ch. ^vdor Herr- “I8 Ntmnann, betann' JU ta 7".^ neuen )ö deinen Demi ? ^lles zu hören ?. nämlich in Dre- Im Moor! Millen- ®WI Heinrich L Es weih intet, und die Menschen ■ knappen Strichen dem solche Mcher einen Schih fört und mit kirnen 859 ie «rimimo- Professor Sn. 2 erlag von Quelle k> such des Münchener ^ländliche erste Ein- e Psychologie. Sic ernstlich damit k t Ausgabe in glüä mg des Deiens deö Z53 «*« ^'vlarki. lÄ’itieb; 'sS4 46' fr islete 38v,Jwy W N^endgewich. Lebend. S ^-n Ce bei embn ^f,Cf droirift.a^s- Wen. ag sand bei starten, ine Dorführung äten bei Herrn. Dauernhrim sKrc.S rtschaitskammer statt, mg durch den Abid r. Auherdem roaren Landloirl!chafts!an!^ tschastsämter Win- Finger M 8U’ und die Bedeutung Jntercffe folgten dann voller Zusriedenhmt lourden die D ü n n - ; Schulte-Over- । hierbei sehen, W 3 Saatgutes - dos - unterstützt durch jng und Düngung Overbeck gab «u den 'äutrrungen. Es wild n, zu erfahren, da" saatmengee.nmgM üsen- Zum bchlune tarnen der Lan^rt :en Mr’aÄ- ers Herrn SE^ 6iÄ.T-f»OT' MUMM LenderS. tImsch2ll"Z ^emder- KW '‘”9'66Zri5 tö»5 i««,Setd XI" d ff. D.'amtcN' '45.^ deutsche" ^L^°n0K 915-. .»«SW- Die Gefahrenquelle im Rheinland alle die- auf und der una 6- Au hohen Zuchthausstrafen, der eine sogar Lebenszeit. verurteilt. DolkSernahrung von der Macht Spekulation des Auslandes möglichst hängig zu machen. Die Parole, Deutsche, kaust deutsche Waren! müsse zmn S a m m e l r u f werden für Landtags-Vizepräsident ©arntd) f. Der holländische Innenminister in Doorn. Amsterdam, 27. Dez. (WB) Minister des Innern Dr. Kan stattete heute in Haus Doorn einen Besuch ab. wo er mit dem früheren Kai - ser und dessen Gemahlin eine Unterredung hatte. mung ist. Die übriien beiten Angeklagten tour- txm ; ' ~ ' — - rorgruppe der in Litauen verbotenen Kommunistischen Partei. Das Feldgericht verurteilte vier der Angeklagten zum Tode. Das Urteil wurde sofort vollstreckt. Unter den Erschossenen befindet sich einer namens Greifende r g. ter deutscher 2(6 flam- Das dritte Dawesjahr. BcrNn. 27. Dez. (TU.) Zwischen der deutschen Regierung und dem Generalagenten für die Reparationszahlungen sind, wie Der Generalagent in seinem Bericht an die Rgparntionskommission mitteilt, Vereinbarungen über die Verteilung Der Dritten Jahresrate getroffen worden. Die einen für die deutsche Wirtschaft erträglichen Liese- rungs- und Zahlungsmodus sichern. Die zwischen d-m Generalagenten und der Deutschen ReichSbahngesellschast getroffenen Abm.'ch.ngen. auf Grund deren die Zinsen für die Eisenbahnobligationen im zweiten stehen fort. Für die Vorauszahlungen ist ein und dritten Jahr monatlich gezahlt werden, bc- Diskont von 6 v. H. bestimmt. Für die Zahlung der Deförderungssteuer wurde ein neues Abkommen getroffen. daS regclmäfjig? monatliche Zahlungen in der Höhe von 22* 711 llionen OdIDmart Vorsicht. Auf diese Art werden bis zum 25. August 1927 270 Millionen Geldmark aus der Beförderungssteuer gezahlt fein. Der Rest must am 15. September 1927 aus Dem tatsächlichen Erlös Der Beförderung ^-steuer des J-ihres, und zwar in Der Höhe des dann noch ausstehenden DeitragSantcilS der Deförderungssteuer abgetragen sein. Der normale HauShaltsbeitrag von 110 Millionen Goldmark geht ebenfalls in gleichmäßigen monatlichen Teilzahlungon regelmäßig ein. Da er in dieser Höhe von dem Kommissar der verpfändeten Einnahmen zurückbehalten wird. Die Zahlungen der ,zusätzlichen Haushaltsbeiträge" sind in sieben Teilbeträgen von je 18 Millionen Golbmark und in fünf weiteren Teilbeträgen von je 31.8 Millionen Goldmark zu ent- richten. Die Schlußzahlung ist am 31. August 1927 fällig. Die Zinsen Der deuts chen Jnduftrie- vbligationen sind in zwei Teilb:träge.n von je 123 Millionen G Idmark zahlbar, jew.nls am 1. April und am 25. August 1927. Diese wird durch Die Bedingungen für di: Schul wcrfchrei- bungen selbst und furch Die praktischen Anordnun- gen für die Aufbringung feftgelegt, so Daß es richt nötig war, eine neue Anordnung aus monatlicher Basis herbeizuführen. Neichs'agsaba. Jude l f. Berlin, 28. Dez. Der sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete Fritz Z u b e 11 ist gestern 9 Uhr abends den Fo^-sn eines Schlaganfalls, den er vor mehreren Tag?., erlitten hotte, erlegen. Der Derflorbene hätte am 11. Januar n. I. das 79. Lebensjahr vollendet. Er gehörte dem alten Reichstege von 1893 bis zu dessen Ende an. 1919 bis 1920 war er Mitglied der Nationalversammlung. Seit 1920 gehörte er wieder dem Reichstage an. Als Nachiolper Zubeils tritt Kurt peinig in den Reichstag ein. Neues lEombenatfentat gegen Deutsche in Po en. Katt 0 wih . 28. Dez. (W.TB. Fun.spruch.) Gestern abenö to-irD? gegen die Wohnun, einer deutschen Familie in Gieschewald eine D 0 m b e geschleudert. Die Erplosion war so sta k. Daß sämtliche Scheiben zertrüm i.ert und die Inneneinrichtung Der Wohnung demoliert wurde. Verletzt wurde, wie durch ein Wunder, niemand. Jur (Einigung in der (knlrvaffnungssrage. Paris, 27. Dez. (WV ) Die in Der französischen Presse verbreitete Nachricht, General von Pawels habe einen Brief an Den Vorfi senden des Interalliierten Militär-Komitees in Versailles gerichtet, kann als nicht Den Tatsack^n entsprechend bezeichnet tocr- Den. Dagegen kann berichtet werden, datz alle Fragen, die sich auf Die Entwaffnung beziehen, und Die mit der Botschafter k"on- ferenz zu regeln toaren, bis auf d.e bekannten zwei strittigen Punkte, D. h. dir Oftbefcfti- g u n g e n unD das Kriegsmaterial, beige- legt sirrd. und bah über diese beiden letzten Punkte ein Rotenaustausch erfolgt ist und zum Teil noch durchgeführt wird. Gr.rrral von Pawels wird in Den ersten Januartagen nach Paris zurückkehren, um Die Verhandlungen mit den mililärischen Sachverständigen und Den Wit- jenigen. Denen daS Wohl und die Zukunft des deutschen DolkeS am Herzen liege. DaS Ziel müsse dahin gehen, Erzeuger und Verbraucher, Dauer und Arbeiter, Industrie und Handel, kurz alle Schichten unseres DolkeS zu einer einzigen, grasten, ihre gemeinsamen Interessen erkennenden Arbeitsgemeinschaft zusammenzuschlichen zum Schutze und zur Förderung Der nationalen Produkt ion. zur Wiedererstarkung unserer Wirtschaft und unseres Vaterlandes. r e n a u e 11 e für Die Beziehungen zwischen Frankreich und Deutschland darftellen. Die tatsächlich vorhandene Erregung Im deutschen Volke wird sich auch nach der Degnadigung Der Deutschen Opfer französischer Militärjustiz nicht so schnell legen, wie man das vielleicht in Paris erwartet. Das Echo, das das Urteil in Der ganzen zivilisierten Welt gesunden hat. obwohl vielfach auS begrei liehen Gründen starke Zurückhaltung geübt worden ist, sollte den Franzosen noch deutlicher, als eS bisher schon geschehen ist. Die Rotwendigkeil vor Augen führen, nun endlich mit der Besetzung Schluß zu machen und die Truppen zurückzurusen. Solange sie aber noch im Rheinland stehen, müssen wir unbedingt verlangen, das) gegen Die W i e- D e r 1 c b r solcher Zwischenfälle und solcher Kriegsgerichtsurteile Vorsorge getrosten wird. Erft wenn Die französische Regierung die Rot- Wendigkeit dieser bei'en Schritte einlieht, erst wenn Der letzte französische Soldat von deutschem Boden abgewogen ist, wird eine wirkliche, echte und auf tätige Verständigungspolitik nicht nur zwischen den Staatsmännern, sondern zwischen den beiden Böllern selbst möglich und denkbar sein. Die Franzosen haben jetzt eine glänzende Gelegenheit, zu zeigen, dast sie es ehrlich und aufrichtig mit Der Verständigungspolitik meinen. WerDen sie sich dieser Gelegenheit gewachsen zeigen? Berliner Preffeftimtnen. Berlin, 27. Dez. Die Berliner Presse beschäftigt sich in ihren heutigen Ausg den zum Teil mit der B e g n a d i g u n g der in Landau verurteillen Deutschen. Die »Tägliche Rundschau" schreibt unter der Heberschrist „Genugtuung — nicht Gnade": Durch die Begnad gung der Verurteilten ist Die tiefe Erbitterung DeS deutschen DolkeS über daS Landauer Urteil wenigstens zu einem Tell gemildert worden, aber weder für uns nrch für Frankreich kann der erschreckende Fall mit Diefem Gnadenakt erledigt fein. Wir müssen Genugtuung fordern für Die unS in Landau angetane Schmach. Und diese Genugtuung kann in nichts anderem bestehen, als in Der schleunigen: Räumung des besetzten Gebiets. Die, Politik deS friedlichen Ausgleich; kann nicht zum Ziele führen, solange eZeinsichtsloseMiti- t ä r S in der Hand haben, die Politik Der leitenden Staatsmänner zu sabotieren, so oft und so gründlich es ihnen beliebt. Die .Deutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: »Wir haben von diesem Schritt schon gesagt, dast er als An'ang einer U : kehr zu werten und als solcher zu begrüßen sei, wenngleich der Freispruch Reuziers selbst noch u n - gesühnt ist. Ohne die Akten einzufordem oder andere, juristisch vielleicht vertretbar', aber politisch unzweckmäßige Der zog .rungSmaßnahmen anzuwerden, hat das französische Kabinett unter Eingriff in ein schwebendes Verfahr.n die Begnadigung durchgeführt. Sein Vorgehen kennzeichnet sich dadurch als ein polit'scher Akt. Der sich ohne Zweifel auch gegen den Burschen Rou- zier richtet: denn de „Begründung" für Duffen Freispruch lag doch darin, das) er angeblich In Rotwehr gehandelt habe. WaZ nun Ro zier selbst betrifft, so würden wir es für zwecklos halten, dast jetzt von deutscher Seite auf de'sen disziplinarische Bestrastmg gedrungen würde. Gerade die Erledig-ung des Falle; hinsichtlich der Deutschen zeigt vielmehr, daß der Kern des Hebels in der Fortführung der Besatzung liegt. Darum wäre eS ver'ehll, sich in SinxlforDerungen zu zersplitieva. Mtn muh Den aröhten Rachdruck immer wieder auf das klare Verlangen legen: Schluß mit Der Besatzung!" In der „Germania" heißt es: Unverhohlen können wir unsere Befriedigung äußern, daß der schnelle französische BegnadigungZakt daS Urteil duß der Welt geschasst hat. Es scheint unS daS richtige, den Fäll jetzt als befriedigend abgeschlossen zu betrachten. Daß eine Regierung V 0 inears mit Ministern wie Marin und T a r d i e u die Begnadigung vorgeschlagen hat. ist ein Bewris dafür, wie stark allen Hemmungen ivm Trotz die Idee der Verständigung im fran- zölifchen Volk Wurzel gefaßt hat. Deamtenforderungen. Berlin. 27. De,. (WB.) Beim Wieder- dufammentritt des ReichshaushaltsauSschustes trol e t l i: B c a m t e n 0 r g a n i f a t i 0 n c n . w e aus parlamenlarischen Kreisen mitge.c lt wird, Darauf hinwirken, daß bis zur grundsätzlichen Reuregelung Der Besoldungsordnung die alZ Weiynachtsbe ihilfe bewil.i]te Sonder- 8 u la g e weitergezahlt wird. Deutscher Protest in Litauen. Kowno, 27. Drz. (Wolff.) Der deutsche Gesandte in Litauen hat feiner Instruktion gemäß gegen Die Ausweisung Der Reichs- deu.schen aus Dem Memelgeöiet bei Der litauischen Regierung Protest erhoben. Der litauische Winlsterpräs.deut, Pros. Woldema- t a ö . hat zuHesagt, _ die Angelegenheit gelegen, lich seines Besuches in Memel zu untersuchen. Wie aus Memel gemeltcf wird, handelt es sich bei Den Ausweisungen Der reichs- deutschen Journalisten aus dem Me- melgedlet um eine Eigenmächtigkeit des Kriegs- kommandanten. Die g:g?n den Willen Der Aus- enthallsgenehr.rigungslommission geschehen ist. Durch Die Ausweisung ist auch die Memel- Konvention verletzt worden, so daß jedes Mitglied deS Völlerbundsrates berechtigt ist, gegen dieses Vorgehen Einspruch zu erheben. Die in Kowno in deutscher Sprache erscheinende „Litauische Rundschau" teilt ihren Beziehern mit, daß das Blatt bis auf weiteres nicht erscheinen kann, da D e verantwortlichen Redakteure unter Der zur Zeit bestehenden Militärzensur nicht in Der Lage sind, für Den Inhalt Des Blatts weiter Die Verantwortung zu tragen. Woldemaras in Memel. Memel, 28 Dez. (WTD. FrnckspruT>altig. Wen'gslens nach militärischen Begriffen hat Ro-z'er die absche-stiche Tat in seiner Eigeickchaft als Reserveoffizier des fran- zösi schen HeereS im besetzt en G'b.et beganqen, unD wenn er auch vom Kri-gsgericht von Der Anklage des Totschlages fee'g sprochen ist. so bl^b: genug Belastungsmaterial übrig, um jederzeit die Eröffnung eines Disz plinarv rfahrens. etwa wegen Wassenrrißbrauchs oder wegen ursoldati- sckxm Denehme-s, zu rechtfertigen. Ebensowenig hort man davon, daß eine A rt ersuch .mg darüber ein geleitet worden sei. w i c des unglaubliche älrteil des Kriegsgerichts in Lrnda'i zustande gekommen ist. Wewn in d'esm beiden Richtrng-en nichts erfolgt, dann bleibt ein untilgbarer schwarzer Flecken übrig. Wichtiger noch als Die persönliche ist die allgemeine und politische S'ite Der Angelegenheit. Botschafter v. H 0 e s ch hatte Den Auf- trag, Die französische Regierung auf Di» tiefe Erregung, Die das Urteil im deu'schen Dolk her- trorgerufen hatte, und auf Die schweren politischen Folgen aufmerksam zu machen. Die nicht ausbleiben könnten, wenn k ine en'sorechende ©c- nugtuung geleistet werde. Der Vorfall hat au‘8 neue vor aller Welt bewiesen, daß die Fortdauer Der Besatzung eine stete Gefäß- Deutsche, kaust deutsche waren! -krbcitügcmcinschaft zurAürdcruug Orr nationalen Produktion. Berkin, 27. Dez. (WTD.) Im Landwirt- fchastlichen Rundfunk Der Deutschen Welle sprach ReichSm-nister Dr. HaSllnde über Die Lage und Die Aufgaben Der deutschen Landwirtschaft und den Stand unserer Dolksernährung an der Jahreswende. Der Minister wieS einleitend Darauf hin. Daß Die Lage unserer deutschen Wirtschaft, insonderheit unserer Landwirtschaft, bei Ausgang deS JahreS 1926 noch außerordentlich ernst und drückend erscheine. Wenn die Reichs- und CänDcrtegieningen tut Behebung der ernsten Rotlage Der Landwirtschaft im Laufe des letzten Jahres tatkräftig einbegriffen haben, so handle eS sich hierbei nicht so sehr um die Unterstützung eineS Berufsstandes als svlcherr, als um die Erhaltung der Ernahrunasbosts unseres deuifchen Volkes. Die deutsche Landw.rtschast schreite zielbewußt imD allen SchicksalSschlägen trotzend zur Durchführung ihrer Ausgaben Der M.nister ging Dann im einzelnen auf die HilfS- und Förderungvmaß- nahmen ein. Die auf diesem Gebiete gerade seitens des ReichsernährungsMinisteriumS in letzter Zeit getroffen sind, und fuhr fort; Wollen wir unsere Politische und wirtschaftliche Sribständigkeit tote- Dergetoinncn, so müssen w.r in erster Linie besorgt fein, uns auf Dem wichtigen Gebiet Dee 176. Zahrgang Dienstag, 28. Dezember 1926 ietzener Anzeiger General-Anzeiger für Gberhessen Poftsch;cttonto: Arankfurt om Main ners. vnis imv Verlag: vrvhl'sche Unlverstlütt'vuch' vnd Stelnöruderel H. tanze in Sletzen. Schriftleltung und Seschäftrstelle: §chu!straße 7. Nr. 303 Erster Matt 6r|d)ctni täglich,außer Sonntags und Feienag» Beilagen; QJutjenei Famtliendlätter Heimat im Dckd Di# Scholle ÜIonats-Fejutipnli: 2 Reichsmark und 20 Rrichspfenntg flU Träger» lohn, auch bei Richter» scheinen einzelnerRummer« infolge höherer Gewalt. 5ie Mahnung, die bei uns überwinternden Vögel zu füttern. Leider wird aber in vielen dieser Mahnungen über- sehen, die richtigen F u 11 e r J o r t e n für die verschiedenen Vogelarten anzugeben. Insolgedcsien füttern viele Leute die Vögel ohne richtiges Verständnis, und indem sie wohllun wollen verschulden sie unbewußt den Tod dieser Hungernden. Es ist vielfach Sitte, Brotkrumen und Kartoffeln zu streuen: diese bekommen aber den meisten Vögelchen schlecht und verursachen oft Krankheiten und den Tod. Es eignen sich: Für Meisen, Heinere Spechte und Finken: Son nenblumenkerne, Gurken- oder Kürbiskerne. Hanf. Nußkcrne, ungesalzener Speck, Talg, gekochtes, nur ganz schwach gefallenes frisches Fleisch. Für Lerchen, Ammern, Finken, Zeisige: Heu- samen, Dreschabfälle, Gartensamcnabfälle, Mohnsamen, Hanfsamen. Für Sperlinge: Heusamen, Haferabfälle, geringes (Betreibe, allerlei Samenabfälle: auch Brot und Kartoffeln. Für Amseln, Drosseln, Stare: Weißdornfrüchte Schnee- und Vogelbeeren, getrocknete Hollunder und Heidelbeeren, Trauben von wildem Wein Hagebutten, zerschnittene Aepfel und Dirnen, gekoch tes ungesalzenes Fleisch (Roßfleisch). Für Zaunkönige: Kleine Mehlwürmer mit ein gedrückten Köpfen, Ameisenpuppen und damtt ver- mischt etwas Mohnsamen. Für Elstern, Raben, Dohlen, Eichelhäher: An abseits gelegenen Stellen Kadaver von Füchsen. Dachsen, Mardern, Ottern u. dgl., sowie ungenieß bar gewordene, aber ungesalzene Abfälle vom Schlachten. Für kleine Vögel schütze man die Futterplatze mit Dornengestrüop, damit ihnen nicht die Tauben das Futetr wegfressen und damit sie gegen die Nachstellungen durch die Raubvögel und Katzen ge schützt sind. Neue Bestimmungen über die gerichtliche Zuständigkeit. Zur Entlastung des Justizministeriums sind jetzt folgende neuen Bestimmungen erlassen Horten: Der Land^e.ichtsp.äs de t ei.scheitet über Gesuche um Befreiung vom Ehehindernis des Ehebruchs: zuständig ist der Präsident beS Landgerichts, in dessen Tezirk der der Befreiung bedürfende geschiedene Ehegatte wohnt oder mangels Wohnsitzes in Hessen sich aushält, oder mangels solchen Au'enthalts in Hessen zuletzt gewohnt hat. Mangels hiernach begründeter Zuständigkeit ist der Landgerichtsprä i- dent in Darmstadt zur Entscheidung über das Gesuch zuständig. Der Präsident des Landgerichts entscheidet weiter über einen Antrag auf Ehelichkeitserklärung, in dcssen Tesirk der Vater den Wohnsitz oder den Au enthalt hat. Hat der Vater in Hessen weder Wohnsitz noch Aufenthalt, so entscheidet der Darrnftäd er Land- gerichtSpräsident. lieber Gesuche ura Befreiung vom Chehindernis bet Wartezeit entscheidet das Amtrge.icht, in dessen De irl die der Tc .e.ung bedürfende Frau in Hessen Wohnsitz oder Aufenthalt hat. In Ermangelung eines hiernach zuständigen heststchen Amtsgerichts ist daS Amtsgericht Darmstadt I für die Entscheidung zuständig. Heber G c s u ch e um CDcfreiung vom Aufgebot entscheidet das Amtsgerickt, in dessen Bezirk dir Eheschließung erfolgen soll. Heber Gesuche um Befreiung von den für die Annahme an Kindes statt ausgestellten Erfordernissen des § 1744 VGB. (der Anneh- mende muß das 50. Lebensjahr vollende! haben und mindestens 18 Jahre älter fein als daS Kind) entscheidet bas Amtsgericht, das in Liefern Zeitpunkt für die Bestätigung des Annahmevertrags zuständig fein wurde. Sofern hierfür kein hessisches Amtsgericht zuständig wäre, entscheidet das Amtsgericht Darmstadt I. Die zum Grund st ückSerwerb durch jurist sche Pe.so- r.en erforderliche Genehmigung e.tttlt daS Amtsgericht, in dessrn Bezirk die Grundstücke gelegen sind. Dieses - befchließt auch über eine Ermäßigung deS bezügl.chen S empels. Die ge- sehiiche Befugnis des Justi^mir.ifters, im Eiizel- falle selbst zu en.scheiden, b.e.bt unte.üjtL Uc.er Beschwerden wird im Au.sichtswege entschieden. Wettervoraussage. Wolkig, zettweise bedeckt, geringer Tempe^ raturanfiicg, auch nachts, durchweg trocken: mit vereinzelten Riederschlägen in Form von Schnee ist zu rechnen. Gestrige Tagrstrmperctturen: Maximum mi mrS 52, Minimum minus 1,5 Grad Celsius Heutige Morgen! emperatur: minus 8,6 G.-ad Cell Bornotizen. — Tageskalender für Dienstag. Stadttheaier: 7.15 Uhr, „Der lieic Augustin" (E. oc gegen 10 Uhr). — Lichtspielhaus. Bahnhofstraße: „®aUettmäbels*. — Astoria-Lichtspielc: „Zigeuner nebe". Gietzcuer DZocheLorarkLprciie. Vs kosteten auf dem heutigen Woc:enn:arll. Das Pfun> Bittlcn- 160 bi4, 180 Mette 3 . .V w. 5^15, nemtnt zember, a( der Theole "Ae gegen L ^>cht in bc über den i W Stun S ^uöfs W* nk , * De Tur ßti ^ ur » -) ein f; "'Uiliche ‘ "'W .» 2>a$ 6ir»* LÄ &ai Selbes nilverbrn ß Q rlros^i u ihre-" • n jbleine i-il eine Ml es « TrC)j7hfllW fir.b li«hrcm Werbematerial vertreten, das bei den Versuchen der wecbeplychologischen Woche nicht nur Lehr- und Lernmaterial sein, sondern auch für unser« Stadt r. tSerben wird. Die Werbewoche — Wer-Wo — , ü Arbrils- und Forschungswoche zugleich («in und p ihrem Teil an der Lösung der Rotionalisierungs- v u'ikrne der Gesamtheit Mitarbeiten. Sie hat sich 37 • it eine hohe Aufgabe gestellt: Die heutige Zeit h it es langst verlernt. Werbung als ein großes Trcmmelrüören anzusprechen. Die Zusammenhänge fir.b tiefer. Wir stehen an einem Wendepunkt in der tfniroiiflung der Reklame, einerlei, ob es sich um Verkehrs- oder Geschästswerbung handelt. Man rechnet mit den psychischen Einwirkungen auf den Beschauer, den Umworbenen, und muß in der Wer- b;mi daher di« allgemeingültigen Gesetze der Aestyettk und der Harmonie berütf]id;tiGen. Hier bc- ainnt das Arbeitsgebiet der Psnchotechnik wie der «inst. Auch soll man nie vergessen, daß die Werbung, wenngleich sie den Geschmack des Publikums bitücksichtigcn muß, ihn zugleich wieder stark beeinflussen und bilden kann. Hier liegt das pädagogische Moment der Reklame und die bei falscher Anwendung große Gefahr ihrer Wirkung. Als Viergespann: Verkehr, Reklame, Kunst und Psychotechnik kann dagegen die Werbung wertvollste Aufbauarbeit leisten. Das ist der Sinn der Wcrbewoche in Braunschweig. •• Rentenzahlungen. Dom Postamt wird ons geschrieben: Wie bereits bekanntgegeben, findet die Auszahlung der Unfall-, Invaliden-, Kranken-, Alters-, Witwen- und Waisenrenten für Januar schon am 3 0. Dezember statt. Für Empfänger von Invaliden-, Kranken-, Alters- und Witwenren- fen wird ein einmaliger Zuschlag von 6 Mark und für Empfänger von Waisenrenten (0) für jede bezugsberechtigte Waise 3 Mark gezahlt. Empfänger Don Zusaßrenten erhalten den Zuschlag nur, wenn neben der Zusatzrente kein« anderen Bezüge aus der Invalidenversicherung laufen. Bei Renten, die in Teilen an mehrere Empfänger gezahlt werden (Teil- renlen), wird der Zuschlag an jeden Teilrentenempfänger voll ausgezahlt. Zu Spitzrenten wird der Zuschlag nicht gezahlt. Die Empfangsbescheinigung über den Zuschlag ist auf den Quittungen für die Ianuarbezüge in Der Weise abzugeben, daß der Zu- schlagbelrag deutlich über die Ziffernangabe des eigentlichen Rentenbetrags geschrieben und von dem Rentenempfänger durch Ramensgegenfchrift in ein- jachster Form (ohne Vorname, Geburtsname usw.) anerkannt wird, z. D.: E. Müller, 21 RM. 45 Pf. # Schützt Die Pferde! Bei strenger fiälte müssen die Pferde, wenn sie auf der Straße halten, g t zugedeckt werden, damit sie nicht zu sehr frieren, steif werden und sich erkälten. Die Decken sollen aber sorgsam übcrgelept und an den Seiten gut befestigt sein. Flüchtiges Uebcrwersen nutzt nicht viel. Da- gegen ist es unvernünftig, die Arbeitstiere schon während des Dienstes mit einer Decke einhergehen zu lassen. Darunter schwitzt di« Haut, und das Tier roi d empfindlich. Rur geschorene Pferde müssen im Winter eine Decke haben. Ein wohlwollender Kut- scher darf nicht vergessen, über Nacht das Gebiß Der Pferde im Stalle aufzubewahren, und vor dem Gebrauch in warmes Wasser zu tauchen ober mit einem wollenen Tuche warm zu reiben, weil fönst das kalte Eisen an Zunge, Lippen und Gaumen kleben bleibt und sehr schmerzhafte Beschädigungen der Schleim- haut verursacht, so daß die Tiere ihr hartes, stechen- des Fuller scheuen. Auf witterungsgemäßen Huf- bcschlag muß jetzt auch geachtet werden. Bei unebenem Boden, der mit Eis oder Schnee bedeckt ist, achoren an die Hufeisen Stollen, von denen die ein- schraubbaren H- und Z-Stollen die empfehlenswertesten sind. Ist die Fahrbahn glatt (Zement, Beton, Asphalt), so verhindern Hufeisen mit Strickeinlagen das Rutschen noch am besten. 11 n Pferde, die auf alatten Straßen gestürzt find, leichter aufzurichten, führe man stets Torfmull oder Sand jum Bestreuen des Bodens mit •* Die Einlösung der Theater-Adon- ncments kann auch von Mittwoch, den 29. Dezember, ab während der üblichen Kassenstunden an der Theaterkasse erfolgen. (S. heutige Anzeige.) * Heber das jubballtretien V.f.B. gegen Spvg. 1900 sind wir heute leider nicht in der Lage zu referieren, da der Bericht über den Spielverlauf heut« vormittag erst zu später Stunde in unsere Hande gelangte, so daß tlne Veröffentlichung für die laufende Tage-- au-gade nicht mehr möglich war. *• Weihnachten in der Herberge Zur Heimat. Etwa ZO fremde Wanderer wurden am Heiligen Abend unter Mus.k in dm oberen großen Saal geführt. Rachdem alle an tveißgedacltrn Tischen mit vollgefüllten Tellern unter dem strahlenden Weihnochtsboum Platz genommen hatten, fang man da- Lied .Vom Himmel hoch da komm ich her." Der Hausvater McÜ eine zu Herzen gchmde Ansprache, unter Verlesung der Weihnachtsgeschichte wies et auf t. innere und äußere Bedeutung deS Weih- r ^tssesteS hin. Dor allem behandelte er die je: Warum feiern wir in den Herbergen zur not Weihnachten? Gr schloß mit dem Wunsch, i es allen vergönnt sein möge, im nächsten ec unter günstigeren Verhältnissen Weh- ;.en zu feiern. Bei warmem Sssen, wobei ein Dias Vier nicht fehlte, bl eS» man in utt sicher Stimmung noch einige Zeit E>ei- • -men. Am 1. Feiertag fand dann Kleider- 1 rade statt, wobei manch: von Kopf bis zu Fuß v- i e ng kleidet wurden, so daß man den Men- secen kaum wiedrrerkmmte. w Di« Hauptverfammlung bei Kunstvereins für Hessen fand dieser Tage in der Kuni'thalle in Darmstadt unter dem Vorsitz von Oberregierungsrat Emmerling statt. Die Deriammluna genehmigte den Verwaltungsbericht. den Rechenschaftsbericht unD den Voranschlag für 1927. Die Wahlen ergaben die Wiederwahl des Vorstandes. 3n den Verhandlungen wurde zur Sprach« gebracht, daß bei den Ausstellungen die ausstellenden Künstler derartig viele Einlat-ungen ergeben ließen, daß dadurch manches Mitglied beS Vereins veran'-aßr wurde, aus dem Kunstverein aus zutreten, weil man ja auch, ohne einen Dritrag zu zahlen. Ne Ausstellung besichtigen konnte. Hm den Verein vor Sättigungen zu wahren, soll künftig der KreiS 6er öingrladenen möglichst eng gezogen werden. Auch wurde darüber g.llagt, daß in der .Kunststadt" Darmstadt noch nicht einmal ein halbes Prozent der Devölkerung Mitglied deS KunstvrreinS ist. Der Landesverband Hessen des Volksbundes für Kriegsgräberfürsorge hielt vor einigen Tagen, in Darmstadt seine Hauptversammlung ab. D.r Vorsitzende, Prvvinziald.rektvr a. D Geheimrat Fey- Darmstadt, erstattete d:n Jahresbericht über die Tätigkeit deS Volks bundes und über die Derhandlun- gen, die in Berlin mit den Behörden des Auslandes über Die Instandl Atzungen der Fr.e.chöfe geführt wurden. Weiter berichtete der Vorsitzende über die Bemühungen, einen Dolkstrauertag im ganzen Reiche herbrizuführrn. DiS jetzt sind nur Vereinbarungen mit dm Ländern zustande gekommen. 3m Jahve 1927 soll ein allgemeiner Dolkstrauertag am 13 März (Sennlag Reminif- cere) stattsinden. ES wurde von der Veriammlung ein A ttraz deS Oekonomierats Spieß- Frie> berg angenommen. Die Bemühungen 6c3 Volks- bundeS nach gesetzlicher Einführung eines allgemeinen VolkStrauertageS zu unterstützen. Die Rechnung des Landesverbandes schließt mit einer Einnahme von 2861 Ml. und einer Ausgabe von 163 Mk. ab. Die Bemühungen des Landesverbandes zur Feststellung der Soldatenfriedhöle. auf denen Angehörige hessischer Truppenteile üben, sind iwch nicht e geschlossen Rheinhessen. WSR. Mainz, 27. Dez. Am heiligen Abend wurde ein 63jähr.ger Mann, der noch kurz vor der elektrischen Dahn d.e Straße üi»er- scheriten wollte, von dem Wagen erfaßt und schwer am Kopfe verletzt. Der An- glückliche ist seinen Verletzungen auf dem Weg? nach Dem Krankenhause e rl egen. — Rach den Vorgängen in Germersheim wurde vom Ober- kommandierenden in Mainz allen französischen Offizieren Der Desatzungsarmee daö Tragen von Zivi lkleidung verboten. (Sine Zeitlang wurde dieser Be ehl auch befolgt. 3n letzter Zeit tragen dtt Offiziere, besonders an Sonntagen, wieder vielfach Zivil, ohne daß das Verbot bisher aufgehoben worden ist Preußen. zrrcis Wetzlar. ~vS— A! s Dem Kreise Wetzlar, 27. Dez. Die WanDerhaushaltkurse, Die seit zwei Jahrzehnten in unserem Kreise eingeführt find, erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Bisher rour« den Diese Kurse nur im Winterhalbjahr in Drei (3e- meinDtn abgehalten. Die Nachfrage ist jetzt aber jo reg« geworden. Daß die fircisoerroaltung im vorigen Jahr« eine zweite Lehrerin für diesen Wir- kungskreis eingestellt hat. Die Diesjährigen Kurse sind der Bürgermeisterei Greifenstein zugewiejen. — NoH einer neuen Polizeioerordnung Des Land- rats Dürfen innerhalb Des Kreises in Den Durch Maul- und Klauenseuche verseuchten Ge Höften keine Hausschlachtungen stattfinden, für die betroffenen Landwirte eine unangenehme Sache. Mrcid Vicdenkopf. XX Rodheim a. b. Bieber, 27. Dez. Das Doppelfest Der goldenen Hochzeit konnte am zweiten Feiertage unter großer Anteilnahme In den Familien Hauptlehrer a. D. Höhn und Landwirt Jakob Ger 1 ach begangen werden. Während Herr Höhn seit dem Jahre 1878 in seltener Treue hier als Lehrer gewirkt, ist Herr Gerlach Der letzte Allveteran Des Dorfes. Ihm wurde im Auftrag Des Kyfshäuscr- bundes ein Bild Hindenburgs durch den Vorstand unseres Kriegeroereins überreicht. XX Bieber, 27. Dez. Am zweiten Feiertag stand unser Ort im Zeichen Der Glockenweihe, wozu nicht nur alle Dorfbewohner, sondern auch viele auswärtige Gäste erschienen waren. Nachdem vor zwei Jahren am Wege nach Hof Haina ein eigener Friedhof mit Ehrenmal für die Gefallenen geschaffen, fehlte es an einem würdigen Geläute. Dank der Unterstützung unserer Industriellen und Der bereitwilligen Gaben der Dorfbewohner konnten zwei Glocken beschafft und auf dem Schul- haus eingebaut werden Nachdem Haupllehrer 8 511 die Festgemeinde begrüßt hatte, hielt Pfarrer Vöme 1 die Weiherede. Schülerchor und die beiden Gesangvereine trugen Der Feier entsprechende Lieder vor. Die auswärtigen Gäste wurden in liebenswürdiger Weise von unseren Einwohnern mit Kaffee und Kuchen bewirtet. js Gladenbach, 27. Dez. Am ersten Weih- nachtsfeiertag fielen im nahen Erdhaufen das Stallgebäude sowie ein Nebengebäude des Land- tvtris 3. Scheid einem Drande zum Opfer. DaS Vieh, außer Den Hühnern, konnte gerettet werden: sämtliche Vorräte verbrannten. Dank dem Eingreifen Der umliegenden Ort-seuer- wehren, darunter auch Der hiesigen Freiwilligen Feuerwehr, gelang es. ein Umsichgreifen deS Heuers zu verhü en. Die Löscharbeiten gestalletn sich infolge des Frostes sehr schwierig. Maingau. WSR. Frankfurt a. M, 27. Dez Die Feiertage sind in Di fcm Jahve auherordent- llch ruhig verlaufen. Außer etwa einem halben Dutzend Bränden sind saft gar keine Vorkommnisse oder Unfälle zu verzeichnen. — Da der Main und feine Rebenflüsse seit Samstag erhebliches Treibeis sühnen, mußte die Schifffahrt auf dem Fluss« bi» hinab noch j Mainz völlig eingestellt werden. Sämtliche Fahrzeuge haben die schätzenden Häsen ausgesucht Die Wehre sind sämtllch rnedergelegt worden. Zn seinem Obrrlaufe ist Der Main völlig zugelroren. Die Sä «Fahrt auf bnn Rhein »ft vorläufig noch im Gange. — Der Magistrat hat NH für Veranstaltung einer Ideenwelt- bewerb- unter den Frankfurter A r - chitekt «n zur Erlangung von Plänen für Die architektonische Gestaltung de S südlichen Mainus er» zwischen d r Allen Brücke und dem Eisernen Steg ausgesprochen und zwar soll dabei nicht nur die Möglichkeit einer Umbauung der Dreikönigskirchc. sondern auch jede andere städtebauliche, unter Umständen rein gärtnerische Gestaltung in B tracht gezogen werden W2R Hanau. 2<. De;. Heut: vormittag wurde ein Krastwagensührcr der hiesigen Ar- Ehriter-6amariteTfcIonne. als er mit seinem Rade in daS Depot der Kolonne einbiegen wallte, von dem Anhänger eines Lastkrastwa- gen« ersaht und unter die Räder geschleudert. Mit schweren inneren und äußeren Verletzungen wurde Der Verunglückte in5 LandkrankenbauS verbracht. Der Zustand des Verunglückten soll zu ernstesten Besorgnissen Anlaß geben. Die Schuldfrog: bedarf noch einer genaueren Klärung. — Heute vormittag wurde aus dem Main unweit Der .Mainkette" f c QeUbe eine* am 13 d. MtS. auS der Kuranstalt Hohemark entwichenen gristes kranken 54jährigen Bankbeamten aus Main; gelänget. Dar sreiwillig auS dem Geben Geschiedene fmtte am Abend seiner Flucht auS der Heilanstalt eine Karte an einen Freund geschrieben, auf Der er von seinem Vorhaben Kenntnis gab. Der Konkurs Angersteins. WER Saiger, 27. Dez. LI der daS Vermögen des Massenmörders Fritz Angerstein auS Haiger wurde unmittelbar nach dessen Hinrichtung der Konkurs verhäe.gt. Die Summe der Forderungen beläuft sich auf Hl 572Mk. 3n Der Hauptsache ist die F rma van der Zy-hrn, Der Angerstein erhebliche Sunnnen unt:rschlua. an den Forderungen beteilig!. Dagegen blläuft sich der Wert Der Konl rsmasse auf nur 14 635 Mk.. die jetzt, Dlättermeldungen zufolge, an die öor- berechtigten Gläubiger zur Verteilung kommen sollen. Amtsgericht Wetzlar. Q Gin Lagerarbeiter aus Große n-Li nden und ein Fuhrmann aus Wetzlar hatten sich unter Der Anklage Des Diebstahls zu verantworten. Der erste Anllagte, Der als Lagerverwaiter bei einem Kaufmann in Wetzlar tätig war, batte verschiedene- mal größere Mengen Mehl aus Dem Lager feines Brotherrn entwendet unD Das Diebesgut weiteroer- außert, währenb Der zweite Angeklagte einmal zehn PfunD Mehl entwenDet haben soll unD Der Hehlerei bcfdjulDiat wurde. Das Gericht erkannte gegen Den ersten Angeklagten auf 1 Monat (9 e • fänanis wegen Diebstahls und gegen Den zwei- ten Angeklagten wegen Hehlerei auf 15 Mark Geldstrafe, hilfsweise 3 Tage Gefängnis. Ein Mann aus Volpertshausen, der in mehreren Fällen Beiträge für Die Ortskrankenkasse Braunfels im Gesamtbeträge von 198,44 Mk. ein- gezogen. Diese aber angeblich nicht abgeliefert hatte, mußte sich wegen Unterschlagung verantworten. Der Angeklagte war gcstänDig, will aus Not gehandelt haben, und will Den Betrag wieder erstatten. Er wurde zu 6 0 Mark Geldstrafe, evtl. 12 Tagen Gefängnis verurteilt. (Ein Kellner aus Wetzlar hatte von einem FahrradhänDler in Wetzlar ein Fahrrad gegen Ratenzahlungen gekauft. Trotzdem der Verkäufer sich bis zur vollständigen Bezahlung Des Rades das Eigentumsrecht vorbehalten hatte, verkaufte der Kellner vor Bezahlung der ganzen Kaufsumme Das Rad anderweitig. Er wurde daher wegen Unter fchlagung angeklagt. Der Angeklagte bestritt, Die Absicht Der Schädigung Des ZahrraDhänDlers gehabt zu haben, «r habe Den Verkauf Des RaDes nur aus Not getätigt. Das Gericht kam zu einem frei- fprechenDen Urteil Diebstahl, begannen im strafschärfenden Rückfall rourbe einem Buchbinder aus Gießen zur Last gelegt. Er sollte gelegentlich eines Besuches bei einer Familie in Wetzlar m einem Moment, wo er allein war, eine Damenuhr entwendet haben. Der Angeklagte bestritt, die Tat ausgefohrt zu haben. Die Verhandlung erbrachte nicht Den Beweis Der Täterschaft Des Angeklagten, weshalb seine Freisprechung erfolgte. Kleine Straffammer Wetzlar. Q Ein Händler aus Vollnkirchen tvar in erster Instanz vom Amtsgericht Wetzlar wegen Be- trug» zu 50 Mark Grldstraf« verurteilt worden. Er focht dieses Urteil durch Berufung an. Der Angeklagte kaufte im September von einem Landwirt in Vollnkirchen Aepfel Angeblich soll er bei der Bezahlung, die an die Tochter erfolgte, bei Dem Geldbetrag ein 200-Markftück aus Aluminium statt einer Reichsmark verabfolgt Haden. Der Angeklagte bestritt dies und behauptete, mit richtigem Geld be- rihlt zu haben. Das Gericht gelangte zur Frei- prechung des Angeklagten, obwohl es annahm, daß der Angeklagte mit Dem fraglichen 200-Markftück befahlt habe, was jedoch auf ein Versehen Des Angeklagten zurückzuführen fei. Buntes Allerlei. Vögel als Freunde der Eisenbahn. Die merkwürdige Tatsache, daß manche Vögel ihre Rester am liebsten an Bahnstrecken und sogar unnter den Schienenteilen anlegen, ist vielfach beobachtet worden. Der Steinschmätzer wählt sich a. D gern als Riststätte einen Platz unter Dem sog. Herzstück Der Schienen, eienm besonderen Teil, Der bei Glersabzweigungen eingefügt wird. Die Darüberdonnernden Eisenbhanwogen hi.rdern Das Weibeben nicht im geringsten in Dem Aus- brüten unD Aufziehen seiner Zungen. Auch Rester Der Bachstelzenn hat man schon häufig in Hohlräumen unter Den Schienen gefunden. | und Die RatursorsLende Gesellschaft zu Alten- bürg bewahrt In ihren Sammlungen DaS 2kU cmes HausrotschwänzchenS, DaS aus Der Zugstange eines Güterwagens angelegt war. Sine merkwüDige .Anpassung Der Vögel an Den Eisen- bahnverkehr" berichtet Prof Koeprrt im neucsten Hell Des .Naturforschers .Dirienn Srmmcr konnte ich." schreibt er, .ein« Anpassung Der Lachmöwe an Den Bohnverkhr gelegentlich einer Reise von Dresden nach DreSlau beobachten. Alder Zug in die Station Liegnih einfuhr, tauchten auf einmal Scharen von Lachmöwen am fallenden Zug« aul, die ihn mit heiseren Schreien umkreisten unD. tote es schien, gewöhnt waren, von Den Reisenden gefüttert zu werden. D.e her- ausgetoorfenen Brot brocken singen si« geschickt in Der Lust auf und lasen di es.'s den vom D>den aus. ohne sich Durch den Verkehr Der Reisenden stören zu lassen. Sie folgten Dem abfahrenden Zug noch eine Weile, solange ihnen etwa- zu- geworsen wurde Dann verschwanden s'.e nach Dem östtich von Liegniy gdogeiicn Kuni.zer See, Der «in« starke Brutkolonte Der Lachmöwe birgt. Aus der Rückreise von Br-slau nach Dresden sah ich dasselbe Schauspiel. Die Vögel beobach etcn genau Die durchfahrenden Züge, um von ihnen ihren DurchzangSzoll in Gestalt von Rahrungs- brocken erheben." HotfefeQers neucfles Rezept Des langen Lebens. Der alte John D. Rockefeller, dem höchstens Ford Den Romen Des reichsten Mannes der Welt streitig machen kann, ist jetzt 87 Jahre all unD erfreut sich noH guter Gesundheit. Man möchte glauben, baß ein Mann mit so unbegrenzten Mitteln sich von Den berühmtesten Aerzten Der Welt Die neuesten Mittel Der Lebensverlängerung verordnen lassen könnte. Aber Der schlaue John D.” gibt nicht sehr viel auf Aerzte. sondern begnügt sich mit einer Lebensregel die er seit langem befolgt. Wie er kürzlich milteiltc, sind die hygienischen Gebote, denen er sich unterwirft, die folgenden „Aergere dich nicht: nimm nicht yi; trinke täglich Drei Liter Dosier: mach« regelmäßige körperlich« Hebungen und sorg« beim Schlafen für frische Luft." Der Wert dieser Lebensregcln wird übrigens von hervorragenden Medizinern anerkannt. Denn man glaubt, daß Die Zuführung von Wasser die Gewebe des Körners reinigt, daß frische Luft das Wichtigste für die Lungen ist und niasts die Tätigkeit der Muskeln fo anregt wie körperliche Hebungen. ein „Tatbestand'' vor 4000 Jahren. Den Tatbestand eine» Mordes auS dem Bronzezeitalter, DaS etwa 4000 Jahre zurückliegt, hat Der englische Vorgeschichtler Pro efsor Walerston au6 einem Funde geronnen. Den er vor kurzer Zeit gemacht hat. ES handelt sich um eine Kiste, Die ein männliches Skelett enthielt, das deutliche Spuren eines an ihm verübten Verbrechens zeigte. „Sri Schlag mit einer stuinplen Was.e, wahrscheinlich mit e ner Keule Kurde gc;ei Der Kops geführt", so beschre bt der Prose sor diese vorgelch chlliche Traaöd e. „Sr prallte aber ab und traf Den aufgehobenen Arm mit dem Der Angegriffen« sich verteidigte. Davon rühren Schrämmen am Arm und an Der linken Seite deS Halses her. Dann wurde der Unglückliche von hinten mit einer scharfschncidigen Waffe angegriffen, Die seinen Kops verfehlte, aber im Rücken tiefe Einschnitte hervorrief und die Wirbelsäule verletzte. Seine Beine müssen dann schwer verwundet oder sogar unter den Knieen abgeschnitten worden sein. Wahrend er auf Dem Dodcn lag, wurde ihm mit einer Keule Die rechte Seite des Schädels zerschmettert." Der Schatz im Geograph:e»Buch. Sin Engländer, namenS Charles R. Robson, lauste vor einiger Zeit in Leicester eine alte Bibliothek, und alS er sich die einzelnen Bücher durchsah, stieß er auch auf ein alteS Gcographie- Vuch, das gar leinen Wert hatte und das er nur zufällig durchblä.terle. Da entdeck e er einen Schatz. Es lag darin nämlich ein Heftchen, das sich alS die Originalausgabe der berühmten „llnschuldslieder" von William Blake heraus- stellte. Dieses überaus seltene Werk, von dem nur sechs Stück bekannt sind, war in bester Erhaltung. Blake, Der geniale Mystiker und Zeichner, hat das Buch 1789 selbst hergestellt, und zwar wurde es von Kupferplatten abgezogen, aus Denen er die Verse und Zeichnungen eingeritzt hatte. 31 solcher Platten waren nö:ig, um Die 17 Blätter herzustellen, und nach dem Druck malten Blake und seine Frau Die Ornamente noch mit Wasserfarben aus. Der Schah aus Dem Geographiebuch ist also eine Seltenheit ersten Ranges und ir.i idestens 6203 Mark wett. Sie Jagd nech Dem Gespenst. Seit vielen Monaten befand sich D e Bevölkerung eines italienischen Städtchens in größter Aufregung, weil Die nächtliche Ruhe des Oer» chenS von einem geheimnisvollen Gespenst ge tori wurde. Bald dieser und bald jener wollte bald hier und bald dort eine große, in dunkle Gewänder gehüllte Gestalt gesehen hoben, die lautlos und mit übernatürlicher Schnelle durrch die Straßen huschte. Schließlich aber mochten sich einige Wagemutige auf die Saab nach dem Phantom, und es gelang. Die unheimliche Gestalt tn einen Graben zu drängen, wo sie von Den dr"- denden Verfolgern umringt wurde. Mit einer merkwürdig hohen Stimme flehte das Gefvenst um Gnade. War es ein Monn oder eine Frau? Man schleppte den entdeckten „Dämon" nach cer Polizei, und nachdem man ihm Dort eine größere Menge Tabak abgenommen hatte, bequemte te sich zu einem umfassenden Geständnis. Es war ein Mann, der während deS Krieges desertie-t war und nun schon neun Jahre als Frau verkleidet lebte. Da er sich mit Tobalschmuggel beschäftigte, so hatte er sich als „Gespenst" verkleidet, um seine nächtlichen Spaziergänge leichter durchführen zu können. Sprechstunden der Redaktion. 12 bis 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nadjmitlags Samstag nachmittag geschlossen. 5ür unverlangt eingesandte Manuskripte ohne beigelügtes Rückporto wird keine Gewähr ü vernommen. Anzeigenanfträge sind lediglich an Die G e s chästssle11r zu richten. 1826 1926 Herr Rechtsanwalt Fritz Fischer F.-V. I. A.: W. Möller Gießen, den 26. Dezember 1926. 10660V Die Beerdigung findet in der Stille statt 1D678D I Friedhofes aus. 10668V Ihre Vermählung geben bekannt übernimmt oirr.’ I 106.638 und 15 RM. 10 10 Hotel Schütz 10666C eingetragen: Rillige Woche! Für Damen große Ueberraschungen | steigert. 08917 Tischbestellungen rechtzeitig erbeten vom 29. Dez. bis einschl. 5. Jan. Pa. LcbcUfrilb [10671a Vereine { mu> nnnnnn m nmn nunnwinmuniTnnniiiiiiiinni mit und Drucksachen aller Art liefert ölt Stüdl sch« Drudtre« Selbstgefchrieb. Angebote mit Lebenslauf unter 1O582D an den Gießener Anzeiger. Abfail- Brennhoiz üilltnft abumeben. 3. Wcllböfer. 106621) Tel. 74:. Hauptzollamt, Zimmer 4. Original Jazzband feine Silvester-Soupers sowie erstkl. Weine und Biere Spezialist (Kto Heyöer Wetzi'tcinaasse 8. Sülzhayn (Südharz) Die Beerdigung findet Mittwodi, den 29. Dezbr., 2 Uhr nachm , von der Kirche in Sülzhayn aus statt. Heute vormittag verstarb plötzlich nach langem Leiden unser lieber Bruder, Schwager und Onkel Stadttheafer Mittwoch. 29. Dez. IZ.miurooMD.-kifi von 7'/, bis W, Ubr: tiritnufTüb una: Di? fünf Sammel Schwank tn 3 Akien von Pohl. Statt besonderer Anzeige. Unsere gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Dr. Tarl Uhrig und Frau Tharlotte geb. Freundlich beträgt für: Proszeniumsloge, Rangloge Gießen Weihnachten 1926 Darmstadt, Wiesbaden, Hamburg, Gießen, Mainz, Köln, den 26. Dezember 1926. Die Beisetzung findet statt: Mittwoch, den 29; Dezember, nachm. 2.30 Uhr, von der Kapelle des Nieder Ramstädter Seiners Düsseldorfer Punsche sowie alieanderenGetränke zu Silvester Bücklinge das L'fb. 42 A die Kistex 2.— Sprotten Pfund 6o 4 Gestern nachmittag um 3 Uhr wurde unser lieber Vater, Schwiegervater. Grolivater und Urgroßvater HerrPhilippBaißerlll. Im 89. Lebensjahre durch einen sanften Tod erlöst. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Wilhelm Balßer IX. Wwe. Rödgen, Bersrod, Oppenrod, den 28. Dezember 1926. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 29. Dezember, nachmittags 3 Uhr, In Rödgen statt 08930 ist heute im Alter von 73 Jahren nach einem Leben voll unbegrenzter, sorgender Liebe für ihre Familie nach kurzem, schwerem Leiden in ein besseres Jenseits abgerufen worden. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Ernst Niemann. Unterfertigte betrauert tief das Ableben ihres lieben Alten Herrn Fritz Fischer,Rechtsanwalt Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Ludwig Fischer, Staatsanwalt. tm Ausschnitt Pid. 55 ff. b^bUan im Auöickm. Psd. 50 J Seelachs Pfund 40 ' Goldbarsch o. Q.. Ai.chkotelettS Pa. Brntichcllnichc Pid. 35 A 3 Did. I — Treibiiemen- wachs stet- vorrätig. Boer & Lomverger W,illtor,lra.;c 12. Re'.i und Hasen im Ausschnitt Gänse Enten Puter Hahnen £ Poularden f Mast-Tauben SCHWAAB Feinkost. Brt2".XIL7l Uhr Jibresechl. '. L m 3clw. Große Silvesterfeier Sichtung! ®rt§Sc«iIeircii von zillllllillllMI Lehrling höherer Schulbildung (Sekundärere) guter Handschrift Bettwäsche nur MK. 19.75 6tclL Garn au5 schm Vinon, reich bestickt. Aeinei alle Arien Bettwäsche, Bet Hand- Wilch« und Stafetten1 lieber, Tischwäsche. Damast, Stangenl. ulro gegen sllachnahme Vertreter gesucht a Derk, an Prw. b g. Berdienstmöglichk. Ul. AisUloiien I. Bostlanö Albert iirane 16a. Bekanntmachnng In unser Handelsregister Abt. B wurde heute bei der Firma Chemisches Laboratorium Dr. Eisenach & Comp. Handels- sellschaft mit beschränkter Haftung in (Ziehen folgendes eingetragen: Dr. Rolf Macheleidt in Gießen ist als Geschäftsführer ausgeschieden. 10665C Gießen, den 21. Dezember 1926. __________Hessisches Amtsgericht.__________ Städtthearer-Äbonnement Die Einlösung des vierten Abschnittes der Abonnements für Dienstag, Mittwoch, Freitag und Sonntag ha! am Montag, dem 3. Januar 1927 in der Zeit von 3 bis 6 Uhr nachmittags an der Kasse in der Vorhalle des Stadttheaters zu erfolgen. Die zu zahlende vierte Rate in allen gangbaren Ausführungen sofort ab meinem Lager lieferbar. Eduard (öondner Gießen, Steinstraße 84/86. Telephon Nr. 326. ioo89r> Kinderkleidchen Warmen Hosen Schürzen Strümpfen Wolle reg. gestr. Seidenflor Mako 10S73D Mützen Schals MlWs Beginn des Unterrichts im Glanzbügeln am 6. Januar 1927. 08984 zt.SAMii.MM GRODE Frankfurt. Str., am Bahnübergang MMMk Mittwoch früh 9 Uhr eintreffend: 7 „ 4 „ 2. Nang-Rückplatz 3 „ Dom Mittwoch, dem 29. Dezember, an Am 20. Dezember 1926 a) bei der Firma Cbr. Bieker in Gießen: Der Teilhaber Christoph Bieker in Gießen ist durch Tod aus der offenen Handelsgesellschaft ausgeschieden und diese erloschen. Der Theo Bieker Ehefrau, Lina geb. Harth, in Gießen ist Prokura erteilt: b) bei der Firma Leopold und Gustav Stern in Marienburg, Zweigniederlassung Gießen: Die Firma ist erloschen. Am 21. Dezember 1926 bei der Firma Franz Bette in Gießen: Dem Kaufmann Willi Bette in Gießen ist Prokura erteilt. Am 22. Dezember 1926 bei der Firma Offenbacher Lederwarenoertrieb Adolph Kann in Gießen: Das seither von Adolph Kann Ehefrau, Alice geb. Hannes, in Gießen betriebene Geschäft nebst Firma ist mit sämtlichen Aktiven und unter Ausschluß der Passiven sowie der Außenstände auf Josef Röder Ehefrau, Claire Marianne geb. Beil in Gießen übergegangen, die das Geschäft unter der Firma: Offenbacher Lederwarenoertrieb Claire Röder weiterführt. Die Prokura des Adolph Kann in Gießen ist erloschen. Dem Kaufmann Josef Röder in Gießen ist Prokura erteilt Gießen, den 23. Dezember 1926. Hessisches Amtsgericht. jVerschiedenes) Morgen Mittwoch, 3 Ihr nach- rniUags, werden 3800 ZiWlkll und 4000 teilen zwangsweise ver- Steinbrecher zu verkaufen. Feldbahngleie zu kaufen gesucht. Zu ertragen tn der Geschäftsstelle des Gieß. Anzeigers. [IWD Am ersten Weihnachtstage erlöste Oott nach langem Leiden meinen lieben Mann Pfarrer I. R. Dr. phil Rudolf Freylag im Alter von 49 Jahren. Signe Freytag Heinrich Driesch Seltersweg 70 10607a ■■III ■UMII ^»«MMIIkl Wohnungstausch WMg-M! O.-MW Gekuckt iu Kassel ob. Gießenr 4—5-Zimmcr-Wohnung mit Zubehör. Geboten wird in Heidelberg: Gleichgroße Wohnung tn guter Lage. Schriftliche Angebote unter 10677D an den Gießener Anzeiger erbeten. Mietgesuche | Zimmer mit 2 Betten -i 'Stellengesuche [ MWH Se inrbt Stellung für I tagsüber in besserem HaushaU. SdjriftL Anqeb. unter 08929 a. d. Gieß. Anz. erb. kann auch di» Einlösung der Abonnements während den üblichen kassenstun- den an der Thealerkasie erfolgen. Gießen, Den 27. Dezember 1926. Der Oberbürgermeister. I. D.: Klingspor. Auf das Kontor einer hiesigen großen Fabrik wird für bald oder zu Ostern ein [ Verkäufe 3000 Raummeter Bnchenickeit und Rollenholz,,> rm tkjd. An;. ! Empfehlungen | Lebender Karpfen lebende Schleien friiebe Schellfische frische Cadliau Rotzungen Seehecht bllligst eingetroffen. CUIeioteoD Babnhoistrake BO Teleob. (1 i. lOiSOc Nr. 305 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheflen) Dienstag, 28. Dezember 1926 Italien und das italienische Problem in Europa. Don * , e IIe). Italien hat ein unbcbingteÄ Recht darauf, den ihm während des Weltkrieges verbündeten Mächten unter die Rate zu reiben, wie groß sein Anteil an dem Endsieg der Entente ist. ES war auf Grund deS DreiöunÖvertrageS (§ 6 b) nicht verpflichtet, an der Seite der Zentralmächte aktiv in den Krieg einzugreifen, da der Stotus- quo auf dem Balkan ohne fein W isfen — eS war von Wien aus nicht über die aggressiven Abfichten Oesterreich- gegenüber Serbien unterrichtet worden - durch. den oft erreich: fchen Sin- marsch in Delgrad verändert worden tvar. Die einfache Tatsache s ines ReutralbleibrnS kann also nicht alS ein bewußter Akt zu Gunsten der Entente gedeutet werben. Sie war eS auch nicht. Sie war die Folge staatsmännischer Erwägungen, wie sie keinem Dolk in ähnlicher oder gleicher Lage verübelt werden können. Rach außen hin gab man in Rom bekannt, daS italienische H.cr sei noch nicht zum LoSschlagen gerüft-t gewesen. Es mag daran ein Funken von Wahrheit sein. Ich habe Leute sagen hören, daß diese Richt- bereitschast deS Heeres der Grund gewesen sei. warum Italien nicht schon früher, seinen wahren Interessen entsprechend, an der Seite Englands — diese deutliche Sonderbetomlng vor einer Ententemach-t ist äußerst intsreffant und gibt zu denken — in den Konflikt eingegrissen habe. Auch^daS ist möglich, obwohl viele Momente gegen eine solche Auffassung svre-chen. Jedenfalls hat Italien in den letzten Augufttagen 1914 einen Schritt getan, der unzweideutig zugunsten der Gnlente geschah: es hat fei:te Truppen von der französischen Grenze zurückgezogen, und es hat damit den Franzosen ermöglicht. ihrerseits die Grenze zu entblößen und die sreiwrrdenden Kräste in die Marneschlacht zu Wersen, welche — selbst bei mangelhaftem Funktionieren d-es deutschen Generalstabs — ohne die Möglichkeit der französischen Truppenverschiebung für die Entente verloren gewesen wäre. Italien kann also feinen Aiteil an dem Marnesieg der Alli- tenen mit vollem Recht begründen. Die zweite Dienstleistung — diesmal offensichtlich und für Italien selbst ein Schicksal bergender Akt — war die Kriegserklärung an Oesterreich Ihre Bedeutung: Galvanisierung der Erfolge von Gorlice und Festlegung gewaltig-r österreichischer H^ereS- malsen an der Isonzofront. Dritte Leistung: QIufred)tcrballtmg der Piave-Front trotz der surch'baren Riederlage bei Eaporetto und trotz deS Ausscheidens Rußlands alS kriegführenden Faktors auS dem Konzern der Ententemächte. (Hier läßt sich allerdings sagen, daß ein Separatfrieden Italien wohl der schlimmsten Blockade durch den anglo-americano-französischen Bund, wenn nicht sogar dem Kriege mit ihm, also der Aushungerung und Berwüslung. auSgesetzt hätte.) Unter allen Umständen halte also Italien Anspruch darauf, alS vollkommen gleichberechtigte Enlentemacht In den FriedenSteratunge i und bei der Verteilung der Deute behandelt zu werden. Daß dieS nicht geschah, weiß feder. Die ostentative Abreise des italienischen Unterhändlers Orlando auS Paris ist noch in jedermannS ©rinnenmn. nicht minder der erbitterte Kamps gegen Wilson in der Fiumefrage. Auch wurde sehr rasch nach Beginn dec Pariser Besprechungen bekannt, wie erbittert die Stimmung des italienischen BolkeS gegen Frankreich war. von dem es sich hintergangen, b?leidigt. unterschätzt süblte. und wie sich diese Erbitterung in eklatanten Haß auswuchs. alS eS sich erwies, daß Frankreich nicht daran dachte, auch Italien kolonialen Gewinn ztlzugeskehen ob:r seine eigene gewaltige koloniale Vermehrung durch eine entsprechende Vergrößerung des ReparalioriSanteiles für Italien auSzugleichen. D.r italienisch-französische AntogoniSmus. der lange vor dem Krieg bestanden hatte, durch den Krieg scheinbar beseitigt war, nach dem Krieg durch ger-echte und toür?ige Behandlung Italiens dauernd hätte ausgeglichen werden können, besteht biS auf den heutigen Tag weiter. Und zwar in unendlich verschärfter Form, denn er fand in den letzten Jahren reichliche Rahrung durch alle jene gegen das saf-isti'che Regime gerichteten Machinationen. die auf französischem Doben auSgeheckt wurden. und von den Faszisten, zu Recht oder zu äänrecht. französischer Urheberschaft oder Begünstigung zugeschoben werd n. Der i:alienisch-'ranzösl ch? Gegensatz ist jedenfalls heute ein außerordentlich schwerwiegender Faktor im Zusammenspiel der europäischen Krätte, wenngleich die akute Gefahr, die er nach Ansicht mancher Politiker einsch'irßt. nicht so groß sein dürste, wie es manchmal den A -.schein hat. Ungünstig beeinflußt wurde jedenfalls die Spannung durch die Auslegung, welche man dem italienisch-albanischen Schiedsger.chtsvertrag in Belgrad und in Paris gab. Wenn man in öic- s.m Vertrag — praktisch gesprochen — so etwas wie ein ander- benanntes Protektorat Italiens über Albanien sieht, so muß man log'.scher- weise sagen, daß die Gleichgew chtsverteilung an dec adria'.ischen Ostküste, gemessen an der Gliederung Europas, w.e sie Versailles und Et. Germain festlegten, z i Ungunften Jugoslawiens — also auch Frankr.el unter dem Qui- rinal verbindend. Es ist eine der typischen römischen Straßen ohne Gehsteige, ohn: moderne Geschäfte. ohne Sonne. Um lo mehr Leute wohnen hier, die, toenn sie auch sonst keine Würden und Titel tragen, doch mit Stolz von sich sagen dürfen, mcht nur Zeitg nossen. sondern sogar Rachbarn Mussolinis zu sein. AuS vielen HauS- einschnitlen. die man Läden nicht nennen kann und Höhlen nicht heißen darf, hängen gelblich- weiße Kaskaden heraus, Kapok od^r schlechte Wolle, zum Zeichen, daß e3 die Straße der Matercssai ist. de: Matratzenmachcr. Ein Leisten- Händler. ein Büchs-nmacher. ein Färber dazwischen. Und natür ich verschoben? W rte. Alle haben, toenn nicht di: Schwelle mit Ochsenblut, so dafür die obere mit den Farben der Trikolore bestrichet oder grüntoeißrote Fähnchen chnauS- gehängt. Alle zßn Schritte steht ein Mensch, der eine unauffällige Miene zur Schau trägt. Düsterer alS alle die düsteren Häuser ist ein alter, weit herauf wie ein Berlin vergitterter Palazzo, in d.sien Tor inganz e ne -trübe Ampel brennt. R immer 155. Di: Residenz Mussolinis. Und da gibt es noch Historiker, die ihn mit jenem Rero vergleichen, der sich ein goldenes HauS erbauen und von der Terrasse auS eine goldene D ücke zum Kapitol hinübe 1 eß. ließ, um als Dio'.n iS bequ?mer m t dem Jupiter dort pla: dem zu kännrn. In der Via Rasella ist kein H'uch vom Palatin zu spüret. Und die Wohnung des D c ? D'gen wir. sie sei nicht gead? mrdern eingerichtet. Ein' offenbar überästhetifche Dame hat mit einmal geklagt, am schlimmste t sei es. daß er D ldrr und Photographien mit Reißnägeln an die Wand hefte. Aber neben dem Schreibtisch steht ein Flügel und griffbereit liegt de Violine. Ein auSze- stopfter Adler, toenn es nicht ein Kondor ist, erinnert ihn stets an den Höhenflug, der großen Geistern vergönnt. In diesem Ha s? also leben die eigentlichen Ti'elinhater d'eseS Fe. illttonS. F'.umachbarn deS allmäch'igen Duce sozusagen. Ihre Adressen seien verschtoieqen. um den Intimi ätsjägem die Arbeit nicht allzu lcicht zu machen. Drnken Sie nur: M' ssolini wohnt in Ro n. alle n, und seine Familie in Ma land! Und öle Fra ixn. daS toeiß man doch, sind ihm nicht gerade spinnefeind —I Wahnsinnig pikant . . . Al>er ich wiederhole: Der Duce hat sehr viel, übermäßig viel zu arbeiten. Un'er seiner Wohn uni dehnt sich ein ungeheures Gewölbe aus, in dem eine Herde stummer Klavier.' haust. Geduldig harrend'des Tages, da sie zur Schlachtbank geführt werden. Kommt nun ein Virtuose oö:r. noch I eb-r. ein? Künst- 'erin aus fernen Landen, um in Rom ein Gastspiel zu geben, so muh sie natürlich tücht q üben. Und 3'1 diesem Zweck führt sie der Impr s r o in das Gewölbe: Bitt? sehr, alle ersten Mack.rn vorh md?n! Türe zu. d?r Klavierlöto? ist allein. Haut a'sobal) d e Prankei einem Dlüttzner inS fletschend.' Gebiß. Tobt. Rast. Ist ja mutter- rcel mall ein. Es hallt scha lerst ch von den gruft- kählen Wänden. Der Göttliche vergißt sich unö die Welt. Ha — plötzlich öffnet sich die Türe, ein Dierec erscheint und läßt im Auftrag S?iner Exzellenz ergeb?.nft fragen, wie der Virtuose leiße. Wer läßt fragen. Mussolini? — Ja Person. Der D ce liegt droben krank zu D'tl, zuerst hat er sich über di? Stör ng geärgert, ab?r dann habe die phäinornena'e Künstlerschaft fein Interesse ertoeTt, er liege und lausche, und et bitte den Maestro-- So erzählen sie. Ist daS nicht schön von Mussolini? Seht so etwa ein Tyrann and? Es robt eben doch nichts über die vö'k?rv:rsöhnende K'mst. Ich bin stolz auf meinen Rachbarn Mussolini. mit scheelen Augen angesehen wurde, weil man in dem von ihm eingeschlagenen Kurs die dauernde Gefahr einer Preisgabe jugoslawischer Grundiutrressen witterte, hat nach dem Abschluß des albanisch-italien'.schen Vertrages demissioniert, Paschitsch, der jugoslawische DiSmarck, rst gestorben, unö RaÖitsch. der radikale Kroatenführer, Föderalist, Feinö öcr serbischen Omni- votenz über öie slowenischen unö kroatischen Bestandteile Öe3 Staates, außerdem leidenschastlicher Sowjetsreund. hat Oberwasser bekommen nach dem Tode seines Erzfeindes und sofort seine russophile Parole ausgegeben. Trotzdem scheint es mir, daß ein Umschwung sich nicht von heute auf morgen vollziehen, unö. toenn er sich vollzieht. leine allzuraschen positiven Resultate zeitigen wird. Er könnte allerdings beschleunlat werden, toenn die sranzösisch-jugoflatoifchen Abmachungen nicht für Frankreich den militärischen Bündniszwang ergäben im Falle cineS jugoslawischen Angriffs auf Italien. (Denn das in der Adria Ita.ien keine Offensive crgrci'en wird — unö doppelt nicht nach dem Abschluß deS albanischen Vertrages — liegt wohl auf öcr HanÖ.» Praktisch würde dann allerdings eine Wafscnhilse Rußlands wohl auch kaum in Frage kommen: c8 könnte sich aber, als spätere Folge der Anlehnung Belgrads an Moskau — der diejenige Sofias folgen würde — abermals ein slawischer Block im Osten bilden, der nicht nur für öie nichtslawischen Dalkanstaatm unö Italien. sondern auch für das gesamte westliche Euroxa. D utschland einbegriffen, eine äußerste Gefahr öarftcLIcn würde. Es feint. Öaß es wieder England vor- b-ehalten blieb, diese Gefahr im ersten Moment ihres Aultauchens zu erkennen. England heißt den itaiienisch-albanischen Schiedsrertrag gut. es hat sein Zustandekommen begünstigt. Hat es dies getan, um Italien in eine Bahn zu bringen, Öie der englischen Politik entgegen kommt? Will es Italien seiner, der englischen, antirussischen fom gesponnenen Fäden zwischen Paris und BerNn wieder abreißen zu lassen. Jeder Deut che weiß, daß sich ein befriedetes Europa nur aut- bauen kann aus der schließlichen Entente zwischen den beiden wichtigsten europäckchen Großmächten — und jeder Franzose toeib dasselbe er weih aber auch außerdem, daß ein Krieg gegen Italien, und sei er ,u>ch so siegreich, ihm die so- fertige tötliche Feindschaft England- zuz eßen würde, das unter keinen Umständen eine Vermehrung der französischen Vormacht dulden könnte: ganz abgesehen davon, ktz^ß Frankreich pekuniär durch einen Krieg ruiniert / erben müßte. Und schließlich wird man weder in Rom noch in Paris vergessen, daß man in gewissen sinanziellen Angelegenheiten ja nach einigermaßen an — Washington gebunden 13. also ohne Amerika- Gnaden wohl kaum einen Konflikt riskieren könnte. Wie aber Amerika über europäische D nge denkt, weiß man. Man wünscht Fr ede i in dem wichtigen Absatzgebiet Europa, aber nicht Krieg! Und der Dollar regiert bekanntlich nach tote vor! Daß von Pari- auS ein unbesonnener Alt geschehe, ist mehr alS untoahrscheinltch. Daß er von Rom auS nicht geschieht, dafür, glaube ich, bürgt, bei al em rorhanle ten A tagonism^ und Ressen.iment. die staatSmänni che K ug' e t Mussolini- unö seine be'änftlgenöe Macht gegenüber den rad kalen G'emenlen des Fas Ismus Schlimme- konnte sich allerdings ereignen, toenn er einem Attentate zum Opler s c c W e immer man zu ihm unö dem Faszi-muS stehen möge: daß daS Leben Mussolinis erhalten bleibe, ist nicht nut von äußerster Bedeutung für Italien ländern für ganz Europa. Und nickt m nder wichtig für den Frieden deS Erdreiies ist. daß an Italien gut gemacht werde, toaS im Frieden von Versailles versäumt wurde. Die auöge eich- netc englische Zeitschrift »Observer" hat, al- erste. dieses Kapitel angeschnitten: es möge zwischen England. Frankreich. Italien und — Deutschland die Frage dec kolonialen Manda's- verteilung gemeinsam gelöst tre.öen: im Geiste von Locarno Geschieht dieS. so ist ein erster, großer europäischer Akt Wahrheit geroröen. ES ist kein Grund vorhanden, daran zu z oeiseln. daß — endlich — europäische Vernunft auf dem Plane erscheine. AuS all den rorangehenden Darstellunoen erhellt, tote kompl ,.crt öe i'.alienische Frage innerhalb des G.'sam:kompler?s öcr europäischen Fragen sich darstelkt. D.eS nicht eine -Minute lang aus dem Auge zu verlieren, ist Pflicht und Aufgabe aller, öer.cn am Zustandekommen einer höheren europäischen Einheit — in welcher Form auch immer -- gelegen ist. W.e b c Ostgrenze einer solchen Einheit einmal verlausen wird, ist eine Fräste, öle sehr in der Schwebe bleibt Aber sie ist nicht eine Frage erster Ordnung. Eine solche ist lediglich de Intensilät unö Dickte, mit öcr sich öcc europäische Grunökompler selbst: DeutschlanÖ. Frankreich, Italien, unter enger Dei- orör.ui g an Englanö zusammenschließt. Ist ö.c- ser Komple, erst eine eoiöcntc Macht geworden: d. h. ein Block solcher Einheiten, ö e durch Geschichte, Kultur und Zivillsatlan aus ähnlicher Grundlage ruhen, so wird auch eine möglicherweise austauchende Östliche Gefahr, die von einem ungceintcn Europa xu fürchten wäre, ihre Bedeutung verlieren. Man kann ohne weitere- unterschreiben, was ein kluger Italiener so formulierte: „Wenn die europäischen Staaten Europa wollen, wird Europa erst recht die curo- pä scheu Staaten woll.m " Die®emeiiiöenam3ol)resfcI;Iiif$. Don Dr. Haekel, M. d. N. W., Geschäftsführer des Neichsstädtebundes. Alle ©cmeinöen sehen mit Bangen der großen Schlußbilanz für das Rechnungsjahr 102ö entgegen. Die Wage des Eeineindeetats, die am Anfang des Rechnungsjahres in Einnahme und Aucgabe sorgsam ausvalanziert war, hat im Lause des Jahre» überall schwere Erschütterungen erfahren Die Ausgaben für Fürsorgezwecke, insbesondere für Erwerbslose und ausgesteuerte Erwerbslose, sind in einem Ausmaß gestiegen, daß sie den Etat der meisten Gemeinden über den Haufen geworfen haben. Zu sonstigen Zwangsausgaben, die inmitten des Rechnungsjayres unvorhergesehen die Gemcin- öen belasteten, gehören öie erl)eblichen Erhöh ingen der Beitrage zur Preußischen Landesschulkasse (In Preußen) und die Weihnachtszuwendungen für Beamte, Angestellte usw. Dem steht auf der Einnahmeseite nur eine mäßige Erhöhung der Emahmen aus der Einkommen- und Körperschaftssteuer (um etwa 9,3 Prozent) und ein günstiges Ergebnis der Gewerbeertragssteueroeranlagung gegenüber, wahrend die erhofften Mehreinnahmen aus der inzwischen erhöhten Hauszinssteuer infolge der zahlreichen gesetzlichen (Steuerbefreiungen und 6teuerniebcr|d)lagunaen ausgeblieben find. Die erwähnten Mehreinnahmen aus der Gewerbesteuer sind in den einzelnen Gemeinden verschieden aurge- fallen. Sie reichen in den meisten Stadien nicht einmal dazu aus, die unvorhergesehenen Mehrausgaben zu decken, und haben nur in Ausnahmesällen eine Senkung der vielsiM überspannten Okroerbe- fteuerzuschläge gestattet, die zwar überall für w in- schenswert gehalten wird, aber unter dem Zwange der gemeindlichen Finanznot bedauerlicherweise nur selten verwirklicht werden kann. Als Endergebnis wird also da» Rechnungsjahr 1926 in den meisten Gemeinden ein Defizitjahr bleiben. Aus dieser Gesamtlage ergibt sich für 1927 die Schlußfolgerung, daß eine weitere Verschlechterung des Finanzausgleichs für die Gemeinden, wie sie durch eine Streichung der Reichsgarantie an der Umsatzsteuer ober durch rin gesetzliches Perbot der gemeindlichen Getränke- steuern vom 1. April 1927 ob herbeigeführt werden würde, für die Gemeindefinanzen untragbar ist. Weiterhin bleibt die Fürsorge der Gemeinden für die Erwerbslosen im Rechnungsjahr 1927 nur dann erträglich, roenn fie bei au gesteuerten Erwerbslosen von i auf ’/• beschräi. t wird, und wenn nach der gesetzlichen Regelung der Arbeitslosenversicherung die neben dieser notwendig werdenden allgemeinen Fürsorgelaften der Gemeinden für Arbeitslose und derm Angehörige erheblich zurückbleiben hinter ihrer bisherigen Belastung mit Erwerbslosenunterstützung. Ferner fordern die Städte, insvefondere die mittleren und kleinen Städte, für 1927, daß ihnen durch eine erhebliche Erhöhung der geringen Steatezu- fchüsse ober durch ausreichende Gastschulbelträge für ihre zahlreichen höheren und mittleren Sch' len, die zugleich für die gesamte Landbevölkerung übernommene und unter den heutigen Derhältnifsen für die Städte untragbar gewordene Last endlich erleichtert wird, um diese Schulen im Interesse von Staat und Volksgesamtheit weiter am Leben erhalten zu können. Im übrigen muß die Gesetzgebung endlich die Tendenz aufgeben, den mittleren und kleinen Städten, die vor dem Kriege, im Kriege und nach dem Kriege mit den ihnen zur Verfügung stehenden bescheidenen Mitteln aus eigenen Kräften und mit eigener Initiative beste Selbstverwaltungs- arbeit geleistet haben, die Selbständigkeit auf wichtigen Kommunalgebieten zu entziehen und sie allmählich zu Hilftorganen der Landkreise in wesentlichen Angelegenheiten der Selbstverwaltung herab- zudrücksn. Durch eine solche Gesetzgebung wird sowohl der Verwaltung, wie den Gemeindevertretungen der mittleren und kleinen Städte die Freude an der Selbstverwaltung genommen. Im allgemeinen geht mein Wunsch dahin: Möge das neunte Nachkriegsjahr 1927 das endgültig letzte „Uebergangsjahr" bleiben, damit wir endlich aus dem unerträglichen Zustand ständig wechselnder Gesetzgebung herauskommen und stabile Grundlagen für Reich, Länder, Gemeinden und Wirtschaft gewinnen, welche für einen planmäßigen Wiederaufbau der öffentlichen und privaten Wirtschaft tue erste Vorbedingung bilden. Turnen, Sport und Spiel. Vom Frauenturnen im Mittelrheinkreis der D. T. 7 Wohl kein Geoirt der körprrlichen Ertüch- tigu-.g ist so sehr umstritten, als grradr das Frauenturnen. W.nn auch in den Vereinen t>2c D. T. bereits in den neunziger Jahren des vorigen Jahrhunderts A sähe zum Turnen des Leiblichen Geschlechts vorhanden war n so hat dieses Gebiet des Turnens um die Jahrhundertwende erst 5-ift gefaßt; aber erst die Zeit nach dem Kriege brachte der Bewegung den so sehr beachtlichen Zuwachs. Jedoch mit der Ausbreitung des Frauenturnens setzte auch der Kampf der Anschauungen ein. System auf System tauchte auf; jeder glaubte, das Alleinrichtige entdeckt zu haben Noch dauert die Gärung an. noch ist der Streit nicht zu End:, aber die Wellen gehen nicht mehr so hoch. Nachdem nun verschiedene Neuerungen feit ms der D. T. geprüft sind, kommt diese große Organ sat on dazu, Nichtlinien Hera- sz ' arbeiten, di: dnAnttr- verbänden (d. s. Kreis. Verband. Gau) die Arbeit erleichtern sollen. In diesem Sinne w'rd auch der Fortbildungslehrgang, den mrer Kreis (Mittelrhrin) vom 27. d. Mts. bis zum 31. d. Mts. in Koblenz abhält, zu arbeiten haben. Ms cha ptarbeitLf ld wird man Wohl d'e Einführung in das .Gebiet der neuzeitlichen Fr i- ubungen" arsehen können. Ebenso wird der „Allgemeinen Körperschule" die ißt gebührende Beachtung geschenkt werden. Auch dem .Gerätturnen". dem „Volkstanz" u. a. in. wird ein gewisser Teil der Zeit gewidmet sein. Aaser Gau Hessen wird durch den Gauwart für das Frauenturnen. sowie durch Turnerinnen aus Wetzlar. Grünberg. Friedberg vertreten fein. Die Feier!ags^prele im Arbeiter-Turn- und Sportbund. Gießen I gegen Sprendlingen I 1:9. £. Ein Spiel, zu dem am besten nicht viel gesagt wird. Gießen stellte eine Mannschaft mit reich! chem Ersatz, die dem blendenden Spiel der Sprendlinger, die im Vorjahre Kreismeister waren, fast verständnislos gegenüberstanlen. Der Gießener Tormann hatte ein gerüttelt Maß von Schuld an der Höhe der Niederlage. Das angenehmste am Spiel war die beiderseits beobachtete Fairneß unb Ruhe. Durch sein ausgezeichnetes Zuspiel hatte Sprendlingen das Spiel ständig in der Hand unb stellte bis zur Pause ein 5:0°Srgebnis her. Hiervon waren minbeftenä drei Lore haltbar. Bei einem Vorstoß nach der Dause kam Gießen zu seinem Ehrentor, es war Lies eine Glanzleistung des Gießener linken Sturmflügels. Doch mit überraschender Selbst- verständlich-keit stellten die Sprendlinger das obige Resultat her. Gießen war mehr und mehr zusammengeklappt und brachte kaum noch die notwendige Energie zur Gegenwehr auf. Gießen Ib gegen Sprendlingen II 2:2. Vorteilhaft hob sich dieses Spiel ab. Hier zeigte Gießen ein zusammenhängendes Spiel, in cem man einen Willen sah. Der unentschiedene Ausgang gibt in der richtigen Weise den Spielverlauf wieder. Vor dem Kreismeisterschaftsspiel standen sich die 2. Mannschaften Gießens und Friedbergs gegenüber. Hier siegte der entschlossenere Sturm Friedbergs, des bis Halbzeit 3 Tore verlegte, Gießen errang nur das Ehrentor. Rach dem Wechsel bewährte sich die Arnstel- hmg bei Gießen, das Resultat konnte gehallen werden. 5' MMIII । ■IMMMMM—nMMMMMMBMPIW tf BWJ Aus der Geschichte des Schneeschuhiaufens. Von Dr. Karl Walbrach. Gießen. Mit gutem Grund spricht die Aebrrschrift vom Schneeschuh-Laufen, nicht vom Schneeschuh- Sport — wenn auch der Schneeschuh in unseren Gegenden fast nur zum Sport benutzt wird —, denn ursprünglich hat der Schneeschuh nicht zu Sportzwecken gedient, ist nicht zum Sport erdacht worden, Zweifelios ist der Schneeschuh nur eine Abart des Schuhes, der ersten schützenden und Lärmenden Bekleidung des Fußes. „Am im Schnee obenauf bleiben zu Eö man", verbreiterte man Lie Sandale und versteifte sie durch Holz o.jeT Reisen. Am welche Zeit der Mensch auf Liefen Dedancken gekommen ist, wi.sen wir nicht. La Liese ersten Abarten der Schuhe — als Schneeschuhe darf man sie noch nicht bezeichnen, da sie auch im Sumpsgelände Verwendung fanden — aus wenig widerstandsfähigen Stoffen hergestellt waren; doch vermutet ein englischer Etymologe, Laß dieser Zeitpunkt einige Lausend Jahve vor Christus festz^setzen sei. Das Gle.ttn ter ehemals nur zum Gehen bestimmten Schneereifen wurde wohl durch einen Fellüberzug, dessen Haare nach rückwärts gerichtet waren, erreicht. Da die Felle sich bald abnutzten und man gelegentlich auch feststellte, daß man nach Beschädigungen des Fells auf dem uaeften, nun offenliegenben Holz vorwärts kam, mag man auf Liefern Wege zum Holzschncechuh gekommen fein. Eine Aebergangsform — nach anderen eine selbständig entwickele Form — bildet der ungleiche Ski; am linken Fuß trug man einen langen Holzsli, am rechten einen kurzen Frllski und bewegte sich in dec Art fort, wir eä heute bei den Rollern üblich ist. Dies: in die Vorzeit zurückreichenden Zusammenhänge restlos auf- zuLären, wir) kaum noch möglich fein. Außerordentlich zahlreich sind die Belege für die Benützung von Schneereifen und Schneeschuhen in der Llleratur. Die erste Erwähnung des Gedankens, sich durch Verbrellerung des Am Vormittag begann die Jugend Len Fußballreigen und konnte gegen die 1. Jugend Vilbels ein 4:3-Ergebnis h:rausholen. Die Gießener Jugend war hier der bessere Teil. Um die äreismeifteri^aft im Arbetter-Turn- und Sporlbund. Gießen und Friedberg spielen unrntschleten. £ Mit besonderem Jntere'se wurde diesem Spiel entgegengesehen, dies Le gt: sich schon äußerlich in der großen Zuschau'.rzcchl. Der Verlaut des Spiels entsprach den Erwartungen, es war ein Punktspiel mit all seinen unangenehmen Nebenerscheinur.gen, dafür sorgten die Gäste in höherem Maße als die Einheimischem Das Schlußergebnis entsprach dem Spielverlauf. In der ersten Halbzeit waren die Gießener im Vorteil und legten 2 Tore vor, die von den Friedbergern nach dem Sritenwechscl prompt aufgeholt wurden. Beide Gegner stellten sich komplett dem Schiedsrichter. Nach e.toa 15 Minuten Spielzeit gelang ein Alleingang des Gießener Mittelstürmers zum Führungstor. Das Spiel wurde nun schwungvoller, Friedberg erzwang eine ergebnislose Ecke, die Angriffe Gießens wurden stürmifcher, besonders das Jnnentrio zeigte recht schöne Leistungen, unermüdlich und planvoll schaffte der Mittelläufer. Bald arbeitete auch Gießen eine Ecke heraus, die zwar elenfalls abgewehrr, vom Gießener linken Läufer aber mit prachtvollem Fernschuh ins Netz befördert wurde. Gießen führte 2:0. Leicht hätte der letzte Erfolg vom Torhüter Friedbergs verhindert werden könnem Nach der Pause änderte sich Das Bild. Wie mit einem Schlage zeigte Friedberg ein gutes StellungLspiel, leider auch eine größere Rücksichtslosigkeit. Gießen immer mehr tn die Defensive zurückdrängend. Nach 7 Minuten führte eine Ecke zum ersten Erfolg der Friedberger. ein unschöner Zwischenfall endigte mit der Plahverweisung eines Friedberger Spielers. Nur noch mit 10 Mann spielend, büßte die Mannschaft nichts von ihrer Aeberlegenheit ein, sie zwang den Gießen rn noch eln ge E.en auf.be: ei letzte den Ausgleich brachte. D.e letzten 20 Minuten wurde nochmals hart um die Entscheidung gerungen, wobei die Chancen mehr auf der Friedberger Seite lagen. Der Schiedsrichter war der rechte Mann. Durch diesen einen Punktgewinn blieb Gießen der Abstieg an die letzte Stelle erspart, den nun vorläufig noch Friedberg inne hat. Mörfelden verliert gegen Wiesbaden 0:2. Ebenso wie am Varsonntag überrascht die abermalige Nied:rlage Morfel ens, Li^rnal auch noch auf eigenem Platz Bst überlegen durchgeführtem Spiel scheiterten alle Argriffe des Mor- f eiben er S.urm an ter au'o^fern'. en Tätigkeit von Wiesbadens Tormann. Auf der anderen Seite endigten die wenigen Besuch-e Wiesbadens beim Tore Mörfeldens mit jedesmaligem Torerfolg. Bornheim befestigt seine Spitzenstellung. Erwartungsgemäß tonnte der V. f. 2. Bornheim gegenüber den Hanauern siegreich bleibem Das 3:1-Resultat stand f;ton bei Halbzeit fest. Nach dem Seitenwechsel spielte Bornheim nur noch mit 9 Mann, vermochte aber trotzdem seinen Vorsprung zu hatten und sich der zahlreichen Angriffe Hanaus zu erwehren. Wetzlarer Fuhbav. B. L. — Spv. 06 Alsfeld 1:3. tz. Die Gäste spielten einen gleichwertigen, technisch sogar etwas besseren Fußball. Dafür halle B. L. die Feldüberlegenheit für sich, nutzte seine Schuhes gegen das Einsinken im Schnee zu schützen, findet sich in Tenophons Anabaiis (370 vor Ehr.). Weitere Quellen sind Strabo (18 n. Ehrst, Arianos (zur Zeit Kaisers Trajans), Theophanes (710 n. Ehr.) un> der Armenier Artfruni (852 n. Ehrst. Schneereifengeher kannte man demnach sogar in südlicheren Ländern. Der Gleitschneelauf wird zum erstenmal in Verbindung mit den Sistdfinnen erwähnt, d e ihn auf der Jagd benützten. So werden die Finnen, taten Merkmal für die anderen Völker der Gleitschnecschuh war, vom Mönch Jordanes (552 n. Ehrst, von Prokopios (zur selben Zeit), Warnefridus (720 bis 790), Astam von D.enen (um 1070), Saxo Gcarn natious (um 1200) und in den Historiae Nonveaiae (1200) genannt. Aber nicht nur über den nor ischen Schnerlauf haben wir Quellen in der Llleratur, sondern auch über den der Ehinesen (während der Tang-Dynastie, 618 bis 907 n. Ehr.), Kirgisen, die man nach den mit Holzpferden bezeichneten Schneeschuhen nHolzpserdetürtcn" nannte, und der Ja uten. Das bedeutendste älteste Buch über den Schnee- schuhlauf ist die 1555 in Rom erschienene „Historia de gentibus septentrionalibus“ des Erzbischofs Magnus von Apsala: daneben wäre noch Val- vasors Buch über das Herzogtum Krain (1689) zu erwähnen, aus dem sich ergibt, daß die nordischen Schneeschuhe auf irgendeinem Wege in tiefes Alpengebiet gelangt sind. Daß auch die Schrifttumsdenkmäler der germanischen Vorzeit (Edda, Heimskringla usw.) Zeugnis vom Alter und der Bedeutung des Schneelaufs geben, darf nicht unerwähnt bleiben. Besonders wichtig sind Me Schneegötter All und Slade, durch die ein Zusammenhang des Schneelaufs mit der Religion unserer Vorfahren hergestelll wird. All ist „Der Ahnherr aller Schneeläufer. Pfeil und Bogen sind seine Waffen, unzählige blitzende Pfelle (Schneeflocken) sendet er au3, und so schnell ist sein Lauf, daß sein Wundersll zur Tarnkappe wird, mit der er sich den Blicken entzieht". Skate ist die „nordische Diana mit Ski, Pfeil und Bogen". „Sie ist der Aebergang vom Winter zum Frühling", während All .rauhfrostig, f.Iber- hlond und windschne l' die weiten Schneefelder des Nordens beherrscht. Chancen aber nicht im geringsten aus. Alsfeld schoß drei klare Tore, denen B. C. nur durch einen Der- teidigerfehler das Ehrentor entgegensetzen konnte. Die B. C.er errangen sieben Ecken gegen zwei für Alsfeld. Erstere verschossen sechs von den sieben hinter das Tor. lleberhaupt waren die B. C.er vor dem Tore derart unsicher, daß sie auch keinen Sieg verdient hatten, der dem Feldspiel nach hätte fällig sein müssen. Angenehm berührte der faire Charakter des Spiels. Die Gäste waren hierin von vorbildlichem Auftreten und gaben ein nachahmenswertes Beispiel. Ein neuer Schwimm-Wettrekord vo. Der bekannten Amerikanerin Wartha N o r e l i u s ist es jetzt in Nouyork gelungen, einen neuen Weltrekord im 220-Vards- Freistilschwimmen aus^ustellen. Sie vermochte die bishrrigr Leistung auf 2:43,4 zu verbessern. Alte Rekordinhaberin war die Engländerin Miß James, welche ihre Weltbestleistung in Manchester mit 2:46 6 erzielte. Martha Rorclius schwamm schon einmal unter Weltrekord und zwar er'.reltr sie die Zeit von 2:44,6, doch hat ihre Leistung bisher keine Anerkennung gesunden. Der Wintersport in der Schweiz. vo. Die schweizerischen Winterkurorte weisen meist eine günstige Schneelage auf. In Graubünden haben Arcsa und Klosters 50 bis 75 Zentimeter Schneehöhe. Davos 30 bis 40. St. Moritz und Pontresina 20 bis 30. In der Zentralschweiz erreicht Andermatt mit über 1 Meter die größte Schneehöhe. Rigi Kaltbad meldet 30 bis 40 Zentimeter Schnee. Im Berner Oberland haben Grindelwald, Dstaad. Durnigel, Kandersteeg, Zweisimmen 40 bis 50 Zentimeter Schneedecke. Die Temperaturen betragen im Berner Oberland bis zu 13 Grad, sind jedoch in der Regel geringer und betragen in einigen Orten sogar 0 oder einige Plusgrade. Berufsbox-Europameister. vo Das Sekretariat der Internationalen Doxunion gibt folgende Liste der jetzigen Europameister bekannt: Fliegen: El'y Clark (England). — Bantam: S e i l l i e (Belgien). — Feder: R u i z (Spanien). — Leicht: D i n e z (Franireich). — Welter: Besisio (Italien). — Mittel: Devos (Belgiens — Halbschwer: Delarge (Belgien). — Schwer: P a o l i n o (Spanien). Ein neuer Flugrekord. vo. Der bekannte italienische Flieger Passaleve, der besonders in der letzten Zeit durch Aufstellung mehrerer er neuer Weltrekorde bekannt geworden ist, hat abermals eine neue Welthöchstleistung erzielt. Es gelang chm, den Höhenrekord für Wasserflugzeuge mit 500 Kilo Nutzlast auf 5930 Meter zu verbessern. Der alte Rekord wurde von dem Deutschen Tornberg mit 5731 M:ter gehalten, ausgestellt am 10. November 1926. Oberhessen. Landkreis Gießen CO Klein-Linden, 27. Dez. Die Weih- nachtsfeiertage brachten hier gut besucht« Gottesdienste. Am ersten Feiertag wirkte der M ä n- nergesangvereln „Eintracht" (Dirigent Musiklehrer Schöttler von Gießen) mit. Zwei sehr gut vorgetragene Chöre „Die Himmel rühmen" und „ein Kirchlein steht" trugen zur Verschönerung des Gottesdienstes bei. Am 2. Feiertag brachten der Posaunenchor und der Gemischte Chor, beide unter Leitung von Herrn Germer, rechte Weihnachtsstimmung in die Festgemeinde. Wie alljährlich üblich, fanden an den Feiertagabenden die Weihnachtsfeiern bzw. Abendunter- hattungen der hiesigen Gesangvereine statt. Der Gesangverein „Harmonie" feierte am ersten Feiertagabend in dem Gasthaus „Zur Burg", der Gesangverein „Eintracht" im Saale der „Deutschen Eiche". Am zweiten Feiertagabend versammelten sich die Mitglieder und Gäste des Gesangvereins „Arion" im Saale der „Deutschen Eiche" zur gemeinschaftlichen Feier. Sämtliche Veranstaltungen nahmen einen schönen Verlauf. X A l l e n d o r f (Lahn), 27. Dez. In unserem Kirchlein fand am ersten Weihnachtsabend eine stark besuchte Weihnachtsfeier statt, die einen sehr stimmungsvollen Verlauf nahm. Obwohl unser Ort eine immer größere Ausdehnung annimmt und der Friedhof außerhalb des Dorfes auf einer steilen Anhöhe liegt, war es leider wegen Mangels an Mitteln noch nicht möglich, einen Leichenwagen zu beschaffen. Diesen Uebelsland zu beseitigen, ist man schon lange bemüht, jedoch kann die Beschaf- fung der Mittel nur durch freiwillige Gaben erfolgen. z. Ullendorf a. d. L d a., 27. Dez. Der hiesige Turnverein von 1907 beging am zweiten Weihnachtssciertage seine diesjährige Winteroeran- staltung. Dabei konnte der verdienstvolle Leiter des Vereins, Sattlermeister F a u l st i ch, darauf hin- weisen, daß der Verein in diesem Jahre bei ver- schiedenen turnerischen Veranstaltungen 60 Preise, darunter erste und zweite Preise, erringen konnte. Außerdem ist der Verein im Besitze der Gau- meisterschaft für Faustball. t Grünberg, 27. Dez. Die Weihnachtsfeier des hiesigen Turnvereins hatte einen starken Besuch aufzuweisen: gute turnerische Darbietungen sowie eine Theateraufsührung fanden lebhaften Anklang. t Grünberg, 26. Dez. Wie alljährlich, fand auch diesmal die Weihnachtsbescherung der Kleinkinderschule am 1. Feiertag nachmittags in der Stadtkirche statt: da es die 50. Weihnachtsbescherung war, fielen die Geschenke reichlicher aus als sonst in den Vorjahren. — Der hiesige Männergesangoerein, der fast 100 Jahre besteht, hat gestern abend einen stark besuchten Familienabend mit Weihnachtsbescherung veranstaltet. Die Feier verlief in dem schön geschmückten Saale in ernster und würdiger Weise zur^votten Zufriedenheit aller Anwesenden. 4 L i ch, 27. Dez. Der hiesige Gesangverein „Cacilia" veranstaltete am zweiten Feiertag eine Weihnachtsfeier, die^sich eines guten Be- suche- zu erfreuen hatte: im Mittelpunkt des Abends standen eine Operettenaufführung und die Darbie- tunaen von zwölf zusammen 900 Jahre tüten Sangesbrüdern, die mit lebhaftem Beifall begrüßt wurden. — Die hiesige Großbrauerei Ihring-Melchior begann heute auf ihrem Teich in der verlängerten neuen Bahnhofstraße mit dem Einbringen des Eises. Infolge der letzten kalten Tage hat das Eis schon eine Stärke von etwa 12 bis 14 Zentimeter erhalten. Da die für die Brauerei benötigte Menge sehr groß ist, so haben für die nächsten Wochen viele Leute Beschäftigung und Der- dienstmöglichkeit gefunden. tL L i ch, 27. Dez. Die WeihnachtS- g o t t e s d i e n st e in LerMarirnsttftSk rche waren durch den Kinderchrr unter her Leitung des Stiftsorganisten Lehrer Stein und durch den Prsaunrnchor unter der Lotung vorn Stiftsdechant Lenz festlich ausgrstaltel. Eine besondere Wcih- nachtSfreude für die ganz« Gemeinde mar auch diesmal wieder tie »Lichterckrch«' am Ab nd des ersten Feiertages, die zugleich die We.hnachts- feier Les Kinderaottesdrenstes ist. 3m städtischen Spital sand am Ehristabend eine Weihnachtsbefcherung statt, gleichzeitig kam daS Christkind zu der jubelnden Kinderschar im Rettunngshaus zu Kloster Arnsburg. Die katholische Gemeinde hiett ihre feierliche Christmette in der heiligen Nacht, morgens um 5 Ahr, ab. Da die Feiertage starken Frost brachten, tummelten sich auf dem Teich im Schloßgarten die Schlittschuhläufer. L4- D e t t e n h a u f e n, 27. Dcz. Die kirchliche Feier deS Heiligen Abends erhielt in Liefern Jahre durch die Aufführung des Krippenspiels „Deutsche Weihnacht" von Pfarrer Wllhelm Schreiner eine besondere Weihe. In dankenswerter Weise hat sich unser Lehrer Schieferstein in den Dienst der guten Sache gestellt und das Spiel cingeübL Es war eine Freude, mitanzufehen, wie die Schüler mit ihren: Lehrer gemeinsam dies Krippenspiel zur TtuffübruTig brachten, ein Genuß, der unserer Gemeinde noch nicht geboten wurde. Cs ist wahr, was der Verfasser in feinem Vorwort sagt: „Cs ist nötig, daß wir wieder lernen, die Feiertiefe unserer Feste nicht nur durchs Ohr. fontern auch durchs Auge der ganzen Gemeinde zu vermitteln". Solche Weih:s>iele sind ein Genuß für groß und klein. Der Gesangverein unter Leitung von Lehrer Schiefer st ein trug ebenfalls zur Verschönerung der Weihnachtsfeier bet Er trug den Chor vor: „Horch die Weih- nachtsglocken Hingen“. — Untere kleine Dorf- kirche erhält nun auch elektrische Beleuchtung. Durch freitoilüge Spenden kam der Betrag von 120 Mk. zusammen, der zur Anschaffung des Materials dient. Herr Hofmann von hier bat sich bereit erklärt, dir Installation unentgeltlich vorzunehmen. SchneelaufbilLer sind in ziemlicher Menge erhalten. — Las älteste auf einem um 1050 unweit Apsala errichteten Runenstein. Sie lassen ebenso wie die vielen BrmerTungen in den Sagen und geschichtlichen Darstellungen dir Dr- beutung der Schneeschuhe „für das häusliche und gesellschaftliche Leben, für den wirtschaft- llchen Verkehr, für die Staatsverwaltung in Frieden und Krieg" erkennen. Dor allem fand der Schneeschuh Verwendung zur Jagd und in den Feldzügen, wo er nachweislich zuerst in ter Schlacht von Isen (1200) gebraucht wurde. Der Zusammenhang zwischen Jagd und Sport ist uralt, und so erklärt es sich, daß schon in früher geschichtlicher Zeit der Schneelauf als ritterlicher Sport geübt wurde. Das erste Preisausschreiben für den sportlichen Schneelauf der SrlLaten — zu deren „Qlneiferung" — stammt aus dem Jahre 1767 (in Christiania). Während Ler sogenannten Ritterzeit hatte der Schneelauf nur noch Bedeutung als notwendiges Verkehrsmittel unb darüber hinaus für die Jäger. „Erst im 18. Jahrhundert finden wir Zeichen eines WieLeraufblühens dieses norwegischen Nationalsports". Den bedeutsamsten Anteil an Lieser Entwicklung hatten die Eki- kompagnien (im Anfang deS 18. Jahrhunderts): und deren Auflösung konnte die Ausbreitung des Schneelaufs nicht stören, da die Städte- bewvhner schon auf ihn aufmerksam geworden waren Das erste allgemeine Preislaufen fand 1843 statt, und 1835 konnte man lesen: »Der Skilauf ist ein in manchen Städten wieder beliebter Sport geworden, und die Wettläufe locken viele Zuschauer an, daß sie wie Volksfeste sind." In Len siebziger Jahren setzte ein starker Aufschwung ein; die ersten Lelemarker 6a Lauf er traten auf und „wirkten wie eine Offenbarung'*. Die Telemarker Dauern hatten in ihrer Abgeschiedenheit eine besondere Säart (in der Mitte schmäler als vom und hinten) erfunden und sind Ladurch die Schöpfer des Schneeschuh-.Sports" geworden. Außerhalb Skandinaviens und Rußlands wurden zuerst in Oesterrnch und England, um 1880 auch in säst allen deutschen Mtttelgebirgen — anfangs von Förstern und Jägern, bald ab j: auch zu Sportzwccken — Schrreeschuhe bmützt. Ab.-r erst nach 1831, als Naisens Buch „Auf Schnre- sch hen durch Grönland" erschien war, begann das Interesse an diesem Sport so zu wachsen, daß bald die Ski-Einfuhr aus Siaudinovien den Bedarf nicht mehr decken konnte. Doch kam wenige Jahre später ein Rückschlag. Wohl hatte Nansen die Echne schuhe gebracht, aber k ine Anle tung zu ihrer richtige:: Benutzung. Ein mnrr Aufstieg begann, nachden 1838 tüchtig: alpine Läufer ihre Erfahrungen veröffentlichten, Norwe"er als Lehrer nach D:utschla::d kamen, und di: Moment- Photographie die unvollkommenen Zeichnung:n ersetzte. UeberaH entstanden nun Ski-Vercine, und wurden Wettläufe und Wetts-ringen veranstaltet. An welche Namen und Creianisse sich die Wetter- entwicklung deS Schneeschuhlaufs bis h.ul- knüpft, kann hier ebensowenig ausgeführt w:rden wie der Streit zwifche: norwegischer und m tieleuropäisch- alpiner Skitechnik. Der 1903 gegründete Deutsche Sll-Derband hat vor allem Aitteil an der starken Verbreitung. And im Zusammenhang mit ihm muß auch der während des Weltkrieges in den Vogesen. Alpen und Karpaten tätig gewe'encn deutschen Eki-BAaillon: gedacht werden. Heute ist der Schneeschuhlauf beinah: in allen Welt- aegenden bekannt: wir finden ihn nicht nur in Nord- unb Mitteleuropa, sondrn auch in Italien •unb Spanien, in Nordamerika und salbst in Japan, wo der erste Sprunihügel den deutsch ausgesprochenen Namen „Silberschanze" führt. ES mag noch erwähnt werden, daß man Skier nicht nur im Schnee verwendet hat, und daß f:e auch tn neuerer Zeit praktisch von Bedeutung waren. Sie sand n Verwend nz bei cin-r Wanderung durch den Sand ter Sahara, bet der Besteigung des Kilimandscharo, des Pic von T:n:risfa. hn Atlas (Nordafrika), tn Australien, Neuseeland imb Arn-e ien. .Den bedrutungsvollstau SNweg hat Roald Anundsen eingelchiag-rn. als er den Südpol erreichte. Mach seinen Angaben hat er den für Scott so tragisch e-röenben W-ttllauf zum Südpol getoonnen. weil er Ski^ a aber keine benutzte " fe c S«l -Dollen STrcid Fricdvcrg. WDR. 3 l b e n ft a b t, 27. Dez. Sin hie'iger Kuhscha:ei er mach e am he l.gen 2Le ;b in 'einer Wohnung seinem Leben durch Srljun* gen «in Ende. Er wurde von seinem Sohne an der Haus.üre hängend ausgesunden. Die Hr» fache ist unbekannt. Kreis Büdingen. £. Nidda, 27. Dez. 3m hiesigen Kino, das von einer Aktiengesellschaft von der Stadt erworben wurde, fand kürzlich die erste Vorführung eines Heimatfilms statt, der die schönsten Straßen, Plätze und Gebäude von hier und Bad Salzhausen in vorzüglichen Ausnahmen zeigt und bei den Besuchern großes Interesse erweckte. Sicherlich wird dadurch die Heimatliebe gefördert, wenn man die Schönheilen seines Wohnorts im Bilde schauen kann. Aidda. 27. Dez. Während bet Feier- tage brachten die ankommenden Züge aus ben Ställen eine große Zahl von Wintersport l e r n, tie dem Hohrrodskrpf zu.trebten. Prächtiges Winterwetter begünstigte ten S.i- und Rodelsport, fo daß die Ausflügler aus ihre Rechnung kamen. rtb. Ridda, 27. Dez. Die bicijöbrigen Weihnachtsfeiern waren großzügig an- ÄV:i om Feierlichkeiten in der Kirche wi.k- Sv. Kirchengefangcerein und ber Schüler- chor brr Volksschule mit An 2. Weihnachtsrag führten die Kinder daS erbauliche W^huachtsspicl „Der Zug zum Ehristtlnb" auf. Rachmittags sand in der Turnhalle eine Weihnachtsfeier für die Turnerjugend. abends eine Feier für die Mitglieder deS Turnvereins in ber Turnhalle statt, die bis auf ten letzten Platz gefüllt wat. y. Bad Salzhausen, 27. Dez. Ende dieses Jahres tritt hier der Oberbade Wörter Ludwig M S-b us nach beinahe -lOjähriger Dienstzeit in den wohlverdienten Ruhestand. Wahrend dieser langen Zeit bat er es verstanden, sich durch pünktliche und gewissenhafte Dlenstsührung die Zufriedenheit seiner vorgesetzten Behörde und durch |ein stets gefälliges und freundliches Entgegenkommen die Wertschätzung der Badegäste in hohem Maße zu erwerben. Der Pensionär wird auch künftig seinen Wohn sitz hier nehmen und fein von Dr. Werner in Gießen gekauftes, am Park gelegenes Landhaus beziehen. )( Ortenberg, 27. Dez. Di? Weihnachts- tage brachten schöne kirchliche Feiern. Am heiligen Avenb fand in b?r festlich erleuchteten Kirche eine stimmungsvolle Christvesper statt. Am ersten Feiertag trug ber Kirche.ichcu mit Weihnachtschören sehr zur andachtsvollen Stimmung des Festgot test lenstes bei. ©irre für die -Zuflucht" in Gießen erhobene Kollekte erbrachte 23 Mark. Sehr wohltuend wurde von ber Gemeinde bi? durch die neue Kirchenheizung erzielte Wärme empfunden X Wallernhausen, 27. Dez. Bis zum heiligen Abend waren hier die Schafe noch nicht in die Ställe eingewintert, sondern lagen stets noch nachts im Pferche. Diese Maßnahme war wegen der hierselbst herrschenden Klauenseuche angeordnet, weil man eine Ansteckung der Schafherde befürchtete, wodurch das liebel noch vermehrt worden wäre. Trotz der verhältnismäßig sehr beschränkten Zeit, die an den kurzen Tagen den Zcha° ten zur Weidegelegenbelt blieb, sind sie doch in recht gutem Ernährungszustand. Dies ist ein Beweis für nie sorgfältige und umsichtige Pflege der Herde feilens unseres langjährigen, tüchtigen Gemeindeschäfers 'Braun. — Infolge des Holzfällens und größerer Kulturarbeiten durch die Feldbereinigung haben nicht nur alle hier wohnenden A r - veitswilligen vollauf Beschäftigung, sondern es kommen noch solche von auswärts seit einigen Wochen täglich hierher zur Arbeit., u. a. aus dem zwei Stunden entfernten Rodheim an der Horloff allein zehn Arbeiter. X Wallernhausen, 27. Dez. Kaum sind vierzehn Tage verflossen, daß eine hiesige Frau auf dem Heimwege von Nidda überfallen wurde, so wurde am Tage vor Weihnachten schon wieder eine Frau von hier auf demselben Wege belästigt und nur dsirch einen Zufall vor Schlimmerem bewahrt Als die Betreffende am hellen Tage an einem Wohnwagen einer wandernden Truppe vorbeigegangen war, sprang ein Mann mit einem Hand- tud) aus dem Wagen der Frau nach und wollte sie fcsthalten. Die Frau rief laut am Hilfe. Zufällig kam ein Radfahrer daher, bei dessen Erscheinen der wild aussehende Mensch von der Frau abließ, in den Wagen zurücksprang und danonjagle. OerFroschmiiderMaske Roman von Edgar Wallace. 26 Fortsetzung. Nachdruck verboten XVIII. Die Radio st ation. Elks malkontenter Beamter war wie gewöhnlich in antlägerifdjer Stimmung. ..Die beim Rekord haben mir schon wieder eine Nase gegeben", beschwerte er sich bitter. „Nelord bildet sich mehr ein, ab das ganze verfluchte Bureau zusammen." Der Krieg zwischen Balder und .Llekord" — was eine Abkürzung für jene Abteilung der Po- lizeibirektion war, die die genauen Daten der Der- vrecheroerc.angenheit aufbewahrt, war schon längeren Datums. Rekord stand allem, was nicht inta- bulierte Tatsache war, höchst erhaben und ablehnend gegenüber. Die Rekordbeamten respektierten die anderen Leute nicht, sie hätten ebenso gut den Polizeichef, der fidj gegen ihre unbeugsamen Regeln verging, erreicht, wie den jüngsten Schutzmann. „Was ist denn wieder los?" fragte Elk. „Misten Sie noch? Sie hatten letzthin eine Menge Material draußen über den Mann — ich kann mich an seinen Namen nicht erinnern — — —" „Lyme", meinte Elk. „Ja, so bieß er. Aber es scheint nun, daß eines der Bilder fehlt. Am nächsten SBormittaa, nachdem Sie sie angeschaut haben, bin" Ich wieder in die Statistik gegangen und habe mir die Dokumente wieder geben lassen, weil ich gemeint habe. Sie wollten sie noch einmal anschauen. Sie haben sie aber nicht verlangt, und ich habe sie zurückgebracht. Und setzt behaupten die vom Rekord, daß das Bild und die Maße weg sind." „2ßoUen Sie damit sagen, daß sie verloren gegangen sind?' „Wenn sie verloren gegangen sind," sagte der immer mürrische Balder, „dann hak sie die Statistik selber verloren. Die glauben vielleicht, daß ich irgend so etwas wie ein Frosch bin? Sie werfen mir auch immer vor. daß ich ihre Fingerabdruckskarten verlege." „Balder, ich habe Ihnen versprochen. Ihnen einmal ein große Chance zu geben, und jetzt sollen Sie sie haben. Sie sind letzthin nicht befördert worden, mein Sohn, weil die Leute da oben glaubten, daß Sie einer der Führer im letzten Streik gewesen seien. Ich kenne die Gefühle der Uebergangenen. Sie machen einen bitter. Wollen Sie die große Chance ausnützen’?" Balder nickte mit angehaltenem Atem. ,4)agn ist in der separierten Zelle", jagte Elk. „Legen Sie Zivilkleider an, maskieren Sie sich ein bißchen, und ich werde Sie mit ihm zusammen einschließen. Wenn Sie sich fürchten, so können Sie einen Revolver mitnehmen, und ich werde es so einrichten, daß man Sie nicht untersucht. Schauen Sie, daß Sie mit Hagn ins Gespräch kommen. Sagen Sie ihm, daß Sie wegen des Mordes in Dundee eingesteckt worden sind. Er wird Sie nicht erkennen. Machen Sie mir den Gefallen, Balder, und in einer Woche werden Sie den Streifen auf dem Aermel haben." Balder nickte. Der streitsüchtige Ton seiner Stimme war verschwunden, da er sprach: „Das ist eine Chance", sagte er. „Und schönen Dank dafür, Herr Inspektor." Eine Stunde später brachte ein Detektiv einen grimmig aussebenden Gefangenen nach Cannon Row und stieß iyn in die Stahlkammer. Der einzige, der den Gefangenen erkannt hatte, war der Oberinspektor, der auf die Ankunst des Lockvogels mar- tete. Dieser hohe 'Beamte geleitete Balder selbst zu der separierten Zelle und stieß ihn hinein. „Gute Nacht, Frosch!" sagte er. Balders Antwort ist im Druck nicht wiederzu- Sehen. Nachdem er seinen Untergebenen in Sicherest wußte, ging Elk in sein Bureau zurück, schloß die Türe, schaltete fein Telephon aus, und legte sich nieder, um endlich ein paar Stunden Schlafes zu finden. Wer der Schlaf kam nicht. Seine Gedanken wanderten von Balder zu Dick Gordon, von Lola zu dem toten Manne Mills. Seine eigene Stellung schien ernstlich gefährdet, aber das machte Elk nicht die geringsten Sorgen. Er war Junggeselle und hatte sich ein hübsches, rundes Sümmchen erspart. Er^ dachte an Maitland, dessen Verbindung mit den Fröschen nun erwiesen schien. Der Alte lebte △ Kohden, 27. Dez. Dor dem Deihnachtsseste fiel ber hiesige Landwirt Wilhelm Lind beim Futterholen in seiner Scheune vom Heuboden so unglücklich in die Tenne, daß er bewußtlos weg- getragen werden mußte. Er trug sehr schwere Verletzungen ber Wirbelsäule, des Deckens und des Kopfes davon. Ärcis Schotten. wg. Gedern, 27. Dez. Die Deihnachts- gottesdienste waren in diesem Jahre außer- ordentlich gut besuch: und zeigte eine reiche liturgische Ausgestaltung. Zur Verschönerung der Heiligabend- christfeier trugen wesentttch bei der Sirchenge- fangoerein und der Kinderchor. Ersterer fang unter der Leitung de» stellvertretenden Dirigenten Lokomotivführer» Bruckmann die große Christfest.Hymne von Bortniansky und da» alte Weihnachtslied ,Es ist ein' Ros' entsprungen". Der Kinderchor brachte unter der Leitung von Lehrer Häusel drei wundervolle Weihnachtsweifen zum Vortrag. Beiden Chören gebührt für die weihevolle Bereicherung der Feier vollste Anerkennung. — Im Hauptgottesdiest des 1. Weihnachtsfeienatzes wirkte der Tlännergefangoerein „L ie - bertranj" mit. dessen beide Chöre .Weihnachtsglocken" und „Waldkirchlein" unter der Leitung von W. Z i n h klangrein und tonschön gesungen wurden und tiefen Eindruck machten. Die an den beiden Festtagen erhobene Kollekte für die Heidenmission ergab den 'Betrag von 65,75 Mk. Ulfa, 27. Dez. Der Kraftwagen des Z w e d t> c r b a n ö e 4 Schotten-Hungen ist bereits zu den Feiertagen eingetroffen und unternimmt bis zur fahrplanmäßigen Zn- dlenstellung täglich Probefahrten auf der Fahrstrecke. ES ist ein 16ft>iger Denzwagen, der in seinem hel blauen Anstrich recht gefällig aus- sieht und bequem eingerichtet ist. Das Auto des Zweckverbands Ridda-Hungen soll auch im Lause dieser Woche eintreffen, so daß zur Jahreswende beide Linien In Betrieb fein werden. § U I r I d) ft e i n , 27. Dez. Am Sonntag und Montag vor Weihnachten führte hier die Spiel- schar der Hochschulgilde von Frankfurt a. M. ein sehr feines Krippenspiel in der Kirche auf, das musikalisch reich gestaltet war. Am Dienstagabend war das Spiel in ber Kirche zu Feldkrücken. Kreis Alsfclv. -er. Homberg a. d. Ohm. 27. Dez. Der Gesangverein Frauenlob Pcranftaltete am ersten Feiertag abend in unserer Stadthalle einen änterhaltungsabend mit Theateraus- führungen und Konzert. Die Veranstaltung war gut besucht: die vortrefflichen Darbietungen wur- den mit lebhaftem Dri.all ausgenommen. Kreis Lauterbach. n. Schlitz. 27. Dez. Wie den Bewohnern von Schlitz und Umgegend erinnerlich ist, hatten sich vor einigen Jahren hier in der Nähe auf einem dem Grasen Görtz zu Schlitz gehörigen alten Jagdhaus einige junge Leute niedergelassen, die sich zu einem evangelischen Mönchsorden zusammen' beschlossen hatten. Da es ihnen nicht gelang, in unserem Hesienlande Fuß zu /asten, wanderten sie aus. Sie haben sich jetzt in hinten in Ostpreußen niedergelassen und dort den Versuch unternommen, unter dem Namen „b i c Brüder vom deutschen Hause" ben alten bcutfdjen Ritterorden wiederherzustellen, um als Wacht im national und lirchlich gefährdeten Osten zu stehen. Die Brüder des Ordens, Bernhard, Ekkehard und Godfried erwerben sich ihren Lebensunterhalt durch Handarbeit, besonders durch Herstellung von Buchbinderarbeiten, Mappen, Kasten für kirchliche ©e braudjsgegenftänbe, Sck)erenschnitten und Spruch- malereien und widmen sich heraldifchen Nach- sorschungen. WSN. W a l l e n r o d, 27. Dez. Im Kreife zahl rcidjer Verwandten und Bekannten von nah und fern feierten am ersten Weihnachtstage unsere ältesten Ortsbürger, der frühere Landwirt Heinrich Wegsahrt und seine Ehefrau, bas seltene Fest der diamantenen Hochzeit. Der Jubilar steht !m 86., feine Ehefrau im 78. Lebensjahre. Beide sind noch sehr rüstig und Helsen bei allen vor- kornmenben Arbeiten in ber Landwirtschaft noch wacker mit. Dem Jubelpaar wurden zahlreiche Ehrungen zuteil. Starkenburg. WSN. Darmstadt. 27. Dez. Wie das Hesst- sche Landesamt für das Bildungswesen mitteilt, zählte die hessische Volksschule mst Schluß des vergangenen Schuljahres (1925 26) 4016 mit Lehrerinnen und Lehrern besetzte Stellen. Curd) Londtagsdeschluß wurden zur Entlastung des hessischen Staateooranschlags bis 1. Oktober 1926 2 1 8 Schulstellen abgebaut, so daß von diesem Tage ab die Stellenzahl 3800 betrug. Durch die Der- minbening der Schulstellenzahl sowie die zu Beginn des Schustahres 1926 27 gestiegene Zahl der Neuaufnahmen hat sich die Durchschnitts- schülenahl einer Klaste von « auf 38 gehoben. * Darmstadt, 27. Dez. Die Odenwald» berge haben ein dichtes Schneekleid angelegt. Stellenweise hat der Schnee ein# Höhe bi» )u 50 Zentimeter erreicht; während ber Weihnachtstage wurde deshalb vielfach schon der Skisport ausgeübt. Im allgemeinen ist dos Skilaufen im Odenwald nicht möglich, und man sucht für diesen Zweck von hier aus die Schwarzwaldberge auf. Eifrig wird dagegen im Odenwald, wie in früheren Jahren, dem R o d e1 f p o r t gehuldigt. Der Verkehr ber Postautos kann nur unter großen Schwierigkeiten aufrechterhalten werben: an einigen Stellen mußte er jeihDeiltg aufgegeben werden. — In ber Großen Ochsengasie erlitt ein Mann einen Tobsuchtsanfall; kaum war er ins städtisch« Krankenhaus gebracht, so mußte bas Sanitätsaulo nach ber Michaelisstrahk. wo ebenfalls ein Mann von Tobsucht befallen war. — Die kleine Gemeinbe von Nauheim bei Groß-Gerau hat in diesem Jahre 4 2 Häuser mit 9 2 Wohnungen gebaut. Jetzt ist nicht allein die Wohnungsnot be- seitigt, sondern sogar noch eine Wohnung frei. WSA. Ofsenbach a. M.. 27. Der. Am ersten WribnachtSse erläge ke)rten zwei Männer aus dem Vorort Bürgel, von denen ber erste über die Weihnach's'eiertage aus der Äerreiheil- anstalt Gießen beurlaubt war, in einer Wirtschaft in der Schloßstraße ein. Infolge übermäßigen Alloholgenu'srs wurden beide bald ungemütlich und eS ent vickelte sich e ne schwere Schlägerei, in deren Verlauf der beurlaubte Rerrenlranle mit einer Cctnra T echstange den Wirt und d'e Wirtin, dir Frieden stiften wollten, derart bearbeitete, baß beide im Krankenhaus eingeliefert werden muhten. Wirtschaft. Das Wirtschaftsjahr 1926 f. Der Drgtnn drs Jahres 1926 fand das deutsche Wirtschrftslebrn in einer schweren Krise. Das 3ahr 1925, das nach dem Dawesplan als MoraloriumSjahr betrachtet werden sollte als ein Jahr, in dem sich die deutsch- Wirtschaft erholen u. d Kräfte famm;In sollte, um die Grundlage zu finden für d e Fähigkeit, in den späteren Jahren einen Betrag von 2X'Z M.lliarden an älcber- schüssen als Reparation an d'.e ehemaligen Feinde zu zahlen, batte in dieser Beziehung völlig versagt. Don einer Kapitalbildung war noch so gut wie nichts zu bemerken. Die ProduktionS^isfern waren in scharfem Rückgang b.'grifren. Lediglich die Entwicklung deS Außenhandels zeigte einige Spuren der Besserung, was aber zuni größten Teil auf die Krise zurückzusühren war, da Deutschland infolge Mangels von Mitteln sich beim Einkauf von Rohstoffen Zwang auf legen mußte. Die Aussichten für das Jahr 1926 waren daher außerordentlich trübe, und der Verlauf der ersten Monate hat zunächst eine weitere Verschärfung der Krise gebracht. Erst im Frühjahr gewann man den Eindruck, daß der Tiefstand erreicht sei. Es ging, wenn auch nur äußerst langsam, wieder bergauf. Diese Auswärtsbewegung zeig e sich zunächst nur ganz vereinzelt. In erster L nie war es die Dörse, die eine vpt.mistischrre Auffassung gewann, lieber die Entwicklung der Dorfe werden wir noch fpre- dah eS sich bei der Dörse zunächst in keiner Weise chrn. Hier sei nur so viel vorweg genommen, um eine konjunkturelle Vorahnung handelte, sondern daß es eine Reihe von geldlichrn und außer- deutschen Momenten war, die die seste Haltung an der Dörse verursachten. Den Ausführungen des Instituts für Konjunkturforschung folgend, kann man die Zeit von April bis etwa August alS die der Krise folgende Depression bezeichnen Wenn bann vom frühen Herbst ab alle Zeichen einer aussteigendcn Konjunktur eintraten, fo ist auch dieses einem Ereignis zu verdanken, das außerhalb der deutschen Wirtschaft lag, dem am 1. Mai beginnenden englischen Generalstreik ein Doppelleben, am Tage ein Geschäftsmann, vor dem bas Perfonal zitterte, bei Nacht ber Mithelfer von Dieben unb schlechter noch als ein Dieb. Unb wo war bas Kind? Das war eine anbere harte Nuß! „Nichts als harte Nüsie!" faßte Elk. Unb mit ben Hänben unter bem Kopf blickte er wach unb grollend zur Decke auf. Da er doch die gesuchte Ruhe nicht zu flnben vermochte, stand er endlich auf unb ging nach Cannon Row hinüber. Der Gefängniswärter sagte ihm, baß ber neue Arrestant eine ganze Menge mit Hagn gesprochen habe unb Elk lächelte. Er hoffte nur, baß ber „neue Arrestant" nicht auch versucht hatte, feine Klagen gegen Die Polizei- abminiftration mit Hagn zu diskutieren. Um dreiviertel drei Uhr traf er in ber Instrumentenkammer ber Admiralität mit Dick Gordon zusammen. Es war ihnen ein Operateur zur Verfügung gestellt worden unb nach ben Lorinstruk- tionen nahmen sie an feinem Tische Platz, wo er mit feinen Tastern hantierte. Dick lauschte bezaubert ben Rufen der fernen Schiffe unb bem Geplauder ber übermittelnden Stationen. Einmal hörte er ein aanz schwaches Quieken, fo schwach, daß er nicht sicher war, ob er sich nicht geirrt habe. ..Cap Race", faßte ber Operateur. „Sie werden in einer Minute Chikago hören. Um diese Zeit werden sie dort immer gesprächig." Als die Zeiger ber Uhr sich der dritten Stunde näherten, begann ber Operateur feine Wellenlänge zu oeränbem, um die zu erwartende Botschaft im Aelher zu erreichen. Genau eine Minute nach drei sagte er plötzlich. „Da haben Sie Ihr L. v. M. B." Dick hörte den Staftatotönen zu: ..Alle Frösche hört! Mills ist tot* Nummer sieben hat ein Ende mit ihm gemacht. Nummer sieben bekommt eine Prämie von hundert Pfund." Die Stimme war klar unb ganz ungewöhnlich süß. Es war die Stimme einer Frau. „Der dreiundzwanzigste Bezirk soll es so einrichten, baß er bie Instruktionen von Nummer sieden an dem gewöhnlichen Orte empfängt." Dicks Herz schlug wie ein Hammer. Er hatte die Sprecherin erkannt. Es konnte kein Zweifel fein. Cr kannte ben welchen Tonfall Es war Ella Den- unb bem bis in bm Aovember hinein wähnenben englischen Kohlenstreik. Die gesamte Entwicklung unserer Konjunktur, bie steigenben Prrbuk.ions- ziffern unserer Schlüsselindustrien. sind immer unter bem D.'sichrspunkt zu betrachten, baß wir sie bem englischen Kohlenstreic unmittelbar unb mittelbar verdanken. Ss erscheint also durchaus versehet, biefe steigenden Produktionszisfern, die wir gleich im einzelnen betrach en wollen, vcrr bem Gesichtspunkte eines innerlich deutschen Kon- junkturauflchwungs anzusehen. Die Ze.t seit Wte- deraufnabme der Arb-eft in der englischen Ko hi en- Industrie ist noch zu kurz, um darüber ein Urteil sollen zu können, ob die Wirkungen deS e.glischen Streiks aus Deutschland genügten, um b c Grundlage für einen allgemeinen Konjunkturausschwung zu bilden Manche Zeichen, baS sei schon hier vorweg genommen, sprechen dafür, daß dies nicht der Fast ist. Die Kohlenförberung. die Im April ihren tiefsten Stand hatte, ist seither in nahezu ununterbrochenem Steigen begriisen g.-wesc i. und sie hat insgesamt bereits In den ersten elf Monaten nicht nur die Ziffer von 1925 nahezu ein- geholt, sondern sie w.rb voraussichtlich mit einer Drsamtzisfer von etwa 144 M ll. Tennen die Förderung des Iahr^ 1913, wenn man nur die jetzige Grenze des Deutschen Reichs betrachtet, überflügeln. Da auch zu bcrücksich: gen ist, baß im Lause des Jahres nahezu bk gesamten Halden- beflänbe, die mit 9 Mill. Tonnen nicht zu ge.ing angeschlagen sein dürsten, ausgezeart s nd. wird also ber Kohlenäbiah für bas Jahr 1926 eine Rekvrdzisfer bebauten. Auch die Braunkohlen - Förberungszlsfer weist, namentlich in ben letzten Monaten des Jahres, eine stark steigende Richtung auf, und auch hier werden wir. wenn uhx von ber anormalen Zeit des R.ihreinbruchS absehen, mit Rokordziffern rechnen dürfen. Aehn- lich ist die Entwicklung in ber Visen- unb Stahlproduktion. H er liegt d^r Tiefstand im Anfang des Jahres. (Sei, etwa Mitte des Jahres sind die Dorjahrszifsem erreicht, und in ben letzten Monaten überwiegt bie Produktion sowohl an Roheisen, wie an Rodstahl unb Walzmerk-Cr Zeugnissen diejenige des Vorjahres weitaus. Entsprechend sonnte auch die Rohstahl Gemeinschaft ihre Absatzeinschränkung dauernd ermäßigen. Betrug sie zu Beginn des Jahres noch 35 Proz., so ist sie nunmehr aus 20 Proz. zurückgegangen. Weniger günstig verlies die Cnttpicklung im Kaliabsatz. Die Monatsziffern sind während de» ganzen Iah-es niedriger gewesen al» die des Vorjahres. Erst im No pember wurde die Dorsahrszifser wieder übertroffen, unb auch für ben Dezember rechnet man mit einem Absatz, ber ben Dezember-Absatz 1925 zum mindesten erreicht. Insgefamt wird man hier mit einem Minderadfatz von etwa 1,6 Millionen Doppel Zentner gegenüber dem Vorjahr rechnen müssen. Der Kaliabsatz hängt aber bekanntlich aufs engste mit der Lage ber Landwirtschaft zusammen, kann also als AUgemein-Konjunktur-Erscheinung weniger in Be tracht gezogen werden. Als einen weiteren Grad messer der Konjunktpr-Entwicklung kann man die Wagengestellung ber Reichsbahn her anziehen. Auch hier zeigt sich ber Tiefstanb im Februar, und seit April eine in fast gerader Linie an- steigende Aufwärtsbewegung. Der Monat Oktober weist gegenüber bem höchsten Monat bes Vorjahres, der ebenfalls der Oktober ist, eine Mehrgestellung von rund 400 000 Wagen auf. Entsprechend entwickelten sich auch die Einnahmen ber Reichsbahn aus bem Güterverkehr, währenb naturgemäß im Personenverkehr bie Haupteinnahmen in ben Reise- monaten liegen. Gegenüber dem niedrigsten Monat, Februar, hat die Reichsbahn insgesamt im Oktober 150 Millionen Reichsmark mehr eingenommen, wovon allein 100 Millionen auf oen Güterverkehr fallen. Der beste Monat be» Jahres 1925, der Juli, wurde im Oktober noch um 20 Millionen überholt. Betrachten wir auf ber anderen Seite bie Statistik her Konkurse unb Geschäftsaufsichten. bie bekanntlich im Jahre 1925 brwernb im Steigen begriffen waren, fo wurde auch hier die Höchst- Ziffer Anfang des Jahres erreicht. Seit ber Zeit sind sie im starken Abflauen begriffen. Schätzungsweise darf man im Dezember mit etwa 400 Konkursen unb 110 Geschäftsauffichien rechnen, gegenüber 2092 Konkursen unb 1553 Gefchäftsaufslchten im Januar. Interessant ist, daß Konkurfe unb Gefchästsauffich- ten, zusammengenommen, in den letzten vier Monaten des Jahres weit unter bem Monatsdurchschnitt des Jahres 1913 liegen. Unter Berücksichtigung dieser allgemeineren Merkmale erscheint das Bild somit recht günstig. Es dürfte aber wesentlich verschoben werden, wenn wir in der Lage wären, netts Stimme. Es wurde ihm plötzlich übel. Elks Augen hingen an ihm unb er machte Übermensch- liche Anstrengungen, sich zu beherrschen. „Es scheint nicht, al» ob noch etwas kommen würde", sagte der Operateur, nachdem er einige Minuten gewartet hatte. Dick nahm ben Kopfhörer ab unb erhob sich. ..Wir müsien warten, bis bie Direktionssignale lammen", sagte er, fo fest er es vermochte. Da kamen sie auch schon unb wurden von einem Schisfsoffizier auf einer großen Skalenlandkarte ausgearbeitet. „Oie Radiostation befindet sich In London", sagte der Offizier. ,Lch möchte fast behaupten, daß alle Linien sich am Wettende treffen, vermutlich im Herzen ber City. — Haben Sie es fchwer gehabt, ben Froschruf aufzunehmen?" fragte er, sich an den Operateur wendend. „3a", sagte der Mann. ,Lch glaube, man hat von ganz nahe gesendet." „3n welchem Stadtteil dürste es Ihrer Ansicht nach gewesen sein?" fragte Elk. 2er Schiffsoffizier deutete auf eine Bleistift- linie, die er in ben Plan eingezeichnet hatte. „Un gefähr auf dieser Linie", sagte er. Und Dick, über feine Schulter gebeugt, sagte erstickt: „Caoerley Haus." Es drängte ihn ins Freie hinaus. Er mußte das Ungeheuerliche überdenken. Ob wohl auch der D< tektio die Stimme erkannt hatte? Sie hatten fchon Whitehall erreicht, als EU endlich sagte: „Das klang ja ganz wie eine uns sehr befreundete Stimme, Hauptmann Gordon?" Dick antwortete nicht. „Sehr ähnlich", sagte Elk, als ob er zu sich selber spräche. „Wirklich — ich könnte unzählige Eide schwören, daß ich die junge Dame kenne, bie da für ben allen Herrn Frosch gesprochen hat." „Warum hat sie bas nur getan?" stöhnte Dick. „Warum, um Himmels willen, mußte sie das tun?" „Ich erinnere mich, sie schon vor Jahren gehört zu haben", sagte Elk nachdenklich. „Sie war damals bei der Bühne und noch ein ganz kleiner Fratz." Dick Gordon blieb stehen und starrte ben an bem an. (Fortsetzung folgt) über die einzelnen Industrien der Weiteroerarbei» tung exakte Statistiken aufzuweisen. Bekannt ist, daß die Weiterverarbeitung in der Eisen- i n d u st r i e noch heute ziemlich notleidend ist. Erst in allerjüngster ^cit machen sich auch hier Merkmale einer Besserung geltend. Achnlich liegen die Verhältnisse in der Textilindustrie, die während des größten Teiles des Jahres schwer darniederlag, und die auch den größten Prozentsatz zu den Zusam- menbrüchen beigesteuert haben dürfte. Will man hier von einer Besserung reden, so muß man die Konfektionsbranche ausnehmcn, wo sich noch keinerlei Zeichen einer Besserung bemerkbar machen. Schon das Jahr 1925 brachte die Erkenntnis, daß ohne eine völlige Umstellung der deutschen Industrie, ohne Einstellung auf die durch Krieg und Inflation geschaffene ganz neue Lage an einen wirtschaftlichen Wiederaufbau nicht gedacht werden könne. Es kam schon damals das Schlagwort von der Rationalisierung und Typisierung auf, und Projekte, die in dieser Beziehung im Jahre 1925 erdacht wurden, sind in dem nunmehr vergangenen Jahre nach vielen Richtungen hin zur Ausführung gekommen und beginnen bereits, sich auszuwirken. Es galt in erster Linie, unsere Produktionsfähigkeit mit dem möglichen Absatz in besseren Einklang zu bringen. Dies war nur möglich durch einen horizontalen Zusammenschluß gleichartiger Betriebe, der die Möglichkeit bot, diejenigen Produktionsstätten, die nach Lage und technischen Aufbau nicht wirtschaftlich zu arbeiten vermochten, stillzulegen, die Produktion auf die unter wirtschaftlich günstigen Bedingungen arbeitenden Werke zu konzentrieren. An der Spitze in dieser Bewegung marschierte die chemische Industrie. Ihr folgte die Eisenindustrie. Weiterhin kam diese Bewegung bei allen Industrien in Fluß, nachdem die Hemmnisse, die in steuerlicher Beziehung im Wege standen, aus- geräumt worden waren. Diese Zusammenschlüsse sind jedoch nicht immer aus freien Stücken zustande gekommen, vielfach wurden sie aus der Rot des einzelnen Werkes geboren, und es ging nicht immer ohne kräftigen Kapitalschnitt ob. Eine günstige Wirkung dieser Zusammenschlüsse, auf die nur wenig hingewiesen wird, liegt in der Verminderung der Vorratshaltung. Dies ist aber augenscheinlich auch unabhängig von- den gesamten Rationolisierungs- maßnahmen durchgeführt worden, und dieses Moment dürfte nicht zum mindesten mit dazu beigetragen haben, die Grundlage für den Wiederaufbau der beutfchen Wirtschaft zu verbessern. Eine Folge dieser Politik war der Rückgang in der Einfuhr von Rohstoffen und Halbwaren, die in den ersten elf Monaten um rund 1 Milliarde geringer war, als in der entsprechenden Zeit des Vorjahres. Allein auf die Tendenz der Verringerung der Vorräte ist naturgemäß der Rückgang der Rohstoffeinfuhr nicht zurückzuführen, sondern in erster Linie spricht si.ch hier, wie bereits eingangs erwähnt, die Krise aus. 'Borlentane. (Ohne Gewähr.) Frankfurt a.M. Berlin S»lu ,.l t.Uhe. Schlub-IÄnfang Rur» ' Kur» fiitr» Tfttnm: 27. 12- | 28. 12. 27. 12. 28. 12 5% Deutsche ReichSan!eibe . 4% Deutsche ReichSanlcihe . ')• <675 32 75 130 132 1?8 Rheinische Braunkohlen . . . 246 247.5 244 247 M.einstnhl........... Riebect Montan........ 197 182 199 181 196 182,5 198 TclliiS Bergbau....... 1)7,5 111 — — Bereinigte Stahlwerke .... 149,4 154 148 9 154 Hamburg Amerika Paket. . . Norddeutscher Lloyo . . 166.5 166 167 166,5 165,9 165,25 167 165,75 Chernniische Werke AlbM . . — * Zemcnllvcrk Heidelberg . . . NO 75 111 — Phjlivv tzolzmann ... 168.5 169 168.5 171,25 Anglo l£oni Guano..... — — 107 Chemische Mader Alaptn. . . — — — .— Goldschmidt . .... 142 143 143 143,25 Holjvertohlung...... . 72,9 — ■— — K G ^arocn-Judustrie. . . 117,5 18.25 116.5 317.13 RntgerSwerke........ 134 4 134 5 133,9 136 Scheid anUalt..... . 195 207.5 — — Alla. ElcktrtjiiätS-Gcsellschaft 164.75 165.6 164.75 165.5 Bergmann .......... El ktr. Licsernngcn...... 162 5 164 162 161 155 157 162 Licht und Kraft......... 161,5 160 166 158 Mainkraillvcrkc...... . — 127 EchUtkrri......... . Siemens & HalSke ...... 164.5 165.25 .671,75 14, 2v0 202.25 199 201.75 Adlenvcrke Kleger...... 112.5 112 112 115 Dainilcr Motoren....... 87 88 88 88 Henligcnstaedt ........ - P,eguin. ... ....... 52 — 52.75 Mannheimer Motoren .... — 44,73 — frankfurter Armaturen . . 16 — — Konservenfabrik Braun . . 59 — — Melallgesell chofk Frankfurt . 18i 186 — * Pet. Union A -G...... Schnh'abrik Her« . . .... 129 — 127.5 — 62.75 61 — Eichel............ . 4.5 .Zellstoff Aschaffenburg.... 155 156.25 154 155,9 Zrklsloä Datdhof...... -34 9 2735.5 233.ö .33.5 -jucker obrik Frankenthal . . 106.5 1'19,77) 105,5 Zuckerfabrik Waghaulel . . . 134 135 5 132,5 — * Bamag-Meguin A.-G. Soeben gibt die Firma Bamag-Meguin ihre Bilanz für das Jahr 1926 heraus. Darnach beträgt der Geschäftsverlust 845 166 Reichsmark. Die Gesellschaft btrfiljt als Aktiva Fabrikgebäude im Werte von sechs Millionen Mark. Wohngebäude im Werte von 1 635 000 Rm., Maschinen und Fabrikeinrichtungen 4 Millionen, Grundstücke 5 673 000, Vorräte und Rohmaterial und h-lbfertige Waren 5 710 000 Rm. Das Stammkapital beträgt 16 000 000 Rm. Der Geschäftsgang, der in den beiden letzten Jahren sehr darniederlag, scheint jetzt wieder auszuleben. • E i n Konflikt in der Cornelius Hehl OLG. in Worms. Freiherr Cornelius Hehl zu Herrnsh.nn, der älteste Sohn des im Jahre 1923 verstorbenen Frriherrn Cornelius Wilhelm Hehl zu Herrnsheim, hat vor ein gen Wochen gegen die von feinem Vater aufgestellten Testamentsvollstrecker, den Syndikus Lahm, den Direktor Dehner und den Vcichswirtschaftsminister a. D. Dr. Decker den Antrag auf Entlassung beim Aachlahgericht in Worms eingereicht. Die hierfür vorgebrachten Gründe sind nicht bekannt. Dagegen wurde in der Oeffenllichkrit bekamrt. daß Freiherr Cornelius von Heyl auf Grund dieses Antrags vom Aufsichtsrat der Cornelius Hehl QL®., Worms a. Ah. (AK. 15 Mill. Mark), dessen Vorsitzender Dr. Decker ist, von feiner Stellung als Vorsitzender des Vorstandes der QL®, suspendiert tourt)?. Diese Suspendierung erregte in Hessen und darüber hinaus großes Aufsehen. Aunmehr hat das Aachlahgericht ent- spreckend dem Antrag des Freiherrn Cornelius von Hehl die drei genannten Testamentsvollstrecker entlasten. Freiherr Cornelius v. Hehl hat die Geschäfte als Vorsitzender des Vorstandes der Cornelius Hehl AG. wieder übernommen. • <5 a r o 111 AG., Berlin. Da s h das Gcschäft im laufenden Jahre befriedige, d entwickelt hat ist mit einiger Sicherheit anzuneh- men, daß tür das abge au ene Geschältejahr eine Dividende verteilt wird, die die des Vorjahres (12 Proz.) nicht unterschreiten wird. Definitive Angaben stnd allerdings vor Beendigung der umfangreichen 3ntenturarbei!en nicht zu machen. ' Entdeckung von Phosphorlagern in Polen. 3m Kreise 3anoto in der Wojewodschaft Lublin wurden Phosphorlager entdeckt. Die Llnterfuchung hat ergeben, daß sie 20 Proz. Phosphor enthalten. Zur Ausbeutung der Lager wird eine besondere Gesellschaft gebildet, die bei der Landwirtschaftsbank wegen eines Darlehens vorstellig werden wird. ' A e u e 20--G ulden-Scheine in Holland. Der „Holländische Staatsan eiaer" gibt begannt, daß die Direktion der A.ederlandischen Bank entsprechend Art ! 7, Abs. 1 des Dankgesetzes von 1919 ab 27. Dez. 1926 20 Hfl.-Danknolen in Umlauf bringt. * Deutsche Lokomotiven nach Südafrika. Rach einer Reutermeldung aus Pretoria gab der Eisenbahnminister bekannt, daß die Verträge über die Lieferung von 55 Lokomotiven mit deutschen Firmen am 22. d. M. abgeschlossen worden waren, bevor die öffentliche Ausschreibung erfolgte. Das Abkommen sei fest abgeschlossen. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. 27. Dezbr. 28 Dezbr. Amtliche ’Jiotf tung Amtliche Notierung Kcld Brief t^eld Briet Amst- :)iou 167.53 167,95 167,68 1,731 168.iO Buen. Airet 1,733 58.30 1.7'17 1,735 Brn-Antlv 58,44 58.30 o8 44 Christiania. 105.87 106.13 106.07 106.33 ikopenhag.'ii 111.66 111.94 111,79 U2.07 Llockbolm 111.99 112.27 112.04 112,12 HelstNgiorS. 10,545 10,585 10,.545 10,585 Italien. . 18.90 18 94 19,09 19.13 London. . . -0.328 50,378 4,199 4). 336 20.386 9icui)ork . . 1.149 1,1895 1.1995 Baris. . . 16.59 16.63 16,61 16 65 Schweiz . . *0,97 61.17 61,03 61,23 Svantrn. 13.98 64.40 64.13 64.29 Iavan . . . 2,046 2.050 2,050 2.054 ’Hio de Ian Wien in D-- '.498 0.500 9.501 1.503 £tft. abgcsl )9,16 o9,367.113 18.07 106,11 59.31 2.2d 112.20 81.42 63.96 12.442 5.87 Franksurtcr (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeiger-".) Frankfurt. 23. Dez. Tendenz: Freundliche, Montanwerte fest. — An der heutigen Efseitenborfe traten wieder Montan- a k t i e n in den Vordergrund, die die Gesamttendenz günstig beeinflußten, so daß die Stimmung durchaus freundlich blieb. Das Hauptinteresse konzentrierte sich auf Mannesmann und Stahl-Verein auf unkontrollierbare Gerüchte von einer Angliederung von Mannesmann an den Stahltrust hin. Diese beiden QLtün konnten sich stark befestigen, Mannesmann plus 3,25 Proz.. Stahl-Verein plus 2,75 Prozent. Bedeutende,» Kursgewinn erzielten ferner Phönix (plus 5 Proz.). Deutsch-Lux (plus 4,25 Proz.), Gelsenkirchen (plus 3,25 Proz.) und Mansfelder (plus 5,5 Proz.). Kalialtien dagegen eher schwächer. Westeregeln minus 0,25 Proz. Oberschlesische Montanwerte unverändert. Kohlenwerte bis minus 2,5 Prozent höher. Die Rachfrage nach Scheideanstalt blieb in großem umfange bestehen, das Papier konnte auf 207,5 Proz. anziehen. Die bisherigen Konzernwerte lagen ebenfalls fester. Metallgesellfchaft plus 3 Proz., MetalBank plus 1,5 Prozent. Farbenaktien traten heute stärker in den Hintergrund: der Ansangsgewinn von 0,75 Prozent ging im Verlaufe wieder verloren. Elektroaktien still, doch freundlich. Desonders gesucht waren Lah- meyer bei Kursbesserungen bis 3 Prozent. Siemens plus 2,25 Prozent, Schuckert plus 0,75 Prozent. Am variablen Markt setzten Bauaktien bei lebhafter Aachfragr ihre Aufwärtsbewegung fort. Wayß R Freytag plus 4 Prozent, Dcker- Hofs plus 4,25 Prozent, Holzmann plus 1 Prozent. 21 u t o a f t i e n gut behauptet. Maschinen- a f t i e n still und ohne besondere Veränderungen. Süddeutsche Z u ck e r a k t i e n bei stil em Geschäft feft Waghäusel plus 1,5 Prozent Schiff, fahrtsaktien bei unveränderten Kursen vernachlässigt. Am Anleihemarkt siimu-- tierten für Kr egsan eihe verschiedene Gerüchte: so soll zu Beginn des neuen Jahres eine neue Regierungsvorlage über einen nochmaligen ilmtaufa) in eine neue Anleihe erwartet werden, um d n Schlußstrich unter die A fwertung zu ziehen. Kr -gsänke ^0,783^ i, Sch' tzgebiet 15,4. Ausländische Renten geschäftslos und unverändert. Der weitere Verlaus brachte durch Gewinnrealisat onen der Spekulation für die Favor ten mäß ge Rückgänge. Am G e l d m ar k t ist die Lage toe ter l icht. Tagesgeld auf 5 Proz. ermäßigt. Monatsgeld dagegen Schach-Ecke. .Bearbeitet von 255 Orbach Alle für die Redaktion bestimmten Mitteilungen, Lösungen usw. sind zu richten an die Schachredaktion des ..Gießener Anzeigers" Problem Nr. 93. Don QL Urslg. 8 t 2 Schwarz. U 8 e 3 Weiß. Weiß zieht und setzt in zwei Zügen matt. g h Weiß: 8 Steine Kd8; Dt5; Tg6; Lb4; Sa3; Ba5, d7, f2. Schwarz: 5 Steine Kd5; Sf6; Be4, e5, g7. Spiel diese Damenstellung evtl. den war usw. und g2 ausüben konnte, exponierten Stellung kaum Ti>8 —c8 Dc7-b8 Db8-a8? 13. 14. 15 17. KgSxf? 18. Ki 7-^7 19. Sd7-c5 20. Kg7 - f8 1. d2-d4 2. Sgl -13 3. e2-e3 1?26) spielte Schwarz nach 7. C3, Schwarz 9. Lb2, Sf4 einen to. mit ein gutes 7. b2-b3 8. e3xd4 Immer noch Fortsetzung Sb4 9. Lcl-b2 10. c2-c4 11. Tal -cl 12. Tfl-el 13. Ddl-e8 14. Sd2-fl 15. Sfl — g3 Der Druck, übersehen. 17. . . . 18. De2xe64- 19. d4-d5 20. Sg3-f5+! XL g.) 20. Sh 6 + nebst Lh7 oder Sgl7 matt. Lf8 war am besten. 17. Sg5xf7! Dies dürfte Grün seid nicht überraschend gekommen sein, aber das Opfer im 20. Zuge hatte er bei seiner Vorausberechnung wahrscheinlich auf die Punkte f3 läßt sich Mit ihrer vereinbaren. lö. Si3-g5! den ergeben. 3. .. . 4. Lfl-d3 5. Sbl-d2 6- 0-0 In der Partie Bei richtiger Behandlung des schwarzen Spieles dürste diese Einschließung des weißen Samenläufers leinen Vorteil für den Anziehen- 3. b7-b6 4. Lc8-b7 5. c7-c5 6. Lf8-e7 Rubinstein-Kmoch (Budapest hier besser 6..., Sc6. da mil Sb4! 8. Le2, Sbd5. Läufer tauschen und so- erlangen konnte. 7. c5xd4 8. d7-d6 Sc6 mit der intendierten vorzuziehen. 9. Sb8-d7 10. 0-0 11. TI8-e8 12. Dd8-c7 Unregelmäßig. Weih: E. Colle. Schwarz: E. Grünfeld. 1. Sß8-fö 2. e7 — eb Partie Nr. 67. Gespielt im Berliner Melslerturnier. 16. g7-g6 16. ..., Lxg2 führt zum Verlust wegen 17. d5!, exd 18 Sf5', Lf8 19. Dh5!, Sxh5 (g6 20. Sh6+ Den Springer kann der Schwarze wegen 21. D/35 nebst D^hZ-r oder TxeZ-f- nicht schlagen. 21. De6-e3 21. gb^fb Auf 21.....Sg4 entscheidet 22 Df3. 22. De3-h64- 22. Kf8-f7 23. Ld3xf5 Mit der Drohung l xe7-s- usw. 23. . . 23. Lb7xd5 24 TelXe7+ 24. TeSxe? 25. Dh6xf6+ 25. Kf7-e8 26. Df6-h84- 26. Ke8-f7 27. Lf8xc8 Aufgegeben. Eine von dem jungen belgischen Meister glänzend und stark gespielte Partie. Lösung des Problems Dr. 91. Don Dr. G. Wiarda. 1. Tf2-f5!, Dg8-a2+ 2. Se3 - c2 matt. 1. ..., Kd4-c5 2. Se3-g4 matt. 1. ..., Th4-h2-|- 2. Se3-g2 matt. 1. .. ., D 6eL 2. Sc7-e6, bezw. Se3 —c2 matt. 1. ..., Le5-f4 2 Dgl - al matt. 1.....bei. 2 Se3 — c2 matt. Lösung der Selbstmatt-Aufgcb? Qir. 1. Don C. Dreidecker, Eirßen. 1. Lf6-c7+, Kc5-d5 2. Lb5-d3+, c7-c5 3. Da4-d3+, Kd5-e5 4. Dd8-d4 + !, -T5^d4 matt. Originell. Richtige Lösungen zum Problem Dr. 91 sandten ein die Herren: Lehrer Breidecker-, Diplorn- vollswirt G. Weber, hier: H. Kappes, Langsdorf: Dx. in ©.; D. O. Schm. Schachbriefkasten. Dx. in G. Sie ziehen bei der Selbstmatt- Aufgabe Dr. 1 im dritten Zuge c8D, dies ist jedoch unmöglich, der Bauer zieht entgegengefetzt. Aus Der Schachwclt. Im internationalen Schachturnier zu Meran wurde der belgische Meister E. Colle erster Preisträger. Die Narrenkappe. Splitter und Sparren vom DedakttonSttsch. Heimgrzahlt. Der Flötist des großen KammerorchesterS schuldet dem Paukisten seit langem 5 QKarL Eines Tages sagt der Flötist: „Du, wenn ich dir morgen die 5 Mark gebe und du nimmst sie nicht, darf ich sie dann behalten?" „6ei ohne Sorge," meint der Paulist, „ich nehme sie sofort." Am nächsten Qlbend hat der Paukist eben einen großen Wirbel zu schlagen, da tritt der Flötist heran und will chm die fünf einzelnen Markstücke auf die Pauke zählen. Entrüstet flüstert dcr Paukist: „Weg mit dem Geld!" und lächelnd steckt der Flötist das Geld wieder ein und sagt: „Wir sind nun quitt." Der Paukist sinnt nach Rache. TagS darauf setzt der Flötist eben seine Flöte zu einem großen Solo an, da beißt der Paukist in eine Zitrone hinein, dem Flötisten läuft das Wasser derart im Munde zusammen, daß er keinen Ansatz findet, das Flötensolo flöten geht, und er vom Kapellmeister einen Rüffel erhält. Der Paukist aber flüstert: „Dun sind wir quitt." (Lust. Bl.) Wörtlich genommen. „Lind dann habe ich hier noch einen hübschen aufgeschlagenen Hut, kostet nur 60 Mark." „Donnerwetter, wieviel haben Sie denn da aufgeschlagen!" Kleiner Irrtum. „Hast du aus der Jagd etwas geschossen?" „3a, gewiß." „Aber dein Rucksack ist doch leer.“ „3a, der Treiber ging nicht hinein." gesucht. Erste Adressen 7, zweite Adressen 83/< Prozent. Geld für einige T.rge über d:.i AI tt.no I1/1 bis 8 Proz. W-rentoech el gefugt 55/s P.'vz. Bank-Akzepte 47 '8 Proz. 3m Devisen verkehr Paris gut b.hauptet mit 122,40 gegei London, d. geg.n Mai and mäßig sch ä 'e.- mit 106,40 gegen das Pfund. London-Kabel 4,8-35. Berliner Börse. «Eigener Drahtbericht des „Gtehener Anzeigers".) Berlin, 28. Dez. Die Börse eröffnete freundlicher und fester. 3m Vordergrund standen Montanwerte unter Führung von Vereinigte Stahl und Mannasmaan-Röhren. Diese beiden Papiere setzten 4 bis 5 Prozent höher ein, wobei erneut auf die Möglich.eit der Angliederung von Mannesmann an den Stahltrust verwiesen wurde. Lebhafte Beachtung fanden ferner Phönix, Buderus, Mans,eil.er, Rheinische Braunkohlen, Dechumer und Deutsch-Lux, die Kursbefestigungen von 2 bis 4 Prozent auf« wiesen. Die Aufmerisamieit der Spekulation war völlig von den Vorgängen am QILnrtamnartt in Anspruch genommen. Van den übrigen Werten wurden nur® lektroaktien, einzeln eC hemie- toerte, Hypothek enbank-Aetien und Ba u - aktien gefragt. Sonst überwogen leichte Realisationen, durch die namentlich Kali aktien, Bankaktien und die meisten Sieben toerte c.was nachgaben. Trotzdem war dir Grundstimmung freundlich. Sehr beruhigt zeigte sich die Börse über die Einschränkung der Rekordgelder. Prolongationsgeld stellte sich auf acht Prozent, Geld für einige Tage über den Ultimo auf 8 bis 9 Prozent, Monatsgeld auf 7*4 bis 81 > Prozent, Tagesgeld 41/2 bis 6 Prozent. 'Die Rachsrage nach Rekordgeld war recht rege, tourte aber in der bisherigen Höhe glatt befriedigt. 3m Devisenverkehr lagen das englische Pfund, die Reichsmark und die Lira fest. Paris gegen London kaum verändert. frankfurter Getreidebörse. (®igenei- Drahtbenchi des ..Gießener Anzeigers".) Frankfurt a. M., 23. Dez. Cs wurden notiert: Wetterauer Weizen 29,25 bis 29,50, Roggen, inländ. 24.50, Sommergerste für Brau- zwecke 25 bis 26.50, Hafer, inländ. 19 bis 19,50, Mais (gelb) 19,50, Weizenmehl, inländisches, Spezial 0 41 bis 41,50, Roggenmehl 35 bis 33, Weizenlleie 11,75, Roggenkleie 12. Tendenz stetig. Berliner Produktenbörse. Berlin, 27. Dez. Im Berliner Produktenhandel konnte sich nadj der Feiertagsruhe heute eine belebtere Geschäftstätigkeit nicht entwickeln, da ^einmal das Ausland mit feinen kaum veränderten Forderungen keinerlei beachtenswerte Anregungen nach Berlin brachte, andererseits aber auch Dffertenmate- rial aus dem Inland fehlt. Der Lokomortt bewegte sich in denkbar tleinften Grenzen und in den Preisen kaum verändert, während im Lieferungshandel nur für Dezembertermine sich in Auswirkung größerer Deckungen befestigtere Notierungen durchsetzten. Weizen wurde 1 Mark und Roggen 25 Pfennig höher, Frühjahrsmonate fest, ohne Umsätze. In Gerste und Hafer hält das Kaufinteresse für erste Qualitäten an, während sonstige Sorten recht vernachlässigt liegen. Von Hilfsfutterstosfen Kartoffel- flocken gut behauptet. Mchle ruhig. Es notierten (1000 Kilogramm): Weizen, märkischer, 264 bis 267 Mark: Roggen, märkischer, 233 bis 238; Sommergerste 217 bis 245; Wintergerste 192 bis 205; Hafer, märkischer, 176 bis 186; Mais, loko Berlin, 194 bis 196; (100 Kilogramm): Weizenmehl 34,75 bis 38; Roggenmel 32,75 bis 34,50; Weizenkleie 13; Roggenkleie 12; Diktoriaerbsen 51 bis 61; kleine Sveise- erbfen 31 bis 33; Futtererbsen 21 bis 24; Peluschken 20 bis 22; Ackerbohnen 21 bis 22; Wicken 22 bis 24; Lupinen, blau, 13,50 bis 14,50; Lupinen, gelb. 14,50 bis 15; Serradelle, neu, 21,50 bis 24; Rapskuchen 16,40 bis 16 50; Leinkuchen 20,80 bis 2120; Trockenschnitzel 9,60 bis 9,80; Soyaschrot 19,30 bis 19,90; Kartoffelflocken 27,20 bis 27,50 Mark. Rundfunk-Programm des Frankfurt?? Senders. (Aus der .Radio-Umschau".) Mittwoch, 29. Dezember: 3.30 bis 4 Uhr: Die Stunde der Jugend. 4.30 bis 5.45 Uhr: Konzert des Hausorchesters: Neue Tanzmusik. 5.45 bis 6.05 Uhr: Die Bücherstunde. 6.30 bis 7 Uhr: Die Schachstunde. 7 bis 7.30 Uhr: „Die großen Metropolen" (Ständige Sonderberichte des Frankfurter Senders aus den Welthauptstädten): 1. Londoner Bericht. 8 bis 8.15 Uhr: Senckenbergviertelstunde. „Die Ordnung des Lebens", Vortrag von Dr. W. E. Ankel, Gießen. 8.15 bis 10.15 Uhr: Uebertragung von Staffel: Das Sendespiel „Prost Neijohr" in vier Begebenheiten. „