt, im nächsten Iahre fein 60- jähriges Bestehen durch ein größeres Sängcrsest zu feiern. # Ober-WidderLheim. 28. Februai Gestern nachmittag veranstaltete öic Deutsche "Bau-unD Siedlungs-Genosfenschas- ten Darmstadt hier eine Werbeverscunmlung in der Kaufmann Schäfer- Neu-Isenburg über die Ziele der Genossenschaft sprach. Einige Zn-. Hörer traten der Genossenschaft bei und wurde» der Ortsgruppe Nidda zugeteilt. Etwa zwei Stun- Herzkrampse gehabt. Nachdem Sie schon alles gesehen haben, werden Sie das bestätigen können. Ich bat Doktor Reichmann um eine größere Dosis Morphium. Er Hal sie mir verweigert. Id) suchte ihn also auf diese Weise zu erweichen. Sic können ihn ja fragen, wenn Sie das nicht für glaubwürdig halten, was ich sage." Das Gesicht Der Erzieherin ipielte ms Gelbe. Das Opfer zeigte eine Geistesgegenwart ohne gleichen. Abes es half der jd>önen jrau kein Drehen und kein Wenden. Der Sieg war bald entschieden. Dann roürtfe sic klein werden! — Ha! So klein! Und sie würde bleiben! — Jawohl, sie würde bleiben. Man würde die bislang nur von oben betrachtete Erzieherin umwerben wie eine Hoheit, bamit sic Die Schande des Hauses Renkell nicht in die Well trug. — Die Frau des Hüttenkönigs unö Doktor Reichmann ein Liebespaar! — Heija' Das gab em Freßen für die Lästermäuler Die Bestie Durfte sich etwas vor dem letzte» Sprung. Ihre Augen schillerten ins Grüne. Ein verkniffener Zug streckte rbre Mundwinkel in die Breite. Gnädige Frau sind Sem Wagen nadjgelauicn, in Dem Doktor Reichmann sah!" „3d! — Auch das!" jagte Nella. Ihre Stimme vibrierte nicht einmal. Nur jetzt sich ganz in der Gewalt haben, nur jetzt keine Angst zeigen. Die Zähne gefletscht wie Die andere Noch nie hatte sie sich eine Blöße gegeben. „eie sehen, ich gebe alles zu" idflie Nella und begann, ihre Nägel glattzuseilen, obwohl das eine müßige Arbeit war, Denn sie hätten als Reklame in jede Auslage gcpaßl. Sic Dürfen auch wißen, wes halb' , -eyte sie in schleppendem Tonfall hinzu, als sei es Das aleidjgültigfte non der Welt, was sie da erörterte. ,Äch bin Ihnen zwar keine Rechenschaft schuldig, aber Leuten Ihres Schlages. Die nur bc^- holb so schlecht von andere» denken, — unterbred)en Sie mich nicht —herrschte sie die Erzieherin cm, „ülio Leute, die doppelt so niederträchtig sind, ge währt man ein übriges, um nicht von ihren Klauen erwürgt zu werden. Ich fürchte Ihr Gebiß zwar nicht im mindesten, aber Ihre etwas inangelhastk Spionage soll ergänzt werden. Ich hatte eine De- peschc an meinen Mann auszugeben vergeßen, und bin den- Waaen nachgeeilt um einen der beiden Herren zu bitten, das Telegramm in Eisenbach zu besorgen. Wenn ich nicht den Weg abgeschnitten hätte unö Doktor Hilbertt etwas rascher gefahren wäre, hätte mein ganzes Lausen keinen Zweck gehabt. Es ist mir gerade noch geglückt, den Wagen am Schleusen haus abzufangen. Sie werden vielleicht ohnedies auch Darüber genau orientiert fein, denke ich!" Ein spöttischer Blick lief zu Fräulein Gerhard hinüber. Die Maniküre wurde dadurch nicht unter brachen Eine grünliche Bläße liefe Des Gesicht der Er- zieberin noch einmal so all erscheinen Sie schnappte nach Worten, sand die schlagfertige Erwiderung nicht. Die ihr den Sieg verschallen sollte, und ging mit erhobenem Arm auf Nella zu. Diese wich keinen Schritt zurück. Nur ihre Rechte zeigte, von einem stahl ha rie» Blick begleitet, nach der Tür. „In einer Stunde haben Sie das Haus zu vei lassen. Wenn Sie eine Minute länger benötigen Ihre Koller zu packen, lasse ich Sic verhaften, wegen — Erpressung' — Erpressung' — verstehen Sic mich?" Die Erzieherin kreischte auf Wutvoll mir ein .ingeschosjenes Tier. „Eine schlechte Frau sind Eie unö eine schlechte Mutter'" schrie sie und sprang au‘ ihre Herrin zu. Stein Wort fiel. Nur eine Hand klatschte auf. — Dann ein zweites Mal. Fräulein Gerhard rief gellend um Hilfe. Werden Sie schweigen'^" züchte Nella dict)t vor ihrem Gesichte- Blitzschnell griff ihre Rechte nach öem mit Schildpatt eingelegten Revolver auf Dem Tische nebenan. „Mord!" rief das Mädchen entsetzt Morden würden Sie auch! Sie — Sie —" „Man erweist der Menschheit nur einen (Befallen, wenn man sie von Individuen Ihres Schlages befreit!" kam Nellas Stimme, farblos. Wieder zeigten ihre Hände nach der Tür. Mit Dem Rücken nach dem Ausgang trat das Fräulein den Rückmarsch an. Nella hielt den Äs oolocr mit der Mündung nach dort gerichtet. Erst als die Klinke ins Schloß fiel, ließ sie ihn mH einem Gefühl des Ekels sinken. /Fortsetzung folgt! tätigkeit scheint in diesem Iahre feerem Mafec betrieben zu werden. Errichtung von zwei weiteren Hvsretten unö einiger Scheunen frnö noch sonstige bauliche Veränderungen unö Erweiterungen größeren Umfang« innerhalb des Ortes geplant bzw bereits in der Ausführung begriffen, fo Dafe nicht nur Die ortsansässigen BauhanDwerkcc vollauf 'Beschäftigung finden, sondern auch jedenfalls noch auswärtige Arbeitskräfte herangezogen werde» muffen. Bemerkenswert ist. Dafe sämtliche Bau- luftigc sich wegen Bezuges der erforderlichen Baumaterialien zufammengefchlosfen und den ffcätcr veranstalte«c bu Gefekl schäft der Freunde in 'ZEüftcnrob hier gleichfalls eins Werbeversammlung. in der Architekt Hickler 'u« Dietzen sprach tr. Unter-Widdersheim. 28. Febr. Am SarnStag sand die einzige Lutz- und Brennholzversteigerung im hiesigen Gemeindewald statt. Infolge verstärkter Cm» schlüge in den Dorjahren, tne hauptsächlich durch Windsällc verursacht waren, lamen Heuer oer- HMttnSmatztg geringe Ho izm allen zum Verlaut Da sich auch wenig Kausttebhaber von auSwärt« einflefunhcn hatten nur au« Gertz.Didda, BorSdorf und Steinheim waren einige Hanb- werlsleukc erschienen blieben bie Preise unter dem Taris, im Gegensatz zu bcn Dersteigerungen der Umgegend Eichenstammholz 4 Klasse tarn auf 24 bi« 28 OH!. 5. Klasse auf 20 bi« 25 Ml.. Fichlenstammholz je noch der Stärke von 18 bi« 28 Marl pro Festmeter. Fichtenderbstangen gar aus 10 bi« 18 DU. Auch FichtenreiSstangen erhielten zu äuherst billigen Preisen den Zuschlag. Für Gichen-Schichlhausen iDutzknüpvel von zwei Meter Länge- wurden für den Doppel-^laurn- meter 20 DU. bezahlt. Auch da« angesallene Brennholz wurde gegen unternormale Preise verkauft, toa« wohl daraus zurückzuführen ist. datz in den Dörfern alljährlich ein Teil der ®in- wohner von der Holz- zur Kohlenfeuerung übergeht n. Nieder-Mock st ad). 28. jtbr. Am Samstag sand bk erste Brennholzversteigerung im diesigen Markmrld statt. Da dieses Jahr nicht so okl Brennholz zum verkauf kommt, aber doch sehr oklf Käufer aus der Detterou erscheinen finb die Preise gegen das Vorjahr sehr hinaufgeschnellt. Es wurden bezahlt für 2 *Rm. Buchenicheiter 36 bis 40 Ml., für 2 Nm. Luchenknüppel 28 bis 32 Mk.. für 2 Nm. Luchenstöcke 12 bis 16 Ml. b. Doue rnhe im, 28. Febr Unser Turn» verein hat in Verbindung mit den anderen hiesigen Vereinen beschlossen, eine Turnhalle zu bauen. Die Gemeinde unterstützt diese» Larhaben, indem sie Grund und Boden frei zur Verfügung stell«, autzerdem sämtliches Lauholz und die Steine Tret liefert. Sämtliche Vereine geben Zuschüsse zu dem Bau und helfen in jeder Meise den Bau verbilligen. Dadurch erhalten sie dos Necht, chrc sämtlichen Veranstaltungen in der Turnhalle obzuhalten. Ille or Irans ajsi gen Handwerker und Arbeiter wollen ebenfalls Helsen, den Bau zu verbilligen. Weiierhin Hot der Hessische Staat eine Lotterie zu diesem .Zwecke genehmigt. Mit der Ausgabe der Lose wird demnächst begonnen. Ein Bravo dem weitsichtigen Gemeindevorstand und den sämtlichen Vereinen für ihre Einigkeit zur wackeren Tal. )( r te nb erg. 28. Febr. Am morgigen I. Marz kann Rentmeister Vogel auf eine 50» jährige Tätigkeit im Dienste der Fürstlich Stvlbergschen Verwaltung zurückblicken. AuS diesem Anlatz fand am Samstag eine Feier zu Ehren de« Jubilar« statt, bei der diesem seilen« der Verwaltung, der Beamtenschaft der Arbeiter und der Einwohner unserer Stadt zahlreiche herzliche Ehrungen bereitet wurden. Die Feier legte Zeugni« ab von der hohen Wert- «chätzung. die dem Jubilar allgemein zuteil wird. Kreis Schotten. )—( Auppert-bura. 28. Febr. Da die Hol^houerei in den hiesigen Gemeinde- und Standetzherrschaftlichen Waldungen bereit« Gude Januar bendet war. andere Arbeit aber noch nicht zu bekommen ist, ist die Zahl der Arbeit«- losenunter st ühung«empfänger hier sehr gestiegen. Sie beträgt zur Zeit 28. — Heinrich Konrad. Sohn de« Fabrikarbeiter« Karl Konrad, bestand an der Höheren LandeS- baugewerbeschule in Darmstadt sein Examen al« Vautechniker für Hoch- und Tiefbau mu .gut". — Sam«tag abend hielt der Aa df ah rer- verein .Germania dahier im Saale bc« Gastwirt« Schlörb sein diesjährige« Wintervergnügen ab Doch den Begruhungsworlen des Vorlryenden Wilhelm Porr Vf wurde ein vieralt ige« VoUvstück mu Gelang gegeben h.x« dankbare Aufnahme fand * Eichelsborf. 28. Febr. Dkjer läge sand hier eine große Holz o erst ei gerung — die einzige diese» Minter» — ftatt, bie bei starkem Sc suche auch aus der weiteren Umgebung jufjer- ordentlich Hobe Preise brachte Buchen scheiter kosteten 15 bis 18 Mark Buchen knüppel 10 Mt., Stocke 7 Mk, Buchen- und Cicheni'lomm reifer 3 bis 5 M'., Etchen'checker 10 Mk und Eichen knüppel 6 Mk Nur im Dimer 1923 24. in dem man den Wen der neu aufgekommenen Nentenmark noch nicht kannte, wurden hier ähnliche Preise erzielt. Die in unserer Gegend Trüber so zahlreichen kleinen Holzhandler boten biennal nicht mit, benn sie erliegen nach und nach ihrem unkaufmännischen Verhalten Mreie Alvscld W Äl »f e Ib , 28. Febr. Am Samstagabend hielt auf Einladung der hiesigen SürergefeH- > choft Uniocrsitatsprofeisor Dr. Klute, Gießen, einen Lichtbild«roortrag über da» Thema: „Der Kilimandscharo, ein tropischer Riesenvulkon". Der bekannte Gießener Forscher weilte fünf Monate lang hn Bereiche dieses gewaltigen Sulkanoetnens, das etwa her Größe der Provinz Oderhessen gleichkommt, und hat bort vorzügliche Aufnahmen gemacht Der vortro gende verstand es. in überaus fesselnder Weise den gespannt lauschenden Zuhörern ein Bild $u geben über diese- interessante Gebiet, das bie Forscher mächtig onzieht. Beionders intcrcfianl waren seine Aussüyrungen über die verschiedenen Völk erraff en und das Oebcn der Eingeborenen im Urwald und in der Steppe dieser ehemaligen schönsten deutschen Kolonie. Die zahlreich erschienenen Zuhörer dankten dem Vortragenden mit febr lebhaftem Beifall. Die Einrichtung der hiesigen, sehr rührigen Dürergesell» schäft unter Leitung des Studienrats Gräber, in den Winttrmonaten regelmäßige Vorträge durch Professoren der Gießener Hochschule zu veranstalten, kann nur dankbar begrüßt werden. tote Homberg a. b. Ohm, 28. Febr. Am Samstag tand hier die erste H o l z v e r st e ; g e ° runfi in hiesiger Gegend statt. Da- Holz lagerte in verschiedenen Distrikten der Freiherrlich Schenkschcn Waldungen. Bezahlt wurden für 4 Raummeter Buchenicheiter durchschnittlich 46 Mk., für dieselbe Menge Buchenknüppel etwa 3ß Mk. Rheinhessen. MSN. Framersheim, 28. Febr. Die ä l t e st e Einwohnerin der Provinz Rheinhessen. Frau Katharine B i t t m a n n geb. Klein- Hans, konnte hier am Samstag bei guter Gesundheit im Kreise ihrer drei Kinder, 17 Enkel und 42 Urenkel ihren 9M. Geburtstag begehen. Auch ein Unir- cnkel war bereits bei dem seltenen Fest zugegen Preußen. Ärei» Wetzlar. ff Krofdorf, 28. Febr. Aach dem Ergebnis der alljährlichen Statistik der Bautätigkeit sind in den Bürgermeistereien Ahbach-Laun«bach im Jahre 1926 58 Gebäude neu entstanden. Davon beziehen sich 40 auf Wohngebäude und 18 auf Wirtschaftsgebäude. Aach der mit der Baust at ist ik verbundenen WvhnungSstatistik beträgt der Zugang an Wohnungen insgesamt 64 (1925 - 59). wovon 62 (59) durch Neubauten und 2 (4) durch Umbauten entstanden sind. An den neuen Wohnungen de« 3abre« 192« find kne Gemeinden W r ß m a r und Dorlar am stärksten beteiligt, nämlich Wißmar mu 21 und Dorlar mu 10 Wohnungen. Die Gemeinden haben die Bauvorhaben im Acihmev der ^lldglichkeu unterstützt. S« wurden durch hre Termin Lu ag von der Aheinilchen Wohnung«für1»rgegeseli chaft und den mit ipr zulammendangendeii Jnftituien im AechnungSiohr 1926 bi« beut 107 800 Mark Darlehen vermittelt und von den Gemeinden verbürgt. Daneben haben einige Gemeinden Baupläne oder Tauholz und Steine gestellt und die Kosten dafür gestundet, in einigen Fällen sind den Bauluftiaen auch Gemeindedariehen zu einem ermäßigten ZtnSfutz gewährt worden So wäre sehr zu wünschen, wenn die Sauluft auch tocuer anhallen möchte: besonder« in den Gemeinden Wihmar und Krofdorf ist bie Dohnung«not immer noch lehr groß ■* Krofdorf. 28. Fetzr. Der feit 9 3 ahren auf dem biefigen Bürgermeisteramt bc- fchäftigte Dehckfe A. hat fich im letzten Jahr Unredlichkeiten zillchulden kommen lassen und ift deshalb aus feiner Stellung entfernt worden. Einen Schaden erleidet der Bürgermeisterverband nicht, da l'ch die Angehörigen zur Erstattung der Schuld verpflichtet haben - LaunSbach, 28. Febr Die hiesige Gemeinde hat noch keine Wafserleitung. Da die jetzige Versorgung durch Brunnen immer schwieriger wird, hat die Gemeindevertretung beschlossen. dem Bau einer Wasserleitung näherzutreten. Entweder soll in der eigenen De- meinde eine Wallerader mit natürlichem Gefälle ausgeschlossen oder eS soll versucht werden, Anschluß an da« Wallerwerk der Gemeinde Krof- bod zu erhalten L Wißmar. 28. Febr Auf Wunsch der Gemeindevertretung hat btc Haupt ltraße im 6iebIung«geIänZ>c zum bleibenden Andenken an den Pädagogen Pestalozzi die Bezeichnung Pestalozzi st raße erhalten Tilttrcitz. U Eis em roth. 28. Febr 3m nahen Obe rndo rs ist unter dem Aamen „Gewerkschaft der Grube Paufchcnbcrg" eine neue Eisensteingrube eröffnet worden. Die AuSfchürsungen, die in den ersten Tagen ftatt- sinden sotten, werden zeigen, ob genügend Eisensteine lagern. Absatz an Eisensteinen ist zur Genüge vorhanden Amtsgericht Gießen. • Gießen. 25. Febr. (Sin Kaufmann von hier lieh durch einen Handwerker in Drünberg an feinem dortigen elterlichen Hau« eine Aende- rung vornehmen. Da ihm die Aechnung deS letztereii stark überseht erschien, schickte er ihm einen gewissen Betrag, der nach dem Gutachten von Sachverständigen angemessen war. und gab dem Handwerker anheim, seine angebliche Aest- sorderung gerichtlich geltend zu machen Dieselbe Antwort gab er ihm nochmals. alS der Handwerker ihm mit Klage drohte. Daraufhin erhielt er in einem verschlossenen Briefe, der in Grünberg aögestempclt war. einen Zettel folgenden Inhalt«: .Diese Antwort kann ich nur von einem insamen Lump und Spihbub erwarten." Der Kaufmann war fich nicht darüber im Unklaren. wer der Schreiber diese« Zettel« war. und verllagtc den Handwerker wegen Beleidigung. 3m heutigen Termin nahm dieser die beleidigenden Acutzcrungen al« in der Erregung geschehen mit dem Ausdruck des Bedauerns zurück und verpflichtete sich zur Zahlung sämtlicher Kosten deS Verfahrens, einschließlich des Sonder- Honorars deS Vertreters des Privatklager«. Mainzer Fastnacht. WSA. Mainz. 28. Febr Am SarnStag. pünktlich um 4.11 Uhr nachmittag« landeten die Aetruten der närrischen Garde und zogen unter n Klängen einer Musikkapelle durch bie reicht flaggten. von riesigen Menschenmengen gefüllten Straßen nach Dem Theater- Platz zur Pereidigun t Dame war bie Main- ac r Fastnacht offiziell eröffnet. Den ganzen Sonntag über konnte man in den Straßen die Kriegsmacht des Pr nzen Karneval mit schweren Geschützen und Tanks umherziehen fehen Menschen und Hunde hatten sich in die närrische Verkleidung gcficdi und selbst gelegentliche 'Duschen von oben, bie Petrus offenbar au« Versehen über Mainz niedergehen ließ, konnten die auf# Höchste gestiegene Begeisterung nicht ab- kühlen Gegen Abend vereinigten sich die närrischen Gefolgschaften des Prinzen in zahllosen Maskenbällen, die erst mit dem Morgengrauen ihr Ende fanben. Maskenbälle für Erwachsene und zwei KindermaSkenbätte de« Mainzer Kame- valverein« in der Stadthalle boten jung und alt Unterhaltung und Augenweide Die FastnachtSfeier erreichte am Montag ihren Höhepunkt in dem traditionellen Aoscn- montagszug. Der Mainzer KarnevalSvcrein batte in dieser Beziehung ..ZriedenSwarc versprochen. und er hat sein Versprechen gehalten. Die Länge deS Zuge« kann schätzimgsweile drei Kilometer betragen haben. Von 1 Ubr ab bi« in die späten AachmittagSstunden gegen 5 Uhr bewegte er sich unermüdlich durch die Straßen der Stadt, die sich für den ungeheuerer. Andrang von Menschei, al« viel zu eng erwiesen. Die im Zuge mitgeführlenn Wagen mid Gruppen gaben ein anschauliches Bild von den Sorgen und Schmerlen, die da« Mainzer Herz bewegen. Herzerschütternd waren tue verzweifelten, aber doch vergeblichen Bemühungen de« „Para- graphenmichelS', sich aus den heimtückischen Schlingen der Paragraphen herauSzusinden Warum eS beim Ahern so schön ist. Iflirten anschaulich die Bilder von den künstlichen Well- b.'cd)bauten an den Aheinusern vor Augen. Da« WohnnungSamt erschien aus einem Wagen Achen einer ansehnlichen Zahl von Beamten war darauf ein riesig großer Papierkorb zu sehen mit der Aufschrift ..Platz für Wohnungsgcfuchc" Der nunmehr endgültig entdeckte Avrdpol fehlte ebensowenig wie der „falsche Prinz". Unter dem Motto „rner fuchse uns" sah man die höchst mitzvergnügten Steuerzahler und 3nttations- verlierer versammelt (Aufschrift. ..Der Kuckuck ruft auS dem Walde denen der „Aufricbcnc Finanzrat" mit wohlgefülltem Geldfäckel folgte Auch die karnevalistische „Acdncrschulc" mit der .großen Klappe" darf nicht vergessen werden, ebensowenig wie die „Rüsselsheimer" Vier wohl geliehene Elefanten auS dem Tierpark de-> .Prin- zenn" (Opel), noch manche Gruppe, mancher „Querkopf" und mancher „Schatzkopf" wären noch zu erwähnen, zwischen diesen Musikkapellen zu Fuß und zu Pferd. BiS zum Flaggschiff de» Prinzen Karneval und des närrischen Ministerium- ging der Zug. den der Aschermittwoch, reichlich behängt mit leeren Geldbeuteln und mit einem wohlgedichenen Kater schloß. ES folgte aber noch al« Aummer 114 „Viel Volk", al« Aummer 115 ..noch mehr Volk" und als Hummer 116 „noch viel mehr Volk' außcr- programmätzig. ES schlossen sich aber noch tausende „mehr Volk" an. Der Wettergott war im großen und ganzen wohlgesinnt. Datz es doch ein paar mal Duschen gab, glaubten Eingeweihte auf die Anwesenheit so vieler „Preitzen Aurüdfüfjren zu können, damit die auch einmal den Kopf gewaschen bekämen. •wKdU. i Für Wenig Geld ▼ können Sie das Beste haben: ” Rama MARGARINE butterfein J/ ; tut'* ’»?« yatbnur 50Pfg. BeimEinkai^Xindez%€iiung„ Die Äama.-17bst vom kleinen Gx_ ocLer. Die^ama-^bst vom Lustigen tfys gratis. Otto Winterhotf. D-ocene. Kretizr'.i1 0 10 Drucksachen allerArt Udert in jeder gewünschten Auutatteng stilrein end ■reewerf die Brdh I'ectee UeW DruekrrtL 8 Lim» Lebewohl das ärztl. empfohl. Mittel gegen Hühneraugen * * und Hornhaut Blechdo>c (S Pflisterj 75 Pfg. Lebewohl-Fußbad t;e' T' ' ■■■■ - r ■■■»— UM. 1,1, ...... ■ —— . ow .....w Turnen, Sport und Spiel. Aus dem 2. Bezirk des 2urngaues Hessen. Am Sonntag fand im Hotel Köhler in Gießen eine Tagung der VereinS-Vor- sitzenden auS dem 2. Bezirk statt, die von fünfzehn Vereinen beschickt war. BezirkS-Ver- trcter "2D. Erle- Gießen, der die Verhandlungen leitete, gab einen kurzen ilcbcrblid über seine seitherige 'Tätigkeit. Ec betonte besonders, daß die Vereine auf die rechtzeitige Einsendung der Daubciträge und der Cdeft an b .x ria"bbedacht sein müllen. 3n eingehender Aussprache wurden die verschiedensten, b'.e Vereine berührenden An- gelegenhetten erörtert, u. a. auch die sür die Turnhalien zu entrichtende Gebäude-Sondersteuer. Da- volkstümliche Turnen des Gaues wirb in diesem Jahre nicht mit dem Gau.urnfest tn Heuchelheim verbunden Die Gießener T u r n e r s ch a f t hat sich zur Uebernahme dieser Veranstaltung bereit erklärt. Das Bezirkslurnsest wird in Durgsolms stattftnden. voraussichtlich am 12. 3unL Hierzu wird die Gestellung eines Sonderzuges Gteßen—BraunselS bei der Eisenbahn- verUFllmng beantragt werden. Rachdern nochmals aul das am nächsten Sonntag in Heuchelheim ftattfindende Be-iriS-Gerätewetturnen hingewiesen worden war. konnte der Bezirks-Vertreter die sehr anregend verlaufen« Tagung nach mehr als zweistündiger Dauer schließen. Um die Süddeutsche Fugball- meisterschast. Die Spiele um die Süddeutsche Fußball- Meisterschaft am Sonntag brachten einige außcr- gewöhnlich hohe öcgcbruflc. indein die Spiel- vereiniguitg Fürth den Mainzer Fußball-Sport- verein 06 mit nicht weniger als 8: 0 Toren schlug. Auch der hohe Sieg des D. f. B. Stuttgart über D. f. L. Tlcdarau mit 6:0 kommt überraschend. Der erste F. E. Nürnberg, der noch vor wenigen Wochen den Fußballsportverein Frankfurt mit 7:0 überlegen schlagen konnte, vermochte am Sonntag auf Frankfurter Boden gegen den gleichen Gegner nur ein unentschiedene- Ergebnis zu erreichen, nachdem die Franksurter in der ersten Hälsle sogar mit 3:1 in Führung gelegen hatten. Auch dec -weile Frankfurter Verein, die Eintrac konnte gingen den Karlsruher Fuß- ballverein. trotzdem dieser auf eigenem Matze spielte, ein uneptschiedcncL Ergebnis mit 2:2 herausholen, während der hohe Sieg von 1860 München gegen den Fußbai lvorein Saarbrücken mit 4 0 dem tatsächlichen Stä rkeoerhältnls entspricht. Hiernach ergibt sich folgender Tabellenstand: Die Hunde der Ersten. Spiele gew- unent. Verl. Punkte 1. *5. reichische Kreditanstalt Rkichöbaul..... ■ Bochumer Guß BudernS............ Deutsch Luxemburg Gelsenkirchener Bergwerke. Snrpcnct Bergbau .Rqlnvtrte Aschersleben. . . - Kaliwerke Westeregeln Lauralmrtc '.anucsinann ........ Mons'klder........... £ berdedars Ptionlr Bergbau Plicinischc Brannkohlen . . - :)il/clnfiol)(........... Nie deck "itontan........ TcUus Bergbau Bereinigte Stahlwerke . . . Hamburg Amerika Paket. . . Norddeutscher Llohd .... Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmann Analo Cent. Guano..... «Goldschmidt......... Holzverkohlung $ G Faroen-Jndustrie. . - Rntgcrüwcrke........ Echcidansia'.t Allg- Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann (Swttr. Lieferungen Licht und Jlra'f........ Maintraitwerke........ Schultert........... Siemens & Halske i'idlerwcrke Kleber Daimler Motoren Hcviigenstaedt......... 'U-'cguin............. Mannheimer Motoren .... Frankfurter Armaturen . . . flonferfenfnbrit Braun . . . Metalla'l-chaft Frankfurt. Tct. llr.b'H SU®. ..... Schulnabrit Herz . ■ . . - . Sichel Zellstoff Aschaffenburg. . - - Zcllstoit Waldhoi...... — 1 - 16 13 44 — — — 281 278 210 .03,5 210.25 — 277 281.5 278 282 5 190 191 190,5 190.75 I8t 184.5 162 184.5 17» 181 5 178 5 18J 161.5 163.5 164,75 — 20» 212 209 213,5 9.4 S.i» 9.13 9 1 186 189,2.5 187.5 190,25 1“2 — 181 183.75 122.5 — 121.62 122,5 1S2 184.5 163 184 5 181.5 184.25 183.9 185 214,5 219,5 216 220 210.5 — •208.75 212,5 712 5 — 213.5 215.6 9M..5 100 5 98 9 99 5 210 214 .11 14 4 151 154.25 1525 154.75 litt — 123 122.5 130 131 129 1.J1.6 an 295.5 292 296.9 219.9 224 2Ä> 324 173.25 173 175.5 129 — W 144 5 145.5 145.5 145.5 159 — 158 18.2» 146.5 146 115 146.5 166 105,25 — 182.75 184,13 184 — 118,5 —• 154 156 5 152.4 156,75 92 145 — — no 312..5 D9.75 812 •ö : 135 25 133.5 134.5 238 5 244 — 16» i:> 171 167.75 171 182.5 190.75 183 189 6 200 198.5 138.5 193 5 192 195 131 — — 173 179 5 174 179.25 45 264 2.52.5 128 5 130 5 >29. •; U9 75 118,75 119,9 119 119,5 36 - - * 70 - 70 —• - - 38.25 — * — 78 — * —• 197.5 200 — —• 125 «WB — — 78 — 82.9 2.15 —- 6.26 •— 172 176 173,25 175 267,5 273 267,13 272 Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. T e l «graphische Aus 6 ahlun g. 28. Febr. 1. März. AwUicUe Nori rung Amtliche Notierung Wctb Brie' Gelb Brief _ Amli - !)iol< 168,66 1,772 189.07 168.70 169,12 1.778 Äucn.-AireL 1.776 l,«i4 Prsf-.Aniw (xliriftiania ■ 58.60 109.51 »8,74 109,69 58.605 109,31 58,74o 109,79 -'lopenhoflzn 112.32 112,60 112,au 112,58 Sloitvolm >12.48 i12,76 112,52 112,80 Hclsingiorü. Italien. • . 10,61) 18,46 10,64 18,50 10.602 18.47 10,642 18.51 London. . . 20,4.8 20,519 20.442 20,494 ‘Jieunort .. 1.2135 1.2235 4.2130 4.2285 'Doris. . . 16.485 16,523 16,485 16,525 Schweiz . . »1,03 il,23 »1,04 ->1,24 @p(vn:n ■ 70.74 70,82 70,74 70,92 Iavan . . . •2.060 2.064 •2.061 2.06Ö "Hio be Fan (i.iUO .501 0.4983 0.5005 Wien in D Ceft. abgeft 59,305 59,44u 09,33 59,47 Prag .... >2,473 12,513 7,419 12,471 12,511 Bclirad . 7.399 7,390 7,419 Budapest. 73.62 73,80 73.62 73,80 Buloaricu "issabon - .1,045 3.055 3,04 a u,U55 21.565 21,615 21,57 21,62 Tonuo - - . 81,78 81,9» 81,56 81.97 ! nun. 2.142 2,152 J47 i.lön . . 5.46 5.48 5. 0 5,51 Hfliiaba 4.206 4.2)6 4,206 1,216 Uru uat) 4.25 4.26 «25 4.26 Cairo 20.064 21.065 -0.U64 21.010 Banknoten. Berlin, 28 Fcbr (Selb Brie» Am'rikanilche 'Jtoiei..... 4.197 4,217 Belgische Nöten 68,40 58.70 DünNche Noten ........ 111,94 112,00 Englische Noten....... Frontömche Nolca...... Hotlänbische Noten...... 20,41 16.5 5 20.51 16,616 168,23 169.1)7 18,59 18,69 Norwcqische Noten.... 109,20 109,74 Deutsch C.-fkrr .äioo Äronen 59,34 69,54 Rumänische Noten...... — — 111,12 -12.68 Schwei,er Noten ....... Svanischc Noten....... Tschechoilowakische Noten . - 80.93 81,33 70.65 71.01 12.444 12.607 Ungarische Noten . . • 73.42 73.78 Deichsbankdiskont 5 Prozent. Lombardzinsfuh 7 Prozent. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M.» 1. März. Tendenz: erholt, Cleltrowerte sehr fest. Die Auslassungen in Der Generalversammlung der AGG. über die Zukunftsmöglichkeiten der Elektroindustrie gaben auch heute wieder der Börse eine Stütze. Begünstigt waren in erster Linie wieder Clektrowerte, vor allem die Werte des Siemens-Konzerns. Hier stimulierte außerdem die bevorstehende Umwandlung der Sie- mens-G. m. b. H. in eine Aktiengesellschaft. Siemens & Halske gewannen 6,5 Proz. und im Verlaufe noch weitere 2,5 Proz., Schuckert plus 4 Proz. und im Verlause weitere 4,5 Prozent, Bergmann plus 6.75 Proz., AEG. plus 3 Proz., Lahmeyer plus 5,25 Proz., Felten pluS 4,5 Prozent. Die übrigen Märkte wurden von der Bewegung mitgezogen. 2. - G. - Farben verkehrten lebhaft, doch nur 0,5 Proz. höher, Rhein- stahl plus 1 Prozent. Arn Montanmarkt gewannen: Ilse 8 Proz., Klöckner 4 Proz., Har- pener 3.5 Pzt., Deutsch-Lux 1,25 Pzt. Bankaktien freundlich. Commerz u. Darnat je plus 2,5 Pzt. Deutsche plus 0.5. Mitteldeutsche Eredit pluS 4 Proz. Petroleum-Aktien fest. Rütgerswerke vlus 2,25. Deutsch' Erdöl plus 0.5 Proz. Die Werte der Metallbankgruppe ftelücn sich nur mäßig höher, während die HolzdestillattonS- werte wieder bis 2.5 Proz anzogen Der v a • Schach-Ecke. Bearbeitet von W. O r b a ch. Alle für die Redaktion bestimmten Mitteilungen. Lösungen ultr sind zu richten an die Schachredaktion des «Gießener Anzeiger» . Problem Nr. 97. Don Ed. Mazel. Schwarz. 8 6 7 4 3 2 a b R 8 h n 8 6 5 4 3 2 matt. IM Weih. Weiß zieht und setzt in drei Zügen ab c d c Weiß 6 ©teilte, Kb5; Ddl; Ld8; Sf4, h7; Bc2. Schwarz: 8 Steine Ke5; Le8; Sg2; Bd6, d7, g3, g4. h6. Partie Nr. 71. Gespielt in der zehnten Runde deS internationalen Turniers in Hyöres am 4. Februar 1927. Unregelmäßig. Weiß: W. Orbach (Deutschland). Schwarz: A. 3. Maas (England). Mit Tempogewinn; Weiß erhalt jedoch im 8. Sb8-d7 ge Sh5 Schwarz will die starke Witte des Gegners digen Verlust des müssen. 18. e3 — e4 19. Ld3-e2 20. Sf3-e5! 21. f 2 — f4 22. Tel-fl 23. f4-f5 legentlich durch 9. . . . 10. Lc4-d3 11. Lf4-H2l 12. b2xc3 13. Ddl-d2 18. c5-c4 19. Sd5-f6 20. Lc8-d7 21. Da5-c7 22. Ld7-e8 23. Dc7-a7 14. Tfd-d8 15. a7-ad 16. Sf6-d5 17 b7-b5 5. Lcl-f4 6. e2-c3 7. Illi-63 starken Damenläufer abtauschen zu lassen. 9. Sa7-b6 10. Sb6-d5 11. S65xc3 12. Dd8-a5 13. c6 —c5 1. Sgl — f3 2. 62-64 3. c2-c4 4. Sbl -c3 1. 67-65 2. Sg8-f6 3. c7-c6 4. g7-g6 zertrümmern. 14. 0-0 15- Tal-bl 16. D62-c2 17. Ttl-cl 5. Lf8-g7 6. 0-0 Zentrum Spielraum. 8 Lb3xc4 9. H2-H3! Um sich nicht den Die Fianchetlierung ist hier nicht angebracht, da dem Läufer in brr Diagonale a" ha keine Zukunft winkt. Vorzuziehen ist e6 nebst Lc7. Die Königsläuferfianchettierung ist vorteilhaft, wenn der Punkt 64 erschüttert werden kann. Schwarz ist positionell überspielt: Die Dame steht exponiert, der Damenläufer ist nicht rechtzeitig entwicklungssähig, der Bauernvorstotz e4 droht gefährlich: alles Merkmale, die zum bal- schwarzen Spielers führen 33. Lg4-e6-|- 34. Tfl-f* 24. Ta8-c8 25. Sf6xg4 26 h7 —h5 24. Kgl-hl 25. S:5-g4' 26. Le2x-ß4 Lg4-f3 Dc2-e2 (5xg6 Lf3-g4 64-65 Lh2x66 28. h5-h4 29. LeSXgö 30. PcS-c6 31. Feo-6b 32. e7xd6 33. KgS-fS 34. Da7-e7 27. 28. 29. 30. 31. 32. Schwächt die Königsstellung eirpfi.idlich, aber Schwarz droht durch eö emgeschnürl zu werden. — - - - 27. (7-f6 35. De2-g4 36. Tbl-fl 37. Le6-f5! Schwarz gibt loren geht. 35. De7-e8 36. KfS-e7 auf, da noch eine Figur ver- DaS Reuhorker Schachturnier. Im Reuyorker Turnier behauptete nach der fünften Runde die Spitze R. I. Eapablanca mit vier Punkten, an zweiter Stelle folgt knapp hinter ihm Rimzowitfch mit 3*/e Punkten, erst den dritten Platz mit 2Ve Pui^lLg nimmt Aljechin ein. Die Narrenkappe. Splitter und Sparren Dom Aedakttoasttsch. DaS Huhn. Ein Berliner erzählt: Gestern verlasse ich meine Wohnung, die in einer stillen Grunewaidstrahe liegt. Wer spaziert auf dem Bürgersteig einher? Ein Huhn. Ich klingele an der Pforte des Rachbarn. Eine Frau öffnet. Ich: .Hier draußen geht ein Huhn spazieren. Gehört es vielleicht Ihnen?" — Sie: »Ach, wirklich? Vielleicht ein braune« Huhn?" — Ich: .Jawohl, es ist ein braunes Huhn." — Sie: .Einen Augenblick, da muß ich doch gleich mal herauskommen." Alsbald erscheint sie auf der Straße, betrachtet das Huhn, schüttelt gedankenvoll den Kopf und spricht: »Rein, da» ist nicht unser Huhn." Rach einer Weile: .Wir haben auch gar keine Hühner." Ehrenbezeugungen. In der .Tägl. Rundschau" kramt P. v. Z. folgende Anekdote aus. In Kiel bestand ein stillschweigendes Abkommen zwischen der Marine und den Funsundachtzigern. Die Musketiere kannten stch in den Rangabzeichen der Marine nicht aus, und die .Rulid" behaupteten das gleiche von denen der Armee. So lag daS gegenseitige Honneurmachen im argen, doch wurde Burgfrieden gewahrt. Einem inS Regiment 85 versetzten Hauptmann wurde deshalb bei seinem Eintreffen sogleich bedeutet, et müsse eben Rachsicht üben, denn daS sei mal so in Kiel üblich. Der Hauptmann brauste auf. .Lächerlich! Ich kriege die Geschichte schon in Ordnung I" Die Kameraden zuckten dieAchseln: .Ra schön."— Der Hauptmann bewegte stch auf der Straße. Schon kam ein Matrose deS WegS. Hände bis zu den Ellenbogen in den Taschen, Pfeife tm Munde, schob er vorüber. .Können Sie nicht grüßen?" Der Matrose blieb stehen, nahm erstaunt die Mütze ab und hielt sie stch vor den Leib. .3au.“ Der Hauptmann klemmte daS Monokel ein: .Aus welchem Schiß sind Eie denn?" .Up de Provatjacht von Konsuln Kreuger." .Ach, Pardon," sagte der Hauptmann und ging weiter. — Doch jetzt: der Mann gehörte unzweifelhaft zur Kaiserlichen Marine. Dolch, goldene Tresten, Krone am Aermel . . . Aber auch dieser ging vorbei und sah den Hauptmann nur erwartungsvoll an. .Ach, kommen Sie doch mal her! Warum grüßen Sie nicht?" .Dasselbe wollte ich Sie auch fragen, Herr Hauptmann. Ich bin der Grohherzog von O... bürg." r labte Markt war ziemlich vernachlässigt, da sich das Hauptinteresse auf Elektroaktien und die übrigen Spezialwerke konzentrierte. Anleihen vernachlässigt. Anleihe-Ablösung 25,50, Schutzgebiet 13,65. Im Freiverkehr hörte man: Brown-Boveri 176, SV igershall 179, Ufa 35. Am Geldmarkt blieb die Verknappung bestehen. Tagesgeld ist etwas leichter 6>/, bis 7 Proz., Monatsgeld gesucht 56/8 bis 71/, Proz. Warenwechsel 43/< bis 47/* Proz. Privatdiskonten 43/e bis 4V" Proz. Im Devisenver - kehr hörte man London-Paris mit 124, Mailand 111, London-Kabel 4,8510. Die Reichsmark notierte gegen das Pfund 20,4650, gegen Kabel 4,2185. Berliner Börse. Berlin, 1. März. Am Geldmarkt war eine wesentliche Erleichterung heute noch nicht festzustellen. Die Ultimodifferenzen sind diesmal anscheinend sehr umfangreich, so daß die Aach- frage nach Tagesgeld in Hinsicht auf den bevorstehenden Zahltag sehr stark war. Man befürchtet teilweise wohl auch Schwierigkeiten bei der Begleichung der Differenzen, fo dah keine nennenswerte Unternehmungslust auskanu Die Tendenz war trotzdem bei Beginn freundlich, vielfach sogar fest. Interesse trat für Elektro- altien hervor unter Rachwirkung der günfti» gen Mitteilungen über die Lage und Aussichten in der Elektroindustrie, ferner für Montan- werte, Schuitheih-Dstwerke, Kaliaktlen, Zellstoffaktien und Kunstseibenwerte. Eine Anregung für diese Papiere gab trotz der hemmenden Geldmarktlage der Monatsbericht der Commerz- unb Privatbank, dessen Ausführungen über die Entwicklung der einzelnen Wirtschaflszweige zuversichtlich lauten. Insbesondere weist das Institut daraus hin, dah die Börse eine beträchtliche Widerstandsfähigkeit zeigt und daß starke Kräfte vorhanden fihb, die dos bei finkenden Kursen stets herauskommende Material willig auf- nehmen. Am Geldmarkt stellte sich TageS- geld auf 7 bis 9 Prozent, Warenwechsel 4.75 Öent. Im Devisenverkehr traten toe- che Veränderungen nicht hervor. Paris gegen London 124, Mailand 110,75. Oslo 18,69 Die Reichsmark stellte sich gegen das Pfund auf 42189 London-Kabel 4.8512. Frankfurter Getreidebörse Frankfurt a. M., 1. März. Cs wurden notiert: Welzen, Wetterauer 29,25, Roggen, inländischer 27, Sommergerste für Arauzwecke 25 bis 26, Hafer, inländischer 21,75 bis 22.50, Mais, gelb 18,25 bis 18,50, Weizenmehl, inländisches, Spezial 0 40 bis 40,50, Roggenmehl 37,50 bis 37,75, Welzenkleie 14 bis 14,75, Roggenkleie 14,25 bis 14,50. Tendenz: Ruhig. Berliner Produktenbörse. Berlin, 28. Fcbr. Es notierten: Weizen (mark.) 261 bis 264, Roggen 244 bi- 247. Sommergerste 213 bi- 211, Wintergerste 192 bis 205, Hafer (märk.) 190 bis 193. Mais (loko Berlin) 186 bis 183; für je 100 Kilogramm: Weizenmehl 34.25 bis 36.75, Roggenmehl 33.50 bis 35.50, Weizenkleie 15.75, Rvggenlleie 15.25, Diktoriaerbsen 50 bis 66, kleine Speiseerbsen 33 biS 36, Futtererdssn 22 bis 25, Peluschken 21 biS 22, Wicken 23.50 bis 24.50, Lupinen (blau) 14.75 bis 15.50, Lupinen (gelb) 16.25 bis 17.25. Serradelle (neu) 26 bis 28, Rapskuchen 16.20 bis 16.50, Leinkuchen 20.70 bis 21. Trockenschnitzel 11.70 biS 12. Soya-Schrot 19.75 biS 20.30, Kartoffelflocken 29 bis 29.30. BiicherLifch. — »Das Leben". Ar. 9, März 1927. Leipziger Dcrlagsdruckerei G. m. b. H, vorm. Fischer und Kürsten, Leipzig. — Faschingszauber und Karneval sind die Skichwotte deS Märzheftes. Diesmal find die Abbildungen in der Ueberzahl, fchöne Frauen in schönen Kostümen. Umzüge in Masken und Menschen in Sektlaune. Dazwischen gibt es Novellen und Skizzen. Plaudereien über Modedinge. Scherze, Rätsel und Gedichte in bunter Abwechslung wie immer. — „7t e u e Frauenkleidung und Frauenkul 1 ur." 2. Heft 1927. G. Braun. Karlsruhe, Wien, Berlin, München. — Das neue Heft zeigt die letzten Modelle für Abendkleider, helle, zartfarbige Stoffe in losen Formen, daneben schon RachmittagSlleider für das Frühjahr aus Samt oder farrierter Seide mit kurzen und fangen Aermeln unb Mäntel. Wie Immer finb die Anregungen, die die Lagesmode gibt — so der Bolero — abgewandelt ins Eigenpersön- liche der Trägerin. Härten und groteske formen gemildert. Ein Aufsatz beschäftigt sich mit dem .Künstlerischen Lanzlleid" und gibt Beispiele von Kostümen auS modernen Tanzschulen. Andere Aufsätze sind der zweiten Ausgabe der Zeitschrift gewidmet, Frauenlultur zu prägen und Anre- ouug zu geben zur Gestaltung einer harmonischen Persönlichkeit.