4,5 blS 6®rni^ ‘«Äu!’,*; °fi 202 Wi\ M verschlechtert« sich u mtfehmg der italitni. !d4-50 gegen Lonbrir Schaft KK« -hm 6?' lateil °s mit rt?an,UnJ M ftenk «.I mH. .. Ilch QUj "S [2 9«t|e. Dir 2 ‘«rtig,^' an] SJjÄ’ sAr ÄCf’Ä ®n".8 »u te' ^L'Z ■Sranffurt q. A ^szahkung. i,» M u Ö1.Ü MA1. Bä» »Z »,«5 LW 19,(B 61, 61,08 !,N 0,641 »,u 12,fc 7.415 5,895 J./Jj W ,"<» '.,35 1,11 I.M Uli Ä 3n(L ‘ftotUTOM __^__vr_: ml» 1.6% 10,05 92,03 111,18 112,26 1 10,55 liiM | 20,393 4,195 9,98 81,15 63,92 1,98$ 0,639 59,31 12,ti 7,395 1 5,875 I 4,(M 21,425 ' 81,59 1 l,M ' 4,69 , 1,1% 4.135 1 kn. rtreidcbörse. 28. M Ss lvuÄ- ter, 32 nom.; W iafer, auslam».. 21, 5» 18.50; W ,75 bid 43.90; W We 9,25; Aoggenv- )rogramm tt Tenders- o-LImW"-- 16 Juli. ,,rt te fi05 Uhr: Dir M ir FunlhoÄ^ »« !*«« n'f « ®'-s4Ä^» rÄ: Srld 4,18 10,52 110,94 20,362 10,40 168,13 13,87 91,77 59,44 111,94 81,35 64,34 12,39 5.83 Br.! «,» 10,5- LU,9 20,461 10,4» 168,97 13,91 92,23 59,71 112,5 81,73 64,66 12,45 5.87 , ftärb I. doch »E' WM' 'bis wW <Ä- .—7" 7^v. feuilleto" r- 25 ßa”ö2^—— SB» SW S-el »inan 6U Nr. I?5 Erstes Blatt 176. Jahrgang Donnerstag, 29. Juli 1926 Gichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Vrvck und Verlag . Vrühl'fche Umverfitäts-Buch' nnö Zteindruckerei R. Lange in Siehen. Lchriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulstratze 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspsennig, Platzvorschrift 20°, mehr Chefredakteur: Dr. Friedr. Wikh. Lange. Verantwortlich sür Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.THyriol; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein; für den Anzeigenteil Hans Füstel, sämtlich in Bietzen. Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertag». Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. AronatS'Bezvgrprets: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Träger-, lohn, auch bei Richter- scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: öchristleitung 112, Der» lag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. postscheiNemto: Frankfurt am Main 11686. Neue Wege zur Erforschung -er lkriegrschuldfrage. Berlin, 28.3uli. (Wolff.) Die durch die Aktenveröffentlichung des Auswärtigen Amtes und durch das allmähliche Zutagetreten ergänzender Schriftstücke in anderen Ländern genährte und geförderte Untersuchung der Kriegsschuld- frage hat in der deutschen Oeffentlichkeit durch die Dorträge eine besondere Aktualität erhalten, die der amerikanische Llniverfitätsprofessor Harry Glmer Barnes, der Verfasser des Werkes „The Genesis of the World War" in den beiden letzten Tagen in Berlin hielt. Das Werk dieses Gelehrten, der die Kriegsschuldfrage ohne jede po- littsche Stellungnahme zum Gegenstand wissenschaftlicher Forschung gemacht hat, wird demnächst in deutscher Sprache erscheinen. Seine Schlußfolgerungen, wonach Deutschland nur im geringsten Maße für den Ausbruch des Weltkrieges verantwortlich ist. während sich in die Hauptschuld Auhland und Frankreich, an zweiter Stelle Oesterreich-Tlngarn, teilen, erheben Anspruch auf vollkommenste Objektivität. 3m engeren Kreise gab Professor Barnes dann einen Tieberblick über die Entwicklung des Problems unter dem Gesichtswinkel der historischen Forschungsarbeit, an der übrigens Frankreichs Gelehrte überragend beteiligt seien. Dabei wird auf die auffällige Abstufung hingewiesen, mit der die einzelnen am Kriege beteiligten Mächte der moralischen Forderung nach einer Oeffnung dieser Archive entsprechen. Es sei mit ziemlicher Sicherheit zu erwarten, daß eine Vervollständigung der russischen Aktenstücke und ihre Zusammenstellung mit den bisher amtlich nicht herausgegebenen serbischen Dokumenten die Darnessche These als richtig erweisen würde, wonach z a r i st i s ch e Behörden im voraus von dem Attentat von Sarajewo gewußt hätten, also die bewußte Entfesselung der Katastrophe Rußland vollständig zur Last fiele. Jedenfalls ist die wissenschaftliche Erforschung der Kriegsschuldfrage, die an sich mit dem deutschen Kampf gegen das Stigma des Versailler Vertrags und den auf ihm aufgebauten materiellen Folgen nichts zu tun hat, seit einiger Zeit in ein aussichts- reicheres Stadium eingetreten. Rach den Vorschlägen des amerikanischen Gelehrten sollen die Forscher der verschiedensten Länder, die sich vom historischen und juristischen Standpunkte mit der Schuldfrage befassen, zunächst in neutralen Städten zu regelmäßigen Kongressen zusammentreten, um durch Austausch und Ergänzung ihrer Forschungsergeonisse in absehbarer Zeit zu einem objektiven Resultat zu gelangen. * 3n München hielt Prof. Barnes in einer vom akademischen Arbeitsausschuß für den deutschen Aufbau und vom Arbeitsausschuß deutscher Verbände veranstalteten Kundgebung im Auditorium Maximum der Münchener Universität ebenfalls einen Vortrag über die Kriegsschuldfrage. Er wies darauf hin. daß die moralische Reinigung Deutschlands die Straspara- graphen des Versailler Vertrages e s e i t i g e n und die Reparattonsfrage in völlig neues Licht stellen würde. Der Dawesplan sei nur ein kleines Bemühen, die Strafe eines Mannes zu vermindern, den alle als unschul - dig erkennen. Barnes trat weiter für die Rückgabe der deutschen Kolonien unter einem Mandatssystem ein. Rotwendig werde es auch sein, die in der Ratur der Dinge begründete Vereinigung Deutschlands mit Oesterreich zu gestatten, wenn diese beiden Länder die Vereinigung wünschten. Die Gerech- ttgkeit fordere es weiter, daß den deutschen Bewohnern Südtirols ihre kulturelle persönliche Freiheit gesichert werde. Der Kundgebung folgte ein Empfang beim bayerischen Ministerpräsidenten, der auch dem Vortrage beigewohnt hatte, zu dem hervorragende Vertreter des poli- ttschen und kulturellen Lebens Bayerns geladen waren. Ein Aufruf für die europäische Verständigung. Berlin, 28. Juli. (Wolff.) Der Verband für die europäische Verständigung veröffentlicht einen Ausruf, in dem es heißt: Das Zeichen für die Aussöhnung der europäischen Völker ist mit dem Vertrage von Locarno gegeben. Dieses Derständigungswerk hat selbst die Genfer Krisis überstanden. Der Verlauf und das Ergebnis der Versammlung von Gens haben aber dargetan, daß auch innerhalb dieses erdumspannenden Staatsverbandes der Kreis der europäischen Völker sich gesondert verständigen muß. Die Schöpfer des Vertrages von Locarno nennen ihr Werk selber einen Anfang. Sie erklären: Die Regierungen können nur die Wege ebnen. Der Zusammenschluß zu posittver Zusammenarbeit muß das Werl der Völker sein. Das deutsche Volk ist bereit, seine Lebensinteressen auf dem Wege weiterer Verständigungsarbeit zu sichern. Andererseits haben die^ übrigen Döl.er beginnen, daß eine Weiterentwicklung Europas o 1) n c einen vollen Ausgleich mit Deutsch- l a n d unmöglich ist. Soll aber die neue Ordnung, die zur allgemeinen A b r u ,t u n g führen muß. von Dauer sein, so muß die (SelDiu- heil geschaffen werden, daß die moralischen Garantien, die an die Stelle der militärischen treten, von keiner Seite verletzt werden. Dies kann nur durch eine Vertiefung der Gedanken des Friedens und der Solidarität sowie durch eine der Kampf Elsah-Lothringenr um Autonomie. Der Kampf der französischen Regierung gegen die Autonomiebe'strebungen in Elsah-Lothringen, denen durch die Gründung des elsaß-lothringischen Heimatbundes eine festere Grundlage gegeben wurde, erhält dadurch eine besondere Rote, daß Herr P o i n c a r 6 an die Spitze der Pariser Regierung getreten ist und in einer der ersten Kabinettsbesprechungen hat beschließen lassen, daß die elsaß-lothringischen Angelegenheiten, die bisher dem Justizministerium angegliedert waren, in Zukunft direkt dem Ministerpräsidenten unterstellt werden. Das bedeutet, daß der Kampf in Zukunft mehr noch als bisher unter der Parole geführt wird, deutsche Machenschaften steckten hinter der ganzen Bewegung. Hinter dieser Losung soll die Tlnfähigkeit der französischen Regierung verborgen werden, der es nicht gelungen ist, in sieben Jahren französischer Herrschaft eine engere Verbindung zwischen dem sogenannten Mutterlande und Elsah- Lothringen herzustellen. Obgleich die französische Regierung vor sieben Jahren erbarmungslos alle diejenigen deutschen Elemente aus dem Lande entfernte, die ihr besonders verdächtig erschienen, weiß sie heute keinen anderen Rat, um die Bewohner von Elsaß-Lothringen gefügig zu machen, als mit den härtesten Strafen gegen alle diejenigen vorzugehen, die offen aussprechen, wie die Dinge heute in Wirklichkeit liegen, daß die Assimilationsbestrebungen Frankreichs darin gipfeln, das Volkstum zu vergewaltigen. Für Paris ist es freilich äußerst peinlich, daß nun aller Welt offenbar wird, daß sich die Elsaß-Lothringer unter der Herrschaft Frankreichs gar nicht wohlfühlen, daß ihnen vielmehr all die Errungenschaften, die noch von der deutschen Herrschaft herrühren, wieder geraubt werden. Beim Ein- rücken in das Land im Rovember 1918 hatten sie alle Welt glauben gemacht, daß das elsaß- lothringische Volk in seiner übergroßen Mehrheit den Franzosen zujubele. Die Elsaß-Lothringer traten damals dieser Auffassung nicht entgegen, weil sie durch den jähen Zusammenbruch des deutschen Widerstandes gelähmt waren. Aus dieser peinlichen Lage sieht man nur dadurch einen Ausweg, daß man die Deutschen verdächtigt, sie hätten zur älnzufriedenheit mit den französischen Regierungsmethoden aufgeheht und daß man mit den strengsten Strafen gegen alle die vorgeht, die den Aufruf des Heimatbundes unterzeichnet haben. Daß deutscher Einfluß die Autonomiebewegung ins Leben gerufen hat, ist ein ganz abwegiger Gedanke. Deutschland kann gar kein Interesse daran haben, sich deswegen in Unkosten zu stürzen, da die Autonom misten ja ihre Selbständigkeit im Rahmen des französischen Staates erstreben. Aber die französische Regierung wiegt sich auch in einem falschen Glauben, wenn sie hofft, mit Gewaltmahnahmen die Bewegung aus der Welt schaffen zu können. Die Terrorakte bewirken lediglich. daß' sich die TInzufrfebenen, deren Zahl riesengroß ist, enger zusammenschliehen, um gemeinsam den Kampf zu führen. Roch nie ist eine im Gefühl des Volkes begründete Bewegung durch Gewalttaten behindert worden. Das wird auch Herr Poincarö noch merken, der bei seinem Deutschenhaß der ungeeignetste Mann dafür zu sein scheint, diese Volksbewegung in Dahnen zu lenken, die Frankreich zum Vorteil gereichen kann. Die großen Kundgebungen in Straßburg gegen die Sanktionspolitik der Pariser Zentralregierung sind Beweis genug, daß man mit solchen Mitteln nicht toeitertemmt. Auch Herr Herriot scheint als Llnterrichtsminister nicht der rechte Mann zu fein, der durch geeignete Maßnahmen die Wellen des Tlnwillens glätten könnte. Denn auch für ihn gibt es keine Berechtigung der deutschen Sprache in Elsaß-Lothringen, die doch die Muttersprache der Bewohner dieser Provinzen ift Der Kampf geht unerschütterlich weiter, bis Frankreich einsieht, daß es auch innerhalb seiner Grenzen die völkischen Rechte der Minderheiten voll und ganz zu wahren hat. Der Kolmarer Heimatbund- prozetz. Berlin, 29. Juli. Wie die Morgenblätter aus Paris melden, hat am Mittwoch vor dem Berslechtung der Wirtschaften erreicht werden. Für beide Ziele will der Verband für die europäische Verständigung alle Kreste unseres Volkes sammeln, die die Berstandigungiarbeit zu fördern bereit sind. Dieser Verbann ist soeben im Einvernehmen mit gleichstrebenden Gruppen anderer Völker ins Leben gerufen worden. Der Aufruf ist von zahlreichen Persönlichkeiten aus allen Gebieten des öffentlichen Lebens unterzeichnet. Von den Unterzeichnern seien genannt: Reichskanzler Dr. Marx, Reichsaußenminister Dr. S t r e f e m a n n. Reichswehr- minister Gehler, Reichskanzler a. D. Wirth, Reichsiinanzminister Reinhold, Reichsinnenminister Dr. Külz. Reichskanzler a. D. Dr. Luther, Reichstagspräsident L ö b e, Staatsminister a. D. Prof. Lindemann (Köln), Reichsminister a. D. Koch. Reichsminister a. D. Köth, Reichsminister a. D. K ö st e r, deutscher Bezirksgericht in Kolmar der Prozeß gegen einen der Hauptunlerzeichner des Aufrufes des Heimatbundes, den Vorsitzenden des Elsaß-Lothringischen Deamtenverbanbes Professor Rvss 4 , begonnen. Unter ben 40 gelabenen Entlastungszeugen sind auch mehrere elsaß-lothringische Abgeordnete. Der Angeklagte bestritt entschieden, daß der Aufruf einen Angriff auf die nationale Einheit dar- stelle und behauptete seinen Standpunkt nach Form und Inhalt aufs Bestimmteste. Der Adg. Müller führte als Zeuge aus, bah das Verlangen nach einer föderalistischen Autonomie dem Staat kein Recht zu Verfolgungen gebe und nichts anderes sei, als der Rot schrei einer ganz unnötig auf geopferten Generation. (Ein neuer Aufruf des Heimatbundes. Straßburg, 29. Juli. (Priv.-Tel.) Die Leiter des Heimatbundes, R i ck l i n und K e p p i, haben eine Offensive zugunsten der elsässischen Autonomie ergriffen. Tausende von Flugblättern werden auf Straßen und Plätzen und an den Ausgängen der großen Aemter und aller großen Unternehmungen mit einem neuen Aufruf verteilt. Der Ausruf des Heimatbundes wendet sich an alle Elsässer und Lothringer und erinnert sie an den \jegen den Heimatbund gerichteten „gewalttgen Feldzug, geführt mit den niedrigsten Mitteln, die je im politischen Kampfe Verwendung gefunden haben". „Warum dieser Eifer? Wozu dieser Aufwand? Man will nicht nur die Männer, die das autonomistische Manifest unterzeichnet haben, vom politischen Leben abdrängen, sondern auch — und dies ganz besonders — den Gedanken des Heimatrechtes, den Stolz und das Selbstbewußtsein des elsaß-lothringischen Volkes, erwürgen!... Elsässer und Lothringer! Es ist Zeit, daß auch Ihr endlich ein Wörtlein in Euren eigenen Angelegenheiten mitredet! Cure Ehre und Eure Interessen gebieten Euch in dieser Stunde Mut und Entschlossenheit. Laßt Euch nicht beirren! Seid einig gegen Eure Feinde! Tretet dem Heimatbunde bei!“ „Was will der Heimatbund?... Er will Elsah-Lothringen denElsah - Lothringern geben, ohne dadurch unsere Zugehörigkeit zu Frankreich irgendwie in Frage zu stellen. Um eine haltbare Unterlage für die Lösung der vorgezeichneten Aufgaben zu schaffen, hat er öffentlich ausgesprochen, was schon längst bekannt war und was jeder aufmerksame Besucher unseres Landes sofort sieht, dah wir Elsah-Loth- ringer in Frankreich eine nationale Minderheit bilden. Was ist dabei Schlimmes? Ist es etwa nicht wahr, dah wir uns durch Sprache, Anschauungen, Sitten, Gebräuche, kurz in allem, bis zur Bauart unserer Dörfer und Städte, von den Jnnerfranzosen unterscheiden? Das sind doch altbekannte Tatsachen! ..." Unterzeichnet ist der Ausruf wiederum vom Präsidenten Dr. Ricklin und vom Generalsekretär I. Keppi. Der Frankensturz in Elfast-Lothringen. Straßburg, 28.Juli. (TU.) Die elsaß-lothringische Presse bespricht eingehend die panikartigen Vorgänge, die sich in den legten Tagen beim Sturz des französischen Franken abspielten und zu den schwer st en wirtschaftlichen Störungen führten. Das Publikum stürmte im ganzen Lande die Sparkassen und Banken, um Geld abzuheben und Waren einzu kaufen. So hat die Straßburger Sparkasse an einem einzigen Tage 1600 000 Franken ausgezahlt und nur 150 OOO Franken eingenommen. In sämtlichen größeren Städten Elsaß-Lothringens mußten die Sparkassen ihre Zahlungen einstellen und das Kündigungsverfahren einführen. In einigen Blättern wird die Sperrung der Grenze und die Erhöhung der Paßgebühr gefordert. Gesandter in Riga, Staatssekretär z. D. Kemp» k e s. Reichsminister a. D. Gisberts, Gothein, Graf D e r n st o r f f, Professor Baumgarten (Kiel), Dr. Gertrud Bäumer, Ministerialrat M. d. R. Professor Albert Einstein (Berlin), Anton Erkelenz. M. d. R., Dr. Earl Fritz, Erzbischof von Freiburg L Br., Gerhart Hauptmann. Oberprgsident H ö r s i n g, Professor Leopold I e h n e r, Intendant des Preußischen Staatstheaters, Gras Harry Kehler. Gesandter z. D., Th. Lei Part, Vorsitzender des Allgemeinen deutschen Gewerkschastsoundes. Oberpräsident R o s k e (Hannover). Geheimrat Friedrich Payer (Stuttgart), Bürgermeister Peter- s e n (Hamburg), der preußische Innenminister Severing, Reichsgerichtsvräs.dent Simons. Ministerialdirektor S p i ck e r, der preuhische Handelsminister Dr. Schreiber usw. (Eine internationale Schuldenkonferenz. Revision des Dawesplanes und der interalliierten Tchuldenabkoinmen. London, 28. Juli. (111.) Die Londoner Abendblätter veröffentlichen in großer Ausmachung eine aus Paris flammende Meldung, nach der in internationalen Jinamfreiicn angeregt worden fei, eine internationale Schuldenkonseren; für Ende dieses Jahres einzuberufen. An ihr sollen England, Frankreich, Italien, Belgien, Amerika und Deutschland teilnehmen. Aus der Konferenz soll vor allem eine R e - oiilon des Dawesplans und der interalliierten Schuldenabkommen erörtert werden. Man wird dabei prüfen, wie die Franken st abilisierung und die Ausgleichung des nächstjährigen englischen Budgets erleichtert werden könne. Geprüft soll auch die Frage werden, ob es möglich ist, die deutschen Eisenbahn- Obligationen zugunsten der Schuldnerslaaten der Allierten in Amerika auf dem internationalen Geldmarkt unterzubringen. Die englischen Blätter beschränken sich lediglich auf die Wiedergabe dieser Meldung. Auch in politischen Kreisen Englands übt man in der Angelegenheit starke Zurückhaltung. Amerikas Schuldenpolitik. Kein Nachgeben in der Schuldenfrage. — Amerika und Versailler Vertrag. Baris, 28. Juli. (TU.) Rach Meldungen aus Washington hat Präsident E o o l i d g e den gegenwärtig in der Bretagne weilenden Staatssekretär Mellon wissen lassen, er halte es für notwendig, dah Mellon nach Paris gehe, um mit der französischen Regierung Berhandlungen über die Schuldenfrage zu führen. Ferner verlautet, dah die amerikanischen Botschafter in London und Paris sich in der nächsten Woche nach Washington begeben, um mit Loolidge über die Schuldensrage zu verhandeln. Die Auffassung des Präsidenten Loolidge in der Schuldenfrage wird dahin gekennzeichnet, dah dieser das bisherige Entgegenkommen der Bereinigten Staaten gegenüber den europäischen Schuldnern für so weitgehend halte, dah ein weiteres Entgegenkommen nicht mehr m ö g 1l dj sei. Er beabsichtige deshalb nicht, an dem bisherigen Schuldenabkommen Abänderungen oder sogar eine völlige Annullierung der Abkommen zuzulassen. Auch Senator Owen wendet sich in einer Erklärung erneut gegen die Angriffe auf die amerikanische Schuldenpolitik. Lr betont, dah Amerika bei den Berhandlungen in Versailles keine Repa- rationslei ft ungen verlangt habe, wie es die Alliierten getan hätten. Sie hätten die am 4. Rovember 1918 Deutfdjlanb gegebenen Versprechungen, durch die Deutschland zur wafsensireckung veranlaßt worden sei, mit Füßen getreten. Gerade der Versailler Vertrag verhindere den Einzug eines neuen vertrauens unter den Volkern Europas. Deutschland könne nicht an die Redlichkeit der Führer der ehemals feindlichen Staaten glauben. Amerika dürfe keine neuen europäischen Bündnisse wieder eiugehen. Der Weltkrieg sei nicht ein amerikanisck-er Krieg gewesen wie er ein englischer, französischer, italienischer oder russischer Krieg gewesen sei. Er habe die Welt nicht für die Demokratie reif gemacht. Am Schlüsse der Erklärung heiht es: „Der Weltkrieg ist durch eine Verschwörung russischer Imperialisten mit Unterstützung französischer und britischer 3m- perialifteu entstanden." Poineares Finanzvorlage im Kammerausschuß. Paris, 29. Juli. (TU.) Die Finanzkommission der Kammer hat gestern nachmittag den Finanzminister über die Regierungstrojeite gehört. Poincare ergriff das Wort zu einem dreistündigen Expose, in dem er die einzelnen Paragraphen der Finanzvorlage kommentierte. Poincare erklärte, dah bei der Einbringung der Finanzvorlage die EÜenntnis maßgebend war, daß sofortige Einnahmen not tun. Die Regierung war aus diesem Grunde gezwungen, neue i ndirekte Steuern vorzuschlaqrn. Als Regierung der nationalen Einigung sah sie sich jedoch veranlaßt, diese indirelten Steuern durch die Ausstellung direkter Steuern auszugleichen. Poincarö hat weiterhin mitgeteilt, daß die Regierung mit der Zeit auch eine Besteuerung des Besitzes plant. Es handelt sich hierbei nicht um eine eigentliche und direkte Kapitalsteuer, da der mittlere und kleinere B:siy von der Maßnahme verschont bleiben soll. Im Hinblick auf die Erhöhung der Beamtengehälter bemerkte Poincare, daß die Regierung die Versprechungen ihrer Vorgänger halten werde und die vorgeschlagene Erhöhung keinen definitiven Charatter trage. Weiter sah sich Poincarö veranlaßt, die Stellung des Kabinetts zu den Schuldenabmachungen mit England und den Vereinigten Staaten zu charakterisieren. Die Ratifizierung dieser Abmachungen soll nicht vor September, also nicht vor Ende der gegenwärtigen Sestion in der Kammer beantragt werden. Im übrigen lieh es Poincare bei der allgemeinen Zusi.rerung bewenden, dah Frankreich nur nach Maßgabe seiner Zahlungsfähigkeit die aus den Abmachungen sich ergebenden Verpflichtungen erfüllen werde. Poincare ergänzte seine Erklärungen mit der Feststellung, dah die Re- Carnegie-Stiftung i m Dann kam die Sense beim Mähen des tjtze- trerdes in Verwendung. Sie hat verschiedene Stadien durchlaufen, bis sie die bei uns übliahe die Alliierten sei unmöglich, deshalb habe Marschal Tschang-Tso-Lin eine Vereinbarung mit den „nationalen" Streitkräften beschlossen, gemeinsam gegen seinen bisherigen Verbündeten Wu-Pei-Fu vorzugehen, der sich übrigens in verzweifelter! Lage befinde. Diese sensationelle Entwicklung entspreche durchaus den chinesischen militärischen Traditionen. Kunst und Wissenschaft. Der gekürzte Potemkinfilm freigegeben. Die Filmoberprüfstelle beschloß, den „Panzer- kreuzer-Potemkin"- Film in gefügter Fassung für das ganze Reich freizugeben. Konferenz des internationalen Verbandes akademisch gebildeter Frauen. Abberufung Tirards. Berlin, 29. Juli. Wie der „Vorwärts" aus Paris erfährt, wird der bisherige Oberkommissar der Rheinlande, T i r a r d , der sich bereits seit einiger Zeit in Paris aufhält, nicht mehr auf seinen Post en zurückkehren. Er soll durch einen bekannten Parlamentarier erseht werden. Der Raine de Rl o n z i e werde genannt. Aus der Provinzialhattptstadt. Gießen, den 29. Juli 1926. Seltenes Gelehrten-Iubiläum gierung über jeden Paragraphen der Finanzvorlage die Vertrauerisfrage stellen werde. Im übrigen machte Poincare noch folgende Angaben: Die für das Iahr 1926 noch aufaiL- bringende Summe von 2518 Millionen dient zur Deckung folgender Ausgaben: 669 Millionen für die Erhöhung der Beamtengehälter, 300 Mill, für Ausgaben in Marokko und in Syrien, 950 Millionen für äleberweisung der Bank von Frankreich auf Amortisierungskonto, 400 Mill, zur Begleichung fällig werdender Verpflichtungen im Ausland. Außerdem seien 200 Millionen für die Speisung der Amvrtisierungskasse flüssig zu machen, die erzielt werden könnten aus dem Ertrag der außerordentlichen Steuer auf den ersten Besihübergang von Immobilien oder Handelsgeschäften. Im Jahre 1927 wird die Amortisierungskasse über 800 Millionen Einnahmen verfügen, zuzüglich 2760 Millionen, die aus der neugestaffelten Erbschaftssteuer sich ergeben werden. Die von der Regierung geforderte Erschließung von Einnahmequellen werde für das Iahr 1927 einen Ertrag von 10 392 Millionen bringen. Der Finanzausschuß hat dann in der Einzcl- beratung des Finanzgesetzentwurfes die meisten Artikel verabschiedet, nachdem ein von dem sozialistischen Abg. L6on Blum cingebrachter Gegenentwurf mit 10 gegen 10 Stimmen verworfen worden war. Auf Antrag des sozialistisch-republikanischen Abg. Candace wurden 7 Millionen fehlende Kredite noch in den Entwurf ausgenommen und dazu bestimmt, die parlamentarische Indemnität von 27 000 auf 42 000 Franken pro Monat zu erhöhen. Rach Ablehnung des sozialistischen Gegenfinanzgesetzentwurfes erllärten die Sozialisten, sie würden, wenigstens bis auf weiteres, sich nicht mehr an der Diskussion beteiligen, denn sie glaubten, dies nicht mehr nützlicherweise tun zu können, nachdem der Ministerpräsident erklärt habe, er werde im Plenum bei Beratung eines jeden einzelnen Artikels die Vertrauensfrage stellen. Poincares Verhandlungen mit den Banken. Paris, 28. Juli. (TU.) Der Ministerpräsident führte heute vormittag Verhandlungen mit Vertre- tcrn der Großbanken. Die Verhandlungen galten m. erster Lime der gegenwärtigen Finanzlage, ins- befondere der Lage des Schatzamtes. Die Regierung dementiert offiziell alle 'Gerüchte, nach denen eine Abtretung des Streichholz- monopols erfolgt sein soll. Der Ministerpräsident empfing ferner im Laufe des heutigen Tages den Generaldirektor der Bank von Algier, Pei- card, und den Generalgouverneur von Algier, Violette. Es handelte sich bei diesen Verhandlungen um Neuemissionen der Bank von Algier, die in Höhe von 4 bis 5 Millionen Franks notwendig geworden sind. Die englische Sergbaukrifis. Neue Beratungen des Bergarbeiterverbandes. Rorden von Dahlem. Die Gesahrzone. ist begrenzt durch 11 außerhalb des Schießplatzes liegende Ortschaften. Die die Schiehschule bildenden Artillerietruppen werden erforderlichenfalls in den umliegenden Ortschaften untergebracht. Die entstandenen Schäden sollen sofort nach Beendigung der Schiehzeit durch den Gemischten Ausschuß festgestellt werden. Die betroffenen Ortschaften wurden bereits im letzten Iahr durch Manövereinquartierung weit mehr als in Vorkriegszeiten belastet, zumal die jetzigen Einquartierungen von längerer Dauer sind. | Die Felder waren mit einet 25 BetilU meter hohen Eisdecke bedeckt. $Xel8em- peratur ist stark gesunken. , Grohfeuer im Gefängnis. In den Bodenräumen des Amtsgericht- in Senftenberg (Rieder-Lausitz) entstand durch Unachtsamkeit ein Grohfeuer, das in kurzer Zeit den ganzen Dachstuhl in Flammen setzte und große Munitionsmengen und Handgranaten zur Explosion brachte. Ein Teil der angrenzenden Gefängnismauern stürzte ein Das Gefängnis muhte schleunigst geräumt werden. Eine Anzahl Feuerwehrleute wurde durch die Explosion schwer verletzt. Das gesamte Akten- I material wurde vernichtet. Anschlag auf den D-Zug Berlin—Hamburg. Dienstag abend gegen 11 Uhr wurde aus den 7.40 Uhr abends von Berlin nach Hamburg- Altona fahrenden D-Zug 12 zwischen den Bahnhöfen Kohlenfeld und Doitzen- b u r g bei Kilometer 224,1 ein verbrecherischer Anschlag durch Legen von zwei eisernen Bahnschwellen auf das Gleis verübt. Die Schwellen wurden durch den Schienenräumer der Lokomotive auf dem Gleis 500 Meter mitge- Ichleift und bann zur Seite geschleudert und der Zug 700 Meter hinter bqp Tatort vom Lokomotivführer zumHaltenge blTa ch t. Der Schienenräumer der Lokomotive ist stark beschädigt. Der Zug hatte 15 Minuten Verspätung. Verletzungen von Personen und weitere 'Beschädigungen sind nicht entstanden. Die Reichsbahndirektion Altona hat auf die Ergreifung der Täter 1000 Mark Belohnung ausgesetzt .r Voolsunglück. Auf der Elbe in der Rähe von Hamburg kenterte em mit vier Personen besetztes Segelboot. Ein Insasse, der ein guter Schwimmer war, versuchte an Land zu schwimmen, um Hilfe zu holen. Er geriet dabei in Schlinggewächse und e r t r a n k. Durch Passanten am Ufer gelang es, Hilfe herbeizuhvlen, so daß die drei an* deren Personen gerette 1 werden konnten. Fallbootunglück. In der Weser kenterte ein Faltboot, und der Insasse, ein 18jähriger Schüler Hansen aus Altona ertrank vor den Augen seiner in einem anderen Faltboot sitzenden Eltern. Schweres Mokorradunglück bei Potsdam. In Potsdam ereignete sich ein schweres Mv- torradunglück. Gegen Wend kamen die Arbeiter Ignatz Adamski und Erich Suhle auf einem Motorrad die Chaussee herunter. Plötzlich kam von der entgegengesetzten Seite ein Lastkraftwagen mit Anhänger. Die Motorradfahrer gerieten unter den Anhänger und tnirrben auf der Stelle getötet. ^London, 28.3uli. (Reuter.) Die Berg- arbeiterfuhrer sind zu der morgen stattfindenden Sitzung des Vollzugsausschusses des Bergarbeiterverbandes in London eingetroffen. Der Vollzugsausschuß wird über den am Freitag der Vollversammlung der Bergarbeiter- ' Delegierten vorzulegenden Bericht beraten. In Dem Bericht sollen der Vermittlunas- schritt der Bischöfe, die Lage in den Bergwerken und die etwa zur Einstellung derEinfuhr ausländischer Kohle ein- zuleitenden Schritte behandelt werden. Wie es heißt, ist es nicht wahrscheinlich, daß der Doll- zugsrat der Delegiertenversammlung irgendwelche L Vorschläge unterbreiten wird. Er wird vielmehr voraussichtlich den Delegierten völlig freie F § a n b darin lassen, zu entscheiden, ob die ablehnende Haltung gegenüber der Herabsetzung Der Lohne und Der Erhöhung der Arbeitszeit weiterhin aufrechterhaften werden soll. Der Sekretär des Dergarbeiterverbandes Cook, sagte in einer Rede, die Annahme, der Bergwerksstreik sei zu Ende und die Bergleute hatten verloren, sei nicht richtig. Die Bergarbeiterdelegierten würden nach seiner Ansicht am Freitag erklären, bah sie lieber bic Oefäna- niffe und die Arbeitshäuser füllen wollten Die Bergarbeiter könnten den Kampf nur durch Hunger verlieren, aber es werde keinen dauernden Frieden geben, wenn eine Kapitu- lation erzwungen werde. Er strebe nach einem Arbeitsabkommen, das den Bergleuten das Leben ermögliche, ohne bah sie alle zwölf „onate um einen angemessenen Lohn kämpfen muh en. Es seien vier Leute nach Amerika ge- sanbt worben, andere Leute würden nach anderen Lanoern gehen, um U n te r st ütz u n g s ge ld e r zu sammeln. Solange sie Unterstützung fänden wurden sie weder mit den Bergwerksbesitzern' noch mit der Regierung verhandeln. Eine neue Absage Chamberlains Die Besatzungsftärke im Rheinland. nr-,?CrIln^29. 3uIL (TU.) Wie die Morgen- blätter aus London melden, fragte im Unter- paus Ponsonbh, ob die englische Regierung in Hcbeteinftimmung mit bet Zusage, bie sie in Locarno ober kurz danach gegeben habe und nut der Absicht, die noch ausstehenden Differenzpunkte vor dem Zusammentritt der Völkerbunds- Versammlung im September zu regeln, den an» ohungsmächten die nötigen Schritte in * dU &5in9.en beabsichtige, um bie An- LJ alliierten Truppen im be- festen Gebiet a ufdieKopsstärkezuver- m i n b e r n, bie Deutschland vor dem Kriege mn unterhalten habe. Chamberlain ant- worte.e. Ponsonbh gebe von falschen Voraus- lehungen aus Man habe der deutschen Regie- rung keinerlei Zusage gegeben, bah bie Be- '^Ocinlanö auf bie Zahl der deutschen Garnisontruppen vor dem Kriege vermindert wurden. 8 Em neuer französischer Schießplatz. Köln, 28. Iuli. (WTB.) Die Kölnilckc Zeitung- meldet aus Trier: Der Kommandierende General der 27. Infanterie-Division in Düren t)at Dem otefigen Regierungspräsidenten i>nn einem Beschluß Mitteilung gemacht, in der Gegend von Dahlem, Kreis Schleiden einen vorläufigen Artillerie-Schiehplcih A1, Achten. Der Schießplatz umfaßt als Schußfeld das unbewaldete Gelände im Westen und oiiis o fiter * ________________ . “ Qlrbeit. Das Mähen mit der Sense ist noch nicht Reuschnee in der Schweiz. sehr alt, und mancher ältere Landwirt wird noch Seit Dienstag nacht schneit es in den Bergen I heute mit einem gewissen Grauen an die Er- bis tief hinab. Die Äeuschneeschicht ging heute Zählung des Vaters denken, in der dieser die vormittag bis auf 1500 Meter Höhe hinunter. Forteile der Sense pries und die Mühen der Davos meldet drei Zentimeter Reuschnee. Ernte mit der Sichel schilderte. Von morgens Unwetter in Nordilalien !rttP btSL?bent)S fpät wußten damals die Land- ist wiederum ein ftat- Comettee befinbliche^Sch^^" Z^ auf dem abgrasen, immer in gebückter Haltung. Die Ar- den Sturm aeaen b i / r % r. r? ^rch beit ging ehr langsam vorwärts. Oft wurde das TElsenküste ge- | Getreide überreif und ließ am Tage bie Körner fallen. Dann mußte nachts, wenn ber Shu die Aehren angefeuchtet hatte, gearbeitet Serben. Oft war der weite Weg ins Feld umsonst, Jtoenn der Mond hinter Wolken verschwand-V bie Schnitter ruhten Dann bis zur Morgendämmerung unter freien Himmel. T nähme des Bauernbundes, stimmten der Regierungsvorlage zu. Der Ausschuß überwies einen Antrag des deutschnationalen Abgeordneten Dr. Werner über die Förderung der land- > a, . , ------- — wirtschaftlichen Erzeugung der Regie- Joseph Redlich in rung als Material. Eine Vorstellung des Hess. .' Stäbtetages wegen ber €onbergebä ube- L. nr, . ft euer wurde dahin erledigt, bah sie, soweit pe a?e mie fftr sich aus bas Iahr 1926 bezieht, für erlebiat ^cht, öie von ber ^arnegie-wnsiung int I . ... . . , erfiärt würbe: für 1927 kommt eine anderweitige ?? a ?2tr,cblet wurde, und die jeden Sommer (DetretoeCmte eilt ft UNd jetzt. Regelung ber ©teuer in Frage. Gin von ber Vorlesungen veranstaltet wird diese Das Getreide ist reif zur Ernte Die Ma- Deutschen Volkspartei, ber Deutschnationalen ferner wird die Stiftung schinen sind in Ordnung und zur Arbeit bereit sSf* älTt ®Trnf’“n!l ,S Organc fur int-rn«tt°nal-s Recht Mit ihrer Hilf- t>at der Landwirt, tonn niS caJr der Finanzminister von Zelt zu unterstützen. febr schlechtes Wetter einfeht, bas Getreide bald u "der den Stand ber , geborgen. Das war nicht immer so. Gerade die °°n »ÄtmoÄ I Aus aller Welt. I pachte den. Banern früher viel in diesem Antrag ein Mißtrauen gegen den Finanz Minister erblickt. Ein Vertreter Finanzministeriums machte Mitteilung von der Absicht ber Regierung, der Rotlage des W e i n b a ues infolge der Frühjahrsfröste durch einen Erlah der staatlichen Grundsteuer für 1926 abzuhelfen doch müsse die Frage noch näher geprüft werden. In der zweiten Augnstwoche soll der Finanzausschuh, nach Mitteilung seines Vorsitzenden das Bad Salzhausen und das Versuchsgut der Universität Gießen l r r < - ---- - ----t*vav- besichtigen. D worden, wo es sich festfuhr Gin --- müderes Schiff wurde nur mit Mühe vor dem SensationelleWendunginChina. starkes Gewitter Die eleftrftche" Leftung^zer- bie „nationalen'' Streitkräfte sei beendet^ Die fo festig, daß ber Fuß- Einnahme des Hankau-Pas s e s ' durch ?avl 3n bV ^ühe von y " ourcy Autln ist ein starkes Hagelwetter nkbergegangen. Amsterdam trat Die 4. Konferenz des Internationalen Verbmides der akademisch gebildeten Frauen unter dem Vorsitz von Frau Vir- . . £ w । ginia Gildersleeve aus Reuhork zusammen Tiraro ein französischer Verwaltungsjurist, 27 Rationen sind auf ihr vertreten. Die wich- der 1919 als Oberkommissar an die Spitze der tigsten zur Beratung stehenden Punfte sind: Lauf- Rh ein la nokommi s sio n trat, hat seinen Ramen bahn für Frauen im Handel, Gewerbe. Finanz- unauslöschlich mit der schwersten Leibenszeit bes Wesen, bie Rechtslage der gewerbetreibenden ver- besehten Gebietes verknüpft. Obwohl er einer heirateten Frauen und die Rolle Der akademisch die Gesamtheit ber Alliierten vertretenden Kör- gebildeten Frau in sozialen Fragen Perschaft Vorstand, hat er doch mit größter Rück- ' sichtslosigkeit Die Ziele der französischen Sonder- , neuen Plane Politik am Rhein vertreten. Seine Person und ir^n öer Earnegie-Stiftung mit Dem wurde er Gesandter in Kristiania 1920 Vor- ^ustitut für ■JntcrnQtionaleä höheres Studium sitzender Der Deutschen grieÄ^Ieaation in ?'! ber ^wverfitat Paris Platz greifen. Die Dor- Paris und 1923 Gesandter in Kopenhagen. Der Enitor“r? Hebungen, die ^eses Institut auf neue Generalkonsul in Bareelmia I anderen als rein juristischen Gebieten veran- I Schroetter, hat 1921 bis 1924 das General- ber^Carnea> ^sesacil bed Gebäubes konsulat in Kairo verwaltet und war seit 1924 S ^9l!°e^tun.9 werhen. Gesandter in Kowno. ~ ' 3" $ ü i n g e n feiert heute (am 29. Iuli) ___________ Der 8um General-anfu- I wird I “ in Zürich ernannte Min.-Dir. Heilbron steht ?! n P HA »rVn c n e 8 von Zhering bas seltene Fest bes zweiten seit 1902 im Dienste des Auswärtigen Amtes. U&t^ J *„„*£*•" goldenen ® o f t o r j u b i lä ü m 3 Er war nach dem Kriege Pressechef in den SA?? L , 5)cr Jubilar stammt aus einer in Hessen alt- Kabinetten Fehrenbach und Cuno und von 1921 Oie bekannten Gelehrtenfamilie. Er wurde am 9 Ok- bis 1923 und dann wieder seit dem 1. September SfT" & tobcr 1850 in Kiel geboren als der Än des 1923 Leiter Der Kulturabteilung des Aus- KS q5>futf^r.^rfa6r®1! ^at von 1852 bis 1868 in Gießen tätigen berühmten toartigen Amts. Der neue Leiter der Kultur- S. ^N^rers Rudolf von Ihering. Er besuchte abteilung des Auswärtigen Amts, Gesandter Gießen bas Gymnasium unb bie Unioerfität. Freytag, hat eine ausgedehnte konsularische S®11[t£±" Ä1 Aine Interessen toanbten sich den Raturwissm- Tätigkeit hinter sich und ist seit 1920 biblo- ? V I 9>aften zu. Zunächst beschäftigte er sich ^8 matischer Vertreter des Reiches in Bukarest. £5!/0cbü[er bDn Virchow mit Anthropologi? unb Der neue Gesandte in Kowno, Morath, war Ä»? ?'toir?- promovierte 1872 in Göttingen zum Dr. med Wenfalls lange als Konsul tätig. 1924 war er G-5tri!h^irZ> Ö®?}a" später widmete er sich mehr zoologischen Fra- Beauftragter Der Reichsregierung im Verkehr oiutnritat Mr gen UJ\Ö promovierte 1876 ebenfalls in Göttingen mit bet Interalliierten Kontrollkommission unb f-UL ^m Dr. phil. Er war bann Privatbozent für war Dann kurze Zeit als Gesandter in Reval nl h!?9 ^!vJ0Ü>Clt 300!D.9te tn Erlangen unb Leipzig. Entscheibenb beD°r er ins Auswärtige Q(mt zurücktrat. Der l ßrr seine weitere wissenschaftliche Laufbahn wurde zum Gesandten,in Kopenhagen ernannte bisherige ®änb^n forlAu^hen^^n t e^ i nU ffCr 18S-° nacb Brasilien auswanderte, um Generalkonsul in Barcelona, v. Hassell, ver- s E,^lo ^Metzen. Internationale Kon- sich ganz einem unerforschten Arbeitsgebiet in waltete dieses Amt seit 1921 und gehörte vor» industri?ll-»r ö!n ?^open widmen zu können. Er war zunächst her ber deutschen Botschaft beim Vatikan an. anbe^ obF SlSf ^zt in Sübbrasilien tätig unb hat sich in _________ S? rJS entsprechend den Grund- dieser Zeit auch um Die Dortigen deutschen Kolo- u , I ber Sttftung weiter geförbert werden. I nien große Verdienste erworben 189^ v»m MildenKnmMsschutz. SÄmSMSSÄS: .« U’USä MSÄ RS» SMSMSTWÄÄ'Ä «?se SS, SÄätis gen Sitzung zwei Regierungsvorlagen über die uien, um hier Otudlen über internationale Organi- Außerdem hat er in dieser Zeit inunermüdftcker R ach Weisungen über die Staatsein- I Kation und internationale Assoziation vorzu- und beispiellos vielseitiger Wissenschaft ick!! nahmen und Ausgaben für die Iahre nehn^n. Tätigkeit bie Ratur Sübamerikas e!fo?sckt 1920 und 1921. Es fand dann eine längere Aus- ... ®lc bat in icb€nt ^uro- sich dadurch einen Weltruf als Gelehrter ver- sprache statt über bie Regierungsvorlage betr. W^en Land führende Persönlichkeiten für die schafft, namentlich auf Dem Gebi^der Vogel- öie Gewährung einer S t a a t s b e i h i l f e ^arbeit gewonnen Sie dient feinem Politischen und Molluskenkunde, der Zoogeographie und ^der an den notleidenden hessischen Ael und strebt nicht die Durchführung eines Paläogeographie. Twh aller Lrdienste wurd! Eisenerzhergbau. In dieser Vorlage wird MUmmtcn Programms an, außer dem einer er während des Weltkrieges von den Brasilia! vorgeschlagen, baß. um Arbeiterentlassungen zu besseren Llufklarung Der öffentlichen Meinung nern wegen seines Deutschtums rücksichtslos feines vermeiben, für jebe verkaufte Tonne Eisenerz und emer öorderung bes guten Willens zwischen Postens enthoben. So ist er vor e nigen Iah?e^ eine Subvention von 2 Mk. bezahlt wird. Im den Nationen. Die gegenwärtigen Mitglieder in die alte Heimat zurückgekehrt um in Bübina!n ganzen sollen bis zu 120 000 M. Subvention bcd ^^altunasausschu>ses tn Europa sind: die seinen Lebensabend zu verbringen Bübingen bezahlt werden. Sämtliche Parteien, mit Aus- HerrenPaul AppellHonoratLichtenberger und In Anerkennung seiner ^wissenschaftlichen " ...... 2r- ®- ®arbinerunb kBerbienfte tourbe er^ w ^nfana Sä&r^ .^rray in Englan d: Se- zum ordentlichen HonorarpIofN anßr MZfKMW M-LLSLLMi ESS I sWMsAt: THXS DER iRESTn WM 29. Juli 1926. Jubiläum. ite (am 29. 3uli) : an der LaM. phil. Hermann st bes zlveiten ums. ’.t in Hessen all- turbe am S. Ob bet 6t>frt -es igen berühmten, ig. Tr brlMe btt üittderM. en Hatutto'^en« gte et sich ti lihrvpvlvgie al' i zum Dr. mtd zoologischen Fra> alte in Göttingen Privatdvzent für zig. Entscheidend Lausbahn wurde, lUÄvanderte, um Arbeitsgebiet in Er war zunächst und hat sich in a deutschen Äolo« en. 1893 wurde ilStaatsmu'eums er in selbstloser as Msem zur nerifaß ausbaute, in unermüblrcher wissenschastlichrr as erforscht und ; Gelehrter w- -biet der W* vgraphie und der Verdienste wurde on den Brasilia- 'M** It eintgen Fv«" , um in‘Bi W ^wissenschaslkchrn ggft! !} Mbvot, und u Hansen aus ‘ in einem Potsdam. -in schweres nm die Arbeiter »öle Mif ei'nem .r- Göhlich {am lnLastkraft. -Motorradfahrer ter und tietAen cs hohe" Mete eisrige und « gleit. Möge te ’UÄ rst und M Xl-^Ldie ir fD' Zuviel u?.-Ä> nich' Ltzt •Ää Ki^'berSi^ chtinlt 2r- altung- - OH vuroe^ S.Ö‘8- ?WtS ,Preisung cheleht. r >t 2s ‘•«l inis. iffe n $[?? &it «n IW itutik ,{*1‘ brr ^utnX '5ss*«'i ühr n nachz^.vq (.Oft- Tage d>e^ nn “ fLtft ,d umW.\htc SS* sehr ein gleicher sein wird. der Landesuniversität Privatdozent an unserer Uni- haben ergeben, oberh e ssi - GaSerze u- ferner auch die mit der Slektrizitätsbedarf von Frankfurt a. M und Hessen auf längere Zeit sichergestellt wäre. Die Abfallstoffe geben di» Möglichkeit einer weiteren Ferngasversorgung. Die Entscheidung über die Durchführung dieses großzügigen, für Frankfurt und Hessen höchst wichtigen und aussichtsreichen Projektes dürfte innerhalb der nächsten 4 Monate fallen. Es wird daran gedacht. das Unternehmen als rein öffentlich- rechtliches zu errichten. Erzeugung von elektrischer Energie möglich ist. Durch Verschwelung kann der gemahlene Schwelkoks in den Kesseln des Kraftwerks verfeuert werden, und bei technischer Verarbeitung von 1000 bis 1500 Tonnen Rohbraunkohle können im Kraftwerk jährlich 90 bis 130 Millionen Kilowattstunden erzeugt werden, wo- L.U. Don Gießen. Der •) Vgl. „Gießener Anzeiger" Rr. 169 vom 22. Juli, 2. Blatt. zur Verschwelung. Die Versuche daß die Verwertung der schen Braunkohlen zur g u n g durchgeführt werden kann, Sprechstunden der Redaktion. 12 bis 1 Ahr mittags, 5 bis 7 Ahr nachmittags. Samstag nachmittag geschlossen. Für unverlangt eingesandte Manuskripte ohne beigefügles Rückporto wird keine Gewähr übernommen. Anzeigenauf träge sind lediglich an die Geschäfts stelle zu richten. Die Verwertung der oberhessischen Braunkohle. MSR. Ueber die Verwertung der oberhessischen Draunkohlenfelder in der Rahe von Hungen gibt ein Fachmann in der Frankfurter Presse interessante Mitteilungen. Die von dem hessischen Staat und der Frankfurter Gasgesellschaft als Eigentümer der Draunkohlengruben vor 2 Jahren gegründete Studiengesellschaft, welche den Zweck hatte, durch bohrtechnische und brennstofstechnische Versuchsarbeiten die Möglichkeiten zur bestmöglichen industriellen Verwertung der oberhessischen Braunkohlen eingehend zu prüfen, hat man ihre Arbeiten abgeschlossen. Das Ergebnis ihrer Forschung ist, daß die gewinnbare Kohlenmenge mindestens 30 bis 35 Millionen Tonnen beträgt, so daß bei einer Tagesförderung von 1000 bis 1500 Tonnen die Kohlenvorräte 90 bzw. 60 Jahre reichen würden. Die Kohle ist von guter Beschaffenheit, hat einen hohen Teergehalt und eignet sich ausgezeichnet Grohfeuer in den Höchster Farbwerken. Frankfurt a. M., 29. Juli. Wie Wagners Südwestdeutscher Rachrichtendienst erfährt, brach heute nacht gegen 2 Uhr in dcu Hoch- st er Farbwerken wahrscheinlich infolge einer Explosion — es wurde nämlich ein schwerer Knall gehört — ein Feuer aus, das sich bald über einen Komplex von ca. 3000 Qua- Form annahm. Dah das „Reff" wohl nicht immer diese Form gehabt haben mag, zeigen uns die polnischen Landarbeiter, die, aus einem kulturell noch nicht auf unserer Höhe stehenden Lande kommend, eine viel einfachere Auffange- vvrrichtung an ihrer Sense angebracht haben, als sie dos Reff aufweist. Die Senfe wird bei uns noch von kleineren Landwirten oder da gebraucht, wo kleine Parzellen oder unebener Boden den Gebrauch der Maschine nicht zuläßt. Größere Landwirte und besonders die großen Besitzer verkünden schon lange die Maschine, die ein schnelles und sauberes Arbeiten gewährleistet. Das Getreide ist dann nicht mehr so lange wie früher den Unbilden der Witterung ausgesetzt. Auch die Dreschmaschine ist erst einige Jahrzehnte in Verwendung. Früher wurde den ganzen Winter mit dem Flegel gedroschen, der nun fast ganz verschwunden ist. In einigen Gegenden wirb nur 7wch das Korn mit dem Flegel gedroschen, weil die Strohhalme zu Strohseilen gebunden werden, die wieder zum Binden des Getreides benutzt werden. Aber auch dieser Brauch schwindet allmählich immer mehr. In den meisten Fällen werden Erntestricke gebraucht oder einige Halme der Frucht zum Binden genommen. Dadurch werden die Garben kleiner und leichter, was sehr viel zur Erleichterung der Arbeiten beim Aus- und Abladen beiträgt. Die Erklärung, warum früher so schwere Garben gebunden wurden, hängt wohl mit der Abgabe des Zehnten zusammen. Man wollte auf einer kleinen Parzelle möglichst die gesamte Frucht in neun Garben, binden, denn die zehnte mußte abgegeben werden. Da später an der Dreschmaschine das Fuder gezählt und bezahlt wurde, hatte derjenige weniger Drescherlohn zu zahlen, der dicke gebunden hatte. Seitdem mehr nach Zeit gedroschen wird, steht auch von dieser Seile der Bequemlichkeit nichts mehr im Wege. Auch die alte Sitte, das Getreide lange auf Haufen im Felde stehen zu lassen, wird heute nicht mehr geübt. Sobald das Getreide einigermaßen lufttrocken ist. wird es eingefahren. Cs schabet ihm auch nichts, weil es ja nicht mehr wie früher bis zum Winter in der Scheune sitzen muß, sondern bald gedroschen wird. Die Fälle sind nicht mehr selten, in denen sofort nach dem Schnitt eingefahren und „maschint" wird. H. Gießener Wochenmarktpreise. Es kostete auf dem heutigen Wochenmarkt dos Pfund: Butter 180 bis 190 Pfennig, Matte 30 bis 35, Käse (10 Stück) 60 bis 80, Wirsing 10 bis 20, Weißkraut 10 bis 20, Rotkraut 25 bis 30, gelbe Rüben 10, rote Rüben 10 bis 15, Spinat 30, Römischkohl 8 bis 10, Bohnen (grün) 20 bis 25, Bohnen (gelb) 30, Erbsen 10 bis 12, Mischgemüse -10, Tomaten 25 bis 70, Zwiebeln 20, Kartoffeln 5 bis 6, Pilze 30 bis 35, Rhabarber 10, Falläpfel 8, Frühäpfel 20 bis 40, Birnen 15 bis 40, Heidelbeeren 35, Johannisbeeren 28 bis 30, Himbeeren 80, Stachelbeeren 20 bis 25, Pflaumen 20 bis 30, Walderdbeeren 130, Pfirsiche 70 bis 80, Aprikosen 80, Mirabellen 50 bis 60, junge Hahnen 90 bis 100, Suppenhühner 100 bis 120, Tauben 90; das Stück: Gier 12 bis 13, Blumenkohl 10 bis 80, Salat 5 bis 10, Salatgurken 25 bis 80, Einmachgurken 3 bis 5, Oberkohlrabi 5 bis 15, Rettich 10 bis 20 Pfennig. Bornotizen. — Tageskalender für Donnerstag. Philosophenwald: 8*4 Uhr, Abonnementskonzert der Reichswehrkapelle. — Adler-Menradh- Truppe: 8'/, Uhr, Oswaldsgarten, Vorstellung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Gräfin Mariza". — Astoria-Lichtspiele. „Marccos erste Liebe." — AuS dem Stabttheaterbureau wird uns geschrieben: Am Dienstag, 3. August, findet eine Erstaufführung von „Rur kein Skandal!", eine ganz unglaubliche Geschichte in drei Fortsetzungen von Müller-Ruzila, statt. Mit dem Kurtheater Baden-Baden sind wir eine der ersten Bühnen, die das interessante Werk bringen. Das Thema der Handlung dreht sich um die Schicksale eines Gentleman-Einbrechers, die in köstlicher Weise abgehandelt werden. In Baden-Baden hat sich die Reuheit als der Schlager der Saison erwiesen und zieht stets ein außerordentlich beifallsfreudiges Publikum an. Wir dürfen annehmen, daß der Erfolg bei uns Bönstadt am 17. Februar 1926. — Berufung der Gemeinde Rieder-Weisel gegen das Urteil des Kreisausschusses des Kreises Friedberg vom 17. April 1926 betr.: Faselvieh in Rieder-Weisel. WSN. Das Ende der Hellen Nächte. Mit Ablauf des Monats Juli geht die Zeil der Hellen Nackte au Ende. Die Sonne sinkt nachts wieder mehr als 18 Dogengrade unter den Horizont und kann infolgedessen nicht mehr die oberen Atmosphärenschichten beleuchten, die in der Periode der Nachchelligkeit den sog. Nordschein bilden. Die Nächte werden von jetzt an wieder völlig dunkel. ** Wiener Hoch- und Deutschmeister-Konzert. Es war wohl etwas gewagt. Veranstaltungen, wie diese an einem Sonntag in der mehrere tausend Personen fassenden Dolkshalle abzuhalten. Heule kann der Versuch des Volkshalle-Dereins, die Halle auch für derartige Zwecke nutzbar zu machen, als gelungen bezeichnet werden. Allerdings waren es in der Hauptsache die „Wiener", die einederartige Anziehungskraft auf die Besucher der Konzerte am Rachmittag und Abend ausübten. Schon am Bahnhof wurden die am Sonntagnachmittag gegen 3 Uhr hier ankommenden Wiener Gäste von dem zahlreich erschienenen Publikum herzlich begrüßt. Vom Bahnhof aus bewegte sich unter Vorantritt der Wiener Kapelle, der sich das Publikum an- schloß, ein stattlicher Zug durch die Stadt nach der Volkshalle. Auch innerhalb der Stadt hatten sich überall Ansammlungen zur Begrüßung der Gäste gebildet, die sichtlich erfreut waren über den herzlichen Empfang. Rach der Ankunft in der Volkshalle begann das Rachmittags- tonzerl, das weit über 1000 Besucher aufzuweisen hatte. Es wurde mit einem schneidigen Marsch eröffnet, hierauf folgte ein Wiener Walzer „Der letzte Tropfen" (Kratzl) unb die Ouvertüre „Robuuodonoser" (Verdi). Den Abschluß des 1. Teils bildeten zwei Wiener Lieder „Ich muß wieder einmal in Grinzing sein" (Benatzky) und „3m Prater blühn wieder die Bäume" (Stoltz). Der 2. Teil wurde eröffnet mit der Fantasie aus der Oper „Carmen" (Bizet) »daran schloß sich rein Walzer des Wiener Walzerkönig Joh. Strauß „An der schönen blauen Donau", hierauf folgte das bekannte Hannemannsche Potpourri „Rheinklänge". Den Abschluß desRachmittagskon- zerts bildete der Deutschmeister-Regimentsmarsch (Jurek). Schon bei den erstenDarbietungen gelang es dem Orchester unter der Leitung seines Dirigenten Kapellmeister K. V ch i f f le i t n e r, die Sympathien des Publikums zu gewinnen, das nach jedem Musikstück stürmischen Beifall spendete, so dah sich die Kapelle wiederholt zu Zugaben bewegen lieh. Das Abendkonzert hatte gegen nachmittags mehr als die doppelte Besucherzahl aufzuweisen; weit über 2000 Personen lauschten den Klängen der Wiener Musik. Eröffnet wurden die Darbietungen wieder durch den Deutschmeister-Regimentsmarsch, dem sich der Walzer „Alt Wien" (Kremser), sowie die Ouvertüre zur Oper „Straoella" (Flotow) anschlossen. Es folgten dann 2 Lieder: „Unter dem Fliederbaum (Schubert-Berte) und das Wiener „Fiakerlied" (Fischer). Den Abschluß des ersten Teils bildete das 2. Finale aus der Oper „Aida" (Verdi). Der zweite Teil brachte den Strautz- schen Walzer „Geschichten aus dem Wiener Wald", des weiteren zwei Lieder: „Wien, du Stadt meiner Träume" (Cyecinskh) und „Ja, ja, der Wein ist gut“ (Strecker). Hierauf folgte das bekannte Potpourri „Wiener Volksmusik" (Kom- zak) und als Abschluh ein Wiener Marsch. Das Publikum folgte auch am Abend mit sichtlichem Interesse und in der besten Stimmung den Darbietungen und spendete reichen Beifall!, der die Kapelle auch hier wieder zu verschiedenen Zugaben veranlaßte. k. ** Auftrieb auf dem heutigen Frankfurter Schl ach tv ieh m a rk t: Drei Kühe, 1005 Kälber, 182 Schafe, 979 Schweine. Die Aenderung des Reichsmietengefetzes. Don einem juristischen Mitarbeiter. Zugleich mit der vorn Reichstag vor kurzem beschlossenen Abänderung des Mieterschutzge- setzcs') wurde auch das Reichsmietenge- s e h einer Revision unterzogen durch das Gesetz vorn 10. Juli 1926 zur Aenderung des Reichsmietengesehes, veröffentlicht im „Reichs- gesehblatt" Rr. 47 vom 15. Juli 1926. Das neue Gesetz ändert die seitherigen Bestimmungen des ReichSmietengesehes in einigen Punkten nicht unwesentlich, deren Kenntnis sowohl für den Vermieter, wie für den Mieter von gleichem Interesse sein dürfte. Zunächst ist der 8 1 des Reichsmietengesehes abgeändert worden durch einen Zusah im § 1 Absah 1, dahin lautend, dah, wenn der Vermieter oder Mieter trotz eines für längere Jähre abgeschlossenen Mietvertrages sich auf die gesetzliche Miete beruft, diese Erklärung die Wirkung hat, wenn sie nach dem 15. Juli 1926 abgegeben wird, daß alsdann der abgeschlossene Mietvertrag als auf unbestimmte Zeit abgeschlossen gilt, d.h. es kommt die Vereinbarung über die Dertragsdauer in Fortfall. Der Mieterschutz bleibt dagegen unberührt hinsichtlich der Möglichkeit der Aufhebung des Mietverhältnisses. Die seitherige Bestimmung im §2, wonach eine Aenderung der Friedensmiete zulässig war, wenn sie aus besonderen, in der damaligen Beschaffenheit des Raumes oder den damaligen Verhältnissen der Dertragsteile liegenden Gründen, in außergewöhnlichem Umfang von dem am 1. Juli 1914 ortsüblichen Mietzins abwich, ist erweitert worden. Eine Aenderung der Friedensmiete kann künftig auch erfolgen, wenn die Friedensmiete aus besonderen Gründen in außergewöhnlichem Umfange von dem am 1. Juli 1914 ortsüblichen Mietpreis abweicht. Die früher erforderliche Voraussetzung, daß die besonderen Gründe in der damaligen Beschaffenheit der Wohnung oder den damaligen Verhältnissen der Dertragsteile liegen mußten, ist gestrichen worden. Don Wichttgkeit ist schließlich noch der neu eingefügte § 13 a des Reichsmietengesehes. Sind an einem Gebäude oder Gebäudeteile nach dem 1. Juli 1926 mit Zustimmung des Mieters oder der Mehrbeit der beteiligten Mieter bauliche Veränderungen vorgenommen worden, die den Gebrauchswert erhöhen und nicht als In st andsehungs arbeiten anzu- sehen sind, auch nicht aus der gesetzlichen Miete oh'e Beeinträchtigung der ordnungsmäßigen Bewirtschaftung bezahlt werden können, und ist die Friedensmiete noch nicht erhöht worden, so kann der Vermieter die zur angemessenen Verzinsung und Tilgung des aufgewandten Kapitals ersorderlichen Beträge auf diejenigen Mieter umlegen, für welche der G e » brauchs wert der gemieteten Räume erhöht wird. Dieser Umlagebetrag wird als „Zusahmiete" bezeichnet. Bei Streitigkeiten entscheidet das Mieteinigungsamt. Es handelt sich hier hauptsächlich um die Fälle, in denen der Vermieter größere kostspielige bauliche Veränderungen in dem Hause durchführen läßt, z. B. Anlage einer Zentralheizung, elektrische Beleuchtung usw. Die Dauer des Reichsmietengesehes ist in Übereinstimmung mit dem Mieterschutzgeseh gleichfalls bis zum 1. Juli 1927 verlängert worden. versität Dr. Friedrich Raab hat einen Ruf als vrdentl. Professor für Vvlkswirtschaftspolitik an die Forstliche Hochschule Tharandt erhalten. — Sie venia legendi wurde erteilt: Dem Pfarrer in Walldorf t H. Lic. theol. Adolf Allwohn bei der Theologischen Fakultät für das Fach der Prakttschen Theologie; dem Assistenten am Chemischen Caboratorium Dr. Otto Behaghel bei der Philosophischen Fakultät, II. Abtlg. für das Fach der Chemie. — Die Philosophische Fakultät hat Herrn Arthur Klohbach in Essen, „Geschichtsschreiber des deutschen Roheisenverbandes", in Anerkennung seiner Verdienste um Wissenschaft und Wirtschaft, ehrenhalber zum Doftor der Staatswifsenschaften ernannt. ' Eine öffentliche Sitzung des ProvinzialausschufseS findet am kommenden Samstag, vormittags 8.30 Uhr beginnend, im hiesigen Regierungsgebäude statt. Auf der Tagesordnung stehen folgende Punkte: Klage des Wilhelm Dedio in Gießen gegen das Kreisamt Gießen auf Aufhebung des Bescheids vom 1. Juni 1926 wegen Versagung des Wandergewerbescheins. — Gesuch des Otto Bender in Gießen um Zulassung zum Führen von Kraftfahrzeugen; hier: Berufung gegen das Urteil des Kreisausschusses des Kreises Gießen vom 15. Mai 1926. — Berufung des Friedrich Waaner 2 in Bönstadt gegen das Urteil des Kreisausschusses des Kreises Friedberg vom 27. Februar 1926 in Sachen: Dürgermeisterwahl Gerichtssaal. Betrügereien bei einem Zollamt. WSR. Pforzheim, 28. Juli. Wegen Veruntreuung, Bestechungen und Betrügereien hatten sich vor dem hiesigen Schöffengericht der Zollinspektor Kabus, der Zollsekretär Rioger, zwei Ztgarrenhändler und ein Kaufmann zu neranttoorten. KabuS veranlaßte Rieger unb den Zigarren Händler Pfeifer, Anträge auf Vernichtung von Tabakwaren und Steuerzeichen an das Hauptzollamt zu stellen. Die angebliche Vernichtung bekundete er, und Steuerzeichen und Ware überlieh er dem Mit- angenagten zur weiteren Verwendung. Fermer hatte er die zuviel bezahlten Steuerbeträge gutgeschrieben und mit ihm geteilt Die Steuerhinterziehungen der anderen Angeklagten hatte er ebenfalls nicht angezeigt und dazu nochDlanko- steuerzetchen ausgegeben. Kabus wurde zu 4* » Jahren Zuchthaus, die übrigen zu 2 b i s 11 Monaten Gefängnis verurteilt. Große Strafkammer Gießen. • Gießen, 27. Juli. Ein hiesiger Wirt und seine Ehefrau waren von dem Schöffengericht wegen Kuppelei zu Gefängnisstrafen von V/2 Jahren und Vs 3ahr verurteilt worden; sie verfolgten hiergegen Berufung. Rach umfangreicher Beweisaufnahme, die unter Ausschluß der Oesseittlichkeit stattfand, wurden die Berufungen mit der Maßgabe verworfen, daß die Strafen mit Rücksicht auf die seitherige älnbestrastheit der Angeklagten auf 1 Jahr Gefängnis und 2 Monate Gefängnis ermäßigt wurden. Sin Händler von Dorheim hatte sich anfangs dieses Jahres von einem Dauer 30 Mk. er- schwindelt und war deshalb von dem Schöffengericht wegen Rückfallbetrugs (der Angeklagte ist bereits 18mal vorbestraftl) zu 1 Jahr Ge- Gefän gnis verurteilt worden. Seine Berufung wurde verworfen. Ein hiesiger Kaufmann hatte in einem Zivil- Prozeß mit einer früheren Angestellten eine eidesstattliche Versicherung dahin abgegeben, daß er dieser niemals die Herausgabe ihrer Sachen verweigert habe. Das Schöffengericht hatte die iln- richttgkeit dieser eidesstattlichen Versicherung festgestellt und den Kaufmann zu 6 Wochen Gefängnis, umgewandelt in eine Geldstrafe von 2 00 Mark, verurteilt. In der heutigen Hauptverhandlung war der Angeklagte nicht erschienen; seine Berufung wurde daher verworfen. Buntes Allerlei. 3tn Hafen der Mekkapilger. Djeddah, der kleine Hafen am Roten Meer, der den größten Teil des Jahres tot und verlassen liegt, ist jetzt für wenige kurze Wochen der Mittelpunkt lebhaftesten Verkehrs, denn die großen Züge der Mekkapilger strömen hier zusammen, um die mühselige Reise durch die arabische Wüste nach der Heiligen Stadt anzutreten. Das ist die Jahreszeit, in der die Kaufleute und Gastwirte von Djeddah ihre Ernte halten und die Gläubigen, die fromme Sehnsucht nach diesem gottverlassenen Flecken treibt, gehörig ausbeut en. Djeddah und ebenso Sambo, der Hasen von Medina, wo das Grab des Propheten liegt, befinden sich in einem Lande, das den äußersten Grad der Einöde darstellt. Es ist eine ©egenö von unendlichen Steinflächen, die baumlos und schattenlos sind. Unter einem erbarmungslos klaren Himmel glüht die Erde in einem schmutzigen Gelb, unb selbst die Kastenpflanzen sterben hier vor Durst. Wasser ist das Kostbarste, das man in dieser Wüste kennt. Da gibt es keine Brunnen, sondern nur das spärliche Regenwasser, btto in Zysternen gesammelt wird, und die Besitzer dieser Zysternen halten sie sorgfältig verschlossen unb verkaufen ihren Inhalt zu ungeheuren Preisen in den zwei oder drei Wochen, in denen der Pilgerstrom sich hier staut. Die Muselmänner, die in Djeddah gelandet sinh, können sich nicht gegen diese Aussaugung wehren; sie nehmen sie aß ein „Kismet" hin, das ihnen Allah als eines ihrer Leiden auf erlegt. Jeder Winkel und jedes Loch wird für große Summen vermietet, und die Romaden kommen Tausende von Kilometern aus der ilmgegenb herbei, um den Pilgern, die sich Mekka nähern, Schafe zu verkaufen, die nach dem Brauch deS Islam an der heiligen Stätte geopfert werden müssen. Die frommen Pilger haben alle ihre Kostbarkeiten auf die heilige Reise mitgenommen, um einen großen Teil davon in Djeddah zurückzulassen. Während sich die Bewohner des Hafens bereichern, machen sich die Pilger mittellos auf die Wanderung, in dem erhebenden Bewußtsein, dem Propheten ihr Letztes geopfert zu haben. Denn alle Leiden und Mühen, die man auf der Pilgerfahrt auf sich nimmt, tragen nur dazu bei, diese Tat Gott wohlgefälliger zu machen. Um auch die reichen Pilger an diesen Mühen teilnehmen zu lassen, hat man die Eisenbahnstrecke von Damaskus nicht weiter als bis Medina geführt, damit die Pilger aus Syrien und Kleinasien die letzten 500 Kilometer der Pilgerfahrt zu Fuß zurück- legen müssen. Hunger, Durst und Ermattung erwarten sie auf dieser Reise, und Krankheit lauert in vielen Gestalten der Wüste, so daß gar manche auf dem Wege sterben. Doch der ist gesegnet, der im Angesicht des heiligen Mekka die Augen zum letzten Schlummer schließt. Der Zustrom der Pilger nach Metta ist in diesem Jahre besonders groß, weil die französischen Behörden den Pilgerzug durch das von ihnen verwaltete Land verboten haben. Der Grund für diese Maßnahme sind die Seuchen, die von den rücttehren- ben Pilgern eingeschleppt werden. Deshalb landen alle Mohammedaner aus Tunis, Algier und Marokko in Djeddah, um sich dort der Quarantäne zu unterziehen, bevor sie in ihre Heimat zurv.cttehren dürfen. Diese Vereinigung großer Massen von Mohammedanern haben die Bolschewisten benutzt, um Agitatoren nach dem Hasen zu schicken, die hier das „Rote Evangelium" predigen. Aber sie haben wenig Glück bei den Frommen, die mit ihren Gedanken ganz bei der heiligen Reise sind und von den Dingen der Außenwelt nichts wissen wollen. bratmetern ausbreitete. Die Feuerwehr konnte sich nur darauf beschränken, die anliegenden Gebäude au schützen. Der Schaden soft beträchtlich fein. DEUTSCHE GEBRAUCHSWfl&EN Die ne^esien Weise en Phaeton...........M. 8459.- ß Puilmann-Limousine H. 10300.- Abnehmbare Pullmann-Liracuslnen, LandauLetts, Lieferwagen In allen Ausführungen, ab Werk sechssitzig, Vierradbremse, secbsfech ballonbereift, mit elektrisch. Licht und Anlasser, elektrisch. Signal, Kilometerzähler, Geschwindigkeitsmesser, Fahrtrichtungsanzeiger, Scheibenwischer, Gepäckbrücke usw. Auf Wunsch Zahlungserlelchterunaen Prestowerke„ÄattChemnitz. General-Vertretung: Dupont A.-G., Frankfurt a.M., Kaiserstr. 64, Telephon: Hansa 6836,4694 w 05231 Gießen, den 29. Juli 1926. 05244 am 1. August 6230V Während der Veranstaltung: 6237D Gröhes Konzert • Restauration Frankfurt am Main. 6239ss alle gangbaren Breiten auf Lager Achtung! Achtung! Lichtspielhaus Bahnhofstraße 34 c Modehaus SalomGii Söckchen Prima Baumwolle, weiß, uni Gr. 1-2 ran Mk. -.40 Prima Baumwolle, mit farbigem Wollrand Gr. 1-2 Gr 3-5 Gr. 6-10 Mk. -.50 Mk. -o70 Mk. -.TO ö Bahnhofstrasse 74 6228a Familie Ph. Amend Familie H. Will X. Familie Wilh. Becker ■ K mit extra Verstärkung für Strumpfhalt. D.R.G.M. Einkommen erhöhen und Ihre WUllvIl Zeit ausnuhen, mit bunten Rändern Gr. 3-5 Prima nahgestreckte talefr-Mriemiiii Wir suchen: Zielbewutzte Mitarbeiter, mögt, mit dem Versicherungswesen vertraut, per sofort. Treis a. d. Lumda, Bingen, Staufenberg, Neuyork, den 28. Juli 1926. Die Beerdigung findet Freitag, den 30. Juli, nachmittags 4 Uhr, statt. Zuckerkranke erhalt, wichtige Aufklärung kostenlos durch Fr. Löw, Walldorf B 27 (Hessen). AW MW II VW am Sonntag, dem 1. August 1926 veranstaltet vom Wetzlarer Verkehrsverein, in Verbindung mit der Frankfurter Flugsport G. m. b. H. in Frankfurt a. M. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgang unseres lieben Entschlafenen danken bestens Hans Schmidt und Frau. M. Herren evtl, auch Damen, die Bureaus und Private besuchen wollen, sofort gesucht. Vornehme Tätigkeit. Hoher Verdienst. Schriftliche Angebote an [M2to Fr. Wortmann Wetter (Hess.-Nass.). Q 5 Samstag,31.Juli, 3 Uhr abends, „Stadt Lich": Vortrag des NcrbandSvor- sitzenden, Kamerad Sa’.lw 7. über den „Bundestag in Königs berg". Vollzahl. Erschein, erwünscht. Programm: Mir- n. MslsliM / Bollon-Betfolguno / ©eUDmaOerflns eufttampf / MsSikki-AiiUlz / Wssogier-Mliiiflöge «sw. Alemschlag Zplittu.Grus aus vrima Hartbaialt, in größeren Mengen sofort billigst lieierbar. erz3D Basaltwerke Wilh. Vullride Gedern (Oberhess.s. Besonders günstig! neu ab Werk, umständehalber unter Preis. Aiilssltznellikl, lelephan 1089/90. MM Zweisttzer mit Segelvorrich- lung, gegen bar zu verkaufen. Schr. Ang. u. 05234 an den Gietz. Anz. Suche für Oberhessen einen in Industrie u. Gewerbe tüchtig, gut eingefiihrt. Herrn als Unter-Vertreter Ainn Verkauf von chem. Htlfsstosfen gegen Hobe Provisionen. Oss. um F. T. 8670 an ALA Heaeeusteln & Vogler, Frankfurt a. BI. Mk. -,30 Einmachgurken, Salatgurken, Sauerkirschen, türk. Kirschen, Pflaumen, Dirnen, Aprikosen, Stachelbeeren, grotze Sendung ein- getroff. Staunend billig. Verkauf Freitag von 8 Uhr an int Hofe Neustadt 19. 05233 Frau Frosch, Tel. 1051. Wir suchen möglichst sofort beziehbare Arm-Ume von ca. 80—100 qm In bester Geschäftslage zu mieten. Gefl. Angebote mit Gräben- angabe, genauester Lage und äuh'erstem Mielvreis unter 05243 an den Gieb- Anz. lyerschiedenesj 25MMÖ0 Mar'l nl5 1. Hypothek, gegen gute Sicherheit »um 1. August 311 leihen gefudjt. I Schr. Ang. u. 05206 l an den Gieb. Anz. Heüte Nacht 1 Uhr entschlief sanft nach kurzer Krankheit meine gute Frau, unsere liebe Mutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante ta Hh Göbel K SM im 62. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Göbel, Schmiedemeister und Familie Medalia -Seidenflorstrumpf Arbeitsvergebung. Für die Errichtung von 44 städtischen Kleinwohnungen am Kugelberg sollen vergeben werden: 1. die Tüncherarbeiten, 2. die Anstreicherarbeiten, 3. die Anschlagearbeiten, 4. die elektrischen Beleuchtungsanlagen. Näheres durchArchitektHamann,Bergstrabe 11. Angebote sind verschlossen, mit entsprechender Aufschrift versehen bis Dienstag, den 2. August vormittags 10 Uhr daselbst einzureichen. Zuschlagsfrist 2 Wochen. 6225B Giehen, den 27. Juli 1926. Der Oberbürgermeister 3. 2. Dr. Ham in. ESSEL. 80 cm breit, 0.68. 0.58, 0 55 u. Mk. 0 49 130 „ la Ware...... ,. 1.08 160 .. „ 1.70, 1.35 und .. 1 18 L Teitler, Gießen, Damms»25 p. gegenü b. d.h.Müdche'ischule.K. Laden Schl Don Düsselö monnS $0] ™. Seöej d! Irrung iw M Avtize fe Doster und '7 mir gefi 9Qnd unani S in ei Sorgten, ^ngenten ErC anne5 BS DZ dar bi» &12 ruin $3 u chn jlttÄ i-Ä! wiin ln — Besonders preiswert Kinder- ist eine der interessanten Gestalten, dessen Leben und Lnde in dem Roman der Berliner Illnslrlerten Zeitung so packend geschildert ist. — Ferner. Je oiieg* I© Ein Lustspiel in 6 ganz verrückten Akten. Heute letzter Tag: s Gräfin Mariza s Ab morgen bis einschließlich Sonntag der große Doppel-Spielplan I Wegen Erkrankung des seitherigen wird für baldigst selbständiges, kinderliebes MW inArzthaushaltnach Nidda bet gutem Lohn gesucht. Schr. Angeb. unter 6182D an den Gietz. Anz. ÄifzumSGlwalmfest (Schwälmer Trachtenfest) inT reysas Bez.Casse! am31.Jieli,10und2.August1926 mit großem historischem Festzug und Schwälmer National-Tänzen Dann können Sie S%&*" Offerten unter F. E. R. 385 an Rudolf Messe, Frank- furt am Main._______________ 6238ss Hande Ser Vt Kam DtW beze^ue' St internanl Äiitschm Aandelsll LS A brauch^ Ser 21 unserer mm Krieg hat eng he e> und kämm' Hunden fini bilanz eine Bxrhing o< Fassung e fabrizierten größere St Sultivn ur Arbeiter. Handelsbil sm werde wird, ien< die das ! Es ist Tl sichren ge Welthand treffenden len Ware handel ve der zuneh steigerten Merikanis dm, daß I Jahren ur Da di nimmt uni an die Ci iniernatioi Dampf, Q a-en w tivn i Impvr ineinande dm letzte geworden lung ein Bei müssen tt Weil du> nung der wir und des Gei rüdfidjtiev benfconöm Gebrauchter, sehr nut erhaltener Kinderwagen äu verkaufen. Zu er* frag, in d. Geschäftsstelle d. G. A. °'24JD Zunge BniBMiiöleite oder Zräuleiu, daS Itternrifct) gut vorgebildet ist, für hies. Buchhandlung gesucht. Schr. Angeb. mit Zeugn. und Ge- baltSanspr. unter 05202 a. d. Gieß. Anz. Ordentliches, saudcreö, tm Haushalt erfahr. fC3«D AM für tagsüber gesucht. Moltkestrahe 9 p. [Vermietüngen] Befdjlagnaömefreie" 5-Zimnier-Mi]. in guter Lage mit Zentralheizung und elektr. Licht, sofort beziehbar, wird auf mehrere Jabre abgegeben. Schristl. Ängeb. unter 05217 an den Gieß. An- zeiger erbeten. 2 unmöbl. Zimmer mit Loggia, in bester Lage, sofort an Einzelperson zu vermieten. Bedienung kann eoil. gestellt werden. Schr. Ang. u.05219 a.d.Gh.Anz. Mricli Groß, Lederwaren Gietzen, Neuenweg 32. t83S Gut mööl. Zimmer mit elektr. Licht zu vermieten 05229 Rodbeim.Str.54Il BHIL 3illMk zu veriuielen 05235 Kaiserallee 8 v. Mietgesuche | Generalvertreter sucht 2 möblierte Zimmer mögt parterre, mit Telephon und Lagerraum. Schriftliche Angeb. unter 05224 a. d. Gien. Anz. erb. Zwei möblierte Zimmer gesucht Nähe der Wilhelrnstr., mögt, mit MittagStisch. Schr. Angeb. unter 05237 n. d. Gietz Anz. TPtT bieten; Hohe Provision und nach erfolgreicher Betätigung feste Bezüge. Bewerbungen unter F. E. S. 386 an Rudolf Moste. Gr. 6-10 Mk. -,70 Gr. 6-10 Mk. 1e1O In den toria-Uohtsniglen ab heute bis cinschL Sonntag: Marccss Läe^e Gewaltiger Sensations- u. Abenteurerfilm In 6 Akten. Sowie: Marold Lloyd in seinem neuesten Lustspiel in 2 Akten: „EH“ fängt Büren“. -Wz Aehrmhebet für Getreidemäher und »binder - prompt lieferbar - C735D A.J. Tröster, Butzbach Blumendilnoßr > anicniiandlnng 01216 Engen Seheel Mäusbura 17 Harla Theresia und der Pandurenoberit Schöne Wohnung Küche u. 4—5 Zimm, sofort evtl, irn Tausch gesucht. Schr.Ang.u. 6224D an d. G. Anz. Wohnungstausch. Tausche meine schöne, geräumige 3 Zimmer-Wodu, mit Bad (Z-rtedens- miete 35) geg. 3 ob. 4-Zimmer-Wob». mit Zubehör. Schr. Angeb. unter 05220 an den Gies;. Anz. Stellenangebots Suche Seisenoer- täufer; 20 Muster Mk. 240 frei Nachn. P. Holster, Brcö- lan Sv. 498. fsu.sA Braves, tüchtiges Mädchen am liebsten vom Lande, gesucht. ,S915 Fran Hch. Dilgeö, Alicestr. 19. Prima Seidenflor, Gr. 1-2 Mk. -„70 2300 qm Kleegerste beiderGummisabrit zu verk. Schilf©r, Steinstr. 71 II. a5W Kaiifnesuche S Me^Bies iBletrährew kauft Lrühljche Druckerei * D Sckulitr. 7/9 Empfehlungen j Damen-Kopfwasclieu m. olou.Frisnr 1.80 //. Bieg. Frisarm. Ondu- laUon 90 ' Bubiköpfe iverd. schön geschnitten n. onduliert. Für inub., anständige Bedien. w.Sorgegelrag. i)oinen-$Elfier-5aion Frau E. Stebling, nn> Gnauthstr. 34. Stellengesuche Junger Mann lAkademiker) sucht kausmänn. Lehrstelle. Schr. Angeb. unter 0517^ and. Gietz. Anz. | Verkauf? ) Gut erhaltener Kinderwagen lBrennabor-Prome- nadenwagen) billig zu verknusen. 05216 Bismarckfir. 30 p. Gut crbaltencr M l der wagen ii. Sportwagen zu verkaufen. Wo? sagt die GeschästSst. des G. Anz. 05230 Tüchtige SWötElB empfiehlt sich in und nutzer dem Hause. Zu erfrag, i. d. Ge- schäftsst. d. G. A. M?2a Hiesiger Geschäftsmann sucht per sofort 580 Kart gegen la Sicherheit und pünktliche Rückzahlung, evtl, gegen Bürgschaft. Gute Zinsen werden geboten. Schr. Angell., nur vom Selbstgeb., unt. 05204 an den Gietz. Anz. erbeten. Deutscher WMM Nils den Namen Binka hörend, entlausen. Abzugeben gegen Belohn. 6M6D «lcichstraste 21. Weistcr Zwergfox Wunde an, Hals, abhanden gekommen. Geg. Belohn abzug. HandclSjchnlc Unnzelmann, 1242D Bleichstr. 5 v. Tücht., branchekund. Vertreter zum Vertrieb von lvasserdtchten Segel- tuchvlanen für Lastkraftwagen, Waggon-, Karren-, fow. Dreschmafchinen- deckeli, Budentücher, Markisen, wasserdichten Segeltuchschürzen, Merde- Regen - Wolldecken, Windiacken v leistu- tigSfähiger Decken- u. Zcltesabrik gegen hohe Provision ges. Schr. Angeb. unter 6226 V a. d. Gietz. 8lnz. Sofort zu be- kcsten ist die 6?33ss Generalverlrolang für einen sehr gut, ges. gesch. Artikel, d nachwelsb. glänzend verk. wird Aa- genohmcsArbeiten, sehr gnt. Verd. Ein kl. Auslieferungslager mutz durch et- nige hundert R.-M. unterhalten werd, können. Angebote erbet, an Wilhelm Grathwohl, ßent- ilngen lWurttbg.», Unter d. Linden 19. ----- Z Gr. 3-5 Mk. -.55 jede Größe |edes Paar Mk. 2.95 Extra prima Seidenflor, 4fache Sohle und Ferse! Extra verstärkter Rand! Alle modernen Farben! Alleinverkauf im 632Ra Gestern vormittag um 9*/2 Uhr entschlief nach kurzer, schwerer Krankheit mein innigstgeliebter Sohn, unser herzensguter Bruder, Schwager und Onkel Heinrich Wilhelm im blühenden Alter von 23 Jahren. Die tieftrauernden Hinterbliebenen: Frau Ph. Rinn X. Wwe. nebst allen Angehörigen Heuchelheim, Krofdorf, Bieber (Kr. Offenbach), Atzbach, den 29. Juli 1926. Die Beerdigung findet Freitag, den 30. Juli, nachmittags 2 Uhr, vom Trauerhause, Bachstraße 90, aus statt. ^1) i-y. Nr. 175 Zweiter Blatt Schumann am Rhein. Von Johannes Heinrich Draach. Düsseldorf, die alte Kunststadt, erfuhr Schumanns Fallen in Nacht und das Vertrocknen seiner Feder. Mitten im heißen rheinischen Leben traf ihn der Schatten zcugeirde Pfeil geistiger Verwirrung. „Ich suchte neulich in einer alten Geographie nach Notizen über Düsseldorf und fand da unter den Merkwürdigkeiten angeführt: drei Nonnen- fiöfter und eine Irrenanstalt. Die ersteren lasse ich mir gefallen, allenfalls, das letztere war mir ganz unangenehm zu lesen." So schrieb Schumann in einem jener Briefe, die sich damit beschäftigten. ob er die angebotene Stelle des Dirigenten der Düsseldorfer Abonnements-Konzerte annehmen solle oder nicht. Gaben ihm die melancholischen Zustande, unter denen er zu leiden hatte eine Ahnung des kommenden dunklen Geschickes und dessen Erfüllung in der Malerhochburg am Niederrhein? , Begeistert wurde Schumann von den Düsseldorfern empfangen, und ihm Bezeugungen der Ehre bei den ersten Konzerten erwiesen. Aber bald verstummten die Lippen, dre Beifall riefen. Dem stillen, den einsamen Fleiß liebenden Mwin. war die Hochglut der Leidenschaft am fröhlichen Strome zu fremd. Scharfe Morte trafen den Wehrlosen, und als diese nicht ausreichten, ihn zum Nachgeben zu bewegen, fielen Steine, die ihn aus Amt und Achtung rissen. Was nutzte es, daß Triumphbogen dem grollenden Lttrnstler bei einer Hollandreise gebaut und Fackelzuge dargebracht wurden? Was sollte auch eine frohe Fahrt nach Hannover für einen Menschen bedeuten, den seine neue Heimat als Komponisten lobte, aber als Dirigenten verwarf? Nach der Rückkehr spann sich grimmige Oede um Schumann, und die Sonne seines Daseins begann in düstere Wollen zu sinken. Amerikas Vorsprung im Welthandel. Von Herbert Hoover. Handelsminister der Vereinigten Staaten. Der Welthandel wird meistens als eine Art Kampf aufgefaht — aber nicht von amerikanischer Seite. Man kann es als ein Llnglück bezeichnen, daß die Entwicklung des internattonalen Handels nur zu oft durch kriegerische Maßnahmen gestört wird. — Man spricht im internationalen Handel von Eroberungen, vom Wirtschaftskrieg, von Handelsstrategie. Zollkrieg, Handelsspionagc, Verwicklungen usw. Nach der amerikanischen Auffassung kann es sich nicht um Unterdrückung oder Unschädlichmachung der Handels- und Exporttollegen resp. deren Länder handeln, wodurch die Exportentwicklung verlangsamt oder aufgehalten wird, sondern um die Erhaltung und Förderung der Verbrauchskraft aller Weltnationen. Der Welthandel ist ein lebenswichttger Teil unserer modernen Weltwirtschaft geworden. Der Krieg hat uns allen vor Augen geführt, wie eng die einzelnen Nationen in wirtschaftlicher und kommerzieller Beziehung untereinander verbunden sind. Der Lieberschuß in der Handelsbilanz einer Nation ermöglicht die volle Auswertung der Rohstoff- und Hilfsquellen. Die Schaffung eines größeren Kundenkreises für einen fabrizierten Artikel gibt diesem Artikel eine größere Stabilität und Entwicklung in der Produktion und eine größere Sicherheit für die Arbeiter. Auch von der anderen Seite der Handelsbilanz betrachtet, muh darauf hingewiesen werden, daß es durch den Export möglich wird, jene Waren und Rohstoffe einzuführen, die das Land nicht selbst besitzt oder herstellt. Es ist Tatsache, daß ein großer Teil der Einfuhren gewisser Nationen darauf beruht und der Welthandel sich darauf aufbaut, daß in den betreffenden Ländern die benötigten und verlangten Waren nicht hergestellt werden. Dieser Welthandel vermehrt und erhöht sich automatisch mit der zunehmenden Bevöltcrung und mit den gesteigerten Ansprüchen der Bevölkerung. Für die amerikanischen Verhältnisse muß festgestellt werden, daß sich die Einfuhren in den letzten zwölf Jahren um 60 Prozent vermehrt haben. Da die Bevölkerung der Welt ständig zunimmt und ebenso die Ansprüche der Menschen an die Lebensführung steigen, ist der gesamte internationale Handel im Zunehmen begriffen. Dampf, Elektrizität. Verbrennungsmotoren usw. haben wesentlich dazu beigetragen, die Pro» ouktton im allgemeinen zu fördern und d i e Importbedürfnisse z u steigern. Der kneinandergreifende ausländische Handel ist in den letzten Jahrzehnten immer größer und größer geworden, aber der Krieg hatte dieser Entwicklung ein Ende gesetzt. Bei einem weltwirtschaftlichen Bilanzversuch müssen wir die vergangenen Zeiten heranziehen. Weil durch den Krieg eine vollständige Llmord« nung der Verhältnisse stattgefunden hat, müssen wir auch die veränderte Kaufkraft des Geldes in Rechnung stellen. Unter Berücksichtigung dieses Umstandes hat der Exporthandel der LI. S. A. im Jahre 1925 den des Jahres 1913 um 37 Prozent überragt, soweit es sich um die quantitattve Entwicklung handelt. Das Jahr 1925 war ein gutes Jahr, es zeigte keine übermäßigen plötzlichen Vermehrungen. Das Jahr 1924 zeigte eine quantitative Steigerung von 30 Prozent gegenüber 1913. Die anderen am Kriege beteiligt gewesenen Nattonen haben bisher ihre Vorkriegsexportziffern noch nicht überschritten. Die Vermehrung des amerikanischen Handels beruht nicht nur auf den natürlichen Hilfsquellen des Landes oder auf Zufälligkeiten, ilnjere Ausfuhr in Fertigfabrikaten, besonders die wettbewerbsfähigsten Gruppen, haben sich schneller entwickelt als die anderen Gruppen unseres Ausfuhrhandels, trotzdem bei uns die höchsten Werklöhne der Welt bezahlt werden. Wenn wir nach den Gründen suchen, warum wir in dieser Hinsicht so einzig dastehende Erfolge aufzuweisen haben, so muß dazu bemerkt werden, daß dies auf ganz bestimmte amerikanische Methoden zurückzuführen ist, und daß dieie Methoden unsere Zukunft bedeuten. Llnsere Exportverbreiterung ist ein Teil unserer Inland-Entwickelung, sowohl in sozialer wie in wirtschaftlicher Hinsicht. In erster Linie muß auf die sich anhäufenden Werte durch verbesserte Schulerziehung und Ausbildung hingewiesen werden, die sich in den letzten 35 Jahren entwickelt hat. In dieser Zeit Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Donnerstag, 29. Juli 1926 haben wir unsere Hochschulen und die Einrichtungen für höhere Schulbildung um 400 Prozent vermehrt. Wir haben in dieser Zeit die Ausbildung technischer Kräfte in allen Zweigen der Wirttchafl so entwickelt und gefördert, wie kein anderes Land der Erde. Hiermit zusammenhängend haben sich große Fortschritte in der Geschäftsorga n i sa- tion herausgebildet und eine ausgesprochene Anpassungsfähigkeit an neue Ideen und fortschreitende Dedarfserzeugung. Llnsere Arbeiter haben bessere Schulbildung und sind befähigter geworden. Darüber hinaus sind sie nicht in dem wirtschaftlichen Trug befangen, daß die Einschränkung der persönlichen Leistungen d. h. Verminderung der Arbeitsleistung, die Arbeitsstellen vermehrt. Die nationalen Arbeitervereinigungen haben diesen Standpunkt längst ausgegeben. Wir ernten die Früchte von etwa 600 Versuchslaboratorien; die meisten sind in den letzten 12 Jahren eingerichtet worden. Sie sind ungehemmt damit beschäftigt, Erfindungen zu machen, die beste Verwendung der Materialien zu bestimmen, die besten anzuwendenden Methoden ausfindig zu machen. Unter dem Druck der hohen Arbeitslöhne haben sie rücksichtslos die Industrie verbessert mit jeder neuen Erfindung. Wir haben auch einen großen Vorteil dadurch, daß die Massenfabrikation durch den eigenen großen Markt begünstigt wird. Es ist uns möglich geworden, durch scharfe Einstellung hohe Qualitäten und niedrige Herstellungskosten in der Produktion durchzuführen Als Erfolg dieser Kräfte hat sich die nationale Produktivität in den letzten zwölf Jahren um ca. 30—35 Prozent gesteigert, während die Bevölkerung um ca. 16—17 Prozent zugenommen hat. Wir werden diese Stellung nicht halten oder verbessern können, wenn wir bei den bisherigen Erfolgen stehen bleiben. Wir können unsere Stellung behaupten, wenn wir f o r t f a h r e n und unsere Bemühungen vermehren in der Erziehung und Weiterbildung, in der Ausschaltung unproduktiver Handlungen und Methoden, in der Weiterentwicklung der wissenschaftlichen Forschungen. in der Verbesserung der Geschäftsorganisation zu Hause und im Auslande. Die Tätigkeit unseres Handelsamtes hat dazu geführt, daß viele Llnternehmungen, die bisher nicht exportfähig waren, weil sie nicht die benötigten Verbindungen hatten, jetzt das Exportgeschäft betreiben und viele neue Unternehmungen angefangen haben, ebenfalls sich dem Exportgeschäft mit guten Aussichten zu widmen. Viele tausende Fabrikanten, die besondere Spezialitäten Herstellen, haben mit Erfolg das Exportgeschäft entwickelt. Die Ausdehnung der Handelsbeziehungen ist nicht nur davon abhängig, die richtige Ware anzubieten und zu verkaufen — dazu gehört auch wissenschaftliche De'rkaufskunst. Die weite Sicht ist notwendig. Der ausländische Abnehmer darf nicht vernachlässigt werden, wenn der Inlandabsah zufriedenstellend ist. Das Ausfuhrgeschäft bildet einen lebenswichtigen Teil unseres Handels, nicht als Notbehelf ist es .auf- zufassen. Don hohen Gesichtspunkten aus ist der Außenhandel so anzusehen, daß die Nationen unter sich im Wettbewerb stehen, um die größte Produktion und den größten Verbrauch zu erreichen. Da aus Anlaß des Krieges sowohl die kriegführenden wie die neutralen Länder sehr zu leiden hatten, wurde allgemein der Entschluß gefaßt, so weit wie möglich die benötigten Erzeugnisse im eigenen Lande herzustellen. Das zunehmende Heer dec Arbeitslosen hat ebenfalls besonderes Anlaß dazu gegeben. Darauf ist es zurückzuführen, daß 52 von 70 Nationen der Welt, worunter sich alle bedeutenden Handelsnationen befinden, ihre Einfuhrzölle erhöht haben. Man wird annehmen müssen, daß diese Politik dazu führt, daß der Handel immer mehr auf die einzelnen Nationen beschränkt bleibt und dadurch der Welthandelsverkehr zurückgeht. Es erscheint aber sicher, daß die Weltwirtschaft und der soziale Austausch größeren Einfluß auf den Import eines Landes haben, als die Einfuhrzölle. Dies ist an den erhöhten amerikanischen Einfuhrzöllen festzustellen. Seit sie in Kraft sind, hat die Einfuhr um zirka 35 Prozent zugenommen. Ebenso sieht es in anderen Ländern aus, die am Welthandel beteiligt sind. Amerikas Entwicklung von einem Schuldnerland zu einem Gläubigerland im großen Maßstäbe hat Befürchtungen laut werden lassen, daß Oft bemerkte Gehörsempfindungen verstärkten sich so, daß Ruhe und Schlaf schwanden. Aus rätselvollen Fernen stieß ein einziger Ton und quälte mit fürchterlicher Pein. Wenn er auf Augenblicke wich, verwandelte sich jeder Laut in Harmonie, Gerappel der Karren auf der Straße, Schreien der Fuhrleute, hallende Schritte auf dem Pflaster äußerten sich in Musik rauschender Instrumente einer anderen Welt. Aus Himmeln kam die Offenbarung, und Engel stimmten das Singen an. Aber der eine Ton nagte sich durch und gab Vorstellungen fletschender Tiger und Hyänen. Dämonen dec Hölle schlugen scharfe Krallen, bliesen auf schrillen Pfeifen, kratzten über ungestimmte Harfen, trompeteten auf hohlen Knochen und rasselten mit Schädeln. Ein Kampf mit guten und bösen Erscheinungen begann, folterte in bangen Tagen und marterte in erregten Nächten. Das Schlechte siegte und wirkte giftige Fäden in die Gänge des Gehirns. Irrsinn stierte aus Augen, Irrsinn war jede verzerrte Bewegung. Dann wieder der eine grausame Ton. Vielleicht wie das Kreischen einer Sense, wenn fie an schwingenden Rädern vorbeistreift, oder wie das Heulen einer Säge, wenn fie durch harte Baumstämme surrt. Nur wenige Pausen in der Tragödie des Zusammenbruchs. In ihnen ein ungestümes Schaffen. ein Niederwerfen von Gesängen, die phantastische Vorstellungen schenkten. Der letzte Somttag im Februar 1854 brachte eine trügerische Hoffnung des Desserwerdens. Schumann fühlte sich so kräfttg. daß er die Sonate eines jungen Musikers prüfen konnte. Ein Abweg in der Irmis, ein klägliches Hall vor dem Sturz in die Tiefe, denn Mühe und Anstrengung beschleunigten die Fahrt, die dem Ende nahte. Schumann erkannte es. schrie nach der Irrenanstalt wie ein Ertrinkender nach einem rettenden Doot und legte zurecht, was er mitnehmen di e Rückzahlung der Kriegsschulden die Einfuhr ausländischer Waren nach den LI. 8. A. vermehren müsse, um dadurch die Zahlungen möglich zu machen, zum Nachteil der amerikanischen Industrie und deren Arbeiter. Diese Vorstellung trifft nicht zu. Es besteht ein ausgleichender Faktor, indem durch die amerikanischen Auslandsreisen. Einwanderer- Rückzahlungen und noch andere Formen unsichtbar Geld exportiert wird. Für das Jahr 1925 lassen sich diese Exporte -auf zirka 900 000 000 Dollar schätzen. Nebenher werden wir weiter Anleihen nach dem Auslände geben; sie betragen gegenwärtig zirka 700 000 000 Dollar jährlich und wir können die Beobachtung machen, daß der amerikanische Exportüberschuß ungefähr diese Summe ausmacht. Wandlungen im Wirtschaftskrieg. Von Dr. Arthur Dix. Obwohl die Erfahrungen von 1914 bis 1918 uns den Begriff des Wirtschaftskrieges nur allzu fühlbar gemacht haben, scheint er in seinem vollen Inhalt, in seiner Doppeldeutigkeit heute doch schon wieder einigermaßen in Vergessenheit geraten zu sein. Die Doppeldeutigkeit besteht darin, daß der Wirtschaftskrieg einen Krieg mit wirtschaftlichen Mitteln und mit wirtschaftlichen Zielen bedeuten kann, einen Krieg für Wirtschafts- zwecke und einen Krieg unter Wirtschastszwang. Die britische Reinkultur des Wirtschaftskrieges, seinerzeit schon im Burenkrieg der Well mit brutaler Offenheit vor Augen geführt, dann im großen Weltkriege bis zu den letzten Möglichkeiten verwirklicht, umfaßt beides, die wirtschaftlichen Kriegsziele und die wirtschaftlichen Kriegsmittel. Wir müssen uns klar im Bewußtsein halten, daß die letzteren durch das Versailler Dokument verewigt und legalisiert sind. In den Völkerbund- satzungen ist ganz deutlich ausgesprochen, daß die Niederzwingung einer Macht, die sich dem Willen der Völkerbundsvormächte nicht zu fügen bereit ist, durch Mittel des Wirtschaftskriege- betrieben werden soll. Vulgär-materialistische Auffassung unterstellt den Kriegen aller Zeiten wirtschaftliche Motive, das Streben nach Erweiterung des Nahrungsmittelspielraums. Nun liegen die Dinge in Wahrheit aber nicht etwa so, daß immer um den Bedarf an Volksnahrungsmitteln, um die Erweiterung der Lebensbasis für die breite Masse gekämpft worden wäre. Wenn etwa die überschüssige Bevölkerung des Schwabenlandes bei sehr kopfreichen Familien und übermäßiger Zersplitterung des Grundbesitzes durch Erbteilung in der Heimat keine Nahrung mehr sand und bis in die Gefilde der unteren Wolga abwanderte, so geschah das durchaus nicht in der Form von Eroberungszügen, durchaus nicht mit inrperialisti- schen Tendenzen, sondern in einer höchst stillen und friedlichen Kolonisationsarbeit, deren Bedeutung im eigenen Heimatlande durch Jahrhunderte vergessen blieb. Wenn aber die Vertreter aristokrattscher Rittervölker unter wirtschaftlichen Motiven neue Wege in reiche Auslandgefilde suchten und durch ihre Entdeckerfahrten eine neue Epoche der Weltgeschichte herbeiführten, so geschah es nicht wegen nackten Hungers der Volksmassen, sondern zur Sttllung von ausgesprochenen Luxusbedürfnisfen. Die feinen Gewürze und das edle Gestein Indiens lockten jene herrschende Schicht der Iberischen Halbinsel, die den Entdeckern Amerikas und Südafrikas den Segen für ihre Ausreise gab. Die Nutzung proletarischer Nahrungs- und Kleidungsbedürfnisse durch Indiens Weizen und Baumwolle blieb späteren Zeiten mit politisch und sozial verändertem Gesicht Vorbehalten. Das Zeitalter der Dampfmaschine und der durch sie ermöglichten Großindustrie mit entsprechender Steigerung der Maschinenbedürfnisse europäischer Völker führte eine neue Epoche des Kampfes um wirtschaftliche Ziele herauf. Es entstand der ins Kolossale gesteigerte Bedarf europäischer Vollsmassen an Zufuhr fremder Nahrungsmittel und Rohstoffe, ganz besonders auch an Betriebsstoffen sowohl der Industrie selbst wie jener Verkehrsmittel, die benötigt wurden, um Nahrungsmittel und Rohstoffe heranzuschaffen und zum Zweck ihrer Bezahlung Fertigfabrikate ins Ausland zu befördern: Der Kampf um die Kohle, der Kampf um Stützpunkte für Handel und Verkehr und um Stapelplähe für die von den Dampfschiffen benötigte Kohle. Die Kohle stand durch Jahrzehnte in jedem Sinne im Brennpunkte der Wirtschafts kämpfe. Aber über die Dampfmaschine hinaus rückte tech- wollte: Geld, Zigarren, Notenpapier und Schreibfedern. Nur mit Mühe wurde er von dem Vorhaben abgelenkt und zu Bett gebracht. Seine Frau setzte sich zu ihm, aber er litt sie nicht im Zimmer. Furcht befiel ihn, daß er ihr in verworrenen Angstzuständen ein Leid zusügen möchte. Lange blätterte er in Büchern und Zeitschriften — aber der eine Ton war bei ihm wie fein Atem und hämmerte unaufhörlich auf ihn ein. Am andern Morgen klattchte Regen gegen die Fensterscheiben, der Himmel stand in düsterem Grau, und Frösteln durchschauerte den Raum, obgleich der Ofen übermäßig geheizt war. Schumann schrieb die um ein Geisterthema geschlungenen Variationen ins Reine und gelangte bis zur letztem Verstärktes Klingen des einen Tones nahm ihm das Blatt aus der Hand. Die Errtsehlichkeit marterte schlimmer als das Rinnen und Rieseln, gleichmäßiger als die Schwingungen des Llhr- pendels und einförmiger als das Rauschen des Rheines, wenn seine Fluten an Schiffsplanken oder an Llfersteinen waschen und wühlen. Der Rhein — da lächelte der Kranke. Ruhe befiel ihn, seinen Leib glaubte er in Balsam gebettet und wähnte seinen Geist auf goldenen Fitttchen in stumme Fernen schweben. Wie eine Lockung drang es ins Fieber hinein — scheinbares Raunen des Stromes — flüsternde Worte des Rheins, heimliches Kosen. Werben und Wogen: Komm zu mir. ich wiege dich ein, schenke dir Schlaf und befreie dich aus langer Not. Was du erduldest, wird sich in Freude wandeln. Meine Wohnung ist weit und meine Kissen sind sanft. Komm zu mir — ich führe dich in ein ewig stilles, friedevolles Reich. Der aufgepeitfchte Nerventanz der Tollheit btöbete Erlösung vor. Ich komme — da überlistete er die Bewachung und gewann, kaum bekleidet, die Straße. nischer Fortschritt den Motor unö rückte damit zugleich den flüssigen Brennstoff in den Vordergrund wirtschafttichcr Kampfziele. Unendlich viel ist in den letzten Jahren über das Erdöl als Hauptsattor des Wirtschaftskrieges geschrieben worden. Aus praktischen Erfahrungen braucht nur erinnert zu werden an die englisch-amerikanischen Monopolkämpfe; an die Hoffnung Englands, bei unserem Dordrängen in Rumänien während des Krieges durch gründliche Zerstörung der dortigen Bohranlagen eine Fortführung unseres U-Boot-Krieges und Flua- wesens unmöglich zu machen; an die bis in die jüngsten Wochen hinein fortgesetzten politischen Ringkämpfc um das Mossulgebiet. Das motorische Zeitalter hat nicht nur die flüssigen Brennstoffe zu einem. Hauptgegenstand des Wirtschaftskrieges gemacht, sondern auch allerlei Leichtmetalle und andere Bedarfsgegenstände früher unbekannter Industriezweige und Verkehrsmittel, ohne daß der Kampf um Kohle, Eisen und Ship- fer — dies letztere im Gegenteil wegen der Bedürfnisse der elektrischen Industrie immer wichtiger geworden — der Kampf um Baumwolle und Wolle ausgeschaltet wäre. Unter den heute besonders begehrenswert gewordenen Rohstoffen darf der Rohgummi nicht unerwähnt bleiben, da die Kautschuk- Industrie nicht nur im Elektrizitätswesen non hervorragender Bedeutung ist, sondern vor allem auch im ganzen modernen Verkehrswesen einen außer- ordentlich wichtigen Platz einnimmt. Schließlich gehört aus Gründen der Nahrungsmittelversorgung auch das Kali in die Gruppe heuttger Objekte des Wirtschaftskrieges. „Benzin ist in den kommenden Schlachten ebenso nötig wie Blut" schrieb ClLmenceau vor der letzten großen deutschen Offensive an den Präsidenten Wilson. Chemische Rohstoffe für den Gaskrieg find ein Artikel, auf dessen Sicherung die führenden Militärmächte sorgsam bedacht find. Von den in dieser Beziehung bestens versorgten Westmächten und Amerika ganz zu schweigen, hat beispielsweise auch die Sowjetregierung vor zwei Jahren eine „Gesellschaft der Freunde der chemischen Landesverteidigung" entstehen lassen und finanziert. Selbst ein mit Rohstoffen verschiedenster Art so gut versehenes Land wie die Vereinigten Staaten von Nordamerika betreibt neben der chemischen Kriegsrüstung insbe sondere die Sicherstellung folgender Stoffe: Metalle: Antimon, Chrom, Mangan, Zinn, Wolfram, Vanadium, Nickel, Quecksilber und Platin. Minerale: Salpeter, Kalisalze, Glimmer und Graphit. Faserstoffe: Hanf, Jute, Wolle und Seide. Medizinische Stoffe: Chinin, Jod, Opium, Brechnüsse. Sonstige Materien: Gummi, Kampfer, Kokosnüsse und Häute. Kokosnüsse sind deshalb so besonders wichtig, weil sie zur Herstellung der für die Gasmasken nötigen Kohle dienen. (Vergleiche die wirtschaftlichen Vorbereitungen der Auslandstaaten für den Zukunftskrieg", Verlag E. S. Mittler & Sohn, Berlin 1926). Naturgemäß sind all diese für die Führung eines Zukunftskrieges notwendigen Materialien nicht nur zu betrachten als aktive Kriegsmittel, sondern sozusagen auch als passive Kriegsziele, d. h. die Sicherung ihrer Lagerstätten gehört zu den wirtschaftlichen Zwecken kommender Kriegführung oder zu den Zielen einer auf friedlichen Wegen zu betreibenden Erreichung imperialistischer Ziele. Endlich ist an natürlichen Kraftquellen nicht nur der auf der Erde vorhandenen Wasserkräfte zu gedenken, sondern für eine vielleicht gar nicht ferne Zukunft auch der technisch vollendeten Nutzung von Sonnenkraft. So wäre es beispielsweise keineswegs undenkbar, daß Wüstenflächen wie die der Sahara als besonders hervorragende Stapelplätze in elektrische Energie umwälzbare Sonnenkraft zu einem begehrten Öbjekl des Wirtschaftskrieges werden könnten. Last not least: Die Mittel der Nachrichtenübertragung, der gedanklichen Beeinflussung, der Propaganda. Gestern die Kabel, heute die Sende- und Verbreitungsstation der drahtlosen Nachrichtenübermittlung (deren Zerstörung in den deutschen Kolonien beispielsweise zu den ersten Kriegshand- tungen Englands gehörte) und auf gleicher Stufe die Kinos und die Filmindustrie als weitestreichende Propagandamittel der Gegenwart und Zukunft. Somit gehören auch die Rohstoffe der Filmindustrie zu den Objekten des heutigen Wirtschaftskrieges. Wollen wir das politische und das wirtschaftliche Streben der großen Militärmächte unserer Tage richtig verstehen, wollen mir begreifen, um welche Einsätze und um welche Ziele es sich bei ihnen für die Zukunft handelt, — so müssen wir im Auge halten, welcher Art die Rohstoffe sind, die unter den technischen Bedingungen der Gegenwart und näch- Schneewehe und Hagelkörner schlugen ihm ins Gesicht, der schuhlose Fuß trat in Kot und Gossen, vorbeitrödelnde Marktweiber grinsten und kicherten — nur fort. Drüben — hinter der letzten Häuserreihe, zwischen den Wällen — winkte ein mildes Los. Scheu lief er auf die Brücke. Gelb wälzte der Rhein seine Wasser und lechzte in Schaumwellen an den Pfeilern empor. Brausen und Sausen beherrschte die Weite, und die Erde donnerte verhalten unter der wilden Wucht. Komm zu mir — lauschte der Verrückte aus quirlenden Strudeln und Wirbeln — ich entfette dich. Da kletterte Schumann keuchend auf die Brüstung und sprang in die aufsprihende schäumende Gischt. Mit ihm stürzten jene menschlichen Gesetze der Liebe, die nicht immer ins Rechte treffen und hießen ihn von Schifferknechten zu einem siechen Sterben und zu einem Tode vor dem Tode gerettet werden. Den Kelch der Qual bog eine herbe Bestimmung nur zögernd zur Neige. Erst der Sommer des zweitfolgenden Jahres sollte eine Frucht, die längst verfault war, vom Baume der Irdischkeit schlagen. Nicht in jener Irrenanstalt zu Düsseldorf, in einer armen Klause der Heilanstalt zu Endenich bei Bonn ging der große Liederfänger und Romantiker heim. .Sein Kopf war so schön als Leiche", schreibt Klara Schumann in ihrem Tagebuche, „die Stirn so schön klar, sanft gewölbt. Ich ftanb an der Leiche des heißgeliebten Mannes und war ruhig; all meine Empfindungen gingen auf tn Dank zu Gott, daß er endlich befreit. Lind als ich an feinem Bette niederkniete, da wurde mir so heilig zu Mute, mir war, als schwebe sein herrlicher Geist über mir — ach, hätte er mich mit sich genommen. Ich sah ihn heute zuletzt — einige Blumen legte ich ihm noch aufs Haupt. Meine Liebe hat er mit sich genommen." sten Zukunst besonders bemerkenswert erscheinen, welche Voraussetzungen an die aktive Führung des Wirtschaftskrieges geknüpft sind und welche Gebiete als passive Ziele des Wirtschaftskrieges die Aufmerksamkeit der großen Mächte auf sich lenken. Getreidelombardierung u. landwirtschaftliche Genossenschaften. Don dem Derband der hessischen landwirtschaftlichen Genossenschaften wird uns geschrieben: Die Ernte ist da und damit die Gefahr des Lleberangebots an Getreide und der infolgedessen eintretenden Preissenkung. Zu welcher Katastrophe das führen kann, hat sich mit größter Deutlichkeit im vorigen Jahre erwiesen, wo eine gute Ernte in den ersten Monaten nach ihrer Einbringung aus Kapitaliwt zum großen Teil verschleudert wurde. Eine Wiederholung dieses Dorganges muß in Diesem Jahre unter allen Umständen vermieden werden. Das Mittel dazu bietet die Möglichkeit der Getreidelombar- dierung, die bekanntlich durch die Genossenschaften bis zu 60 Prozent des Wertes erfolgen kann, doch gilt dies nur für gedroschenes Getreide. Den Genossenschaften erwächst die Pflicht, ihre Mitglieder aufzuklären, sie auf diese Möglichkeiten hinzuweisen, sie vor einem übereilten Verkauf ihres Getreides zu warnen. Es würde angesichts der hohen Verschuldung und der großen Zahlungsverpflichtungen der Landwirtschaft im letzten Quartal dieses Jahres nichts verhängnisvoller sein als ein Herabsacken des Getreide- Preises. Die Landwirtschaft würde ein nochmaliges Verschleudern der Ernte nicht mehr aushalten. Für den einzelnen Landwirt ergibt sich daraus die Notwendigkeit, von der angebotenen Hilfe Gebrauch zu machen nicht nur zu eigenem Nutzen, sondern zu dem des gesamten Berufsstandes. Don einem ausreichenden Gebrauch der Devorschussung des Getreides in Verbindung mit der Tätigkeit der Deutschen Getreidehandelsgesellschaft darf erwartet werden, daß eine Preissenkung, wie sie im Vorjahre eintrat, verhütet wird. Oberhessen. Landkreis Gießen. * Klein-Linden, 28. Juli. Man schreibt uns: Der in der Montagnummer des „Gieß. Anz." gebrachte Bericht über die jüngste Gemeinderatssitzung bedarf einer Berichtigung. Die Veranlassung zu der vor Eintritt in die Tagesordnung hervorgerufenen Gcschäftsord- nungsdebatte war nicht ein Versäumnis des Bürgermeisters, sondern die Unkenntnis des betr. Gemeinderatsmitgliedes über die sachliche Behandlung der in Aussicht stehenden neuen Besoldungsregelung. Der von letzterem in einer vorausgegangenen Gemeinderatsfihung mündlich gestellte .Antrag auf Neuregelung der Gemeindebeamtengehälter wurde seinerzeit von dem Bürgermeister dahin beantwortet, daß eine Neuregelung der Besoldung der Gemeindebe- omten im Gange und die betreffenden Dienststellen mit der Aufstellung neuer Nichtlinien für die Desoldungsregelung befaßt seien. Sobald Diese erschienen, werde er dem Gemeinderat Vorlage machen, ohne diese sei eine Behandlung der Besvldungsfrage zwecklos. Diese Erklärung wurde vom Gesamtgemeinderat, auch vom Antragsteller, stillschweigend angenommen, so daß für den Bürgermeister zunächst kein Grund vorlag, die Desoldungsregelung zum Gegenstand der Behandlung in nächster Sitzung zu machen. Es ist ferner unrichtig, daß einstimmig beschlossen sei, eine Neuregelung der Gehälter innerhalb 8 Tagen vorzunehmen, richtig ist vielmehr, daß beschlossen wurde, innerhalb vorgenannter Frist zur Befoldungsfrage Stellung zu nehmen. Bei der vorgenommcnen Abstimmung enthielten sich einige Gemeinderatsmilglieder der Stimmabgabe. X Allendorf (Lah n), 28. Juli. An vielen Stellen unserer Gemarkung haben die Wassermassen in letzter Zeit erheblichen Schaden verursacht. Durch die Nässe sind die Hackfruchtäcker mit Unkraut derart überwuchert, daß alle Kräfte nötig sind, um es wieder zu entfernen. Hiernach ist der Stand der Kartoffeln sehr verschieden, während Dickwurz und Kraut sich gut entwickelt haben. Das' Wint e r ge t r e ide hat sich vielfach gelagert; die Aehren sind schwer, so daß bei heißem Wetter eine gute Ernte erwartet wird. Die Sommer- frucht zeigt kräftigen Wuchs; auch hier sind die Aehren gut entwickelt, jedoch führen Wind und Negen Lagerung herbei. Für Obst aller Art ist geringe Aussicht, so daß den Landwirten und der Gemeindekasse eine sonst bedeutende Einnahmequelle fehlt. — Die Neueindeckung der Kreisstraße Wetzla r—G i e tz e n ist in hiesiger Gemarkung von der Landesgrenze bis an den Bahnübergang nach Heuchelheim beendet worden. Die Verwendung von Steinschlag, Teer und Sand ergibt diesmal eine glatte Fahrbahn. Die Derkehrssperre mutz bis zur Festigung der Masse noch bestehen bleiben. — Sobald die Getreideernte beendet ist, erfolgt durch die Feldbereinigungskommission die Neueinteilung sämtlicher Grundstücke. Wie überall in diesen Fällen, so sieht man auch hier der Vollendung im Herbst mit Spannung und gemischten Gefühlen entgegen. * L o l l a r, 27. Juli. Am 4., 18. und 25. Juli hielt der Veteranen - und Kriegerverein Lollar auf seinem neu hergerichteten Schietzstand ein S ch e i b e n s ch i e tz e n ab, woran auch die Jungmannschaft des Vereins teilnahm; es zeitigte recht gute Schietzergebnisse. Die Beteiligung war an allen drei Sonntagen recht rege. Es nahmen an jedem Sonntag etwa 80 Schützen teil. Besonderen Ansporn bot das mit jedem Schiehtag verbundene Ehrenscheibenschi e- tz e n. Am dritten Sonntag wurde in drei Klassen geschossen, der beste Schütze jeder Klasse erhielt einen Ermunterungspreis in Geld. Das Herbst- a b s ch i e tz e n, womit ein Preisschiehen verbunden wird, soll in den letzten Sonntagen des September stattfinden. th. L i n d e n st r u t h , 28. Juli. Am Sonntag fand hier die Weihe einer neuen Glocke statt. Für die im Weltkrieg abgelieferte kleinere Glocke, die aus dem Jahre 1668 stammte, wurde eine grötzere beschafft, die mit der noch vorhandenen, aus dem Jahre 1453 stammenden in den Tönen cis-e einen schönen Zusammenklang ergibt. Die neue Glocke wurde von dec Firma Rinker in Sinn geliefert; sie trägt die Inschrift: „Dem Vaterland wurde die Schwester gegeben. 1917 Statt ihrer erstand ich zu neuem Leben. 1926 Zum Worte Gottes lad ich euch; Kommt, kommt, es führt zum Himmelreich." Die Weihe verlief in sehr schöner Weise. Da das kleine Gotteshaus die nach Hunderten zählenden Festgäste nicht zu fassen vermochte, fand die Feier vor der Kirche statt. Sie wurde von unserem Ortsgeistlichen, Pfarrer Mar- guth (Winnerod), vollzogen, der von der Entstehung der Glocken im allgemeinen, sowie von den Erlebnissen unserer alten Glocke Interessantes zu berichten wußte. Die Schule, der Gesangverein, sowie der Pofaunenchor von Bersrod hatten sich bereitwilligst in den Dienst der Feier gestellt. Durch den Mund von Schülern wurde der feiernden Gemeinde die Bedeutung des Geläutes im Leben des einzelnen Menschen als Tauf-, Hoch- zeits- und Grabgeläute, sowie im Gemeindeleben als Morgen-, Mittag-, Abend- und Sonntagsläuten vor die Seele gestellt. Möge auch der bei der Feier ausgesprochene Wunsch, daß das neue Geläute für die Gemeinde ein rechtes Friedensgeläute werde, auf fruchtbaren Boden gefallen sein. Kreis Friedberg. 00 Aus dem mittleren Niddatal, 28. Juli. Die Roggen - und Gerstenernte hat nun begonnen, TIeberall sieht man in den Feldern die Getreidehaufen. Teilweise wird die^ Frucht gleich eingefahren und gedroschen, denn manche notwendige Ausgabe wurde auf die Erntezeit verschoben. Weizen und Hafer werden auch schon gelb, so daß die Ernte keine Unterbrechung erleiden wird. Lagerfrucht gibt es hier wenig, denn unsere Gegend wurde von schweren Wettern verschont. Allgemein verspricht dir Ernte einen guten Ertrag; der Hafer, der auch etwas mehr lagert als andere Fruchtarten, scheint eine sehr gute Ernte zu liefern Die Wiesen haben infolge der Feuchtigkeit sofort wieder an- gesght und stehen im üppigsten Wachstum. Nach der guten Heuernte besteht j^tzt auch Hoffnung auf einen guten Ertrag an Grummet. — Die Frühkartoffeln liefern, wie zu erwarten war, eine gute Ernte, die sich in den niedrigen Preisen für Frühkartoffeln auswirkt. Kreis Bübingen. ]:[ Gelnhaar. 28. Juli. In dem hiesigen Steinbruch verunglückte heute morgen ein junger Arbeiter dadurch, datz ein schwerer Hammer eines anderen Arbeiters vom Stiele ab- flog und ihn am Hinterkopf traf. Der sofort herbei» gerufene Arzt vernähte die klaffende Wunde und legte den ersten Verband an. Kreis Schotten. =.= Aus dem Kreise Schotten, 28. Juli. An verschiedene Gemeinden der Kreise Schotten und Lauterbach, die sich die Pflege und Unterhaltung der verbesserten Hutweiden besonders angelegen sein ließen und die dort eingerichteten Gemeindeviehweiden in zufriedenstellendem Zustand erhalten haben, wurden aus einem im Staatsvoranschlag für 1925 bereitgestellten Betrag Belohnungen verausgabt im Gesamtbeträge von 800 Mk. So erhielten Oberseemen 150, Hartmannshain 150, furt 50, Nösberts 50, Grebenhain 100 und Crainfeld 300 Mk. 6 Schotten, 28. Juli. Aus dem G e - mein de rat: Die Steuerausschlag s'ätze für 1 92 6 werden festgesetzt auf 12 Pf. für je 100 Mark Steuerwert und Gebäude, 24 Pf. des land- und forstwirtschaftlichen Grundbesitzes, 40 Pf. vom landwirtschaftlichen und gewerblichen Betriebs- und Anlagekapital, 40 Pf. auf je 1 Mark des gewerblichen Ertragssteuersolls, 25 Pf. Sondersteuer vom bebauten Grundbesitz. Die Steuerziele werden verteilt auf die Zeit vom 1.9.26 bis 1.7.27. — In dem durch die Stadt fliehenden Stadtbach, der als bequeme Ablagerungsstätte von Anrat benutzt wird, haben sich Zustände herausgebildet, die der Abhilfe dringend bedürfen. Der Gemeinderot beschloß daher, daß das Da ch b e t t im S t a mv f- beton hergestellt und teilweise z u g e - legt wird. Zunächst wird ein Teil vom Pfarrhof bis zur Brücke neu hergestellt. — Der Sportplatz auf dem Bockzahl wird erweitert, mehrere 100 Kubikmeter Erde und Fels werden abgetragen und planiert. Mit den am Platz interessierten Vereinen erfolgt noch nähere Vereinbarung. — Der Turn- und Gesangverein plant die Erweiterung und den Ausbau seiner Turnhalle. Der jetzige Turnhof soll überbaut, die Wirtschaftsräume, Garderobe usw. aus dem jetzigen Festsaal, herausgenommen und der Saal dadurch vergrößert werden. Ein reiner Turnsaal, der nur für das Turnen eingerichtet wird und ständig dem Vereins- und Schulturnen zur Verfügung steht, soll im Turnhof gebaut werden. Durch die seitherige öftere Verwendung des Turnsaals als Festsaal war der Turnbetrieb öfters gehindert. Der Gemeinderat steht dem neuen Projekt sehr sympathisch gegenüber und will es nach Kräften unterstützen. Ein besonderer Zeichens aal für die gewerbliche Fortbildungsschule soll, jedoch nicht, wie vom Turnverein vorgesehen war, in dem neuen Turnhallenumbau eingerichtet werden, sondern die Stadt läßt einen solchen Saal in ihrem eigenen Schulgebäude Herrichten. & Schotten. 28. Juli. Wie man hört, beabsichtigt die Reichsbahnverwaltung, wieder einen gemischten Zug, Personen- und Güterzug, vermutlich das zweite Zugpaar, fahren zu lassen. Die Bevöllerung hat lange auf die Abschaffung dieses Mißstandes gekämpft, sie wird jetzt diesen Rückschritt, der eine unverantwortliche Belästigung des Publikums mit sich bringt, nicht geduldig hinnehmen und sich mit allen Mitteln für die Beibehaltung der jetzigen Bahnverbindung, die ja auch nicht ideal, aber doch immerhin erträglich ist, einsehen. — Am Sonntag stattete der Turn- und Gesangverein Schotten den Nachbarvereinen der Stadt L a u b a ch einen Besuch ab. Nach einer Besichtigung der Stadt fand im Saal des „Solmer Hofes" ein gemütliches Beisammensein statt. Die Gesangsabteilung des Schottener Vereins trug zahlreiche ansprechende Chöre unter Leitung ihres bewährten Dirigenten S ü s s e l vor. Die von den beiden Bürgermeistern der Städte und den Vereinsvorsitzenden gehaltenen Ansprachen betonten das herzliche Einvernehmen. das zwischen Laubach und Schotten stets bestehen soll. ld. S ch o t t e n, 28. Juli. Die ausgiebigen Regenfälle der letzten Zeit haben einen vorzüglichen Ansatz des Grummetgrases gezeitigt, so daß die besten Aussichten auf eine gute Drummeternte vorhanden sind. Dadurch wird es der Vogelsberger Landwirtschaft ermöglicht. das zahlreiche Jungvieh, das wegen der niedrigen Kälberpreise zur Aufzucht aufge- stellt wurde, durch den Winter zu bringen. □ L a u b a ch, 28. Juli. Am Sonntag begingen die im Jahre 1876 geborenen Bewohner unserer Stadt eine gemeinsame Feier ihres Geburtstages. Am Vormittag fand Kirchgang statt, worauf 25 Fünfziger, 15 Damen, 10 Herren, (einige fehlten hierbei) photographiert wurden. Am Abend war gesellige Unterhaltung im festlich geschmückten Saale des ..Solmser Hofs". Vielen Beifall fand ein flott gespieltes Theaterstück und ein sinniges musikalisches Singspiel. Einen weiteren Teil der Abendunterhaltung bildete ein munterer Tanz. Diese Feier ist die erste derartige, die hier stattgefunden hat. — Auch unser stilles Tal ist neuerdings von einem Schwindlerpaar heimgesucht worden. Dor einigen Wochen kam ein junger Mann mit seiner „Tante" zu einer Dame, die hier eine Pension ftir Sommerfrischler hält, bestellte Quartier und bat, zum folgenden Nachmittag „einen guten Kaffee" zu besorgen, da sie sich vorher einmal die Nachbarstadt Hungen ansehen wollten. Die Herrschaften lamen jedoch nicht am Nachmittag, sondern mieteten sich bei einem hiesigen Geschäftsmann ein. Hier liehen sic es sich wohl sein. Mit der <^rau des Hauses machten die Sommerfrischler sogar einen Ausflug auf den HoherSdskopf, wo es ihnen ungemein gefiel. Als es an das Bezahlen ging, hatte der fremde Herr in der Eile vergessen, seine Geldtasche einzustecken. Die Laubacher Vermieterin übernahm es, in zuvorkommender Weise, die Wirtsrechnung zu begleichen. Ewige Tage später teilte der fremde Herr dem hiesigen Geschäftsmann mit, er habe ewe besonders günstige Gelegenheit, sich an einem Ausverkauf zu beteiligen, sei aber leider zur Zeit nicht genügend bei Kasse. Er zählte die Summe von 12 000 Mk. in bar auf und sagte er brauche insgesamt 14 000 Mk. Auch zeigte er Briefe von einem Gerichtsvollzieher aus Kassel vor, der jenes Warenlager (Leinen) mit Beschlag belegte. Der Laubacher Geschäftsmann, der gerade die fehlende Summe bereit hatte (er hatte kurz vorher Geld eingenommen), streckte bereitwillig 1 600 Mark vor. Darauf reiste die „Tante" selbst nach Kassel, um den Ankauf auszuführen, wofür sie noch einen Schließkorb entlieh. Als die „Tante" ausblieb, wurde der Neffe unruhig und beschloß, ihr nachzureisen. Er gab an, starkes Kopfweh zu haben. Der Laubacher Pensionsherr empfahl ihm Bewegung w frischer Luft und lieh ihm hierzu sein neues Adlerrad. Der fremde Herr nahm dankbar an — und ward nicht mehr gesehen. Man hat festgestellt, daß es sich um einen Hochst a p l e r aus Lorch am Rhein handelt, einen früheren Taglöhner, der seit 1924 im „Fahndungsblatt" steht. Die „Tante" soll aus Thüringen stammen. Der Schaden, den der hiesige Geschäftsmann erlitten hat, beläuft sich auf insgesamt 2100 Mark. — Am 16. Juli fand Forster Neuß aus Wetterfeld, der zur Zeit die Stelle des hiesigen Gemeindeförsters bekleidet, in der sog. „Steinbach", 3 Kilometer östlich unserer Stadt, am Oberlauf der Wetter (der Stätte eines um 1400 ausgegangenen ©or- les), die Aeberreste eines kleinen Gummiballons. Es hing eine Karte bei, tvonach der Ballon bereits im Mai d. I. vorn „Sport Secretary" des Tennisklubs von S u t t o n in Surreh abgesandt war, mit der Bitte um Mitteilung durch den Finder und unter dem Versprechen eines Preises. Förster Neuß füllte das Kärtchen als Zurücksender aus und sandte es zurück nach Sutton (F/, Stunden westlich von Croydon), ist jedoch noch ohne Antwort. -L Ober-Lais, 28. Juli. Am Sonntag stattete der Gesangverein „Liederkranz" von Gedern dem hiesigen Gesangverein „Liederfreund" einen Besuch ab. Die Gederner Sänger erschienen etwa 60 Mann stark. Im Saale des Gastwirts Theiß konnte sich bald ein „S ä n g e r st r e i t“ im kleinen friedlichst ent- spinnen, nachdem der Dirigent des hiesigen Vereins, Lehrer Strößinger, die Gäste begrüßt und der Präsident des Gederner Vereins, Schreinermeister Henkel, den Dank für die freundliche Begrüßung ausgesprochen hatte. Daß beide Vereine über gute Stimmen verfügen und gut geschult sind, bewiesen die vorgetragenen Chore. Auch ein Quartett des Gederner Vereins brachte einige schöne Lieder zu Gehör. Rur zu schnell verging die Zeit und mahnte zum Aufbruch, der gegen 7 2hr erfolgte nach nochmaligen Dankes- Die Krummhölzer. Roman aus den bayerischen Bergen. Don Michael Wagner. 17. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Es war ein böser Blick, der chn hier aus Tonis Augen traf. Ein ganz kurzes trockenes Auflachen begleitete ihn. „Bloß mir laßt meine Ruah, gel!" Zeno faßte den Bruder scharf ins Auge. „Wir wollen hoffen, daß 's net nötig is!" Marianne hatte sich still an Vater llrachers Seite gesetzt. Mit weicher, leiser Stimme sprach sie tröstend auf den ganz gebrochenen, sonst so starken Mann ein. Aus seiner mächtigen Brust drangen stöhnende Laute. „Mei armer Bua!" flüsterte er immer wieder vor sich hin. „Mei armer Bua! —" Mariannens Zusprache aber wirkte Wunder. Er faßte sich und richtete sich wieder auf. „I dank' dir für bei Zuasprach', Mariandl!" sagte er zu der Schwiegertochter und drückte ihr dankbar die Hand. Dann wandte er sich an die Brüder. „Was red's ihr da aus mitanand?! Halt's doch fried'!" Er machte eine Pause. „In dem Schreiben steht was drin, daß oans nach München kommen sollt — „Dos werd' i schon erledigen, i hab' sowieso in die nächsten Tag' in der Stadt drin was z' tun'" gab ihm Toni kurz angebunden Bescheid. „Unterdes könnt's ihr an richtigen Seelengottesdienst bestellen — zahlen tua i!" „Is recht!" erwiderte der Vater. Da stutzte der Tom seine fleischigen Hände auf die Tischplatte und stand auf. Brutal, breit und schwer hob sich seine Schlächtersigur in der Dämmerung des Salettls, wie ein düsterer Klotz vom hellen Hintergrund des durch das Blattwerk schimmernden Äbendyimmels. „Weil 's sich g'rad so schickt —oan für allemal — Herr am Hof bin i!" Toni hieb dazu bekräftigend mit der Faust auf den Tisch. „Und als solcher hab' bloß i was z' reden und sonst gar niemand! Heut' net und in aller Zukunft net! Da braucht 's koa Dreinreden und koa Warnung — verstanden! — Mehr brauch i wohl net z'sagen!" „'s langt — hast recht!" erwiderte Zeno männlich ruhig,^doch voller Bitterkeit über das Unwürdige der Szene. „Aber i schreib mich Uracher so guat wie du, Toni! Und der Krummholzerhof is meine Hoamat so gut wie deine!" Da fuhr der Uracher auf. Groß und steil auf» gerichtet, als gelte es, nöchmals seine ganze Kraft zu zeigen, stand er zwischen den Brüdern. „Und all dös muaß heut' g'sagt werden! G'rad zu der Stund'? Soll sich zum Kummer a no d' Feindschaft schlagen?! Herrgott — Buam! Und wenn i hundertmal im Austrag bin — merkt's euch: i bin a no da!" Peinliches Schweigen folgte auf die väterliche Zurechtweisung. „Vater! — Du —" wollte darauf Zeno in begütigendem Tone einwenden. 2(6er Uracher schnitt ihm die Rede ab. „Laß guat sein, Zeno!" Er wies nach dem Hause, von dem durchs abendliche Dämmer trüb roter Schein hinter den Stubenfenstern aufglomm. „Gehn wir 'nein, — d' Wally hat die Kerzen schon ang'steckt!" Damit trat er aus dem Salettl ins Freie hinaus und ging hoch und stark, aber schweren Schrittes, als hätte er eine Last zu tragen, unter den alten Obstbäumen hin, dem Hause zu. Schweigend folgten ihm die anderen ... In der großen Stube waren bereits alle versammelt, die zum Krummholzerhof gehörten. Auf dem Tische stand zwischen schwer silbernen alten Leuchtern mit brennenden Kerzen ein holzgeschnitztes Kruzifix. Als Uracher mit den Seinen eintrat, verstummte sofort das Flüstern. In manchem Auge standen die Tränen ehrlicher Teilnahme. Einen Augenblick schaute sich der Bauer im Kreise seiner Leute um. Langsam und schwer sprach er bann: „Also nachher, Leut' — für’n Veri sei arme Seel! Hierauf ging er zu einem der Stühle, kniete auf öen Stubenboden nieder, stützte die Ellenbogen auf Öen ötufjl und legte das Gesicht in die schwieligen Hande. Es war, als hätte ihn die Bürde der ihm auferlegten Prüfung nun doch daniedergedrückt. Wortlos folgten die anderen feinem Beispiele und ließen sich an der Wandbank und vor den Stühlen ebenfalls auf die Knie nieder. Nur Zeno lehnte sitzend auf der Bank und streckte sein hölzernes Bein steif in die Stube. Neben ihm kniete Marianne, den schönen Kops tief gesenkt. In ihrem vollen Blondhaar spielte wie rotgoldene Glut der Schein der Kerzenlichter. Toni aber zog sich in die dämmerige Ecke hinter dem unförmigen Ofen zurück, als hätte er mit all den anderen da nichts gemeinsam und füge sich nur widerwillig dem Zwange des Hergebrachten. Eine vielhundertköpfige Gemeinde betender Gläubiger im Prunk und Lichterglanze eines großen Domes könnte kein Bild von packenderer Wucht und Seltsamkeit abgeben, als diese Schar rauher Bergler im flackernden Kerzenschein zu Füßen des Kruzifixes ... „Im Namen Gottes Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes ..." hob Wally an zu beten, inbrünstig, voll echter Andacht. Laut fiel der Ehor der anderen ein, geführt von Vater Urachers dröhnender Stimme ... Bis zum letzten Vers: „Der du für uns bist gekreuziget worden!" Da schwieg diese starke Stimme. Und beim letzten: „... Herr, laß ihn ruhen in Frieden, Amen!" zitterte die ganze Riesengestalt dieses Mannes, der ein Menschenalter lang stark und aufrecht gewesen war, in wildem Schluchzen ... Eines nach dem andern, vom Großknecht bis zum Roßbuden, von der Hauserin bis zur letzten Stalldirne, gab dem Uracheroater dann die Hand. Darauf gingen sie stumm hinaus. Als letzter der borete alte Gori, weinend wie ein Kind ... „Guat Nacht beinanb!" sagte jetzt auch der Toni kurz angebunden, und murmelte dazu etwas, das klang wie: „Kommt's gut 'nunter!" Mit lautem Knall fiel die Tür hinter ihm ins Schloß ... Am Hofgatter draußen verabschiedeten sich Zer.o und Marianne vom Vater, der ihnen bis hierher das Geleite gegeben. „In Gott's Nam' — er hat's so haben wollen!" war sein letztes Wort. Dann schieden sie mit einem langen, stummen Händedruck. * | Zeno und Marianne stiegen durch die Pracht ! und den wonnesamen Frieden einer milden Maiennacht zu Tal. Weber den beiden Menschen funkelten viel» tausendfach die Sterne, und das wundersame Licht des Mondes verklärte in unsagbarer Feierlichkeit bas nächtliche Bergland und ihren stillen Weg ... VII. Der erste Bergsommer neigte sich seinem Ende zu, seit Zeno als rühriger junger Meister und Nach» folger des sei. Fürleger im Schnitzerhäusl am Marktplatz mit seiner Marianne faß. Unter ihren Augen hatte das schmucke Gärtlein das erste märzlich-zarte Sprießen und Knospen, lenzfrohes Blühen und des Sommers volle Reife gezeigt und mar nun daran, sich mit den leuchtenden Farben des Herbstes ein neues Prunkkleib an- zulegen ... Auch im Krummholzerhof hoch oben auf feiner herrischen, sonnenreichen Höhe hatten sich mancherlei Wandlungen ergeben. Seit der alte Uracher das Regiment an Toni übergeben hatte, wehte um den stattlichen alten Hof einlaßheischend der Geist der neuen Zeit. Und er erhielt Einlaß und nahm Besitz von Haus und Hof. — Toni nannte sich Gutsbesitzer, seit der Hof in seiner Faust war. Gutsbesitzer und — Großhändler, eigentlich Groß-Geschäftemacher. Als solcher war Toni ein besonders gelehriger und würdiger Vertreter der neuen Zeit. Er handelte vornehmlich mit Holz aller Art und Menge, weil ihm diese Ware buchstäblich am nächsten gelegen und durfte sich Kollege so manchen durchtriebenen Schiebers nennen. Wie oftmals die Bergnebel durch die Täler streichen und mit gespenstischer, lautloser Beweglichkeit in alle Gräben, Kare und Schluchten kriechen, so kam auch der Geist der neuen Zeit ins hinterste Bergdorf und weckte den üblen Geschäftssinn mesensverwandter Zeitgenossen. Das war die Zeit, da es iM deutschen Vaterkande schier mehr Händler als Käufer gab. Allerlei Unternehmungen und Geschäfte wurden aufgemacht, die wohl das Licht des Tages zu scheuen hatten — aber den meisten Gewinn abwarfen ... (Fortsetzung folgt.) Worten be* Präsidenten Henkel für die gastliche Aufnahme und einem Schlußwort von Lehrer Sauer- Ober-Lais, worin er einen baldigen Gegenbesuch in Gedern in Aussicht stellte, um die freundnachbarlichen Beziehungen weiterzupflegen. ld. AuS dem Vogelsberg, 28. Juli. Ginige Gutsbesitzer und Gutspächter des Dogels- berges sind im Laufe der letzten Jahre dazu übergegangen, an Stelle der offenen die einge- zäunte Weide zu sehen, die einmal den Hirten entbehrlich macht, dann aber auch das Drauhen- bleiben des Viehes zur Rachtzeit gestattet. Der Gedanke der Modernisierung des Weidebetriebs wird zurzeit im Gebiete des vorderen Vogelsberges lebhaft erörtert, besonders in Gemeinden, in denen man kaum noch den Weidegang kennt. Hier, wo viele Bauern, meist Kleinbauern, sich eben vom Diehhalter zum Viehzüchter entwickeln, hat man die Wichtigkeit des Freiluftaufenthaltes und Weideganges für die Viehzucht erkannt und arbeitet an der Wiederkehr des im Laufe der letzten Jahrzehnte immer mehr verminderten Weidebetriebes, allerdings in zeitgemäßer Ausgestaltung. Das Vorgehen der Gemeinde 11 [ f a, inmitten eines Waldwiesengrundes eine größere genossenschaftliche Viehweide zu schaffen, wird viel besprochen und findet lebhafteste Zustimmung. Geeignete Wiesenflächen, die an einem Wasserlans liegen und somit über eine natürliche Tränke verfügen, sind überall vorhanden. Die Kosten der Einzäunung fallen kaum ins Gewicht, da ein großer Teil der Vogelsberger Gemeinden Woldbesih hat. Die Viehbesiher in den Gemeinden des höheren Vogelsbergs mit ihrem reicheren Viehbestand und ausgedehnten Weidebetrieb auf großen Weideflächen müßten, da die Viehzahl für eine genossenschaftliche Weide zu groß würde, zur Anlage von Einzelweiden schreiten, die auch vielleicht nur in arbeitsreichen Erntezeiten benutzt würden, um die Arbeitskraft, die jeder Vogelsberger landwirtschaftliche Betrieb, und sei es der kleinste, täglich für den Weidebetrieb braucht, als Erntearbeiter verwenden zu können. 3n „müßigen“ Zeiten wären dann tagsüber die nicht eingezäunten Weiden zu befahren, denn bei der Kleinheit der Parzellen in Vogelsberger Dors- gernarkungen verfügt jeder Dauer über mehrere zerstreut liegende Hutweiden, die er nicht alle einzäunen kann. Erst die Durchführung der Feldbereinigung in allen Vogelsberger Feldmarken stellte jedem Bauern größere Flächest für modernen Weidebetrieb zur Verfügung. Als Weg zur Höherentwicklung der Vogelsberger Viehzucht und Einsparung von Arbeitskräften in den landwirtschaftlichen Mittel- und Kleinbetrieben des Gebirges müßte der Gedanke der Modernisierung des Weidebetriebes von Fachleuten einmal gründlich auf seine Verwendbar- barkeit in den verschiedensten Lagen des DogelSberaes untersucht werden. Die Ergebnisse dieser Arbeiten wären ein zugkräftiges Thema für Vorträge der Londwirtschafts- Ämter, die sicherlich der raschen Durchführung neuzeitlicher Ideen in kleineren und mittleren Vogelsberger Viehzuchtbetrieben sehr forderlich wären. Starkenburg. * Darmftabt, 28. Juli. In Gernsheim unternahmen drei junge Leute in angeheiterter Stimmung nach einer Kneiperei eine Kahn- partie. Das Boot schlug um, als einer von ihnen den Mast erkletterte, und alle fielen ins Wasser. Während sich zwei ans Land retten konnten, e r • trank der 17jährige Schneiderlehrling M e i st e r. Rheinhessen. WER. Mainz, 28. Juli. In der Flomborner Raubmordaffäre, in der ein fremder, unbekannter Mann auf freiem Felde ermordet, seiner Habe beraubt und in einer Feldgrube verscharrt wurde, ist, dem „Mainzer Anzeiger" zufolge, eine überraschende Wendung eingetreten. Der Tat verdächtig waren bekanntlich ■ zwei Handwerksburschen, welche zusammen mit einem dritten, dem angeblich Ermordeten, durch die Alzeyer Gegend gewandert waren. Die Annahme, daß der dritte Handwerksbursche der Ermordete gewesen sei, hat sich jetzt als irrig herausgestellt. Vach einer bei der Mainzer Staatsanwaltschaft eingelausenen amtlichen Mitteilung befindet sich der angeblich ermordete Handwerksbursche gegenwärtig wohlbehalten in Augsburg. Ec war sehr erstaunt, als man ihm von seiner angeblichen Ermordung und dem Verdacht gegen seine Kameraden Mitteilung machte. Die beiden 5 e ft genommenen wurden sofort freige lassen und das Kleeblatt setzte gemeinsam seine Wanderschaft fort. Der Fall dürste wohl unaufgeklärt bleiben. Preußen. Kreis Wetzlar. • Wetzlar, 29. Juli. Ein interessantes Ereignis für unsere Stadt und die Umgebung dürste der Flug tag werden, der am kommenden Sonntag. 1. August, hier stattfinden soll. Eine Anzahl Flugzeuge der Frankfurter Flug- sport-Gesellschaft wird alle Arten von Flugsport zeigen (Kunstflüge, Kampsflüge, Geschwaderflüge, Ballon-Verfolgung. Fallschirm-Abstürze usw.). Während der slugsportlichen Veranstaltungen findet Konzert statt. Man beachte die heutige Anzeige. - - Atzbach. 28. Juli. Die Grummeternte in den ausgedehnten Wiesengründen auf beiden Seiten der Lahn verspricht, wie auch die Heuernte, recht ausgiebtg zu werden. Die Überschwemmungen vor einigen Wochen haben außerordentlich günstig auf die Grasbildung ein- gewirlt. sv daß man stellenweise an dem verstärkten Graswuchs feststellen kann, tote weit das Wasser gestanden hat. Anderseits jedoch haben die Überschwemmungen das Versauern mancher Wiesen gefordert, und auch in vielen Fällen eine verstärkte Moosbildung zur Folge gehabt. Q Atzbach. 28. Juli. Auf der am 18. und 19. bult in Lützellinden stattgehabten Kreis- synode Wetzlar wurde beschlossen, die nächstjährigeShnode. die ebenfalls wieder eine Dauer von 2 Tagen umfassen soll, im hien- gen Orte abzuhalten. 5 Klein-Rechtenbach, 28. Juli. Das hiesige Waisenhaus Zoar, auch Hof Rechtenbach genannt, feiert im September sein 70; adriges Jubiläum. Das Waisenhaus ist eine Zweigcmstalt der Diakonieanstalten zu Bad Kreuznach: es hat seine Räumlichkeiten durch einen im vorigen und in diesem Jahre errichteten Anbau wesentlich erweitert, wodurch die Belegungsziffer bedeutend erhöht ist. Augenblicklich sind außer den Schwestern und dem sonstigen Personal 41 Waisenkinder in dem Hause untergebracht. *O> Hochelheim. 28. Juli. Die Sammlung für die Zeppelin-Eckener-Spende ergab in der hiesigen Gemeinde den Betrag von 90.40 Mk., ein Ergebnis, das bei der heutigen allgemeinen Geldknappheit für unfern Ort als durchaus befriedigend bezeichnet werden kann. O Oberkleen. 28. Juli. Die Fabrik- aniagen der Vereinigten Werke für Dahnmaterial, einer Schwesterfirma der Bamag-Meguin A G. zu Berlin-Buhbach, stehen schon seit Monaten still, ohne daß Aussicht auf eine Wiedereröffnung vorhanden wäre. Die Fabrik hat während ihres Betriebes vielen Arbeitern der hiesigen und der umliegenden Gemeinden Deschäftigungsmoglichkeit gegeben, so daß daß eine erneute Betriebsausnahme zur Linderung der Arbeitsnot. die sich auch in der hiesigen Gemeinde immer mehr bemerkbar macht, sehr zu begrüßen wäre. 00 Aus dem Kleebachtal, 28. Juli. Wer vor Jahren die Fischerei i m K l e c b a d) aus- geübt hat, wird die Erfahrung geniadjt haben, daß in dem Bach vorwiegend Weißfische zu Hause waren, während man die Forelle weniger vorsand. Heute kann man sagen, daß fast das Gegenteil der Fall ist. da nach Aussage von Fischereipächtern mehr Forellen als Weißfische gefangen werden Dies mag in der Hauptsache darauf zurückzuführen sein, daß bei den in den letzten Jahren stattgehabten Reu- verpachtungen der Fischereien der einzelnen Gemeinden den Pächtern vertraglich die Verpflichtung auferlegt wurde, jedes Jahr eine größere Anzahl Forellenbrut ober eine entsprechende Menge Setzlinge auszusehen Die Erfüllung dieser Vertragsbestimmungen scheint sich nun zum Ruhen der Fischeieiberechtigten auszuwirten. In der Gemarkung Dornholzhausen werden bei der dort zur Zeit im Gange befindlichen wirtschaftlichen Umlegung der Grundstücke zwei Kleebachdurchstiche ausgeführt. Die Arbeiten an den Durchstichen wird schon seit einiger Zeit im Gange und werden voraussichtlich noch bis in den Monat September hinein andauern. Es bleibt abzuwarten. ob bei der hierdurch entstehenden starken Trübung des Kleebach-Wassers die Fische in dem Teile unterhalb der Durchstiche keinen Schaden erleiden werden. Im Interesse der Hochhaltung der Fischzucht wäre dies außerordentlich zu bedauern. Was die Fischereiberechtigung in dem Kleebache anlangt, so ist als Kuriosum zu verzeichnen, daß diese mit Ausnahme von Oberkleen denjenigen Gemeinden gehört. deren Gemarkung der Kleebach durchfließt. In Oberkleen wird das Fischereirecht von einem eingesessenen Landwirt beansprucht, dessen Vorfahren es schon vor längeren Jahren käuflich erworben haben wollen. ObcrlahukrciS. 0 G raven eck. 28. Juli. Auf der Grube Georg Joseph stürzte ein belaßener Wagen in den Forderschacht und blieb darin hängen. Rach Abfahren des leeren Wagens war der Förderkorb aufgezogen worden, und so mußte der angefahrene volle Wagen in die Tiefe stürzen. — Dieser Sage gingen zwei von der Hadamarer Besserungsanstalt hier bei Bauern unter geb rachteD ie n st m ä dchen durch: sie sind noch nicht zurückgekehrt. Die Anstifterin hat ihre sämtlichen Kleider (5 an der Zahl angehabt, was erst abends bemerkt wurde. Kreis Westerburg. 00 Westerburg, 28. Juli. In S e ck fiel der 2' .jährige Knabe Erich Güth in einem unbewachten Augenblick in den Holzbach . der an der Wohnung feiner Eltern vorbeifließt, und ertrank. Als man das Kind vermißte, wurde die Feuerwehr alarmiert, die sofort Rachsor- schungen anstellte, aber erst nach stundenlangem, eifrigen Suchen die Leiche in der Rähe des Davpricher Hofes finden konnte. — Der Kaufmann Diederichs aus Solingen erlegte in der Hundfangei Gemeindejagd einen starken Rehbo 6 mit vier vollständigen, schonen Stangen. — Rach Willmenrod wurde der Pfarrer G e n s i ck e aus Alpenrod verseht: er wird in den nächsten Tage sein Amt antreten. An die Pfarrstelle nach Alpenrod wurde Pfarrer Schütz von Rieder-Tiefenbach berufen. — Man fürchtet hier, daß die Rot der hiesigen Steinarbeiter in nächster Zukunft sehr groß wird. Die Ursache für diese Befürchtung ist in der Annahme des deutsch-schwedischen Handelsvertrages zu suchen. Rach diesem Vertrag sollen Pflastersteine und Steinmaterial zollfrei aus Schweden eingeführt werden. Das bedeutet eine weitere Verschlechterung der We st deutschen Steinindustrie und in deren Gefolge eine Erhöhung der Zahl der arbeitslosen Steinarbeiter. Kreis Marburg. — Fronhausen, 28. Juli. Trotz der verschiedenen, durch Hochwasser verursachten (Störungen nehmen die Lahnregulterungs- ar beit en einen guten Fortgang. Die erste Strecke ist in einer Lange von 400 Meter bereits fertiggestellt, so daß hier mit dem Durchstich der Dämme, die das alte vom neuen Flußbett trennen, in Kürze begonnen werden kann. Große Hindernisse bereiten die mächtigen, feit Jahrhunderten in der Erde ruhenden tiesschwarz gewordenen Baumstämme bis zu 6 Kubikmeter Inhalt und Pfähle von 9 Meter Länge, die ein wildes Durcheinander bilden. Es handelt sich da um Reste des großen Schentenwaldes, der einst diese Fluren, die ja heute noch diesen Ramen tragen, bedeckte. Bet den neulich gemeldeten Funden von behauenen Stämmen und zugespihten Pfählen soll es sich auch um die Stauanlage einer Mühle, die hier im Mittelalter stand, gehandelt haben. Auch alte Eisenteile und Tonstüde werden oft zutage gefordert. Mit den gewonnenen Erd- und Kiesmassen wird ein Damm errichtet, der vier Kilometer lang südlich von Roth bis zur Friedelhäuser Eisenbahnbrücke sich hinzieht und zum Teil schon fertiggestellt ist. Insgesamt wird das Flußbett um 1500 Meter kürzer. Wenn sich die Heranschaffung großer Erdmassen ermöglicht, kann durch die Zuschüttung des alten Flußbettes viel Land nutzbar gemacht werden. Dillkreis. • Herborn, 28. Juli. Die Vogtsche Handelsschule in Gießen hat in diesen Tagen eine Zweiganstalt in unserer Stadt Schach-Ecke. Bearbeitet von W. O r b a ch Alle für die Redaktion bestimmten Mitteilungen, Losungen usw. sind zu richten an die Schachredaktion des „Gießener Anzeigers". Problem Nr. 72. Don O. Remo. L 6 5 3 7 4 g 8 6 5 3 4 Schwarz. M? M .....AM......i Weiß. Weiß zieht und setzt in drei Zügen matt. Weiß: 3 Steine Kgl. Lf3, 14. Schwarz: 2 Steine Kh3 ; Bg6. Partie Nr. 55. Die nachstehende, von Schwarz stark geführte Partie wurde in der 4. Runde des jetzt stattfindenden Wiener Meistctturniers am 22. Juli 1926 gespielt. Unregelmäßige Eröffnung. Weiß: Dlümich. Schwarz: Dünmann. 1. Sgl-f3 2. e2-e4 3. Lfl — c4 4. Sbl-c3 5. d2-d4 1. g7 —g6 2. Lf8-g7 3. e7-e6 4. 37-26 5. b7-b5 Rur durch ganz bizarre Spielweisen lassen sich jetzt in den Meisterturnieren Erfolge erzielen. 6. Lc4-d3 6. Lc8-b7 7. 0-0 7. d7 —dö 8. Lei -e3 8. Sb8-d7 9. Sf3-d2 9. Sg8-e7 10. Sc3-e2 10. 0-0 11. c2-c4 Anstatt vieles Zuges ist 11. c2—c3 vorzuziehen. 11 11. b5-b4 12. Ddl-b3? Ein schwacher und unverständlicher Zug, welchem der Hauptverlust der Partie zuzuschreiben ist. Was soll die Dame hier? 12 12. c7-c5 13. Tal - el 13. ab-ab 14. f2 — f4 14. f7-f5! Zertrümmert das weiße Zentrum. 15. e4-e5 15. c5xd4 16. Le3xd4 16. d6xe5 17. f4xe5 17. Lg7xe5 18. Ld4xe5 18. Sd7-c5! Ein sehr feiner sowie entscheidender Zug, welcher die Aeberlegenheit der schwarzen Stellung klar und deutlich zum Ausdruck bringt. 19. Db3 - c2 19. Sc5xd3 20. Le5-g3 20. Sd3xel 21. Tflxel 21. Se7-c6 22. Sd2-f3 22. e6-e5! Ein interessantes Bauernopfer, durch welches Schwarz Spielraum in der offenen e-Linie erhält. 23. Sf3Xe5 23.'Sc6xe5 24. Lg3xe5 24. Tf8-e8 25. Le5-g3 25. Lb7-e4 '7 33. KgS-g 34. Tf7-f6 es 41. 42. 29. TeSxel 4- 30. Dd2xcl des Problems Rr. 70. Don 3. Drtina. Dd7-d3 Dd3-d2 Le4 — c2 c4 —c5 a2-a3 Aufgegeben, Losung ruhig die Partie aufgeben. 31. Ta8-f8 32. Tf8-f7 35. Del-dl 36. f5-f4 37. Kg7-h6 38. Kh6-h5 39. Tf6-f5 40. H7-h6 41. Lc2-e4 42. Lc4xg2! war auch höchste Zeit. 26. 27. 28. 26. Dc2-b3 27. Se2-cl 28. Lg3-f2 29. Db3-g3 30. U2Xel 31. Dg3-e5 Weiß sollte hier 31..... 32. De5-d5+ 33. Dd5-d8 + 34. Dd8-d4 + 35. Kgl-12 36. Lei -d2 37. Dd4-d7+ 38. Dd7-d4 39. H2-h3 40. Dd4-d7 1. Dg4-g2', c3-c2 2. Dg2-g7! nebst Dg7-a7 oder al matt I......Lei - a3 oder b2 2. Dg2 - e6-s- nebst matt auf b5 oder a8. 1......Ka4-a3 2. Dg2-c2 etc. 1......Ka4-a5 2. Dg2xc6 etc. AuS der Schachwelt. Außer dem zur Zeit stattfindenden Kongresse des Wiener Schachvereines, ist augenblicklich ein internationales Turnier in Bartfeld, in der Tschechoslowakei, im Gange, welches bis 6. August dauert Capablanca bewies seine Meisterschaft von neuem, indem er in einem in Amerika veranstalteten Turniere vor den bewährten Meistern Kupchik, Maroczh, Marshall, Edouard Lasker 1. Preisträger ohne Derlustpartte wurde. Die Narrenkappe. Splitter und Sparren vom RevaMonSttsch. Zarte Anspielung. Der Detter aus der Großstadt ist zu „kurzem Besuch' bei den Verwandten auf dem Lande ein- getroffen und macht es sich dort mehrere Wochen bequem, ohne an Abreise zu denken. „Denkst du denn garnicht daran,' sagt schließlich die Hausftau schüchtern, „daß du deiner Frau und den Kindern fehlst?' „Ja, das ist richttg', lautete die ruhige Antwort. „Ich danke Dir für den Wink. Ich werde gleich an sie schreiben, daß sie nachkommen." Aus der Kleinbahn. „Schaffner!" schreit der Reisende. „Warum halten Sie denn nicht? Das ist meine Statiön.“ „Hier halten wir nicht," sagt der Schaffner, „der Loko- mottvlührer ist mit dem Stationsvorsteher böse." Der kluge Schotte. D:e^ f ?‘tenfinb ebenso wie die Iren eine Haupt- zielfch?. > des englischen Witzes, und besonders mad'! m?.n ii :i) über ihre sprichwörtliche Sparsamkeit liisig, die die erlaubten Grenzen bisweilen stark überschreitet. Bezeichnend dafür ist die Geschichte von einem Schotten, der bei einigen englischen Freunden seine Ferien verbringen wollte. Er brachte eine Pfundnote und ein sauberes Hemd mit und hat beide die ganzen vier Wochen nicht gewechselt! Geistesgegenwart. Mitterwurzer spielte einmal auf einer Gastspiel- reise in einem Stück, in dem er und ein anderer Mitspieler sich in der Anfangsszene niedersehen mußten. Aus Versehen stand aber nur ein Stuhl auf der Bühne. . ietzen wir uns", sagte der andere Schauspieler, uc; die Abwesenheit des einen Stuhles nicht bemerkte. Das Publikum lachte, aber schnell gefaßt bot Mitterwurzer dem anderen den Stuhl an und sagte: „Verzeihen Sie, wir sind gerade int älmzug." eröffnet Bei der akademischen Feier waren Vertreter des Magistrates, der Stadtverordnetenversammlung. des Kaufmannsstandes und der Lehrerschaft zugegen. Dr. R eu k a u f - Gießen hielt die Festrede, in der er die Bedeutung einer Handelsschule darlegte. Bürgermeister R i e bersch u l t e überbrachte die Glückwünsche der Stadt. Ferner sprach Direktor Mendelsfohn- Dartholdy- Gießen im Ramen des Verbandes der freien (privaten- Schulen und Erziehungsanstalten in Hessen Glückwünsche für das Gedeihen der neuen Schule aus. Rachmittags vereinigte man sich im Hotel „Rassauer Hof" mit den Schülern, Schülerinnen, Eltern und Gästen zu einer Veranstaltung in größerem Rahmen, bei der musikalische Darbietungen verschiedener Art angenehmste -Unterhaltung boten. Kreis Biedenkopf. ][ Biedenkopf, 28. Juli. Das ehemalige Landratsamtsgebäude an der Straße nach Ludwigshütte, das als Erholungsheim für Sanitäter eingerichtet wurde, konnte jetzt seiner Bestimmung übergeben werden. MSN. Biedenkopf, 28. Juli. Ein schwerer Unglücksfall ereignete sich in Rickerts- Hausen. Der 12jährige Schüler F i $ spielte mit anderen Kindern. Dabei schlug ihm ein Kind mit der A x t derartig auf eine Hand, daß diese f a ft oollständig abgeschlagen wurde. Das Kind wurde in eine Marburger Klinik eingeliefert. Maingau. Frankfurt a. M.» 28. Juli. «WER.- Auf Einladung der „Dänischen Hilfe für deutsche Kinder" besuchten 40 Frankfurter Kinder, 20 Knaben und 20 Mädchen im Alter von 14 Jahren, vom 13. bis 24. Juli die Stadt Kopenhagen und ihre schone Umgebung. Das dänische Komitee, das die Zrankfutter als seine Gäste betrachtete. ließ es sich angelegen sein, die Kinder nicht nur mit den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten Kopenhagens bekanntzumachen, sondern führte sie auch mit dem Dampfer nach dem Seebad Klampenborg und noch weiter nach Horben nach Hellingor und Schloß Kronenberg. Die Ferienlahrt war vom schönsten Wetter begünstigt und verlief ohne ernsten Zwischenfall. Sie bot allen Teilnehmern eine Fülle von Anregungen und frohen Erlebnissen, an die sie sicherlich zeitlebens mit vieler Freude zurückdenken werden. — Kurz nach 8 Uhr brach heute morgen in einem Tteubau der Löwengaffe Feuer aus. Der Häuserblock, der für etwa 80 bis 100 Familien Wohnungen enthält, war gerade fertiggestellt worden und sollte bezogen werden. Man vermutet Brandstiftung, da das Feuer a n verschiedenen Stellen gleichzeitig ausgebrochen fein soll. — Die Zahl der Personen, die sich um Eintrittskarten zum Flessa- Prozeß bemüht hat, beträgt rund 500. Schon Stunden vor der Zeit zur Eintragung fanden sich Dutzende von Personen ein, die ausharrten, bis die Reihe an sie kam. Unter den Angemeldeten befinden sich zahlreiche Frauen. Das Los wird nun entscheiden, wer Karten erhält. Schwälmer Volks-und Trachtenfest. ' Treysa, 28. Juli. Die Vorbereitungen zu dem großzügig angelegten Schwälmer Volks- und Trachtenfest, das in den Tagen vom 31. Juli bis einschl. 2. August dahier abgehalten werden soll, sind dem Abschluß nahe. Sie haben einen ungewohnten Umfang angenommen. versprechen aber bei gutem Festtoetter einen glänzenden Erfolg. Das Hauptinteresse wird naturgemäß der große yistorische Festzug am Sonntag. 1. August, nachmittags 2 Uhr. in Anspruch nehmen, zu dem mehr als 30 Wagen gestellt werden. Das Leben bet Schwalmtalbewohner wird in feiner Einfachheit und mit feinen Sitten, mit seiner harten, aber ehrenden Bauernarbeit und mit feinen Freuden in dem Zug an den Augen der Festbefucher Dorübergleiten. Malerische Bilder werden zu sehen fein. Die Tracht der Schwälmer in ihrer Schönheit und Bielf ei tigkeit gibt dem Fest ein ganz eigenartiges Gepräge, und nur selten wird es sonst jemand möglich sein, so gut wie auf dem Trehfaer Schwalmfest „die Schwalm" kennen zu lernen. Ramhafte Künstler, wie z. D. Geheimrat D a n tz e r, dessen Gemälde „Schwälmer Abendmahl" sich in der Rattonalgalerie in Berlin befindet, die Kunstmaler Mons und Metz u. a. m., haben durch ihren sachverständigen Rat das Fest unterstützt. Den Besuch dieses Festes kann man jedem empfehlen, der sich für deutsches Volkstum interessiert. Eine befonbete Festschrift wird eine wertvolle Bereicherung der Heimatgeschichte darstellen. Die auf der Strecke Kassel — Frankfurt und F r a n kf urt—Ka f se l verkehrenden Züge werden je nach Bedarf durch Sonderwagen verstärkt. t F Der Bubikopf muh sich peinlich gepflegt präsentieren. Die Behandlung und Pflege der modernen Haartracht ist eine Spezialität des Hauses. Führendes Haus der eleganten Dame für moderne Damenfrisiermoden Josef Henkel Plockstraße 7 (neben Caf6 Astoria). 05233 nur wenig niedriger meldete, andererseits aber in der Provinz seit gestern starke Regen niedergegangen sind und das Jnlandmaterial allzu umfangreich an den Markt gelangt. Bei Beginn des amtlichen Mittagsverkehrs, der sich durchaus in ruhigen Bahnen bewegte, konnten »ich die Dotierungen für Brotgetreide behaupten, im Zeithandel sogar ziemlich kräftig befestigen. Lieferungen per Juli erhöhten sich sowohl für Weizen als auch Roggen durch bedungen um 2 Mark. Die übrigen Termine zeigten wenig Veränderungen. Hafer ist sehr schwer zu verkaufen, auch drückt grösseres Angebot von neuer Ernte auä Schlesien. Zn Gerste ist die Geschäftstätigkeit in Wintersorten ruhiger geworden. Mehl sehr still. Es notierten per 1000 Kilo: Roggen, märk., 185 bis 190; Sommergerste 190 bis 205; Wintergerste (neue) 160 bis 168; Hafer, märk., 196 dis 206; Mais (loko Berlin) 176 bis 178; Raps 355 bis 360; per 100 Kilo: Weizenmehl 38 bis 40; Roggenmehl 26,75 bis 28,25; Weizenkleie 10,50 bis 10,75. Büchertisch. Bor kurzem ist der 6. Band der Monatsschriften des Reichsverbandes der Deutschen Volkswirte erschienen. Rach dem im Juni sich der Tag zum 25. Male gejährt Ha^-welcher als der Anfang des zum Konsumentenschuh gehörigen Versichertenschuhes anzusprechen ist, wurde die Schrift angesichts der Verdienste, die sich Dr. Otto Prange, Beratender Volkswirt R.D.V., Berlin, durch die Schaffung von Versichertenschuhverbänden erworben hat, deren Kern die Feuerversicherung ist, ihm als Festgabe gewidmet. Er war es, der durch vorgenannte Organisation das Gleichgewicht herstellte, welcher die Interessen der Versicherungsnehmer vom großen Industrie- oder Landwirtschastsbetrieb bis zum kleinen Mobiliarversicherten in eine Bahn lenkte und aus der formalrechtlichen Vertrags- freiheit, die in der geseheslosen Zeit de facto keine war, eine tatsächliche machte. 3n einem umfangreichen Bande von 324 Seiten werden in der Festgabe unter dem Titel „Beiträge zu Theorie und Praxis des Versicherungswesens" von zwanzig Volks- Wirten und Juristen, Hochschullehrern wie Praktikern die akuten Fragen fast aller Dersicherungs- zweige erörtert. In der Widmung der Festgabe an Dr. Otto Prange heißt es: „Sie haben es verstanden und vermocht, als einer und einziger dem ganzen großen Schwergewicht der Der- sicherungsunternehmungen bei der Schaffung und Handhabung des Versicherungsvertragsrechtes die Wage zu halten. Mit gespannter Aufmeickfam- keit haben wir schon vor Jahren Ihre legislativpolitischen Reden — Kampf- und Verteidigungsreden — gelesen. Schon damals standen Sie so gut wie allein und Sie haben auch weiterhin weder Hilfe besessen noch bedurft. So ist Ihr Rame ein Programm der Versicherungswissen- schaft geworden — für die wenigen Wissenden. Die große Masse der Versicherten hat die Früchte Ihrer -Leistungen genossen, wohl zumeist, ohne um diese Leistungen zu wissen." Wissenschaftlich oder Organisatorisch an den Problemen des Versicherungsschutzes unmittelbar Interessierte können die Festgabe durch die Geschäftsstelle des R. D. V. in Berlin-Wilmersdorf erhalten 396 — Der Sozialismus, die unausbleibliche Folgeerscheinung der Industrialisierung eines Landes, hat auch in Japan, das sich im Liebergangsstadium zum Industriestaat befindet, immer mehv um sich gegriffen. In der neuesten „Illustrierten Zeitung" (Verlag I. I. Weber, Leipzig) schildert nun Dr. Paul Ostwald in seinem Beitrag „Japans Ringen mit dem sozialen Problem", wie dieses Problem zum Brennpunkt der innerpvlitischen und wirtschaftlichen Lage des Landes geworden ist, und weist darauf hin, daß nur eine soziale Gesetzgebung, die einen Ausgleich zwischen dem Kapitalismus und der besitzlosen Masse zu schaffen hätte, schweren inneren Wirren vorzubeugen imstande ist. Als lebensfrische Bilder aus der Sommerfrische sind die beiden ganzseitigen Zeichnungen „Straße in Zell am See" von Rudolf Lipus und „Dadetreiben am Roten Kliff bei Kämpen auf Sylt" von Martin Frost anzusprechen. In den beiden halbseitigen künstlerischen Photographien „Im Ober- engadin" tritt uns die erhabene Schönheit der Schweizer Alpenwelt entgegen. Zahlreiche wichtige Begebenheiten sind auch diesmal gebührend gewürdigt. Wettervoraussage. Etwas wärmer, sonst noch unbeständig und einzelne Regenfälle bei westlichen Winden. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 16,4, Minimum 10,8 Grad Celsius. Riederschläge: 1,2 Millimeter. Heutige Morgentemperatur: 14,3 Grad Celsius. Rundfunk-Programm des frankfurter SenderS. (Aus der „Radio-Umschau".) Freitag, 30. Juli. 3,30 bis 4 Uhr: Die Stunde der Jugend. 4,30 bis 5,45 Uhr: Hausfrauen-Rachmittag. „Reue Frauenbücher". Vortrag von Frau Dr. Dora Edinger. 5,45 bis 6,05 Uhr: Die Lesestunde. 6,15 bis 6,45 Uhr: „Schauspieler, Rhapsoden, Erzähler, Vorleser im Rundfunk, 3. Beispiel: Aus Theodor Storms Chronik von Gries- huus", Vortrag von Universitätslektor Rvede- meher. 7,45 bis 8,15 Uhr: Stunde des Frankfurter Bundes für Volksbildung: „Der Verbrecher und die Gesellschaft", Vortrag von Dr. Lucy Liefmann. 8,15 bis 9,15 Uhr: Uebertragung von Kassel. 9,15 bis 10,15 Uhr: Vortragsabend Josef Bunzl, Berlin. Verantwortlich für Feuilleton i. 23.: Dr. Fr. W. Lange. Mil , Don ' (Dachdruck. tri»-*” Die Mül!' 2 Ai-hrl Aichrp!" loh". [(feinen etf infolge h ffcinlp.r lag unj.® Snfchnft Jas Ha gegenwärtig gegen den 1 ft * gleichen jahrslesston italienische 1 legenheiten Jer italien einzelnen G von tess Deutsche mögens wohnen! meinden gc auch den c selbstverstä schen Mt deutschu Zeitungen, rmgsblätte liens, die d herausbescht Aussühnink folgende 1 140 000 itati in der S der italieni der sch schast dcr für Jtali« der politi freier, ve 100 Kilom Eidgenosse zeigen, wie rische Anx Bei d es nur zu geist gegei In aller! heit anttooi liehen Dach Pre/se t>ergt Staat ist. ur tttm in nnse greift sich s lichen Enis apostel sich wurden in Kulturland von 17 301 entfallen , Locarno u: unsere (wl wo die E Gegend Vie len dichter am häufigs ja mit Tl Gerrnanisie: fnalen, ebe Wer die Kc „Denin Tessiner Tessiner ode m die 5äi Staaten und ^eichsdeutscl baß der d. beträchtlich i Dabei 1 verrechnet: schweizerische bekannte St neben den ' dse Angehör Mt in D xt®Hener fachen, i BW im oÄWn, h! ^eni ; Zutschsch^ Bessin. ^Nische Px (i ^Kkeit g ^ss-ner AZ ^egnindlich Schult ernst QAufüt^Q dure"'/° Haupt Aebt ÄerungVr>> ftali» x°n Sur LMch 132) 83 36,75 1 3! 154.5 64 74 Tendenz: 143,5’ j 104 I 139, 133,75 153,5 Banknoten. Geld Briet am HO 84,25 150' 145,9* Entlassung dürfte. Drucksachen aller Att liefert die Brühl sche Drutfertl 101,75 136,75 140,2* 93.5* 70,5* 146,5* 165,7* 150* 137,9* 142 52.9 67* 115* 136.5* 144,5 65,5 76,5 142.9- 130,5- 125,9' 169,4- 79.75 87.9 144* 94,75 148,9- 169,7* 14t* 128,2* 124.1* 168* 78 86 42 38 78,75 256* 94,75 103.25 Bade-Einrichtungen kauft ma-i am besten der 600 Mann zur Tatsache werden frankfurter Börse. Frankfurt a. M.. 29. Juli. Wetterauer Speise- tartosfeln nelb- u. wetßst., ver- sendet per Ztr. 3.80 nt. Sack neg. Nachn. Gustav Stoll, Landwirt, Echzell, Teiepy. Neichelsheim (?9etterniii 50 144- 95 79* 149* 170* 154.5* 137,4 145,5 56,9 69* 117,9* 141* 147* London. Brüssel stellte sich auf gegen das Pfund. Die Mailänder wurde mit 151 genannt. Börsenkurse. 207,50 gegen 200 bis 201 Pfundparität Berliner Börse. Berlin. 29. Juli. Im heutigen Effektenverkehr hielt die feste Grund st immung an unter Bevorzugung von Montan-, Elektro-, Farben- und Bankaktien, die ihre Steigerungen um 1 bis 2 Prozent fortsehen konnten, die führenden Werte der genannten Märkte jedoch um 3 bis 4 Prozent. Die Tatsache, daß gerade Montan- werte bei der jetzt kurz vor dem Ultimo begonnenen Aufwärtsbewegung die Führung haben, wird in Dörsenkreisen nicht nur auf die günstige Konjunktur am Eisen- und Kohlenmarkte, sondern auch auf die Vorbereitungen zur Einführung der neuen Stahlwerks-Aktien zurückgeführt. Außerdem waren auch noch andere wirtschaftliche Erscheinungen für die Tendenz von Vorteil, so der leichte Stand des Geldmarktes, der sogar die Hoffnung auf eine neue Diskontermäßigung der Reichsbank auf- leben ließ, ferner die leichte Besserung der Arbeitslosenziffer und die englischen Auslassungen über die Konzentration in der deutschen Farbstoff-Industrie. Die Umsahtätigkeit war, da auch Provinzaufträge Vorlagen, recht lebhaft. Am Geldmärkte 77,5 i , 8? 23,5 42, 142.5* 93,5 76 । 146’ i 168* I 79,5 87,75 82,75 79 251,5* 92,5 101 83,5 35,5 151 65 73 waren kurzfristige Mittel in größerem Umfange angeboten. Lagesgeld stellte sich auf 5 bis 6 Proz. Monatsgeld 5 bis 6 Proz., Geld einige Lage über den Ultimo 5'/., bis 7 Proz. Im Devisenverkehr lag Paris anfangs erneut recht schwach mit 210 gegen das Pfund, erholte sich aber im Verlaufe auf Wirtschaft. D i e Tabakeinfuhr nach Deutschland im ersten Vierteljahr 1 926. Rach der jetzt vom Statistischen Reichsamt veröffentlichten Aufstellung sind im ersten Vierteljahr 1926 nach Deutschland eingeführt wordrn: 12 898 000 Kg. unbearbeitete Tabakblätter im Werte von 31 239 000 Rm. (davon zollfrei 7300 Kg.), 14 600 Kg. Zigarren im Werte von 240 000 Rm. (13 400 Kg. zollfrei) und 1100 Kg. Zigaretten (sämtlich zollfrei) mit einem Werte von 13 000 Rrn. Bei der Rohtabakeinfuhr stand Griechenland mit 275 120 Kg. an erster Stelle, gefolgt von Bulgarien mit 167 270 Kg. D i e Stahltrust anleihe irn amtlichen Börsenhandel. Von der Darmstädter- und Rationalbank, der Deutschen Bank, der Disconto-Gesellschaft, der Dresdner Bank der Berliner Handelsgesellschaft, der Firma Bleichroeder und der Commerz- und Privatbank ist der Antrag auf Zulassung der Teilschuldverschreibungen der Vereinigten Stahlwerke A. G zu Düsseldorf gestellt worden, die bekanntlich im Betrage von 126 Mill. Rm. ausgegeben wurden und mit 7 Prozent verzinslich sind. Die wird voraussichtlich in den nächsten Lagen fallen, und es steht zu erwarten, daß die 141 I 142.2* 128,75 130,7* 94,75 | 95 124.62 , 126,2* 167,5 ! 169,5* Krastpost-Schmerzen im Vogelsberg. Aus dem Vogelsberg, 28. Juli. Die Gemeinde Feldkrücken bietet eben eine im Bau befindliche Autohalle zum Verkauf an. In dieser Rachricht, die den Uneingeweihten nicht einmal zum Aufmerken zwingt, spiegelt sich für viele Gemeinden des Vogelsbergs die ganze Tragik eines Verkehrsmittels wieder, das war, nicht mehr ist und jedenfalls auch nicht mehr fein wird: Das Postauto. Als vor Jahresfrist zum erstenmal der gelbe Wagen spielend die Bergeshöhen nahm und durch die grünen Wiesentäler fuhr, da begrüßte man den neuen Gast mit zuversichtlicher Freude. Man kam rasch, sicher und auch bei unwirschem Wetter pünktlich zur Bahnstation und wurde von dort wieder abgeholt. Briefe und Postsachen liefen schnell und regelmäßig ein und wurden ebenso weggeschafft. Die Bevölkerung fühlte sich mit den großen Verkehrszentren der Städte verbunden und hatte nicht mehr das niederdrückende Gefühl, in einem vergessenen Winkel der Erde zu wohnen. Aber schon nach verhältnismäßig kurzer Zeit senkte sich ein Schatten auf das junge Unternehmen. D i c Au tolinie rentierte nicht. Die Dörfer mit rein bäuerlicher Bevölkerung stellten nicht genügend Fahrgäste. Mancher mag es auch vorgezogen haben, bei günstiger Witterung, wie früher, den Weg zu Fuß zurückzulegen, um das Jahrgeld zu ersparen. Die Gemeinden regten zu häufiger Benutzung des Autos an, mahnten und warnten, stellten die drohenden Folgen in Aussicht. Alles vergeblich! Der Personenverkehr steigerte sich nicht in dem Maße, wie es nötig gewesen wäre, um mit einem für die einzelnen Gemeinden tragbaren Defizit auszukommen. Zuletzt Hämmerte man sich an den Strohhalm der Hoffnung, die Postbehörde könne den wirtschaftlich schwachen Orten, denen doch auch der Anspruch auf ein modernes Verkehrsmittel nicht abzusprechen sei, wohlwollendes Entgegenkommen zeigen und eine Postlinie aufrecht erhalten, wenn sie auch nicht die Unkosten decke. Aber die Post blieb unerbittlich, versteifte sich auf Rentabilität und verlöschte das letzte Schimmerflämmchen einer Hoffnung. Der Anteil des auf die einzelnen Gemeinden entfallenden Zuschußbetrages konnte von diesen nicht getragen werden, und damit war Las Schicksal der Autopost entschieden: Die Wagen wurden zurückgezogen, die Dörfer ihrem Schicksal überlassen. Verschiedene Autolinien haben auf diese Weise geendet. Andere, die vom gleichen Verhängnis bedroht waren, blieben bestehen, da die beteiligten Gemeinden es vorzogen, mehr oder weniger große Zuschüsse in die Wagschale der Entscheidung zu werfen. Mit am rentabelsten erweist sich die Strecke U lr i ch st e in—M ü cke, die den Verkehr nach und von. den Städten Gießen und Frank- f u r t zu- und ableitet und auch beachtlichen Güterverkehr auf weist. Im allgemeinen werden die bestehenden und noch zu errichtenden Autolinien, die nicht Jndustriegegenden mit einem Stamm regelmäßig sich einstellender Fahrgäste durchlaufen, immer nur unter finanzieller Unterstützung durch die beteiligten Gemeinden betriebsfähig sein. Denn auch das Hinauf schrauben des Fahrgeldes hat seine Grenzen, die nicht überschritten werden können und dürfen. Es gab eine Zeit, sie liegt jetzt ein bis eineinhalb Jahre zurück, wo im Vogelsberg fast jedes abseits des Verkehrs liegende Dorf fein Postauto haben wollte. Mit erhitzten Köpfen wurden die günstigsten Marsch- linien erörtert, die Kopsstationen festgelegt. Städte und Städtchen bewarben sich, weil sie . wirtschaftliche Vorteile vermuteten, mit freundlichem Eifer um den Anschluß. Als aber die Post die Rechnung aufmachte und ip.it Zahlen spielte, die den Gemeindesäckel erbarmungslos zusammengeschrumpft hätten, da wurde es auf einmal merklich still und all die schon ersonnenen Projekte zerrannen in ein Richts. Heute, wo wir der Wirklichkeit mit einem durch Erfahrung geschärften Blick entgegensetzen, taucht aus den verkehrsarmen, aber nicht von Industrie begünstigten Gegenden des Vogelsbergs kaum noch ein ernstgemeintes Autolinienprojekt auf, weil die interessierten Gemeinden nicht in der - Lage wären, die erforderlichen Zuschüsse zu leisten und sonstige Sachkosten zu übernehmen. Die abseits liegenden Dörfer haben sich unter den obwaltenden Umständen mit ihrer schwierigen Lage abgefunden und erwarten auch für die nächste Zukunft keine wesentliche Besserung der Verkehrsmöglichkeiten, wenn auch Wunsch und Wille nach wie vor auf dieses Ziel gerichtet sind. gibt % tu&xJtss Weiches WaflersiüW billigesWofdien 152,5* 1 154,5* 133 i 136,75 140,5 i 146,5 53 j - 68.5 - H5* 117,5* 187« . 140* 146 147,75 Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 29. Juli. Auftrieb: 3 Rinder, 1005 Kälber, 182 Schafe, 979 Schweine. Kälber: Feinste Mastkälber 70 bis 75, mittlere Mast- und beste Saugkälber 60 bis 69, geringere Mast- und gute Saugkälber 54 bis 59, geringe Saugkälber 48 bis 53. — Schafe: Mastlämmer und Masthämmel 45 bis 50, geringere Masthämmel und Schafe 40 bis 44. — Schweine: Vollfleischige von 80 bis 100 Kilogramm 80 bis 82, unter 80 Kilogramm 75 bis 79, von 100 bis 150 Kilogramm 78 bis 81, Fettschweine über 150 Kilogramm 74 bis 80, unreine Sauen und geschnittene Eber 65 bis 70. — Marktverkauf: Kälber und Schafe bei lebhaftem Handel ausverkauft. In Schweinen verbleibt bei mäßig regem Geschäft geringer Heber» stand. F ankscrrier Getreidebörse. Frankfurt a. M, 29. Juli. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer, 32 nom.; Roggen, inländ., 22 bis 22,25; Hafer, ausländ., 21,25 bis 23; Mais (gelb) 18,25 bis 18,50; Weizenmehl, inländ., Spezial 0 42,75 bis 43,50; Roggenmehl 31 bis 31,50; Weizenkleie 9,25, Roggenkleie 11 Mark. Tendenz: Stetig. Berliner Prosuktenbörse. Berlin, 28. Juli. Das schwächere Ausland übte einen ausschlaggebenden Einfluß nicht aus, da einmal Liverpool entgegen den Erwartungen 251,9* 256,5* 93 | 93,9 47 j - Sehr fest. — Unter Führung der Montan- und Bankaktien, die ihre Hausse fort- sehen konnten, eröffnete die Börse in fester Stimmung. Der Verkehr hat an Lebhaftigkeit erheblich gewonnen, wozu nicht zuletzt die Beteiligung des Publikums beigetragen, hat, das wieder stärkeres Interesse für das Börsengeschäft zu erkennen gibt. Ferner will man auch Au s - landkaufaufträge beobachtet haben. Die günstige Lage erfuhr eine weitere Stühe durch die börsentechnische Situation, wobei darauf verwiesen wurde, daß der Ultimo bereits als überwunden angesehen werden könne. Die Spekulation, für die infolgedessen kein Hemmnis zum Eingehen neuer Engagements bestand, beteiligte sich denn auch recht lebhaft am Geschäft. Star - k es Interesse konzentrierte sich wieder aus den bekannten Gründen auf Montanwerte, von denen Rheinstahl, Gelsenkirchen und Phönix im Vordergründe standen. Die Besserungen erreichten wieder 2 bis 3 Prozent. Lebhaft gefragt waren ferner Bankaktien, in denen sich größeres Geschäft entwickeln konnte. Gegenüber den gestrigen Abendkursen waren neue Gewinne bis zu 2 Prozent zu verzeichnen. Auch Farben- Aktien waren stark gefragt und konnten um 2,5 Prozent anziehen. Die Aktien des Metall- bank-Konzerns waren ebenfalls begehrt und 2 bis 3 Prozent hoher. Von sonstigen Chemie- werten konnten Holzverkohlung sich um 2 Proz. erholen. Elektroaktien lagen fest, nur AEG. waren knapp gehalten. Schuckert plus 1,5, Lah- meyer und Halske plus je 1,75, Felten plus 2 Prozent. Ohne Interesse lagen Schifffahrtsaktien. Rordd. Lloyd mipus 1,5 Prozent. Motors «werte tendierten fest. Kleyer plus 1,75 Prozent, Daimler 0,75 Prozent. Zellstoff-Aktien strebten weiter nach oben, desgleichen D a u ft o f f a f t i e n. Oelaktien lagen fest. Rütgerswerke plus 1,25 Prozent. Zuckeraktien schlossen sich der Auswärtsbewegung an. Badischer Zucker plus 2 Prozent. Die übrigen Werte des Einheits- m a r k t e s hatten bei ruhigem Geschäft gleichfalls feste Haltung aufzuweisen. Deutsche Anleihen blieben vernachlässigt. Kriegsanleihe 0,505. Für ausländische Renten sehten sich die Abschwächungen fort. Der Freiver - kehr lag .still. Becker Stahl 22,5, Benz 80, Brown Doveri 114, Ufa 46. Ufra 89, Frankfurter Handelsbank 85 Prozent. Der weitere Verlauf brachte bei andauernd lebhaftem Geschäft neue Steigerungen unter Bevorzugung von Montanwerten. Ain Geldmarkt bestand noch etwas Rachsrage. Lagesgeld stellte sich auf 5, Monatsgeld auf 542 bis 6,5 Prozent. Privatdiskonten 4,5 Prozent, Jndustrieakzepte 5 Prozent. Im Devisenverkehr war Paris weiter abge- ch w ä ch t und stellte sich auf 209 bis 210 gegen London. Brüssel notierte 203 in Pfundparität. Mailand wurde mit 152 gegen das Pfund gehandelt. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. 70 149,5- 145,2* 50] 108,5 1 83,5 Berlin, 28 Juli Amerikanische Note, Belgische Noten ....... Dänische Noten ....... Englische Noten ....... Französische Noten ..... Holländische Noten..... Italienische Noten ... . . Norwegische Noten ..... Deutsch-Oestcrr., 5100 Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten Schweiler Noten....... Spanisch« Noten Tschechoslowakische Noten . . Ungonsche Noten . . . Vereinigte Stahlwerk-Anleihe wurde schon bisher inoffiziell im Zreiverkehr der Berliner Börse umgesetzt. Der letzte Kurs stellte sich auf ca. 98'/i Prozent. WSR. Reue Arbeiterentlassungen in den Höchster Farbwerken. Rachdem im Frühjahr die Farbwerke Höchst a. M. wegen Betriebseinschränkung etwa 600 Mann entlassen mußten, sollen innerhalb der beiden nächsten Monate weitere 600 zur Entlassung fpmmen. Diese Maßnahme wird, wie verlautet, durch die Verlegung eines Teiles der Farbenbetriebe von Höchst a. M. nach anderen Werken der I. G- Farbenindustrie bedingt. Die Verhandlungen der Werksleitung mit der Betriebsvertretung und den Organisationen haben eine Einigung nicht ergeben, woraufhin die Leitung die Entscheidung der Regierung angerufen hat. Die Entscheidung Bochumer lSuh Buderus Caro . . . . Deutsck-Luxcmburg Gelsenkirchener Bergwerke . . Harpener Bergbau Kaliwerke Aschersleben. . . , Kaliwerk äL.sieregelu. . . . . Laurahütte .. .. Oberbedars ......... Phönix Bergbau ...... Nheinstahl Nrebeck Montan . Tellus Bergbau..... . . Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llcvd Cheramischc Werke Albin . . Zementwerk Heivclberg . . . Philipp Holzmann Anglo-Cont.-Guano Chemische Mäher Alapin . . I. (5. Farbcnindnstrie, A.-G. Goldschmidt . . ....... Holzverkohlung NütgcrSwerke Echcidcanstalt Mg. Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann ...... . . , Mamkraftwerke . . Schuckert . Siemens & Halske ..... Adlerwerke Kleyer ..... Daimler Motoren, Heyligensiaed« . . ...... Meguin.......... Motorenwerke Mannheim Frankfurter Armaturen Konservenfabrik Braun . . . Schuhfabrik Her; Sichel . Zellstoff Waldboi Zuckerfabrik Frankenthal . , Zuckerfabrik Waghäusel . . . Rudolf Rödiger Walltorstraße 35. ■■■ । Frankfurt a.M. Berlin Schluh» Kurs l'Uhr. Kur, Schluß.! Anfang Kurs fiurc Datum: 28.7. 29.7. 28. 7. 29. 7. 5% Deutsche Reichsonleihe . 0.50 9.505 0,50 <% Deutsche Neichsaulcihe . 0,45 0.455 8Va% Deutsche Ncich-anleihe 0,46 — 0,4525 0,4525 3°/„ Deutsche Reichsanleihe . _ 0.52 0 5'>•>’> Deutsche Svarvrämienanleihe 0,27 0,2775 4°/o Preußische Konsols . . . 4% Hessen ... 0,465 0,41 - 0,45 0,4525 3V»% Hessen ........ — Deutsche Wertb. Dollar-Anl. 96 97 1 — dto- Doll.-Schav-Anweikng.*) — _ 4°/» Zolltürken......... 13,9' 13,75 14 5% Goldmexikaner . . . . 44,5 ! U,5 _ Berliner Handelsgesellschaft. 179 _ 180* 185* Commerz- und Pftvat-Bank 132,7* 137* 132,7* 137* Darmst. und Nalionalbank . 184,5’ 186,2* 184* Deutsche Bank......... 165,9* 168,5* 165,9* 167.7* Deutsche Bereinsbauk .... 93 Disconto Commandit 152,2* 154.7* 152* 154 5* Metallbank........... 122 123 Mitteldeutsche Creditbank. . 1f>9. 123’ 125 7* Oesterreichische Creditanstalt. Wesibattk......... < •!) 7,4 7,3 7,45 28 Juli. 29. Juli. Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Briet Geld Brief Amft.-Rou 168,54 168,96 168,59 169,01 Bueu.-AireS 1.696 1,700 1,699 1,703 Brsi.-Anlw 10,05 10,09 10,33 10,37 Christiania - 92,03 92,27 91,88 92,12 Kopenhagen 111,18 111,46 111,21 111,49 L-lockholm . 112,26 112,5! 112,36 112,54 Selsingfors. 10,65 10,59 10,548 10,588 Italien. . . 13,26 13,30 13,56 13,60 London. . 20,393 20,445 20,391 20,443 Neuhork . . 4,195 4,205 4,195 4,205 Paris... 9,98 10,02 9,91 9,95 Schweiz . . 81,15 81,35 81,14 81,34 Spanien . . 63,92 64,08 64.17 64,33 yapau . . . 1,983 1,987 1,980 1,984 Rio de Jan. Wien in D.- Oest. abgest. 0.639 U.M1 0,645 0,647 59,31 59,45 69,31 59,45 Prag .... Belgrad . . 12,42 12,46 12,418 12,458 7,395 7,415 7.405 7,425 Budapest. . Bulgarien . 5,875 5,895 5,872 5,892 j,04 21,425 3,05 3,04 3,05 Lissabon 21,475 21,425 21,475 Danzig. . . Konstantin. 81,59 2,34 81,79 2,35 81,60 2,335 81,80 2,345 Athen. . 4,69 4,71 5,69 5,71 Canada. . . 4,198 4,208 4,198 4,208 Uruguah . . 4.135 4,145 4.135 4.145 4,178 4,198 10,42 10,48 110,84 Ul,4‘i 20,357 20,457 10,22 10,28 168,15 168,99 13.41 13,50 91,74 92,20 59,40 59,70 111,92 112,4« 81,35 81,75 63,64 63,9i, 12,39 12,45 5.825 5.865