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Ur. M Erstes Blatt
176. Jahrgang
ßrettag, 30. April 1926
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberheffen
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. Annahme des Duell- gesetzes im Reichstag.
Berlin. 29 April (DDZ.) Auf der Tages- ettmung steht die 2 Beratung des Gesetzentwurfes über die Bestrafung von Duell vergehen.
Der RechtsauSschuß hat der Regie- eungSvorlage zugestimmt, wonach bei Duellvergehen neben den bisherigen Strafen auf Verlust der bekleideten öffentlichen 2emter und bei Soldaten auf Losung des AenstverhältnifseS ertarmt werden kann, in besonders schweren Füllen erkannt werden muh.
Abg. Lands berg (6.) weist darauf hin. »ift ein« grobe ReichStaaSmehrhrit brichlofjen h ibe. daß bei Duelloergehen von Militär- V'ersonen auf Dienstentlassung erZannt werden Miß. Die Verkündung des Gesetzes wurde auö- zasetzt. weil nach einer Reichstagsoesolulion die gleiche Bestimmung auch für die übrigen 5-taatS diener einaesührt tverden sollte. Run hebe aber die Mehrheit im Ausschuh umgekehrt btz jetzt von ihr beschlossene mildere Fassung euch auf daS Militärstrasrecht angewandt. Das >eß ein Sieg der Du-rllanhünger. Don den Stu- tentenkorps werde öffentlich g>:gen den früheren TieichStagSbeschluh eine ganz unangemessene Propaganda getrieben. 3n England sind keine Duelle r.ehr. seitdem ein Durlloergehen mit Dienstent- .ossung bestraft wird. Der Reichstag dürfe Ich in feinen Beschlüßen nicht dadurch beeinflussen lassen, daß der Reichskanzler und der Reichspräsi- kut für den Fall ter Aufrechterhaltung des ur- Iprünglichen Brsch-.usses mit der Amtsnieterlo- ?ung gedroht haben soll.
2lbg. Graf Mernveldt (Dtschn.) gibt für ie Deutschna'.ionalen die Erklärung ab, daß sie «m Gesetzentwurf zu st im in en würden, weil er
eine wcsenlttch- Derbesserung gegenüber dem arfprünglichen Reichswgoteschluß zum 2RI(ltär- strafrecht darstelle.
2lbg. v. Guerard (Zentr.): Der in ber peKierungsvorlaLen enthaltenen Milderung steht Ws Zentrum nicht ohne Bedenken gegenüber, !«ber es wird ihm z u st i m m e n, um einer sonst vüberwindbaren politifd;en Schwierigkeit Rechnung zu tragen.
2ldg. Dr. Scholz (Disch. Dp.): Die DolkS- iktei habe den ReichS'agsb chluh zum Militär- ralrecht a!3 ein Ausnahmerecht bedauert, ^gegenüber sei die jetzige Vorlage ein Fort- fritt, und die DolkSpartei werde ihm zu- ft m m en.
Olbg. Dr. SjaaS (Dem.): Die demokratische fraltion werde der Vorlage nur zu st im men, ml sie in der jetzigen schweren Zeit wegen dieser v.rtzältnismäßig untergeordneten Frage nicht eine tiicre Krise entstehen lasten woll-v
Abg. Dr. Pfleger (Datzr. Dp.) erklärt, die Lialiwn werde der Vorlage nur zuslimmen in rr Erwartung, dah die Gerichte den Begriff ber »besonders schweren Fälle", in denen
Dienstentlassung erkannt werden muh, nicht t- streng achten.
2Tbg. Dr. Rosenberg (Komm.) bekämpft r Vorlage. ES fei bezeichnend, dah der Reichs- Resident sein Beto zum ersten Male anwcnde l-nunften des Lieberrestes eines alten Systems.
Reichsjustizminister Dr. Marx legt Ver- tafrrung ein gegen die Angriffe des Vorredners k !-2n den Reichspräsidenten. Der Reichs Präsident hib« aus Pflichtgemäßen Er'wägun - 11 n u n ö au« verfafsungsrechtlichen 2c ö #n fen die Anterichrist verweigert. Das Iksamte ReichSkabinett übernehme da- fr Jfe Verantwortung.
, Damit schließt die Aussprache.
8^e Vorlage wird in rllen drei Lesungen gegen n Stimmen der Sozialdemokraken, Kommunisten W vkMschen angenommen.
■ Die I. Beratung ^es Gesetzentwurfs über « Dürften en teig »Rung wird daraus fort-
Mg. Sänger (Soz.): Der Innenminister ^“*8 sei kein geeigneter Ratgeber für die L-urldemokraten. Heute sind die Herren von kto^Cn>CT ORonarchisten. 3n der ersten Zeit der Revolution waren sie es nicht. Selbst * ^nattonale Zeitungen hätten zugeaeben, daß
Reich an der Llnfähigkeit der" Monarchen ^wmde gegangen sei. Das Volk selbst habe sich gehoben. Der Redner übt fd)arfe Kritik J aS ■ J!" ^C,r n ^Cllten Randbemerkungen größten Se-tmv'Worte gegen das deutsche Volk «rn zu Beginn der GtatSberatung im Landtag schlossen die Reden der Opposittonsführer sehr eindrucksvoll mit einem Hinweis auf die Rotwendigkeit, den Dolkswillen richtiger zur Geltung kommen zu lassen, als dies im Landtag in seiner gegenwärttgen Zusammensetzung geschieht.
Der Verlauf der Verhandlungen im Landtag hat nur zu deutlich gezeigt, daß die Koalitionsparteien nicht gewillt finb, grundlegende Aende- rungen in ihrer Wirtschafts- und Steuerpolitik vorzunchmen und so bleibt als ultima ratio, als letztes Mittel, nur die Landtagsauslöfung übrig. Die einzige parlamentarische Möglichkeit, wodurch diese erreicht werden kann, ist ein Volksentscheid. Die Einleitung eines solchen Verfahrens bedarf allerdings besondeier Vorbereitungen durch die Parteien, die den Antrag fteilen. Das ist von ihren Gegnern nicht berücksichtigt worden, und so glauben sie, weil einige Zeit inzwischen verstrichen ist, die Ankündigung eines Volksbegehrens sei nur ein Schreckschuß gewesen. Daß dem nicht so ist, lehrt der Beschluß der LandeS- auSschüsse der Opposittonsparteien, das DolkS- begehren mit dem Ziel der Landtagsauflösung her beiz ufühven. Es lehrt dies auch der gleiche Beschluß, den jetzt die Parteivorsitzenden und die Landtagsfrakttonen der Deutschen DolkSpartei, der Deutschnationalen DolkSpartei und des Hess. Landbundes gefaßt haben. Damit ist ein bedeutsamer Schritt vorwärts getan auf dem Wege zum Volksbegehren, es wird mm das angetonMgte Verfahren unmittelbar ein geleitet werden können.
Die Einmütigkeit der Parteien und chrer Entschließungen kommt vor allem in der Tatsache ; um Ausdruck, dah sie einen gemeinsamen Wahlvorschlag aufgestellt haben. Es ist d:eS auch auS prattischen Gesichtspunkten heraus criolgt, als Lehre aus den letzten Landtags- i chlen, bei denen viele Reststimmen für die Oppositionsparteien verloren gegangen sind. Schon bald nach diesen Wahlen, da es galt, den Reichspräsidenten zu wählen, schlossen sich die Rechtsparteien zu einem Ordnungsblock zusammen, der den Wahlkampf durch eine gemeinsame Organisation leitete. Auch der kommende Wahlkampf und die erforderlichen Vorarbeiten für das Volksbegehren und die Volksabstimmung werden von einer besonderen Organisation, dem „Hessischen Wirtschafts- und Ordnung s bl o ck" durchgeführt. Hierin sind die wirtschaftlichen Organisationen in Hessen und die politischen Parteien vereinigt, die eine Aen- berung der gegenwärtigen unhaltbaren Steuer- und Finanzpolitik erstreben. Die ülnzusriedenheit damit im Lande, wie sie sich in den zahlreichen Protestversammlungen in den drei Provinzen äußert, geht bekanntlich in erster Linie von den Organisattonen der Wirtschaft aus, und weil sie allein ihre Wünsche nicht durchzusehen vermögen, so verbanden sie sich mit den politischen Parteien, die ihren Anschauungen nahestehen.
Rach alldem besteht jetzt wohl selbst für die Koalitionsparteien kein Zweifel mehr, dah das Volksbegehren ins Leben gerufen wird. Die Anschauung, daß das Verfahren zur Auflösung des Landtags gesetzlich noch nicht geregelt sei, wie sie vor einigen Tagen selbst von dem amtlichen Organ der hessischen Regierung der „Darmstädter Zeitung" vertreten wurde, ist durchaus irrig. Die hessische' Der- fafsung hat in ihren Artikeln 12 bis 16 ganz klare Bestimmungen über Volksbegehren und Volksabstimmung. Die entscheidende Gesetzesbestimmung ist aber in Artikel 24 der Verfassung enthalten. Dieser Arttkel lautet:
„Der Landtag kann vor Ablauf seiner Dauer durch Dolksabstimmung aufgelöst werden. Die Frage der Auflösung ist dem Volke unverzüglich vorzulegen, wenn das Gefamtministerium es beschließt, oder wenn e i n Zwanzigstel der bei der letzten Wahl zum Landtag Stimmberechtigten das Begehren stellt. Mit der
Die maroikanifchen Zrieoensver- handlnn^en vor dem Scheitern.
P a r I s, 30. April. (Hl.) Rach ben letzten Rach- richten aus Ubjba sind die V.rhanblungcn als gescheitert anzufehen. Die Rifbelegierten haben in keinem punkte nachgegeben unb sich nicht einmal zu formellen Konzessionen entschlossen. Die jeinbfeligfeiten würden danach am 1. 7N a i wieber ausgenommen. Vies würbe heute ben Rifbelegierten noch einmal bedeutet unb hinzu- gefügt, bah nur eine befinitioc unb allgemein versöhnliche Antwort Frankreich unb Spanien baoon abhalten können, ben Krieg fortzufetzen. Die Rifbelegierten haben barauf bie Frage gestellt, ob ihnen noch eine mehrtägige Frist bewilligt wirb, bamit sie ungestört in bas Risgebiet zurückkehren können. Aus belben Seiten trifft man fieber- hafle Vorbereitungen jur IDieberauf- "ahme ber ^einbfellgfeiten. Aus fran- zosischer Seite hat man reguläre Truppen soweit roje möglich in bie von Dissident»en beseht gehaltenen Abschnitte vorgeschoben. Rach einer havasmeldung wird heute früh in einer neuen Sitzung ein letz- et üerjud) jur Erzielung eines Vergleiches zwischen den sranzostschen sowie spanischen unb ben Rifbelegierten gemacht werben.
Die Kohlenfrifis in England.
Dor der Entscheidnnst.
London, 29. April. (WB.) Heute nachmittag Hielten bie Vertreter von 205 Gewerkschaften über die zur Alnterftübung der Der?- arbeHer zu befolgenden Politik eine Konferenz ab. Auf der Konferenz waren die h keinen Beschluß zum Generalstreik. Die Beratungen sollen morgen fortgesetzt werden. Die Subvention des Kichlenbergbaues läuft am Freitag Mitternacht ab. Bis dahin muß eine Einigung erzielt fein, wenn die Betriebe nicht geschloffen werden sollen Bisher haben es die Grubenbesitzer abgrlchnt, die für den 1. Mai ausgesprochenen Kündigungen auch nur vorläufig zurückzuziehen Sie haben dagegen c. Bergarbeitern einen nationalen Lohnlartf und rinen nationalen Mintmallohn als Gegenleistung für ein Entgegenkommen in der ?Vrafle angeboten, d h. für den Fall, daß ihnen die Bergarbeiter den Achtstundentag bewilligen.
Rach Schluß der langen Beratungen zwischen dem industriellen Ausschuß de« Gewerkschaftskongresses und den Bergarbeitersührern die unter dem Dorfitz Baldwins geführt wurden, erklärte der Führer der Eisenbahner, Thomas, die Lage sei f e h r e r n st. Die Parteien seien weiter voneinander entfernt als letzte Rächt. Man könne mit 1000 gegen 1 daraus rechnen, daß eS zu einer Stillegung der Kohlengruben tornmen werde. Um Mitternacht erhielt die sich im Parlamentsgebäude ausbaltende Exekutive des DergarbeiterverbandeS die Aufforderung. Premierminister Baldwin in seinem Privatztmmer aufzusuchen. Diese Zusammenkunft wurde um */s 1 Uhr auf morgen vormittag Veli Uhr vertagt. Dann werden, wie verlautet, die Grubenbesitzer in der Lage fein. Baldwin bestimmte Dorschläl samte Presse hebt Kohlenverhandlung«
Hierzu wird von unterrichteter Seite mit- geteilt, dah außer Otto Hoppe, der während deS Krieges wegen eines Doppelmordes zum Tode verurteilt unb dann auf Betreiben der deutschen Regierung zu lebenslänglicher Freiheitsstrafe begnadigt worden ist, weitere ehemaltge deutsche Kriegsgefangene in Frankreich oder den französischen Kolonien nicht zurückgehalten werden. Dagegen befinden sich verschiedene Reichsdeutsche, die nicht kriegsgefangen waren, in Französisch- Guyana in Strafhaft. Es handelt sich außer einigen Deutschen, die wegen gemeiner D?r- brechen zu Zwangsarbeit verurteilt worden sind, auch um einige ehemattge Fremdenlegionäre. die schwere Strafen verbüßen. Die deutsche Regierung sucht das Schicksal dieser Gefangenen in jeder möglichen Wrise zu erleichtern.
Auflösung verlieren die Wahlen für den Landtag ihre Gültigkeit und die Gewählten ihre Eigenschaft als Abgeordne.e. Die R e u w a h - l e n finden fpätestens am 60. Tage nach dem Tage ter, Auslösung statt. Die Dauer des nach Auslösung neugewählten Landtages wird vom 1. Rovember des ZahreS berechnet, in dem die Auflösung erfolgte.“
V)enn also von den Oppositionsparteien der Antrag auf Einleitung einer Dolksabstimmung gestellt wird, so üben sie damit ein durch die Verfassung gewährleistetes Recht aus.
Der Aufruf bes wirtschaftsblocks
D a r m ff a b f, 29. Mprll. Die Im „hessischen Ivirlschafls- unb Orbmingsvlock" zufammengcfchlosfe- neu Parteien, ber hessische Canbbunb, bie Deutsche Volkspartei unb bie Deutschnationale volksparlei roenben sich mit folgendem Aufruf an bas hessische Volk:
Sieben Jahre bereits steht Hessen unter bem Druck der sozialbemokratisch-bemorratischen Herrschaft. Die Ergebnisse bieser Regierungszeit liegen heute offen vor aller Augen. Aus ber verarmten, um ihre Existenz ringenden Bevölkerung preßt bie hessische Regierung eine S t e u e r l a ft heraus, bie um ein Vielfaches Heber ist, als bie ber Vorkriegszeit. Ls gibt in Deutschland fein Land, in dem das Volk durch gleich hohe Landessteuern wie in Hellen belastet wirb, vor allem bie neue Sonberffeuet vom bebauten Grundbesitz ist durch Verordnung ber hessischen Regierung auf ein> höhe gebracht worben, die bie Bevölkerung zur Verzweiflung treibt
Der StaatsDoranfd)lag für 1926, den bet Finanzminister bem Canbfag überreicht hat, schließt ungeachtet dessen mit einem Defizit von oie- len Millionen ab, für die keinerlei Deckung vorhanden Ist. Die Regierungskoalition hat diesem Staatvvoranschtag ihre Zustimmung gegeben unb bamit bie falsche Finanzpolitik aus- d r ü ck 11 ch gebilligt, bie Hessen immer schneller der Katastrophe zuführt
Alle Warnungen der Opposition gegenüber dieser hemmungslosen, wirlschaftsfeindlichen Finanz- unb Steuerpolitik würben in ben IDinb geschlagen. Man hat zwar durch eine zleldewußte petfonalpolifif versucht, den Parteianhängern ber Linken sichere Posi- | tionen im Staate zu verschaffen, es jeboch unterlassen, burch Sparsamkeit im rechten Augenblick, burch Sachlichkeit in der Verwaltung, ben hessischen Staat vor dem finanziellen verfall zu bewahren. Den Berufsbeam- ten broht bie Gefahr, baß bie künftige Auszahlung ihrer Gehälter in Frage gestellt wirb.
Richt länger bars bas hessische Volk bem mürben- ben Druck ber immer stärker ungezogenen Steuerschraube ausgesetzt bleiben, nicht länger bars gezögert werben, Dehnung unb Sauberkeit !m Staate zu schassen!
Dieser Landtag hat darauf verzichtet, das Rettungswerk in Angriff zu nehmen. Wir fordern bes- halb, baß bas hessische Volk befragt wirb, ob es bie Fortdauer eines solchen Regierungssyfl'ms will. Lin Volk, dem man solche ungeheuerliche Lasten ausbürdet, sollte doch wohl selbst über sein Schicksal frei entscheiden dürfen? Diesem, wahrer Demokratie entsprechenden Verlangen haben sich die Linksparteien widersetzt. Die unterzeichneten Parteien haben sich deshalb zu einem hessischen Wirtschafts- und Ordnnngsblock zusammengeschlossen, um die Auflösung des gegenwärtigen und die Wahl eines neuen Landtags jn erzwingen.
Englands Ausfuhrhandel.
L o n d v n, 29. Llpril. (WB.) 3m Hinterhaus erklärte der Präsident des HantelSamtes Sir Cunliffe Lister u. a_: 3m vergangenen 3cchre betrug der Anteil Großbritanniens am Weltaus- fuhrhandel 11,9 Prozent gegen 19 Prozent im 3ahre 1913. Trotz ter im letzten Quartal eingetretenen Besserung exportiert Großbritannien nur 82 bis 83 Prozent von dem, was vor dem Kriege ausgeführt wurde. Für die notwendige Ausdehnung des Ausfuhrhandels kommt Europa vorläufig nicht in Betracht, erstens weit seine Produktion gegenüber ter Dorkriegszeit angenommen hat und zweitens, weil die Gesundung seiner Finanzen nxxf> nicht verwirklicht ist. Mehr denn je braucht England neue Märkte, besonders innerhalb des britischen Reiches. Die Ausfuhr nach den Reichsgebieten ist von 37,2 Prozent im 3ahre 1913 auf 39,3 Prozent im 3ahre 1925 gefttegew
Das amerikanische Kali.
Washington, 29. Aprrl. (WTD.) Han- delssekretär Hoover erklärte im Bergweris- ausschuß des Repräsentantenhauses: Die Erkenntnis der Bedeutung der Erttwicklung ter amerikanischen Kalibergwerke ist in den letzten Monaten durch das Zustandekommen eines französisch-deutschen llebereinkom- m e n s gefördert worden. Deutschland und Frankreich kontrollieren gegenwärtig ten Kalimarkt. Der vom Senat angenommene Gesetzentwurf, der die Bereitstellung von je 550 000 Dollars in den nächsten vier 3ahren zur Erforschung der Kalilager in den Vereinigten Staaten vorsieht, muß Gesetzeskraft erhalten. Die Kali- gewinnung in Texas ist in der Entwicklung begriffen. Auch in ältah sind verheißungsvolle Möglichkeiten vorhanden. Da die Lnndwirtschatt auf Kali als Düngemittel nicht verzichten kann, müssen wir jährlich für 50 Million«»
Dollar deutsches Kali teufen. Wenn wir selbst Kali produzieren, werden wir den Kali- preiS auf die Hülste herabdrücken können.
Trendelenburg zur Genfer Wirtschaftskonferenz.
Gens, 29. April. (WTB.) Staatssekretär Dr. Trendelenburg, der deutsche Delegierte aus der vorbereitenden WeltwirtschastSkonserenz, gewährte einem Vertreter des „Journal de Genöve" eine Unterredung. In der es heißt: Bei der gegenwärtigen Aussprache der internationalen WirtschastSvolitiker in Gens treten die besonderen 3nteres|en gegenüber den allgemeinen sehr stark zurück. Die Erreichung des internationalen Zieles, das man sich gesteckt hat, würde ganz wesentlich erleichtert, wenn man in einzelnen Ländern entschlossen die Lösung gewisser Probleme in Angriff nehmen würde. Hinsichtlich der W ä h r u n g s s r a g e, die auch nach der Auffassung Trendelenburgs eines der wichtigsten Probleme ist, wird es genügen, wenn die Länder mit zerrütteter Wahrung die Schlußfolgerungen der Brüsseler Finanzkonferenz in die Tat umsetzen würden. Dr. Trendeleburg wiederholte die in seiner Rede vom Dienstag ausgestellten Forderungen für eine Rationalisierung der Produktion, Herabsetzung der Produktionskosten, Vereinheitlichung des Weltmarktes, Beseitigung des wirtschaftlichen Ratto- nallsmus und Herabsetzung des übertriebenen Zollniveaus und erklärte weiter, daß ohne die Erfüllung dieser Forderungen eine Heilung der Wellwirtschaftskrise nicht möglich sei. Er schloß mll der Bemerkung, daß man praktische Auswirkungen der Genfer Verhandlungen nicht sofort werde beobachten binnen. Zusammenkünfte wie die gegenwärtige böten aber schätzens? werte Vorteile, da sie den Vertretern der ganzen Well einen freimütigen Gedankenaustausch über ihre Erfahrungen auf den einzelnen Wirtschaftsgebieten ermöglichten.
Die Wirlfchaftsnot im Sieq- und Bahngebiet.
Berlin, 29. April. (WB.) Die Deutschnationaie Bolkspartei weist in einer im Reichstage eingebrachten Interpellation auf die ft ä n b i g ft eigen b e R o t im Sieg- und ßo.bnpebiet hin. Nur noch 13 Erzgruben mit 3800 Arbeitern feien in betrieb. Drei Viertel ber Gruben ft ä n = b e n ft 11L Zum Schaben unserer Handelsbilanz würben große Mengen Eisenerze aus b e m y u s l a n b e eingeführt. Bei den Hochöfen bss Gebiets fei bie Erzeugungsmögkichkeit auf 14 Proz. gesunken. In ähnlicher Weise drohe bie märkische stleineiseninbusttte zu erliegen. Die Zahl ber Arbeitsuchenden steige in ben Kreisen Hagen und Schwelm ftänbig weiter. Der Wettbewerb ber Länder mit einer entwerteten Valuta sei übermächtig geworben. Der Demobilifierungskornmifsar müsse Stillegung auf Stillegung zugestehen. In der Interpellation wird zum Schluß gefragt, welche Wege die Regierung, insbesondere das Reichsarbeits- und Wirt» kchaftsminifterium, einzuschlagen beabsichtigten, um Besserung zu schaffen.
Die Branntweinmonopol- verwaltunq.
Berlin, 29. April. (DDZ.) Der Untersuchungsausschuß über die Derhältniste in der Branntweinmonopolverwaltung befaßte sich heute mit der Tätigkeit des Beirats der Monopolverwaltung. Der Referent stellte fest, daß in vielen Fallen ber Beirat das Drennrecht böher und die Preise für das Monopol ungünstiger festgesetzt habe als die Monopolverwaltung es vor- fchlug. Der Reichsrat als Einspruchsinstanz habe vollkommen versagt. Bon einem freien kaufmännischen Arbeiten der Monopoloerwaltung könne unter solchen Umständen nicht gesprochen werben.
Die Fürstenabfindung.
Eine eigene Vorlage der ReichSreqirrung.
Berlin, 30. April. (Sil.) Wie bet ..Lokal- Anzeiger" mitteilt, hat die Deutsche Volkspartei in ihrer Wittwochsitzung beschlossen, beim Aeichskanzler vorstellig zu werden, um eine aktive Beteiligung der Aegierung an der Lösung ber Fürstenfrage zu erreichen. Der Frallionsvorsihende der Partei, Abg. Scholz, begab sich gestern nachmittag nach dem Plenum zum Reichskanzler, um diesem den Wunsch seiner Fraktion vorzutragen. Das Reichskabinett wird nunmehr heute abermals eine Sitzung abhalten, in der über die Einstellung der Regierung zur Auseinandersetzung mit den Fürsten Stellung genommen werden soll. Es ist auch, wie die „Tägliche Rundschau" mitteilt, damit zu rechnen, daß die Regierung mit einer eigenen Vorlage hervortritt, die das Problem der Fürstenentschädigung unter Anlehnung an den Kompromißenttvurf zu losen versucht. Dieser Entwurf wird noch vor b em Volksentscheid, vielleicht schon in verhältnismäßig kurzer Zeit, an den Reichstag gelangen. Es wäre damit natürlich nicht gesagt, meint die „Tägliche Rundschau", daß er noch vor dem Vollsentscheid verabschiedet wird. Damit wird man erst rechnen können, wenn der Volksenttcheib erledigt ist. Die Vorlage der Regierung wäre aber doch ein sichtbares Zeichen und eine moralische Gewähr, daß eine für beide Telle annehmbare parlamentarifche Regelung in der Frage der Fürstenentschädigung unter Führung der Regierung angestrebt und durchgeseht werden wird und damit würde eine Gegenparole gegen den Enteignungsantrag aus- gegeben, die sicher ihre Wirkung nicht verfehlen w'rd.
Auflösung des mecklenburgischen Landtags
Schwerin, 29. April. (TU.) Die heutige Sitzung des Mecklenburgischen Landtags gab den Par- leien Gelegenhell, nochmals zu einem in der ooriaen Woche von den Deutfchnationalen und ber Dolks- partei eingebrachten Antrag auf Auflösung des Landtags Stellung zu nehmen. Der Vorsitzende ber deutfchnationalen Landtagsiraktion, Knebufch, erklärte, feine Fraktion habe den Antrag eingebracht, weil sie einmütig bie Regierungserklärung unb das darin nkbergelegfe Programm für die Verwaltung Mecklenburgs anerkenne, während die deutsch- völkische Fraktion weder hinter dem Regierungsprogramm, noch hinter dem Staatsminisier Dr. d. Oertzen stehe. Damit fei bei der heutigen Zusammensetzung des Landtags jede Möglichkeit
einer Rechtsregierung in Mecklenburg geschwunden. Die Redner ber kommunistischen und sozialdemokratischen Fraktion erklärten gleichfalls ihre Zustimmung zu dem Auflöfungs- antrag. Der beutschnationale und volksparteiliche Antrag wurde nach Schluß der Debatte einstimmig angenommen. Die Neuwahlen sind auf den "13. Juni festgesetzt. Die bereits in ber vorigen Woche zurückgetretene Regierung wird bis zum Zusammentritt des neuen Landtags die Geschäfte weiterführen.
Der Kuttsker-Prozetz
Berlin, 30. April. ($U.) 3m Kutisker- Prozeß wurde die Vernehmung über die Geschäfte mit dem Hanauer Laaer fortgesetzt. Bei der Gegenüberstellung 3 to a n Kutiskers mit Holzmann kommt es zu erregten Szenen. Der Vorsitzende muß wiederholl eingreifen, um die Streitenden zu beschwichtige:. Darauf kam das Angebot der rumänischen Regierung auf Ankauf des Hanauer SagerS für 9,6 Millionen zur Sprache. Der Vorsitzende stellte fest, daß es sich bei dem Verkauf des Lagers an die rumänische Regierung von vornherein um einen Scheinvertrag handelte und daß Kutisker sich von Dr. Rühe von der Staatsbank 60 000 Mark als Schweigegelder geben ließ. Kutisker hat weiter an den rumänischen Attache einen Brief geschrieben, in dem er bestätigt, daß der Vertrag gar nicht ernst gemeint sei. Auch in der Steinbank war es ein offenes Geheimnis, daß der Rumänenvertrag offenbarer Schwindel war, um bie Staatsbank zu täuschen. Kutisker schiebt beute wieder die ganze Schuld auf Holzmann. Dec Angeklagte Holzmann bsFeichuete die Darstellung 3wan Kutiskers als unrichtig. Er sei dabei gewesen, wie Kuttsker das Bestechungsgeld dem Rumänen gegeben habe. 'Bei dieser Erllä-- rung erhob sich Kutisker will end, schlägt mit der Faust auf den Tisch und schreit: Sie sind ein Lügner, ein Verbrecher, der schon Hunderte auf den Kirchhof gebracht hat. Meine Geduld ist zu Ende. Holzmann ersuchte bei feiner Weiter- Vernehmung zunächst den Vorsitzenden um Schutz gegen die Beleidigungen Kutiskers. Kutisker habe Ausdrucke gegen ihn gebraucht, wie ein russischer Kutscher Holzmann erklärte im Laufe seiner Aussagen, daß er bei seiner Fahrt nach Hamburg gewußt habe, daß dort der Scheinvertrag mit der rumänischen Regierung abgeschlossen werden sollte. Kutisker und seine Freunde hätten ihn bei den Verhandlungen täuschen wollen. Er habe aber genau gewußt, daß es sich in Hamburg und in Frankfurt a. M. um Scheinverkäufe handele. Als Eigentümer des Hanauer Lagers habe er die Staatsbank angesehen.
Kleine politische Nachrichten.
Der Reichspräsident wird demPserde- reunen in Hannover am 13. Mai beiwohnen und die Preise an die Sieger verteilen. Der Reichspräsident trifft bereits am 12. Men in Hannover ein.
Wie verlautet, wird Reichskanzler Dr. Luther, wenn es seine Zeit erlaubt, der Tagung des Deutschen Landwirtsch-aftsrates in Darmstadt am 6. und 7. Mai beiwohnen und über die Zusammenhänge der allgemeinen Wirtschaft mit der Landwirtschaft sprechen.
Wie bas „Bett. Togebl." metbet, ist ber ehemalige beutfche Botschafter in Wafhington, Graf Bernstorfs, zum deutschen Delegierten bei der vorbereitenden Abrüstungskonferenz bestimmt worben. Graf Bernstorfs wirb sich voraussichtlich am 16. Mai nach Genf begeben.
Die Zentrums! ra.kti.on wählte Reichsjusriz» Minister Dr. Marx einstimmig zum Vorsitzenden der Fraktion. Als Aachsolger im Amt des Reichsjustizminislers würde von der Zentrumsfraktion der Vizepräsident des Reichstages Dr. Bell vorgeschlagen werden. An die Stelle Bells als Vizepräsident wird voraussichtlich der Abgeordnete Esser treten.
Der Recktsausschuß des sächsischen Landtages genehmigte bie Strafverfolung bes kommunistischen Abgeordneten unb früheren Finanzministers Böttcher wegen Vorbereitung zum Hochverrat Im Jahre 1923. Böttcher soll sich barnals in führenber Stellung bei ben im letzten Augenblick abgeblasenen Hochoerratsvorbereitungen beteiligt haben, bie nur in Hamburg zu bem bekannten kommunistischen Aufftanb führten.
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Der ichaumburg-lippische Landtag nahm in erster ßefung einen Gesetzentwurf einstimmig an, burch ben bie Volksabstimmung zur Frage ber Aufgabe ber staatlichen Selbständig- f eit be 5 Staates Schaumburg-Lippe beschlossen würbe. Bei Mehrheitsbeschluß ber Bevölkerung für ben Anschluß an Preußen soll ein Staatsvertrag mit Preußen über bie Eingliederung bes Schaumburg-Lippischen Lanbes in bas preußische Staatsgebiet abgeschlossen werben.
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Auf Einladung des englischen Königs wirb ber Präsibent ber französischen Republik Dourner - g u e in Begleitung von Ministerpräsident B r i a n b sich im Juni n a d) L o n bo n begeben, wo er vom 22. bis 25.Juni Gast bes Königs im Bucking- hampalast fein wird.
3n Japan beschäftigt man sich mit dermil i- tärischen Vorbereitung der Studenten angesichts der Herabsetzung der Dienstzeit. Die Dienstzeit soll bei der Infanterie 18 Monate und bei den anderen Waffengattungen 22 Monate betragen. Dieses neue Regiine soll für das 3ahr 1927 zur Anwendung kommen.
Kunst und Mifienschaft.
Lorinth-Ausslellung in Frankfurt a. 2TL
3m Frankfurter Kunstverein wird bis zum 13. Mai eine Gedächtnis-Ausstellung zu Ehren Professor Lovis Corinths gezeigt welche in chronologischer Folge eine große Reihe ausge- wählter Handzeichnungen und Aquarelle des Meisters von seinen ersten Anfängen bis zu dem letzten im 3ani 1925 entstandenen Blatt „Amsterdam" umfaßt. Daneben ist in reichster Auswahl die Druckgraphik des Weisters, meist in besonder» schönen Zustands- und Probedrucken vertreten, so daß die Ausstellung ein vollständiges Bild über „Corinth als Zeichner" bietet. — Die Oel- gemälüe Corinths werden an gleicher Stelle im 3uli und August in einer gesonderten Schau gezeigt werden.
Aus aller Welt.
Großfeuer in einer Pianofortefabrik.
■ 3n der Braunschweiger Pianoforlefabrik von Grotrian-Steinweg brach ein Feuer aus, das an ben vielen Holz Vorräten und sonstigen leicht brennbaren Stoffen reich: Rahrung sand unb sich bei bem herrschenden Winde rasch zum Großfeuer entwickelte. Der Brand ist in dem Hauptgebäude der alten Fabrik entstanden, wo die fertigen Pianos ihre letzte Bearbeitung erfahren. Das Gebäude stand in kurzer Zeit b i s zum Dachstuhl in vollen Flammen. Die Bemühungen der Feuerwehr, das neue Gebäude zu schützen, waren ohne Erfolg. Bald standen Boden li'.ib Dachstuhl, wo kostbare Holz Vorräte lagerten, in Flammen. Die angren enden Wohnhäuser mußten teilweise geräumt werben. Gegen 2 Uhr nachmittags war die größte Gefahr beseitigt. Das große Fabrikationsgeöäudr — ein Bau von 20 Fenstern Front und vier Stock Höhe — ist vollständig ausgebrannt. Dagegen ist der anschließende Reubau verhältnismäßig gut erhalten. Rur Boden unb Dachstuhl brannten aus. Ueber die Entstehungsursache hört man, daß et n Arbeiter unvorsichtigerweise e i n Streichholz entzündete, wodurch die Behälter mit Schellack Feuer fingen, das auf_ die Zelluloidvorräte Übergriff. Durch den in Tätigkeit befindlichen großen Staubentsauger, der die Luft reinigt, wurden die Flammen hoch- gezogen. Der Raum stand sofort in Flammen. Der betreffende Arbeiter ist festgenommen, nach feiner Vernehmung jedoch wieder freigelassen worden. Zur Hilfelcisttmg war auH ein Kommando Reichswehr hercmgezcgrn worden. Vier Feuerwehrleute erlitten Raucha>ergistungen. kamen jedoch nach Smcerstoffbehanblung bald wieder zum Bewußtsein. Bei dem Brande sind 2500 halb- ferligc Pianos und Flügel und das Fournier- lager vernichtet worden. Die oerntMeten Werte sind durch Versicherung gedeckt.
Das Banmrgltilk in Rummelsburg.
Von dem Staatsanwalt wurde die 20 Mann starke Belegschaft vernommen, die mit bet Ausstellung des Kraus beschäftigt war. Die Arbeiter "bekundeten übereinstimmend. daß die mangelhafte Beleuchtung unb die a 11- ju lange Arbeitszeit als Hauptursachen des Unfalles anzusehen seien. Von den Arbeitern feien täglich Ueberstunbcn gefordert worden, so daß Arbeitszeiten von 14 und mehr Stunden herausgekvmmen sind. Unter Einrechnung des letzten Unglücks haben fich insgesamt bisher 18 schwere, 29 mittlere unb 51 leichte Unglückssälle ereignet, wobei in der ersten Ziffer 4 Todesfälle enthalten sind. Das ergibt eine Gesamtzahl von 93 Unglückssällen. 3u der Berliner Stadtverordne enversammlung cr.lärte Oberbürgermeister Bo eh u. a.: Die meisten Unfälle auf der Baustelle, sind auf die Unvorsichtigkeit der Arbeiter zurückzuführen. Die baupolizeilichen Vorschriften sind beachtet worden. Baukonttolleure sind bauernd in Rummelsburg tätig. Eine erneute Prüfung ist eingeleitet worden. Die Unfälle sind auch darauf zurückzuführen, daß die Verhältnisse im Baugewerbe nicht mehr die gleichen sind wie vor dem Kriege, da es an erfahrenen Bautechnikern und Arbeitern fehlt unb somit bie Arbeitszeit nicht immer eingehalten werden kann. Für die Verunglückten wird gesorgt werden.
(Ein grauenhafter Fund.
Paris, 29. April. (WTB-Funkspruch.) Auf dem Passagierdcunpfer „Sidi Ferruck", der von Algier gestern in Marseille eingetroffen ist, wurden im Kohlenbunker die Leichen von 20 Marokkanern entdeckt, bie, um die Tieberfahrt umsonst zu machen, bort von einem Unternehmer untergebracht worben waren.
Rach den Zeugenaussagen bet überlebenben Araber ist bie geheime Einschiffung nachts mit Hilfe einiger Mitglieder der Besatzung vonstatten gegangen. 3eder der auf diese Weise an Bord gebrachten Araber hatte 200r bis 500 Franken bezahlen müssen, während der regelrechte Tleber- fahrtspreis kaum 100 Franken beträgt. Aber ba eine Fahrkarte nur auf Genehmigung unb auf Grund eines Arbeitsvertrages ausgehandigt werde, haben die Araber, bie diese Papiere nicht hätten beschaffen können, den verlangten Betrag bar bezahlt. Es soll in Algier eine richtige Organisation zur geheimen Ausstellung von Papieren geben. 3m ganzen scheinen 48 Araber an Bord versteckt worben zu sein, von denen 17 lebend, 10 tot aufgefunden wurden, einer im Hospital verstorben ist unb zwei weitere noch in Behandlung sind. Es werden immerhin noch 18 Personen vermiht. D e Verantwortung der Heizer ist um so größer, als die betreffenden als Seeleute wissen mußten, daß die Dalasträume des Schiffes, in denen die Araber versteckt wurden, auf Anordnung des Kapitäns bei dem geringsten Unfall mit Wasser gefüllt werden tonnen, und daß sie alle zwei bis drei 3ahre nachgesehen werden.
Versicherungsbetrug.
Ein Berliner Kaufmann, der 3nhaber eines Stossgeschäftes in der Schühenstraße ist und in Zehlendorf eine Villa und ein Auto besitzt, ist von der Kriminalpolizei unter dem dringenden Verdacht des Versicherungsbetruges verhaftet worden. Ende Oktober v. 3. war in seine Geschäftsräume ein Einbruch verübt worden, bei dem für 28 000 Mark Stoffe gestohlen worden waren. Es hat sich nunmehr herausgestellt, daß die Einbrecher von dem Geschäftsinhaber gedungen worden waren, der ihnen die Schlüssel zu den Geschäftsräumen ausgehändigt hatte.
Die Gasfernversorgung der Stabf Weinheim.
Der Mannheimer Bürgerausschuß hat einem Antrag des Stabtrots zugestimmt, wonach für bie Legung einer Verbindungsleitung zwischen ben Gaswerken Mannheim unb Weinheim zur Belieferung ber Stabt Weinheim mit Gas aus dem Mannheimer Werk 260 000 Mark aus An- lehensrnitteln bewilligt werben. Das Weinheimer Gaswerk wird stillgelegt unb die Stabt Weinheim wirb Großabnehmerin bes Gaswerks Mannheim.
Einsturz einer Notbrücke bei Leningrad.
Durch das Hochwasser der Ochta wurde eine Rotbrücke bei der Station Murino, 16 Kilometer von Leningrad, zerstört. Die im Augenblick de» Einsturzes auf der Drücke befindlichen Pgssaa- t e n, deren Anzahl über 50 betrug, stürzten ins Wasser. 20 Personen wurden gerettet. Die Aufsuchung der Vermißten wird durch die • reißende Strömung bes Flusse» erschwert.
Schweres Auwunglück.
3n Waldheim i. Sa. fuhr ein Lastauto der Verliner Schokoladenfirma Hildebrandt & Sohn an einem steilen Bergabhang infolge Versagens der Bremse an ein Haus. Der Anprall war so stark, daß das Haus zum Teil e i n st ü r z 1 e. Der Chauffeur wurde bei bem Zusammenstoß getötet. ber Beifahrer schwer verletzt.
Eine neue Tropfsteinhöhle.
3m bergischen Gelände zwischen Hohenlimburg und Iserlohn mit Sprengarbeiten beschäftigte Straßenbauarbeiter entbedten eine Tropfsteinhöhle von beträchtlicher Ausdehnung. Es handelt sich anscheinend um einen Ausläufer der in der Rähe befindlichen Dechenhöhle.
Hlammuffunbe bei Godesberg.
'Dei den Ausschachtungsarbeiten am Fuße des Roddersberges bei Melem wurden in einer Kiesschicht zwei große Stoßzähne, Kieser- tetel und andere Teile gefunden. Eine Untersuchung ergab, daß es sich um Zähne eine« Mammuts handelt.
Die erwerbslose Hebamme.
3n bem Meiningen benachbarten Rhöndorfe Tlntermaßfeld hat sich dieser Tage die Hebamme erwerbslos gemeldet.DerKlapper- storch streikt in dem Dorfe schon seit geraumer Zeit, so daß die Frau genötigt ist, die öffentliche Fürsorge zur TInterMtzung anzurufen.
Wettervoraussage.
Teils heiter, teils wolkig bei weiterer Erwärmung unb Neigung zu gewitterhasten Störungen.
Schwache Nondstörungen bes atlantischen Tief» bruckgebietes, bas feine Lage wenig geanbert bat, greifen noch nach Mitteleuropa hinein unb lassen feine gesicherte Schönwetterlage aufkommen: jeboch wirb heiteres Wetter vorherrschen.
Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 19 Grad Eelsius, Minimum 7,7 Grab Celsnrs. Heutige Morgentemperatur 12 Grab Celsius.
Aus der Provinzialhauptjtadt.
Gießen, ben 30. April 192&
Dem Andenken an unsere Gefallenen
war am Maittwochabend im großen Hörsaal bet Universität eine Stunbe gewibmet, in ber bie seht zahlreichen Besucher von bem VolksbunbDeut- schen Kriegsgräberfürsorge burch Bild n unb Wort hinausgeführt würben zu ben letzten Ruhestätten ber Besten unseres Volkes, ber im gro« R ßen Kriege in allen Teilen ber Welt gefallenen beut« schon Brüder. Der Dorsitzenbe ber Gießener Ortsgruppe bes Volksbunbes, Beigeorbncter Dr. Frey, | wies einleitenb in kurzen Watten auf ben Zweck biefer Feterstunde hin, bie erneut bie Herzen unb Gedanken hinlenken solle zu dem großen Opfer, bas bie Gefallenen für uns alle gebracht haben, unb in ber wir weiteryin erkennen sollten, baß bie selbst« oerstänbltchste unb minbefte Dankcspflicht für uns alle bann besteht, für bie letzte Ruhestätte biefer Brüber mitzusorgen. Anschließend wurde in Lichtbildern eine Reihe dieser Kriegergräber in West i ;.i) Oft, Nord und Süd, in allen Teilen Europas, in Afrika, Asien und Amettka gezeigt, wo überall fcev.t» sche Helden zum letzten Schlafe gebettet ruhen. M>n erkannte an diesen Bildern die warme Liebe unb treue Fürsorge, die deutsche Krieger ihren auf ber Walstatt gebliebenen Kameraben bei der Bereifung unb Pflege ber letzten Ruhestätte zuteil werben ließen unb bie ber Volksbund Deutsche Kriegs« . gräberfürsorge mit gleicher Treue weiter oueübt Man mußte' aber auch mit schmerzlichem Bebauern bemerken, baß Frankreich bie geheiligten Stätten unserer gefallenen Brüber nicht so behütet, wie wir es erwarten unb es unseren Empfinbnngen entspricht Wie ber Sprecher ber bie Ltchtbtlber begleitenden (Erläuterungen, Lanbgettchtsrat Irümpert, her- vorhob, würben in Frankreich von 2900 beutfenen | Solbatenfriebhöfen unb Äriegergrabftätten rund 2500 zusammengelegt, unb babei ist von ben Franzosen mit einer Pietätlosigkeit unb Herzenskälte verfahren worben, bie erschütternb ist. Die Illustration biefer Feststellung bes Volksbunbes faß man in gegenüber« gestellten 'Silbern, bie einerseits bie liebevolle unb künstlerische Anlage ber Solbatenfriebhöfe von beut- scher Hcmb, anbererfeits bie von ben Franzosen zu- lammengelegten Friebhöfe in ihrer falten, lieblosen . unb unkünstlerischen Schabionisierung zeigten. In Belgien finb ähnliche auch für bieses Lcmb unrühmliche Feststellungen gemacht worben. Dagegen wirb in ben anberen Teilen ber Welt ben Gräbern unserer gefallenen Brüber weit größere Sorgfalt seitens der bärtigen Regierungen unb einheimischen Bevölkerung zuteil: am liebevollsten ist bie Pflege ber Ruhestätten । in Siebenbürgen. Für alle unserer Kriegergrab j überall in ber Welt sorgt aber ber Volfsbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge mit regem Eifer und roarmer Liebe; das lehrten die Bilder und hörte man aus den von Landgerichtsroi T r ü m p s r t gesprochenen Erklärungen. Diel« Tätigkeit des Volksbundes mit allen Kräften W unterstützen, sei es durch die Erwerbung der Mitt gfiedschaft für den außerordentlich bescheidenen Beitrag von 2 Mark jährlich, ben jeher Mitbürger auf1 bringen kann, ober fei es burch Stiftungen, M Pflicht eines jeben Volksgenossen. Mögen bie wer- benben unb mcchnenben Schlußworte bes hiesige" Ortsgruppenvorsitzenben, Beigeorbneten Dr. y r ei), zur Gewinnnung weiterer Helfer bei biefem edlen Werke bes Volksbunbes überall auf fruchtbaren B"' ben gefallen fein unb nun in ben weitesten Kreisen unserer Bürgerschaft wirken, bnmit burch ben Hinzu- tritt neuer Mitglieber zu biefem Bunbe künftig^ für bie Ruhestätten unserer Gefallenen mehr neW werden kann, als bisher. „Glaube, Liebe, Hc>W- lehren uns bie Gefallenen, Opfern lehren uns lh'e Gräber!" Diese Mahnung vergesse man nie!
Bornotizen.
— Tageskalenber für Freitag' Verein Rubersport: 8.30 Uhr, Bootshaus, MonalS' Versammlung. — Reichsbunö ber Zioildienstberech' tigten: 8.30 Uhr, „Stabt Lich", Monatsversamw- lung.
— Aus bem Stadttheaterbureav wird uns geschrieben: Rochmals sei auf o>« SonntagsvorstellunA hlngewiesen, die letzte 2lm' führung der diesjährigen Spielzeit, die bekanm' lich die neue Operette von Walter -hoU» „M arietta" bringt. Die Tttelpartie singt Fri. Simon, mit weiteren Hauptaufgaben find auyep dem betraut die Herren Steinbreche»> Westerrneher und P a t f ch k h.
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DMs f L-S «id>!
Ä 5^ fdjmud® Wnienschr ben W lirebuE ch- Hinsicht a Denn crb verlehrSlt? wir in B reit*; 'S Ä m'Menzm sominerzeu 1 in bicicm > und jW1 und Tnde die Prä'n: fern Iah« lentlicb w- den esse der M auch dil Mtgedcnoe " Acht« achtung vecd bie Zeit gekc nachstellt, le machen; es i aber manche! oon Kotzen n fläger macht euch dem ji Und nicht mi hesltzer mit il bann oft red sich sicherlich dieser Zeit d und ihnen d " 50j) flung für (igt larifto berffelluna f Zugendsohrte gung mit W bereich der
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liidöstlich tag, 9. Hai, i lia'nbsfeft da- Gerhardts 31 ^Haltet werd, "Warn om. Dir teilt M: 5i der sich auch 23. Febrmr Hütt ident lene Hüll, f dors, die sei rischer QI aufgetreten, auszahlung i lich demnach sammelte, bie sollte. Mit verschwand l btüdlidjfl Del evtl Phrnd die r / Di, : «eslo
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Gießen,
L,Fir bei der unseres Großv; herzlic
tocrb Beteiligten. besonders in den Haupt"
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weitgehendem Mähe unterstützt.
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wallung läßt durch Straßenw^ ter und Sy
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flung für 3 u g oige Tarifkommissst
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Familie Johannes Wagner.
Londorf, den 27. April 1926
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Gießen, den 30. April 1926.
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Familie Lehrer Knab.
Heueiiribeim, den 30. April 1926
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den wird gegenwärtig ml: fi'elnpflufter »ersehen. Die zu pflasternde Strecke ist 2,7 Kilometer lang, die Breite beträgt ö Meter, jo daß 13 50a Quadrat- Meter zu pflastern sind. Meie Arbeit wurde dem Wenigstnchmenden, Nikolaus N e e b In Roßberg. Kreis Marburg, übertragen. Die Krei-stra'"'nne
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Verkehrs straften noch nicht so groß
der Wolgadeutschen vom 5. 4. 1924 können Wolgadeutsche Flüchtlinge, die während der Hungersnot 1921 22 das Gebiet der jetzigen Wolgarepublik ohne behördliche Erlaubnis verlassen Haven, amnestiert und zur Rückkehr in die Heimat zugelassen werden, u..nn ihre Anträge um Rückkehrerlaubnis bis zum 9. 5. bei der Botschaft der U. d. e. S. R- in Berlin eingereicht werden. Neuerdings hat die Wolgarepu- blik ihre Bereitwilligkeit zur Uedernahme auch aller anderen Wolgadeutschen erklärt, sofern ihre Ruck- wonderungsgesuche bis zum 9. 5., der Ablauffrist der Amnestie-Verordnung, eingereicht werden. Alle In Deutschland lebenden Wolgadeutschen, die in die Heimat zurückkehren wollen, müssen daher sofort ihre Rsickwandernngkstesuche unter Beifügung von drei
" Achtet auf die Katzen. Besondere Beachtung verdient jetzt die Hauskatze, denn wieder ist die Zeit gekommen, in der sie den jungen Vögeln nachstellt. Dem Tier ist kein Vorwurf daraus zu machen: es folgt nur seinem Instinkt. Es ließe sich aber manche» Vögelchen retten, wenn die Besitzer von Kotzen mehr auf ihre Tiere achten würden. Der Säger macht kurzen Prozeß mit den Katzen, da sie euch dem jungen Wild schädlich werden tonnen, Und nicht minder kurz wird auch mancher Garten- besitzer mit ihnen versehren. Do raus ent,pinnen sich dann oft recht unliebsame Auseinandersetzungen, die sich sicherlich vermeiden lassen, wenn man gerade in dieser Zeit die Katzen etwas mehr beachtet als sonst
die nötigen Vorarbeiten misstihren und d'e Wandstein« In Beton setzen.
z All « ndorf a. d. Lda., 29. April. Beim diesjährigen Echulan eng in der hie'igen Volksschule wurden 2 4 AVL-S ckützen ausgenommen, 12 Knaben und 12 Mädchen: konfirmiert wurden in der Landeskirche 14 Knaben und 15 Mädchen, in der altlutheranischen Kirche 3 Knaben. Infolge der Abbauverordnung ging auch hier eine Lehrer st elle ein. Lehrer Hinkel wurde nach Großen-Linden versetzt. — Dm Sonntag fand die Besichtigung der hiesigen Pflichtfeuerwehr durch den Kreisfeuer, wehrinspektor statt. Zum stellvertretenden {teuer- Wehrhauptmann wurde Andreas Merkel, zum Signalisten Ludwig Merkel ernannt. 2luf Bor* schlag des KreiSfeuerwehrinsbektors fand die Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr stall, der sofort 21 Mitglieder beitrafen.
$ Wirherg, 29. April. Am Sonntag spielte zum letzten Mste im Gottesdienst unser Organist Lehrer i. R Bornmann. Seif 1905 war er in unserer Kirche als Organist tätig. In seiner Ansprache gedachte der Pfarrer der treuen Wirksamkeit des nach Gießen verzogenen Herrn. In der Kriegszeit hat er als einziger den Dienst bei uns versehen. Auch in der Inflationszeit, wo es große Schwierigkeiten in der Besoldungsfrage zu überwinden galt, hat er treu ausgehalten und immer feinen Dienst versehen. Al» Zeichen des Dankes und der Anerkennung üoer- reichte der Pfarrer dem Organisten als Ehrengabe eine Bibel und wünschte chm an seinem neuen Wohnort einen guten Lebensabend. Der Kirchenvorstand schloß sich seinem Vorsitzenden an und verabschiedete sich von dem Scheidenden.
L.U. VonderLandesuniversität. Di« erste feierliche Immatrikulation findet am Samstag, Mai, 12 Uhr pünktlich, im Unioersitätsgebäude statt.
* Gießen im Blumenschmuck. 3n allen Staaten ist man bestrebt, den Straßen mit ihren toten Häuserfronten durch Blumenschmuck «in freundlicheres 2lussehen zu geben. Sine Stadt mit blumengeschmückten Fenstern. Balkons und Borgärten macht auf alle, welch« die Straßen durchwandern, einen wohltuenden Eindruck, übt auch auf den Fremdenverkehr ein-n nicht zu unterschätzenden Einfluß aus. Der B e r- kehrs verein der sich der Bedeutung des Blumenschmucks für die Förderung des Fremdenverkehrs voll bewußt ist, bat bereits vor dem Kriege durch Deranstaltung von Blumen- schmuckwettbewerben das Interesse für Blumenschmuck nach Kräften gefördert. Durch den Krieg und seine Folgen wurden diese Bestrebungen jahrelang unterbunden. Erst im vorigen Jahre war eS wieder möglich. In dieser Hinsicht einen Versuch zu wagen, der in jeder Hinsicht als gelungen bezeichnet werden darf.
X Die Kirchengesangvereine des südöstlichen Oberhefsens feiern am Sonst- tag, 9. Mai, in Büdingen Ihr diesjähriges Ver- bandsfest, das aus Anlaß des 250. Todestages Paul Gerhardts zu einer Paul-Gerhardt-Feier ausgestaltet werden soll.
*• Warnung vor einem Schwindle r- oaar. Die Dab-Äauheimer Polizeiverwaltung teilt mit: Gin angeblicher Hans Matheyke, der sich auch Mathey nennt und mit dem am 23. Februar 1895 In Krefeld geborenen Hans Hütt identisch ist, ist mit einer angeblichen Helene Hütt, geb. am 28 September 1874 in Düsseldorf, die seine COluticr fein will, In betrügerischer Absicht in verschiedenen Badcstäbten ausgetreten, indem er unter Forderung der Vorauszahlung der Gebühren Anzeigen für eine angeblich demnächst erscheinende Aeklamemapp« sammelte, die in Hotels usw. zur Auslage gelangen tollte. Mit der (Snipfanonubme der Gebühren verschwand Dann das Pärchen, vor Dem nachdrücklichst gewarnt sei, auf Nimmerwiedersehen. Bel evtl. Auftreten der Betrüger wolle man um- gehend die nächste Polizeistelle benachrichtigen.
** D i e Heim reife der Wolgadeut ° Ichen gestattet. Aus Grund einer Verordnung ae» Zenlraloollziigsausschufses und des Rats der Volkskommissare der autonomen foz. Räterepublik
smel täglich frisch gestochen, empfiehlt billigst
W. Hankel, Neuen DSue 7. Televd R12.
und ihnen die Freiheit beschneidet.
*• SOjirojentiae Fahrpreisermäfti-
1 ‘ ~ ** x : d) e. Nachdem die ftän- Reichsbahn die Wieder- Herstellung der 5Oprox. Fahrpreisermäßigung für Iugendfahrten beschlossen Hal, tritt diese Ermäßigung mit Wirkung vom 1. V'ai für den gesamten Bereich der Deutschen Reichsbahngesellschaft in Kraft.
wie In früheren Jahren, so wurde doch trilwrise recht Gutes geboten. Auch in diesem Jahve beabsichtigt der DerkehrSverein toleber einen Blumenschmuckwettbewerb durchaufühven, drr sich auf öenfter*, Borgärten- und Balkon-Blumenschmuck erstrecken soll. Hm den Blumenzüchtern weitgehend entgegenzukommen und den Blumenflor der Dor- lommerzeit entsprechend würdigen zu können, wird der Ausschuß für den Blumenschmuckwettbewerb In diesem Jahre zwei Besichtigungen vornehmen, und zwar jn der zweiten Halste des Monats 3uni und Ende August oder Anfang September. Für die Prämiierung stehen dem Dneein auch in d.c- fem Jahre zahlreiche Preise zur Verfügung. Hoffentlich werden die Bestrebungen des Vereins, den Blumenschmuck bn unseren Straften Im Interesse der Förderung drs Fremrenverlehrs zu heben, auch in diesem Jahre Don der Bürgerschaft in
Kreis schotten.
□ Laubach, 29. April. Heute hielt der hie- fiflt Cisverein eine außerordentliche Hauptversammlung ab. um die Frage der Errichtung einer Badeanstalt. die schon seit Jahrzehnten Die Bevölkerung beschäftigt, zu erörtern und eine Erweiterung zu einem Eis - und Bade-Verein in die Wege zu teilen. Rach einem Bericht des Vor- fitzenden, des Studiendirektors Dr. Hainer, ist die Gemeinde zur Unterstützung der Anlage bereit. Ebenso werden verschiedene andere Vereine sich beteiligen. Es wurde eine Kommission gebildet, die am 'Snmctag eine Ortsbesichtigung vornehmen wird. In Aussicht genommen ist der sog. „Oberste" am 3ufte des Ramsbergs, der bisher sd)on als Eisbahn dient. Man berechnet die Kosten vorläufig auf etwa 2500 Mark. Die Gemeinde will die Hälfte übernehmen: die andere Hälfte soll durch Anteilscheine gedeckt werden. — Den Bemühungen des hiesigen Mitglieds der Friedberger Handelskammer, des Fabrikanten Karl Michel, ist es gelungen, eine wesentliche Verbesserung des S o m m e r f a h r tz l a n s hcrbcizuführen. Dom 15. Mai ab hat man hier eine gute Verbindung mit Frankfurt a. M. Man fährt 8.10 Uhr von Saubach ab und ist mit direkter Fahrt von Hungen (ab 9.32 Uhr) nach Friedberg, wo man 10.27 Uhr den beschleunigten Personenzug nimmt, schon um 11.10 Uhr in Frankfurt. Hier hat man Zelt bis 5.22 Uhr. wo man von Friedberg aus 6.57 Uhr direkten Anschluß nach Hungen hat, also nicht mehr zum Umweg über Gießen genitigt ist. An Sonntagen fährt der 8.18 Uhr hier ankommende Abendzug noch bis Mücke und von da 8.55 Uhr zurück nach Laubach. Dieter Zug muß den Anschluß an den Personenzug ab Gießen abends 8.02 Uhr abwarten, so daß der Aufenthalt in der Provinztalhauptstadt auch für uns verlängert wird. Einen besonderen Vorteil für Touristen bietet das Halten des Morgenzugs 10.01 Uhr an Sonntagen an der Station „Laubacher Wald". Don hier kommt man in 11 Stunden durch prächtigen Hochwald an der idyllischen Kirchenruine Ruthardshausen vorüber nach Schotten, von wo ein Marsch von 11 Stunden zum Hoherodskopf führt. Ebenso kann man von der Station „Laubacher Wald" über die Schreiners- mühle durch das liebliche Seental in 31 Stunden nach Ulrichstein wandern, von hier aus bequem den Oberwald in 2 Stunden bis zürn Hoherodskopf durchqueren und in Schotten den Abendzug nehmen.
Kreis BüBingere.
L Rohrbach. 29. Avril Pfarrer 6 t roher, Der eine Aeih-r von Zähren hier amtierte, wurde nach Hoch-Weisel bei Butzbach ver- lf ' T. ?r Dortige Pfarrer Xürd er mit die f;ie mc Stelle.
Li reis Alsseld.
er H o m b e r g a. d. O h m, 29. April. Hier bestand schon vor und während des Krieges ein 3 io e 1 g ti i r e i n des Hessischen Landes- ucreins vom Roten Kreuz, der bisher im wesentlichen als Sammetuerein für den Landes- verein gewirkt und und auch die Beiträge an diesen obgcsührt hat. Dieser Zweigoerein besteht heute noch, wenn er auch vorübergehend etwas geschlummert hat: er muß sogar weiter bestehen bleiben, denn er ist für die zu gründende freiwillige Sani- tätskolonne der wichtigste Rückhalt. Unser nächstes Bestreben muß nämlich auf die Gründung einer solchen Kolonne gerichtet sein. Die Kolonne muß für den Anfang aus mindestens 12 bis 15 Mann bestehen, die sich zum regelmäßigen Besuch der Unterrichts- und Ucbungsstunden verpflichten müssen. Da die geplante Gründung eine Wohlfahrtseinrich- tung ist, die bei etwaigen HnglüdsfäUen jedermann zugute kommt, so sei der Hoffnung Raum gegeben, daß sich hier Personen finden mögen, die Lust und Liebe zu dieser Sache mitbringen. Darüber kann kein Zweifel bestehen, daß heutzutage in jeder größeren Gemeinde das Bedürfnis besteht, eine zuverlässige Mannschaft für den Krankentransport und die (9e- währiing der ersten Hilfe bei Unglücksfällen bis zum Erscheinen eines Arztes zu besitzen. — Da für unsere Stabt die Gewißheit besteht, das Finanzamt zu behalten, so hat sie für dessen Ausbau weitere Schritte getan. Sie zahlt zum Ankauf des Dr. Seitz- schen Hauses 3000 Mk. abschläglich. Dieses Gebäude soll die Dienstwohnung des ersten Beamten werden. Weil aber das Finanzamt eine Reichsbehörde ist, die in Reichsgebäuden untergebracht sein soll, weilten vorige Woche einige Herren zwecks Ankaufs des genannten Gebäudes hier. Man einigte sich auf die Summe von 15 300 Mark, abzüglich des von der Stadt bewilligten Betrages. Ein Beamter wird wieder im Finanzgebäude wohnen. Zur Bequemlichkeit der Interessenten wird auch die F i n a n z k a s s e
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Wonlag, den 10. Mai 1926, nach, mittags 4 ilhr, wird im Amtsgericht Gießen, Sitzungssaal 101, 1. Obergeschoß das im Grundbuche von Gießen den Karl Mandler II. Eheleuten in Gießen zu je 1, zugeschriebene Anwesen Großer Stein- weg 15
Flur 3 Ar. 144 30 100 - 27 qm Grabgarten
Flur 3 Ar. 144 32 100 -- 161 qm Hofreite Flur 3 Ar. 144 34 100 — 146 qm Grabgarten
versteigert, jedoch nur Die dem Karl Mandler zufiehende ideelle Hälfte.
Die amtsgerichtliche Verfügung ist an der Ortstafel, Bergstraße 20, öffentlich zur Einsicht ausgehängt.
Gießen. Den 3. April 1926.
3- A. Des Amtsgerichts Gießen
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flto&en fjötfeal to widmet, In drr die Ich nSloUsbunbSeid iörforfle durch?• wurden zu den Ithir -rer Aolics, der Im p )er Welt gefallenen bn nbt btr Sichener Dn- eigeorbneter 2r. Frei Worten auf den Zc« erneut die Herzen i» i dem großen Opfer, V ! gebracht haben, uni n sollten, daß die felH e Dantcepflicht für e letzte Nuheslälls^ dl^ //eßend wurde In Ci; 'egergräber in ®cjl en Teilen •/ ezeitzl, wv übra'l trvv ose scheltet ru^K.7 i . die warme Liebe1 e Krieger ihren auf! irabcn bei der Berel';- Ruljeftnlle zuteil roeri. fzbimd Deutfche Sri« :r Treue weiter au:i t schmerzlichem Wi:. )ie gehelliaten Stätten v cht |o behütet, wie wim Empfindungen enlfprc t Lichtbilder begleitend tsrat Trümveri. i reich von 29Ö0 W egergrabMenrmd» 1 ist von den Stanyi d herzenskäite verfahr I Die giluffralion Dir es sah man in gegenüK -rfeitr die - olbaknfrlebboft wnJ* ;e von den Franz fe : in ihrer kalten, Jiebl*
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*BrfßruflTL 11
5 burdl 6«^
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Iv^zkst j|.
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dorthin verlegt, lieber bief« Gebäude, das aber hessisches DienstgebSude ist. steht die Entscheidung noch auf.
Mrcte t’tiuicvbad;.
i Lauterbach, 29. April. Am Sonntag fand die diesjährige Gcneraloerjammlung des Kreis- ziegenzuchtvereins statt. Die Verhandlungen ließen erkennen, daß der Verein im letzten Jahre außerordentlich rührig gewesen ist: Es wurden 255 Tiere in das Pereinsregister aufgenommen und 150 Lämmer angefört, der Verkauf von Vereinstieren war ein äußerst reger, die Nachfrage von auswärts tonnte nicht aaiu befriedigt werden. Bei den Stall- schauen konnte eine Anzahl Preise verteilt werden-, die Milchleistungsprü^ungen in den Gemeinden Maar, Willoss und Reuters sind noch nicht abgeschlossen, das Resultat ist deshalb noch nicht bekannt. Für gute Wartung und Pflege von sieben Docken wurden Preise bewilligt. Die finanziellen Verhältnisse des Vereins sind günstig. In 1926 findet eine allgemeine Kreisfchau statt, an der sich der Verein beteiligen wird. Im Lause des Sommers sollen Bocklämmer in der Provinz Starkenburg anqekauft und in einzelnen Dereinsgemeinden ausgestellt wer- den. Der Anregung auf Herstellung eines Films über Ziegenzucht wurde zugestimmt und einige Weiden mit ausgesprochenem Vogelsberger Charakter als geeignete tyilmebjeHe bezeichnet. Der verein blickt in diesem Jahre auf eine 2 5jährige Tätigkeit zurück-, gelegentlich der Kreisschau soll eine Jubiläumsfeier veranstaltet werden, für die der Vorstand das Programm festsetzen wird.
Das deutsche Stockholm.
WGA. Frankfurt a. M, 29. April. Mit einer kirch-enkolitisch bedeutsamen Aussprache über Die Probleme der Kircheneinigung sand heute die Frankfurter Tanung des 'UteltbunDe* für internationale FreundsHastsarbeit der Kir- dien ihren Abschluß. Es handelte sich bei den» Bern tun o. saegen stan d um ei « Stellungnahme zu der ,WoItkonferen,z für Glaube und Berfassung". dem and.-ren Zweig der kirchlichen Einheitsbewegung. der eine Einigung der Kirchen auf der Grundlage eine? gememfameu Glaubensbekannt- nisses und einheitlicher Derfassungsprinzipien erstrebt.
Der Redner, Domprediger Prof. D. Lang (Halle), einer der deutschen Vertreter der „QBelt» konserrnz für Glaube und Verfassung" führte u. a. aus: Wir sehnen uns in Der Zersplitterung der Gegenwart nach Der ursprünglichen und innerlich begründeten Einheit der Kirchen. Zur Erreichung dieses Zieles gibt eS zwei Wege: Den des „praktischen Christentums", den das Stockholmer Weltlonzit vom August vorigen Jahres beschritten hat, und den von „Glaube und Verfassung", d. h. einer Einigung der Kirchen in den Bekenntnis- und Derfassungsgrundlageir. Der Redner untersuchte die Frage, ob der zweite Weg nicht eine Altopic sei. Die insbesondere von angelsächsischen lirchlichen Kreisen getragene Bewegung werde weiterlaufen, aber wenn Die Deutschen Kirchen ihre bisherige Zurückhaltung nicht aufgeben, ohrw den besonderen Ernschlag. den nur der deutsche Protestantismus geben kann. Aus Konferetrzen in Genf 1920, Stockholm und Oxford ist ein Programmentwurf hervorgegcmgen, der einer für das Jahr 1927 in Lausanne geplanten „Weltkonferenz für Glaube und Verfassung" votliegen wird. Der Redner gab dem Wunsche Ausdruck, daß auch der deutsche Evangelisch« Kirchenbund sich an drr Lausanner Welt-Konferenz beteiligen möge.
Die lebhafte Debatte brachte neben Zustimmung auch starke Bedenken gegen Die Bestrebungen der „Weltkonferenz für Glaube und Verfassung" zum Ausdruck, die sich insbesondere gegen die unevan- gekische Zufammensassung von Glaube und Kirchenverfassung richteten: es sprach in diesem Sinne u. a. Generalsuperintendent a. D. D. Kaftan (Baden- Baden). Als Ergebnis der Beratungen wurde die Bildung einer Kommission beschlosten, die die erörterten Fragen weiter zu behandeln habe.
Mit einem Abschiedswort des Vorsitzenden D. Spieker fand die bedeutsam« Tagung ihren Abschluß.
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Isr. AeltglonSgemeinoe. GotteSd. i. d. Synagoge (Südanlage). Samstag, Den 1. Mai 1926. Vorabd. 7.30, morgens 8.30, abends 7.55, unb 8.35.
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uns betroffen hat. sprechen wir unseren tiefgefühltesten Dank aus.
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der australische Loden im allgemeinen so wenig Feuchtigkeit und Gäste enthält, daß der städtische
gen gegen Früheres. Nicht durch List will Tu- randot des Prinzen Namen haben, sondern mit weiteren Grausamkeiten. Ihnen fällt die sanfte Liu zum Opfer, die sich den drohenden Foltern durch Freitod entzieht. Zugleich Liebestod um den Prinzen. Noch weniger dramaturgisch oder gar gewinnend wirken die darauffolgenden, getitschten Derführungs.nanover Ping-Pang-Pongs mittels schöner Mädchen, was bedenklich an De- libes Dalletzauber mahnt. Dör Prinz selbst bestätigt nun seine frohe Zuversicht — in befremdend schneller Vergeblichkeit des eben um ihn geflossenen edlen Blutes - mit einem Kuh und eigener Namensnennung! Die Prinzessin ist, von allem Mord-Sadismus befreit, plötzlich von der Naturnotwendigkeit überzeugt, Weib zu werden. ... Lind wenn sie nicht gestorben sind.... Ich begreife nicht, warum nicht endlich eine Tu- randot geschrieben wird, die, sei's nach griechischem oder Lessingschem Ethos. Vergeltung für ihre Höllentaten findet.
Puccinis Partitur bricht beim Dcauerchor um Liu ab und es ist nicht unwahrscheinlich, daß der Meister dann doch eine ähnliche Wendung herbeigeführt hätte. Ist doch der Grundton seiner „Turandot", von jenem burlesken Trifolium abgesehen. ein tragischer. In der Mailänder Premiere lieh Toseanini tatsächlich den Klang dort aushauchen. wo Puccini. todwund in Brüssel liegend, zu arbeiten aufhörte. Alle weiteren Aufführungen jedoch werden gleich der Generalprobe, das von Alfono nach dürftigen Skizzen geschriebene große Duett Turandot-Prinz Kalaaf und den strahlenden Schlubhymnus bringen. Es sind volle fünfzig Seiten Klavierauszug, so daß man wohl einen Torso in viel weiterem Sinne von Un- vollendung vor kick hat. als dies bei Bufouis ..Faust" der Fall ist.
Gartenbesitzer nur zwischen dem Anpfianzcn Bäumen oder — Blumen zu wählen und gewöhnlich das letztere wählt. Wo aber Baum ist. da kann auch kein Federvieh in Aesten zwitschern, trillern und flöten und
vor dem Manne und der Angst, ein herrisches Selbst aufgeben zu müssen. Von ältester Sage schreiten wir in allen Turanüot-Gestaltungen der Literatur über Shakespeares Widerspenstige, wo sie bürgerlich-romantische Lösung findet, über Schiller und Dusont zu den Textmachern Puccinis lwobei ruhlg verraten werden kann, was mir Puccini vor zwei Jahren einmal in Wien an- dcutete, und letzt einer der Intimsten des verstorbenen Meisters bestätigt, daß. was eigentlich vlhchologisch ist an der neuen Handlung, von dem Duslker und mcht den wohl geschickten, aber unbedeutenden Librettrsten stammt....).
Zu Beginn des ersten Aktes wird uns keine Anschaulichkeit der Grausamkeit erspart: Henker schleifen das Richtschwert für den gleich nachher zum Tod geführten persischen Prinzen — das jüngste Opfer von Turandots blutlüsternem Rätselspiel. . . Prinz Kalaaf taucht in der Volksmenge auf, erkennt seinen greifen Vater Timur, in dessen Begleitung eine junge schöne Sklavin Liu. Sie ist. in viel tieferem Sinne als noch bei Schiller und Dusoni Adelma (Turandots Gespielin) der aktiv in die Handlung eingreifende, vermeirschlichte Weibgegensay zu Turandot. Der unbekannte Prinz Kalaaf erblickt die Prinzessin. Kein Flehen Timurs und Lius, lein Warnen der Menge kann ihn abhalten, die verhängnisvollen Gongschläge zu tun, mit welchem noch jedes Opfer seinen Todesgang begann.
Zweiter Akt, Vorspiel: ein groteskes Scherzo der hier zu Ping, Pang, Pong gewordenen drei Minister, oic sind in der Tat in ihrer Bosheit, ihrem beibenden Spott, ihrem gellenden Hohn auf das China ihrer Zeit mit ihren flackernden Monologen und Dialogen im Stile der alten comedia dell arte eine ganz ergötzliche, wenn auch reichlich epische Episode der Handlung. Sie öffnen den Vorhang zum Schauspiel des Rätselgerichtes vor dem unerhörten Pomp des chinesischen Kaiserpalastes. Den Wesensunterschied bilden, bedeutsam genug, die Lösungen des Prinzen: bei Schiller sind es Jahr - - Auge — Pflug, bei Buloni Schönheit — Wissen — Kunst. Puccinis Prinz beginnt mit Hoffnung, gibt als zweite Lösung Blut und schlietzt als primitiver Aktivist mit — Turandot selbst. UnD nun hält er's tote seine Vorgänger in der Turandotsage, er gibt der desperaten Prinzessin nur ein Rätsel: seinen Namen.
Der dritte Akt bringt wichtige Deränderun-
Puccinis Schwanengefang
„Turandot" in der Mailänder Scala.
Don Rudolf Kastner.
Das Fieber der Premiere ist verebbt. Cs ist tie Stunde besinnenden Ueberblidä gekommen. Schon mit dem Moment, da am letzten Sonntag wm 9 Ubr abends der Glanz der strahlenden Lichter und Antlitze in der Scala erlosch, und der Vorhang aufrauschte, war mit einem Schlage dieses merkwürdige Italien unserer Zeit, war Mussolini, waren die Aristokraten Roms. Florenz'. die Industriekapitäne Mailands vergessen.
Don einem Fanatiker am Pult beschworen, beginnt eine Welt seltsamster Klänge aufzü- rauschen.
Wir sind — wie bei Schiller, Gozzi und dusoni — im China des Kaiser Altoum. Infantile Freude an Grausamkeiten hat das Volk ergriffen. schon gewöhnt durch die zahllosen Todes- »eremoFäcn für die geköpften Freier um die eiskalte Prinzessin Turandot. die alle Instinkte ter Salome und Klhtämnestra in sich vereinigt.
3m australischen Busch.
Ein nach Australien verschlagener Landsmann schildert in folgender anspruchslosen Plauderei aus Melbourne seine ersten Eindrücke vom fünften Erdteil:
Der hierher verschlagene Europäer, dessen müder Fuß Australiens glückverheißenden Boden erstmalig in irgendeiner der großen Hafenstädte berührt, stellt sofort mit peinlichem Befremden fest: In diesem Lande scheints weder Bäume noch Vögel, noch sonst irgendwelche tierischen Lebewesen zu geben! Asphalt, Stein, turmhohe Häuser, Abertausende von Autos, hastende Menschen. Grohstadtlärm, Großstadt-Nüchternheit, australischer Amerikanismus — überall, in allem. Aber — kein Daum, kein Strauch, kein Vogel, kein Tier. Unb man ist bereits etwas enttäuscht, ernüchtert und fröstelt vor kaum fühlbarem Heimweh ...
Aber dieser Eindruck ist nur der erste und er ist falsch. Wahr ist daran nur soviel, daß
sowie die Handelspoliuk Polens, die sich ein breites Programm ausgestellt hatte, wurde durch die Hege der Rechten stark gefährdet. Die Erwartungen der Wirtschaftstteise, daß es der Regierung Skrzynski gelingen wurde, den Handelsvertrag mit Deutschland, sowie eine Verständigung mit Sowjetrußland zu schaffen, um somit größere Exportmöglichkeiten zu haben, wurden nicht erfüllt, und dadurch entstand eine vielfache Vergrößerung der Arbeitslosigkeit, die das Staatsbudget immer mehr belastete.
Erneut fühlten da die Sozialisten die dauernde Unzufriedenheit unter den Arbeitern Polens, die' durch die Propaganda der Kommunisten noch verstärkt wurde. Der Einfluß der Kommunisten auf die 'Arbeitslosen ging zum Schluß so weit, daß es zu heftigen Unruhen fast in allen größeren Städten Polens, wie auch in der Hauptstadt Warschau kam. Jeden Tag kamen Nachrichten über Unruhen aus der Provinz, die die allgemeine politische Lage im Lande als sehr gefährlich erscheinen ließen. In Warschau kam es so weit, daß die Arbeitslosen das sog. soziale Ministerium stürmten, mit dem Zweck, den sozialistischen Arbeitsminister anzugreifen. Zu derselben Zeit bemerkte man auch eine aggressive Politik der Rechtsparteien, die eine Reihe von militärischen Intrigen anstifteten. Es gab Augenblicke, in denen man an das Bevorstehen eines Stoats- coups in Polen glaubte. Man mußte jeden Augen blick fürchten, daß es zu einem aktiven Kampf zwischen den beiden Lagern kommen würde, was sicherlich das Land in ein schreckliches Chaos verwickelt hätte.
Am schlechtesten aber stand cs um die sozialistische Partei, die durch ihr weiteres Verbleiben in der Koalitionsregierung mehr und mehr ihren Einfluß auf die Arbeiterschaft Polens verlor, und ihre Führer wurden sich darüber klar, daß sie zum 1. Mai einen öffentlichen Kampf mit den Kommunisten, die für diesen Tag insgeheim zum Putsch organisierten, aufnehmen müßten. Darum stellte die sozialistische Partei Skrzynski vorige Woche drei bestimmte B e - dingungen, unter welchen sie weiter im Kabinett verbleiben wollte und die daraus hinausgingen, daß die Regierung den Vorschlag des Finanzministers wegen weiterer Kündigung von Eisenbahnarbeitern absehen solle. Sonst wären sie gezwungen, aus dem Kabinett zu scheiden. Skrzynski wählte den Ausweg, auf die Unterstützung der Sozialisten zu verzichten in der Hoffnung, daß er durch einige Der- sorechungen an die Minderheiten in Polen in der Lage sein würde, ein neues Kabinett ohne Sozia 1 isten zu bilden. Den rechten Parteien war es and) in diesem Augenblick angenehmer, mit den ihnen so stark verhaßten Minderheit en zu tun zu haben, als mit den Sozialisten, da man bei diesen für ganz kleine Konzessionen eine Zustimmung zu ihrer Politik zu erreichen hoffte. Das Schwerste aber war, den Staatspräsidenten dazu zu bewegen, daß er nach dem Zusammenbruch der Koalitionsregierung doch die Demission des Kabinetts Skrzynski nicht annahm, da man Angst hatte, daß die Bildung eines neuen Kabinetts viel mehr Schwierigkeiten verursachen würde, als die Rekonstruktion des alten Kabinetts.
Es bleibt jetzt nur abzuwarten, wie sich der Sejm zu der neu zusammengeflickten Regierung Skrzynski stellen wird und wie sich die neue Re- gierung auf die wirtschaftliche Lage Polens, sowie auf die vergrößerte Arbeitslosigkeit und den bevorstehenden Zusammenbruch der Finanzlage Polens auswirken wird. Man kann aber wohl schon im voraus sagen, daß die neue Regierung Skrzynski sogar mit der Unterstützung der nationalen Minderheiten keine lange Dauer haben wird, da auch sie von den Intrigen innerhalb der Militärkreise Polens, die ein viel weitergehendes Programm auf- gestellt haben, bedroht wird.
Menschen Gemüt durch feine vogelfreie Sorglosigkeit erfreuen. Daher — dieser ..ausgestor- bene', nüchterne, unbefebtoingte Eindruck, den die australischen Städte auf den Neuankömmling unweigerlich machen müssen und tatsächlich auch stets auszuüben pflegen. Derartige „sang- und klanglose' menschliche Siedlungen, wie sie die australischen Großstädte sind, tann man sich in Europa eben gar nicht vorstellen
Amso angenehmer und umso betörender ist daher die Ueberraschung welche der australische Busch", d. h. der australische Urtoalb dem ahnungslosen Fremdling bereitet. Gibt es in den Städten gar keine Bäume, gar keine Vögel, so sind sie hier gleich im Superlativischen vorhanden, in Dimensionen, wie man sie bei uns in Europa wiederum nie und nirgends finden würde: Bäume wie richtige Wolkenkratzer und Vögel in Farben und Mengen und Melodien, daß einem Hören und Sehen vergeht ...
Allerdings ist der Busch von den Städten recht weit entfernt, er ist nur mit der Bahn oder per Auto erreichbar und selbst ein an amerikanisch hastendes Fortbewegen gewohnter 100-Prozent-Australier stattet dem Dusch alljährlich nur ein oder zweimal einen Besuch ab. rafft sich nur an ganz großen Festtagen zu einem Ausflug, einem „Picknick" in den Dusch auf- Wenn dieses erfolgt — so geschieht es gewöhnlich um die Weihnachtszeit oder zu Neujahr, b. h. im Dezember oder im Januar, die beide bei uns in Australien bekanntlich —--
Sommermonate sind! Der Hochsommer sozusagen? So fand denn auch der Picknick, von dem ich nun berichten will, und der mir die erste unvergeßliche Bekanntschaft mit dem märchenhaften australischen Busch vermittelte, in diesem daheim in Europa so ungastlichen „Sommermonat" statt.
Die Sylvesternacht war sehr geräuschvoll gewesen; die frische, kühlende Nachtluft, nach einem drückendheißen Sommertage, hatte viel Jugend ins Freie gelockt. Gesänge, zuerst religiösen Inhalts, wie „the holy City“, doch bann immer fröhlichere und übermütigere Weisen, hatten durch die offenen Fenster geschallt und hatten diejenigen. welche nach arbeitsvollem Tage der Entspannung begehrten, nicht Ruhe genießen lassen. Doch feit die Sonne wieder hoch am Himmel steht und einen herrlichen Tag verspricht, ist alte Müdigkeit vergessen: mit Volldampf werden alle Vorbereitungen zum Picknick getroffen und, vollgepfropft mit einer vergnügten Gesellschaft, saust unser Auto die staubige Landstraße hinunter, hinaus in die strahlende Welt ...
ES ist ein trockenes Jahr. Die Wiesen waren schon im November gelb gebrannt Weite Flächen golbiqbraunen, pulvertrockenen Landes ziehen sich zu beiden Seiten der Landstraße hin. Herben von bickwolligen Schafen, kaum von dem ausgebrannten Boden zu unterscheiden, suchen mühsam nach einem Murchvoll frischen Grases. Trotzdem ist das Bild wunderschön in der Sonne — Gold in Gold, überzogen von einem strahlend blauen Himmel, groß und well, höher und grenzenloser scheinend als in unserem nordischen Lande. Die Farben erinnern vielleicht an die römische Campagna, wenn die Sonne über den weiten ausgebrannten Feldern, über der ewigen Stabt brütet In der Feme ziehen sich in endloser Kette blaue, wolkenähnliche Dergmassen hin.
Von allen Seiten eilen Autos und 2Iutobuffe den Bergen zu. Der Neujahrstag ist in Australien — tote gesagt — ein allgemeiner Picknickstag. Schon nähert man sich dem „Dusch“. Lange Reihen von Fichten und vereinzelten Eukalyptus- bäumen sind bic Vorboten des nahenden Waldes. Endlich ist dieser erreicht! Herrliche stark ozonhaltige Gukalyptusluft, rein und würzig, strömt uns entgegen. Mächtige Eukalyptusbämne strecken ihre filbergrauen Stämme aus dem grünen Unter» holz in stolzer Großartigkeit zum Himmel empor — wahre Riesen des australischen Waldes, sämtliche anderen Bäume um bas Doppelte überragend. Das Laub ist nicht dicht, die Blätter haben die Form verlängerter Weibenblätter, — so ist ber Schatten eines Eukalyptuswaldes kaum bemerkbar. Die Sonnenstrahlen bringen überall Durch bas Durchsichtige Laub unb malen tausend flimmernbe Lichter in bas bunkle Dickicht bes Tlnterholzes.
Doch in der Tiefe dieses gigantischen Waldes stecken schlanke Myrten, üppige Magnolien, blühende „Sassafras-Trees" und Schwarzholzbäume (black wood-trees) ihre dunklen Laubkronen zusammen unb geben vereint mit den
Der Zusammenbruch der Koalitionsregierung in Polen.
Von unserem K.-Berichterftatter.
(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.»
Warschau. 30. April 1926.
Sie Koalitionsregierung Skrzynski, die sich aus fünf verschiedenen politisch stark entgegenge- letzten Patteien aufgebaut hat, brach nach 5 Monaten Herrschaft zusammen. Dieser Zusammenbruch mar keine Ueberraschung. Er kam auch nicht plötzlich, du man ihn schon seit Monaten erwarten konnte. Man brauthi sich nur der Rede Skrzynskis im Sejm von seiner Abreise nach Gens zu erinnern, in welcher er schon damals die verschiedenen Regierungspar- tcien darum gebeten hat, seine Regierung wenig- s'ens so lange zu unterstützen, bis er von Genf zu- rückgckominen sei. Skrzynski erklärte damals, daß na Falle die Regierungsparteien ihm ihre Unter- ttützußg nicht sichern würden, er nicht nach Genf reisen könnte und die polnischen Wünsche von vornherein verspielt seien.
Das Kabinett Skrzynski wurde in einem besonders kritischen Augenblick geschaffen, in der bekann- len Nooemdernacht des vorigen Jahres, als Polen offenbar ein Bürgerkrieg drohte. Die Sitzungen des Sejm und die Beratungen dauerten bis > Uhr morgens und endlich kam man zu dem Beschluß, daß nur die sozialistische Partei Polens das Land vor dem bevorstehenden Chaos retten könne, wenn sie in bic Regierung e i n» trete. Da- Expose Skrzynskis nach der Bildung Der neuen Regierung war darauf gestützt, daß die reue Regierung sich bemühen würde, das politische ioroie das wirtschaftliche Leben der polnischen Republik auf das weitestgehende gesund zu machen. Dieses Programm wurde ausdrücklich von den So- sialisten gefordert, da sie nur unter diesen Bedingungen in die Regierung eintreten würden.
Schon nach einigen Wochen war beutlid) zu eben, bah bic Regierung Skrzynski ihr versprochenes Programm nicht ausführen konnte. Die Stellung der rechten Parteien, die verwickelte internationale politische Lage sowie die unaufhörlichen Intrigen innerhalb des Militärs in Polen und zum Schluß die drohende Inflation des polnischen Zloty verursachten Skrzynski ungeheure Schwierigkeiten, deren er nicht Herr werden konnte. Schon am Anfang verlangten die rechten Parteien durch ihren Finanzminister Dziechowsti ein zu weitgehendes Budget für das Kriegsministerium, was bei der augenblicklichen Krise der Wirtschaftslage in Polen ohne ein bevorstehendes Defizit des Staatshaushaltes unmöglich durchzuführen war. Zu derselben Zeit stellten die Sozialisten Forderungen, die gerade Im Gegensatz zu denen des Finanz- ' ünisters standen, nämlich: die Reduktion der Geteilter der höheren Beamten sowie eine starke Unter- Nützung der Arbeitslosen, ferner die Einschränkung Des Militärbudgets. Schon damals wurde man sich Darüber klar, daß die Zusammenarbeit der Sozialsten mit den rechten Parteien unmöglich sein würde. Die Rechte erklärte, daß sie keineswegs den Forderungen der Sozialisten nachkommen könnte, lie Sozialisten wiederum sagten, daß ihre Forde- ningen nur ein Minimum seien, da eigentlich die klusgnbe der Sozialisten im Kabinett Skrzynski viel weiter gehen müßten. Weil sie aber keine Krise »nerhalb der neuen Regierung verursachen wall- -u. beschränkten sie sich auf ein Minimum, dieses 'Xinimum aber müsse von der Regierung durchaus durchgeführt werden. Schon damals entstanden C roße Schwierigkeiten für die Reaierung Skrzynski, ;) daß die Vorsteher der sozialistischen Partei im Kabinett gewechselt werden mußten. Von diesem Augenblick an merkte die sozialdemokratische Partei, daß sie durch ihre Politik innerhalb der Regierung ihren Einfluß bei den Arbeitern in Polen stark verloren hatte. Es gab einen Augenblick, in welchem man glaubte, daß durch den Eintritt der Sozialisten in das Kabinett Skrzynski es zu einem Bruch innerhalb der sozialistischen Partei Polens kommen würde, da der linke Flügel dauernd zu den Kommu- niften überzugehen drohte.
Erst auf dem Parteikongreß der Sozialisten, Ende )tß vergangenen Jahres, verbesserte sich die Lage der Partei und es wurde ein Beschluß gefaßt, sich mit den Rechtsparteien zu verständigen, evtl, ein Kompromiß zu schließen, nach welchem die Rechte innerhalb der Koalitionsregierung einem Teil ber ' ozialistischen Forderungen nachkommen sollte, um einen Zusammenbruch der Regierung sowie eine eotL Auslösung des Sejms zu verhindern. Unter Diesen Bedingungen blieben die Sozialisten in dem Robinett Skrzynski.
Ende Januar d. I. trat plötzlich eine st a r k e wirtschaftliche Krise in Polen ein, die zu neuen Schwierigkeiten, sowie zu einem weiteren Sturz des Zloty und zur Vergrößerung der Zahl Der Arbeitslosen führte. Die Außenpolitik Skrzynskis
grettag, 30. April 1926
entzückenden Fächerpalmen. genügend Schatten unb Schuh vor Der glüh en den Sonne. Die leuchtend-grünen Fächerpalmen (Der Stamm sieht tote ein Brrndet zahlloser Dünner Stengel au6) bringen einen lebhaften Akkord in den ernsten grau-blauen und grau-braunen Ton des australischen WaldeS und bilden mit ihren weitausgebretteten spitzenartigen Fächern ein anmutiges smaragdgrüne- Dach über Dem Haupte Der Fußgänger Man muß sich hart an bic Waldespfadc halten Denn das Innere des Buschs ist ein undurchdringliches Dickicht von Strauchtoerl. Uetterndem Grase und Schlingpflanzen aller Art. m dessen Tiefe zahllose giftige Schlangen nisten. Sntzückenda Sträucher von Christmastrees , die um die Weihnachtszeit von Duftigweihen Blüten bedeckt sind. .Dogwoods". Die reizend anzusehen, aber nicht angenehm zu greifen sind, blühenden Myrten und vielen anderen blühenden Sträuchern, geben dem Walde ein märchenhaftes Aussehen, linier Weg führt zum .Black Spur", berühmt durch feine gigantischen Eukalyptusbäume. Manche 250 Fuß hoch und 45 Fuß im Umfang, so daß man ordentlich einen Knacks hn Genick fühlt, wenn man zu ihnen hinauffchaut und bic Höhe dieser Riesen mit den Augen abzuschätzen versucht. Ich legte meine Arme um einen gewöhnlichen Cuka- lyptusstamm, doch gelang es mir nur, ein Viertel des Umfanges zu umfassen.
Nach einer langen Fahrt mit vielen Ausblicken auf Die berumliegenben Berge, nahmen wir an einem munteren Dache Platz, zu dessen Seiten sich Reihen schöner Fächerpalmen hin- zogen. Der unvermeidliche australische Tee wurde gekocht (ein richtiger Australier trinkt, ganz wie Der Russe, feine 10 bis 12 Tassen täglich! unD wir ergötzten uns an Der Vogelwelt des australischen Waldes Zutraulich näherten sich die entzückenden kleinen „bluewren“ (australischer Zaunkönig) mit ihren aufrecht wippenden Fächerschwänzchen der lagernden Gesellschaft und nahmen an unserem „Ahernoon-Tea" teil, während Die schwarzweißen „magpies“ (australische Elster) einen unglaublichen Spektakel über uw- seren Köpfen vollführten Die australische Vogelwelt zeichnet sich mehr durch Farbenpracht als durch musikalische Fähigkeiten aus. Dieser Lärm, Den Die Vögel hier vollführen, zwingt jeden, ich weiß nicht weshalb, unwiderstehlich zum Lachen. Zum erstenmal, als ich einen „magpie" hörte, klang es mir wie das Kreischen einet schlecht geölten Tür. Freilich habe ich den empörten Australiern später zugeben müssen, daß Der „magpie", wenn er in rosiger Stimmung ist, z. B. an einem sonnigen Morgen unD wenn er nicht geraDe mit seinem Weibchen zankt, auch sehr meloDische Töne von sich geben kann — wie eine Tonleiter. Die Australier behaupten. Die MaDame Melba, Die berühmte Sängerin, habe, als sie in Australien toeilte, ftunDenlang Dem Gesang Der Magpies gelauscht, um ihnen Das Geheimnis ihrer Kunst abzulauschen.
Von europäischen Gästen gibt es hier Amseln und Lerchen. Der eigenartig^« australische Vogel ist aber entschieden Der „Kookaburra" oder Der „lachende Iackaß", (ein Vogel, Der einem — Esel ähnelt) ein unglaublich komischer Geselle von Der Gröhe imferer Krähen, grau befeDert, mit außerordentlich großem Kopse und einem Derartigen Ausdruck von Heber legen bei! und Sarkasmus um Augen und Schnabel, daß man kaum seinen Ernst wahren tarnt, wenn man ihn sieht. Als ich ihn zum erstenmal lachen hörte, mußte ich auch laut mit lachen. Demi Der Kookaburra lacht ein wundervolles, ansteckendes homerisches Lachen, gesund und kräftig gurgelt fein lautes „Hahaha" einem entgegen. Ein lachender Philosoph, Der sich weidlich über Die Dummheit Der ewig besorgten Menschheit amüsiert: „Ha — ha — ha"' Im Winter, wenn es ungemütlich kalt im Busch und die Sonne sich einige Tage nicht gezeigt, stattet Der Kookaburra den Städtern gern einen Besuch ab. Dann liebt er es, sich auf den wärmenden Schornstein nie» Derzulassen unb von diesem aus sein spitzbübisches Lachen den Menschen ins Zimmer zu senden. Durch die offenen Feuerplätze Dringt der Schall doppelt laut ins Innere des Hauses, sodaß man Den Eindruck hat, als habe ein fröhlicher Besuchen sich einen gemütlichen Platz auf Dem Sofa gesucht unD schwatze nun mitten unter Den Hausbewohnern. Der Kookaburra ist ein erklärter Liebling Der Australier, Groß und Klein wird nicht müde, ihn zu beobachten und mit ihm zu lachen.
Mehrere solcher beflügelten Eingeborenen Australiens besuchten uns während unseres Picknicks und sorgten für Heiterkeit und Witz. Auf Der Heimfahrt beobachteten wir eine Schar wunderschöner, blau und rot gemusterter Papageien, die von Zweig zu Zweig flogen. Vereinzelt sah man auch ganz grüne Vögel. Auch weiße
Das Positive und persönlich ergreifend Menschliche in Puccinis mit höchster technischer Meisterschaft geformter Musik ist die Lyrik, wie sie sich in Den Gesängen Der kleinen Liu irgenDtoie Schwester Butterflys, doch viel inniger, seelisch noch zarter und stets von besonders liebevoller Orchesterbehandlung getragen — und in den Arien des Prinzen Kalaaf ausatmet. Da vergißt Puccini alle tendenziöse Exotik, und es blühen einige seltsame Melodien auf, von noch schwererer Süße, noch sehnsuchtsvollerer Schönheit als bisher.
Bedeutsam an „Turandot" scheint mir ihr chorischer Teil: Da gibt es Chöre Der Henker. Des Volkes, Der Priester, Der Weisen. Chöre Der Seelen Der Getöteten. Der klagenden Knoden, Der lockenden Mädchen, geheimnisvolle Stimmen Der Ferne. Manchmal find sie oratorisch, immer sinfonisch geführt und stets bilden sie treibendes. dramatisches Mittel. So lentt sich unwillkürlich Der Blick aus altem China nach griechischen Tragödien. unb es werden bezeichnendste Gemeinsamkeiten im Wandel aller theatralischen Formen von -Urzeit bis heute sichtbar. Diese Chöre klingen alte ganz wundervoll, ihr Stimmengeflecht ist von höchster Kunst geführt. Na- türllch üben Die stärksten Wirkungen jene grandios gebauten, fast raffinierten Pompfinale Der ersten zwei Akte, Die dort des Prinzen Entschluß. hier die Rätselszene zu Wurzeln ihrer fieberen Steigerung haben. Das Orchester Puccinis erstrahll, schimmert in gereifter Fülle und Trunkenheit. ES war noch nie so differenziert und vielgestattig. Unvergeßlich wird jedem, bei es erleben durfte, die Tat ToscaniniS bleiben. Sie war so ungeheuer suggestiv, so schöpferisch alS Nachschaffung, daß durch sie der ungetrübte Blick objektiver Kritik fast getrübt werden könnt«.
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Abend des Genusses!
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wieder kommen muhte, konnte die Deifallsfreudig- keit nicht abdämpf en. 3a, es war wirklich ein
gegen künftigen planmäßigen Einschlag im Stadtwald beziehen würde. Im Stadtwald etwa in der
Reinhardt-Gastspiel im Frankfurter Schauspielhaus» Gin Abend seltenen Behagens! Die Rei
gende Originalität einer Künstleridee erweckt den guten, alten Goldvni zu neuem Leben. Ma? Reinhardt heiht der Zaubermeister, der nicht nur Menschen, sondern auch Theaterstücke nach seinem Künstlerwillen formt; hier ein Beweis. Das Spiel wirbelt, Situation hetzt Situation, zwischendurch werden zu der Musik Mozarts Einlagen mit neuen Texten gesungen, Tempo heiht die Zauberformel. Alle Künstler, Bekannte von der flimmernden Leinwand, der sonst so düstere Friedrich Kühne, die schöne Dagny S e r v a e s, die kecke Amn Mewes, die grazile Sybille Binder, Karl E t t l i n g e r, Raul Lange, Gustav v. Wangenheim, der Sohn Winter- steins, Wilh. B o e l k e r und Theodor Dan - negger, jetzt der unsrige, sie alle erleben und gestalten ihre Figuren mit leicht karikaturistischem Anflug und erfüllen ihre Szenen mit humorvoller, spielbesessener Lebendigkeit. Aber einer, bei dem wächst dieser Humor zur Dynamik, dieser eine ist Hermann T h i m i g! Er ist die Hauptperson des Spieles und des Abends, „aufzuwarten": der Truffaldino. Er allein würde genügen, um den Abend vollkommen zu machen. Er rutscht und springt aus der Bühne herum, sein Gesicht, sein ganzer Körper spielt mit, aber niemals wird er ein Opfer naheliegender ^lebertreibung, immer bleibt er der Hebe Kerl. Es ist wundervoll, wenn er seinen beiden Herrn mit ewig knurrendem Magen auftoartet, sich aus allen Verfänglichkeiten herauslügt. Höhepunkt ist die Wirts- hausszene, da er nach rechts imb links bedient und zwischendurch noch eine Sondernummer mit dem „Fricksafe“ und dem „lieben Pudling" spielt. Hier ist er geradezu erschütternd, es bleibt kein Auge trocken beim Anblick dieses hinreihenden Spieles. — Das Publikum tobte Beifall, sogar der eiserne Vorhang, durch den Thimig immer
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Mhe des V. f. B.-Waldfportplatzes oder im Schiffen- bergertal könnte eine solche Anlage einen geradezu idealen Platz haben, um den uns manche andere Stadt beneiden dürfte. Uebertriebene Aengftlichkeit und Fürsorge um ein kleines Stück unseres gewiß sehr schätzenswerten und mit Liebe zu hütenden Waldes darf bei dieser Angelegenheit nicht bestimmender sein als die Sorge um die Volksgesundheit, bei deren Förderung oder Vernachlässigung es sich doch um weit größere Werte handelt. Und frische, energisch zupackendc Tatkraft ist eine weitere Bedingung für die baldige Verwirklichung dieser für die Gesamtheit segensreichen Einrichtung. Man denke hierbei nur an die gesundheitlichen Schäden der Wohnungsnot, denen durch eine Luft- und Sonnenbad-Anlage in beachtenswertem Maße entgegengewirkt werden könnte. Auch unseren Wafserbadegelegen- h e i t e n möchten wir eine erhöhte städtische Fürsorge zugewandt wissen. Zunächst die Plahsrage: Daß die Lahnbäder jetzt an der richtigen Stelle sich befinden, werden mit uns wohl die meisten Mitbürger bezweifeln. Zwar ist die Wohnwagenburg der Schausteller an der Lahnbrücke jetzt vermindert und damit einen Stein der Anfechtung kleiner geworden. Es bleiben aber immer noch genug andere, ohne weiteres klar zutaye liegende Gesichtspunkte übrig, die gegen die jetzigen Plätze der Lahnbadeanstalten sprechen. Sollte es nicht möal> sein, die Badeanstalten weiter stromaufwärts, etwa in die Nähe des Felsens zu verlegen? Zwar würde dadurch der Weg von der Stadt zu den Badegelegenheiten etwas verlängert, aber einen Nachteil könnten wir darin nicht erblicken, denn eine kleine Strecke des Weges mehr nach dem Wasserbad oder von dort nach Hause wäre u. E. nicht so schlimm, und im übrigen dürfte jene Gegend in nicht allzu langer Zeit ja auch wohl bebaut sein. Weiterhin würden wir es begrüßen, wenn die Stadt sich a> einen Einfluß auf die Ausgestaltung und die Führung der Badeanstalten verschaffen würde. Und schließlich die Kinderspielplatz-Frage. Auf diesem Gebiete der Fürsorge für unsere Kleinen sieht es heute in unserer Stadt recht trostlos aus. Entweder müssen die Kinder auf den Straßen herumspringen, wo sie ständig den vielfachen Gefahren des Verkehrs unterliegen, oder die Höfe werden als Spielplatz in Anspruch genommen, die doch alles andere als gesundheitsfördernd find. Die Schulhöfe üben auf die schulpflichtigen Kinder außerhalb der Schulzeit aus naheliegenden Gründen keinen Anreiz aus, außerdem kann es auch nicht gerade erwünscht sein, daß sich die Kinder ohne Aufsicht dort aufhalten, weil dann doch mancherlei Schaden zu befürchten wäre. Für die kleinere, noch nicht schul- pflichtige Gesellschaft stehen nur die paar kümmerlichen Spieleckchen in der Süd-, Ost- und Nordanlage zur Verfügung, die, an vielbefahrenen und daher staubigen Straßen liegend, vom hygienischen Standpunkt aus auch alles andere als ideal sind. 'Notwendig erscheint uns die Schaffung hygienisch einwandfreier Spielplätze, die nach Lage der Verhältnisse leider nur noch an der Peripherie der Stadt möglich ist, da man in früheren Jahren bei städtebaulichen Entscheidungen auf derartige Zukunftsmöglichkeiten kein Augenmerk gerichtet hat. Diese neu zu schaffenden Kinderspielplätze, die für die verschiedensten Altersstufen Anreiz haben müßten, wären so anzuordnen, daß sie ohne Schwierigkeiten organisch in den neuen Stadtbebauungsplan eingegliedert werden könnten. Daß man für jedes Stadtviertel einen solchen Spielplatz schaffen müßte, bedarf wohl weiter keiner Begründung, und daß man bei derartigen Anlagen nicht engherzig verfahren darf, ist ja ebenso selbstverständlich. Diese Einrichtungen könnten vielleicht am Philosophen- wald, am Rodberg, in der Nähe der Hardt, bei der Schönen Aussicht und im Schiffenberger Tal geschaffen werden. Wer andere, bessere Vorschläge zu machen hat, möge mit seiner Meinung hervortreten, er wird durch eine ernste sachliche Erörterung dieser bedeutsamen Fragen dem Gemeinwohl dienen.
Wir sind uns natürlich darüber klar, daß für die hier besprochenen Anlagen Geldaufwendungen der Allgemeinheit notwendig sind. Indessen sind wir uns auch bewußt, daß diese Ausgaben durchaus nicht unerschwinglich sind und daß wir sie auf uns nehmen müssen, wenn wir ein gesundes und starkes Geschlecht großziehen wollen. Die Reichsgesundheits-
Bauern zum Opfer gefallen, die sie Maurengräber und Maurenfriedhöfe nennen. Dem balkarischen Bauern steckt noch immer der alte Haß gegen die einstige bedrückende Maurenherrschaft im Blute, und da er alle die wunderbaren megalithischen Bauten auf den Inseln kurzweg den „Moros", den Mauren, zuschiebt, ist er bestrebt, alles an diese Erinnernde auszusilgen und zu vernichten, wodurch der archäologischen Wissenschaft ein großer Schaden erwächst.
Auf der Insel Mallorca bei der Hafenstadt Alcudia, sind diese eigenartigen Gräber zum Teil so angelegt, daß sie die Sitzreihen eines alten | Amphitheaters quer oder schräg durchschneiden. Uebrigens habe ich nirgends eine einheitliche Orientierung der Gräber nach einer bestimmten Himmelsrichtung wahrnehmen können. Vielmehr scheint die Beschaffenheit des Bodens — die Insel besteht fast nur aus felsigem Boden — maßgebend für ihre Anlage gewesen zu fein. Auf dieser Insel ftn- bet sich auch die eigentliche olerdulanische Form mit dem besonderen Ausschnitt für den Kopf. Die Seitenkanten verlaufen oft bewundernswert gerade und sind glattbearbeitet. Die Länge der Gräber läßt auf keine besonders große Rasse schließen. In anderen Grabformen hat man auf den Balearen Knochen und Knochenteile gefunden, die zum Teil einer wenig robusten Rasse angehärten, während andere den Vergleich mit den stärksten der Cro- magnonrasse aufnehmen konnten. Betreffs des wichtigsten Fundftückes, eines Frauenschädels, ist man der Ansicht, daß er in seinen Maßen an die brachycephale Rasse von Grenelle erinnert.
Leider ist bisher noch immer versäumt worden, von diesen merkwürdigen Grabstätten eine regelrechte Bestandaufnahme zu machen und so das Wenige, was uns noch überliefert ist, für die Wissenschaft zu retten.
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Starkenburg.
WER. Darmstadt, 29. April. Der Oberbürgermeister hat gegen die kürzliche Entscheidung des Provinzialausschusses, durch den die Getränkesteuer der Stadt Darmstadt für ungültig erklärt wird, Berufung beim Verwaltungsgerichtshof eingelegt.
* Darmstadt, 29. April. In der Rähe von Wiebelsbach war vor einigen Tagen ein junges Mädchen aus Heubach von einem Land st reicher vergewaltigt worden. Die Gendarmerie in Groß-Tlmstadt hat jetzt den Täter ermittelt und fest genommen. — In Reichenbach i. O. geriet das Auto des Arztes Dr. Wolpert in Brand, als dieser auf dem Wege zu einem Krankenbesuche war. Der Wagen
rund 3 0 0 00 0 Mark zu rechnen haben. Auch hier wird es Sache des Haushaltsausschufses fein, nachzuprüfen, ob der Verteilungsschlüssel nicht geändert werden kann, weil die Erhöhung der Ausgaben, besonders der Soziallasten, in erster Linie auf die industriellen Landgemeinden entfällt.
$ Groß-Rechtenbach, 29, April. Bei der gestern hier stattgefundenen Nutzholzsubmis- s i o n der Gemeinden Volpertshausen und Groß-Rechtenlkach wurden folgende Höchstgebote abgegeben: a) für Volpertshausen auf Fichtenstämme: Klasse la 13,50 Mk., Klasse 1b 16,25 2)1 L, Klasse 2a 18,20 Mk., Klasse 2b 20,50 Mk., Klasse 3a 22 Mk., Klasse 3b 24 Mk., Klasse 4a 26 Mk.; Kiefern, flämme Klasse 2a bis 4a 13,50 Mk. je Festmeter. Auf Kiefernstämme 3. und 4. Klasse aus dem Vorjahre wurden 13 bzw. 12 Mk. je Festmeter ge- boten; die Höchstgebote für das Holz- von Groß- Rechtenbach betrugen für Fichtenstämme: Klasse la bis 3b 18 Mk. und für Kiefernstämme: Klasse la bis 3a 15 Mk. je Festmeter.
Lützellinden, 29. April. In unierem Dorfe trifft man viele alte Fachwerkgebäude an. deren Bauzeit zum Teil noch in das 16. Iahrhundert zurückreicht. Viele dieser Bauten sind im Laufe der Iahre mit einem Bewurf versehen worden, so daß nut wenige sich in ihrer ursprünglichen Gestalt dem Auge des Beschauers darbieten. Besonderes Interesse dürfte ein nahe bei der Schule stehendes Haus finden, das durch sein ehrwürdiges Eichenfachwerk mit den guterhaltenen Verzierungen und Schnitzereien eine Sehenswürdigkeit unseres Ortes ist. Das im Anfang des Dreißigjährigen Krieges erbaute Haus erfuhr vor dem Krieg einen neuen Anstrich, der die ursprüngliche!^ Schönheiten in rechter Weise her- vortreten läßt. Außer den an den äußeren Balken und am Giebel befindlichen kunstvollen Verzierungen verdient ein an dem linken Eckbalken des Hauses angebrachtes Schnitzwerk besondere Beachtung. Es stellt in sinniger Weis« die bekannte Szene aus dem Hündenfall bar, in welcher Eva dem Adam den Apfel überreicht, während im Gezweig des Baumes die Schlange sichtbar ift Es ist erfreulich daß in der letzten . Zeit diesen alten, kulturell wertvollen Fachwerkgebäuden immer mehr Aufmerksamkeit gewidmet und daß von berufener Seite alles zu« Erhaltung derselben auf geboten toirb.
Dillkreis.
WSR. Herborn, 29. April. Auf der Kruppschen Sottersbachbahn bei Herdorf wollte der Lokomottvführer Reisen- r a t h an seiner Lokomotive etwas nachsehern Plötzlich setzte sich der Zug aus noch unbekannter Ursache in Bewegung, überfuhr den Mann und tötete ihn auf der Stell».
bl. Herborn, 29. April. Das Wilderer» Unwesen macht sich in der letzten Zeit auf dem Westerwald stark bemerkbar. In allen Gemarkungen findet man verendetes Wild in Schlingen vor, teils schon der Verwesung anheimgefallen. 2>ie Wilddiebe gehen mit seltener Dreistigkeit vor und scheuen sogar nicht den hellichten Tag. Die Forst- verwaltungen sind dem Treiben gegenüber machtlos.
dl. N i e d e r s che l d, 29. April. Die Bautätigkeit hat sich in unserer Gemeinde in der letzten Zeit stark entwickelt. Unter Zuhilfenahme von Darlehen war es einer Reihe von Einwohnern.möglich, em eigenes Heim zu errichten, so daß etwa acht bis zehn Neubauten geschaffen wurden. Rechts an der Dillenburger Landstraße ist eine kleine Kolonie entstanden, die durch ihre schöne Lage besonders an- mutend wirkt.
bl. Fleisbach, 29. April. Im Laufe dieses Jahres soll auch in unserer Gemeinde ein Kriegerdenkmal erstehen. Die Einwohnerschaft wird sich rege an dem Liebeswerk beteiligen.
Oberwesterwaldkreis.
WSR. Hachenburg, 29. April. In der Rähe der Westenbhalle brach dieser Tage plötzlich ein Draht der Stark st romleitung und fiel auf die Pferde eines zufällig vorüberfahrenden Fuhrwerks. Beide Pferde, junge kräfttge Tiere, waren sofort tot.
hardtbühnen Wien-Berlin spielen Carlo G o l b o n i s »Diener zweier Herrn", und Freude springt aus dem Spiel in das verdunkelte Haus und weckt ein Lachecho in Parkett, Logen unb Rängen. Cs liegt eine ungeheure Intensivität über der ganzen Darstellung, die schon in der Inszenierung zutage tritt Die alles beschwin-
woche wird erst dann voll und ganz nutzbar werden, wenn ihre Lehren und Ratschläge in erster Linie zum Besten der Heranwachsenden Jugend Anwendung finden, für deren Wohlergehen uns fein Opfer zu groß sein darf. Eine vollwertige Generation für Deutschlands Zukunft wird — wirtschaftlich gesprochen — die beste Verzinsung des Anlagekapitals von heute fein.
Jur Wohnungsfrage in Gießen.
Man schreibt uns: Im Abenblatt den „Frankfurter Zeitung" Rr. 265 vom 10. April steht die Rachricht. daß nach der Berliner Wohnungszählung vom 3. Mai v. I. in Berlin 1 179 612 Wohnungen, aber 1 254 150 Haushaltungen gezählt wurden, sodaß also 74 528 Haushaltungen (= 5,94 Prozent) keine eigene Wohnung besahen. Anscheinend wird diese Meldung gemacht, um die s chlecht en Berliner Wohnungsverhältnisse recht drastisch darzustellen. Demgegenüber ist festzustellen, daß die Wohnungsnot in Gießen noch wesentlich schärfer ist. Wir haben in Gießen 8248 Haushaltungen, von denen 102 3 keine eigene Wohnung besitzen, d. h. 12,4 Prozent aller Haushaltungen leben ohne eigene Wohnung. Wenn auch vermutet werden muh, dah die Haushaltungen ohne eigene Wohnung in Berlin zum Teil schlechter untergebracht sind als in Gießen, so sprechen die angeführten Zahlen aber doch für das auherordeutliche Wohnungseiend, das in Gießen herrscht.
Kakadus trifft man häufig — ihr blendendweißes Gefieder nimmt sich wunderschön zwischen dem Grün der Bäume aus. Wer jedoch die australische Vogelwelt am besten beobachten will, der nutz sich wett von der Landstraße entfernen, muh 'ich mitten in das Dickicht des Busches begeben, wohin kein Auto unb keine fröhliche Picknickgesellschaft dringen kann. Da beginnt das eigentliche Reich der australischen Vögel. Die lärmende Grohstadk mit ihren lauten Landstraßen und hastendem Geschäftstrubel vertreibt alle Raturwesen, und dort, wo sie noch vor wenigen Jahren zu Hause waren, ist ihr Gezwitscher und ihr Trillern verstummt, hört man heute nur das eintönige Tuten der Autos, dieser machtsüchligen Beherrscher unseres färb» und klanglosen Jahrhunderts ...
Man kann sich von der Intensität und Wahrheit deS Ausdrucks, von der Leidenschaftlichkeit dieses Musizierens mit dem ganz wunderbaren Orchester keine Vorstellung machen.
Die Scala hatte Rose R a i f a, die italienische Ieritza als Turandot, unb Fleta, den außerordentlichen Tenor, als Prinzen in das heiße Feuer der Premiere geschickt — beide Vollnaturen und geistige Sänger. Das heitere Trifolium führte glänzend Rimini; die Zam- boni ist eine sympathische, wenngleich feine ideale Liu. Regie unb Bilder der im Llebermaß von Kostümpracht schwelgenden Aufführung^ sind nicht gain glücklich von Forzcmv, Caramba und Chigi geleitet und entworfen. Hier harrt der deutschen Operbühnen Reformarbeit.
Von dein rauschendem Erfolg der Premiere, zu der sich in dem gigantischen Hause der Scala Kunstfreunde und Fachleute aus der ganzen Welt trafen, wäre noch zu melden. Als in der zwölften Stunde der Chorckondukt mit Liu hinter dem langsam fallenden Vorhang verklang, das Wert inmitten der unbeendeten Arbeit jach abbrechend, blieben die Diertaufenb Menschen wie auf stummen Befehl einige Augenblicke im Dunkel — dann erst brach der Beifall aus.
Nutzanwendung der Reichsgesundheitswoche.
Bei einer rückschauenden Betrachtung auf die Reichsgesundheitswoche in Gießen wird auch der strenge Kritiker zugeben müssen, daß diese Veranstaltung einen starken Erfolg davongetragen hat. Dank der populär-wissenschaftlichen, sehr belehrenden Vorträge angesehener eingesessener Mediziner waren die Veranstaltungen der Reichsgesundheitswoche allabendlich außerordentlich stark besucht, und mit gespanntestem Interesse folgten die Zuhörer den Darlegungen der Referenten, die eine Fülle von Anregungen und guten Winken für die richtige Gesundheitspflege zu geben hatten. Zn dieser starken Beteiligung des Publikums an den ausgezeichneten Veranstaltungen kommt deren großer Erfolg schon äußerlich deutlich sichtbar zum Ausdruck. Aufgabe der Zuhörer ist es nun, den Gewinn von diesen lehrreichen Vorträgen zu bewahren und richtig anzuwenden, damit er dauernd werde. Diesen Nutzen aus der Veranstaltung zu erlangen, kann dem einzelnen nicht schwer sein. Er muß nur die richtige Folgerung aus dem von den berufenen Männern Gehörten ziehen, diese Ratschläge befolgen, und dann hat er den Erfolg, der in erster Linie seiner Gesundheit, darüber hinaus aber auch der Allgemeinheit zugute kommt. Aber auch der Bürgergesamtheit kann es nicht schwer fallen, die guten Ratschläge der Reichs- gesundheitswoche in dauernd nützlicher Weise anzu- wenden, wenn mit Ernst und Großzügigkeit an die Umsetzung der Worte in Taten herangegangen wird. Nutzanwendungen des Gesagten lassen sich nach vielerlei Richtungen ziehen. 2lus dieser Vielfältigkeit möchten wir heute nur eine Folgerung als be - sonders dringlich für unsere Stadt, aber auch für zahlreiche andere Gemeinwesen hervorheben: Schafft Luft - und Sonnenbäder, sorgt für gute Wasserbäder, errichtet einwandfreie Kinderspielplätze!
Ueber die Notwendigkeit derartiger Einrichtungen für die Dolksgesundheitspflege brauchen wir in diesem Zufamenhang nichts weiter zu sagen. Wir möchten uns hier mit einigen Möglichkeiten zur Verwirklichung dieser Forderungen in Gießen beschäftigen. Der Männerbadeoerein hat zwar heute schon eine Abteilung feines Geländes an der Lahn für Luft- und Sonnenbäder bestimmt, aber dieser Platz ist für die Inanspruchnahme durch breitere Volksschichten zu klein, denn er ist in erster Linie nur für die Vereinsmitglieder zu beschränktem Gebrauch berechnet, und im übrigen weist er u. W. auch nicht die Mittel auf, die ein zeitgemäßes Luftbad haben muß: einige Turngeräte, wie z. B. Reck und Barren, einen Bauspielplatz, Dusche usw. Ein zeitgemäßes, allen Ansprüchen genügendes Luft- und Sonnenbad zu schaffen ist u. E. Aufgabe der Stadt, die mit einer solchen Einrichtung einem dringlichen gesundheitlichen Interesse der Einwohnerschaft ae° nügen würde, im übrigen damit aber auch eine Anlage schüfe, die sich zum mindesten selber tragen dürste. Die Geldfrage würde hierbei nicht allzu stark ins Gewicht fallen, da man dieses Bad auf städtischem Grundeigentum errichten und für die Holzbauten den Stadtwald dergestalt zu Hilfe nehmen könnte, daß man fertige Balken, Bohlen, Bret- ■ ter, Pfosten usw. von einem Sägewerk im Austausch
Flachgräber auf den Balearen.
Von E. Seeger, Kiel.
Auf den beiden balearischen Inseln Mallorca und Minorca findet man im flachen Felsboden aus» gehauen oder ausgeschnitten flache, längliche Vertiefungen, deren Kanten zum Teil noch recht gut erhalten sind und auf eine einstige sorgfältige Bearbeitung schließen lassen. Es sind Flachgräber aus der Bronzezeit, nach der spanischen Provinz Oler- dula, wo man sie zuerst und in vollendetster Form fand, olerdulanische Flachgräber genannt. Auf der kleineren Baleare Minorca sind sie in besonders großer Zahl vorhanden und bilden ganze vorgeschichtliche Friedhöfe, die stets außerhalb der zyklopischen Mauern liegen, welche die prähistorischen Niederlassungen umschlossen. Die Gräber sind verschieden groß, bald für Erwachsene, bald für Kinder bestimmt gewesen, bald auch sind drei oder mehr Leichen darin bestattet worden. Sie haben jedoch nicht, wie die Gräber von Olerbula, einen besonderen Ausschnitt für Kopf und Schultern, sondern sind nur am Kopfende breiter und tiefer, als am Fußende, das oft so schmal ist, daß gerade zwei Füße nebeneinander Platz haben. In einigen dieser Gräber hat man, in die spärliche Erde gebettet, welche sie ausfüllt, Menschenknochen gefunden. Die großen Decksteine, mit denen sie bedeckt waren, sind längst verschwunden, höchst wahrscheinlich wie so viele uralte Zeugen längst vergangener Zeiten dort, zum Bau von Straßen und Häusern verwendet. Doch können sich einzelne Leute noch an die großen Felsenplatten erinnern. Gewiß sind auch viele der Gräber selbst der Hacke der
Preußen.
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ZJ Wetzlar, 29. April. Die Kreisoerwal- t u n g hat den Etatsentwurf für das Rechnungsjahr 1926 den Mitgliedern des Kreistages zugehen lassen. Die Beratungen im Haushaltsausschuß werden sofort aufgenommen. Die entscheidende Kreistagssitzung soll bereits am 12. Mai stattfinden. Ob dies bei der Fülle des Stoffes möglich fein wird, steht heute noch dahin. Interessant ist auch hier, daß die Endsummen des Etats gegen das Vorjahr b e - deutend gestiegen sind. So hat sich die Summe der Kreis- und Provinzialsteuern mehr als verdoppelt und betägt rund 620 000 Mk. Auch die Betriebe des Kreises, wie der viel umstrittene Leu ner Steinbruch, erfordern erhöhte Z u - s ch ü s s e. Wie bei einem solch vermehrten Steuerbetrag der Etat der Bürgermeistereien unb besonders der Stadt Wetzlar ausgeglichen werden soll, ist eine Frage, die den zuständigen Körperschaften noch viel Kopfzerbrechen verursachen wird. Es wird Sache des Haushaltsausschusses fein, die einzelnen Positionen einer sorgfältigen Prüfung zu unterziehen und Abstriche von beträchtticher Höhe zu machen, weil sonst die Gemeinden vor die größten Schwierigkeiten gestellt sein werden. Die Erhöhung der steuerlichen Umlage dürste in erster Linie auch hier auf die starke Zahl der zu unterstützenden Erwerbslosen zu- rückzufijhren sein, die besonders im Kreise selbst groß ist. Da die Stadt Wetzlar im vorigen Jahre allein 47 Prozent aller Kreissteuern aufzubringen hatte, so dürfte sie bei gleichen Sätzen im neuen Jahre mit einem Belastungsbetrag von
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Gießen, den 24. April 1926.
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die immer über dem breiten, ziehenden Strom schwebte
Drunten an den Landungsbrücken legten die Hamburger Dampfer an, und Scharen von Aus- flüglern strömten an das Ufer, Musik klang gedämpft von Grons Garten herauf, hundert Schrill den Strand hinab lag der schattige Plag und oben in den Kastanienkranen musizierten die Bienen um d«e ersten weißen Blüten. Die drei Schwestern trugen weiße Kleider, ihre Gesichter waren in voll oonne wie das weite lachende Land, ihre Stiinmen schwangen und klangen wie Gesang mit all der Musik des Tages. Abgeschieden faß man hier in Grün und Blüten und spürte doch das laute lustige "eben ganz nah. Jeden Augenblick, wenn es einem so zu Sinn war, konnte man sich hineinftürzcn. — Die Flurglocke ging. Da die Tür von der Terrasse her offen stand, sahen sie eine männliche Gestalt ein- treten.
3Uc ging in das Haus, halblaut verhandelten zwei Stimmen, bann tarn sie zurück. „Herr Lornsen ist gekommen. Er hat den Dampfer benutzt."
Hinter ihr wurde ein blonder junger Mann sichtbar, etwas über Mittelgröße, bartlos ,mit klaren Zügen, grauen Augen, frischen, aber nicht lebhaften Farben, ganz wie Frau Margrjt gesagt: Nett und reell. Unverdorben und blühend. Seine Stimme Nang so frisch, wie man nach feinem Aussehen erwarten konnte. „Ich muß um Verzeihung bitten, daß ich hier am Sonntag einfnUe. Ich hatte an Tante Kallies geschrieben und mich zunächst bei ihr angemeldet. Sie scheint den Brief nicht bekommen zu haben, das Haus war verschlossen."
„Es schadet nichts, Herr Lornsen. Ihr Zimmer ist bereit, und wenn Sie mit uns Kaffee trinken mögen, sind Sie herzlich willkommen. Darf ich Ihnen Ihre Stube zeigen? Die Frau, die die Bedienung übernommen, ist ausgegangen."
Fünf Minuten fpäter kam Iven Lornsen wieder die Treppe hernieder und etablierte sich ohne lange Umstände zwischen Ille und Nase. War begeistert von Haus und Garten, und seine Atigen sagten, daß die netten Nachbarinnen durchaus diese Begeisterung steigerten. Aber daran waren die Bun- fenmädchen zu sehr gewöhnt, um es sonderlich zu achten. Und als sie alle aufbrachen, das Männerkonzert bei Grön zu genießen, nahmen sie den An-
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Das lachende Haus
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. Und dann fällt Gottesgabe an Ihren — nein, verzeihen Sie, Sie weisen die Verwandtschaft ja ganz ab — also an Herrn Aribert?"
„Ja. — Und ich gehe."
„Für ihn wollen Sie das Gut nicht verwalten?" „Für ihn nicht."
Der Kessel auf dem Feuer begann zu singen unb zu dampfen, Thora goß den Kaffee auf, trug die Waffeln hinaus, und dann kam Frau Margrit Bunsen aus ihrem Zimmer, Rose aus dem Garten, |ie setzten sich an den Tisch. 2m letzten Augenblick rief Christian Polematz über die Hecke: „Nicht an» fangen, eh' ich da bin." Aber sie fingen ruhig an und ließen ihn zur Straße und wieder über den Hof stampfen, denn um Christian Polematz machte lein Mensch Umstande.
Dicke, alte Kastanienbäume standen zu beiden Seiten der Terrasse und legten ihre Aeste gegen die Hauswand. Die ersten Blütenkerzen begannen sich zu öffnen — in einer Woche mußte die volle Pracht bas Haus umstrahlen. Hundert Jahre und länger schon standen sie dort, und wenn der Herbstslurm von der Elbe fegte und sich im Laub fing, rauschten die Kronen, wie die oee rauscht, und die Aeste klapsten gegen die Fenster, wie die Flut klopft, wenn sie Einlaß begehrt. Dann hatten die Bunsen- madchen in ihrem Zimmer hinter der grünen Wand Träume vom Meer und von schwankenden Schisfen. fuhren über himmelhohe Wogen, tauchten in gold- griine Tiefen, hörten Möwen schreien und sahen durch die glasklaren Wellen sonnengoldene Lichter flammen.
Morgens hatten sie sehnsüchtige Augen, und eine sagte zur andern: „lieber alle Meere bin ich gefahren. Geflogen bin ich, und gehoben hat es mich — himmlisch war es." Denn ihnen allen steckte die leidenschaftliche Liebe zum Master in Blut und Seele.
Heute stürmte kein Dtorbroeft herüber über See und Strom. Ganz leise ging ein Wind aus Süden, nur eben so viel, daß er den Duft der Hecken und Felder mit sich trug und die leichte Wasserfeuchte,
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Bekanntmachung.
Die mit Beschluß der Stadtverordnetenversammlung vom 14. Januar 1926 vor- genommene Aenderung des Bebauungsplanes für das Gebiet zwischen Gaffky- straße und Aulweg, nächst der Lupusheil- stätte, ist von dem hessischen Minister des Innern genehmigt worden. Der Plan kann beim Stadtbauamt jederzeit eingesehen werden . .38948
Gießen, den 27. April 1926.
Der Oberbürgermeister. I. V.: vr. Hamm.
fommltng ohne sonderliche Umstände aber auch ohne großes Entgegenkommen wie felbftrerftfinb- lief) mit.
'-Hofe haßte Hunjeiigarten und viele Menschen. „Ich hab' doch gerade Küchenwoche, also räum’ ich erst auf und komm' später", sagte sie und sah der vergnügten Schar nach, als die durch den Garten in die Wiesen, durch die Wiesen zum Strom und nun den Strandweg hin zu Gräns Garten ging. Voran Frau Margrit mit dem neuen Gast, dahinter Ille mit dem Schaukelpferd und als letzte Thora mit Heider Steffen.
Es war nicht zu leugnen: Die buben gaben ein famoses Paar ab. Thora jo stattlich, trotzdem sie schlank wirkte, und der lange Heider mit feinem sonnenverbrannten Noubvoaelgesichl und der fehni- gen Gestalt wie lauter geschmeidige Kraft. Sicher, wenn sie ihn an anderem Ort fcnnengelemt, ohne die spottenden Zungen der Schwestern, sie hätte ihn nicht das lange Laster genannt, sondern einen ganz anderen Namen gesunden. Rose, angefteeft von den beiden älteren Schwestern, konnte selber sehr lustig spotten, und doch kamen Stunden, wo sie Heimliches scheu in sich verschloß und niemand hinein» sehen ließ in kleine Seligkeiten ober stille Heilig- keil. Und weder Thora noch Ille ahnten, daß die „Kleine", „der weiße Muckehase", wie sie so gern sagten, ein seines, verborgenes Leben in der Seele trug. t
Die Teller und Tasten standen in der Küche, No je schlenderte durch den Garten. Wo der eingesunkene Zaun an die Wiese stieß, standen drei wilde Apfel- bäume, übervoll von weihroten Blüten. Kein Blatt war zu^ sehen, fein Aestchen, alles schimmernder Blust. Schon standen in den Stuben die lichten Zweige in vielen hohen Glasern, und man spürte nicht, daß hier gebrochen und geplündert war. Das Mädchen pflückte einen Strauß von holbofsenen Blüten und kleinen roten Knospen und steckte ihn in den Gürtel. Brach noch einen Armvoll von Zweigen und trug die wundervolle Last wie eine Garbe in das Haus. Zum Abendessen sollten sie auf dem Tisch stehen.
Aon der Terrasse her betrat sie den Flur eben in dem Augenblick, wo auch die Tür vorn Hof her geöffnet wurde. Aribert von Brockdorf kam, seinen Bestech zu machen.
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Rose wurde einen Augenblick verlegen, als sie dem vornehmen Herrn mit den gemessenen Be- wegungen und den fühlen, forschenden Augen gegenüberstand. Rahm man nun Besuch an. toenn Mutter nicht da war? Wenn nicht — wie wurde man ihn wieder los?
„f)err von Brockdorf? .Leiber sind meine Mutter und Schwestern ausgegangen. Wenn Sie nähertreten wollen —"
Brockdorf sah überrascht auf die feine Mädchen- gestalt. Thora--ja. hubich, kraftvoll, sicher, —
d>e konnte man sich aus der Raste der Gegend ganz gut erklären, aber dies entzückende Etwas, sicher zwanzig Jahre alt und doch noch mit dem ganzen Liebreiz eines unschuldigen Kindes — —, daß es das noch gab! Hier gab! — Zwischen Feldern und Lauernliösen. — Einfach bestechend für einen Man», der die Frauen aller fünf Weltteile kannte. — Weiß und rosig wie Apfelblüten unb doch eine kleine Dome vorn Kopf bis zum Fuß.
Statt zu gehen, trat er zwei Schritte näher. „Wenn ich Sie nicht aufhalte, gnädiges Fräulein ..."
Nofe gab sich innerlich Haltung. Nur nicht verlegen werden. Ille sagte immer, Verlegenheit fei pieftig. „Piefkig", das war fo ziemlich das per» nidjtenbfte Urteil bei den Bunsens. Ihren Blütenstrauß legte sie auf den Finnisch, hob die braune Sammetporriere zur Wohnstube und sagte: „Bitte!"
„O nein, ich will Sie nicht lange belästigen. Ich habe nur eine kleine Bestellung meiner Tante —i Brockdorf hatte ein (Brauen vor „guten Stuben"; man konnte ihnen auf dem Lande nie entgehen. Rose ließ den Vorhang wieder fallen. Immerhin hatte der Besucher mit einem flüchtigen Blick fest- gestellt, daß er die traditionelle gute Stube hier nicht fand. Alte schöne Mahagonimöbel standen dort und viel blühende Blumen. Nicht gerade sein Genre von Schönheit, aber doch nicht abschreckend.
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nr. 100 Drittes Blatt
(Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)
Zreitag, 30. April 1926
Turnen, Sport und Spiel.
Was der Sonntag bringt.
Rademachers Siegeszug.
Erich Rademacher, in bert fehlen Wochen einer der meistgenannten Deutschen, ist von seiner Amerikareise zurückgekehrt. Mil Jubel und Begeisterung ist er mit leinen Begleitern, Gustav Frölich und 5t. E. Behrens, in der Heimat empfangen morden. Den Höhepunkt diele» Willkomms, den das deutsche Volk dem Meister bereitete, bildete der am Mittwoch beim Reichspräsidenten v. Hindenburg stattgefundene Empfang Rademachers, als Ausdruck dessen, daß dem Siegeszug des deutschen Schwimmers mehr al» nur sportliche, nämlich hohe nationale Bedeutung zukommt.
Als Ende Februar die deutschen Schwimmer die Amerikareise antraten, hat es nicht allein in Sport' kreisen an Zweiflern nicht gefehlt. — Und eo ist manches abfällige Wort über Rekordsucht, die den wahren Sport entwürdige, und über „varietL- mäßig" anmutende» Zurschaustellen sportlichen Könnens gesprochen worden. Aber sehr bald hat der Widerhall, den die beispiellosen Erfolge Rademachers in der Welt auelösten, diejenigen, die so redeten, eines anderen belehrt. Es hat sich gezeigt, daß die Erfolge Rademachers nicht ihm allein, sondern vor allem den Farben seiner Ration Wert verleihen.
Die rein schwimmsportliwe Bewertung der Aus- landreise Aademachcr» ergibt sich am klarsten aus der Tatsache, daß der deutsche Meister in einem Zeitraum von 4 Wochen nicht weniger als
vier Dell- und acht amerikanische Bestleistungen ausgestellt
hat. Roch anschaulicher wirkt ein Blick auf die jetzt bestehende Rekordtabelle im Brustschwimmen, in der Rademacher die Bestleistungen über sämtliche Strecken von 100 Pards bis 500 Meter hält: mit anderen Worten: fast jeder Start des Mei- fters brachte die Verbesserung einer H ö ch st l e i st u n g.
Rach einem glänzenden Empfang in Reuyork gingen die deutschen Schwimmer zum erstenmal am 8. März bei einem Wettschwimmen der Pale-Univer- sität in Rewhaven, einer der Hochburgen des amerikanischen Studcntenschwimmsports, an den Start, undRadernacher unterbot in einem Rennen über 400 Meter, gleichsam als Auftakt für seinen Sieges« zug, mehrere amerikanische Rekordzeiten und die auf diese Strecke bi» dahin beste Zeit des Belgiers van Parys in Wettrekordzeit (5 Min. 50,2 Sek.).
Schon am näd)ften Tyge fiel auch der von S p e n c e - Amerika gehaltene Weltrekord über 100 Hards, und zwar beim Meeting des Neuyork-Athle- tic-GTnb in Reuyork am 9. März. Auch den von ihm selbst aufgestellten Rekord über 100 Meter stellte Rademacher besser, indem er das Rennen bis auf 100 Meter ausdehnte. Bei den Starts am 10. März in Brookline bei Boston und am 20. März in Detroit gönnte sich der Meister einige Ruhe, die, da er sich eine Verletzung an der Hand zugezogen batte, lehr erwünscht war. Jedoch war auch bei diesen Veranstaltungen der Deutsche der Held des Tages, und die geschwommenen Zeiten entsprachen durchaus den Erwartungen. Einen besonderen Erfolg brachte bann wieder das am 22. März in Buffalo geschwommene 200>Meter-Rennen, wo der deutsche Meister mit 2 Min. 49 Sek. eine weitere Welthöchstleistung für sich buchen konnte, indem er auch hier wieder seine eigene Rekordzeit befier stellte. Ebenso erfolgreich waren dann für Rademacher die cm 24. Marz in Cincinnati und am 30. März in Thiladelohia gelieferten Wettkämpfe, von denen vor ollem der in Philadelphia im 500-Meter-Brust- fihmimmen geschaffene Weltrekord heroorzuheben ist. Mit diesem Start waren die Deutschen dem größten Teil der an sie ergangenen Einladungen zu Wettkämpfen nachgekammen, und eine kurze Paule diente der Vorbereitung für den Höhepunkt und Av- schluß der Reise, der Teilnahme an den Internationalen Schwimm-Meisterschaften der amerikanischen Athletic-Union, die vom 6. bis 9. April In Chikaqo stattfanden und die das größte fchwimmsvortliche Ereignis des Winters 1925/26 darstellten. Die hier zu bestreitenden Rennen waren die schwerste und entscheidende Prüfung für Rademachers Können. Während bei allen vorhergehenden Starts dem Meister, außer in Detroit, sich niemals ein Gegner gestellt hatte, also alle genannten Rekordzeiten im Alleingang erzielt worden waren, traf Rademacher in Chikago zum erstenmal auf feinen größten Gegner, den amerikanischen Weltrekordmann Walter Spence, der ebenso wie der Pariser Olympiasieger Bob S k e l t o n bis dahin jedem Kampf mit dem deutschen Meister offensichtlich aus dem Wege gegangen war, eine Tatsache, die in der genannten Sportwelt starkes Befremden hervoraerusen hat. Die es nicht anders fein konnte, so brachte bann auch das über 220 Parbs führenbe Rennen um ben amerikanischen Meistertitel einen erbitterten Kampf, den Rademacher erft im Endspurt knapp für sich entscheiden konnte. Mit der Zeit von 2 Min. 46 Sek. ist Rademacher amerikanischer Meister. Dollen Beweis für seine Ueberlegenheit erbrachte er bann noch einmal in einem am 14. April kurz vor Antritt der Rückreise in Brookline auf Spences heimischer Bahn stattgefundene Revanchekampf, in dem sich der Amerikaner, diesmal mit einem Unterschied von 5 Metern, geschlagen bekennen mußte.
Zwischen all diesen sportlichen Ereignissen war die Reise der Deutschen naturgemäß reich an sonstigen Eindrücken, unter denen die überall ftattgefun» bene begeisterte Aufnahme durch beutfrhe Landsleute heroorzuheben ist. Dor allem zu erwähnen ist aber der Empfang der deutschen Schwimmer im „Weißeti Haufe" beim Präsidenten der amerikanischen Republik, der den deutschen Sportsleuten großes Interesse entgegenbrachte.
Mit diesen kurzen Worten und Zahlen sind die Ereignisse roiebergegeben, die in der Geschichte des brutschen Schwimmsports ein dauerndes Ruhmesblatt bedeuten werden, und die nur zu knapp bartun können, in welch vorbildlicher Weise Rademacher »uch seiner sportlichen Gesinnung nach die deutschen Farben von Sieg zu Sieg geführt hat. Immerhin
T. D. 1846 (Bieter.
Kommenden Sonntag weilt die 1. Mannschaft des To. 1846 Gießen in Schlitz, um das fällige Rückspiel auszutragen. Obwohl die 46er Elf mit Ersatz antritt, dürste es dem To. Schlitz schwer fallen, seine Niederlage von 5:1 beim Vorspiel wettzumachen.
Ferner ist es dem Spielausschuß gelungen, seine 2. Handballelf auf den Rasen zu dringen. Er ver- pflichtete den To. Heuchelheim zu einem Freund- Ichaftsspiel. Beide Mannschaften absolvieren an diesem Tage aus dem Trieb ihr erstes Spiel. Der Bessere soll Sieger bleiben.
5. Bezirk im Turngau Hessen
bzw. der Dezi rksturn wart hat für kommenden Sonntag die Turnwarte und Dorturner zu einer DezirkSvorturnerstunde nach Bad- Rauheim eingeladen. Die Pflichtübungen für das Gauturnfest ür Nidda werden Gegenstand der Durchübung sein, ferner die allgemeinen Freiübungen und die Stabübungen, die die Dezirksmusterriege beim Gauturnfest ausführen wird. Die anschließende Besprechung wird u. a. beraten, wie die Goetz-Wanderung uad die damit zw verbindende Goetz-Feier auSzuaestalten sind.
Dem Dezirisspielwart werden sich am Sonntag die Spielmannschaften des Bezirks in Friedberg stellen. Die Meisterschaften in den Sommerspielen kommen zum Austrag.
B. s. D.
(-) Olächsten Sonntag finden auf dem Wald- fPortplatz zwei Spiele statt, die besondere Beachtung verdienen. ES dürfte das erstemal in Dießen fein, daß eine Schülersuhball- Mannschaft mit dem Durchschnittsalter von 12 Jahren auf den Plan tritt. Sie werden sich im Wettspiel mit der Schülermannschaft des S p o r t- Vereins Heuche lheim messen. Das an den bisherigen UebungStagen gezeigte Können läßt für die D. f. D.-Schüler einen knappen Sieg erwarten.
Sieben den Jüngsten des Vereins sind es auch die Aeltesten, die am kommenden Sonntag seit langer Zeit wieder auf eigenem Platz an- treten. Don den beiden letzten Spielen der Alt- Herrenmannschaft wurde das erste, gegen Friedberg D. f. D., 5:4 gewonnen, das letzte, gegen Bereinigte Marburg, 2:3 verloren. Die Alte- Herrenmannschaft der Bereinigten Marburg will am Sonntag beweisen, daß ihr Sieg am 9. April verdient war.
Die Dritte hat sich die Zweite Mannschaft des FußballsPortvereins Dad-Rauheim zum Gesellschaftsspiel hierher verpflichtet.
Spielvereinigung 1900 (Sieben.
ö. Am kommenden Sonntag konunt in Gießen als einziges Tressen von Bedeutung das Liga- Gesellschaftsspiel Sp. - D g g. 1 900 gegen Germania Fulda zum Austrag. Die Fuldaer haben in der letzten Zeit ganz beachtenswerte Resultate erzielt. Der Ausgang des Treffens am Sonntag ist ungewiß. Die 2. Jugend hat sich Leuns erste, die 3. und 4. Jugend Daubringens 1. und 2. als Gegner erkoren. Die 3a-Mannschaft empfängt vormittags Leuns erste Mannschaft zu einem Gesellschaftsspiel. 19008 Liga tritt in veränderter Aufstellung an, wovon man sich ein vorteilhaftes Spiel verspricht.
Die Derbandsspiele im Arbeiter- Turn- und Sportbund.
£ Das Hauptinteresse dürste sich am Sonntag auf die Sportplätze in Gießen und Heuchelheim konzentrieren. Auf beiden Plätzen finden Spiele von besonderer Wichtigkeit statt, deren Ausgang von entscheidender Bedeutung ist. Gelingt es den seitherigen beiden Spitzeninhabern, Gießen und Heuchelheim, ihre Gegner abzufertigen, so ist nach dem Stand der Dorrundc die Entscheidung zwischen diesen beiden Mannschaften um den Bezirksmeisterschaftstitel zu suchen. Unterliegt am Sonntag einer von ben beiben, so erleibet er einen sehr schwer ein- zuholenben Verlust. Da bie Rachrunbe erst im Herbst stattfindet, ist noch damit zu rechnen, daß eine ober die andere der unmittelbar folgenden Mannschaften bis dahin derart an Spielstarke gewinnt, daß sie ebenfalls als ernsthafter Konkurrent in Rechnung gestellt werden muß.
Auf dem Gießener Sportplatz Trieb treffen am Sonntag Gießen I. und Marburg I. aufeinander. Bei ernsthaftem Wollen ist Gießen der Sieg nicht zu nehmen, fraglich dürfte nur fein, ob er so hoch wird, wie am Sonntag gegen Wieseck. — Im Spiel der zweiten Mannschaften der gleichen Vereine dürfte es ebenfalls ein hartes Ringen geben. Die Jugend Gießens wirb aller Voraussicht nach bie Jugenb Lollars mit einer hohen Niederlage heimschicken. — Die Ila-M annschaft Gießens hat gegen Robheim I. bortselbst
aber ist zu betonen, wie aroße bas Derbienst bes Deutschen Schwimmverbandes ist, ber durch tätige Unterstützung dem Ganzen in erster Linie gebient hat.
Die auf bie Fahrt unb auf Rademachers Können gesetzten Hoffnungen sind in Erfüllung gegangen. Die Abschiedswün^che Dr. Geisows, des 1. Vorsitzenden des Deutschen Schwimmverbanbes: ,Zhr siegt nicht für Euch, Ihr siegt für uns alle unb unseren beutschen Namen'" haben jetzt Geltung, unb wenn Hunberttausenbe von Deutschen in biefen Tagen dem Meister begeistert zujubeln, bann geschieht da» in ber Erkenntnis, daß nicht auf ben Sportsmann Rabemacher, fonbem auf den Deutschen die ganze Welt blickt. K. Kr.
mzutreten, auch für diese Mannschaft besteht die Aussicht, daß sie bei einiger Aufmerksamkeit die Punkte mit heimbringt.
In Heuchelheim treten Wetzlar I. unb Heuchelheim I. zum Kampf um bie Punkte an. Auch hier besteht für Heuchelheim bie größere Aussicht, daß es als Sieger den Platz verlassen kann. Nicht ganz so sicher ist ber Sieg Heuchelheims tm Spiel der zweiten Mannschaften, denn hier stellt Wetzlar einen sehr beachtlichen Gegner. Das I u - genbtreffen ber gleichen Vereine wirb aller Voraussicht nach Wetzlar ben Sieg bringen.
In Alsfeld spielen Alsfeld I. unb Naunheim I. Wenn Alsfeld nicht abermals von feinem sprichwörtlich werdenden Pech verfolgt wird, dürste es gewinnen.
Die W i e s e ck e r Erste ist spielfrei. Dafür treffen in Wieseck die Zweite unb Alsfelbs Zweite aufeinanber. Die I. Jugenb Wiesecks trägt ihr Verbandsspiel gegen bie I. Jugenb Naunheims aus, wöhrenb die neugegrünbeten II. Jugendmann- schäften ber gleichen Vereine sich zu einem Gesellschaftsspiel treffen.
Außer biefen Spielen treffen sich noch Blas- b a ch Jugenb unb Marburg Jugend in Blas- bach und Fronhaufen I. und 8 e u n I. in Fron- Haufen.
3m Reiche.
Rasensport.
vo. Die Fußball-Meisterschaftsspiele bringen in Süddeutschland noch zwei Treffen, in Westdeutschland die Entscheidung um die dritte Vertretung cn den Deutschen Meisterschaftsspielen Duisburger S. 03. gegen Schwarz-Weiß Essen, in Brandenburg das Okrllner MeisterschaftS- (Vor)spiel Hertha B. S. C. gegen Rorden AW., in Mitteldeutschland das Leivziger Entscheidungsspiel um den zweiten mitteldeutschen Teilnehmer an den Deutschen Meisterschaftsspielen Fortuna Leipzig gegen Preußen Chemnitz und in Südostdeutschland das entscheidende Meisterschaftsspiel Breslauer S. C. 03 gegen Viktoria-Forst in Breslau.
3m Handball werden in Berlin und Dresden die Zwischenrundenspiele der Sportler und Sportlerinnen um die D. D. D -Meisterschaft ausgetragen.
3m Hockey- Sport ist das Länderspiel Oesterreich gegen Deutschland in Berlin das hervorragendste Ereignis.
Die Deutsche A u g b y - Meisterschaft wird zwischen Frankfurt 1880 um Schwalbe-Hannover in Hannover entschieden.
Turnen und Leichtathletik
bringen ein geringeres Programm. Der Turner- Städtekampf im Kunstturnen Derlin-Eßlingen- Deltheim (Schweiz) ist allerdings vielleicht das hervorragendste kunstturnerische Ereignis deS 3ahres, er findet in Berlin statt.
Bon leichtathlettschen Veranstaltungen ist der Dreistädtekampf Essen-Dortmund-Bochum in Bochum zu erwähnen
Schwimmen.
Ein verbandsoffenes Wettschwimmen bringt der Köln-Ghrenfelder S. V. anläßlich seines 3u- biläums in Köln zum Olustrag. Gin KreisofseneS veranstaltet der 6.03. Mülhausen.
Boxen.
3m Rahmen des schlesischen Sportfestes in Glogau finden DerusSboxkämpse statt, bei denen Franz Diener einen Trainingskampf vorführt. Der deutsche Mittelgewichtsmeister D o m g o r - gen kämpft in Marseille gegen den Franzosen Bouquet. Amateurboxländerkampf Oesterreich gegen Ungarn (am Samstag) in Budapest.
Motorsport.
Das größte 3nleresse im Motorsport beansprucht als zweiter Laus um die Deutsche Motorrad-Meisterschaft das Wildparkrennen in Karlsruhe. Der Mittelrheinische AC. veranstaltet die Bergmeisterschasl des Siebengebirges. Der Göttinger AC. bringt das Hainbergrennen zum Austrag. Als Veranstalter der 6. Aordbayerischen iiuverlässigkeitsfahrt zeichnet die Ortsgruppe Schweinfurt des ADAC. Motorradbahnrennen finden in Plauen und in Straubing statt. Lübecks Motorsport bringt eine Prüfungsfahrt für Mdtorräder „Rund um Äbecks Türme". „Durch Bayerns Berge", eine Ohne-Halt-Fahrt, wird durch den AC. München in Szene gesetzt.
Radsport.
Der Sportplatz Leipzig bringt Dauerrennen. Weiter finden noch Bahnrennen in Köln, Chemnitz, Aordhausen, Leipzig, Stettin und Frankfurt statt. Radfernfahrten sind: „Rund um München- Gladbach", Hannover—Bielefeld—Hannover, der Straßenpreis von Sachsen-Anhalt, der Straßenpreis vom Schloß Haag, der Große Straßenpreis von Plauen, Königsberg—Kranz—Königsberg. Paris—Tours.
Der Gießener Schwimmverein hat dem Meister Rademacher in einem Telegramm feine herzlichsten Glückwünsche unb ben Dank ber Gießener Schwimmer für bie hervorragenden schwimm- ivortlichen Leistungen ausgesprochen.
Turngau Hessen (D. T.)
gpw. Das Gauwettschwimmen bes Turngaues Hessen, bas im vergangenen Jahre mit bem Gauturnfest in Friebberg oerbunben mar, muß in biefem Jahre als gesonderte Veranstaltung burchgeführt werben. Denn Nidba, ber Festort des biesjährigen Gauturnfestes, bietet keine passenden Einrichtungen für bie Schwimmwettkämpfe. Es wurde deshalb vor längerer Zeit bereits
'Dl a r b u r g für das Gauschwimmen bestimmt, woselbst die Kampfe am 27. Juni 1926 zum Austrag kommen
Fußball.
Um die deutsche Meisterschaft.
tz. Auf dem OBcge zu des Bundes höchsten Ehrmr sind bis auf Berlin nun die letzten Landesmeister ermittelt worden. Das Interessante an der Feststellung der LandeSverbandSmcister ist, daß Vereine an der Spitze stehen, die, mit Ausnahme des norddeutschen Meisters, noch me Metsterehren innehatten Man steht also diesmal zur Ermittlung des deutschen Fußballmeisters einer ganz neuen Situation gegenüber.
Während
im Süden
die Meisterschaftsfrage entschieden ist. spielen flch dort noch erbitterte .Kämpfe um den dritten Platz ab. Durch die Ergebnisse vom vorigen Sonntag ist der Inhaber des dritten Tabellenplatzes immer noch nicht festgestellt. Mannheim und Frankfurt trcRen am kommenden Sonntag aufeinander. Erst bann läßt sich Räheres über die endgültige Placierung sagen.
Die Meisterschaft
des Westens .
hat enbgültiq am Sonntag der D. f. R. Köln erstmalig seit seinem Bestehen vor B. V. Oft len- essen gewonnen. Mit der OJertrctung de- Westens durch den V. f. R. Köln als Meister ist man vielfach nicht recht zufrieden. Zunächst ist da der zweifelhaft errungene 2:1-Sieg der Kölner gegen Altrnessen. Mit dem von Köln errungenen zweiten Tor soll nicht alle- in Ordnung gewesen fein. Daher auch der Protest der Ollteneflener, dem durch die Tatsachenentscheldung des Schiedsrichters OILa n g er-Düsseldorf wenig Erfolg beschieden feie wird. 3m allgemeinen herrscht aber auch die Ansicht vor, daß Köln bei weitem nicht bie beste westbeutsche Mannschaft ist. daß die Spitzengruppe ber Westdeutschen Endspiele bessere Leistungen zeigte, die aber leider nicht im Torver- HÄtnis zum Ausdruck kamen.
Rorddeutschland
hat seinen Meister nach langen 3ahren wieder in »Holstein" Kiel ermittelt. Die beiden Vertreter beg RordenS heißen also „Holstein" und H. S. V. Tabellenletzter ist bieSmal Altona.
Wie zu erwarten, errang
In Mitteldeutschland
bar Dresdener S. C. sicher mit 3:0 die Meisterschaft gegen Fortuna Leipzig. Dresden ist in letzter Zeit durch seine 3ntemationalen besonders an die Oeftentlichkeit getreten. Mit Köhler und Gedlich hat die Gif zwei ausgezeichnete Spieler in seinen Reihen, aber auch die anderen Mann- schastSteile sind sehr spielstark, so daß man dieser Gis in den D. F. D.-Endspielen schon etwas zu- trauen kann. Der zweite Platz liegt zwischen dem Verlierer ber Meisterrunde Fortuna Leipzig und dem Sieger ber Zweiten Runde Preußen Chemnitz.
Die übrigen Landesverbände
haben ihre Vertreter bereits festgestellt: 3m Daltenverband stehen al« Meister D. f. B. Königsberg unb als zweiter Titania Stettin fest, im Südosten Breslau 08 unb Viktoria Forst.
Leichtathletik.
Turngau Hessen (D. T.)
Waldlauf Im L Bezirk.
= Marburg. 29. April. Der von ber Dr- ganifation oorgeschriebene Frühjahrswalbla u f des 1. Bezirks im Turngau Hessen, der hier ftattfanb, sah 7 2 Läufer am Start. Start und Ziel war bas Stabion auf bem Hirsenfelb. Der Lauf führte durch stark hügeliges Gelände. Die aktiven Turner hatten nahezu 7 Kilometer, bie Ju- gunbturner in ber Oberstufe 3, in ber Unterstufe 2 Kilometer zurückzulegen. Der Lauf ber Turner, unter denen ber bekannte Langstreckenläufer bes Gaues Hessen, R. vom Schloß (Turnklub Neu- ftabt), führend war, mußte als ungültig erklärt werden, da infolge eines Mißverständnisses ein großer Teil Läufer von ber Laufstrecke abgekommen war. Voraussichtlich wird ber Lauf in ber Turnerftufe wieberholt werben. Wir können baher nur über bas Ergebnis in ben beiden unteren Klassen be- richten:
Jugendober st ufe (21 Sem., 8 Sieg.): 1. A. Dersch, Tv. Michelbach: 2. W. Weimar, Tkl. Neu- stadt: 3. A. Wagner, To. Wetter.
Jugend-Unterstufe (23 Bewerber, 7 Sieger): 1. Ehr. Eidam, T. u. Spo. Nieber-Walluf: 2. A. Wellner, Tv. Michelbach: 3. K. Horn, T. u. Spo. Marburg.
Rundfunk-Programm
des frankfurter Senders.
(Aus der .Radio-Umschau".!
Samstag, 1. Mai:
3.30—4 Uhr: Die Stunde ber Jugend: Aus bem deutschen Lieberkranze, Lieberoorträge Frankfurter Schulen. 4—4.30 Uhr: Mobeplauderei: „Serbe unb ihre Verwenbung", Vortrag von Frau Dr. Keil. 4.30—5.40 Uhr: Konzert bes Hausorchesters: C M. Ziehrer. 5.40—6 Uhr: Die ßefeftunbe (für die reifere Jugend): Aus dem Roman: „Die Regulatoren in Arkansas" von Friedrich Gerstäcker. 6—6.10 Uhr: Liebertragung von Kastel: Vortragszyklus bes Kasseler Stadtgesundheitsamtes anläßlich der Reichsge- sundheitswoche. Dr. Mähring I. spricht über: „Der Lebenstag eines Kulturmenschen". 6.15—6.45 Uhr: Der Briefkasten. 7 Uhr: Übertragung aus dem Frankfurter Opernhaus: „Die Fledermaus", Operette in drei Akten von Johann Strauh. Anschließend bis 12 Uhr: llebertragung von Berlin. Tanzmusik der Berliner Funkkapelle.
rend Norddeutscher Lloyd leicht gebessert SBo.n Autoaktien hatten NSU. eine
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121,25
93.75 104 7.2
unter Führung von Elektroaktien, die stärker begehrt waren, eine etwas festere Haltung durch« (ojen. Siemens & Halske .zogen 2 Prozent an, AEG. plus 0,75 Prozent. Einzelne Montan- werte zeigten gleichfalls leichte Erhöhungen. Farbenwerte lagen unverändert. Scheideanstalt und Goldschmidt büßten je 1 Prozent ein. Bankaktien bröckelten ab. Von S ch i f f a h r ts« werten waren Hapag 1 Prozent schwächer, wähl', 105 0.395
0.39 0 4825 0,2425 0,3925
84
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14.6.54 110,09
20,47 13.895 169,19
16,95 90.78 59.32
1 62 112,53 81,31 60,80 12,46
5.8«
hielten sich aber allgemein in engen Grenzen und gingen über 1 Prozent nicht hinaus. Nur einzelne besondere Papiere waren etwas schärfer gedrückt. Stark beachtet wurde der erhebliche Sturz des belgischen Franken, der sich auf 143 gegen London senkte und damit dem französischen Frankenkurs ziemlich nahe gerückt ist. Paris schwankte zwischen 147,50 und 148 gegen London und lag damit weiter sehr schwach. Am Geldmarkt war etwas verstärkte Nachfrage zu beobachten. Tagesgeld 4,5 bis 6 Prozent. Der Bedarf konnte aber glatt befriedigt werden.
Börsenkurse.
75,ö
78
150
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Das Gericht gelangte schließlich zur Verwerfung der Berufung und billigt beiden Angeklagten zur Zahlung der Geldstrafe monatliche Ratenzahlungen von 20 Mk. zu.
60,25
9-1 i
96.25 ,
0.408
0,400 0.480 0,250
0.405
0,410
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55,5 94.5
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daß er sich auf die Vorgänge m
Don der Schlägerei will er gar v r. mehr wissen.
150.75
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29
38,5 1
schlagen worden sei. Der andere Angeklagte be- - . >. — *■—1 —a-j -.wesen zu sein,
rung von 0,85 Prozent aufzuweisen. Von Lau- a k t i e n zogen Wayß & Freytag sowie Heidelberg-Zement mäßig an. Z u ck e r a k t i e n * die gestrigen Besserungen nicht behaupten. Die übrigen siKerte des Kassamarktes lagen unsicher bei leichten Schwankungen noch unten. Deutsche Anleihen gaben weiter nach. Ausländische Renten waren knapp behoup- tet. Der Freioerkehr war lustlos und schwacher. Becker Stahl 35, Becker Kohle 54, Benz 67,5. Brown Booeri 75,5, Entreprise 10, Growag 56 Prozent. Im spateren Verlause traten wesentliche Aenderungen nicht ein. Die Stimmung wurde unsicher bei ganz geringen Umsätzen. Am Geldmarkt machte sich die Anspannung schärfer bemerkbar. Tagesgeld dürfte sich auf 6 Prozent stellen. Industriellkzepte 5,25 bis 5,75 Prozent. Pri- vatdiskonten 4,75 Prozent. Im Deoiscnver - kehr war Paris gegen London leicht erholt mit 146,50. Mark und Pfund lagen unverändert fest.
5°/, Deutsche RcichSanleche 4C , Deutsche Rcicv^anleit>c
Seiitio): 'K.ich; an leibe 3?/. Teulsme Nctcbs.uilelOe Teuci^e Suatvramicuaiileibe 4°/0 Preuhiichc Äoniols 4° o Hessen 3-/.< Hessen 3% Heuen ■ ■ • ....
Deutsche Wertb. Tollar-Anl. vto Doll Schav-Awreilna.'* 4°/0 Solltürfen y/0 Goidmerikaner
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Deutsche BereinSbauk Disconro £ommanbv Mclallbank
Mitteldeutsche Lredirdank Ccftcmidiiicbe Creditanstatt 'ZBeftbanf
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Äaliroevr üBefieregcm .... 2anvabiitte .....
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Hanwurg-AmerUa Itaker. . . Norddrihichcr Uloyo . .
Tücrninüchx Lvkrtc Äibir.
Zementwerk Heioetberg P> il'vv jöpUmanit
SInglo Toni. Guano - . . . Ci'ewüche Mayer Alapln . . I. <5*1. st-arbenirtyustrje. A. G- Goldschmidt .£>r-Uberfofrfnnfl diiifflersnicrfc . . ...
Schcidc^sraU
«Og. LlettnäUäts-GesellkLoN
Berg:tie.isen die Agrarerzeugnisse (mit 122.7) und die Industriestoife (mit 124.7) auf.
• D i e Reichsind.exziffer für die Lebenshaltungskosten im April. Die Reichsindexziffer für die Lebenshaltungskosten (Ernährung. Wohnünz, Heizung, Beleuchtung, Bekleidung und „Sonstiger Bedarf") beläuft sich nach den Fest Wellungen des Statistischen Reichsamtes für den Durchschnitt pes Monats Apxil auf 139.6 gegen 138.3 im Vormonyt. Sie hat sich sonach um 09 Prozent erhöht. AuAchlyggebeno hierfür war die Steigerung der Wohnungsmieten.
* äleber Zeichnung der Reichspostund Preußischen Schahanweisungen. Von zuständiger Seite wird mitgeteilt: Rach dem vorliegenden Ergebnis sind sowohl die 61 ^proz. Schahanweisungen der Deutschen Reichspost, wie auch die 6' I.proz. Schatzanweisungen des Freistaates Preußen erheblich überzeichnet worden. Bei der ganz überwiegenden Mehrzahl der Zeichnungen haben die Zeichner sich einer Sperre von 6 Monaten unterworfen. Die Zuteilrmg wird in den nächsten Tagen erfolgen.
* Deutsche Effekten- und Wechselbank in Frankfurt a. M. Der Aufsichtsrat der Dank hat beschlossen, der auf den 21. Mai einzuberufenden o. H.-D. vorzuschlagen, aus dem Reingewinn von 684 537 Mk. für 1925 eine Dividende von 7 Proz. zu verteilen.
* Daheris ch e Rumpler-Werke AG. in Augsburg. Die Stadt Augsburg hat laut „Piünch. A R." die Dayerifchen Rumplerwerke in Augsburg mit dem dazugehörenden Flugplatzgelände erworben. Die Höhr der Kausfumme soll sich auf 350 000 Wk. belaufen. Vertreter der äldet-Werke find gegenwärtig in Augsburg, um die Derhanblungen wegen älebernahme der Rumpler-Werke und Verlegung der äldrt-Werke nach Augsburg zur Entscheidung zu bringen.
* Hänsa-Lloyd-Werke A. G., Bremen. Die älmstellung der Produktion auf moderne Fließmethoden gelangte bei der Gesellschaft im letzten Geschäftsjahr zur völligen Durchführung. Die Annröglichteit, amerikanische Methoden unbesehen aus Deutschland au übertragen, stellte sich bei der Gesellschaft bald heraus, indem für die gesteigerte Erzeugung kein Absatz vorhanden war. Die Erfahrungen des abgelaufenen Jahres haben ergeben, daß die Zukunft der deutschen Automobiundustxie weniger ein Produktions-, als ein Absätzproblem ist.
Berliner Börse.
(Eigener Dradtverich! de- ^Gictzenei Anzetgers".) Berlin, 30. Avril. An der allgemeinen G e s ch ä s t s u n l u st änderte sich heute nichts, das Fehlen des Publikums machte sich weiter sehr fühlbar. Bei Beginn kam durch die Prämienerklärungen noch etwas Angebot an den Markt, das zu leichten Kursabschwächungen führte. Die Rückgänge
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Bulgarien
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Lissabon
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Uruguay
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