Ir. 150 Erstes Blatt 176. Jahrgang Mittwoch, 50. Juni 1926 Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertag». Beilagen: Gießener Famllienblätter Heimat im Bild Die Scholl«. monat$»B«jng$prels: 2 Reichsmark und 20 -leichspfennig für Träger« lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNumrnern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: Schriftlcilung 112, Der» lag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vrvik und Verlag: Brühl'fche Univerfi1ä1§-Vuch- unö Stehtöruderei R. Lange in Siehen. Zchristleituug und Seschästrftelle: Zchulfttahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummcr vis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20°/. mehr. Chefredakteur: Dr. Friede. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton Dr. H.THyriot: für den übrigen Teil Ernst Blumschein: für den Anzeigenteil Hans Füstel, sämtlich in Gießen. von der Abrüstungskonferenz. Der Sieg des französische» Standpunktes. Genf, 30. Juni. (TU.) Der Marineaus- schuß der vorbereitenden Abrüstungs- f o m m i ff i q n hat gestern im wesentlichen seine Arbeiten beendet. Der Ausschuß wird nur noch am Mittwoch zusammentreten, um seinem a b • schließenden Bericht die letzte Redaktion zu geben. Als Grundlage für die Beurteilung wurde hie Gesamttonnage ohne Unterschied her Schiffst! assen angenomn^n im Gegen- satz zu den Washingtoner Beschlüssen, hie die Schiffsklassen als Vergleichsbasis heranzogen. Der Militärausschuß hat gleichfalls seine Arbeiten beendet. Er beschloß mit 15 gegen d i e Stimmen Amerikas, Deutschlands und Hollands, als einziges Kriterium für die Stärke einer Armee den ausgebildeten Friedenszustand ohne. Berücksichtigung der Waffen anzunehmen, wobei die Ausbildungszeit nicht festgelegt werden soll, so daß es jedem Staat überlassen bleibt, welchen Teil seiner Truppen er als Rekruten betrachten will. Die Folge hiervon wäre, daß Frankreich bei 450 000 Mann weißer Truppen nach Abzug von 7 0 000 Offizieren einen Bestand von 380 0 0 0 Mann hätte. Die Dienstzeit in Frankreich beträgt 18 Monate. Falls nun die französische Regierung die ersten zwölf Monate als Ausbildungszeit bezeichnen sollte, was sie vermutlich auch lun wird, so hätte die französische Armee einen ausgebildeten Friedens st and von nur 125 000 Mann, zuzüglich der Polizeitruppen. Deutschland dagegen, dessen Reichswehr eine zwölfjährige Dienstzeit hat, würde bei Hinzuzählung der Aolizei einen weit höheren ausgebildeten Friedens- stand als Frankreich besitzen. Die französische Regierungserklärung. Briand vor der Kammer. Paris, 29. 3unL (TU.) Die Regierungserklärung wurde von Briand heute nachmittag in der Kammer verlesen. Die Erklärung ist in der Hauptsache mit Betrachtungen über das F i n a n z p r o g r a m m ausgefüllt. Betont wird, daß die neue Regierung in allen anderen Punkten die Politikdes vergangenenKabinettes I o r t s e tz e n werde. Die Regierungserklärung vurde ohne Begeisterung ausgenommen. Rur von einzelnen Bänken des Zentrums und der Rechten ertönten Beifallsrufe. Herriot gab alsdann die eingegangenen Interpellationen bekannt. Briand erklärte, daß Eaillaux nm kommenden Dienstag eine umfassende Darstellung der Finanzlage gelegentlich der Behandlung seines neuen Projektes geben werde. Die Regierung wünsche, daß die Futerpellationsdebatte auf Dienstag vertagt wird. Die meisten Interpellanten erklärten sich damit einverstanden, nur der Kommunist C a ch i n protestierte und bestand auf einer sofortigen Debatte. Cs kam zu einer unerwarteten Intervention Tardieus, der von der Regierung die Zusicherung verlangte, daß bi8 zum kommenden Dienstag durch V e r m i t t - lung der Banque de France keinerlei Verhandlungen wegen Eröffnung auswärtiger (auch amerikanischer) -Kredite eingeleitet werden. Briand eroberte, die Regierung könne unmöglich eine solche Verpflichtung eingehen, da sie sich nicht in ihrer Handlungsfreiheit gelähmt wissen wolle. bestand darauf, daß die Debatte auf Dienstag nächster Woche vertagt wird. Die Ab- timm u n g der Vertrauensfrage ergab 29 1 gegen 130 Stimmen. D i e Stimmenthaltung war außerordent- i l.ch groß. Sie durfte ungefähr 14 0 Stimmen ausmachen. In der Regierungserklärung heißt es u. a.: Die Zusammensetzung des Kabine t t e s ist der beste Beweis dafür, daß es alle politischen Erwägungen in den Hintergrund gestellt habe und von dem leiste größter nationaler Versöhnlichkeit erfüllt sei. Das Kabinett zweifle nicht daran, daß das Parlament seinerseits in demselben Geiste entschlossen sei, durch eine aktive Unterstützung ihm die für die Durch - siihrung feiner schwierigen Aufgabe unerläßlich« Stabilität zu vermitteln. Alle Parteien feien in gleicher Weise an der schnellstmöglichen Regelung des Finanzpro- blems interessiert. Die Zusammenarbeit der Regierung und des Parlamentes sei unerläßlich. Lie werde erfolgreich sein oder scheitern, je nachdem, welches Vertrauen und welche Dauer das Parlament ihm gab. Es folgt ein Hinweis auf bei Ausgleich des Budgets und die Zusicherung, daß die allgemeine Einkommensteuer und tv Besteuerung der Mobilienwerte herabgesetzt würden. Im übrigen fehlen genaue Angaben über die Finanzprojekte. Inter- cslant ist die Feststellung, daß die Regierung be- Mossen hat, die Stabilisierung des Franken so schnell wie möglich in Angriffs zu nehmen. Die Regierung^ so sagt die Erklärung, verkenne nicht die Schwierigkeiten dieses Problems, hoffe sie aber mit der vertrauensvollen Unterstützung der Emissionsbank zu beseitigen. Die Unabhängigkeit der Banque de France wird weiterhin aufrechterhalten und ihr Kredit Dos Mrstenabfindungsgesetz vor dem Reichstag. Die zweite Lesung. - Paragraph 2 abgelehnt. - Die übrigen Paragraphen bis 7 angenommen. Berlin, 29. Juni. (2 Uhr nachmittags.) Auf der Tagesordnung steht die erste Beratung des deutsch - österreichischen Abkommens über die Durchführung der Sozialversicherung im zwischenstaatlichen Verkehr. Das Uebereinkommen wurde in zweiter und dritter Beratung angenommen. Es folgt die zweite Beratung des Gesetzentwurfs über die vermögensrechtliche Auseinandersetzung zwischen den deutschen Ländern und den vormals regierenden Fürstenhäusern. Abg. Dr. P f l eg e r (Bayer. Vp.) erstattet den Bericht über die Verhandlungen des Rechtsausschusses. Präsident L ö b e macht den Vorschlag bei der jetzigen zweiten Beratung von einer Generaldebatte Abstand zu nehmen und gleich in die E i n- zelberatung der Paragraphengruppen einzutreten. Die Redezeit dafür soll 15 Minuten betragen. Die Abg. v. Gräfe (Völk.) und Neubauer (Komm.) wenden sich gegen diesen Vorschlag. Abg. Neubauer ersucht um eine Redezeit von wenigstens einer halben Stunde. Der Vorschlag des Präsidenten wird gegen die Vorschläge der Völkischen und Kommunisten angenommen. Beim § 1 wird die Zusammensetzung und Einsetzung des Reichssondergerichts bestimmt. Abg. Barth (Dntl.) erklärt: Die Deutschnationalen hätten deutlich den Willen bewiesen, im Ausschuß an der Beseitigung des Konfliktes mitzuarbei- ten. Aber, so fährt der Redner fort, man hat uns nicht gewollt, man hat alle unsere Anträge nieder- geftimmt, weil man die Vorlage mit den Sozialdemokraten zusammen machen wollte. Unter dem Druck der Straße wurde die Vorlage radikalisiert. Der vorliegende Entwurf verletzt wesentliche Grundsätze eines Rechts st aates, die Achtung vordem Eigentum und die Rechtsgleichheit aller Staatsbürger. Er macht die Mitglieder der Fürstenhäuser zu Bürgern niederen Rechts und enteignet auch entschädigungslos zweifelsfrei fe ft ge ft elftes Privateigentum, wie Kunstschätze und die Kronfideikommißrente. (Laute Ruf bei den Kommunisten. Abg. H ö l l e i n (Komm.) erhält einen Ordnungsruf.) Der Redner begründet einen Aende- rungsantrag. wonach die vier Laienmitglieder des Sondergerichtes nicht Mitglieder von Parlamenten des Reiches und der Länder fein oder gewesen sein dürfen. Abg. Dr. Rosenfeld (Soz.) wendet sich gegen hie allgemeinen Ausführungen des deutschnationalen Redners. Bei dem Gesetz handele es sich nicht um eine Enteignung der Fürstenoermögen, sondern darum, Volkseigentum, das geraubt ist, an das deutsche Volk zurückzugeben. Zum § 1 beantragt der Redner, daß die Mitglieder des Sondergerichts und ihre Stellvertreter vom Reich gewählt werden. Das Richtermonopol habe bei dem Sondergericht keine Berechtigung, denn im allgemeinen könne das Volk zu der republikanischen Zuverlässigkeit der Richter kein Vertrauen haben. Reichsminister Dr. Külz: Die Regierung steht geschlossen hinter dem Gesetzentwurf in der vorliegenden Fassung. Der Entwurf ist nicht zustandege- kommen unter Konzessionen an den Druck der Straße. Diese Entstellungsweise weise ich entschieden zurück. Berücksichtigt worden ist allerdings der millionenfach geäußerte Volkswillen zur Bereinigung der Auseinandersetzungsfrage. Konzessionen müssen dabei von beiden Seiten gemacht werden. Die Parteien, die das Zustandekommen des Gesetzes ver- eiteln, nehmen vor dem deutschen Volk eine außer- ordentliche schwere Verantwortung auf sich. Die Regierung würde aus dem Nichtzustandekommen die Konsequenzen ziehen: es handelt sich nicht um eine Rechtsfrage oder politische Frage, sondern um beides zusammen. Das kommt auch in her Zusammensetzung des Sondergerichts zur Hälfte aus Berufsrichtern, zur Hälfte aus Laien zum Ausdruck. Der § 1 bestimmt den in dem Gesetz gesuchten Ausgleich zwischen politischer und Rechtsfrage. Durch die Staatsumwäl- zung von 1918 find selbstverständlich die früheren rechtlichen Beziehungen zwischen Fürsten und Volk vernichtet worden. Wir müssen deshalb diese Rechts- beziehungen neu regeln und dafür auch ein neues Gericht schaffen. Abg. Schulte (Ztr.) tritt für den Paragraphen in der vorliegenden Fassung ein. Hier sei die richtige Mittellinie gefunden. Zu dem al£ Vorsitzenden des Gerichts bestimmten Reichs- gerichtspräfidenren habe das ganze deutsche Volk Vertrauen. (Widerspruch bei den Kommunisten.) Die Regierung habe int Ausschuß zugesagt, daß die vier Mitglieder des Sondergerichtes, die nach dem Gesetz nicht Richter zu sein brauchen, auch nicht Derufsrichter sein dürfen. Abg. v. Gräfe (Völk.) erklärt, seine Freunde hielten die Vorlage für ein derartiges monströses Gebilde, daß alle Derbesserungsversuche aussichtslos seien, sie würden sich deshalb an der weiteren Beratung nicht beteiligen. Abg. Reubauer (Komm.) meint gleichfalls, daß die Vorlage nicht verbesserungsfähig sei, sondern abgelehnt werden müsse. Der Volks» entscheid sei ein Entscheid gegen den Reichstag gewesen. Das Volk verlange die Enteignung. Wenn die Sozialdemokraten der Vorlage zu«, stimmten, mühten sie auch zu den Fürstenknechten gezählt werden. Abg. Alpers (Wirtsch. Dgg.) betont, seine Fraktion habe die entschädigungslose Enteignung entschieden bekämpft, aber sie sähen in dem vorliegenden Entwurf eine annehmbare Lösung. Abg. v. Lindeiner-Wildau (Dn.) erwidert dem Minister Külz: Seine Freunde wären unter Zurückstellung grund'ätzlicher Bedenken bereit gewesen, den Gedanken der Regelung der noch schwebenden Auseinandersehlingen durch ein Sondergericht nicht von vornherein von der Hand zu weisen. Der vorliegende Gesetzentwurf biete aber keine annehmbare Lösung. In § 1 seien nicht bloß politische, sondern auch parteipolitische Ge- sichtsvunkte berücksichtigt. Dem könnten die Dn .' ^nationalen nicht zustimmen. Der sozialdemolratische Aen'oerungsantrag wird hierauf gegen die Antragsteller, der deutsch- nationale Antrag gegen die Stimmen der Völkischen abgeleynt. In einfacher Abstimmung wird e § 1 gegen die Kommunisten und Völkischen bet Stimmenthaltung der Sozialdemokraten und Deuts^ nationalen angenommen. Rach § 2 ist der Reichsgerichtspräsident Vorsitzender des Sondergerichts. Der Reichspräsident ernennt den Stellvertreter des Präsidenten, die acht Mitglieder und ihre Stellvertreter. Vier Mitglieder und ihre Stellvertreter müssen Mitglieder von ordentlichen Gerichten oder Verwaltungsgerichten sein. Die Paragraphen 2—4 bestimmen die Bedingungen, unter denen das Sondergericht tätig sein wird. Rach § 3 kann das Sondergericht eine nach der Umwälzung von 1918 vorgenommenen Auseinandersetzung nur auf übereinstimmenden Antrag beider Parteien des Landes und des Fürstenhauses neu aufrollen. Abg. Lands berg (Soz.) beantragt, daß der Antrag des Landes genügen soll. Im anderen Falle würde das Sondergericht nur für Preußen und Sachsen-Coburg tätig sein können. Abg. v. Richthofen (Dem.) wendet sich gegen den sozialdemokratischen Antrag. Bei seiner Annahme würde auch in den Ländern, wo die Auseinandersetzung schon zur Befriedigung beider Teile abgeschlossen sei, wie in Sachsen, die ganze Frage neu aufgerollt werden, und das könne nicht der Zweck des Gesetzes sein. Abg. Schneller (Komm.) wirft den Sozialdemokraten vor, sie trügen mit ihren Der- besserungsanträgen zur Fürstenbereicherung bei und sie setzten sich in Widerspruch zu den Millionen, die für die entschädigungslose Enteignung gestimmt haben. Abg. Bredt (Wirtsch. Vgg.) bezeichnet den Grundgedanken der Landsbergischen Anträge als richtig. Eine wirkliche Rechtsgrundlage sei für alle Auseinandersetzungen nicht vorhanden gewesen, weil eine klare Entscheidung zwischen Staats- und Privateigentum nicht möglich war. Bei der Schaffung der Weimerer Verfassung sei vergessen worden, eine Rechtsgrundlage für diese Fälle zu schaffen. Rachdem nun in den meisten Fällen die Auseinandersetzung durch Vergleich erfolgte, könne man unmöglich gegen den Willen des einen Teiles die Fälle wieder aufrollen. Der sozialdemokratische Antrag wird gegen die Antragsteller abgelehnt. 8 2 der Ausschußvorlage wird gegen die Stimmen der Mittelvarleien unter lauten Zurusen der Kommunisten abgelehnt. Dagegen stimmen die Sozialdemokraten, Deutschnationalen, Kommunisten und Völkischen. Zum § 3 wird ein sozialdemokratischer Aenderungsantrag abgelehnt. Im Hammelsprung wird dann § 3 mit 142 gegen 138 Stimmen der Sozialdemokraten und Kommunisten bei 79 Stimmenthaltungen der Deutschnationalen und völkischen unter großer Heiterkeit angenommen. § 4 wird mit dem gleichen Stimmenverhältnis angenommen. Abg. Reubauer (Komm.): 8 2 des Gesetzes, der die Zuständigkeit des Gerichtes bestimmt, ist abgelehnt worden. Damit sind alle weiteren Paragraphen gegenstandslos geworden und man könnte bm Reichstag jetzt schon auflösen. (Gelächter. — Präsident Loebe weist: darauf hin, daß ein Gesetz nur erledigt ist, wenn in der zweiten Lesung sämtliche Teile abgelehnt wurden.) Die Paragraphen 5 b i s 1 regeln die Auseinandersetzung zwischen Staats- und Privateigentum. 8 5 stellt Richtlinien für die Unterscheidung von Privat- und Staatseigentum auf. Als Privateigentum soll nur gelten, was die Fürsten auf Grund eines Privatrochtstitels erworben haben mit privaten Mitteln unentgeltlich im Erbgang, als Mitgift, auf Grund einer privaten Schenkung, oder aus ähnlichen Gründe:: und auch nicht gegen Leistungen, die sie nur kraft ihrer staatsrechtlichen Stellung erwirken konnten. Abg. Lohmann (Dn.) beantragt die Streichung dieser Richtlinien. Das Sondergericht werde vor eine unlösbare Aufgabe gestellt, wenn es auf die Einzelheiten eines jeden Vermögens- skückes zurückgehen sollte. Im 8 6 wird u a. bestimmt, daß das Reichssondergericht aus Antrag einer Partei von einem nach der Staatsumwäl» zung 1918 ergangenen rechtskräftigen /Urteil abweichen kann, wenn es feststeht, daß das Urteil auf Gründen beruht, die mit den Vorschriften des vorliegenden Gesetzes unvereinbar sind. Abg. Landsberg (Soz.) bantragt Ausdehnung dieser Bestimmung auch auf die vor 1918 ergangenen Urteile. Abg. Rosenberg (Komm.) erklärt, die Sozialdemokraten hätten durch den Verzicht auf einen ernsthaften Kampf gegen § 5 das Feudaleigentum anerkannt. Er persönlich würde auch der von den Völkischen beantragten Enteignung der Bank- und Dörsenfürsten zustimmen. (Hört! Hört!) Abg. Dr. Wunderlich (Dtsch. Vp.) tritt für die Ausschuhfassung ein. Die von den Deutsch- nationalen bekämpften Richtlinien seien unbedingt notwendig, da das normale Recht der Vorkriegszeit zur Entscheidung der Auseinandersetzungs- fragen nicht ausreiche. Urteile au3 der Zeit vor 1918 dürften aber nicht aufgehoben werden. Die Aushebung der späteren Urteile habe der deutsch- nationale thüringische Minister v. Klüchhner ausdrücklich gebilligt. Die deutschnationalen Aendermrgsanträae werden gegen den A^rtragsteller und die Völkischen, die sozialdemokratischen Anträge gegen die Antragsteller abgelehnt 8 5 wird bei Stimmenthaltung der Sozialdemokraten gegen die Stimmen der Deutschnationalen, völkischen und Kommunisten angenommen. Zum 8 6 wird ein Antrag der Deutfchnatio- nalen mit 301 gegen 108 Stimmen der Deutsch- nationalen und Völkischen abgelehnt, der die weitere Gültigkeit von rechtsgültigen Urteilen! und Schiedssprüchen verlangt. Die 8 6 und 7 werden bei Stimmenthaltung der Sozialdemokraten angenommen. Um 7 Uhr wird die Weiterberatung auf Mittwoch 1 Uhr vertagt. von dem des Staates unabhängig bleiben. Andererseits wisse die Regierung sehr wohl, daß zur Verwirklichung des gewünschten Zieles eine internationale Mitwirkung erwünscht sei. Sie könne aber auf keinen Fall zulassen, daß der Souveränität des Landes auch nur der geringste Abbruch getan werde. Die Regierung sei sich ferner bewußt, daß d.e Regelung der interalliierten Schulden eine weitere Voraussetzung für die Durchführung der Stabilisation bilde. Die Regierung beabsichtige, so schnell wie möglich. die Verhandlungen fortzusehen, damit dem Parlament das Problem in feiner Gesamtheit unterbreitet wird und es im gegebenen Augenblick nicht em Abkommen mit einem der Gläubigerstaaten zu ratifizieren habe. Ein großes Land sei es sich schuldig, mit der größten Umsicht ans Werk zu gehen. Wenn es so feierliche Verpflichtungen eingeht, muh es darauf bedacht sein, für ihre Erfüllung Sorge zu tragen. Die Ratifizierung der gesamten auswärtigen Schulden könne nicht vorgenommen werden, ohne daß die Regierung die Gewißheit erlangt habe, daß sie über die für die Schaffung einer widerstandsfähigen Regierung notwendigen Mittel berfüge. Die Schlußworte lauten: Das Land hat das Recht, Hoffnungen auf die enge Zusammenarbeit seiner Vertreter und der Regierung zur Wiederaufrichtung der Finanzen zu sehen. Die Regierung wird diese Hoffnungen nie enttäuschen unb ebenso auch nicht das Parlament. Das Leben der Ration steht auf dem Spiel. Die Zeit der doktrinären Gesehe ist vorüber. Es handelt sich nicht mehr darum, zu diskutieren. Worauf es ankommt, ist: zu handeln. Der Eindruck in Paris. Paris. 30. Juni. (TU.) Die Regierungserklärung hat alles in allem keinen sehr günstigen Eindruck hinterlassen. Man hatte der Verlesung der Erklärung besonders infolge der Ankündigung, daß sie die Forderung nach Einräumung weitgehender Vollmachten enthalten würde, mit begreiflicher Spannung entgegensehen. In dieser Erwartung wurde man getäuscht. Beachtung verdient nur der pofttive Hinweis, daß ein Schuldenabkommen mit Amerika nur im Rahmen einer Gesamtregelung der Kriegsschulden, also auch erst nach Wiederaufnahme der Verhandlungen mit England, getroffen werden soll. Die Ankündigung einer baldigen Stabilisierung des Franken ist der zweite positive Punkt der Erklärung. Zu einer großen Debatte wird es erst am kommenden Dienstag kommen. Die große Zahl der gestrigen Enthaltungen beweist, daß ein Teil des Hauses eine abwartende Haltung bis dahin einnimmt. Die »Liberty" veröffentlicht heute in Fortsetzung ihrer Kampagne gegen die Ratifizierung des Washingtoner Ab - kommens Erklärungen des Führers der Rechtsradikalen der Kammer, des Abgeordneten Marin. Das Washingtoner Abkommen, sagte Marin, ist vollkommen unannehmbar. Es ist auch unannehmbar, wenn es durch eine Sicherungs- oder Transferklausel ergänzt wird. Die deutschen Zahlungen müssen, so führte Marin weiter aus, nach den Bestimmungen des Versailler Friedensvertrags zunächst ausschließlich zum Wiederaufbau der zerstörten Gebiete benutzt werden, Unsere Würde wie auch unser Interesse untersagen es uns, daß wir freiwillig uns in einen Zu st and der Versklavung begeben. Marin sagte zum Schluß, daß die Staatsmänner, die gegen die öffentliche Meinung Frankreichs gegenüber Amerjka bindende Abmachungen eingehen, es verdierren, vor den ober st en Staatsgerichtshof gesellt zu werden. Der „Petit P a r i s i e n" schreibt, in dem Absatz der Regierungserklärung, der sich mit der Stabilisierung befaßt, werde ausgeführt, daß zunächst verschiedene Stadien mit Erfolg zurück- gelegt werden müßten. Das Problem des Staatsschatzes, die interalliierten Schulden und die Stabilisierung würden als untrennbare Einheit aufgefaht. Cäillaux werde sich sofort nach Beginn Der Parlamenisferien nach London begeben, um die Verhandlungen mit Churchill wieder aufzunehmen. Im Gegensatz zu diesen Erklärungen aus französischer Quelle teilt der „Rew - Bork H e r a l d" mit, daß der neue Gouverneur der Bank von Frankreich angewiesen worden sei, Verhandlungen mit dem Gouverneur der Dank von England und dem Präsidenten der Federal Reserve-Dank von Aeuhork, die sich beide in Frankreich aufhalten, aufzunehmen und die Frage der Kredite für die Frankenstützung anzuschneiden. Es soll sich dabei nicht um direkte Anleihen handeln, sondern lediglich um Fonds für die französische Regierung, die im Ausland zur Durchführung 'der Frankenstabili- sierung 'bereit stehen. Amerika gegen neue Schuldenverhandlungen. Paris, 29. Juni. (SU.) Rach einer Meldung des „Reuhork Herald" aus Washington wird in offiziellen amerikanischen Kreisen erklärt, daß kein Gesuch der französischen Regierung, die Schuldenverhandlungen mit den Vereinigten Staaten wieder aufzunehmen oder das Schulden- abkommen abzuändern, von der amerikanischen Regierung angenommen werden könne. Man sei überzeugt, daß Frankreich die Zahlungen, wie sie im Abkommen festgelegt sind, leisten könne und hoffe, daß die französischen Parlamente das Abkommen in der gegenwärtigen Form annehmen werden. Staatssekretär Mellon sei der Ansicht, daß die Sicherheitsklausel des Abkommens genüge und daß, wenn Deutschland mit seinen Zahlungen in Verzug komme, die Vereinigten Staaten einen Aufschub der französischen Zahlungen zu gestehen toürben. Lösungsversuche im englischen vergbaukonflitt. London, 29. Juni. (TU.) Wie in unterrichteten Kreisen verlautet, hat in den letzten Tagen eine Reihe unverbindlicher Besprechungen zwischen einer Anzahl an der L ö s u n a des Borgbaukonfliktes unmittelbar interessierter Persönlichkeiten stattgefunden. Im Vordergrund dieser Erörterungen stand die A ch t st u n d e n b i l l der Regierung. Ob es den Führern der Bergarbeiter noch in letzter Stunde gelingen wird, die Regierung von ihrem Vorhaben abzubringen, trotz der geschlossenen Opposition der gesamten englischen Arbeiterschaft durchzubringen, steht im Augenblick noch nicht fest. Es ist jedoch sicher, daß die Regierung über die von den Arbeiterführern oorgebrachten Argumente gegen die Einführung der achtstündigen Arbeitszeit im Bergbau nicht ohne weiteres hinweggehen werde. In diesem Zusammenhang sind die vor einigen Tagen von dem arbeiterparteilichen Abgeordneten Hartshorn vorgebrachten Vorschläge wieder in den Vordergrund getreten. Wenngleich die Regierung diesen Vorschlägen nicht unsympathisch gegenübersteht, so hegt man doch die Befürchtung, daß auch eine teilweise Verwirklichung der Vorschläge den ersten Schritt zur Rationalisierung des Bergbaues bedeuten würde. Die heute lind in den nächsten Tagen im Unterhaus stattfindenden Kohlendebatten dürften über diese Fragen mehr Aufschluß bringen. Der Vollzugsausschuß der Bergarbeitergewerkschaft trat heute zum erstenmal nach der erfolglosen Konferenz mit den Grubenbesitzern vom 9. Juni wieder zusammen. Der Vollzugsausschuß faßte eine Entschließung, die an dem entschieden st en Widerstand gegen die Regierungsvorlage festhält. Am Rachmittag trat der Vollzugsausschuß erneut zusammen, um über die Derständigun^möglichkeiten auf der Basis des Berichts der Kohlenkommission zu beraten. Die (Situation ist auch nach diesem Beschluß durchaus ungeklärt. Im Unterhaus führte die Mahnung eines Konservativen, die Bergarbeiter sollten an Frau und Kinder denken, dann würden sie auch gern eine Stunde mehr arbeiten, zu lebhaften Auseinandersetzungen mit der Arbeiterpartei. Innerhalb des Exekutivkomitees sind die Meinungen zweifellos stark geteilt. Die Gefahr der deutschen Konkurrenz wird auch in diesem Stadium der Auseinandersetzung lebhaft geschildert. Die Zahl der Arbeitslosen in England betrug am 20. 6. d. I. 1 634 ZOO, das bedeutet eine Zunahme um 4761 gegenüber der Vorwoche und um 335 053 gegenüber der gleichen Woche des Vorjahres. Diese Zahl schließt nicht die eine Million feiernder Bergleute ein. Annahme der Achtstundenbill im Unterhaus. London, 29. Juni. (WSD.) Das Unterhaus setzte heute die zweite Lesung der Vorlage über die achtstündige Arbeitszeit im Kohlenbergbau fort. Der Unterstaatssekretär für das Bergwesen, Lane F o x, der zunächst das Wort ergriff, wurde während seiner Rede fortgesetzt von der Arbeiterpartei durch ironische und feindselige Kundgebungen unterbrochen, die stellenweise so stürmisch wurden, daß der Sprecher wiederholt ein- greifen muhte. Wheatley (Arbeiterpartei) erklärte, dies sei das erste Mal, daß die britische Regierung offen und endgültig Partei in einem industriellen Streit ergriffen habe. Baldwin sei der rea k- tionärste Staatsmann, den es im Zeitalter der Industrie überhaupt gegeben habe. Der Führer der Arbeiterpartei, M a c d o - n a l d, führte aus, die Regierung habe die Behauptung nicht bewiesen, daß die Vorlage zur Lösung des Dergarbeiterproblems beitrage. Da die Zahl der Unfälle mit der Ermüdung der Bergleute zunehme, sei der achtstündige Sag für Leben und Gesundheit der Bergleute gefährlicher als der siebenstündige. Dienstag Rächt hat das Unterhaus in zweiter Lesung das Gesetz über den Achtstundentag int englischen Bergbau angenommen, nachdem der gegen den Gesetzentwurf gerichtete prinzipielle Antrag der Arbeiterpartei, der eine organisatorische Zusammenfassung des Bergbaues zu einer De- ttiebseinheit verlangte, mit 3 5 5 gegen 163 Stimmen der Liberalen und Arbeiterpartei abgelehnt worden war. 60 Mitglieder der konservativen Partei enthielten sich der Abstimmung. Abd ei Krims Schicksal. Paris, 30. Juni. (WTB.-Funkspruch.) Rach dem „Petit P a r i s i e n“ haben die französischen und spanischen Delegierten eine Ent-, scheidung über das Schicksal Abd el Krims und der Rifleute, die sich in seiner Umgebung befinden, getroffen. Abd el Krim werde sehr wahrscheinlich nach einer franko- fisch enKolonie in Afrika, — man spricht immer noch von Madagaskar — verbracht. Seine Begleiter würden in mehrere Gruppen eingeteilt, von denen jede eine verschiedene Behandlung erfahren würde. Rach Meldungen aus Marokko sind neue Unruhen an der Rordfront des Abschnittes von Fez ausgebrochen. Der Schwiegersohn Raifulis, Mulei Hamed Beggar, hat sich zum Sultan der Djeballahs ausrufen lassen und hat andere Stämme aufgefordert, seine Oberhoheit anzuerkennen. Zwei andere Führer suchen bei den umliegenden Stämmen gleichfalls an Autorität zu gewinnen. Der alte Rifführer S i d i R a h o hat an die aufständischen «Äämme an der Froitt von Sazza eine Kundgebung gerichtet, in der er zu energischem Wider- st a n d auffordert. Ser Berliner vertrag in Kraft. Austausch der Ratifikationsurkunden. Berlin, 29. Juni. (121.) heute mittag fand im Auswärtigen Amt der Austausch der Ratifikationsurkunden des zwischen dem Deutschen Reich und der Sowjetregierung am 24. April 1926 in Berlin unterzeichneten Vertrages und des zugehörigen Rotenwechsels statt. Der Austausch wurde von deutscher Seite durch Reichsauhen- m i n i st e r Dr. Stresemann» von feiten der Sowjetregierung durch den Botschafter k r e ft i n s k i vorgenommen. Ferner war der Staatssekretär im Auswärtigen Amt v. Schubert anwesend. Hilfe für die Hochwasser- . gebiete. Berlin, 29. Juni. (SU.) Der Haushaltsausschuß des Reichstages befaßte sich heute mit Anträgen aller Parteien über die Rotlage in den Hochwassergebieten. Einen Antrag für die Donaugebiete begründete Abg. Letbl (Bayr. Vp.). Er schätze die dort entstandenen Schäden auf 8 bis 10 Mill, und danke namens der Bevölkerung den preuht- schen Pionieren sowie der Sechnischen Rothilfe für ihr tatträftiges Einschreiten. Zur Annahme gelangte dann ein von allen Fraktionen unterzeichneter gemeinsamer Antrag, der die Reichsregierung ersucht, in Verbindung mit den Ländern die Schäden der Hochwasser- und Unwetterkatastrophen festzustellen und alsbald für ausreichende Hilfe zu sorgen. Den betroffenen Gebieten sind insbesondere auch steuerliche Erleichterungen und Rachlässe zu geben. Der Reichstag ermächtigt die Reichsregierung, die zur Behebung der Rotstände erforderlichen Mittel vorschußweise zu verausgaben und im Rachtragsetat für das Rechnungsjahr 1926 anzufordern. Die zerstörten Dämme und Uferbauten sollen möglichst rasch instandgesetzt und. verbessert werden. Hierzu sollen neben den vorschußweise verausgabten Mitteln auch die Mittel der produktiven Erwerbslosenfürsorge im möglichen Umfang zur Verfügung gestellt werden. Kunst und Wissenschaft. Ein Frankfurter Goethepreis. Auf der Tagesordnung der morgigen Stadtverordnetensitzung steht ein vom Magistrat genehmigter Antrag, alljährlich zu Goethes Geburtstag einen Frankfurter Goethepreis in Höhe von 10 000 M k. zur Verteilung zu bringen. In der Begründung heißt es, daß, während Bonn regelmäßig Beethoven feiere und Weimar seine Goethe-Tage habe, eine entsprechende Feier von Goeches Geburtstag noch immer fehle. Dieser Goethe-Preis soll internationale Bedeutung erhalten, also nicht nur deutschen Dichtern, sondern der gesamten zeitgenössischen Weltliteratur zuerkannt werden können, lieber die Verteilung soll ein Kuratorium unter dem Vorsitze des Frankfurter Oberbürgermeisters entscheiden. Die Preisoerkündigung soll jeweils am 28. August im Goethehaus in Anwesenheit des auszuzeichnenden Dichters vorgenommen werden. hochschulnachrichten. — Marburg. 29. Juni. Der feit 1911 von seinen amtlichen Verpflichtungen entbundene bekannte Professor der Archäologie, Geh. Reg.-Rat Ludwig von Sy bei, begeht am 1. Juli seinen 80. Geburtstag. Der Jubilar gehörte von 1872 an dem Lehrkörper der Universität seiner Vaterstadt Marburg an. Sein Vater war der bekannte Historiker Heinrich von S y b e I, zuletzt Generaldirektor der preußischen Staatsarchive in Berlin, gestorben 1895, der von 1845 bis 1856 Professor in Marburg war, und dessen Ramen auch die Straße I trägt, an der die Villa des Gelehrten steht. Aus aller Wett. Erdbeben auf Sumatra. Rach einer Havasmeldung aus Batavia wurde der Südteil von Sumatra von einem heftigen Erdbeben heimgesucht. Die Residenz des Gouverneurs in Padang und zahlreiche von den Europäern bewohnte Gebäude wurden stark beschädigt. In Singapore wurden ebenfalls starke Erdstöße verspürt. Wie die Morgenblätter melden, wurde bei hem Erdbeben die Stadt Padang-Pandjong größtenteils verwüstet. Fast alle Gebäude sind eingestürzt. Ueber hundert Personen, darunter auch ein Europäer, wurden getötet und viele Menschen verletzt. Schweres Autounglück in Südslawien. Ein Automobil mit 20 Personen stürzte infolge Ungeschicklichkeit des Führers auf einer von Cetinje ausgehenden Landstraße in einen Abgrund. 10 Passagiere kamen ums Leben. Die übrigen wurden verletzt. Das Hochwasser bei Wittenberge. Aus Wittenberge (Elbe) wird gemeldet: Die letzte Flutwelle ist vergangene Nacht bis Dömitz vor- gedrungen. Wittenberge ist durch Stepenitz und Löcknitz, die beide noch steigen, weiter bedroht. Die Löcknitz hat ein Gebiet von siebentausend Morgen bei den Dörfern Gandow, Wustrow und Lanz überschwemmt. Die Bewohner dieser Dörfer fanden am Morgen ihr Vieh bis zum Leib im Wasser. Besonders gefährdet ist die Umgegend von Dömitz. Freiwillige Feuerwehr und Technische Nothilfe trafen dort aus Grabow, Ludwigslust und Neustadt ein. Tausende von Sandsäcken liegen bereit, um bei einem drohenden Bruch des Elbdarnrnes Verwendung zu finden. Eine Abteilung Reickswehr aus Ludwigslust liegt seit einigen Tagen in den Dörfern um Dörnitz, um sofort eingreifen zu können. Bei Wendisch und Wehningen lief der Flügelteich über. Die Ernte ist hier vollkommen vernichtet. Starkes Wachsen des Hochwassers ist noch aus dem Kreise Lüchow zu melden. In der Seege-Niederuna steigt das Wasser aufwärts bis über Niendorf hinaus. Ackerbauer von Grabow haben einen Notdamm errichtet, um sich gegen das Eindringen des Wassers zu schützen. Die Einwohner von Niendorf kämpfen mit den Fluten schon feit Anfang der ooriaen Woche. In den Jeetze-Niederungen steigt das Wasser ebenfalls unaufhaltsam weiter. Das ganze Ieetzetal ist eine riesige Wasserfläche. In Kleinyeide brach der Notdeich. Aus dem Magdeburgischen wird langsames Fallen gemeldet. Mordtat eines Wahnsinnigen. In der oberpfälzischen Ortschaft Puellers» reuth hat ein 39jähriger geistesschwacher Bauernsohn in einem Wahnsinnsanfall seiner 66 Jahre alten Mutter mit einem Saschenmesser den Kops vollkommen abgeschnitten. Ein Familiendrama in Anhalt. Ein furchtbares Drama ereignete sich in Coswig in Anhalt. Ein 26 Jahre alter Arbeiter fuhr mit seinen beiden Söchtern im Alter von drei und sechs Jahren nach der Elbe, bestteg mit ihnen einen Fährkahn, fuhr in die Mitte des hvchgehenden Stromes und warf die Kinder in die Fluten. Sie verschwanden augenblicklich. Der entmenschte Vater sprang hinterher und fand ebenfalls den Sod in den Wellen. Der Grund zur Sat soll in Unregelmäßigkeiten zu suchen sein, die sich der Arbeiter bei der Verwaltung verschiedener Kassen hat zuschulden kommen lassen. Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 30. Juni 1926. ** Oberst Schliephake f. Am Montag ist der Präsident der Kriegerkameradschaft „Hassia", Oberst a.D. VMor Schliephake in Darmstadt, nach langem sckweren Leiden entschlafen. Die Beisetzung findet heute, Mittwoch, nachmittags, auf dem alten Friedhof in Darmstadt statt. ** Ausweise nicht vergessen! Bei Reisen nach dem besetzten Gebiet denken viele Personen immer wieder nicht an ihre Ausweispapiere. Wenn auch dem Besuch unseres schönen Rheinlandes keinerlei Schwierigkeiten mehr im Wege stehen, so ist doch dringend zu enrpfehlsn, einen von der zuständigen Behörde ausgestellten Personalausweis zum Besuch des besetzten Rheinlandes mitzunehmen. Derartige mit Lichtbild versehene Ausweise werden deutschen Staatsangehörigen in den Städten von den Polizeibüros, auf dem Lande durch Vermittelung der Bürgermeistereien von den Kreisämtern kostenlos ausgestellt. Auch zur Seilnahme an der Fahrt mit dem Gesellschaftssonderzug von Gießen nach Rüdesheim und Koblenz am nächsten Sonntag sind diese Ausweise erforderlich. ** Die Preise für Landbutter. Die staatliche Preisprüfungsstelle für die oberhesfischen Kreise in Gießen, Seltersweg 74, schreibt uns, daß im Gebiet der Provinz Oberhessen wiederholt darüber geklagt wird, daß die Preise für Landbutter unverhältnismäßig hochgehalten würden. Als Gründe für die obenerwähnte Erscheinung wurde beobachtet einerseits die wilde Konkurrenz der verschiedenen Aufkäufer, anderseits eine oft zu hohe Preisspanne zwischen Ein- und Verkaufspreis. Die staatliche Preisprüfungsstelle Oberhessen weist dar- aus hin, daß die Nachprüfung der Perkaufspreise für Landbutter im Gebiet der gesamten Provinz im Gange ist, und daß Anzeige und Bestrafung für alle diejenigen Händler bzw. Aufkäufer beoorsteht, deren Geschäftsgebahren als preistreibend angesehen wird. Gleichzeitig wird Handelsverbot für diese bei den zu- stehenden Behörden beantragt werden. Beschwerden werden evtl, direkt an die Geschäftsstelle der staatlichen Preisprüfungsstelle Oberhessen in Gießen, Seltersweg 74, erbeten. ** Sie fliegenden Wäsche- und Stoffhändler. Von der staatlichen Preisprüfungsstelle wird uns geschrieben: Wie von der staatlichen Preisprüfungsstelle für die oberhessischen Kreise in Gießen festgestellt wurde, machen sich in letzter Zeit wieder die sog. fliegenden Wäsche- und Stoffhänd- ter im Bezirk der Provinz Oberhessen bemerkbar. Bei den angebotenen Wäschestücken und den Samen» und Herrenkleiderstoffen handelt es sich meistens um alte, aber besonders minderwertige Qualitäten, für welche jeder beliebig hohe Preis gefordert wird. Die staatliche Preisprüfungsstelle Oberhessen warnt das kaufende Publikum vor Ankauf der obenerwähnten Waren, da diese in allen anderen einschlägigen Geschäften in Qualität besser und im Preise billiger zu kaufen sind. Etwaige Beschwerden werden evtl, direkt an die Geschäftsstelle der staatlichen Preis- prüfungsstelle für die oberhessischen Kreise in Gießen, Seltersweg 74, oder Fernsprecher 196, erbeten. ** Straßensperre. Wegen Vornahme von Weißbinderarbeiten ist dio Durchgangsstraße „Burg- graben" vom Polizeiamt bis auf weiteres für jeglichen Fuhrwerksoerkehr gesperrt worden. ** Geschäftsjubiläum. Am morgigen Sage, 1. Juli, kann die Firma Lang & Wiede r st e i n, Glas- und Porzellan-Spezialgeschäft In der Marktstraße Hierselbst, auf ihr 25jähriges Bestehen zurückblicken. Die Jubilarin, die sich bei dem Publikum und in der Geschäftswelt großen Ansehens erfreut, hat sich im Laufe des ersten Vierteljahrhunderts ihres Bestehens auch in ihren Branchekreisen eine achtunggebietende Stellung geschaffen. Der Firmeninhaber Carl Lang ist auch in Sumerfreifen eine sehr geschätzte Persönlichkeit. ** Der Gießener Ruderklub „Hassia" 1906, der in diesem Jahre auf sein 20jähriges Bestehen zurückblicken kann, veranstaltet aus diesem Anlaß am kommenden Samstag und Sonntag eine Ruderregatta, die 58. des S.R. V., bei der in 15 Rennen spannende Wettkämpfe zu erwarten sind. Die „Hassia", so schreibt man uns, hat, unterstützt von Freunden und Gönnern, keine Kosten gescheut, um den siegenden Mannschaften wertvolle Ehreckpreise überreichen zu können. Diese find am Freitag und Samstag in dem Pelzwarengeschäft von A K r e tz s ch - mar, Seltersweg, ausgestellt. Räheres im heutigen Anzeigenteil. " Der „Saubstumme". Aus einem Orte bei Gießen berichtet uns ein Freund unseres Blattes das nachstehende persönliche Erlebnis: Vor einigen Sagen kommt ein angeblich taubstummer junger Mann in meine Wohnung und bittet, sich durch Gebärden verständlich machend, um eine kleine Gabe. Unaufgefordert zeigt er seine Ausweise als Saubstummer vor. Meine Frau hat Mitleid mit dem armen Menschen und gibt ihm eine verhältnismäßig hohe Gabe. Ueber- rascht durch das große Mitleid gewinnt der angeblich Saubstumme urplötzlich seine Sprache wieder und ruft im Fortgehen ein „Danke schön!" aus. Meine Frau und ich waren vor Staunen zunächst vollkommen stumm, bann gewannen wir aber doch allmählich die Sprache wieder. Im nächsten Haus war der junge Mann natürlich wieder — taubstumm. Wir konnten ihn leider nicht mehr erreichen. WSR. Reubauten und Anlage von Fernsprechanlagen. Die Reichspost weift erneut darauf hin, daß es ihr erwünscht fei, wenn bei der Errichtung von Reubauten mehr als bisher darauf Rücksicht genommen werde, die Fernsprechleitungen innerhalb der Gebäude in Rohren oder unter Puh zu führen. Das Verfahren sei schon seit längerer Zeit bei der Verlegung von Licht» und Hausklingelleitungen, sowie von Gas» und Wasserrohren üblich: für die Femsprechanschluhleitungen scheine es sich aber weniger einbürgern zu wollen: wenigstens hätten die Bauherren und Unternehmer bisher wenig Reigung bekundet, auch die Einrichtungen für die Fernsprechanschlußleitungen zu treffen. Und doch biete die Führung der Leitungen in Rohren oder unter Puh beträchtliche Vorteile, da Wände und Decken geschont werden, die Arbeiten weniger Schmuh verursachen und weniger Zeitaufwand erfordern. Dor allem werden die unschönen Flickereien an Putz, Sapeten und Bemalung vermieden. ** Einen Gasdemonstrationsvor- trag veranstaltete die Prometheus-Gasherd» und Gasheizofenfabrik gestern abend im Saalbau Sauer. Die Vortragende, Frau Ehrig, zeigte vor den Augen der Zuschauer das Backen von Kuchen und das Grillen des Fleisches. Kostproben wurden herumgereicht, die die Vorzüglichkeit der Erzeugnisse zu beweisen vermochten. Mtt geringem Gasverbrauch entstanden auf den Apparaten die schmackhaftesten Speisen. Die einzelnen Geräte, vom modernen Bügeleisen, Wundertopf bis zu dem Gasherde, wurden eingehend erftart und dabei auf die sparsame Wirtschaft mit ihnen hingewiesen. Heute abend findet eine Wiederholung des Vortrages statt. ** Der Ortsgewerbeoerein hielt am Montagabend seine diesjährige Hauptversammlung ab. Der Vorsitzende gab zunächst ein allgemeines Bild über die Lage im Handwerk, wie es sich aus den Berichten der Handwerkskammer ergab. Der Kassenbericht sand Genehmigung, die Vorstandswahl ergab keine Aenderungen. Direktor Dr. B ü n- n i n g s berichtete über die Aufgabe der an die hiesige Gewerbeschule für Hessen angegliederten Wirtschaftsstelle, die einmal dem Handwerker vor allem in allen technischen Fragen beratend zur Seite stehen, zum andern in der Berufsberatung den jugendlichen Handwerkernachwuchs unterstützen soll. Syndikus R ö hr sprach über die Gründe für die augenblickliche wirtschaftliche Not. Seine sehr interessanten Darlegungen forderten besonders die obligatorische Durchführung der Buchführung. In der anschließenden Aussprache, in der die Submissionsfrage eine große Rolle spielte, wurde einstimmig gefordert, daß 1. der Antrag, die Beilage der Kal- fulationen bei den Submissionen in Wegfall kommen zu lassen, endlich zur Erledigung komme, und daß 2. für die städtischen Vergebungen weitere Lieferungstermine gesetzt würden, damit das Kleinhandwerk sich überhaupt an Submissionen beteiligen könnte. Der Vorsitzende wurde beauftragt, entsprechende Schritte zu tun. Bornotizen. — Sageskalender für Mittwoch. Saalbau Sauer: 8 Uhr, Vorführungen und Vortrag über „Das Kochen mit Gas". — Ruderklub Hassia: 8^2 Uhr, Bootshaus, Mitgliederversammlung. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Das Gasthaus zur Ehe". — Astoria-Lichtspiele: „Wege des Schicksals". Wettervoraussage. Noch vielfach heiter, Temperaturen ansteigend trocken. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum: 22,L Grad Celsius: Minimum: 9,2 Grad Celsius. Heutige Morgentemperatur: 14,7 Grad Celsius. Oberhessen. Kreis Schotten. ld. Schotten, 29. Juni. Die große Gras» Versteigerung der Stadt Schotten, vor jeher ein Ereignis voll großer Anziehungskraß, hatte auch in diesem Jahre wieder zahlreiche Steigerer aus den Dörfern der Umgebung Schot- tens herbeigelockt. Wie in den Vorjahren, toarct es Kleinbauern und Arbeiter mit etwas Landwirtschaft, die das Gras zur Verwendung it der eigenen Viehzucht erwarben. Pächter, Die früher Stücke steigerten, um durch den Verkauf des Heues von der Wiese aus an den Händler etwas zu verdienen, sind nicht mehr vorhanden, da Der ehedem lebhafte Heuhandel unfercc Gegend infolge des geringeren Bedarfs Der Groh- MM etwa Sgw» von der die Frage .»-n wieder v rsKZ tzsn berden DW We^otteSdienM 8 Eß* ä9 U 3nnem dieses L Besprechung fragen in ßrwagung i Ami -er. Somberg genvättig -st S Dem Sange. Der A Qualität und Quants g?nd bezeichnet verd^ ren Lagen lie firnm solche in ausgesprochen Durchschnittsertrag « die vorzügliche Heuern' DWandes, besonders geraten, für alle Fat Kreis $ DM. Eichelhai müllerschen Muht Ursache Trohseuer gerichtete Mühle do nicht durch das Feuer Laster zerstört Starb DSM. Weinheim hiesigen Gartenhäusche ein ^jähriger Ch liebte, ein 21jährige aesunden. Die beiden im Tode - beide mit umschlungen. pre Ättte B Wetzlar, 2S. deut hat eure Pvlize welcher die Eigentum von Grundstücken jt sind, die darauf t und Pestwurzps! ducherblume, u; 2-stel zu beseitigen Anordnungen der Pol Dörrung und Ausk Mjnfommcn. Die ’ Mrtiger Wirkung in ^82a Sgta) äSS viel WS SCHUH€ BIS R MÄSSIGT neue Damenschniirschuhe Damen-Lederspangenschuhe 5482a Strümpfe«. Socken von 0.75 Henensocken Gießen, Seltersweg 91 In allen modernen Farben und Mustern: la SeldenllorsirUmple t Damen 1.55 la Hallbarste Waschseide v. 2.95 auch des hin. der Gram lings in den Zuschauerraum. Bei seinem Falle drückte er die Wand einer Loge ein, aus der die Insassen schnell flüchteten. Sie kamen mit dem Schrecken davon. TRUMPF KmKOMDt vom Guten dos Beste! herzustellen und zu pflegen. Er wies dabei kurz auf die bedeutungsvollen Aufgaben Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge Während sich die Fahnen senkten, legte Redner alS äuheres, sichtbares Zeichen des denkens an die Gefallenen einen Kranz das Gleichgewicht uni In prima -weißem Leinen rnlk Lederabs. und üb erzog. Holzabsaß, solide VerarbeUung, konkurrenzlos Frankfurt a. M., 29. Sunt (WSR.) Heute nacht gegen 2.30 ilfjr ist auf der Oberurseler Strahe in der Rahe von Weihkirchen ein Auto (Lieferwagen) mit sechs Personen Der« unglückt. Die verunglückten Personen sind teilweise schwer verletzt in das Elisabethen- kronkenhaus eingeliefert worden. Die Ursache des Unglücks ist bisher noch nicht bekannt. Höchst a.M, 29. Juni. (WER.) Die bisherigen Ermittelungen haben über die Ursache des Mühlenbrandes in Hattersheim noch keinerlei Aufklärung gebracht. Das Feuer, das um 1 Uhr nachts ausbrach, vernichtete Maingau. Der Elefant im Zuschauerraum. WEN. Frankfurt a. M., 29. Juni. Bei der Abschiedsvorstellung des Zirkus Hagenbeck ereignete sich gestern abend, der „Franks. Ztg." zufolge, ein glücklicherweise harmlos verlaufener Unfall. Ein Elefant setzte sich bei der Vorführung auf den R a n d d e r M a n e g e. Dabei verlor er e r t e r ü ck - schwarz, echt R'Chevr. rnll festem Absatz, gute Paßform Braune Lederspangensch., guter eleg. Kosfüi nschuh, M. 0-90 Braue Segeltuch-Turnschuhe ChrOTT^ETe 2 LS L LS 1.95 1.75 E55 12“ Eley. brauner Herren-HaIbschun, in Rind* box, weiß ged., auch mit farbigem Einsatz. Ferner In Qriglnai-Goodyear- krtttfig, euch sdnwarz . • die Mühl« derart gründlich, datz auch wohl kaum eine Aufklärung wahrscheinlich ist. Dei den Löscharbeiten wurde ein Feuerwehrmann durch einen stürzenden Balken so schwer verletzt, bah er in daS Krankenhaus eingeliefert werden muhte. Wie weiter bekannt wird, befand sich der Besitzer in Zahlungsschwierigkeiten. Die Mühle war vor einiger Zeil im Zwangswege in andere Hände übergegangen, doch war der Kauf gerichtlich noch nicht perfekt geworden. Kirche und Schule. a. Reiskirchen, 29. Juni. Die Gottes- d i e n ft e tun Sonntag waren dem Gedächtnis des Kirchenlieddichters Paul Gerhardt gewidmet. Im Bormittagegottesdienst predigte der Ottsgcist- ltche, Pfarrer D o tz e r t, über Leben und Wirken des Dichters. Seinen Darlegungen hat er den Text aus Röm. 8 „Ist Gott für mich, wer mag wider mich (ein?" und aus Psalm 89 ,Lch will singen von der Gnade des Herrn ewiglich" zugrunde gelegt. Der Abendgottesdienst war eine liturgische Feier und brachte eine Anzahl der schönsten Kirchenlieder der Gemeinde in Erinnerung. Zwischen den Liedern führte der Geistliche in geordneter Folge aus, wie der Dichter in seinem Leben gesungen hat von der Liebe Gottes in der Ratur, der Gnade Gottes, den Taten Gottes im Kirchenjahr, den Gaben Gottes im Menschenleben und der Führung Gottes in Kreuz und Leid. S§ Ober- Florstadt, 29. 3unl Bon schönem Wetter begünstigt nahm das B o l k S - missionsfest des Kirchspiels Florstadt am Sonntag einen würdigen Verlauf. Nachmittags fand bei stark besetzter Kirche in Rieder-Flor st adt der FestgotteS- dienst statt. Der Posaunenchor von Stammheim und der Kirchenchor von Friedberg stellten sich in den Dienst der guten Sache. Die Fest- predigt hielt Missionar Walter. Rach dem Gottesdienst bewegte sich ein stattlicher Festzug unter Borantritt des Poscrunenchors nach dem Festplatz in Ober- Florstadt. Hier fand zunächst freundliche Bewirtung der Gäste durch die Einwohnerschaft ftatL Um 4 Uhr begann die R a ch s e i e r. Rach einem Willkommaruh des Pfarrers K a p p e s s e r aus Rieder-Florstadt ergriff wiederum Missionar Walter daS Wort. Er sprach über den Wert des Sonntags als Ruhe- und Sezenstag. Seine Worte hinterliehen einen nachhaltigen Eindruck. VolkSschrift- steller R a u m a n n richtete ernste Worte an die Zuhörer über die Zeichen und Leiden der Zeit. Aus dem reichen Schatz seiner Erfahrungen gab er der Bersammlung wertvolle Gedanken mit. Auch hier trugen der Kirchenchor von Friedberg und der Mädchenchor von Rieder-Florstadt durch Gesangseinlagen zur Berschönerung des Festes bei. Mit einem Musfkvortrag des Posaunenchors schloß die in allen Teilen erhebende Feier. xx Kinzenbach, 29. 3unt Am Sonntag beging der hiesige Gesang-Derein .Fortuna" unter Beteiligung der ganzen Einwohnerschaft und zahlreicher auswärtiger Bereine die Feier seines 50jährigen Bestehens. Dem Verein zu Ehren waren die Ortsstrahen in schönster Weise geschmückt. Der Tag wurde an der Kirche mit einer erhebenden Gedenkfeier für die Gefallenen ein geleitet. Mittags bewegte sich ein imposanter Festzug durch den Ort nach dem Festplay, den bald eine ungeheuere Menschenmenge füllte. Rach einem trefflichen Begrüß ungschor des Jubel Vereins und einem dem Jubeltag angepahten Prolog begrüßte der Bereinspräsident K. W i l l e r s h ä u s e r die stattliche Festversammlung und schilderte in knappen Worten den Werdegang des Vereins. Im Ramen der Festjungfrauen überreichte Frl. Mandler dem Verein eine schöne Fahnenschleife, der Poriitzende des Turnvereins. Heinrich Knorz, überbrachte ein kostbar gesticktes Bandelier. Den noch lebenden Gründern des Vereins, Adam Alt, Heinrich Bepler, Georg Mandler, Fritz Mandler und Ludwig Kirch- Dorlar überreichte der Präsident alS Zeichen der Dankbarkeit des Vereins je ein künstlerisch ausgesührtes Diplom. Lehrer Schlierbach, der lange Jahre den Verein geleitet hatte, wurde zum Ehrendirigenten ernannt und ebenfalls mit einem Diplom ausgezeichnet. Hierauf brachten die Gastvereine ihre Chöre zum Vortrag, die allgemeinen Beifall fanden. Zum vollen Gelingen des Festes trug weiterhin die Kapelle Topp aus Glesien in schönster Weise bei. Der Verlauf des Jubelfestes gereicht dem allseits beliebten Verein nach jeder Richtung hin zur Ehre. <> Niederkleen, 29. Juni. Am Sonntag und Montag beging der hiesige Kriegeroerein die Feier seines 25jährigen Bestehens, mit der der Bezirkskricgeroerband Hüttenberg sein diesjähriges Bezirksfest verbunden hatte. Die Ottsstraßen zeigten reichen Flaggenschmuck, ohne Ausnahme in den alten Farben. Mit den hiesigen Vereinen hatten sich zu dem Feste eingesunden: die Vereinigung ehemaliger Fuhartilleristen (Generalfeldzeugmeister Nr. 3) Wetzlar, die Kriegeroer- eine Wetzlar, Pohlgöns, Leihgestern, Griedel, Kirchgöns, Münchholzhausen, Langgöns, Nauborn, Klein- Linden, Oberkleen, Großen-Linden, Groß-Rechten- bach, Hochelheim, Dornholzhausen, Hörnsheim und Lützellinden, der Artillerieverein Gießen und der Schützenoerein Ebersgöns. Nachmittags bewegte sich ein außerordentlich großer, imposanter Festzug, in dem die Veteranen von 1870/71 und die Schwerkriegsbeschädigten des Weltkrieges in Automobilen gefahren wurden, zu dem vor dem Friedhof errichteten Kriegerdenkmal, wo er sich zu einer eindrucksvollen Gedächtnisfeier aufstellte. In tiefgründigen Worten gedachte hier Lehrer Q u e n - ze r der im Weltkriege Gefallenen, die die Gemeinde und besonders auch der Kriegeroerein nie vergessen dürfe. An die Menge richtete er die dringende Mahnung, statt der Uneinigkeit und Zwietracht, die heute bis in die Dörfer hinein herrsche, Einigkeit ■ MrSa U'hitt - ** WK- «Ä ft“« ® faeifnn ^reichen • bltutnnu« . et uni »in euiw” Ort» J1 kommt tin frkbniÄ: WTe»”*, S«Mmm A 1 ^die Sprache wieder. 3m nn^Ä Zanit natürlich konnten ihn [eibtt Anlage von a Deichr-ost totift es ihr enoünscht sei, ^°uten mch Rücksicht genommen werde die n mnechalb her Gebäude in - N zu führen. Dir 2er- nt längerer Zeit bei der Tkv und HaMingelleitungen, so- snd Wasserrohren üblich: für [Weitungen scheine es sich Mgern zu wollen: wenigstens irren und Unternehmer dishet ekundet, auch die Nnrichlimgn chanschluhleitungen zu treffen, die Führung her Leitungen nter Puh beträchtliche Vorteile, )ecken gef^m werden, die Ar- chmuh verursachen und wenige: rdern. Tor allem werden bi? ien an Puy, Tapeten und W aä&emonftrationäbov die Prometheus-Gasherd- ud ’ gestern abend im Saalbu äsende. W Thng, zeigte W ischauer Mä 'Baden von Kucha' des Fleisches. Kostproben tour- i die die Vorzüglichkeit ta beweisen vermochten. Mit ge* auch entstanden auf den App-- bastesten Speisen. Die einzelnen fernen DüMsen. Wundert^ Herde, wurden eingehend entert e sparsame Wirtschaft mit chuu 8 üe abend sindet eine Wtedeo mgks statt. . ., tsgewerbeoeretn hielt °° ie diesjährige -auptvusamm^ de gab zunächst ein aW ge im Handwerk, wie es -ch • Handwerkskammer ergab. Prst sä" »gen lo^^hrmg. 3"» Denkmal nieder. Der Männergesangverein trug das Lied „Wie sie so sanft ruhn" vor, ihm folgte die MusiÜapelle mit dem alten Soldatenliede „Ich halt' einen Kameraden". Hiermit endete die Gedächtnisfeier. Run ging der Zug zum Festplah, wo Mrster Grasse (Oberkleen) als Vorsitzender des hiesigen Kriegervereins und gleichzeitig auch als Vorsitzender des Bezirks-- kriegerverbandes Hüttenberg die Festrede hielt. Mit reichem Beifall und einem donnernden Hoch auf das Vaterland nahm die Festversammlung die Rede entgegen. Die Jungfrauen der Gemeinde überreichten dem Kriegeroerein zu seinem Jubeltage eine sehr schöne und wertvolle Fahnenschleife. Für den Kreiskriegerverband Wetzlar sprach dessen Vorsitzender G ch l o t t von Wetzlar. Diejenigen Mitglieder, die dem Kriegerverein ununterbrochen 25 Jahre angeboren, wurden von ihm mit einer Auszeichnung bedacht. Es sprach ferner noch Oberst a. D. Kock (Braunfels), der die Kriegcrvereinsmitglieder und die sonstigen Gäste in markigen Worten ebenfalls zur Einigkeit ausforderte. Den Ansprachen folgte das Deutschlandlied. Der Verein hatte im übrigen alles daran gesetzt, den Gästen einige frohe Stunden in unserem Dorfe zu bereiten. bl. Holz hausen, 29. Juni. Am Sonntag fand hier der 3 9. Sängertag des D i l l - S ä n- ger-Bundes statt. Vertreten waren 26 Vereine des Bundes. Der bisherige Bundesvorfigende Aug. Göbel- Dillenburg, der auf der letzten Sängertagung den Vorsitz niedergelegt hatte, wurde ein- stimmig wiedergewählt. Aus Wunsch der Mehrheit der Vereine wurde die Abhaltung eines Gesangwettstreites ins Auge gefaßt. Als Ort für den näch ften Sängertag wurde Sechs- Helden bestimmt. Kreis Biedenkopf. XX Aus hem Biebertal, 29. Juni. Die Erträge der diesjährigen Heuernte im Biebertal sind durch schnittlich mit „gut" zu bezeichnen. Es gibt reichlich gefüllte Heuböden. Lbcrlahnkreis. Runkel (Lahn), 29. Juni. Zur Erinnerung an die 250 Freiheitskämpfer des Blüchers chen Heeres, die 1813,14 im Lazarett zu Runkel starben und in der Schanze bei Ennerich die ewige Ruhe fanden, wurde am Sonntag in der Schanze ein Gedenkstein ein- geweiht. Die Ortsvereine von Runkel und Ennerich begaben sich in geschlossenem Zuge zu der Erinnerungsstätte, wo Amtsrat B u ch s i e b - Runkel die Gedenkrede hielt. Landrat Jenner- Weilburg sprach im Namen des Vereins für Wohlfahrts- und Heimatpflege und gab den Stein, einen 2,30 Meter hohen Marmorblock, in den Schutz der Gemeinde Ennerich, deren Bürgermeister Schneider ihn zu treuen Händen übernahm. Anschließend an die Feier blieben die Vereine noch einige Stunden in Runkel vereint. Abends schloß sich hier im Saal- bau Thomas ein Heimatabend an. Nach dem ausgezeichneten Vortrag einiger Männerchöre hielt Bezirkskonseroator Pros. Dr. W i ch e r t-Frankfurt am Main einen fesselnden Lichtbilderoortrag über „Das malerische Runkel", wobei er u. a. interessant über die Entstehung des Runkeler Schlosses berichtete, das eines der schönsten Bauwerke an der Lahn ist. Einige recht beifällig aufgenommene heimatliche Gedichtvorträge der Herren Arndt und Reuter schlossen den eindrucksvollen Abend in schönster Weise. fitzende i tun. SurwW";. cherhesstn- HSM dt ^rbcster j fttttxte, besonders Frankfurts, fast bedeutungslos geworben ist. Für den Morgen einschürige Wiesen wurden etwa 30 Mark, für zweifchürige ungefähr 35 bis 40 Mark bezahlt. Die Preise, die gegenüber denen der Vorjahre wesentlich zurückgingen, hielten sich auf der Höhe der bei anderen Grasversteigerungen unserer Gegend erreichten. * Eichelsdorf, 29. Juni. Unsere beiden Ktrchenglocken, noch aus dem Mittelalter stammend, wurden im Jahre 1917 ihres hohen Alters wegen von der Ablieferung ver'chont. Vor kurzem ist nun die kleinere Glocke (f) gesprungen und muh umgegvssen werden. Dei dieser Gelegenheit will man sie in eine etwas gröhere Glocke mit tieferem Tone umwandeln lassen. Ferner gedenkt man, wenn der Plan nicht an der Geldfrage scheitert, einen Motor zur Winderzeugung für die d i e Orgel aufzustellen. — Durch "ine Klingelbeutelgabe „für len Bauplatz e n:r Kirch zu Ober-Schmitten" ist die Frage eines K i e u)bau8 für die beiden Gemeinden Eichelsdorf und Ober- Schmitten wieder angefchnitten worden, lieber 40 000 Mark Kirchbaukapital, die früher bereits angesammelt waren, sind durch die Inflation vernichtet worden. Da in unserer Zeit ein Kirchbau kaum durchführbar ist, wird in den „Heimatglocken", dem Gemeindeblatt unseres Kirchspiels, der Bau eines Detsaales für Ober- uni» Unter-Schmitten, gelegen zwischen den beidew dicht beeinanöcrliegenbcn Ortschaften, vorgeschlagen und der Plan zur Erörterung gestellt. Die uralte Eichelsdorfer Kirche, an Festtagen für zwei Gemeinden viel zu klein, würde für die gottesdienstlichen Handlungen eines Dorfes genügen. Eine gründliche Wiederherstellung des Innern dieses Gotteshauses mühte jedoch bei der Besprechung dieser mancherlei Kirchbaufragen in Erwägung gezogen werden. Kreis Alsfeld. —= er. Homberg a. d. Ohm , 29. Juni. Gegenwärtig ist die Heuernte im Ohmtal in flottem Dange. Der Ausfall der Ernte muh nach Qualität und Quantität als sehr befriedigend bezeichnet werden. Selbst Wiesen in höheren Lagen liefern reichlichen Ertrag, während solche in ausgesprochen nassen Lagen hinter dem Durchschnittsertrag etwas Zurückbleiben. Durch die vorzügliche Heuernte ist die Durchhaltung des Diehstandes, besonders wenn noch die Hackfrüchte geraten, für alle Fälle gesichert. L Kreis Lauterbach. WSN. E i ch e l h a i n , 29. Juni. In der R i ck e- müllerfchen Mühle brach aus unbekannter Ursache Großfeuer aus, das die neuzeitlich eingerichtete Mühle völlig vernichtete. Was Vicht durch das Feuer umkam, wurde durch das Wasser zerstört. Starkenburg. WSN. Weinheim a.d. B., 29. Juni. In einem hiesigen Gattenhäuschen wurden heute vormittag ein22jähriger Chauffeur und dessen G e - liebte, ein 21jöbriges Mädchen, erhängt auf- gefunden. Die beiden Liebenden hielten sich noch im Tode — beide mit dem 6tritt um den Hals — umschlungen. Preuhen. Kreis Wetzlar. 0 Wetzlar, 29. Juni. Der Regierungspräsident hat eine Polizeivervrdnung erlassen, nach welcher die Eigentümer, Ruhnieher oder Pächter von Grundstücken jeder Att verpflichtet sind, di« daraus wachsenden Huflattich- unh Pestwurzpflanzen, sowie die Sa a t- wuch erblume, und die Acker°(Feldkrah-- Distel zu beseitigen und etwaigen besonderen Anordnungen der Polizeiverwaltungen zur Der- hinderung und Ausbreitung dieser Unkräuter nachzukommen. Die Polizeiverordnung ist mit sofortiger Wirkung in Kraft getreten.___________ 90 L - ... A V. W ■ ■ :< .1 AW Ob »Lift » verarbeitende 5»i Treffendsten r gleichen form. §s kommt von Jnteresien Sss- AÄifi-iere bS Mett aber W deutschen lungen der D< den. Diese p offiziellen De schweren, fola haben. . Man inac einem Deispi« deutschen und beispielsweise Ard in 'Deu Mmachungen unter die in Der Ärimim Ä- Farlsetzun, g.A lah wu 2'chtchen hin £ stanö bis Äst wenn a befeWydf regnen, dav st-^L § ihnen den Listen sollen ein Ilebergan bilisiemng.oe »usamnenhan! eintgemaben Sie deutf der LesfenW Haupt von de abzuschliehen, eine bedauert französischen zurüctzuMrer Lande persm MrM versagen, übe schlä. cinge. sondern beschr geplante Pro! schaMchePn falten, elektro Die gesa, Senn man m all solche §a; lich hinauslcn beide Telle Zwischen Deut derartige Der dah für Frai Spezialartikel 8n* »gL°dlich tS ^nntez Qefimi Nem4?$; freudig, 1« s«. 1 ta. 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Zahlungsbedingungen: Die Holzgeldschuld kann gegen Stellung sicherer Bürgschaft (bei Berechnung von 4i Prozent Jahreszinsen ab 5. Oktober 1926) Martini 1926 gestundet werden. 3nr geh. Beomtung für untere meSMeu Wieder! Am 30. Juni 1926 schließt unser 25. Geschäftsjahr und müssen deshalb bis dahin die Rollenmarken und Kassenschecks gegen solche von Mk. 20.— in der Derteilungsstelle umgetauscht «erden. Markenbeutel und Markenkarte sind in allen Verteilungsstellen zu haben. Die Markenkarten müssen in der Seit vom 4. bis 20. Juli 1926 zwecks Verrechnung der Rückvergütung abgeliefert werden. Die Markenkarten müssen, auch wenn sie nicht vollgeklebt sind, mit der neuen Anteilkarte in der Verteilungsstelle, wo die Einkäufe erfolgen, abgeliefert werden. Quittung über Ablieferung stellt der Lagerhalter aus. Durch Ablieferung der Markenkarten zeigt sich, wie weit sich unsere Mitglieder genossenschaftlich betätigen, und kommen dann auch in den Genuß der Rückvergütung. Versäumt das nicht! Die Zeiten erfordern äußerste Sparsamkeit. Alles Nähere in der Derteilungsstelle. zeiMOWe rhein. Schwemmsteine bester Qualität zu billigem Preis C.Rübsamen,Gießen Fernsprecher 1659. W»MWUMM E. G. m. b. H. Drucksachen aller Art ftatlung (tlkcin unt/preiswett die vrühlffche UnIversttStr-Vruckrrei. «. Lange, Gießen, Lchulftr. 7. Leiste Garantie für sorgfältige Ausführung von Reparaturen an ,1S5D Uhren und Goldwaren. Erich Beyer Babnbofstrafre 1. miiiiiiiinniinmuiniiiiiiiD Billige Seefische! in strammer EiS- Packung beute, Donnerstag u. Freitag eintreffend empfiehlt Hamburger Fisch handlg. A. Koch Nachslgr., 10 Schulstratze 10 Teleph. 1612. 5499c lllllllWIMlllMWW Billige Seelische heute eingetroffen. WO«, Bahnhofstraße 59, Teleph. 66, Wir wurden durch die glückliche Geburt eines Sonntagsmädels erfreut Dr. Heinrich Nicolaus und Frau Anni geb. Jung Günzach im Allgäu, 27. 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Reue'msührung: Lebensversicherungen aller Art mit mo- Heute nachmittag entschlief sanft in dem Herrn unsere liebe Mutter, Großmutter, Schwiegermutter und Schwester Ellsabethe Schaum geb. Weigel im 79. Lebensjahre. * Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Kaspar Lenz Familie Karl Müller. Klein-Linden, den 28. Juni 1926. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 1. Juli, nachmittags 3 Uhr, statt. 04566 «M ™*Witoäs. Uet Moom li 1926 geliefert werben. ni? !je "ich! DoHgeWebt srteüungsfteüe, wo bie Lagerhalter aus. Durch ' ®,e weit sich unsere o kommen bann auch -ächche Sparsamkeit, iungsstelle. Vorstand. 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Pachtbedingungen werden gegen Einsendung von 5 AM. zugesandt. 4827D Marburg, den 31. Bai 1926. Ser Llmversitäts-Kurator v. Hülsen. la Jllli Geschäfts - Jubiläum 1901 -- 25 Jahre — 1926 Aus diesem Anlaß 10% Rabatt bei Bareinkauf vom 1. Juli bis 10. Juli (einschließlich). 54390 Lang & Wiederstein Jnh. Carl Lang Bekanntmachung. Die Lieferung von etwa 1500 Zentner süßem Wtesenheu, beste Qualität, ist zu vergeben. Die Lieferung kann geteilt werden. Bedingungen können bei der unterzeichneten Verwaltung eingefehen werden. Angebote sind verschloßen und versehen mit der Aufschrift: „Angebote für Heulieferung", bis zum 9. Juli 1926, vormittags 10 Uhr, einzureichen. 3n den Angeboten sind die Bedingungen anzuerkennen. Zuschlagsfrist 6 Tage. Gießen, den 25. Juni 1926. &”‘D Verwaltung der Veterinär-Institute. BESTE GESCHÄFTSREKLAME IST STETS EIN INSERAT IM GIESSENER ANZEIGER Bekanntmachung. Kirsch en Versteigerung der Stadt Gießen. Samstag, den 3. Juli 1926, nachmittags 2 Uhr, wird die Kirschenernte von den Bäumen auf dem Trieb in ca. 23 Losen möglichst baumweise öffentlich meistbietend versteigert. Zusammenkunft an der Volks- Halle, Kaiserallee. 54676 Gießen, den 24 Juni 1926. Der Oberbürgermeister. _______I. 03.: Dr. Rosenberg.______ Gasherde Junker & Rnb — Gaagenau in größter Auswahl Erleichterte Zahlunasbedtngungen. Aus Wunsch Ratenzahlungen. Ni Von Han Der Ewer lag ti Sie übergeschlagene über. Notflaggen kn "'ast und am Focksti . Der Wind pflüc “ieb das Fahrzeug ßr 9ab nicht mehr 'i an, die ihm die Le. abung war es dm Men. ft Schiffer am pante ohne viel ho 'n bie einförmige F y war ihm m ”n9jt Mfeits der! Wabe, wäre es fch eme5 Bruders Mte, die Arme fe e > Notflagge' Knegswinler Le Äf??a’nb» L^bchmgert w fon da ab war das ^worden Äx ®™i>PenS,Uh'm vornüber ®Qna bas^Mrsie, mal dacht^^U"g feines Qn d ein XiPr 6le hc Sturm J? L Lattvk . „ e o i n 6 flbfb b rß e r c i n fraue". [c die Pl°! gin[ei‘en;,L wöbe' tein-Si« S’“1 ßin 2Int, Stil Juf die vorgeschntt' ^Beratung der 5- $rJ SvM Si'SZ 18704,10 M- El" r traf die Gemeinde ^ Teiles der Sonderst Verordnung in Hohe auf für 1926 wie^r baute stehen m En an Ausgaben 1840 3734.38 M. Ausgal anftaltcn je 50 Ml Dafserversorgung 21 Haltung der öffentb eines Brunnens ai Jahr oorgenommen Ierwalkung stehen Ausgaben 12758 7 der Gemeindebeamte genbe Zustimmung germeistec will bei der zu erwartender machen. Für öffent gahen 3240 Ml. ein str öffentliche ®ef: 725 ML Feuerlöfch 2500 M. Schulens gaben 7220 Mk, E Mark, Friedhof: E begräbniffe), Ausga gaben 6350 Mk. 2 men 752 Mk., Au haltniffe: Ausgaben in Einnahmen und (für Losholz), 3ä( 500 Mk. Ruhegehä *, soziale Fürs Allgemeine Rneg^ Mar! Ausgaben. Mark Ausgaben. Einnahmen und A Nr. 150 Drittes Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)Mittwoch, 30. Zum 1026 Oberhssien. Landkreis Gießen. X K l e i n - L i n d e n , 29. Juni. Am Sonntagabend hielt der hiesige Frauen - und 3 u n g - frauen-Derein im Saale der Kleinkinderschule die diesjährige Schluhfeier ab. Einleikend hielt Pfarrer Ackermann eine De- grühungsrede, wobei er die großen Verdienste und die Ziele des Vereins würdigte. Unter Leitung der beider, Schwestern brachten die Jungfrauen schöne Stücke mit Mandolinen- und Gi- larrebegleitung zu Gehör xmb erfreuten die Anwesenden mit prächtigen Liedern. Zum Vesten der Kleinkinderschule, die jetzt 30 Jahre besteht, sand eine Verlosung statt. Gin Kaffeekränzchen hielt die Anwesenden lange Zeit frohgestimmt beisammen. f. K l e i n - 21 n b e n , 29. Juni. In der jüngsten öffentlichen GemeinderatSsihung stand als einziger Punkt die Beratung des Voranschlags für 1926 auf der Tagesordnung. Gin Antrag auf Aushändigung je eines Exemplarcs des Voranschlags an alle Gemeinderäte fand seitens des Bürgermeisters Ablehnung, da die Durchführung des Antrages zu viel Arbeit mache und der Antrag auch der gesetzlichen Unterlage entbehre. Mit Rücksicht auf die vorgeschrittene Jahreszeit wurde dann Die Beratung der einzelnen Positionen vorgenommen. Die rein kassenmäßige Uebernahme aus früheren Jayren beträgt 25 961 Mk.. an rückständigen und gestundeten Steuern stehen noch aus 2749,99 Mk.. Summa 28 704,10 Ml., davon find festgelegtes Betriebskapital rund 10 000 Mk., mithin gehen ins Rechnungsjahr 1926 über 18 704,10 Mk. Ein fühlbarer Ausfall für 1924 25 traf die Gemeinde durch die Rückzahlung eines Teiles der Sondersteuer aus der 3. Steuernotverordnung in Höhe von 6000 Mk., welche Summe auf für 1926 wieder in Frage kommt. Für Gebäude stehen in Einnahme 171 Mk. an Miete, an Ausgaben 1840 Mk. Grundstücke Einnahme 3734,38 Mk., Ausgaben 1400 Mk., Wag- u. Eich- anstalten je 50 Mk. Einnahmen und Ausgaben, Wasserversorgung Ausgaben 200 Mk., für Unterhaltung der öffentlichen Brunnen (der Aeubau eines Brunnens auf dem Friedhof soll dieses Jahr vorgenommen werden). Für Allgemeine Verwaltung stehen in Einnahmen 437,95 Mk., Ausgaben 12 758 Mk. Ein Antrag auf Abbau der Gemeindebeamtengehälter fand die stillschweigende Zustimmung des Gemeinderats: der Bür» aermeiftcr will bei dem endgültigen Feststehen der zu erwartenden neuen Richtlinien Vorlage machen. Für öffentliche Sicherheit sind in Ausgaben 3240 Mk. eingesetzt. Eingestellt sind ferner für öffentliche Gesundheitspflege an Ausgaben 725 Mk., Feuerlöschwesen 340 Mk., Armenpflege 2500 Mk. Schulen: Einnahmen 1330 Mk., Ausgaben 7220 Mk., Evang. Kirche: Ausgaben 543 Mark, Friedhof: Einnahmen 120 Mk. (für Erbbegräbnisse). Ausgaben 1060 Mk., Straßen: Ausgaben 6350 Mk. Landwirtschastszwecke: Einnahmen 752 Mk., Ausgaben 3184 Mk. Grenzverhältnisse: Ausgaben 1115 Mk. Ortsbürgerwesen: in Einnahmen und Ausgaben je 2394,30 Mk. (für Losholz), Bäche und Gräben: Ausgaben 500 Mk. Ruhegehälter, Witwen- und Waisen- aelter, soziale Fürsorge: Ausgaben 4041,76 Mk. Allgemeine Kriegs- und Wohlfahrtspflege: 500 Mark Ausgaben. Steuern und Abgaben: 4800 Mark Ausgaben. Kreisumlagen: je 6265 Mk. Einnahmen und Ausgaben. Sondersteuern: Einnahmen 900 Mk. Reichseinkommensteueranteile: Einnahmen 10 820 Mk. (die Herabsetzung der Gemeindeanteile wird in unserem Haushalt besonders bitter empfunden». Kreis» und Provinzial- umlagen: je 4633 Mk. Einnahmen und Ausgaben, Reservefonds: 2356,25 Mk. Ausgaben Mobiliarerneuerungsfonds : Einnahmen 121,68 Mk. Gemeindeumlagen: Einnahmen 30 000 Mk., Ausgaben 12 150 Mk. Kapitalien- und Cmeuerungs- sonds: je 312,93 Mk. Einnahmen und Ausgaben. Der Voranschlag schließt ab in Einnahmen und Ausgaben mit 30 812,10 Mk. Festzustellen ist eine Ermäßigung der Umlagen um rund 10 000 Mark gegenüber dem Vorjahre. Die an sich scheinbar niedrige Endsumme von 80 842,10 Mk. für einen Gemeindehaushalt bedeutet für die hiesigen Verhältnisse bei einer Einwohnerzahl von 2000 Seelen immerhin eine enorme Belastung der Steuerzahler, zumal unsere Gemarkung sehr klein ist und Waldbesih vollkommen fehlt. XX Heuchelheim, 29. Juni. Das Korn hat in unserer Gemarkung einen guten Stand wie nur in wenigen Jahren vorher. Auch Hafer und Gerste stehen durchschnittlich vortrefflich, selbst auf wenig gutem Boden. Die Heuernte bringt reichen Vorrat, so daß gefüllte Scheunen zu erwarten sind. t Treis a. d. L d a.. 29. Juni. Einen erhebenden Waldgottesdienst veranstaltete am Sonntag auf einem passend gelegenen, von der Oberförsterei zur Verfügung gestellten Waldstücke der hiesige über 100 Mitglieder au>s allen Ständen zählende Zweigverein des Evangelischen Bundes. Rach Gemeindegesang, Gebet und Dchriftlesung trug die 1. Schulklasse unter Lehrer Walter einen mehrstimmigen, sehr schön gesungenen Chor vor. Der Ortspfarrer hielt dann auf Grund von Eph. 5, 17 die Begrüßungsansprache, in welcher er auf den Zweck und die Grundlage dieser Feier, Gottes Wort, hinwies. Darauf folgte die markige F e strebe von Pfarrer Haupt-Gießen, des Generalsekretärs des Evang. Drmdes für Süddeutschland, der in längeren Ausführungen von der Bedeutung unb Rotwendigkeit des Evangelischen Bundes für unser deutsches Volk und die evangelische Kirche sprach und zur Treue gegen sie beide aufforderte. Seine Anregungen unterstützend folgte dann die glänzende Aufführung des Freilichtspieles „Andreas Hofer" durch einige Berufsschauspieler und einige Hilfskräfte. Die Wahl dieses Stückes ist gerade für unsere Zeit und unser Volk mit seinen vielen von fremder Knechtschaft bedrückten Brüdern sehr wichtig, lehrt as uns doch, in die Herzen dieser vom Daterlande losgerissenen Volksgenossen schauen, ihrer Leiden und Röte gedenken und sie nicht vergessen. Mit Gebet und Gemeindegesang schloß die von nab und fern zahlreich besuchte Feierstunde. • Großen-Buseck, 29. Juni. In der Orgel unserer Kirche hat ein Rotschwänzchenpaar sein Rest gebaut und füttert trotz Orgelspiel, Gesang und Predigt unbekümmert seine Jungen. Sollten die Vögelchen aus Angst vor unerzogenen Kindern, die in der jetzigen Zeit vielfach kein Vogelnest mehr sehen können, ohne es zu zerstören, hier Schuh gesucht haben? —: Beuern, 29. Juni. Bei der V e r st e i - gcrung des Heu- und Grummetgrases der Pfarrwiesen an der Bersröder Straße wurden für den Morgen minderwertiger Wiesen 18 bis 19 Mark gelöst. Die zur Versteigerung gebrachten Notflaage. Von Hans Friedrich B l u n ck. Der Ewer lag mit dem Sternen in jeder Gischt. Die übergeschlagene Ladung drückte das Schiff vornüber. Notflaggen knatterten an seinem kahlen Großmast und am Fockstumpf. Der Wind pflückte an den Leinwandfetzen und trieb das Fahrzeug störrisch auf die Elbbucht zu. Er gab nicht mehr viel drum, er legte es mit denen an, die ihm die See bestreiten. Um die lecke Steinladung war es doch in einer dieser Stunden geschehen. Der Schiffer am Steuer spürte es wohl. Er starrte ohne viel Hoffnung mit übernächtigen Augen in die einförmige Fläche. In seiner tauben Müdigkeit war ihm mitunter, als führe der Ewer längst jenseits der Wirklichkeit. Um ihn war's nicht schade, wäre es schon so weit. Leid tat's ihm um seines Bruders Weib, das vor ihm an der Luke hockte, die Arme fest um die Hölzer geschlungen. Die Notflagge hing über Hinnerk Neels. Fünf Kriegswinter hatte er verzweifelt gegen die Not über feinem Land gekämpft. Erft zum Ende, als fein Weib verhungert war, war er zusammengebrochen. Von da ab war das Leben ihm ein langsames Verdämmern geworden, das an einem dieser Tage zu Ende gehen mußte: ob jetzt, ob später, er fragte wenig danach. Der Himmel lag wie eine graue Steppe tief über’m Wasser, die Brecher, bk oor'm Wind näher tarnen, schienen aus ihm nWer zu stürzen. Mitunter sprangen ein paar helle Wege dazwischen auf, aus denen schäumende Böen übers Meer stürzten. Danach neigte sich der Ewer tiefer vornüber. . Der Schiffer fiel wieder in fieberndes Träumen, das die Erschöpfung der Nacht in ihm weckte. Einmal dachte er an die, die vor ihm kauerte. War seines Bruders Witwe, hatte in Hamburg Arbeit suchen wollen. Sie hatte die Nacht über mit ihm wie ein Tier um ihr Leben gekämpft. Jetzt, da der Sturm nachgelassen hatte, war sie zusammengebrochen. Er empfand ein tiefes Mitleiden mit ihr, wagte nicht, sie hinunter zu schicken, weil niemand wußte, wie rasch es mit dem Schiff zu-Ende gehen würde. Der halbwache Schlaf kam wieder über Neels und mit ihm eine entspannende Nachgiebigkeit. Wie eine Erlösung schien ihm, wenn seine Einsamkeit mit der Tiefe eins würde. Er fühlte keinen Zwangs zu bleiben, eine bleierne Müdigkeit dämpfte seinen Willen zu den grauen Augenblicken, die über ihn kamen, wenn er die Lider schloß. Im Westen stieg das Gewölk dunkler auf, der Himmel zerriß und zerlappte. Die Wogen brachen härter gegen das Heck: einmal leckte ein Spritzer hoch in die Notflaggen der Fock hinein. Die Frau war plötzlich aufgefahren, riß einen Augenblick verzweifelt an den Stricken, mit denen sie sich angebunden hatte, und begriff bann, wo sie war. Mühselig mit halb erstorbenen Gliedern, löste sie sich, richtete sich hoch und stierte über die graue Wüste, auf der kein Segel sichtbar war. Ihr Blick blieb fragend auf Hinnerk Neels haften. Der sah an ihr vorbei, sie störte ihn in seinen dämmernden Gedanken. Da kroch sie langsam an der Luke entlang zu ihm ans Steuer. „Wie weit ist es?" fragte sie. Er nickte nach vorn, der Bug tauchte tiefer, warf im Aufspringen einen hohen Gischtflug übers Deck und rollte wieder in die nächste Woge hinein. Einmal schien es, als wollte eine Ohnmacht über die Frau kommen. Aber ehe der Schiffer zupackte, hatte sie selbst ein schlingerndes Tau ergriffen und um sich geschlungen. Ihr Lebenswille rührte Neels. Er wußte, die, die zu ihm kam, kämpfte gegen das Unvermeidliche, störte ihn, der in dämmernder Müdigkeit auf das Schicksal wartete. „Hilst uns nichts," dachte er dann und biß die Zähne zusammen, „es geht aufs Ende." Aber das Weib ward wacher und das Entsetzen mit ihr. Hilfesuchend starrte sie in die Weite. Ihre Kraft schien mit der Furcht zu wachsen, ihre Augen klüf- teten durch die tiefhängenden Wolken, bohrten in die verhängten Weiten. Wiesen, rund vier Morgen, brachten zusammen 76 Mk. ein. Die „Wehrwiese", vor dcr Neumühle am Krebsbach gelegen, total versumpft und Der« säuert, erzielte den Preis von 5 Mk. t. Grünberg, 29. Juni. Unsere Turnhalle, die vor etwa 30 Jahren erbaut wurde, hat sich als zu klein erwiesen. Sie war ursprünglich zur Ausnahme bis zu 500 Personen berechnet. Die Inanspruchnahme zu allen größeren Festlichkeiten hat ergeben, daß sie den Anforderungen der heutigen Zeit nicht mehr genügt. Es ist deshalb vorgesehen, sie nach Westen hin zu erweitern. Vor einigen Wochen wurde bereits das Gelände, ein dem Druckereibesitzer Robert gehöriger Garten, durch Kauf erworben. Durch diesen Garten wird nicht nur die Möglichkeit für einen Anbau geschaffen, auch der Spielplatz wird dadurch wesentlich vergrößert. t Grünberg, 29. Juni. Der Gemeinde- r a t faßte in seiner gestrigen Sitzung u. a. folgende Beschlüsse: Lieber ein Gesuch Liebmann betr. Errichtung eines S t a u b a s s i n s an der oberen Eschersbach zwecks Eis - gewinnung in den Wintermonaten soll nach einer Geländebesichtigung und einem Gutachten der Geländekominission entschieden toerben — Der südliche Giebel des Rathauses ist sehr reparaturbedürftig. Die Arbeiten will man sofort ausschreiben. — Zwei Gesuchen an die Stadt, für einige Wohnungsbauten d i e Hypothekenbürgschaft zu übernehmen, soll entsprochen werden. — Die Bauunternehmer Jäger und Bock ersuchen um die Erlaubnis zum Drechen von Bau st einen in städtischen Brüchen. Die Angelegenheit soll zur Beschlußfassung kommen, wenn über die Bedingungen eine Einigung erzielt ist. — Dem Bauunternehmer Dock wird der einzige noch vorhandene Dau platz in der Garten st raHe zwecks Errichtung eines Doppel-Familienhauses zum Preise von 1,20 Mk. je Quadratmeter überlassen. Der Dau muh bis zum 1. September in Angriff genommen werden. Die von der Stadt im vorigen Jahre gebrannten Feldsteine, etwa 100 000 Stück, stehen ihm für den Marktpreis zur Verfügung. — Im übrigen beschäftigte man sich mit kleineren Vorlagen. bs. Bellersheim, 29. Juni. Wohl noch nie Hot unser Dorf eine so große Zahl Festgäste in seinen Mauern willkommen geheißen, als zum Sängerfeste unseres Gesangvereins „G e r m n n i a" am Sonntag. Da Feste in unserem Dorfe etwas Seltenes sind — vor 25 Jahren beging der festgebende Verein sein silbernes Jubiläum, und das war die letzte Festlichkeit hierorts — prangten die Häuser in herrlichem Festschmuck. Viele Hofreiten hatten schon in den Wachen vorher einen frischen Aufputz erhalten. Eingeleitet wurde die 5 0jährige Jubiläumsfeier, mit der auch ein Wertungssingen des Wetterauer Sängerbundes verbunden war, am Samstagabend durch eine würdig gehaltene Gedächtnisfeier am Ehrenmal der im Weltkrieg Gefallenen. Der Sonntagmorgen ließ m der Festhalle die 15 Bundesvereine sich im friedlichen Liederstreite messen, wobei als Sachverständige Musiklehrer Samper von Darmstadt und Komponist D a a b » Offenbach a. M. tätig waren. Es verdient hervargehoben zu werden, daß durchweg gute Leistungen geboten wurden, ja einzelne Vereine boten in Auffassung und Ausarbeitung Vorzügliches, was auch die beiden Werter in der nachfolgenden mündlichen Kritik anerkennend heroorhoben. Es zeigte sich, daß auch kleine Landvereine unter tüchtiger Leitung Sie war zu ihm gekrochen. Hinnerk Neels fühlte, wie sie sich gegen ihn stemmte, er sah ihre Verzweiflung, die über die See nach Hilfe schrie. Etwas wühlte in ihm, vielleicht war's die Nacht, die sie für einander gekämpft hatten. Der Schiffer sah dumpf vor sich hin. Die Frau reckte sich, als wollte sie ihm helfen, das Ruder zu halten. Es hilft uns ja nichts, dachte er wieder. Wußte sie nicht, daß es zu Ende ging? Er sah die Sturmböen im Rücken näher kommen, wie dunkle Tücher schleppten die Regen hinter ihnen her. Kälte trieb voran, er fühlte sie schüttelnd in seinem Rücken stehen. Neels wußte, irgendwann, in Augenblicken oder nach einer Weile, mußten die Brecher das Schiff querwerfen und die Luken vollschlagen. Er hielt das Ruder in der erstarrten Faust, suchte an sein Weib zu denken, das auf ihn wartete. Langsam spürte er, wie die Erschöpfung als Dämmerung, die er nicht mehr durchdringen konnte, sich wieder um ihn wand. Einmal fuhr er auf. Die Frau hatte das Holz in feiner Hand gesehen, schrie ihn an, er verstand es nicht. Da mies sie rückwärts. In den Böen querab stand gespenstisch ein grauer Leib, eine blasse Masse von Segeln, die oben in den Regen tauchte. Der Schiffer sah stumpf, ungläubig hinüber, wollte etwas sagen und taumelte. Der Regen war rasch, deckte wieder alles ein. Aber das Weib packte und schüttelte ihn und gab nicht nach, ihre Finger krallten sich in seine Schultern, schrill schrie sie ihn an. Der Schiffer sah noch einmal ungläubig hinüber, der Fremde kam wieder als grauer Schatten. Da verstand der Schiffer, daß es Wirklichkeit wurde. Er blickte die Frau erstaunt an, als käme das Unbegreifliche von ihr, und sah, daß der große Segler rascher zu fahren schien als die dunklen Sturmwolken, die noch im Westen umeinander kreisten. Er kämpfte um die Betäubung um sich her, wollte überlegen, aber seine Knie schwankten. Da knotete das Weib schon die Stricke auf, die ihn hielten, stieß ihn, schrie, wies zum Notsegel und packte das Ruder mit beiden Händen. Er begriff, was sie von ihm wollte, fühlte, wie fein Kopf kreiste, und kroch doch Formvollendetes zu leisten vermögen, und daß fast überall die Schwierigkeiten der Aussprache und der Tonbildung überwunden sind. Um 1.30 Uhr ging in landgerechter Ausmachung der F e st z u g vor sich, mit anschließender Begrünung durch den Vereins- vorsitzenden Weber, Festrede des Geistlichen Göhring und Ueberreichung einer von den Frauen und Jungfrauen gestifteten Fahnenschieise durch Frl. Scheid. Der Vorsitzende des Wetterauer Sängerbundes, Lehrer Schenk von Melbach, verlieh im Auftrage des Hessischen Sängerbundes Gründungsurkunden an solche Sänger, die 40 und mehr Jahre ihre Krasl in den Dienst des Liedes gestellt hatten, und mahnte zur eifrigen Pflege des deutschen Liedes, als köstlichster Perle im Kranze des deutschen Volkstums. Auch die anschließenden Gesangsvorträge der 16 Gast vereine aus näherer und weiterer Umgebung ließen bartun, daß in unserer Gegend das deutsche Lied eine eifrige Pflegestätte gefunden hat. Als Neues für ländliche Feste wurde nach Eintritt der Dunkelheit ein Feuerwerk abgebrannt. ld. Aus dem Riddatal, 29. Juni. Die zahlreichen R e g e n f ä 11 e dieses Sommers beginnen bereits wachstumshemmend auf d e Pflanzen einzuwirken. So kann man auf Aeckern, die infolge der häufigen Riederfchläge einen zu hohen Grundwasserstand und nur langsamen Abfluß haben, einen Stillstand oder gar einen Rückgang in der Entwicklung der Kart offelpflanzen b.obachten. Streik Friedberg t). Wölfersheim, 29. Juni. Im G e m e Inder a t hat man, um der wieder beginnenden W a s s e r n o t endgültig zu steuern, den Plan gefaßt, den sog. „Aemetzbrunnen" zu fassen und am Kuhweg in die Ortsleitung zu führen. Das Kulturbauamt soll um Ausarbeitung eines Kostenvoranschlags ersucht werden. Der Wasserzins für Personen und Vieh wurde in derselben Höhe festgesetzt wie im Vorjahre. — Die Stunden- gebühr der Feldgeschworenen war kürz, lich von 30 auf 50 Pst erhöht worden. Ein erneutes Gesuch forderte 80 Pf.; mit knapper Stimmenmehr, heit wurden 60 Pf. bewilligt. — Im Anschluß an die Meldung des „Gieß. Anz,", daß der selten ge* wordene Kiebitz sich noch bei Ulrichstein und Oberseemen vorfindet, ist von hier mitzuteilen, daß dieser beschopfte, scheue Sumpfvogel in ziemlich großer Anzahl auch no chauf den abgelegenen Grubenteichen zwischen hier und Echzell vor- kommt, wo er in Gesellschaft von Wildenten und Wasser- und Bläßhühnern fein Standquartier auf. geschlagen hat und durch feine tollen Flugbewegun- gen die Aufmerksamkeit der Feldarbeiter erregt. Kreis Büdingen. )( Ortenberg, 29. Juni. Bei der Heugrasversteigerung der Fürstlich-Sto'.berg- scheu Verwaltung wurden bei großer Beteiligung hohe Preise erzielt. Es wurden für den Morgen 25 bis 60 Mark je nach Lage, Güte und Menge bezahlt. Da bei einem Teil der städtischen Wiesen, den sog. Aehwiesen, zu niedrige Gebote erfolgt waren, kamen diese nochmals mit besseren Preisen zum Ausgebot. — Ein so schiech- tes Obstjahr wie Heuer haben wir schon lange nicht mehr erlebt. Hier und da gibt es etwas Birnen, dagegen versagt das Steinobst, sowohl wie die Aepfel in diesem Jahr vollkommen. Der Grund für diese Mißernte liegt in verschiedener» Llmständen. Einmal hat eine sehr kalte Mainacht, in der der Kältemesser aus — 6 Grad fiel, viel Blüten bzw. Fruchtansätze über die Luke, glaubte, jeden Augenblick müsse ihn ein Brecher über Bord spülen. Aber während er das Segel packte, der Besam zu schlingern begann und mit den gelösten Tauen die Leinwand von oben stürzte, war es, als zwänge ein fremder Befehl ihn körperlich, als bewegte er sich für das Weib, mit der Kraft der Fäuste, mit der sie ihn geweckt hatte. Das Schiff begann hilfloser zu treiben, Neels blickte zum Steuer zurück, hörte die Schreie und Ruse der Frau, er sah, wie der fremde, graue Rumpf ihnen nahe war, sah, wie er unklar wurde, und dann nach einer Weile, wie ein tanzeirdes Book auf den Gischtköpfen stand. Da kam es auch über ihn, daß das Leben noch einmal in ihm aufjieberte, er arbeitete sich mit stoßender Brust zurück, schlang die Stricke um und wartete Körper an Körper mit dem Weib auf das dunkle Boot, das sich näher und näher arbeitete. Und während er sich gegen sie lehnte, spürte er dumpf, wie ein Treiven nach Leden von ihr ausströmte. Der Ewer stampfte und schlingerte unter den Brechern, das Deck tauchte schräg vornüber, hob sich und sog sich wieder voll in der brechenden Gischt. Es kann jeden Augenblick auch sein, dachte Hinnerk Dleels noch einmal, aber er fühlte, wie die Angst von ber anderen zu ihm kroch, die Angst um ihrer beider Leben. Ein Tau flog herüber, Schreie tarnen mit der Gischt. Er lockerte die Stricke, begann zurück zu schreien, und bann, einen Augenblick, stieß der Wille zu Leben gewaltsam in ihm hoch. Wie ein Baum reckte sich der Schiffer, faßte den Leib der Frau und warf sich, als das Boot mit einer Welle längsfeit kam, mit einem gewaltigen Satz drüben unter die Ruderer. Er schlug schwer auf, hob sich wieder: ihm war, als müss er zurück, als sei er nur aufgelebt, um die zu retten, die das Schiff gerufen hatte. Aber er fühlte, daß ihre Arme sich fest um ihn klammerten, er sah, wie Wogen und Gischt drüben um den sinkenden Ewer brandeten. Unb er fühlte ein neues, bämmernbes Bewußtsein in sich unb stöhnte tief unb glücklich bem Leden entgegen. zerstört, dann dauerte die Apselblüte infolge des ungünstigen Wetters zu lange, infolgedessen konnte der Apfelblütenstecher, der in großen Mengen austrat, große Verheerungen anrichten. Diele Bäume leiden außerdem noch unter den Folgen des vorletzten sehr kalten Winters. Schädlinge aller Art vernichteten den letzten gebliebenen Rest. Eine energische Schädlingsbekämpfung muß in den nächsten Jahren einsetzen, wenn der Obstbau hier nicht dauernden Schaden leiden soll. Die schlechte Obsternte bedeutet für die Gemeinde, die Fürstlich« Verwaltung mit ihren großen Obstplantagen und viele Obstbaumbesiher einen großen Verlust. — Der K i rch e n g e s a n g ve r - e i n unternahm am Sonntag einen Ausflug nach Hirzenhain. Aach zweistündigem Wandern durch den schönen Wald kehrte man im Gasthaus Jungmann ein. Dabei wurde u. a. die schöne Hirzenhainer Kirche eingehend besichtigt und das Paul Gerhardtsche »Geh aus mein Herz und suche Freud" in der Vertonung von Pfarrer Stumpf- Eschenrod vorgetragen. Dec Verein ist gegenwärtig mit der Einübung eines größeren Wertes von Felix Mendelssohn beschäftigt: er beabsichtigt, im Herbst ein Kirchenkonzert zu geben. nd. Nidda, 28. Juni. Gestern feierten hier die S e ch z i g j ä h r i g e n , die vor 46 Jahren in der hiesigen Kirche von Pfarrer Eckstein konfirmiert worden waren, eine Erinnerung an ihre Konfirmation. Von 56 ehemaligen Konfirmanden des Kirchspiels Nidda waren 43 erschienen. Die übrigen sind zum größten Teil bereits verstorben. Ein Teilnehmer war kürzlich aus A m e - r i k a hierher zu Besuch gekommen. Die Altersgenossen besuchten gemeinsam den Gottes- d i e n st, in dem Pfarrer Köhler eine gedankenreiche Ansprache an die Jubilare richtete. Der Mädchenchor des Evana. Frauenvereins ehrte die Gäste durch zwei geistliche Lieder. Ein gemeinsames Mittagessen und geselliges Zusammensein im Gasthaus „Zur Krone" hielt die Feiernden in bester Stimmung vereinigt, bis die Auswärtigen mit den Abcndzügen wieder in ihre Wohnplätze zurückkehren mußten. — Neubauten find in diesem Jahre hier bis jetzt noch nicht begonnen worden. Infolgedessen gehen die Zimmergeschäfte nicht so rege wie im vorigen Jahre, so daß schon Arbeiter entlassen wurden. Dagegen blühen wie noch nie die Weißbindergeschäfte, weil zu dem demnächstigen großen Turnfest sehr viele Häuser neu verputzt werden. Wirtschaft. Die Lage auf dem Kohlen- und Eisenmarkt. (Bon unserem Essener Mitarbeiter.) Auf dem Kohlenmarkte muß man unterscheiden zwischen dem Inland- und dem Ausland- absatz. Der Jnlandabsatz ist nach wie vor schlecht. Er hat sich im Juni gegenüber dem Mai sogar noch weiter (um 10 bis 12 Proz.) verschlechtert. Auch die Sommerrabatte haben eine Besserung nicht herbeiführen können. Die Aufnahmefähigkeit des industriellen Marktes — Hausbrandabsatz kommt kaum noch in Betracht — ist immer noch zu gering. Das für die Kohle Gesagte gilt in noch gesteigertem Maße für den Koks. Hier wirkt sich besonders der schlechte Beschäftigungsgang in der Großeisenindustrie aus. Wegen des schlechten Absatzes haben auch die Lagerbestände an Koks eine weitere Zunahme erfahren. Mitte Juni betrugen die Haldenbestände an Koks rund 3,5 Millionen . Tonnen. Der A u s l a n d a b s a tz hat sich dagegen infolge der Auswirkungen des englischen Streiks l weiter gebessert. Es ist dem Kohlensyndikat gelungen, größere Abschlüsse zu erzielen nach den nor- 5" di-chen Staaten, nach Holland, in die Schweiz, vor allem aber auch nach Frankreich und Belgien: nach * England selbst sind beträchtlichere Mengen Kohle bisher nicht zur Verladung gelangt: dagegen haben in die sog. umstrittenen Gebiete (vor allem nach Süddeutschland und an die Küste, wo früher die englische Kohle dominierte) die Lieferungen an Ruhrkohle eine Zunahme erfahren. Langfristige Abschlüsse sind zwar vielfach auch getätigt worden, aber - nicht in dem Ausmaß, wie oft vermutet wird. Von dem gesteigerten Absatz haben in erster Linie die Fettkohlenzechen Nutzen ziehen können: allmählich fangen aber auch an die Magerkohlenzechen besseren Absatz zu bekommen; Koks ist dagegen in das Ausland bisher fast kaum verkauft worden. Infolge des besseren Absatzes hat die tägliche Förderung eine Erhöhung erfahren; Feierschichten brauchen kaum noch eingelegt zu werden. Außerdem war es möglich, die Haldenbestände an Kohle etwas zu verrringern. Man kann rechnen, daß in den letzten 5 bis 6 Wochen ungefähr 600 000 Tonnen Kohle von der Halde verkauft werden konnten. Diese Zahl verliert jedoch an Gewicht, wenn man bedenkt, daß immer noch über 8 Millionen Tonnen Brennstoffe lalso ungefähr eine Monatssörderung) auf Halde liegen. Die bessere Kohlenlage ist also nur als Folge des englischen Streiks anzusprechen: eine Rückwirkung besserer wirtschaftlicher Verhältnisse ist sie nicht. In der E i s e n i n d u st r i e läßt die Beschäfti- gnng sehr viel g u wünschen übrig; man kann ohne Uebertreibung sagen, daß der Eisenmarkt stagniert. Die Aufnahmefähigkeit der weiterverarbeitenden Industrie ist sehr gering. Alle Händler und Verbraucher legen sich die größte Zurückhaltung auf; sie versuchen so lange wie möglich mit ihren Beständen auszukommen. Die Werke sind deshalb md)t in der Lage, ihre Anlagen voll ausnutzen zu können; sie muffen im Gegenteil nach wie vor mit weitgehenden Einschränkungen arbeiten. Besonders schlecht liegen die Verhältnisse auf dem Stabeisenmarkt, der nach wie vor sehr unter dem Frankendumping leidet. Etwas besser ist wegen der Bausaison die Beschäftigung in Formei sen; es fehlen hier allerdings sehr die langsristigen Abschlüsse. In Universaleisen haben sich wesentliche Aenderungen nicht ergeben; dagegen ist eine Verschlechterung zu verzeichnen in Bandeisen. In Eisenbahnmaterial neigt die Tendenz nach unten, da die Reichsbahn in der Erteilung von Aufträgen nach wie vor sehr zurückhaltend ist. Besonders schlimm ist die Lage auf dem Dlechmarkt, und zwar vornehmlich für Mittel- und Feinbleche. Im Röhrengeschüft sind Aenderungen nicht zu verzeichnen. Infolge der Mehrerzeugung in Frankfurter Börse. Frankfurt, 30. 3unt. Tendenz: Hausse. — Die Aktienhausse an der Börse nimmt un- geh emmt ihren Fortgang. Durch den glatten Verlauf des Ultimo angeregt, konnte die Spekulation in größerem Umfange disponieren, was sich in weiteren Rückkäufen auswirkte und wodurch die aufwärts st redende Tendenz schärfere Formen annghm. Reden zahlreichen Auslandkaufaufträgen war auch das Publikum wieder stärier am Markte vertreten, so daß eine große Umsatz- tätig k e i t zu beobachten war, die einen ungewöhnlichen Umfang annahm. Eine Sonderstellung nahmen wieder J.G. Farben ein, die infolge großer Auslandkäufe und des Treibens der Spekulation sprunghaft bis auf 260 Prozent anzogen, dann aber auf ungefähr 257 Prozent nachgaben. Von sonstigen Chemiewerten hatten sogar Holzverkohlung, die letzhin vernachlässigt lagen, einen Gewinn von 3 Proz. zu verzeichnen. Scheideanstalt plus 4 Proz. Auch für Montanwerte erhielt sich starkes Interesse bei beträchtlichen Kursgewinnen. M " inner plus 4 Proz., Buderus plus 5,5 Proz., H- jener plus 5 Proz., Kali Westeregeln plus 3 Prozent, Rheinstahl plus 5 Proz., Rheinische Braunkohlen plus 1,5 Proz. Riebeck-Montan zeichneten sich Lurch den größten Sprung von 13 Proz. aus. Elektroaktien lagen ruhig, doch kamen diese Werte später etwas lebhafter ins Geschäft. AEG. plus 2,25 Proz. Für Bankaktien waren die Steigerungen ebenfalls ziemlich beträchtlich. Darmstädter plus 2,5 Proz. Deutsche Bank plus 5,8 Proz. Disconto plus 3,5 Proz., Dresdner plus 1 Proz., Metallbank plus 3 Proz., Reichsbank plus 2 Proz. Schiffahrtsaktien blieben im Hintergründe und hielten sich auf dem gestrigen Abendstande. Sehr fest lagen Motoren- und Maschinen - Aktien, besonders Daimler waren infolge der zustandegekommenen Fusion mit Benz um 5 Prozent gesteigert. Auch Zell- stoffaktien tendierten sehr fest. Aschaffenburger plus 5 Proz., Zellstoff Waldhof plus 4 Proz. Zuckeraktien waren kaum verändert. Die übrigen Werte des Einheitsmarktes zeigten aufwärtsstrebende Tendenz. Deutsche Anleihen lagen befestigt. Ausländische 2t e n t e n ruhig. Der Freiverkehr war still. Beckerstahl 22, Benz 73, Brown-Doveri 125, Entreprise 7,5, Growag 60, Krügershall 118, 21fa 37, ilfra 85.5 Proz. Der weitere Verlauf brachte noch eine Ausdehnung der Festigkeit der Kurse und des Geschäftes. Am Geldmarkt hielt die Anspannung an, die Zinssätze dürften weiter nach oben gehen. Tagesgeld 5Vs bis 6. Monatsgeld 5Vt bis 63/4 Proz., je Adresse, Privatdiskonten 4l/2. Industrie-Akzepte 5'/< Proz. 3m Devisenverkehr nimmt der französische Franken erneut eine stark rückläufige Bewegung an. Brüssel war gegen London ebenfalls schwächer mit 173,50. Börsenkurse. 0.428 0.43 0,36 96,5 12,9 7,6 7,6 147' 92 257,5' 114 126’ 49 136 85,75 161 165 73 Ultimo 151* 95 150,1" 145,2' 155.5 62,4 162* 145’ 173.5* 157' 150’ 120 173,7" 121,2" 165" 150' 178" 125’ 172* 155,5" 148' 154.5 147,2' 80,25 81 75,5 84 245’ 89,25 113,75 120.9’ 169.5’ 75,25 75,5 12.75 50,5 172 120.5’ 165' 150,2* 84,25 142,5* 113 122* 7,5 als ge- 144' 165, r 153,5* 163 12,62 52 148’ 164.6* 150’ 151* 163,5* 50 256’ 93 56.25 112 154 144,2* 142* 82,5 80’ 140' 156,5* 141.4’ 147* 158.75 43 67’ 119.7* 136' 136 142,2’ 116,5* 7,5 122* 147* 149,5 0,38 0.55 0,254 0,4 0,4 15 40 133,9 85,75 53 3,12 155 63) 72,5 245' 91,9 53.5 109,5 148 139.5* 126.75 98 122* 171,25 ; 76,5 74.75 25 42 138.7' 125' 122,5' 146,7' 0,435 0,407 0 405 0,54 0,400 0.43 0,4007 0.4 0.54 0,245 0,4602 144,5* 127,6* 127’ 176,5* 80,5 80 144’ 81 76 141* 157* 143,5* 147,8* 158.25 43 66' 118 5* 137,5" 134,75 75 151,5 145- 47.5 i 103,5 76,5 : Berliner Börse. Berlin, 30. Juni. Nachdem der überwunden gilt und keinerlei Schwierigkeiten zeitigt hat, traten die Hausse-Momente heute wieder mit voller Wucht in Geltung. Es lagen sowohl aus dem A u s l a n d e , wie aus der Provinz Kaufaufträge vor, von denen die A u s - landorders mit der erneuten ft arten Frankenbaifse in Verbindung gebracht werden. Die Spekulation engagierte sich erneut in erheblichem Maße. In den Werten der Vereinigten Stahlwerke-A.-G. erfolgten teilweise Gewinnmitnahmen, so daß die Kursbesserungen hier nicht das Ausmaß erreichten wie auf den sonstigen Märkten. Eine Ausnahme bildeten R h e i n st a h l, die in Verbindung mit der neuen Hausse in I. G. Far - b e n in großen Posten aus dem Markte genommen wurden und 7i Prozent gewannen. Obersch lest s ch e Werte waren m Verbindung mit der Hausse in Linke-Hoffmann-Werken stark gesucht und höher, letztere zogen um 4 Prozent an. Auch Braunkohlen, Sprengstoffaktien uno Elektrowerte blieben stark gesucht bei teilweise erheblichen Kursaoancen. I. G. Farbenaktien fliegen sprunghaft bis auf 257 Prozent. Für E 1 ek - 5"/., Deutsche Ncichsanleide 4% Deutsche RctchSanlcihe S'/j’/n Deutsche Ncichoanlcihe 3% Deutsche Reichsanlcibe Deutsche Svarprainicnanleide 4% Preußische Koniols ■ • ■ 4°o Hessen 3‘/i% tzen'en 3% Heilen Deutsche Wertd. Dollar-An 1. dto Doll.-SLav-Antreilua-’l 4°/0 Bonturf en 5% Äoldmerikaner - - - • Berliner Handelsgesellschaft Lonunerz. and Prwat-Btuik lainnt. und 'Jlaüonalbanl Deutsche Bank .... Deutsche Vcrcinsbank ■ . . Disconto Lommandil Metallbank. ..... Mitteldeutsche Kreditbank. Ocsterreichilche Kreditanstalt Weltbank ...... Bochumer Gutz ...... Buderus Caro Deutsch-Luxemburg .... Gelsenkirchener Bergwerke. Harpencr Bergbau . - Kaliwerke Aschersleben. . . Kaliwerk Westeregeln.... Laurabutte - ..... Dbetbebarf Phönix Bergbau ..... Rycimtabk........ « Nicbeck Montan ...... Tellus Bergbau. ..... Hamburg-Amerika Paket. . Norddeutscher Lkovd . . Theramlsche Werke Albtn . Zementwerk Heidelberg . . Pbilipv Holzmann .... Anglo-Cont.-Guano .... Chemische Mayer Alapin . g. G Farbeninduslric, A.-G Koldschmidt Holzverkohlung Rütgerswerkc Scheideanstalt Allg. ElektrUttätS-Gesellscha Bergmann Mamkraftwerk« . . Schlicken.......... Siemens * Halske .... Adlcrwerkc Kleyer .... Daimler Motoren. ..... Heyligenstaedt..... Megutn .... Motorenwerke Mannheim Frankfurter Armaturen . Konservenfabrik Drann . . Melallgescll'chaft ffrauffurt Bel. Union A.-G. .... Schuhlabrik Herz . ... Zellstoff Waldhos Zuckerfabrik Frankenthal . Zuckerfabrik Waabäulel . . Frankfurt a.M. Berlin 5......... I IIIMIB III , I, ixWäsche-Er - Gardinen = zu wesentlich ermäßigten, billigen Preisen, der heutigen Wirtschaftslage entsprechend reduziert! = Leibwäsche: D.-Hemdhosen, Windelf., schöne fein- Q RA tädige Ware, m. Stick, u. Hohls., Jt 4.50, Wo «V D.-Taghemden. mit Träg oder ange- «g TSR schnitt.Achsel,m.Hohls.odStick.,^62.50, » w Damen-Hemden,mitTräg.od Achseln •> ftA mit Einsatz, Stick, u. 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