rv. 280 Erster Blatt 176. Jahrgang Dienstag, 50. November 1926 Erscheint täglich,aatz^ Sonntag» und Feiertags. Beilagen: Gietzenei Familien blätter Heimat im Bild Die Scholle Monat,.krzvg,preis: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Traget» lohn, auch bei Richter- fchemen einzeinerRummern infolge höherer Gewalt. Fernfprechans chlüffe: 51, M und 112. Lnfchrifl für Drahtnach» richten: Anzeiger Gieße«, po-schcckkoiüo: Srewffnrtam Main 11688. TietzeiierAnzeiger General-Anzeiger für Gberhesfen Vrvck und Verlag: vrühl'sche Univerfilütt-Vuch- und Steintruderei R. Lange in Sietzrn. SchrifUettung und Seschästrstelle: Schulstratze 7. Annahme van Anzeigen für die Tagesnummer via 'um Nachmittag vorher. Preis für | mm HSHe für Anzeigen ov.r 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Re- klamcan-eigen von 70 mm Breite 35 'Reichspfennig, Platzvorschrift 20" , mehr. Chefredakteur. Dr. Friedr Wilh Lange. Derantworilich für Politik Dr. Fr. Wilh Gange; für Feuilleton Dr H Tdnrwt; für den übrigen Teil Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil i. Derir. H. Beck, jämtlich in Gietzen. Ein englischer Nsntrollmemorandum 1. 2. 3. 4. Unterordnung des Oberbefehlshabers der Reichswehr unter dle Autorität des Reichsweyrministers. Regelung der Frage der Rekrutierung und der militärifchen Vereinigungen. Kontrolle über die Ausfuhr von Waffen und Munition. Zerstörung neuer Befestigungen an der deutschen Ostgrenze. Zu den Putrklen 1 und 2 wird von den britischen Mil tärbehvrden die Auffassung vertreten, daß Deutschland bereits viel zu einer befriedigenden Regelung getan habe, und dah dir zunehmend« Unterstützung, die die Pol'tik Stresemanns bet der Station findet, den Rest tun wrrd«. Den dritten Punkt betrachtet man als den wichtig st e n. Er ist auch in Wahrheit der Prüfstein für Deutschlands Dereitw'Iligkeit, den Grift der Locarnvverträge zur Anwendung zu bringen. Der vierte Punkt wirft b;e Frage der genauen Auslegung der betreffenden Klausel des Versailler Vertrages auf. Die in London vertretene Auffassung ist, dah sie am besten dem Urteil des Ständigen Internationalen Gerichtshofes im Haag überlassen bleiben würde. Vriand hat die britische Denkschrift an die französischen Sachverständigen weitergegrben, deren Drr'cht rechtzeitig für die Zusammenkunft in Genf ausgestellt werden wird. Es ist bekannt, dah die Franzosen ebenso wie die Belgier der Frage ungesetzlicher militärischer Organisationen in Deutschland die gröhte Ve'^cutung beimessen. Ohne den Berich! der französischen Sachverständigen abzuwarten, hat Vriand Chamberlain in den: Sinne geantwortet, dah die versöhnlichste Haltung gegenüber Deutschland der leitende Grundsatz seiner auswärtigen Politik bleibe. 2rianb fügte hinzu, nichts sollte getan werden, um eine freundschaftliche endgültige Regelung des Aorüstungsproblems zu verzögern: indessen legte er dar, dah dir Räumung des Kölner Abschnittes Luther und Stresemann zugestanden wurde in der Hoffnung auf eine schnelle Erledigung genau der Punkte durch Deutschland, die in der britischen Denkschrift erwähnt toerben. Vriand glaubt nicht, dah es auf die Dauer zweckmäßig sein würde, wenn alle Zugeständnisse nur von einer Seite kämen. Die belgische und italienische Haltung gegenüber der englischen Denkschrift ist günstig. Der Artikel schießt: Das Kernproblem der alliierten Regierungen ist nicht die Umwandlung der militärischen Kontrolle — dieses Prinzip kann als angenommen gelten —. sondern die genaue Umschreibung der Machtbefugnisse, die dem Organ des Völkerbundes gegeben werden sollen, wenn es gebildet worden ist. Die Franzosen wünschen eine ständige Kommission mit dem Recht der jeber- jeifigen Beauffkljüguna, und zwar besonders bezüglich der entmilitarisierten Rheinlandzone. Vie britische Auffassung ist, dah b(es über die Bedingungen des Versailler Vertrags hinausgehen würde, und dah die fiontroUbefugniffe des Völkerbundes nur anwendbar werden sollten i n besonderen Fällen, in denen eine bestimmte Beschwerde von einer interessierten Macht vorgebracht worden ist. Der Kampf um das Schundliteraturgesetz Ablehnung der wichtigsten Artikel im Reichstag. Wie der Vertreter der lelunion an zuständiger Stelle erfährt, ist dies von der „Times^ oeröffent« lichte britische Memorandum über den Stand der deutschen Abrüstung bereits am 29. Oktober der französischen Regierung übermittelt worden. Das Memorandum ist vom englischen Ge- g t habe. Im übrigen werden die Pro- gramhwunftc 1 und 4, nämlich Unterordnung des Oberbefehlshabers unter die Autorität des Reichs» wehrminlsters und die Zerstörung von Befestigungsanlagen an der Ostgrenze als veraltet bezeichnet. Auch Paragraph 3, die Kontrolle der Ausfuhr von Waffen und Munition, wird in London als von u n - tergeoröneter Bedeutung betrachtet. Uebrig bleibt demnach die Frage der Rekrutierung und Dien st der Sportverbände, über oie man in London jede äußere Festlegung vermeidet. Auf das Memorandum hat die französische Regierung in der Zwischenzeit geantwortet. Die britische Erwiderung auf die französische Antwort wird zur Zeit noch im Auswärtigen Amt vor- politische Fanatismus zeige sich in Deutschland am krassesten in den fortwährenden neuen Parteigründungcn und m der Aufstellung von S o n d e r g r u p p c n bei allen Wahlen. An die Sozialdemokratie richtete der. Redner die Mahnung, endlich die Konsequenzen aus der Demokratie zu ziehen, wenn sie als große Partei fördernd Mitarbeiten wolle am Wohle Deutschlands. Der Sozialdemokratie gegenüber müsse der Standpunkt vertreten wcrden, daß es zur Hot auch ohne sie gehe. Sie müsse ihre Anhänger in ein anderes Verhältnis 3 u in Staate bringen. Der Redn.r fuhr dami fort: Dah das Zentrum sich mit ihnen nicht verheiraten könne, zeigten die ReichstagS- verhandlungen über das Gesetz gegen Schund und Schmutz. ES gähne eine u n - überbrü ckbare Kluft. Wenn erst das Schulgesetz zur Beratung komme, werde sich der Gegensatz in aller Schärfe' zeigen. Der Endkampf um die kulturelle Ausgestaltung der Republik werde ein sehr schwerer sein. Die Heranbildung eines neuen Menschen, dessen Erziehung schon in der Schule beginne, sei eins dringende Aufgabe. Der Staat könne sie nicht allein lösen. Dazu seien die Weltanschauungs- gemcinschaften erforderlich, nämlich Familie. Kirche, politische Partei. Das Arbeitsverhältnis habe auch eine menschliche Seite, die man mehr berücksichtigen solle. Wenn in diesem Sinne zur Tat geschritten würde, dann sei das Zentrum eine Macht und könne den Staat und der Wirtschaft das Gepräge geben. nctalftab versaßt unb nach vorheriger Durchsicht im Auswärtigen Amt nach Paris gesandt worden. An amtlicher Stelle legt man großes Gewicht darauf, daß es sich bei dem Memorandum keineswegs um ein Minde st Programm handelt, wie die „Times" heute morgen berichtet hatte. 3m Gegenteil wird versichert, daß sich die britische Regierung in keinem der angeschnittenen Punkte f e ft g e l e g t habe. 3m übrigen werden die Pro- Zu den entscheidenden Abstimmungen schreibt die Tägliche Rundschau: Wie man aus dem Verlauf der Dinge-ersieht, ist das Abstimmungsergebnis kerne grundsätzliche Ablehnung des Entwurfes. Es wird numnehr versucht werden, ein Einvernehmen über die Paragraphen 2 und 3 des Gesetzes hewbeuuführen. Auch die Germania glaubt, dah sich für die dritte Lesung eine Meh rheil finden werde. Rach Ansicht des Berliner Tageblatts haben die Kompromihversuche keine Aussicht auf Erfolg, well die Bayerische Volkspartei gegen jede Reichsprüfstelle sei, und die Demokratische Partei an der von ihr vorgeschlagenen einen Reichsprüfstelle festhalten wrrde. Dir Voss. Zeitung hält es für sehr zweifelhaft, daß für die Regierungsvorlage auch durch Kompro- mihverhandlungen eine Mehrheit zu finden sein werde. 3m Vorwärts heißt es: Ein solches Gesetz barft wenn nicht einstimmig, so doch nur mit überwältigender Mehrheit gemacht werden. Das neue Ardeitsschutzgesetz. Berlin, 29. Rov. (Wolfs.) Das Reichskabinett hat dem Dorgelegten Entwurf eines QI r - beitsschuhgeseyes zugestimmt. Heber den Gesetzentwurf wird den Vlättern mitgeteilt, daß durch die Qle.itege.u.’.g ins^e ordere d e Frage der Arbeitszeit gelöst und die Ratifizierung des Washingtoner Abkommens vorbereitet werden soll. Die einzelnen Bestimmungen deS Entwurfes haben den Schutz aller Arbeitnehmer mit Aufnahme von Arbeitern der Land- und Forstwirtschaft, der Tierzucht, Fischerei, der See- und Vinnenwirtschaft sowie der Flößerei zum Gegenstand. Cs wird besonders hervorgehoben, daß die bisher nur als Richtlinien geltenden Vorschriften über den Schutz gegen die 2etriebsgefahren durch den Entwurf Gesetzeskraft erhalten sollen. Die Arbeitszeit ist grundsäh ich gemäß dem Achtstundentag sestgeiegt. 2ei kontinuierlicher Arbeit von 56 Stunden wöchentlich soll eine Mehrarbeit im allgemeinen ausgeschlossen fein. 3m übrigen wird für Mehrarbeit ein besonderer Lohnzuschlag, dessen Höhe auf 25 Prozent bemessen ist, bezahlt werden. Zur Regelung der Frage der Arbeitsbereitschaft sind in dem Erlaß entsprechende für die verschiedene 3n- dustriezweige anzuwendende Verordnungen vorgesehen. Das Schutzalter der Zugendlichen wird von 16 auf 18 3ahre festgesetzt. Der Mutterschutz erhält gemäß den internationalen Bestimmungen ein Künd gungsverbot mit einer Schonfrist für und während, sowie vor und nach der Schwangerschaft. Das internationale Abkommen kann also nach Gesetzwerdung dieser Destimrnungen ratifiziert werdetr. Die Trennung zwischen den eigenen und fremden Kindern ist beim 3ugendfchutz aufgehoben worden. Ebenso ist die Deteiligung von Kindern bei Lichtspielvorführungen geregelt. Das Rachtbackverbot besteht wie bisher, jedoch mit der Ausnahme, dah bei zwei Schichten siebzehn Stunden zur Ermöglichung der Vorarbeiten gearbeitet werden kann. Die Destun- mungen über die Sonntagsruhe sind schärfer gefaßt und abgegrenzt. Die Sonntagsarbeit wird mnerbatb der gesetzlichen Arbeitszeit geregelt. Schärfer sind auch die 2eftimmungen über den Ladenschluß. Statt zehn sind letzt nur noch sechs sogenannte Ausnahme-Sonntage zu- gelassen Dafür bars aber bis sieben Ähr, statt wie bisher bis sechs älhr gearbeitet werden Die formelle Seite ist so geregelt, dah an Stelle der Gewerbraufsicht die Arbeitsaufsicht, an Stelle der Gewerbeaufsichtsämter die Arbeitsschutzämter treten. Es sollen keine neue Behörden geschaffen, die bisherige Organi- sation soll aber im Reiche einheitlich ergänzt werden Die Durchführungsbrstimnrungen enthalten den wichtigen Satz, daß — in Anlehnung an das Washingtoner Abkommen — die bevorstehenden Bestimmungen bei Gefährdung des Reiches vorübergehend außer Kraft gesetzt werden können, und zwar bei Krieg oder arideren Ereignissen, die die Landessicherheit gefährden Als die Landessicherheit gefährdend gelten auch Krisen, die die deutsche Volkswirtschaft so treffen, daß die Lebensmöglichkeiten des Volkes bedroht sind. SLegerwald zur inneren Lage. Sozialdemokraten und Kulturpolitik. Essen, 29. Rov. (Täl.) Auf einer Kundgebung von Vertrauensmännern der Zentrumspartei, die in Essen veranstaltet wurde, erklärte Ministerpräsident a. D. Stegerwald zu der inneren Lage, daß im deutschen Volke noch immer starke Unzufriedenheit herrschte, während das Ausland uns aus wirtschaftlichen Gründen bereits wieder achten gelernt habe. Der grenzenlose London, 29. Rod. (Läl.) „Limes" bringen heute einen zusammenfass enden Bericht über die Besprechungen zwischen den britischen, belgischen, französischen, italienischen und deutschen Regierungen in der Abrüstungsfrage. Die 3 niti a- tive zu den letzten Verhandlungen in dieser Frage, so schreibt das Blatt, sei von britischer Seite gekommen. Chamberlain habe den Regierungen in Paris, Rom und Brüssel ein von britischen militäris chen Sachverständigen ausgearbeitetes Memorandum überreicht, das ein sogenanntes Minde st Programm enthalte, dessen Erfüllung durch Deutschland gefordert werden sollte, falls es wünscht, die alliierte Kontrollkommission aus Berlin zurückgezogen und durch ein Aus- sichtskomitee des Völkerbundes ersetzt zu sehen, wurde von Austen Chamberlain abgesaßt und ungefähr Mitte dieses Monats in Paris, Rom und Brüssel mitgeteilt. Die PunUe dieses Mindestprogramms waren: Berkin. 29. Rov. Die Gtnzelberatuna des Gasetzentwurses zur Bewahrung der Fugend vor Schund- und Schmuyschristen wird fortgesetzt. Der Bevollmächtigte Bayerns im Reichsrat, Ministerialrat Freiherr v. 3 mH off, gibt dann eine Erklärung ab, daß Bayern sich nicht anschließen könne. Wenn di« Landesstetten durch eine Reichsstelle ersetzt würden, so müsse Bayern im Reichsrat Einspruch gegen das Gesetz erheben. Bayern verlange die Anwendung der allgemein ney Grundsätze der Reichsverfassung. Abg. H e u ß (Sem.) erklärt, der Reichstag hab« leinen Anlaß, sich in den Streit der Länder einzumischen. Der Redner beantragt an Stelle der Landesprüfstellen eine Reichsprüsstelle, der außer dem beamteten Vorsitzenden vier Sachverständige angehören sollen, von denen je einer den Kreisen des Buchhandels, des Kunst- Hantels. des Schrifttums, der 3ugendwohlfahrt und der Volksbildung zu entnehmen ist. Mindestens müfjtc die Bestimmung gestrichen werden, wonach bei der Auswahl der Sachverständigen die Vertreter der Kirchen besonders berücksichtigt werden sollen. Aba. Rheinländer (Ztr.) lehnt die demokratischen und sozialdemokratischen Aende- rungdanträ(je ab. Die Prüfstellen müßten von den Ländern eingerichtet werden. Abg. Frau Müller-Otfried (Sn.) bezeichnet die Protestbewegung gegen das Gesetz als Mache. Trotzdem müßte sich die Partei der anständigen Leute über die Fraktionsgrenzen hinweg für das Gesetz cinsetzen. Die berufenen Mitglieder der Prüfstellen seien die Geistlichen, Lehrer und Lehrerinnen, auch die tätigen Mitglieder der Fnneren Mission und der Caritasverbände. Abg. Frau Matz (D. D.) begründet einen Antrag ihrer Partei, der die Einrichtung mehrerer Reichsprüfstellen uorsieht, die vom Reichsinnenministenum im Benehmen mit den Länderregierungen einzurichten fcic;i, deren Entscheidungen dann für das ganze Reich zu gelten hätten. Es könnte hier ähnlich wie beim Llchtsxielgesetz verfahren werden. So sei z. B. auch in München eine Reichsprüfstelle zu errichten. Weiter wünscht sie durch Zuerkennung eines weiteren Beisitzers das Schwergewicht der Kreise der Kunst und Literatur zu stärken. Um auch den Schein einer geistigen Ferne zu vermeiden, werde die Deutsche Dolkspartei für bett sozialdemokratischen Antrag auf öffentliche Verhandlung der Prüfstellen stimmen. Abg. Dr. Kahl (D. Dp.): Als Mitglied der obersten evangelischen Behörde will ich meine Haltung zu dem § 3 der Vorlage, der eine besondere Berücksichtigung der Vertreter der Kör- perschaftcn des öffentlichen Rechts nach Artikel 137 der Rcicksverfasiung vorsieht, motivieren. Rach eingehenden Mcbcrhgungen bin ich zu dem Standpun't gelangt, ti:fcn Paragraphen abzu- lehnen und zwar deshalb, weil die dadurch der Kirche auferlegte Verantwortung in keinem Verhältnis steht zu der Macht, die ihr schließlich bei der Entscheidung eingeräumt ist. Arti'el 137 umfaßt ja auch Vereinigungen nicht- kirchlicher Weltanschauung. Für jeden Mißgriff würde aber d i e Kirche verantwortlich gemacht werden. 3ch möchte di: Kirche nicht in diesen Kampf fnneingewgen wissen. Die Kirche hat nach meiner Auffassung ihren Kamps gegen Schmutz und Schund mit anderen Mitteln zu führen, als mit Hilfe der schwachen Position, die ihr dieses Gesetz gibt. 3ch habe von dieser meiner Auffassung die Kirchenbehörden verständigen laten. 3 barung mit Stresemann spielt, naturgemäß Unbehagen heroorriefen. vieLntVafsnungsoerhandiungen der Boischasterlonserenz.' Paris. 29. Rov. (WB.) De Veröffentlichung des Kommuniques über die zwischen der deutschen Regierung und der Botschasterkonserrnz ge'ührt^n Verhandlungen und die Stellungnahme Hierzu werden in allen französischen politischen Kreisen eifrig erörtert. Heber die Fragen selbst, die zur Diskussion stehen, veröffentlicht das „Echo de Paris", offenbar beeinflußt von einet interessierten Seite, folgende Einzelheiten: D e Ent- marinung Deutschlands sei beendet mit Ausnahme von sechs Punkten, über die man gegenwärtig diskutiere. 1. Die betonierten Unterstände der Heftungen von Königsberg, Küstrin und Ellogau, 2. die Verwendung der ehemaligen Kasernen. Es handele sich um 240 Gebäude, für die nach Ansicht der Reichsregierung keine Käufer gefunden werden können, § 2 wird dieser Paragraph unter großer Bewegung im Hause abgelehnt. Die Mehrheit der Deutschen Dolkspartei hat mit den Demokraten, Sozialdemokraten und Kommunisten dagegen gestimmt. § 3, der die Zusainmensetzung der Prüfstellen regelt, wird im Hammelsprung mit 190 gegen 172 Stimmen bei einer Enthaltung abgetehnt. Die Kommunisten rufen: „Külz abtreten!" Die §§ 4, 5, 6 und 7 werden gegen die Stimmen der Linken angenommen. Damit ist die zweite Beratung der Vorlage erledigt. Das Haus vertagt sich auf Dienstag. Die neue Lage. Verhandlungen des Ncichskabinetts imo der Parteien. Berlin, 29.Roo. (VDZ.) Rach der heutigen Reichstagssihung, in der die entscheidenden Paragraphen des Gesetzes gegen Schund und Schmutz mit den Stimmen der Mehrheit der Deutschen volks- vartei abgelehnt worden sind, beschäftigte sich die Fraktion der Deutschen Bolf spartet mit der da- durch geschaffenen Lage. Beschlüsse wurden jedoch nicht gefaßt. Ls werden vielmehr Besprechungen mit dem Zentrum aufgenommen werden. In parlamentarischen Kreisen hofft man, dah es bis zur dritten Lesung am Donnerstag oder Freitag noch zu einer (Einigung kommen wird. Das Reichskabinett ist ebenfalls nach der Plenarsitzung des Reichstags zu einer Besprechung zufammengetrelen, um zu der durch die Ablehnung der Paragraphen 2 und 3 des Schund- und Schmuh- gefehes geschaffenen Lage Stellung zu nehmen. 3. die Staat der Schutzpolizei. Don 150 000 Sicherheitspolizisten stünden 108 000 im Solde der Reichsregierung und 42 000 im Solde der kommunalen Behörden. Die Alliierten forderten, daß die erste Ziffer um 8000 erhöht unb dir zweite Ziffer um 8000 Mann herab- ersetzt werde. 4. Die Dotschafterkonferenz fordere, dah die Soldaten der Reichswehr keine durch den Frie° - msvertrag verbotene Ausbildung mit ~ anl%, GaS, ufw. erhielten. 5. Der Export von halbfertigen Fabrikaten iue im Auslande in Kriegsmaterial umgewandelt werben tonnen, soll verboten werden. 6. Endlich die Frage der vaterländischen verbände, die keine militärische Ausbildung erhalten dürften. Di« Drei ersten Fragen seien g e l ö st und von untergeordneter Bedeutung. Lieber die drei lehren Fragen diskutiere man im Augenblick noch cstrig. Die Diermächtekonferenz. ZtiUiens Aolonialwünsche. — Der Block der Westmächte. London, 30. Rov. (WTD. Funkspruch.) Der diplomatische Berichterstatter des „Daily Herold" will Wilsen, eS sei endgültig vereinbart worden, dah Chamberlain, Driand unb Mussolini nach Schluh der Tagung des BollerbundsrateS in einer italienischen Stadt zusammenkwnmen werden. D t r e s e m a n n sei zur Teilnahme eingeladen worden, aber eS sei noch nicht sicher, ob er annehmen werde. Haupt- gegenstand der Erörterung würde sein, wie Italiens koloniale Dünsche in einer Weise befriedigt werden können, die keine Schwierigkeiten zwi'chen Italien unb Frankreich schaffen würde. Die Bildung eines Blocks von frier Groh machten, die den Böllerbundsrat beherrschen oder ihn vor ernste Beschlüsse stellen würden, bedeute notwendigerweise einen tödlichen Schlag für den Bölkerbund. Der „Daily Chronicle" schreibt dagegen, London und Rom würden in der künftigen Zusammenarbeit der vier groben Westmächte eine Art Erneuerung des alten europäischen Konzerts in veränderter und verbesserter Form erblicken, durch das auf Frieden und Orb* nung bei den kleineren Rationen hm- gewirkt werden könnte. Frankreich im europäischen Konzert. Die Rolle Briandtz in Genf. Paris, 29. Rov. (£11.) Uni er der lieber- chrift „Driands schwieriger Part in Genf" gibt eute Pertinax im „Echo de Paris" der Meinung Ausdruck, dah auf der einen Seite ■.anzösischen Auhemninister dazu dränge, Deutschland bezüglich der Abrüstungsfrage eine (5>e■ neralquittung auSzustellen und dem Abbau der interalliierten Militärkontrolle sowie der vorzeitigen Rheinlandräumung zuzustimmen, auf der anderen Seite zögere Dttand, die letzten Garantien des, Versailler Ber- träges aus der Hand zu geben. Er wolle anscheinend Zeit gewinnen und nicht wieder- gutzumachende Entscheidungen vertagen. Roch schwieriger sei Driands Aufgabe, wenn er sich auf eine Konferenz mit Chamberlain, Strese» mann und Mussolini einlasse, da er nicht nur gegen Dr. Stresemann zu kämpfen habe, der auf einer solchen Konferenz seines Erfolges noch sicherer sei, sondern auch den italienischen Ansprüchen im Mittelmeer auf Ko - l onialgebiete gegemiberstehen würde. Per- tinar fordert Driand auf, sich entschieden g egen einen solchen Konferenzplan zu wehren. Er dürfe auch nicht an einer Dreimächtekonferenz teil- - nehmen, weil Italien für etwaige Konzessionen Frankreich doch keinen Dank wisse, sondern den Derdienst dem englischen Dermittler zuschreiben 'werde. . Zu diesen Ausführungen Pertinax' sah sich 1 die Pariser zuständige Stelle veranlaht, einen jp Kommentar zu erlassen. Pertinax hatte behauptet, dah Deutschland nach Erfüllung seiner Verpflichtungen den Anspruch auf Abberufung der WilitäNontrolle und Räumung des besetzten Gebiets habe. Man scheint an zuständiger Stelle Wert auf die Feststellung zu legen, dah die De- sehuna des Rheinlandes nicht nur die deutsche Abrüstung, sondern auch die künftige Erfüllung der Reparationsverpflich- tunaen sich erzustellen habe. Auch nach 5er Abrüstung Deutschlands könnte bei Berfeh- lungen in der Aeparationsfrage eine B e r l ä n - aerung Der Desetzungsfristen über die im Versailler Vertrag vorgesehenen Termine hinaus erfolgen. Die deutsche Delegation für Genf Berlin, 30. Rov. (W. T. B. Funkspruch) Die deutsche Delegatton für Genf setzt sich voraussichtlich aus folgenden Herren zusammen: Reichs- auhenmlnister Dr. Stresemann, Staatssekretär von Schubert, Ministerialdirektor Dr. Gauß, dem Dirigenten des Bölkerbundsreferats von Bülvw und Gesandtschastsrat Foltze. Sadismus und Arbeiterschaft. Rom, 29. Rov. (WTD.) In einer in Mailand gehaltenen Rede erklärte der faszistifchci Gewerkschaftsführer R o s s o n i, die faszistische Partei werde dem italienischen Volk b i e Magna Charta der Arbeit geben, die bisher den Arbeitern immer wieder versagt worden sei, nämlich Befriedigung der Hand- und Kopfarbeiter durch Sicherung ihres täglichen Brotes und ihrer Menschenwürde. Der FasziSmus müsse ein unschönes Wort ausmerzen, daS Wort Patrone, das auf der anderen Seite Knechte voraussetze und einen Ersatz durch das Wort Kommandant, das würdigen und gerechten Führern zukomme' schaffen. In Italien gebe es nur Italiener mit* gleichen Rechten und gleichen Pflichten. Mit dieser Ausmerzung falle auch daS andere Wort Knecht oder Proletarier. Wiederaufnahme der Arbeit im englischen Bergbau. London, 30. Rov. (TU.) Am gestrigen VTontag ist die Arbeit in allen englischen Gruben- bezirken wieder aufgenommen worden, und zwar haben sich mehr Leute zur Arbeit gemeldet als eingestellt werden können. In Rorth- Vorkshire werden bereits Dorbereitungen getroffen für das Anblasen mehrerer Hochöfen und für die Wiederinbetriebsehung der Eisen - und Stahlwerke. Ernste Lage in Hankau. Erklärungen Chamberlains im Unterhaus. London, 30. Roo. (TU.) Sir Austen Chamberlain erklärte im Anlerhaufe, dah in der Lage in hankau eine ernffe Entwicklung eingetreten wäre. Eine Gewerkschaft von Angestellten der chinesischen Zollverwaltung sei am 21. November mit der Anlecstühung eines hohen chinesischen Beamten gebildet worden. Die Gewerkschaft habe mitgeteilt. dah ihr Ziel darin bestehe, das ausländische Element aus dem chinesischen Zolldienst zu entfernen, um dadurch die chinesische Zollverwaltung unter eine rein chinesische Kontrolle zu bringen. Der Verwalter der Seezölle hoffe den Dienst im Zollgebäude und die Llektrizi- kätsverforgung aufrechlzuerhalten. Das bei den Japanern bedienstete haucperfonal sei bereits in ben Streik getreten und die Japaner inen genötigt, sich Lebensmittel aus anberen Städten zu beschaffen. Die Kommunisten zeigten eine außerordentlich eifrige Tätigkeit. Der General streik würde allgemein gefürchtet, da es dann den Agitatoren leicht sei, die unbeschäftigten Massen zu Äus- schreitungen auszuheheu. Die Bedrohung der Europäeroreriel. H ankau, 29. Rov. (WB.) Die britischen Kaufleute haben ein Telegramm an bie britische Regierung gefanbt, in bem sie die Lage als sehr bedrohlich hinstellen unb um Zu- i'enbung von Verstärkungen bitten. — In Schanghai hat bie allgemeine chinesische Handelskammer verschiedene anonyme Drohbriefe erhalten, in denen bie Ausrufung eines Streiks verlangt wird. Der ungünstige Ruf, In bem bie Tschang-Tsolin-Truppen stehen, erleichtern den aus dem Süden kommenden Propagandisten ihre Aufgabe bettäcktich. Heber bie militärische Lage sind genauere Rachrichten nicht zu erhalten Wie die 'Abendblätter melden, ist das chinesische Kabinett zurückgetreten. Das zurückgetretene chinesische Kabinett hat an die fünf Führer der Rordarmee ein x3irfulartele» gramm grsandt, in dem es als Grund für seinen Rücktritt den Mangel an Geldmitteln ansieht. Truppenlandungen der Fremdmächte. London, 30. Rov. (WTD. Funkspruch.) Die Blätter besprechen bie ernste Lage in Hankau mit grober Besorgnis. Es wird gemeldet, dah britische, französische unb japanische Marine- f o £ buten zum Schutze des Fremde n- Viertels gelandet sind. Heute werden in Hongkong 200 britische Marinesoldaten an Bord eines Kreuzers eint reffen unb sofort nach Hankau weitergehest. Mit dem gleichen Kriegsschiff toirb in Hongkong der neue britische Botschafter Lampson erwartet. Wie verlautet, befinden sich augenblicklich zwei Zerstörer unb zwei Kanonenboote sowie eine Korvette von den englischen Seestreitkräften in Hankau. Auherdem ist auf dem Vangtseflah eine Flottille von britischen Kanonenbooten. Die Schwierigkeit der Lage besteht darin, dah nach dem Ablauf dieses Monats bie gröberen Kriegsschiffe infolge Fallens des Wasfer- stanbes nicht mehr fluhabwärts von Hankau fahren können. Kleinere Schiffe, wie Kanonenboote, werden noch einige Zeit vor Hankau liegen können. Eine Erklärung des Generals v. Matter. Berlin, 29. Rov. (DDZ.) Die deutschnatto- nale Pressestelle teilt folgende Grk.arung des Generalleutnants Freiherrn v. Walter zu ber Reichstagsrede des Reichswehrm nisters Dr. Gehler mit: „Rach ubereinslimmenden Berichten der Tagespreise hat der Reichswehrmini- ster Dr. Gehler in feiner Reichstagsrede am 24. Rovember unter Berufung auf eine früher von ihm gehaltene Rede den Eindruck erweckt, als wenn er mich zu den „Verrückten" rechnet. Ich will diese ungewöhnliche Verunglimpfung als eine unter schwerem Druck erfolgte Entgleisung ansehen. Selbstverständlich habe ich meiner ganzen Einstellung entsprechend in vaterländischem Sinne mitgewirkt, als im Jahre 1923 der selbst vom englischen Kronanwalt als rechtswidrig anerkannte Sinbruchder Franzosen in das Ruhrgebiet eine mächtige Volksbewegung entfesselte. Es ist eine merkwürdige Verkennung und Riebrigstellung dieser Bewegung, wenn man von Aufwieglung spricht. Was die Aussührungen des Herrn Ministers über meine Tätigkeit im Jahre 1923 angebt, so beruht sie in erster Linie auf der ungeprüften Wiedergabe von Mitteilungen einer unverantwortlichen Persönlichkeit, in denen bie Wahrheit auf den Kopfacstellt toirb. Der Herr Minster mag es vor sich selbst freranttoorten, wenn er solches Material zur öffentlichen Herabsetzung eines allen Offiziers benutzt. Herr Gehler muh beweisen, dah die Geschichte des Ruhreinfalls endgültig erst Ibäter geschrieben werden kann. Sein Verhalten im Reichstag toirb mich nicht veranlassen, in Verletzung meiner vaterländischen Pflichten die Zusammenhänge des deutschen Ab- toehrkampfes jetzt schon klarzulegen. Ich muh in dieser Beziehung wohl richtig eingeschätzt sein, wenn man sich nicht scheut, zu versuchen, mich vor der Oefsentlichkeit verächtlich zu machen. Freiherr fr. Wa11er, Generalleutnant a. D. Die Verlängerung des golltarifs Berlin, 30.Nov. (Wolff.) Im Reichstag wurden gestern abend die Besprechungen zwischen der Regierung und den Parteiführern über die Frage der Verlängerung des Zolltarifs fortgesetzt. Bei den Beratungen zwischen Regierung unb Koali- tionsparteien soll eine (Einigung dahin erzielt war- den sein, daß dem Reichstag eine Verlange- rung ber bestehenden Zollgesehe um brei Monate vorgeschlaaen werde. Den Demokraten soll es gelungen fein, für die Verlängerung der Futtermittelzölle eine Garantie dafür zu schaffen, daß diese Zölle bie Interessen des Han- dels wie auch des Futtermittelbaues sichern. Auch mit den Sozialdemokraten glaubt man eine (Einigung erzielen xu können, so dah die Regierung auf eine große Mehrheit für bie Verlängerung ber Zölle rechnen könne. Aus aller Welt. lleberfstt auf das Glciwitter Gerichtsgcfäugnis. In Sleiwitz in Oberschlesien ist ein Der» Wegener lieberfall auf das Ger^ichtS - gef ängnid unternommen worden. Eine Gruppe von Leuten ist in das DerichtSgefängniS eingebrungen. Der diensthabende Justizwachtmeister wurde erschossen. Ein zweiter Deam- ter wurde in eine Zelle gesperrt. Daraufhin gelang es den Leuten, aus verschiedenen Zellen zehn Strafgefangene, die sich in Einzel- haft befanden, zu befreien- Der Regierungs- Präsident hat eine Belohnung von 1000 Mark auf die WiederverHaftung ber Gefangenen aus. gefetzt. Man nimmt an. der .B. Z." zufolge, dah die befreiten Gefangenen mit ihren Befreiern über die nahe Grenze entwichen sind. Der größte Teil von ihnen stammt aus Polnisch-Oberschlesien. Bei dem Ueberfall scheint es sich um ein Verbrechen mit politischen Hintergrund zu handeln, da sechs der gewaltsam befreiten Häftlinge wegen Spionage zugunsten Polens verurteilt sind. Am Sonntagm.ttag soll ein großer achtsitziger Kraftwagen mit brei Insassen. Darunter eine Frau, von jenseits ber Grenze in Gleiwitz eingetroffen sein, wo er drei weitere Personen angenommen hat. Gegen 11 Uhr nachts hat Dieser Wagen in einer Dunklen Seiten» strahe in ber Rähe des Gefängnisgebäubes Ausstellung genommen, unb Die fünf an Dem Unternehmen beteiligten Männer haben eine Se'ten- tür des Gefängnisses mit Rachschlüsseln geöffnet. Bei Dem Kampf Im Innern Des Gefängnisses soll Der eine Iustizobertoachtmeister Den Führer ber ©inbnnglingc als einen gewissen Smolka erkannt haben, der wegen Spionage zugunsten Polens im Rattborer Gefängnis säst und gelegentlich einer lleberführung nach Stettin nach Polen entfloh. Geh. Sanifäfsrat ipannwih f. Geheimrat Prof. Dr. Gotthvlb Pannwih in Bad Oynhausen ist, 65 Jahre alt, gestorben. Ursprünglich Militärarzt im ReichZgesundhetts- amt, hat er mit Den Professoren Leyden, Gerhardt unb Leube das Zentralkomitee zur Errichtung von Lungenheilstätten ins Leben gerufen. Domänenbrand in Kurhessen. Auf der Domäne Frankenhausen bei Kassel brach gestern nachmittag auS bisher noch unbekannter Ursache ein gewaltiges Schadenfeuer aus, durch Das in futter Zeit sämtliche Stallgebäude und Scheunen m.t sämtlichen Erntevorräten ein Raub Der Flammen wurden. Den aus Der ganzen Umgegend herbei- geeilten Feuerwehren gelang es nur unter Aufbietung aller Kräfte, des Feuers Herr zu werden unb DaS llebergreifen auf das Herrschaftsgebäude zu verhindern. Der Viehbestand konnte noch gerettet und auf die Weide getrieben werden. Kaum war das Vieh aus den Stallungen heraus, als die Dächer Der Gebäude einstürzten. Menschenleben sind glücklicherweise nicht zu Schaden gelommen. Der Schaden dürfte sich auf weit über 100 000 Ml. belaufen. Explosionskatastrophe in Rumänien. Am Samstag wurde die Stadt Gjurgewo von einer furchtbaren Explosion heimgesucht. Durch ein Streichholz, das brennend auf mit Benzin, Petroleum unb anderen Deien geladene Schlepper geworfen wurde, geriet eine größere Anzahl von Schiffen in Brand. Das Feuer breitete sich mit blitzartiger Geschwindigkeit aus und nach kurzer Zeil explodierten die in Brand geratenen Schiffe sowie in der Nähe der Unglucksstelle befindliche Waggons. Alle Fensterscheiben der Stadt gingen in Trümmer. Die gesamte Hafenanlage wurde zerstört. Mehrere in der Nähe des Hafens befindliche Häuser wurden vorn Erdboden wegrasiert. Bisher sind 12 Personen durch die Explosion umgefom- m c n. Sechs Schlepper sind in den Flammen auf» gegangen, zwei wurden stark beschädigt. Der Materialschaden beträgt Hunderte Millionen Lei. Ein Auto vom v-Zug überfahren. Montag vormittag überfuhr D$r O-Zug Rr. 2 auf Der Strecke B e r l in —H a n n o ver bei starkem Rebel beim Bahnhof Groh-Aübicke unweit Rathenow DaS Person ’.iauto Des Rittergutsbesitzers v. Katte. Das Auto würbe zertrümmert. Bon Den Insassen sinD zwei tot unb zwei schwer verletzt. Die Lokomotive Des O-Zuges entgleiste. Im Zuge würbe nieinanD verletzt. Schweres Autounglück. Ein Magdeburger Personenauto fuhr in einer Kurve in der Bahnhofstraße von Heldrungen a u f D e nJB ü r g e r ft e i g. Dabei wurde ein 16jäh» riges Mädchen gegen ein E i s e n g e l ä n d e r gedrückt und getötet. Ihr neunjähriger Bruder wurde gegen einen Baum geschleudert und so schwer verletzt, daß an seinem Aufkommen gezweifelt wird. Die beiden Insassen des Kraftwagens blieben unverletzt. Eine Sammlung von Studentenpfiffen. Am Schwarzen Brett der Urrioerfität Heidel- b e r g befindet sich ein Anschlag des Musikprofesiors Dr. Maser, der mitteilt, daß er eine Sammlung studentischer Musik- und studentischer Pfiffe veranstaltet und die einzelnen Korporationen bittet, das Thema ihrer Studentenpfifse in Notenschrift abzu- liefcrn. Wegen Verdachts des Gatten- und Schwagermordes verhaftet. Unter bem schweren Verdacht, ihren Gatten unb ihren Schwager vor sechs Jahren ermordet zu haben, wurden In Lippehne in Der Renmark Die Frau des damals 62 Jahre alten Fleischer- meisters Gustav Burmeister unb ber Landwirt Paul Gerlach verhaftet. Burmeister war damals plötzlich verschwunden und feine Frau gab an, daß er mit 60 000 Mark zu Einkäufen nach Berlin gefahren sei. Da merPtoüröige Gerüchte über Die Umstände des Verschwindens nicht aufhörten, hat die Berliner Morbinspektion vor einigen Tagen Beamte nach Lippehne entlaubt und ihre Ermittlungen führten mtn za den beiden Verhaftungen. Wettervoraussage. Etwas stärkerer Rachttrost, später zunehmende Bewölkung und Aeigung zu Riederschlägen (Schnee). Gestrige Tagest emperatnr en: Maximum 48 Minimum miirus 1.4 Grab CelfiuS. Heutige Merrgerrtemfreratur: minus 0,8 Grab Celsius. Aus der Provinzfalhauptstadt. G i c fj e n, Den 30. Rovember 1926. Das Disziplinarftrafwesen gegen Fortbildungsschüler in Hessen. Bon Jugend, und Bormundschaftsrichter Franz (Bros. (Nachdruck verboten.) Ltost in jeder Fortbildungsschule kommen von Zeit zu Zeit gelegentlich Der Unterrichtsstunden Verstoße gegen Die Schulzucht vor, die des natürlichen, begreiflichen, in Der Jugend steckenden Frohsinns oder Uebermuts entbehren, die vielmehr von grober Unbotmäßigkeit und Frechheit des Täters zeugen und von Der Absicht getragen find, Den Lehrer in seinem persönlichen und amtlichen Ansehen herabzusetzen und ihn in der Erteilung des Unterrichts vorsätzlich zu stören. Oft suchen sich auch solche Schüler in Den Augen ihrer Mitschüler einen falschen HelDenruhm zu erwerben. Im Einblick auf dar vorgeschrittene Alter ihrer Schüler bedarf die Fortbildungsschule besonderer Disziplinarmittel. Die gesetzliche Grundlage ihrer Zulässigkeit bildet das 5)essi. sche Volksschulgesetz vom 25. Oktober 1921, dessen Artikel 17 das Landesamt für das Bil- dungiwefen als zum Erlaß der Ausführungsvorschriften für befugt erklärt und als Mittel der Schulzucht Geldstrafen bis zur Höhe des dreifachen Betrages Des für den Bezirk vom Ober- Versicherungsamt festgesetzten Ortslohnes für männ- siche Versicherte unter 16 Jahren oder Haft, strafen bis zu drei Tagen für zulässig erklärt. Das Öanbesamt für das BildungDveten hat in [einen au3fübrungsoorfd)rlften vom 1. Oktober 1923 das Disziplinarstrafwesen geregelt. Danach setzt im Falle eines schweren Verstoßes eines Fortbil- dungsschulers gegen die Schulzucht Der Vor- sitzende des Schulvorstandes nach An- hörung des Lehrers die Geldstrafe fest. Gegen die so erkannte Strafe ist die Beschwerde an Das Kreis- oder Stadtschulamt zulässig, das endgültig über bie Berechtigung der Beschwerde entscheidet. Ist eine Geldstrafe uneinbringlich, so kann sie nach den reichsrechtlichen Vorschriften, Die jeweils bei Geld- strafen für Uebertretungen gelten, in eine Haftstrafe umgewandelt werden. Auf Haftstrafe bis zu drei Tagen darf unmittelbar nur erkannt werden, wenn bisher angewendete Schulzuchtmittel, insbesondere Geldstrafen, wiederholt angewendet worden sind, ohne daß ihr Zweck erreicht wurde, oder wenn ein besonders schwerer Fall eines Der- ftofjes gegen die Schulzucht vorliegt. Die Haftstrafe ist nach Anhörung des Lehrerrates der Schule von dem Kreis, oder Stadtschulamt auszusprechen. Gegen Die Entschließung kann der betreffende Schuler oder sein gesetzlicher Vertreter (Eltern, Dor- mund) innerhalb einer Woche nach der mündlichen oder schriftlichen Eröffnung der Entschließung Beschwerde bei dem Landesamt für Das Bildungswesen einlegen. Die Haftstrafe wird in bem zuständigen Amts« gerichtsgefängnis auf Ersuchen Des Vorsitzenden des Kreis- oder Stadtschulamtes, und zwar in besonders geeigneten Räumlichkeiten vollstreckt, wobei nach einem besonderen Erlaß des Justiz- ministers streng darauf zu achten ist, daß Der Ju- geldliche nicht mit anderen Insassen des Gefängnisses in Berührung kommt. Es bedarf kaum der Erwähnung, daß es sich bei den vorstehenden Ausführungen stets nur um die £äUe einer Zuwiderhandlung gegen die eigentliche Schulzucht handelt, daß Dagegen Missetäter, die etwa in der Schule sich eines Verbrechens oder Vergehens gegen bie bürgerlichen Strafgesetze schuldig machen, vom Juaendgencht abzuurteilen sind, und daß in lebem Falle erkannte Strafen sehr wohl die Grundlage für ein Einschreiten des Vormundschafts- 9er'totes gegen Den Jugendlichen auf Grund des Jugendwohlfahrtsgesetzes bilden und m besonders schweren Fallen sogar die Anordnung feiner Für- sorgeerziehung begründen können. Ium Reichsrenlnertag um nurcg-igtn 1. Dezember veröffentlicht „Der Rerttner", Die Zeitschrift Des Drutschen Rmtner- bundes, einen Aufruf, in Dem eS u. a. heißt: Die Rentnernot ist fast vergassen im Deutschen Vaterlanbe. Das verantwortliche und schuldige Reich hat Den Versuch einer Direkten Regelung sehr balD als zu unbequem unD kostspielig aufgegeben, hat sein Gewissen mit einer Reihe sehr wohlwollenDer Erlasse unb Richtlinien, Devea Beachtung es, auch beim besten Willen, gar nid>t überwachen kann,, beruhigt und Die ganje lästig« Angelegenheit auf Die Gemeinden abgeladen. aber wohlgemerkt. ohne ihnen Die Dazu notwendige« Mittel zuzuweisen. Di« Gemeinden ihrerseits üben Die ihnen übertragene Fürsorge je nach ihrer sozialen (Sm- stellung unb ihrer Finanzlage in ganz verschiedener Art aus, manche, wie wir gern anrrfennen, in wohlwollender unb erfreulicher De se, viel« aber, besonders auf bem Laube, lassen iHv« Kapitalrentner einfach huirgern. Ueberall aber sind die Rentner rechtlos der Gnade ihrer Gemeinben ausgcliefert. Die Sozialrentner, Die Kriegsbeschäb gten, Die Arbeitslosen, alle haben gewisse Rechte, nur Die Kapitalrentner sind wie D'.e Ort Farmen rechtlos. Wenn eine Gemeinde, welche bisher monatlich 40 Mk. Dem Einzelnen znhlte, plötzlich erNärt, sie zahle fortan nur noch 20 Mk., sie habe fein Geld, so steht brr Rentner b>m wehrlos gegenüber. Er kann sich beschweren, aber wann und was er auf Diesem noch Dazu recht umstänblichen Wegs erreicht, wenn er inzwischen nicht verhungert ist, bleibt sehr Di< Frage. So steht in kurzen Worten heute unsere verzweifelte Lage, in welcher Die völlige Entrechtung Die bitterste Sette für alte verdiente Staatsbürger ist. Etwa 700 000 Deutsche. Männer unb Frauen, seufzen, Darben, hungern in Dieser Rot — waS tonnen toir tun? Wir sind meist alt, zermürbt und schwach, unb Doch kann ein jeher von uns helfen, wenn er nur ernstlich will. Zum 1. Dezember bat iec Vorstand einen Reichsrenlnertag angesetzt, Da soll, neben anderen Unternehmungen, die gleiche Entschließung in allen Ortsgruppen im Reich gefaßt werden. Rur, wenn diese Versammlungen überfüllt sind, wenn Jeder teilnimmt, wird diese Kundgebung machtvoll wirten. Wir wollen Damit die öffentliche Meinung aufrütteln, Das V o l k S g e w i s s e n an die 703C00 taclen'en W tlü.ger. welche eS über alle anderen TageSsragen berge, fen hat, eindringlich erinnern. Die für Gießen anberaumte Protest-> Versammlung Der Rentner beginnt morgen, Mittwoch, nachmittag 3 Uhr im Katholischen DereinShaus. '■-* Gießener Wochenmarktpreise. Cs kosteten aus dem Heutizen Dock^nmarkt DaS Pfund: Lutter 170 bU 190 Pfennig, Matt« 35 bis 40. Käse 60 bis 150. Wirsing 6 bis 10, Weißkraut 5 bis 6, Rotkraut S biS 12. gelb« Lüben 10, rote Lüben 10, Spinat 20 bis 30, Unter-Kohlrabi 4 bis S. Grünkohl 20, Roten- kohl 40 bis 60, Feldsalat 80 bis 100, -Lomate» 50 bis 60, Zwiebeln 10. Meerrettich 35 bis 30. Schwarzwurzeln 35 bis SO, Kartoffeln 6. Lepfel 15 bis 35. Dirnen 10 lns 30. Honig 50, jung« rnen 100, Suppenhühner 100 bis 110. Dönfe bis HO. Lauben 50 bis 70. Hüffe 100; da- Stück: Srer 16 bis 13. Blumenkohl SO bis 150. Endivien 3 biS 20 Lauch 5 bis 10. Lettich 10 bis 15, Sellerie 20 bis 40 Pfennig. Bornotizeu. — Tageskal«nder für Dienstag. Stadttheater: 7.30 Uhr, „Die Jungfrau von Orleans' (Ende gegen 10.30 Uhr). — Lund Deutsche Frauenkleidung und Frauenkultur: S Uhr, Saalbau Sauer, Gymnastikvorführung der Lohelandschule. — Lichtiptelhaus, Bahnhofstraße: „Der Seekadett". — Ästoria-Lichtspiele: „Schalten der Weltstadt". — Au» dem S tadt 1 h ea te r bu reau wird un» geschrieben: Auf die Aufführung de» ,.ß r e i s ch ü fl" am kommenden Freitag sei nochmals ausdrücklich hingewiesen. Der ..Freischütz" ist in diesem Zahre. in das die 100. Wiederkehr von Carl Maria von Weber» Todestag gefallen ist, von fast allen Opernbühnen neuelnftubtert worden, und gerade die Wiedergabe durch da» Mainzer Stadtlheater unter der oortrefflichen mustkolischen Leitung von Generalmusikdirektor Brei fach verspricht wegen der schön abgerundeten Gesamtleistung einen besonderen Genuß. — Auch auf die Schüleroorstellung der „Jungfrau von Orleans" am nächsten Samstag, die um 3.30 Uhr beginnt und gegen 6 Uhr endet, sei nochmals aufmerksam gemacht, da gerade hleje Vorstellung al» besonders gelungene Darbietung bei Publikum wie Presse besonderen Anklang gefunden hat. — Deutsche Demakratische Partei. Man schreibt uns: Am Mittwoch. 1. Dezember, abends 8.15 Uhr. spricht in der Turnhalle am Oswalbsgarten der Finanz Minister Henrich über '5>ie wahre Lage der hessischen Finanzen und Steuern". Alle Kreise der Bevölkerung sind zu dieser Kundgebung mit freier Aussprache eingeladen. — Oberhessische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde. Nächsten Donnerstag, 2. Dezember, im großen Hörsaal de» Physikalischen Instituts Hauptversammlung. Näheres in der gestri- gen Anzeige. ' PersonalverSnderung bei der Reichsbahn. Morgen. 1. Dezember, scheidet der Leiter deS DetriebSwerles Dttß:n Amtmann Rupert, nach ISjähriger Tätigkeit in Dießen wegen eines im Dienste zugezogenen Leidens aus und tritt in den wohlverdienten Ruhestand. Mit Ledauttn sehen ihn die Bediensteten seines Ressort- scheiden, da er eS verstanden hat, ihr Der- trauen in reichstem Maße zu erwerben. 2hm zu Ehren wurde am Samstag im Hotel Hopfeld eine klein« Abschiedsfeier veranstaltet. Hierbei wurde hervorgehoben, daß er sich nicht allein das Vertrauen dec Dediensteten, sondern auch die Verehrung als Mensch zu erwerben verstanden hatte. AK sein Rachfolger ist der Eisenbahn-Oberingenieur v. d. Heidt Aum 1. Dezember von Frankfurt nach Dießen versetzt Worten. O Dienstsublläum b ei der Reichsbahn. Der Lokomotivführer Karl Koppele, Crednerstraße 40 wohnhaft, begeht am 1. Dezember sein 25jühriges DienstjubilSum. 0 Eine 82jährige. Frau Bennewitz, Lredxerstraße 38, feiert cm morgigen 1. Dezember ihren 82. Geburtstag. Sie ist ihrem hohen Alter entsprechend noch sehr rüstig. •• Einige Baumfällungen sind in der letzten Zeit in der Kaiserallee, Sicher Straße, Dartenstrahe und am Delterstor vorgenommen Worten. VS handelt sich dabei um etwa zehn alte Bäume, bei denen sich ergeben hat, daß sie in star.en Maße hohl waren und infolgcdessen bet stürmischem Wetter eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit bildeten. Ilm älnglücksfällen vorzul ragen, wurden die Däume entfernt; z. Z. wird einer dieser Alten gegenüber dem Gaswerk umgelegt. Reuanpflanzungen dürsten da, wo di« Daumreihe im ganzen erhalten werden kann, wieder vorgenommen werden, im übrigen wird man nur von Fall zu Fall entscheiden können, ob die jetzt verlassene Pflanzstätte wieder besetzt wird. •* Das Dett des Gchoorgrabens entlang der Ostanlage befindet sich vielfach in sehr defektem Zustande. Das Mauerwerk ist stellenweise auf erhebliche Strecken herausgerissen, an anderen Stellen so gelorfert, daß es bei dem nächsten Steigen des Wassers mit auf und davon gehen wird. Hoffentlich wird dieser älebelstand, der einen gar unfreundlichen Anblick bietet, im Rahmen des Rotstandsarbeitsprogramms mit beseitigt, *• Großreinemachen in den Anlagen konnte man gestern nachmittag bemerken. Gin« stattliche Arbeiterkvlonn« säuberle die Rasenflächen von den großen Laubmengen und den vielen Papierfetzen. Die Deete machen nunmehr einen recht guten Eindruck. Hoffentlich nimmt man sich m g eicher Weife auch unterer Straßen regelmäßig an. Gin Dusch vollausgereifter Himbeeren wurde uns gestern als seltene Er- icheinung dieser Zahreszeit aus dem Garten der Frau Ww. Götz, Asterweg 52, überbracht. Dieser Herbst treibt in der Tat wunderliche Dinge. * Oberhessischer Kunstverein. Wir werden nachträglich gebetm, daraus hinzuweisLN, daß sich unter den in der Ausstellung .Künstler- hilfc1 gezeigten bildhauerischen Arbeiten auch eine Plastik des Bildhauers Otto Erich Haas befindet, die In unferm AusstÄlungSbericht vom Montag nicht erwähnt wurde. " Ttadilheater-Abonnement. Die (Einlöjung des dritten Abschnitts der Abonnements muß am Mittwoch und Donnerstag dieser Woche erfolgen. Näheres in der heutigen Bekanntmachunq. wSN. Die Schnelligkeit der Luftpost ist immer noch nicht genügend bekannt. Wichtige Die Giehener Getränkesteuer. Iwei Klagen gegen die Stadt Greben auf Rückzahlung von über 56 000 Mark abgewiesen. Der Provinzialausschuß für Obcrb;ffcn befaßte sich, wie gestern schon kurz berichtet, in seiner Sitzung vom Samstag wiederum mit Klagen von zwei Draucreien grgrn die Getränke- st«Verordnung der Stadl Gießen. Die Firma G.eßrner Brauhaus und Sp'ri- rusfabrik 2L u. W Denninghoff in G eßen llagle auf Rückerstattung von 36 624 19 Mk. uib die Firma Ihring-Melchior, Kvmmandit- Sseilschatt in Sich, auf Rückerstattung von 182,58 All. Getränkes! euern. die beid: Dra.l." reten in der Zeil vom Dezember 1 923 d i S 3uni 19 2 4 und September 1924 bis 2 u gu st 1 92 5 an die Stadt befahlt habrn. Der Antrag der Klägerinnen ging bah n, das Derwa'.- tungSgcricht möge feststelle i. daß die erwähnte Dettänkesteuerorvnung ungültig sei. daß niemals eine Deitra^pflicht der Klägerinnen auf Abgabe von öffemllchen Getränkesteuern an die Stadt Gießen bestanden habe und daß infolgedessen die Klägerinnen ohne Grund an die Stadt Gießen Abgak^n b^ahlt hätten. 3n einem früheren Derwallungsstnilver- fahren vor dem Provinzialausschuß hättm be.be Firmen auf HerauHablung von 44j8,35 HXL bzw. 2726,06 Rlk. Detrankesteurrn für die Monate 3uli und August 1 92 4 geklagt mit der Begründung, daß Die Klägerinnen nicht verpflichtet feien, Geträntesteuern an die Stadt Gießen zu bezahlen. 3n dem damals anhängigen Derwc»l° tungsstreitverfahren hatten sie di« Bestimmungen der Artikel 192 und 199 200 der Städteordnung und insbesondere die zweimonatlich: Frist zur Dorbringung ihrer Deschw:rdc gegen die Heranziehung zu den Abgaben der Stadt Gieren gewahrt. Der Provinzialausschuß hatte am 7. März 1925 die Klagen als unbegründet abgewi sen. weil er die Getränkesteuerordnung d:r Stadt Gießen aus formellen als auch aus materiellen Gründen für rechtskräftig erachtete. Auf die 'Berufungen der Klägerinnen ernannte der Derwaltur.gZgerichtshos in Darmstadt am 7. Rovember 1925 zu R.uHt, daß die älrteile des Provinzialaussch:sses vom 7. M rz 1'25 au‘- zuheben feien, und daß die Anforderu,.gm der Stadt Gießen gegen die beidm Drauere.en auf Entrichtung von Getränkesteuern auf Grund der Getränkesteuervrdung vom 31. August 1923 für Die Monate 3uli und August 1921 muuläffig wären. Die gesamten Kosten des Verfahrens wurden der Stadt Gießen zur Last gesetzt. DaS Berufungsgericht hob di: GrtränlefteuerOrdnung lediglich aus formellen Gründen auf, weil Dersahrensvorschristen bei dem Zustand.kommen der Getränkesteuerordnung nicht genügend beobachtet worden waren. ES hatte der Krüsausschuß des Kreises Gießen nicht in e'.nw Sitzung Die Detränkesteuerordnung gutgeheihen, sondern es war durch das Krcisaml Gießen die Zustimmung von 4 Kreisausschußmitgliedern im Zirkular- wege eingeholt worden. Auch hatte der Herr Minister des 3miem nicht die schriftliche Genehmigung zum Zustandekommen der ©etränf:- fteuerorbnung erteilt, sondern das Kreisamt Gießen hatte mit Rücksicht auf de damals gebotene Eile sInflationszeit) eine fernmündliche Genehmigung eingeholt. Ferner fehlte es bei der Getränkesteuerordnung an einer Bestimmung über den Zeitpunkt ihres 3nkrasttretrns. Da somit aus formellen Gründm die Ge- trankcsteuerordnung aufzuheben war. sah der D.r- waltungsgcrichtshof davon ab, auch darauf ein- zugehen, ob aus materiellen Gründen die Getränkesteuerordnung rechtZunwirksam sei. Die Stadl Gießen zahlte hiernach die Beträge von 4 458,35 Mark an das Gießener Brauhaus und von 2 726,06 Mk. an die Firma 3hring Melchior zurück, lehnte aber jeglicheAn - träge auf Rückzahlung der übrigen , seit 1 923 von beiden Firmen monatlich gezahlten Getränke st eu erbe- träge ab mit Rücksicht darauf, daß nicht innerhalb zwei Monaten nach Zustellung der Anforderung Beschwerde im Berwaltungsstreit- versahren bei Dem Provinzialausschuß erhoben worden war. Hierauf re klag e.i Die beiden Bra. e - reien die Stadt Gießen bei Dem Landgericht der Provinz Oberhessen auf Heraus- zahlung Der Getränkesteuerbeträge, wie sie eingangs erwähnt sind. Diese Klage wurde Darauf gestützt, daß seitens Der Stadt Gießen eine ungerechtfertigte Bereicherung im Sinne der Paragraphen 812 ff Des Bürgerlichen Gesetzbuches vorliege. Die Beklagte machte Die Einrede der Un- zulässigkeit des Rechtsweges geltend und beharrte auf ihrem Standpunkt, daß gegen Die Anforderung von Steuern ausschließlich Die Derwaltungsgerichte nach Art. 192 und 200 Der SlädteorDnung angerufen wer Den könnten. Die 1. Zivilkammer des LanDgerichtS zu Gießen hat auf Die münDliche BerhanDlung vom 29. März 1926 Die Klagen unter Billigung des Standpunktes der Beklagten wegen älnzu- läsf igkeit des Rechtsweges abgewie- f e n. Gegen das Urteil des Landgerichts verfolgten Die Klägerinnen Berufung an Das Ober- landesgericht zu Darmstadt mit Dem Antrag, unter Aufhebung Der Urteile des Landgerichts den Rechtsstreit zur fachlichen Behandlung an das Landgericht zurückzuverweisen. Die Klägerinnen vertraten den Standpunkt, daß eine ausschließliche Zuständigkeit Der Derwaltungsgerichte nicht gegeben sei, Da diese nur über Die Ungültigkeit der Ordnung und Die Unzu- läf'igfeit Der Beitragszahlung zu entscheiden hätten, während vor den ordentlichen Gerichten nach den Grundsätzen des bürgerlichen Rechts über Die Amräge der Klägerinnen auf Rückzah - lung der zu Unrecht auf Grund einer nichtigen Ordnung an geforderten Beträge zu entleiben sei. Rach Einlegung der Berufung vor Dem Ober- landesgericht strebten beide Brauereien nebenher auch noch das Derwaltungsstreitver- fahren vor Dem Provinzialausschuß an. Der 1. Zivilsenat des Oberlandesgericht s in Darmstadt wies auf Grund der mündlichen Derhandlung vom 19. Oltober 1926 Die 'Beruf u n g c n gegen Die Urteile des Landgerichts Gießen vom 26. April 1926 kostenpflichtig zurück und erkannte die Urteile für vorläufig vollstreckbar. Dei dem Derufungs- aericht bestand kein Zweifel Darüber, daß wegen der von Den Klägerinnen feit 1923 bezahlten Beträge ausschließlich die Derwaltungsgerichte zur Entlcyeidung zuständig feien. An dieser Zuständigkeit könne dadurch nichts geändert werden, daß durch Entscheidung des Derwaltungs- gerichtshofe- vom 7. Rov. 1S25 die Getränkesteuer- orDnung als ungültig bezeichnet worden sei. Die Derpflichtung der Klägerinnen gegen jede einzelne, zu Unrecht ergangene Steueranforderung das Derwal- tungS st reitverfahren unter Beobachtung der Frist des Art. 192 Der Städteordnung durchzuführen, bleibt bestehen. 3n ter müntlläen Verhandlung vor dem Prv- vinzialausfchuß am Samstag wurde Beweis Darüber erhoben, wann und daß die Anforderung Der Getränlesteuern bei Den Brauereien ordnungsmäßig erfolgt ist. Die Klägerinnen behaupten. daß fie Die zweimonatliche Frist zur Erhebung Der Klagen gegen Die Veranlagung nicht hätten einhalten können, weil das Urteil Des DerwaltungsgerichtShofs. durch welches Die Ge- tränkfteueroitmung für ungültig erklärt worden ist, zur Zeit Der AnfvrDerung unD Zahlung Der Steuern noch nicht ergangen war. Der Vertreter Der Brauereien beantragte Stattgabe Der Klage. Die Vertreter Der Stadt Gießen beantragten kostenpflichtige Klageabweisung, mit Rücksicht auf die Bestimmungen des Art. 192 und 199,200 Der SlädteorDnung, wonach BeschwerDen gegen angenommene Beitraßspflichten oder Die Höhe Der auf einzelne Pfltchtigen entfallenden Ausschläge oder gegen von der Stadtlasse vereinnahmte Verbrauchsabgaben im Ver- waltungsstreitverfahren zu entscheiden sind und zwar in erster 3nstanz von Dem Provinzialaus- schuh. Die Frist zur Erhebung Der Klag« fei eine Ro 1 srist von zwei Monaten, die mit Dem Tag der Zustellung beginne unD nicht einge- halten worden fei Die Vertreter Der Beklagten vertraten Den Standpunkt, daß die Stadt Gießen sehr wohl berechttgt ttxr. auf Grund deS § 14 des ReichsfinanKausgleichsgesetzes Detränke» ftcucrn zu erheben und daß Die Getränkesteuerordnung der Stadt Gießen nur aus übertriebenem Formalismus von dem Vertoal- tungsgerichtshof auf gehoben worden sei Durch das erstinstanzliche UrteÜ des Provinz lala us- schusseS sei seinerzeit materiell entschieden worden, daß die Stadt Gießen im Rahmen Der ihr durch das Finanzausgleichsgeseh eingeräumten Befugnis zum Erlaß einer derartigen Steuerordnung befugt war. Zur Einführung dieser Steuermaßnahmen sei die Stadt Gießen aus Gründen des Gemeindehaushalts gezwungen gewesen, und das Gemeindebudget würde empfindlich gestört werden, wenn heute dahin erkannt werde, daß Die Stadt Gießen zur Rückzahlung Der erhobenen Abgaben an Die Brauereien verpflichtet fei. Dies hatte zur Folge, daß nicht allein eine Rückzahlung von etwa 56 000 Mk. an die beiden klagenden Brauereien zu erfolgen habe, daß vielmehr noch eine Reihe neuer Klagen zu erwarten fei. so daß schließlich mehr als 100 000 Mark zurückbezahlt werden mühten: zudem werde an genommen, daß Die Brauereien Die Steuern aus Die Wirte bzw. Konsumenten abgewälzt hätten. Auch könne nicht Darauf Rücksicht genommen werden, daß die Zahlung der Steuern von Den Brauereien unter Vorbehalt erfolgt sei. Wenn nach bürgerlichem Recht Zahlungen „unter Vorbehalt" unter Umständen eine Berücksichtigung erfahren, so habe Dieser Vorbehalt für Die Zahlung öffentlicher Steuern unD Abgaben keine De-> Deutung, weil lediglich die Rechtsmittel ergriffen wer den können, Die gesetzlich zulässig sind. Dec Vertreter Der Klägerinnen widersprach, daß von Den Brauereien Die Steuern auf Die Wirte bzw. Konsumenten abgewälzt worben seien, und behauptete, daß Die Vrauereicn aus eigenen Mitteln Die Steuern aufgebracht hätten. Der Provinzialausschuß erkannte zu Recht: „Die Klagen werden als unzulässig abgewiesen. Die Kosten des Verfahrens einschl. der Kosten der anwaltlichen Vertretung Der Stadt Gießen sind von Den Klägerinnen z u tragen.“ Der Streitwert wurde a) in der Sache Den- ninghoff-Gießen auf 36 624.19 Mk., b) in der Sache Ihring-Melchior in Lich auf 20 182,58 Mk. festgesetzt. Maßgebend für diesen Urteilsspruch war insbesondere, daß die Klägerinnen nicht innerhalb Der in Dem § 192 Der StädteorDnung vorgeschrie- bcnen zweimonatlichen Rotfrist Klage gegen die Veranlagung bzw. Erhebung Der Getränkes!euern erhoben haben. Geichäftsnachrichten — insbesondere auch nach deckt Auslande — können innerhalb weniger Stunden in den Händen der Empfänger fein, wenn sie mit der Luftpost versandt werden und wenn dabei die Eilzustellung am Bestimmungsori verlangt wird. Dl« (Hlugbüuer ab Frankfurt a. 9)1. beträgt z. B. nach Mannheim 35 Minuten. ÄarUruhc 1,15 Stunden, Bafel 3.13 Stunden, Moln 1,2<) Stunden, Brussel 3,10 Stunden, Pari» (über Köln—Brüssel) 6 stunden, London 7 Stunden, Hannover 2,15 Stunden, Hamburg 3.40 Stunden ufm. Die Luitpostjendungen müssen etwa Stunden vor Abgang der Flugpost oorliegen. —Die Herbstgeneraloersamm' lung de» Vereins ehemaliger 116er fand nm Samstagabend im Postkellct bei guter Beteiligung der Mitglieder statt. Ein« reidjhaltige Tagesordnung stand zur Beratung. Der Vorsitzende Shirt Mohr begrüßte die t imcraben und erstattete ausführlich Bericht über den außerordentlich bar- monifch verlaufenen 116er Verband?tag in Alsfeld. Befandet» beifällig wurde die Mitteilung ausgenommen, daß es dem'Vorstand im Lause des Berichts- fahre» gelungen ist, die Schulden für da» 116er- Denkmal auf etwa 7000 Mark herunterzudrücken. Der eifrigen Tätigkeit des Vorstandes und einer lebhaften Werbetätigkeit durch da» feit Sommer erscheinende Verdandsorgan ..Der 116er" ist dies zu danken. Das Vcrbandsoraan hat sich in den Kreisen der 116er sehr gut angeführt und lebhaften Anklana gefunden. Die Nestschuld am Denkmal soll durch zinslose Darlehen aiiigcbradit werden. So befiehl die Aussicht, daß der Verein und der Verband recht bald die Schulden für das Ehrenmal der Gefallenen der 116er und feiner .Hiieg-formationen aufgebracht fein werden. Aus den weiteren Perhandlungen ist heroorzuheben, daß der Verein wieder dazu übergehen wird, von Zeit zu Zeit gesellige Veranstaltungen abzuhalken. Besonders wurde angeregt, da» Zimmerstutzenschießen auch in diesem Jahre wieder einzuführen. Ferner befiehl die Absicht, nach Neujahr allmonaUid) eine kameradschaftliche Zusammenkunft abzuhalten. Die diesjährige Weihnachtsfeier findet am 3. Welhnachtstag in der Turnhalle am Oswalds- garten statt: nach den Vorbereitungen verspricht sie einen recht guten Verlauf. Buntes Allerlei. E n neu:nt)e 't:S Zwarggefchlech.. Eine Raffe non Pygm3:n ist jetzt in Neuguinea enticät und durch mehrere Espeditionen eingehend erforscht worden Wie Robert M. Mac Donald in einer englischen Zeitschrift berichtet. leben diese Zwerge in einem Gebiet, In len die Quellen des Seiiil-FlusseS liegen, zwischen Den geheimnisvollen S:hne:öergen in der Rahe der holländischer^ Grenze. Rach ihren eigenen Erzählungen haben sie sich hier seit der „Mitte Der Zett" an ’.eficbelt, nachdem eine große 'Flut die „kleinm Länder" des Stillen OzeanS, worunter Die Karo!inen-3nseln gemeint sind, ülerfchwemmte und ihre Ahnen, Die „ Vogel men- schen" waren, zwang, zu Den hohen Bergen zu fliegen, auf Denen ihre Rachlommen jett leben. DaS Hauptdors, das Wambarima de tzt, hat ettra 5000 Einwohner: eS wird nie größer, da immer wieder Trupps ausgefchickt werden, um Die unzugängliche., Gebirgstäler im brit.schen und im holländiscf en Gebiet zu bsfiedeln. Die Männer find fast durchgängig 42 Zoll groß, kräftig gebaut und fast völlig mit Dünnem, grauem Haar bedeckt, sonst aber sehr ebenmäßige Erscheinungen, sie haben außerordentlich laute und gellende Stimmen, Die aus einem Megaphon zu kommen scheinen, können tlrtne Pfeile mit unfehlbarer Sicherheit durch Rohre blafen und tragen Diese naDelähnlichen Geschoss« in ihrem krauien Haar. Die Frauen bekam feinet von den Weißen, Die sie besuchten, zu Gesicht. Sie haken seltsame Tabu-Ge'e"c, Die ihnen Den Verkehr mit Der Außenwelt nur Durch Die Vermittlung von einigen Stämmen riesiger Menschenfresser gestatten. Die um fie herum wohnen. Es ist bisher weder Der britischen noch Der hollän- Dischen Verwaltung gelungen, diese wegen ihrer Wildheit gefürchteten Kannibalen zu bezwingen: aber sie smd tatsächlich Die D ener Der Zwerge und schüken sie gegen Eindringlinge. Die Riesen sagen: „Die kleinen Burschen treiben Teufelszauke r mit un3", und tatsächlich haben hie Zwerge Die Kenntnis gewisser Dinge, durch hie sie die Riesen sich gefügig machen, die man aber noch nicht herauSoekommen hat. Wambarima enthält etwa ein Dutzend öffentlicher Gebäude, die aus Bambus und Baumrinde erbaut find, und viele Baumhäuser. Di« öffentlichen Bauten find auf Pfeilern über hem Fluß errichtet und mit grausigen geflügelten Ungeheuern geziert, die hie Bilher von Göttern. Dämonen und Ahnen harstellen. Vortrefflich gewebte Matten kedeckcn hie Fußböden und schützen die Fenster. Taro, eine eßbare Wurzel, lZamS, Kartoffeln und eine Art Tabak werden angebaut: außerdem stellen hie P^mäen ein Berauschungsmittel Her, unter dessen Wirkung bad Gedächtnis schwindet. Sie sinh sehr gastfreunhlich gegen jeden, den sie als Gefährten aufnehmen, aber wenn man ein Tabu^Desetz bricht oder hie Frauen zu sehen versucht, Dann beendet ein vergifteter Pfeil die Freundschaft unb — das Leben. noch nicht kennen, erhalten morgen 267D „ .. eine Probe kostenlos Ä ,1 WÄÄ «Ul I* ä. wä Iff ä. in unserer Filiale, Seltersweg 39. Es handelt sich um die «4 IHä SUU US |i| UH UH SH n Sä fl UU UH UH Karlsbader Mischung zu Mk. 4.00, einen Kaffee, dessen M I 1 1 K ■ I SB I "| El I S II IP W lilllll kräMiger Geschmack eine seltene Ausgiebigkeit garantiert Ellllllül lullul nullUÜ Emmsrlcher Waren-Expeditinn Nur diese Woche Nachruf Reklameangebot Otto Winterhoff. Leder-Handschuhe 9804D Gießen, Offenbach, den 30. 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Er mies an zahlreichen Lichtbildern nach, wie sich gerade In Alsfeld di- Entwicklung des Fachwerkbaues vom 15. bis zum 19. Jahrhundert besonders gut verfolgen lasse, da Alsfeld, abgesehen von der Beschießung im Jahre 1646, von größeren verheerenden Bränden verschont geblieben fei. In den 60 vorgeführten, vom Verfasser selbst autonom- menen Lichtbildern führte dieser die wesentlichsten künstlerischen unb historischen Wert» der wtatit Alsfeld eindrucksvoll vor, wobei er die geschloffene historische linö künstlerische Einheit In der Entwicklung unb dem Bestand der alten Bauten der Stadt nach- zuwelsen vermochte. Die zahlreich erschienenen Zu- Hörer dankten für den interessanten Vortrag mit sehr lebhaftem Beifall. Derartige Vorträge und Ar- beiten verdienen weitestgehende Förderung, um den Stadtbewohnern die Augen zu öffnen für die künstlerischen Werte ihrer Umgebung, für dl« Schönheit alter Stratzenbilder, deren Fortbestand aber Der» nichtung so häufig von dem Verständnis der Be- wohner abhängt. Hierdurch würde allen Heimat- kundlichen Bestrebungen sowie dem neu erwachenden Heimatgefühl ein fester Mittelpunkt geschaffen. Die Stadt Alsfeld hat für das von Dr. Meyer-Back- haufen geplante Werk über Alsfeld 1000 Mark bewilligt. ----- Ober-Ohmen, 29. Nov. Der G e - meinderat hatte kürzlich beschlossen, die Mindestquote für den Bezug elektri schen Kraft- st r o m » auf 80 Kilowattstunden festzufetzen. Gegen diesen Beschluß wurde Einspruch erhoben, so daß tausend Nadeln. Dann ließ der Griff nach, Genter ritz seine Hand zurück und starrte verwundert auf die verwischte Zeichnung von Tinte unb Blut, die der Tätowierende auf seiner Hand zurückgelassen hatte. „Wischt es nicht ab!" sagte eine erstickte Stimme aus der Finsternis der Hütte her. „Unb jetzt kannst du hereinkommen." Der Fensterladen schloß sich unb wurde von innen verriegelt, dann kam das Knarren eines Schlüssels, der sich im Schloß drehte unb die Türe öffnete sich. Genter trat in die pechschwarze Finster- nia ein unb vernahm, daß die Türe der Hütte von dem unsichtbaren Insassen derselben verriegelt wurde. „Deine Nummer Ist K. 971," saate die hohle Stimme, „und wenn du sie in den Personalnach- richten her Times siehst, so berichtest du hierher, wo immer du auch bist. Nimm das---" Genier streckte seine Hand aus unb ein Brief- Umschlag wurde In sie gelegt, — es war als ob der geheimnisvolle Frosch selbst In dieser Finsternis zu sehen vermöchte. „Das ist dein Reisegeld und eine Landkarte der Gegend. Wenn du das Geld für dich verbrauchst oder nicht dorthin kommst, wo man deiner bedarf, wird man dich töten. Hast du mich verstanden?" „Jawohl." „Du wirft weiteres Geld erhalten, das du für deine Ausgaben verwenden kannst. Hör mich jetzt an. In Roche-More, Nr. 7, Park Avenue wohnt Hallwell Jone», der Bankier----" Er mochte gefühlt haben, daß der Rekrut überrascht zusammenfuhr. „Du kennst ihn?" „Ja, ich habe vor Jahren für ihn gearbeitet", sagte Genter. Er zog seinen Browning au» der Tasche unb machte mit dem Daumen die Siche- nmg los. „Zwischen heute und Freitag muß er niedergeschlagen werden. Du brauchst ihn aber nicht zu töten. Wenn es geschieht, so macht es nichts au». Aber ich vermute, daß fein Schädel zu hart sein--- Genter hatte nun festgestellt, wo der Mann stand, da seine Augen sich an das Dunkel zu gewöhnen begannen. Seine Hand griff plötzlich zu unb erfaßte den Arm de» Frosches. IV. „Ich habe eine Pistole", sagte er zwischen den Zähnen. „Ich bin Inspektor Genter von der Polizeidirektion und wenn du dich zur Wehr setzest, so töte ich dich. Eins Sekunde lang herrschte Totenstille. Dann fühlte Genter, wie die Hand, die die Pistole hielt, mit schraubengleichem Griff umfaßt wurde. Er schlug mit der andern Faust zu, aber ber Mann bückte sich unb der Schlag fuhr in ble Luft. Dann würbe bic Pistole mit unerträglicher Drehung aus Genters Hand gewunden unb er kam mit seinem Gefangenen in ein Handgemenge. Dabei berührte sein Gesicht das des Frosches. War cs eine Maske, die jener trug? Er spürte die kalten Glimmerbrillengläser auf feiner Wange. Die» erklärte die erstickte Stimme. So kräftig Genter auch war, er konnte sich aus den ihn umklammernden Armen doch nicht befreien unb sie schwankten In der furcht- baren Finsternis hin unb her. Plötzlich hob der Frosch den Fuß, unb, um dem uorausgefehenen Stoß zu entgehen, machte Genter eine heftige Wendung. Das Splittern von gebrochenem Glas ward hörbar, und ein scharfer, kalter, durchdringender Geruch drang auf den Detektiv ein. Er versuchte tief zu atmen, aber er meinte zu ersticken, und seine Arme fielen schlaff und machtlos herab. Der Frosch hielt die gebeugte Gestalt eine Ml- nute lang, dann ließ er sie mit einem dumpfen Geräusch zu Boden fallen. Am Morgen fand die Londoner Polizeipatrouille Inspektor Genter im Garten eines leeren Hauses liegend und rief die Retlungsgssellschaft an. Aber ein Mann, ber mit konzentrierten Blau- säursdämvfen vergiftet worden ist, stirbt sehr schnell. Zehn Minuten nachdem ber Frosch den Glas- zylmdsr, den er für ähnliche Notfälle in der Hütte vorbereitet hielt, zerbrochen hatte, war Genter eine Leiche. Elk. Auf ber ganzen Welt gab es keinen Detektiv, der weniger nach entern Volizeiofflzier — unb einem recht klugen Polizeiofftzier — aussah, wie Elk. Er war groß unb hager, und eine etwas krumme Haltung verstärkte noch den Eindruck seiner Äümmer- lichkeit. Seine Kleider schienen schlecht zu passen unb hingen mehr an ihm herunter, als daß sie ihn kleideten. Winters und Sommers trug er einen schmutzigen, rehfarbenen Ueberzleher, der unveränderlich zugeknöpft blieb unb den gleichen gelbbraunen Anzug trug er feit iedermanns Gedenken. Wenn Regen fiel, bann glanzte sein schwarzer, steifer Hut vor Nässe, aber Elk spannte den Regem schirm nicht auf, der schlecht gewickelt und plump ihm vom Arme hing. Niemals batte jemand diesen Gebrauchsgegenstand geöffnet gesehen. Elko leichen- farbiges Gesicht trug unentwegt den Ausdruck tiefster Düsterkeit und seine Vorgesetzten fanden seinen Ein- fluh deprimierend, denn seine Zutunstsaussichten waren durch fein Mißgeschick bei der Beförderung beeinträchtigt. Zehnmal hatte er — unweigerlich be« demselben Gegenstand: Geschichte, versagt. Dick Gor- don, der Elk besser als feine unmittelbaren Vorgesetzten kannte, vermutete, daß dieses Mißgeschick ihn gar nicht so sehr bekümmere, als man annahm. Dick entdeckte sogar einen düsteren Stolz in Elks Unfähigkeit, den historischen Daten gegenüber, und einmal, in einem Augenblick erstaunlicher Vertrauensseligkeit hatte Elk ihm gestanden, daß die Beförderung nur Aum Hindernis eines Mannes mit beschränkter Erziehung werden könne. „Die armen Sünder haben auf Erden keine Ruhe", seufzte Elk und nahm auf dem ungebotenen Sessel Platz. „Ich dachte, Herr Gordon, ich würde wenigstens nach meiner Reise nach U. S. A. Ferien von Ihnen bekommen." „Lieber Elk, ich möchte womöglich alles über Lola Baslano erfahren", sagte Dick. „Wer Ihre Freunde sind, warum sie sich so plötzlich an Rap Bennett angeschlossen hat, der ein kleiner Beamter bei den Vereinigten Maitlands ist. Besonders aber, warum sie ihn gestern nachts an der Ecke von St. James toguare abgeholt und nach Horsham gefahren hot. Ich sah sie durch Zufall, als Ich aus meinem Klub kam, und folgte ihnen. Sie faßen fast zwei Stunden in ihrem Kupee ungefähr hundert Meter von Bennetts Hous entfernt und sprachen mitein- ander. Ich stand im Regen hinter dem Wagen und lauschte. Wenn er ihr Den Hof gemacht hätte, so hätte ich es verstanden. Ader sie redeten unb redeten nur von Geld. Und dabei hat der junge Bennett keinen Pfennig in der Tasche." (Fortsetzung folgt.) CREME MOUSON inan sich in der jüngsten SiRung de- ®emeinDeral6 . erneut mit der Angelegenheit yu beschäftigen hatte. Es wurde beschlossen, die festgesetzte M i n d e st . quote beizubehallen, dafür aber insoweit entgegenzukommen, daß der Preis für die iiidiloer» brauchten Kilowattstunden von 40 auf 10 Pf. je Kilowattstunde herabgesetzt wird. Die Forderung der Kirchengemeinde aus Zahlung van 120 0 Mark als Beitrag für das Rechnungsjahr 1026, di» kürzlich abgelehnt worden war, weil man keine Aufklärung über den Berwendunaszweck der Summe erhallen hotte, wurde jetzt bewilligt, nachdem die Airchengemeinde erschöpfenden Aufschluß gegeben hatte. Starkenburg. WLN O f f e n b a ch, 29. Aov. Der 66 Jahre alle Mehgcr Volts rieb Fittich von hier nahm am Freitag im benachbarten Heusenstamm mehrere Haueschlachtungen vor. Bei dem sich anschließenden üblichen Schlachtsestesf-n scheint der Mann zu lies In» Glas gesehen zu haben, denn er war unfähig, auf dem Heimweg sein Fahrrad au benutzen, sondern mußte es von einem Kollegen schieben lassen. Sr machte iich in schwankender Haltung zu Fuß auf den Nachhauseweg konnte aber die Balance nicht lange halten und fiel verschiedentlich auf die Erde. Dabei schlug er so hart gegen einen Ehausserst ein, daß ihm die Aase gespalten und der Kopf schwer verletzt wurde, so baß er schließlich die Besinnung verlor und von der Rettungswache im Offenbacher Krankenhaus eingeliefert werden mußte. An den Folgen der Verletzung ist Zillich gestern gestorb cyn. Rheinhessen. '4Öc'JL Mainz, 29. Noo. Der „Rheinische y o r, ein» der ältesten Mainzer Hotel», ist in den Besitz des Reichs übergegangen. In das Hotel sollen, wie verlautet, verschiedene jetzt anderweitig untergebrachte staatliche Bureaus verlegt werden. Preußen. AUcid LSctzlar. —L— Atzbach, 29. Nov. Infolge der reichlichen Regenmengen im Laute des Monats ist der Grundwafsersiand der ausgedehnten Wiese n t l ä the n auf beiden Seiten der Lahn mit dem ^nehmenden Anwachsen des Flusses wieder so hoch, daß eine Bearbeitung der Wiesen jetzt nicht mehr erfolaen kann. —£>— Ebersgöns, 29. Nov. Um bessere Ernteerträge zu erzielen, die nur ein« intensive Bodenbewirtscbaftung gewährleisten kann, hat die hiesige Wtesengenossenscbaft einen Teil des Wisse na eländes unserer Gemarkung durch einen hiesigen Unternehmer neuzeitlich aus« bauen lassen. Bom Staate war zu diesen Arbeiten ein Kosten,zuschuß bewilligt. Cberlahnkreis. Weilburg, 29. Aov. (WB.) Sin von Siegen kommendes, auf der Fahrt nach Zrank- surt befindliches Auto eines Siegener Fabrikanten erlitt auf der Straß« Rcnnerrod—Weilburg einen Dorderachsenbruch. so daß sich der in schneller Fahri befindliche Sagen überschlug. Der Besitzer, Fabrikant Wohlfahrt aus Siegen der am Steuer saß, war fvsort tot. während die beiden Insassen schwer verletzt in das Weilburger Krankenhaus überführt werden mußten. O Gräveneä, 29. Nov. Hier nimmt di.' B a u t ä t i g k e i t zu. In diesem Jahr» wurden zwei Wohnhäuser unter Dach gebracht und «in drittes wird wohl auch noch so weit fertig werden. Für nächstes Jahr sind jetzt schon fünf Neubauten In Aussicht genommen. Maingau. WSN. Frankfurt a. M., 29. Noo. Ein Liftboy des hiesigen Parkhotels verschwand, nachdem er einem Gast 300 Mark in bar und die goldene Uhr entwendet hatte. Wohin sich das hoffnungsvolle Bürschchen gewandt hat, konnte bis jetzt noch nicht ermittelt werden. Büchertisch. — Victor Helling: Der Perlenfischer von Bombay. Mit farbigem Titelbild und 25 Lertabb. — Union Deutsche Verlags^ gesellschaft, Stuttgart. — Wenn einerseits die abenteuerliche Handlung ben Leser gefangen nimmt, und die kühne Unternehmun^lust der Forscher oder des vielgewandten Iournalisten und Fliegers dem jugendlichen Phantasiebedürf- nis Rechnung trägt, fesselt andererseits die unaufdringliche Belehrung über die Wunderwelt der Tropen und den Kampf mit den Elementen. Immer kommt die große Schönheit der indischen Qlatur in diesen See- und Landbildern packend zum Ausdrucl, und immer weih Helling jedem kühnen Abenteuer auch die humoristische Seite abzugewinnen. Der „Perlenfischer von Bombay" wird nicht nur der reiferen Iugend Genuß bereiten, sondern Form und Inhalt werden auch alle erwachsenen Freunde gediegener Reisebeschreibungen befriedigen. 776 — Der Gute Kamerad. Illustriertes Knabenjahrbuch. 40. Band. 832 Seiten Quartformat. Mit acht farbigen Beilagen und 886 Abbildungen im Text. In Ganzleinenband Mark 12. Union Deutsche Berlagsgesellschaft, Stuttgart. — Der Gute Kamerad ist seit fast vier Iahrzehnten ständiger Gast bei vielen deutschen Familien im In- und Ausland. Durch Reichhaltigkeit des Inhalts und der Ausstattung bietet er auch heute der männlichen Jugend eine Fülle von Unterhaltung und Anregung. AlleS, wofür sich ein Junge von heutzutage interessiert, findet er hier. Auch in allen Dingen, die einem aufgeweckten •Jungen Freud« machen, ist dreier der beste Freund. Abbildungen aller Art, tn bunter Fülle über das ganze Buch verstreut, beleben die Erzählungen und Aufsätze und veranschaulichen allerhand Interessantes und Wissenswertes au» Heimat und Welt. 778 — Im 9Utten>edag, Berlin W. 30, veröffentlicht der bekannte Augenarzt Geh. Me^zinalrat ur. med. Graf Wiser ein Bud;: „Die Erdaltung des Augenlichtes. Die Gefahren Der Kurzsichtigkeit und deren tierbütung durch sachgemäße Behandlung- (694). über das uns von einer langjährigen Patientin folgenbe Zuschrift zugeht: Durch viele Jahre unadläjsigen Forschens und Prüfens auf den verschiedensten Gebieten der Augenheilkunde hat Graf Wiler seine Methoden erprobt, ehe er sich entschloß, mit dem Fazit feiner bisherigen Tätigkeit und Arbeitsweise an die Oeftentllchkeit zu treten. Schlicht und klar legt er Reä>enschaft ad von feiner Behandlungsweisc und ihrer Begründung, (fr charakterisiert die verschiedenen Arten von fturzsich- tigkeit, Astigmatismus, Weitsichtigkeit, Schielen, Netzhautablöfung ujro. und weist seine Behandlung^ art und das Endresultat in dcn verschiedensten Fällen durch zahlreiche Auszüge aus seinen Krankenbüchern nach. Sein Bestreben ist darauf gerichtet, die Aufmerksamkeit aller, die ein Herz für die Jugend und zugleich eine autoritative Stellung ihr gegenüber haben, au£ die Kurzsichtigkeit und ihre ernsten Folgen zu lenken, um sie dadurch zu ehrlicher Mitarbeit in der Bekämpfung dieser Krankheitserscheinung zu gewinnen. Wiser macht darauf aufmerksam, ..daß jedes Auge durch den Blick in die Nähe genötigt ist, zu akkommodieren, daß es mit Hilfe des Ciliarmuskels die Linse wölben und sich auf die Nähe einstellen muß, um die aus nächster Nähe in das Auge fallenden stark divergenten Strahlen auf der Netzhaut zur Bereinigung zu bringen". Wiser sagt ferner, daß dieser-Anpassung^- akt eine Zusammenzlehuna deo Clllarmuskela nötig macht, was nichts auf sich hat, solang« unter normalen Verhältnissen, bei allen Beschäftigungen itn Freien der naturgemäße Ausgleich zwischen Nah- und Fernsehen stattfindet. Wird aber, wie etwa bei langjährigem Schulbesuch oder durch vielftündiges intensives Sitzen am Schreibtisch, durch anhaltende geistige Naharbeit der Eillarmuskel dauernd überanstrengt, so kann er sich endlich nicht mehr entspannen. „Daraus entsteht dann ein Akkommoda- tionskrampf, der auf die Blutzirkulation, sowie auf den Säftezu- und -abfluß im Auge ungemein schädlich wirkt und die Linsenmyopie, auch-Schulkurzsichtigkeit genannt, nach sich zieht." Nach Gras Wisers Ueberzeugung ist bei dem Anpassungsakt des Auges durch die Kontraktion des Ciliarmuskels nicht nur die Linse beteiligt, sondern auch der Glaskörper mitsamt Netzhaut und Aderhaut erleiden eine Formver- dnberuna, wobei endlich durch die Ueberanftrengung diese« Muskels schwere Erkrankungen der Augen herbeigefühtt werden. Nach Wisers Angaben werden 97 Prozent aller Menschen weitsichtig geboren, also höchstens 3 Prozent können nach seiner Auffassung an her echten. Der sog. Achsenmyopie, leiden, die Ihren Grund in einer von Geburt an zu langen Augenachfe hat. In der Oberprima sind Dagegen schon 35—15 Proz. kurzsichtige Schüler Gros Wiler möchte deshalb alles tun. um die Kurzsichtigkeit in der Schule gar nicht erst aufkommen zu lassen. Cr macht genaue Vorschläge, wie unter Mithilfe gc> wifsenhaster snchmänni'cher Schulärzte, der Schul- bhtiplln und sorg'an.« r Mütter und unter Zuhilfenahme von ausprobierten K o n v e x gläsern den jungen Schulkindern der lieber gang vom Fernsehen zum Nachiehen erleichtert werden und wie sie während ihrer Schullaufbahn und später vor Ueberanftrengung de» ttillannuefele und damit vor dem verhängnisvollen Akkommodationskramps und seinen Folgen bewahrt bleiben könnten. Im Einblick auf alle seine Beobachtungen und Erfahrungen sagt er: „Wenn dies« Vorschläge berücksichtigt würden, ließe es sich verhindern, daß zahllose Menschen in späteren Jahren unter den schweren Folgen der Linsen- und Achscnmyopie zu leiden hätten, eine vorzeitige Invalidität und Arbeitsunfähigkeit, viel Not und Clend würde dadurch verhindert werden und eine große Anzahl wertvoller Cristenzen würde nicht genötigt fein, sich vorzeitig mit einem untätigen Leben abfinden zu muffen." C. C. Hcschäftlichc-. ..Die Stimme seinrS Herrn". E» ilt ein Tee- dienst der Ächallplatten- und Sprechmaschinen- Industrie, daß feder Freund guter Musik iich heute Innerhalb feiner eigenen niet Wände den ungestörten Genuß musikalischer Sarbietungen verschaffen kann. Führend auf dem Gebiete der Schallplattcn-Produltion und des Apparatc- Baues ist von jeher die Deutsche Grammophon- Akt engefellfchaft. Die Schutzmarken Grammophon" — „Die Stimme seines Herrn" sind eine Tradition geworden und beherrschen das letzte Biertelsahrhundert. Wesentlich für einen vollkommenen Genus; der Schallplatten-Wietergab« ist die Beschaffenheit des Sprechapparate.> Gin« Klasse für sich unter den vielen Erzeugnissen, die sich heute auf dem Markt befinden, ist das echte ..Gramola". Unter dem eingetragenen Schutzzeichen „Glectr ig ra mmoph on" liefert der Poltzphon-Grammophon-Kon-ern jetzt einen neuen Apparat, der an Klangfülle und plastischer Tonwiedergabe das beste darstellt, was je gehört wurde. Sprechstunden der Redaktion. 12 bis 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittags. Samstag nachmittag geschlossen. JÖr unverlangt elngesandle Manuskripte ohne beigefügtes Rückporto wird keine Gewähr übernommen. 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Frau Dr. Wolff (Sopran), Gießen. jChor: Gemischter Chor des Sängerkranzes Orchester: Kapelle des Reichswehr-Inf.-Rgts. Nr. 15, Gießen Am Flügel: Hella Maternus, Gießen Leitung: Albert Kasten. 9610c Preise der Plätze Mk. 4.-, Mk. 3.-, Mk. 2 -, Vorverkauf bei E. CH ALLIER, Neuen weg 9. Pb. Henkel Sonnenstraße 14 u.18 Anfertigung,Reparaturen Bitte um Beachtung meines reichhaltigen Lagers, Qualität und Preise! Peddigrohrgarnituren Sessel in all. Ausführungen Klosettstühle Korbwaren 08828 Blumenkrippen Klavierstühle Stühle, Kinderstühle Flurgarderob. u. Spiegel zu bedeutend ermaß. Preisen Stadttheater-Abonnement. Die Einlösung des dritten Abschnitts der Abonnements für Dienstag, Mittwoch. Freitag und Sonntag hat am Mittwoch, dem 1. und Donnerstag, den 2. Dezember 1926, in der Heil von 3—6 Uhr nachmittags an der Kaste in der Dorhalle des Stadttheuters zu erfolgen. Die zu zahlende dritte Rate beträgt für: Proszeniumsloge, Rangloge u. 1. Rang-Dorderplatz 20 RM. 1. Sperrsitz. 1 Rang-Mitte und Logenrückplatz . 15 „ 2. Sperrsitz und 1. Rang-Rllckplatz......10 „ 3. Sperrsitz und 2. Rang-Dorderplatz.....7 „ 2. Rang-Mitte ............5 „ 2. Rang-Rückplatz ...........3 „ Gießen, den 29. November 1926. 9827B Der Oberbürgermeister. I.B.: Klingspor. Probieren Sie. mit xk Pfund meine neu eingeführte Kaffee-Mischung Nr. 3 per Pfund Mk. 3.80 7734V und Sie werden mein ständiger Kunde sein. J. M. Schulhof, Marktslraße 4 Moderner Lack-Zugschuh imit. L, XV.-Absatz Gießen, Seltersweg 31 Handschuhe Damen- and Herren-Nappa-Handschuhe, gefüttert und ungefüttert, in verschiedenen Preislagen MäusburglO Franz Bette MäusburglO Dam.-Trikot-Handsch. 4 Aß Paar 135, 150, 1.75, I.4U Damen-Trikot-Handschuhe g. Futterqual. u. Wild- 4 Oft federimit ,P.2.40,2.75, LÖU Damen-Strick-Handschuhe reineWolle.guteAus- h QE führ., Paar 1.30, 1.80, UtUU Herren-Trikot-Hand- 4 1)1) schuhe,Paar 1.50,1.75, I.ZU Herren-Trikot-Handschuhe Futter u. 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Dezember 08333 Metzelsuppe Waito» V-tlM. 5 suppe Donnerstag: Metzel D^orqens: Wellfleisch in Krallt Zur teiiüÄ-Bättai Fst. Weizenmehl Pfd. 0.30 7,.:ker, gemahlen „ 0.36 Mandeln, süße 2.60, 2.40,2.20 Haselnußkerne, neue Pfd. 1.90 Sultaninen, Auslese „ 1.20 Korinthen „ 0.80 Cocosflocken „ 0.72 sowie alle anderen Backzutaten in bester Qualität preiswert Heinrich Driesch Selters weg 70 tetsi sürsorg (SP Für Mracht Lerch werden erkannt sich dan Die Arbeilsir für die S Dk stimm Erw stützt w Die o, Angehöri, Borsitzend Für 32, 38 vom Aussüh (1) sind" 52 2Bj diese ' (2) munge rufe be dies bis Mk für denen di es der i (1) De manbes, bi Reiche übe trag aus d im Verhak (2) Hit Landesäm die in der getroffen Solan der Arbe einheii/ich der Beror MW l Leistung Leistungen .Som 'D> Artikel - ft' U""r ' öot das Tri Ä* 3 1*". eia ®,“ er'öhr «e- d-e m Ä01 OÖ€C nod AMcheV Kann man ei durch absche um leinen Duo Unb doch ha ch hobtiftrafe SÄ* E ansehm, , aus -em 3 das Echutz, w.T Nr. 28» Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderheffen) Dienstag, 30. November 1926 Der schwarze Ordnungsstaat. Don unserem römischen ki-Korrespondenten. Rom. Ende Rooember. Die Freude ist von Italien gewichen. Es gibt keine gröbere Beleidigung, als die Italiener ein Milchen von Mandolinenspielern zu nennen, und wer D'Amrunzios Gesammelte Wette im Äopfe hat, erinnert sich vielleicht noch, wie der Uebermensch schon damals, als es galt, me Ration in den Krieg zu treiben, in seinen Brandreden die schimpfliche Tatsache brandmarkte, day Italien vornehmlich das Ziel von Hochzeits- Pärchen sei. Solche Zustände haben fortan auf' zu hören. Der Faszistische Staat hat den Ehr- geiz, ein Ordnungsstaat erster Klasse, ern Polrzei- staat zu sein, es soll nach Kasernen und Arbeitshäusern riechen, nicht nach Orangen und Mandelblüten. Rur Hunde und Fremde gehen in der Sonne, sagt ein altes italienisches Sprichwort, die modernen bespötteln die sentimentalen Reisenden, die das Blau von Eapri schöner finden als einen schwarzen Fasziktenwimpel. Gestern konnte man in Pariser Meldungen lesen, die Spannung zwischen Italien und Frankreich habe ihren höchsten Grad erreicht, nur Dummköpfe könne die scheinbare äußere Ruhe täuschen. Und x- ; Beweis für die ausgekochte Feindseligkeit der lateinischen Schwester, für ihren triefenden Hah. für ihr« schamlose Gier, Italien herunterzumachen, wurde berichtet, eine französische Zeitung habe ein Bild der jüngsten italienischen Königstochter, der wunderschönen Prinzessin Maria veröffentlicht und darunter geschrieben: .Die kleine Prinzessin mit den Märchenaugen, so schön, daß es die Augen einer, andalusischen Zigeunerin sein könnten... Dos war, nach italienischer Auffassung, eine Beleidigung des italienischen Königshauses, der »Idiot" von einem Redakteur, dieser »hima- üijagroße Riesenesel" darf von Glück sagen, nicht von etwas südlicheren Eltern geboren worden zu sein. Sonst hätte ihn ba& Revolutionstribunal gepackt. Ich kenne ihn nicht, aber ich habe gelegentlich jene herrlichen Augen gesehen und weih, vor einem Dichtertribunal würde jener andalusische Vergleich nicht als eine Beleidigung, sondern als eine Huldigung erschienen sein. »Mag sein", fügt der Ankläger selber hinzu, »da» wir überempfinttich find und immer schwarz sehen." Mag fein, ja. Schwarz i st die Losung Jedermann hat nicht nur daS schwarze Hemd zu trogen oder mindestens zu verehren, sondern auch die schwarze Drille. Die furchtbaren Rovembergesetze machen das auch dem Außenstehenden leicht. Riemand darf mehr dem Rächsten trauen, den Faszisten selber ist zur Vorschrift gemacht, sich gegenseitig zu überwachen. Da alle drei Attentäter, mit Tllrsnahme also nur der Miß Dibson, das schwarze Hemd getragen haben sollen, ist Mißtrauen geboten. Die Freimaurer, so warnt Turati, der mächtige Generalsekretär, versuchen sich in die faszistischen Reihen einzuschleichen Außerdem wurde bei allen schwarzen Legionen eine Geheimpolizei geschaffen, die gesamte ttaktenische Grenze ist mit Schwarz- Hemden beseht worden, denen Mussolini eigene Verantwortlichkeit, autonome Kommandos und eine feste Dienstzeit verlieh. Aus jeden, der an einer unerlaubten Stelle das Land verlassen oder betreten will, wird sofort geschossen. Pässe werden nur noch in Ausnahmefällen, nach eingehender Prüfung der Persönlichkeit, ausgestellt. Tod und Zuchthaus bedrohen schon die Weitergabe von mißliebigen Gerüchten. In der faszistischen Presse war zu lesen, das Schuhgeseh unterscheide sich nicht von seinem Vorläufer, dem republikanischen Schuhgeseh, das Deutschland einführte, also „die demvtrattschste Republik der Welt". Der Unterschied ist nun aber doch der, daß man in Deutschland einige Monate Gefängnis, in Italien lange Jahre Zuchthaus diktiert erhält. Wirksamer erscheint die Berufung der Faszisten auf die T o d e s st r a f e in anderen Ländern. Was wäre geschehen, so fragen sie, wenn in einem Jahre vier Attentate auf Ebert die öffentliche Meinung erregt hätten? Enden nicht auch anderswo politische Mörder auf dem Schafott? Ist es nicht lediglich ein Privileg der roten Internationale, solche Leute im Gegenteil zu hohen Aemlern zu berufen, tote z. D. jenen Mann, der den Minister Stürkh erschoß? Kann man es dem Faszismus verdenken, wenn er durch abschreckende Gesetze einen Schuhgürtel um seinen Duce ziehen will? IXnb doch haben 49 Senatoren die Einführung der Todesstrafe abgelehnt. Warum? Weil bü> kriegsrechtmähige Justiz zu Friedenszeiten ab- schreckt. Man muh sich nur die Ausührungs- artifel ansehen, die einem Urteil des Sondergerichts auf dem Fuße folgen. Morgen soll der König das Schuhgeseh unterzeichnen, am 2?. Ao- vember wird cs im Amtsblatt veröffentlicht werden — bann tdmi am 28. schon ein Mensch an die Wand gestellt werden. Die Hinrichtung erfolgt. wie die Tribuna ausführl, nach dem Militärstrafgeseh, durch Erschießen, und nur in Ausnahmeällen öffentlich. Das Tribunal ist zu- fammengeseht aus einem Präsidenten und fünf faszistischen Offizieren, die Mussolini persönlich auswählt. „Sowie das Urteil unterschrieben ist — so die Artikel 5Z1 und 573 — wird der Angeklagte unter Trommelwirbel und Trompetenstoß vor das Tribunal geführt zur Verlesung des Spruches Im Falle der Verurteilung zum Tode wird daS Urteil von der noch unter Waffen stehenden Truppe ausgeführt." Wer ist noch sicher davor, daß einige .Zeugen" ^ergeben und einen persönlichen Kind an- llagen. ein Gerücht weitergegeben zu haben? Manchmal erfährt man von dem Umlauf solcher Gerüchte, die mit Zuchthaus bis zu fünfzehn Jahren oder noch schwerer bestraft werden, erst durch amtliche Mitteilungen. Wie etwa die heutige: „Es werden tenbenüofe .Gerüchte über einen zwangsläufigen Umtausch be/t bei Danken deponierten Guthaben in Stückel der neuen Anleihe herumgeboten. Die Behörden haben den Auftrag, gegen die Verbreiter, dieser absolut unbegründeten Gerüchte vorzrtzehen. und zwar mit den schwersten und sofortigen Strafen, welche die neuen Polizei- und Sfchutzgesehe erlauben." Aach einneuesPolft zeigesetzit r.ä.n- !ich herausgekommen Es überwacht den Dürger bis ins Ehebett. Kinderbefchränkung. die Propaganda für Malthusianismus jeder Art wird ebenso bestraft wie, verdicnlttlicherweise, die Derbrettung von Schmutz in D^ort und Bild. Aus der Unzahl von Verboten f fci nur noch die Vorschrift über die Taufnamen hervorgehoben. Um- WllM dkü VMMM SWW. 3m Stadtverordneten-Sitzungssaale zu Eiehen fand gestern vormittag eine Versammlung zur Gründung des Decke hrsbun- des Oberhessen statt, zu der die Provin- zialbirettivn Oberhessen, die Kreisämter unserer Provinz, die Stadtrerwaltungen, Dcrkehrsvereine. Hantelstammern, Handwerkskammer, Badeverwaltungen. der D. H. C. usw. ihre Vertreter zahlreich ent-anbt hatten. Die Verhandlungen leitete der Vorsitzende des am 21. August zur Vorbereitung dieser Gründung eingesetzten Organi- sationsausschusses, Beigeordneter Dr. H a m m • Giehen. Die vorbereitende Versammlung vom 21. August hatte dem Organisationsausschuh den Auftrag erteilt, die Grundlage des angestrebten Bundes, den Entwurf der Satzungen, auszuarbeiten und der Gründungsversamm- lung zur Genehmigung vorzulegen. Der Organi* sationsausschuh hat in eingehenden Beratungen dieser Aufgabe entsprochen. Ueber diese Arbeiten berichtete der Vorsryende. Beigeordneter Dr. Hamm, zunächst kurz, sodann brachte er den Satzungsentwurf des Ausschusses zur Teratimg. Die Durchprüfung erfolgte paragraphenweise. Hier und da nahm die Versammlung einige Abänderungen an dem Ausschuh- Entwurf vor, im übrigen fanb er Volk Zustimmung. Schließlich wurden die Satzungen in der Gesamtheit genehmigt und damit die Gründung des verkehrsbundcs Oberheffen als vollzogen feflgeftellt. Anschließend beschäftigte man sich in sorgfältiger Weise mit der Zusammensetzung des Vorstandes, wobei man sich bemühte, allen Gegenden der Provinz und den Städten sowohl als auch dem Lande weitgehendst Rech- nung zu tragen. Rach gründlicher Beratung beschloß man folgende Zusammensetzung des Bundesvorstandes: Beigeordneter Dr. Hamm- Gießen, Bürgermeister Dr. D ö l s i n g» Alsfeld, Redakteur Blumschein - Gießen, Bürgermeister Dr. 6 et) b- Friedberg, Bürgermeister Dr. Kayser- Bad-Jauheim. Oberregierungsrat Dr. H e h» Gießen, Beigeordneter P l o ch - Butzbach, Kaufmann D i e h m - Lauterbach, Geh. Iustizrat Roe m Held - Ridda, Bürgermeister Menge!- Dchotten, Bürgermeister H i l d n e r - Büdingen, Bürgermeister Dr. R iepo t h-Schlitz: diese Herren gehörten sämtlich dem Organisationsausschuß zur Ausarbeitung des Satzungsentwurfs an; weiter wurden in den Dorstartt) gewählt 'Bürgermeister Volker- Lich, Bürgermeister Wa l z- Lauterbach, Kurdirektor Heutzen- r ö d e r - Bad Selters, je ein Vertreter der Handelskammer Friedberg-Düdingen-Schotten, (die Handelskammer Gießen-Alsfeld-Lauterbach hat in Kaufmann D i e h m - Lauterbach ihren Vertreter), der Handwerkskammer und des Gesamt- V. H. E.; diese Vertreter sollen in Kürze namhaft gemacht werden. Dieser 18 Köpfe starke Gesamtvvr- stan d wird aus feiner Mitte den Bundes- Vorsitzenden und den engeren, geschält s f ü h r e n de n Vorstand Wählern Der gesamte Vorstand ist jewetls auf die Dauer von drei Jahren gewählt, erstmalig bis zum 31. Dezember 1929. Der Beitritt des Verkehrsbundes Oberheffen 3nm hessischen verkehrsoerband in Darmstadt wurde im Anschluß an die Dorstandswahl einstimmig gutgeheißen. Der Vorstand wird die wetteren Schritte unternehmen, lieber die Frage, ob der Derkehrsbund Oberheffen auch dem Bund Deutscher Derkehrsvereine und der Reichszentrale für Deutsche DerkehrStoerbung beitreten wird, soll der Gefamtvorstand entscheiden, der in Kürze zu» fammeiUrekn wird. Damit war die Tagesordnung in gut zweistündiger flotter Deratungsarbett erledigt. Einige bemerkenswerte Einzelheiten über den Bund dürften hier von besonderem Interesse sein. In der BundeSsatzung wird u. a. bestimmt: Der Derkehrsbund Oberhessen hat seinen Sitz in Gießen. Aufgabe des Bundes ist, an der Gestaltung und Verbesserung des gesamten Verkehrswesens mitzu- wirken, für die Freindenverkebrswerbung zugunsten j£r Provinz Oberhessen zu arbetten und der wirtschaftlichen Erschließung des Provinzgebietes im Rahmen der Bundesbefugnisse förderlich zu fein. Die Mitgliedschaft können erwerben: jeder deutsche Reichsbürger, ferner die öffentlichen Körperschaften — insbesondere die Provinz», Kreis-, Stadt- und Gemeindeoerwallungen, die Industrie- und Handelskammern, die Handwerkskammer, die Land- wirtschaftskammer —, die Verkehrsoereine, der Vogelsberger Höhenclub, der Taunusklub, die Or- ganifationen des Gaftwingewcrbcs und der 3n> duftrie. Die Anmeldung hat schriftlich zu erfolgen oder in einer Mitgliederversammlung durch mund- liche Erklärung. Einzelpersonen genießen die persönliche Mitgliedschaft. Körperschaften treten als solche dem Dun de bei. Jedes Mitglied hat eine Stimme. Mehr» stimmenrecht ist ausgeschlossen. Der Mitgliederbeitrag beträgt je Einzelperson 5 Mk. jährlich; er ist im voraus zahlbar. Der Beitrag für Gemeinden beträgt mindestens 1 Pf. pro Kopf der Einwohnerschaft nach dem Stand der letzten Volkszählung, für Provinzen und Kreise mindestens */io Pf. pro Kopf der Bevölkerung, ebenfalls nach dem Stand der letzten Volkszählung. Sonstige Körperschaften zahlen einen Mitgliederbeitrag von mindestens 20 Mk. pro Jahr. Organe des Bundes sind die Mitgliederversammlungen und der Gesamtvorstand. Der Gesamt» Vorstand vertritt den Bund nach innen und außen. Er besteht aus 18 Personen, die von der Mit» gliederversammlung auf die Dauer von 3 Jahren gewählt werden. Er wählt aus seiner Mitte den ge- schästsführenden Vorstand, der 5 Personen umfaßt, bestehend aus dem 1. und 2. Vorsitzenden, dem Schriftführer, dem Rechner und einem Beisitzer. Das Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr. Das erste Geschäftsjahr läuft vom Zeitpunkt der Gründung bis zum 31. Dezember 1927. Alljährlich findet eine ordentliche Mitgliederver- fammlung statt, in der Bericht zu erstatten ist über das verflossene Geschäftsjahr, über den Stand der Bundesfinanzen, und in der der neue Haushalts» plan zur Genehmigung vorzulegen ist. In dieser Versammlung ist dem Gesamtoorstand bei ordnungsmäßigem Befund der Geschäfte Entlastung zu er» teilen. Die ordentliche Mitgliederversammlung muh spätestens Ende Februar nach Ablauf jedes Geschäftsjahres stattfinden. Außerordentliche Mitgliederversammlungen werden vom Gesamtvorstand unter Angabe der Tagesordnung einberufen. Ein Nachwort. Wir blicken mit besonderer Genugtuung auf bas nun vollendete Gründungswerk, und wir geben dem jungen Bunde gerne unsere besten Wünsch« füi ein ersprießliches Wirken im Dienste der vbechelstschen Prvvinzgesamtheit mit auf den Weg. Durch einen Aussatz des „Gießener Anzeigers in Ar. 171 vom 24. Juli b. Is. wurde bekanntlich die Anregung zu dieser Bundesgründung gegeben, und in einer Rundfrage an die oberhesstschen Stadtbürgermeister (abge- druckt im „Gießener Anzeiger" Ar. 177 vom 31. Juki) wurde festgestellt, daß unsere Anregung überall starke Sympathie gefunden und den Willen zur Tat ausgelöst hatte. In Besprechungen eines Mitglieds unserer Redaktion mit Herrn Provinzialdireltor Graes, Oberbürgermeister Keller und Beigeordneten Dr. Hamm- Gießen ergab sich rasch die Tatsache, daß diese Verwaltungsstellen gern bereit waren, der Gründung dieses als außerordentlich wichtig erkannten Bundes fordernd und wegbereitend beizustehen. Dieser wertvollen Hilfe wobei auch der technische Apparat der Gießener Stadtverwaltung von Oberbürgermeister Keller in weitgehendster, anerlennenetoerter Weise zur Verfügung gestellt wurde, und dem sehr bereitwilligen und tatfrohen M twirken aller beamteten und nichtbeamteten Interessenten in der Provinz ist das Gelingen des verheißungs- vollenWerkes zu danken. Der Verkehrsbund Oberhessen findet ein großes, aber auch dankbares Arbeitsfeld vor. Er wird viel Gutes für unsere Provinz leisten können, wenn stets und überall eine starke, weit ausgreifende Mitgliedschaft in ihm zum Wohle der Allgemeinheit vereinigt ist! stürzlerische Vornamen, also solche politischer Art. sind ebenso untersagt tote, verdienstlicherweise abermals, jene herabsetzenden, die eine Roheit sondergleichen den unehelichen Kinder» verlieh. Kein Vater also taufe hinfür seinen Spröhling Lenin oder Liberal Wie steht es nun aber mit dem Benito? Mussolinis Vater war bekanntlich ein Anarchist und soll als solcher seinen Sohn nach einem mexikanischen Rebellenführer Benito getauft haben.... Aber die Zeiten ändern sich eben und mit ihnen die Anschauungen politischer Führer. Wehe dem. der heute die Worte toiederholen würde, die feinerzett der Avanttredatteur Mussolini gegen die Beschränkung der Presse- freihett hinausschmetterte! Ein Glück, daß es keine Opposition mehr gibt, keine nichtfaszistischen Zeitschriften, keine regimefeindlichen Bücher mehr gibt. Heber Haupt niemand mehr, der den Mund zur Krittt aufzutun wagen würde. Die ilnter- toürfigfeit hat einen derartigen Grad erreicht, daß von oben herab eine Erklärung kam. es sei nicht gesagt, bah man nur mit dem faszistischen Abzeichen dem Vaterland« bienen könne. 11 nb wenn auch vor den faszistischen Fahnen, so brauche der Hut doch nicht vor den Wimpeln der Kindergruppen gezogen zu werden. An allen Ecken und Enden wird das Liktvren- bündel angebracht. Rachts leuchtet es elektrisch von den Gebäuden. Ruten und Dell — Mussolini scheint die Macht, zu der er noch auffteigen würde, geahnt zu haben, als et sich dieses Sinnbild erkor. Und wenn auch mit einer gewissen Bitterkeit, aber doch mit unverkennbarem Stolz stellt sein Sekretär Turati fest, die ganze Welt hasse Italien, seit drei Wochen habe sich das alte Europa gegen den faszistischen Staat erhoben, eine .erbärmliche Reaktion'. Italien aber kennt kein Zurückweichen, Mussolini keine Furcht. Die anderen sind e8, denen er feinen Wahlspruch entgegenschleudert: Oderint dum me- tuant. Amtsgericht Gießen. • Giehen, 27. Aov. Ein Hausmeister von hier hatte den strttten Auftrag erhalten, innerhalb einer bestimmten Zeit für die gründliche Reinigung sämtlicher Gebäulichkeiten zu sorgen. 11m die chm gesetzte Frist pünktlich einhalten zu können, sprang er, als eine der Putzsrauen,krank wurde, selbst ein und half tüchtig mit. Als er eines Tages im Kessel der Waschküche Wasser zu Reinigungszwecken heiß machte, kam eine im obersten Stock des Hauses wohnende Frau zu chm und forderte chm den Schlüssel zur Waschküche ab. Weil er diesem Verlangen nicht sofort entsprach, geriet sie in Aufregung und schrie so laut, daß Leute und Kinder auf der Straße stehen blieben. Alle Beruhigungsversuche blieben erfolglos. Als der Hausmeister schließlich in die Waschküche ging, um dort Wasser äu holen, folgte sie chm nach und holle einen dort fte^enben Waschbock, der ihr zur Mttbenutzung überlassen worden war, heraus. Sie behauptet nun, daß der Hausmeister sie hierbei „Spitzbubenmensch" genannt, an Hals und Bluse gefaßt und hin und her geschüttrtt, chr eine Ohrfeige versetzt und sie gegen den heißen Kesselrand gestoßen habe, so daß eine blutende Verletzung am Ellenbogen entstanden sei. Der Hausmeister gibt nur zu, ihr in Aotwehr eine Ohrfeige gegeben zu haben, als sie einen in der Waschküche liegenden Prügel aufgehoben habe, um nach chm zu schlagen Im übrigen bestreitet er ganz entschieden die Angaben der Frau. Da unbeteiligte Zeugen nicht zugegen waren und der Hausmeister von seinem Vorgesetzten ein glänzendes Zeugnis erhielt, war das Gericht der Auffassung, daß die Sache nicht genügend geklärt und ein ausreichender Beweis für die Schuld des Hausmeisters, dessen Behauptungen. er habe in mindestens vermeintlicher Aotwehr gehantelt, nicht widerlegt werden konnten nicht erbracht fei. Er imchte daher im Zweifel freigesprochen werden Zweckverband Wieseck - Alien-Buseck. £ Die Aufnahme des erweiterten Betriebs auf der Autolinie Wicseck — Gießen nachAlten-Buseck, die bekanntlich zu der Gründung eines Zwecks erbau des zwischen den beiden Gemeinden führte, ist nun in greifbare Nähe gerürft. Wie in der letzten Sitzung des Derbandsaus- schustes vom Vorsitzenden Benner- Wieseck mitge- teilt wurde, besteht die Ringlichkeit, den Betrieb nach den recht langwierigen Verhandlungen am Manta g , d e rn 6. Dezember, aufzunehmen. Mit dieser Tatsache ist dann für die zahlreichen in Gießen beschästigien Einwohner Alten°Dusecks einem Zustand ein Ende gemocht, der auf die Dauer nicht haltbar war. Aber auch für die üvrigen Bewohner Alten-Busecks, die das Finanzamt, die Gerichte, Spc» zialärzte usw. in Gießen aussuchen müssen, bedeutet die Schaffung dieses Verkehrsmittels eine große Erleichterung und Zeitersparnis. Nach dem langen Warten wird die Inbetriebnahme des Autoverkehrs von der Alten-Busecker Einwohnerschaft auf das lebhafteste begrüßt, ist ihnen nun doch die Möglichkeit gegeben, auch die städtischen Einrichtungen'Gießens, wie Theater, höhere Schulen usw., in weit höherem Maße auszunutzen wie seither, was infolge des weiten Wegs und der ganz ungenügenden Verbindung von Bahnhof Rödgen aus fast unmöglich war. Die Fahrpreise sollen sich nach den gesoßten Beschlüssen wie folgt gestalten: Einzelfahrten von Alten-Buseck nach Wieseck 30 Pf., von Alten Buseck nach Stadttheater oder Oswaldsgarten 50 Pf., nach dem Bahnhof 60 Pf. Fahrschein- hefte werden nur in einer Preislage verausgabt, sie berechtigen zur Fahrt bis noch dem Bahnhos und kosten (12 Fahrten) 5,50 Mk. Fahrl-n bis zur Ludwigsburg bei Wieseck (Bedarfshaltestelle) koste» 20 Pf. Wochenkarten kosten bis noch dem Walltor 2,50 Mk., nach dem Bahnhof Gießen 3 Mk., nach Wieseck 1,50 Mk. Von Wieseck ab wurde der Fahrpreis nach der Ludwigsburg auf ebenfalls 20 Pf- festgesetzt, von Gießen ab beträgt er, gleich- gültig von welcher Haltestelle aus, noch der Ludwigsburg 50 Pf. Bei dieser Gelegenheit wurde für die Strecke Wieseck — Stadttheater oder Wie - seck — Oswaldsgarten ein neuer Tarif geschaffen. Statt seither 35 Pf. wurde der Fahrpreis nach diesen beiden Haltestellen auf 30 Pf. herabgesetzt. Alle übrigen Fahrpreise auf der bereits bestehenden Linie Wieseck—Gießen bleiben unverändert. Am Fahrplan wurden noch einige Aenderun- gen gewünscht; seine Veröffentlichung erfolgt noch Fertigstellung rechtzeitig. Festgelegt wurde noch, daß Wochenkarten für Alten-Busecker Fahrgäste nur in Alten -Buseck im Vorverkauf erhältlich sind. Bis 3ur Fertigstellung des neuen Büssingwagens wird seitens der liefernden Firma ein Ersatzwagen gestellt. Der Unterbau des neuen Wogens wird in Braunschweia gebaut, der Oberbau, über den noch eine Besprechung wegen der zweckmäßigsten Anordnung der Türen und Sitzplätze stattsindet, wird in einem Karosseriewerk in Mainz hergestellt. Vor dem Aufbau wird in Mainz der Unterbau abgenommen. Im Gegensatz zu den beiden vorhandenen Sechsrad» wagen wird der neue Wagen nur 2 Achsen haben und etwa 40 Personen fassen. Im Motorbau wurden die neuesten Erfahrungen und Berbesserun- gen zunutze gemacht, der Wagen wird ferner mit Kunze-Knorr-Luftdruckbremse und mit Warmluftheizung versehen, so daß nicht nur hinsichtlich her Sicherheit der Fahrgäste, sondern auch auf angeneh- mes Fahren Rücksichten genommen sind. Aulo-Iweckverdand Stollen-Hungen OO Schotten, 28. Roo. Die erste Probefahrt des neugegründeten Zweckverbandes Schotten-Hungen tourte heute unternommen. Ein stattlicher 22er Sih er-Wagen in den blau-Weißen Schvttener Stadtfarben traf nachmittags gegen 2 Hfrr, von Hungen kommend, hier ein. 35 Personen — die Gemeinderäte der be- telligten Gemeinten Hungen. Langd. Rodheim. Rabertshausen — hatten darin Platz gefunden. Der Wogen hatte die Probefahrt glän - zend bestanden. Er ist innen und outen gut ausgestattet, mit allen neuzeitlichen Erfordernissen (Heizung, elettrische Beleuchtung, Plan für Gepäck u. dergl.) verletzen. Einige Herren von Schotten unternahmen zur toeiteren Probe eine Fahrt nach Eschenrod—Wingershausen und zurück, die hier vorhandenen sehr starken Steigungen tourten spielend genommen. Im Rathaussaal tourten die auswärtigen Gäste vom Bürgermeister ter Stadl begrüßt. In bet Krone fanb darnach unter Leitung bes Kreisdirektors eine nähere Aussprache statt. Auch ter ©emeinterat der Stadt Schotten war anwesend. Geh.-Rat Doeckmann begrüßte die Bürgermeister und Gemeinteräte ter beteiligten Gemeinten und schilderte die Dorper- handlungen. Bürgermeister Menget gab einen UeterMid über bie rechtliche und finanzielle Seite des neuen Verbandes, über Satzung, Fahrplan u. dgl. Die aufgestellte Sakung fand die allgemeine Billigung, auch die Werteilung tes ein- zuschliehenten Betriebsvermögens, tes Stimmrechts, tes Anteils am Gewinn und Verlust fand Zustimmung. Das Auto wird in Schotten stationiert, die Stadt hat sich bereit erklärt, die Halls kostenlos zu stellen. Der Fahrplan ist in der Weise gedacht, daß das Auto morgens gegen 7 Ahr bie Schüler und Mitreisenten von Ulfa abhvll und diese an den Zug nach Eichelsdorf (ab 7,19) bringt. Das Auto wird alsdann von Eichelsdorf über Ulfa, Rabertshausen, Rodheim, Langs nach Hungen fahren und dort die Züge die gegen 9 Uhr nach allen Richtungen gehen erreichen. Es fährt dann zurück nach Bahnhof Eichelsdors zum Anschluß an den Zug nach Schotten gegen 10 Uhr. Roch Eintreffen teS Mtttagszuges i/e2 Uhr in Eichelsdorf fährt der Wagen wieder über Ulfa und die genanntere Orte nach Hungen und hat dort Anschluß an die verschiedenen gegen 3 Uhr abgehenden Züge. Aach Eintreffen ter Abendzüge fährt das Auto um 8 Uhr wieder die Strecke über Ulfa zurück. E.ne gute Verbindung ist damit zwischen den De- tedigten geschaffen und allen Interessen ter Gemeinden gedient. D e Versammlung billigte diese Fahrpläne. Bürgermeister Fendt- Hungere sprach den Dank der Gäste für die herzlich? 2uxf- nahme aus und versicherte, daß die beteiligtere Gemeinten, besonders auch die Stadt Hungen, in Treue zu dem von Scholten ausgehenden! Projekt stehe. Die Versammlung billigte allgemein den Vorschlag, daß man auch nochmals der Ge- Turnen, Sport und Spiel .ueinde Alfa Gelegenheit geben solle, sich an Dem otDtd£>eib:n5 zu B.te l gm. G^h -R^tD oeck- mann versprach hier zu vermitteln und d.e weitere formelle Behandlung der Angelegerchcit, Einholung der ministeriellen Genehmigung, zu beschleunigen. Rundfunk-Programm. Mittwoch: 1. Dezember: 3-30 bis 4 Uhr: Die Stunde der Jugend. 4.30 bis 5.45 Uhr: Konzert des Hausorchesters: Konzert- wolzer. 5.45 bis 8.05 Uhr: Die Bücherstunde. 6.15 bis 6.45 Uhr: „Friedrich Nietzsche als Mensch", Dortrag von Pfarrer Clemens Laesler. 6.45 bis 7.15 Uhr: Funkkochlchulc Frankfurt: Charoktergestalten aus der Geschichte des neueren deutschen Unternehmertums: „Georg v. Siemens als Politiker" Dortrag von Prof. Dr. Georg Stünhel. 7.15 bis 7.45 Uhr: Die Schachstunde. 7.45 bis 8 Uhr: Eine Viertel- stunde Naturkunde (Senckenbergoiertelstunde) unter Leitung von Prof. Drevermonn. 8.15 Uhr: Gastspiel des Ensembles München der .Musikalischen Ko- modren" — „Der Hocr Doktor" Ein Biedermeier- lustspiel von Helene und Erich Fischer. Zum Schluß: „Der Schwiegervater". Ein Biedermeierlustspiel von Helene und Erich Fischer. Es ist der Wunsch der Versammlung, daß der Auwbetrieb vor Weihnachten noch beginne. Dem Ankauf eines Wagens tourte daher nähergetreten. Die Lieferung soll in acht bis zehn Tagen erfolgen. In nächster Woche wird daher der Betrieb eröffnet werden. V. s. V. v. f. V.-tiga—„vorussia" Fulda 1:1. Man bekam bet diesem Spiel am Sonntag ein von Anfang bis zum Ende spannendes Treffen zu sehen. Wer allerdings guten Stil und technische Feinheiten in diesem Spiel erwartet hatte, wurde enttäuscht, im besonderen von der Platzmannschaft. Dafür entschädigte jedoch der Reiz eines ausgesprochen nes Kampfsptels, das bei äußerster Kraft, und Ener° gieentfaltung beider Parteien trotz aller Härte als durchaus fair zu bezeichnen war. Die ersten 25 Mi nuten sahen die überaus eifrigen „Borussen" in dauerndem Vorteil. Daß trotz alledem Gießen bei einem Durchbruch eine der wenigen Chancen schon in der 10. Minute zum Führungstreffer verwandeln konnte, war kaum noch Glück zu nennen. Bei verteiltem Feldspiel blieb es beim Stande von 1:0 für D. f. D. bis zur Pause. Mit Wiederbeginn riß D. f. B. sofort das Kommando an sich und versuchte mit aller Macht, das knappe Resultat zu verbessern. Aber auch der Gegner war nicht müßig Mit Einsatz der ganzen Kraft kämpfte er fast verbissen um den Ausgleich. Auf und ab gingen die Angriffe: es war ein fetten abwechslungsreicher Kampf mit blitzschnell wechselnden Situationen. „Borussia" verdoppelte trotz leichter Uederlegenheit seines Kontrahenten seine Anstrengungen mit dem Erfolg, etwa 6 Minuten vor Schluß noch den ersehnten Ausgleich zu erzielen. Nochmals heißes Bemühen belberfeits um die Führung, bann trennten sich ble Gegner, in Torzahl unb Punkte sich reblich mit 1:1 teilenb. Vorher fand bas Gesellschaftsspiel D. f. B.-L i g a reserve gegen Hessen" E r st e statt. Auch hier konnten beide Mannschaften sehr gut gefallen. Nachdem das Spiel bereits 3:1 für die Platzelf gestanden hatte, gelang es den „Hessen" noch gleichzuziehen. Jedenfalls ist das 3:3°Ergebnis für die B-Klosfen- mannschaft ein voller Erfolg. Die 1. Jugend Mannschaft überfuhr die nur mit 10 Spielern erschienene Lollarer 1. Jugend mit nicht weniger als 8:0. Die KreismeislerZckaftsspiele im Arbeiter-Turn- und Sportbund. Gießen unterliegt gegen Mörfelden 2:0 (1:0). £ Wäre Gießen am (Sonntag mit kompletter Mannschaft auf dem Platze gewesen, so hätte das Resultat ganz bestimmt anders gefautet. Aber zwei Mann Ersatz im Sturm war etwas reichlich, der auf Linksaußen stehende Ersatzmann war noch angängig, aber der Ersatz-Mittelstürmer fiel ganz daneben. Das Ergebnis zeigt die im Sturm bestehende Schwäche: keine von den vielen Torgelegenheiten konnte ausgenutzt werden, die gr- sarnte übrige Mamischaft toar auf aller Höhe, auf ihr Konto ist das niedrig gehaltene Resultat zu setzen. Mörfelden zeigte ein geschlossenes Ge- samtblld und sehr gute Leistungen, den Sieg haben sie endlich gewonnen Bom Anstoß an war zu erkennen, daß Mörfelden du-rch das sofort ein- fetzende Zusammenspiel im Vorteil war, während Gießen noch reichlich nervös spielte. Den fofort gen scharfen Angriff der Gäste erwiderten die Gießener und erhielten bereits in der ersten Minute eine Ecke. Rach kurzem Mittelfeldspiel rissen die sehr flinken Flügel der Mörfelder ihre Mannschaft wieder nach vorn mit dem Ergebnis, ebenfalls eine Ecke zu erzielen. Wiederholt schafften die planvollen Angriffe der Gäste recht heikle Situationen vor dem Gießener Tor, wo die Hintermannschaft schwere und erfolgreiche Abwehr " leistete. Trotzdem blieb das Spiel zumeist offen. Erst in der 40. Minute kamen die Mörfelder zu ihrem ersten Erfolg. Aus kurzer Entfernung konnte der Halblinke freistehend und unbehindert l einschießen. Gießen zeigte nun mehr Schwung und wurde oft gefährlich, die Unbeholfenheit im F Sturm lieh aber keinen Erfolg zu. Rach dem Wechsel drückte Mörfelden zehn Minuten lang * beängstigend, aber immer im letzten Moment rettete die Verteidigung. Zwei in dieser Zeit erzielte Ecken blieben für Mörfelden ebenfalls resultatlos. Gießen zog mm fernen Mittelläufer in die Sturmreihe und konnte jetzt 20 Minuten lang das Spiel überlegen gestalten. Der Ausgleich war oft greifbar nahe, es sollte aber nicht dazu kommen, verdient wäre er gewesen. Der einzige Erfolg war, daß Gießen das Eckenverhältnis für sich günstiger gestalten konnte. 3n der 40. Minute brach Mörfelden- rechte S ite durch, erzwang eine Ecke, im Gedränge machte Gießen „Hand" — der Schiedsrichter deutete auf die Elfmetermarke, und zum zweitenmal zappelte der Ball im Reh. Gießens Energie flackerte nochmals auf, jedoch umsonst. Mörfelden riß in den letzten Minuten das Spiel wieder an sich, erzielte aber ebenfalls nur noch 2 Ecken. Der Schlußpfiff beendigte ein recht interessantes Spiel. Jrtebberg — v. f. L. Bornheim 3:4. Das Spiel des Tabellenersten und -letzten am Sonntag in F^edberg endigte mit obigem überraschenden Ergebnis. 3n kurzer Zeit üb r- nähmen die Bornheimer mit drei Toren die Führung, konnten sich aber wegen der ungünstigen Bodenverhältnisse nicht voll entfalten. Resultat bei Halbzeit 4:2 für Bornheim. 3n der zweiten Halbzeit konnte Friedberg das Ergebnis auf 4:3 verbessern, wobei sehr auffällig war, daß Friedbergs Erfolge drei verwandelte Eckbälle waren. v. f. R. Wiesbaden schlägt hanou 4:1. Dieser eindrucksvolle S:eg der Wiesbadener kommt ganz unerwartet: sie brachten einen vorzüglichen Sturm mit na$ Hanau, dec gleich in der ersten Halbzeit drei Tore schoß. Rach dem Wechsel kam Hanau zwar mehr und mehr auf und tonnte auch ein Tor erzielen, aber eine mitunter zahlreiche Verteidigung Wiesbadens und der unentschlossene Sturm Hanaus liehen keine weiteren Erfolge zu. Mit einem vierten Treffer machten die Wiesbadener ihren 6'eg komplett. Leichtathletik. Der bekannte Ku»streckenläuser Ä. Fischer aus Gießen hat sich der Leichtathletik- abteilung deS F. E. Wetzlar angeschlosssn und wird in der tommenben Saison fürWetzlar starten. Fischer hat, wie man uns berichtet, feinen Hebertritt vollzogen, um sich In Wetzlar feinem allen Sportlehrer und TrainingSkame- raben Paulus amuschlietzen und unter dessen Leitung ein eigehendes Training durchzuführen. Spielvereinigung 1900 Gießen. ö. Die Ligamannschaft der „Vereinigten" kehrte vom Spiel aus Wetz lar-Riede rgirmes abermals mit einem 4:1 Sieg zurück, damit auch weiterhin mit Frankenberg und Ockershausen als Zweiter der Tabelle der LahnkreiSliya rangierend, denn alle drei Der- eine erreichten bis jetzt 12 Punkte, während „Germania" Warburg als Erster mit 16 Dunklen 4 Pluspunlte voraus ist. Die mit reichlichem Ersatz antretenden 1900er brauchten geraume Zeit, bis sie sich auf dem kleinen, ungewohnten Platz zurechtfanden. Dis eine Viertelstunde vor Schluß stand das interessante, äußerst schnell durchgeführte Spiel immer noch 1:1. Dann setzte 1900 überraschend zu einem heftigen Endspurt ein. Acht Minuten vor Schluß führte Gießen sicher 4:1, und so blieb es bis zum Schlußpfiff. Die Blau reißen gewannen verdient. Auch das Ecken- Verhältnis mit 9:1 für Gießen zeugt von deren großer HebeLegenheil. R'.edergirmes spielte zeitweise reichlich hart, so daß Mittelstürmer und Rechtsaußen der Bereinigten erheblich verletzt pausieren mußten. Die 3a (L e h r ma n n s ch a f t) gewann die Punkte gegen Daubringens II. kampslvs, schlug aber dafür die gewiß nicht schlechte Dau- bringet I. Eft in einem Gesellschaftsspiel 6:0. Die 5. (Sondermairnfchaft) trat gegen Steinbach nicht an, da die Gäste angeblich später, als vereinbart, erschienen. Die 1. Jugend spielte in schlechter Der- faffung gegen .Eintracht", Frankfurt 1. Jugend nur 1:1, während das Vorspiel in Franklurt seinerzeit 1900 mit 5:0 als Sieger sah. Die 2. Jugend war bei dem Fuhball- neuling Großen-Buseck zu Gast und siegte gegen dessen 1. Jugend 3:1. Die 3. Jugend spielte zu Hause gegen Lichs I. Jugend (körperlich zwei ungleiche Gegner) und verlor ertoartung3gemä6 2:0. Die Jüngsten, die Schüler, errangen aber- mcl3 in Heuchelheim e'.ncn knappen 1: O^S.eg. Aus dem Arbeiter-Turn- und Sportbund. £ Unangemetoet erschien Rödgen bei Bad- Rauheim mit zwei Mannschaften in Gießen und spielte trotzdem mit zwei schnell zusammengestellten Mannschaften Gießens vor dem Kreismeisterschaftsspiel. Die lla-Mannschaft er- ledigte Rödgen 1 7:0, die Ilb- M a nn scha f t verfuhr mit der zweiten Rödgens zwar gnädiger (2:0), spielte aber auch nur mit neun Mann. Wieseck I war Gast der ersten Mannschaft Ober-MörlenS und zeigte sich dort von seiner besten Seite. Die Wiesecker brachten daS Resultat auf 6:2. Vorher spielten die Jugend- rnannschaften; auch hierbei zeigten die Wiesecker ein besseres technisches Können und drückten dieS in einem 6: 0-Ergeonis aus. Aehnlich wie Daubringen wollte es einmal Fronhausen mit der 1. Klasse versuchen und lud sich die 1. Mannschaft des Männerturnvereins Marburg. Das ungleiche Spiel endete 7:0 für die erfahreneren Marburger. Wetzlarer Futzball. D. C. Wetzlar—Butzbach 3:5. tz. In einem wenig schönen Spiel behielt der V. f. R. Butzbach am Sonntag die Oberhand über den B. C. Wetzlar. Die Wetzlarer waren nicht eigentlich schlechter als die Gäste, verstanden aber nicht, sich so wie diese im Torraum durchzusetzen. Bei Halbzeit lag Butzbach dank -eines verwandelten Handelsmeters in Front mit 1:2 und verstand es durch geschicktes Angriffsspiel, vor allem durch gesunden Schuh, seinen Vorsprung auf 1:4 zu erhöhen. Die nunmehr stark austvmmenden B. Eer konnten das Tor nur noch zweimal finden. Vutzbach erzielte ein fünftes Tor. Niedergirmes—G'cehc« 1900 1:4. Auch her waren wieder die Gäste die besseren und in allen Phasen des Kampfes überlegen. Riedergirmes hat es nur seiner guten Verteidigung und seinem glänzenden Torwächter Schönberger zuzuschreiben, daß es mit 0:1 bei Halbzeit und am Schluß nur mit 1:4 im Rachteil war. Niedergirmes verwandelte einen Handelfineter zum Ehrentor. Gießen erzielte ein Eäenverhältnis von 1:9. Niedergirmes brachte feinen Zusammenhang in den Sturm und damit auch keine Aussicht auf Torerfolge. Herborn—E. Wetzlar 4.-2. Auch der dritte spielerisch tätige Wetzlarer Ligavörein muhte eine Niederlage hinnehmen. Die Herborner halten in ihrem Mittelläufer ihre beste Kraft und erzielten durch dessen weite Vorlagen 4 Tore, denen Wetzlar nur 2 entgegensetzen konnte. Wetzlar war zu langsam und spielte zu interesselos, als daß es mehr Tore verdient hätte. Herborns Eifer und Schnelligkeit waren die Ursache zu einem verdienten Sieg. Handball der D. T. T. u. Sp. 1860 Marburg 1860 — T. D. v. 1846 Gießen 3:1 (1:1). s-1?; krtitt «°-b° . . m j g u n 9 ®onta" -ueb aui l»e toidung,^ einer tut E öi^öcr-'ufl ’Trff waren marli t 23 -roMt v sM 193 bis L aerft A M 'M, >2 & 34.25Ä" bis Ao bis «fjftj 20 bis. Ezz- Lup ®efd)äf sSs! 2 d-n 1. * ‘"i L S ' llkiedr. $ S"; Don 1,5 Prozent n aber trottelte I nur Licht Danlalne Eomnerz mtm minus02^ Pv fabrtsaktl^ auf öie greigal M13. werte tonten 1,5 Proz. Do" Mdeulsche o festigt. Seul natgtbenb’-n - ttn gebauten. Sttam.ng W iich schtickich. 3. auf 313 lung durchsetz Am Geld, Tagesgeld zo sucht zu 53/4 Mrentoechsel ieigten sich T-i gegen !*’ jon Rotel Rotel mit Wirtschaft. Der WeltkohLenmarkt nach dem englischen Streik. Der durch den englischen Streik entftanöene För- derausfall ist auf rund 150 Mill. Tonnen zu veranschlagen. Dieser Ausfall konnte von den anderen Ländern nicht gedeckt werden: in den letzten Mo- KQten ist die Deltkohlsnförderung um ungefähr 10 bis 12 Prozent hinter dem Normalfatz zurückgeblieben. 9n den ersten vier Monaten des -Streiks konnten die hauptsächlich für die Kohlenförderung in Betracht kommenden Länder ihre Kohlenförderung um rund 20 Mill. Tonnen steigern: außerdem konnten sie ihre Haldenbestande fast restlos abstotzen. Auf diese Weise war als Ersatz für den englischen Förderausfall eine Ausfuhttteigerung möglich, die sich für Deutschland in den ersten fünf Streikmonalen auf rund 12 Mill. Tonnen belief, bei ben 'Bereinigten Staaten auf rb. 8 Mill. Tonnen, bei Ostoberschlesien auf 5 Mill. Tonnen usw. Dieser Mehrbelieferung ftanb auf der anderen Seite ein Minderverbrauch gegenüber; so z. B. ist die Kohleneinfuhr nach England, trotzdem sie sich auf durchschnittlich 4 Mill. Tonnen in ben letzten Monaten erhöhte unb trotz- bem bie Kohlenausfuhr fast ganz weggefallen ist, niedriger gewesen, als der Förderausfall eigenllich hätte erwarten lassen. Auch andere Länder haben ihren Bedarf erheblich oerringert. So hat z. B. Frankreich eine Minbereinfuhr oon über 2 Mill. Tonnen zu verzeichnen; in Belgien und im Saargebiet wurde bie Ausfuhr von Kohle ganz ober teilweise verboten, in zahlreichen Ländern muhten Der- brouchseinschränkungen verfügt werden usw. Nur auf diese Weise war es möglich, ben Ausfall ber englischen Färberung knapp zu decken; trotz aller Einschränkungen machte sich jedoch ber Ausfall Englands immer brüdenber bemerkbar, ein Umstand, der u, a. auch in ben gerabeju sprunghaft anziehen- ben Preisen bes Weltkohlenmarktes zum Ausbruck gekommen ist. Lange hätte jebenfalls ber Weltkohlen- marft eine Fottbaucr ber jetzigen Zustänbe nicht mehr ertragen. Die grundsätzliche Bsbeutung des englischen Streiks liegt bann, bah durch ihn der Wettkohlenmarkt genau so oon ber Ueberprobuktion befreit worben ist, wie er 1923 burch bie Ruhrbesetzung, 1924 burch ben amerikanischen Bergarbeiterstreik usw. entlastet wurde. Wären in Den letzten Jahren nicht immer wieder diese Ausfälle zu verzeichnen gewesen, so wäre der Weltkoh'enmarkt schon längst zusammengebrochen. Für die Beurteilung der künftigen Verhältnisse ist wesentlich, daß England eine Verminderung der Selbstkosten um beinahe 20 Prozent erreicht hat. Damit ist de Konkurrenz- sähigkeit des englischen Bergbaues stark gestiegen, zumal die fast durchweg in unmittelbarer Nähe der Küste gewonnene englische Kohle bei weitem nicht die großen Frachten zu tragen braucht wie die Ruhrkohle mit 200 Kilometer Fracht- belastung, die amerikanische Kohle mit 6—800 Kilometer Frachtbelastung usw., Entfernungen, die z.D. bei der Auhrkohle Mehrfrachten bis zu fünf bis sechs Mark je Tonne bedingen. Da zur Zeit in der ganzen Welt ein erheblicher Bedarf an Kohle herrscht, und da England zunächst seinen eigenen dringenden Inlandsbedarf decken muß, wird für die nächsten Monate die englische Konkurrenz sich noch nicht erheblich bemerkbar machen. Hm so erheblicher wird fie jedoch vermutlich vom Frühjahr des nächsten Jahres an in Erscheinung treten; verringerte Selbstkosten, starker Frachtvorsprung, allmähliche Auswirkungen des technischen Ratlonali.lerungs- prozesseS usw. werden den englischen Bergbau in seinen Bemühungen um die letzthin oer Loren- gegangenen Absatzgebiete erheblich unterstützen. Da die anderen koblenerzeugenden Länder natürlich das größte Interesse an der Erhaltung ihrer Absatzgebiete haben, werden auch fie alle Anstrengungen unternehmen. Es ist also damit zu rechnen, daß im Lause deS Jahres 1927 die WettkohlenförLerung eine immer stärke.e Leige- tung erfahren wird. Infolge des Wegfalls der englischen Subventionen werden die Preise auf Den anormalen Tiefstand zu Anfang Dieses Jahres vermutlich nicht wieDer heruntergehen; hier spricht auch mit Die Heberlegung, Daß eS für Die kohlenerzeugenden Länder sinnlos ist, ihre Brennstoffe zu billigeren als Den Inlandspreisen inS Ausland zu verschleudern und dadurch der ausländischen Industrie billigere Grzeugungsmög- lichkeiten als der einheimischen zu geben. Inwieweit auf diese Dinge (ine internationale Kohlenverständigung Einfluß hat, bleibt abzuwarten. Es scheint so, als ob einzelne Länder erst einen Ausgleich in den letzthin verschobenen Absatzverhällni sen abwe-ten wollten?" bevor sie sich zu definitiven Abmachungen entschließen. * D i e Frankfurter 15- Million e n - Anleihe ausverkauft. Die 15 Millionen Mark betragende 7-Prozent-Anleihe ber Stabt Frankfurt a. M., welche burch bie beiden, unter Führung der Preußischen Staatsbank bzw. bes Bankhauses Mendelssohn & Co. stehenben Konsortien übernommen unb von gestern ab zum freihändigen Verkauf gestellt wurde, ist, wie wir erfahren, bereits vollständig ausverkauft. Berliner Produktenbörse. Berlin, 29. Nvv. Der Wochenbeginn im Berliner Getreidegeschäft war für Brotgetreide durchaus schwach. Einmal zeigte ber Verbrauch Im In- lanb allergrößte Zurückhaltung, mährenb anberer- Jetts bas Angebot roicbcr umfangreicher geworben ist, unb auch bas Auslanb feine Forberungen ermäßigt hatte. Lieferung wurde für Weizen per Dezember 2 Mark, Frühjahrsmonate etwa 1,50 Mark schwächer. Für Roggen sinb bie Forberungen gleich-, falls williger unb bementfprechenb bas Kursnweau für Lieferungen schwächer. Dezember 1,50 Mark unter Samstag, währenb spätere Monate sich ment- ger nachgiebig zeigten. 3n yuticrartifehi hat sich die Geschäftslage etwas gebessert, nur Gerste Immer noch bei großem Angebot schwer verkäuflich. Das tung hat Dr. Seitz übernommen. Narrenkappe. Sparren vom RedakttonSttsch. (Bänfefleln. Weitz. Weih zieht und seht in zwei Zügen matt. Weiß: 8 Steine Kgl; Dd8; I.c4; 517, g2; Bb2,d6, h3. Schwarz: 4 Steine Ke4; Bc?, f6, g3. Endspiel Str. 25. Don O. Weltzgerber, Steinfurth. Schwarz. Die Splitter und Schach-Ecke. Bearbeitet von W Ordach. Richtige Lösungen zum Problem Rr. 86 erhielten wir noch von den Herren: Lehrer Dreidecker: Prof. W., hier; Dx. in G.; desgl. zum Endspiel Nr. 23: Lehrer Breidecker: Prof W.: Dx. in ®. Richtige Lösungen zum Problem Ar. 87 erhielten wir von den Herren: Lehrer Dreidecker. DiplomvolkSrat G. Weber, hier: Dr. in G; 0. Stumps, Garbenteich; Hnterlertlaner H. Kappes. Langsdorf. Aus der Schachwclt. Carlos Torre geisteskrank? Amerikanischen Blätternachrichten zufolge ist der junge mexikanische Schachmeister C. Torre geisteskrank geworden. Wenn dies Gerücht sich bewahrheiten würde, dann hätte die Schachwelt einen großen Verlust erlitten. Es ist das der dritte Fall, daß jugendliche Spieler diesem grau igen Schicksal anheimsallen. Seine Vorgänger waren: Paul Morphy sowie Harry Nelson Pillsburg, die beiden genialen amerikanischen Meister, welche frühzeitig dem Irrsinn verfielen. Internationales Turnier in Meran. Anfang Dezember beginnt in Meran ein großes internationales Schachmeisterturnier. Die Lei- Weitz. Weih am Zuge erzwingt das Remis. Weiß: 8 Steine Kh3; Tg4, h6; Lfl; Sc5; Bd2, d3, h2. Schwarz: 10 Steine Kt3; Dh8; La8, d8: Sb6; Be5, i6, f2, g5. h4, h7. Lösung des Problems Ar. 87. Don ä. Daher. 1. La2-d5, Ke5-d6; 2 Ld5-a8!, Kdb-c7 oder e5; 3. Se7-d5 oder Df8 ~ tö matt 1......Kti-d4; 2. Df8-f3, Kd4-e5 oder d7- äd, 3. Df3-f6 oder Se7-c6 matt. In einem sehr seinen Restaurant bestellt sich ein Mairn eine Portion Gänseklein. AIS das Essen kommt, bindet er sich die Serviette um den Hals, schleift das Messer an der Gabel, legt das Besteck danach wieder weg. langt sich mit bin Fingern einen Flügel vom Teller, packt ihn mit der Linien Hand am einen Ende, mit der rechten Jam andern, dreht ihn im Gelenk auseinander. 6in Wetterschlag von Sohetropfen und KartoffelstüLeu g:ht auf das Tafeltuch hernieder. Dec Ges^äftsführer Litt an den Ma n heian: «Ditte, mein Herr, d.e Gerichte unseres Speisezettels stehen den Gästen nur zu Esseas- zwecken zur Verfügung." „Ra, ich esse doch." „So, so? Ich dachte, Sie üben sich im 3iu- Jttsu!" (Lust. Dl.) kuusikrilik. Andreas Achenbach, ber berühmte Düsseldorfer Maler, war bekannt burch seinen Sarkasmus. Als ein ft ber Maler Tiengelberg ein Bild: „Der Gang nach Emmaus" betitelt, auf welchem im Vordergrund bie Figuren, im Hinterarunb eine hügelige Landschaft zu sehen war, auspestellt hatte, kritisierte Achenbach: „Dat is 'n echter Mengelberg, vorne die Mängel und hinten ber Berg." Gebvrtstagsfeler. Gretchen hat zu D^ters Geburtstag ein Vebicht fiele ml Als ber große Augenblick yekommen ist und sie es auffogen soll, h^l sie natürlich keine Ahnung mehr unb fängt erbörrhlid) an zu weinen. Da rebet ihr ber Vater gut zu, iie könne |a auch ein anderes Gedicht auffagen, unb,' prompt beginnt die Kleine strahlend: , Du liebe- Schwein, Du tust mir leid, { 3 Du lebst nun nich' mehr lange Zelt — —j OTTle für die Redaktion bestimmten Mitteilungen, Lösungen usw. sind zu richten an die Schachredaktion des „Gießener Anzeigers". Problem Nr. 89. Don Otto Futz. Schwarz. Mehlaeschäft Ht allgemein schwieria geblieben, auch erinätzigts Forderungen führen noch leine Belebung herbei. Ts notierten (1000 Kilogramm): Weizen, märkifcher, 271 bis 274 Mark; Roggen, märkischer, 227 bis 232: Sommergerste 215 bis 245; Wintergerste 190 bis 203; Hafer, märkischer, 174 bis 185; Mais, loko Berlin, 195 bis 199; (HX) Kilogramm): Weizenmehl 35,50 bis 38,50; Roggen mehl 32,50 bi» 34,25; Weizenkleie 12,35 bis 12,3*5; Roggenkleie 12 bis 12,25; Biktoriaerbfen 55 bis 61; kleine Speiie- erbsen 82 bis 35; Futtererbsen 21 bis 24; Pe iiischken 20 bis 22; Äckerbohnen 21 bis 22; Wicken 22 bis 24; Lupinen (blau) 14 bis 15; Lupinen (gelb) 14,50 bis 15,50; Serradelle (neu) 21 bis 23. frankfurter Börse. ((Stgener Drcchtbericht des „®te6cner Anzeigers".) Frankfurt, 30. 2Ldd. Tendenz: Schwach. Dte fett einer Reih« von Tagen < 1.9175 U.4K1! _ 0.441'7 — 4’Vo Preußische .Ronfotti . . . 4, 0 Heffeu........... <’.74 0,73 0.725 — 0.74 0,765 31 fi. Hessen.......... 3*.'o Hessen........... — 0,66 U.64 _ itudd« Sertv. Tollar-ilnl. — — dio Toll Schatz-Lmreilng. . — * <•/. Zollturlim......... 5% öolbmtrlfann..... 17 17 17.25 —• 41.-5 43.9 — Verlinee Handrlkittelttchaft Gommtrt« und Pnoal-Pauk Ib5 182 5 457 185 231.85 IM.5 j amift. und '.Qaitonelbanl . 257 5 toi 177 25., . i'.ridjt Bank......... 17* 16M 175 75 Ib7.5 i;a TiSkomo Connnandit . . i68.7'i 106.25 2 r.xdner Saut . . ...... »d 5 I72.to H* 157 157 ‘J-UtioUbont........... Mu trideutsche Urebitbanf . — 145.5 143 Ccfttiieii6t ISO 5 SO 5 80 185 1« IS 1 10.H 127.5 2X-, 79 IM.to 184.75 INI 1« 110.25 I27.lt ru IS 5 III 127 107 127 V 126.25 Rheinische Braunkohlen . . . Dttrtinftabl........... 19t 191.5 191.5 192 Vücbed ‘-Montau........ 170 172 171 172 98.d 149.ü etrrintate etabiroertc .... 140.5 142 140.5 Hamdura-Anienka Paket. . . 165 166.2.5 165 165 Rorddruucher VloDO..... 159,75 160 «58.13 159 Lveramische SScrfc Albin . . — — — — fernentrotrf Heidetbira ■ • . Duilivv ftoliataiut...... 124 75 124.75 * * 154 IM.25 103 151 guqto Cont itznauo..... Chemische Maver Äloptn. . . — — Goldschmidt.......... 133,1 13b 134 5 134 »oHucrfobiituo........ oi y 61 2j 5 Ä ^arorn-Industrie. . . Rutger» werte......... 510 75 ■112.25 310 31t 132 130,25 132 130 ertcib onftolt......... 173.75 156 All«. ElcktrijitätS-Gesellschaft 155,25 <56.23 155.5 Berainaiin........... El kkr. Lieferungen...... 153.75 152 152.75 151 141 148.25 146.5 146 L'idji uno .Kraft........ 14? 149 147.25 '.Ufainfraitroeirc........ 107 153 191,25 108 >34)udert.......... . 158,5 191,5 IC6.5 >52.25 191.5 107,5 152.25 191.5 107 HiemruS .yalvfe...... Adlcrwcrke Al lener...... Daimler 'Dlotorcn....... 104 5 104 105.5 105 Henliaenstaedt......... ‘Ui'eoiiin............. Ptaunheimer Motoren .... 54.25 53 5 — 39 — ftrantfuricr Annaturen 15,75 .(lOiifrrocnfabrif Braun . . Mctallgesell chatt Frankfurt. 54 — — — 17b 174 — — Pet llitini: yi..i1 ■ N!' 64.5 118 64 Echnb'abrik Her; . . . . . — _ sichel.......... ZkNstost ?lfd)aff#nburo. . . . seflfto i Wnldlrof...... 143 234.5 07.5 143,5 22 224 222.9 Zuderrabrtk Frankenthal . . 99.5 95 5 Zuckerfabrik Wagl)äufel . . . 123,5 124.25 122.25 — frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M.. 30. Rov. Gs wurden notiert; Wetterauer Weizen 29,25 bis 29,50, Roggen, inländ. 24,50 bis 24,75, Sommergerste für Brauzwecke 24 bis 26,50, Hafer, inländ. 19,25 biS 19.75. Mais (gelb) 19,50, Weizenmehl, inländ . Spezial 0 4125 bis 41.50. Roggenmehl 35 bis 35,75, Deizenkleie 11,50, Roggenkleie 12 bis 12,75. Tendenz ruhig. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. T e I e g r a p h t! ch e Auszahlung. Banknoten. 29. Rovdr. 30 Novdr. ÄmtNch« ,'lsti nina .lnnlichc '.'lottrruna «cld Brie- Brie» Umft. Hon I6b.i/.' 16.*,51 16B.U7 168.49 fu.n.jPrrL 1.711 1.715 1,708 1.712 Pn.-tlntw 5 t. <6 >8,60 58.40 5S 54 übninania 11-6.61 106 ttt 106.28 ^sv'.-daom 111.96 112.24 111.93 112.21 Sirduolm . 112.19 112.47 10.612 114.16 112.44 Hrlstngkvr«. 10,572 10.57 10.61 aialint. . . 17.91 17.IM 17.96- 18.0-15 London. . . 4).3M' «1.441 M.438 Wtnnort . . 1.2015 4.2115 4.2025 4.112-5 $Bnru... 15.30 13.42 15.60 15.64 Schweg . . Bl. Ito dl.825 •»1.07 »1.27 ÖM 'M . -13.62 "3.7, 63.65 63.M 9eMn . . . *to de (Van Wien In D-- 3,063 2.067 Z.Obä 2.067 >.5SI 1.5X2 ".515 1.517 C2.457 <2,441 13.4*3 7.415 1.4»5 7.41.5 7.435 vudav-'st. ),691 3,911 .895 5,915 SukatUn d.ttl? 1.042 -.035 3,(115 Lissabon . 21 595 U.645 21.595 31,61. 61.77 Tarnin. . . *1.60 81.80 11.57 Senft ntin. .'.107 .117 2.10 2.1t fltlxn. . . j. 2j 5,27 5.25 o.37 Canada 1.21 1.22 4.21 4.22 Uru uan . 1.175 4.185 4.175 4.185 Cairo . 20.914 20.966 20.914 20.966 Berlin. 29 Novdr äeu- Briet Lmcrikantich» Roten..... Belaische Roten........ Dänitch« Roten ....... (hifilildie Roten........ Fmn;osischc Roten...... Holländische Roten...... At lientfche Roten...... Norwegische Roten...... Temlch Crften .Äioo Jtronen Rumänische Noten...... Schwedische Roten...... Schwester Roten....... Spanische Roten....... Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Roten....... 4,191 48.32 111.67 4O.JJ57 15,13 167.73 17 #6 106.33 59.23 2 20 111.87 80.85 «.89 12.415 5.86 4.311 58.62 11.'.22 20.457 15.41 168.37 17,91 106.77 69.53 2.24 112.13 81.25 U3.H 11,175 5.90 Berliner Börse. Berlin, 30. Rov. An der heutigen Ultimo- Börse kam weitere Prämienware heraus, die auf die Kurse drückte. Die Tendenz der Aktien- Märkte war bei absoluter Zurückhaltung des Publikums vorwiegend schwächer. Verstimmend wirkte neben Veit Besorgnissen über den bevorstehenden Kampf an den Weltlohlenmärlten auch die wieder ansteigenden Sanierungen. Bei Maschinen-Hartmann erschienen an den Makler- tafeln Minuszeichen, da der bedeutende Jahres- Verlust ein erhebliches Angebot zur Folge hatte. Das Papier ging von 56 auf 43,6 Prozent herunter. Derartige Einzelbewegungen waren naturgemäß geeignet, die Lustlosigkeit und Realisationsneigung bei der ohnehin bestehenden Rervv- fität zu fördern. Am Farben markte beschränkte sich die Spekulation auf die zur Durchführung der Liquidationen notwendigen TransaHivnen, da der Streit um die Stickstoff-Patente das 3nteresse für dieses Papier vermindert hat. Die Gesamttendenz der Börse war daher allgemein gedrückt. Auch heimische S t a a t s r e n t e n . die bemerkenswert fest eröffneten, wurden später angeboten und bröckelten ab Ablbsungsan- leihen wurden infolge der Auslosung wieder nicht notiert und waren im Freiverkehr mit 338 nur angcbo.cn. Am Geldmarkt hat die Ra-^ frage erheblich zugetrommen. Der Satz für Geld einige Tage über den Ultimo zog auf 8 Proz. an. 3m übrigen betrugen die Ztnsforderungen Kauft in Säessen! je nach der Länge der Zeit 6,5 bis 8 Prozent. Auch dieser Umhanb trug weient.ich zu der ungünstigen Kursgestaltung bei. 3m Devisen- verkehr waren keine wesentlichen Deränderun- gen zu verzeichnen. Pari- gegen London 131,50. Brüf el (Belga, 34,88, Mailand 113,75, Oslo 19,18 Madrid 32. Strafkammer Giehen. (Sieben, 26. Rovember. 3m Frühjahr 1923 war bei dem KreiSamt B ü dingen gegen einen Bürgermeister deS Kreises eine Anzeige erstattet worden, weil er sich Unredlichkeiten zum Rachteil der Gemeinde habe zuschulden kommen lassen. Die daraufhin eingeleitete Antersuchuna ergab die vollkommene Haltlosigkeit der Anschuldigungen. Trotzdem griff im vergangenen 3ahr ein Einwohner, der auch seinerzeit der Veranlasser der Anzeige gewesen war. nochmals die Sache auf und wiederholte, ohne auch nur die geringsten Beweise dafür zu erbringen, tie früheren Anschuldigungen gegen den Bürgermeister. Die Folge davon war, das) er sich nunmehr wegen verleumderischer Beleidigung zu verantworten hatte. Rachdem er sich nun heute in der mehrstündigen Verhandlung von der Grundlosigkeit seiner Behauptungen überzeugt hatte, gab der Angeklagte eine dementsprechende Ehrenerklärung ab und übernahm die sämtlichen Kosten, die, da auch noch die Kosten des Rebenklägers hinzukommen, recht erheblich sein dürsten. Daraufhin wurde die Verhandlung ausgesetzt, damit das Äreisamt über eine evtl. Zurücknahme des Strafantrags Gntschliehung treffen kann. Wegen fahrlässiger Körperverletzung war ein junger Mann durch das Amtsgericht Dieben zu einer Gefängnisstrafe von zwei Wochen und wegen unbc.ugten Waffen tragens zu einer Geldstrafe verurteilt. Auherüem war die Einziehung der Waffe angeordnet worden. Die gegen dieses Urteil von ihm verfolgte Berufung nahm er heute zurück, so dab daß erstinstanzliche Urteil damit Rechtskraft erlangt hat. Dollen Erfolg mit seiner Berufung erzielte ein Reisender, der wegen Betrugs durch da- Amtsgericht Herbstein zu zwei Wochen Gefängnis verurteilt worden war. 3hm konnten irgendwelche betrügerische Absichten nicht ausreichend nachgewiesen werden, so dab mangels Beweises seine Freisprechung erfolgte. Dagegen wurde die Berufung eines Schuhmachers. der wegen Bedrohung mit 2 5 Mark evtl, fünf Tagen Gefängnis bestraft worden war, kostenfällig zurückgewiesen, da auch heute das Gericht, ebenso wie die Dorinstanz, von seiner Schuld überzeugt war. (oblagtdie. IdugeHau^rau,. Geschäfts-Eröffnung Der verehrten Einwohnerschaft von Giehen und Umgegend zur Kenntnis, datz ich Mittwoch, den 1. Dezember 1926, mein Spezial-Geschäft eröffne. Ich empfehle: Q8306 9lbt I: Sämtliche Sorten Seefische, Räucherwaren. 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Stück Mk. 0.65, 0.45 buntkantig, mit Hohlsaum, Stück Mk. 0.95, 0.75, 0.65 Kindertaschentücher buntkantig, 6 Stück ..............Mk. 0.95, 0.90 Bildertücher, Stück................ Mk. 0.15, 010 Wolldecken Batikdecken auf Seidenbourrette und Steppdecken Wolldecken .. 25.90, 23.00, 21.50, 14.80, 12.60, 11.00 Kamelhaardecken Mk. 5V00, 4L5ü,I26J5 21.00 mormhorfeott in bester Ausführung, m. Daunen-, Woll- ober Halbwollfüllung, in größter Auswahl, Hauptpreislagen: Mk. 98.00, 68.00, 65.00, 17 42.00, 34.75, 27.00 1 < • < 0 Verschiedenes 5ofaüissen la bunter Satin, Wollfüllung, Mk. 1.95 Reisekissen la Seidensatin, Wollfüllung Mk. 1.35 Madeiradecken a“'n 60x60 cm.....Mk. 1.00 120X120 cm ... m. 2.90 Fritz Nowack Mechanische Wäschefabrik und Ausstattungshaus