Nr. 228 Erstes Blatt 176. Jahrgang Mittwoch, 29. September 1926 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertag». Beilagen. Gießener FamilienblStter Heimat im Bild Die Scholle. Monars-Vezugspreis: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Träger» lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechans chlüsse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. Sietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Vrvck vnv Verlag: vrüht'sche Univerfitätt-Buch- und Steinöniderei R. Lange in Stehen. Schriftlettung und Geschäftsstelle: Zchulstratze 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm Höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Neichspfennig, Platzvorschrift 20 mehr. Chefredakteur: Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr. H.THynot; für den übrigen Teil Ernst Blumschcin; für den Anzeigenteil i. Dertr. Sy Beck, sämtlich in Gießen. Die deutsch-französische Verständigung. Die Haltung Italiens. — Das Problem der Zahlungen. London, 28. Sept. (Sil.) Der diplomatische Korrespondent des „Daily Telegraph" beschäftigt sich heute in längeren Ausführungen mit den europäischen Problemen unter besonderer Berücksichtigung der italienischen Politik. Bis zu welchem Grade der gegenseitige Argwohn, so schreibt der Korrespondent, die Bezichungen Der kontinentalen Großmächte trotz Locarno und Thoiry noch durchdringe, ergebe sich einerseits aus der Rede Poincaräs in Dar-le-Duc und andererseits aus dem Mißtrauen Mussolinis gegenüber einer prinzipiellen Regelung von deutsch-alliierten Problemen durch ausschließlich deut sch-französische Verhandlungen. In italienischen Kreisen hat man die Berichterstatter gestern auf die zahlreichen und bedeutenden Gelegenheiten aufmerksam gemacht, bei denen die italienischen Interessen infolge der Abwesenheit eines italienischen Delegierten bei den Zusammenkünften zwischen den alliierten Premierministern oder ausländischen Ministern gelitten hätten. Italien habe a l s Gegengarant des Locarnopaktes, obwohl es nicht eine der Besatzungsmächte fei, ein erhöhtes Interesse und erhöhte Verantwortlichkeit für jedes Rheinlandabkommen. Italien habe ein dominierendes Interesse an Verträgen mit den Westmächten und den Problemen der österreichisch-deutschen Vereinigung, ferner verlange es das Vorrecht über alle anderen Mächte, einschließlich Deutschlands, falls irgend ein altes Kolonialmandat freiwerde oder ein neues geschaffen werden sollte. Die neuerliche Entwicklung seiner Metallindustrie uni> sein Mangel an eigenen Kohlenauellen würde jede deutsch-französische Kohlen-, Eisen- und Stahlkombinativn zu einer wirt- wirtschaftlichen Angelegenheit machen, an der die italienische Halbinsel in hohem Maße interessiert sei. Es sei in Berlin gesagt worden, so fahrt der Korrespondent fort, daß Frankreich für rund zwölf Millionen aus dem Saargebiet herausgekauft werden könnte und Belgien für sechs Millionen Pfund aus Eupen und M a l m e d y. Run erhielten aber Frankreich und Belgien zusammen ungefähr 60 Prozent der alliierten Reparationszahlungen. Iirfolgedessen würde die Finanzierung dieser Operation eine Gesamtreparations- Mobilisierung von dreißig Millionen Pfund bed'.ngen, unabhängig von der von Frankreich für die baldige Räumung des Rheinlandes geforderten Summe. Englische und amerikanische Sachverständige schätzten, daß die internationalen Geldmärkte gegenwärtig keine größere Auflegung der Daweseisenbahn- vbligationen als 60 Millionen Pfund aufnehmen könnten. Rach Abzug von dreißig Millionen Pfund für das Saargebiet und Eupen- MalmedH würde ein Saldo von weiteren dreißig Mill. Pfund verbleiben, von denen nur 16 Millionen Pfund an Frankreich fallen würden. Man müsse sich jetzt fragen, ob Frankreich mit dieser Summe als Kompensation für die Rhemlaird- räumung zufrieden sein werde, um so mehr als die Anleihe nur dann aufgelegt werden könnte, nachdem Frankreich sowohl das amerikanische, wie auch das britische Schulden- abkommen ratifiziert habe. Das seien nur einige von den vielen Schwierigkeiten, die die Sachverständigen, die sich mit dem Studium der Vorschläge von Thoiry vom praktischen und technischen Gesichtspunkt aus zu beschäftigen hätten, überwinden mühten. Das alte Lied. Eine Rede des Senators Klotz. ' Paris, 28. Sept. (Wolff.) Der frühere Finanzminister Senator Klotz hielt im Generalrat des Departements Somme eine Rede, in der er zunächst die Verwaltungsreform einer lebhaften Kritik unterzog und sich dann mit scharfen Worten gegen die Forderung Amerikas und Englands auf Bezahlung der Schulden wandte. Kein französisches Parlament werde sich zur Ratiftzierung eines Schuldenrcgelungsabkommcns bereit finden, solange Frankreichs Währung nicht st a b i l i s i e r t sei. Gerade die Amerikaner und Engländer seien es gewesen, die Frankreich hinsichtlich seiner Ansprüche an Deutschland allmählich zu einem vollkommenen Verzicht getrieben hätten, älnd die Rede Stressmanns vor der deutschen Kolonie in Genf kündige weiteres an: Die Hinfälligkeit des Versailler Der- träges und mit ihm die Hinfälligkeit der deutschen Verantwortung am Kriege. Das Spiel sei fein und klar: Adieu Dawesplan I Unb welche Sicherheit werde man für die vollkommene Räumung der Rheinlande erhalten? Einen neuen Fetzen Papier! Das Selbstbestimmungsrecht der Völker, das Strcsemann fordere, ziele nur ab auf das Saar gebiet, Memel und Danzig und weiter auf den Anschluß Oe st erreich s. Wieviele Gefahren entschleierten die vor seinen Landsleuten frei enthüllten Gedanken Strese- manns! Er möge jedoch bedankt sein für diese Offenheit, die für Frankreich eine ko st bare Warnung bedeute. Es genüge nicht, Friede zu .rufen, sondern man müsse ihn schaffen. Frankreich dürfe keines seiner Rechte a u f g e b e n und seine Sicherheit nicht gefährden, uni den kommenden Generationen die Qualen zu ersparen, die die gegenwärtige zur Genüge kennen gelernt habe. Fort mit der Rheinlandbesatzung! Die Bluttat von Germersheim. Die deutsche Delegation ist nun wieder vollzählig nach Berlin zurückgekehrt, gleic^eitig sind sowohl in Paris als auch in Berlin die Sachverständigen an die Arbeit gegangen, um ein gemeinsames Verständigungsprogramm aufzustellen. Im selben Augenblick sind in Germersheim wiederum drei Bürger das Opfer eines schiehwütigen französischen Ossiziers geworden, nachdem noch immer die Bluttat aus dem Sommer auf ihre Sühne wartet. Richts kann die Verständigung schwerer belasten, als diese Mordtaten, die im ganzen deutschen Volk einen Sturm der Entrüstung Hervorrufen müssen und auch die Reichsregierung zwingt, zunächst einmal statt der erhofften und in Thoiry in ihren Umrissen festgesetzten Aussprache über die Verwirklichung des Friedens am Rhein in Paris vorstellig zu werden. Solange die Mörder des Sommers noch frei Herumlaufen, solange wird auch dieser ilebel- täter niemals einem ordentlichen Gericht aus- geliefert. werden. ilnö sieht man sich vielleicht doch veranlaßt, ihn vor eines der berüchtigten französischen Kriegsgerichte zu stellen, dann wird uns eben nur eine Komödie vorgeführt werden, bei der der Mörder mit einer lächerlich geringen Strafe davonkommen oder überhaupt gänzlich in Freiheit gesetzt werden wird. Was nützen auch schließlich Gerichtsverfahren, selbst wenn jnit aller Schärfe gegen derartige Aebeltäter vorgegangen würde. Solange Poincarä wiederum durch Sonntagsreden und einiges andere den Besatzungstruppen den Rücken stärtt, solange der deutsche Bürger im besetzten Gebiet Freiwild ist, solange wird sich nichts ändern. Es kann und wird erst anders werden, wenn das R h e i n I a n b von fremden Truppen geräumt ist. Dieses Ziel zu erreichen, wird die Aufgabe des deutschen Volkes und ferner Führer sein und bleiben. Allen Gewalten zum Trotz wird es schließlich doch erreicht werden, auch wenn ein Poin- care sich hindernd in den Weg stellen sollte. Der amtliche Bericht. WSN. Speyer, 28. Sept, lieber dieDorgänge in der Nacht vom Sonntag auf Montag erhalten wir von amtlicher Seite folgenden Bericht: In der Nacht vom 26. zum 27. September wollten vier junge Leute, die von 8 Uhr abends bis 12 Uhr nachts in mehreren Wirtschaften der Stadt Germersheim Bier getrunken hatten, gegen 1 Uhr nach Hause gehen. Sie trugen weder Waffen, noch waren sie betrunken. In keiner Wirtschaft war ein Zusammenstoß oder Wortwechsel mit einem Franzosen vorausgegangen. Am Ludwigstor außerhalb der eigentlichen Stadt, zwischen dieser und dem Bahnhof, sahen sie im Dunkeln einen Mann in Zivil stehen, der sie anschaute. Sie frugen einander, was der wohl tue oder tun möchte, und einer der jungen Leute, Richard Holzmann, näherte sich dem Unbekannten, der ihm einige französische Worte zurief und sofort zum Angriff überging, und zwar nach Aussage eines der vier Deutschen zunächst mit Stock- und Reitpeitschenhieben, nach übereinstimmender Bekundung aller aber dann sogleich mit zwei oder drei Schüssen aus einem Browning. Ein Schuß traf den Holzmann ins Gesicht, worauf er sich zum Ar§t Dr. Pauli begab. Zwei der jungen Leute, Scharote und B e i ß m a n n , gingen nun vom Tatort weg zur Stadt und trafen unterwegs den Joseph Mathes, der, nachdem sie ihm den Vorfall erzählten, vorschlug, dem Franzosen, der wohl die Ringstraße Herkommen müsse, a u s z u - passen, um herauszubringen, wer er sei. Er kam auch und ging an den Dreien vorbei, die ihm an der Kirche entlang folgten. Als sie nahe an ihn heran- gekommen waren, drehte sich der Franzose um, erhob seinen Browning und drohte zu schießen. Beißmann und Schardt slüchteten, während ein anderer junger Mann, Heinrich Fechter, sich dem Mathes anschloß. Zu Fechter sagte der Franzose: „Kommen Sie nicht!", und als Fechter näher heran- kam, rief er: „AttentionI", ging aber dann weiter und die beiden folgten ihm. Währenddessen kam van hinten her ein zweiter Franzose in Zivil, der den beiden Deutschen und einigen anderen, in die Nähe gekommenen Passanten zurief: „Bleiben Sie stehen oder gehen Sie zurück!" Bald darauf schoß der erste Franzose aus eine Entfernung von etwa vier Schritten und traf den Mathes in den Kopf. Es entstand, während weitere Leute auf die Schüsse aus den Hausern gekommen waren, eine große Aufregung, und nach wenigen Minuten fielen wieder Schüsse, deren zwei den Emil Müller trafen, einer am Arm und ein tödlicher mitten durch die Brust. Es hat sich nun hcrausgestellt, bah sämtliche Schüsse von dem Unterleutnant Rouzier vom Art.-Regiment 311 abgegeben tvorben sind. Die Zeitungsmitteilungen, baß Mathes seinen Verletzungen erlegen sei, sind nicht zutreffend. Mit den Erhebungen sind die Gerichtsbehörden des Bezirksamts Germersheim und eine besondere Regicrungskommissivn beschäftigt. Sie werden heute fortgesetzt. Die Sektion der Leiche Müllers, die von den deutschen Gerichtsbehörden vorgenom- men werden sollte, muhte auf Anordnung des Plahkommandanten zunächst unterbleiben. Sie wurde von den französischen Behörden von sich aus vorgenommen. Der Befund hat ergeben, daß der Tod auf Herzschuh zurückzuführen ist. Die aufgefundene Kugel ist ein französisches 6,35» Millimeter-Geschoß. Die Sektion wurde gemeinschaftlich von deutschen und französischen Aerzten ausgeftihrt. Ferner waren einige französische Gerichtspersonen anwesend. Bon deutscher Seite ist im Laufe des heutigen Tages auch Oberstaatsanwalt Kö n i g von Zweibrücken angekommen, während auf französischer Seite verschiedene höhere Offiziere tätig sind. Der Täter. Germersheim, 28. Sept. (WTB.) Es hat sich bei der Untersuchung herausgestellt, dah der Täter, der französische Unterleutnant Rou- zier vom 011. Artillerie-Regiment, sich schon bei dem Zusammenstoß mit dem Schuhmacher Holzmann am Ludwigstore in einem Zu - stand der Gereiztheit und Erregung befand, der nach dem jetzigen Stand der Untersuchung auf Ausschreitungen französischer Besatzungsangehöriger zurückzuführen ist, die sich etwa zwei Stunden vor der Bluttat ereignet hatten, und an denen auch der französische Unterleutnant beteiligt war. Ein etwa 17 Jahre alter Germersheimer namens Klein wurde am Sonntagabend gegen 10.30 Uhr von mehreren französischen DesahungSangehörigen auf der Straße in der Rähe des Ludwigstores unter der Anschuldigung, er habe einen französischen Soldaten mißhandelt, in einen Hausgang geschleppt, dort von einem französischen Zivilisten mit einer Reitpeitsche mißhandelt und dann einer herbeigerufenen vier Mann starken französischen Streife übergeben. Unter fortgesetzten Stößen mit dem Gewehrkolben auf Kopf und Rücken wurde der junge Mann in eine französische Kaserne gebracht. Rach- bem sich dort herausgestellt hatte, bah die gegen ihn erhobene Anschuldigung jeder Grundlage entbehrte, wurde der junge Mann gegen 12 Uhr wieder auf freien Fuß gesetzt. Rach einwandfreien Zeugenaussagen ist der französische Zivilist mit dem Unterleutnant Rouzier identisch, da beide einen dunklen Anzug, eine schwarze Hornbrille und eine Reitpeitsche tru- ?en. Aus dieser ersten Ausschreitung er* lärt sich die Erregung des Leutnants bei dem etwa zwei Stunden später erfolgenden Zusammenstoß mit dem Schuhmacher Richard Holzmann. Der Mörder hat sich zwar kurze Zeit in Schutzhaft begeben, genießt aber völlige Bewegungsfreiheit und ist im Lause des Dienstags und noch am späten Abend wiederholt in den Straßen von Germersheim gesehen worden, eine Tatsache, welche die schwer geprüfte Bevölkerung der Stadt m i t größter Emp örung erfüllen muh. Obwohl die amtliche Untersuchung und der Seltionsbefund die Schuld des französischen Offiziers zweifelsfrei ergeben hat, ist bis jetzt von sranzösischer Seite noch nichts geschehen, den Täter seiner verdienten Strafe zuzusühren. Es ist beobachtet worden, daß gerade Angehörige des Artillerie- Regiments Rr. 311, zu dem Rouzier gehört, ein ganz besonders willkürliches Benehmen an den Tag legen, da der Abtransport des Regiments in den nächsten Tagen bevorsteht. Französische Enllastungsversuche. Paris, 29. Sept. Havas gibt in einem Telegramm aus Mainz über die blutigen Vorfälle in Germersheim an, der französische Offizier sei von Deutschen provoziert und tätlich an- gegriffen worden. Er habe in Notwehr auf seine Angreifer geschossen und dabei einen Deut- scheu getötet und zwei verwundet. Diese Darstellung steht im Gegensatz zu den Aussagen der Zeugen. Es war aber nach den bisherigen Erfahrungen zu erwarten, daß die Franzosen den Versuch machen würden, den Deutschen die Schuld an dem Zwischenfall zuzuschreiben. Graf Adelmann bei der Rhein- landkommission. Berlin, 28. Sept. (TU.) Wie die Telcgraphen- Union erfährt, ist Ministerialdirektor Graf A d e l- mann als Vertreter des Neichskommissars für die besetzten Gebiete bei der Interalliierten Nheinlandkommission wegen der blutigen Vorfälle in Germersheim vorstellig geworden. Neue Schietzerei in Germersheim. Berlin, 29. Sept. Wie die Morgenblätter aus Germersheim melden, hat sich in der vergangenen Nacht ein neuer Zwischenfall ereignet. Ein Brückenwärter erstattete Anzeige, daß aus einem Automobil, das anscheinend von einem Franzosen gesteuert wurde, ein Schuß auf i h n abgegeben" wurde. Auch diese Angelegenheit, die noch nicht geklärt ist, ist Gegenstand von Untersuchungen seitens der deutschen Behörden. Faszistische Ausschreitungen in SüMtroL Berlin, 29. Sept. (WTB. Funkspruch.) Rach einer Meldung des „vorwärts" haben am Sonntagabend 800 (Jafjiften aus Mittelitalien in der Südtiroler Stadt Sterling schwere Ausschreitungen verübt. Sie zechten in den Wirtshäusern die ganze Nacht hindurch, ohne die Zeche zu bezahlen, beschädigten die Einrichtungen und mißhandelten auf den Straßen die Einwohner. Der englisch-chinesische Konflikt. Erklärungen Baldwins im Unterlrans. London, 28. Sept. (TU.) Der Premierminister teilte im Unterhause mit, daß eines der beiden von den Chinesen auf dem Pangtse ergriffenen Schiffe zurückgegeben worden sei, während sich das andere aus dem Wege nach Jchang befinde. Der britische Konsul in Jchang sei instruiert worden, das Zustandekommen eines Abkommens über alle noch ausstehenden Punkte im Zusammenhang mif den Wanghsien-Zwischenfällen zu beschleunigen. Die Regierung sei der Auffassung, daß die Flottenverftärkungen, die sich zur Zeit aus dem Wege nach China befänden, zusammen mit den dort stationierten Streitkräften ausreichend sein wurden für einen angemessenen Schutz der britischen Untertanen und der britischen Interessen. Die Aktion habe keinerlei Landung britischer Streitkräfte erforderlich gemacht. Auch seien keine militärischen oder Luftflottenver- [tärtungen nach China entsandt worden. Mehr als >e würde in Hongkong eine Agitation betrieben, deren Ziel die Zerstörung des britischen Handels sei. Die Organisation des Boykotts sei so intensiv, daß die britische Regierung gezwungen gewesen sei, wirksame Maßnahmen zu ergreifen, um dieser Art von Piratentum entgegenzutreten. England beabsichtige nicht, an einer Intervention der fremden Mächte in China keilzunehmen. Die Regierung sei der Ansicht, daß die einzelnen Nationen am besten jede ihre eigenen Maßnahmen treffen, um den Schutz ihrer Staatsangehörigen in China sicherzustellen. Verlängerung des Ausnahmezustandes in Encland. London, 29. Sspt. (Täl.) Im älnterhaus beantragte der Innenminister Sir I o y n s o n • Hicks die Verlängerung des Ausnahmezustandes um einen weiteren Monat. Er führte zur Begründung u. a. aus, dah im abgelaufenen Monat unter den Bestimmungen der Ausnahmegesetze 309 Fälle zu behandeln ge- rvesen seien. Rund 100 000 Bergarbeiter hätten hie Arbeit wieder ausgenommen und 60 000 Leute seien mit Rotstandsarbeiten beschäftigt. M a c - d o n a l d erklärte hierzu, die Zahl 309 sei im Vergleich zu der Million Streikenden lächerlich und keineswegs eine Begründung für die abermalige Verlängerung des Ausnahmezustandes. Der Bergbaumi üster erklärte, daß der Beginn der kalten Jahreszeit die Schwierigkeit der Situation nicht unwesentlich vermehre und daß man mit einer Preiserhöhung rechnen müsse. Ob ein Eingreifen der Regierung in Gestalt einer Preiskontrolle nötig sei, fei noch ungewiß. Die Sondersitzung schloß mit der Annahme i des Regierungsantrages auf Verlängerung des Ausnahmezustandes mit 196 gegen 99 Stemmern In später Stunde sprach man in unterrichteten Kreisen von der Möglichkeit, daß die Delegiertenkonferenz am Mittwoch eine erneute Generalabstimmung in sämtlichen (Bergbau- distrikten für die nächste Woche beschlossen werden, um über die Annahme oder Ablehnung der letzten Daldwinschen Vorschläge eine Entscheidung her- beizusühren. Wiederaufnahme der französisch -russischen Schuldenverhandlungen? Paris, 28. Sept. (TU.) In gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen verlautet, daß der Präsident der französischen Delegation für die fran- zösisch-russ.schen Schuldcnverhandl. ngen. S n tor de M on z ie, sich vor kurzem nach M o s ka u begeben hatte, um gemeinsam mit dem französischen Botschafter in Moskau, Herbett e, die älnterhandlungen mit den russischen Finanzsachverständigen und den Mitgliedern der Sow ei- regicrung das Terrain für die Wiederaufnahme der französisch-russischen Konferenz vorzubereitcn. Die ilirterbanMungen werden sich hauptsächlich auf die Frage der russischen Vorkriegsschulden beziehen für deren Regelung man rus ischerseits weiterhin als unumgängliche Vorbedingung die Gewährung von Krediten verlangt, und zwar nach dem bisherigen Stande der Verhandlungen 75 Millionen Dollar in bar und 150 Millionen Dollar in Warenlreditew Die Darkredite würden in drei Jahresraten zu 15, 25 und 35 Millionen zu gewahren sein, ebenso die Warenkredite im Ausmaß von „5, 50 und 65 Millionen Dollar. Die Rückzahlung würde für die Warenkredite in fünf Ialren und für die Darkredite in drei Jahren nach ihrem Empfang begonnen werden. des gemacht war, M u'n g ein So haben die inneren Mediziner in vorbildlicher Weise jede Sitzung mit einem allgemeinen Thema begonnen, das von verschiedenen Fachleuten referiert und von der Versammlung diskutiert wurde. Was für Resultate dabei für die einzelnen Sonderfächer herausgekommen sind, wird man erst übersehen können, wenn die Protokolle veröffentlicht sind. Größte Beachtung fanden, wie stets, die Vorträge der Hauptversammlung. Sie sind ein Indikator für die Strömungen, welche die Natur- wissenschaft und Medizin der Zeit beherrschen. So ist es kein Zufall, daß die naturwissenschaftlichen Hauptvorträge Fragen der angewandten Naturwissenschaften zum Gegenstand hatten. Der Kreislauf Wissenschaft-Technik, Technik-Arbeit, Arbeit-Wirtschaft. Wirtschaft-Wissenschast wurde von Generaldirektor Bögler in fesselnder Weise veranschaulicht. Man fühlte die Nähe eines Industriegebietes von Weltbedeutung. Man sah förmlich die rauchenden Fabrikschlote, Symbol« durchgeistigter Arbeit. Auch Petersens Vortrag über die moderne Forschung aus dem Gebiete der Nichteisenmetalle, insbesondere der Leichtmetalle, der durch eine Filmvorführung m>ch veranschaulicht wurde, gab ein treffliches Bild der immer größer werdenden Bedeutung der Aluminium- und Magnesiumlegierungen. In praktischem Nahmen bewegte sich auch der Vortrag von Escher ich über die moderne Bekämpfung pflanzlicher und tierischer Schädlinge, eine Bekämpfung, die volkswirtschaftlich von allergrößter Bedeutung ist, da es Millionen- und Milliarden- werte sind, die der Wirtschaft durch systematische Anwendung vor allem arsenhaltiger Stoffe erhalten werden können. Nochs Vortrag über besichtigten im Anschluß daran das Institut für Schiffs- und Tropenrrankhelten. Heute abend werden sie der Eröffnungsvorstellung des Stadt- theaters beiwohnen. Für Mittwoch ist u. a. die Besichtigung der Elektrizitätswerke und Gppendorfer Krankenhauses vorgesehen. Spuren dec Berliner 3uroe(enräuber. und Kleingebäude in Asche. Mehrere Wohnhäuser wurden außerdem noch beschädigt. DaS Feuer breitete sich sehr schnell aus. Dem Mühlenbesitzer Schade verbrannte ein Zugpferd, und ein paar Schweine und alles Kleinvieh. Nach fieberhafter Arbeit gelang es schließlich, das Feuer auf seinen Herd zu beschränken. Noch am Abend war der Brand weithin sichtbar. Lieber die Entstehung des Feuers ist noch nichts bekannt. Grohfeuer im Hunsrück. In Roxheim bei Kreuznach entstand in der Scheune des Landwirts Fuchs wahrscheinlich durch Selbstentzündung von Heu ein Feuer, das sich rasch auch auf das Wohnhaus und die Stallungen verbreitete. Das ganze Anwesen wurde völlig eingeäschert. Das Feuer griff dann auch auf zwei benachbarte Häuser und drei Scheunen über, die ebenfalls fast völlig n i e d e r b r a n n t e n. Der Schaden ist sehr erheblich und nur zum Teil durch Versicherung gedeckt. verworfene Revision. Der Buffetier Edwin Delling aus Altenburg war am 5. Iuli vom dortigen "Schwurgericht w e gen Mo rdversuchs zu drei Iahren neun Monaten Zuchthaus verurteilt worden. Delling versuchte am 8. April seine Frau mit einem Strick zu erdrosseln. Gegen das Urteil war R e v i s i o n eingelegt worden, wobei geltend gemacht war daß während der Verhandlung ein Geschworener schlief. 5)ie Ermittelungen ergaben jedoch, daß der Geschworene nur ab u n d z u die Augen schloß, um mit ruhiger Ueberlegung der Verhandlung folgen zu können. Der erste Strafsenat des Reichsgettchts kam deshalb zur Verwerfung der Revision und bestätigte das Urteil der Dorinstanz. sehen wollte, dem wurde die Arbeit nicht leicht gemacht, denn man toutbe von den nahezu 1000 Vorträgen, die in den 34 Sektionen abgehallen wurden, beinahe erschlagen. Weniger wäre ent« !• m^ht gewesen. Manche Sektionen mußten die Rededauer auf 6 bis 10 Minuten beschränken. Sin Vortrag nach dem anderen wurde mit der Uhr in der Hand losgelassen, und das Wertvolle verschwand unter dem Mittelmäßigen. Peinlich berührte uns auch das laute Vordringen der industriellen Reklame. Eine statt- urT Lummer der „klinischen Wochenschrift", die als offizielle Festschrift der medizinischen Aka- öemie in Düsseldorf überreicht wurde, entpuppte sich als em Inseratenbündel, unter dem der Text säst verschwand. Das offizielle Programm war 3yertl5cn durchsetzt, daß man sich kaum zurec^fand. Das ist ein Unfug, den Sauer- bruch m seinem Vortrag mit Recht brandmarkte uud der spontan« Beifall, der er dabei fand, be- wies daß er die allgemeinen Empfindungen der Versammlung wiedergab. . Diese Uebelstände zeigen, daß es nicht ge- nugt, in traditionellen Bahnen weiterzuschreiten sondern daß es Zeit wird, neue Weg« zu suchen' wenn die Ralursorscherversammlungen auch küns- mmpnfrhn?J l9^^nxnt):Un[t deutschen Natur- KL nI? J? un.?r ^dizin und ein Symbol deut- feyen Kulturwillens sein wollen. - fuan ein Bild von den greifbaren Er- 2fen der Tagung geben, so ist man vor eine Ä' % Aufgabe gestellt. Verschiedene Sek- ttonen haben durch Referenten «iiizelne The- das^ behandeln lassen, ein Vorgehen, I das allen Sektionen sehr zu empfehlen wäre. Die Umbildung destfchechifchenKabinetls Prag, 28. Sept. (Wolff.) Der Führer der tschechischen Aorarpartei S v e h l a, hat sich zum Präsidenten M a s a r y k begeben, um ihm über die Stärkeverhältnisse im Parlament Bericht zu erstatten und ihm Vorschläge für dir Umbildung des Kabinetts zu unterbreiten. Das parlamentarische Herbstprv- gramm umfaßt den Staatsvoranschlag. Gesetze über die Steuerreform, über die Bauförderung, über daS Wahlrecht der Soldaten sowie gegen den Wucher. Bisher ist eine national- bürgerliche Mehrheit gesichert. In dem umgebildeten Kabinett sollen die Minister Cerny (Inneres), Denesch (Aeußeres) und Englisch (Finanzen) verbleiben. Ob es auch zu einer nur teiltveisen Parlamentarisierung des Beamtenkabinetts Eonnncn wird, steht noch nicht fest. Die deutschen Mehrheitsparteien würden nur in ein vollständig parlamentarisches Kabinett Vertreter entsenden, wobei auch die Frage der Besetzung hoher Beamtenstellen durch Deutsche zu lösen wäre. Die tschechischen Nationaldemokraten fordern mit Rücksicht auf ihren faszistischen Flügel eine rein tschechische parlamentarische Regierung,_ welcher die deutschen Parteien ihre Unterstützung gewähren sollten. Die tschechischen Agrarier und Gewerbler sind bereit, die Brücken zu den in der Opposition befindlichen tschechischen Sozialisten nicht völlig abzubrechen. Die Deutsch- nationalen verhalten sich zwar gegenüber der Mehrheitspartei und den übrigen deutschen bürgerlichen Parteien grundsätzlich ablehnend, wollen aber die praktischen Erfolge dieser Politik vorläufig abwarten. Die Krisis in Polen. Der Kampf zwischen Regierung und Sejm. Warschau, 28. Sept. (WTB.) Ministerpräsident Bartel hat heute nachmittag in der Frage des Streits zwischen der polnischen Regierung und dem Landtag eine Besprechung mit Sejmmarschall Rataj gehabt. Es wurde beschlossen, daß am Donnerstag auf jeden Fall eine Sejmsitzung abgehalten werden soll. Wahrscheinlich wird Ministerpräsident Bartel mit einer kurzen Erklärung hervortreten und dann die Vertrauensfrage stellen. Die Taktik der Regierung soll auf eine baldige Auflösung der gesetzgebenden Körperschaft abzielen. Im Se - n a t haben die Oppositionsparteien des Budget- aesetz für das 4. Quartal im Senat zu Fall g e • bracht, indem sie den Gesamtetat von 484 Millionen auf 450 Millionen herabsetzten. Dieser gegen die Negierung gerichtete Antrag 'wurde im Senat mit 40 gegen 37 Stimmen bei sechs Enthaltungen angenommen. Ein Antrag der Nationaldemokraten, das Budget überhaupt zu verweigern, wurde vorher mit 44 gegen 36 Stimmen bei sieben Stimmenthaltungen abgelehnt. Alle Abstimmungen waren na- meutlich. Die Folge der Abstimmung ist, daß die Vorlage noch einmal an den Sejm zurückgeht, was von den Oppositionsparteien offenbar beabsichtigt war, um auf diese Weise noch eine Sejmsitzung herbeizuführen und so den Sejm zu zwingen, zu der Wiederernennung der Regierung Bartel in völlig unveränderter Zusammensetzung nach dem Mißtrauensvotum gegen den Innen- und Unterrichtsminister Stellung zu nehmen. Kadineliskrifis in Griechenland. Athen , 28. Sept. (W.T. D. Funkspruch.) Die Führer sämtlicher politischen Parteien erschienen t heute beim Präsidenten der Republik, Kon- d u r h o t i s, bei dem sich auch Ministerpräsident < Kondylis eingefunden hatte, um u.a. über den Wahlmodus für die nächsten Parlamentswahlen und ferner darüber zu beraten, ob das gegenwärtige Kabinett die Geschäfte weiterführen solle. Ein Einvernehmen zwischen den politischen Führern konnte in diesen lange andauernden Beratungen nicht erzielt werden. Ministerprä- Hi'ent Kondylis bot darauf dem Präsidenten der Republik, um diesem seine Aufgabe zu erleich» .lern, den Rücktritt des Kabinetts an. Der Präsident der Republik behielt sich seine Entscheidung vor. x Die ßantmrbeiterfrage. Ersatz ausländischer durch deutsche Arbeitskräfte. Berlin, 28. Sept. (Wolff.) Die Reichsregierung hat beschlossen, im Rahmen des Ar- beitSbeschaffungsprogramms und im Einvernehmen mit der preußischen Staatsregierung die Zahl der in der Landwirtschaft beschäftigten Ausländer erheblich e i n- zuschränken. Das Genehmigungsverfahren für die Zulassung ausländischer Landarbeiter wird für 1927 deshalb bereits jetzt in Angriff geEinllückblickallfi>ie89.versammlung Deutscher Naturforscher und Aerzte. Don Prof. Henry E. Sigerist, Direktor des Institutes für Geschichte der Medizin an der Universität Leipzig. Die Tagung ist zu Ende. Die vielen Tausend« von Teilnehmern haben sich in alle Winde zerstreut. Still ist es deswegen in D ü s s e l d o r f doch nicht geworden, denn noch drei Wochen flattern die Fahnen über der Gesolei, und ziehen Schulen und Verein« aus ganz Deutschland ein. Roch wird Kongreß auf Kongreß abgehvlten. ' Trotz des wahrhaft glänzenden Empfanges, den die Stadt Düsseldorf uns bereitete, ist man auch von dieser Tagung mit gemischten Gefühlen nach Hause zurückgekehrt. Der einstige Haupt- zweck der Versammlung, „den Naturforschern und - Aerzten Deutschlands Gelegenheit zu verschaffen sich persönlich kennen zu lernen", wird durch die von Tagung zu Tagung größer werdende Teil- neymerzahl immer schwerer erreichbar. Auch der größte Saal ist heute nicht mehr imstande, die Hörer der Hauptversammlung zu fassen, und die Hebertragung der Vorträge durch Rundfunk und Lautsprecher auf einen zweiten Saal ist zweifellos keine ideale Lösung, da der Kontakt mit dem Dedner dabei verloren geht. Aus den stillen Gelehrtenzusammenkünften sind Feste geworden zu denen Diele Mitglieder mit der ganzen Familie hinziehen. Wer sich nicht nur für sein Spezialfach interessiert, sondern sich auch in Nachbargebieten umDer Prinz am Fenster. Dem demokratischem ^Berliner Tageblatt" entnehmen wir folgende Geschichte: DaS Schloß von T a r o s p ist, wie in jedem Reisebuch zu lesen ist, eine Sehenswürdigkeit. Es liegt sehr schön auf einem Berg, der die ganze Gegend beherrscht, hat geschichtliche Erinnerungen, wurde von einem der klügsten Selfmademen der letzten fünfzig Iahre, dem verstorbenen Geheimrat Lingner, mit Künstlergeschmack ausgebaut und gehört nun durch Vermächtnis dem früheren G roß Herzog von Hessen. Der abgedankte Fürst, der keinen Feind in seinem Lande hatte, wohnt mit seiner Familie im Sommer auf Tarasp und ist bei den Schweizer Nachbarn sehr beliebt, weil er ein freundlicher und bescheidener Herr ist. »Der selige Geheimrat war viel vornehmer als der Großherzog", erzählt« ein Mann aus dem Dorf am Schloßberg. „Man mutz schon sagen, der Herr Lingner verstand sich bester aufs Regieren." Nun, jetzt hat der Großherzog nichts mehr zu regieren und er scheint sich dabei sehr behaglich zu fühlen. An sonnigen Tagen liest und arbeitet die Familie im Garten, am Abend sitzen alle in dem großen Saal mit der Orgel zusammen, aus dessen Fenstern der Blick nach allen Seiten in die Ferne fährt. Viel Schönheit ist da zu sehen, toemt die Sonne sinkt und die Nacht ihren Starnen- mantel um die Berge schlägt. Zuweilen aber sieht der Mensch am Fenster, der andächtig vor der Grötze dieser Landschaft steht, auch Menschliches, was nicht schön ist, sondern erschreckend und furchtbar. So erging es dem ältesten Sohn des Groh- na. D. an einem Spätabend im August. Er über nach der Landstrahe, di« von getan nad) Schuls fuhrt, es gewitterte stark und durch den stürzenden Regen zuckten die Blitze. Drüben flog ein anderes Licht über die Chaussee, der weiße Glanz eines Scheinwerfers. Da fuhr ein Mensch in rasender Eile sein Auto nach Schuls. Plötzlich verschwand das weiße Licht, ein donnerndes Krachen klang dumpf über den Inn, und dann war nut Sturm ringsum, fein Menschenlaut. ,,Ein älnglück', dachte der junge Prinz, lief zum Telephon und rief den Amtsvorstand von Schuls an. Es war auch ein älnglück: ein Badearzt von Schuls war in der Nacht zu einem Kranken gefahren, der Führer des Wagens, vorn Regen geblendet, fuhr an einer gefährlichen Biegung über den Weg hinaus und der Wagen mit feinen Insassen stürzte den Abhang hinab. Der Arzt lebte noch, als Hilfe kam Aber er hatte über eine Stunde im kalten Wasser gelegen und konnte die Lungenentzündung, die er sich geholt hatte, nicht überstehen. Allgemein war die Trauer. Nur wenige aber wissen es, daß der erste, der das Unglück gemeldet hatte, der junge Prinz gewesen ist. Denn er hatte sofort gebeten, nichts von seinem Anruf zu erzählen, und dabei das hübsche Wort gesägt: „Papa will es nicht, daß wir irgendwie Aufsehen machen." Solche Bescheidenheit ist selten und deshalb wird hier die Geschichte erzählt. Denn wir haben von manchen Prinzen gehört, di« ziemlich unliebsames Aufsehen gemacht haben. nommen. Da es in vielen Fällen für di« von der Kontingentsverkürzung betroffenen Arbeitgeber finanziell nicht tragbar fein dürfte, den Ausfall der ausländischen Arbettskräfte durch den Dau von Werkwohnungen für neu anzusetzende Deputatfamilien auszugleichen, entschloß sich das preußische Wohlfahrtsminister ium zu einer Son- dermaßnahme. Auch im Rahmen dieser Sonder- maßnahm« toirb jedoch dem Dau von Land- arbeltereigenfceimcn unter Errichtung von Heimstätten auf genossenschaftlicher Grundlage besondere Aufmerksamkeit au widmen sein. Hierbei erklärt sich der Wohlfahrtsminister bereit, den Bau von Werkwohnungen für die ' einzustellenden deutschstämmigen Landarbeiterfamilien durch Bewilligung von Zus atz da r- leben über den böchstzulässigen Förderungsbetrag hinaus zu erleichtern. Voraussetzung hierfür ist jedoch, daß in jedem Einzelfall durch die Erstellung der im Rahmen der Sondermaßnahme verstärkt geförderten Werkwohnung nachweislich eine entsprechende Anzahl auslän- discherLandarbeiterzugunstendeut- scher Landarbeiter abgelöst wird. Die Höhe des Zusatzdarlehens wird auf 10 Rm. je Quadratmeter Wohnfläche und 5 Rm. je Quadratmeter Stallfläche festgesetzt. Alm die sofortig« Einstellung deutschstärnmiger Ersatzkräfte zu erleichtern, ist der Wohlfahrtsminister ferner bereit, auch für die Einrichtung von Behelfswoh>- nungen zur vorläufigen Unterbringung solcher Landarbeiterfamilien Förderung aus den Mitteln der Sondermaßnahme zu gewähren. Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Vor einer neuen Nede Sikverbergs. Berlin, 28. Sept. Auf der Tagung deo Vereins zur Wahrung der gemeinsamen wirtschaftlichen Interessen von Rheinland und Westfalen am 1. Ott. in Düsseldorf werden Kommerzienrat R e u s ch und Generaldirektor Silverberg sprechen. Am 14.Oktober vormittags findet eine Sitzung des Präsidiums des Reichsoer,bandcv der deutschen Industrie statt, und am Nachmittag des gleichen Tages wird der erweiterte V o r st a n d des Verbandes tagen. Die Sitzungen, so heißt es im „Berliner Tageblatt", sollen Klarheit darüber schassen, in welchem Umfange der Reichsverband der deutschen Industrie die Initiative zu einer praktischen Zusammenarbeit zwischen Unternehmerschaft und Arbeiterschaft ergreifen wird. Cherno-Therapie und der vielbeachtete Vortrag pon A* ? a " b über Genußgifte waren vorzüg- un9en behandelten Gebiete. 2lber die Hauptversammlungen wollen nicht nur Que^r chnitte durch die Wissenschaft der Zeit geben. Sie wollen auch der Zukunft norarbel- m?-c.r^DJcn Kmrnend di« Stimm« erheben, wo Mißstande sich bemerkbar machen. In dieser Richtung sprachen der Heidelberger Pathologe E r n st und der Münchener Chirurg Sauer- re nr $n pathetischen Worten erging sich !?rnst über das morphologische Bedürfnis. Bon historischen Aleberlegungen ausgehend, zeigte er wie der anatomische Gedanke die Denkform unserer Medizin ist, die ohne Schaden nicht ver- lassen werden darf, und er schloß mit einem kraftvollen Bekenntnis zu Goethe. Sauerbruchs temperamentvoller, häufig von Beifall unterbrochener Vortrag über Medizin und Naturwissenschaft war vielleicht der Höhepunkt der Tagung. Wie einst Biers vielbesprochener Vortrag über Homöopathie, war er ein Symptom der Krise, in der sich die Medizin heut« befindet. Von der jungen Generation restlos bewundert, von der alten geschmäht, wird Sauerbruchs Vortrag noch zu vielen Diskussionen Anlaß geben. Sauerbruch macht« sich zum Sprachrohr der immer größer werdenden Zahl von Aerzten, die in der Medizin mehr als nur angewandte Wissenschaft erblicken, für die das Heilen eine Kunst ist, die nur von einer starken, impulsionsfähigen Persönlichleit ausgeübt werden kann. Es war ein Glockenschlag, der weithin tönen wird. Aus aller Wett. Die Ursache der Thphusepideurie in Hannover. wie das Presseamt der Stabt Hannover mitteilt, hat die Stadtverwaltung 50 Brunnen in den verschiedenen Stadtgcgenden durch das Chemische Untersuchungsamt untersuchen lassen. Die Untersuchung hat ergeben, daß das wasser von 13 Brunnen zur Benutzung als Trinkwasser nicht geeignet sei, und das von 21 weiteren Brunnen als verdächtig angesprochen werden könnte. Schweres Unwetter in Italien. Ein schweres Unwetter hat in Nord- und Süditalien, vor allem im Bezirk Brindisi, schweren Schaden ungerichtet. Die Flüsse sind über die Ufer getreten und haben die Felder überschwemmt. Der Gesamtschaden wird nach den ersten Schatzungen aus 10 Millionen Lire angegeben. Auch im Trentino und in V e n e - t t_e n hat bas Unwetter stellenweise sehr arg getestet. Die Stadt Triest liegt infolge der Unterbrechung der Lichtleitung vollständig im Dunkeln. Der Strahenbahnverkehr mußte eingestellt werden. Die Straßen waren in Wildbäche verwandelt, da die unterirdische Kanalisation das strömende Wasser nicht mehr aufnehmen konnte. Auf dem Verdiplah drang das Wasser mit einer solchen Wucht in die Kaffeehäuser und Verkaufsläden, daß die Tische und Stühle bis zum Meer weggeschwemmt wurden. Der Eisenbahnverkehr blieb einige Zeit unterbrochen. Das Wasser des Isonzo ist stark gestiegen. Die Feuerwehren arbeiten ununterbrochen am Dau von Schuh- dämmen. In Motta di Livenzo hat ein Gewittersturm zahlreiche Häuser abgedeckt und Kamine weggesegt. Mehrere Menschen kamen zu Tod«. holländischer Bürgermeisterbesuch in Hamburg. Die Bürgermeister der Städte Amsterdam, Rotterdam, Arnheim und Zut- P h e n sind zu mehrtägigem Besuch in Hamburg eingetroffen, um am Hafen die Organisation des Gesundheitswesens und andere städtische Einrichtungen kennenzulernen. Arn Montag statteten die Herren in Begleitung des holländischen Generalkonsuls dem Senat einen oftiziellen Besuch im Rathaus ab, wo sie von dem Ersten Bürgermeister Petersen empfangen wurden. Am Dienstag vormittag unternahmen die Gäste unter Führung des Senators Dr. Buchard Motz eine Hafenrundfahrt und Wie das „B. T." hört, verfolgt die Polizei eine wichtige Spur, die aller Wahrscheinlichkeit nach zur Aufklärung des Iuwelenrcrubes in der Tauenyienstraße führen wird. Mehrere Berliner Kriminalbeamte sind nach anderen Städten entsandt worden, um dort wichtig« Feststellungen zu treffen. Rach den eingelaufenen vielen Anzeichen scheiitt es sich um internationale' Verbrecher zu handeln. Nach einer anderen Meldung teilte eine Frau der Berliner Polizei mit, daß ihr in einem Vorortzug Kaulsdorf—Berlin ein Mann, auf den die Personen- beschrelbung eines der Täter paßt, eine Platin k e 11 e mit einem groschenförmigen Smaragd zum Kauf angeboten habe. Ein solches Schmuckstück befindet sich auch unter den geraubten Iuwelen. Di« Polizei neigt daher der Ansicht, zu, daß es sich bei dem Raubüberfall um Berliner Verbrecher handelt. Cin Iuwelendleb verhaftet. Durch die Aufmerksamkeit der Empfangschefs konnte im Berliner Eden-Hotel ein langgesuchter internationaler Iuwelendieb, der unter verschiedenen Namen auftrat und sich im Eden-Hotel als Kaufmann Flatow eingetragen hatte, auf frischer T a t ertappt und von Kriminalbeamten verhaftet werden. Der Verbrecher hatte vor einiger Zeit im Hotel Bristol Schmuckgegenstände von hohem Werte erbeutet. Jör 70 000 Mark Postwertzeichen gestohlen. Im Hauptpostamt Eßlingen wurde ein schwerer Einbruch verübt. Der Täter, der die Oertlichkeit zuvor genau ausgekundschaftet hatte, öffnete mit Bohrer und Brecheisen die Behältnisse, in denen größere Vorräte an Postwertzeichen, Steuer- und Versicherungsmarken verwahrt waren. Als abhan- den gekommen sind festgestellt für insgesamt 70 000 Mark Wertzeichen. Tin Radfahrer als Mörder. Auf tragisch« Weise den Tod gefunden hat der Werkstättenarbeiter Holstein aus Pallien bei Trier. Mit seiner Braut unternahm et einen Ausflug. Als beide sich auf dem Heimwege befanden und es schon zu dunkeln anfing, begegneten ihnen auf der Bitburger Straße drei Radfah- ter, die ohne Licht fuhren. Während einer der Radfahrer sie anrempelte, soll Holstein die Aeuße- rung gemacht haben, es sei doch Vorschrift, in der Dunkelheit Licht zu machen. Der betreffende Radfahrer zog als Antwort den Revolver und gab auf Holstein drei Schüsse ab, wovon einer ihn in den Hinterkopf traf. Holstein brach auf der Stelle tot zusammen. Es ist noch nicht gelungen, den Täter zu fassen. Ein verbrechen im Eisenbahnzug. Aus dem Bahnkörper im Gleise Troisdorf—Wahn in der Nähe des Kilometersteines 17.7 wurde eine weiblich« Leiche aufgefund«n. Die Nachforschungen ergaben, daß die Tote aus dem Eilzug 86, vermutlich in verbrecherischer Absicht, hinausgeworfen worden war. Im Eisenbahnabteil wurden in Siegen Dlutspuren an Bank und Fenster fest- gestellt. Nach den bei der Toten Vorgefundenen Papieren handelt es sich um di« etwa 20jährige Luise R ü b f a tn e n aus Daaden, die In M.- Gladbach—Waldhausen beschäftigt war. Von dem Vorfall wurden sofort die Staatsanwaltschaft Köln und die Polizeibehörde in Sieglar durch die Eisenbahndirektton verständigt., von einem Automobil überfahren. In der Nacht zum Montag wurden auf der Landstraße Köln —Bonn ein 25jähriger Schiffer und eine 19jährige Arbeiterin, die sich auf dem Heimwege von einer Kirmesvercmstaltung in Urfeld befanden, von einem Kraftwagen überfahren und schwer verletzt, so daß beide kurz darauf st a r b e n. Der ober die in Frage kommenden Kraftfahrer sind unerkannt entkommen. Schweres Autounglück. Ein dem Weinhändler Faber aus Gerolstein gehörendes Auto mit zwei Insassen sttirzte infolge Reifenbruchs zwischen Büdesheim und Lessingen in voller Fahrt die Böschung hinunter. Der Sohn war sofort tot, während der andere Insasse, der Kaufmann DIisen aus Gerolstein, schwer verwundet wurde und nach einigen Stunden st a r b. Die LInglücklichen waren bis zur älickeimtlichkeit entstellt. Großseuer. Am Sonntagnachmittag entstand in Beuren bei Worbis (Kassel) ein Großfeuer. Die Teichmühle brannte in kurzer Zeit lichterloh. Ein Wohnhaus, Stallungen und Scheune wurden ein- geäschert. Da das Feuer zu spät bemerkt wurde, griff es auf die Nachbargruirdstücke über und legte weitere vier Scheunen, einige Stallunge^ Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 29. September 1926. Die Handelskammern gegen ständige Zonderverkäufe. Man schreibt uns: Die hessischen Industrie- und Handelskammern richten a n alle Kaufleute die dringende Mahnung, künftighin dem Unwesen der fortgesetzten Sonderoerkäufe mit allen Mitteln zu steuern. Diese Verkäufe haben in der letzten Zeit einen derartigen Umfang angenommen, daß daraus die schwersten Schädigungen nicht nur für den Einzelhandel, sondern für das ganze Geschästsleben entstehen müssen. Es ist nicht zu verkennen, daß in der vergangenen schweren Zeit die Verhältnisse für den Einzelhandel besonders schwierig gelegen haben und daher manche Firma zu außergewöhnlichen Verkaufsmaßnahmen gezwungen gewesen ist. Aus der anderen Seite aber muß nachdrücklichst betont werden, daß die fortgesetzten Sonderverkaufsoeranstaltungen allmählich weit * über das Maß dessen hinausgegangen sind, was aur Verringerung der nicht im regelmäßigen. Geschäfts- gang absetzbaren Vorräte nötig war. Die Folgen der Sonderverkaufsveranstaltungen sind bereits deutlich erkennbar. In vielen der üblichen Ausoerkaufs- waren ist eine beisviellose Preisschleuderei eingetreten. Maßgebende Artikel sind dadurch vielfach im Einzelhandelsverkauf auf einen Preisstand herabgedrückt worden, zu dem nicht einmal dem Fabrikanten bfe Herstellung mehr möglich ist. Die auf diese Weise im großen Maße herbeigeführte Preis- drückerei muß schließlich dazu führen, daß Industrie und Handel immer mehr gezwungen sind, nur billige Waren herzustellen und zum Verkauf zu bringen. Dadurch werden auf die Dauer alle Kreise geschädigt. Für die Industrie besonders bedeutet es eine Herabsetzung ihrer Qualitätsleistung, die den guten Ruf der deutschen Erzeugnisse im In- und Auslande schädigen muß. Die hessischen Industrie- und Handelskammern richten daher an alle Kreise des Einzelhandels, besonders aber auch an die Organisationen des Einzelhandels, die Bitte, in ihrem Kreise auf eine Einschränkung b e r über» handnehmenden Sonderverkaufsver- anstaltungen im eigenen Interesse durch geeignete Maßnahmen hinzuwirken. Wie der Zughund behandelt werden mutz. 1. Sprich allezeit freundlich mit dem Hunde, damit er dich liebt. Schlage ihn nicht! 2. Als Zughund eignet sich nur ein vollständig ausgewachsenes, normal gebautes, großes und kräftiges Tier, wenn möglich männlichen Geschlechtes. Die (Verwendung kleiner, alter, schwächlicher, kränklicher, hinkender, hochträchtiger oder säugender Hunde ist Tierquälerei. 3. Sorge für ein gut passendes, geschmei- diges Zuggeschirr mit breitem Drustriemen Lasse den Hund nicht etwa mit dem Halsbande ziehen. 4. Mute dem Hunde keine Leistungen zu, die seine Kraft übersteigen. Treibe ihn nicht fortgesetzt zu einer schnelleren Gangart, namentlich auch bergauf nicht. 5. Hilf tüchtig mitziehen statt nur die Deichsel zu halten, oder dich gar auf den Wagen oder Schlitten zu setzen. Mete dem Hunde von Zeit zu Zeit Gelegenheit, auszuruhen und neue Kräfte zu sammeln. 6, Unternimm keine Wettfahrten mit anderen Hundefuhrwerken. 7. Derhinbere den Hund während der Fahrt nicht an der (Verrichtung seiner notwendigen Bedürfnisse-, sonst verursachst du ihm Schmerzen. 8. Laß den Hund, wenn er sich warm gelaufen hat und sich auf die kalten Steme niederlegen will, nicht lange auf der Straße warten, ohne daß du ihm einen alten Sack unterlegst. 9. Bei Regenwetter und Frost muh stets ür eine trockene Unterlage und auch für eine Decke zum Ueberbreiten gesorgt fein. 10. Vergiß niemals einen Trinknapf mit auf die Fahrt zu nehmen. 11. Kommt der Hund erschöpft und warm gearbeitet nach Hause, so schütze ihn vor Zugluft. 12. Wird der Hund alt oder krank, so laß ihn möglichst schmerzlos vergiften oder erschießen. Aber verstoße ihn nicht! Gib ihn auch nicht an andere Personen; denn du weißt nicht, was mit deinem Tier vorgeht, welches dir in jungen oder gesunden Tagen treu gedient hat. # Vornotizen. — Tageskalender für Mittwoch. Große Aula der Universität: 8 Uhr, Roda Roda Lustiger Abend". — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Dec Rebell von Valencia". — Astoria- Lichtspiele: „Kompromittiert". — Roda Roda. Wir werden gebeten, nochmals auf den heute abend 8 Uhr in der Großen Aula der Universität stattfindenden Lustigen Abend von Roda Roda hinzuweifen. WSR. Sonntagsrückfahrkarten und Schnellzüge. Für die Dauer des Wintersahr° planes werden im Bezirke der Relchsbahndirektion Frankfurt a. M. außer sämtlichen Eil- und Be- schleumgten Personenzügen auch sämtliche Schnellzüge mit Ausnahme eines Schnellzugpaares der Strecke Frankfurt—Bebra—Berlin, das für unfern Bezirk mcht in Betracht kommt, für die Benutzung mittels Sonntagsrückfahrkarten freigegeben. RDV. Verbandstoffe in allen D« Zugwagen. Die der Personenbeförderung dienenden Züge waren seither schon mit den für die erste Hilfeleistung notwendigen Verbands- Mitteln ausgerüstet. Darüber hinaus ist neuerdings die Mitführung von Derbandsstoften in jedem v-Zugwagen zur Ergänzung und Verbesserung der bisherigen Maßnahmen trage- ordnet worden. Damit diese neue Einrichtung in Rotfällen allen Reisenden leicht zugänglich ist, werden die Verbandsstoffe in flache Schränkchen, die im Seitengang der v-Zugwagen in die Wand eingelassen werden, untergebracht. Der Verschluß wird durch eine Glasscheibe geschützt; in Rotfällen können d"an die Verbandmittel nach Zertrümmerung der Scheibe entnommen werden. Der Inhalt ist von den Vertrauensärzten der Reichsbahn-Gesellschaft unter Berücksichtigung ihrer Erfahrungen bei der Hilfeleistung zusammengestellt worden. Keimfreie Schnellverbände sind ausreichend vorgesehen. Die Reichsbahn- stellen sind angewiesen, mit den Scmitätskolonnen vom Roten Kreuz dauernd Fühlung zu behalten. ** Die Schmückung der deutschen Kriegergräber im Ausland an Allerseelen und Totensonntag übernimmt der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge auch In diesem Jahre wieder. Die Zahl der Friedhöfe, auf denen Kränze niedergelegt werden können, hat sich seit dem vorigen Jahre etwa verdoppelt. In unserem heutigen Anzeigenteil bittet die Ortsgruppe Gießen des Volksbundes um Spenden der Bürgerschaft zur Förderung des edlen Aktes der Dankbarkeit gegen unsere Gefallenen. Hoffentlich findet diese Bitte allseittg weitgehendes Gehör. Es ist ein Zeichen der Selbstehrung des Volkes, wenn es die Brüder nicht vergißt und immer wieder in Dankbarkeit ehrt, die für das Vaterland und für jeden einzelnen ihr Ceben hinge- geben haben. ** Postwertzeichen-Automat« sind seit gestern mittag vor dem Gebäude des Stadtpostamtes aufgestellt. Man kann dort gegen Einwurf von 10-Pfennig°Stücken aus den Automaten 10-Pfennig- bzw. 5-Pfennigmarken oder zwei Postkarten beziehen. Die E nrichtung wurde gestern bereits rege in Anspruch genommen. Sie entspricht zweifellos einem dringenden Bedürfnis, denn wer sich bisher gezwungen sah, »egen einiger Marken das Rachmittagsgedränge vor den Schaltern durchzukosten, der wird die Ver- befserungsmahnahme der Post sicherlich mit Genugtuung begrüßen. In den nächsten Tagen werden, wie wir von zuständiger Seite hören, auch vor dem Hauptpostamt in der Bahnhofstraße zwei dieser Automaten zur Aufstellung kommen. ** Die Autolinie Holzheim — Watzenborn— Gießen, die seit einigen Tagen in Betrieb ist, erfreut sich bis jetzt eines regen Zuspruchs. Besonders an Markt- unb an Sonntagen ist her Verkehr recht lebhaft. Am vorigen Sonntagabend warteten am Lubwigsplatz weit über 30 Personen, die natürlich nicht alle Platz finden konnten, sondern teilweise zurückbleiben und später fahren mußten. Zur Zeit schweben Verhandlungen mit dem Pächter der Domäne Schiffenbera, um eine regelmäßige Verbindung zwiscyen Gießen und dem Schiffenberg herbeizuführen. •• Preisverteilung zum Schaufensterwettbewerb. Ain Montagabend fand im Safe Astoria die Verteilung der Preise des Schaufensterwettbewerbs für das Publikum statt. Namens des Verkehrsvereins hielt Stadtv. Kirchner als Vorsitzender des Ausschusses für Blumenschmuck und Schousensterwettbewekb eine Ansprache, in der er allen Beteiligten Dank abstattete. In erster Linie gebühre dieser Dank den vielen Geschästsinhabern, die teilweise schwere Opfer an Zeit und Geld gebracht hätten. Wenn auch de.- finanzielle Erfolg der Veranstaltung sich nicht überall sofort auswirke, so fei doch der Zweck der Werbewoche, Freinde nach Gießen zu bringen, in jeder Hinsicht erreicht worden. Daß durch die Abstimmung des Publikums nicht arte Schaulensterausstellungen in vollem Maße gewürdigt worden seien, bedürfe keiner besonderen Kritik, jedenfalls sei aber durch die Abstimmung das Publikum für die Schaufensterauslagen interessiert und zum Kauf angeregt worden. Die rege Beteiligung des Publikums an dem Schaufensterwettbewerb sei erfreulich; besonderes Interesse hätten die Damen, teilweise auch die Jugend bewiesen. Cs sei wünschenswert, daß bei künftigen Veranstaltungen dieser Art alle Beteiligten das gleiche Interesse zeigten, wie in diesem Jahre. Hierauf sand die Verteilung der von der hiesigen Geschäftswelt zur Verfügung gestellten Preise statt. *• GrmLhi gt« OrtSkrankeNkckfsen- Beiträge. Die Allg. Ortskrankenkasse Gießcn- Land hat mit Wirkung ab 27. September die Kassenbeiträge von 7,5 v. H. auf 7 v. H. herabgesetzt. (Habered über die neuen Beitragssätze ist aus dem gestrigen Anzeigenteil ersichtlich. ** Deutscher Dftounb. Man schreibt uns: Wie tn ben meisten beutschen Stäbtcn, soll auch in Gießen eine Gruppe bes Deutschen Ostbunbes uegrünbet werben. Dieser Bund bezweckt neben ber Pflege ber Liebe für bie alte Heimat einen engen Zusammenschluß aller Ostbeutschen zur Wahrung ihrer vielseitigen Interessen, besonders auch der wirtschaftlichen. Don feiten ber Reichsbehörben wirb diese Bewegung weitestgehenb unterstüszt. Ostdeutsche jeden Standes und jeder Konfession sind in diesem Bunde willkommen. In vielen Städten der Nachbarschaft umfaßt der Ostbund bereits eine ansehnliche Mitgliederzayl. so z. B. in Wetzlar allein über 100. Außer den Ostdeutschen kann auch jeder andere Mitglied des Bundes werden, sind doch sogar ganze Städte, wie Frankfurt a. M., Berlin ufro. Mitglieder des Ostbundes geworden. (Siehe heutige Anzeige.) * * Ihren 80. Geburtstag feierte gestern Frau Elise Kirchner Witwe. Steinstraße 67 wohnhaft, in geistiger und körperlicher Frische. • • Ein Feuerbestattungsfilm wird am kommenden Freitag nachmittag und abend auf Veranlassung des DolkSfeuerbestattungsver- eins, Bezirksleitung Gießen, in den Palastlicht- spielen vorgeführt. Die Freunde der Feuerbestattung sind dazu eingeladen. Räheres im gestrigen Anzeigenteil. " Fe st genommene Schwindlerin. Der Gießener Polizeibericht meldet, daß die in Reinhardshain aufgetretene Schwindlerin, (vor der wir gestern warnten. D. Red.) gestern nachmittag in Gießen betroffen und festgenommen wurde. Es handelt sich um ein 21jähriges Mädchen aus Rieder-Ohmen. — Weiter wurde ein angeblicher Ingenieur, der wegen Betrugs gesucht wurde, feftgeiwnunen. • • Wohlfahrtsmarken zugunsten der Deutschen Rothilfe. In der Zeit vom 1. Dezember 1926 bis 15. FebrLar 1927 werden durch die Postanstalten neue Wohlfahrtsmarken zu 5, 10, 25 und 50 Pfennig, sowie Markenheftchen mit 8 Marken zu 5 und 6 Marken zu 10 Pfennig zugunsten der Deutschen Rothilfe vertrieben werden. * * Auftrieb auf dem heutigen Frankfurter Schlachtviehmarkt: 715 Kälber, 688 Schafe, 168 SAvrine. Kirchliche Nachrichten. Israelitische Gemeinden. Jsr.ReligionSgemeindr. Äottesd. l. d.Shnagoge (Südanlage). Donnerstag, den 30. S-pt. und Freitag, Den 1. Oft 1926 Donnerstag. Laub- hüttenfeft - Ende. Vorabend 6 00, Jugendgottesdienst Morgeno 8 30. Freitag. DorabenD 6. Morgens 8 30. Abends 5.45. Gottesdienst der ifr. ReligionSgefellfchaft. Donnerstag, den 30. Sept, u Freitag, ben 1. Oki. 1926. Hüttenfest-Ende u. Gesehesfreude. 8. Sag: Vorabend 5.50, vormittag 8 00, nachmittag 4.00. 9. Tag: Vorabend 6.50. Jugend leier, vormittag 8.00. Sabbatseier, den 2. Olt. 1926. Vorabend 5.30, Samstag Vormittag 8.30, nachmittag 3.30, Sabbatausgang 6.45 Wochengottesdienst: morgens 6.45, abends 5.30. OVERSTOLZ,die r v N H Soeben wurden die amtlichen Ziffern bekannt,die den deutschen Zigaretten-Verbrauch für das H.Quartal 1926 ausweisen.Es geht daraus hervor, dass während dieser Zeit in Deutschland insgesamt 7374* Millionen Ziga- etten geraucht wurden- davon entfielen auf die ^-Preislage L75ck Millionen, das sind im Monatsdurchschnitt 918 Millionen Stück. ^Urverfenden monatlich über ÖOOßillionen Ovaftolz-Zigwetten. Mithin beträgt derAnteü dieserMarke 5W Zigaretten etwa ein Drittel; am Gesamtumsatz aller deutschen das heisst mit anderen Worten: i Marke am deutschen Gesamtverbrauch ist ein Beweis dafür, dass der „Grundsatz der Typisierung" cArbeitsganges zu Gunsten der Qualitaet- auch in Deutschland seine Probe bestanden hat. Mer dritte Raucher einer 5Rfä-üSßarette raudft OVERSTOLZ- dieserüberragendeAnteilunserer -nämlichdieMreirfacbungdes ttWEieu SO . Q • H • O • Besonders billigeTrikotagen! p 7940a 1.95 HMMinmßMM Besichtigen Sie bitte unsere Spezialfenster Besichtigen Sie bitte unsere Spezialfenslef"* Gießen, Bahnhofstr. 14 Gießen, Bahnhofstr. 14 gesucht 7933D haben [06675 tobet. 7934 Ü zu nehmen. 7946D Der Vorstand. bürg einzufinden. 06668 Der (Einberufer: Prof. Specht. Gießen, 29. September 1926 Schillerstrabe 27 Krofdorfersiraße 47 barg AAßRO Die bekannte Qualitätsware u. Kamelhaar in vorzüglicher Paßform in jeder Ausführung in großer Auswahl 7954a IM 1.95 1.95 Dauerhafte Schulstiefel Einsatz-Hemden Einsatz-Hemden Touren-,Berg- und Winter- Reiche Auswahl in allen Größen Preislage per Stück Mk. 15.00, 12 00, Solides Straßen- Schuhwerk Herren-Jacken ^“2.75 Kinder-Hemdhosen Größe 60 Mk. 1.50 sportstiefel mit und ohne Doppelsohle Unsere Läger sind in unseren bekannten guten Qualitäten für den Herbst auch für extra starke Herren reich sortiert Sehr gut möbl. Zimmer an berusSlät. Dame od. Herrn zu verni. ETelterswca 89. Gretel Dechert Ludwig Schmitz Verlobte Heute morgen 31/, Uhr verschied sanft nach langen, schweren Leiden meine liebe Frau, unsere treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwägerin und Tante Winterschuhe in Filz Schweres Gebrauchs- Schuhwerk für Arbeiter, Forst- und Landleute ■ ■ Zum kÜhÄGil den warmen Pullover - ™ die warme Weste Vw Otte B* die warme Strickjacke! zutresfend, do tabaken die P weise erhebt ober für die । überhaupt feil fobolen werd; von Deutsälc den Mittel» gegenüber der tausende von Sie nes Men n Bei den Ah Preislagen ist Entscheid stung mit Zöl geht aus de letzten Jchr v aus allen Te DertzollzM steuer 186 D nen Jahre ist -Zigmengewe: Süglich des ( ganenindustri Wörden. Da Tabakgewrche vorhanden ist öah die Delc der Devölfen Seit auf rund .Ito dem wetten die Onterchmt ist oigarrenpreise WM | Vermietungen! Ä Stmmet *" mit voller Pension lilööl Stmmer yi»^ iUÄSi“ Schuhhaus Neumeier Spezialhaus für Arbeiter- und Berufsschuhwerk Gießen • Sonnenstraße 20 DerWunsch aller Damen ist der Erwerb eines eleganten Pelzstückes. Die Verwirklichung dieses Wunsches ermöglicht Ihnen ein führendes Pelz-Engros-Haus mit mehreren Detailgeschäften, das an festangestellte städtische u. staatliche Beamte, Aerzte, Lehrer und Angestellte In sicheren Stellungen IG-Mooats- Kredit zu äußersten Kassapreisen sämtliche Pelzwaren liefert, wie Jacken und Mäntel in Seal el., ßiberette. Fohlen, Persianer, Nerz, Murmel, Seal, Bisam, sowie alle Arten von Pelzen und Schals. Schreiben Sie bitte unter 7806D an die Geschäftsstelle des Gießener Anzeigers mit Zeit-, Wunsch- u. Berufsangabe, da sofort diskreter Vertreterbesuch erfolgt la Trikotrumpf Äx ä. m waschechte Einsätze V Mk. la wollgemischt era ■ waschechte Einsätze g Frische Seefische irische Bückinge feinste Zischmarinaden lebende Karpfen und Schleien empfiehlt billigst "“c llleinhenn, Bahnhosstr.69.Te 1.66 Bringe Donnerstag die erste Sendung RW«kWW zu billigen Preisen zum Berkaus. Bestellungen nehme jederzeit gerne entgegen. G. Koch 06682 Weserstraße 20 Warktlauben 8 — 11. Herren-Hosen kräoSß“Mk Unsere liebe, treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau KatharineSchmittgall geb. Wehrum wurde heute Nacht im 68. Lebensjahre nach langem schweren, mit Geduld ertragenem Leiden in die Ewigkeit abgerufen. Die trauernden Hinterbliebenen: Ludwig Schmittgall und Frau Georg Dreher und Frau Elise geb. Schmittgall Hermann Schmittgall und Frau nebst Enkeln. Gießen, den 28. September 1926. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 30. Sept, 3 Uhr nachm. von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. ___________________________________________ 06674 Schaft-, Knie- und Reitstiefel Donnerstag. den ,30. b., adds. 7Uhr: Iugend- versammlung int Darmstädter Hau-?. Erscheinenunbedingt erforderlich. «Ber« bandssptele». 7*’D Der Obmann. Herren-Hosen m“V6 Todes-Anzeige. Am 26. ds. Mts. starb plötzlich und unerwartet unser lieber Vater und Großvater Gärtnereibesitzer Johann Lietz im 70. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen. Wetzlar, den 29. September 1926. Die Beerdigung fand in aller Stille statt Von Beileidsbesuchen wird gebeten,A bstand ! Roman r 2 rfonsetzun »Danke', li Torsten du Mi sinnlich Än Fahrend i 2* Munk Ver' < L-r. Punk« Herren-Hosen 3.25 750 Modehaus Salomon __________7955a Herren-Jacken %Äm-6chMk. Herren-Jacken la0”8“l Mk. geb. Dietz im Alter von 57 Jahren. Die tieftrauernden Hinterbliebenen: Familie Johannes Schieferstein nebst allen Angehörigen. Gießen (Neustadt 57), den 28. September 1926. Die Beerdigung findet am Donnerstag, dem 30. September, nachmittags 2l/a Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. 06670 ®lc Ion 1 3“’M ®cnudU s"S das, lo hm RS fei SS- SÄ I Derlin hallen indusine gege die , die £ * die . Ausl Zölle Die Zahi ousreiche^s dost bei den Heien Gestaltu Einsluh Hal, der ganzen » Leie bei den r eine künstliche leitet werden, daß man sage 1 Pfennig bto1 bischen Tent Labalsivrten, die für die ( besonders M sogar noch ein dichahrigen 6 und April, d; i tungen gehen, seien, so ist - I Gewerbe gehl Junge 2'-, Jahre, in Pflege zu geben. Näheres ns «81 Marktltr. 8 IT. 3mhj. Rottivciler zugeiaufen.Abzubol. wm Goetbestr. 32. Brann. 61ae6ttaa672 an den Giefi. Anz. Für getragene Htrmklcider zahlt höchste Preise la. Rosenzweig, Gletzen.Sellersw.58i. Karre genügt, «mm 5-Zintmer-toDDßg und Wohnung von 1 Zimmer u. eine Wohnküche, beschlagnahmefrei, in guter Wohnlage alsbald zu vermieten. Näheres durch Architekt NicolauS, Südanlage. 7896Ö 2 oder 3 zllllimnientztillgenkie Zimmer in guter Lage in herrsckaftl. Hause, mobilen, evtl, mit Frühstück und Be- dienung. aus Wunsch mit Fernsprech- und m. Gartenbenutzung, sofort oder später zu vermieten. Schrtsrl. Angeb. unter 06665 an d. Giefi. Anz. erb. Walltorttrake 27. f Mietqesuche^l Laden in verkehrsreicher Sirafie ver sofort oder später zir mieten gefugt. Schr. Angeb. unter 7950D a. d. Giefi Anz. Nr. 228 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberheffen)Mittwoch, 29. September Mü Die Preisbildung in der zigarreninduftrie. Don 'Bruno Iacubeit, Berlin. Zur „Braunen Woche" in Frank urt a. M.. vom 26. September bis 2. Oktober 1926. Wenn auch für die Vorkriegszeit exalte Statistiken fehlen, so geht die allgemeine Schätzung doch dahin, daß der Durchschnittspreis der Zigarren vor dem Kriege zwischen 6 und 8 Pfennig lag. Seit 1920, seitdem das derzeit gültige Tabaksteuergeseh besteht, werden von den Zollbehörden genaue Aufstellungen über die in den einzelnen Preislagen versteuerten Mengen geführt, so daß es jetzt möglich ist, eine genaue Durchschnittspreislage zu errechnen. Tut man bas, so kommt man zu dem Ergebnis, daß für Zigarren, d. h. für alle Fabrikate, die von der Zigarrenindustrie hergestellt werden, also für Zigarren, Zigarillos und Stumpen der Durchschnittspreis bei etwa 13 Pfennig liegt. Man sieht, daß der Preis gegenüber der Dorkriegszeit mehr gestiegen ist, als die allgemeine Welt-Geldentwertung ausmacht. Es wird den einzelnen Raucher sicherlich inlereffieren, wenn hier einmal die Gründe, dafür gezeigt werden. Aach einer Berechnung der Handelskammer Berlin hatten sich im Jahre 1925 in der Zigarrenindustrie gegenüber der Borkriegszeit verteuert: die Rohstoffe um 60 Prozent / die Löhne „ 50 „ die Kisten „ 60 „ Ausstattung u 10 ,, Zölle und Steuern „ 221 Die Zahlen geben noch nicht einmal ein ausreichendes Bild. Sie sind insbesondere überholt bei den Rohstoffen. Die Tabakpreise, auf deren Gestaltung Deutschland bekanntlich keinen Einfluß hat, weil sie sich nach dem Bedarf der ganzen Welt richten und zum Teil insbesondere bei den holländischen Kolonialtabaken durch eine künstliche Einschränkung des Angebotes geleitet werden, liegen heute im Durchschnitt so, daß man sagen kann: was vor dem Kriege mit 1 Pfennig bezahlt wurde, muh jetzt mit 1 holländischen Cent bezahlt werden. Bei einzelnen Tabakssorten, insbesondere bei den Decktabaken, die für die Gestaltung der Zigarrenpreise eine besonders wichtige Rolle spielen, ist die Differenz sogar noch eine größere. Wenn nach Beginn der diesjährigen Einkaufskampagne, nämlich im März und April, vielfach Rachrichten durch die Zeitungen gehen, daß die Rohtabakpreise gesunken feren, so ist es für diejenigen, die nicht zum Gewerbe gehören, leicht irreführend. Es ist zutreffend, daß bei den sogenannten Spihen- tabalen die Preise gegenüber dem Borjahr teilweise erheblich nachgelassen haben. Das spielt aber für die Gesamtheit der Zigarrenproduktion überhaupt keine Rolle, denn von diesen Spihen- tabaken werden nicht viel mehr als 100 Ballen von Deutschland gebraucht, während gerade in den Mittel- und Unterklassen, wo die Preise gegenüber dem Dorjahre angezogen haben, Zehnlausende von Ballen gebraucht werden. Die Angaben über die Steigerung des Lohnes zeigen nur das durchschnittliche Ergebnis. Bei den Löhnen für die billigen und Konsumpreislagen ist die Steigerung größer als 50 Proz. Entscheidend ins Gewicht fällt die Mehrbelastung mit Zöllen und Steuern. Wie stark diese ist, geht aus den folgenden Zahlen hervor. 3m letzten Jahr vor dem Kriege war das Aufkommen aus allen Tabakabgaben, also aus Einfuhrzoll, Wertzollzuschlag, Inlandsteuer und Zigarettensteuer 186 Millionen Goldin art. Im vergangenen Jahre ist diese Summe allein aus der vom Zigarrengewerbe aufgebrachten Tabaksteuer zuzüglich des Einfuhrzolls für die von der Zigarrenindustrie eingeführten Rohtabake gezahlt worden. Da auch in den anderen Teilen des Tabakgewerbes eine entsprechende Mehrbelastung vorhanden ist, ist es nicht lveiter verwunderlich, daß die Belastung mit Tabakabgaben pro Kopf der Bevölkerung von 2,75 Mk. in der Dorkriegs- zell auf rund 11 Mk. jetzt gestiegen ist. Aus dem Borhergesaglen erklärt sich ohne weiteres die Steigerung der Zigarrenpreise. Interessant ist nun, ju verfolgen, wie sich die Zigarrenpreise seit Abschluß der Inflation ent- toidelt haben. Die Durchschnittspreise waren, die 1000 Stück nn m: Gesamtmenge der versteuert. 15 Pf. 230 937 294 203 135 263 170189 314 053 343 862 382 149 361 759 2ß6 068 335 303 134 543 126 484 206 877 1 099 749 1 319 392 258 159 283 752 336 876 214 541 201 392 293 477 258 835 296 778 329 969 340 480 167 164 207 157 211 559 231 782 1 348 148 1 469 267 1 578 870 1 598 582 übrigen Preisklassen lassen werden. Zigarren 1212110 1 228 084 1 603 790 In 10 Pf. Dieses Ergebnis ist erzielt worden, indem sich der Konsum immer mehr auf drei Hauptpreis- 1924 April/Juni Juli/Sept. Okt.Bez: 1925 Jan. März April/Juni Juli-Sept. Okt./Dez. 1926 Jan./März April/Juni Man sieht aus den vorhergehenden Zahlen, daß. abgesehen von anderen Preislagen, die natürlich auch noch eine gewisse Rolle spielen, besonders die drei angegebenen Konsumpreislagen von entscheidender Bedeutung sind. Bor dem Kriege hat man mit Recht gesagt, dah in keinem Land der Welt so billig und so gut Zigarren geraucht werden konnten, wie in Deutschland. Die deutsche Ziggrrenindustrie hat infolge der Tatsachen, daß 1920 bei Aushebung der Zwangswirtschaft fast gar kein Tabak mehr vorhanden war, und dah in den späteren Jahren erst langsam wieder der notwendige Tabakbestand angesammelt werden konnte, schwere Zeiten durchgemacht. Eine hinsichtlich der Qualität dauernd gleichmäßige Fabrikation ist nur möglich, wenn die Industrie sehr große Tabakvorräte besitzt, um die entsprechenden Mischungen Herstellen zu können. Man kann wohl sagen, daß die erwähnten Schwierigkeiten, die durch die Inflation deswegen erhöht wurden, weil der weitaus größte Teil des verarbeiteten Tabaks ausländischer Tabak ist, allmählich überwunden sind. Es ist nicht zuviel gesagt, wenn man behauptet, daß die Qualität der deutschen Zigarrenherstellung die Borkriegs- höhe wieder erreicht hat. Vergleicht man nun die jetzigen Preise mit den Preisen, die in anderen europäischen Ländern oder auch z. D. in Amerika für gleichwertige Zigarren gezahlt werden müssen, dann sieht man, dah das Wort vom billigen und guten Zigarrenrauchen in Deutschland allmählich wieder zur Geltung gekommen ist. folgenden: 13,2 Pf., 12»/. Pf., 13»/. Pf., 12-/. Pf- 13 13 , 13»/, » 12»/z . 13 , lagen zusammengedrängt Hal. Die folgenden Zahlen zeigen, wieviel Stück Zigarren in den gleichen Vierteljahren versteuert worden sind in Öen Preislagen 10 Pf., 15 Pf. und 20 Pf., wobei auch noch die Mengen für die Preislagen von über 25 Pf. _beigefügt werden, während die aus Raummangel fortgc- anaefangen mit dem Vierteljahr April/Juni 1924 und endend mit dem Vierteljahr April/Juni 1926, Oderheffen. Landkreis Gietzen. ck. Heuchelheim. 28. Sept. Der Turnverein Heuchelheim hielt am Sonntag sein diesjähriges Abturnen in der Tumhalle. Besondere Bedeutung kommt dieser Veranstaltung in der Vereinsgeschichte zu, da es das erste Abturnen war, das der Verein im eigenen Vereinslokal veranstalten konnte. 56 Turnerinnen und Turner traten in 8 verschiedenen Stufen zum Wettkampf an. Hm 9 Hhr vormittags begannen in der Turnhalle und auf dem nahegelegenen Sportplatz die Kämpfe. Bei dem Schauturnen am Rachmittag und Abend zeigten die Damenriege in Frei- und Stabübungen und die aktive Riege im Turnen am Reck und Darren recht beachtliches Können. Anschließend verlebte alt und jung bei Konzert und Tanz einige gemütliche Stunden. Bei der Preisverteilung durch Frauenturnwart Fritz Rinn konnten folgende Turnerinnen und Turner mit Preisen bedacht werden: Sumerinnen- Oberstufe, Reunkampf: 1. Minna Kreiling. 159 Punkte: 2. Emilie Gilbert, 143; 3. Marie Rinn, 138; 4. Rettchen Schmidt, 135. Tume- rinnen-Hnterstufe, Reunkampf: 1. Emilie Rinn, 169; 2. Käthe Bath, 161; 3. Marie 206er, 155; 4. Else Germer. 151. Aktive Turner, Zwölfkampf: 1. T. Rinn, 189; 2. Otto Depler. 185; 3. Wilh. R i n n. 176; 4. Karl Rinn, 149. Zöglingc-Oberstuse, Zwölfkampf: 1. Otto Rinn. 195; 2. Karl Germer. 192; 3. Paul Schmidt. 178; 4. Hans Depler. 163. Zögl.nge-Hntcrstufe, Zwölfkampf: 1. Walter Schimmel, 174; 2. Franz Hahn. 162; 3. Hans M ülle r, 156; 4. Otto Fink, 143. Schüler-Oberstufe, Zehnkampf: 1. Werner Langewohl. 122; 2. Wol'g. Kreiling, 114; 3. Heinrich Rinn, 111; 4. Heinrich Müller, 111. Schüler-Hnterstuse, Di erkämpf: 1. Arthur Kehr. 69; 2. Will). Hofmann, 60; 3. Fritz Kreiling, 51; 4. Arthur Metzler. 51. Jugend volksturner. Fünfkampf: 1. Fritz Dockstahle r. 2. Otto K e h r. 3. Otto Stein- m ü 11 e r, 4. Willy Weller. : Beuern, 28. Sept. Aus der jüngsten Gemeinderatssitzung ist als bemerkenswert zu berichten: Für den am 1. Oktober aus dem Dienst scheidenden Gemeinderechner wurde das dienstälteste Gemeinderatsmitglied Daniel Ludwig Soinmerlad, ernannt, der ab 1. Oktober bis zur definitiven Besetzung der RechnersteUe die Amtsgeschäfte führen soll. Die jährliche Besoldung für den neuen Rechner beträgt ab 1. Oktober 1000 Mark, die Kaution, die der neue Rechner zu stellen hat, beträgt 10 000 Mk., die in liegendem Besitz bestehen soll. — lieber die eventuell zu errichtende A u t o I i n i e von der Bahnstation Großen» Buseck nach Beuern hat die Reichseifenbahngesellschaft neue Kostenberechnungen ausgestellt. Danach betragen die täglichen Unkosten der Linie mehr als 50 Mark, für die die Gemeinde die Haftung zu übernehmen hätte, während bei dem früheren Kostenvoranschlag nur 22 Mark für den Tag aufzubringen waren. Infolgedessen betrüge nach den neuen Berechnungen der Preis für eine Wochenkarte nach Buseck und zurück 3,60 Mark, ein Preis, der entschieden zu hoch erscheint gegenüber den Arbeiter- löhnen. Auch die Einzelfahrt mit 0,70 Mark zum Bahnhof Großen-Buseck ist entschieden zu teuer. Es wird also aller Voraussicht nach ein Vertrag mit der Reichsbahngesellschaft nicht zustande kommen und deshalb versucht werden müssen, mit den Gemeinden W i e s e ck und A l t e n - B u s e ck in Verbindung zu treten wegen der Durchführung dieser Linie bis nach Beuern. Auch mit der R e i ch s p o st können Verhandlungen angeknüpft werden. t Grünberg, 28. Sept. Bei der gestrigen städtischen Ob st Versteigerung waren die Gebote der massenhaft erschienenen Steigerer sehr lebhaft. Die Preise stiegen dementsprechend. Es wurde für einen Zentner Apfel — durchaus nicht beste Qualität — ungefähr 15 bis 18 bis 20 Mk. am Baum bezahlt. Die Kelteräpfel kosteten 4 bis 6 Mk. Birnen, die nur vereinzelt Vorkommen, waren ebenfalls gut im Preise. — Der hiesige Krieger verein veranstaltete am Sonntag ein Preisschiehen, zu dem eine Anzahl Vereine aus der Rachbarschaft erschienen waren. Der Kriegerverein Lauter war der Einladung nahezu vollständig gefolgt. Den ersten Preis erhielt Otto T r ö l l e r, Lauter, mit 97 Ringen, den zweiten Preis Otto Ma11hies, ©rünberg, mit 85 Ringen, den dritten Preis Schlosser, Lauter, mit 76 Ringen. Ferner schoß Karl Tröller, Lauter, die erste und Reinhard Haß, Grünberg, die zweite Ehrenscheibe. ch L i ch , 28. Sept. Die S ch ü tz e n g e s e lisch a f t L i ch plant für die kommenden Sonntage auf ihren neuen Schießständen am Rodenschütt ein Preisschießen um den silbernen Pokal, den der Gießener Bruderverein der Licher Schützengesellschaft anläßlich der Einweihung der neuen Schießstände gewidmet hat. Der Preis ist als Wanderpreis gedacht und geht, nachdem er dreimal von demselben Schützen errungen worden ist, in dessen Eigentum über. Auch der Tontauben« stand soll bis dahin fertiggestellt sein, so daß auf demselben Schießübungen vorgenommen werden können. Ferner wird denjenigen Schützen, die noch nicht im Besitz der Festmünze sind, Gelegenheit gegeben, diese an den kommenden Sonntagen herauszuschießen. — Ein 16jähriger junger Mann hantierte am Montagmorgen mit dem geladenen Revolver. Plötzlich krachte ein Schuß los, und die Ladung durchschlug dem Jüngling die rechte Hand. Der schnell herbeigerufene Arzt Dr. Burger legte den ersten Verband an. Aus die in den letz- ten Wochen vorgenommenen Blutproben von hiesigen Rindviehbeständen ist den Besitzern der Tiere nichts Verdächtiges gemeldet wor- den, so daß onzunchmen ist, daß die Lungen- s e u ch c endgültig erloschen ist. )—( Hungen, 28. Sept. Hier tagte im Saale des „Darmstädter Hof" eine Vertreter- Versammlung des neugegründeten Hor - loff-Wettertal-Sängerbundes. Renn Bundesvereine waren vertreten. In nahezu dreistündiger Sitzung wurden die Satzungen des Bundes beraten. Da der erste Vorsitzende, Lehrer Mo x ter, Laubach, nach Dudenhoen bei Offenbach verseht worden ist, wählte man einstimmig den seitherigen zweiten Vorsitzenden, Jacob B ö- ch e r, Feldschüh in Ruppertsburg, zum ersten Bundespräsidenten. Alle anderen Vorstandsmitglieder behalten ihre Aemter. I Lauter, 28. Sept. Unser junger Klein- kaliber-Schützenverein konnte auf dem Preisschießen in ©rünberg am Sonntag einen hervorragenden Erfolg erringen. Don den gestifteten 16 Preisen konnte unser Verein allein neun an sich bringen. # Bellersheim, 28. Sept. Wie alljährlich, so ist auch jetzt wieder das waggonweise Verladen von Ob st an unserer Station Obbornhofen-Bellersheim in vollem Gange. Die Aepfelemte ist hier besser ausgefallen, als man anfangs annahm. Wenn oaich viele Baume völlig leer waren, so zeigten andere einen guten Behang, ja manche waren so sehr mit Früchten beladen, daß die Aeste zu brechen drohten und gestützt werden mußten. Die Dirnenernte ist sehr reichlich ausgefallen. Dagegen ist die Zwetschen- emte gering. # Obbornhofen, 28. Sept. Hier ist die Kartoffelernte beendigt. Man ist mit dem Ertrag sehr zufrieden. Run sind noch die D i ck - Wurz, die sich ebenfalls sehr gut entwickelt haben, einzuernten, so daß dann die Erntearbeiten für dieses Jahr beendigt sind. Kreis Büdingen. !! Büdingen, 28. Sept. Rachdem fast alle beteiligten Gemeinden ihre Kostenanteile an der Projektierung der Kleinbahn Bübin g e n—Oberfeemen übernommen hatten, sand dieser Tage in Kefenrod eine erneute Besprechung unter dem Vorsitz des Kreisdireltors Dr. Gähner, Büdingen, statt. In dieser Versammlung wurde der Antrag gestellt, die Dahn von W e n i n g s—R iederseeme n—111 n - Hause n—F ischborn nach B i r ft e i n zu leiten und sie dort in die bestehende Kreisbahn Wächtersba ch—B i r ft e i n einmünden zu lassen. Der Antrag fand um so mehr Zustimmung, als die Gemeinde Oberseemen der neuen Bahnlinie kein allzu großes Interesse entgegenbrachte. Der seitherige Plan soll jedoch im Auge behalten werden. Weiter wurden verschiedene Wünsche hinsichtlich der Linienführung von Wenings vorgebracht, das den Bahnhof näher an den Ort haben will. — Aehnlich ist der Stand der Verhandlungen hinsichtlich des Baues der Kleinbahn Bübin ge n—H a * n a u. In diesem Falle hat vorerst das Landratsamt Hanau eine ablehnende Haltung cingenom- inien, während die hessischen Gemeinden fast durchweg die Kosten übernommen haben. — Das langjährige Gemeinderatsmitglied Iu- stizinspektor Otto Walther muhte infolge Versetzung nach Alzey aus dem Amte scheiden. An seine Stelle wurde Schlossermeister August Schulz in den Gemeinderat ausgenommen. — Gegenwärtig werden von der Reichsfinanzverwaltung zwei Wohnhäuser in Bübingen errichtet; bas eine wirb bie Dienstwohnung des Amtsvorstehers, das andere ein Beamten» haus. — Die Wasserverbesserungskommission des Gemeinderats wurde beauftragt, wegen des Erwerbs der dem Fürsten zu Psenburg und Bübingen gehörenden Pferdsbachquelle weitere Schrttte zu unternehmen. Ribba, 28. Sept. In vergangener Woche wurde aus einer verschlossenen Schublade in einer Mansarde der Bahnhofstraße ein größerer Geldbetrag entwendet. Die Vermutung liegt nahe, daß ein Bettler, dessen Spur man verloren hat, als Täter in Frage kommt. Kreis Schotten. t Gedern, 28. Sept. Der Spenglermrister Jean Lerch von hier war an einem Hause in der Marktstrahe mit dem Anbringen einer Dachrinne beschäftigt. Hierbei brach b ie Leiter, Das grotze Würfelspiel. [ (IHartina HHlcmar.) [ Roman von Franz Xaver Kappus. 2. Fortsetzung. Nachdruck verboten. „Danke", sprach der Unbekannte. Carsten duckte sich und schwieg. Längst zog das Flugzeug über festes Land. In friedlichem Sonnenschein lag unten die Welt. Winzige Eisenbahnzüge krochen mit dünnen Wölkchen dahin. Zwischen Feldern und dunkeln Waldbeständen klebten Fabriken, Dörfer und Städte. Zarte Flußläufe blinkten in der Ferne. Plötzlich richtete Carsten sich auf. Das Gesicht dem Fremden zugekehrt, fragte er: „Was halten Sie von einem Menschen, der mit Grundstücken und Häusern spekuliert?" „Es ist ein Beruf wie jeder andere. Auf die Methode kommt es an." Unheimlich lachte Carsten. „Da haben Sie es: auf die Methode! Wollen Sie meine Methode kennen? Sie ist erprobt und bewährt. Zwanzig Millionen hat sie mir bisher eingetragen. Eine Million in neunzehn Jahren und neunzehn Millionen in einem Jahr. Zufällig war das während der Inflation. Die Mundwinkel des Fremden fielen herab. „Sehr nett", sagte er. „Nun— Ihre Meinung? Ohne Umschweife, glatt heraus!" Aus dem Augenwinkel schielte Carsten nach dem anderen. „Was halten Sie von so einem?" „Daß er ein Schurke ist." , Bravo! Ja, ein Schurke! Und wert, an der tiefsten Stelle des Kanals zu ersaufen." Der Unbekannte zuckte die Achseln. „Morgen werden Sie anderer Ansicht sein. Mor> den drehen Sie eine neue Sache. Lassen Sie erst eine Nacht vergehen. Solche Reaktionen verflüchtigen sich rasch." Langsam und mit sonderbarer Betonung sagte Carsten: „Ich glaube nicht." Während er auf einen Punkt starrte, wiederholte er immer wieder: „Ich glaube nicht." „Abwarten." Schwer schluckte Carsten. „Ueberhaupt dieses Leben — ein Hundeleben eigentlich." „Um das man zittert und bebt." „Hihi", lachte Carsten im Diskant. „Das ist es ja. Wenn man reich ist, verwechselt man alle Begriffe. Weil man Geld hat, glaubt man selber aus Gold zu sein, so einzigartig und kostbar. Und ist in Wirklichkeit doch nur ein armseliges, jämmerliches Stück Mensch. Schauen Sie mich an, wie ich da sitze: dreiundfünfzig bin ich erst und schon ein alter, verbrauchter Mann. Seit einem Vierteljahrhundert laufe ich dem Geld nach, immerfort, atemlos. Und was hab' ich davon? Nichts. Nur immer ärmer bin ich geworden, nur immer verlassener. Je mehr einer hat, um so einsamer muh er ja sein. Nur sein Reichtum zieht an oder stößt ab. Er selbst liegt auf bem Boden, plattqebrüdt von seinem (Selb, ohne Beziehung zu den Menschen. Das ist die Geschichte." Erschöpft sank Carsten zurück. Stille legte sich zwischen die beiden. Stunde um Stunde hatte nur der Motor das Wort. Eintönig hämmerte der sein Lied über Berge, Täler und Städte. Dann und wann fing Carsten wieder zu reden an. Aber der Fremde antwortete nicht. Trotzdem suchte Carsten immer aufs neue den Blick dieser klaren, grauen Augen. Knapp vor Berlin sagte der Unbekannte: „Vielleicht merken Sie sich den heutigen Tag." „Verachten Sie mich sehr?" „Verachten?" Der Fremde lächelte eigen. „Nicht mehr als sich selbst." Glatt landete das Flugzeug fünf Minuten spater auf dem Tenlpelhoser Felde. Der Fremde grüßte kurz und sprang die kleine Treppe hinab. Mit raschen Sätzen eilte Carsten ihm nach. „Mit wem habe ich das Vergnügen gehabt?" „Doktor Morell", sagte der andere und ging auf das nächste Mietauto zu. III. Ruhelos schritt Julie Wilemer durch die Zimmer. Nie noch war ihr die Wohnung so schön erschienen. Jedes Möbelstück hatte auf einmal sein eigenes Leben, verflochten und verwachsen mit dem ihren. Daß man das früher nicht empfunden hatte: es war unfaßbar. Aber Lily lächelte überlegen. „Es bleibt nichts anderes übrig, Mama: verkaufen ober vermieten. Wir werden vermieten, weil es das Vernünftigere ist." Sie trat vor die Mutter hin. „Sag doch selbst: Wozu brauchen wir jetzt zehn Zimmer? Werden wir noch Gesellschaften geben? Und das eine Mädchen — wie soll ein Mädchen die Arbeit zwingen?" Frau Julie reckte die hohe, schlanke Gestalt. „Wie wenig die Rolle mir liegt", sprach sie bitter. „Egal: was können die sechs Zimmer ein» bringen?" „Fünfhundert Mark sind das mindeste. Es können aber auch sechshundert oder siebenhundert sein. Und das ist viel Geld heute. Mit siebenhundert Mark kann man zur Not leben." „Danke für die Aussicht." „Ich spreche von Möglichkeiten", sagte Lily. „Man muß alles ins Auge fassen. Ich glaube übrigens nicht, daß noch etwas zu wollen ist. Der arme Papa — vergeblich läuft er sich die Beine ab. Nach dem Ergebnis der Gläubigerversammlung besteht wenig Hoffnung." „Wie leicht du das alles sagst!" Julie Wilemar ließ sich in einen Fauteuil fallen. Sie legte den Kops zurück und schloß die Augen. Lily fragte: „Beweist das, daß ich es auch leicht nehme?" „Es scheint so." „Tralala! Manches scheint und ist doch anders." Die Hände hinter dem Lockenkopf verschlungen, schritt Lily mit weiten, federnden Bewegungen durch das Zimmer. „Was mich betrifft: ich finde mich nicht ab." Dor einem Spiegel blieb sie stehen und lächelte ihrem Ebenbild zu. „Was ich jagen wollte: Hutchinson ist feit vorgestern in Berlin. Vielleicht mietet er bie Zimmer. Ich will mal sehen." Lily klingelte das Eden-Hotel an. Aber der berühmte Filmmanager war ausgegangen. „Schade." „Wie kommst du auf Hutchinson?" „Seit Heringsdorf halte ich mir ihn warm. Ein paar Ansichtskarten, ein paar nette Worte dann und wann: du weißt, wie er hinter mir her war. Gestern traf ich ihn zufällig bei der Gedächtnis- lirche." „Bleibt er lange?" „Vielleicht drei Monate, vielleicht vier. Er hat große Dinge vor. Diese Leute stecken immer voll neuer Pläne." Diese Leute, dachte Julie. Nun zählte man nicht mehr zu der Sorte. Nun war auch bas Plänemachen vorbei. Wenn man Zimmer vermietete, um leben zu können, hatte man kleine, erbärmliche, schäbige Sorgen. Autotouren, Heringsdorf, Ostsee — wie weit lag das alles schon zurück. Eine Welt war versunken. Noch einmal winkten festlich gekleidete Menschen Abschied. Noch einmal blitzten Edelsteine in der Ferne und erloschen wie Sternschnuppen. „Ich will nicht, daß Hutchinson hier wohnt", sprach Julie vor sich hin. Der bloße Gedanke war ihr unerträglich. Auf großem Fuß hatte man früher gelebt, nichts war gut genug, nichts zu teuer gewesen. Und jetzt — das veränderte Bild: nein. Doch gleich hinterher lächelte Julie. Was bedeutete der einzelne Mensch? Wußten nicht alle, auf die es ankam, gerade genug? Man hatte bei den Herbstrennen in Hoppegarten und Karlshorst gefehlt; man war bei den ersten Premieren vermißt worden; man mied die Gesellschaftsabende im Esplanada und Adlon. Mit der Hand strich Julie durch die Luft. „Meinetwegen," sagte sie mit dem Blick immer auf demselben Punkt, „meinetwegen kann es auch Hutchinson sein." Aber Lily war schon aus dem Zimmer gegangen. Dämmerung sickerte herein. Julie stand auf und trat an das Fenster. Voll Menschen war der Kurfürstendamm. Hinauf und hinunter schwirrten die Autos. (Selbes und brandrotes Laub schaukelte gleichmütig nieder. Erste Lichter blinkten zwischen den halbentblätterten Bäumen. „Du lieber Gott", seufzte Julie leise. Etwas in ihr spannte sich. Wie hatte Lily gesagt: Ich finde mich nicht ab! Und sie sollte sich abfinden? War sie schon so aÜ? War sie häßlich? Gab es nicht Dutzende, die sie begehrten? Und das pochende Blut in ihr — und draußen das heiße, drängende Leben: gehörten die zwei nicht zusammen: Man mußte nur wollen. Man durfte sich nicht unterkriegen lassen. Man durfte nicht kleinlich sein. Doch jeder neue Tag gemahnte an bie Wirklichkeit. (Fortsetzung folgt.) 34 Fortietzung 'Nachdruck verboten völkerung Darmstadts. Samstags (30. Juli.) ist grobe Eröffnungsfeier vor dem Landesmuseum, Sonntags Festzug, Vereinslvettkäinpie usw. Die EinKelwettkämpfe verteilen sich aus Samstag, Sonntag, Montag und evtl. Dienstag. Montags findet vor dem Landesmuseum die Siegerehrung statt. «auf der er stand, durch. Lerch stürzte ab und zog sich eine schwere Verletzung des Oberschenkels zu. )—( Ruppertsburg, 28. Sept. Das günstige Herbstwetter förderte seither die Feldarbeiten so, daß das Kartosfelausmachen soweit beendet ist. im Vergleich zu vorigen Jahren drei Wochen früher. Wenn auch Schwarzbeinigkeit und andere Kartoffelkrankheiten den Ertrag gemindert haben, so darf doch mit einer guten Mittelernte gerechnet werden. Geklagt wird von verschiedenen Landwirten über geringen Ertrag der „Odenwälder Vlauen", einer mittelfrühen Sorte. Die Drusch ergeb nisse dürfen bei Roggen und Hafer als sehr gut bezeichnet werden. Bei Weizen jedoch ist die Minderung des Körnerertrags durch Rost und andere Einwirkungen aus 30 bis 40 Prozent in Ansatz zu bringen, ein Schaden, der aber durch die vermehrte Gebundzahl etwas ausgeglichen wird. — Bei der G e m e i n d e o b st v e r st e i g e - t u n g wurden insgesamt 650 Mk. gelöst, ein äu- ßerst geringer Erlös im Vergleich zum Vorjahre, in dem die Einnahme auS Obst über 2000 Mk. betrug. Der Zentner Aepfel kostete am Vauin 5 bis 9 Mk. Billig waren die Zwetschen, wohl deshalb, weil zur Musbereitung genug Birnen vorhanden sind. — Roch immer, seit März d. 3.. ruht der Betrieb der chemischen Fabrik Friedrichshütte zum Schaden der Bevölkerung von Ruppertsburg und Umgegend. Vier Beamte und Angestellte des Werkes wurden entlassen. SiTcid Alsfeld. -er. Homberg a. d. O h m, 28. Sept. Rach- dem das hiesige Finanzamt innen umgeb a u t und seinem Zwecke entsprechend anders eingerichtet worden ist, s.edelte jetzt die Finanz- kasse, die bisher -in einem besonderen Gebäude untergebracht war, dorthin über. Von jetzt ab werden nicht nur sämtliche Geschäfte in Steuersachen im neuen Lokal erledigt, sondern auch die Zahltage finden in diesem Gebäude statt. Die neue Einrichtung dient der 'Bequemlichkeit des Publikums im ganzen Bezirk. 3n dem Finanzamt bleibt eine Wohnung für einen Beamten bestehen, während der Vorsteher eine besondere Dienstwohnung innehat. — Forltrat Bär scheidet in diesen Tagen von hior und siedelt nach Treis a. d. L d a. über, wo er im Ruhestand zu leben gedenkt. ck. W e t t s a a s e n, 28. Sept. Die Walz- arbeiten auf der Strotze Rupperten- rod—Mücke werden voraussichtlich in etwa drei Wochen beendet fein. Bis dahin wird der gesamte Autoverkehr zwischen Grünbcrg und Alsfeld noch durch unseren Ort geleitet. Don dem regen Verkehr der Autos hat unserem Ort allein das Postauto Mück e—äl l r i ch st e i n am besten gefallen, da es eine gute Verkehrsverbindung schuf. Der Gemeinderat hat nun beschlossen. bei der Postbehörde dahin vorstellig zu werden, das Postauto Mücke—Ulrichstein auch künftig von Mücke über M e r l a u—W ettsaasen verkehren zu lassen, um hierdurch für unseren Ort und das bcnach- barte Dörfchen Kirschgarten eine günstige Verbindung zu erlangen. Hoffentlich hat dieser Schritt Erfolg. Kreis Lauterbach. 8 Sandlofs, 28. Sept. Seit einigen Tagen hatte sich ein älteres Mädchen aus unserem Ort entfernt, das gestern in der Rähe von Q u e ck als Leiche aus der Fulda gezogen wurde. Das Mädchen erfreute sich des besten Rufest war outzerordentlich fleitzig und arbeitsfam. Es ist nicht ausgeschlossen, daß hier ein Verbrechen vorliegt. Starkenburg. * Darmstadt, 28. Sept. Hier tagte der Kreisausschutz des 9. (M i t 1 el r h e i n-) Kreises der Deutschen Turnerschaft zusammen mit verschiedenen Darmstädter Turner- Organisationen zur Vorbereitung des 2 7. Mn- telrheinischen Kreisturnfestes 1927 das in Darmstadt abgehalten werden soll. Mit älnterstützimg von Stadt und Staat wird der Exerzierplatz, der in der Rähe des Hauptbahnhofs liegt, zum Turn- und Festplah hergerichtet. Der Platz wurde besichtigt und für geeignet befunden. Hauptfesttag wird Sonntag, der 31. 3uli, werden. 3n Aussicht genommen Nrw zwei Festtage für die Schulen und die De- Sturm in Schmalebeck Roman von Sophie Kloerss. Copyright 1926 by 2lug. Scherl G. m. b. £>., Berlin. Rheinhessen. WSR. Mainz, 28. Sept- Zwei Motorradfahrer aus Höchst machten am Sonntag eine Fahrt an den Rhein. Auf der Rückfahrt kollidierte der vorderste Fahrer in der Rähe von Heidesheim mit einem angetrunkenen Radfahrer, der ohne Licht fuhr, und kam dadurch so unglücklich zu Boden, datz er sich die Zähne einschlug und eine schwere Gehirnerschütterung davontrug. Sein kurz dahinter fahrender Freund kam durch das Unglück ebenfalls ins Stürzen, wobei er zwar selbst heil davvnkam, dagegen die mitfahreirde Dame einen komplizierten Beckenbruch erlitt. Der verunglückte Motorfahrcr wurde ins Mainzer Krankenhaus eingelicfert. WSN. Bingen, 28. Sept. Zwischen Bingen und Niederheimbach wurden gestern zwei Frauen und ein junges Mädchen aus Bin- iien von einem Auto, das im Zickzackkurs und in chnellstem Tempo dahinfegte, überfahren. Alle rei Damen erlitten schwere Verletzungen. Das Auto fuhr, ohne sich um seine Opfer zu bekümmern, in rasendem Tempo weiter und konnte unerkannt entkommen. Worms, 28. Sept. (WSR.) Heute nachmittag ereignete sich hier in der Judengasse eine schwere B lu 1 t a 1, die ein Menschenleben forderte. Mit einem hier zu Besuch weilenden jungen Mann namens Kretz aus Darmstadt geriet der 25 Jahre alle Arbeiter Karl Biegi in einen Wortwechsel, in dessen Verlauf Biegi seinen Gegner mit einem Revolver niederschotz. Kretz stürzte schwer getroffen zu Boden und war sofort tot. Der Mörder wurde von der Polizei fest genommen. Die gerichtliche Untersuchung der Mordtat ist eingeleitet. Preußen. Kreis Wetzlar. XX Wetzlar, 28. Sept. Die Zeppelin- Eck en er-Spende brachte für den Umfang des Kreises Wetzlar eine Gesamteinnahme von 3680,44 Mk., die sich auf die einzelnen Bür» germeistere.en wie folgt verteilen: Atzbach-Launs- bach 317,75 Mk., Braun'els 483,24 Mk.. Ehringshausen 305,01 Mk., Grohrechtenbach 467,95 Mk Hohensolms 285,70 Mk., Schwalbach 222.80 Mk.' Ulm 282,90 Mk. und die Stadt Wetzlar 1315,09 Mark. XX 2lus der Bürgermeisterei Atz - bach-Launsbach, 28. Sept. In der vereinigten Bürgermeisterei wurden für die Zeppe» lin-Cckener-Spende insgesamt 317,75 Mk. gesammelt. Diese Summe verteilt sich auf die Meinen O r t s ch a f t e n wie folgt: Atzbach 45,25 Mark, Dorlar 52 Mk., Dutenhofen 34,30 Mk. Garbenheim 32 Mk., Kinzenbach 35,40 M,._ Krofdorf 11 Mk., Gleiberg 19 Mk., Vetzberg 9,90 Mk. Odenhausen 11 Mk.. Salzböden 22,50 Mk. und Wißmar 45,40 Mk. ehung sich wegen Verzi^.......... teilet erübrigte. Es wäre auch vom volkswirtschaftlichen Standpunkte aus unverantwortlich gewesen, wenn den Anträgen von Klein-Linden und Grotzen-Linden, die dem damals herrschenden und im Laufe der Zeit wieder abgeflauten,Landhunger" entsprangen, stattgegeben worden wäre. Der Wert des Waldes läßt sich zahlenmähig kaum berechnen; er liefert der Gemeinde alljährlich eine gute Einnahme. Er birgt autzerdem eine Sand und Tongrube, die an eine Firma aus Wetzlar zur Ausbeutung verpachtet ist. Schmalebeck hatte viel zu bereden. Man fand kein Ende Verlobungen und Hochzeit und der tote König und die Aussichten der Herzogtümer und die veroammten Briefe, von denen schon wieder einer beim Postmeister gelandet war —, die guten g^oleb^cr mürben nicht fertig mit reden, und als der Wh.stklub bei Herrn Nilius tagte, wurde überhaupt nicht Whist gespielt, sie hatten zu viel zu besprechen. 0 Zu besprechen, denn klatschen tat der Whist- klub nie. Pastor Nottmann hatte leider Herrn Nilius aus- gelacht mit seiner Idee, Lydia Moorwood habe die Briefe geschrieben. Er jedenfalls werde sie nicht dar. über interpellieren, und Herr Nilius war etwas beleidigt von ihm gegangen. Nur den einen Trost Jjatte er, daß Jessen sich ganz zu seiner Ansicht bekehrte und mit ihm über neue Mittel ratschlagte wie dem Uebel beizukommen sei. Ilse stand wieder auf, ging herum im Hause, tat rhc Tagewerk, ließ sich aber wenig bei andern sehen, und Glückwünsche wurden noch nicht angenommen' Hanse hatte solche bestimmte ruhige Art, sie als vcr° fr übt abzulchnen, daß auch die Neugierigsten davor verstummten. _l_ Lützellinden, 28. Sept. Unsere Gemeinde besitzt in der Gemarkung Grotzen- Linden einen über 100 Morgen groben Wald, den sogenannten „Markwald", der von der hes- ischen Forstbehorde (Forstamt Schiffenberg, Metzen) verwaltet wird. 3n der Rachkriegszeit waren, besonders von Klein-Linden aus, (Begebungen im Gange, den „Markwald" abzuholzen und das gewonnene Land an Einwohner von Klein-Linden und Grotzen-Linden zu Siedlungszwecken abzugeben. Es haben seinerzeit wiederholt Verhandlungen zwischen den beteiligten behördlichen Stellen stattgesunden, deren 5ort= setzung sich wegen Verzichtleistung der Qlntrag- Zweifelnd und doch sehr erleichtert blieb Io. Hannes Jessen zurück. Er konnte die schwere Unterredung mit Helene einstweilen aufschieben. Denn, je mehr er darüber nachdachte, um so wahr cheinlicher schien es ihm, daß Lydia Moorwood in ihrer Sitten- strenge versucht hatte, auf diese Weise erzieherisch auf die Schmalebccker einzuwirken. Und wenn, wie es gewesen---und wenn durch sie Riekchen zum Gluck gelangt war — — ach, bann war er nur zu bereit, sie zu entschuldigen. Er richtete sich ordentlich auf und ging in die Eß- stube und holte das versäumte Frühstück nach, denn das gatte ihm gar nicht schmecken wollen. Drei -tage mindestens hatte er Zeit, ehe eine Entscheidung zu erwarten war. I Der Postmeister allerdings berichtete: Richtig I mußte es fein, denn zweimal in der Woche kämen Briefe aus Hamburg, und wer würde zweimal wöchentlich schreiben, wenn nicht ein Bräutigam, wo doch das Porto vier Schilling kostete? Ja, das sahen die Schmalebecker alle ein.--Draußen in der großen Welt begannen die Welten zu brausen. Immer schlimmer lauteten die Nachrichten aus Kopenhagen, immer sicherer wurde es, daß Dänemark nicht daran dachte, Schleswig einmal an den Deutschen Bund abzutreten, wenn auch für Holstein die Zuknuft noch hoffnungsvoller schien. Aber wer dachte daran, die schleswigschen Brüder im Stich zu lassen! „Up ewig ungebeeh. Schon bildeten sich heimlich Verbände von Jägern, Studenten, jungen Bauern und Kaufleuten, die exerzierten und furaglerten, schon strömten aus ollen -teilen des Landes Gelder nach Kiel, wo sich eine provisorische Regierung bildete, dem Herzog von Augustenburg die Landestreue zu halten, und selbst in Schmalebeck kamen abends in der Post die jungen Männer zusammen, fangen „Schleswig-Hol- ftein, meerumschlungen", schwuren, niemals dänisch werden zu wollen, legten Armbinden an und gebärdeten sich wie angehende Soldaten. Mitten zwischen ihnen war der alte Kantor. Redete wie em Junger, hatte blanke Augen, schwur trotz seiner sechsundsechzig noch mitgehen zu wollen, wenn es zum offenen Kampf käme. Wenn Ilse die Post aus Hamburg erhielt, war es fast nur em Bericht für den Vater über allerhand Neuigkeiten, die in der großen Stadt früherer und sicherer bekannt wurden als in dem abgelegenen Uteft. Dabei ein freundlicher Gruß für sie, bisweilen eine Kleinigkeit, die ihr Freude machen konnte, so ein paar schöne Blumenzwiebeln, eine Radierung oer alten Hamburger Nikolaikirche, die vor sechs Jahren dem großen Brand zum Opfer gefallen war einmal em zierlich geklöppeltes Taschentuch: „Denn ich feierte gestern Geburtstag und wollte mir selber an diesem Tage eine kleine Freude machen. Was aber konnte mich mehr erfreuen, als wenn Sie, liebe Ilse mir schreiben werden: Das Tüchlein hat meinen Bestall. Wie ein Wort der Liebe. Nie ein Wort von gemeinsanier Zukunft. Es war eine Kameradschaft, bie eine Streife Wegs zusammen wandert und sich dann m Freundschaft und Einigkeit wieder trennt Madam Eggers bewunderte ausgiebig und fand die Gelegenheit über Erwarten günstig. „Ich wollt' ja Frau Pastorin nicht stören, aber wenn Frau Pastorin vielleicht meine kleine Rechnung — —. Ast ja man bloß, daß ich bie Sachen von Spreck- mann und Laubig bezahlen muß, bie Bänber unb Blonben. Und wo Fiete so gräfig viel Zeug verbraucht bei der Schmiererei mit den Farben." Sie schob das zusammengefaltete Papier auf den Tisch. Helene Jessen faltete es auseinander, unb ihr Kopf würbe noch röter. „Das stimmt wohl unmöglich." „Das stimmt akrat. Unb wo ich so viel Arbeit mit gehabt hab'--nee, kann Frau Pastorin ganz gewiß sein, bas is sehr knapp berechnet." »Zch bringe es nachher hinüber/ murmelte bie, "ich muß es doch erst nachrechnen." Georg kannte schon bie kleinen Schwächen der Schwiegermutter, griff zu unb Jagte: „Soll ich dir aushelfen? Wir wollen ja nachher doch noch bie Möbel berechnen", blickte auf den Zettel unb bekam runbe Augen. „Ader bas ist boch--. Haben Sie das geschrieben, Mabam Eggers?" „Wer soll sonst--T Da sahen sie alle, wie sie erschrak, nach bem Zettel griff unb ihn roieber an sich reißen wollte. „Ich will bas noch mal nachrechnen, wenn Frau Pastor — und meint, bas ist zu Diel." „Stopp. Lassen Sie mir bie Rechnung mal." Zhre Hanb wurde energisch zurückgeschoben. Georg faßte in bie Tasche unb holte einen Brief heraus. „Lieber Vater, Onkel sagte mir, bu wünschtest ben Brief selber zu sehen, von bem er dir gesprochen hat. Hier ist er. Und wenn bu mal bie beiben Hanb- schriften vergleichen willst-- Riekchen erkannte ihren Georg gar nicht. Er sprach so sicher, mit einemmal, ja, wenn es auf ein Ziel losging, konnte er sich zusammenfassen. Jessen begriff sofort. Was bie Worte bes Schwiegersohnes nur halb aussprachen, bas vollenbete Mabam Eggers' verstörtes Gesicht. Ihre Augen starrten wie verzweifelt bald ben Brief, bald bie Rechnung an, — sie wollte etwas sagen, das Wort ", ihr im Munde stecken--jetzt machte sie kehrt unb rannte aus der Tür, rannte über den Markt, sah sich nicht einmal um, vcrschwanb drüben in ihrem Häuschen. (Fortsetzung folgt.) »Weidenhausen, 28. Sept. Bei der hiesigen , Versteigerung des Gemeindeobstes : ivurden hohe Preise erzielt, was darauf zurückzu- , führen ist, datz an der Versteigerung verschiedene : Händler teilnahmen, die wegen der diesjährigen ; geringen Ernte das Obst um jeden Preis er- steigerten. Für den Zentner Aepfel wurden am "Baume 10 bis 14 Rkark bezahlt: Birnen kamen auf 4 bis 6 Mark je Zentner zu stehen. Zwetschen gibt es in diesem Jahre auch hier nur in geringem Umfange. Bei der Versteigerung des Obstes der Gemeinde Volpertshausen wurden gleiche Preise bezahlt. L Münchholzhausen. 28. Sept. Der Fürst zu Braunfels besah in der hiesigen Gemarkung eine Landflächevon34Hektar, welche die hiesige Gemeinde käuflich erworben hat. Zum Teil hat die Gemeinde das Land an hiesige Ortseinwohner zu Bau- und Sied- lungszwecken weiterverkauft. der übrige Teil ist zur landwirtschaftlichen Ruhung verpachtet. Der Schritt der Gemeinde, der ihr mit Rücksicht auf die Beschaffung des Kaufgeldes große Schwierigkeiten bereitete, wird von den Einwohnern, die zum größten Teile „landarm" sind, begrüßt. Bisher war das Land von der Fürstlichen Rent- kammer verpachtet. -t- Münchholzhausen, 28. Sept. Wie vor kurzem im „Gießener Airzeiger" berichtet, hatten sich die beiden hiesigen Gesangvereine zu dem Mämiergesangverein „Concordia" zusammengeschlossen. Rachdem diese Bereinigung zwei Monate bestanden hat, wurde sie jetzt wieder aufgelöst, so daß nunmehr die beiden Gesangvereine in der alten Form weiterbestehen. Kreis Biedenkopf. k. Königsberg, 28. Sept. Beim Anschlägen von Kandeleisen stürzte der Jnstalla- tionslehrling Hermann Will aus Gießen von einem 6 Meter hohen Baugerüst ab. Der junge Mensch hatte Glück im Anglück, denn er zog sich bei dem gefährlichen Sturz nuv eine Verletzung der rechten Schulter zu. Kreis Marburg. ][ Marburg, 28. Sept. Mit einem stimmungsvollen Akt wurde heute in der Aula der städtischen Oberrealschule eine Gedenktafel für die im Weltkriege gefallenen ehemaligen Schüler der Anstalt enthüllt. Die Tgfel enthält 181 Rainen, 42 von diesen jungen Leuten, die nicht wiedergekehrt, waren unmittelbar von der Schulbank aus ins Heer eingetreten. Oberlahnkrcis. * Riederquembach, 28. Sept. Der 26 Jahre alte Arbeiter Jakob Schuhmacher von hier wurde von dem beladenen Anhängewagen eines „Bulldogg" überfahren und so schwer verletzt, daß der Tod aus dev Stelle eintrat. Die Räder hatten dem Bedauernswerten den Brustkorb eingedrückt. Dillkreis. bl. Dillenburg, 28. Sept. Am Sonntag würbe unter zahlreicher Beteiligung ber hiesigen B.reine unb ber gesamten Einwohnerschaft ein Ehrenmal für bie im Weltkriege gefallenen Söhne unserer Stabt enthüllt. Das Gebenkzeichen ist ein schlichtes, aber ansprechendes Bauwerk, bas auf bem Parabeplatz vor bem Amtsgericht feinen Platz gefunben bat. Auf Bronzeplaiten sind bie Namen von 132 Gefallenen zum bauernben Gedenken verewigt. Saiger, 28. Sept. (WER.) Gestern morgen wurde in einem Abteil 2. Klasse des Eil- zuges Köln—Siegen, der kurz vor 10 älhr in Betzdorf eintrifft, die Leiche des Direktors der Dynamitfabrik Würgendorf, Birkenfeld, gefunden. Er ist einem Schlaganfall erlegen. Z B r e i t f d) e i b , 28. Sept. Unter Leitung ber Lehrerschaft fand am Sonntag nach altem Brauch auf ben naheliegenben Viehweiben bas Kinber - fe st statt. Bei allerlei heiteren Darbietungen unb Geschicklichkeitsübungen für bie Kinber nahmen bie Feierstunden einen recht befriebigenben Verlauf. — Die Maul- unb Klauenseuche ist hier e r. loschen. Die Sperrmaßnahmen sinb aufgehoben. Maingau. WSN. Frankfurt a. M., 28. Sept. Wegen Unterschlaguntzen in Höhe von 55 000 a r t zum Nachteil einer hiesigen Versicherungs- Nichts beunruhigte, nichts kränkte. Ja, Ilse setzte sich'" hin und stickte mit Golbperlen ein Monogramm, T. R., bas ber Empfänger in feinen Mantel heften ließ. Das war etwas ganz Neues, Riekchen machte es sofort mit Begeisterung nach, unb ihr Georg hing künftig in ber Post seinen Mantel immer so, baß man bie bräutlidje Gabe leuchten sah. Die bummen Briefe waren anscheinenb verschwunden, was Pastor Jessen zu neuer Furcht veranlaßte. War seine Helene nun, wo sie am Zixl ihrer mütterlichen Wünsche war, boch zur Vernunft gekommen? Sie faß jetzt bie halben Tage unb stickte Hemden unb Bemkleiber, unb Mabam Eggers lief brei- mal in ber Woche aus unb ein unb hatte lange Konferenzen, benn sie nähte ben Putz, Spitzenkragen unb Häubchen unb Tüllbarben unb Fruhlingshüte, unb wenn sie aufgeregt heimfam, sagte sie zu Fiete: „Sie sinb unklug, was sie für Gelb ausgeben. Aber für uns ist es gut, mein Fiete. Ich pass' es immer ab, baß Grützmann brühen ist, wenn ich mit ihr reden soll, dann kann sie nicht sagen: Das ist zu teuer, Madam Eggers. Sie macht denn fo’n Zahnwehgesicht, aber bas seh' ich nicht." Fiete hörte nur mit halbem Ohr zu. Seine Gedanken waren in ben Postversammlungen. Er wollte auch mit, wenn es los ging. Nur bürste bie Mutter das nicht wissen, eh' es fo weit war. An einem Märztage, bie Sonne meinte es schon ganz frühlingsmäßig, war Mabam Eggers mit ihrer Rechnung hinübergegangen in bas Pastorat. Es hatte sich recht nett aufgefummt. Sie war selbst etwas unsicher, wie bie Frau Pastorin sich verhalten würbe, wenn es nun bezahlen hieß, unb barum paßte sie wieder bie Gelegenheit ab, sah Georg Grützmann drüben hineingehen und wutschte eilig hinter ihm drein. In der Wohnstube fand sie die ganze liebe Fa- ■ mihe versammelt, denn Georg hatte Tapetenproben aus Hamburg kommen lassen für bie zukünftige gute Stube feiner Frau, unb bie Tapeten mußten von ' allen Familienmitgliebern bemunbert werbey. | Helene Jessen hatte ganz heiße Backen, sie war ! viel aufgeregter als bie Tochter. So wunberoolle Sachen. Ihr Riekchen hatte wirklich in ben gol- 1 denen Topf gegriffen. Ja, bas mußte man sagen, 5 öas Kind bekam es gut. „Was sa— Sie dazu, Marn i Eggers?" gefellschast wurden am Freitag zwei 30jahriae Versicherungsbeamte aus Frankfurt bzw. Ober-Roden f e ft g e n o m m e n und ins Unter- suchungsgefängnis eingeliefert. Kreis Fulda. Fulda. 28 Sept. (WSR.) Rach amtlicher Mitteilung ist bts zum Montag die Zahl der Erkrankungsfälle an Paratyphus im hiesigen Bezirk auf 65 gestiegen. Die Stadt Fulda ist mtt 17 Fällen beteiligt. Die Zahl der von der Seuche betroffenen Ortschaften beträgt 23 Todesfälle sind noch nicht vorgekommen. Kreis Hersfeld. WSR .H e r s f e l d, 28. Sept. Die T h p h us- epid em i e hat auch auf Hers selb Überae- griffen. D.s jetzt liegt ein Kranker schwer 0 a r,n i e d e r. Rach Erklärung von amtlicher Stelle bestehl eine Ansteckungsgefahr nicht. Gerüchte, denen zufolge auch in dem zum Preise Hersfeld gehörigen Teile des Werratales die Typhuseprdemie ausgebrochen sei, entsprechen nicht den Tatsachen. Allerdings ist dort, z. B. in Hermgen, eine starke Verunreinigung des Trink- Wassers durch allerlei totes und lebendes Gewürm festgestellt worden, das seinen' Weg durch die Leitung bis in die Häuser gefunden hat. Maßnahmen zur Abstellung dieses unhaltbaren 3w standes smd ein geleitet worden. Oberhessisches Schwurgericht. Gießen, 28. Sept. Unter bem Vorsitz bes Lanbgerichtsbirektors C r a m e r verhandelte das Schwurgericht gegen den 32jährigen Albert Helftrich von Ober-Eschbach wegen T o t s ch l a g s v e r s u ch s. Die Anklage vertrat Staatsanwalt Dr. E ck e r t, die Verteidigung führte Rechtsanwalt L u l e y. Es waren 18 Zeugen und ein Sachverständiger geladen Der Angeklagte, ein gelernter Metzger, lebte mit seiner grau in unglücklicher Ehe. Er warf ihr liederlichen ßebensmanel unb Untreue, sie ihm Faulheit und Trunksucht vor. Infolge des „Lotterlebens" ber Eheleute, wie ein Zeuge aus Oder-Eschbach sich ausdrückte, ging das Geschäft rasch zurück, das ur- sprunglich beträchtliche Vermögen schwand dahin. Nach Fastnacht dieses Jahres kam es, da die Frau dem Mann Gelegenheit zur Eifersucht gegeben hatte, ju schweren ehelichen Szenen; einmal lauerte er ihr mit dem Schlachtmesser auf und hätte sie fast umgebracht. Im Mai trennte sie sich von ihm, reichte die Ehescheidungsklage ein unb zog nach Friedberg, wo sie als Büffetfräulein in einer Wirtschaft Stel- ung nahm. Er zog ihr nach, versuchte vergeblich, ie wieder an sich zu ziehen unb geriet burdi Um atigteit, Alkoholmißbrauch und Eifersucht — zu der ie ihm Grund gab unb wofür er sich auf feine Art entschädigte — immer mehr in einen Zustand see- Uscher Verwahrlosung. Er ging dazu über, seine Frau, auf bie er auch bei Dritten in unflätigen Ausdrucken schimpfte, mit Totschießen zu bedrohen. Einen gelabenen Revolver trug er immer bei sich. 21m Abenb bes 2. August lauerte er feiner Frau vor ber Wirtschaft, wo sie in Stellung war, auf. Als sie einen Augenblick im Vorgarten zu tun hatte, sprang er, ohne ein Wort zu reben, auf sie zu, hielt ihr ben Revolver an bie Schläfe unb brückte ab. Der Schuß hersagte, ebenso ein zweiter Schuß, ben er mitten in bas Gesicht ber Frau richtete. Jedesmal hörten bie Frau unb anbere Gäste beutlich bas Knacken ber Waffe. Darauf sprang ber Angeklagte so rasch weg, baß er von ben Gästen, bie ihn verfolgten, nicht eingeholt werben konnte. Der Angeklagte, ber am Tag nach ber Tat bei (einer richterlichen Vernehmung in Friebberg die Totungsabsicht zugegeben hatte, behauptete heute, er habe seine Frau nur erschrecken wollen. Aus seinem ganzen Verhalten und seinen Aeußerungen vor und nach ber Tat ging inbes bas Gegenteil hervor Er werbe heute noch mit seiner Frau abrechnen, hatte er kurz vor ber Tat geäußert, unb*unmittelbar nachher brückte er sein Bebauern aus, baß ihm sein Vorhaben nicht gelungen fei, er werbe es aber noch ausführen, ber Revolver sei ihm nicht losgeganqen. Er war an jenem Abenb stark angetrunken unb lehr erregt, ist überhaupt nach bem Gutachten bes Kreisarztes Mebizinalrat Dr. Walger ein erblich belüfteter Psychopath. Der Staatsanwalt beantragte Verurteilung wegen vorsätzlichen Tötungsversuchs ohne lieber- legung (Totschkagsoersuchs) unter Annahme mit- bernber Umftänbe, ber Verteidiger plädierte auf Verätzung. Das Schwurgericht schloß sich ber Rechtsauffas- fung bes Staatsanwalts an unb verurteilte ben An- in einen > ling dazu ien in uns Ä**»Ä ?,"Metzger, lebtrmii Äi £ |d)?nb dahin, jj? «'ba die Frau >Mud)( gegeben hatte, ’ einmal lüucrle et ihr ’M«11 s>- wt » J? von A, reichte 'd.S°g nach Friedberg, mcr Mchchch J> versuchte vergeM, Wj geriet durch Un- id Eiscchcht - bet r ",sich auf seine Art iiArgeM. 's.6»?'28' s,f'- 13tüej QUs Ä?01Q b r i A ?«. Ä $i, j' Blaii ’ft' 'Ta rMun" Clichy lseauchf^ef^ A drz ^ aum ochen fei tnn9Ulto hj'3;«' ^lebenh^LN' hießen zu bedrohen. Jfl er immer bei sich rte er seiner Frau vor iung war, auf. 8ls sie n zu tun hatte, sprang ws sie zu, hiett ihr den briitfie ab. Der Schuß Schuß, den er mitten liefe, dehesmal hörten utlid) bas finaden der plagte (o rafä mcg, i vrrMen, nicht einlag nach der lat bei iing in Friedberg die le, behauptete heute, er en wollen. Aus seinem Aeußerungen vor und > Gegenteil hervor. Er Frau abrechnen, hatte und'unmittelbar nach- aus, daß ihm fein Bor- : werde es aber noch ihm nicht losgeganaen. k angefrunfen und sehr n Gutachten des Ke eisiger ein erblich be- J“1 no-vher ° > bekam den Zettel u, @e HO V"’® er*?, . ^e, wie Da lflW Hjieberfln nach' Lww: • die »f. mtragte Verurteilung Versuchs ohne Heber- unter Annahme milbiger plädierte aus Br- sich der Rechtsaussaf. n^erurteitt^n^ ausaiebig und fand n günstig- ,Lch n aber wenn Fra" ne Rechnung - . Sachen von Spr ck- muß, die md grasig ötin%'( mit den Papier aus den W Das ftWl "* ™ {x fn nie! Arbeit ÄwW™9“1 jj^ DR.THOMPSONö benutzt zu haben. SEIFENPULVER Küchen Schlafzimmer YENIDZE CIGAREIT-FABRIK DRESDEfKKÖLN KÖNIGSBERG (PR) SEIFHENNERSDORF (SA) u/e/r/f $fe zun Ukxehe ein Wasehnfittet nehmen, das nieht vollkommen Eiche, 3türig, mit weißem Marmor, Stühlen und Handtuchhalter 7941a von RM 530- bis 1000- auf lange Teilzahlung! Altes Blei 6l6lrähren usw kauft ßröhl’iehe Druckerei SchuistraOe 7—9 O Soeben im <§evvebe bereuen, nieht Kleine Strastammer Siehe». * ® i e ß e n . 24. Sept. Ein Schupounterwacht- in eist er war des schweren Diebstahls angeklagt. Cr soll einen Geldbetrag von 40 Mark aus Dem Spind eines Kameraden weggenommen haben, und zwar mittels falschen Schlüssels. Das zuständige Amtsgericht war trotz schwerer Verdachtsmomente zur Freisprechung des Angeklagten gekommen. Gegen dieses llrteit legte Die Staatsanwaltschaft Berufung ein. Die heutige Berufungsverhandlung gestaltete sich für den Angeklagten derart ungünstig, das; das erste Urteil aufgehoben und auf vier Monate Gefängnis erkannt wurde. Das Gericht nahm auch an, daß der Diebstahl entweder mit einem Dietrich oder mit einem falschen Schlüssel ausgeführt wurde. , Gleichfalls wegen Diebstahls hatte sich ein mehrfach wegen des gleichen Delikts vorbestrafter Arbeiter zu verantworten. Er soll einem Kaufmann aus der Ladenkasie 25 Mar! entwendet haben. Er wurde in erster Instanz zu vier Monaten Gefängnis verurteilt. Gegen dieses Urteil verfolgte er Berufung mit dem Antrag auf Freisprechung. Seine Berufung wurde jedoch lostenfällig zurückgewiesen. Die Beweisaufnahme ergab, daß nur er Der Dieb sein konnte. Aebrigens hatte er auch die fehlende Summe dem Kaufmann aus Der eigenen Tasche ersetzt. , Wegen Steuerhinterziehung waren mehrere Landwirte vom Amtsgericht zu teilweise namhaften Geldstrafen verurteilt worden. Sie werden beschuldigt, bei einem Grundstückverkauf vor Dem amtierenden Rotar als Verkäufer Die Kaufpreise um Die Hälfte zu niedrig angegeben zu haben, und zwar in Der Absicht, Dem gemeinsamen Käufer Grunderwerbssteuer zu sparen und Den Fiskus um diese zu schädigen. Auf Berufung der Angeklagten kam Die Strafkammer nach aus- geDehnter Verhandlung und nachdem der Staatsanwalt Den Fall für durchaus zweifelhaft erklärt hatte, zur Freisprechung sämtlicher Angeklagten. In zwei weiteren Fallen wurde nach längeren Verhandlungen Die Sache ausgesetzt und die Staatsanwaltschaft um Anstellung weiterer Ermittelungen ersucht. Sprechstunden der Redaktion. 12 bis 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittags. Samstag nachmittag geschlossen. Für unverlangt clngesandte Ulanuskripte ohne beigefügtes Rückporto wird feine Gewähr übernommen. Anzeigenausträge sind lediglich an die Geschästsstelle zu richten. S I Z. geklagten wegen T o t s ch l a g s v e r su ch s zu zwei Jahren sechs Monaten Gesang- n i s, auf die ein Monat der Untersuchungshaft angerechnet wurde. Die Waffe wurde eingezogen. naturlasiert, komplett von RM 180.« bis 450. la Wliim verkauft 06654 C. Rübsamen, Telephon 1659. Fort mit btt Staubplage auf ben Schulwegen! Die Gießener Schulen haben jetzt Ferien. Mit Dem Schulanfang, am 11. Oktober, beginnt Die Unterrichtszeit wieder später. Wieder werden die Scharen der Schülerinnen und Schüler bei dem Gang nach der Schule, wie feit langer Zeit, durch Die Reihe Der Straßenkehrer gehen und Den Durch sie verursachten Staub einatmen müssen. Scheinbar achtet niemand Darauf, daß Den KinDern Diese Plage erspart toerDe. Man sollte annehmen, Daß es geraDe genug wäre, wenn Die Kehrleute in ihrem Beruf Den Staub usw. auszuhalten gezwungen sind. Außerdem kann nicht ordentlich gereinigt werden, wenn fortwährend durch Vorübergehende gestört wird. Sollte es nicht mögllch sein, daß die Hauptverkehrsstraßen vom Staub durch Die Kehrleute verschont blieben, wenn Die Kinder vorübergehen müssen. Könnten bis gegen 8.30 Uhr — Dann sind Die KinDer alle in Der Schule — nicht Rebenstraßen, Die nicht so verkehrsreich sinD, wie z.B. Reuen Bäue, Schulstrahe, Kirchenplatz usw., gereinigt werden? Die Atmungsorgane unserer Kinder würden geschont, es wäre Dies ein Vor- beugemiltel zur Verhütung von Krankheiten. Krankheiten zu verhüten ist ebenso wichtig als sie zu heilen, unD was kann alles Durch Den aufgewirbelten Staub, Der auch trotz zeitweiligem Sprengen vor dem Kehren aufgewirbelt wird, in Die Lungen kommen. Ich hoffe, Daß es nur Dieses Hinweises bedarf, wenn gefordert wird, auch die Straßenreinigung mehr nach hygienischen Grundiätzen auszu'ühren. Außerdem könnten Die Straßen reiner gekehrt werden, wenn Die Schuljugend vorüber ist. Reine Straßen liegen im Interesse aller und kommen dem Aussehen der Stadt zugute. Abhilfe ist Dringend notl Daß sie erfolge, ist Der Zweck Dieser Zeilen. B. L. V . .. yosoloi! Qlnstte Gesolei-Zigareife hat sidt in gern deru übtt* vasdtendkurzerSeidin allen 'Sauen (öeulsdilands einen gcoßew&veundeskreis erworben). Ohre) Uabrihcdion Tpird deshalb auch nach Schluß dec SesoleiAusstellung beibehadew werden. 5^? brausten sich niehb von ihr brennen! Q)er ständig steigenden !fach/rage ist durdh erweitere te Aufnahme ihrer Herstellung (ftedmung getragen. Musterherstellungsbetrieb juf der Gesolei in Halle 82. UHlicli MilieStadt.auch als Geschäftshaus necla- nct, grötz. Wohn. fof. frei, iür 8000 zu denkbar günst.Bedtw flungen fof. vertäust. Schr.Eti'na. u.066.2 an den Gies; Anz. Gut erhaltener MA Want sowie sonst. Küchen- lltcnfitictt btllifl ob- aufleben. 06055 BiSmnrkkitr. 26 1. Mtorrad- Kombina ion neu «Anzug, Haube, Schutzbrille» zu verknusen Zu erfragen in d GeichäslSM'lle d Gies?. Anz. [06657 Die neuengeichen der Verkehrspolizisten. Rach einer DerorDnung über Den Kraftfahr- zeugverkehr haben Führer von Kraftfahrzeugen Den Weisungen unD Zeichen Der Polizeiheamten Folge zu leisten. Insbesondere hat Der Führer auf Den Haltruf oDer Das Haltzeichen eines als solchen kenntlichen Polizeibeamten sofort an^u- halten. Zur Kenntlichmachung eines Polizei- beamten ist Das Tragen einer Dienstmütze auä- reichenD. Den zur Regelung des Verkehrs aufgestellten Polizeibeamten hat Der Führer aus- zuweichen. Die von diesem Beamten gegebenen Zeichen bedeuten: 1. Winken in der Fahrtrichtung „Freie Fahrt"; 2. Hochheben eines Armes .Achtung, Halten"; 3. Seitliches Ausstreckei? eines oder beider Arme „Halt". Werden Lichtzeichen verwendet, so bedeutet grünes Licht: »Freie Fahrt", gelbes Licht: „Achtung, Halten", roteS Licht: „Halt", Dlinllicht: „Langsam fahren". Hierzu ist zu bemerken, daß das zweite Signal (Achtung, Halten!) ein AnlündigungSzeichen ist. Der herannahende Fahrzeugsührer soll Darauf aufmerksam gemacht werden, daß Die Fahrt zu verlangsamen ist, da er unter Umständen zu halten hat. Wenn Der VerlehrZschuhmann den gesamten Verkehr anhalten will, Dann gibt er das Dritte Zeichen „Halt!". Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum qeq'-" *'' ev T'"1 ‘‘^orti-ng? Nochmals: „Wirtschaftlichkeit von Gas und Elektrizität". Zu dem Eingesandt ..Wirtschaftlichkeit von Gas und Elektrizität" in Nr. 220 des „Gießener Anzeigers" möchte ich kurz Stellung nehmen. Zunächst wundert es mich, daß der Einsender feine Entgegnung auf einen mit Namen unterzeichneten Artikel glaubt anonym fchreiben zu müssen. Außerdem hätte es nicht seiner fachmännischen Belehrung bedurft, mich über die Temperatur von Leitungswasser aufzuklären. Wenn ich die Berechnung von 0 Grad auf 85 Grad Celsius angestellt [ Verkäufe I Partie Zettel zu vertäuten. 06554 Hof Aiback. Nehpintscher (ründini,"/,J a.,sow. 1 Mto Marat 9/12, m. Zubeh., Umstände halber soiorl billig z. verk. 06671 Licker Ltr. 37 II. Rittergüter von '.',50-1000 Morgen pro t, mit großen Viehbeständen u. tot. Inventar zuverkauf. Ritterauts- Paciitunaen von 500X650X800 u. 1000 Morgen, kleine Güter von 200X100X75X40 Diorgen zu verkauf. H. Icke. Grundstücks »Ai aller N. d. M. intuA Tel. 998 Gaffel, Woltsangerstr. 6. 11 Ä . -A Gemelnnatxlge Höhe!- SJfliivrQl vareorgangLd.BheL- naubldi "mä'“"1 Gießen, Lindenplatz 1 KarLoffeMeserung. Die Lieferung von ca. 1500 Zentnern Speisekartoffeln soll vergeben werden. Es kommen nur gut ausgelerme, ye- funde gelbfleischige Kartoffeln „Industrie" in Frage. Die Bedingungen können während der Dienststunden hier etngesehen werden. Angebote sind verschlossen mit der Aufschrift .Lartoffellieferung unter Anerkennung der Bedingungen dis zum Freitag, dem 1. Oktober d. 3., vormittags 10 Uhr, hier einzureichen. 7792V Die Lieferung kann geteilt werden. Zufchlagsfrist 3 Tage. Gießen, den 23. September 1926. Direktion der Landes-Heil- u. Pflegeanstalt Gießen. Bekanntmachung. Das restliche Holzgeld aus Den Waldungen Der Stadt Lich ist bei Meldung von Kosten bis zum 1. Oktober ds. Is. an Die Stadtkaffe Lich zu bezahlen. Lich, Den 27. September 1926. Stadtkaffe Lich. ____________Hauser._______7938V Trockenes »WZ-MW zum Streuen wnggon- und fubrenroctfe abjugeben. 79'7D Ioh. Loh III. Zimmergescbäst, Sägewerk, Holzhandlung Dntcn''0fcn (ftr. Wetzlar). habe, so hat das seinen Grund darin, daß dies allgemein bei derartigen Dergleichsrechnungen üblich ist, da das Leitungswasser keine konstante Temperatur hat. Aber ganz abgesehen davon hat die Ansangstemoeratur auf den Vergleich keinen Einfluß, sofern sie bei beiden Apparaten gleich an» genommen wird. Das war ja wohl bei meiner Rechnung der Fall. Der Einsender schreibt weiter von Heißwasserspeichern mit Gasheizung, meint aber dabei wohl Warmwasserapparate, da die Gas- apparate keine Speicher, sondern Durchlauferhitzer sind. Unter einem Heißwasserspeicher versteht man doch wohl einen Apparat, der das Wasser nach der Heizung heiß erhält, es also speichert, ohne daß von außen Wärme zugeführt wird. Zur Dergleichsrechnung selbst möchte ich bemerken, daß der Wirkungsgrad für Gasapparate mit 80 Prozent für den Dauerbetrieb reichlich hoch angenommen ist. Außerdem hätte der Einsender bei seiner Nachrechnung bemerken müssen, daß meine Berechnung nicht auf Gießener Verhältnisse beschränkt mar, sondern sich auf das Normalgas von 4200 WE/cbm stützte. Der Wirkungsgrad von Gasapparaten ist, wie die in Frage kommenden Firmen selbst angeben, von dem an der Derbrauchsstelle herrschenden Gasdruck abhängig, d. h. er sinkt stark mit fallendem Druck. Bet den bekannten Druckvechältnlssen des Gießener Gasrohrnetzes dürfte ein Wirkungsgrad von 60 bis 70 Prozent noch reichlich bemessen fein. Weiterhin kann ich nicht gerade behaupten, mit dem günstigsten Strompreis gerechnet zu haben. Wir haben hier jetzt für eine Kilowattstunde Nachtheizung den 8-Pf.»Tarif, und dieser kommt für Heißwasserspeicher ausschließlich in Betracht. Also hätte der Verbraucher, um 90 Liter Wasser von 10 auf 85 Grad zu erhitzen, 65,5 Pf., und bei einem Rabatt von 10 Prozent 59 Pf. zu zahlen. Letzterer Rabattsatz entspricht einem jährlichen Verbrauch von 2000 Kilowattstunden, der bei derartigen Speichern für Badezwecke und Küchenwasser gut erreicht wird. Bei dem Höchstrabatt von 20 Prozent ist sogar für obige Heizleistung nur 52,5 Vf. zu bezahlen, lieber die Gasrabatte hat sich der Einsender wohlweislich nicht näher ausgelassen; denn beim Gasverbrauch tritt eine Rabattgewährung erst bei einem jährlichen Verbrauch von 1800 Kubikmeter ein, wogegen bei einem Stromverbrauch, der in seinen Wärmeeinheiten der vorgenannten Gasmenge entspricht, der Höchstrabatt von 20 Prozent bereits längst erreicht ist. Der Einsender glaubt zum Schluß ausführen zu müssen, daß Der Gasapparat in Bezug auf die Annehmlichkeiten mit dem elektrischen Heißwasser- peicher konkurrieren könne, vergißt aber dabei chon die schwierigere Montage und das Vorhandenem eines Kamins. Oft wird sogar ein besonderer Kamin empfohlen zur Erzielung stets gleicher Zugverhältnisse, die selbst bei Anwendung von Zug- reglern nicht immer erzielt werden können. Von der Gefahr, die eine undichte Gasleitung oder die unsachgemäße Bedienung des Gasapparates verursachen kann, sei hier nicht gesprochen. Schließlich sei noch erwähnt, daß die Landbevölkerung meist kein Gas, wohl aber elektrischen Strom zur Verfügung hat, so daß sich die elektrischen Apparate gerade auf dem Lande wohl sehr zahlreich ein- führen werden. Dipl.-Jng. M a l k o m e s i u s. Anmerkung der Redaktion: Nachdem beide Teile in der Aussprache zu Worte gekommen sind, schließen wir hiermit Die Erörterung an dieser Stelle. D!Red. * Film HWM? W; z *3/ ▲ ’ w La Crednerstratze 14 Frisch von der See i- •<• h Hausfrau folge klugem Rate, Lebensmittel: nur vom Schade! Garantiert reines Schweine- Schmalz . . Pfund 0.87 Kokosfett blütenrveth, Pfund 0.64 d0. in Tafeln. Pfund 0.65 Feine Holsteiner Plockwurst Pfd. 1.90 Geräucherte ^8IuttVUkst Pfd. 1.15 Romatour 20% ..Pfd. 0.00 Salatöl la .... Liter 1.04 Gemüsenudeln Pfund 0.40 Suppennudeln.........Pfund 0.48 Stangenmakkaroni Pfund 0.58 Zwiebeln ....Pfund 0.07 Sauerkraut..........er-£)dbe Aurütf- nefebrt offeriere beb len Scheibenhonig 8 Md. netto in Holz- fiftchen au Alk. in.—, flüssigen Heidebo uig in 10-Bsd.-Bitchte au lült 11.— franko Nachn.,gar. Zursickn. Lehrer a. D. Fischer, Znikereiu.Honigver- fand, Oberneuland 76, b. Bremen, llss Dolksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Ortsgruppe Gießen. Dr. Fre y. 9'ot settneew&pe WtiSehe m faehstem Waschen, spart1 Seife und schont die Wäsche - Ohne Chlor'- 130 129.5 I 153' 95* 90.4 153,2* 171.9* 170.6* 1)7.75 144 55,75 73* 119,5* 155 5* 150.5 141 161,2' 159.6' holundermus mit Zwetschen auf Allgäuer Art. In einer Messing- oder Aluminiumpfanne läßt man ein Stuck Butter zergehen — ungefähr 50 Gramm auf 500 Gramm Holunderbeeren und ebensoviel Zwetschen — legt die Beeren mit den ausgesteinten Zwetschen in der gleid)en Gewichtsmenge hinein, ebenso nach Geschmack und Belieben gestoßenen Zucker. Hal man in einem Mißjahre keine Zwetschen, so kann man geschälte, gevierteilte Birnen nehmen. Unbedingt soll dem Mus noch ein anderes Obst beigegeben werden, damit der etwas eigenartige strenge Geschmack nicht allzu stark hervortritt. Sobald die Beeren heiß sind, ziehen sie schnell Saft. Unter fleißigem Umrühren läßt man das Mus so lange kochen, bis die beigegebenen Zwetschen oder Birnen gut weich sind. Mittlerweile rührt man 30 Gramm Mondamin mit Milch zu einem glatten Teig an. rührt dieses in das kochende Mus, läßt dieses kurz aufwallen, bis es dick und sämig ist. Das Mondamin, ein seines Maisprodukt ist viel besser als gewöhnliches Mehl; es kocht sich nicht so kleisterig wie dieses und nicht so glasig wie Kartoffelmehl. — Dieses Holunder- mus kann sowohl kalt als auch warm genoffen werden. Die Zutaten von Butter. Milch, Zucker und Mehl mildern den ein wenig strengen Geschmack der Holunderbeeren und machen das Gericht sehr nahrhaft und ausgiebig M. Führer. 199,25 1199,13 89,9 91.5 83.5 ' 84.75 46 | — 117,75 120 164,7 159.5 155 136.5 Rundfunk-Programm. Donnerstag, 30. September: 4.30 bis 5.45 Uhr: Konzert des Hausorchesters: Skandinavische Musik. 5.45 bis 6.05 Uhr: Die Lese- stunde. 6.45 bis 7.15: Vortrag des Direktors Saud über „Das Volkslied, seine Entwicklung imd Charakterisierung als Volkskultur und Volkskunst". 7.15 bis 7.45 Uhr: Italienischer Sprachunterricht. 8.15 bis 9.15 Uhr: Uebertragung von Kassel: Rezitationsabend. 9.15 Uhr: Robert-Koppel-Abend. Anschließend bis 12.30 Uhr: Uebertragung von Berlin: Tanzmusik der Kapelle Ette. 17 39 156,25 94 56 3 180 76 96 a f t i e n, insbesondere in Kohlenwerten, bei weiteren Kursbefestigungen von 1 bis 2 Prozent ihren Fortgang. Die Anregung hierfür ging wiederum von den neuen Verkokungs- planen desRuhrkohlensyndikates und der allgemein gebesserten Lage des deutschen Kohlenbergbaues aus. Das Interesse erstreckte sich aud) auf Deutsche Erdöl, im Hinblick auf die Kohlenlager dieser Gesellschaft. Deutsche Erdöl plus 3 Prozent, Rutgers- werke plus 1,5 Prozent. Die Spekulation wandte ihre Aufmerksamkeit ferner I. G. Farben, Vereinigte Stahlwerke und Elektrowerten zu, so daß sick) die Gesamtlendenz der Börse recht freundlich gestaltete, zumal auch durch reichliche Geldversorgung die Befürchtungen wegen der älltimo-Abwickelung in den Hintergrund gedrängt wurden. Tagesgeld stellte sich auf 5 bis 7 Prozent, Monatsgeld 5,75 bis 7 Prozent. Tie lateinischen Valuten konnten im Devisenverkehr ihre gestrigen festen Kurse nicht ganz behaupten, lagen aber trotzdem freundlich. Paris gegen London.174,50, Mailand 127,50. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. Telegraphische AusAahlung. in Watzenborn-Steinberg und Hungen. Wiesenrundgänge. — Rundgänge der Feld- geschworenen. — Bildung der Schöffen- und Schwurgerichte. — Straßensperren. — Reichs- schulmusikwoche 1926 in Darmstadt. — Dien st - nachrichten. Höchst r Pomona Ichneumin: Lauri! sowie UnteHagepapier zum Anlegen der Leimringe empfiehlt 733 4c Samenhaus Heinrich Hahn Bahnhofstraße / Telephon 1403 Vorteilhafteste Bezugsquelle für Obstbauvereine und Gemeinden *DSN. Frankfurt a. M., 28. Sept. Dur- Schöffengericht verurteilte den 25jährigen Schlosser Peter Sattler aus Hainhausen bei Offenbach wegen Diebstahls von fünf Fahrrädern Sn einer Gesamtstrafe von einem Jahr G e - f-5 n g n i 5. Nche Kundschaft verlieren. DaS wirkte, und daS Wädcl war für dieses Mal davor bewahrt, in die Anstalt zurückkehren zu müssen. Die Einwände vieler Eltern, daß gute Bücher zu teuer seien, sind längst hinfällig. Es gibt genug guten Lesestoff, der für billiges Geld zu haben ist und manches Kind glücklich machte, das sich nach einem Büchlein sehnt, nach seinem, eigenen, nicht nach denen, die durch so viele Hände wandern und meist noch als Verbreiter von Krankheiten gelten müssen. Darum ihr Mütter, gebt euren Kindern gute Bücher fürs Leben mit, schützt und bewahrt sie vor Schmutz und Schund in Wort und Bild. Für die Küche, fiürbisbcof. Eine Delikatesse ist Kürbisbrot, das wohl wenig bekannt sein wird. Man bereitet cs folgendermaßen zu: Ein Pfund Kürbis wird klein geschnitten und mit einem Eßlöffel Wasser weid) gekocht, sodann durch ein Sieb getrieben. 25 bis 30 Gramm Hefe werden mit etwas Mehl und Milch zusammengetan. Wenn dieser Teig gegangen ist, wird er dem lau wann en Kürbisbrei beigegeben. Man arbeitet nun noch 500 Gramm Mehl dazu, nimmt Salz und Küchengewürz nach Geschmack, und wer das Brot süß Hebt, gibt noch Zucker bei. Daraus formt man ein Brot, das noch zwei Stunden gehen soll. In einem heißen Ofen muß es darauf schön goldgelb gebacken werden. Der Geschmack des Brotes wird erhöht, wenn man cs, noch warm, mit Zucker bestreut. Hagebutten einmachcn. Jedermann kennt die kleine, hübsche Hagebutte, dod) nicht jeder Hausfrau dürfte es bekannt fein, wie man ohne das mühsame Entkernen aus ihr eine gute Marmelade erzielt. Das Verfahren ist einfach folgendes: Die von Stil und Blüte befreite Frucht kommt mit so viel Wasser, als nötig ist, daß es über den Früchten steht, zum langsamen Kochen. Gar gekocht, werden die Früchte durch ein Haarsieb passiert und die gewonnene Maste mit Zucker wie jede andere Marmelade eingekocht. (Etwa 70 Dka. Waage« oller Art empfiehlt Wirtschaft. ' Seit Anfang September ft ei - gende Sns 0 l ve nzz i f f er n. Sn der vierten Septemberwoche hielt die Zunahme der Konkurs- ziffem, die bereits seit Anfang September zu beobachten ist, unverändert an. Es wurden insgesamt 127 Konkurse eröffnet, gegen 121 bzw. 87 bzw. 61 in den drei Vorwochen. Die erste Septemberwoche (61 Konkurse) umfaßte allerdings nur vier Tage. Die Geschäftsaufsichten sind demgegenüber nahezu unverändert geblieben. Sn der vierten Septemberwoche wurden 32 gegen 30 in der dritten Septemberwoche, 37 in der zweiten und 15 in der ersten Septemberwoche (4 Tage) gezählt. Die Zahl der mangels Masse eingestellten Konkursverfahren erreichte in der Derichtswoche weniger als die Hälfte des Um= fanges der Vorwoche. Börsenkurse. Emmerscher g| Waren-Expedition Lindenpiatz 1 — Telephon 1257 7939D M odiumer «Hatz . . . . . . BnderuS ...... Caro ......... Deutsch-Luxemburg ... Gelsenkirchener Berg werte Harpener Bergbau . . Kalmierte Aseperöleben. . Kaliwerk Westeregeln. . . Laurahütte Oberbedars Phönir Bergbau Nheinitahl ....... Niebeck Montan Tellus Bergbau Bereinigte Stahlwerke A,- Hamdorg-Amerila Paket. Norddeutscher Llovd Cheramlsche Werke Albin Zementwerk Heidelberg . Philipp Holjmann . . Anglo-Cont.-Gucmo . . . Chemische Mauer Alapin I. G. Warben inbmtrie, A.- Goldschmidt Wette rvo rc.::c 2,:. Wolkig bis heiter, tagsüber etwas milder, trocken. Gestrige Tageätemperaturea: Maximum 13,8, Minimum 3,4 Grad Celsius. Riederschläge: 0,3 Millimeter. Heutige Morqentemperatur: 7,3 Grad Celsius. Holzverkohlung Rütgerswerke Scheideanstalt Alla- Elektrizitäts-Gesellschaft Berßmann Mamkraftwerte ....... Schuckert Siemens ± Halste ..... Adler-werte Klcyer Daimler Motoren Hevligcnstaedk Meguin Motorenwerks Mannheim Frankfurter Armaturen . . . Konservenfabrik Braun . . . Mcrallgei'cll'chafi Frankfurt. Pcl. Union L.-G. .... Schuhfabrik Her;....... Sichel .......2 . Zellstoff Walddof ..... Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waobäuiek . . . | 284' I 117,5 119.75 ranEfurter Börse. Frankfurt a. M., 29. Sept. Tendenz: De- ,festigt. — Rachdem bereits an der gestrigen Börse d*.e feste Tendenz die Oberhand behalten hat, zeigte der Beginn der heutigen Börse, daß der feste Grundton seine Vorherrschaftvorläufig behauptet. Die zuversichtliche Veranlagung des Marktes findet eine Hauptstütze darin, daß man der Ultimo-Abwickelung ohne Befürchtungen ent» gegensieht, da die üblichen Glattstellungen bereits zu einem früheren Zeitpunkte ihre Erledigung gesunden haben. Unter Führung von S. G. F a r- ben-Sndustrie, für die rege Kaufneigung unvermutet hervortrat, konnte die B e f e ft i - gung gute Fortschritte machen. Das Kaufinteresse erstreckte sich aber nur auf ein- gelne Spezialpapiere, unter anderen auf Rheinstahl, Oelwerte, Zuckeraktien und so weiter Die übrigen Werte folgten nur schwerfällig und nur um Bruchteile eines Prozentes der Aufwärtsbewegung. Am Mont an markt waren Phönix auf den Ausfall der Dividende scharf gedrückt, durch stärkeres Angebot ermäßigte sich der Kurs um 3 Proz. Höher tour» den: Bochumer plus 0,75, Buderus plus 0.5, Gelegenheitskauf Im Auftrage des Herrn Dr. A. Klaas. Berlin, verkaufe ich wegzugshalber: 1 kompl. Schlafzimmer Roßhaar-Matratzen und allem Zubehör. 1 Herrenzimmpr schwer Eiche, mit Klub- I 1 fCHZimmer sofa und 2 Sesseln, Standuhr, echtem Teppich und Bild. 1 SneiSPZimmiAr sc^wer Eiche, Stühle mit ' Speisezimmer Leder, echter Teppich dazugehörig eine gepolsterte Korb-Garnitur । 1 f’• < esJte ’ Tisch, Teppich, Blumenständer, elektrische Tischlampe.) Alles wenig gebraucht, fast neu und preiswert. - Anzusehen in der Möbelfabrik Karl Hahn.LÖberstr.l? Schmückmng der Kriegergräber anAllerseelenundTotensonntag Der Dolksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorgc übernimmt es auch in diesem Jahre, Kriegergräber im Ausland im Auf- trage der Angehörigen zu schmücken. Welche Friedhöfe in Frage kommen, ist aus der Ausstellung in Heft 9 der Zeitschrift '^^gsgräberfürsorge" zu ersehen, die für halbjährlich 1 RM. ourd) den Volksbund bezogen werden kann und auch sonst durch Wort und Bild über den Stand der Kriegsgräberfürsorge fortlaufend unterrichtet. Wünsche auf Gräberschmückung wolle man bei dem Rechner der Ortsgruppe, Herrn Bock, Gießen, Stephan- straße 38, anmelden. Dort ist auch Nähens über die Preise Der Kränze zu erfahren. Deutliche Angabe von Dor- und Zunamen, Dienstgrad, Truppenteil, Todestag, Friedhof (Land, Provinz) und möglichst Grabnummer des Gefallenen ist er- forderlich. Für Allerseelen müßen die Bestellungen bis zum 4. Oktober 1926, für Totensonntag bis zum 20. Oktober 1926 in Den Händen der Ortsgruppe sein. Der Dolksbund wird selbst die Sammelgräber schmücken, in Denen große «djaren meist unbekannter Toter ihre Ruhestätte gefunden haben. Er bittet hierzu um die Hilfe der Oeffentlich- teit. Spenden zu diesem Zwecke werden auf das Konto des Dolksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Ortsgruppe Gießen, bet der Mitteldeutschen Creditbank, Filiale Gießen erbeten Deutsch-Lu? plus 1,25, Mannesmann plus 0.5 Prozent. Von Chemiewerten waren S. G. Farben bei starker Aachfvage um mehr als 4 Proz. gesteigert. Auch Goldschmidt strebten scharf nach oben und gewannen 3,6 Proz. Schridecmstalt plus 1,2 Proz. Elektroaktien lagen ruhig und im allgemeinen kaum verändert. Aur Licht' und Kraft erzielten eine starke Steigerung um 7,25 Prozent. Am Danken markt traten wesentliche Veränderungen nicht ein, die Kurse bewegten sick) zumeist auf gestriger Basis. Schiff- fahrtsaktien lagen vernachlässigt und niedriger infolge der Streikgefahr. Von Motoren- a k t i e n konnten sich Kletzer um weitere 2 Proz. befestigen, wahrend ASäl.. Daimler und Hansa- Lloyd nur mäßig anzogen. O e l a k t i e n standen in lebhafter Bewegung bei festen Kursen. Rütgerstoerke plus 1 Proz. Von Baustoff- a k t i e n waren Holzmann leicht erhöht. Von Zellstoffaktien gingen Waldhof2Proz. höher. Am Zuckermarkte setzte sich die Aufwärtsbewegung kräftig fort. Badischer Zucker plus 1,25 Prozent, Heilbronn und Rheingau je plus 2 Prozent. Frankenthal plus 0,5 Prozent. Deuts ck) e Anleihen lagen ruhig, aber befestigt. Ausländische Renten zogen erneut einen größeren Snteressentcnkreis auf sich. Unter Führung von Türken und llngnui. nahm der Markt wieder ein lebhaftes und festes Gepräge an. Bevorzugt waren Anatolier. Der Freiverkehr hatte bei stillem Geschäft fast unveränderte Kurse. Ben; 82, Decker Stahl 30, Drown Doveri 126,5, Entreprise 8.5, Frankfurter Handelsbank 85, Growag 60, Krügershall 113,5, Ufa 39,5 Prozent. Der weitere Verlauf blieb freundlich und brachte für Spezialwerte weitere mäßige Kursgewinne. Am Geldmarkt ist infolge der älltimo-Abwickelung eine stärkere Verknappung eingetreten. Tagesgeld hat sich auf 6 Prozent erhöht. Monatsgeld 5,75 bis 7,75 Prozent. Warenwechsel 5,37, Privatdiskonten 5 Prozent. Sm Devisen verkehr ist die Defestigung der lateinischen Valuten einer Abschwächung gewichen. Paris gab gegen London aus 173,50, Brüssel auf 180, Mailand .auf 128 nach. Frankfurt a. M., 29. Sept. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer, 28,75 Mk.; Roggen, inländischer, 23 bis 23,25; Sommergerste für Brau- Zwecke 23 bis 26; Hafer, inländischer, 17,75 bis 18,50; Mais (gelb) 18,50 bis 18,75; Weizenmehl, inländisches (Spezial 0), 41,25 bis 41,75; Roggenmehl 33,50 bis 34; Weizenkleie 9,75; Roggenkleie 10,25 Mk. — Tendenz: stetig. o’ranit'iirt'tr Schltrchtv'cl markt. Frankfurt a. M., 29. Sept. Auftrieb: 751 Kalber, 688 Schafe, 191 Schweine. Es notierten: Kälber: beste Mast- und Saugtälber 84 bis 89 Mark; mittlere Mast- und Saugkälber 74 bis 83, geringe Kälber 60 bis 62. — Schafe: Mast- lämmer und jüngere Mafthämmel (Weidemast) 43 bis 47; mittlere Mastlämmer, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 36 bis 42; fleischiges Schafvieh 29 bis 35 Mark. — Marktverlauf: Kälber und Schafe bei lebhaftem Handel ausverkauft. Bei. Schweinen erfolgte infolge des geringen Auftriebs keine Notierung. 158.6* 155 137' U. werden eichfähig hergefteNt. ^arl Schmidt, Neuenweg 42, Tel. 1075 la UM liefert prompt C. Rübsamen. Televh. 1659. 7935D Frische Meie Kabeljau Seelachs im Ausschnitt Goldbarsch Sratschellfische empfiehlt 06669 UUVIU »UliVHlVIU, gegenüber der Engelavotheke. flllllllllllllllllllll!lll|l!!!;ilD Achtung! Bringe Donnerstag auf den Markt t>te beliebtenrotenWein' bergs-Pfirfiche, Russe nfw. billigst. Breis. Der rbetn. Obsthdlr. TlntonSchncider I. Camp. ,oyD Berliner Börse. Berlin, 29. Sept. An der heutigen Börse nahmen die Meinungstaufe in Montan- Sie sparen Porto wenn Sie die Lose der Preuh.-SüddeuIschen Klassen-Lotterie hier am Platze beziehen. Neue Lose sind eingetroffen und solange der Vorrat reicht, zu haben bei den staatlichen Lottexie-Einnehmern R.Vuchacker Fr.Flimm E. Legler Reuen Baue 11 Walltorstr.63 Südanlage5 Tel. 1182. Tel. 386. Tel. 82 28 Septbr. 29. Septbr. Amtliche Nori rung Amrliche 'Jtorieruna Geld ®rtcr 6)db Brief 8ünft.« jHott. 16;,97 168.39 168,01 168,43 Buen.-Aires >,70.1 1.707 1.712 1,716 Brff.-Ankw. 11,29 11,33 11,28 11,32 Cbrjstiania • 91,87 92,09 91,58 92,12 Kopenhagen 111,36 111,64 111,36 111,64 Stockholm . 112,67 112,35 112,08 112,36 Helfingfors. 10,548 10.588 10,548 10,588 (Italien . . 16.01 16,12 15,96 . 16,02 London. . 4J.339 20.389 20,346 20,395 Weunorl . . 1.1935 4.2035 4,193 4,203 Daris. . . 11,78 11,82 . 11,73 11,77 SLwei; - - El, OG 81,26 61.05 öl,25 Spanien • 63,57 63,73 63.60 63,75 Japan . . . 2.033 2.037 2,038 2,042 >Hto de Jan. Wien in D-- 0.631 0.633 o;626 9.628 Ceif. abgest 39,20 59,34 59,20 59,34 Prag .... 12,416 12,456 12,416 12,456 ttzelzrad . . 7.417 7,4.7 7,417 7,437 Budapest. . •>,865 5,885 5,865 5.885 Bulgarien -.043 3,053 3,035 3,045 Lissabon 21 475 21,525 21,525 Danrig. . Konst.entin- 81,38 81.58 81,38 61,58 2.175 2.185 2,13 2,14 Athen 4,94 4,96 5,04 5,06 (ianatia. . . 1,197 4.207 1.197 4,207 Uruguan 4.205 4.215 4.205 1.215 Frankfurt a.M. Berlin Schluß» Kurs l-Uhc. Kur, Schlutz-lLnfana Kurs auf. Datum: 28. 9. 29 9. 28 9. 29 9 5% Deutsche Reichsanleihe 6.5075 0.51 0.51 u,5025 4% Deutsche Reichk-anleihe . — 0.4975 0,50 8Vi% Demschc Reichsaiilethr 3% Deutsche ReichSanleibe • 0,495 0,4975 0.492 0.68 _ 0.67 0,67 Deutsche Evarprümienanleihe 0.29 _ 0.305 4°/o Preußische KonlolS - . . 0,495 _ 0.4975 0.49 <° o Hessen ..... — _ 0,53 3*/*% Hessen........ — — — Deussche Werlb- Dollar-Anl. 93 — dto- Doll -Schos-Antreisna.') — _ «°/o Zollturken......... 15.62 16,25 15.8 6% Goldmerikaner . . . 1 47.25 46.8 — Berliner Handelsgesellschaft • Lommerr- and Privat-Bant 213.5 140.5' 139' 218* 110* 216 HO* Darmst. und Ranonaldank . 227* 26.7* 225.5* 227.2' Deutsche Bank....... 167.9 167' 158* 167,5' Deutsche Lereinsbank .... 97.5 Disconto Commandii . . 159.5* 159* 159,7* 159,5' Melallbank........ 140.75 141,5 Mitteldeutsche Creditbank. . Oesterreichische Creditanslall 137.5 137.25 8.6 8.55 8,6 8,62 Westbank ........ 65 Berlin, 28 Septbr (Selb Brie' Amerikanische Note,..... Veloische Noten ....... Dänische Noten ....... Englische Noten........ Fraiiiösssche Noten ...... Holländische Noten ..... italienische Noten..... Norwegische Noten...... Z'Utsch-Oesterr., ä 100 Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten...... Schweiler Noten...... Spanische 'Noten....... Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten .... 4,174 11,28 111,07 20,305 11,94 167,48 16,06 91,62 59.08 2,14 111,87 80,75 63,24 12,375 5.838 4,191 11,34 111,63 20.405 12,(10 16«.32 16.11 92,08 69.38 2,r 112.4:: 81,15 63.66 I2.43 5.878