beste ?r.Kr'L SL faT" ZSLB ' >'Nsen 45 blz 7? J« 10 <5 °6dt" 9.75 JAw iS ,0 bis 6,50, Tr^' Dchen. 5 MUbgeJ^- 9 mann während der Skagerrak-Schlacht. Die Zuhörer, die den Vortragssaal bis auf den letzten Platz füllten, nahmen die etwa zweistündigen Ausführungen des Redners mit lebhaftem, wohlverdientem Beifall auf. Kreis Friedberg. 00 Friedberg, 26. Juni. Die Vorsitzenden der Beamtenortskartelle, die dem Kreiskartell Friedberg angeschlossen sind, besprachen am Samstag in einer gut besuchten Versammlung die neuen Besoldungsoorschläge des Deutschen Beamtenbundes und stimmten ihnen im allgemeinen zu. Die K i r ch e n st e u e r wird auch in diesem Jahr wieder als ungerecht empfunden, da ein Beamter der Gruppe 7 denselben Betrag entrichten muß, wie ein Gutsbesitzer mit 100 Morgen Land. Der Vorschlag, die Beamten, die ein Bausparkonto nehmen wollen, in einer besonderen Gruppe zusammenzufassen, wurde vorläufig zurückgestellt. Es soll in den Ortskartellen festgestellt werden, wieweit der Wunsch zum Anschluß an das neue Unternehmen vorhanden ist. An Stelle des seitherigen 1. Vorsitzenden, Justizinspektor G i e g e r i ch , Vilbel, der sein Amt niedergelegt hatte, wurde Lehrer Heller, Rieder-Florstadt, gewählt. Kreis Büdingen. * R i d d a , 27. Juni. Am heutigen Sonntag fand der Balleitag der Ballei Oberhessen des „Jungdeutschen Ordens" auf dem Forsthause Glaubzahl bei Nidda statt. Als Sammelpunkt war Nidda den einzelnen Bruderschaften vor- geschrieben. Von allen Richtungen und aus allen Teilen unserer Heimatprovinz kommend trafen sie dort im Laufe des Vormittags ein. Bei strahlender Sonne und unter den Klängen der Niddaer Feuerwehrkapelle zog die Ballei nach dem in prachtvollen Hochwalde liegenden Forsthause. Dort begann der Balleitag in herkömmlicher Weise mit einem Gotte s d i e n st e , in dem Pfarrer Dr. H e tj m a n n • Rodheim in ernsten Worten über „Deutschtum und Evangelium" sprach. Am Nachmittag sprachen Landwirt Bruder Reuter aus Dornholzhausen und der Komtur der Ballet Oberhessen, Major a. D. W i - chert-B üdingen. In sportlichen Spielen war dann der Jugend und auch den Aelteren Gelegenheit geboten, ihr Können und ihre Kräfte zu zeigen. d°r»usiage. S'YS-SS > vurchweg iäSJS St'?,*». bei Dm-. $** äs !|nem < Sre,'e SMow ' 1 Weinen isq ■»-< c°"‘ esurteil. »ei. W»l| jjj“? SJtat. Sobt 5 flc' Oberhessen. Landkreis Gießen. J) Lich, 28. Juni. Die Lungenseuche in Lich ist zum Stillstand gekommen. Nachdem die ertranftcn und verdächtigen Vieh« bestände abgeschlachtet sind, gehen die Landwirte jetzt daran, neues Dich einzuführen. Es kommt auch in großem Maßstäbe schwarz- buntes Riederungsvich herein, was in Züchterkreisen, denen an der heimischen Viehzucht gelegen ist, sehr bedauert wird. Die Stadtverwaltung wird jetzt die Faselviehbestände, die auch ein Opfer der Seuche geworden sind, wieder auffüllen. Ob. wie bisher, 4 Dullen der Simmentaler Zuchtrichtung beschafft werden, steht noch dahin. Wie man aus zuverlässiger Quelle hört, beabsichtigt die Stadt wieder einen Dullen der Vogelsberger Zuchtrich- 1 u n g einzustellen, wie es früher während langer Jahrzehnte der Fall gewesen ist. Voraussetzung für die Verwirklichung dieser Absicht wird jedoch sein, daß bei der derzeitigen Reu- beschaffung Vogelsberger Kühe in hinreichender Zahl hereinkommen. — Vach der Statistik der Erwerbslosenfürsorge beträgt die Zahl der derzeitigen Unter st ützungscmpfän- ger in hiesiger Stadt 46 Hauptunterstützte mit 85 Zuschlagsempfängern. Vorerst besteht noch keine Aussicht, diesen Leuten Erwerbsmöglichkeiten nachzuweisen. * Hungen, 28. Juni. Die drei oberen Klassen der hiesigen Höheren Bürgerschule besichtigten die Betriebsanlagen der Molkereigenossenschaft Hungen. Unter fachmännischer Führung lernten die Teilnehmer die verschie- denen Verfahren kennen, denen die Milch unterworfen wird, von ihrer Einlieferung durch die Landwirte bis zur Fertigstellung der Nahrungsmittel: wie der versandsertigen Vollmilch, von Rahm, Butter und Käse. Besonderes Interesse erregte die Kohlensäure-Kühlanlaye. In den nächsten Wochen sollen die neu hergenchtete Hungener Ziegelei und die Grube A b e n d st e r n besichtigt werden. * Reinhardshain, 28. Juni. Auf Einladung des hiesigen Kriegervereins hielt MtMauplMt, ^en, dm 29. Juni 1926. lNdes-Universitiit. Melfor für englisch« Immfitat, Dr. Wilhelm n A ergangenen Aus als Anwersitäl Mau 8un 1898 in Eiehen studier!? 1 sür englische Philologie an ; Falullal der Universität Vie- IM war er als planmäßiger rvsessor hier tätig, seit 1908 Ordinarius.) >e Fakultät unserer Landes- Geh. AegierungSiat Dr.mtd, 1 üehrle in Berlin zum Dvl- Hrenhalber promoviert. Die e Fakultät der Landes-Uni' ' e ben Geh. Aegierunasrat Ludwig §aenöel w zum Doktor der Tierheil- , btt Stubitunbcn wirb unser, nmersemester 1926 Insge- kubierenben besucht, gegen mester. In der Zahl der Studie^ ibentinnen enthalten. Nach der geordnet sind 735 Hessen, 439 i 17 Sachsen, 6 Württemberger, , üringer, 2 Oldenburger, 3 An. iciger, 6 Hamburger, 3 Bremer, laren, 2 Mesen, 1 England-r. länder.läugoslawe -Mm er 1 Norweger, 2 Oesterreicher, en, 1 Nch, 2 Schweizer, 4 un' Türken, 1 Amertkaner. Es s ;e 319 Rechlswissenschatt, I inännebi8in, 189 Wogte,« | turwissen chasten, 85 fltaNt» ? HenlNUl22*’*' asten. liele in Hessen. 4° ••'äÄ'.'IS oz. derüncue Im. wn 13p' ttnittluM' i r»uli rn sr3arl-,r ofrbeit - U-ZS.W u"0 Riffelung 9°;' inj, I rstellenverw^ ct{treden, «g Personen ^g«adltchen. /diejen-f^ndawtern -atung un (Landey , ,eit imö his 80 ^" ! s^'Psd. 25 W f qji. )ohueu ^Aschge^'e Z Dr. Roeschen, Kunstmaler Barna», au» Schotten, Smdiendirektor Hersch, Kreisschulrat Kinkel, Apocheker Scriba, Redakteur Dr. Dambmann, Rekwr Kroll: außerdem nah- men noch teil Lehrer Linck - Rudingshain, Lehrer D e b u s - Ruppertsburg, Lehrer Würz-Eichels- dorf usw. Die Frage der Beantwortung der von der Regierung entworfenen „Fragebogen^ wurde eingehend erörtert. Man beschloß, diese Fragebogen ausführlich zu beantworten und als geschichtlichen und geographischen Stoff beim Kreisamt Schotten bzw. bei der dortigen Kreisschulkommtssion zu hinterlegen. Außerdem wurde die V e r o f f e n t - lichung von Aufsätzen aus dem Gebiete der Heimatkunde in Aussicht genommen. Ferner wurde die Anlage eines sog. „Hei- matbuches" für jede Gemeinde des Kreises eingehend besprochen: ein geschichtlich-geographische Darstellung, auch nach der naturwissenschaftlichen Seite, soll die Grundlage des „Heimatunterrichts" bilden. Nach Schluß ber Versammlung sprach Prof. Dr. R o e s ch e n dem Vorsitzenden den Dank der Anwesenden für die umsichtige Leitung der Verhandlungen aus. Sodann besichtigte man die in lieblicher Waldeinsamkeit und in nächster Nähe des Forsthauses gelegenen Ruinen der Kirche des einstigen Dorfes Ruthardshaufen, wobei P r o f. Dr. R o e s ch e n die näheren Erläuterungen gab. Die Kirche zeigt den gotischen Stil und ist gegen das Jahr 1400 erbaut worden. Es stehen noch, umrahmt von gewaltigen Rotbuchen, der west- liche Giebel des Schiffes und die Außenwände des Chors: deutlich sind noch die Basen des quadratischen Kreuzgewölbes des Chors erkennbar. Die Kirche war St. Valentin geweiht. Das Dorf Ruthards- Hausen ist zwischen 1432 und 1551, etwa gegen 1500, eingegangen, jedoch keineswegs infolge einer Sa- taftropfje durch Zerstörung (wie man zuweilen hört), sondern durch friedliche Abwanderung. Die Bewohner zogen den Aufenthalt in der befestigten Stadt dem Wohnen in dem unsicheren, schutzlosen Dorfe vor. Prof. Dr. R o e s ch e n machte noch auf die deutlich sichtbaren Spuren der Fundamente der Ansiedlung unweit der Kirchenruine aufmerksam, sowie auf die ebenfalls noch erkennbaren alten Sui- turraine des früheren Dorfes. Auch die alte Steinmauer des Kirchhofs ist noch deutlich festzustellen. — Die hiesigen Heugrasverste i ge rungen erzielten einen Preis von gegen 30 Mk. je Morgen im Durchschnitt: der Zentner Heu kommt im allgemeinen auf 3 bis 4 Mark. Diese Preise bleiben beträchtlich hinter denen in der We11erau zurück, wo der Morgen teilweise auf 80 bis 110 Mk. gekommen ist. — Der Vorstand des hiesigen Bür- geroereins hat sich mit Erfolg um die Verbesserung des Sommerfahrplans bemüht. Vom 3. Juli ab gelten Sonntagskarten Laubach —Gießen auf Anordnung der Reichs- bahndircktion Frankfurt wahlweise über Hungen oder M ü ck e. (Bisher war die Fahrt über Mücke nicht möglich.) Angestrcbt wird das Halten des Zugs Sonntags mittags 3.20 Uhr auf der Station „Laubacher Wald". Hier hält der Zug Sonntags nur morgens 9.52 Uhr. Kreis Alsscld. >°p Alsfeld, 28. Juni. In der Nacht zum Sonntag ertönte gegen 43 Uhr morgens die Feuersirene. Es brannte die Scheune des Landwirts Johs. Karl K o ch in der sog. Blauen Pfütze. Als die rafch herangerückte Freiwillige Feuerwehr an der Brandstätte erschien, stand die Scheune bereits in Hellen Flammen, so daß man sich darauf beschränkte, die Nachbargebäude unter Wasserschutz zu nehmen, da das brennende Anwesen nicht mehr zu retten war. Der aufopfernden Tätigkeit der Feuerwehr gelang es auch, ein Uebergreifen des Feuers auf die Nachbargrund. stücke zu verhüten, so daß weiterer Schaden nicht entstand. Nach Lage der Sache dürfte als Ursache des Feuers Brandstiftung in Frage kommen. Wäre das Feuer nur wenige Minuten später ent- deckt worden, so wäre das Vieh des Besitzers, das in dem in der Scheune eingebauten Stalle untergebracht war, mitoerbrannt. Die Tiere konnten noch gerade rechtzeitig gerettet werden. Starkenburg. WSR. Weinheim, 28. Suni. Auf der Wachenburg ist der Dau einer Ehrenhalle f ü r die Gefallenen geplant. Zunächst ist an der für den Dau vorgesehenem Stelle ein Gerüst errichtet worden, um festzu- stellen. ob sich beim Anblick vom Tal aus der Anbau architektonisch dem Gesamteindruck an- paßt. Mit den Dauarbeiten soll demnächst begonnen werden. WSR. Amorbach i. Odenwald. 28. Juni. Der iungveryetralete Kaufmann San Fritz von hier wollte gestern früh mit drei Freunden eine Vergnügungsreise nach dem Doden- fee auf dem Motorrad unternehmen. 3n der Rähe von Mosbach in Vaden rannte Fritz, der auf einer kleinen Maschine sah und hinter seinen beiden Freunden hersuhr, an einer steilen Stelle gegen einen Eisenbahnviadukt. Durch den heftigen Anprall wurde ihm die Stirnseite völlig gespaltet. Kurz nach feiner Einlieferung im Mosbacher Krankenhaus ist Fritz seinen schweren Verletzungen erlegen. Verantwortlich für Politik i. V. Dr. Hans Thyriot. Marschmusik zogen die auswärtigen Teilnehmer, die sich zahlreich mit Lampions versehen nach dem Bahnhof ab. 40 BW 50 Pf., Stachelbeeren 25 Pf.. Johannisbeeren 30 bis 35 Pf., Garten-Erdbeeren 80 Pf., Eier Stück 12 bis 13 Pf., Blumenkohl 80 bis 150 Pf., Salat 5 bis 15 Pf.. Salatgurken 30 bis 60 Pf., Ober-Kohlrabi 15 Pf., Rettich 10 bis 20 Pf.. Radieschen Dund 10 Pf., Walderdbeeren Pfd. 70 Pf. Bornotizen. — Au» dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Nachdem das Lustspiel heimliche Brautfahrt" von Leo Lenz hier — wie übrigens an allen Bühnen — so außerordentlich ge- fallen hat, hat die Buhnenleitung ein älteres Werk desselben Autors, „Bettinas Verlobung" wieder in den Svielplan ausgenommen. „Bettinas Verlobung", ein Lustspiel, das diesen Namen wirklich verdient, ist vor einer Reihe von Jahren hier schon mit schönem Erfolg gegeben worden, und dieser Erfolg dürfte sich am Dienstag, 6. Juli, wie- derholen, zumal sich eine außerordentlich glückliche Besetzung ermöglichen ließ. — Eoang. Bund zur Wahrung der deutsch-protest. Interessen. Nächsten Sonntag in der Turnhalle am Oswaldsgarten Bundesfeier mit Dolksschaufpiel „Andreas Hofer". (S. heutige Anzeige.- •* 48000 Erwerbslose in Hessen. Nach einer amtlichen Veröffentlichung waren zu Anfang Juni im Volksstaat Hessen noch rund 48 000 unter- stützte Erwerbslose vorhanden. Seit Anfang März, zu welchem Zeitpunkt mit rund 63 000 Erwerbs- losen der Höhepunkt der Arbeitslosigkeit erreicht war, ist die Zahl der Erwerbslosen ständig zurück- gegangen. * Wiedereinführung des Vor- kriegszolls für Honig. Auf eine vom Reichstage angenommene Petition, die Schutz und Förderung der heimischen Bienenzucht forderte, hat die Reichsregierung nunmehr die Antwort erteilt, daß der Dorkriegszoll für Honig wieder eingeführt worden fei. Dem Deutschen Jmkerbund seien zur Forderung der Bienenzucht 20 000 Mk., der Versuchs- und Lehranstalt in Münster i. W. 5000 Mk. bewilligt worden. h. Das Jahresfest des Zweigvereins Gießen des Gustav-Adolf-Der- eins fand am Sonntag in Leihgestern statt. Der Posaunen- und Ktrchenchor von Leihgestern roirften bei der Feier mit. Den Altardienst versah der Ortsgeistliche Pfarrer Lic. Jäger. Der Fest- preblger, Pfarrer Knab - Gustavsburg, hatte seiner Predigt Petri 2, 4 zugrunde gelegt und schilderte „Gustav-Adols-Not und -Hilfe" in volkstümlich- markigen Worten. Dekan G u h m a n n - Kirchberg sprach über „Glaubensfreudigkeit". In der Nachver- lammlung fand die Begrüßung der Gäste statt. Der Jahresbericht wurde von Pfarrer Becker- Gießen erstattet, lieber „Evangelium und deutsches Volks- tum in Not" sprach dann Pfarrer K n a b. Er führte wahre Schreckensbilder von der Bedrängnis und den Gewalttaten, unter denen evangelische Christen in dem von unserem Vaterland losgerissenen Teilen zu leiden haben, der andächtig lauschenden Gemeinde vor Augen. Kirchenrat Strack- Gießen, der 25 Jahre in Leihgestern als Geistlicher wirkte und in der Gemeinde immer ein gern gesehener Gast ist, überbrachte Grüße des Hauptoereins und des Zweigvereins des Gustckv-Adolf.Vereins, und dankte allen, die zum würdigen Verlauf der Feier beigetragen hatten. Den Dank der Gemeinde an die Festteilnehmer sprach der Ortsgeistliche aus. Möge dieses Fest von reichem Segen für die Sache des Guftav-Adolf-Dereins begleitet fein. Sonnwendfeier auf Burg Münze n b e r a. Am Sonntag fand, wie alljährlich, eine vaterländische Sonnwendfeier auf Burg Münzenberg statt. Der Wettergott hatte ein Einsehen gehabt, und so konnte die Feier ohne die in den letzten Wochen üblichen Regenschauer vor sich gehen. Mit schneidiaer Marschmusik der Kapelle Topp- Gießen, marschierten die mit der Bahn eingetroffenen Teilnehmer von der Station durch Münzenberg nach dem prächtigen Platz an der äußeren Burgmauer, wo zunächst ein Kaffeekonzert die zum Teil von weither heroeigeeilten Gäste unterhielt. Alsdann wurde die Feier in dem weiten Burghof der mächtigen Ruine fortgesetzt. Im Namen des Festausschusses begrüßte Prof. Dr. Werner, Butzbach, die Teilnehmer und hielt dann eine großzügige Rede auf Volk und Vaterland. Sodann uberorachte Studienrat C l o tz (Butzbach) herzliche Grüße und Wünsche des Jungdeutschen Ordens, der leider durch eine schon längst festgelegte eigene Veranstaltung an der Teilnahme verhindert war. Sehr lehrreich waren die Worte des nächsten Redners, des Pfarrers K o d d i n g (Eberstadt), der einen klaren Ueberblid über die Geschichte der Burg und deren Erbauer gab. Lieder und Musikstücke umrahmten die Ansprachen. Eine Pause unterbrach die Darbietungen. Der Abend nahte. Nach einem von Frl. I. Lange (Gießen) eindrucksvoll oorgetra- Jenen Gedicht hielt Dr. Lenz (Gießen) eine mar- ige Rede über die Bedeutung der Sonnwendfeier und die Vorbedingungen für Deutschlands Wieder- aufstieg. Als solche bezeichnete er Einigkeit, starke Füyrung und sittliche Lebensauffassung. Anschließend dankte Prof. Werner allen, die zum Gelingen der Feier beigetragen halten, und bann loderte ein mächtiges Sonnroenbfeuer zum nächt- Gegen Abend zogen die Bruderschaften geschloßen über Bad Salzhausen nach Nidda zurück, um von da aus zu Fuß oder mit der Bahn die Heimat zu erreichen. Krcis Schotten. —§— Schotten, 28. Juni. Aus dem G c - meinberat: Da bie O r t s b u r ch s a h r t Schotten sehr unübersichllich unb an manchen Stellen sehr eng ist, würbe zur Verhütung von Unglücksfällen beschlossen, eine Polizeiverorbnung zu erlassen, nach welcher bie Hächstgeschwin- b i g t e i t für Fuhrwerke, Kraftwagen, Motorräber u. bgl. in den bett. Straßen auf 15 Km. begrenzt wird. — Mehrere Interessenten sind an die Stabt mit dem Wunsch des Verkaufs des städti- schen Hauses in der Haupt st raße neben den Schulgebäuden herangetreten. Der Gemeinderat lehnte jedoch den Verkauf dieser Hofreite ab, da nicht zu übersehen ist, ob nicht Haus und Grundstück später für Schulzwecke u. bgl. Derwenbung fin- ben werben. — Ein neuer Zeichensaal für die gewerbliche Fortbildungsschule soll erbaut werden, zuvor will man jedoch mit Schulvorstand, Verein für Handel unb Gewerbe unb Bauamt über biete Frage verhanbeln. — Das neuerbaute Sechsfamilienhaus in ber Vogelsberger Straße soll balbmoglichst fertiggestellt werben, einige Arbeiten würben auf Grunb bes oubmiffionsergcbniffes vergeben. — Der Kreis beabsichtigt bie Errichtung einer Kabaverver- wertungsan st alt unb sucht nach geeignetem Gelänbe, bei bem bie Wasserbeschaffung, Lichtzuführung, Abwässerung leicht erreichbar sinb. Ein in ber Nähe ber Stadt in Aussicht genommener Platz wurde abgelehnt, da man Belästigung durch Geruch usw. befürchtet. — In ber neuen Straße über ber Pfarrgalle sollen größere Psla st erarbeiten vorgenommen werben, ebenso in ber Friebhofstraße, woselbst auch ein Bürgersteig auf der einen Seite angelegt werden soll. —Da der finanzielle (vorläufige) Abschluß für Rj. 1 9 2 5 nicht ungünstig ist, wurde im Hinblick auf die gegenwärtige schwere Wirtschaftslage, unter ber besonders bas Gewerbe leibet, bie G e - werbe st euer ermäßigt unb ber von ber ©emeinbe erhobene Zuschlag auf bie gewerbliche staatliche Einkommensteuer auf 15 Pf. je 100 Mk. festgesetzt. — Es würben weitere 15 Wasser« meffer zum Einbauen beschafft, so baß fast alle Haushaltungen jetzt mit Wassermessern versehen sinb. Die Wassermesser haben sich bei bem oft knappen Wasserstanb, ben bie stäbtische Leitung hat, sehr bewährt, eine gerechte Veranlagung zum Wassergelb ist gewährleistet. Die stäbtische Wasserleitung ist vor 30 Jahren angelegt worben: immer mehr zeigen sich, befonbers bei ben Hausanschlüssen, schadhafte Stellen, die Rohre müssen nach und nach ausgewechselt werden. — Für die Feuerwehr werden zum Schutze gegen die Hochspannungsleitungen Isolierzangen, Handschuhe beschafft.— Einige M i e- te r in städtischen Gebäuden sind mit der Zahlung ihrer Miete seit einiger Zett rückständig. Der Gemeinderat beschloß, daß nach kurzer Fristsetzung sofort gegen die Säumigen Klage auf Räumung bei Gericht eingereicht werden soll. + Sch otten, 28. 3uni. Olm nächsten Sonntag. 4. Süll, wird unsere Stadt den Ober» hessischen Geschichtsverein. Sitz Gießen, bei sich begrüßen. Unter sachverständiger Führung des Univ.-Pros. Dr. Rauch- Dießen werden die Sehenswürdigkeiten der Stadt besichtigt. Oberreallehrer Dotter-Alsfeld wird einen Vortrag über die alte Sch o11ener Kirchenmusik halten. — Am 18. Juli wird, wie im Vorjahre, ein großes Motorradrennen auf der hierzu sehr geeigneten Sttecke Schotten — Rudingshain — Poppestruth—Götzen—Schotten stattfinden. Es liegen schon über 60 Meldungen zu dem Rennen vor. — Eine außerordentliche Generalversammlung des Turn- und Gesangvereins beschloß, aus Anlaß des neunzigjährigen Bestehens des Vereins im nächsten Sommer ein größeres Sängerfest abzuhalten. Den Ehrenvorsitz führt ber Kreisdirektor. Geh. Reg.- Rat Doeckmann. Die einzelnen Festausschüsse wurden gebildet, die Arbeit wird bald aufgenommen werden. Der „S ch o 11 e n e r Männerchor" in Reuhork, der seinerzeit von ausgewanderten Schottenern gegründet wurde und jetzt im Dereinsleben der amerikanischen Riesenstadt eine ansehnliche Rolle spielt, hat sein Erscheinen zu dem Fest zugesagt und wird in großer Anzahl teilnehmen. Ein Dampfer ist von den amerikanischen Freunden, die sich schon lange nach der alten Heimat sehnen, für die nächstjährige Fahrt gemietet worden. Auch hat der dortige Chor schon als Festbeitrag über 100 Dollar seinem Mutterverein zum Geschenk gemacht. □ ßaubad), 28. Juni. Arn Freitag tagte auf bem Forsthaus Rutharbshausen, bem sog. „Jägerhaus", zwischen Laubach unb Schotten, unter bem Vorsitz von Stubienbirektor Dr. Hainer- Laubach eine Versammlung von Schulmännern unb Geschichtsfreunben aus bem Kreise Schotten, um über bie vom ßanbesamt für bas Bil« bungsroefen angeregte Frage bes Unterrichts in ber Heimatkunbe zu verhanbeln. Aus Lau- bach waren erschienen Pfarrer Nebel, Professor Mein diesjähriger Saison-Ausverkauf beginnt am 1. Juli 1926 und endet am 14. Juli 1926 Seriell!: Serie II: Serie I: Lüster-Sakkos Lüster-Sakkos Lüster-Sakkos schwere Qualität erstklassig im Sitz erstes Fabrikat |iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiing iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiig IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIB = = V = = = schwere Qualität V = = = ■iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiinii« ■iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii ■iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiine r 10 öiereir' nict 95 95 g = E 1 i i eineL | E = V g ■ g E E E | | E V g E g | 1 1 n E 1 | E g E 1 g E | E | E E E E g E E g I ! 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Betrachtungen an loser, als hier der im Angesicht stehenden Mölke MÄ lichen Stellen,^ an und an die Stro Wasserpolizei uni Aach den letzten strophen im Stro doch eigentlich ei müssen, daß nun und modernste De licher deutschen ( nominen werden i weit die Aorarbe wissen aber, dah i zu einem nützliche auch das Hochwasi mal nicht verschont diesen staatlichen 1 schMMg angesü das DürchdnnM M doch nicht ( tressen können. $ gebiet sind die § zum Teil sind sie das unmittelbare vat, die sonst sch! gelegen hätten, si letzt durch das i tonst bei der Fer Wassers nicht nri gezogen worden t Aber, wie de berechtigter Lor uni sprechenden Lehre dm staatlichen 6 Teilbetrag i dafür au1 '^eumgunz ei’ Zergehende De ^d moderne und Strombettes »u ■ Meine Sommerartikel verkaufe ich während dieser Zeit so aufsehenerregend billig daß aber auch jeder in der Lage ist, gute Qualitäten zu nie wiederkehrenden Preisen einzukaufen. 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In der Elb« und Haoelniedcrung unterhalb f)0‘ velbcrg sind Überflutungen feine Seltenheit. Die Frübjahrsflut ist gleichsam in dem normalen Wirt- schaststurnus der Landwirte dort fest eingestellt. Aber immerhin rechnet man doch nur mit der einmaligen oder höchstens zweimaligen Ueberflutung in den ersten Frühjahrswochen, nach deren Vorübergang sich man mit aller Ruhe der Feldbestellung und der Weidewirtschaft widmen kann. Das Hoch- wasser ging auch im allgemeinen nicht über die ersten Niederungsflächen hinaus. Eine Katastrophe in der kilometerweiten Hochwasserüberflutung wie in diesen Tagen hat man hier im Zentrum des Elb- Hochwassergebietes seit 1890 nicht mehr erlebt, und auch damals reichte das Hochwasser längst nicht so weit. Reicht doch das Hochwasser bis in die Stadt Wittenberge hinein, von den Feldern zu beiden Seiten der Bahn Berlin—Hamburg bis ganz knapp vor den Bahnhof, und dehnt es sich doch gerade hier auch noch Hunderte von Metern weit nordöstlich der Bahn in ein Gebiet, das gänzlich außerhalb des eigentlichen Hochflutbereiches der Elbe liegt. Im übrigen ist es seit hundert Jahren nicht mehr vorgekommen, daß viermal in einem Jahre hintereinander und mit größeren Zwischenräumen Elbe und Havel über ihre Ufer und zum Teil gar über die hinteren Deiche stiegen, die sonst meistens überhaupt von der Flut nicht erreicht wurden. Es ist gerade darum schon verständlich, daß eigentlich niemand mehr hier mit einem Hochwasser dieses Umfanges rechnete, daß — vielleicht - das betroffene Gebiet von den Fluten ohne die zur Abwehr einer derartigen Gefahr notwendigen umfassenden Dorbereitungen überrumpelt wurde, obwohl das Hochwasser in Schlesien und im Spreewald bereits einige Tage zuvor eine gewisse Warnung hätte sein können. Es mag vielleicht auch verständlich sein, daß mancher Landwirt, der jetzt fein ganzes Hab und Gut verloren hat, nicht gern sich zur Deichwache, zum Deichschuh und zur Deicharbeit bereit fand, weil er gerade in den letzten wichtigen' Wochen der intensivsten Arbeit vor der Ernte sein Feld liegen lassen mußte. Aber es ist ja. jetzt ganz müßig, darüber Nachforschungen und Betrachtungen anzustellen. Nichts wäre sinnloser. als hier etwa Schuldsragen gegenüber der im Angesicht der Vernichtung der Existenz stehenden Bevölkerung aufzurollen. Soweit es sich um eine derartige Erörterung jetzt handeln kann, kann sie sich lediglich an die staatlichen Stellen, an die staatliche Deichverwaltung und an die Strombauverwaltung, auch an die Wasservolizei und den Reichswasserschuh richten. Nach den lehten ungeheuren Hochwasserkatastrophen im Stromgebiet des Rheins hätte es doch eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein müssen, daß nun mit Hochdruck die umfassendste und modernste Deichbefestigung im Gebiete sämtlicher deutschen Ströme hätte in Angriff genommen werden müssen. Wir wissen nicht, wie weit die Vorarbeiten dazu gediehen sind. Wir wissen aber, daß diese Vorarbeiten effektiv nicht zu einem nützlichen Erfolg geführt haben: denn auch das Hochwassergebiet des Rheins ist diesmal nicht verschont geliehen. Es kann gegenüber diesen staatlichen Stellen auch nicht als Entschuldigung angeführt werden, daß man gegen das Durchdringen des Druckwassers in der kurzen Zeit doch nicht genügende Vorkehrungen hätte treffen können. Denn gerade im Elbhochwasser- gebiet sind die Deiche selbst übersttegen worden, zum Teil sind sie cmch gerissen, so daß nicht nur das unmittelbare Hochwasser die Gebiete erfaßt hat, die sonst schlimmstensalls unter Druckwasser gelegen hätten, sondern daß auch weile Strecken jetzt durch das Druckwasser vernichtet sind, die sonst bei der Fernhaltung des eigentlichen Hochwassers nicht mit in die Katastrophe hineingezogen worden wären. Aber, wie dem auch fei, mag das auch ein berechtigter Vorwurf fein, und muß man daraus auch unter allen ilmftänben die entsprechenden Lehren ziehen, muh man auch von den staatlichen Stellen fordern, daß wenigstens ein Teilbetrag der jetzt verloren gegangenen Werte dafür aufgewendet wird, um mit Be- fdjleunigung eine wenigstens provisorische, weitergehende Deichsicherung zu schaffen, anstatt auf die naturgemäß langsame, grundsätzlich neue und moderne und vollkommene Beschränkung des Strombettes zu warten, — jetzt kommt es in erster Linie darauf an, den Umfang der entstandenen Schäden festzustellen und den Notstandsgebieten in jeder nur möglichen Weise schnelle und wirksame Hilfe zu bringen. Der Die letzte Bombe. Don L. Mülle r, Altbürgermeister in Metz. 3n der Nr. 7 der „Els.-Lothr. Mitteilungen" des Jahrganges 1926 erwähnt ein früherer Metzer bei der Schilderung seiner Gedanken auf der Wanderung nach dem Metzer Ostfriedhof eine dürftige Schenke am Wege, die sich hoffnungslos „ä la derntere bombe" („Zur letzten Bombe") nenne. Dem Wanderer ist die tiefere Bedeutung dieser Bezeichnung entgangen. Dem möge hierdurch nachgeholfen werden, verdient doch das Erinnerungsmal, das immerhin ein stattliches dreigeschossiges Gebäude darstellt, eine eingehendere Besprechung, und feine Bedeutung bei denjenigen festgehalten zu werden, welche die grauenvollen Zeiten der feindlichen Flicger- befchießung im Gebiet der Festungen Metz und Diedenhosen und dem zwifchenliegenden lothringischen Industriegebiet durchlebt haben und Zeugen oder Opfer dieses modernen Kriegsmittels geworden sind. Namentlich im Jahre 1918 forderte diese Beschießung aus der Lust viele Opfer aus der Zivilbevölkerung, Opfer an Menschenleben. wie an Sachgütern. Einen Unterschied zwischen Eingewanderten und Einheimischen machten diese Bomben nicht, sie verschonten auch nicht die vielen dort beschäftigten Gefangenen aus den Reihen der Gegner. Die Verteidigung gegen die feindlichen Flieger ist mit der Zeit durch die aufopfernde Tätigkeit der Metzer Fliegerabwehr tüchtig ausgebaut worden, fie genügte aber nicht zur erfolgreichen unb sicheren Abwehr der immer zahlreicher werdenden, feindlichen Bombengeschwader, namentlich als die Amerikaner ihr umfangreiches Kriegsmaterial aller Art an der Westfront gegen Deutschland einsehten. Nur hin und wieder wehrten deutsche, vorübergehend nach dem Festungsgebiet Metz verlegte Jagdgeschwader erfolgreich dem Feind, ihm angesichts der Bevöllerung vieltatsächliche Gesamtumfang des entstandenen Schadens läßt sich selbstverständlich noch nicht auch nur annähernd in einer Zahl ausdrücken. Es steht fest, daß Werte von Hunderten von Millionen verloren gegangen sind und daß das Hochwasser Tausende von Existenzen vernichtet hat. In der Hauptsache handelt es sich naturgemäß — um landwirtschaftliche Bevölkerung. Wan braucht sich nur vorzustellen, daß die Landwrrte in den vordersten Niederungsschich- ten nach dem Vorübergang der beiden ersten Hochwasser dieses Jahres ihre Felder bestellt hatten. Das dritte Hochwasser riß die Saaten wieder weg: und neues Saatgut wurde in die Erde gelegt. Jetzt ist öde zweite Aussaat wiederum hinwcggerissen, wo fie zum Teil schon kurz vor der Ernte stand! Sind diese Landwirte auch besonders hart getroffen, so geht cs doch denjenigen, die zum erstenmal in diesen Tagen das Hochwasser bekommen haben, durchaus nicht besser. Das Hochwasser steht kilometerweit über den Aecketn und Weiden bis zu 3 und 4 Meter darüber. Kaum die Bäume sehen an manchen Stellen aus den flutenden schmutzigen Wassern. Selbst wenn jetzt weiter keine Hoch- wasserwelle kommt, wird es einen Monat dauern, bis sich, auch im Dructwassergebiet, das Hoch- Wasser vollständig verlausen hat. Vorher ist an den Feldern, Wiesen und Weiden nichts mehr gut zu machen. Bekommen wir einen sehr heißen Sommer ohne wesentliche Niederschläge, so wird sich das vollkommene Versauern des gesamten Gebietes zunächst nicht vermeiden lassen. Geht die Austrocknung allmählich bei gelegentlichen Niederschlägen vor sich, so ist etwas mehr Hoff- nung. Aber daran ist nichts zu änöern, daß all diese Flächen, ganz gleich, ob Aecker oder Weiden, vor dem Herbst nächsten Jahres keinen Ertrag mehr geben; vielleicht, daß die Weiden in den letzten Monaten des JahreS und im nächsten Frühjahr dem Vieh ein ganz dürftiges Weide- futter bieten. Aber auch an einen Heuschnitt vordem Spätsommer nächsten Jahres ist kaum zu denken. Soll aber der angeschwemmte Schlamm beim Austrocknen den Boden nicht rettungslos verkruüen, so wird von der Landbevölkerung eine unendlich mühselige Arbeit des immer wiederholten Umbrechens der Aecker geleistet werden müssen, ohne jede Aussicht auf den aeringften Ertrag, lediglich als Vorbereitung für Sie Aussaat des nächsten Jahres! Die Dinge wären vielleicht noch nicht so schitmm, wenn es sich allein um Wiesen- und Weideflächen handelte. Gewiß wäre auch das schlimm: aber bei unentgeltlicher Zurverfügungstellung ausreichender Mengen von Grünfutter durch den Staat würde dann schließlich die Vieh- wlrtlchast allmählich wieder in Gang fommen können, soweit das Vieh nicht ersoffen oder Seuchen zum Opfer gefallen ist; unö vom nächsten Frühjahr an könnte der Betrieb wieder kärglich in die Höhe kommen. Bei der großen Masse des Ueberschwernrnungsgebietes handelt es sich aber um Ackerland, um Hacksruchtkultur (Kartoffeln und Rüben) und um Körnerbau. Hier ist vor dein nächsten Herbst überhaupt an nichts zu denken. Darum ist auch die hier und da aufgetauchte Lesart durchaus abwegig, daß man die Futtermittelzölle als Hilfeleistung für das Notgebiet ermäßigen oder beseitigen solle. Man würde die Notlage der betroffenen Betriebe dadurch nur noch vergrößern, panj abgesehen davon, daß man doch schließlich grundsätzliche zollpolitische Entscheidungen nicht auf eine feil 100 Jahren zum erstenmal wieder eingetretene Katastrophe aufbauen kann. Turnen, Sport und Spiel. Gauwettschwimmen des Turngaues Hessen (D. T.) Marburg, 27. Juni. In der Universitäts-Schwimmanstalt kam heute das 3. G a u - Wettschwimmen des Turngaues Hes - s e n zum Austrag. Die von der Marburger Turnerschaft mustergültig vorbereitete Veranstaltung wurde von dem Gauschwimmwart Franz Sauer, Gießen, trefflich geleitet. In anbetracht der Tatsache, daß das Schwimmen im Gau erst seit einigen Jahren in den Wettkampsbetrieb ausgenommen worden ist. kann das Gauschwimmen in jeder Hinsicht als ein voller Erfolg gebucht werden. 140 Turner und Turnerinnen hatten sich zum Wettkampf cingefunben. In unverdrossener Arbeit wurden die 53 Wettkämpfe reibungslos durchgeführt, zum Teil mit recht guten Leistungen. Besondere Erwähnung verdienen die schönen Ersolge des Gießener Turnvereins von 1 8 4 6. Als Gäste wohnten der Schwiminwart der' D. T., Robert Braun, Frankfurt a. M., Gau- vertretcr Pfeiffer und Gauoberturnwart Will, Gießen, der Veranstaltung bei. Turn-' lehrer R. Braun wies in einer mit Begeisterung aufgenpmmhenen Ansprache auf die Bedeutung des Schwimmens hin unb forderte zu noch eifrigerer Pflege des gesündesten Sportes auf, damit sich der Grundsatz „Jeder Turner ein Schwimmer!" verwirkliche. Gauoberturnwart Will leitete die Siegerverkündigung mit einer Ansprache ein. Nachstehend die Ergebnisse im Auszug: Turn er- Mi 11 e l st u se: 10 0 Meter Seitenschwimmen: (8 Teilnehmer, 2 Sieger.) 1. Ehr. Ziegler, Gießener Tv. 1846. 1,31 * , Min., 2. W. Schäfer, Tgm. Friedberg, 1,37 Min. 100 Meter Brustschwimmen: (10 Teilnehmer, 4 Sieger.) 1. F. Fälsch, Tv. Wetzlar, 1,32-/5 Min., 2. Hans Geismar, Tv. 1846 Gießen, 1,33 Min., 3. Ehr. Ziegler, Gießener Tv. 1846, 1,34 Min. 10 0 Meter Rücken: (4 Teilnehmer, ein Sieger.) W. Schäfer, Tgm. Friedberg, 1,33-/5 Min. Rettungsschwimmen, 50 Meter in Kleidung: (3 Teilnehmer.) 1. H. Dietrich, Akad., Tv. Marburg. 53,7 Sek. Mehrkämpfe: (6 Teilnehmer, 2 Sieger.) 1. W. Schäfer, Tgm. Friedberg. 86 Punkte, 2. Ehr. Ziegler, Tv 1846 Gießen, 81' L. P. 10 0 Meter Hand über Hand: (4 Teilnehmer, 1 Sieger.) 1. F. Fölsch, Tv. Wetzlar. Springen: (5 Teilnehmer, 2 Sieger.) 1. W. Schäfer, Tgm Friedberg, 41 P., 2. H. Geismar, Tv. 1846 Gießen. 38' 2 P Turnerinnen -Mittel st u f e: Springen (3 Teiln., 1 Sieg.): 1. M. Gauff, Tgm. Friedberg, 26* P. 100 Meter Rücken (3 Teiln., 1 Sieg.): 1. E. Mank, Tv. Wetzlar, 2 Min. 5 0 Meter Brust (3 Teiln., 1. Sieg.): 1. Lina Haubach, Tv. 1846 Gießen, 46$ Sek. Turner-Unter st ufe: Springen (7 Teiln., 2 Sieger): 1. W. K a - minka, To. 1846 Gießen, 26 P.; 2. R. Bender, Tv. 1846 Gießen, 20 P. 10 0 Meter 53 r u ft (22 Teiln., 7 Sieger): 1. Ehr. Weeg, Tv. 1846 Gießen, und F. Becker, Tv. Wetzlar, 1,34z Min.; 2. W. Kiefer, V. f. L. Marburg, 1,40 Min.: 3. 2l. Schulz, Tv. 1846 Gießen; 4. R. Bender, Tv. 1846 Gießen. 100 Meter Hand-über-Hand (4 Teiln., 1 Sieg-t): 1. L. Nachtkamp, V. f. L. Marburg, 1,22z Minute. 10 0 Meter Seite (8 Teiln., 3 Sieger): 1. F. Fälsch, Tv. Wetzlar, 1,29z Min.; 2. H. Geismar, Tv. 1846 Gießen, 1,30$ Min. Turnerinnen-Unter st u f e: 5 0 Meter Brust: 7 Teiln., 2 Sieger.): 1. Gretel Scheer, To. Wetzlar, 49 Sek. 5 5 Meter Rücken (4 Teiln., 1 Siegerin): 1. Gretel Scherr, To. Wetzlar, 54$ Sek. Springen (5 Teiln., 2 Sieg.): 1. Gr. Scheer Tv. Wetzlar, 25* P. Mehrkampf (4 Teiln., 1 Sieg.): 1. Gretel Scheer, Tv. Wetzlar, 81* P. Jugendturner (17-18 Jahre): 50 Meter Brust (8 Teilnehmer, drei Sieger): 1. W. Hepperl, Tv. Wetzlar, 41‘/, Sek. 50 Meter Rücken (3 Teilnehmer, ein Sieger): 1. L. Gerhardt, Tv. 1846 Gießen, 45- Sek. 5 0 Meter Seite (3 Teiln., 1 Sieger«: 1. L. Gerhardt, Tv. 1846 Gießen, 43'/a Sek. Jugendturnerinnen (1 7—1 8 Jahre): 50 Meter Rücken (5 Teiln., ISieg.): 1. Elfriede Münnich, Tv. 1846 Gießen. 53* , Sek. 5 0 Meter Brust (13 Teiln., 5 Sieg.): 1. E. Münnich, Tv. 1846 Gießen, 50 Sek.: 2. Paula Heddrich, Tv. Wetzlar, 50,2 Sek.; 5. Hilde Kächlin, Tv. 1846 Gießen. 3 u ge n b t u r n e r (15 bis 16 Jahre-: 5 0 Meter 53 r u ft (11 Teiln., 4 Sieger): 1.1). Sircoulomb, Tv. Wetzlar, 39 Sek.; 2. E. K e ß l e r , To. 1846 Gießen, 42 Sek.; 3. Kurt Horeyseck, Tv. 1846 Gießen, 45| Sek. fache Verluste beibringcnd und manches feinbliche Flugzeug herunterholend. Die Metzer Flugabwehr hatte eine schwere Ausgabe zu erfüllen, und sie ist ihr, das muß ihr selbst angesichts der deutschen Opfer und Schäden auch heule noch nachgesagt werden, mit dem ihr zur Verfügung stehenden Material und Personal in hervorragender Weise nachgekommen. Sie hat dank der Hingebung aller Beteiligten und des überlegenen Ausbaues der Organisation das Möglichste geleistet. Diele der dabei verwendeten Landstürmer stammten aus Hessen und werden sich dieser Zeiten und Kämpfe gern erinnern, während derer sie erfolgreich Tag und Nacht für den Schuh der Bevölkerung tätig fein konnten. Die Gemeindevertretungen wußten ihnen Dank, und der Metzer Gemcinderat hat ihm wiederholt Ausdruck gegeben. Der hingebende Leiter dieses Abwehr- dienstcs war ein Hauptmann Soll, im Zivilberuf Diplom-Ingenieur und jetzt Studienrat an der staatlichen Gewerbeschule in Barmen. Seiner sei auch hier dankend und rühmend gedacht. Die angreifenden feindlichen Flugzeug- geschwader bestanden aus 6 bis 12 Flugzeugen, selten war ihre Zahl unter 6, sie wiederholten ihre Angriffe bis zu viermal innerhalb 24 Stunden. Ihre Angriffe scheiterten meistens an der Geschohwand, die ihnen die zentral geleiteten Abwehrbatterien aufbauten, aber wenn sie durchbrechen und ihre Bomben auf die Eisenbahn-, anlagen und die bewohnten Ortsteile abwerfen konnten, war der Schaden an lebenden und toten Zielen groß. Schauerlich großartig waren die Nachtangriffe. 15 bis 20 Scheinwerfer leuchteten den Horizont ab, und wehe dem Flieger, der in das Scheinwerferlicht geriet. Das Getöse der Abschüsse, die Detonationen der Geschosse in der Luft, das Herabfallen der Geschoßsplitter auf Pflaster und Dächer war nervenpeilschend, die Detonation platzender Bomben schreckenerregend. Trotzdem hielt die Bevölkerung tapfer aus und war nicht gewillt, die Heimstätte aufzugeben. Wir möchten an einigen Fallen die Wucht unb die Schadlichlett solcher Angriffe hervorheben, dabei bemerkend, daß wir auf Grund eigencti Wahrnehmungen oder zuverlässigsten Materials« berichten. 17. Mai 1918. 1 bis 2 Uhr. 12 Flugzeuge über Metz mit Abwurs von 30 schweren Bomben, viele Tote und Verwundete, schwere Sachschäden. Betroffen wurde u. a. ein im Bahnhof Metz stehender Urlauberzug aus Charleville. In der folgenden Nacht nochmaliger Angriff auf Wetz, dann Industriegebiet mit 10 bis 12 Flugzeugen, auf Rückflug Wiederholung. An den folgenden Tagen bzw. Nächten, 20., 21., 22.. 23., 27., 28., 29. und 30. Mai wiederholte starke Angriffe bis zu drei Mal binnen, 24 Stunden. Am 30. war der Angriff auf die Bahnanlagen in Meh-Sablon gerichtet. Drei Bomben fielen auf die Gasanstalt in Montigny und den Rangierbahnhof und verursachten bedeutenden Sachschaden. In Diedenhosen erhielt der Güterbahnhof viele schwere Bomben, die sieben Bahnarbeitern das Leben nahmen und großen Sachschaden anrichteten. So ging es den ganzen Sommer fort. Am 7. Juli 1918 kam die erste Fembeschleßung aus einem weittragenden französischen Geschütz hinzu. Das erste Geschoß traf in die Eisenbahnwerkstätte in Montigny. Diese Fernbeschießung wurde am 18. September 1918 durch die deutsche Fem- artiUerie unterdrückt. Besonders folgenschwer waren die Fliegerangriffe vom 16. 7.. 14. bis 15. 8., 15. bis 16. 8.. 17., 18.. 21. und 22. 8. durch amerikanische und englische Flugzeuge. Deutsche Jagdflieger brachten in dieser Zeit über Metz und Umgegend 40 feindliche Flugzeuge zum Absturz, die Metzer holten an 3 Tagen 5 dieser Flugzeuge herunter. Am 14. 9. 18, abends 10 Uhr fiel bei einem Fliegerangriff eine 100 Kilo schwere Bombe Springen (7 Teiln., 2 Sieger): 1. K. H 0 • reyseck, To. 1846 Gießen, 29| Punkte 2 5 Meter Hand-über-Hand (6 Teiln., 2 Sieger): 1. Kurt Horeyseck, Tv. 1846 Gießen, 15z Sek. Mehrkamps (4 Teiln., 2 Sieger): 1. Hans Sircoulomb, Tv. Wetzlar, 611 Punkte; 2. K. H 0 • reyseck, Tv. 1846 Gießen, 55 Punkte. 3ugcnbturnerinnen (15 — 16 Jahre 50 Meter Brust (15 Teiln. 5 Siegel 1. Hannelie Weeg, Tv. 1846 Gießen. 51 Sok; 2. Elise Drechsler. Tv. 1846 Gießen. 53.4 Sek.; 3. Elli Zipp. Tv. 1846 Gießen; 4. Lucie Scheel, Tv. 1846 Gießen. Springen (6 Teiln., 3 Sieger). 1. Han- nette Weeg. Tv. 1846 Gießen, 27 Punkte; 2. Elisabeth Drechsler. Tv. 1846 Gießen. 26' ? P.; 3. Elli Zipp. Tv. 1846 Gießen. 26 P. Mehrkampf (6 Teiln., 1 Sieg): 1. Han- nette Weeg. Tv. 1846 Gießen, 58 Punkte. Schüler: Springen (2 Teiln., 1 6iegv 1. Fritz Werner. Tv. 1846 Gießen. 30' 2 Punkte 50 Meter Brust (7 Teiln. 3 Sieger। 1. O. Kern. Tv. 1846 Gießen. 44.4 Sek.: 2. F. Werner, Tv. 1846 Gießen: 3. O. Jüngst. Tv. 1846 Gießen. 25-Meter-Rücken (3 Teiln.. 1 Sieg, 1. O. Iüng st, Tv. 1846 Gießen, 25,1 Sek. Schülerinnen Springen (8 Teiln., 3 Sieger.) 1. Anna Kuhlmann, Tv. Wetzlar. 26* P.; 2. Anni Pfund, Tv. 1846 Gießen, 26 P. 5 0 Meter 53 r u ft (9 Teiln., 3 Sieg.): 1. 2lnni Pfund, Tv. 1846 Gießen, 52,4 Sek. Altersturner: 50 M e te r B r u st (3 Teiln., 1 Sieger): L. Hövels, Tv. Wetzlar, 45,1 Sek. Staffeln: 5m al 50 Meter 53 r u ft (Turner-Mittel stufe): 1. Tv. Wetzlar, 2,463 Min. 4 mal 50-Meter-Lagen staffel (Tur ner-Mittelstuse): 1. Tv. Wetzlar, 2,43z Min. 4 m a l 50 Meter beliebig (Turner-Unterstufe). 1. B. s. L. Marburg, 2,57 Min. 4 m a l 5 0-Meter-Lagen st affet (In genbturner, 14 bis 18 Jahre): 1. Tv. Wetzlar, 2,5z Minuten. 4 mal 5 0 Meter Brust (Turnerinnen-Mit- telstuse): 1. T 0. 1846 Gießen. (Erfolge des T. D. v. 1846 Gießen Bei dem am Sonntag in Frankfurt a. 'M. stattgefundenen G a u v e r b a n d s t u r n e n in volkstümlichen Hebungen errang der Jugendturner Erich Silges den ersten Sieg in Kugelstoßen mit 12,68 Meter. Der zweite Sieger warf nur 11,18 Meter. Dilges erhält damit den Titel Jugendoerbandsmeister. Auch im Bierkampf war er Sieger. 5p. Dg. 1900 in Limburg. ö Der D. f. R. 07 Limburg hatte es verstanden, sich für seine am Sonntag stattgehabten nationalen Wettkämpfe eine außerordentlich gute Besetzung zu sichern. Die Wettbewerbe wurden von den Vereinen des gesamten Unter- lahnkreises bestritten, ebenso hatten bekannte Vereine, wie Sportklub 1880 Frankfurt, Mannheimer Turngesellschaft, Koblenz 1900 und Trier 05, ihre Vertreter entsandt. Die Ausbeute der 1900er mit 5 ersten, 3 zweiten und 4 dritten Preisen ist deshalb als sehr gut zu bezeichnen. Die Ergebnisse: 4x100 -Meter-Staff el, offen: 1. 6p.- Vgg. 1900 Gießen. Die 1900er gewinnen die Staffel und den dafür ausgesetzten Pokal als Ehrenpreis knapp vor dein Sportklub Höhr (Rhld.) in der Besetzung Bachmann, Wallenfels, Seipp, Fischer. Die zweite Mannschaft der Gießener wird guter Dritter. Hochsprung, offen: 1. Becker, Gießen 1900, 1,65 Meter. Becker ist nun schon feit drei Jahren der beständigste Hochspringer der Gießener. Diskus, offen: 1. Frey, Gießen 1900, 31,80 Meter. 3. Langlotz, Gießen 1900, 30,45 Meter. Im vorigen Jahr standen die Leistungen der beiden noch im umgekehrten Verhältnis. 10 0 Meter, offen 2. Fischer, Ließen 1900. Der scheinbar dieses Jahr nicht recht in Schwung kommende Gießener verpaßte den Start und mußte sich im Ziel um 1,5 Meter von Cldracher, Butzbach, geschlagen bekennen. 4 0 0 Meter, offen: 2. Birken stock Gießen 1900. Gegen Hohl, den bekannten Mittelstreckler von Koblenz 1900, war auch über 400 Meter nichts zu machen. Kugelstoßen, offen: 2. Frey, ®ießen 1900, 10,90 Meter. 3. Langloh, Gießen 1900, fern von Bahn- unb Festungsanlagen in den Garten einer Villenkolonie auf der Höhe von Queuleu und zerstörte die Villa Sturm. Die im Erdgeschoß wellenden Personen kamen mit dem Schrecken davon, von den in den oberen Etagen befindlichen Personen wurden die zwei Söhne des Eigentümers Sturm in Stücke zerrissen, drri andere Personen schwer verletzt. So ging es andauernd weiter. Zu dieser Zeit wurden in der Metzer Fliegerabwehr 30 Flakgeschütz- batterien, 7 Scheinwerfer der Flugabwehr und 15 bis 20 der Festung verwendet Außerdem unzählige Maschinengewehre. Bei einer Abwehraktion wurden durchschnittlich 3000 bis 5000 Flak- geschosse und 30 bis 50 000 Schuß aus Maschinengewehren verfeuert. Den Regen herunter- fallenber Geschoßsplitter kann man sich denken; die Zahl der herunterfallenden gefürchteten Blindgänger war zeitweise infolge von Mängeln der Munitton nicht gering. Die Stimmung unter Zivil und Militär wurde täglich gedrückter, blieb jedoch ernst und gefaßt. Es wurden Vorbereitungen zur Verlegung der Munitionsherstellung in die Gegend von Siegburg und Ueoerführung der zirka 2000 Arbeiterinnen mit ihren Familien getroffen. Die Ereignisse überstürzten sich so, daß es dazu nicht mehr kam. Da, am 9. 11. früh, brachten drei Marinesoldaten von Kiel den Ausruhr in die stärkste deutsche Festung. Die Zivil- bevölterung stand sprachlos vor den ttch entwickelnden Ereignissen in der Festung. Der Festungsgouverneur gab auf höhere Weisung den Befehl, den Dingen chren Lauf zu lassen. Die Führer der Metzer sozialdemokratischen Partei, Becker und Dortmann, übernahmen die Leitung des gebildeten Arbeiter- und Soldatenrates. Zu ernsten Unruhen kam es nicht. Die Behörden blieben in ihren Funkttonen. aber die deutsche Bevölkerung sah bangend den kommen- den Ereignissen entgegen, standen die Feinde doch nur auf Kanonenschuhweite vor den Toren. Hot. Gießen 1900. Der Sieg -engt von guter Veranlagung. An fänger: 1. Cßir* nahezu 300 Vertreter eingefunden wurde durch &en ,Ge Rundfunk-Progra-mm Mittwoch, 30. Juni: ♦ 12 im 48 •5 M Oestei nach unser« Schw( mit, da unsere mutter Tsglöhner Seit 1915 Zuchthaus er aus der Gieße Die B tr Kugelstoßen für tenstvck, Gießen 1900, Vergeßlichkeit. Er wurde zu 12 La f ä n. g n i s verurteilt. Ein schwerer Zunge ist der Peter Fischer aus Heidelberg, war er ständig im Gefängnis und wegen schwerer Einbrüche: faum war 10,60 Meter. Die Zukunft wirb zeigen, ob auch in dieser Disziplin Frey der Bessere ist. Dreikampf für Anfänger: 1. Duden Boden des Motorwagens hingelegt, über sie ging die Explosion hinweg. Sie waren überdeckt mit Holz-, Eisen- und Glassplittern, aber unverletzt, nur hatte die Schaffnerin einen starken Rervenchok davongetragen. Die Fahrgäste hatten die Wagen verlassen und anderweit Schutz gesucht, ein Teil in der Wirtschaft. Auf denr Bürgersteig war ein 20jähriges Fräulein aus Queuleu, im Vorplatz zur Wirtschaft ein Mann vom Lode erfaßt worden, im Wirtschaftssaal ein Knäuel von unverletzten und verletzten Menschen und Jnventarstücken, alles überschüttet von Glas- und Holzsplittern, Wandverpuh und blutend aus unzähligen Wunden, welche Glas- und Bombensplitter verursacht hatten. Auf dem jenseitigen Bürgersteig lagen mit schweren Wunden tot zwei ältere Feldgraue, welche aus .Urlaub von Hause kommend, mit Paketen wohlversehen, hier in letzter Stunde vom Tode erfaßt worden waren. Diese Bombe war die letzte, die während des Weltkrieges an der deutschen Westfront auf deutsches Gebiet abgeworfen worden ist. Sie hat außer großem Sachschaden sofort fünf Menschenleben gelöscht und sieben Menschen mehr oder weniger schwer verletzt. Der Wirt und Hausbesitzer Botter, ein biederer, fleißiger und zuverlässiger Handwerksmeister hatte schon während des Krieges zum Teil wegen der andauernden Unruhe und Bedrohung die Frau und eine blühende Tochter durch den Tod verloren, nun wurde er noch zuguterletzt schwer sachlich und körperlich geschädigt. Er hatte eine große Anzahl Splitter erhalten, die man alle beseitigt glaubte. Drei Jahre nachher verursachte ein zurückgebliebener Splitter eine Entzündung, die Blutvergiftung und den Tod zur Folge hatte. Kaum 10 Minuten nach der Explosion waren Aerzte und Sanitätsmannschaften aus dem nahen Militärlazarett zur Stelle, die sofort den Verletzten beistanden und sie, sowie die Leichen der Getöteten nach dem Lazarett schafften. 10,25 Meter. 2. Fi- Meter. 3ene Leistung Zur ernsten und traurigen Erinnerung an diese letzte feindliche Bombe im Weltkriege und ihre schreckliche Wirkung auf Wehrlose hat der Wirt, der selbst ein Opfer wurde, in ernstem Gedankengang, fern von jeglicher Reklame, seiner Wirtschaft die Bezeichnung gegeben: „Zur letzten Bombe". Sie ist damit ein Erinnerungsmai für ganz Lothringen geworden für das, was die Franzosen und ihre Alliierten dem zu „befreienden" Gebiet und seiner Bevölkerung angetan haben. Am folgenden Tag, am 11. 11. 18 hat Deutschland auf das urdeutfche Gebiet mit seinen Einwohnern, unter denen sich 150 000 Eingewanderte befanden, im Waffenstillstandsübereinkommen verzichtet und diese mit ihrem Hab und Gut französischer Willkür Preisgegeben. So ist diese Stelle für viele ein Markstein geworden in ihrem Leben, in ihrer Existenz. Daß er an einer Straße liegt, die zum neuen großen Metzer Ostfriedhof führt, wo so viele um Metz und Lothringen verdiente Menschen ruhen, gibt der Inschrift ihre besondere Bedeutung, welche die alljährlich in den Rovembertagen nach diesem Friedhof Pilgernden Deutschen ebenso zu würdigen wissen, wie die einheimische Bevölkerung, welche ihre Befreiung heute anders betrachtet als damals. Schöffengericht Gießen. * Gießen, 28. Juni. Ein hiesiger Installateur hatte bei Aufstellung eines Ver- mögensverzeichnisses seinen Mantel unter den Kleidungsstücken nicht aufgeführt und die Vollständigkeit, sowie Richtigkeit des Verzeichnisses sodann beschworen. Wegen fahrlässiger Gides- Verletzung angeHagt, entschuldigte er sich mit Strafhaft entlassen, beging er wieder Zeinen neuen Diebstahl. Diesmal wird ihm ein Einbruch rn das Schulhaus zu Petterweil zur Last gelegt, bei dem er Wurst, Eier, Likör und Wein erbeutete. Strafe: 3 Jahre Zuchthaus unb 5 Jahre Ehrverlust. Drei wegen Diebstahls vorbestrafte Wanderburschen, ein Kesselschmied, ein Bäcker und ein Erdarbeiter, haben in Vilbel und ätmgegenö drei Wäschediebstähle begangen, indem sie in ein- gefriedigte Gärten einstiegen, zum Trocknen auf- gehängte Wäsche abhingen und diese in Frankfurt verkauften. Es wurden Strafen von 1 Jahr 5 Monaten, 1 Jahr 4 Monaten und 3 Monaten 2. Wochen Gefängnis verhängt, da zwei der Täter schon wiederholt wegen Diebstahls vorbestraft waren. führen. Außerdem wurde die Aufhebung der Laubensperre gefordert und die Einführung des Geflügelzucht-Unterrichts in den Landwirtschaftsschulen gutgeheihen. Gegenstand kurzer Aussprachen waren auch die diesjährigen Ausstellungen, die wie folgt vorgesehen sind: die Landesausstellung im Ro- venrber in Mainz, eine Provinzialaus- Rettung in Oberhessen im. Januar in Büdingen und eine solche in Starkenburg im Rovember in Fränkisch-Crumbach. Der Rachmittag des Sonntags galt der Besichtigung des Bades, woran sich ein gemütliches Beisammensein der Züchter im Waldhaus anschloh. U M "■ Lands zu einem Wettstreit. 632 Wettkämpfer bestritten die einzelnen 'Konkurrenzen. Der Gießener Kraft-Sportklub nahm an dem Wettstreit teil und konnte mit recht beachtlichen Resultaten heimkehren. Es erhielten Preise: Wilhelm Wolf (Altersklasse, Mittelgewicht) den 1. Ehrenpreis im Ringen und den 2. Preis im Stemmen; Heinrich Staubach (Altersklasse, Schwergewicht) den 2. Preis im Ringen: Wilhelm Scheppers (Federgewicht) den 6. Preis im Ringen: G. Bellof (Jugendklasse A) den 3. Preis im Ringen und den 3. Preis im Stemmen: Walter Wolf (Jugendklasse B) den 4. Preis im Stemmen und den 5. Preis im Ringen. Die beiden Letzteren nahmen außerdem an den leichtathletischen Wettkämpfen teil, wo sie sich ebenfalls gut platzieren konnten. Für den 15. August hat die Aingermann- schaft des Gießener Kraft-Sportllubs einen Städtewettkampf mit Frankfurt a. M. vorgesehen, der auf der Liebigshöhe stattfinden soll. Gieße Die’ mitt; Lebens Roel Coward zeigt sich als scharfer Beobachter, der die Schwächen seiner jeweiligen Objekte mit karikaturistischem Einschlag aufzuzeichnen versteht. Es handelt sich hier um die Familie Dliß: Judith Blitz, die Mutter, ehemalige Schauspielerin, lädt sich Sandy Tyrell, einen jungen Boxer, zum Weekend ein. David Miß, der Vater, ein Romanschriftsteller, erwartet ein junges Mädchen, Jackie Cchchton, zwecks Menschenstudmms als Gast. Die Tochter Sorel hat ihrerseits einen älteren Herrn, den Diplomaten Richard Greatham, eingeladen, und der Sohn Simon begrüßt Myra Arandol, eine sehr unternehmungslustige Dame, als seinen persönlichen Gast. Keiner weiß von den Einladungen des andern, und man ist sehr ungehalten, wie am Samstag nachmittag das Landhaus von Weekend-Gästen überfüllt wird. Am Samstagabend finden sich bereits die richtigen zusammen. Jugend strebt zur Jugend, Mama Dliß kann es nicht unterlassen, ihren Gästen die theatralischsten Szenen vorzuspielen. Am Sonntagmorgen gehen sämtliche Gäste durch, die Familie Dliß ist ihnen zu eigenartig, sie fahren lieber nach London zurück. Die Familie selbst, die sich gern vor Fremden ein wenig inszeniert, sonst aber recht einig ist, gibt ihrer Freude, die im Grunde doch lästigen Gäste los zu fein, jubelnd am Frühstückstisch Ausdruck. Es kommen /ehr lustige, außerordentlich wirksame Szenen in diesem Spiel vor, man kann sich, von literarischen Problemen unbeschwert, bei dieser gut gezimmerten Weekendidee glänzend amüsieren, gumal die Aufführung unter Richard Weicherts Regie äußerst flüssig und humorvoll war. Die Judith Dliß Leontine Saga ns war von prachtvoller Exaltiertheit, und alle übrigen ohne Ausnahmen boten famose Leistungen, so daß der Abend ein wirkliches Vergnügen war. Dem lauten Beifall nach zu urteilen, war das auch die Ansicht des Publikums. . L. W. scher, Gießen 1900, 9,43 ---- ist gut im Hinblick darauf, daß sie in der An- fängerklasse erzielt wurde, diese Leistung erstaunlich im Hinblick auf das körperliche Verhältnis Fischers zu den Mitbewerbern. Frankfurter Theater. Roel Cowards Burleske „Week-end" (lieber’n Sonntag) ist eine Probe trockenen englischen Humors, bei der sich die Besucher des Schauspielhauses ausgezeichnet unterhielten. Coward hat eine famose Entgötterung des Weekends geschrieben, unter der burlesken llebertreibung steckt sehr viel Mögliches, und unter den Mitgliedern der Familie Dliß nebst ihren Gästen wird fast jeder irgendwie einen Bekannten entdecken (keinen Bekannten aus der Schwanlliteratur, sondern aus dein täglichen Dom Verbandsvorsihenden Veith (Reichelsheim i. d. W.) am Sonntag morgen mit Worten der Begrüßung eröffnet, die vor allem auch den Vertretern der Behörden galten. II. a. waren anwesend: Beigeordneter Kling (Dad-Rau- heim), Regierungsrat Dr. Groosho'lz vom Polizeiamt Dad-Rauheim,. von der Landwirtschaftskammer Bähr, Ackermann (Sprendlingen), Philippi (Gießen), von der Süddeutschen Geflügelpreisrichter-Vereinigung PH. S t e i n g a h (Kirchheimbolanden). Beigeordneter Kling begrüßte den Verband im Auftrage der Stadt und wies auf die hohe volkswirtschaftliche Bedeutung der Geflügelzucht hin. Dasselbe tat auch Jean Kolter, der für den hiesigen Verein begrüßte. Lebhaftent Interesse begegneten auch die Ansprachen, die Landtagsabg. Bähr (Rohrbach) namens der Landwirtschaftskammer und PH. Steingah als Vertteter der Süddeutschen Preisrichter-Vereinigung hielten. Im Dienste der Aufklärung und Belehrung stand der sehr interessante Lichtbilder Vortrag, den der bekannte Züchter Jean Dörr (Reuenhain i. Ts.) hielt. Unter Hinweis auf die volkswirtschaftliche Bedeutung der Geflügelzucht richtete er einleitend einen Mahnruf an die Landwirte, sich mehr für Rassen- Geflügelzucht zu interessieren, damit produktive Leistungen erzielt würden. „Durch Rasse zur Leistungl", das müsse der Leitspruch fein, wenn wir endlich dazu kommen wollten, daß die 300 Mill. Mark, die für Eier jährlich ins Ausland wandern, unserer Wirtschaft erhalten blieben. Don besonderer Wichtigkeit waren die Ausführungen des Redners über die neuesten wissenschaftlichen Erfahrungen, die Prof, ße b man n in Göttingen zur Frage der zweckmäßigsten Geslügelsütte- rung gemacht hat. Zur Vorführung im Lichtbild gelangten etwa 30 der feinsten Originalaufnahmen von Rasse-Hühnern, Tauben, Enten, Gänsen und Zwergen. Der Werdegang des Eies Dom Standpunkt der Vererbungswissenschaft, Geflügelparasiten und Geflügelkrankheiten wurden eingehend besprochen, ebenso die Geflügelfütte- rung, wobei besondere Aufmerksamkeit der Bedeutung des Erhaltungs- undLeistungs- futters gewidmet wurde. Weiter kamen prak- ttsche Stalleinrichtungen, Resterkontrolle u. a. m. zur Vorführung. Reiches statistisches Material unterstützte die anschaulichen Ausführungen, die eine Fülle von Anregung boten und daher mit dankbarem Beifall ausgenommen wurden. Die sich anschließende geschäftliche Sitzung nahm einen flotten Verlauf. Deschlos- sen wurde, den nächstjährigen Landeszüchtertag in Worms abzuhalten. Angeregt wurde, ein Verbandsabzeichen einzu- So ging der 9. Rovember zu Ende, und es lichtete sich der 10. Viele, namentlich höhere Militärs verließen in Hast und Eile die Stadt. Der Wunsch der Bevölkerung war, wie nach solchen Leiden leicht erklärlich, hauptsächlich auf Frieden, auf Vermeidung einer, noch stärkere Zerstörungen anttchtenden Beschießung gerichtet. Man hött,e von Waffenstillstandsverhandlungen, Dom Ende des Krieges, man hoffte, daß der letzte Kanonenschuß, die letzte Bombe gefallen sei. Doch dem war nicht so. Während der Waffenstillstand D,erhandelt wurde, hielten es feindliche Flieger iroch für angebracht, auf das wehrlos gewordene Festungsgebiet und seine Bewohner .einen Angriff zu unternehmen. Bei Mondschein am 10. RoDember abends gegen 9 Ahr ertönten die bekannten Sirenentöne, welche feindliche Flleger anzeigten und gleich darauf setzte das Getöse der deutschen Abwehr ein. Sie war treu auf ihrem Posten geblieben und waltete mit gewohnter und erprobter Hingebung ihrer Aufgabe, Festung und Bevölkerung zu schützen. Die Scheinwerfer spielten, die Flakgeschütze spieen im Verein mit den 1000 Maschinengewehren Ge- schoßgarben in die Luft. Es war aber doch einem Flugzeug gelungen, die Geschoßwand zu durchbrechen und drei schwere Bomben in das Gelände vor dem Marzellentor am Eingang von Queuleu abzuwerfen. Zwei fielen in unbebautes Gelände, die dritte fiel am Anfang der Straßburger Straße unmittelbar neben den Anhänger- Wagen eines Strahenbahnzuges. Die Wirkung war schrecklich. Der Anhängerwagen wurde völlig zerstört, von dem Motorwagen wurde der ganze obere Teil über den Sitzbänken in Splitter aufgelöst, das Einfassungsgitter vor dem Bottcr- schen Hause, in dessen Erdgeschoß sich eine Wirtschaft befand, stark beschädigt, die Spiegelfenster zermahlen und das Wirtschaftsinventar stark beschädigt. Das Strahenbahnpersonal, Führerin. Schaffner und Schaffnerin hatten sich fest auf TC Raum Halle d (prang und aus „Kramer! Go Sprachlos lel Fenster drückt- Kalizistem Ester mar re, ffiorte gehört hall herum und M" Stille lag langst bis 1 Uhr. Uebertragung des Promenaden- konzertes am Lachhannes. 3 bis 3.30 Uhr: Die Stunde der Jugend. 3.30 bis 4.45 Uhr: Konzcht des Hausorchesters: Großmamas Tanzstunde. 5.30 Uhr: Uebertragung aus dem Frankfurter Opernhaus: „Götterdämmerung". Der Ring des Nibelungen, 3. Tag, in drei Aufzügen und einem Vorspiel von Richard Wagner. ltoamonß '»Ä i °hne i M| K, "bl vJ’KreU2- Amtsgericht Gießen. * Gießen, 23. Juni. Zwei im gleichen Haufe wohnende Familien M. und N. leben schon seit längerer Zeit miteinander in Feindschaft und haben schon mehrfach Klagen gegeneinander erhoben. Im Februar kam es zwischen den Frauen wieder einmal zu Auseinandersetzungen, weil der Junge der einen angeblich das Mädchen der andern schlagen wollte, und weil Frau M. dem^Jungen deshalb ein paar Schläge versetzte. Die beiden^Frauen gerieten im Hausgange aneinander und schlugen aufeinander ein. Wer damit begonnen hat, konnte nicht zweifelsfrei festgestellt werden, da sede von ihnen behauptete, die andere habe angefangen und sie selbst sich nur gewehrt. Frau N. trug eine Anzahl Kratzwunden im Gesicht davon, während Frau M. behauptete, mit einem Stock geschlagen worden zu sein, im übrigen aber bestritt, irgendwelche Tätlichkeiten gegen Frau N. begangen zu haben. Da aber ihre eigene Tochter einer Zeugin erzählt hatte, eben habe ihre Mutter der Frau N. die Nase blutig geschlagen, und da sie selbst einer anderen Zeugin er» klärt hatte, sie habe die Frau N. so durchgewackelt, daß ihr die Nase geblutet habe, kam das Gericht nach eingehender Beweisaufnahme zu der Ueber« zeugung, daß zwar nicht mit Sicherheit gesagt werden könne, wer die Tätlichkeiten begonnen hat, daß aber auf jeden Fall die Frau M., falls sie m Notwehr gehandelt haben sollte, über die Grenzen der Verteidigung sehr stark hinausgegangen sei. Die Folge davon war, daß die Frau N. im Zweifel mangels ausreichenden Beweises von der Anklage der Beleidigung und der Körperoerletzbng freigesprochen, während die Frau M., unter Freisprechung von der Anklage der Beleidigung, wegen Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 40 Mark verurteilt wurde. ■V' span/n«ndsr Kampf zustande kam. In kurzem Strichen skizziert war der Spielverlauf folgender: Wahrend der ersten Viertelstunde kamen beide Tore wiederholt in Gefahr, die aber zunächst immer beseitigt werden konnte. In der 16. Minute kam der Linksaußen der Dezirks- mannfchaft aus kurzer Entfernung zum Schuh, der, sehr scharf ausgeführt, zum 1. Tor führte. Zwei Minuten später wiederholte sich derselbe Vorgang. Der sofort von Wieseck _ eingeleitete Angriff führte zur ersten Ecke für Wieseck, diese wurde abgewehrt, der Gegenangriff brachte der Dezirksmannschaft eine Ecke, die ebenfalls nichts einbrachte. Wieseck kam nun mehr und mehr auf, kurz hintereinander boten sich für Wreseck zwei günstige Torgelegenheiten, die erste wurde versiebt, die zweite verhütete ein Verteidiger auf der Tvrraumlinie. Ein abermals gut eingeleiteter Angriff Wiesecks brachte endlich das schon längst verdiente erste Tor. Kurz vor Schluß der ersten Halbzeit kam die Dezirks- mannschaft nochmals zu einer Ecke, die nach kurzem Hin und Her zum dritten Tor verwandelt wurde. Der Wiederanstoß sah Wieseck sofort im Angriff. Zwei Ecken waren die Ausbeute. Rach 10 Minuten lag ein zweites Tor für Wieseck in der Lust, aus kurzer Entfernung ging der Ball jedoch daneben. Die Spannung stieg immer höher, in ständigem Wechsel folgten sich die Angriffe auf beide Tore. Wieseck erzwang abermals zwei Ecken, die erfolglos blieben. Während der nächsten 10 Minuten gab die Bezirksmannschaft etwas stärker den Ton an. In dieser Zeit fiel das vierte Tor für diese, eine absolut falsche Entscheidung des Schiedsrichters gab die Ursache hierzu. Eine weitere Ecke für die Dezirksmannschaft wurde abgefangen, ilnenhnufigt griff Wieseck weiter an. Innerhalb 4 Minuten zwangen sie der Dezirksmannschaft zwei weitere Ecken auf und erzielten zwei Tore. Durch diese Erfolge ermutigt, spielte die Mannschaft auf Sieg, auch auf der Gegenseite wurde es lebendiger, jedoch war es mit den Erfolgen auf beiden Seiten vorbei. Das Resultat brachte zwar für Wieseck eine knappe Riederlage, das Eckenverhältnis, 7:3 für Wieseck, zeigt aber, daß es dem Gegner in nichts nachstand. Wieseck (Schüler)—Wetzlar (Schüler) 4:0 (2:0). Unter ausgiebigster Inanspruchnahme des Mundwerks lieferten sich die Kleinsten der Fußballbewegung ein ganz interessantes Treffen, in dem die Wiesecker wieder durch ihr sehr gutes Können gefielen. Die Wetzlarer Jungen reichten in ihrem spielerischen Können nicht im entferntesten an die Leistungen der Wiesecker und muhten sich diese einwandfreie Riederlage gefallen lassen. Der beste Mann der Wetzlarer war der Tormann, dem es zu verdanken war, dah die Riederlage nicht höher wurde. Freie Turnerschast HeucheLheim. Zu zwei Gesellschaftsspielen trafen sich am Sonntag Heuchelheimer und Wiesecker Sportler. Den Beginn machten die Iugendspieler. Wieseck stellte eine aus der 1. und 2. Iugendmannschast zusammengesetzte Elf, und konnte trotzdem das Spiel 2:0 für sich entscheiden. Heuchelheim versuchte wiederholt, ebenfalls zu Erfolgen zu kommen. Alle Versuche scheiterten aber an dem aufmerksamen Spiel der Wiesecker. Ecken 7:1 für Wieseck. Ein ungleiches Spiel war das folgende. Auf der einen Seite die Heuchelheimer Mannschaft, bestehend aus der halben ersten Mannschaft, auf der andern Seite die Wiesecker zweite Mannschaft, fast zur Hälfte durch Ersatz geschwächt. Der Ausgang ließ denn auch keinen Zweifel zu. 10 Minuten nach Anstoß stellte Heuchelheim das Resultat bereits auf 3:0. Der Widerstand Wiesecks wurde nun stärker, so dah Heuchelheim bis zur Pause nur noch zweimal einsenden konnte. Rach dem Wechsel konnte Heuchelheim die gesamte Torzahl auf 7:0 erhöhen, denen Wieseck aus begreiflichen Gründen nichts entgegensetzen konnte. Freie Turnerschaft (Siesten. D. f. R. Wiesbaden II stellte sich am Sonntag auf dem Trieb der Gießener Zweiten in einem Gesellschaftsspiel zum fälligen Rückspiel. Das Spiel lieh beiderseits besondere Leistungen vermissen. Gießen hatte scheinbar einen bedeutend stärkeren Gegner erwartet, zog aber aus dem Gegenteil nicht die notwendigen Folgerungen. Ganz unnötigerweise lieh sich Gießen 3:1 schlagen, nachdem die Partie bei Halbzeit noch 1:1 gestanden hatte. Nationaler SchVerathletik- Wettstreit in Höchst. £ In Höchst a. M. trafen sich am Sonntag die besten Schwerathleten Süd- und Westdeuffch- Ktiini" olro yo*n01. 24 Lust'g ■öol neu A.jen lvot na-h 2 Ja hm eilie at id) 1*0* e5 sie ooi ’S1 « * ~ hpm u»ch 'S Z .pw ^°>m b-tt-t 1 8‘S«b«nu. tt zuriickioich uni Hessischer Geflügelzüchtertag. <£ Bad-Nauheim, 28. Juni. Der Landesverband hessischer Geflügelzüchter, dem rund 6000 Züchter angehören, hatte seine Mitglieder und Freunde aus den benachbarten preußischen Gebieten für gestern zum Hessischen Geflügelzüchtertag nach unserer Badestadt eingeladen. Der hiesige Geflügel-, Vogel- und Ka- ninchenzuchtverein, der von dem bekannten Züchter Jean Kolter geleitet wird, hatte die Vorbereitungen zur Tagung zu jedermanns Zufriedenheit durchgefuhrt. Der Vorstandssitzunb des Landesverbandes folgte am Samstagabend eine Begrüßungsfeier für die bereits anwesenden Gäste. Dem herzlichen Willkomm, den Jean Kolterim Auftrage des hiesigen Vereins entbot, folgten zahlreiche Ansprachen: für die musikalische Unterhaltung sorgte die Haus- kapelle Frey (Heppenheim i. Rheinh.) in vorzüglicher Weise. Der aus allen Teilen des Landes sehr gut besuchte Derbandstag — es hatten sich Hessen-Bietzen - B.C.20 Bietzen 9:2 (5:2). ö. Das letzte Verbandsspiel der 6-Klasse fand am Sonntag auf dem V. f. B.-Platz statt. Bei B. C. sah man nach langer Zeit wieder alle alten Gesichter, jedoch fehlte noch eine der besten Kräfte. Bei den „Hessen" vermißte man Herzog und den Kölner Schneider, „Hessens" besten Spieler. Allgemein tippte man auf einen Sieg B. C.'s, man wurde aber im Verlauf des Spieles eines anderen belehrt, denn „Hessen" stellte die bedeutend bessere Mannschaft. Die Angriffe der „Hessen" waren weit gefährlicher als die des Gegners. Schäfer als Mittelstürmer fütterte seine Außenstürmer mit weiten Vorlagen: von diesen war es besonders Becker auf Rechtsaußen, der prachtvolle Flanken hereingab, die dann auch von der Mitte und Halblinks verwertet wurden. Der Sturm war in feiner Gesamtheit der beste Teil der Mannschaft. Die Läuferreihe war nicht auf voller Höhe, leistete aber trotzdem zufriedenstellende Arbeit. Die Verteidigung genügte den an sie gestellten Aufgaben, sie hatte aber auch einen schwachen Sturm gegenüber. Der Torwart hatte leichte 'Arbeit, beide Tore waren eigenes Verschulden der Hintermannschaft und hätten bei tatkräftigerem Einschreiten vermieden werden können. Bei B. C. fehlte der Zusammenhalt und das Einheitliche: dauernde Umstellungen brachten die Mannschaft schließlich aus dem Konzept. Die Hintermannschaft deckte schlecht ab, dadurch kam der „Hessen"-Sturm zu billigen Erfolgen. Auch hätte man sein Augenmerk mehr auf des Gegners rechte Seite legen sollen. Der Schiedsrichter von Wetzlar leitete einwandfrei. Ueber den Spielverlauf ist kurz zu sagen: B. C. hat Anstoß, der von den „Hessen" abgefangen wird. Diese gehen zum Angriff über, der durch scharfen Schuß knapp neben dem Tor sein Ende findet. Wieder ist „Hessen" in Front, und schon sitzt Schäfers Bombe im Kasten. Es dauert nicht lange, und es steht 2:0. Bei einem Angriff B. E.'s gibt ein Hessenspieler weit zurück, ein B. C.er ersaßt die Situation und sendet ein. Aus ähnliche Art gelingt B. C.'s 2. Tor, nachdem vorher die „Hessen" den alten Torunterschied wieder her- gestellt haben. Ein fünftes Tor ist die weitere Ausbeute schön vorgetragener Angriffe der „Hessen". Nach der Pause ist das Spiel 30 Minuten ausgeglichen, bann fällt B. C. ab, und die „Hessen" erzielen kurz hintereinander weitere drei Tore. B. C. rafft sich noch einmal zusammen, scheitert aber an des Gegners Hintermannschaft, die kurz vor Schluß weit vorlegt, Eisenhauer auf Halblinks erfaßt das Leder und sendet zum 9. und letzten Male ein. Freier Turn- und Sportverein Wieseck. Wieseck l—Dezirksmannschaft 3:4 (1:3). L Allgemein herrschte vor dem Spiel die Ansicht, daß Wieseck gegenüber der Dezirksmannschaft nicht besonders günstig abschneiden werde. Ihr erstes älebungsspiel gegen Gießen konnte diefe 4:2 (nicht 4:0, wie in der Vorschau am Freitag irrtümlich angegeben war) gewinnen, • es konnte also im Treffen gegen Wieseck mit einem höheren Resultat gerechnet werden, zumal in der Dezirksmannschaft an einer schwachen Stelle ein Wechsel Dorgenommen worden war. Dah das Ergebnis den Vorhersagen nicht entsprach, ist nicht die Schuld der Bezirksmannschaft, sondern hatte seine Ursache in dem aufopfernden Spiel der Wiesecker Mannschaft, die am Sonntag eines ihrer schönsten Spiele zeigte. Im Spiel, als ganzes genommen, zeigte sich keine Ueberlegenheit der Dezirksmannschaft, ja bei etwas mehr Glück und etwas mehr Schußfreudigkeit der Wiesecker Stürmer hätte das - Resultat leicht anders lauten können. Der her- Dorragendste Teil der Dezirksmannschaft ist das Innenttio, auf dessen tadelloses und verständnis- oolles Zusammenspiel in der Hauptsache auch die Erfolge zu setzen sind. In der Wiesecker Mannschaft zeigte die Verteidigung die schönsten Leistungen, die Läufer unterstützten zeitweise den Sturm zu wenig, und hier hätte wieder die rechte Seite etwas mehr beschäftigt werden müssen. Dem Spiel wurde durch die Wiesecker ein äußerst schnelles Tempo Dorgeschrieben, dem die Dezirksmannschaft wohl oder übel folgen mußte, so daß für die recht zahlreichen Zuschauer ein ' des Frankfurter Senders. I / (Aus der „Radio-Umschau".) ATI -richt Metzen. : 3um. Ein hiesiger 3n- 1 Ausstellung eines 3er. seinen Mantel unter den t aufgeführt und die Doll- ichtigkert des Verzeichnisses Wegen fahrlässiger Eides- entschuldigte er sich mit urde zu 12 La-.en Ee- Junge ist der Taglvhr.er aus Heidelberg. Seit 1915 Gefängnis und Zuchthaus Äche,' kam war er aus Nr »ging er wicder«einen neuen rb ifjm ein 6mbrud> in bet eil zur Last gelegt, bei dem för und Wein erbeutete. Zuchthaus und 5 Jahre *' i-n ® l0Dau« ?^iehen. ... 9egeneinQnber b JQbtr> Ifyn öen 3raL ^Dben- Kngen, weil ».? °'«der ^dchen der nnk6r ^Unge » M. öem %,nnbern id) . le- vtiX* e,n°nber und f*f.rauen 98‘ Derben, ba ;!!» ,c Nicht ürau’n (’“n9en und sie ' davon, wöh^"> ^ohl Sto-k ges2? Frau M. ,e'trilt it9eZjOr^-n öu -r Zeuqm ennhi aber ?-°u «ä* S*HWä UinnUbCr bie 6ten^n bei bmnusflegangen |ei. jJ äsä •F-s-a’i "Sa'Sv; >stahls voMrafte Dandc" chmied. ein Bäcker und ein n Vilbel und Umgegend drei gangen, indem sie in ein- instiegen, zum Trocknen aus- »hingen und diese in Fraiu- vurden Strafen von 1 Jahr Jahr 4 Monaten und ochen Gefängnis verhäng chon wiederholt wegen Dieb- neu. k-yrogwm sfurter Senders. ,DLdio-Mschau".) noch, 30.3uni: Sfi, «V 5"ä“ 3ig »ß W* >ard zer/ ijj - ^yn . öchwch-n K ^f.u. turiftischem bie 58 handck f!^uttet, ehe- •a. einen a*cT-,.Raiten, und d ®reatKrd^ranÖ01’ h» degrühi seinen V" den EiE ner W unge^' •nö man lM ajnbb^ wn 2lm vamst^' änt>. j. bie 8*g y ** fonnnen M Spiel i «Lcn >'l ), von ' ^jm'nerscnAbrung er^Laldie^stM i**®ä**ü ÄWä? Der dritte Schutz. Kriminalroman von Ole S t e f a n i. 24. Fortsetzung. Nachdruck verboten. „Etwas Lustiges. Ich bin hinter einem geriebenen Schmuggler hergewesen, der mit Lederwaren nach Belgien wollte. Er sitzt bereits, dank meiner Anregung. Da bin ich aus dem Rückweg im Wagen- abteil auf eine abenteuerliche Gestalt gestoßen, der id) jetzt ein bißchen nachgebe. Ich will erst mal sehen, was sie vorhat, ehe ich zugreise. — Schauen Sie sich den Onkel mal aus der Nahe an, er sitzt im Warlesaal." Neugierig ginge die beiden zum Wartesaal. Äaur.i aber hatte der Anwalt einen Türspalt geöffnet, als er mit Muhe einen Schrei zurückhielt. Die Arme aus den Tisch gestützt, saß da ein Mann, dem auch weniger -geübte Augen aus den ersten Blick die Verkleidung angesehen hätten. Ein unmöglicher roter Riesenbart umwallte das feiste Gesicht, auf dem eine schiefe Brille mit dunklen Gläsern saß. „Was sagen Sie nun?" wandle sich Kramer fassungslos an Schulz. Der kämpfte mit einem breiten Grinsen. „Ja!" sagte Kramer und lächelte. „Wo blieben die Kriminalgeschichten, wenn es keinen Zufall gäbe!" Dann betrat er den Raum und ging aus den Mann los. „5)err Esser! Ich verhafte Sie im Namen des Gesetzes!" Was aber nun erfolgte, war so unerwartet, daß er zurückwich und dabei einen Stuhl umriß. IL Kaum hatte der Dicke ihn angesehen, als er aufsprang und aus vollem Halse schrie: „Kramer! Gott sei Donk!" Sprachlos lehnte Schulz an der Wand, ans Benfter drückte sich das Gesicht des Frankfurter olizisten. Esser war rein toll geworden. Ob er Kramers Worte gehört hatte oder nicht — er sprang im Raum herum 'unb schien außer sich vor Vergnügen. Die Brille lag längst zerschlittert am Boden. „Daß Sie da sind, Mensch! Ich war ja auf dem Weg zu Ihnen, oie sind doch der einzige, der mir Helsen kann! Och Menschenskmd, ich wer ja knatsch jäck!" Er riß sich den Dollbart ab und schleuderte ihn in die Ecke — zum ungeheuren Schrecken der gerade etntrctenden Kellnerin, die aufschrie und eilends flüchtete. Dann erfaßte er Kramers Arm mit beiden Händen: „Kommen Sie, Rechtsanwalt, fetzen Sie sich! Herr Dcyer — kommen Sie schon her! Auch wenn Sie von der Berliner Kriminalpolizei sind. Ich Der- spreche Ihnen, Sie sind mir trotzdem sympathisch! Hallo — Bedienung, noch ein Fläschchen und noch zwei Gläser!" Er schlug auf den Tisch. „Entschuldigen Sie!" sagte Kramer. „Ich glaube, ich habe Sie soeben verhaftet." „Das macht ja nix!" versicherte der Weinhändler. „Das nem ich Ihnen gar nit übel, ich hab Ihnen ja so 'ne Menge zu erzählen!— Beyer, Mensch, kommen Sie endlich ran1/ Zaghaft näherte sich die Kellnerin und (teilte Flasche und Gläser auf den Tisch. Esser schenkte ein. Mitten drin hielt er inne und starrte zum Fenster. „Gucken Sie sich mal das Galgengesicht an!" fagte er und wies grinsend mit dem Finger hinaus. „Wie der sich die Nees an der Scheibe platt drückt! Der Kerl is schon seit zwei Stunden hinter mir her. Dem hat als mein Bart wohl nit gefallen. Mir noch viel weniger!" Er riß das Fenster auf: „Sie — Mann — wollen Sie einen roten Dollbart geschenkt bekommen?" Des Beamten Miene war ein lebendiges Fragezeichen. „Sind Sie auch von der Kriminalpolizei? — Kommen Sie man herein, hier sind noch mehr von der Sorte!" „Kommen Sie, Hannemann!" rief Schulz amüsiert. „Das scheint die ungewöhnlichste Verhaftung zu fein, die ich je mitgemacht habe!" — Was sie nun erfuhren, war folgendes: Esser erzählte, der Architekt Sandberg habe ihm vor vier Monaten die Beteiligung an einem großen Kasseekauf angeboten. Er war darauf eingegangen und hatte sehr viel dabei verdient. Dadurch zutrau- lich geworden, hatte er Sandberg eine bedeutende Summe für ein neues Geschäft anoertraut. Von diesem Gell» aber hätte er keinen Pfennig mehr gesehen. Sandberg verschob die Rückzahlung der Kapitalssumme und des angeblich erlösten Gewinnes von Tag zu Tag. Esser sei dadurch mit Zahlungen in Rückstand gekommen — die jedoch, wie er nachwies, bei weitem nicht so groß waren, wie die Gerüchte in Bonn sie machten. Immerhin hatte Sandberg nach wie vor sein Vertrauen gehabt. „Tja, Herr Rechtsanwalt. Sie können sich denken, wie mir zumute war, als sie mir erklärten: der Mann ist ein Schwindler. Et is ein schönes Stück Geld, das ich bei dem Geschäft zugesctzt hab. Ruiniert bin ich noch lange nit dadurch, was denken Sie! Nur im Moment is et mir peinlich, weil ich soviel, wie ich grab brauche, kaum vor nächster Woche flüssig machen kann. Ich hab erst meine Bank in Köln angerufen — zu der Zeit waren Sie mit Molinski übrigens in meinem Hause — aber das war Unsinn, wie ich mir gleich daraus sagte. Da hab ich nämlich viel zu wenig Geld liegen.' „Einen Moment!" sagte Kramer. „Waren Sie damals mit Babette allein im Hause oder befand sich zur Zeit unseres Aufenthaltes bei Ihnen noch jemand dort?^ „Nein, fein Mensch! Wie kommen Sie daraus? — Aber hören Sie nur weiter. Ich war im Moment ganz kindisch und weihte Babette in meine Situation ein. Da hat mich bat Mädel mit ihrer Heulerei vollends jäck gemacht, ich riefjnein Auto an, ließ es kommen, packte ein paar Sachen und ein paar Papiere zusammen —" „Briese von Sandberg?" „Nee, denken Sie, Herr Rechtsanwalt, wie gerieben der ist. Der hat mir niemals ein Stück Papier mit seinem Namen gegeben. Er wußte bas immer so zu drehen. Der Schuft, der verdammte! Na — wenn ich den mal in meine Finger kriege!" „Also weiter!" drängte Schulz. „Na ja, was weiter? Wir fuhren im Auto los. Es war sehr schön und wir waren morgens in Düsseldors. Da aß ich erst mal ordentlich, und da fiel mir schwer aufs Herz, was ich für 'ne kapitale Blödsinn gemacht halle. Dann steckte ich dem Ba- bettdjeu ein Stück Geld in die Hand, sie solle einen Tag lang auf mich warten, kaufte mir bei einem Theaterfriseur den Rotbart unb bei einem Optiker die Brille — ich bin halb blind von dem Ding —, erstand mir einen alten Mantel beim Trödler und wollte zu Ihnen, um Sie um Rat zu fragen, was ich nun machen sollte, meine Gläubiger bis zur nächsten Woche zu vertrösten. Unterwegs aber setzte sich der Kerl da — prost, mein Herr! — mir gegenüber in den Wagen unb guckte mich solange an, bis mir heiß wurde. Ich kann Ihnen sagen, ich verfluchte meine Reise und das Maskentheater und den Architekten, der die Schuld an der ganzen Sache trug, bis in die unterste Hölle hinab. Schließlich hielt ich bat Angaffen — nix für ungut, prost! —, hielt ich et also nit mehr aus und stieg hier in dem Nest ab. Steiat der Mann doch mit ab! Ich setz mich also hier in den Wartesaal und trink so in meinem Kummer ein Gläschen nach dem anderen und wart auf den nächsten Zug nach Kölle! ... Na — vom Fegefeuer hab ich ein gut Stück abgebient. Prost!" „Sehr schön!" sagte Kromer. „Aber Sie wissen wohl nicht, daß Ihr Babettchen in Düsseldorf fest- genommen worden ist!" „Der Donner auch! — Warum denn?" „Von der Kölner Staatsanwaltschaft ist ein Der» Haftsbefehl gegen Sie erlassen." „Waas? Wegen der paar Mark? — Dat is doch wirklich ein starkes Stück! Das nenne ich Geschäftsfreunde! . . . Gut! Schön! Sie denken, ich bin geflohen! Großartig! Nu geh ich grabe in die Untersuchungshaft! Nu grade!" Kramer sagte: „Es wird Ihnen wohl nichts anderes übriqblciben. Aber wenn sich das alles als wahr herausstellt, was Sie uns erzählt haben, und ich will Ihnen unter uns gestehen: ich zweifle nicht daran —' „Danke schön!" rief der Weinhändlcr vergnügt. „— Dann wird Ihre Untersuchungshaft wohl nicht lange dauern! Kommen Sie, wir wollen beim!" — III. Am nächsten Morgen in der Frühe brachten Kramer unb Molinski bie beiden Damen auf den Bahnhos. Grete dankte Kramer mit wenigen bewegten Worten für die Hilfe, die er ihr in den Tagen geleistet hatte. (Fortsetzung folgt.) ATLA! [KERZI MW - __ s - -fr ' ' -G»v. K Mittwoch, 50. Juni 1926, nachmittags 2 Uhr versteigere ich Neuenweg 28 (im „Löwen") zwangsweise gegen Bar- Zahlung: 5456 D 2 Kastenschränle, verschiedene Schreibtische, 2 Mähmaschinen. 1 Sofa, I Spiegelschrank, 1 Pianino, 1 Rauchtisch, 1 Toilette mit CfHarmorpIatte, 1 kompl. Eßzimmer, 4500Zigarren, ISofa mitälmbau, Bufetts, Oekonomiewagen, 1 Heiner Eisschrank, 1 Flurgarderobe, Schreibmaschinen, Schul- Wandkarten, 1 Herrenfahrrad, 1 Partie Kranzdärme, Mitteldärme, sow. getrocknete Rinds- u. Schweineblasen, Butten u. v. a. Junker Gerichtsvollzieher, Plvckstraße 4. TOD DEN WANZEN All CM ANDEÖtfV UNGEZIEFER DURCH Ww dich *. Ws-T» an de» Tofcnfchl' V r - • •** tnd. Vergasung ohne Apparat für Laion. (.JOiC In den Drogerien erhält!, bestimmt bei: Hans Noll, Ludwi"splatz-Dro- srerie u. 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Juni 1926 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Nr. 149 Drittes Blatt annschaftsfahren um die Herborn, bei Leben g e - 0.4237 0,40 96,5 12,75 12,75 103.5 121.7 4.75 50,5 auf die Daimler-Motoren-Gesellschaft grgen '6' 12.62 49,5 153. r 147 lebens- Kranken- 46; bis bis bis bis bis i ch t im von Wiesbaden kommend, ein Schnellzug ein, zum Glück jedoch auf dem Nebengleise. Die beiden Leute D a n ! n o t e n. (Ohne Gewähr.) 152’ 145' 156 64.9 73 142' 129,5* 123,9- 170.7- 76,25 75,13 75 79 244* 90,75 112,5 0,4225 0.4075 I 0,395 genkleie 11,20 bis 11,30; Diktoriaerbsen 35 bis kleine Speiseerbsen 30 bis 34; Futtererbsen 22 27; Peluschken 23,50 bis 28,50; Ackerbohnen 23 25,50; Wicken 33 bis 34; Lupinen (blau) 15 17; Lupinen (gelb) 21 bis 23; Rapskuchen 13,80 14; Leinkuchen 18,70 bis 19; Trockenschnitzel 10 85 33 156 62 178,5- 122,7* 165.5* 153,5' 145* 116 10,30; Soyaschrot 19,40 bis 19,80; Kartaffelflacken I 21,20 bis 21,60 Mark Kreis Usingen. WSR. 11 fing en, 28. Juni. Bei Pfaffenwiesbach ereignete sich gestern am Wern- borner Berg ein schwerer Unfall mit tödlichem 21 usgang. Der unverheiratete Spengler Karl Stamm, der mit seinem Motorrad einen Ausflug machte, verlor an einer stark abschüssigen Stelle die Gewalt über sein Fahrzeug und wurde gegen einen Baum geschleudert, wobei er einen doppelten Schädelbruch erlitt, an dessen Folgen er an Ort und Stelle verstarb. 145* 80.5 1 67 141* 155’ | 144,7* 149,75 , 159,75 42 66 118* 139* 135,75 74,75 154,5' 147' 77,5 106 78 0,4275 0.4 0.56 0,245 0,37 143.7' 80 70 139.7' 156,9* 144- 148,2- 156' 42,75 63 120,5' 138' 136 120,5* 164' 150' 142,7' 115 7,6 kommen ist das dreijährige Töchterchen der Eheleute Hüttenarbeiter Pfeil. Das Kind fiel in einem unbewachten Augenblick hinterrücks in einen vor dem Hause stehenden Kessel mit kochendem Schweinefutter und zog sich dabei so schwere Brandwunden am ganzen Körper zu, daß es an den Verletzungen starb. Mainftau. MSB. Frankfurt a. M.. 28. 3uni. Aach Schluß einer kommuni st ischen Versammlung auf dem Liebfrauenberg entstand am Eamstagnachmittag wahrscheinlich infolge politischer Meinungsverschiedenheiten ein Streit zwischen Bersammlungsteilnehm er n, der zu einer großen Schlägerei ausartete. Die Polizei griff ein, stiftete schnell Frieden und räumte den Platz. Hierbei widersetzte sich ein Mann den polizeilichen Anordnungen und mußte sistiert werden. Ein Teil der noch anwesenden Dersammlungsteilnehmer nahm Partei für den Sistierten und bedrängte die Polizeibeamten, so daß die Polizei gezwungen war. den Platz gewaltsam zu räumen. — Gegen 1Z27 Ähr entstand auch in der Fahrgasse eine größere Schlägerei. Die Hauptschuldigen wurden s i ft i e r t. — 3n der Obermainanlage wurde gestern ein Schlosser schwerverletzt aufgefunden. Die eingeleiteten Ermittelungen ergaben, daß er sich zusammen mit einem Freund an einer Sprengkapsel, wie sie in Bergwerken verwendet wird, zu schaffen machte und daß diese im Verlaufe explodierte. Bei der Explosion wurden ihm der Daumen und der Zeigefinger glatt abgerissen. Er wurde im Hospital eingeliefert. - 3n der Aeuhausstraße wollte sich am Samstagabend gegen 10 Uhr eine Hausangestellte nach einem Bade im Badezimmer frisieren. Dabei scheint das Mädchen einen Schwächeanfall bekommen zu haben und kopfüber in die noch mit Wasser gefüllte Badewanne gestürzt zu sein, in der sie ertrunken ist. WEN. H ö ch st a. 9)1, 28. Juni. Heute nacht gegen 1 Uhr ist die Mühle von Balthasar H a t - lern er in Hattersheim wiederum — zum zweitenmal innerhalb eines Jahres — niedergebrannt. Die Entstehung des Brandes ist noch unbekannt. Der Schaden ist außerordentlich groß. Bahnsteig 3 des hiesigen Hauptbahnhofs ---' jüngere Eisenbahn» 87,5 241* 91,5 105,25 ! 138' 123,2* 119,5' 169.2- 144.5' 81,5 14f 156' 142.5* 147' 158 42 65.75' 117.5* 136* 134,75 Gausommerfest Des Bundes deutscher Radfahrer Gau Lahn 73 in Alsfeld. >-*p Unter reger Beteiligung der Bevölkerung der Stadt Alsfeld fand am Sonntag das Gau» sommerfest des Deutschen Radfahrerbundes, Gau Lahn, in Alsfeld statt. Die Stadt hatte ein festliches Kleid angelegt und prangte in schönem Fahnenschmuck, überwiegend weißrot und ^chwarzweißrot. Reicher Girlandenschmuck an Öen Skraßeneingängen und eine geschmackvoll her- gcridjtetc Ehrenpforte am Bahnhof trugen zur Belebung und Verschönerung des Festbildes wesentlich bei. Viele emsige Hände waren tätig gewesen, um der alten Stadt ein würdiges Festgewand zu verleihen. Reges Leben entwickelte sich bereits am Samstagabend auf dem Festplatz. Eine große Anzahl auswärtiger Radfahrer war bereits eingetroffen. Nach einer Begrüßungsansprache des Vorsitzenden des Alsfelder Radfahrervereins 1890, Architekt Rohrbach, folgten sportliche Darbietungen, ein 16er Neigen und turnerische Vor- 5% Deutsche Rc'chSanleihe - 4°/0 Deutsche Rcichsanleihe . 3’/a% Deutsche Reichöanleibe 3% Deutsche ReichSanleibe • Deutsche Svarpramicnanlcihe 4°/0 Preußische KonsolS • • • 4°'o Hessen........ Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 29. Juni. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer 31,25 bis 31,50; Aoggen, inländ., 22 bis 22,25; Sommergerste für Brauzwecke 22 bis 24; Hafer, inländ., 21 bis 23; Mais (gelb) 17,50; Weizenmehl, inländ.. Spezial 0 42,25 bis 42,75; Aozgenmehl 30,50 bis 31; Weizenkleie 8,50 bis 8,75; Aoggenkleie 10,50 bis 10,75 Mark. Tendenz: Ruhig. Berliner Produktenbörse. Berlin, 28. Juni. Da in Nordamerika die Weizenkurse für nahe Sichten verhältnismäßig schwach liegen, meldet Liverpool festere Kurse. Dies letzte Moment stützte das Berliner Niveau, doch fehlte bei Beginn der neuen Woche hier größere Unternehmungslust. Auch Roggen fest; wohl in Auswirkung der beträchtlichen Hochwasserschäden. Das Angebot für prompte Ware ist reichlich klein. Hafer und Gerste ruhig, da die Forderungen unnachgiebig bleiben. Mehl still. Im Lieferungshandel eröffnete der Juliweizen 50 Pf. höher, während September 1,50 Mark unter letztem Stand notierte. Juliroggen hat große Nachfrage bei kleinem Angebot und steigerte sich um 1,50 Mark. September war durch einiges Angebot anfänglich 75 Pf. gedrückt. Oktober behauptet. Es notierten (1000 Kilogramm): Roggen, märkischer, 194 bis 198 Mark; Sommergerste 194 bis 205; Gerste, inländische, 180 bis 193; Hafer, märkischer, 197 bis 207; Mais, loko Berlin, 168 bis 170; (100 Kilogramm) Weizenmehl 37,75 bis 39,75; Roggenmehl 27,75 bis 29,50; Weizenlleie 10; Rag- 122,5' 165,5' 153,5* 84.25 146’ 117,25 118 7,5 Verkohlung minus 1,5 Proz. Der Elektra- markt tonnte der Aufwärtsbewegung kaum folgen, teilweise kam es hier zu einem weiteren mäßigen Sinken der Kurse. Auch Bankaktien ließen keine Einheitlichkeit erlennen. Darmstädter minus 1.5. Dresdner plus 1, Metallbank minus 1,25. Schiffahrtsaktien waren leicht gebessert. Bon Motoren gingen Daimler geringfügig höher. Don Zellstoffaktien waren Aichaffenburger um 1,75 Proz. befestigt, Zellstoff Waldhof sogar um 4 Proz. Zucker aktien waren saft umsatzlos und kaum verändert. DeutscheAenten lebhast umaesetzt. doch konnten die Besserungen keine wesentlichen Fortschritte machen. Kriegsanleihe 0.423, Schutzgebiet 5,475. Ausländische Renten neigten weiter zum Aachgeben. Die Tendenz des Freiverkehrs war unverändert. Becke.st.rhl 21 Prozent, Benz 72 Prozent, Drown-Doveri 120 Prozent, Entreprise 7,5 Prozent, Growag 60 Prozent, Krügershall 105 Prozent. 3m weiteren Verlaufe konzentrierte sich das Geschäft in der Hauptsache auf 3. G. Farben. bie bis auf 248 Prozent anziehen konnten. Aas den übrigen Gebieten setzten sich die Besserungen in mäßigem Tempo fort. Am Geldmarkt hat der Halbjahres-Ultimo eine scharfe Verknappung hervorgerufen, für die sich schon gestern Anzeichen bemerkbar machten. Tagesgeld 5 bis 5,5 Prozent gesucht. Monatsgeld 5.25 bis 7 Prozent je Adresse. Privatdiskonten 4,62 Prozent, 3ndustrieakzepte 5,25 Prozent. 3m Devisenverkehr lagen die westlichen Frankenvaluten fast unverändert. Paris gegen London 168,50. Brüssel 171. Mark und Pfund sind unverändert. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. (Ohne Gewähr.) Am Sonntagmorgen um 6 Uhr sand der Start zum Gau . M 0,4207 0,4102 0.4t 0.5702 0,845 0.4035 0.41 0.4 0.385 97,5 15 40 134.62 86.5 33 3.25 156.5 62 73,25 (Baumei ft er djaft statt. Die Strecke betrug 107 Kilometer und führte über Alsfeld, Lauterbach, Schlitz, Nieder-Aula, Ziegenhain, Schrecksbach nach Alsfeld. Das Ziel und Ende der Wertung war vor dem Eingang zum Festplatz. Als Sieger ging mit der besten Zeit der Gießener Radfahrerverein 18 8 5, stürmisch begrüßt, aus dem Wettbewerb hervor. Auf dem Festplatz fanden während des Vormittags Vorwettkämpfe statt. In großen Scharen trafen in diesen Stunden die auswärtigen Nadfahreroereine ein, so daß die Stadt bald ein buntes und festlich bewegtes Bild bot. Um 1.30 Uhr setzte sich der F e st z u g von der Altenburger Straße aus in Bewegung, in dem mehr als 30 Nadfahreroereine, zum Teil in prächtigen Gruppen, mitfuhren. Der Zug war als großer Breistorf o ausgestattet; er bot ein farbenprächtiges Bild und fand allseitigen Beifall. Drei Musikkapellen wirkten in dem fast 2 Kilometer langen Zuge mit. Auf dem Festplatz begrüßte der Gau- vorsitzende Karl Bellinger von Alsfeld j)ie Festteilnehmer in herzlichen Worten, wobei er auf die Bedeutung des Radfahrsportes hinwies. Namens der Stadt Alsfeld überbrachte Bürgermeister Dr. B ö l f i n g die Grüße und das Willkommen zu dem Feste. Alsdann folgten die Reigen- und Kost ümf ährten der einzelnen Vereine, sowie Radballspiele. Besonderes Interesse fanden die Kun st führten, unter denen sich der Kunstfahrer Willi Göbel aus Wetzlar durch besonders schöne Leistungen hervortat. Den von der Stadt Alsfeld gestifteten Ehrenpreis errang der Bicykle-Klub Darmftabt, der einen sehr schönen Kostüm-Damenreigen fuhr. Um 7 Uhr abends fand die Preisverteilung an der Festhalle statt. Von 8 Uhr abends ab wurde eifrig getanzt bei den Klängen der dreißig Mann starken Alsfelder Feuerwehrkapelle. Der Juxplatz mit allen möglichen Anziehungspunkten sorgte füt weitere Abwechslung der Festteilnehmer. Der Besuch des Festes am Sonntag war sehr gut, wozu nicht wenig das schöne Wetter beitrug. Montag nachmitatg fanden sportliche Darbietungen, Volksfest und Tanz statt. Bei dem Festzug trat der vor kurzem gegründete neue Alsfelder Radsportverein 1 926 zum ersten Male in die Öffentlichkeit. Besondere Bewunderung erregten die zahlreichen und wertvollen ausgesetzten Preise. Rheinhessen. WSR. Mainz, 28. 3uni. Aach mehrtägiger, mühevoller Arbeit, ist es jetzt den vereinigten Feuerwehren gelungen, den Brand in Dem Kohlenlager von Schäfer & Buh in Mainz-Kaftel z u löschen. Der vom Feuer noch verschont gebliebene Teil des Kohlenlagers wurde an eine Frankfurter Kohlenfirma verkauft. 28691. Mainz, 27. Juni. Die Mainzer Gutenberg-Gesellschaft beging heute unter außerordentlich starker Beteiligung ihr 2 5 jähriges Jubiläum. Bei dem Festakt am Guten- bcrgdenkmal hielt der Direktor des Gutenbergmuse- ums Dr. Nuppel die Festrede. Im Vorjahre war die Feier durch die Besatzung verboten worden. — Beim Legen einer elektrischen Leitung auf dem 243,5* 53.5 148.5 139' 244.7* 90,5 55 112,5 149,25 141.2' 129,5 102.5 124 174,5- 78 74.25 24.5 38 173,7' 120,5' 163,5* 149,5- I 142* 116' 7.5 stürzten zwei schlosser von einer Schiebeleiter infolge lieber- laftung derselben aus etwa 12 Meter Höhe ab direkt auf die Gleise. Fast im selben Augenblick lief. anaesichts der steigenden Geldsätze Zurückhaltung auferlegte. Da jedoch gerade von feiten der Spekulation bereits in den letzten Tagen in erheblichem Maße Positionslösungen vorgenommen worden waren, war das beute an den Markt kommende Material nicht sehr beträchtlich. Man rechnet damit, daß bereits in den ersten Tagen des Juli die Geldmarktlage wieder flüssig wird, und schiebt die Ber» knappung z. T. auch auf das Bestreben der Großbanken, am Stichtag der Zweimonatsbilanz recht flüssig zu erscheinen. Die ersten Kurse waren durchweg leicht abgeschwächt, jedoch gingen die Einbußen nicht über 2 bis 3 Proz. hinaus. Bereinzelt traten am Montanmarkte auch Kursbesserungen hervor, namentlich in sol- chen Werten, in denen Materialknappheit herrschte. Schwächer lagen vor allem Bankaktien, ebenso Elektro- und K a l i ro e r t e. Bereits nach Fest- setzung der ersten Kurse belebte s i ch das Ke- schäft, und die Kurse konnten wieder anziehen. Recht lebhaft wurden I. G. F a r b c n gehandelt, die zum gestrigen Kurse eröffneten und später 3,5 Prozent anzogen. Auch in Kriegsanleihen blieb das Geschäft lebhaft (0,43). Am Geldmarkt war Tagesgeld zu 5 bis 6 Proz. gesucht. Im Devisen- verkehr hatten die lateinischen Baluten eine leichte Abschwächung zu verzeichnen. Paris gegen London 169,50, Brüssel 171,75, Mailand 134,50. Börsenkurse. (Ohne Gewähr.) wurden mit schweren, jedoch n! gefährlichen Berletzungen Haus eingeliefert. Preußen. Dillkrcis. ,W6N. Nieder-Laasphe 28. Juni. Auf tragische Weise ums 3W7n Hessen 3% Hessen Deutsche Wend. Dollar-An 1. dto Doll.-Schav-Loweisug.'I <°/o Zolltürken 5% Goldrnerikaner .... Berliner Handelsgesellschaft Commerz» und Privat-Bank Tarmst. und Naiionalbant Deutsche Saul......... Deutsche BereinSbank .... DiSeonio CommandU Metallbau!........... Mitteldeutsche Crrditbank. . Oestcrrcichiiche Crcditanstalt Weltbank .......... Bochumer (Saß . ...... BuderuS . . ......... Deutsch-Luxemburg Gelsenkirchener Bergwerke. . Harpener Bergbau...... Stauwerke AschcrSleben.... Kaliwerk Westeregeln .... Laurahüttc..... ...... Oberbedaif . Phönir Bergbau ..... Rveiustabl Ricbeck Montan ....... TclluS Sergbrj...... . Hamburg-«" ue-nka Paket. . . Norddeutscher Lloud . . . , Theramlschr Werfe Albin . . Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmanu ...... Anglo-Cont-Guano Chemische Mayer Alapin . . I. G. Farbenind strie, A.-G. Goldschmidt.......... Holzverkohlung........ Rütgerswcrkc Schcidcanstalt......... Allg. ElektrizitätS-Gesellschast Bergmann ........ Mainkraftwerke ....... Schuclcn . . ........ Siemens Kur» ! Kur» Schluß-iAnfana Kur» | Kuri Datum: 28. 6 j 29 6 28 0 | 29 6. 28 Juni. 29 Juni. Amtliche Noti runa Amtliche Notierung (Selb Brie' Geld Briet HmfL.lHott 168,53 । 168.95 168.52 168.94 Buen-AircS 1.689 1,693 1,691 1,695 Brss-Antw 12,02 1 12,06 11,83 11,87 Cbrisliania • 92,03 92,27 92,13 92.37 Kovenhagc» 111,25 111,53 111.24 111,52 Stockholm . 112,56 112,87 112,56 112,84 HclsingsorS 10.548 10,588 10,55 10,59 ytalien . . 15,25 15,99 15,20 15,24 London. . 20,413 20,467 20,415 20.467 Neuyork . ■ 4.195 4,205 4,195 4.205 Poris. . . 12,21 12,25 11,99 12,03 Schweiz . . 81,20 81,40 81.22 M.42 Spanien . 67.40 67.56 68.16 68.34 Japan . . . 1,964 1.968 1.967 1,971 mio dc Jan 0.661 0.662 0.661 0.663 Wien tn D-. Oell. abgesl 59,33 59,47 59,38 59,52 Prag .... 12,418 12.458 12,42 12,47 Bclzrad . . 7,422 7,442 7.43 7.45 Budapest. . 5.87 5,89 5,865 5,885 Bulaarien 3,022 3,032 3,035 3.045 Lissabon 21.365 21.415 21 395 21.445 Danjig. . . 81.06 81.26 81,06 81,26 Konstantin. 2.225 2,235 2,22 2,23 Alben. 5.29 6.31 5,29 5,31 Uanada. . . 4.199 4,209 4,20 4.21 Cruguav . . 4.195 1 4.205 4.175 4.185 Berlin, 28 Juni Geld Brief Amerikanische Note» ..... Belgische Noten........ Dänische Noten........ Englilche Noten ....... Fran;ösische Noten ...... Holländische Noteu...... Italienische Noten...... Norwegische Noten...... Denksch-Oesterr., ä 100 Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten...... Schwei,er Noten....... Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten....... 4,178 12,17 110,97 20,385 12,39 168,18 15,71 91,97 59.47 1,855 112,24 81,35 87.28 12,395 5.83 4,198 12,23 111,53 20,485 12,45 169,02 15.79 92,43 69.77 1.895 112,80 81.85 67,62 12,455 5.87 B21 Schlager UNS «1.50 Gebr. Baer, Gießen, Marktstr.29 5439a I S frS| äTG M' M garantiert wasch- I OVI BUWllvI I echt, Indanthren, M. Prinzeß-Unterröcke o qe aus Kunstseide, in prachtvollen Farben M. Ml Vir Serie I M. 0.38 zu Kleidern,in nur neuen modernen Dessins, EO Serie II M. Uewö Gießen Marktplatz I W K M.' BI LI £lW-’ Saison-Ausverkauf vom 1. bis 14. Juli Wir haben unser gesamtes Lager im Preise herabgesetzt und lenken Ihre besondere Aufmerksamkeit auf: Damen-Sommerkleider, Wollkleider, Mäntel jeder Art Kostüme, Abendkleider, Kleider für Sport und Reise Kindermäntel Stoffe in Baumwolle, Wolle, Samt und Seide Gebr. Imheuser Das Haus der guten Qualitäten Bauplatz an d. Südanlage zu verkaufen. Bedingungen: Erbauung eines modern. 6-Iimmer°Hauses und Abgabe der 1. Etage auf Lebenszeit. Bauplatz- Losten können anf 1. Hypothek stehen bleiben. Schriftliche Angebote unter 5437V an den Gietz. Anz. erbeten. ßettfedem werden tadellos gereinigt und umgcfllllt. Auf Wunsch in einigen Stunden. 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Kl. — 9,96 Fstm. 19 „ . 4. . ---16,45 „ 48 „ „ 5a , =22,89 w 192 „ n 5b „ =43,61 „ 8 „ Kiefernstämme 3. „ = 8,26 „ 13 „ „ 4. . = 9,88 „ 69 . „ 5. . =29,03 „ 1 „ Eichenstamm 2. „ = 1,59 „ 1 „ n 3. „ = 0,73 „ 2 „ Eichenstämme 4. „ — 1,13 „ Das Holz ist entrindet, die Angebote sind nach Klasien und pro Festmeter getrennt zu halten und müsien bis zum 3. Juli 1926, nachmittags 3 Ahr, auf der unterzeichneten Bürgermeisterei eingereicht sein, wo in Gegenwart der erschienenen Bieter die Eröffnung der Ge- bote stattfindet und die Zahlungsbedin- gungen bekanntgegeben werden. 5444V ____________Bürgermeisterei.____________ LMM gesucht für leistungsfähige Schokoladen- und Keksfabrik. Nur etngesührte Herren mit Kunden- referenren wollen schriftliche Angebote unter 5428D an den Gieh. Anz. einretchen. { Verkäufe I Unser diesjähriger MllMmW beginnt übermorgen! s Z 5-7 Uhr. 04535 Fritz Nowack Mech. Wäschefabrik u. Ausstattungshaus Morgen erscheint unsere Hauptannonce im Gießener Anzeiger. 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