uregelung der lk> wie möglich bot» 'om bebauten ßen, Sie getoerb* )on biefer Steuer imen au4 Xset ch beW. auS» .uq deS Doh» :bm. ib Handelskammer» die Gemeinden und leuaufsiellung ihrer lgen der hckischen Men Interesse, un» LD ’ die oo* Mlich. >4 in°M eines arn? n 'n- besvndZ ^ und rrK S§-r ä$4» Krr **D110 u n g Q, "*«. Ä’ gnrt. L®«6 li» X *e" ^riin. Essen die Aus, und Gemeinden V der össeni. e zurück» ubn Isllien Reich Zeit wirtschaft, 'n die Sphz„ JMloft entzogenen ■toetb zu bereiten. ^^!)aft muh i'schcn Aohnahmen :n allgemeiner Att ne- und Handels» essischcn Wirt» igendes betlangen: oelaftung der dats nicht gröher m, wenn Fie weiter ^°'8en 5j| . »Bus. ■ heutig, seine Säten- aal. and Llutschändtt. S60L) Der alsSe- sonst unvoricilhast nann aus Ehren» m hiesigen Schwur» des Totschlag« chkeitsverbre- n Robember 1925 und die Leiche im erborgen gehalten, lutschande an seinen lach sicbenstündiger n wegen Totschlag» erbrechens zu einer Jahren Zucht- >rlust ohne Anrech- )igitngsblatt. idigunl>rblatt Wst . Perwaltungsau^ Nachweises sur . ’ S in den * Senders» Msch-u" * ^orch°' ^ÄeerGYnt"- irf'ii? Frank- wpjfSM3u; StenE .15 K- ilhr. Nr. 99 Erstes Blatt 176. Jahrgang Donnerstag, 29. April 1926 Erscheint täglich, nutzer Sonntags und Feiertag». Beilagen: Viehenec Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle MouatS'Bezuy, preis: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Träger- lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern mfolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: Schriflleitung 112, Der» lag und Geschäftsstelle 61. Anschrift für Drahtnach, richten: Anzeiger Stehen. poftfchecNonto: Krankf url am Main 11686. Siebener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen VrvS vftd Verlag: vrühl'sche UnioerfilätL-vuch- und Stetnöruderei R. Lange in Stehen. Sdfriftleitung und Geschäftsstelle: Zchnlfttaste 7. Annahme von Anzeige» für die Tagesnummcr bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reich-Pfennig: für Re- hlamean .eigen von 70 mm Breite 35 Neichspsennig, Platzvorschrift 20° mehr. Chefredakteur Dr Fnedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton Dr H Thyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein: für den An- zeigenteil Hans Füstel, iämtltd) in Gietzen. Deutschland und die Weltwirtschaft. Reichskanzler Dr.Luther auf dem Industrie- undHandelstag zurWirtfchaftslage. Berlin, 28. April. (LU.) Unter starker Veteiltgung auS dem ganzen Reich trat heule der Deutsche Industrie- und Handelskammertag zu seiner 46. Dollversammlung zusammen. Dom Reichskabmett waren der Reichskanzler, lowte die Minister Dr. E u r t i u S, Dr. Rein- hold und Dr. H a S l i n d e, vom preußischen Kabinett Handelsminister Dr. Schreiber er- chienen. Ferner bemerkte man u. a. den Präft- benten der Reichsbank Dr. Schacht und den Vizepräsidenten des Reichstages Dr. Riefer. Rach kurzen Degrüstungsworten des Präsidenten Franz von Mendelssohn nahm Reichskanzler Dr. Luther au folgenden bedeutsamen Ausführungen daS Wort. Wenn wir, so führte er auS, den allgemeinen Zustand von heute in Politik und Wirtschaft mit den Derhältnissen einerseits bei Beendigung des Weltkrieges, andererseits beim Ende des Ruhr- kampfes vergleichen, so sehen wir, dah in einer weltgeschichtlich nicht langen Zeit die Lage Deutschlands erheblich verbessert worden ist. Dieser Feststellung steht indessen ebenso sicher eine andere gegenüber, die sich besonders deutlich au6 den gegenwärtigen Rotständen der deutschen Wirtschaft ergibt: dah wir nämlich von einer wirklichen Besserung unserer Lage „och weit entfernt sind. Die Zahl der 2rbeitSlosen und Kurzarbeiter spricht eine er- ichreckende Sprache, und die Eingliederung unserer Wirtschaft in das Welthandelsgetriebe ist noch weit von dem notwendigen Zustand entfernt. Wir brauchen, um die und auferlegten Lasten dem Ausland gegenüber abzudecken und die Zinsenverpflichtungen zu erfüllen, die sich aus der unvermeidlichen Derschuldung der letzten Zähre ergab, auf die Dauer eine aktive Handelsbilanz. Run ist eine gewisse Verschiebung unserer Handelsbilanzverhältnisse unverkennbar, und zwar eine Verschiebung, die nicht irur auf verringerter Einfuhr beruht Schon feit Ende 1925 ist die Ausfuhr Deutschlands im Steigen begriffen. Dabei bleibt aber die Tat- ache bestehen, dah am Welthandel Deutschlands Anteil, der 1913 ein Achtel umfaßte, bei der Ausfuhr 1925 nur noch ein Vierzehntel beträgt. Die Ziffer der Erwerbslosen und Kurzarbeiter hat eine Höhe erreicht, die der Zahl am Ende deS Ruhrkampfes und der unter den tiefsten Rachwirkungen der Inflation nicht viel nachgibt. 3n anderen Jahren war in dieser Jahreszeit die Besserung des Arbeitsmarktes schon fühlbarer als jetzt. Dennoch wäre es das Aller- verkehrteste, wollte man darum mutlos werden. Gerade angesichts der ungeheuren Erwerbs- tosenzahl Ist es Pflicht jedes verantwortlichen, nicht in kleinlichem Eigennutz zurückzustehen bei der Mitwirkung am Reuaufbau der Wirtschaft, sondern unter Einsatz aller Kräfte daran mitzuarbeiten. Ls ist auch nicht richtig, daß irgendeine neu hinzugekommene zerstörende Ursache diese Krisis hervorgeruscn hätte. Rur die Schleier find gefallen, die durch die Inflationserfcheinun- gen verschiedener Art über den wahren Tatbestand gelegt waren. Wir gehen jetzt mit dem Vewuhtsein an die Arbeit heran, dah wir nicht mehr auf Sand bauen. Rottoendig ist eine Hebung der Spartätigkeit, auf der unser Geld- und Kreditwesen aufgebaut ist. Die Höhe der Bareinlagen ift Ende 1925 auf 21/. Milliarden gestiegen und hat sich damit in einem Iahr mehr als verdoppelt. Auch die Dank- und Depositeneinlagen haben zugenommen, an Pfandbriefen und anderen Depositen sind vom Kapitalmarkt 450 Millionen m Jahre 1925 aufgenommen worden. Auf die- 'em Weg weiter vorwärts zu gehen, muß unser Bestreben sein. Don der fortschreitenden Gesundung der gesamten Kreditmarktlage legt auch der linkende Unkostenfatz für Geld und Kapital Zeugnis ab. ES war vielleicht nicht unnatürlich, dah bei der obwaltenden Kapital- entleerung zunächst ein hoher Zinssuh auf der deutschen Wirtschaft lasten muhte, und es lag wohl auch im Interesse der Gesamtwirtschaft, dah die Banken einen ganz besonderen Wert zunächst einmal auf ihren Wiederaufbau legen wühlen. Heute scheint mir aber der Zeitpunkt gekommen, wo von der Wirtschaft jede nicht unbedingt erforderliche Delastung genommen werden muh. Ich begrüße jede Senkung des ZinS- und Provisionsstandes »ad hoffe, dah auch auf diesem Wege weiter kräftig voran geschritten wird. (Beifall.) Die Gefahr, die von den neu entfalteten Aufwertungsbestrebungen ausgeht, Wünsche, die ja so menschlich erschütternd sind, die aber gänzlich unerfüllbar sind (sehr richtig), hat die Reichsregierung durch den Ihnen Mannten Gesetzentwurf zu vermeiden gesucht. Die Vorlage will sicherstellen, dah der in der Verfassung zum Ausdruck gekommene Grundgedanke, dah nicht ein Teil der Volksgesamtheit die Initiative ergreifen solle, um zu Ungunften des anderen Teiles über die Verteilung wirtschaftlicher Lasten Bestimmungen zu treffen, auch gerade auf die infolge der Geldentwertung ergangenen Gesetze Anwendung findet (sehr richtig). Ziel der gefamfen Regierungspolttik Ist, in der Innen- und Außenpolitik beruhigte Verhältnisse zu schassen, damit nicht nur das inländische, sondern auch das ausländische Kapital sich langfristig und zu tragbaren Bedingungen bereit findet, am Wiederaufbau der deutschen Volkswirtschaft mttzuwirken. Die Herbeiführung einer allgemeinen Beruhigung in der Politik ist das Erheblichste, was die Reichs- regierung überhaupt zum Wiederaufbau der Wirtschaft tun kann. Vor dem Kriege hatten wir eine blühende Weltwirtschaft, an der alle Völker teilnahmen und die durch einen organischen Werdegang erreicht war. Im Gegensatz dazu besteht jetzt ein Zustand, der durch Vermehrung und durch Verschiebung der Staatsgrenzen die wirtschaftlichen Zusammenhänge zerrissen und die Gebiete ungehemmten inneren Warenaustausches verkleinert hat. Die Verlängerung der Zollgrenzen und die politische Reugestaltung beläuft sich in Europa auf 7000 Kilometer. Diese politische Reugestaltung hat die Aufgabe geschaffen, die Vinnenwirtschaft nach Möglichkeit zur Belebung des inneren Marktes anzuhalten. Ganz selbstverständlich ist dabei, dah gerade Deutschland, dem landwirtschaftlicher Boden und Rohstoffe in großem Umfange weggenommen worden sind, von sich aus alles tut, um d i e Ernährung des eigenen Dolles aus eigenem Boden sicherzustellen. Wir müssen diesem Ziel um so mehr nachstreben, als die uns auferlegten Reparationsverpflichtungen sowieso nur auf dem Wege der Ausfuhr gedeckt werden können, und als die politischen Schwierigkeiten, zum Abschluh von Handelsverträgen zu kommen, für uns unvergleichlich größer sind als für die Siegerstaaten des Weltkrieges. Es ist auch eine logische Folge, dah die deutsche Politik nach einer Stärkung des inneren Marktes drängt. Gerade hier, im Deutschen Industrie- und HandelStag, möchte ich mit Befriedigung fest- fteilen, bah das vorige Iahr unS eine Ernte gebracht hat, die ganz deutlich macht, welche starken Möglichkeiten in der deutschen Landwirtschaft stecken. Iedec Industrielle weist ja auch, daß eine gesunde und leistungsfähige Landwirtschaft den besten Absatzmarkt darstellt, und daß die alte Volksweisheit wirklich richtig ist: hat der Bauer Geld, hal's die ganze Welt! Es wird deshalb auch gerade In den Kreisen bes Industrie- und handelstogs auf größtes Jnteresie flohen, nenn ich die Ansicht der Reichsregierung, die Landwirtschaft in ihrer Bedrängnis nach Möglichkeit zu Helsen, nochmals unlerslreiche. Alle solche Maßnahmen können aber nicht dahin führen, daß wir uns von der Einfuhr von Lebens- nritteln freimachen. Wir müssen gleichzeitig alles tun. um uns in den weltwirtschaftlichen Warenaustausch so stark wie irgend möglich wieder einzufügen. Hierzu gibt es drei Wege: das sind die Handelsverträge, die allgemeinen Bestrebungen auf internationale Verständigung und besonders private Verständi- gungsmahnahmen, die auf dem Gebiete des Kali und der Glühlampen bereits zu einer Verständigung geführt haben und sich auf den anderen Gebieten im Zustande ernsthafter Verhandlungen befinden. Auf allen Wegen muß tatkräftig vorcrn- gef4)ritten werden. Den Arbeiten der W e 11 - wirtschaftskvnferenz ist vom deutschen Standpunkt aus bester Erfolg zu wünschen. Auf dem Gebiete des eigentlichen Wirtschaftslebens handelt es sich nicht darum, nur den früheren Zustand wieder herzustellen, denn auch die Wirtschaftsaufgaben Deutschlands haben sich nicht unwesentlich verändert. Dabei bleibt für Deutschland im Vordergründe die Pflege der Qualitätsarbeit als beste Grundlage für eine Sicherung des Auslandsgeschäfts. Die Steigerung der Produkttonsmöglichkeit aller Länder, ja die Ueberfteigerung im Verhältnis zur Absatzmöglichkeit wirkt im Zusammenhang mit den Fortschritten der wirtschaftlichen und technischen Zivilisation sich dahin aus, dah immer mehr Länder ihren Bedarf selbst zu decken unternehmen. Dabei spiell der Mangel an kolonialem Land für Deutschland eine große Rolle. Alle Länder müssen ihre Ausfuhrindustrie umstellen, wenn sie lebensfähig erhalten werden soll. Die Reichsregierung geht dem Ziele nach, die deutsche Ausfuhr nach aller Möglichkeit zu steigern. Dies ist selbstverständlich, weil nur eine Wirtschaft bestehen kann, die nicht mehr ausgibt, als sie vereinnahmt. Ebenso selbstverstärrdlich ist, daß die Ausfuhrmöglichkeit nicht durch Hochhaltung der inländischen Preise gewonnen werden darf. Hier liegen besonders schwierige Aufgaben vor für das Zusammenarbeiten der öfsentllchen Gewalten mit ben Wirtschastskreisen. Die Aufgaben, die der Volkswirtschaft auch schon vor dem Weltkriege gestellt waren, haben so lange ihr besonderes Gesicht, als mit künstlich gesenkten Aus- landpreisen gerechnet werden muß, wie eS durch die Kohlenunterstühungspolitik Englands und durch die Inflation anderer Länder gegeben ist. Darum hat sich die Reichsregierung zu Steuersenkungen entschlossen, die bis an die Grenze der Möglichkeit gehen. Es wäre besser gewesen, die Realsteuern zu senken. Da aber diese zur Zuständigkeit der Länder und Gemeinden gehören und dem Reiche keine Handhabe gegeben ist zur Aenderung dieses Zustandes, so mußte das Reich die Steuern senken, die eS in eigener Gewalt hat. Werden diese Mittel der Wirtschaft belassen, so würde sich nach dem Gutachten des Reichswirtschaftsministeriums der Betrag ergeben, daß im Laufe des Iahres 250 000 Arbeiter wieder eingestellt werden können. In stärkstem Maße sehnen wir uns nach einer Vereinfachung der öffentlichen Verwaltung in Reich, Ländern und Gemeinden. Alle öftent- lichen Stellen werden mit doppelter Aujmerk- fcnnkeit zu prüfen haben, welche Vereinfachung in ihrer Verwaltung möglich sind. Auch die ver- minoerung der Verwaltungsausgaben muh mit aller Kraft erstrebt werden, besonders in dem Sinne, dah die Kapitalien, die aus dem Inland und Ausland der Wirtschaft neu zusliehen, im weitestgehenden Maße nur für wirtschaftliche Zwecke verwendet werden. Die Nationalisierung ist Vorbedingung zu neuen Arbeitsmöglichkeiten. Das deutsche Volk, das zu oller seiner körperlichen und seelischen Not nun auch die große Erwerbslosigkeit zu tragen hat, muß misten, daß dos eigentliche Ziel aller Verantwortlichen ist, mögliche bald wieder olle Volksgenossen an die Arbeit zu bringen. Bei solcher Betrachtungs- art wird es sicherlich möglich sein, den weitaus größten Teil der Streitpunkte in unserem Wirt» schaftsleben durch gegenseitige Verständigung zu lösen. Der Kanzler lern dann auf die Preissenkungsaktion der Reichsregierung zu sprechen, die nicht den ungeteilten Beifall aller Wirtschaftskreise gefunden habe. Es sei gewiß richtig, daß Preissteigerungen auf verschiedenen Gebieten cin- getreten seien. Das dürfe aber nicht darüber Hinwegtäuschen, dah die Aftion im allgemeinen gute Wirkungen gezeitigt habe. Dah sie erfolglos gewesen sei, fDime nur behaupten, wer der Regierung politisch ent gegentret en wolle. Der Kanzler nannte zum Beweise den gesunkenen Lebenshaltungsindex und besonders die erhebliche Senkung der Preisspanne zwischen Diehpreisen und Fleischpreisen. Auf die Verminderung solcher Spannen komme der Erfolg der Preissenkungsbewegung heraus. Die Bemühungen der Reichsr?gierung feien nicht nur darauf gerichtet, alles zum Wiederaufbau der Wirtschaft zu tun, sondern fie wolle auch die ileberjeugung in den Wirtschaftskreisen stärken, daß es wirklich aufwärts gehe. Solche Ueberzeugung sei notwendig, damit nicht durch unberechtigte Zurückhaltung objektive Möglichkeiten verpaht würden. Sie sei auch begründet, weil trotz aller Rot der Gegenwart die Anzeichen für ein Doranschreiten deutlich erkennbar seien, allerdings nur langsam und schrittweise, aber nachdem alle In- flattoirserscheinungen beendet seien und nachdem dis weltpolftische Beruhigung zunehme, auf nunmehr hoffnungsvolleren Bahnen. (Lebhafter Beifall.) Im Namen der preußischen Staatsregierung Überbrachte der Handelsminister Dr. Schreiber Grüße und aufrichtigen Dank für die wertvolle Mitarbeit der Industrie- und Handelskammern im vergangenen Jahre. Er betonte auf dem Industrie- und 'Handelstag, das vergangene Jahr fei ein Jahr der Rationalisierung der deutschen Wirtschaft gewesen. Es habe mit der Götterdämmerung größter Konzerns begonnen, um allmählich in einen Berlin, 28.April. (I1L) Die Verhandlungen des Rechtsausfchuffes über das Fürsten- kompromiß sind am Mittwochnachmittag nach sehr bewegter Debatte für unbestimmte Zeit unterbrochen worden. Der Vorsitzende, Abg. kahl, faßte das Ergebnis der heutigen Aussprache am Schluß der Sitzung in folgender Erklärung zusammen: Man dürfe den wert der ftomprom^acbcit in keiner Weise unterschätzen, wie sich die Dmge in allernächster Zeit entwickeln würden, könne niemand voraussehen. Er für feine Person glaube, daß die Zeit gekomen wäre, wo der Reichstag wieder a u f die unentbehrliche Arbeit der Kompromißparteien angewiesen fein wird. In der Spannung des gegenwärtigen Augenblicks fei es allerdings richtig, dem Antrag auf vorläufige Vertagung und Unterbrechung der Verhandlungen dem Rechtsausschuh zuzustimmen. Er fasse den ihm als Vorsitzenden zugedachten Auftrag dahin auf, dah er nach Vereinbarung mit den Obmännern der Parteien die nächste Sitzung unter eigener Verantwortlichkeit für diese Fragen einzuberusen habe. — Der verkagungsantrag wurde daraus angenommen. Das Enteignungsgesetz vor dem Reichstag. Berlin, 28. April. (DDZ.) Auf dem Platze deS Abg. Bock (Soz.), der heute seinen 80. Geburtstag feiert, steht ein riesiger Strauß roter Relken. Präsident L ö b e beglückwünscht unter Beifall den Alterspräsidenten und betont dabei, dah Abg. Dock dem Reichstage seit 42 Iah - ren angehört. ES folgt die erste Beratung des durch Dolks- begehren an den Reichstag gekommenen Gesetzes über die Enteignung der Fürstenver- mögen. Auf Antrag des Abg. Dr. Frick (Dölk.) wird damit die Beratung eineS völkischen Anallgemeinen, noch nicht völlig abgeschlossenen Aus- scheidungsprozeß überzugehen. Im ganzen habe dieser Vorgang unseren Produktions» und Dertei- lungsapparat wirtschaftlicher und damit gesünder gemacht. Das Ziel aller Bemühungen müsse die Verbilligung der Produktion, vor allein durch die technische und organisalo» rische Rationalisierung, sein. Damit diese zu vollkommenem Erfolge führen könne, müsse man auch noch eine weitereSenkung der offen t» lichen ßaften erstreben. Dies sei aber nur durch eine wesentlich einfachere ©eftaltung des behördlichen Derwaltungsapparates möglich. Es fei nicht notwendig, daß die Zentralinstanzen über jede Kleinigkeit selbst die letzte Entscheidung fällen. Der Selb st Verwaltung müsse wieder weiterer Spielraum gewährt werden. Dr. F. C. v. Siemens führte dann über die Rationalisierung und ihre wirtschaftliche Form etwa folgend-s aus: Die Rationalisierung oder Anwendung von Mitteln zur Erhöhung des wirtschaftlichen Nutzeffekts sei seit jeher die Grundlage der deutschen Wirtschaft. Deutschland könne auf feine technischen und wirtschaftlichen Erfolge stolz sein. Die Elektrotechnik habe erreicht, daß man heute gegenüber 1900 für die Erzeugung einer Lichteinheit nur e n Achtel an Kohle und für den Derbrauch nur ein Drittel an Geld aufzuwenden habe. Für eine reine Stahlerzeugung benötigte man 1900 pro Tonne Stahl noch 6600 Kilogramm Koks, heute infolge des Zusammenarbeitens der Zechen und Hütten nur noch 10 Kilogramm. Auf derartigen Fortschritten beruhe letzten Endes die Steigerung der Lebenshaltung. Aber aus dem reichen Deutschland sei ein kavitalarmes Land geworden, dessen Produktionsleistung pro Kopf bei gleichzeitiger Erhöhung der ilnfoften vermindert sei. Fords fließende Fabrikation, als einer der neuen Wege zur Verbilligung der Fabrikatton, sehe die Herstellung von großen Massen gleichartiger Gegenstände voraus, ein ilmftanb, dem die viel stärkere Individualität des Deutschen widerspräche. Man dürfe jedoch in der Befriedigung individueller Wünsche nicht zu weit gehen Durch di« Umwandlung in einen fordisierten Betrieb unter der Bedingung genügender Aufträge gleicher Art könnten die Arbeitsvorgänge unmittelbar hintereinander geschaltet werden, so daß das Arbeitsstück ohne Aufenthalt in Zwischenlägern unmittelbar von einer Maschine zur anderen wandere. So wäre es möglich, Zeit und Material, d. h. Unkosten an Kapital, zu sparen. Bei Ford brauche em Gußstück vom Hochofen abgerechnet, bis es in die Maschine ausgebaut ist, etwa acht Tage, in einer deutschen Maschinenfabrik etwa zwölf Monate. Wir müßten den in den amerikanischen Verhältnissen liegenden Kern fruchtbringend für uns gestalten, von unten anfangen und zunächst die Elemente vereinsachen, welche die Bausteine für jedes Endprodukt bilden. Die Fertigindustrie sei bereits eifrig bemüht, den ersten Ansatz zur fließenden Fertigung zu machen. Nur bei übersehbaren und gleich- bleibenden Verhältnissen könne die sehr konzentrierte und scheinbar kleinliche Einzelarbeit geleistet werden, welche aber letzten Endes den Erfolg bringe. Die notwendige völlige Einheit gäbe nur eine Fusion, in welcher nicht nur die Fabrikation. sondern auch Konstruktions- und Forschungsarbeiten, Vertrieb und allgemeine Verwaltung zusammengefaßt wer- den könnten. träges verbunden, der die Enteignung der „Bank- und Börsenfürsten" fordert. Abg. Dr. Rosenfeld iSoz.) bezeichnet es als einen Triumph der Sozialdemokratie, daß beim ersten Volksbegehren 12'/, Millionen Stimmen für den Enteignungsantrag abgegeben wurden. Viele dieser Stimmen seien von Wählern aus den Parteien der Rechten gekommen. Die Wähler hätten sich in diesem Falle emsichis- voller gezeigt als die Parteiführer. (Unruhe und Widerspruch rechts.) Die unerhörte Habgier der Fürsten, die durch die Iustiz noch unterstützt wurde (große Unruhe rechts), habe dem Volksbegehren viele Stimmen aus allen Parteien zugeführt. Wenn je die Enteignung berechtigt ist, dann gegenüber den deutschen Fürsten. Sie haben das deutsche Doll in den Krieg gestürzt (Lärm bei den Deutschnationalen und Rufe: „Schämen Sie sich! Geschichtslüge!) Sie sind haftbar für bai Unglüd, das Sie über das deutsche Doll gebracht haben. Abg. Graf Westarp (Shx.): Die Sozialdemokraten berufen sich auf die 12’Millionen! Stimmen für das "Volksbegehren, sie erwähnen aber nicht die 21 Millionen, die sich nicht eingezeichnet haben, die dagegen sind. (Wicerspruch links.) Mit faustdicken Lügen ist die Agitation ist die Fürstenenteignung getrieben worden. Wenn QTbg. Dr. Rosenfeld behauptet, die deuttchen Fürsten hätten uns in den Krieg gestürzt, so drückt er damit Deutschland das Brandmal der Schuii> lüge auf. (Pfuirufe rechts, Lärm links.) Die Lüge und Derleurndung. mit der Sie (nach links) arbeiten. erfüllen uns mit Ekel. (Lärm und Erregte Zurufe links.) Diese Revoluttonsgewinn!«: zeigeir sich in ihrer jämmerlichen Niedrigkeit. Wenn ihre Romen längst vergessen sind, werden die Rcmren unserer deutschen Fürsten 7wch in Hellem Glanze strahlen. lHändellatschen bei den Deutschnatto- nalen, Pfuirufe links.) Die Fürstenabfindung. Abbruch der Kompromihverhandlungen im Rechtsausschuh. 81$ tu # c 1 8 m " Ui tm schönste r * finanziellen Boykott durch andere Länder. Man dürfe jedoch nicht mutlos werden. Man müsse die Antwort auf diesen Vertrag suchen. Das sei nicht unmöglich, besonders, wenn England sich endlich entschlösse, die deutsche Gefahr zu verstehen. Die Einnahme von Sueida. Beirut. 29. April. (Havas.) Aach erbitterten Kämpfen ist es den Franzosen unter Denervl Andrea gelungen. Sueida, den Hauvt- punkt der aufständischen Drusen zu erobern. Die Schlacht vor den Toren der Stadt war vollkommen der europäischen Kriegsführung angepatzt. Der von elf französischen Bataillonen unternommene Angriff brach nach sechsstündigem Kampf den Widerstand von 6000 Drusen die eine ziemlich große Anzahl von Maschinengewehren zur Verfügung hatten. Die Verluste der Franzosen belaufen sich auf 80 Tote und 270 Verwundete. Die Verluste des Gegners sind sehr beträchtlich. tag. 6 fantmlun des Dos rreiren Ä reck-haO - D hauender ilrimsee Halid, toi W „Ä c foamtn, f StauOttt Nähe toi fögun| g H lich toiti tarnte Wat btt 2lus aller Welt. schweres Bauunalükk. Am Mittwochabend gegen 8 Uhr ereignete sich auf der Baustelle des Großkraftwerks Rummelsburg bei Berlin abermals ein schwerer Unfall dadurch, de>ß ein 40 000 Kilogramm schwerer Kran ein» llürzte und vier Arbeiter mit in die Tiefe ritz, ö m e i Arbeiter wurden getötet und zwei schwer versetzt. Das Unglück erregt um fo größeres Aufsehen, weil sich auf der Baustelle in der letzten Zeit wiederholt erhebliche Unfälle er« eigneten. Die etwa 1000 Mann starke Belegschaft hat sofort nach dem Unfall die Arbeit auf der Bau« stelle niedergelegt und einen Protest an die Gesamtbauleitung und an die Polizei gerichtet, der eine sofortige Abstellung der an dem Baugelände bestehenden Mängel verlangt. Das Unglück soll nach den bisherigen Feststellungen auf ein falsch verstandenes Kommando des tödlich verunglückten Richtmeisters zurückzuführen fein. Wie zuverlässig verlautet, hat Frankreich an Rumänien a ch t Unterseeboote verkauft. Der Washingtoner Vertrag verbietet den Verkauf von Unterseebooten, jedoch interpretiert Rumänien den Ankauf so, daß die Schiffe als Reubauten von französischen Werften bezogen seien. Die „Daily Rews" berichtet, daß ihr De - richterstatter in Moskau aus Rußland ausgewiesen worden sei, nachdem er wegen Spionage für die „Daily Rews" 10 Wochen im Gefängnis gesessen habe. 3n amerikanischen Senatskreisen beschäftigt man sich lebhaft mit den Aussichten einer Kandidatur Borahs für den Präsidentenposten. Als fein voraussichtlicher Gegner wird Der Gouverneur von Reuyork, Smith, angesehen. Man nimmt allgemein an, daß Coolidge nicht wieder kandidieren werde, obwohl er die größten Aussichten fyat, wiedergewählt zu werden. * Kammer und Senat in Frankreich haben die Budget-Beratung zu Ende gebracht. Die Kammer hat das Budget mit 393 gegen 151 Stimmen, Der Senat mit 272 gegen 7 Stimmen angenommen. Die belgische Kammer hat mit 103 gegen 41 Stimmen das Heeresreformprojekt angenommen, wodurch die Dienstzeit auf gehn Monate herabgesetzt wird. 3m niahnun uns gei Uni< der d>w figun». nOrmn<* „llsgei" -eil em- BrutM jeli-ner- Die Deutschnationale Landtags- fraktion Des sächsischen Landtages unD Der rechtssozialistische AbgeorDnete Schnirch, als Vor- sitzenDer des Haushaltungsausschusses, beantragten Die Einsetzung eines UntersuchungLausschussÄ fit Rachprüfung Der vom früheren sächsischen inanzminister ur.D jetzigen Reichssiumrzminister r. ReinholD 1925 erteilten Aufträge für Kleinpflaster. Da Die genügende Zahl von Unter* schristen vorhanden ist, wurde Dem Antrag statt- gegeben. Die preußische Regierung fordert in einem vorläufigen Etatgesetz für 1926 Die Ermäch- tigung, einen Schahanweisungskredit bis zur Höhe von 200 Mill. Rm. zur vorübergehenden Verstärkung der Betriebsmittel aufzunehmen. eigenen Initiative hervorzutreten. Es ist jedenfalls eine Führung nötig, damit eine gemeinsame Abwehrfront gegen die Propaganda der Kommunisten und Sozialdemokraten zustande kommt. Keine Initiative des ReichskabineUs. Berlin. 29. April. (WTB. Funkspruch.) Das Reichskabinett hat sich gestern abend in einet längeren Sitzung mit der Lage beschäftigt, die durch Die Stellungnahme der Parteien in Der Frage Der Fürstenabfindung entstanden ist. Wie der „Lokal-Anzeiger" meldet, ist das Kabinett dabei erneut zu der Auffassung gelangt, an seiner bisherigen passiven Einstellung z u dieser Frage auch weiter- h i n fest zuhalten. Wettervorausfage. Wolkig bis heiter, etwas wärmer, strichweise leichter Regen, südliche Winde. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum: 15,4 Grad Celsius. Minimum: 5,0 Grad Celsius. Niederschläge: 0,3 Millimeter. Heutige Morgentemperatur: 8,8 Grad Celsius. Die vorbereitende Weltrvrrtschaftskonferenz ©cnf, 28. April. (TU) Zn Der öffentlichen Sitzung der vorbereitenden Kommission für Die Wlrtfchastskonferenz am Mittwochnachmittag konstituierten sich Die vorgesehenen Drei Unterausschüsse. Vizepräsident Theunis gab Dann einen Ueberblick über den Stand Der Arbeiten, Die zunächst in einem provisorischen ©taDium bleiben, Da gewisse Wirtschaftsfragen noch nicht reif sind für Die internationale Behandlung, anDere überhaupt nicht In Den Rahmen Der internationalen Besprechungen passen. Bei dem ungeheuren De- ratungsstoff unD Den Damit zusammenhängenden Schwierigkeiten müsse man sich hüten, Gefühle Der Enttäuschung aufkommen zu lassen. Die erste Arbeit Der Unterausschüsse werde zunächst Dahingehen müssen, Bei einzelnen Staaten und bei verschiedenen Znteressenverbänden Gut - ach t e n einzuholen. Vielleicht werde man auf diesem Wege Dann feststellen können, inwieweit Die bis jetzt zusammengestellten Punkte des Ar- beitsproaramms für Die internationale Behandlung reif sind. Was den Zeitpunkt der Welt- wirts chaf tskonfer enz betreffe, fo könne man heute nur sagen, Daß man mit sehr zahlreichen Tagungen des Vorbereitenden Ausschusses rechnen müsse. Am Donnerstag und Freitag werden Die Unterausschüsse Die ihnen überwiesenen Aufgaben behandeln und am Samstag der Plenarversammlung der Hauptlommifsion ihre Berichte vorlegen, Die sie alsdann dem Völler- bundssetretariat zur weiteren Bearbeitung überweisen wird. Damit werden die Beratungen vorläufig ihren Abschluß finden und die weiteren vorbereitenden Arbeiten für die internationale Weltwirtschaftskonferenz in Die HänDe Des Völkerbundes übergehen, Der es auch ver- stanDen hat, während Der ersten Verhandlungstage einen entscheidenden Einfluß durch die ihm nahestehenden Wirtschaftspolitiker auszuüben. Diese Tatsache ist aufs tiefste zu bedauern da durch Die Einschaltung Des Völkerbundes jede freie Meinungsäußerung ausgeschaltet wird und Der Völkerbund in Zukunft Die Arbeiten so gestalten kann, wie es ihm paßt. Da Deutschland dem Völkerbund nicht angehört, schaltet der deutsche Einfluß auf Die weiteren Arbeiten somit völlig aus. Erst bei Dem Zusammentritt Der eigentlichen Wirtschaftskonfe» renj toirD es sich erweisen, ob Die Deutschen Delegierten noch ein Interesse an Dem Ergebnis Der VölkerbunDsarbeiien haben werden, an denen sie nicht teilgenommen haben. Zu dem neuen Kompromißantrag des Zentrums schreibt die „Tägliche Rundschau": Es ist nicpt anzunehmen, daß der Zentrumsentwurf im Neichsiag Annahme findet, da er w e d e r a u f d i e Zustimmung der Sozialdemokraten n o d) auf d i e der Rechten zu rechnen hat. 2Iu4 innerhalb der Regierungskoalition wird man wohl starke Bedenken gegen eine solche Lösung haben. Nach den bisherigen Erfahrungen muß man es wohl als sicher annehmen, daß durch eine Jnitia- hoc der Parteien der parlamentarische Wirrwarr nicht geschlichtet werden kann. Man ist deshalb allgemein der Ansicht, daß es P f l i ch t d e r R e g i e> r u n g wäre, noch vor dem Volksentscheid mit einer den. Gesetzliche Maßnahmen zum Zwecke der zwangsläufigen Festhaltung der Arbeitskräfte au dem Lande kann der Minister nicht befürworten. Eine bedeutende Aufgabe ist die bäuerliche Siedlung. Der Bauer ist der beste Grenzschutz. An Siedlern fehlt es nicht. Dem Landarbeiter muß der Aufstieg zum Pächter und Eigentümer ermög licht werden. Bon dem bereitzustellenden Kredit von 40 Millionen Mark sollen 3000 bäuerliche Siedlungen gebildet werden mit je 50 Morgen. Abg. Wenzlaff (Dn.) beklagt die Höhe der Steuern und der sozialen Lasten, die heute für die Landwirtschaft das Vierfache gegenüber der Vorkriegszeit betragen. Die Bauern müßten eine Senkung der viel zu hohen Gemeindefteuerzufchläge verlangen. Abg. Zacoby-Raffauf (Ztr.) fordert eine Aenderung des Jagdgesetzes und eine Vereinfachung des Steuersystems. Abg. Kaiser (D. Vp.) hält zur Abwendung einer drohenden Katastrophe die Fundierung der Wechsclschulden die Schaffung kreditverst ü r k e n d e r Ausnahmequellen für das Getreidegeschäft für unerläßlich. Das Reich müsse entsprechend dem Anträge der Deutschen Dolkspartei im Reichstag 60 Millionen für Siedlungen flüssig machen. Abg. Heesch - Schleswig (Dem.) betont, wir müssen für unsere Landwirtschaft viel von Amerika lernen. Der Weg des Fleisches vom Vieh- erzeuger zum Kochtopf der Hausfrau lei zu lang und wirke verteuernd. Nötig sei, eine möglichst billige Einfuhr der landwirtschaftlichen Produkte. Der deutsche Obst- und Gemüsebau brauche zur Zeit noch einen Zollfchutz. Abg. Flo ge l (W. Vgg.) bedauert, daß trotz der Zölle die Preise für landwirtschaftliche Produkte gefallen seien. Ein Beweis dafür, daß die Zölle nicht genügten. Diesem Mangel müsse bei Schaf/ung des endgültigen Zolltarifs abgeholfen werden. Abg. Ö i e f c I e r (Völk.) stimmt allen Anträgen zu, die geeignet find, der Not der Landwirtschaft zu steuern. Wenn in der Reichseisenbahn das Ausland das Wort führe, sei es nicht verwunderlich, daß die so notwendigen Tarifermäßigungen nicht durchgeführt würden. Abg. Mönke (Dn.) fordert, daß die Landwirtschaftsschulen beim Land wirtschaflsmi.ü >rium blieben. Es müsse auch eine Fremdsprache obligatorisch gelehrt werden, da man ja nicht wisse, ob bei der großen Not der Landwirtschaft der Beruf beibehalten werden könne. Die Deutschnationale Fraktion beantragt, durch Beschluß Des Landtags einen Ausschuß einzusehen, Der Die Frage Des auch jetzt Den bayerischen Landtag beschäftigen Den betäubungslosen Tötens Der Schlachttiere prüft. Dieser Ausschuß hätte Die Aufgabe, Dem Töten von Schlachttieren In betäubtem und unbetäubtem ZustanD beizuwohnen, sich ein zu» reichenDes BilD Der üblichen SchlachtrnethoDen zu verschaffen und Dem Landtag Darüber eingehenD Bericht zu erstatten. Die Deutschnationale Fraktion beantragt erner: RachDern Der Landtag einstimmig den Abschluß gefaßt hat. Den Wünschen Der StäDte Gießen und Friedberg in bezug auf (Stellen- besehung an ihren Studienanstalten entgegenzukommen, nunmehr Den Beschluß Des Landtags aufzuheben, Der Der StaDt Schotten Die Errichtung einer ObersekunDa an Der Dortigen Realschule verbietet obgleich Schotten Die Kosten für diesen Aufbau ämtlich tragen will. Der sozialdemokratische Abg. Schaub beantragt, der Landtag möge beschließen: Die Re» gierang zu beauftragen, bei der Reichsbahn- gesellschaft vorstellig zu werden, daß die Arbeiterwochenfahrkarten wieder wie in Der Vorkriegszeit an jedem Wochentage gelöst und an sechs hintereinander folgenden Wochentagen abgefahren werden können. Landwirtschaftsfragen im Preußischen Landtag. B e r lin, 27. April. (VDZ.) Das Haus setzt die 2. Beratung des Etats der Landwirtschaftsverwaltung fort. Landwirtschaftsminister Dr. Steiger führte aus, er sehe seine Aufgabe darin, die Erzeugung auf der breitesten Grundlage zu fordern. Von besonderer Wichtigkeit ist die Feststellung, daß die heimische Landwirtschaft den Bedarf des deutschen Volkes an Brotgetreide fast völlig au« eigener Scholle gedeckt hat. Die Werbearbeit für den Verzehr von Roggenbrot bat bereits einige Erfolge gehabt und ist fortzusetzen. Der Kartoffelbau befindet sich in einer besonderen ungünstigen Lage. Die Erträge sind in den setzten Jahren wesentlich gestiegen, der Absatz ist ledoch sehr schwierig. Die Erzeugung von Branntwein und Stärke aus Kartoffeln darf keine Hemmungen erfahren. Die Grundlage für die Au « - de h nu n g der Rindoiehzucht ist in der Verbesserung der Wiesen und Weiden zu erblicken. D'eses kann ober nur auf genossenschaftlichem Wege geschehen. Der Wiederaufbau des landwirt- !- -0 1 t l i chen Kredits ist von besonderer Wich- hgfed. Einen wesentlichen Anteil an der Zunahme ber Realoerschuldung enthalt auch die Tatsache, daß fiä) die .Aufwertungsschuld um 400 Mil. honen hoher herausstellte. Es muß gefordert wer- r« s alle Kreditinstitute die Kredite nur für landwir schafUlche Zwecke bereitstellen, daß die Sparkassen sich wieder wie früher dem Realkredit zu- menben, und daß das landwirtschaftliche Kreditsystem weiter auggebaut wird. Die Beschaffung ausreichender und geeigneter Arbeitskräfte für die Landwirtschaft ist sehr wichtig. Bis auf weiteres kann auf ausländische Arbeiter nicht verzichtet werDie Völkische R e i ch s t a g s f r a k t io n hat einen Gesetzentwurf eingebracht, Den sie Dem Reichstag zusammen mit Dem Fürstenenteignungs- geseh zu unterbreiten ersucht unD in Dem Die Enteignung Der Vermögen Der Dank- unD Börsenfürsten, Der seit 1. August 1914 zugezogenen OftjuLen unD FremDstämmigen, ferner Des Durch Krieg, Revolution oder Inflation erworbenen Vermögens geforDert toirD. Der Antrag ist von sämtlichen 15 völkischen Abgeordneten, unter ihnen CuDenDorff und Dr. Best unterzeichnet. Die 26. Zivilkammer des LanDgerichtzs I Der» lin lehnte Die Klage Der Reichsbankgläubiger gegen Die Reichsbank auf Aufwertung Der alten Reichsbanknoten ab. Dem „Lokal- Anzeiger' zufolge kam es bei Der Verkündigung Des -Urteils zu Tumultszenen im Zuhörerraum, fo Daß Das Gericht gezwungen wurde, sich zurückzuziehen. Auf Der Straße und im GerichtsgÄäuDe fetzten sich Die Demonstrationen fort. aMde" Melufil Wfli Äinsch.- ■:iit M" hen hoh ■mb M ' au fltbt >MN, ( unb [jfltn. 3- ni* "M unseren durch Nc 8rankreich und der Berliner Vertrag. Die Fälsch» ttifelmetstoden de^„Temps". Paris, 24. April. (WTB.) Der „T e m p s", der in feiner gestrigen Nummer den Wortlaut des deutsch-russischen Vertrages nach dem Havastext richtig wiedergibt, bemüht sich trotzdem in feinem gestrigen und heutigen Leitartikel, auf Grund eines unrichtigen Textes, den Artikel 3 in scharfer Weise zu polemisieren, um feine bona fides anzuzweifeln. Das Blatt bringt es nämlich fertig, aus Artikel 3, der von der Nichtbeteiligung an einem wirtschaftlichen Boykott in Friedenszelten spricht, die Worte: „Wenn keine der vertragschließenden Parteien sich in kriegerischen Verwicklungen befindet, . . ." w e g z u l a s s e n, um glauben zu machen, daß Deutschland von vornherein gegen Artikel 16 des Völkerbundsstatuts verstoße, der ihm eventuell die Beteiligung an einem wirt- fd)afthd)en und finanziellen Boykott gegen Rußland Sur Pflicht machen könnte. — Im Gegensatz hierzu stellt Pertinax im „Echo de Paris", der gestern den gleichen Fehler begangen hat, diesen heute am Schlüsse seines Leitartikels richtig. Der Jntran- figeant" schreibt, für Deutschland sei dieser Vertrag eine schöne Leistung. Ganz m Verschwiegenheit eingehüllt, lege er von nun an das Sch icksal P o - lens ' n di e Hände Deutschlands. Zu gleicher Zeit sichere er das Reich in einem Kriege mit einer dritten Macht gegen jeden wirtschaftlichen und Reichsinnenminister Dr. Sülz: Die Reichsregierung hat von vornherein ausgesprochen. daß sie mit Dem Durch Das Volksbegehren geforderten Enteignungsgeseh nicht ein- oct ff an Den ist. Auch Die sozialistischen Regierungen nach der Revolution haben sich Immer gegen entschadiaungslose Enteignung ausgesprochen. Die Revolution hat versäumt, Das Re- volutionsproblem Der Auseinandersetzung mit den Fürsten zu lösen. Die zu weit gehenden Ansprüche Der Fürstenvertreter haben jetzt das Problem wieder aufgerollt. Unter Dem parlamentarischen Regime wäre es erwünscht, daß Die Lösung nicht durch VoWabstimmung sondern a u f parlamentarischem Wege erfolgt. Die Kommunisten verfolgen mit dem Vollsentscheid und) politische Rebenziele. Die Die Regierung unmöglich billigen kann. Die Regierung will die Hoffnung nicht aufgeben, daß es den Parteien des Reichstages doch noch gelingen. wird, sich zu einer gedeihlichen Lösung des Kompromisses zusammenzufinden. 2T6g. Schulte (Z.) verlieht eine längere Erklärung Der Zentrumsfraktion gegen das Enteignungsgesetz. Dieses Gesetz wäre nicht nur em schwerer Eingriff in Das formale Recht, sondern auch eine Durchbrechung des Grundgedankens zum Schuhe des Eigentums. Die in der Vorlage enthaltenen Bestimmungen über die Verwendung des enteigneten Fürstenvermögens für die Kriegs- und Jnflationsopfer sind geeignet, die Begehrlichkeit der breiten V o l'k s - m a s s e durch trügerische Hoffnungen zu steigern. (Lärm links. Einige Besucher der Publikumstribüne rufen: Wir bunaern, und er wirft uns Begehrlichkeit vor!) Diese Hoffnungen würden irrig sein, denn die aus der Enteignung stammenden Mittel würden niemalszur Linderung der Not dieser Volkskreise ausreichen. Das Zentrum erstrebt eine Lösung, die den Grundsätzen des Rechts, aber auch den veränderten staatlichen Verhältnissen und der Verarmung des Volks Rechnung trägt Wir haben im letzten 'Kompromißentwurf eine solche Lösung gefunden, der bei gutem Willen auch die Flügelparteien zustimmen könnten. - Abg. Hampe (W. Vg.) und Abg. Pfleger * (B. V.) verlesen Erklärungen ihrer Fraktionen, die gleichfalls die Ablehnung des Enteignungsgesetzes fordern. Abg. Dr. Frick (Völk.) wendet sich gleichfalls gegen die Enteignungsoorlage und bezeichnet das Volksbegehren in diesem Falle als verfassungswidrig. Weiterberatung: Donnerstag. Cm neuer Kompromißentwurf des gentrums. Keine Aussicht auf Annahme. Berlin, 28. April. ($11.) Die Zentrums- fraftion Des Reichstages bringt am Donnerstag einen neuen Gesetzentwurf ein. wonach über alle nichterleDigten Streitigkeiten zwischen Den Ländern und Den Fürstenhäusern und über Die Auslegung abgeschlossener Ausein- anDersehungen ein besonDeres Gericht entscheiden soll, in dem Laien maßgebend mit wirken müssen. Dabei soll als Privateigentum eines Fürstenhauses ohne Rücksicht auf ergangene Urteile nur das gelten, was sie erweislich privatrechtlich mit privaten Mitteln oder unentgeltlich, jedoch nicht gegen Leistung, Die sie nur kraft ihrer staatsrechtlichen Stellung bewirken konnten, erworben haben. Die Verarmung Des Volkes haben Die Fürstenhäuser mitzutragen. Dabei ist die gesamte Vermögenslage Der Fürstenhäuser und der ihnen verbleibende Grundbesttz entscheidend zu berücksichtigen. Bei Aufwertungsansprüchen dürfen Die Fürstenhäuser nicht besser gestellt werden, als andere Staatsbürger. Zivillisten und ähnliche Renten fallen fort. Den Ländern sind Bermögens- gegenstände, die sie aus Gründen der Kultur, der Volksgesundheit ober zu Siedrlungszwecken beanspruchen, zuzuteilen. Zur Ausführung dieses Gesetzes soll ein besonderes ReichÄgesey erlassen werden. Kleine politische Nachrichten. Der Haushaltungsausschuh des Reichstages nahm einen Antrag, der dos Gemeinde- b e st i m m ungsrecht im Entwurf eines Schankstättengesetzes ausgenommen wissen will, mit 15 gegen 14 Stimmen rm^-DeSgleicheir wurde eine Zentrumsentschließung angenommen. eine Prüfung der Mißstände tm Konzessions- Wesen verlangt. Endlich wurde mit allen gegen eine Stimme ein Antrag angenommen, Der schleunige Vorlegung eines SchutzgesehSs gegen Den Alkoholismus verlangt. 2Ibg. Dr Wunderlich (Di. Vp.) gibt für seine Fraktion eine kurze Erklärung ab, in der es beißt: Die Volkspartei sieht in Der ®nte;gnungä» Vorlage eine brutale Entrechtung einer Gruppe von Staatsbürgern. Diese Entrechtung widerspricht nicht nur Dem Wortlaut, sondern auch dem Geiste der Verfassung. Abg. Neubauer (Komm.) bezeichnet das Ergebnis des Volksbegehrens als den eindeutigen Ausdruck des Volksmillens für die Fürstenenteignung. (Die Abgeordneten der Deutfchuationalen und der Deutschen Volkspartei verlassen den Saal.) Für die angeblich Wehrlosen arbeiten die Fürstenknechte aus den Parteien der Rechten, wie Graf Westarp. (Präsident Lobe rügt diese Bemerkung.) Die deutsche Regierung hat in London bei dem Dawespakt die deutsche Selbständigkeit für 800 Millionen verkauft. Den Fürsten will sie den dreifachen Betrag geben. (Hört, hört! bei den Kommunisten.) 2lbg. o. Richthofen (Dem.): In den Fragen der Auseinandersetzungen mit den Fürstenhäusern würde die Anwendung des geltenden Normalrechtes zum schlimmsten Unrecht gegen das Volk. Darum sei eine gesetzliche Regelung zu umgehen. Die Fürstenfamilien könnten nicht von der deutschen Schick als- gemeinschaft ausgenommen werden. Man könne ihnen nicht allein ihre früheren Vermögen sichern, wahrend alle anderen Volksgenossen als Folge der allgemeinen deutschen Not vieles, manche alles, verloren haben. Dem. vorliegenden Enteignungsgesetz können wir nicht zustimmen, weil es große Ungerechtigkeiten enthält. Leider ist das Kompromiß an dem Widerstand der Flügelparteien gescheitert. Wir werden darum zur zweiten Lesung des Enteignunqs- kiesetzes einen Abänderungsantrag cinbrm- gen, daß die Länder den enteigneten Fürstenfamilien durch Landesgesetz eine Abfindung zu gewähren haben, die eine angemessene Lebenshaltung erlaubt. Länger finden, Damit r nielfoch fjtti ai itn atli. iie mehr 3“ ort her 9 nnchtr ga dadurch, i die Nach> konnte m schlagen h häufig ar uttermübl den Hecke aus dem Wald, üb sang lockt Hörer an, Niemand die 3uit| wo die Nestchen toirD, da men, Dan siirden ur sang erst Die Umgestaltung der Erwerbs osenfür arge. Berlin, 2L. April. (WB.) Das Reichskabinett hat beschlossen, sobald wie möglich Den liebergang von Dem gegenwärtigen ifnierftüt- zungschstem zu einem Unter st ühnngsfy- st e m n a ch Lohnklassen herbeizuführen. Das Reichsarbeitsministerium ist mit Der Ausarbeitung einer entsprechenden Vorlage beschäftigt. Um Die nötige Zeit für Die Vorbereitung unD Einführung Des neuen Unterstützungssystems zu schassen, sollen Die gegenwärtigen Unterstühungs- sahe, Die an sich am 1. Mai außer Kraft treten würden, noch biszum 22. Moi in Geltung bleiben. Gleichzeitig beabsichtigt Das Reichs» arbettsministerüim, die geitenDe AnorDnung über Kurzarbeite rfürlorge noch für zwei Monate zu verlängern. Das volksdeMren aus LandtGsauflostm; in Hessen. Die parleivorsihcnden und die Landtagsfraktio- nen des hefsischenLandbundes, der Deuk- fche n volkspartei und der 2 eutschnatio- na(en Volksparkei haben heute auf Grund entsprechender Entschließungen ihrer tnndesaus- schüsse einmütig beschlossen, unverzüglich das Volksbegehren a u s Landkagsauf- löfung in Hessen durchzufuhren. Für die beteiligten Parteien und wicischufklichLN Organisationen wird dec „hessische Wirt, fchasts - und Ordnungsblock" die organi- fafoiifdje Durchführung des Volksbegehrens und der Volksabstimmung übernehmen. Der „hessische Wirt- scbasts- und Ordnungsblock" verpigt das alleinige 3i2L eine Aenderung des verhängnisvollen Regle- rungssyfkems in Hessen mit seinen ruinösen fimra- Zieuen Folgen zu erzwingen. Die beteiligten Parteien sind übereingekommen, bei der Neuwahl des Landtage einen gemein- schaftlichen Wahlvorschlag aufzustellen. Säm'l'che Beschlüsse der drei Parteien wurden einstimmig gefaßt. Parlamentarisches aus Hessen. Die Zentramsfraktion hat folgenden Antrag eingebracht: Der LanDtag möge beschließen. Die Regierung zu ersuchen, Die Gleichstellung ber Alt- unD Reupensionäre befonDers hinsichtlich Der Einstufung jetzt nach Aufhebung Des Sperrgesetzes Durchzuführen. 6. N des unb ^eri Unb r>°. tzdKL •^?’Ä ?“W£ LL-L SSSJE klangt. ÄrN'ü ? "n6'" km hi, r fdt i orcc lQr‘(- -«LLL SSW Ä?rt nen fort. NZGiSV en ab. Hrm,M. « öer Mr&lmma en im Zchtzrerraum, >ale Landtags. Landtages und bet rie Thnirch, als Tor- uisschusses, beantrag» ersuchung^ausfLuN früheren läWchn Aeichsfinanzminister 'eilten Aufträge für möe Zahl von Unter« •e bem Antrag statt' ierung fvrdnt r k 1926 b\e Emä^ Medli tivä gut rübergrhenden Der« aufzunehmen. latslreisen beschäftigt ussichten einer Kan- ten Präsidenten- chtlicher Gegner trlrd )orf, Smith, angetan, daß koolidge «erde, obwohl er die )ergewählt zu werden. i Frankreich haben die gebracht. D.e Kam« M gegen 151 otim- gen Z Stimmen an« nmer Hal m" 1M eresresormprojen an« Dienstzeit aus ,eseht wird. jlnterfeeboote gtoner «ertragW Unterseebooten. i Ankauf so. dah^ französischen Mrfteu N Ä Sö» Welt. UUNffiuck. ** Jn- Maedel' Mus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 29. April 1926. Nochmals Vogelschutz und Schonung der Nester! 3m Anschluß an die gestern veröfsentlichre Er- Mahnung zu besserem Schutz der Logelwelr wird uns geschrieben: Unsere gefiederten Sänger erfreuen uns letzt wieder durch ihren Gesang; sie haben ihre Hauptbeschäftigung. die Vertilgung schädlicher Insekten, ausgenommen und sich ein Plätzchen für den Nestbau ausgesucht. Die Gelegenheit, nach ererbter Gewohnheit einen gut geschützten Ort zur Verrichtung des Brutgeschäftes zu finden, wird leider für sie immer seltener, so daß sich schon viele Vogelarten mit den verschlechterten Verhältnissen obgesunden haben, und beispielsweise aus Heckenbrütern zu (Erbbrülem geworden sind. Selbstverständlich sind damit die Vögel und ihr Gelege der erhöhten Gefahr der Ent- ctfung und Vernichtung durch Tier (Katzen) und .censch (Siinber) ausgesetzt. Deshalb sollte man nicht .ut Nistkästchen aufhängen, denn diese nützen nur den Höhlenbrütern, sondern auch Rotschwänzchen "nd Bachstelzen an Häusern Gelegenheit zum Nest. ' au geben und, wo es einigermaßen möglich, an Wegen, Gärten und Bahndämmen, Hecken anlegen unb auch im freien Feld einzelne Büsche stehen lissen. Besonders Hecken. Büsche und Bäume bieten nicht nur Nistgelegenheit, sondern gewähren auch unseren Sängern sicheren Schutz bei der Verfolgung durch Raubvögel. Die schlimmsten Feinde unserer lieben gefieberten Sänger scheinen aber, wenn auch oft unbeabsichtigt, unsere Buben zu fein. Wo sie ein Vogelnest finden, werden die armen Tierchen belästigt und damit vertrieben. Schon gibt es in unserer Gegend vielfach keine Nachtigallen mehr, die früher in der Hecke am Friedhof ober im Holunderbusch in ©arten gesungen haben. Wie gerne würden auch wir die Nachtigall fingen hören, aber es kommt keine mehr zu uns. Und meist warum? Gerade der Nistort der Nachtigall ist sehr leicht zu finden. Sie singt nachts ganz In der Nähe ihres Nestes. Sollten nicht dadurch, daß man ihnen die Jungen genommen hat, die Nachtigallen unsere Gegend meiden. Wie oft konnte man in den Karpathentälern die Nachtigallen schlagen hören! Auch in Norddeutschland sind sie sehr häufig anzutreffen. In Vorfommernädjten singt sie unermüdlich fast bis in den Morgen hinein. In den Hecken dicht an der Landstraße, im Fliederbusch auf dem Friedhof oder an der Kirche, im buschigen Wald, überall ist sie tu finden. Der wunderbare Gesang lockt in jenen Gegenden häufig zahlreiche Zuhörer an, man lauscht und geht dann ruhig weiter. Niemand ff ort dort den Vogel, niemand denkt daran, die Jungen zu nehmen. Die Kinder wisien wohl, wo die Nachtigallen nisten, sie rühren aber kein Nestchen an. Wenn es bei uns auch überall fo fein wird, bann werben wieder mehr Singvögel kam« men, dann wird sich auch die Nachtigall wieder ein- finden und jung und alt durch ihren herrlichen Ge- fang erfreuen. Hr. Bornotizen. — Tageskalender für Donnerstag. Saalbau Sauer: 8 Uhr öffentliche Ver- fammlunq mit Vortrag Über »Die Finanzierung des Wohnungsbaues unter Berücksichtigung der netten Gesetzgebung". D f. D. .Krokodil": Iah- re5-S)aubtt>erfammlung. Palast-Lichtspiele. 8 Uhr Vorführung des Ruderlehrfilms. — Beim Deutschen Abend, den der Frauenverein vom Roten Kreuz für Deutsche 11 ebeffee am 16. Mai im Stadttheater veranstaltet, wird auch u. a. das Schönthalsche Lustspiel „Komtesse Guckerl" zur Aufführung lammen, für die sich in entgegenkommender Weise Frau Mendelssohn-Bartholdy und eine Reihe weiterer Damen und Herren zur Verfügung gestellt haben. •• Die Mai-Miete in Hessen. Amtlich wird vom Hessischen Gesamtministerium deka nnt gegeben: Die gesetzliche Miete für den Monat Mai torrb in gleicher Höhe wie für den Monat April festgesetzt. Sie betragt hiernach 9 5 Prozent der Friedensmiete. ee Unsere Anlagen befinden sich eben im schönsten Zrühlingskleide . Kaum aber sind die Büsche und Bäume belaubt und die ersten Blüten vorhanden, da beginnen auch schon wieder rohe Menschen, meist Buben, ihr wüstes Treiben. Don den Bäumen und dem Gebüsch werden Zweige abgerissen. Brüten werden bulchweife geräubert und die Rasenflächen zu Tummelplätzen für Wettkämpfe und Querfeldeinläuse benutzt. Selbst höhere Spaliergrenzung. wie z. D. vor dem ilninctjilätdgcbäube. schützt die Anpflanzungen nicht: die nichtsnutzigen Buben überTt»ringen einfach diele Hindernisse, wobei es chnen auch gar nicht daraus ankvm.nt, in niederes Buschwerk hineinzuspringen und dieses dadurch zu verwüsten. Gegen derartigen Unfug sollte mit aller Strenge und Rücksichtslosigkeit vorgegangen werden. Die Polizei möge die Anlagen und bie übrigen gärtner schen Verschönerungen der Stadt jeyt mit betonieret Sorgfalt in ihre Obhut nehmen. darüber hinaus mögen aber alle Erwachsenen, insbesonbere auch die Schulen durch Ermahnungen und gegebenenfalls durch ein kräftiges Klopstock-Kavitel dahin wirken, daß der jugendlichen Gedankenlosigkeit und Zerstörungssucht an dem kostbaren Anlagengut der Allgemeinheit Einhalt getan w rd. •• 4) i e Eener turn- und Sport- toerbetage ist eine zweitägige turnerische und sportliche Werbeveranstaltung betitelt, die am 8. uni) 9. Mai in der Volkshalle bzw. auf dem ilniversitätssportplatz stattiinden wird. Die Darbietungen am 8 M a i in der Dollshalle beginnen abends 8 Uhr: sie werden borsportlichr und reiterliche Vorführungen der verschiedensten Art bringen. Am 9 Mai nachmittags 2’. älhr kann man am dem älniversitatSsportvlah am Kugelberg leichtathletische Hebungen und Fußballspiele in Augenschein nehmen, anschließend — um 4 . Uhr beginnend — werden in der Dolkshalle die Turner und Radfahrer ihr Können zeigen. Mitwirkende sind die Gießener Turn- und Sportvereine, deren höchstes Streben es fein wird, durch hervorragende Leistungen den Beifall der Besucher zu erringen. Es handelt sich hier um turnerische und sportliche Werbeveranstaltungen vornehmster Art. bei denen die Sache über alles gestellt wird. Den Bemühungen der Turner und Sportler möge die lebhafte Unterstützung des Publikums beschiedet fcin. Räheres im heutigen Anzeigenteil. ’• Ersatzzüge Gießen — Kassel. Für die am 18 Avril fortgefallenen Personenzüge 771 178 Kassel—Frankfurt a. M werdest von 15. Mat ab zwischen Kassel und Gießen folgende Trsahzüge gefahren: Pz. 778 Kassel-Gießen im bisheri en Fahrplan. Kassel ab 4.43 Uhr nachm., Gießen an 8.49 Uhr abends' Pz. 729 Gießen— Marburg. Gießen an 10,43 Uhr abends, Marburg an 11.33 Uhr nachts, dieser Zug verkehrte bisher schon als leichter Dampfzug zwischen Gießen und Riederwalgern, hier an 11,13 Uhr nachts; Pz. 771 Marburg—Kassel im bisherigen Fahrplan. Marburg ab 2.42 Uhr nachts. Kasse! an 5,40 Uhr früh. Die Züge führen «nur 3. und 4. Klaffe und werden als leichte Dampfzüge gefahren. ee Straßensperrung. Vom Polizeiamt wirb nutgeteilt: Zwecks Vornahme von Der- puharbeiten an den städtischen Wohnhäusern ist der Riegelpfad zwischen Ludwig- und Liebig- straße von Montag, 26. April, ab btS auf weiteres für jeglichen Verkehr gesperrt worden. •• Personalie. Der Vorstand der meteorologischen Abteilung der Deutschen Seewarte, Regierungsrat Professor Dr. Walter Georgi in Hamburg, ist zum außerordentlichen Professor für aeronautische Meteorologie an der Technischen Hochschule in Darmstadt ernannt worden O Verlängerung der Kurzarbeit terfürsorge-Bestimmungen. Wie wir hören, beabsichtigt das Reichsarbeitsministerium die Geltungsdauer der Anordnung über Kurz- arbeiterfürforge vom 20. Febr. 1926 bis zum 3. 2uli 1926 zu verlängern. Die geltende Anordnung läuft am 1. Mai ab. ** Regelmäßiger Postscheckoerkehr zwischen Deutschland unb Lettland. Am 1. Mai wird der regelmäßige Postscheckoerkehr zwischen Deutschland und Lettland ausgenommen. Die Gebühr beträgt 5 Pf. für 100 Reicysmark, der Mindestsatz 20 Pf. *• Auftrieb auf dem heutigen Frankfurter Schlachtoiehmarkt: 4 Kühe, 1305 Kälber, 197 Schafe, 1036 Schweine. Das deutsche Stockholm. Frankfurt a. M.. 28. April. Der heutige zweite Berhanblungstag des in Frankfurt a. M. zu- sammengeiretenen „W eltbundes für internationale F r e u n d s ch a f t s a r b e i t der Kirchen" (Deutscher Zweigs brachte unter starker AmeilnaHme der Versammelten eine Auseinander- ietzung über die Fried^nsfrage. wie sie be- kanntlich auch auf der Stockholmer Weltkonferenz im Sommer vorigen Jahres im Vordergrund des öffentlichen Interesies gestanden hat. Das Thema der. Verhandlung lautete. »Die Stellung des Christentums zur Friedensfrage". Der erste iRebner, Stadtpfarrer Kappus (Zuffenhausen bei Stuttgart) führte u. a. aus: Es gibt echtes Christentum, welches in der Nachfolge Jesu den Kriegsdienst und jede Gewaltübung ab« lehnt. Es gibt echtes Christentum, welches die Beteiligung am Kriege für des Volkes Leben billigt unb forbert. Hierfür kann man sich nicht auf bi« „Eigengesetzlichkeit' der Weltocrhältnisse berufen, wohl aber auf bie Macht des Bösen in ber Welt unb bie Notwenbigkeit. Volk und Vaiedanb gegen bie bösen Weltmächte zu schützen. Demnach ist bcr Friebensfrage gegenüber im Christentum selbst eine Spannung, die in der Zeit nicht gelöst werden kann. Aber im Christentum liegt die Gewißheit, daß die Vollendung des Reiches Gottes durch Gatt den vollkommenen Frieden in sich schließt. Die Friedensfrage ist keine ethische, sondern eine religiöse. Christen muffen für den Frieden wirken, so wie dem einzelnen fein Gewissen gebietet. Das wirksamste Frie- benswerk ist bie Gewinnung ber Menschen, der Völker und der Regierenden für Gott und sein Reich. Der Mitberichterstatter Unioersitäksprosefsor D. Dr. Erich Förster (Frankfurt a. M.) stellte in einer eingehenden grundsätzlichen Untersuchung bie Antwort heraus, bie sich aus bem Liebesgeboi der Bergpredigt auf die Frage ergibt. Die Verantwortung gegenüber dem Nächsten lasse sich nicht trennen von der Verantwortung gegenüber Gott unb der von ihm gegebenen natürlichen unb geschichtlichen Lage, also gegen Völk unb Staat. Der Redner fatn zu dem Ergebnis, daß der Krieg, wenn überhaupt, gerechtfertigt werden könnte nur aus ber Verpflichtung gegenüber bringenben Lebensbebürfniffen bes eigenen Volkes. Gerade die sittliche Politik müsse in diesem Sinne „Interessenpolitik" sein. Der Fluch Europas sei nicht, daß bie verantwortlichen Staatsmänner Interessenpolitik trieben, sondern baß sie so tun, als ob sie keine trieben. Das höchste Interesse eines Volkes sei bcr Ausgleich seiner Interessen mit denen ber anberen Völker. Der Glaube an bie Möglichkeit eines solchen Ausgleichs sei ein Stück christlichen Vorsehungsglaubens; bie christlichen Kirchen hätten bissen Glauben zu pflegen. An konkreten Einzelsorberungen für bie Friedensarbeit der Kirchen stellte der Redner bie folgenben auf: Vorbeugende Beeinflussung der Völker im Sinne des Ausgleichs, Verbreitung des Verständnisses für bie Lebcnsinter- efsen der anderen Völker, Kamps gegen Ueberfpan- nung ber eigenen Interessen, sowie die Durchwärmung der Beziehungen zwischen den Völkern. An die mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Ausführungen ber beiden Redner schloß sich eine außerordentlich bewegte Aussprache über bie Friebensfrage, an ber sich u. a. bie Professoren D. Bornhausen (Breslau), Wilhelm (Frankfurt a.M.), D i b e 1 i u s (Heidelberg) unb Ti11ius (Berlin) beteiligten. D. Bornhausen erinnerte an die starken seelischen Kräfte, bie im Krieaserleben burch bie Nahe des Tobes ausgelöst worben finb, Professor Wilhelm wies von ben Erfahrungen auf bem Mijsionsfelbe aus auf bie verheerenden Wirkungen htn, bie bie Anwerbung chinesischer Kulis burch englische unb amerikanische Missionare für bie Schlachtfelder des Westens auf die chinesische Bevölkerung ausgeübt habe. Der Missionar dürfe nicht als Vertreter feiner Nation in die Völkerwelt hinausgehen. Prof. Dr. D i b e f i u s (Heidelberg) warf die Frage auf, ob nicht in ber fortfrfjreitenben Mechanisierung bes Krieges, bie den alten heroischen Krieg verdrängt habe, ein Hinweis liege, daß Gott bie Menschheit neue Wege führen wolle. Professor T i 11 i u 5 (Berlin) bezeichnete es als ganz unmöglich, daß wir al? deutsches Volk jemals dahin gelangen, das heldenhafte Erleben jener großen Jay re des Krieges au vergessen. Don keinem Redner sei in Abrede gestellt worden, daß man ein gutes Gewissen haben könne, auch im Kriege. Jedoch sei es Christenpflicht. die höchsten Anstrengungen auf einen ehr- Iichen Ausgleich ber widerstreitenden Intereffen im Sinne des Friedens zu richten. Buntes Allerlei. Die Ungeheuer der Äeralltnriffe. Der englische Reifen de Ellis Silas schildert in feinem soeben erschienenen Buch ..Ein primitives Arkadien" feine Erlebnisse unter den Melanesiern der 2robnanb-3nfeln im Rordwesten von Reuguinea, unter denen er mehrere Jahre verbracht bat Diese Insulaner leben aus den Korallenriffen und nähren sich von den Fischen, die sie hier fangen, und dem Tauchen nach Perlen-Austem. Bei diesen Tauchereien, in denen sie eine große Geschicklichkeit entfalten, stoßen sie mit furchtbaren Ungeheuern zusammen, die in der Tiefe der Riffe leben. »Beim Tauchen nach großen Austern," schreibt er, „geraten die (Eingeborenen mit Seeungeheuern zusammen, von denen der $>ai noch der am wenigsten gefährliche ist. Drei furchtbarer ist der riesige Fels- fabeljau, und am schlimmsten ist ein ungeheures Muscheltier, daS 8 zu 4 Fuß groß ist und manchmal eine halbe Tonne wiegt. Die Schalen dieses ungeheuren Muschelfisches sind so scharf wie Rasiermesser, und die Tiere liegen ganz unsichtbar zwischen den Korallen: nur eine leichte schwarze Linie zeichnet sich ab: das ist das Maul des Fisches, das bereit ist, alle mögliche Nahrung einzufangen, die herumschwimint. Ist ein Glied des Menschen in diese scheußliche Falle geraten, dann bleibt nur die einzige Möglichkeit, es selbst abzuhacken, um zu entkommen. Der Blutgeruch bringt dann aber Hunderte von Haifischen herbei, die eine Rettung unmöglich machen." Silas erzählt von einem Eingeborenen, der sich vor einem Hai in eine Korallenhöhle unter Wasser verbarg. Hier hätte er umkommen müssen, wenn er nicht die bereits gemachte Fischbeute freigelaffen hätte, an der sich der Hai nun gütlich tat. So konnte der Eingeborene die Höhle verlassen und fein Boot gewinnen. Unter SleinzeUmenschen. Ein überaus packendes Buch, das achtjährige Erlebnisse unter den Eingeborenen von Kap Port im äußersten Rorden Australiens schildert, hat der Engländer Jack Mc.Laren soeben veröffentlicht. Er hat als bet einzige Weiße unter diesen primitiven Völkern gelebt, die noch ganz auf der Stufe der Steinzeit stehen. .Als Mitglieder wohl der ältesten noch lebenden Men'chenrasse", schreibt er. „finb sie um 10 000 Jahre hinter der Gegen- wart zurück. Sie haben noch nicht einmal die Kulturstufe erreicht, in ber man über ethische unb moralische Dinge nachdenkt. Während die übrige Welt zum Stahlzeitalter vordrang, blieben sie im Strinzeitalter." Diese Wilden besitzen aber eine erstaunliche Kenntnis des Tier- und Pflanzenlebens. Ein Eingeborener, der ihn in die Sitten des Stamme- einweihte, zeigte Mc.Laren viele Dinge. „®r wies mir einen .Flintenfisch", den ich so genannt habe, toeil diese merkwürdigen Tiere mit Wassertropfen auf Insekten schießen, die nahe über dem Wasserspiegel fliegen. Er zeigte mir unter ben Wurzeln per Wangrowe- Bäume seltsame schleimige Fische, bie sich an baS Holz ansaugen und an ihm emporklettern Er erzählte mir auch von einem Fisch der den Wind benutzt, um vorwärts zu kommen. So primitiv dieses Volk auch ist, so hat es doch ein ausgebildetes System von Rauchsignalen. Der Rauch brachte einmal Rachrichten, die mir ein Eingeborener mit ben Worten erklärte: .Viele Leute kämpfen. Die Völker, bie den Rauch machen, hören von anderen Völkern, die zu einem Schiff gehören, daS bet ihnen angelegt hat, daß viele Menschen kämpfen. „Diese Botschaft war die erste Kunde, die ich von dem Beginn des Weltkrieges erhielt." 1 Sammeln Sie Gutscheine Bonbonniere Ohne Sorgen verreisen wir ucil wir 5)r. ißJCÜirfldJS Mottenächer anwtnbe« ScuTcLalm> r-Nr 3,90 Turnbchuhfi 3%i V5 Gießen 91 Seltersweg 91 Gießens größtes Schuhhaus mit der größten Auswahl BoxcaSOhi. Louis KZ. Strumpfe in ollen'Tartxn. von Ulk. 0,95 OA Ehrliches, sauberes MM ° oder Frau | Die Beerdigung findet Freitag, den 30. April, nachmittags 3 Uhr, vom Sterbehause, Komblumenstraße 26, aus statt. 3855 D 3841c Zu mittags 2V2 Uhr, statt. 3854D Wl Göeor.-3fl'H.-5Dong. es» prima Fabrikat || EoMünL-SwgeafWe OSO verschiedene Modelle . V 3V2 Uhr statt 03039 WM . WO BLOND!teh. Anz. lliööi. Votzo- und SlWfZiMIM m sep. Etng. z. verm. Wo? sagt d. Geschsl. des Gien-Anz. tout möbliertes Wolin-D.Schlafzinnnep zu vermieten. Näh. in der Geschäftsstelle des Weh. Anz. not %ÜS£ Simmet zu vermieten [63017 Sandgasse 11 I, L Nr. 99 Zweites Blatt Strukturveränderungen der Weltwirtschaft. Don Prof. Th. S) o b g « s , Rew-Dork Unioersity. Die rapide Entwicklung der modernen Verkehrsmittel und die ungeahnte Steigerung der Schnelligkeit in der Nachri chlenüberlraaung haben die großen, die Wetthandelszentren bisher trennenden Entfernungen überbrückt und die Einheit der Weltwirtschaft vollendet. Diese Vereinheitlichung ist uns gerade nach dem Weltkriege, der alle die kommerziellen Faden, die die Weltlander vorher verbanden, mit einem Schlage zerriß, so recht vor Augen aeführt worden. Die Entstehung eines mo- dernen Zweiges der Wissenschaft in Form der K o n - junkturbeobachtung ist das praktische Er- gebnie dieser Entwicklung. Durch sie wünschen wir ! eine größere Stabilität in unsere Geschäfte und i in den Deschästigungsstand unserer Industrien zu ' bringen. Durch sie streben wir eine Sicherung un- . serer laufenden Einnahmen aus Ersparnissen und Arbeit an, indem wie eine immer größere Aus- ! schaltung des spekulativen Faktors zu erreichen suchen. Dill man die Entwicklungstendenzen der modernen Wirtschaft, die heute ganz im Zeichen der Weltwirtschaft siebt, richtia obschätzen, so darf man sich nicht nur an die sich schnell verändernden mitt- schaftllchen Tatsachen, wie etwa Gestaltung des Außenhandels. Entwicklung der Warenpreise, De- schäftigungstand, Daggonftellung usw. halten, sondern man muß auch die großen, sich langsam vollziehenden -Strukturveränderungen der Wirtschaft berücksichtigen. Man muß ferner den politischen Hintergrund beobachten, auf dem sich unser modernes Wirtschaftsleben abspielt unb darf auch nicht die ganze geistige Tinstel- I u n g unserer Zeit aus dem Auge verlieren. Gerade die beiden letztgenannten Faktoren vermögen eine ehr große Einwirkung auf die weltwirtschaftliche Lntwlcklung auszuüben. Die geistige Einstellung unserer heutigen Welt sieht unter dem Einfluß der ganz besonderen Bedeutung, den der radikol-soLialistische Godanke erlangt hat. Er besitzt zum eisten Male eine wahrhaft internationale Bedeutung. Dieser Gedanke bflt die Welt in zwei Lager gespalten. Auf der einen ß Seite stehen die kapitalistisch eingestelltenIndustrie- roHoncn, auf der anderen Seite eine weitgehend organisierte Radikalbewegung, die ihren Mittelpunkt iii der Dritten Internationale Moskaus hat. Seit der Konsolidierung des Bolschewismus hat die Sowjetregierung versucht, die Arbeitermassen des industriereichen Mittel- und Westeuropas in ihren Dann zu ziehen. Sie hat versucht, Deutschland zu einer neuen Dorpostenlinie des Bolschewismus zu stempeln und hat ähnliche Versuche in Polen und den baltischen Staaten unternommen. Sie hat chließlsch versucht, von Süd Osten her über die Donmiländer den bolschewistischen Gedanken der ßcltreoolution vorzutragen. Bisher hat das west- I lidje Europa diesen bolschewistischen Lockungen stets * widerstanden. Bei den Verhandlungen in Locarno rat es klar zutage, wie sehr Sowjet-Rußlands Politik darauf rechnete, von einer Veruneinigung ■ der europäischen Rationen Vorteile zu-, ziehen. Rußland nun — im Westen erfolglos — versucht • sich nunmehr nach Osten auszudehnen. Es besitzt ■' nuf dieser Seite den ungeheueren strategischen Dor- eil einer fehlenden Deeinslussung von innen her. So »ersucht es, seine asiatischen Rachbarn vom Schwär- ;en Meer bis zum Stillen Ozean in seine Netze zu »erfinden. Das erste Opfer dieser groß angelegten Propaganda war die Türkei, die mit Groß- britonnicn wegen der Mosiul-Oelfelder im Streit regt. Die Türkei fand hier die volle Unterstützung Rußlands. Persien, desien Haltung durch die , Schwierigkeiten in der Dynastiesrage noch ziemlich undurchsichtig ist, scheint auf jeden Fall mit Mos- !ou zu liebäugeln. Auch hier stößt England sowohl ■ in der Erdölfrage wie in der Frage des freien Zu» I ganges nach Indien stets auf russischen Einfluß, und L bolschewistische Diplomatie scheint hier der wirkliche Drahtzieher zu fein. Afghani st an, das sich bisher stark dem westlichen Einfluß entzog, und sich infolge feiner eigenartigen geographischen Lage auch den Einflüsterungen Rußlands lange widersetzen Der ttuiturhiftoriker Eduard Aichs Die folgenden Ausführungen entnehmen wir einer Eonderoeröffentlichung des Verlages von.Albert Langen in München, die in Kürze unter dem obigen Titel erscheint. Wer der wissenschaftlichen Forschung neue Gebiete erschließt, wer bei seinen Forschungen neue Wege einfchlagt, gehört in die Reihe der i schöpferischen (Seiftet. Unter ihnen nimmt Eduard chs als Gelehrter einen sehr hohen Rang eüu Er hat als erster in Deutschland eine Geschichte der Karilatur geschrieben, ihm danken vnir die erste deutsche Sittengeschichte, er hat aß erster die künstlerische Bedeutung eines Dau- mier. eines Rowlanüsvn erkannt. Gr hat den i'Lvch nichts zu überbietenden Quellencharakter ; zeitgenössischen Bildes, und vor allem den ö« Äarilatur, für die Kultur- und Sitten- Schichte ausgedeckt. Er hat als erster die frucht- «ve h storifch-rnaterialistische Denk- und Jor- 'chuLgsmechode planmäßig auf die Kultur- und ^chtengeschlchte angewendet. Obgleich er kein Sinologe ist, stammen die ersten Spezialarbeiten uter zwei der wichtigsten Kultur- und Kunst- tetaüer Chinas au« feiner Feder, er hat für Üe neuere europäische Kultur in seinem letzten Buch ein ganz spezifische« Fayencezeitalter nach- petDicfcn usw. Eduard Fuchs geht niemals aus- Getretene Pfade, jedes neue Buch von ihm ist eine Eroberung für die Wissenschaft. Dieses Eroberertalent rückt Eduard Fuchs in die vorderste Reihe der bahnbrechenden Forscher auf dem Gebiet der deutschen historischen Wissenschaft. Gehören doch die Gntwicklungs- «Schichte der geschlechtlichen Sitten seit dem Ausgange des Mittelalters und die kultur- und simistgeschichtliche Rolle der europäischen Kari- lamr während des gleichen Zeitraum« zu den wichtigsten Materien der ganzen Menschheits- ^schichte, weil die auf diesem Gebiet errungenen lÄenntnisse die unentbehrlichsten Hilfsmittel einer klmmätztgen kulturellen Höherentwicklung sind. Um wie schwere Probleme es sich dabei handelt, triennt man daran, dah Eduard Fuchs bis jetzt seinen ihm ebenbürtigen Rachfolger auf diesen ^vrschung^cbieten gefunden hat, und daß einzig skrupellose, aber geschäflSeifrige Spekulation )ir unb wieder mit peinstch wirkenden Rach- chmungen auf den Plan getreten ist, um da zu krrten, wo Fuchs gepflügt und gesät hatte. Lietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Donnerstag, 2°. April 1926 konnte, scheint heute bolschewistischen Einwirkungen stärker unterworfen zu fein, als es den Wesrmächren und besonders dem englischen Foreign Office lieb ist. Das höchste Ziel bolschewistischen Ehrgeizes aber ist das durch Revolution und Bürgerkrieg erschüt- terte China. Roch immer ist Ehina das große Rätsel der Welt: bei ihm muß man stets auf lieber- raschungen gefaßt fein. Es wird vielfach erklärt, daß China nicht bolschewistisch werden könne, trotzdem läßt sich zum mindesten im südlichen Teil des Landes zunehmender bolschewistischer Einfluß feststellen. Reben dieser revolutionären Ideenwelt mußten wir die Welt der Diplomaten und der inneren wie äußeren Politik beobachten. Rach dem Erfolg von Locarno im vorigen Jahre tritt der diolomatische Mißerfolg von Genf um so schärfer in Erscheinung. Das politische Sicherheits- oenttl ist und bleibt vorläufig der Locarnooer. trag und seine Auswirkungen. Er steht wie eine weithin leuchtende Fackel auf dem Wege zur internationalen Verständigung. Trotzdem gibt es auch in der diplomatischen Welt gewisse Gefahrenpunkte. Der italienische Faszismus enthält sicher- lich reichlichen Explosionsstoff. Auch der Balkan bleibt ein Gefahrenherd, da ihn der Locarnooertrag nicht genügend berücksichtigt. Das Bündniszwi- fchen Sowjetrußland und Japan verlangt schärfste Aufmerksamkeit. In Rordafrika steht das Ergebnis des Feldzuges Frankreichs und Spaniens gegen die Rifkabylen vor der Entscheidung. In Syrien erheben sich nationalistische Kräfte gegen das französische Mandat. In Indien gährt es, und selbst in Europa ist die Lage nicht ganz sicher. Portugal befindet sich oft in inner- Solitischen Kämpfen. Selbst die Union besitzt in 1 e 5 i l o und in Mittelamerika eine Art dauerndes Dalkanprodlem. In Südamerika besteht eine diplomatische Spannung zwischen Chile und Peru. So sehr auch die Gedankenwelt der Revolution und die Kunst der Diplomatie die Geschicke unserer Weltwirtschaft zu beeinflußen vermögen, die tieffte Ursache für eine gefährliche Veränderung der wirt- schastlichen Lage liegt eben wieder in wirtschaftlichen Anlässen. Selbst die revolutionäre Ideenwelt und die Kunst der Diplomatie müssen sich den harten Tatsachen der Wittschaft unterwerfen. In diesen rein wirtschaftlichen Entwicklungstendenzen besteht zunächst ein Gefahrmoment in der Lösung des Problems der Bezahlung der Kriegs- s ch u ft) e n und in der Abwicklung derrevi- vierten Revarationsprogramms. Roch läßt sich keinesfalls übersehen, wie diese schwierigen Fragen der Auseinandersetzung von Sieger und Besiegtem geklärt werden sollen. Rein industriell gesehen, besteht in unserer weltwirtschaftlichen Entwicklung eine weitere große Gefahr in dem Kampf der großen Industriestaaten um gewisse Rohmaterialien, deren die moderne Industrie notwendig bedarf. Gerade hier ist die Union trotz eigener außerordentlich wertvoller Rohstoffvorräte doch noch in sehr hohem Maße auf anöere Gebiete angewiesen. Amerika fühlt zu sehr die Dorherrschaft Englands in der Dollwirtschaft, während das englische Lancashire dem Grift der amerikanischen Daumwollpflanzer zu entgehen versucht. Die Anstrengungen der Vereinigten Staaten, den durch England vorwiegend kontrollierten R o h g u m m i zu ersetzen, sind bekannt. Deutschland wurden im Friedensvertrag reiche Kohlenlager für feine hochentwickelte Eisen- und Stahlindustrie belasten, die Erzvorkommen dagegen genommen. Frankreich dagegen erhielt reiche Erzvorkommen, ohne genügende Kohle zu besitzen. Zur Lösung dieser Frage bestehen zwei Möglichkeiten. Die erste ist eine Regelungim Völkerbund, d. h. eine Klärung auf politischem Wege. Es ist indessen mehr als zweifelhaft, ob sich moderner Wirtschaftsnationalismus bereit finden wird, für die Löfung derartiger Fragen mit seinem Konkurrenten sich an einen Tisch zu setzen. Immerhin ist zur Entwicklung des Gedankens der internationalen Handelskammer im Einklang mit dem modernen Wirtschaftssystem als ein wichtiger Faktor- schritt in diesem Sinne zu begrüßen. Aussichtsvoller erscheint mir der Ausgleich der Gegensätze unter den einzelnen Rationen selbst, und .zwar durch eine Fühlungnahme der einzelnen Industriezweige untereinander. Hier können große wirftchaft- Doch die neuen Wege auf neuem Lande sind es nicht allein, die Hauptbedeutung von Eduard Fuchs liegt darin, daß er in seinen Forschungen den eingeschlagenen Weg immer bis ans Ende, bis an das gesteckte Ziel geht, und das scharfsinnig, geistreich und sehr oft verblüffend tief in seinen Erkenntnissen und stets mit unerbittlicher Logik. Er macht nicht die geringsten Konzessionen, er denkt niemals an ein Ilmbiegen. Abbiegen oder Haltmachen, tvenn fein logisches Ergebnis für herrschende Lehrmeinungen oder gesellschaftliche Machte unsympathisch wird. 3n diesem Sinne ist er eine unerbittliche Kämpfernatur, er ist wie der Fahnenträger einer neuen Zeit, der nie rückwärts, nie zur Seite und immer nur vorwärts schaut. Eduard Fuchs hat die Kraft, den Dingen den Schleier vom Gesicht -u reihen, und den Mut, dies mitleidslos zu tim und klar auszusprechen, was da ist. Aber er tut dies nie aus zynischem Behagen am Entlarven peinlicher Dinge. Das geht aus jeder Seite seiner Bücher hervor, hier weht immer die reinste Luft .... Fuchs hat als erster die Karikatur plan- mähig in den Rahmen der Kunst eingeglledert und durch seine Forschungen unb Demonstrationen bewiesen, dah in der Karikatur ebensogut die Gipfel der Kunst erllommen werden können wie in der sogenannten ernsten Kunst. Er hat den unwiderleglichen Beweis hierfür in erster Linie durch den ftetigen Hinweis auf einen der bedeutendsten Karilaturiften aller Zeiten, Ho- nore Daumier, geführt. Fuchs hat über dieses Genie nicht nur geschrieben, — er hat in seinen kulturgeschichtlichen Büchern Hunderte von Blättern Daumiers gezeigt, er hat den Zeichner und Karikaturisten Daumier in vier großen Bänden der deutschen Oeffentlichkeit bekannt gemacht. Unb fo ist er fcenn auch seit langem al« der größte Saumierienner Deutschlands anerkannt. Seine Kennerschaft erstreckt sich aber in gleicher Weise auf das ganze Gebiet der Karikatur, und Daumier ist keineswegs der einzige „Karikaturist", zu dessen wachsendem Rachruhm er erheblich bei- getragen hat. Bicht geringer aber ist der zweite große Dienst, den Fuchs der Kunstgeschichtsforschung, der Kunstbetrachtung und der Kunstanalyse ba- burch erwiesen hat, daß er als erster, aber ebenso ^h wie systemcttisch, die historisch-materialistische Denk- und Forschungsmethode genau so in der liche Organisationen durch sachliche Besprechungen versuchen, wichtige Fragen zu klären, wie die hohe Diplomatie dies durch politische Konferenzen an- strebt. Niederländisch-Indien. Don unserem ^..-Korrespondenten. Amsterdam, 25. April. Anläßlich der Behandlung des Haushaltsplanes für Riederländisch-Indien in der Zweiten holländischen Kammer war das Interesse der Oeffentlichkeit in der letzten Zeit in der Hauptsache kolonialen Fragen zugewandt. In Beantwortung einer kommunisti- sck)en Großen Anfrage bezüglich der Unterdrückung der kommunistischen Propaganda in Riederländisch-Indien zeigte „der gute Dr. Koningsberger" (rote der neue Kolonialminifter, dem man in den Kolonien die für sie immer notwendige Energie nicht zutraut, von der kolonialen Presse geringschätzig genannt wurde), daß er „Haare auf den Zähnen" hat und keiueswegs gewillt ist, aus Riederländisch-Indien eine Domäne des Boi- schewismus werden zu lasten. Die von dem indischen Generalgouverneur gegen die zunehmenden kom- munistischen Umtriebe, die teilweise einen sehr guten Nährboden in den nationalistischen und autonomisti- schen Elementen unter den (Eingeborenen finden, getroffenen Maßnahmen wurden daher von ihm, wie übrigens auch von den Rednern der meisten Parteien nicht nur gebilligt, sondern auch noch eine Der- schärfung dieses Vorgehens der Regierung in Aus- ficht gestellt, falls dies notwendig werden sollte. Allgemein ergab sich, sowohl aus der Kammerdebatte wie aus den Presseerörterungen, daß der finanzielle Zu st and der Kolonien, der in diesem Jahre trotz größerer Aufwendungen für soziale und verkehrstechnische Zwecke einen wesentlichen Haushaltsüberschuß aufweift, dank der ener- gischen Sparsamkeitspolitik des augenblicklichen Generalgouvemeurs Dr. Fock heute wieder als gut zu bezeichnen fei, und daß auch die wirtschaftlichen Verhältniste, wenigstens foweit sie die europäischen Kunstgeschichte angewenbet hat, wie er es in der Kulturgeschichte tut ilnb bah damit der Kunstgeschichte neue Wege gewiesen werden, ist vvn vielen llugen Leuten bereits vor zwanzig Jahren anerkannt worben. 2m 2ahre 1905 erklärte z. D. der bekannte Münchener Kunsthistoriker Prof. Dr. Karl Boll, als Sachverständiger über die wissenschaftliche Bedeutung eines Werkes von Eduard Fuchs befragt: „Das Werk ist das eines Outsiders. Darum kann man als strenger Fachgelehrter mit zahlreichen kunstgeschichtlichen Urteilen des Verfassers nicht einverstanden sein. Aber die Werke von Outsiders sind es öfters gewesen, die in der Kunstgeschichte die neuen Wege gewiesen haben, und zu diesen Werken gehört unbedingt das von Fuchs." Freilich dominiert heute in der Hauptsache noch die in ihrem Wesen so unfruchtbare ideologische Kunstbetrach. hing. Wenn man aber doch in den letzten Jahren auch in der Kunstgeschichte immer häufiger der Denkmethode des historischen Materialismus begegnet, so ist bas in starken Wahe auf bas Wirken von Fuchs zurückzuführen. Man erkennt dies auch baran, bah man sehr ost den von ihm geprägten Formeln begegnet." Dazu kommen noch seine in den letzten Jahren unternommenen, gleichfalls bahnbrechenden Forschungen auf dem Gebiete der Kunstpsychologie .... Dramen aus der Steinzeit. Die Wissenschaft des Altertumsforschers gift dem Laien als nüchtern unb uninteressant. Unb doch erhellen die Funde oft blitzähnlich das Leben feit undenklichen Zeiten vergangener Menschen. Ein solcher Fall wird uns von dem französischen Gelehrten Mansuh berichtet, ber Ausgrabungen in Inbochina vornimmt Bisher kannte man dort Reste deö vorgeschichtlichen Menschen nur au« ber letzten Periode der neueren Steinzeit besonders in Pho- bingyah (Tonkin) und Svmrongssn (Eambodja) Erst neuerdings fanden sich Lagerstätten aus dem Anfang dieser Kuliurzone bei Kevphay (Rordtonkin), und die Knochenreste, die bort ausgegraben wurden, erinnern seltsamerweise mit ihren Langschädeln an die europäische Raste von Eromagnon und die amerikanische von Lagoa fanla. Run hat aber Mansuh in den Felsen von Donc Buoc, ebenfalls im nörb- lichen Tonkin. in einer Höhle zwei Skelette gefunden, deren extreme Schädellänge nur bei einer Menschenraste twrfommt, den Melanesiern ober Papua« Diese Kulturen anlange, als durchaus befriedigend angesehen werden können. Sehr geteilter Meiung ist man jedoch bezüglich derÜagederEingebore- nenbevölkerung. Der Regierung wurde hier von den Rednern der Linksparteien ber Kammer mehrfach der Dorwurf gemacht, daß sic über all den anderen Maßnahmen den Wohlstand der Qrtngebore» ncn aus dem Auge verloren habe. Durch ein Schreiben der Amsterdamer Handels- kammcr an den indischen Generalcwuvemeur wurde die Frage der Herstellung einer ftänbigen Luft- Verbindung zwischen dem Mutterlande und den Kolonien von neuem aufgerollt. Bereits vor län- gerer Zest war die holländische Königliche Luftfahrt- gesellschaft mit einem derartigen Antrag an die Niederländisch-Indische Regierung herangctreten. Da pc aber zu seiner Verwirklichung, ähnlich wie im Muttcrlande, beträchtliche finanzielle Unterstützung von der Indischen Regierung veftongte, konnte letz- tere sich zu einem Eingehen auf diesen Ptcm nicht entschließen. Die jetzt angekündigten Pläne der eng- lisch en Lufftahrtgesellschaften, die die Herstellung einer Verbindung zwischen Australien und Vorder- inbien auf dem Wege über Riederländifch^ndien beabsichtigten, haben aber die Befürchtung ouftom- men lasten, daß die Interessen der holländischen nationalen Luftfahrt hierdurch ins Hintertreffen geraten könnten. Atjeh, das Unruhengebiet an der Westküste Sumatras, wohin jetzt wieder neue Truppenoerstär- fungen von Java entsandt werden müssen, bildet weiterhin das Sorgenkind der Regierung unb der Ocfentlichkeit. Zur Charakterisierung ber bortieen Bevölkerung unb ber allgemeinen Schwierigkeiten, denen man sich hier gegenüberftebt, sei hier nur die bemerkenswerte Tatsache angeführt, daß die Holländer seinerzeit in einem nur fünfjährigen Fest- raum (1825—1830) ohne besonders überlegene Bewaffnung Millionen von Javanern zur Anerkennung ihrer Herrschaft zu zwingen wußten, während für die Unterwerfung von nur ebensoviel Hundert- tausend Atjehleuten 40 Jahre nötig waren — trotz der besseren Qualität der Truppen und einer weit überlegenen Bewaffnung. besiedeln zwar einen gewaltigen Teil ber Erdoberfläche, doch bevorzugen sie ausschließlich die Inselwelt, niemals stnben sie sich im Innern eines Fest- lanbes. Der Fund in jener Höhle, die etwa ICO km von bet heutigen Küste entfernt liegt, erklärt sich aber, wenn man berücksichtigt, daß bas Rieberland junge« Anschwemmungsgebiet eines Fluhbel- taS ist, unb die Felsen einst eine Steilküste bildeten. Und nun vermögen wir uns im Geiste vorzustellen, wie einst ein Boot, vom Sturm verschlagen, an diele weit entlegene Küste getrieben, hier an den Klippen zerschellt, wie nur zwei der Insassen sich an Land retten, um hier elend zugrunde zu gehen. Das Inland, unzugänglich, geheimnisvoll, gesahr- brohend, vermag ihnen keine Hilfsmittel zu bieten. Alle Habseligkeiien unb Geräte sind im Schiffbruch verloren gegangen, sie können kein neues Boot bauen, sich Weber burch 3agb noch durch Fischfang nähren, so suchen sie Zuflucht in einer Strandhöhle, bis Hunger und Verzweiflung ihr Leben enden. Eine ähnliche Tragödie erzählt uns ber Eng- länder Turville Petre, ber für baS britische Archäologische Institut Ausgrabungen in Galiläa Dor» nimmt. In bem Tale eines zumWestranb des Chucir (See Genezareth) fließenden Baches fand er etwa 1500 m über der Mündung in 40 m Höhe eine grobe Höhlenöffnung. 3m Innern zeigten sich Reste alter geschichtlichen Kulturen, darunter Lager der neueren Steinzeit, schließlich rohe Steinbrocken. Rach- dem auch diese weggeräumt waren, fand sich etwas Seltsames: Reste eines Menschen, Schädel, Rippen, Fingerglieder. Der Schädel gehört unzweifelhaft einem Menschen der Reandertalraffe. Er ist von einem Felsblock zerdrückt unb zwar kann dies nach dem Befund nur zu Lebzeiten geschehen sein. Die Reste liegen eingebettet in die übliche Schicht von Küchenabfällen. Was ist hier geschehen? Friedlich sitzt bet Höhlenbewohner bei seinem Feuer, mit ber Zubereitung seiner Rahrung beschäftigt. Plötzlich, ohne Warnung, stürzt die Decke ber Höhle ein, den Insassen zerschmetternd. Entsetzt fliehen die Mitglie- ber ber Familie, bie vielleicht vor ber Höhle saßen, bie unheimlich geworbene Stätte, die nun auf lange Zeiträume unbewohnt bleibt, bis neue Menschen kamen, die nicht« von den Reandertalem wußten unb ahnungslos über dem Grab ihres Dorbewohner« hausten. So gestaltet sich au« jenen dürftigen Resten uralter Vergangenheit ein Bild menschlichen Lebens, voller Leid unb Rot, wie - das unsrige. Es war kein Paradies, in bem ber Urmensch lebte. Aus der Aufwertungs-Praxis. Der Beginn der Verzinsung von Auswertungshypotheken. § 28 des Aufwertunaegefetzes bestimmt: Abf. 1. „Der Aufwertungsbclrag ist bis zum 1. Januar 1925 unverzinslich. Rückständige Zinsen gelten als erlassen. Bom 1. Januar 1925 ab beträgt der Zinssatz 1,2 vom Hundert, vom l. Iuli 1925 ab 2,5 vom Hundert, vom 1. Januar 1926 ab 3 vom Hundert unb vom 1. Januar 1928 ab 5 vom Hunbert. Insoweit dem Eigentümer des belasteten Grundstücks ober dem persönlichen Schuldner über den 1. Januar 1932 hinaus Stundung bewilligt ist, erhöht sich der Zinssatz um einen Betrag, den die Reichs- regicrung unter Berücksichtigung der allgemeinen Wirtschaftslage bestimmt. Abf. 2. Wird die Hypothek infolge Auf- roertung kraft Rückwirkung wieder eingetragen, so beginnt die Verzinsung erst mit dem Beginne des auf die Wieoereinttagung fol- genben Kalendervierteljahres." Ist also die Hypothek noch nicht gelöscht, so beginnt der Zinsenlauf am 1. Januar 1925, jedoch im Falle der Abtretung (§ 17) nur für den früheren Gläubiger (so Mügel, Komm. z. Durchs. D. O., S. 303: Lehmann Boeseoeck, S. 201: Radler, Jur. Rbsch. 1925, S. 1132; Ouassowski, <5.276, der annimmt, daß die Zinsen bis auf weiteres nicht zu entrichten seien, und daß die Zinsen erst nach Ab- schluß des Aufwertungsverfahrens gemäß § 16 fällig würden, • dann aber rückwärts für die Zeit feit 1. Januar 1925). Die Frage, wann der Zinfenlauf beginnt, wenn bie Hypothek gelöscht ift, gehött zu den bestrittensten des ganzen Aufwettungsrechts. Wenn man ben Abf. 2 bes § 28 liest, so sollte man meinen, daß er die Frage bahingebond beantworte, daß bei Hypotheken, bie infolge Aufwertung kraft Rückwirkung wieder eingetragen werden, die Verzinsung erst mit dem Beginne des auf die Wiedereintragung folgenden Kalendervierteljahres beginne. Gegen diese Auftastung wird folgendes geltend gemacht: § 28, Abs. 1, gebe die Regel, Abs.2 enthalte eine Ausnahme, die wegen dieser Eigenschaft nicht ausdehnend ausgelegt werden könne. Die Ausnahme gelte daher lediglich der Verzinsung der Hypothek, nicht auch derjenigen der persönlichen Forderung. Deren Verzinsung folge vielmehr der Regel des Abf. 1. Der Abf. 2 sage nicht: so beginnt die Verzinsung des Auswertungs- betrage, wie Abs. 1. Er sagt nur: jo befltnnl die Verzinsung, ohne ausdrücklich zu sagen, wessen Verzinsung. Die Ergänzung müffe daher aus dem Wortlaut und dem Sinne des Vordersatzes entnommen werden. Dieser svreche aber lediallch von der Hypothek. Deshalb müffe aufgelegt werden: so beginnt deren (ober ihre) Verzinsung. (So Meyer, D. Steuerzeit. 1925, 6.855, Michaelis, 6. 116, Radler, Jur. Rdsch. 1925, S. 1131. Gegen teillge Ansicht, also dahingehend, daß § 28, Abs. 2, auch für bie persönliche Forderung gelte: Abraham S. 2Ö0, Ouassowski 6. 276, Echlegelberger- Harmening S. 183, Mügel, D. gef. Aufw. R., S. 334. Da Fälle Vorkommen, in denen die Hypothek nicht wieder eingetragen werden kann, weil dem Eigentümer des mit der Hypothek belastet gewesenen Grundstücks der öffentliche Glaube des Grundbuchs zur Seite steht, fo ist nach Abraham für den Beginn des Zinsenlaufs der persönlichen For- derung der Zeitpunkt maßgebend, an welchem diese sestgestellt wird, nach Ouassowski maßgebend bie Rechtskraft der Enftcheidung: nach Schiegelberger beginnt die Verzinsung der persönlichen Forderung mit dem Ablauf des Kalendervieriel- jabres, in welchem die Wiebereintragung der gelöschten Hypochek zuläffig gewesen wäre.) Bestritten ist ferner, ob bei Abs.2 unter Auf- wertung traft Rückwirkung auch der Fall des Bor bctyalts zu verstehen sek. (Bejahend Mügel a. a. D., S. 334, Lehmcinn-Boersebeck S. 201, Quassowski S. 276, Weil, Jur. W. 1925, S. 2525; verneinend: Schlegelberger-Harmenmg Anm. 5 zu § 28, Gribel S. 108, Roß, Jur. W. 1925, S. 2577, Nadler, Jur. Ndsch. 1925, S. 1132.) Unter diesen Umständen empfiehlt es sich bei den vorerwähnten «Streitfragen für die Gläubiger, den Erlaß einer oberstrichterlichen Entscheidung abzu- roatlen. Jedenfalls können die Schuldner in solchen Fällen, wenn sie die Zinszahlung verweigern, nicht in Zahlungsverzug geraten, fo daß ftc vorzeitige Kündigung befürchten müßten, denn ein Verzug liegt nur dann vor, wenn schuldhafterweise zu spät gezahlt wird. Ein Verschulden liegt aber bann nicht vor, wenn die Schuldner auf Grund des eher für ihre Auffassung sprechenden Gesetzeswortlmits der Annahme sein können, daß das Verlangen der Gläubiger von Zinsen bei gelöschten Hypotheken schon vom 1. 1. 1925 an nicht gerechtfertigt sei. HöchstgerichMche Cnts erbringen Darlehensforderungen, die durch Hypothek gesichert sind, werden — einerlei ob cs sich um eine Vermögensanlage ober ein G e - fälligkeitsbarlehen handelt — nicht höher als mit 25 Prozent des Goldmarkwerts aufgewertet. Aus den Gründen: Die Aufwertung einer Dar- lehenshnpothek regelt sich schließlich nach § 4 Aufw. G., wayrend die Vorschriften der § 63 über Aufwertung nur auf solche Vermögen sanlaaen anwendbar sind, deren Aufwertung im Gesetz nicht besondesr in den § vis 61 geregelt ist. (Quassowski, Anm. 1 zu § 63 f. S. 368). Nach § 4, 10, Ziff. 6 werden aber alle Darlehen, die durch Hypotheken, gleichgültig, ob diese Verkehrs- oder Sicherheitshypotheken sind, gesichert werden, nur nach dem in § 4 ausgesprochenen Grundsatz der Aufwertung mit 25 v. Sy des Goldmarkwerts der Hypothek aufgewertet. Bei einem durch Hypothek gesicherten Darlehen ist es hiernach für die Auf- iDertung ohne Bedeutung, ob das Darlehen ein Gefälligkeilsdarlehen ist. Hierbei ist der Gesetzgeber offenbar von dem Gedanken ausgegangen, daß das Verlangen des Gläubigers nach dinglicher Sicherung die Annahme eines reinen Gefälligkeitsbarlehens schon ausschließt, weil die bei Gefälligkeiisdarlehen üblichen kurzen Fristen für die Rückzahlung des Darlehens eine hypothekarische Sicherstellung in der Regel unnnötig erscheinen lassen (Quassowski, Anm. zu § 10, Ziff. 6b, Abs. 2, S. 169). Hiernach ist es für die Auswertung der Darlehenshypochek ohne Bedeutung, ob das durch die Hypothek gesicherte Darlehen etwa als Gefälligkeitsdarlehen gegeben worden ist. (Urt. d. K. G. o. 4. 11. 1925, Rechtspr. in Ausw. S. 1926, S. 63). Der gleichen Ansicht ist offenbar auch Mügel (D. ges. Aufw. R., S. 252 f.). Eine Forderung, für d ie nicht eine Hypothek, aber ein Anspruch auf Bestellung einer Hypothek besteht, unterliegt nicht den materiellen und formellen Vorschriften über die Aufwertung einer hypothekarisch gesicherten Forderung; es entspricht jedoch der Natur der Sache, daß sie in der Höhe aufzuwerteü ist, wie eine entsprechende Forderung, für die bereits eine Hypothek bestellt ist. (D. L. G. Bamberg, Urteil vom 6. 10. 1925, Rechtspr. in Aufw. S. 1926, 22). Aufwertung einer Hypothek, die der Gläubiger sicherungshalber an eine Bank abgetreten hatte, und die er später wieder zurückerhielt. Als Stichtag gilt für die Aufwertimg der Erwerb durch den Sicherungsübereigner. Gegen diese Berechnung ist ein Erwerber des mit der Hypothek belasteten Grundstücks durch den öffentlichen Glauben des Grundbuchs nicht geschützt. (Ä. G. Beschl. o. 12.1. 1926, Jur. W. 1926, 265.) D i e Abtretung einer Hypothek zu Sicherungszwecken fällt unter den E r- werb auf Grund eines Treuhandverhältnisses. Die Höhe des Goldmarkbetrags für die Aufwertung richtet sich deshalb nach dem Zeitpunkte des Erwerbs durch den Abtretenden (K. G. Beschl. v. 4. 2. 1926). Oberhessen. Landkreis Gietzen • Klein-Linden, 28. April. Der hiesige Gesangverein „Eintracht" erfreute am Sonntag die Patienten in der chirurgi - schen und der medizinischen Klinik in Gießen durch Gesangsvorträge, die bei den Insassen der beiden Institute bantbare Anerkennung fanden. Möge dieses lobenswerte Beispiel bei anderen Gesangvereinen Nachahmung finden. • Wieseck, 28. April. Der von hier stammende, rühmlichst bekannte Kammervirtuose 2. Kümmel, Darmstadt, gab am Sonntag im Braunschen Saale einen sehr interessanten Konzertabend. Herr Kümmel kam diesmal als Dirigent und Solist und konzertierte mit der bestens bekannten Mankschen Kapelle. Kümmels Dirigierkunst übt auf seine Mitwirkenden eine starke Begeisterung aus. Das bewies der spontane Beifall der Zuhörer nach jeder Darbietung, und die Solo-Einlage des Künstlers entfesselte einen Sturm von Beifall, so daß er eine Zugabe folgen lassen muhte. Aus dem Programm ist besonders hervorzuheben: Rich. Wag- neid chronologiches Ton bild: Don „Rienzi" bis „Parsival", sowie zwei musikalisch wertvoll« Märsche von L. Kümmel: „Mein Gruß der Heimat" und „Hessenkinder". Der Saal war von Zuhörer., überfüllt. = Daubringen, 28. April. Einem langgehegten Wunsche des hiesigen Obst- und Garte n b a u v« r e i n s hat ber Landwirischaftskam- meraussibuß für Oberhessen entsprochen unb durch feinen Obstbauinspektor Wiesner hier einen achttägigen Obstbaumoeredelungskursus ab- halten lasten, ber von 11 hiesigen Teilnehmern, sowie von zwei Herren aus Mendorf a. b. ßumba unb zwei Damen aus Gießen besucht war. Bei biejer Gelegenheit wurde auch eine neu angefchaffte Obstbaumspritze vorgeführt, über deren verblüffende Wirkungsweise unb dabei einfache Handhabung die Teilnehmer sehr erstaunt waren. t Treis a. d. Lda., 28. April. Dom Lehrerabbau wurde auch unsere vierklassige Dolksschule betroffen, indem Schulverwalter Haas, der hier sehr beliebt war. einstweilen entlassen wurde. An seine Stelle kam Schulverwalterin Frl. Warnecke, die seither in Gammelsbach i. O. gestanden hatte. 3n die Schule wurden 33 Abcschützen aufgenommen. Bei der Sammlung für die Zeppelin-Eckener» Spende gingen hier 35 Mk. ein, wozu die Gemeindekasse noch 20 Mk. zulegte Kreis Friedberg. * Friedberg, 28. April. Die Steno- graphen-Dereinigung Gabelsberger blickt in diesem Jahre auf ihr 2 5 jäh - riges Bestehen zurück. Mit dem 25jährigen Stiftungsfeste, das am 2. Mai stattfindet, wird der Bezirk Großen des Hessen-Rassauischen Verbandes Gabelsberger Stenographen seine diesjährige Frühjahrsbezirkstagung verbinden. Zum Wettschreiben haben sich bereits weit über 200 Teilnehmer gemeldet. sf. Friedberg, 28. April. Auch in dem begonnenen Schuljahre werden die beliebten Schülerkonzerte von der Augustiner- schule wieder ins Leben treten. Gestern haben sie mit einer schönen Darbietung einen verheißungsvollen Anfang genommen. Professor Dr. Karl Schmidt, dem wir die Einrichtung dieser Konzerte verdanken, hat sich dadurch um das musikalische Leben Friedbergs sehr große Der- dienste erworben, denn nicht nur werden diese Veranstaltungen den Schülern der Anstalt, sondern auch der ganzen Bevölkerung kostenfrei geboten. Es ist ihm auch gelungen, als Mitwirkende ganz hervorragende Kräfte zu gewinnen (wir nennen z. B. nur Paul Hindemith), und so dem Publikum ganz einzigartige Genüsse zu bieten. Während in früheren Jahren die Konzerte gemeinsam für die Schüler und sonstigen Teilnehmer waren, ist in letzter Zeit die Einrichtung getroffen, daß die Konzerte am Sage für die Schüler und eine Wiederholung am Abend für die übrigen Teilnehmer stattfindet. Die gestrige Veranstaltung brachte zwei Melodramen, Hektors Bestattung (Text ans der Ilias) mit Musik von Sigwert und das Hexenlied von Wildenbruch mit Musik von Schillings. Den deklamatorischen Teil brachte in dankenswerter Weise ein früherer Schüler der Anstalt, Dr. jur. Schröder, in vor'üglrcher Weise zu Gehör, die Begleitung lag in den bewährten Händen von Professor Dr. Karl Schmidt; beide Konzerte waren sehr gut besucht. Weckesheim, 28. Avril. Unser Dorf erhält zur Zeit Kanalisation. Durch diese Arbeiten wird der Arbeitslosigkeit im Orte gesteuert. Kreis Büdingen. A Aus der nordöstl. Wetterau, 28. April. Die anhaltend trockene Witterung hat das Wachstum der Winterfrucht und des Klees gehemmt. Der Weizen hat eine gelbe Färbung angenommen, was wohl in erster Linie auf das Konto der Larve des Drahtwurmes (Daatsckmellläfers) zu sehen ist, der in diesem Frühjahre massenhaft verheerend auftritt. Die Apfelblüte hat eingesetzt, nur fehlt ihr die warme Witterung. An den Kernobstbäumen treibt der Apfelblütenstecher fein Zerstörungs- Werk. △ Blofeld, 28. April Der Errichtung eines Denkmals für unsere vier Gefallenen im Weltkriege soll jetzt nähergetreten werden. Schon im Jahre 1922 wurde ein ansehnlicher Betrag gesammelt, der aber der Inflation zum Opfer siel, so daß jetzt erst wieder ein Kapital zur Beschaffung des Denkmals aufgebracht werden soll. Zu diesem Zwecke hat der Krieger- Verein ein« Verlosung beschlossen; es sollen 2000 Lose zu 50 Pfg. ausgegeben werden. Aach Abzug der Steuer, Ankauf der Verlosungsgegenstände würde noch eine (Summe von etwa 400 Mark verbleiben. △ Ober-Mockstadt. 28. April. Unsere 2. Lehrer st eile, die eine lange Aeihe von Jahren bestand, ist dem Stellenabbau zum Opfer gefallen, und eine starke einklassige Schule wurde mit Beginn des Schuljahres errichtet. Das vor einigen Jahren erbaute SchulhauS bleibt vorerst leer stehen. Lehrer Kratz wurde nach dem benachbarten Dauernheim verseht. Kreis Schotten. =.= Gedern, 28. April. Am 6. Mai wird im Dergwirtshausc dahier eine Versammlung der Bürgermeister des Kreises stattfinden. Die umfangreiche Tagesordnung wird u. a. enthalten eine Aussprcuhe über die Versicherung der Bürgermeister und Gemeinderechner bei der Angestelltenversicherung bzw. der Versicherungsanstalt für gemeindliche Beamte. Außerdem wird man sich beschäftigen mit dem neuen Katastergesetz und seinen Ausführungsbestimmungen, mit der Sondersteuer vom bebauten Grundbesitz, der Landgemeindeordnung und der Beschäftigung Erwerbsloser. Kreis Alsfeld. te» Alsfeld, 28. April. Am 29. und 30. Mai ftndet hier die Hauptversammlung des Vogelsberger Hohenklubs statt, zu welcher der hiesige Zweigverein des V. H. E. eifrige Vorbereitungen trifft. Für die Unterhaltung der auswärtigen Besucher wird in jeder Hinsicht Vorsorge getroffen. Die Unterbringung der Festteilnehmer erfolgt je nach Wunsch in Gasthäusern oder in Privatquartieren. An dem plnterhaltungsabend am 29. Mai wird der hiesige V. H. E. einen Teil des Festspieles aus der 700-2ahrseier der Stadt Ällsfeld im Jahre 1922 zur Aufführung bringen, dessen Glanzpunkt der „Schwerttanz" im letzten Bilde bildet, dessen Aufführung im Jahre 1922 stürmischen Beifall fand. Am Sonntag darauf, nach Beendigung der Hauptversammlung, die im „Deutschen Haus" stattfinden soll, ist auf dem Lindenplah ein Volks- und Iugendfest geplant. Eine Aeuheit für Alsfeld wird die mit der Veranstaltrmg verbundene Gemäldeaus- ft e I [ u n g der Kunsthandlung Riebel von Gießen bilden, die eine Zusammenstellung guter Oelgemälde neuerer Meister bringen wird, bei der auch unser Alsfelder Kunstmaler Ludwig Martin mit seinen Werken vertreten fein wird. Alsfeld, 28. April. Aus der Stadt- vorftandsfitzung. Den ersten Punkt der Tagesordnung bildete die Anschaffung einer neuen Motorfeuerspritze. Der Vorsitzende gab hierzu einen ausführlichen Bericht des städtischen Branddirektors bekannt, in welchem dieser die Zweckmäßigkeit eines derartigen Feuerlöfchgerätes darlegt. Nach einer ausgedehnten Aussprache, in welcher auch die Gegner der Motorspritze unter Berufung auf technische Gründe zum Worte kamen, wurde die Anschaffung gegen 2 Stimmen b e - schlossen unter der Voraussetzung, daß ber Kreis Alsfeld und die hessische Brandversicherungskammer sich mit je einem Drittel an den Anschaffungskosten beteiligen, falls alsdann das Kreisamt auf jeden weiteren Feuerschutz der abgelegenen Gehöfte in der Gemarkung Alsfeld verzichtet und hierüber der Stadt eine bindende Erklärung abgibt. Ueber die Frage, welche Firma die Spritze liefern soll, wird nod) verhandelt werden, da eine Reihe von Angeboten verschiedener Firmen vorhiegen. Die Spritze wird mit Schlauchmaterial etwa 8000 Mk. kosten. — Um die immer noch große Zahl von Erwerbslosen zu beschäftigen, wurde beschlossen, die E r d a r b e i t e n an der verlängerten Hochstraße auszuführen und ferner Planierungsarbeiten an Feldwegen. Die Arbeiten sollen mit Mitteln der produktiven Erwerbslosenfürsorge vorgenommen werden. — Die durch Beschluß vom 31. März 1925 erfolgte Regelung des Kraftstromtarifs soll zunächst unverändert auch für das Rj. 1926 gelten. Sollte eine Aenderung ber Kraftstromtarife des Ueberlandwerks der Provinz Oberhessen erfolgen, so ist gleichfalls eine 2Ienberun$j des Stromtarifs vorzunehmen. Ferner wurde ein Antrag gestellt. auch für die kleineren Kraftstromabnehmer unter 3000 Kilowattstunden jährlichen Stromverbrauch eine Ermäßigung wie bei den größeren Abnehmern eintreten zu lassen. Ueber diesen Antrag soll demnächst Beschluß gefaßt werden. — Ein Ge such des Alsfelder Radfahrervereins 1 8 9 0 um Ueberlaffung ber Festhalle zu einem Gausommerfest am 26., 27. unb 28. Juni fand seine Erledigung dahin, daß die Miete auf 350 Mk. für das Fest festgesetzt wurde. — Dem Photographen Hugo Grün soll auf seinen Antrag hin für das von ihm betriebene Kino die Vergnügungssteuer vom 1. April bis 30. September 1926 auf 10 Proz. ermäßigt werden, für die übrigen Monate bleibt ber seitherige Satz von 20 Prozent bestehen. — Unter Mitteilungen gab ber Vorsitzende ein Schreiben des Arbeitsnachweises Gießen für das nördliche Oberhessen bekannt, worin die Gewährung einer Osterbeihilfe an b i e Erwerbslosen, die letzthin erfolgt fei, als unzulässig in dieser Form beanstandet und im Falle der Wiederholung eine Entziehung der Reichszuschüsse zur Erwerbslosenfürsvrge in Aussicht gestellt wird. Starkenburg. Eisenbahnunfall in Darmstadt. • Darmstadt. 29. April. (Eigener Drahtbericht.) Gestern abend gegen 10 Ahr entgleise ein aus Worms kommender Per» sonenzug kurz vor dem Hauptbahnhof aus bisher noch unaufgeklärten Gründen. E i n Wagen 4. Klaffe stürzte um. Die Insassen konnten ihn durch eine Seitentür verlassen. Sechs Personen wurden leicht verletzt. Die berbeigerufene Sanitätswache brauchte nicht mehr in Tätigkeit zu treten. • * Darmstadt, 28. April. In der Umgegend von Rüsselsheim wurden häufig Frauen und Mädchen durch einen jungen Mann belästigt, der sich dort völlig nackt umhertrieb. Der Polizei gelang es, ihn zu eri° Mitteln und in das Gerichtsgefängnis in Groß- Gerau einzuliefem. Es handelt sich um einen geistig minderwertig en jungenMann auS Rüsselsheim. Rheinhessen. O Mainz, 28. April. Das Bistum Mainz beabsichtigt, wie wir hören, den mit der Hessischen Regierung wegen des Schlosses I l b e n ft a d t abgeschlossenen Pachtvertrag auf 99 Jahre zu verlängern. Bekanntlich dient das Schloß dem Benediktinerorden als Riederlassung. Preußen. Kreis Wetzlar. □ Wetzlar, 28. April. Die Lehrerschaft des Kreises Wetzlar hielt im „Schützengarten" hierselbst ihre diesjährige Vollversammlung ab. Don den eingeladenen Gästen waren erschienen: Regierungsassessor Molsen als Vertreter des Landrats, sowie verschiedene Bürgermeister des Kreises. Rach Begrüßung der Erschienenen durch den Vorsitzenden, Hauptlehrer Görnert -Wißmar, hielt KreismedizinalratDr. Schulte- Wetzlar ein Referat über „Reichs- gesundheitswvche und Schule". An Hand von Lichtbildern führte er den Teilnehmern die Aufgaben '.v r Augen, die besonders auch der Schule in bcorg auf hygienische Körperpflege zufallen. Rach sehr eingehender Aussprache wurde eine Entschließung der Kreislehrerschaft angenommen, welche u. a. folgende Forderungen der Schule enthielt: Beseitigung der überfüllten Klassen, Gründliche Durchführung der Schulreinigung, Errichtung von Turn- und Spielplätzen, Einrichtung von Schulbädern, Verbesserung des Schularztdienstes, Versorgung der Schulen mit Literatur über Gesundheitspflege u. dgl. Die Kreislehrerschaft erklärte sich grundsätzlich bereit, der Reichsgesundheitswoche ihre Mitarbeit in weitestgehendem Maße zur Verfügung zu stellen. Als zweiter Referent sprach der Leiter des Landesarbeitsamtes Frankfurt a. M., Dr. Schenk, über „Die Mitwirkung der Schule bei der Berufsberatung". Der Vortrag bewegte sich auf der Linie: Psychologische Beobachtung, berufsethische Erziehung und berufskundliche Ausbildung. Das Referat löste eine sehr rege Aussprache aus, in der man sich dahin einigte, daß die Schule mit den neu einzurichtenden Derufs- beratungdämtem in engste Mitarbeit treten wird. Der letzte Punkt der Tagesordnung betraf innere Angelegenheiten der Kreislehrerschaft. — In den evangelischen Schulen des Kreises sind seit Ostern neue Lesebücher zur Einführung gelangt Die Bücher — es handelt sich um je ein besonderes Buch für die älteren und für die jüngeren Jahrgänge — sind von einer Arbeitsgemeinschaft von Lehrern zusammen- gestellt; sie sind literarisch sehr inhaltsreich gestaltet und mit Bildern von Ludwig Richter, Rudolf Schäfer, Hans Thoma u. a. versehen. WSR. Wetzlar, 28. April. Innerhalb der letzten Tage wurden bei der hiesigen Polizeiverwaltung nicht weniger als drei Sittlichkeitsverbrechen, begangen von älteren Männern an Mädchen unter 14 Jahren, zur Anzeige gebracht. Die Beschuldigten wurden dem Amtsgericht zugeführt und sehen ihrer verdienten Strafe entgegen. CO Klein-Rechtenbach, 28. April. Der hiesige Friedhof ist demnächst voll belegt unb bedarf daher ber Erweiterung. Diese soll in der Weise vorgenonunen werden/ daß bei dem Umlegungsverfahren, welches hier zur Zeit im Gange ist, angrenzende Flächen dem Friedhöfe zugelegt werden sollen. — Die Frage der Erbauung eines neuen Schulhauses ist noch immer nicht entschieden. Dieser Tage weilte eine Regie- rungskommission hier, um sich von der Notwendigkeit des Baues an Ort und Stelle zu überzeugen. Ob der Bau noch in diesem Jahre in Angrift genommen wird, hängt ausschließlich davon ab, ob und in welchem Umfange der Staat Beihilfen unb Mittel zu den Baukosten zur Verfügung stellt. <> H oche l h eim, 28. April Die Wahl um die Pfarrstelle für Hochelheim-Dornholzhausen wird am 4. Mai unter Leitung des Superintendenten Wieder (Garbenheim) fjier stattfinden. Als einziger Bewerber kandidiert Hllfs- prediger Schneider aus Essen, ein Sohn des verstorbenen Pfarrers Schneider von hier. Die größeren Kirchenvertretungen von hier und Dornholzhausen haben sich bekanntlich einstimmig dafür ausgesprochen, daß die Stelle Herrn Schneider übertragen werde, so daß es sich bei der am 4. Mai statt findenden Wahl eigentlich nur um di« Erfüllung einer Formalität handelt. O Dornholzhausen, 28. Avril Die hiesige Spar - und Darlehnskasse G. m. b. H hielt in der Gastwirtschaft Schieferstein eine ordentliche Generalversammlung mit Jahresabschluß ab. Wie der Jahresbericht ergab, war im abgelaufenen Geschäftsjahr erfreulicherweise eine wesentliche Zunahme der Spareinlagen zu verzeichnen. Auch einen ansehnlichen Warenumsatz konnte die Kasse auf ihr Konto buchen. Die Vorstands- und Aufsichtsratswahl ergab die Wiederwahl der bisherigen Mitglieder. Die Zinssätze wurden mit Wirkung vom 1. Apric ab wie folgt festgesetzt: für Darlehen auf Schuldscheine 12 Prozent, für Spareinlagen 9 Prozent und für tägliches Geld 7 Prozent. Die Kasse wurde im Dezember 1919 gegründet; sie zählt 75 Mitglieder. — In die hiesige Schule wurden in diesem Jahre 16 Abcschützen ausgenommen, davon 8 Knaben und 8 Mädchen Zur Entlassung kamen 5 Knaben und 3 Mädchen. Die Gesamtzahl der Schulkinder beträgt jetzt 50; sie wird in den nächsten Jahren eine wesentliche Steigerung erfahren. 2 Schüler besuchen eine höhere Schule in (Sieben. O Oberkleen, 28. April. Die hiesige Gemeindejagd ist zur Zeit in zwei Bezirken verpachtet, und zwar der größere Bezirk (links des Kleebaches) an den Direttor (R d 8 - kothen aus Altenburg (Sachsen), der kleinere Bezirk (rechts des Kleebaches) an hiesige Jäger. Die Pachtzeit läuft am 31. März 1928 ab. Es ist beabsichtigt, die Jagd nach Ablauf der jetzigen Vertragsdauer aus weitere sechs Jahre, das ist vom 1. April 1928 bis 31. März 1934 an die bisherigen Pächter aus der Hand zu verpachten. Die Pächter haben sich erboten, rückwirkend vom Jahre 1925 ab für den größeren Bezirk 1600 Mk. und für den kleineren Bezirk 200 Mk. Jahres- Pacht zu zahlen, allerdings nur dann, wenn sie die Jagd auf weitere sechs Jahre bekommen. Die in Aussicht genommenen Pachtbedingungen liegen augenblicklich beim Iagdvorsteher aus. Mit Rücksicht darauf, daß die 'Angebote der Pächter günstig sind und die Friedenspacht übersteigen, ist wohl anzunehmen, daß kein Iagdgenosse (Grundstücksbesitzer) von der Möglichkeit der Einspruchs- erhebung gegen die beabsichtigte Verpachtung aus der Hand Gebrauch macht. Die Jagd hat einen guten Rehwildbestand. Schwarzwild kommt ständig als Wechseb.vild vor, trotzdem ist der Wildschaden gering. Der Pächter des größeren Bezirkes hat einen Jagdaufseher hauptberuflich an- gestellt. der hier seinen Wohnsitz hat. Kreis Bicdenkopr. XX Fellingshausen, 28. April. Die Baumblüte, die bekanntlich in den hoher ge« find dtanoli Zigaretten bekanntdurch Qualität lind fPreiswürdtgkeiid legeren Ortschaften am Dünsberg später hervor- bncht als im Lohntal, ist hier glücklich vorüber. Die Frucht treibt und Hot an den meisten Obstbämnen stark angefeBL Nur der Apfelbaum mit seinen roten D. en schillert noch durch da? Baumgrün und läßt den Beschauer der Baumblüte langsam diese Pracht des Frühlings 1926 vergessen. sch. Breitenstein < Äräi Biedenkopf), 28. April. 3n einem Anfall von Geistes- g e ft o r 16 e i t verübte hier auf dem Felde der Arbeitslose Sch. eine schauerliche Tat. Sch., der bereit- M« Jahr arbeitslos ist. traf, als er mit einer Hacke aus der Schulter vom Felde kam, mit Frau MeißnerauS Breitenstein zusammen, die beim Holzmachen war Sch. schlug ohne jede Veranlassung mit der Hacke der Frau derart über den Kopf, daß sie schwer verletz t zusammenbrach. Frau Meißner wurde in eine Marburger Klinik eingeliefert und ift dort bereits ihren Verletzungen erlegen. Der Mann wurde festgenommen. Mrciö Marburg. sch. Marburg. 28. April. Der Magistrat hat beschlossen, zum Andenken an den Ober- 'nirgcrmciftcr a. D Troje dem linksseitigen .^rchwasserlchuhdantm der Lahn den Hamen ..T r oj e - D a m m" beizulegen jf Marburg. 27. April. Am Donnerstag begehen die Eheleute Zigarrenmacher Wilhelm Keuscher und Fra», geb. Driel. das Fest der diamantenen Hochzeit. Leider ist es dem Jubilar nicht mehr vergönnt, das Himmel-licht zu schauen, denn er ist seit einigen Jahren erblindet. Eine Rachkommenschaft von 7 Kindern. 33 Enkeln und 7 ilrenfeln bringen ihnen ihre Glückwünsche dar. — 3m Kreise Marburg herrscht die Maol- und Klauenseuche außer in dem Gehöre eines hiesigen Einwo.merS in solchen in Wetter Münchhausen. Todenhausen. Wittelsberg und Hachborn, ferner im Kreise Kirchhain in Amöneburg und Hertingshausen. Dillkrcis. bl. Herborn. 28. April. 3n der letzten Zeit wurden in der Gemarkung und der Umgebung am Flußbett der Dill umfangreiche Rcgulierungsarbeiten zum Schuh gegen die alljährliche Hochwassergefahr vorgenommen. So wurde das Bachbett gesäubert, die Ufer befestigt und besonders gefährdete Stellen instand gefetzt. Mit den Arbeiten wurde zur Zeit der großen Arbeitslosigkeit begonnen, so daß viele Leute dabei beschäftigt werden konnten. — Der Betrieb der Landes-Heil- und Pflege- a n ft a 11 hat sich in den letzten Jahren stark erweitert. Durch die Uebertoeifung von Kranken aaS anderen aufgelösten Anstalten muhten die Baulichkeiten in beträchtlichem Maße vermehrt werden. So hat man an der Landstraße nach Merkenbach zu einige Pflegerwohnungen erbaut und gleichzeitig die Anstaltsgebäude erweitert. Aus Ges.indheitSnlcksichten hat man die Dampfheizung in eine Warmwasserheizung umgewandelt. Gin eigenes Elektrizitätswerk wurde errichtet. das die Anstalt mit Strom beliefert. Beobachtet man heute die Anlage, so sieht man hier eine Kleinstadt für sich. Maingau. WSA. Frankfurt a. M, 28. April. Gestern gegen Mitternacht wurde auf dem Bahnkörper zwischen Wilhelmsbad und Hanau-West die Leiche eines DienstmanneS auS Hai-au von einem 'Ba., .warter aufgefund? . Vermutlich liegt Selbstmord vor. Turnen, Sport und Spie!. Rademacher und Fröhlich beim Reichspräsidenten. Berlin. 28 April. (TU.) R > : -Präsident von Hindenburg cm'Smt heute Pormi tag die beiden aus A nenka zurück;eü?hrten Meisterschwimmer Rademacher und Fröhlich, denen er sei ic G?iu i!uan; über ihrt a i^crorbent- lichen sportlichen Leistunget au r ickte. Strafkammer Drehen. * Dreßen 27. April. Ein Unteroffi ver des biefigen Bataillons war Im 3uni 1925 fahnenflüchtig geworden. DaS Schöffengericht hatte ihn. nachdem er sich nach etwa 7 Monaten gestellt hatte, toegen Fahnenflucht zu 10 Monaten Gefängnis und Sienftentiaffung verurteilt. Dem Anträge der Staatsanwaltschaft gemäß erkannte die Strafkammer noch'weiter aus Degradation. Unter Ausschluß der Oefsentlichkeit wurde gegen einen Arbeiter aus Aeisk'rche' wegen Sittlichleitsverbrechens verbandelt. D isS-^öfsen- gerichl hatte ihn zu 6 Monaten ® e f ä n g - n i s verurteilt. Die Strafkammer verwarf die Berufung des Angeklagten. Ein Angestellter einer Düdi iger Genossen- schaft war von dem Schöffengericht wegen Untreue und Unterschlagung zu 1 3a.hr 9 Monaten Gefängnis und 2 3ahren Ehrverlust verurteilt worden. Die Strafkammer konnte nicht seststellen, daß der Angeklagte die gesamten buchmäßig feMenben Beträge veruntreut habe, und ermäßigte de-halb die Strafe auf 1 3ahr 3 Mo - natc Gefängnis unter Aufhebung der Ehrenstrafe. Amtsgericht Wetzlar. Q Ein Landwirt aus QI a ■ 6 o t n durchfuhr seinerzeit mit einem mit Stroh beladenen Wagen die Stadt Wetzlar, wobei durch vom Wagen herab- fallende? Stroh die Straßen verunreinigt wurden. Gegen den ihm dieserhalb zugesandten Straf- bescheid der Polizeiverwaltung über fünf Mark, evtl. zwei Tage Haft, beantragte er gerichtliche Ent- schetdung, jedoch mit negativem Erfolge, denn das Gericht erkannte aus die gleiche Strafe. Ein Landwirt aus Lützellinden hatte zu der Zeit, als wegen Ausbruchs der Maul- und Klauenseuche die Sperre über die Gemarkung Lützellinden verhängt worden war, dadurch gegen das Viehseuchengesetz verstoßen, daß er ein Kalb zwecks Ausführung abschlachten ließ, ahne vorher seinen Viehbestand auf Seuchenfreiheit untersuchen zu lassen und ohne die Genehmigung des Landrats zur Ausfuhr eingeholt zu haben. Gegen den ihm dieserhalb zngestcllten gerichtlichen Strafbefehl über 20 Mk. Geldstrafe, Hilfsweise vier Tage Haft, erhob er Einspruch mit der Begründung, daß ihm nicht bewußt gewesen sei. daß eine tierärztliche Untersuchung des Viehbestandes vor der Schlachtung des Kalbes erforderlich gewesen wäre. Der von ihm bestellte Fleischbeschauer habe erklärt, daß der Kreistierarzt für die Untersuchung des Fleisches zuständig war, und dieser sei auch bann bestell, worden. Erst danach habe die Aucfütnung des geschlachteten Kalbe? fta.tgefunben Das Gericht er- mäßigte die Strafe auf 5 Mk. hilfsroeHe einen Tag Haft, da der Angeklagte aus Unkenntnis gehandelt hatte. Gerichtsfaa?. Ein schweres Linbrechertrio. IBS 7t Frankfurt a. M. 28 Avril Der Stuttgarter Kriminalpolizei war es im vorigen August gelungen, bort eine lang .gesuchte Einbrecherbande. die bal* hier bald dort Ein- bruch-diebstähle verübte, festzunehmen. Eit ent» laro'cr Hehler vdrlor bei seiner Vernehmung tie Fassung und legte ein Geständnis ab. woraus der Haupträdelsübrer. der Kellner Arthur Spieß, und bald daraus die anderen Mitglieder der Bande Mngfeft gemacht tncr'cn konnten. 3n der heutigen 03erHandlung vor dem erweiterten Schöffengericht gab Sviest eine eingehende Sck>il- benmq feiner ..Tätigkeit". Schoa im 3ahre 1922 stattete er an Sonntagen zahlreichen Bureaus in Frankfurt Beluch? ab und stahl Schreibmaschinen. die er in Berlin durch einen Hehler reräufxnm lieh. 3n gewissen Zeitabständen tauchte er bann in anderen deutschen Großsti'ten. und zwar bis nach Br-slau hin. auf. wo er in gleicher Weise arbeitete 192 i lehrte er nach Frankfurt zurück und nahm mit seiner Truvpe das unterbrochene Gastspiel wieder auf. 3nd 'efamt gibt er allein in Frankfurt 39 Einbruchs- diebstähle zu Das Gericht erachtete Svieß in 4 9 Fällen für schuldig und verurteilte ihn unter Einbeziehung früher erkannter Strafen zu insgesamt 15 3 a 6 r e n Zuchthaus Sein .Mitarbeiter" Ge Hard Dreiser wurde wegen schweren Diebstahls in sechs Fällen zu insgesamt acht 3 a 6 re n Zuchthaus, der Kealtsahrer Paul Szciska wegen zweier Diebstähle im Rückfall zu zwei 3ahren sechs Monaten Zuchthaus verurteilt Das frühere Kontroll- mädcheir Else K r ü s k e erhielt wegen Hehlerei sechs Monate Gefängnis. Spieß und Or ifcr wurden die bürgerlichen Ehre'.rechte auf die Dauer von zehtz Jahren, S c'slg auf die Dauer von fünf 3ahren aberkannt Be rar feilang eines Hochstaplers und seines Helfers. WSQl. Heidelberg, 28 April. Dor dem hiesigen Schöffengericht Hatte sich der angebliche Landwirtschaftsdrreltor Friedrich THirnau, Sohn eines Forstbeamten aus Hannover, wegen zahlreicher Betrügereien und Hochstapeleien zu verantworten. Rach mehrstündiger Verhandlung wurde der etwa 30 3ahre alte Angeklagte, der diese 'Betrügereien unter dem Hamen eines ..Grafen" Gersdorfs verübt hatte, zu fünf Jahren Gefängnis unter Anrechnung von 22 Monaten Untersuchungshaft verurteilt. Der ..Privatsekretär" des .Heern Grafen", der Kellner Franz Schmitt aus Bamberg, wurde wegen Beihilfe zum Betrug in vier Fällen zu acht Monaten Gefängnis verurteilt. Oer Herr Bautet — Line köpenikiade. WSR. Ludwigshafen. 28. April. Der Student der Technischen Hochschule in Karlsruhe Robert Welker hatte sich vor dem Amtsgericht yu verantworten, weil er sich aus Grund eines Führerfcheins zur Bedienung von Lokomotiven als Eifendahnbaural aus- gegeben halte. Unter diesem Titel hatte er bann eine scharfe Kontrolle der Maschinen und des Fahrperfonals ausgeübt, sowie selbst Personen- und Schnell züge gefahren. 3n der "BcrbonMung bezeichnete der Sachverständige den Angeklagten als einen Psychopathen, woraus er aus das Plädoyer des Verteidigers freigesprochen wurde Fünf Jahre Zuchthaus für einen Einbruch. WS 71 KaiferSlautern, 28. April. Anfang dieses 3ahro»> stieg der 2Sjährige Tagelöhner Otto Petri mit feinem au# einer Erziehungsanstalt entwischten Bruder dreimal in ein Erholungsheim ein und raubte verschiedene Gegenstände. Er wurde nunmehr zu fünf Jahren Zuchthaus, Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf fünf 3ab re und Stellung unter Polizeiaufsicht verurteilt, während sein Bruder die über ihn verhängte Zuchthausstrafe zunächst weiter abfihen muß <4kf$(tncr -öochcnmarttpreise. ES kosteten auf dem heutigen Wocheamartt d^s Pfund: "Butler 200 bis 210 Matte 35, Käse 50 bis 140. Wirsing 3", Wnhkraut 35. Rotkraut 35, gelbe Rüben 25 bis 35, rote Rüben 20, Spinat 30 bis 50 Römischkohl 25. Spargel 120, Tomaten 120, Zwiebeln 25, Meerrettich 40 bis 80. Schwarzwurzeln 50. Rhabarber 20 bis 25. Kartoffeln 4 bis 5. A pfel 15 bis 40, Suppenhühner 100 bis 130, Tauben 70 bis 83: das Stuck: Eier 10 bi- 11, Blumenkohl 100 bis 180. Salat 23 bis 30, Salatgurken 120 bis 150. Lauch 10 bis 20, Sellerie 20 bis 50; dar Bund: Radieschen 15 bis 20. Rundfunk-Programm deck %rnnf itrtrr TenderS. (Aus bei .Radio-Umschau".) Freitag, 30. April. 3.30 bis 4 Uhr. Die Stunde der Jugend: „Erzählungen unserer großen Meister", vorge- tragen von Lehrer Otto Meh.er: „öuftige Dol.S- fchwänke aus alter Zeit" (für Kinder vorn 11. 3ahre ab). 4 30 bis 5.40 Uhr: Haussraucnnach- mittag: Programm u. a. „Frauenfvort und Hygiene". Dort rag von Fräulein Dr. Martha Türk: 5.43 bis 6 Uhr: Die Leiestunde (Briefliteratur): Aus den Briefen der Günderode. 6 biS 6.10 Uhr: llebertragung von Kassel: Vortragszyklus deS Kasseler Gesundhei sarn'es anläßlich der Reichs- gesundheitswoche Dr. Möhring I spricht über: „Lust- und Sonnenbad". 6.15 bis 6.45 Uhr: ..Die Wirtschaftstheorien vom Merkantilismus bis zur Gegenwart VI: Die Kr egs- und Rächte o.u iont- zeit", Vortrag von Diplomhandels^ehrer C. Beyer. 6.45 bis 7.15 Uhr: Stunde do? Südwestdeutschen Radioklubs- C. Becker: ..Rüakopplungsltörun- gen“. 7.15 bis 7.35 Uhr: Zwanzig Minuten Umschau über die Fortschritte in Wissenschaft und Technik. 7.45 bis 8.15 Uhr Stunde des Frankfurter Bundes für Vorbildung. „Die jährli^ en Feste der Raturvölker". Vortrag von Dr. E. Vatter. 8.15 bis 9.15 Uhr Vortragsabend Sven Scholander, Begleitung: Schwedische Laute 1798. 9.15 bis 10.15 Uhr: Versuch der Uebertragung ferner und ausländischer Stationen für den ^etef- tvrempfang. 'W M Blaubani W 'm Volksmunöe 5 ....... .. zä AW- feite • ^•ir: ..... ■ > - r - W WWW hü/, Tit Ulau&and ! begonnen, heißt Helö gewonnen 50 'Pftttuifi 7/2 fP£d- Zu jedem Pfund die „Blauband - Woche“ gratis Prima nahgestreckte bnMr-Trdrln aße gangbaren Breit« auf Vager frieirirt GroO, Irinin (Sieben, Reuen« eq 32 IBS-D y Meiner geschätzten Kundschaft zur gefälligen Kenninis, daß ich unter Rufnummer 721 an bas Fernsprechnetz «geschlossen bin. Ernst Muth Schokoladen- u. 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Es schadet vielleicht nichts, wenn man es einmal offen ausspricht, baß bie Eltern am besten tun, wenn sie währenb solcher Erholungszeit, auch wenn sie eine monatelange Abwsenheit ihres Kinbes mit sich bringt, bas Kind nicht besuchen; ist bas Kinb in einem Heim untergebracht, bann gilt biefe Forde- rung nicht. Ist bas Kind aber in einer Familie untergebracht, bann sei warm empfohlen, ihr zu entsprechen. Merkwürbig, wie viele Eltern bas Reisegelb aufbringen, um so weite Strecken zu fahren, baß sie ihre Kinder besuchen können! Meistens hinterlassen diese Besucher bei den Familien, die davon „betroffen" werden, unangenehme Eindrücke; vielleicht erfolgt der Besuch der Eltern oder — so ist es ja meistens — des einen Elternteils nicht ohne Nebenabsichten, die man gelegentlich durchblicken läßt. Vielleicht ist aber etwas im Wesen der Eltern, was den Bauersmann ab« stößt, ober was ihm mißfällt, — so trübt sich leicht burch die Schuld ber Eltern ein vorher ungetrübtes Verhältnis. Eine Frage liegt mir hier besonders am Herzen, gerade deshalb, weil sie im Streit der Inges« Meinungen leicht zu kurz kommt: das ist die Frage der Konfession. Sie ist bei der Unterbringung in Familien einfach wesentlich. Man kann sie nicht ignorieren wollen! Wohl ist die kirchliche Sitte ja heute teilweise ftarf erschüttert; aber es gibt denn doch, gerade in Oberhessen, — soll man sagen: noch? — so viele Orte, in denen der regelmäßige sonntägliche Kirchgang gute Sitte ist, baß man bie Frage ber Konfession nicht einfach übersehen kann; bas würbe sich rächen, wie es so unb so oft schon geschehen ist. Es schabet keinem Stabtkind etwas, wenn es einmal mit solcher Sitte in lebenbige Berührung kommt; immerhin: zwei Welten! — Wenn „Ich sag' es ja," schrie Ille, „nichts wie Dummheiten gibt das Ding an! Aber Thora —" Thora griff schon hin und nahm den Hund in die Arme. „Komm, kleine Dina. Hat der böse Mann dich stranguliert? Was kannst du dafür, daß du jagen mußt? — Sagen Sie vielleicht nicht?" Sie blitzte Heider zornig an. „Nicht auf verbotenem Terrain." „Das machen Sie dem Hund einmal begreiflich! Ueberhaupt — Sie haben ihn mir geschenkt " „Darum suche ich auch das Unheil zu verhüten, das er anrichten möchte. — Aber im Ernst, Fräulein Thora, junge Hunde müssen zur rechten Zeit mal einen Jagdhieb haben. Sonst verwildern sie." „Ich hab' mir ein Buch aus Hamburg kommen lassen über die Erziehung von Schäferhunden. Da steht, sie dürften nie — aber auch nie — einen Schlag bekommen." „Na, wenn Sie bei der Methode mit der Dina auskommen — viel Glück. Ich wollte, ich hätte sie Ihnen nicht gegeben. Jagt sie Hühner, so jagt sie auch Wild, und jeder Jäger, wenn er einen wildernden Hund trifft, schießt ihn ohne weiteres nieder." Thora wurde unsicher. „Ich werde aufpassen. Sie wird schon mit Gutem zu lenken sein." „Die?" meinte Ille. „Die bat sieben Teufel im Leibe. „Na, du kannst sie ja unserem Pädagogen zur Erziehung überweisen. Vielleicht kennt der die rechte Methode, ohne Jagdhieb auszukommen." „Was für einem Pädagogen? Ist das wieder ein Spitzname, Fräulein Ille?" „Nein, das ist blutiger Emst. Unsere Mutter hat einen Philologen ins Haus genommen — oben im Giebelzimmer soll er wohnen —, der wird uns bilden und erziehen. Weil sie selber nicht mehr mit uns fertig werden kann. Thora, deine Waffeln brennen an." Thora stob in die Küche, und Heider Steffen stieg gemessenen Schrittes hinter chr her. „Ach, bitte, wollen Sie nicht lieber Ille draußen Gesellschaft leisten? Oder Mucki suchen? Die steckt irgendwo in den Fliederbüschen." „Danke, ich sitze sehr gern ein bißchen auf der Herdecke." „So, dann erzählen Sie mir wenigstens, was es Neues gibt. Wie lange haben Sie gestern bei Grön Maibowle getrunken?" cm Kind aus einer stark ober ganz entkirchlichten Familie m eine gute, fromme Familie hineingerät, so ist das recht gut; kommt ober ein Kind aus Ge- meinjchaftskreijcn in eine Familie, die noch nicht einmal das Tischgebet kennt, dann erscheint das bedenklich und führt -- Erfahrungen bestätigen das — u. Konflikten Diese beiden ertremen Fälle mögen hier genügen, um darzutun, daß die Frage der Konfession und Religion wesentlich ist. Vielleicht darf auch noch ein Wort über das sexuelle Leben gesagt werden. Aus dem Lande ist da vieles natürlicher, urwüchsiger, als in der Stadt; was mit dem Vieh vorgeht und vom Kind gesehen wird, das kann ihm leicht auch zur Gefahr werden: zur Verrohung oder zu Schlimmerem fuhren. Am besten wird da, wenn der Fall eintritt, etwas mit ruhiger, fachlicher Klärung zu machen sein, ohne irgendwie Neugierde zu erregen oder irgend etwas aufzurühren, was in dem Kinde noch ruht. Ein wesentliches Bedenken gegen die Verbringung von Kindern auf das Land überhaupt sei gestreift: das ist die Zerreißung des Sch ul Zusammenhanges. Dieses Bedenken erfctycint mir von großem Gewicht; das Kind, das eine Zeit- lang in Erholung lebt, wird wahrscheinlich immer Schwierigkeiten haben, wenn es in feine alte Schul klasse zurückkommt. Immerhin darf hier einmal dankbar festgestellt werden, daß oft von Stadtkin hern auf dem Lande. — der Schreiber dieser Zeilen hat es selber erfahren dürfen. — ein geradezu heft achtender Einfluß auf den Schulunterricht auf dem Lande zu beobachten ist. Einmal fallen die Stadtkinder auf durch ihre guten Antworten, — dann aber hat man den Eindruck, daß die ganze Klasie sozusagen von einem neuen Geist ergriffen ist. Und nun einiges ganz unmittelbar Praktisches. Da kommt ein Stadtkind in eine Familie auf dem Lande hinein; es wird freudig aufgenonb men unb gut behandelt. Sagt es aber etwa „gute Nacht", wenn es zu Bett geht, oder „guten Morgen", wenn es aus feinem Stübchen kommt? Das gab es wohl daheim in der Familie, wo so kein herzliches Zusammenleben ist. nicht? Nun. so sollte es doch hier, in der Aufnahme-Familie fein, wo guter Familiensinn noch eine Stätte hat! Das ist nicht nur eine Kleinigkeit. Das hat symbolische Bedeutung! — Und dann: bitte Ordnung im Stüb eßen hatten! Keine unnötige Arbeit verursachen! Waschwasser und dergleichen kann man selber holen; da braucht man niemand „danke schön" zu sagen. Auch das Kutturinstrument, das sich im Nacht- schränkchen befindet, „darf" man selber entleeren. Wer diese kleinen Arbeiten selbst tut, der wird bald lernen, dann auch bei anderen Arbeiten, beim Heu- machen etwa, mit anzugreifen, — man lebt sich dann leichter ein, und die Brücke zu der Aufnahmefamilie ist schnell geschlagen und tragfähig! Und zum Schluß: ein Wort vom Vergessen. Hat es deinem Kinde, lieber Vater und liebe Mutter, die ihr dies lest, gut gefallen da, wo es war, — bitte dann sorgt doch dafür, daß der erste Brief eures Kindes seit seiner Heimkehr nicht gerade unmittelbar vor den neuen Ferien geschrieben wird! Kinder vergessen ja so leicht; hier aber könnte es doch manchen enttäuschen, der wartet, unb manchen schönen Faben abreißen laffen. Daß Stabtfinber in der Erholung auf dem Lande willkommen sind, unb baß es gar manchen gibt, ber sich um ihr Ergehen kümmert, bes zum Zeugnis biefe Zeilen. Die Erholungsreise der „Heringsdorfer". Anfang dieser Woche wurde eine Anzahl er» holungsbebürftiger Kinder von Gießen aus nach dem Ostfeebad Heringsdorf zur Kräftigung geschickt. Ein Vater schickt uns nun die nachstehende anschauliche Schilderung über den Antritt der großen Reise durch die kleinen Trabanten: „Es ist späte Abendstunde. Ich sitze mit meiner Zwölfjährigen im Wartesaal bes Bahnhofs Gießen. Wir sind von auswärts gekommen und haben noch Zeit. Aber bald noch 10 Uhr gibt es Leben. Kleine und größere Trupps von Kindern kommen. Zum Teil in bunten Mützen, das sind bie von den höheren Schulen, zum großen Teil ohne die bunte Kopfbedeckung, die Kinder aus den Volksfchulklaffen. Eltern geleiten sie, Freunde unb ältere Geschwister sink» babei. Geschäftig gehen braune Schwestern durch „Wir gingen früh nach Hause." „Ja, früh am Morgen. Wir hörten Sie den Weg heraufkommen. Das Schaukelpferd fang den Rodensteiner und verirrte sich immer in den Versen. Und Sie wollten ihm zurechthelfen —" „Bitte, das war der Tierarzt. Ich habe solche Versuche längst als hoffnungslos aufgegeben. Das Schaukelpferd ist hartmäulig. Hat es einmal die Zügel des Gesanges durchgehend zwischen die Zähne genommen, fo kann fein Mensch es steuern." „Sie machen sich", sagte Thora und sah ihn zufrieden an. „Sie haben von uns gelernt, die Dinge nett und richtig auszudrücken." „Bei solcher Lehrmeisterin! — Sie sollten mich als Schüler für Lebenszeit annehmen." Du lieber Himmel, was fiel dem Menschen ein. War das ein Antrag? So mir nichts, dir nichts, beim Waffelbacken am Herd? Thora beschloß, zu tun, als verstände sie nicht. „Halten Sie mich für eine Gouvernante? Höflich sind Sie nicht, das muß ich sagen, und überhaupt hab' ich einstweilen mit der Dina wirklich genug zu tun." Heider Steffen ließ sich nicht einfchüchtern. Es war noch nicht aller Tage Abend. Und ein solches Mädchen zu umwerben ist besserer Spaß, als sich gegen die Sentimentalen oder Dreisten zu wehren, fcie sich jedem Mann an den Hals werfen möchten. Er griff in die Waffelschüssel unb hotte sich die besten heraus. „Backen können Sie, Fräulein Thora." „Das ist felbstoerständlich. Ich weiß nicht, warum die meisten Menschen von den Hausfrauenkünsten immer so viel Wesens machen. Was jedes Dienstmädchen lernen kann, das wird unsereins doch wohl auch können. Aber weil wir Schwestern nicht große Worte darüber verlieren, sondern lieber mal was anderes hören und reden, heißt es von ufls, wir wären mäßige Hausfrauen." „Meine Tante sagt das nie." „Frau von Brockdorf sieht auch mehr als andere. Wie geht es Ihrem Onkel? Er sah neuttch schlecht aus. So entsetzlich weiß, als hätte er gar kein Mut mehr." „Es ist immer das gleiche. Es kann noch lange so bleiben, es kann — wenn bas Herz einmal versagt — einmal schnell vorüber sein." (Fortsetzung folgt.) Tellus Bergbau 75,5 Zementwerk Heidelberg . . Philipp Holzmann • . . . 98,5 Wirtschaft 51,5 108,5 126,12 136' 133 135,5 132,5 126 59,25 131* 62 96' 98,5' 108,5' 150,5* 86 Devisenmarkt Berlin-Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. 74,5 80 149 84,75 79 149,62 105 126,5 125,5 121,5 107,12 150,5* 85 66,75 79 112 106’ 105,5 100 93 129,50 58,75 65 85,75 36,75 125,75 51 12 42,75 149,5 91,5 126,5 125 87 । 121,12 92 104 । 7.37 ' 151,4* 105,4* I 127* 126* 122* 108 130 1 57.5 I 65 29 37,5 1 geworden, die Nachfrage konnte aber glatt befriedigt werden. Tagesgeld 4 bis 6 Proz.. Monats- geld 51/» bis 6 Proz. Dörsenkurfe. Hamburg-Amerika Paket. Norddeutscher Llovd Kheramische Werke Albin 91,5 60 55 94,2.5 108,62 129.25 132 36 52 79.37 92,75 93 25 40,25 107,5 86 36.8 3.87 126,5 58,5 58.12 12,121 12, 42,87 1 1106,5* 100,5* 93,87* 129,5* 62,75 67,25 79,25* 93,87* Metallbank...... • • Mitteldeutsche Kreditbank . Ocfterrcichische Kreditanstalt 105,75 | 100 . 98,1 ao 93,2.5 | 93,7 105,4* 126* 121,3* 93.75 104* 7,25 Phönix Bergbau Ryeinstabl . . . . Niebeck Montan. P.'eguin Motorenwerke Maunbetm 136,3* 133 92.5* ; 61,62 56’ 96* 98,25* 1108,8* 1131,1* | 37,75 52* 79* । 94..5* ' 95,25 60,5 55 94.25 95,5 108.25 131 131.5 36 ; 50.12 79.2.5 93,5 93,5 60,37 135,75 131,75 50 i 96; 75,37 | 80 148,87 83,75 67 79,5 108,75 Zellstoff Walddos • . . Zuckerfabrik Frankenthal Zuckerfabrik Waobäulel e Bahnhofsräume und holen mit sicherem Blick olle „Heringsdörfer" zusammen in die- Vorhalle. Auch meine Kleine verschwindet. Ich lasse sie mit 'Absicht allein fertig werden. Sie kommt wieder mit strahlendem Gesicht und hat ihren Transportschein mit ihren Personalien umhängen. Nun gibt es kein beschauliches Zusammensitzen mehr. Befreundete Familien finden sich zusammen. Man sitzt und steht und wartet. Die Kinder kommen sich alle sehr wichtig vor. Auf vielen Gesichtern steht die Erwartung der kommenden Dinge, auf vielen rechte Reiselust und auf vielen, mühsam oder herzhaft bekämpft, das Heimweh, das als Abschiedsschmerz sich meldet. Die begleitenden Schwestern haben alle Hände voll zu tun und müssen noch hundert Fragen von Eltern beantworten und ebensoviele Wünsche und Ratschläge entgegennehmen. Es wird Zeit. Die Scharen gehen ouf den Bahnsteig. Der Zug kommt. Der reservierte Wagen wird von dem drängenden jungen Volk in heftiger Eile besetzt. Väter und Mütter, die sehen wollen, wie ihre Kinder sitzen, gehen noch einmal in den v-Zug-Wagen hinein und bringen das Köfferchen oder den Karton mit den Siebensachen. — Nun stehe ich wieder draußen neben den vielen andern, deren Kinder durch die Fenster sehen und Pfänder. * Limburger Bank. Das abgelaufene Geschäftsjahr 1925 brachte der Genossenschaft der Limburger Bank eine weitere gesunde Entwicklung, bemerkenswert ist, daß die Bank keinerlei Einbußen aus Geschäftsaufsichten und Konkursen erlitten hat. Wie sehr sich die Geschäftstätigkeit gegen das Vorjahr erhöht hat, läßt sich aus den nachfolgenden Zahlen ersehen: Die Bilanzsumme erhöhte sich von 582 333 RM. im Jahre 1924 aus 863 973 Reichsmark in 1925 und der Bruttoumsatz von 31 Millionen RM. auf rund 48 350 000 RM. Erfreulich ist die Zunahme der Spareinlagen, die sich gegen das Vorjahr um 136 977 RM. auf 199 545 Reichsmark erhöht haben. Der Reingewinn aus 1925 beträgt 26 184 RM. und wird folgendermaßen verteilt: 10 Prozent Dividende auf 1924/25 eingezahlten Geschäftsguthaben je 10 000 RM. lieben Weisung an Reservefonds und Aufwertungsrücklage, die sich somit auf 38 671 RM. erhöht. * D i e Notlage der Zigarctten- i n d u st r i e war Gegenstand einer Interpellation des Abgeordneten Prof. Dr. Kastner im sächsischen Landtage. Eine Industrie, die ca. 500 Millionen Mark Tabaksteuer aufbringen soll, liecht großenteils still und weist 60 bis 68 Prozent Arbeitslose und Kurzarbeiter auf. Die Ursache, die seit Oktober 1925 bestehende Materialsteuer, muß sofort mit rückwirkender Kraft beseitigt und ein gesetzlicher Schuh der Hersteller geschaffen werden. Vertreter sämtlicher Parteien pflichteten mit seltener Einmütigkeit den Ausführungen und Anträgen Prof. Dr. Kastners bei, und auch ein I herrschte in Börsenkreisen eine Zuversicht- Negierungsvertreter hat Schritte zur steuerlichen lich e Stimmung, die erneut zu einem an« Entlastung der Zigarette zugesagt. geregten Geschäftsverlauf führte. Die * Maschinenfabrik Dadenia 21.®., Erklärung des Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht, Weinheim i.D. Non der Gesellschaftsaufsicht öa$ eine weitere Herabsetzung des Reichsbankverlautet laut „5.3.“, daß es nunmehr gelungen piskontsahes erst nach Eintritt einer weiteren sei, zu einem für die Dadenia und die Gläubiger Besserung der Wirtschaftslage erfolgen könne, annehmbaren Vergleich zu kommen, dessen Ein- konnte die optimistische Stimmung nicht beein- zelheiten binnen kurzem bekanntgegeben werden trächtigen Man tröstet sich damit, daß eine sollen. Es ist vorgesehen, daß die Hessische Giro- Herabsetzung des Diskontsatzes in zentrale im Verein mit öer DcHischen Giro- Aussicht genommen ist, wobei es schließlich auf zentrale unter Garantie der Stadt Weinheim der ^en kürzeren oder längeren Sennin nicht Dadenia einen Kredit einräumen wird. ankommt. Die Spekulation be tätigte sich «nv?«» auf den führenden Werten in Rück- -oex-liner iOVMt. käufen und Deckungen, wobei besonders F arben- (Eigener Drahtbericht des .Gießener Anzeigers".) werte größere Deachtung fanden. Die Derlin, 29. 2lpril. Die heutige Dörse eröff- Kursbesserungen waren aber zunächst nicht be- nete bei sehr ruhigem Geschäft. Die Sen- deutend. Das Publikum blieb dem Markte denz blieb freunblid) unter dem Einfluß der be- I weiterhin fern, so daß sich das Geschäft nur friedigenden Auslassungen auf dem Industrie- unter Epekulationskreisen abwickelte und bald wie- und Handelstag, wurde während der ersten der zum Abflauen kam. Farbenwerte zogen Stunde dann aber unsicher, da die innerpolitische um 1,25 Prozent an. Goldschmidt plus 1 Prozent, Lage sehr vorsichtig beurteilt wurde und durch dagegen Holzverkohlung minus 0,75 Prozent, die Ultimo-Dispositionen noch einiges Material Am Montanmarkt bestand Interesse für herauskam. Außerdem verstimmt die seit gestern I Rheinstahl, Gelsenkirchen und Deutsch-Lux, die nachmittag eingetretene stärkere rücklä ufige befestigt aus dem Verkehr hervorgingen. Bewegung des französischen Fran- Elektrowerte setzten sich in der Aufwärts- t end. Paris gab infolge der Verzögerung der bewegung fort. D an kak tien lagen be» französisch-amerikanischen Schuldregelung gegen I festigt. Eine bemerkenswerte kräftige Er- London auf 147,75 nach und erholte sich dann auf holung zeigten die Aktien des Met all- 147,20. Auch Drüssel war erneut stark rückgängig I bank-Konzerns: Scheideanstalt plus 2,5 und stellte sich auf 138,50 gegen London. Durch Prozent, Metallbank plus 1,75 Prozent, diese Momente gingen die anfangs auf den Metall - Gesellschaft plus 1 Prozent. Schiff- Altienmärkten erzielten Kursavancen von etwa fahrtsaktien verkehrten ruhig und neigten 1 Proz. wieder verloren. Am Geldmarkt ist zum Nachgeben. Von Autoaktien waren Kleher der Dedarf infolge des Ultimos etwas stärker I kräftig gesteigert (plus 2,5 Prozent). Zucker- Preußen und die Dergwerksge- ftranffurtn Armaturen . . sellschaft Georg von Giesches Erben. I Von amtlicher preußischer Seite wird mitgeteilt: ajct Union . *. „Die seit Ende vorigen Iahres zwischen der Derg- edjubmbrif ^cr, werksgeselischaft Georg von Giesches Erben und I Sichel. der W. A. Harriman & Co. Inc. einerseits und der preußischen Regierung andererseits geführten Verhandlungen über die Lage, die sich aus dem zwischen Giesche und Harriman am 4. November v. I. geschlossenen Vertrage ergeben hatte, sind zu einem gewissen Abschluß gelangt. Preußen hat sich im Benehmen mit dem Reich bereit gefunden, Giesche das für den regierungsseitig gewünschten Dau und Dctrieb der Hütte erforderliche Kapital darlehnswei/e zur Verfügung zu stellen, und zwar zu ermäßigten Bedingungen, da Giesche in Pol- nisch-Oberschlesien eigene Hütten besitzt, die mit geringen Kosten für die zusätzliche Verhüttung der Erze aus den Deutsch-Bleischarley-Feldern eingerichtet werden könnten. Die Sicherung des Darlehens erfolgt durch Stellung geeigneter ihre Hände heraushallen. Blitzartig tauchen andere Bilder in meiner Seele auf. Ich seh' mich im Zuge. Die Zwölfjährige ist ein kleines Kind und zu Hause. Westbank ....... Aber vor dem Fenster steht ihre Mutter. Der Urlaub Bochumer Gaß ist aus und es heißt: Abschied genommen. Der Zug g£60cru5 will fahren und zwei Hände müssen sich lassen . . Deutsch-Luxemburg Vorbei. Heut' ist auch Abschied, aber es ist ein lusti- @c(icntird)cner äcrotoerfe. ger Abschied. Lebhaftes Rufen und Winken. Immer §Xcde aT&rSieb^. .i wieder reichen die kleinen Hände heraus nach un- Kaliwerk Westeregeln...»- seren, weil der Zug noch hält. Gute Ermahnungen klingen hinaus: „Jung' sei tapfer!" „Nur kein Heim- I S.bnbedarf . weh!" „Bleibt schön beisammen ihr Grünberger!" Eine biedere Landfrau tröstet ihre schlanke Tochter: „Alf Eul, was heulst denn." Und war ihr doch selber das Heulen nicht weit. — Der Zug fährt. Ein langes: „Ah, ah!" Und dann hallt es hundertmal: „Auf Wiedersehen, auf Wiedersehen!" Tücher winken und wehen. Junge Kehlen singen im Zug. Jetzt, wo der Zua fort ist, brauchen sich die Alten nicht Anglo-Cout.-Guano ■ • • • mehr 3u bedingen Mancher Mutter liefen die M'KLLN..«: Tranen: denn 6 Wochen wird der Liebling fort fein. ftolbfäimibt Eine lange Zeit. Aber darinnen waren wir uns HoUvcrkohlung einig. „Wir wollen froh fein für unsere Kinder, an ft alt ‘ ’. daß ihnen eine solche Erholung gewahrt wird . . . @iettrtittät3«®efenfdmft Es ist -jl2 Uhr. Das Leben und der Lärm hat sick K verloren. Die Bahnhofshalle liegt still. Draußen Mainkraftwerke fährt der Zug. Wir hoffen er bringt nach sechs Schucks * .... Wochen d,e Kinder neu gekräftigt zuruck. | Mna Daimler Motoren. ...... Hepligenstaedt . . ....... Frankfurt a.M. Berlin Schlug t-Uhr- ftur» | fiurs Schluß. Kur» Aman« Otirc Datum: 28.4 1 29 4- 28 4 29 4. 1 5% Deutsche Rcichs-mleche 4% Deutsche Rcichsauleihe ■ Deullche Rcichscmletde 3% Deutsche Rcichsanleihe ■ Deutsche Evarprämienaulcihe 4% Preußische KonsotS • • • 4° o Hessen....... 3*/«% ........ I 3°/0 Hessen Deirrsche Wertd. Dollar-Anl. dto. Doll.-Schav-Anweisua.*> — rfk W IC A. w 1Sl1SSriSSl“ i i i i i i । i i i i 0,415 — 0,3925 9,4825 0,2525 0,4 0,4 0,43 0,39 90,25 0,4125 0,395 0.3875 0.480 28 April. 29 April. Auikliche Noti rung Amtliche Notierung (»cld i Bries Geld Briet Amik-Ntoit 168,01 169.06 168,71 169,13 Buen.-AircS 1,684 1,688 1,669 1,673 Brss Antw 14,99 15,03 14,47 14,78 Ebristiania. 91,02 91,24 90.49 90,71 Kopenhagen 109,81 110,09 109,78 110,06 Stocklrolm • 112.29 112,57 112,28 112.56 Helfingfors 10,547 10,587 10,547 10,587 galten. . 16,855 16,895 16,855 16,895 Loudon. . 20,397 20,449 20,40-1 20,456 stteuyork . . — —— Paris. . . 13.90 13,94 13,84 13,88 Schweiz . ■ 81,09 81,29 81,07 81,27 Spanten • 60,77 60,93 60.67 60,83 Japan . . . 1,992 1,996 1,993 1,997 Bto de Jan 0.602 0,604 0.603 0,605 Wien in D-- Ceft abgest 59,22 59,36 59,25 69,39 Prag .... 12,417 12,457 12,417 12,457 Äelzrad . . 7,39 < ,41 7,39 7,41 Budapest. . 5,865 5,885 5,865 5,885 Bulgarien 3,044 3,054 3,042 3,052 Lissabon 21.455 21,505 21.425 21,475 Danstg. . 80,92 81,12 80,92 81,12 stonstanttn. 2,16 2,17 2,17 2,18 Atben 5,24 5,26 5,24 5,26 Kanada. 4,20 1,21 4,20 4,21 Uruguav 4,33 • 4.34 4.305 4,315 Banknoten. Berlin, 28 April Geld | Briet Amcrilanische Note» ..... Belgische Noten . ...... Dänische Noten . ....... 4,186 14,935 109,51 4,206 15,015 110,05 Englische Noten........ Franzosssche Noten ...... Holländische Noten ...... Italienische Noten...... 20,368 13,94 168,25 16,87 20,468 14,00 169,09 10,95 Norwegische Noten...... Dcutsch-Ocsterr., 5100 Lrone» Rumänische Noten...... Schwedische Noten ..... Schwerer Noten...... Spanische Noten....... Tschechoslowakische Roten . . Ungarische Noten . . . . , 90,87 59,10 111,97 80,92 60,60 12,40 5 84 91,33 59,40 112,53 81,32 60,90 12,46 5.88 Arankfurter Börse. Frankfurt a. M, 29. April. Tendenz. Fest. — Auch zu Beginn des heutigen Verkehrs Schach-Ecke. Beaibeiiel von W Orbach. Alle für die Redaktion bestimmten Mitteilungen, Lösungen usw. sind zu richten an die Schachredaktion des „Gießener Anzeigers". Problem Nr. 59. Bon C. Dething, Riga. Schwarz. 8 7 6 5 4 3 2 d 8 6 5 4 3 2 Wz.' L____h a v Weiß. Weiß zieht und seht in drei Zügen matt. Weih: 4 Steine Ka8, DH7, Tbl, Lh3. Schwarz: 3 Steine Kg3, Bf4, Bf5 Eine besonders elegante und wendungsreiche Aufgabe. Partie Nr. 45. Gespielt im Vereinsturnier des Gießener Schachklubs am 18. Ianuar 1926. Damenbauernspiel. Weiß: Dr. Rothenberger. Eine veraltete Spielweise, welche die Punkte Ein guter Zug, der viele Verwicklungen her- 15. e6Xd5 16. Sd7-f6 17. De7-d6 18. Tc8-e8 19. g7 —g6 aufbeschwört. 15. d4-d5 16. e4xd5 17. Tfl-el 18. Ld3 — f5 19. Tel-dl 20. Sf3-h4? 1. d2-d4 2. c2-c4 3. Sbl-c3 4. Lei —g5 5. e2-e3 6. Sgl — f3 Schwarz: Dr. Leyser. 1. d7-d5 2. e7-e6 3. Sg8-f6 4. Lf8-e7 5. Sb8-d7 6. b7-b6 Ein schwacher Zug, der nur auf das Schlagen des Lf5 berechnet ist. Ld3 nebst Lc4 kam in Frage, obwohl dann Schwarz auch wahrscheinlich sein Bauernplus behaupten wird. 20 21. Tc3-g3 Ein sehr feiner Zug. 22. Tg3-e3 23. Lf5-d7 a6 und c6 schwächt und schon von Pillsbury entscheidend widerlegt wurde. 7. Lfl-d3 7. Lc8-b7 8. 0-0 8. Ta8-c8 9. Tal -cl 9. c7-c6 10. c4xd5 10. Sf6xd5 11. L<>5 — e7 11. Sd5xc3 12. Tclxc3 12. Dd8xe7 13. e3-e4 13. 0-0 14. Ddl -c2 14. c6-c5 20. Sf6xd5 21. Sd5-f4! 22. Dd6-c6 Allzu ökonomisch gespielt. Die Qualität spielt in solch einer verwickelten Partie keine große Rolle. 23 24. Ld7xe8 25. Le8-d7 26. Te3-g3 Schwarz spielt ragend. 27. Dc2-d2 28. Dd2-e3 29. TdlXd5 30. Tg3-h3 31. De3xe4 32. Ld7-b5 33. Lb5 — f 1 34. f2-f4 35. Th3-f3 23. Dc6-f6 24. Df6Xh4 25. Lb7Xg2 26. Lg2-e4! die ganze Partie hervor- 27. Tf8-d8 28. Sf4-d5 29. Le4Xd5 30. Dh4-e4 31. Ld5xe4 32. Td8-dl4- 33. c5-c4 34. Le4-d3 35. f7-f5 Unö Schwarz gewinnt nach dem Figuren- tausch durch seine Bauernmajorität. Derselbe^ hat in dieser Partie bewiesen, daß er ein beträchtliches Maß an Kombinationstalent besitzt. Lösung des Problems Rr. 57. Don P. A. Larsen. 1. Ta2-a4, Kb5xc5 2. c2-c4 Kc5-d4 3. Dh6- e3-f—j-. 1 Kb5xa4 2. Dh6-b6, Ka4-a3 3. Db6- b3-f—V- Richtige Lösungen sandten ein: Zu den Problemen Nr. 57 und 58 Herr Professor W„ zu 57 Herr Lehrer Dr., beide von Gießen. Die Narrenkappe. Splitter und Sparren vom RedattionSttsch. Gespräch. „Ach, guddn Moorschn, Frau Aewrdn! — Nu, wie gehd's denn?" „Scheen guddn Daach, Frau Sckniebsn. — Nu, wie sullsn gehn, ähmd wie's gehd.^ „Hammse's schunn gehährd, de qle Lehmann iß doch gestern geschdor'm!" „Ae gar! — Nee, so was! — 's is nich meech- lich! — Nu, wie gahm denn das? — so bläddslichl" „Nu, denknse nur ä mal an! — Abends is je noch gesund un frieh liechdse dohd in Bädde!" „Nee, was Sie nich saachn! — Denknse nur ä mal! — Na, Sie, ich weeß nich, das muß ä närrsches Gefiehl sein, wenn mr so frieh in Bädde liechd und is dohd!" Ranke-Anekdote. Der Theologe Willibald Anschlag hörte während seiner Berliner Studienzeit (Anfang der vierziger Jahre des 19. Jahrhunderts) auch Leopold R a n - k e s Vorlesung über „Europäische Geschichte seit 1814". Er bedauert in seiner Autobiographie den Mangel an Freimut und die „vornehme Neutralität" in Rankes Geschichtsbehandlung und fährt dann fort: „Den Mangel an Schärfe des Urteils ersetzte einigermaßen die formale Lebhaftigkeit. Der sitzend lehrende kleine Mann sprang alle Augenblicke gestikulierend auf; einmal griff er auch über das Katheder hinaus, um einen unmittelbar davor sitzenden schnarchenden Schläfer aufzuwecken mit den unbeschreiblich wirksamen Worten: „Bitte, mein Herr, nicht fo laut!" Sport. ... Deim Geschwindigkeitsfliegen in Texas hat gestern der Pilot Fairfax mit 492 Kilometer pro Stunde den Weftrekord und das Genick gebrochen. (Lustige Blätter.) Fortschritt. Aus Amerika wird berichtet, daß sich ein Paar kürzlich im Flugzeug verlobte. Man sieht, daß der Luftverkehr noch nicht sicher ist. " ' ----S. aftien gebessert. Auch Bauaktien ziemlich fest. Die übrigen Werte des Kassamaicktes lagen ruhig und wenig verändert. Heimische Renten verkehrten in schwankender Haltung. Ausländische Renten lagen ruhig. Der Frei- verkehr tendierte etwas fester. Decker Stahl 40, Decker Kohle 53,5, Denz 67,5, Drown Doveri 76, Entreprise 10, Growag 56.5, Ufa 52, Ufra 76 Prozent. Der weitere Verlauf der Dörse war freundlich gehalten, das Geschäft ruhig und nur in Farbenwerten etwas lebhafter. Am Geldmarkt war infolge des Ultimos eine Verknappung zu verzeichnen. Sagesgeld 5,5 Prozent, Monatsgeld 5,5 bis 6,5, Prozent. Privatdiskonten 4,75 Prozent. Industrieakzepte 5,5 Proz. Im Devisenverkehr lagen die westlichen Frankenvaluten erneut schwächer. Paris gab gegen London auf 147,65 und Drüssel aus 138.75 nach. Mark und Pfund liegen dagegen sehr fest. A*anffutter Getreidebörse. Frankfurt, 29. April. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer, 30—30,50, Roggen, inländischer, 20, Sommergerste für Brauzwecke 22,75 bis 24,75, Hafer, inländischer, 23,25—24, Mais (gelb) 18,50—19, Weizenmehl, inländisches, Spezial 0, 42,25—42,75, Roggenmehl 29—29,50, Weizenkleie 10, Roggenkleie 11—11,50. Tendenz ruhig. Berliner Produktenbörse. Berlin, 28. April. Die Berliner Produktenbörse blieb auch heute durchaus im Zeichen geringer Umsätze. Das Ausland mit seinen unveränderten Preisen übte auf Berlin keinen Einfluß aus. In Weizen fehlte es fast gänzlich an Angebot, während andererseits aber manche Deckungssrage besonders im Zeitgeschäft für spätere Monate besteht. In Roggen zeigt sich die Haltung schwach, da gegenüber verschiedener Realisationen die Käufer sehr zurückhaltend waren. Gerste ist reichlich verfügbar, das Geschäft aber still. In Hafer mangelt es fast vollständig an Aufnahmencigung, so daß auch hier ermäßigte Kurse notiert werden mußten. Mehl nach wie vor ruhig, auch Futtermittel ohne beachtenswerte Umsätze. Im Lieferungsgeschäft eröffnete Mai-Weizen unverändert, während die übrigen Monate bis 1.50 Mark zurückgingen. Roggen fast durchschnittlich 2 Mark schwächer. Es notierten pro Sonne: Weizen (märt.) 296 bis 299 Mark, Roggen (märt.) 173 bis 178, Sommergerste 195 bis 210, Winter- und Futtergerste 173 bis 190, Hafer (märt.) 192 bis 202; pro Doppelzentner: Weizenmehl 37,50 bis 39,75, Roggenmehl 25,25 bis 26,75, Weizenkleie 11,25, Roggenkleie 11,90 bis 12,25, Viktoriaerbsen 29 bis 39, kleine Speiseerbsen 24 bis 28, Futtererbsen 22 bis 26, Peluschken 22 bis 25, Ackerbohnen 22 bis 24, Wicken 29 bis 32, Lupinen (blau) 11,75 bis 12,75, Lupinen (gelb) 14 bis 14,75. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt, 29. April. Auftrieb: 4 Kühe, 1305 Kälber, 197 Schafe, 1036 Schweine. Es wurden notiert: Kälber: feinste Mastkälber 70—75 Mk„ mittlere Mast- und beste Saugkälber 61—69, geringere Mast- und gute Saugkälber 52—60, geringe Saugkälber 45—50. — Schafe: Mastlämmer und Masthämmel 45—50, geringere Masthämrnel und Schafe 40—44, mäßig genährte Hämmel und Schafe (Merzschafe) 34—39. — Schweine: vollfleischige von 80—100 Kilo 70—73, unter 80 Kilo 65—69. von 100—120 Kilo 70—74, von 120—150 Kilo 70—73 Mark. — Marktverkauf: Kälber und Schafe bei langsamem Handel ausverkauft, bei Schweinen ruhiges Geschäft und etwas Ueberstand. Bücherttsch. — Zu Hindenburgs 60jährigem Mllitärjubi- läum bringt die Nummer 4230 der Illustrierten Zeitung (Verlag I. I. Weber, Leipzig) eine neue Radierung von E. Heermann, auf der der greise Heersiihrer als Generalfeldmarschall dargestellt ist, und würdigt auch noch mit weiteren Abbildungen und einer textlichen Notiz das Iubelfeft unseres Reichspräsidenten. Zur 650-Iahrfeier der Bestätigung Augsburgs als Freie Reichsstadt zeigt ein dreiseitiger Beitrag die Schönheiten der alten Stadt und interessante historische Bilder. Es folgen ein Beitrag über die Erziehung des Hundes, ein Beitrag über eine seltsame naturwissenschaftliche Erscheinung: Die Veränderungen bei Pflanzen, und ein Beitrag über den aussterbenden Wiener Fiaker. — „D i e Kunst", Monatshefte für freie und angewandte Kunst (Verlag F. Bruckmann A.-G., München). Das Aprilheft der prächtigen Zeitschrift wird durch einen herrlichen Farbdruck nach einer „Böhmischen Landschaft" von Caspar David Friedrich eingeleitet und dieser Reproduktion als sinniges Geleitwort künstlerische Bekenntnisse Caspar David Friedrichs gegenüber» gestellt. In einem kurzen, sehr lehrreich illustrierten Aufsatz über Picassos Klassizismus wird ein heute unsere künstlerisch schöpferischen Kreise tiefbewegendes Shema an einem besonders markanten Beispiel behandelt. Der reich illustrierte Aufsatz des Heftes ist der über den Maler Max Oppenheimer. Besonderes Interesse wird man seinen musikalischen Darstellungen beimessen. Als Architekten kommen Erich Mendelssohn, einer der Führer der jüngeren Architekten-Generation, mit dem Einsteinturm zu Wort, dann der Wiener Prutscher mit Möbeln, Arbeiten in Keramik, Silber usw., alle von bewährtestem Geschmack, edelster Form und ausgezeichneter Beherrschung des Handwerkes. Einige der originellen und reizvollen Bronzen von ©Untermann und Gärten des bekannten Garten-Architekten Gildemeister in Bremen vervollständigen den reichen und abwechslungsreichen Inhalt des Heftes. ilnr gefetz Derli vrtmung st« Ser " eW«1.'? Pit - glonair-bt '.s bä lag un5®<' Ä . Verlust b ' Äemler u Nenslvrrhastr ,W Mg. 2. dah eto 5 habe, dah > Personen M Die.? gesetzt, wl gleiche De>U' Qtaat^lc habt aber bt< ' & jetzt von > cud) aus das sei ein 6iq £ WW v AiMagsbesq pagonda geftie ' mehr, seive/n i lassung bestra sich in seinen 1 lassen, daß der itent für den 5 lsprüngllchen 1 icung gedroht Abg.Sra Vie Dcutschna'i •?tn Gcsehentw eine wesenlllc ursprünglichen Abg. n. 0 Legierungsvorlc Zentrum r -aber es tolib ih uwüberwindbarn nnmg )u tragen. Abg. Sr. 6 y nci habe den1 rasiecht als ein 1; sc mb bw - stimmen. Abg. 7)r. ! , Fraktion werb« todl sie in der t verhältniZmähi "innere Krise er Mg. Dr. s «vdi:ion werdi Der Erwartung, -besonders «uf Sienßentfa. Jin streng achten Mg. Sr. 2 "e Torlage. Es :r ident fein 2 ■Walten des jj - .^ichsjußizm Mtung ein g-g aus hu Pu“"? auj flamte «irSieDerantw [ Damit schlief IS. dec 'b Nfotti Qr 5ie 1. tBer- Msr? DA DSE stelle: IFn l KT I« Don KÄ l3-n9S^ Un?1 Mart, A und r««- die F ««ÄS F&ä