<76. Jahrgang General-Anzeiger für Oberheffen Drvtf nit6 »erlog: vrühl'sche Univ«rfit«;-Vuch- »nd StemdruSerel «. Lange in Siehrn. Schnstleitung und Seschastsftelle: Schulftratz« 7. Ur. 255 Erster Blatt 6r|d)etm iögltd),außer Sonntag* und tftiertag». Beilagen: vlehener Jamihenblättei Heimat im Bild Die Scholle öonaH'BejugsneU: 2 9leid)smarh und 20 Reichspfennig für Trägen lohn, auch bei Nichten Samstag, 50. ©Höbet 1926 Annahme von Anzeigen für die lagesnummtr bis ▲ zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe 1 W für Anzeigen von 27 mm W ■ Brette Srttich 8, auswärts ■ io Reichspfennig: für Ne- ÖÄ M Mameanwigen oon 70 mm SL, Breite 35 Rerchspfennig, Platzoorfchrift 20' , mehr. Thefredakteur Dr. Friede Will) Lange. Deranttoortlich für Politik fcheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanj d) lüffe: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Ließen. poflfd;:tffoiilo: Frankfurt am Main 11686. Dr Fr. Wtth. Gange; für Feuilleton l> H.Tdyriot: für den übrigen Teil Ernst Dlumfchein; für den An- zeigenteil L Dertr H. Deckt, sämtlich in (Biefjen. Der Kampf um den Finanzausgleich Vie britische Reichskonferenz minions: weit Der. Ma- iHen, wie sie die Mittel dazu auf die Beine bringen sollten. Wir flnD rn letzter Jett mit Denkschriften geradezu überschüttet worden. Die Städte in ihren ni'rfrhiohtmCTi Oia-aruf attoncn baden sich zu TB ort diesem Parlament verantwortliche Regierung, indische Volk ist heute noch von diesem Ziel entfernt. Ein äußeres Zeichen dafür ist seine tretung auf der Reichskonferenz: neben dem haradscha von Burdman, und dem Dizekönig, der Staatssekretär für Indien im britischen Kabinett, Lord Birkenhead, der britische Vormund als Spre- widmen können. Andere dagegen, besonders Kanada und Südafrika, fürchten, von der -Unter» zeichnung des Locarnopaktes durch die Ttollc, die England als Garant des Deutschs ranzo fischen Sicherheitsvertrages übernommen hat. früher op«r oder später in die Händel des europäischen Kontinents hineingezogen zu werden. So sind heute noch alle Probleme, die Die britische Reichskonferenz angeschnitten hat, im Flusse. Das wichtigste, die verfassungsmäßige Stellung der Dominions innerhalb des Reiches, scheint Dabei überhaupt noch nicht zur Erörterung gestellt zu sein. Die Forderung Südafrikas nach einer eigenen Flagge und der Wunsch Kanadas, durch eine eigene Botschaft bei den benachbarten Vereinigten Staaten vertreten zu sein, kennzeichnen, wie weit heute der Wunsch nach Selfgovernment in den einzelnen Dominions geht. Ausbau der britischen Luftfahrt. London. 30. Ott. (LA.) Wie amtlich verlautet. sind in den bisherigen Verhandlungen derReichskonferenz die wichtigsten Fragen der britischen Außenpolitik, der Reichsverteidigung. der Deziehungen zwischen den Reichstellen, der Verkehrs- und Handelsfragen in Den Vollsitzungen soweit geklärt worden, daß sie in weiteren Plenarsitzungen nicht mehr behandelt zu werden brauchen. Besonderes Interesse hat nur noch die Veratung des Sonderausschusses über die technischen Fragen des Reichshandels, sowie die Arbeit des Ausschusses für Verkehrs- und Siedlwigsfcagen. Die Ausführungen des Luftfahrtministers über den geplanten Ausbau der Luftsahrtlinien innerhalb des briti chen Reiches haben die volle Billigung des kanadischen und australischen Premierministers gefunden. Der Australier erllärte. daß Australien Die Kosten für die Einrichtung einer Ladungsstation übernehmen wolle. Der Kolonialminister stellte fest, daß auch eine reguläre Lusfschift- route nach Kanada eingerichtet werden wurde. i Gleichberechtigung mit den freien Do- ein freies indisches Parlament und eine ..... *" ' ". Das ulvJten Steuern zurück und erhöhten sie in einem Maße, das unmittelbar produktumS- hennnend und preissteigernd wirkte. Die Gemeinden machen Darauf aufmerffom, daß Die ihnen aufgebürDeten sozialen Lasten em vielfach^ ihres Fricdenshaushalts auSmachen. daß sie auch an ihrem Etat nicht rütteln können, um so mehr als Drei Viertel ihres gesamten Steuerauftom- mens von vornherein festgelegt ist, so daß sie höchstens ein Viertel haben, um Damit Die ganzen übrigen Verpflichtungen erfüllen zu können für die ihnen ehemals weit über Die Hälfte ihrer Einnahmen zur Verfügung standen. Sie haben auch Stattstiken aufgemacht, aus Denen hervorgeyt, daß ihre Ausgaben sich prozentual sehr viel weniger gesteigert hätten, als Die Der San Der imD des Reiches. Mit solchen Stattstiken ist nicht allzuviel anzufangen, Zahlen lassen sich verschieden gruppieren. Es Darf auch nicht vergessen werden, daß Das Reich für die Folgen des verlorenen Krieges in erster Linie finanziell verantwortlich ist unD infolgedessen ganz anders auf Den Steuersäckel drücken muh, als früher. Aber Das eine ist Doch ganz zweifellos, daß Die Gemeinden bei Dieser Verteilung z u kurz kommen. Fragt sich nur, wie DaS geändert werden kann. Vor einem Jahr glaubte man noch, daß es möglich sein würde, in diesem Winter den Finanzausgleich, Der Die endgültige Verteilung Der Steuereinnahmen zwischen ReiA Lan- Dem und Gemeinden bringen soll. Dem Reichstag vorzulegen. Daran ist jetzt nicht mehr zu denken, weil Die Unterlagen, Die nur aus einer Rach- prüfung Der ©inlommenfteuererträgc gewonnen werden können, noch fehlen. Es kann sich also lediglich um ein weiteres Provisorium handeln. Das behelfsmäßig uns weiter bringt, bis Die Einkommenstatistik einwandfrei vorliegt. Der zur Zeit lausende provisorische Ausgleich hat gegen die Dritte Steuernotverordnung insofern eine Verschiebung gebracht, -als ursprünglich das Reich 90 Prozent, der Einkommensteuer weitergab, während es jetzt 25 Prozent für sich behält, also nur noch Drei Viertel abliefert. Gleichzeitig wurden Die Erträge Der U m s a tz st e u e r Den Ländern und Gemeinden beschnitten, für das vorige Jahr erhielten sie noch 35 Prozent, vom Jahr 192b ab nur noch 30 Prozent. Dafür hat allerdings das Reich eine Garantie für die Gesamt- Überweisung aus Der Umsatzsteuer von mtn- Destens 450 Millionen übernommen. Inzwischen ist jedoch Die Umsatzsteuer erniedrigt worden. Die Luxussteuer ist vollkommen beseitigt und Herr Dr Reinhold hat als Vertreter Der Reichsftnan- zen das dringende Interesse, wenigstens seinen eigenen Etat in Ordnung zu halten. Mll Dem reinen RessortstanDpunkt Darf er Da allerdings nicht kommen. Er Darf nicht übersehen, daß doch auch Die Länder noch ihre Existenz- berechttgung haben unD Die Gemeinden ebenfalls leben wollen. Wenn er auf weitgehende Sparsamkeit nicht nur in feinem eigenen Bereiche drückt, so tft das erfreulich und notwendig, kann auch nichts schaden, weil doch vielfach das Gefühl besteht, als ob die Verwaltung bei uns viel zu kuxuric? arbeitet. Aber er kann auch nicht überseh m. Da* feine eigene Politik im Reiche geschädigt toiru, wenn er Die Gemeinden -ur Anspannung, Nr Produktivnssteuern zwingt. Ob er allerdings Den Wunsche der Länder entgegenkommen kann, indem er ihren Anteil an Der @tn- kommensteuer erhöht, ist uns zweifelhaft. Die LänDer werden gerade Darin ihre Hauptstohkraft sehen, und so steht zu befürchten, Daß bei dieser Frage die inneren Gegensätze sehr hart aufein- anDerplatzen. Ganz einfach wird es nicht fein, ein Kompromiß zu sinden, Das alle Teile zu ihrem Recht kommen läßt. Die Forderungen der kommunalen Lpitzenverbände. D e r {i n , 29. Oft. (TU.) Wie die Tele- graphen-Union erfährt, haben Die kommunalen SpitzenverbänDe Der Reichsregierung ihre übereinstimmende grundsätzliche Stellungnahme zu dem Finanzausgleich vorgelegt. Sie betonen die Rotwendigkeit einer systematischen Aende» rung zugunsten der Gemeinden und Gemeindeverbände. Falls Die Reichsregierung glaube, diese Aenderung hinausschie- Die Vereinigten Staaten abgeben müssen. Amerikas Außenhandel ist von 18 Milliarden im Fahre 1913 auf über 40 Milliarden im Zähre 1925 gestiegen. Auch England hatte im gleichen Zeitraum eine Aufwärtsbewegung von 28 Mll« liarden auf 48 Milliarden zu verzeichnen. Aber auch Der Fehlbetrag im britischen Außenhandel kletterte von 3 Milliarden auf 8 Milliarden m Die Höhe. England ist nicht mehr in der Lage, in gleichem Maße wie vor dem Kriege die Er- trägniffe seiner Zahlungsbilanz zu Kapitalanlagen im Auslande zu verwenden, sondern muh damit Den wachsenden Fehlbetrag im Außenhandel ausgleichen. Die Vorherrschast auf Dem Geldmarkt ist vom Sterling auf Den Dollar übergegangen. Dazu kommt, daß nach dem Kriege an die Stelle des niedergeworfenen Deutschland Frankreich und eine Reihe anderer Festlandsstaaten mit einem verstärkten Außenhandel getreten sind, so daß England, oas typische Land des Freihandels, sich genötigt sah. zum Schutzzoll überzugehen. Hieraus erhellt die Bedeutung, die man auf Der britischen Reichs- konferenz Der Förderung des Handels innerhalb des Empire beimiht. Ob es allerdings in absehbarer Zeit zur Gründung eines Reichszollvereins kommen wird, wie das Mutterland es seit langem wünscht, bleibt auch heute noch eine offene Frage. Die Debatte über den Locarnopakt scheint zur Stunde noch nicht abgeschlossen zu sein. Sicherlich hat Chamberlains große Rede über Die Erfolge Der briti'chen Außenpolitik, wie sie sich in Der KonsoliDierung der europäischen Verhältnisse Darstellern, bei Den Vertretern der Dominions gewissen Eindruck gemacht, indessen ist es noch zweifelhaft, ob er genügen wird, einzelne bisher widerstrebende Dominions ■ um Beitritt zum Locarnopakt zu bewegen. Australien und Reuseeland. Die „reichstreuesten'. scheinen zur Unterzeichnung bereit zu fein, öie ernennen Die Befriedung Europas an und bmfcTi nun, daß Großbritannien sich mit ganzer Kraft den großen Problemen seiner Außenbezirke werde Am kommenden Dienstag wird der Reichs» finanzminister Dr. Reinhold mit den Finanz- miniftem Der Länder sich über die künftige Gestaltung der finanziellen Beziehungen zwischen Dem Reich und Den Einzelstaaten zu unterhalten haben. Das wird ein schwerer Kampf werden. Die Konstruktton des Deutschen Reiches liegt Darin daß mit Ausnahme Der Hansaftadte Die öffentliche Hand dreimal in das Portemonnaie des Steuerzahlers hereingreift oder jedenfalls in dreifacher Gestalt auf Dem Portemonnaie lastet. Das trat im alten Deutschland nicht so sehr in Die Erscheinung, weil wir damals noch die etwas rohe Teilung zwischen direkten und indirekten Steuern hatten. Das Reich war im wesentlichen auf die i n D i r e f t e n Q t e u e r n gestellt. Länder und Gemeinden teilten sich in’ Die direkten Steuern. Die Erzbergersche Finanzreform stellte das alles auf Den Kopf, sie baute Die Reichsfinanzen auf Der Einkommensteuer auf unD kappte n Man« vo m i dadurch die Steuerhoheit Der Länder stark ab. unD tteukdanb Durch Die Inflation find Die Umwälzungen. Die unö Jleujecian | bie^ Reform entstanDen sind, zunächst mcht so klar in die Erscheinung getreten, erst als wir wieder ehrliches Geld hatten, zeigte sich, daß Die Steuerdecke reichlich kurz geraten war. so stehe dies in krassem Widerspruch zu den Fehlbeträgen, die bei den Trägern der Selbstverwaltung fast überall für 1926 zu erwarten sind. Obwohl Die Träger Der Selbstverwaltung lebhaft gewünscht hätten, Daß Die ©teuermilDcrungen Des Reiches eine Form gefunDen hätten, die es ihnen ermöglichte, namentlich Die schweren Lasten Der Realsteuern zugunsten Der Wirtschaft zu mildern, sei ihnen eine solche Maßnahme Dadurch unmöglich gemacht, Daß wichtige Einnahmen der Gemeinden gemindert und gleichzeitig die notwendigen Ausgaben gesteigert wurden. Die Lastenverschiebung könne Daher nur Durch eine Erhöhung DeS Länder- anteils an Der Einkommen- unD Kor- perschaftssteuer von 75 auf 90 Prozent ausgeglichen toerDen, wie es seinerzeit für Die Lastenübernahmen in Der Dritten Steuernot Verordnung ausdrücklich zugesagt war. Sollte diese Verschiebung aber erst bei der endgültigen Regelung möglich sein, so müßten d i e bisherigen Garantien für 1927 zum mindesten unverändert übernommen werden. Von materieller Bedeutung sei allein die Garantie der Umsatzsteuer. Die Steuerminderung Der Umsatzsteuer Dürfe unter keinen UmstänDen zum Rachteil Der Gemeinden aus- schlagen, weil Dies eine höchst unerwünschte weitere Erhöhung Der Realsteuern zur Folge haben müßte. Der Lastenausgleichgedanke müsse mindestens im endgültigen Finanzausgleich für alle Gemeinden und Gemeindeverbände eine befriedigende Regelung finden. Die für Den 31. März 1927 vorgesehene Aufhebung der gemeindlichen Getränke- steuern sei angesichts Der Verschlechterung Der gemeindlichen Finanzlage ohne eine weit drückendere Erhöhung anderer Steuern nicht zu tragen. Mit dem Fortfall eines endgültigen Finanzausgleichs bis zum 1. April 1927 entfalle auch Der innere Grund für eine Senkung der G rund- erwerbssteucr, Die zu diesem Termin vorgesehen war. Wie die Telegraphen-Unwn weiter erfahrt, gehen die Anträge der Länder in Der Frage des Finanzausgleichs in Der gleichenRich - tung wie die der kommunalen Spitzenverbande. Rach der am 2. Rovember stattfindenden Konferenz des Reichsfinanzministeriums mit den Finanzministern der Länder sollen Verhandlungen mit den tommunalen Spitzenverbänden ücer die Stellungnahme des Reichsfinanzmrnisterrums zu den Anträgen Der Kommunen folgen. b e n zu müssen, weil eine übereilte Fertigstellung und Auswertung Der großen Reichst in nzstatistik keine genügende Grundlage für ein Derartig bedeutsames Gesetz wäre, würde eine Vertagung des endgültigen Finanzausgleiches nicht über Den 1. April 1928 hinaus ausgedehnt werden können. Die letzte Regelung des FinawauSgleicheS von 1925 sei sehr zuungunsten der Länder und Kommunen ausgefallen. Wenir der Herr Reichs- sinanzminister vor einiger Zeit in Der Lage war, einen günstigen ÖtanD Der R ei chs- finanzen Der Oeffentlichkeit bekanntzugeben unD noch letzthin Der Gewißheit Der Vermeidung eines Reichsdef rzillSAusdruckgab, unserer Aufnahme in den Völkerbund das Recht haoen — und unsere wirtschaftliche Lage macht uns dies Recht zur unabweislichen Pflicht— unserer- seits auf die Ueberroeifung von Völkerbundsman- baten an Deutschland zu dringen. Soweit dabei also von England und seinen Dominions besetztes Gebiet in Betracht kommt, sind die Aussichten nach dem, was man auf der britischen Reichskonferenz gehört hat, nicht allzu rosig. Weder England selbst, noch einer seiner Gliedstaaten wird bereit sein, etwas von dem herauszugeben, was ihnen nach dem Aus- gang des Weltkrieges so verhältnismäßig mühelos in den Schoß gefallen ist. Gegenstand besonderer Erörterungen bildete bei den Londoner Desprechungen die Frage einer Hebung des Handels innerhalb des bri- ttschen Reiches. Cs ist besonders kennzeichnend, daß die Rede des australischen Ministerpräsidenten Druce sowohl, wie die Ausführungen des Präsidenten des britischen Handelsamtes Cunclifse Lister, in aller Breite der Oeffentlid)» leit belanntgegeben wurden. Viel Raum nahmen darin die Klagen über die wachsende Konkurrenz des deutschen Handels auch aus dem innerbritischen Markt ein. W-nn dabei zur Sprache kam. daß Der Wert Der deutschen Ausfuhr an Fertigwaren sich von 1923 bis 1925 um 20 Prozent, Großbritanniens Ausfuhr an Fertigwaren in der gleichen Zeit dagegen nur um 6.3 Prozent gehoben hätten, und wenn Herr Druce dies als „eine äußerst unerwünschte Lage" bezeichnete, so darf man ihn daran erinnern, daß die Deutschland durch den Dawesplan auferlegten Reparationszahlungen uns dazu zwingen, unseren Ausfuhrhandel mit allen Mitteln zu heben. 3m übrigen ist dies Eingeständnis ein erneuter Beweis dafür, daß eine# der britischen Kriegsziele, Die Dernichttrng des deutschen Handels, nicht erreicht ist. Ricyt nur hat Englands Wirtschaft und der englische Außenhandel von der gewaltsamen Erdrosselung des deuttchen Handels keinerlei dauernde Vorteile davongetragen, sondern England hat auch die erste Stelle im Welthandel an cher des indischen Reiches. Für uns Deutsche ist von besonderem Interesse die Frage der Kolonialmandate, aus deren Erörterung auch einiges an die Deffentlidyfeit gedrungen ist. das beweist, wie Mutterland und Dominions einig darin sind, die ihnen im Versailler Vertrag zugesallenen Mandatsgebiete festzuhalten. Von den ehemals deutschen Kolonien hat Südafrika Deutsch-Südwest erhalten, Australien Deutsch-Neuguinea und Nauru, Neuseeland den früher deutschen Teil Samoas. Unter britischer Verwaltung stehen neben Palästina, Transjordanien und Irak, Teile der früher deutschen Kolonie Togo und Kamerun und ganz Deutsch.Ostafrika. Zwischen der Mandatskommission des Völkerbundes und den Mandataren ist es nun im Sommer zu einem heftigen Streit gekommen, weil die Kommission sich erlaubt hatte, ‘an den Maßnahmen einzelner Mandatare Kritik zu üben, was sich diese sehr energisch verbaten. Den gleichen ablehnenden Standpunkt gegenüber einer Einmischung des Völkerbundes in die Verwaltung der Mandatsgebiete nahmen jetzt auch sämtliche Premiers des britischen Reiches ein. Man scheute sich sogar nicht, mit aller wünschenswerten Deutlichkeit zu erklären, daß man die Einverleibung dieser Mandatsgebiete in die Dominions betreiben werde, wenn die Mandatskommission des Völkerbundes noch weitere Schwierig- teiten machen werde. Das ist für uns Deutsche um deswillen von besonderer Bedeutung, weil wir nach hatte. Wenn Baldwin in seiner Eröffnungsrede unter dem Beifall seiner Ministerkollegen mit starkem Selbstbewuhtsein erklärte, daß jeder vierte Bürger Der Welt Untertan Seiner britischen Majestät sei, so unterließ er hinzuzufügen, daß von diesen 300 Millionen Reichsbürgern nicht weniger als nämlich 250 Millionen, auf Indien entfallen. Indien ist auch heute noch eine offene Wunde am Körper des britischen Weltreiches. Seit Jahren bemühen sich die klügsten Köpfe der britischen cherrscheraristokratie um eine Beruhigung des Landes. Aber weder das drakonische Regiment Lord Curzons noch die Bemühungen des letzten Vizekönigs Lord Reading, durch Gewährung eines geringen Grades von Mitbestimmungsrecht das indische Volk zu beruhigen, gelangten zum Ziel. Indien strebt mehr denn je nach der vollen Gleichberechtigung mit den freien cke der Welt a 1 mcrft $icr bewahrheitete sich wieder einmal das dies Problem. Macdonald war nicht dafür zu haben (=mrifhmnrt hab ben leisten die Hunde beißen: ituserÄ In ben «MngrunK ^treten zu fern. M ben Sememb-N^u Zwei andere Probleme, von deren Erörterung I - . • J ... das Ausland kaum etwas hört, sind Aegypten und Indien. Eine Folge des im »rleac zu Propaganda- ___ _____________ zwecken proklamierten Selbstbestimmungsrecht der | verschiedenenUganifattonen haben sich zu Völker ist für England der Verlust Aegyptens. ^elDet, auä) && Wirtschaft hat auf die Anhalt- Wenn auch heute noch die Anwesenheit des anglo- Dieser Zustände hfngewiesen. Don fkb ans ägyptischen Heeres unter dem britischen. Sirdar mch „tcm Recht. Denn eben weil Die Gemeinden einem britischen Ofsisterkorps Die Herrschaft König .. QiuöfdüacbtuTtg Der direkten Steuern be- Fuads in vielen Dingen zu einem Schem^mme toareni griffen sie nun ihrerseits auf die macht, wenn auch England durch die Beherrschung • *■ des Sudans und damit des oberen und mittleren | YJ Nils die Faust an der Lebensader der ägyptischen Wirtschaft halt, so ist es doch nur noch eine Frage der Zeit, wann Aegypten seiner Fesieln ledig wird. Englands Bestreben zielt denn ja auch schon sett langem darauf ab, östlich des Suezkanals durch Beherrschung Palästinas, der Sinai-Halbinsel und der jungen arabischen Königreiche ßedjas, Asir und Jemen 'sich eine neue Sicherung für den Seeweg . nach Indien zu schaffen. In der Richtung dieser Politik liegen die Abmachungen mit Italien über Abessinien, und gewiß auch die Besprechung, die Ehamberlain vor kurzem mit Mussolini in Livorno n zahl' i. Wäh schwer andere Grundlage der Kultur handele. Wenn der De- danke, so schloß Dr. Schacht, heute zunächst auf Europa beschränkt bleibe, so diene er deswegen doch nicht weniger den großen allgemeinen Zielen, die die Menschheit über wirtschaftftche Wohlfahrt zu geistigem und sittlichem Fortschritt weiterführen. 3n diesem Geiste begrüße ich auch die Paneuropa-Bewegung und Wunsche ihr gedeih.iche Arbeit. Aach dem Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht sprach der deutschnationale Abg. Prof. Dr. Hoetzsch, der ferne Gedanken mit der Anerkennung der Grundstimmung der paneuropäischen Bewegung zu vereinen wußte. Eine Grundfrage für ihn sei vor allem die Frage des Schutzes der Minderher- t e n. Diesen Bemerkungen schloß sich auch der Bollsparteiler Mittelmann an. Um die Stabilisierung dessranzösischenFransten. Paris. 29. Okt. (LU.) Wie in französischen finanzpolitischen Kreisen verlautet, gibt man sich der Hoffnung hin, eine Stabilisierung des französischen Franken im Verhältnis von 165 Franken zu eineni englischen Pfund ohne auswärtige Anleihe durchführen zu können. Mit dieser Absicht der französischen Regierung wird die ablehnende Haltung in der Frage der Verwendung der deutschen Eisenbahnobligätionen erklärt, da man glaubt, daß durch den noch vorhandenen Devisenfonds der Morgananleihe und durch die fortgesetzten Devisenkäufe der französischen Regierung innerhalb der letzten Wochen ein ausreichender Fonds vorhanden sei, um bei einer Stabilisierung des französischen Franken gegen die Angriffe der internationalen Spekulation sich schützen zu können. Unter dem Eindruck der gegenwärtigen Erholung des französischen Franken hat sich der letzte Widerstand gegen die Regierung in der Finanzkommiflion der Kammer verflüchtigt. Die Regierung hat gegenüber den Versuchen, ibr Schwierigkeiten zu schaffen, zweifellos die Oberhand behalten. Selbst die größten Schreier sind still geworden. Aus den parlanrentarischen Kreisen hort man keine Einwände gegen die Taktik Poincarös, sich möglichst lange volle Handlungsfreiheit zu sichern und daher die Einberufung des Parlaments nach Möglichkeit hinauszuschieben. erlitt Verletzungen an der Hand. Acmilientragödie. 3n Holzdorf im Deg.-Bez. Halle a. S. entlud sich auf einer Treibjagd das Gewehr des dortigen Amtsvorstehers, als dieser stolperte. Der Schuh traf zwei Schulknaben. Der eine wurde so verletzt, daß er bald darauf st a r b, der Aus aller Welt. Luckners „Vaterland ' in Ncuyork. Reichskanzler Luther in Argentinien. Buenos Aires, 29. Ott. (WB.) Der ehemalige Reichskanzler Dr. Luther wurde beim Betreten Argentiniens von der Regierung als Da st des Landes amtlich empfangen. Auf dem Bahnhof von Buenos Aires wurde er im Ramen der argentinischen Regierung vom Protokollches sowie vom deutschen Gesandten offiziell begrüßt. Auf einem Festessen im Deutschen Klub, an dem die Minister, zahlreiche Diplomaten und hervorragende Vertreter der argentinischen Wirtschaft teilnahmen, hießen der deutsche Gesandte und der argentinische Außenminister Dr. Luther aufs herzlichste willkommen. Dr Luther erwiderte in improvisierter spanischer Rede, die mit lebhaftem Beifall aufge- nommcn wurde. Dom Präsidenten de Al- vear wurde der Kanzler im Beisein des Gesandten Gneist in Sonderaudienz empfangen. Spater wurde im Beisein des Reichskanzlers und des argentinischen Präsidenten der Reubau der Danco Aleman-Transatlantic, einer Filiale der Deutschen icberseeischen Bank in Berlin emge- weiht. Die Dank wird am 2. Rovrniber für den Verkehr geöffnet. reichert haben: Johann Gerhard, Friedrich Schleiermacher, Richard Rothe. Fhnen zur Seite müßten schreiten die Männer, die dem deutschen Volke seine Srbauungsbücher gegeben haben: Johann Arndt, Christian S:river, der Frankfurter Pfarrer Johann Friedrich Starck. Die Erneuerer der evangelischen Frömmigkeit, Philipp 3akob Spener und Rikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf, dürften nicht fehlen, und eü müßte gezeigt werden, wie August Hermann Francke seine Anstalt in Halle baut, wie Heinrich Pestalozzi inmitten armer, verlassener Kinder sitzt, wie Theodor Fliedner Diakonissen in die Welt sendet. Das Gemälde, wie ich es mir denke, dürfte jedoch keineswegs bloß die Großen darstellen, die in der deutschen Geschichte genannt werden, ich sehe noch viele andere Gestalten auf diesem Zukunftsbilde. Da weilt eine Landgemeinde in ihrem alten Kirchlein, ernste Steinbilder grüßen von den Wänden, um das Gotteshaus stehen Linden, ihre Zweige schlagen, wenn der Wind weht, gegen die Fenster. Die Gemeindeglieder falten, die arbeitgewohnten Hände über ihren Gesangbüchern und hören dem Prediger zu, der ihnen von der freien Gnade sagt, die Gott den Menschen durch seinen Sohn zugetvendet hat. Beim Lichte einer Kerze sitzt ein Greis über seiner Bibel, darunter stehen die Worte: „Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit." 3n einem fremden Seehafen harrt eine deutsche Auswandererfamilie in Kummer und Heimweh aus die Abfahrt des Schiffes, aber die Seelen der Bekümmerten werden frei und froh, als die Mutter ihnen vorsagt: „Der Wolken, Luft und Winden, gibt Wege, Lauf und Bahn, der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann." 3n einer Großstadt geht im Abenddunkel eine Diakonissin durch die Straßen, sie steigt ausgetretene Stufen hinauf, um eine arme, kranke Frau zu pflegen. Durch das Gestrüpp des afrikanischen Urwaldes wandert ein Missionar, um in einem Regerdorfe Gottes Wort zu verkünden und die Seelen der Schwarzen von der unheimlichen Geisterfurcht zu befreien. Das ganze Gemälde würde so in Form und Farbe ein Lob des Gottes sein, der durch Martin Luther die Deutschen vor 400 Fahren zu der Quelle ihrer Kraft, zum Evangelium, geführt hat. Vielleicht findet sich in kommenden Tagen der deutsche Mann, der den evangelischen Christen dieses Bild schenkt. -H- D. Neuer Rekord für einen Flug ohne Zwischenlandung. Die beiden französischen Fliegerosfiziere, die vorgestern m Le Dourget aufgestiegen waren, sind gestern in D j a s k in Persien am Golf von Oman gelandet. Sie haben 5 5 0 0 Kilometer ohne Zwischenlandung zurückgelegt und damit den bisherigen Rekord von 5170 Kilometer für einen Flug ohne Zwischenlandung geschlagen. Brand einer Kaserne im besetzte Gebiete. In Landau entstand infolge Explosion eines Sauerstoffapparates in der mit französischen Truppen belegten Kaserne des ehemaligen 5. Artillerie- Regiments in der Kantine ein Brand. Die Kantine, die in einem etwa 70 Meter langen Holzschuppen untergebracht war, wurde mit allen ihren Vorräten ein Raub der Flammen. Die tn der Baracke noch untergebrachten französischen Soldaten konnten sich im letzten Augenblicke noch retten. Tödlicher Jagdunfall. Aus der provinzialhauptstadt. Gießen, den 30. Okwber 1926 Reformalionsfest. ons der Genter Patrizier 3odokus Dydt um das 3ahr 1424 dem Maler Hubert van Kvck den Auftrag gab, für die Davokirche em Altarbild zu malen, da dachten Kunstkr und Auftraggeber zunächst nur an erne Darstellung htr Erlösung die den Christen durch den Tod Cbrisft zuteft'geworden ist. Demzufolge heißt das Diw auch Die Anbetung des makellosen Lammes"- in Wahrheit stellt das weltberühmte Kunst- ’JLu mebr dar, es schildert in prangender ^btrfMLe oon OMoIten. in mgtmeto geixinfenrm^t Sonn den xna Geben und die Geschichte der katholischen Da kmct Wama. die Sötte-, mutter, in innigem ®d>et, auf, Gott Vater rm priesterlichen Ornate erscheint, Engel stimmen ihm zu Ehren ein Lied an. andere halten Harfen und Teigen m den Händen. Der Heilige Geist schch-bt in Gestalt einer Taube vom Himmel hernieder. Fn Prie stergewändern, Blumen in den Händen tragend, erscheinen die Heiligen. Apostel Papste, Dischofe und Priester schreiten in feierlichem Fuge heran Aus einer Felsenkluft kommen Einfädler und Pilger. Auf der anderen Seite, gleichfalls aus einer Felsenkluft heraustretend, erscheinen die Streiter Christi und die gerechten Richter. Eine herrliche Landschaft tut sich dem Beschauer auf, Blumen blühen auf einer Wiese, auf der im Vordergründe der Brunnen deS LehenS zu sehen ist. Fm Mittelpunkte des ganzen Gemäldes aber ist der Altar errichtet, auf dem das makellose Lamm steht, umgeben von betenden Engeln. Wenn ein moderner Künstler ein Werk schaffen wollte, das in ähnlicher Weise kxrs Wesen der evangelischen Kirche schildert, so mußte sein Gemälde ohne Zweifel anders aussehen. Die Landschaft, in die er seine Gestalten htnein- stellen würde, müßte ein deutsche Landschaft [ein; das Frankenland, Thüringens Waldberge, überragt von der Wartburg, eine Elblandschaft, wie sie bei Wittenberg zu finden ist, tarnen in Betracht. Fn der Mitte müßte Martin Luther stehen, etwa, wie er im Kloster zu Erfurt um einen gnädigen Gott ringt, oder wie er auf dem Reichstage zu Worms vor Kaiser und Reich sagt: „Fch kann nicht anders, Gott helfe mir, Amen!", oder wie er, die Bibel in der Hand, seinen Deutschen verkündet: „Einer ist euer Meister, Christi, ihr aber seid alle Brüder". Zur Seite wären ihn anzuceihen Philipp Me- lanchthon, der gelehrte und besonnene Kenner der Bibel und der christlichen Glaubenslehre und Fohan.nes Buzenhagen, der Mann der kirchlichen Organis tie.i. Wo Hubert van Eyck die Priester hinges lllt hat, da müßten die frommen deutschen Fürsten, die der Reformation die Wege geebnet haben, stehen: die sächsischen Kurfürsten Friedrich der Weise, Fohann der Beständige, Fohann Friedrich und der hessische Landgraf Philipp der Großmütige. 3n langem Zuge würden di? Dichter der evangelischen Kirchc heranschreiten: Paul Gerhardt, der den ganzen Fammer des Dreißigjährigen Krieges erlebt, der Arzt Paul Flemming, der nach Persien zieht, der bedächtige Leipziger Professor Christ Fürchtegott Gellert, der durch die Briefe, die er schreibt. Tausenden ein Seelsorger ist, der niederdeutsche Dichter Matthias Claudius, der das innige Abendlied anstimmt- ..Der Mond ist aufgegangen." An sie müßten sich die Männer der Wissenschaft anreihen, die durch ihre tiefen ®e< danken das Leben der evangelischen Kirche be- Tägliches Erfordernis zum Wohl- hßf ndon ist ergiebige Darmenileerung Hierzu UVI IIUüll si„d die zuverlässig und mild wirkenden, ärztlich empfohlenen, seit Jahrzehnten als Hausmittel beliebten Apotheker Rich Brandt's Schweizerpillen unübertroffen. In allen Apotheken zum neuen Preis von Rm. 1.50 erhältlich. 1471ss Extr. Sei.pal. 1.5.Extr. Achill, mosch. — Aloes. — Absynth.ia 1.0 Extr. Trif—Oent. ia 50. Pulv. rad. Oent Trif äa q. e.f. pll.50 delphia zu segeln. Die Eröffnung der Deutschen üraftsahrzeugausstellung 1926. Fn den Berliner Ausstellungshallen am Kaiserdamm wurde die Deutsche Automobil- und Motorradausstellung in Anwesenheit des Reichsverkehrsministers, des österreichischen Ge- sandten Dr. Frank und des Berliner Ober- bürgermeisters Do eß eröffnet. Auf die Begrüßungsansprache des Direktors Schippert erwiderte R e i ch s v e r k e h r s m i n i st e r D r. Kröhne in einer Ansprache, in der er u. a. aussührte: Das Bild, das sich heute vor uns entrollen wird, wird uns zeigen, aus wie gutem Wege die Kraftfahrzeugindustrie sich befindet, die völlige Wettbewerbsfähigkeit auf dem Weltmarkt wieder zu erreichen. Auf diesem Wege kann sie mit Erfolg aber nur weitergehen, wenn sie die Unterstützung der Allgemeinheit ftndet, daher die Mahnung, daß bei aller Achtung vor den Leistungen des Auslandes, bei aller Kritik an dem inländischen Er- zeugnis der deutsche Fahrer an das Steuer eines nur deuts chen Wagens gehört. Die Amundsenexpedition In Amerika bestohlen. Amundsens Expedition ist in Amerika unerhört bestohlen worden. Bor einiger Zeit wurden von dort nach Rorwegen 2 0 0 Kisten mit der Ausrüstung der Expedition auf den Weg gebracht. Beim Oeffnen der Kisten stellte sich heraus, daß sie zum größten Teil nichts als Stroh und Papier enthielten. Reben wertvollen Instrumenten fehlte das gesamte wissenschaftliche Material über den Aufenthalt der Expedition im Polargebiet. Es steht fest, daß die Diebstähle in Amerika ausgeführt worden sind, doch steht man vor einem Rätsel, wie diese Ausplüirderung überhaupt möglich gewesen ist, da.die Verpackung und Verschiffung unter strengster Kontrolle ausgeführt sein soll. die über das Pvlarmeer geleitet werden soll. Die Delegierten der Reichskonferenz gerieten am gestrigen Freitag ferner mit der Admiralität über Fragen, die mit der Marinelertung zusammen hängen. Die englische Kriegspropaganda London. 29. Okt. (TU.) Der MarguiS von Tavistoc, der Sohn und Erbe des Herzogs von Bedford, machte in einer großen Versamm- lung in Birmingham interessante Mitteilungen über die englische Kriegspropaganda. Er führte aus daß während des Kriegs Rachrichten verbreitet worden seien, die alle frei erfunden und lediglich zu Propagandazwecken gemacht worden seien. So sollte während des Krieges in Deutschland angeblich eine Medaille zur Verherrlichung der Versenkung der „Culitania" geprägt worden sein. 3n Wirklichkeit sei diese Medaille aber in England für Propagandazwecke hergestellt worden. Londvn'.r Zeitungen hätten eine Photographie veröffentlicht, die eine Menschenmenge darstellte, die dieses Ereignis bejubelte. Diese Photographie sei aber im Fahre 1912 gemacht worden. Der Marquis gab noch eine Reihe anderer Beispiele, um die Kriegspropaganda in England an den Pranger zu stellen. Aussichtsreiche Verhandlungen im englischen Bergbaukonflikt. Conbon, 29.0rt WB. (Reutet.) Der Vermittlungsarbeit des Gewerkschaftskongresses ist es gelungen, sowohl von bet Regierung wie von ben vergarbeil-rri Zugeständnisse zu erhalten. Die inan annimmt, finb zur Zeit Besprechungen zur Herbeiführung des jtiebens im Kohlenbergbau im Gange, unb zwar auf ber Grundlage, baß zwar bie Arbeit auf Grunb von Ucbereinfommen roieber ausgenommen wirb, bie für bie einzelnen Bezirke getrennt abgeschlossen werben, bah aber diese bezirksweisen Abmachungen einem g e - samtenglischen Rahmen eingeglie- dert werden. Rach der Besprechung mit ben Berg- arbeiterfühteru verhandelte eine Abordnung des Generalrates des Gewerkschaftskongresses mit Churchill, bet Balbwin vertrat. Infolge der Besserung ber tage im Kohlenbergbau würbe bie jeber Familie zugebilligte Menge Kohlen von einem Zentner aus einen Doppelzentner für zwei Wochen erhöht. Die Scheldemündung. Der holländisch-belgische Vertrag. Amsterdam, 30. Okt. (TU.) Am Freitag begannen in der Zweiten holländischen Kammer die entscheidenden Beratungen über den hollän- disch-beloi'chen Vertrag. Die darin enthaltenen wirtschaftlichen und polnischen Zugeständnisse an Belgien würden eine bedeutende Stärkung der belgischen Schiffahrt und Handelsmöglichkeiten und einen sehr beträchtlichen Ausfall für den Rotter- d a m e r H a f e n bedeuten. Die B:schwerden Hol- lands richten sich in erster Linie gegen die Reu- regelung der Schelde-Schiffahrt, obwohl das Gebiet zu beiden Seiten t>ed Flusses holländisch ist, soll es einer gemischten Kommission unterstellt werden. Außerdem I>at Holland in dem Vertrag auf das Fustizrecht auf der Schelde vernichtet. Ferner gibt der Vertrag den belgischen Kriegsschiffen jeder Art das Recht, auf der Schelde zu fahren, ein Recht, welches Holland für sich selbst nicht sichern konnte. Ein weiterer Stein des Anstoßes ist der beabsichtigte Antwerpen—Roer deik —Kanal, ein neuer Wasserweg für die belgische Schiffahrt zum Rhein, der nach holländischer Ansicht keiner wirtschaftlichen Rotwendigkeit entspricht. Antwerpen sei als Seehafen nur mit 19 Prozent auf die Rheinschiffahrt angewiesen, während Rotterdam sich mit 80 Prozent seiner Schiffahrt auf die Rheintransporte stütze. Eine künftige Umleitung der Rh e in schi f s a h r t über . Antwerpen müsse daher notwendigerweise eine schwere Beeinträchtigung Rotte r d a m s zur Folge haben. Deutschland und der Zchelde- vertrag. Dementi Vanderveldes. Brüssel, 29. Okt. (Belgische Telegraphen- Agentur.) Der Außenminister Vandervelde versammelte Pressevertreter bei sich, um vor ihnen gegen einen Artikel des „Rieuwe Rotker- ' dänische Courant' über den niederländisch-belgischen Vertrag Einspruch zu erheben. Fn dem Artikel wird behauptet, daß während der Besprechungen über Cupen-Malmedy Belgien den Deiitschen vorgeschlagen hätte, eine sehr weit- gehende Begünstigung des Antwerpener Hafens unter ihre Gegenleistungen aufzunehmen. Vandervelde erklärte, es hätte niemals öffentliche Besprechungen zwischen Deutschland und Belgien über Eupen- Malmebh gegeben. Auch wäre niemals weder offiziell noch offiziös die Frage einer Begünstigung des Antwerpener Hafens erörtert worden. Selbst in den Besprechungen, die ohne Beteiligung der Regierung stattgesunden hätten, sei eine derartige Sache niemals erwähnt worden. Vandervelde fügte hinzu, er stelle dies alles entschieden in Abrede. Die nationalistische „Liberia" sieht bie Hauptschwierigkeit einer zweckmäßigen Entwicklung der deutsch-französischen Annäherungspolitik in ber österreichischen Anschluß frage und meint, daß es nicht darauf ankäme, für welche deutsche Gegenleistungen Frankreich bereit ,ein könnte, bas Rheinland früher zu räumen, sondern daß in erster Linie bie Rückwirkungen einer derartigen Räumung a u f die mit Frankreich befreundeten Länder berücksichtigt werben müßten. So würbe man berzeik am Quai d'Orsay, wo man bie Notwendigkeit einer Aussprache mit dem italienischen Diktator empfing, feststellen können, baß Mussolini beunruhigt sei über bas deutsch-österreichische Anschlußproblem Wenn die Franzosen aus Mainz abzögen, so werde Frankreich keinerlei Mittel mehr besitzen, um den Anschluß Oesterreichs an Deutschland zu verhindern. Frankreich habe also bie Unzufriedenheit Italiens herausgefordert, bas sich darüber beklagen würde, übergangen worden zu sein. Wenn Frankreich aber andererseits vor ber Räumung des Rheinländer von Deutschland eine Garantie gegen denAnschluß verlange, so würde diese Garantie eine trügerische sein, denn der Anschluß nähere sich seiner Verwirklichung auf unsichtbare Weise fast täglich. Die österreichische Anschlußfrage bleibe ein Stein des Anstoßes der gegenwärtigen politischen Lage. England und der Streit um Wilna London, 30. Okt. (WTD. Funkspruch.) Der diplomatische Berichterstatter des „Daily Telegraph" führt aus: Falls einige Mitglieder der Dotschasterkonferenz versuchen sollten, im Zusammenhang mit dem kürzlichen Vertrag zwischen der Sowjet-Regierung und der litauischen Regierung die Frage des Statuts von Wilna vor der Botschafterkonferenz aufzuwerfen, so fei man in britischen Kreisen der Ansicht, daß nichts inopportuner sein könnte. Die britische Regierung könne sich keiner Verurteilung Litauens, wie dies von Polen und anderen gewünscht werde, anschließen. Wenn irgend bei einer späteren Regelung Memel an Stelle Danzigs der Hauptzugang Polens zur Ostsee werden sollte, so wurde die Rückerstattung Wilnas an Litauen eine notwendige Bedingung für seine Zustimmung zu einer solchen Politik sein. Thoiry und Osteuropa. Frankreich wünscht für seine Verbündeten zu sorgen. Paris, 30. Okt. (TU.) Der „Temps", besten gute Beziehungen zu Berthelot bekannt find, unterstreicht in (einem Leitartikel am Freitag erneut die Tatsache, baß bie in Thoiry begonnene Politik Der Verständigung auf erneute Schwierigkeiten.gestoßen ist Die ersten deutschen Vorschläge, bie eine Mobilisierung deutscher Eisenbahnobligationen vorge- sehen hatten, seien vom guten ’S i II en Amerikas abhängig, bas jedoch "st nach dem Aus- qang ber Wahlen oerhanblungsfahig sei. Jedoch brauche das nicht bedenklich zu stimmen, da ec selbst im. Rahmen des derzeitigen Gebankenaustuu- ches nicht an Unterredungsstoff fehle. Hierbei muffe vor allem an die Rückwirku n g e n ei ner dor- zeitigen Räumung ber Rheinlanbe gebucht werden. Denn diese Rückwirkungen, so meint der Temps", betreffen nicht allein bie Sicherheit Frankreichs, sondern auch die durch die Fncdens- oerträge in Mittel- und Osteuropa geschaffene Lage. Indem Frankreich auf bie Besetzung des Rheinlandes verzichte, gebe Frankreich ein mächtiges Pressionsmittel aus der Hand, durch daß es die deutschen Manöver gegen Polen ober die deutschen Machenschaften in der Anschlußfrage verhindern könne. Wenn bie Politik der Annäherung keine ernsthaften Garantien für den Frieden Gesamteuropas bringen, bann entspreche sie sticht dem Zweck, zu dem sie begonnen sei, unb sei em schlechtes Geschäft für Frankreich. Dabei sei es verständlich, wenn man in offiziellen Kreisen heute Diskretion über bas Ergebnis ber Begegnung Bnand- Hoesch bewahre, denn burch Erweckung übertriebener Hoffnungen würde man die allergrößte Gcsahr für die Politik von Thoiry selbst schaffen. Reuyork, 30. Okt. (WTB.-Funkspruch.) Die Ankunft ber „Vaterland" erregte hier großes Inter- esse. Graf Luckner teilte mit, Admiral Klumkett habe zu ihm gesagt: „Sie sind ein Seemann nach meinem Sinn", unb ihm versprochen, bie „Vaterland" zu besuchen und Luckner in amerikanischen Marinekreisen einzuführen. Luckner erhielt Einladung von zahlreichen Vereinigungen unb Großinbustriellen. Wäh- renb ber Ueberfahrt traf folgender Funkjpruch ein: „Herzliche Grüße unb glückliche Fahrt wünscht ber „Vaterland", v. Hindenbur g." Luckner erzählte, gewisse amerikanische Kreise wollten bie „Vaterland" auf mehrere Monate für eine wissenschaftliche Er- pebition chartern. Die Kapitäne einiger Schiffe, die Luckner während des Krieges versenkt hat, sprachen bei Luckner vor, um ihn zu begrüßen. Luckner gedenkt mit seinem schiff zwei Monate in Reuyork zu bleiben unb bann nach Phila- Paneuropa. Berlin, 29. Okt. Beim Reichstagspräsidenten L ö b e versammelten sich gestern abend zahlreiche Gäste, Die zu einer Diskussion des Problems Paneuropa geladen waren. Reichstagspräsident Löbe hielt eine Ansprache, in der er hervorhob, daß nicht nur Mitglieder der pan- «uropäischen Union, sondern Vertreter aller Parteirichtungen und politischen Anschauungen erschienen seien. Für ihn selbst sei sein Besuch in Amerika zum entscheidenden Anstoß geworden, an der paneuropäischen Bewegung mitzuwirken, denn die Beobachtungen des Hauptzentrums der Weltwirtschaft habe ihm gezeigt, wie die Kräfte Europas durch politifche und nationale Zersplitterung gefährdet werden. Reichsbankpräsident Dr. Schacht ergrif darauf das Wort zu einer längeren Rede. Richt «IS Mitglied der paneuropäifchen Bewegung, Jonbem als Außenstehender, bekunde er jeinc Sympathie mit dem Grundgedanken der Paneuropabewegung. Auf keinem Gebiete fei die Annäherung so wesentlich, wie in der Wirtschaft, da es sich hier um die materielle Die Familie des ungarischen Barons P o d - m a n i c z k y wurde in den verflossenen 6 Wochen von einer Reihe schwerer Schicksalsschläge heimgesucht. Vor iechs Wochen wurden dem Baron Zwillinge geboren, die bald nach der Geburt st a r - ben. Infolge dieses Schicksalsschlags verfiel der Baron in eine schwere Krankheit, die ihn genau zwei Wochen nach dem Tode seiner Kinder hinwegraffte. Die Witwe kehrte in ihren Heimatort zu ihrem Bruder zurück. Dieser starb 14 Tage nach dem Tode des Barons plötzlich an einer Gehirn- blutung. Die junge Frau, bie nunmehr zu ihrem älteren Bruder zog, wurde von Schwermut befallen und vergiftete sich genau zwei Wochen nach dem Tobe ihres jüngeren Bruders an dessen Grabe. (Ein eigenartiger Unglückssall. Fn Wurzbach in Thüringen riß unter der Schneelast der Leitungsdraht der elektrischen Hochspannung unb traf eine 68jährige Frau, die auf der Stelle getötet wurde. Strafkammer Gießen Fast vlerzloiabflge Erfahrung Mrgl Rmm lüi die WelimarteiKathretoen MalzUfla Qu Gehall roactil's! berg findet von Montag bis Donnerstag nächster Woche statt. Qlm Montag und Diensta. WSR. Warnung vor einem Schwio d- ler. Ein Mensch, der sich als russischer Flüchtling und Doktor ausgibt und aus Bayern ausgewiesen sein will, betreibt gegenwärtig Schwindeleien in der Art, dah er vorgibt, völlig mittellos zu sein, eine kranke Frau und hungernde Kinder zu haben. Er sei Porträtmaler und gegen eine Unterstützung gerne bereit, den Spender zu porträtieren. Bach Erlangung irgendwelcher Geldbeträge läht er nichts mehr von sich hören. Das Publikum wird vor dem Schwindler aewarnt. ** DerRadklub „Germania" Gießen hielt am Mittwoch im „Bayerischen Hol" seine diesjährige (Jahreshauptversammlung ab. Der 1. Vorsitzende Fr. Linker gab zunächst einen Bericht über das verflossene Geschäftsjahr, sodann berichteten die Fahrwarte, aus deren Mitteilungen zu ersehen war, daß im Verein recht viel geleistet wurde. Der Bericht des Rechners war gleichfalls erfreulich. Bei der Neuwahl des Vorstandes erklärte der seitherige 1. Vorsitzende, Fr. Linker, daß er eine Wiederwahl ablehne. Darauf wurde der Vorstand wie folgt gebildet: Ehrenvorsitzender Rud. R obiger, 1. Vorsitzender Ehr Pfund, 2. Vorsitzender K. Hauck, Schriftführer S. Rodenhausen, Kassierer O. D ö d i g e r, Beisitzer K. Sehrt, 1. Saalfahrwart K. Pfund, 2. Wanderiahrwart W. V o n - E i f f. Rennfahrwart Fr. Linker, Wanderfahrwart L. Rode, Zeugwart 3. Heines, Pressewart W. Don-Eiff. Grobfeuer in Darmstadt. Darmstadt, 30. Oft. (WER. Draht- Meldung.) 3n der vergangenen Rächt gegen 2 älhr brach in der Eisenbahnwerk st ätte in der Frankfurter Straße Feuer auS. Die Berussfeuerwehr fand bei ihrem Eintreffen die große Maschinenhalle in Flammen. Die Werkfeuerwehr nahm mit der Berussfeuer- wehr die Löscharbeiten sofort auf und alarmierte weiterhin die beiden ersten Züge der Freiwilligen Feuerwehr. Durch die schlechten Wasserverhältnisse wurden die Löscharbeiten außerordentlich erschwert. Das Feuer wurde mit 14 Schlauchleitungen angegriffen und nach harter Arbeit auf seinen Herd beschränkt. Amtsgericht hatte den Metzger wegen fahrlässiger Tötung zu zwei Monaten Gefängnis und den Landwirt wegen Radfahrpolizeiübertretung zu einer Geldstrafe verurteilt. Hiergegen verfolgten die beiden Berufung. Der Landwirt nahm sein Rechtsmittel vor gehender Verhandlung und nach ausführlichen Darlegungen der Staatsanwaltschaft, die auf Verwerfung der Deru ung antrug, und des Verteidigers, der nur wegen Polizeiübertretung, nicht wegen fahrlässiger Tikung verurteilt wissen wollte, beschloß das Gericht, noch weitere Zeu- Eintritt in die Verhandlung zurück, der Metzger verlangte seine Freisprechung. Er bestreitet nicht, zu rasch gefahren zu sein, der getötete Landwirt könne aber zufällig auch von selbst zu Fall gekommen sein und somit sei der ursächliche Zusammenhang zwischen dem raschen Fahren und dem Todesfall nicht nachgewicsen. Rach ein- ist man aus den Gedanken gekommen, in den seichten Gewässern aus dem Meeresboden Bäume anzupflanzen, an deren Zweigen die jungen Austern einen festen und sicheren Halt finden. Wenn sie 14 bis 18 Tage alt sind, heften sichdie Austernlarven an eine glatte Oberfläche an. Man hat ihnen dafür schon früher verschiedene, geeignete Dinge zur Verfügung grstollt, wie leere Austernmuscheln, Blumentöpfe, Ziegel. Stöcke usw. Rach den Versuchen des Fischerei-Amtes der Vereinigten Staaten haben sich aber Dirken» bäumchen als der geeignetste Platz für die künftigen Austern crwicsen. und so werden j’4jt große Mengen dieser Bäumchen angepflanzt, an die sich Tausende von Larven anheften. Di» Hall« brannte vollständig nieder. ebenso die in der Hall« stehenden neu aufgearbeiteten E i f e n b a h n w a g - g o n s. Die andere große Halle und der Benzin-Keller konnten geschützt werden. Der Schaden ist außerordentlich groß. ' Gießen, 29. Olt. Gegen einen M^ger und einen noch jugendlichen Landwirt war beim Amtsgericht Grünberg Anklage wegen fahrlässiger Tötung erhoben worden. _ Am Ostermontag d. 3. waren beide auf Fahrrädern die stellabfallcnde Landstraße von Allertshausen nach Londorf in großer Geschwindigkeit herabgefahren. hatten an einer durch ein Wäldchen besonders unübersichtlichen Kurve eine Reche dort gehender Fußgänger überholt, Warrn durch sie hindurchgefahren und hierbei war der Landwirt Römer so hestig aus den Hcnterlopf *1 er infolge eines SchädelbruchS •• Die Beleuchtung der Straßenbahnwagen in der Zeit der abendlichen Dämmerung läßt gegenwärtig mancherlei zu wünschen übrig. Während in den Bureaus, Läden und teil- wei e auch in den Wohnungen das Licht schon ein- geschaltet ist, sitzt man in den Straßenbahnwagen noch schön Im Dunkeln. Zeitungen oder Briefe während des Fahrens zu lesen, ist den Passagieren der Elektrischen bei dem Mangel an Licht unmöglich. Don den Wagenführern kann man auf Anfragen hören, daß sie das Licht erst einschalten dürften, wenn es unbedingt nötig sei, weil gespart werden müsse. Der Begriff des „unbedingt nötigen" ist doch aber recht dehnbar, jedenfalls wird er ganz verschiedenartig auch von den Wagenführern ausgelegt werden. Es ist wünschenswert, daß die Leitung der Straßenbahn den Wagenführern feftirmriffene Anweisungen über die Beleuchtung der Wagen gibt und dabei nicht zu engherzig verfährt, denn ein rechtzeitig gut beleuchteter Straßenbahnwagen I brig«r MonatSbeiträge zugänglich zu machen, ist auch ein beachtenswertes Mittel der Verkehrs- Man beachte die heutige Anzeige. Werbung. Die Kosten für eine frühere Beleuch- •• Eine Achtzigjährige. Frau Ludwig tung der Wagen als bisher werden kaum allzu be- Pirr Witwe. Kaiserallee 47 wohnhost, kann mor- trüchtlich fein, jedenfalls wird der Betrieb sie er- aen, Sonntag, in voller Frische ihren 80. Geburtstag tragen können. begehen. " Die erste feierliche 3mmatriku- = Ein hessischer Lehrerveteran, lation der Studierenden an unserer Landes- I Prof. Dr. 3ulius Röll, wohl einer der universttät für das Wintersemester 1926,27 fand | ältesten akademischen Lehrer. feiert heute heute mittag 12 Uhr im Universitätsgebäude 30. Oktober, seinen 8 0. Geburtstag, und statt. -war auf Gut Klosterll bei Aue im Erzgebirge. •• Schuh der Telegraphenleitun- wo er in körperlicher und geistiger Frisch« im gen. Die Besitzer von Bäumen zu Seiten solcher Ruhestand lebt. Diele Hundert hessischer Lehre- KreiS-, Kommunal- und Ortsstraßen, an denen rinnen haben einst in dem Lehrerinnenseminar Telegraphenleitungen entlanglaufen. werden im der Diktoriaschule in Darmstadt zu seinen Füßen neueren Amtsvertündigungsdlatt vom Kreisamt gesessen, und erinnern sich heute gern d-S alten. Gießen aufgefordcrt, gelegentlich der im Herbst liebenswürdigen Herrn. Prof. Dr. Röll tst und im kommenden Frühjahr ftattsindenden Aus- Raturwissenschaftler. Er gab einen sehr anregen- ästungen die Bäume soweit zurückzuschneiden, dah den Unterricht. 3n seinem Spezialfach, der Do- Berührungen der Telegraphenle.tungTN mit den tanik. ist er bis heute auch wissenschaftlich und Daumzweigen (auch beim raschen Wachsen der schriftstellerisch tätig gewesen, die Movsforschung I Landwirt R Däumel für den nächsten Sommer ausgeschlossen vor allem dankt ihm wertvolle llnterfuchunacm gestürzt, daß und Forschungsergebnisse. Wie sehr 3uliuS Röll | starb. Das n «(„-.nfAmurf- in der Wissenschaft Deachtung fand, geht daraus geschrieben Dir Preise für den DIumenschmuck- Rainen tragt. D-ttbcw-rb lind “KÄ 3" laü” V Ehr-^r'w nd! M 3ur Stiegcn.cr«in8 Satmflabt, Hauptmann a. D. Ä Sri Wald-ck-t. 2ahr»chn.-iana war er Dor- Derrchttgung set @ ® . . 6 «^Endler standsmitglied und Geschäftsführer der Krieger- I zu * A^^LnaaHekameradschaft „Hassia". Dadurch war «r i^ den | ?ö Sabn, «ßxnleniflpoile. iu-Jf/rmrt mrr- I Kriegervereinskreisen ganz Hessens eine bekannte Lowengasse, S I und geschätzte Persönlichkeit/ Gestern fand in den ^oratt?; tFi n n Wll- Darmstadt in Gegenwart zahlreicher Abordnun- Anlagen des Herrn Sahrckartten Rinn Wtt- Kriegervereinen die Deisetzung des Der- »elmstraße,^^^end z^ erwah . * storbenen statt Kränze in großer Zahl wurden Fo.ge ähnl.chen Derwech fnrnpnh am Grabe niedergelegt, und in den Ansprachen S E.S 'am di- Tran--' UM einen treudeutschen, auf» daß die Interessenten für einen DIumenschmuck- tc<6t€n Mann zum Ausdruck. Wettbewerb s.ch zu gegcBener Zett beim Der - Person alie. Der SchulamtSanwärter kehrSverern amnelden müssen. --- - — - - - — •• Stadttheater-Abonnement. Die Einlösung des zweiten Abschnitts des Abonnements muß am Montag und Dienstag nächster Woche erfolgen. Man beachte die heutige Be- I kanntmachung. •' Sine Haussammlung zugunsten der Anstalt für Epilep tische in Tiie- der-Ramstadt wird gegenwärtig auch in unserer Stadt vorgenommen. Bei dem edlen Zweck deS Werkes darf man wohl annehmen, daß die Sammlung auch hier volles Derständnis und rege Gebefreudigkeit auslösen wird. Die Sammler I sind mit kreisamtlichem Ausweis versehen. •* Der Bettler als D il le n b e s i her. 3n den letzten Monaten konnten viele Reisende in dem beschleunigten Personenzuge Frankfurt- Freiburg L Dr. die Bekanntschaft ei-..es Blinden machen, der mit einem sehenden Begleiter in Abwesenheit des Schaffners ein Druckblatt über die Geschichte seiner Erblindung anbot und milde Gaben einsammelte. Auf Veranlassung eines Reisenden wurden die Verhältnisse diese» Blinden geprüft, und es ergab sich dabei, daß \ seine Familie auf großem Faße lebt und herrschaftliche Wohnung mit Bad, elektrischer Waschmaschine, Piano, erstklassigem Radio-Lautsprecher und eigenem Fernfpvechanschluß besitzt. Zu diesem Vorfall teilt uns ein angesehener Gießener Bürger mit, daß er vor einiger Zeit Gelegenheit hatte, daS Treiben jenes Bettlers in einem Wagen 4. Klasse auf der Strecke Gießen-Frankfurt a.M. zu beobachten und zu sehen, wie guten Erfolg seine Tät.gkeit brachte. Unser Gewährsmann bemerkt dazu nv.t Recht. Die Benutzer der 4. Klass« sind zum weit überwiegenden Teil Leute, die mit ihren Mitteln sehr hrnushalten und sich die Erfüllung bescheidenster Rotwend'gleiten für ihre Person oder ihren Haushalt sehr eingehend überlegen oder Wohl gar versagen müssen. Trotzdem waren es offensichtlich gerade Mitreisende dieser Kreise, die bereitwillig ihren Groschen opferten. Aebn- lich wie in diesen Fällen, liegt es meistens bei den Straßenbettlern und bei den Kindern, die abends die Gastwntschaften. durchziehen. Reiche Ernte ist ihnen besch'eden. die ein besseres Einkommen schafft, als es irgendein gelernter Arbeiter hat. älnd wenn die Polizei pflicht- und sachgemäß ein greift, dann nimmt man auch noch gegen sie Partei. Dieses gedankenlose und im sozialen Sinne geradezu verhäng.risvolle Mitleid macht dem guten Herzen der Geber alle Ehre, umsoweniger aber ihrem Verstand. Wann wird unser Volk endlich klug werden? •• Das Modell eines Krematoriums hat die Dezirksgeschäftsstelle des Volks- Feuerbestattungs-Verein Gießen in ihrem Sßau- fenlter, Wetzsteingasse 8. zur Ansicht ausgestellt. Das Modell (Längsdurchschnitt) ist, wie man uns schreibt, naturgetreu von Künstlerhand hergestellt. es zeigt dem Beschauer die Einrichtung einer Trauerhalle mit Versenkungsvorrichtung für den Sarg, sowie Einführungswagen in den Verbrennungsofen. Der Verein ist be^rrbt. die Feuerbestattung auch den minderbemittelten Schichte,' der Bevölkerung durch Zahlung nie- Gießener «ochenmarttpreise. ES kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt ßaS Pfund: Butter 160 bis 180 Pf.. Matte 35, Käs« 60 biS 150, Wirsing 3, Rotkraut 8 bis 15, gelbe Rüben 8 bis 10, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 20 bis 25, älnter-Kohlrabi 5 bis 10, Grünkohl 20. Rosenkohl 45 bis 50, Feldsalat 80 bis 100. Tomaten 30 bis 35, Zwiebeln 8 bis 12, Meerrettich 35 bis 100, Schwarzwurzeln 45 btd 50, Kartoffeln 5, Aepfel 10 bis 30. Dirnen 10 bis 15, funge Hahnen 100. Suppenhühner 100 btf 120 Gänse 80 bis 100, Rüsse 80, daS Stuck. Eier 15 bis 18. Blumenkohl 51 bis 150. «nfcmen 8 biSA Ober-Kohlrabi 5 bis 10, Lauch 5 bis 10, Rettich 10 bis 20, Sellerie 20 bis 50 Pf. Boruotizen. — lageskalender für Samstag. Verband für deutjch« Frauenkleidung und Frauenkul- tur: 4 Uhr nachmittag», Patastlichtsplele (Aschen- platz), Kache-Kruse-Puppen-Ausstellung und Kindervorstellung. - Gießener Choroerem: 8 Uhr Saalbau Sauer, Familienabend. - Gießener Radfahrer- verein 1885 : 8 Uhr, Turnhalle Dsmajbsaar en. Winterfest. — Radfahrerverem „Fortuna : 8 Uhr, Katholisches Dereinshaus, Winterfest. — Verein Ruderjoort: Bootshaus, Generaloerfammlung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: Der ®raf oon Luxemburg" und „Pat und Patachon als Muller . — PcilMichtspiele (Kirchenplatz): „Komodle des Herzens". — Astoria-Lichtspiele: „Der Racher der Berge". — TageSkalender für Sonntag: Stadttheater: 1 älhr .Die Medaille" un2> ..Lott- chens Geburtstag" (Ende 9 Uhr). — Gießener Konzett-Derein: 5 Llhr nachm: Reue Aula der Tlniversttät, ÄDtuert des Peischer-QuartettS. — Gernhardtscher Zither- und Mandolinen-Ehor: 8 Uhr, Katholisches Dereinshaus, Zither-Or- chesler-Koiczert. — Männer-Turnverein: 8 Uhr: Kaufmännisches Dereinshaus, Familienabend. — Zentral verband der Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebenen: 2,30 ülhr nachm.: Saalbau Sauer, Dortrag. — Lichtspieltheater tote Samstag. — — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Es ist das Bestreben der Theaterleitung, für die Operettenaufsührungen Werke zu wählen, die musikalisch von Werl sind. Als zweite Operette ist deshalb ein Werk von Johann Strauß „Der lustige Krieg" genommen worden. Die Echausführung findet am 3^Ro- vembcr im Mittwoch-Abonnement statt. Dieses Werk de» Wiener Meisters ist weniger bekannt als seine vielgegebenen Operetten „Fledermaus" und „Zigeu- nerbaron", tnthält aber eine solche Fülle der reizendsten Melodien, daß seine Einstudierung sicherlich begrüßt werden wird. — Der Goethe -Bund hat zu seinem nächsten Dichterabend den Dichter 3akob Wassermann aus Altaussee (Oesterreich) gewonnen. M'tt diesem Dichterabend, so schreibt man uns, dürfte der Goethe-Dund ben hiesigen Literatur- freunden einen genußreichen Abend bieten. Gehört doch Wassermann nicht nur zu den bekanntesten Dichtern der Gegenwart, sondern seine Werke sind auch zum Teil Vorbilder echter Erzählungskunst. Der Dichter, der sich auf einer DortragSreise durch Deutschland befindet, weiß seine Hörer durch seine kraftvolle Erscheinung und als trefflicher Interpret seiner Werke Qan» in seinen Bann zu ziehen. Es wäre zu wünschen, daß dem eifrigen Streben deS Goethe-Bundes, unsere bedeutendsten Dichter und Denker in unsere Stadt zu berufen, allseits noch mehr 3nterelle und noch größere Beachtung eittgegengebracht wirb, als es bisher der Fall war. (Siehe heutige Anzeige.) Wettervoraussage. Wolkig mit Aufklaren, Temperaturen fallend, borfj noch kein Nachtfrost, nur vereinzelt Niederist Pferde- und Fohlenmarkt, am , ... . ... Donnerstag wird Krämermarkt abgehalten. Zu ein in neuester Zeit eingesührtes Mittel, um dem Pferde- und Fohlenmarkt erwartet man der Vernichtung der Austern, die eine so wichtige einen sehr bedeutenden Auftrieb, der gute Kauf- Rahrung in den Vereinigten Staaten sind, vorzu- gelegenheit bieten dürfte. Räheres in der geftrt* beugen. Die Bevölkerung der Austernbänke ist gen Anzeige. sehr starker Sterblichkeit unterworfen, und dazu ** Frankfurter Pferdemarkt. Der kommen noch andere Einflüsse, die den Austernnächste Pferdemarkt in Frankfurt, der sog. Aller- ertrag in den letzten 3abren sehr verringert Heiligenmarkt, findet am Montag, 1. November, haben. Run ist aber die Austernfischerei in den statt. (Näheres in der heutigen Anzeige.) Vereinigten Staaten die einträglichste und bringt jährlich den Fischern einen Gewinn von fast 15 Millionen Dollar. Die Regierung fürchtet daher, wenn nicht Schutzmaßnahmen getroffen werden, eine Erschöpfung der Vorräte, und so Wilhelm Haas aus Annerod, Kreis Gießen, | gen zu laden und die Sache zu vertagen. wurde zum Lehrer an der Volksschule zu Berns- -------- ' C3 Hausen, Kreis Lauterbach, ernannt. ” Festgenommen wurden in den letzten I ' ' e Tagen hier sechs Personen wegen verschiedener wie man „Austernbäume" pflanzt. Straftaten. I Zu Zeiten der Ebde kann man an uen ameri- ” Der „Kalte Markt" in_ Orten - | kanifchen Küsten Arbeiter beobachten, die ganz« Wagenladungen Heiner Bäume h.'ranfahren und und Dienstag I ins Meer bringen. Diese Männer pflanzen Mittwoch und Austernbäume. Die wunderliche Maßnahme ist schlk ge. Gestrige Tagestemperaturen: Marimum: 11,4 Grad Celsius, Minimum: 7,6 Grad Celsius. Niederschläge: 2,1 Millimeter. Heutige Morgentempera- tur: 9,0 Grad Celsius. ) eu4taM*- hx. in, AdkcvZX/ Jhu* wx, iXauh. au{ Wieder inicb rinoetroffen: WeibkrautpgttM»2.60 Rotkraut . . . 3.60 Wirsing . . . 3.60 frei HauS prompt lieferbar. H. SAUER (Sarienüratie 13. Lager u. Bureau: Wasttarstraße 86 H. Telephon 1154. 8971D Verloren! Am 1. Oktober d. 3- sind im Wasch- raum des EasL Hettler zu Gießen drei Samenringe liegen geblieben. Die Finderin wird gebeten, dieselben gegen Belohnung im genannten Eafö ab- zugeben.0?554 Metallbetten llc Staklmatratxee,llnd»rbetten nünft anPrlv. QataL254 fr. 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Plenge) in Münster ist aus dem Kreis der wissenschaftlichen Anstalten der Fakultäten herausgenommen und eine „selbständige wissenschaftliche Forschungsanstalt" geworden, die .zugleich den Zwecken der Hniversität bient“. — Zum Direktor der Kunst- und historischen Sammlungen des Hessischen Lanbesmuseums in D a r rn- stad t wurde als Rachfolger des in den Ruhestand getretenen Geh. Rats Prof Dr. Friedrich Back der Kustos Prof. Dr. phil. August Fei- g e l ernannt. Dr. Feigel ist Vorstand des Hessischen Denkmalarchivs und Mitglied des Hessischen Tenkmalrates. Seine Veröffentlichungen betreffen deutsches Mittelalter. Gebürtig aus Dens- heim a. b. CB., studierte er in Freiburg, Berlin und Halle, besonders unter Goldschmidt und Wölfflln und promovierte 1907 mit einer Arbeit „Sie Stiftskirche zu Wimpfen und ihr Skulpturen- schmuck". Seit 1908 ist Dr. Feigel am Landesmuseum in Darmstadt tätig. — Für das bevorstehende Wintersemester sind an ber Hniberfität Frankfurt a. M. folgende theologische Vorlesungen angekündigt: Probleme des Gottes- namenS und ber göttlichen Gegenwart (Exobus 3 und 25 bis 40), Dr. M. Bube r; Hebungen über Exodus 3 und 25 bis 40, Buber; Der Römer- brief und Karl Barths Auslegung, Pfarrer Pros. D. Wilh. CBornemann; Äeutestamentliche Hebungen, CBornemann; Die Grundfragen und Grundlagen des christl. Glaubens, Pfarrer Lic H. ©reiner; Deutscher Glaube in seinen geschichtlichen Wandlungen, Oberftubienrat Pros. Dr. Julius Richter; Vergleichende Konfessions- tunbe, Pfarrer Lic. theoL Dr. jur. et phil. K. Schwarzlose; Evangelische Rebenkirchen und Sekten ber Gegenwart, Schwarzlose. — Der Privatdozent für innere Medizin an der Hni- versität Frankfurt a. W- Dr. med. Karl Westphal ist zum nichtbeamteten auherordent- Die Staaten und die Regierungen werden bann ihr offizielles Pfund hierzu beisteuern: Subventionen, Stipendien, Gründung slawischer, russischer, polnischer, jugoslawischer Institute. Aussendung von Professoren, Studenten, Künstlern usw. Die Resultate werden sich auch auf politischem Gebiet einstellen. Ich wiederhole: aus kulturellen Beziehungen darf keine mystische, slawische kulturelle Vereinigung gemacht werden. Ich will nur, bah das, was wir schon mit anderen Böllern tun, auch mit slawischen Völkern gründlicher, vertiefter, systematischer und ernsthafter zu tun beginnen. Bisher haben wir davon nur gesprochen. Roch im Lause dieses Jahres wird, so hoffe ich. ein slawisches Institut bei unS ins Leben gerufen werben; dann kommen andere Dinge in demselben angebeuieten Sinn, und die weiteren Folgen werden sich schon ein- ftellen. Die wirtschaftliche Zusammenarbeit ift ber dritte wichtige Punkt der praktischen slawischen Politik. Auch was diese Frage anbelangt, wurde schon genügend besprochen, und ziemlich wichttge Vorbereitungen sind in früheren Zeiten bereits getroffen worden. Aber auch hier wünsche ich mehr Realismus und ernste Arbeit. Dor allem möchte ich nochmals vor mystischen Vorstellungen über die sogen, slawische Union und das slawische Gefühl warnen. ~ , In ber Wirtschaft geht es um Geld, das heißt um eine Frage, in welcher der direkte Egoismus jedes einzelnen am schärfsten ist, und wo das Rechnen aus'Gefühle und Brüderlichkeit nicht nur unrichtig, sondern ein politischer Fehler, eine Beschränktheit und eine Dummheit ist. Alle Theorien der politischen Ideologen und Enthusiasten werden unweigerlich scheitern, wenn sie damit nicht in hinlänglicher Weise rechnen. Demgegenüber werden Gefühle und slawische Brüderlichkeit sehr häufig zur Berechnung und zum Vorwand „patriotischer Geschäftsleute. Eine solcke stawische Zusammenarbeit führt dann zum wayren Gegenteil, zur Enttäuschung, zur Unmög- kichmachung wirtschaftlicher Verbindungen und zum Zerschellen wahrer slawischer Dezi-Hungen. Die Qualität schlechter Ware, schlechte Lieferungen und rücksichtslose Ausnützung der Kunden lassen sich mit Berufung auf slawische Bruderschaft nicht beschönigen Im wirtschaftlichen Leben ist reelle Zusammenarbeit nötig, die auf Interessen und gegenseitigen materiellen Vorteilen beruht. Für die wirtschastliche Zusammenarbeit stawischer Völker, wenn sie unter dem Losungswort wirtschaftlichen Zusammenwirkens und slawischer Eman > ation betrieben wird, ist Solidarität und r-rlles Ge- bahren notwendiger als anderswo. Sonst wird gerade hierdurch jede stawische Zusammenarbeit im vorhinein erschlagen. Deshalb müssen wir uns hier ebenso wie in kulturellen Dingen sagen: Keine Illusion, Zuverlässigkeit und Festigkeit, systematisches Aufbauen wirtschaftlicher Beziehungen die nicht auf der Ausrufung von Gefühlen stawischer Brüderlichkeit, sondern ausschließlich auf guten Resul- taten und auf dem materiellen Vorteil beider Parteien beruhen Gründllches Durcharbeiten des Programms der auf Berechnungen aufgebauten Zusammenarbeit, systematisches Studium der gegenseitigen technischen, industriellen, bobenhil- tureden und anderen Möglichkeiten; und wenn das geschehen sein wird, können wir und nachträglich auf allslawischen Vorteil und allstawische Interessen berufen. Zu diesen Prinzipien gesellt sich bann die wirtschaftliche Handelspolitik der Staaten Auch sie kann nur aus den soeben angeführten Voraussetzungen aufgebaut werden, denn wenn sie es wagen würde, sich nur ein einziges Mal auf brüderliche Gefühle zu berufen, würden bei der ersten Gelegenheit Parlament und Oeffentllc^eit der Regierung gehörig sagen, was es heiße, für den Staat ungünstige Handelsverträge zu schließen — auch wenn es zugunsten eines CBruber- staates wäre. Wir haben den Staat erst seit sieben Jahren, aber so naiv ist bei uns niemand mehr, .daß er sich beim Entwerfen von Handels-wirtschaftlichen Verträgen auf brüderliche Gefühle beriefe. Ich möchte auch, daß dies aus der landläufigen Terminologie der professionellen Prv- pagatoren des Slawentums verschwinde, weil es Löhne, Arbeitszeit und allgemeine Arbeitvverhält- niste in Frage kommen. Es ist noch gar nicht |o lange her. daß auch der amerikanische Fabrikant aus den Standpunkt stand, daß es sein eigener Vorteil wäre, wenn ein möglichst großes Heer von Arbeitslosen bestände und wenn dieses Heer von Arbeitslosen durch freie Einwanderung künstlich vergrößert würde. Damals war man auch der Auffassung, daß niedrigste Lohnsätze in Verbindung mit längster Arbeitzeit die einzigen Mittel wären, die Produktionskosten so weit als möglich herabzudrücken und die Gewinnquoten zu vergrößern. Es ist andererseits noch nicht viele Jahre her, daß unsere Gewerkschaften den Standpunkt vertraten, daß eine möglichst geringe Einzelleistung des einzelnen Arbeiters die beste Gewähr für dauernde Arbeitemöglichkeit einet möglichst großen Zahl von Arbeitern wäre. Wir haben aber jetzt bereits eine ziemliche Strecke auf dem Wege der neuen Erkenntnis zurückgelegt. Es ist uns allen klar, daß das Wefent- liche, ja die Quintestenz einer Massenfabrikation hohe Löhne aber niedrige Verkaufs- preife sind. Das ganze System ist in dem Bestreben verankert, den Umfang des Konsums nach Möglichkeit zu vergrößern, um dadurch die Produktion nach Kräften anzuregen, den Reallohn zu steigern und den allgemeinen Lebensstandard des Arbeiters entsprechend zu erhöhen. Auch wir haben in Amerika zeitweilig schlechte Zeiten durchgemawt, wenn auch lange nicht in dem Ausmaße wie dies in Europa der Fall war, und zwar lag der Grund des geringeren Ausmaßes der Depressionserschei- nungen vornehmlich In unserem weiten und sehr aufnahmefähigen Inlandmarkt. Aber selbst in kritischen Zeiten haben bei uns die Unternehmer eher alle anderen Mittel versucht, ehe sie zu einem Lohnabbau schritten. Sie haben sich lieber mit dem Gedanken der Rationalisierung ihrer Betriebe, der Derbesterung der Dettiebsorganifa- tionen und mit der Einführung arbeite- fparenderMaschlnen befaßt, sie haben lieber den Produktionsprozeß zu verbessern und den ver- Im Rahmen einer Festvorstellung anläßlich der Tagung des deutschen China-Jnstttuts veranstaltete das Schauspielhaus die Uraufführung zweier „Chinesischer Spiele" in der Hebersetzung von Richard Wilhelm und Inszenierung von Fritz Peter Buch. Die beiden Spiele zerfallen in zwei Teile, „Das Spiel vom Schmetterlingstraum , ein wundervoll buntes Märchen von dichterischem Rhythmus beschwingt und voll ttefer Symbolik. „Der gespaltene Sarg" behandelt das gleiche Motiv, nur ist hier die Zartheit des poetischen, mit der Wirllichkeit ver- schwimmenden Traumes zur stärker auftragenben Satire umgewandelt. Tschuangtse, der Weise und Zauberer, wird im traumhaften Gespräch mit einem Totenschädel von der Hnvollkommenheit des Lebens belehrt. Dieses Totenschädelgespräch ist Höhepuntt der Dichtung, im Vergleich mit Shakespeare ergibt es sich, dah philosophisch- dichterische Gehirne in Ost und West, einerlei zu toekfcen Zeiten, von den gleichen Problemen bewegt wurden (und werden). SHe über allen thronende Kuanhin, Wetv, der Schützer der Lehren und die vier Himmelskönige beschließen, Tschuangtse zur Erkenntnis menschlicher Untreue zu verhelfen. So erscheint ihm Kuanyin als junge Witwe, das frische Grab ihres Gatten trocken fächelnd, um schneller zu neuer Che zu gelangen. Argwöhnisch beschließt der Weise sein Weib Tian zu prüfen, indem er selber den Toten mar- fiert und sich in einen Prinzen aus dem Süden verzaubert. Und stehe, am Sarge des Gatten verfällt Tian schon dem Banne des jungen Prinzen. Roch krasser und nicht ohne H ' ” wird dieser Vorgang im „Gespaltenen Sarge" geschildert. Beide Spiele schließen mit dem Hohngelächter des nun wirklich weise gewordenen Tschuangtse. — Die Aufführung war stilistisch und darstellerisch von stimmungsvoller Geschlossenheit und atinete den Geist des stets von Zauberern, Geistern, Blumen und Schmetterlingen träumenden Osten. Für die Cchth it der Gewänder und ihre Farbenpracht zeichnete Dr. L o। w>m China-Institut verantwortlich. Taube (Tschuangtse), Pfeil (Totenschädel), Kundry Sce- v e r t (Tian), Schiller (Prinz) und im zweiten Teil Ettels prächtiger Diener verhalfen diesem ethnographisch-künstlerischen Theaterabend zum verdienten Erfolg. Das vollbesetzte Haus hatte ein äußerst festliches Gepräge; in den Logen waltungstechnischen Apparat ihrer Betriebe zu verfeinern gesucht. Die Durchführung dieser Dcrbesse- runaen hat dadurch oft trotzder durchgängig ge- zahlten hohen Löhne die Produktionskosten per Einheit der Erzeugung unter denjenigen Kosten gehalten, die Länder mit billigeren Arbeitskräften und erhöhten Arbeitsstunden zu zahlen verpflichtet Frankfurter Theater. — „Das Grabmal des unbekannten Soldaten", Tragödie von Paul Raynal (Hebersetzung Hedwig v. Gerlach), im Reuen Theater. Raynal will dem unbekannten Soldaten, dem durch den Krieg plötzlich aus dem Privatleben gerissenen Menschen, der bis zu den ersten Augusttagen 1914 noch in seinem Deruf für sich und die Seinen eine bestimmte Persönlichkeit darstellte, die dann in der uniformierten, kämpfenden Masse versank,- auch in der Literatur ein unvergeßliches Grabmal setzen. Dieses Vorhaben gelingt ihm aber nur teilweise, denn seine vom Krieg umbrandeten Menschen werden mitunter blutlos unter schwülstigem Pathos. Die Handlung ruht auf drei Pfeilern, Sohn, Vater, Braut. Der Sohn kommt auf Hrlaub nach Hause, er will Hochzeit halten mit seiner Braut, die feit Kriegsbeginn bei seinem Vater lebt Ein unerbittliches Telegramm ruft ihn zurück in die kommende Offensive. Stets den Tod vor Augen, will er die letzten vier Stunden, die ihm für Braut und Vater bleiben, sehnsüchtig ausnühen. Aude, die Braut, schenkt ihm die letzte Rächt, dann aber, da sie hort, daß der Krieg noch lange dauern wird (Zeit des Spieles: Herbst 1915) gesteht sie, daß ihre Liebe an diesem Kriege sterben wird, schon in der Agonie liegt Auch fein Vater steht ihm innerlich entfremdet gegenüber. So geht denn dieser, von keinem der Seinen mehr recht gekannte, unbekannte Soldat zurück an die Front, welche den sicheren Tod bringt. — Drei Menschen quälen sich ab und schreien sich ihre Qual ent« ?egen. aber durch ihr Leiden klingt ein theatra- ischer Ton. Man hätte sich die Ausführung, Regie Alfred Roller, straffer, weniger an der Hohlheit langatmig konstruierter Sätze klebend, gewünscht. Von den Darstellern fand sich Hilde Wall als Aude noch am besten mit ihrer durchaus nicht leichten Rolle der Braut ab. Otto D r a m l gelang es nicht immer, den Soldaten menschlich zu durchdringen, obwohl er gute Momente hatte. Der Vater — Lothar Körner — jedoch schien eure offensichtliche Fehlbesehung der Regie. Das Publikum spendete am Schluß lebhaften Applaus. lichcn Professor ebenda ernannt worden. — Am 22. Oktober verschied der Honorarprofessor für romanische Philowgie an der Hamburgischen Hniversität Dr. phil. Hermann H r t e l im 54. Lebensjahr. Der aus Sttatzburg in Elsaß gebürtige Romanist war Mitglied der Baskischen Akademie In Bilbao. — Der nicht etatsmäßige außerordentliche Professor an der Hniversität Freiburg i. CB. Dr. Friedrich Schürr wurde vom 1. Oktober 1926 ab zum außerordentlichen! Professor der romanischen Philologie mit besonderer Berücksichtigung der italienischen Sprache und Literatur an der Hniversität Graz ernannt. — Der Donner Privatdozent Dr. jur. Gerhart H u s s er l Ktt den Rus auf den Lehrstuhl für bürgerliches Recht an der Hniversität Kiel als Rachfolger von Prof. Maschke angenommen. — Schon bisher bestand an ber Wiener Akademie der bildenden Künste ein Lehrauftrag für deutsche Sprache und Literatur. Dieser Lehrauftrag wurde nunmehr auf Antrag des Professorenkollegiums zu einer planmäßigen außerordentlichen Professur auSgestaltet und dem Privatdozenten an der Wiener Hniversität Dr. Heinz Kindermann übertragen. — Der durch den Weggang des Professors W. Seelen nach Bonn an ber Hniversität Greifswalb erledigte Lehrstuhl für allgemeine Pathologie und pathologische Anatomie ist dem a. o. Professor und Prosettor am pathologischen Institut der Hniversität Würzburg Dr. med. Ernst 6 eupo 1 d angeboten worden. — Der a. v. Professor und der Oberarzt an der medizinischen Klinit ber Hniversität Erlangen Dr. Erich T o e n n t e I f e n ist als Rachfolger des Sanitätsrates Prof. Dr. William Rosenblath zum dirigierenden Arzt der inneren Abteilung des Landkrankenhauses in Kassel berufen worden. — Die Bildstelle des Zentralinstituts für Erziehung und Hnterricht, Berlin, wird in Gemeinschaft mit dem Filmseminar des Dllbspiegelbunbes deutscher Städte vom l.Ro- vember bis Mitte Dezember einen Lehrgang für technische Leiter von Lichtbildveranstakungen an Schulen und in der Jugendpflege in Berlin abhalten, ber aus täglichen Hebungen, Vorführungen und Vorträgen besteht. Am 18. Dezember wird vor dem Berliner Prüfungsausschuß die Prüfung zur Erlangung des Zeugnisses für tech- nifche Letter abgehalten. waren. Es gibt keinen besseren Beweis für das rapide Anwachsen unserer Massenfabrikation durch Ein- uhruna arbeitssparender Maschinen als die Tat- oche, daß wir heute etwa viermal so viel Ma- chinenkräfte in der Industrie verwenden als zu Anfang des Jahrhunderts. Damals brauchten wir etwa 13 Millionen HP. in unseren industriellen Betrieben, heute etwa 55 Millionen HP. Zu gleicher Zeit sind auch die Arbeitszeiten ständig abgebaut worden. Wir haben heute in einem unserer leistungsfähigsten Betriebe die Fünftage- Woche einfuhren können. Man kann also keineswegs davon sprechen, daß arbeitssparende Maschinen nur die öffentliche Meinung verwirrt und der richttgen Auffassung wirtschaftlicher Zusammenarbeit ber siawüchen Staaten hinderlich ist. 'Da will ich nur nebenbei eine Frage berühren: In letzter Zett wirb der Gedanke flawi- scher Gemeinsamkeit auf agrarischer Basis propagiert. Ich will die Angelegenheit nicht im Tetail berühren, konstatiere jedoch dah ein Eichberufen auf agrarische Gemeinsamkeit ausschließlich dem Aufschwung und ber Autorität einer agrarischen Partei, im Hinweis auf Ausschwung der analogen Partei in einem anderen llawischen Staat bient Mit dem eigentlichen Slawentum hat bas jedoch nichts gemein. Es gilt hier dasselbe, was ich bereits von Parteiwesen und Slawentum im allgemeinen gesagt habe. Hierzu bemerke ich noch, daß sich unter den heutigen Verhältnissen die wirtschaftlich jungen slawischen Staaten, weil fie vor allem Agrar- ftaaten sind, bei ber Abfassung handelspolitischer RStsel-Ecke. dem «rbekter selbst härtere Arbeitsbedingungen ge- in letzte Aussch L Von links nach rechts: 27. 26. Gedichtform: Herbstkon'eren-eu der Lehrer. bero. .'‘abnnrAt: Dr Wertheim «D jedoch Opfer !ür die Gustav-Adols-Sliftung. - Kirch- ! berg Reformations^est. 10; Kollekte. 11: Heiliges aus Rätsel. Der Brief. der für der SftaßerspSr e — Fahrre kehr auf dec Rodheimer Strotze. — Dienstnachrichten. der Lohnsteuerbescheinigungen; 10. Aov.: ^Imsahstcuervorauszahlung Monatszahler, 0,75 Prozent der Umsätze Oktober 1926 unter gleichzeitiger Abgabe Voranmeldungen; 11. Aov.: Holz». Gras- und Pachtgelder Steuerfälligkeilen im November. 2m Monat Aovember werden folgende Steuern und Abgaben fällig: 5. A o v.: Steuerabzug vom Arbeitslohn (Lohnsteuer) für die Zeit vom 21. bis 31. Ott. ein chlietzlich der für die Zeit vom 1. bis 10. Olt. bzw. 11. bis 20. Oft. einbehaltenen, noch nicht abgelührten Beträge, ohne Rückficht auf deren Höhe und unter gleichzeitiger Abgabe Abendmahl für die jungen Leute von Stau en berg Aachmitt. IV.: Lollar und Daubrinoen - Matzen Sprechstunden der Redaktion. 12 bis 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittags Samstag nachmittag geschlossen Für unverlangt eingesandte Manuskripte ohne beigefügtes Rückporto wird keine Gewähr übernommen Anzeigenaosträge sind lediglich an die Geschäfts st elle zu richten. haben auch schon vielfach von einem Zwerg- elefanten berichtet, den sie „‘3it>a“ nennen und der in den Bergen wohnt; in die'en Gebieten soll fodann ein Elefant mit vier Hauern vorhanden sein. Inwieweit das alles stimmt, werden wir in den nächsten zwölf Monaten zu prüfen haben, in denen wir auf Entdeckungen ausgehen wollen. Aus dem AmtsvertündigüngsblatL. ** Das Amtsverkündigungsblatt Ar. 87 vom 29. Oktober enthält: Hessischer Schuh- vercin für entlassene Gefangene. — Schutz der Telegraphenleitungen. — Eröffnung des ordentlichen Lehrganges 1926/27 an den landwirtschaftlichen Schulen. — Feldbereinigung Ober-Stein- Pech. Der Kohlenmann kommt zu lern Mädchen und sagt: „Wir haben uoi) immer vierzig Zentner in den Keller rein schütten können. Und heute gehen blotz achtundl'reitzig rein. Wo kann ich denn die zwei Zentner noch hintun?" „Hm Got'e5willcn," schrie das Mädchen, „ich glaube, der Herr war im Kohlenkeller." Worträtsel. Wenn man manchen guten hat. Finder man als Advokat Oder Arzt in Not schon Rat Mil Beweisen, mit Arznei'n, Mag's statt eines Worts in zwei'n Oft auch recht bedenklich fein. Vcxi rbi'd. Wer zuletzt lacht, lacht am besten. Suchrälsel. Mariensäden. Aershmtta'l'gabe. dergoltesdienst - 2 Stiltspsarrer Scho, lemmer. — Wieseck. 9'/, ,Frauenchor); 10 . : Kinderkirche. gesehen worden sein soll. Englische Jäger und Eingeborene erklären, es sei eine Art Kreuzung zwischen Flußpferd und Ahinozeros. ' ' doppelt so grob wie diese. Eingeborene Jäger für 1926 -- V, des IahreSschulb 1924. Seite 2 dieses Bescheides. Sofern der Steuerbescheid für Äj. 1925 inzwischen zugestellt werden sollte, ist Zahlung des auf diesem, vermerkten Betrages zu leisten. — Kirchen- und Kultussteuer, 3. Rate üt Kj. 1926 gemäh der zugestellten Steuerbescheide; 25. Aov.: Steuerabzug vom Arbeitslohn lLohnsteuer) für die Zeit vom 11. bis 20. Aov., osern der Gesamtbetrag für genannte Zeit oder mit dem für die Zeit vom 1. bis 10. Aov. einbehaltenen und noch nicht abgeführten Betrages zusammen mehr wie 100 Mark beträgt. Die Steuern, mit Ausnahme des Steuerabzugs vom Arbeitslohn (Lohnsteuer), können noch innerhalb der siebentägigen Schonfrist ohne Zuschlag, z. Z. ’/< Prozent halbmonatlich, gezahlt werden. staatlichen Wald- und Güterbesitzungen; 15. Aov.: Einkommensteuer der Landwirte. 1. Rate für das Wirtschaftsjahr 1926.27 --- 1/2 des auf Grund des Steuerbescheides für 1925/28 angeforderten Betrage-. — Steuerabzug vom Arbeitslohn (Lohnsteuer) für die Zeit vom 1. bis 10. Aov.. sofern der Gesamtbetrag mehr wie 100 Marl beträgt. — Vermögenssteuer. 3. Rate Die Narrenkappe. Splitter und Sparren vom Aedatttonstisch. Logik. Am Rande der Eisbahn stand ein Pfahl mit einem Schild: „Borsicht! Gefahr!" „Sei vorsichtig, Fritz," 'agt der Vater „geh nicht dorthin, dort ist das Ets dünn, da brichst du ein und ertrinkst." Fritz betrachtet aufmerksam das Schild. „Papa," fragt er, „was ist denn nun mit dem Mann passiert, der das Schild angemacht hat?" 1. Trinkstube; 4. Göttin der Morgenröte; 7. männlicher Per onenname; 9. Teil eines Bootes; 11. weiblicher Personenname; 12. Kampfplatz; 13. Nebensatz der Donau; 14. grotze Tür; 15. andere Bezeichnung für Truhe; 18. Fluß auf der Pyre° näi.chen Halbinsel; 21. Wurfspieß; 22. noch nicht fertiges Gebäude; 24. weiblicher Personenname; 26. Gedichtform; 27. wie 1: 28. afrikanischer Strom; 29. Tierleiche; 30. Borgebirge vom Harz; schassen hätten. Gleichzeitig mit dieser Entwicklung ging eine Revolution der Ansichten in der Arbeiter^ s ch a s t selbst. Niemand wird bezweifeln können; daß zu Anfang des Jahrhunderts die Arbeiterschaft an die Wunderkraft marxistischer Theorien glaubte. Heute hat sich unsere Arbeiterschaft zum großen Teile von dieser Lehre frei gemacht and ist zu der Ueberzeagung gekommen, daß eine völlige Freizügigkeit der Arbeiterschaft mit dem gleichen Recht der Freiheit des Unternehmertums Spitzenleistungen in der Ausnutzung der menschlichen Arbeitskraft and in der Verfeinerung des Produktionsprozesses gestatte. Fügen wir zu dieser Auffassung die starke Anwendung von arbeitssparenden Maschinen and zu gleicher Zeit das in letzter Zeit auskommende Bestreben für die ) a 11 u n g jedweden industriellen Leerlaufes im Produktionsprozeß, so haben wir die wichtigen Grundpfeiler, auf denen der hohe Reallohn in Amerika aufgebaut ist und auf dem das Geheimnis der amerikanischen Wettbewerbsfähigkeit beruht. Weil die Geldmenge, die zur Verteilung kommt um so größer ist, je größer die Produktion ist, deshalb suchen wir die Produk- Quieta als Kaffee! ■hu B. m N schreibt: „Um einen guten und dabei b. ligen Kaileezu kochen, gibt es lür uns Hausfrauen nichts Besseres und Bequemeres als QuietaI“ Gold 120 Pff.. Gelb SO Pfjr . Rot 55 Ptg.. Grün 28 Ptg. Quieta ist 2—3 mal so ausgiebig wie Bohnen- und Malzkaffee I Buntes Allerlei. Das Autolichl als Köder. Es ist schon häufig hervvrgrhoben worben, welche Anziehungskraft die Scheinwerfer der Kraftwagen bei nächtlicher Fas Abenteuer eines Motorradfahrers, der eine ganze Herde Elefanten mehrere Kilometer den Weg am Rufigi-Fluh entlang vor sich hertrieb; die riesigen Tiere wurden von dem Schein der Lampe in Dann gehalten." Auf der Jagd nach dem weißen Löwen. Auf die Suche nach fabelhaften Tieren, u. a. nach einer Art von weihen Löwen und einem Seeungeheuer, das doppelt so groß wie das Ailpserd sein soll, begibt sich eine Expedition von sechs Engländern, die die noch unerforschten Gegenden um die großen Seen im Aordostteil des belgischen Kongo durchstrei'en wollen. Der Leiter des Unternehmens ist ein bekannter afrikanischer Grohwildjäger, Oberst Fenn; er will auch 5um erstenmal den Gorilla im freien Leben in der Aatur filmen und für das britische Aaturhisto- rische Museum neben anderen exotischen Tieren Exemplare des seltenen blauen Gorilla mit- bringen. Das Landgebiet, das die Iäger sich erwählt haben, ist sehr vielgestaltig und umfaßt alle möglichen Gelände von reichen Ebenen bis zu den schneebedeckten Höhen erloschener Vulkane. In dem Ituri-Wald, der in der Aähe des Edward-Sees sich dehnt, ist der Bambusurwald so dicht, datz man nur mit Hilfe her Zwergvölker in ihn eindringen kann, die diesen Urwald bewohnen und gegen Fremde sehr feindlich sind. In den unerforschten Gebieten beim Kiwu-See wohnen Men'chemresl'er. deren ilntertoerfung den Belgiern bisher noch nicht gelungen ist. „Wir werden verbuchen," sagte Oberst Fenn, „gewisse Rätset zu lösen, die feit langem über das Vorhandensein unbekannter Tierarten in diesen Gegenden verbreitet werden. Eingeborene haben immer wieder von solchen Fabeltieren berichtet, ohne dah es bisher weihen Jägern gelang, sie zu finden. Das merkwürdigste dieser Tiere ist der sogenannte weihe Löwe. Die Eingeborenen nennen ihn Irizema, und nach ihren Berichten ist es ein Weihes Ster, so groh wie ein Löwe, aber gefleckt wie ein Leopard. Prinz Wilhelm von Schweden, der in den Gebieten jagte, die den von unS ausgewählten benachbart sind, hat viel von diesem seltsamen Raubtier gehört. Ein anderes Geschöpf, dessen Vorhandensein wir gern nachweisen möchten, ist ein Ungeheuer, das dem Fluhpferd ähneln soll und im Edward-See Wo ist Wilhelm Tell? Anflösunnen. Sllbenräffel. 1 Vampyr; 2. Euterpe; 3. Rennstieg; 4. Luise; 5. Odense; 6. Roman; 7. Neapel; 8 Ellritze; 9. Zossen, 10. Elwin; 11. Isis; 12. Ihemsel^l). «ti- boroa; 14. Oregon; 15. Muräne. Verlorene Zeit kommt niemals wieder. Kirchliche Nachrichten. Evangelisch« Gemeinden. Sonntag, den 31. Oktober. 22. n. Trinitatis. Reformationsfeft. Gießen. Stadtkirche. 9l/t: Psr. Becker, 11: Kinderkirche f. d. Martusgemeinde. Bfr. Decker. 6: Psr. Mahr. Beichte u. heil. Abendmahl für Matthäus- u Markusg. - Johanneskirche 9V,: Psr. Ausfeld. Zugleich Mifttärgottes^ienst. UV,: ftinderkirche für die Iohannesg Pfr. Ausfeld. 11: Dor der Iohanneskirche: Pf Ian ,en iner Reformationslinde. Ansprache: P'r. Bechiolsheimer. 6: Pfr Bechiolsheimer. Beichte und heil. Abendmahl für Lukas- u. Iohannesg. 8 Bibelbesprechung im Zohannessaal Psr Becker. — Sich. Resormationsf. Kollekte f. d. Gust. Adolf Der. 9'. Stiftsdcchant Lenz. ^Mitwirkung d. Pofaunend)ors>. - ' ,1 Kin- Silbcnrätsel. Aus den 51 Silben: a — bach — be — be — bet — bu — e — e- e — ei - cll — er — frost — ge — ge — g'e — glas — gow — ha — Ham — haut — hu — taucht _ k - li - li - lor - ma — mann — mo - ne - nei - neh - org - ra - rauh - rent - rit - i-hu - kl- stolz - ta - ta - tay __ters — fi — ti — u ul 32 ze finh 21 Wörter zu bilden, die folgende Bedeutung haben 1 eumpftofld; grMcher Titel; 3. alter AunaaefeHe- 4. winterliche Naturerscheinung, 5. Tierftraud);’ 6. langer Herzenserguß; 7. Tonkunstler; 8 männlicher Personenname; 9. mathematische Flöthe 10 geschichtlicher Ort in der bayrischen wSfah; 11. Raubvogel; 12. Fisch: 13. Stadt .n Julien- 14. Nadelholz; 15. asiatisches Land; 16. Ge- dichtform; 17. berühmter Säuerling: 18. etabt m Schottland; 19. banktechnische Bezeichnung; 20 amerikanischer Dichter; 21. Teil des 2IugA. - Sind die Wörter richtig gebildet, ergeben Anfangs- und Endbuchstaben, beidemal von vorn nach hmten gelesen, ein Zitat von Lukianos. Kacholische Gemeinde». Dießen. Samstag, 30. Oktober. 4'/, u. 7 Beichte. Sonntag, 31. Oktober. 23. Sonntag nach Pfingsten. Königssest Christi. 6V, Beichte, 7 Messe, 8 Korn., 9 Hochamt mit Predigt, 11 Messe mit Predigt, 51', Chriftenl. u- Andacht mit Segen, 4V, u 7 ist Beichte. — Grünberg. 97, Messe mit Predigt. — Hungen. 8 Hochamt mit Predigt. - Lich. 10 Hochamt mit Predigt. Dietzen. Montai 1 Aovember Allerheiligenfest. 6'/„ Beichte, 7 Weste. 8 Korn., 9 Hochamt mit Predigt, 11 Messe mit Predigt, 4’, u. 7 Beichte, 5 Andacht mit Segen, 5' , ist Predigt; darauf Andacht lür die Abgestorbenen. — Grünberg. 9 , Messe mit Predigt Hungen. 8 Hockamt mit Predigt. — Laubach. 10 Messe mit Predigt. — Lich. 10 Hochamt mit Predigt. Gießen. Dienstag 2. Rovember Allerseelen. 6V, Beichte, 6-8 bl. Messen, 8 Seelenamt für alle Derstorbenen der Pfarrei, 8 Andacht mit Segen Donnerstag nachmittags ist Deichte, Freitag 6'/, ist SegenSamt. *___________________________________ LonnlnaSdicukt n. Herzte n. •lootbcfeit nm 31.10.26 Dr. W. Kletu. S.-R. Dr. Ediliev. ake Pelikanavoih. Ein Iagdpacht Prozeh. Eine interestante Entscheidung wurde am Donnerstag von dem Gießener Iagdpacht- einigungsamt gefällt Eine Gemeindejagd in der Nähe von Gießen, die in den beiden letzten Pachtperioden vor dem Kriege 1210 bzw. 1315 Mk. gekostet hatte, wurde Ende Januar 1920 zum jährlichen Preis von 5520 Papiermark auf 9 Jahre verpachtet. Der Pächter zahlte für 1923 vergleichsweise 500 Goldmark nach. Im Jahre 1924 einigten sich die Parteien auf 630 Mk., und im Jahre 1925 vergleichsweise auf 850 Mk Diesen Betrag zahlle der Pächter auch im Jahre 1926. Die Gemeinde war jedoch damit nicht zufrieden, sondern verlangte Festsetzung des Pachtoreises für 1926, 1927 und 1928 auf jährlich je 1200 Mk. Zur Begründung dieses Antrags führte sie an, daß andere Jagden in der Zwischenzeit bei Neuoerpachtungen teurer geworden seien und sogar teilroeife den Dorkriegspre'.s überschritten hätten. Das Jagdpachteinigungsamt wies diesen A rt=> trag zurück und setzte den jährlichen Pachtpreis für die Jahre 1926, 1927 und 1928 aus 850 Mk. fest, da eine Veränderung der allgemeinen wirtschaftlichen Verhältnisse, wie das Gesetz sie für die ander- weite Festsetzung der Pachtpreise verlangt, feit der letzten vergleichsweisen Pachtpreisoereinbarung nicht eingetreten sei, die allgemeinen wirtschaftlichen Verhältnifse vielmehr im großen und ganzen noch dieselben seien wie im Vorjahre. Jin Anschluß an die Rechtsprechung des Kammergerichts Berlin stand das Jagdpachteinigungsamt auf dem Standpunkt, daß es nicht feine Aufgabe fei, früher geschloffene Pachtverträge auf jetzt bezahlte Pachtpreise zu bringen, sondern unter Auf- "rechterhaltung der be stehenden Der- träge die vertraglichen Leistungen nur insoweit abzuändern, als deren Beibehaltung einem Der- - tragsteile gegenüber infolge der veränderten allgemeinen wirtschaftlichen Verhältnisse eine offenbare Unbilligfeit darstellt. Das Jagopacht- einigungsamt darf ohne weiteres weder zugunsten des Verpächters den Pachtpreis auf das angemessene Maß erhöhen, noch ihn zugunsten des Pächters auf das angemessene Maß herabsetzen. Es muß vielmehr, von Der letzten durch Vereinbarung ober Beschluß des Einigungsamtes erfolgten Pachtregulierung ausgehend, nachprüfen, inwieweit feit dieser letzten Regulierung eine Veränderung der allgemeinen wirtschaftlichen Verhältniste zu ungunften des Verpächters ober bes Pächters erfolgt ist. Nur im Falle der Bejahung dieser Fragen und nur, falls durch diese Veränderung eine offenbare Unbilligkeit entstanden ist, und nur im Rahmen dieser Veränderung der wirtschaftlichen Verhältnisse darf eine anberroeile Festsetzung der Pachtleistungen zugunsten des Verpächters ober bes Pächters erfolgen. tion nach Möglichkeit zu steigern. Der enorme Ab- ftdnb, ben unsere organisierte Arbeiterschaft heute von den Ansichten der alten Welt gewonnen hat, kann nicht besser dargcstellt werden als durch die Ansichten, die etwa vor einem Jahr von der American Federation of ßobour ausgedrückt wurden, wo man für verbesserte Betnebsmetho- ben, für Ausschaltung bes Leerlaufes als Produktionsfteigerung anb für Teilnahme be r Arbeiterschaft am Gewinn eintrat. Noch haben oiese 3been nicht allgemein im amerikanischen Unternehmertum Platz gegriffen. Es gibt noch viele Unternehmer unb Geschäftsleute, bie diese ©ebanfengänge ablehnen, ebenso wie es ganze Gewerkschaften gibt, bie noch auf dem Stanbpunkt stehen, baß eine möglichst hohe Drosselung ber Produktion die Grundlage einer vernünftigen Lohnpolitik bilde. Die Tenoenz, den gesamten wirtschaftlichen Produktionsprozeß als eine gegenseitige Interessengemeinschaft von Unternehmertum und Arbeiterschaft anzusehen, hat sich stark vermehrt, aber es wirb Auf- iiabe ber amerikanischen Wirtschaftspolitik fein, die- es System in jebem schwachen Punkte zu unter» tützen unb gegen Irrtümer anzugehen. 31. Abschiebswort. 2. Von oben nach u.nten: 1. Körperliche Erfrischung; 2. griechischer Gott; 3. sagenhafter chelb; 4. Erdteil; 5. deutscher Strom; 6. japar.' ? Münze; 7. geographische Bezeichnung; 8. Raub. 9. Titel; 10. Teil des Wagens; 15. weiblicher Personenname; 16. wie 2; 17. Naturerscheinung; 18. hohes Bauwerk; 19. Universitätsstadt; 20. römischer Dichter; 21. portugiesische Kolonie; 23. Tafelfisch; 25. englisches Bier. Entziff run^sousqabe. abna — cop — aej — naybajoleah — xwhz — cehp — iwi — jeydpo — xwhz — c?hp — iwj — real). Vorstehenbe rätselhaften Wörter find durch Ber- schieben bes Alphabets entstanden. Es beginnt bies in vorliegendem Falle nicht mit dem ersten Buchstaben (a), so daß z. B. z nicht der 26. Buchstabe, sondern ein früherer ist und a sich demselben unmittelbar anschließt. Wie lauten die zu entziftern- ben Wörter? Verbind«!»^ ps? abr. Leid — Sekt — Vieh — ftof — Ger — Buch - Strumpf — Dein — T ;l — Klotz — Stand Einem jeden ber vors:.h «den einsilbigen Wörter ist eines der nadjfolgcnbcn einsilbigen vorzusetzen, so daß neue, und zwar zweisilbige Wörter entstehen. Die Anfangsbuchstaben dieser ergeben ein Naturereignis. Bahn — Ei — Jn(n) — Lohn — Miß — Ramm — Rind — Strick — Tanz — Ur — Weh. Näkfej. Tritt stets mit „g" hinein, Wenn's eng mit „G" unb klein. born-Garbenietch. Reformationsfest Watzenborn Steinberg: 1 (Schülerchor, Kollekte» anlchl Psianzen der ReionnationSlinde tKirchenchor». Garbenteich: 9 Beichte, anschlieh. Gottesdienst iSmülerchor) und I heil. Abendmahl der Derheirateten. (Kollekte.) ist sehr konzentriert, ■ die große Ausgiebigkeit bedingt sparsamen Gebrauch Wenige Tropfen genügen. V6 krruzworträtsc' 25 20, ^ernspr. 938 Reparaturen Neuanlagen Bllligne Betetijnung:: BoranWge loslenlos S8. BMW Baünliolftt. 24 Tclevbon-Anrui 329 uud 855. Am Sonntag, dem 31. Oktober 1926 sind unsere Kassenräume in den Mittagsstunden von 11 Uhr bis 3 Uhr zur Entgegennahme von Spar-Einlagen geöffnet NOVEMBER-MARKTE Mittw och, 3. Rindvieh-, Schweine- und Schafmarkt Mittwoch, 10. Rindvieh-, Schweine- und Schasmarkl Donnerstag» 18. Rindvieh-, Schweine- und Schafmarkt Mittwoch, 24. Rindvieh-, Schweine- und Schafmarkt 8906ss Die Direktion des Jucht- und Nutzviehmarktes. Lehr in Ostfriesland Deutschlands größter Jucht- und Nutzviehmarkt 88968 Gießen, den 30. Oktober 1926. Der Oberbürgermeister. I.V.: Dr. Rosenberg. 20 RM. 15 „ 15 „ 10 „ 6 „ 4 „ 2. Rang-Rückplatz Eine Einlösung an der Tages- und Abendkasse erfolgt nicht. Stadttheaters au erfolgen. Die zu zahlende zweite Rate beträgt für: Proszeniumsloge, Rangloge u. 1. Rang-Donderplatz 1. Sperrsitz, 1. Rang-Mitte und Logenrückplatz . . 2. Sperrsitz und 1. Rang-Rückplatz...... 3. Sperrsitz und 2. Rang-Vorderplatz..... 2. Rang-Mitte ............. Stadttheater-Ab onnement. Die Einlösung des zweiten Abschnitts der Abonnements für Dienstag, Mittwoch, Freitag und Sonntag hat am Montag, dem 1. November 1926, in der Zeit von 3 bis 6 Uhr nachmittags, und Dienstag, den 2. November 1926, in der Zeit von 3 bis 5j Uhr nachmittags an der Kasse in der Vorhalle des Westdeutscher Svielvcrband e. B. Waldsportplatz des Vereins f. Bewegungsspiele (Endstation der Straßenbahn, rote Ltntes Sonntag, nachmittags 2.30 Ubr Das grosse Treffen im hessisch.hannoverschen Bezirk „Kurhessen“ Kassel mehrjähriger Bezirksmetsier V. f. B. Giessen BezirkSUga. Kreismetiier 1924 1926. 8929V Spielwaren-Bakof ■ Seltersweg W Puppenwagen u. Puppensportwagen von 3.80 Mk. an. Waren werden, bei Anzahlung, bis Weihnacht zurückgestellt Puppen-Klinik: Reparaturen bitte bis 1. Dezember einzuliefern. ®40D EieöWe W m. 13 ZU zerMeam Ur. 11 lüöeuföoeiöet HSWinaWaen SUMWea fjnferqiiefldjen Bleöfnrtet-Sfinefiöflmpftr gartofielfliietfdien Sotloffel-Süitletniafililnea lülöge „OriglnDl-saö“ Drillmofdilnen .soll" Mei und Meneggen Düngetflrener jauaieiatiei Zoolhevoniveo SlroWoeloer sowie alle Geräte für die Landwirtschaft liefert billigst unter günstigen Bedingungen 8946D M Eingang non Neuheiten m modernen t^idemoffen. und tSei'den J. 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Der vorzeitige Uebergang in eine höhere Klasse der Grundschule dars jedoch grundsätzlich nur zu Beginn dcc- zwei- ten, zum Herbst des zweiten ober zu Beginn des britten Schuljahres erfolgen. Praktisch werben in Preußen also besonbers leistungsfähige Dolks- schüler bes dritten Schuljahres, das find solche, die das zweite Schuljahr absolviert haben, die dritte Klasse erstmals am 1. April 1927 überspringen und sofort in die vierte, die oberste Grundjchulklasse auf. rücken. Der preußische Kultusminister ist aber erfreulicherweise weitergegangen und hat gestattet, daß besonders leistungsfähige Kinder, die sich gegenwärtig im 3. Schuljahr befinden, schon in diesem Herbst in die oberste Grundschulklasse ausgenommen bzw. versetzt werden können, um ihnen die für die Aufnahme in die höhere Schule erforderliche Bildung, wenn auch nur für ein halbes Jahr, zuteil werden zu lassen. Die Bestimmungen, die hier der preußische Kultusminister erlassen hat, sind durchaus begrüßenswert und für Eltern und besonders leistungsfähige Kinder von nicht zu unterschätzendem Vorteil. Wo bleibt aber liessen? Bisher hat sich das Landesamt für das Bildungswesen in Darmstadt mit dieser Sache, die ihm doch sicherlich nicht entgangen sein dürfte und über die es selbst zweifellos genauestens unterrichtet ist, noch nicht beschäftigt, man hat wenigstens noch nichts von einer diesbe- Dläschen und Knarren — Jahrmarktswunder... Jahrmarktsplunder... Mitten in dem Gewühl hat plötzlich ein alter Graubart einen Menschenauflauf um sich versammelt. Er dreht sich im Kreise und schwingt dabei einen roten Bogel, der an der Peitschenschnur eines biegsamen Rohrstäbchens schwebt, in Wellenlinien rundum, Unö wahrend er ihn schwingt, drehen sich die flatternden Schwanzfedern des Wunderwesens wirbelnd in der lebendigen Bewegung segelnden Flugs unb pfeifen dabei, daß ein zirpendes Gezwitscher mitfliegt wie das lachende Rädchen in der Kehle der Tuttel. Der 2llte aber folgt dem flaggenden Schleierschwanz seiner gezähmten Salangane wie ein Verliebter mit den Blicken, läßt sie unentwegt über den Köpfen der Menge kreisen und dreht sich immer tänzelnd mit im Kreis. „So werden wir alle in zehn Jahren fliegen. .. Kein Steinchen klebt mehr an unseren Dallontrauben am Seil, Uv — Riesenwollen niederholen und wieder austreiben lassen. Sie spektakeln und locken mit quäkenden Kirchweih - Ende. Die Buden um Warktbrunnen werden abgebrochen. Bon Wohnpark der Seiltänzer und Reitschulleute, der in den Rebenstratzen aufgefahren ist, verläßt ein Wagen nach dem anderen mit seinen geranienbesetzten Fenstern das Städtchen. Entflogene Dallonwürste wackeln an den Telegraphendrähten. Durch den Fremdenschwarm, der den Zugen zu- strömt, zieht ein handfester Junge in seinem kleinen Leiterwagen geschäftig ein paar Betrunkene, die mit herausbaumelnden Gliedmaßen singend übereinanderliegen. Händler tragen ihren Dchellenbaum von gelben Wachsvögeln noch einmal an den dichtbesetzten Hotelterrasjen entlang, ' die sie wie gefesselte würdig respektiert worden, daß Willingshausen, dessen Hauser noch immer im herkömmlichen DauernstÄ gebaut werden, auch in seiner Vegeta- tionsreichen Umgebung den Charakter gewahrt hat, der ihm seine ungewöhnliche Anziehungskraft m>ch für lange hin gewährleistet. Die rote Schwalbe. Don Leo Sternberg. In diese weitaussehenden, aber dabei sehr aktuellen Erörterungen gehört prinzipiell wichtig die Auseinandersetzung herein, die der Reichs- baickpräsitont Dr. Schacht vor dem Urüer- Unterausschuh der Deutschen Enquetekommission für Geld- und Kreditwesen am 21. Oktober gegeben hat. Die eigentlich währungs- und drs- kontpoli tischen Auseinandersetzungen stehen batoi hier nicht zur Debatte. Dagegen ist für die Stellung Deutschlands, der deutschen Außenpolttit wie der deutschen Wirtschaft, die dabei zufam- mengehen und zu'ammenarbeiten müssen, sehr wesentlich der Standpunkt Dr. Schachts zu den Auslandkrediten. Er hat sich vor diesem wichtigeii Gremium sehr bestimmt und präzise gegen di e Ueberspannung der 21 u s - landkredite für die deutsche Wirtschaft und die deutschen Kommunen ausgesprochen. BKr verstehen seine Einwände und Bedenken durch- aus, aber bei der großen Tragweite dieses Pro- blems und der Aeußerungen des Reichsbankprast-- tonten dazu hätten wir doch gewünscht, toO triefe Ausführungen etwas unmißverständlicher formuliert worden wären. Der Reichsbankpräsi- tont wird selbst zugeben daß feine 'These: „5>ie privaten Danken und Bankiers des Auslandes überschütten uns mit Geld, aber die aw8lan- dischen Regierungen nehmen es uns durch Herrn Gilbert wieder ab“ der Lage, toie sie heute ist, insonderheit dem flar erkannten, von uns zum Lieberdruh oft wiederholten und von Herrn Gilbert gleichfalls eingehaltenen Zusammenhang zwischen privater Anleihe und Dawes-Plan, Transfer und Kriegsschulden usw. nicht gerecht ^^Was ist der Ausgangspunkt? Rach dem Kriege mit seinen ungeheuren Kapitalvemichtun- gen und seiner gewaltigen Anspannung der sogenannten sttllen Reserven war es für Deutschland, wie für jedes besiegte Land — die Lage der 'Siegerstaaten bleibe hier beiseite — notwendig, in den ramponierten und aus getrockneten Motor seiner Wirtschaft neues Del herernzu- leiten. Das konnte, da die Wiederbildung eigenen Kapitals aus bekannten Gründen wenigstens ungeheuer verlangsamt, wenn nicht unmöglich war. nur durch die Dereitstelluirg ausländischer Kredite geschehen, für die wiederum nach Lage der Dinge nur Nordamerika als Geber in Frage kam. Man rechnet, daß Deutschland rund fünf Milliarden Mark im Laufe der letzten 2'/i 3apre eingeführt hat. Die Frage ist einmal: ob, volkswirtschaftlich gesprochen, für das, was wir zur Weiterbelebung unserer Wirtschaft bringend brauchen, dieser Betrag ausreicht oder nicht, und sodann, ob diese Kredite aus Amrcika zu produktiven Zwecken verwendet oder unproduktiv festgelegt bzw. einfach konsumiert werden. Das sind die beiden springenden Punkte. Auf diese hat pflichtgemäß der Reichsbankprast- dent seine Aufmerksamkeit zu richten, und jetor, auch ber schärfsten Maßnahme, die er mit seinem Einfluß im Sinne dieser beiden Forderungen trifft, wird ihm zugestimmt werden müssen. Die Formulierung aber, die er vor dem Ausschuß gewählt hat, macht die Sache eher unklar, fördert eine unklare Stimmung in bezug auf die Auslandkredite und erreicht damit nicht, was er will, nämlich die Beschränkung der Kredite aus das für das volkswirtschaftlich not- wendige Maß und ausschließlich zu produk- Eine Mahnung an jedermann. Auf Anregung der lombardischen Sparkasse in Mailand fanden sich im Jahre 1924 Vertreter tot Sparkassen aller Länder zu dem ersten internationalen Sparkassenkongreh in Mailand zusammen, um die Frage der Sparförderung zur Diskussion zu stellen. Man war sich flar darüber, daß die in einem gut gef barmten und ausgedehnten Sparkassenneh angesammelten Gelder das beste Bollwerk gegen wirtschaftliche Röte eines Landes sind. Aus diesem Grunde sollten die nationalen Grenzen bei diesem Problem völlig ausscheiden, da alle Wirtschaft ökonomisch und nicht politisch bedingt sei. Einem besonders eingesetzten internationalen Ausschuh wurde das Studium des Sparwesens übertragen, außerdem beschloß man, den Endtag der Konferenz, den 31. Oktober, zum Weltspartag zu machen. An diesem Tage soll in Zukunft in allen Ländern der Welt in Wort und Schrift auf die Bedeutung des Spargedankens hingewiesen werden. Der Weltspartag bedeutet eine Mahnung an jeden einzelnen, zu sparen, die Ausgaben in das wirtschaftlich richtige Verhältnis zu ton Einnahmen zu bringen, nach Möglichkeit Rücklagen zu bilden für Zeiten der Rot. Wenn irgendwo in der Wett, so gilt dies heute in erster Linie tom deutschen Volke, das durch die Verluste der Dergangmven Jahre und die hohen, im FrietonsvrrttxHe auf erlegt en Lasten in arge Rot geraten ist. Jahrzehntelange Arbeit wurde nut einem Schlage vernichtet. Wenn trotzdem seit dem Beginn der Stabilisierung der Gedanke tos Sparens eu-mit in den Vordergrund gestellt wird, so liegt dies in erster Linie im Interesse jedes einzelnen. Dadurch, dah der einzelne spart also ein Teil feiner Einnahmen zurück- hält, um in besonderen Fällen jederzeit darüber verfügen zu können, bewahrt er sich vor zukünftigen wirtschaftlichen Sorgen. Auhertom ist jeder wirtschaftliche Erfolg letzten Endes auf irgendeinen Ausdruck der Sparsarnkeit zurückzuführen. Wir brauchen gar nicht an die wirtschaftlichen Groß Unternehmung en zu erinnern, die aus kleinen Anfängen emporgekommen find: man begebe sich nur in diesen oder jenen Einzelhaushalt, und man wird feststellen, dah Ordnung, Zufriedenheit und Erfolge nur da zu finden sind, wo wirtschaftlich gehandelt, also gespart wird. Aus diesem Grunde wäre es völlig verfehlt wenn heute noch einzelne im deutschen Dolle sich abseits stellen würden, indem sie auf die erlittenen Verluste Hinweisen und deshalb das Sparen ablehnen. Hiermit ist eine Besserns nicht zu erreichen, sondern nur durch neue Arbeit und intensives Sparen. Zwar genügt es nicht werden. Thielmanns Atelier ist noch immer der Sammelpunkt der Willingshäuser Maler, well die eigentliche Malerstube, die der Besitzer der im Krieg eingegangenen Haaseschen Wirtschaft auch im Reubau pietätvoll mit ihren vielen Bildern, ehrwürdigen Möbeln und Erinnerungen. erhalten hat, nicht mehr so recht dazu geeignet ist. Deshalb werden auch die wertvollen Willingshäuser Albums nn Thielmannschen Atelier aufbewahrt. Im übrigen haben die Zeitläufte nichts an der lebendigen Bedeutung Willingshausens für die deutsche Kunst ändern können. Rach wie vor weilen all- sommerlich ältere und jüngere Maler hier, auf Wochen teils, teils auf Monate, Künstler, die den inneren Zusammenhang ihres Wesens und Schaffens mit der Ratur und mit dem bodenständigen Menschentum nicht verloren haben und auch weiterhin sich bewahren wollen, um der Zukunft ein gesundes und fruchtbares Weltgefühl schöpferischer Geiftigkeit zu übermitteln. In diesem Sommer waren, um nur die bedeutendsten Ramen zu nennen. Hans von Dolkman n in Willingshausen und Carl Danher, letzterer gerade den vierzigsten Sommer, den er dort erlebt und, tote gesagt werden darf, mit einer Arbeit verbracht hat, die zweifellos zu seinen Meisterwerken gerechnet werden wird, obwohl es fern Bild von großem Ausmaß ist: zwei Frauenköpse, ein alter, mit dem blauschimmern den Trauerschleier der Schwälmerin, unb ein junger mit dem ebenfalls blauen, doch gemusterten Abendmahlsschleier, beides einprägsame Gesichter von einer Lebenswahrheit und Lebansfülle. wie sie in solcher Vollendung eben nur von der Hand eines ganz großen Meisters festgehalten werden können. So ist Willingshausen heute toie vormals ein Hort wahrhaft deutscher Kunst. Aber noch in einer anderen Beziehung wirkt sich das hier eingebürgerte Künstlertum aus: in geradezu vorblldl'cher Weise zeigt dieser kleine Ort, wie das Problem der Verkopvelung gelöst werden kann, ohne dah, wie es bisher leider zumeist geschehen ist, der Landschaft und ihren intimen Reizen Gewalt angetan wird. Hier nämlich hat sich die Ratur- und Heimatliebe vor allem Dantzers so mannhaft geltend gemacht und ist so Vie Abkürzung der Srundschulzeik in Hessen. Der „Wormser Zeitung" wird geschrieben: Vor kurzem ging durch die Presse eine Mitteilung über die Abkürzung der Grundschulzeit in Preußen. Nach den Bestimmungen, die vom dortigen Kultusminister festgesetzt worden sind, ist es besonders leistungsfähigen Volksschülern der Grundschul- züglichen hessischen Verfügung gesehen oder gehört. Oder sollte es vielleicht in Hessen, das doch gerade auf dem Gebiete des Schulwesens bahnbrechend vor- angegangen ist, nach Ansicht des Bildungsamtes keine besonders leistungsfähigen Dolksschuftr geben, denen man das Ueberjpringen der dritten ^chnlklasse bzw. die Versetzung in die oberste Grundjchulklasie noch jetzt zugeftehen könnte? Das zweite Halbjahr Hot kaum begonnen, so daß bei schleuniger Inangriffnahme einer Verfügung des Landesamtes für das Bildungswefen nach preußischem Muster eine Versetzung solcher Schüler tind Schülerinnen in die vierte Klosse immer noch möglich und die erforderliche Bildung für den Uebergang in eine mittlere ober höhere Schule gewährleistet wäre. Was schließlich in Preußen in dieser Beziehung gemocht werden kann, das sollte uns in Hessen durchaus nicht davon obholten, das gleiche zu tun. Die Eltern, die an einer solchen Verfügung im Interesse ihrer Kinder einen großen Anteil nehmen, sind zweifellos recht zahlreich, und selbst, wenn sie das nicht wären, sollte sich das Landesamt nicht dem Wunsche verschließen, die gleiche Anordnung für unser Hessenland zu treffen, wie sie der preußische Kultusminister für Preußen bereits rechtzeitig getroffen hat. Hoffentlich schwingt man sich drüben in Darmstadt in etwas beschleunigtem Tempo dazu auf, ohne Zögern eine diesbezügliche Verfügung heraus- zubringen. Für die Nachahmung des preußischen Vorbildes werden viele Eltern im Hesienlande dem I Bildungsamt Dank wissen. Außenpolitische Umschau. Don Professor Dr. Otto Hoetzfch, M. d. R. Die LNssprache über Theiry zieht sich weiter hin. und immer deutlicher tritt hervor, daß der Ausgangspunkt, die Grundlage des Gespräches unklar war. Man erkennt jetzt beiderseitig, daß ohne Zustimmung und Mitwirkung Nordamerikas diese »Idee von Thviry nicht durchzuführen ist, dah man versäumt hat, ttuhzetttg genug Amerika in die Erörterung und daß dessen Zustimmung und Unter jtutjung aus bekannten Gründen jetzt nicht zu erreichen t|t. Tas belgische Beispiel zeigt zu gleicher Zeit Frankreich den Weg. der beschritten werden muh, der aber bann auch zu einem Erfolge fuhrt: Heber die Anerkennung der Schulden zur Stützung durch amerikanischen Kredit, zur ötabut- ficrung der Währung, die in Belgien soeben geglückt ist. Und die Aeußerungen Mr. LammvntS vom Hause Morgan haben nur bekräftigt, daß der Zusammenhang von Kriegsschulden und Tawes-Plan und internationaler Finanzkonferenz und Herabsetzung bet gegenseitigen Verpsllchtun- aen in Rordamerika so angesehen wird, in einem Lande, das nun einmal die Macht besitzt, diesen seinen Willen durchzusehen und von dem Europa Hilfe und Unterstützung will. Das wichtige an Lammonls Aeußerungen war, daß nun auch das Haus Morgan. daS bisher eigentlich mehr aus die Ententeseite neigte, seinen Standpunkt so nimmt, toie die nordamerikanische Großfinanz und Politik Überhaupt. Wenn also in dieser Lage der <*yaben von Thoiry weiter gesponnen werden soll, so weiß man im Moment offenbar auf beiden Seiten nicht recht, was der eine bieten und der andere fordern, tor andere bieten und ber eine fordern soll. Rür so liegen die Dinge allerdings nicht, daß Deutschland zu bitten, Dorschläge zu machen und Opfer zu bringen habe, Frankreich aber aue- schließlich nach seinem Interesse und im Besitze ber Macht entscheiden könne, toie es wolle. Dieses internationale Kräfteverhältnis besteht nicht mehr. Briand weiß das so gut tote vermutlich» auch Poincarö, und die deutsche Außenpolttik, die den Faden weiterspinnt, soll von diesn Erkenntnis ausgehen und nun wissen, daß die Politik von Toirh einen anderen Ausgangspunkt stnden muß. , . . . , Darum herum gruppieren fuf» drei große Komplexe, die aber alle auf Europa zurückwirken: die englische Reichskonserenz, deren große Tsirseinandersehungen zwischen Mutterland und Kolonien heute noch nicht abschließend festzustellen sind — die osteuropäische Spannung mit dem Ringen zwischen der russischen Dertragspolitik und dem polnischen Dormachtsanspruch in Osteuropa — der Wahlkampf schließlich in Ror damer ika am 2.Rovember. 3n dieser Wahl wird das Repräsentantenhaus ganz und der Senat zu einem Drittel neu gewählt. Die Aussichten dafür, daß die Republikanische Partei ihre bisherige Stellung behaupte, sind nicht sehr groß. Cvolidges Popularttat ist zurückgegangen, weil seine an sich richtige Politik zaudernd und mit fortwährender Rücksicht auf die Stimmung im Innern geführt, durchschlagende Erfolge nicht auftoeifen kann. Ramentttch bas wichtigste Element der Farmer ist unzufrieden. Das Wirtschaftsmanifest vom 20. Oktober kommt auch nicht gelegen, weil es die Frage Schutzzoll oder Freihandel aufroUt und unter ihm gewichtige amerikanische Namen republikanischer Färbung stehen. Aber die demokratische Partei kann dem nun ein klares, fortreißendes und verständiges Wahlprogramm auch nicht entgegensetzen. Für Europa wiederum ist natürlich am wichtigsten die Rückwirkung auf die Außenpolitik. Und da kann der Europäer, der Deutsche wie der Franzose und wer sonst, nur sagen, daß die republikanische Aussassung von der für Nordamerika notwendigen Außenpolitik uns nützlicher und vorteilhafter ist als die demokratische, weil wir auch glauben, daß das republikanische Pro- gramm dabei zugleich stärker im eigenen Interesse Nordamerikas liegt. Dom Ausfall des Wahlkampfes wird es abhängen, ob Coolidge, der noch zwei Jahre Amtsführung vor sich hat, etwas freier wird und zusammenarbeiten kann mit den Kräften seines Landes, die die Reparations- und Schuldenpolitlk so, wie bezeichnet, bestimmen und auch auf den Boden des Wirtschastsmanifestes getreten sind._____ Sohlen... Kein Sandkorn knirscht mehr unter unserem Fuß... Ihr glaubt es nicht... Doch so kommt es... So kommt's...“ Unb von neuem läßt er seinen Segler an dem Zauberstöckchen zwitschernd« Kurven zieh'n. Ist Anakreon wiedererstanden? Hat sich Hafis bekränzt? Pfeift sich Pan ein Lied und wiegt mit schwenkenden Armen sich tanzend auf den Zehen? Alle Köpfe aus den Hotelterrassen verrenken sich nach dem seltsamen Bild, als begäbe sich ein Mythos. Alles Dolk aus der Straße sammelt sich um den Tänzer. Alle verstehen das Wunder der Trunkenheit I Und die Sehnsucht darnach wird wach in ihnen allen und seufzt über die Fessel tor "Nüchternheit. die ihnen wehrt, nach demselben Spielzeug zu greifen, an das sich der wankende Alte wie ein Kind verlor. Kein Flugzeugpilot fühlte je so trunken den Flügel. Er tanzt ihre Jugend, er tanzt ihre Freiheit, er tanzt ihre Sehnsucht — den Rausch der Schwinge. „Kein Steinchen klebt mehr an unseren Sohlen... Ohne Erden schwere schwebt tor Fuß... So kommt es, seht, so werden wir fliegen..." Und er führt es den verlegenen Zuschauern zum zwanzigsten Male vor, als glaubten sie's nicht, weil sie lächeln. Und als lächelten sie, weil sie ihn nicht verständen, wendet er immer wieder sich andern zu, die schon lächelnd auf sein« Ansprache warten. „So werden wir Hie gen... Ohne Erdenschwere. .. Seht es unZ> glaubt’8.“ Er wird nicht müde, die Schwalbe über ihren Häuptern schwirren zu lassen, bis er, die Dellenschlangen selbstvergessen ums eigne Haupt sich schlagend, mit dem zwitschernden Zukunfts- Dogel sich ins Freie verliert. Aber nachts, hinter monddurchslossenen Scharten der Läden, hören sie noch auf ihren Lagern, toie es durch die stillen Dassen schwankt und im Dunkel für sich hin summt: „So werden wir fliegen, mein Scywälblein... So werden wir —" Und leise zwitschert >er Motor im Leibe des Dögleins mit durch die Mondnacht, tiven Zwecken. Auch ber Außenpolitiker muß diese Erwägungen hereinziehen, denn ihm muß es darauf ankommen, daß der national und wirtschaftlich richtige Standpunkt von der deutschen Politik und Wirtschaft genommen wird zu dem Gesamtkomplex von Dawesplan und Kriegsschulden zwischen Amerika und Europa und daraus sich ergebend zu der konkreten Frage der Revision des Dawesplanes. Da die Dinge auf der anderen, der maßgebenden nordameriktinschen Seite so einheitlich gefaßt werden — Frankreich merkt es ja eben am eigenen Leibe —, so müssen wir es auch tun! daß der einzelne seine Gelder zurücklegt; er muß sie auch produktiv und rentabel anlegen, damit die Gelder der Gesamtheit zur Verfügung gestellt werden können und für den einzelnen ein Gewinn erzielt wird. Der Sparer, der nicht in tor Lage ist, selbst die Gelder in der Wirtschaft zu verwenden, findet Anlagegelegenheit bei seinem Geldinstitut, bei ferner Sparkasse. Diese Stellen gewähren dem einzelnen eine den Zeitverhältnissen entsprechende Verzinsung und führen die Spargelder der Wirtschaft zu Der Gewerbetreibende oder Handwerker, der zur Fortführung oder Erweiterung seines Betriebes Geld- mittel benötigt, erhält aus den Spareinlagen f Kredite und Darlehen. ein anderer Teil der Spareinlagen ftiebt dem Hausbefitzer zu, der Hypothekendarlehen auf sein Anwesen nachsucht, oder aber dem ländlichen Grundbesitzer. der aus feinen Grund und Boden Kredite aufnehmen möchte, um nötige Anschaffungen für seine Wirtschaft zu machen. Schließlich wird ein Teil der Gelder ton Gemeinden und Gemeindeverbanden überlassen, damit diese die im Interesse der Bevölkerung liegenden wirtschaftlichen und sozialen Ausgaben (Dau von Wasserleitungen. Bau von Elektrizitätswerken, Kanalbauten, Schulhausbauten usw.) erftillen tonnen. Wir sehen also, daß tor Sparer nicht nur in seinem Interesse vorteilhaft handelt. wenn er spart, sondern auch im Intereste der gesamten Volkswirtschaft, der auf diese Weise Mittel zur Arbett zur Verfügung gestellt werden. Das Interesse der Gesamtwirtschaft ist aber wieder mit dem Interesse des einzelnen auf das engste verknüpft, da der einzelne aus den Erträgnissen der Gesarntwirtschast Ruhen zieht dadurch, daß ihm auf Grund eines günstigen Standes der Gssamtwirtschaft Erleichterung geschaffen werden kann. Zu welchen Ergebnissen die praktische Betätigung des Sparsinns führt, darüber geben die Sparlassenstatistiken den besten Aufschluß. Im letzten Jahre also vom 31. Oktober 1925 bis 31. Oktober 1926, wurden den deutschen Sparkassen rund 1,2 Milliarden Mark aus den Kreisen der unteren und mittleren Devolkerungs- schichten in Form von Spargeldern zugeführt und damit der Spareinlagenbestand von 1,5 Milliarden Mark auf 2,7 Milliarden Mark gesteigert. Trotz der geringen Einnahmen der unteren und mittleren Devölkerungskreise und der erschwerten wirtschaftlichen Verhältnisse haben die deutschen Sparkassen seit der Stabilisierung wieder 2,7 Milliarden Mark an Spareinlagen erzielt, ein Betrag, der 14 Prozent tor Vorkriegssumme entspricht. Von welcher Bedeutung die Spartätigkeit tor unteren und mittleren Bevölkerungsschichten vor dem Kriege war. ergibt sich aus einem Vergleich tos Das Willingshausen von heute. Don Will Scheller. WaS für Oberbayern Dachau bedeutet, und für Riedersachsen Worpswede, diese Ramen zu stilmähigen Grundbegriffen neuerer deutscher Kunst erhebend, das gilt, und zwar vom geschichtlichen Standpunkt aus gesehen, schon beträchtlich längere Zeit, vom hessischen Willingshausen. Deretts in ton vierziger Jahren nämlich des vorigen Jahrhunderts hat das weitab im idyllischen Erlental der Antreff gelegene Schwalm do rf mit seinen an alter Lebensform, namentlich an der Tracht festhaltenton Bewohnern deutsche Künstler angezogen, unter tonen zuerst Ludwig Knaus Weltruhm gewann. Se.t- dem sind Jahr für Jahr Maler in Willingshausen zu Gast gewesen, insonderheit natürllch Landschafter und Dauermnaler, und viele davon find zeitlebens regelmäßig in dem naturhaften Frieden tos reizvollen, einer geheimen Romantik nicht ermangeln ton Ortes eingekehrt. Die Geschichte der Künstlergenerationen, die hier starke Anregungen empfangen und hochwertige, teilweise sogar volkstümlich gewordene Werke geschaffen haben, ist noch nicht geschrieben: es fei darum bei dieser Gelegenheit nur an einige tor namhaftesten von heute, an Hans von Volk- mann, Earl Danher, Heinrich Otto f. Wilhelm Thielmann t. erinnert, aus deren Entwicklung Willingshausen ebensowenig wegzu- benfen ist to:e sie selbst aus der Entwicklung von Willingshausen. Freilich: eine Malerkolonie wie Dachau und Worpswede ist das Dörfchen nicht geworden, konnte es nicht werden, weil es. wie gesagt, zu weitab liegt vom großen Ver- kehr. ilrtb ebend'es gibt ihm ja seinen Wert. Rur einer war seßhaft geworden. Wilhelm Thiel- mann. ton — echte Künstlertragik! — tor Tod iah rief in dem Augenblick, da er das lapq ersehnte eigene Hans beziehen wollte. Seme Gattin hat mm eine »Werkstätte für Schwälmer Dauern- fttderei“ eingerichtet, wo die uralten schönen Muster bodenständigen K' nstgewerbes neu belebt vnd nicht nur der großen Welt vermittelt, sondern vuch der Dttwlkerung selbst wieder nahegebracht I .«Ws - - Persil I nie heiss duflösen! I % Pfd.SOPf, ■ damaligen deutschen DollSvermögens und des Spareinlagenbestandes der deutschen Sparkassen. Das deutsche Dolksvermögen bezifferte sich vor dem Kriege nach Schätzungen auf 300 Milliarden Mark, die Spareinlagen auf 20 Milliarden Mark. Rund 1 Prozent des deutschen Dolksvermögens waren also den Spargroschen der wirtschaftlich schwächeren Bevölkerung zu verdanken. Sowohl demjenigen, der sich bisher schon am Sparbetrieb beteiligte, als auch demjenigen, der bis heute noch abseits gestanden hat, sollte der Weltspartag ein Ansporn sein, sich in Zukunft so wirtschaftlich und sparsam wie mög- lich einzurichten und die Gelder, die er entbehren kann, den Geldinstituten und den Sparkassen zur Verwendung zu überlassen. Der Kleinsparoerkehr bei den ländlichen Kassen. Dem Hessischen landwirtschaftlichen Genossen- schastsoerband Darmstadt gehören rund 440 Kreditgenossenschaften an. Davon entfallen 54 auf die Kreisstelle Gießen. Bon diesen batten bis Ende 192-5 17 Schulsparkassen nach System Reinirkens, 14 den Sparkartenverkehr, 15 beides (Klebemarken und Karlen) und zwei besondere Arten von Schul- sparkassen eingeführt. Don den rückständigen sechs Kassen haben zwei im laufenden Jahr mit irgendeinem System begonnen. In den Schulsparkassen legten 2869 Kinder 34 098 Rm. ein. An dem Sparkartenverkehr haben sich im Jahre 1925 1907 Personen beteiligt, die für 101713 Rm. Karten gekauft haben. Insgesamt haben also in dem Bezirk Gießen 4776 Personen 135 811 Reichsmark gespart. Dabei ist zu berücksichtigen, daß die Schulsparkassen durchweg erst nach Ostern 1925 eingerichtet wurden, so daß eigentlich nur knapp $ Jahre m Frage kommen. Ebenso haben mehrere Kassen erst im Laufe des Jahres 1925 mit dem Sparkafsenverkehr begonnen. Wie man allgemein hört, wächst das Interesse für den Kleinjparoerkehr ständig, und es ist für 1926 mit wesentlich größeren Summen zu rechnen. Diese Ersparnisse bilden wohl nur einen kleinen Bruchteil aller Spareinlagen Hessens, die tnan auf etwa 40 bis 50 Millionen schätzen kann. Wichtig ist jedoch die Tatsache, daß der Sparsinn, der in der Inflationszeit völlig verschwunden war, wieder g-uslebt und ständig wächst. In Anbetracht der ungünstigen Geldoerhältnisse in der Landwirtschaft, des geringen Einkommens anderer Berufe, der vielen Kurzarbeiter, Erwerbslosen usw. kann man mit dem obigen Ergebnis reckt zufrieden (ein. Don der erzieherischen Bedeutung und dem finanziellen Vorteil der S ch u l s p a r k a s s e ist man allgemein überzeugt, so daß niemand den Mut hat, etwas Ernsthaftes dagegen einzuwenden. Wie freuen sich doch die Kinder über jeden Groschen und verfolgen mit größtem Interesse das Anwachsen des Sparguthabens. Die Kinder — und manche Erwachsene — müssen jetzt wieder die alten schönen Sprüche lernen: „Wer den Heller nicht ehrt, ist den Taler nicht wert" und „Junges Blut spar dein Gut. im Alter Armut wehe tut." Erfreulicherweise ist die Kreisschulbehörde und ebenso die Lehrerschaft — bis auf einige Ausnahmen — eifrigst für die gute Sache eingetreten. Die Lehrer leisten die Arbeit, die man nicht unterschätzen darf, durchweg unentgeltlich. Dies muß dankbar anerkannt werden. Wenn Schule, Sparkasse. Eltern und Kinder Mitarbeiten, kann der Erfolg ja auch nickt ausbleiben. lieber den Sparkartenverkehr — außerhalb der Schule — hört man ab und zu noch merkwürdige Ansichten. Da gibt es noch Leute, die das Abholen der kleinen Beträge für lächerlich und zwecklos halten. Die obenerwähnten Zahlen beweisen aber das Gegenteil. Jeder Mensch weiß, daß z. Z. nur in seltenen Fällen größere Ersparnisse gemacht werden können. Wenn man aber für die Zukunft, das Alter, für Anschaffungen usw. sorgen will, bleibt nichts anderes übrig, als wöchentlich kleine Beträge zurückzulegen in dem Gedanken, daß viele kleine Beträge nach Jahr und lag auch ein ansehnliches Kapital ergeben. Das Adholfystem ist gerade die geeignetste Form. Die einzelne Mark würde nicht zur Raffe gebracht, holt sie aber der Erheber ab, so besteht Gewahr dafür, daß sie wirklich zurückgelegt wird. Die Ergebnisse sind in den einzelnen Gemeinden des Bezirks Gießen sehr verschieden. Die wirtschaftlichen Derhältnisse spielen dabei wohl eine Rolle, gar oft fehlt es aber auch an dem nötigen Verständnis und dem Sparsinn der Bevölkerung. In einzelnen Fällen versagen auch Sparkassen und Kartenverkäufer. An dem morgen stattfindenden Weltspartag kann man mit Genugtuung auf die bisherigen Erfolge zurückblicken. Jedoch ist es auch für die Zukunft nötig, mit aller Willensstärke den Spar- sinn zu fördern und zu pflegen, nicht zuletzt zum Segen unserer Heranwachsenden, hoffnungsvollen Jugend. Htm. Oberhesfen. Landkreis Gießen. n. Grohen-Linden, 30. Oft. Am kommenden Montag, 1. Rovember. find vier» zig Jahre verflossen, seit unsere Bahnst a t i o n an der Main-Weser-Strecke dem Verkehr übergeben wurde. Die Gemeinde lieh die Station auf ihre Kosten erbauen und zahlte dafür den damals recht ansehnlichen Preis von rund 6500 Mk. Am 1. ^m-embet 1886 wurde die Haltestelle dem Betrieb übergeben und damit einem dringenden Bedürfnis der Einwohnerschaft Rechnung getragen. Seitdem hat sich der Verkehr recht gut entwickelt, und heute gehört er mit zu den bedeutendsten Frequenzziffern an der Strecke Gießen—Frankfurt £ Wieseck, 29. Oft. Am Mittwochabend hatte die Leitung der Volkshochschule Wieseck zu einer Besprechung über die diesjährige Winterarbeit eingeladen. Der 1. Vorsitzende, Dr. Rein, teilte einleitend mit, daß die regelmäßigen Hochschulabende, wie seither, Mittwochs in der Schule an der Gießener Straße stattfinden und am 3. November ihren Anfang nehmen. Der Arbeitsplan in diesem Winterhalbjahr soll die Hörer in unsere bedeutend st en Industrien einführen. Das Hauptgewicht wird dabei darauf gelegt, daß Verständnis für die modernste, alles umwälzende Entwicklung derselben vermittelt wird. Der erste Vortragsabend (mit Lichtbildern) soll in das rheinisch- westfälische Kohlengebiet führen. Geplant sind weiter Lichtdilderoorträge über die Hafen- und Werftanlagen von Hamburg usw., über führende Maschinenfabriken, zwischendurch führen illustrierte Vorträge in Deutschlands schönste Städte und Kunstftätten. Das Verständnis für Werke der Literatur soll durch gemeinsames Lesen gepflegt werden. Nach dem vom Rechner erstatteten Geschäftsbericht nahmen an den Vorlesungen im vergangenen Winter 88 Hörer teil. Da die gesamte Lehrtätigkeit von Dr. Rein unentgeltlich geleistet wird, kann in diesem Jahr mit Hilfe des Ueberschusses und verschiedener Stiftungen die Anschaffung eines modernen Epifkop-Apparates ermöglicht worden. Ferner wurde zugestimmt, für bie Volkshochschule eine Bibliothek zu schaffen. Der Anfang wird mit einer Bestellung von 120 Bänden gemacht. Die Wahl des Dor st ander brachte nur in der Besetzung des 2. Dorsitzenden- postens eine Aenderung: hierfür wurde Karl R e n- t e r bestimmt. 1. Vorsitzender bleibt Dr. Rein, Rechner und Schriftführer Karl Bremer. Nach den geschäftlichen Angelegenheiten beschloß Dr. Rein den Abend mit dem Vortrag von Wildenbruchs packendem „Hexenlied". * Lollar, 29. Okt. Der im Frühjahr hier gegründete Kleinkaliberschützenverein, der dem Verbände tofWr nngegliedett ist. h-i st» ™ August °n bem m © ßen abgehaltenen Schießen um bu ^ismeister fefaaft beteiligt. Die Leistungen bes Vereins ftanben W auf ansehnlicher Hö^. Dem Verein wurde als Krönung seiner kurzen Schießarbeit ein« schone Aufzeichnung dadurch zuteil, daß dieoon ber Verbandsleitung gestiftete E h r * n l ch e ' b e für ÄÄÄ -e-W SS ein seine Winterarbeit vorbereitet, mit der er in Kürze^ beginnen ^2uxnba. 29. Oft. Der im QaüfT her Jahre mangelhaft gewordene .Schienenstrang zwischen ö.ier und Mainzlar der Bahnstrecke G i e h en - Londorf- Grünberg erfährt jetzt eine^rchgrerfenL« Umarbeitung- Von '"vrgens V-8 ^Ihran. die Zeit des letzten (Guter-)Zuaes nach Grun- berg bis nachmittags etwa 2 Uhr, die Zeit des ersten fälligen Zuges von ©nmterg ist die Strecke gesperrt. Zwei Rotten Eisenbahnarberter reiften in dieser kurzen Zeit des ruhenden Ver. kehrs täglich durchschnittlich 180 bis 200 laufende Meter Schienenstrang auf, bauen neue Schwellen ein und montieren sofort andere, schwn anderwärts gebrauchte Schienen auf, so daß das Geleise bis zum fahrplanmäßigen Zuge um 2 Uhr nachmittags wieder langsam Gefahren werden kann. Innerhalb der nächsten 3 bis 4 Wochen soll in derselben Weise der gesamte Ober- bau unsererDahnstrecke von hier aus werter über Mainzlar, Daubringen bis Halbwegs Collar um» gebaut werden. Wir hoffen nun, daß die Reichsbahn nach diesem Umbau sich den berechtigten Fahrplanwünschen des Lumdatales — wie sie schon öfter im .Gießener Qlngeiger“ dargetan wurden, nicht verschließt, und demnächst eine Verlehrsverbesserung vornimmt. t Grünberg, 29. Oft. Gestern wurde der neuerbaute Wasserhoch be hälter unserer Stadl durch den Vertreter des Kreisbauamtes der Stadtverwaltung übergeben. Der Hochbehälter ist am Fuße des Wartturms erbaut, er faßt etwa 500 Kubikmeter Wasser, so daß sich nunmehr der tägliche Wasservorrat unserer Stadt einschließlich der Menge im Bassin im D.ebsturm auf etwa 620 Kubikmeter beläuft. Damit ist die tägliche Wasserversorgung sichergestellt, ebenso ist weitreichende Vorkehrung für Brandfälle geschaffen. Die Kosten des Hochbehälterbaues belaufen sich auf etwas über 50 000 Warf. is. Steinbach, 29. Okt. Die Bautätigkeit in unserer Gemeinde war in diesem Jahre nicht besonders rege. Während in den vergangenen Jahren eine ganze Anzahl neuer Wohnhäuser erstanden, wurde in diesem Jahre nur ein einziges gebaut. Dagegen wurden in vielen Hof reiten bauliche Veränderungen vorgenommen, so daß alle Handwerker Beschäftigung finden konnten, soweit sie nicht in Gießen dauernde Arbeitsgelegenheit hatten. Die A r • beitslofigfeit war daher hier bis heute nicht groß, und sie dürste sich auch im Winter nicht vergrößern, da die meisten Bauhandwerker als Hol z- Hauer im Gemeindewald sowie in den Waldungen der Stabt Gießen und der Fürstlichen Oberförsterei Lich beschäftigt sind. Von den Arbeits- losen werden, ähnlich wie in anderen Gemeinden, Kulturarbeiten ausaefühtt; es wurde da- durch sckun manche Verbesserung an Wegen usw. vorgenommen. = 2 i di), 29. Okt. Auch unser altertümliches Städtchen hat seine Erinnerungsbäume. Sie stehen im Mittelpunkt der Stadt auf dem Kirchenplah, dem sie ein besonders schöner Schmuck geworden sind. Die ältesten der Erinnerungsbäume sind die K i r ch h o s s l i n d e. dicht vor der Kirche, wo einst der Friedhof sich befand, und die Reformationseiche. Die letztere ist bei der 300jährigen Resormationsseier am 31. Oktober 1817 durch die Stiftsgeistlichen Authäus, Brühl und Cellarius und unter Mitwirkung der beiden Stadtbürgermeister Joh. Hrch. Zimmer und Herm. Phil. 2 y r im g durch den fürstlichen Forstrat Braun in Gegenwart der oberen Schulklassen gepflanzt wor- ben. Die Eiche hat sich trefflich entwickelt, so daß der Richteingeweihte heute glauben muh, fte habe ein weit höheres Alter. Jüngeren Datums ist die S t a d t e i ch e, die gelezcMich der 600-Jahrfeier unserer Stadt am 10. März 1900 vom damaligen Bürgermeister Heller gepflanzt worden ist. Als jüngstes Glied in der Reihe der geschichtlichen Gedenkbäume fügt sich bie Völkerschlachteiche ein. die die Erinnerung an die Völkerschlacht bei Leipzig wachhalten soll und von Altbürgermerster Dormer bei der Jahrhundertfeier am 18. Oktooer 1913 Hren Platz auf der Erinnerungsstätte am Kirchenplatz angewiesen bekam. Kreis Fricdöerg. K Friedberg, 29. Oft. Die beteiligten Kreise können es immer noch nicht glauben, daß eine Zusammenlegung de r Amtsgerichte von Friedberg und Bad - Rauhetm erfolgt, weil sie praktisch unmöglich iJL Es ist ja auch beretts bekannt, daß von beiden Städten öffentlicher Protest gegen den Plan der Regierung erhoben wurde. Daneben werden von beiden Seiten auch noch Schritte unternommen worden fein, die mehr im stillen für die Erhaltung der beiden Gerichte gearbeitet haben und in der Oeffentlichkeit nicht bekannt geworden sind. Man scheint sich auch in Darmstadt den besonders gewichtigen Gründen, die in überzeugen- Das Geheimnis der Dien Tasse Kaffee heißt: Weber 5 Carlsbader! Eine Zutat davon entlockt der Kaffeebohne eine Fülle von Duft und Wohlgefchmack und verleiht dem Getränk den vielgerükmten goldbraunen Schimmer des Carlsbader Kaffees. 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Kreis Wetzlar. < OberwesterwaldkreiS. ß, Tiarienbeta, 29.0lt Führende Kreise unserer Stadt beabsichtigen, Den Hohen "Westerwald als Wintersportgelänbe mehr al» bisher in den Interessenfrei» de» Publikums zu rücken. Cs wird beabsichtigt, 611- kurse unter der Leitung «ineS Sportlehrer» einzurichten, ferner die alle Rodelbahn auszubauen und Wintersportseste zu veranstalten. Mainga«. WSA. Oberursel, 29. Ott. In der heutigen Stadtoerordnetensitzung, in der sämtliche Stadtverordnete anwesend waren, wurde der Qkt- wallungsinspektor Karl Horn, Fraicksurt a. M., mit 16 Stimmen zum Bürgermeister der Stadt Oberursel gewählt, ©ine Stimme war ungültig. Die beiden.kommunistischen Stadtverordneten hatten nach Abgabe e(ner ©rfldrung vor der Wahl den Saal verlassen. Der neue Bürgermeister, der aus Bieder-Olm bei Mainz stammt und 38 Iahre alt ist, ist seit dem Iahve 1911 im Verwaltungsdienst der Stadt Frankfurt a. M. tätig. einzelne Aecker haben die Steigerer einschließlich der Steuern über fünfzig Mark jährlich zu zahlen. Starkenburg. • Darmstadt, 29.Oft Die Stadtver- orbnetenDcrfammlung bewilligte vorgestern 540 000 Mart für Wohnungsneubauten. Ferner wurden 43 500 Mart al» Winterbe ihilfe f ü r Erwerbslose bewilligt. Rundfunk-Programm deS frankfurter Sender». (Aus der .Aodio-Umfchcm".) Sonntag, 31. Oflobcr: 8.30 bis 9.30 Uhr: Morgenfeier, veranstaltet vom Wartburgoerein Frankfurt a. M. 11.30 bis 12 Uhr: Elternstunde. 12 bis 1 Uhr: Dortragsstunde aus Werken von R. M. Rilke. 4 bis 5 Uhr. Die Stunde der Jugend. 5 bis 6 Uhr: Konzert des Haueorchesters: Die Oper der Woche. 6 bis 7 Uhr: „Volkstümliche Schwankdichtungen aus Hessen- Nassau". Vortrag und Erzählung von Rektor Wehr, hon. 7.30 bis 8 Uhr: Modevlaudcrei. Frau Dr. Keil. 8.30 Uhr: Opernabend. Anschließend bis 12.30 Uhr: Übertragung von Berlin: Tanzmusik. Montag, 1. November: 3.30 bis 4 Uhr: Die Stunde der Jugend. 4.30 bis 5.45 Uhr: Konzert des Hauoorchcsters. 5.46 bis 6.05 Uhr: Die Lelestunde. 6.15 bis 645 Uhr: „Die Mobilisation der Auswertungshyvotbeken", Dortrag von Dr. Leonhard. 6.45 bis 7.15 Uhr: Englischer Sprachunterricht. 7.15 bis 7.30 Uhr: Englische Literaturproben. 7.30 Uhr: Übertragung aus dem Großen Saal des Saalbaues: Konzert der Frank- urter Singakademie. _________________ Dillkreis. Dillenburg, 29. Okt. In der Nacht zum Donnerstag brach in der Scheune des Metzgermeisters Karl Decker auf unbekannte Weise Feuer aus, das bei den reichn Erntevorräten gute Nahrung fand. Die Flammen griffen bald auf drei andere Scheunen über. Drei Gebäude fielen den Flammen zum Opfer, das vierte wurde derart unter Wasser genommen, daß es voraussichtlich auch niedergelegt werden muß. Einige weitere angrenzende Scheunen wurden am Dachstuhl beschädigt. Der Gebäudeschaden ist nur teilweise durch Versicherung gedeckt, die Erntevorräte waren nicht versichert. bl. A l l e n d o r f, 29. Okt. Die Gemeinde hat den Bauetner Wasserleitung beschlossen. .Kreis Westerburg. CO Westerburg, 29. Okt. In der Gemarkung Berzhahn wurde dieser Tage eine Treibjagd veranstaltet, die ein recht gutes Ergebnis zeitigte: 3 0 Hasen und em feister Sechlerbock. Hätte ein Schütze sein Ziel nicht gefehlt, so hätte auch noch ein Fuchs dran glauben müßen. bet Weise auch von der Industrie» und Handelskammer vvrgebracht worden sind, nicht Wetter verschließen au wollen. Denn es geht jetzt da» Gerücht, daß die beiden Dertchte in Ihrer jetzigen Form erhalten bleihen sollen. Auffällig war dem Außenstehenden schon vor einigen Tagen die Tatsache, daß man an den Gerichtsgebäuden in Friedberg und Bad - Aauheim fast gleichzeitig Gerü ste auf - eagen und mit den Arbeiten zur auperen Vierung begonnen hat. Da diese Arbeiten unter den jetzigen Verhältnissen doch immerhin Geld kosten, wunderte man sich, daß damit oe- gonnen, bevor eine Entscheidung m, venden Frage getroffen. Oder i * sunde Menschenverstand leitend, der von trorn herein sich gesagt hat: Sine Zusammenlegung der beiden Gerichte ist untunlich und auch.aus dienstlichen und volkswirtschaftlichen nicht durchführbar? Hebrigens hat dieFrageder Zusammenlegung beider Amtsgerichte chreGe- schichte. Auch bei der Einführung ber neuen hessischen Gerichtsverfassungder 70er Iahre, war eine Verlegung des Dad-Aauheimer Gerichts nach hier geplant Damals wui^e durch Petitionen und Bittgesuche nach Darmstadt d e Sache aber doch wieder vereitelt, lind das mit Recht! Denn die Zukunst hatte bewiesen, daß eine Welt-Badestadt nicht ohne ein Amtsgericht sein kann, ebenso wenig tote die Kreisstadt und der Sisenbahnrnotenpunkt Friedberg. WSN. Friedberg, 29. Okt. Aus Anlaß des 25jährigen Bestehens des städtischen Polytechnikums in Friedberg fand gestern abend eine gut besuchte akademische Feier statt bei der nach Begrüßungsworten des Bürgermeisters Dr. Seyd der Direktor der Anstalt, Dr. Schäfer, und Dr.-Jng. Winkhaus Festan- sprachen hielten. Außerdem sorachen Vertreter der Technischen Hochschule Darmstadt, der Friedberger Lehranstalten, der Studentenschaft und der Kreis- direktion. _ sf. Friedberg, 29. Okt. „Friedberger Komponisten", so lautete das Programm des sechsten Schuler • Konzertes der Augustiner- schule. Der verdienstvolle Veranstalter dieser Konzerte, Pros. Dr. Karl Schmidt, hatte diesmal einen vollen Erfolg zu verzeichnen, denn Saal und Galerien der Festhalle der Augustinerschule waren überfüllt und viele fanden keinen Platz mehr. Mit großem Fleiß hatte der Veranstalter eine Reihe Friedberger Komponisten, d. h. solche, die hier geboren sind, teilweise hier gewirkt haben, gesammelt und aus ihren Werken ein umfangreiches und ab- wechslungsvolles Programm zusammengestellt, dessen vortreffliche Wiedergabe den vollen Beifall des Publikums fand. B Butzbach, 29. Okt. Gestern besichtigte Die evangelische ©ei ft lief) feit her De k a - nate Friedberg und Rodheirn bei Beteiligung von etwa 40 Pfarrern die hiesige Zellenstrasanstalt. Unter der Führung von Direktor Stumpf wurde ein interessanter Einblick in die Methode und Ziele des modernen Strafvollzugs geboten. Dem Rundgana durch die Innenräume und die Wirtschaftsgebäude des Gesängnifses schloß sich eine Aeihe von Dorträgen an, die Stra'anstaltsdireftor Stumpf, der Anstaltslehrer Selling und der Anstaltsgeistliche Wahl, sowie der Anstaltsarzt Medizinalrat Dr. Schäfer hielten. WSA. Dieder-Erlen bach, 29. Oft. Sin hiesiger Landwirt erlebte am Sonntag, als er von einem Wirtshausbesuch nach Hause tarn, eine unangenehme Lleberraschung. Er entdeckte, daß ihm sein ganzes Bargeld, In Höhe von etwa 1100 Mark, das ihm aus Dem Verkauf von Weizen, Aepfel und einer Kuh eingegangen war, gestohlen worden war. Als Täter dürfte sein Knecht, der seitdem verschwunden ist, in Betracht kommen. Kreis Alsfeld. er. Homberg a. d. Ohm , 29. Okt. In diesem Jahre besuchen dahier nur 20 Konsirm an d e n den Konfirmandenunterricht, und zwar 9 Knaben und 11 Mädchen. Don diesen Schülern sind 15 aus der Volksschule und 5 aus der Höheren Burger- schule. Unter den 15 Schülern der Volksschule sind 7 Knaben und 8 Mädchen, unter denen der Bürgerschule 2 Knaben und 3 Mädchen. == Ober-Ohmen, 29. Okt. Der Landwirt Johann Georg Keil stiftete dem hiesigen Volks- bildungsverein eine schöne Sammlung alter Messerschmiedswerkzeuge und -modellc. Aus Mitglioderkreisen gingen dem Verein ebenfalls verschiedene Stiftungen zu, so u. a. ein Kosatenpferdeeisen, das historischen Wert hat. ck. W e 11 s a a s e n , 29. Okt. Der Landwirt Karl Schmidt von hier kam beim Dreschen mit dem Kopfe d e r Strohpresse zu nahe. Er wurde dabei so schwer am Kopfe verletzt, daß er bewußtlos zusammenbrach. Der Bedauerns- werte wurde nach der ersten ärztlichen Hilfe in seine ®°&UnMÄ.n. 29. Ott. Bei der hiesigen Korbweidenoersteigerung, die etwa 80 große Gebunde Weiden umfaßte, kam das (3 e • dund auf 2 Mark zu stehen. ch Storndorf, 29.Okt. Lehrer Edelmann, der rund 15 Jahre in unserer Gemeinde tätig war, verläßt demnächst unseren Ort, um eine Lehrer- flcllc in Beuern, Kreis Gießen, anzutreten. Tsie Gemeinde sieht den beliebten Lehrer ungern scheiden. Auch Die Lehrerschaft des Kreises Alsfeld verliert in Lehrer Edelmann eine tüchtige Kraft. War er doch in den letzten Jahren der Führer der Ar- beitsgemetnschaft für die Junglehrer des Kreises. Den Bezirkslehreroerein Windhausen, dessen unermüdlicher Vorsitzender er viele Jahre war, wird sein Weggang ebenfalls hart treffen. Kreis Lauterbach. sollen vom Verein zwei Ehöre zum Vortrag gebraut werden. Am Nachmittag folgt ein Fest- konzert unter Mitwirkung des Solisten F e y aus Darmstadt und Mitgliedern der Artilleriekapelle Fulda. — Im Juni nächsten Jahres wird der Vertretertag der Kriegerkamerad- schäft Maffia" in den Mauern unserer schönen alten Stadt tagen. Für einen schönen Verlauf wird unser rühriger Veteranen- und Militäroerein umfassende Vorbereitungen treffen. sl. Maar, 29. Ott. Say immer noch Landhunger herrscht, merkte man bei einer Verpachtung, die dieser Sage hier stattsand. Für P. Schlitz, 29. Okt. Der hiesige, durch seine hervorragenden musikalischen Leistungen bekannte Männergesangverein „Harmonisches Kränzchen", der mit dem Gießener Bauerschen Gesangverein in einem Freundschaftsverhältnis steht, wird am 7. November den Tag festlich be- gehen, da er vor 7 1 Jahren gegründet wurde. Aus diesem Anlaß wird an diesem Tage morgens auf dem Friedhof eine Ehrung der verstorbenen Sänger stattsinden, woran ein gemein» *" chgang sich anschließt. Im Gottesdienst i Verein zwei Ehöre zum Vortrag gc- Gießen, Kreuzplatz 6, Gebr. Imheuser das Haus der guten Qualitäten Aus unserer Konfektions Mk. 11.00 Mk. 16.00 Abteilung 8948a HEUTE IST 16 07547 1. WELTSPARTAG 2. Der Ausfichtsrat: I. A.: Vetters 8892a Q fhintinc Holz-,Korb-und o -piUHU» Bürstenwaren Beachten Sie unsere Schaufenster! wie neu, billigst zu verkaufen. in guter Qualität empfiehlt '8*90a Ich habe mein Lager in Herren Konfektion vergrößert und bringe in Ulster Paletots Lodenmäntel usw. eine gediegene Auswahl zu sehr günstigen Preisen 8917a Anträge, die zur Beratung kommen sollen, müssen bis spätestens Mittwoch, den 3. November 1926, im Bureau Schanzenstr. 16 schriftlich eingereicht sein. 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J. nach vollständiger Herstellung unter Beibehaltung der bisherigen Branche neu eröffne. Es wird mein Bestreben sein, meine werten Kunden auf das sorgfältigste zu bedienen und bitte ich höfl., durch geneigten Zuspruch mich gütigst zu unterstützen. „Triumpf“ Lebensmittelhandlung Inh.: Otto Lauer Kirchenplatz 10 Damenmäntel Wir bringen den flotten Blusenmantel in einfachster bis elegantester Ausführung in allen modischen Stoffarten. Ottomane, Velour de laine, Velvet, Seal, sind die Auserwählten der Saison. Unsere Preise beginnen bei einem hübschen Flauschmantel mit: 3. 4. 5. 6. Kindermäntel In Kindermänteln zeigen wir reizende Modelle in allen Geweben, auch reich mit Pelz garniert. Größen 60 bis 110 stets am Lager. — Ein entzückendes Mäntelchen bringen wir in der Größe 60 schon mit Einladung zur ordentlichen Vertreterversammlung am Sonntag, den 7. November 1926, nachmittags 2 Uhr, Gebr.WeiL"«;, Dleichstratze 12. 07493 August Förster ©leben, Bahnhosftrahe 65B. 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So wie wir . weihe Bettwäsche bevorzugen, sollte auch der Körper nur in weihe Wäsche gehüllt werden. im Nachdruck verboten. 26 Fortsetzung. Guten und im Künstler. Beide oder in werden. hessischen beschickt v. $). schon auS den angeführten Gründen der Hygiene fast immer der weihen Wäsche den Dorzug geben. Für Feiertag« und auch einmal unter einem hellen Sommerkleid, wo die Farbe nicht stört, kann auch farbige Wäsche getragen werden. 2lehnlich steht es mit dem Nachthemd, das die reinliche Frau, das junge Mädchen nach wie vor aus weihen waschbaren Stossen von mehr oder minder seiner Qualität mit mehr oder minder feinem Auspuh an Stickereien und Spttzen wählt. Hoffentlich mit deutschen Spitzen und Stickereien, die von der ausländischen Konkurrenz sehr bedroht werden und deshalb unbedingt aus Selbstschutz vvrzuziehen sind. Es ist Pflicht der deutschen Konsumentin, die heimatlichen Erzeugnisse zu fördern und zu schützen. Der Wohlstand unserer Industrie ist auch unser Wohlstand. Die' farbige Wäsche ist in Sommertagen zwar nicht ganz zu verweisen, der Standard un'erer Wäsch« Ausstellungen können von allen Hessen wohnenden Künstlern Mit Recht wird auf Leib- und Harrswäsche jetzt wieder nachdrücklich Wert gelegt; dafür sorgt die Solidität der deutschen Frau, die mit wachsendem Wohlstand nur zu gern auffüllt, was Zeit und Rot läge zerstörten. HnD so wird ihr die Iubiläumswoche des Derbandes deutscher Wäschegeschäft« und Wäschehersteller vorn 1. bis 6. November sehr willkommen sein. Sie wird die Hausfrau, die Hüterin der deutschen Volksgesundheit, mahnen, wie wichtig schöne weih« Wäsche für jeden Menschen ist. gangenen Woche. Daneben steht der Markt der Stein- und Braunkohlen-Aktien drohliche Lage annimmt. Bilanz der deutschen Landwirtschaft. Will man der Tendenz des Weltwirtschaftsmanifestes nachgehen, so kommt man unwillkürlich zu einem Vergleich mit der nahezu gleichzeitig austauchenden Nachricht über die Plane zur Schaffung eines Weltgetreidetrustes war immerhin sein Werk. Geld, Architekten, und Bausteine reichten zu so etwas nicht aus. Innere Kräfte mußten da mitgeschassen haben, zähe, starke, unerbittliche Kräfte. Woher der Unglückliche, der vor ihrem Blick wie ein geprügelter Hund zusammengezuckt war, die Kräfte wohl genommen hatte? Ob die Mutter da nicht irgendwie mitgeholfen hatte, unbewußt und unwissend, allein durch die Sonne vielleicht, die sie in Carstens Dasein trug? Mit weiten brennenden Augen schaute Martina um sich. Doktor Morell schritt an ihrer Seite über den weißen Kies. Unbestimmt erinnerte sie sich, daß er vorher gesprochen hatte. Irgendeine Erläuterung mochte cs gewesen sein. Mit einer leeren Bemerkung hatte sie geantwortet. Nun aus einmal besann sic sich. „Wie sagten Sie doch eben, Herr Doktor?' Auf einmal interessierte sie sich für Carstens Werk. „Das ist dos Badehaus," wiederholte Morell. Er deutete auf das Gebäude zur Rechten. „Im anderen Trakt befinden sich die Wasch- und die Koch- küchen." „Und dort?" (Fortsetzung folgt.) Samstag, so. Moder 1926 Das grotze Würfelspiel (Martina WUemar.) Roman von Franz I a d e r Kappus. Endlos erschien Martina die Zeit zwischen einem Pavillon und dem nächsten. Auf einmal sprühte Carsten vor Lebendigkeit. Kaum hatte Doktor Kretzschmar eine Erklärung gegeben, fügte Carsten eine weitere hinzu. In der Abteilung für Lungenkranke legte er das komplizierte Ventilationssystem ausführlich dar. „In dieser Beziehung stehen wir hinter dem Virchow-Krankenhaus nicht zurück. Auch hier wird die frische Luft aus besonderen Schächten angesogen und die verbrauchte Luft über den Bodenraum ins Freie geleitet/ Sein Antlitz strahlte. Triumphierend liefen seine Augen im Kreise. Kurz fiel sein Blick auf Martina. Sofort veränderte sich der Ausdruck seiner Mienen. Plötzlich flehte da et- roas. Plötzlich war da alles nur eine einzige Bitte. Stumm und wie geschlagen bewegte sich Carsten von dieser Minute an unter den andern. Martina spürte, wie ihr Herz sich zusommenzoy. Auf einmal tat der Mensch ihr leid. Klar wie nie sah sie in die letzte Tiefe dieses Lebens. Verborgene Zusammenhänge erschlossen sich, scheinbare Widerspräche lösten sich. Aus dunkler, qualvoller, seelenmarternder Not geschah, was der Mann tat — im Bösen. Denn'das da rundum: das Ernst Wilemar hatte sich im Hintergrund gehalten. „Endlich müßt auch ihr Carsten kennenlernen", sagte er leise zu Julie und Martina. Als letzter murmelte er seine Glückwünsche. Im selben Atemzuge stellte er vor: „Herr Carsten — meine Frau, meine Tochter Martina. Lily ist leider verhindert." „Sehr erfreut." Alles stieg die Treppen zur Direktionskanzlei hinauf. Ein kleiner Imbiß war vorbereitet. Damen und Herren öffneten die Pelze und Winterröcke. Rasch löste der schwere Krankenwein die Zungen. Alle Ehre machten die delikaten Brötchen der Küche. Man griff zu und plauderte. Martina saß abseits. Doktor Morell ging auf sie zu und nannte seinen Namen. „Ein Glas Wein, Hnädiges Fräulein?" Mit feinen klaren grauen Augen blickte er sie an. „Danke, Herr Doktor/' Nur eine Sekunde stutzte Morell. Gleich darauf lächelte er: „Hoffentlich kommen wir nie wieder in die Lage, von diesem Wein zu trinken. Das ist das Beste, was wir einander wünschen können." Martina nickte und näherte sich einer Gruppe. Dort führte der alte Grumbach das Wort. Die Wangen gerötet, schilderte er die Schwierigkeiten, die zu überwinden waren. Zum Glück hatte er zwei erstklassige Spezialisten an seiner Seite. „Zwei halbe Kinder noch: aber gerieben und im Umgang mit den Behörden vertraut — nicht zu sagen!" Die Damen lachten. Auch Julie Wilemar zeigte die blendenden Zähne. Würde das ewig dauern? fragte sich Martina. Ihr Blut kochte. Bohrende Scham fraß in ihr. Wie recht hatte Lily getan, daß sie eine Besprechung mit Findeisen vorschützte! Und Lily war ahnungslos. Oder stellte sie sich nur so? Vielleicht wußte sie ebensoviel wie Martina. Vielleicht hatte sie die Ausrede nur gebraucht, um diesem schmachvollen Zusammentreffen zu entgehen? Lily war klug, Lily war weitblickend. Im Nachbarzimmer improvisierte Kretzschmar eine launige Rede. Dann steckte er den Kopf durch die offene Tür und lud auch hier zur Besichtigung ein. Langsam und stockend ging es durch die Korridore und die Treppen hinab. der Ausfuhrländer. Wie dieser Weltgetreidetrast nach Ursprung und Zusammensetzung nicht seinen Rückhalt an der Produktion der Ileberschuß- lünder hat, sondern eigentlcch lediglich eine bei geschlossener Durchführung wirklich geniale Vertrustung des Weltgetreidehandels auf Kosten der Prvdtczenlen rn den Lleberfchuhgeb.elen und der Konsumenten in den Zufchußgebieten darftellt also das eigentliche Produkt onsprobiem auS> «Haltet. so macht auch das Wirlschastsmanifest den Eindruck, als ob die Regelung der Handels» und Verkehrs frei he it nicht auch eure Produkt io ns politische Seite hätte. Soweit der rein finanzielle und händlerische Gesichtspunkt m Betracht kommt, ist an dem Manifest nichts auszusetzen; und bet richtiger Auslegung muß man auch vom Standpunkte der volkswirtschaftlichen Produktion die Forderung nach Beseitigung ber — verlwcr Haodel-gelellschakt 212 — 241.5 ?43 5 Lommerz- and Pttvai»!vaok IMl 180.5 182 180.5 Lärmst, und '.Rational txutf 56 2" 257 255 Z55 5 Deutsche Bank ..... 188* 192 188’ 189,5 Deutsche VereinSdank .... US — DiSconto Commandit 178 180.5 178.75 178.75 Metall bank .... 163.5 167 166.25 Mitteldeutsche Treditbank 17esttrrrichisch« TreditaustaU 157 5 — 158.5 153.25 8.2 * 8.12 6,25 Weit bank ........ — — - Bochumer 'lag ...... 179.75 -1 179,25 179.62 vuderuS ...... 113.5 117 111 115 Caro ........... ■■ Deutsch.Luremburg .... 178 75 181 179.2.5 179.2.5 l^rllcukirchcuer «erawerte. 182 182.75 182 1X1.9 Harpeucr Bergbau ..... «aliwcrke Aschersleben.... 194.5 159 103.5 161 195.6’ 157' 191.25 159 5 «nliro/rt IDtfttregtlu..... 173 173 I7o.5 171,9 L'aurabüm ........ 88.5 . 88.25 87.5 Lderdeoars ......... Pyonir Bergbau ....... Naeimlahl ........ Riebeck Montan....... 99 9S 99 99 141.25 142 140,9’ 139 75 176.75 165 178.75 166.5 176.62 166 177,75 167,75 TelluS Bcrydau...... 102 Bereinigte Stahlwerke A.-G 153.75 154.5 153.5 154 Hamburg-Amenka Paket. . . Norddeutscher Llovd . . . 187 174.62 186 176.5 185 17.1.5 187.75 175 Tderamtschr Werke AlblN . . 81 — — Zementwerk Heidelberg . . 132 136.5 _ — Bhtliov Hohmann .... 154 156.5 155 156,75 Anglo-Cont.-ltzuano . ... * — 99.25 97,12 Chemische Maner Alavin . I. ("». Sarbcnlnbuftrit, A.-G Goldschmidt . . ....... — 136 33 5’ 334.5 146.5 146 144 Holzverkohlung........ 50 51 _ Niitgerswerke........ '38 142 137.5 139,4 Tcheidcanstatt ..... . . 178 l>6 «llg. ElektrUttätS^eseNschatz 167 25 168 5 167.25 168.75 Bergmann ....... Mainkrastwerke ........ 161 10» 166.5 107.7> 164 166.4 Schocken ......... Siemen» 4 HalSk, ...... 115 147 145 146 2'16.5 208 206 75 208.9 Ädlerwerkc KIcvcr ...... 104 0 106 104.9 105.75 Daimler Motoren. ...... VC — 98 US Heyligcnüacdt ■ - ....... "leauin ........ 28 — 67,5 — 66,'5 —- Motorenwerke Mannheim — 40 -— frankfurter Armaturen 17 — — — Konservenfadrtk Braun . . Metall gesell chalr Frankfurt . 48 — — — 172 5 176.5 — — Tri. Union » ..... HO — HO Schuh'abrtk yccj . . .... 65 — 66 — Sichel ......... 2.3 —— 5,5 6.5 JcOflon Doldvoi...... 213.5 — 202 201 Zuckersadrtt Frankenthal . . ZuckersaLrtl Waghäusel . . . 90.25 , 114 4 93 91,5 113.25 -Jetliner Produktenbörse. Berlin. 29. Oktober. Die Ermäßigung der Frachten, auf die vielfach gerechnet wu ist nicht zu erwarten, so dah das intern le Geschäft auch weiterhin auf Schwierigkeit 'l)U Die Exporttätigkeit nach Dlebersee ist so g wie Aull und da andererseits der schwierige -ulebl» absatz besteht, eröffnete der Berliner Getreidemarkt im Gegensatz zum festen. Dormittagsverkehr ruhig und überwiegend schwächer. Die ankommenden Liverpooler Anfangskurse taten dann auch ein klebriges, um das Niveau nach unten zu drücken. Weizen, der etwas mehr angeboten war, wurde im Lieferungshandel bis 1,50 Mk. schwächer, laufender Monat dagegen 2.— Mk. unter gestern. Roggen hat sehr mäßiges Angebot, während DÄungen sowie Nachfrage, seitens der Mühlen stützte. Oktober wurde 1.— Mark, Mai 0,50 Mark höher notiert, wahrend im übrigen das Niveau unverändert war, Gerste preishaltend. Hafer in guten Sorten fest. Sonstige Futterartikel gegenüber den Vortagen im Preise wenig verändert. Es notierten: (1000 Kilogramm): Weizen, märkischer, 253—276 Mk.; Roggen, märkischer, 221 —226; Sommergerste 220 bis 268; Wintergerste 192—205; Hafer, märkischer, 182—198; Mais, loco Berlin, 201—206; (100 Kilogramm): Weizenmehl 36,50—39,25; Roggenmehl 32,25—33,75; Weizenkleie 11,75 bis 12; Roggenlleie 11,75; Viltoriaerbfen 58—68; kleine Speiseerbsen 40—42; Futtererbsen 22—26; Peluschken 21—22; Ackerbohnen 21—23; Wicken 25— 26; Lupinen, blau, 13—14; Lupinen, gelb. 14—15; Serradelle, alt, 19—20,50, Serradelle, neu. 19—2050; Rapskuchen 15,80-16; Leinkuchen 20,80—21; Trockenschnihel 9,80—10,20. Devifeumarkl Berlin—Frankfurt a. M. Teiearaohilche Aus^ahluna 29 Lktbr- 30 Lktbr. Amtliche Meld Moll rang Brie- Nmkliche •.Ooticrnnj »Seid Prtc' Rm'i.» ^iou 167.96 168.31 167,94 165,36 >Lura.'Aire4 1.70« 1.712 58.57 1.768 1,712 Brn-Sukw 58 43 53.43 55.5< llbristinnia 104.62 lUl.to. 104.6? 104.88 fi3t>?nbno:n 111.68 111,96 ili,64 111.9z Ekockdolm 112,17 112,45 112.16 112.44 HelnngiorS 10.56 10.60 10,555 10,595 Italien ■ . 18,41 18,47 17.98 15 02 London. -0.36 20.41 -0,3.'.8 20.408 9!euvork ■ 4,199 1.209 4.1995 4,2095 DiiriS - 13.15 13,19 13,25 13,29 Schwei; • MJ.97 ■4.17 ^0.97 51.17 Sva üa - 63.57 63.68 63.62 63,6- stavao - - 2.056 2.059 2,058 2.1(12 ■Hio de Jan Wien In T.' 0.571 0.573 0.575 0.577 Ceft- abgell 59,29 59,43 59.29 59.34 Prag Belgrad • . 12.4.2 12,472 12,432 12,472 ‘•41 7.42 7.41 7.43 Vuoap'lt. 5.87 5.89 5,875 5,895 Bulgarien 5,032 3,042 ,025 3,035 Lissabon 4,475 -1,52a tt 475 21,525 Danzig . 81.37 11.57 61.45 81,65 .ffonlt nttn. 2.115 2.125 2,135 2,145 Ntden 5.09 5,11 5,14 5,16 (£anabn. . . 4.211 4.211 4,201 4.211 Uruguao 4.177 »187 4.177 4.187 Banknoten. Berlin. 29 Cttbr Geld Brie' Amerikanische Nöle» . . . , , Belgische "JJoten ....... Tanilche Noten ....... Snglilchc No.en. ....... Französische Noten ...... Holländische Noten ..... tttttienische Noten Norwegische Noten • . , , Deuisch.oesterr. i 100 Lronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten...... Schweizer Noten....... Evantschc Noten ...... Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten . . . 4,181 5tU2 111,37 20,32 13,22 167.60 18.41 104.36 59,07 2,34 111.81 80,73 63,29 12,405 5.84 4,201 58.62 111,93 20,42 13,28 168,44 18.54 104.8S 59.37 2.38 112.40 81,12 03.61 12,465 5.88 Büchertisch. — In zweiter, vollständig neu durchgearbeiteter Auflage erschien bei R. Bo.gtländer in Leipzig: M. 03 a I i e r, „D e r Sterne Bahn und Wesen". 515 S. mit 110 Abb. im Text und 60 Einzelbildern auf 15 Kunstdrucktafeln. In Ganzleinen geb. 14 Mk. — Der erste Hauptteil lehrt uns die Botschaft der Strahlung als des einzigen Mittels lesen, das un3 mit den Sternen- Welten verbindet, der zweite beschreibt die Wunder des Himmels und läßt uns die großen Fragezeichen aufleuchten, d e heutiger Forschung noch spotten. Im dritten Abschnitt gibt Valier ein großartiges Llebersichtsb ld unter dem Titel: Die Lösung der Rätsel im Lichte der Welteislehre. Was die Geistesschöpfung des vor kurzem noch viel bekämpften, in letzter Zeit aber imijicr mehr anerkannten Wiener Ingenieurs Hanns Hörbiger für unser Weltbild, ja für unsere ganze Welte 'chauung bedeutet, das offenbart sich uns in d in Schlußteil des Buches, das in gleichsam dramatischer Spannung den Leser bis zur letzten Zeile in immer neuer Steigerung gefangen hätt. 540 Letzte Nachrichten. Die Erwe tzswsensrage. Der ReichskanJ/ verhandelt mit den Parteien. (Eigener Insormationsdienft.) Berlin, 30. Olt. Die Frage der iUnter- stühung der Erwerbslosen Hal jetz>, wenige Tage vor dem Wiederbeginn de: Reichstagssitzungen, von neuem erhöhte politische Bedeutung gewonnen. Das zeigen schon die zahlreichen Beratungen innerhalb uni) außerha.b Lei Aeichstabinelts, die in diesen Tagen ftattfinben. In zahlreichen Verhandlungen mit den Vertretern der verschiedenen Reichstagssraktionen sucht man bis zum Wiederzusammentritt des Reichstages ein Kompromiß zu sinden. das auch den Flügelparteien, den Deutschnationa en und Sozialdemokraten, nach Möglichkeit tragbar erscheint. Rach der gestrigen Kabinettssihung wurden die Sozialdemolraten Wels, Brey und Frau Schröder vom ReichsVater, Mutter und die Kinder trinken gern „Seelig's kand. Kornkaffee“, weil er durch die eigenartige Kandierung so vollmundig und kräftig schmeckt. — Sie ist es, die ihn seit 40 Jahren beliebt macht! Bitte probieren Sie ihn: „Seclig’s kand. 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Jubiläums-Verkauf Hessisches Leinenhaus von Montag, den 1. November, bis Montag, den 8. November, anläßlich des 10jähr. Bestehens des Verbandes Deutscher Wäschegeschäfte und Wäschehersteller Mein alter Grundsatz, nur das Beste zu führen, hat sich stets bewährt. Von dem Gedanken ausgehend, daß der Wert einer Ware in der Qualität liegt und die Qualitätsware im Gebrauch die billigste ist, finden Sie auch bei mir nur solche, selbst zu den billigsten Preisen C. O. 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