Nr. 25 Erstes Blatt 176. Zahrgang Samstag, 30. Januar 1926 Trfcheinttäglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Monatr-Vezugrpreis: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Richter- scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: Schriftleitung 112, Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Zrankfurt am Main 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen VniS und Verlag: vrühl'sche llnlversttüls-Vuch- und Sleindruckerel R. Lange in Sieben. Zchristlettung und Geschäftsstelle: Zchulstratze 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Rachmitlag vorher. Preis für t mm kfähe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Re« klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 200 , mehr. Chefredakteur. Dr. Friedr. Will). Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein; für den An« zeigenteil Hans Füstel, sämtlich in Gießen. Luthers Sieg. Das zweite Kabinett Luther hat das Vertrauen des Reichstages erhalten. Es ist das das ganz persönliche Verdienst des Reichskanzlers, der^nit einer Energie und einem Temperament, wie wir sie auf der Ministerbank seit vielen Jahren nicht mehr zu sehen gewohnt waren, den Parteien in hartem Ringen das Vertrauensvotum abgetrotzt hat. Verwunderlich ist dieser fast dramatisch zugespitzte Ausgang der Adreßdebatte um so mehr, als die Regierungserklärung, mit der die große politische Aussprache am Dienstag eröffnet wurde, an Mattheit und Farblosigkeit auch unsere Erwartungen übertraf. Das Kabinett fühlte wohl seine äußerst schwache parlamentarische Stellung und wollte daher durch Verzicht auf Einzelheiten im Regierungsprogramm die Reibungsflächen mit der Opposition zur Linken wie zur Rechten nicht unnötig verbreitern. Nach der Entstehungsgeschichte und dem Verlauf der Regierungs- krisis war es nicht überraschend, daß der Reichskanzler für feine Außenpolitik zwar die Zustimmung der Sozialdemokraten, nicht aber die der Deutschnationalen fand, daß aber umgekehrt sein nur skizzehaft angedeutetes innenpolitisches Programm von den Deutschnationalen im großen ganzen gebilligt wurde, bei den Sozialdemokraten jedoch auf Ablehnung stieß. So brachte der erste Tag der Aussprache über das Schicksal des Kabinetts keine Klarheit. Deutfchnationale wie Sozial« demokraten standen zwar dem Kabinett, wenn auch aus entgegengesetzten Gründen, ablehnend gegenüber, aber nur bei den Deutschnationalen verdichtete sich die Abneigung gegen die neue Regierung zu einem Mißtrauensvotum, während die Sozialdemokraten weiter unschlüssig der Entwicklung der Dinge zusahen. Da riß der Kanzler selbst am zweiten Tage mit fester Hand die Initiative an sich. In einer Rede, wie sie das Haus in dieser Impulsivität und Entschiedenheit von der Regierungsbank selten, von dem ruhigen, sachlichen Luther nie vorher zu hören bekommen hatte, lehnte es der Kanzler mit scharfen Worten ab, „auf der Hintertreppe abgelehnter Mißtrauensvoten" die Regierungsgeschäfte zu übernehmen, und forderte im Namen des Gefamtkabi- netts ein positives Vertrauensvotum. Diese entschiedene Aufforderung des Kanzlers an die Parteien, nun offen Farbe zu bekennen, war die Wendung in der Krisis, die erneut um das Schicksal des Kabinetts auszubrechen drohte. Der Eindruck der Kanzlerrede wurde zweifellos noch verstärkt durch die Nachricht, daß der Herr Reichspräsident dem Kanzler bereits das unterfertigte Auflöfungsdekret für den Fall mit auf den Weg gegeben habe, daß die Regierung in der Minderheit vleibe. Auch das Zentrum, die stärkste Regierungspartei, war nunmehr nach einem vielbeachteten Aufsatz der Berliner „Germania" entschlossen, nach Auflösung des regierungsunfähigen Reichstags mit Hilfe des Art. 48 der Reichsverfaffung eine diktatorische Regierung mitzumachen, die von sich aus eine Wahlreform dekretieren sollte, um mit deren Hilfe ein arbeitsfähiges Parlament auf die Beine zu bringen. Hat das entschiedene Festhalten des Herrn Reichspräsidenten an der Persönlichkeit Dr. Luthers und dem für richtig erkannten Weg die Deutschnationalen offenbar doch etwas nachdenklich gemacht — in der mehr das Einigende als das Trennende in der Außenpolitik betonenden Rede des Abg. von Lindeiner schien fast ein Bedauern über das voreilige Mißtrauensvotum anzuklingen —, so wird auf die Sozialdemokraten die Drohung mit der Reichstagsauflosung und dem Art. 48 nicht ganz ohne Wirkung geblieben fein. Sie hatten ja noch die Möglichkeit in der Hand, durch ihr Votum dem Kabinett den Weg zur Arbeit zu öffnen. Zu einer klaren Entscheidung haben auch sie sich, trotz des, der Lage der Dinge nach wesentlich an ihre Adresse gerichteten Appells des Kanzlers, nicht auf- raffen können. In der betreffenden Fraktionsfitzuna sollen von den anwesenden Abgeordneten 40 sich ifür das Vertrauensvotum, 70 dagegen für Stimmenthaltung ausgesprochen haben. Nach dieser Entschließung, die wiederum einer klaren Uebernahme der Verantwortung auswich, zeichneten sich am Tage der Abstimmung folgende drei Gruppen in ihrer verschiedenen Einstellung zur '.Regierung deutlich voneinander ab: die Regierungsparteien der Mitte, Deutche Volkspar- lei, Bayerische Volkspartei, Zentrum und Demokraten mit insgesamt 171 Stimmen, die entschiedene Opposition, ein seltsames Konglomerat aus Völkischen, Deutsch- nationalen und Kommunisten mit 170 Stimmen und die A b st i n e n z l e r, 131 Sozialdemokraten und 21 Abgeordnete der Wirtschaftlichen Vereinigung, die dem Kanzler wegen seiner Preissenkungspolitik gram ist, im übrigen aber ihre Bereitwilligkeit zur sachlichen Mitarbeit erklärt hat. Drei Gruppen also, die sich in ihrer Stärke annähernd die Wage hielten. Es kam daher lediglich daraus an, welche Gruppe bei der Abstimmung die größten Lücken aufzuweisen hatte bzw. welcher Gruppe es geläng, die höchstmögliche Zahl von Abgeordneten an die Stimmurne zu bringen. Gefehlt haben bei Ser Opposition und bei den Neutralen je 20, bei den Regierungsparteien jedoch nur 11 Abgeordnete. Es ist also nicht zu leugnen, daß das Vertrauensvotum für das zweite Kabinett Luther lediglich auf Grund einer Zufalls Mehrheit zustande gekommen ist. Es ist ferner auch nicht zu leugnen, daß nur die Stimmenthaltung der sozialdemokratischen Partei den Sieg des Reichskanzlers im Kampfe mit diesem Parlament möglich machte. Wenn im Hinblick auf diese Konstellation deutschnationale Blätter von .dem zweiten Kabinett Luther als einem Kabinett der „verkappten Großen Koalition" sprechen, so ist das gänzlich abwegig. Schon die Zusammensetzung der Regierung, die Namen Luther, Stresemann, Eurtius, Kröhne, Stingl sollten für jeden objektiv Urteilenden genügend Bürgschaft dafür sein, daß hinter den Kulissen keine engere Verbindung besteht, als sie auf der offenen Bühne des Reichstagsplenums zutage getreten ist. Und gerade hier haben die Sozialdemokraten durch ihre Stimmenthaltung mit aller Deutlichkeit ihre Ablehnung einer verantwortlichen Bindung wiederholt und ausgesprochen, daß sie das Kabinett nach seinen Taten beurteilen werden. Das läßt aber auch dem Kabinett freie Hand, sich unter den Parteien seine Mitarbeiter zu suchen, wo es sie findet. Nüchterne Sachlichkeit, Wille zur praktischen Arbeit sind die Grundzüge der gegenwärtigen Regierung und ihres Chefs. Ihnen wird jeder willkommen fein, der Zur Mitarbeit am wirtschaftlichen Aufbau und an der Fortführung der Außenpolitik auf dem Boden des Locarnovertrages bereit ist. Es wird sich so leicht keine Partei finden, die das zweite Kabinett Luther ftünt und damit die letzte Möglichkeit, parlamentarisch zu regieren, zuschüttet. Nachdem durch das freiwillige Ausscheiden der Deutschnationalen aus der Verantwortung die bürgerliche Mehrheitsregierung zerschlagen ist, und durch die Scheu der Sozialdemokraten vor Uebernahme der Verantwortung die bürgerlich-sozialistische Mehrheitsregierung illusorisch wurde, bleibt eben nur noch diese neutrale Minderheitsregierung, diese „N o t g e m e i n- schäft der Mitt e", wie sie der Reichskanzler in feiner letzten Rede treffend definien hat. Der feste Wille des Herrn Reichspräsidenten, den Sturz des derzeitigen Kabinetts mit der Auflösung bes Reichstags zu beantworten, und die Bereitwilligkeit der Mittelparteien, eine diktatorische Regierung zu stützen, sollte eine Warnung sein für alle, die an Regierungskrisen noch immer nicht genug haben. _ ,. , Welch reiches Arbeitsfeld das neue Kabinett innerpolitifche verfindet, nachdem es nun endlich die Geschäfte endgültig übernehmen kann, haben wir vor acht Tagen hier schon kurz umnffen. Außenpol itisch sind in diesen Tagen, wie Dr. Stresemann im Reichstagsplenum noch mit« teilen konnte, zwei Fragen einer Klärung entgegen« gefügt worden, die dem deutschen Volke ernste Sorge machten. Um Mitternacht des morgigen Sonntag brichl endlich für die Kölner Zone die S'tunbe der Befreiung an. Die Botschafterkonferenz hat nun nach allzu langem Zc>- Die Pariser Zusammenkunft. Das Ergebnis für Deutschland. — Frankreichs Finanzen. Don unserem Pariser Korrespondenten. Paris. 29. Ian. 1926. Der Besuch Chamberlains in Paris hat die französische Presse, man kann sagen nach längerer Pause, wieder geschwätzig gemacht. Seit Driand am. Quai d'Orsay eingezogen ist, hat man nur sporadisch die führende Hand des Inspirators erkannt, der beflissen scheint, aus einem an sich nicht verwunderlichen Ereignis eine große Angelegenheit zu machen. Chamberlain hat sich sechs Wochen in Italien ausgehalten und eine Krankheit überstanden. Es ist ganz natürlich, daß er die lange Reise von Rapallo über die Schweiz nach England über Paris und den Kanal nicht auf einmal zurücklegt, sondern sich zu schonen sucht. Wie natürlich ist es da. wenn er auf der geraden Etappenstrecke halt macht, den französischen Außenminister aufsucht und sich sich mit ihm 120 Minuten über die England und Frankreich bewegenden Fragen unterhält. Das alles ist so natürlich, daß die französische Presse feine Veranlassung hat, diese Selbstverständlichkeit zum Anlaß einer offensichtlich großen Kampagne zu machen. Deutschland aber interessieren die Fragen, die gestern während der Verhandlung in Paris aufgeworfen sein sollen, in erheblichem Maße. Man muh sich also mit dem beschäftigen, was die Pariser Presse das Ergebnis der Verhandlungen nennt. In recht auffälliger Weise haben Driand und Chamberlain gestern vor den französischen Journalisten den Geist von Locarno angerufen und nicht ohne Begründung erklärt, daß er ein Werk durchdringen müsse, das nicht in einem Augenblick fix und fertig dastehen könne, sondern das in geduldiger Weise für die Zukunft, für Kinder und Kindcökinder aufgeführt werde. In diesem Geiste ist auch die wichtige Frage der rheinischen Besetzung aufgeworfen worden. Havas macht ganz bestimmte Versprechungen. Die 75 000 Mann sollen nach der Anmeldung Deutschlands zum Völkerbund auf 60 000 Mann herabgesetzt werden. Lord P a r m o o r, der noch zu Beginn des vorigen Jahres Großbritannien im Völkerbund vertrat, hat gestern in der radikalen Volonts auch von der Besetzung deutschen Gebiets gesprochen und dies mit dem Geist von Locarno verglichen. Er kommt zu dem Ergebnis, daß der Geist von Locarno und die Besetzung nicht miteinander in Einklang zu bringen seien, denn entweder habe man Vertrauen zu einem Staat, mit dem man einen Vertrag abgeschlossen habe, oder man habe kein Vertrauen. Im ersten Falle werde die Besetzung von Gebiet des Landes, mit dem man einen Vertrag abgeschlossen hat, zur Quelle fortgesetzter Streitigkeiten. Im zweiten Falle heiße militärisch besetztes Gebiet, daß man an den Vertrag und seine Wirkungen nicht glaube. Gegen diese Logik kommen die Betrachtungen der Pariser Presse nicht auf. Richts-als-DiPlo- maten haben vielleicht das Recht, vor ihnen die Augen zu verschließen, Realpolitiker nicht. Lord Parmoor dürfte also in dieser Frage den Sieg davontragen, denn aus diesem Artikel klingt heraus, daß der kriegerische Geist des Versailler Vertrages beseitigt werden müsse, da Locarno und Versailles ebensowenig miteinander in Einklang zu bringen seien, wie Genf und Versailles. Es ist nicht verwunderlich, daß kein französisches Blatt auf die wichtigen Ausführungen Lord Parmoors ein ging, die nicht ohne Absicht gerade an dem Lage veröffentlicht wurden, an demDriand und Chamberlain sich übcr die logischen Folgen von Locarno unterhielten. Diese Tatsache allein beweist, daß der Geist von Locarno noch sehr hoch über den Wassern schwebt. Man darf aber deshalb die Hoffnung nicht aufgeben, denn der graue Alltag mit seiner Sorge und der immer ernsteren Lehre, daß die Dinge sich wandeln und daß 1926 nicht mit 1918 und 1919 zu vergleichen sei, haben in Frankreich schon manches bewirkt und werden auch wohl noch manches zu einer anderen Entwicklung führen. Briand und Chamberlain sollen auch die Saarfrage besprochen haben, die übrigens nach Lord Parmoor auf die gleiche Stufe zu stellen ist, wie die Desahungssrage. Chamberlain soll den Versuch gemacht haben, die Schwierigkeiten, die sich aus dem Rücktritt des französischen Regierungsvorsitzenden Raoult ergeben, dadurch zu beseitigen, daß er den Vorschlag machte, ein Engländer möge den Vorsitz der Saarregierung übernehmen. Diese Lösung dürfte mit Genugtuung ausgenommen werden, vorausgesetzt, daß schließlich nicht eine Analogie mit Danzig geschaffen wird, wo ja bekanntlich der Engländer nach einigen Jahren fruchtloser Bemühungen die Segel streichen mußte. Inzwischen ist die Kammer endlich in sachlicher Diskussion bemüht, das große Finanz- Programm seiner Lösung entgegenzuführen. Roch läßt sich die Entwicklung nicht übersehen und schon zeigt sich, daß ein Konflikt nur vermieden werden kann, wenn ein Kompromiß gefunden wird. Solange man sich in allgemeinen Betrachtungen über das Sanierungsproblem ergeht, wird man Positives über die Verständigung zwischen den Mehrheitsparteien und der Regierung wohl kaum erfahren können. Aber gestern abend hat Briand in einer Zwischenäußerung eine Bemerkung fallen lassen, die nicht ohne Bedeutung ist. Er sagte, daß man die Währung retten müsse und daß er, um zu diesem Ziel zu gelangen, nach „Kollaborationen" suche. In dem Augenblick, in dem Briand in der Kammer dies erklärte, hat er sicher nicht nach links geblickt, vielmehr ist es ein Beweis dafür, daß er immer noch im geheimen sich mit der Absicht trägt, wenn alle anderen Mittel versagen, eine Konzentrationspolitik zu betreiben. Die kommende Woche dürfte die nötige Aufklärung über die nunmehr fast ein Jahr lang Frankreich bewegende Frage der Finanz- Sanierung bringen, allerdings nur eine vorläufige Lösung, denn wenn die Kammer ihr Urteil gefällt hat, kommt dec Senat zu Wort, und der hat seit dem 11. Mai 1924 schon so manche Hoffnung vereitelt. gern allem unverantwortlichen Gemunkel der Pariser Bouleoardpresse die Spitze abgebrochen durch die offizielle Mitteilung des Endtermins der Räumung. Wenn in der Mitter nachtsstunde des 31. Januar die Glocken vom Hohen Dom die Befreiung des heiligen Köln, der deutschen Metropole am Rhein, einläuten, so vereinigt sich unser aller Gedenken mit den Dankgebeten unserer rheinischen Brüder und den innigen Wünschen, daß auch unseren Volksgenossen in Rheinhessen und der Pfalz, an Mosel und Saar bald die Befreiungsstunde vom Joch der Fremdherrschaft schlagen möge. Daß hierzu mit einer fühlbaren Erleichterung der B e s a tz u n g sl a st wirklich endlich im „Geiste von Locarno" ein Anfang gemacht werden sott, konnte der Reichsaußenminister auf Grund authentischer Erklärungen dem Reichstag ebenfalls versichern. Bestätigt wird diese Absicht der Vertragskontrahenten auch durch die Auslassungen, die Briand und Chamberlain auf ihrer Pariser Zusammenkunft den Pressevertretern ihrer Länder gegenüber gemacht haben. Es war offenbar erst notwendig, Briand, der über seinen Finanzsorgen die Versprechungen von Locarno zu vergessen schien, die Möglichkeit einer ungewissen Zukunft in Deutschland vor Augen zu führen, um ihn zu bewegen, seinen widerspenstigen und zögernden Militärs energisch Dampf zu machen. Große Hoffnung auf die loyale Durchführung der Rückwirkungen können wir jedoch nicht haben, solange nicht in den oberen Spitzen des französischen Besatzungsregimes einmal gründlich Kehraus gehalten ist und rücksichtslos alle die Elemente, an ihrer Spitze Herr T i r a r d, beseitigt sind, die auch heut« noch an der Wiederkehr des Poincareschen Systems der Pistole und Reitpeitsche allzu persönliches Interesse haben. Daß auch hier der neue Geist Einzug hält und neue Männer ihm in allen Verästelungen des ganzen Verwaltungsapparates zur Geltung verhelfen, ist die wesentlichste Aufgabe Briands auf die den französischen Ministerpräsidenten immer wieder hinzuweisen das Auswärtige Amt und das Reichsministerium der besetzten Gebiete nicht müde werden dürfen. Alle neuen sichtbaren Erfolge, die das neue Kabinett in der Erleichterung der Besatzungslast für die rheinischen Lande aufzuweisen hat, werden auch feine Stellung im Parlament und Volk festigen und ihnt das Vertrauen aller derer zuführen, die seiner Außenpolitik nicht immer ohne Sorge gefolgt sind. Ein neuer deutsch- russischer Zwischenfall. Berlin, 29. Ian. (TU. Amtlich.) Vom deutschen Generalkonsulat in T i f l i s wurde einem Reichsangehörigen zur Abgabe bei der deutschen Botschaft in Moskau ein Brief Paket mit gegeben, welches amtliche Schrift st ücke enthielt. Das Paket war entgegen der bestehenden .Hebung vo-n diesem in seinem Koffer, den er aufgegeben hafte, verwahrt worden. Bei der Ankunft in Moskau fehlte der Koffer und wurde auf Reklamation nachgeschickt, wobei sich herausstellte, daß der Koffer gewaltsam geöffnet, das amtliche Paket seines Inhaltes beraubt und mit anderem Inhalt versehen war. Die deutschen Amtssiegel waren durch falsche Verschlüsse erseht worden. Auf sofortige Demarche der deutschen Regierung in Moskau und Berlin hat die Sowjetregierung ihr Bedauern über den Vorfall ausgesprochen, ist aber im übrigen in ihrer Antwort auf das deutsche Verlangen nach Entschuldigung, Rückgabe der Amtspost, sofortige Untersuchung und Bestrafung der Täter davon ausgegangen, daß ihrer Meinung nach, eine Beteiligung amtlicher Sowjetorgane nicht erwiesen sei. Sie hat zutreffenden Falls entsprechende Genugtuung zugesichert und eine beschleunigte behördliche ilnterfudjung durch einen besonders eingesetzten Untersuchungsausschuß zugesagt. Ein österreichischer Schritt in Rom? Wien, 29. Jan. (TU.) Der Bundeskanzler hat sich an den österreichischen Gesandten in Rom gewandt und um Übermittlung des amtlichen italienischen Textes der Verordnung gebeten, die den Ausländern den Handel in den Grenzgebieten unterlagt. Nachdem jetzt der Wortlaut der Verordnung vorliegt, wird in politischen Kreisen erklärt, daß die österreichische Regierung in dtzn nächsten Tagen ernste Vorstellungen in Rom erheben wird. * Der Vorstand des DayerischenStädte- b u n d e s hat beschlossen, den Städten zu empfehlen, sich der deutschen Abwehrbewegung gegen die Uebergrifse Italiens im deutschen Alpengebiet anzuschließen. Die Städte sollen für die völlige Einstellung des Reiseverkehrs nach italienischen Gebieten ebenso eintreten wie für die Fernhaltung der Einfuhr italienischer Waren, insbesondere von italienischen Südfrüchten. Deutschfeindliche Kundgebungen vor der deutschen Botschaft in Rom. Rom, 29. Ian. (TA.) Heute vormittag gegen 10 Uhr sammelte sich eine große Menge Studenten und junger Burschen.vor der deutschen Botschaft an und benttxfttterte johlend und schreiend vor dem geschlossenen Park- tor. Karabinieri und faschistische Mliz verhinderten weitere Ausschreitungen. Zwei Herren des Ministeriums des Auswärtigen erschienen auf der Botschaft und drückten ihr Bedauern über die deutschfeindlichen Kundgebungen aus. Die„Berlin"verIäht Argentinien Buenos Aires, 29. Ian. (WB.) Der Kreuzer „Berlin" verließ Buenos Aires gestern, pünktlich um 5 Uhr nachmittags. Erne große Menge brachte dem Kreuzer eine lang anhaltende begeisterte Huldigung dar, die sich zu einer eindrucksvollen Kundgebung für Deutschland gestaltete. Vor der Abfahrt hatten bie Vertreter des Präsidenten der Republik und des Marineministers sowie andere argentinische Persönlichkeiten Abschiedsbesuche gemacht. Der deutsch» Gesandte Gneist war mit den Sekretären der Gesandtschaft am Quai erschienen. Der Besuch des Kreuzers „Berlin" ist in Argen- ftnien außerordentlich erfolgreich verlaufen. Dazu trug wesentlich der Besuch bei, den derPräsi - bent der Republik an Bord in Mar del Plata abstattete. Die damit dem Kreuzer erwiesene besondere Liebenswürdigkeit, die den Charakter einer großen Ausnahme trägt, veranlaßte die erste argentinische Gesellschaft dem Besuch des Kreuzers das größte Interesse zu zeigen und sich an den Empfängen und Festlichsten in weitgehender Weise zu beteiligen. Die Gesellschaft, die Behörden und das Volk Argentiniens überboten sich in Freundschaftsbeweisen, so daß der Aufenthalt des Kreuzers in Argentinien einen sehr großen Erfolg bedeutet. Er hat wesentlich dazu beigetragen, die bereits bestehenden Sympathien für Deutschland zu stärken und in alle Kreise der Bevölkerung zu tragen. Die Fürstenabfindung. Berlin, 30. Ian. en Höhlen des Hexentales im Schwarzwald, die der Dolksmund die Teufelskü- chen nennt, hat Dr. Zetz vom Geologischen In- ftitut der Universität Freiburg Wohnstätten des Diluvialmenfchen gesunden, die vor 25 bis 30 000 Iahren bewohnt wurden. Die in der bis jetzt erforschten Kulturschicht gefundenen Knochenreste stammen aus der eiszeitlichen Fauna. Die gefundenen Feuersteinwerkzeuge gehen in die Taufende. „Schafft Musierbibliotheken!" lautet ein Preisausschreiben, das der Verlag Philipp Reclam jun. in Leipzig erläßt. Darin toerben alle Freunde guter Bücher aufgefordert, aus ihrem eigenen Interesfenlveife heraus eine Art Ideal-Bibliothek aus Reclam- Banden zusammenzustellen, bereu ^Auswahl keineswegs Don zu hoher literarischer Warte aus getroffen, aber in sich geschlossen, für den Lebenskreis ihres Urhebers kennzeichnend und überzeugend fein soll. Als Preise sind ganze Bibliotheken und eine große Anzahl von Einzelwerken nach eigener Wahl ausgesetzt. Es handelt sich also gewissermaßen darum, einen idealen Wunschzettel aufzustellen. Alles Rähere über das eigenartige Preisausschreiben finden unsere Leser in dem soeben erschienen Heft 1 des neuen (13.) Jahrgangs des »Bücherfreund", Blätter für die Freunde von Reclams Aniver- sal-Diblivthel. Hochschulnachrichten. Der Reichskanzler an die akademische Jugend. Berlin, 30. Ian. ($11.) Reichskanzler Dr. Luther hatte es in später Abendstunde möglich gemacht, zu seinen akademischen Bundes- r übern, die in der Philharmonie beim Reichskommers des Akademischen Turnbundes versammelt waren, auf kurze Zeit zu kommen. Mit lebhaftem Beifall begrüßt, erhob er sich sofort zu einer kurzen Ansprache. Trotz allem, was wir zu tragen haben, so sagte er, müssen wir äußerlich und innerlich doch ein starkes und frohes Bekennen zum Leben haben. Ie mehr und länger mich das Schicksal dazu ausgesucht hat, immer wieder an verschiedenen leitenden Stellen zu stehen, umsomehr bin ich davon durchdrungen, daß unser alter Turngedanke ein wesentliches, unwegdenk- bareS Stück unseres Bollslebens geworden ist. An euch, junge Akademiker, möchte ich mich wenden, auf euch kommt es an. Wir dürfen in unfertn Leben nie die Geduld verlieren. Wir muffen uns gegenwärtig halten, daß Der Schicksalsweg, der uns vorgeschrieben ist, voll Mühfale ist und nur langsam vorwärts führen kann. Wir müssen unsere Ungeduld bändigen und ihr Jungen die deutschen Gedanken, die wir Alten für richtig halten, toeitjert ragen und f 5 r der n im Sinne des Akademischen TurnbundeS. Ein neuer Darmstädter Ehrendoktor. Rektor und Senat der Technischen Hochschule in Darmstadt haben dem Geheimen Dau- rat Dr. Hermann Görtz in Siemensstadt bei Berlin in Anerkennung seiner Verdienste um die Elektrotechnik und insbesondere um bie Forderung ber deutschen Elektrotechnik und Wissenschaft im Ausland?, bie Würbe eines Dr. ing. ehrenhalber verliehen. Ein Lehrstuhl für Deutsch an der Universität Amsterdam. Amsterdam, 27. Jan. (WTB.-Funkspruch.) Der Magistrat hat der Stadtverordnetenversammlung einen Antrag der Kuratoren der Amsterdamer Universität zugehen lassen, der Niederländisch-deut-- scben Vereinigung, die Errichtung eines besonderen Lehrstuhles für U n t e r r i ch t i n d e r d e u t s ch e n Sprache und Literatur an der Amsterdamer Universität zu bewilligen. Der Magistrat befürwortet? den Antrag. Aus aller Wett. Vier Kinder ertrunken. Ein Knecht, der bei Freyung in Riederbayern Gis abfubr, sand in einem Dach vier ertrunkene Kinder im Alter von 3^ bis 5 Iahren auf, die wahrscheinlich auf dem Eise gespielt hatten und eingebrochen waren. 3m Eise der Ostsee. Rach Mitteilung der Leuchtschiffstation Kokskaer befindet sich der Dampfer „Undine , der seit über einen Monat im Eise blockiert ist, in sehr kritischer Lage. Es besteht die Gefahr, bah bie Schiffswande unter dem Druck ber sie umschließenden Eismassen brechen. Der estnische Derkehrsminister hat bie Entsendung von Eisbrechern genehmigt, falls russische Hilfe nicht zu erlangen fein sollte. Die Kälte in den Vereinigten Staaten. Der strenge Frost in den Vereinigten Staaten hält weiter an. In Neuyork werden 17 Grad Kälte gemessen. Heber das ganze Land braust ein O r k a n mit einer Geschwindigkeit von 80 Meilen in der Stunde. In Duluth (Minnesota) sank das Thermometer auf mehr als 34 Grad unter Null. Die Niagarafälle sind auf der den Vereinigten Staaten zugekchrten Seite vollkommen vereist. Erfroren. Erfroren ausgesunden wurde in der Rähc von Meschenbach bei Koburg der 68 Iahre alte Rentner Karl Dehler. Der Mann wurde vorige Woche vom Schneesturm überrascht und suchte unter einem Weidenbaume Schutz. Dabei scheint er eingcschlasen und erfroren zu sein. Die Schneeschmelze hat die seither verschneite Leiche Wettervoraussage. Wolkig, nachts Temperaturen um Rull, tagsüber milde, meist trocken. Mit Ausnahme des äußersten Ostens gingen in ganz Deutschland gestern leichte Regenfälle nieder, während die Temperaturen nachts um den Gefrierpunkt lagen und tags leicht anstiegen. Unter dem Einfluß des inzwischen in unserem Bezirke erfolgten Druckanstieges steht zunächst geringe Aufbesserung bevor. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 8, Minimum 2 Grad Celsius. Riederschläge: 2,4 Millimeter Heutige Morgentemperatur: 2,9 Grad Celsius. flus der P Piek «eigen nicht fbl Der im ”8t6 l'H ES vuck » n; ä Laute 'M 181 * .jnägef ö Kch 7m! beim Mimstc M Genehmigung feantragt wurde. Die Wen! öfien ■ Line Aetzssti Don groher W ben Laien W Frage, ab nach deutschen §>!enb fahrkarte no lichen Urkunde Bekanntlich m Lawesgulachlen nalen Vereinbart gesellM" emch Wege die rechlliche hie „Deutsche Aki dieser letztgenannt! anfangs gestellten natur der 6i|enbc Das Reichsg gerade in der ang gehabt (Urteil 1 L Lchösscngerichl ha punkt vertreten, t schätz ausge-eder vale ung lei feien. Dieser Auf in dem genannte tung beizumessen Wie schon öi fielet) iWerMIm fyudf Nr 452) A geeicht in einer anft ebenfalls hingewie gejellfchast ül; „@t vatwirtschastlichm fügt da; Reichte jüngsten Urteil: J 30. August 1924 w schäft geschaffen. I kannten Beorisfzkc flud) gemäß § 3 k kapital ber Gcse Stammaktien eingt Aktiengesellschaft, a: fcelsredjllidiem oin SJle Eben mit ^Hatten öffentlich. ?'E keiner anbtrer .landelzrechsz ,ur« M vielmehr l a M - eine M i unhÜl,d,en d "-"bbe-öfstns Eigenartigen iS V7w ^eiün bet Dun nnytn ^tn ’O'Hlbern I eenem Zu haben in den Apotheken und Drogerien. '88 Mi. Zimmer S$S von Weilburg a. d!L vermieten [0572 Tkrank». Str. 12 v. [0670 gesucht. 0627 ftranti. Str. 12 V. zu vermieten [0572 wünickt mitzwei Betten mit 0 iXL Küchenben. gesucht. j-4=aiHIHl/ö00n. Evtl Miete f. emiae 8690 gesucht. Monate im Voraus. in beif. Hause Nähe Anlage möflL folott. Schr. Angeb. unter 0587 an d. Gieß. Anz. Schrift! Angebote unter 0631 an den Gießener Anzeiger. alle Arten Gewebe o hnejttthcn! Junker Gerichtsvollzieher, Plockstrahe 4. SSt ErholHich m Drogenh^k möbL od uninöbl an kmderl.Ebev. o.einz- Herrn o. Dame zom. Geschw. Schmidt, Weilburg. 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San. 1047 bzw. 1630; Kreis Alsfeld: 1. San. 350 bzw. 631, am 22. San. 420 bzw. 774; Kreis Lauterbach: 1. San. 216 bzw. 240, am 22. San. 338 bzw. 448; Kreis Schotten: 1. San. 181 bzw. 226, am 22. San. 278 bzw. 564. Insgesamt am 1. Sanuar 2001 Hauptunter- stutzungsempfänger, 3304 Zuschlagscmpfänger, am 22. San. 2467 bzw. 4022. Die Ziffern werden sich am Monatsschluh aber noch erhöhen, da lich die Arbeitsmarktlage auch in der verflossenen Woche noch verschlechtert hat. Ziffern- mähige Angaben hierüber liegen bis jetzt nicht vor. Sm 'übrigen sei bemerkt, das) vom Arbeitsamt beim Ministerium für Arbeit und Wirtschaft Die Genehmigung von Rotstandsarbeiten beantragt wurde. Die Cisenbahnsahrkarle, eine öffentliche Urbunde. Eine Rechtsfrage, die nicht nur für den Juristen von großer Bedeutung fein dürfte, sondern auch für den Laien äußerst bemerkenswert erscheint, ist die Fraae, ob nach der heutigen Rechtsstellung unserer deutschen Eisenbahnbehörden die Eisenbahn- fahrt arte noch die Eigenschaft einer öffentlichen Urkunde besitzt. Bekanntlid) wurde in Ausführung der mit dem Dawesgutachten zusammenhängenden internationalen Vereinbarungen die „Deutsche Reichsbahn- gesellschast" errichtet, mit dem Zwecke, auf diesem Wege die Erträgnisse der Reichsbahnen der Erfüllung unserer Reparationsverpflichtungen dienst- bar zu machen. Mit der Entstehung dieser Gesellschaft mußten Zweifel auftauchen — und es ist tatsächlich auch bereits darüber zu entscheiden gewesen —, ob dieses neue Unternehmen die gleiche öffentlich-rechtliche Stellung einnimmt, wie seither die „Deutsche Reichsbahn". Von der Entscheidung dieser letztgenannten Frage hängt dis Lösung der anfangs gestellten Frage nach der heutigen Rechtsnatur der Eisenbahnfahrkarte ab. Das Reichsgericht hat in allerjüngstek Zeit gerade in der angegebenen Richtung zu entscheiden gehabt (Urteil 1 D 415/25 vom 27. Okt. 1925. Ein Schöffengericht hatte in seinem Urteil den Standpunkt vertreten, daß die von der Reichsbahngesellschaft ausgegebenen Wochenfahrkarten nur private ung keine öffentlichen Urkunden seien. Dieser Auffassung hat das Reichsgericht in dem genannten Urteil — dem eine hohe Bedeutung beizumeffen ist — widersprochen. Wie schon die Begründung zum Reichsbahngesetz (Verhandlungen des Reichstags 1921 Bd. 383, Drucks. Nr. 452) besagt, worauf auch das Reichsgericht in einer anderen Entscheidung (Bd. 109, S. 91) ebenfalls hingewiesen hat, wird die Reichsbahngesellschaft als „Gesellschaft eigenen Rechts mit pri- vatwirtschaftlichem Einschlag" bezeichnet. Demgemäß sagt das Reichsgericht in Begründung zu feinem jüngsten Urteil: „Durch das Reichsbahn-Gesetz vom 30. August 1924 wurde eine neue Reichsbahngesell- schaft geschaffen, die unter keine der bisher bekannten Beariffskategorien zu bringen ist. Wenn auch gemäß § 3 des genannten Gesetzes das Grundkapital der Gesellschaft in Vorzugsaktien und Stammaktien eingestellt ist, so ist diese dennoch keine Aktiengesellschaft, auch nicht eine Gesellschaft in handelsrechtlichem ober bürgerlich-rechtlichem Sinne, weil sie eben mit einer Menge von Rechten und Pflichten öffentlich-rechtlicher Natur ausgestattet ist, die keiner anderen Gesellschaft des Privat- oder Handelsrechts zustehen. Die Reichsbahngesellschaft stellt vielmehr — wie das Reichsgericht weiter ausführt — eine Mischf 0 rm zwischen einer juristischen Person des Privatrechts und des öffentlichen Rechts dar, einen eigenartigen GeseUfchaftsty p." Bestimmt § 17 Reichsbahngesetz in Absatz 1, daß die Stellen der Deutschen Reichsbahngesellschaft keine amtlichen Stellen des Reiches sind, so sagt Absatz 2, Kölle, LudwigSplatz 14 Aufgeweckter Junge als Zchneider- lehrling zu Ostern ges. *" A. Wagner, Alicestraße 18. daß sie jedoch die öffentlich-rechtlichen Befugnisse in gleichem Umfange behalten, wie fie bisher den Stellen des Unternehmens „Deutsche Reichsbahn" zustanden, also mit anderen Worten, die Stellen der Reichsbahngesellschaft find zwar nicht mehr Behör- den des Reiches, wohl aber find fie öffentliche Behörden geblieben. Dayer kommt das Reichsgericht zu dem Ergebnis: Die „öffentlich-rechtlichen Befugnisse der früheren Reichsbahnbehörden sind auf die neuen Reichsbahnbehörden übergegantzen". Da zu diesen Rechten neben der Bahnpolizei, Dienststrafrecht, Steuerfreiheit in gewissem Umfang u.a. auch die Ausstellung und Aushändigung öffentlicher Urkunden in der Form von Eisenbahnfahrkarten gehört (Entsch. des Reichsgerichts in Strafs. Bd. 8, S. 409), fo müssen auch die von der „neuen Reichsbahngesellschaft ausgegebenen Fahr- karten auch jetzt noch als öffentlich- rechtliche Urtunbcn angesehen werben". Unter Hjnweis auf diese Entscheidung hat das Reichsgericht kürzlich auch ein Urteil des hiesigen Schöffengerichts, bas sich ebenfalls auf ben Standpunkt gestellt hatte, die Eisenbahnfahrkarte sei heute nach der Umwandlung der Reichsbahn in eine Gesellschaft eine Urkunde, aufgehoben. D. He. Gießener — .^enmarktp reise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 160 bis 180, Matte 35 bis 40. Köse 60 bis 70, Wirsing 25 bis 40. Weißkraut 15 bis 25, Rotkraut 25 bis 30, gelbe Rüben 20 bis 25. rote Rüben 20, Spinat 40 bis 50, Sinter-Kohlrabi 10 bis 15, Grünkohl 30 bis 35, Rosenkohl 60 bis 70, Feldsalat 100 bis 120, Zwiebeln 15 bis 20, Meerrettich 40 bis 100, Schwarzwurzeln 50 bis 70, Kartoffeln 4 bis 5, Aepfel 15 bis 25, Birnen 25 bis 40, Endivien 100 bis 120, Rüsse 40 bis 80. junge Hahnen 120 bis 130, Suppenhühner 120 bis 130 Pf. das Pfund. Eier 19 bis 20. Blumenkohl 60 bis 180. Lauch 15 bis 40, Sellerie 20 bis 60 Pf. das Stück. Bornotizen Lageskalender für Samstag: Lichtbildervortrag der Rerother Wandervögel: 8 älhr, Großer Hörscml der Universität. — Verein ehernal. Leibgardisten: 8 älhr, KatHvl. Der- einshaus, Abendunterhaltung. — Gesang-Verein Heiterkeit: 8 Ahr. Vereinslokal, Generalversammlung. — Radfahrer-Verein ,. Fortuna": 8'/, Ahr. Vereinslokal. Monatsversammlung. — Lichtspielhaus Bahnhofstr.: „Bismarck". - Palast-Lichtspiele (Kirchenplah): „Quer durch die Wüste Sahara". — Astoria-Lichtspiele: „Abenteuer einer HvchzeitSnacht". — — Tageskalender für Sonntag: Stadttheater: 7 Ahr „Sugendfrennde" (Cnde 9Vj Ahr). — Kundgebung gegen die Fürstenabfindung: 2 Ahr nadjm. „Liebigshöhe". Lichtspielhäuser wie Samstag. — — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Es sei auch an dieser Stelle auf das morgen in Szene gehende, liebenswürdige Lustspiel von Fulda „Sugend- freunde" hingewiesen, das bei den vorhergehenden Aufführungen fo reichen Beifall gefunden hat. — Wartburg. Verein. Sonntag abend veranstaltet der Wartburg-Verein einen Lichtbildervortrag im Markussaal. wobei Pfarrer Becker eine große Anzahl Lichtbilder zeigen wird, die einen Mnblick geben in das Leben unserer deutschen Kameraden im Felde, wie auch in das Leben der dortigen einheimischen Bevölkerung. (Näheres siehe heutige Anzeige.) — Gegen bie Fürstenabfindung. Die hiesigen republikanischen Parteien und Verbände, Kriegsbeschädigten usw. veranstalten am morgigen Sonntag. 31. Sanuar, nachm. 2 Ahr, auf der „Liebigshöhe" eine Protestkundgebung gegen die Fürstenabfindung. (Siehe Snferat in der heutigen Rümmer.) — Die Vortrags-Vereinigung hat für ihren letzten dieswinterlichen Vortrags-Abend den bekannten heiteren Vortragskünstler Emil Kühne aus Berlin gewonnen. Hierzu schreibt man uns: Dieser Künstler, der durch seine früheren, mit dem größten Beifall aufgenommenen Vortrags -- Abende noch in bester Erinnerung sein dürfte, steht mit feinen Leistungen auf einer hohen Stufe. Auf besonderen Wunsch wird er seine luftigen Volks- und Schelmenlieder zur Laute wiederum zum Vortrag bringen. Es ist nur zu wünschen, daß dem Vortragsabend allseitige Beachtung geschenkt wird. (Siehe heutige Anzeige.) den Riederlanden. Zwischen der deutschen und der niederländischen Regierung ist die gegenseitige Aufhebung des Sichtvermerlszwanges mit Wirkung vom 1. Februar 1926 vereinbart worden. Von diesem Zeitpunkt an können Reichsangehörige die Riederlande und niederländische Staatsangehörige daS Reichsgebiet über die amtlich zugelassenen Grenzübergangsstellen jederzeit lediglich auf Grund eines gültigen Heimatpasses ohne Sichtvermerk betreten und verlassen. Für Kinder unter 15 Jahren genügt an Stelle eines Passes ein amtlicher Ausweis über Rainen, Alter, Staatsangehörigkeit, Wohnsitz ober dauernden Aufenthalt; der Kinderausweis muh bei Kindern über 10 Sah re mit einem Lichtbild versehen fein. Sm kleinen Grenzverlehr mit den Riederlanden sind weitere Paherleichte- rungen vorgesehen; diese treten am 1. März 1926 in Kraft. " Keine unberufenen Vermittler für landwirtschaftliche Hypothekar frebitc! Die Deutsche Rentenbankkreditanstalt teilt mit: 3cber Landwirt, ber an ben von der Deutschen Rentenbankkrebitanstalt zu uergebenben Hypotyekarkrebiten beteiligt sein möchte, braucht sich, um bieö zu erreichen, keinesfalls einer gewerbsmäßigen ober Gelegenheitsvermittlung zu bebienen. Er kann seinen Antrag unmittelbar bei einem derjenigen Realkrebit- institute einreichen, durch die die Deutsche Rentenkreditanstalt die Gelder der Landwirtschaft zusühren wird. Das sind: bie Lanbschaften, bie öisentlich-recht- lichen Rcalkreditinstitute (wie Lanbesbanken, Lan- beskrebitkassen), die Hypothekenbanken und bie Sparkassen. Soweit bie Institute Zweigniederlassungen unb Agenturen unterhalten, können Anträge natürlich auch bei tiefen eingereicht werben. Die genossenschaftlichen Strebitorganifationcn werben in ber Lage sein, ben mit ihnen in Verkehr stehenben Lanbwirten biejenige Stelle zu bezeichnen, bei welcher sie ihren Antrag auf Hypothekarkrebit am besten einreichen werben, so baß Vermittlungsgebühren zu Lasten bes Lcmbwirtes öermieben werben. ** Kraftposten im Dberpoftbiref-- ti 0 nsbezirk Darm ft ab t. Gegenwärtig wer den von ber Oberpostbirektion Darmstabt 24 Kraft- posten mit einer Streckenlänge von 562 Kilometer unb 2160 Fahrtkilometer täglich betrieben. In Oberbessen finb bavon elf Linien im Betrieb. Obwohl bie meisten Linien erst im Herbst eröffnet • würben, finb im Jahre 1925 bereits runb 531800 Kilometer gefahren unb 357 400 Personen mit ben Kraftposten befördert worben. Die Fahrten ermöglichten außerbem eine schnellere Besorgung bes Brief-, Zeitungs- unb Paketverkehrs nach bem platten Laube. Außer ben regelmäßigen Kursfahrten werben auf Bestellung auch Sonbersahrten ausgeführt, soweit für biesen Zweck Wagen verfügbar gemacht werben können. ** Handwerkerversammlung. Vor einigen Tagen sand hier im Saalbau Sauer eine von Hunderten von Handwerkern aus Stadt und Land besuchte, vom Gewerbe-Verein und den Handwerker - Vereinigungen einberufene Handwerker-Versammlung .statt, um gegen das beabsichtigte Preisabbau-Gesetz Stellung zu nehmen. Handwerkskammer - Direktor Schüttler erläuterte in sachlicher Weise die dem Handwerk drohenden Bestimmungen. Landtagsabgeordneter Lautenbacher rief das Handwerk zum engsten Zusammenschluß auf. Eine eingehende Aussprache lieh keine Anklarheit darüber, daß das Handwerk geschlossen wie ein Mann gegen jede handwerksfeindliche Gesetzgebung, wie sie die beabsichtigte sei, sich wende, und daß es nicht gewillt sei, den Prügelknaben für andere abzugeben. Sn einer einstimmig angeiwrnmenen Entschließung wurde zum Ausdruck gebracht, daß sich daS Handwerk nicht seiner Pflicht, am Preisabbau mitzuhelfen, entziehn wolle, daß dieser Preisabbau aber von der ganzen Wirtschaft und nicht allein von seinem schwächstem Glied, dem Handwerk, getragen werden müsse. L. A. Aniversitäts-Gottesdienst. 2lm morgigen Sonntag. 31. Sanuar, vorm. IP/4 Ahr, findet in der Reuen Aula ein Aniversitäts- Gottesdienst statt, zu dem die Angehörigen der Aniversität eingeladen sind. Selbstverständlich hat auch jeder andere Zutritt, Die Predigt hält Professor Dr. Bertram. "Die Februar-Miete. Das Hess. Ge- santtministeriurn gibt bekannt: Die für den Monat Sanuar getroffene Regelung ber gesetzlichen Miete bleibt auch für den Monat Februar bestehen. Danach beträgt die Miete für den Monat Februar 88 Proz. der Friedensmiete. ** Personalien. Sn den Ruhestand versetzt wurde am 27. Sanuar der ordentliche Professor in der medizinischen Fakultät der Landesuniversität Gießen Geheimer Medizinalrat Professor Dr. Eugen B 0 str 0 em zu Gießen auf sein Rachsuchen mit Wirkung vom 1. April ab. — Ernannt wurden der Lehrer Hans Orth zu Feldkrücken, Kreis Schotten, zum Lehrer an der Volksschule äu Ober-Deerbach. Kreis Bensheim, der Sustizinspeltor bei dem Amtsgericht Homberg Karl Dersch zum Sustizinspektor bei dem Amtsgericht Gießen, der Sustizinfpektor bei dem Amtsgericht Giehen Otto Schröder zum Sustizinspektor bei dem Amtsgericht Butzbach, beide mit Wirkung vom 1. Februar. Pferde markt-Lotterie in Gießen. Die Pferdemarkt-Deputation hat die früher so beliebte Lotterie wieder aufleben lassen, um die Mittel für eine Weiterführung der Pferdemärkte zu erhalten. Cs würde einen nicht wieder gutzumachenden Schaden für unser Gemeinwesen bedeuten, wenn die Märkte, die im vorigen Sahre auf ein 25jähriges Bestehen zurückblicken konnten, aus Mangel an Mitteln eingeschränkt oder gar eingestellt werden müßten. Bei dem regen Snteresse vieler Kreise, insbesondere aber auch der Landbevölkerung für die Pferdezucht bringen die Pferdemärkte jedesmal einen außergewöhnlichen Verkehr nach Gießen, der sich in Einnahmen für die Geschäftswelt auswirkt. Durch den Erwerb von Losen ist nicht mir Gelegenheit geboten zu einem Gewinn, sondern auch zur Anterstühung eines äußerst gemeinnützigen Anternehmens. Stadt, Landwirt- schastskammer-Ausschuß für Oberhessen und Landespferdezuchtverein bezahlen bereits namhafte Zuschüsse für die Märkte. Aber auch deren Leistungsfähigkeit ist bei den derzeitigen schwierigen wirtschaftlichen Verhältnissen beschränkt. Möchten alle durch den Erwerb von Losen mitwirken, unserer Stadt die Pserdemärkte mit ihren Veranstaltungen zu erhalten. ** Oberstessischer Kunstverein. Die derzeitige Ausstellung von Werken des Thüringer Ausstellungs - Vereins bildender Künstler in Weimar erfreut sich eines regen Besuchs. Sie bleibt noch bis Sonntag, 7. Februar (einschließlich) an den üblichen Besuchszeiten geöffnet. *" Anverantwortliche Schwatzerei auf Grund falscher Deutung unseres Schöffengerichtsberichtes vom 11. Sanuar ist gegen einen hiesigen angesehenen Geschäftsmann aufgebracht worden. Der Betroffene erläßt in unserem heutigen Anzeigenteil eine Erklärung und zugleich Warnung, die alle leichtfertigen Schwäher sich hinter die Ohren schreiben mögen. Wir möchten hierzu bemerken, daß es sich bei dem Verurteilten um Robert Sch. handelt, der ein Landes- und Sndustrieproduktegeschäft im Schiffenberger Weg betreibt. Sie Sondern n ter st ützungen für Tabakarbeiter. Der amtliche Preußische Pressedienst teilt mit: Bei der Entscheidung, ob eine Anterstühung für Erwerbslose unb kurz- arbeitende Tabakarbeiter gewährt werden batf, sind die allgemeinen Voraussetzungen für die Gewährung der Erwerbslosen- und öffentlichen Fürsorge zu beachten. Snsbesondere bleibt auch die Prüfung der Bedürftigkeit unberührt. Sie ist jedoch entsprechend dem Willen des Gesetzgebers und der besonderen Rotlage der Tabakarbeiter nicht engherzig vorzunehmen. Klein- besih darf nicht für die Beurteilung der Bedürftigkeit in Betracht gezogen werden. Zur Berechnung der Anterstüyungssähe für Kurzarbeiter find die Lohnausfälle im Laufe einer Woche zusammenzuzählen und durch 6 zu teilen. Dem Kurzarbeiter darf nur für jedes volle Sechstel, um das fein Wochenarbeitsverdienst gemindert ist, der TageSunterstützungssah einschl. des Familienzuschlags, den er als Erwerbsloser beziehen würde, gewährt werden. ** Aufhebung des Sichtvermerkszwanges zwischen Deutschland und Kontoristin oöer fioötorlfl aesuchr.welche m.all. vorkommenden Kon- lororbetien vertraut ist, perfekt stenographieren und Schrcib- nwschinefchreib.kann Lchrlstl. Angebote m. GebaltSmisprllch. unt.0665 and. G.Anz. Zuverlässig, ältere» Mädchen für Küche und Hausarbeit »unt 15. Febr. gesucht. ,v Sberingstrake 7 L WIMS, ZIMM. MWes müööien das kochen kann, tn Tauerstellg. in Land» städlchen b. Gießen in Geschästsbauöb- gef- Lchr. Angeb. unter 865D a. d. Gieß. Anz. Perfektes MWI in kleinen Hauöbatt, 2 Personen. 10663 sofort gesucht. Zu erfragen tn der Geschäftsstelle beS Gien. Anteiqerß. Fräulein jucht Stelle als Stütze in besserem Hanse, evtl, bet allenLemen. Schriftl. Angel), uttt. 0653 a. d Gieß. Anz. 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Die Beerdigung findet Sonntag, 31. Januar, nachm. 3 Uhr, vom Sterbehause, Jungferstraße 3, aus statt. Allertshausen, St. Andreasberg, Frankfurt a. M., Hartmannshain, Geilshausen, Wetter bei Marburg, den 28. Januar 1926. 0661 Ein 4x 5'Zimmer- HauS, Ludwigstr., WiibeberUniucriität zu verkaufen. Schr. Angebote unter 0667 andenGtesr.Anz.ertr. Schreibmaschine möglichst Adler, zu kaufen geiucht.Näb. in der Geichäfisst des Giesr. Anz. 0634 S-. Sickelmann, Licher Strane 59, Fabrrad- Revaralurwerkstatt. I Lord'Zporl.Anzug I Grütze 48, 1 Paar Ledergamaschen 1 $tridu)eftc alles neu, für zusammen 50 Mk. zu 5-t-Lastwagen ManneSmann, gut erhalten, preiswert 5ii verkaufen. Schr. Angebote unt. 0ti35 an den Gieh Anz. Heute morgen um 41/« Uhr hat es Gott dem Allmächtigen gefallen, meine liebe Gattin, unsere liebe Mutter, unvergeßliche Tochter, Schwester, Schwiegertochter, Enkelin, Schwägerin, Got und Tante Die Beerdigung findet Montag, den 1. Februar, nachmittags 2*/a Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofs aus statt. osv2 Techniker 1.21^6= botswesen ob. Konstruktionsbüro, 22 I, m gut.Allgemeinbtl- düng, guter Rechner, firm in Kalkulation, begabter Zeichner, der auch in Stenographie, Maschinen- schreiben u. n. kaufm. Büroard. beiv. ist, die engl. Sprache in Wort u. Sckrisl beherrscht, über sranz. u. spanische Sprach» kenntntsse verfügt, sucht, gestützt auf la Zeugnisse u. Referenzen, lrgend eine vasscnde Beschäs- tiaung, evtl. Reisekosten. Schr. Angcb. ii. 0665 Q. d. Gien.Anz. Maskenkostüme Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme während der schweren Krankheit und beim Heimgange meines lieben Mannes, Vaters, Schwiegervaters, Großvaters, Bruders, Schwagers und Onkels bittet ergebenst, sie bei eintretendem Bedarfe, sei es Neuanschaffung oder Aufarbeiten und Modernisieren von Chaiselongues, Klubmöbeln, Matratzen, Sofas, Sesseln usw. gütigst zu berücksichtigen. 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Insbesondere dankenwirHerrn Pfarrer Hofmann für seine trostreichen Worte am Grabe, dem Herrn Bürgermeister Reinhardt für seine anerkennenden Worte und Kranzniederlegung im Namen der Gemeinde für den Ver- * storbenen, dem Lehrerverein Londorf für die Ehrung am Grabe, dem Gesangverein Liederkranz und den Schulkindern für den erhabenen Grabgesang und den letzten Gruß. Besonderen Dank seinen einstigen Schülern GeorgWaldschmidt und Karl Wißner für die liebevolle Pflege bei seinem Kranksein und den letzten Liebesdienst. Allen denen, die durch Tat und Wort in der schweren Zeit uns hilfreich zur Seite standen, unseren Dank. Mur Mser, Ludwiattrahe 57, Ecke Ltebigstrahe. Jung, dunkelgraues Kätzchen entlaufen. 0660 Lndwigsteahe 6. Mädchen nicht unt. 20 Jahren, mit gut.Empfehlung, für mein. Haushalt, 2 erw. Kinder, zum 15 Februar für tagsüber gesucht Vorzu- stell.zwtsch.8u.11 Uhr u nachm. 0.4—6Ubr. Fr. H. Petri Vleichstrahe 30. 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Es wird wahrscheinlich über das Verhältnis Zwischen dieser Doktrin, der Haager Schiedsgerichtsbarkeit und der Stellung der Vereinigten Staaten zum Völkerbund noch sehr viel Tinte und Papier verschrieben werden. Aber bestimmte Dinge tragen ihre werden. Er studierte rasch und gut und wurde 1874 vom damaligen päpstlichen Nuntius in Brüssel zum Priester geweiht. Drei Jahre später wurde er bereits Lehrer der Philosophie beim kleinen Seminar in Mecheln und dort verkündete er bald eine ganz neue philosophische Lehre, die sich aus die Theorien von Thomas von Aquino stützte. Er hielt seine Vorlesungen in französischer Sprache und nicht, wie es bis daher üblich war, lateinisch. Er hatte, als er mit dieser Tradition brach, manchen Widerstand zu überwinden. Er siegte aber, und als kurz darauf bei der katholischen Universität in Löwen ein Lehrstuhl für die thomistische Philosophie errichtet wurde, wurde Mercier zum Professor ernannt. Er war damals 30 3ahre alt. Heber seinen weiteren Lebenslauf ist nicht viel zu melden, aber das wenige Erwähnenswerte hat seine Bedeutung: 1906 wurde er Erzbischof von Mecheln und ein 3ahr später ernannte ihn der Papst zum Kardinal. Mercier war eine Kampfnatur. Das hat sich am stärksten während der Besetzung Belgiens durch die deutschen Truppen gezeigt. Die ganze belgische Presse hat bei seinem Tode daran erinnert, daß er in den 50 Monaten, wo die Deutschen in Belgien weilten, die Seele deS moralischen Widerstandes war. Fortwährend lebte er in Konflikt mit den deutschen Behörden. Freiherr von Bissing und Freiherr von Falkenhausen, die an der Spitze der deutschen Verwaltung in Belgien standen, kannten keinen erbitterteren Feind. Die ganze Außenwelt wußte, wie der Erzbischof aus Kriegsfuß mit den Deutschen lebte und als Mercier Ende 1915 einen Hirtenbrief erließ, in dem er nur zu deutlich seine antideutschen Gefühle zur Kenntnis der belgischen Gemeinde brachte, verbreitete sich sofort in ganz Europa die Nachricht seiner Verhaftung. Die Nachricht traf nicht zu, sie war eine Tendenzlüge, die um so weniger schön war, als die Deutschen dem rabiaten Kardinal Freiheiten gewährten, wie sie in Kriegszeiten weder Franzosen tiod) Engländer zugestanden hätten, noch auch bei friedlicher Besatzung gewährten. Tatsache ist nur, daß Kaiser Wilhelm sich telegraphisch beim Papst über das Benehmen des Kardinals beschwerte. Obwohl er seinen Kamps nicht aufgab. zögerte er doch nicht, im Herbst 1915 die Reise durch Deutschland nach Rom anzutretcn. 3n Italien hat er dann während seines Aufenthaltes in verschiedenen Städten größere Reden gegen Deutschland gehalten. Sein 'Benehmen war derart, daß Freiherr von Bissing sich gezwungen fühlte, chn bei seiner Rückkehr nach Belgien ernstlich zu warnen. Er widmete sich von nun ab dem in Belgien mit so viel Leidenschaft wbenden Kampf gegen den flämischen Altivismus. Dieser Kampf gegen die flämischen Nationalisten hat er auch nach dem Kriege noch fortgesetzt. Am meisten verfolgte er die jungen Geistlichen, die sich voller Liebe der flämischen Sache gewidmet hatten. 3m flämischen Lager, und zwar auch bei seinen eigenen Glaubensgenossen, war er nicht sehr beliebt. Man erkannte ihn als das Haupt der Kirche an, aber dabei blieb es auch! Don seinen Verehrern wurde die Bedeutung des Kardinals auch wohl überschätzt. Wenn jetzt die belgische katholische Presse ihm huldigt als „dem größten Mann unserer Zeit", so kann man . dies nur als eine starke Tlebertrcibung empfinden. Ein großer belgischer Patriot war er unbedingt, obwohl sein Patriotismus manchmal sehr gefährlich für sein eigenes Volk zu werden drohte. 3m übrigen wußten auch seine deutschen Feinde seine guten Eigenschaften zu schätzen. So erwähnt „Nation Delge", was Freiherr von der Couden, der Führer der deutschen politischen Abteilung in Belgien, im November 1918, an Kardinal Mercier schrieb: „Sie lind für uns die Personifikation des besetzten Belgiens, dessen treuer und gehorsamster Hirte Sie sind!" Die sozialistische Presse verneigt sich vor der Majestät des Todes, aber erinnert doch an den Kampf, den die belgische Arbeiterklasse gegen den sehr konservativen Erzbischof hat führen müssen. Er beherrschte gänzlich die belgische katholische Partei und zögerte bei einem Wahlkamps nie, die ganze Geistlichkeit mit in den Kampf zu zerren. Eine einzige Zeitung, die sozialdemokratische Antwerpener „Vollsgazet", erinnert an die guten Beziehungen, die zwischen Msar. Mercier und dem belgischen Hof immer bestanden haben. Er war es, „der seinen breiten Mantel über die letzten 3ahre des intimen Lebens Leopolds II. warf!" Auch dieses Blatt denkt aber mit Wonne der Art, in der Mercier dem deutschen Militär trotzte, und beteuert im übrigen, das Mercier nach dem Kriege nicht dieselbe erhabene Rolle wie während des Krieges gespielt hat. Denn Mercier zögerte nicht, das faschistische „Vingtieme Siöcle" zu unterstützen, und sogar den — Baron Coppee. Nun ruht auch dieser vielseitige Mensch für immer. 3n Belgien wird man ihn nicht bald vergessen. Die nationalistischen Kreise werden lange trauern, da sie eine ihrer treuesten Stützen entbehren. Aber andere Elemente gibt es in diesem Staate, die jetzt freier atmen werden. Dies ist die junge, katholische Generation, die sich befreit fühlen wird von dem Zwange, der von dem mächtigen Mann aus Mecheln ausgeübt wurde. Dies ist das junge flämische Volk, baä so oft — und dies auch während des Krieges! — Mercier als seinen Feind betrachtet hat. Dieser Feind hat jetzt die Waffen gestreckt, ilnö ruhiger kann ein großer Teil des belgischen stehenden Kreise nie hat identifizieren können, in die Zukunft blicken. _________________ der eingesessenen Bevölkerung Bietzens, der ganzen Provinz Oberhessen und des benachbarten preußischen Lahngebiets ist der im 176. Jahrgang erscheinende Gießener Anzeiger mit seinen drei in eigener Redaktion bearbeiteten und in eigenem Betriebe gedruckten regelmäßigen Beilagen Gießener Familiendlütter der Unterhaltung und Belehrung dienend durch sorgfältig ausgewählten, gediegenen literarischen Lesestoff Heimat im Bild der heimatlichen Landschaft, ihren besonderen Eigentümlichkeiten und ihrer Kultur in Bild und Wort gewidmet Die Scholle von Fachleuten und Kennern der Heimaterde für dieLand- wirtschaft und Gartenbau treibende Leserschaft bearbeitet Für die Geschäftswelt, Behörde und Familie, für Wirtschaft, Handel und Verkehr ist der Gietzener Anzeiger beiden großen Staaten heute noch ihre Ablehnung des formellen Anschlusses an diesen Bund aussprechen und scstlegcn. Man wird bei der Beurteilung der ganzen Völkerbundsfrage auch in Deutschland daher gut tun, diese Perspektive auch nicht 880a sich das Leben. f Ein Vater möchte liebevoll es ganz gut machen und verdirbt alles. Weit stärker spannte Dichtung des .weiten Jahrzehnts unseres 3ahr- Hunderts die Gegensätze. Hasenclever^ „Söhn' — um das bekannteste Beispiel zu nennen — ist bei aller Verwandtschaft des Stoffs und der Lebensfragen geradezu Gegenpol von Schäfer, -ScuMfiejSl Tapezier, unö polsterarbeilen werten gwu. teer angefeuigtbeimäBi- zm Preis. Carl Roh, Sbelitr. 14 Amch Ä**ä ?ndaniagrlh I. ohne Ironie ist es gezeichnet. Sollen die Launen des jungen Dings ernst genommen werden? Tatsächlich wird aus der Verlobung nichts. Noch mehr: auch sonst verschärfen sich die Gegensätze. Das Mädchen verläßt das Haus, in dem sie aufgewachsen ist. Sie möchte aus eigener Kraft künftig ihr Leben bestreiten. Abermals wirken Heine Mißverständnisse, wirkt ein Wort zu viel oder zu wenig mit. Gegensatz zwischen zwei Allersschichten spielt herein. Das Mädchen kann mit dem Mann, der sein angenommenes Kind aufrichtig liebt, sich nicht verständigen, noch weniger mit dessen Frau, die kleinbürgerlich eifert und zatokt. Seitdem das Mädchen weiß, daß die beiden nicht ihre wahren Eltern sind, fühlt es besser deren Schwächen. Die Alten schlürfen ihre Suppe so schmatzend von den silbernen Löffeln, als wären sie halbverhungerte Kesselflicker. Sie scharren mit den Löffeln und klappern mit dem Besteck: könnte eine Wirtshausspülistagd mehr Lärm machen bei ihrer Arbeit? Mit dem Messer streichen sie die Tunke vom Teller und ziehen es durch den Mund, daß man sich wundert, fein Blut fliehen zu sehen. Es bleibt in Emil Strauß' Roman ^Kreuzungen", an dessen Anfang das alles berichtet wird, unentschieden, ob der Gegenstand zwischen jung und alt in diesem Fall auf ererbte höhere Haltung der angenommenen Tochter zurückgeht oder bloß in dein Unterschied zweier verschiedener Lebensalter wurzelt. 3mmerhin berührt hier in diesem Roman von 1904 Strauß ein Motiv, das für lange Zeit Lieblingsgegenstand 'deutscher Dichtung werden sollte. Bis zum Ueberdruß hat man es abgewandell: Die 3ugend, die unter der alleren Allersschicht leidet, die den Kamvf aufnimmt, um sich selbst 'Recht zu verschaffe, oder mindestens im Erliegen cus das Wertvollere sich erweist. Strauß darf den Anspruch ergeben, diesen Gegenstand als erster dichterisch gedeutet zu haben in einem Umfang und mit einer lählichkeit, wie das früher noch nie geschehen war. Er tat es schon 1902 in der Erzählung, „ Freund Hcin". Strauß erweist sich als Träger einer Kunst, die nicht aus größten, sondern aus kleinsten Gegensätzen schwere Erschütterung der Geert: aBFeitet. Um 1900 herrschte noch solche Kunst. Sie hat seitdem wuchtigerer und zäherer Bewegtheit Platz machen müssen. Strauß wollte noch das langsame Werden einer starken Wandlung im Menschen schrittweise auf zeigen und dabei in die letzten Tiefen der Seele hineinleuchtcn. Das geschieht in .Freund Hein", es geschieht ausdrücklich in den „Kreuzungen". Das Mädchen gibt nicht nur wirklich den Bräutigam auf. Sie findet auch einen, der ihr die ersten Schritte auf dem neuen Lebenspfad erleichtert. Hab zuletzt wird er ihr Lebensgefährte. Wandeln muß sich dabei auch er. Alle Liebe muß erlöschen, ehe ihm aufgeht, was ihm am besten taugt. Reizvoll ist das Hin und Her der Stimmungen aller Beteiligten gezeichnet, das zu solchem Ende leitet Wiederum ist es mit der Kunst leiser Abschattungen durchgeführt. Kräftiger greift Strauß zu, wenn er in die Vergangenheit seiner Vaterstadt Pwrzheim zurückblickt und in seinem Roman .Der nackte Mann" von 1912 Vorgänge aus der Zell unmittelbar vor dem Dreißigjährigen Krieg mit saftigen Farben, nicht ohne Drastisches, ja Groteskes, mall. Auch sein .Engelwirt" von 1900, eigentlich eine erzieherisch gemeinte Dorfgeschichte nach der Art von 3eremias Gottheit, vertritt solche stärker bewegte Erzählerkunst, (greifbarer ist in diesen beiden GabLn das Band, das den Erzähler mit seiner engern Heimat verknüpft. Zu verspüren ist es auch sonst, llnd ganz besonders in seinen Novellen. Einzelnes aus dem Sammel- band .Hans und Grete" von 1909 erreicht beträchtliche Höhe streng sachlicher, in sich geschlossener, reitet Kunst. Wer, nachdem er eine längere Reihe jüngster Erzählungen gelesen hat, zu Emil Strauß sich wendet, mutz in den Schöpfungen des sorgsamen Gestalters eine meisterhafte Darstellergabe erkennen, die es mit ihrem Handwerk sehr ernst nimmt, viel ernster als die große Mehrheit der Erzähler von heute. die mit einem Schlage seinem Namen einen starken Klang schenkte: in „Freund Hein". Zweierlei verbindet sich in dieser Geschichte eines kurzen Knabenlebens: die Darstellung des Werdens und einer echten Musikbegabung und der Nachweis, tote falsche Erziehung einen Gut- veranlagten zum Selbstmord drängen kann. Dom werdenden Musiker hatte Strauß schon in einer frühen kleinen Skizze berichtet. Die letzte größere Erzählung, die er veröffentlicht hat, „Der Spiegel" von 1919, spinnt das Thema weiter. Gegensatz zwischen Erzieher und Erzogenem faßt „Freund Hein" noch tiefer an als der Roman „Kreuzungen", auch in tragischerer Gestalt. Wohl leidet der Knabe unter dem Unverstand seiner Lehrer. Allein was tatsächlich fein freiwilliges Ende bedingt, liegt an anderer Stelle. Begabung zur Musik hat sich vom Großvater und vom Vater auf ihn vererbt. Der Dawr, Rechtsanwalt von Beruf und strenger Pslicht- mensch liebt sein einiges Kind über alles, möchte es darum vor Irrwegen bewahren, yt selbst hat einst an sich erfahren, wie sthw<^ tm Ringen um ein Lebensziel Musik macyen könne. Er hat das überwunden. Er denkt, auch sein Sohn werde, zumal wenn er selbst ihn energisch führt, gleiche Selbstüberwindung erreichen. Er unterschätzt die eigentliche B gabung feinet Kin- des. Cs soll trotz allen Mißerfolgen das Gymnasium bis zum Ende durchmachen. Der Vater Yvovtonnt trvip oT Ollüfw* fein Sohn daran wen- Mi >aus **'unf4|td verkennt, wie viel Mühe fein Sohn bet, diesem Wunsch nachzukommen. wie er unter dem erfolgloser Streben leidet. Tcehr und mehr entfremden sich die beiden. Uno cinge» sichts eines neuen unzureichenden Ergebnisses aller dieser peinvollen Mühe nimmt der Sohn Nuntius die Augen für immer zugcdrückt wurden. Belgien verliert an ihm eine seiner stärksten Persönlichkeiten. Deutschland verliert an ihm den Mann, der während der Besetzung Belgiens den stärksten Widerstand geleistet hat. Mercier war französischer Herkunft. Seine Ahnen hatten sich aber schon 1640 in Belgien niedergelassen, und zwar in Nivelles, von wo sie später nach Drains l'Alleud zogen. Der Großvater des Verstorbenen war während 30 3ahren Bürgermeister dieser Gemeinde, in deren Grenzen das Schlachtfeld von Waterloo liegt Als sein Vater starb, war Desire 3oseph Mercier noch sehr jung. Da feine Mutter mit sieben kleinen Kindern zurückgeblieben war, wurde dem zukünftigen Oberhaupt der belgischen Katholiken von einem gut situierten Oheim weiter- geholfen. Schon als Knabe wollte er Geistlicher Emil Strauß. Zum 60. Geburtstage des Dichters. Von Geh.-Rat Prof. Dr. Oskar Walzel, Bonn. Ein wohlhabendes Ehepaar nimmt ein Mädchen an Kindesstall an. Es wächst auf, ahnungslos, daß die beiden, die es Vater und Mutter nennt nicht seine wahren Eltern sind. Am Morgen der Derlobungsseier erfährt es endlich aus dem Munde des vorgeblichen Vaters die Wahrheit Es stürzt fort, schließt sich ein. Einem, der gern vermitteln möchte, ruft es zu: „Es ist unerträglich, von Eltern zu stammen, die ihr Kind weggeben —! Zwanzig 3ahre mit Leuten zu leben, die alle deine kindlichen Gefühle erschleichen — pfui Teufel! Zwanzig 3ahre lang Leute, die sich von Haut und Haaren nichts angehen, auszusaugen, nach deinen Launen tanzen zu lassen, zu malträtieren, nur weil du sie für deine Eltern hältst und sie sichs gefallen lassen..." Endlich erscheint der Bräutigam. Die Braut die nicht zur Verlobungsfeier mitkommen tollt hört ihn klingeln. Gespannt wartet sie, ob er sie in ihrem Zimmer auf suchen wirb ober nicht. Er schreitet langsam die Treppe empor und klopft an die Tür. Schon daß er nicht ohne weiteres zu offnen versucht, ärgert sie. Sie erklärt, ihn nicht sehen zu können. Dabei hofft sie, er werde die Tür gewaltsam öffnen. Daß er nur bitten und betteln kann, weckt bei ihr Enttäuschung und Entrüstung. Sie antwortet gar nicht. Er hängt no-ch ein paar Rosen an den Türgriff. Dann geht er. Kaum ist er die Treppe hinab, so öffnet sie die Tür und holl die Rosen, drückt ihr Gesicht hinein und saugt den Duft. Durch Zornestränen blickt sie die Blumen an und wirft sie in die Ecke. Wenn er die Tür eingebrochen hätte, sie würde ihm auf den Knien zugejauch t und gehäuft haben! Sie würde mit ihm sofort zur Verlobung gegangen fein und alles vergessen haben! Elli Studienblatt von der Hand eines guten, Lines überlegenen Kenners der Frauenseele. Nicht eigene Logik in sich! Ein Staat, der feine ganze Politik so stark nach der Richtung der Schiedsgerichtsbarkeit, der Abrüstung, der friedlichen Beilegung von Konfliktsfällen eingestellt bat, wie Nordamerikas, und der sich entschließt, trotz bekannter Bedenken dem Haager Gerichtshof beizutreten, wird damit ganz von selbst in eine bestimmte Bahn gezwungen. Eine Bahn, die schließlich, wenn sich die Dinge überhaupt friedlich weiter entwickeln, dann auch die Vereinigten Staaten in den Völkerbund oder wenigstens a n i h n heranführen wird, ebenso wie (aus anderen Motiven) Rußland, so sehr die Außenpolitische Umschau. Von Prof. Dr. Otto H o e tz s ch, M. d. R. Deutsche Regierungserklärung und deutsche Re- alerunaskrise, große Finanzdebatte in der französischen Kammer, Zusammenkunft zwischen Chamberlain und Briand in Paris, italienisch-englisches Schuldenabkommen, Beitritt Amerikas zum Haager Weltgerichtshof — das ist reichlich viel außenpolitischer Stoff für eine Woche! Die Locarnooerträge sind vom belgischen und italienischen Parlament ratifiziert worden. Es steht nur noch aus die Ratifikation durch Frankreich, wo der Auswärtige Ausschuß der Kammer die Angelegenheit schon ausführlich behandelt hat, die Kammer selbst aber erst nach Erledigung der inneren Fragen, also der Finanzfrage daran gehen will. Daß die Locarnoverträge auch von Frankreich ratifiziert werden, daran ist natürlich nicht zu zweifeln. Aber das Wichtige und Entscheidende darin ist, wann Deutschland in den Völkerbund eintritt. Erst dann tritt bas ganze Vertragswerk in Kraft, und wenn der anderen Seite, vor allem England, so viel daran liegt, daß es in Kraft trete, und Deutschland einträte, so muß sich England eben entschließen, den deutschen WünscheU entgegenzukommen und den entsprechenden Druck auf Frankreich auszuüben. In Frankreich aber hat Briand eine große Entscheidung für Europa in seiner Hand, die zugleich eine Frage seines aller- persönlichsten Prestiges ist. Der Druck Amerikas auf Italien, indem der amerikanische Senat die Ratifikation des Schuldenabkommens mit Italien hinausschob, bis die Einigung Italiens mit England zuftandegekommen fei, hat Erfolge gehabt. Am 27. Januar ist das italienisch-englische Schuldenabkommen zustande gekommen. Es ist, wie diese Abkommen überhaupt, auf 62 Jahre geschlossen und sieht eine Min- deftzahlung Italiens von 4’ Mill. Pfd. jährlich vor, einschließlich des Verzichts auf die Zinsen für das italienische Golddepot in London, von 5,3 Millionen Pfund. Damit ist im großen und ganzen die Schuldenregelung für England beendet, das von den ver- schiedenen Schuldnern im ganzen 31 Millionen Pfd. erhält und seinerseits mit mindestens 32) Mill. Pfd. an Amerika verpflichtet ist. In diesem Schulden- abtommen Englands mit seinen Gläubigern war bas ja immer entscheidendes Prinzip, daß es nicht mehr, aber auch nicht weniger haben wollte, als es selbst an Amerika zu zahlen verpflichtet sei. Mit dieser Einigung sowie der Ratifikation des Abkommens über die italienischen Schulden mit Amerika, die nun sehr schnell erfolgen wird, wird der Weg frei zur Stabilisierung der italienischen Währung und einer Anleihe in Neuyork. Man denkt sich diese Stabilisierung etwa auf der Grundlage eines viertel Goldfranken. Da auch der belgi - s ch e Franken auf dem Wege der Stabilisierung ist, bleiben die beiden Schmerzenskinder der Währungen: der französische Franken, um den der Kampf geht, und der polnische Zloty, den wir hoffnungslos halten. Es bleibt dann vor allem International das Schuldenabkommen Frankreichs mit Amerika, das wohl auch nur eine Frage der Zeit sein kann. Ist es erreicht, so sind die Voraussetzungen international gegeben, sowohl die Gesamtsumme der deutschen Verpflichtungen aus dem Da- wesplan festzusetzen, als auch zugleich und schleunigst an die zweite Etappe dieses ganzen Geschäfts zu gehen, nämlich an die Prüfung, ob diese Schuldenabkommeu und die deutsche Schulden- Verpflichtung aus dem Damesplan überhaupt von den Schuldnern aufgebracht werden können, d. h.: das „o b" ist überhaupt keine Frage. Denn jedenfalls für Deutschland, aber auch für einen ganzen Teil der anderen Schuldnerländer steht fest, daß diese Verpflichtungen nicht aufgebracht werden können. Diese Prüfung ist zugleich auch der Schritt zur Revision dieser Verpflichtungen, auf deren internationalen Zusammenhang und Charakter auch von uns unausgesetzt geblickt werden muß. Zuletzt Amerikas Beitritt zum Haager „ständigen Gerichtshof für internationale Justiz". Die Behandlung dieser Frage ging bisher recht langsam, wurde von den Gegnern absichtlich in die Länge gezogen und verschleppt. Nun hat man die Debatte geschlossen, und die Entscheidung fällt im Sinne des Beitritts von Amerika zu diesem Weltschiedsgerichtshof. Das ist natürlich ein Schritt von sehr großer Bedeutung, da er zugleich auch das Verhältnis Nordamerikas zum Völkerbund doch verändert. Die Frage ist nur, ob die zahlreichen Vorbehalte, mit denen die Vereinigten Staaten sich dem Gerichtshof anschließen, eine Zusammenarbeit überhaupt möglich machen. taMfc zu verleiben. OKI A. Gerwin, Kaiser- alleeT.___ vergessen oder zu unterschätzen! Kardinal Mercier. Von unserem belgischen /^.-Berichterstatter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Brüssel, den 24. 3anuar 1926. Er ist 75 3ahre alt geworden, dieser in Belgien sehr mächtige Mann, dem gestern nachmittag kurz nach 3 Uhr von einem päpstlichen fojtüme verleiht JJOD M M, «utiwiflfüö&f 57, 1 (f(feViebifliW_ Stadt»f£ Äff iS» von HW lüiW E'A 8° HteiÄ uw fipr M« Akten ■<$ ' Kätzchen Mdjabrverei« Fortuna. Hettle iM» • 1 8'/.Ubk-" Monats- oersaMsS- m als 1. Hyvothck auf gröberes titbmibe gejucht. Schr. Augeb.u.M an den Vieh. Anz. Garten- anteil Nabe Ml. Kaiier- aller, 1450 qm, ganz od. geteilt, aus Tauer zu verpachten. Lchr.Ansrag.u-lW an den Vieh. Anz. jeker 800 qm, binter Stern- velfabri! fitem, SranüurterSiMii verlaus, od. zn ver- oachten. M- W> l'irdigjtratzc N >• von #11 Die Siebener Hochschulgesellschaft. Kürzlich ging durch die Zeitungen ein Bericht über das deutsche Auslandinstitut in Stuttgart, in dem ausgesüdrt wurde, welche wertvollen Auskünfte durch Auswandererberatung das Institut in den verflossenen Jahren geleistet, welche schweren Wunden der wirtschaftliche Niedergang neuerdings dem Auslandinstitut aber geschlagen hat. „Zahlreiche zu- gesagte Beiträge und Stiftungen sind ausgeblieben. Weite Kreise müssen helfen, um durch die Zahl der '■Beiträge zu ersetzen, was in hohen Summen jetzt nicht emgehen kann." In der gleichen Lage wie das Auslandinstitut in Stuttgart befindet sich die „Gießener Hochschulgesell- schaft^, die „Gesellschaft von Freunden und Förderern der Universität Gießen". Die Berechtigung, die Notwendigkeit des Bestehens der in schwerer Zeit gegründeten Gesellschaft ist in Wörbeschriften, in Zeitungsartikeln und in der Gründungsschrift dargelegt. In einer Zuschrift an Die Gesellschaft hat der Herr Staatspräsident Ulrich die Bedeutung der Hochschul- gesellschast für das Fortleben der Landesunioersitöt mit folgenden Worten zum Ausdruck gebracht: „Die Gießener Hochschulgesellschaft ist ein Produkt ihrer Zeit und damit ihre Gründung für die Landesunioersitöt als Notwendigkeit fest- gestellt. Ich kann nur roünfdjen, daß es ihrer Hilfe gelingen möge, das Interesse aller Freunde und Förderer der Landesuniversität derart zu wecken und zu erhalten, daß sie den steigenden Ansprüchen der Wissenschaft gerecht werden und vollauf genügen kann." Hat die Gießener Hochschulgesellschast auch heute noch ihre Berechtigung? Aber sicher, mehr denn je! Der Staat bewilligt den Hochschulen, was er kann. Aber seins zur Verfügung stehenden Mittel sind beschränkt. Eine Provinz, Rheinhessen, ist besetzte» Gebiet, das dem Staate keine Erträge bringt, die anderen beiden Provinzen können die Bedürfnisse nicht in voller Höhe aufbringen. Unsere Wirtschaft einschließlich de» Verkehr» ist nicht mehr frei. Frei sind nur noch unsere Geistes- güter, und die müssen wir uns frei erhalten: sie bedeuten unser Nationalvermögen, an dem wir keinen Abtrag erleiden dürfen. Wir muffen auf dem geistigen Gebiete unseren Ruf, unsere Führerstellung bewahren, damit wir tüchtigen, gründlich geschulten Nachwuchs in allen Zweigen unseres Geisteslebens — auch im Wirtschaftsleben — haben, damit unser geistiges Kapital Zinsen trägt. Sonst werden wir von dem kapitalkräftigsten Lande, von Nordamerika überflügelt. Viele Millionen stehen dort der wissen« schaftlichen Forschung zur Verfügung. Diele wissen- schaftlichc Arbeiten können auch ohne größere Geldmittel nicht zu einem ersprießlichen Ende geführt werden. Wie steht es nun mit den Mitteln der Hochschul- gesellschaft? In den ersten Jahren ihres Bestehens konnte sie mit laufenden Beiträgen und besonder» mit größeren einmaligen UeberroeHungen — namentlich aus Industriekreisen — etn ansehnliche» Kapital bilden, das aber leider ein Opfer der Inflation geworden ist. Der Grundstock ist also hin. Wie e» heute mit der Industrie im allgemeinen steht, ist bekannt: von der Seite find eben ketne großen Einnahmen zu erwarten. Es bleiben also In der Hauptsache die Einkünfte aus den Mitgliedsbeiträgen. Wenn man den 600 Mitgliedern der Gießener Hochschulgesellschalt die Mitgliederzahlen der Gesellschaften von Marburg mit fast 3000, von Hannover mit 6000 und gar von Kiel mit fast 9000 gegenüberstellt, so ist da» Ergebnis für Gießen beschämend. In Zeiten der größten Not ist auch immer in Deutschland die größte Opferdereitschaft gewesen. Deshalb muß feder, der die LudwigsunioerfitSt besucht hat, jeder, der einen Sohn ober eine Tochter auf die Universität schickt, jeder, dem die Erhaltung und die Freiheit unserer Kulturgüter, die an der Ludwigsuniversität gepflegt und gefördert werden, am Herzen liegt, das kleine Opfer barbringen und Mitglied der Gießener Hochfchulaesellschaft werden, zumal die ordentliche Mitgliedschaft schon mit 10 SIL, die außerordentliche mit 6 Mk. erworben werden kann. Anmeldungen und Einzahlungen find zu richten an die Mitteldeutsche Ereditbank, Filiale Gießen, Konto der Gießener Hochschulgesellschast. Oberhessen. Landkreis Gießen. s. Kl«in-Linden, 30. Jan. Der am 24. d. MtS. bereits gegründete Handwerk« r- und Gewerbe-Verein, Klein-Linden vollendete als Fortsetzung seine Tagung am Mittwoch im Gasthaus zur Deutschen Eiche. Don ca. 50 am Orte ansässigen Handwerkern und Gewerbetreibenden zeichneten sich sofort 32 in die Mitgliederliste ein. Zweck und Ziel deS Vereins ist die Förderung des Handwerks, Gewerbe-, der Industrie. deS Handels unZ) des Verkebrs. Zum Vorsitzenden wurde Heinrich Bechtold. zu dessen Stellvertreter Ludwig Viehmann 2 gewählt. Nachdem der Zweck und die Satzungen des Vereins eingehend behandelt waren, faßte die Versammlung einstimmig nachstehende Resolutionen: 1. Es wird an die Gemeindevertretung ein Appell gerichtet, daß die z, Zt. geltenden Steuern das Höchstmaß der Leistungsfähigkeit längst überschritten hätten und demzufolge für die Zukunft die Finanzpolitik danach einzustellen fei; 2. wurde an die Post- di r e k t i o n das Ersuchen gerichtet, die P o st - b e st e l l u n g auch auch an Sonn- und Feiertagen auszufuhren und neben der Vachmittags- beförberung bet Post zum mindesten den Brief- fdften an der Post-Agentur morgens zu leeren und den Inhalt weiterzubefördern. Nachdem der s. Vorsitzende Herr Bechtold, seinen Dank für das harmonische Zusammenarbeiten in der ersten Sitzung ausgesprochen hatte, wurden weitere Punkte auf die weitere Sitzung vertagt. * Heuchelheim, 29. Jan. Am Mittwoch fand in der Wirtschaft Friedrich Rinn eine Per- sainmluna deS hiesigen GewerbevereinS statt, zu der Synoikus Röhr vom HandwerkSamt Gießen erschienen war. Gr sprach über den zur Zeit beim Aeichswirtschastsrat vorliegenden G esetz e n t w u r s betr. den Preisabbau, wobei et die nachteiligen Auswirkungen dieser Maßnahme auf das Handwerk treffend hervorhob. Weiter gab der Redner noch über allgemeine Fragen sehr interessante Aufklärungen, die in der heutigen Zeit für den Handwerksstand nur zur Forderung dienen können. • Staufenberg, 29. Jan. Die hiesige Gemeindejaad hat der seitherige Pächter, Kommerzienrat Ludwig Scheer- Höchst a. M., auf weitere 9 Jahre gepachtet. Pachtprcis jährlich 1700 Mk. DaS Jagdgebiet umfaßt 240 Hektar Wald und rb. 450 Hektar Acker- und Wirft n- lanb. Kommerzienrat Scheer verhandelt zur Zeit noch mit der Gemeinde Mainzlar, um die Pachtzsit der dort von ihm erworbenem Jagd von 6 auf 9 Jahre unter entsprechender Erhöhung des Pachtpreises zu verlängern. * Londorf, 29. Jan. Bei der gestrigen Holzversteigerung im F. eiherrlich von Vordeck zu Rabenauschra Revier wurden folgende Preise erzielt: Vuchenscheit 10,80 Mk. Eichenscheit 5,80 Mk.. Buchenknüppel 8,20 Mk., Sichenlnüppel 5,45 Mk.. Fichtenknüppel 5 Mk., Buchenreisig 155 Mk., Buchenstöcke 5,25 Mk. je Rm. : Allertshausen, 29. Jan. Unser rund 330 Einwohner zählendes Dörfchen leibet, tote viele andere Orte, ebenfalls unter de> Wohnungsnot. Doch ist in den letzten Jahren dieser Rot ga z energisch entgegengesteuert durch eine rege Bautätigkeit, indem eine ganze Anzahl Reu. bzw. Anbauten fertiggestellt wurden. So sind in den RachkriegSjahren allein fünf stattliche neue Häuser entstanden, darunter einige zweistöckig und recht geräumig. Eines davon, ein altes Holzhaus, stand ehemals gegenüber dem Schulhaus, wurde aber verkauft und von dem Käufer hoch auf dem Berg, hinter der neuen Kirche, wieder aufgestellt. Der alle Besitzer erbaute sich ein neuzeitliches geräumiges Steinhaus. Gegenwärtig sind zwei weitere recht stattliche Bauten in Angriff genommen, die bis zum nächsten Herbst bezogen werden können. — Am Mittwoch nau,mittag trugen wir unseren verstorbenen Lehrer Konrad Kloos zu Grabe. Fast die gesamte Einwohnerschaft und viele seiner Freunde und Kollegen aus den Rachbarortschaften gaben ihm das letzte Geleite. 42 Jahre wirkte Lehrer Kloos in unserer Gemeinde, und der weitaus größte Teil der Einwohner waren seine Schüler. Pfarrer Hofmann von Londorf legte feiner Grabrede den Tert zugrunde: Psalm 16 Vers 6: „Das Los ist mir gefallen aufs Liebliche, mir ist ein schön Erbteil geworden." Er schilderte den Verstorbenen als fürsorglichen Familienvater, als tüchtigen Lehrer, der unter schwierigsten Verhältnissen fein Amt treu und gewissenhaft versah, und als Mensch, jederzeit bereit, alt und jung mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Bürgermeister Reinhard legte im Rainen der Gemeinde einen Kranz nieder, dabei in warmen Worten der großen Verdienste deS Verstorbenen gedenkend. Der Männergesangverein Liederkranz sang ein Grablied und widmete durch seinen Vorsitzenden R a d> t i g a 11 dem Toten einen Kranz, Für den Dezirkslehrerverein Londorf sprach Lehrer H ö ch st von Odenhausen einen ehrenden Rachruf und legte ebenfalls einen Kranz nieder. Auch die Schullinder widmeten ihrem ehemaligen Lehrer einen Kranz und fangen ein Grab- lied. Lehrer Kloos stammte aus Oppenrod, war in Friedberg im Jahre 1880 abgegangen und wirkte vorübergehend in Zahmen, Kreis Lauterbach, und feit 1882 in Allertshausen. Im Sommer 1924 trat er infolge des Abbaues in den Ruhestand. t Grün berg, 29. Jan. Heute vormittag stürzte sich ein 13fähriger Junge, der bei einem hiesigen Bürger als Pflegekind war, aus dem Fenster. Da die Tat nicht gleich bemerkt wurde, blieb der Verletzte etwa eine Viertelstunde (tepen, bis ihm Hilfe zu teil wurde. Die ile&er- führung deS Knaben in die Klinik nach Gießen erfolgte sofort. Da der Junge nach seiner Aeuße- nmg nicht mehr bei dem Bürger bleiben wollte, führte er diese Tat aus. ± Weickartshain, 27. Jan. Auch in unserem Dörfchen besteht, wie in den übrigen Gemeinden, die segensreiche Einrichtung der Schul- s p a r f a s s e. Wenn wir nach noch nicht einjährigem Bestehen ihre Ergebnisse feststcllen, kommen wir zu der erfreulichen Tatsache, daß sich schon die ansehnliche Summe von 1 2 5 0 Mart angesammelt hat. eine Leistung, auf die die -weiklassige Schule mit etwa 50 Sparern stolz sein kann. 2) Lich, 20. Jan. Aus der jüngsten Sitzung deS neuen Stadtvorstandes ist folgendes zu berichten: Seitens der in der letzten Sitzung gebildeten Finanzkvmmission waren Vorschläge für die Bildung der übrigen Kommissionen gemacht worden. Grundsätzlich sollte bei den Wahlen der Kommissionen und Deputationen in der Weise verfahren werden, daß entsprechend der berufsständigen Zusammensetzung des Stabt- vorstandeS jeder Kommission ein Landwirt, ein Gewerbetreibender, ein Beamter und ein Arbeiter angehören solle. Trotzdem kam es zu mancherlei Auseinandersetzungen, so daß die Wahl über eine ganze Stunde in Anspruch nahm und schließlich der Vorschlag der Finanzkvmmission unverändert angenommen wurde. Längere Debatten entstanden bei der Wahl der Wohnungsdeputation und deS städtischen Wohlfahrtsausschusses. Zwei Herren, die für die Wohnungsdeputation vorgeschlagen waren, wollten nicht mitmachen. Da ihre Fraktionskollegen aber auch keine Lust hatten, sich bei den undankbaren Geschäften deS Wohnungsamtes die Finger 9U verbrennen, wurden die beiden Herren trotz chres Widerspruches gewählt. Zur Wahl des städtischen Wohlfahrtsausschusses beantragte die sozialdemokratische Fraktion, die Geistlichen, die seit Menfchengedenken in dieser Körperschaft vertreten sind, auszuschalten. Der Antrag sand die Unterstützung des Brauereibesitzers Heinrich Heller IV. und des Bauernbundes, wurde aber in der folgenden Abstimmung bei Stimmengleichheit abgelehnt. Der Ablehnung verfiel auch ein weiterer von sozialdemokratischer Seite gestellter Antrag, in den städtischen Wohlfahrtsausschuß nur GemeinderatSmitglieder zu wählen. Die Wahl -um Schulvorstand und zu den übrigen Kommissionen verlief etwas ruhiger. Sodann wurden verschiedene Baugesuche erledigt und eine Anzahl Unterstützungsgesuche auswärtiger gemeinnütziger Vereine ohne besondere Debatte ab* gelehnt. Die israelitische Religionsgemeinde dahier hat sich mit einer Eingabe an den Gtadtvorstand gewandt und auSgesührt, sie hätte für ihre Kinder einen Religionslehrer engagiert, der jedoch infolge Fehlens einer geeigneten Wohnung seinen Dienst bis beute noch nicht hätte antreten können. Die Beschaffung blefer Wohnung sei ihnen damals von dem Bürgermeister versprochen worden. Da sie dem engagierten Lehrer pro Monat 100 Mark Gehalt zahlen müßten, machten sie die Stadt für den entstandenen Verlust, der sich jetzt auf 500 Mark beziffere, haftbar. Der Bürgermeister stellte entschieden in Abrede, eine Zusage für das Vorhandensein einer Wohnung gemacht zu haben. Auf Grund der vorgetragenen Sachlage sah sich der Stabtvorstand veranlaßt, den gestellten Antrag abzulehnen. Der Bürgermeister brachte sodann den Antrag ein. der Otadtvorstand möge beschließen, daß für die Zukunft städtische F e u e r w e h r g e r ä t e zum A u 8 p u m V e n von Kellern nicht mehr zu verleihen sind. Auch anderwärts sei man zu dieser Maßnahme geschritten, und zwar durch den Umstand, daß leicht Unreinlichkeiten. wie Sand, in die Geräte gelangen könnten, die dann die jeder« zeitige Gebrauchsfähigkeit der Geräte und somit auch die Schlagfertigkeit der Feuerwehr gefährden wurde. Der Stabtvorstand trat dem Antrag bei und beschloß gleichzeitig, der Anschaffung einer Pumpe für den genannten Zweck näherzutreten Weiterhin gab der Bürgermeister Kenntnis von zwei Verfügungen des Kreisamtes Gießen über die Einschränkung von ß u ft« ba rlci ten und über die Festsetzung einer er« höhten Vergnügungssteuer für tarne« valistische Veranstaltungen. Der Stadtvorstand beschloß, über die elftere Angelegenheit von Fall zu Fall zu entscheiden, und karnevalistische B-rranstaltungen in diesem Jahre überhaupt nicht zuzulassen. Infolge Beendigung der Holzhauernrbeiten im Stadttoald hat sich die Zahl der Erwerbslosen erheblich vermehrt. Zur Zeit werden unterstützt 88 Vollerwerbslose mit 60 Ehefrauen und 89 Kindern. Eine größere Zahl dieser Erwerbslosen soll von nächster Woche an mit Rötst an dsarbeiten beschäftigt werden. Vorgesehen sind Chaussierungsarbeiten in der Amtsgerichtsstraße und der Straße am Wall. Das erforderliche Steinmaterial ist bereits angefahren. — Durch das in dieser Woche plötzlich eingetretene Tauwetter führen Wetter und Weidgraben Hochwasser. Durch rechtzeitiges Ziehen der im Wehr der Kolnhäusermühle eingebauten Flutschleuse konnte diesmal ein U e b e r t r e t e n der beiden Bäche vermieden werden. )) Lich, 29. Jan. Bei außerordentlich starker Betelligung fand heute in den Distrikten Eisen- kaute, Mönchköpfe, Schtoeinstallsheege und Eich- wald des hiesigen Stadtwaldes die zweite Brennholzversteigerung statt, die noch höhere Preise als die erste Versteigerung auf- zuweisen hatte. Es wurden geboten für Buchen» scheitholz 15 bis 20 Mk., Buchenknüppelholz 10 bis 14 Mk» Eichenknüppelholz 9 Mk., Buchen- stöcke 7,50 bis 8 Mk. und Gichenstöcke 6 Mk., alles je Raummeier. 50 Buchenwellen 12 bis 20 Mark und 50 Eichenwellen 8 Mk. Die höchsten Preise wurden da erzielt, wo die Abfuhrmöglichkeit am günstigsten war. bs. Langsdorf, 29. Jan. In einem Rundschreiben wandte sich das Kreisschulamt an die Gemeinden wegen Einrichtung einer Kochgelegenheit für den obersten Jahrgang der Fortbildungsschülerinnen ab Ostern 1926. Einstimmig wurde vom hiesigen Gemeinderat die Anschaffung e.nes Herdes und der nötigen Küchengeräte beschlossen. Jedoch war man allgemein der Ansicht, daß es praktischer und zweckdienlicher sei. wenn nicht jede Woche drei Stunden Kochunterricht stattfänden, sondern wenn ein vier- bis sechswöchentlicher Kursus während der Wintermonate abgehalten würde. Dann wäre es auch möglich, daß nicht mehr fortbildungsschulpflichtige Mädchen daran teilnehmen könnten. > Dors-Güll. 29. Jan. Auch hier ist die Maul - und Klauenseuche seit voriger Woche amtlich festgestellt worden. Bis jetzt handelt es sich nur um wenige Stallungen: doch ist zu befürchten, daß die Seuche sich noch weiter verbreitet. Die nötigen Sperrmaßnahmen sind getroffen. > Grüningen, 29. Jan. Seit dem Ausbruch der Maul- und Klauenseuche in unserem Dorfe sind nun schon vier Wochen vergangen, und noch ist an ein Ende der Seuche nicht zu denken. Kaum ist sie in einer Stallung erloschen, schon halt sie in einer andern ihren Einzug. Bis jetzt sind ihr schon drei Kühe zum Opfer gefallen. Man fürchtet, daß es immerhin noch viele Wochen dauern wird, bis unser Dorf vollends davon befreit ist. Kreis Friedberg. ---R i e de r - W 5 l l st a d t. 29. Januar, ilnfer nahezu 1400 Seelen zählendes Dorf baut nunmehr eine eigene Wasserleitung. Die Zuleitungsftrccke von der Quelle bis ins Dorf ist nahezu 4 Kilometer lang, die Ortsleitung erfordert 1000 Meter Rohre. Der Wasserturm aus Eisenbeton soll 50 Kubikmeter Wasser fassen. Die Plane sind vom Kulturbauamt Friedberg entworfen. Kreis Büdingen. th. Lei dHeck en, 29. Jan. In der Versammlung des hiesigen Kriegervereins wurde einstimmig dem Beschluß des Erbacher Verbandstages der „Hasfia" brtr.ffs Pflichtbezug des DerbandsblatteS „Hessischer- Kamerad" zugestimmt. Auch wurde beschlossen, nunmehr wieder einen monatlichen Beitrag zu erheben, da dies wahrend der Inflationszeit unterlaffen wurde. Der Rot der Zeit entsprechend wurde der Beitrag auf 20 Pf. pro Monat festgesetzt. Die Mitgliederzahl beläuft sich zur Zelt auf 22 Mann, darunter 2 Altveteranen von 1870/71. Leider stehen noch viele alte Soldaten, besonders Mitkämpfer aus dem Weltkriege, abseits von unserem Krieger verein. — Rachem die Holz - macherarbeiten im hiesigen Walde beendet sind, beträgt die Zahl der hiesigen Erwerbslos en wieder 25 Mann. Sie toerben an drei Tagen der Woche in der Gemeinde beschäftigt. Kreis Schotten. 8 Vom hohen Vogelsberg. 29. Jan. Die Witterung im hohen Vogelsberg ist zur Zell außerordentlich mild. So ist die Temperatur heute. Freitag, morgens 10 Uhr, in Ulrichstein schon 7 Grad Celsius gewesen, für diese Jahreszeit immerhin bemerkenswert. Kein Wunder, daß man schon daS „Spitz die Schar" hört. § Ulrichst ein, 29. Jan. Am Mittwoch ward hier der 2. Bethelfilm vorgeführt. Im überfüllten Saal von Groh war nachmittags eine Vorführung für Kinder: es waren fast ohne Ausnahme auswärtige. Die Kinder aus Ulrichstein muhten abends in der Kirche an der Vorführung für die Erwachsenen teilnehmen: die Kirche war sehr gut besucht. Der Film machte naturgemäß hier, wo sehr selten solche Veranstaltungen möglich sind, tiefsten Eindruck. Der Heber» schuß betrug rund 150 Mk. Kreis Alsfeld. WSR. AlSseld, 29. Jan. Der Viehmarkt, der für den 1. Februar für Alsfeld angesetzt war, ist wegen Ausbruchs der Ma.il- rmd Klauenseuche verschoben toorben. 0 Erbenhausen, 29. Jan. Dieser Tag« ir uriie unsere Gemeindejagd neu verpacht^. Ihr südlicher Bezirk (am wieder in die Hand« des früheren Pächters, Kommerzienrat Wichel- Hosen von Iserlohn, allerdings diesmal zum Preis von 765 Mark gegen früher 605 Mark. Den nördlichen Bezirk pachtete Landwirt Wilhelm Krug von hier zum Preis von 470 Mark gegen 195 Mark. Die Jagd ist an sich nicht schlecht, doch muh sich ihr Wildbestand im Verlauf der Pachtzeit bedeutend vermehren, um bet solchem Preis rentabel zu fein. Kreis L uterbach. A Lauterbach, 29. Jan. Aus der jüngsten Stadtvorstandssitzung ist zu berichten: Als erster Punkt der Tagesordnung gelangte die Auswertung der Gemeindeanleihen zur Verhandlung. Bürgermeister Walz trug hierbei zunächst den derzeitigen Vermögens- und Schuldenstand der Gemeinde sowie die demnächst vorzuneh- inende Auswertung vor. Nach eingehender Aussprache beschloß die Versammlung, in der Aufwer- tungssrage vorerst nichts zu unternepfiien- solange die Hess. Ausführungsbestimmungen nicht erschienen sind. Sobald diese Bestimmungen bekannt^egeben werden, soll die Auswertungsfrage eine baldige, für beide Teile annehmbare Erledigung finden. — Ein Gesuch des Eislausvereins um Ermäßigung bzw. Erlaß der restlichen Pacht wurde genehmigt, zumal es sich im vorliegenden Falle um einen geringfügigen Betrag handelt und der Verein sich auch inzwischen bereits aufgelöst hat. Die von diesem hierfür angebotene Kriegsanleihe im Nennwert von 300 Mk. soll angenommen werden. — Die Oberpostdirektion Darmstadt ist an die Stadt herange- treten mit dem Ersuchen auf Beschaffung einer vorschriftsmäßigen Autowagenhalle. Zur Unterstellung des P o st a u t o s der Linie Freiensteinau— Lauterbach sowie eines Benzolraumes zur Aufbewahrung von Betriebsstoffen. Der Bürgermeister gab hierbei bekannt, daß sich Herr Heinr. m u m II. bereit erklärt hat, eine Scheune als UnterfteUraum sowie sein seitheriaes Benzinlager pachtweise zur Verfügung zu stellen. Es wurde beschlossen, diese zum vereinbarten Preis zu pachten. Die Pachtzeit läuft ab 1. Januar 1926. — Im weiteren Verlauf der Sitzung trug der Bürgermeister die eingelaufenen Beschwerden der Anwohner vom See und Kanalstraße über Mißstände im Kanalnetz vor. Nach allgemeiner Aussprache wurde beschlossen, das Äulturbauamt Gießen als Erbauer der Anlage in dieser Angelegenheit gutachtlich zu hören — Auf Anregung des Gemeinderates Maurer wurde beschlossen. eine Verkehrskom Mission xu bilden. In diese Kommlssion wurden gewählt die Herren Bürgermeister Walz als Dorsitzender, die Gemeinderatsmitglieder Maurer, Kunz und 0 tte r b e i n iowie Lehrer Sarnes, Dr. Kröm- melbein und Obervermefsungssekretär Rühl.— Weiter w 'rde beschlossen, der Anschaffung einer Motorfeuerspritze mit dem dazu erforderlichen Schlauchmaterial näherzutreten bzw. eine solche zu kaufen, lieber das Snstem soll demnächst die Baukommission im Einverneymen mit der Feuerwehr Beschluß fassen. — Hierauf wurde die Weiterverpachtung des Billsteinbruches an die Mitteldeutsche Hartsteinindustrie beschlossen. — Am Schluß der Schung gab der Bürgermeister eine Verfügung des Ministeriums des Innern bekannt, wonach Maskeraden in geschloffenen Räumen in der Zeit vom 13. Februar bis einfchl. 16. Februar 1926 statthaft find. Oeffentlidje Maskenbälle sind nach wie vor verboten. — Das gesamte Skinnersche Anwesen am Eichberg ging durch Kauf zum Preise von 15 000 Mark in den Besitz der Stadt Lauterbach über. [. Grebenhain, 29. Jan. Die der hiesige Gemeinde zustehende Jagd, bestehend aus 2700 Morgen Feld und 2000 Morgen Wald, wurde auf wertere 6 Jahre verpachtet: Pächter ist Johannes Weiß- Frankfurt a. M. Die jährliche Pachtpreis beträgt 965 Mark. Starkenburg. WSR. Darmstadt, 29. Jan. In der verflossenen Woche toaren in Stadt und KreiS Darmstadt 5889 Erwerbslose vorhanden, von denen 5000 Llnterstützungsempfänger waren. Die Zahl der Zuschlagsempfänger betrug 7762. * Darmstadt, 29. Jan. Der Hessen- fliegerverein für Luftfahrt hielt dieser Tage seine Jahreshauptversammlung ab. Der Geschäfts- und Kassenbericht wurde genehmigt. Bei der Reutoahl des Vorstands- wurde Bürgermeister Müller zum Vorsitzenden toiedergewählt, zweiter Vorsitzender wurde Bankdirektor Lutz, dritter Vorsitzender Gcheimrat Prof. Gutermuth von der Technischen Hochschule. Für das neue Geschäftsjahr ist ein Lehr- k u r f u s über Modellflugzeugbau mit darauffolgendem Wettbewerb in Aussicht genommen. Ebenso soll dem Bau eines Segelflugzeuges nähergetreten werden. Im Mai wird oer Südtoestdcutfche Rundflug Darmstadt berühren, wobei der Verein die örtliche Orga- nifation zu übernehmen hat. Wenn die wirtschaftlichen Verhältnisse es erlauben, ist weiter im Laufe des Sommers in Aussicht genommen, einen Freiballon- sowie Fallschirmabspringer-Wettbe- werb zu organifteren Daneben beabsichtigt der Verein, an den verschiedensten Orten außerhalb Darmstadts Flugveranstaltungen zu Unternehmern — In (Birte nau wurde dieser Tage dis Leiche einer Frau ausgegraben, die im Weinheimer Kranlenhause angeblich an einem Rierenleiden gestorben war. Die gerichtsärztliche Antersuchung bestätigte den Verdacht, daß dis Frau einem verbotenen Eingriff zum Opfer gefallen ist. In Verbindung mit dieser Angelegenheit stehen in Birkenau mehrere Verhaftungen bevor. WSR. Offenbach. 29. Jan. Rach einer Mitteilung deS städtischen Statistischen Amtes hat in der letzten Woche die Arbeitslosigkeit in erschreckendem Maße zugenommen. Am 22. Januar waren in Stadt undKreis Offenbach 15 704 Arbeitsuchende gegen 14196 in der Vorwoche vorhanden, von denen 13 655 Erwerbs- losenunterstützung bezogen. Hauptsächlich betroffen sind die ungelernten Arbeiter, das Metallgewerbe, die Portefeuiller und das Baugewerbe, während nur 17 Hausangestellte Stellung suchen. WSR. Groß-Gerau, 29. Jan. In daS hiesige A m t s g e r i ch t s g e f ä n g n is sind wegen Vergehens gegen § 208 des Strafgesetzbuches sechs Frauen aus Bischofsheim eingeiiefect worden. WSR. Bensheim. 29. Jan. 3n der Su- lerfchen Papierfabrik hat fich gestern vormittag ein schauerlicher Llnglückssall ereignet. Beim Versuch, das abgerissene Papier an der großen Papiermaschine wieder in Gang zu bringen. geriet der Arbeiter Deichert mit den Händen in die Trockenwal-en. wodurch iirg. San. 3n der ver- -ta-t und Kreis loh oot&aiM empMx °S qer betrug "vL Der Sellen» ihrt hielt dieser Versammlung bricht wurde ae* V WnM M Tvrsttzvidm Xt wurde W kender Technischen^ ,iabr ist ein Lehr» L mit daraul- ? Aussicht ßciwm' eine« 6«»* werden. 3mg LKr 'ZK rere W” Jan- tij'Jat Ä ä°k S&$£ ** ^Su- 3anl gesteh ch. '9en iur Jrc dieser * tfJFÄ snT?itnu !>d°^«AÄ tiS tt* bei 7. ^ Tiefen. i0E "'cht erföj! bekannlqecebi>i, -'n-baldlgeK f'nden. 1 j(2 Mäßigung L Vlne" F 11 herein sich Ar1* ®*ww w n?' Oxt. j“) unfl«h« tot. J Le- >r N«. ueureien(teinQu- Ä M Aus. Bürgermeister «lumiL Qls UnterfteUtaum er pachiweise zur ; beschlossen, diese ten. Die Pachtjelt . weiteren Verlauf ter die eingelaufe» 'M See und Sa. m Zanalnetz wurde beschloffen. bauet der Anlage zu hören - Auf lurerMrh.be» nJl|ion au brl. rben yewW hie LoWnder. die t. Sunj unb es, Dr. firom« ekrelär 3tüH — Anschaffung einer m dazu ersorder. treten bzw. eine lern soll demnächst nen mit der Feuer, wurde die Wei- llsteinbrucher gdustrie beschlossen, der Lürgermeister iS des Innern be> i m geschlossenen ibmar b'u einfd)L DeflentHje HRa$> )ten. - Das sein am Eichberg i 15OOO Mart in bad) übet, m. Die der hie» Jagd, bestehend iOO Morgen Wald, «pachtet: Pächter furt a. M. Die 55 Mark. er mit Armen. Brust und Kopf in di e Ma ° wurde 82al lief) Bestandteile auf der Packung. ----------------------- die Damen werden huckepack tragen müssen, aber sie selbst müssen Wasser- stiefel anziehen, wenn sie an der Kreuzung diese» Hohlwegs mit der begonnenen otraße vorbei wollen, und wenn sie überhaupt diesen sogenannten Fußpfad an dem Hohlweg hinauf bis an die Bahn in einigermaßen menichlichem Zustand kommen wollen. Wfnu das auch kein Kosieespaziergangsweg ist, so sind cv doch Wege, aus denen viele, viele Er- werbstölige ihr Brot suchen müssen. Es wäre dringend notwendig, daß die iin Stadtparlament sitzen« den Herren sich der Sache annehmen und dazu beitragen, diese Mißstände gänzlich abzustellen. mir den Schisfenberger Weg gilt ganz genau dasselbe. Es muß sich wohl jeder Fremde, der von dieser Seite kommt, fragen, ob das der Eingang einer Universitäts- und Provinzialhauptstadt ist Di anwohnenden Steuerzahler dürfen mit Recht die Frage stellen, ob von ihren Steuern nicht loviel übrig bleibt, daß man ihnen so gut wie den Bewohnern der inneren Straßen einen anständigen Eingang zu den Häusern Herrichten kann. Aus Asphalt machen mir ja gar keinen Anspruch, sondern nur auf einen relativ trockenen Bürgersteig. schine hineingezogen wurde. Er völlig zermalmt. Preußen. Kreis Biedenkopf. gehübt. Montag. 1. gebt.: Ramper. Dienstag. 2.: Der Gedanke. Mittwoch. 3.: Der Vater. Donnerstag, 4.: Ramper. Freitag, 5.: D?r Vater. Sams- tag, 6.: Der Gedanke. Sonntag. 7.: Rachm. 3' D.e drei Zwillinge. Abends 8: Der fröhlich: Weinberg. Rundfunk-Programm des Frankfnrtrr Lenders. (Aus der »Radio-Umschau".) Sonntag, 31. Januar: 8.30 bis 9.30 Uhr: Morgenfeier. 12 bis 1 Uhr: Mittagsständchen, veranstaltet vom Arbeiter-Zither- verein. 2.30 Uhr: Uebertragung eines Fußballkampfes vom Sportplatz Bornheim: „Fußballsportverein Frankfurt" gegen ..Fußballklub Hanau 93“ um die Meisterschaft des Mainbezirks. 5.30 bis 6 Uhr: Die Stunde der Jugend. 6 bis 7 Uhr: Stunde des Rhein- Mainischen Verbandes für Volksbildung: „Ziele und Wege deutscher Volksbildungsarbeit in Oesterreich", Vortrag von Professor Dr. Gianoni (Wien). 7 bis 7.30: Große Erzieher: Aus den Werken von Herbert Spencer. 7.30 bis 8 Uhr: „Himmelskunde". Vortrag von Prof. Sittig. 8.30 Uhr: „Die Königs, kinder". Ein deutsches Märchen in drei Akten von Ernst Rosmer. Anschließend bis 12 Uhr: Uebertragung aus Berlin: Tanzmusik der Kapelle Rapse. Montag, 1. Februar: 3.30 bis 4 Uhr: Die Stunde der Jugend: „Von fremden Ländern und Völkern". 4.30 bis 6 Uhr: Nachmittagskonzert des Hausorchesters: Franz Schubert. 6 bis 6.30 Uhr: Die Lesestunde (Die Novelle): „Der Alexandrit" von Nikolai Ljeßkow. 6.30 bis 7 Uhr: „Die Höchster Porzellanmanufaktur", Vortrag von Frau Dr. Schilling. 7 bis 7.30 Uhr: Funkhöchschule Frankfurt a. M.: „Die niederen Wirbeltiere", Vortrag von Dr. R. Mertens. 7.30 bis 8 Uhr: Englischer Unterricht. 8 bis 9 Uhr: Sinfonie- Konzert. 9 bis 10 Uhr: Uebertragung von Kassel: Moderne Tanzmusik der Tanzkapelle Mainzer-Stein. J------S-j--1--1-----------1. , - .!' -g Eine Entfettungskur im Winter tsi von annz besonderem Wert, da der Körper bc« tann lich im Winier am meisten zum Ansatz ne'gt. Wir können keinen besseren Ra' neben, als gerade in jetziger Jahreszeit eine Zebrkur m:i den echten Toluba-Kernen, die unschädlich fürs Herz sind, dnrchzustihreu. -60 Gramm reichen für ca 4 Wochen! Echte Toluda-Kerne sind >n Apotheken erbäl:- felder Steinwerke ihre Betriebe im Kreise Biedenkopf, und zwar Rachslshausen, Mornshausen, Fricdensdorf und Buchenau wegen Mangels an Aufträgen mit Ende dieses Monats schließen. Dadurch werden weit über 100 Arbeiter arbeitslos. T Waldgirmes, 2S. Ian. Ein Winter- schäfe aus Ha-zenbsck in Westfalen lagerte 14 Sag: lang 6et der ft t eng en Kälte mit etwa 400 Schafen i m W a l d e bei der Schwalbenn.ühle oberhalb unseres Dorfes. Die Tiere muhten mit Heu gefüttert und alle paar Tage etwas im Walde umherg^trieben werden, damit sie nicht steif wurden. Gestern ist der Schäfer mit seiner Herde wieder aufgebrochen, um sein Reiseziel, den Main, zu erreichen. Einige fußfrank Tiere hat er auf der Schwalbenmühle zurückgelassen, die auf der Rückreise wieder mitgenommen werden. Dillkreis. bl. Dillenburg, 29.. Ian. Die Anbei bs Marktlage imDillgebiet erfuhr in jüngster Zeit eine abermalige Verschlechterung. Die Erwerbslosen ziffer stieg stark an, so daß zur Zeit 1 838 Personen allein im DillkreiS arbeitslos find. Leider kann für die Zukunft noch mit keiner Besserung gehofft werden. bl. Oberscheld, 29. Ian. Durch die wirtschaftliche Depression gezwungen, wird nunmehr auch die Grube „A u g ust stollen" oom 15. Februar ab den Betrieb stillegen. Durch die Maßnahmen werden etwa 350 Arbeiter erwerbslos. U Tlebernthal. 29. Ian. Der zwischen Uebernthal und Bischoffen befindliche Weg (Feldweg), der mit Fuhrwerk und Autos nicht zu passieren war, wird jetzt als Straße ausgebaut. Die Straße ist schon abgesteckt, und die im Absteckungsbereich befindlichen Holz- maflen lind schon gefällt. Eine große Zahl der Arbeitslosen wird hier wieder ihr Brot verdienen können. Mainga». WSR. Frankfurt a. M., 29. Ian. Die rückläufige Bewegung auf dem Arbeitsmarkt ist auch in der vergangenen Woche nicht zum Stillstand gekommen. Zu Beginn der Woche waren noch 20530 E rwerbs lose vorhanden; dazu haben sich 2835 Arbeitsuchende neu gemeldet, so daß insgesamt 23 1 65 Per^sonen um Arbeit nachgefragt haben. Am Schluß der Bericht-Woche verblieben nach Abzug aller in Arbeit vermittelten noch 21862 arbeitsuchende Personen. In der Berichtswoche ist wieder ein recht bemerklicher Rückgang des Stellenangebots zu verzeichnen. In Unterstützung standen am ; 23, Ianuar 1926 16 028 (14 815 am 15. Ianuar): . außerdem tmirben für 11 634 Frauen und Kinder ‘ Zuschläge zur Hauptunterstühung gezahlt. Mit RotstandSarbeit waren 520 (621) Personen beschäftigt. Aus 1000 Einwohner entfallen 34,1 (31,5) Hauptunterstühungsempfänger. — Obwohl er in Hanau feste Arbeit hatte, konnte der Schlosser Paul Geis aus Hanau es nicht lassen, abend- nach Arb itsschluß mit seinem Rade nach Frankfurt zu fahren und Ein» I brüche zu begehen. Hierbei wurde er gestern überrascht und fe ft genommen. Bisher konnte ihm eine ganze Reihe solcher Einbrüche, bei \ denen er sich meistens der Sperrhaken bediente, i nachgewiefen werden Vorwiegend hat er Wohnungen und Mansarden heimgesucht. — Seit einigen Monaten wurden Güterzüge auf der Station Klein-Ste.nheim beraubt. Heute Rächt gelang es der Eisenbahnkriminalpolizei, den stellenlosen Kellner Iohann Reinhardt aus Hanau mit einem Komplizen, den früheren Betriebsrat der Bahnmeisterei 2 in Hanau, Gunst auS Klein-Steinheim, auf frischer Tat au überraschen, als sie auf einen Güterzug aufsprangen unÄ die Wagen Aur Beraubung geöffnet hatten. Durch Schreckschüsse wurden die Räuber verscheucht. Reinhardt konnte eingeholt und f e ft» genommen werden. Der zweite Täter, Gunst entkam. Gegen diesen ist wegen dieser und früherer Taten Haftbefehl erlassen worden. Da sich die Tat auf hessischem Gebiet ereignete, wurde Reinhardt inS Polizeigefängnis nach Offenbach eingeliefert. WSR. Bad Homburg v. d. Höhe, 29. Ian. In der Rächt auf den 29. Ianuar ist auf der jetzt eingleisig betriebenen Strecke H o m b u r g—F r l e ö & e r g zwischen den Bahnhöfen Friedrichsdorf und Holzhausen der Damm gerutscht. Der Betrieb wird auf dem 2. Gleis abgewickelt. Spielplan der Frankfurter Theater. Opernhaus. Sonntag, 31. Ian., nach-m. 2V, Mr: Die Weihnachtsglocke. Abends 7 Tlhr: Othello. Montag, 1. Febr.: Intermezzo. Dienstag, 2.: Martha. Mittwoch, 3.: Der Troubadour. Donnerstag, 4.: Fidelio. Freitag, 5.: Die Iüdin. Samstag, 6.: Othello. Sonntag, 7.: Eine Rächt in Venedig — Schauspielhaus. Sonntag, 31. Ian., nachm. 3l/t ühr: Der Kreidekreis. Abends 7»/, Tlhr: Wer niemals einen Rausch Gerichtssaal. Verwerfung der Aedision im Düchelbergprozeß. WSR. Leipzig, 29. Ian. Der Erste Strafsenat des Reichsgerichts hat die Revision des Metzgers und Gastwirts Benno Lim Höfer, den das Schwurgericht in Aschaffenburg am 18. Dezember 1925 wegen Raubmords zum Tode verurteilt hatte, verworfen. Dieses Urteil erregte seinerzeit Aufsehen, weil damit eine über 20 Iahre zurückliegende Mordtat ihre Sühne fand. Umhöfer h.itte am 20. Iuni 1903 die ledige Telephonistin Iosepha Haas überfallen, ihrer Wertsachen beraubt und dann in bestialischer Weise ermordet. Bere'ts im Iahre 1905 wurde er wegen Verdachts der Täterschaft in Haft genommen, aber wieder entlassen. Im vorigen Iahre verdichteten sich die Belastungsmomente so stark, daß er von neuem verhaftet wurde. In der Schwurgerichtsverhandlung konnte er auf Grund von Indizienbeweisen der Tat überführt werden. Kirchliche Nachrichten. Evangel sche Gemeinden. Sonntag, den 31. Januar. Scptuagesimae. Stadtkirche. 9 Pfarrer Becker. Beichte und heiliges Aoendma il für Matthäus- und Marlusge- meinde. 11',, Kindertirche für die Markusgemcinde. Pfarrer Becker. 5: Pfr. Mohr. - IohanneSktrche. 9’/,: PsarrerAusfeld. «ZugleichMilitärgottesdienst). 11: Kinderk. f. d. Iodannesgemeinde. Pfr. Ausfeld. 5: Pfarrer Bechtolsheimer. 8: Bibelbefprechung im Iohannessaal. Pfarrer Mahr. Kirchberg. 10; Mainzlar l‘,„. — Wieseck. 10: und abends 7'/,: Watzenborn-Garbenteich. Watzenborn-Steinberg: 10. 3: Versammlung der Frauen und Jungfrauen «Dekan Gußmann). Garbenteich: 1. K. holifche Gemeinden. Gießen. Samstag, 30. Ianuar 4V2 u. 7 Beichte. Sonntag, 31. Ianuar. Septuagesimae. 6l/„ Beichte, 7 Messe, 8 Kom. 9 Hochamt mit Predigt, 11 Messe mit Predigt, 5’/, Christenlehre u. Andacht. 7. Heimatabend des Frauenbundes. Dienstag 6' , Wachsweihe. Mittwoch St. Blasiussegen. Donn rstag, nachmittags Beichte. Freitag 7: Segensamt. — Grünberg. 9'/, Messe mit Predigt. — Hungen. 8 Meffe mit Pred. — Lich- 10 Hochamt mit Predigt. Eingesandt. (Für Form und Inhalt öder unter öicjcr RubrU stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Pvbl'l' in gegen'"0'”' rm'-nni'nnrf’tng) Anhaltborr Zustände im Schiffenberger Weg. Das Kall'che aus d'r Zoßelsgass' hat uns Gießenern, wenn ich mich nicht täusche, im vergangenen Jahr einmal so anschaulich geschildert, wie die f)erren Stadtverordneten einen Kaffeespaziergang mit ihren Damen nach dem Philosophmwald haben machen wollen, wie sie habet den Philosophenwaldweg am Gericht vorbei so schön schmutzig gefunben hatten, und wie ihnen nichts anderes übrig blieb, als ihre Damen über den, sagen wir ruhig, Dreck zu Hockeln. Und siehe da, kaum acht Tage nach Erscheinen dieser Notiz war der Weg trocken gelegt. Vielleicht machen die Herren Stadtverordneten mir ihren Damen auch einmal einen Kaffeespaziergang, jetzt oder bei sonstigem Regenwetter, durch den Schiffenberger Weg (von der Straßenbaubehörde kann auch jemand dabei sein) den Gießener Jugendgericht. In der jüngsten Sitzung des Iugendgerichts, in der als Jttgendschöffen Karl Voigt non Wieseck und Friedrich Wagenbach II. von Alten-Buleck teilnahmen, standen vier Strafsachen zur Verhandlung. Ein hiesiger, bereits bestrafter junger Dienstknecht hat gelegentlich der Vornahme von Feldarbeiten in einem fremden Gartenhäuschen eine Fensterscheibe eingeschlagen, um daraus zu vorübergehendem Gebrauch eine Mistgabel zu holen. Urteil, drei Tage Gefängnis unter Strafaussetzung. Die Strafe ist zu verbüßen, wenn nicht innerhalb von zwei Wochen der Wert der Scheibe ersetzt ist. Zwei hiesige Jungen, die „Taubenliebhaber" sind, von denen jedoch der eine noch nicht strafmündig ist, entwendeten aus einem Anwesen der Wiessnstraße unter erschwerenden Umständen zwei wertvolle Pfautauben. Während ein Strafverfahren gegen den Strafunmündigen nicht möglich mar, wurde der andere zu fünf Tagen Gefängnis unter Strafaussetzung bet vierjähriger Bewährungsfrist verurteilt. Ein aus der Oberpfalz hierher zugereister junger Mensch, der bereits wegen Bettelns vorbestraft ist, jedoch nur wegen mißlicher häuslicher Verhältnisse oie Heimat verlassen bat, erhält eine Haftstrafe von sechs Tagen, die durch die erlittene Unterfucyungs- haft für verbüßt erklärt werden. Zwei hiesige Buben sind eines Sonntags nachmittags in eine fremde Scheuer in der Neustadt ein« gestiegen, zunächst angeblich in der Absicht, um ein dem einen von ihnen gehöriges Trapez hsrauszu- holen. In der Scheuer selbst wollen sie erst den Entschluß gefaßt haben, sich dort in Kisten lagernde Sachen, die einem Jahrmarktshändler gehörten, Mundharmonikas, Schokolade usw. anzueignen. Mit Rücksicht auf ihre Jugend und ihre Reue wurde nach den Bestimmnngen des Jugendgerichtsgesetzes von einer Strafe abgesehen, da Erziehungsmaßregeln genügen. Sie wurden den Erziehungsberechtigten überwiesen, haben die Kosten zu tragen und müssen den Geschädigten alsbald durch ihre Eltern schadlos halten lassen. Kirche und Schule. )( Stockheim. 29. Ian. Dieser Tage fand hier die erste Pfarrkonferenz des eval. Dekanate- Büdingen unter dem Vorsitz von Detan Schäfer und in Anwesenheit des Superintendenten der Provinz Ob'rhessen, Oberkirchenrat Wagner, statt. Dekan Schäfer erstattete Bericht über den Stand der Derband- limgen wegen der Aussicht über den Religionsunterricht, sowie die finanzielle Lage der Landeskirche. Der Dekanatstag wird in Büdingen am 25. Februar im Gemeindesaal stattfinden und durch eine Predigt von Pfarrer Adam- Büdingen eröffnet werden. Pfarrer Kahn-Ortenberg und Pfarrer Hoch-- Selters werden einen Dortrag über das Thema halten: ^Welche Bedeutung haben nach der neuen Kirchenverfassung die Kirchengemeindevertretung und der Kirchenvorstand für das Gemeindeleben und für das allgemein kirchliche Leben". DaS Deka- natsmissionsfest soll am 3. März in Selters gefeiert werden. Die Festpredigt hat Pfarrer lic. Wißmann - Wenings übernommen. In der Superintendenturkonferenz am 5. Mai in Greßen wird im Iubel- jahr der deutschen Messe von Pfarrer lic. Dr. Alkwohn - Kirdorf und Pfarrer Schor- l e m rn e r - Lich „Luthers deutsche Messe von 1526 und ihre Bedeutung für die lirchliche Praxis der Gegenwart" behandelt werden. In einer gemeinsamen Konferenz der Dekanate Ridda und Büdingen wird im März Prälat Dr. D. Diehl einen Vortrag über die Stockholmer Weltkonferenz halten. Des Kindes Kirchgang. nd. lieber dieses Thema sprach am Sonntagabend Pfarrer Schorlemmer van Lich in der Stadtkirche zu Nidda in tiefgründiger Weise. Zuerst widerlegte er die Einwände, die gewöhnlich gegen den Kirchenbesuch der Kinder erhoben werden, nicht bloß von freidenkenden, kirchenfeindlichen und gleichgültigen, sondern auch sogar von gläubigen Eltern und Christen. Sie bezeichnen das Stillsitzen als Qual für das Kind, das sich langweile und manchmal dadurch veranlaßt wurde, später der Kirche den Rücken zu kehren, bedenken jedoch nicht, daß das Kind zu allem Anstand und Guten erst erzogen werden muß und das Sprichwort noch gilt: „Jung gewohnt, alt getan." Weiter heißt es beim Kinde nicht — wie bei Erwachsenen — du mußt, sondern du barfft in die Kirche gehen. Ebenso sind die inneren Einwände, daß die Kinder noch nichts von der Predigt verstehen, nicht stichhaltig. Denn jeder Geistliche kann in seiner Predigt oft gerade in schlichter, einfacher Sprache Rücksicht auf die Kinder nehmen, an behandelten Religionsstoff im Unterricht anknüpfen und sich sogar manchmal direkt an die Kinder wenden, wie es der Redner bisweilen im Gottesdienst tue. Die Predigt soll auch für Erwachsene nicht eine reine Belehrungsart fein, wie eine Unterrichtsstunde. Sehr zweckmäßig ist es auch, mit feinem Kinde zu Hause noch einmal über die Predigt zu sprechen. Die so oft geforderten Kindergottesdienste dürfen nicht in eine Religionsstunde ausarten, wenn sie nicht die Kinder gleichgültig gegen diese Einrichtung machen unb sie mit Wiber- willen dagegen erfüllen sollen. Dafür soll bas gemeinsame Singen unb Beten, der Altar unb dem Kruzifix, bie sonst nicht zu hörenbe Musik ber Orgel, ja die ganze Ausstattung der Kirche, das gedämpfte Gehen auf Teppichen, das gedämpfte Licht der bunten Fenster und dgl. in dem Kinde die hehren Eindrücke erwecken: „Gott ist gegenwärtig", oder nach einem alten hebräischen Spruch vor dem Allerheiligsten: „Wisse, vor wem du stehst". Das Kind fuMt sich in Gott hineingestellt. Jesus stellt die Kinder ja auch in das Reich Gottes, weil sie unverdorben sind und sagt: „Lasset bie Kindlein zu mir kommen!" Mit der ernsten Mahnung, daß alle Eltern, Geschwister und Hausgenossen es als heilige Rflicht ansehen sollten, den Kindern die Türe des Gotteshauses zu öffnen, schloß der Redner seinen fcor beherzigenswerten Vortrag, ber von Frauen recht gut, von Männern aber letber nur mäßig besucht war. Die deutschen Aufbauschulen. Man schreibt uns: Das jüngste, erst 1921 geschaffene Glied unsres höheren Schulwesens sind die Aufbauschulen. Aufbauschulen heißen sie, weil sie auf den Lehrgang des 7. Schuljahres der Volksschule „aufbauen“, um dann ebenso wie die Gymnasien, Realgymnasien unb Oberrealschulen zur Reifeprüfung zu führen. Der gesamte Schulbesuch ihrer Schüler umfaßt die gleiche Zeit wie bei den anderen höheren Schulen, nämlich 13 Iahre, aber davon entfallen auf die Aufbauschule nur 6 Iahre im Gegensatz zu den übrigen höheren Schulen, die ihre Schüler 9 Jahre beanspruchen. Während die Kinder in die Sexta der übrigen höheren Schulen nach 4jähriaem Besuch der Volksschule (Grundschule) eintreten, nimmt die Aufbauschule ihre Schüler nach 7jähri- gem Besuch der Volksschule, und zwar in Untertertia, auf, um sie dann in 6 Jahren zur Reifeprüfung zu führen. Allerdings können das Ziel der Aufbauschule nur wirklich begabte unb körperlich widerstandsfähige Kinder erreichen. An b-sabtm Kindern aber febü rö weder in I 6°h,we, blnauf nach bem Ucbergang der Strafe Oer Stadt noch auf bim tanb. unb gerade den I Gießen—Gelnbnsion zwischen Bänninqer unb Hey« begabten Lan^,lindern war fettber der Besuch hgenftäbi. Den Echifsenbergern wirb es eine unge» i ne ?,v । ^urc 9r««be machen, zu sehen, wie auch hier bie Aufsireg dieser wertoollen Volksschichten aber Herren Stadtverordneten bie Damen werden hucke- liegt nicht nur un Jknteresse der Kinder selbst, sondern ist von größter Dichtigkrit für das Volksganze. In Dorf und Kleinstadt hat unser Volk einen Iungbrunnen, aus dem es sich immer wieder erneuert. Diesen begabten Landlindern ist nun durch die Aufbauschule die Möglichkeit einer höheren Schulbildung gegeben, ohne daß sie zu früh dem Elternhaus und ihren heimischen Verhältnissen entrissen werden müssen. Vtädchen und Knaben, die das 7. bzw. 8. Doltsschuljahr mit einem guten Zeugnis verlassen haben, tonnen, tnenn gute Begabung nachgewiefen wird, ausgenommen werden. Es werden keine anderen Kenntnisse verlangt als die in der Volksschule erworbenen Das Schulgeld ist das gleiche wie an den anöeren höheren Schulen, doch kann es bei guten Leistungen unb Brdürftigkeit der Eltern erlassen werden. Deutsche Ausbauschulen bestehen für Mädchen In Darmstadt und für Knaben in Alzey, Bensheim und Friedberg. Wir haben soviel im Stabtparlamcnt gehört von Bereitstellung großer Mittel für bie Slraßeukehr- mafdjinen; sollten ba nicht auch einige ganz kleine Mlttel zur Verfügung stehen, um diesen Weg, den täglich Hunderte von Arbeitern und Angestellten von Hegligcnstaedt, Bänninger, Gail und Gailjche Tonwerke hinallsgehen, in einen Zustand zu versetzen, vielleicht durch einfaches Aufwerfen von Schlacken, den man erträglich nennen könnte. Es ist geradezu eine Aufgabe, in eine dieser Fabriken ztt kommen, entweder aus diesem Weg oder auch durch den Schiffenberger Weg: auch dort läuft man Gefahr, zu ertrinken. Hochelegante Zwirn-Etamin-Halbstores reich mit Hand-Filet-Einsätzen und Spitzen verziert Stores Stores Stores Stores Stores aus aus aus aus aus Etamin, mit schönen imitierten Filet-Einsätzen und breiter Spitze......... Etamin, mit imitierten Filet-Einsätzen und Klöppelspitze................. Etamin oder Tüll, mit guten imitierten Filet-Einsätzen und Tüll-Volant.... 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M DvlKrbund Versicherungen sliktes mit de> französischen - nel in Lonöo mir vermuten, es in der Hand Her wegen der Mossul von gt kischm Äusinars' Hings liegt hier des ganzen shr Stellungnahme i dürste im Krieg es yr ein ti gudft zur Iei durch den eigen vollmächtigten s dene wichtige sultan Ibn S hatte England t arabischen Schi von ihm gescha lassen, nachdem erwiesen. 2erc dings in thpi MM" Volksgenossen, aus zum Protest! Erscheint in Massen! Vortrags-Vereinigung [Der GrossssseJ |DerGrossssse| (Goethe-Bund, Kaufmänn. Verein, Ortsgewerbe-V rein) Maskenball Eintritt frei. 8990 Herrenkarte Mk. 2. Damenkarte Mk. 1.50 Der Vorstand. 932D |DerGrossssse ] Maskenball [PerGrossssse] Hotel-Restaurant Hindenburg Dienstag, den 2, Februar, abends 7 Uhr Bockbierfest Im Ausschank das berühmte Triumphator-Bier 0677 Kanzleiberg 5 Kanzleiberg 5 Errettung? Schermuly. 0658 Eintritt frei. t,tbD Keine Kollekte Zum Andres Sonnenstraße 941D worden. aus Budapest 915D Quer durch die 912c Gießen (Kaplansgasse 10), den 30. Januar 1926 939c Wie finde ich Frieden mit Gott und Gewißheit der Geheimkarten nur bis zur Demaskierung Mk. 1— im Vorverkauf, ab 1. Febr., in den Friseurgeschäften von Herrn W. Büttner, Landgraf-Philipp-Platz, W. Pfeil, Walltorstr. und Gg. Wahl, Neustadt. Damenkarten nur im Modehaus Salomon, Schulstr. erhältlich 3m „Gietzener Anzeiger" vom 11. Jan. erschien ein Bericht über eine Schöffenge- richtsverhandlung, in welcher Robert Sch. wegen Wechselsälschung zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wurde. 3ch erkläre hiermit, datz ich mit dieser Angelegenheit nichts zu tun habe. Obwohl aus der Form des erwähnten Derhandlungsberichts klar hervorging, daß es sich nicht um mich handeln konnte, fanden sich Leute, die in unverantwortlicher Weise und ohne Prüfung des Falles mich mit dieser Sache in Beziehung brachten. Sie sind zur Rechenschaft gezogen Palast-Lichtspiele, Kirchenplatz Noch heute abend ab N Uhr und morgen Sonntag ab 3 Uhr nachmittag«: Die Expedition des Kapitäns A» Buchanans Wilhelm Kraushaar Elly Kraushaar geb. Wirth Vermählte des Gesangvereins Heiterkeit Gießen findet am Sonntag, 14. Februar, abends 659 Minuten in sämtlichen Räumen der Liebig-shöhe statt. Sonntag, den 31. Januar, Abschiedsabend der beliebten Damenkapelle Meyer Hierüber finden biblischeDorträge oom2.— 5. Februar, abends 81/, Uhr, im Lokal Löwengasse 9 statt, wozu jedermann herzlichst eingeladen ist. MMr SW«W. Wien. Wüste Sahara Der größte Expeditionafllm aller Zellen. 6 Akte. Was Menschenaugen noch nie gesehen, zeigt dieser Expeditionsfilm Dazu ein reizendes Lustspiel: Der FronchkUnlg. Dazu die neueste Wochenschau. Eintrittspreise v. 80 Pf. — 2 Mk. Ab Montag, den 1. Februar Original Mitck ta-Siinefshptlle Akademisches Bata-NM Mittwoch. 10. »ehr. 1926, NV^abcndS in der Turnhalle des Realavmnasiums rmen.zechikn.Gtzüimislll.SiiW MlilöWse uoö BoffOaningen Metzelsuppe und Sonntag Abschiedskonzert der Tiroler Truppe Ab Montag täglich 0679 J^Konzert^ des Damen-Tromveterkorps ,,Edelweih". Kapellmeister Sihl. DenioWeW. SorlMemolraWeVlittel. äentnunsputtei. KeKösUonner Söjroau-HoKBoW. BeiöisDunö der krlessbeschliSlgke« ».6iülMlikvl»ep. Jj&~ Don 12l/a Uhr mittags ab Walltor, Ecke Moltkestr., Stadttheater Verkehr des Auto-Omnibus Wieseck sowie der Elektrischen Straßenbahn nach der Liebigshöhe. Zur Deckung der Unkosten 30 Pfennig Eintritt. ooßD Erwerbslose gegen Ausweis freien Zutritt. Anzugstoffe für Konfirmanden- Anzüge Reinwollene haltbare Qualitäten 140 cm breit Meter von 4.70 an L kni Bismarckstr. 6 . 0682 i Umtausch alter Rasierklingen gegen die Neue künsesedttii bettens gewaschen, ohne Schmutz und Staub,letchtroiegend rote o. d. G mö gerupft, mit allen Datt- neu Psd. 3.—, hoch- orlma4—, Halbdaunen 5.—, 6.50. (Ldel- "/i-Daunen 7.50, la grobflockige Daunen 12—, 14.-, geriss. dauniae federn 4.10, ^arteivetchefi.—,7.60. Schneeroetk. Dau- uenschleth 8.40. Garant. reelle Bedienung! Mchigesallew deö nehme aus meine Köllen zurück! Frits Rauer, Gänsemänc- rei. Neutrebbin 42a iÖderbruchs. 518A fionietilons AllkS 5H10B Inh.: H. Rusch CAFE ERNST LUDWIG Telephon 190 Heute, Samstag, S Uhr großer karnevalistischer Abend Eintritt frei Tanz-Jazzband Eintritt frei 923c 3mtt Schwanen Walltorstrahe 28 Dienstag, den 2. Februar 1M foppe Ab 11 Uhr vormittags: Wellfleisch mit Kraut. Lxisten; Eö roevöen noch einige Herren für die Bezirke Gief; en. Wetzlar, Wetlburg, Dillenburg als VERTRETER geg. Provision u. Sveienzuschuh eingestellt. Schritilichc Angebote unter 0647 nu den Gteüener An teiger. Die Angehörigen der Universität sowie alle Freunde der Turn- und Sportsache ladet ein 2er Alllli. Ausschuß iOi Eelbestlbupaen. Wartburg-Verein Sonntag, 31. Januar, abends 8 Uhr, im Markussaal Kirchstr. 9, Lichtbildervortrag von Pfarrer Becker: Erinnerungen aus Ruhland (Eintritt 30 Pfennig. Jedermann ist herzlich eingeladen.917c Der Dorstand. M« 001 Hammstratze7 Metzelsuppe Montag, 1. Febr. Ab Sonntag Wellfleisch mit Staut. Ts ladet ein otß? Emil Sieck. Giessener Konzertverein Sonntag, den 7. Februar 1926, nachmittags 5 Uhr in der Universitäts-Aula Siebentes Abonnements-Konzert Wendling-Quartett aus Stuttgart Streichquartette von Schubert D-moll (Tod und Mädchen) — Beethoven op. 95 F-moll — Dvoräk op. 96 F-dur Eintrittskarten: 5.—, 4.—, 3— und 2 Mk. bei Ernst Cha liier und abends an der Kasse. Studentenkarten 1 Mk. nur im Vorverkauf beim Hausverwalter der Universität. (881c DonncrNtag, don 4. Fehrn ar 1926. abend* 8 Uhr, In der Neuen Aula der Universität Vortragsmeister Emil Kühne ehemaliges Mitglied des Hoftheaters zu Meinigen und des Residenztheaters zu Berlin 924c Ein Abend froher Kunst Heiteres von Jean Paul, Wilhelm Busch, Karl Ettlinger, Manfred Kyber. Frohe Lieder zur Laute. Eintrittskarten in der Musikalienhandlung Challior für Mitglieder zu Mk. 1.— pro Platz argen Verzeigen der Vortrags-Ausweiskarte und nur im Vorverkauf: für Nichtmitglieder zu Mk. 2-50 u. 2—, Studentenkarten zu Mk. 1.— gegen Vorzeigen der Studentenkarte bei Herrn Sekretär Ritter. Cafe Am end Mittwoch, den 3. Februar KMnevMiickMil unter Mitwirkung des Kölner Tünnes MM MMS * AmWlW Sonntag, den 31. Januar 1926, nachmittags 2 Uhr, auf der Liebigshöhe. Redner: Landtagsabgeordneter Oberamtsrichter Schreiber, Ober-Ingelheim; Oberstudienrat Professor Hüter, Gießen; Parteisekretär Wolfermann, Frankfurt am Main; Albert Benner, Sekretär der Kriegsbeschädigten und Hinterbliebenen, Gießen. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße Des großen Erfolges wegen verlängert bis einschließ.ich Dienstag: Bismarck DER FILM DER DEUTSCHEN Dokumente aus dem Leben des großen Kanz'ers. — 9 Akte. Ein'rittspreiso von 80 Pf. bis 2 Mk. — Jugendl. unter 14 Jahren nur wochentags von 4—0 Uhr ermäßigten Eintrittspreis. Beginn der Aufführungen wochentags 4 Uhr, ß Uhr u 8.15 Uhr. Sonntag» ab 3 Uhr. Sonntags Eintrittspreise von 1,— bis 2.40 Mk. Großes Orchester! Großes Orchester! Astoria - Lichtspiele, Seltersweg RI« clnwchL Sonntag: Maria Minzenti '!L . In dorn großen Sitton film in 0 Akten: Abenteuer einer Hochzeitsnacht Außerdem im Beiprogramm 2 Lustspiele. Sonntags kleine Preiserhöhung. Gasthaus „Zur Denlsehen Eiche“ Klein-Linden Sonntag öffentlicher TANZ Anfang 4 Uhr. Robert Schönau Inhaber der Firma Robert Schönau Pianofortehandlung, Seltersrocg 91 Leistungsfäh. Versicherungsgesellschaft W WA Betitel« in jedem Ort gegen monatt.Prov.-- Auszahlung. Meldung erbeten an Generalvertreter Ernst Krauß, Ehringshausen (Kr. Wetzlar). Sonnenstraße 1 MULCUIOOIAMON 1 Fif hi Jirksln B.rt I wunderb neuen MuI■ cuto Diamon- Klingen u Apparate Nah. durch Mulculo Werk.Solingen Nr. 25 Drittes Blatt Gießener Anzeiger tSeneral-Anzeiger für Gberheffen) Samstag, 50. Januar 1926 Aufmarsch Englands im nahen Orient. Von unserem Kr.-Korrespondenten. Konstantinopel, Mitte Januar. Durch die jedem gesunden Rechtsempfinden widersprechende Entscheidung des Völkerbundes in der Mos sulf rage ist im nahen Orient eine ernst zu nehmende Kriegsgefahr heraufbeschworen worden und gerade der Hauptschuldige - England dürste sich am allerwenigsten irgend welchen Täuschungen darüber Hingebein Die gesamte Politik Londons im nahen Orient ist in den letzten Jahren zielbewußt aus diese Möglichkeit eingestellt gewesen und es läßt sich seit langem eine systematisch angelegte politische Kriegsvorbereitung Englands verfolgen, die in ihren Einzelheiten der bei ähnlichen Gelegenheiten mit echt englischem Geschick verfolgten Einkreisungspolilik entspricht. Es ist nicht schwierig in der syrischen Llufstandsbewegung gewisse englische Einflüsse nachzuweisen und in Wirklichkeit hat gerade der» Aufstand der Drusen dem Engländer dadurch größten Ruhen gebracht, daß er den Franzosen, deren Politik im Orient vor allem gegenüber der Türkei der englischen bisher diametral entgegenstand, an die Seite Englands zwang. Gegen Zusicherung englischer Unter- stühung hat England in Genf jene Rückendeckung bei Frankreich gefunden, die es erst ermöglichten, seine unglaublichen Forderungen auf Mossul (das ihm der Franzose am allerwenigsten gönnt) im Völkerbundsrate durchzudrücken. Welche Rückversicherungen im Falle eines bewaffneten Kon- flcktes mit der Türkei beim Besuche des neuen französischen Kommissars für Syrien Jouve- nel in London festgelegt worden sind, läßt sich nur vermuten. Sicher ist jedoch, daß Frankreich es in der Hand hat, in jenem Zipfel Rordsyriens, der wegen der einzigen Eisenbahnverbindung nach Mossul von größter Wichtigkeit ist, einen türkischen Aufmarsch wirksam zu unterbinden. Allerdings liegt hier auch wohl der wundeste Punkt des ganzen syrischen Mandatgebiets, denn die Stellungnahme der hier ansässigen 300 000 Surfen Dürfte im Kriegsfälle nicht zweifelhaft sein. Cs ist ein eigenartiges Zusammentreffen, daß gtiütfe zur Zeit der Verhandlungen in Genf durch den eigens nach Arabien entsandten Bevollmächtigten Sir Gilbert C l a y t o n verschiedene wichtige Abkommen mit dem Wahabiten- f ult an Ibn Saud zustande kamen. Tatenlos hatte England bis jetzt dem Kampfe seiner beiden arabischen Schützlinge zugesehen, um dann den von ihm geschaffenen König Ali ganz fallen zu lassen, nachdem sich Ibn Saud als der Stärkere erwiesen. Veröffentlicht worden ist hier allerdings in typischer Weise nur ein harmloser Vertrag, doch wird sogar von der Zahlung regelmäßiger Subsidiengelder gesprochen. Dafür hat Ibn Saud seinerseits die Engländer beauf- Iragt, seine Interessen — vor allem in Syrien! — wahrzunehmen, woraus sich dann bei irgendwelcher Gelegenheit für England di« Möglichkeit ergibt, in der ihm eigenen uneigennützigen Weise irgendwo Forderungen für seinen Mandatar außjustellen, ein Geschäft, das in der englischen Kolonialpolitik sich stets aufs neue bewährt hat — man denke an Mossul? Für die Möglichkeit kriegerischer Ereignisse mit der Türkei ist der Vertrag von allergrößter Bedeutung. Ist auch kaum anzunehmen, daß der Araberfürst aktiv am Kampfe gegen die Türkei teilnehmen werde, so ist doch die durch den Vertrag geschaffene Rückendeckung von größtem strategischem Werte, da das englische Aufmarschgebiet, dessen Basis Basra und der Persische Geolf bildet, von Ibn Saud, der dort über eine modern gut bewaffnete berittene Truppenmacht verfügt, stets ernstlich bedroht werden konnte. Im Irak selbst ist von den Engländerin in Den letzten Jahren eine vorzügliche Truppe aus Einheimischen geschaffen worden, die nur wenig englisches Führermaterial erfordert, dafür aber aufs beste mit modernsten Kriegsmitteln, vor titleem mit Kampfwagen und Flugzeugen, ausgerüstet ist. Vorwiegend hat man die Soldaten aus den Reihen der christlichen Bevölkerungsteile, Der Restorianer und der Assyrer, gewählt, die ein anerkannt kriegstüchtiges Völkchen bilden. Aus den nicht ausbleibenden Zwischenfällen mit der vertragswidrig an der Grenze angesiedelten christlichen Bevölkerung lassen sich dann leicht „Christenverfolgungen" herauskonstruieren — ohne die Türken damit so ganz schuldlos hinstellen zu wollen. Immer aber läßt sich für England daraus politisches Kapital schlagen, wie es ja durch den überaus übertriebenen Bericht des esthnischen Generals Lay- donner in Genf wirklich geschehen ist. Die mit großer Aufmachung von der italienischen Presse ausposaunte Besprechung Chamberlain-Mussolini reiht sich in das Gesamtbild der Einkreisung durch England ein. War auch der Zweck der reklamehaften Verkündung dieses angeblichen Mittelmeerblockes auf Seiten Italiens nur der, ein Entgegenkommen Englands in der Schuldenregelung zu erreichen, so kamen die in dem letzten Jahre des öfteren offen ausgesprochenen Absichten Mussolinis auf Gebiete der anatolischen Küste (Mersina, Adana) der englischen Politik nur zu gelegen. Die von den Italienern vertragswidrig mit Eifer betriebene militärische Befestigung der Insel Rhodos geschieht mit Duldung Englands, wenngleich die jetzt erfolgte Errichtung einer Flottenbasis auf Leros, der nördlichsten Insel des Dode- kanesos in London doch einiges Bedenken erregt. Schon in Hinsicht auf einen anderen Schützling Englands, auf Griechenland, das seine Wünsche auf kleinasiatischen Besitz (Smyrna) immer noch nicht aufgegeben hat, trotz des überaus großen Unglücks, das der auf Englands Betreiben unternommene Einfall in Anatolien vor einigen Jahren dem Lande gebracht hat. Unter Leitung englischer Admirale ist die griechische Flotte zu Wasser und zu Luft heute bereits soweit verstärkt worden, daß sie im^ östlichen Mittelmeer zu einer bedrohlich vorherrschenden Macht geworden ist. Der Ring schließt sich mit Bulgarien, in dessen Politik sich die Fäden englischen Cm- schlags unschwer verfolgen lassen. Erregte schon die Ablehnung des angebahnten bulgarisch-türkischen Freundschaftsvertrages durch Bulgarien in Angora vor einiger Zeit unliebsames Aufsehen, so wurde das Mißtrauen letzthin noch verstärkt durch die offene englandfreundliche Stellungnahme der Bulgaren in der Mossulfrage. Die günstige Entscheidung im griechischen Grenz- konslikt und die vor kurzem ausgesprochene Aufhebung der 'Militärkontrolle ist vor allem auf Betreiben Englands erfolgt und Bulgarien hat dafür kürzlich in London die Erklärung abgegeben, daß es sich jeden engeren Zusammengehens mit Angora enthalten werde. Es gehört zum eisernen Bestände englischer Politik bei irgendwelchen kriegerischen Verwicklungen, die sich bei feinen imperialistischen Zielen leicht ergeben, nach Möglichkeit die guten Freunde bluten zu lassen. Wenn man heute wirklich von einer politischen M o bili sa - tion Englands im nahen Orient sprechen kann, so bedeutet das nichts anderes als das Bestreben, durch eine geschickt geleitete Politik Araber, Franzosen, Italiener, Griechen und Bulgaren bei der englischen Stange zu halten und nötigenfalls auch zu Englands Ruhen kämpfen zu lassen. Gegenüber den Auswirkungen dieser englischen Ginkreisungspolitik ist Angora gezwungen, sich seine Freunde zu suchen, wo sie nur zu finden sind. Persien und Afghanistan sind ihm wohlwollend gesonnen und mit Rußland ist kürzlich ein festes Abkommen geschlossen worden. Doch als besten Bundesgenossen hat die Türkei — d i e Zeit. Angora kann warten, bis eine günstigere Konstellation es ermöglicht, das zu nehmen, was ihm mit Recht gehört und wird keineswegs zu einem Zeitpunkte kämpfen, der den Engländern paßt. Der übertriebene Imperialismus der Westmächte wird sein Werk tun. Schon läßt die Unzufriedenheit der arabischen Welt da und dort bedenkliche Zeichen aufleuchten. Die jetzt mögliche direkte Llnterwühlung durch die Sowjetpropaganda wird ihre verhängnisvolle Einwirkung voll entfalten können und den gemeinsamen Haß eines enttäuschten Orients leicht zu einem festen Block zusammenzuschweißen vermögen, zum Kampfrufe des Orients gegen den imperialistischen Okzident. Die Sorftoerwaltung in Hessen. Don unterrichteter Seite gehen uns folgende kritische Betrachtungen zu den augenblicklichen Verhandlungen im Finanzausschuß des hessischen Landtags $u: Rach den Ausführungen des Herrn Finanz- ministers im Landtag zum Staatsvoranschlag für 1926 ist die Lage der Hess. Finanzen bedrohlich uird ihre zukünftige Entwicklung nicht minder bedenklich. Den Ernst der Situation beleuchtet das Spielen mit dem Gedanken einer Auflösung des Volksstaats Hessen bezw. seiner Zuteilung an ein größeres Rachbarland und andererseits der Wunsch und Ruf nach einem Diktator! Finanzausschuß und Landtag sind in die Beratung des Staatsvoranschlags eingetreten, die nach den einzelnen Kapiteln und Titeln geschieht, in der selbstverständlichen Absicht, die Finanznot des Staates nach Möglichkeit zu erleichtern. Mit noch ungebrochener Kraft wird augenblicklich das Kapitel 1 Forst- und Kameralgüter unter Forstverwaltung durchberaten. Als vorläufiges Ergebnis beantragt der Finanzausschuß unter anderem die weitere Auflösung einer größeren Anzahl von Forstämtern und Förstereien, Herabsetzung der Zahl der verwendeten Assessoren von 17 auf 7 und der Forstschreiberstellen von 107 auf 71. Hierzu einige kritische Bemerkungen: Das Ziel jeder Forstwirtschaft besteht darin, auf der gegebenen Fläche dauernd einen möglichst hohen Reinertrag unter Erhaltung bzw. Steigerung des Kapitals, das in dem vorhandenen Holzvorrat und der Bodenkraft steckt, zu erzielen. Dies hohe Ziel zu erreichen ist nur möglich durch einen intensiven Wirtschaftsbetrieb. Ein solcher erlaubt in großen Zügen durch die sogen. Forsteinrichtung die im Walde arbeitenden Kapitalwerte und deren natürliche Vermehrung durch den Zuwachs zu erfassen, hiernach kalkulatorisch die Rente für die nächste Zeit zu schätzen und jährlich festzulegen; ferner das zum Einschlag kommende Holz auszusuchen, nach den markgängigsten und bestbezahlten Formungen aufarbeiten zu lassen und geschickt zu verkaufen, sowie die Erhaltung des Waldes auf künstlichem oder natürlichem Wege zu betreiben. Die Wissenschaft hat nachgewiesen, daß für die zweckmäßigste Ausnutzung der Arbeitskräfte der leitenden Beamten und seiner Gehilfen eines Forstwirtschaftsbetriebes, die diese Fülle von Arbeit zu erledigen haben, die Fläche maßgebend ist. die zweckmäßigste Flächengröße, die sehr stark beeinflußt wird durch die Zusammensetzung des Waldes aus einer oder mehreren Holzarten, durch gute oder schlechte Absatzmöglichkeit des Holzes und anderes mehr, entspricht für unseren hessischen Wald für ein Forstamt und für eine Försterei den augenblicklichen Verhältnissen. Außerdem haben die hessischen Forstämter auch noch den landwirtschaftlich genutzten fiskalischen Grundbesitz zu verwalten im Gegensatz zu anderen Ländern. Es ist somit nicht zu verstehen, wie man es für wirtschaftlich richtig halten kann, eine bereits vorhandene vorbildliche betriebstechnische Organisation des unendlich wichtigen Staatsund Gemeindeforstwirtschaftsbetriebes abzuän- dem bzw. auf den Stand von 1879 zurückzuführen — um zu sparen! Das ist nicht gespart, sondern bedeutet einen wirtschaftlichen Rückschritt, den die Staatsfinanzen auf längere Sicht spüren werden. Ein i n t e n s i v e r Betrieb in obengenanntem Sinne ist bei größeren Forstamts- und Förstereibezirken auf die Dauer unmöglich Ganz abwegig ist der Vorschlag, die Zahl der beschäftigten Assefsoren, Förster und Forstschrei- ber zu vermindern. Kein Kaufmann wird einen Teil feiner unbedingt nötigen Hilfskräfte entlassen. Mm nur ein Beispiel herauszugreifen, sei nur kurz angeführt, daß die Assessoren in der Hauptsache zu F o r st e i n r i ch t u n g s arbeiten dringend benötigt werden, die die Grundlage unserer gesamten Wirtschaft bilben. Ohne Forsteinrichtung kann von einer geregelten Wirtschaft keine Rede mehr fein, es muß zu einem planlosen Hauen in unsere Waldbestände kommen, zu einem reget- losen Betrieb, den die Finanzlage des Staates am allerwenigsten vertragen kann. 'Bedauerlich ist die geringe Kenntnis und Einsicht selbst der gebildeten Kreise in die Forstwirtschaft. Rur aus dieser Tatsache können Vor- anschäge wie die des Finanzausschusses entstehen. Mit kurzsichtigen Sparmaßnahmen oft kleinlichster Art in den Forstwirtschaftsbetrieben kann der Finanznot des Staates auf die Dauer nicht geholfen werden. Die einzige Möglichkeit die Reinerträge des Waldes nachhaltig zu steigern und hiermit die Einnahmen des Staates und der Gemeinden zu erhöhen, liegt in einer großzügigen, nach kaufmännischen Grundsätzen geformten Mmflellung der Bewirtschaftung des Staats- und Gemeindewaldes. Sie könnte geschehen durch Abtrennung aus der allgemeinen Staatsverwaltung und Verselbständigung ähnlich der deutschen Reichsbahn und der Reichspost, wenn uns die Wissenschaft hierfür die nötigen Grundlagen geliefert hat. Ein solcher Schritt ermöglichte uns endlich einen klaren Einblick in die Erfolge unserer Wirtschaft und gäbe dem Betriebsleiter die richtigen Fingerzeige, wo er wirklich sparen kann. Die Gießener Getränke- fteuerverorbnung. Durch Urteil vom 7. November 1925 hat der Hessische Verwaltungsgerichtshof die Gießener Getränke st eueroerordnung vom 31. August 1923 für ungültig erklärt. Die Anforderungen der Stadt auf Entrichtung von Getränkesteuern auf Grund dieser Verordnung für die Monate Juli und August 1924 wurden als unzulässig bezeichnet. Mit den gesamten Kosten des Verfahrens wurde die Stadt Gießen belastet. Diese Entscheidung in letzter Instanz hat großes Interesse ausgelöst, ja sie hat starkes Aussehen verursacht. Kein Wunder. Wenn man sich die sinanzwirtschaftlichen Folgen für unseren städtischen Haushalt und die unausbleiblichen Rückwirkungen auf die Inanspruchnahme anderer kommunaler Steuerquesten vor Augen hält, wird man die lebhafte Anteilnahme der Bürgerschaft an dieser Angelegenheit ohne weiteres verständlich finden. Als einschneidendste Folge war durch diesen Urteilsspruch zunächst dem in den städtischen Haushaltsplan für 1925 26 eingesetzten Getränkesteuer. Aufkommen von 100 000 Mk. die Grundlage ent- zogen; eine empfindliche Lücke in einem ohnehin knapp bemessenen Etat. Was in Zukunft an diese Stelle zu treten hat, ist heute noch ungewiß. Angesichts der engen Grenzen städtischer Steuerhoheit befürchten wir — und mit uns wohl auch zahlreiche Mitbürger —, daß erneut die Gewerbesteuer die Rolle des Lückenfüllers wird übernehmen müssen. Das wäre bedauerlich. Neben diesen Gedanken der praktischen Auswirkung des Urteils ist natürlich auch die Frage laut geworden, wie ein solcher Reinfall der Stadt überhaupt möglich war, und wer die Verantwortung dafür trage. Diese Frage ist berechtigt. Ihre Beantwortung ist jetzt möglich, nachdem die Urteilsbegründung in großer Ausführlichkeit vorliegt. Das 32 Seiten Kanzleiformat umfassende Schriftstück zum Abdruck zu bringen, ist aus Rücksichten auf den Raum nicht möglich. Es mag deshalb ein summarischer Ueberblick über das Ganze genügen. Der Derwaltungsgerichtshof geht davon aus, daß diese Steuerordnung nur in Form einer Orts- satzung gemäß Vorschrift des Ministeriums des Innern erlassen werden kann. Diese Form ist auch von der Stadt Gießen eingehalken worden. Bei der Nachprüfung hat der Verwaltungsgerichtshof jedoch folgende Mängel festgestellt: 1. Das Kreisamt Gießen hat die- vorgeschrie- bene Anhörung des Kreisausschusses nicht in Form einer Sitzung vorgenommen, sondern hat die Akten „Sagitta"-Hustenbonbons bei Husten, Heiserkeit, Bronchial Katarrh, Verschlcimuna, rauhem HalS. Erstklassige, von Aerzten bestens empfohlene Hustemnedizm in fester Form. In allen Apotheken erhältlich. Steis vorrätig: Universitätö-Apolheke zum goldenen Engel. Avotheke Krofdorf. Sagitta-Werk, München SW 2, Verlangen Sie kostenlose Zusendung uns Vrowcktc Die neuen Ritter des Ordens Pour le M6rite. w Von Dr. F. Ernst. Seit längerer Zeit find einmal wieder neue Mitter der Abteilung für Wissenschaft und Kunst jenes Ordens ernannt worden, dessen französischer Rame an Friedrich den Großen erinnert und der in feiner Kriegsabteilung wahrend des Wölkerringens so viele Tapfere ausgezeichnet hat. Es find Albert Penck in Berlin, D. Hilbert in Göttingen und Leopold Graf von Kalkreuth zu Eddelsen in Hannover. Die Verdienste H i l b e r t s, der seit längerer Zeit als Professor in Göttingen wirkt, an dieser Stelle zu erörtern, verbietet sich dura) fein Fach. Er ist Mathematiker, und seine Forschungen und Entdeckungen Hegen vorwiegend auf dem Gebiete der Geometrie; er besitzt Weltruf in feiner Spezialwissenschaft und ist Mitglied fast aller gelehrten Akademien der Welt. Albert Penck. Professor der Geographie in Berlin, Leiter des Geographischen Instituts der Universität und des Museums für Meereskunde, stammt aus Leipzig und ist im Jahre ltzo8 geboren. Dort war er auch Privatdozent, wurde Professor in Wien und kam 1906 als Rachfolger Ferdinand von Richthofens nach Berlin. Wie dieser, so faßte auch er fein geographisches Fach im engsten Zusammenhänge mit der Geologie an, und wie Richthofen bei Gelegenheit seiner Reise in China die Loh- oder Lehmbildung aufklärte und damit auch unsere deutsche Landschaft dem Verständnisse näher brachte, so schuf Penck durch seine langjährigen Studien in den Alpen die Geologie des Eiszeitalters. In dem großen erschöpfenden Standardwerke, das er zusammen mit seinem jüngeren Mitarbeiter, dem Wiener Meteorologen F. Brückner, herausgab, „Die Alpen im Eiszeitalter" (1902—1909, drei Bände), entwickelte er das Ergebnis seiner Forschungen. Er vertrat die Ansicht, daß die Eiszeit keine zusammenhängende Kälteperiode gewesen sei, wie es die sogenannten Monoglacialisten behaupteten, sondern er wurde ber Vertreter der neuen und jetzt allgemein anerkannten Lehre, daß zur Eiszeit Kältevorstöße mit wärmeren Zwischeneiszeiten abgewechselt haben. und hiernach nannte man die Verfechter dieser Anschauung Jnterglacialisten. Penck erkannte nun, daß trotz ihrer ausgesprochenen Entstehung während der Eiszeit die norddeutsche Tiefebene nicht die geeignete Stelle sei, um die Frage, ob einheitliche Eiszeit oder wärmere Zwischenzeiten, zu entscheiden. Er fand, daß die Verhältnisse am klarsten am Rordfuh der Alpen ausgebildet seien, und nannte die vier Kälte- Perioden, die er feststellte, nach den vier Fluh- systemen der Günz, der Mindel. der Riß und der Würm. „An den Bergeshängen läßt sich am besten beobachten, wie weit etwa eine erste Eiszeit mit ihrem Gletscherschutt ins Tal vorgerückt war, tote dann eine zweite sich nur im oberen Teil über sie gelegt hat, eine dritte über beide hinaus geschritten und eine vierte beträchtlich zurückgeblieben ist." Im Zusammenhang mit diesen Auffassungen, die sich als bahnbrechend erwiesen, jetzt überall anerkannt sind und anteilig als Gliederung dieser Periode verwendet wurden, stehen die Forschungen Pencks über die Theorie der Erdschwingungen. Weshalb kommt es, daß. wie sich an den Säulen des Tempels in Puteoli feststellen läßt, in den 2000 Jahren diese Gegend mehrmals für Jahrhunderte gehoben und dann wieder unter den Meeresspiegel gesenkt wurde? Weshalb stellen wir auch während der Eiszeit an der Ostseeküste mehrere Seeüberflutungen und mehrere Male ein Auf- tauchen fest? Woher kommen die großen Veränderungen im Rorden der Alpen, überhaupt der quer durch Europa und Asien verlaufenden Kettengebirge? Auch diese Fragen suchte Penck durch wichtige Spezialforschungen aufzuklären. Von dem Gelehrten Penck. dem kühlen Erforscher geologischer Verhältnisse, zu Leo p o l d Gras v. Kalkreuth, dem großen Meister der Farbe erscheint ein gewaltiger Sprung, und doch verbindet die beiden neuen Ritter einö, das beiden gemeinsam ist, und daß sie beide groß gemacht hat, die tiefe Verehrung uich Treue der Ratur gegenüber, das deutsche Gefühl für die Heiligkeit dessen, was dort erforscht, hier künstlerisch dargestellt wewen soll. Kalkreuth ist Düsseldorfer, aber fein Ahne war der General Friedrichs des Großen. Er haust als «.anbtoirt auf seinem Gut, er ist tief verwachsen mit dem Werden und ^vergehen, er fühlt ganz anders den heiligen Kreislauf des Jahres als der von der Scholle entfremdete Großstädter. Daher kommt dieses Llrtümlich-Starke, Erdhast-Gewaltige, das uns aus den Bildern dieses Meisters entgegen- strömt, aus feinen meisterhaften Bildnissen, aus den Landschaften, die seine Erde darstellen, die Erde, die er bebaut und deren gefurchtes Antlitz er so wuchtig vor uns Ereignis werden läßt. ßibri, der große Biicherdiel». Der Gedanke, daß ein Gelehrter an Dokumenten, die ihm zur Erforschung anvertraut worden sind, Unterschlagungen begeht, ist so ungeheuerlich, daß die Wirtlichkeit zu Hilfe kommen muh, um ihn glaubhaft zu machen. Roch ist der Fall — in des Wortes wahrstem Sinne genommen — des Doktor Hauck in frischer Erinnerung. der aus Archiven Deutschlands, Oesterreichs und Italiens Tausende von Autogrammen veruntreut hatte, doch bald wird auch er vergessen fein wie der seines großen Vorgängers Libri, durch den in den vierziger Jahren des neunzehnten Jahrhunderts die gesamte wissenschaftliche Welt in Aufregung verseht worden war. Der im Jahre 1803 in Florenz geborene Guglielmo Druto Jcilio Temoleone Cvnte Libn Carueci della Sommaia, infolge seiner bertor- ragenden Begabung mit zwanzig Jahren schon Professor der Mathematik an der Universität Pisa, schrieb, nachdem er aus politischen Gründen; die Heimat mit Frankreich vertauscht hatte, m der gleichen Stellung am College de France die berühmte, vierbändige, auch heute noch zitierte „Histoire des scienees mathematiques en Jtalie de la Renaissance jusqu'ä la fin du XVHc siocle . Von jeher ein Kenner und Käufer alter Handschriften und Bücher, erwarb er sich bei ben archivalischen Vorbereitungen zu feinem Werke so ausgezeichnete Kenntnisse auf dem Gebiete der Bücher- und Handschriftenkunde, daß er im Jahre 1841 zum Schriftführer der Kommission für die Inventarisierung und Katalogisierung aller in den französischen Bibliotheken befindlichen Handschriften ernannt mürbe. Man hatte den Bock «um Gärtner gemacyt. 3 m Schuhe einer so hoh;.. .mitlichen Eigenschaft konnte Libri jahrelang, ungestört durch Kontrolle, aus den öffentlichen Bibliotheken 'Frankreichs sich die kostbarsten Manuskripte und Drucke aneignen. Gerüchte und Klagen, die sich hervorwagten und ihn des Diebstahls verdächtigten, zerstreute er anfangs geschickt. Als er aber im Jahre 1847 in London eine Büchersammlung versteigern ließ, die 3025 wertvollste alte französische Werke umfaßte und 100 000 Franks erzielte, und, als er eine Handschriftensammlung durch einen Vermittler für 200 000 Franks an den Lord Ashburnham verkaufte, wurde den zahlreich eingelaufenen Beschuldigungen stattgegeben und, im Februar 1845, die Anklage wegen Diebstahls gegen Libri erhöben Dieser rechtfertigte sich von England aus, wohin er geflüchtet war, in einer Broschüre von 116 Seiten, wobei er an über 200 Bänden, die ihren Besitzvermerkungen nach unzweifelhaft aus öffentlichen Bibliotheken stammten, aus Quittungen die rechtmäßige Erwerbung nachwies. Auch gelang es ihm, die Verurteilung eines Redakteurs, der die Anklageschrift veröffentlicht hatte, zur Zahlung von Schadenersatz, Bekanntmachung des Urteils in zwanzig Zeitungen und Tragung der Kosten herbeizuführen. Rachdem aber die mit der Untersuchung betrauten Sachverständigen der Bibliotheque Rationale und der Ecole des Charles an den m Paris zurückgebliebenen Beständen von Llbris Sammlungen in vielen Fällen die Entwendung und Verwischung der Herkunft einwandfrei fe|t- gestellt hatten, wurde das Verfahren gegen ihn eingeleitet und er am 22. Juni 18d0 zu zehn Jahren Zuchthaus und den Kosten verurteilt. Damit ging er aller Auszeichnungen verlustig, die ihm seine wissenschaftlichen D'rdlenste angebracht hatten. Libri, der inzwuchen englischer Staatsbürger geworden war, beruhigte sich jedoch bei diesem Urteil nicht; noch un Jahre 1860 suchte er durch eine Eingabe eine Revision desselben zu veranlassen; trotz Befürwortung durch einflußreiche Freunde aber wurde er ab- schlägig beschieden. womit der Fall Libri endgültig abgetan war. Verarmt und vergessen starb am Libri am 28. September 1869 m Fic'vle bei Florenz. F. R.H. des h * 8. Fortsetzung. Nachdruck verboten. ProLcst-VerSammlung des Hesfifchen Landbundes. sf. Friedberg, 28. 3an. Dine von dem Hessischen Landbund auf gestern nachmittag in den Saal des Hotel Trapp einberufene öffentliche Versammlung toar aus Stadt und Land so zahlreich besucht, das) schon vor Beginn die Besucher bis auf den Treppen Kopf an Kopf standen und man mit dem Gedanken umging. die Versammlung im Freien abzuhalten. Erst nachdem man sämtliche Tische aus dem । Saale geschafft hatte, gelang es, einigermohen Baum für die Zuhörer zu schaffen. Sein oder Nichtsein Ein Kriminalroman von der Wasserkante. Don Moritz Schäfer. lediglich bei 4 Mitgliedern zur Unterschrift zirku- Heren lassen. Der Derwaltungsgerichtshos hält dieses Verfahren für ungültig. Er legt ihm für die Gültigkeit der Ortssatzung jedoch keine Bedeutung bei, da der Kreisausschuß sich nur gutachtlich zu äußern, jedoch nicht beschließend mitzurvirken hat. 2. Weiter wurde festgestellt, daß die Genehmigung des Ministeriums des Innern, die notwendig ist, nicht ordnungsmäßig erteilt war. Das Kreisamt hat zwar der Stadt Gießen eine Zuschrift folgenden Inhalts gesandt: „Das Ministerium des Innern hat Freitag, den 26, l. M., seine Genehmigung zu der von Ihnen in Vorlage gebrachten Getränkesteueroer' ordnung erteilt. Der Kreisausschuß ist einverstanden." Es war daraus nicht zu ersehen, daß die Genehmigung des Ministeriums nicht ordnungsmäßig vorlag. Wad) vom Verwaltungsgerichtshof getroffenen Feststellungen beruht diese Mitteilung des Kreisamts anscheinend auf einem Mißverständnis des Beamten, der mit dem Ministerium verhandelt hat. Das Kreisamt hat lediglich eine telephonische Genehmigung an stelle der unter Umständen notwendigen schriftlichen Genehmigung einaeholt. Ferner soll es ftd) nur um eine vorläufige Mitteilung des Ministeriums, nicht jedoch um die endgültige Genehmigung bei diesem Tele- phongespräd) gehandelt haben. Auf die Frage, welche Bedeutung den an die Genehmigung des Ministeriums geknüpften Bedingungen beizulegen ist, die auf Verfügungen des Reichsfinanzministers beruhten, soll nicht näher eingegangen werden. 3. Schließlid) ist der . Verwaltunasgerichtshof der Auffassung, daß die gemäß einer Verordnung des Reichsfinanzministers in der Ortssagung festgesetzte Rückwirkung der Steueroerordnung nidjt zulässig sei, da die Verordnung des Reichsfinanz- mmisters ungültig sei. Durd) den Wegfall der Be- stimnmng über das Inkrafttreten, fehle eine entsprechende Vorschrift über den Zeitpunkt des In- krafttretens, die für die Gültigkeit einer Ortssatzung notwendig sei. Zusammenfassend kann hiernach gesagt werden, daß der Berwaltungsgerichtshvf die Gießener Getränkesteuerverordnung in der Hauptsache deswegen für ungültig erklärte, weil entgegen der Mitteilung des Kreisamts Gießen keine ordnungsmäßige Genehmigung des Ministeriums des Innern vorlag und weil die Verordnung des Reichsfinanzministers über die Rückwirkung der Getränkesteuerverordnungen für ungültig erklärt wurde. Es sind also lediglich formelle Gesichtspunkte gewesen, die den Verwaltungsgerichtshof zur Verneinung der Rechtsgültigkeit der Getränke- ffeueroerorbnung geführt haben. Die Ausschaltung einer materielle »Nachprüfung erklärt der Gerichtshof ausdrücklich im Abf. 1 der Ziffer 7 der Urteilsbegründung, wo er sagt: „Da sonach die Getränkestcuerverordnung der Stadt Gießen vom 31. 8. 1923 schon'aus formellen Gründen keine Rechtsgülfigkeit besitzt, erübrigt e s sich, auf die Ausführungen der Klägerinnen, wonach die Eetränkesteuerverordnung auch noch aus materiellen Gründen rechtsunwirksam sein soll, ein» zugehen." Man kann nach alledem nicht die Stadtverwaltung mit. der Verantwortung für diese Schlappe belasten. Run wird die Stadtverwaltung in Gemeinschaft mit dem neuen Stadtparlament die schwierige Aufgaben zu lösen haben, die tiefgreifenden Folgen dieses bedauerlichen Ereignisses für den Stadthaus» „Na, denn nich! Aber ich will versuchen, wenigstens Ihre Gattin umzustimmen. Die vornehme Welt würde sie mit Erstaunen vermissen; auch könnte man ihr' Ausbleiben mit geschäftlichen Vorkommnissen begründen. Sie wissen, der Klatsch ist Flieger und Steher zugleich." „Sie haben recht, Mühlfeld! Ich hab' noch zu arbeiten*— gehen Sie zu Andrea und sprechen Sie mit ihr." Er war ans Fenster getreten und schaute in den Garten. „Da kommt sie gerade mit Margot." VIII Mühlfeld ging hinaus und zog sporenklirrend die Mütze: „Meine Damen, ich habe die Ehre! Gnädige Frau, ich hatte soeben eine kleine Unterredung mit Ihrem Gatten und war gerade im Begriff, Sie aufzusuchen. Uebrigens: Ihr Garten wird täglich schöner. Es ist eine Lust, wie das blüht und duftet." „Ja, sehen Sie nur den herrlichen Parmaflieder! Warten Sie, ich pflück' Ihnen eine Dolde." „Many thanks, schöne Frau! Den Flieder steck' ich an, da werd' ich heut den ganzen Tag an Sie denken! Fräulein Margot zieht, wenn ich mich recht entsinne, die Rosen vor?" „Ich liebe die Natur in all ihren Erscheinungsformen", antwortete Margot, die durch Miihlfelds Anwesenheit sogleich befangen war. „Wenn id)' jetzt auch nichts mehr sehen kann von oll den Blütenwundern ringsum, so spricht doch die Erinnerung zu mir. Rosen bevorzuge ich allerdings. Das mag daher kommen, weil der Duft der Rose am eindringlichsten zu mir spricht. Der Fliederduft macht mich müde —" „Fühlst du dich angegriffen, Liebste?" forschte Andrea besorgt. „Ja, Andrea! Ich möchte ein bißchen ruhen." Und zu Mühlfeld gewandt, setzte die Blinde hinzu: „Mit Ihrer Erlaubnis zieh' ich mich also zurück." Mühlfeld schlug die Sporen zusammen, und langsamen Schrittes wandte sich die Blinde bcm Hause zu. halt wie auch für die Steuerzahler so schonungsvoll wie möglich zu beseitigen. Welche Wege da einzu- schlagen sind, steht heute noch dahin. Hierüber wirb _man sich erst bei bcr demnächstigen Aufstellung * neuen Haushaltsplanes schlüssig werben. Als erster Redner sprach Landtagsachgeord- netcv Dr. Leuchtgens über „Die steuerliche und soziale Aeberlastung der Wirtschaft". In scharfen Worten wandte er sich gegen die Steuerpolitik der Regierung. Roch nie sei die Steuernot so groß gewesen wie jetzt, und besonders auf dem Lande sei die Auswirkung der Steuerverordnungen noch größer als in der Stadt. Unsere Wirtschaft sei franker, als es die meisten ahnen, dazu komme der schlechte Preis für die meisten Produkte: Roggen, Kartoffeln müßten unter den Herstellungskosten abgegeben werden, während umgekehrt alle Bedarfsartikel, die der Landwirt kaufen müsse, teurer als früher seien. Die A b s a l; k r i s e, die viele Artikel unverkäuflich mache, der Mangel an Betriebskapital verursachten einen allgemeinen Rieder- gang der Wirtschaft. Unsere Einfuhr im verflossenen Jahre übersteige die Ausfuhr um 4J/a Milliarden, während das Deutsche Reich in 44 Jahren nur 5 Milliarden Schuldenlast aufgehäuft hätte. Der Hauptgrund für unsere unhaltbaren Verhältnisse erblickt der Redner darin, daß wir über unsere Verhältnisse lebten und einen unerhörten Luxus trieben, ilnfere Politik dürfe nicht vom Gesichtspunkte der Großstadt, sondern vom bäuerlichen Standpunkte einfach und sparsam betrieben werden. Er wandte sich sodann gegen das Fortbildungsschulwesen, gegen das Tleberhandnehmen der höheren Schulen, gegen die hohen Ausgaben für das Landestheater usw. und verlangte Abbau der Staatsausgaben und dadurch Ermächtigung des Steuer abbaue s. Das Expose deS Finanzministers machte nicht den geringsten Versuch zur Besserung, keiner der früheren Anträge sei darin berücksichtigt. Der Bauer fei nicht gewillt, sich durch Mißwirtschaft der Regierung von Haus und Hof bringen zu lassen, und er sei es müde, auf sich „herumtrampeln" zu lassen. Wenn die Besserung auf legalem Wege nicht zu erreichen wäre, dann gäbe es noch Mittel und Wege zur Selbsthilfe: trenn die Regierung nicht auf Worte hören wolle, dann müsse sie Taten sehen. Die Rede wurde von der Versammlung mit langanhaltendem Beifalle aufgenommen. Als zweiter Redner sprach der Vorsitzende des Landbundes, Landtagsabgeordneter Dr. von Helmolt. Auch er betonte, daß die Bestrebungen in erster Linie nur auf legalem Wege verfolgt werden sollten. Er richtete eine warme Aufforderung zum Zusammenschluß und zum Beitritt in den Landbund an die Anwesenden. Denn nur durch Einheit könne etwas erreicht werden. Dann wandte er sich noch gegen die neu- gegründete Evangel. Volksgemeinschaft, welche versuche, die Dauern an sich zu locken, und betonte, daß die Geistlichen viel zu hoch ständen, als daß fic sich in die Politik einmischten. Als dritter Redner sprach noch Landtagsabgeordneter Fenchel, der die Ausführungen der Vorredner unterstrich und ebenfalls zum Zusammenhalten aufforderte. Rachdem noch mehrere Diskussionsredner auf einzelne Punkte näher eingingen, wurde eine Entschließung nachstehenden Inhalts einstimmig angenommen: „Die am 27. Januar 1926 vom Hessischen Landbund nach Friedberg einberufene und von vielen Hunderten besuchte Versammlung von Dauern, Handwerkern und Kaufleuten erhebt vor dem ganzen Volke den lebhafte st en Protest gegen die zur Zeit in Hessen und im Reich durchgeführte Steuer- und Finanzpolitik. Die Devölkerung des flachen Landes ist. soweit sie noch Besitz und Vermögen hat, nicht mehr in der Lage, die angefor- Gerten Steuern für Reich. Land, Provinz. Kreis und Gemeinde aufzubringen. Sie fordert deshalb von den Regierungen in Berlin und Darmstadt eine sofortige Herab- s etzung der heute geltenden Steuersätze, Erlaß der gestundeten Einkommen- und älmlah- steuer des Rechnungsjahres 1924 25, eine Ä'e r- minderung der Ausgaben durch die öffentliche Hand, Abbau des aufgeblähten De- hördenapparates, Einschränkung der Verwaltung und Beseitigung unnützer Staatsaufgaben, überhaupt eine Qlenbetung des finanziellen und politischen Systems. Die Versammlung ruft der Regierung in Berlin und Darmstadt die ernste Warnung zu, Der Besucher sah ihr sinnend noch. „Die arme Kleine", sagte er dann, und seine Stimme war von Mitleid getragen. „Sd)ade, schade um diese schönen Augen!" Und mit einem Seufzer, Andrea fest ansehend, fügte er hinzu: „Doch auch Sie, gnädige Frau, gehen blind durchs Leben!" Andrea fuhr auf: „Was soll dos heißen?" Ihr Ton beirrte ihn nicht. Eindringlid) fuhr er fort: „All die Freuden des Lebens gehen ungenulji an Ihnen vorüber. Sie merken gar nicht, was Ahnen versagt ist. Sie wissen nicht, was Sie fordern dürfen! Nicht einmal der Besuch der Rennen ist Ihnen vergönnt!" „Der Besuch der Rennen!" Spott und Verachtung träufelten ihre Lippen. „Es gehört schon Ihre spezielle Weltanschauung dazu, Herr Mühlfeld, die Rennen zu den Lebensfreuden zu rechnen! Wenn ich nicht hinausgehe zum Turf, ist das mein eigener Wunsch." "Aber wenn ich Sie bitte, zu kommen?" "®enn Sie mich bitten? Sie schätzen sich hoch em, Herr Mühlfeld. Ich bleibe zu Hause!" — Hoch- aufgertchtet stand sie vor ihm, die Augen blitzten, um den Mund spielte ein herrisd)er Zug. Doch Mühlfeld, gewillt, die Partie zur Entscheidung zu führen, ließ sich nicht verblüffen. „Sie täuschen mid) nicht, Andrea", sagte er, den Blick fest in den ihren heftend. „Sie haben schwere Tage hinter sich!" „Wer gibt Ihnen das Recht, so zu mir zu sprechen?" „Die Freundschaft, Andrea! Ich muß Ihnen sagen —" „Nichts müssen Sie mir sagen, Herr Mühlfeld! Ich habe Sie nie legitimiert, die Freundschaft, die Sie meinem Mann widmen, auf mich auszudehnen!" „Aber, meine Gnädige, man soll die Hand, die sich uns selbstlos entgegenstreckt, nicht zurückweisen! Man weiß nie, wie man sie gebrauchen kann." „Ich brauche meinen Frieden, sonst nichts!" „Ihren Frieden" Wissen Sie, was dos ist, Andrea? Ein Kirchhofsfriede ift's, der auf dem Grab Ihrer Hoffnungen erblüht!" Seine Stimme war von leichtem Sarkasmus gefärbt, fein Blick senkte jid) gebieterisch in ihre Augen. Wie die Natter ihr Opfer fasziniert, hielt er das königliche Wech im Bann, vie wollte ftd) wehren gegen die dreiste Per- Darauf wurde die Versammlung nach einem Schlußwort durch Oekonomierat Breidenbach- Dorheim geschlossen. iitt Gain Wen D 1926, soll im ■Wetjmbro gefi Wirbeu; 25 'iittun' _ Ntt 1 15 Änchr ( mefiei 6 kiest _ mefse 500 nicht messe 566 sticht, Durch J r® ffi Mammen Mlgönser 2 ®ambad hessis int cJm den i^ltantsber aIpar$tOpi ■ fcntunh tzlder C Freitag s MteiU 10 c. 1,1111 e A 2. L|d)e 29. <<®Scit( 36,' tz-n 7et1 66, s? ?"*8( tue Singe f o nicht weiter treiben zu lassen. Wicklung unseres Staatswesens zu übernehmen Die Bewohner der Wetterau verlangen, daß nicht imstande sind." endlich die Forderungen des Landvolkes Gehör ~ und Beachtung finden, da sie sonst die Derant-- wortung für eine geordnete und ruhige Entstieg in ihr auf, und ablenkend sagte sie, nicht ohne Hast: „Du wirst meinen Mann begrüßen wollen, Onkelchen." „Ist er zu Hause?" „Gewiß." „Na ja, da kann ich ja mal bei ihm Vorschauen." „Kommst du später ein bißchen zu mir herüber?" „Ja, Kind, ich komme." Andrea ging ins Haus, während Hinriks langsam nad) dem einstöckigen iseilenkontrakt schlürfte, in dem sich Lorenzens Geschäftsräume befanden. Ader bevor er eintrat, schien er sid) auf etwas zu besinnen. Er kehrte um, fein Schritt ward schneller, und mit jähem Ruck riß er die Gartenpforte auf. Dann spähte er hinaus auf die Straße. So mochte seinerzeit von der Kommandobrücke herab der Kapitän Hinriks mit Falkenblicken Ausschau gehalten hoben nad) verdächtigem Raubgesindel. Als er rechts und links nichts erblickte, was feinen Argwohn erregte, trat er zurück und murmelte zwischen den Zähnen: „Verdammter Zierlack! Wollte dir's auch nicht geraten haben, wiederzukommen!" Eben wollte er bei Lorenzen eintreten, da sah er Margot durch den Garten kommen. Sofort hellten sich seine verdüsterten Züge auf. „Margot!" rief er. Die Blinde stutzte, und beim Klang der vertrauten Stimme flog sie sicheren Schrittes auf den Alten zu: „Du bist's, Onkel Otto," rief sie erleichtert, „Gott sei Dank, so ist der andere fort?" „Meinst du Mühlseld, mein Kind?" „3a, ihn! Ich war so müde und wollte ein wenig schlafen. Aber die Gedanken ließen mich nickst zur Ruhe kommen, das bloße Bewußtsein, daß er hier fei, scheuchte mich auf. Was mochte er wohl wieder bei uns wollen? Er kommt so oft —" „Gr hat wahrscheinlich Geschäfte mit deinem Vater, Kind." Margot strich sich mit der Hand über die Stirn. ,,3d) weiß nicht, was es ist," sagte sie ruhig, „aber id) glaube, das ist ein gefährlicher Mensch." Hinriks brummte etwas Unverständliches in den Bart. „Papa scheint anderer Meinung zu sein," fuhr die Blinde fort, „er nennt ihn immer feinen Freund und hält große Stucke auf ihn. Und Andrea —" Sir stockte. GSortfelwnn kataO traulichkeit und war wie gelähmt durch seinen Willen. Sie wollte fliehen, doch ihr Fuß war an den Boden gefesselt. Und wider Willen hörte sie zu, als er leidenschaftlich vibrierenden Tones weiter sprach: „Sie leiden, Andrea! Eie haben ein anderes Los verdient! Und fragen Sie sich selbst: wär's nicht besser, ein frischer Sturm führe hinein in die dumpfe, stumpfe Friedensatmoshäre?" Er hat recht, zehnmal hat er recht — sprang es in ihr aus. Doch sie zwang sich zum Widerspruch: „Zügeln Sie Ihre Phantasie, Herr Mühlseld — sie geht mit Ihnen durch! Ich liebe den Sturm nicht. Woher er auch kommen mag — er bringt Unheil und Scherben!" „Verzeihung, wenn ich störe!" Wie aus dem Boden gewachsen, stand plötzlich Hinriks vor den Beiden und lüftete den Südwester. Andrea atmete auf, wie von einem Bann erlöst. „Willkommen, Onkel!" rief sie, und schüttelte dem Alten herzlich die Hand. „Du weißt, daß du uns niemals störst!" „Ich war ohnehin im Begriff, mich zu empfehlen", sagte Mühlseld, der, rasch gefaßt, die Situation mit Gleichmut beherrschte. Hinriks tat, als fei der schöne Fedor Luft für ihn. .,So, so," brummte er in den Bart, „bann guten Morgen!" Und er wandte dem Besucher ostentativ den Rücken. Wieder flirrten Mühlfelds Sporen. „Auf Wiedersehen, gnädige Frau!" Ritterlich applizierte er Andrea einen Handkuß, vermied es aber, ihr in die Augen zu sehen. „Auf Wiedersehen, Herr Mühlseld!" ,Ohne von Hinriks Notiz zu nehmen, verschwand der Beau. Der Kapitän blickte ihm nach, bis sich die Gartenpforte hinter ihm schloß. Dann wandte er sich an Andrea: „Glaubst du, Töchting, daß er nun weg ist?" „Es scheint doch so, Onkelchen!" „Ja, es scheint so", gab der Alte sarkastisch zurück. „Aber es gibt Menschen, bei denen f meint alles nur so!" „Du hältst nicht viel von ihm?" „Hm", brumte der Kapitän. „Das will ich nicht sagen. Ich halte sogar mancherlei von ihm." Andrea war bcr forschende Blick peinlich, mit dem sie der väterliche Freund musterte. Verlegenheit Hoß In btm Jttii btntn Donnersla versteigert 2 m lang, 2 Eiche 39 rn Buche 155 rc Crle 3 nn; 171 rm; cti Fichie 3 Zusammen $ ddingelM 8° g, um 9 Londorf hessische Brenn Jttitog. 5. werden in Treis a. ö. und Alte l Mecei Ti Scheiter 20 Kiefern: 79 Eichen, 1 pen: Knüp 3 Men: 140 Buchen, itreut liegend 21 Eichen, 28 Auskunft zu Treis a. Tietzen W $iN verblA Das N -cichnis M«J*S auf ltS! 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Kl. „ * 3. „ Giche4.u.3. „ » . 6. „ „ Fichte 4. u. 5. „ „ Kiefern 3.-5. „ termin einzureichen sind. Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, 26. Januar 1926. Hess. Kulturbauamt. $). Steinbach. sich im Walde eine Jagdhütte, wo die Jäger gut übernachten können. tourgaa taub ,milb,tinld)äbl Juck.u. fafta. Hautleid., 1000000 s. bero. 1.50. Drog. E trn, Schulstr. AuckBerid. Iagdverpachtung. Mittwoch, den 3. Februar I. I.. nachmittags 31/, Llhr, soll die der Gemeinde Steinheim gehörige Feldjagd auf die Zeit von 6 Jahren, und zwar vom 1. Februar 1926 bis 31. Januar 1932 auf dem Rathaus dahier öffentlich verpachtet werden. Der Jagdbezirk besteht aus un- geiähr 1250 Morgen Feld und grenzt an den Bahnhof Trais-Horloff der Strecke Gießen — Gelnhausen. Rahere Bedingungen werden vor der Versteigerung bekanntgegeben. Steinheim, den 23. Januar 1926. Hessische Bürgermeisterei Steinheim. in allen einschlägigen Geschäften erhältlich. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Giehen, den 20. Januar 1926. Kreisbauverwaltung Giehen. Cellarius. Holzversteigerrmg in dem Freiherrlich von Nordeck zur Ra- benauschen Distrikt Ampel Donnerstag, den 4. Februar 1926. Versteigert werden: Nutzknüppel, Eiche, 2 m lang, 2 rm; Scheiter: Buche 92 rm, Eiche 39 rm, Fichte 3 rm; Knüppel: Buche 155 rm, Eiche 93 rm, Fichte 51 rm, Erle 3 rm; Reisig: Buche 175 rm, Eiche 171 rm; Stöcke: Buche 24 rm, Eiche 28 rin, Fichte 31 rm. Zusammenkunft auf der Kreisstraße R ddingshausen — Deckenbach, Waldein- ga g, um 9 Uhr vormittags. Londorf, den 28. Januar 1926. Hessisches Forstamt Rabenau. Hessische Bürgermeisterei. Bock. m lang, 11,97 fm 33—36 cm Durch MMUMMMmMell Zur Herstellung des Kleinpflasters auf der Straße Klein-Linden — Grohen- Linden sollen die Pflasterarbeiten in Karl Ph. Schäfer Pflastermeister und Tiefbaugeschäft Zagdverpachtung. Samstag, den 6. Februar d. I., vormittags um 9£ Uhr, wird die Jagd der Gemeinde Münzenberg auf dem Rathause daselbst in 2 Abteilungen öffentlich, meistbietend auf 6 Jahre verpachtet. Die Abt. 1 umfaßt 579 ha Feld und ewa 1 ha Wald; die Abt. 2 umfaßt 183 ha Feld und etwa 1 ha Wald. Wildbestand: Hasen und Rebhühner. Münzenberg, 28. Januar 1926. öli -». LMM" im Gambacher Gemeindewald. Nächsten Donnerstag, den 4. Februar 1926, soll im Gambacher Gemeindewald nachstehendes Bau- und Nutzholz verstei- Auhknüppel: Eiche (2,5 m lg.) 8,6 Auhscheiter: Eiche u. Hainbuche 10,6 2. Brennholz: Zagdverpachtung. Die Feld- und Waldjagd der Gemeinde Einartshausen wird Mittwoch, den 3. Februar, nachmittags 1 Uhr, in der Wirtschaft von Karl Jochim dahier auf roch tere 6 Jahre verpachtet. Die Bedingungen werden bei der Verpachtung bekanntgegeben. 890V Bürgermeisterei Einartshaufen. Jochim. Zagdverpachtung. Die Gemeinde Rödgen bei Giehen verpachtet in öffentlicher Versteigerung am Montag, dem 1. Februar 1926, nachmittags 2 Llhr, in der Wirtschaft Wagner, die Gemeindejagd für weitere 6 Jahre. Die zu verpachtende Flache besteht aus 65 ha Wald und 375 ha Feld und liegt an der Bahnstrecke Giehen— Fulda. Die Bedingungen werden vor der Verpachtung bekannlgegeben. Rödgen, den 23. Januar 1926. Hessische Bürgermeisterei Rödgen. Wagner. 700D Langsdorf, den 28. Januar 1926. Hessische Bürgermeisterei Langsdorf, gez. Kneipp.888D 3 Losen getrennt oder zusammen lich vergeben werden. Los I = 4650 qm . II = 4000 „ III = 4200 ., 06hb Gießen, Sonnenstrafle 32. Vrennholzversteigerung. Freitag, 5. Februar, vormittags 9 Uhr, werden in der Willschen Wirtschaft in Treis a. d. Lda. aus den Forstorten Hege und Alte Unner des Staatswaldes der Försterei Treis a. d. Lda. versteigert: Scheiter rm: 69 Buchen, 18 Eichen, 20 Kiefern; Knüppel rrn: 59 Buchen, 79 Eichen, 137 Kiefern, 6 Fichten, 6 Aspen: Knüppelreisig rm: 32 Kiefern, 3 Fichten; Gewöhnt. Reisig rm: 140 Buchen, 135 Fichten, 9 Kiefern (zerstreut liegend): Stöcke rm: 20 Buchen, 21 Eichen, 28 Kiefern, 8 Fichten. (903V Auskunft erteilen Forstgehilfe Förster zu Treis a. d. Lda. und das Forstamt. Gießen, den 29. Januar 1926. Hessisches Forstamt Gießen. .ffufGrund langjähriger Erfahrungen unferes SeniorsHerm Nefior Gianaclis, Cairo ausfeinften orienialifchen Tabaken hergeftellt Nesfor Gianaclis Frankfurt a Main gert werden: 25 Eichenstämme, 33—67 cm Durchmesser, 4,9—7,2 m lang, 19,74 km < 13 Buchenstämme, 35—51 cm Durch- : messer, 3,4—10 m lana. 11.97 fm 0615 Gr. Sloinweg 3 I. Küchen In modernen Formen, nat. lasiert und lackiert Einzelschränke - Tische - Stühle 500 Fichtenstämme, messer, 16—22 m lang, 235,33 fm; 566 Fichten-Derbstangen 6—12 cm Durchm., 5—16 m lang, 24,55 rm; 8 rm Eichen- und Buchen-Nutzscheiter. Zusammenkunft vormittags 9i Uhr am Pohlgönser Weg an der Dlockstation. Gambach, den 28. Januar 1926. Derbstangen: Eiche 1. Kl.43 „ Fichte 1. „ 278 Ruhreiser: Beginn des neuen Fechtkursus in Florett und leichtem Säbel auch f. Nichtmitglieder, am Mittwoch, dem 3. Februar. Fechtabende Montag und Mittwoch, 729 Uhr, Turnhalle d. Oberrealschule, Bismarckstraße. Gefl.Meldungen an diesen Abenden. GelegeoheilskaDi in Frottierwäsche in allen Größen Strilmpte nur gute Qualitäten in Wolle, Mako und Seidenflor zu billigen Preisen. la nicht einlaufende Wollgarne öllNIll-IZW eigen. Anfertigung Anstricken von Strümpfen. fijMebranilLCo. Zubmisfionsholzverlauf Aus hessischen Staats- und Gemeindewaldungen der Forstämter der Forstbe- zirksgruppe Alsfeld kommen zum Submissionsvorkauf: Kiefern-Vauholz: 4423 fm; Flchlen- Bauholz: 3579 fm; sonstiges Stammholz, Kiefer: 427 fm; sonstiges Stammholz, Fichte: 2758 fm; Derbstangen, Fichte: 72 fm. Das Nähere geht aus dem Holz vor. zeichnis hervor, das ebenso wie die Zahlungsbedingungen und Angebotsoordrucke nuf Anfordern kostenlos von unserem Sekretariat bezogen werden kann. Gebote sind verschlossen mit der Auf- schrifi „Submissionsholzverkauf aus Staats- und Gemeindewald" bis späte- stens Dienstag, den 16. Februar d. 3., vormittags 9 Uhr, bei dem Forstamt Alsfeld zu Alsfeld einzureichen. Gebote, die nach diesem Termin einlaufen, werden nicht berücksichtigt. In den Geboten ist ausdrücklich anzugeben, ob der gebotene Preis für geschältes oder nicht geschältes Holz gilt. Falls nichts bemerkt ist, gelten die Gebote für nicht geschältes Holz. In diesem Falle ist bei bereits geschältem Holz der Käufer verpflichtet, den Schälerlohn zu ersetzen. Für jedes $orftamf bzw. jede Gemeinde, jede Holzart und jedes Los ist ein besonderer Angebotsvordruck zu benutzen. Eröffnung der Gebote: Dienstag, den 16. Februar 1926, vormittags 10* Uhr, zu Alsfeld im Hotel „Deutsches Haus". Darmstadt, 29. Januar 1926. Hessisches Ministerium der Finanzen. 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In den Distrikten Unterspeierlingskopf, Mönchköpfe, Eisenkaute, Dicke Stelle, Rehtränksberg, Kronau und Maurer- kasparskopf werden nach vorheriger Zusammenkunft an der Einmündung der Brückenschneise auf dem Burkyards- fclder Weg am Freilag, 5. Februar, vormittags 10 Ahr, versteigert: a) Nutzholz. Stämme: Hainbuchen, 5. u. 6. Kl., 10 Stück 2,11 fm, Nutzknüppcl rm: Eiche 29. b) Brennholz. Scheiter rm: Buchen 120, Eichen 11, Fichten 17; Knüppel rm: Buchen 36, Eichen 47, Erlen 15, Fichten 15; Reisig, Wellen: Buchen 8000, Eichen 1800, Kiefern 100, Erlen 300, Fichten 200; Stöcke rm: Buchen 45, Eichen 89, Fichten 66. Kiefern 22. 887V Bemerkt wird, daß von den Buchen- Reisig ca. 6000 Stück Durchforstungswellen sind. Günstige Zahlungsbedingungen. ■ Lich, den 28. Januar 1926. Hessische Bürgermeisterei Lich. . Völker, v Baustausch Darmstadt-Gießen. 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Februar 1926, nachmittags 2 Llhr, kommt die der Gemeinde Dorf-Gill zuftehendeFeldjagd auf hiesigem Rathaus auf weitere 9 Jahre zur Verpachtung. Rähere Bedingungen werden vor der Verpachtung bekanntgegeben. 927D Dorf-Gill, den 29. Januar 1926. Hessische Bürgermeisterei: Schmidt. Iagdverpachtung. Donnerstag, 4. Februar, mittags 1 Uhr, soll auf hiesigem Rathause die Gemeinde- Jagd, zirka 2800 hessische Morgen Feld und Wald, in zwei Bezirken oder auch zusammen öffentlich meistbietend auf 9 Jahre verpachtet werden. Die Bedingungen werden im Verpachtungstermin näher be- kanntgegeben. Langd, den 28. Januar 1926. Hessische Bürgermeisterei Langd. Fritz.905D holzversteigerungen der Zürstlichen Oberförsterei Lich Dienstag, den 2. Februar, werden aus dem Münchwald (Weidenseeeck), nahe der Straße Albach-Burkhardsfelden versteigert: Raummeter Scheitholz: Buchen 49, Eichen 3, Birken 2, Fichten 1; Knüppel: Buchen 119, Eichen 67, Dirken 5, Erlen 3, Fichten 8; Stockholz: Buchen 18, Eichen 2, Fichten 14; Wellen Reisholz: Buchen 1620, Eichen 1000; Raummeter Nutzrollen: Buchen 24, Schichthaufen: Fichten 15; Festmeter Derbstangen: Fichten 1. und 2. Klaffe zirka 20. Zusammenkunft 91/, Uhr vormittags auf dem Schlagweg (Lich - Burkhardsfelden). Bei schlechtem Wetter findet die Versteigerung nach vorheriger Besichtigung des Holzes bei Gastwirt Wilhelm Hinter in Burkhardsfelden statt. Mittwoch, den 3. Februar 1925, Nutz- und Brennholzversteigerung in nächster Nähe des Albacherhofes, gute Abfuhrlage nach Gießen. Zum Ausgebot kommen: Buchenschnittholz Fstm. II. Klaffe 23, III. 45, IV. 10, Eichen III.3,EschenVI.l, FichtenI. 13, II. 21, III. 38, Kiefern II. 6, III. 3 (letztere imHäuserberg),Raummeter NutzrollenBuchen 15, Scheitholz Buchen 108, Eichen3, FichtenlO, Knüppel Buchen 10,Eichen l.Birken l, Fichten 8, Stockholz Buchen 70, Lichen 13, Fichten 54, Reisholz Wellen Buchen 1200, Lichen 300, Fichten 1100. Zusammenkunft 973 Uhr vormittags am Albacher Hof. Beginn der Nutzholzversteigerung pünktlich l1/, Uhr nachmittags. Bei schlechtem Wetter findet die Versteigerung in Steins Saal (Lich) nach vorhergehender Besichtigung statt.728V Arbeitsvergebung. Für die Dassergenossenschast Garben- leich sollen Mittwoch, den 3. Februar d. 3., vormittags 11 Uhr, auf dem Rathause zu Garbenteich Drainagearbeiten, veranschlagt zu 1124,50 Mark, in zwei Losen vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen liegen auf Hess. Bürgermeisterei offen, wohmdie Angebote tn Prozenten des Voranschlags verschlossen, mit entsprechender Aufschrift versehen, postfrei bis zum Eröffnungstermin einzureichen sind. 935D Zrfchlagsfrift 14 Tage. Gießen, den 29. Januar 1926. Hessisches Kulturbauamt. Steinbach. Elektro-Motore Gleich- und Drehstrom »«» äußerst günstig abzugeben. ”3^8 MlsMUer.WWIl.Z5. Leeres Parterrezimmer oder sonstiger Raum in VcrkebrSlaae Gießen für Annahme und Ausgabe einer sauberen Branche, gesucht. Liiert, unter F. T. 7198 an Ala Haasenttein & Vogler, Frankfurt a. M. 878A Das Geld für die im Vorverkauf gelösten Karten für die Märchenspiele Erika Gras bitten wir bis zum 5. Februar wieder bei uns abzuholen. 946h Herso, Blockstraße 5. ist das beste Heilmittel. Wvlllal Metallbetten für groß und klein, Stahlmatratzen, auch mit Zubehör. frachtfrei an Private. Ueberall eingeführt seit 1911. Bequeme Bedingungen. Katalog 729 frei. 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Wir bringen daher zu unsren Weißen Wochen große Posten MilliiMm weil unter Brtte zum Verkauf und bieten damit eine Gelegenheit zur Beschaffung von Aussteuern und zur Deckung des täglichen Bedarfs, wie sie gleich günstig seit vor dem Krieg noch nicht wieder geboten" — werden konnte. Die Preise gelten nur während des jetzigen Sonderverkauss und nur solange unser Vorrat reicht Beginn: Montag, den 1. Februar 1926 llr. 25 viertes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Samstag, 3;. Januar (926 ■■™»»■»'«■m«nmuaanm « ■ n'i■■waannRHMaMMiMRWMKV£KL■.-» -rEMOoHmBoan Wirtschaft. Börse und Geldmarkt. In der vergangenen Woche blieb d'.e Grund- stimmung der Börse durchaus fest, wenn auch, veranlaßt in erster Linie durch die Furcht vor innervolitischen Entwicklungen, das Realifattons- bedürfnis vielfach noch stärker hervortrat als in der Dorwoche. Vielleicht mag auch bi8 zu einem gewissen Grade der bevorstehende Ultimo hierbei mitaewirkt haben. 3m übrigen kann man die vergangene Woche als die Woche der Kombinationen und Gerüchte bezeichnen, tn deren Folge einzelne Spezialmärkte und Papiere außerordentliche Steigerungen zu verzeichnen hatten Dies gilt in erster Linie für den Schiffahrtsmarkt, wo dauernde Käufe für hanseatische Rechnung sowohl wie für amerikanische gewaltige Kurssteigerungen hervorriefen, insbesondere in den Aktien des Rorddeutschen Lloyd und von Hansa. Ein weiterer Spezialmarkt waren Glektrizitätswerte. Mag hier auch das Gefühl, daß dieser Markt gegenüber den anderen zurückgeblieben war. teilweise maßgebend gewesen sein, so wurde die Phantasie doch auch hier durch die verschiedensten Gerüchte angeregt. So sprach man von Derschmelzungsabsichten in der Linie des Montantrustes, ohne daß irgendwelche positive Grundlage hierfür bisher in die Erscheinung getreten ist. Anregend wirkte frier auch der Abschluß der A. E.G.. der. wenn auch in bezug auf die Dividendenerklärung manche Kreise enttäuscht worden sind, doch den Beweis dafür liefert, daß das 3ahr 1925 gegenüber dem Jahre 1924 wenigstens in der Elektrobranche eine nicht unbeträchtliche Besserung des Geschäfts gebracht hat. Schließlich spielen bereits letzt Dividendengerüchte für die Gesellschaften, die mit dem Kalenderjahr abschließen eine große Rolle, und man ist in dieser Beziehung wenigstens optimistischer geworden und rechnet bei einer ganzen Reihe von Gesellschaften mit einer Erhöhung der Dividende gegenüber dem Jahre 1924. Diese Gerüchte scheinen aber vielfach den Tatsachen vorauszueilen, jedenfalls rücken die Derwaltungen größtenteils ganz entschieden von den Schätzungen ab. und es scheint ja allerdings auch jetzt mxfr reichlich früh zu sein, denn fast alle Gesellschaften stecken noch mitten in den Abschlußarbeiten und sind selbst noch nicht in der Lage, auch nur schätzungsweise Angaben über ihr Geschäftsergebnis zu machen. Das Börsenergebnis des ersten Monats des Jahres 1926 ist ein weit über Erwarten freundliches. Der Januar hat auf der ganzen Linie außerordentliche Steigerungen der Aktienkurse gebracht. die teilweise sogar über 50 Prozent des ausmachenden Betrages hinausgingen. Wenn wir lediglich den Terminmarkt zum Objekt unserer Betrachtungen machen, so finden wir die größten Steigerungen am Schiffahrtsmarkt. Bei Gegenüberstellung der Kurse vom 2.3anuar. die bekanntlich einen Tiefpunkt darstellen, mit denjenigen des 28. Januar, ergibt sich für Hansa eine Steigerung von 52 Proz., für Äordd. Lloyd eine solche von 42 Proz. Hamburg-Süd gewannen 31 Proz. und Hapag 22 Proz. 3n zweiter Linie sind Montanwerte zu nennen, wo Deutsch-Lux. 36 Proz., Gelsenkirchner 33 Proz.. Bochumer 32 Proz., Köln-Reuessen 30 Proz., Mannesmann 29 Prozent, Harpener 26 Prozent, Rheinstahl 25 Prozent und Rheinische Braunkohlen 23 Prozent gewannen. Am E l e k t r i -- zitätsmarkt stehen an der Spitze Gesfürel mit einem Gewinn von 36 Prozent. Ihnen folgen Siemens & Halske mit 32 Prozent, Schlickert mit 277» Prozent, A. E. G. mit 137» Prozent. Die Aktien der I. G. F a r b e n i n d u st r i e gewannen 21 Prozent. Don oberschlesischen Werten waren Oberkoks mit 19 Prozent an der Spitze, Oberbedarf gewannen 12 Prozent und Oberschlesische Eisen 5 Prozent. Don den übrigen Werten sind zu nennen: Köln Rott» well mit 15 Prozent Steigerung, Deutsche Erdöl mit 27 Prozent, Dessauer Gas und Continen- tale Kautschuk mit je 11 Prozent, Orenstein & Koppel mit 12 Prozent. Auch Bankaktien konnten sich, wenn man berücksichtigt, daß die Bewegung in diesen Parieren immer schwerfälliger fein muß, erheblich bessern. Hier waren an der Spitze Darnat und Deutsche mit je 11 Prozent, ihnen folgten Dresdner Bank mit 8 Prozent, Disconto mit 7,5 Prozent und Berliner Handelsges. mit 6 Prozent. Auch der Kassamarkt zeigt teilweise ganz erhebliche Sprünge. Die Flüssigkeit des Geldmarktes hielt auch in der vergangenen Woche an, der Privatdiskont wurde weiter auf 6 Prozent ermäßigt, so daß wieder die Spanne zwischen dem offiziellen Banksatz und dem Privatdiskont mit 2 Prozent außerordentlich groß ist. Der neueste Ausweis der Reichsbank liefert den Beweis dafür, daß die Ermäßigung des Diskontsatzes ohne irgendwelche Folgen geblieben ist. Das Ausmaß der Anspannung seit der Jahreswende ist sogar cher größer als früher. Die nächsten Tage werden zu zeigen haben, ob die Belebung der Börse größere Ansprüche an den Geldmarkt zum Ultimo mit sich bringt. Die Ansprüche, die allerdings in der letzten Zeit beinahe auf dem Rullpunkt angekommen waren, haben sich bereits etwas vermehrt. Dies wird jedoch nur als eine äußerst willkommene Erscheinung für die Geldgeber betrachtet, und es hat daher den Anschein, als wenn der Ultimo keinerlei sichtbaren Schwierigkeiten auf dem Geldmärkte zeitigen würde. Die Spareinlagenbewegung in Preußen. Rachdem nunmehr auch die Zahlen der preußischen Sparkassenstatistik für Dezember vorliegen, ist es möglich, den Verlauf der Spartätigkeit in Preußen für das ganze Jahr 1925 zu überblicken. Hiernach ergibt sich für die einzelnen Monate des vergangenen Jahres folgende Bewegung der Spareinlagen. Schlafzimmer Herrenzimmer Speisezimmer In Millionen Rin. stellte sich der Zuwachs: I im Januar auf 78,200 (Bestand Anfang 1925: 404.1 Mill. Rrn.), im Februar auf 71,645, im März auf 67,775, im April auf 60,577, im Mai auf 60,889, im Juni auf 54,379, im Juli auf 49,326, im August auf 52,008, im September auf 46,167, im Oktober auf 51,557, im Rovember auf 52,597, im Dezember auf 45,632 Mill. Rrn. (Bestand Ende 1925: 1096,4 Mill. Rm), Iahres- zuwachs 690,802 Mill. Rm. Die Gefamtzunahme stellt sich also auf etwa 700 Mill. Rm., wodurch die Spareinlagen von 400 auf 1100 Mill. Rm. oder um 175 Prozent gestiegen sind, ist also sehr erheblich größer als im Vorjahre. Interessante Aufschlüsse über die Entwicklung der Spartätigkeit gibt folgende Betrachtung. Der monatliche Durchschnittszuwachs stellte sich auf 57,6 Millionen. Da man jedoch die Ziffern für den Monat Januar wegen der hierin enthaltenen Zinsgutschriften und die für Monat Dezember wegen des Weihnachtsfestes und der erfahrungsgemäß damit verbundenen geringeren Zunahme des Einlagenzuwachses für eine Durchschnittsberechnung zweckmäßig nicht mit verwendet, ergibt sich für die übrigen 10 Monate des Jahres ein Durchschnittszuwachs von 56,7 Millionen Rm. Die Zunahme stellte sich im Durchschnitt der Monate Januar bis März auf 72,540 Mill. Rm. April bis Juni auf 53,645 Mill. Rm., Juli bis September auf 49,134 Mill. Rm., Oktober bis Dezember auf 49,945 Mill. Rm. Diese Ziffern zeigen, daß trotz der Verschlechterung der wirtschaftlichen Verhältnisse im vergangenen Jahre die Zunahme der Spareinlagen verhältnismäßig stabil geblieben ist. im letzten Viertel des Jahres sogar wieder eine etwas steigende Tendenz erkennen läßt. Auf Den Kopf der preußischen Bevölkerung stellt sich die Zunahme im Jahre 1925 auf 18,3 Rm. Anfangs des Jahres entfiel auf jeden Einwohner Preußens ein Einlagensatz von 10,5 Rm. Ende 1925 ein solcher von 23,8 Rm. Das Erfreuliche dieser Statistik ist also die unverkennbare Tatsache, daß in dem entscheidenden Teil unserer Bevölkerung ungeachtet der schwierigen gegenwärtigen Wirtschaftslage ein gesunder Optimismus an die Zukunft unserer Wirtschaft und unserer Währung wohnt. D i e Wohnungsneubautätigkeit im Jahre 192 5. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, zeigen die jetzt vor- liegendenZahlen über die Entwicklung der Wohnungsbautätigkeit in der Zeit vom 1. Oktober 1924 bis zum 1. Oktober 1925 eine erfreuliche Steigerung gegenüber den Vorjahren, insbesondere dem Jahre 1924. Während die entsprechenden Zahlen für das Jahr 1921 59 800, für das Jahr 1922 74 200, für das Jahr 1923 77 900, für das Jahr 1924 55 200 betrugen, sind in dem Zeitraum vom 1. Oktober 1924 dis dahin 1925 rund 93 000 neue Wohnungen bezugsfertig hergestellt worden. Außerdem waren am 1. Oktober v. Is. noch etwa 81 000 Wohnungen im Bau begriffen, von denen im Vierteljahr Oktober-Dezember 1925 noch etwa 22 000 Wohnungen fertiggestellt worden sind. * 3. G. Farbenindustrie A. -G.»Ludwig s h a f e n. Die aus Reuhork kommenden Angaben, daß der Anilintrust dort wegen einer Anleihe verhandelt, werden, wie die „F. Z." von zuständiger Seite erfährt, als unzutreffend bezeichnet. Geheimrat Dulsberg, dessen Anwesenheit in Reuyork damit in Verbindung gebracht wurde, sott sich ausschließlich auf einer Erholungsreise befinden. * Braunkohlenindustrie A. G. Zukunft als Erwerberin der Düren- Kuxe. Die Braunkohlenindustrie AG. Zukunft in Weisweiler, deren Gewerkschaft Lucherberg eine Drikettfabrik besitzt, erwarb 880 Kuxe der Gewerkschaft Düren aus dem Besitz der Sichel- Gruppe, um ihre Kohlenbasis zu verbreitern. * Barmer Bankverein A. - G., Düsseldorf. Wie der DHD. zu der beabsichtigten Transaktion des Verkaufes von Barmer Dankvereinsaktien nach Amerika erfährt, ist die Transaktion als solche abgeschlossen. Da mit dieser Transaktion jedoch offensichtlich n?ch andere Vorteile für den Barmer Bankverein verbunden sind, die in ihrer Gesamtheit bisher noch nicht festgelegt zu sein scheinen, dauern die Verhandlungen noch an. Die Verwaltung des Barmer Bankvereins erklärt nach wie vor, über die abgeschlossene Transaktion noch keine Angaben machen zu können. Berliner Börse. lEigener Drahtberichi des ..Gießener Anzeigers".) Berlin. 30. Jan. Der heutige Wochen- schluh fiel mit dem Monatsende und der Prä- mienerllärung zusammen, wodurch während der ersten Hälfte der Börse eine ruhige Rote in das Geschäft getragen wurde. Das Geschäft in Schiffahrtswerten, das in den letzten Tagen teilweise stürmisch forciert war, hat nach dem Detanntwerden des Verkaufes der Stinnes- ftotte etwas nachgelassen und sich dafür verstärkt dem Montanmarkte zugewandt. Die ersten Kurse hielten sich etwa 1 Proz. über den gestrigen Rachbörsekursen. Auch Elektrowerte traten mehr in den Vordergrund. Eine Spez'alhausse hatten ferner Schutzgebiet anleihen zu verzeichnen, die bis zu 6,97’/» anzogen. Im Zusammenhänge hiermit lagen auch anfangs Kolonialwerte sehr fest, vermutlich auf vorläufig unbegründete Hoffnungen auf Rückgabe einiger Kolonien hin. Kriegsanleihen fanden ebenfalls starke Beachtung bei erhöhten Kursen. 3m übrigen war die Tendenz uneinheitlich mit einem festen Grund ton unter Bevorzugung besonderer Spezial- werte. An den Terminmärkten sanden bereits Umsätze der Kulisse per Medio Februar statt. Die Rachfrage nach Tagesgeld, das jetzt über den Ultimo läuft, war verhältnismäßig rege. Der Sah stellte sich auf 77z bis 9 Proz. Monatsgeld war zu den gleichen Bedingungen erhältlich. Im Devisenverkehr konnte sich Paris gegen London etwas befestigen auf 128,40. Sonst lagen keine Veränderungen vor. Dörsenkucle. Frankfurt a.M. Berlin Sctiiu •! i-ilbc. fiurs $11116 Schlich- Anfang Kur» > Dalum: 9. 1. 30 1- 29 1 [30 1. y/> Deutsche ReichSankelbe <% Deutsche Neichsanlcioe ■ 3Va°/o Deutsche Reich: an leide 3% Deutsche 'Ji'cicbSjnltibc • Deutsche Svarprämicnanleide 4% Preußische Konsols • . • 4° o Hessen ..... 3’/s% Hessen........ 0.245 0 21 0,i4 0,26 0,21 90 25 i 98,8 9.25 41.62 HO* 101.3* 118* ur 60 112,6' 86 95,7 * 6.65 i 032 91.5* 42 42.75* 9i* 95* 110 5* 119,5 126,5 25.5 49' 78.25* 70,5* 8.3 56 2ä 1’9 7* 135,2* 69.25 54,5 126* 64 57 5 71 89,5 96,5* 84,5* 76 82,75* 99* 32 33,5 22 29 21 100 53,5 93 47 41.5 1.25 — — 9 5 42 118* 86 93 5* 6. < 0 033 43,75 99* 113* 121* 8«r 72 5* 84 120* >35.5* 69,5 54 75 1 2 1 126,7* 1 64,7.3 57,75 I H i 98* i 86,5* 83,5* — 1 34,6 z 100 55 3J 6 1 96,5 45 41 5 0.2.3 ( 2725 : 0,34 0.14 3.2675 ; 0 213 92 i 99 - 141* H-* । 117.7* i 117,5* 108* 96 62* 6,75 94* 41 43* 97* 9-,75* 111,5* 129.1* 126.5 26 48.62* 78,5- 71* 83 119,2* 134 7* 54 12 83 1'6.2* 64,25 69 75 97. "v* 85.75* 81.5* 100 2* 32.5 32,75 30,25 21 25 35.5 20,25 4 94 41 ,2525 0 26 0,34 0.26,5 141.7* 102* 9.2* 118* 113 5* 95,75 6.9 96* 43,62 44* 99 25* 98* 111,9* 121 I* 125,25 56 50* 7?:5* 85 121* 134,2* 7 126.7* 65,25 98.5* 86 5* 82,25* 1162,5* 1 :j4 5 34.25 1 - 1 _ 96,25 3% Heuen.......... Deutsche Scrtd. Dollar-Anl. dto- Doll -Schov-Ankreisng.' 4% Bolltürkcn...... 5e/e Goldmerikaner . . . Berliner Handelsgesellschaft Commerz und Pllvat-Bonk Darmst. und Naiionalbank Deutsche Bank. . ..... Deutsche Bereinsbank .... DiSconlo Commandit . . Metalldank......... Mitteldeutsche Credttbank . Oestcrreichiiche Kreditanstalt Weltbank ....... BuderuS........... Taro ........... Deutsch-Luxemburg...... Gelsenkirchener Bergwerke. . Harvener Bergbau . . . , Kaliwerke Aschersleben.... Kaliwerk Westeregeln..... Laurahütte . ....... Oberbedarf...... . . . . Pbonir Bergbau ...... Rlseinstadl , Niebeck Montan........ Tcllus Bergbau...... Hamburg 'Ninerika Paket. . . Norddeutscher tzlovd . . . Theramtsche Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . Philipp Holzmann .... Änglo-Cont-Guano..... Chemische Mayer Alapin . . I. (3 Farbenindustnc, Sl.-G. Goldschmidt......... Holzverkohlung........ Nülgcrswcrke......... Scheideanstalt......... Mg. E'ektrtzitätS-Gesellschafl Bergmann . ...... Malnkrastwerke . ....... Schultert ......... Siemens 4 Halske ...... Ädlerwerke -Nleyer .... Daimler Motoren. .... Heyltgenstaedl....... Meguin......... . Motorenwerke Mannheim Frankfurter Armaturen Konservenfabrik Braun . . . Met.allgcsell'chosk Frankfurt. Pci. Union ?l. ...... Schuhfabrik Her;....... Sichel..... . ...... Zellstoss Woldhos...... Surferf..brif Frankenthal . . .'{urferfabrit Waghäusel . . . Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M, Telegraphische Auszahlung Banknoten. 29 Ian. 30. Jan. Amtliche Noti rung Amtliche Notierung Geld Bries Geld Brief Ämft.-Ron. 168,21 169,63 168.23 168,75 1,738 Buen.-AireS 1.733 1,737 1.734 Brss.'Antw 19 07 19,11 19.O65 19,105 Christianta. 85,24 85,40 85,31 85.53 Kopenhagen 103,69 103,96 103,74 104,00 Stockholm • 112,26 112,54 112.28 112,56 10,587 16,935 20,451 Helsingsors atalien . . 10.547 16,90.3 10,58- 16,945 10,547 IG 895 Loudon. • 20,396 <0,448 20,399 Neuyork . . 4,195 1.205 4,195 4,205 Paris. . . 15,80 5,'4 15.83 15,87 Schweiz . . 80 59 31.09 80,8s 81.68 Spanten • 59.23 59,37 50,23 59.37 Japan .- ■ 1,89! 1.897 1.889 1,893 Nio de Ian 1 bl 1 * .615 0.622 0.624 Wien in D-- Ctfi- abgest 59.07 59,41 59,06 59,20 Prag .... Belgrad . . 12,41i 12,455 12.415 12.455 7,40 7.44 7.49 7.4? Budapest. 5,874 >,894 5,87 i 5,893 Bulgarien 2.885 2,8.15 2.885 2,895 Lissabon 21 179 41,225 21,225 21.275 Danzig. . 80 90 81.10 60.90 81.10 Konft-.nttll. 2.202 2,212 2,202 2,212 Alben 5 84 5-86 5 84 5 86 Canada. . 4 188 4,198 4.188 1.198 Uruguav - 4.305 4.315 4.30; 4,315 Berlin, 29 Ian Geld Briet Amerikanische VZoiee • . » • , i.H6 4.216 Belgische Noten ..... . 19 oi 19 Jl Dänische Noten ....... 103.65 lüi.ll Englische Noten........ 20.962 20,462 ffran;osjsche Noten ...... 15,77 1> 8> Holländische Noten ..... I68.li 169.03 (italienische Noten ....*, 16 92 17.00 Norwegische Noten..... 85.14 85 5i Deutsch-Ocsterr, ä 100 Kronen 18.93 59,23 Rumänische Noten...... — — Schwedische Noten..... 111.97 112.53 Schweizer Noten...... 80.975 81.375 Evanische Noten ...... 51.15 59 45 Tschechoslowakische Noten .. 12.398 12.458 Ungarische Noren . ... 5.8» 5.87 Frankfurter Dorfe. Frankfurt, 30. Jan. Tendenz sehr fest und lebhaft. Die letzte Börse im Januar zeigte wieder auf nahezu allen Märkten eine f e ft e Haltung. Die Kurssteigerungen werden zunächst nicht sehr erheblich, doch nahm das Geschäft wieder einen größeren Umfang an und hatte teilweise, namentlich für Montan- und E l e k t r o w e r t e, ein stürmisches Aussehen. Im Verlaufe kam es infolge des leichten Geldstandes und des glatten Verlaufes der Ultimo-Liquidationen zu neuen Käufen für Anlagezwecke. Die neueinfetzende Haussewelle übertrug sich auf fast alle Märkte und hatte Kurssteigerungen bis zu 6 Proz. im Gefolge. Am Montanmarkt betrugen die Gewinne gegenüber den gestrigen Mittagskurfen 3—4 Proz. Chemiewerke lagen etwas vernachlässigt und konnten nur eine Steigerung bis zu 1 Proz. erzielen. Lebhaftes Geschäft entwickelte sich wieder in Elektro-Aktien, die Befestigungen von 3—4 Proz. aufzuweisen hatten. Schiffahrtsaktien eröffneten nahezu unverändert und folgten der Aufwärtsbewegung nur zögernd, doch konnten schließlich auch hier Kurs- oe"erungen bis 2 Prozent erreicht werden. Der B a n k e n m a r k t war ebenfalls günstig veranlagt, die führenden Werte lagen 1 bis 2 Prozent fester. Motorenaktien schlossen sich bei Kurs- befferungen bis zu 2,5 Prozent der Aufwärtsbewe- gung an. Auch B a u st offaktien lagen sehr fest. Zement Heidelberg plus 2,8, Weiß & Frcytag plus 3 Prozent. Unberührt von der günstigen Strömung blieben Zuckeraktien, für die *fid) Rückschläge einstelltcn. Der Kassamarkt der Indusiriepapiere lag überwiegend fest. Von Braue» reiattien waren die Aktien der Brauerei Sonne, Speyer, scharf. angeboten. Der deutsche Anleihemarkt verkehrte ruhig und ohne nennenswerte Veränderungen. Von ausländischen Renten blieben Türkenwerte bevorzugt, auch Mexikaner waren etwas höher. Der F r e l n c r - kehr hatte etwas festere Tendenz. Api Opi, Becker Stahl 47, Becker Kohle 52, Benz 31, Brown Bo- veri 60, Entreprise 9, Gromag 50, Ufa 58, Ufra 57,5 Prozent. Auch der weitere Berlaus stand im Zeichen eines haufseartigen Geschäftes. Der Geldmarkt war etwas angespannt. Tagesgeld 7—9 Prozent, Monatsgeld für erste Adressen 7,5—9 Prozent, für zweite Adressen 9—10,5 Prozent. Im D e v i s e n v e r k e h r lag Paris gegen London etwas befestigt auf 128,15. London war gegen Kabel etwas fester mit 4,86g. Die übrigen Valuten sind unverändert. berliner Produktenbörse. Berlin, 29. Jan. Den festeren Auslandmeldungen unb erhöhten Forderungen konnte sich der Weizen nicht ganz entziehen, zumal Inland- angebot nicht sehr groß ist, da andererseits Ex« Portfrage bestehen bleibt, konnte sich am Lokomarkt etwas Geschäft durchsetzen. Der Bedarf der Mühlen ist weniger dringlich geworden. 3m Terminhandel eröffnete Weizen Per März IV-M. Per Mai 7s M., Roggen mit je 1 M. unter Vortagsschluß. Hafer und Gerste sehr ruhig. Mehl und Futterartikel weiter still. Es notierten für 1000 Kilo. Weizen, märkischer 240 bis 246, Pommern 240 bis 246, März 264 bis 270, Mai 26? bis 271, Roggen, märkischer 149 bis 156, Pommern 146 bis 153, März 175,5 bis 176, Mai 186,5, Gerste, märkisch 170 bis 198, Futtergerste 142 bis 160, Hafer, märkischer 155 bis 166, Mais loko Berlin 189; es notierten für 100 Kilo: Weizenmehl 321/i bis 357«, Roggenmehl 227» bis 247«, Weizenllrie 11'/, bis 11,5, Roggenklete 9,6 bis 10, Viktoriaerbsen 26 bis 35, kleine Speiseerbsen 22 bis 25, Futtererbsen 20 bis 22, Peluschken 20 bis 21, Ackerbohnen 19 bis 21, Wicken 20 bis 24, Lupinen (blau) 12 bis 13, dto. gelb 14 bis 15, Seradella 19 bis 20, Rapskuchen 15,1 bis 15,25, Leinkuchen 21,8 bis 22, Trockenschnihel 8 bis 8,1, Kartoffelflocken 14,4 bis 15, Soyaschrot 19,2 bis 19,4. Bücherttsch. — Dr. Karl Blvdig. der kühne und bekannte Bergsteiger, der Bezwinger der 4000er Alpen, hat einen neuen Alpenkalender unter dein Titel Blodig's Alpenkalender im Verlage von Richard Walther, Konstanz (Bodensee) zum Preise von 4 Rm. herausgegebem Die Bilder, die von ersten Alpenphvto- graphen und zum Teil aus dem reichen Schatz der Dlodig'schen Bildersammlung stammen, sind mit besonderer Sorgfalt ausgewählt. Das Besondere an diesem neuen Alpenkalender ist, daß Blodig es versteht, zu jedem Bllde reizende Skizzen, persönliche Erlebnisse, alpine Plaudereien zu geben, wodurch eine gewisse Schablone, die man sonst bei ähnlichen Kalendern beobachten farm, vermieden ist. 803 — Um die Scholle. Roman von Georg Julius Petersen (Verlag I. P. Bachem, Köln, drosch. 4,50 Mk., geb. 6 Mk.) — Ein Buch von hochstehender Qualität. Die Erzählung, die in feiner, kernechter Sprache unb flotter Schreibweise eine packende Handlung von besonderem Reiz vor den Leser bringt, läßt das Herz vom Anfang bis zum Ende warm Mitschwingen, Der Roman verdient einen Ehrenplatz im Bücherschrank der guten Unterhaltungslektüre. Ein warmes Wort der (Empfehlung möge ihm den Weg in die Häuser unserer Leser ebnen. 1521 — Die Tränenmamsell. Roman von Irmgard Spangenberg. (Verlag I. (Engelbor ns Nachf., Stuttgart.) — Mit diesem Roman führt uns die Dichtcrip tief hinein in die (Enge der trostlosen Alltäglichkeit einer Arbeiterfamilie der Kleinstadt, während sie auf der andern Seite Schlaglichter wirft auf die Kreise derer, bei denen Frau Sorge nicht ständig zu Gast ist. Die Verfasserin versteht den Knoten ihrer Erzählung interessant zu schürzen und in sehr fesselnder Weise wieder zu entwirren. Das Interesse an diesem Roman ist von Anfang bis Ende recht lebendig. Eine Empfehlung sei dem Buch mit auf den Weg gegeben. 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