Blatt 1Z6. Jahrgang Zreltag, 51. Dezember 1926 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Drrtf vnd verleg: VrLhl'sche UniversitSl5.vllch. und Steinöruderei R. Lange in Sieben. Schriftleitung und Srschäftzftelle: Zchulsttabe 7. Annahme von Anzeige» für die Tageonummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für | mm höhe für Anzeigen oo.i 27 mm Brette örtlich 8, au«.wart« 10 Neichrplennig, für Ne» klomean«eigen von 70 mm Brette 35 Ne.chrpfennig, Platzoorschnst 20' , mehr. Ibefreödhteut Dr Fnedr Wilh Lange. Verantwortlich für Vol hh Dr Fr Will) Lange, für Feuilleton Dr H Tkyrrot; für den übrigen Teil Ernst Diumschein; für den An- zeigenteil i.Beiir H.Beck. sämtlich in Gieren Nr. 506 Erster (trId)f ini täglich,außer Sonntags und Feiertag, Beilagen; Viehener Familien blätter Heimat im Bild Die Scholle IRonats-Eejugsrrets: 2 Reichsmark und 20 Relchspfennig für Träger» lohn, auch bei Nichter» scheinen einzelnerNummern infolge höherer iöewalt. Fernfprechanfchlüss«: 51, 54 und 112. Anschrift für Drchtnach» richten: Anzeiger Giehea. postfchrcktonto: Frankfurt am Mai» 11686. Neujahr 1927. Don Dr. Otto Boelitz, preußischem Staats- und Ä ultu6min.fi et a. ®. Ob bas neue Jahr, dessen Anbruch wir in dieser Feit der Friedlosigkeit mit heißem Herzen herbetwünschen, unS wirklich merkbar vorwärts bringen wird? — Ob eS uns endlich etwas von dem Frieden schenkt. nach dem unser Dolk voller Sehnsucht schreit, — etwa- von dem Frieden nach außen und im Innern? — Ob wir endlich erlöst werden von der Qual, die uns zermürben will, der Oual deS oben Kampfes der Parteien, der Qual der Zwietracht, die sich unbarmherzig heranschleicht bis an den Lebensnerv unseres Dolkes? — Wir wissen — und eS ist unS in dieser furchtbaren Nachkriegszeit tausendmal gesagt worden —, daß eS gariA allein von unS abhängt, ob wir daS »Ende" fein wollen oder bet .Anfang". Wir wollen Anfang fein und nicht Ende. Hnb wir können eS, wenn wir nur den rechten Blick für die Schar der Streiter gewinnen, die mit unS kämpfen will: jeden Tag. in jeder Woche, die ganzen, langen Monate hindurch des neuen IahreS, das sich heute duillel vor unS auftut. Wir können eS. wenn wir unS nur alle offen und frei zu erkennen geben als Mitkämpfer für die größte Aufgabe, die vielleicht je einem Volke zugefallen ist, auS tiefstem Schmerz und Verlust sich wieder zu erheben und zu glauben an die Zukunft seines Vaterlandes. Wir alle wissen: der Weg ist steil, und der Doden ist steinig, und manch einer, der sich unS als Kampfgenosse darbietet, wird Kraft und Mut verlieren aus dem Weg zur Höhe: manch einer wird straucheln, mancher wird fallen. Aber wir werden nicht lassen von dem mühevollen Anstieg, bis wir die Höhe erreicht haben. UnS soll wenigsten- der Blick vergönnt werden in bai Land, das uns diese Stunde verheißt. daS Land, in dem wieder Friede herrscht, in dem ein neues Geschlecht danklac der 2llten gedenkt und doch leuchtenden AugeS hineinschaut in eine glücklichere Zukunft. llnb wer sind die Streiter? — W i r all»! ES ist eines der verhängniSi.ollsten Worte der Rachkriegszeit gewesen, daß wir die Hand nach der Jugend ausstrecken müßten: denn, wer die Jugend habe, der habe die Zukunft. Da Hub die Politisierung der Jugend an. da kam das Dingen der Parteien um die Seele der Jugend, da wurde ihr Geist und Gemüt verwirrt vom öden Schlagwort des Tages, da wurde die Jugend zum politischen Werkzeug erniedrigt. Cs ist Wahnsinn, die Jugend von zehn Jahren in Auszügen, die der Unverstand leitet, protestieren zu lassen gegen die Kirche oder den Religionsunterricht in der Schule. Es ist Wahnsinn, Knaben, die noch auf der Schulbank sitzen, dadurch zu mißbrauchen, daß man sie in geheimen Konventikeln sammelt, um mit ihnen oder gar durch ihre Hand politische Propaganda zu machen. Laßt endlich die Jugend dadurch politisch reif werden, daß sie auf der Schule Tüchtiges leistet, daß sie im Gefühl treuester Pflichterfüllung heranwächst, daß sie sich an Leib und Seele rein erhält, um dem Vaterlande Kräfte zuzuführen, die allein feinen Ausbau gewährleisten! Das Grundgebot, das eine ernste Zeit dem schwergeprüften Volke als Richtschnur seines ganzen Lebens aufgibt, ist das Gebot der Sittlichkeit: Reinheit des Herzens und Reinheit der Hände, ein Leben der Pflicht, daS ganz unter der leuchtenden Sonne eines starken Idealismus steht! Uni) wir brauchen nicht an unserer Jugend zu verzweifeln! Es ist maßloser Pessimismus, wenn heute Stimmen laut werden, die klagen, daß unsere heutige Jugend nichts leiste, daß sie im Materialismus versinke, und daß die Zukunft unseres Vaterlandes aufs neue durch daS heranwach sende Geschlecht gefährdet werde. Wer unsere Jugend wirtlich — und zwar aus unmittelbarster Berührung — kennt, der wird mir recht geben, wenn ich sage, daß sie in nichts der Generation nachsteht, die vor ihr gewesen ist. Man lese einmal sorgfältig die Stimmen der führenden Deutschen, die in diesen Tagen in einer großen süddeutschen Zeitschrift über die Jugend von heute gesammelt worden sind, und freue sich mit allen Freunden der Jugend an dem prachtvollen Bekenntnis des augenblicklichen Rektors der Münchener Universität. daß ihm der Student von heute besser gefalle als der von 1890, — — und man freue sich über alle die Urteile, die auch dec übrigen Jugend gewidmet sind, die sich mit großer Hingabe ihrer Aufgabe zuwende, so daß von einer Verschlechterung der Jugend nicht geredet werden könne. Gewiß ist vieles anders geworden, als es ehedem war. Alte Institutionen find gefallen. Aber auch alte Vorurteile sind gefallen. Die Jugendbewegung, die unsere Jugend gewaltig ergriffen hat. hat einen neuen Lebensstil geschaffen. Die Jugend will selbständiger fein, als sie ehedem war, sie will aber auch stärker und innerlicher fein, sie will leben von einer tiefen Kraft, an der sie sich aufrichten will, die sie leiten soll, die sie mit hineinführen will in die Reihen der Kämpfer um Deutschlands Zukunft. Wer um Mitstreiter für den großen Kampf der sittlichen, staatlichen, politischen Erneuerung unseres Volles werben will, der suche sie vor allem in den Kreisen der Erwachsenen, in feiner eigenen Generation. -- Wir wollen es denen nicht verübeln, die noch selbst mitgebaut haben an dem Ausbau des alten Reiches, die vielleicht milgeblutet haben für die Einheit Deutschlands und die endlich sich 6i«t Süeöeosteöe des MM Möge. Theorie und Praxis in der amerikanischen Politik. Bei einer Feier zum 150. Gedenktage der Schlacht bei Trenton im amerikanischen Unabhängigkeitskriege hat Präsident Coolidge eine große politische Rede über die Abrüstungsfrage geyalten. Bei Betonung bet Friedensliebe dcS amerikanischen Volkes fand er schöne und beherzigenswerte Worte darüber, daß die Völker erfreut feien, genügend Macht zu besitzen, um einander zu bekriegen, daß aber die Frage viel näher liege, wann sie den Mut haben würden, sich statt dessen gegenseitig zu trauen. Seit geraumer Z it hat Präsident Coolidge auch im eigenen Lande einen harten Kampf für die Verwirklichung feiner AbrüstungSpläne zu führen. Ihm stehen, namentlich im Sena t, die sogenannten Unversöhnlichen gegenüber, die mit der Hilfe von Heer und Flotte jeder Mrüstungsmahregel heftigen Widerstand leisten. Daß im allgemeinen heule die Masse deS amerikanischen Volkes friedlich gesinnt ist, läßt sich leicht aus den unangenehmen Erinnerungen an die Zeit des Weltkrieges einerseits erklären und andererseits aus der Tatsache, daß heute die Vereinigten Staaten sich eines geradezu beispiellosen Wohlstandes erfreuen. Wer gefällig: ist, der weiß auch, daß der Krieg Hunger und Entbehrungen mit sich bringt und ist infolgedes en meist friedlich gesinnt. Wenn sich allo auch Präsident Coolidge gegen die Vertreter des Militarismus im eigenen Lande gewandt hat, so richteten sich seine Mahnungen doch vornehmlich nach Europa. Man braucht nur an die stellenweise grotesken Verhandlunaen der Militärausschüsse, der vorbereitenden Konferenz für die Abrüstungskonferenz zu denken, um zu verstehen, was er meinte. Die Haltung Frankreichs und seiner Trabanten offenbarte dort einen Geist des Militarismus, wie man ihn so unoerhüllt kaum je hat zutage treten sehen. Das unglaubliche Landauer Urteil hat auch Präsident Coolidge von neuem den Beweis geliefert, was für Früchte auf dem Baum des französischen Chauvinismus wachsen können. Es iß sicherlich sehr dankenswert, daß ein Mann in der Stellung eines P.äfld. ;ien der großen Republ zwischen Atlantischem und Stillem Ozean die Völker Europas an das Versprechen erinnert, das sie selbst im Versailler Vertrag abgelegt haben, als sie die dort festgelegte Entwaffnung Deutschlands als Begann der allgemeinen Aorüftung bezeichneten. Niemand ist besser geeignet, einen solchen Mahnruf nach Europa erschyllen zu lassen, als Präsident Coolidge, dem es zweifellos mit dem Gedanken der allgemeinen Abrüstung sehr ernst ist So vortrefflich die Rede des amerikanischen Präsidenten ist und so zeitgemäß seine Warnungen erscheinen, so darf man doch nicht die Tatsache verhehlen, daß die zur Schau getragene Friedserttgkeit der amerikanischen Regierung manchen nicht ganz aufridjiig klingen werden. Es ist doch ein etwas peinliches Zusammentreffen. daß die Rede in denselben Tagen gehalten worden ist, in denen das alte Mißtrauen Mittelamerikas gegen die Vereinigten S: aalen durch den Eingriff amerikanischer Seestreitkräfte in die inneren W i r- ren von Ricaragua von neuem Rahrung erhalten hat. Wer die Geschichte der Vereinigten Staaten kennt, der weiß auch, daß sie eigentlich eine lange Kette Imperialist i- scher Kriege darstellt. Freilich haben es die Amerikaner von jeher, ebenso wie die Engländer, ausgezeichnet verstanden, ihre Ausdehnungsbestrebungen mit dem Mantel der Verteidigung der Zivilisation gegen Barbarei und ilnfultut zu verhüllen. Aber das ändert nichts daran, daß sich im Lause eines Jahrhunderts die ursprünglichen dreizehn Kolonien, die nur den schmalen Landstreifen an der Ostküste besaßen. über den ganzen Kontinent bis zum Stillen Ozean ausgedehnt und dabei Millionen von Indianern langsam, aber sicher, mit Feuer und Schwert, mit Whisky und Krankheiten ausgerottet haben. Darüber hinaus hat Amerika die Zeit der Rapoleonischen Kriege zur Ausdehnung nach Süden benutzt, den Eroberungskrieg gegen Mexiko in den 40er Jahren des vorigen Jahrhunderts geführt und aus dem spanischen Krieg von 1898 Portorico und die Philippinen als Deute heimgebracht, nachdem es wenige Jahre vorher die Havai- Inseln ohne einen Schein von Recht ihrer Selbständigkeit beraubt hatten. Die Spannung, die feit einem Jahrhundert zwischen den Vereinigten Staaten und ihrem südlichen Rachbarn Mexiko besteht und augenblicklich wieder einmal einen Höhepunkt erreicht hat, zeugt auch nicht gerade von amerikanischer Friedfertigkeit. Man darf getrost sagen, daß Amerika längst Mexllo vollständig annektiert hätte, wenn nicht die Größe und der ungemein gebirgige Charakter des Landes eine völlige AIntertocrfung so gut wie unmöglich erscheinen ließen. ES gibt auch Leute In Amerika, die das richtig erkannt haben, und ihr Sprecher ist Senator B o r a h. die mit der von der amerikanischen Regierung befolgten Politik in Ricaragua durchaus nicht cin- Derftanbcn sind. Eie fühlen wohl heraus, daß zwischen den Beteuerungen der Friedfertigkeit des Präsidenten und der tatsächlichen Politik der Regierung ein erheblicher Widerspruch klafft. Sie werden mit Recht an Präsident Coolidge die Frage richten, ob seine Rede am Tage von Tren- ton vom amerikanischen Gesichtspunkt aus wirklich ganz zeitgemäß ist. Freilich würde eine solche Frage bei gewissen Leuten in Paris und anderwärts begeisterten Widerhall finden. Das amerikanische Abrüstunqsyroaramm. N e u y o r k, 30. Dez. (TU ) Die Rede des Drä- sidenten Coolidge anläßlich der 150-Jahrseier von Washingtons berühmtem Uebergang über den Delaware und die Schlacht von Trenton wird all- gemein als ein deutlicher Hinweis aufgefaßt. aß Coolidge fest entschlossen ist, unabhängig von Europa fein Abrüstungsprogramm durchzuführen. Rach einem historischen Rückblick betonte der Präsident, daß Amerika fest entschlossen fei, wie zur Zeit Washingtons Herr seines eigenen Schicks als und Richter über sein eigenes Handeln zu fein. Er glaube nicht, daß Amerika die Friedenspolitik durch eine Rückkehr zum Wettrüsten fördern könne. Obgleich er für ein starkes Heer und eine starke Flotte eintrete, fei er gegen jeden Versuch, die amerikanische Ration zu militarisieren. Wo diese Methode i rch^ scl, fic sich stets als ein völliger Fehlschlag erwiesen. Amerika könne der Menschheit keinen besseren Dienst erweisen, als feinen ganzen Einfluß dahin auf» zubieten, die Welt vor einem Rückfall in dieses verheerende System zu bewahren. Vollzöge sich in der ganzen Welt ein völliger Herzenswandel, hätten wir eine moralische Abrüstung und volles gegenseitiges Verstehen, dann brauchten wir keine internationalen Vertrüge für ihre Beschränkung. Weil allen Völkern aus derselben Gefahrenquelle Gefahr drohe, sollten alle zum Schuhe des Friedens und zur Wohlfahrt der Menschheit nötigen Schranken errichtet werden. Die internationalen Beziehungen feien viel z u sehr auf Furcht gegründet und die Rationen freuten sich, den Mut zu gegenseitiger Bekämpfung beweisen zu können. Dem neuen Prinzip könne nicht Geltung verschafft werden, wenn man nicht $ u Opfern bereit sei und den Mut habe, sich zu seiner ileberjeugung zu bekennen. Er glaube, so erklärte Präsident Coo- lidge zum Schluß, die Vereinigten Staaten seien stark und tapfer genug, um sich durch eigenes unabhängiges Vorgehen einer abermaligen Bekämpfung der Welt durch den militärischen Geist zu widersehen. Um das mexikanische Oel. N e u y o r k, 30. Dez. (TU.) Präsident Calles hat das Ersuchen der amerikanischen Oelgesellschaf- ten, die Frist zur Einreichung der Konzessionsgesuche zu verlängern, mit der Begründung abgc- l e h n t, da die Souveränität der mexikanischen Na- lion das Recht gebe, die G^sene zu erlassen, die sie als richtig erachle. Den Gesellschaften bleiben somit nur noch 48 Stunden, um den Forderungen der mexikanischen Regierung nachzukommen. Die Antwort des Präsidenten Calles ist 18 Gesellschaften zu- gegangen. 3m amerikanischen Staatsdepartement und in Washingtoner politischen Kreisen betrachtet man dir Situation als kritisch. Man rechnet mit einer Abberufung des amerikanischen Botschafters in Mexiko, Cheffield, falls den amerikanischen Gesellschaften durch die Maßnahmen der mexiianischen Regierung Schaden zugefugt werden sollte. Weitere diplomatische Schritte sind von amerikanischer Seite nicht mehr geplant. Die Meldungen, wonach sich mehrere amerikanische Oel- gesellschaflen dem neuen mexikanischen Gesetz gefügt hätten, haben bisher noch keine Bestätigung gefunden. verwirklichende Herrlichkeit des deutschen Kaiser- tums, wenn sie heute abseits stehen, wenn ihre Hände müde geworden find, wenn sie nicht mehr die Kraft finden, sich für eine neue Zeit mit neuen Aufgaben und neuen Pflich- t e n zur Verfügung zu stellen. Hm eines werben wir freilich auch bei ihnen: um etwas mehr Derständn is für die Pflichten, die auf uns ruhen. Aber alle die anderen, deren Muskeln noch straff sind und deren Wille noch hart ist, sie müssen mit hinein in die Reihen der Streiter um Deutschlands Zukunft. Sie dürfen nicht abseits stehen: fie dürfen sich nicht in Unmut verzehren: sie müssen dem Staate in positiver Mitarbeit und aufopfernder Kraft dienen. Diele wollen nichts wissen vom Staate der Gegenwart, der nicht nach ihrem Herzen sei, dem sie nicht dienen könnten. — — Vergessen wir es nie, daß der Staat eine große Idee dar stellt, die wir rettungslos zerstören, wenn wir an dieser oder jener Erscheinung des Staates, an dieser oder jener Dokumentation seines Willens fo_ Anstoß nehmen, daß es unsere ganze Kraft lähmt. Der Staat muh uns immer bleiben öle Idee der sittlichen DolkSgemein- schastl Der Staat der Gegenwart und der Jdealstaat werden stets wie Ideal und Wirklichkeit auseinandergehen: aber das entbindet niemand davon, dem Staat der Wirllichkeit zu dienen, um ihn so zu gestalten, wie er als Staat der Vollkommenheit vor unserer Seele steht. Zeigen wir der Jugend dieses große, heroische Beispiel einer vollen Hingabe an die Idee, eifern wir, die wir zu den Aelteren gehören. untereinander in der Kraft der Sittlichkeit, wahre Führer zu fein, dann wird sich die Jugend mit uns sammeln zum großen Friedenswerk der Reugestaltung und des Aufbaues unseres armen Vaterlandes. Ob uns das Jahr 1927 wirklich merkbar vorwärts bringt? Es hängt von uns ab! Das Jahr 1926. Don Professor D. Dr. Martin Sch i a n, Generaliupcrintendenten in DreSlau. Das achte volle Jahr, nachdem da- deutsche Dolk die Waffen niebergcl?gt hat. i t vergangen. Das dritte volle Jahr seit der O abili ictung der deutschen Währung. Die Ungeduld meint, daS seien lange Fristen Für das Leben eines Volkes sind sie in Wirklichkeit sehr kurz. W r Deutschen (oder doch ein guter Teil von uns) sind vor acht und sieben und sechs Jahren sehr ungeduldig gewesen. Wir fabelten vorn neuen Ausbau in einem Ton, als könnten wir übers Jahr Richtest feiern. Ich erinnere mich noch sehr genau: al« daS Gießener Regiment Ende 1918 feinen Einzug in die Stadt hielt, wurde eS vom Vorsitzenden des Arbeiter- und Soldatenrats mit einer Rede begrüßt: darin hieß es wunderschön: Das neue Haus ist gebaut: Ihr braucht eS nur noch wohnlich einzurichten! So haben (man glaubt eS heut kaum noch) damals Un, chlige g.dacht. Allmählich mußten sreilich auch die Ungeduldigsten etwas Geduld lernen. Aber e3 wird ihnen schwer! Jedes Jahr soll sichtbaren Aufstieg bringen. Richt b'.oh die Wunden soll eS heilen lassen, sondern das erträumte Paradies herbeisührenl 1926 hat das alle- nicht getan. Es ist mühsamen. schweren Schrittes seinen Weg gegangen. War es wenigstens ein Weg bergauf? Hat er wenigstens eine Stufe höher geführt? Ich bin daraus gefaßt, daß ich mit dieser Fragestellung bei manchem auf Mangel an Verständnis stoßen werde. Hat denn nicht 1925 den Eintritt Deutschlands in den V ö l k e r b u n d gebracht? Sitzt es nicht jetzt gleichberechtigt im Rat er Rationen? Ich gehöre nicht zu den Skeptikern, die in diesem Geschehen einen Rückschritt sehen. Rein: eS war richtig so. Und wenn wir einmal diesen Weg zu gehen entschlossen waren, dann war es sogar ein wirklicher Fort'chritt. daß der Eintritt nach langem, peinlichem Hin und Her zustande kam. Mer dazü, wegen dieses FaklumS. das Jahr 1926 zu segnen, liegt kein Anlaß vor. Deutschland ist wieder eine Figur auf dem politischen Schachbrett. Gut so! Aber keine ftcri- Figur! Rein: eine Figur in sehr gefährdeter Position! Es kann die Partie nicht an sich reihen. Ohne Bild: es kann wohl versuchen, die neue Lage hier oder da zu feinen Gunsten zu nutzen: aber es bleibt in den Ketten des Friedens von Versailles, es bleibt in der Schuldknechtschaft des DaweS-Abkommens. es bleibt in der Sage des Machtlosen, dem Frankreich und Polen und sogar Litauen nach Belieben mitspielen zu dürfen glauben. Wesentlich anders ist unsere Lage nicht geworden. Die Kölner Zone ist frei — Gott sein Dank! Die Cntwassnungskommission wird zurückgezogen werden (aber in irgendwie anderer Form wieder aufleben). Unserer Lust fahrt ist freiere Atmungsmöglichkeit gegeben. Go't sm Dank für jeden Heinen Schritt aus der Versklavung heraus! Mer noch stecken wir tief darin. Daß wir nur nicht das glänzende Theater von Gens für Realität nehmen! Daß wir nur nicht Briands Friedensreden als einlösbare Wechsel betrachten! Der Schritt in den Völkerbund war notwendig. Er kann und (wir hoffen es) wird manchen Ruhen bringen. Aber er würde statt zu nutzen schaden, wenn er uns verführte, die Wllt anders anzusehen. als sie ist. Und sie ist auch heut noch alles Andere als eine härmlole Gesellschaft zur gegenseitigen Verbrüderung. Sie ist heut wie vor 1914 eingestellt auf Dölkeregoismus und Völkerehrgeiz. Damtt müssen wir rechnen. Vielleicht hat daS Jahr 1926 einen kleinen Fortschritt in der außenpolitischen Erkenntnis deS deutschen Volles gebracht? Die Enttäuschungen, die Frankreich durch sein Verhalten nach Locarno und Genf auch den deutschen Friedensfreunden bereitete; die bittere Lehre, die Germersheim fitn vor Jahresende gab: haben sie nicht gewirkt? Ist Wirths Rede an Frankreichs Adrcs e nicht ein Forts-britt gewesen? Ich hoffe es! Mer hoffen wir ja nicht zu viel! Und im Innern? Was brachte das Jahr 1926? Ich verzeichne als Gewinn, daß es ein weiteres Jahr ohne schwere innere Erschütterungen war. Das Hingt sehr bescheiden. Aber wir haben eben alle Ursache, bescheiden zu sein. Sowjet-Rußland arbeitet ohne Pause an der Unterminierung Europas, auch Deutschlands. Diejenigen Schichten des b utschen Dolkes, die von einem neuen' Umsturz alles erhoffen, sind nicht Nein. Ein neuer Umsturz aber wäre das Ende. Jedes weitere Jahr ohne schwere innere @rf(Fütterungen läßt das neue Deutsche Reich fester werden. Also freuen wir uns in Bescheidenheit! Wir haben dazu um so mehr Ursache, als 1926 allerhand Zündstoff für Explosionen bot. Die Wirtschastsnol. die furchtbare Arbeitslosigkeit waren böse Erscheinungen, sind es leider bis heute. Die Zahl der Erwerbslosen ist leider mit dem fortschreitenden Winter wieder im Zunehmen. Wir können diese Erscheinung gar nicht ernst genug nehmen. Sie gibt dem ganzen abgelaufenen Jahre einen düsteren Anblick. Das Schlimmste ist. daß niemand weih, wie Wandel geschaffen werden soll. Revision deS Dawesabkommens? Eie wird kommen müssen. Mer sie allein hilft nicht. Die Konkurrenz der Dölker ist zu groß. Wohl wird Frankreichs Kon- kurrenz Nachlassen, wenn der Frank stabilisiert fein wird. Mer die günstige Konjunktur des englischen Kohlenstreiks ist vorüber. RotstandSmaß- nahmen des Reichs, der Länder, der Kommun« ftnb doch unzureichende Pflaster auf Me große Wunde. Das Jahr schließt sehr ernst. Auch in anderer Hinsicht ist der Jahresabschluß durchaus unbefriedigend' nämlich hinsichtlich unserer Parteiverhältnisse. Was für ein Hin und Her der Regierungen! Uni) nun endet das innerpolitische Jahr damit, daß die Flügelpa.teien sich zusammentun und gemeinsam die Regierung stürzen I Es braucht nicht oid Prophetengabe, um zu sehen, was zunächst folgen wird: ein erbittertes Ringen um die Regierung. Diesmal wollen anscheinend die Deutschnationalen hinein. Das ist ein Fortschritt gegenüber ihrer früheren Haltung. Aber — sie können nut in die Regierung, wenn es gelingt, mit ihnen eine Mehrheit zu bilden, die sich auf ein gemeinsames Programm einigt Dabei muß jede Partei nachgeben: keine kann afles durchsetzen. Jede Partei gerät dabei gelegentlich ihren Wählern gegenüber in eine schiefe Lage. Erst recht eine Partei, die bisher fast immer in der Opposition war und die alles, was die verschiedenen Regierungen taten, aufs schärfste kritisiert hat Dis sie sich dazu durchringt, eine Koalitionspolitik, die nach Lage der Dinge mindestens auch das 3?n- trum, aber wohl auch die Demokraten, umfassen muß, vor ihren Wählern zu verantworten, das wird schwer halten. Koalitionspolitik ist Kom- promihpolitik. Wer hundertmal, tausendmal jede Kompromihpolitik bekämpft, verspottet hat, dem wird es natürlich nachher schwer, selber welche zu machen. Lind so endet daS Jahr in dieser Hinsicht mit einem großen, ganz großen Fragezeichen. Das vergangene Jahr verdient also nicht nur Lob. Aber ich sage noch einmal: es hat doch einen kleinen Schritt vorwärts und aufwärts bedeutet Dessen wollen wir uns in Bescheidenheit freuen. Roch immer sind in Europa die politischen Dulkane in Tätigkeit Kein Jahr ohne Revolution. 3n Litauen geschah der letzte Ausbruch. Wer weiß, wie es in Italien, in Spanien übers Jahr aussehen wird? Deutschland muß unter allen Umständen von Unruhen frei bleiben. Dazu brauchen wir — es geht nicht anders — unsere vielumstrittene Reichswehr. Daß sie so, wie geschehen, in den politischen Streit gezogen wurde, ist ein bö'er Passivposten des vergangenen Iahres. Sie muß intakt bleiben, zuverlässig und fest als Schuh des Staates. Aber wir hoffen, daß sie nicht in Aktion zu treten braucht. Die innere Festigkeit des Reiches muh wachsen! Und dazu müssen wir alle helfen! Die Lage in Nicaragua. Amerika zieht sich zurück. Washington, 30. Dez. (Reuter.) Die liberalen Truppen Sacaras bringen weiter in das Innere Ricaraguas ein und bedrohen die strategisch wichtigen Stellungen der konservativen Partei. Gegenüber der Flut weithergeholter Proteste und weit auseinandergehender Meinungen hält das hiesige Staatsdepartement an seiner erklärten Politik des Schuhes von Leben und Eigentum amerikanischer Staatsangehöriger fest. Inzwischen hat der Vertreter der Liberalen Partei von Ricaragua in Mexiko eine Erklärung veröffentlicht, die besagt, Sacaza sei tatsächlich ein Gefangener in der Hand des amerikanischen Admirals Latimer in Puerto CabezaS, wo die amerikanischen Ma- rinebehörden, wie ohne jede Begründung behauptet werd, eine strenge Zenfu r eingerichtet haben sollen. Auch andere Aufrufe zur Un- terstühung der Liberalen Armeen in Ricaragua sind im ganzen lateinischen Amerika in Umlauf gesetzt worden. Admiral Latimer hat dem Staatsdepartement mitgeteilt, daß die gesamte Zensur über die Radiostationen in der neutralen Zone von Nicaragua aufgehoben worden fei. Der Zweck der Zensur sei gewesen, die Oleutralität in der Zone durch die Verhinderung der Ueber- mittlung von militärischen Befehlen und Meldungen seitens beider Parteien aufrechtzuerhal- ten. Auf Eingreifen des Präsidenten Coolidge, der die absolute Reutralität der Bereinigten Staaten in Ricaragua strikt wahren will, soll vom Staatsdepartement nun auch die Zurückziehung der amerikanischen Marinetruppen aus Ricaragua angeordnet worden fein, abgesehen von einigen Punkten, wo wegen der zahlreichen amerikanischen Int^vcssen zum Schuhe der amerikanischen Bürger kleine Wachen äutüdgelaffen werden. Anglo-amerikanische Zusammenarbeit. R e u h o r k, 30. Dez. (Wolff.) In einer Rede besprach der australische Außenminister Bruce die dringende 2lotwendigkeit engster Zus am- men ar beit zwischen den Bereinigten Staaten und dem britischen Reich. Er entwarf ein düsteres Bild der europäischen Lage und sagte, trotz der im Krieg gebrachten Opfer seien bisher sehr wenig Anzeichen für die Verwirklichung der hohen Ideale, für die man gekämpft habe, wahrzunehmen. Er wies weiter auf die Bemühungen Großbritanniens hin, feine Beziehungen zu den Vereinigten Staaten zu verbessern und schloß, in die em Geiste der Zusammenarbeit müßten die beiden größten Rationen der Welt dafür wirke-', daß in der übrigen Welt wieder gesunde Verhältnisse hergestellt würden. Frankreich und der deutsch-italienische Vertrag. Pariser Presscstimmcn. Paris, 30. Dez. (WTD.) Zum deutsch-italienischen Schicdsgerichtsvertraa schreibt das „Journal des Defaa! s", gewisse französische Zeitungen weigerten sich, die Annahme zu vertreten, daß es möglich sei, daß Deutschland und Italien eines Tages eine gemeinsame Aktion unternehmen würden, denn, so erklärten sie, es aebe zwischen Deutschland und Italien so viele ethische Probleme, die nicht miteinander vereinbar sind. Die Geschichte habe jedoch nicht den Beweis erbracht, daß derartige ethische Probleme, die unvereinbar schienen, jemals eine Annäherung verhindert hätten. Tatsache |ei, daß Italien seit der Herstellung seiner Einheit sich öfter mit Deutschland als mit Frankreich verbunden habe. Wahr sei auch, daß Italien im Verlaufe des letzten Krieges Deutschland, soweit es konnte, geschont habe und den Krieg erst lange nach Beginn des Krieges mit Oesterreich erklärt habe. Diese Beobachtungen sollten nicht den Zweck haben, zu proklamieren, daß eine deutsch- italienifd)e Allianz notwendigerweise gc schaffen werden ioUe, aber man wurde diese Notwendigkeit herbeiführen, wenn man tue Mögt; ch feit nicht zugeben wollte. Der „T e m p s" stellt fest, daß es sich um einen Vertrag handele, dessen Inhalt keine Zweideutigkeit zulasse. Dieser Vertrag enthalte keine politischen Klausel, auch keine Geheimklausel, was man ohne Müde verstehen könne, denn die internationale Vage sei so, daß die italienische und deutsche Regierung mehr Ungelegenheiten als Vorteile durch derartige Abkommen erzielt haben würden. Also, so urteilt das Blatt, könne man annehmen, daß der gestern unterzeichnete diplomatische Akt geeignet sei, dem allgemeinen Frieden zu dienen. Das Blatt hält es für möglich, daß seinerzeit weiter- gehende Absichten bestanden hätten, als durch den Vertrag verwirklicht worden seien. Anscheinend sei man aber in Deutschland zu der Auffassung gelangt, daß jede weitgehende politische Abmachung in anderen Ländern Mißtrauen erwecken und das Friedenswerk von Locarno und Genf gefährden tonnte In feiner jetzigen Form bedeute der Vertrag für niemand e n eine direkte oder indirekte Drohung. Gegen den Schulstreik. Eine Entschließung des Preußischen LcstrcrvereinS. Berlin. 30. Dez. (Wolff.) Die in Görlitz tagende Vertretervcrsammlung des Preußischen Lehrervereins hat eine Resolution angenommen, in der der Dortmunder Schulstreik, wie jeder Schulstreik, aufs schärfste verurteilt wird. Es sei gröbste Verletzung der Erzieherpflicht, Verletzung an der Kindesseele, Unmündige al- Mittel zur Austragung weltanschaulicher Partei- und kirchenpolitTcher Kämpfe zu benutzen. Es wird erwartet, daß der Minister für DolkS- bildung ebenso, wie die preußische Regierung und der Preußische Landtag, in allen ähnlichen Fallen, und vor aflem auch bei den Verhandlungen über das R e i ch s s ch u l g e s e tz. sich mit aller Entschiedenheit dafür einsetzen, bah die Staatshoheit über die Schule und die Freiheit der Lehrerpersönlichkeit unangetaftet bleiben. der neuerworbenen Gebiete in die Provinz Lüttich den Eupcn-Malmedtzern mit der staatsbürgerlichen Gleichberechtigung nunmehr auch der Schuh der deutschen Sprache, freilich mit gewissen Einschränkungen, zuerkannt. Diese Einschränkungen liegen in der Hauptsache in der willkürlichen Abgrenzung von zwei Sprachenzonen, deren eine, die französische, ihren Kern in dem kleinen wallonischen Sprachgebiet um die Stadt MalmedH hat, doch auch rein deutsches Sprachgebiet einbezieht. Diese Einteilung ist jetzt darum so unhaltbar, weil gerade auch die „preußischen Wallonen" in Malmedy jede Gleichsetzung von wallonisch und französisch ablehnen. Sie wollen nicht nur deutsche Schulsprache, sondern ebenso kräftig die Rückkehr zum Reiche wie nur irgend ein anderer Grenzdeutscher. So zeigt ihr Widerstand denn immer deutlicher, daß die Annektion Eupen-Malmedy für den belgischen Staat eine Belastung bedeutet, die auch in der altbelgischen Oesfentlichkeit, insbesonders von flämischer Seite her, voll erkannt wird. Verhandlungen übereine Rückgabe dcs annektierten Gebietes gegen gewisse finanzielle Zugeständnis e (Einlösung der in den Kellern der Brüsseler Dank lagernden rund sechs Milliarden deutscher Papiermark) erwiesen, daß aud) die Brüsseler Regierung in realpolitischer Würdigung der Lage einen solchen Plan guthieß. Aus Poinc^r's Einspruch hin muhte er kurz vor der beider e t gen Bindung aufg:geben, richtiger aufgeschoben werden. Immerhin ist durch diese Vorgänge erwiesen, daß eine friedliche Grenz- revision, beruhend auf der Einsicht der beteiligten Staaten, möglich ist. Das Der rauen der Eupen- Malmedher Bevölkerung zur deutschen Sache erfuhr, trotz der begreiflichen Enttäuschung, eine gewaltige Stärkung. Damit verlassen wir die grenzdeutschen Westlande und stellen rückblickend fest, daß die Abmachungen von Locarno die Selbsthllfebewegung weder im Vogesenlande noch m der Eifel gelähmt haben. Auf Anordnung der Kattowitzer Staatsamvall- schast wurden die Polizeiorgane mit der Prüfung der polnischen S t a a t s z u g e Höri g k e i t einer Reihe von Personen, die der deutschen Minderheit angehören und im Vordergründe des Deutschtums stehen, beauftragt Es wird vermutet, daß diese Maßnahmen im Zusammenhang mit den in der polnischen Presse wiederholt gebrachten Meldungen stehen, nach denen größere Ausweisungen zu erwarten seien. Vorläufige Aussetzung der Memeler Ausweisungen. Memel, 31. Dez. (MTV. Junffprudj.) wie aus üowno zuverlässig berichtet wird, sind die Ausweisungen der reichsdcutschen Redakteure vorläufig ausgesetzt worden, bis die eingcleitete Untersuchung beendet ist. Man erwartet, daß die» in zehn Tagen der Fall fein wird. Bauernrevolten in der Ukraine? Riga, 30. Dez. (BZ.) Hier verlautet mit Bestimmtheit, daß in vielen russischen Provinzen, ganz besonders in der Ukraine, Bauernreoolten gegen das Sowjet ft) ft em ausgebrochen sind, die durch die große wirtschaftliche Unxu- friedenhei t der Bevölkerung verursacht sind. Ueber eine ganze Anzahl ukrainischer Distrikte soll der K r i e g s z u st a n d verhängt worden Jein. Äa- linin soll die beunruhigenden Gerüchte bestätigt und angekündigt haben, daß von der Regierung sofort scharfe Unterdrückungsmaßnahmen eingeleitet würden. des gesamtdeutschen Dolles, das sich seiner selbst von Tag zu Tag deutlicher bewußt wird. Immerhin zeigt sich auch im Kampf um den Volks- b oben in einzelnen Staaten ein gewisser W e ch- el der Methode, den bas Beharrungsvermögen des Deutschtums dem Gegner aufgezwungen hat. Beginnen wir mit dem ältesten deutschen Kulturboden im Westen. Elsah-Lothrin- Scn. Durch die besondere Einstcllung der Elsah- othringer spielt sich ihr Kampf um die Behauptung ihres deutschen Charakters, um mt Wahrung der Volksgrenze in eigentümlichen Formen ab. Sie ist anders als die übrigen vom ge- chlossenen deutschen Vollsboden abgerissenen und einer volksfremden Staatshoheit unterworfenen Grenzgebiete, deren Wunsch, zum R-ciche zurückzukehren. außer Zweifel steht. Eine Klarheit darüber besteht nicht, und wir wissen ebensowenig, welche der denkbaren Lösungen heute die Zu- timmung der elsaß-lothringischen Mehrheit finden würde. Unzweifelhaft ist nur die allgemeine Ablehnung der Pariser Zentralisierung; man will sich nicht verwelschen lassen, will der Art nach deutsch bleiben. Die Autonomiebewegung hat sich im letzten Iahre in Elsaß-Lothringen überraschend ausgebreitet. Heute umfaßt sie fast alle Teile des Volles, auch französisch Sprechende in Lothringen. Sie zwang sogar alte Parteien, ihre Programme ihr anzupassen. Was zunächst nur in einem örtlichen Straßburger Witzblatt«, später in einer anfänglich kleinen Wochenschrift der „Zukunft" Ausdruck fand, wurde mit der Gründung des „Heimatbundes" lebendige Bewegung, die dem französischen Staat gegenüber das elsaß-lothringische Sonderrecht, das Recht auf deutsche Sprache und Kultur fordert. Scharfe Gegenwirkung trat ein; die Heirnatbündler wurden verfolgt, aber die Bewegung konnte nicht erstickt werden. Welche Entwicklungen der elsaß- lothringische Kulturkampf fernerhin noch nehmen wird, bleibt ungewiß- Aber der Gegensatz zwischen den „befreiten Provinzen" und Inner frank- reich ist mit einer Schärfe zutage getreten, die kaum einer 1918 zu erwarten gewagt hätte. Di« Legende der „Befristung" ist zerstoben. Kann der zentralistische Staat Frankreich überhaupt Zugeständnisse machen? Die letzte »2nfor- mations"-Reise Poincares nach dem Elsaß lieh auf ein gewisses Entgegenkommen in der Schulfrage (bekanntlich gibt cs in Elsaß-Lothringen nur rein französische Schulen, erst von der dritten Klasse wird Deutsch als Rebenfach gelehrt) schließen; doch seitdem sind Monate vergangen — und vor allem bleibt bemerkenswert, daß der Rektor der Straßburger Akademie, Charety, der Kultusminister Elsah-Lothringens und der eigentliche Leiter der französischen Kulturassimllation den Wechsel aller Systems (Poincare, Herriot, Poincare) überdauert hat. Auch das „zweite Elsaß-Lothringen" an der deutschen Westgrenze, die von den Belgiern annektierten rheinischen Kreise Eupen und Malme d h, gründeten einen „Heimatbund" zur Verteidigung der deutschen Kultur und Sprache: ein Selbsthilfeakt, ein Symptom wachsenden Widerstandes gegen die Hebergriffe des fremden Staates, besonders aus der Zeit der Militärdiktatur. Freilich, hier liegen die Verhältnisse ganz, ganz anders als in Elsaß-Lothringen. Richt nur steht der Wille der Bevöllerung, zum Reiche zurückzukehren, eindeutig fest, sondern eS wurde nach oem Abbau der Soldatenherrschaft des Generals Baltia und feit der Einbeziehung Das achte Iahr feit dem Asammenbrmch der Mittelmächte und der Unterzeichnung ter ^arlle Vororlsdillate liegt hinter uns. Was hat es dem Grenz- und AuSlandteutschtum dessm Un terwerfung unter fremde 6toat3boheit barsten den nachkriegszertlrchen Fr^denszustan verkörpert, acbracht? 3m Mittelpuickt des poli- tischen Geschehens stand der Eintritt des reichsdeutschen Staates in den Genfer -öouer bunte, ein Akt, der im Reich auf das heftigste umkämpft, später aber auch von der deutsch nationalen Partei wenigstens als Tatsache anerkannt worden ist. Auch dreEtel lungnahmc des Grenz- und Auslanteeu.scytums war nicht ganz gleich artig; ateres.ha- MH?« genüter die'em Ak e der Retchsporttrk begre f licherweise zurückgehalten. 2ird zwar pvg.e ch in den Erörterungen, die dem Eintritte m den Völkerbund vorausgingen, für den Eintritt oes Reiches gerate das Schicksal des Grer^- und Auslanddeutschtums und die Mo glicht en. dort für den Schutz der deutschen wie der europäischen Minderheiten zu wirken, geltend gemacht wurde. Ob und wieweit die Hoffnungen, denen sich ein Teil der reichsdeutschen und ter auslanddeutschen öffentlichen Meinung, ferner aber auch nichtdeutsche Minderheitsvölker bingaben und hingeben, gerechtfertigt sind, kann noch nicht beurteilt werden. Das liegt im Schoße bet Zukunft verborgen. Rasche, durchgreifende Ergeb- nisse sind Wohl schwerlich zu erwarten. Andererseits weiß gerade der Grenz- und Ausland- deutsche, zumal wenn er in volkspolitischer Arbeit steht, die Bedeutung der Einreihung tes Reiches in den Völkerbundsrat, nun er vollzogni ist, wohl zu würdigen; er verhindert, daß lunf- tighin die Rechtslage der Minderheiten noch verschlechtert werden wird. Gab Ende des Jahres 1924 die Stabilisierung der deutschen Währung der Welt Kunde davon, daß die deutsche Wirtschaftskraft trotz politifcfj-mihtan- scher Machtlosigkeit des deutschen Staates, trotz aller Belastung durch das die Reparationsverpflichtungen zusammensassende Dawesabkommen ein selbständiger und sich durchsetzender Faktor geblieben oder wieder geworden war, so darf man mit gewisser Berechtigung die Aufnahme des Reiches in ten Völkerbund als äußeres Zeichen der geänderten moralischen Einschätzung der Welt buchen, als ein Ausdruck der Erkenntnis, daß eine Gesundung Europas ohne vollberechtigte Mitarbeit des im Herzen Europas siedelnden deutschen Volkes nicht durchzuführen ist. Das ist ein Zeichen langsamer Rückkehr der Vernunft. Ihr Wert soll aber nicht überschätzt werden. Frankreichs Gewaltpolitik, die im Ruhrkampf ihren Höhepunkt gefunden hatte, hat wohl einer anderen, diplomatischeren Methode weichen müssen. Die französische und belgische Inflatton, ferner Englands fortdauernd sich verschärsende Wirtschaftskrise haben diese Erkenntnis beschleunigt, daß der Kriegsausgang die Sieger nicht lediglich zu Nutznießern der Arbeit der Besieaten gemacht hat. So trat Europa auf deutsche Initiative hin in das Zeichen der Verständigung, die durch die Namen Locarno, Genf und Thoiry bestimmt ist; in dys,Zeichen eines deutsch-französischen Ausgleichs. Noch sind freilich sehr wesentliche Folgerungen nicht gezogen; noch sind lebenswichtige Forderungen, deren Befriedigung in Aussicht gestellt war, wie die Räumung des oesetzten Gebietes, nicht erfüllt. Die Besatzung von 88 000 Mann ist um ganze 8000 ver- ringert. Nur die erste Zone ist nach langer Verzögerung geräumt. Das Saarland ist noch nicht zurückgegeben. Es war Staatspolittk, was wir bisher zeichneten. Staatspolittk, die über kurz oder lang ihre Rückwirkungen auf das deutsche Volkstum insgesamt haben wird. Viele grenz- und auslandsdeutsche Gruppen vermochten bereits zu spüren, daß das Ansehen tes deutschen Dolles im Iahre 1926, besonders in Südosteuropa, wieder gewachsen ist. Die Nachfolgestaaten rechnen heute ganz anders als noch vor wenigen Iahren mit der erstarkenden Macht des Reiches, hat ihnen doch der gewonnene Krieg nicht eitel Gewinne gebracht. Die alten Gegensätze der oft- und südostcuropäischen Dölker bestehen noch, neue sind hinzugekommen. Frankreichs osteuropäisches Staatenbundsystem — die Kleine Entente — hat sich gelockert; die französische Inflation hat die französischen Subsidien eingeschränkt; die eigene wirtschaftliche Rotlage fast aller dieser Staaten hat überdies den Blick dafür geschärft, daß man nun einmal zum mitteleuropäischen Witschastskreis gehört. So richten sich die Blicke vieler um die Sicherheit ihrer Staaten besorgten Minister nach Berlin. Mancher Dalkanminister begrüßte darum ten Eintritt des Reiches in den Völkerbund mit wirklicher Freude, weil es ihm künftig nicht mehr verwehrt werden kann, Berlin in seine Kombinationen einzubeziehen. — Künftige Umstellungen beginnen sich abzuzeichnen. Auch sie sollen nicht überschätzt werden; zweifellos aber sind sie im Zuge. Geschehen ist freilich noch fast nichts. Die Lage des deutschen Dolkstums jenseits ter deutschen Staatsgrenzen hat sich alles in allem kaum verbessert, ja. teilweise sogar noch verschlechtert. Wir begegnen noch fast überall Dem gleichen Willen der Staatsvölker, das deutsche Dolksgebiet in ihrem Staate mehr oder minder schnell zu entdeutschen. Ihm hat das deutsche Volkstum bis heute nichts anderes ent- gege zusetzen als ten Selbstbehauptungs- Wellen und das Vertrauen auf die Zukunft habe, überwunden sei. Der Vertragsabschluß sei Der'erfte feierliche Akt völlig freier diplomatischer Beziehungen zwischen dem Reiche und einer ehemals feindlichen Groß» mü^5)ie eminente politische Bedeutung beS Vertrages wird allgemein darin gesehen, daß zwischen beiden Rationen keine ernsthaften Reibungsflächen beständen, Wohl aber politische und wirtschaftliche gemeinsame 3ntereffen, die aus einer Aehnlichkrit ihrer geographischen Lage und der historischen Entwicklung sich ergeben und ein Zusammenarbeiten zu beiderseitigem Ruhen erwünscht fein ließen. Unbegründete Furcht. London. 30.Dez. (TU.) DaS englische Interesse an dem soeben unterzeichneten deutsch- italienischen Echicdsvertrag spiegelt sich in der Wiedergabe langer Berichte auS Berlin und Rom über Wesen und Zweck des Vertrages , wider. Indessen wird auf kritische Aeußerungen im allgemeinen verzichtet. Lediglich der diplomatische Korrespondent des „Daily Herald" schreibt, es habe allgemein Argwohn bestanden, daß der formale Vertrag von einer privaten Abmachung begleitet sein würde, daß Deutschland und Italien in Zukunft als diplomatische Verbündete miteinander arbeiten würden. Die Rachricht, daß Herr Strese- mann feine Ferien in Italien zubringen und dort mit Mussolini zufammentrcfjen würde, habe diesen Argwohn bestätigt. ES habe Tnteffen noch eine andere Möglichkeit bestanden, nämlich die, daß Deutschland ein doppeltes Spiel spiele und die Drohung einer Entente mit Italien dazu benutze, ten Preis herauszuschlagen. den Frankreich für ein französifch-deutscheS Bündnis zahlen müsse. Diese Möglichkeit sei noch vorhanden. Polens Kampf gegen die deutsche Schule. Königshütte, 30. De3. (WTB ) Nchdem die Schulabtcilung der Wojewodschaft seinerzeit fast 90 Prozent von etwa 10 000 Anträgen für die deutsche Minderheitsschule a b g e l e h n t hatte, weigerten sich trotzdem viele deutsche Eltern, ihre Kinder einer polnischen Schule zuzuführen. In einigen Ortschaften kam es zu regelrechten Schul streike, so besonders in Hohenlinde. Dor der hiesigen Straffem- mer wurde heute im Berufungsversahren wegen eines derartigen Falles verhandelt. Obwohl die Verteidigung auf die jüngste Entscheidung des Präsidenten Der gemischten Kommission, Calonder, hinwies, b e st ä t i g t c das Gericht das erstinftanz- liche Urteil auf Geldstrafen bis zu 38 Zloty bzw. 16 Tagen Gefängnis mit der Begründung, daß zwar nach der Verfügung der Wojewodschaft vom Jahre 1924 erst weitere Entscheidungen abgewartet werden mußten, jedoch immerhin die Pflicht zum Schulbesuch bestanden habe. Bilanz des Deutschtums Dm Dr. Statt S. »on 2o = f4. D°rsid°n!>nn dcs D-E-n e»u6bun»ti. I. Die Aufnahme in Italien. Keinerlei Spitze gegen Dritte. Rom, 31. Dez. ($11.) In den Kommentaren der italienischen Presse zur Unterzeichnung des dcutsch-italienischen Ausgleichs- und Schiedsgerichtsvertrages L'mmt übereinf.inuneixö zum Ausdruck, daß das Abkommen keinerlei Spitze gegen Dritte habe, die besonders die französische Presse voreilig habe durchblicken lassem „Popolo d ' I t a I i a" erklärt, die moralische Bedeutung liege darin, daß der Vertrag jeden Rest der Kriegsmentalität aus den Beziehungen beider Völker ausschalte. Das Buch des Krieges mit seinem Haß und seinem Mißverstehen, ist nunmehr endgültig geschlossen. Ieyt kann man verhandeln und arbeiten. Rach Cem „(Sortiere d Italia" liegt der Hauptwert und die historischc- Bedculung des 2lbkommens darin, daß eine grillige Verfassung, die bis gestern zwischen den betten Rationen vom Kriege her noch gelebt Der Wirrwarr in Sachsen. . Bor einer erneutcnAuflösnng des Landtags. Wenn der Sächsische Landtag am 11. Ianuor wieder zusammentritt, wird er noch immer keine neue Regierung vorfinden, es sei denn, die zehn Parteien würden über Nacht zur Vernunft gelangen und eine Einigung einer neuerlichen Auslösung des eben erst gewählten Parlaments oorziehen. So, wie die Dinge jetzt liegen, besteht absolut keine Möglichkeit mehr, eine arbeitsfähige Koalition zusammenzubringen. Alle nur irgendwie denkbaren Kombinationen sind erwogen, aber stets wieder als unbrauchbar fallen gelassen worden. Der einzige Ausweg, den bisherigen Regierungsblock von der Deutschen Dolkspartei bis zur Alten Sozialdemokratie durch Hereinnahme der vierzehn Deutschnationalen nach rechts zu erweite r n. ist durch die widerstrebenden Altsozialisten verschüttet worden, die sich als Zünglein an der Wage fühlen und darauf bestehen zu müssen glaubten, daß an Stellt» her Deutschnationalen die Linksfozia - Hften zur Thtarbeit herangezogen werden müh. len. Slngeblich wurden sie sich um jeden politischen Kredit bringen, roenn sie mu den Deutschnanonalen zusammen m eine Regierung hineingingen. Was eine Partei, deren Mandatsbesland von 23 auf 1 ^urückgegangen ist, noch großartig einzubüßen hol. ist nicht recht ersichtlich. Di« meiste Schuld an dem sächsischen Chaos tragen aber die bürgerlichen Parteien selbst. Richt weniger als sechs Gruppen sind rechts von den Altsozialisten zu finden, die sich schon vor der Wahl zu einem gemeinsamen Borgehen nicht zu entschließen vermoch- ten, so daß eine stark« Lröftezersplitterung einsehte, und die auch heut« untereinander noch immer nicht ins Reine kommen können. Ob sie nun endlich einmal klug werden und bei den unzweifelhaft bevor- stehenden Neuwahlen sich zu einer geschlossenen Front zusammenfinden? Wir glauben nicht rechi daran, so daß wohl letzten Endes Sachsen einer neuen Aera Zeigner ausgeliefert werden wird, eben weil das sächsische Bürgertum — im Reich ist es i i**t viel besser — sich der Vorteile geeinter Kraft i cht bewußt zu werden vermag. Die Weihnachlsbeihilfe in Mecklenburg. S ch w e r i n, 33. Dez. (WTD.) 3n der heutigen Sondersitzung des Landtages, in der die Rechtsparteien Widerspruch dagegen erhoben, daß die WcihnachtSbeihilfe für die Beamten ufto. von der Regierung und der Linksmehrheit des Haupt- ausschusses ander« geregelt worden sei. als es vom Reich auS für die Reichsbeamten geschah, wurde ein Antrag der Deutschen Volks- Partei zur Abstimmung gebracht, welcher die Regierung ersucht, eine WnhnachtLbeihilse den Beamten, Angestellten und Arbeitern e n t s p r e - che>nd der Deichsregelung zu gewähren. Dieser Antrag wurde mit 23 gegen 20 Stimmen abgelehnt. Gegen den Antrag stimmten mit den Sozialdemokraten und Kommunisten die Demokraten und die Wirtschaftspartei. Für den Antrag stimmten außer dem Antragsteller die Deutschnationalen und die Völkischen. Darauf wurde der Beschluß des HauptauSschusseS. der der bereits verteilten Weihnachtsbeihilfe entspricht, mit 25 gegen 24 Stimmen angenommen. zum Wilden Mann G n. ist gebohren zu Buchenaw im den Ilten April. 1635, 1688, Jahr froh- den 28ten Dezember seines alters 53 8 Mon. 17 Tag. Welchem Gott eine l'che Auferstehung verleyhen wolle. Ich gehe cu die Herberg zu. Allwo ich finde gute Ruh. 3d), der ich mannen Gast Ha hm in die Heroerg ein '.Inb ließ nach Standsgebuhr denselben wohl trachören. Hud) wann es ihm beliebt. )u seiner Ruhe führen, ttrnnt selbsten nur ein Gast Jn meiner Herberg seyn. Ich mußt viel Llngemach Und Müh allhier ausstehen. Run aber hat mich Gott Davon gespannet auS Und in die Stolze Ruh Versetzt in seynem Haus. Indem er durch den Tod. Mich hieß zum Leben gehen." Uh ui n Ao. tarb e hier Ao. Sin« tiefe Wahrheit ruht in dieser alten, ergreifenden Grabinschrift, eine Wahrheit, die wir niemals besser verstehen als beim Jahreswechsel. Wir sind auf der Erde nichts als Gäste und Fremdlinge, rasch rinnen unsere Jahre dahin, wir werden alt. ehe wir es uns versehen. Gewiß ein jeder Mensch erlebt hier gute Tage. Golt gibt ihm gesegnete Felder, fruchtbare Erntejahre. Erfolge in Beruf und Arbeit. Gott läßt keinen ohne Freude sein, jeder Mensch ist einmal jung, er sieht den blühenden Frühling, den Sommer mit gelben Erntefeldern, fruchtbeladenen Obst- bäumen. den bunlfarbigen Herbst, den Winter, da das Schneefeld sich auSbreitet und die Sonne sich rotglühend in den Fensterscheiben spiegelt. WaS in Dichtung. Kunst. Musik und Wissenschaft Großes und Edles durch die Seele der Hervorragendsten gezogen ist. richtet Tausende auf. Das Beste, das wir finden, ist die Liebe, die entere un3 entgegenbringen. Wem ein Ehegatte oder eine Ehegattin am Altar tiefbewegt die Hand gereicht hat. wer einmal in tiefen Sorgen begraben war und fühlte, wie sich die Arme eines guten Kindes um ihn schlangen, wer den Segen der Heimat und der Freundschaft erfahren bat. der kann mit dem Psatmist sprechen: ..Das os ist mir gefallen, auf das lieblichste mir ist 2lu$ der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 31. Dezember 1926. Jahreswechsel. In die Ostseite der Kapelle aus dem Alten Gießener Friedhof ist ein Grabdenkmal ein- aefügt, das sowohl durch seine bildliche Dav- stellung als auch durch seine Inschrift moderne Grabdenkmäler weit überragt. Ooen erblickt man IesuS mit der KreuzeSfohne. somit soll hier die Auferstehung Jesu von den Toten dargestelll werden. Darunter 'st eine Herberge abgebildet, auf die ein Wanderer mit dem Felleisen zu- f(breitet, vor der Herberge liegt der Wirt tot aus einem Schrägen, zur Seite ist «in Engel au erblicken, oben ist ein Totenschädel bargefteut, links und rechts stehen Totengerippe mit der Sanduhr, darunter befindet sich folgerte Inschrift: ..Barthold Tioin, gitoefem*r Gasthalter ein schön Erbteil geworden". Aber die Tage, da totr gleich dem Gießener Gasthalter Darchold 5V7n.lt>,d Ungemach" ausstthei. müssen, find zahlreuhrc. Gegen das Unglück iit kein Menich fax liiert, es tritt na* einem Wort der Bibel wie ein gewappneter Mann über seine Schmecke. Qxmn er nicht entfernt daran denk: es kommt in einem Ausmaße, das er auch in seinen bangsten Träumen nicht für möglich gehalten hätte. Dagegen hilft weder Angst noch Sorge, kein« noch so große Vorsicht, am allerwenigsten ®elö und Gut. Ehre und Gesundheit. Vergangenes Leid, das die Seele fort und fort verwundet, Leid das in der Zukunft auf ihn wartet, kann nur der ertragen, der da weiß, daß fein Leben und sein Schicksal in der Hand Gottes ruhen. deS Gottes, nach dessen Willen dem. der mit ihm verbunden ist. a'ckeS zum besten dienen muß. Gegen die Sorge un'' gegen die Anast. die in der S.lvesternacht c > werden, helfen keine abergläubischen Gebr aa;e — in der Gegenwart sind die Menschen abergläubischer als je in einem vorausgegangenen Zeitalter —, hier hilft nur das demütige Gott- netttauen, das da sagt: Weine Seele ist stille zu Gott, der mir hilft. Denn er ist mein Hort, meine Hilfe, mein Schutz, daß mich kein Fall stürzen wird, wie groß er ist. Wer diese Ruhe in sich trägt, der verrichtet in Treue fein Tagewerk. der nützt gewissenhaft die ihm gegebene Seit au-, bet trachtet nicht darnach, durch große eistungen die Augen der Welt auf sich zu lenken, sondern bemüht sich, den anderen, mit deren Wege sich die seinigen kreuzen, etwa- Liebe au erweisen. Wit haben, so prägt uns bi: Grabinschrift de« alten Gießener Bürgers ein, hier keine bleibende Statt, aber sie redet auch von bet zukünftigen, von bet ewigen Heimat. Viele rühmen sich in unserer Zeit ihres Heidentums, das von einer Fortdauer bet Seele jenseits des Grabes nichts wissen will. Das ist eine Weisheit, die nicht standhält, wenn die Freuden der Erde bahintinnen. wie die Wellen eines Baches aus den Händen eines spielenden KindeS rinnen. — Heule vor 44 Jahren herrschte am Rhein gewaltige Rot, denn der Strom hatte infolge der sich rasch vollziehenden Schneeschmelze weithin die Ufer überflutet. Am Silvesterabend waren mehrere Männer aus Lampertheim in einem Kahn nach Hofheim gefahren, um den dortigen Einwohnern Hilfe zu bringen. In Rächt und Rebel fuhren sie über die enlose Wasser- wüste zurück, kein Stern am Himmel, nur schweres Regengewölk war sichtbar. Mit einem Male merkten die Männer, daß sie nicht mehr die Fahrttichtung kannten. Sie stießen auf eine Pappel, einen sogenannten Richtbaum. der Daum war ihnen bekannt, doch keiner wußte, aus welcher Richtung sie an den Baum gekommen waten. Am Steuer sah ein Mannheimer Schiffer, dem niemand traute. Die Gefahr war da. daß der Kahn direkt in den brausenden Strom geriet, und die Männer stritten hin und her Plötzlich vernahmen sie feierlichen Glockenton. es war das Silvestergeläute der Lampertheimer Kirche. Da rief einer: ..DaS find unsere Glocken! Spitze links herum! Her daS Steuer!" Der fremde Steuermann gab bas Steuer her. und die Männer gelangten zu ihren Behausungen. Die Glocken der Heimat hatten ihnen den Weg gezeigt. Wohl dem, dem in der Silvesternacht die Glocken den Weg zur ewigen Heimat zeigen. H. V. LZornotizcn. — Tageskalender für Freitag. Stadttheater: 6.30 Uhr, „Boccaccio" (Ende gegen 9.30 Uhr). — Lichtspielhaue, Bahnhofstraße: , Junges Blut". — Astotta-Lichtspiele: „Maciste auf der Hochzeitsreise". — Tageskalender für Samstag Stadttheater: 3.30 Uhr nachmittags, Märchenspiel „Frau Holle" (Ende gegen 5.45 Uhr): abends 7.30 Uhr, „Die fünf Karnickel" (Ende 9.45 Uhr). — Amicitia: 7.30 Uhr, „Haberkasten", Abendunterhaltung. — Bauerschcr Gesangverein: 6.30 Uhr, Lie° bigshöhe, Weihnachtsfeier. — Mattneverein Gießen: 8.30 Uhr. Dereinslokal, Monatsversammlung. — Lichtspieltheater wie Freitag. — Lageskalender für Sonntag. Stadttheater: 7 Uhr „Juarez und Maximilian" (Ende gegen 10 Uhr). — Garde-Verein: 4 Uhr nachm. Hotel „Prinz Carl" Weihnachtsfeier. — Ehemalige Leibgardisten: 8 Uhr. Vereinslokal. Versammlung. — Artillerie - Verein: 4 Uhr nachm. Dereinslokal, Familien^usammenkun't. — — Radfahrer-Verein „Germania" 8 Uhr. Hotel Kobel, Familienfeier. — V. f. B. 8 Uht. Uni- vetsitäts-Üafe, Versammlung. — Ltrderkranz: 8 Uhr. Restaurant Boller. Versammlung. - Lichtspielhaus Bahnhofstraße „An der schönen blauen Donau". — Lichtspielhaus Astoria „In Sachen Rorini". — Aus dem Stadttheaterburcau wird uns geschrieben: Für die heutige Aufführung von „Boccaccio" ist es noch in letzter Stunde gelungen, in Frl. Elisabeth Kandt von der Frank- futter Oper eine besondere Attraktion zu gewinnen. Die vorzügliche Künstlerin, hier noch bestens in Er iimerung als wundervolle „Mignon", wird die „Fiametka" fingen; erst kürzlich hat Frl. Kandt bei Gastspielen in der Reuyorker Metropolitanoper außerordentliche Tttumphe gefeiert. Auch an dic'er Stelle fei auf den frühen Anfang (6.30 Uhr) dieser Vorstellung hinaewiesen. — „Frau Holle" zeigt unoermirrdertc Anziehungskraft; auch für Reujahr steht wieder ein volles Haus in Aussicht. Das gleiche gilt für die Abendvorstellung des Reujahrctages, die die erste Wiederholung des Schwankes „Die fünf Karnickel" bringt. Rach dem geradezu stürmischen Erfolg der Erstaufführung dieser Neuheit ist mit zahlreichen Wiederholungen des übermütigen Schwankes zu rechnen. ^ettexDoraueiagc. Wolkig, langsames Fallen b?r Temperaturen, vorwiegend trocken, westliche Winde. Gestrige Tagestemperaturen Marimunt 4.8 Minimum 3.7 Grab Eelsius Riebcrlchlüge: 0.2 Millimeter. Heutige Morgentemperatur 3 Grad CelfiuS. Bericht über die Wetterlage auf dem Hoherodskops vorn 31. Dezember, morgens 8 Uhr. Windrichtung Rordwest. Windstärke: stark. Temperatur: minus 1 Grad CelfiuS. Höchsttemperatur in den letzten 24 Stunden: minus 1 Grad Ccllius. Gesamtschncchöhe: 40 dis 45 Zentimeter. Beschaffenheit der Schneedecke: vereist. Spottmöglichkeit vorhanden. ” D i e deutsche Universitätgrek- toren-Konserenz findet in lieem Jahre am 7. Januar in Würzburg statt. Unsere LanbeSunivercktät wirb auf dieser Tagung burch Sc. Magnifizenz den Rektor Pros. Dr. Zwick und durch den Errckwr Prof. Dr. B ü r k e r vertreten sein. *• Dos Weihnachtsgeschäft In Gießen hat die Erwartungen unserer Kaufmannschaft im großen und ganzen erfüllt, so baß man überall zufrieden ist. Von Anfang biS Mitte Dezember war der Geschäftsgang allerdings schleppend, selbst der Kupferne und der Silberne Sonntag gaben diesem Gesamtbild keine Aende- rung. Erst von Mitte des Monats ab setzte eine regere Kauftätigkeit ein, die allgemein zu besseren Umsätzen führte. Den Höhepunkt des Geschäfts brachten der Goldene Sonntag und die daraus- folgenden Tage. Sogar am Weihnaä tsheiligobrnd wurde noch eifrig gelaust. Der dies.ahrige Ge- schästsumsatz anläßlich deS WeihnachrsfesteS bewegte sich im allgemeinen auf der Höhe deS vorjährigen Weibnachtsgelchäites. in einzelnen Branchen wurde dieser Stand sogar etwas überschritten. Am meisten gekauft wurden Gegenstände deS täglichen Bedarfs, daneben hatte aber auch die Lurusbranche in diesem Jahre erfreulicherweise einen besseren Geschäftsgang als im Vorjahre. Unserer Geschäftswelt, deren witt- schastlicher Kampf immer noch recht schwer ist, ist dieses annehmbare Weihnachtsgeschäft nur zu gönnen. " Schöffen beim Jugendgericht Gießen. Als Hauptschöffen jur die Sitzungen des Großen Jugendgerichts Gießen für das Jahr W27 wurden ausgelost: Ploch, Rudolf, Bei- geordneter in Butzbach, Haas, Justus, Werkmeister in Gießen, Hanauer, Wilhelm, Dermesiungsrat in Gießen, H u blitz, Otto, Kassenbeamter in Gießen, Sommer. August, Kreisobersekretär in Friedberg-Fauerbach, Weiß, Georg Jakob, Weißbinder in Watzenborn-Steinberg. Als Hilfsschös« fen für das Große Jugendgericht wurden gewählt: Stuhlschreiner Julius 5) e n k e l, Frau Helene Henneberg, geb. Fritze, Unio.-Prof. Dr. Herrn. Hirth, Geflügelhändler Wilhelm H o r m a n n , Mechaniker Jean Heines, Baufekretär Philipp Haller, alle in Gießen. — Als Haupt schössen für die Sitzungen des Kleinen Jugendgerichts für 1927 wurden durch das Los bestimmt: Heck, Robert, Oberpostsekretär, Gießen, Heimes, Marie geb. Möller, Gießen, Hirsch, Theodore geb. Ploch, Gießen, H o h m e i ,e r, Karl, Schlosser, Gießen. Klingelhöser, Georg, Anstreicher, Gr.- Linden, Peter, Heinrich VII., Reiskirchen, Rinn, August Friedrich, Schlosser, Heuchelheim, Voigt, Karl, Schreiner in Wieseck. Als Hilssschösfen für das Kleine Jugendgericht wurden gewählt: Oberbibliothekar i. R. Pros. Dr. Emil Heuser, Frau Hedwig Hey mann, geb. Schmidt, Werkmeister August Hillgardt, alle von Gießen. • * Der Gottesdienst der israeliti- schen Religionsgemeinschaft am Sams- lagoormittag 8.30 Uhr findet mit Predigt statt. Zur Richtigstellung der gestrigen Mitteilung sei ausdrück, lich hieran erinnert. ** Rettungsbien st b e r Sanitätfc- tol 0 nne in her Silvesternacht. Die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in Gießen wird in der kommenden Rächt für etwa vorkvmmcnde Unfälle eine DereitschaftS- wache in dem Depot der Kolonne, Sonnenstraße 2. halten. * • Geschäftsjubiläu m. Am morgigen 1 Januar kann der Bäckermeister Ludwig Krone n b c r q Löwengasse 23. auf das 50jährige Bestehen seines Geschäf es zurückbllcken. * * Gin Siebzigjähriger. Am 1. Januar wird der Gastwitt Jean Arnold, Zum Schipka- paß", 70 Ihre alt. Er sühn noch in voller körperlicher und geistiger Frische seine ausgedehnte Restauration verfönlich. • * Sektionsbefund. Gestern nachmittag nahm der Gerichtsar-t Medizinalrat Dr. Waltz e r in Gegenwart her Gerichtsbehörden die Sektion der Leiche des auf so tragische Weise ums Leben fdämmeren ®ärt’*e:clDefirJeT5 Edua«^ Rieger vor. Der Befund ergab: EeHirnblutung an der Außenseite deS GehirnS zwischen Der harten und weichen Hirnhaut am Hinterhaupt und an der rechten Schläfe, bi? den alsbaldigen Tod des Mannes herbri'ührte. Mit diesem Er-- gebnis wird der ärztliche Befund, den Dr. med. Wolf unmi.telbar nach dem Vorfall seststellte. in vollem Umfang bestätigt; zugleich werden damit auch die in der Stabt herumschattrrenden Erzählungen über ei-cn Schate'bruch des bebau- ernswe.-'en Mcn ei als grund.os wide.legt. De. in diese Ai.äre verwickelte Obergrenadier Linden wurde vorgestern von der Kaserne in das Landgerichtsgefängnis über ührt, gestern abend aber fieber auf fre'.en Fuß gesetzt * • Die Kurzschrift ist seit Jahrzehnten ein unentbehrliches Hilfsmittel für jeden schreibenden Beruf Durch di« Einführuna der deutschen Ein- heitskurzschttsl ist sie aber rift $u der Betzeurung gelangt, di« ihr gebührt. In den Genuß der Vorteile tritt jedoch nur derjenige, der di« Kurzschrift gründlich erlernt und sich eine yewist, Fertigkeit in ihrem Gebrauch ju eigen macht. Gelegenheit dazu, io schreibt man »Ns, ist jedem geboten durch den Besuch der am Donnerstag, 6. Januar, in der Goethe- schule — neben Hol«! schütz in der Westanlage — unter sachkundiger Leitung beginnenden Anfänger- und Fottdildungslehrgänge, die der Babelsberger- dem Damenverem „(Babelsberger' ausschreidi. Man beachte die heutige Anzeige. " Die Ortskrankenkasse Gießen- Stadt gibt im heutigen Anzeigenteil bekannt, daß die rückständigen Beiträge für die Zeit vom S. November bis 5. Dezember noch bis zum 11. Januar ohne weitere Kosten bezahlt werden können. • • D i e Einlösung der Iheaterabon- n e m e n t s muh am kommenden Montagnackmit- tag erfolgen. (Siehe heutige Bekanntmachung.) • E i n S i s« n b e t o n k u r s u » ist für die näch- ften läge im hiesigen Gewerbehaus beabsichtigt. Im heutigen Anzeigenteil wird zur Anmeldung bei Dr. B ü n n i n g » (Gewerbehaus) aufgeforbert. • • Der Hauptgewinn der Frankfurter Lotterie „Haus der Jugend". Der Hauptgewinn der Wohlfabrtsloitett« ..Haus der Jugend" im Betrage van 30 000 Mark Hel auf die Nummer 207 206. Die Prämie von 1Ö 000 Mark fiel auf einen Gewinn im Wette von 10 Mark mit der Nummer 876 168. ' Richtigstellung. Zu unserem WSR.« Bericht aus Offenbach a. M. (in ber Ausgabe vom Dienstag) über Ausschreitungen eine« angeblich beurlaubten Nervenkranken gelegentlich einer Schlägerei teilt uns die Hessische Heilstätte für Rervenkranke in Gießen mit. daß eS sich, entgegen jenem Bericht, bei dem Vorfall nickt um einen Patienten ber Rervenheilstätte Gießen handelt, sondern um einen Insassen eines anderen Gießener Krankenhauses. Die von der Rervenheilstätte Dießen auf Weihnachten mit Zustimmung der Landesversicherungsanstalten und Ortskrankenkasse beurlaubten Patienten kehrten ordnungsgemäß wieder und liehen sich der- artige Ausschreitungen nicht zu Schulden kommen. •• Eine Prole st Versammlung des Hessischen Beamtenbundev ist auf kam- menben Sonntag vormittag nach Darmstadt in den Saal des „Perkeo" einberufen worden. Die Kundgebung soll sich gegen den Beschluß des Hessischen Landtags über die Weihnachtsbeihilfe, d. h. gegen die Versagung dieser Beihilfe an die Gruppen 7 vis 12 richten. Die hessischen Ministerien und der Landtag sind zu der Versammlung eingeladen, wobei ihnen Redefreiheit zugesagt ist. Kunst und Wissenschaft. Der Bremer Schauspielpreis. Der vom Goethebund-Vremen in Verbindung mit dem Bremer Schauspielhaus im April d. 3. ausgeschriebene Schauspielpreis ist am 29. Dezember verteilt worden. Eingereicht waren 1080 Bühnenwerke. Das Preisgericht kam zu der Veberzeugung, daß keinem ber eingereichten Stüde ber volle Preis zuerkannt werden rönne. Statt dessen sind von der verfügbaren Summe zwei Preise von je 1000 Ml. verteilt worden, und zwar für die beiden Einakter ..Saul“ und „AlkestiS" von Alexander Lernet-Holenia- Klagenfurth und für „Dornenweg, dramatische Svenen aus ber russischen Revolution" an H L e- toabtn-Berlin Ferner sind brei Prelle zu le 500 Mk. verteilt worden, für die Komödie „Quinteß" an Peter Baum, für bas Drama „Toni" an Gina KauS und für bas Kammer- spiel „Das Land im Rücken“ an Herbert S ch e s f- l e r. — Unter den Preisrichtern befand fick auch der Literarhistoriker unserer Unioerfilät, Prof. Dr. Victor. Gerichtssaal. WSR. Frankfurt a. M.. 30. ’SJey Dor dem Schöffengericht hatte sich heute ein Berufs- einbrecher. bet Schlößer Paul Arndt, zu verantworten ber stets „alleine arbeitet". Seine Spezialität sind Einsteigebieb- stähle. So wurde er kürzlich in Gießen wegen verfchi.dener Einbrüche in Bad - Rau - heim zu liebeneinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt. Der Angeklagte ist ein hartgesottener Sünder. Rur was ihm unbedingt nach- gewiefen werden kann, gibt er zu. im übrigen bestreitet er hartnäckig. AuS der Menge der bcigezoc,enen Dorstrafeak.en yeht hervor, daß er sich nie zu einem Geständnis bequemte. Seine Einwendungen wurden fast immer widerlegt. Io daß man ihm. wie der Vorsitzende mehrfach betonte, kein Wort glauben kann. In einem Falle toarteiq;^ r"- Parterrezimmer eingestlegen, das eine Post^. jo;n c. Er stahl a.lcS, was Wert hatte. 6t. ftSa^r f chs Monate diltterte daS Gericht dem rückfälligen T-eb zu, ber die Tat bestritt^ durch die Beweisaufnahme aber als überführt betrachtet wurde. In einem weiteren Falle riß er einen Grabstein auf dem Dockenheimer Friedhof von einem Grab und fetzte ihn feinem Vater auf das Grad. Linen Rosen Hochstamm entwendete er von ciaem andern Grab und pflanzte ihn auf bad gleiche Grab. Der Zweck ber Hebung war. von f:t-.en Verwandten Geld für bie Anschaffung zu bekommen, was ihm auch gelungen ist. Auch hter verlegte sich bet Angeklagte hartnäckig aufs Leugnen, trotzdem er glatt über- sührt wurde. Für dtt.se Fälle verurteilt« ihn daS Gericht wegen Grabschändung und Diebstahls in jlcei Fällen zu einem Jahr und neun Monaten Zuchthaus, so daß et also insgesamt noch etwa neun Jahre Zuchthaus ab'ubrummen hat. Bekanntmachung Die Einiö'unq ber Theaterabonne- inenlä hat am Montag, dem 3 Januar 1927, in der von 3 — 6 Uhr nachmittags u erfolgen. 1O863B Gttßen, den 30. Dezember 1926. Der Oberbürgermeister. I. D.: K l in gf p or. Altbekannte Tee-Jmvort'Flrma und Kanec-Großr öücrei sucht f. d. bortmen Bezirk rührigen, gut etngefübiten Vertreter Offerten unter 97r. J.V. 3351 an In- valldeava ik 'Runoncrn-(5rvedit., Sranfiurt a. M. l(J841id Steindruchverpachtung. Die Gemeinde Odenhausen. Kreis Di-ßen, beabstchtigt, einen £unof ein- bruch zu verpachten. Der Btucy liegt 5 Minuten von der Bahn entfernt. Das Material eignet sich sehr zu Bauzwecken. Rähere Auskunst erteilt 10617V Bürgermeister R a ch t i g a l l. Reisende gesucht. Herren die?rogerten u.Avotbekenbesuch, n und noch einen fiannbaren Gebrauch-- nr ttel nenen Vrov>sion mitocrtieiben können, »vollen th,e fchtifilichen Anneboie unter 105811» an den Gießener An.einer pclant,en lasten. Dauerstellung ,„„,ss bei hohem Verdienste findet tat. redegew. Herr durch den ptooisionsw. Verkauf uns. seit 30 Jahren bestens eingeführte i Futter- kalke, Fisch- und Fleischmehle, Fette, Oele usw. an Landwirte und Kleintierhalter. Rur zielbewußte Herren wollen sich meiden. lr.GkastvevLllo..Lvew.Fllvr..Lelo;ig-Euttitzslv Der laufende lelbständtge Verkauf ,reH“ einer erstklafsiaen hochaktuellen lüüfkietle.i 10 Vs.'TaltzeiiWsl 'keine Berncheruna. kc n YiUonneiucn= , fammeln) biet strebsam. Leutentndbefond Erwerbslosen nute Eristenzmörtlichkeitcn. Wer den festen Willen üai, stch ernübaft und mit Energie tu be atinen. wolle Ans, og. um. J. II.4108 an Nndolk Moste, Berlin SW 19 richten. Tüchtiger Vertreter gegen sofortJesten Zuschuß perl. Januar gesucht Schrift!. Angebote unter 09014 an den Gießener Anzeiger erbeten. Drucksachen allerArt tiefen m jeder gewünschten Aoeitatnmg stilrein und ordiwert die BrihPiche Üohr.-Drecfccrtl. R. L2. 3u|am;nenfunft n U. C, 1. St. Heute früh 9 Uhr verschied sanft, nach langem schweren, fm Felde zugezogenem Leiden mein lieber Mann, der treusorgende Vater seines Kindes In dem Distrikt Grohhäuserberg den nach vorheriger Zusammenkunft am Waldeingang der Kreisstrahe Nieder-Bes- ^ingen—Langsdorf am Donnerstag, dem 6. Januar 1927, vormittags 10 Uhr, ver- Lehrling mit höherer Schulbildung. (Cbcr- sekunda - Rettet für sofort od. Ostern 1927 von Verlags«Buch- handlun.i gesucht. Selbstgeschr. Anaeb u. 10918t) q. b.to.SlnA. gefahren u. geritten, und Lanoschw in- (Sber au veit ‘"“D Zimmer, Bina- mubleb.Lauter.Post Griinbcrg i. Hessen. Wirersüllen htermitdie traurige Pflicht, unsere Mitglieder von dem Ableben unseres langjähr. Mitgliedes und Mitgründers Rädchen in allen Hausarbeiten erfahren,welches schon in bessHäusern in Stellung war, ae- MNllWiM Geboten: G Zimmer, I. Stock, mit Zubeh, Südviertel. Gesucht: 7 bis 8 Zimmer, 1.,Stock, Hans kauf mit frei- werdender Wobng nicht ausgeschlossen Südmenel benot* Schr. Ang u. 08933 an den Gietz. Anz. 4-Zimmer Wohnung in bester Lage abzugeben gegen Lec- gütung der UmzugS- kosten nach Vereinbarung. Schriftliche Angeb. nmer 09olG a. d Gien Auz. erb. für sofort jungen Mann welcher mit allen Dureauarbeiten sowie Steuer- u.Lohn- arbeiten vertraut ist. Schr. Angeb. m.Gehaltsansprüchen und Zeugnisabschrift, u. 09-319 an d. G- 2lnz. Freitag, 31. Tcs.: Boccaccio Hlöm. 3i»t! mit etekir. Licht und heizbar, ab 1 Jan anrud.Herrnz vrin. 5eller5roeg817,nin,L mK"Zimi"er zu verm eten 08995 cnllüor.'vh.'vi.ionir 1 ei n Seiieres 3rüul?ln wünscht soiorl oder iudier Stelle in rubigemHauöbalt, am lieb ten zu alt Ehepaar od allein- flehender Da nie, gen. etiv. Taschena, evtl, auch ohne geaeuseit. Berg. Schr. Ang u. 10867 Dn. d Gtz Anz. e.Bttetlmic" OleBcn.DloditUl Tctevhon 2403. AnkanlnbT.Stlaö. u. Harmoniums Hierzu ladet herz> lichst ein der Vorstand. Getragener schwarz. Ulster aufSctdegcarbeitet, für kl Figur, vreis- lucit zu uerf. Zu erfrag. in 0. Geschäfts- stelle d G. A. <-8996 SrüOfdiopiien bei Hcbstrcit. ""v Der Porttand. Die Ausgabe der Mitgliedskarlen für 1927 (blau), sowie dte Aufnahme neuer Mitglieder erfolgt Dienstag, den 4. Januar, nachmitt, von 2—4 Ubr. in dem Raum neben der Verkaufsstelle in der Oberreal- schule.Eingang durch das kleine Tor. GS wird gebeten, den Bei ran 12 Mark) ab- gezählt mitzubrin- gen und die Karten möglichst an die fein Tage ctnwlötsn. "~8‘ An- und Verkauf und Beleihung von Wertpapieren Aufbewahrung und Verwaltung von Wertpapieren Hausfabrikation richten wir ein Dauernde und sichere Existenz od. Sieben- verdienst. Besondere Räume Nicht nötig. Auskunft kostenlos. Chemische Fabrik Aylsdorf io.«A Inh.: B. Kflakair, Zeitz' 21 vlodorf. Mctzgerwagen, Jagd «.Pritschen- wagen, Break und Ifa bverdecke billig zu verkauf. Müblftratze 22. Teleob. 109(5. Niejcnumfatz mit Tell-ufro. Feinseifen TlZd. und SO 4, L'.'' 'n'.uilchset'eDlzd. 16 A 20jJiuüer2J0./r. 8;32eifen bis ä 150gr ./< io,— fr. Nallut P. Eollter, Bre^au 4-Ztmmer-Wobn. in schöner, ruhiger Lage gegen 4 bis G= Sitnincv- 2Bobn. Dlöbe des Bahnhofs zti toiifta g(frtt Angeb unt. 9Zr. 131 an Annonc.-Erved. Garnur & Wanner, Vkucnrocfl 50. s« Svrungiähigen Simmentaler bullen 500 ccm — 2 Cvl der Clou der Ber liner AuSüellnng. DKW 8 Uhr: Für getragene AmllkleiM auch GevM-MMe zaplt höchste Preise L. Rosenzweig, Gletzea.S. lkersw.581- >fnrte genügt. iwen Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unserens lieben Entschlafenen sage ich hiermit herzlichsten Dank. Stadttheater SamStag, 1. Jan., 'Renjahrstagi, autzcr Abonnement, erwätztgte Preise. von3'/-b geg.5'/«Uhr Sten yvile Märchensptel in elf Bildern von Herrn. Steinaoeiter. AbendS, hoeeC nutzer Abonnemeni, von 7 bis 9'/« Ubr Die fünf äatnttfel Schwank in 3Akten von Pohl. Sonntag, 2v Jan., 12.5onn(og-yb.-BrfL von 7 bis geg. 10Uhr ZllüUZ unü fflciimllian Dramatische Historie in 3 Phasen und 1 Epilog (13'BHbern) von Ui:erfeL Dienstag, 4. Jan., iZ.Mnslag'Av.'viff. o.7V, b. geg. 10* «Uhr Lsonie. Lustspiel «nach Scrtbe) in 4 Sitten von Leo Lenz. Mittwoch, 5. Jan., lZ.Mll00ly-AV.Lltz. von?'/,b. geg lUllbt 3otiünnl9ter Schaufv«el>n4r! en von Sudermann Freitag, 7. Jan., 12.$reiiag-yö.-nct!i. von 7*, bis 1F , Ubr: DU Ws licrniflel Schwank in 3 Akicn von Pohl. Sonntag, o. Jan., 11. SONNlllg-AV.-vlsi. von? bis geg. 10Uhr: Boccaccio Cpeteite in 3 Akten von Snvv6. leere Zimmer von jungem 'Lbevaar zu mieten gesuch'. SrchL- 'Ungeb unter a d. <9ieh.Anz. Alte Frankfurter Wäicheiabrik Ue- ien iämiliche Leib-, Tisch- u. Bettwäsche sowie ganze Ausstattungen ohne Aufschlag auf Tei - zahlung, nur Qualitätsware, unter strengst. Diskretion. Vertreter befuchoime Kaufzmang.Schrifil. Angeb. unter 9751D nn den Gien. Anr. Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme bei dem Ableben meines lieben Bruders danke ich im Namen der Hinter- |Wohnungstausch| WohnungstausEli. Ich tausche meine in bester Geschäftslage (Metzens fielen. 2 ^jimmcr Wob ig. mit Stüdjc, abgcfchl. Porrlatz, vollständig neu hergerichtet, nk' PraxtS sehr geeignet. geg. eine 3- bis 4-Zimmer - Wohn, in ruhiger Lage, cutl. autzerbalb d Stadt. Lchr. Angeb. unter 09008 a. d.Gtetz. Anz räumen für ruhigen Handwerksbetrieb. Bevorzugt wird die Gegend zwisch Sei- teröweg u Ludwtg- wigstratze. Schriftl Angebo:e u. 10^511> an den G. Anzeiger. 4 P. S. tausendfach ei probt n. glänzend bewahrt. Bequemtte '^ed. durch Gen. • Pertr. Franks. Str 23 ll>; 8D Schilling. Der heutig ir Gesamtuuf:a-^e liegt ein Werbe-Prospekt 1cmO der Firma Carl Fiensdorf, Gießen bet für das Büfett per sofort gesucht. iosssD Konditorei u. (Eaf6 Krämer. Zum syst. Ausbau unserer Organisation suchen wir für untere seit länger als 10 Jahren emgeführteu, hervorragend mffe l6füt Ober Hessen WiMiireiek mit greifbarem kl. »avital zur Sicherung eines Lagers, welches als ständiges Ans- lieieruunol-m. gedacht ist. ES Hand, sich um bewähr tePnv-n.ReinigungSmitt, Spezial- feite uiw.dieeine durch- EyiefAny aus gute und dauernde k-AiQivnt bieten. Abnehmer sind Industrie, Hotels, Behörden, sanitäre Anstalten, Drogerien, Seiienbandlnngen ufro. Kundenstamm vorhanden. Gesl. schrtstC Angebote von lot, strebsamen u. gewandten Berkaufö- kräften unt. 10U06D an d. Gtetz. Anzeig, erb. Sonntag, 2 Januar, abds.8Uhr, bei 8 Boller , sn,c Vertretung Wir vergeben für den Beitrk Ober- basste die Benr. der neuen flüssigen Seife „Hacavon“ für dte Haarwäsche und das Bad m Grotzvackung für den Famtitengeb^., Jabrikai Henkel & Co.. Hannover iHenkelwerkt, nn revräfen- labten Herrn, d. langlahng betre nen Drogen*. Seilen* n. beis. Frlsenrgescb. einaciübrt ist. Grotze Umfähe gewährl., stab, ho^eö Emk bei pünktl-Provtslous- zablung. — Ang. unter B. 57 mit Angabe über bi4h. Tätigkeit, ob in geordneten Bermögenöverhäliu ufro. an: Henkel & Co., Hannover (Henkelwerk) DamsbSeUen- n. Soda-Fabrlkan Abtl. Westdeutschland 10864A MI-WUMMll Frankfurter Stratze 13 Esiöen nofiSlnöet anfleno«. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Emma Zinßer geb. Kreuder. Sohlleder Gummiabsätze Schuhputz Einlege- sohlen empfiehlt Wz Bier Neustadt79 !am Oswalds- I garten. butD Stämme: Hainbuchen 4. bis 6. Kiosk Stück, 3,54 fm, Elsbeer 4. bis 7 Stück, 2,50 fm, Linde 4. Klotze 1 ^7dd, 0,67 fm, Nutzscheiter: rm Eiche 3, Hainbuche 9. b) Brennholz: Scheiter: rm Buchen 300, Fichte 4, Linde 3- Knüppel: rm Buche 54, Eiche 17, Fichte 4.' Wcichholz 4; Reisig: Wellen: Buche 3540, Eiche 1550, Esche 600, Fichte 100; Stücke: rm Buche 154, Eiche 12, Fichte 22. Lich, den 30. Dezember 1926. Hessische Bürgermeisterei Lich. Völker. 10850D Im Namen der trauernd Hinterbliebenen Frau Lina Rieger geb. Schulze Elsa Schomber geb. Rieger Karl Rieger Wilhelm Schomber, Bäckermstr. Doppel- oder Russenpony mit Geschirr, leichter georauchier Feder- tvagcn, sowie Heu, Strob, Ried und Hafer zü laufen gcsM. Schriftl. Angebote mit Preis unt. 09021 au den Gies;. 21 in. SlMtze Belle 1927! Monats» Versammlung l.Januar27, abds. 8'/, Uhr, Beretnö- Samstng, 1. Jau. 1927, vorm. 11 Uhr MsHWpk-1 bet Wl.helm Böß. Bankgeschäft Neuen Baue 23 GIESSEN Neuen Baue 23 Infolge eines Unglücksfalles verschied unerwartet mein lieber Gatte, unser treusorgender Vater, Großvater, Schwiegervater, Bruder, Schwager und Onkel Herr Bärtnereibesitzer Eduard Rieger Bürger- gesellschast. Neujabrstag: Frühschoppen 11 Uhr. bet Mitglied Se bei, Weinstube, Lud wigsvlatr. 1°®*D Tüchl. HacsiJälterin sucht Stellung in Land- oder Sladth. Näh. b. Frau Herr, Sonnenstr 6 li. Artillerie-Dere^r. Dte Monateve- - sammlung i. Januar fällt ans. An Stelle^desse findet Sonntag,den 2. Januar, 4 Uhr nachmittags, eine Familicn- zusammcnkunst L BeretuSlckal statt. Um zahlreiche De- tctligung nurd gebeten. ,W6c BetdieferGelegen- bett wünschen wir alten Mitgliedern deS Vereins ein gefeqnetesneulofjtt Der Vorstand. Die Beerdigung findet am Montag, dem 3. Januar 1927, vormittags 10V. Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. geziemend in Kenntnis zu fetzen M.-G.-V.-Liedertafel 2 bisL-- leere Zimmer od. Lagerraum mit Bureau zu mieten gef. Angeb. u.Rr.130 nn Annonc »Exved. Germer & Wajoir, Neuenweg 50 Kieme gebrauchte Herde u. Oefen wenn auch revara- tur bedürftig, z.k. gef. H. Schön, Marburger Strotze. Teleob. 274. 0900/ Bekanntmachung Nutz- und Brennholz- versteigerung Im Llcher Sladlwald. Allgenieine Ortskrankenkasse Gietzen-Stadt. Die rückständigen Beiträge zur Kranken* »aste Invaliden, und Erwerbslosenver* ficherung für die Zeit vom 8. Aov. 1926 bis 5 Dez. 1926 können noch bis zum 11 ^an 1927 ohne Kosten bezahlt werden. Nach Ablauf dieser Frist erfolgt Kostenberechnung u.evtt.Bettreibung. Die Einzahlung kann Dienstags von 8 bis 1 Ähr b« unserer Kaste oder auf unser Postscheckkonto, *2Imt Frankfurt a. Main Ar. 10833^erfolgen Gießen, den 30. Dezember 1926. 5, ink ler. Rechner. 10378c :<4 iE I W' ß tzitsen Cßon Der i Polllil bk Geil aus.L i Ä« * anlerell^ 8*5": Srad vo" ein P« eine fonunenen ö Ordnung Soöeti^if indem es lÄ auch wünsch! Dellpoliüi D sich erstens u steiung von deren Dtrku noch Mer i Interessen, u Iündnisse. J tzuß. Man d warten, Daß ihnen die 2 scheint uns z igeAach wertvolle 3“: Mr setze össenlliche M für England il in eine gründ Bich-» 2-» zu einer -bet deutsche offen nicht durch dir Kaste beirren Zusammenhalt empfinden ha! Dir Wiek welcher Seite, könnte Deutsch nicht durch du der Etabilitä Bestrebungen auf dte D:el Position richt bereit sind?" Das ist e cS Geldes dienen wird. (Sn wiedcrhergestellteS bürgerliches Rußland aber ist kreditfähig. Ihm können Milliarden geliehen werden, und von dielen Milliarden würde zweifellos eine starke Belebung der Weltwirtschaft ausgehen. Auch Deutschland könnte seinen Anteil daran haben. und namentlich wäre niemand so wie wir imstande, die notwendigen menschlichen Hilfskräfte für den Wiederaufbau Rußlands herzugeben. Damit rechnet auch England. Der rufsische Druck auf England ist zur Zeit ein Aktc'vum für die dcutfchePolitlt Soll Deutschland aus dies Aktivum verzichten, so muß es ein anderes, besseres, dafür erhalten. Zu glauben, daß eS dabei mit einer Einladung an Belgien und Portugal, einen Teil ihrer afrikanischen Kolonien an Deutschland zu verpachten, getan wäre, sowie mit einer Unterstützung in der Rheinlandfrage, die von selber einer Lösung Im deutschen Sinne entgegenreift, wäre gar zu naiv. Indes — Diskussionen find ja abgabenfrei Der amerikanische Oetkönig. I. D. Rockefellers Weg zum Erfolg. Die außerordentlich glanzvolle Karriere dieses reichsten Mannes der Welt ist eine typisch amerikanische. In Europa hätte sie wahrschein- sich schon nach wenigen Ansanasjahren hinter Schloß und Riegel geendet. Das Doraussetzungs- unb Rücksichtslose, bas in ber amerikanischen Wirtschaftsgeschichte zum eisernen Bestaub gehört. ist in Europa in biefem Ausmaß ganz unmöglich. John Rockefeller. ber sich in 60 Jahren aus ben ärmlichsten Verhältnissen zum reichsten Mann ber Welt heraufgearbeitet hat, gehört zu ben Patriarchen in ber amerikanischen Großfinanz, benn er steht heute, geistig noch überaus regsam, im 86. Lebensjahre. Sein Tater besaß in Richsorb. im Staate Reuyork, eine Heine Farm, und Jung-Rocke- feller lernte früh Axt und Spaten gebrauchen. Glücklicherweise war ber Dater verstänbig genug, nicht barauf zu bestehen, aus seinem Sohn mit aller Gewalt einen Lanbwirt zu machen, als bie kausmännischen Fähigkeiten unb Reigungen JohnS sich sichtbar zu entwickeln begannen. Er schickte ihn vielmehr nach Clevelanb auf die Handelsschule, und nach Absolvierung derselben machte sich John auf bie Suche nach einer Lehrstelle. Wochenlang lief er, so berichtet er in seinen Memoiren, Straße auf, Straße ab, ohne vor den Augen ber vielen Geschäftsleute, bie er biefer» Halo besuchte, Gnabc zu finben. Keiner wollte ihn einstellen. Cnblich gelang es ihm, In einem kleinen Geschäft in ber Aähe bes Hafens (Cleveland liegt an einem der größten amerikanischen Binnenseen, dem Eris«) eine Anstellung als Lehrling zu finden. Heber das Gehalt wurde bei der Anstellung kein Wort verloren. Durch unermüdlichen Fleiß gelang es aber schließlich Rockefeller, bas Wohlwollen seines Prinzipals zu erwerben, unb überglücklich war er. als sich bieses Wohlwollen einige Monate später auch in klingende Münze umsehte. Er erhielt ein ihm damals geradezu fürstlich bünkendes Gehalt von ein paar Dollar bie Woche, bie er nicht ausgab, sondern nach Möglichkeit sparte. Drei Jahre blieb er in diesem kleinen Geschäft und hatte sich durch konsequenten Derzicht auf jeden Lebensgenuß in diesen drei Jahren trotz seines nur kümmerlichen Einkommens runb 1000 Dollar gespart. Er war jetzt 19 Jahre all, und die ersten Pläne, die alle auf eine Selbständigmachung abzielten, begannen in feinem ruhelos grübelnden Gehirn festere Form anzunehmen. Er lag sozusagen beständig auf der Lauer nach kommerziellen Mög- liebfeiten. Sein Gehirn war ganz eigenartig konstruiert. Es gab für ihn keine Ablenkung, keine Freuden außerhalb ded Geschäftes. Er war fest entschlossen, jede Chance, wo und wann sie sich immer bieten sollte, sofort zu benützen. Da kam ihm ber Zufall zu Hilfe. Ein anderer junger Geschäftsmann wollte sich in Clevelanb selbständig machen und suchte einen Partner mit einer Kapitaleinlage von 2000 Dollar. Rockefeller erblickte hierin die Gelegenheit, sich selbständig zu machen, und bewog1 seinen Dater, ihm fein Erbteil, bas einmal 1000 Dollar betragen sollte, sofort auszuzahlen. Jetzt verfügte er über 2000 Dollar, tat sich mit bem jungen Kaufmann namens Clark, zusammen, unb beibe eröffneten ein Kommissionsgeschäft unter der Firma Clark & Rockefeller. mit bem stolzen Kapital von ganzen 4000 Dollar. Das Geschäft kam gut voran. Die beiden Inhaber, bie zunächst alles allein machten, hanbelten so ziemlich mit allem, was ihnen vor bie Finger kam unb Gewinn verhieß. Ab 1860 begannen sie sich vornehmlich dem Petroleumhanbel zu widmen, nachdem ein Jahr vorher die ersten großen Bohrungen im Staate Pennsylvania erfolgt waren. Anfangs ging das Petroleumgeschäft ausgezeichnet. Die neuerungsfüchtigen Amerikaner taten alles, um dieses neue Leuchtöl in großen Massen zu verbreiten und ben Konsum zu vergrößern. Die Gewinne, die Rockefeller zuflossen. waren in den Jahren 1860 biß 1865 immerhin schon recht beträchtlich, so bah er bamal« über ein kleines Vermögen von 20 000 bis 30 000 Dollar verfügen konnte. Schließlich war aber bas zunächst so lebhafte Petroleumgeschäft wieder stark abgeflaut, well einerseits bie Produktion zu einer ausgesprochenen Ueberprobuktion geworden war, unb anbererseits, weil baß ®rböl so schlecht raffiniert würbe, bah es mitunter bireft gefahrvoll für ben Gebrauch war unb ber Konsum infolgebeffen stark zurückging. Die Schwierigkeiten bet Erbölinbustrie wurden dadurch von Tag zu Tag größer unb Zusammenbrüche großer Firmen waren an bet Tagesordnung. Auch Rockefeller litt natürlich empfinblich unter biefer schweren Depression. Et versuchte alles, um sein Geschäft wieder hoch zu bringen, aber er mußte bald angesichts der schwierigen Situation seine Ohnmacht als einzelner einsehen. Er war nahe daran, gu verzweifeln, als ihm bie Erfindung eines schottischen Bergmannes bekannt wurde, durch die eine bessere Reinigung des Erdöls ermöglicht werben sollte. Jetzt zeigte Rockefeller zum erstenmal, wie er sofort jede Chance in seinen Bann zu zwingen verstand. Sofort machte er den schottischen Arbeiter zu feinem Teilhaber unb erbaute noch 1865 unter Hinzuziehung noch weiterer Kapitalien bie Standard Oil Works in ber Rähe von Cleve- Der künftige Kalender. Von Franz Reumann. Was bu ererbt von deinen Vätern hast. Erwirb es, um es zu besitzen! Daß unfer Kalender trotz seiner Vollkommenheit hinsichtlich ferner Anpassung an ben Laus der Erbe um die Sonne verbesserungsbedürftig ist, wirb von niemand bestritten, auch nicht — wie gleich vorweg bemerkt sein mag — von der Kirche. Es ist namentlich bie Beweglichkeit des Osterfestes, bie in vielen Beziehungen störenb in bie bürgerliche Zeiteinteilung eingreis t. bann aber bie ungleiche Länge ber Monate unb bamit auch ber Umstand, bah ein bestimmter Kalendertag in jedem Jahre auj einen anderen Wochentag fällt. Wie bekannt ist. beschäftigt sich ber Völkerbund in einer besonderen* Gruppe — auf deutsch nennt man so etwas ..Kommission" — mit ber Verbesserung des Kalenders. unb es ist zu wünschen, bah seine Arbeiten halb zu einem Ergebnis führen. Zur Zeit stehen eigentlich nur noch zwei Vorschläge zur Erörterung, nänllich bie Einteilung bes Jahres in 13 Monate unb 28 Tage = 4 volle Wochen, unb bie Einteilung bes Jahres in 4 gleiche Vierteljahre mit je zwei Monaten zu 30 unb einem zu 31 Tagen = 91 Tage = 13 volle Wochen Die Einteilung des Jahres in 13 Monate hat ben Vorteil, baß jeder Monat ausnahmslos mit einem Sonntag beginnt, so baß also auch ber 8., 15. unb 22. jebes Monats Sonntage sind. Bei der Einteilung des Jahres in 4 gleiche Vierteljahre ist nur in jedem ersten Vierteljahrsmonat, also im Januar, April, Juli und Oitober der 1., 8.. 15., 22. und 29. em Sonntag, während diese Daten — wenn ber Monat mit 31 Tagen in die Mitte jedes Vierteljahrs gesetzt wird — im Februar Mai. August und Rovember Dienstage, im März, Juni. September und Dezember aber' Freitage sind. Aber bas kann man sich schließlich auch noch merken: Der Monatserste kann bann eben nur noch auf Sonntag — in jedem ersten Vierteljahrsmonat —. auf Dienstag — in jedem zweiten Vierteljahrsmonat — oder auf Freitag — in jedem dritten Diertel- jahrsmonat — fallen, und derselbe Wochentag wie am 1. ist natürlich auch am 8.. 15., 22. unb 29-. wonach man sich bann bie anderen Wochentage leicht ausrechnen kann. Run sind aber 13 Monate mal 28 Tage ebenso wie 4 Vierteljahre mal 91 Tage nur 364 Tage, während baß gewöhnlich« Jahr bekanntlich 365, das Schaltjahr aber sogar 366 Tage hat. Dem toill man dadurch Rechnung tragen, daß man bem Reujahrstag keine Wochen- tagsbezeichnung gibt, sondern ihn einfach „Reu- jahrstag" nennt. Ebenso will man ben Schalt- tajf irgenbtoo cinschieben unb ihn ohneWvchentags- bezeichnung lassen, indem man ihn eoen als „Schalttag" bezeichnet. Vielleicht könnte man ihn vor den 1. Juli legen, also in die Mitte des Jahres, so daß bann in den Schalljahren die beiden Jcchreshälften gleich wären. Welche von beiden Möglichkeiten die größere Aussicht hat, angenommen zu werden, ift noch nicht zu sagen. An sich wäre es sicher sehr zweckmäßig, das Jahr in 13 Monate zu 28 Tagen einzuteilen, well dann alle Monate ohne febe Ausnahme gleich lang wären unb jebes Datum in jedem Monat auf ben gleichen Wochentag fiele. Dem stcht aber entgegen, bah bie Vierteljcchrseinteilung im bürgerlichen Leben eine sehr große Rolle spielt unb daher notwendig ist. Aus diesem Grunde wird die Entscheidung doch wahrscheinlich zugunsten des Vierteljahrs zu 91 Tagen fallen, well es bet bet Einteilung des Jahres in 13 Monate untunlich ist. ben Dierteljahrsanfang mitten in einen Monat zu legen ober bas Jahr in drei Vierteljahre zu 3 unb ein Vierteljahr zu 4 Monaten einzuteilen. Run toäre es schr schön, wenn sich ber Völkerbund etwas beeilen wollte, damit der neue Kalender schon am 1. Januar 1928 eingeführt werden könnte, weil sich kaum ein Jahr ebensogut dazu eignete, wie gerade dieses, unb zwar aus zwei Grünben: Man toill nämlich bas Osterfest auf ben 8. April festlegen, unb nun fällt Ostern 1928 zufällig gerade auf biesen Tag. ben man also gewissermaßen bann festnageln formte. Das ist es aber nicht allein: ber 31. Dezember 1927 fällt gerabe auf einen Samstag, so baß man also bann am folgenden Tage mit dem Äeujahrstag 1928 beginnen tonnte, bem bann ber 1. Januar folgen würde. Zwar fällt auch in ben Jahren 1932 unO 1938 der 31. Dezember auf einen Samstag, so daß man mit dem neuen Kalender, ohne den alten mitten in einer Woche obzubrechen. was unzweckmäßig wäre, auch 1933 unb 1939 beginnen könnte. Aber Ostern 1933 fällt auf ben 16. April unb Ostern 1939 auf ben 9. April. Der Uebergang auf bas feste Osterfest wäre also in diesen beiden Jahren nicht so schön wie gerade im Jahre 1928. Bei der Einteilung des Jahres in vier gleiche Vierteljahre wäre es aus bem Grunbe zweckmäßig, ben zwei ten Vierleljahrsmonat als ben mit 31 Tagen zu wählen, weil ber Januar wegen bes Reujahrstages — in Schalljahren wegen bes Schalttages auch ber Juli — 32 Tage hätte, wenn man jedem ersten Diertel- jahrsmonat bie 31 Tage zuteilt«. Man könnte natürlich auch bem dritten VierteljahrS- monat die 31 Tage geben; es erscheint aber bequemer. wenn bie zwei Monate mit 31 Tagen zum Jahresbeginn unmittelbar aufeinander folgen. ebenso im 3. Vierteljahr in Schaltjahren. Aber das sind schließlich Rebenfragen. Di« Hauptsache ist, daß bie Schönheitsfehler, bi« unserem jetzigen Kalender archasten, recht bald beseitigt werben Der Wille dazu ist vorhanden. Lllso los! „Der Worte sind genug gewechselt. laßt mich auch endlich Taten seh n!" sagt Büchmann — ober vielmehr der Herr Direktor im Vorspiel zu Goethes „Zaust" Joses II.unb bie beutsche Sprache. Es ist unser und ber uns Derb unb et en Donaumonarchie Begängnis gewesen, baß bas Deutschtum seine Führerstellung verloren batte, unb bah bie Regierung untätig zusah, wenn ihr politisch unb militärisch zuverlässigstes, ihr wittjchastlich unb kul- bes Januarheftes von Bel» ings Monatsheften aus» schmückten Aufsatz Hagen 8rKlas _ , einoiwersetzt, mehr bem Verstand als bem Herzen. land. Hier wurde das Erdöl nach der neuen Methode bie sich glänzend bewährte, raffiniert, unb Rockes ellerS Geschäft nahm «inen ungeheuren Aufschwung. Große Mittel flössen ihm nunmehr zu, bie er sofort wieder dazu verwandt«, um eine äußerst intensiv« Expansionspolitik zu treiben. In ber gesamten amerikanischen Erdölindustrie wurde bald seine fest zupackende Hand sichtbar. Eine große Raffinerie nach ber anderen gelangte unter feinen Einfluß. Die Methoden, die er bei seiner Macht» ertocitcrung anwandte, waren nicht gerade rücksichtsvoll zu nennen Er ging vielmehr mit den brutalsten Mitteln vor, und eS kam ihm gar nicht darauf an. einem Unternehmen, baß sich ganz unb gar nicht fügen wollte, ohne Rücksicht daraus, waS aus den Arbeitern und Aktionären wurde, baß Lebenslicht auszublasen Die großen Gewinne seiner Gesellschaft verwandte er zum großen Teil dazu, um leitende Persönlich?:iten bei Babnlinien, bie für den Transport des Erdöls wichtig waren, zu bestechen. Er ließ sich bann Sonderrabatt bewilligen, unb auf diese Weise Jielang eß ihm, sein Erdöl so billig befördern zu assen, daß die Konkurrenten, die natürlich die offiziellen, also viel höheren Tarife bezahlen mußten gar nicht gegen ihn aufkommen konnten. Aber bamit begnügte er sich durchaus noch nicht, sondern er ging sogar aggressiv vor unb erreichte, teilweise durch Bestechungen unb teilweise durch Drohungen, bei verschiedenen Bahngesellschaften, daß sie ihre Petrol.umtarife stark erhöhten ober überhaupt die Beförderung von Erdöl bestimmter Unternehmungen ablehnt?». Die davon betroffenen Werke waren natürlich in den meisten Fallen einfach erledigt unb mußten sich schließlich unb endlich Rockefellers Faust beugen. Jahrelang arbeitete Rockefellers Bestechungssystem in ticsstem Dunkel. Man merkte bie Wirk- famkeit bieses Systems nur an der raschen Ausbreitung ber Machtsphäre Rockefellers. lieber bie Methoben selbst gelangte jedoch eine ganze Zeitlang so gut wie gar nichts in die Oefsentlicv- keit. Er ging sogar so weit, diese wirtschaftliche Tscheka, wie man sie wohl nennen kann, in einer Spezialgesellschaft, bie eigens für biefen Zweck gegründet wurde, zu konzentrieren. ES ist bie später zu so trauriger Berühmtheit gelangte South Jmprovement Company, bie mit einem Kapital von 2 Millionen Dollar arbeitete unb eben die Ausgabe hatte, bie Feldzüge Rockefellers, bie sich häusig zu finanziellen Raubzügen auswuchsen, gegen Eisenbahngesellschosten unb Erdölunternehmungen aller Art zu finanzieren Rockefeller steuerte nun zielbeöußt unb durch keine Sentiments behindert, auf s-nn großes Ziel zu. daß in ber monopolistischen Beherrschung des Erdölmarktes gipfelte. Die überaus große Vorsicht aber, nut ber Rockefeller bei all feiner forcierten Expansionspolitik not- fling, erhellt aus ber Tatsache, bah er jaljre- ang nicht zu bewegen war, in die eigentliche Produktion selbst vorzustoßen. Er begnügte sich vielmehr stets bamit, bie Weiterverarbeitung und die Transportwege unter sein« Botmäßigkeit zu bringen. Die- war taktisch beispiellos llug unb geschickt, benn auf diese Weise konnte er ja tatsächlich. da ben Erdölunternehmungen bann keinerlei von ihm unabhängige Beförderungsmittel zur Verfügung standen, den Markt souverän beherrschen Die Produktion selbst war. wenigstens in ben ersten Jahren, als man sich über bie geologische Struktur ber Erböl fafjren» ben Schichten noch nicht so ganz klar war. ein ungeheuer risikoreiches Unternehmen Milltonen von Dollar würben verpulvert, ober, in biefem Falle richtiger gesagt, verbohrt, ehe es gelang, wirklich produktive Quellen zu erschließen. Dieses risikoreiche Geschäft überließ Rockefeller wohlweislich anberen Leuten, bie dabei ihr Vermögen verloren. Erst wenn ein bestimmtes Gebiet finbig geworben war, brachte eß Rockefeller burch seine oben beschriebene Strangulations- methobe unter seine Herrschaft. Mit raschen Schritten schien sich Rockefeller nun seinem Enbziel zu nähern 18Z0 erfolgte bie erste Umbildung einiger Raffinerien unter Rockefellers Leitung zur Stanbard Oil Company of Ohio mit dem relativ geringen Kapital von nur einer Million Dollar. Die übrigen Raffinerien wurden dieser Gesellschaft in Form eines Preis- und Probuktionskartells angeschlossen. Dce großen Mittel, über die Rockefeller nun verfügt«, ermöglichten ihm. dem Erdöl ganz neuartig« Transportwege zu schaffen Er errichtete bie allgemeines Deutschtum und österreichische» Staatsinteresse in Widerspruch geriet, hat er sich bestimmter für dieses erklärt als früher die Mutter. Seine Korrespondenz führt er gleich Ihr nur französisch. Aber das Verlangen nach der Rückkehr des Elsaß zu Deutschland, das einst ihr Herz so sehr bewegt, ist ihm, scheint es, nicht gekommen, und wenn Mario Theresia von ihren Freunden nichts Lieberes zu sagen weih, als dah sie gute deutsche Männer gewesen, so werden wir bei- ihm derlei Herzensworte vergebens suchen. Aber er verstand wiederum deutsches Geistesleben anders und besser als Friedrich und die Mutter, schalt nicht auf die deutsche Spracl-e wie der König, sondern erbaute ihr, was der Mutter nicht hatte einfaUen wollen, ein Haus zu ihrer Pflege. Er hatte vollen Sinn für die stolz aufftei- gcnde deutsche Musik, Mozart wußte sich gewiß, daß „der Kaiser an ihn glaube". Er wollte in Wien eine deutsche Theaterschule gründen, die besten Köpfe aus Deutschland dort oeretnigen. Gewiß hat er damit nicht Ernst 'gemacht und einen Schwarm recht bescheidener, wenn nicht armseliger Literaten um sich herum gewähren lassen. Es war ihm nun einmal Schuld und Schicksal, daß, roor er begann, sich unter feinen Händen zum Gegenspiel verkehrte. Indem er das Reich mit stürmendem Eifer deutsch machen wollte, hat er nur dessen nichtdeutsche Farben grell hervorgetrieben. turell tätigstes Volk von Tschechen und Magyaren bedrängt wurde. Die Schuld an diesen Zustände« lag wett zurück, und wir dürfen noch heute klagen, daß Josef II. die behutsame und erfolgreiche Ger- manisatton^^, Moria Theresi« eingeleitet hatte, älläuellrig^ '^-Jwtaefcöt und dadurch zum Scheitern'geMchr Hw- E> nliefj ein Edikt, nach dem jeder Beamte mnerholb drei Jahren deutsch sprechen müsse. Se'Ust m den ungarischen Reichstag Dürfe feiner fomnien, der es nicht verstünde. Es sei die Unioerfotipradje des Reiches, dos er als deutscher Kaiser beherrsche. Diese deutscheste Tot Josefs entsprang, wb Pros. Dr. Heinrich Kretschmayr In einem mit vielen bisher unbekannten Bildern ge- ersten Pipe Lines (515 f) teufet tungen vom Bohrloch zur Raffinerie und von der Raffinerie zur Deckstation) und erzielte dadurch eine ungeheure Verbilligung des Transportes, die ihm wiederum eine außerordentliche Ueberlegenheit über olle Konkurrenten verlieh. Er konnte alle in den Preisen unterbieten, und mehr und mehr waren daher die noch selbständigen Raffinerien und Produktionsunternehmungen gezwungen, bei seinem Trust Rückendeckung zu suchen. 1891 war Zne Konzentration unter Rockefellers Führung ko weit vorgeschritten, daß man von einem Monopol sprechen konnte. Jetzt griff aber die amerikanische Regierung ein, und auf Grund des Anti- trustgeseyes mutzte sich die Standard Oil Com- vanh, die damals über ein Kapital von rund 102 Millionen Dollar verfügte, in 20 offiziell unabhängige Gesellschaften auflösen. 1900 gründete Rockefeller. der gar nicht daran dachte, seine Monopolpläne aufzugeben, in Reujerseh, dem Nachbarstaat von Reuhork, die Standard Oil Company vf Rewjersey. die nunmehr wieder zur Holdung- oder Dachgeselllchaft eines umfassenden Grdöltrusts werden sollte. 3n der Tat gelang es Rockefetter, auch wieder durch geschickte Aktien- manipulationen fast sämtliche früheren Gesellschaften in dieser neuen Holdinggesellschaft zu vereinen, bis 1911 die Regierung aufs neue die Auflösung in 62 selbständige Gesellschaften Verfügte. Die Holdinggesellschaft besteht aber weiter und betreibt heute eine Reihe der gröhten Raffinerien mit einem Aktienkapital von insgesamt 206 Millionen Dollar. Ihre Dividenden waren immer außerordentlich hoch. Sie hat zeitweise 40 bis 50 Prozent Iahresdividende gezahlt, und von den Einnahmen Rockefellers, der natürlich auch bei dieser Gesellschaft den Löwenanteil hat, kann man sich darnach ein Bild machen. Schon seit Kriegsausbruch betätigt sich der alte Rockefeller offiziell nichi mehr im Geschäft und die Leitung der Standard Oll Company hat heule sein gleichnamiger Sohn inne. In den letzten Jahren ist er nur noch durch große Stiftungen. besonders für Kirchei», Universitäten und Bibliotheken hervorgetreten. B e r s a t u s. Aus aller Welt. Orkan m Württemberg. Auf der Hohenloher Ebene tobte ein Orkan von einer Stärke, wie er in Württemberg seit langen: nicht erlebt wurde. Biele Kilometer weit wurden die Telegraphenlritungen umge- worsen und aus die Schienen gestürzt, so daß zeitweise die Züge nicht verkehren konnten. Zahlreiche Straßenstreaen sind gesperrt. Schornsteine wurden umgeworfen und Dächer und Häuser stark beschädigt. In der Elektrizitätsversorgung der betroffenen Ortschaften entstanden Störungen, die bis jetzt noch nicht behoben sind. Blutige Kämpfe um — Briefmarken. Anläßlich der offiziellen Gründungsfeier der neuen Hafenstadt Port Fuad auf dem asiatischen Ufer des Suezkanals kam es zu schweren Zwischenfällen. Zur Erinnerung an den Ein- Weihungsakt hatte die ägyptische Regierung eine Serie von neuen Briefmarken ausgegeben, die nur für zwei Tage gültig waren und daher das größte Interesse der Sammler erregten. Schon am Abend vor der Ausgäbe der Marken drängte sich vor der Post eine gewaltige Menge von Händlern. Als die Schalter am nächsten Morgen geöffnet wurden, kam es zu blutigen Schlägereien, in deren Verlauf zahlreiche Personen schwer verletzt wurden. Fünf Personen sind inzwischen ihren Verletzungen erlegen. Zn Spanien emgeschneit. Auf der Strecke M a d r i d — A l b a c e l e ist ein Personenzug in dem li Meter hohen Schnee st e ck e n geblieben. Die abgeianoten Hilfszüge mußten umkehren, da es unmöglich war. die Strecke freizumachen. Ein Flugzeuggeschwader muhte über der Unfallstelle Lebens- und Stärkungsmittel abwerfen, um die Lage der Reisenden und Angestellten bis zur Befreiung des Zuges zu erleichtern. die erst nach löstündigen Bemühungen gelungen ist. Der Schneefall hält an. Infolgedessen sind mehrere Züge auf den Bahnhöfen zurückgryal- ren worden. Einige Dörfer sind durch den Schneefall vollständig abgeschnitten. Eine Hilfsorganisation ist in die Wege geleitet worden. Die Opfer des Autoverkehrs in Amerika. Die Zahl der tätlichen Autouniälle in Reu- y o r k belief sich in diesem Jahre auf 988. An zweiter Stelle der amerikanischen Städte steht Chicago, in dem in diesem Jahre 622 Auto- mobilunfätte mit tödlichem Ausgang vorkamen. Als dritte Stadt folgt Detroit mit 325 Todesfällen. Schweres Eisenbahnunglück in Chile. Wie aus Santiago de Chile gemeldet wird, en:- gleiste bei Lata ein Schnellzug. Elf Reikende wurden getötet und zwanzig schwer verletzt. teere Kassen. Da der Generalrat der englischen Gewerkschaften infolge Eri.höpsung seiner Kassen durch den Genera! reif außerstande ist, die für die Aufrechterhaltung einer Arbeiteruniversität erforderlichen Wittel zu beschaffen, hat er sich gezwungen gesehen, bas ihm von der Gräfin Warwick zu diesem Zweck übergebene Schloß Caston Lodge der früheren Eigentümerin zurückzugeben. Großer Juwelendiebstahl in Loudon. In der letzten Rocht wurden aus der Iu- welenabteilung des bekannten Warenhauses Harrods Schmuckgegenstände im Werte von ungefähr 10 000 Pfund Sterling gestohlen. Die Einbrecher sind dabei höchst geschickt vorgegangen. Es formte bisher nicht ermittelt werden, auf welchem Wege sie in das Warenhaus eindringen konnten. Sie verließen das Gebäude, wo sie die ganze Rocht ungestört ^arbeiteten", morgens um fünf Ähr und fuhren in einer Autodroschle davon. Lin neuer Flugrekord. Der Flieger Passaleva hat mit einem Wasserflugzeug einen neuen Schnelligkeitsrekord auf- gestellt. Die Durchschnittsschnelligkeit in der Stunde betrug 190 Kilometer 389 Meter, während der bisherige Rekord 185 Kilometer aufwies. Der Höhenweltrekord mit einer 500-Kilo- gramm-Belastung, den Passaleva neulich auf* stellte, beträgt nach Prüfung der Berginstrumente 6137 Meter Der kurze Rock als ösfenilichcs Aergernis. Rach einem 1r es. schweizerischen Blatt hat es in der Hauptstadt eines schweizerischen Kantons sehr großes Aufsehen erregt, daß in einer Straßenbahn der Bischof Desfon von Lausanne, Genf und Freiburg den Wagen anhalte:: ließ und demonstrativ aus stieg, weil in dem gleichen Wagen eine Frau mit sehr kurzem Rock saß. Lin Mammutzahn in Berlin gefunden. An der Baustelle der Berliner Untergrundbahn am Hermannsplatz stießen Bauarbeiter beim Aus- sHachten in einer mehrere Meter tief liegenden Geröllschicht auf einen Backenzahn, der aus dem Oberkiefer eines Mammuts stammt. Seine Rau fläche ist etwa 25X8 Zentimeter groß. Don einem Keiler angegriffen. Bei einer Saujagd bei Eisenschmitt in Kreise Wittlich wurde ein Förster von einem Keiler angegriffen und so schwer verletzt, daß er st a r b. Massenansiedlung von Landarbeitern in Kanada. Die kanadische Regierung hat mitgeteilt, daß sie bereit ist, im kommenden Frühjahr 10 000 für die Landarbeit geeignete Männer britischer Staatsangehörigkeit auf ihre Kosten nach Kanada zu befördern und dort ihre Versorgung zu übernehmen. Ebenso fallen von den beiden großen kanadischen Eisenbahngesell- schaften je 2000 Landarbeiter angesiedelt werden. Schwerer Anfall. Bei Regulierungsarbeiten bei 6ec Zellulöse- fabrik Hallein (Salzburg) erfolgte infolge eines Erdrutsches ein E i n st ur z eines 50 Meter langen und 15 Meter hohen Wehrkopfes. Anter Erdmassen wurden 13 Arbeiter begraben, von denen durch Feuerwehr unt> Rettungsmannschaften bon Salzburg uiti> Hallein vier schwel', sieben leicht verletzt und zwei tot geborgen wurden. Line gigantische Ilutzregulierung. Der Kolorado-Fluh in den amerikanischen Weststaaten ist zwar wegen der Schönheit seiner tief eingeschnitienen Täler berühmt, aber zugleich ein arger Schädling der umliegenden Gebiete, da sein Hochwasser ungeheure Verheerungen an» richtet. Bei einer Aeberschwemmung des kalifornischen Gebietes brauchte man zwei Jahre, um den Strom wieder in sein Bett zu zwingen. Der Kolorado hat bei einer Länge von rund 2400 Kilometer ein Gefälle von über 4000 Meter. Die Anterschiede in der Wasserführung des Stromes sind gewaltig und wechseln zwischen 3000 und 200 000 Kubiksuß. Am diese so verhängnisvollen Anregelmäßigkeiten auszubleichen, hat man einen gigantischen Plan gefaßt, über den Rorman McLoud in einer naturwissenschaftlichen Zeitschrift berichtet. Bei einer erfolgreichen Flußreguli.'rung dieses Stromes würden sich toirt» schaftliche Vorteile im Werte von hunderten Mil- fionen Dollar ergeben, und Millionen Morgen dürren Landes würden bewässert, Millionen Pferdekräfte Elektrizität würden erzeugt. Dreizehn Dämme, die wie Stufen einet Treppe in weiten Abständen untereinander liegen, werden das Wasssr des Kolorado auf einer Strecke von 1500 Ki.omeler bei einem ®e'älle von 1000 Meter nutzbar machen. Dadurch würden 500 Millionen Kubikmeter Wasser aufgestaut, und 24 000 Quadratkilometer dürres Land könnten bewässert, 5 743 000 PS an Energie gewonnen werden. Aus diese Weise könnten auch noch Städte des Süd- westens mit einer Einwohnerzahl von 10 bis 15 Millionen mit Wasser versorgt werden. Der unterste Damm liegt 1250 Meter tiefer als der höchste. In drei Staaten, Utah, Arizona und Kalifornien wird ein« fast zusammenhängende Kette von 30 Seen geschaffen, die z. T. 160 Kilometer lang und acht bis zwölf Kilometer breit sind. Der größte Damm, der 185 Meter hoch fein soll, so hoch wie ein 40stöckiger Wolkenkratzer, wird an der „Cannon Bridge" errichtet und wird einen 125 Kilometer langen See bilden. Der zweithöchste Damm steigt 170 Meter empor mit einem 250 Kilometer langen See: im unteren Bereich des Flusses sollen vier niedrigere Dämme entstehen, deren Seen zwischen 166 und 65 Kilometer lang sind. Das Landschaftsbild des Flußgebietes wird dadurch völlig verwandelt; es wird aber dadurch nicht weniger eindrucksvoll gestaltet, und die einzelnen Schön- bei:en w-erden nicht beeinträchtigt Rast' ich, so rost ich. Amerikanische Aerzte haben in letzter Zeit sehr häufig die Beobachtung gemacht, daß Geschästslcute. die sich zur Ruhe setzen, plötzlich sterben, Der letzie aussehencrregende derartige Fall war der Tod des Multimillionärs I. 6. Donovan, der kurz, nachdem ec sich von seinen gewaltigen Anter ichmungen zurückgezogen hatte, ohne ein ausgesprochenes Leiden verschied. Die Aerzte gaben als Todesursache an „Mangel an Beschäftigung". Der alle Spruch -Rast ich, so rost' ich", bewahrheiiet sicy also auch hier; man sucht aber seiner Wahrheit erst jetzt durch wissenschaftliche Beobachtung auf den Grund zu kommen. Rach der Anschauung führender amen- taniidjer Aerzte ist nicht nur Meberanfhengung g jährlich, sondern auch das plötzliche Aufhören e.ner Anstrengung, an die ein Organismus gewöhnt war. Der früher so viel beschäftigte Monn, der nun plötzlich nichts mehr zu tun hat, besitzt im höheren Alter ost nicht mehr die Zähigkeit: sich den Der» änderten Lcbensbedingungen anzupassen-, er beschäftigt sich zuviel mit sich, klagt dem Arzk über alle möglichen Leiden, die ohne Bedeutung sind, aber seinen Geist beschäftigen und niederdrücken. So stellt sich allmählich statt der eingebildeten eine wirkliche Krankheit ein. Dieser piychologische Zustand, der bei einem Volk mit „Rentnergesinnung", wie z. B. der. Zranzosen, kaum hervortritt, ist nun bei den amerikanischen Dollarjägern besonders ausgeprägt. Diese Menschen, für die das „Busineß" der wichtigste Lebensinhalt war, das große Ziel, um das sich ihr Denken und Fühlen drehte, sind der stärksten Sensation beraubt wenn sie sich zur Ruhe setzen. Es geht ihnen ähnlich wie einem Morphinisten, dem man plötzlich das Gift entzieht: sie fallen rasch zusammen und suchen nach einem Er:ah. der ihren Rerven die nötige Auspeitschung verleiht. So werden manche dieser Millionäre, die nun «ihren Lebensabend genießen" wollen, zu Kokaimsten oder ergeben sich irgendeinem anderen Laster. Bei anderen, die sich Nicht auf diese Weise dem Grabe rasch zutreiben, tritt Lebensmüdigkeit und im Zusammenhang damit eine allgemeine Erschlaffung des Organismus auf. Die Aerzle empfehlen solchen .armen Reichen", die am Nichtstun zugrunde gehen, sich alle möglichen „Steckenpferde" zuzulegen, aber nicht jeder, der sein Leben im Getriebe eines großen Geschäftes verbracht hat, ist auf seine alten Tage noch frisch genug, um Kunstwerke oder Briefmarken zu sammeln oder sich dem Golf mit Leidenschaft hinzugeben. Mussolini und feine Ahnen. Verehrer des Duce forschen eifrig nach seinen Ahnen, und man hat unter seinen Vorfahren sogar deutsche Ritter und einen im 18. Jahrhundert lebenden bedeutenden Komponisten entdecken wollen. Kürzlich erschienen vier Gelehrte in Audienz vor Mussolini, die ihm einen dicken Wälzer überreichten. In dem Band sollten alle Dokumente gesammelt sein, die beweisen, daß der Duce von einer Adelsfamilie Norditaliens abftnmmt. Mussolini aber schob das dicke Buch ärgerlich beiseite und sagte: „Nehmen Sie das Zeug nur lieber wieder mit sich. Meine Ahnen beginnen mit mirl" i Brot- und Feinbäckerei 10744D Holzheim. 10746D Drucksachen aller ah Htfrrt fn jeder gewünschten Ausstattung stilrein und preiswert die 8ribr«che Unlv.-Oruekerel. R. Ling» Meiner werten Kundschaft die herzlichsten Glückwünsche zum neuen Jahr! Unserer werten Kundschaft, Freunden und Bekannten wünschen wir ein gesegnetes neues Jahr! Peter Ernst Jung, Bäckerei Ihren werten Gästen und Gönnern ein recht fröhliches neues Jahr! Unserer werten Kundschaft, Freunden und Bekannten die herzlichsten Glückwünsche zum neuen Jahre? Friedr. Höfer und Familie Schuhgeschäft, Lang-Göns loestD Unserer werten Kundschaft, Freunden und Bekannten wünschen wir ein glückliches neues Jahr! Ludwig Häuser u. Frau, Bäckerei, Steinberg 10778D Unserer werten Kundschaft, Freunden und Bekannten wünschen wir ein gesegnetes neues Jahr! Heinrich Müller I. u. Familie Brot- und Feinbäckerei, Holzheim 1O747D Allen Gästen, Freunden und Bekannten die herzlichsten Glückwünsche zum Jahreswechsel! Philipp Wächter und Familie Gastwirtschaft, Annerod 10742D Unserer werten Kundschaft, Freunden und Bekannten wünschen wir ein glückliches neues Jahr! Friedrich Müller und Frau, Watzenborn Unserer werten Kundschaft, Freunden und Bekannten wünschen wir ein glückliches neues Jahr! Carl Berg und Familie, Lang-Göns Manufakturwaren 109320 Meiner werten Kundschaft und allen Bekannten die herzlichsten Glückwünsche zum Jahreswechsel Wilh. Weitzel Wwe. Bäckerei, Langgöns 68988 Unserer werten Kundschaft, Freunden^ und Bekannten wünschen wir ein gesegnetes neues Jahr! Georg Sommer VI. und Familie Metzgerei und Gastwirtschaft Watzenborn 1Ö746D Meiner werten Kundschaft die herzlichsten Glückwünsche zum Jahreswechsel? Jakob Pfeiffer, Hofgut Heibertshausen 08947 Ü ns"rerrosVhn'Ä'un 0^*of t, ® er roan d"en' Freunden und Bekannten die herzlichsten Glückwünsche zum neuen Jahre Ioh. Hetz, Metzgermeister und Familie 107430 Gastwirtschaft zum Adler, Leihgestern Unserer werten Kundschaft, Gasten und Bekannten ein glückliches neuesIahr! Familie Ludwig HofmannVI. ..Ium Löwen", Lollar 10764D Unserer werten Kundschaft, Verwandten, Freunden und Bekannten die herzlichsten Glückwünsche zum neuen Jahr! ,072t 0 Karl Hinterlang und Familie Metzgerei, Klem-Lmden Unserer werten Kundschaft, Freunden und Bekannten die herzlichsten Glückwünsche zum neuen Jahr! 1O777D Familie Georg Philipp II. Metzgerei und Wirtschaft, Steinberg. I Meiner werten Kundschaft, allen Gästen und Bekannten die besten Glückwünsche zum neuen Jahr I Familie I. Deuker, Steinbach Bäckerei und Gastwirtschaft 10836V Unserer werten Kundschaft, Freunden und Bekannten die herzlichsten Glückwünsche zum neuen Jahre? Christ Kaiser u. Frau, Lang-Gons Zwiebackfabrik 10S33D I Meiner werten Kundschaft, allen Gästen,Freunden und Bekannten | die besten Glückwünsche zum neuen Jahr! I Familie Paulus Gerhard, Steinbach Metzgerei und Gastwirtschaft iosz40 Unserer werten Kundschaft, Gästen und Bekannten wünschen wir ein glücklichesneues Jahr! Familie Heinrich Lotz Metzgerei und Wirtschaft Garbenteich O89M t Unserer werten Kundschaft, Freunden, t Verwandten und Bekannten die herz. | lichsten Glückwünsche zum neuen Jahre! 1 Wilhelm Koch u. Familie, Rödgen Rind« und Schwcinemetzgerei l 10743D Heinr.Hofmannu.Familie Gasthaus zur Linde, Lollar 10760D i Unseren werten Gästen, Freunden und | Bekannten 10719D t I die herzlichsten Glückwünsche r zum Jahreswechsel! rLudwig Dern und Frau r r Tafäu.Konditorei, Grotzen-Linden r .............................. Meiner werten Kundschaft, Verwandten X und Bekannten die herzlichsten Glüch^AAv zum Jahreswechsel > Heinrich Moos Vll.u. Frau. Lollar I Metzgerei und Wirtschaft , rr.............,-.,...tf.Tir 1--3P, J Herm. Thristmami, Metzgerei Staufenberg 10891D ! Schuhhaus H. Pfeiffer, Gr.-Bujeck Meinen verehrten Kunden, Freunden und Bekannten ein 10741D 1 glückliches Neujahr! Familie H. Pfeiffer, Großen-Buseck Unserer werten Kundschaft, Gästen und Bekannten wünschen wir ein gesundes, I glückliches neues Jahr Franz Rathenow und Familie „Gasthaus zur Deutschen Eiche" Metzgerei, klem-Linden u. Gießen .......... W722V Unserer werten Kundschaft u. Bekannten die besten Neujahrswünsche | Georg Lutz und Familie Bäckerei, Klein.Linden. I 10752V Zum Jahreswechsel wllnsche ich meiner geschätzten Kundschaft, Freunden und Bekannten ein gesegnetes, glückliches neues Jahr! Friedrich T. Weiß, Grünberg Landmaschinenhandlung Reparaturwerkstatt, Lrsatzleillager 10740D Wieseck 10684D 1OS97D 09015 1O755D| Klein-Linden 1O753D 1O9O3D I Heuchelheim 10399 V Unserer werten Kundschaft, Freunden und Bekannten wünschen wir 10900V i Gastwirtschaft, Heuchelheim 10898D Haltung 10889D lO&'öD: L Unserer werten Kundschaft, allen Freunden und Bekannten Unserer werten Kundschaft, Freunden und Bekannten herzliche Glückwünsche zum Jahreswechsel Wilh. Kröck 11. Mehgermeister und Familie Meiner werten Kundschaft ein gesegnetes neues Jahr Unseren werten Gästen, Freunden und Bekannten herzliche Glückwünsche zum Jahreswechsel Karl Dolkmann VII. und Familie Wünschen unseren werten Gästen, Freunden und Bekannten ein glücklichesneuesIahr! Herzlichelölückwünsche zum Jahreswechsel allen unseren werten Gästen, Kunden, Freunden und Bekannten io»88v (Earl Heckmann und Frau Metzgerei und Gastwirtschaft „Ium alten SchNhenhof", Kaiserallee 30 Unseren werten Gasten, Freunden u. Bekannten ein frohes neues Jahr! Meinen verehrten Gästen, Freunden und Gönnern wünsche ich ein fröhliches neues Fahr! Meiner werten Kundschaft ein glückliches neuesIahr! i Autovermietung Heinrich Weller, Bietzen - Goethestrahe 21, Telephon 189 < 10870V! Wünsche meinen Gästen und Bekannten ein kräftiges Prosit Neujahr ; G. Trinkaus jr. u. Frau ; 09034 Unserer werten Kundschaft, Freunden und Bekannten zum Jahreswechsel herzliche Glückwünsche! Familie Uhrmacher Anna Peppler Meiner werten Kundschaft sowie allen Freunden und Bekannten ein gesegnetes neues Fahr Moritz Köhler, Gießen Lederhdlg., Kurz-, Weitz- u. Wollwaren Neustadt 79, am Oswaldsgarten 10820D I Unserer werten Kundschaft, Freunden und Bekannten wünschen wir ein glückliches neues Iabr! August Schleenbecker und Familie l Spenglerei u. Installation, Heuchelheim t 10901V W. Schmid und Frau Zum Braustübel", Wolkengasse 10881V ! ein glückliches neues Fahr! ®. Rinn und Frau Spenglerei und Installation, Heuchelheim Unserer werten Kundschaft, Freun- den und Bekannten ein glückliches neues Jahr! Karl Faatz und Frau, Wieseck Spirituosenhandlung 10686D Unserer werten Kundschaft, Freunden und Bekannten die besten Glückwünsche zum neuenIahre Ludwig Krauskopf und Frau Damen- und Herren - Friseur - Geschäft, Grotzen-Linden IO751D herzliche Glückwünsche! zum Jahreswechsel! Karl Lapp und Frau s Diezstratze 7 Meiner werten Kundschaft, Freunden und Bekannten die herzlichsten Glückwünsche zum Jahreswechsel! Karl Schröder, Leihgestern Grotzhandlung techn. Oele und Fette 107500 Wilh. Westbrock Kanalreinigunqs-Institut, Seltersweg 32 Unseren werten Kunden,Freunden, Verwandten und Bekannten ein glückliches neues Jahr! Jakob Schupp u. Familie Fahrradhandlung, Seltersweg 10916V I Unseren werten Kunden, Gästen, Der- wandten, Freunden und Bekannten ein frohes neues Jahr LudwigWerneru.Familie I Gastwirtschaft zur Ludwigsburg und I Mineralwasferbandlung, Wieseck [,e,1,D I Unserer werten Kundschaft, Derwandten, Freunden und Bekannten l die herzlichsten Glückwünsche zum neuen Jahr! r Conr. Nürnberger und Frau Metzgermeister, Lollar 1076ID Allen meinen werten Gästen aus nah und fern ein gutes neues Fahr! 11 Familie W. Feuerbach Marburger Straße 28 I. | 10823V Meiner werten Kundschaft, Freunden und De- ' kannten wünsche ich em glückliches Neujahr! Bäckerei und Tafö Heinrich Weber, Heuchelheim 10681 D Unseren werten Gästen, Freunden und Bekannten ein glückliches neues Fahr Hans Theis und Familie Krokadilrestaurant Silvesterabend gemütliche Unter- Speise-Restaurant G. Trinkaus jr. Silvester, Samstag und Sonnlag Künstler-Konzert Unserer werten Kundschaft, Freunden und Bekannten die besten Glückwünsche zum neuen Jahre Franz Pech und Familie Brot- und Feinbäckerei, Leihgestern 107490 r Konr. Moos und Familie Lollar, Neujahr 1927 | 10759V | Unseren werten Gästen und Bekannten | j die besten | [ Neujahrswünfche \ | Familie Franz Sold an r Herzlichen Glückwunsch zum neuen Jahr dem B. f. D, Sp.-B. 1900, T.-D. 1846, M.-T.-D., sowie allen Freunden und Besuchern des Waldsportplatzcs Wilh. Neeb, Platzwart 09032 Unserer werten Kundschaft, Freunden und Bekannten ein glückliches neues Fahr! H Trechsler und Familie Brennmaterialien- u. Kartoffelhandlung 10725V Unseren werten Kunden, Freunden und Bekannten ein glücklichesneuesIahr Ludwig Pausch u. Familie Brot- und Feinbäckerei, Wieseck Unserer werten Kundschaft, Verwandten, Freunden und Bekannten ein frohes neues Fahr! Wilhelm Haas, Metzgermeister und Familie, Wieseck 10683V Meinen veiehrten Gasten und | Freunden zum Jahreswechsel | diebestenGlückwllnsche | Wilh. Väulke Restauration „Zum Andres" | Auerhahnbräu 090131 Unserer werten Kundschaft, Verwandten, Freunden und Bekannten einfrohes, neuesFahr! Mehgermeister Emil Schäfer und Frau Wieseck ioösäd Meiner werten Kundschaft, Freunden | und Bekannten wünsche ich ein ; glücklichesneuesIahr; Karl Kreiling L Wwe. I Kolonial- und Manufakturwaren | Heuchelheim 10902V ♦ Unserer werten Kundschaft, Freunden und Bekannten t die besten Glückwünsche zum neuen Jahre! I Heinrich Krahl und Frau, Großen-Linden Brot- und Feinbäckerei 10720V Allen meinen werten Kunden, Bekannten und Geschäftsfteunden wünsche ich ein glückliches neues Jahr Eduard Sack loroD Holz-^ohlen-u.BLUmalerialienhandlung Meiner werten Kundschaft,allen Gästen,Freunden und Bekannten die besten Glückwünsche zum neuen Fahr 10836V Familie Ludwig Hahn II. Metzgerei und Gast«nrischäft, Steinbach r Herzliche Glückwünsche r zum Jahreswechsel | allen unseren lieben Gästen, Kunden, | z Freunden und Bekannten 1 l | | Heinrich Braun u. Familie, Wieseck l Gastwirtschaft und Metzgerei Zum Jahreswechsel wünsche ich meiner verehrlichen Kund- schäft, allen Freunden und Bekannten ein gesegnetes glückl. neues Jahr! Edgar Borrmann Eisenwaren-, Werkzeug-, Haus- und Küchengerätehandlung 10703V Men Freunden und Gönnern ein glückliches Neujahr! Bäckerei und Konditorei <*9026 t Caf6 Stritter, Neustadt 24 f —............................I Unlerer werten Kundschaft, Gästen, Ver- | wandten und Bekannten die herzlichsten Glückwünsche | zum Jahreswechsel! t Otto Haas und Familie Metzgerei u. Wirtschaft, Wieseck, AUcesrr.! Ihren verehrten Kunden und Gästen diebestenElückwünsche ! zum Fahreswechsel! Unseren werten Freunden und Gästen | j ein recht fröhliches\\\ neues Fahr! Familie Fritz Strasser s ; Restauration „Rheingold" Silvesterabend: IL Gasthaus zum Deutschen Hof Allen Freunden und Gästen herzlichen Glückwunsch zum neuen Jahr! Karl Faber 10880V [Ihren werten Gästen und Gönnern ; diebestenElückwünsche I zum Jahreswechsel! I Heinrich Hettcheu.Familie k t Gastwirtschaft „Ium Schwan" | Lollar, Neujahr 1927 t 10766V i Meiner werten Kundschaft, Nachbarschaft, Freunden und Bekannten Herzlichen Glückwunsch zum Jahreswechsel Gustav Laichinger u. Familie Wilbelmstrotze 49 1088 51) Meiner werten Kundschaft, sowie allen Bekannten herzlichen Glückwunsch zum neuen Fahr! Dachdeckermeister Wilh. Heck Kaiserallee 38 I. 10826V M. Betzold und Frau Licker Straße 57 10870V Fritz (Breilid) Restauration „Ium Gambrinus" Klinikstraße 21 10717V Unserer werten Kundschaft, Gästen, Freunden, Derwandten und Bekannten ein glückliches neues Jahr! Fritz Hinterlang und Familie, Klein-Linden Metzgerei und Wirtschaft i0830v | .............................................................. ...... Unserer werten Kundschaft, Freunden und Bekannten herzliche GlückwünschezumIahreswechsel! » Friedrich Stein, Bäckermeister und Familie I Meinen werten Kunden und Gästen - diebestenGlückwünsche zum Jahreswechsel! Robert Nohl I Gastwirtschaft und Metzgerei Ederstraße 6 1 06945 (Broker Rummel ! ! ? ! Kunden, Freunden u. Bekannten ein frohes neues Jahr! Ein ! glückliches neues Jahr wünscht seiner verehrten Kundschajt, * Freunden und Bekannten Ludwig Schäfer und Familie Tabakfabrikate, Heuchelheim Konditorei und Cafe Schwarz 10890V : Unserer werten Kundschaft, Derwandten, i Freunden und Bekannten r die herzlichsten Glückwünsche | zum neuen Jahr! | Familie Tarl Dolkmann,Lollar l r Metzgerei und Wirtschaft 10762D l : Schuhhaus Schnell, Lollar; ! Unserer werten Kundschaft von Lollar I | und Umgegend, sowie allen Derwandten t und Bekannten ein frohes Neujahr.' : Familie Georg Schnell; Lollar, Hauptstraße 94 io?65D | Unserer werten Kundschaft, Gästen und Bekannten ein j frohes neues Jahr ! Familie Heinrich Bönsel Gabelsbergerstraße 1 w H »0 r i Ji »e a) End b) „ e) » 8t a) 6nbi b) „ c) „ Dicke > drucksvolle bparverkch sparkasse bl Höhe der h Jahres 191 gerung wie reicht wird, dirtschastlie ersreuücheri gen von h dieser tzäu fingen wiri ien und si< Der letz> eA tzchuld'ggeb rüMfen htr ®un * ä*!". sagen, 1 S Munich, tennbti°5 aniehn»chf ä jere W”' n Uohiff«“B. uf D-r? Ri 29 Fortsetz e »Sie sm flr im Lo Mette bei ®tnn wir Rttnf »$Q5 wo d'-ler otun vkn sind vc 2er Ai, Aausseur SttQfee vor öug-geschDl °,'e es un He |ic A" dich! suhrte. -Die h »Es ist °°hl Nicht »Aersult ^iuhren SP u«w Merten. "^ler i to»$enn "®5 toi ^Klten, frii*ber 3)1 rfö Ware, LStrob! Lihen. K ^nfdjtötifur alledem: in gejagt, im > Ritten. Betrachts punkten di Wirtscha »il** gecer Zeit man als Ceschästswe momenie wi Stenerlast i wird 7 we; Stgcnüber i Lege der ' Sehr erfreu unserer Eins tereffonte j< tnefftr für di zusprechen Pj aus unsere D Danach sind zirksspa' merkenswert Etc a) Ende b) „ c) „ Sti a) Endl b) » c) „ Stand a) (Znbe b) „ ’ r niMa-ateSE 1O713D 1US28D beste Neujahrswünsche glückliches Bahnhofstraße 53-55 Weinstube n. Kolonialwarenhdlg. 10716D Freunden und Bekannten 108220 Wolkengasse 16 10702fr 10821D 10847V öchriftleitung u.- Verlag des Gießener Anzeigers l Meiner werten Kundschaft jein fröhliches Neujahr! Unserer werten Kundschaft : zum Jahreswechsel die herzlichsten Glückwünsche! Unseren oerehrlichen Mitgliedern diebesten Glückwünsche zum neuen Jahr! j Unseren werten Kunden, Gästen, Seltersweg 50 । 107000 : Meinen werten Gästen u Kunden ein recht fröhliches neues Jahr! - Ernst Hebftreitu. Frau : Konditorei und Cafe, Gießen L 10714V Lichtspielhaus Bahnhofstraße Meyer im Schuh ruft allen seinen Kunden ;----------------- iEin gesegnetes I neues Jahr l wünschen ihren Freunden, Gästen und Gönnern Meiner Kundschaft, allen Freunden und Bekannten Konsumverein Gießen und Umgegend e. G m. b. H. Meiner Kundschaft, allen Freunden u. Bekannten die besten Neujahrswünsche! Bäckerei Schomber, Walltorstraste 10852V Unserer verehrten Kundschaft zum Jahreswechsel die herzlichsten Glückwünsche! MetzgereiGebrüderFakob Neuenweg 10, Tel.1160 10853D Wilhelm Michel und Frau Steinstraste 48 Meiner werten Kundschaft sowie Freunden und Bekannten zum Jahreswechsel die herzlichsten Glückwünsche Heinrich Klaholz Tabakwarengrosthandlung Westanlagt; 7 Gießen Fernspr. 623 10712V Allen unseren Kunden, Freunden u. Gönnern wünschen wir herzlichst ein glückliches Neujahr! Glasermeister Karl Euler u. Familie i 106S8D: Gebrüder Mäunche 10715V Meiner werten Kundschaft sowie allen Freunden und Bekannten herzlichen Glückwunsch zum neuen Jahr! L. Kronenberg, Bäckermeister Gießen, Löwengalle 23 Meiner werten Kundschaft, sowie allen Freunden und Gönnern ein glückliches neuesIahr H. Pfeiffer, Schuhmachermeister Meiner verehrten Kundschaft, sowie meinen Gästen, r Bekannten und Freunden herzliche Glückwünsche j zum neuen Jahr! : Karl Boller, Gastwirtschaft und Metzgerei ! Allen Gästen, Freunden und Bekannten ein glückliches neues Jahr! Fritz Kremer Wwe., Rest. Stadt Marburg Marburger Straße 27 108240 Unseren werten Schülern, Freunden, Gönnern und Bekannten die herzlichsten Glückwünsche zum neuen Jahr! Tanz-Lehr-Institut Bäulke 10767V r Allen Lesern, Mitarbeitern : und Freunden des Gießener : Anzeigers wünschen wir em j gesegnetes neuesIahr! Herzlichen Glückwunsch zum neuen Jahr! Neujahr1927 Familie Körner 10871D | Unserer werten Kundschaft, allen Gästen, Freunden und Bekannten ein glückliches neuesIahr! Peter Sommer und Familie Steinstraße 23 10723D Unsrer werten Kundschaft, Freunden u. Bekannten herzliche Glückwünsche zum Jahreswechsel! L. Best und Frau, Bleichstrahe 11 106911)..... Palast-Lichtspiele Kirchenplatz Cafe Astoria j wünscht seinen verehrten Gästen, f Freunden und Bekannten Unserer verehrten Kundschaft zum Jahreswechsel die herzl. Glück- und Segenswünsche! Konrad Emmerich und Frau Walltorstraße 23 10724V Ium Jahreswechsel wünsche ich meiner t verchrlichen Kundschaft, allen Freunden t und Bekannten ein losoov z gesegnetes glückl. neues Fahr! Ioh. Steinbach Fahrrad- und Nähmaschinenhandlung Eig. Nsparaturwerkstatt, Ludwigstr. 62 Unserer werten Kundschaft von Gießen und Umgegend sowie allen Bekannten ein kräftiges Prosit Neujahr! A. Rahnefeld, „Pfälzer Hof" 10768D : Unseren werten Gästen und Gönnern ein recht I fröhliches neuesIahr! Herzliche Glückwünsche zum Jahreswechsel allen Gästen und Bekannten W769D W. Bastian Witwe, „Postkeller" Unsrer werten Kundschaft, Freunden und Bekannten herzliche Glückwünsche zum Jahreswechsel! Karl Krug, Metzgermeister, und Familie Marktplatz 23, Telephon 1472 107010 Herzliche Glückwünsche zum Jahreswechsel 107S6V allen Kunden, Freunden und Bekannten Wilhelm Flecken stein und Frau Herzlichen Glückwunsch zum Jahreswechsel allsn unseren Kunden, Freunden u. Bekannten Heinrich Weimar und Familie Konditorei und Laft: Brot- und Feinbäckerei Frankfurter Straße 41 josiod Telephon 833 r Unseren werten Gästen, Freunden und Bekannten Ein glückliches neues Jahr wünscht ihrer verehrten Kundschaft Hausrat G.m.b.H. Lindenplatz 1 Eeschäftsführer Schwarzenberg 10757V Heinrich Balser und Frau Elektroinstallateur loiibßl): j Gastwirt Dechert u. Frau Kühler Grund Aftoria-Lichtspiele Seltersweg Unseren Freunden und Gönnern ein fröhliches neuesIahr! r Herzlichen , Glückwunsch zum neuen Jahr! Der Vorstand 1U6901): j Meinen werten Gästen, Freunden und Gönnern wünsche ich I ein recht gesegnetes neues Jahr! F. C. Günther r Universitäts-Restaurant, Plockstr. | . , , . , 08084 | Familie Römer ; Restaurant „Germania" : ............... jwD Erich Nud. Schmal! Auto-Anruf 2464 08968 Allen unseren verehrten Gästen, Bekannten und Freunden herzliche Glückwünsche i zum neuen Jahr! ! Cafe Ernst Ludwig C Wörner und Frau io7isc Meiner werten Kundschaft ein glückliches neues Jahr! Leder-Handlung Willy Schomber Kirchenplatz 6 10758V ein glückliches neues Jahr! Heinrich Dippel Gastwirtschaft 108500 Meiner Kundschaft diebestenNeujahrswünjche B. Amend, Schuhmachermstr. Hundsgasse 4 10756V : Unseren werten Gästen, Freunden ! und Bekannten ein herzliches ! glückliches Neujahr! - Karl Röjinger und Frau : Hessischer Hof 1 108'29D Schreibmaschinen-Reparaturen Meiner geehrten Kundschaft ein glückliches neues Jahr wünschend, bitie ich um gefl. Kenntnisnahme, daß ich dem 5er„fpre4omt NuMMbk 1715 Gießen Karl Overbeck Giesten Feinmechanikermeister, Rodheimer Straße 58 i ein glückliches i neues Jahr! r J | Willy HoelteLu. Frau ; Bäckerei, Konditorei und Laft 10661D Nr. 506 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)Freitag, 5t. Dezember (926 Sichen an der Jahreswende 1926/27. Rückblick und Ausblick. Der letzte Tag des Jahres 1926 ist gekommen. Nach guter alter Sitte richten wir in diesen Stunden der Jahreswende noch einmal den Blick rückwärts, um wägend feftzustellen, was unsere Stadt Gießen dem Jahre 1926 als Gewinn gutschreiben kann und was sie ihm als Verlust oder Schuldiggebliedcn anzurechnen hat. Wenn wir zu> rückbcnken an die gleiche Stunde des Vorjahres, in der Wünsche an das neue Jahr für unser Gemeinwesen bei uns wach wurden, so müssen wir heute sagen, daß gar mancher Wunsch von damals nur — ein Wunsch geblieben ist. Dcnoch ist es aber unver- kennbar, daß wir in dcm nun scheidenden Jahre ein ansehnliches Stück vorwärts gekommen find, in der Kommunalwirtschaft sowohl wie in der privaten Wirtschaft. Der Weg weist auswärtsführende Rich- tung auf. Zwar bedecken noch manche Schatten und Hindernisse unsere Wirtichoftsstraße; immer noch sind viele Gießener Mitbürger (644 nach der neuesten Feststellung) erwerbslos, noch müssen unsere Klein- und Sozialrentner, sowie die Kriegsbe- schädigten und Kriegerhinterbliebenen notgedrungen auf vieles verzichten, was früher in ihrem Leben selbstverständlich war, und noch ist auch in dem Hanse des erwerbstätigen Mannes der Zwang zur Einschränkung ein gar hartnäckiger Gast. Aber trotz alledem: in der Gesamtheit gesehen sind wir, wie gesagt, im Jahre 1926 vorwärts und aufwärts geschritten. Betrachten wir uns zunächst in einigen Hauptpunkten die Entwicklung der allgemeinen Wirtschaftslage in unserer Stadt. Die heimische Industrie ist zum großen Teil schon seit längerer Zeit wieder in einer Beschästigungslage, die man als gebessert bezeichnen kann. In der Geschäjtswelt sind ebenfalls zahlreiche Besserungsmomente wirksam geworden: wenn auch die schwere Stenerlast mit Recht als sehr drückend empfunden wird — weiterer Abbau tut hier not! —, so ist doch gegenüber dcm Vorjahre ein Fortschritt auf dem Wege der Wiederaufrichtung unleugbar zu sehen. Sehr erfrculid) ist, daß sich auch der Sparsinn bei unserer Einwohnerschaft wieder kräftig betätigt. Jn- leressonte ziffernmäßig« Angaben, die als Gradmesser für Die allgemeine Wirtschoftsentwicklung an- zusprechcn sind, gab die Bezirkssparlasse Gießen uns aus unsere Ditte für diese Betrachtung an die Hand. Danach sind in dem Geschäftsbetrieb der Be- zirkssporkasse Gießen folgende sehr bemerkenswerte Daten zu verzeichnen: Stand der Spareinlagen: a) End« 1924 1 024 030,— RM. b) „ 1925 2 213 344,— ,, c) „ Oktober 1926 3 471 123,— „ Stand der Giroeinlagen: a) Ende 1924 771 174,— „ b) „ 1925 888 290,— „ c) „ Oktober 1926 952 678,— „ Stand der Darlehen, Kredite usw. a) Ende 1924 1 806 353,— „ b) „ 1925 3 130 851,— „ c) „ Oktober 1926 4 489 008,— „ Beftand der Sparkonten: a) Ende 1924 3508 Stück b) „ 1925 5885 „ c) „ 1926 9500 „ Bestand der Girokonten: a) Ende 1924 995 „ b) „ 1925 1436 „ c) „ 1926 2000 „ Diese Zahlen reden eine außerordentlich eindrucksvolle Sprache. Bei dem Anwachsen des Sparverkchrs ist nach Mitteilung der Bezirks- sparkasse besonders bemerkenswert, daß sich die Höhe der hier registrierten Zahl2N derjenigen des Jahres 1913.14 nähert, bzw. die ähnliche Steigerung wie in den genannten beiden Jahren erreicht wird. Als weiteres Merkmal einer gewissen wirtschaftlichen Kräftigung kann man auch die erfreulicherweise sehr zahlreichen Jnstandsetzun- gen von Privathäusern bezeichnen. Die Besitzer dieser Häuser bewiesen durch diese Maßnahmen klugen wirtschaftlichen Sinn: einerseits verbesserten und sicherten sie dadurch ihr Eigentum, dem OerKrosch mit derMaske Roman von Edgar Wallace. 29. Fortsetzung. Nachdruck verboten. „Sie sind ja im Auto hierhergekommen, haben Sie im Vorübersahren niemanden gesehen?" Dick schüttelte den Kops. — „Hießt Ihnen etwas daran, wenn wir die Straße weiter nach Shoreham fahren?" „Das wollte ich Ihnen eben vorschlagen," sagte Dick. „Ist es nicht ziemlich gefährlich für sie, zu dieser Stunde allein spazieren zu gehen? Die Straßen sind von Landstreichern bevölkert!" Der Alte gab keine Antwort. Er saß neben dem Chauffeur und feine Blicke waren ängstlich auf die Straße vor ihnen gerichtet. Das Auto fuhr mit Eil- zugsgeschwindigkeit zehn Meilen dahin, dann wendete cs und begann die Seitenstraßen abzusuchen. Als sie sich dcm Dorfe näherten, zeigte Dick auf einen dichten Wald, zu dem ein schmaler Weg führte. „Wie heißt dieser Wald?" fragte er. „Es ist der Wal> von Elsham, dort wird sie doch wohl nicht hing-^-L jen sein!" zögerte Bennett. „Versuchen wir es immerhin," sagte Dick und sie fuhren durch einen Hain von hohen Bäumen, deren verwachsene Gipfel die Straße gänzlich verdüsterten. „Hier sind Autospiiren," sagte Dick plötzlich. Aber Bennett schüttelte den Kopf. „Es kommen viele Leute hierher, um Picknicks abzuhalten," sagte er. Aber Dick hatte wohl bemerkt, daß diese Spuren frisch waren und nun stellte ecaud) fest, daß sie von der Straß« abbogen und zwischen den Bäumen hinführten. Von dem Auto selbst war jedoch nichts zu sehen. Die Srraße endete nach «iner weiteren Meile und vor ihnen lag eine Lichtung, wo es nichts als Heidekraut und Baumstümpfe gab, denn der Wald war während des Krieges saft gänzlich obgeholzt worden. Mit einiger Schwierigkeit wurde das Auto gewendet und schoß zurück. Sie kamen durch den Hain ins Freie und da stieß Dick einen Schrei aus. John Bennett hatte seine Tochter schon erblickt. Sie ging m der Mitte der Straße rasch dies oft schon sehr dringend nötig war. anderseits schufen sie Arbeits- und Derdienstmoglich- keit für zahlreiche Mitbürger, deren Kauslrast auf diese Weise wieder belebt bzw. verstärkt wurde, wovon bann wieder der Kaufmanns- und GetoerbestanD und gleichzeitig auch die Kommunalwirtschaft Nutzen ziehen konnte. DaS verhältnismäßig freundliche Bild. daS diese Darlegungen bieten, erfährt allerdings eine gewisse Trübung durch das oben ziffernmäßig angegebene Ausmaß der Erwerbslosigkeit, unter dem ja auch die Angehörigen der Arbeitslosen (nach der neuesten Zählung 989 Zuschlagsempfänger in Gießen) zu leiden haben, sowie durch das stete Anwachsen der Zahl der Hilfsbedürstigen, denen das Städtische Wohlfahrtsamt beistehen mußte. Als Beispiel wollen wir in diesem Zusammenhang nur die jüngften Monatszahlen der städtischen Mietunterstützüngsempsänger (Stadtarme, Erwerbslose, Allaein. Aichtfürsorgcempsänger, Sozialrentner, Kleinrentner, Kriegsbeschädigte und -Hinterbliebene) anführen: insgesamt waren es im April 1215 Personen, Mar 1234, Juni 1294. Juli 1351. August 1356, September 1312. Oltober 1415, Novernocr und Dezember 1434; am stärksten ist die Verschlechterung bei den Erwerbslosen gewesen, wo man im April 177 Personen in Mietuntcrstützung hatte, im Dezember aber 334; bei den übrigen Gruppen war die Steigerung dagegen nur gering, bei den Kleinrentnern ist sogar ein ganz kleines Sinken Der Ziffer Der llnterftüDten festzustellen. Für jeden sozial emp- finDenDen Zeitgenossen sind derartige Feststellungen natürlich sehr schmerzlich. Eine geringe Aussöhnung mit Diesen Tatsachen kann jeDoch in Der Erkenntnis liegen, Daß Die in der Gesamtheit bemerkbare Wendung zum Bessern immerhin Die Aussicht auf ein allmähliches Abklingen Der häßlichen Töne im wirtschaftlichen Gesamtkonzert eröffnet HntcrDeffen muß natürlich den HilfsbeDürstiegn nach bester Möglichkeit beige- ftanDen werden, damit sie nicht im wirtschaftlichen Strudel untergehen. Die Nächstenliebe, Die brüderliche Hilfsbereitschaft in Die Front! Wen Den wir uns nun Dem Wirken Der öffentlichen Hand, inLb.sondere der städtischen Körperschaften, und der Arbeit gemeinnütziger Organisationen in dem nun scheidenden Jahre zu. Mit Genugtuung können wir da eine lange Neihe positiven Geschehens feststellen. Fassen wir nur Hauptereignisse ins Auge, ohne dabei Anspruch auf Vollständigkeit geltend zu machen. Großzügig wurde wieder der Wohnungsbau gefördert. Die Stadt, der Staat, die Baugenossenschaft 1894, die Wohnungsnothilfe, die Wohnungssürforge- geseklfchast für bas Derkehrsperfonal und der Eisenbahner-Hcimstättenverein stellten im Jahre 1926 bezugsfertig hin: 2 Wohnungen mit 1 Zimmer und Küche. 27 Zweizimmer-. 47 Drei- zimmer-, 7 Vierzimmer- und 4 Fünfzimmerwoh- nungen. außerdem bis jetzt noch 15 behelfsmäßige Unterkünfte auf der Margaretenhütte. Die private Bautätigkeit erstellt« 1926 bezugsfertig: 9 Zweizimmcr-, 13 Dreizimmer-. 27 Vierzimmer-. 6 Fünfzimmer-. 2 SechSzimmer-. 6 Siebenzimmer- und 1 Neunzimmerwohnung. Wenn durch diese anerkennenswerte Arbeit die Wohnungsnot auch nicht befeitgt werden konnte, so erreichte man aber doch eine gewif'e Entlastung. Die sich noch verbreitern toirD, sobald erst im kommenden Frühjahr und Sommer die jetzt noch im Bau befindlichen, hier nicht mitgezählten Wohnungen verfügbar fein werden. Interessant ist in diesem Zusammenhang ein B ick auf die Lifte der Wohnungsuchenden. Ende Dezember 1926 waren da 1451 Familien vermerkt (die Vergleichszahl zu Anfang des Jahres belief sich auf 1318): dringend waren 619 (625) Fälle, ohne Wohnung (d. h. in möblierten Zimmern oder bei Eltern oder Verwandten untergebrach!) waren 716 (648), mit Wohnung (aber zu kleine, oder gesundheitlich höchst mangelhafte Räume) zählte man 733 (670) Gesuchsteller. Durch das Wohnungsamt wurden im Laufe des Jahres 1926 vergeben: 87 kleine Wohnungen (1 und 2 Zimmer) gegen 63 im Jahre 1925. 72 Drei- und Vierzimmerwohnungen (1925: vor ihnen her und wich, als das Auto näher kam, auf den grasbewachsenen Rand zur Seite aus, ohne sich umzuschen. Dann blickte sie auf, sah ihren Vater und erblaßte. Im Augenblick war er neben ihr. „Aber liebes Kind," sagte er vorwurfsvoll, „wo bist Du denn um diese Zeit gewesen?" Es schien Dick, als säh« sie erschrocken aus. Elks Augen zogen sich prüfend zusammen. „Ich konnte nicht schlafen und bin ein wenig aus- gegangen, Vater," sagte sie und nickte Dick zu. „Wie kommen Sie zu dieser Zeit hieher, Hauptmann Gor- don? Das ist wirklich eine Ueberraschung!" ,Zch bin gekommen, um Sie um eine Unterredung zu bitten," sagte Dick sehr emft „Mich!" rief Ella aufrichtig erstaunt. „Hauptmann Gordon hat Deine Stimme im Radio mitten in der Nacht gehört und wollte etwas Näheres darüber erfahren. Warft Du um Rays willen fort? Ist er hergekommen? fragte er eifrig. Sie schüttelte den Kopf. „Nein, Vater," sagte sie ruhig. „Und was das Radiogespräch betrifft, so habe ich noch niemals in ein drahtloses Telephon gesprochen und hab« auch noch niemals eines gesehen. „Wir haben auch sogleich gewußt, daß Sie es nicht gewesen sind!" sagte Dick Gordon rasch. „Elk hat sofort erklärt, daß jemand Ihre Stimme imitiert hat? „Sagen Sie mir nur das eine, Fräulein Bennett", warf Elk ein, „waren Sie gestern abend in der Stadt?" Ella schwieg. „Meine Tochter ijt um zehn Uhr zu Bette gegangen, ich habe es schon gesagt", sagte John Bennett barsch. „Waren Sie in den ersten Morgenstunden in London, Fräulein Bennett?" beharrte Elk. Und zu Dicks Verblüffung nickte sie. „Waren Sie in Caverley Haus?" „Nein!" antwortete sie sofort. „Aber Ella, was host du in der Stadt gemacht", fragte John Bennett. „Hast du Ray besucht?" Nach einem Zögern verneinte sie. „Warst du allein?" „Nein", sagte Ella, und ihr Mund zitterte. „Bitte frage mich nicht weiter. Ich kann in dieser Sache nicht frei reden. — Papa, du hast mir ja immer vertraut, du wirst mir auch jetzt vertrauen, nicht wahr?" sagte sie mit ihrer süßen Stimm«. 69). 20 Wohnungen mit fünf und mehr Zimmern (1925 : 25). In Diesen Ziffern finD Die von Der ÖtaDt ersteU.cn Wohnungen mit enthalten. Dagegen nicht Die Dem Reich und Staat unter- ftehcnDen Wohnungen. Di« Der Verfügung be# Wohnungsamtes entzogen finD. Die weiteren großen Taten DcS W.rkcnS zum Besten Der Allgemeinheit seien nur stichwortartig inS ®c- Dächtnis zurückgerufen. Da Die Bedeutung tiefer Werke für jedermann Uar vor Augen liegt: Schaffung Der Krastposilinien Gießen — Krofdorf — Zcllingshaulen und Gießen — Kleebachtal. Die im Februar bzw. August in Betrieb genommen wurden. Ms verkehrs- förDcrnbc Mittel seien an Dieser Stelle Die von Den GemeinDen Wieseck unD Alten-Buseck geschaffene Erweiterung Der Wieseckcr Autolinie und die von privaten Seiten mit ©emcinDeunter- stützung betriebenen Autolin.en G'.eßcn—Holzheim bzw. Gießen—Steinbach—Albach erwähnt. Wir Denken weiter an Den großzügigen Hm- und Erweiterungsbau Der BczirkSschule Westanlage, jetzt Goethe'chule, an Die Schaffung Des Gießener Krematoriums, an Die Denkwürdige Gartenbau- unD Elektrizitäts-Ausstellung im September. Die erfreulicherweise zu einem weiteren Ausbau Der bei Dieser Gelegenheit glänzend bewährten Volks- Halle führte, an Die Verbesserung Des Straften» reinigungsbetriebs Durch Die Anschaffung einer automobilen Kehrmaschine unD eines zugehörigen Elektrokarrens, an Die zahlreichen Siraftenerneue- rungen unD -Verbesserungen, sowie Straßenneubauten. an Den Ausbau Des Flughafens, an Die BesrieDigung Der allerDringendsten Eifenbahn- verkehrswünfche. vor allem Dank Der Gießener Fahrplankonferenz Mitte September, an Die Beteiligung unserer Stadt bei Dem BerkehrsbunD Oberhessen. an Die klinischen Erweiterungsbauten für unsere LanDcsuniverlität, an Die Erweiterung Der Lupusheilstätte und endlich an Die Vermehrung unserer charitativen Einrichtungen Durch Die Schaffung Der Zuflucht, eines Heimes für schütz- unD hilfsbedürftige Frauen unD Mädchen, unter evangelischer Leitung. Reben Diesen voll- enDcten Dingen stehen sehr bemerkenswerte positive Beschlüsse. Deren Durchführung voraussichtlich in Den nächsten Wochen und Monaten in Gang kommen toirD. Wir nennen: Erbauung eines Bolls'chulhaufes in Den Eichgärten. Errichtung eines Fortbildungsschulgcbäudes in Der GreDnerftraftc. Kulissenhausöau für das Stadt- theatcr, weiterer Ausbau Des Flughafens. Umbau Der Zchntschruer zum PolizeiamtsgebäuDe. toeitgreifenDe Verbesserung der Straßenbeleuchtung, weitere Straftenausbauten. Man sieht aus Dieser kurzen Auszahlung: es ist ein sehr stattliches Aktiv konto, Das uns-re kommunal« JahreLschluhbilinz avftoelft. und auf dessen Schaffung alle beteiligten Kräfte mit Befriedigung blicken können. Die Passiv leite Dieses Jahresabschlusses läßt ebenfaUs an Reichhaltigkeit nichts zu wünschen übrig: hier sind sogar lehr gewichtig« Posten zu finden. Einen schmerzlichen Verzicht zwang b'.e Reichsbahn unserer Stadt durch die StiUegung Der Eisenl,ahn-Werkstätte auf, wodurch viele arbeitidine Mitbürger in Die Rot Der Arbeitslosigkeit gestoßen wurden. Auch Der Verlust Der Getränkesteuer Ist vom Standpunkt Der kommunalen Wirtschaft aus beklagenswert: mit bif cr Summe im HauS- halt hätte mancherlei Gutes geschaffen werden können. ZutunftSaufgaben find heule immer noch: Der General-BebauungSplan. Der leider nur fchr langsam vorankommt: Die Ein- gemeindungsfragcn, zu deren Inangriffnahme sich Die zuständigen Stellen doch auch bald entschließen müßten: Die Schaffung eines Viehhofes, zu Dem ja erfreulicherweise jetzt Projekte ausgear- beitet werden sollen: Die Organisierung einer Theatergemeinde Gießen-Oberhesfen, Die bei frischer Initiative schon im Jahre 1926 zur Tat hätte werden können: Die Entfaltung einer regen kulturellen Verkehrswerbung, für dir alle Vorbedingungen in unserer Stadt gegeben finDv Die Auswertung Der stäDtischen Anleihen, für Deren Durchführung bei bei zuständigen städtischen Stellen Der beste Wille vorhanden ist, nur muh enD- luh Die Entscheidung Des Treuhänders heraus- kommen: toti ere Straßenausbauten und -Erneuerungen: Erfüllung weiterer Eisenbahn-Ver- kehrswünsche: Die Rathausbaufrage: eine neue Er nahm ihre Hand und hielt sie in seinen beiden Händen fest. „Ich werde dir immer ocr- trauen, Mädel", sagte er. „Und diese beiden Herren müssen es auch." Ihr bittender Blick begegnete Gor- Dons Blick, und er nickte. Elk rieb wütend sein Kinn. „Ich bin sicherlich eine besonders vertrauensvoll veranlagte Natur und werde in Ihr« Worte so wenig Zweifel setzen wie in meine eigenen, Fräulein Bennett." Er sah auf die Uhr. „Aber ich denke, wir müssen jetzt wegsahren und den armen alten Boi- der aus dem Hause der Sünde befreien", sagte er. „Wollen Ci« nicht bleiben und mit uns früh- stück.n?" lud Bennett ein. Dick sah Ekk bittend an und der Detektto stimmte mit resignierter Miene zu. „Nun, Balder wird es auf eine Stunde mehr oder weniger nicht ankommen", sagte er. Während Ella bas Frühstück bereitete, spazierten Dick und Elk auf der Straße auf und ab. „Ich habe das absoluteste Vertrauen in Fräulein Bennetts Wahrhaftigkeit!" sagte Dick begeistert. „Vertrauen ist eine schöne Sache!" murmelte Elk. „Schließlich ist auch Fräulein SBennejt nichts anderes als eines der kleinen Stückchen, die zu diesem Puzzlespiel gehören. Und wird ihren Platz finden, wenn wir nur erst das Stück, das so wie ein Frosch geformt ist, auf di« richtige Stelle gelegt haben!" Don dem Platz, auf dem sie nun standen, konnten sie, nach Sborham gewendet, den Anfang der engen Waldstraße von Elsham sehen. „Und das rätselhafteste ist mir daran," murmelte Elk, „warum sie auf einmal mitten in der Nacht in den Wald spazieren muftte!" Er hielt an und neigte horchend den Kopf zur Seite. Das Rattern eines Autos kam näher und näher. Langsam ward auf der Walzstraße der Kühler eines Autos sichtbar, dem der übrige Körper einer großen Limousine folgte. Der Wagen kam auf sie zu, indem er 4eine Gangart mehr und mehr beschleunigte. Einen Augenblick später schoß er an ihnen vorbei und sie sahen den «irrigen Insassen. „Aber da soll mich doch der Teufel holen!" sagte Elk, der sehr selten einen Fluch gebrauchte. Aber in diesem Augenblick hielt Dick ihn wirtlich für gerechtfertigt, denn der Mann in der Limousine, den zu treffen Ella des nachts in den Elshamwald gegangen war — war Ezra Maitland. Verkehrsregelung für Den SelterSweg unD Die MäuSburg, die vorn Polizeiamt hosientttch nicht zu Den Akten gelegt tji; Die Neuordnung Der evangelischen KirchengemeinDen mit allen notwendigen Auswirkungen. Reden Diesen näfterlicgen- Den Angelegenhet:en stehen D e anderen großen Zukunftsauf aasten (vergl. Gieß. Anz. Rr. 243 vorn 16. Okt. 1926), denen wohl noch einige Zeit Im Hintergrund«, d. h. in Den 2chr:ib- tisch'chublaDen Der stäDtischen Dezernenten be- schieden fein Dürfte. Mit starkem Willen zum Aufbau, zum rastlosen Vorwärtsstreben ist im scheidenden Jahre allenthalben in unserer ÖtaDt an Den vielgestaltigsten Ausgaben Der Zeit erfolgreich gearbeitet worden. Der gleiche ernste und tatsrotz« Schas- fenSwille möge unserer Vürgerfamiiie in allen Teilen und auf allen Gebeten auch weiterhin erhalten bleiben. Schwierigkeiten in großer Zahl — DaS wis en wir heute schon — werden im neuen Jahre zu überwinden sein, In privat- toi« auch in kommunalwirtschaftlicher Hinsicht. An Der Große ber Ausgaben und der Schwierigkeiten aber wachse un'er Mut, unsre Begeisterung für Die Arbeit! Dann toirD unser aller Streben Durch Er olg belohnt werden, und mancher Reu» jahrswunsch, bei Dem wir an uns selbst unD auch an Die Gesamtheit denken, wirb seine Erfüllung finden. Glück auf zum frohgemuten Schassen im Jahre 19271 Oberheffen. Landkreis Gietzcn * Daubringcn, 30. Dez. In Weihnachten veranstaltete der hiesig« Gesangverein „Sänge rlust" einen Theaterabend. Der groste Schäsersche Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt. Es kamen einig« schöne Theaterstücke zur Aufführung, die verdienten starken Beisoll sanden. Haupttehrer Henkel von hier brachte ferner mit seiner 50 Mann starken Sängerschar glänzende Leistungen zu Gehör, denen ebenfalls großer Beifall gezollt wurde. Das genußreiche Programm bereitete den Besuchern einige schöne Feierstunden. V Watzenborn-Stetnberg, 30. Dez. Im Saale „Zum grünen Baum" hielt acflcrn abend der diesige Frauenoerein seine Weihnachts- feier. Gut oorgetragene Musikstücke, gemrinfame Lieder, Verlosung von Gebrauchsgcgcnstanden schufen abwechslungsreiche Stunden. In der Weihnachtsansprache des Ortc-aciftlid)cn wurde auf die hohen Aufgaben oes Vereins im kirchlichen Vcben hingc- mu|cn, im Anschluß an den Engelgesang in der heiligen Nacht. = Lich, 30. Dez. Daß unsere leistungsfähige, lehr rührige Geschäftswelt in den Ortschaften der Umgebung immer noch einen treuen, anhänplid)en Kundenkreis besitzt, das bezeugte das diesjährige Weihnachtsgeschäft, das an den drei Der- kausssonntagen vor Weihnachten recht rege gewesen ist. Das kaufende Publikum deckte sich vorwiegend mit Qualitätswaren ein. Unsere Stadt, die dem Oberhessischen Derkehrsbund beigetreten ist, wird bestrebt sein, durch eine zweckmäßige Verkehrswerbung in Zukunft noch mehr für die Hebung des Verkehrs im allgemeinen und des Geschäftsverkehrs im besonderen zu tun. In Kreisen von Handel und Gewerbe hält man die Errichtung von Auto-Verkehrslinien, die unsere Stadt berühren, für ein« dringende Notwendigkeit, um vor allem den Landorten, die seit alten Zetten durch amtliche Zugehörigkeit und Derkchrslage mit unserer Stadt verbunden sind, eine bequeme Verkehrs- Möglichkeit bieten zu können. — Der verein für Handel und Gewerbe, der Im Laufe dieses Jahres gegründet worden ist und eine eifrige Tätig feit entfaltet, hatte zü Weihnachten ein Reklame- Preis • Ausschreiben hinausgegeben, zu dem 421 Lösungen eingegangen waren. Preise, die durchbas Los zur Verteilung kamen, erhielten: Grete Müller (Hungen), H. Erb (Lich), L. Fay (Langsdorf). M. Thörner (Langsdorf), I. Welter (Nonncnrolh), W. Keller (Ober-Bessingen), R. Berg (Hausen), PH. Weber (Lich), E. Bender (Langsdorf), A. Roth (Bettenhausen), M. Schiel (Langsdorf), E. Meßger (Langsdorf), K. Schlag (Hausen), L. Pfeifer IV. (Ettingshaufen), K. L. Sauer (Lich). Kreis Friedberg. sf. Friedberg, 30. Dez. In einer Drogerie auf der Kaiserstraße kamen infolge einer Un- XX. Hagn. Eine halbe Stunde später fuhren sie in tiefem Schweigen an den leerstehenden Dillen vorüber, wo Genters Leichnam gefunden worden war. Dick erinnerte sich dessen mit einem kleinen Schauder, daß der Tod Genter just in der Nähe von Horsham ereilt hatte. Und Hagn sollte dafür sterben! Dick war dazu entschlosien. Denn ob er nun ein Frosch war oder nicht, er war an diesem Morde beteiligt gewesen. Aks ob Elk seine Gedanken lesen könne, wendete er sich zu Dick und sagte: „Glauben Sie, daß Ihr Beweisversahren stark genug sein wird, um ihn hängen zu können?" „Unalücklicherweise gibt es feine Indizienbeweise gegen ihn, außer dem Auto, das Sie unter Schloß und Riegel halten und der Tatsache, daß der Garagenbesitzer Hagn identifizieren könnte." „Mit dem Bart?" kopsschüttelte Elk. ,Lch glaube, solange der alte Balder ihn nicht zu einem Geständnis bringt, wird es schwer halten, die Geschworenen von seiner Schuld zu überzeugen. Was mid) betrifft/ fügte er hinzu, „würde id), wenn ich je dazu verdammt sein sollte, eine ganze Nacht allein mit Balder zu verbringen, die Wahrheit sagen, nur um ihn los zu werden. Er ist ein pfiffiger Bursch, dieser Balder. Die Leute da oben anerkennen ihn nur nicht genügend." Elf gab dem Ehausseur Weisung, geradeaus noch Cannon Row zu fahren. Dicks Geist befaßte sich mit anderen Dingen. „Was sollte sie nur, um Gotteswillen, mit dem alten Maitland beabsichtigen?" fragte er. Ett fdjüt- telte den Kopf. „Ich weiß es nicht," gab er zu. „Natürlich läge es ihr nabe, ihn vielleicht überreden zu wollen, daß er ihren Bruder zurücknimmt. Aber der alle Maitland ist nicht der Abenteurer, der mitten in der Nacht aufsteht, um darüber zu unterhandeln, ob er Ray die Stellung roiebergeben soll. Wenn er ein jüngerer Mann wäre, bann wäre es eher möglich! Aber er ist schon verteufelt bejahrt. Unb es ist ein böser aller Mann, ber sich nicht einen Pfifferling darum schert, ob Ray an seinem Pull für fo und so Diel grbeitet, ober ob er im Zuchthaus zu Torfmoore Steine klopft." (Fortsetzung folgt) Vorsichtigkeit die dort lagernden Feuerwerkskörper zur Explosion. Der ausbrechende B r o n d, dr in der enggebouten Altstadt leicht hätte gefährlich werden können, konnte durch rasch hcrbci- aeschasste Handlöschopparate Im Keime erstickt werben. Eine F r a u, die sich im ersten Stock des f)au- ses befand, mutzte durch dasJenster aus die Strotze gerettet werden, da das Treppenhaus infolge der starken Rauchentwicklung nicht mehr passierbar war. 4 Bad-Nauheim, 30. Dez. Nach den Mitteilungen führender Kreise des hiesigen Einzelhandel» war das D e z e m b e r g e s ch äs t im allgemeinen sehr ruhig. Das eigentliche Weih- nachtsgeschäst, das mit dem goldenen Sonntag cinfetzte und sich in der letzten Woche von Tag zu Taa besferte, um mit dem 2 4. Dezember seinen Höhepunkt zu erreichen, kann hingegen als befriedigend bezeichnet werden. Wenigstens ist es nicht hinter dem vorjährigen Weihnacht, geschäst zurückgeblieben. Zur Belebung des Weihncichksvcr- kaufs in den letzten Tagen trug wesentlich die den Beamten und Arbeitern gewährte Weihnachtebei- hllfe bei. 2$ Bad-Nauheim, 33. Dez. DaS Fest der Goldenen Hochzeit konnten die Eheleute Heinrich Reichwein bei bester Gc- sunbbeit feiern. Als Vertreter der Stadt überbrachte Bürgermeister Dc. Kayser persönlich Grütze, die Kirchengrrneinde lletz durch die bei'-en Geistlichen und Dem Kirchenvorsteher Glückwünsche übermitteln, die auch da« vom Landeskirchenamt gestiftete Gesangbuch mit einem Glückwunschschreiben der obersten Kirchenbehörde überreichten. Unter den zahlreichen sonstigen Gratulanten fehlte and) nicht der Turnverein 1860, dessen ältestes Mitglied H. Reichwein ist. Früher ein tin Gau Hessen bekannter und verdienter Turner, hat er vpr Jahren bereits turnerisd)e Ehrungen erhalten, außer der Dhrenmitgliedschaft jeneS Vereins auch die feltme Auszeichnung deS EbrenbriefeS de« Mittelrheinkreises der Deut- scyen Turnerschaft. 3m öffentlichen Leben betätigt sich der rüstige Jubilar noch alS Kirchenvorsteher. Eine von Landwirten und Gärtnern sehr stark besuchte Versammlung erhob gestern abend Einspruch gegen die Bewertung von landwirtschastlick) und gärtnerisch benutztem Boden In der Umgebung der Stadt, der vom Finanzamt alS Baugelände eingeschäht worden ist. Gefordert wurde Bewertung mit dein durchschnittlichen Einheitswert der Gemarkung Bad-Nauheim, der pro Hektar 2330 Mark beträgt. Mit dem Ehrenbrief der Deutschen Sport- behörde für Leichtathletik wurde der Vorsitzende des hiesigen Sportverein« L. Götze r t ausgezeichnet. (', Steinfurth, 30. Dez. Der Evangelische JüngliirgS- und Männerverein Bad-Rau heim wird am Tage nach Neujahr bei uns zu Gast sein. Die Abend- Unterhaltung, die er der hiesigen Bevölkerung im Hengsten Saale bieten will, wirb nochmals weihnachtliche Stimmung aufkommen lassen. flrciö Büdingen. le. Dleichenbach, 30. Dez. Gestern abend bescherte der hiesiae R a i s f e i s e n o e r e I n 94 Kindern seiner Mitglieder Spiel- und Gebrauchvgcgen- stände und eine schlichte Christbaumfeier. Die V o l k s b ü ch c r e l des Vereins wurde um 15 Bände vergrößert. — Der Gemeinderat beschloß die W c r t z u w a ch s st e u e r. — Unsere Gemeinde ist in der glücklichen Lage, in diesem Herbst und Winter bisher keine Arbeitslosen gehabt zu haben. KrciS Schotten. □ Laubach, 30. Dez. In der gestrigen Sitzung des G e m e i n d e r a t s wurde zunächst über ein Gesuch des Pächters der Gemeindeziegelei, Paul Schumann, verhandelt. Der Pächter, desstn Geschäft sich bedeutend gehoben hat, will einen Ringofen errichten. Der Gemeinderat will das Unternehmen unterstützen und genehmigte den Neubau. — Die Hundesteuer für 1927 wurde auf 4 Mark festgesetzt. — Von der Gonters- kirchener Straße aus sollen über den „Steinbacher Kopf" neue Wege angelegt webden. — Einer Eingabe des Lehrers G a u b um Beihilfe zur Anschaffung eines Lichtbilderapparates für die Stadtschule wurde entsprochen. Starkenburg. • Darmstadt, 30. Dez. Rach der von der Stadt Darmstadt ber i e r mit 20 Pfennig (bisher 18 Pf.) zu verkaufen. Der Preis für Erportbier wurde nicht erhöht. Der Preis für die Flasche Lagerbier wurde auf 35 Pf. festgesetzt. Einen ähnlichen Beschluß hat auch die Offenbacher G a st w i r t e i n n u n a gefaßt. — Am Weihnachtstag wurde in einer Schuh- f a b r i t im Stadtteil Oberrad ein s ch w e r e r E i n- b r ii cf verübt, bei dem 26 Paar halofertige Kinder- Halbschicht und Herrenhalbschuhe gestohlen wurden. Der Offenbacher Polizei, die sofort benachrichtigt wurde, ist cs jetzt gelungen, den Täter in der Person des 22jährigen Arbeiters Friedrich M e t t l e r, der gegenwärtig ohne feste Wohnung ist, festzunch- m c n. Inzwischen hat sich herausgestellt, daß der Polizei mit der Festnahme des Mcttler ein guter Fischzuo gelungen ist. Mettler hat zusammen mit einem Komplizen, der der Polizei ebenfalls bekannt, aber noch nicht gefaßt ist, in der ProvinA Star- k e n b u r g eine ganze Serie van schweren Einbruchsdiebstählen verübt. Zugegeben hat er bis jetzt zwei Einbrüche in Dieburg (im Krelsamt und in der Realschule) und vier weitere Einbrüche in Althcim bei Dieburg, und zwar im Pfarramt, und drei weiteren Einwohnern. U. a. wurden dabei gestohlen vier Schinken, Wäsche, Kleidungsstücke, Fruchtwein und anderes. — In der Backstube eines Konditors im Stadtteil Backenheim wurde abends gegen 6 Uhr der 18jährige Konditor Otto W i t t m a n n aus Idstein durch Gas vergiftet tot aufgefunden. Anscheineid liegt ein Unglücksfall vor, da die Feststellungen ergeben haben, daß aus einem geplatzten Gasrohr Gase ausgestromt waren, wodurch der übermüdete junge Mann den Erstickungstod fand. — Gestern nachmittag gegen 5 Uhr wurde oberhalb der Obermainbrücke eine weibliche Leiche aus dem Main g e • ländet. Die sofort eingeleitetcn Nachforschungen haben ergeben, daß es sich um die 20jährige Lage- riftin Martha Weihrauch handelt. Das Mädchen dürste aus Liebeskummer freiwillig in den Tod gegangen fein. Vermischtes. Schwerer Bauunfan in Rom. In der Kirche San Giovanni in Cetera n o stürzte bei Umbauarbeiten eine Holzbrücke ein. Vier Arbeiter stürzten 16 Meter tief ab. Einer davon war sofort tot: die drei anderen wurden schwer verletzt. Hunderi spanische Fischerboote untergegangen. Infolge des schweren Sturmes sind bei Valencia und Castellon an der spanischen Ostküste hundert Flfchscgler untergegangen. Es gab mehrere Tote und viele Verletzte. Kirchliche Nachrichten. Edangel sche Gemeinden. Freitag, 31. Dezember. Silvester Lich 8: JahreSschluh mit Beichte u. heiliges Abendmahl. StiflSpfarrer Lchorlemrner. Kollekte f. Arme u. Kranke. — Lollar. Abend« 8. — Watzen- born-Garbenteich. Watzenborn-Steinberg: 8. — Wiefeck. Abends 7: Liturgische JahrcSschlußfeier. SamLtag, den 1. Januar. Neujahr." Gießen. Etabtkirche. 9'1,: Psr. Mahr. 5: Pfar- ralstst. Hertel — Johanne«kirche. 97«: Psr. Dech- tolSheimer. 11: Kinderkirche f. d LukaSgemeinde. Psr. Dechtolsheimer. 5: Piarrafsist. Schultheis. — Lich. 10: Stiftsdechant Lenz. 2: Stiftspiarrer Schor- lemmer. Kollelte für Arme u. Kranke. — Kirchberg Dorm. 10. — Mainzlar. Nachm. 1 */,. — Watzenborn-Darbenlcich. Watzenborn-Steinberg. 10: Kollekte. Garbenleich. 1: Kollekte. — Wiefeck. 7,10: Opfer für die kirchliche Armenpflege. 11: Kinderkirche. Sonntag, den 2. Ianuar. Gießen. Stadtkirche. 97,: Psr.Becker. 5: Dfr. Müller. - JohanneSkirche. 97,: Psr. AuSseld. 11: Kinderkirche für di« Johannesgemeinde. Psr. Ausfeld. 5: Pforrafsist. Schultheis. — Lich. 10: Stistsdechant Lenz. 2: Stistspsarrer Schvrlemmer. Montag 8: Beginn der Dollsmissionswoche durch Missionar Walther. I Kirchbclg. Vorm. 10, nachm. 47,: Bethel-Film II. Teil. Vorführung für Kinder. Abends 7: Bethel-Film f. Erwachfene. — Watzen- born-Darbenteich. Watzenborn-Steinberg . 1. Garbenteich. 10. — Wiefeck. 10: Opfer f. h. Kleinkinder- schulfondS. Donnerstag, 6. Jan. nachm. 5 u- abdS. 8: Bethelfilm III. Teil. Katholische Gemeinden. Samstag, den 1. Januar. Neujahr. Gießen. 67, Beichte, 7 Meße, 8 Rom., 9 Hoch- amt rn. Pred., 11 Meße m. Pred., 57, Vefper mit Segen, 47, u. 7 Deichte. — Grünberg. 97, Meße mit Predigt. — Hungen. 8 Hochamt mit Pred. Laubach. 10 Meße mit Predigt. — Lich. 10 Hochamt m. Pred. Sonntag, den 2 Januar. Sonntag nach Neujahr. Namen-Jefu-Fest. Gießen. 6'7 Beichte, 7 Mefse. Korn der Männer, 8 Koni., 9 Hochamt m. Pred., 11 Meße m. Pred., 5'/, Andacht mit Segen. Donnerstag 57, Beichtgelegen- helt. Freitag 67, Segensamt. — Grünberg. 97, Meße mit Predigt. — Hungen. 97, Hochamt mit Predigt. - Laubach. 10 Messe mit Predigt. — Lich. 77, Meße mit Predigt. EonntanSdieutt d.AerUe u. Rvotdtkeu am 1.1.27 S.-N.DrSchlteobake. tyil. Dr. Wütiler. Engelnvotb. .ialmarzt: Dr Adam. Sonntag, beit 2. Januar 1927: Dr. Meuerhvff Dr Wolf. Pclskanapotheke. Zahnarzt: Dr. Baum. I f MNTUR jj "v y p jKJÄxi V L/fwJ1*/ PL * -w, V . -f? .•?! • •. jBi uns« Inventur-Ausverkauf beginnt Montag, den 3. Januar und dauert nur 3 Wochen! Unser Inventur-Ausverkauf ist die größte und bedeutendste Veranstaltung, die nur einmal im Jahre stattfindet Wir bieten wieder ganz Hervorragendes an billigen Preisen, bei unseren bekannt guten Qualitäten! Neuer Eingang ZEIL 67 4 M!lLWWV»WWW^!W!!«W>W>W!I!llW>>»WWDWU!V!V!!!!!!IjWV!!^D!!!!UWW Vahnhofftratze 44 108951 Lichtspielhaus, Bahnhofstr. 34 Verlobte B I IWO Saalbau Sauer Heute '< v> 10854• Anfang 4 Ubr 09001 09005 am Neujahrstag: KONZERT Eintritt frei! Von 8 Uhr ab Tanz. Wir laden hierzu herzlich ein Altersvereinigung 1877-1927 WELLBLECH BAUTEN Erste Zusammenkunft 10908V WELLBLECH CsARAGEN MITHEOZUNG WOLF NETTER & JACOBI*™« o Allseitiges Erscheinen dringend erwünscht. | I 9ERLIN W 15«FINNENTROP'/WE5TF Verlr.: Emil Eecher, Eammstr. 43. Gießen, Tel. 119t 09010 Don Silvester an Aparte Modelle Niedrigste Preise Bequeme Teilzahlung Besichtigung ohne Kaufzwang Telephon 958 EfflSt RßU Walltorstr. 37 DER GIESSENER LICHTSPIELE SPIELPLAN 1G915D 0-4002 »eit an Frau H. Decker, Kaiserallee 18 21. 31. L Antia! 8. Dukr. THURMER Für die anlählich unserer silbernen Hochzeit erwiesenen Aufmerksamkeiten, insbesondere der Altersoereinigung 1875-1925, danken herzlichst Gretel Häuser Karl Hildner Oitoh. Oktob. Frieda Häuser Gottlob Will 3. Juuir 7. Febraar 7. IBlrx 4. April 13. Jan! 4. Juli DRUCKSACHEN aller Art liefert die Brühl'eche Druckerei Gießen, den 29. Dezember 192k Lindenplatz 1. Zugführer Wilhelm Müller und Frau Anna-Gela geb. Hebel AmNeujahrstag MWMWßl MM MW, Met Frankfurt a. M. Pferde-Märkte! Durch tc ni ttlich er Auftrieb 1000 Pf H-de ill. Ra re Kunst- £UI J2I ZreUag, 5t Dezember 1926 Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Nr. 506 vierter Blatt Turnen, Sport und Spiel Wirtschaft. Das Wirtschaftsjahr 1926. III. (Schluß.) Luch von ty?r Geld- und Kapital- feite aus gesehen, haben wir in Dem nunmehr verflossenen Jahre recht bedeutende Fortschritte gemacht, wenn auch hier für die Zukunft noch recht viel zu tun übrig bleibt und die Fortschritte teilweise nur scheinbar, da sie aus ungesunde Verhältnisse und Schwäche innerhalb der Wirtschaft zurückzuführen waren. Letzteres gilt insbesondere für den sog. kurzfristigen Geld- mar k t. Die kurzfristigen Gcldsähe sind im Verlaufe des JahreS durchweg zurückgegangen. Sie ordernden Spiele gespielt, und dieS sollte auch ür den kommenden Sonntag der leitende Gedanke ein. Die Gewinnaussichten sind natürlich für Giehen nur geringe; an alle Mannschaftsteile müssen außerordentliche Anforderungen gestellt werden, um wenigstens ein ehrenvolles Endergebnis herauszuholen. Im Vorspiel verlor Gießen 3:1, wobei die sehr schlechte Verfassung des Vornheimer Platzes eine Volle spielte, zudem mußte Gießen damals mit Ersah antreten, während diesmal die komplette Elf spielt, lieber- Ein Neujahrswunsch. vom deutschen Sport erwarte ich, daß er Hand in Hand mit dem d e u t s ch e n T u r n e n das Ziel weiter verfolgt, Leibesübungen jur Nolksjitte des Deutschen zu machen, ffiir brauchen eine turn und sportgeubte Generation Als besondere Aufgabe des nächsten Zahres steht die Vorbereitung zu den Olympischen <5 pi fiten vor uns. Wir wollen der Welt zeigen, daß Die deutsche Volkskraft ungebrochen tft. Dr Lewald, Staatssekretär a. D., Präsident des Deutschen Reichsausschusses für Leibesübungen. Fußballdetrachtungen am Jahresschluß. haben teilweise sogar die Deldsähe in London und Reuhork unterschritten. Der allgemeine Zinssatz, I also der Zinssatz für langfristige Kredite, ist den kurzfristigen Sähen aber bü weitem nicht gefolgt, otijo')! nament ich dirReichs- bank sich dauernd bemüht hat. diese Differenzen zu verringern. Die starke Verflüssigung der kurzfristigen Geldsähe hing mit einer ganzen Veihe von Umständen zusammen. Der wicktigste ist wohl der. daß die Geldgeber, namentlich die inländischen Geldgeber, noch nicht daß genügende Vertrauen zu der Entwicklung der deutschen Wirtschaft hatten, um ihre Gelder langfristig anzulegen. Sie bevorzugten daher die kurzfristige Anlage, trotz deren | geringerer Rentabilität. Aled.nn drückten die alls den AuSlandanleihen Hereins.i eßenden Mittel, bis I sie ihrem endgültigen Zweie zugeführt wurden, auf den Markt. Schließlich wurde auch, solange die Zinssätze in Deutschland noch über den internationalen lagen, der höhere Zinssatz vom AuS- I land fortlaufend ausgenuht. Erst in neuester Zeit neigen die Sähe für kurzfristiges Geld wieder etwas nach oben, was schließlich auch als ein Zeichen beginnender Konjunktur auS- gelegt werden kann. Die Aeichsbank konnte im Verlauf bet Jahre- nicht weniger als viermal । ihren Diskoitt'atz. von 9 Proz. zu Anfang des Jahres auf 6 Proz., h r ibsctzen. Dieser Dewegung I ist aber der ^apitilziussuß noch nicht gefolgt, ein Zeichen Dafür, daß die Reichsbank ihre alte Stel- lung als Veyerrsch-crin deS Geld- und Kapitalmarktes noch nicht zurückgewonnen hat. K onto- ko r r e n t k r e d i t e, die zu Veginn des Jahres etwa ISVt Proz. kosteten, sind zwar ebenfalls wesentlich billiger geworden, sie sind aber mit etwa 9 Proz. immer noch ein starker Hemmschuh für die Entwicklung der deutschen Wirtschaft, da diese hierdurch gegenüber dem Ausland eine außerordentliche Vorbelastung erleidet, was um so mehr ins Gewicht fällt, als noch die Ve- lastung durch die Jndustrieobligationen und die wesentlich stärkere steuerliche Velostung als im Ausland hinzukommt. Auf dem Gebiete der Realbelastung läßt der Abbau noch viel zu wünschen übrig. Wir sind zwar von dem Ivproz. Typ der Pfandbriefe jetzt aus den 7proz. I zurückgekommcn. Erststellige Hhpot^en beding-n aber immer noch 10 bis 12 und mehr Prozent. Im ganzen genommen kann man feststellen, daß Iauf dem Gebiete des Geld- und Kapitalmarktes . immer noch Reste derInflationserschei- ! n u n g e n zu verspüren sind. Erst wenn eS der Reichsbank gelungen sein wird, eine straffere Zusammenfassung der Geldquellen, insbesondere auch der fluktuierenden öffentlichen Gelder, durchzuführen, wofür allerdings bei den starken bureaukratischen Hemmnissen, di? ihr in den Weg gelegt werden, die Aussichten nicht allzu groß sind, wird man hier zu einer durchgreifenden Besserung kommen. Für das neue Jahr darf man mit einer weiteren DiSkonterm ü ß i - g u n g rechnen, und anscheinend auch mit einem Abbau der Provisionssätze und R e b e n k o st e n. Ein weiteres zur Konsolidierung der Verhältnisse wird die zunehmende Kapitalbildung tun, Die im verflossenen Jahre einen immerhin nicht unerfreulichen Fortschritt gemacht hak wenn auch die Lücken, die die Inflation gerissen hat, noch weit davon entfernt sind, ausgestopft zu sein. Die Spareinlagen im Reiche sind von 1.6 Milliarden zu Anfang des Iahres auf 2,8 Milliarden Ende Oktober gestiegen. Sie dürften mittlerweile die dritte Milliarde überschritten haben. Die Kreditoren bei den Vanken haben sich ebenfalls gehoben, und zwar um nahezu zwei Milliarden. Sie dürfen allerdings nur zum geringsten Teil als anqe- fcmmelte Sparkcrpitalicn angesehen werden. Entsprechend hat sich auch wieder langsam ein inländischer Kapitalmarkt gebildet, und es war namentlich in der letzten Hälfte des verflossenen Jahres in einem wesentlich stärkeren Maße möglich, den Kapit a 16 e b a r J der Privatwirtschaft sowohl, wie auch der öffentlichen Hand aus dem Inland zu decken. Da der Kapitalzufluß aus dem Ausland in den letzten Monaten etwas abgestoppt werden konnte, hat sich somit ersreulicherweise da- Verhältnis zwischen inländischer und ausländischer Kapitaldeckung zugunsten der ersteren verbessert. IRan muß allerdings berücksichtigen, daß auch bei dm inländischen Emissionen das Ausland eine nicht unbeträchtliche Rolle spielt. An Hand der Reichs- bank-Ausweise zeigt die Entwicklung zunächst eine wesentliche Kräftigung des Gold- bestandes, der sich um mehr als eine halbe Milliarde verstärken konnte. Die Anlage w Wechseln und Schecks ist dagegen seit Vrginn des Jahres bis in den Herbst hinein dauernd zuruck- geganven. Das neuerliche Steigen weist ebenfalls auf d-e Belebung in der Wirtschaft hin. desgleichen dir Entwicklung des Rotenumlaufs. > wobei allerdings zu berücksichtigen ist. daß der Rentenbank.Umlaut entsprechend der Dawes^Se- Ristko scheuen. n , ..... Don der weiteren Arbeit im Fußballsport laßt j «ich sagen, daß im abgelaufenen Jahre vor allem wieder die Amateurfrage im-Brennpunkt des Interesses stand. Sowohl der Fifa-Kongreß in Rom, wie die Dorstandssitzung der Fifa in Pans, als auch die verschiedensten Sitzungen des Bundesvorstandes und der Bundestag selbst haben zu dieser Frage in au5= aiebigfter Weise Stellung genommen, ohne dadurch eine klare Stellungnahme zu erreichen. Der Deutsche Fußball-Bund gab in einer feierlichen Erklärung zur Kenntnis, daß er aus ethischen und moralischen Gründen die Uebernahme des Berufsfußballes ablehne. Ob es ihm gelingen wird, die zweifellos vorhandenen Bemühungen auf Aenderung an das pro- fessionelle Problem so zurückzuwriftn, daß der gezeigte Weg des reinen Amateurtums im Fußballsport gegangen werden kann, bleibt abzuwarten. Kein Mensch hat heute Interesse an der Einführung des professionalen Fußballs, weil die gegenwärtigen Dcrhältnisse ein solches Beginnen m kurzer Zeit ersticken würden. Daß es aber unter der Decke brodelt, zeigten gelegentliche Fälle in Süd- und Mitteldeutschland, die den Beteiligten harte Strafen ein- brachien. Auch im kommenden Jahre wird der berufsmäßige Fußballsport nicht erstehen, aber auch nicht aus der Diskussion verschwinden und Anlaß zu besonderen Maßnahmen des Bundes und der Verbände sein. ~ u _ Erfreulich festzustellen ist die Tatsache der Berufung von Deutschen in wichtige Aemter der Fsdsrafion. Dr. Daumens zog als Mitglied m die internationale Regelkommission em, Bundesvor- sitzeirder Linnemann wurde Mitglied der Kommission zur Erforschung der Frage der Einführung einer Weltmeisterschaft im Fußball. Der Bund plant eine großzügige Werbeaktion für die Durchsetzung des Fußballsportes: die Spielplatzverholtnisse haben sich in einigen Orten gebessert, ohne daß das erstrebte Ziel erreicht ist. Für die Olympiadevorbereitung hat der Bund einen eigenen Sportlehrer verpflichtet und auch sonst manches getan, das Die Hoffnung auf eine gute Entwicklung im kommenden Jahre berechtigt erscheinen läßt. Fuhball in Heffen-Hannover. tz. Schon an den ReujahrStagen werden Die Punktfikämpfe fortgesetzt. In Der Sudgruppe hat es Kurhessen nicht leicht, sich gegen Hessen 09 Durchzusehen Steht aud) den Kur- ein Ziel sehen wird. Friedberg und V.f.R. Wiesbaden treffen sich auf der unrühmlichst bekannten Sse- wiefe in Friedberg. Hier ringen die beiden Desleger der Mörfelder Kampfmannschaft um die Punkte, die sich nach den gemachten Erfahrungen ein scharfes Spiel liefern werden. Ob hierbei Wiesbaden ein abermaliger Sieg (im Vorspiel 2:0) gelingt, erscheint angesichts der auf Erfolg zielenden Spielweise der Friedberger, zumal auf Deren Platz, recht fraglich Dom weiteren Spielbetrieb. Am 1. Januar weilt die Gießener Id, li. und Jugendmannschaft in Vuhbach. um die fälligen Rückspiele auszutragen. In allen drei Gießener Mannschaften wird man wohl die Sie- ger d unZ) Lollar haben ebenfalls noch ein Rückspiel auszutragen und treffen sich in Lollar Als zwei Mannschaften von gleichem Können werden sie sich ein ausgeglichenE Spiel liefern, das kein überraschend hohes Resultat bringen wird. Spielvereinigung 1900 Giehen. 5 Da« Programm für den 1. und 2. Januar sieht eine ganze Anzahl intereffanter Treffen vor. Die Ligamannschaft ist in den Verbands- fpielen spielfrei. Die Ligareserve fiefert ihrem Gast vom 1. Wcihnachtsfeiertag, dem D. B. Kirchhain, das Rückspiel. Ob cs abermals ;u einem (o hohen 5:0=Sieg reichen wird, mag dahingestellt bleiben, da immerhin Kirchhain an 2. Stelle in der ^.-Klasse im Gau Marburg rangiert 1900 weist jedoch in der 'Verteidigung eine erhebliche Verstärkung auf. , , . Die 3 2 (Lehrmannschaft) geht nach Heuchelheim zum Gesellschaftsspiel. H e u ch e 1 h e i m s 1. Mannschaft präsentiert beste A=SIafIe und ist Umgebung langsam abnimmt. Jedenfalls zeigt die Entwicklung des Tlotenumlaufs. daß die vielfach geäußerten Defürchlungen. in Verbindung mit der Ausnahme ausländischer Anleihen komme man zu einem Rotenumlauf, bei der Währung gefährlich werde, oder zum mindesten doch preis- teuemb wirke, unberechtigt figb. Den stärksten Eindruck bei der Betrachtung deS Verlaufs deS vergangenen Jahre- brntcr- läßt wohl die Börse. Sie hat ein Hausse- jahr hinter sich, so stark, wie wohl noch niemals seit ihrem Bestehen. Setzt man die Gesamtheit des Kurswertes der an der Berliner Börse gehandelten Aktien zu Anfang deö Iahres gleich hundert, so kommt man zu Ende des Iahres auf einen Prozentsatz von etwa 215. Das gesamte Kur-niveau hat fkh also mehr a l s verdoppelt. In einzelnen Kategorien geht diese Steigerung sogar auf nahezu bafl Dreifache, so z. D. bei chemischen Aktien und bei Bergwerk-- und Hüttenaktien ( Das ausfällige an bet ganzen Bewegring ist daß eigentlich niemals während des ganzen Jahre- ein wirklicher stärkerer Rückschlag eingetreten ist. abgesehen natürlich von kleineren Schwankungen. Man ist leicht geneigt, diese Bewegung als ungesund zu betrachten. Man muß aber berücksichtigen, daß die Bewegung an, ber Börse im Jahre 1 92 5 andauernd r ü d - I läufig war. Zu Zeiten der größten Äabital- klemme war häufig da- Effektenpaket daS einzige I Mittel, um sich flüssige Mittel zu beschafen Die Essekten wurden a toul prix auf bcu Markt geworfen. und der Effekt war. daß die Börsen- Iurie in keinerlei Verhältnis zum Substanzwert der Gesellschaften mehr standen. Diese Erkenntnis setzte sich sehr bald im Ausland durch, und es war gerade da- A u - l a n b, das den Anstoß zu einer Besserung der Verhältnisse gab. Zeitweise war das Interesse des Auslandes an den deutschen Essekten fast ebenso groß, wie zu Zeiten der Inflation das Interesse für die Marl. Ein weiteres Stimulanz für die Börse war dann der oben skizzierte dauernd flüssige kurzfristige Geldmarkt. Man konnte, solange das Ausland al- Käufer im Markte blieb, nicht- besseres tun. als brachliegende Gelder in Effekten anzulegen. Die Umgrünbungen und CRationali- sierungsmahnahmen sorgten weiterhin dafür, daß die Bewegung im Gange blieb, der auch die Kapitalflucht unserer westlichen R a ch b a r n neue Rahrung gab. Schließlich war es dann der tatsächliche Beginn einer besseren Konjunktur, verursacht durch die Folgen des englischen Streiks, der nicht nur Rückschläge verhinderte, fonberh eine neue Bewegung entfachte. Durch die Ermäßigung deS allgemeine i ZinsniveauS einerseits. Ti i^endener''vhu m andrerseits, entwickelt sich schließlich auch, allcr- dlngs mit manchen Ausnahmen, da. wo die Phar- tasie in bezug aus die Zukunft eine Rolle f t fein verhältnismäßig gesundes Verhältn > de Kurswertes zur Rentabilität. Richt ubvrfcl) " werben jedenfalls darf es. daß die Börsenhau' da- ihrige dazu beigetragen hat, über hie Schw' ■ rigfelten am'Kapitalmarkt hinwcgzukornmen. Zufammenfassend kann man das Jahr 192t I alS daS Jahr der wirtschaftlichen Konsolidierung bezeichnen. Die Wirtschaft hcu durch einen radikalen Sanierung^- und ülmstel lungsprozeß. durch Ausmerzung alles dessen was krank und faul war. sich eine Grundlage für ihre Gesundung gegeben. Möglich war ihr die Durchführung dieses Prozesses nur durch starke Heranziehung ausländischen Kapital-, dessen Verzinsung und Tilgung in der wetteren Entwicklung ein retardierendes Moment bilden muß und wird. Man kann zwar bei Beginn des neuen Jahres von einer aus steigenden Konjunktur sprechen. Diese ist jedoch noch weit entfernt davon, allgemeiner Ratur zu sein In den einzelnen Gewerbezweigen werden die Aussichten noch recht verschieden beurteilt Die starke Hemmung, die uns die kranken Währungen in einigen Konkurrenzländern gebracht haben, sind im Schwinden begriffen. Deutschland ist jetzt diesen Ländern gegenüber insofern im Vorteil. als es seine Stabilisierungskrise übertmm- den hat, während sich diese teils mitten darin befinden, sie ihnen teilweise noch bevorsteht. In weltwirtschaftlicher Beziehung bricht sich die Erkenntnis von der Ülnhaltbarkeit der jetzigen Zustände, von der Unmöglichkeit, das Schlagwort ..Schutz der nationalen Arbeif in seinem jetzigen übertriebenen Sinne aufrecht zu erhalten, Bahn Die schweren Belastungen, denen die deutsche Wirtschaft unterliegt, sind aber auf her anderen Seite noch nicht ausgeräuntt. Das Problem. den deutschen Arbeitskräften ausreichende Arbeit zu verschaffen, bleibt noch ungelöst. Dis I Derpflicytungen des Dawesplanes werden 1 Hessen die Meisterschaft im Süden fest, so handelt I eS sich für sie doch hierbei um ein meisterliches I Abschneiden und viÄeicht auch schon um ein Einspielen für die kommenden Großkämpfe gegen den Rivalen aus dem Rordkreis. Wir erwarten I Kurhessen sicher und mit zwei bi- drei Toren Abstand in Front. Ein ähnliches Kräfteverhältnis hat der Horben in dem Spiel Jura gegen Sport Kassel, allerdings mit dem Unterschied, daß hier .Sport" keine Punkte zu I verschenken hat. will es Anwärter aus den Roro» I meister bleiben. Auch hier wird das Ergebnis ein ähnliches vielleicht etwas höheres zugunsten I des Epitzenführers sein. Abgesehen natürlich von I den bei Lokalkämpfen immerhin möglichen Ucber- I raschungen. Als drittes Spiel hat S p i e l v. Kassel die Hella- Münden auf eigenem Platz alS Gegner. In dem Platzverein ist ber tätlichere Sieger gegeben. ernstlicher Bewerber nm dic Meisterschaft. Der Ausgang ist ungewiß, insbejonbeft, Da Gießen auf bewährte Kräfte verzichten muß. Die 3b-Mannschast liefert bei 1. Mannschaft Fronhauffin an der Lahn ein Gesell, schafts spiel in Fronhaufen. Dieser L-Klasien-Verein ist in Spielftärke In letzter Zeit außerordentlich gewachsen, so daß man eine Voraussage für das Treffen nicht wagen kann. Die 1. Jugenbrnannschaft ber Spielver- einigung plant eine zweitägige Reise an ben Main Gegner sind am 1. Januar j) a n a u 9 3, am 2. Januar Fußballfportoerein Frankfurt. Auch die 1. Schülermannschaft weilt cm 1. Januar in Hanau zum Spiel gegen Hanau 93. Die Kleinsten zeigten erst am letzten Sonntag im Spiel gegen V. f. B. Gießen (1:0) ein so schönes technisches Können, baß man sie getrost reifen lassen kann. Das Fazit bes ablausenben Fußballjahres ist Ruftbal! 1IN LahnKveiS. gemessen an ben Erfolgen ober Mißerfolgen ber ö D ' beut (men Länbermannschaft, nicht befriedigend. Der tz. Ein reiches Spielproaromm weist ber 2. Ja- noch au allerletzt verlorene Kampf gegen die Schweiz nuar auf. Richt weniger als 5 Tres en sinv ange- tätet alle Hoffnung auf eine bessere und erfolg- fetzt. Zunächst treffen sich vom Tabellenenbe G l a - reichere Zeit Die Art, wie heute Deutschlands Fuß- denbach und Niedergirmes in Gladenbach, ballrepräfeniation aufgebaut wird, bedarf dringend das diese Gelegenheit wahrnehmen will, um vom ber Aenderung. will man nicht allen Kredit oer- zweitletzten Platz abzurücken. Es «ft fragil^, ob Heren und gerade im Hinblick auf die 1928 stattfin- ihm dies gelingt; wir halten vielmehr beide Gegner benben Olympischen Spiele in schwerwiegende für ungefähr gleich stark. - Nicht weniger heftig Fehler verfallen, die uns in unserem Ansehen be- wird es in Herborn hergehen. Der Gast ist dort trächtlichen Schaden zufügen müssen. Butzbach, der gegen die auf eignem Platz bisher m>ir imei gewonnenen Kämpfen, einem unenb immer erfolgreichen Herborner gewinnen konnte. Hier sch,ebenen unb einem verlorenen Kamps im Jahre ist aud) ber Ausgang des Treffens kaum vorauszu- 1926 gewinnt bie deutsche Länderspielstatistik nicht sagen. Butzbach wird wahr cheinlich knapp im Dor- an Ansehen. Bei 60 Spielen konnten nur 17 Siege teil (ein. D 111 e n b u r g ist Platzverem gegen den und 12 Unentschieden erkämpft werden, wahrend F. C. Wetzlar, der mit den Tucken de^ Meinen | 31 verlorene Spiele dagegen stehen. Dabei sind mir Dillenburger Platzes rechnen muh. Der tf. C. ist noch nicht einmal gegen die stärkste kontinentale seinem Punkteverhaltms nach einer der ersten An- «lasse angetreten, da uns eine sribstgeschafftne wärter auf die Spitze. Seme bisher unbeständige Sperrung der Nationen mit berufsmäßigem Fuß- ijorrn laßt ifidoch sein Abschneiden mehr als ball die besten Kämpfe nimmt. So bleibt nur noch ragl.ch erscheinen, auch n Dillenburg. B. C W e tz. ♦in mageres Spielprogramm. Zweimal war im ab- (ar und Ockershaus en ist wohl die gleichwer- gelaufenen Jahre Hollands Auswahlelf der Gegner, tigftc Besetzung des Sonntags, allerdings weiß man Jjier erfocht Deutschlands Vertretung ihre beiden nicht, wie sich die Marburger Vorstädter auf dem Siege, gegen eine schwedische Kombination konnte großen D. E.-Platz zurechtsinden werden. Als sie dagegen nur ein Unentschieden erringen, und letztes der 5 steigt auf bem Marburger Platz Lag Abschlußspiel gegen die Schweiz ging gar ver- Germania gegen Frankenberg. Marburg Taren Mit Kräftemessungen gegen andere kontinen- Hal nichts zu verschenken. Die orankenberger gehen tale Mannschaften wie Oesterreich, die Tschechoslo- einen sehr schweren Gang und werden um eine roatei, Ungarn ober etwa gar England dürfte es knappe Niederlage nicht herumkommen. noch eine Weile Zeit haben; bis dahin läßt sich aber u 6rei£>meHtCtatto (j)cm @egner gegenüber hat Gießen von jeher eine besten und zur Kritik am wenigsten heraus- zur Juniorenklasse. Auch diese Zahlen weisen gegenüber denen des Vorjahres fast keine Veränderungen auf. Die Einrichtung eines -besonderen Jugendspieltages, die Bemühungen auf Eingliederung des Fuß- ballsportes In ben Lehrplan ber Schule (etwa nach englischem Muster) unb bie Arbeiten des Bunbes- Jugenbausschusses zur Durchsetzung des Fußballtportes bei den Jugendlichen verdienen besondere Erwähnung. Mit der Gewinnung der Jugend steht und fällt eine Bewegung. Ist sie aber gar sportlichen Untergrundes, so muß sie noch mehr auf bie Erfassung ber Jugendlichen bedacht fein, weil Die Leibesübungen in erster Linie Sache ber Jugend l raschungen find aber nirgends mehr zu erwarten, sind unb in ihr wurzeln müssen. , t ... Q[g beim Fußballspiel, Glückszufälle haben schon Auch der internationale fBeremsbetncb ruhte fast mQn(f)c8 gpiel entschieden. Diesen Dmstand wird völlig. Nur wenige Kämpfe haben statt gefunden.Die unö Bornheim in Rechnung stellen, um vor wenigen Tagen beendete Reift des deutschen fcinc sichere Tabellenführung weiter zu befesti- Meisters nach Spanien und der Schweig umr recht _ bedeutungsvolle Treffen wird durch erfolgreich. Zudem haben die veränderten -Erhalt- Spiel der beiden 1. Jugendmannschaf- niffe ihr übriges getan, um die Verpflichtung hoch- tcn eingeleitet, und wenn nicht alles täuscht, tiaffiger ausländischer Mannschaften zu verhindern, tolrZ) Ließen bei dieser Gelegenhett bie in Born- ba bie Vereine mit Recht bas große finanzielle | Vorspiel erlittene 2:0-Riederlage wettzumachen versuchen. Hanau und Mörfelden stellen sich in Hanau dem Schiedsrichter. Beide Mannschaften spielten im Vorspiel unentschieden, Hanau srigte sich seither in aufsteigender Linie, während Mörfelden scheinbar vom Pech verfolgt wird. Spielerisch betrachtet, müßte Mörfelden Sieger bleiben, eine Riederlage würde für die Mannschaft einen verhängnisvollen Tabellenabstieg bedeuten, dem sie nach den zwei letzten Riederlagen Wohl *Wi P' n aber noch per Ultimo. Am Geldmarkt stellte sich Geld auf einige Tage für den Ultimo sehr teuer aus 8 bis 10 Prozent. In Monatsgeld fanden kaum Abschlüsse statt Am Devisen- m a r k t hielten sich die Abschlüsse auf der gestrigen Balis. Das englische Pfund konnte sich befestigen. Die Reichsmark stellte sich gegen Kabel au, 4.2030. London-Kabel unverändert 4.8546. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt o. TL Telegraphische Auszahlung Die Bewertung zwangs- bewirtschafSeler Grundstücke. Der Hessische Industrie- und Handelskammertag und der Verband hessen-nas.auischer Industrie- und Handelskammern haben gemeinfam eine Eingabe an den Reichs m knister der Finanzen gerichtet, in der über die zu hohe Bewertung der zwangsbewirtetft bann in ihrer ganzen Wucht zu Tage treten, wenn Deutschland aufgehört hat, sie vermittels Aufnahme privater Schulden zu erfüllen. Liner Verständigung zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern und der Erkenntnis, daß die Interessen beider Teile, wie überhaupt des ganzen Volkes, sich decken, steht vor allem die politische Zerrissenheit Deutschlands im Wege. Der deutschen Wirtschaft kehlen noch die Reserven, die in der Vorkriegszeit die Grundlage zu ihrer Entwicklung bildeten. Der Schaffung dieser Reserven stehen steuerliche und sozialpolitische Ueberspannungen im Wege. Hat das Jahr 1926 die Grundlage für den Wiederaufbau der deutschen Wirtschaft unS damit der Macht Deutschlands geschossen, so bleibt dem neuen und den weiteren Jahren doch noch die Aufgabe, eine Fülle non Problemen ZU lösen, bis man davon sprechen kann, daß die schweren Wunden, die Krieg und Inflation geschlagen haben, geheilt sind. • Deutsche Handelsbank A.-G.. Frankfurt a. M. Die Generalversammlung beschloß Ka- diwlserhvhung um 250 000 aus 500 000 Reichsmark. Die Schwarzwälder rundstücks-A.-G. in Freibura (Breisgau) übernimmt die neuen Aktien zu 103 Prozent bei zunächst 25proz. Einzahlung. > WSN. Die Spareinlagen In Bayern. Rach den Zusammenstellungsn des bayerischen Sta- ststischen Landesamtes haben die ^Spareinlagen in Bayern Ende November einen Stand von 225,1 Million Reichsmark erreicht gegenüber 214,1 Mill. Reichsmark Ende Oktober. Ende 1913 betrugen die Spareinlagen 706 Mill. Mark. Im Scheck-, Giro- tznd Kontokorrentoerkehr wurden im November 132,5 Mill. Mark eingezahlt und 131.6 Mill. Mark abgehoben. g?tardiurU . vje. Frankfurt a. M., 31. Dez. Tendenz: sehr fest. Der Jahresschluß blieb der Grundstimmung des Perslossenen Jahres treu und eröffnete a u f der ganzen Linie in fester Haltung. Im Vordergründe standen Montan-, Banken- ünd Schifsahrtsaktien. Auch I.-G.- Farven verkehrten fest. Im Rahmen der Gesamthal- jung lagen die variablen Märkte ebenfalls freundlich, desgleichen konnten Einheitswerte ihre Höchft- kurje behaupten. Eine Anregung bildete die Hoffnung auf eine Januar-Hausse in den Termin- papieren, die bereits per Medio gehandelt wurden. Im einzelnen gewannen Hapag 6, Nordlloyd 4 Prozent, wobei sich die Spanne zwischen den beiden Werten zugunsten von Hapag erweitert. Am M o n- t a n m a r k t zogen die Werte der Rhein-Elbe-Union etwa 1 Prozent an, Mannesmann plus 2,25 Prozent, Rheinstahl in Verbindung mit J.-G.- Farben plus 3,25 Prozent. Kohlenwerte ruhig, aber gut behauptet. Obcrschlefische Montanwerte bis 2 Prozent freundlicher. Von Bankaktien standen Commerz im Vordergründe, die übrigen Werl» dieses Gebietes wiesen aber gleichfalls gute Steigerungen auf. Am Elektromarkte bestand Nachfrage nach Lahmeyer. Siemens plus 1 Prozent. Die Werte des Mctallbankkonzerns lagen recht freundlich. Scheidcanstalt und Melallgesell- fchast je plus 3 Prozent. Von variablen Werten lagen vor allem Zellstosf - und A u t o a k t i e n fest. Aschaffenburg plus 4, Waldhof plus 4,5, Kleyer plus 3,5, Daimler plus 2,25 Prozent. Für Bauaktien zeigte sich ebenfalls Interesse. Dycker- boff plus 2,75 Prozent. In süddeutschen Zuckeraktien machte sich Materialknapv- heit bemerkbar, die Werte konnten sich weiter ve- festigen. Frankenthal plus 2, Waghäusel plus 1 Prozent. Die Börse schloß in fester Stimmung, besonders für Montan-, Danken- und Schiffahrts- aktien. Heimische Anleihen freundlich und hoher. Don Auslandrenten Russen lebhafter schäfteten Grundstücke bet der Feststellung der Ginheitswerte Beschwerde ge° führt wird. Die angestellten Ermittlungen haben ergeben, daß in den Bezirken der Landrssinanz- ämter Kasse! und Darmstadt die zwangsbewi.rt- schasteten Grundstücke wesentlich höher bewertet werden, nicht nur als in Berlin, sondern als in den wichtigsten anderen Wirtschaftsgebieten (z. B. Rheinland-Westfalen und Hamburg). In der Eia- gäbe wird verlangt, daß für das Jahr 1927 unter allen ilmftänben eine N e u f e st st e ll ung vorgenommen wird und daß in diesem Falle, soweit die Zwangswirtschaft forldauert, Bewer- tungsarundfähe nicht ohne vorherige Anhörung der beteiligten berussständigen Körperschaften t Industrie- und Handelskammer. Handwerkskammern usw.) erlassen werden. Berlin, 80 Dezbr Slmtrikaniiche Note» Belgische 'Jtotert ...... Dnniiche Noten Englische Noten . . Srnnsöiiffte Wotcn...... HoltSlIblsche Noten Italienische Noten Norivegischc Noten Teutsch festere,üiov.Kronen Nuntäniiche Noten .... Schwedische Noten...... Schweiler Noten Svanisüu Noten NschcchoUownktschü Noten . . ungarische Noten . Brie- 1,196 59.63 112,28 -'M-, 16,?' 16“.47 18,97 106,36 ■4Mo 2.205 '3,38 41,39 .1,16 •2.45 ».85 Neid 4.176 58,1 - ili.72 ;U,3:. i6.il 167.6:: 18,87 105,84 69.03 2.16.' 111,8'.' 80,1:' 63,--' 12.1 5.7. tranffnrt a.M. Berlin Sdjtu 5>ur» i.llhc- flurs Schllltz-lÄi'.sang pur» ! t'ir • Dntn-n: l'l. 12. | 4L 12 W. 12. | 31. 12 y>/„ Teoflche RetchSanletbe 4Tcutsche MetchSanleib« ■ 8*/«°/. r nasche NetcheanleUl» :>% Dculsche RelchSonlrtbc . Deutsche 4parprcintkn annesmann..... • • • NanS'cldef......... •. Cbtrbcbarr ......... Phöttir Bcif.bau ...... Nyeiiüsche B'aunkohlea . . . ynicifiRnM . ...... yticbca NioMan .... Tellils Bergbau..... . Bereinigte Stahlwerke -S . . »janibura Palet. . . Noriideutlchcr vloyv . - - iibftnmlfdje Werke Albin . . ^ciiicnlivert Heidelberg . . . Pbiltvp Holzniann...... Ariglo Conk Knano ..... I5.lieniischc Maper Stlavtn. . . ^oldichmldi - . tzoleveriohlung....... (Y. G Warben Industrie. . . :Kii hjert, rodle..... . Scheid anitalt....... »lila. EiektrizitStS-Gesellschaf, Bcrgmnitn.......... Elektr. Licserungen...... Üich« nnd tirast. ...... Mainkraitwerle ...... Zchuckcri . ....... . . SiciNcNS & HalSke ...... Daimler Motoren....... Henligcnstaedt . ....... Meguin............ Mannheimer Motoren .... frankfurter Armaturen ■ . . .Ikonservenfabrik Braun . . Schul,'abrik Her; . . . . . . Sichel.............. ,dell stoss Aschaffenburg . . . . .-selkswii Waldhof....... Zukterlabrik FrankettthcU . . SucferfnbrH Waghäusel ■ . Berlin Verli n, 31. Dez. an den E s f e k t e n m gestaltet. Die Haus U 785 - 0.875 0,50 0,775 16 14.75 273 228.5 261 190.12 1*8 5 174 181) IIP 8,2 168 182 118 5 «81,5 182.75 198 158.6 166 81.5 209,-.'5 146 .5 ,24.5 139,46 254,5 204 75 181.25 lll >56 171.55 170 25 146 62 171 Ä 7H.5 .25 H4 IHV 170 166.75 164 >64 195 ilö.i; 2’7 114 9 87 39 53 16 65 186 129,3 71,5 7.5 160 m 113 144 er B Das irlte sesti 0,790 0,77 i 230 265 192.5 182.5 175 • 181 V 171.25 181 119.6 185 185,2.5 159 212 118.75 204.5 207.25 — 157 177,6 178,76 1 144,77 151 126,75 141 2'11.75 I IM'_6 - 1 166.5 | .70.5 ' 21.1,25 HR ! 88,75 : [ —■ i 190 1 131,5 170 44 , 117,75 ! 146 srse. Iahre> n s e mmUl 0,7802 0,7575 II 76 0.87 0 50 0 775 . 0.73 0J3 0.73 SS 8 15.62 44,5 275 227.75 262 191.3 180 174 75 18'1,4 172,5 8.2 168.5 182.25 119,75 182.9 182.75 107 157 164 83.0 219 146.25 123 1'29 4 254 5 201.9 185 155 172.9 (69.1 170 109 I47?5 144 169,62 167 166 75 165 169,25 218.9 53.75 41,9 129 68 4,5 161 .36.5 115 25 143,25 Sende )r gü g. d 0,7925 0,7775 0.76 0.89 0,765 276.5 229,75 265 191 178.25 175.9 178 8,9 170 183,25 118,75 is< 184 197,25 166 5 82.75 212.75 147 125 139,5 255.75 207.5 186 156 179 172,5 - 162 — 127 144 171 1 168 1167.75 165.9 1.69.76 209,1 । 1(5 i ! j - j 242 )at sich nstig ie säst 30. Dejbr. 31. De;br. Ämtlichc <^eld Jiöti runa Bri.', Ämilich.' Nolternng t.- Non 16b.01 168,43 167,94 168,36 1,738 Buen. ?lirc^ 1.735 1,739 1,734 Brss.-?lNtw 58.43 .,8.5? 58.4 15 58.445 ttbtiilfanto 166,17 106,10 106,07 106.33 .floptnhnflv'ii 112,37 .12,02 112,07 ■itorthotm 1(2,21 .12,49 112,10 112.13 Heliingsors. Italien . . . 10,56 10.60 01,557 10,597 18,96 1 ,'K1 18,89 18 93 Vniibon . . . .0,384 20,4 36 .0,865 .0,415 Neuvork . . 1,20 i.2l 4,191 1.208 DarlS. . . 16,64 16.68 16,595 16,635 Schwel; . . Svn'ltcn. "»1,16 1.36 51,08 >4.14 64,35 54,18 >4,34 gapnn .. . •Hin de I'an 2.056 .'.060 3,052 2.056 1.498 . 500 1,496 1.498 Wien tn D- Crft. abge.'t Prag .... Belirad . 59,26 12,132 69,40 12,472 »»,23 12,43 19,37 12,47 7.407 7,427 7,397 7,417 Bndavekt. •,8b '.83 >,86 i,88 Bul.arien 3,01 3.05 3,035 .,015 Lissabon . 1.575 ■1.625 21,525 1,575 Danzig. . . 41,15 1,55 <1.4-5 81,65 Konst Ntltt. 2,11 5.29 1,1'4 2,112 .',122 ANien. . . ö 31 5,29 5,31 Lanada L103 . 293 1,193 4.203 llra unh 4.25 1.26 1.25 4.26 Tfiiro 20.890 20.951 '0.889 20.94! dieser zukünftige Präsident des Qeutsctyen petti^es isst jeden JVcorgen - einen Jelter ß rote Ha. 3um Jahreswechsel! Wenn die 60 Millionen wüßten. iy -'J-uw WILHELM HILLER, Chemische und Nahrungsmittel-Fabrik, HANNOVER. weshalb 6 Millionen Deutsche täglich Brotella gebrauchen; wenn jedermann wüßte, welch’ inniger Zusammenhang besteht zwischen normaler Verdauung - Gesundheit - Lebensdauer — Jugendlichkeit - Schönheit unseres Körpers und des vn-, reu Kinder; wenn alle wüßten, daß unser Darm jener Krankheitsherd ist, von dem aus schädliche Keime und Bakterien massenhaft durch die Pfort- und Lymphgefäße sich bis in» Gehirn ergießen — — —, dann glauben wir auch an den Zusammenhang von Verdauung und Krankheit, von Brotella und Gesundheit, von Körperreinbeit und Intelligenz. nach Profees, Dr. Gewecke macht den Dirm, macht den ganzen Menschen gesund. Brotella ist eine Gesundheits- und Magen-Darm-Diät aus Vollkorn, Früchten, Nüssen, Samen, Kolloiden, Fruchtsäften. Pflanzenschleim-, Quell- u. Faser-Stoffen, aus Basen, Vitaminen, und ersetzt (für 10-20 Pfg. je Teller) eine ganze Mahlzeit Brotella beseitigt die Ursache der habituellen Stuhl» Verstopfung. Brotella ist die Erlösung vom schädlichen Abführmittel. Brotella hilft langsam, allmählich, naturgemäß. Wir unterscheiden: ». Brotella»mild (Magen-Suppe) für alle Falle von Magen- ÖarmstSrungen, Verdauungsschwlche, leichte Verstopfung und fUr Kinder über 4 Jahren . . Pfd. Mk. 140 2. Brotella-atark (Darm-Suppe)beier(habitueller) Stuhl Verstopfung *.......... „ 2M a Bro teil» für Korpulente, bei Stublvers top fung und Fettsucht............. , MO «. Brolelle :Or Diabetiker, bei Stuhlverstopfung und Zuckerkrankheit........... „ UO k Brotella für Nervöse, bei Shchlveretopfang und Nervenleiden . ...... . . . . MO * Brotolle. !Hr Blutarme, bei Stuhl Verstopfung und Blutarmut............. , 2-50 * • Brotetl» lör Kinder, Spezial-ndld-BroteFji fQr Kinder unter 4 Jahren........... . MO Brotella • Kochbuch 25 Pfg. ntlea In Apotheken, Drogerien, Reformhäusern erMlttJA Wit stehen an der Schwelle eines neuen Jahres. Wit wollen aus den Üblen Erfahrungen des alten lernen für das neue Jahr. Zuerst für unsere Kinder! oihn für üns selbst! Wir wollen Im neuen Jahre der Gesundheit unserer Kinder leben, mehr als bisher und wir wollen durch Besserung unserer Verdauung auch in uns die Ursache unserer geschwächten Gesundheit und verlorenen Lebenskraft beseitigen. Wir wollen uns merken: 1. Wir haben seit unserer Jugend in Unwissenheit altes getan, um den feinsinnigen Apparat unserer Verdauungsorgane zu verderben. 2. Unsere Kulturkost mit vielzuviel Fleisch, Wurst, Eiern, Käse, Kuchen usw., mit viel» zuviel Verfeinertem und Verkünsteltem ist Unnatur. Die Folge: Magen- und Darm» schwäche und Stuhlverstopfung. 3- Es ist leicht, billig und dankbar, die tägliche Ernährung mit Brotella zu korrigieren, Magen und Darm durch Brotella zu verjüngen und dem filier wdtsübel Stuhlverstopfung den Boden zu entziehen. Eine Ideal durchgeföhrfe Verdauung ist der Schlüssel zu dem Erfolg, den Menschen bis Ins hohe Alter gesund, frisch, jugendlich, widerstandsfähig, schön und intelligent zu erhalten. Die Verhütung von Verdauungsstörungen als Ursache der meisten Krankheiten ist eine der wichtigsten Fragen zur Entwicklung und Hebung der Menschen körperlich und gtistlg. Die Verdauungsstörungen schädigen Wohlfahrt und Wohlstand des Einzelnen, der Familie und des ganzen Staates. Kopfjchmfift Migrant? . Neuralgie/ Zahnschmerz ........ |Vom 3.—17. Januar 19271 Inventur-Ausverkauf Während dieser Zeit sind die Preise unseres gesamten Warenlagers anz bedeutend ermäßigt 30- 28* 42* Smoking- und Abend-Anzüge • Lederjoppen Gebrüder Stamm Gießen, am Marktplatz 10856a Hervorragend günstige Gelegenheit zur Anschaffung bester Qualitätswaren Paletots schwarz u. Marengo, auch halbschwere Qualitäten... Mk 48.-, 55.-, 65.- usw. Hosen, Breeches in allen Ausführungen — für alle Zwecke Mk. 6 -, 8.50 usw. Anzüge moderne Stoffe und Formen, solide Qualitäten.. .Mk. 35.-, 42 -, 50.- usw. Ulster in neuesten Formen und Stoffarten Mk. 39.-, 45.-, 55 - usw. Gummi-Mäntel *g^Qo beste Marken, Continental u. andere, alle ■ Formen Mk. 18.-, 25 -, 28 - usw. B Loden-Mäntel 4Qoo Münchener Fabrikate, imprägniert, in ■ allen Farben Mk. 26.-, 35 - usw. Ä Von Silvester ab täglich frische Hm Landwirtschaft Mein Hnvsnturausvevkauf ßeri£Äiiäen2 'H* VJ V » f __ _ _ . , , „ _Q . _ * . . -g- sowie Neusahrsbrezel in bester Qualität und auch für andere Zwecke B B fittbei 3, bi# IS. 1^52? ftoti B B zu haben bei 10798D und auch für andere Zwecke zu haben bei 10798D 10845D AKSM.Aug.GHM, Grünberg Kohienscliiaita Gewahre wahrend dieser Zeit bei Äarzahlung auf alle Waren ^0O/o;ausOamen-,Herren-,Mädchen-u.Knabenmäniel Schokoladen-u. Zucker w.-Großhdl Gießen, Fernruf 721 207° Rabatt Rette besondevS pveiswevt für alle Bauzwecke zu ! iiligom Preis C.Rübsamen,Gießen Fernsprecher 1659 Handarbeitsschule von Fri. Landmann, Gießen, Südanlage 1 Unterricht in allen weiblichen HarftJarbeiten Zuschneiden der Wäsche - Hand- und Maschinennähen, Stickereien jeder Art - Filet - Klöppeln - Occhi usw. Aenderung von Wäsche und Kleidern. 108680 Beginn des Unterrichts: Dienstag, den 4. Januar 1927. geeignete Räume tbestehend aus großer Scheune, Siallgebäude, 2 Bureau- idumen) in Butzbach günstig zu vermieten. — Inlerestenten wollen schriftliche Angebote unter 10730D an den Gießener Anzeiger einreichen. Heinrich Weimar Bäckerei, Konditorei und (Eaf6 Frankfurter Straße 41 Telephon 833 Besichtig. Sie bitte meine reichhalt. Oster- Ausstellung in Osterhasen. Dragee-Eiern usw., die vom 28. bis 31. Dezember 1926 und vom 3. bis 8 Januar 1927 In meinem Hause, Ludwi^straße 42, statlflndet. — Ein unverbindlicher Besuch wkd sich für Sie sicherlich lohnen. «06i6D 'Bierjluss chank Saufen i ganze JcAanA -/)n/agen, BüffefsJ /£iS3chränke, Ttsc/te, 5ttz./n öbel- / /für Res/aurante, Cafes, Motels,/ /liefert fn modernerAusführung r ;die älteste Spepezia/fairiU, / Jacob Dies Frankfurt 7h. 1o Tel. Hansa 2+28/29________Langeshr. 33 । Sie erhalten sich gesund IIlWIW? durch den ständigen Gebrauch von: 8 I II ■ H II L 1,1 beginnend Montag, den 3. Januar General-Vertrieb für Gießen und Umgebung: , 12.-, Pelzbesatz Gießen Fritz Heinzerling WW | , 4g03 IfOO 24* 650 18°° «2’5 7175c Lager r Ish veranstalte Modehaus J.Pfeff er Kein ifftben. Eingana S. Telephon 12»9. Abteilung 1 Neue moderne Dieter, Schlüpfer and Paletole, eUeniu Ulster für Barschen, Knaäen n. Jünglinge zu Odilen dervreisen, OammimänUl von Ml 14.— an, neue rnob. Herrenaniüut In all. Warben u. Grünen von Ml. 23.- ait. Frask- oud Smokinganiüa» äunersl billlfl. Antüß« lür Barschen and Knaben enorm billig, Wa-jahester amüga Pll. 36.—, Sportanstige in allen BreiSlaaei Lodenloppea ioiolc leldgrnne Joppen von .Vif. 1?.— ult fei'graue Hosen, lang u. fürs, 1VIL 18.—. Manchester- Honen von M. 8.56 an, Windlaeken in verschiedenen Preislagen, sthwarze Hosen für Kellner und Musiker von :Plf. 10.— an gestreifte Hosen in allen warben und (Prüften v. 'Ult 7.— an. Sporthosen v. Ml. S.— an. blaue Arbeite • Ansttge Mk. 7.50, Welüblnder • Anzüge Mk. 10.—, Einsals* und Arbeite • Hemden iebv billig. Abteilung II 5eue moderne Dame nm Antel u. Bncktiech- mUntel, Mipor! - KoHiüme, auch für fortuilente Damen, in allen Grögen u. Harbert von Mk. 8.— an. Abteilung 111 Gebrauchte Aesüge, noch sebr gut erllali.. uou Mk 12.— nn, auch für korpulente Serrcn: Praoh-, Smoking*. Gehrock- Cutaway • Anxüge sehr billig. Hosen sowie Kellasr-Wosten äuverst vreiSwnrdtg Ein Verenrh lohnt! öeneaflfiiöeroöe-öüns £. RoUnjroeio ffilEfien. seitersraeo 58.1 Sreoue ""'‘a Nähmaschinen» Reparaturen oreiöwer . sack' nenmh. chnell. 'Jini Wunsch foftenLSlbbohum und Lieferung im StnbtgebteL Singer ■ Näb maichincnA.-6>. (Wicfte'.i, Nlarktolaiz Tel. 20-1. » IM b gegen nute Simen und Sidjerbctt auf ein .-,pL 5. Zähne 2 und 3 Mk. in Mnut cbiiLHroiien, Brücken, Plomben i\u billigsten Preisen. NablnngSerleichtrg. Zrau llöniger Dentistin Sternltrake 29 II. 01IIIIIIIIIHIIIHIIHIlllüüllD Ml« mitten in Zell ne legen, 1920 neu er baut. Licht. Waner leitiiiig. Televbou. 4 Morgen Garten, für 2'100(1 Mk. bei 3 Mille Anzahlung zrt »erlaufen. 12 Zimmer grosz CarlSchunck flHypolhekengeti (Munn Medina fiirrii F. Heidemann Frankiert a. m. KaiiervI 18-20 vanfa 9557/58 -\V bett- die : 3e 2 Si 20 Ängscha Für die Falk auszu bis zu li ... 2' „ ,, 3 über 3 für jeb- nigunc Die au bleiben oi Mimsterd ' Für di Märkten u Für die oom Bund dieses Gese nungen der oorzunehm' zwecken ad bestanden - einjchtießtiit jcheinigung für jedes mindesten für jede nigung Für je ausgenomi des Reich [offenen 21 biefe 2lusf desregierun find, einfch lichen Besä bis zu . „ „ L über L Rach 88 zum Reichs der Gesamf Demnach ist des unterfui der Tiere, ö Die fiere jührungsvot tigen Bekan berechtigt, fi ärzte gelten JA r>.S «AI Für die 26. N*1 'Liepor^' b'^ : iL Für let Die Ge I Dcn Unteriaju,. ’ UM dos erste R bette, wiesen das benutzten di m endlosen Litzi «'"Wei l“her»«upl un Äti, b,°’ b" Ä* Sö üblich in erste» onPimmr ^UMwor-dcn, r Nr. 306 fünftes Blatt Eichener Anzeiger sGeneral-Anzeiger für Gberhessen) Zreitag, 3f. Dezember 1926 Die hessische Politik des Jahres 1926. Don unserer Darmstädter Redaktion. Alles historische Geschehen ist einmalig, denn es wiederholt sich nicht: es steht aber nicht für sich allein da, sondern ist mit der Vergangenheit und der Zukunft verknüpft. Die Politik eines Jahres ist ebenfalls nicht isoliert, und wenn man sie für diesen Abschnitt festlegt, so muß man sich bewußt bleiben, daß damit eine gewisse willkürliche Zeiteinteilung vorgenommen wird, die nicht in der Sache selbst begründet ist. Vollends die hessische Politik während eines einzigen Jahres bleibt, wenn man nur dieses betrachtet, in ihrem inneren Wesen dem zutreffenden Urteil leicht verflossen, weil diese Zeit allein nicht die genügenden Unterlagen bietet Das Jahr 1926 war, wenn man es von der politischen Seite betrachtet, nicht gerade ruhig verlaufen, wenn es auch nicht so bewegt war, wie die Jahre 1924 und 1925, in die vier große politische Wahlen fielen. Im Jahre 1924 hatten nach vorausgegangenen lebhaften Kämpfen Reichstags- und Landtags- wählen ftattgefunben; das Zentrum hatte zwei Sitze verloren und fühlte sich so innerhalb der Regierungskoalition geschwächt, daß es darnach trachtete, die Regierung durch Hereinnahme eines Vertreters der Rechtsparteien zu erweitern. Drei Monate lang wurde anfangs des Jahres 1925 hierüber verhandelt und auf Hessen lastete eine schwere Regierungskrise, die parlamentarischen Ar- beiten wurden lahmgelegt und der Staatshaushalt konnte erst im Sommer verabschiedet werden. Das Ergebnis der Verhandlungen der Parteien war die Wiederher st ellung der alten Regie- rungskoakitton, bestehend ctus Sozialdemokraten, Zentrum und Demokraten. Damit waren die Grundlagen für die hessische Politik während der übrigen Monate des Vorjahres gegeben und erst recht für das abgelaufene Jahr 1926. Diese Politik äußerte sich vornehmlich in einem rücksichtslosen Durchsetzen der Macht der Regierungskoalition im Landtag. Es wird sicherlich noch in Erinnerung fein, wie zahlreiche Anträge der Oppositionsparteien niedergestimmt wurden, oftmals nur, um die Koalition zusammenzuhalten. Namentlich zeigte sich dies in der Sommertagung des Jahres 1925, wahrend der erst der Staatshaushalt beraten wurde. Die Nachwirkungen traten besonders in den Anfangsmonaten des Jahres 1926 hervor. Die Wirt- schcrftstreife waren tief verstimmt: für ihre Nöte hatten die Regierungsparteien kein Ohr und da sie ihre Wünsche nicht durchsetzen konnten, so wandten sie sich an die Oppositionsparteien. Aus den Verhandlungen mit ihnen ging der Wirtschafts, und Ordnungsblock hervor, der seitdem eine bedeutsame Rolle in der hessischen Politik gespielt hat. Zahlreiche Versammlungen, die im ganzen Londe, hauptsächlich in den Monaten Januar, Fe- bruar und März von ihm veranstaltet wurden, hall- ten wieder von den Klagen über die schlechten Wirt- schaftsverhältnisse und den Steuerdruck. Die Monate Januar und Februar des abgetan- jenen Jahres waren fast ganz mit Beratungen des Finanzausschusses ausgefüllt, die wegen der Ersparungsanträge der Rechtsparteien große Beachtung fanden. Mit außerordentlicher Spannung im ganzen Lande verfolgte man diesmal die Beratungen des Staatshaushaltes im Landtag, die am März begannen und über 20 Sitzungen in Anspruch nahmen. Die parteipolitischen Auseinander- fefoungen, die in den Etatsdebatten wenige Monate vorher schon sich vordrängten, traten auch jetzt wie- der stärker in den Vordergrund und nahmen immer schärfere Formen an. Forstwesen, Landwirtschaft, die hessischen Staatsbetriebe in Wölfersheim, die Elektrizitätspolitik der Regierung, das Landes- theater und Schulfragen waren die hauptsächlichsten Streitpunkte, vor allem aber die Finanzpolitik des oinanzministers Henrich. Oft gestalteten sich die Landtagssitzungen dramatisch: das Endergebnis war zumeist die Ablehnung der von den Oppositionsparteien gestellten Anträge. Vom Landtag aus verbreitete sich die gereizte Stimmung ins Land. Don größeren parlamentarischen Ausgaben, die der Landtag erledigte, seien außer dem Staatshaushalt die Maßnahmen über die Förderung des Wohnungsbaues und die Regelung des Straßenwesens in Hessen erwähnt. 3n der letzten Sitzung der Juni-Tagung des Landtags wurde bekannt gegeben, daß ein Antrag auf Einleitung eines Volksbegehrens oorlicge, der vom Wirtschafts- und Ordnungsblock aiisgehe, mit dem Ziel der Landtagsauflö- f u n g. In wenigen Wochen war eine große Zahl von Unterschriften gesammelt worden. Da es sich um das erste Verfahren dieser Art in Hessen handelte, so wiesen die Listen viele Formfehler auf; das benutzten die Gegner des Volksbegehrens, um in endlosen Sitzungen und Verhandlungen das Erfahren hinzuziehen, vielleicht in der stillen Absicht, es überhaupt unmöglich zu machen. Juristische Gut- achten fielen in wesentlichen Punkten zu Gunsten der Antragsteller aus und notgedrungen kam eine Entschließung zustande, die feststellte, daß die vom Gesetz verlangte Zahl von Unterschriften für das Volksbegehren auf Auflösung des Landtags erreicht fei. Nicht ohne lebhafte Auseinandersetzungen billigte der Landtag den Beschluß des Abstimmungsaüs- fchusses. Die Stimmung des Volkes, soweit sie sich in den Versammlungen zu Anfang des Jahres äußerte, fand endlich in einer Abstimmung am Ende des Jahres ihren Niederschlag. Die Verschleppungstaktik der Regierungsparteien hatte Erfolg; das Interesse an der Abstimmung war stark abgeflaut. In den ersten Wock)en war der Wahlkampf noch recht ruhig geführt worden, nahm aber zum Schluß äußerst gereifte formen an; die Beteiligung an der Adstim- mung blieb indessen verhältnismäßig sehr gering, xßenn auch die Landtagsauflösung abge« le^nt mürbe, so ist aus dem Streit ber Parteien über bic Auslegung ber Adstimmungsziffern und aus diesen selbst eine tiefe Unzufriedenheit mit den gegenwärtigen politischen und wirtschaftlichen Der- hattnißen in Hessen ohne weiteres herauszulesen. Das ist die Grundst.mmung, mit der unser Land in das neue Jahr hineingeht. Die Hauptquellen der Mißstimmung sind die schwierigen wirtschaftlichen Zu- stände, denn mehr noch als andere deutsche Länder hat Hessen unter ihnen zu leiden; die Zahl der Arbeitslosen ist hier besonders groß. Gewaltige Uederschwemmungen verursachten zu Anfang des Jahres überdies noch beträchtlichen Schaden, Früh- jahrsfröste schädigten vielfach den Weinbau schwer, Landwirtschaft, Handwerk, Hande! und Industrie stehen vor einer Notlage; viele Betriebe kämpfen geradezu um ihre Existenz. Da fast die Hälfte des Landes besetztes Ge- biet ist, |o leidet Hessen außerordentlich schwer unter diesen Verhältnissen. Das Reich hat die schwierige Lage Hessens auch anerkannt und ist gewill:. ihr Rechnung zu tragen. So hatten wir in diesem Jahre öfters Ministerbesuche; unter ihnen waren die bedeutendsten der des Reichskanzlers Dr. L ut h e r am 7. Mai und der des Rcichssinanzministers Dr. Reinhold am 13. September. An den zweiten Besuch knüpften sich besonders lebhafte Erörterungen, die sich wochenlang hinzogen. Wie sich nun die von dem Reichsiinanzminifter zugesagte Reichshilfe für die hessischen Finanzen auswirken wird, muß in den kommenden Monaten zeigen. Vielleicht wer- den auf dem Umweg über das Reich Einsparungen, vor allem in den Ministerien selbst, erzielt, die bis- her nicht zu ereichen waren. Die Jagd im Januar. Das Schießen allein macht den Jäger nicht aus; Wer weiter nichts kann, bleibe lieber zu Haus. Doch wer sich ergötzet an Wild und Wald, Auch wenn es nicht blitzet und wenn es nicht knallt, Und wer noch hinauszieht zur jagdlosen Zeit, Wenn Heide und Holz sind vereist und verschneit, Wenn mager die Acsung und bitter die Not, Und hinter dem Wilde einherschleicht ber Tod; Unb wer ihm bann wehret, ist Weidmann allein. Der Heger, der Pfleger kann Jäger nur fein. Wer bloß um bas Schießen hinausging zur Jagd, Zum Weidmanne hat er es niemals gebracht. Diese prächtigen Worte aus echtem deutschem Weidmannsherzen setzt Hermann Löns in „Kraut und Lot" an die Spitze der Schilderungen, die dem hegenden Weidmann einer nimmer versagendes Rüstzeug zu sein vermögen. Sie sind geformt für die Zeit, die der Januar einleitet. Wenn Hartung sein strenges Regiment antritt, zeigt der Jagdschein nur noch wenig offene Felder, die den Schießer meist nicht mehr zu reizen vermögen. Die Waffe wandert an die Wand, das Revier bleibt sich selbst überlassen. Und niemals im Jahre hätte es gerade jetzt der Aufsicht und Pflege mehr bedurft! Schnee und Eis verdecken die Aesung. Hungernd und matt zieht bas Wild umher. Zwei- unb vierbeiniges Raubzeug suchen Nutzen daraus zu ziehen. Weidmann, gedenke deiner Pflicht! Schütze dein Rvt - und Damwild haben noch Schußzeit, wenn auch der Abschuß möglichst beendigt sein sollte. Die -Hauptsorge muß der Fütterung gelten. Rüben, Topinambur, Eicheln, Kastanien, Heu aller Art, Laubheu, Weichhölzer u. ä. werden geschüttet. Die Fütterung als Gelegenheil zu mühelosem Abschuß zu verwenden, ist mit weidmännischer Gesinnung nicht zu vereinbaren. Das Rehwild, dem in unserer Gegend unsere besondere Pflege zuteil werden sollte, hat Schonzeit. Wir bieten ihm dieselben Futtermittel als Aesung wie dem Rotwild. Vor allem ist allenthalben, wo es geht, Heidekraut freizulegen durch den Schneepflug. Die Wechsel, die das Wild wieder regelmäßig hält, sind öfters auszugehen, um nach Schlingen zu suchen. Das Schwarzwild hat die Rauschzeit be- endigt. Jeder Schnee wird zum Besagen venutzt. Die Leidenszeit des Hafen ist vorbei. Drei Monate lebte er in Angst und Pein. Doch nun heißt es „Hahn in Ruh'". Tritt Schneefall ein, so werden Rüden, abgeschnittene Obstbaumzweige und Kohl gern angenommen. Ist der Monat mild, so erinnert sich Mümmelmann bereits seiner Pflicht, die seiner Sippe entstandenen Lücken wieder auszufüllen. Gartenhecken und Zäune sind bei Schneefall immer wieder abzugeben. Hier wirken die „stillen Teilhaber". Auf die Notwendigkeit ber Fütterung der Rebhühner wurde im Dezember schon hingewiesen. Heubodenabfälle in Hecken oder Reisighaufen geschüttet helfen über die Wintersnot. Sollen Fasanen nicht verstreichen, sind regelmäßig Mais, Sonnenblumensamen, Hinterkorn, zer- stückelte ^Rüben und Knollen zu füttern. Der Fuchs beginnt zu ranzen. Der scharfe Erdhund svrengt ihn aus dem Bau. Hasenquäke und Schneehemd versprechen Erfolg. Frost und Schnee führen ihn auch zum Luderplatz. Enten liegen, wenn Teiche und Flüsse sich mit Eis bedecken, an rasch fließenden Stellen. Sie haben noch Schußzeit. Auch manchen fremden Gast kann man_ bann antreffen. Für manchen Jäger aber hat der Januar seine besondere Bedeutung. Ende Januar kommen die ersten Jagdverpachtungen. Wird ihm fein Revier, das er liebt und das er gehegt und gepflegt hat, wieder erhalten bleiben? Die schlimmsten Zeiten auf diesem Gebiete sind ja wohl insofern vorbei, als die Gestalten, die jenem Löns-Geiste so wesensfremd in der Inflationszeit die Verpachtungsräume füllten und alte ehrliche Weidmänner hinauspachteten, mehr und mehr erkannt hqben, daß mit der Jagd kein Geschäft zu machen ist. Leider sind sie vielfach die Gerngesehenen bei den Gemeinden gewesen. Wie man dje von ihnen hat nachher erst gemerkt, welches Geistes Kind der neue Pächter war, ber die Jagd ausgeschunden von Hand zu Hand wandern liefe, bis am Ende der Pachtperiode ein völlig wildleeres Revier zurückgegeben wurde. Wer 'in der Jägerbewegung drinsteht, weife, wie viele Reviere eben lieber heute wie morgen abgegeben würden. Hätte man nur schon einen Dummen dafür! Es ist Zeit, daß auch hier wieder vernünftige Verhältmsie einkehren und nicht ein Mehrgedot von fünf oder Zehn Mark den Zuschlag entscheidet, sondern auch die Frage nach der Persönlichkeit des Pächters, der doch eine Art Vermögensverwalter über einen Teil des Gemeindevermögens, nämlich die Jagd, dar- stellt. Ein Krebsschaden sind und bleiben die sechs Jahre Mindestpachtdauer. In sechs Jahren kann man keinen Wildstand heranziehen. Neun Jahre müssen es mindestens sein. Es ist bedauerlich, baß, selbst nach einer erst im vorigen Jahr von Regie- rungsfelte ergangenen Empfehlung, so wenig Land- gemeinden das erkannt haben. Es gibt doch zu denken, daß der Staat selbst und die Städte auf 12 Jahre verpachten. Der Fehler liegt darin, daß der hohe volkswirtschaftliche Wert der Jagd viel zu wenig bekannt ist. Allen gerechten Jägern und Hegern aber die Mahnung, daß nur durch Zusammenarbeit hier etwas erreicht und gebessert werden kann. Schließt die Reihen! Und Weidmannsheil für 1927 sei der Mühen Lohn! Hubertus. Buntes Allerlei. Neujahrsvorfähe berühmter Leute. Bei der inneren Einkehr, die wir am Ende des alten Jahres halten oder wenigstens halten sollten, steUen sich gewöhnlich bic guten Vorsätze für bas neue Jahr ein. Denn ber Mensch hat ja leibet immer viel an sich zu bessern, unb dafür ist ein so wichtiger Zeitabschnitt, wie bas Veujaljr, bic beste Gelegenheit. In früheren Zeiten gehörten bic guten Vorsätze sozusagen zwangsweise zum Neujahrsfest. Fromme Leute legten öffentlich ober im Stillen Gelübde ab. bic sie bas ganze Jahr hinburch einhalten wollten. Besonders eifrig darin waren bic Pietisten. Jung- Stilling gelobte z. D. an einem Veujahrsmorgen, er wolle bas ganze kommende Jahr aus keinem anderen Gesäß als aus einem schlechten Zinnbecher trinken unb auf biefe Weise an feinem Teil Einspruch gegen bic zunehmende „Ucppig- Icit ber Sitten" erheben. Franklin beschloß am ®nbe eines Jahres, in den folgenden an keinem ■Bettler vorüberzugehen, ohne ihm ein Qllmofen au reichen. Dieses Gelübde übertrumpfte ein englischer Pietist, ber erklärte, er werde an jedem Tag des neuen Jahres 5 Schillinge den Armen geben. Er führte auch wirklich den ganzen Monat Januar hindurch immer 5 Schillinge in Kupfermünzen bei sich, aber auf die Dauer wurde ihm die Last doch au schwer, so daß er im Februar Öen Bettlern, die ihn bereits in großen Scharen auf feinen Wegen begleiteten, eine Enttäuschung bereitete Einen merkwürdigen Entschluß faßte an einem Veujahrsmorgen Balzac, ber ja stets daraus bedacht war, durch alle möglichen Mittel feinen Geist zu immer stärkerer Schaffenskraft aufzupeitschen. Er schwor nämlich, das ganze Jahr hindurch jeden Morgen um 8 Ahr ein kaltes 'Saö zu nehmen, was bei diesem verweichlichten Aachtarbeittr und Langschläfer ein Viesenenifchluß war. Da er sich selbst nicht die nötige Willenskraft zutraute, so nahm er einen starken Bediensteten an, dessen einzige Pflicht darin bestand. ihn früh aus dem Bett und ins kalte Wasser zu bringen. Der Gute erfüllte auch feine Ausgabe, aber freilich mit einem kleinen Trick, 'indem er nämlich dem kalten Bade warmes Wasser hinzufügte und daher sich unb seinem Herrn bic Sache erleichterte. Vicht minder fonberbar war ein Veujahrsvorsatz des englischen Dichters Southey, ber sich Vorwürfe machte, weil er zu viel auf sein Äeußeres gebe. Alm diesem Mangel abzuhclfen, beschloß ber überaus bescheidene Poet, das ganze nächste Jahr hinburch nur Sachen aus grobem Leinen zu tragen unb sich nur zweimal in ber Woche zu rasieren. Trotz des entrüsteten Einspruchs feiner Frau blieb er feinem Vorsatz treu, aber er scheint badurch zu dem Gemütsleiden beigetragen zu haben, das ihn bald danach befiel. Der geniale Karikaturist unb Zeichner Eruikshand war ein leibenschast- sicher Alkoholgegner unb erklärte an einem Veu- lahrsmorgen, er werbe das ganze 3fhmoino besonders auch kränkliche, zurückgebliebene und solche mit steifen Beinen, gesunden und 6843V RASSOL 0S980 08936 teilt. Unser Inventur-Ausverkauf 1 gr. Fl. Mk. 1.75 entwickeln sich überraschend schnell, wenn Sie durch jedes Futter 1 Eßlöffel voll echtes mengen. Verlangen Sie nur echtes Naflol in Originalflaschen u. weisen Sie Nachahmungen zurück. Allein. Hersteller: Engelapotheke Dietzen. Zu haben in allen Apotheken. Ju? W= - Drucksachen aller Art liefert die Lrühl sche Drnderei Reidiskorzscbrill- unterricht wird er- Reitz, Rordanlage 19 I. XM in 21. Je? o.E v ^2 £ K R.S»C: Ab 3.Januar1927 nehme ich meine berufliche Tätigkeit in Großen-Buseck wieder auf 10843D H. Köhres, S i-~ 59 = u „ ■- Ingcntcurtchulc Technikum Altenburg-Th STAATSKOMMISSAR Maichincnbau •Automobdb.iu •Elrktrotedmik Orin* Verpfl imStud.CasinoProgr.aufWurmh | «SS *1- ■J z c -* Ich habe mich hier als Aerz.tin niedergelassen und halte in meinen Praxisräumen Kurse und Einzeliibiinp für Eeiigyrosiik ab. Sprechstunden: wochentags von 10-12 Uhr. Dr. med. Margot Rothenberger Liebigstraße 51, Telephon 372. Inventur- Ausverkauf I von Montag, 3., bis 15. Januar 1927 Auf alle reguläre Ware: Kleiderstoffe, Kostümstoffe Mantelstoffe Seidenstoffe Aussteuerartikel gewähre Ich trotz meiner billigen Preise einen Extra-Rabatt von 10 Prozent Reste und Restbestände werden zu außergewöhnlich billigen Nettopreisen verkauft iiySperrholz • 'S tn Eicke. Gaboon u. Kieler 3-25mm Breuer und Dielen aller Stärken, “2,0® schwedische und bnuctifdjc £>oUcl- breiter. SvaUerlatien, Uidjcn« u. saZZ Buchen- Schntttwaren Liefern tn *" aa allen Stärken LowD js ßugen Ml L Es.. Giesen Televbon 149. Günstige Gelegenheit u\ Innigen Möbel Maui! Durcli Abgabe von 25Zimmer zu Wohnungszwecken verkaufe ich eine Anzahl Speise-, Herren- u. Schlafzimmer sowie Küchen* und Einzel- Möbel,Sofas,Polstersessel in Stoff und Leder, Peddigrohrsessel, Schreib- und Klappsessel, Klavierstühle Blumenkrippen, Nähtische Rauchtische, Etageren und Frisiertische, Teppiche Bettvorleger,Divandecken Felle usw. zu allerbilligsten Preisen. Bei Barzahlung Extra-Rabatt Teilzahlung-auf Wunsch Carl Stückrath Möbelfabrik, 47 Asterweg 47 Kaiser’s Brust-Caramellen mit den „3 Tannen" für Ihre Kinder und Sie! Dieses seit ^5 Jahren be wlbrte Hustenmittel, köstlich schmeckend, darf über die Winterzeit bei Ihnen nicht fehlen! Dann werden Sie verschont sein vor Husten, Heiserkeit, Katarrh, Verschleimung Paket 40 Pf., Dose 90 Pf. Zu haben bei: Pelikan-Apotheke, H. Dornberger ; Uni versitäts-Apotheke z. goldenen Engel $ Viktoria-Drogerie, E.Guth, Central-Drogerie, E. Kami Kronen • Drogerie, Gebr. Michel; Wilhelm Römer III. Witwe, Heuchelheim । und wo Plakate sichtbar. L. Bernard Bismarckstraße 6 TT • • " Ä ■ ■ ■ ■ ■ Strümpfe Wollu/aren * Stickereien | Gießener &atmlxtub\altex