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Jr ner als ich-O" älteren. - unb balle W 104 lein ®rCS Mdes W leid gewesen, antworte aus ober! Um des , besinn' I bleibeni uj! ' denn dir » adschast',, Mer - Nun, wenn er tz-H y** 4 incin .HS '"/unter Dem ixtf* *•?#* Nr. 205 Erstes Blatt 176. Jahrgang Dienstag, 3t August 1026 Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Gießener Familienblütter Heimat im Bild Die Scholle. Monats-Bezugspreis: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Träger, lohn, auch bei Richter* scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnach* richten: Anzeiger Gießen, poftschccktonto: Frankfurt am Main 11686. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Universttäts-Vuch- und Steindruckerei «.Lange in Stehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer vir zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm Höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re« klarnean zeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Playvorschrift 20u , mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Will). Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Will). Lange; für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein; für den An* zeigenteil i. Vcrtr. H. Beck, sämtlich in Gießen. Die Militärkontrolle. Berlin, 31. Aug. (WTB. Funkspruch.) Die dem Reichskanzler nahestehende „Germania" tritt in einem Artikel Behauptungen entgegen, dah in den letzten drei Entwafsnungsnoten der Dotschafterkonserenz neue „unerhörte Forderungen" erhoben worden seien. Deutschland habe so radikal enttoaffnet, dah für „unerhörte neue Forderungen" überhaupt kein Raum mehr wäre. Was jetzt noch übrig sei, worüber man jetzt noch verhandelte und Roten wechsele, das seien nichts als Bagatellen, verglichen mit der Riesenarbeit, die bereits bewältigt ist. Die definitive Beseitigung der MilrtärkontrollkomMissionen sei für Deutschland von schlechthin überragender Bedeutung und man sei zuständigen Ortes entschlossen, daraus die nötigen Konsequenzen zu ziehen und bis an die äußerste Grenze des Möglichen in Dagatellfragen Konzessionen zu machen. Das deutsche Bolk erwarte, dah die gegnerischen Mächte, wenn das kleine restliche Pensum der Kontrollkommissionen vollends erledigt sein werde, alsdann auch endlich sich zu dem politischen Entschluh der Rückberufung dieser Kommissionen ausrasfen werden. Frankreich schicke sich an, demnächst wieder Militärattaches nach Deutschland zu entsenden. Diele mit diplomatischem Charakter ausgestatteten Persönlichkeiten würden in eine völlig unmögliche Situation geraten, wenn sie in Deutschland eintreffen sollten, solange die Kontrollkommissionen noch dort sind. Die deutsche Diplomatie habe mit Recht es abgelehnt, die Abberufung der Kontrollkommissionen zur Borbedingung des Eintritts in den Völkerbund zu machen. Auf der anderen Seite dürfe die deutsche Regierung die Gewihheit haben, dah das ganze deutsche Volk hinter ihr stehen werde, wenn sie nach erfolgtem Eintritt die endgültige Abschaffung dieser Reliquie der Kriegsepoche fordert. Frankreichs „Sicherheit" Der „Temps" zu Deutschlands Eintritt i» den Völkerbund. Pari s, 31. Aug. (Sil.) Der „Semps" bespricht die Rückwirkungen des deutschen Eintritts auf die öffentliche Meinung in Deutschland und erklärt, dah die Frage des deutschen Eintritts nunmehr vollständig geregelt und der Pessimismus, der in deutschen Berichten an den Sag gelegt werde, nicht am Platze sei. Das Blatt erwartet indessen keine Wunder von der Befestigung des Friedens durch die Aufnahme Deutschlands, und erklärt, es handele sich um ein Experiment, das man machen Ein Beleidigungsprozeh öes Reichsbankpräsidenten. Berlin, 30. Aug. (WTB) Unter ungeheurem Andrang der „Reichsbankgläubiger" begann heute vormittag die Verhandlung gegen den Vorsitzenden des .Reichsbankgläubigerverbandes" Roll. -.Vor Beginn der Verhandlung verlangten Hunderte von Mitgliedern der Auswertungsverbände Einlaß in den Sitzungssaal. Die Polizeibeamten waren machtlos und im Ru war der Saal überfüllt von Schreienden, Sobenden, sich untereinander um einen Sitzplatz prügelnden Menschen. Erst nach kurzem Kampf konnte man die Eingangstür verschließen. Roll wird zur Last gelegt, er habe in Werbeversammlungen u. a. geäußert: Dr. Schacht ist kein Betrüger, sondern ein Schwindler. Der Angeklagte erklärte, er habe in den Dersammmlungen ausgeführt, Dr. Schacht werde seit Monaten von einem bekannten Schriftsteller als „Junker der deutschen Volkswirtschaft" bezeichnet. Er habe ferner gesagM die Reichsbank sei eine Filiale des internationalen Kapitals. RoN gab auch zu, geäußert zu haben, die Reichsbank habe ihre Mitglieder betrogen. Den Ausdruck „Dr. Schacht ist kein Betrüger, sondern ein Schwindler" bestritt der Angeklagte. 3m weiteren Verlaufe der Verhandlung erklärte Reichsbankpräsident Dr. Schacht, der Zweck seines Auftretens gegen die Auswertungsverbände sei gewesen, den Unfug zu beseitigen, dah den armen Leuten, die durch die Inflation ihr Geld verloren hätten, weiteres Geld aus der Sasche gezogen würde, indem man sie in Massenversammlungen locke, wo sie eine Mari Eintritt zu bezahlen hatten, ohne daß sie etwas davon hätten. Er habe schon damals gesagt, dah diese Aufwertungsbestrebungen der Verbände fast an Volksbetrug grenzten. Der Angeklagte wurde zu 7 50 Mark Geldstrafe verurteilt. Reichsbankpräft- dent Dr. Schacht wurde die Berechtigung zuge- sprochen, das Urteil auf Kosten des Angeklagten im „Berliner Lokalanzeiger", „Berliner Sägeblatt" und „Vorwärts" zu veröffentlichen. In der Urteilsbegründung wird ausgeführt, dah die Aeuherungen Rolls über den Reichsbankpräsidenten durchaus beleidigend waren unö über die Wahrung berechtigter Interessen weit hinauSgehen. Das Gericht hat den Eindruck, als ob der Angeklagte sich an Dr. Schacht persönlich reiben wollte. Beim Strafmaß ging das Gericht davon aus, dah der Angeklagte in einer begreiflichen Aufregung und in dem Bestreben gehandelt habe, für die Massen möglichst t>iei herauszuholen. Srohalledem habe die Schwere der Beleidigungen nicht ausgereicht, einen nicht vorbestraften Mann ins Gefängnis zu bringen. Der Vertreter der Staatsanwalt hatte einen Monat Gefängnis beantragt. die Frage der Ratzsitze vor der Audienlominiffion. Genf, 30. Aug. (SU.) Die Studienkommis- sion des Völkerbundes, die im Mai tagte, versammelte sich diesmal in der umfangreichen Glasveranda des Völkerbundpalais. 3n der Mitte des hufeisenförmigen Sisches hatte der Vorsitzende, der Schweizer Bundesrat Motta, Platz genommen. Rechts und links von ihm sahen die Vertreter der anderen Staaten. Brasilien fehlt. Es sind daher diesmal nur vierzehn Staaten vertreten und zwar Deutschland durch Botschafter v. Hösch, Argentinien durch den Gesandten Cantilo, Belgien durch den Gesandten Broüquire, China durch den Gesandten Sschu, England durch Lord Robert Cecil, Spanien durch den Gesandten Palacios, Frankreich durch Frv- mageot, Italien durch den Senator Scia- loja, Japan durch den Gesandten Sato, Polen durch den Gesandten im Völkerbund Sokal, Schweden durch den Unterstaatssekretär Sjoeborg, die Sschechoslowakei durch den Gesandten Riverka und Uruguay durch Guani. Links von dem Vorsitzenden hatte Generalsekretär Sir Eric Drummond, rechts von dem Vorsitzenden der Direktor der politischen Abteilung des Völkerbundes Manteux Platz genommen. Die ersten zehn Minuten der Sitzung sind vertraulich. Dann wird die Oeffentlichkeit zu- gelassen. Dem Publikum ist diesmal der Eintritt verwehrt, die Presse hat sich Dagegen sehr zahlreich eingefunden. In seiner Begrühungsan- sprache schilderte der Vorsitzende Motta die Ereignisse seit der Maitagung der Studienkommission und bedauerte lebhaft das Fehlen Brasiliens, das, wie Motta sich ausdrückte, aus den allgemein bekannten Gründen die Teilnahme an den Sitzungen der Kommission abgelehnt habe. Er wies auf die kurze Zeit hin, die der Kommission für ihre Arbeiten bis zum Zusammentritt des Völlerbundsrates am 1. September geblieben sei, und ermahnte die Mitglieder zu schneller und sachlicher Arbeit. Da die Studienkommission auf spanischen Antrag erneut zusammengetreten sei, bitte er den spanischen Vertreter zu der Frage der ständigen Ratssitze sich äußern zu wollen. Der spanische Gesandte Palacios betonte, daß Spanien diese Forderung im Interesse der Vollversammlung und des Rates erhoben habe. Sic sei auch im Hin- bllck auf die Beschlüsse der außerordentlichen Vollversammlung vom März geboten. Palacios wies auf die Stimmungen und Wechselfälle in der letzten außerordentlichen Vollversammlung vom März hin und erklärte, dah sie nur deswegen ohne schweren Zwischenfall abgeschlossen werden konnte, weil der Prüfungsausschuß geschaffen wurde. Er betonte, daß die außerordentliche Dölkerbundsversammlung damals auseinandergehen muhte, ohne die Frage geregelt zu haben, wegen der sie einberufen worden war, und verlas dann verschiedene Erklärungen aus der Schlußsitzung Der außerordentlichen DölkerbunDs- versammlung, aus Denen Der Wille Der Versammlung hervorgeht, Die Frage Der Rats- umbilDung vor Der orDcntlichen Tagung Der Vollversammlung zu regeln. In Dem Bericht über Die erste Tagung des Prüfungsausschusses sei aber ausdrücklich gesagt, daß Der Prüfungsausschuß seine Ausgaben noch nicht erfüllt habe. Palacios wies schließlich Darauf hin, Daß er sich im Mai den Erklärungen des PräsiDenten Motta, wonach Der spanische Anspruch auf einen ständigen Ratssih später entschieden werden solle, nur unter Der Voraussetzung gefügt habe, Dah Spanien in Der zweiten Tagung müsse, um Frankreich für eine Verhinderung Der Verföhnungspolitik nicht verantwortlich machen zu können. Um so mehr müsse man Darüber wachen. Daß Deutschland nicht versuche, seine Lage und seinen Einfluß zum Zwecke Der Vernichtung Der Friedensvertrüge zu mißbrauchen. Die Sprache gewisser deutscher Blätter sei bereits in dieser Hinsicht fehr beunruhigend. Deutschland erwarte offenbar als Folge seines Eintritts die Räumung Der RheinlanDe. Man müsse sich aber in Berlin klar sein, Daß Diese Frage toeDer in Genf, noch anDcrswo aufgeworfen werden könne, denn weder der Völkerbundspakt noch die Locarno-Verträge könnten die Sicherheit Frankreichs durch Die RheinlanDsb Setzung ersehen. Die VerhanD- lungen, auf Die DeutschlanD angespielt habe, bezögen sich ausfchließlich auf eine Herabsetzung Der Truppenstärke. Weder vor noch nach Dein Eintritt Deutschlands in den Völkerbund könne eine Beendigung Der Besetzung ins Auge gefaßt werDen. Negisrungskrifis in Oesterreich Wien, 30. Slug. (TU.) Morgen wird sich die Nationalversammlung mit dem soziali stischen Antrag befassen, die Regierung R a m e k unter Anklage zu stellen, weil sie ohne parlamentarische 'Ermächtigung 630 Millionen für die Sanierung der Zentralbank der deutschen Sparkassen verauslagt hatte. Der Anklageantrag der Sozialdemokratie wird sicherlich abgelehnt werden. Aber trotzdem ist die Stellung des Kabinetts infolge verschiedener Mißgriffe in der letzten Zeit derart erschüttert, daß man den Rücktritt des Ministeriums für unvermeidlich erachtet. des Prüfungsausschusses Gelegenheit zur Vertretung seiner Forderungen gegeben werden solle, und gab dann schließlich Die Erklärung ab, daß Spanien auf Der EntfcheiDung über seinen Anspruch im Laufe Der zweiten Tagung beharre. Er richte Daher Die Bitte unD Die Aufforderung an Die Studienkornmission, Die Frage Des ständi- gen spanischen Sitzes zur Debatte zu stellen unD sich hierzu unzweiDeutig äußern zu wollen. Tic Debatte. Der Präsident der Studienkommission Motta schlug dann vor, zunächst nicht in die Beratung der Grundfrage der ständigen Ratssitze einzutreten, sondern die zweite Lesung des in der ersten Tagung der Studienkommission im Mai angenommenen Entwurfes zu beginnen. Der belgische Vertreter Brouqutzre erklärte sich jedoch hiermit nicht einverstanden. Eine zweite Lesung des Entwurfes sei wertlos, wenn nicht vorher die prinzipielle Frage der ständigen Rats- sitze geklärt sei. Lord Robert Cecil unterstützte den Vorschlag des Präsidenten. Der Präsident teilte noch mit, es liege ein neuer französischer Abänderungsantrag zum Artikel 2 des Entwurfes vor, der dahin gehe, die Wieder- Wählbarkeit der Ratssitze gleich bei der Wahl festzulegen unb nicht zuzulassen, daß, wie es im Wortlaut heißt, diese auch im Laufe des Mandats bei einer späteren Sitzung des Völkerbundes erfolgen kann. Hiergeyen wandte stch der Italiener Sci a l oj a. Er erklärte, diese Bestimmung stehe nicht in Uebereinftimmung mit dem 'Artikel 4 des Paktes und könne daher nur im Einvernehmen mit sämtlichen Völkerbundsmitgliedern in Kraft treten. Scialoja wies ferner darauf hin, daß durch den französischen Vorschlag verschiedene Schwierigkeiten entstehen könnten, und betonte, daß im Fall einer sofortigen Festlegung der Wieder- Wählbarkeit für den Verlauf von feqjs Jahren kein Staat seine Ablehnung für einen nichtständigen wiederwählbaren Ratssitz werde ertragen können. Eine schwierige Situation könne auch eintreten, wenn Brasilien seine Absicht ändere und wieder in den Völkerbund zurückkehren sollte. Der spanische Vertreter Palacios betonte noch einmal, daß die spanische Regierung dringend wünsche, ihren Anspruch auf einen ständigen Ratssitz in ber gegenwärtigen Session der Studienkom- Mission endgültig geklärt zu sehen. Präsident Motta eröffnete daraus die Debatte über den auf der letzten Tagung der Studienkommission bereits angenomemnen Entwurf. Der Artikel 1: „Die nichtständigen Ratsmitglieder werden für drei Jahre gewählt; sie treten ihr Amt sofort an, ein Drittel von ihnen wird jedes Jahr neu gewählt" wird ohne Debatte angenommen. Bei der Debatte über Artikel 2: „Ein austretendes Ratsmitglied kann nach drei Jahren nur wiedergewählt werden, wenn nach Ablauf des Mandats ober währenb ber Zeit feiner Dauer bie Versammlung mit Zwei- drittel-Majorität sich hierfür ausspricht. Die Zahl Der wieberwählbaren Mitglieber bars ein Drittel Der nichtständigen Sitze nicht übersteigen" erklärte Präsibent Motta, baß bie in der Diskussion aufgeworfene Frage derart schwierig wäre, daß eine Fortsetzung jetzt nicht wünschenswert erscheine. Die Nachmitlagssttzung. Am Rachmittag trat der fr.inzösische Delegierte Stoma g cd t für eine Erhöhung Der Zahl Der wieberwählbaren Staaten ein, Die bisher auf Drei bestimmt waren. Lord Robert Cecil schloß sich Dem französischen Vorschlag an. Scialoja widerrief sodann seine Erklärung, daß Die sofortige Bezeichnung Der Wählbarkeit mit Art. 4 der Völkerbundssahun- gen im Widerspruch stünden. Sjöborg (Schwe- Verlängerung öes Ausnahmezustandes in England. London, 31. Aug. (SU.) In Der gestrigen wegen Der Verlängerung des Ausnahmezustandes einberufenen Unterhausfitzung ist es zu stürmischen Szenen gekommen. Innenminister Sir Johnson Hicks führte zur Begründung Der Verlängerung der Notstandsmaßnahmen u. a. aus: Rach Den Rotstandsverordnungen sind im letzten Monat nur 64 Strafverfolgungen erfolgt. Der Hauptwert Der Maßnahmen besteht in ihrer vorbeugenden Wirkung, in allen Bergwerks- Distrikten die Ordnung aufrechtzuerhalten, wo sich Unruhen ereigneten. Der Eingriff Der Polizei mit Knüppeln war mwef.neidlich, wenn sie sich einer mit Stöcken bewaffneten Menge von ein- bis zweitausend Mann gegenübersah oder mit Steinen beworfen wurde Im übrigen gibt es noch etwas Schlimmeres als Gewalt, nämlich. daß Leute Reden halten, die zu Gern a l t tä t i g t e i t en führen. Es ist Pflicht der Regierung, zwischen den Parteien zu stehen und Die Interessen des Landes als eines Ganzen wahrzunehmen. Wenn die Sicherheitsleute von Cook oder sonst jemanden herausgefordert werden, so muß ich es als Pflicht Der Regierung bezeichnen, alle möglichen Schritte zu ergreifen, die in ihrer Macht liegen, um zu verhindern, daß die Bergwerke zerstört werden, Damit Der Lebensunterhalt Der Bergarbeiter ebenfalls zerstört toirD. Es handelt sich hier um eine elementare Pflicht der Regierung. Diese Pflicht wird bis zum letzten erfüllt werden Die Rede Hicks wurde von den Bänken Der Arbeiterpartei immer unterbrochen. So Dann ergriff Macdonald das Wort. Er führte aus: Ric in Der Gechichte ist währcnD eines Kohlenkonsliktes eine so allgemeine OrDnung beobachtet worben wie während dieses Konfliktes. Richt einen Schatten von Recht hat Daher Ioyrson Hicks, Die friedlichen Bergarbeiter Dadurch zu beleidigen, daß er Verlängerung Der Rotstandsmaßnahmen verlangt. Das Unterhaus stimmte Dann Der Verlängerung Der RotstanDs- mahnahmen auf einen weiteren Monat mit 232 gegen 91 Stimmen zu, und vertagte sich auf heute vormittag. Die Tagesordnung sicht Die allgemeine Aussprache über Die Kohlenlage vor. Vor neuen Verhandlungen. London, 30. August. (WTB.) Der Vollzugs* ausschuß der Bergarbeiter beschloß, eine Delt^ier- tenkonferenz für nächsten Donnerstag nach London einzuberufen. Später trat der Vollzugsausschuß ber Bergarbeiter im Unterhaus mit Dem Äollzugsuu, schuß ber Arbeiterpartei zusammen. Wie uedo.ulct, besteht Grund zu der Annuhme, baß in dieser Woche ein enbgültiger Schritt von feiten des Berg arbeiteroerbanbes unternommen werben wirb, um ben toten Punkt in ber Lage zu überroinben unb Verhandlungen zur Herbeiführung einer Regelung ber Schwierigkeiten im Kohlenbergbau zu beginnen. Der Rat ber Bergardeiternereinigung von Wölling- hamshire hat beschlossen, ben Parlamentarier Var- ley für ben Fall, baß eint Einigung in dieser Woche nicht erfolgt, zu bevollmächtigen, bi«' Erlaubnis ber Bergarbeitergewertschaft zur Abschlie- ßung von örtlichen Lohnabmachungen einzuholen. Der Rat ist ber Meinung, baß ber Streik in ben von ihm vertretenen Gebieten nicht länger fortgesetzt werben kann. Dieser Beschluß Dürfte in erster Linie auf bie Arbeitswieber- ausnahme zahlreicher Bergarbeiter im Mansfield* bezirk zurückzusühren sein. den) sprach sich entschieden gegen Den französischen Antrag aus, der eine Abänderung eines bereits anerkannten Grundsatzes bedeute um) die Gleichberechtigung aller Völlcrbundsstaaten in Frage stellen würde. Scialoja ertiärte, der Antrag würde praktisch dazu führen, daß schließlich alle Staaten a l s wieder- wählbar erklärt werden könnten. F r o m a- g c o t führte aus, theoretisch könne Die diesjährige Dölkerbundsversammlung drei Staaten als wiederwählbar bezeichnen und die nächstjährige Versammlung wiederum drei Staaten. Praktisch würde das letztere nur schwierig durch- sührbar fein, de Btouquöre (Belgien) tritt- fierte Einzelheiten der von Frankreich vorge- schlageneu Lösung. Scialoja erklärte, er sei mit Rücksicht auf bie politische Seite ber Frage zu dem Zugeständnis bereit, daß in ganz besonderen Ausnah mcfällen die Wiederwählbarkeit bereits bei der ersten Wahl ausgesprochen werden könne. Guani (Uruguay) kam auf den bereits im Mai gestellten Antrag zurück, drei nichtständige Ratssitze den latein-amerikanischen Staaten zu gewähren. Der Antrag wurde auf Wunsch Mottas bis zur Erörterung der Gesamtzahl der nichtständigen Ratssitze zurückgestellt. Lord Robert Cecil bat Guani, seinen Antrag nochmals einer genauen Prüfung zu unterziehen, da cs zweifelhaft erscheine, daß der Ausschuß ihm voll entsprechen könne. Rach längerer Aussprache über die Tragweite des französischen AbänDcrungsvorfchiages zu Artikel 2, Der sich in erster Linie auf Die Frage Der sofortigen Bezeichnung Der Wiederwahl • barteit von Ratsmitgliedern bezieht, beschloß Der Prüfungsausschuß auf Antrag Mottas unD Lord Robert Cecils, einen Unterausschuß cinzu- setzen, Der Den ursprünglichen Vorschlag Des Prüfungsausschusses vom Mai d. I. und Den fran zösischen AbänDerungsvorschlag weiterberaten unD grundsätzlich sie auch redaktionell miteinander in Einklang bringen soll. Der Unterausschuß besteht aus Scialoja (Italien), B r o u q u <■ r e < Belgien), Sokal (Polen), S j o c b o r g (Schweden), Guani (Uruguay), Cecil (England), Fromageot (Frankreich), v. Hösch (Deutsch land) und Motta (Schweiz). Der Unterausschuß wird morgen vormittag zu seiner nichtöffentlichen Sitzung zusammentreten. Die Einberufung des DoUausschusses ist noch nicht festgesetzt. Der französische Abänderungsvorschlag. Die Wiederwählbarkeit der nichtständige» Ratsinitgliedcr. Genf, 30. Aug. (Wolfs.) Nach den französischen Abänderungsvorschlägen im Studienausschuß würden für bie Zusammensetzung bes Rates nunmehr folgende Grundsätze gelten: 1. Die nichtständigen Ratsmitglieder werden für die Dauer von drei Jahren gewählt. Sie treten | o - fort nach der Wahl ihr Amt an. Jedes Jahr wird ein Drittel der Mitglieder gewählt. 2. Ein ausscheidendes Ratsmitglied kann wäh- rend der 3 Jahre nach Ablauf feines Mandats nur wiedergewählt werden a) wenn cs schon bei s e i n e r W a h l von mindestens zwei Dritteln der Abstimmenden als wiederwählbar bezeichnet wurde. Als tatsächlich wiederwählbar sollen bann bie brei Mitglieber gelten, bie in dieser Hinsicht b i c meisten Stimmen über bie Zweidrittelmehr- beit hinaus erhielten; b) wenn bei Abschluß des Mandats ober währenb der drei Jahre die Versammlung mit einer Zweibrittelmehr* heil einen entsprechenden Beschluß faßt. In allen Fallen kann die Zahl der so wiederwählbaren Ratsmitglieder ein Drittel der Gesamtzahl der nichtständigen Ratsmitglieder nicht überschreiten. 3. Die Zahl der nichtständigen Ratsmitglieder wird auf neun erhöht. Für die äleber- gangszeit sollen am Ende der beiden ersten Jahre durch Los die drei nichtständigen Rats- Mitglieder bestimmt werden, deren Mandat ab- läuft. Bei der Wahl 1926 werden neun Mitglieder gewählt, wovon ein Drittel als wieder wählbar bezeichnet werden kann. Durch diese Abänderungen wird somit der frühere Artikel 3 über das Recht der Völkerbundsversammlung auf jederzeitige Abberufung der nichtständigen Ratmitglieder fallen gelassen, während der jetzige Artikel 2 die Bestimmungen über die Wiederwählbarkeit neu regelt und insbe- sorrdere die Möglichkeit vorsieht, daß die Wiederwählbarkeit sofort bei der Wahl sestgestellt wird. Artikel 4 schließlich überläßt dem Lose die Entscheidung über die nach einem beziehungsweise zwei Jahren ausscheidenden nichtständigen RatS- Mitglieder, während nach dem urspr-ünglichen Vorschlag die bevorstehende Döllerbundsversamm- lung für die ^lebergangszeit drei nichtständige Ratsmitglieder für ein Jahr, drei für zwei Jahre und drei für drei Jahre hätte wählen sollen. Wie Havas meldet, war der erste Eindruck dieser Vorschläge auf die Versammlung günstig gewesen. Man wußte der französischen Regierung Dank für den Versuch, durch geeignete Bestim- inungen, die von einigen für den Rat kandidierenden Staaten geäußerten Befürchtungen zu zerstreuen. Die Erörterung der französischen Vorschläge hat gezeigt, daß die juristische Technik und die Politik oft schwer miteinander zu vereinbaren sind. Der kritischeHang gewisser Mitglieder des Ausschusses betätigt sich auf Kosten der Vorschläge Fromageots. Zn politischer Hinsicht könne die merkwürdige Feststellung gemacht werden, daß die meiste und schärfste Kritik gegenüber dem abgeänderten Entwurf hauptsächlich von Ländern wie Italien, Belgien und Schweiz käme, während die Bereitschaft Frankreichs, Englands und Deutschlands, ihn zu verteidigen. deutlich hervortrete. Allerdings, so heißt es in der Auslassung weiter, ist zu bemerken, daß die Beratungen von Anfang bis zu Ende ausschließlich technischen Charakter hatten. Englands Instruktionen für Genf Kein Aufrollen der Tangerfraqe. Genf, 31. Ang. (£11.) Wie der Genfer Vertreter der Telegraphen-Union von maßgebender englischer Seite erfährt, ist die englische Delegation für die Studienlommission mit g e - n du fe st gelegten Instruktionen nach Gens gekommen. Diese Instruktionen besagen, daß sich die englische Delegation mit allen ihr zu Gebote steheirden Machtmitteln für Deutschlands Eintritt in den Völkerbund einsehen und alle diejenigen Bestrebungen bekämpfen wird, die dagegen gerichtet sind. Die englische Delegation hat weiterhin die strikte Weisung, über die Tangerfrage in Genf unter keinen Umständen zu verhandeln, da das Tangerprvblem mit dem Völkerbunde in feinem Zusammenhang steht. Sollte wider Erwarten die spanische Regierung aus der Ab- / lehnung ihrer Forderung auf einen ständigen ' Ratsitz die Konsequenz ihres Austrittes aus , dem Völkerbunde ziehen, so könne die britische Regierung davon nur mit Bedauern Kenntnis . nehmen. Chamberlain zur Tangerfrage. Sonbon, 30.August. (WTB.) In der heutigen * Unterhaussitzung erklärte der Staatssekretär des . Aeußern Sir Austen Chamberlain: Die Regierung hat die spanische Tangernote beantwortet und erklärt, sie könne einer Einverleibung Tangers in die spanische Zone nicht zustimmen, sei jedoch bereit, gemeinsam mit der französischen und spanischen Regierung die Bedingungen zu erörtern, unter denen die Zustimmung der Mächte, die bisher die Tangerkonvention nicht angenommen haben, erreicht werden kann. Bei einer solchen Er- örterung würde es der spanischen Regierung frei- stehen, ihre Ansichten unter gebührender Beachtung der bestehenden Verträge und Vereinbarungen dar- zulegen. Seiner Meinung nach sei die Tagung der Völkerbundsversammlung nicht ein geeigneter Platz für eine solche Erörterung. Zweckmäßigerweise würde auch eine Erörterung unter den von ihnen bezeichn^en Mächten eine Doroerbandlung für Erörterung»! mit anderen Mächten fein. Spaniens Forderungen. Eine offiziöse Erklärung: Kein Völkerbundsmandat, sondern Einverleibnng Tangers. San S e b a st i a n , 20. August. (Wolff.) Der Minister des Auswärtigen veröffentlicht folgende offiziöse Roke: Die spanische Regierung hält es für nötiq, um die öffentliche Meinung der Welt in die Lage' zu setzen. Die Gerechtigkeit und Richtigkeit dec Gründe ihrer Forderung zu beurteilen, Die Bedeutung und Tragweite dieser Forderung genauer zu bestimmen. Spanien ist der Meinung, daß die endgültige Lösung der langerfrage darin bestünde, diese vtadt und ihre Umgebung der spanischen Protektoratszone in Marokko e i n z u v e r l e i b e n , mit der sie eng verbunden ist, und ohne die sie alle Elemente des Eigenlebens entbehrt. Diese Einverleibung, falls sie von allen Nationen gutgeheißen wäre, die die Tangersatzungen unterzeichneten, oder die dazu eingeladen würden, sollte selbstverständlich auf folgenden Grundlagen erfolgen: Verbot, den Platz zu befestigen oder ihn zu einer Flotten- oder Luftbasis auszubauen, Gewährung der Handelsfreiheit, Schaffung einer Verwaltung und Gerichtsordnung, die die gleiche für alle wäre. Die spanische Regierung hat niemals die Anregung ausgesprochen, daß der Völkerbund, der nach ihrer Meinung, wie übrigens nach derjenigen aller direkt interessierten Regierungen, dem ganzen Problem fernsteht, ihr ein Mandat erteilen sollte auf der falschen Voraussetzung, daß Spanien um dieses Mandat ersuchte. Die Schlußfolgerungen sind infolgedessen durchaus unzutreffend. Der Zusammenhang, der nach spanischer Meinung zwischen der Tangerfrage und Spaniens Stellung im Völkerbund existiert, beruht nicht auf dem Gedanken eines vom Äölkerbund erteilten Mandates. Er wurde vielmehr durch den Umstand bedingt, daß eine neue Prüfung des Tangerproblems in bem Augenblick vorgenommen würbe, wo Spanien um bas Opfer gebeten mürbe, trotz der Nichterfüllung seiner rechtmäßigen Forderung auf einen permanenten Ratsfitz im Völkerbund zu bleiben. Die Ansicht Primo de Riveras. London. 31. Aug. (TU.) British United Preß veröffentlicht heute ein Interview ihres Madrider Korrespondenten mit General Primo de Rivera, in dessen Verlauf der General u. a. folgendes ausführte: Wenn Spanien nur e'ine Vorzugsstellung in der Verwaltung von Tanger gegeben werde, so werde er diese Lösung des Problems ab lehn en, denn die internationale Verwaltung des Gebiets sei unberechtigt und unzureichend. Spanien wurde indessen mit einer besonderen ArtvonPro- tettorat zufrieden sein, falls die Großmächte ihre Zustimmung geben würden. Er bestritt, daß die Einverleibung des Gebiets In das spanische Protektorat irgendeine Wirkung auf das Gleichgewicht der Mächte am Mittelmeer haben werde. Gr stritt ferner ab, daß irgendeine Uebereinstim- niung oder eine besondere Abrede zwischen Italien und Spanien in dieser Angelegenheit bestände. Die spanische Regierung wünsche die Angelegenheit in vollem Tageslicht zu behandeln. (Einberufung despanischen Cortes. Paris, 31. Aug. (WTB. Funkfpruch.) „Matin" meldet aus San Sebastian, wo sich der spanische Hof gegenwärtig aufhält, man beschäftige sich lebhaft mit der Frage der baldigen Einberufung der Cortes (Kammern), besonders wegen des Gesundheitszustandes des Kronprinzen, der eine Reuregelung der Thronsolg e notwendig mache. (Der 1907 geborene Infant Alfonso, Fürst von Asturien, ist an der Erbkrankheit des spanischen Königshauses, der £uberfulofe, schwer erkrankt.) Durch eine Revision der Wahlliste würde man Reuwahlen vorbereiten, aber Primo de Rivera habe die Art der Abstimmung und die Befugnisse dieser Versammlung noch nicht festgesetzt. Die politischen Parteien glaubten ihren Mitgliedern Wahlenthaltung empfehlen zu sollen und haben zu diesem Zweck gemeinsame Besprechungen über die Grundzüge einer u. U. zu erlassenden Kundgebung abgehalten. Der Konflikt zwischen den Artillerieoffizieren und Primo de Rivera dauert noch an. Italiens Tangerpotttik. Rom, 31. Aug. Im heutigen Ministerrat führte Mussolini aus, daß der zwischen Italien und Spanien abgeschlossene Freunds«Haftsvertrag einen Friedensfaktor darstelle. Falls zur Lösung des Tangerproblems eine internationale Konferenz einberufen werde, habe Italien als Mtt- telmeer-Grohmacht und Unterzeichner der Al° geciras-Akte das Recht zur Mitwirkung bereits beansprucht. Das Tangerproblem stehe mit der Genfer Ratssihsrage in keinem Zusammenhang. Ferner sagte Mussolini, die Delegierten Italiens auf der bevorstehenden Völkerbundsversammlung hätten die nötige Handlungsfreiheit, um zu un- vorhergesehenen Situationen Stellung nehmen zu können. Kleine politische Nachrichten. Zur Vermeidung weiterer Streitigkeiten über das Reichsehrenmal wird jetzt darauf hin- gearbertet, eine Körperschaft von sechs oder acht Künstlern zu bilden, die von sich aus zu entscheiden hat, w o das Ehrenmal errichtet werden soll. Diesem Spruch hätten sich dann alle £eite zu fügen. Es besteht begründete Aussicht, daß eine Verständigung auf dieser Grundlage zwischen allen beteiligten Verbanden und Parteien erfolgt. Der Hauptvvrstand der Rheinischen Bauernvereine hat den Austritt aus der Vereinigung der deutschen Bauernvereine beschlossen, um den OBep frei zu machen zu einer beabsichtigten einheitlichen B a n k o r g a n i sa- tion der rheinischen Landwirtschaft unter der rheinischen Landwirtschaftskammer. Die Aufwertun^sorganisationen Deutschlands haben in Erfurt getagt, um zu dem Zurückweisungsbeschluß des Reichsinnenministers Dom 18. August 1926 Stellung zu nehmen. Infolge der ablehnenden Stellungnahme von Regierung und Reichstag, besonders in der Aufwertungsfrage, haben sich die Organisationen zu einer einheitlichen Organisation zusammengeschlossen. Aus aller Wett. Vierkötters Kanalrekord. Der deutsche Meisterschwimmer Vierkotter durchschwamm den Kanal in 12 Stunden 42 Minuten und hat damit sämtliche Rekorde gebrochen. Der Versuch Vierkötters kam vollkommen überraschend. Um 1/21 Uhr hatte man ihn drei englische Meilen von der Küste entfernt gesichtet. Er befand sich in guter Verfassung und näherte sich unter günstigen Wetterverhältnissen schnell der englischen Küste. Vier- fötter wurde von der schnell herbeigeeilten Men- | lchenmenge begeistert empfangen. Er ist der erste deutsch Schwimmer, der den Kanal bezwang. Vierkötter ist Montag früh um 1 Uhr 35 Min. vom Kap Gris Rez abgeschwommen und betrat um 2 Uhr 10 Min. nachmittags die englische Küste in der Rähe von Dover. Die Rekordzeit von 12 Stunden 42 Minuten bleibt fast um zwei Stunden hinter der von Gertrud Eberle gebrauchten Zeit von 14 Stunden 30 Minuten, die schon als phänomenal bezeichnet wurde, zurück. Die Luft über dem Kanal war den ganzen heißen Tag über so unsichtig, daß man von Dover ans nicht sehen konnte, welche Fortschritte Dierkötter machte. Die erste bestimmte Kunde von dem Erfolge des deutschen Schwimmers bestand in dem Sirenensignal des französischen Schleppers „Gurope", der ihn begleitete. Die ersten Personen, die Vierkötter bei der Landung an der englischen Küste begrüßten, waren Mannschaften der Batterie von Langdon. Vierkötter ruhte sich zunächst am Strande aus und wurde dann von einigen Soldaten in das kleine Boot gebracht, das ihn begleitet hatte und ihn zum Schlepper „Gurope" hinüberführte, auf dem er sofort wieder nach Frankreich zurückkehrte. In Calais brachten ihm Vertreter der städtischen Behörden Glückwünsche und eine Blumenspende dar. Vierkötter wurde im Hause eines Sportfreundes in Anwesenheit zahlreicher Sportsleute bewirtet und begab sich sodann im Automobil nach Sangatte, wo er Wohnung genommen hat. Gertrud Ederle kabelte an Vierkötter die herzlichsten Glückwünsche zu seinem neuen Weltrekord und forderte ihn zu einem Wettkampf im nächstenIahre heraus, wobei sie den Weltrekord für ihr Geschlecht und ihr Heimatland zurückerobern will. Die Ostafien-Cxpeditiou der Lufthansa in Peking. Die Ostafienexpedition der Deutschen Lufthansa ist Montagnachmittag in Peking gelandet. Die 10 000 Kilometer lange Strecke von der deutschen bis zur chinesischen Hauptstadt wurde in zehn Tagesetappen zurückgelegt. Auf Grund der vorliegenden Ergebnisse dürste die Reisezeit im Rahmen eines regelmäßigen Luftverkehrs künftig fünf Tage gegenüber öer heutigen Eisenbahnfahrzeit von 17 Tagen betragen, wobei zu berücksichtigen ist, daß Rachtf lüge eine weitere wesentliche Verkürzung bringen würden. Der Empfang in Peking gestaltete sich zu einer eindrucksvollen Kundgebung. Der Einladung der Lufthansa waren viele führende Persönlichkeiten gefolgt und eine nach Tausenden zählende Menschenmenge harrte der Ankunft der deutschen Flugzeuge. Die Besatzung wurde hier und auf allen anderen Stationen ihres Weges aus das herzlichste begrüßt. Der deutsche Gesandte gibt heute abend zu Ehren der Deutschen Lusthansa ein Gssen. Schwere Schiffskatastrophe bei Kronstadt. Montag nacht streifte der auf der Fahrt von Leningrad nach Kronstadt befindliche Personendampfer „Bureweslnik" bei dem Versuch, im dichten Nebel dem deutschen Dampfer „Greyne" auszuweichen, gegen den Hafendamm. Der Schiffsrumpf erhielt ein zwei Meter breites Leck und versank nach 15 Minuten. Die Zahl der bei dem im Seekanal bei Leningrad erfolgten Untergang des Dampfers „Burewestnik" ums Leben gekommenen Personen wird auf 150 geschätzt. An Bord befanden sich 563 Fahrgäste. Rettungsdampfer brachten 285 Personen in Sicherheit. Außerdem retteten sich zahlreiche Fahrgäste selbst. Die Mehrzahl der Fahrgäste waren Kronstädter Einwohner. Dank dem Helenmut der Seeleute wurde eine Explosion der Dampfkessel verhütet. Die Katastrophe erfolgte im 30 Fuß tiefen Wasser unweit des Ufers. Da eine Panik entstand, war es unmöglich, die Rettungsboote des „Burewestnik" herunterzulassen. Unter den ums Leben gekommenen Personen befinden sich auch die Gattin und die Kinder des Kapitäns. Der Chef der politischen Abteilung der Kronstädter Marinestation ertrank ebenfalls. Ein deutscher Dampfer schickte ein Boot ab, das Gerettete aufnahm. Bei der Rückkehr wurde es von den mit den Wellen Kämpfenden zum Kentern gebracht. Ein in dem Boot befindlicher deutscher Matrose konnte sich nur mit Mühe retten. Einsturzkatastrophe bei Budapest. In Kleinpest bei Budapest stürzte der Reubau einer Fabrikanlage ein. Unter den Trümmern des eingestürzten Reubaues wurden sieben Tote — sechs Männer und eine Frau — und zehn Schwerverletzte hervvrgeholt. Die Frau war Mutter von fünf Kindern und hatte erst eben die Arbeit angetreten. Die Bergungsarbeiten sind noch im Gange. Der Baupolier wurde in Hast genommen. Der Architekt ist, als sich der Unfall ereignete, wie wahnsinnig davongelaufen und konnte bis zur Stunde noch nicht festgenommen werden. Das Unglück wurde angeblich dadurch verschuldet, daß man die Stützungspfeiler einer Betonkonstruktion vorzeitig entfernte. Reue Falle von spinaler Kinderlähmung. Die spinale Kinderlähmung tritt jetzt auch in Thüring en auf. In Rordhausen und Umgebung hat die Krankheit bereits drei Todesopfer gefordert. In Rordhausen soll von der Lähmung, von der im allgemeinen nur Kinder befallen werden, auch ein 26jähriger Mann betroffen worden sein. Der Regierungspräsident in Erfurt hat angeordnet, daß sämtliche vier Klassen der Grundschule und die Kinderheime vorläufig auf 14 Tage geschlossen werden. In der Berliner Charite sind unter dem Verdacht der Krankheit zwei Kinder aus Rauen eingeliefert worden. Es handelt sich um zwei Knaben im Alter von fünf und neun Monaten. von einer Granate zerrissen. Bei Nusso (Italien) sanden drei junge Bauern eine 10,5-Zentimeter-Granate. Als sie das Geschoß auf den Boden fallen ließen, explodierte es, wobei zwei der jungen Leute zerrissen wurden. Auch der Dritte erlitt tödliche Verletzungen. Banderolenschwindel. Montag erschien auf dem Berliner Hauptzvllamt Rorden ein Mann, der sich als Bevollmächtigter einer bekannten Zigarettenfirma ausgab und für 29 700 Mark Steuerbanderolen verlangte. Da er den Bestellbogen, wie das Betriebsbuch der Firma vorzeigte, wurden ihm die Banderolen auch ausgehändigt. Erst als der Mann sich entfernt hatte, stellte es sich heraus, daß sowohl die Unterschriften, wie die Stempel des Bestellbogens und des Detriebsbuches gefälscht waren. Der Schwindler ist unerkannt entkommen. (Ein ganzes Dorf niedergebrannl. Von dem Dorfe Ried im Pitztal (Tirol), das aus 19 Häusern besteht, sind in der Nacht zum Sonntag 15 Häuser niedergebrannt. Die Brandurfache ist in der Unvorsichtigkeit eines Alkoholikers zu suchen, der m i t verbrannt ist. Flugzeuglandung auf dem Brocken. Auf dem Brocken, der höchsten Erhebung des Harzes, ist am Montag das erste Flugzeug gelandet. Es handelt sich um eine Privatmaschine. Die Landung verlief bei schönem Wetter sehr gut. Wettervoraussage. Rach Gewitterstörungen etwas kühler, doch wieder aufklarend und Barometer-Anstieg. An der Westseite des kontinentalen Hochdruckgebietes, an dem wir liegen und das ostwärts zurückweicht, ist durch Ginströmen von östlichen Winden starker Temperaturanstieg erfolgt. Da jedoch in der mittleren Rordsee ein $eiltief liegt, so ist vorübergehend mit Zuströmen von kühlerer Lust zu rechnen. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 22,8 Grad Celsius. Minimum 9,2 Grad Celsius. Heutige Mvrgentemperatur: 15,5 Grad Celsius. Aus der provmMlhauptstadt. Gießen, den 31. August 1926. Reformationsfeier in Gießen. Bekanntlich werden in diesem Jahre vierhundert Jahre verflossen sein, seitdem die althessischen Gebietsteile das evangelische Bekenntnis angenommen haben. Rachdem im Sommer des Jahres 1526 auf dem Reichstag zu Speyer den evangelisch gesinnten Fürsten und sonstigen Reichsständen das Re«Ht zugeteilt worden war. in ihren Gebietsteilen zu reformieren, berief Landgraf Philipp der Großmütige von Hessen die Synode zu Homberg an der Efze, die am Samstag nach dem Gattustag, dem 21. Oktober, zusammentrat und über die Organisation der evangelischen Kirche in Hessen Beschlüsse faßte. Das Landeskirchenamt hat angeordnet, daß die Erinnernngsfeier an die Einführung der Reformation in Hessen mit dem Reformationsfest dieses Jahres, das am Sonntag, dem 31. Oktober, gefeiert wird, verbunden werden soll. Trotzdem gedenkt die evangelische Kirchengemeinde Gießen am 21. Oktober, einem Donnerstag, eine blondere -Rslürmations- feier zu begehen, die abends 8 Tlhr in der Io- hannesiirche stattfinden sott. Geh. Kirchenrat Pros. D. Dr. Krüger hat in freundlicher Weise feine Bereitschaft' erklärt, den Festvortrag zu halten. Der Vortrag sott von Orgelspiel, Chor- und Gemeindegesang umrahmt werden. Mitte September wird unter dem Titel „Evangelische Bewegung und Reformation im Gebiet der heutigen Hessen-Darmstäbtischen Lande" eine Schrift des Prälaten D. Dr. Diehl- Darmstadt erscheinen, die sicherlich allseitiges Interesse erregen wird. Steuerfälligkeiten im September Im Monat September werden folgende Steuern fällig: 5. September: Steuerabzug vom Arbeitslohn (Lohnsteuer) für die Zeit Dom 21. bis 31. 8. einschl. der für die Zeit Dom 1. bis 10. 3. bzw. 11. bis 20. 8. einbehaltenen, noch nicht abgeführten (Beträge ohne Rücksicht auf deren Höhe: 10. September: LlmsatzsteuerDoraus^ah- lung der Monatszahler, 3/4 Prozent der Umsätze für August 1926 unter gleicher Abgabe der Voranmeldungen: 15. September: Steuerabzug Dom Arbeitslohn (Lohnsteuer) für die Zeit Dom 1. bis 10. 9., sofern der Gesamtbetrag mehr wie 100 RM. beträgt; 25. September: Steuerabzug Dom Arbeitslohn (Lohnsteuer) für die Zeit vom 11. bis 20. 9., sofern der ©efamtbetrag für genannte Zeit oder mit dem für die Zeit vom 1. bis 10. 9. einbehaltenen und noch nicht abgesührten Betrag zusammen mehr als 100 RM. beträgt. Die Tkmsatzsteuer kann bis einschl. 17. September ohne Zuschläge, z. Z. halbmonatlich 3/t Prozent, entrichtet werden. Gießener Wochenmarktpreise. Es kostete auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Butter 190 bis 200 Pfennig, Matte 30 bis 35, Käse (10 Stück) 60 bis 100, Wirsing 10 bis 15, Weißkraut 5 bis 10, Rotkraut 15, gelbe Rüben 10 bis 15, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 25, Römischkohl 5 bis 10, Bohnen (grüne) 12 bis 18, Bohnen (gelbe) 20 bis 25, Tlnterkohl- rabi 6, Erbsen 35 bis 40, Tomaten 20, Zwiebeln 10 bis 15, Meerrettich 80, Kartoffeln 4 bis 5, Falläpsel 8 bis 10, Frühäpfel 15 bis 25, Birnen 10 bis 25, Zwetschen 20 bis 30, Mirabellen 25 bis 40, Preiselbeeren 60, junge Hahnen 100 bis 110, Suppenhühner 100 bis 120; das Stück: Eier 13 bis 14, Blumenkohl 50 bis 120, Salat 5 bis 10, Salatgurken 10 bis 40, Einmachgurken 2 bis 4, CndiDien 5 bis 15, Oberkohlrabi 5 bis 10, Rettich 10 bis 20, Sellerie 10 bis 40 Pf. Bornotizen. — Tageskalender für Dienstag. Stadttheater: 8 älhr, Gastspiel des Bad-Rauheimer Kurtheaters, „O diese Bubiköpfe!" — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Straße des Vergessens". — Astvria-Lichtspiele: „Die Jagd nach den Dokumenten". L.ÜI. Don der Lande s°ül ni Derfität Gießen. Die Philosophische Fakultät unserer Landes-Tlniversität hat den Lehrer an der Kunstakademie Dresden, Professor Ludwig von Hofmann, ehrenhalber zum Doktor promovieö. — Ludwig von Hofmann, der am 17. August 65 Jahre alt wurde, ist ein geborener Hesse; er stammt aus Darmstadt. Sein Vater, Karl von Hofmann, war hessischer Staatsminister und hatte 1870 an den Verhandlungen zum Anschluß! Hessens an das Deutsche Reich teilgenommen; als Minister hat er eine Reihe von Reformen im inneren Verwaltungsdienst durchgeführt, spater war er Staatssekretär in Glsaß-Lothringen. Durch seine Mutter ist Ludwig von Hofmann verwandt mit der Gelehrtenfamilie Kekule. Ein Bruder seines Vaters war der Maler Heinrich Hofmann, der ebenfalls als Professor an der Dresdener Akademie wirkte und dessen Unterricht Ludwig von Hofmann zuerst genoffen hat. Weitere Stationen seiner Lehrjahre waren Karlsruhe. Paris, Berlin und Rom. Bevor Ludwig von Hofmann nach Dresden kam, wirkte er einig« Jahre in Weimar. Er ist Mitglied hessischer Künstlervereinigungen, und fast alljährlich sind Gemälde von ihm auf den Kunstausstellungen der Landeshauptstadt zu sehen. ** Der Oberbibliothekar Professor D r. Emil H e u f e r in Gießen ist auf Grund des Gesetzes über die Altersgrenze der Staatsbeamten mit Wirkung vom 1. August d. I. ab in den dauernden Ruhestand getreten. Professor Dr. Heuser, geboren am 3. April 1861 zu Remscheid, wurde im Dezember 1885 als Hilfsarbeiter bei der hiesigen Universitätsbibliothek angestellt lind im Juli 1889 zum Kustos ernannt; im August 1904 erhielt er den Titel Oberbibliothekar, und am 25. November 1917 wurde er zum Professor ernannt. Am 1. Juli 1924 trat er in den einstweiligen Ruhestand. ** Polizeioberassiste n t Karl S o m- merkorn, geboren am 14. Mai 1861 zu Londorf. tritt mit Wirkung vom 1. September d. I. auf Grund des Gesetzes über die Altersgrenze der Staatsbeamten in den wohlverdienten Ruhestand. Rachdem Herr Sommerkorn in den Jahren 1880 bis 1883 seiner Militärpflicht beim ehemaligen 2. Großh. Hess. Inf.-Regt. 116 hier Genüge geleistet hatte, trat er am 24. August 1888 als Hilfsschuhmann beim Polizeiamt hier ein und wurde am 1. Februar 1894 daselbst zum Schutzmann ernannt. Bis zum 1. Oktober 1923. wo er zum Polizeioberassistenten ernannt wurde, hat er den schweren, aufopfernden Dienst eine- 'thdöt. Wft 1926. 'leben. SJ8 21 °L>ddi, ®infüß, ä mff "L am h?' J?1'«)in. ?' ^°bn, $*n5 Jad-Rau- abiköpsr!" — e 6 trabe bei :: .Die Jagd niversitat Jultät unserer an der jbmft- ig von Hol- promotntd. — VI. August 65 nee * « ter, Karl von ifter und hall« yim «N teilgenoininrn. von w; cchgeOll, IPJ von le M fi «-1-4-°"'» fessor an der fen Untemcht £ hat. Quboifl.wv rite er einig« & MW* &« |l5 Pften*" r Profess gründ des ■ w« bauern- U 7K t«4 NH *3§c: rrrK cht WJ hier O'Z AL «'K Polizeiaußendienstbeamten mit seltener Pflicht- treue versehen. Er hat eä auch während seiner Tätigkeit im inneren Polizeidienst verstanden, sich durch sein leutseliges, zuvorkommendes Wesen die Wertschätzung weiter Kreise der Ein- wohnerschafl zu erwerben. Auch bei feinen Vorgesetzten und Kollegen erfreute er sich des besten Ansehens und größter Beliebtheit. Möge ihm nach so langer, arbeitsreicher und arbeitssreudiger Tätigkeit ein angenehmer Lebensabend im Kreise seiner Familie beschieden sein. ' Bom Wohnungsbau in Dießen. Das Wohnviertel am Kugelberg ist in den letzten Monaten um eine ganze Anzahl Wohnhäuser bereichert worden. Die Stadt hat dort 22 Häuser mit insgesamt 44 Wohnungen (Zwei- und Drei-Zimmerwohnungen) errichten lassen, ferner lieh die Baugenossenschaft 1894 vier Häuser mit zusammen 16 Wohnungen (Drei-Zi.nmer- wohnungen) erstellen. Diese Bauten sind so weit vorgeschritten, dah sie voraussichtlich noch im Laufe des Oktober bezogen werden können. Hinter dem Grundstück der Kaserne der Maichinen- gcwehr-Kompagnie ist gegenwärtig das grohe Wohnhaus des Rcichsmiiilär-Fikus in der Vollend nag begriffen. Hier werden 12 Wohnungen geschaffen. Außerdem lassen die Stadtverwaltung und das Reich in der W i l h e l m st r a ß e je ein Wohnhaus für Reichsbeämte erbauen. Jedes dieser Häuser enthä t 9 Wohnungen. Der Eisen- bahnerheimstättenverein führt an der Ecke der Wilhelm- und Jheringstrahe seine Wohnhausbauten gegenwärtig der Vollendung entgegen. 3n diesem Viertel sind auch manche Privatbauten entstanden bj 0. noch im Werden begriffen. Diese rege Bautätigkeit ist natürlich sehr erfreulich, immerhin wird noch ein weiter Weg zurückzulegen sein, bis man von einer auch nur annähernd erträglichen Lage des Wohnungsmarktes sprechen kann. •• Die Dolkshalle wird gegenwärtig für die Gartenbau- und Elektrizitätsausstellung Hergericht.t. Zahlreiche Handwerker find mit den vielfältigen Arbeiten beschäftigt. Dank der Beihilfe aus privaten Mitteln ist es möglich gewesen, den Dühnenraum zu verputzen, wodurch der bisherige unschön« Anblick des Bühnenhintergrundes verschvunden ist. Ebenso ist die Seitenwand der Halle links des Einganges von der Grünberger! Straße aus mit Verputz versehen worden, so dah auch an dieser Stelle das Gebäude eine be- achtenswerte Verschönerung erfahren hat. Leider war es aus Mangel an Mitteln gegenwärtig nicht möglich, die Verputzarbeiten noch umfangreicher zu gestalten. In den nächsten Tagen soll nun der Fuhboden der Halle staubfrei gemacht aterben, damit die Besucher der Ausstellung und die dort gezeigten Brat- und Dackvorführungen nicht unter Staubbildung zu leiden haben. Vor der Halle, am Eingang von der Grünberger Strahe her, sind gegenwärtig Ausschachtungs- atbeiten im Gange. An dieser Stelle wird eine breitausladende Freitreppe erstehen, der die jetzigen beiden Rasenflächen weichen müssen. Die Front der Halle an der Grünberger Strahe hat im übrigen durch die Anbringung von Blumenkästen einen recht hübschen Schmuck erhalten. •* Eine ernste Sorge bildet der vordere städtische Sportplatz auf dem Trieb. Der Platz steht gegen eine ganz namhafte Abgabe an die Stadt dem Turnverein 1846 und der Freien Turnerschaft Gießen zur Verfügung. Daneben wird er von den Schulen recht eifrig benutzt. 3n feinem gegenwärtigen Zustand ist der Platz aber alles andere, nur fein befriedigender Sportplatz, denn die zahllosen Steine bilden eine stete Gefahr für die Gesundheit der daraus liebenberu Kommt auf bem Platz jemanb zu Fall, was nun einmal bei den Bewegungsspielen unvermeiblich ist, so ist sicher mit einer mehr ober weniger ernsten Verletzung zu rechnen. Eine ganze Reihe schwererer Verletzungen war ja auch schon zu verzeichnen. Sollte es wirklich keine Möglichkeit geben, diesem unhaltbaren Zustand ein Ende zu machen? Denn letzten Endes sind die Sportplätze doch geschaffen worden, um gesunde und kräftige Menschen heranzubilden, und dazu sollte das Beste grab gut genug fein. Die Verwaltung würde eine dankenswerte Aufgabe erfüllen, wenn sie sich dieses Sorgenkindes einmal annimmt und den nun einmal begonnenen Sportplatzbau auch vollendet, wenn nicht anders, bann unter Mithilfe ober Inanspruchnahme ber den Platz benutzenden Vereine. ** Der Konfirmanden-Unterricht. Tas Landeskirchenamt hat angeorbnet. bah in biesem Jahre bet Konfirmandenunterricht unmittelbar nach den Sommerferien seinen Anfang nehmen soll, damit der Unterricht vertieft und ohne große Eile erteilt Werdern kann. Demgemäß hat in den vier evangelischen Kirchen gemeind en bei Stabt Gießen der Konfirmanbenunterricht bereits am 19. August begonnen. Die feierliche Eröffnung bes Unterrichtes fanb für die Markus- unb ’ Johannesaemeinde am 22. August, für die Matthäus- und Lukasgemeinbe am 29. August statt. WSR. Autokontrolle auf der Landstraße. Die hessische Regierung hat die Gendarmerie und Schupobeamten angewiesen, auf verkehrsreichen Landstraßen alle Kraftfahrer bezüglich des Führerscheins zu kontrollieren und Zuwiderhandlungen zur Strafanzeige zu bringen. Auch auf den Zufahrtsstraßen nach Frankfurt wird die Kraftfahrerkontrolle durch preußische Beamte streng gehandhabt. — Ein nicht vergessener Gießener Chronist. Am 21. Juni 1611 wurde in Gießen Johann Daniel Minck geboren. Rach vollendetem Studium wurde er zuerst Hauslehrer bei den Herrn von Cronberg, dann 1634 bis 1636 Schulmeister in Groß-Umstadt, 1636 bis 1654 Pfarrer in Groß-Bieberau und 1654 bis 1664 Pfarrer in Groß-Gerau, wo er 1664 starb. Seine Chronik über den 3Ojährigen Krieg ist ein wichtiges Quellenwerk zur Erforschung ber trostlosen Zustände in Hessen während des verheerenden Krieges geworden. Dieser Tage stieß man bei den Äebaraturarbeiten auf bem Kirchturm in Groß-Gerau nun toieber auf eine Urfunbe Mincks, die bie Erinnerung an ihn wieder wach- ruft und ihres geschichtlichen Wertes wegen nachstehend im Wortlaut tiriebergegeben werden soll: „Alles mit Gott — Anno Domini 1634 legt das kaiserliche Volk die Beu (den Dau) in die Aschen. 1650 auf Anordnung unseres gnädigen und Herren Georg V. und der Rahten auch mit zu Steuer des ganzen Landes und Kirchspiels war dieser Beu wieder angefangen. Also daß in wunderbarer Eil' in einziger Jahresfrist der ganze Mittelbeu samt Chor in Dach und Fach bracht', auch Kanzel, Stuhl, Emporbühne und Fenster durch Gottes Hilf verfertiget worden. 1655 wurde die Kirch' in Gegenwart etlicher Tausend Seelen von Herrn Balthasar Mentzer, Superintendenten, eingeweiht. 1658 wurde der Turm auf gebaut durch Zirach 1659 würd' dieser Knops durch Wilhelm Muhm gemacht und von Hans Wolf aufgeftedt. Es war Frieden im ganzen römischen Reich. Das Malter Korn galt 1 Gulden, Fuder Wein 49 Gulden. Magister Johann Daniel Minck, Gisa Has (Giehen-Hesse), Pastor Geraviensis." *• Lehrer- und Elternbeiräte werden nach einer in diesem Monat in Kraft getretenen Dienstanweisung an bie Schulleiter jetzt in Hessen gebildet. Der Lehrerrat setzt sich aus sämtlichen Lehrkräften einer Volksschule zusammen. Die Bestimmungen treffen auch Anordnungen über die Bildung eines Beirates an größeren Volksschulen, ferner über die Zusammensetzung von eines Ortslehrerrates und Ortslehrerausschusses, sowie eines Kreislehrerrates und eines Kreislehrerausschusses. Von den Bestimmungen über bie Bildung von Elternbeiräten ist von Interesse, daß sie auf Beschluß des Schulvorstandes oder der Gemeindevertretung erfolgen soll. Im Elternbeirat kann über Maßnahmen, Anordnungen und Einrichtungen der Schule Aufklärung gegeben werden: Wünsche und Anregungen aus Elternkreisen hierzu werden gesammelt, besprochen und an die Schule weiter- gegeben. Die Zahl der auf 2 Jahre gewählten Elternvertreter darf die Zahl der an ber Schule vorhandenen Klassen nicht überfteigen; es müssen jedoch wenigstens zwei Elternvertreter dem Eltembeirat angeboren. Ferner sind in dem Elternbeirat der Schulleiter und ein bis zwei Mitglieder des Lehrerrats der Schule vertreten. ** Dullen- unbSberDerftcigerung. Für die Dull en Versteigerung des Lanbwtrtschafts- kammer-Ausschusses für die Provinz Oberhessen In Nidda am Montag, 6. September, sind nunmehr 21 Dullen des hessischen Fleckviehes (Simmentaler) gemeldet. — Wie im Vorjahre wird der Schweinezuchtverein Lang-Göns mit zehn Ebern des deutschen Edelschweines vertreten fein. Der Schweinezuchtverein Stangenrod bringt einen Eber des veredelten Landschweines zum Verkauf. Dei der großen Zahl ber gemeldeten Tiere ist den Interessenten beste Gelegenheit geboten, tein- gezüchlete Safettiere zu erwerben. (Siehe heutige Anzeige.) ** Erleichterungen für den Reiseverkehr nach dem Ausland. Die Reichs- regierung hat erreicht, daß der gegenseitige Sichtvermerkszwang mit folgenden Staaten abgeschafft worden ist: mit Oesterreich, der Schweiz, Liechtenstein, mit den Niederlanden. 3apan und Dänemark. Der Fortfall oes Sichtvermerkszwangs wird in Kraft treten: mit Luxemburg am 1. September 1926, mit Portugal am 1. September 1926, mit Schweden am 1. Oktober 1926. Da in der freien Stadt Danzig, in Cuba. Haiti Panama, der dominikanischen Rupublik und in Island der Sichtvermerkszwang für deutsche Reichsangehörige unmittelbar aufgehoben worden ist, hat die Reichsregierung ihrerseits Angehörige dieser Länder vorn Sichtvermerkszwang befreit. Wichtig für Haftpflicht-, Feuer- und Unfallversicherte. Cs ist vielfach noch zu wenig bekannt, daß für Ansprüche aus Haftpflicht-, Feuer- und Unfallversicherungen gegenwärtig eine Anmeldefrist läuft, falls solche Ansprüche auf Grund der Verordnung vom 22. Mai 1926 geltend gemacht werden können. Dieser Termin läuft am 1. Oktober dieses Jahres ab. Die Versicherten müssen daher unverzüglich ihre Ansprüche aus obigen Versicherungen bei den Gesellschaften anmelden, andernfalls geht der Aufwertungsanspruch verloren. Die Fracht für Bau - und Düngekalk ist nicht gleich. Der Verband der hessischen landwirtschaftlichen Genossenschasten teilt mit, daß die Frachten für Dau- und Düngekalk verschieden sind. Daukalk tarifiert nach Klasse E, Düngekalk nach dem Ausnahmetarif 11, der für gebrannten Kall um 35 v. H. nichtiger ist als Klasse F. Daraus ergibt sich, daß Düngekalk von der Eisenbahn um etwa 50 v. H. billiger als Daukalk gefahren wird. Wer den Ausnahmetarif 11 widerrechtlich für Daukalk in Anspruch nimmt, macht sich strafbar und hat zu gewärtigen, daß die Reichsbahn von ihm: 1. den Fracht- unterschied und 2. einen Frachtzuschlag in doppelter Höhe des Frachtunierschteds als Strafe nacherhebt; insgesamt beträgt bann die Fracht für Daukalk etwa das Doppelte des Normaltarifs. Wenn ber Mißbrauch mit dem Ausnahmetarif 11 weiter anhält, so dürste die Reichsbahn ihn wohl bald aufheben. Jeder Landwirt sollte daher im eigenen Interesse Verbraucher, die Daukali nach falschem Tarif verfrachten lassen, unnachsichtlich bei der nächsten Reichsbahndienststelle zur Anzeige bringen. ** Der mittelrheinische Dund evangelischer Arbeitervereine hält seine diesjährige Tagung am 11. und 12. September in Darmstadt ab. Strafkammer Gießen. * Gießen, 21. Aug. Eine Gastwirtsehefrau aus Ober-Erlenbach war vom Amtsgericht zu Geldstrafen verurteilt worden, weil sie wiederholt Gäste über die gebotene Polizeistunde in ihrer Wirtschaft geduldet hatte. -Unter Aufgebot eines umfangreichen Zeugenapparates versuchte die Verurteilte, ihre Freisprechung zu erzielen, indem sie den die Wirtschaft überwachenden Nachtwächter als unglaubwürdig hinstellte. Ihre Berufung wurde jedoch verworfen. Wegen Körperverletzung des Nachtwächters war ein junger Mann aus O ber- Erlenbach zu Strafe verurteilt worben. Das Gericht hielt durch das Zeugnis beS Nachtwächters für erwiesen, daß er von bem Angeklagten mit Hufeisen geworfen worben fei. In ber Berufungsverhandlung gelang es dem Angeklagten, seine Freisprechung zu erzielen. Die Strafkammer hielt einen Irrtum des Nachtwächters für nicht unmöglich. Ein Handlungsgehilfe aus Düdelsheim hatte einem Gendarmeriewachtmeister vorgeworfen, er habe in einer Strafsache gegen ihn falsch geschworen. Gegen seine Verurteilung durch das Amtsgericht Büdingen zu 10 Tagen Gefängnis legte der Genannte Berufung ein, die aber verworfen wurde. Die Berufung-Verhandlung hatte das gleiche belastende Ergebnis wie früher. Wegen Untreue war ein Kaufmann aas Nidda zu 2 Wochen Gefängnis verurteilt worden. Er hatte an einen Landwirt in DellerS einen Getreidemäher für 410 All. verkauft und seine Forderung an die Düdinger Sparkasse abgetreten. Zweihundert Mark wurden daraufhin nach Büdingen bezahlt, bezüglich deS Restes von 210 Mk. erhob der Landwirt Anstände und behauptete, eS fei nicht ordnungsmäßig geliefert. Die Düdinger Kasse vereinbarte daher, um mit der Einziehung nicht weiter belästigt zu toerban. mit bem Verkäufer des Getreidemähers, er selber möge von dem Landwirt den Restbetrag ein- ziehen und an die Düdinger Kasse abführen. Dieser ließ sich von dem Käufer einen Wechsel ausstellen und übergab denselben der Niddaer Dank zur Einkassierung. Als die Wechselsumme einging, hob er den Betrag von seinem Konto in Nidda ab und verbrauchte ihn. Das Amtsgericht erblickte hierin bad Vergehen ber Untreue, da für den angeklagten Verkäufer des Getreidemähers die Verpflichtung bestanden habe, bie Wechselsummen auftragsgemäß an die Büdinger Sparkasse abzuführen und nicht für sich selber zu verbrauchen. Der Verurteilte versuchte in der heutigen DerufungSverhanblung, dieles ihn verurteilende Erkenntnis zu Fall zu bringen, doch hatte er damit keinen Erfolg. Er cijjiclt wegen Untreue eine Geldstrafe von 140 Mk. Iung-Odenwaldkkub. In ber letzten Woche hatte Schwetzingen sein Festgewand angelegt, denn der 3ung- Obento a Ibtlub feierte in seinen Mauern seinen b ri 11 e n Jahrestag, und die gesamte Einwohnerschaft Schwetzingens nahm in freudiger Anteilnahme an dem Fest ber jungen Wanderer teil. Fahnen und Blumen, flatternde Wimpel, Wanderlieder und Lautenklang und bet Gleichtritt ber anmarschierenden Ingen ^gruppen gaben dem Städtchen ein besonderes Gepräge. Wohl 800 Jugendwanderer mögen es gewesen sein, die sich dort versammelten, und es ehrt die Schwctzin- ger Bevölkerung außerordentliche daß sämtliche Mädchen und ber größte Teil ber Jungen in Dürgerquartieren untergebracht werden konnten. Während die Jugendgruppen unter Führung von Mitgliedern des Schwetzinger Odenwaldklubs bie Schönheiten des einzigartigen Schloßgartens erleben konnten, traten der Vorstand, die Vertreter des Hauptausschusses und bie Führer der Cinzelgruppen zu einer anregenden Führersitzung zusammen, die für bie Arbeiten des kommenden Jahres richtunggebend würbe. Eine nach Tausenden zählende Menge war abends in ber sog. „Wildnis" versammelt, denn aus den Ortsgruppen der Umgebung waren viele alte Wanderer eingetroffen, und auch die Einwohner Schwetzingens blieben nicht zu Hause. Erschienen waren für den Hauptausschuß des Odenwald- llubs die Herren Oberstudiendirektor Kissinger- Darmstadt und Oberstudiendirektor Dr. Hinrichs- Alzeh. Die hessische Regierung toar durch Direktor Hassinger-Darmstadt, daS Bezirksamt durch ßanbrat Guth-Bender- Mannheim, bie Stadt Schwetzingen durch Bürgermeister Götz und die Forstbehorde durch Forstmeister ® tllarbon-Schwetzingen vertreten. Für den Verband Deutscher Jugendherbergen nahm ber Geschäftsführer bes Zweigausschusses Südhessen, Brambach - Darmstadt, an der Tagung teil. Der PfälzerwaId-Verein und ber Vogelsberger Hohenllub hatten ebenfalls Vertreter entfanbt, vom Wandervogel V. D. waren mehrere Gruppen anwesend, desgleichen feierten bie Schwetzinger Jugendbünde Adler und Falken, Bund Deutscher Jugend und Nerother Wandervogel das Jugendfest mit. Die folgende Hauptversammlung verlief rasch und reibungslos. Einige Satzungsänderungen wurden gutgeheihen und der Vorstand wurde einftimmig wiedergewählt. Nur der erste Schrift- ßhrer, Lehrer Salomon- Darmstadt, bat, von inem Amte zurücktreten zu dürfen, weil ihn die Leitung ber Mädchengruppe Darmstadt-Dessun- gen zu stark in Anspruch nimmt. An seine Stelle trat Fritz Arras-Darmstadt. Auch die Leiter ber Aemter wurden einstimmig wiedergewählt. Zwei weitere Aemter wurden gebildet. Das., Amt für Zeichnen" übernahm ber Maler Robert Eckert- Darmstadt, das „Mädchenamt" Fräulein K. Stork- Schriesheim a. b. D. Große Freude loste das Schreiben aus, in bem Apotheker S c r i b a - Reinheim den Jung-Odenwaldklub einlub, seine Tagung im nächsten Jahre in Reinheim abzuhalten. Mädchen- und Damen-Stiefel gediegenes Malend, reine Lederausführung 56/59 690 51/35 490 27/30 Damen-Stiefel z. T. auf Rand genÄhf, unsort. Lisso Echt Boxcalf- Herren - Stiefel elegant, unvergleichliche Quditat. Echt Chevreau u. echt Boxcalf- Schnürschuhe *. T. Rahmenarbelf, die Grüben Nur so lange Vorrat reicht. Braune echt Boxcalf- Spangen schuhe all erfeinsfe Rahmenarbei f Arbeitsstiefel 090 prima Fahlleder mit Beschlag......... W 'M Gießen, Seltersweg 91. 7042a Zur Obstkuchen Mr de» Abendtisch Lieh, Neu-Isenburg, Rockenberg, 30. August 1926. 7036D Segr.1874 - Heber 100Filialen Verkehrs-Reklame Die Beerdigung findet Mittwoch, den 1. 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Angesichts der schwankenden Wechselkurse in einigen Ländern ist es nicht ganz leicht, eine vergleichende statistische Darstellung zu geben über die Entwicklung, die die Filmindustrie in den einzelnen Ländern in den letzten Jahren genommen hat. Mehrere internationale Export- Zeitschriften haben trotzdem versucht, diese Entwicklung zifternmähig darzustetten und sind dabei zu überaus interessanten Ergebnissen gekommen. Wir entnehmen diesen Darstellungen folgende Angaben: Das gesamte Kapital, das in der internationalen Filmindustrie investiert ist. schwankt von 1921 bis heute zwischen 2 und 3,5 Milliarden Dollar. In den Dereinigten Staaten, von Amerika nimmt die Filmindustrie bereits den 3. Rang unter sämtlichen Industrien des Landes ein. Die größte Industrie in Amerika ist die Konserven Industrie mit 2,2 Milliarden Dollar investiertem Kapital. Es folgt die Auto- mobil Industrie mit 1,7 Milliarden Dollar und unmittelbar danach die Filmindustrie mit 1,5 Milliarden Dollar. Es bestehen gegenwärtig in den Dereinigten Staaten von Amerika rund 250 Filmgesellschaften, von denen 25 zu großen Trusts zusammengeschlossen sind. Diese zahlen jährlich ihren 50 000 Angestellten 75 Millionen Dollar Gehalt. Die Einnahmen der amerikanischen Kinos einmal alles Gute mit, was er kriegen kann und zahlt nicht gern. Und „ Zahlen" schrieb der Kantinenmensch groß. So ein Sturmhaufen kam auch eines Abends im November in Favreulles an. In der Kantine gab es einen Heidenkrach, denn die Schniggls wollten sich nicht übers Ohr hauen kaffen. Fcldpolizei mußte einfchrciten. Endlich wurde die Ruhe wieder hergestellt. Die Eisenbahnkompagnie zog sich grollend in ihren Unterstand zurück. Am Morgen nach diesem Vorfall machte ich in der Frühe einen dienstlichen Ritt, der mich an der Kantine vorbeiführte, ich schrie hinein, man solle mir ein Kirschwasser geben, der Kantinenmensch kam verschlafen heraus, reichte mir Glas und Flasche und begab sich zu dem Kosen, in dem er den Eber mästete. Er beugte sich über die Planken und sprang dann hoch, wie ein Fisch, der die Angel spürt. Dann stieß er einen Schrei aus, wie ich ihn nie zuvor gehört habe. So jammert eine Asfen- mutter, der ihr Junges geraubt wird. Am Eckpfahl rüttelte er und schrie: „Verzaubert! Verzaubert! der Hans ist verzaubert!" Auf sein Gezeter kamen einige Leute aus dem Unterstand heraus, die mit offenen Mäulern und entsetzten Augen in den Kosen starrten, als wäre darin das fürchterlichste Unglück geschehen. „Verzaubert!" schrie der Koch noch immer, und „verzaubert!" schrien ihm die Leute nach. Einige Chevauleger kamen herzu. Aks sie in den Kosen schauten, sprangen sie empor, schlugen sich vor Freude aus die Schenkel und begannen bann laut und herzlich zu lachen über den Jammer der andern. Ich winkte mir einen der Reiter heran und fragte: „Was ist da vorgefallen?" Der Mann stand stramm, konnte aber ein Gelächter kaum unterdrücken. Er kaute die Worte: „Herr Major, melde gehorsamst, der Eber Hans von der Baukompagnie ist in einen Hund verzaubert!" Ich ritt näher an den Kosen und erblickte darin einen häßlichen, mageren, großen, braunen, räudigen Hund, dem die Zunge blaurot aus dem Maule heraushing. Immer mehr Mannschaften drängten herzu. Es fielen die Worte: „Ist das euer Weihnachtshund? Wollt ihr den mageren Köter als Festbraten fressen? Ach geh, das ist ein Suppenhund!" Ich ritt weiter, um den Leuten mein Lachen nicht zu zeigen. Mein Zwerchfell wurde so geschüttelt, daß ich fast vorn Gaul fiel. Aus der Ferne noch hörte ich die Wotte, die die Schniggls und Schwolehs zur Kompagnie herüberriefen: „Hundtt freffer!" Und den Namen hat der Verein behalten. _______________________ ! behülfen sich auf rund 3 4 Milliarde Dollar jährlich. Die amerikanische Filmausfuhr nach Europa wird auf rund 2 Milliarden Dollar jährlich berechnet. Das in der amerikanischen Filmindustrie investierte Kapital arbeitet mit rund 200 Prozent Nutzen. Das einzige Land in Europa, das sich mit dieser ungeahnten Entwicklung Ser Filmindustrie einigermaßen vergleichen kann, ist Deutschland. Noch Im Jahre 1921 waren in der deutschen Filmindustrie nur 98 Millionen Mark investiert. Die Jahresproduktion versechsfachte sich bis zum Jahre 1924. Don der allgemeinen QBirt- schastskrisis in Deutschland bleibt natürlich auch die deutsche Filmindustrie keineswegs verschont. Es ist bekannt, wie schwer die deutsche Filmindustrie gegenwärtig zu kämpfen hat. Trotzdem aber vermochte Deutschland seinen großen Vorsprung vor Italien, Frankreich und England zu behaupten, wobei man nicht übersehen darf, daß z. 03. Italien nach dem Kriege in seine Filmindustrie 900 Millionen Lire investierte. In der ganzen Welt zählt man gegenwärtig rund 47 000 Kinematographentheater. Die Vereinigten Staaten von Nordamerika und Europa halten sich hierbei mit je 20 000 Kinos etwa die Wage. Von den 20 000 amerikanischen Kinos befinden sich allein 1600 in der Stadt Neuyvrk. In Amerika besuchen rund 55 Millionen Zuschauer wöchentlich das Kino. Das amerikanische Publikum ist als besonders kinofremrdlich anzusprechen, rund 75 Prozent der Bevölkerung gehen in Amerika regelmäßig inS Kino. Demgegenüber erscheinen die Statistiken für die europäischen Länder recht kläglich. Nach der letzten allgemeinen Statistik vom Jahre 1924 zählte man in Deutschland 4000 Kinos mit rund 2 Millionen Platzen, in England 4000 Kinos mit rund 30 Millionen Zuschauern wöchentlich, in Frankreich 3000 Kinos, in Italien 2500. in Ungarn 1800, in Spanien 1560. in Belgien 860. in Skandinavien 850, in Polen 350, in Holland 230, in der Schweiz 156, in der Tschechoslowakei 136, Jugoslawien 120, Finnland 100. Türkei 32, Balkanstaaten 23, Australien 808, Südamerika 2500, Orient und sonstigen Ländern 4000. Das französische Publikum ist durchaus nicht so kinofreundlich wie man es gemeinhin annimmt. Denn nur 7 Prozent der französischen Bevölkerung, und sogar nur 5,5 Prozent dev Pariser Einwohnerschaft besuchten regelmäßig das Kino. In Amerika gibt es gegenwärtig rund 125 regelmäßig erscheinende Zeitungen, und Revuen, die der Kinematographie gewidmet sind. Sämtliche Tageszeitungen haben ihre ständige Kinorubrik. Außerdem erscheinen in den Vereinigten Staaten noch 35 Monatsrevuen, die ebenfalls der Kinematographie gewidmet sind. Deutschland besitzt rund 20 einmal wöchentlich erscheinende Fachblätter und ein täglich erscheinendes Blatt für das Filmwesen. In Frankreich zählt man gegenwärtig rund 25 wöchentlich einmal erscheinende Kinozeitschriften, doch darf man hierbei nicht übersehen, daß die regelmäßig erscheinenden K-no-Rubriken der französischen politischen Tageszeitungen viel umfangreicher sind als die in deutschen Blättern. Oberhessen. Landkreis Gießen i- Iß i e f c cf, 30. Aug. Heute haben die beiden in Betrieb gewesenen Dre-chmaschi- n e n ihre Arbeit eingestellt, die D r e s ch a r b e i t ist im großen und ganzen beendet. Den zumeist kleinbäuerlichen Verhältnissen entsprechend wird die Frucht direkt vom Feld an die Dreschmaschine gebracht, in langen Reihen stehen dann die vollbeladenen Wagen in den ZugangSstraßen zu den beiden Maschinen ein altgewohntes und vertrautes Bild. Das selten günstige Erntewetter beschleunigte die Drescharbeiten ganz außerordentlich, brauchte doch während der ganzen Dreschperiode die Arbeit infolge Regens nur an ganz wenigen Tagen ausgesetzt zu werden. So war das Gebrumme der Maschinen den ganzen Tag und manchmal auch die ganze Nacht zu hören, denn jeder wollte seine Ernte möglichst schnell und trocken unter Dach und Fach haben. Nachdem der Ausdrusch beendet ist, kann auch ein recht befriedigendes Ergebnis der diesjährigen Ernte festgestellt werden. Am meisten befriedigen die Erträgnisse des Hafers und des Weizens, und zwar sowohl in Bezug auf den Körner- als auch auf den Strohertrag. Für beide Getreidearten bestehen in unserer Gemarkung nicht gerade günstige Voraussetzungen, so daß so gute Ernten, wie die diesjährige, besonders augenfällig sind. Auch das Ergebnis der Qtoggen ernte ist recht zufriedenstellend', hier hat es zwar hier und da geringe Schäden infolge der Lagerung gegeben, im großen und ganzen kann man aber von einer guten Ernte sprechen. Gegenwärtig ist man bereits mitten in Der @ r u m m e t e r n t c. Alle Notwendigkeiten waren gegeben, um auch diese gut werden zu lassen. 'Begünstigt durch das anhaltend trockene, warme Wetter ist auch die Qualität selten vorzüglich, über die Quantität wird es wohl keine Klagen geben. Selbst hochgelegene Wiesen, bei denen in trockenen Jahren an einen zweiten Schnitt nicht gedacht werden konnte, liefern einen vollen Ertrag. Ganze Reihen Wagen voll des köstlich duftenden Grummets werden allabendlich eingesahren. Am wenigsten scheint die Kartoffelernte zu befriedigen. Hier und da werden Klagen laut über einen ungenügenden Behang, besonders in den höheren Lagen. Die Fäulnis beginnt sich ebenfalls recht unangenehm bemerkbar zu machen. Hier macht sich allo das ungünstige Wetter in der ersten Wachstumsperiode doch bemertbar. Das O b st - baum ft erben, eine Folge des strengen Win- ierS 1924'25, ist immer mehr zu beobachten. Am meisten betroffen sind Aepsel und Zwetschen. Eine große Anzahl Bäume wird erseht werden müssen, zumal die Auswirkungen der starken Kälte noch nicht abgeschlossen sind. Immer wieder sieht man Bäume, die Anzeichen beginnenden Verfalls Tragen. Der Autoverkehr Wiese ck— Gießen, der während der Dreschzeit seine An- sangsstationen nach Philosophenplatz und Lindenplatz verlegt hatte, hat seit heute seinen Dienst ad Friedhof Wieseck wieder auf genommen. Hm die regelmäßigen Motorreinigungsarbeiten vornehmen zu können, fallen heute und morgen die Wagen ab Wieseck 2.05, 3.05 und 5.05 nachmittags aus Aus dem mittleren 2 um bat al, 30. Äug. Der Dreschbetrie b ist eben auch hier in vollem Gange. Heber das Druscher- gednis ist zu berichten, daß Der Landwirt im allgemeinen mit dem Körnerertrag zufrieden ist. Der Sternhimmel im September. Sonnenaufgang von 5.10 bis 6 Hhr. Sonnenuntergang von 6.50 bis 5.40 Hhr. Lichtgestalten des Mondes: 1. Viertel am 15. fünf Hhr Dorrn., 'Vollmond am 21. neun Hhr nachm., 3. Viertel am 28. sieben Hhr nachm. Am 23. überschreitet der Sonnenmittelpunlt Den Himmelsgleicher, und zwar um 8 Hhr abends in südlicher Richtung. Damit beginnt der astronomische Herbst. Der Sternsreund bemerkt dies auch außer an der besonders schnellen Abnahme der Tageshelligkeit an dem Herüberwandern Der Von Den Wandeisternen fällt vor allem Der Jupiter auf. Der im Vormonat in Opposition zur Sonne stand und daher noch rückläufig ist. In noch heller Abenddäinmerung wird er von den Sternen zuerst sichtbar, zu Beginn des Monats im Südosten, Dann mehr nach Süden und in größerer Höhe. Wer Gelegenheit hat, den Riesenplaneten mit seinen vier Monden auch nur durch ein kleines Fernrohr zu beobachten, versäume dies nicht. Auch unser Nachbarplanet Mars ist am Abendhimmel am Anfang des Monats von 9 Hhr an, gegen Ende bald nach (7) Hefti/; (3)7<4Oz/ee (3)/»!c/rv> A V/erne; K/e/'ne ßveA« \ stfbcn (•jZowie f) !Vierte! @ /o//mo/xf (J 3 K/erfe/ 4» v.v> <-K. v A SWtHß/lOZR m/zf ßt/c/t-./ /HOCH /y Der die Stundenzahlen enthaltende Kreit und die diek punktierte Lime, der sogenannte Horizont, sind feststehend zu denken. Der Sternhimmel dreht sich samt dem damit verbundenen, durch Mitternacht gezeichneten Pfeil — gewissermaßen dem Zeiger der Himmelsuhr — in 4 Minuten weniger als 24 Stunden im Sinne des durch 12 Uhr mittags gezeichneten Pfeils einmal um seinen Mittelpunkt. Der eingezeichnete Horizont bildet ein Fenster, das die um Mitternacht der Monatsrnilte sichtbaren Sterne umschließt. Will man zu einer anderen Stunde beobachten, so denke man sich den Sternhimmel so gedreht, daß der durch Mitternacht gezeichnete, mitzudrehende Pfeil nunmehr durch die Beo bach tungsstundegeht, wodurch dann die zu dieser Zeit sichtbaren Sterne in den nicht niitzudrehenden Horizont hineingedreht werden. Für je 5 Tage vor der Monatsmitte ist der Sternhimmel um *[s Stunde früher, für je 5 Toga nach der Monatsmitte um Stunde später einzustellen. Man vergleiche die nächste Monatskarte. Der Mond nimmt die gezeichneten Stellungen ein, wenn er die angedeutele Lichtgestalt zeigt. Sommersternbilder auf die westliche Himmels- hälfte, wo Arktur gegen Monatsende schon um 8.30 Hhr verschwindet, während im Osten die ersten Wintersternbllder Stier und Fuhrmann in den späten Abendstunden emporsteigen. Wegen der stets zeitiger eintretenden Dunkelheit, Die Das Verschwinden der Sternbilder im Westen etwas hinhält, sind die Aenderungen am Osthimmet ausfallender als Die am Westhimmel. Einen besonders prächtigen Anblick gewährt Die Milchstraße, Deren Gabelungspunkt beim Schwan nunmehr ganz in der Nähe Des Scheitelpunktes des Beobachters kommt. Von dort zieht sich die \V-förmige Kassiopeia nach Dem Perseus tm Osten. 7 Hhr sichtbar. Er steht vor der Opposition, und da die durch Die Bewegung Der an ihm vor- beilaufenDen Erde hervorgerufene „rückläufige" Bewegung bei diesem Planeten seiner Nähe wegen nicht lange anbauert, so bewegt er sich noch rechtläufig, aber schon ziemlich langsam auf die Plejaden zu, wobei seine Helligkeit noch immer anwächst. Recht unscheinbar diesen hellen Himmelslichtern gegenüber grüßt Der Saturn vom westlichen Llbendhimmel, wo er im SternbilD Der Wage in geringer Höhe über Dem Horizont zu finden ist. Am Anfang des Monats geht er um 9.30 Hhr, am Schluß bereits gegen 7.30 Hhr unter. Am Morgenhimmel erstrahlt Die Venus als Morgenstern. Äü ft ermann. Nach gemachten Feststellungen geht die Strohmenge durchschnittlich weit über eine gute Ernte hinaus, mit der kleinen Einschränkung allerdings. das; wohl Die Weizcnäcker durch ihre starke Verunirautung nicht gairz diesem Ergebnis standhalten können. Die Hackfrüchte zeigen einen sehr günstigen Stand. Allenthalben verspricht man sich eine reiche Kartoffel- e r n t e. Als besonders einträgliche Sorte ist die in unserem Tale meist eingebaute Frühkartoffel Odenwälder blaue zu nennen, die, wie Dieser Tage ein Bauersmann mit Recht sagte, im kommenden Herbst allein schon die Keller füllen wird. An besonders feuchten Stellen einzelner Gemarkungen weisen die Knollen wohl einen geringen Prozentsatz Fäulnis auf, die größtenteils durch die überaus reichliche Feuchtigkeit im Vorsommer veranlaßt wurde. f G r ü n b e r g, 30. August. Bei der jüngsten städtischen (9 r u m in e t g r a s n e r ft c i g e r u n g blieben die Preise gegen die Der Vorjahre bedeutend .uirürf, so daß die Stadtkasse mit einem gewissen Fehlbetrag zu rechnen hat. Die Gebote waren äußerst spärlich, was hauptsächlich auf den vorzüglichen Grasstand auf allen Grünländereien zurückzuführen ist. Bei der staatlichen Grasversteigerung konnte die gleiche allgemeine Zurückhaltung beobachtet werden. ton. Weickartshain, 30. Aug. Die Gewerkschaft Louise lieh vor einiger Zeit im Wiesengrund nach Freienseen zu einige Arbeiten ausführen, die zu Der Hoffnung Anlaß gaben, die Gewerkschaft werde den Bergwerksbetrieb bald wieder eröffnen. Leider hat sich diese Hoffnung nicht erfüllt, denn die Arbeiter wurden jetzt nach der Vollendung jener Arbeiten wieder entlassen. Wann das Hnternehmen wieder in Gang kommt, ist noch nicht abzusehen. — Dieser Tage wurde die älteste Einwohnerin unserer Gemeinde. Elisabeth O p p e r, im fast vollendeten 87. Lebensjahre beerdigt. ri. AuS Der nördlichen We11erau, 30. Aug. In Den Dörfern brummen Die Dre s ch- maschinen unD gleichzeitig richtet sich Die Aufmerksamkeit schon auf das ©tu m m e t. Nach alter oberhessischer Bauernregel tritt um die Zeit des Bartholomäustages, der auf den 24. August fällt, Die Reife Des Grummetgrases ein. — Ein Hebel, das noch vor 2 Jahrzehnten in der Wetterau unbekannt war, aber gerade in diesem Jahr mit feinen vielen nassen Tagen sehr zugenommen hat, ist die S ch n a k e n p l a g e. Es wäre zu wünschen, daß von der Behörde allenthalben Schritte zur wirksamen Bekämpfung unternommen würden. Kreis Friedberg. o Friedberg, 30. Aug. Das Auftreten der Wildschweine ist nun auch im Winterst e i n g e b i e t zu einer großen Plage geworden. Die Schwarzkittel machen ihre Streifzüge bis ins Hasseihecker und Ober-Mörler Feld. Besonders helmgesucht wird Die Feldmark des nahen preußischen GrenzorteS Friedrichsthal, wo die Kartoffeläcker stark zerwühlt werden. Für die Bewohner dieses armen Gebirgsdörfchens ist das besonders hart. — Der nach den Plänen von Prof. Helmke IGiehen) vom hiesigen Hochbauamt auf dem Gaulskopf am Winterstein wiederausgebaute Römer tu rm ist vollendet. Die im Jahre 1923 begonnenen- Bauarbeiten wurden in diesem Sommer ganz wesentlich gefördert. Der Turm ist ein wertvolles geschichtliches Denk- mal am Pfahlgraben, gleichzeitig aber auch ein sehr schöner Aussichtspunkt, der einen herrlichen Blick vor allem auf den Vogelsberg gewährt. Ein Deutschamerikaner, der wiederholt in Bad- Nauheim zur Kur weilte und besonderes Interesse für Altertümer zeigte, hat die Mittel 'zum Bau gestiftet. Der 16 Meter hohe Turm ist dreigeschossig und mißt im Grundriß 8 zu 8 Meter. WSN. Friedberg, 30. Aug. Hier wurde der Bahnarbeiter H. f e st ge no mmen, weil er schon längere Zeit mit seiner 14jährigen Tochter verbotene Handlungen vorgenommen hatte. - Ferner konnte die Polizei einen aus Frankfurt a. M.-Rödelheim stammenden Dreher festnehmen, Den sie bei einem Fahrraddieb- st a h l auf frischer Tat erwischte. 2p Bad -Nauheim, 30. Aug. Die Stadtverordneten bewilligten in ihrer jüngsten Sitzung 9800 Mk. für die äußere Instandsetzung des Ämtsgerichtsgebäudes, nachdem ein Antrag auf nochmalige Vertagung und Prüfung Der Angelegenheit abgelehnt worden war. Für Die InstanDsehungsarbeiten von zwei städtischen Häusern wurden 600 bzw. 1250 Mk. bewilligt. Ferner wurde auf Vorschlag Des Finanzausschusses die Erhebung einer Wertzuw achs- steuer für Die Stadt Bad-Nauheim beschlossen und die im Steuertarif enthaltenen Steuersätze genehmigt. In Die Vergebungsbedin- g u n g e n für städtische Arbeiten wurde Der Satz ausgenommen. Daß bei Der Ausführung Der Arbeiten grundsätzlich nur hiesige Arbeiter zu verwenden sind. Auswärtige Facharbeiter kann Der Unternehmer nur Dann heranziehen, wenn solche hier nicht vorhanden sind. pb. Butzbach, 30. Aug. In der jüngsten Stadtverordneten-Sitzung fragte zunächst Stadtverordneter Oppenheimer (Korn.) an, warum die für die nichtöffentliche Sitzung vorgesehenen Punkte — Personalangelegenheiten und Hnterschlagungen beim Elektrizitätswerk — nicht öffentlich verhandelt würden. Der Bürgermeister erwiderte. eS sei für den Gang Der gerichtlichen Untersuchung nicht förderlich, die Unterschlagungsfache öffentlich zu verhandeln. Was die Personalangelegenheiten anbelange, so seien diese stets in nichtöffentlicher Sitzung behandelt worden. Nach kurzer Beratung mit den Fraktionsführern wurde der von Oppenheimer gestellte Antrag abgelehnt. Hierauf wurde in die Beratung des von Der Ei genheiin- baugesellschaf t gestellten Antrags eingetreten, die gewährten Daudarlehen von 3 auf 4000 Mark zu erhöhen, weil sie sonst nicht in Der Lage fei, die Bauten Durchzuführen. Es sollen zunächst nur 5 Wohnungen erbaut werden. Nach kurzer Beratung beschloß die Versammlung, der Eigelcheimbaugesellschaft zur Erbauung von 5 Wohnungen Staatsbaudarlehen von je 4000 Mark --- 20 000 Mark zu bewilligen unter Der Bedingung, daß Der Staut tm icmmenDen Jahre Darlehen in dieser Höhe überwiesen und die Rohbauten in diesem Jahre noch fertiggestellt werden. Der frühere Beschluß Der Versammlung über die Gewährung von 10 Baudarlehen wurde aufgehoben. i) Wölfersheim, 30. Aug. In Der jüngsten Geineinderatssitzung wurde Die Heber- nahme Der Bürgschaft der Gemeinde für einen Zwischen kredit über 3000 Mk. als Beitrag zum Wohnungsbau des H. St. Delhier genehmigt. Diese Summe stellt ein Reichsdarlehen Dar, das Die Gesellschaft für Wohnungsbau in Hessen-Darmstadt durch Die Hessische Landesbank zu Darmstadt auf vorläufig 9 Monate zu 7,25 Prozent an Die Gemcindekas'e überweist, welch letztere es Dem betreffenden Bauherrn nach Bedarf auszahlt. Ist Der Betrag nach 1216lauf von 9 Monaten nicht zurückgezahlt was meistens der Fall fein wird —, 'O wird statt Der Dar- lehnssumme von 3000 Mk. zur Sicherung des Bürgen eine langfristige erste Htzpothek über Den Betrag von 3750 Mk. auf das Bauobjekt gemacht. Der nächste Punkt der Tagesordnung betraf das Defizit des Voranschlags Der evangelischen Landeskirche für 1924 u n d 1 9 2 5. Zur Deckung DesfeTbcrr-foll Die Gemeinde auf 7 Jahre einen alljährlichen Beitrag von 300 Mk. zur Tilgung der Hnterbilanz und zur Verzinsung der auf die Gemeinde ausgeschlagenen und zur Begleichung angeforborten Teilschuld entrichten. Mit Rücksicht Darauf, daß Die Gemeinde voriges und dieses Jahr schon ganz erhebliche Summen für Kirchen- und Orgelrepora- iur gezahlt hat, wurde Der Antrag mit allen gegen eine Stimme abgelehnt. Bei der Feld- bereiniaung Rockenberg ist zwecks Grenzregulierung zwischen Rockenberg und Wohn- bach, zu welch letzterer Gemarkung Der Wölfersheimer „Alte Wald" gehört, Termin auf Den 6. September zu Wölfersheim anberaumt. Zur Wahrung Der gemeindlichen Interessen wurden zur Teilnahme an Der VerhanDlung Drei Gemeinderäte bestimmt. WSN. Nieder-Wöllstadt, 30. Aug. Amttich wird bekannt gegeben: Am 28. August nachmittags entgleiste auf Dem Bahnhof Nieder-Wöllstadt in einer Weiche Die Lokomotive eines ausfahrenden Personenzuges. Der Zug erhielt Dadurch 90 Minuten Verspätung. Personen- und Sachschaden ist nicht entstanden. Kreis Büdingen. △ Nidda, 30. Aug. Die hiesigen Baw> Handwerker haben noch reichliche Arbeitsgelegenheit. Ein großes städtisches Wohnhaus an Der Salzhäuser Straße geht im Rohbau seiner VollenDung entgegen. Nun ist in Der Nähe desselben, auf Dem gleichen Grundstück, Dem ehemaligen ©arten des verstorbenen Kommerzienrats Cloos, ein zweiter großer Neubau geplant, Der auch noch in diesem Herbste in Eingriff genommen werden soll. Zu Den bereits hier bestehenden Cafes sollten noch Drei weitere kommen. Der Stadtvorstand hat aber nur eins derselben am Marktplatz genehmigt. Die beiden anderen in Der Bahnhofstraße und am Kreu- zungsplah von Der Neuen Straße unD Schillerstraße wurden abgelehnt. nd. N i d d a , 30. Aug. Gestern abend veranstaltete Gesangslehrer und Orgelvirtuose von der Au aus Maiirz in Der hiesigen Stadt- ki rche ein Orgelkonzert. Sämtliche Vorträge trugen rein religiösen Charakter. Es kamen Die Werke Der berühmtesten Meister kirchlicher Musik zum Vortrag, wie Bach, Händel, Liszt. MenDelSsohn-Bartholdy, Rheinberger, Reger und Callaerks. Der Künstler verstand es, nicht nur durch bewundernswerte Fertigkeit, sondern auch durch stimmungsvollen Vortrag auf Herz und Gemüt Der Besucher zu wirken. In Der Pause fang Der Künstler mit Gefühl ein passendes geistliches Lied. Die Orgelvorträge boten zusammen eine „kirchliche Andacht mit Predigt Der Orgel durch Die Meisterschule Der geistlichen Musik" und machten auf Die Zuhörer einen ergreifenden Eindruck. Diesen Gefühlen gab Pfarrer Laut in seinem Dank- und Schlußwort gebührenden Ausdruck. Leider war Der Besuch der Veranstaltung nur mäßig. —Stockheim, 30. Aug. In der Nähe von Enzheim ereignete sich am Samstag nachmittag ein Hnglücksfall. Einem mit Mähen beschäftigten älteren LanDwirt gingen Die Kühe durch, Der Mann geriet unter Die Maschine und erlitt erhebliche Verletzungen. Hinzuellende Land- Leute brachten Die Tiere wieder zur Ruhe und verhüteten schlimmeres Hnheil. Kreis Schotten. ID. Schotte n, 30. Aug. Kaum neigt sich Die Fruchternte ihrem Ende entgegen ugp es beginnt stiller zu werden in Den Feldern, so regt sichs an allen Rainen: Brombeeren sind in großen QKcngcn herangereift unD warten Des Sammlers. .Und schon verbieten einzelne G e- m e i n D e n Das Brombeerpflücken in ihrer Feldmart, Flurschaden und Felddiebstähle fürchtend. Mag auch hie und Da etwas zertreten werden, Die geringfügigen Schäden rechtfertigen in einem Jahre wie Dem heurigen mit so geringer Obsternte nicht solche strengen Maßnahmen, zumal Felddiebstähle, eine Begleiterscheinung Der schlimmsten Nachkriegsjahre, nur noch äußerst selten vorkommen. ID. Aus Dem Vogelsberg, 30. Aug. In diesem Jahre, Das fast keine Erträge Der ohnehin geringen Obstbaumzucht bringt, ist Das WilDobst um so besser geraten. Die Drombeerhecken rermögen ihre süße Last kaum zu tragen, alle Holundersträucher prangen mit blau- schwarzen Beeren, Die Haselnuß reift in großen Mengen, und die Hnzahl der Schlehen, das Einmachobst des Vogelsberges, bringt Die Schwarz- dornhecken fast zu Boden. ------ Ober-Seemen, 30. Aug. In der Nacht zum Samstag brach im neuen Sch ul- Hause auf ungeklärte Weise ein Brand ans. Dem Der Dach stu h l des Hauses und etwa 3 0 Meter Brennholz, die auf dem Speicher untergebracht waren, zum Opfer fielen. Es war ein Glück, daß Der untere Teil des Schul- Hauses aus Sandsteinen besteht, und das Feuer deshalb keine weitere Nahrung fand, wodurch die Löscharbeiten Der Ortsfeuerwehr erleichtert wurden. Am meisten gefährdet war Die unmittelbar angrenzende Lehrerwohnung. Man vermutet Kurzfchluß als Hrsache Des Brandes. Kreis Alsfeld. *!* Flensungen, 30. Aug. Bei Der Arbeit an Der Dreschmaschine stürzte ein r4jähriaer Landwirt vom Scheuergerüst und erlitt schwere Verletzungen am Kopf und an Den Rippen. — Die Arbeiten am Seenbach sind für ein paar Wochen eingestellt tonrßen. Das Der des Rheinhessen ViU 50^ 25 Nm. 6813D Originalgrösse eines Päckchens WRIGLEY P. K.-Kau- man kann sie bequem in Bonbons miijiitHH WRIGLEY AKTIEN-GESELLSCHAFT. FRANKFURT A.M liefiflen 'Bau. chliche Qlr. hes Kdlischez trabe gehl im -gen. Aun ift ileichen Otuni- 'S öetflorbenen :r gtobet Beu- i|em HMc in Zu den bereits ach drei tocil:re aber nur ans gt. Die beiden und am Aren- e und Schiller« Kreis Biedenkopf. 2i o b b c i m a. b. Dieber, 30. Aug. Blasbach, 30. Aug. Dem Beispiel anderer Gemeinden unseres Kreise« folgend. Hal man jetzt auch in unserem Orte mit dem Bau einer Wasserleitung begonnen. Die Quellen sind etwa 3 Kilometer vom Orte entfernt gebohrt morden. Mit einer LeiftungSlahiz- teit der Wasseradern von l5 t Sek -Ltt. ist der Bedarf unserer Gemeinde ausreichend gedeckt. Mi» dem Bau des Hochbehälters will man demnächst beginnen. Zu dem Wasferlcitungsbau. der als iAotstandsarbeit anerkannt wurde, ist der Gemeinde ein Zuschuh aus den Mitteln der produktiven Erwerbslosenfürsorge bewilligt worden. Gebrauchtes Damenfahrrad biÜ. a. verk. 05969 LelterSweg 68 all Ullstein Vobach, Favorit Lyon sowie die Wiener Mode-Alben Herbst-Winter sind eingetroHen Pfeiffersche Buchhandlung Walltorstr. 21. 6872D Sprechstunden der Redaktion. 12 bis 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittags. Samstag nachmittag geschlossen. Jür unverlangt eingesandle Manuskripte ohne beigesügles Rückporto wird keine Gewähr übernommen. Unzelgenausträgc sind lediglich an die Geschäftsstelle zu richten. Von vielen Aerzten und Zahnärzten empfohlen! Maingau. WER. Frankfurt a. M.. 30. Aug. Das Redaktionsauto der , Frankfurter Zeitung", welches am Samstagnachmittag um 1 .1 Uhr von Frankfurt wegfuhr, und in dem sich Redakteur Wolf v. Dewald, beffcit Frau, sowie Dr. BeicrPfal nebst bem Chauffeur befanden, erlitt bei Bretten, in der Rähe Bruchsals, einen schweren Unfall. An einer Straßenkreuzung rannte das Auto des Arztes D r. Sü h aus Munzingen direkt in das Presseauto. Die Insassen wurden in weitem Bogen herausgeschleudert. Dewald erlitt eine Kniescheibenverlehung mit Bluterguß, während Frau o. Dewald an der Schulter verletzt wurde. Die übrigen Insassen kamen mit leichten Derlehungen davon. Das Auto wurde total zertrümmert. Der Begleiter deS Dr. Süß in deut auffahrenden Wagen erlitt lebensgefährliche Verletzungen. Auch dieser Wagen wurde völlig zertrümmert. - Die Deutsche Photographische Ausstel - lung ist' mit Rücksicht darauf, daß sie in den breitesten Schichten der Bevölkerung großes Interesse fand, bis zum 5. September verlängert worden. — Das Amtsgericht Frankfurt a. M. hat die Rummern 6 und 7 der „Freiheits- sahne für Recht. Rasse und Reinheit" wegen Vergehens gegen das Gesetz zum Schuhe der Republik beschlagnahmt. - In der Rächt zum Sonntag wurden in den Anlagen Razzien durchgeführt. 11 Personen wurden sistiert, wovon acht in das Polizeigefängnis eingeliefert wurden. — Der Händler Otto Freyhoff wollte am Sonntagvormittag feinen mit einem Pferd bespannten Wagen an der Deutschherrenbrücke waschen. Der Wagen kam ins Rutschen und riß das Pferd mit in den Main, wo es ertrank. Die Feuerwehr mußte Pferd und Wagen aus dem Main herausholen. Gießener Psttötnmkl-Lose ä 1 Rm. sind zur Ausgabe gelangt u. bei allenLoseverkäu» lern in Stadt u. Land zu baden. General» Vertrieb: Buchacker Reuen Baue 11; da- lelbit 11 t’ofc für 10 Rm. 28 Lose für die sehr verbesserungsbedürtttg waren, sind jetzt ordentlich instanvgesetzt worden Ferner wurden einige Ueberbrückungen kleinerer Bäche gründlich repariert. In den nahen Waldungen hat die Gemeinde durch Aufstellen von Bänken eine Anzahl schöner Ruheplätze geschossen, die von den Wanderern gern und oft benutzt werden. bl. Allendors (Dillkreis), 30. August. Für unsere Sportvereine soll ein Spielplatz hergerichtet werden. Geeignetes Gelände ist zwischen dem Dorf und der Kalteiche vorhanden. Die Finanzierungsfrage ist auch hier wieder der bedeutendste Punkt, an dem man nicht so leicht vorbeikommt. Man hofft jedoch, daß mit Hilfe des Staates der Plan bald in Erfüllung geht. LJ Eisemroth, 3? Aug. Mit der O b st- ernte ist es schlecht bestellt. Fast lein Apfel ist anzutreffen. Der spät eingetretene Frost hat die Obstblüte beinahe vollständig vernichtet. U Oberndorf. 30. Aug An eine Obst- ernte braucht man dieses Jahr kaum zu denken. Wenn auch hier und da an vereinzelten Bäumen mai ein paar Aepsel oder Dirnen hängen, so ist im allgemeinen der Ertrag dieses Jahr sehr schlecht Ein Paar JamMaWuhc und ein Baar bobc Stiesel, neu besohlt, 37 u. 3 , billig abzu- geben. Zu erfragen m der Geschäftsstelle des G. An». 7045D 14. August beschlossen, den 4 7. Abgeor d ne- tentag des Verbandes am Sonntag, 2b. September, Hierselbst im Denderschen Saale abzuhalten. Der hiesige Kriegerverein hat bekanntlich vor Jahresfrist nach längerer Ruhepause unter bewährter Leitung wieder einen erfreulichen Aufschwung genommen. XX Biedenkopf, 30. Aug. Der Kreis beteiligt sich an der für den Kreis Biedenkopf gegründeten Gemeinnützigen Baugenossenschaft, die sich die Schaffung von gesunden Kleinwohnungen für die minderbemittelten Kreise der Bevölkerung durch Bauen von Miet- und Erwerbs Häusern und durch Förderung des Eigenheimbnues zum Ziele gesteckt hat, mit Geschäftsanteilen im Gesamtbeträge von 250 000 Ml. Die Summe wird den äleberschüssen des Kreiswirtschaftsamtes entnommen, sobald sie verfügbar sind. , Zircis Marburg. id). Marburg. 30. Aug. Der Forsthof in der Ritterft raße, ein altes historisches Gebäude, ist in den Besitz des hiesigen Studentenheimes übergegangen. Cs sollen dort Wohnungen als Stipendium für Studierende eingerichtet werden. - Der für den 2. September hier vorgesehene Biehmarkt fällt aus, da im Stadtteil Weidenhausen die Maul« und Klauenseuche ausgebrochen ift. Dillkrcis. bl. Dillenburg, 28. Aug. 3n der jüngsten Tagung des Verbandes H e f s. - N a s f a u i s cl; e r Industrie und Handelskammern wurde über die Frage der Beschaffung von Kredit für die mittlere und kleine Industrie eingehend referiert. Dabei wurde betont, daß heute die Industrie des Landes schwer unter der großen Kreditnot zu leiden habe und Staat und Stadt mit Kreditbewilligungen ganz versagt hätten. Eine staatliche Kreditaktion für die mittlere und kleinere Industrie wurde verworfen, da die Beträge unzureichend seien. Von den öffentlichen Bankinstituten und Sparkassen wurde Beschränkung auf den Hypothekarkredit verlangt. Weiter verlangt man von den Banken, daß der Personalkredit der Privatwirtschaft überlassen werde. — In einer großen Versammlung des Gewerbe- Vereins wurde Stellung genommen zu den hohen Steuern. Nach lebhafter Debatte fand eine Entschließung an die Behörden Annahme, in der im Hinblick auf den schlechten Geschäftsgang weitgehende Stundung von Steuern und eine Herabsetzung der Steuersätze verlangt wird. Die durch den Ausfall von Steuern entstehende Lücke soll durch Minderung von Derwaltungskosten ausgeglichen werden. Z Breit!cheid, 30. August. Eine Anzahl Wege unb Fußpfade in unserer Gemeinde. em abend Der- eldirtuo'c von lsgen Stadt- öml/iche 2or- er. (Si tauen Jet tird)lid)ct tzLM. W.U. yt, Arger unb es, nicht nur i, sondern auch il Herz unb weder Pause lang passendes geift- boten jufdoimcn ►bigt der Orfic! Uichen Ml» ■en ergreifenden 'Pfarrer Laut rt gebührenden , der ieranftol* ,. 3n der Mc i Samstag nach- nem mit» Ingen die Kühe e Maschine und geilende Land- zur «uhe unb L>as ein in mäßigem Tempo fahrendes Auto nicht beachtete, wurde von diesem angefahren und schwer verletzt. Preußen. Derbandstag der Gemeindebaubeamten Preußens. WER. Limburg, 30. Aug. Der heutige zweite Verhandlungstag des Verbandes der leitenden Gemeindebaubeamtea Preußens wurde eingeleitet durch eine ausgedehnte Hauplfihung, in der aktuelle Baufragen zur Erörterung standen. Regierungsbaurat DelkeSkamp (Wiesbaden) sprach über ., moderne Klärtechnik für Abwässerreinigungs-Anlagen". Dr. Meisen- Helden (Franlsurt) sprach über „Betonstraßen- baulen" Das die Oesfentlichkeit am meisten interessierende Referat von Dr. Meier« Ober, Hamburg, behandelte die „ Förderung der Farbe im Stadtbild". Der Redner wies nach, daß die neue Zarbbewegung keine Modeerscheinung genannt werden darf, daß sie vielmehr ihre historische und logische Berechtigung habe. Cs gelte diese Bewegung, die den Baustoff konserviert und schmückt, zu leiten und zu vertiefen. Am Rachmittag besichtigten die Teilnehmer die Michelbacher Hütte, Buoerus-Eisenhüttc. Karls- Hütte und Dafaltsteinbruch Geilnau. Aus Anlaß der Tagung ist in Limburg eine Ausstellung der Lahntalindustrie eröffnet, die eine reichhaltige Auswahl von Straßenbaumaschinen, Straßenreinigungsapparaten, Straßenbaumate- tialicn, Kanalanlagen Heizungsvorrichtungen für die Innenausstattung von Häusern usw. enthält. Kreis WclUar. ii Wetzlar, 30. August. Der Verband für entschiedenes Christentum veranstaltete gestern mittag auf dem Domplah eine Kundgebung, an der etwa 800 Personen teil- nahmen. Als Redner war der bekannte Straßen, Missionar Windgassen aus Wiesbaden erschienen, der früher 15 Jahre Schauspieler am Wiesbadener Hostheater gewesen war. Die Veranstaltung wurde umrahmt durch gesangliche Darbietungen und Dorträge eines Posaunenchors. H Wetzlar-Riede rgirmes. 30. Aug. Dieser Tage war der Präses der rheinischen Provinzialsynode. Pfarrer D. Wolff (Aachen), zu einer Besprechung mit den Pfarrern und Aeltesten der Syiwde Braunfels in unserer Gemeinde erschienen, nachdem er vorher in Beratungen mit der Synode Wetzlar gestanden hatte. Pfarrer D. Wolff benutzte den hiesigen Aufenthalt, um auch dem Heim der christlichen Jugend in Hohensolms einen Besuch abzustatten. XX Garbenheim. 30. Aug. Hier trägt man sich mit dem Gedanken, das inmitten des Dorfes gelegene alte Schulhaus als solches aufzugeben und die neue Schule durch einen Anbau von zwei Schulsälen zu e r to c i = t c r n. Die Schülerzahl ist wieder in steter Zunahme begriffen, sie verteilt sich auf vier Klassen mit drei Lehrkräften. XX Diskirchen, 30. Aug. In unferm an der Kreisgrenze gelegenen Dorfe herrscht fortgesetzt rege Bautätigkeit. Das Bild des nach Allendors zu entstandenen neuen Viertels würde viel freundlicher fein, wenn man gleichzeitig auf die Anlage von Querstraßen bedacht wäre. In der Richtung nach Löhnberg zu wird verhältnismäßig viel weniger gebaut, trotz der hier weit günstigeren Bodenverhältnisse. Kreis-Krieger-Verband Biedenkopf hat in feiner Dorstandssitzung am Starkenburg. * Darmstadt. 30. Aug. Aus Anlaß WER. Mainz-Kastel, 30. Aug. Der 22jährige Arbeiter Ioh. Schäfer von hier sah am Rheinufer zu, als sich einige halbwüchsige Burschen herumschlugen. Er mischte sich in den Streit ein, was zur Folge hatte, daß die Streitenden über ihn herfielen und ihn verprügelten. Daraufhin liefen die Barschen davon. Jetzt erst bemerkte der Sch., daß ihm das Blut an der Brust herablief und er einen Messerstich in der Brust hatte, so daß er sich ins Krankenhaus begeben muhte. WSR. Rüsselsheim, 30. Aug. Der Buchhalter Raiß von Groß-Gerau stürzte am Schönhauerhof derart unglücklich von seinem Motorrad, daß er in schwerverletztem Zustande ins Krankenhaus verbracht werden mußte. — Ein fünfjähriges Mädchen, Ablebens des Präsidenten des Hessischen Handelstags Dr. Bambergehezi 'rage trolfe terbun Riede Nft s Mion' Mi «ihböj 0 lei*' bereit Ionin' flu|i|l menii ooni jtatl der M drin Den einil -en. M Ans- in F der ■ man nach jung 5taa ihre mehr Wrus runge qlatte fafeter an di treibei scheid' Siche begin gegei liebt Gesc leit'! verki frone samt! Oege schluf rüstm gebni daß t Staat liches einzett rette dah W ül Frac scher Ichlü einer werd sandi lohn ziehe abrü burd fanij binbe bisher %oot klein Iprei der Hanl tüirl für gehe lenk non Tor W: Lusür abroä laufen brauch werde! npoter gegen; mililä' ..Sie liche 1 genau ren । führe Krüh rüftu mach Ctaa Lede Mach born Nachf Ei Mk ’Tfc,./ • V _ v?wt.vt3v-iaMW \ \ kobler’1 Sweater Westen Anzüge Pullover rMra ferner: Strickjacken in großer Auswahl Markt 16 Bekanntmachung. Die Pflaster- uni) Chaussierarbeiten für den Ausbau der Ederstratze, nördlich der Steinstrahe, sollen öffentlich vergeben werden. Angebote sind vor dem Berdin- gungstermin am EamStag, dem 4. September, vormittags 10 Ähr, au das Stadtbauamt Gießen abzugeben. Daselbst sind Angebotsvordrucke erhältlich. Zuschlagsfrist zwei Wochen. Gießen, den 30. August 1926. ,038B _____Stadtbauamt. I. D.: Noh.______ MiklM, oen 1. ös. Mts., oon naminitiaos 2 Hüt ob, versteigere ich im „Wen", Henenroeg 28, gegen SnrMlnvg: 2 komplette Küchen, eine davon neu, 4 Kleiderschränke, einige Eisschränke, einige Kommoden, Betten, Waschtische, Vertikos, Kinderwagen, neue Stühle, Tische, Sofas, Flurgarderoben, Zigarren, Schokolade. Kakao, Steingut, Damen- und Kinderschuhe in allen Gröhen, Herrenanzüge, 1 Smokinganzug, Bilder und Oelgemälde, Nähmaschinen und Gasherde, Herren- und Damenfahrräder und noch viele ungenannte Hous- und Gebrauchsgegen- stände. 70370 Versteigerung bestimmt. Ludwig Hartmetz, Auktionator und Taxator, Neuenweg 28. Telephon 1414. Uebernahme von Versteigerungen sämtlicher Haus- und GedrauchSgegensländen. Achtung! WegenvollständigerAufgabe meines Ladengeschäfts verkaufe ich bis zu 207, Rabatt. Adler-Vrogerie Walter waldfchnMwwe., Seltersweg 39. 70330 Bullen- und Eberversteigerung am Montag, dem 6. September, vormittags 10 V2 Uhr in Nidda § Zum Verkauf sind gemeldet: 21 Bullen, 11 Eber Landwirtschaftskammer- Ausfchuh für Oberhessen Drucksachen aller Art Befert In jeder gewünschten Ausstattung stilrein and ordswert die Brahl'iche Unfv.-Druckerei, R. lange. Lichtspielhaus Bahnhofstraße 34 Bis einschließlich Donnerstag: Die Straße des Vergessens Ein anmutiges Spiel von Liebe und Verzicht in 7 Akten. Herrliche Landschaftsaufnahmen aus Madrid, Sevilla und Marokko. — In der Hauptrolle: Hella Moja! 7039c LIEBI6SH0HE Donnerstag, den 2. Sept., abends 81/* Uhr 4. Sonderkonzert (Streichmusik) der Reichswehrkapelle. ; Leitung: Obermusikmeister Löber. Telegramm 7028c J’c/Ui/l/UUU Kr. 205 Drittes Blatt Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oderheffen) Amerikas Stellung zur Abrüstung Bon Hauptmann v. Tippelskirch. Mit einer kurzen Unterbrechung im Juli tagt feit fast drei Monaten in Gens die von der vorbereitenden Abrüstungskonferenz eingesetzte Unterkommission A (zuständig für Heer, Flotte und Luststreitkräfte). Da in ihr die Beschlüsse mit -Stimmenmehrheit gefaßt werden, war es bisher für die von Frankreich maßgeblich beeinflußte, zahlenmäßig stärkere Interessengruppe ein leichtes, auf alle von der Kommission zu klärende Fragen eine den französischen Wünschen günstige Antwort durchzudrucken, während die Bedenken und Einsprüche Deutschlands, der angelsächsischen Machte und einiger anderer Staaten stets niedergestimmt wurden Ohne viel äußeres Aufsehen, aber mit um so größerer innerer Befriedigung, die nur ganz selten ÄusdruS in der Tagespresse fand, registrierte man in Frankreich den so erfreulichen Gang der Dinge, der Punkt für Punkt den Richtlinien entsprach, die man den französischen Vertretern mit auf den Weg nach Genf gegeben hatte. , Betrachtet man in diesem Zusammenhang die jüngst erfolgte Stellungnahme des amerikanischen Staatssekretärs Kellogg zur Abrüstungsfrage, so ist ihre Bedeutung ganz ossensichtlich. In der Form mehr ajs eine grundsätzliche Betrachtung über das Abrüstungsproblem gehalten, bedeuten die Ausführungen des Staatssekretärs nichts weniger als eine glatte Ablehnung der meisten bisher in Genf gefaßten Beschlüsse und damit eine deutliche Absage an die Scheinabrüstung, wie sie in Genf auf Betreiben Frankreichs versucht wird. Bereits in den fundamentalen Grundsätzen scheiden sich die Geister. Dem ewigen Geschrei nach Sicherheit als Vorbedingung für jeden Abrüstungsbeginn setzt der Amerikaner die Forderung entgegen, man solle nun endlich das immer noch beliebte Wettrüsten einftellen. Dieses sei die größte Gefahr für den Frieden, denn es erzeuge gegenseitiges Mißtrauen und Furcht voreinander. Eng verknüpft mit dem Schrei nach Sicherheit ist die französische Forderung, die Abrüstung für den gesamten Erdball gleichzeitig vorzunehmen. Im Gegensatz hierzu erscheint den Amerikanern der Abschluß regionaler Verträge auf gegenseitige Abrüstung als der einzige Weg, der zu praktischen Ergebnissen führen kann. Mit Recht wird ausgefuhrt, daß bei der politischen Lage in der Welt ein alle Staaten umfassender Abrüstungsplan ein unmögliches Unterfangen ist. Die Berhältnisse fin bin den einzelnen Ländern so grundverschieden, die kulturelle Entwicklung auf der Erde so unterschieden, daß allgemein gültige und annehmbare Grundsätze nicht aufzuftellen sind. Richt geringer als in dielen mehr politischen Fragen ist der Gegensatz zwischen der amerikanischen Auffassung und den bisherigen Genfer Beschlüssen in der Festlegung dessen, was überhaupt in einer zukünftigen Abrüstungskonferenz behandelt werden soll. Hier wenden sich die Amerikaner besonders gegen das (von den Franzosen beliebte) Verjähren, den Fragenkomplex möglichst weit zu ziehen. Die Verkuppelung der See- mit der Landabrüstung wir erneut strikt abgelehnt. Die Regelung durch das Washingtoner Abkommen ist nach ameri- konischer — wie auch nach englischer — Ansicht bindend, eine Ausdehnung des Abkommens auf die bisher einer Beschränkung nicht unterworfenen Schiffstypen (kleine Kreuzer, Torpedo- und U- Boote) jederzeit willkommen. Das Streben der kleinen Seemächte, besonders Frankreichs, eine entsprechend stärkere Land- und Lustmacht gegenüber der angelsächsischen Ueberlegenheit zur See emzu- handeln, > hat daher ebensowenig Aussicht auf Verwirklichung, wie der Genfer Beschluß, als Maßstab für die Stärke der Kriegsflotten das Gesamttonnengehalt anzunehmen. Würde doch damit dem schrankenlosen Bau kleiner Kriegssahrzeuge, vor allem von U-Booten, durch die schwächeren Seeemächte, Tor und Tür geöffnet. Wie bei der Flotte, sollen sich bei der Land- und Luftmacht die Besprechungen auf die sichtbaren und abwägbaren Friedensrüstungen beschränken und nicht tausend Dinge berücksichtigt werden, für die ein brauchbarer Maßstab schlechterdings nicht gesunden werden kann. Hiermit wird dem berüchtigten „potentiel de guerre“, dem Rüstungsfaktor, zu Leibe gegangen, mit dem Frankreich immer wieder seine militärische Vormachtstellung zu retten versucht. „Die Vereinigten Staaten besitzen so große natürliche Kraftquellen, daß ihnen jede Armee und Flotte genommen werden müßte, wenn derartige Theo- ren zur Anwendung kämen. Solche Diskussionen führen nur vom Ziel ab." Es ist besonders zu begrüßen, daß gegen diese Verfälschung der Abrüstungsfrage endlich einmal energisch Front gemacht wird. Entspricht die militärische Macht eines Staates nicht seiner politischen und wirtschaftlichen Bedeutung, so ist der wirtschaftlich Starke der Machtpolitik eines militärisch überlegenen Nachbarn hilflos ausgeliefert. Das hat die Geschichte der Nachkriegsjahre zur Genüge bewiesen. Gänzlich abgelehnt wird von den Vereinigten Staaten jede internationale Kontrolle nach erfolgter Abrüstung. „Internationale Verträge müssen auf gegenseitigem Vertrauen und der Achtung gegebener Versprechen aufgebaut fein. Wir werden keine Ucberwachung durch fremde Organe dulden. Wenn andere Staaten anders denken, so mögen sie für sich solche Kontrollen einrichten." Diese Auffassung ist in mehr als einer Hinsicht beachtenswert. Daß auch andere Staaten gleicher Ansicht sind, ist sicher, Italien hat sich bereits in gleichem Sinne geäußert. Dann aber wird jede internationale Kontrolle aussichtslos, zu der sich nicht einzelne Staaten bequemen werden, wenn andere sie ablehnen. Diese nahezu zwangsläufige Entwicklung der Kontroll- jrage kann nicht ohne Rückwirkungen auf die Kontrolle der ehemaligen Zentralmächte durch den Völkerbund bleiben. Je weiter wir uns von den Pariser Friedensschlüssen entfernen, um so unmöglicher erweist sich der Zustand von zweierlei Recht im internationalen Verkehr, wie er durch diese Friedensschlüße geschajfen worden ist. Wenn alle anderen Staaten eine Kontrolle ihrer Rüstungen als unvereinbar mit ihrer nationalen Würde bezeichnen, so ist auch die Kontrolle durch den Völkerbund, die nach dem Versailler Vertrag nach Aufhören der Internationalen M-ilitärkontrollkommission einsetzen soll, unvereinbar mit der Würde des Deutschen Reiches. Das Verständnis hierfür muß und wird sich in der Welt durchsetzen, daran wird auch die von Frankreich immer wieder aufgewärmte Schuldlüge, mit der die entehrenden Bestimmungen des Versailler Vertrages stehen und fallen, nichts zu ändern vermögen. Für den deutschen Standpunkt bleibt auch nach den Erklärungen des amerikanischen Staatssekretärs noch viel zu wünschen übrig. Selbst wenn durch amerikanischen Druck den Genfer Beschlüßen so manck-er Giftzahn ausgebrochen wird, so ist noch nicht zu übersehen, wie es gegenüber dcr zwangsweisen, völligen deutschen Abrüstung durch die bescheidenen Rüstungsbeschränkungen, die allenfalls von den in Genf oder späterhin anderswo gesühr- ten Verhandlungen zu erwarten sind, zu dem militärischen Kräfteausgleich kommen soll, den Deutschland im Interesse seiner Sicherheit verlangen muß. Zu groß llaffk noch der Abgrund zwischen dem, was wir durchführen mußten, und dem, was die anderen bestenfalls wollen. Immerhin bedeuten die amerikanischen Auslassungen doch wieder einen Schritt vorwärts, indem sie den Schleier von der Genfer Komödie gerissen haben. Es ist nunmehr wenigstens klar, daß die Bereinigten Staaten ihren Namen nicht unter Mehrheitsbeschlüsse setzen werden, die nach außen den Schein einer Abrüstung erwecken sollen, tatsächlich aber den Freibries für die längst geplante oder schon in der Durchführung begriffene Umgestaltung ihrer Wehrmacht auf moderner Grundlage geben würden. „Abrüstungen", die wie die geplante französische Heeresreform einen jährlichen Mehraufwand von einer halben Milliarde Franken benötigen, sind trotz Herabsetzung der Dienstzeit, Verirngerung der Zahl der Divisionen und Anpassung an die eigens zu diesem Zweck geschaffenen Abrüstungssormen des Völkerbundes zu durchsichtig, als daß sie nicht von dem praktischen Sinn des Amerikaners durchschaut würden. Wirtschaft. Die Aussichten für den deutschen Kapitalmarkt. Die letzthin an den deutschen Kapitalmarkt gestellten Anforderungen waren sowohl von der privaten Wirtschaft, als auch von der öffentlichen Hand sehr groß. 3m allgemeinen hat der Ka- pitalmarlt den Ansprüchen genügen können. Eine Enttäuschung haben nur die Schahanweisungen der Post bereitet, weil ihre Ausgabebedingungen sehr ungünstig waren. Demnächst stehen neue Beanspruchungen bevor, bei denen es sich um Beträge handelt, die in ihrer Gesamtheit wohl nicht weit hinter einer Milliarde zurückbleiben dürften. Ob diese Summen ohne Schwierigkeiten vom deutschen Kapitalmarkt ausgebracht werden können, ist nicht so ohne weiteres sicher, nachdem bereits seit Wochen so außerordentlich starke Ansprüche gestellt worden sind. Außerdem fallen die kommenden Emissionen in die Zeit der Ernte, die den Kapitalmarkt an sich schon sehr stark zu belasten pflegt. Unter diesen älrnstän- den ist das Auftreten einiger Schwierigkeiten nicht ausgeschlossen, zumal das Ausland in dem bisher üblichen Maße sich wohl nicht mehr am deutschen Kapitalmarkt beteiligen wird, da eine Betätigung in Deutschland infolge der Senkung des deutschen Zinsnivepus nicht mehr den früheren Anreiz bietet. Eine wesentliche Rolle spielt bei allen diesen Dingen die Inanspruchnahme des Kapitalmarktes durch die öffentliche Hand. Borläufig wird vermutlich die Deckung der Ausgaben für das Arbeitsbeschaffungsprogramm noch aus laufenden Kassenbeständen des Reiches möglich sein, zumal die finanzielle Belastung aus der Erwerbslosen- sürsorge mit der Durchführung des Programms eine Berringerung erfahren wird. Eine andere Frage ist freilich, ob der Zufluß von Mitteln zu den Kassen des Reiches in dem Maße anhält, wie es vom Reichsfinanzministerium vermutet wird. Bekanntlich beurteilt der Reichsfinanzminister den Stand der Reichsfinanzen unter Hinweis auf den erhöhten Eingang an Lohnsteuern, Zolleinnahmen usw. sehr optimistisch. Was die Zölle angeht, so ist für den Monat Juli eine Zunahme zwar unverkennbar; man darf aber nicht vergessen, daß die am 1. August erfolgte Erhöhung des Einfuhrzolls für wichtige Agrarprodukte eine — vorübergehende — Vorver- sorgung mit Auslandsprodukten zur Folge gehabt hat, die in gesteigerten Zolleinnahmen zum Ausdruck gekommen ist. Auch die im Juli gegenüber dem Juni eingetretene Erhöhung der Er- lrägnisse aus der Lohnsteuer ist an sich unbestreitbar; sie erklärt sich aber zwanglos daraus, daß der Juli gegenüber dem Juni drei Arbeitstage mehr aufzuweisen hatte. Sehr bedenklich ist jedoch der Rückgang der Einnahmen aus so wichtigen Steuern, wie Bermögenssteuer, Erbschaftssteuer usw. Rach dem Ergebnis der letzten Monate kann man annehmen, daß die Vermögenssteuer höchstens zwei Drittel des veranschlagten Betrages einbringen wird, daß bei der Erbschaftssteuer höchstens mit einem Eingang von einem Drittel zu rechnen ist usw. Auch die infolge des englischen Streiks zu verzeichnenden erhöhten Einnahmen aus Umsatzsteuer, Verkehrssteuer usw. werden in Zukunft nicht mehr in dem bisherigen Maße eingehen. Insgesamt erscheint also der Stand der öffentlichen Finanzen nicht so optimistisch, wie er offiziell dargestellt wird. Es ist deshalb nicht ausgeschlossen, daß von dieser Seite her für den Kapitalmarkt Überraschungen entstehen. Zum Schluß sei noch hingewiesen auf die zunehmende Inanspruchnahme des Kapitalmarktes für langfristige Kredite. Allein die Landwirtschaft hat für Hypothekarkredite in der ersten Hälfte dieses Jahres dem Kapitalmarkt einen Betrag von nicht weniger als 600 Millionen entzogen, ohne daß eine entsprechende Verminderung der kurzfristigen Perionalkredite einen Ausgleich geschaffen hätte. Es ist aus verschiedenen Gründen anzunehmen, daß bei der Landwirtschaft die Umwandlung kurzfristiger Verschuldung in langfristige Kredite ihren Fortgang nehmen wird und daß auch andere Gewerbe mehr und mehr zu einer langfristigen Konsolidierung ihrer Verpflichtungen übergehen werden. Daraus können natürlich Belastungen des Kapitalmarktes entstehen, die in chrem Umfang vorläufig noch nicht abzuschätzen sind. Zusammengefaht läßt sich sagen, daß man die Aufnahmefähigkeit des deutschen Kapitalmarktes nicht überschätzen darf und daß unter Umständen ein Anziehen der Diskontsätze (zwar nicht des Reichsbankdiskontes, Wohl aber des offenen Marktes) nicht ausgeschlossen scheint. * 3. G. Farbenindustrie—Riebed- Montan. Wie die „F. Z." aus Halle meldet, verlautet dort zu dem Plan einer Fusion zwischen der 3. G. Farbenindustrie und Riebeck-Monkan, daß ein 3nteressenvertrag beabsichtigt sei, wobei auch von einem Umtausch von 2 Riebeck--Aktien gegen eine Farbenaklie gesprochen wird. Angeb- sollen die Riebeckaklionäre noch darüber hinaus eine kleine Vergünstigung erhalten. — Zum Ge- I winn von Anhydrit beabsichtigt die 3. G. Farben- Industrie' nach einer neueren Mitteilung nicht mehr die Pachtung eines Schachtes von den Hallcschen Kaliwerken. Vielmehr soll das benötigte Anhydrit aus eigenen Schachtanlagen in der Rähe des Leunawerkes oder im Geiseltal gefördert werden. * Auslandanleihe des Siemens- Konzerns. Das an der Börse kursierende Gerücht, daß der Siemens-Konzern beabsichtige, eine Auslandanleihe aufzunehmen, trifft nach Informationen des DHD. zu. Es soll sich um eine Anleihe in der Höhe von 30 Millionen Dollar handeln, die mit dem Reuyorker Bankhaus Dillon Read & Co. zum Abschluß gelangen dürste. Die Einzelheiten der Anleihe liegen noch nicht fest, doch sollen die Bedingungen nach Lage der Dinge recht günstige sein. Bis zum endgültigen Abschluß dürften jedoch eine bis zwei Wochen vergehen. 'Russische Aufträge für die rheinisch-westfälische Industrie. Die Ulin- doga-Industrie, Ofen- und Gaserzeuger-Gesellschaft in. b. H. in Essen hat mit der Sowjetregierung einen Vertrag abgeschlossen, aus Grund dessen die Mindoga Apparate und andere konstruktive Teile liefert, die für den Wiederaufbau der Hochofen- und Stahlindustrie im Dongebiet bestimmt sind. Es ist beabsichtigt, von den seit Beginn des Krieges stilliegenden Werken des Donbezirkes nach und nach 35 Hochöfen wieder in Betrieb zu nehmen. Börsenkurse 152* 166,5* 152* 140,5 154' 168.7* 155* »Luxemburg.... irchener Bergwerke Harpencr Bergbau . . . . Kaliwerte Aschersleben. . Kaliwerk QBefttregeln. . . Laurahütte . » Oberbedarf ....... Phönir Bergbau . .. . . 152.7* 152.5' 166,2* 168' 152,7* 153,5' 139.75 Rrebeck Montau ..... TellnS Bergbau Vereinigte Stahlwerke A.-G- Hamburg-Amerika Pak«. . . Norddeutscher Llovd .... Theramische Werke HCbbt . . Zementwerk Heidelberg . . . vbtlipp Holjmanu...... Anglo-Cont.-Guano Chemische Mayer Alapin . . 5t G. Harbenindustrie, A.-G. Goldschmidt Holzverkohlung Rütgcrswerke Scheideanstalt Allg. ElektrtzitätL-Gesellschast Bergmann .......... Mainkraftwerke ....... Schlickert............ Siemens & Halske ..... Adlerwerke Kleyer Daimler Motoren. ..... Heyligcnstaedt ......... Meauin...... Motorenwerke Mannheim Frankfurter Armaturen . . Konservenfabrik Braun . . . Metallgesell'chaft Frankfu« . Pct. Union A.-G. . . . . Schuhfabrik Her; Sichel...... Zellstoff Waldhof ...... Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel . . . Frankfurt a.M. Berlin SchlUtj. 1 Kura 1-Uhk. Kur, Schluß-lAnfang fiitro I ttur-i Datum: 30.8. | 31-8. 30.8. 31. 8. 5% Deutsche Rcichsanlcibe • 0.475 0.4775 u,47 0,4725 4% Deutsche Reichsanleibe . — — — w 6'/,°/« Deutsche Reichsanletbe — — 0.4325 0.43 3% Deutsche Rcichsanleibe • 0,49 — — 0,50 Deutsche Sparpräunenanleihe 4% Preußische Loniols • • . 0,43 _ 0,27 0.435 — 4% Hessen........ — — 0.425 — 37a% Hellen.......... 0,40 — — — 3% Hessen........... Deutsche Wertb. Dollor-Anl- 0,40 — — 95,75 — — — dto- Doll.-Schatz» Anweisug-*! — — — — 4% Zolltürken......... 13.2 13.25 13 — 5% Gokdmerikaner • . . . 44.25 44,4 44.5 Berliner Handelsgesellschaft. Kommerz- and Pnvat-Bank 137,5’ 137* 208* 137.75 208' 137* Tarmst und Nalionalbank . 208.5* 210* 209 210* Deutsche Bank......... 164* 165* 164,2* 164.7* Deutsche BereinSbanl .... 96 — — ■■ DiLconto Couanandit .... 160.2’ 161* 160,2* 160,5* Metallbank........... 133 134.5 — — Mitteldeutsche Kreditbank. . Oesterreichische Kreditanstalt. 140 140,5* 140.5 142* 8,9 9 8,95 9,05 Westbank .......... — — — — Lochumer Gaß...... . 144,5* 146.7* 114,9* 145,2* BuderuS ......«... 9.i 96 96 95 Caro .......... . 82 — 81.25 — 146 — 147 145.25 55.5 55,25 54.25 55 70.1 — 71.5 119,5* 121,7* 119.4* 121.6- 140.7* 141.5* 140,7* 140,5* 170.5 164* 170,5* 162.7* 69 — — — 139.25 142 157 156,5* 157.9 156.1* 157* 157* 157.9 156,5* 62 — 129.25 131,75 119,5 — 120 — — — 89.75 89 — — 285* 287* 285.5* 287* 108.25 108 109 108 54,5 54 — 114,5 — 114,9 111.75 155 155.5 — 157.3* 159* 157,2* 157,5* 158 158 156,2* 157,7* 109,5 — — — 133 135.5* 134.5* 135* 197.5* 201* 196.5* 199,5* 84,5 85.75 85 84.62 84,5 84.5 84.5 83,5 30.5 - — — 48 - 48 — — 42 —— 18 _ — 43 — — — 143 — 95 — 92,25 _ 54.1 — 53,9 — 2.8 - 3 — 180,75 181.5 182,5 78,5 79 77,5 — t9 — 89 - Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. Telegraphis che Auszahlung. Banknoten. 30 August. 31. August. Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld SBrtcr Geld Brief Amst-Rou 168.09 168.51 16834 168,46 Buen-Aires 1,691 1,695 1,693 1,697 Brss-Antw- 11,59 11,63 11,68 11,72 Christiania • 91,85 92,06 91,88 92,12 Kopenhagen 111,40 111,68 111,42 111,70 Stockholm . 112.16 112,44 112,16 112,44 HeliingforS. 10,546 10,586 10,546 10,586 Italien. . 13,64 13,68 13,64 13,6-6 London. 20,354 10,404 20,357 20,407 Neuvork . . 4,195 1,205 4,195 4,26.'. Paris. . 12,09 12,13 12.27 12,31 Schweiz . 61,01 61,21 80,96 61.46 Spanien . 63.72 03,88 63,47 63,65 Japan . . . 2,009 2,013 2,013 2,017 mio de Ian 0.642 ■ 644 0.642 0.644 Wien in D - Lest, abgest 59,28 59,42 59,27 59,41 Prag .... 12,419 12,169 12,42 12,46 Belgrad . . 7.40 7,42 7.40 i ^2 Dudapest. . 5,872 5,892 5,873 5,893 Bulgarien 3,04 3,05 ..035 3,04'. Lissabon 21.39a 21,445 21,39a 21,445 Danzig. . . 81,48 81,68 81,40 81,60 Konstantin. 2,24 2,25 2,245 2,255 Athen. . 4.74 4,76 4,74 4,76 Kanada. . 4.199 4,209 4,199 4,209 Uruguav . • 4.195 4,205 4.185 4,195 Berlin, 30. August Geld Briei Amerikanische Noie» ..... 4,176 4,196 Belgische Polen ....... 11,52 11,58 Dänische Noten ........ 111.12 111,68 Kngliicke Noten........ 20,315 20,415 Französische Noteu..... 12,22 12,28 Holländische Noten...... 167,63 168,47 Ololientschc Noten...... 13,96 14,01 Norwegische Roten ...... 91,57 92,03 Dcatsch'Ocstcrr, üioo Kronen 59,10 59.40 Rumänische Noten...... 2.01 2,05 Schwedische Noten...... 111.77 112,33 Schwerer Noten....... 80,72 81,12 Spanische Noren....... 63,34 63,66 Tschechoslowakische ginfrn . . 12.37 12,43 Nuaariichc Noten..... 5,825 5,865 frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 31. Aug. Tendenz: Fester. — Die Börse, die in den letzten Tagen infolge des Ultimos mit Geldsorgen belastet war, getoarm heute eine hoffnungsvollere Dienstag, 5'. Uugust (926 Stimmung. Die Glattstellungen sind, nachdem das älltimogeschäft als erledigt betrachtet werden kann, zum Stillstand gekommen, und die Spekulation. die wieder Unternehmungslust zeigte, nahm Rückkäufe vor. wodurch die am Vorabend schon gebesserte Kurslage eine weitere Hebung um 2 bis 3 Prozent erfuhr. Der Tendenzumschwung vollzog sich in großer Ruhe, und auch im Verlaufe hielt sich die Amsahtätigkeit in bescheidenen Grenzen. 3m Vordergründe standen Clektroaktien. in denen sich die älm- sähe lebhafter abwickelten. AEG. plus 2 Proz., Schuckert plus 1.5 Prozent. Lahmeyer plus 1 Proz.. Siemens plus 3 Pro^. Der Montan markt war zunächst etwas gedrückt infolge des angeblichen älmstellungsverhältniftes für Rieveck-Montan, das mit 2 zu 1 gegen 3. G. Farbenaktien beabsichtigt fein soll. Riebcck eröffneten daraufhin 2 Prozent schwächer, konnten sich aber später auf Interventionen hin etwas erholen. Don den übrigen Montanwerten wurden höher: Bochumer plus 1,25 Prozent, Deutsch- Lux plus 2 Prozent, Gelsenkirchen plus 1.25 Prozent, Harpener plus 2 Prozent. 3lse-Berg plus 1,5 Prozent, Phönix plus 1,75 Prozent, Rheinische Braunkohlen plus 1.5 Prozent. Rfein- stahl und Buderus gaben leicht nach. I. G. F a r b e n a 11 i e n blieben bei lustlosem Geschäft unverändert. Bankaktien brodelten weiter ab; nur Darmstädter plus 1 Prozent. Schiffahrtsaktien lagen vernachlässigt und leicht abgeschwächt. An den Reben- Märkten war das Geschäft geringfügig, für einige Lokalwerte bestand etwas Interesse. Don Baust offaktien hatten Zement Heidelberg und Wayß & Freytag Besserungen aufzuweisen. Z e 11 st o f f a k t i e n befestigt. Auch Zuckeraktien strebten nach oben. Heimische Renten lagen ruhig. Ausländische Renten lustlos. Der Frei- verkehr war etwas lebhafter. Benz 82, Brown Boveri 121, Entreprise 7,5, Growag 61, Ufa 42,5, älfra 91,75 Prozent. Im Freiverkehr wurden die Aktien der Bereinigten Stahlwerke A. G. zum Kurse von 142,5 Prozent lebhaft umgeseht. Der weitere Verlauf brachte neue geringfügige Steigerungen, ohne daß jedoch dadurch das Geschäft günstig beeinflußt worden wäre. Am Geldmarkt ist Geld auf längere Frist weiter gesucht zu 5,5 bis 7,5 Prozent. Privatdiskonten 4,75 bis 4,87 Prozent, Industrieakzepte 5,5 Prozent. Im Devisenverkehr lag Paris ziemlich fest mit 168 gegen London. Brüssel war eher mäßig schwächer mit 176 gegen das Pfund, ebenso Mailand mit 150. London stellte sich gegen Kabel auf 4,85,75. Berliner Börse. Berlin, 31. Aug. Die Sorge der Börse um die weitere Entwickelung des Geld- Marktes hielt auch heute noch an, immerhin zeigte sich eine gewisse Beruhigung. Die vorliegenden günstigen Momente konnten sich eher durchsetzen. Es bewahrheitete sich, daß der Siemens-Konzern in Amerika eine Anleihe von 30 Millionen aufnehmen will. Die Stimmung war heute wesentlich freundlicher, das Geschäft blieb aber auf Spezialwerte beschränkt und war sonst still. Am Montanmarkt hatten Köln-Reuefsen und Rheinische Braunkohlen größere Kurssteigerungen aufzuweisen. Die Aktien der Vereinigten Stahlwerke zogen im Freiverkehr um 1,5 Proz. an. Kali-Aktien lagen dagegen allgemein schwächer. Bankaktien waren überwiegend gut befestigt. Schiffahrt- aftien wiesen leichte Erholungen auf. Am Geldmarkt hörte man für Tagesgeld einen Sah von 6 bis 7 Prvz. Im Devifenverkehr waren nennenswerte Veränderungen nicht zu verzeichnen. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 31. Aug. Es wurden notiert: Weizen (Wetterauer, neuer Ernte) 28,25, Roggen (inländische-:, neuer Ernte) 21,50 bis 21,25, Sommergerste (für Brauzwecke) 23 bis 26, Hafer (inländischer) 19 bis 19,50, Mais (gelb) 18,50, Weizenmehl (inländisches, Spezial 0) 41,25 bis 41,75, Roggenmehl 31,25 bis 32,25, Weizenkleie 9, Roggenkleie 10,50. — Tendenz: Ruhig. Berliner Produktenbörse. Berlin, 30. Aug. Der schon in den letzten beiden Handelstagen sich zeigende Preisabschlag im Berliner Produttenverkehr setzte sich auch am heutigen Montag fort. Hauptsächlich trugen schwächere Auslandmeldungen und die anhaltend schöne Witterung dazu bei. Vom Inland kommt etwa^ mehr Material an den Maickt, allerdings nicht zu höheren Forderungen, die naturgemäß nicht bewilligt werden. Die Mühlen treten nur vereinzelt als Käufer auf. Auch im Zeithandel mußten sich die Kurse für Weizen wie auch für Roggen ermäßigen. So notierte Weizen per September-Lieferung minus 2 Mark, Oktober minus 2,50 Mark und Dezember minus 2 Mark. Roggen hatte besonders für Lieferung Oktober eine starke Abschwächung zu suchen und stellte sich hier der Kurs minus 3,50 Mark auf 219. In Gerste hat sich das Geschäft nur wenig gebessert. Rur feinste Sorten blieben gesucht. Hafer hat bei gesteigerten Offerten wenig Kauflust und stellte sich billiger. Im Mehlgeschäft ist die Tendenz als still anzw- sprechen. Es notierten per 1000 Kilo: Weizen, märt, 265 bis 270; Roggen, märt, 199 bis 205; Sommergerste 198 bis 242; Wintergerste 168 bis 174; Hafer, märt, 168 bis 180; Mais (loko Berlin) 178 bis 182; Raps 200; per 100 Kilo: Weizenmehl 38 bis 39,50; Roggenmehl 28,75 bis 30,75; Weizenlleie 10,25; Roggenkleie 11,10 Bücherlisch. — Rudolf Engel-Hardt »Der Weg zum harmonischen Heim". Gebunden 1,60 Mt (Bios-Bücherei.) R. Voigllängers Verlag, Leipzig. Wer kennt nicht das altbekannte Wort - es geht nichts über ein behagliches Heim? Hat es unsere Zeit nicht doppelt nölig, sich wieder dieses Wortes zu entsinnen, da just der Begriff dafür schon fast verloren ging? In geistvoller Darstellung führt der Verfasser deshalb auf, worin jene Eigenschaften bestehen, die in sinnreicher Vereinigung zur harmonischen Einheit, zum wahrhaft „optimalen" Kunstwerk führen. Ein Weg zur Freude, zum Genuß am Kunstwerk, zur Liebe sonderlich am handgearbeiteten Stück wird beschritten. Die Aufgabe des Kunstgewerblers wird klar herausgestellt, die Wohnräume wirklich wohnlich zu gestalten, die Sih- und Ruhegelegenheiten, die Tische, Schränke und Truhen, die Vasen, Teppiche und Bücher nicht allein zweckentsprechend, sondern zugleich künstlerisch zu formen. 345 Sturm in Schmalebeck Roman von Sophie Kloerss. Copyright 1926 by Aug. Scherl G. m. b. H., Berlin. 10. Fortsetzung Nachdruck verboten „Hm. Und wenn ihn jemand gesehen hätte? Der Klatsch schläft nicht. Und der Ruf eines Mädchens ist wie Glas. Jeder Hauch kann es trüben." „Glaubst du nicht, daß er es ernst meint?" „Rottmann zuckte die Achseln. „Der Herr B a - r o n? Armer Adel — eine sandige Heideklitsche-- aber doch immerhin alter jütischer Adel. — Daß er verliebt ist, glaube ich ihm. Daß vielleicht Ilses Vermögen den fehlenden Stammbaum ersetzt, halte ich für möglich. Soll meine Tochter nur darum in seiner Familie willkommen sein? Und heute, wo sich die Gegensätze so zuspitzen? Ich wünsche mir keinen dänischen Schwiegersohn, Hanse." „Es geht nicht um dich, es geht um Ilse." „Glaubst du, daß es für Ilse das Rechte ist? Ich nicht?" ,7?r ist ein netter Mensch." „Ist er. Aber sie verliert zu viel. Hanse, das bleibt nicht, das erste verliebte Glück. Und wenn sie da mit ihm auf seiner Klitsche sitzt, und alles ist stock- dänisch, und ihre Heimat soll ihr nichts mehr sein, un-d zwischen uns und ihr wird eine große Entfremdung — ist er auch der Mann, sie dann über alles sortzuheben?" „Muß denn das sein? Das Fremdwerden? — Sie ift gar keine politische Natur. Man könnte doch das Reden über diese Dinge vermeiden." „Wie lange noch? Es wird bald mit dem Reden vorbei sein. Und dann? — Wie lange will er noch hierbleiben?" „So wie ich Frau von Kroa verstand, soll er ein i Jahr lang bei ihnen in der Wirtschaft tätig sein. Daß er mal in einen großen Betrieb hineinsieht." „Dann wäre es gut, Ilse ginge für den Winter wieder nach Kiel." Seine Frau schwieg. Was sollte man dazu sagen? Mochte sein, es war das beste, aber Ilse ließ sich nicht leicht ablenken von Dingen, die sie einmal erfaßt hatte. Hans störte. Er steckte den dunklen Leckenkopf in die Tür und sagte. „Soll ich nu mit der Fibel kommen?" Der Doktor seufzte innerlich, er sehnte sich na6) seinem Ohrenstuhl. wenigstens für eine halbe Stunde. Da er aber selber seinen Herrn Sohn zitiert hatte, mußte er ihn auch vornehmen. „Also — setz' dich hierher. Wo bist du denn jetzt?" „Beim großen L." „Dann lies mal." „L—e — Le—a. Lea —." „Weiter." „L—e Le—o. — Leo." Pause. „Na ja, nu man weiter,' „L—e—a. Leo." „Warum fängst du denn dasselbe noch mal an?" „Bei Fiete Eggers muß ich es immer zwanzigmal lesen." „Zwanzigmal? Dem ist wohl nicht zu helfen! — Hört er denn immer zu?" Hansels Augen glummerten. „Nee, zuhören tut er nicht. Wenn ich sag': Löwe und Lina, das merkt er gar nicht. Er fitzt immer und döst, oder er zeichnet." „Was zeichnet er?" „Och, man immer so Gesichter. Arn meisten zeichnet er Ilse." „Ilse?" „Ja. Und dann so Rosen rundum. Und wenn Aenne es sehen will, wird er fünsch. Aber ich sitz' so dicht, ich schul' immer mal rüber. Das merkt er nicht." „So, jo." Dummer Bengel, dachte Rottmann. Wenn du so anfängst, hast du hier am längsten Unterricht gegeben. Ich werd' mal mit deiner Mutter reden. „Na, Hans, lauf nur in den Garten, mit dem Lesen wird es wohl nicht viel. Du mußt bald in die Schule zu Tante Schulz. Die kommt dir mit dem Stöckchen, wenn du Unsinn lieft." Hans polterte vergnügt hinaus. Rottmann sah sich nach Hanse um. Sie lehnte am Schreibtisch und hatte der kleinen Unterhaltung zwischen Vater und Sohn mit Vergnügen zugehört. „Was sagst du zu dem neuesten Verehrer unserer Tochter? — Auf den kann sie stolz sein, was?" „Ach Gott, Detlev, laß den Jungen. Was hat der vom Leden? Hunger und Arbeit und die verdrehte Mutter, die ihn mit Gewalt zum Studium zwingen will. Vater sagt, er hält' zum Latein so wenig Talent wie der Esel zum Lautenschlagen: aber ich mag es ihr nicht sagen. Ich denk' immer, daß er hier seinen Kaffee bekommt und ein tüchtiges Abendbrot, das hält ihn noch zusammen. Er hängt ja mir in den Gräten." „Laß man, der ist zäh. Ich kenne diese langen Schlakse. Wenn sie erst mal richtig ausgefuttert werden, werden es ganz stramme Kerle. Na, ich werd' mir Mama Eggers mal vorknöpfen." Er huschelte sich in seine Stuhlecke. Hanse lachte ihm zu und ging aus dem Zimmer. In der letzten Nacht hatte er zweimal heraus müssen, und zum Nachmittag stand eine weite Landfahrt bevor. Sie jagte die Kinder, die auf dem Flur halloten, in den Garten und ließ das Mädchen frischen Kaffee rösten. Der munterte doch ein bißchen auf vor der Fahrt. Dann ging sie zu Ilse hinauf und fand sie auf der Fensterbank hocken, ganz in sanfte Mittagsfaulheit versunken. Und über die Baumwipfel herüber grüßte der blauweiße Wimpel von Eichtal. * Die Turmuhr schlug sechs. Sie ließ sich Zeit dabei. Alles in Schmcilebeck hatte Zeit, warum hätte sich die Turmuhr beeilen sollen? Man konnte zwischen zwei Schlägen immer bequem bis sechs zählen, und wenn man sich eilte, bis zehn, Brigitte behauptete, sie käme sogar bis zwölf. Aber das bestritten die Geschwister. Endlich hatte sie ihre Pflicht getan. Ilse, die sich behaglich noch ein bißchen in den Federn dehnte, hatte mitgezählt, und wie der letzte Schlag vorüber war, lauschte sie auf. Ein Glockenspiel setzte ein. Hell und froh schwebte die Melodie über die Dächer und Giebel und flog durch das offene Fenster in ihr weißes Zimmer. Sie fang leise mit. „Geh' aus, mein Herz, und suche Freud' In dieser schönen Sommerzeit An deines Gottes Gaben. Schau' an der schönen Gärten Zier Und siehe, wie sie dir und mir Sich ausgeschmücket haben." Der Kantor war wieder da und zog fein Glockenspiel. Auf dem Dach seines winzigen, "uralten Häuschens, hart an der Kirchenmauer, hatte er es nach eigenen Angaben anbringen lassen. Die Fäden der einzelnen Glöckchen gingen hinunter in seine Schlafstube. Wenn er im Bett lag, konnte er sie, die an Tasten befestigt waren, spielen, daß droben die kleinen Hämmerchen auf die in zwei vollen Oktaven abgestimmten Glocken schlugen und alles hinaus- sangen in die Gottesluft, was ihm durch Herz und Sinn ging. Aber daß er schon wieder hier war! — Kam man in vierzehn Tagen hin zum Rhein und wieder zu- ruck? Wohl kaum, auch wenn man Extrapost fuhr. Gestern nachmittag, als sie bei Lisette Rosen, der kleinen, schiefen Schwester der schönen Melanie gewesen, hatte die noch kein Wort von Heimkehr der Reisenden gesagt. Ein anderer aber brachte das Spiel nicht in Gang, ganz abgesehen davon, daß das Häuschen verschlossen war. Wie Ilse zum Kaffee hinabkam, fragte Hanse auch schon: „Hast du es gehört? Sis-müssen wieder da sein. Vater hat sicher recht gehabt. Er sagte gleich: Das hatten die alten Leute nicht mehr aus, die weite Reise. Das ist eine Kateridee. — Ja, dann üb' nur noch, dann wird Mampert sicher heute zur Stunde kommen, es ist ja Freitag." Um elf sah Ilse den alten Herrn auf das Haus zukommen. Groß, dick, mit dem rosigen Gesicht unter dem breiten, grauen Zylinder. Die langen weißen Haare lockten sich über dem Rockkragen, das feine Batisthemd blitzte wie Schnee, der Spazierstock mit dem goldenen Knopf schwang vergnügt hin und her. Sie hatte schon das Klavier geöffnet und seinen Stuhl mit dem Kissen herangetragen, einen schraubbaren Klavierbock kannte man in Schrnalebeck noch nicht, und nun lief sie ihm entgegen, nahm ihm Hut und Stock ab und fragte: „Wie ist's am Rhein, Herr Kantor?" (Sortierung folgt.) 2 Teller 1 Eichen Büfett 2 Modewarenhaus Carl Nowack 2 7048a Der Schuhfachmann I. II. Bestimmt: 1 Hausbackofen, 1 Fahr- 7041D stellv. 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Das Geschäft ist auf Alfred Ditzel in Gießen unter Uebernahme der in demselben begründeten Forderungen und Verbindlichkeiten übergegangen, der es als Einzelkaufmann unter der Firma feines Namens weiterführt; c) bei der Firma Johann Müller & Co., Gießen: Kaufmann Heinrich Weißbach in Gießen als persönlich haftender Teilhaber ist mit Wirkung vom 1. August 1926 aus der Kommanditgesellschaft ausgeschieden. Das Geschäft wird unter der bisherigen Firma von dem Mitinhaber Johann Müller, Staufmann in Gießen, weitergeführt. Die in demselben seither begründeten Forderungen und Verbindlichkeiten sind bei der Uebernahme ausgeschlossen worden; d) bei der Firma Philipp Weiler Nachf. in Gießen: Der bisherige Inhaber ist verstorben. Das Geschäft nebst Firma ist auf Gerhard Klamp Witwe, Agnes geb. Woinke in Gießen übergegangen, die es unter der seitherigen Firma weiterführt; e) bei der Firma Wilhelm Jung III. zu Klein-Linden: Die Firma ist mit Wirkung vom 1. April 1926 ohne Aktiven und Passiven auf den Philipp Weigel I. in Klein-Lindcm übergegangen, der es unter der seitherigen Firma wei- MM Mittwoch früh 9 Ubr eintreffenb: ff. Schellfische, Cabliau u. Seelachs int Ausschnitt. BraticheUfische und Goldbarsch irische Fischkoteletts. Frische Bücklinge . ..W 50 Neue Vollheringe Feinste boll. Vollberinge St. 15 4 N. vorweg. do St. 12 4 Feinste MatjeS-Heringe St. 15 4 die I-Liter-Dose ca. 6 Stück 95 a Frische WeinMeo das Psd. 48 4. in Steigen von ca. 12, 18 u. 40 Psd, daS Brutto- Vid. 38 4 7042c