?sl 3 KJ Nx E' i a S’r '°L-z Ms- 2=>5 '0.3c- £=j =ls * r tz Deck. sämtlich in Tiegen. Die Regierungsbildung. Lr. i*ut!)cr NclchSwchrminlster? Berlin, 27. Df)- (Gegenüber einet Darfld- !tmg bet Demokratischen Zcitungsdlcnsle». wonach die Deflrebungen rechlsgerlchleler Kreise daraus ge- tld)U1 seien, mit Hilfe der Deutschen volksparlei ein BeamleiifablneM der verschleierten Rechl»- erglerang ober aber ein rechtsgerichtetes rNlnderheilskablnetl ju bilden, schreibt die »lägt Rundschau": Tatsächlich liegen die Dinge so, dah ooraursichillch ein Mann der p e dj I e n mit der Regiernngsbildung beauftragl werden wird, und doh man versuchen wird, ein Kabinett sämtlicher bürgerlichen Parteien za bilden. Sodle dieser Versuch und der versuch, gegebenen- |aüo ohne Demokraten ein Kabinett za bilden, mißlingen, so wird wahrscheinlich wieder die 2TIJ 11 e Mit brr Regierungsbildung beauftragt werden müssen. Scheiten rlti Aablnell an dieser Grundlage, so bleibt wohl nichts andere» übrig, als die Auslösung de» Reichslag». — Die „D. Z." verzeichnet als interessantesten Vorschlag zur Lösung der Regierungskrise, dah das Reichswehr- m I n I p e r I u m Im kommenden Kabinett dem ehemaligen Reichskanzler Dr. Luther angeboten werden soll. • Dr. Luther folgte beute einer Einladung der ti u f l • f) a n f a A.G. und des Aeroklubs zu flnem Begrübungsabend in den Raumen des '2lcro> Hub». Direktor Dr. von Stauf} und Präsident von Kehler begrüßten den Ehrengast und hoben die grobe moralische und materielle Bedeutung hervor. die die deutsch» Luftfahrt den ..Rekordfiugen" rin es deutschen Staatsmann»» beimesse. Dr. Luther nab darauf eine Schilderung seiner Flugerlebnisse in Südamerika. Unter den Anwesenden befanden sich a. a. die Reichsminister Dr. Gehler unb Dr. Krohn«. Protest gegen Landau. Fritz rifysscn tritt auÄ bem 'ticrflänbißunflfitomltee auü. Berlin, 29 vrz. (Wolfs) Der rheinische Groh- önduslrielle Fritz T h n f s t n gibt der Oesscntiichkeit Kenntnis oon nuchsleyendem Brief, den er an den Dorsihenden de» deutsch-französischen Derständi- ^ungskomitees, M a y r i f ch , gerichtet hat: „Sehr geehrter Herr TNayrischi Rach dem unerhörten Urteil von Landau ist es mir unmöglich, dem deuisch sranzösischen Komitee weiter anzugchören. 3d) erkläre hiermit meinen Austritt aus demselben. ITian scheint In Frankreich zu glauben, dem um die Bedingungen des Waffenstillstandes betrogenen und mH hiise von 24 anderen Rationen entwaffneten Deutschland, während man feibft b i s an die Zähne bewassnel ist, alles bieten zu können. 3m 3nteresse des Jriebens Europas wünsche ich, bah dieser französische Glaube baldmöglichst z e r ft ö r t wird. Kilt dem Ausdruck vorzüglichster Hochachtung gez. I r > h Thyssen." Das deutsch-französische Berständigungskomite» ist »ekanntlich im Zusammenhang mit den deutsch-sran- «ssifchen Wlrischastsoerhandlungen vor einiger Zei? Ins Leben gerufen. Sin Nachspiel zum ZallRouzier. Erfolgreiche Berufung. Mainz, 29. Dez. (QBoTff.) Dor dem SHain^ct M: lltärderufungsgerlcht stand gestern Kl« Ditto» ® e r ft I e r aus Landau, die vom Militärpolizeigericht in Landau toegm ileber- tiretung der Ordonnanzen und wegen Delei- Klgung sranzösifcher DcfahungS- ungehöriger zu zehn Tagrn Gefängnis mit Bewährungsfrist und 1000 Dlart Geldstrafe tterurtellt worden war. Frau Gerstler halte 21 e Aufnahme des Leutnants Rou - »ier. der bei ihr einquartiert werden sollte, der sscanzöfifchen Wohnungskommission geg-nüber mit Sntsch edenheit abgelehnt. Die Bern- tzungSinstanz berücksichtigte d'.e graste Erregung -er Angeklagten über die M.tteilung dah sie Rouzier in chrem H'.ufe aufnehmen solle und ■rfannte auf Geldstrafen von 20 und 30 Mark. Woldsmaras in Memel. DlcAuöwcifungreichsdcutfchcrZournalistcn Memel, 28. Dez. (WDB I Dach ihrer heute morgen erfolgten A kauft em, f argen Mimster- Gräsident Woldemaras und Derk?hrSminifter Sankevicius im Lause des Dorm.ttags eine Abordnung des Landtages Hierbei wurden die das po'it sche und wirtschaftliche Leben Kes Gebiets berü)r?nd?n Fragen besprochen. Dachmsttag empfing der Munsterprrfidert wei- Lere Persön'.ichkeitm des öf.e tl chen Lebens sowie Kie Vertreter der Presse. Dei dem Emvfang ed.'ärte Woldemaras za der Frage d'r Ausweisung r e i ch s de u 1 f ch e c Schrift- £e i t e r aus dem Mcmelgebi et. dah die Frage Vwch offen sei und er vorläufig nach n chts sagen B.-me. 5>.e Fe ge, ob di:se A gelege heit Einsluh ejf die deutsch-litauischen Verhandlungen habcn würde, verneinte der Ministerpräsident, denn es Amerilar Intervention in Nicaragua. Devolutionen gehören in den mittelamerikanischen Staaten nicht zu den Seltenheiten, und deshalb würde auch der jetzige Konflikt der Präsidenten von Alcaragua. des Generals Diaz. mit dem Führer der Liberalen. Dr. Dacasa, leine besondere Bedeutung beanspruchen, wenn dadurch nicht die Spannung zwischen Mexiko und den Vereinigten Staaten, die aus dem mexikanischen EigentumSgesetz entstanden ist, Gelegenheit bekommen hät.e. sich au verschärfen und auch nach auhenhin in Erscheinung zu treten. Der Präsident S lax hatte sich in seiner Bedrängnis an die amerikanische Regierung um Hilfe gewandt, die auch sofort zum Schutze amerikanischen und ausländischen Eigentums Marinetruppen landete, aus diplomatischen Gründen aber betonte, dah sie keineswegs beabsichtige, sich in die inneren Verhältnisse des Landes einzumischen. Dah es sich bei dieser Erklärung nur um ein diplomatisches Scheingefecht handelt, geht daraus hervor, dah der Prätendent Sacasa von Mexiko aus mit Waffen und Munition unterstützt worden sein soll. Die Amerikaner find also besorgt wegen dieser mexikanischen Hilseleistung für die Revolutionäre und daraus erklärt sich auch die Intervention. Denn im Grunde genommen handelt es sich bet der Unterstützung nicht um Sympathien für den einen ober anderen Kandidaten in Washington oder Mexiko, sondern um 6 i e Vor - macht-st ellung in Mittelamerika. Die kleinen m.ttclamer Manischen Staaten wehren sich zum Teil unter Führung Mexikos gegen den überragenden Einsluh Dordamerikas, während die Vereinigten Staaten sich Mittelamerika sichern müssen, durch das die Verbindung zwischen dem Atlantischen Ozean und dem Drohen Ozean hergestellt wird. Der Panamakanal genügt aber den Ansprüchen nicht mehr, so dah noch ein neueS Projekt schwebt, für daS sich Washington bereits Gelände in Dlcaragua gesichert hat. DieseS Vordringen Dordamerltos erweckt natürlich daS Mihlrauen MexikoS, daS sich deshalb auch zu einer Unterstützung Dr. DacafaS entschlossen hat, alS dieser seine Ansprüche auf 1>le Präsidentschaft geltend machte. Di» Revolution in Dicaragua stellt also,bcn zweiten Teil deS Konsliktes zwischen Mexiko und den Vereinigten Staaten dar. Schon Im Zähre 1917 machte Mexiko einen Varstoh gegen Washington. Es wurde der mexikanischen *ikr- fassung ein Artikel eingefügt, der b i c amerikanischen Besitzer mexikanischer Pe- Iroleumquellen enteignet. Das Gesetz wurde aber in der späteren Zeit sehr oberflächlich gehandhabt. bis jetzt Präsident Calles daraus drang, bah das Gesetz mit dem 1. Januar 1927 energisch durchgesührt wird. Cs ist nur selbstverständlich dah Mexiko bestrebt ist. ein so lebenswichtiges Grbiet. das sich fast ausschlieh- lich in Händen ausländischen Kapitals befindet, wieder in eigenen Besitz zu bekommen, um zu verhindern, dah die ungeheuren Gewinne ins Ausland fliehen. Cbenso natürlich ist es auch, dah die amerikanische Besitzer sich gegen diese Regelung zur Wehr zu setzen suchen. Ob nun aber der Konflikt zu einer bewaffneten Auseinandersetzung zwischen den beiden Staaten fuhren wird, wozu die Revolution in Nicaragua immerhin die äußere Veranlassung abgeben könnte, bleibt allerdings sehr fraglich. Die Tatsache, dah die auhenpolitlsche Senatskommission in Washington eine Untersuchung über die Landung amerikanischer Marinetruppen in Nicaragua eingeleitet hat, scheint daraus hinzudeuten, dah man in Washington nicht gewillt ist, die Spannung auf die Spitze !u treiben. Man ist sich beraubt, dah eine geraalt- ame Aktion das amerikanische Kapital in Meriko, as dort in bedeutender Höhe investiert ist, gefährden würde. So wird sicher dieser Konflikt durch ein Kompromiß gelöst werden, wenn es auch an der Intervention interessant kst, wie schnell Amerika bereit Ist, materielle Fragen mit dem Schwerte zu lösen. Schwere Niederlage derkonseroati enTruppen Flucht der Armee deS Gencralü Tiaz. via nag na, 28. Dez. (Heuler.) Zwischen den Strellkrästen der Liberalen unb den Konservativen finden feit vier lagen Kämpfe statt. In denen beide Teile starke Verluste erlitten haben. Den Truppen der Liberalen soll es gelungen fein, mit Unterstützung mexikanischer Freiwilliger dl» konservativen Strellkräsle zum Rückzug aus vlueflelds zu zwingen. Der Kommandant der Kriegsschiffe der Bereinigten Staaten erklärte die Bezirke oon Puerto Cabezas, Rio Grande el Bluff unb Vlueflelds zu neutralen Zonen. 3nnerhalb der Grenzen dieser Bezirke find die Streitfälle der beiden kämp,enden Parteien zu entwaffnen. Latimer schlug ferner vor, weitere neutrale Zonen einzurichlen, um den Frieden in den Kuslenslädten sicherzuslellen. Ein Funkspruch des Admirals Latimer an das amerikanische Rlarineaml gibt bekannt, dah die Diaz-Iruppen bei Pearl Cagoon oon den Streitkräften Sacasas geschlagen worden seien und unter Zurücklassung oon Toten unb verwundeten flüchteten. General Dlaz soll mitgeteilt haben, dah die konfervalive Regierung bereit fei, Ihre Truppen nach Rama zurückzuziehen, um weiteres Blutvergießen zu vermeiden. Admiral Sa-afas gab bekannt, daß er die Entwaffnung aller Truppen angeordnet habe, die die neutrale Zone beträten. Nach den fehlen Meldungen soll die ganze Ofl- küsle Nicaraguas als neutrale Zone erklärt werden. General Sacasas befindet sich noch in Puerto La- bezas. 3n Puerto Labezas gelandete amerikanische Marinesoldalen fliehen auf eine Gruppe aufständischer Soldaten, die sich weigerten, die Stadt zu räumen. 6s kam zu einem Feuergefecht, In dessen Verlaus zwei Aufständische verwundet wurden. 6ln Leutnant der nicaraguanischen Liberalen habe daraus seinen Leuten befohlen, den amerikani- sch^n Marinetruppen die Waffen ausjuKefern. Verstimmung bei den amerikanischen Neutralen Veschwichtigunstöversuche bcö Präsidenten Covlidge. Washington, 28. Dez. (ODoLf.) Präsident Eoolidge gab dec Aussos ung Aufdruck, dah dir amerikanische Interven'.i-n in Ot caraqua Uch streng an di? von den Vereinigien Staaien be- solgien tra'i iore!I?n Richtlinien h.nsich lich des Schutzes von Leben und Eigentum ameri'anischec Staatsangehörigen in M.ttrlameri'a halte. Eine Parteinahme in dem Strci'e der einzelnen Gruppen sei n ich t beabfich igt. Trotz dieser amtlichen Beschwichtigungsversuche Hal man den wahrei Charas er rer W s i gto e. Iniene t on im übrigen Amerika erkannt. So meldet der Washingtoner Berichterstatter der ..Times", alle Zentra l - und südamerikanischen Vertreter in Washington, mit denen er über di? Landung amerikanischer Seestre Kräfte in Ri- caragua sprach, hä.ten den Schri t der Vereinigten Staaten als einen ..Fehler erstenRan- geS" bezeichnet, der alles Gute, was in den letzten vier Jahren unter Staatssekretär Hughes erreicht worden sei, vernichten, A n g st und Mihtrauen gegenüber den Vereinig- ten Staaten nirder anwach,en lassen und den metifanischen Einsluh in gewissen, an dem Karafa.scheu Meer liegenden Ländern nicht nur nicht Vermintem, fenßern noch vergrößern werde. Auch der De'.ich'erstat.er der ..Morning Post" meldet, dah ti? Gesandten ter zentralamerikani» scheu Repubif e.i in Washington besorgt seien und die Ansicht verträten, dah die Vereinigten Staaten sich ansch:ckt.'n, uenn nicht dem Ramen nach so doch tatsächlich daS Protektorat Über gang Zentralamerika zu erlangen. Ste sähen darin ein flagrante Verletzung des Washingtoner Vertrages von 1923 mit den zen- tralamerikanischen Staaten. handle sich um eine rein lokale Maßnahme. die noch entschieden werden würde. Es bestehe zur Zeit in L.lauen Kriegszustand, und die Kriegskommandanten hätten die Verpflichtung, für die Sicherheit des Staates zu sorgen. Wie auS Kowrw gemeldet wird, trifft die Dlättermeldung. dah die vier vom Feldgericht zum Tode verurteilten Kommunisten bereits erschossen worden sind, nicht za. Staatspräsident Sme.ona hat die Derurte.lten auf d^s Gesuch ei er Abordnung hin begnadigt und die Tod.surteile aufgehoben. Dor neuen Ueberraschungen auf dem Balkan. Die Gärung in Serbien, Albanien und Griechenland. P a r i s. 28 Dez. sWolff.) Rach einer Mel- düng des .Scho de Paris" aus Belgrad soll einigen Zeitungen zufolge in Sudslawien bie Militärdiktatur andgcru?en worden sein. D.e Presse wendet sich in schärfster W.nse gegen das neue Kabinett älsunowitsch und besonders dagegen, dah kein antiitalienisches Element in ihm vertreten sei. Die Ernennung von Petrich als Aachsolger Mntschitschs werde als ein Dorstoh gegen die Partei RintschitschS auf- gesaht. Man sage der Regierung keine lange Lebensdauer voraus und befürchte, dah Süd- slawien am Vorabend einer sehr ernsten politischen Krise stehe. .Pvli.ika" und .Vreme" veröffentlichen Alarmnachrichten aus Albanien, die aber mit grober Vorsicht aufzunehmen sind. Danach soll Achmed Zogu einen Staatsstreich beabsichtigen und blauen, sich zum König ausrufen zu lassen. Jedoch hätten Sondirrungen in Paris und London Widerstände gegen diese Pläne gezeigt Vor einer neuen Offi,iersreoolte scheint auch Griechenland zu stehen. Ein höherer gric- chlscher Offizier bittet seine Kameraden dringend, die Taktik der Unruhen endlich auszugeoen, die für das Land_ von den verhängnisvollsten Folgen begleitet wären. Er fordert die Parteiführer auf. mit äußerster Energie gegen die Führer der Bewegung vcr ugehen. Dee neue Bewegung ziele auf die W i e d e r a u f r i ch - tung der Militärdiktatur und den Stur; des Parlamentär Aschen Systems hin. 3n Ealoniti s.nd mehrere Verhaftungen vorgenommen Dorden. Das englische China-Memorandum. Für cmhcilliche Haltung der Mächte gegenüber Kanton. London, 28. Dez. (XU.) DaS englische Auswärtige Amt veröffentticht nunmehr den Text des vom britifchen Geschäftsträger In Pc- king den Vertretern der Washingtoner Der- tragsmächte überreichten Memorandums. In diesem Memorandum wird auf das A n w a ch- f e n einer mächtigen natlonalisti- fchen Bewegung hingewlesen, bi» daraus hinziele, China einen aleichberechngten Platz unter den Rationen zu sichern. Es würde nicht den wahren Absichten der Mächte China gegenüber entsprechen, lagt daS Memorandum, wenn man dieser Bewegung nicht daS notwendige Mah an Sympathie und Verständnis entgegenbringe. Die britische Regierung schlage deshalb vor, dah die Machte ihre Bereitwilligkeit erklären sollten, auf die VertragS- revision und alle anderen ausstehenden Fragen hinzuarbeiten, sobald China eine v » r h a n d- lungSfähige Regierung aufzuweifen habe. Es wird ferner ver'.angt, dah die Mächte ihre Bereitwilligkeit erfiäten foUtcn, China- Anspruch auf die Zollautonomle anzuerkennen, sobald China selbst einen nationalen Zolltarif geschaffen habe. Die Mächte sollen ferner offiziell erklären, dah sie nicht beabsichtigen, China eine ausländische Kontrolle aufxu- zwingen. Die Mächte sollten ferner Ihre bisher ig« einheitlich» Haltung, bie strikte Befolgung der Vertragspflichten verlang», modifizieren. So fällten sie schliehlich den sogen. Washingtoner Aufzöllen zustimmen. Tschangtsolin zu den britischen Vorschlägen. Tie gcmcinfauic Front gegen den BolschcwiSuiub. Tokio, 28. Dez. (WTB.) Der Japan Ad- vertiser hat gestern ein Interview mit Marschall Tschangtsolin verössentlicht, der sich über die neuen britischen Vorschlag? folgend« rmahen äuherie: Die sofortige Abschaffung der ausländischen Verträge ist unklug und praktisch nicht möglich. Die Verträge müssen Schritt für Schritt beseitigt werden. Wir arbc.ten ein endgültiges Programm für sreundfchast iche Zusammenarbeit mit ben ausländischen Mächten aus. Der Bolschewismus ist eine S.-uche, und wenn China daran erkrankt ist. werden G:oh- britannien, Amerika und Japan in G.fahc fein, a n g e ft e cf t zu werden. Den Bolschewisten ist eS nicht gelungen, den Bolschewismus in diese Länder unmittelbar einzusuhren. und sie bearbeiten ieht China in der Hossnung. dadurch die drei Grotzmächte mittelbar zu treffen. China bedarf der Hilfe dieser Mächte, um dem gemeinsamen Feind Widerstand zu lei ten, nicht H.lfe mit Truppen, sondern moralische > nd vielleicht finanzielle Hilfe. Tschangtsol.n fügte bin>u. die bolschewistischen Agenten Borodin. Joffe und Karachan hätten zunächst l h m eine Zusammenarbeit vorgrschlagen und sich dann e r ft an Kanton gewandt. Rach dem .Daily Tel graph" s.ll der Sowjetbotschafter in China. Karachan. Anweisung erhalten haben, sich in aller Eile nach Wutsch a n g. der neuen Hauptstadt der Kantonregierung zu begeben, ohne P?king zu berühren Durch dieses Verfahren sollten die Kantonesen und die Auhenwelt zu der Ausfassung g?Iang?n, dah die Regierung von Wutschang a 16 bie nationale Regierung de jure anerkannt worden sei. Die Kundgebungen gegen (England. Schanghai, 28 Dez. lReuter.) DaS In- formationsbureau der Äantonregkrung in Han- tau verswndte an bie ganze Press« des Landes eine Mitteilung, in der fe.tgestellt wir), dah in den beiden groben Massenversammlungen, die am Sonntag, wie berichtet, stattfandm. wirtschaftliche VergeltungSmabnahmen geaenGrohbriianiiien in ganzChina verlangt wurden. Die Versammlungen waren alS Protestkundgebung gegen daS Verhalten ter eng» lifchen Polizei in Tientsin «nberufen worden non der vor einigen Wochm vierzehn Mitglied der der revolutionären Partei Kuomingtang verhaftet unb den chin?sifch?n Lotalvehörden von Tlentsin, die Parteigäng?r Tfchang Tfo-lins sind, auSgeliefert worden waren. Das Sn- forma tiondbureau erklärt, dah an jeder der beiden Versammlungen über «ine Viertelmillion Per- tonen teilnahmen, während eine direkte Rach- richt aus Santau nur von 5)J3 Teilnehmern spricht Das Informationsbureau gibt zu, dah ber Iustizminister der Kantonoegierung die Leitung der einen Protestversammlung übernahm. Baldwins Ruhsandpolitik. London 29. Dez (DTB. Funkspruch) .Daily Mail zufolge soll der Premier- sinister zu der Au^fasiung gelang: fein, dah bie Regierung den kommunistischen Umtrieben gegenüber eine energischere Politik Der- folgen müsse. Bei einem KabinettSrat am 13. Dezember fei ein Beschluß, die Sowjetvertreter aus England auszuveisen nur durch die Haltung des Staatösekrelärs deS tZLeirtjcrn, Sir Austen Chamberlain, verhindert worden, der in diesem Falle die Llnterstützung Lord Dalfours gefunden habe. Aus dem Auswär!igen Amt. Wie nach Dlättermeldunaen verlautet, wird der Dortragende Legationsrat Windeis aus der Personalabteilung des Auswärtigen Amtes das neu« errichtete deutsche Generalkonsulat In Algier übernehmen. L-egationsrat Leinburg, der bisher ebenfalls der Personalabteilung angehörte, wird als Generalkonsul nach Alexandria gehen. Der bisherige Leiter der Personalabteilung, Ministerial- direltor von Stohrer, wird den ihm übertragenen Gesandtenposten in Kairo im Laufe des Januar antreten. Ebenso wird der frühere Pressechef der Reichsrepierung, Ministerialdirektor K i e p, seine neue Tätigkeit als Botschaftsrat in Washington im Januar beginnen. Ein angeblicher Spionagefall in Paris. Paris. 29. Dez. (WTB. Funkspruch.) Die ge'trijcn Abendblätter melde en, daß am 21. De e.-.tEe: di Mann namens Stande rs unter dem Verdacht der Spionage sür Deutschland verhaftet worben f:L Die Spionageakte sollen in dem jedermann zugänglichen Räumen des Grand Palais, wo zur Zelt eine Flug - zeuaausstellung stattfindet, begangen worden sein. W e heute ..Matin" seststellt, handelt es sich um einen 4öjährigen, ehemaligen Kapitän der englischen Armee, der der Luf.schl fabteilung des bri.ischen Generalstabes angebört habe und jetzt eine französische Flug- S.i:ma in Deutschland vertrete. Sein Aufalt in Paris soll, wie Standers angibt, dem Anlauf von Motoren zum Zwecke gehabt haben. Standers bestreitet es im übrigen, irgendwie die Sicherheit des französischen Staates gefährdet zu haben, denn es habe sich nur um Auskünfte technischer Art gehandelt und nicht um ml iiärische Geheimnisse. Auch über Lanks und dir Verteidigung der französischen Küste habe er keinerlei Ausschlüsse geben können, da er nie dort gewesen sei. Der einzige Punkt, über den er sich hätte unterrichten können, sei die Tluscüstung der franzö.i chen Flugzeuge mit Maschinengewehren gewesen. Kleine politische Nachrichten. Wie die Agencia Stefan! meldet: wird heute im Palazzo Lhigi der Freundschasts- und S ch i e d s v e r t r a g zwischen Italien und Deutschland unterzeichnet werden. • Der Kattowltzer sozialdemokratische „Volks- wille" ist auf Anordnung der Kattowiger Polizei« direktion abermals, also innerhalb acht Tagen das drittemal, beschlagnahmt worden. • Der Staatssekretär in der Reichskanzlei, Dr. P u n d e r , sprach der Reichstayskraktion der Sozialdemokratischen Partei zum Htnscheiden des Abg. Z u b e i l zugleich namens des abwesenden Reichs« kanzlers telegraphisch seine aufrichtigste Teilnahme aus. • Der Vorstand der Sozialdemokratischen Partei hat den Parteiausschuß zum 11. 9a» iiuar 1927 nach Berlin zu einer Sitzung einberufen. Aul der Tagesordnung steht die Erörterung der po- litischen Lage und die Vorbereitung des vom 22. bis 27. Mal in Kiel stottfindenden Parteitages. * Der japanische Ministerpräsident hat am Sonntag bei Eröffnung des Parlaments die Thron- r e d e verlesen. Das Parlament hat ungefähr drei Millionen yen für die Beifetzungsfeier- lichkeiten für den verstorbenen Kaiser bewilligt und seine Beratungen alsdann bis zum 15. 9anuar vertagt. Der Haupträdelsführer der kommunistischen Aufstandsbewegung auf Java, Dachlan, ist ver- haftet worden. Aus aller Wett. Vertretertag deSPreutzischen Lehrervereins Dom 27. bis 29. Dezember sand in Görlitz die 8. ordentliche Dertretertagung des Preußischen LehrervcreinS statt, zu der-etwa 1000 Teilnehmer erschienen waren. Internen Sitzungen folgte am Dienstag vormittag ein offizieller Empfang im Görlitzer Rathaus. In einer schul- hygienischen Rebenversammlung wurde ein Referat des ReltorS Lorentz vom Aeichsausfchuß für hygienische Fortbildung über die Anteilnahme der Lehrerschaft an der hygienischen Dolks-- bildungüarbeit entjegengemymmen. Mrdizinalrat Dr. Engelmann legte den Entwurf eines Schularztgesetzes und Vorschläge für dessen Ausgestaltung vor. Der Präsident des Obervcrwal- tungsgerichtZ Deriin, Staatsminister a. D. Dr. D r e w s, hielt einen Vortrag über „Die D:r- waltungsresvrm und ihre Bedeutung für die Schulen". Die Versammlung nahm eine Ent- ichliestung zur Derwaltungbreform an, ferner eine solche zur Frage der Lehrer,ortbildung und zur Frage der körperlichen Züchtigung in der Schule, gegen die sich die Versammlung aussprach. Telephonverkehr London—Neuyork. Der englische Generalpostmeister teilt mit, daß angesichts der befriedigenden Fortschritte in den Versuchen mit transatlantilcher Telephonie die Hoss- nung besteht, einen vorläufigen öffentlichen Tcle- phondienst Anfang 9anuar n.9. mit dem Telephon- be-irk Neuyork zu eröffnen. Für ein DrebMinuten- Gesp.äch werden 15 Pfund Sterling berechnet. Jede weitere Minute kostet fünf Pfund Sterling. Der Deihnachtsverkchr in London. Der WeihnachtsverL.chr in London hat in Diesem Jahre einen ries igen Umfang erreicht. Es wurden ungefähr vier Millioien Pakete und 50 Millionen Briefe von der Post ex- pcdiert. Die Londoner Straßenbahn hat an den drei Weihnachtslagen 4 750 000 Passagiere befördert Brand im Münster von Säckingeu. Das Innere des SäckingerFridolinmünsters, in dem der historische Trompeter non Gückingen begraben liegt, wurde von einem Brande heimgesucht. Der entstandene Schaden wird dadurch erheblich, dah außer dem durch die Flammen vernichteten Kirchen- gestühl auch einige Gemälde durch Rauchwirkung he» schädigt wurden. Frankreichs Währungskrise. Ist P o i n c a r e wirklich ein Finanzkünstler? Der Erfolg spricht ja für Urt, denn er hat es durch etwelche Maßnahmen fertigzebracht, den Frankenturs erheblich zu verbessern. Er muh also dach mehr formen, als der bedächtige D o u- mer, der gesch ite Bonnet oder gar als der kluge Joses Cai Hau?. dem sribst seine politischen Gegner den Grad eines Finanzkenners und Könners ersten Ranges lassen. Ais Poin- care als Retter ins Finanzministerium zog, wurden 100 Franken mit sieben oder acht Reichsmark bezahlt Heute kosten sie 17 bis 18 Mark, also eine Leistung, die sich schon sehen lassen kann. Allein das Wunder, das Poincarg vollbracht hat, ist nur scheinbar ein Wunder. Er hat mit sehr groben Mitteln gearbeitet oder arbeiten lassen, um zunächst einmal das Abgleitrn des Frankenkurfes aufzuhalten. Zu di.srn groben Mitteln gehörte die Auflage neuer Steuern, die Poincars bewilligt wurden, nachdem die Kammer alle Finanzminister, die seit Ende 1924 den gleichen Versuch machten, einfach gestürmt hatte. Poincare konnte also den Haushalt ins Gleichgewicht bringen, ab:r nicht toejen der neuen Steu rn, sondern weil P:incar6 entschlossen war, auf diesem Wege fortzuschreiten, wenn der erhoffte Erfolg nicht erzielt werden sollte. War aber einmal dem Frankenkurs ein Hemmschuh vorgelegt, dah er nicht mehr abwärts gleiten konnte, dann muite der Auftrieb des Kurses ganz von selbst einsetzen. Indes en sind noch nicht alle Schleier gelüftet, besonders nicht von der Tätigkeit der Bank von Frankreich. Sie verfügte mit einmal über die Mittel. um das auf dem Markt angeLo.e e fremde Deoisenmatericll aufzukau en. Es war durchaus berechnet und beabsichtigt, dah sich nun auch die Spekulation mit umgekehrtem , iel am Au trieb des Frankenkurfes beteiligte. Hatte sie vorher auf Danse spekuliert, so spriu- lierte sie nun auf Hauste. Wieder schien der Frankenlurs davonzulaufen. zum Ent'etzen von Regierung und W.r.schast. Die Wä,rungsbesesti- gung ist eben nicht nur ein finanztechnisa;er Vorgang. Sie erschöpft sich nicht darin, dah die sran- zösiche Regierung einige Milliarden Papier- franlen Dorschuh an die Dank von Frankreich zurückbezahlt, um dadurch den Rotenumlauf in korrespondierendem Verhä'tnis zu senken. Die Währungsbe estizung spiet vielmehr in die Wirtschaft selbst hinüber, wobei die Heiligkeit und Plötzstchkcit der Krise durchaus abhängig ist von der Verflechtung in die inter- na.ionale Wirtschaft. Zweifellos hat auch der Grubenarbeiter st reit in England die Währungskrise In Frankreich günstig beeinflußt. Die Ausfuhr hätte sonst nicht so flott durchgehalten worden können, wären die internationalen Kohlen- u.io Eisenmärkte nicht so aufnahmewillig gewesen. Aber als Ganzes bedeutet der Auhenhandel in der Zeit des Währungsverfalls für Frankreich keinen volkSwirtfchastlchen Gewinn. Cs hat 1925 für 41 Milliarden Franken ausgeführt, für 38.5 Milliarden Franken eingeführt, also einen lleber- schuh von 2,5 Milliarden erzielt. Für die ersten elf Monate 1926 haben Einfuhr und Ausfuhr mit 54,4 Milliarden Franken sich so wirklich die Wage gehalten, aber der Einfuhrwert war doch um 300 Millionen Franken höher. Die Wertsteigerung ist nur nominell, durch das Sinken des Frankenkurfes bedingt, während knen- genmäfjig das Ergebnis des Vorjahres nicht viel überholt wurde. Ohne den englischen Streik würde der Auhenhandel Frankreichs im Krisenjahr 1926 mit einem erheblichen Fehlbetrag ab- schließen. Und hier setzt denn auch die Wirtschaftskrise in Frankreich ein, eine Krise, deren Ablauf durch die WährunAsbefestigunig nicht gemildert, sondern verschärft wird. In Deutschland haben wir in den Inflationsjahren erlebt, wie jede Preisberechnung und Preisgestaltung schon für die nächsten Wochen unmöglich wurde, well das Zellmaß der Geldentwertung überhaupt nicht eingeschätzt und vor- audgeleben werden konnte. In Frankreich liegen die Dinge umgekehrt- der Franken sinkt nicht mehr, sondern steigt, was für die Inland- uni) Auslandverkäusec die Deranlasiung ist, die nächste Entwicklung abzuwarten Das aber hat zur Stockung auf den Warenmärkten geführt, deren vollen Rückstoh die Wirtschaft durch Verschiebung und Lahmlegung der Produktion auszuhalten hat. Im Sommer rieben sich die französischen Wittschaflspolitiker die Hände: Frankreich kennt keine Arbeitslosigkert. die Industrie Ist voll beschäftigt. Run lernt Frankreich das Grinst der Arbeitslosigkeit kennen, fo sehr sich auch seine Wiri chafts- politiker gegen tie Erscheinung sträuben. Wenn heute 250 000 Arbeitslose gezählt werken, so soll das bei dem überspannten Deschäftigungs« grab durchaus normal sein. Das ist ein Trost, aber ein schlechter. Frankreich kann die Heftigkeit der Ausladung einer Erwerbslofenkrise zunächst auf die ausländischen Arbeiter abschieben. Nur kommt es damit über die Krise nicht hinweg, denn die ausländischen Arbeiter sind für Frankreich das Rüstzeug, das es unbedingt gebraucht, um bei feiner geringen Bevölkerungsdichte die gegebenen wirtschaftlichen Energien überbauet entfalten zu können. Für Frankreichs Eisenindustrie wäre beifpielsweife heute der Rückschlag noch härter, die Abjatzkrise noch gröber, hätte sie sich nicht durch den Rohstahlpakt gewisie Absatzmärkte gesichert. Aber schon droht ein neues Verhängnis. Solange Poincare mit der Befestigung des Frankenkurfes beschäftigt war und ist, hatte und hat er einen Grund zu der Ausrede, den Schuldenoertrag mit Washington nicht zu vollziehen. Nun aber kommt England, das den finanziellen Aderlaß des Bergarbeiterstreiks doch einigermaßen [pürt, um das erschütterte Gleichgewicht seiner Zahlungsbilanz wieder herzustellen. Für den Franken kann es eine neue Krise geben, wenn England unnachgiebig darauf pocht, daß Frankreich seine Schulden bezahlt. Die Arbeitslosigkeit in Frankreich. Paris, 28. Dez. (WD.) Der „Paris Soll" berichtet in Fortsetzung seiner Enquete über die 2Ir2ei slos gleit, tu S:k.e äre der Ee e.k.chastrn hä.ten ijm erklärt, das; in Paris und Umgebung festzustellen seien: 21 000 Arbeitslose und 100 000 Arbeiter, die nur 20 bis 24 Stunden in der Woche arbei en. Der Arbeitsminister hat dagegen heute vormittag im Ministerrat bekannt- gegeben, dah in ganz Frankreich etwa 12 000 Arbei er der Möbel-, und etwa 7000 Arbeiter der Schuhindustrie ohne Drschäf.igung sind. Innenminister Sarraut hat heute abend eine Despre- chung mit dem Seinepräfekten über die Möglichkeit, den Arbeitslosen in der Pariser Gegend eventuell Arbeitsmöglichleit zu schassen. England drängt auf Schuldenrückzahlung. London, 23. Dez. (TU.) Wie der diplomatische Korrespondent des .Daily Telegraph" berichtet, sieht sich daS englische Schatzamt infolge des starken Rückgänge- der staatlichen Einnahmen gezwungen, energische Vorstellungen bei den Schuldnerstaaten zu erheben, um sie zu einer schnellen Rückzahlung ih.er Schulden an Grohbritann en zu veranlassen. Wie b könnt wird, soll Lord Cecil bei fernem lebten Besuch in Paris Poincare „unverbindlich und diskret" darauf h'.ngew.efen haben, daß England eine baldige Ratifizierung des CH u rchi ll»C a i l l a u r° A b k o m m en s durch F.ankrrich erwarte. Poincare soll jedoch irgendwelche Versprechung n hinsichtlich der Rückzahlung der Schulden a b g e l e h n t haben. 3m verschneiten Gebirge verunglückt. Der Bergführer Anton Zauner aus Feuch- ten in Tirol ist von el-nem Pirschgang auf Gemsen inMadalsch nicht mehr zurückgekehrt und wahrscheinlich einem Schnresturm zum Opfer gefallen. — 3m Fichtelgebirge wird seit dem 19. Dezember der Malermeister Fischer aus Münchberg vermißt. Fischer scheint nach einem Schwächeanfall erfroren zu sein. heftiger Schneesturm in den Apeninen. In den Apeninen herrscht ein heftiger Schnee- sturm; er hat große Zerstörungen im Telephon- und Telegraphen verkehr angerichtet. 2' ich eine Hochspannungsleitung wurde beschädigt, so daß in M a i- land und in anderen Städten für mehrere Stunden kein elektrischer Strom zu erhalten war. In den tokanischen Apennien liegt der Schnee meter- hoch. Die Kälte In Frankreich. In Frankreich s.nd gestern wiederum sechs Personen der starken Kälte zum Opfer gefallen. AuS einzelnen Slädten berichtet man eine anormale Sterb ichteit infolge der Kälte unter den älteren Personen. 3m übrigen hat heute nacht in Paris Regen eingesetzt, so daß mit einem Rückgang der Kälte gerechnet werden kann. 3n einer Aischerbarke erfroren. Bei Rizza wurde ein,.' ttalle.iiich: Fifcher- barle aufgefunden, deren einziger Insasse erst nach längerem Bemühen wieder ins Leben gerufen werden konnte. Zwei seiner Gefährten waren erfroren und über Bord ges.pült worden. lleberschwemmungen in Catania. In der Rahe von Catania hat in der vergangenen Rächt ein heft g:S Gewitter ein starkes Anschwellen des Flusses Alcantara verursacht. Drei Kinder wurden von der starken Strömung erfaßt und ertranken. Schwere Frostschäden in Spanien. Durch den starken Frost ist in den Orangenhainen von Valencia schwerer Schaden an- gerichtet worden. Der gle chzeitig herrschende Sturm riß den dortigen Zirkus aus. Zahlreiche Löwen und Panther brachen aus. konnten aber vom Schnee grblendet, von ihren Bänd gern leicht ei grfangm we.d n Dle Züge nach Bar:e- lona flnv im Schnee stecken geblieben. Cs wird ein Rachlafsen der Kälte gemeld t. Schiff5kalafkropl)en auf dem Schwarzen Meer. Auf dem Schwarzen Meer wüten noch nicht dagewesene Schnee stürme An der rumänischen Küste sank das Pafsagierfchiff .Astoria" mit 22 Fahrgästen. Wegen "W furchtbaren Sturmes konnte keine Hilfe getriftet werden. Ein Lehrer aus Konstantinopel, der sich durch Schwimmen retten konnte, erschoß sich, als er erfuhr, daß feine Mutter, seine Gattin und seine drei Kinder ums ßeben gekommen waren. Auf dem Wege von Konstanza nach Konstantinopel sank das rumänische Frachtschiff .Protcs". Die acht Mann starke Besatzung kam in den Fluten um. Fast der ganze Schifssoerkehr auf dem Schwärzen Meer ist zum Stillstand gekommen. Unglücksfälle in Amsterdam. Infolge des dichten Revels, der über ganz West Holland lagerte, sind zwei junge Mädchen und cii Arbeiter bei zwei Eisenbahnübergängen von Zügen überfahren und getötet worden. Jener sind gestern beim Schlittschuh- lausen zwei Erwachsene und fünf Kinder eingebrochen und e.Lunten. Schweres vaunnglück in Frankreich. Beim Bau eines Hochofens in Pont - ä - Mous« f o n stürzte eine Platte, die auf drei riesigen Betonpfeilern ruhte, mit Donnergetöse ein. 30 Arbci- ter wurden mit in die Tiefe gerissen. Sechs von ihnen waren sofort tot, die übrigen erlitten mehr oder weniger schwere Verletzungen. JcuersbrunfL Dri einer Feuersbrunst, die feit zwei Tagen in den staatlichen Mühlenwe.ken in Rybinsk (Rußland) wütet, fi;ti> drei Arbeiter in den Flemmen umgekommen. 21 Arbeiter haben Brandwunden erlitten. Der bisher angerichtete Schade trirb auf über eine Mill vn Rubel geschäht Eine zehnköpfige Familie ermordet. Auf einem Gute in der Ruh: von Farwell wurden der Besitzer des Gutes und seine Gattin rm großen S.'.ale des H-rrenhauses cnnordet aufgefunden. Kur; daraus wurden rn einem Sch ppen die Leichen der acht Kinder des Ehepaares entdeckt. Al: zehn L.ichen wiesen deut» liehe Würgemale auf. Man glaubt, daß der Schwi g rv t~r d s G_tsb:sitzers der ikijeb:- irr schrecklichen Tat ist. Wettervoraussage. Wolkig bis bedeckt, langsames Sinken der Temperaturen, noch vereinzelt Niederschläge. Gestrige lagectempcrnturen: Maximum 2 5 Grad Celsius, Minimum 2,5 Grad Celsius. Heutige Morgentemperatur: 3,6 Grad Celsius. Aus der Provinzialhauptstadl. Gießen, den 29. Dezenrber 1326. Wellerauer Spinnstuben und Silvefterfeiern vor 30 Jahren. Auch Sitten und Bräuche haben ihre Dr- schichte. Wenn die Lebcnsgewvhnhci.en dec Menschen sich ändern, wenn eine Gegend, die bis dah.i dem Verkehr noch nicht erschlossen war, durch bessere Derk^hrsverhältnisfe mehr mit der Umwelt in Berührung kommt, oder wenn das Win- schaftsleben sich in anderen Formen abspielt wie früher, so wandeln sich auch die Sitten. Es iß also nicht so, daß das, was man so gemeinhin als .gute, alte Sitte" bezeichnet, in Wirklichkeit noch dasselbe Ist, was es Jahrzehnte vorher war. Im Wechsel der Zellen erfahren die Sitten oft starte Aenderungen. die sich in öe: einen Gegend rascher vollziehen als in de: anderen. Zwei Einrichtungen sind eS, die in bei Wette rau im Laufe der letzten Jahrzehnt- eine starke Wandlung erfahren haben: D- Spinnstube unb die Silvesterfeier. OB- war es damit vor 30 Jahren bestellt, aU tie eigentliche Wetterau noch keinen Dahnoerkeh: hatte und die Dörfer in der Hauptsache vor ackerbautreibender D völtcrunz bewohnt wurden deren Lebensgewohnhellen sich feit langer Zei. kaum geändert hatten? _ Damals bestanden noch faß allerorten, wenigstens in der mittleren Wetterau, die Spinnst u b e n, deren Rame zwar nicht mehr berechtigt war, denn die jungen Mädchen, die sie besuchtem, spannen längst nicht mehr. DielcronZ hatte |14 I für .Spinnstube" das Wort .Desellschast" eingebürgert. Die Hauptspinnstubenzclt war bet I Winter, die Zeit zwischen Erntedankfest un) Ostern. Wenn im Herbst die Arbeiten auf bea Felde erledigt waren, begannen die regelmäßige, Spinnstubenabente. Junge Mädchen und Burschen, die meist gleichaltrig oder wenigsten- io 2llter nicht sehr weit auseinander waren, vereinigten sich zu einer Spinnstube. Die Zahl d« jungen Leute, die eine Spinnstube bildeten, bewegte sich zwischen 6 und 20. Es gab aber auch Spinn st üben, die mehr als 20 junge Leute umfaßten. Die Anzahl der Spinnstuben. die h einem Dorfe bestanden, hing einmal ab von da Gröhe des Dorfes, dann aber arich von einet Reihe anderer Umstände, die hier nicht aufgezählt werden können. In den größeren Dörfern da Wetterau gab es in der damaligen Zeit jährlich durchschnittlich je zehn Spinnstuben. Der Beginn der winterltchen Spinnstubenzeit wurde mcifl 1 durch eine kleine Feier, bei Kaffee und Kuchen, > begangen. Bon da ab versammrite fich die Spinnstube Abend für Abend, ob Sonntag oder Werktag, in dem Hanfe eines dec Spinnstube angehörenden Mädchens. Die Mädchen .hielten die Reihe", d. h., nach einer zu Beginn fest- gesetzten Reihenfolge lösten sie sich im Halleii der Spinnstube ab. 3n der Regel wurde in ein Haus eine Woche lang gegangen. War die Reihe um. so wurde wieder von vorn angefangen. Die jungen Leute kamen meist gegen 8 Uhr in der Wohnstube des Hauses, das die Spinnstube beherbergte. zusammen und fetzteir sich um den groben Eßtisch. An Werktagen arbeiteten dir Mädchen an irgend einer Handarbeit. Unter fröhlichem Geplauder und bei munteren, harmlosen Scherzen verging die Zeit nur zu bal), : Don Zell zu Zeit wurde ein schöne- Spinn- ftubenlieb gelungen. Diese Lieder. Erzeugnis echter Doltspoesie, brachten das unvüchfige. oft derbe, manchmal aber tiesempsindende Wesen bei » Dolkscharakters In einfach schlichter, gar oft Ix t ergreifender Weise zum Ausdruck. Diele dieser Lieder sind vergessen. Eine Reihe der schönsten ist erhalten geblieben. Durchblättert man z. 2. den .Zupfgeigenhanserl" oder daS ,D. H. C.- Liederbuch", so findet man eine große Anzahl von Liedern dort gesammelt, die damals Abeni für Abend gesungen wurden. In einer Spinnstube, die etwas auf sich hielt, und das war bei; weitem die Mehrzahl, wurden keine Lieder mit. anstößigem Inhalt gesungen. Das verbot schox die Rücksicht auf die Eltern des Mädchens, das die Spinnstube hielt. Die Eltern waren ent-1 weder im Zimmer selbst anwesend ober hielt« sich in einem Rachbarraum auf. Irgendwelche alkoholischen Getränke wurden an den Werktag- ' abenden in den Spinnstuben nicht getrunken. Dafür wurde von den Burschen aber kräftig geraucht, und zwar meist Zigarren. Das 3ifaretten» /auchen war damals noch nicht Mode. An bei Sonntagabenden wurden von den Mädchen keine Handarbeiten gemacht. DaS waren die rindig«) Abende, an denen Alkohol, und zwar meist Flaschenbier, getrunken wurde. In der Rege!' war die Spinnstube allabendlich um 11 Uhr' zu Ende. Zwei Tage, die in die winterliche Spinn- stubenzeit fielen, wurden ganz besonders festlich begangen. Reben der Fastnacht war es bi« Jahreswende, die in allen Spinnstubei gefeiert wurde. Das Mädchen, daS am Si l-f vesterabend und ReujahrStag gerat«! an der Reihe war. die Spinnstube zu halten, hatte vorher virlerlei zu tun. um die Feier voi' zubereiten. Zunächst mußte daS Zimmer aufgeräumt werden: Betten, Tische und Schränke wui-' den hinausgebrachl, denn es mußte Platz gemacht werden zum Tanzen. Fastnacht und Silvester waren tu einzigen Tage, an denen in der Spinnstuben selbst geianzt wurde. Mil dem AuS- räumen des Zimmers allein war eS aber nicht getan. ES mußten auch Kuchen gebacken weiden. Dabei halfen aber alle übrigen Mädchea dir zur Spinnstube gehörten, mit; jedes stifte:« auch etwas von den Zutaten zum Kuchen. Eber.-i so wurde der Käf er gemeinschaftlich gekauft. Wci dann alles für die Rrujahrsseier vorbereitet, >t konnte diese selbst am Silvesterabend gegen ach! ilfjr beginnen. Die Burschen hatten in dec Regel einen Harmonika- oder G:ige: sp.e'er verpflichtrl der zum Tanze aullpielen muhte. Run wurde lil sröhlicher Ausgelassenheit ausgiebig daS Tanzbein geschwungen. Die Burschen hatten Bi« wurde gelungen, gescherzt und getrunken. Gega im Faß kommen las,en In den Tanzpausa elf älhr gab eS Kaffee und Kuchen. Bald wat dann der IahreLschluß herbrigekommen. Äug vor zwölf Uhr stellte man sich an die geöffneten Fenster. Jedes tooll e zuerst hören, tocri die Turmuhr zum Ictzien Male im alten Iaht zu schlagen an bub, um den andern zuerst gratulieren zu können. Wan glaubte, man hatt bann im neuen Jahr ganz besonderes ®lüd Wenn die ehrwürdigen Glockrn der Dorfkirch« dann das neue Jahr einläuieien, begannen N einzelnen Spinnstuben ihre Umzüge durch dck Dorf. Boran ging der Musikant, dann wurfrl Mm ne in AautC • t“ 41 SÄffiS ft?" f S'a6 **£&*.’ .va c von Sjr[ Sei ßickc:cc H» 5 0kü^./.'lo m dort ut t-fji-u c'.QC aua frühen n'.ehr. A DoUStM Die de $$3. Du tagilondt' feit einig?" Aelchvbav geringem M ragende W nen zu lernen. Aelchsbahn. h Drrlehrszicle < fabrlarteiimch rich/ung findet fang. k Zeit vom Mai soeben fertigtest tirelilontn insf durchweg mit 33' 3 Prozent deutet eine Er erreichten Gest züge 11925: 46 fönen sind Insg befördert toort Heimat knner fremd waren. 504 Zügen 55 mehrtägiger F bleioenocn 44S tarßellien. 5 gerate in ®egci ttchke und mit Dvchenend- bzü Ichmii die V\\ z.T. sind sog Tellnehme Tie Äclchö dah es der Ü Aeichsbahndir« lüc tiefe 601 Erfolge zu er, weiterhin besü t urelle und ,1 Deutung tiefe, eine möglichst zu ermöglichen, len tunlichst t aber weiterhin Sahrten der Aus preiswerte oebntmr We Reichsbahn bef im Pngramm einmal angesag letzung abgeiag Tiodttheoter^? y.45 Uhr). - i leümäbth* - wkrd uns gefd 'uhnrna des । 'MF ta! 3 s Je, Ä* in i Sä* Zauser enbh ^ember und' 31^rnaX Ps,?. ^an . bOl e.r »a® rX&t* Sa 0-m toctv s'ebrn t • m lii M § Ä IS ML Qianßfiaus | ■-£ Langes Stehenlassen der Pferde vor Wirtshäusern im Winter ist a'S Ti rq-älerrt (ro>: Mi Handlung' zu le'traf.n. So ist wiederho.t von Gerichtrn « t- fu)t:ö?n werden. 3n einig n preußisch:., Kreien : vcfron L'fl r Po iz iv rord.nrrgen. welche bc- .i men. dm g g:a dl:j.m grn Sa-ankrlt cha t n. ■'"r den m sich 2,ft- und Wi.tlchaftZwa-e, v)ne ->wi grndm Grurrd länger als ein) hilo- Stade aushalten, w.-gen Förderung der Völlevii im W g Drs Korz ssions n zi hu-gsre: ohrenZ vvi> gelungen werden !j.m. ES ist ir der Lat not- we '.diz, daß s.ntrnZ aller Pol z ibehärden zum Schutze der Pferde t.m Wi,ter enerz sch vorge- gangen wird. Daneben sollte auch jeder andere Me .sch zur V rhütung der vielfach bemerkbaren Fuhrmann-Unsitte beitragen. WSR. Heuer Personenzug a u f der Strecke Wetzlar —Weilburg. Ab Montag, den 3. Januar, wird auf der Strecke Wetzlar— W.ilburg zur Entlastung des Hauptzuges Pz. 414 (W.tzlar ab 6,37 Uhr nachm.) werktäglich außer an Werktagen vor Sonn- und Feiertagen ein weiterer Perfonenzug verlehrn nach fo'gende.n Plan: Wetzlar ab 5,40 Uhr nachm., Albshauscn 5,49: Burgsolms 5.54; Braunfels6,01. Stockhausen 6,07; Löhnberg 6,16; Weilburg an 6,21 nachm. Bei der Rückfahrt erfolgt die Per- ?’*«* hn|t^0 * *Äuhnb Wä SSä :n bll ?£$**•* Neu, t, bi<‘ Ä K i d>?'» br *s;Sts 1 u Ianfltt 3tj ÄÄL**"* innihibt jJ'Si.'P Äfr le “ i«"j» cm! s Lptltnstziben, bst i, '..ober auch Wa (ira «t Wer nicht oulgt^ji! Wtaen KHen Seit Spinnstuben. $ft L u • tour^ mc-i o« Rillet und stuchei Ich Kt ADenö. ob öontüdj obei e einer btt ÖplanM ■ Die Mädchen ,bitl:r einer ju -beginn sck Iften |it sich im bahn wt Hegel wurde in im- h bi eit. und da» Var de vurden keine Lieder n: mgen. Das derbst SItern des Mädchen . Die Eltern waren e» i anwesend oder JUw aum out l/rgendLku' an kn M» kn »W *» ätschen aber Mfhfl V ig arten. Das Zisarett!» 4 nW Da^ 2n»- iwn den Mädchen fr« Das wäre" die W lkohol. WÖ jwr «« illabenifli iw 11 w B hie vditerstche SÄ?S« DtzA tun. um die ont‘L, süffig enn »Xji und 61 wzen- 331 K,ntn in fr itn Tage. "Km mjt wurde-fl[)Cr „ii oIleflA,n aebadtn f S In wn d tt< ee und M.umtn. A 'Äutet-n.,,7VL- bet Sßristbamn. der nochmal« hx (Hangt feiner erstrahlte, getragen, endlich folgten, Arm in Arm, die Mädchen und Burschen in mehreren Reihen geordnet. Singend zog man durch lie Straßen des Dorfes. Weist wurde das Lied Steh' ich in finstrer Mitternacht" gelungen. Begegnete man einer anderen Spinnstuoe. so tau'chre man mit dieser herzlich« Glückwünsche aus. Allen Borül>e:gel;ender, und allen Leu en, di: aus den Fenstern schauten, ries man ein munteres.Prost R e u j a h r" zu. 3n erster Linie wurden aber alle tie Familien besucht, aus denen die jungen Leute stammten, dao.it man die Eltern und Jon- s i en AnaehSrigen beglückwünschte. Gegen ein Uhr waren Li? Um'ü,e beendet. Dir Svinnstuben bc-aben s,ch wieder in ihre Lokale. Hier wurde nun wieder weitergetanzt. Gegen 3 Uhr gab es nochmals Kas e; und Kuchen. Es wurde met t fünf oder auch sechs Uhr, bis man nach Hause ie 5 Kar- n i t e r von Julius Pohl sei nochmals hinge- wiesen. In dem heiteren und dabei harmlosen Werke sind in Hauptrollen beschäftigt die Heri-en Goll — der auch die Spielleitung führt —, Bc^ck, Eisig, Gehre, Lenau. Wehrl, Schubert, Kurz- Hof«, und die Damen Baumann, Jüngling. Marcks, von Malten und Scherer. — Die nächsten Aufführungen des Märchens .Frau Holle", das anhaltend großen Bei all und gutbesuchte Hauser erzielt, sind für Donnerstag, dem 30. Dezember und Samstag, dem 1. Januar, jeweils 3>Uhr nachmittags, angesetzt. TonenbtTlrDtntng durch diesen Zug mrt «ach Bedarf nach folgendem Plan W.ichurg ab 6 32 Uhr nachm.; Löhnberg 6.33; Stockhausen 6 47 BraunselS 6,54 nachm.; Burgsolms 7 01; Albs^ hausen 7.06; Wetzlar an 7.14 nachm. ti. E i n Meteor. Am Montagabend um 11 Uhr 10 Minuten wurde in L i ch in nörd- llcher Richtung ein Meteor beobachtet, der in einem grünleuchtenden Licht erschien, und zwar so hell, wie man es selten zu sehen Delrgen- heit bat. Da das Licht deutlich von oben aus der höchsten Himmelshöhe von der in der Frost» nacht scharf leuchteTtden Sternenwelt sich loslöste und fast senkrecht zum Horizont hinunter feine weit glänzende Dahn zog. ist es ausgeschlossen, detß e6 sich etwa um eine von Der Erde auS in Die Luft geworfene Rakete oDer Leuchtgranate handelt. Ob Die Lichterschnnung von einem Geräusch begleitet Var, konnte der Beobachter nicht fest stellen, da er sich aus einem Wagen auf Der Landstraße zwischen Lich und Rieder-Dellingen befand. — Ein 2.1er i.i Mücke b.ftäligt in einer Zuschrift an unj diese Beobachtung u.rd bemerkt daza im ei ^elnei folge D s: Gegen 11,15 Uhr in de.- Rächt z.m Dimstag giig an nordwestlchen Himmel ein weißzlähender Kö.per la der Größe eines Gintert mit Heller Beleuchtung auf Dem Fei De rn der Rahe vorn Dampfsägewerk Mücke nieder und vrrschwaad mit einem dumpfen Ton. In ter Flugbahn, dee der Körper feurig zurückließ. warm auf eine z emliche Länge noch sprühend: Funken za sehen. •* E i n tragischer Dorsal! ereignete sich in der letzten Rächt gegen 12 Uhr in der Walltorstraße abamar 1: 4. (•) Die Begegnung 1900 — B. f. B hat noch nie ihre Anziehungskraft auf die Gießener Fuh- ballgemeinde verfehlt. So waren auch am zweiten Feiertag annähernd 1000 Zuschauer auf Dem Daldsportplatz erschienen, um Zeuge dieses nun schon bald traditionellen Treffens zu sein. Daß die Spiel« gtoder Ortlgegnet. ebenso wie In allen j anderen Städten, auch hier stets mit einer gewissen Härte aus getragen werden, ist nur za natürlich Ist eS ja doch jedesmal ein Kamps um Die Vorherrschaft im engeren Interessen kreis, den jede Partei unter Aufwand aller Energie für sich entscheiden möchte. Um so treulicher ist es. feftfteUen zu können, daß bei Der Lösung dieser Prestigefrage bnbe Mannschaften trotz erbitterten RingenS sich durchweg einer fairen Sptelweise befleißigten. Einige Fiet ne Derbhiten von hüben und Drüben, Denen sicherlich keine böse Absicht zu Grunde lag. waren wohl nur da» Produkt Der Hitze drt GesechtS und wurden übrigen# auch von Dem ganz vorzüglich amtierenden Schiedsrichter Burkhardt rm: dagegen fand sich (eine Stürmerreihe vorerst nicht zusammen. Aasiallend war daS schleppende Tempo. Erst mit zunehmender Anteilnahme Der Zuschauer wur7e da» Spiel lebhafter und interessanter. Aach ter ©türm Der Vereinigten wurde aktiver; durch wette Slett- vorlagen der Läuferreihe, meist auf die Flügel, gut unterstützt, mach e er der D. f. B Derlei Dl- gung für einige Zeit schwer zu schassen, ohne jedoch zu einem Erfolg zu kommen. Die gut aufgelegte Läuferreihe der Platzmannschaft setzte sich mit ihrem Nachen Zuspiel wieder durch. Die präzisen Vorlagen nahm desändert der In.ren- fturm gut auf. der in schöner Flachlvm bi Nation immer wieder vor drs Gegners Heiligtum zog. Stege r konnte denn auch einen gut vorgetragenen Angriff durch Den ersten un) einzigen Treffer abfchliechen. Bis zur Pause aus- und abgehende Angriffe, ohne daß daS Resultat ge- Lnden tour.e. Rach Wiederbeginn vr.sachte D. f. B. unter allen Umständen, die Torzahl za erhöhen. 1900 hatte jedoch Glück Zw.lmal hals die Torlatte mit. Mehrmals hielt der Tormann noch auf der Linie. Die beftgemeinten Schüsse gingen knapp daneben, oder dräöer. Langsam machte die Spielvereinigung sich frei und wurde nun ihrerseits stark überlegen. Als dann auch noch durch zeitweise- Aasfch.iOen Köhlers die Platzelf mir noch mit 10 Mann spielte, entstanden gefährliche Situationen vor ihrem Tor. Aach hier half einmal Die Torlatte mit, einen Erfolg zu vereiteln. Rach Köhlers Wiedereintritt wieder verteiltes Spiel. Trotz b.Der,"eiligem starken Bemühen, das Resultat zu Verb.s,ern. blieb es bis zum Schlußpfiff beim 1:0 für V. f. B Ecken- Verhältnis 8:6 für Vs f. B Bei voller Anerkennung der guten Gesamtleistung der Spiel- verelnigungSelf darf der Sieg des V. f. D. als durchaus txr.lenl bezeichnet werden. Vorher standen sich Die beiden ersten Iugendmannfchaften geg nüber. Durch ein Mißverständnis des Schiedsrichters war die V. f. B-Mannschast gezwungen, 8/4 dec Spielzeit mit 10 Mann durchzuhalten. Es ist daher die knappe 1:2-Riederlage alS gutes Resultat an- zusehen. Kurz vor Schlnh wurde ein Spieler deS Gegner- vom Feld v.rwiesen. • Morgen- mußte sich die 1. Dchülermann» schast Der gleichen der Spielvereinigung mit 0:1 beugen. Die körperliche Ueberlegenheit Der kleinen 1900er gab hier Den Ausschlag. Am 1. Feiertag verlor die Ligareserve gegen die Lauterbacher mit 1:5. Siser und Energie siegte hier über einr seltene Lahmheit. Dritte konnte in einer ur. rollständigen Aufstellung bei ihrer Westerwaldt^ise naturgemäß keine besonderen Lorbeeren ernten. Die hessische Landwirtschaft im Zahre 1926. In einem Rückblick auf da- Jahr 1926. den die .Hessische Landwirtschaftliche Zeitichriit" veröffentlicht. wird folgendes Gesamturteil über die hessische Landwirtschaft gefällt: „Das nun zu Ende gehende Jahr 1926 hat unseren hcsiischrn Landwirten nicht gebracht, was sie nach den letzten schweren Jahren erhofften. eine wesentliche Besserung der Verhältnisse. Wohl haben die Witterungsverhältnisse nicht die Schäden wie in den Vorjahren hervorgerufen, abgesehen von einzelnen Bezirken des Landes, besonders in Rheinh.s.en und im Odenwald, wo schwere Gewitter großen Schaden anrichteten. • Die Preisbildung Der Erzeugnisse konnte befriedigen. Die umfangreichen, infolge der schlechten Ernte deS Vorjahres eingegangenen Verpflichtungen wurden aber nicht annähernd abgedeckt. Der ErnteauSfall im Jahre 1926 war zu groß. Die für eine günstige Entwicklung unserer Kulturpflanzen erforoerliche Witterung hat gefehlt, toerm sie auch die Einbringung der Ernte nicht besonders beeinträchtigte. Die Sonne fehlte, um die Pflanzen zur vollen Entwicklung ihrer LelstungSsählzk it bringen zu können. Das Auftreten des Roste» schädigte ten Weizenertrag sehr, ungünstige Witterung während Der Blüte deS RoggenS. sowie Mäuseschaden minderten den Roggenertrag, auch der Gerstenertrag blieb hinter Dem Durchschnitt zurück. Kaum eine Mittelernte brachten die Kartoffeln, während Die Zuckerrüben sich besser anlieben. Der in der Rächt vom 9. zum 10. Mai erngetret?ne Rachtfrost schädigte ausgedehnte Weinbergflächen, das Austreten Der Rebkrankhelten, besonders ter Pero- nospora, unterstützt durch ungünstige Witterung, schädigte fast überall den Ertrag der Weinberge. Rur wenige Bezirke können befriedigende Wein- eyräpe anführen. Sioen teilweisen Aasglcich für diese Ausfälle brachten die st e i g e n d e n W e i n- prelse, sie konnten aber nur zum Teil die Rot der Winzer mildern. Die O b st e r n t e. mit Ausnahme der Bir.aen, war unbefriedigend. Der Absatz des Gemüses srieß auf große Schwierigkeiten und hatte Preise zur Folge, Die unseren Gemüsebau unrentabel gestalten müssen. Die Maul- und Klauenseuche ist im ganzen Lande verbreitet, sie will nicht zur Ruhe kommen und verursacht große Schäden an den Viehbeständen, die s.ch auch in der Rachzucht auswirlen müssen, da monatelang Die Tiere nicht gedeckt werden können. Alle Landwirte haben daS größte Interesse daran, durch sofonlze A.izeige beim Auftreten den Seuchengaiag zu beschleunigen und adzukürzen. So ist im allgemeinen daS Bild, dahier nur in ganz kurzen Zügen gezeichnet werden soll, ein trübes Doch sind die Hoffnungen unsere Landwirte wieder größer geworden, und wir hoffen und wünschen, daß sie im nächsten und den fommenDen Jahren in Erfüllung gehen" Buntes Allerlei. (Eine neue Stabt am Suezkanal. König Fuad von Aegypten hat soeben in feierlicher We.se eine neue Stadt etng.-weiht. Die ihm zu Ehren Port Fuad heißt und auf Der asiatischen Seite deS KanolS Port Said gegenüber liegt. Es ist ein Brauch Der ägyptischen Herrscher seit Der Entwicklung des v l^zkanalS. daß eine Stadt Dort ihren Qlamen trägt So wurde Port Said nach dem Großonkel und Dorgänger von Fuad, Mohammed Said, gmeiint, und IA- mallia nach dem Khed.ve, unter dessen Reg erung der Kanal eröffnet wurde. Port Fuad ist au- kleinen Ansänaen zu einer volkreleutuag erlangen. Der Rückblick spricht bann po* Den schweren Verlusten an hervorragenden, tüchtigen Männern. Die Die hessisch: Landwirtschaft im Jahre 1926 au verzeichnen hatte. Dem Minlsderialrat Ge- Damen La ndeSökvnvmierat Müller und Dem Direktor Dr. von Peter werden auSsüheliche ehrende Rachruse gewidmet. Ferner wird Der hervorragenden Verdienste deS Geh. Hofrates Prof Dr GiseviuS in Gießen gedacht, seiner Tätigkeit an Der Landes Universität und olS Direktor des Landwlnschastlichen Institutes DaS neue Gesetz über Die Ai tert grenze Der Staatsbeamten setzte feiner Tätigkeit zu früh daS Ziel. Auch Der Direktor Der badischen Land- wtrtschastSkammer Dr. Dr. h c. Müller in Karlsruhe, Der viele Jahre seines Lebens Der hessischen Landwirtschaft gewidmet Hal, ist von feinem Amt zurückgetreten. Das Jahr 1926 wird, so heißt es weiter in Dem Rückblick, in Der Geschichte der hesttschen Landwirtschaft ein besonderer Markstein sein durch Mc Tagung des Deutschen LandwirtschastS- rateS in Darmstadt. Hier waren die Vertreter und Führer Der deutschm Landwirtschaft zu ernsten Beratungrn versammelt. Die Beratungen hatten ihre besoadrre Bedeutung durch Die Anwesenheit Der Vertreter Der Reichs reg ierung und vieler Landesregierungen. Anwesend waren u. a. Reichskanzler Dr Luther, R:ichsernährungS- Minister Dr Has linde, Reichsbankpräsident Dr. Schacht, der hessüche Staatspräsident 111- r l ch der Minister für Arbeit und Wirtschaft Raab, der hessische Finanzminister Henrich Ministerialdirektor Hebel. GS folgt nun ein ausführlicher Bericht über Die Tagung. Der mit nachstehenden B.merkungen schließt: .Die Auswirkungen Der Beratungen in Darmstadt waren nicht von dem Erfolg begleitet, den sich Die hessische Landwirtschaft hätte wünschen müssen. Bei den Im Laufe deS Jahres noch stattgesun Denen Verhandlungen über Handelsverträge und den Zolltarif wurden nicht immer di: Interessen Der deutschen Landwirtschaft ausreichend berücksichtigt." Der Jahresbericht schlleßt mit den Worten .Ueberschauen wir das zu Ende gehend« Jahr nochmal-, Dann hat es nicht alle Hoffnungen erfüllt, aber doch Die Anfänge einer Besserung in Der nahen und fernen Zukunft auszuweisen. Dies: Hoffnung kann aber nur zur Tat werden, wenn die deutsche Landwirtschaft in Stnigkett ihre 3nterc,jen vertritt." llrF Haben Sie es schon gelesen? Mittwoch 3.30 Redeschrift Rot-u.Südweirre Praktiker 10727c «ntgeqengenommen. Dosenschinken 2.20 u 2.40 Freitag und Samstag 1, Wannenbad 2. Klasse Montag bis einschl Donnerstag 0,60 Freitag und Samstag 0,75 Der Wannenbad 3. Klasse Montag bis einlchl. Donnerstag 0,40 Freitag und Samstag 0,50 10704a Tie Fürstlich Solmsische Oberförsterei Hohensolms verkauft aus frischem Einschlag im Wege des schriftlichen Angebots Alteichcn-Stammholz.Roterlcn Langholz und Fichten-Derbstangen. I (Aufmaß nach Homa). Ferner stein. Karl Ettlingen R. Letllnizer. Astoria-Lichtspiele 10709c Die weiße Kernseife unersetzlich für dteVäsche Fort, büoung 1.40 1.00 1.50 1.50 3.00 1.20 1.30 1.50 1.60 1.60 2.30 Dienstag Anfänger Fort- bildung Freitag Anfänger 1.80 1.80 2.00 1.44 1.80 1.68 Diktat 120 u. höh. Donnerst. Diktat 60-100 7-8Uhr 77,-8*/. 8-9Uhr 8‘/3-91/, Montag Diktat 60-100 Diktat 120 u.höh. Montagne Tarragona Priorato Samos Malaga Douro-Portwein Mk. 5.20 „ 3.00 Mk. 4.00 » 2.10 Mk. 4.70 „ 2.70 Mk. 4.00 » 1.90 Salamiwurst, I.Sorte.. Plockwurst, Holst.... Mettwurst,Gothaer... „ hart Dörrfleisch Speck, fett In Dosen: Eisbein, im eigenen Saft Sülze Prima Heute leister Tag: Zigeunerliebe und Der Fluch d. schwarzen Perlen Ab morgen hl« einschließlich 1. Januar Maciste auf dar Hochzeitsreise 5 abenteuerliche Akte, in den Hauptrollen: Bartelomeo Pas Eine alpine Bergfahrt v. Chur bis ta Herrliche Katuraufnahmen — Sowie Larry Semons große Enttäuschung Groteske in 2 Akten. Gasherde Junker & Rnb — (vagaenau tn flrönter Auswahl Wolf Mer, Mom. 35 Erleichterte Zahlungsbedingungen- Auf Wunsch Ratenzahlungen. Lichtspielhaus, Bahnhofstr. 34 Ab Sonntags den 2. Januar Die große NeujahrsUberraschung An der schönen blauen Donau Der schönste und erfolgreichste Film seit Bestehen der Lichtspielkunst. Ein Film vom Wiener Watzer. Ein Film vom Wiener Lied. Ein Film von Wiens schönsten Frauen. 10708c Dirti Set । ju den u den %atu K bet ö so l*n ^nmit ^ollanb^ reisend« 1 ihnen gt1 formen u Ann öü Schmuck" Mr zu dentalen I »der tot. schien Alaitslrei wngetL « iS Smit M und "chrn w, werden. [ Albern, M mit {feiten j> Me. di. Uannvn aerne e(h gleich h ^nUrj Honte letzter Tue: —Balletlmädeis Ab morecn bin elnBchlioßllch 1. Januar: Junges Blut Die Llebestrasödie eines Siebzehnjährigen, ß Akte In den Hauptrollen eine Kette erstkl. deutscher Darsteller, u. a. Lya de Pnttl, Grit Haid. Angelo Ferrari. Walter Slezak. Mar a Reisenhofer. Karl Elzer, Emil Heyse. «»rete Mosheim, Julius Falken Dl' e. »o*’61 Her $ *-ir(h den r/M dr- nilfi W AcseSung! grisss' oniuelma; ten auch / Aalwnalse Südtirol ' kreuzten 2lban-^' treten: ”, n M 1 u hif runis an Tripolu machte tat Oesterreich/ durch stren ürsel zu v° Zustandes^ für beide mancher ' zu erhalt veil wir Fürst 2ls Freili (wischen ' stand nict gcwannen sobald sei EnNoicklm Ho wurde fische Zoll tnbel. und Derfköndig gefundene Franzosen Hand in 1 Holzversteigermig der Gemeinde Wistmar. Samstag, den 8. Januar 1927, bei Wirt Wolf von 10 Uhr vormittags an. Distrikte 26, 27, 32 Kaltenbach. Eiche: 12 rm Scheiter und Knüppel, 2 rm Stöcke, 12 rm Reiser. Buche: 804 rm Scheiter und Knüppel, 48 rm Stöcke, 1291 rm Reiser. Distrikt 37, Kreuzheck. Fichte: 874 Derbstangen. Distrikt 17, Asselbach. Fichte 15 rm Knüppel, 25 rm Stöcke, 150 rm Reiser. Distrikt 19b, Reusiing. Buche: 9 rm Knüppel, 500 rm Reiser. Bedingungen werden im Termin bekannt gegeben. Krofdorf, den 28. Dezember 1926. Der Bürgermeister. Brockmeier. 10738D j Vereine | Hubertus heute: I07I0Q Hessischer Hof. Mr Landwirtschaft und auch für andere Zwecke geeignete Räume (bestehend aus grofier Scheune, StallgebLude, 2 Bureau- iflumen) in Butzbach günstig zu vermieten. — Interessenten wollen schriftliche Angebote unter 107300 an den Gießener Anzeiger einreichen. Lichtspielhaus __BahnhofMraCe 34 ____ Konsum-Verein Gießen und Umgegend e. G. m. b. H. Unser beliebter Kaffee 3.40 4.00 4.40 Nächste Anfuhrstattvn für Eichen und Fichten Bischoffen, 10 km, für Grien Wetzlar, 10 km. Die Gebote sind losweise in vollen 10 Pfennigenfür 1 Fstm. verschlossen mit der Aufschrift „Holzverkauf 15. Januar 1927" mit der Erklärung abzugeben, daß Käufer dte Holzverkaufsbedtngungen a s bindend anerkennt. Zahlungstermine: 30% innerhalb 14 Tagen nach Erteilung des Zuschlags, 20% am 15. März, 50 /o am L> September 19-7. Im übrigen gelten die allgemeinen Bedingungen der Hessischen Submissionsgesellschaft vom 9. November 1925, welche auf der Oberforsterei eingesehen werden können. Gebots- öffnung am 15. Januar 1927, 10 Uhr vormittags, auf der Oberförsterei. _ 100<0U Weiter empfehlen wir unsere diversen Liköre und sonstigen Spirituosen BssonderesAngebot (Preisabschlag) Zervelatwurst, I. Sorte 1.80 SkinMIW Haus Logifsland.lrühef Letabeim ö. Scholten an gu’er Ski- und Nodelbahn. Erstk'assiqe Unterkunft Pension von Mk. 5.— an | Telephon Schotten 10 | Los Nr. Forstort Holz- art Güte- Kl. Holznummer t II Stärke-K III lassen IV V VI Summe et. Fstm. St. Fstm. St. Fstm. St. Fstm. St. Fstm. St. Fstm. St. Fstm. 1 2 Scheuernwald Abtlg. la la Eichen A B 1—8 9—16 3 7 2,76 5,29 5 1 5,26 1,57 8 8 8,02 6,86 3 1b A 84—90 2 0,96 3 2,67 2 2,28 7 5,91 4 1b B 91—95 3 1,24 2 3,44 5 4,68 5 Helf'holz 10b B 36—39 3 1,24 1 0,62 4 1,86 13,80 6 12b B 40—64 15 6,86 9 6,12 1 0,82 25 7 13 A 69, 70, 74, 77—79 5 4,09 1 1,22 6 5,31 8 13 B 65—68 1 0,51 3 2,57 4 3,08 9 13 B 71—73,75,76,80,81 1 0,72 6 4,67 7 5,39 10 Windelbach 12 A 1,4,7, 11, 14, 16, 23,25, 5,79 1,56 12 10,62 29, 38,41,44 1 0,67 4 2,50 6 1 11 12 B 2,3,5, 6, 8—10,12,13,15 17—22, 24,26—28,30, 30 25,29 31,33—37,40,42,43 8 4,48 15 13,55 7 7,26 12 7 A 46—48, 50,51,55,57,63, 4,96 23,55 66,69,71—73,75,76 5 5,17 8 13,42 2 15 13 7 B 45, 49, 52—54, 56, 58—62 64, 65, 67,68,70,74, 1,12 19 21,45 77,78 2 1,53 10 8,51 6 10,29 I 14 3b A 80, 81 I 0,64 1 1,32 1 3 2,90 B 79 1 0,94 i 35 15 Helfholz 13d xrlen A 1—35 15 3,42 17 8,12 3 1,49 13,53 16 Annewald 4 A 1—14 3 0,84 9 5,73 2,64 14 9,21 Derbstangen lLtüä ) 17 Eichelsberg 1b Fichten N 1—3,5—13,15—22, 24, 25, 27—33,35—46, 1299 60,99 48—52, 54—60, 62, 63 | 155 424 720 l Nr. 364 Zweiter Blatt Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für GberWen)Mittwoch, 29. Dezember 1926 Virtuosen des Schmucks Die letzte Erneuerung der Dreibundes im Jahre 1912. Von Dr. Gustav Roloff, v. Prof, Der Geschichte cm der Universität Dietzen. Der Dreibund war im Jahre 1332 entstanden durch den Anschluß Italiens an die Mittelmächte, die sich drei Iahrc zuvor zur Vrrtti'i.iung gegen einen russisch-französischen A igri s zusammeng:- schloslen halten. QDa8 Italien hierzu bestimmt chatte, war der Gegensatz zu Frankreich im Mittelmeer. inSbesorrdere in Rerdafri a Die lranz. Besetzung von Tunis im Jahre 1831, das Regierung und Volk in Italien längst als ihre natürliche Kolonie betrachtet halten, zerriß für lange Zeit dos Tischtuch zwischen beiden Rationen HandelSschwierigleiten kamen hinzu, so daß Italien mü der Möglichkeit eine- französischen Angriffs rechnete, gegen den es allein bei den Mittelmächten Schutz finden konnte. Freilich kehlten auch Gegensätze zu Oesterreich, dem früheren Aationalfcinde, nicht. Die Irredentisten begehrten Südtirol und Triest, aus der Dalkanhalbinsel kreuzten sich die Interessen in Montenegro und Albanien Aber diese Frag n muhten jetzt zurück- treten; man brauchte die Anlehnung, und überdies konnte man hoffen, gestützt aus diesen Rück- Lalt, in anderen Kolonialgebieten einen Ersatz für Tunis zu finden, wobei inan in erster Linie an Tripolis und Abessinien dachte. Die Mittcl- mächle kamen den Italienern weit entgegen. Oesterreich-Llngorn war bereit, jeden Konflikt durch strenge Zurückhaltung auf der Valkanhdlb- insel zu vermeiden: die Erhaltung i S bestehenden Zustande- wurde hier die politisch.' Richtschnur für beide Teile, So gelang es. den Dreibund trotz mancher inneren Differenzen als Friedenshort zu erhalten: .Wir kommen immer zusammen, weil wir auseinander angewiesen sind," sagte Fürst Bismarck im Jahre 1895 Freilich eine tiefere Interessengemeinschaft »wischen Italien und seinen Bande-genossrn bestand nicht, die alten Gegensätze zu Oesterreich gewannen daher sofort wied.'r an Bedeutung, sobald jene anderen Momente durch ein« neue Entwicklung ausgehoben oder gemildert Warden, ©o wurde im Jahre 1893 der italienisch-französische Zollkrieg durch einen Handelsvertrag beendet, und drei Jahre später wurde so-gar eine Verständigung über die nordasrikanische Frage gesunden: Italien verzichtete darauf, Tunis den Franzosen streitig zu machen, und gab ihnen freie Hand in Marokko. Frankreich überlieh ihm dafür Tripolis. Frankreich hoffte hierdurch Italien zu gewinnen und fein Verhältnis zu den Mittelmächten zu lodern, und nicht ohne Erfolg: beide Mächte versprachen einander im geheimen (1932) strenge Neutralität, fall- die andere von einem ober mehreren Gegnern angegriffen werde. Es waren Verpflichtungen, die nicht dem Wortlaut, ober dem Geist deS Dreibünde- widersprachen und in Frankreich die Hoffnung erwedten, auf jeden Fall in einem deutsch-französischen Kriege auf Italiens Neutralität rechnen zu können. Die öffentliche Meinung in Italien begrüßte die Annäherung an Frankreich mit Freude und lieh bald Wünsche laut werden, um in der Dalkan- srage die strenge Defensive aufzugeben, auch die Irredento erhob wieder ihr Haupt. Zu den Mittelmächten wurden die Beziehungen merklich vihler. Der Dreibund wurde zwar immer rechtzeitig erneuert, aber stets unter Schwierigkeiten, und in Imernatlonalen Krisen stand Italien nicht auf der ©eite seiner Bundesgenossen. In der Marokkofrage z. V. im Jahre 1936 stand eS, gebunden durch daS Abkommen von 1932, quf der Seite Frankreichs, und in der Bosnischen Angelegenheit im Jahre 1908 rechnete man in Berlin und Wien gar nicht mehr auf feine Hilfe. Trotzdem fanden beide Teile ihre Rechnung noch in der Fortsetzung des Dundesverhältnisses: die Mittelmächte verhinderten, dah sich Italien ganz in die Arme ihrer Gegner warf, und Italien konnte als Dreibundglied von Frankreich gröbere Rücksicht erwarten, als wenn es allein gestanden hätte Dieser Umstand. dah auch zwischen Rom und Paris ein volles Vertrauen nicht bestand, wurde namentlich von Bedeutung, als sich die italienische Regierung im Sommer 1911 entschloß, Tripolis dem Sultan zu entreißen und es zur italienischen Kolonie zu machen. Wie der italieir.sche Bot- schaster in Wien sagte, fürchtete man. Frankreich werde nach der völligen Unterwerfung Marokkos Ter Schmucksinn und der Festgeist gehören iu den Urtrieben der Menschheit und sind bei den Naturvölkern häusig viel stärker entwickelt als bei den ob ihrer Vergnügungssucht und Eitelkeit so viel gelästerten Kulturmenschen. Unter den Primitiven aber zeichnen sich wieder durch «ine ganz einzigartige Ueppigkeit der Aue schwül- kung und der Festlichkeiten die Marindincsen aus, die Bewohner des südlichen Küstengebiets von Holländifch-Neuguinea. Ter bekannte Forschungsreifende Tr. Paul Wirz, der lange Zeit unter ihnen gelebt Hal. erzählt von ihren Schmuck- formen und Festen wahrhaft erstaunliche Tinge. Wenn die Marind-Männer und -Frauen .neuen Schmuck" anlegen, so haben sie damit sehr viel mehr zu tun, als die eleganteste Modedame. Sie bemalen sich von Kopf bis zu Fuh völlig schwarz oder rot. Die Haare werden zu kleinen 3öpfd)cn geflochten und dann mit zusammengedrehten Dlattstreifen oder anderen P lanzensasern verlängert. Ticse Haarverlängerungen werden ebenfalls mit Ocker oder einem schwarzen Brei gefärbt und gesalbt. Die Feste, die bei allen möglichen Gelegenheiten sehr zahlreich begangen werden, beginnen mit einer Känguruh-Jagd, die die nötigen Festbraten liefert. Die Männer erscheinen in ihrem Zestschmued in wesentlichen unbekleidet, aber mit um die Brust gekreuzten Bändern, mit reich verzierten Gürteln um den Leib, mit Ringen um Arme und Beine, mit breiten Halsketten und Rasenpflöcken. Die Ge- sänge, die angestimmt werden, sind ein tiefes, unharmonisches Gemurmel, das aber aus der Ferne etwas Ergreifendes und Unergründliches zugleich hat. Das Gebrumm schwillt fortwährend an und ab; daS Tempo wird rascher und rascher, hastiger dröhnen die Trommeln, und bald hort man nur noch ein dumpfes Keuchen, begleitet vorn raschen Auf- und Niederwiegen der von Oel und Farbe triefenden Körper und der mit reichem Federschmuck gezierten Köpfe. Die Erwachsenen tragen eigenartige und schwere Sinnbilder sein Versprechen von 1932 vergessen und selbst die Hand nach Tripolis ausstrecken. Es galt daher, die Ernte heimzubringen, solange sie noch frei war. und gegen eine etwaige Störung durch Frankreich gab es keinen besseren Schutz als den Dreibund! ja, es schien angezeizt. den Vertrag, der 1. Iuli 1914 ablief, schleunigst über diesen Termin hinaus zu erneuern, um der Du:wes- genossen für lange sicher zu sein, falls aus der nordasrikanüchen 2ngelegcnh:it eine neue Aera der Feindschaft mit Frankreich hervergehen sollte. In dieser Erwägung regte die Italien.sche Regierung im Juli 1911. als sie die erster! Vorbereitungen zur Expedition nach Tripolis traf, eine möglichst schnelle Erneuerung des Bündnisse- ohne Aenderung an und fand in Wien wie in Berlin bereitwilligst Zustimmung. Aber ehe alle Förmlichkeiten beendet waren, begann Italien den Krceg gegen die Pforte und bemühte sich nun. des grundsätzlichen Einverständnisse- mit den. Verbündeten sicher, die Unterzeichnung hinauszuziehen: es hoffte, durch die Verhängungen über den Abschluß die Mittelmächte zur Unterstützung feiner Forderungen an den Sultan zu bestimmen. Diese Verzögerung rief eine schwere Krisi- hervor. In Oesterreich erhob sich eine starke Opposition gegen die Fortsetzung deS Bundes» derhältniffeS. Riemand geringeres alS Conrad v. Hoetzendorsf, der Ehef des Genenrlstabes. machte gellend, dah man auf Italien nicht mehr rechnen dürfe: es fei unter der Maske eines Verbündeten der geschworene Feind Oesterreichs und sinne auf seine Zerstörung, um es in Tirol und am Balkan zu beerben. Nach der Eroberung von Tripolis werde es seinen Heber- tritt ins Lager der Feinde vollziehen. Um nicht die Schlange am Dusen weiter zu nähren, solle man das unfruchtbare Bündnis aufgeben und anstatt feiner ein besseres Verhältnis zu Ruhland suchen. Auch den Gedanken eines Präventtv- krieges unter Benutzung der augenblicklichen ita- lienischen Schwierigkeiten lehnte der General keineswegs ab. Da auch die Presse hüben und trüben gereizte, ja gehässige Artikel über die Gegensätze in Südtirol und Albanien brachte und die Truppen an der Grenze einander nahe gegen- überftanben, so lag ein Zwischenfall nicht anher dem Bereiche der Möglichkeit. „Eine u.nvorher- gcsehene Wendung im italienisch • türkischen Krieg," schrieb der Botschafter v. Tschirfchky in Wien an den Reichskanzler (23. November 1911), „ein Zufall an dec Grenze, eine Beleidigung der österreichischen Flagge bei irgendeinem Anlasse in Italien, brauchten nur einzutreten, um das Pulversah zum Explodieren zu bringen und eine völlig neue Lage zu schaffen." In dieser S'tua- tion bat der Leiter der österreichisch-ungarischen Politik, Graf Aehrenthal. in vollem Einverständnis mit Dethmann Hollweg alle kriegerischen Gedanken abgetoiefen und am Dreibund fest- gehalten. In der $at waren Conrad politische Ideen utopisch: Auhland, das unter dem Druck der panstawistischen Strömung die Zertrümmerung der Donaumonarchie erftrebte und feit Jahren eine geheime Wühlarbeit in ihren slawischen Provinzen betrieb, zu gewinnen, war unmöglich: wenn das so leicht wäre, wie Conrad glaube, sagte Aehrenthal, hätten eS Kaiser Wilhelm und Kaiser Franz Josef mit ihren vereinten Bemühungen langst fertig gebracht. Kaiser Franz Joses trat seinem Minister zu lebhafter Befriedigung der deutschen Regierung bei und gab Conrad den Abschied, um keinen Zweifel an feiner friedfertigen Gesinnung aufkommen zu lassen: eine grobe Versuchung war von den Mittelmächten damit bestanden. Die Verhandlungen mit Italien gingen freilich den bisherigen schleppenden Gang we'ter, zumal die Besorgnis vor Frankreich sich In Ram milderte, als die Entente der Erwerbung von Tripolis nicht widersprach, vielmehr ib~e Bemühungen um Italien eifrig fortsehte. Erst eine neue Abwandlung der internationalen Lage durch den Angriff der Bnlkanstaaten auf die Türkei im Herbst 1912 brachte di: entscheidende Wendung. Dieser Fri:densbruch bestimmte allerdings ben Sultan zum Frieden mit Jtal en unter Preisgabe von Tripolis, aber er brachte für Italien die Gefahr, daß de siegreichen 'Balten- Haben alle türkischen Provinzen eroberten und bis zum Adeiet schen Meere vordrangen. Nicht nur die Hoffnungen auf eine später? Erpansion auf der Balkanhalbinsel wurden hierdurch durchkreuzt. auch die italien sche ©eeherrschaft auf der Adria war gefährdet. Ebensowenig konnte für Oesterreich d.e Annexion Albaniens d-rch Serbien erwünscht fein, be de Bundesgenossen fanden sich daher unter eifr ger Vermittlung Deutschlands wieder zusammen: nirgends belfer als auf dem Boden de- Dreibundes konnten Jie zur Beschrä: k utg der weitgehenden Crobe.ungS- abfichten ce.bi.nd z fammento neu. Utter dem Druck der türkischen Ri.d.-r.age kam endlich die Verlängerung des Dündnistes im wesentlich n aus Grund der alten Desttmmungm am 5. Dezember 1912 zustande. Der neue Betrag sollte nach Ablauf des bestehenden am 8. Juli 1914 in Kraft treten und bis 1923 Geltung haben: falls er ein Jahr vorher nicht gekündigt war, sollte er automatisch bis zum 8. Iuli 1926 we lerlaufcn. Die Orlcntfrage. d.e wichtigste politische Frage der Zeit, hatte also noch einmal d e aus- einanbcrftr.ber.ben Verband ten jin.r.engcbal- tim. Die bevorstehende Schluhprb .k:1u>n deS A Swärttgen Amtes über d.e Große Polit ck vor dem Kriege wird nun ze gen. ob die Hossn:nz, von der man in Berlin und Wen auSgmg. hast der Abschluh ein vertrauensvolle- Zu'anmen- arbeiten bei der Liquidation deS Da'.kankriegeS ermöglichen und der Bund sich abermals als FriedenSdvrl bewähren werde, in Erfüllung gegangen ist. Moderne Ernährungsprobleme. Neue Ergebnisse der Vitaminforschung. Da hat kürzlich daS Junggcscllenleben einen recht interessanten Beitrag zur Phyfiolog e der Ernährung gebe ed. Wer darauf an getrieben ist, tagtäglich im Restaurant Mittag zu essen, der hat sicherlich schon die Erfahrung gemacht, daß das Gasthaudessen nicht ordentlich ..vorhält". Woher kommt faß? Würde man sich beim Wirte etwa darüber beklagen, so bekäme man höchstwahrscheinlich zur Antwort, es fei Einbildung, denn fein Essen enthielte durchaus die nötigen Mengen an Fleisch, Kartoffeln, Gemüse und Fett und er fei überdies eifrig bemüht, eS fo schmackhaft zu machen wie möglich. Nun ist aber ein deutscher Forscher (Friedberger) dieser Erscheinung, die er am eigenen Leibe kennen gelernt hatte, mit den Mitteln eines Sier- experirnentes zu Leibe gerückt. Ihm schien nämlich der Hauptuntersch cd zwischen der häuslichen und der gastwirtschaftlichen Kost in der Dauer deS Kochprozesses zu liegen. Und fo hat er denn Ratten mit zwei verschiedenen Kostarten ernährt, die sich lediglich durch die Kochdauer unterschieden. Dabei ergab sich ein merkwürdiges Resultat: Die mit kurz gekochten Spesen gefütterten Ratten fraßen viel weniger als die andern und nahmen trotzdem weit rascher und stärker in ihrem K örp e t - g ew ich t z u , woraus folgt, daß kurzgekochte Speisen den langgekochten im Nährwert überlegen sind, well offenbar langes Kochen die Speisen ungünstig vecände.t. Für die Hausfrau gerügt es, hieraus die praktische Konsequenz zu ziehen und unter allen Umständen dafür zu sorgen, daß eine Speise n i ch t länger gekocht wird a l S nötig. Für den Forscher genügte das nicht und so hat man denn eine doppelte Ursache für diese Erscheinung sestgestellt: Einmal wird durch jedes Kochen das Eiweiß der Nahrung ein wenig geschädigt, fo daß fein „Anschlagewert" sich verringert, und zum anderen zerstört der Koch- Pro,eß leichtlich die Vitamine. War früher das alte Dolkswort „Der Mensch ist was er i ß t", auch für die Wissenschaft einigermaßen in Geltung, fo ist das heute doch wesentlich anders geworden. Zunächst einmal gibt es die merkwürdigsten Abhängigkeiten der Nahrungsmittel voneinander. Gewiß dient vorzugsweise das Eiweiß zum Aufbau des Organismus, denn unser Körper besteht ja zum großen Teile auS Eiweiß, und daS „Protoplasma" der Zelle, (unseres Baustein- chenS also, unsere- .EleinentarorganlSmus") Ist ja zum größten Teil nichts andere- als Eiweiß. Aber trotz alledem ist cS keineswegs etwa möglich, den Eiweißansatz beliebig dadurch zu steigern, daß man die Ei- weißzufuhr In seiner Nahrung vermehrt. Sondern es hat sich vielmehr gezeigt, daß nur eine bestimmte Beigabe von Ko.)lehydrctte.i (also von mehl- oder zuckerhaltiger Nahrung) und Fett dem Körper die Auswertung dieses Mehr an Eiweiß ermöglicht. Oder, um e ne andere wichtige Feststellung ähnlicher Art zu erwähnen: Der Zuckerkranke hat keineswegs etwa nur den Zucker ober dessen Vorstufen (eben jene Kohlehydrate) zu fürchten, sondern es ist durchaus nötig, ihm auch das Eiweiß und Fett in bestimmter Weise ärztlich zu „rationieren“. Denn auch diese Stosse beeinflußen die Zuckerb.ldung im Körper, ihre Mengen sind deshalb alles andere als gleichgültig für daS Befinden des Kranken. Heutzutage nun, da sich so manche Dame ihr Dubiköpschen darüber zerbricht, wie es möglich fein wird, daS ..Iß gut und bleibe schlank" in die Tat umzufetzen, stehen all diese Emäh- rungsprvbleme ja wieder im Vordergrund deS Interesse-, Jede- Kind lernt bereit- in der Schule, daß die Nahrung im Körper verbrannt wird, d h., sich mit dem Luftfauerstofs chemisch vereinigt, um schließlich nur Kohlensäure und Wasser alS Spuren zu hinterlassen. Und wer lediglich einen Anhalt dafür haben will, ob die ausgenommene Nahrung ihn hinf:cht ich feiner Körperfülle gefährdet, für den genügt es tatsächlich, sich mit diesem .Brennwert" seiner Mahlzeiten zu befassen. Denn fo ist er vollauf gerüstet, um neben dem beim 5-Uhr-Tec beliebten Meinung-au-taufch üb?r Gymnastik (mit cotL praktischen Vorführungen, denn auch der Tanz ist ja schließlich eine Art von Gymnastik) beim Diner dem nicht minder geschätzten Ka- lorlen-DesellschattLfpiel zu huldigen. Aber es gibt für die Praris der HauSfrau und Mutter mancherlei andere Situationen, in denen Die alte „kalorische" Betrachtung unserer Nahrungsmittel doch nicht mehr ausreicht. Die Vitamine z. D. haben überhaupt Linen Brennwert, auch kann man keineswegs davon sprechen, dah der Körper sie etwa .ansetzt“, d. b. ihre Substanzen zum Ersatz feiner cl-jenen benutzt. Denn ihre Menge ist hierfür viel zu gering: sie sind minimale Substanzen von unbekanntem chemischem Ausbau und gehören lediglich zu den .Betriebsstoffen" unseres Körpers. Trotz alledem spielen sie eine führende Rolle! Die Geschichte der Medizin ist nicht unabhängig von der Weltgeschichte: Wer bei un- früher über Ditaminkrcrnkheiten berichten wollte, der muhte von fernen Ländern erzählen, bei der tropischen Reiskrankhcit, Dem lehrreichen .Deri-Beri", von fernen Seefahrten, wo auf Den Schissen „Skorbut" au-brach (den man in diesem Fall als Salzfleisch- oder Konservenkrankheit bezeichnen koimte). und von dergleichen mehr. DaS ist heute anders geworden, Demi auch unS hat die Hungerblockade die .Aaitarninosen“ kennen gelehrt, jene seltsamen Krankheiten, denen nichts andere- zugrunde liegt, als eben Der Mangel an Vitaminen. Und von der .RHachitiS“, (der englischen Krankheit), die ja bekanntlich ebenfalls zu dieser Gruppe gehört, wissen die lüft- und lichtlosen Massenquartiere der Groh- stadt mit der erbarmungStoür 'igen Ernährung ihrer Jugendlichen auch in diesen Sagen noch Trauriges zu erzählen. Aber die Rolle Der Vitamine ist anscheinend Keineswegs aus einzelne Krankheiten beschränkt, sondern weit größer: Ile betrifft daS Gebiet der gesamten Wissenschaft der Ernährung. Deshalb arbeiten Die Laboratorien der ganzen Welt heute emsig an der Erforschung der Vitamine ut> es fehlt nicht a;t Resultaten. Die geeignet sind. Die Aerzte wie auch Die Laienwelt zu frappieren. Ein Beispiel: In sämtlichen Magazinen, in sämtlichen illustrierten Blättern sieht man in letzter Zeit daS gleiche reizende Bild: Unter den milden Strahlen der „künstlichen Höhensonne" liegt lächelnd ein munterer Säugling. Ec zeigte Anlage zur RHachitiS und wird nun auf rasche und schmerzlose W ise geheilt. Aocr waS hat denn das mit Den Vitaminen zu tun, wird man fragen. Kann diese Bestrahlung Denn Vitamine erzeugen? Und die erstaunliche Antwort heiht: Jawohl, sie kann es! Sie regt offenbar Die Haut Des Kleinen zur Vitaminbil^ung an, fo dah er auf diese Weise erhält, waS ihm fehlt. Aber damit ist des Staunens noch nicht genug, es kommt nach weit besser. Die Behcnllrlung auf Dem Kopf. Da sieht man Vogel mit weit ausladenden Schwingen, mächtige Fische und Krokodile. Boote und Knk-spalmen. Die an langen biegsamen Latten über Den Köpfen hin- unD herschwan'en. Die wia-ligste Rolle aber spielen bei diesen Zeremonien die „Tema", halb tierische oder pflanzliche, halb menschliche Wesen, die die dämonenhaften Vorfahren der Marindincsen vcr- körpern. Diese phantastisch gelleideten Gruppen führen Szenen auS den Mythen au*, an denen die Phantasie der Marindinesen so auherordent- lich reich ist. Ihr Kostüm seht sich mit Dem übrigen Schmuck wohl aus 103 verschiedenen Stücken zusammen. Der Mensch verschwindet vollkommen unter der grotesken und verwirrendem ©chmucklast, die ihn umgibt. Die Sema-Figuren tragen bunte Faserfchur e: Brust, Rü en und Lenden sind von ausgeschnittenen, mit roten, blauen, weißen und blauschwarzen Samen beliebten Figuren bedeckt, die Tiere oder Pflanzen Darftellcn. Die Arme und Hände sind in derselben Weise verhüllt, und das Gesicht bedeckt der sog. Daten), ein orangefarbener Vogelbalg, auf dessen Rücken wie Strahlen Der Sonne Paradi es vogelsedern befestigt sind. Heber dem Haupt wölbt sich ein riesiger gitterartiger Fächer, Der wie ein schneeweißer Strahlenkranz beständig zittert. In Den Haarverlänaerungen steckt ein mehrere Meter langer elastischer Stab mit einer Feder an der Spitze, die bei jeder Bewegung hin- unD herschwingt. Die Dema werden durch Totenembleme unterschieden, die sie auf Dem Kopf, Dem Racken oder Rücken tragen.- Man kann einem Dutzend solcher Feste beiwohnen und fi > de: doch stets neue Gestaltet, di: aus der unerschöpflich rc chen Sc..muckrhantasie ausgestattct werden. Tics: Darsteller führen nun in Umzäunungen. Die wie ein Freilicht-Theater angelegt find, mythologische Szenen auf. So stellt Der Meer- oder Wellendema mit einer Schildkröte auf Dem Rücken und einer mächtigen Trommel in Der Han) eine Sturmflut Dar, indem er Kinder. Die auf einer Dank sitzen, plötzlich zu Boden wirst. Ter ©torch-Dema erhascht in einem merkwürdigen Tanz einen Fisch: „Der Känguruh-Dema wird von Dem Dogen-Dema verfolgt und erlegt usw. Tie großartigste Figur aber i'l Die, Die das „Gari", einen ungeheuren Tan?schirm, trägt. Ciese Gestalten erscheinen in unheimlicher Größe in der Ferne am Strand, nä.;ern sich unter dumpfen Trommelschlägen, stampfen in wilder Erregung mit Den Füßen und bewegen die ungeheuren Fächer hin und her. die sie auf den Racken und Splittern tragen. Alle diese Kostüme verraten einen feinen Kunstsinn, Der Dem Ge- schmack dieser Virtuosen des Schmucks daS beste Zeugnis audftellt Shaw contra Weihnachtsmann. Shaw. Der große Kritiker, dessen Urteil vor nichts Halt macht, betrachtet auch das Weih- nachtssest mit skeptischen Augen, und er hat sich einem Berichterstatter des .Daily Expre >“ gegenüber unverhohlen gegen Den Weihnachtsmann ausgesprochen. So unweihnachtlich auch dieser Ton in die allgemeine Feststtmmuna hineinklingt, fo Dürfte er doch im Herzen manches stark .erleichterten" Fami ienva.ers ein Echo finden. „Auch id> muh in irgendeiner Weife Weihnachten feiern“, erklärte „G. D. 6." seufzend, .aber lieber wär's mir, ich brauchte es nccht. Man muß eben mit Den Wölfen heulen. Man kann nichts Dagegen machen. Sie Geschäfte Der Kaufleute hängen fo vielfach vom WeihnachtS- umfay ab. und wir sind die Opfer. Der Weih- nachtsrummel ist zu einem schrecklichen heidnischen Karneval ausgeartet. Ich habe übrigens nichts gegen das Heidnische," fügte er begütigend hinzu. .Im Gegenteil. Ich will auch nicht mit dem Weihnachtsmann mich herumstreiten: rch würde ja doch den kürzeren ziehen. Aber ich denke, man foLte die Weihnachtsstimmung über das ganze Jahr verteilen Es mag ja natürlich manche Familien geben, Denen es Das ganze Jahr so schlecht geht, daß sie wenigstens zu Weihnachten vergnügt fein wollen. Ich bin es auch sonst. Ich erinnere mich, daß vor 23 oder 33 Jahren von dem Sekretär einer Gesellschaft Propaganda für die Abschaffung des Weihnachtsfestes gemacht wurde, und ich meine, wenn der -Daily Expreß" diesen Feldzug auf nehmen wollte, würde et die beliebteste Zeitung in der ganzen Welt werden ...“ Frankfurter Theater. In Frankfurt am Main spielt man eine neue Oper alten StilS. .Sie Lästerfchulc" von Paul von Kl en au. Die hier zur Uraufführung kam, wirst allen Ballast moderner Jnstrumental- technll mit kühnem Schwung über Bord. Bewußte Verleugnung all r Klangerrungenschaften, um einzig und allein Der Mllodie und Der ursprünglichen Trägerin alle- Opernschaffen-. der Gesang-stimme, zu Dienen. Klenau ist kein Originalitätssucher. Konsequente Ein'achbeit ist l;m Siilprinzip, und so gibt er in seiner Dr:laft gen komischen Oper meloöisch anspr.-chen e Tonstücke, Arien, Daette. wohlklingende Ensembles. Die um ihrer selbst willen da sinD und zeitgemäßer psychologischer Illustration de- tertlichen VrrwurfS absichtlich aus dem Wege gehen. DaS Libretto stammt auS Der Feder von Rudolph Stephan Hoffmann und hat Sheridans alte Sltten- komödie .The School for Scandah“ zur Grundlage. Es kommt Der Absicht de- Komponisten mit leichtflüssigem Versbau entgegen, mehr entgegen alS der eigentlichen Bühnenwirkung Ein alter Onkel au- Indien schneit in di? wühlen c Lästergesellschaft hinein, entlarvt die Heuchelei und belohnt den gutbenigen Leichtsinn. Sie fttsche und vor allem gesanglich vorzügliche Aufführung mit Pcrmann, vom Scheidt, Jager und Deinw Ziegler, s toi? Den Samen Friedrich, Kern und Böhnicker in den Hauvt- rollen sicherte dem Werkchen freundlichen Erfolg. Krauß Dirigierte mit Glan. Waller- ftein gab Dem szenischen Rahmen, zu lern Ludwig Siewert farbenr ich? Dil e: geschahen hatte, wirksames Gepräge. Der anwesende Komponist wurde mit Den Sängern und den Leitern Der Aufführung zum Schluß mehrfach gerufen. X 27 ftortleßung ‘Jlüdibrurf verboten Oberhessen. Landkreis Gießen. OerFrofch mii derMaske Roman von Edgar Wallace. Wies eck, 28. Dez. Den Hauptgottes- tienft der Weihnacht am ersten Christtag verschönte der Frauenchor, dem die definitive Anstellung seines Dirigenten, Lehrer Stoll, die Aussicht gibt auf eine glückliche Weiterentwicklung unter kunstverständiger Leitung. Im Mittelpunkt unserer ,L i ch t e r k i r ch e" stand das kirchliche Weihnachtsspiel .Der Zug zur Krippe", das Pfarrer Glock, Mainz, früher in Äumpertenrod, aus Dichtungen Karl Grrvcks zusammengrstollt hat. In die Einübung hatten sich Lehrer Schneider und Pfarrer Sattler geteilt. Kinder der Kinderkirche und Konfirmanden beteiligten sich an dem kirchengemahen, nicht bühnengeinähen, Spiel. Ein Peter Corne- liuslied von Mädchen der Iugen dvereini- Das Grenzdeutschtum ist gewiß durch die Jahre der Rot in dieser Beziehung geläutert warve-r, aber die Gefahr einer neuen Zersplitterung muh erkannt, um desto ehn: überwunden zu werden. „ . Auch auf reichsdeutscher Seite ruft der ostvberschlesisch: Sieg nach Auswertung. Aus diesem spricht das Vertrauen der Obr fchle.mr beider Zungen zum d utschrn Wiederaufbau. Sic sehen die Verwahrlosung und den Aieder^ang östlich der neuen Grenze und anderseits das Aufblühen der westobrrschlesischLN Städte und Dörfer. Die neu:n Etrahen», Schul- und Dahnbauten, die im letzten Jahr anjdegten Parks Turn- und Spielplätze, die wieder zunehmend- Reinlichkeit und nicht zuletzt die d.-utschr WohTTU.ngsfur- sorge waren Schrittmacher für dir deutschen Wahllisten hinter der Grenze! Hier muh plan- mähig und grobzügig weiterg e a^r beite t werden, damit endlich wenigstens ter Durchschnitt des Deutschen R iches eingehvlt wird. Denn noch ist Westoberschlesien die Provinz der größten Kindersterblichkeit, b-t höchsten Sa^al stossenbele- gung, der stärksten Verbr.itung der Tuberkulose und der höchsten Kriminalität, älnendlich viel muh hier noch geschehen, und zwar in ganz anderem Tempo! Das Sportprogramm der Reichsregierung zum Beispiel, welches für besonders fcrincente Bedürfnisse des Ostens 32 Millionen Reichsmark zur Verfügung stellt, siebt für Oberschlesien nur 8 Milliv'n-en vor. Das ist kaum ein Tropfen auf den büßen Stein und muh schnellstens ergänzt w reden durch einen groben Aufbauplan, der auf lange Sicht und mit ausreichenden Mitteln d'.e er'orderlichrn Dahnen, Strahen. Kraftleitungen Schulen. Krankenhäuser, Parks usw. Vorsicht und der vor allem auch den arbeit- und leömsprndenten Großschiff- fahrtsweg von der Oder in das Gleiwitz-Deu- thener Industriegebiet umfaht. Wrstoberschlesien muh ein Schmuckkästchen Werbin, das noch ganz anders als bisher zu den adzetrrnnten Oswberschlesiern beider Zungen einladend hinüberlugt. stlnd noch in dritter Hinsicht muh der vft- oberschlesisch.e Wahlsieg genützt werden. Eine Kernfrage des ganzen deutschen Volkes innerhalb und auherhalb der Reichsgvrnzen haben die Polen durch ihre Mahnahmen berührt, welche die „Woiwodschaft Sch'esien" aus ter Zusammenlegung des von Preußen abgetrennten Gebietsteils mit dem polnisch gewordenen AiteU des früheren O este r r e i chi s ch- S chle s ieN schufen. Königshütte und Kattowitz stehen toieter wie vor 1742 in Schicksolsgemeinschaft mit den österreichisch gewesenen deu'.s Städten wie Bielih und Teschen. Kleindnrtfch und öfterreichisch-deut'ch, die sich vielleicht nirgends so auseinander entwickelt hatten wie an d:r schlesischon Grenze, wurden vereinigt und to?r'en durch den polnischen Druck zu Trägern des grohdmtschen Gedankens. Ganz ähnlich liegen ja auch an der schlesischen Ecke die Verhältnisse diesseits und jenseits der alten österreichischen Grenze. Hier wie dort wurde eine national amorph« deutschslawische älebergangsbevölkerung unter Anlehnung an den deutschen Kultuickveis einem groben Aufstieg entgegengeführt. Di« polnische Annexion konnte diese Entwicklung hemmen, aber nicht verhindern. Das zeigt erneut der jüngste Wahlsieg des deutschen Gedankens in der .Woiwodschaft", deren grohdeutscher Einschlag den Aufbauwillen und die Arbeitsfreude überall beflügeln sollte, wo Deutsche für den Volksdeutschen Staat am Werke sind. Die oberschlesische Frage. Don einem Oberschlesier. Der deutsche Wahlsieg in dem an Polen überantworteten Ostoberschlesien hat blitzartig die Finsternis der polnischen Rationalitätnrbehand- lung durchleuch'.et und aller Welt klar gezeigt, wohin sich die oberschlesisch: Bevölkerung beider Zungen in ihrer gewaltigen Mehrheit sehnt. Der berüch itte polnische Terr-r konnte wohl Einzel- ergebnisse, besonders au? dem flachen Cante, beeinflussen und umbeuten, aber nicht die deutsche Grundeinftellung drr ganzen .Woiwodschaft Schiefien" verschleiern. Vergebens hatten die Polen Jahr um Jahr die Wahlen hinaus ^sch^ ben, deutsche Wahlversammlungen verhindert, die deutschen Aufrufe zerrissen, deutsche Zettelver- tciler mißhandelt, die deutschen Wahlbewerber um ihr Brot gebracht, in einem Fall sogar ein Sprencstoffattentat verübt. Richt einmal die schon so häufig erfolgreichen Drohungen mit Deutschen- Po7,romen formten verfangen. Die Deutschen er- hielten 335 Mandate, alle Polen zusammen nur 265! Insgesamt wurden rund 163 033 deutsche und nur 132 000 polnische Stimmen abgegeben, und dies trotz der Derträngung von über 100 000 Deutschen. So wurde schm bei einer einfachen Eemeindewahl unter polnischem Terror gestimmt, wie würde erst unter neutraler Aufsicht eine freie Volksabstimmung über die Heimkehr ins Deutsche Reich ausfallen? KorfanthS Wahlruf, daß diese Wahl ein .Tag des Gerichts" Über die Deutschen werden müsse, hat sich glänzend verwirklicht. Es war ein Tag des GerichlS. eS war die Härte ft «Verurtei- I u ng der polnischen Fremdherrschaft Über Oberschlesien. Den Sieg gilt «8 zu nützen. Zunächst in Ostvberschlesicn. Die Deutschen müssen die Führung der Geschäfte in den Gemeindeverwaltungen, die ihnen durch die Polen rechtswidrig entzogen war, entsprechend ihrer Stärke zurückerhallen: Wo sie die Mehrheit haben, beanspruchen sie daS Amt des Stadtverordnetenvorstehers, vor ollem aber müssen die städtischen Bureaus wieder anfangen, rein sachlich: Arbeit zu leisten, und das ist nur möglich unter ausgiebiger deutscher Mitwirkung. Die sprichwörtliche .polnische Wirtschaft" war an ihren Früchten zu erkennen: auch die deutsche Sachlichkeit und Solidität wird • sichtbare Ergebnisse aufweisen müssen, damit das Vertrauen ber Wähler gerechtfertigt und auch 1 im ostoberschlesischen Sejm eine deutsche Mehr- » heil erlangt wird. An Arbeitsmöglichkeit fehlt * es nid^t, und arbeiten können wir besser als , andere Völler und vor allem als die Polen. Eine Gefahr liegt eher in der deutschen Uneinig» leit. In Augenblicken wirklicher Gefahr, wir jetzt bei den oberschlesischen Wahlen, sbeht die uiv- gcUure Masse der Deutschen wie ein Mann zusammen, aber wie oft nach solchen Tagen haben dieselben Deutschen das. alles vergessen! „Wieviel Uhr ist es?" gab Elk kühl zur Antwort. Es war halb vier. Elk sammelte seine Reserven und zehn Minuten später entstieg vor der geschlossenen Tür des Caoerley Hauses eine kleine Gesellschaft dem Polizeiauto. Die Glocke rief ben Nachtportier, ber Elk sogleich erkannte. „Schon wieder ein Gasalarm?" fragte er. „Ich möchte das Mieterverzeichnis des Hauses sehen", sagte Elk und hörte, wie der Portier die Namen und Eigentümlichkeiten der Mieter barlegte. „Wem gehört der Häuserblock?" fragte ber Detektiv. „Er gehört den Bereinigten Maitlands. Jetzt hat Maitland auch das Haus des Prinzen von Caux in Berkeley Square gekauft und---" — „Bitte, bemühen Sie sich nicht, mir feine Familiengeschichte zu erzählen. Um wieviel Uhr ist Fräulein Bassano nach Hause gekommen?" „Sie war den ganzen Abend zu Hause, seit elf Uhr." „War jemand bet ihr?" Der Mann zögerte. „Herr Mailland war bei ihr, aber er ist bald wieder sortgegangen." „Sonst niemand?" „Niemand, außer Herrn Maitland." „Geben Sie mir Ihren Nachschlüssel." Der Portier weigerte sich. ,Lch verliere meine Stellung", bat er. „könnten Sie nicht klopfen?" ,D doch", meinte Elk. „Es vergeht kaum ein Tag, ohne daß ich jemandem bei der Verhaftung auf die Schulter klopfe. Aber ich möchte doch gerne Ihren Schlüssel haben." Elk hatte nicht daran gezweifelt, daß Lola ihre Türe von innen verriegelt haben würde, und seine Annahme beftätigte sich. Er läutete und cs bauerte lange, bevor sich ein Licht hinter dem Guckfenster zeigte und Lola im Kimono und Nachthäubchen erschien. „Was soll denn das heißen, Herr Inspektor?" fragte sie. Sie machte nicht einmal ben Versuch, erstaunt zu scheinen. „Nur eine freundschaftliche Disite. Darf ich herein- kommen?" Sie öffnete die Tür weiter, und Elk trat, von (Borbon und ben beiden Detektiven gefolgt, in die Wohnung ein. Lola ignorierte Dick völlig. „Morgen sehe ich den Polizeichef", sagte sie. „Und wenn er mir nicht volle Satisfaktion gibt, so bringe ich diese Sache in alle Zeitungen. Es ist unerhört, ,Hch habe etwas bemerkt, Hauptmann. Wenn Sie ein Vergrößerungsglas nehmen und Ihre Haut dadurch betrachten, io sehen Sie deren aeringfte Defekte, nicht wahr? Dieses drahtlose Telephon wirkt wie eine Art Vergrößerungsglas auf die Stimme. Sie hat immer ein klein bißchen gelispelt, was ich sofort bemerkt habe. Sie mögen es vielleicht nicht beobachtet haben, aber ich habe ziemlich fcharse Ohren. Sie kann das S nicht gehörig aussprechen. Es ist Immer so etwas wie ein Zischen darin. Haben 6ie das heute gehört?" Dick hatte es gehört und nickte stumm. „In manchen Dingen bin ich — wie soll ich sagen? — unfehlbar!* fuhr Elk fort. „Bei den Daten mag es vielleicht ein wenig hapern, zum Beispiel, wann Wilhelm der Eroberer geboren ist — übrigens habe ich selbst auf Geburtstage nie Wert gelegt! Aber Stimmen und Nasen merke ich mir. Unvergeßlich!" Sie durchschritten den dunklen Eingang von Äcotland Pard, als Dick im Tone der Verzweiflung jagte: „Natürlich, das war ihre Stimme! Aber ich hatte keine Ahnung, daß sie je bei der Bühne war. Ist ihr Vater vielleicht auch Schauspieler gewesen?" „So weit mir bekannt ist — hat sie doch keinen Vater?" war Elks zögernde 2üitroorL Und nun blieb (Borbon stehen. „Sind Sie wahnsinnig?" fragte er. „Ella Bennett hat keinen Vater?" „Aber ich spreche doch nicht von Ella Bennett!" sagte Elk. ,Hch spreche von Lola Bassano." Ein Schweigen folgte. „Ja, meinen Sie denn wirklich, daß Lola gesprochen hat?" fragte Dick atemlos. „Natürlich war es Cola! Es mag je eine ganz gute Imitation von Fräulein Bennett gewesen fein, ober jeder Imitator kann Ihnen sagen, daß solche fünfte Altstimme sehr leicht nachzuahmen sind." „Sie ganz gemeiner Schuft!" sagte Dick (Borbon, und ein Stein fiel ihm vom Herzen. „Sie wußten wohl, daß ich Ella Bennett meinte und Sie haben mich so auf die Folter gespannt!" gelingt auch in Abwesenheit des Säuglings; man braucht nämlich gar nicht ihn selbst, sondern nur feine Milch zu bestrahlen! Denn di« Milch entwickelt bann Vitamine und h:ilt ihn, wenn er sie trinkt. Eine reftlvsr Aufklärung dieses Vorganges ist naturgemäß bei b:r chemischen älnbekanntheit der Vitaminnatur noch nicht möglich. Rur soviel ist sicher: Der Prozeß der Vita- minbUbung ist offenbar ein r e i n ch e m i s ch e r Vorgang, denn man muh annehmen. daß -ein in den sogenannten .Lipoidrn", d. h. gewißen fettähnlichen Substanzen unserer Rahrung, enthaltener Stoff (das Chtteftrrin) durch dir Strahlenwirkung derart .aktiviert" wird, daß er nunmehr als Ditaminfakior dient. Diese Forschungen stehen naturgemäß erst am Anfang, älnd man ist vorläufig nxh dabei, immer neue Vltaminfaltoren zu entdecken. Richt genug damit, daß man neben dem Vitamin, das die englische Krankheit verhütet, ein solches kennt, das den Skorbut und das Deri-Deri hintan hält — man geht eben daran, ein Vitamin auS der Taufe zu Heden, dem man Einfluß sozac cuf die Fortpflanzungstätigkcit zuschrcib.. Damit öffnen sich allerdings weitste Perspektiven. Hal man bisher versucht, die Ernährung so cin- »urichten, daß das Individuum selbst am besten Dabei besteht, so wird man nunmehr auch für die künftige Generation s jrge.i muffen. Man wird also Schäden vermeiden lernen, die sich erst dort offenbaren, — eine neue Drrpfllchtung »ind neue Möglichkeit zur Hebung unserer Dollskraft! gung begleitete auf der Orgel Dr. Macke - leidt. — Sine sehr harmonische Weihnachtsfeier beging am dritten Feiertag im Saal von Schneider der Frauenverein, der zur Weihnacht eine noch größere Zahl von Famili.m und Einsamen als im Vorjahr mit praktischen Gaben erfreuen konnte. Die Festansprache des Orts- geistlichen konnte auf den Segen der Frauen- vereine Hinweisen, wie er auch in unserer Gemeinde immer deutlicher wird. Zum Gelingen des Abends trugen Mädchen der Jugend- Vereinigung mit Liedern, Reigen und Ausführungen wesentlich bei. cP Lollar, 28. Dez. Größere älmbau- und Instandsetzungsarbeiten lassen die Duderusschen Eisenwerke g3genn>ärtg in den Werksbauten auf der.Insel" durchführen, die zu diesem Zwicke geräumt wurden. Rach Beendigung der Arbeitern soll tiefer Teil des Werkes ber neu aufzunehm enden Fabrikation vvn Blechradiatoren (Heizkörpern) dienen. 4- Lollar, 23. Dez. Der seit Anfang Oktober begonnene Umbau einer Teilstrecke unserer Rebrnbahn Dießen—Lollar—Lon- d or f—G r ü n b e r g ist nun in der Hauptsache beendet. Somtt hat der gesamte Oberbau zwischen Treis a. d. Lda. bis zum Dausterschen Klopfwerk oberhalb hier, eine 6 Kilometer lange Strecke, eine durchgreifende Reuerung erfahren. Drei Rotten Streckenarbeiter der Bahnmeisterei 4 Gießen, rund 50 Mann, unter denen sich 24 Mann sog. Zeitarbeiter aus den umliegenden Dörfern befanden, haben in der verhältnismäßig kurzen Zeit von einem Dievteljahr diese Fülle von Arbeiten im Akkord«ldhn geleistet. Große Unterstützung fanden die Arbeiter durch eine zehnpfer.igr Denzinmotormaschine, die von nur vier Mann bedient, durch Löcherbohren in Schwellen, sowie Andrehen von Schrauben dieselbe Arbeit in derselben Zeit verrichtete, to'.e sie unser den gleichen Verhältnissen von 35 bis 40 Mann geleistet werben könnte. Die Zeit- arbeiter sind nun wieder entlassen worden: da die noch verbleibenden kleineren Arbeiten jetzt von den Streckenarbeitern zu Ende geführt werden. :/: Beuern, 28. Dez. An H-tilgen Abend feierte die älteste Einwohnerin unseres Dorscs, Ma.i.' Dietrich, ihren 8a. Gehn r t s t a g. Als geschichtliche Merkwürdigkeit, die in unserer Gegen, vereinzelt dasteht, ist ber- vorzuheben, daß sie die noch lebende Tochter eines Teilnehmers an den napoleonischenKämp- f en ist. Ihr Vater war der D^rSröder Dalthaiar Damm, der heute noch unter dem Ra men a m m b a l ( e r“ als eine Art Rationalhrld in Bersrod bekannt ist. Er war 1793 geboren und hat an vier Feldzügen tetlgenommsn, nämlich außer dem russischen an dem gegen Oesterreich 1809 und den beiden gegen Frankreich 1814 und 1815. Er war unter elf aus dem kleinen Dörfchen nach Rußland ausgeruckten Kriegern einer der beiden einzigen, die wieder zurück- kehrten. Roch heute erzählen sich ältere Leute in Bersrod manche- von seinen KriegSaben- teuem. Die erwähnte Tatsache nun, daß heute noch ein Sprößling eines RapvlevnkämpserS am Leben ist, erklärt sich aus der Verkettung dreier Umstände: in den damaligen KriegSzeiten wurden schon die Achtzehnjährigen einberufen, dann stand Dammbalser schon in dem verhältnismäßig hohen Alter von 50 Jahren bei der Geburt feiner Tochter, und schließlich ist es dieser vergönnt, das seltene Alter von 86 Jahren zu erreichen. Die Greisin, die sich in Drurrn verheiratet hat, ist von des Lebens Röten nicht verschont geblieben. Schon als Kind wurde sie beim Fruchtabladen von dem herabstürzenden Gerüst verschüttet, aber noch lebend hervorgezogen. 1870 wurde sie von den Blattern befallen, später hatte sie mit einer Blutvergiftung zu tun, die einen lahmen Arm zur Folge hatte. Ferner brach sie ein Bein, so daß sie nur noch am Stock gehen kann. Heute macht ihr nun ein inneres Lüden zu schaffen, aber ihr Geist ist noch hell- So hat sie u. a. mit erstaunlichem Gedächtnisse noch die alten Soldatenlieder ihres Vaters bewahrt. Ihre vier Söhne sind alle geachtet^ Geschäftsleute hier geworden. ± Aus dem mittlere*n ßumbatal, 28. Dez. R^ben den vielen kirchlichen und Schulweihnachtsfeiern in fast sämtlichen Dörfern unseres mittleren Tal-S hatten die verschiedmsten Vereine, wie Gesang-, Turn-, Sportvereine usw. ihre M.tglieder nebst Familienangehörigen zu Unterhaltungsabenden während der Feiertage eingeladen. Durchweg trugen die Feiern weihnachtlichen Charakter. Sämtliche Verunstaltungen hatten regsten Besuch aufzuweisen. • Leihgestern, 28. Dez. In bemerkenswerter Weise beglückwünschten sich ein hiesiger Landwirt und ein Bergmann zu seltenen Jubiläen. Der Bergmann Georg Dutenhöfer ist jetzt feit 25 Jahren ununterbrochen dem Landwirt Gg. Will V. alljährlich bei der Dreschmaschinenaroe t behilflich gewesen. Angesichts dieser treuen Dienstleistung überbrachte Will feinem wackeren Helfer als Iubiläumsgabe einen Zentner Welzen, gleichzeitig sie her ihm ein kleines Diplom anfertigen. Ebenfalls feit 25 Jahren hat Will dem Bergmann Dutenhöfer alljährlich das Land bestellt und ihm außerdem das Brennholz aus dem Walde angrfcchren. In Würdigung dieser wertvollen Hilfe überreicht- der Bergmann dem wackeren Landwirt als Iubiläumsgabe und gleichzeitig ald Weih - nachtsgescftenk am Heillgen Qlbenb einen Korbs, s e'. Diese- vorbildliche Zusammenarbeiten zwischen Bauersmann und Arbeiter sei allen Ständen zur Ra ch - a h m u n g empfohlen. <3 rün In gen. 28. Dez. Der bkflgt Gesangverein .Eintracht", der unter der Chvrleitung des LehverS M a r ft e 11« r eine bemerkenswerte Höhe erreicht hat, bot am zweiten Weihnachlsfeiertage feine diesjährige Wl Server an st al tun g. die sehr gut beucht jpar. Bei gut dargebotenen Ge!angsvoNrägen, eIrdgerTSbcater» stücken, musikalischen Darbietungen, Verlosung und Tanz verlebten die Besucher einige recht genußreiche Stunden. li. Riederbessingen. 28. Dez. Die hiesige Mädchenvereinigutzg unter der 2-i- tung der Frau Prinzeß Ludwig zu Solms-Hohensolms-Llch auf Mühlsach- sen hielt gestern abend Im Schulsaal eine schlichte, aber eindrucksvolle Weihnachtsfeier ab. df. Langsdorf, 23. Dez. Wie im vorigen Jahre, so fand auch di.sne»! am Heiligen Abend die Aufführung eines Krippenspiels statt. Es kam das wundervolle WeihnachtSspiel .Auf Wcihnachtswegen" zrr Aufführung. Die Letung hatte auch in bl.fern Jahre der Lehrer der Ober- klasse, Herr H e l d m a n n übernommen. Die Gestalten des Stückes wurden durchweg recht eindrucksvoll d r-cTteIÜ. Lehrer H ldmann hat sich damit viele Mähe gemacht, für die ihm die Gemeinde doppelt dankbar fein kann, weil wir dadurch am Hei itzen Abend, trotzdem unser Dors ohne Pfarrer ist, eine würdige Feier hatten, die bei jedermann einen tiefen Eindruck hintersieh. Die v:rschied:n.n mehrstimm'gen Chore der Kinder. die entsprechenden Lieder der Gemeind« und der Weihnachts-Chor des Gesangvereins umrahmten die Darbietungen in schönster Weise. — älnser Gesangverein veranstaltete am 2. Feiertag eine Abnidrnttrhaltung. die in ihrem ersten Teil den Weihnachtsgedanken: .Friede auf Erden" in den Mittrlpurk: stellte. Daran schloß sich, damit auch die 3ug:nb zu totem Recht tarn. Tanz. Der Saal war dicht besetzt. Krcis Urtcdbcra. CO Nlederflorstadt, 28. Dez. Wiederholl befchäfitglen sich der Gemeinde.at und die beicen Turnvereine mit der Anlage eines neuen Sportplatzes. Der jetzige Platz liegt in bestem Wlesengelände. Er wurde seither als Fußballplatz benutzt, zum Turnen und als Festplah kam er aber nicht in Frage. Die Feste wurden, nachdem der früher dafür bestimmte Raum als Grabstücke an Landlose abgegeben war, im Walde abgehalten. Die Vorbesprechungen und die Vorarbeiten sind nun so weit gediehen, daß irnGemeindewald an der Straße nach Altenstadt eine Fläche von etwa vier Morgen abgeholzt wird. Der vorgesehene Raum ist groß genug, um alle Sportarten auch bei größeren Veranstaltungen durchführen zu können. Ob es praktisch war. gerade diesen Platz zu wählen, soll nicht mehr erörtert werden. Der feucht« Boden wird sich ja durch Drainage trocken legen lassen. Wer die wetteren Arbeiten durchführt, steht noch nicht fest. Am besten wäre es wohl, wenn die Gemeinde, die durch die Schule doch ein großes Interesse am Sportplatz haben muß, den Platz fertig ft eilen ließe. Dieser Dian wird aber wohl deswegen nicht durchiührbar fein, weil die finanziellen Verhältniffe der Gemeind« derart sind, daß die Gemeindevertretung nicht mitten in der Nacht in die Wohnung eines alleinstehenden Mädchens einzudringen, wenn es einsam und unbefdjüßt ist--" „Wenn es irgendeine Zelt gibt, zu der ein alleinstehendes Mädchen einsam und unbeschützt fein soll, jo ist es sicherlich die Nacht", sagte Elk freundlich. ,Lch möchte nur einen Blick in Ihr liebes kleines Heim werfen, Lola. Man hat uns davon benachrichtigt, daß bei Ihnen eingebrochen worden ist. Vielleicht versteckt sich gerade in dieser Minute der schwarze Mann unter Ihrem Bett. Der Gedanke, Sie sozusagen auf Gnade ober Ungnade solch einem gesetzlosen Charakter auszuliesern, widerstrebt unsrer Ritterlichkeit. Durchsuchen Sie das Speisezimmer, Williams! Ich werde den Salon vornehmen. Und das Schlaszimmer." „Sie werden mein Schlafzimmer nicht betreten, wenn Sie nur einen Funken von Anstand haben", zürnte Lola. ,Ich habe ihn aber nicht," gestand Elk, „nicht das kleinste Fünkchen. Und im übrigen, Lola, stamme ich aus einer großen Familie, ich bin einer von zehn Geschwistern, und wenn es etwas gibt, das ich nicht sihen darf, so sagen Sie nur: Machen Sie die Augen zu! Und ich werde sie bestimmt zumachen." Es gab aber allem Anscheine nach nichts, das im geringsten verdächtig ausgesehen hätte. Vom Schlafzimmer aus gelangte man ins Badezimmer und hier stand das Fenster offen. Elk leuchtete mit (einer Lampe die Außenmauer ab und sah, daß eine kleine Glasspule an der Wand befestigt war. „Das sieht ganz wie ein Isolator aus", murmelte er. Ins Schlafzimmer zurückgekehrt, begann er nach dem Radiosender zu suchen. Er öffnete die Türe eines riesigen Mahagonischrankes und sah darin die Kleider in regenbogenfarbenen Reihen hängen. Elk tauchte seine Hand hinein. Es war der seichteste Garderobekasten, den er [e gesehen hatte und die Rückseite fühlte sich merkwürdig warm an. Lola stand mit verschränkten Armen da und beobachtete ihn, ein verächtliches Lächeln auf ihrem schönen Gesicht. Elk schloß die Kastentüre wieder und seine empfindlichen Finger suchten auf ihrer Oberfläche nach einer Jeder. Er brauchte lange Zeit, bis er den Taster entdeckt hatte, aber schließlich fand er doch ein Stückchen Holz, das dem Drucke seiner Hand nachgab. Es schnappte etwas und die Vorderseite des Kastens begann sich herabzufenken. „Ach, ein Kastenbett! Das ist aber eine praktische Erfindung!" Aber es war durchaus kein Bett, das sich nun zeigte und Elk wäre auch recht enttäuscht gewesen, hätte er ein solches vorgefunden. Auf einem Rahmen standen reihenweise Lampen, Transformatoren, der ganze Apparat, der für eine Radiostation notwendig ist. Eik sah und bewunderte. „Sie haben doch sicherlich eine (Erlaubnis dafür?" fragte er. In Wahrheit aber vermutete er nichts dergleichen, denn Lizenzen für Senbeftationen werden in England recht spärlich herausgcgcben. Aber Lola ging an den Schreibtisch und brachte das Dokument zum Vorschein. Elk las, las wieder und nickte. m „Sie sind eine tüchtige Person , sagte er nutzt ohne Respekt. „Nun möchte ich auch gerne die Lizenz sehen, die der Frosch Nummer eins Ihnen ausgestellt hat." „Und ich möchte gerne wißen, ob Sie für gewöhnlich die Leute aufzuwccken pflegen, um mitten in der Nacht nach ihren Lizenzen zu fragen?" „Sie haben heute nacht den Sender im Dienste der Frösche benützt", sagte Elk kurz. „Und vielleicht werden Sie die Güte haben, Hauptmann Gordon zu erklären, warum Sie dies taten?" Lola wendet« sich zum ersten Male nach Dick. „Ich habe den Apparat wochenlang nicht benützt, aber die Schwester eines meiner Freunde bat mich heute abend, ob sie ihn nicht benützen dürfe. Sie ist vor einer Stunde roeggegangen. „Sie meinen Fräulein Bennett?" fragte Gordon und Lola hob in vollendet gespieltem Erstaunen die schönbogigen Augenbrauen. „Woher wissen Sie es?" „Liebe Lola, nun hast du dich aber verraten", lachte Elk freundlich. „Fräulein Bennett ist neben mir aeftanben, als du eben anfingfl, in der Frosch- spräche zu plaudern. Du bijl erwischt, Lola. Und das Beste, was du tun kannst, ist, dich niederzusetzen und uns die ganze Wahrheit zu sagen. Wir haben Nummer sieben gestern abend gefangen und wissen alles. Morgen wird der Frosch Handschellen tragen und ich bin hergekommen, dir eine allerletzte Chance zu neben. Ich habe dich nämlich im geheimen immer gerne gehabt. Etwas an dir erinnert mich an ein Mädchen, in das ich einmal wahnsinnig versiebt war." r---,. irugt ? glaubt, die Kosten übernehinen zu können. 3n üi.'lern Falle mühten die Herein e die Ar- dci.en durchsühren, was aber auch bedeutende Schwicriglelten haben wird. Durch Verband- langen soll nun versucht werden, einen, für alle gangbaren Weg zu Haben. 3m Interesse deS 6bpr.es wäre erwünscht, bah noch im Lause des nächsten Jahres der Platz fertig wird. Dor- gesehen ist Gelände für Sp.ele, eine Laufbahn und Vorrichtungen süc die verschiedenen Sprünge. fircie Büdingen. bS. DorSdorf, 23. De-, Gestern fand hier tte Vertreterversammlung des Sängerbundes ,M ittlereS Aiddatal" statt. Ter Vanxspräsident, Lehrer Lentz vsn Grih- Qlibba. erstattete den D.'schästZbericht. 83 gebärt en dem Band zu B.ginn des D.fchäftSjabres neun Vereine an, nämlich G l >Rid^a. Fauerbach, Ransta'«!. Dlofeld, Steinheim, Ober-IDi Jberä- betm. Wallernhausen, Dellmuth un> Dauern- heim. Reu hin;ug.kommen ist der Gesangverein .Liederhain" zu Vorsdors. Di: Sängeriahl hat sich im Lause deS IatzreS erhöht und beträgt nun nm) 3C0. 3m abgelaufenen D.'TichtZ'ahr wurden zwei DorstandSfitzungen, ein Di^zententag und ein Liedertag kyw. RcformwertuirgSsingen zu Vid Salzhausen abgeha ten. Der Von) erstreckt sich jetzt schon über die drei Kreise Düb'.ngen, Gieren und Schollen. Eine rege Aussprache gab es bei dem Punkte Dundesfest 1927. D.e üblen Erfahrungen in diesem Jahre liehen den De- danken eines nochmaligen WcrmnqSsingens in den Hintergrund treten, und man beschloß. dem Gesang verein .Eintracht" zu Fauerbach kos Dun" essest zu übertragen, der damit die Feier seines 40'äbrigen VestehenS verbi n"rn will. ES soll vor Eintritt der sommerlichen Arbeiten, am 15. Mai. stattfinden. Das ganze Fest soll im Zeichen des Rheins stehen, deshalb müssen alle vorgetragenen Shore auf den Rbein Bezug nehmen. Der Gesangverein Vorsdors verschönte die Tagung mit einigen gut vorgetragenen Shoren. Kreis Alsfeld. O Lehrbach, 27. Dez. Am heiligen Abend fand wie alljährlich eine Weihnachtsfeier in der Kirche statt. Der Gesangverein verschönte die Feier durch drei Chöre. Zum Schlich fand eine Bescherung für alle Kinder von 3 bis 14 Jahren statt. Rheinhessen. WSR Mainz, 28. D-z Seit einiger Zeit macht eine Diebesbande die Dßüqe Frankfurt Köln unsicher. Der hiesigen Kriminalpolizei ist es jetzt an den Weihnachtsfeiertagen gelungen, in der 31jährigen Pauline Dockmühl aus Köln ein Mitglied der Bande auf dem hiesigen Hauptbahnhos aus frischer Tat zu erwischen. Sie wurde fest genommen. Mainz. 28. Dez. ($11.) Ein schwerer Autounsall ereignete sich am Die Mag nachmittag gegen 5 Ahr In der Rahe von Mainz- Kastel. Insolge deS Glatteises kam der Kraftwagen inS Schleudern und fuhr mit grober Wucht gegen einen Daum. Die Insassen. der bekannte Bildhauermeister Blast ek auS Mainz-Mombach und der Redakteur und Stadtverordnete Fritz Ohlhofs cruS Mainz wurden schwer verletzt und muhten ins KrankenbauS nach Mainz über.ühn werden. WSR. Rüsselsheim. 28 Dez. Wegen betrügerischer Manipulationen wurde der trübere Rechner der VolkSbank verhaltet. 3n ber gleichen Angelegenheit wurde auch ein Ge- schäftSmaTM aus Königstadlen sestgenomm n WSR. Bingerbrück, 28. D z Gestern wurde auf dem Vahngelände die Lnch: eine* von einem Zug überfahrenen eng- l i s ch e n Soldaten avfgefunben. Ob es sich um ehr eil Unglü tifaU ober um Selbstmord Han» bdl. muh die eingelötete älntersachang ergeben. WSR. Leiselheim, 28. Si Önern V jährigen Ki id: war eine Schokoladenbo hne in die Lunge geraten, die den Erstickungstod berbeifübrt?. Preußen. Cbcrlfll). .ris. WSR. Weilburg. 28 Dez. Arn 3. Januar 1927 wird auf der Strecke Wollen Hausen- Rob a d. Weil eine Krastpost eingerichtet, die die Orte Wollmhausen. Haintchen, Hallel- bach. Rod a. b. Weil berührt. Die Krastpost verkehrt vorerst noch nur Montags. Mitwochs und Freitags je zweimal täglich. Ttllkrcis. WSR. Herborn. 23. D z Dir Tochter des MetzgermeisterS W. wardr dl ser Tage In ihrem Schla'zimmer durch einen Vagabunden an gefall en. Der ötnbringl m hatte sich unter einem Bette versteckt und gtbadjtc anscheinend. zu geeigneter Zeil einen Raubzug zu machen. DaS Mädchen flüchtete, verfolgt von dem Spitzbubrn. und rief um Hilfe. Als der Vater deS Mädchens darauf herbei ilte. rih der Einbrecher aus und suchte das Weite, wurde ober von b~m Metzgermeister eingehost und nach, kräftiger .Behandlung" mit einem Knüppel der Polizei übergeben. Kreitz Biedenkopf. WSR Rassau. 28. Dez. Die in diesem Jahre neuerbaute Hä ngebrücke über die La hn ist fast fertiggeft Ht. Eine Belastungsprobe bat bereits statt gefunden. Kreis Usingen. WSR Ufingen, 28. Dez. 3m Kaufhaus Frei wurde hier am ersten WeihnachtSfeiertag, während sich die ganze Familie früh um 6 Ahr in der Thristmette befand, ein ungemein dreister Vinbruchsdiebstahl trrübt Der Dieb, der mittels Rachschlüstel in das Ge'chäfts- lokal einbrang, durchstöberte den ganzer La^an und kie Wohnräume, wobei er in einer Schublade den Betrag von 2785 Mk. erbeutete. Die polizeilichen Rachforschungen sind bis setzt erfolglos geblieben. Maingau. WSR. Frankfurt a. M.. 28. Infolge des heute früh eingetretrnen plötzlichen Witterung SumschlageS hat sich auf dem Obermain die Eisdecke, die sich bis in die Rähe von Aschaffenburg auf dem Flusse gebildet hatte, beute vormittag wieder gelöst. Die Schollen treiben aü kleine Eisberge in endloser Reihe stromabwärts dem Rhein zu. und bieten ein Bild eigenartiger Schönheit. Auch der Rhein führt jetzt ziemlich starkes Treibeis, so bah die Schiffahrt erheblich behindert ist. — Gestern abend entstand auf bis jetzt noch unaufgeklärte Weife auf dem Grundstück deS Landwirts Peter Müller In der Platenstrahe Feuer an einem 300—400 Zentner u n,affen- den Strvhhaulen. Die Freiwillige Feuerwehr in Glnnheim löschte den Brand. — In einem Kellerraum In der TöngeSgasse 16 entstand ein gröberer Brand' auch an noch verschie- Denen Stellen der Stadt waren gestern teils Heinere teils gröbere Brände zu verzeichnen. .Mrcie Jvulbrt. WSR Fulda, 28. Dez. Am zweiten Wrih- nachtSfeiertag brach im Haufe des Landwirts Herrlich tn Dipperz (Kr. Fulda) Feuer auS, baS dank der Windstille auf feinen Herd beschränkt werden konnte. Dir Hällte drS Hauses sowie die Schrunr konnten gerettet werden. I.n- folge deS herrsch m^en Wasiermangels legte die Feuerwehr dir Schlauchleitungen l n ve r- s chi ebene Iauchegruben und bot b in geistesgegenwärtiger, wenn auch etwa» übel duftender Weise dem Element Einhalt. Rundfunk-Programm deS ftranfiurter CcnderS. (Aus der .Radio-Umschatt'.) Donnere lag, 30. Dezember. 3.30 bis 4 Ubr: Die Stand: brr Jugend. 4.33 biS 5.45: Konze t d s Ha Serchestert: K rl Milöcker. 5.45 bis 6 03: Di- Les st mde. 6.15 bis 6.45. Dortrag von Wilhelm L mbttger über: „Ste Winterfütterung fr? lebender Bögel". 6.45 bis 7. Paul von KienauS Over: .Die Llster- sch le", einleitend: Worte von KlauS Rtttstvaeter. erster Kapellmeister d^ Feankfarfr Obern- danses. 7: U brrtrag mg au$ den Frnakfurte>- OpeenhauS: .Di' Läfterfchu'e". 0 ec von Paul von Älcnau. Arschlicherd bis 12.30: Tanzmusik. Svrcdtftunbcii brr tHcbnftioiu 12 bl» 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittags Samstag nachmittag geschlossen JÜr unoerlangl eingesandle TJlanalftlple ohne beigefügtes Rückporto wird keine Gewähr übernommen Anzeigenausträgk sind lediglich an die Geschäslsstelie zu richten. Buchertisch. — Der Aufruhr um den Junker Ernst. Erzählung von Jako bW a f f e r m a n n. 165 Sellen 8°. Einbandentwurf und Titelbild von Rolf von Hoerschelmann. S. Fischer Drrlag, Berlin. — 3unter Emst, ein Kind noch, stehl den zermalmendTN Gewalten seiner Zeit in Lebensgefahr gegenüber, well die unirdische Macht seiner Phantasie ihn einer Bündnisses mit dem Teufel vordächtigt. Rur die Kinder verstehen, bewundern und (leben den Junker Emst, die Erwachsenen werden durch ihn befremdet und verwirrt, und sein Oheim, der bischöfliche 3n- gulsllor. wirft ihn ins KetzergesänginS- Aber der Geist deS LichteS Ist endlich doch stärker alS der Deist der Finsternis. In Scharen fammtin sich die Kinder. Junker Omft» Zuhörer, bringen in den Kerker und betreten ihren Dichter. — Man kann mit einer knappen Inhaltsangabe die Werte dieses epischen Werkes kaum andeuten. Wir haben vor kurzem hier In Diesten bei Dichter ein Kapitel der Erzählung vorlesen hören, und wir waren betroffen, gefangen, verzaubert von dieser sprachlichen Kunst, dieser reifen Klar- beit und bt verrichten Sicherbelt der Erzählung, dem unendlich anmutig •Dabinfliebm der Rede, die Wassermanns eigenste Weise Ist. Alle seine Freunde werden reine Freude erleben an diesem neuesten Werk. 828 - Bruno Frank: Srzäh lungen. 329 S-iten 8J. Emst Rowohlt Verlag. Berlin 1926. — Veit den .Tagen deS Königs, die die 'De- tounberunfl eines so mastgeblichrn Kritikers, wie ThomaS MannS erregten, und s.'ll dem in grohen Teilen hinrris>end geschriebenen Trenck-Roman ist man verpflichtet, Frank zu den biften epischen Gestaltern zu rechn-en. die Ne deutsch' Gegenwart aufzuweisen hat. Der vorliegende Rovellenband ist geeignet, blei Urteil zu festigen. Es vereinigt Erzählungen Franks auS den Jahren 1910 bis 1922, die zwar nicht völlig gleichwertig sind, von denen jedoch dl: reifsten Stücke (vor allem die schöne Eingangserzävlung _D-r Dolde«-) eine blitzende Klarheit Dc5 Stils mit einer warmen. versöhnenden Menschlichkeit der Gesinnung verbinden, die deS Dichters vornehmste Merkmale find. 811 - HannS Martin Elster: Minister Freiherr oom Stein. Sein Leben und seine Schriften. XXVI unb 439 Selten 8°. Deutsche Buch-Dcmeinschast D. in. b. H.. Derlin. - In dem vorliegenden, starken Bande gibt der bekannte Literarhistoriker ein autzerordeEch fesselndes und lebendiges Bild deS grosten SiaatsmaimeS. Die gonAC Aillage deS mit ebensoviel Verständnis wie Sachkunde geschriebenen Buches entspricht der einer vor kurzem ebenfalls bei der Buch-Gemein- schäft erschienenen literarhistorischen Darstellung (von Harich über E. T. A Hoffmann): GlsterS Buch gibt ein umfassendes menschlich-geistiges Porträt des Freiherm. seine Innere und äuberc Geschichte von ter Wiege bis zur Bahre, wobei er die eigenen Darlegungen, allgemeinen und verbintenden Zwischentcrren anordnet, im übrigen aber seinen Helden und dessen stürmische Epoche zu Worte kommen lätzt in Briefen und zeitgenössischen Dokumenten. Das Ganze, das so sich rundete, stellt mehr dar alS ein Hi lorien- werk, mehr als eine Biographie, es ist ein zeitgemäßeres Buch, alS man denken sollte, ein KatcchiSmuS für Deutsche anno 1926. — Die verlegerische Ausstattung deS Bande- ist sehr ae- schmackvcll und gediegen. §46 — HanS Freher: Der Staat, 2. unveränderte Auslage (Verlag Emst Wiegands in Leipzig). — Dem Werke, da- in eLrer Sammlung ,6laat und Geist, Arbeiten im Dienste der Besinnung und des Ausbaues- erschienen ist. (legi die These zugrunde, dah Kultur so oft und wo sie auch Immer auftritt, stets zu ein und bem- Trude Siesel Norbert Mildenberg Verlobte Dietzen Düsteldorf ♦ Marktsttatze 8 Dahnstratze 76 Zu Hause: Dietzen, Samstag, den 8. und Sonntag, den 9. Januar 1927 | 107320 Statt Karten! Ihre Vermählung zeigen an Dr. Franz Schulte Margarete Schulte geb. Wilhelmi Dietzen (Lieblgstrahe 74), den 29. Dezember 1926 Ihre Vermählung beehren sich anzuzeigen Karl Hanitsch und Frau Elise geb. Hainer Waldkappel (Dez. Cassel) Stomborf (Kreis Alsfeld) 29. Dezember 1926 10729D Am ersten Christtag wurde uns ein gesundes Töchterchen geboren Lehrer Lascher und Frau Paula geb. Metzger Einardshausen bei Schotten 1O697D 1 ! r Die Verlobung unserer Kinder Ernestine und Ernst zeigen wir hiermit an Franz Frey und Frau Elise geb.Blechschmidt Dr. med. Fritz Gengnagel und Frau Bertha geb. Dittmar Darmstadt Rhönring 46 Drotzen-Duseck bei Dietzen Ernestine Frey Ernst Gengnagel cand. med. Verlobte 29. Dezember 1926 Für besseres Spezialgeschäft geignetcr Laden im Settersweg oon allrenommierlet Allma ioforI zu mieten gesucht. Schr.flliche Angebote unter 08944 an den (Eichener Anzeiger erbeten. (Ltenotypistin gesucht intelligente, junge Kräfte wollen sich mu Gehaltsansprüchen handschrist»ich kurj bewerben unter 08949 an den Giehener Anzeiger JyDgeleülffl im 1. ßehrjahr nach beendeter Lehrzeit möglichst mit Kenntnissen der Schirm od. Handsclwhbranche linde! bei uns Stellung. Gu! empfohlene Bewerberinnen wollen sich unter Vorlage v Onginal-Ieugnissen norm, oon 10 bis 1 Uhr persönlich oorstellen. (R^Sl)Kreuzplatz6 'Befmuirntarliting. Die Stadtoerordneten-Dersammlung hat in ihrer Sitzung vom 16. Dezember 1926 die Abänderung der Baufluchtlinie für die Brandgaste beschlossen. Der Entwurf des Abänderungsplanes liegt in der Zeil oom 3. bis 17. Januar 1927 bei dem Stadt- bauamt zur Einsicht offen. 107398 Einwendungen gegen den Plan sind Innerhalb dieser Zeit bei Vermeidung des Ausschlustes bei mir oorzubringen. Dietzen, den 24. Dezember 1926. Der Oberbürgermeister. 3. B.: Dr. Hamm. '^cfaiiiitiiinriHing Die zum Nachrichten von alten Basalllavabordsteinen erforderlichen Slelnhauer- arbelfen sollen öffenUich vergeben wer- den. Angebote sind spätestens zum Deff- nungstermin am 107068 Mittwoch, dem 5. Januar 1927, vormittags 10 Uhr, beim Stadtbauamt einzureichen. Daselbst sind Vordrucke erhälllich. — Zuschlagsfrist drei Wochen. Gießen, den 27. Dezember 1926. Stadtbauamt Gießen Braubach. IÄbstell-kager für Möbel gut trocken, gesucht. Schriftliche Angebote mit Pleisangobeunter 10705a an den Gtetz. Anzeiger. ftnb Schäume" sagt man so leichthin. Und doch: spaßen Sie nicht damit: Sie glauben nicht daran? Erst kürzlich wieder erzählte ein Bekannter dem anderen, daß er geträumt habe,z>vei wundervolle weiße Schimmel seienaufihit zugelaufen „unddenken Eie, gestern sind bei mir kräftige Zwillinge angekommen", so schließt er freudestrahlend. Äch, du lieber Gott", schreit da der andere, dem sich die Haare sträuben, „ich habe aestern von Ali Baba und den vierzig Räubern geträumt. Lassen Sie mich motz gleich nach Hause gehen, damit ich sehe, was pariert". Na, gant so ängstlich braucht man ja nicht gleich zu sein, nicht wahr? ES träumt ja schließlich jeder mal „ohne Unterlage". Ul bet Vorsicht ist doch dis Mutter der Porzellankiste. Doch wir sind abgcschweist. TaS Fest im Hause des allen Dr. Nabi zu Ehren von unserem Münchener Kindl, dem Wahrzeichen der allen weltbekannten Zuban-Zigurclienfabri^ ist zu Ende. Ein herrliches Bett Ist für das Münchner Kindl bereitgestellt. Wie ein junger Gott schläft eS darin nach all den Neisestrapazen. Lebhafte träume umspinnen es. Alle seine Wünsche, die ja vielseitig sind, hüpfen im Traum vor seinen ?lugen herum. Gott, was muß das Kindl alle« mit dem alten „Tabakdoktor" besprechen k ftür die billigen Cotten muß es ganz besonders gute und doch wohlfeile Tabake haben, damit auch der sparsame Raucher, der nicht allzu viel fürS Rauchen ausgeben will, für sein Geld nicht nur PreisiverteS, sondern auch in sein r Art Hervorragendes erhält. Beste Edettabake oon besonderer Würze und Eigenart braucht eS für die mittleren Preislagen---ausgesuchte Edelgewächse---Zubcci — --Tabake zur Abrundung---leichte---süße---Glanz- stücke---^estziga retten. Tie Traumbilder schwimmen bunt durcheinander. Dr. Nabi wird alle Wünsche in Erfüllung gehen lassen, et wird alles schnsjen.-- Übermorgen hören Eie mehr! Tie Geschmacksrichtungen der Raucher sind wandelbar wie die Zeiten. Dir gehen mit! Tie leichten, süffig süßen Mischungen uitserer Zigaretten sind Glanzstücke der heuiigenZigarelten-Herstellungsart. Trum seien Sie nicht nur Lebenskünstler, sondern werden Sic Künstler des Geschmacks! Rauchen Sie die 4 Pfg. - Zigarette Zuban Nr. 61 Thal, Leipzig. Teicpron82ti M SilvW! Für Silvester Gießen, den 27. Dezember 1926. 03950 <0 Q Zum Punsch 10040C ausgleichsstock. Ü n a> Zur Bowle 1 in 1.80 Ananas LSOjelDen 1-M.-Vose 1.40 3 Thams&Grt 10616D lohnen. Siir Siloelter Kaufmann sich mit 1000—“200 * Jt Voranzeige I ,OT'°D 7175c Lfltrer CarlSchunck 08936 teilt Berlin W 50. ”'M8D MNlDe.. ßrölieeren 2- 2 2.00 2.05 fo gut an! —. . verkauft den Zum Jahreswechsel: den guten Pott-Rum! 3.50 3.70 2.40 325 2.75 2.50 230 L80 2.00 130 L75 3 Wett. Ulster für mittlere. 2 Mäntel für stärkere Figur bi (Im nbAiincben Moitkcstr. 2 », 1L AllllllllS SssellZ gmin-nrnet-Gte BorgunOer-Cffeni a Mit frohlädbclnden Angen ‘/iTtT. LIO L50 1.50 1.60 0.65 end xukunftsftarkem Herzen füllte jeder das neue Jahr beginnen. Ich habe jedenfalls immer erfahren: Anfang gut alles gut Deshalb feiere ich den Jahreswechfel allemal mit einem Punfch vom guten Pott-Rum. Fangen Sie auch Gulllersvlnllier. Böelnroeln Mkstelaer. Wluroelu....... moWeln, 1924er Enkircher- ovsksekk.........*........ Aoselioelli................ Die Beerdigung findet Donnerstag, d. 30. Dezember, nachm. 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhöfe statt. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres lieben Entschlafenen sage ich hiermit meinen herzlichsten Dank. © c a H. Elges, Med.-Drog., Seltersweg guten Pott-Rum. Nähmaschinen» (Reparaturen vreisiveri, sachgemäß, idmelL Aus Wunsch foitenL9lbüolnna unb Vicfeiun,) im Staötnebtet Singer ■ -Näb- maichinen'R. G. Wichen. Markivlatz 22. Tel 204. *„D Für die trauernden Hinterbliebenen: Katharine Größer geb. Feller Ernst Muth Schokoladen-u. Zuckerw.-GroBhdl. GieBen, Fernruf 721 Reteptv koftentoi von Kapitän Pott, Flemburo 10775a Reitz, Dordanlage 19 I. rwni-verschnitk .38°/« Arrük-verschllikk..38'. weliibrlinv'verscho.38" ° Leiner HJelnörnnO-38% an gutgehendem lln- lemehmen oder üJe* schält gegen Dauer- üelliin i beteiligen. SchrisillcheÄngcboie unter 081)34 an den (Mtehener Aineiger. Verwende also jeder und insbesondere für die weihnachts-, Neujahrs- und Oster- post nur die wohlfahrlrbrie'marken, und kaufe er sie nur beim Dohlfahrlramt, Gartenstraße 2, Zimmer Nr. 8. Die Wohlfahrtsbriefmarken sind in kleineren Mengen auch in sämtlichen hiesigen Schreibwaren-Geschäften erhältlich. Gießener Wimernothilfe 1923. Dr Frey Beigeordneter, Vorsitzender ______ | Verkäufe ~~\ Acker an der Frankfurter Str. zu verkaufen. Schr. Ang. iu 08933 an den Gien. 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Zusammengestellt aus dem gleichnamigen Werke durch G. Lindenlaub. (Wissenschaft!. Volksbücher Dd. 33.) 116 ©eilet 8°. 8 S.iten D lder. Geb. 2 53 Mk. Georg West ermann. Braunschweig. — Vom Leben und von der Lehre D.tddbis erzählt dieses Buch von s i.ter Jugend, von den Anfängen seiner Lehrtätigkeit, der Pr-d'gt von Benares und den Dek-hrungen. ©ein Wirken, sein tägliches Leben und sein Verhältnis za seinen Gegnern wird k rapp und anschaulich geschildert. J.n zweiten von Reichardt, van Houten, Waldbauer. Stellwerk, sowie gute Haushaksorte, lose . Pfund Mk. 1.20 Heinrich Driesch t nnen au lernen. Tiehetion Sbien« lache. Griindbeding- nun gesund, und loortliebend. Cchr. Anfr. unter 08957 an den Gien. 91 nu erb. NHHHHW im Freitag, 31.Eszentaffl vormittags Awisch. 10 u. 1 Uhr, uerfa if. wir in Bad Homburg v.d.H.. am Schloiraarteii-)kr.2, aus dem Betrieb der ebemalinen Werkzeug- und Steiiivelfiibiik Rockmann & Co. die restlichen Mafchtnen usw- u. a.: HorizontalfräSmaichinen, ca. 000 28a Fgbr. Weiner HandbebelfräSmaichuien Leitfpinvet- und Mechaniker- drebbanke für Fuß u. Kraft Bohrmaschinen Schleif- u. Policrmaschinen (eixtentcr- u. Spindelpressen Slaltbünclfäflcn Blcchichereu und Lochstanzen - (Elektromotoren, toleidtitrom, •220 Bolt. 3 u 7,5 P 8. Transmissionsanlagen nsw. Schrattbitöcke. Ditdnvlat'cn Werkzeuge. Materialien ufro. au vorteilhaften Pretieu und günstigen Bedingungeti 107351J Kassewitz & ßie. Frankfurt a. M. Stoübetmer Strage 12. Telephon: Matngau 1026. Mausburg 3 IOTna Kaffee vollendeter Qualität 4.40 4.00 3.60 Mädchen nicht unt. 20 Jahren, für tagsüber gesucht. 089481 HaaS, Walltoruraue 24 Lagerraum und Lagerkeller to einem Geschäfts» baute zu vermieten. Clektr. AufAug vor- banden. Schrlstl Angebo e u. 107311) an den G ?ln teiger. [ Mietqesuche Silvester-Feier mit verstärkter Kapelle TANZ = Jazzband, Ueberraschungen Gestern verschied unerwartet schnell infolge eines Herzschlages meine liebe Frau, Mutter, Großmutter und Schwiegermutter M. M gell, ttpp Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: B.Amend,Schuhmachermstr. Hundsgasse4 Besichtig. Sie bitte meine reichhalt. Oster- Ausstellung In Osterhasen, Dragee-Eiern usw., die vom 23. bis 31. Dezember 1926 und vom 3. bis 8 Januar 1927 in meinem Hause, Ludwi-slraße 42, stattfindet. — Ein unverbindlicher Besuch wird sich für Sie sicherlich 2. i ee von Meßmer. Lipton, Ronnefeldt usw. zu Original preisen, sowie Istr. loser Tee 1 , Pfund Mk. 1.50 Flaschen-Biere der Wum-Mien MkvlMlei Mainz O-nalitätSrnarken: DoppzHiflö Den onö öunlel überall gut eingefühner und sehr beliebtes (Srpoxtbicr für Silvester Iohannisbräu bfü zum selben Preise wie Doppelrad zu beziehen biird.: Emil Schmal!,Biergroßhdlg. 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Heyne | Walltorstr. 5 Telephon 1322 Abschnitt werden die Lehren des Duddh-ismus leicht verständlich dargestellt: dec Satz vorn LeBen. die ©ätze von der Entstehung und Aushebung des Leidens, die Formel vom Kausalzusammenhang, das CHtTtoana; ferner der ©ah vom Wege zur Aufhebung des Leidens, die Pflichten gegen den Aächsten, sittliche Arbeit am eigenen Innern, usw. — In dem drillen Abschnitt wird auch über die Gemeinde der Jünger Buddhas berichtet, über die geistlichen Orden, seinen Kult und seine Kultur. Die kleine Auswahl aus Hermann Olden- bergs berühmtem Werk ist für jedermann leicht verständlich: ihre Anschaul.chkeit wird unterstützt durch einen D.lderanhang. 856 — Käthe Sturms elS: Geschlechtliche Erziehung. (Lehrmcister-Büchere Ar. 836/39.) 106 S. 8°. Verlag Hochmeister & Mbei Ziele treibe: Daß ein Menschentum sich ün Bunde mit ferner Erde seinen eigenen Schicksalsraum schasse. Dieser Sinn b?r Kultur wird tm Staat vollständig erfüllt. Alles dem Staat und der Entwicklung Dorausgehende ist jedoch nicht bloß Vorstufe, sondern bereits selbst Zweck imo Erfüllung. In drei Wendungen entwickelt sich das Phänomen Kultur. Glaube, Stil und ©taat sind diese drei Stufen. Jede enthält alle Merkmale der folgenden, nur gibt sie andere Akzentuierungen uitb Wertungen. Drr Staat ist die Vollendung, indem er alles^ was die Kultur bisher war, nvch einmal umstülpt und in eine neue Dimension dreht. Der Staat ist nicht allein die Macht oder Rechtsordnung, sondern höchste Derwirklichung des Sinnes der Kultur. Staatsmann aber ist, wer mit dem metaphysischen Sinne seines Staates eins ist. Aus dieser Identität her- 867 ■* Kakao ,Bto* aus vermag er der Erde seine Ziele zu oktroyieren. Die Geschichte wird entscheiden, ob diese Ziele der Sinn oder menschliche Willkür waren und er somit Staatsmann oder nicht. — Das Buch weist dem Staat und der Geschichte eine hohe Aufgabe zu und führt hinaus über die doch letzten Errdes flach erscheinenden Ansichten, die den Staat mit Macht oder Rechtsordnung identifizieren. Es kann nur warm empfohlen werden. 484 — In einem auherordentlich aufschluhreichen Büchlein macht Karl Wildhagen den Versuch, die natürlichen und historischen Grundlage n des englischen Volkscharakters aufzuzeichnen. E5 ist natürlich ungeheuer schwierig, auch bei noch so genauer und detaillierter Kenntnis eines fremden Volkes und Landes, es zu unternehmen, das Bild fremder Wesensart zu deuten. Wildhagen geht streng syste- Rentable Vertretung vergibt altes, erstklassiges Fabrikationsunternehmen an Maschinen- und Fahrradhändler, Installateure oder andere Geschäfte, die bei Landwirten eingeführt sind. Kapital und Kaution ist nicht erforderlich. 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Den Freimachungswert erhält vorweg die Deutsche Neichspl^t. und den Ueber-1 schuß mit 60 Prozent die Gießener Win- ternothilse — aber nur dann, wenn die IHarfen beim Wohlfahrtsamt entnommen werden —, mit 10 Prozent der Landes' ausschuß und mit 30 Prozent der Reichs- enivsehlen wir: Zum Glühsein vorzüglich geeigmto Belle (Totes, franz. Rotwein 7i Flasche nur 1.10 Montagne, franz. Rotwein 7, Flasche nur 1.20 Zum Grog . */.^L I Vermietungen | 4 Zimmer u. Küche mit eleftr. Licht und GaS, un Reubau per L Februar zu vermieten. Schr. Ang u. 08943 au den Gien. Anz. Hftbsoh möbl. Wein- u. Schlafsimm, m.fep. Ging, an e Herrn zu om.W8Stanl.42L «,> HlöDI. älmmzi I nut eleftr. Licht und heizbar, ab 1 Jan. an mb. Herrn z. oriu. deltersroegSUJiM. Frdl. möbl. Zim- mer Oep. Ging.) per 1 l. 27 a. orm [ er» Moltkctzr. 2 a, II. Zwei leite, eins. Zimmer mit Küche, beichlagnahiuefrei, ab ’. I 27 A. in m Rat), tit d. GefchäftSü. des Gieß. A»i s0>932 Nr. 504 Drittes Blatt Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberhesfen) Mittwoch, 29. Dezember (926 Aus Natur und Technik Technischer Rückblick auf das Jahr 1926. Don Wilhelm Buchmann. (Rachdruck verboten.) Blicken wir an der Jahreswende zurück jn da» Weltreich der Technik und suchen wir nach den Fortschritten, die der Wenschengeilt auf diesem Gebiete im verflossenen (Zähre geschaffen hat, so fällt uns auf, daß überragende Sriindun- j gen fast völlig fehlen. Wahrlich ein schroffer Gegensatz zum Vorjahre, das reich an Groh- taten des Grfindnngsgeistes gewesen ist! DaS 3ahr 1926 brachte dafür eine stete Weiter- Entwicklung und ein Ausreisen manches kühnen Gedankens. Unsere Kraftwirtschaft hat bei dem ständigen Anwachsen des Straf tbc Darf $ der Droh» städte und der Industrie Formen angenommen, die an die amerikanischen Vorbilder heran- reiä-en, ja sie sogar überflügeln. Etwa in Jahresfrist ist in Derl i n- Rummels bürg cm Grohkraft- werk aus der Erde gewachsen, das schon jetzt «inen erheblichen Teil des Großberliner Kraft- I bedarss befriedigt und nach seinem völligen AuS- bau eine Leistung von rund 600 003 Kilowatt aufweifen wird. Die größten Fortschritte weist das Kesselhaus auf, wo 16 Kessel von je 1750 Quadratmeter Heizfläche mit 35 Atmosphären Betriebsdruck aufgestellt werden. Die groh- zügige Anlage wird mit Kohlenstaub gefeuert, der im Kraftwerk selbst hergesteUl wird. Der hochgespannte Dampf durchströml Turbinen von 70 000 Pferdestärken, die als Zwillingsmaschinen mit Hoch-, Mittel- und Riederdruckstufen aus» geführt sind. Don jeder der sechs Turbinen- einheiten werden zwei Stromerzeuger angetrie- ben, deren jeder 35 000 Kilowatt Leistung ab- ^161. und zwar mit einer Spannung von 6000 3m Kesselbau haben deutsche Firmen, z. B. Krupp, Bedeutendes geleistet. Es ist möglich geworden, nahtlose Kessel bis zu 18 Meter Länge herzustellen, wobei die Kesseltrommel bis auf ein Mannloch an den Enden zugekümpelt wird. Mit solchen Kesseln lassen sich Drucke bis zu 100 Atmosphären sicher beherrsche. 3n Berlin-Charlottenburg ist, ungegliedert an das dortige Slektrizitätswers, ein Fernheizwerk entstanden, das schon in diesem Winter einen gröberen Bezirk mit Därme beliefert. so z. B. das Deutsche Operirhaus und die städtische Badeanstalr. Die Fernheizung stellt eine neue Aufgabe an die Ingenieure, nämlich die Schaffung eines einfachen, zuverlässigen Wärmemessers, an dem der Verbrauch wie bei einem Elektrizitäts-, Das- oder Wasserzähler festgestellt werden kann. 3m Motorenbau beginnt der Dieselmotor sich jetzt auch das Flugzeug und den Kraftwagen zu erobern. Die Gasturbine will dagegen noch nicht recht vorwärts kommen, obwohl ihr bei richtiger Losung der Aufgabe eine grobe Zukunft blüht. Erinnert fei an die Arbeiten des Professors Dr.-3ng. G. ©tauber rn Berlin an feiner nassen Gasturbine. Aus Amerika kam die Aachricht, das; es Whitney gelungen sei, eine Pulverkraftmaschine zu er- finden, die mit rauchlosem Pulver betrieben wird und angeblich einen Wirkungsgrad von über SO v H. haben soll. Der elektrische Einzelantrieb von Arbeitsmaschinen zum Ersah der sogenannten Transmissionen hat erfreuliche Fortschritte gemacht: er führt zur Elektcoarbettsmaschine, in der Motor und Maschine ein einheittlch^ Ganzes bilde.u Auch die elektrische Gasreinigung beginnt sich in immer gröberem Maße neue Anwendungsgebiete zu erobern. Sie ist bereits mit Erfolg in hüttenmännischen und Kohlenverwertungsbetrieben, in der Zement-, chemischen und Textil- inbuftrie sowie in Mühlen angewendet worden. Zur Sicherung der Bergwerke gegen die Ausbreitung von Zerknallen schlagender Wetter oder Kohlenstaub ifl die Gesteinstaubstreunng ein» geführt worden, die sich gut bewährt. Aach wie vor sind die Augen der Welt auf das Oelgewinnungs versa hi en von Professor Ber° gius, das Berginverfahren, gerichtet, das bei dem riesigen Verbrauch an flüssigen Brennstoffen und seinem stetigen Anwachsen sowie wegen der Gefahr der Erschöpfung der natürlichen Quellen die gröfjte Bedeutung für die Zukunft hat. 3n der Melallveredelung sind er» frauliche Fortschritte zu verzeichnen. Durch ein neues Verfahren gelingt es, gewöhnliches Guh- eisen weitgehend zu veredeln. Das glühend flüssige Eisen wird dazu lehr schnell mechanisch geschüttelt, es erhält dadurch ein gleichmässiges und festes Gefüge. Die Firma Krupp erreichte nach langen Bemühungen ein Heist ersehntes Ziel, das .Allem" von Flusteifen zu beseitigen. Das neue Flusteisen ist bereits im Handel. Die Deutsche Reichsbahn hat Versuche zur selb st tätigen Stillsetzung von Zügen beim ülebrrfähren geschlossener Signale gemacht unb will einige Strecken zu weiteren Der- suchen mit dieser Vorrichtung ausrüsten. Auch ( selbsttätige Signale für Eisenoahnübergänge sind erprobt worden, die vom Zuge gesteuert werden. An Stelle der Signalarme usw. kommen die TageSlichrsignale immer mehr in Ausnahme. Der Slapellaus des Windkraftschiffes .Barbara" mit drei Zlettnerwalzen war das am meisten beachtete Ereignis im Schiffbau Das eigens alS Windlrastschisf gebaute Fahrzeug wird auf seinen Reisen den Beweis erbringen müssen, ob sich die darauf gesetzten Erwartungen erfüllen. Die Luftfahrt hat ihren Siegeszug weiter fortgesetzt. Bemerkenswert sind die deutschen Pläne zur Erforschung dec Arktis unter internationaler Beteiligung Amerika rüstet sich, Riesenluftschisfe für 100 Pers men zu bauen, die als Anhängsel im Kriegsfall 20 Kleinflugzeuge mit sich führen sollen. Besondere Beachtung beansprucht der von Dr. E. Lemperts vorn L.--Z.- Konzern im Luftschiffbau Zeppelin gemachte Vorschlag, statt der Benzinmotoren zum Antrieb von Luftschiffen Gasntotoren zu verwenden. Dies hat den Vorteil, dast Gas vom Gewicht der Luft, daS also praktisch gewichtslos ist, mitgeführl werden kann, so dast das Schiff während der ganzen Fahrt durch den Detricbsstoffverbrauch nicht erleichtert wird und sein Auftrieb gleich bleibt. Der deutsche Flugzeugbau Rumpler will mit einem Riesenflugzeug für 150 Personen den Ozean bedingen; die Pläne liegen bereits fertig vor. Dte Höchstgeschwindigkeit der Flugzeuge ist immer mehr gesteigert worden; die Welthöchstleistung beträgt 492 Kilometer in der Stunde, die der amerikanische Kapitän Mosley auf einem Packard-Doppeldecker erreicht hat. Ford geht zur Massenherstellung von Reinen Sport- und Verkehrsflugzeugen über. Der Sicherheit gegen Flugzeugabstürze sollen Riesenfallschirme dienen, die daS ganze Flugzeug sanft zur Erde tragen. DaS Flugzeug wird immer mehr zur Landesvermessung yeranaezogen und leistet dabei Erstaunltches. Dank her hohen Stellung der deutschen optischen Industrie hat Deutschland die vollkommensten Apparate für diesen Sonderzweig herausgebracht. Auch die Schädlingsbekämpfung vom Flugzeug aus hat namentlich in Wäldern gute Ergebnisse gezeitigt: die Firma E. Merk in Darmstadt hat hierzu ein Calcium- Arsen-Präparat hergestellt, das für Menschen unb höhere Tiere unschädlich ist. Die Einführung der Selbstanschlust- ämter macht rüstige Fortschritte. Die deutsche Reichspost will innerhalb 15 Jahren alle Fernsprechämter und auch eilten groben Teil des Fernverkehrs auf den selbsttätigen Betrieb umstellen. Zn Berlin sind die ersten Anrufsäulen für Droschkenbestellung durch den Fernsprecher ausgestellt worden. Der Teilnehmer wird auf den Wunsch ..Autoruf" mit der Vermittlung ter Autorufgesellschaft her bunte.:, die seine Anschrift und seine Bestellung entgegennimmt und den Aus trag an die der Wohnung des Bestellers am nächsten liegende Autorufsäule toeitcrgibt 3m 3a*uar wurde der schon länger ungetünbigte Zugfernst-rechverkehr auj der Strafe Berlin—Hamburg der Öffentlichkeit über geben. Die Einrichtung erfreut sich reger Benutzung: weitere Strecken find im Ausbau begriffen. Deutschland ist das erste Land, das den Zugfern- sprecher eingeführt bat; deutscher Erfindergeist und deutsche Tatkraft haben daran das Haupi- verdienst, Unter Druderland Oesterreich hat als erstes europäisches Land den Zugrundfunk eingeführt, der den Fahrgästen auf langen Fahrten die Langweile vertreiben soll. Die Hörer können gegen ein geringes Entqeld geliehen werden; man stöpselt sie im Abteil in eine Wand- steckdvse ein und empfängt die Darbietungen der österreichischen Sender Berlin konnte die Einweihung dcs 138 Meter hohen Funkturms anläst- Die Telegraphie der Zukunft. Don Karl Ammon. 3n technischen Zeitschriften liest man neuer» bingS allerhand Gedanken über die Weiterent- hing der Fernschreiberei, der Telegraphie. Diese Erörterungen sind einerseits dadurch veranlaßt, dast die Telegravhie in allen (Staaten zum Teil rocht erhebliche Zuschüsse erfordert, andererseits aber durch die Fortschritte der Bildtelegraphie hervorgerusen, denn es ist offenbar, dast man die Schrift auf einem Blatt Papier als Zeichnung betrachten und sie ebenso übermitteln kann wie ein Bild. Das geht sogar viel schneller als die llebermitilung von Buchstaben nach Buchstaben. Ein Lichtstrahl huscht in senkrechten, ganz schmalen Streifen von oben nach unten über das Papier, bis er schließlich die ganze Fläche abgetastet hat — und auf ter Empfangsstelle wirkt ein Lichtstrahl auf einen Film oder unmittelbar auf photographisches Papier ein und erzeugt so die vielen schwarzen Punkte, aus denen sich die Schrift zusammenfetzt. Bei diesem Verfahren braucht iich die Post überhaupt nicht mehr um den Inhalt des Telegramms zu rümmern, es brauchen auch keine Worte gezählt zu werden — es kann ihr ganz gleichgültig fein, was ter Absenter auf sein Papier geschrieben oder gezeichnet haft nur die Anschrift mutz deutlich sein. Man bezahlt eben Tin fach nach dem Quadratzentimeter benutzter »Fläche, oder, da die Zeilenbreite vermutlich vorgeschrieben werten wird, näch ter Länge in Zentimetern. So ähnlich wird sich die Telegraphie in der Tat aller Voraussicht nach in Zrckunft gestalten, aber vermutlich wird eins in ter Anordnung noch geändert werten' das kann man aus ter bisherigen geschichtlichen Entwicklung ter Telegraphie mit ziemlicher Sicherheit schließen; denn eine recht große Zahl von Schnelltelegraphen, die wir heute in Benutzung haben, hat in der ersten Ausführung die Buchstaben beim Empfänger mit Licht auf lichtempfindlichem Papier erzeugt, z. B. auch der König ter Telegraphenapparate der Siemens-Schnelltelegraph. Man kann aber mit gutem Gewissen behaupten: Bei keinem hat sich dieses Verfahren bewährt, weil es zu umständlich ist, das lichtempfindliche Papier vor Derzeitiger Belichtung zu bewahren, weil man die aufgenommene Schrift entwickeln, fixieren und dann trocknen mutz, und weil sie auch dann oft nicht lichtbeständig ist. Das Arbeiten mit den chemischen Flüssigkeiten ist zudem nicht nur unbequem und zeitraubend, sondern führt auch leicht zu Störungen an den Apparaten. Alle diese Telegraphen sind daher dazu übergegangen, die Schrift mit Farbe auf mechanischem Wege zu erzeugen. Es gehört daher keine große Sehergabe zu der Voraussage, daß man wohl auch bei der neuen Art der Schriftübermittlung die schwarzen Punkte, aus denen sich die Schrift beim Empfänger zusammenseht nicht durch Licht, sondern mechanisch mit Farbe auf das Papier bringen wird. Ob man das mit einem Stift oder z. D. in ter Weise tun wird, daß man feinste Tröpfchen darauf spritzt, ist schließllch gleichgülitg. Es gibt einen Apparat für Kabel- telegravhie, bei tem dieses Aussprihen der Farbe dadurch erzeugt wird, daß man das Papier im einen Sinn, die Farbe, die tem Papier in einem zitternden Haarröhrchen nahe kommt, aber im anderen Sinn elektrisiert, so daß sich Papier und Farbe anziehen. Dieser Weg ist also sehr wohl ö entbot. Schließlich ist eben die Wiedergabe durch Licht geeignet, nicht nur die Farben schwarz und weih berrronubringep. sondern auch olle Jtoi- lrch der 3. Großen Deutschen Funkausstellung begehen. die ein beredtes Zeugnis von ter Entwicklung der deutschen Funkindustrie im verflossenen Jahre gab Als besonders interessant sei hier nur die Loewesche Mehrfachröhre erwähnt, die auch im Ausland berechtigte» Aussehen er- regt Hal. Bedeutende Fortschritte hat bic Telegraphie mit kurzen Wellen, insbesondere die g e - richtete Telegraphie zu verzeichnen. Es waren besonders die Amerikaner und Engländer die mit ganz geringen Energiemengen einen Lieberseeverkehr zwischen ihren Ländern und nach 'Australien durchführen konnten. Das britifck - Weltreich wird die gerichteten Kurzwellen für das koloniale Rachrichten netz in weiterem Umfang verwenden. Die Dildtelegraphie. der im 3ahre 1925 durch die Erfindung der Karvluszelle neue Entwicklungswege geöffnet wurden, bat praktisch greifbare Formen angenommen und die Erfindertätigkeit wiederum in hervorragendem Maße angeregt. Viel ist noch im Werden begriffen, aber schon heute werten Wetterkarten für die Schisse auf hoher See gefunkt, deren Aufnahme mit verhältnismäßig einfachen Apparaten einwandfrei gelingt. Die Ausgabe des Gleichlaufs von Dildsender und -empfänger, die sehr große Anforderungen stellt, soll nach neuesten Rachrichlen vom norwegischen Ingenieur Petersen mit piezoelektrischen Kristallen, den gleichen, die auch für die neuen Wellenmesser benutzt werten, gelöst worden sein. Solche Kristalle, die elektrisch angeregt werden, haben genau wie eine Stimmgabel eine Eigtnfrequeitz, die äußerst gleichbleibend ist, so daß die Üebertragung besonderer Gleichlaufzeichen zwischen Senter und Empfänger überflüssig wird. DaS Zeihsche PrvjektivnSplaneta- rium ist dadurch wesentlich vervollkommnet »orten, daß mit einem einzigen Apparat sowohl ter nördliche tote auch ter südliche Sternhimmel zusammenhängend dargestellt werden können. Zahlreiche deutsche Städte haben Planetarien ciuf- geftcllt oder ihren Dan für das kommende 3ahr beschlossen. Reue Wege hat der Deutsche Alexander Lahlo mit seinem „Li ch t k l a v i e r" beschritten, das eine Verbindung von Farbe und Ton bringt. Die Töne werten von ständig wechselnden farbigen Lichtwirkungen expressionistischer Art auf einer Leinwand begleitet 3n ter Filmaufnahmetechnik hat sich das Schüfstansche Spicgelverf-ahren Dahn gebrochen. Es vermeidet die teuren Rr^enaufbaultn dadurch, daß .iur der kleine Teil, auf dem sich die Handlung absp'ell, wirklich gebaut wird, währe" b alles Uevrig? in Form von kleinen Modellen in das Dild hineit.gespiegelt tvird. Eine Reihe von Filmen bringt bereits Ausnahmen mit tem neuen Verfahren. AuS den Gebieten ter Physik und ter Chemie seien besonders die wohlgelungenen Versuche von Siemens und Halske erwähnt, große Kupfer- cinkristalke herzustellen. Gin dicker Einkristall kupferst ab läßt sich leicht von Hand zur Hufeifenform zusammenbiegen; infolge der durch das Biegen herdorgerufenen Störung im inneren Gefüge gelingt es aber nicht, das Hufeisen wieder aufzubiegen. Den deutschen Chemikern Professor Paneth und Dr. Peters von der Berliner Universität ist angeblich die künstliche H e r - stellung von Helium gelungen. Begreiflicherweise begegnet dirirS Ereignis angesichts der fehlgeschlagenen Versuche Miethes zur Umwandlung von Quecksilber in Gold großen Zweifeln, und man wird abtoarten müssen. wc»S die Wiederholung der Versuche durch andere ergeben. Unsere Kenntnisse von den Strahlen wurden durch den amerikanischen Forscher Millikan wesentlich ertoeitert, der außerordentlich kurze Strahlen feststellen konnte, die angeblich aus dem Weltenraum stammen, Dem forschenden Menschengeist wird unsere Erde zu klein, es drängt ihn hinaus ins Weltall. Richt nur schauen will der Mensch, sondern auch aus der Erdanluft heraus zu fernen Weltkörpern möchte er dringen, sei es zunächst auch nur mit drahtlosen Wellen, von denen man ein Echo zurückwünscht, oder mit Raketen. 3n Wien wurde auf Grund dieser Sehnsucht eine Gesellschaft für Weltraumforschung gegründet. die eine Rakete zum Monde schießen will. Sie soll auf die Reumondscheibe auftreffen und dort eine so große Menge mitgeführten Blitzlichts entzünden, dah das Licht nril unseren vorzüglichen Fernrohren wahrgenommen werden kann. schenstufen; bei ter Schrift ist das aber nicht nötig. Man kann sich daher Umständlichkeiten, die zur Dildwietergabe nötig sind, bei ter Schrift- Wiedergabe sparen. Ohne Zweifel wird die Telegraphie durch dieses Verfahren ganz außerordentlich vereinfacht, und doch reicht sie in ihrer Bequemlichkeit für den Benutzer auch dann noch lange nicht an ihren Sohn, den Fernsprecher, heran. Es ist deshalb zu vermuten, daß sich neben der bisherigen Art der Telegraphie, bei der man ein nietergeschrie- bened Telegramm der Post zur Beförderung übergibt, eine zweite Art ter Telegraphie, die eigentliche Fernschreiberei. herausbilden wird, womit in Öen Vereinigten Staaten bereits begonnen worden ist. und für die auch in Deutschland schon feil vielen Jahren Ansätze vorhanden find. Bei dieser Fernschreiberci erhält der „Teilnehmer" eine Art Schreibmaschine, mit ter er feine Rachrichlen selbst unmittelbar gibt, intern er sich wie beim Fernsprecher verbinden läßt. Tie Rachrichten erscheinen dann auf der Schreibmaschine des Angerusenen an einem beliebig fernen Ort in Maschinenschrift, und zwar auch dann, wenn niemand zur Dedienung deS Empfängers anwesend ist: Man findet eben dann die Rachricht vor, wenn man nach Hause kommt oder kann gleich morgens beim Betreten ter Geschäftsräume die spät abends, in der Rächt ober morgens ganz früh eingegangenen Rachrichlen lesen. Tas ist zweifellos eine große Annehmlichkeit, und zwar auch für den Absenter, denn eÄ ist bequem, wenn man etwas, was man einem andern mittetlen will, sofort absehen und so sein Gedächtnis entlasten kann, und nicht durch die Antwort „beseht" oder „öer Teilnehmer meldet «ich nicht!" gezwungen wird, weiter daran zu denken. Zur ersten Art der Telegraphie, der Ueber- mittlung von Schritt im Bildübermittlungsver- Drei Honoiö^emHer als Nobelpreisempfänger. Don Prio.-Doz. Dr. Lothar h o d , Gießen Wenn die jüngst zur Lerieilung gelangten Nobel preise für Chemie dem Deutschen N t ch a r b Zs l g- m o n b o , Göttingen, dem Schweden The Gothberg, Uplüla, und dem Franzosen Jean Per- rin. Vnr;v pur Physik) viaelprcxhcn wurden, so bars darin nicht nur eine Würdigung der großen Verdienste dieser drei Meister der modernen Experi- mentiertunft, iondrrn Augleid) — und -um ersten Mole feiten» dieses bebeutfamen internationalen Forums der Wlstenjchast — eine hervorragende Anerkennung kolloidchemischer Forschung erblickt wer- den. Zählen doch alle drei Forscher zu den glänzendsten Vertretern diese» Zweiges der physikalischen Chemie, der ebenso für die experimentelle Begrün- düng der uralten und doch immer wieder angefochtenen Atomtheorie wie für da» Verständnis biologischer Vorgänge von Bedeutung geworden ist und demgemäß eine seltene Anziehungskraft auf ’Jlatur- forscher der verschiedensten Richtungen ausübt. E» kann an dieser Stelle nicht versucht werden, die Gc famtleiftung der drei Manner zu würdigen, vielmehr wird die innere Linie aufzuzeigen sein, bk ihre wichtigsten unb für die allgemeine Natur- crkenntnis bedeutungsvollsten Arbeiten miteinanber eng verknüpft erscheinen laßt. Cs handelt sich dabei nicht um jene ©ruppe kolloidchemischel Probleme, die beispielsweise in besonderem Maße da» Interesse der Medi ziner und Biologen gefunden haben, sondern um dir Probleme der »genannten exakten Kolloidchemie die in aller Strenge mit Maß und Zahl die Er- fcheinungsgebiet zu beherrschen trachtet unb bannt den sicheren Grund legt für den Ausbau einer Wissenschaft, die sich mit guter Aussicht auf Erfolg dann auch in ihrer Anwendung auf verwickelterr Systeme handhaben zu lasten verspricht. In den sogenannten kolloiden Lösungen oder Solen stehen uns eigentümliche Systeme gegenüber, in denen die gelösten Stoffe nicht — rote zum Beispiel in einer echten Lösung von Zucker - in so feiner Verteilung enthalten sind, daß sie darin in Gestalt ihrer kleinsten Bausteine, der Mole füle, auftreten, sondern in Form größerer Molekule- housen. Sie erscheinen dem Auge zwar gleich jenen völlig homogen, unterscheiden sich aber von ihnen optisch leicht durch das Auftreten de» Faraday Tyndallkcgels, den man erkenn!, wenn man ein hineingesandtes kegelförmige» Lichtbündel von der Seite aus betrachtet: die Spur des Lichtkegels wird infolge darin ftattfinbenber diffuser Zerstreuung des Lichtes an den Kolloidteilchen als Trübung sichtbar, ähnlich wie Sonnenstäubchen unserem Auge unsichtbar bleiben, wenn wir zur Sonne ge wandt auf sie blicken, aber in Erscheinung treten, sobald wir die einfaüenbe Sonnenstrahlung von der Seite aus betrachten. Im weitesten Sinne werden mir alle Systeme als kolloide Lösungen bezeichnen dürfen, deren Teilchen eine Größe besitzen. die zwischen öer Größe der einfachen Moleküle einerseits und der Teilchengröße von groben Suspensionen lz- B. Tonausschwemmungen, die sich nicht mehr leicht absetzen) anbererleitd liegt. Teilchen von letz, terer Größe ist der Durchgang durch gewöhnliche Papierfilter im allgemeinen gerade noch möglich: sic sind auch unter dem Mikroskop zu erkennen. Diese mikroskopische Nachweisung ist aber nur bl» au einer gewissen Teilchengröße/ herab möglich, bei deren Unlerschreituna da» Auflösungsvermögen selbst de» besten Mikroskopes, was sich auch theoretisch bartun läßt, versagt. Don zwei Punkten, deren Abstand kleiner als etwa der 6000. Teil eines Millimeters ist, kann eine geometrische Abbildung mittels des Mikroskopes nicht mehr erzielt werden. Die kolloiden Losungen, die nicht gerade an der Grenze grober Suspensionen stehen, enthalten also zahllose kleine Teilchen, so kle.i n, daß sie mikroskopisch bildhaft nicht mehr erkennbar find, fo groß anbercr|eite, daß sie noch aus Abertaufenden echter Moleküle zuiammengeseszt sein müssen. Bei eingehenderem Studium dieser Systeme, mit tem sich zuerst F a - raday und Graham beschäftigten, gelangte man nun zur Vermutung, daß ter Berteilungsgrab ge- (öfter Stoffe kontinuierlich alle Stufen durch, schreiten könne, indem zwischen den molekular- dispersen und dem grobdispersen Systemen olle Zroifchcngrode Vorkommen. Ist diese Auffassung berechtigt, so bestehen zwar große graduelle, hingegen keineswegs grundsätzliche Unterschiede zwischen echten Losungen unb kolloiben Lösungen; die Eigen- schasten der letzteren müssen sich in einer Reihe von kontinuierlichen Ile Hergängen schließlich denen fahren, ist eine geradezu ungeheure Stromstoß- schnelligkeit erforderlich, die sich wohl bei der «'S-unlübcimitllung erzielen läßt unb auf ganz kurzen oberirdischen Leitungen auch. Auf längeren Leitungen aber und vor allen Singen auf Kabeln stehen einer so schnellen Folge von Stromreizen vorläufig unüberwindlich ScAoierig- keften entgegen. Wan wird daher In solchen Fällen mit TelegraHhenapparaten bisheriger Art Weiterarbeiten müssen. Für den Fevnschreib- teilnehmer aber ist die Hauptsache die Schaffung eines möglichst handlichen, billigen und einfach zu bedienenden Apparats, mit dem man genau so arbeiten kann, wie mit jeder Schreibmaschine. (Sö ist alle Aussicht dazu vorhanden, daß er geschaffen wird. Er wird vermutlich so ausfallen, daß zu schnell aufeinanderfolgende Tastenanschläge gewissermaßen aufgespeichert und vom Senter ganz regelmäßig abgesandt werten, so dah der «Sender den Schreibenden in den beim Schreiben immer eintret tuten Pausen immer wieder einholt. So wird sich also einerseits die Telegraphie selbst verjüngen, intern sie neue, bequemere Mittel zur Bewältigung des jetzigen Talegrammver- kehrs anwendet, ilnö fie wird einen zweiten Sohn heben, einen Bruder des Fernsprechers, den Fernschreiber, ter es gestattet, jedem andern schriftliche Rachrichten au‘ feiner Schreibmaschine zuzudrucken, ohne daß man deshalb sein Arbeits. zimmer zu verlassen braucht. Unfern Urenkeln aber wird man vielleicht einmal im Postmuseum einen Briefkasten zeigen und ihnen feinen Zweck umständlich erklären müssen, denn sie werden ee gar nicht mehr verstehen, daß man au ihrer Vorfahren Zeilen Gedanken wie Waren oeforöern mußte, statt sie beim Empfänger im Augenblick ihres Entstehens unmittelbar erscheinen zu lassen' I öer moletularbifperfen Lösungen nähern. Ferner müssen die Aussagen, die die Molekulartheorie über das Verhalten gelöster Stosse macht, auch auf diese „Riefenmoleküle" übertragbar und an ihnen, da sie der Beobachtung auf jeden Fall leichter zugänglich R werden können, experimentell prüf« l Damit eröffnet sich aber ein Weg, überhaupt zu einer experimentellen Bestätigung der atomistischen Darstellungen zu gelangen. Diesen Weg folgerichtig gegangen zu sein, ist nun das Hauptverdienst der drei Forscher, die mit kühnem Mute zu ihrem Ziele oorgedrungen sind, geleitet von der Theorie der Lösungen, wie sie von v a n ’ t Hoff, 91 e r n ft und, insbesondere diesem Ziele zugewendet, von Einstein und v. Smoluchowski ihnen an die Hand gegeben worden ist. Lernen wir nun den Anteil jedes einzelnen Preisträgers an der Lösung dieser Ausgabe in großen Zügen kennen. Mit der Konstruktion des U l t r a m i k r o s k o - pes durch S i e d e n t o p s und Z s i g m o n d y wurde der Kolloidchemie eines ihrer allerwichtigsten Werkzeuge beschert. Es hat die Aufgabe, Teilchen noch sichtbar zu machen, die in einem gewöhnlichen Mikroskop nicht mehr wahrgenommen werden können, --ein Gedanke, wie der aller genialen Er- sindungen, ist recht einfach: Es wird mittels eines Linsenjystems in dem in einer kleinen, gläsernen Beobachtungskammer befindlichen Sol ein horizontal verlaufender Faraday-Tyndallkegel erzeugt und von oben, also senkrecht zur Richtung des ein« fallenden Lichtes, durch ein Mikroskop beobachtet. Wäre die Lösung molekulardispers, mithin „optisch leer", so würde das Gesichtsfeld dunkel bleiben, da ia fein Licht in das Beobachtungsmikroskop eintritt. Findet in dem Sol aber eine Abbeugung des Lichtes statt, io kann das abgebeugte Licht, das diffus nach allen Seiten zerstreut wird, ins Auge gelangen. Dabei wird in einer, bei erstmaliger Beobachtung auch ästhetisch überwältigenden, wunderbaren Erscheinung dos diskontinuierliche Wesen der scheinbar homogenen Lösung offenbart. Hören wir die Worte, mit denen Zfigmondy selbst vor etwas mehr als 20 Jahren den Eindruck beschrieb, den er beim Beschauen eines wässerigen Goldsoles erlebte: „Die kleinen Goldteilchen schweben nicht mehr, sie bewegen sich — und das mit staunenswerter Lebhaftigkeit. Wer einen Schwarm tanzender Mücken sieht im Sonnenschein, der kann sich eine Vorstellung machen von den Bewegungen der Goldteilchen im Hydrosol des Goldes. Das ist ein Hüpfen, Tanzen, Springen, ein Zusammenprallen und Voreinander- fliehen, daß man Mühe hat, sich in dem Gewirre zurechtzufinden." Die unterhalb der mikroskopischen Sichtbarkeit gelegenen Teilchen werden zwar nicht ihrer Gestalt nach abgebildet, sie heben sich aber hell auf dunklem Grunde (Dunkelsleck) ab als die Orte, an denen die Abbeugung des Lichtes stattfindet, und sie sind, wie es die kinetische Theorie der Materie schon lange für die Moleküle vorhersagte, in ständiger, bin« und her- sahrender Bewegung begriffen, ohne einer Vorzugsrichtung zu folgen, befinden sich also im Zustande „idealer Unordnung'. Die schon von dem Botaniker Brown im Jahre 1827 entdeckte und nach ihm benannte Bewegung, die er an gröberen mikroskopischen Teilchen beobachtet hatte, kehrte hier in ungleich lebendigerem Maße wieder und wurde, um ihre theoretische Deutung als Folge des Bombardements der umgebenden Wassermoleküle anzubahnen, zuerst von Z s i g m o n d y einem eingehenderen ultramikroskopischen Studium unterzogen. Bon der kinetischen Theorie erwartete er die Lösung ihres Rätsels. E i n st e i n und o. Smoluchowski entwickelten daraufhin eine eingehende Theorie der Brownschen Bewegung, die durch P e r r i n s und Soedbergs berühmte Versuche mit mathematischer Strenge bestätigt werden konnte. Z s i g m o n d y lehrte die reproduzierbare Herstellung reiner Sole, insbesondere der so sehr geeigneten Goldsole, bildete die Verfahren zur Messung und Zählung der Teilchen aus, und errichtete als Altmeister das Gebäude der exakten Kolloidchemie, die er auch in einem hervorragenden Lehrbuche darzustellen unternahm. • Svedber g bediente sich zu seinen Unter suchungen des Ultramikroskopes und wies in einer Reihe hervorragender Arbeiten nach, daß^alle von der leone von Einstein und von v. Smoluchowski vorhergesagten Einzelheiten von der Brownschen Bewegung erfüllt wurden. Dazu verfolgte und registrierte er die Zickzackbahnen der einzelnen Teilchen ober zählte er die von Beobachtung zu Beobachtung veränderliche Zahl der Teilchen im Gesichtsfelde, um festzustellen, daß diese Schwankungen genau den von der Molekulartheorie oorher- gesagten entsprechen. Außerdem verfolgte er experimentell den Zusammenhang von Farbe und Teil- chengröße durch das Studium von Lösungen verschiedener Stoffe, die sowohl im molekulardispersen Zustande wie auch in Gestalt kolloider Lösungen von höchstem Dispersitätsgrade auf ihre Lichtabsorption untersucht wurden. Dabei stellte es sich heraus, daß die Farbe der Sole mit abnehmender Teilchengröße sich kontinuierlich in der Richtung auf die Farbe der echten Lösungen änderte. Auch hier folgte die Theorie, indem Ak i e den Zusammenhang von Farbe und Teilchengröße entwickelte, eine Theorie, für die insbesondere von Schaum und seinen Mitarbeitern experimentelle Bestätigung erbracht werden konnte. Svedberg, ein vielfach bewahrter Meister kolloidchemischer Meßkunst, Hot seine aufsehenerregenden Ergehnisse erstmalig in seinem Buche „Die Existenz der Moleküle" zusammengefaßt. Gleichermaßen berühmt ist das von Lottermoser übersetzte und schwungvoll geschriebene Werk von Per rin, „Die Atome", in dessen Mittelpunkt ebenfalls die zu einer wesentlichen Stütze der Atomistik gewordenen Versuche an kolloiden Systemen stehen, llrrb zwar arbeitete Perrin mit Suspensionen feiner Gummiguttkügelchen in Wasser ober anderen Flüssigkeiten. Diese Kügelchen waren immerhin so groß, daß sie bequem in einem gewöhnlichen Mikroskop wahrgenommen werden konnten. Damit war auch eine genaue Auszählung und Ausmessung möglich, jo daß Perrin über die Kennknis von Durchmesser und Gewicht des einzelnen „Riesen- moleküles" verfügte. In ähnlicher Weise wie S v e d- berg gelang es ihm, die Theorie der Brownschen Bewegung zu bestätigen, sogar tn bezug auf die Rotation, die die einzelnen Teilchen neben der fortschreitenden Bewegung ausführten. Befonderes Müffchen erregte die ebenso geniale wie elegante Methode des Sedimentation-gleich gewichtes zur Bestimmung der Loschmidt - Avogadroschen Zahl, d.h. der Anzahl der Moleküle, die in einem Gramm-Molekül eines Stoffes (z. B. in 2 Gramm Wasserstoffgas ober in 200 Gramm Quecksilber) enthalten sind. Sie wurde in Uebereinftimmung mit dem aus der Theorie der Brownschen Bewegung ermittelten Werte zu 0,6 Quadrillionen (1 O'iadr. ist eine 1 mit 24 Nullen) gesunden uyd gestattet, nun auch das absolute Gewicht eines einzelnen Atomes zu berechnen: so erhält man für das Gewicht eines Wasserftosfatomes den Wert eines Quadrillionstels von 1,66 Gramm. — Herrin beobachtete, daß die Teilchen seiner Gummigutt- uspensionen zwar zu Boden sanken, aber nicht auf dem Grunde des Gefäßes ruhten, föntem eine von Molekularbewegung belebte „Perrinfche Atmo- jphäre" von winziger Höhenentwicklung bildeten, in der die Konzentration, wie bei der Erdatmo- phäre, nach oben nach eben demselben Gesetze abnahm, nur unvergleichlich viel schneller, offenbar um o viel schneller, als das Gewicht eines ihrer „Rie- enmoleküle" dem eines Sauerstoff- ober Stickstoff- moleküles ber Luft überlegen ist. Da die Luft erst in einer Höhe von 6 Kilometer auf die Hälfte ihrer normalen Dichte gelangt, die Teilchen^rhl in der Perrinschen Atmosphäre dagegen schon bei einer Erhebung von 6 Tausendsteln Millimeter (also einem miUiaröenmal kleineren Sprunge!) auf die Hälfte zurückgeht, so beträgt das bekannte Gewicht des Gurnrnigiittkügelchens das Milliardenfache eines Luftrnoleküles, das somit der Berechnung zugänglich ist. Die Atomistik, eine Jahrtausende alte (frage ter Philosophie, ist dank mühevollster Forschungsarbeit, an der gerade diese drei Nobelpreisträger hervorragendsten Anteil haben, durch experimentelle Entscheidung zur sicheren Grundlage unseres physikali- chen Weltbildes ausgebaut worden. Darum wissen nicht nur die Naturforscher diesen Männern Dank. Wirtschaft. Das Wirtschaftsjahr 1926. ii. Auf dem Gebiete des Außenhandels wird man voraussichtlich mit einem Ausgleich der Gin- und Ausfuhr rechnen dürfen, wenn nicht sogar ein kleiner Einfuhrüberschuß eintreten wird. Man hat tn den ersten Monaten des Jahres, in denen teilweise nicht unbeträchtliche Akiivsaldi bekannt wurden, dies als ein erfreuliches Moment hingestellt. Diese Ansicht erscheint durchaus falsch. Deutschland ist ein eng besiedeltes Industrieland, das nun einmal trotz aller Bemühungen auf Jahre hinaus, und wahrscheinlich nie, in der Lage sein wird, sich selbst zu ernähren. Mit einer Verbesserung der Lebenslage werden auch die Konsumansprüche größer, die nur durch Zukauf aus dem Auslande befriedigt werden können. Deutschland ist aber auch auf der anderen Seite ein Industrieland mit außerordentlich knabber Rohstoffbasis. Weitere Entwicklung seiner Industrie bedeutet entsprechend Vermehrung der Einfuhr von Rohstoffen und halbfertigen Waren. Man wird die Einfuhr von fertigen Waren bis zu einem gewissen Grade und vermittels einer geschickten Handelspolitik drosseln können, man wird auf der anderen Seite, wie dies bereits geschieht, auf die Ausfuhr deutscher Fertigwaren das Hauptaugenmerk richten. Ob man aber jemals dazu kommen wird, auch in Zeiten blühender Industrie einen wesentlichen Ausfuhrüberschuß zu erlangen, erscheint fraglich. Man darf nicht übersehen, daß wir heute bereits in der Ausfuhr die Vorkriegsziffer, allerdings ohne Berücksichtigung der Geldentwertung, erreicht haben, während sie in der Einfuhr bereits um ein wesentliches überschritten ist. älnsere Rohstoffbasis ist durch die Gebietsverluste ganz besonders in Mitleidenschaft gezogen, und wir werden daher kaum daran denken können, jemals die Dorkriegsverhältnisse tm Außenhandel zu erreichen, die aber bekanntlich stets passiv waren. Wie gesagt, illustrieren die Außenhandelsziffern gerade des Jahres 1926 unferc Lage ganz besonders. Mit der Besserung unserer wirtschaftlichen Lage in den letzten Monaten geigen nicht nur die Einfuhrziffern für Rohstoffe und Halbwaren, sondern auch diejenigen für Lebensrnittel und Fertigwaren fast durchweg steigende Tendenz. Dasselbe gilt allerdings auch für die Ausfuhrz ffern, jedoch nur in geringem Maße für die Ausfuhrz'ffern an Fertigwaren. Bei der Betrachtung der Rohstoffausfuhr ist die Ausnahmelage bei der Kohle zu berücksichtigen, auf die zu großen Teil die Steigerung zurückzufiihren ist. Auch die Betrachtung unseres Außenhandels mit den einzelnen Ländern gibt der Ansicht, daß wir niemals in der Lage sein werden, unsere Reparativnspflicht aus Mehrausfuhr zu decken, recht. Wir sind in der Regelung unserer Verhältnisse mit den einzelnen Ländern im verflossenen Jahre ein gut Stück weitergekommen. Wir haben Handelsverträge mit einer ganzen Reihe von Ländern zum Abschluß gebracht und ratifiziert, und auch gewisse Erfolge dieser Abschlüsse lassen sich bereits fettff eiten. Gegenüber der Mehrzahl der europäischen Länder ist unsere Handelsbilanz aktiv, dies wird aber mehr als wett gemacht durch unsere Handelsbilanz mit den beiden Hauptrvhstoffländern, den ^Bereinigten Staaten und Argentinien, die beide stark passiv sind. Unferc Passivität gegenüber den Vereinigten Staaten allein ist mit 700 Mill, sicherlich nicht zu gering geschäht. Die Handelspolitik der Vereinigten S aalen wird cs uns nie gestatten, diese Verhältnisse irgendwie grundlegend zu ändern. Auch unsere Handelsbilanz gegenüber Argentinien ist mit mehreren hundert Millionen passiv, und de Tendenz in Argentinien gehl eher dahin, diese Verhältnisse noch zu verschlechtern, als zu verbessern. Die Tatsache, daß eine Reihe von Rohstoffländern der Vorkriegszeit in der Entwickttrng ihrer Industrie begriffen sind und nicht daran denken, hiervon abzulassen, wird bei der Beurteilung der Allssichten unserer Handelsbilanz immer noch viel zu wenig berücksichtigt. Mag man auch im Laufe der Zett in einzelnen Ländern von der Tendenz des übertriebenen Schutzes nationaler Arbeit abfommen, der Entwicklung der Industrien in den Rohstoffländern kann man sich nicht e.it- gegenftemmen, und gerade diese find es, die für uns als Abnehmer unserer Industrie-Produkte in erster Linie in Betracht gekommen waren. Hauptaufgabe unserer Handelspolitik ftär das kommende Jahr bleibt im wesentlichen noch die Regelung unserer Handelsbeziehungen zu Frankreich, Polen und der Tschechoslowakei. Die Schwierigkeiten der Verhandlungen mit Frankreich haben sie im Verlauf erwiesen. Sie dürsten sich in der Folge vielleicht dadurch erleichtern, daß sich die Währungsverhältnisse in Frankreich zu konsolidieren beginnen. Im Zusammenhang hiermit und auch wohl als Folge einer Reinigung der Atmosphäre durch den provisorischen Vertrag mit Frankreich hat sich in den letzten Monaten unsere Handelsbilanz mit Frankreich günstig gestaltet. Die deutsche Regierung hat im verflossenen Jahre durch eine Reihe von Maßnahmen den Gang der Wirtschaft stark zu beeinflussen gesucht. Ob immer mit Erfolg im Eime der Wirtschaftsentwicklung. mag dahingestellt bleiben. Zu erinnern ist an die Bestrebungen in der Richtung eines Preisabbaues, die man wohl insgesamt als euren Fehlschlag bezeichnen darf, alsdann an die Verhandlungen, die den Zweck hatten, die landwirtschaftliche Preisschere zu schließen und insbesondere den Roggenpreis in besseren Eintlang mit den Produktionskosten zu bringen. Tatsächlich ist die Schließung dieser Schere gelungen. Die Getreidepreise stehen heute im normalen Verhältnis zu den übrigen Preisen. Eine Frage ist jedoch, ob die Maßnahmen der Regierung diese Entwicklung irgendwie ausschlaggebend beeinflussen. Anzunehmen ist vielmehr, daß wir es hier mit einer natürlichen Folge der gesamten Marftlage zu tun haben. Zu erwähnen ist weiter die Schaffung einer Export-Kredi t-Versichern n g und einer gewissen Garantie des Reichs, sowie die A u s f a 11 b ü r g s ch a f t in der Lieferung nach Rußland, die unverkennbar das Geschäft mit Rußland bedeutend gehoben hat. Besonders aktiv waren die gesetzgebenden und Verwaltungsbehörden auf dem Gebiete der Sozialpolitik. Betrachtet man die Entwicklung unserer Erwerbslosenfürsorge, so ist an sich diese Aktivität begreiflich. Es hat allen Anschein, als wenn auch in Deutschland das Erwerbslosenproblem ebenso chronisch wird, wie in England. Die Er- werbslosenzisfer, die gegen Ende des Vorjahres stark im Ansteigen begriffen war, hat zwar im März ihren Höhepunkt erreicht, sie konnte aber während der günstigen Sommermonate nur verhältnismäßig gering ermäßigt werden, so daß sie jetzt immer noch um etwa eine Million höher ist als zur gleichen Zeit des Vorjahres. Infolge Fortfalls der verschiedenen Saisonarbeiten ist aber gerade jetzt wieder mit einer erneuten Steigerung zu rechnen. Die Ursachen der starken Erwerbslosigkeit in Deutschland sind zu bekannt, um hier nochmals wieder aufgezählt werden zu müssen. Wie weit die Regierung durch Förderung der produktiven Erweroslosenfürsorge Linderung geschaffen hat, läßt sich naturgemäß nicht fest- stellen. Immerhin darf man annehmen, daß die verschiedenen Rötst andsarbeiten sowohl wie auch die Bereitstellung von Mitteln, um die Beschäftigung der Industrie zu heben, nicht ohne Einfluß auf die Erwerbslosenziffer geblieben sind. Die Idee der Gewerkschaften, durch Verkürzung der Arbeitszeit dem Problem beizukommen, vermag die Wirtschaft bekanntlich nicht zu folgen Einzig und allein eine gesunde Finanz-, (Steuer- und Wirtschaftspolitik dürfte in der Lage fein, durch Hebung der Kaufkraft nach innen und außen dieses Problem auf die Dauer zu lösen. * Fusionierung in der 21 u t o m o b i l* industrie. Wie der WTB.-Handelsdienst von maßgebender Stelle erfährt, werden zum Zwecke der Rationalisierung die Siemens Schlickert G.m.b.H. und die Rationale Automobilgesellschaft A.G. ihre Kraftwagenfabrikation vereinigen. Rach Fertigstellung der in Arbeit befindlichen Serien des Protos-Personenwagens, der bisher von der Protos Automobil G.m.b.H. in Berlin Siemenstadt verkauft wurde, soll die Fabrikation in die Werkstätten der R.A.G. überführt werden. Als äußeres Zeichen des Zusammenschlusses werden künftig die in gemeinschaftlicher Arbeit her- gestellten Personenwagen den Ramen „R.A.G.» Protos" führen. Die zahlreichen in- und ausländischen Geschäftsstellen der S.S.W. werden künftighin auch für den Vertrieb der Erzeugnisse der R.A.G. und zwar sowohl für den Verkauf der Personen.- als auch für den der Lastwagen, tätig sein. Auch die Reparaturwerkstätten der beiden Firmen werden demnächst zusammen- gelegt. Für die Transaktion stehen Rm. 2 Millionen Aktien der R.A.G. mit Dividende zur Verfügung, die von dem S.S.W. übernommen werden. Frankfurt c orsc. Frankfurt a. M„ 29. Dez. Tendenz: Nach uneinheitlichem Beginn im Verlaufe f e ft. — Die Effektenbörse brachte zunächst infolge Glattstellungen der Spekulation in den bisher von ihr bevorzugten Mannesmann- und Stahlvereinsaktien einen Kursrückgang für sämtliche M o n t a n a k t i e n , da wohl noch keine offiziellen Verhandlungen über die Angliederung von Mannesmann an den Stahlverein fiattgefunöcn haben. Daneben setzten Großbank- a k t i e n überwiegend in mäßigem Tempo die A b - schwächung fort. Auch die letzttägige Bewegung in Scheideanstalt kam zum Stillstand, das Papier wurde um etwa 5 Proz. schwächer. Dagegen traten I. - G. - Farben heute aus ihrer bisherigen Reserve heraus und stellten sich bald in den Mittelpunkt des Interesses bei einer Kursbefestr - g u n g von 4 Prozent. Von Montanaktien wurden höher: Harpener plus 1,75 Proz., Klöckner plus 3,5 Proz., Deutsch-Lux plus 1 Proz.; dagegen waren abgeschwächt: Mannesmann minus 4 Pzr., Stahlverein minus 1,25 Prozent. Braunkohlenaktien etwa 1 Prozent befestigt. Großbankaktien setzten ihre Abwärtsbewegung fort und waren bis zu 1,5 Prozent abgefchwächt. Nur Bayrische Hypotheken- und Commerz-Bank gut behauptet. Elek- t r o a f t i e n überwiegend gut befestigt. AEG. und Lahmeyer plus je 3 Proz., Bergmann plus 2,25 Pzt. Petroleumwerte freundlicher. Erdöl plus 1,5 Prozent, Rütgerswerke plus 1 Prozent. Schifffahrtsaktien uneinheitlich. Hapag plus 0,75 Prozent, Nordlloyd minus 2 Prozent. Von variablen Werten standen Süddeutsche Zucker- a k t i e n mit Kursbesserungen bis zu 3 Prozent im Vordergründe. Autoaktien bis 0,75 Prozent höher. Bauaktien ruhig, doch gut behauptet. Von heimischen Anleihen setzten Kriegsanleihe ihre Aufwärtsbewegung fort 0,805. Von fremden Renten lagen Türken sehr ruhig.. Anatolier konnten sich auf die Rücklaussverhandlust- gen der Angora-Regierung gut befestigen. Anatolier I 34.—. Der weitere Börsenverlauf blieb fest. J.-G.-Farben stellten sich auf 324 Prozent, Harpener auf 198,5 Prozent. Am Geldmarkt ist Tagesgeld wieder leichter mit 5 Prozent. Monatsgeld blieb dagegen gesucht. Im Devisenverkehr schwächte sich Mailand gegen London auf 108,25 ab. Paris kaum verändert mit 122,5 gegen das Pfund. Die Reichsmark Hegt fest mit 20,365 gegen London und 4,1945 gegen Kabel. Berliner Börse. Berlin. 29. Dez. Die Tkmsahtätigkeit an den Aktienmärkten hat heute etwas nachgelassen. Die Kursbewegung war daher heute nicht so lebhaft wie gestern. Die Grund st immung blieb freundlich und für einzelne Spezi a l w c r t e fest. Die Zahl der haussierenden Dividendenpapiere reichte heute nicht mehr an die der gestrigen Spezialbeweg-ingen heran. Am M on 1 an ma r f t setzten sämtliche Braunkohlen- werte höher ein. Harpener plus 2 Proz.. Rhein. Braunkohlen plus 5,25 Proz. Trcrnsaktivns- geruchte boten für Autowerke einige Anregung. Auch für Maschinenaktien zeigte sich etwas Interesse. Elektrowerre blieben gleichfalls gefragt. Die Kursbefestisungen betrugen etwa 2 bis 3 Proz. Dauaktien setzten ihre Aufwärtsbewegung fort. Dank- und Schiffahrtsaktien blieben vernachlässigt. Am heimischen Rentenmarkt waren Kriegsanleihe weiter gefragt und höher. Die übrigen Staatsrenten lagen unverändert. Don Auslandrenten zeichneten sich Türken und Mexikaner aus. Am Geldmarkt hörte man für Monatsgeld ?Vr bis 81/» Proz., für Tagss- gelb 41/’ bis 6 Proz. Im Devisenverkehr lagen das englische Pftmd und die Reichsmark gegen Kabel weiter fest. Die übrigen Valuten waren kaum verändert. 173,9 8.1 8.2 7.95 — 164,5 165 160 — 177.5 183.5 178,5 184 117 118,75 117 119,5 — — 179 183 180 184.35 181.5 184 ISO 184.5 192 25 199 193 198.5 157.5 156.75 154 157.25 166 164 166 164 84.5 84 62 83.5 87,4 215.5 213 215 212.5 145 146,75 145 145 22 — —■ 121 137 137.9 136 75 138 247,5 254 246 254.75 197,9 199.75 197.5 199.62 181,5 187,5 180.5 182 110 111 — — 154.25 156,75 153,13 155,75 167 167,75 166,5 167.5 166.75 . 165 165 164,75 —- - - - 140 144 - - 170 169,5 169 — — 107,5 — ■■ — 143.9 145 142 146 73,9 73 — —• 316 524 315.5 318,75 134 140 195 140 206,5 200 — — 169 168 165 167.9 161.5 165 162,25 164,5 160 161 160 165.75 158 5 167,5 159 160 130 ■— — — 164,5 — 164 167,6 200 204 201.5 204,5 112 1 113 111,5 112 88,25 । 86,5 87 86 38,5 — 52 — 55 •— 44 19,25 — — — 59 — — 185.75 186 — *■» 129.25 — 129 —— 63.1 — 64 — W — 4.5 — 156.5 159 157,5 158 234 2ü3.5 233 233 109,5 110 109,25 — 135.5 140 134,75 — Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. T e l e grap htsche Auszahlung. 28. Dezbr. 29. Dezbr. Amtliche Notnrung Amtliche Notierung Geld Brief Öklo Bries Amst-Roi' 161.68 168,10 1,735 167,72 168.14 Luen.-Aires 1,731 1.731 1,73c» Brff.-Antw. 58,30 68,44 58,31 58,45 Christtania. 106,07 111,79 106,33 106,04 106,30 .stopcnhag:« 112,07 111.79 112,07 Stockholm . 112,04 112.32 112,10 112,38 Hclstngfors. 10,545 10,585 10,545 10,585 Italien. . 19,09 19,13 18,79 eo,337 18.83 London. . . 20,336 20,386 20,387 Rcuyork . . 1,1895 4,1995 4.189 4.199 Parts.... 16.61 16.65 16.61 16.64 Schwei» . . »1,03 81,23 81,050 81.054 Spanien. 64.13 64,29 '«,96 64,12 Japan . . . 2.050 2.054 2,050 2,054 Rio de Jan Wien tn D. U.501 0.603 ”.499 0.501 Oeft. abgesl 59,17 59,31 59.17 »9,31 Prag .... 12.406 12,446 12,409 12,419 Bclftad . 7.392 7,412 7,397 7.417 Budapest. . 5.86 6,88 0.86 o,88 Bulgarien 3,035 3,045 3,032 3.042 Lissabon . 21,545 21,595 21,545 21,595 Tanstg. . . Konstantin. 81,40 61.60 81,40 81,60 2.092 2,102 2,10 ,11 Athen. . . 5.29 5-32 5,29 5,31 4,197 Canada . 4.187 4.197 4,187 Uruguay 4.25 4,26 1.25 4.26 Tatro . . 20.886 20,912 20,866 20.918 Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 29. Dez. Es wurden ‘notiert: Weizen, Wetterauer, 29.25 bis 29.50, Roggen, inländischer, 24.50, Sommergerste für Brauzwecke 25 bis 26.50. Hafer, inländischer, 19 bis 19.50. Mais (gelb) 19.50, Weizenmehl, inländisches. Spezial 0, 41 bis 41.50, Roggenmehk 35 bis 36. Weizenkleie 11.75, Roggenkleie 12. Tendenz: Ruhig. oranksurtcr Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M.. 29. Dez. Auftrieb: 4 Rinder, 930 Kälber, 451 Schafe, 256 Schweine. Kälber: Beste Mast- und Saugkälber 80 bis 85; mittlere Mast- und Saugkälber 70 bis 79; geringe Kälber 65 bis 69. — Schafe: Mast- lämmer und jüngere Masthämmel (Weidemast) 40 bis 45; mittlere Mastlämmer. ältere Mast- hämmel und gut genährte Schafe 34 bis 39; fleischiges Schafvieh 30 bis 33. — Schweine: Feftscbweine über 300 Pfund Lebendgewicht 73 bis 75, vollfleischige Schweine von ca. 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 73 bis 75; von ca. 160 bis 240 Pfund Lebendgewicht 74 bis 76. — Marktverkauf: Kälber und Schafe bei anfangs lebhaftem, zum Schluß abflauendem Handel ausverkauft Schweine gedrückt und etwas Ucberftanh. Der nächste Viehmarkt sindet am Montag, 3. Januar 1927 statt. Briefkasten der Redaktion. iRechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitang.) 2fi. 33. Wir empfehlen Ihnen, einen Arzt um Rat zu fragen. Wenn Sie die Sache nur auf Nervosität zurückführen, fo wenden Sie sich am besten an einen Nervenarzt. U*' ,(agl < ««b iMSl« ö ®it E tunfl '"pii Mischen 2 Mck * knnCVÄ (egt. Ts hat' babutd) w MchSouhem jammen mit Wunsch der teeil Dr- 61 aufgeben mi Ms da her Wunsch etwas gan? versiänvlich- nung zwisch Habern m allein in hat sich die ■ scheu Regier gCUXHlML - noch vor vei römischen Sei land hielt un tztresemann vortete, bat Umschwu treten ift Bärtige 2ln gebungen ir mit kluger t man sich sa sind, mit < Politik hat das Derhäl so. wie toii wünschen tc rung baraui schlagen vers trine es ist, dah geschlossener träge einer eben doch sich Inhalt! sollte man fchlusses au Ton e können wir Rehandlunx genossen in ru.ig einget dinz 2oz Wünsche der zu berücksich in dem Die. Seitunge gemeinen T in Italien z miten-Zeitm von der g tirols gern erscheinen. I sirvls etlei sich das Q Italien ge Ser 31 ■0 .2k om, Schief Unterfa «ttg Se « M i unis. Die der bet Dn Unter sekretär brnetlchef r LW der H'd unb ^°NN!lich° h°ben, bu, ^führt. De segentlich , Sa ■betrag h- Sfr,'n °l«o im f Ä fc FL-