Nr. 279 Erstes Blatt |76. Jahrgang Montag, 21 November 1926 Erlchernl täglich,außer Sonntags und Feiertag» Beilagen. Gießener Familienblättei Heimat tm Bild Die Scholle Monal».Bezvg,prel,: 2 Reichsmark und 20 Reichspfenntg für Träger- lohn, auch Lei Richter, scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Fernfprechanl chlüsfe: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnach- richten: Anzeiger Ließen, poßfch.ckkonto: Frankfurt am Main 11686. GietzeimAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vrvck und Verlag: vrühl'sche Univerfitütr-Vuch- und SteinOruderei R. Lanze in Sieben. Sdfriftleitung und Sejchäftrftelle: Zchulftraße ?. Annahme von Anzeigen für die lagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen vv.» 27 mrn Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Reklamen ineigen von 70 n ra Brette 35 Reichspfennig, Platzvorfchrist 20“ mehr. Chefredakteur Dr Friedr Wilh Lange. Derantworllich für Politik Dr Fr Wilh Lange, für Feuilleton Dr H.THnriot; für den übrigen Teil Ernst Diumschein: für den An» zeigenteil i.Vertr. H.Dech, sämtlich in ©iefjeit Eine viermächtefonferenz. Paris, 21. Roo. (1DIB.) Der Sluhenpolitiker des „ITlatin“ beichö'tigl sich wiederum mH der Jtage der deutsch jronzöstfchen Verständigung. Er will rolffen, daß nach der Völkerbundstagung in Genf eine Konferenz der vier Großmächte ftattfinben werde. Es scheine, daß man sich in Deutschland nicht mit genügender Klarheit vor Augen führe, welches die wirkliche Bedeutung der vor zwei Jahren von Frankreich eingefchlagenen pofitik fei. Als Strefemann in Locarno unterzeichnen sollte, habe er den Mächten Vorbedingungen stellen wollen. Erst nach der feierlichen Unterzeichnung hätten die Vertreter der an den Verträgen beteiligten Länder von dem deutschen Memorandum Kenntnis erhalten, das Chamberlain in Händen^ hatte Darin feien verschiedene Punkte, nämlich die Räumung der Kölner Zone, die Umänderung des Verwaltungsregimes im Rheinland, die Herabsetzung der Stärke der Vesahungslruppen und die Bcenbiquuq der Militärkontrolle verzeichnet gewesen. Mit Ausnahme des letzten Punktes fei Deutschland In allen Punkten befriedigt worden. Man arbeite augenblicklich daran, die Mi- lltärkontrolle zu regeln Thoiry fei als eine neue Tatsache zu verzeichnen. Deutschland habe die Abkürzung der Besetzung gefordert und von sinan- zieilen Entschädigungen gesprochen, ohne aber konkrete Vorschläge gemocht zu haben. Man erwarte diese Angebote, um zu entscheiden, ob vorn französischen Standpunkt und von der französischen össentlichcn Meinung diese Vorschläge angenommen werden könnten. Deutschland versteife sich aus die rheinische vesehungsftage, vergesse aber dabei, daß es sich um die schwierige Politik der Annäherung handle, deren Früchte langsam reifen mühten. 3n Gens und besonders aus einer späteren Konferenz, an der auch Mussolini feilnehmen werde, werde Stresemann Gelegenheit haben, eine Diskussion über die europäische Politik als Vertreter einer Ration einzuteitcn, die aus dem Fuße der Gleichheit und der von vriand ins Auge gefaßten Quadrupel Allianz teilnehmen werde. Sei das nicht ein großer Fortschritt, den Strese- mann selbst durch seine Politik erzielt habe? Als er im Februar des letzten Jahres feinen ersten Vorschlag für die Sicherheit-Verträge gemacht habe, habe et sich ba eingebildet, dnß in weniger als in zwei Jahren später Deutschlcind diese Stellung unter den Großmächten errungen haben würde? Mit der Beteiligung Mussolinis kennten die Verhandlungen gewisse Gefahren, die in den letzten Monaten am Horizont Europas ausgetauchl seien, beseitigen, ober nur unter der Bedingung, daß die verantwortlichen Minister den Mut hätten, Erpressungen zu widerstehen. Geteilte Meinung in Parts. Paris, 29. Nov. (£11.) Die Pariser Sonntagspresse nimmt ausführlich St'llung zur Frage einer Viermächtckonferrnz. Der „Temps" schreibt, hast der Gedanke einer aktiven und ständrgen Zusammenarbeit zwischen Frankreich, England, Deutschland und Italic.i ein großer Gedanke im Rahmen der Bersöhnungspoftlik sei, daß man aber wissen müsse, wie er praktisch verwirklicht werden könne. Die Pariser Zusammenkunft zwischen Briand und Ehamberlain werde bestimmt eine weitgehende TIebere'.nstrmmung des französi- schen und englischen Standpunktes über die in Geirs zu behandelnden Fragen bringen. Der „QUatin“ verwirft den Gedanken, da- nach den jüngsten französisch-italienisch?» Zwischenfällen Driand den Vorschlag einer Zusammenkunft mit Mussolini nicht machen könne. Das Blatt betrachtet es als u n m ö g l i ch, daß der italienische Ministerpräsident an d n Unterhaltungen zwischen Str.scmaml. Driand r.nb Chamberiain teil- nimmt; sei es auch noch nicht entschieden, ob und wo diese Vtermächtekonfcrenz stattfinde, fo würben endgültige Dispositionen in drei bis vier Tagen getroffen werden. „Petit Journal" ist der Anschauung, daß eine solche Konferenz noch nicht genügend vorbereitet sei, und erklärt unter Anspielung auf England, daß sie nur dann wirkliche Erfolge zeit-.gen könne, wenn jedes Anzeichen eines Druckes der einen Diplomatie auf die andere verschwunden sei. England und die Genfer Verhandlungen. London, 29. Nov. (TU.) Der „Dbferuer" hält es im Rahmen einer ausführlichen Betrachtung über die Genfer Dölkerbundstayung für wahrscheinlich, daß auch Chamberlain sich mit Stresemann vor der Tagung treffen werde. Die Räumung des Rheinlandes sei ein Problem, an dem ganz Europa toilhaben werde. Glücklicherweise seien Stresemann und Briand zwei Leute, die einander verstünden. Es ständen auf jeden Fall schwierige Fragen bevor, die Zeit in Anspruch nehmen würden. Aber die Lvcarnooerträge und die Politik der Ver- öhnuna würden auch diese Verhandlungen über- eben. Augenblicklich habe Frankreich einen Preis ür die Fortsetzung dieser Politik genannt. Es sei chwierig, daran zu zweifeln, daß das Ende des Tauschgeschäfts fein anderes sein werde, als die Errichtung einer vernünftigen Kontrolle des Völkerbundes und die Röu- raung des Rheinlandes sowie die Rückgabe des Saargebiets. Chamberlain werde sicher jede Gelegenheit wohrnehmen, die sich biete, um diese Verhandlungen auf das Niveau von Locarno zurückzubrinqen und eine Lösung der Ab- rüftungsfragc in Uebereinftimmung mit den Verlrä- een und der Verantwortlichkeit des Völkerbundes zu sichern. Parteitag der Deutschen Volkspartei in Hessen. Don unserer Darmstädter 2te b a 111 j n Worms, 28. Nov. Aus Anlaß des Hess. Landesparteitages der Deutschen Boltspartei prangt die Kaiier-Wilhelmstrahe. die Hauptstraße von Worms, in Flaggenschmuck. Zn der Nähe des Bahnhofes begrüßt eine Ehrenpforte mit Laubgewinde die zahlreichen Gaste, die zum Parteitag hierher gelommen sind. Am Freitag war ein zwangloser Begrüßungsabend für die Parteifreunde im Bahnhofshotel gegenüber dem Bahnhof. Der Samstag war den Beratungen der Landes-Fa ausschüsse Vorbehalten, von denen mehrere gleichzeitig tagten. Morgens trat der Ausschuß für handel und Jnbuftrk zusammen, in dem der Reichstagsabgeordnete K l i n g s p o r - Siegen über einzelne Wirtschafts- Probleme und die inneren Zusammenhänge mit dem gesamten politischen Leben sprach. Zunächst behandelte er die Frage der Erwerbslosen- fürsorge. Der Staat habe sich immer mehr zu einem Wohlfahrtsstaat entwickelt. Eine derartige Behandlung dieses Problems sei der typische Ausdruck der Form des parlamentarischen Systems, in dem wir lebten. Der Redner betonte, daß die mittleren und Heineren Betriebe unverhältnismäßig stärker durch die staatlichen Maßnahmen beeindruckt würden als die Konzerne. Durch die Steuergesetzgebung werde die Kaprtalbildung stark behindert. Deshalb leide die Wirtschaft unter Kreditmangel. Es bestehe gerade für die mittleren und kleineren Betriebe z. Z. keine Stelle zur Befriedigung des Kreditbedursniffes. Es sei wertvoll, für diese Betriebe eine solche Stelle zu schaffen. Zu einer Erledigung all der Probleme komme man nur durch e.ne grundlegende Reform. Die Dersas- sung habe den Zweck, die Form des staatlichen Lebens zu schaffen, um eine möglichst stark einheitliche zielsichere Staatsführung zu garantieren. Der Redner sieht die Rotwendigkeit der Schaffung einer Wahlpflicht, eine Heraufsetzung des Wahlalters, die Schaffung einer Ersten Kammer und endlich einen weiteren Ausbau der Funk- tionen uni) der Macht des Reichspräsidenten, eine klare Srennimg zwischen Verwaltung uni) Gesetzgebung. Als nächster Redner hielt darauf Landtagsabgeordneter Scholz-Mainz ein ausführliches Referat über allgemeine Wirtschafts- unb «Steuerfragen, und berührte dabei auch die Zwangswirtschaft auf dem Wohnungsmarkt. Jm kommunalpolitiichen Ausschuß sprach Bürgermeister Dr. Riepoih über die verschiedenst Probleme, Die heute im Mittelpunkt der Kommunalpolitik stehen. Insbesondere die kommunale Finanz-, Kultur-, Sozial» und Steuer-Politik. Den Städten fehle die steuerliche Bewegungsfreiheit. Auf her einen Seite habe man ihnen, gegenüber früher, immer neue und größere Aufgaben zugemutet und auf der anderen, ihnen immer weitere Steuerquellen, die besonders für ihre Zwecke geeignet waren, entzogen. Es fei eine allgemeine Erscheinung, daß die Stadtparlamente im Hinblick auf ihre politische Zusammensetzung heute viel ausgabe- freudiger feien wie früher, weil bei der Beschlußfassung solche Kreise bestimmend Mitwirken würden, die diese Steuern nicht selbst zu tragen hätten. Zweifellos sei es heute populärer, neue Ausgaben für gewisse Zwecke zu beschließen, als den Ausgabenkreis zu beschränken, wie es im Hinblick auf die tatsächlichen Einnahmen notwendig wäre. Wir alle — Lohn-, Gehaltsempfänger oder Unternehmer — leben von Pleberschüssen der Wirtschaft. Da es der Wirtschaft aber außerordentlich schlecht geht, müßten wir auch den Mut haben, unsere Ausgaben entsprechend einzufbellen, unb dürfen leine Illusions-Politik treiben und neue Aufgaben nicht übernehmen, die kein unbedingtes Erfordernd bilden, gleichgültig, ob die Summen von der gegenwärtigen Generation ober von der zukünftigen aufgebracht werden muhten. 3m weiteren Zusammenhang berührte er auch die Wohnungszwangswirtschaft die wir als ein notwendiges Hebet in Kauf nehmen müßten, deren baldige Befeit.gung aber Ziet und Ausgabe der Partei bleiben müsse. Er besprach auch die steuerliche Bevorzugung der sozialdemokratischen Konsumvereine und forderte im Interesse des Einzelhandels die Beseitigung dieses Steuervorteiles. So hätten die sozialdemokratischen Konsumvereine im Jahre 1924 gegenüber dem Einzelhandel einen Borte.l von fünf Prozent gehabt, wodurch sie natürlich in der Lage waren, den letzteren zu unterbieten. Die Klein- und Sozialrentner, sowie die Kriegsbeschädigten unb Hi.teibliebenen könnten auf unsere Hilfe rechnen. Aber auch hier betonte der Redner, daß die Leistungen erst bei gesünder werdender Wirtschaft entsprechend höher sein könnten. Eines der wichtigsten Probleme sei die Frage der Erwerbslosenfürsorge, das unter allen Llmständen zu einer baldigen gesunden Lösung gebracht werden müsse. Entweder würde das g^chehen, oder wir würden und müßten daran zugrunde gehen, da die Städte ganz unmöglich die damtt verbundenen Lasten noch lange zu tragen imstande seien. Jede ilntcr- stühung müsse von einer gewissen Arbeitsleistung abhängig gemacht werden. 3a diesem Zusammenhang verwies er auf die ländlichen Verhältnisse während der Ernte, wo sich Erwerbslose geweigert hätten, Erntearbeiten zu verrichten, weil ja der Staat die Verpflichtung habe, sie in ihrer Arbeitslosigkeit zu unterstützen. Redner streifte weiter die den Komm-men in der Rachkriegszeit zugemuteten neuen Ausgaben, bei denen der Staat ursprünglich die persönlichen Lasten übernommen hatte, nachträglich aber immer me.br die damals gemachten Zusagen rückgängig mache. Das wäre mit die Llrsache, daß memche Städte einen größeren Deamtcnapparat hätten, wie es der Fall wäre, wenn man die Steuerhoheit der Städte gelassen und eine andere Regelung der neuen Ausgaben getroffen habe. Redner bekämpfte die beabsichtigte zentrale Regelung der Gemeindebesoldung. Er verlangt eine Bezahlung der Gemeindebeamten, die deren Arbeits- sreudiAeit fördere, die aber in den einzelnen ®c- meinden verschieden fein könne. Weiter sei es ein Grundsatz der Deutschen Dolkspartei. daß Beamte angestellt oder befördert werden, nicht nach pariei- poiit.scheu Gesichtspunkte:', s nde n a u s s ch l i e h- lich nach ihrer persönlichen Tüchtigkeit. Bei der Steuerpolitik verwies er wiederholt darauf, daß man auch in früheren Zeiten bei schwachen Gemeinden einen Laftenausgleich vorgenommen hatte, der aber dem heutigen Ausgleich in seiner Wirkung weit besser gewesen sei. Jetzt würde man mit allen Mitteln versuchen, recht große Uebertoclfungen vom Reich zu erhalten. Dies sei aber kein idealer Zustand. Die Gemeinden müßten wieder selbst in die Lage fommen, in der früher geübten Weise für ihre Ausgaben selbst die Mittel zu beschaffen. D>e Realsteuern seien ihrer Natur nach ungeeignet für eine zentrale Erhebung durch den Staat. Man müsse sie daher auch wieder ausschließlich derKom- mune überlassen. Es scheine aber, als ob die gegenwärtige Regierung all in bi' Hand darauf legen wolle, dagegen dm Kommunen die so beliebte Son d erste r er Überla ■ ; wolle. Jm Landesausschuß für Handwerk und Gewerbe schilderte LandtagLabgeordneter H a u r y in beredten Worten die Lage des Han'Werks und Gewerbes, das heute außerordentlich hart durch verschiedene Maßnahmen der gegenwärtigen Kca- litionsregierung, besonders in steuerlicher Hinsicht getroffen wird. Der freie Handwerkerstan) kann nie Freund von Regiebetrieben fein, deren Einführung von der Regierung gebilligt wird. Redner kann nicht verstehen, wie Handwerker Parteien angehören können, die, da sie einmal in dieser Koalitionsregierung sitzen, gegen die Regiebetriebe keine Stellung nehmen können. Es wurde eine Entschließung angenommen, in der u. a. folgende Forderungen ausgestellt wurden: 1. Einführung der Reichsverdingungsordnung auch für Hessen. 2. Die Beamtenschaft entfaltet in den letzten Wochen und Monaten eine lebhafte Propagandatätigkeit für das von den Deamtenvereinen in Frankfurt a. M. errichtete Beamtenwarenhaus, das von Lee Debewa w alle beutfdjen mben hat, bestimmt oishrim. »tag droh in Sin- roöfuer auZ. bas SH.'uren in kurzer egte. Sen Feocr- g.'tang es Aieß- Mehrer.- S^m.ne in den Zmim-.m rmte noch gcttUrt >ische ^ung. LK unb Ä 3t>i* !*J?V S'ta NM US , U Mpücht ch?n' QBd&J tßat Drunter au* 1^4 ^*8 omeri. LL?« 6«: UO5. >suv-vbservatonM» Nordhang g-offnel am auegewor' Mist« der fl OBen ff*’*80«* LZL StfS* 1®± E :ä*fe iH* s.« n ihin gjrf lauten 'n K jtffltnlfe di- «»r! 1« AM $5$ $ euendnmsl Mdrl. :in|t ge.egriu M FeurrSbrutt völlig r sind vollständig des LiehbestaM vernichtet worden. t Zeche de Wabel bei Hamm M in Sonnlofl ein?W wrben ort' $?t8* ien Idjatr und zehn G* war an- & W'Ä hie war em Nerntt laatDcller entzündet it vorhandene 6#- erb beschrankt Jf Staates. Ämraiito Donnerstag, den 2. Dezember, abends 874 Uhr, in der Turnhalle am Oswaldsgarten 9783c VanVolMsclieid? 9797c 3S6.60RM. also mehr Gewerbetreibender (Haus wie 1, Geschäftsraum Wert 1OOOO RM., Anlage- und Betriebskapital 25 000 RM., 3. 1926 60 000 RM., der infolge schlechter Konjunktur ewinn arbeitete). DRUCKSACHEN ALLER ART liefert In Jeder Ausstattung stilrein und preiswert BrOhPsche Untversltiu-Druckerel R. Lange, BleBen Umsatz ohne ®i 1814 Mem RaiHahrirrverein Ä d . DonncrStna. den 2. Dezember, nbcnbfl 9 81'. Ubr väahiid). im >rrcrcinSloknl, , „»cfhTdirv Hoi" , oröeiill.jfliire.i'lia!iDt9?tiflinn!!yng Tage-oranlma laut Satzungen 3 Wegen der Witpigkcn der TancSoi dmmg bjucn wir unsere Mitglieder beiiimml zu erscheinen le*"”cl Der sti instand. | zo r machen unsere Mitglieder auf die am Dienstag, dem 30. November, von 10 Uhr vormittag« bi« 1 Uhr nachmittags statifindenden MuMiwM m 6onöei5t«met aufmerksam Wir bitten unsere Mitglieder, ihre Stimmen für die Wiederwahl der seitherigen Mitglieder der Handelskammer, Herrn vommerzienrot Adolf Klingspor, Herrn Leopol d Wayer, Herrn August Tloll 9785D aK-ugeben und bitten um zahlreiche Wahlbeteiligung. Der Dorstand. Thüringer Hof Hammttraste 7 TieuStag. den 30. Rovcmbcr 108G. Schlachtfest! 08295 ES ladet ein Emil Lieck. die Schulen, wie es an manchen Stellen jetzt schon K. üllaemein diesen Gegenstand — etwa für sikalischen Unterricht — in den Lehrplan ausnehmen würden. Dazu möchte ich bemerken, daß der Gebrauch des Fernsprechers in den Dorbemerkungen der amtlichen Fernsprechbücker näher erläutert ist, so dah besondere Lehrmittel für diesen Teil des Unterrichts nicht erforderlich sein würden. Sollten die Borbemerkungen der Ferniprechbücher nicht aus- reichen, so bin ich bereit, hk diesen Zweck ein Merkblatt zur Verfügung zu stellen.' Bornotizen. — Ta g es kalen der f ü r Montag. Verein ber Freunde des humanistischen Ahm- nasiums, 81/, Uhr. Hörfaal des Physikalischen Instituts: Dortrag von Prof. D. Lö'chke-Lrier. — Deutschnat. Handlungsgehilfen-Derband, 8 Uhr, Katholisches Dereinshaus: DoNrag des ehem. Durenkommanbanten Jvoste -- Giebener Freiwillige Feuerwehr, 8 Uhr. ^Staül Kassel": aufter- ordentliche Hauptversammlung. — Lichtspielhaus, "Dahnhosstraste: ..Der Seekabetl". Astoria- Lichtspiele: ^Schatten der Weltstadt". — Der Goethe-Bund will — wie er uns schreibt — seinen nächsten Dichterabend in das Zeichen sonnigen Humors und kecker Satire stellen. Dazu hat er für kommenden Freitag Karl Ettlinger, bas ..Kärtchen" der „Jugend", -u einem heileren Dortragsabend aui feinen Werten gewonnen. Der Vlünchener Dichter ist in Gießen durch feine früheren Vortragsabende und seine zahlreichen Dei-räge im „(Sicft. Anz." in bester Erinnerung. Die liebenswürdige, Natürliche Heiierleit dc- Dichters, die aus allen seinen Werken spricht, findet in ihm selbst ihren besten Interpreten. Seine lustigen Einfälle, die scharfe Beobachtungen in feinen Humor kleiden, bereiten einen Abend voll Frohsinn, Freude und herzlichen Lachcirs. Das Erscheinen „Karlchens" am Vor» tragstisch wird stets von all denen lebhaft begrübt, die für schöne Stunden ungezwungener. Fröhlichkeit und goldener Lebensfreude sind. Ein allseitiger Besuch des Abends ist zu erwarten. (Siehe heutige Anzeige.) — Zum Vortrag des Burenkom- mandanten Zkooste heute abend im DHD. wird uns geschrieben: Burenkommandant KooS 3 d o ft e war am Anfang des Kriegs nach der englischen Kriegserilärung als Kriegsfrciwtlliger eingetreten, um bei der Abrechnung mit England, dem alten Feind seines Volkes, mit dabet zu sein- Dann hatte das Generalkommando Hannover seine Entlassung verfügt zu dem Zweck, dast 3oofte feine alt' Vortragstätigkeit wieder aufnahm, wodurch ex dem de.u'.hrn Volle wich^ tigere Dienste leisten konnte. Standen doch ihm, dem im Loben des Kampfes und in der Arbeit des Friedens gleich Erprobten, nicht nur seine reichen Lebenserfahrungen zu Gebote, die er in seiner alten Heimat, dem Burenlande, und in seiner neuen Heimat gesammelt, er weih auch das, was er mit offenem Auge und gefülltem Verständnis geschaut hat, in überaus fesselnder Weise in seinem urwüchsigen Burendeutsch vorzutragen und die Zuhörer in Spannung zu erhalten. — Der Hessische Wirtschafts- und Ordnungs block beruft im heutigen Anzeigenteil eine Wählerversammlung auf Donnerstagabend in die Turnhalle am Oswaldsgarten ein. Es werden sprechen: Professor Dr. Werner und Rechtsanwalt Dingeldey. (6. Anzeige.) LU. Don der Landesuniversität Gie- ß e n. Der ordentliche Professor für orientalische Philologie an unserer Universität, Dr. Rudolf Stroth- m a n n , hat den an ihn ergangenen Rus an die Universität Hamburg angenommen. •• Um d ie (Siebener Getränkesteuer. Der Provinzialausschuft für Oberhessen hatte sich am Samstag mit dem Derwaltungs- st reit versah reu bett, die Getränkesteuer der Stadt Giehen zu beschäftigen. Es handelte sich dabei um die Klagen a) der Firma Siebener Brau- haus und Spiritusfabrik A. & W. Denmnghofs. b) ter Firma Ihring-Melchio», Kommandit- Cesellschast in Lich, gegen die Stadt Gietzen aus HerauSzahlung von Getränkesteuern. Die Entscheidung des Provinzialausschusses erging dahin. dah beide Klagen als unzulässig abgew'.elen tourten unter Belastung der Klägerinnen mit Reife: l. Reite- te iZWdz. frei. Dr. Werner 2.Magteg.RecR'$fflial!Diogeliej. Alle Mitglieder und Freunde sind herzlichst eingeladen killte Wistes- und ttqM Wewsclie tallscliait iiir Natur- und Heilkunde (Katni^pdBenscha Hielte AU el uns) Hauptversammlung nm Tounerstaa» den 2. Dezember 1926, SV» Ubr abends in dem torostu Hörsaale dea Pdtzsika'.iichen Inttuutes, Stephan 'aste 24 0/fMc 1. (öcirboitliiter Teil: ai Bericht des LorstandeS, bi Kasienbencht. c> Borünndswadl. S. Kur- toiffeuidioftlidie 'Diilteiluno: Herr Dr med. A. Piartin iBao-Raubettns: Ber> toeisnna des luerariftoni Nnchlastes des einjtlnen Saodener Snlinen nfoehord Franz Benjamin öiieir- 3. Borlraa von Herrn Gebennrat 2>ioi Dr- CU: DaS Bet i nen im naturroifTenfcbaftlieben Unterricht. (AJä)te toiurommcn! Der Born and. Siensiog. 3. nooemüer. 5 UDc nodim Saalbau Sauer, Neustadt 6|lll|IUl(iteW der tcheim-SAle Eintritt: 60 Pf. 980-0 Aus der provinzialhauptftadt. G i e h e n, den 29. Aovember 1925. Doldsrätsel. Irgendwo in der Schwalm steht eins der benannten, vielen Fachwerkhäuser: ichwarzbraun das Gebälk, blendend weist die Gefache dazwischen, in denen Sratzmuster noch eben sichtbar sind. Der Balten über der Haustür fallt uns auf; er trägt eine lange Inschrift, die wir entziffern: „Einst ich auszog; als ich wiederkam, traf ich drei Lebendige in einem Toten an. Die drei Lebendigen machen den Toten frei. Ratet, ihr Herren, wie das wohl fei!" Ein BäHel. einfach nicht zu raten; entsprungen gewist der duft unseres Volkes am fabulieren, und der Freude an der Mühe des andern, etwas Nicht- ratbares zu raten. Fragt man nach der Losung, so erzählt man uns. schmunzelnd Über unsere genas- führte Städterweieheit, folgendes: Sollte da einst ein Dieb gehängt werden; man gehaftete ihm aber einen Wunsch, der unter allen Umständen erfüllt würde. (Tlan denkt heute etwa an die sog. Henkers- Mahlzeit.) Der Dieb bittet, ein Raticl aufgeben zu dürfen; wenn es geraten würde, solle und wolle er gehängt werden. SRale es aber niemand, bann solle ex los und ledig sein. Gut, die Herren Richter find einoerftanden. eo aibt der Dieb dies Rätsel auf; es rät es natürlich keiner. Und so darf der Dieb die Lösung geben unb feiner Wege gehen. Die Lösung aber ist die: als er durch einen Ort kam, sah er dort am Kirchhof einen Totenschäbel blostliegen; ein Rot- schwönzchen hatte sich darin sein Rest gebaut, unb es hatte drei Junge: drei Lebendige in einem Taten! „Die drei Lebendigen machen den Toten frei", gewiß: weil niemand dies Rätfel geraten bat, oer- helfen die Rotschwänzchen dem zum Tode oer- urteilten Verbrecher *ur Freiheit. Seltsam, dah solche Rätsel sich, so ober anders, durch ganae Landstriche unserer Helmat hin finden. Im Vogelsberg erzählt man es so: Hoch, hoch ftann ich (stand ich). siwwe Duure sann ich (sieben lote fand ich), siwwe Lewendige noh dcbei (sieden Lebendige nah dabei); Rot' emol, woas kann doas fei! (Rat' einmal, was kann das fein!)" Hier steht der Dieb auch schon oben am Galgen; | da erlauvt man ihm das Rätsel. Ein hochdramatischer Augenblick! Da kommt ihm Rettung: Da oben, auf dem Galgen, ist ein Rotschwanzchennest, dessen Junge verhungert sind: sieben sikid's an Zahl. Unten stehen, die sieben Herren, die bei der Hinrichung dabei sein sollen: die sieben Lebendigen „nah habet". — Auch dies Rätsel ward natürlich nicht geraten, und der Dieb ward sreigelassen. Merkwürdig, daß unser Volk immer so einen Spaß dran hat wenn der hohen Obrigkeit ein Schnippchen geschlagen werden kann. Ware dos ernsterer Art, müßte man nun eine neue Abhandlung beginnen; hier aber sei, da es sich hier um Räiselscherze handelt, einmal hingewiesen auf den reichen Schon an köstlichem Volksgut, der, unvergänglich. heute noch in den Tiefen ruht. Ihn nicht kennen, gibt noch kein Recht, an seinem Vorhandensein zu zweifeln. Wir sind doch ein Volk, Pas seinen Reichtum hat! Kn.-U. Schu'en und Fernsprecher. Das hessische Landesamt für das Blldungswefen gibt den Direktionen der höheren Schulen, den Kreisschulämtern, Stadtschulämteru und den Leitungen der Fachschulen Kenntnis von einem Schreiben d e s Reichspostministers, das folgenden Wortlaut hat: „Bei der großen Bedeutung, die der Fernsprecher für fast alle Levölkerungskreise besitzt, ist die allgemeine Vertrautheit mit der Handhabung dieses 2jerkehr»mittels mitbeftimmenb für die schnelle und reibungslose Abwicklung des Fernsprechner- kehre, also für die Güte des Betriebes. Tägliche Erfahrungen lassen aber erkennen, daß eine nicht unwesentliche Zahl von Benutzern des Fernsprechers die wünschenswerte Gewandtheit in seiner Anwendung nicht besitzen. (Ein Mittel, dielen Mangel zu verringern, sehe ich u. a. in der Unterweisung der Schulkinder über die Wirkungsweise und den Gebrauch des Fern- s p r e d) e r 9. 9d) würde es daher begrüßen, wenn rcitgestellt werden, die erforderlich sind, um eine -e.iaemäHe Organtsatum der Fortdildungsschule durchzusühreu. die heute im Znteresse unserer ge ähr beten Jugend mehr als nottoenbig ist. ‘ •• D c r neue SrciSbcrtrcUr des Mittelrhe inkreise s der D. T. Auf dem gestern in W»eöbaten Itaitgcbabten Kreistur nta ge des 9. tMitlekrhein-) Streife« ter D. T. wurde Fabrikant X Pfeif fer- Weylar im zweiten Wahlgange mit 211 stimmen 8um 1. KreiSvertreter (an Stelle des verstorbenen Schulrats Schmuck) gewählt. OberreaUehrer A 0 t h. Darm'iedt erhielt 140 Stimmen. 3m ersten Wahlgan?e waren entfallen auf Pfeiffer 147. Roth 104. Rektor Schiller - Frankfurt, 101 Stimmen. Vermischtes. Ein lossährigcr gestorben. Der älteste Mann Westfalens. Marcus S 1 i a s, ist im 103. Lebensjahre an Altersschwäche^ gestorben. Er wurde am 21. Mai 1824 in Lü - dingshausen geboren, kam in den 50er 3ah- ren nach Gelsenki rchen, das damals 500 Einwohner zählte, gründete tert ein kleines Geschäft und besuchte als geschätzter rierbeilkun- biger die Höfe ter älmgebung. Eingesandt. (Für Form unb ^nhait aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keine.'.ei Verantwortung.) Ta» Nebel der Regicjattdcn. Als vor einigen Jahren — es war nach der Revolution — ein Teil der seither verpachteten heisischen otaatqagben unter starker finanzieller Einbuße für die Staatskasse in Staatsregie üb er geführt wurde, motivierte man dies damit, daß für die durch die rücksichtslose Schießerei der Kriegs und Nachkriegszeit dezimierten Witdbestände wieder ein Ruhe- und Schontezirk geschaffen werden müßte. Jeder echte Weidmann und Ratursreund freute sicht über diese Maßnahme, glaubte er doch, daß unter' der verständnisvollen Leitung der Oberförstereien senk wieder ein Jungbrunnen für unsere Wild- bestände geschaffen würde, dessen Pflege auch vorbildlich auf die Pächter der Gemeindejagden wirken müsse. Nunmehr sind einige Jahre seit der Schaf- ung der Negiejagden verfloßen, und der aufmerk- ame Weidmann und Naturfreund muß mit 'Bebauern unb Besremben feststellen, daß, von einigen rühmlichen Ausnahmen abgesehen, nichts von dem damals gesungenen hohen Liede Wirklichkeit geworben ist. Währenb der größere Teil der Gemeinde jagben wieder in die Hänhx weidgerechter Jäger übevgegaagen ist, Hegeringe sich gebildet haben, deren Mitglieder weibliches Rehwild in den nächsten Jahren überhaupt nicht schießen, und auch die dem Hegering nicht angehörenben Jagdpächter sich freiwillig eine weise Beschränkung in dem Abschuß auferlegt haben, wird in den Regtejagdbezirken teilweise gehaust, daß Gost erbarm. Wenn ich im „Gieß. Anzeiger" lese, daß allein in dem kleinen Waldrevier bei Lumda 20 Rehe geschoßen worden sind und wenn ich mir die Strecke vor Augen halte, die im vorigen Jahre (die diesjährigen Zahlen kenne ich noch nicht) aus der Regiejagd in unserem schönen Schiffcnberger Walde erzielt worden ist, bann wende ich mich mit Grausen von einer solchen „vorbildlichen" Jagdbehandlung. Man komme mir nicht mit Jinan» Atollen Gesichtspunkten' Wenn, wie gleichsam ent» schulbigend mitgeteilt wirb, von Darmstadt auf Einnahmen aus den Regiejagden gedrängt wird, bann sollte man lieber roieber bazu übergehen, wie auch in ber Vorkriegszeit, die Reviere an echte erprobte Weidmänner zu verpachten. Der finanzielle Erfolg dieser Verpachtungen würde die heute aus den Re- gicjagben fließenben Einnahmen bestimmt um 50 bis 100 Prozent überfteigen, ganz abgesehen von den 20 Prozent Jagdpachtstempel, die dem Staat bei den • Regtejagden verloren gehen. Es ist ein Unding unb I ganz unb gar unweidmännisch, ein Jagdrevier nur nach finanziellen Gesichtspunkten besagen zu wollen. Ich meine, die als Revierleiter in Betracht kommenden Forst! ute, die doch gröfotenteite'immer gewohnt waren, mit ihrer vorgesetzten Behörde mit einer erfreulichen und geradezu erfrischenden Offenherzigkeit zu verkehren, müßten dies den Herren in Darmstadt klar machen können. Es kann nur eine Stimme geben: fort mit den Regiejagden im Interesse des Wildes unb im Interesse ber Finanzen bes hessischen den Kosten des Derfahrens. Wir werden auf die AnLe-eaercheit noch zurücllonunen " Der Platz vor der Volkshall« befindet fich gegenwärtig in recht übler ^Verfassung. Die Kleinpflasterung zwischen den jlan» kierungsmauern bet Treppe vor dem Haupteingang liegt nun schon seit längerer Zeit unvollendet da. oberhalb ter Treppe vor dem Portal zieren Erdhaufen mit Steinen vermischt, die Umgegend. Auch an ter Seitenfront nach ter „Germania" zu wäre eine gründlich« Aufräumungsarbeit angebracht. Man darf wohl hoffen, dah hier recht bald ein« Wendung zum Besseren eintritt. *• D i e Sauberkeit in den Straßen und Anlagen unserer Stadt läßt feit einiger Zeit allerlei zu wünschen übr.a. Zwar Halen wir eine AutomobiUehrmaschine. die c;frg in Tätigleit ist. dennoch bleibt aber so viel Unrat in len Straßen liegen, daß der jetzige Zustand als unhaltbar le^cichnet werden must Roch nicht einmal an den Sonntagen befinden sich sogar Hauptrerke^rsstrahen in einwandfreier Sauberkeit. Paptersetzen in großer Zahl. Zi- garettenfchachteln und wer weiß wieviel Abfall- dinge noch präseutieren sich da dem Auge der Passanten. Zn den Anlagen sieht es nicht besser aus. an manchen Stellen machen sie einen direkt rx:wahrlostcn Eindruck. W r meinen, d.c Verwendung einiger Arbeitsloser — falls unsere EtrastenreinigungslOlonne wirklich nicht ausreichen sollte, was wir aber bezweifeln — würde genügen, um einen Sauberkeitszustand in, den Straßen zu schaffen, der unserer Stadt würdig ist. Andererseits sollte aber auch das Publikum n c jr Verständnis für die Saubcrhaltung der Straften bekunden und die Pavierie^en usw. lieber mit nach Hause nehmen, statt sie untci> Wegs einfach von sich zu werfen. Man sollte doch auch auf dec Strafte die Reinlichkeitsarundsatze befolgen, die man in seiner Wohnung als selbst» verstän-lich ansieht. Pie Eiscnbahnüber gange bei der alten katholischen Kirche in der Liebigstraftc und Franlfurter Strafte befinden sich seit einigen Tagen in Reparatur. Verrostete Schwellen werden dort entfernt unb durch neue erseht, gleichzeitig erhalten die Geleise eine neue Unterfüttcrung. Voraussichtlich werden die Ar- beiten in einigen Tagen beendet fein. Bis dahin kann nur eine Straßenhälste dem Verkehr dienen. Die Straft? nreparatur in der Marklstraße, die vor einigen Tagen Sperr- maßregeln erforderlich machte, ist bereits beendet. Der Verkehr kann dort in der altgewohnten Wei,e wieder vor sich gehen. _ • Ein Schmetterling wurde befer Tage spat abends in einem Gieftener Haus verhaftet, da er in ganz unzeitgemäßer Weise herum- slanicrte. Der waghalsige Bursche wurde uns zur Feststellung überbracht. e* Von der Strecke Wetzlar — Lollar. Aus Anlaß der am Sonntag, ö. Dezember, in Wetzlar stattfindenden Dombeleuchtung verkehrt Pz. 3118', Wetzlar ab 6.37, Lollar an 7.21, ausnahms - weise in folgendem Plan: Wetzlar ab 7.30 abends, Garbenheim 7.34, Dorlar 7.40, Atzbach 7.43, Km- zenbach 7.48, Abendstern 7.53, Krofdorf-Gleiberg 7.58, Launsbach 8.01, Wißmar 8.06, Lollar an 8.11 Uhr. Bei Benutzung dieses Zuges wird in Lollar der Anschluß an Pz. 736 nach Gießen, Lollar ab 7.24, Gießen an 7.34 Uhr abends, und in Gießen an Pz. 708 nach Frankfurt a. M., Gießen ab 7.42 Uhr abends, nicht erreicht. Reisende nach Richtung Gießen erreichen in Lollar Anschluß an den ausnahmsweise haltenden beschleunigten Pz. 770. Soweit Uebergangsreisende von Pz. 3113 Wetzlar—Lollar den beschl. Pz. 770 benutzen und nach einer Zielstation reisen, auf denen dieser Zug fahrplanmäßig nicht zu halten hat, wird ausnahmsweises Halten nach allen in Frage kommenden Bahnhöfen befon ders angeordnet. • • C i n Protest des hessischen Lall deslehrervereins. Dcr Hauptvorstandde.- he'sischcm Landeslehrervereins nahm auf einer die'er Tage abgehaltenen Sitzung nachstehende Cntfchl'eftung an: „Der Hessische LandeSlehrer- verein erhebt schärfsten EinsVruch gegen die durch ten Landtag erfolgte Herabsetzung des Betrages, ter vom Landesamt für das Bildungswesen für die Fortbildungsschule vorgesehen war. Der Vorstand le'; Heisischen Landeslehrerrereins erwartet von Regierung und Landtag, daß die Mittel be- 1. Hausbesitzer (Hc Hypotheken). 1914 ms steuerwert 20 000 RM., 10 000 RM. 1926 nicht» Sondergebäudesteuer...... 255. - „ 2. Landwirt (Wohn Wert 24 000 H 1914 Nichts also mehr 27».- RM. haus wie!, außerdem Grundbesitz 40 Morgen DL), 1926 Grundsteuer Haus........ 24. - RM. Land........ 57.60 „ Sondersteuer............. 2^5 - Grundsteuer....... ..... 36.- RM. nichts Sondersteuer....... ..... 372.50 „ Gewerbesteuer..... ..... 431.50 „ also mehr 840. - RD^. Hessischer Wirtschafts- und Ordnungsblock. Todes-Anzeige. Nach langem schweren Leiden entschlief heute vorm. 11 Uhr sanft mein lieber, herzensguter Mann, unser treuer unvergeßlicher Vater, Schwiegervater Großvater, Bruder, Onkel und Schwager Herr Karl Weber Lademeister i. R. im vollendeten 66. Lebensjahre. In tiefer Trauer: Frau Minna Weber geb. Becker nebst Kindern und allen Angehörigen. Gießen (Licherstr.7), Kesselbach, Londorf, Alzey, Frankfurt, Siegen, den 28. November 1926. 01M3 Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 1. Dezember, nachm. 3 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt Statt besonderer Anzeige. Plötzlich und unerwartet verschied am Samstag mein innigst lieber Mann, mein lieber Sohn, unser treuer Schwager und Onkel, unser lieber Bruder Ferdinand Wolf im blühenden Alter von 25 Jahren. x Möge ihm die Erde leicht sein. Gießen, den 29. November 1926. Renny Wolf, geb. Biedenkopf Ludwig Wolf zugleich im Namen der übrigen Angehörigen. Die Beerdigung findet in aller Stille statt. 08298 Statt jeder besonderen Anzeige. Am 27. November, nachmittags 5 Uhr, entschlief im.evang. Schwesternhaus, wo^sie wegen schwerer Erkrankung weilte, unerwartet infolge eines Herzschlags unsere liebe Schwester, Schwägerin, Base, Tante und Großtante Anna Bindewald im 63. Lebensjahr. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Adalbert Bindewald Gießen, Worms, Steinbach, 28. November 1926. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 1. Dezember, nachm. 3‘/2 Uhr. auf dem Neuen Friedhöfe statt 9799 D ........................■inimie ......................... ...............nenn u ne......um mwi« । Ein Weihnächte Kursus Auf Wunsch vieler Musikfreunde beginne ich heute mit einem zweiten Weihnachts- Kursus für Klavierspiel nach dem System „Klavierspiel ohne Noten" von Musikdirektor M. A. Fay. In diesem Kursus lernen Damen u. Herren bis zu 60 Fahren u. Garantie vollkommen ohne Noten Klavierspielen Cs wird nur Einzel-Unterricht erteilt, daher ganz ungeniert. Nach 1-2 Stunden spielt jeder schon Weihnachtslieder und Tänze, nach 5 Stunden Stücke aus Opern und Operetten, nach 12 Stunden Sallonstücke, klassische und moderne Sachen in allen Tonarten. Anmeldungen zu diesem Kursus nur Montag, Dienstag u. Mittwoch von 10-1 und 3-8 Uhr. Frankfurter Straße 511. 97%)ss lilgeMsns ■ von 3—6'/, Uhr Honorar 6.— Mk. Mitglieder deö Hausfrauenvereins 5.— Mk., zahlbar J. Swidersky, 15jährige Praxis. Bette Anerkennuna.auS all. 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Main übe ich meine Tätigkeit als prakt. Arzt fürphysikalisch-diät.Therapie (naturgemäße Heilweise) inGießen, Neuen Bäue 22,2.Stock, aus Sprechzeit: Dienstag, Donnerstag u. Samstag, 9-11 Uhr. Tel. 1085. 09,20 Dr. med. Walter Malech Altes, angesehenes Samt- u. Seiden» Spezialbau) sucht für den dort. Bezirk Detail-Vertreter zum Besuche der Pr ioatkundschast. Da billige Preise, gute BerlaufS, u. grone Verdtenstmöglichkeit. y7K9A Offerten unt. L. G. 16038 an „AlaM Haasenstain & Vogler, Leipzig. Bullenverkauf. Die Gemeinde Alten-Buseck beabsichtigt einen erstklassigen fetten Vogelsberger Dullen auf dem Wege des öffentlichen Angebots zu verkaufen. 9798D Angebote pro Zentner Lebendgewicht können bis zum Freitag, dem 3. Dezember d. 9., nachmittags 3 Uhr, auf hiesiger Bürgermeisterei eingereicht werden. Dortselbst sind auch die näheren Bedingungen zu erfahren. Alten-Buseck, den 27. Nov. 1926. Bürgermeisterei Alten-Buseck. Unsere blauen Jungens sind der nie verlöschende Stolz Deutschlands, ihre Schicksale sind in uns so lebendig geblieben, daß dieser Film die Herzen aller Deutschen höher schlagen läßt In den Hauptrollen: Walter Slezak, Fritz Alberti, Carl Auen, Colette Brette, Freud und Leid, Land und Meer, Beruf und Liebe, Leben und Tod. ein buntes, vielbewegtes Kaleidoskop. Erinnerungen an die Heldentaten unserer Marine, an die Zeit, da noch eine große mächtige Flotte die Weltmeere durchfuhr, durchzieht nebst rein menschlichem Erleben diesen packenden Film. Kein Aneinanderreihen irgendwelcher nüchternen Geschehnisse auf den Schiffen unserer Marine, sondern ein Spielfilm mit einer kraftvollen fesselnden Handlung, die von neuem die Liebe zur Marine und zu unserem Vaterlande wachruft Ferner: „Die neueste Ufa-Wochenschau“ sowie: „Der Mann, der die Bachpfeifen gab“ Groteske in 2 Akten. — - - - Ab Donnerstag: „Kreuzzug des Weibes11 EIN SCHICKSAL AUS DER~ MARING Astoria-Lichtspiele Ab heute bis einschließlich Mittwoch: Eilen Richter h „Schatten der Weltstadt“ Gewaltiger Detektiv- und Kriminalfilm in 7 Akten Ferner: „Die Tanzgirls kommen“ Entzückendes Lustspiel in 2 Akten Mein lieber Mann, unser treusorgender Vater, Schwiegersohn, Schwiegervater und Großvater Philipp Hofmann ist Samstag abend 11 Uhr nach langem schweren, mit größter Geduld ertragenem Leiden im Alter von 54 Jahren sanft entschlafen. In tiefer Trauen Elise Hofmann geb. Gerhard und Kinder. Albach, den 28. November 1926. Die Beerdigung findet Dienstag, den 30. November, nachm. 3 Uhr, statt Lichtspielhaus Bahnhofstraße 34 KEM GroiM fiöööiiwii Pon Ulticbfieut Mü lbofttraire 6. Verschiedenes) Rheinische Hypoihekeobank, taoliek Unter Bezugnahme auf unsere Bekanntmachung vom September d. 3. teilen wir mit, daß die auf 1. Januar 1927 zu bewirkende erste Teilausschüttung in 4'/z°/.,igenGoldpfandbriefen 10% desGold- markbetrages der aufwertungsbecechtigten Pfandbriefe betragen wird. Die Goldpfandbriefe sind zugleich mit Anteilscheinen für die künftigen AuSschüt- tungen persehen. Für die Einreichung der aufwertungsberechtigten Pfandbriefe dürfen nur unsere Formulare verwen- bet werden; diese, sowie Merkblätter über das einzuhaltende Verfahren werden von I Vermietungen | Möbl. Zimmer zu uetm. Anzus. von 5 Ubr abdS. au Hammttratze 12 y, Möbl. Zimmer zu vermieten 08300 CanögL 5D.-ÖL1QI ,1. । IViietgesuche | Saubere Schlafstelle gesuckn. Schriftliche Angeb. unter 08292 an den Gien. Anz. Mannheim, im November 1926. ______Rheinische Hypothekenbank. Alicesrauenverein Abt. Bienenkorb von Dienstag, den 23. Nov., nachm. 3 Uhr, ab bis Mittwoch, den 8. Dez., findet in dem Laden Seltersweg 50(seitherHerrenmode» Geschäft M. Biringer), eine Ausstellung mit Verkauf statt. Besichtigung ohne Kaufzwang. 9584D Der Vorstand. Gasherde Junker & '.Hub — Gannenau in arößter Auswahl Baöolf Bööiger, Mtorftr. 35 Erleichterte Zahlungsbedingungen. Auf Wunsch Ratenzahlungen w Der gesamten Bezieher» anflagc des Gießener Anzeigers ist heute die zweite Nummer einer Wählerzeitung ,Der Hessen freund" des Hessischen Wirtschafts- und Drdnungsblocks beigefügt. yz93« Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Hi. 279 Zweites Matt artigen Burgen, den w.e Eisenstadl und Rust, den herUra.tigen Badern, wie Sauerbrunn und Tatzmannsdorf, sind dazu berufen. in den deutschen Reiseverkehr einbezogen zu werden. Roch kennt der Durgenländer den Reichsdeutschen so gu* wie gar nicht. Das muh bald anders wer- ten im gegenseitigen Interesse: denn der Reichsdeutsche wrrd ebcnsoviele Werte mitnehmen, wie er Lurch seinen Besuch bei den auf Grenzwacht stehenden Durgenländern zu schaffen in der Lage ist. durchgesührt sind, dazu berufen sein, das Le- bensmittelminus. an dem die deutsch-österreichische Wirtschaft krankt, zu decken: denn seine Fruchtbarleit ist sehr groß. Schon heute ist das Burgenland der Gemüsegarten Wiens und jährlich werden Tausende von Waggons mit Gemüse und Obst aus dem Burgenland verschickt. Sobald die Bauern erst mehr Land haben und dies in intensiver Bestellung bearbeiten, kann das Burgenland das gesamte Brotgetreide, das heute noch eingeführt werten muh. für Innerösterreich zur Verfügung stellen. Seine glückliche Lage direkt vor den Toren Wiens zwingt jedoch auch zu anderer Betätigung. Der Reusiedlersee ist dazu tcrufcn, eine einzige große Badeanstalt für Wien zu werden. In dem Augenblick, in dem eine gute Schnellbahnverbindung und verschiedene grohe Badeanstalten gebaut werden, könnten die Seeuser täglich für viele Zehntausend« ideale Erholungspläte abgeben. Hm aber das Burgenland gegen die magyarische Propaganda noch besser zu feien, muh versucht werden, es auch in seelischer Beziehung den Mutterlande näher zu bringen. Die liebliche Miltelgebirgslandschast mit ihren groh- artigen Burgen, den gemütlichen Weinstädten, wie Eisenstadt und Rust, den heilkräftigen Bä- Gute Ratschläge aus Amerika. Henry Ford macht in seinem neuen Werk „Das grohe Heute und das gröbere Morgen" (Verlag Paul List. Leipzig) die hübsch klingende Bemerkung: „Militaristen sind unfähig, Frieden zu bringen. Sic.find Spezialisten der rohen Kraft, wie die Pazifisten Spezialisten der Sentimentalität sind". — Ford ist lein Pazifist: denn, wenn einer Amerika an- greifen sollte, dann wehe ihm! Ford hat als Organisator fabelhafte Erfolge errungen. Wer hätte es ftüher für möglich gehalten, dah eine Fabrik zehntausend Automobile produzieren könne. Dor die en zehntausend Tag für Tag aus den Fordschen Werkstätten herausfahrenden Automobilen und den diese Automobile repräsentierende Dollars erstirbt neun Zehntel der Menschheit in staunender Bewunderung. Wer das kann, der kann noch viel, viel mehr! Ford hat eine Reihe vernünftiger Geschäftsprinzipien gefunden und eine Organisation der Fabrik- arbeit, die Epoche machen wird. Er hat auher- tcm die nicht ganz neue Entdeckung frisch lackiert, dah Ehrlichkeit ein gutes Geschäft s p r i n z i p ist. dah man seinen Arbeitern anständige Lebensbedingungen schaffen muh. um mit ihnen gute Waren zu erzeugen. Der Umstand, dah sehr viele Arbeiter das nicht begriffen haben, ändert nichts daran, dah in Deutschland beispielsweise jedes alte grohe Geschäft, wcnn es aus sich hält, niemals anders verfahren ist und niemals anders verfahren wird, wie Henry Ford in Detroit und seinen hundert anderen Fabriken. Dieser reine Geschäftsmann, dieser unzweifelhafte Ebrcnmann und dieser ausgezeichnete und erfolgreiche Ausklügler praktischer Fabrikationsmethoden ist der sicherlich ganz falscher Ansicht, dah die ganze Welt mit ihren Rationen, von denen iete einzelne mit schweren Imponderabilien aus Vergangenheit und Gegenwart belastet ist, nur nach den Vernunstgesehen der Fordschen Fabriken umgemodelt werden muh, um zu einem irdischen Paradies zu werden. Stolz verkündet Ford: „Wohlstand kann zu den natürlichen Daseinsbedingungen gemacht werden. Das ist bewiesen worden. Die Vereinigten Staaten haben diesen Beweis geführt." Das ist nicht richtig! Die Vereinigten Staaten haben diesen Beweis nicht geführt. Amerika hat die gröhte Kriminalität der Welt. Es hat eine sehr viel breitere Schicht von Bemittelten und Wohlhabenden als andere Lander. Dec ganze Reichtum Amerikas ist aber eine Folge des Krieges, auch der FordscheAufschwung wäre ohne den Krieg niemals so rasch gekommen. Das sagt jede Iahreszahl in dem vorgetragenes Stilleben erwähnenswert, während Barthel (Gießen) mit sechs Landschaften vertreten ist, von denen wir zwei kleinere Formate („Brandenburg a. d. Werra" und ein Weidebild) notieren. S i t t m a n n bringt einen Mädchenkopf zwischen ein paar Dlumenstücken (Aquarell). Margret Kranz zeigt ebenfalls Blumenmotioe, linear betont, spitz gemalt und auf dekorative Wirkung be- dacht. Als ein interessanter Könner erweist sich z u m Winkel mit zwei phantasiebeschwingten Blättern, von denen das eine auf grotesken Humor gestellt ist, das andere (eine Graphik, die gleich hier erwähnt sei), ein sehr eigenartiges Motiv — „Sterben im Frühling" — behandelt und übrigens nicht nur äußerlich, in der Linienführung, eine reife und persönliche Art zu erkennen gibt. Mit einer groß angelegten, zart und spitzpinselig gemalten skandinavischen Landschaft führt sich D i e f f e n b a ch sehr vorteilhaft ein; in ganz ähnlichem Stil eine Kieferngruppe. Dann steht man vor einer ganzen Wand mit Aquarellen. Da ist z. B. ein elegant und draufgängerisch hinge- strichener „Pfeifenraucher" Bielmetters (den wir schon in Rauheim sahen), flotte koloristische Studienbilder von Else Luthmer, einige zarttonige Landschaften von Will und eine feine Arbeit von Ulmann („Blick auf Köln"). Weiter: vier größere Landschaften von Barnas; ein „Blick auf Friedberg" von Belte, in kräftigen frischen Farben, lebendig und wirksam. Drei sehr gute Bilder (übrigens modernster Malweise angenähert) JteUt S). F. Steinbach aus. Besonders lehrreich für die Sehweise ist unter ihnen eine Landschaft: ein wenig hart in der linearen Betonung der Umrisse, aber gesättigt in der Farbe, auf Raumgestaltung, Plastik und vollendete Gegenständlichkeit bedacht. Dortresf- lief) sind die temperamentvollen und elegant vorgetrogenen, ganz auf Farbe und Bewegung hin ge- sehenen Bilder von Scheid, etwa die Sandgrube und die Pferdegruppe. Eine ähnliche schwere und fette Malweife zeigen die drei ftarffarbigen, saftigen Landschaften von S o e t e r und ein sonnig aufgehelltes Bogelsbergmotio von Eimer, der aber weit ruhiger und minutiöser matt als jene beiden. (Sine intensive, fast schwelgerische Hingabe an den Gefahren im Burgenland. Don unserem Berichterstatter. Aus 'Cem Wunde jedes deutschbewuhten Burgen'.änders schreit uns die bange Frage entgegen: Will das Deutsche Reich unS Denn wirklich an Ungarn zuruck- geben? Wcr diese vorwurfsvolle Frage zum ersten Male hört, ist wie vor den Kopf geschlagen: woher tommen die Burgenlanver zu dieser — men möchte fast sagen — hirnverbrannten Idee? Ist man aber auch nur einige Tage mit ossenen Augen durch das Land gewandert, dann merkt man die W ü h l a r b eit, die von Ungarn aus ge rieben wird. Das Haupt chlag» wort. mit tem die Magyaren jetzt arbeiten, ist: Das Deutsche Reich habe den Magyaren Der- sprock en bei der Ermöglichung des Anschlusses Oesterreichs an das Reich das Burgenland mietet an Ungarn zurückzustellen. Ungarn verpflichtet sich gleichzeitig, dem Lande eine weit- .ge^enae nationale Autonomie zu geben. Die Magyaren behaupten weiter, ihre guten Beziehungen zu Mussolini vermöchten den Duce zur Rückgabe Südtirols zu bewegen, falls Oesterreich seinerseits das Burgenland an Ungarn zurückgibt. Mit solchen und ähnlichen Er- zählunren gehen die Wagyaronen im Burgen- lan'.e auf den Srelensang auS, und da sie den besten GesellschaftSschichten angehören und als Ge stliche. Lehret, Rechtsanwälte und Aerzte mit weiten Kreisen der Bevölkerung in ständiger Berührung stehen, so wird die ganze Bevölkerung in Unruhe verseht; denn für die große Mehrzahl der Bevölkerung bedeutet Ungarn abermalige Knechtung! CQJir wol en diese Märchen keiner Kritik unterziehen: denn wir sind fest davon überzeugt, daß weder die deutsche Regierung noch Mussolini irgendetwas mit diesen Gerüchten zu tun haben. Aber die ungarische Propaganda frißt sich langsam und zieibewuht im Burgenlande ein; sie kann dies auch schon dehalb leicht, weil die österreichische Bundesrcg rrung viel zu langmütig ist und nicht scharf durch- gre'.ft. Im Burgenland werden verschiedene christlich-soziale Führer dirrkt als Magyaren- fteunde, als Magyaronen, bezeichnet, so dah die sehr geschickt geführte sozialdemokratische Propaganda ten bürgerlichen Partein durch ihre wenigstens äußerlich bezeigte strammdeutsche Gesinnung ft ar len Abbruch tut. Da die G rohdeutschen heute im Durgenlande gar keine Rolle spielen, weil sie bei der letzten Wahl infolge taktischer Fehler keinen Kandidaten durchbrachten, so arbeiten nur die Sozialdemokraten wirksam gegen den magnarischen Einfluß. Sie können sowohl mit sozialen als auch nationalen Problemen arbeiten. 230 000 deutschen und 40 000 kroatischen Bauern stehen rund 40 (sage vierzig) magyarische Großgrundbesitzer gegenüber, die die Hälfte des Ackerlandes und einen noch größeren Prozentsatz des Waldes besitzen. Allein der Fürst Esterhazy verfügt im Burgenland über hunderttausend Hektar. Diesen Mammutgütern, die — nebenbei bemerkt — zum Teil sehr liederlich verwaltet werden, steht der Zwevg- besitz des deutschen Bauern gegenüber, der, obwohl genügend Boden vorhanden Ware für Taufende von Dauernstellen, gezwungen ist, in Massen auszuwandern. Der magyarische Groß- grundlefttzer hindert also die Entwicklung des Deutschtums in geradezu erschreckenerregender Weise, denn wenigstens 140 000 Burgenländer sind in den letzten 50 Iahren abgewandert. Die durch das ganze Dolk gehende Forderung ist: Bodenreform! Man will keine Ungerechtigkeiten wie in Estland, Polen oder in ter Tfchechei, man fordert jedoch, daß der rna- gyaris*e Magnat im Burgenland ebensoviel Boden abgeben muß wie in Ungarn. Man getraut sich aber in Wien nicht, das Bodenreform- Problem aiuufdjneiben, um die „gutnachbarlichen Beziehungen" nicht zu trüben. Wer sich bemüht, mit der burgenländischen bodenständigen Bevölkerung in nahe Fühlung zu tommen, der wird es hundertfach erfahren, wie froh die Menschen sind, von der ungarischen Herrschaft befreit zu fein. Man Höri überall freudige Anerkennung deS bisher Geleisteten: der gediegene österreichische Beamte ist beliebt und das, was er in den kurzen Iahren geleistet hat, wird dankbar gelobt. Freilich, es gibt noch viel zu tun, insbesondere aus dem Gebiete des Straßen- und Eisenbahnbaues. Das Burgenland wird, sobald nur alle die Projekte Weihnachtsausstellung „Künftlerhilfe 1926". Am gestrigen Sonntagvormittag wurde die diesjährige Weihnachisausstellung im Turmhaus am Brandplatz der Oeffentlichkeit übergeben. Die Ausstellung „Künstlerhilfe 1926" wurde ins Leben gerufen vom Landesamt für das Bildungswesen und wird veranstaltet durch die Neue Hessische Arbeitsgemeinschaft für bildende Kunst in Darmstadt und den Oberhessischen Äunftoerein. Dor einem zahl- reich erschienenen Publikum ergriff zunächst der Borsitzende des Kunstoereins. Landgerichtsdirektor Bücking, das Wort, um die Erschienenen willkommen zu heißen. Hierauf hielt Ministerialdirektor Urstadt eine kurze Ansprache, in der er darauf hinroies, daß die zu eröffnende Ausstellung die fünfte der .Hünstterhilfe" und die zweite in Gießen veranstaltete fei; man habe im vorigen Jahre ein gutes Ergebnis zu verzeichnen gehabt, und es stehe zu hoffen, daß in diesem Winter, wo die Beteiligung erfreulicherweise noch stärker fei, als im Borjahre, auch der Erfolg und bas materielle (Ergebnis im Interesse der notteidenden Künstlerfchaft nichts zu wünschen übrig lassen werden. Die Ansprache klang aus in Worte des Dankes an alle, die sich in den Dienst der Sache gestellt haben, insbesondere den Oberhessischen Kunstverein und die Herren Landgerichtsdirektor Bücking, Lange und B u r g, sowie die Damen, die sich zur Mitarbeit bereit erklärt haben. Die Ausstellung, auf der nur Werke hessischer Künstler vertreten sind, umfaßt Malerei, Graphik, Plastik und Kunstgewerbe. Wenn wir mit der Malerei (Aquarell und Del) herkömmlicher Weise beginnen, so finden wir etwa an der vorderen Schmalwand H u I h mit einem stimmungsvollen Interieur der Innsbrucker Hofkirche, Will mit einem inter- esianten Einblick in die Wiesecker Töpferei, auch einem Rosenstilleben, P r e e t o r i u s, der in München lebt, mit einer großzügigen Landschaft in schweren deckenden Farben. Don Manz wäre ein sauber sonst überaus interessant geschriebenen Werke. Es wäre eine Schande für eine tüchtige Ratwn, wenn sie eine in dieser Form nie wederkehrrnde Ce.egcnheit. zu Glanz und Reichtum zu gelangen, nicht alügenu^t hätte. Sie Bereinigten Staaten haben etwas über 110 Millionen Einwohner und können mit ihren natürlichen Hilfsmitteln leicht 500 Millionen ernähren. Die Lage Amerikas und Europas ist aber nicht zu vergleichen. In europäischen Derhältnis cn, wirlscha.tsqeographi- schen und politischen wäre Herr For) niemals zu te.n geworden, was er in Amerika werden konnte. Es ist ganz sicher, daß in unzähligen europäischen Großbetrieben mehr Intelligenz und Genialität steck? als in dem Mammutbetrieb Henry Fords. Es ist sicher, daß Europa einiges von Amerika lernen kann und soll, aber zweifellos hat Amerika von Europa mehr gekrnt und wird voraussichtlich in Zukunft noch v ei lernen müssen, wenn es seine überragende Stellung behaupten will. L. Der preußische Haushaltsplan für 1927. Der preußische Haushaltsplan für 1927 ist jetzt dem Staatsrat Augcgar.g?iL Er balanciert in Einnahmen und Ausgaben mit 3 473 438 309 Mark. Ql umgaben und Einnahmen sind gegenüber 1926 um 113,4 Millionen Mark herabgesetzt worden. Die Senkung der Ausgaben hat im wesentlichen dadurch ermöglicht werden können, daß die Ausgaben für die produktive Crwerbslosensür sorge, die im Haushalt für 1926 auf 65 Millionen veran'chlagt waren, künftig aus Anleihemitteln bestritten werden sollen und demgemäß im neuen Haus hall nicht mehr veranschlagt worden sind. Des weiteren ist von einer Veranschlagung für die unterstützende Erwerbslosenfürsorge, für die im vorjährigen Haushalt 100 Millionen eingesetzt waren, mit Rücksicht auf das demnächst in Kraft tretende Arbeitsversicherungs- gesetz abgesehen worden. Der sich hiernach für 1927 ergebenden Verbesserung von 165 Mill. Mk. stehen Verschlechterungen von 51,6 Mill. Mk. gegenüber, die sich aus Mehrzuschüssen bei den Hoheitsverwaltungen, aus der Erhöhung des Rot- Zuschlages der Beamten und der Verstärkung des DauunterhaltungssondS aller Verwaltungen ergeben. Es verbleibt also eine Verbesserung um 113,4 Millionen. Auf der Einnahmeseite ergibt sich eine Verschlechterung von 142,1 Millionen, der eine Verbesserung bei den Anteilen an den Reichsüberweisungssteuern gegenübersteht. Del der Ausstellung des Haushaltsplans ist vorausgesetzt worden, dah entgegen den Absichten des Reichs- finanaministers die gesetzgebenden Körperschaften sich den zwingenden Bedürfnissen der Länder nicht verschliefen und einer Verlängerung der älmsatzsteuergarantie zustimmen. Die durch die Kürzung der Einnahmen bedingte Kürzung des Ausgabenbedarfs hat es notwendig gemacht, letzteren auf das unbedingt nottoenbige Maß einzuschränken. * Der westdeutsche Nord-Südverkehr. Im Sitzungssaale der I n d u st r i e - undHan» delskammer in Darmstadt fand dieser Tage eine Berkehrskonferenz statt, an der Vertreter von 22 Handelskammern teilnahmen (Hessen, Baden und Nheinprovinz). Die Beratungen galten dem Ausbau der Verbindungen im west- deutschen Nord-Südverkehr. Zunächst wurde eine Denkschrift der Handelskammer Darmstadt beraten. Die Versammlung stimmte darin überein, daß die erstmals 1926 nur in der Zeit vom 1. Juli bis 15. September gefahrenen beschleunigten Personenzüge Krefeld—Stuttgart—Freibury ab Sommer 1927 ganzjährig gefahren werden müssen. Eine klarere Führung der genannten Züge, sowie der beschleunigten Personenzüge 850'849 Dortmund — Frankfurt — Würzburg — München er» scheint dringend geboten. Die Denkschrift schlägt vor, die Dortmund—Münchener Züge zwiskyen Köln und Frankfurt ganz linksrheinisch zu führen, die Krefeld- Süddeutschland-Züae dafür zwischen Köln und Wiesbaden rechtsrheinisch. Die bisyer rein örtlichen Züge beschleunigten Personenzüge 884'883 Wies- baden — Mainz — Worms — Ludwigshafen — Mannheim, die im Sommer 1926 in Wiesbaden keine Anschlüße von und an den beschleunigten Personenzug 848/847 hatten, sollen in die neue Ster» WMiiimn'iiiwn _Liii.iu.t - ■um» ji mi «in i ■■■iiiifiw Farbeneindruck bringt Bilder zustande, wie den „Kleinen runden See" von Ulmann, der übrigens sorgsam in der Gliederung und ganz trocken gemalt ist. Stegmayer hat ein großflächiges, ruhiges Stilleben „Geranien"; koloristisch aparter noch die „Begonien". Scheid ist abermals zu nennen mit einer ausgezeichneten „Viehweide"; das Bild könnte von einem Altmeister dieses Vorwurfs, etwa von Zügel, Herkommen. Ferner Manz und Veite mit sehr begabten Stilleben, Fries, von dem wir kürzlich bereits ausführlicher berichteten, mit einer Anzahl oberhessischer Motive. Eine sehr feine Arbeit ist bas „Stilleben mit Violine" von K r a e m e r. Die nüchterne Gegenständlichkeit letzten Stils wird hier in einer ungemein gepflegten, ausgewogenen Farbengebung zugleich gemildert und verfeinert. Ein stimmungsvolles Städtebild (Wetzlar) von Großhaus und das „Treibhaus^' von Bornemann sollten nicht übersehen werden. Eines besonderen Hinweises bedürfen die in einer Bitrine vereinigten hübschen Miniaturen (wohl größtenteils Kopien) von Becker-Emmerling, die an eine liebenswürdige, heute ziemlich ausge- ftorbene Kunstgattung wieder anknüpfen. Aus der Fülle von graphischen Arbeiten soll etwa das Folgende notiert werden. Mit Federzeichnungen sind Manz und Stephan (der vielleicht an Ubbelohde geschult ist) zu verzeichnen. Studien in ganz weicher Bleistiftmanier bringt zum W i n- k e l, den wir schon anderweitig nannten. Recht gute Kohleporträts, u. a. Bildnisse der Lagerlöf und des bekannten schwedischen Erzbischofs Nachan Söder- blom, zeigt 6 t u m p p , Worms. Eine lebhaft in Schwarzweißflächen kontrastierende Landschaft „Erntezeit" (Radierung) bringt Metten. Mit guten Freilichtmotiven begegnet men weiterhin Panitz, Seck-Carton und Pfaff. Graziösem Figurenspiel folgen zwei Blätter von Deith- Fritzel; zierliche Scherenschnitte gibt L. M. Hardt, einen ftarkftächigen Holzschnitt „Der Geiger" zeigt Großhaus. Religiöse Motive bevorzugt der Graphiker D. Greiner; eine Kreuzigung und „Der Kreuzträger" blieben uns besonders im Gedächtnis. Montag, 29. November (926 bindung cinbezogen werden derart, daß der für Stuttgart bestimmte Teil des Zuges ob Wiesbaden über Mainz — Worms — Ludwigshafen — Mann- beim nach Heidelberg befördert wird. Auf diese Weise erhall die Strecke Mainz — Worms — Lud- wigshasen eine neue durchgehende Verbindung vom Niederrhein nach Süddeutschland. Um das bisher vom durchgehenden Rheinoerkehr abgeschlossene nördliche Württemberg mit Heilbronn, ferner den badischen Elsenzgau und das hessische Wimpfen an den Durchgangsverkehr anzuschliehen, sieht die Denkschrift die Führung des Stuttgarter 3uguils ab Heidelberg über Sinzheim — Wimpfen — Jagst- seid — Heilbronn nach Stuttgart sowie zurück vor. Der an zweiter Stelle erörterte, ebenfalls von der Industrie- und Handelskammer Darmstadt in Form einer Denkschrift vorgelegte Plan geht bahin, die von der Reichsbahnoerwallung zugesapte neue Verbindung mit O-Zügen 1. bis 3. Klasse Nordbsyern— Frankfurt und Darmstadt—Mainz—Wiesbaden in der Richtung einer Fortsetzung nach dem linken und dem rechten Niederrhein auszubauen. Die oerfam- mellen Industrie- und Handelskammern waren übereinstimmend der Auffassung, daß eine Fortführung der neuen Norddayern-Derbindt^ig nach dem Jliebcr- rhein unbedingt geboten erscheint, hierbei sollen durch Zusammenschluß der neuen Züge mit den bestehenden Zügen D 85 und D 185 aus der Schweiz und Baden bzw. vom Bodensee und aus Württemberg in Darmstadt, sowie in umgekehrter Richtung durch einen Zusammenschluß mit D 86 und D 186 neue durchgehende Verbindungen mit dem wesllichen und mittleren Süddeutschland geschaffen werden, so daß im Ergebnis neue breitlaffigc Schnellzugsver» binbungen zwischen Rheinland.Westfalen einerseits und erstens Nordbayem, zweitens Baden und der Schweiz und drittens Württemberg und dem Bo- dcnsee entstehen. Besonders bedeutungsvoll bei dieser Neuregelung ist, dah Neuleitungen der Reichs- bahn gegenüber den Zugleistungen des Sommer- fahrplans 1926 und den bereits zugefagten Mehrleistungen nicht entstehen. Es steht zu hoffen, daß die maßgebenden Stellen der Reichsbahn, denen die Denkschriften und die Befchlüsfe zur Kenntnis gebracht worden sind, den dringenden und wohlde- gründeten Wünschen so zahlreicher berufener Wirt- Idjaftsoertretungen die Erfüllung nicht versagen werden. Zentrum und Volksentscheid. Arn Samstagabend hielt die G ehener Ortsgruppe der Zentrumspartei im kleinen Saale des Katholischen Drreinshauses eine öffentliche Wählerdersammlung ab, die von Parteiangehörigen und Anhäng-rn der hessischen KoalitivnSpartften derhäitnickmä'ig g t besucht war. Landtagsabgeordneter ötubienrat Heinstadt-Denshim legte in etwa zweistündiger Rede die Stellung des Zentrums zu den großen polttischen Fragen Hessens, um die es beim Volksentscheid am 5. Dezember geht. dar. Er forderte einleitend mehr Sachlichkeit im ^Politischen Kampfe, BftseitÄassen alles persönlich Verletzenden und Herabwürdig mden. In diesem Kampfe habe aber bisher leider nicht immer die Sache obenan gestanden. Sodann verteidigte er do Poliik der Weimarer Koalition im hessischen Landtag. Er bestritt die Richtigkeit der Behauptung der Rechtsparteien, dah die Mehrheit des hessischen Volkes hinter ihnen stehe, und betonte, das Zentrum lehne eineit sog. Dürgerblock ab. der die Sozialdemokratie von der Mitbestimmung über die Landesgeschicke auSschallen wolle. Da die Rechtsparteien bei der letzten hessischen Regierungsbildung nicht in die Regierung hätten kom- nten können, wären von ihnen andere W.ge eingeschlagen worden, um die politische Mach! zu erreichen — denn darum gehe es jetzt in W rklich- keit —, und so sei man schließlich zu dem jetzigen Volksentscheid gelangt. Der Redner führte dann in breit angelegter Weise seine Gründe für die Ablehnung des Volksentscheids an, die aus den Parlamentsreden der Vertreter der Regierungskoalition und aus d.n Presie- AuSlassungen des Finanzmunsters Henrich schon hinreichend bekannt sind. Eine Mißwirtschaft in den Staatsfinanzen habe nicht stattgefunden, die wesentlich erweiterten Ausgaben des Staates erforderten natürlich auch höhere Aufwendungen, im übrigen seien die Besetzung des größten Teile- des Landes und die Folgen des Rhein- und Ruhrkrieges für die Lage der hessischen Finanzen bis heute sehr unheilvoll gewesen. Mit den Sparanträgen der Opposition habe man nichts anfangen können, da sie undurchführbar gewesen seien: zum Tell würben Eine große Anzahl von Mappenwerken vervoll- ständigen bas Gesamtbild der gehängten Arbeiten; es ist natürlich aus räumlichen Gründen nicht angängig, hier des näheren auf diese Fülle einzugehen. Doch fei .auf einiges ausdrücklich aufmerksam gemacht, das beim Durchblättern nicht übersehen werden sollte. Etwa die Linoleumschnitte von Fries, figürliche Studienblätter graphischer Art von Goebel, eine Folge von teilweise recht feinen Aquarellen, Farbenholzschnitten und Radierungen von A. von 9 o e b e n, bie Graphik von Steinbach mit einem bemerkenswerten Bildniskopf, bie rassigen Kolorit- unb Bewegungsftubien von Scheib, saubere Feberzeichnungen von Stephan, bie minia- turhaften Farbenrabierungen von v. L a b i g e s ; sehr hübsche Entwürfe enthalten auch bie beiden Mappen von zum Winkel und die Bildnisse von Stumpp; ein eigenartiger Geist spricht aus den Bibelillustrationen unb vor allem aus ben phantastischen Totentanzfiguren bet „SUrmes auf dem Fried- Hof" von G r e t n e t. Die Plastik ist nur mit zwei Entwürfen von K ö b b i n g (ben „Kartofselbuddlern" unb einem ex- perimentierenbem Figurentorfo), sowie brei Stücken von Berte vertreten. Außerbem finbet man in ber Ausstellung eine Anzahl kunstgewerblicher Arbeiten, a. B- bie Wiesecker Töpfereien von Keßler uno allerlei nützliche ©ebrautfjsgegenftänbe nach Entwürfen von Schenck unb Tuch, als ba ftnb Leucktcr unb Eierbecher, Schreibmappen unb Damentäschchen. — Die Ausstellung ist bis zum 2. Januar 1927 an folgenben Tagen allgemein zugänglich: Sonntag, Montag, Mittwoch, Freitag 11 bis 1 Uhr, außerdem Sonntag 3 bis 6 und Mittwoch 3 bis 7 Uhr. Auch an dieser Stelle sei nochmals auf die mit der Ausstellung verbundene Lotterie, sowie auf die Verkäuflichkeit aller ausgestellten Arbeiten ausdrücklich hingewiesen. Es ist herzlich zu wünschen, daß Lotterie und Verkauf (zu ongemeffenen, teilweise sehr wohlfeilen Preisen) den gewünschten Erfolg haben. Wer etwas erwerben kann, wird sich selber unb dem ausfteüenben Künstler eine rechte Weihnachts- freube bereiten. —y— Alle Wege in Rom... Don Gustav W. E b L r l e i n. Alle Wege in Rom führen zur Hölle. Der Weg zur Hölle ist mit Straßenkreuzungen gepflastert, aus denen sich die guten Vorsätze des Crdenpllgers in greuliche Flüche verwandeln, ilcbcigenä, wer hat hier schon einen Menschen pilgern sehen? Das Fluchen muß im Springen besorgt Werbern Wenn es einen Gott des Ver- kehrS gibt, wird er beide Augen zudrücken. Die Straßenkreuzung besteht in der Hauptsache aus der Dia Tritone und der D a Due Macelli. Offenbar handelt es sich um symbolische Namen. Die Txitonen sind bekanntlich zumDrüllen da und due macelli, das heißt entweder zwei Schlachthäuser oder doppeltes Gemetzel. 3a, so heißt es. Die italienische Sprache ist sehr bilderreich. 3n das Schlachthäusergemetzel münden noch andere Strome, Wege, Treppen und Saumpfade ein, so daß es schon besser wäre, von einer Kreuzspinne oder einem Tausendfüßler zu sprechen, der durch irgendeinen Anfall seine Be° megungsinstrumente durcheinandergebracht hat. 6in Derkehrsfluh stürzt von der Höhe der Via Sist ina herunter, eine Springflut steigt von der Tiefe des Korso herauf. 3n Liesen Tagen wurde dec Zusammenprall derart heftig, daß der Gouverneur die Straßenbahnen, die zu Mussolini hinunter» fuhren, kurzerhand verbot. Dafür hat man, um auch den Sterblichen gerecht zu werden, eine Lramschleife geschaffen und sie mit dem Heldenmut. der die neue Generation auszeichnet, in jene Straße verlegt, die so breit ist, daß zur Not zwei Tramwagen nebeneinander vorbeilaufen können, wenn dabei die Fußgänger zu ornamentalen Reliefs an die Wand gedrückt werden. Auch wurden Inseln in die Brandung hineingebaut, und sogar ein Verkehrspolizist ist da. Rar daß halt niemand auf ihn merkt. Das ist alles römisches Recht. sie das Gegenteil bon Sparsamkeit zur Folge gehabt haben. Diese Anträge seien übrigens nur auf die Massen berechnet gewesen, denn die 'Antragsteller hätten ja für die Durchführung .e ne Verantwortung zu tragen gehabt. Der Redner nahm dann weiter Stellung gegen das Wort „Eeschüstsaussicht" über Hessen und mqchte dabei den Rechtsparteien in indirekter Form „Landesverrat" zum Vorwur'. Die Regierungs- loalition habe nach Möglichteit dem Verlangen nach Steuersenkung entsprochen: Hessen habe übrigens noch nicht die höchsten Steuern im Reiche. Es sei wohl zu hoffen, daß im nächsten 3ahrc weitere Erleichterungen gewährt werden könnten. Wenn vom Reiche geholfen werde, könne 1927 wohl auch ein Haushalt ohne Fehlbetrag erzielt werden. Das Zentrum trage die Verantwortung für die bisherige Politik der Regierungsparteien, dabei auch für die Finanzwirtschaft mit, und dementsprechend verhalte es sich gegenüber dem Volksentscheid am 5. Dezember. Es lehne den Volksentscheid ab. Der Vortrag fand die lebhafte Zustimmung der Dersammlu ig. Anschließend fand noch eine kurze Aussprache statt. Oberhessen. Landkreis Gießen. CO Klein-Linden, 28. Nov. Am heutigen Sonntag, 1.Advept, hielt Pfarrer Ackermann Hierselbst seine Abschiedspredigt. Er verläßt uns in diesen Tagen, um eine Pfarrstelle in Nor d- heim im Ried anzutreten. Rund fünf Jahre hat er die hiesige Pfarrassistentenstelle versehen. Der Weggang des beliebten Seelsorgers wird allgemein bedauert. Dies zeigte auch der starke Besuch des heutigen Gottesdienstes. Der P o s a u n e n ch o r und der Kirchengesangoerein, beide unter Leitung von Herrn Germer, verschönten die Feier durch ihre Mitwirkung. n. Großen-Linden, 27. Nov. 3m Schaumschen Saale dahier wurde das kirchliche F e st s p i e l „Luther" von Dr. Her - rig aufgeführt. Die Nachmittagsvorstellung für Kinder war gut besucht, da auch aus Hörnsheim und Lützellinden Schulkinder erschienen waren. Die für Erwachsene vorgesehene Abendvorstellung hätte besser besucht fein können. lsi Lollar, 27. Nov. Dec Kassenraum des Gemeinderechners und der Sitzungssaal des Gemeinderats waren bisher in räumlicher Hinsicht sehr unzureichend. Durch Freimachung einer Wohnung im Gemeindehaus ist es nunmehr möglich geworden, der Gemeindete sse ein weiteres Zimmer zur Verfügung zu stellen und zwei andere Zimmer zur Erweiterung des Sitzungssaales zu verwenden. Auf diese Weise konnte den dringendsten Dedürf- itifjen Rechnung getragen werden. zr Daubringen, 28. Nov. Gestern -und heute fand im Gasthaus „Zum blauen Hecht" die 3. Kreis-Kaninchen- und Geflügel- ausstellung des Kreisverbandes Gießen statt, die reichlich beschickt war. Die Preisverteilung hatte folgendes Ergebnis: 1. Abteilung, K a - ninchen- Hasen, Siegerehrenpreis 3channes Merle, Alsfeld. Belgische Riesen, Ehrenpreis, Wilh. Opper, Daubringen; Georg Glitsch, AlSseld. 3. Preis Georg Weicker, Leusel. Weiße Riesen, Ehrenpreis Karl Hermann, Alt-Hatten- borf; 1. Preis G. Schellhaas, Gießen; 3. Preis G. Schellhaas, Gießen; Karl Fleischer, Gießen. Deutsche Widder, 2. Preis Karl Reih, Stockhausen; 3. Preis Karl Reitz, Stockhausen. Groß-Silber, Ehrenpreise Otto Aff, Stangenrod; Wilh. Georg, Stangenrod. 1. Preis Karl Bock. Stangenrod. Klein-Silber (schwarz). Ehrenpreise Wilh. Opper. Saubringen; Harig, Gießen. 1. Preis Otto Steih, Gießen. 3. Preis Heinr. Wagenbach, Daubringen; Ludw. Klingelhöf er, Daubringen; Wilh. Opper, Daubringen; Georg Schellhaas, Gießen. Klein- Silber (gelb), 2. Preiö Karl Opper, Daubringen. Blaue Wiener, Siegerehrenvreis • 3oh. Merle, Als selb. Ehrenpreis 3oh. Merle, Lllsseld. 1. Preis Gg. Schellhaas, Gießen; 3oh. Merle, Alsfeld. 2. Preis Karl Heunobel, Stangenrod. 3. Preis Gg. Schellhaas, Gießen; 3ph. I Merle, Alsteld; Karl Heunobel. Stangenrod. . Weiße Wiener, Ehrenpreis Karl Kirchner, 5" Gießen. 2. Preis derselbe. 3. Preis derselbe. Havanna, 2. Preis 3ohannes Appel. Gießen. '-Häsen-Kaninchen, 3. Preis Wilh. Walther 11., Daubringen. Marburger Feh. Ehrenpreis R Glagow, Gießen. 2. Preis Karl Melius, Gießen. Schwarzloh. Ehrenvreis Ludwig Kreiling, Gießen. 2. Preis Ludwig Kreiling, Gießen. Hermelin, Ehrenpreis Fritz Mahr, Daubringen. Für 3 u n g t i e r e in den benannten Rassen erhielten Ebreittnteife August Weicker, Leusel; Heinrich Kraushaar, Daubringen: Wilhelm Opper, Daubringen; 3ohannes Nikolai, Gießen. 1. Preise Wilhelm Opper, Daubringen: R. Glagow, Gießern 2. Preis Wilhelm Walther 12., Daubringen; Wilhelm Fuchs, Daubringen. 3. Preis Karl Reitz, Stockhausen; Karl Fleischer. Gießen; Freiherr v. Rotsmamp Dotzen- rod. Meerschweinchen, 3. Preis Emil Walther, Daubringen. Produkte aus Kaninchenzucht, wie Damenlragen. Vorlagen, Pelzgarnitur, Bettvorlagen, sowie ein Fellspanner wurden ebenfalls prämiiert und fanden lobende Anerkennungen. 2. Abteilung. Geflü g ei, Siegerehrenpreis Wilhelm Frey. Badcmburg. Gelbe Italiener 2. Preis W. Freh, Dodenburg. 3. Preis Heinrich Walther 5., Saubringen; Wilh. Freh, Badenburg. Houdan-Hühner. Ehrenpreis Karl Reitz, Stockhausen. Rebhuhn farbige 31 a l i e n c r, 3. Preis Ludwig Klingelhofer, Daubringen. Hamburger Silberlack, Ehrcnpreis un> 2. Preis Heinrich Schäfer, Daubringen. japanische Seiden h äh ne, Ehrenpreis Adolf Lind, Stangenrod. L a n g» schan Zwerge. 2. Preis derselbe. Schwarze Zwerg-W handotten, Ehrenpreis und 3. Preis Heinrich, Hofmann, Daubringen. Mille -Fleur-Zwerge, 1. Preis Karl Reih, Stockhausen. Tauben, Ehrenpreis Ludwig Schäfer in weißen Brieftauben, blau gehämmert. 2. Preis, weiße Brieftauben - La- molten, Wilhelm Geißler, Daubringen. Wassergeflügel. Rehfarbige 3ndische Laufenten, 2. und 3. Preis Heinrich Fuchs, Daubringen. — Die Ausstellung wies einen recht zahlreichen Besuch auf. Die den Ausstellern zugesprochenen Preise waren meist Gegenstände des täglichen Bedarfs und fanden allgemein Anllang. Eine kleine Verlosung schloß sich an. z. Allendorf a. d. Lda., 27. Nov. Der Sohn des Müller.' Frey, Heinrich Frey, aus der Magermühle, geriet beim Schmieren des Mühlwerkes in ein K a mm r a d, das ihn am Ae rm e l erfaßte. Außer einigen Hautschurfungen wurde ihm der Arm gebrochen. Nur dem älmstande, daß seine Mutter anwesend war und sofort das Mühlwerk aElfte 111 e, hatte er es zu danken, daß größeres älnheil verhütet wurde. hn. Rüddingshausen, 27. Nov. Dieser Tage kam der K o ch k u r s u s, der hier von Frl. M u t s ch e e r abgehalten wurde, zum Abschluß. Er wurde besucht von 14 fortbildungsschulpflichtigen Mädchen und sechs anderen freiwilligen Teilnehmerinnen. Am letzten Tage waren Eltern und Schulvorstand zu Kaffee und Kuchen in der Wirtschaft Lang eingeladen. Dabei wurde der Leiterin von feiten der Gemeinde und des Schulvorstandes dpr Dank ausgesprochen. Derselbe sechswöchige Kursus findet nun in Weier s h e i n statt. d) Rüddingshausen, 27. Roo. Unsere zur defiiiitipen Besetzung ausgeschriebene Lehrerste l l c. um die sich nahezu zehn Lehrkräfte beworben hatten, wurde dem Schuloerwalter Becker (Allertshausen) übertragen. Schulverwalter Hechler, der mit der Veriehung der durch den Weggang des Lehrers Lotz freigewordenen Lehrerstelle betraut war, wurde nach Allertshausen versetzt. Unsere Gemeinde sieht Herrn Hechler, der sich großer Beliebtheit erfreute, ungern scheiden. t ©rünberg, 27. Nov. Der Gemeinde- r a t genehmigte in seiner jüngsten Sitzung der Deutschen Petroleumverkaufsgesellschaft auf Wiederruf die Errichtung einer Tankanlage beim Hotel Hirsch. — Die A u s ä st u n g von etwa 2 0 0 starken Eichen im Stadtwalde wurde dem Karl Buß von hier für 1,90 Mk. je Stück übertragen. Den Berkaus des eichenen Stammholzes aus der vorjährigen Fällung im Stadtwald soll der Bürgermeister vornehmen. — Die N e u f e st s e tz u n g der Miete in dem ft ä b 11= s che n Wohnhaus wurde der Wohnungskommission überwiesen, da mehrere Gemeinderäte der Ansicht sind, daß die Miete den gegenwärtigen Verhältnissen entsprechend zu hoch ist. Neben der Miele tragen die Wohnungsinhaber die Kosten für die Instandhaltung der Wohnung, ferner sind sie jetzt vertragsmäßig zur Zahlung sämtlicher Steuern verpflichtet. Um über die Verwendungsmöglichkeit des großen Geländes an der Bahnhofstraße für Bauzwecke oder andere Ausgaben Klarheit zu erzielen, werden einstweilen Anträge auf Genehmigung von Bauplätzen an dieser Stelle nicht mehr berücksichtigt. L i ch 27. Nov. Unsere Stadtverwaltung hat seit einigen Monaten ihr besonderes Augeümerk auf die städtische Wasserversorgung gerietet. Zur Zeit sind eine Reihe von Verbesserungen geplant, die zweifellos von der Bevölkerung sehr vegrüßt werden. Zunächst bedarf das Quellschutzgebiet einer Erweiterung Die Wogen prallen an die üblichen internationalen Molenblöcke an: Banken, Zeitungsund Agenturenpaläste. Vielleicht werden sie mit der Zeit als Verkehrshindernisse versenkt, unter die Erde verlegt. Es gibt ja in Rom Phantasten, die von einer ilntcrtunnelung, von liebet Führungen und derartigen Ausgeburten einer verrückten Technik träumen. Bisher hat es aber d.e Haupt- fradt noch nicht zu einer Untergrundbahn gebracht. ES gibt sonderbare antidiluvialmoderne Käuze, die so etwas vermissen, dabei aber Goethes italienische Reife in der Tasche haben und nicht umhin können, einen Blick in den mit Recht so beliebten, ewigblauen römischen Himmel zu werfen. Besagte Blicke bleiben dann in dem Drahtnetz hangen, hinter das die Fremdenattraktiott gesperrt wurde. Vergittertes Blau! Ha, der Titel ist gefunden, ich werde den Roman dazu schreiben. Wie gesagt, alle Straßen in Rom münden unfehlbar in diesen Knotenpunkt ein. Was nun, wohin mit dem irrsinnigen Strudel? Lange Zeit stand dem Abfluß der Hügel des Quirina! entgegen, aber eines Tages bohrte man einen Kanal hindurch. Amtlich heißt er Gqlleria oder Tunnel. Die Römer sagen 3nserno. Das 3nferno besteht aus einem langen Darm, der das auf der Straßenkreuzung sich immer neu gebärende Gewühl in sich hineinsaugt mit unwiderstehlicher Gewalt. Lust- und Lichtschächte wurden beim Dau vergessen, den Bogenlampen tränen unaufhörlich die Augen. Die Füllung der Höllentube besteht aus einem etwas unappetitlichen Brei, einem gepreßten Gehäck von Staub- schwaden, Auspuffgasen, zerfaserten Lichtsäden. dumpfer Hemmungslosigkeit, gestoppter Raserei, entgleisten und zerstückelten Schallwellen, 3rrlich- tem, Flecken, Tcopfwassern, Mmag-rietönen und -düften, unbekannten Chemikalien und anderen undefinierbaren Dingen lärmender, stickiger, zer- nervender Art. Aus der Straßenkreuzung vor dem 3nferno findet der Fremde die im Vädeker nicht verzeichneten. aber um so schmerzhafter vorhandenen kleinen Apenninen: das Pflaster wird dauernd durch Ankauf von verschiedenen Grundstücken, die an der Kreisstraße Albach—Lich liegen. Die Verhandlungen sind soweit gediehen, daß ein gütliches Uebereintommen erzielt wurde und der Besitzwechsel danach in Kürze zu erwarten steht. Da es sich um wertvolles Gelände handelt, wurde ein Kaufpreis von 2,50 Mk. je Quadratmeter zugestanden. Die Stücke werden nunmehr von der Stadt in eigne Benutzung genommen und als W i e s e angelegt, damit eine Düngung derselben infolge der Nähe des Quellengebietes unterbleibt. Außerdem wird eine neue Entleerungsleitung für die Quell- iammer gebaut, die eine bessere Reinigung der Sammelschächte ermöglicht. Wenn dadurch für die Stadt eine Aufwendung von etwa 7000 Mk. entsteht, so muß man doch sagen, daß der Stadtoorstand sich hier feiner Verantwortung der Allgemeinheit aegen- über voll bewußt war und alles tut und auch größere Geldmittel nicht scheut, um die Trinkwasserversorgung der Stadt stets auf der Höhe zu hatten und durchaus einwandfreies Trinkwaffer der Bevölkerung zu liefern. — Die Mieten für d i e Notwohnungen in der Butzbacher Straße wurden vorn Stadtoorstand mit monatlich 6 Mk. je Wohnung festgesetzt. — Die hiesigen Erwerbslosen erhalten für geleistete Pflichtarbeit in Zukunft besondere Zuschläge, wie sie von dem Ver- waltungsausschuß beim öffentlichen Arbeitsnachweis für das nördliche Oberhessen in Vorschlag gebracht worden sind. Kreis Friedberg. sf. Friedberg, 27. Nov. 3m Rahmen der vom Volksbildungsverein Deranftalteten Vorträge sprach der Direktor der lleberlanö- zentrale für Oberhessen von Stadler über „die Stromversorgung Bayerns, das Walchensee- kraftwerk und die Kraftwerke Mittlere 3sar". Der Redner gab eine durch zahlreiche ausgezeichnete Lichtbilder unterstützte Darstellung dieser beiden großen Werke, die in der Lage sind, ganz Bayern mit Licht und Kraft zu beliefern. Kreis BüDingen. L Büdingen, 27. Nov. Die für Anfang Dezember festgelegte Wanderung des Schul- k i n o s muhte von der Lehrlichtbildstelle abgesagt und in den Januar 1 927 verlegt werden, da die bestellten Filme vorerst an Lichtspielhäuser, die solche dauernd beziehen, abgegeben werden. Krcrs Schotten. ! Schotten, 27. Nov. Aus dem Gemeinderat. Die Hundesteuer für 1927 wurde, wie früher, auf 10 Mk. für jeden Hund festgesetzt. — Eine längere Aussprache erforderten die fest einiger Zeit zwischen den beteiligten Gemeinden geführten Behandlungen über die Einrichtung einer Autolinie zwischen den Gemeinden Ulfa, Eichelsdorf. Schotten, Dq- bertshausen, Rodheim, Langd, Hungen, Nidda. Am vorigen Samstag hatte in Äidda eine Versammlung der erwäh.tten Gemeinden getqgt, die Satzungen waren beraten und angenommen worden. Die Gemeinderäte der genannten Orte sollten zur Satzung des zu gründmden Zweckverbandes ihre Zustimmung geben. Montags darauf traten ohne Wissen der übrigen Gemeinden die Orte Ulfa und Nidda zusamme: und gründeten ihren eignen Verband. Das eigenartige Vorgehen wurde kritisiert unZ> beschlossen, an dem alten Proj ekt Schotten—Ulfa — Hungen unbedingt fe st zuhalten und mit den übrigen Gemeinden weiter in Verbindung zu bleiben. Dies ist geschehen, die übrigen Gemeinden bleiben ihren alten Abmachungen treu; die Autolinie Schotten—Ulfa—N dda wird damit gesichert sein und kann hoffentlich bald in Betrieb genommen werden. — Heute n'chmittag wurde in der Turnhalle eine lokale Geflügel- und Kaninchenzuchtausstellung, die unter dem Protektorat des Kreisdlrektors Geh. Reg.-Rat B o e ck m a n u steht, eröffnet. Eine prachtvolle Sammlung schönster, reinrassiger Hühner, Hähne, Tauben. Truthähne, Enten u. dgl. war ausgestellt und wurde mit wertvollen Preisen au5g?8ei3 fährt es zu dem Zug, von der Gewalt des 'Verkehrsstromes heraus- gefpült, gleichviel, ob Asphalt, Holz, Travertin oder Granit. Strahentechniter, Erfinder vor! Mussolini wird den siegreichen Bezwinger der Höllenkreuzung feierlich zum Schwarzhemdmr'.tter schlagen, nicht — leine Angst! — an Ort und Stelle, sondern dort, wo man vorläufig noch ohne Lebensgefahr zwei Minuten zur Vornahme Der Zeremonie stehenbleiben kann: auf dem Kapitol. Frankfurter Theater. Uraufführung von Otto Zoffs Lustspiel „Die zwei Abenteurer" im Frankfurter Schauspielhaus. Vorweggenommen fei: es war ein Abend voller Unbekümmertheit, voller Geschmack und voll guter Laune. Zoff ist ein Könner, und seine Geisteskinder tänzeln beschwingt über die Bühne; er ist kein Dathetiker, fein Grübler oder philosophischer Weltverbesserer, aber er ist ein liebenswürdiger, geift- und humorvoller Romantiker. der die Idee künstlerisch zu drnpieren weiß. Man denke an seine stimmungsvolle Bearbeitung der Eichendorsschen „Freier". Diesmal behandelt er einen ähnlichen, allerdings inhaltlich weniger ausgiebigen Lustspielstoff, den er ui der Grundidee dem englischen Dichter George Farquhar (18. Jahrhundert) entnimmt Wie Zoff selbst schreibt, fand er bei Grillparzer einige Seiten aus dem Spiel übersetzt, angeregt baute er den Stoff zu dem Lustspiel aus, indem er die Handlung durch hinzugedichtete Figuren verstärkte. Zwei junge Adlige, ohne Geld, ziehen als Abenteurer aus, das Glück beim Schopf zu fassen. Gott Amor nimmt sich ihrer liebevoll an. Sie logieren in einem Gasthof, dessen Wirt Hehler einer Räuberbande ist; der eine lernt eine reiche Erbin kennen, der andere eine unbefriedigte junge Frau. Am Schluß gibt es zwei Verlobungen, gefangene Räuber und eine Scheidung. Das tRäuberquartett ist voll zwingenden Humors. Christian L a h u s e n Hal eine äußerst charakteristische, dem Stil des Spieles angepaßie, melodiöse Musik zur Handlung geschrieben, die der kurz vor 7 Uhr in Mücke nach Gießen abgeht und nimmt dann die Reise.lben mit, die mit dem Arbeiterzug kurz nach 1 L Uhr kommen. Diese Autoverbindung erfreut sich einer starken 3nanspruchnahme, so daß die Besitzer wohl auf ihre Rechnung kommen. Der. Fahrpreis ist verhältnismäßig niedrig, er beträgt 10 Pfennig für den Kilometer. Die beteiligten Gemeinden! leisten einen entsprechenden Zuschuß. Die Post wird von Dem Privatauto noch nicht befördert, doch dürfte dies wohl nur eine Frage der Zeck sein, falls sich die Postverwaltung nicht entschließen sollte, auf dieser Strecke wieder de» Betrieb aufzunehmen. Gedern, 27. Nov. Als Seltenheit für die jetzige Jahreszeit darf die Tatsache gebucht werden, daß hier in diesen Tagen mit ihrer überaus milden Witterung ein lebender Maikäfer gefunden wurde und reife Erdbeeren sowie Erdbeerblüten gepflückt werden konnten. )—( Ruppertsburg. 27. Nov. Nachdem im vorigen Jahre drei französische Kriegsgefangene auf unserem Friedhof ausgegraben wurden, erfolgte jetzt die Ausgrabung der Leiche eines belgischen Soldaten, um auf einem Nationalfriedhofe seiner Heimat beigesetzt zu werden. Wenn man sah. in wie wenig pietätvoller Weise diese Arbeit vorgenommen wurde, so sagte man sich, es wäre doch viel vernünftiger gewesen, den Gefangenen in einem gut gepflegten Grabe auf deutschem Friedhöfe ruhen zu lassen und die Kosten zu sparen. Von den noch hier begrabenen fremden Kriegern sind drei Russen und einer 3taliener. Auch die Uebersührung des letzteren in seine Heimat ist für die nächste Zeit in Aussicht^ gestellt. — 3m hieägen-GrDeindesaal sand eine Fe.cr sta t, die der Kriegsgräber- fürfprge gewidmet war. Pfarrer D. Fritsch leitete die Versammlung. Männergelangverein und Posaunenchor trugen zur Verschönerung des Abends bei. 3m Mittelpunkt der Feier stand die Vorführung von Lichtbildern durch den Vertrauensmann Der htefteen Ortsgruppe des Volls- bundes für Kriegsgräbersürw-ge. Die 83 zum größten Teil schönen Bilder führten die sehr zahlreichen Besucher im Geiste auf Friedhöfe und Begräbnisstätten dec verschiedenen Kriegsschauplätze, und zeigten, welch gewaltige Arbeit die Kriegsgräberfürsorgc leistet. Nach ernster Ermahnung des Leiters, der Gefallenen stets treu äu gedenken und den Vollsbund kräftig zu unterstützen, wurde die Feier mit dem Gesang des Deutschlandliedes gelchlo'sen. ® Aus d e m hohen Vogelsberg, 27. Nov. In den Orten Sichenhausen. Kaulstoß und Burkhards wütet sei längerer Zeit die Maul- und Klauenseuche. In dem letzigenannten Orte sind in vergangener Woche allein 3 0 Stück 3 u n a • viel) eingeganqen, dazu eine Anzahl älter? r Tiere. Die staatlichen Entschädigungen, dse in Höhe von vier Fünsteln des Taxwertes bei Vjehoerlust durch die Maul- und Klauenseuche gezahlt werden, erweijen sich als ebenso notwendig wie segensreich für die Betroffenen. Kreis Alsfeld. WSN. Alsfeld, 28. Nov. Im benachbarten Ruhlkirchen wollte der Bäckermeister Selzer abends jn seinem Viehstall nach dem Rechten sehen. Dabei stürzte er in der Dunkelheit über ein Stück Holz und zog sich dadurch so schwere Verletzungen zu, daß er nach qualvollem Leiden am anderen Tage oerstarb. L Ober-Ohmen, 28. Nov. Nach 14täg. Arbeit ist nun die Reparatur der hiesigen Orgel beendet. An Freitagabrad« versammelte sich der Kirchenvorstand, um dl« OrgcE zu übernehmen. Zunächst wurde das neue elektrische Geblase besichtigt. Ein 1/2 ?8.-Motvr treibt die Wmdmaschine an, die Den neuen Blas- balg mit Luft füllt, von wo diese Dann in das Werk strömt. Das Gebläse arbeitet saft geräuschlos. Wahrend seither ein kräftiger Mann seine Arbeit hatte, um den Dlasbalg in Tätigkeit zu versetzen, genügt nun ein H?beldruck des Organisten. um das Gebläse in Tätigkeit zu versetzen. Orgelbauer Behringer, i. Fa. Förster und Nikolaus-Lich, führte dann sämtliche Re- g i st e r, die alle gründlich nachgesehen und gestimmt worden waren, einzeln und zusammen vor. Auch das zweite Manual, das seither unbrauchbar war, kann nun wieder benutzt werden. Don den 25 Registern, Die d.e Orgel früher hatte, wurpen in vergangenen 3ähren schon zehn entfernt, so daß noch 15 Register vorhanden sind. Der hiesige Organist, Lehrer Sommerlad. spielte sodann einige Orgelkompvsitionen und Choräle vor, wobei man ersah, daß die Orgel jetzt wieder ein vollwertiges 3nstrumsnt Dac- sleltt, das imstande ist, d'.e weiten Räume unseres Gotteshauses mit fein'"* Akkorden zu mywiwwq. ■ auch Die Drehungen de. ^>uhne nebenbei klangvoll begleitet. Richar> Weicherts glänienDe Regie befeuerte die Darstellung, voll künstlerischer 3ntensität schuf er ein entstickend schwungvolles Spiel von Liebest und Räuber-Romantik. Seine Darsteller waren (in reizenden Kostümen) lebhaft bei der Sache. Titelrollen: B i b e r 11 und Ode mar; ein Kabinettstück Daneggers nervöser Räuberanfänger. 3m übrigen Stimmung, beste S.immung; die Bühnenbilder Sieverts: lustig gaukelnde Einfälle eines Künstlerhirns. Das Publikum ließ bereits im Anfang Beifall auf offene Szene prasseln, der immer lauter in den Abend hinein wuchs. Der Komponist L a h u s e n, der Dichter Z 0 f s und sein Kollege von der Regie, Richard Weichert, mußten wiederholt vor die Rampe. Diesmal war das Publikum im Recht, es nahm ein reizvoll künstlerisches Lustspiel dankbar auf. — Ferner ist des R e i n h a r d t - G a st s p i e l s in Frankfurt kurz zu gedenken. Reinhardt schickt sein Ensemble auf Reisen, und die Provinz hat hohen künstlerischen Genuß davon. 3m Sommer hat die Reinhardtsche „3edermann"-3nszenierung vor dem Dom von Salzburg Triumphe gefeiert. Der Winter sieht die gleiche Darstellung und Inszenierung über die Bühnen der Provinzstädte gehen, und der künstlerische Triumph von Salzburg ist dem Werk treu geblieben. Die Bühne dcs Neuen Theaters begrenzt die'es Mysterienspiel Hofmannsthals räumlich ein wenia und drückt es in hie Enge, wenn man sich des weilen Salzburger Res denzp'ahes erini.ett: auch das hoheitsvoll im Hintergrund aufstcigende Dom- pvrlal fehlt; aber vielleicht gerade deshalb wirkt das Spiel, die Darstellung, gänzlich auf den zu unerhörten Leistungen empocreißenten Regiewillen Reinhardts gestellt, vertieft und beseelter. Moissi ist auch diesmal der w3eZ)ermann", und es ist vielleicht die einzige Rolle, bei der seine Kantaten weniger störend ins Gewicht fallen. — Das Gastspiel wird im „Lebenden Leichnam" seine Fortsetzung finden. L. W. rnr^-Ti Kennen Sie Halpaus Mocca“? 9792D fniifi Inserieren orlngt Gewinn > Dl A» danne .6ett Jahren litt 14 Ein nützliches Weihnachts-Gesdienk Ur fi&i« -lnrr )et toofe 'reis ir? W 4. sS““1*! A 6eför&? *« 5^ iÄ ■fiten. r6, i-L 1fl*8 ?ä. Ä den zu [£ i"ärf6 und Seit ^intelaal fräßet. O.Truich L^gvereiir fcas* tzrÄ A Iriedhöse -d-"-» Xlilgj: S* toeit hi> ernster tz» enen stets treu :a'h9 zu unter, m Gesang Kz ;erO,27.SoeL f3 und Surf. Maus, und >nkn Orte sind füd Jung, ne Anzahl Mschädigunzen, ^H»ntK bei ^auenseuche qi. 'ensv nvtyendig Starkenburg. • Darmstadt. 27, Rov. 3n ter Heidel» kerger Straste toutJC en Radfahrer von esner Autodroschke angefahren und vir Seite geschleudert. 3um Dluck wurde er nur leicht verletzt. Der Führer ^s Autos fuhr un- befümmett weiter, obwohl das Aad zwischen Stet» flügel un) Wühler hängen geblieben war. Durch einen Mitsahrenden und einen Zeugen des Mn» falle 3 bat die Polizei Kenntnis davon erhalten. Die Schuldsrage wird noch untersucht. — 3n der Aähe von Oberstadt wurde ein Motorradfahrer von einem Autp anges ahren und schwer verletzt. — Dieser Tage war in Pfungstadt en Kaufmann Konrad Summen aus Mülheim a. d. Ruhr festgenommen worden, als er ein Fahrrad verlausen wollte. Das Aad war. L.ie sich spater herausstellte. im Stadthaus in Darmstadt gestohlen Worten. Er hat in Darmstadt ein Aad ver.aust, daS sicher auch gestohlen war. Die Marte des Aates ist unbclannt; es tragt die Nummer 389 606. , _ WDR. Sberftadt, 28 Aov. Auf der KreiSstraste zwilchen Sbrrstadt und Bickenbach ereignete sich am Freitagabend ein schwerer Unfall, dem ein Menschenleben zum Opfer fiel. Sin Radfahrer aus Zwingenberg wurde von einem von rückwärts im schnellsten Tempo kommenden Auto erfaßt und üb erfaße en. Seine Verletzungen waren so schwer, daß der Tod auf der Stelle eintrat. Rheinhessen. WSR Mainz, 27. Aov. De Ehefrau te8 Getreidehändlers Otto Koch aus Alzey hat sich vergangene Aacht zwischen Alzey und Albig vor einen fahrenden Eisenbahnzug geworfen und wurde auf der Stelle getötet. Die Leiche wurde noch in der Aacht in schrecklich verstümmelten Zustand vom Streckenwärter aufgesunren. Das Motiv zur Tat konnte . nebenbei W ttii M M , ooll künstlen- M schwur zubec-Äomantu. tä Daneggers Übrigen ohm- nenbilder 6ie* eines Mnst eb- eite im Anfang sein, der innn« & Der Ws- Si',re L Sommer JJ SZS *-ä% ®ie Änstelien' ■ die.es iiunl'ch zis «nn ,4- auch ff SU wirst ff aul den 0fr# ff feder' lmfl mffae >ie 5lnst? ini ®e' >ird u» ” lW. iden. eil E4uppenblldm«>, Äffleu und Lnlchw.llni^in Die D.nmaüge ‘Jnutnäunfl ilyrer 3.)*X igen „Rudri’e ^ckni. Dlrbi$lnol. Sciic“ bat in elttfi Hilden Woche da» Velden (o gründlich beteilig: bak auch die naiürtichei weise zu «rwarieiiöev Siu J- schlüge bi» heule ganz au-qeblledrn sind SBan- •nthnann 0. v Cid. 60 Plg. (15% tg), Mk. !.— (tt%lg) und Kl 1.50 ,115-r ly, fiürfitc Form) La-u ^Zuckooh Creme- 145, 65 u. 90 Wg. in aücn Lpolhekea, Drogerien u Paniuoerleo eihültt'.ch Accordeons Irelhln, deuiscLe Baaart, Mk 350,7.50, 1250. Ui 50 Wiener Banezl . Mk 18.-. 20 22.50 irelülg, Wiener Banarl. mit 4. 6, 8 u 12 Bässen, Mk. 22.50. 24 -.25.-.2S.-, 82.-, 3«.-. 42 -, 48.-. 56- Sreihlg von Mk. 65- aufwärts bis 175 Alle nverkanf der Weltmarke ,.L nivei-Mal“. Musikhaus Albert Vogt N chf. Frankfurt a.M., Fahrsasse 128 an der Constaiiler Wache P^sl erfüllen. Auch äusterlich bietet die Orgel nun wieder ein prächtiges Bild. 3n ihrem architektonisch wertvollen Gehäuse mach: sie mit ben neuen Prospektpfeisen, die die seither öden Stellen wieder aus füllen, einen prächtigen Eindruck. Orgelbauer Behringer gab zum Schlüsse noch einige Erläuterungen, wobei er besonders auf die Gefahr, die dem Werke durch den Holzwurm droht, hinwies. Pfarrer Uung den beiden Orgelbauern im Hamen des Kucyen- vorstandes für ihre fleißige, treue Arbeit, und ebenso der Firma Aikolaus und jorjter für die sehr zufriedenstellende Ausführung sämtlicher Arbeiten. Möge das neu hergestellte Werk nun noch manches Jahr 'eine Stimme ertönen lassen zum Lobe des allmächtigen Schöpfers. Eisige Kieder zur ‘Zeilnahme an oriv. (äliunöfctiuU imienidil ßefudn. 'tbr. Anaeb unter 08288 O d. Gien Auz. Junggeselle, Äniang b.4u., m. eigen, lanö» luiriidjaiil Lenieb, kntDcuiL, alieinn, L70mgr.,gef. a nattt hübsch, jugendlicher, snsü. Erscheinung,«. Evnrakter u. Gemitt i. oan.vRwvm.gteich. Idealen. m.Lerm.,v. hubkch. vollichl. A-ia. Hübsch iLlro in. Kind n. ausaeichl. Znlchr. m Btld.d. Auriidgeöi. n.ö'lXl m.d «isst Vmu Kältemaschro •-ingeführte fachkundige Vertreter für die dort. Provinz gesucht. Ausführl Angebote mit Lebenslauf, Referenzen erb. an (V7,,D Alpine Masch. A.O. Augsburg. gelische Gemeinschaft in diesem 3aßrt ein stattliches Iereinshaus errichtet. Der Bauplatz wurle von einem Mitglied der Verein igung kostenlos zur Verfügung gestellt, ebenso muri en die Bauarveiten von M.tzliedern. die aum groß en Teile Bauarbeiter sind, unentgelt* Ich auSge ührt. Um nun die zur Fert.gslellung lei- Baues ersorderiichen Mittel zu echaltrn. will die Gemeinschaft sog. Baustein e i)rüden lallen. . urd) deren Ankauf sich auch die Gerne nschaften der Umgegend an dieser Sinna)- Umg letciligen sollen Die Ginwe.hung des Ver- einshau-.ü soll im nächsten Jahre erfolgen. <> Hochelheim, 27. Noo. In der der Rirma Rinn & Cloos gehörigen hiesigen d t - garrensabrik wird seil kurzer Zeit wieder voll gearbeitet. Sogar einige Neucinftellun» gen von Arbeiterinnen wurden in den letzten aagen uo(genommen. In der Fabrik sind 36 Arbeiter und Arbeiterinnen beschäftigt, außerdem sind noch eine Anzahl Heimarbeiter tätig. Für den Werkmeister der Fabrik hat die Firma in unmittelbarer Nahe des Fabrikgebäudes ein neues Wohnhaus erbaut O Dornholzhausen. 27. Aov. (Sine lohnende Beschäftigung für die 'IDintermonate schafft sich ein Teil her hiesigen Arbeiter, be- sonicrs Bauhandwerker, durch die Ausübung ie3 Besenbinder Handwerkes. Durch iahte ange Dcir chtung dieser allwinterlichen Beschästigung haben sich diese Leute zu wahren ..Facharbeitern" ihres AebenberufeS auS- ^cbildet. Sobald die Arbeit im Baugewerbe! infolge der vorgeschrittenen Oahresz^t ruht, wer- ten in hiesigen, sowie in den Wäldern der l enachbarlen Gemeinden Birlenreis r geschnitten, aus denen die Besen hergestellt werden. Die Ainge zum Zusammenhalten der Besen werden aus Haselnuststöcken gewonnen, die in besonders guter Qualität auf dem „Stoppelberg" bei Deziar wachsen upd dort auch in der Aegel ceschnitten werden. Es werden Besen mit und ohne Stiele angefertigt. Dementsprechend ist auch der Preis verschieden: so bc.ragt er z. B. für die erstere Art bis zu 40 Df., während für die Ic.jtere bis zu 35 Pf. je Stück bezahlt werden. Die Besen werden in den umliegenden Dörfern und Städten — von letzteren besonders in der Stadt Diesten — teils auf vorherige Bestellung, teils im Hausiergewerbe — abgesetzt. J3n früheren Zähren, als man noch keine Form von Lrwerbslosensürscrge kannte, hat sich gar mancher arbeitsame Besenbinder über die oft schwelen Wintermonate hinweggeholfen. 00 Ebersgöns, 27. Nov. Bor kurzem wurde berichtet, hast her Antrag einer Anzahl hiesiger Landwirte, einen Niederungsb allen halten zu dürfen, von den mastgebenden behördlichen Stellen abgelehnl worden fei. Diese Nach, richt ist nicht zutreffend. Der Antrag liegt vielmehr noch einer besonderen Kommission her Landwirt- steigernden Kraiifahrzeugoerkehr von vielen Kraft- fahrzeugen befahren, die an her Kurve, besonders dadurch, hast sie teilweise durch Wald vollkommen unübersichtlich ist, ernsten Gefahren ausgesetzt sind. Die Strahe gewinnt ferner dadurch an Bedeutung, hast bei 3nftanh|enungsarbeiten auf der Provinzial- straste Wetzlar—Grost-Rechtenbach, die fast alljährlich vorkommen, her gesamte Durchgangsverkehr Wetzlar—Frankfurt auf ihr umgeleitci wird. Die Beseitigung der Kurve würde eine Verkürzung der Straste um mehr als 100 Meter mit sich bringen. Die Arbeit ließe sich als Notstandsprosekt einrichten, JU dessen Durchführung Mittel aus her produktiven Erwerbsloseniürsorge zu erwarten fein dursten. Außerdem wurde dadurch für Arbeitslose der Liadi Wetzlar und her Gemeinden Weidenhanfen, Grost> Rechtenbach ujw. für einige Zeit Arbeitsgelegenheii geschaffen. Das zur Verlegung der Straße erforderliche Gelände ist in der Umlegungssache von Groß- Rechtenbach bereits ausgewiesen worden. Y Aus dem H reife Wetzlar, 2b. Nov. Aus allen Teilen bes benachbarten Messens wird im „Gießener Anzeiger" über das Ergebnis von Treibjagden berichtet, die im November abgebalten werden Manchem alten Säger im Kreise Wetzlar berühren diese Nachrichten mit einem gewissen schmerzlichen Gefühl, weil er durch die bekannte Polizeiverordnung des Oberpräsidenten her Rheinprooinz, die die Abhaltung von Treibjagden auf Rehwild und den Abschuß desselben überhaupt verbietet, im vergangenen, in diesem und auch im nächsten Jahre auf Treibjagden verzichten muß. Der R e h w i l d b e ft a n d in den Jagdbezirken des Kreises ist durchweg ein guter, so daß ein in bescheidenen Grenzen gehaltener Abschuß unbedenklich z.u gestanden werden konnte. Teilweise hort man sogar Klagen aus Kreisen her Landwirtschaft über die starke Vermehrung des Rehwildes, das auf den Saatfeldern Schaden anrichle. Trotzdem hat das Landratsamt die im vorigen Jahre erteilten E r * laubnifse zum a u s n a h m s w e i s e n Abschuß pon Rehwild f a st sämtlich zurück gezogen. Besonders hart betroffen sind die Pächter solchen Jagden, die an hesftches oder hessen- nassauisches Gebiet angrenzen, da hort has über- wechfelnhe Rehwild der Gefahr des Abschusses ausgesetzt ist, ferner solche, deren Pachlzeit im nächsten Jahre abläust, da sie die Vorteile des Schonens nicht mehr geniesten können. WSN. Elgershausen, 28. Nov. Ein tödlicher Unglütfsfall ereignete sich im hiesigen Walde beim Holzfällen. Als her Waldarbeiter Johs. Dörr im Begriffe war, eine Buche abzuhauen, wurde er von einem herab stürzenden großen A st so unglücklich auf den Kopf getroffen, daß das Gehirn bloßgelegt wurde. Der Tod trat auf der Stelle ein. -c? H o ch c lheim. 27. Aov. Am Docfaus» gang nach Lang-Göns fyat die hiesige Suan» SINGER u.'nählIcht Erleichterte Zahlungsbedingungen SINGER NÄHMASCHINEN AKTIENGESELLSQUH GteBen. Marktplatz 22 SIMM & vevöer G. tn u. H., (9ie;;cit, Marbnrge» Sn. 7. Leichter, gut erhalt. Uenlfel oefuebt Schrtfiliche A> geb unter 08.08 an Den Gtest. Anz. j Verschiedenes] Reicksbeomtcr tn aeficberier Siclltutg l'ncht 3-4000 mt. gegen bohe Zinsen au leihen. Schrtitl. r'lngeb. unter 0ttiS6 an o. Gieu AnA. erb. bisher nicht festgeftellt werden. — Ilm sich ihrer Festnahme zu entziehen, versuchte eine feit längerer Zeit hier unangemelder sich auf» haltende 32jährige Frauen-Person, während die Polizei vor der Türe stand, an einem aus Tü ■ er» zusammcngeknüpftcn Seil vom dritten Stock sich herunterzulaisen. Ais di: Wag- hallige in der Hohe des 2. Stockwerkes war. löste sich der Knoten und sie stürzte mit lautem Schrei quf das Straßcnpflafter. Mit schweren inneren und äußeren Verletzungen wurde die Abgestürzte nach dem Krankenhaus verbracht. DDA. WormS. 28. Dov. 3n Hagenau im Elsaß ist jetzt ein gewisser D. Zenerisch, der seinerzeit die hiesige Filiale der Deutschen Dank mittels eines gefälschten Schecks um 25000 Mark geprellt bat. verh a ft eck worden. Er wird an die deutsche Dehöiwen au-geliefert und demnächst nach "Dorms überführt. Das Geld durfte jedoch verloren fein. Preußen. Frankfurter Po izeischau. WSA. Frankfurt a.M, 27.Aov. Die Frankfurter Polizeischau wurde heute vormittag im Sitzungsiaale des Pvlizeiprasidtums in Gegenwart von Bertretern der Reichs--, Staats- und Kommunalbehori en, der Lpitzen der Gesellschaft. Bertretern der Presse usw. durch eine iurze akademische Feier ihrer Bestimmung übergeben. Polizcipräsident Zimmerma n n wies iu einer Ansprache darauf hin. daß die Frankfurter Ausstellung nicht nur eine Kopie des in Berlin Gesehenen sein solle, sondern wesentlich ergänzt und bereichert worden sei. Gr wies auf die schweren Aufgaben, die der Polizei und ihren Organen obliegen, hin und betonte in eindringlichen Morten die Notwendigkeit eines Zusammenwirkens zwischen Polizei, Presse und Publikum. St schloß mit den Worten, daß die Ausstellung sicherlich dazu beitragen werde, weitesten Doltskreisen Verständnis für die Arbeit der Polizei beizubringen. Rachdem der Polizeipräsident die Ausstellung für eröffnet erflätt hatte, wurde der übliche Rundgang angetreten. Die Ausstellung ist in den eigenen Raumen des Polizeipräsidimns unteraebracht und jedermann gegen ein sehr mäßiges Eintrittsgeld zugänglich. Kreis Wetzlar. Q Wetzlar, 27. Nov. Die Verbindungs- straße von hier nach Weidenhausen weist am Fuße des S t o p p e l b e r g e s eine gefährliche S-fturoe auf, deren Beseitigung im Interesse des Verkehrs dringendes Erfordernis ist. Wenn auch die Straße nicht dem allgemeinen Durchgangsverkehr dient, fg wird sie doch bei dem sich immer mehr [ Verkäufe | Bettstelle, eiche, mit Sprungfeder- und Stauotmairaüe, gut erb , au verk. Näh. Hari Bell, Tave ter- mstr,Roonstr. 86 MU 7 Schreibmaschinen neu und gebrancht, vreiotvert su v r kaufen. > 8207 llieaelisausell & Co.. Mir he n, Tellerewe r 19 L IcL 841. ___ | Kaufgesuche-] Gebt, (jtof.e Zeitungen HALPÄLIS-CIGARETTEN-FABRIK G. M. B. H. KÖLN UND BRESLAU Gibt ex einen besseren Beweis für Güte und Preiswürdigkeit eines Artikels, als wenn rege Nachfrage nach ihm besteht? Die Zahl der Freunde unserer „Halpaus Mocca“ wächst von Tag zu Tag. Darum brauchen wir Ihnen von der besonderen Güte dieser Cigarette kaum mehr etwas zu sagen. Ueberzeugender können Worte auch nicht sein wie ein praktischer Versuch mit unserer „Halpaus Mocca“- Cigarette. Jeder, der sie kostet und sie einige Tage geraucht hat, wird ihre Vorzüge herausfinden. 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Reichst. Minister Gelegen vor An Latz all ltchem ' . das den Starte Stdanget langem hc Deutschen bemirati zur Selb öah die ten Sur weggesch Magnet-Eier 10 etu 1.65 grobe, frisch geleuchtete . Moenus statt Tafelbutter . .. .Pfund Siedeeier 10 Siu-r 1.45,1.30 ausgewogen Pfund Pfund 28 Pfund 25 Auszugsmehl feinstes Blütenmehl O ..... Jt JL Kristallzucker Zucker fein gemahlen Würfelzucker . 80 a 65 'i 85 a 65 A 64 A ..........Mund 34 .......... Pfund 36 Pfund 40 biS 46 Magnet-Mehl Allerfeinstes Konfektmehl daS Beste für die Weihnachtsbäckerei......Pfund 50 H 6-Pfund-Beutel . 1.50.« 2-Pfund-Beutel . 60 Sr in Handluchsäckchen: 10 Pfund. . 3.10 M 5 Pfund 1.60 .« Zweifchen Marmelade.......Mund 50 Gemischte Marmelade Mund 40 a Moenus extra ..........<.........P,und Tafelmargarine...................Pfund Schweineschmalz.....Pfund Moenol-Pflanzenfett 1 Pfund-Tafei .. Rosinen grobe, neue................. . Pfund 60 A Korinthen fcimt«....................... ««und 60 a Ältandeln........Mund 2.00 x und 2.60.« Sultaninen Pfund 64 3, und 1.00 .« Kokosnuß geraspelt..................Pfund 70 a Haselnußkerne neue............Pfund 2.00 * Alle anderen Dackartikel zu billigsten Preisen Für Nikolaus: Lebkuchen-Nikolause 3 Stück 28, 38 H Basler Lebkuchen Paket 18,23,32 3 Meiste Lebkuchen auf Oblate«. Pfd. 1.40 m Pfeffernuß Mischung . Pfund 75 a Walnüsse............... ... . . Pfund 70 a Saselnüsse ...................... Pfund 70 H rdnüsse frisch geröstet ............ Pfund 48 H ..... -II. ——!■■! . Reue Pflaumen .........Pfund 45 bi» 60 A Neues Mischobst............ ......Pfund 78 a Feigen ..........Pfund 40 und 50 § Gemüsenudeln.......................Pfund 40 A Grießnudeln-in-....................Pfund 48 a Stangen-Makkaroni .........P,und 58 Magnet Eierbandnudeln ‘'ft"’ 66 A Vs-Pfund-Paket............ 34 10 preiswerte Serien bieten wir unseren Kunden. 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Mk. 4.80, 4.60, 4.20, 3 80, 3.00 Filialen in allen Stadtteilen 9800c Schade kFüllgrabe fchaftskammer für die Rheinprooinz vor, eine endgültige Entscheidung auf ihn ist bis jetzt nicht getroffen. Ebersgöns, 27. Rov. Der Krieger- Verband Hüttenberg des Kreisverbandes Wehlar hält am 3. Suli 1927 sein Verbands« f c st in Ebersgöns ab. Gleichzeitig feiert der Kriegerverein Ebersgöns sein 50» jähriges Jubiläum. Der Kriegerverein Ebersgöns, der zur -Zeit 63 Mitglieder zahlt, wurde am 1. September 1877 mit 24 Mitgliedern gegründet. Von den Gründern leben heute noch drei, und zwar Johannes S e i P, 89 Jahre alt, Johannes Langsdorf, 84 Jahre alt, und Martin Jung, 80 Jahre alt. Joh. Sech und Joh. Langsdorf machten die Feldzüge 1866 und 1870/71, Martin Jung den Feldzug 1870/71 mit. -K- Aus dem Kleebachtal, 27. Rov. Während die vorjährigen Treibjagden in unseren Jagdrevieren sehe günstige Ergebnisse brachten, befriedigt die diesjährige Hasenjagd nur zum Teil die darauf gesetzten Erwartungen. Vicht zuletzt ist dieser Umstand auf das Konto der zahlreichen wildernden Hunde zu setzen, die im Sommer viel Schaden unter den Junghasen angerichtet haben. Kreis Biedenkopf. C Gladenbach, 27. Rov. Die Reichsbahnverwaltung hat zur Erleichterung der Besorgung von Weihnachtseinkäufen für den 5., 12. und 19. Dezember je einen Sonderzug von Gladenbach nach Herborn und zurück eingelegt. Der -Zug nach Herborn fährt in Gladenbach ab 12,40 nachmittags, Weidenhousen 12,48, Hartenrod 1,05, Eisemroth 1,18, Dischoffen 1,32, Herborn aif 2,03 älhr. Der Gegenzug fährt in Herborn ab 6.39 nachm., Gladenbach an 7,54 nachm. Kreis Kirchhain. WSN. Kirchhain, 28.Noo. Hühnerdiebe dratzgen nachts in den Hühnerstall eines hiesigen Züchters ein und entwendeten sieben wertvolle Tiere. Ein sofort herbeigeholter Polizeihund verfolgte eine Spur, die zum Bahnhof ging. Vermutlich haben die Diebe von dort die Bahn zur Wciterfahrt benutzt. Kreis Westerburq. 00 Westerburg, 27. Nov. Zum Nachfolger des nach Köln versetzten Landrats Dr. Schieren ist Regierungsrat S ch u n k von Koblenz ernannt worden, der jetzt die Kreisgeschäfte übernommen hat. Oberwefterwaldkrcis. WSN. Marienberg, 28. Nov. Am Freitag wurde ein hiesiger Bürger während eines G c - amam.rtc •. v. schäftsganges auf der Straße von einem Herzschlage getroffen. Maingau. WER. Frankfurt a. M., 27. Rov. Rach einer Mitteilung des Arbeitsamts ist im vergangenen Monat zwar eine leichte D e s s-e- rung auf dem Arbeitsmarkt eingetreten, doch wurde diese zum Teil wieder durch das Einsetzen der Wintersaison in verschiedenen Berufen, wie dem Rahrungsmittelgewerbe, der Landwirtschaft, dem Gastwirtsgewerbe und dem Baugewerbe, ausgeglichen. Die Besserung hat sich hauptsächlichem Metallgewerbe, dem Schneidergewerbe und in geringerem Mähe im Schuhmachergewerbe bemerkbar gemacht, während im Harcheks-- und Derkehrsgewerbe die Lage unverändert blieb. Bon den am Monatsende vorhandenen 23 663 Arbeitsuchenden wurden etwa 1000 Mann mit Rotstandsarbeiten beschäftigt, etwa 600 waren ausgesteuert und etwa 6000 Personen hatten kein Anrecht auf Unterstützung, weil die nötigen Vorbedingungen fehlten. Der Rest von etwa 16 000 bezog Erwerbslosenunter st ützung für sich uni) die Familienangehörigen, wofür die stattliche (Summe von 1 19 8814 Mark aufgewendet wurde. Gerichtssaai. E'n Darlehensschwindler. * Darmstadt, 27. Rov. Wegen Dar - lehensschindels verurteilte das Bezirks- schöfsengericht den vorbestraften' Christian Bender von Sindlingen bei Höchst a. M. zu einem Jahr 6 Monaten Gefängnis. Er hatte seine Betrügereien in Oberhessen, im Maingebiet und in Starkenburg ausgeführt. Verurteilung dreier Straßenräuber. WSR. Mannheim, 27. Rov. Bor dem Großen Schöffengericht hatten sich 3Straßen- räuber zu verantworten, die im Jahre 1924 von Wiesbaden aus zunächst Dortmund, Mannheim und schließlich Aachen unsicher machten. In Mannheim verfolgten die Angeklagten Schöneberger, Otto Boßler und Gottschalk im März 19)4 zwei junge Angestellte einer Heidelberger Firma, die in der Badischen Girozentrale 13 600 Mk. abgehoben hatten. Schöneberger und Boßler gaben sich ihnen gegenüber als französische Kriminalbeamte aus und forderten sie auf, mit auf die französische Wache aufs Schloß zu kommen, wo sie in einem Zimmer eingeschlossen wurden. Ein französischer Offizier befreite sie, lieh sie aber in Haft sehen, bis der Sachverhalt klargestellt war. Hierauf wurden sie von der deutschen Behörde wegen Verdachts der Unterschlagung nochmals in Haft gesetzt. Die Angeklagten Schöneberger, Voßler und Gottschalk gaben sich dann in Aachen als belgische Kriminalbeamte aus. Voßler und Schöneberger wurden zu je sieben Jahren Zuchthaus und Gottschalk zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt; archerdem wurden ihnen die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von sechs Jahren aberkannt. Don hier aus werden die Angeklagten nach Dortmund gebracht, um sich wegen ihrer dorttgen Straftaten zu verantworten. Buntes Allerlei. Moderne Schiffsgärlen. Fahrzeuge wurden schon im Altertum mit Blumen geschmückt. Als Tutachamons Mutter mit ihren Frauen den Nil hinunterfuhr, um ihren Sohn zu besuchen, hatte sie Blumen an Bord, und die römischen Staatsgaleren waren reich mit Blumen verziert. Auch das Blumenschiff der oenetianischen Dogen bei ihrer feierlichen „Vermählung mit dem Meer" ist uns oft in seiner Pracht geschildert worden. Aber diese Blumen welkten rasch dahin, und erst in neuester Zeit hat man eingehende Versuche unternommen, um Pflanzen in Erde und Töpfen dauernd auf den Schiffen anzusiedeln und lebend über den Ozean zu bringen. Die großen Ozeandampfer enthalten heutzutage wundervolle Gartenanlagen. Der Seegang der schnellen Dampfer erschwerte zunächst die Mitnahme zarter blühender Gewächse; jetzt aber schützen Schlingertanks und kunstvoll gestaltete Anbauten die Blumenstengel und -kelche vor Erschütterungen. Durch den einheitlichen Bau, der einem .großen Hotel auf See gleicht, wird es möglich, die Gewächse in geschlossenem Raum durch das ganze Schiff zu tragen, ohne daß sie Zugluft bekommen. Bei gutem Wetter aber verleiht die Seeluft den Pflanzen üppigen Wuchs, und so können denn heute die Blumen auf den Schiffen fachlich und künstlerisch gepflegt werden. Die Einrichtung einer Gärtnerei an Bord gehört allerdings noch zu den Seltenheiten. Besonders sehenswert ist das Blumenhaus auf dem Luxusdampfer „Kap Polonia". Dieses auf dem obersten Deck gelegene Warmhaus ist auch während der kalten Jahreszeit mit duftenden Veilchen, Maiblumen, Primeln, Narzissen, Tulpen, Hyazinthen usw. gefüllt. Alles, was man in dieser Jahreszeit von einem Treibhaus erwarten kann, ist hier vertreten. Die moderne Schiffsgärtnerei untersteht einem tüchtigen Gärtner, aber von den Blumen, die er zieht, gelangen nur wenige bis an den Endhafen, denn sie werden für den Schiffstafelschmuck gebraucht und auch von den Pasiagieren erstanden. Die Gärtnerei versorgt die Tische des Speisesaales, den mächtigen Wintergarten und die Damensalons mit Schnittblumen. Hier werde,. mch die großen Palmen aller Art gepflegt, die unauffällig mit Tauen an den Marmorsäulen befestigt find. Die Bordgäste taufen hier ihre Blumen für Geburtstage, Hochzeiten und andere Feste, und es ist eine der angenehmsten Zerstreuungen an Bord, zu bestimmten Tageszeiten den Garten zu besichtigen und Einkäufe zu machen. Ruhig, wie wenn er am Lande wäre, verrichtet der Gärtner seine Arbeit, putzt und tränkt seine blühenden Kinder, setzt sie in Töpfe, bindet Sträuße und arrangiert sie in Vasen. Rundfunk-Programm. Dienstag. 30. November: 3.30 bis 4 Uhr. Die Stunde der Jugend. 4.30 bis 5.45 Uhr: Konzert des Hausorchesters: G. Donizetti. 5.45 bis 6.05 Uhr: Die Lesestunde. 6.1-5 bis 6.45 Uhr: Vortrag des Dr. Sprenger über: „Tuberkulose beim Rindvieh und ihre Bekämpfung". 6.45 bis 7.15 Uhr: Funkhochschule Frankfurt: „Gesundheitspflege im Herbst", Vortrag von Prof. Dr. Hanauer. 7.15 bis 7.45 Uhr: „Altdeutsche Tafelmalerei", Vorttaq von Dr. Oswald Götz, Assistent am Stadelschen Kunstinstitut. 7.45 bis 8.15 Uhr: Beamtenfortbildungs- turfus: „Grundzüge des deutschen Sttasrechts IV". Bortrag von Oberlandesgerichtsrat Dr. Aschaffen- oura. 8.15 Uhr. „Robert und Bertram", Posse mit EM von Gustav Raeder. Anschließend: „Jazz- Tanz-Konzert". Nr. 2Z9 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Montag, 29. November 1926 i • n'Ti n——nw~ •na y " .—.1 - nnwiMMBMBMMWMWBMMWTT- ‘Ttttt.—amrr ■!—mw—ttl—t —ft h . 11—!■ ■■■■ j g — Zeilungsfchau. Sie Veröffentlichung der Denkschrift des Hochmeisters des Iungdeutfchen Ordens, Archer Mahraun, die zu der unerquicklichen Debatte im Reichstag und Angriffen der Linkspresse gegen ben Reichswehrminister führte, findet in den Blättern der Rechten aller Schattierungen eine wenig günstige Beurteilung. Do schrerbt die deutschnationale „Deutsche Tageszeitung": „Bei der Debatte konnte der Reichs- Wehrminister natürlich leicht nachweisen, daß es sich hierbei entweder um Lügen und planmäßige Entstellungen oder aber um Dinge handelt, dre 'eit langem völlig erledigt sind. Wir haben aber ein Wort von ihm an die Entente vermißt, daS feststellte, wer die eigentliche Schuld für etwaige verzweifelte deutsche Rotwehrverbände tragt. Das wäre zweifellos passender und charaktervoller gewesen als die Preisgabe deS verdienstvollen Eenerals von Watter an die heulende Meute der Linien. Jedes andere Parlament der Welt hätte sich im übrigen grundsätzlich zu dem Rotwehr- recht des eigenen Volkes bekannt, auch wenn es sinnlose Dotwehrpläne selbst verworfen hätte. Riemand im Deutschen Reichstag schien mehr zu wissen, daß Frankreich damals in deutsches Gebiet einaebrochen war, als General von Watter, der Befreier des Ruhrgebiets, sich .t Plänen für einen Angriff auf die französischen Besahungstruppen getragen haben soll. Aber auch diese „Enthüllungen'" find der deutschen Linkspresse eben recht, um sie in sensationellster Ausmachung und ohne Zucücksührung auf ihren wirklichen Kern dem Publikum be- lanntzugebcn. Was schert es sie, daß all diese Dinge w. Helios dem deutschen Außenminister in der enlstellenden Fassung der deutschen Linken entveaeugehalten werden, wenn eS sich um die Entscheidung über die Kontrolle Deutschlands handelt! Leider hat auch die Tätigkeit des Hochmeisters des Iungdeutschen Ordens. Wahraun, der Linken und der Entente in breiten Strömen Wasser auf ihre Mühlen geleitet. Wie völlig unkrittsch und unpolitisch Mahraun ist, das geht ja schon daraus hervor, daß er die ebenso phantastische wie törichte Idee A. Rechbevgs, einen gemeinsamen deutsch-französischen Generalstab zu bilden, ernst nimmt und sie für die eigentliche Lösung des deutsch-französischen Problems halt. Es ist uns unverständlich, wie es möglich ist. daß Mahraun auch heute noch, nachdem er längst erkannt haben muh, welchen unermeßlichen Schaden er nicht nur der nationalen Bewegung, sondern auch dem Vaterland selbst ununterbrochen Kufügt, sein Treiben fortsetzt. Hjer fehlt es an irder Selbstkritik, jeder Llebersicht und letzten Endes doch auch an reifem nationalen Verantwortungsgefühl. Es muß nochmals betont werden, welches unerhörte Versagen dieses Reichstags darin liegt, daß der Reichswehrminister in diesen Tagen (unb ausgerechnet bei Gelegenheit der außenpolitischen Debatte) sich vor Angriffen von links kaum retten kann, uni) daß all diesen Angriffen eine Fülle von angeblichem Deweismaterial zugrunde gelegt wird, das geradezu eine Fundgrube für jene Organe Frankreichs ist, die täglich nach Vorwänden zur Verlängerung der Militärkontrolle suchen. Seit langem haben wir keine so traurigen Szenen im Deutschen Reichstag mehr erlebt. Ist das die demokratische Erziehung zur Selbständigkeit und zur Selbstverantwortung? Cs ist kein Wunder, daß die Entwicklung in Den verschiedensten Staaten Europas über den Parlamentarismus hin- weggeschrttten ist. Di« „Deutsche All gern. Ztg.". das Blcrtt der Reichsregierung, schreibt: „Der Reichs- wehrmintster steht unantastbar da. Er faxt vor der Denkschrift Mahrauns bereits seine Maßnahmen getroffen, jede Einmischung nichtmilitärischer Stellen und Organisationen in die Reichswehr auf das schärfste zu bekämpfen. Er lehnt es fernerhin ab, sich in die private Angelegenheit zwischen den Verbänden irgendwie hinernziehen zu lassen, und er vermeidet es endlich. denOrdens- hochmeister etwa zu einer Aussagenverweigernng zu veranlassen, was ihm ja von mancher Seite sofort als Zeichen des bösen Gewissens ausgelegt Worten wäre. (Inzwischen hat der Minister seine Stellungnahme noch einmal in den letzten Reichs- tagssiyungen energisch präzisiert.) Trotz dieses AktivumS ist die Tatfach.' >er Derössentlichungen zu bedauern und aufs schärfste zu mißbilligen. Der Wunsch, sich einem kleinen Kreise gegenüber zu rechtfertigen, dürfte niemals ein Grund fein. Dinge in die Oefsentlichkeit zu tragen, die, heute bereits völlig belanglos, dennoch im Inland wie im Ausland propagandistisch zum Schaden Deutschlands ausgeschlach'.ct werden körne-'. Hat Herr Mahraun nicht bedacht, daß er dr. uhe i noch genug Stimmen gibt, die jede Gelegenhc... auch die unmöglichste, beim Schopfe fassen, den Der- l.ändigungSwilleu Deutschlands in Abrede zu stellen und die sich anbahnrnde Konsolidierung im Verhältnis Deutschlands zum Ausland zu verschütten? Hat er nicht daran g-dacht, daß er im Innern sich mit seiner Veröffentlichung Pser'.do- perbündete lchafft. Denen jedes Mittel recht ist, Reichswehr und Reichswehrminister zu v rdächti- gen und sie in ihrer überparteiischen Aufbauarbeit zu stören? Herr Mahraun hat mit seinem Schritt in die Oesientlichkeit der deutsche-. Sache zweifellos einen schlechten Dienst erwiesen. Alm die Ehrlichkeit seiner Gesinnung, die ihm gar nicht abgesprochen werden kann, zu beweisen, brauchte er nicht Spukgestalten einer Vergangenheit zu beschwören, die schon zu ihrer Zeit nur wenig Gläubige fanden und jedenfalls zur Gegenwart keinerlei Beziehungen mehr haben." Die volksparteiiiche Tägliche Rund- I'chan" schreibt: „Wenn die Ordensleitung sich so angestrengt bemüht, alle Rebensüchlichkriten rich- ttgzustellen, in denen sich der Reichswehrminister nach ihrer Ansicht geirrt oder unkorrekt aus- gedrückt hat, so erreicht sie damit nur zweierlei: erstens entsteht dadurch der Eindruck, daß sie sich an dem Kesseltreiben gegen den verdientcn Minister beteiligen will und jede Kleinigkeit benutzt, ihm eine Grube zu graben, und zweitens wird dadurch der Anschein erweckt, als steckte hinter den unliebsamen Vorkommnissen, die ein irregeleiteter Patriotismus verschuldet hat. etwas weit Ernsteres und Bedeutungsvolleres, als der Wirklichkeit entspricht. Wir glauben Herrn Mahraun gern, daß er das Beste gewollt hat, als er das Reichswehrministcrium auf gewisse Dinge aufmerksam machte und seine Angaben schließlich auf Wunsch des Ministeriums in einer Denkschrift zusammen iahte. Wir haben ebenso Verständnis dafür, daß er sich nach dem ungewollten Dekannt- werden dieser Tatsachen — womit er übrigens hätte rechnen müssen, denn das kommt heutzutage immer vor — gegen den Vorwurf der Angeberei verteidige will. Als Politiker muß er aber wissen, wenn eS Zeit ist, Schluß zu machen, wo ungewollte Wirkungen eintreten, die dem Ganzen schaden. Leider ist es ja der typische Verlauf solcher Auseinandersetzungen im deutschen Vaterlande, daß jeder durchaus in jeder Kleinigkeit recht behalten will und darüber den Augenblick verpaßt, wo ihm die Dinge ans der Hand gleiten und das Vaterland die Zeche für den ganzen Handel bezahlt" Die gleichfalls dec Deutschen Dolkspartei nahestehende „Kölnische Zeitung" schreibt: „Die Taktik, die der Zungdeutsche Orden mit seinen Veröffentlichungen übt, zeigt, ein wie großes Maß politischer Unbesonnenheit selbst in Kreisen herrscht, denen eine wahre Vaterlandsliebe nicht abzustreiten ist, die aber au8 Rechthaberei die Interessen ihres Landes in einem Augenblick schädigen, wo die allergrößten Lebensinteressen des Volkes auf dem Spiel stehen. Es wird sich daher leider nicht vermeiden lassen, daß von amtlicher Stelle erneut zu den Veröffentlichungen des Iungvoutschen Ordens Stellung genommen wird." In dec iinksdemokcatischen „V 0 s s i s ch e n Zeitung" wird daS Gespräch eines Mitarbeiters des Blattes mit Mahraun selbst veröffentlicht, in welchem dieser sich scharf gegen die sogenannten „nationalen" Verbände ausspricht, die nicht national, sondern reaktionär seien. Auf die Frage: Wie steht der Zungdeütsche Orden zur Republik? antwortete Mahraun: Wir erstreben die Errichtung des Volksstaates in der Fortsetzung dec Steinschen Lehren. Wir fordern die Verwirklichung solcher demokratischen Grundsätze, welche dem Empfinden des deutschen Volkes mehr entsprechen, als die heutigen. Wir fühlen uns als Kämpfer für die Reform unb Fortentwicklung des heutigen Staates In außenpolitischer Beziehung mache Mahraun nicht jene nationale Bewegung mU. die für die Pflege des Rachegeistes um jeden Preis eir.trete. Turnen. Sport und Spiel. Fuhball und Schule. Wem die Jugend gehört, brr hat die Zukunft. Deshalb müßen alle diejenigen, die für die Förde rung des Sports und die Vertiefung der (portlitben Idee wirken, ihr Hauptaugenmerk darauf richten, daß sie die Schule für den Sport gewinnen. Cs wäre ein großer Irrtum, wollte man glauben, daß dies bereits überall geschehen sei. Das Gegenieu davon ist der Full. £cr Grund dafür ist wohl in erster Linie darin zu suchen, daß das Wese» des Sports, soweit er als Erziehungsmittel für die Schuljugend dienen soll, non der Lehrerschaft in ihrem überwiegenden Teil noch nicht recht otrfton- den, meist direkt verkannt wird. Es ist desyalb Sache der Sportoerbände, dafür zu sorgen, daß in den Kreisen der Lehrer und Schulleiter eine andere, rich' tige Auffassung über die Grundzuge und Ziele der einzelnen Sportarten Platz greif:. In recht iiltcressanteu Ausführungen äußert sich Oberstudiendirektor Dr. W. Erbach- Krefeld in einem Aufsatz am Jahresbericht 1925 26 des Deutschen FußvaU-Bundes über das Thema „Schule- Fußballspiel-D. F. B". Er stellt zunächst fest, daß Direktoren, Lehrer lind Eltern in ihrer großen Mehrheit die Hauptaufgabe des Deutschen Fußball- Bundes irrtümlich in der Festsetzung und Veranstaltung non Meifterschafts- und Länderkämpfen sehen, unb der Meinung sind, darüber werde das Geistige der Erziehung durch Leibesübungen vergessen. Dazu komme vielfach die Anschauung, daß das Fußballspiel „ausländisch" und ,,roh" fei. Bis jetzt müsse sich naturnotwendig die Meinung bilden, daß Fußball wie Boxen und Radfahren Berufssport sei, ein Schaustück für die Masse, aber kein Er- ziehungsfakwr, eine Geldeinnahmeguclle, ein Geschäft. Wolle man dieses Urteil über den Wert des Fußballspiels ändern und wahrhaft gestalten, so müsse der Deutsche FußbaUbund seine Werbearbeit danach cinrichten Insbesondere müsse der DFB. ein Arbeitsgebiet verbreitern, sich zu einem „Bund ür Leibesübungen" erweitern und das in allen einen Maßnahmen und Veröffentlichungen betonen. Das Geistige sei bewußt neben und über das Kor- liche, das Nationale über das Internationale zu stellen. Die Jugend werde bann schon kommen, benn sie liebe den Fußball. Gewiß gehöre zu dieser Arbeit Geduld, aber auch der aufgabenfreie Spielnachmittag habe erst mühsam erkämpft werden müssen. Es ist für den obfeftfven Lehrer und Schulleiter keine Frage, daß für viele Schuler der höheren vchulen — und für diese allein kommt ja die Einfügung des Fußballspiels in den Unterrichtsplan der körperlichen Erziehung in Frage — der Sport alle anderen Interessen überwuchert. Es droht die Gefahr, daß die Schüler der Spottpsychose erliegen. Das weiß die Schulverwaltung und glaubt deshalb den turnerischen und sportlichen Wünschen Der Schüler nach freier Betätigung In den Leibesübungen außerhalb der Turnstunden am besten in besonderen Schüler-Turn- und -Sportvereinen Rechnung zu tragen. Sind nun Schülervereine wirklich die glücklichste Lösung? Dr. Erbach sagt auf Grund seiner Erfahrungen „nein", er hält Die Betätigung der Schüler in Vereinen außerhalb der Schule für besser, allerdings nur, wenn gewisse Doraussetzungen erfüllt sind. Zu diesen Vorbedingungen gehört, daß die Vereine gut geleitet sein müssen, was leider nicht immer der Fall ist. Es tft verantwortungslos, wenn ein Verein hinter dem Rücken der Schule Jugendliche von ihrer eigentlichen Aufgabe abzieht, um sie zur Erringung von Punkten zu gebrauchen, verantwortungslos, wenn beobachtet werden muh, dah in Vereinen tätige Schüler ihre einfachsten Pflichten gegen die Schule auf gröblichste verletzen. Leibesübungen, insbesondere der Spott, können nur bann an der Erziehung der Jugend wirklichen Anteil hoben, wenn alles chößlichc daraus verschwindet. Schule und Elternhaus bestehen mit Reckt darauf, daß ein Schuler nicht durch allzu große Beanspruchung seitens der Vereine in seinem Fortkommen behindert wird, daß ihre Zöglinge so erzogen werden, wie es die Verantwortung für deren Zukunft erfordert, daß die Gesundheit durch die Ausübung von Leibesübungen nicht Schaden leidet. Man wähle also den Besten des Vereins zum Iu- OerFrofch mit derMaske Roman von Edgar Wallace. 2. Fortsetzung. Nachdruck verboten Gordon blickte nach dem Manne und durch ihn hindurch. „Ich glaube, Sie hätten auf das Auto vorbereitet sein müssen", sagte er. „Wenn Sie Genters Botschaft für wohlbegttinbet hielten und er den Fröschen auf der Spur war, wie Sie sagten, so hätten Sie das Auto erwarten müssen. Nehmen Sie Platz, Wellingdale." Der grauhaarige Mann gehorchte. ,Zch versuche nicht, mich zu entschuldigen", sagte er. „Die Frosche haben mich überrumpelt. Früher habe ich sie als einen Spaß betrachtet." „Es mag fein, daß wir klüger wären, wenn wir sie auch jetzt noch als einen Spaß betrachteten", meinte Dick und biß das Ende seiner Zigarre ab. „Sie mögen nichts sein, als ein verrückter geheimer Verein. Schließlich dürfen sogar Stromer ihre Vereinslokale haben, ihre Losungsworte, Griffe und Zeichen." Wellingdale schüttelte den Stopf. „Sie kommen über den Rekord der letzten sieben Jahre nicht hinweg", sagte er. „Es ist nicht nur die Tatsache, daß Kber zweite Strahenrouber, den wir einfingen, Öen Frosch auf dqs Handgelenk tätowiert hatte, das mag bloße Nachahmung fein und auf jeden Fall haben alle Gauner von niedriger Mentalität Täto- toierungszeichen. Aber in diesen sieben Jahren hatten wir eine Serie der unangenehmsten Verbrechen. Zuerst Den Angriff auf den Charge d’affaires von der Gesandtschaft der Vereinigten Staaten, den sie im Hyde-Park niederfchlugen. Dann den Fall des Präsidenten der Northern Trading Co., der mit einer Keule getötet wurde, als er aus feinem Auto in Park-Lane ausstieg. Dann das große Feuer, das Rohaummi im Werte von vier Millionen Pfund in Rauch aufgehen machte. Es war sicherlich das Werk von etwa einem Dutzend Bomben, denn die Lagerhäuser bestanden aus sechs großen Wagenschuppen und jeder einzelne wurde gleichzeitig an beiden Enden angezündek. Wir fingen zwei Leute aus der Gummiasfäre. Beide waren Frösche, beide trugen das Totem ihres Stammes. Sie waren Ex- Sträflinge und einer von ihnen gab zu, daß er Instruktionen gehabt hätte, um diese Arbeit auszuführen, aber er nahm seine Worte am nächsten Tage sogleich wieder zurück. Ich habe nie einen geängstig- teren Mann gesehen als ihn. Ich konnte Ihnen noch Dutzende von .Fällen anführen. Sie wißen, daß Genier jetzt seit zwei Jahren auf ihrer Spur ist. Aber was er in diesen zwei Jahren hat erdulden müßen, das wissen auch Sie nicht. Er Hai im Lande herumvagabundiett, hat hinter Hecken geschlafen, hat sich mit jeder Art von Landstreichern befreundet unb hat mit ihnen gestohlen und geraubt. Als er mir schrieb, daß er mit der Organisation in Verbindung getreten fei und eingeweiht zu werden hoffe, dachte ich, er wäre jetzt nahe daran, sie zu haben. Ich hebe Genter bewachen laßen, seit er in die Stabt zurückgekommen ist. Aber der heutige Morgen hat mich ganz krank gemacht." Dick Gordon öffnete eine Schublade feines Pultes, entnahm ihr eine Ledermappe und wendete die Blatte'' um, die sie enthielt. Er studierte sie so sorgfältig, als sähe ec sie zum ersten Male. In Wahrheit hatte er diese Gefangenenprotokolle durch Jahre hindurch fast Tag um Tag geprüft Es waren Hand- Sclenksphotoaraphien vieler Männer. Er schloß nach- enklich die Ledecmappe und legte sie in die Schublade zurück. Ein paar Minuten lang saß er still unb trommelte mit ben Fingern auf den Rand fernes Schreibtisches. Ein Schalten zog über feine Stirne. „Der Frosch ist immer auf das linke Handgelenk tätowiert, immer ein wenig schief unb immer ist ein kleiner Punkt barunter gesetzt", sagte er. „Scheint Ihnen bas irgenbwle bemerkenswett?" Aber ber Dberinlenbant fanb keineswegs etwas Merkwürdiges darin. in. Der Frosch. Es dunkelte bereits, als zwei Landstreicher, die bas Dorf Morby umgangen hatten, wieder auf bie Poststraße kamen. Die Umgehung bes Ottes war für sie ein mühevolles unb anstrengenbes Unternehmen gewesen, denn der Regen, der den ganzen Tag hindurch gefallen war, hatte die gepflügten Felder In zähe braune Moorstrecken verwandelt, wodurch die Fußwanderung zu einer Gednldprobe wurde. Der eine ber Lanbftreicher war groß, unrafiett, schäbig. Er trug ben verschoßenen braunen Rock bis zum Kinn zugeknöpft, ben nlederhängenben, eingedrückten Hut auf den Hinterkops zurückgeschoben. Mit ihm verglichen schien sein Gefährte nur von kleinem Wuchs, obgleich er übermittelgroß unb ein wohlgewachfener, breitschultriger Mann war. Währcnb sie fo aus ber lehmigen Landstraße bahin- ftapften, sprachen sie fein Wort. Der kleinere Mann blieb zweimal stehen und sah in ber zunehmenden Dunkelheit umher, als ob er nach einem Verfolger ausspähe. Und einmal ergriff er des großen Mannes Arm und zog ihn hinter bie Busche, die die Landstraße umgrenzten. Dies geschah, als unter Getose und Aufspcitzen des naßen Schlammes ein Auto an ihnen oorbeirafte. Nach einer Weile bogen sie von der Straße ab, überquerten ein Feld und tarnen an den Rand eines unbebauten Landstriches, über den eine alte Wagenspur hinfühtte. „Jetzt sind wir bald da", brummle der kleinere Mann, und der andre grunzte seine Zustimmung. Trotz all feiner anscheinenden Gleichgültigkeit nahmen seine Augen jede Einzelheit der Szenerie auf: ein einsames Gebäude am Horizont, das wie eine Scheune aussah,--Grafschaft Essex--wie er nach der Nummerbezeichnung des' Autos vermuten mußte, die er vermerkt hatte, als der Wagen an ihm Dorbeifaufte. Unbebautes Land,--wahrscheinlich zu einer nicht mehr in Betrieb stehenden Lehmgrube führend,--oder war es ein Steinbruch? — Nahe dem Tor, durch welches die Wagen- spur hinlief, war an einem wackligen Pfosten ein altes Ankündigungsbrett befestigt. Es war zu finster, um die verwischte Inschrift zu lesen, aber er nahm das Wort „Stall" aus. — Kalkstein?" — Es würde ein Leichtes sein, dies fpater zu ergründen. Die einzige Gefahr für ihn bestand nur in der möglichen Ueberzahl der Frösche. Unter dem Schutze seines Ueberrodes fühlte er nach dem Browning und ließ ihn in seine äußere Tasche gleiten. Hilfe gab es nicht, und er erwartet« sie auch nicht. Carlo hatte ihn im Weichbild der Citn in sein elendes Auto ausgenommen und hatte iyn kreuz und quer durch ben Regen geführt, indem er Nebenstraßen folgte und Stabte unb Dörfer vermied so daß Genter, wäre sein Platz auch an der Seite des Führers gewesen, sich nicht hätte zurechtfinden mögen. Aber er war in die Finsternis des kleinen Wogens gesetzt worden und hatte nichts gesehen. Wellingdale und dessen Beobachter, bie ihn bewacht hatten, waren auf bas genbieitel Dieser stelle ein festes Programm auf, trete Damit an Den Leiter der Schule heran unb bitte ibn um seine Unterstützung. Mon versichere sich ferner ber chilse eines Sportarztes, treffe Abmachun- gen. bic Garantien geben für bie Vecmeibung oon Uebcrbürbung, für bie moralische unb gesundheitliche Sicherung ber Schüler. Man begegne ber Schule mit Vertrauen unb erwarte Vertrauen. Nur gut geleitete Iugenbabteilungen finb Werbemittel mit Aussicht auf Erfolg, alle äußere Propaganbaarbeit ist zwecklos. Schule unb Lehrerichalt müßen burch eigene Beobachtung sich davon überzeugen tonnen, daß der Sport ein gewaltiger v rvebungsfaflor ist und dah in ben Iugendabteilungen ber Spottoerei ne mich wirkliche Erziehungsarbeit geleistet wirb. N. Der I-uhbaU von gestern. Bayern. Wacker — Bayern München 1:1. Spiel Deren* gung Sürth — D. f. B. Fürth 2:0. 1. F C. Nürnberg- F. C. Sürth 3:0. 1. F. C. Bayreuth—A. 6. D. Nürnberg 1:5 Württemberg-Baben. Spott-Ciud — Stuttgarter Kickers 12. S C. Freiburg—Sportfreunde Stuttgart 2:1. Phönix Karlsruhe—Union Böttingen 3:0. D. f. B. Stuttgart—1. F. E. Freiburg 3:1 B. f. R. Heilbronn— Karlsruher F. D. 0:2. ZNainbczirk F. S. V. Frankfurt—Osfenbacher Kickers 1:0. P. f. L. Neu-Isenburg—Union Niederrad 2:1. Germania Frankfurt—Viktoria 94 Hanau 0:0. Viktoria Aschaffenburg—Eintracht Frankfurt 2:1. F. C. Hanau—Rot Weiß Frankfurt 2:2. Rheinbezirk SB. f. R- Mannheim—S. B. Walbhof Mannheim 2:1. F. C. Pirmasens-V. f. L. Neckarau 2:1. Sp. Dgg. Sandhofen—Phönix Mannheim 2:2. Phönix Ludwigshafen—1903 Ludwigshafen 2:0. F. V. Speyer—S. V. Darmstadt 6:1. Rheinhessen-Saar. F. S. D. Mainz—Normatla Worms 4:1. 1. F. E. Idar—S. D. Wiesbaden 1:0. F. D. Saarbrücken- Eintracht Trier 1:3. Borufsia Neunkirchen—Saar 05 Saarbrücken 2:2. Hassia Bingen—Alemannia Worms 2:2. Hessen-Hannover. Sport Kpßel—S. Vg. Göttingen 21. Einbeck 05—6. B. Kassel 2:10. 6. Vg. Münden—Tura Kassel 1:9. Hermannia Kassel—E. Vg. Marburg 3:1. D. f. B. Gießen—Borussia Fulda 1:1. Neuer Schwimmrekord Heinrichs-Leipzig. In einem vorn Schwimmklub Halle 96 veranstalteten Schwimmfest gelang es Heinrich (Paseidon Leipzig), feinen eigenen 3 00-Meter-Rekord von 3:53,4 um 2 Sekunden auf 3:51,4 Minuten heraufzndtticken. Amtsgericht Gießen. ' Gießen, 26. Nov. Eine Frau aus Wie- ieck hat einer andern nachgefagt, diese habe ihr Sachen entwendet. Daraufhin hat der Ehemann der letzteren Prioatklage gegen die erstere wegen Be leidiguna erhoben. Nunmehr hat diese bie von ihr des Diebstahls bezichtiate Fron bei der Staatsanwaltschaft angezeigt. Gemäß gesetzlicher Vorschrift muh deshalb bas Prioatflageoersahren wegen Beleidigung so lange ausgesetzt werdgn, bis bas eingeleitete Verfahren wegen Diebstahls beenblgl ist. Als ein Mann von Wieseck, ber früher an der Bahn beschäftigt war und bann abgebaut machen ist, tm letzten Sommer seinen Weizen aus dem Selb rach Hause jcchr, rief ihm ein Bahnarbeiter von da Jftu „Du Nichtsnutzcr, du Faulenzer, du Tagbieb, eubllch habe Ich dich einmal!* Der Belelbigte war so vernünftig, fein Wort darauf zu erroibetn, er erhob aber gegen ben Beleibiger Privatflagc. Dieser ließ zunächst bestreiten, irgenbwelche Belelbigungen ausgesprochen zu haben, gab aber nach ber Ver- nehmnng eines Zeugen klein bei. Es kam alsbann zu einem Vergleich, inbem ber Angeklagte seine Aeußerungen mit Bedauern zurücknahm unb sich zur Zahlung sämtlicher Kosten einschließlich eines Sonderhonorars in Höhe von 35 Mk. verpflichtete. Auto nicht vorbereitet gewesen. Ein Vagabund mit einem Auto war eine Ungeheuerlichkeit. Er selbst, Genter, mar zuruckgezuckt, als ber Wagen beim Gehsteig anhielt, roo er mattend gestanden hatte, und Carlos Stimme zischelte: „Steig ein!" Sie überquerten nun den Stamm einer mit Untraut über» mudjerten Anhöhe. Unter sich sah Genter verrostete Eisenkarren, burcheinandergeworfene Eijenbahn- schienen, ba zwischen tiefe, regenerfüllte Sprenglöcher. Jenseits, auf der scharfen Linie des Stein- brnchrandes, stand eine winzige Holzhütte, und zu dieser lenkte Carlo seine Schritte. „Nervös, was?" fragte er, und es klang rote Spott in feiner Stimme. „Nicht sehr", sagte der andere kühl. „Vermutlich sind bie Frösche in ber Bube ba brunten?" Carlo lachte leise. „Es sind keine ba", sagte er. „Nur der Frosch allein. Er kommt vom Steinbruch herauf. Es ist da eine Treppe unter ber Hütte. Guten Einfall, was? Die Hütte hängt gerade über dem Abgrund, und die Stufen kann man nickt einmal sehen, wenn man sich auf dem Bauche vorschob und über den Rand hin- unterschaut. Ich habe es einmal versucht. Die werden Ihn nie fangen, nicht wenn sic Millionen von Spitzeln daherschicken!" „Nun, und wenn sie den Steinbruck umringen würden?" meinte Genter. Aber der Mann wehrte ab. „Du glaubst doch nicht, daß der es nicht weih, wenn er gefangen werden soll? Er weiß alles, der Frosch." Er sah auf des andern Mannes Hand herab. „Weh wird's nicht sehr tun", sagte er. „Unb es steht bafür. Du wirst nie mehr ohne Kollegen fein, Harry. Wenn bu in eine Patsche kommst, zieht oich ber erste Abvokat raus. Wir suchen solche Burschen wie bu einer bist, es gibt so massenhaft kleine Halunken, — bie wegen so ganz kleiner Sachen sich schon efnbilben, bah sie zu uns gehören. Aber bu wirft große Arbeit machen unb wenn bu für ihn etwas Besonberes zu tun hast, setzt« es Hunberte unb Hunberte von Pfunben für blch. Wenn bu krank wirst, ober du bist hungrig oder so, so werden die Frösche zu dir kommen und dir helfen. Das ist doch schön, gelt?" (Fortsetzung folgt) I. Wirtschaft. Die deutsche Konjunktur. Das Snftiiut für Konjunkturforschung gibt etzl sein drittes Vierteljahrsheft heraus, in dem Sie deutsche Konjunktur und die Konjunkturent- (Didhing im Auslände eingehend behandelt wer- *>en. Als Ergebnis der Untersuchungen wird fest- 'tellt, daß sich die deutsche Wirtschaft nach illen Barometern zur Zeit (Mitte November 1926) im Beginn eines Aufschwunges lefindet. Nicht nur der Effektenmarkt ist in voller Hauste begriffen, auch die Warenpreise sind deutsch aufwärts gerichtet: zwar ist die Bewegung frier nicht einheitlich, aber die aufwärtsführende Tendenz ist unverkennbar. Ebenso fügt sich die noch anhaltende, aber in der Hauptsache nicht coeiter zunehmende Flüssigkeit des Geldmarktes, auch nach früheren Erfahrungen, in das Bild des beginnenden Aufschwunges ein. Der Geldmarkt öefindet sich jedoch gleichsam in einem Zustand erhöhter Gefechtsbereitschaft: denn seine Mittel sind über den Kapitalmarkt hinweg zu einer Verstärkung der Kassenhaltung und der liquiden 'Reserven der Erwerbswirtschaften vorgerückt. Besonders deutlich wird der Uebertritt in die Phase des Aufschwungs, wenn man die Gütererzeugung und die Güt^rbewegung betrachtet. Auf der ganzen Lime ist hier eine Wendung wahrzunehmen. Der Verkehr (Eisenbahn, Post und Handel) hat zugenommen, die Produktion wichtiger Grundstoffe ist gestiegen. Die Arbeitslosigkeit hat sich beträchtlich vermindert, und zwar auch noch in den letzten Wochen, obwohl hier saisonmähig eine Zunahme zu erwarten gewesen wäre. Die Einfuhr ist wesentlich gewachsen: die Ausfuhr hat unter Schwankungen eine leicht steigende Tendenz. Heber die Dauer des Konjunkturaufschwunges läßt sich nichts Bestimmtes sagen. Soviel freilich scheint sestzustehen, daß er zwar durch äußere Momente (englischer Kohlenstreik usw.) ausgelöst worden ist, daß er aber auch durch innerwirtschaftliche Triebkräfte bedingt ist und daher bei einem Wegfall der äußeren Momente nicht ohne weiteres zum Stehen kommen dürfte. Eine bemerkenswerte Stellungnahme findet sich in dem Bericht über die Bewegung an den Effektenmärkten. Während von vielen Seiten aus der starken Aufwärtsbewegung seit Januar gefolgert wurde, daß ein allgemeiner Aufschwung begonnen habe, nahm das Institut an, daß hier nur eine Sondererscheinung vorliege. Jetzt tritt mit aller Deutlichkeit hervor, daß es sich damals in der Tat nicht um eine konjunkturelle, sondern um eine strukturelle Entwicklung, d. h. sozusagen um einen neuen Aufbau des Effektenmarktes gehandelt hat. Dafür spricht außer sonstigen Ueberlegungen die Tatsache, daß die Aufwärtsbewegung der Effektenkurse unaufhaltsam weitergegangen ist. Jetzt aber dürfte die Effektenhausse konjunkturellen Charakter tragen. Bon den Schlachtviehmärkien. An len Schlachtviehmärkten der vorigen Woche hat sich die Marktlage für alle Gattungen kaum t erändert: der Grundton bleibt nach wie vor unter mittelmäßig, lebhafte Märkte sind nur recht vereinzelt registriert. Die Auftriebsziffern waren allgemein etwas höher als in der Vorwoche. Die Preisbildung war in den einzelnen Gattungen uneinheitlich. Bei Rindern waren die Schwankungen ganz minimal, bei Kälbern dagegen recht beträchtlich, und zwar nach beiden Seiten. Bei Schafen wiederum waren die Schwankungen in den Preisen unwesentlich. Bei Schweinen war die Tendenz entschieden zur Schwäche neigend. Aus len nachstehenden Märkten wurden für 1 Pfund Lebendgewicht in Pfennig notiert: Rinder Kälber Schafe < Schweine Berlin 22-60 40-90 30-60 65-77 Bremen 22-55 45-85 3 >—50 60-75 Breslau 17-58 45-75 26-53 62-79 Ehemnih 20-62 50-75 38-48 65-81 Dortmund 25-60 48-90 30-45 67-77 Dresden 25-60 55-80 35-60 66-82 Düsseldorf 25-64 52-88 — 62-80 Elberfeld 25-62 55-88 — 65-80 Essen 28-60 50-105 30-50 60-78 Frankfurt M. 20-61 54-78 28-42 65-78 Hamburg 16-58 30-93 23-54 60-76 Hannover 18-56 40-85 21-50 60-77 Husum 18-58 — 36-46 — Karlsruhe 20—55 60-74 25-40 76-81 Kastel 20-58 43-67 — 69-83 Kiel 17-49 31-110 24-52 49-74 Köln 30-62 47-105 30-43 62-81 Leipzig 25-59 42-80 28-51 62-80 Magdeburg 20-58 30-70 22-44 60-79 Mannheim 10-60 50-76 30-44 75-81 München 18-61 48-76 — 56-73 Stettin 18-56 35-85 15-50 67-80 Stuttgart 13-58 50-72 — 58-81 Zwickau 15-55 60-80 25-48 74-83 Süddeutscher Produktenmarkt. swd. Das Geschäft der vorigen Woche war, besonders in ihrem Anfang, auf die unsichere Haltung der überseeischen Märkte uneinheitlich und Schwankungen unterworfen. Im Verlaufe und besonders gegen Ende der Woche konnte sich eine festere Tendenz durchsetzen, die jedoch am Markt kaum zu lebhafteren Umsätzen führen konnte. Der Handel scheint gut eingedeckt und ist nur schwer zu Käufen zu bewegen. Gefragt blieb jedoch weiterhin nahe Ware, vor allem in Brotgetreide, da das Angebot nach wie vor nicht drängend ist. Ausländischer Weizen 32 bis 33.25, inländischer Weizen 30 bis 30.25, hessischer Roggen 25.25 bis 25.50; für Pfälzer Roggen wurde bis 26 verlangt, jedoch dürsten diese Preise lediglich dem Saargebiet und Frankreich konvenieren. Auch das Mehlgeschäst hat toenig Anreiz. Weizenmehl (Spezial 0) 41.50 bis 41.75, Roggen- mehl 35 bis 37 ab süddeutschen Mühlen, Weizenbrotmehl 31.50 bis 31.75. Das Geschäft in Gerste war ruhig bei kleinen Umsätzen. Braugerste 26 bis 29, Futtergerste 21 bis 22. Auch in Hafer waren besondere Umsätze nicht festzustellen und die inländischen Provenienzen stellten sich je nach Qualität auf 19 bis 20 Ml. Ausländischer Hafer war wieder mehr gefragt und die Preise notierten mit 20 bis 24 Mk., Mais unverändert 19 bis 20. Auch vorn Markte der Futtermittel ist eine wesentliche Aenderung gegenüber Der Vorwoche nicht zu berichten. Die Preise konnten sich behaupten. Weizenkleie fein 11 bis 11.50, grob 11.75 bis 12, Weizensuttermehl 14.50 bis 14.75,Weizennachmehl 22.25 bis 22.75, Oel- luchen ebenfalls unverändert. Crdnutzkuchen je nach Termin 20.25 bis 20.75, Rapskuchen 16.25 bis 16.50, Biertreber 16.50 bis 17, Malzkeime 15 bis 15.50. DSrfmVMe. (Ohne Gewähr.) Frankfurt a-M. Berlin 5d)lu;j» i-Ubr- flur» flut« Schluß-Äufanci flirrt ’inre Datum: 27. 1L j 21 11 27. 11. ; 29- 11. 5°/, Deutsche Reichsanleibe . ■r „ Teuksche Reich4cnleihr ■ 37a°/n Teulschc Reichsanleihe 3% Deutsche RcichSan leihe . Deutsche Lvarvrumienanleihe 4'7o Uttcuvische Ztonsols . - ■ 4uo Hessen........... Hessen 3% Hessen........ • • Deutsche Gerlb. Dollar-Anl- dio-Doll.-Schatz-Anrreisug- . 4°/o Zolltürken......... 5% Golvmexikaner...... Berliner Handelsgesellschaft - kommen und Privat-Bank. Tarmst. und Nationalbank . Deutsche Bank......... TiSkonto Commandit .... Dresdner Bank........ Metallbauk........... Mitteldeutsche Kreditbank. . Destei rcichische Kreditanstalt. ReichSbank.......... Bochumer Guß ....... Buderus............, Caro.............. Deutsch Luxemburg...... Gelsenkirchener Bergwerke. . Harvener Bergbau...... Kaliwerke Aschersleben. . . . Kaliwerk Westeregeln..... Laurahütte........... .".anneSmann......... Mansleldcr........... Oberbedarf........... Pdonir Bergbau....... Rheinische Braunkohlen . . . Rheinstahl........... Riebest Montan TeÜus Bergbau........ Bereinigte Stahlwerke .... Hamburg Amerika Paket. . . Norddeutscher Lloyd..... Cheramische Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmann...... Anglo Cent Guano..... Chemische Mayer Alapin- . . «Goldschmidt.......... Holzverkohlung......... I G Karben-Industrie. . . Rütgcrswerke......... Scheid, anstatt......... Allg- Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann........... Elektr. Lieferungen...... Licht und Kraft........ Mainkrastwcrke........ Schustert............ Siemens & Halske Adlcrwerke Kleyer ...... Daimler Motoren..... . Heyligenstacdt Meg ui ki............. Mannheimer Motoren . . . . frankfurter Armaturen . . Konservenfabrik Braun . . Metallgescll choft Frankfurt. Pct. Union A -G........ Schnhiabrik Herz Sichel.............. Zellstoff Aschaffenburg.... Zellstoss Waldhof Zuckeriabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel . . . i) 76-5 0.79 0,7605 0.775 — 0.71 0.7005 0.72 — 0.71 3,7005 0.71 0.83 0.87 0.80 0.80 0,44 — 0 46 -— 0 66 — 0,7002 0.705 0.65 — 0.65 —— — _ — 0,65 — 0,65 — 95 — — — — — — — 17,25 17.12 17 42.87 43.5 43.5 — — 262 262.5 187 184 187 185 259 5 250.5 259 251 179 177 178.5 177 171.5 170 170.5 169,5 159 1575 159 157,5 176.75 172 177 171 148 — 146 7.9 7,65 7.9 7.5 159.75 — 158.5 157,75 172 174 169.2 112 HO 111 108 — — — 173 — 173.5 169 174 75 171.5 174.5 170,5 186 183,75 186 75 183 142 — 141.5 140 5 155 150,5 153.75 151,7. 81.75 — S1 74.5 190,75 185.25 190 185 133 129 9 131.75 129 5 110.75 — 112 110,75 130.9 129 130.12 128.12 239 232.5 240 234 200.5 193 201 192 177.5 172,5 177 170,5 98,76 — — —- 144.25 — 144.25 112 170 166 168.5 166.5 164.25 159,75 162 168 90 —— _ _ 125.5 124.5 — — 154 — 1.55,75 — —- - 104.5 - — 138.5 135,25 — 135.5 62 — — — 324.25 314.5 324 312,75 135 130.5 135.75 174 173.75 - — 161 156,5 160 156 156,5 — 157 152.5 — — 147 149 152 — 153,25 150 — — — 158 155 158.9 153 196 191,25 196,75 191,5 111 108 110,9 108,5 107 105,25 11)9.75 105,5 38 5 - — - 53 — 56.25 — — — 38,75 - 15,75 — — — 55 — — — 177,75 172 — — 120 121 — 62,5 — 66,25 — — — 5 145,5 143 145 — .27.25 224.5 227 224 97,5 97 94.5 —— 118.4 121.5 118,62 — Devisenmarkt Berlin—Irankfrrrt a. M. Telegraphische Auszahlung. 27. Novbr. 29. Novbr. Amtliche Geld Hoti rung Briet Sinnliche Notierung Geld ! Brief Anist.-Ron 168.04 168,46 168.09 168,51 Buen.-AireS 1.708 1.712 1,711 1,715 Brss.-Antw 58.465 58.605 58,46 58,60 Christiania. 107.07 107.33 106.35 106.61 51 open bei (je ii 111,96 112.24 111,96 112,24 Stockholm . 112,11 <12,39 112,19 112.47 Helstngforö. 10.575 10.615 10.572 10,612 Italien. . . 17,82 17.86 17.91 17.98 London. . . 20.383 20.435 20.389 «1,441 Ncuyork . . 4.2035 4,2135 4,2035 15.39 4,2135 15,43 Ports.... 15.175 15,215 Schwei; . . 51,075 81,275 81.125 81.325 Spanten. 63.67 63,83 63,62 63.78 Japan . . . 2.063 2,067 2,063 2,067 Rio de Jan Wien in D-- 0.519 J. 521 J.520 0.522 Ceft. abgcfi 59.32 59.46 59,32 59,46 Prag .... 12.44 7 12,487 7,432 12,447 12,487 Bel jrad . • 7.412 7,415 7,435 Budapest. . 5.891 3,911 0,891 3,911 Bu arten 5.035 3.045 21.575 3.032 3,043 Lissabon . . 41.525 21.595 21,645 Danzig. . . 81,58 81.78 »1,60 81.80 Konst .ntin 2.112 2,122 2,107 2,117 Athen. . . 5.25 5.27 5,25 5,27 Canada . 4.21 4-22 4.21 1.22 Uru uay- - 4.175 4.185 1.175 4.185 Cairo . . 20,911 20.963 20,914 20,966 Banknoten. Berlin, 27 Novbr Geld Briet 4,195 4.215 Belgische Noten...... . 58.34 58.64 Tcinssche Noten........ 111.67 112,23 Englische Noten........ 20,357 20,45 7 Französische Noten...... 15.155 15.235 Holländische Noten...... 167.73 168,57 ssienische Noten ...... 17.75 17,83 Norwegische Noten...... 106.83 107,37 Deutsch Tcstcrr, ä 1Ö0 Kronen 59.21 59.51 Rumänische Noten...... 2 26 2.30 111,92 112.48 Schweizer Noten....... 80.85 81.25 Spanische Noten....... 63.39 63.71 Tschechoslowakische Noten . . 12,42 12,48 Ungarische Noten....... 6.86 5.90 • Fast 3 Milliarden Rm. Inlands- Emissionen in den ersten 9 Monaten 1 9 26. Die in den ersten 9 Monaten 1926 auf dem inländischen deutschen Kapitalmarlt aufgenommenen neuen Kapitalien werden im neuen Vierteljahreshest des Institut für Konjunkturforschung mit fast 3 Milliarden Rm. errechnet. Von den Emissionen entfallen 872 Mill. Am. auf Anleihen und öffentliche Körperschaften, 1147 Mill. Rm. auf Schuldverschreibungen der Grund- lreditanstalten (Pfandbriefe), 153 Mill. Rm. auf sonstige Schuldverschreibungen. 605 Mill. • Rm. auf Aktien, wozu noch 31 Mill. Rm. ausländischer, im Jnlandsmarkt begebener Werte treten. Eine Zusammenfassung aller Kapitalaufnahmen im deutschen Jnlandsmarkt seit April 1924 ergibt einen Gesamtbetrag von 6411 Mill. Rm. Einer vierteljährlichen Durchschnittsziffcr von 641 Mill. Rm. in dieser Zeit steht die Durchschnittsziffer der Jahre 1907 bis 1913 mit 924 Mill. Rm. gegenüber. • Mannesmannröhren-Werke in Düsseldorf. Wie bereits gemeldet, wird die Gesellschaft erstmals seit der Stabilisierung für das am 30. Juni 1926 beendete Geschäftsjahr wieder eine Dividende auf die Stammaktien verteilen, und zwar in Höhe von 5 Prozent. In der Gewinn- und Verlustrechnung wird der Rohgewinn mit 27 058 348 RM., also niedriger als im Vorjahre (28 695 607 RM.) angegeben. Gegenüber steht ein gegenüber dem Vorjahre wesentlich erhöhter Reingewinn im Betrage von 8 804 987 (2 737 156) RM., aus dem neben der 5proz. Divid ende auf die Stammaktien die übliche Dividende von 6 Prozent auf die Vorzugsaktien ausgeschüttet werden soll. Frankfurter Börse. (Eigener Drahtberichk des „Gießener Anzeigers".) Frankfurt a. M.. 29. Nov. Tendenz: Schwach. — D e Börse eröffnete die neue Woche in unsicherer und abwartender Haltung. Bereits vorbörslich war einiges Angebot herausgekommen, das später einen größeren Umfang annahm und eine erneute Senkung des Kursniveaus veranlaßte. Das Geschäft hielt sich in den engsten Grenzen und nahm nur auf einigen wenigen Gebieten einen etwas lebhafteren Charakter an. Scharf gedrückt waren I. G. Farben, die mit einem Kursverlust von 10 Prozent eröffneten. Am Montanmarkr zeigte sich das Bestreben, die am Ende der Vorwoche eingegangenen Engagements wieder zu realisieren. Die Kursverluste betrugen bei: Rheinstahl 7.5 Prvz., Rhein. Braunkohle 6,5 Proz., R eoeck-Montan 5 Proz., Mannesmann und Kali- Aschersleben je 4,5 Proz.. Gelsenkirchen 3,2 Proz., Mansfelder 3 Proz., Harpencr 2,25 Prcz., Phönix 1,8 Proz., Buderus 2 Proz. Einen recht ungünstigen Eindruck hinterließ die Meldung von den u n w i r t s ch a f t li ch e n Verhältnissen bei der Firma Krupp. wodurch sich die Abgobeneigung der Spekulation noch verschärfte. Sehr schwach lagen auch die Werte des Metall- bankkonzems, die etwa 5 Prozent einbühten. Schiffahrtsaktien gingen um 4 bis 5 Prozent zurück. Der Elettromarkt hatte beträchtliche Abschwächungen aufzuweisen. AEG. minus 4,5 Prozent. Schuckert minus 3 Prozent, Siemens minus 4.25 Prozent. Am Bankaktienmarkt erlitten . Darmstädter eine sehr starke Einbuße von 9 Prozent, während die anderen Werte dieser Gruppe sich nur um 1 bis 2 Prozent abschwächten. M o t o r e n a k t i e n setzten 3 bis 4 Prozent niedriger ein. Hansa Lloyd blieben gehalten. Bau- und Zellst o f s a k t i e n verloren 1 bis 2 Prozent bzw. bis zu 3 Prozent. Maschinenaktien gaben etwa 1 Prozent nach. Auch O e tatt i e n tendierten beträchtlich niedriger. Eine Ausnahme bildeten nur Zuckeraktien, die in der Befestigung fortschreiten konnten. Frankenthal plus 1,5 Pro- zent, Heilbronn plus 3 Prozent, Offstein plus 2 Prozent. Deutsche Renten lagen freundlich auf die Meldung, daß die Reichs- finanzverwaltuna sich mit dem Gedanken trage, die Ablös un^anleihe durch eine 4,5prozentige Anleihe umzutauschen, wodurch die Besitzer nicht bis zur Verlosung zu warten brauchen. Daraufhin wurden namentlich Ablösungsanleihen stärker gefragt und höher (350). Auch Kriegsanleihe und die anderen heimischen Vorkriegsanleihen der Länder konnten von dieser Aufwärtsbewegung profitieren. Don ausländischen Renten tagen Ungarn fest, die andern Werte dieser Gruppe waren wenig verändert. 3m weiteren Verlaufe machte die Abschwächung an den Aktienmärkten weitere Fortschritte. I. G. - Farben gingen bis auf 310 Proz. zurück, auch Kriegsanleihe gaben etwas nach. Das Geschäft blieb lustlos. Der Geldmarkt ist wieder flüssiger geworden. Tagesgeld 5 bis 6 Prozent, Monatsgeld 5,5 bis 7 Prozent, Warenwechsel 4,87 Prozent, Privatdiskonten 4,5 Proz. 2m Devisenverkehr ging Paris auf 133 Prozent, Mailand auf 113,5 mäßig zurück. London stellte sich gegen Kabel auf 4,85, die Reichsmark auf 4,21. Berliner Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Berlin, 29. Nov. Die Tendenz des Effektenmarktes stellte für die Spekulation eine Enttäuschung bar. In J.-G.-Farben trat infolge der Patentklage gegen die Zeche Mont Cenis starkes Angebot hervor, da die Bedeutung der neuen Konkurrenz doch erheblich größer ist, als man zugeben möchte. Ein weiteres B a i f j e m o t i v lag in der endgültigen Verständigung im englischen Kohlenstreit. Der M o n t a n in a r 11 eröffnete daher in ausgesprochen flauer Haltung. Kohlenaktien erlitten Verluste von 5 bis 8 Prozent, Eisenwerte von 3 bis 5 Prozent. Die matte Tendenz der Farben- und Montanaktien gab der Gesamtbörse ein recht schwaches Gepräge, so daß andere Spezialwerte, wie Schiffahrtsaktien, Spritwerte, Oelaktien usw. Kurseinbußen von 3L bis 5 Prozent zu verzeichnen hatten, während sich die Kursrückgänge bei den übrigen Werten auf etwa 3 Prozent beschränkten.- Nur verschiedene Nebenwerte, wie Hirsch-Kupfer, Hugo Schneider, Baltimore u. a. hatten etwas freundlicheres Aussehen, was aber für die allgemeine Tendenz ohne Einfluß blieb. Auch heimische Staatsren- t e n tagen günstig und konnten sich befestigen. Am Geldmarkt trat stärkere Nachfrage nach kurzfristigen Mitteln hervor. Der Satz für Tagesgeld zog auf 5,5 bis 7 Prozent, Geld für einige Tage über den Ultimo 6 bis 7,5 Prozent, Monatsgeld unverändert 6 bis 7 Prozent. Trotz der Versteifung der Sätze war eine Verknappung nicht zu verzeichnen. Im Devifenverkehr lag Paris gegen London freundlich mit 132,50, Mailand mit 113,50. Oslo etwas schwächer mit 19,15 gegen das Pfund. Die übrigen Valuten zeigten keine nennenswerten Veränderungen. Frankfurter Getreidebörse. (Eigener Drahtbericht des ..Gießener Anzeigers"^ Frankfurt a. M., 29. Nov. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer, 29,50 bis 29,75 Mark: Roggen, inländischer, 24,50 bis 24,75; Sommergerste für Brauzwecke 24 bis 26,50; Hafer, inländischer, 19,50 bis 19,75; Mais, gelb, 19,25 bis 19,50; Weizenmehl, inländisches, Spezial 0, 41,25 bis 41,75; Roggenmehl 35 dis 35,75; Weizenkleie 11,50; Roggenkleie 12; Erbsen 40 bis 70; Linsen 50 bis 90; Heu, süddeutsches, gut, trocken, 8,75 bis 10; Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreßt, 4,50 bis 5, gebündelt 4 bis 4,25; Treber, getrocknet, 17,25 Mark. Tendenz: ruhig. Frankfurter Schlachtviehmarkt. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers" ) Frankfurt a. M., 29. Nov. Auftrieb: 1276 Rinder, darunter 309 Ochsen, 41 Bullen, 552 Kühe. 323 Färsen; 366 Kälber; 305 Schafe und 4366 Schweine. Es notierten: Rinder: Ochsen: voll- fleischige, ausgemäftete höchsten Schlachtwerts: jüngere 58 bis 62 Mk., ältere 55 bis 59; sonstige voll- fleischige 48 bis 54; fleischige 44 bis 47. Bullen: jüngere, uollflcifdjige höchsten Schlachtwerts 50 bis 55; sonstige vollfleischige oder ausgemästete 44 bis 49. Kühe: jüngere, vollfleischige höchsten Schlachtwerts 50 bis 54; sonstige vollfleischige oder ausgemästete 43 bis 49; fleischige 32 bis 49; gering genährte 20 bis 31. Färsen (Kalbinnen und Jungrinder): vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlacht- werts 56 bis 57; vollfleischige 50 bis 55; fleischige 34 bis 49. Kälber: beste Mast- und Saugkälber 73 bis 77; mittlere Mast- und Saugkälber 62 bis 72; geringe Kälber 54 bis 61. Schasc. Mastlämmer und jüngere Masthämmel (Weidemast) 38 dis 43; mittlere Mastlämmer, ältere Masthämmel und güt genährte Schafe 32 bis 37. Schweine: Fettschweine über 300 Pfund Lebendgewicht 75 bis 77; vollfleischige von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 75 bis 78; von etwa 200 bis 240 Pfund 76 bis 78; von etwa 160 bis 200 Pfund 75 bis 77; fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund 72 bis 75; Sauen 65 bis 70 Mark. Markiverlauf: Rinder bei regem, Kälber und Schafe bei langsamem Handel ausverkauft. In Schweinen ruhiges Geschäft und Ueberftanb. In der Woche vor und nach Weihnachten werden die auf Donnerstag, 23., und Donnerstag, 30. Dezember, fallenden Märkte auf Mittwoch, 22. Dezember, und Mittwoch, 29. Dezember, verlegt. Die Mvntagsmärkte werden unverändert abgehalten. Büchertisch. - Vom alten G e rmanien zum neuen Reich. Zwei Jahrtausends deutscher Geschichte. Von Richard du Moulin Eckart. In Ganzleinen gebunden 30 RM. Union Deutsche Verlagsgesellschast, Stuttgart. — Die Kenntnis der Geschichte des eigenen Volkes ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Aber es ist nicht jedermanns Sache, trockene Geschichte zu studieren — man will die Vergangenheit erzählt haben. Packend geschieht das in dem neuen Werke des Münchener Historikers du Moulin Eckart: „Vom alten Germanien zum neuen Reich", auf dessen erste Lieferungen wir bereits hingewiesen haben. In großen Zügen schildert er fesselnd zwei Jahrtausende deutscher Vergangenheit, er läßt uns hineinschauen in die Welt unserer Vorfahren, in Wesen, Eigenart und Schicksale unseres Stammes von den ältesten Zeiten bis zur- 4&>genroart Der Autor steht in der Vergangenheit auf so festem Boden, fühlt so stark aus der Zeit heraus in die Gegenwart hinein, daß er Geschehnisse des Mittelalters, ja der frühesten germanischen Epochen, mit einer leidenschaftlichen blut vollen Unmittelbarkeit zu schildern weiß, die uns Zeit und Zeitschicksale lebendig und wirklich erscheinen lassen. Das Werk ist keine bloße Chronik der Zeiten es bringt nicht die Stufen deutscher Zeit- geschicyte, sondern belebt den schicksalvollen Weg mit weiten Ausblicken auf die dichterische, künsb- lerische und wirtschaftliche Entfaltung des deutschen Volkes. Und weil nichts geeigneter ist als das Bild, die Freude am geschriebenen Wort zu erhöhen und geschichtliche Vorgänge auch dem Auge lebendig werden zu lassen, wurde den Abbildungen ein großer Raum zugeteilt. Das groß- angelegte Weick ist ein gut deutsches Buch und ein Weihnachtsgeschenk für alle, die deutsch fühlen unb denken. 735 — D i e merkwürdig st en Begebenheiten und Abenteuer aus dem sehr bewegten Leben des Heinrich Friedrich Wilhelm Achaz v. Bismarck. Don ihm selbst erzählt. Mit einem Nachwort von Dr. Mario Krammer. (Dolksverband der Bücherfreunde, Wegweiser-Verlag G. m. b. H. Perlin. — Die Aufzeichnungen des schon etwa 30 Jahre vor dem großen Kanzler Otto von Bismarck auf die Welt gekommenen Heinrich Achaz von Bismarck sind in ihrer ungeschminkten Frische und Natürlichkeit ein wichtiges Kulturdokument der Zeit der Befreiungskriege. War der Verfasser auch eine leichtsinnige Natur, so hat er doch die Welt mit klaren Augen angesehen und lebendig zu schildern verstanden. Der Band, in dauerhaftem Halbleder gebunden, kostet für die Mitglieder des Dolksverbandes der Bücherfreunde 2,60 Mark. Der D. d. B. erhebt keinen Mitgliedsbeitrag, und stellt seinen Mitgliedern völlig freie Buchwahl aus seinem reichen Erscheinungs- bestände von bereits weit über 250 Werken anheim. Uebet die literarische Vielseitigkeit des Verbandes unterrichtet das neueste Heft der „Vierteljahresblätter". 716 — Alfons Paquet: Kamerad Fleming (Verlag Deutsche Buchgemeinschaft, Berlin.) — Im Juli 1909 brach als Folge der spanischen! Niederlagen in Marokko, in Katalanien, dem ständigen Herd revolutionärer Umtriebe, der Aufstand los gegen die konservativ-klerikale Regierung Maura. Der Aufstand wurde nach blutigen Kämpfen ni eher gerungen und der von der Regierung als Anstifter angesehene Direktor der modernen Schulen, F e r r c r, in Darzelona zum Tode verurteilt und am 14. Oktober erschossen. Ein Sturm der Empörung wühlte die demokratisch-sozialistischen Kreise aller Länder auf. Auch in Deutschland fanden Protestkundgebungen statt, von deren Ausmaß man sich heute noch keine Vorstellung zu geben vermag. Besonders krasse Form nahm diese Protestversammlung in Paris an; es kam zu förmlichen Strahen- tampsen zwischen den unter Jaurös Führung stehenden Sozialisten und der Polizei. Die eigentlichen Drahtzieher waren die Anarchisten, die mit dem Rus „Hoch Ferrer" die Massen auf die Straße trieben. Ein zweiter Kommuneaufstand schien vor der Tür zu stehen. In diese schwulen Tage versetzt uns Paquets Roman. Ein junger deutscher Student gerät schier zufällig den anarchistischen Führern ins Garn, wird als Führer der deutschen Kampfgruppe benutzt, wendet sich aber bald voll Grausen ab; zu spat, er ist als Spitzel verdächtigt und fällt der Kugel eines dieser Fanatiker zum Opfer. Außerordentlich packend schildert Paquet diese Pariser Zeit, das Ringen des jungen Fleming um Klarheit, seinen inneren Sieg und die Vollendung seines Geschicks. Hans Martin Elster fügt dem Roman ein interessantes Lebensbild des unseren Lesern ja aus vielen Aufsätzest bekannten Dichters an. 436 Sprechstunde» der Nedaktioli. 12 bis 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittags. Samstag nachmittag geschlossen. Für unverlangt eingesandte Manuskripte ohne beigefügtes Rückporto wird keine Gewähr übernommen. Anzeigenaufträge sind lediglich an die Geschäfts st eile zu richten. 6 atoavätyrfc? ävitlid) empfohlen - überall erhältlich ■Jiein aueOKal) unb Popfen, ohno QUlrimge- £ev[Mlwin:QL 6.60RM. 3. Gewerbetreibender (Haus wie 1., Geschäftsraum Wert 10000 RM., Anlage- und Betriebskapital 25000 RM., Umsatz 60000 RM., der infolge schlechterKonjunktur ohneGewinn arbeitete). 1914 nichts 1926 Grundsteuer . Sondersteuer. Gewerbesteuer also mehr . . . 36.-RM. . . 372.50 „ . . 431.50 „ . . 840.—RM Verlag: Hess. Wirtschaft^ und Ordnungsblock, Hauptgeschäftsstelle Darmstadt. Druck: L. C. Wittichsche Hofbuchdruckerei, Darmstadt. 2 STIMMT MITJA