Nr. 201 erstes Blatt 176. Jahrgang Samstag, 28. August 1926 Gießener Anzeiger infolge höh« Fernsprech erer Gewalt. General-Anzeiger für Oberheffen schlüsse: an 61, 54 und Vnick und Verlag: vrühl'fche Univerfitüts-Vuch- und Sleindruckerei «.Lange in Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulftrahe 7. Anschrift für Drahtnach« richten: Anzeiger Siesten. Postscheckkonto: Zrankfnttam Main 11686. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummcr bis zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Ne- Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Plahvorschrist 20% mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschcin; für den Anzeigenteil i.Bcrtr. H.Beck, sämtlich in Gießen. Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Gießener FamUienblStter Heimat im Bild Di- Scholle. Monatr.Bezugrpreir: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern Präludium in Genf. Die politischen Hundstage, die man ja in den Rachkrieaskabinetten, -Parlamenten und -redak- ttonen ohnehin kaum noch kennt, sind nun auch endgültig vorüber. Am nächsten Montag tritt kn Genf, dem Brennpunkt internationaler Politik, auf Verlangen Spaniens die Studienkommission des Völkerbundes wiederum zusammen, um noch einmal vor der großen Völkerbundtagung im September, die über die Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund beschließen soll, die Reform des Völker- bundsrats zu beraten. Erinnern wir uns kurz der Dinge, die im Frühjahr dieses Jahres zur Bildung dieser Studienkommission führten. In Ausführung der in Locarno übernommenen Verpflichtungen hatte Deutschland im Herbst 1925 beim Dölkerbundssekretariat sein Aufnahmegesuch eingereicht. Eine zum März dieses Jahres ein» berufene außerordentliche Tagung der Völker- bundsversammlung sollte Wer dies Aufnahmegesuch beschließen. ES kam nicht dazu. Die Kontrahenten des Locarno-Vertrages waren nicht in der Lage, die in einem Annex Deutschland feierlich zugesicherte Voraussetzung seines Eintritts — Klärung des Artikels 16 der Völkerbundsakte (Durchmarschrecht) und Gewährung eines ständigen Sitzes im Dölkerbundsrat — in die Tat umzusehen. Lieber das Durchmarschrecht war man zwar nach langen Debatten einer Meinung geworden, auch über die Gewährung eines ständigen Ratssitzes an Deutschland gab es an sich keinen Zweifel mehr, wohl aber trachteten die Politiker des Quai d'Orsay mit heißem Bemühen danach, diesen zweifellosen Machtzuwachs Deutschlands durch eine Vergrößerung des Völkerbundsrats um einige intime Freunde Frankreichs zu paralysieren. Ramentiich dachte man dabei an Polen, das sich von dem Eintritt Deutschlands in den Völkerbund ja in erster Linie bedroht fühlte. Es fürchtete mit Recht ein Aufrollen des Korridor-Problems und die Forderung einer Revision der unmöglichen deutschen Ostgrenze. Graf Skrzynski, der damalige polnische Außenminister, fand bei seinen mehrfachen winterlichen Dittfahrten nach Paris ein allzu- vffenes Ohr. Auf der anderen Seite hatte es Quinones de Leon, Spaniens rühriger Pariser Botschafter und Völkerbundsdelegierter zuwege gebracht, eine, wenn auch nur verklausulierte Zusage Chamberlains zu erlangen, nach der England sich anheischig machen würde, Spaniens Ansprüche aus einen ständigen Ratssih in Genf zu unterstützen. Beide, sowohl die polnische Forderung wie die Spaniens, gingen gegen den Sinn der Verabredungen von Locarno, da nach deutscher Auffassung sich die Locarno-Mächte verpflichtet hatten, für eine Aufnahme Deutschlands in den Völkerbündsrat, so, wie er zur Zeit des Vertragsabschlusses bestand, Sorge zu tragen. So drohten bereits schwere Krisenwollen am politischen Hornont, als die Döllerbundsver- sammlung im März 1926 zur Beratung des deutschen Aufnahmegesuchs in Genf zusammentrat. Zu sachlichen Erörterungen des Gelamtgremiums kam es überhaupt nicht, da schon im Schoße des Völlerbundsrats die Meinungen so heftig aufeinander platzten, daß die ganze Tagung ausging, wie das Hornberger Schießen. Schweden erhob durch seinen charakterfesten Außenminister Linden entschiedenen Protest gegen jede Veränderung des Völlerbundsrats, die über die Aufnahme Deutschlands hinausgehe. Es ließ sich auch von keinen, noch so emsigen Versuchen zu einem Kompromiß vdn seinem Standpunkt abbringen, und fand dabei die vollste LInterstühung der kleineren Mächte, namentlich Hollands und der Schweiz. Fast war man so weit durch die Vermittlung des übergeßl'ästi^en Herrn Benelch doch noch zu einer Verständigung zu kommen, die in ihrer Wirkung einer schweren diplomatischen Riederlage Deutschlands glcichgekommen wäre. Da machte Brasiliern schon lange Liner der vielen Kandidaten für den Völkerbundsrat, von neuem seine Ansprüche geltend, und am Widerstand seines Delegierten Mello Franw, von Italien heimlich genährt, scheiterten auch die letzten Bemühungen. Das mehr als hurtige Ergebnis der ganzen Konferenz war die Einsetzung einer Studienkommission unter Teilnahme Deutschlands, die die Frage der Zusammensetzung des Rates, sowie die Zahl seiner Mitglieder und das Verfahren ihrer Wahl prüfen sollte. Diese Studienkommission ist am 10. Mai unter dem Vorsitz des Schweizer Bundesrats Motta in Genf zusammengetreten. Rach langem Hin und Her einigte man sich auf einen mehrfach modifizierten Vorschlag des britischen Delegierten Lord Robert Cecil. Hiernach sollten die ständigen Sitze des Völlerbundsrats nur um den für Deutschland, die nichtständigen dagegen von sechs auf neun vermehrt werden, und zwar sollte für diese nichtständigen ein Turnus eingerichtet werden in der Weise, daß jedes Jahr ein Drittel dieser nichtständigen Mitglieder ausscheide und durch andere ersetzt werde. Für die ersten drei Jahre würden je drei Mitglieder auf ein, zwei und drei Jahre gewählt werden, so daß der volle Turnus erst in drei Jahren beginnen würde. Mit zwei Drittel Mehrheit solle die Mandatsdauer eines Mitgliedes durch hie Völkerbunds- dersammlung um drei Jahre verlängert werden können, doch nur drei Mitglieder dürften auf diese Weise dem Rate länger angehören. Diese nichtständigen Sitze sollten nun nach dem Vorschlag Cecils nach Staatengruppen verteilt werden, wobei man in erster Linie daran dachte, die gewiß nicht unberechtigten Ansprüche Aliens (China) und Südamerikas (Argentinien und Bra- der Genfer Mnderheitenkongreß. Genf, 27. Aug. (TLI.) Der letzte Tag des Kongresses der nationalen Minderheiten begann mit Sitzungen der Rechts- und Kulturkommissionen. In der Vollversammlung standen die Punkte „Staatsbürgerrechte, Wahlrecht und Sprachenfragen" auf der Tagesordnung. Lieber das Thema „Sicherung des Rechts auf Staatsbürgerschaft" sprachen die Abgg. I a k o b h (ungarische Gruppe in Rumänien) und Rurock (Gruppe der Juden in Lettland). Auf Grund der Vorträge wurde eine Resolution einstimmig angenommen, wonach jedermann einen Rechtsanspruch auf eine Staatsbürgerschaft habe, wonach das Staatsbürgerrecht ein erworbenes Recht darstelle, dessen man nur auf Grund eines eigenen Willensaltes verlustig gehen könne. Für die übrigen Länder, in denen Gebietsveränderung stattgefunden hätte, empfehle sich die Einführung der auf diese Fragen bezüglichen Grundsätze des Friedensvertrages von Versailles, sowie die staatliche Gesetzgebung bzw. deren Anwendung unter gleichzeitiger Aufhebung entgegenstehender Ausnahmen unk^ Polizeivorschriften. Lieber das Thema „Wahlrecht" referierte Abg. Deal (Gruppe der Ungarn in Jugoslawien). Er forderte die Aenderung des Wahlverfahrens, um eine gerechte Zusammensetzung der Parlamente zu erreichen, damit die bei dem herrschenden System vorkommenden LIn- gerechttgkeiten gegen die Angehörigen der nationalen Minderheiten vermieden würden. Es wurde dann eine Resolution Wer die Sicherung des Wahlrechtes einstimmig angenommen. Anschließend referierte Abg. Dr. Schiemann über die Sprachenfrage. Seine Ausführungen gipfelten in folgenden zu Entschließungen erhobenen Vorschlägen: „Der Staat hat lediglich den Gebrauch der Sprache in Staatsbetrieben und im Verkehr zwischen staatlichen Organen und Bürgern zu regeln. Für den privaten und öffentlichen Verkehr kultureller, wissenschaftlicher oder sozialer Art der Staatsbürger untereinander ist für die Wahl der von ihnen zu benützenden Sprache uneingeschränkte Freiheit zu geben. Jede Rationalität im Staate hat ein Recht auf Schulen in der eigenen Sprache als Unterrichts- oder Prüfungssprache. Jede Rationalität hat ein Recht auf den Gebrauch der eigenen Sprache auf religiösem Gebiet. In den staatlichen Institutionen und in den Selbstverwaltungskörpern müssen im mündlichen und schriftlichen Verkehr die Verkehrssprachen des Gebietes zugelassen werden. Dr. Schiemann teilte, stellenweise unter Zurufen aus der Versammlung, mit, daß eine italienische Gesehesverordnung erschienen sei, nach der die Ramen italienischer Staatsbürger ohne weiteres vom Staat aus eigenem Ermessen abgeändert werden können. Damit würde besonders SWtirol getroffen werden. Als letzter Punkt der Tagesordnung wurde das Thema „Regelung von Konflikten zwischen Staat und Minderheiten" behandelt. Senator M e b i n g e r (Deutsche Gruppe der Tschechoslowakei) gab einen Lieberblick über die für eine friedliche Regelung der Konflikte zwischen Minderheit und Mehrheit einzuschlagenden Wege. Bei beiderseitigem guten Willen müsse ein Weg gefunden werden. Die Mehrheit dürfe es nicht als ihr Recht betrachten, auf dem Verordnungswege die Lebensinteressen der Minderheiten zu verletzen. Zur Lösung von Streitfragen würde die Schaffung von paritätischen Ausgleichskommissionen in den einzelnen Ländern viel beitragen. Das wichtigste Forum für die Klagen und Wünsche der Minderheiten sei der Völkerbund. Bedauerlich sei es, wenn der Völkerbund, wie heute zeitweise, eine Interessenvertretung darstelle. Der Redner wünscht Sicherung und Stärkung des Völkerbundes durch ein Welt- Parlament, zu dem vielleicht die Interparlamentarische Union verwandt werden könne. Auch die sonstigen Friedensgesellschaften kämen in Betracht. Die Versammlung nahm darauf eine Entschließung an, in der es u. a. heißt: „Der Kongreß betont die Rotwendigkeit, Wege zu finden, die die Entwicklung von Konflikten bzw. die Verschärfung entstandener Konflikte vermeiden und dazu führen sollen, die aus dem Verhältnis der Mehrheit zur Minderheit entstandenen Probleme fest- zustellen, um auf dem Boden des betreffenden Staates in Verhandlungen zwischen Regierung und Minderheit, bei Wahrung vollständiger Gleichberechttgung, zu treten. Das nach den gegenwärtig in Kraft befindlichen Bestimmungen geltende Verfahren zur Regelung von Minderheitsfragen vor dem Dölkerbundsrat erachtet der Kongreß nicht für genügend. Der Kongreß wiederholt daher in Llebereinstim- mung mit der Internationalen Union der Völkerbund sligen und der Internationalen Law Association die Forderung nach völliger legaler Oeffentlichkeit bei Behandlung von Minderheitsfragen." Ferner nahm der Kongreß eine Entschließung an, nach der ehestens im Jahre 1927 oder 1928 ein zweiter Kongreß stattfinden soll. Von einem Abgeordneten wurde angeraten, die nächste Tagung in das Minderheitszentrum des Ostens zu verlegen. Der Kongreß wurde daraus geschlossen. Mussolinis neuer Uebergriff in Südtirol. Um die Jahreswende, als die Faszisten in SWtirol plötzlich zu einer scharfen Entdeutschungs- politik übergingen, die zu den bekannten Musso- linireden und einer Auseinandersetzung mit der Reichsregierung führte, wurde erwogen, die deutschen Familiennamen zu italia- nifieren. Die römische Regierung stellte diesen Plan zunächst beiseite, da sie fürchtete, daß diese Maßnahme nur zu einer weiteren Verschlechterung ihrer Beziehungen zum Deutschen Reiche führen würde. Sie bemühte sich vielmehr, die aufgekommene Verstimmung wieder zu beseitigen, was ihr auch fast gänzlich gelungen ist. Ihre Entdeutschungspolitik gab sie allerdings nicht auf, nur trat sie in letzter Zeit weniger in die Erscheinung. Jetzt scheint Mussolini von seinen Faszisten wegen der Jtalianisierung der deutschen Ramen wieder unter Druck genommen worden zu sein, jedenfalls ist ein amtliches De - k r et veröfsentl icht worden, wonach zunächst die Familiennamen der südtiroler Adelsgeschlechter in italienische umgewandelt werden sollen. Dieses Dekret wird selbstverständlich nicht nur in Deutschland, sondern im gesamten übrigen Ausland ein wenig freundliches Echo finden, erinnert es doch an Methoden, wie sie nicht einmal im Mittelalter, nicht einmal zur Zeit des Römischen Reiches üblich waren, dessen Wiederaufrichtung doch Mussolinis einziger Traum ist. Er darf sich allerdings nicht wundern, wenn fein neuer Feldzug gegen das Deutschtum in Südtirol die deutsch-italienischen Deziehungen wieder merklich abkühit. Immerhin wird eine her ersten Aufgaben der Reichsregierung nach unserem Eintritt in den Völkerbund die Oluf» rollung der Minderheitenfrage fein, die Gelegenheit gibt, sich auch mit dem Schicksal der Südtiroler zu beschäftigen. silien) zu berücksichtigen. Lieber diesen Dertei- lungsschlüfsel indessen ist sich die Kommission nicht einig geworden, wie es auch im ganzen überhaupt nicht zu einem einstimmig angenommenen Beschluß gekommen ist. Brasilien und Spanien haben sich bei der Gesamtabstimmung der Stimme enthalten. Anfang Juni hat dann eine nochmalige Tagung des Völkerbundsrates stattgesundem auf der Brasilien seinen Austritt aus dem Rat erklärte, währeW Spainen nachträglich dem Bericht der StWienkommission zustimmte. Lieber die auch von der neuen polnischen Regierung erhobenen Ansprüche ging man zur Tagesordnung über. Es schien also damals, als ob nun für die Aufnahme Deutschlands freie Bahn geschaffen worden sei. Lim so mehr wurde die Welt Aw- fang dieses Monats durch den Antrag Spaniens auf nochmalige Einberufung der Studienkommission noch vor der Herbsttagung des Völkerbundes überrascht Zugleich wird die Tangerfrage von Madrid erneut aufgerollt. Spanien wünscht die durch die Verträge von 1923 internationalisierte Zone von Tanger seinem marokkanischen Schutzgebiet einzuverleiben. Italiens Zustimmung dürfte es sich hierfür bereits in dem gegenseitigen Bündnisverträge gesichert haben. Indessen Frankreich und England widerstreben einer Lösung, die ihren Interessen in mancherlei Beziehungen zuwiderlaufen würde. Spanien hat sich also mit der Tangerfrage ein sehr wirkungsvolles Tauschobjekt geschaffen, so daß es, auch durch den Vertrag mit Italien erheblich gestärkt, mit größter Zuversicht den neuen Beratungen in Gens entgegensehen kann. Ob nun Spaniens Delegierter einen neuen, genau formulierten Vorschlag zur Ratsfrage machen wird, ist heute der Oeffentlichkeit noch nicht bekannt. Sicher scheint nur so viel, biß man sich in London und Paris bemühen wird, um die Zustimmung zu einer Aenderung des Tangerstatuts durch größte Freigebigkeit in Genf herumzukommen. Vermutlich wird man verschlagen, nach der alleinigen Aufnahme Deutschlands in den Rat noch auf der gleichen Tagung die Ansprüche Spaniens durch Gewährung eines ständigen Ratssitzes zu befriedigen. Damit wären allerdings alle bisherigen Versuche b\- St Wien- kommistion zu einer grundlegenden R form des Ratssystems gescheitert. Cs ist kaum anzunehmen, daß die neutralen Mächte. und noch weniger, daß Brasilien, Polen und China einer derartigen Lösung zustimmen werden. Für Deutschland ist selbstverständlich die künftige Gestaltung des Rates in vielfacher Beziehung von größter Wichtigkeit. Wie die deutsche Regierung und die deutsche Presse immer wieder betont haben, liegt es keineswegs im deutschen. Interesse, Spaniens berechtigten Ansprüchen auf eine ständige Vertretung im Völkerbundsrat entgegen zu sein. Deutschland kann indessen nicht zugeben, daß vor seinem Eintritt oder gleichzeitig mit ihm der Döllerbundsrat ein ganz anderes Gesichi bekommt. An diesem Standpunkt wird die Reichsregierung auch auf der neuen Völkerbundstagung festhallen unb sich weder durch Drohungen noch durch Lockungen zu der Billigung eines Kompromisses verleiten lassen, den es mit all seinen schweren Schädigungen erst im März — und nicht einmal durch eigenes Verdienst — glücklich vermieden hat. Drei neue EniNassnungsnoLen. Berlin, 27. August. (TU.) Der „Lokalan;." läßt sich von seinem pariser Korrespondenten berichten: Wie ich aus zuverlässiger Quelle erfahre, hat die B o t s ch a f t e r k o n f c r e n z unter dem 17. August drei neue Entwaffnung^- noten an die deutsche Regierung überreicht. Die erste Rote enthält eine Beschwerde über die weitere militärische Tätigkeit von verbänden in Deutschland unter Bezugnahme aus die Berichte der Interalliierten Kontra, kc-mmifston und auf deutsche prefse-rachrichtcn. Die Lostchafter- konferen; verlangt Erlaß gejetzlicher Bestimmungen gegen diese Tätigkeit. Die zweite Rote übermittelt die Beschwerde, daß die Forderung der Interalliierten Militärkontrollkommission, die diese im Auftrag der Botschasterkonfcrenz übermittelt habe, in bezug aus die ungesetzliche E i n ft c I - lang von Mannschaften in die Reichswehr nicht befolgt routde. Die Verfügung des Reichswehrrninlsteriums, daß die Einstellungen in die Reichswehr, die nicht dem Wehrgesetz entsprechen, verboten seien, wird als ungenügend bezeichnet. 3n der dritten Rote wird Beschwerde geführt, daß in der Erledigung der von der Interalliierten Militärkontrollkommission beansiandeteu Punkte hinsichtlich der E n t w a s s n u n g durch Verschleppung „absichtlich Schwierigkeiten" gemacht werden. Die Botschaftertonferen; fordert, daß den Anordnungen der Interalliierten Militärkontrollkommission sofort entsprochen werden müsse. Wie die Te'union von zuständiger Stelle erfährt, trifft der Inhalt dieser Rachricht zu. Es Hande.i sich danach um den üblichen Schriftwechsel, der auf Veranlassung der Kontrollkommission non selten der Botschafterkonferenz von Zeit zu Zeit erfolgt. Eine Bearbeitung der drei neuen entroaffnun-jcnölen der Botschafterkonferenz, die feit einer Woche in Berlin vorliegen, hat noch nicht ftattgefunhen, da der Vorsitzende der deutschen Entwaffnungskommis- sion, General v. p a w e 1 h , erst soeben vom Urlaub nach Berlin zurückgekehrt ist. Ihm werde zunächst die Prüfung der Roten obliegen. Jeden falls seien nach der „lägt. Rundschau" wesentliche Differenzen bezüglich der Abrüstung Deutschlands nicht mehr vorhanden, und was davon vorhanden sei, würde bis zum (Eintritt Deutschlands in den Völkerbund erledigt sein. 3m Gegensatz dazu verzeichnet der „Vorwärts" die Möglichkeit, daß über den Inhalt der Roten in Gens gesprochen werde. Parlamentarier in Genf. EineAblehxnng derDentschnat onn'.err. Dos Reichskabinett hatte vor kurzem den Beschluß gefaßt, Parlamentarier mit nach Genf zu nehmen, darunter auch Angehörige der crotzen Flügelparteien, die nicht zur RegierungslcAition gehören. Es ließ sich bei diesem Beschluß von dem Gedanken leiten, einen engeren Kontakt zwischen den in Genf weilenden maßgebenden Ministern und dem Reichsparlament herzustellen, dabei ober auch die Parteien selbst zu praktischer Mitarbeit heranzuziehen. Don deutschnationaler Seite ist nun leider eine 21 b - sage erteilt worden, so daß der von der Reichs- regierung bereits in Aussicht genommene Abgeordnete Professor Dr. choe n f ch , der unseren Lesern durch feine langjährige Mitarbeit auf außenpolitischem Gebiet bekannt ist, der deutschen Del.gotion fernbleiben wird. Die deutschnationale Reichrtags- fraktion begründet ihre Stellungnahme in folgender Mitteilung an die Presse: Der Herr Außenminister ht die Deutschnationale Volkspartei um ihr Einver- ständnis zur Berufung des Professors Hoetzsch in die jetzt zu bildend" Genfer Delegation ersucht. Der Porteivorsitzende hat . r :i5 der Parteileitung für diese Absicht münbli r.nö schriftlich seinen Dank au-gesprochen. Dal . hat er der Befürchtung Ausdruck gegeben, ö e::;e Zuziehung von Parlamentariern zu der Genfer ftonfercnj einer geschlossenen Führung öcr politik Schwierigkeiten bereit.n könnte. C ie gestellte Frage selbst hat er, ohne die Bedenken zu vertiefen, dahin beantworte., raß er angesichts der Llnsichcrhest b't gegen wär inen politischen Lage, die für Deutschland alle i* sch'm durch die Stichworte „Besatzung und C wafs« nungefragc“ gekennzeichnet werde und angesich.s der unklaren Stellung, die d..n Partei-- Vertretern in dec Koriferenz auch !>.u.chtlich ihrer Entichluhfreiheit und ihre: Einflusses zufallc. in Liebereinstimmung mit Herrn Profelsor Hoetzsch gebeien hab:, - von d.' Berufung des Herrn Profestors Hoetz-ch in bh jetzt zu bildende Genfer Delegation abs? hen zu wollen. Bei aller Würdigung der Bedenken der Teutschnationolen, die au:< ihrer Einstellung zu Locarno und dem Völkerbund resultieren, wird man doch schwer verstehen, daß sie d'e Einladung ablehnen, gleichzeitig aber an c- ' S: .'le feststellen, sie wären nach ün'erem Eintritt in den Völkerbund bereit, an der sich daraus ergeben t-en deutschen Politik und ihrer Vertretung i n Völkerbund sachlich mitzuarbeiten. Aach für später wird sich an dem von ihnen ins Treffen geführten Argument, daß ein Deutschnationahr als Träger der Genfer Politik der gegenwärtigen Regierung nicht aufhört, Parteive t.eter zu hin, nichts ändern. Ihr Wunsch, dann wenigstens als Regierungspartei für die Genfer Politik verantwortlich zu zeichnen, wäre der Erfüllung erheblich näher gekommen, wenn sie von dieser Ablehnung Abstand genommen hatten. Trotz dieser Absage der Deutschnationalen hat die Reichs- regtenmg den Plan, überhaupt Parlamentarier nach Genf gehen zu lassen, nicht aufgegeben. Englische Erwartungen in Genf. London, 27. Aug. (WD.) Der Londoner Be idjterftalter des „Manchester Guardian" schreibt, die m amtlichen britischen Kreisen der Tagung des Völkerbundes im nächsten Monat entgegengebrachten Erwartungen seien optimistisch. Man glaube, daß die Studienkommission den vereinbarten Bericht erstatten werde, der automatisch angenommen werde. Es bestehe eine bestimmte Aussicht für die Erwartung, daß Deutschland diesmal in den Völkerbund ohne Bedingungen und ohne weiteres Hin und Her ausgenommen wird. Deutschland ivcrde dann Mitglied des Völkerbundes fein, ohne daß dann von irgendwelchen weiteren Veränderungen die Rede sein werde, „außer denen, welchen Deutschland etwa vorher z u ge st i in in t haben mag". Man glaube nicht, daß Frankreich in seiner augenblicklich sehr verzweifelten Lage imstande sein werde, Unheil zu stiften oder Polen oder sonst jemand ins Schlepptau zu nehmen. Man glaube, daß Frankreich, ebenso wie England, in Genf eine unbeschriebene Seite anfangen werde. Ehamberlains Versprechen an Spanien sei verfallen, und es sei Spanien auch mitgeteilt worden, daß es verfallen sei. • Tanger und Gens- Die spanischen Ansprüche. Paris, 27. August. (WTB.) Das französische Außenministerium ist zur Zeit mit der Prüfung einer ihm am 25. August zugegangenen Rote der spanischen Regierung beschäftigt, in der diese den Wunsch zum Ausdruck bringt, daß der durch die internationalen Verträge Spanien zuge- wiesene Einfluß gesteigert werden möge. Eine Antwort wird um so rascher erteilt werden, als die spanische Note den Versuch macht, die Tangerfrage mit den Fragen in Verbindung zu bringen, die in der kommenden Woche den Gegenstand der Beratungen des Völkerbundsrates aogeben werden. Die spanische Zeitung „El Debüt e", ein großes klerikales und deutschfreundliches Draan, schreibt, niemand brauche darüoer erstaunt zu sein, daß die spanischen Forderungen bezüglich des Völkerbundes und bezüglich Tanger zu gleicher Zeit aufgestellt würden, denn diese beiden Fragen seien innig miteinander verbunden. Sein Rang, seine Geschichte und seine Stellung gegenüber Europa und Amerika verpflichten Spanien, einen ständigen S i tz in Genf zu fordern. Wenn Spanien nicht einmal in dieser berechtigten Forderung Genugtuung erhalten würde, wozu hätte es dann für Spanien noch einen Zweck, in Genf zu bleiben? Wenn das gegenwärtige Regime für Tanger durch Einverleibung dieser Stadt und ihres Hinterlandes in das spanische Protektorat oder durch die Uebcrtragung eines Mandats an Spanien erseht würde, dann würde Spanien dadurch ipso facto ein unzweideutiges Zeugnis der Achtung und der Anerkennung seines wirklichen Wertes im Konzert der Mächte erlangen. Es würde ihm bann möglich fein, ohne sich etwas zu vergeben, seine Forderungen in Genf herunterzuschrauben und abzuandern. Spanien wolle, daß die Tangerfrage vor der Genfer Tagung geregelt werde. Allerdings fehle nun rein materiell die Zeit dafür, daß eine internationale Konferenz sich mit dieser Frage in der nächsten Zusammenkunft beschäftigen könne, aber das Hindernis könnte umgangen werden, wenn Spanien ernstliche Garant ie n hinsichtlich der Einführung der Politik in Nordafrika, für die es eintrete, gegeben würden. Garantien müßten allerdings in diesem Sinne etwas anderes bedeuten, als bloße Worte und Versprechen, wie sie Spanien bis jetzt bezüglich der Zuteilung eines ständigen Sitzes im Dölkerbundsrate erhalten habe. Eine Vermittlung des Vatikans? London, 28. Qhtg. Sn Londoner diplomatischen Kreisen verfolgt man mit gespannter Aufmerksamkeit den Erfolg eines Schrittes, den einige Mächte beim Vatikan unternommen haben. Der Vatikan wurde angeblich gebeten, seinen Einfluß bei der spanischen Regierung in der Tanger- bzw. Völkerbundsfrage geltend zu machen und soll nach dieser Richtung hin bereits mit Hochdruck arbeiten. Der Bergarbeiterstreik in England. Die ergebnislosen Verhandlungen. London, 27. Aug. (WB.) Kleber die gescheiterten Besprechungen zwischen den englischen Bergarbeiterführern und der Regierung gibt Reuter an Hand des Sitzungsprotokolls noch folgende Einzelheiten bekannt: Der Bericht über die Sitzung zeigt ganz deutlich, daß die Berg- arbeilerdertreter den Wunsch hatten, die Gewährung neuer Llnterstühungsgel- der durch die Regierung durchzusetzen und so der Verlängerung der Arbeitszeit und jeder Herabsetzung der Löhne während der für die Durchführung der Vorschläge der Kohlenkammis- sion erforderlichen Zeitspanne aus dem Wege zu gehen. Churchill wies wiederholt darauf hin, daß eine weitere älnterftützung nicht gewährt werden und auch nicht einmal zum Gegenstand einer Besprechung gemacht werden könne. Er erklärte, die durch die Einstellung der Kohlenförderung verursachten Kosten betrügen nur ein Zehntel der Verluste, die man in Ansatz gebracht habe, da das Land sich in einer unerwartet günstigen wirtschaftlichen Lage befinde. Mit alleiniger Abnahme der Schwerindustrie sei England völlig in der Lage, ^och für eine geraume Zeit unter den augenblicklichen Bedingungen durchzuhalten. Der Ersitzende des Dergarbeiterverbandes Smith übte Krrtir daran, daß die Regierung die Berg- werksbesitzer durch die Entsendung von Polizeikräften in die Kohlengebiete und durch die Organisation der Einfuhr auswärtiger Kohle unterstütze. Er fügte hinzu die Bergarbeiter seien in der Lage, den Kampf noch fvrtzusetzen und deutete an, daß die augenblicklich von den Bergarbeitern befolgte Politik einem Ersaufen der Schächte vorzubeugen, eine Aenderung erfahren könnte. Der Arbeitsminister wies darauf hin, daß die Grubenbesitzer ihren ursprünglichen Standpunkt aufrechterhalten und keine Konzessionen machen bereit seien. Rach dem Scheitern der Besprechung haben die Bergarbeiter eine Vollsitzung des Vollzugsausschusses für Montag nach London einberufen. Das Ministerium des Snnern erklärte, es bestehe nicht die Absicht, Truppen zur Aufrecht^ I erhaltung der Ordnung in die Kohlenbezirke I zu entsenden oder das Scheitern der Verhandlungen zum Anlaß zu nehmen, von Rrgierungs- seite die R o t st a n d s a r b e i t e r zu ersetzen, die unter Umständen von der Streikleitung aus den Gruben abberufen werden sollten. Die poli- eilichen Vorkehrungen hätten sich als ausreichend erwiesen und es sei kein Bedürfnis für die Heranziehung anderer Machtmittel vorhanden. Die vom Ministerium getroffenen Anordnungen zum Schuh der Arbeitswilligen hätten sich als zufriedenstellend erwiesen. Rach den vorliegenden Meldungen hätten die vorgefallenen Ruhestörungen keine ernstere Bedeutung. Allerdings sei es notwendig gewesen, rasch dagegen einzuschreiten, da wahrscheinlich sonst die Unruhen sich ausgebreitet hätten. Zur Zeit sorgt Polizei in der Umgebung der Bergwerke für die Aufrechterhaltung der Ordnung. Dsutsch!onb und die JriLer- naLionaleLtudenLenvere uigung Berlin, 27. Aug. (WD.) Die Deutsche Studentenschaft hat folgende Erklärung erlassen: Die Deutsche Studentenschaft muh die von der C. S. E. (Confedäration internationale des etudiants) in Prag zum Ausdruck gebrachte Zumutung, erneut an die C. S. E. heranzutreten, ablehnen. Die Deutsche Studentenschaft bedauert, daß durch die letzten Beschlüsse eine weitere Zusammenarbeit zwischen der Deutschen Stutewenschaft und der C. 3. E. solange unmöglich bleibt, als eine neuerliche Initiative der Deutschen Studentenschaft und somit eine Aenderung des deutschen Standpunktes verlangt wird. Die Deutsche Studentenschaft wird weiterhin in der feit 1919 gepflegten Weise mit allen jenen Studentenschaften zusam- menarbeiten, die unbeeinflußt von politischen Gesichtspunkten zwischenstaatlich das Wohl von Studenten und Hochschule erstreben. Dre deutsch-japanischen Zandersvertragsverhandlungen Berlin, 27. Aug. (WTB) Rachdem durch Beschluß eines Abkommens zwischen der Interessengemeinschaft der Farbrnindustrie und Japan übet die Behandlung 6 er deutschen Farbeneinfuhr die Hauptschwierigkeit ter deutsch-ja Panis chen 5>ai'tei sve rt ra gäbet f;an Ölungen beseitigt ist, besteht auf beiden Seiten der Wunsch, die Verhandlungen über den Handelsvertrag nunmehr baldmöglichst zu Ende zu führen. Der deutsche Botschafter in Tokio, Dt. Sv lf, wird im September in Berlin eintreffen, um über den gegenwärtigen Stand der Verhandlungen mündlich zu berichten und die Grundlage für die Wetterführung der Verhandlungen zu erörtern. Der neue Oberkommissar für Syrien. Paris, 27. Aug. (Havas.) Zum Rachfol- ger de Iouvenels als französischer Oberkommissar in Syrien ist der Direktor der Abteilung „Afrika und Levante" im Außenministerium, P o n s v t, bestimmt, der Auch bei den Marokko-Friedensverhandlungen mit Abd el Krim eine führende Rolle gespielt hat. Kunst und Wissenschaft. Die Berner Kirchenkonferenz. Der Fortsetzungsausschuh der Wrltkirchen- kvnferenz beschloß die Errichtung eines internationalen Instituts für christlich- soziale Forschung, in dem die praktischen Aufgaben des kirchlichen Zusammenschlusses ihre erste große Auswirkung finden sollen. Es soll der Mittelpunkt für die Zusammenarbeit aller christlich-sozialen Organisationen in den verschiedenen Kirchen der Welt sein, es soll die wirtschaftlichen Probleme wissenschaftlich untersuchen und die Grundsätze für den praktisch-sozialen Dienst der Kirche aufstellen. Sein Sitz soll Zürich sein. Mit dem Internationalen Arbeitsamt in Genf soll enge Fühlung genommen werden. Zum Direktor des Instituts wurde der weit über die Grenzen seines Landes bekannte Schweizer Pfarrer Dr. Adolf Keller ernannt, der die ersten organisatorischen Vorarbeiten einleiten und dabei durch einen Stab von Sachverständigen aus allen Ländern unterstützt werden soll. Goldenes Doklorjubiläum. Herr Dr. phil. Dr.-Jng. h. c. Adolf Winther in Frankfurt a. M„ langjähriges Vorstandsmitglied der Chemischen Fabrik Griesheim Elektron, hat am 18. August sein 50. Doktorjubiläum in voller Gesundheit begangen. Vor einigen Jahren ist ihm von der Technischen Hochschule in Darmstadt der Titel eines Doktoringenieurs ehrenhalber in Würdigung seiner literarischen Arbeiten, seiner Tätigkeit auf dem Gebiete dex Anilinfarben und seiner Verdienste in der chemischen Industrie zuteil geworden. Aus aller Welt. Stürmischer Empfang Gertrud Ederles in Neuyork. Reuyork. 27. Aug. (WB.) Die Stadt Reuyork hatte der Kanalschwimmerin ©ertrub Ederle bei ihrem Eintreffen einen äußerst herzlichen und, wie die Blätter feststellen, vielleicht den stürmischsten Empfang bereitet, der je einer bekannten Persönlichkeit in Reuyork geboten worden ist. Ein Dampfer mit führenden Persönlichkeiten an Bord, darunter auch Vertreter sämtlicher deutscher Vereine in Amerika, holte die „Trude vom Kanal", wie sie hier genannt wird, an der Quarantainestation ab und brachte sie, von den Sirenen sämtlicher im Hafen liegender Fahrzeuge begrüßt, an Land. Sie fuhr durch ein Spalier dichter Menschenmassen nach dem Rathause. Auch die Dächer und alle hochgelegenen Punkte waren von dichten Menschenmassen bedeckt. Im Rathause wurde Gertrud Ederle vom Bürgermeister begrüßt, der ihr eine Ehrenurkunde überreichte, und ihr seine Bewunderung für ihre große Leistung aussprach. Präsident Covlidge hat an Gertrud Ederle ein Glückwunschtelegramm gerichtet. Gertrud Ederle empfing 50 Presseberichterstatter, denen sie Einzelheiten über die Kanaldurchquerung erzählte. Ihr Rechtsberater erllärte, sie dürfe über ihre weiteren sportlichen Pläne nichts Räheres berichten. Es feien ihr Kontrakte im Gesamtwerte von 900 000 Dollar angeboten 1 worden. In der riesigen Menschenmenge, die das zer- unferer Stadt sichert. Zu und groben der Chefredakteur. Der Wagen wurde trümmert. Schwere Stürme im Riefengebirge. Rach Dlättenneldungen haben Stürme wollenbruchartiger Regen im Riesengebirge ßen Schaden angerichtet. Die Straßen zu ____ Bauten wurden überschwemmt, die Stege von den Wassermassen fortgerissen. In Weidenburg wur- Stadthaus umdrängte, wurden zahlreiche Personen zu Boden gestoßen, wobei sechs verwundet wurden. Die polizeilichen Absperrungen wurden durchbrochen und die Türen des Stadthauses mußten geschlossen werden. Gertrud Ederle sagte unter ungeheurem Jubel, als sie sich für den Empfang bedankte, sie habe die Kanaldurchquerung um der E h r e willen unternommen, die sie ihrem Lande und der amerikanischen Flagge eintragen muhte. Weltreise des Kreuzers „Emden". Mitte November wird der Kreuzer „Emden" zur Ausbildung der Offiziers- und Unteroffiziersanwärter eine Weltreise antreten. Der Reiseweg führt über Teneriffa und die Ostküste von Afrika nach N i e d e r l ä n d i sch - I n d i e n und Japan. Nach Ueberquerung des Stillen Ozeans werden nord- und südamerikanische Hafen der Westküste angelaufen, dann süd- und mittelamerikanische Häfen der O st k ü st e. Im Frühjahr 1928 erfolgt über die Großen Antillen und Azoren die Heimreise. Oer Kreuzer „Hamburg" in Manila. Der Kreuzer „Hamburg" ist am 26. August in Manila eingetroffen. Die Weiterreise erfolgt am 8. September. Der „Dlinde Iohann" festgenommen. Der „Blinde Johann", ein polnischer Schnitter, der zu einer den Schrecken des platten Landes bildenden polnischen Räuber- und Mörderbande gehörte, ist jetzt nach langen Bemühungen von der Polizei in Ahrenfeld bei Hameln fest genommen worden. Dieser elffache Mörder hat bei der Verfolgung durch die Behörden stets von der Waffe Gebrauch gemacht und hat mehrere Förster und Polizeibeamte erschossen. Das große Los. In der Freitagvormittagsziehung der Preußisch- Süddeutschen Klassenlotterie ist das große Los (500 000 Mark) auf die Nummer 198 796 gezogen worden. Die Nummer wird in der ersten Abteilung in Berlin, und zwar in Achteln, in der zweiten Abteilung in München in Vierteln gespielt. Schweres Autounglück in Brüssel. Freitag nachmittag fuhr das Auto des Chefredakteurs der Brüsseler Zeitung „Le Soir" an einer Straßenkreuzung, als es einem Passanten aus weichen wollte, auf das Trottoir und verletzte vier Personen. Ein Passant wurde dabei getötet und einem Depeschenboten beide Beine abgeq'uetscht. Die beiden anderen Personen erlitten leichtere Verletzungen, ebenso einer letzten Gedächtnisstunde für Alfred Groebler vereinigte sich am Freitag in der Kapelle des neuen Gießener Friedhofes mit den Familien- Aus -er Yrovinzialhauptsta-t. Gießen, den 28. August 1926. Alfred Groebler f. Mitten in der Vollkraft seines Schaffens verschied der seit einigen Jahren in Gießen ansässige Generaldirektor der Buderus'schen Eisenwerke Dergrat Dr.-Ing. h. c. Alfred Groebler. Mit ihm hat die westdeutsche Montanindustrie eine ihrer hervorragendsten Führerpersönlichkeiten verloren. Weit über den Kreis der vielver- zweigten Unternehmungen, deren Leitung ihm persönlich anvertraut war, hinaus, dienten des Verstorbenen große technische Kenntnisse, seine außerordentliche geschäftliche Erfahrung, sein Weitblick in allen wirtschaftlichen Fragen einer ganzen Reihe großer Betriebe Westdeutschlands. Die Wertschätzung und das Vertrauen seiner Be- rufsgeiwssen hatten ihn auf zahlreiche verantwortungsvolle Posten gerufen. So war er Vorsitzender der Wetzlarer Handelskammer, Vorsitzender des Berg- und Hüttenmännischen Vereins in Wetzlar. Vorsitzender der süddeutschen Gruppe des Vereins deutscher Eisen- und Stahl- industrieller in Mannheim sowie Mitglied des Hauptvorstandes dieses Vereins, ferner Begründer und eifriger Förderer der Vereinigung der Arbeitgeberverbände des Lahn-Dillgebietes und Oberhessens, Mitglied des Vorstandes des Vereins deutscher Eisenhüttenleute in Düsseldorf, Mitglied des Hauptausschusses des Deutschen Industrie- und HandelStages und des Reichsverbandes der deutschen Industrie, Mitglied des Lan- des-Eisenbahnrates in Frankfurt und Köln und eine Zeit lang auch 'Mtglied der Stadtverordnetenversammlung der Stadt Wetzlar. Daneben saß er im Aufsichtsrat einer Reihe großer Altienge- sellschaften, so der Mitteldeutschen Creditbank, der Ilse Bergbau A. G., der Kaliwerke Aschersleben, der Harpener Bergbau A. G., der Stahlwerke Röchling-Buderus, der Geigerschen Fabrik G. m. b. H.. der Maschinen- und Armaturenfabrik vorm. H. Breuer & Co. Schon die Wiege des Mannes, dessen ganzes Leben dem Bergbau gewidmet fein sollte, stand an einer der Hauptstätten des Mitteldeutschen Bergbaus. In Aschersleben, dem Zentrum der Mitteldeutschen Kaliindustrie. wurde Alfred Groebler am 23. März 1865 geboren. Er widmete sich dem Studium des Bergfaches urad war nach bestandenem Examen als Diplom-Bergingenieur eine Reihe von Jahren in Italien tätig. Dom 2ahre 1893 bis zum Jahre 1911 bekleidete er leitende Stellen in der deutschen Kaliindustrie, wo er zuletzt als Generaldirektor den Kaliwerken Salzdetfurth Vorstand. Am 1. Januar 1912 wurde er als Rachfolger des Generaldirektors Kaiser zum Vorsitzenden des Vorstandes der Buderus- scheu Eisenwerke in Wetzlar berufen. Unter seiner Leitung entwickelte sich die altberühmte Firma auf den, von seinem Vorgänger geschaffenen, soliden Grundlagen weiter. Besonders die ungewöhnlichen technischen Kenntnisse des neuen Generaldirektors kamen dem Unternehmen in äußerten mehrere Häuser durch den Sttnnn abgedeckt. Eine Scheune wurde hochgehobeir und einige Meter weit fortgetragen. Picakeniiberfall auf einen norwegischen Dampfer. 38 Seeräuber, die sich als Passagiere ausgegeben hatten, raubten auf dem norwegischen Dampfer „Santvilen" in der Rähe von Hongkong Geld und Schmuck im Werte von 20 000 Dollar. Die Mannschaft wurde gezwungen, nach einer Ducht in der Rähe von Hongkong zu steuern, wo die Seeräuber entflohen. Das Grubenunglück in pennsyloanien. Dreißig Leichen wurden aus ter durch die Explosion heimgesuchte Grube zutage gefüttert. Es werden noch 14 Bergleute vermißt. I ordentlichem Maße zugute. Ausdehnung unb technische Vervollkommnung der Bergwerks- und Hochofenanlagen, Eingliederung einer Reihe west» und süddeutscher Dlntcrnshmungen in den Pro- duttionSprozeß, Errichtung eigener Derkaufs- bureaus an den Brennpunkten des deutschen Handels waren Aufgaben, die unter Groeblers Führung mustergültig gelöst tourten. Der Weltkrieg unterbrach auch die glänzende Entwicklung all der zahlreichen Unternehmungen, denen der Verstorbene neben dem Stammwerk in Wetzlar Vorstand. Et und seine Werke stellten! sich restlos in den Dienst des bedrohten Vaterlandes. llrnftellung der industriellen Anlagen für die Zwecke des Heeres, ausgedehnte Wohlfahrtseinrichtungen für die Bevölkerung Wetzlars kennzeichnen die Tätigkeit des Verstorbenen in den Kriegsjahren. Der Ausgang deS Krieges traf auch ihn und seine Unternehmungen hart. Die Scheinblüte, die die Inflationsjahre der deutschen Industrie brachte, konnte den erfahrenen Kenner ter Wirtschaft in keinem Augenblick über die wahre Lage täuschen. So wurden auch die seiner Leitung anvertrauten -Unternehmungen vor dem Versuch einer unnatürlichen und darum ungesunden Ausschwemmung durch AnglieteAlny- fernliegender Betriebe behütet. Die schweren Gefahren, die sich aus einer solchen Politik in den späteren Krisenjahren der Stabilisierung ergaben, blieben feinen Unternehmungen darum auch im großen und ganzen erspart. Auf den von ihm treu bewahrten soliden Grundlagen konnte an die gewaltige Arbeit des wirtschaftlichen Wiederaufbaus herangetreten werten, aus ter nun ein zu früher Tod den erprobten Führer abge» rufen hat. OKit Gießen verbanden den Verstorbenen mannigfache Beziehungen, ist doch gerate da« oberhessische Wirtschaftsleben mit dem des Lahn- und Dillgebietes Vielfältig verknüpft. Aber über diese Interessen des Berufs hinaus nahm Berg- rat Groebler, der feit einigen Jahren seinen dauernden Wohnsitz hier aufgeschlagen hatte, stets wärmsten Anteil an allen kulturellen Fragen unserer Stadt. Der hessischen Lantesuniversität, deren Ehrensenator er am 6. Februar 1924 tourte und der Gießener Hochschulgesellschaft, deren Vorstand er angehörte, galt sein besonderes Interesse. Mit warmer Anteilnahme unterstützte er auch die Bestrebungen, die auf eine Hebung des Verkehrswesens im Biebertal und letzten Endes auf die Schaffung der Hinterlandbahn abzielen. So verliert Gießen mit ihm einen Mtt- bürger, dessen schlichte, liebenswürdige Persönlichkeit ihm ein dankbares Andenken auch in angehörigen ein weiter Kreis von Freunden des Verstorbenen. Ein reicher Blumenteppich bedeckte die Bahre, an der Bergknappen in ihrer ernsten Uniform und Chargierte des Hannoverschen Korps „Saxonia" die Totenwache hielten. Nach feierlich- ernsten Posaunenklängen zeichnete Pfarrer Heeb von Wetzlar-Niedergirmes, der dem Haufe als Seelsorger besonders nahestand, mit markigen Strichen, in Anlehnung an das Wort aus dem 90. Psalm »Und der Herr, unser Gott, sei uns freundlich und fördere das Werk unserer Hände bei uns; ja, das Werk unserer Hände wolle er fördern", ein eindringliches Bild Alfred Groeblers, des rechten Bergmanns, dessen Leben ein stetes Fördern ge- wesen sei; des Generaldirektors, der sein ganzes Wollen, sein ganzes großes Wissen und Können für die ihm anvertrauten Werke einsetzte; des Ehrendoktors und Ehrensengtors, dem die Aufrechterhaltung der Beziehungen zur Wissenschaft auch in späteren Lebensjahren, auch im praktischen Beruf, Bedürfnis war; des großen Patrioten, der mit allen Fasern seines Herzens mit dem Wohl und Wehe seines Vaterlandes, seiner Heimaterde verknüpft war; des liebevoll treuen Gatten, Vaters und Sohnes, der feiner Familie traute Stunden innigen Glückes zu schenken vermocht hatte; endlich des edlen, gütigen Menschenkindes, dessen rechtes soziales Mitsühlen, neben einem gesunden, ehrlichen sozialen Stolz, dessen [eines Verstehen um anderer Leid und Sorge das Wertvollste seines Menschentums gewesen war. Nad) den Worten des Geistlichen brachte dann der Vorsitzende des Aufsichtsrates der Buderusfchen Eisenwerke, Justizrat Dr. Katzenellenbogen, Direktor der Mitteldeutschen Creditbank, Franksurt a. M., den herzlichen, tiefempfundenen Dank der Werke zum Ausdruck, für all das Große, was der Verstorbene als Führer und Freund, unter Ausnutzung des reichen Schatzes seiner Kenntnisse und Erfahrungen, in steter Pflichttreue und Hingabe für die -seiner Leitung unter- stellten Betriebe getan hatte. Im Namen der Direktoren der Buderusschen Eisenwerke und sämtlicher ihnen angeschlossenen Unternehmungen sagte Hüttendirektor Dr. h. c. Humperdinck, Wetzlar, dem Dahingeschiedenen Dank für die kollegiale Gesinnung, die er seinen Mitarbeitern stets entgegen- gebracht, Vertreter der Angestellten- und Arbeiterschaft rühmten des Verstorbenen Güte, die ihn in schweren Krisentagen zum verständnisvollen Mittler gemacht hatte. Ihrem Vorsitzenden widmete dann die Wetzlarer Industrie- und Handelskammer durch den Mund des Apothekenbesitzers Bahr Worte herzlichen Gedenkens. Des großen Mitbürgers, dessen Wirken mit der Epoche kommunaler Entwicklung der Stadt Wetzlar unauslöschlich verknüpft sei, gedachte Bürgermeister Dr. Kühn, Wetzlar. Dem verständnisvollen Förderer der Wissenschaften, dem namentlich das Geologische Institut der Ludooiciana unendlich viel verdankt, galten die ehrenden Worte Seiner Magnifizenz des Rektors der Landesuniversität Professor Dr. B ii r ( e r an der Bahre des Gießener Ehrensenators. Für die Gießener Hoch- schulgesellschaft, deren Vorsitz der Verstorbene erst vor kurzem bescheiden abgelehnt hatte, sprach General Dr. B e t h ck e. Dem alten Korpsstudenten galten letzte Grüße seines Hannoverschen Korps „Saxonia" und einer Reihe Wetzlarer und Gießener Alter-Herrenvereinigungen. Aus feinem früheren mitteldeutschen Wirkungskreis waren Vertreter der Aufsichtsräte der Kaliwerke Aschersleben und Salz- detsurth herbeigeeilt, um am Sarge des Unver- gefsenen Kränze niederzulegen. Andere Nachrufe widmeten dein Entschlafenen Vertreter der Frankfurter Industrie- und Handelskammer, des Vereins deutscher Eisen- und Stahlindustrieller, des Reichs- verbandes der deutschen Industrie, des Arbeitgeberverbandes fiy das Lahn- und Dillgebiet und Oberhessen, des Fulda-Lahn°Kanal-Verems und zahlreicher anderer Vereine und Unternehmungen, denen der Verstorbene in den langen Jahren seines Wirkens nahegestanden hatte. Ein letztes Gebet des Geistlichen, ein letzter Gruß des Posaunenchors, und es heißt Abschied nehmen von Alfred Groebler. Glück auf zur letzten Schicht! LLr LÄJ .Ntt Laz» ; dm ^junbtn J'letnlkgtn, 'n Naß ^n lj-äirrei, ben, bliebe l‘m,Men Om freu be» an, die g«. Dickens. " ein örer abg«. Ntfc 7* «Ält- dri? Torbenen «rrade öas L «« ukc ,*^g, Km Wwi gEÄ ^umoerlltät Sx1?4 d"rde ls-haft. dem, 11 besondere- ne. unterstützt« eine Hebung und letzten uiterlandlühn n einen M. Wfle Person- uen auch in be für Wein der Äapellt den gamilitn- Freunden der :ppich bedeckte ihrer ernsten xrjdjen Horos Nach feierlich' Pfarrer cheeb lause al» Seel« kigen Strichen, dem 90. Psalm freundlich und i um; ja, das 'm', ein ein> des rechten Färbern y« : sein yanze» und Sonnen einsehie-, des dem die Auf« xx Wissenschaft i im praktischen Patrioten, der mit dem Wohl ier Heimaterde Satten, Löters raute Stunden l hatte: endlich dessen rechtes inben, ehrlichen len um anderer nnes Menschen« rten des Seist« . des AiiffichtS' ÄSr. deut« den herzlichen, zum Aurbluck' ,ene als Führer reichen Echatze» n (leier W Leitung unter- imen der Diret- i'Äf -und Arbeiter- üte, die chn in „ollen MM-r widmete dann skammer durch Dahr W Mtburgett, unaler«' d) verknüpft ^ Seglar. M Stz G- K'L kdtt y®1; d°i ®"L Lw-K ew?' S Ä ,n SJii b» Kcs Gietzener Wochenmarktpreise. Es lastete auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: (Butter 190 bis 200 Pfennig, Matte 35 bis 40, Käse (10 Stück) 60 biS 100, Wirsing 8 btS 10, Weihkraut 8 bis 10. Rotkraut 15 bis 20, gelbe Rüben 10 his 15, rote Rüben 10, Spinat 25, Römischkohl 5 bis 10, (Bohnen Hörnsheim, 27. Aug. Beim Abernten von Getreide lief einem hiesigen Landwirt ein Sechser bock in die Mähmaschine, durch die ihm ein Lauf vollständig abgeschnitten wurde: er mußte infolgedessen getötet werden. Der Rehbock war schon „krank": er hatte durch einen Schuh bereits einen Vorderlauf eingebüßt. —j— Riederkleen, 27. Aug. 3n unserer Gemarkung, wie auch in den Feldern der Rachbarorte sind in diesem 3ahre sehr zahlreiche 3unghasen zu beobachten, so daß recht gute Aussichten für die Herbstjagd bestehen. —6— Klein-Rechtenbach, 27. Aug. Wie bereits vor kurzem im „Gieß. Anz." berichtet wurde, beabsichtigt die hiesige Gemeinde, den schon lange dringlichen Bau eines neuen Schulhauses auszuführen. Rachdcm die Plahfrage mit dem augenblicklich hier Im Gange befindlichen Zusammenlegungs verfahren der Grundstücke geregelt wird, Dürfte auch nach Fertigstellung der entsprechenden Vorarbeiten durch das Hochbauamt zu Wetzlar mit der Inangriffnahme des Bauprojektes in Kürze zu rechnen fein, um so mehr, als auch die finanzielle Frage eine befriedigende Lösung finden wird. Außer Dem gesetzlichen Drittel Der erforderlichen Dausumme hat Die Regierung zu Koblenz auf Antrag Der Gemeinde einen Sonderzuschuh in Höhe von 7000 Mark bewilligt, immerhin wird mit der Ausführung Des Reubaues eine erhebliche Belastung Des GemeinDeetats verbunDen sein, Da Die finanzielle Leistungsfähigkeit unserer Ge- meinde^weit hinter Der der Rachbargemeinden zu- O Aus dem Hüttenberg, 27. Aug. Der Fasan, über dessen Außsterben aus der näheren und weiteren .Umgebung berichtet wird, war vor 3ahren auch in den 3agdbczirken des Hüttenberges zahlreich vertreten. Während man in Den letzten Jahren in Den Gemarkungen Hochelheim, Dornholzhausen, Riederkleen und Vollnkirchen noch einzelne dieser in wunderbarem Farbton gefiederten Vögel antraf, sind sie jetzt nirgends mehr zu finden. DaS Eingehen Der Fasanenbestände ist auf Die Vertilgung durch Raubzeug zurückzuführen, von Dem besonders Die Füchse in den letzten 3ahren hier stark aufgetreten sind. —6— Aus Dem Hüttenberg, 27. Aua. 3n vielen Getreidefeldern, oft sogar in Kartofsel- und Gemüscäckern unserer Gegend ist in diesem 3ahre ein zahlreiches Auitreten des Hamsters zu beobachten. Dieser Wühler bevorzugt namentlich Weizenäcker als Aufenthaltsort, und ost werden bis zu 10 Pfund reine Körner in seinen Gängen gefunden. Um einen Anreiz zur Bekämpfung Der Hamsterplage zu geben, haben Die Ortsbehörden Fangprämien ausgesetzt, Die nach Dem Alter Der gefangenen Tiere abgestuft sind. Für ausgewachsene Hamsterweibchen unD -Männchen werden durchschnittlich 60 Pfg. vergütet, während für junge Tiere Die Hälfte bezahlt wird. Da sich neben Den beiden alten Hamstern in einem (Bau oft noch 10 bis 12 3ungc befinden, und mithin das Ausgraben eines solchen Baues 3 bis 4 Mark einbringt, sieht man oft findige Erwerbslose diese günstige Gelegenheit zu einem Heinen Rebenverdienst benutzen und mit Spaten und Hunden ausgerüstet Den Hamstern zu Leibe zu gehen. Dillkreis. bl. D i l l e n b u r g, 27. Aug. Auf Der Straße von hier nach Herborn ging ein Pferde- gespann durch: DaS Pferd war durch einen Fuß Daliwurf spielender Kinder scheu geworden. Der Wagen wurde zertrümmert. Weiteres Unheil tonnte verhütet werden. bl. H a i g e r, 27. Aug. Der Kampf Der Bürgerschaft gegen Die Stadtverwaltung hört noch nicht auf. Wenngleich auch schon Der Gedanke der CanDgemeinDcorD- nung fallen gelassen wurde, so versucht man jetzt, an Hand des Etats für Ersparnisse einzutreten und evtl, eine Minderung Der Steuern zu verlangen. Eine Bürgerversammlung wird stch abermals mit Der Frage befassen. Man merkt, Daß sich mit Den kommunalen Vorgängen in unserer Stadt in Den letzten Wochen aber auch das 3nteresse an Der Verwaltung gesteigert hat. bl. Herbornseelbach (Dillkreis), 27. August. Lehrer Köbe von hier wurde zum Rektor an unserer Volksschule ernannt. U Uebernthal, 27. Aug. Die hiesige ©rünerDgrube hat Die Aufräumungsarbeiten vollendet, ihre volle Tätigkeit und Der Versand ist wieder ausgenommen. — Die Obsternte fällt im allgemeinen hier sehr schlecht aus. Zwetschen gibt es fast keine. Auch Die Aepfelernte ist sehr gering. Maingau. WSR. Frankfurt a. M., 26. Auoust. An der Alten Brücke fiel gestern abend ein sechsjähriger Äunge in den Main. Der Photograph Hans Tunart rettete den Jungen durch sofortiges Nachspringen. Das Kind wurde in die elterliche Wohnung gebracht. Katholische Gemeinde«. Gieße«. Samötag, 28. August. 4'/, und 7 Beichte. Sonntag, 29. August. 14. Sonntag nach Pfingsten, 6'/, Deichte, 7 Messe, 8 Rom., 9 Hochamt mit Predigt, 11 Messe mit Predigt. 2 Andacht. — ®rin» berg. 9‘/> Messe mit Predigt. — Hungen. 8 Hochamt mit Predigt. — Ach. 10 Hochamt mit Predigt. Lpiclplan der Frankfurter Theater. Opernhaus: Sonntag. 29. August, Die Meistersinger von Rümberg. 5 bis 10 Uhr. Montag 30.. Cavalleria rufticana; hieraus: Der Bajazzo. 71 '3 bis 10'/t Uhr. DienStag 31., Tannhäuser, 7 bis 10'/, Uhr. Mittwoch, 1. September. Der Opernball, 7". bis 10', 2 Uhr. Donnerstag 2.. Die verkaufte (Braut, 7'/, biS 10'/, Uhr. Freitag 3., Tosca, Z'/2 bis 10 Uhr Samstag 4., Boccaccio, V/2 bis 10'/. Uhr. Sonntag 5.. Götterdämmerung, y/e bis 10'/z Uhr. Schauspielhaus: Geschlossen. 21ns Sem Amlsverkiindignngsblatt. " Das Amtsverkündigungsblatt dir. 69 vom 27. August enthält: Kreisstraßen- sperre. — Aufgang Der Hühnerjagd. — Maul- und Klauenseuche in Lauter, 3nheiden, Ober- Vefsingen und Watzenborn-Steinberg. — Straßensperren. — Dienstnachrichten. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) W. Sch. in G. Ähre Anfrage geht über den Nahmen der im Briefkasten üblichen Auskünfte hinaus. Wir empfehlen, sich mit einem Rechtsanwalt in Verbindung zu fetzen. Rundfunk-Programm dcs frankfurter «Lenders. (Aus Der .Radio-Umschau".) Sonntag, 29. August. 8 bis 9 Uhr: Morgenfeier 12 bis 1 Uhr: Konzert des HausorchesterS: 3talienische Musik. 3 bis 4 Uhr: Stunde der 3ugend. 4 bis 5 Uhr: Konzert des „ Frohsinn"-Quartetts Sprendlingen. 5 Uhr: Uebertragung aus dem Frankfurter Opernhaus: „Die Meistersinger von (Nürnberg". 10.30 bis 12 Uhr: Uebertragung von Berlin: Tanzmusik der (Berliner Funkkapelle. Montag, 30. August. 4.30 bis 5.45 Uhr: Konzert des Hausorchesters: Operettenmusik. 5.45 bis 6.05 Uhr: Die Lesestunde. 6.15 bis 6.45 Uhr: „Die Kapitalbewegung in der (Industrie", Vortrag von Dr. Leonhard-Mainkur. 6.45 bis 7.30 Uhr: Stunde des Rbein-Mainischen Verbandes für Volksbildung: „Friedrich Stoltze als deutscher Dichter", Vortrag und Vorlesung von Rektor Christian Dartscher. 3 bis 8.30 Uhr: Versuche des Frankfurter Großsenders. 8.30 Uhr: Klassisches Kammerkonzert. Anschließend: Reue Schallplatten. Sprechstunden der Redaktion. 12 bi» 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittags. Samstag nachmittag geschloffen. Für unverlangt eingesandte Manuskripte ohne beigefügtes Rückporto wird keine Gewähr übernommen. Anzeigenaustrage sind lediglich an die Geschäftsstelle zu richten. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, Den 29. August. 13. n. Trinitatis. Gießen. Stadtkirche. 8: Pfr. Becker. Zugleich Ehristenlehre f. d. Reukonsirmierten a. d. MarkuSg. 9'/,: Pfarrassist. Hertel. Feierliche Eröffnung des Konsirrnandenunterrichts der Matthäusgemeinde. 11: Kinderkirche für Die Matthäusg.Pfarrass. Hertel. - ZohanneSkirche. 8: Pfr.Ausfeld. Zugl. Christenlehre f. d.Reukonfirmiert. a. D. Iohannesgemeinde. 9'/,: Psr.Bechtolsheimer. Feierliche Eröffnung Des Konsirrnandenunterrichts Der Lukasgemeinde. 11; KinDerkirche s. d. Lukasgemeinde. Pfr. Bechtels- Heimer. — Kirchberg. 10; 11: Kollekte Ehristenl. f. D. weibliche Jugend. Rachm. 1'/,: Mainzlar, abd. 8'/,: Daubringen. - Wieseck. 87,: Christenlehre. 97,: Opfer für Die hessische kirchliche 3ugendarbeit. Watzenborn-Garbenletch. Eröffnung Des Konsir» mandenunterrichts. Watzenborn-Steinberg: 1 mit Christenlehre. (Kollekte). — Garbenteich: 9'/, mit Christenlehre. (Kollekte.) Verantwortlich für Den lokalen Teil i. V.: Dr. Hans T h h r i 0 t. Apotheken UEäF Kopfschmerz Migräne Neuralgie Zahns :h,rnerz Sonntagsdienst d. Aerzte n. Apotheken am 29,8.26 Dr. Ploch. Dr. Meoerhoss. Petikancivotheke. Kabnarzt: Dr. Ganter. D 3obr«lOte bewährt. 1426id 6MBH ESSLINGEN an (&p lin^r FERKEL 0 KIENLIN 3u haben bei Mtatburg 10. 6977a Stadt« und Landkreis-Vertreter znrn Vertrieb von Tagesabreiß-Ka'endern b obe Provision gesucht. Abnehmer "Nd Gewerbetreibende und Kleinhandel, die Kalender au Geschenk- und Neklame- ;wecken verwenden. — Gleiche Hersteller« urma vergibt auch Vertretungen s. Weih- nachts-, Aeujahrs-, GcburtStagS-Vost« Ä .. karten ufw 6974ss ^lelBiße Kruste, mögt mit Motor- ober Fahrrad ausgerüstet melden iich mit. J. A. 13024 an Rudolf Moffe, Berlin SW. 19. CafeAstoria Heute Tanz-Abend 05924 Die immun U aus Strohhalmen unwiderruflich nur bis clnidjl. morgigen Sonntag in Gießen. Früheres Hotel Groirberzog, gegenüber Hoiel Schütz. Den ganzen Tag bis 10 Uhr abends, ßüt bisherigen zahlreichen Besuch und großes Interesse herzlichen Dank. O. Guiard, Neffe des Künstlers. ------------------— Oeffentliche Versteigerung. Montag, den 6. September 1926. nach- mittags 3 Uhr, auf meinem Bureau, Liebig« stratze 19, versteigere ich im Auftrage des Verwalters im Konkursverfahren über das Vermögen der Firma S. & G. Dreifus in Pirmasens die auf deren Namen im Grundbuche von Gießen Blatt ttr. 1152 eingetragenen Grundstücke: Flur II Nr. 155 47/100 und Ülr. 155 49/100, Hosteite Roon- strahe Nr. 18 zu Gießen. Grundbuchs-Auszug und nähere Bedingungen sind auf meinem Bureau ein« Zusehen 6371D Schneider,Hessischer Notar Dr.Weyi Facharzt für Hals-, Nasen-, Ohrenleiden verreist ab 29. August. Vertreter: Herr Dr. Reinewald. 05895 Bullen- und Eberversteigerung am Montag, dem 6. September, vormittags 10 V- Uhr in Nidda i 3um Verkauf sind gemeldet: 21 Dullen, 11 Eber Lan d wirt schafts Kammer- Ausschutz für Oberhessen Halte ab Montag, den 30. August wieder Sprechstunde. 6968D Zahnarzt Dr. Schott Friedrichstraße 15 Telephon 763. Emgeli* Wireta-toigiereiiiHeii Beginn der Proben Dienstag, den 31. August 1926, abends 8 Uhr, im Johan nessaal Stimmbegabte Damen und Herren werden zum Eintritt in den Verein herzlich eingeladen. 6970D Der Vorstand. Vertreter(innen) gesucht Aktien-Gesellschaft (konkurrenzlose Neuheit) sucht zuverlässige, fleißige Vertreter. Leicht zu erzielender Tagesverdienst Mk. 30.— und mehr. Tägliche Verdienstzahluryr. Off. unter P. 6. K. 716 an Rudolf Moise, Frankfurt a. M. 6984bs BESTE GESCHÄFTSREKLAME IST STETS EIN INSERAT IM GIESSENER ANZEIGER Küchen naturlasiert, komplett von 5LM. 180.— an Schlafzimmer eichefourniert von RJt 510.— an auf bequemeTeilzahlung ,Hausrat1 Gemeinnützige Möbelversorgung fördas Rhein-, Main- und Lahngebiet GleBen/L., Llndenpl. 1 Eisenwerke 6972D 6990 D IW geziemend in Kenntnis zu setzen. Der C.C. der „Saxonia“ Hannover LA.: Willi Kleine, F.V. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Tode unserer lieben Entschlafenen sagen wir unseren innigsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Ludwig Geißler VII. Lollar, den 28. August 1926. Unterfertigter C.C. erfüllt hiermit die traurige Pflicht, seine lieben A. H. A. H. und i. a. C. B. i. a. C. B. von dem am 23. d. M. zu Gießen erfolgten Ableben seines 1b. A.H. Bergrat Dr. ing. e.h. Alfred Groebler aktiv 1884/86 Generaldirektor der Buderus’schen Platzvertreter welche Brauereien, Kellereien, Cbemifche Fabriken, Konf- und Wurstfabriken, Lrnkfabrtken und Oelwetke öfters be- . suchen, ist Gelegenbetl geboten, sich dauernd einen sicheren und lohnenden Verdienst zu erwerben. Nur seriöse, eingeflMie Herren wollen ihre Adreste unter Angabe bisheriger Tätigkeit und Aufgabe von la Referenzen einsenden unt. Nr. D 1783 an die Annoncen- Expedition D. F-renz, G. m. b. H., Mainz. 6943nz Gestern abend verschied sanft nach kurzer schwerer Krankheit meine liebe, treusorgende Frau, mein innigstgeliebtes Mütterchen, liebe Schwiegermutter und Tante Frau Maris Bibuer j@b. Velien im vollendeten 61. Lebensjahre. In tiefer Trauer: Karl Hübner, Schneidermeister Gretel Pfaff geb. Hübner Willy Pfaff. Gießen (Bahnhofstr. 44), den 28. August 1926. Die Beerdigung findet Montag, den 30. August, nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhöfe statt. _____________________________________________ 05914 | Vermietungen [ VW« 4-5 Zimm., beschlag- nahmekei, nei|, eml. mit GarU geg. zeitgem. Miete oder Darlehen zu verm. Schr. Angeb. u. 05920 an d. Gietz. Anz. erb. Schöne 3 - Zimmer Wohnung in Milte der Stadt an ruhige Leute geg. Entgeld abzugeben. Anfragen u. Nr. 1393 an Annone.-Exped verso, Giekren. 4 möbl. Zimmer m. Küche, sof. beziehbar, ,z. verm. [05921 Lstdlvigstr. 42 p. Gut möbliertem Vstzti- und Schlafzimmer per sofort od. später zu vermieten Zu erkr. t.derGeschäfls- stelle d. Gtetz.Anz.^ Gut möbliertes Zimmer sofort zu verm. Wcstaulaae 44 1 Zimmer elekir. Licht, sep. Eingang, z. verm. «eis Ederstratze 14 v. Sutmöbl. zimer iosort zu verm. Seltcxsw. 83 IL r. 2 sch. gr. Zimmer m.ztttche, Bodenk. u. Keller, L sch.Lage, z. I.Sevt. z.vermieten Schr. Angeb. u.05877 an d. 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So widerwärtig der Petersburger Regierung die selbständige frie- gerische Politik der kleinen slawischen Bolkan- völker war, so verlor doch die (Stimmung der russischen Ration, ihnen in den Arm zu fallen: die die öffentliche Meinung beherrschenden panslawistische Agitation begrüßte das Vorhaben der Balkanstaaten durchaus als einen Teil ihres eigenen Programms, und die russische Regierung war viel zu schwach, um einen Konflikt mit dieser nationalen Strömung wagen zu können. In der russischen Öffentlichkeit wußte man auch genug davon, daß die Regierung durch ihre Bündnispolitik auf dem Balkan die bulgarisch-serbischen Vergrößerungsgelüste genährt hatte: wie sollte sie jetzt ohne großen Verlust an Ansehen ihr eigenes Werk wieder zerstören? Daher wollte Sassonow bei einer diplomatischen Intervention am Balkan den Rachdruck auf die Forderung an die Türkei legen, sogleich eine weitgehende Autonomie für die christlichen Völkerschaften in Mazedonien einzuführen. Dieser Weg war aber für die Mittelmächte ungangbar, weil, wie Kiderlen-Wächter mit Recht ausführte, ein solches Verlangen an die Pforte in diesem Augenblick die bulgarisch-serbische Begehrlichkeit geradezu anstacheln werde anstatt sie zu dämpfen, so daß der Krieg gewiß 3um Ausbruch kommen werde. So hatte sich Rußland durch sein eigenes Tun die Hände gegen die ungehorsamen Balkanstaaten gebunden, und sein Bundesgenosse Frankreich bemühte sich je länger desto weniger um die Erhaltung des Friedens. Für Poincar6 hatte mittlerweile die Möglichkeit eines Balkanbrandes und weiterer Verwicklungen ihren Schrecken verloren. Vor einem halben Jahr hatte er in einem Balkankrieg eine Kraftverschwendung erblickt, da den französischen Rationalwünschen nur ein Krieg mit der Spitze gegen Deutschland Erfüllung bringen konnte: im Laufe des August hatte er während eines Aufenthaltes in Petersburg erkannt, daß ein Krieg, der am Balkan seinen Ursprung nahm, mit großer Wahrscheinlichkeit Rußland mit Oesterreich und infolgedessen auch mit Deutschland in Konflikt bringen konnte: damit war für Frankreich die Möglichkeit desEinschrei- tens gegeben. Ec hat seitdem nicht mehr ernstlich für die Erhaltung des Balkanfriedens gearbeitet und systematisch versucht, den Gegensatz zwischen den europäischen Mächtegruppen zu vertiefen, wobei er auch unehrliche Mittel nicht scheute: Deutschland gegenüber erklärte er sich dafür, daß alle Maßregeln am DaUan von allen Großmächten gemeinsam unternommen werden mühten, tatsächlich bemühte er sich, gesonderte Vereinbarungen des Dreiverbandes ohne Rücksicht auf die Mittelmächte zustande zu bringen. Bezeichnet wird seine Wandlung noch durch das Versprechen, daß er Sassonow in Petersburg gab, die dreijährige Dienstzeit wieder einzuführen: er muß also den großen Zusammenstoß für nahe bevorstehend angesehen haben. Denn lange konnte Frankreich diese neue Last nicht tragen. Unter diesen Umständen war ein gemeinsames Handeln des europäischen Konzertes unmöglich. tagenden internationalen „Instituts für Politik", hielt am 9. August der frühere griechische Außenminister und Vertreter Griechenlands in Paris, Rikolaus P o l i t i s, der als Autorität in Sachen des Völkerbundes gilt, eine Ansprache, die, dem aus der hiesigen Presse widerhallenden Echo nach zu urteilen, wenigstens gewissen Amerikanern zu denken gegeben hat. Insbesondere deshalb weil schon einige Tage zuvor der Direttor der Pan-Amerikanischen Union, Dr. L. S. R o w e, der an diesem Runden Tisch den Vorsitz führt, sich über dasselbe Thema in ähnlicher Weise ausgelassen und seinen Landsleuten einige Wahrheiten gesagt hatte. Dr. Rowe hatte erklärt, die Monroe-Doktrin habe die latein-amerikanischen Länder aller Furcht vor einem Angriff irgendeiner Ration „mit Ausnahme der Vereinigten Staaten" enthoben. Unablässig zögen die lateinamerikanischen Völker die Absichten der Vereinigten Staaten ihnen gegenüber in Frage, namentlich wenn sie sich gewisser Beispiele erinnerten. die dartäten, in welcher Weise starke Völker ihre Macht zur Unterwerfung kleinerer Rationen in Anwendung gebracht hätten. Es seien zwar im Verlauf des letzten Dierteljahr- hunderts erhebliche Fortschritte auf dem Wege der Verständigung erzielt worden: aber er hoffe, daß in dieser Verständigung ein etwas lebhafteres Tempo eingeschlagen werde. Jede hierzu dienliche „legitime Methode" solle angewandt werden: Professorenaustausch zwischen den altangesehenen Universitäten Latein- und denen Rordamerikas; Stipendien für latein-amerikanische Studenten, die nördliche Hochschulen zu besuchen wünschten und für Amerikaner, die im Süden ihren Studien obliegen wollten, usw. Er wies darauf hin, daß gerade das Gebiet der Wissenschaften der fruchtbarste Boden für die Verständigung der Völker untereinander sei. daß die nordamerikanischen Hochschulen von zahlreichen Latein-Amerikanern besucht würden, ebenso wie die Techniker-Institute und andere höhere Lehranstalten, und daß die Zweifel an den Absichten der Vereinigten Staaten um so eher schwinden würden, je lebhafter der geistige Austausch zwischen Rord und Süd sich gestalte. Herr Politis dagegen stellte sich auf den praktischen Boden der Wirklichkeit, auf dem sich jetzt schon Resultate Erzielen lassen, ja erzielt worden finb. Er erklärte dem Institut für Politik rund heraus, daß ein beträchtlicher Teil der latein-amerikanischen Delegation zum Völkerbund dort ein starkes Gegengewicht gegen die Vorherrschaft der Vereinigten Staaten in der Reuen Welt erblickten, daß sie im Völkerbund eine in jeder Hinsicht unparteiische, unvoreingenommene, selbstlose Instanz sähen, der alle Meinungsverschiedenheiten aller amerikanischen Rationen (der latein-amerikanischen untereinander wie mit Nordamerika) zur Schlichtung unterbreitet werden könnten, da die alte Methode direkter gegenseitiger Unterhandlung „dem internationalen Leben dieser Völler mehr und mehr zur Gefahr geworben sei." In der Erwartung, führte Herr Politis aus, daß ihre wachsende Prosperität den Reid her weniger erfolgreichen Rationen anfachen werde, rechneten die Völker Südamerikas damit, daß sie eventuell einen starken militärischen Verteidigungsapparat aufzubauen gezwungen sein könnten. Dies hofften sie durch Erlangung weitgehender Sicherhcits-Garxantien seitens einer „starken internationalen Organisation" zu vermeiden. Im Völlerbundc erblickten sie die Anfänge einer solchen Organisation, und auf Grund dieser Ueberzcugung seien sie bereit, den Aufbau der Liga durch tatkräftige Mitarbeit zu fördern. Ob gerade die letzterwähnte zuversichtliche Hoffnung des Herrn Politis, bei der offensichtlich der Wunsch des Gedankens Vater war, 'ich verwirklichen wird, dürfte sich schon in der Septembertagung in Gens zeigen Als der griechische Staatsmann nach Beendigung (einer Ansprache gefragt wurde, ob die Völkerbunds- Delegation der latein-amerikanischen Rationen darin einen Vorteil erblickte, daß die Vereinigten Staaten außerhalb der Liga stehen, erklärte er, zwei oder drei Staaten erblickten darin möglicherweise einen Vorteil, die Mehrzahl sei jedoch der Ansicht, daß die Zugehörigkeit der Vereinigten Staaten zum Bunde der Schlichtung rein amerikanischer Fragen einen mehr internationalen Charakter verleihen und eine unparteiischere Anwendung internationaler Regeln ermöglichen würde. „Die latein-amerikanischen Staaten", führte Herr Politis aus. „verdanlen allerdings der Monroe-Doktrin viel. Diese Doktrin ermöglichte ihnen die Erlangung und Wahrung ihrer Unabhängigkeit. Sie ist heute noch ein großer Schutz für sie: aber sic beginnen sich zu fragen, ob dieser Zustand von Dauer sein wird. Die Vorherrschaft der Vereinigten Staa- t c n auf dem amerikanischen Kontinent ist so offensichtlich, daß sie ihnen gelegentlich Besorgnis einflößt. Instinktiv fudyen sie nach einem Gegengewicht, und es ist ihre 2lnsicht. daß sie mit dem Erstarken des Völlerbundes in diesem ein solches finden würden. Dies ist mir in Genf öfters zum Bewußtsein gekommen. Im Gespräch mit Delegierten vieler amerikanischer Rationen habe ich erfahren, daß sie bedauern, nicht jetzt schon in der Lage zu fein, Streitfragen mit ihren Rachbarn dem Völkerbünde zu unterbreiten." Die völkerbundfreundliche „Reuyork World" bemerkt hierzu, redaktionell: „Dies war seit geraumer Zeit ersichtlich, wir haben ihm nur zu wenig Beachtung geschentt. Seit einem Menschenalter — seitdem Olney (Staatssekretär im zweiten Amtstermin Clevelands) in dem Grenzstreit zwischen Venezuela und Britisch-Guayana (1895) verkündete, daß die Vereinigten Staaten heute faktisch souverän sind auf diesem Kontinent und ihr Gebot Gesetz ist — seitdem haben die Monroe- doktrin und die daraus basierenden amerikanischen Anmaßungen in Südamerika immer mehr irritiert. Es ist ganz natürlich, daß die Latein- Amerikaner sich der Liga als ehret Art Zuflucht zuwandten. „Für die Unbeliebtheit der Monroe-Doktrin bei Den stärksten latein-amerifanifdjen Rationen liegen zwei Hauptgründe vor. Die Doktrin ist eine Politik internationaler Beziehungen, die ihnen aufgezwungen wurde, ob sie sie wollten oder nicht. Der Völkerbund dagegen ist ein Kooperativ-Verband, an dem die Beteiligung freiwillig ist, und in welchem diese Rationen zwei Ratssihe hatten. Dann aber ist auch die Monroe-Doktrin wi^>erholt ausgedehnt worden, um Eingriffe in latein-amerikanische Angelegenheiten zu bemänteln, bis schließlich die Idee des „amerikanischen Schuhmanns" in höchstem Grade abstoßend wurde. Wir machen viel schone Redensarten über 2kchtung vor der politischen und wirtschaftlichen Unabhängigkeit Latein-Amerikas: aber San Domingo, Haiti und Mittelamerika sind Beweise dafür, daß wir in der Wahl unserer politischen Mittel nicht sehr penibel sind..." „Trotz einiger Reibung steigt der Völkerbund eher in der Gunst Latein-Amerikas, als er fällt. Man erwartet, daß Argentinien tatkräftige Mitgliedschaft wieder aufnimmt: Brasilien mag Spaniens Beispiel folgen und seine Sezrs- sions-Geste in Wiedererwägung ziehen. Zwei tüchtige Brasilianer haben nachrinauder Sitze im Welt-Schiedsgericht inne gehabt, und die kleineren Rationen haben ein reges Interesse an Genf kundgetan. Wir dürfen erwarten, daß die Liga in der Reuen Welt eine immer größere Rolle spielt, und wir ü>äreu schlecht beraten, würden wir uns den Anschein geben, als hätte diese Rolle für unsere eigene „Pan- Amerika"-Theorie keinerlei Bedeutung." Das Recht des Volksbegehrens. Von Generalsekretär K o 11 b a ch, Darmstadt. Unsere innerstaatlichen Verhältnisse tragen unverkennbar die Merkmale der Uebergangszeit. Hierzu gehören auch die sich mehrenden Volksbegehren im Reich und in den Ländern. Hier soll keine grundsätzliche Betrachtung über den Wert oder Unwert dieser neudeutschen Einrichtung angestellt, noch die Frage beantwortet werden, wann man „im Recht ist", ein Volksbegehren in die Wege zu leiten. In den Mittelpunkt unserer Darstellung wollen wir vielmehr die rein juristische Seite des Problems stellen. Gegenwärtig erregt das von dem „Hess. Wirtschasts - u n t> Orbnungäbtocf“ veranstaltete Volksbegehren auf Auflösung des Landtags, die allgemeine Aufmerksamkeit in besonderem Maße. Das hängt nur zum Teil damit zusammen, daß die innerpvliti- schen Zustände Hessens seit der Revolution den latenten Dpannungszustand nicht zu übertoinben vermochten und zudem zum ersten Male das Doll vor ein hessisches Volksbegehren gestellt wurde: die geradezu leidenschaftliche Anteilnahme rührt in der Hauptsache von der furchtbaren Steuernot und der chedrohlichen Lage der he,- sischen Staatsfinanzen her, Dinge, die in der deutschen Oefsenlllchkeit, namentlich im letzten Jahre, wieder holl vermerkt worden sind. Die im „Hess. Wirtschafts- und Ordnungsblock" vereinigten Parteien haben mit ihrem Volksbegehren rund 160 000 Unterschriften hessischer Landtagswähler aufgebracht. Zunächst wurden dann diese Unterzeichnungs listen 6 Wochen lang von einem besonderen Landesabstim- mungSleiter, dem MinisterkrkVat 'Bofite* wann. gebrüH. Zum Zwecke weiterer Prüfung schlossen sich hieran die Sitzungen des Landes- a b st i m m u n g s a u s s ch u s s c s. die zur Zeit noch keineswegs beendet sind. Die Gefahr lag nahe, das) bei diesem Prozeß die allein maßgeblichen rechtlichen Gesichts» punkte, von mancherlei Erwägungen varteipoli» tischer Opportunität in den Hintergrund gedrückt werden würden. Der Landesabstimmungsaus' schuß, dessen Sitzungen öffentlid) sind, hatte von Anfang an den engsten Kontakt mit der Oefscnt- lichkeit gefunden: die jeweilige Stellungnahme der einzelnen Beisitzer wurde von der Presse, je nach der Parteirichtung, zumeist eingehend iom- inentiert. Der Ausschuß, in dem die grundsätzlichen Gegner des Volksbegehrens die absolute Mehrheit besitzen, war zudem darauf angewiesen, allzu häufig den Weg mit Hilfe der oft trügerischen Richtschnur des Gefühls zu suchen. Ein Vorwurf darf den Besitzern, rein objektives, uiworeingenommenes Streben vorausgesetzt, daraus nicht gemacht werden. Es ist der geradezu unbegreifliche Mangel an einschlägigen gesetzliche n Vorschriften. der auf diesem Gebiete zu dem unhaltbaren -Zustande bedenklich st er Rechtsunsicherheit geführt hat. Diese Dinge gehen nicht mir den hessischen Staatsbürger etwas an. In der letzten Sitzung des Landesabstimmungsousschusses berichtete nämlich Ministerialrat Bornemann, daß ihm M i - nisterialrat Dr. Kaifenberg vom Reichsministerium des Innern, der Verfasser eines Kommentars über das Reichsgesetz betr. Volksbegehren und Volksabstimmung, mitgeteilt habe, man beabsichtige beim Reichsministerium des Innern einen neuen Gesetzentwurf betr. Volksbegehren auszuarbeiten und wolle sich dabei an das hessische Vorbild hallen. Im wesentlichsten unterscheiden sich gegenwärtig die diesbezüglichen Reichs- und hessischen Bestimmungen darin: bei einem Reichs-Volksbegehren müssen die Anterzeichnungslisten bei den Bürger m ei st ereien offengelegt werden, und nur dort kann man sich dann eintragen: in Hessen ist dagegen die Sammlung der erforderlichen Unterschriften eine private Angelegenheit dcrDer- anstalter des Volksbegehrens. Offenbar hat man es anläßlich der Durchführung des letzten Volksbegehrens im Reich ibetr. Fürstenenteignung) beim Reichsministerium des Innern peinlich empfunden, bei dieser, nach Auffassung der Reichsregiernng dem Recht und der Verfassung zuwiderlaufenden Aktion, bereits für die Sammlung der Unterschriften, die Mitwirkung der kommunalen Behörden zur Verfügung stellen zu müssen. Da sich die Einzeichnung beim Reichs-Volksbegehren gewissermaßen unter Kontrolle der Behörden vollzog, so war damit auch eine starke Gewähr in der Hinsicht geboten, daß alle for- inellen Bestimmungen hinsichtlich des Cintra- gungsaktes selbst Beachtung finden und sonst spätere Reklamationen von vornherein ausgeschaltet würden. In Hessen dagegen, wo bei dem privaten Einsammlungsverfahren naturgemäß mehr oder minder geringfügige Formfehler viel leichter möglich waren, hätten klare und einwandfreie gesetzliche Bestimmungen hinsichtlich der Gültigkeit oder Richtgültigieit einer Unterschrift festen Halt geben müssen. Trotz vielfacher Anregungen durch die Parteien des „Wirtschaftsund Ordnungsblocks" sind in Hessen niemals entsprechende Ausführungsbestiimnungen erlassen worden. Infolge dieser Rechtsunsicherheit ist der Hess. Landesabstimmungsausschuh bei mehreren Kategorien von Unterzeichnungen, die zehntausende Rinnen umfassen, noch nicht dazu gekommen, zweifelsfrei die Gültigkeit oder Richtgültigkeit auszusprechen. Seine Unsicherheit hat der Ausschuh in einer Reihe von sich widersprechenden Beschlüssen zum Ausdruck gebracht. Im Mittelpunkt dieser oft recht unliebsamen Erörterungen stand die gewichtige Frage der „Mängel". Es wird nicht bestritten, daß Unterschriften, die heute noch „unvollständig" vorliegen, auch wenn an und für sich die Identität der Betreffenden feststeht. die Ungültigteitserllärung zur Folge haben müssen. In der Hauptsache aber handelt es sich um folgende Frage: Führen unvollständig gewesene Unterzeichnungen, also „Mängel", die in der gesetzlichen Prüfungszeit vom zuständigen Landesabstimmungsleiter als solche angesprochen und sodann von ihm den Einreichern mit dem ausdrücklichen Hinweis zurückgegeben wurden, diese „Mängel" alsbald abstellen zu lassen, auch dann zu einer Ungültigkeitserklärung, wenn tatsächlich die Unvollständigkeit der Unterschriften innerhalb der gesetzlichen Frist ordnungsgemäß behoben und die betreffenden giften vom Landesabstimmungsleiter dann wieder in Empfang genommen wurden? Selbst der genannte Ab- stimmungsausschuh war in seiner Mehrheit zunächst geneigt, voranstehende Frage ausdrücklich zu verneinen und sich für Gültigkeit zu entscheiden. Ein mündliches Gutachten des hessischen Ministeriol-Direktvrs Dr. Schwarz sprach sich aber späterhin unvermutet für die gegenseitige Auffassung aus. Es war klar, daß die zu treffende Entscheidung von gröhter prinzipieller Bedeutung für Dutzende analoge Fälle, auch außerhalb Hessens, werden muhte. Reichsgesetz und auch Hessisches Gesetz über Volksbegehren und Volksabstimmung vom 17. März 1921, blieben auf alle entsprechende Fragen die klare Antwort schuldig. Der Verfasser dieser -Zeilen hielt es unter diesen Voraussetzungen für geboten, als Mitglied des Landesabstimmungsausschusses zu beantragen, über die angeschnittene Frage der „Mängel" ein ausführliches, schriftliches Gutachten anerkannter Staatsrechtler- einzuholen. Dieser Antrag wurde einstimmig angenommen. Um ein Gutachten wurden sodann gebeten: die Universitätsprofessoren: Dr. G m e l i n - G i e - hen, Dr. Giese-Frankfurt a. M., Dr. Anschütz-Heidelberg, ferner Ministerial- direktor Dr. Schwarz-Darmstadt und Ministerialrat Kais en berg -Verl in. Es ist zu erwarten, daß die Gutachten dieser Persönlichkeiten, in der allernächsten Zeit einlaufen. Auf das Ergebnis kann die Oesfentlichkeit mit Recht gespannt sein. E- darf die Hoffnung ausgesprochen werden, bah damit nicht zuletzt auch ein wertvoller Beitrag zum Recht des Volksbegehrens überhaupt geliefert werden wird. Dieser dürfte um so wichtiger sein, als die labile Gleichgewichtslage der innerpolitischen Verhältnisse nicht nur in Hessen, uns der Volksbegehren und Volksabstimmungen wohl noch für längere Zeit nicht cnfraten lassen wird. Die Reichsbahn und Oberheffen. 3um neuen Fahrplan-Entwurf. Am 3. Oktober tritt derneueCisenbahn- Fahrplan in Kraft. Er liegt jetzt in dem endgültigen Entwurf vom 15. August vor. Eine frühere Bekanntgabe ihrer Absichten hat die Reichsbahnverwaltung unterlassen, der Orffent- lichkeit war also keine Gelegenheit gegeben, zu der Reuordnung des Fahrplans vor der „endgültigen" Festlegung Stellung zu nehmen. Wie die Dinge liegen, muß leider damit gerechnet werden, dah die Reichsbabnverwaltung jetzt nicht mehr gewillt ist, die Verkehrswünsche, die vom Standpunkt des öffentlichen Interesses aus geltend zu machen sind, zu erfüllen. Unter diesen Umständen kann die öffentliche Kritik nur noch das Ergebnis haben, der Bevölkerung zu zeigen, wie gering ihre Belange bei dem neuen Fahrplan berücksichtigt sind. Im Lause der letzten Monate sind die Landtagsabgeordnete Frl. Birnbaum, die Industrie- und Handelskammern Gießen und Friedberg und auch wir wiederholt bemüht gewesen, bei der Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. Fahrplanverbesserungen für unsere Provinz zu erreichen. Einige Zugeständnisse (günstigere Zuglegung an Sonntagen auf einigen Strecken im Voge^berg) wurden zwar gemacht, in der Hauptsache blieben aber die Vorstellimgen bei der Frankfurter Direktion ohne Erfolg. Auch der neue Fahrplan bleibt alles schuldig, was man in Oberhessen an Verbesserungen etwa erwartet hatte: nicht genug damit, er bringt gegenüber dem bisherigen Plane sogar noch weitere recht empfindliche Verschlechterungen. Zunächst sind auf den Vogelsbergstrecken die günstigeren Sonntagsverbindungen ab 3. Oktober gestrichen. Auf dcr Strecke Gießen—Fulda werden die Pz. 557 (ab Gießen 3,36 Uhr nachm.) und 562 (ab Fulda 120 Uhr mittags, an Gießen 4,27 Uhr) nur noch werktags verkehren, eine Reise «n den Sonntagnachmittagen von bzw. nach Gießen müssen sich die Interessenten an dieser Strecke also verkneifen. Ebenfalls in Fortfall kommen auf der Strecke Gießen —Gelnhausen die Sonntagsverbindungen von Ridda nach Gießen Pz. 505 ab Ridda 2.07 Uhr, an Gießen 3,10 Uhr, und Pz. 513 ab Ridda 8,51 Uhr abends, an Gießen 9,53 Uhr abends. Auf der Strecke Schotten —Ridda wird der jetzige Sonntagabrndzug 7.00 Uhr ab Schotten vom 3. Oktober ab bereits um 5.44 Uhr nachm. Gefahren. Die beiden lehgenannten Veränderungen sind vom Gießener Standpunkt aus besonders bedauerlich, denn sie zwingen die Gießener Wintersportler, ihre sportliche Betätigung droben im Vogelsberg immer schon zeitig am Sonntagnachmittag abzubrechen. Von Ridda nach Schotten wird, nach dem neuen Fahrplan, der bisherige Sonntagabendzug 10,23 Uhr ab Ridda auf 9,48 Uhr vorverlegl. Auf der Strecke Mücke - L a u b a ch wird der Sonntagszug 4276 ab Mücke 8,55 Uhr abends, an Laubach 9,23 Uhr abends vom 3. Oktober ab fortfallen. Der Strecke Hungen — Dillingen — Ruppertsburg sollen die Pz. 8961 (ab Hungen 328 Uhr, an Ruppertsburg 3,55 Uhr> und 8962 (ab Ruppertsburg 4,56 Uhr. an Hungen 5,24 Uhr) entzogen werden. Die einzige Verbesserung im Eisen- 11Oberhessens tritt auf der Strecke Vilbel - Stockheim — Lauterbach zutage: auf der Strecke Stockheim—Gedern ist ein neuer Frühzug vorgesehen, und zwar Pz. 4137 e Sie ä genom üelsge suchen Kreis ewpsö Kreis cmpsä arbeit* Stadt *: cs 25 malige Ar. 6! Sabcnl tcnÖDÜ ehein. 6.3. e hausen Angeh 61 öi D« ' jetzt hat Di jafil trägt 3 irr sink Laufe i krankte finden kommen tetc P von bi über D ■ ginn Stabt Stojbc am N Luther! Licher dem £6 versteigt Die') Bahnhö ausgebo ' Die » */* Uh Nies Be Der tobet, aus b Mit verbunk unter 5 huttner- wmbesr tz: Lo Ntra kMotl fati «nrgerr A"Mel Musen Jus Ä A'telln > (i fe’j nehmen $ti( Me [. hier vcrslaid c Mrgemeistcr : er unter zahl- agen. Am Trabe m OrtspsarrcrS 'm ^tarnen M nötig, bcm bcr rt l)af. tpuröc •cxgi rin Äwns A. blc 2,bfr^qbtn ," K hQnbff. ?en- die inS r w" ’Doin)nw Qöc fanb hier b" Nenhcil kz vberfir^cnrat ^flung mi( ^u'hcs » Nie üou Machst • bic Gründe an, ^kirchenointr^ hcnb, 'Bcrtmiaf. vnirhmlich eine ^andemmLerricht sl'rchm erstrebt Wc ivar cmch die Temeinben, 'n haben, beim Wen Lage der Kuh zu neuen oer sehr regen elchritten war, dnung stehende über Aibelnot schoben loerden. Lei der Trum- n unserer tzr- :lf: für geringe« 1 Mark, mittlere Dualität 20 uni mnren zur Ser Mu* ch 9»n Ä '?9£AiS - Tine & * K In einem ge ein Tauer Beim Trtreim i sich eine Äub |t hatte, Io daß Mßte. SS war für den Aenuh lug. Die rrr- i über den ge* ngen-Obcr- gtd einen guten rlich. daß Mew ür den DaMxm ich zur Tragung bereit erklären. Falle noch eine t Derwirüichung erden kann. L .W Lastauto UmfassungS' e.Dorsbrua- ,e wurde daduno Schl°I! Wetzlar, 27. Aug. Dieser Tage fand hier eine Bezirksvorstandssitzung der freiwilligen Feuerwehren des Kreises Wetzlar statt, an der die Vorstände der freiwilligen Feuerwehren von Wetzlar, Draunsels, Aßlar, Werdorf und Krofdorf teilnahmen. Den Hauptberatungsgegenstand der Sitzung bildete Die Errichtung einer Sterbelasse, eine Frage, Die lebhafte Erörterungen auslöste. Die Versammlung beschloß, die Angelegenheit dem stellvertretenden Kreisbrandmeistcr Vogels von hier und dem Drandmeister G 0 m b e l von Werdorf zur weiteren Bearbeitung zu überweisen. „!" A u s dem Kreise Wetzlar, 27. Aug. Von feiten des Kreiswohlfahrtsamtes Wetzlar sind vor einigen Tagen wiederum 15 erholungsbedürftige Kinder. Darunter einige Kriegerwaisen, aus Stadt und Kreis Wetzlar nach dem in der Rahe von Basel gelegenen Solbad des Frauenvereins zu Rheinfelden — «badisch) verbracht worden. Die Kinder unterziehen sich dort einer sechswöchigen Solbadlur. Die bereits dort gewesenen Kinder, ebenfalls vom Kreiswohlfahrtsamt dorthin gesandt, haben sich sehr gut erholt. Insbesondere war schon der Wechsel des Klimas von gutem Rutzeu. - — Aus Dem Kreise Wetzlar, 27. Aug. Mit der Obsternte ist es dieses Jahr schlecht bestellt. Die vom Frost schwer mitgenommenen Bäume zeigten bereits schon im Frühjahr nach der Belaubung das Auftreten der sog. Spiyendürre. Häufig traten auch die Frostschaden in Form von »Zrostp lacken" an Der Südseite der Daumstämme in Erscheinung. 3n unserem Kreise sind es hauptsächlich die Zwetschenbäurne, die vielfach ein Opfer des Frostwinters geworden sind. Rianche gingen schon im vorigen Zähre ein, viele sind tm Lause des Sommers dürr geworden oder zeigen durch frühzeitiges Gelbwerden und Abfallen der Blätter das baldige Absterben an. _ Dorlar. 25. Aug. Die im Lause des Frühjahrs erbaute Wasserleitung kommt vor allem auch dem an Der Kirche gelegenen alte n F r i e d h 0 f zugute. Alle Gräber prangen im Blütenschmuck: sie können jetzt bequem an heißen Sommertagen reichlich begossen werden. ie. Niedergirmes, 27. Aug. Hier sand dieser Tage die K r e i s f i) n 0 b a ( n e r | n rn mlung Der Synode Braunfels unter Leitung des Superintendenten Gruhn statt. Die Predigt hielt Pfarrer llic. Schneider von Oberwctz über Den Grund- begriff des christlichen Glaubens an Der Hand von Röm. 8, 31—39. Den Stoff seines Jahresberichts gliederte der Superintendent nach Den Gesichtspunl- len: Erfreuliches unD Unerfreuliches aus Dem kirchlichen Leben. Die Vorlage des Rheinischen Konsistoriums über Das Thema „Kirche und Volksbildung" hatte in sehr ausgiebiger Weise Pfarerr Lic. Müller (Münchholzhausen) bearbeitet. Die Tagung war von erhöhter Bedeutung Durch folgende Umstände: Es waren zu ihr erschienen Oberkonsi- storialrat Reinhard vom Rheinischen Konsistorium in Koblenz und der Präses der Rheinischen Provinzialsynode Superintendent D. Wolfs ans Aachen. Eine Aussprache über Die Haltung Der Synode im Fall einer politischen Abzweigung Des Kreises Wetzlar von Der Rhernproomz ergab als Den einmütigen Willen Der Synodalen, Dem Rheinland die kirchliche Treue zu halten. Die ordnungsmäßige Dahl des 5iiperintcnDenten ergab einftimmigc Wiederwahl Des Pfarers G r 11 h n von Biskirchen zum SuperintcnDenten der Synode Braunfels auf weitere acht Jahre. Der Antrag einiger Synodalen auf wechsel im Tagungsort fand nur geringe Zustimmung. Auch im nächsten Jahr soll Die Synode wieder in Niedergirmes tagen. <> Albshausen. 27. Aug. Das mitten im hiesigen Walde gelegene Jagdhaus des früheren Bankvorstandes und jehigen Rechtsanwaltes Dr. Ludwig Roth soll dem Vernehmen nach in den Besitz Der Stadt Wetzlar übergehen. Dieselbe will m Dem wunderbar gelegenen und sehr stilvoll gebauten Hause ein Ki n d e rer h 0 lu n g s h e i m ins Leben rufen. —o— Hohensolms, 27. Aug. Nachdem es Dem tatkräftigen Bemühen deS Dezirlsschorn- steinsegers Friesenbahn gelungen war. vor einigen Monaten hier eine Freiwillige Feuerwehr in Stärke von über 30 Mann zu begründen, fehlt es Der jungen Mehr bis jetzt an den nötigen Mitteln zur Anschaffung der erforderlichen Ausrüfiungsge- gcnftänDe. Aus diesem Grunde bat die Gemeinde der Freiwilligen Feuerwehr bis zur Reuanschaffung der notwendigen Gerätschaften die Benutzung der Feuerlöscheinrichtungen Der hiesigen Pslicht- feuerwehr zu Lösch-- und älebungszwecken gestattet. <> Hochelheim, 27. Aug. Das Evangelische Konsistorium der Rheiuprovuiz zu Koblenz hat die Ernennung des Hilfspredigers Paul Schneider von hier zum Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinden Hochelheim und Dornholzhausen vollzogen. fr THOMPSON S ?IO8 I SEI FIX 1« Seif ix ' Cs b/eidrt die Wasche durch ein viertel stüh - diges Kochen schneeweiß und ist vollkommen unschädlich Bekanntmachung. MMMN-VerWerW. Mittwoch, Den 1. September 19 26, oormittag» 9 Uhr' beginnend, werden die Frühbirnen der Stadt Gießen von den Bäumen an der MToiDorfcr Straße, an den Bahnhöfen, am Wiesecker Weg, am Steinbacher Weg, Lutherberg, im Lärchemväldcheu, an der Licher Straße, bet der Liebigsböbe und Dem Obstbaumstück öffentlich meistbietend versteigert. Die Birnen von dem Baum „An den Bahnhöfen^ werden am Krofdorfcr Weg ausgeboten. Die Zusammenkunft findet vornt. um 83/* Uhr am Schlachthof statt. 6986B Gießen, den 25. August 1926. Der Oberbürgermeister. ____________I. V.: Dr. F r c y.____________ Bekanntmachung. Der MtdbkM Herbst-PsttdcmM 1926 findet am Dienstag, 26. Oktober, auf der Seewiese statt. Mit dem Markt soll eine Prämiierung verbunden sein. Zur Prämiierung, die unter Mitwirkung des Landwirtschasts- kammer-Ausschusses für Oberhessen, des Landespferdeznchtvereins, des Verbandes der Warutblutzüchter Hessens und des Wetterauer Reckeroereins e. B. stattfin- den soll, werden Tiere des Wagenschlags und des Arbeitsschlags aus Hessen und den anliegenden preußischen Kreisen, und zwar Zuchtstuten sowie zwei- und drei- lährige Fohlen zugelassen. Für diesen Zweck stehen Preise im Werte von über 1000 Reichsmark zur Verfügung Prämiierungsplan^ und Anmeldeformulare sind vom 15. September ab auf der Bürgermeisterei erhältlich Anmeldungen zurPrämiterung mühen bis zum 15. Oktober erfolgt sein; später einlausendc Anmeldungen tonnen nicht berücksichtigt inerten. Aus Anlaß des Markte» soll auch eine Ausstellung von landwirtschaftlichen Geräten (Maschrnen, Wagen, Geschirren usw.) veranstaltet werten. Anmeldungen hierzu sind gleichfalls bis zum 15. Oktober an die Bürgermeisterei vorzunehmen. 6973D Friedberg, den 26. August 1926. Der Bürgermeister. _____I. B.: Dr. Leuchtgens._____ Mein Bureau habe ich von Crednerstraße 16 nach Metalls A verlegt Ludwig Wehrum. Architekt Fernsprecher 1245. [6967 D Bekanntmachung. Unter Bezugnahme auf Die Artikel 34 und 35 des Berggesetzes in der Fassung ter Bekanntmachung vom 30. September 1899 roiro hierdurch öffentlich bekannt gemacht, daß die Gewerkschaft „Louise" zu Nieder-Ohmen mit dem Eisenerz-- Bergwert „Petri" in der Gemarkung Neenhardshain, Kreis Gießen, belieben worden ist. Etwaige Einwendungen gegen diese Verleihung müssen bei Meidung des Verlustes des Vorzugsrechts binnen br et Monaten durch gerichtliche Klage gegen die Bergwerkseigen- tümerin geltend gemacht werden. Während dieser Frist ist die Einsicht des SituationsrisseS bei der Bergmeisterei Darmstadt jedem gestattet. 6989D • Darmstadt, den 25. August 1926. Hessische Obere Bergbehörde. ____________Dr. Deeger n.____________ Bekanntmachung. Zn unser Handelsregister Abt. B wurde heute bei der Firma Luftverkehraktiengesellschaft Oberhesfen - Lahngau in Gießen folgendes eingetragen: Das Grundkapital ist um 40 000 RM erhöht und beträgt jetzt 133 000 Reichsmark. Kaufmann Robert Behrends in Gießen ist auS dem Vorstand ausgeschieden. § 5 des Ge- fellschaftsvertrags ist geändert. 6942c Gießen, den 25. August 1926. Hessisches Amtsgericht. 6600 D erhalten Sie durch Zugehörigkeit zum Deutsßlien Hüls- u. SisdlungsbuDii G. m. b. B., Silz Frankfurt a, M. Monatliche Ratenzahlung Anmeldungen bei der Bezirksleitung Gießen: Schiffenberger Weg 16 ■ Torfstreu Torfmull ab Lager und waggonweise liefern [5099D Gebr. Kahl. Tel, 87. FORD Erbitte Anfragen. Vorführung jederzeit möglich. Telephon 1089-1090 7002a 2 694485 fort a. DL Altes Biei ßieirohren usw. kauft Brühl’sche Druckerei Schulstraße ?— 9 $ Ates Wwasscr Nabe Gteyens, ganz evtl. Anteil, wegen Zeitmangel abzngeb. Jnteress. wollen sich schristl. unt. 05874 an d. Gieß. Anz. meld. Billige böbm. Bettfedern: -'n Nur gut füllende Sorten IPfd graue *1.50, balbweiße -**2. meine ^2.50, besf.^3, dau- jrL-'nui nemu. -x 3.5a vk 4.-, beite S orte jf 5, xß, balbw. ungeschtinene Ruvssedern J< 3, weihe J( 3.75, 4.75, beite Sorte .X5.50. Versand portofr. geg. Nachnahme; Umhüll, grat-; Muster frei Rückn. und Umtausch auf meine Kosten gestattet. Beneöirt SMel, maröarg Cahn Nr. 61. Eichen-Büfett Kücheuschrank Mahagoni-Umbau schwarz-pol. Trumeau Sofas div. 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August 1926, nachmittags 4 Uhr: Gesellschaftsspiel Svorloereia Seffeu 09 Gaffel (lto.-£lga) gegen Ü. s. B. MW (lleZ.Ligll). Vorher: BtttOtlO 111000 H gegen V. s. B. (alte Herren). ED Gießen (Liebigstr. 89) - Heuchelheim August 1926 Ihre Verlobung zeigen an Hede Leuer-Schwörer Karl Krüger Gerichtsaffeffor Ein gutgehendes, erstklassiges cevWsMttkl' MD evtl, mit Wohnung, in bester Lage der Stadt Wetzlar, zu verpachten. Es kommen nur kapitalkräftige Leute in iZrage. Schr. Ang. u. 05855 au den Gieß. Anz. Für die uns anläßlich unserer Vermählung erwiesenen Aufmerksamkeiten sagen wir hiermit unseren herzlichsten Dank Willi Marx und Frau Luise geb. Simon Haben Sie Bedarf in Möbeln, so besuchen Sie in Ihrem eigenen Interesse meine Ausstellungsräume, ohne jede Kaufverbindlichkeit Dienstag, den 31. August 1926 Gastspiel des Kurtheaters Bad-Aauheim Erstaufführung! S niese WWW! Schwank in 3 Atten von Curt Kroatz und Max Real. CTaoc Kirmes am 29. uns 30. August Tanz und Eintritt frei! la Speisen und Getränke Eigene Hausfchlachterei 6992D Es lobet freunbL ein Ludwig Hofmann. Es ladet ein 6,81 D Emil Schmal! Gießen Blergroßhandl. n. Eisfabrik Telephon 83 -U4D 8ung! Lollar 8ung! Gasthaus zum Löwen Sonntag, den 29. August, nachmittags 3 Uhr: ■illtär-Konzert ausgeführt von Mitgliedern der Reichswehrkapelle. 69400 Ernst Thörner Wwe. Lich, Gießener St. 14 28. August 1926 Lichtspielhaus, Bahnhofstr. 34 Nur heute und morgen ein Film, wie ihn Gießen bis jetzt noch nicht gesehen hat: Im Slnnesrausch der Völker oder: Die Welt im Stahlhelm. Ami dem Inhalt: Das Spiel einer Frau mit zwei Kämpfern des Weltkrieges. Die erschütternde Tragödie eines Offiziers, den das frevelhafte Spiel einer Frau zum Verbrecher macht Das Drama eines Mannes, der seinen besten Freund verrät — für eine Frau — und selbst von ihr betrogen wird. Die Tragödie dreier Menschen auf der grauenhaften Bühne des Weltkrieges. Im Eisenhagel der Marneschlacht — Originalaufnahmen von markerschütternder Realistik. Berstende Granaten! Zusammenbrechende Unterstände! Grell aufleuchtende Scheinwerfer! — Wahnsinnig vorwärtsgepeitschte Angriffe durch furchtbare Drahtverhaue! — und dazwischen Gläserklingen und Frauenlachen — die satanische Tragödie des Weltkrieges. In den brandenden \\ ogen der Leidenschaft — im rasenden Orkan des furchtbarsten aller Kriege — drei Menschen in Not! Ein Bild aus den Tagen der Apokalypse — ein warnendes Menetekel ™.r kommende Generationen. UV*HF* Dieser Film ist im besetzten Gebiet verboten **9S"WQ In den Astoria - Lichtspielen: Bis elnechl. Sonntag: 6983c „Das Schmugglerschiff“ und „Ein Schritt vom Wege“. Stadttheater Master Arnsburg ALTER’S MÖBELN DARMSTADT Elisabethenstraße 34 NEUE MODELLE litaMnr Kimes „Nimm am Arm Dein Schatz Und geh’ in „Schwan e“ bei’n Jazz". Dort spielt die Original-Künstler-Jazz-Kapelle W. Krengel. Dirigent: H. Meyer Für la Speisen und Getränke ist bestens gesorgt. Soll | -ten Sie beabsichtigen, Polstermöbel | und Matratzen jeder Art neu an- l zuschaffen, erbitte unverbindlichen | Besuch A. Wehrheim Polstermöbelhaus, Löberstraße 17 | w,ea ............................ Löftritzee MSSwMosWerMelket braucht etwas, um seine verbrauchten Kräfte wieder aufzufrischen. Gerade dann, wenn die Aot der Zeit eine karge, einförmige Kost bedingt, muß durch Darreichung eines herzhaften Genuhmittels der allgemeine Ernährungszustand aufgebeffert werden. Ein flüssiges Nahrungsmittel,das Schmack- Hastigkeit, Aährwert und Verdaulichkeit vereint, ist das echte Köstritzer Schwarzbier. Es ist erhältlich bei Emil Schmoll, Biergrobhandlung und Eisfabrik, und in allen durch Plakate kenntlichen Geschäften, .,„oss Domäne Schiffenberg Täglich frischer Apfelmost 7000D D ■■■■in Nr. 201 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesfen) Samstag, 28. August 1926 —fwfuiBT/j-- । 7i ji iimli ui ——WW^HiT^Ti^^,*TrTWWTr* WBiwwTJBrmnnnnTTTT*^^*if' 1,1 111 *iwr" i —t^rrnnr—~i~a mxä Wandern und Reisen Bäder und Sommerfrischen Zu Rad durch das Lahntal. Q3on K. Schnierle. Es geht nichts über Wanderfahrten zu Fuß. Wer aber «in zuverlässiges Rad hat und sich nicht scheut, auch einmal steinige und holperige Fußwege zu fahren, der kann auch zu Rad versteckte Schönheiten .erfahren", an denen noch schnellfüßigere Wandergenossen ahnungslos vorbeirennen und vorbeirennen müssen. Lind ist dann doch auch wieder nicht zu sehr der „langweiligen" Landstraße überantwortet. Der Anfahrtsweg wird auf der Eisenbahn zurückgelegt. In Runkel, einem der schönsten Plätzchen des Lahntales, beginnt unsere Fahrt. Massig und trotzig überragt die alte breitürmige Feste Fluß und Stabt. Dow rechten Lahnufer, etwas oberhalb der wuchtigen, alten Steinbrücke bewundern wir das überaus malerische Stadtbild, das leider besonders im Morgensonnenschein durch einen unschönen Reubau unmittelbar unter der Ruine empfindlich gestört wird. Auf diesseitiger Höhe liegt das Schloß Schadeck, das Tal noch höher überragend. Es sieht als Bauwerk recht dürftig aus' Der von seinem Bruder aus der Burg Runkel verjagte Erbauer soll es jenem xum Trotz und Schaden errichtet haben. Er wird wohl damit keinen großen Aerger hervorgerufen haben! Roch mancher lohnende Rückblick, dann verlieren wir beide Burgen rasch aus den Augen; Straße und Fluß biegen nach Ror- den um. Der Kerkerbach mündet aus grünem Tälchen in die Lahn. Ein Schmalspurbähnchen kommt mit ihm aus den Bergen und begleitet uns noch über Steeten bis nach Dehrn. Die meisten Wanderer gehen wohl an Steeten vorbei, ohne den naturwissenschaftlich interessanten Wohnhöhlen einzeitlicker Lahntalbewohner in einer nicht weit vom Dorfe gelegenen Schlucht einen Besuch abzustatten. Weiter geht die Fahrt an großen Weißkalkwerken vorbei nach dem im nächsten Lahnbogen gelegenen Dörfchen Dehrn mit seinem hohen, walüumhegten Schloß. Rach kurzem Imbiß an waldigem Hange mit schönem Blick auf Fluh und breiter werdendes Tal geht es weiter. Die Straße steigt an. Sie fuhrt nach einer mächtigen zweitürmigen Kirche. Aus senkrecht aus dem Flusse emporsteigendem Felsen erhebt sie sich. Es ist das schöne Gotteshaus von Dietkirchen. Die Räder werden in einem Winkel des Friedhofes in Sicherheit gebracht und bald umfängt uns die Kühle und Stifte dieser ragenden Kirche. Heber den Gebeinen des heiligen Lubentius wurde sie schon im 11. Jahrhundert errichtet. Drei kleine Kapellchen, scharf auf den Rand des senkrechten Felsens gebaut, schmiegen sich an die Hauptkirche, nur ein überdachter Prozessionsgang trennt sie von ihr. Der Gang führt uns auf den Friedhof der Südseite, von dessen Mauer man weithin ins Land schaut. Hier stand schon im 9. Jahrhundert eine Kapelle. Run geht die Fahrt durch reifende Fruchtfelder gen Limburg, der Hauptstadt des breiten Beckens, in das die Lahn jetzt getreten ist. Auf der Höhe vor der Stadt grüßt uns ihr siebentürmiger Dom, der durch Lage und Eigenart die ganze Gegend beherrscht, sicher das schönste Gotteshaus im ganzen Lahntale. 3n rascher Talfahrt gelangen wir durch einen mächtigen Torturm auf die alte Lahnbrücke, genießen von hier den überaus malerischen Anblick des Domes hoch über dem umbuschten Flusse und finden dann sehr schwer den Weg zu ihm, obwohl wir ihn immer vor uns sehen. Schließlich müssen wir die Räder noch manche Stiege hinauf tragen. „3a, es ist ein wunderbares Bauwerk," sagte uns ein am Dom beschäftigter Arbeiter,, „ragt weithin, und ist doch so versteckt, denn es führt keine rechte Straße zu ihm hin." Wir beschauen ihn uns bis in die Türme hinein, erfreuen uns an dem geschlossenen Llebergangsstile, an der Schönheit der durchgeführten Artaden, der Mannigfaftigkeit der Kapitäle und werden schließlich überrascht von dem wunderbaren Blick aus der Sakristei auf Fluß, Felsen und Schloß. Rach mehr als einstündigem Aufenthalt geht es auf schöner Landstraße, vorbei am schönen Schlosse Oranienstein, bei dem sich das Lahntal wieder sehr verengt hat, nach dem um ein mächtiges Schloß gelagerten, altertümlichen Städtchen Diez. Hier mündet, aus einem lieblichen Tale kommend, die Taunus-Aar in die Lahn. Don jetzt ab verläßt die Landstraße das immer enger werdende Flußtal. Wer es nun fürchtet, einen schmalen, oft holperigen Pfad, hart A4» Llßer drs Flusses, zu fahren, der muß auf bergiger Landstraße vieler heimlicher, versteckter Raturschönheiten entsagen. Wir achten aber die Llnannchmlichkeit des Weges gering und fahren vom Weißkallwcrl Diez aus den sogenannten Leinpfad weiter, was uns auch ein Einheimischer geraten hatte. Wir haben es nicht zu bereuen. Fernab von allem großen Der- kehr windet sich die Lahn durch ihr enges, keiner Straße Platz lassendes Tal. Zunächst ist der Leinpfad ja recht holperig gepflastert, bald aber führt er zart durch hohes Gras immer hart am Llfer hin. Der Wald badet seinen dichten Saum in den braunen verträumten Fluten des Stromes. Der Alltag ist fern, die Romantik spinnt ihre lieblichen Fäden. Kaum ein Wanderer begegnet ups, nur einmal erschallt aus einem versteckten Waldwinkel der grüßende Zuruf natur- froher Menlchen. Das Tal verbreitert sich etwas: drüben liegt fast versteckt hinter einer großen Gruppe von Kastanien und Linden das Dörfchen F a d) i n g e n mit seiner berühmten Mineralquelle, der weiland „Königlichen". Der Leinpfad wird noch besser, die Llfer oft hoch, man mutz sich vor unsreiwilligem Bade in acht nehmen. Durch Wiesen führt er und dann wieder unter grünem Baldachin in den Fluh hängender Wälder. Wir fahren einer turmreichen Dura auf hohem Berge entgegen: Das prachtvolle Schloß Schaumburg ist es, das unsere Blicke fesselt. Beim Räherkornmen werden wir von links überrascht: 3n einer Scharte der linken Talwand liegt malerisch eingebettet das Dörfchen Balduinstein. überragt von feiner gleichnamigen Burgruine. Schloß Schaumburg grüßt uns noch lange! Lind als wir auf steilen Pfaden von Geilnau aus den Leinpfad freiwillig verlassen, zeigt sie uns von der fruchtbaren Hochebene von Scheidt aus. wie sehr sie weithin die Landschaft beherrscht. Lingehemmt schweift hier der Blick über Fruchtfelder im Sommersonnenschein. blaue Wälder, die sich im Sonnendunst verlieren, und das vielgewundene, scharf und tief eingeschnittene Fluhtal. Gefährlich ist die Abfahrt von dieser Höhe hinab in die grüne Talenge von Laurenburg. Dann gehts wieder auf schöner Strafte dem Llfer entlang. Die dicht bewaldeten, sehr steilen Hänge steigen zu stattlicher Höhe, hinan. Menschliche Ansiedlungen müssen sich hart zwischen Fluh und Berg zwängen. Hoch über dem langgestreckten Oberhof thront auf spitzem Felsen ein Pavillon: Es ist der Punkt, dessen Aussicht einst Goethe so mächtig anzog. Eine goldene Abendsonne laht die Lieblichkeit und romantische Schönheit des folgenden Talstückes im stimmungsvollsten Lichte erscheinen. Bald zwingt uns ein märchenhaftes Bild zu schauender Rast: Die vier- türmige Kirche des Klosters Arnstein auf waldiger Kuppe über dem Fluh inmitten ungestörter Waldlandschaft warmfarbig im scheidenden Sonnenlichte leuchtend, eine Insel des Friedens und der Sttlle! Bald ragen in gleichem warmem Gelbbraun die übrigen Klostergebäude aus dem Grün der Wipfel. Roch oft müssen wir unsere Blicke rückwärts wenden, dieses Bild der Alltagsferne recht tief auf uns wirken zu lassen. Seinem Banne kaum entronnen, überrascht uns ein völlig andersartiges: Düster, mittelalterlich. wie ein Bild aus Walter Scotts Romanen, liegt Schloh Langenau im Talschatten. Die landschaftlichen Schönheiten jagen sich! Bald sind wir in Rassau, der prächtigen Heimat des Reichsfreiherrn vom Stein, inmitten kuppenreicher Wald- und Fluhlandschaft gelegen, von der Ratur zum Erholungs- und Kurort wie geschaffen. In Dausenau besehen wir uns das berühmte „Wirtshaus an der Lahn" und fahren dann auf hervorragend guter Strafte einer neuen, weltberühmten Perle des Lahntales zu, der geruhigen, quellenreichen Badestadt E m s. Eng schmiegt sie sich an den staken Fels, nur Platz für eine Strafte und schmale Anlage zwischen sich und der Lahn lassend. Wir sitzen auf einer Bank am Fluß. Hinter den Höhen verglimmen die letzten Abendgluten. Still gleitet der Fluß dahin. Die letzten Ruder- und Paddelboote treiben heimwärts, die ersten Lichter erglimmen. Es ist die Zeft vor der großen Abend- Promenade. Ich glaube, Ems macht in dieser Stimmung den seiner Eigenart entsprechendsten Eindruck. Wir sitzen lange, bis die Dämmerung uns nachhaltig zum Aufbruch mahnt. Wir fahren durch die endlose Häuserreihe. Schon prangt die Stadt in festlichem Lichterschein. Wir aber enteilen der Pracht des Weltbades und finden nicht weit von ihm eine billige Wanderernachtruhe. Am nächsten Morgen reiht sich die Perlenschnur der Lahntalschönheiten ab. Wir fahren weiter in den Tag, erfreuen uns wieder der vielgepriesenen Schönheiten des Rheines, des Siebengebirges der trauten Donna und des heiliHotel-Korhaus Battenberg (Eder) Str. Biedenkops 4520D Vollständig neuzeitlich eingerichtet — Ston- ssrenz- und Versammlungsräume—Ueber 500 Personen fass. Gartenlokal — Beste PenstonSvervstegung und nach der Karie. Täglich Streich, und Jazzbandkonzert durch meine Dortmunder Hauökavelle Fernruf Nr. 54_____________A. Aner. HMskelMle Arnsburg bei Lieh (Oberh.) :: Herrlich gelogene Sommerfrleche hei beeter Verpflegung. Luftkurort Haus Luginsland b.Scbollen/öberhesseo Christi. Pension u Restaurant i. schönster ruhiger u geschützter Lage des Vogelsberges, 350 m hoch, direkt am Walde, für Autoverkehr a. d. Kreisstraße Schotten- Liedern, 14 Fremdenzimmer mit 20 Betten. Elektr. Licht, Wasserleitung, Radio, eig. 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Roch heute ist das saft vergessene Rest auf der Keuper- und Muschelkalkoberfläche zwischen Teutoburger Wald und Weser die Stadt Lippes wie in Hansetagen, als sie mit Warburg und Herford um die Hälfte mehr Beitrag zu zählen hatte als Lippstadt, Bielefeld und Hameln, wogegen sich freilich die feit 1365 vereinigten Wollner, Gewandschneider und Kaufleute der Alt- und Reustadt kräftig zur Wehr setzten. Es half nichts, wußte man doch im Kölnischen Quartier und in Lübeck genau, was die Stadt, die außerdem iroch eine ausgedehnte Feldmark und große Waldungen besaß, leisten konnte. Bis dann der Dreißigjährige Krieg allem Reichtum und trotzigen Wagemut ein dumpfes ®rab • grub. Was noch lebenskräftig schien, erstickte der Münstersche Bischof Bernhard von Galen, der 1675 die noch sechshundert Häuser umfassende Reustadt zusammenschoh. Heute treibt man wieder wie in ganz alten Tagen Ackerbau, fertigt Meerschaumköpfe und Zigarren, und erhält mit Geschmack und Llmsicht, was müde aus fröhlicherer Zeit in diese nüchterne Welt schaul. Das Hexenbürgermeisterhaus: 1571 erbaute Hermann Kruwel „in Godes Ramen und Christus Frede" diesen herrlich gegiebelten, erkergezierten Renaissancebau, in dem später Bürgermeister Hermann Cothmann wohnte, der 1667 fünfundzwanzig Hexen hinrichten lieft, womit er freilich um zwölf Opfer hinter seinem Vorgänger Heinrich Kerftnann zurückblieb, der es in seinem letzten Amtsjahre auf siebenunddreißig brachte. Meister David Claussens, des Scharfrichters Haus steht einige Gassen abwärts. Lieber dem schmalen Tor liest man seltsam berührt: „Mein Gast auA und ein laß dir o Gott befohlen fein“. Die Kruwels müssen ein angesehenes Ge- schlecht gewesen sein: das Haus, das sich Berent Kruwel 1583 erbauen lieft, zeugt ebenfalls davon. Ebenso begütert scheinen die Wippermanns gewesen zu sein. Ihr Bau mit seinen eleganten Säulchen auf den Abtreppungen ist eins der köstlichsten Häuser der kaum durch störende Gebäude durchsetzten, einheitlich geschlossenen Stadt. An der Mittelstraße wurde am 16. September 1651 Engelbrecht Kämpfer geboren, unser erster Japan reisender. Die deutschen Raturforscher und Aerzte haben ihm 1867 am Beginn des hohen Walles ein Denkmal gesetzt. Tief versteckt es sich in Linden und schattendes Gesträuch, und die Bega rauscht dumpf aus Erlen und Weidengestrüpp herauf. Im Stadtgraben aber reifen die Aepfel, weht Wäsche über dem vollen Grün, kriecht ein morscher Turm immer tiefer in seine Schlehdornwildnis. Lind dann das Rathaus! Llrsprünglich gotisch darauf bis auf den mittleren Giebel in der Frührenaissance durchgebaut. Links hat man 1612 einen üppig ornamentierten Vorbau angefügt, der die ehrwürdigen Mörser, Töpfe und Tiegel der Ratsapotheke beherbergt, während ein südlicher Erker die Ratsstube umschließt. An der Schmalseite des langgebeftnten, zweigeschossigen Gebäudes leitet eine Freitreppe durch wappen- bunte Arkaden ins Hochgeschoh. Weinlcrubge- p>inde schlingt sich — wie sehr häufig hierzulande — um die Front, Weindüfte bringen aus dem kühlen, gebräunten Keller, an dessen Wänden selbstbewußt die Hausmarken und Wappen der eingesessenen Geschlechter mit manchem trefflichen Weisheitsspruch prangen. Ich weih nicht, ob man heute noch dort, wie es die „große Rottul des Weinzapfens" von 1585 befiehlt, nur „unverfälschten" Wein vom Rheine findet: heute dürfte man auch den teuren „Dirne Wein" und den verbotenen „französischen" trinken. Lemgos (Lehmgaus) Boden erträgt das schon. Die Zopfhaube des nördlichen und der schlanke Helm des südlichen Turmes von St. Nicolai lugen bleigrau über die stumpfroten Rathausdächer. Anfänglich romanisch, erneuerte man später die lindenumhegte, dunkle, in edlen Grabmälern überreiche Kirche im gotischen Stil, ohne den feierlich ernsten Eindruck zu gefährden. Das brachte nicht einmal die vergnügliche Zopfhaube fertig, die man dem Nordturm aufsetzte, als der Sturm sein Dach abwehte. Die Hauptkirche der Neustadt ist die ältere von St Marien, die schon 1279 urkundlich erwähnt wird. Sie steht reichlich sechshundert Jahre mit einem Kloster der Augustinerinnen in Verbindung, das heule in einem protestantischen Stift fortlebt, dessen Aebtissin immer eine Angehörige des Lihpeschen Hauses ist. Jrn Schlendern durch unaufhörlich sich auftuende Gassen, Hofe, Mauerwinkel, trächtige, falle Gärten, unter dichten Wallwipfeln her — bis in die letzten Verstecke hinein redet das goldene Gestern — komme id) ans Herforder Tor der sich oftmeftlid) in sieben Etraßenziigen streckenden Stadt. Hinter roter, von Farn und Mauerpfeffer durchwucherter Mauer der längst vergessene Johannisfriedhof, Gräber aus den Tagen des großen Glaubenskrieges bis 1850 hin, pausbäckige Engel, gekreuzigte Gebeine, Kreuze, Bretter. Rosen- und Jasminduft mischt fid) mit dem strengen Anhauch mächtiger Zypressen. Ein flachsköpsiger Knirps hütet seine Ziegen, querüber summt ein Sägewerk. Manchmal streift der laue Sommerwind durch das morsche Kirchengebälk des greifen Johannisturmes, den General Götz 1637 als traurigen Stumpf der Kirche stehen lieft, „dergleichen an gebaut) kaum im aantzen Lande eine schönere zu finden gewesen sei , wie Pastor Plesman klagend ans Gräfliche General-Konsistorium schreibt. Lemgo ist, obwohl fürstliche Gründung, .allzeit eine gut bürgerliche Stadt gewesen. Auch den Ännenhof, der Wonsitz der jeweiligen Aebtissin, fügt sich ins ehrenfest-gediegene Bild der Stadt ein. Unter den breiten Kastanien des großen Gartens proben junge Menschen ein Spiel von der heiligen Elisabeth. Aus einem Boskett klagen Geigen Friedrich'von Spees „In stiller Nacht zur ersten Wacht ein Stern beginnt zu klagen", aus feiner Trutznachtigall. Durch die Baumkronen schaue id) das unbeweglich starre Antlitz des Hexenbürgermeisterhauses. Da fällt mein Blick auf einen Stein, der höfisch ziersames sentimentales Leben in die gelben Wege und dichten Lauben zaubert und den Druck des unheimlichen Gebäudes keife löst. Er wurde einem Kranich, „Hans dem Schönen", gesetzt und trägt die gefühlvollen Verse: Er, der von Pol zu Pol gezogen. Hoch über Wolken oft geflogen, Sich jedes Beifall hier erwarb, Ach, dieser gute Kranich starb. Lemgo, den 12. Dezember 1788. Draußen besprechen zwei deftige Lipper die diesjährigen Ernteaussichten. Vom Wall träufelt Linden- geruch. Wanderfahrten. Hungen — Stomfels — Reipperts — Schotten. Dom Ausgangspunkte Hungen folgen wir blauen Strichen, die uns nach kurzer Zeit durch schönen Hochwald führen. Llnterwegs überschreiten wir die blaue Kreuzmarkierung: Ridda Laubach. Einige Zeit danach stoßen wir auf weiße Striche, denen wir nach rechts folgen, um alsbald nach dem hochgelegenen Stornfels mit altem Schloß und großartigem Fernblick zu gelangen. Das Wegezeichen führt uns an dem hübsch gelegenen Jagdhaus Wolfslauf vorüber nach dem Reipperts, von dessen Plateau wir eine wundervolle Aussicht auf das Massiv des hohen Vogelsbergs, auf Täler und Schluchten, sowie zahlreiche Dörfchen haben. Von hier folgen wir roten Kreuzen, die uns durch den sog. Spieß zum Endziel Schotten bringen. Da diese Wanderung, die etwa 41/2 bis 5 Stunden beansprucht, wenig Llnterkunftsmöglichkeiten bietet, ist ein gefüllter Rucksack unerläßlich. Hirzenhain — Hartmannshain — herchenhainer hohe — hoherodskopf — Schotten. Eine genußreiche Vogelsbergwanderun , d:e jedoch, da sie etwa acht Stunden umfaßt, besser auf zwei Tage verteilt wird, ist die folgende: Wir fahren 8.14 Llhr nach Stockheim, wo wir gleich Anschluß mit der Dogelsbergbahn haben, die uns durch das anmutige Riddertal vorbei an den malerisch gelegenen Städtchen Ortenberg und Lihberg nach dem ebensafts reizvoll gelegenen Hirzenhain bringt. Von hier gehen wir zunächst nach Wenings, wo wir auf das weißrote Band, eine Schöpfung des rührigen Prof. Dender in Frankfurt stoßen. Eine überaus lohnende Höhenwanderung bietet die Begehung dieses Wegezeichens. Prächtige Ausblicke in die Täler, namentlich in das liebliche Seemenbach- tal und auf die benachbarten Höhen, sowie die vielfach gewundene Gebirgsbahn, die auch einigemal überschritten wird, bieten sich den überraschten Blicken dar, während von fern her Bilstein, Hoherodskopf und Taufstein winken. So geht es durch Wald und Feld, vorbei an zahl- ad-ößiöbausen Slaellidies Solbad >n Oberhcssen. Solquellen mit schwach. Kohlensäuregehalt. Lithium-, Stahl-, Schwefelquellen, 'nhalato'ium, Höhensonne Sonnenbad m. Soldusche. Heilwirkungen bei Rheumatls mue, Ischias, Skrofulose ond Rachitis. Herrlicher, großer Park und Wald. Ruhige Lage. Madige Preise. Prospekt d. Hessische Sadedlrertlon Bad-Sclzhausen Luftkurort Waldeck WisMWWeWtt direkt an der Edertalsperre u. dem Schlosse Waldeck gelegen empfiehlt die Sommerfrische zur Nachkur zu heruntergesetzten Preisen von 4 Mk. an, einschließlich Zimmer und Nachmittagskaffee, 6878d mit Gebäck, bei reichlich guter Verpflegung Luftkurort Altenburg 20 Minuten von der Bahnstation Alsfeld (Oberhessen) „Gasthauszur Linde“, Bes.: Georg Herdt Telephon 211 Alsfeld. Bad im Hause. - Große schöne Zimmer. Anerkannt vorzügliche Küche. Münchener Bier. - Gut gepflegte Weine. Billige Preise. Großer schattiger Garten. _______________4141D Bad-Häuheim Sommeraufenihalt Zimmer mit reichlicher guter Verofi ?- guug pro Tag 5 Mark 4524D E. 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C.-Brüder, sowie das V. H. C.-Jugendheim, „Vatcr-Dender-Heim" genannt. Den gelben Strichen folgend, die später wieder mit dem weih-roten Band zusammengehen, wandern wir. zumeist durch Wald, über den Laufstein zum Hoherodskopf. Don da bekanmer Ab- stieg zum Endziel Schotten. Wirtschaft. Börse und Geldmarkt. Der unverwüstliche Optimismus der Börsenspekulation, der allen zur Vorsicht mahnenden Stimmen zum Trotz auch in der letzten Woche anhielt, ist mit einem Schlage seit der Einführung der Aktien der Vereinigten Stahlwerke verschwunden. Die Werbetrommel, die vor dieser Einführung gerührt wurde, tönte so laut, daß die von der anderen Seite kommenden Klänge erst nach dem Stapellauf der ersten Stahltrust-- Aktien-Votiz an das Ohr der Börse gelangten. Die Spannung war an den Aktienmärkten so gesteigert, daß die Hausse bis zum Tage der Stahlwerke-Einführung sprunghaft fortqing und Zeichnungen im Umfang von mehreren Milliarden Mark nach den Aktien der Vereinigten Stahlwerke selbst eingereicht wurden, um ja einen Anteil an diesem feit Wochen schmackhaft zubereiteten Mahl, nämlich an Stahlwerkeaktien zu erhalten. Der Vachgeschmack ist übel ausgefallen. Die Tendenz ist prompt nach erfolgter erster Votiz abgeflaut, und zwar zum Teil ebenso sprunghaft, wie sich vorher die Steigerungen vollzogen. Einmal dürfte die Spekulation Entlastungsverkäufe in anderen Aktien zur Uebernahme der Stahlwerkeaktien getätigt haben, zum anderen merkt man jetzt, daß die Berichte über den Kohlen- und Eisenmarkt in der letzten Zeit doch etwas zu günstig abgefaßt waren (vielleicht nicht ganz unbeabsichtigt?), denn jetzt tritt der Zechenverband auf den Plan und äußert sich mit Rücksicht auf die im Ruhrberg- vau entstandene Lohnbewegung in ganz anderem Sinne. Die Zeichner entledigen sich vielfach ihrer soeben erhaltenen Stahlwerkaktien schon wieder, so daß auch der Kurs dieses Papieres nun eine sinkende Tendenz zeigt. Zu dem Umschwung der Tendenz trug vornehmlich aber auch die neueste Entwicklung am Geldniarkt bei.. Seit Beginn dieser Woche hat die Reichsbank bekanntlich die Bildung des Dollarkurses dem freien Markt überladen, vermutlich um die Wirkung der im Herbst erfolgenden großen Bartransferierungen beobachten zu können. Damit der Dollarkurs dann den Stand von 4,20 Mark nicht überschreitet, hat man den Zeitpunkt des gegenwärtigen Dollarangebotes zur Aufhebung der festen Relation zwischen dem Dollar und der Mark ausgenutzt und sogleich eine starke Befestigung der Mark gegen Veuyork und an den anderen ausländischen Devisenplähen erreicht. Die Zurückziehung von amerikanischen Guthaben ist den deutschen Danken infolge des gesunkenen Dollarkurses zu diesem Ultimo unerwarteterweise nicht ohne einen bei den großen Summen beträchtlichen Verlust möglich. Die hierdurch dem heimischen Geldmarkt vorenthaltenen Gelder machen sich natürlich in einer Verknappung zum Ultimo bemerkbar, die zu einem vergrößerten Angebot von Privatdiskonten führt. Die Privatdiskontnotiz hat aus 'diesem Grunde eine Versteifung erfahren und dürfte nach der Ansicht Berliner Finanzkreise noch weiter anziehen. Die Wirkung dieser Vorgänge auf die Aktienmärkte ist deswegen um so fühlbarer, als die Danken sich noch dazu auf den bevorstehenden Stichtag für die Zweimonatsbilanzen vvrbereiten und zu diesem Zweck die Ausleihung von Reportgeldern etwas ein» schränken. Am August-Ultimo tritt nach alledem die Versteifung des Geldmarktes diesmal besonders in die Erscheinung. Sehr gefragt ist Monats- geld, das bis fast 7 Proz. anzog. In Warenwechseln fanden in den letzten Tagen infolge der Ultimonähe fast gar keine Umsätze statt. Die erste Votiz des Bezugsrechtes der Deutschen Bank, die mit 31./. Proz. erfolgte, hielt sich unter der Parität und verstimmte sehr. Ein Anreiz für die Ausübung des Bezuges auf junge Aktten zu 150 Prozent, wenn die alten Aktien 165 Proz. stehen, liegt in der Tat in diesem Fall kaum vor. ' Die Lvhnverhandlungen im Ruhrbergbau. Vach dreitägiger Verhandlung fällte der in der Lohnsrage des Ruhrbergbaues eingesetzte Schiedsausschuß folgenden Schiedsspruch: Die zur Zeit geltende Lohnordnung läuft unter Berücksichtigung des neuen Teilabkommens ab 1. September 1926 weiter. Hiernach betragen die Schichtlöhne für den Zimmerhauer 7,30 RM., der Lohn für Angelernte 6,65 RM. und der Lohn für Ungelernte 5.65 RM. Der Lohn des Vollhauers im Gedinge soll im Durchschnitt der einzelnen Schachtanlagen 8,40 RM. betragen. Die anderen Löhne werden nach den vorgenannten Sähen in der bisherigen Weise geregelt. Die Lohnordnung kann erstmalig am 1. April 1927 und von da an jedesmal mit einmonatiger Frist zum Monatsletzten gekündigt werden. Die Erklärungsfrist wird auf den 28. August festgesetzt. Der Zechen- verband hat sofort die Ablehnung des Schiedsspruches ausgesprochen. O Fusionierung von Bahnbedarf Darmstadt, und Aquila A.-G., Frankfurt. Wie wir hören, wird die Bahnbedarf A.-G. in Darmstadt demnächst auf Grund eines Fu- fionsnertrnges mit Aktiven und Passiven auf die Aquila A.-G. für Handel- und Industrieunternehmungen in Frankfurt übergehen. Es besteht die Absicht, den Betrieb des „Bahnbedarf" als Abteilung der Aquila A.-G. in Darmstadt weiterzuführen. Die Gründe für eine Fusionierung sind wohl in den großen aeschäftlichen Verlusten der letzten Jahre beim Baynbedars zu suchen. Erhöhung der Brikettpreise. In- v folge der Steigerung der Pechpreise ist damit zu 142,75 185 185 52,25 3 182.25 76.5 90 rechnen, daß das Kohlensyndikat den Preis für Briketts ab 1. September heraufsetzt. Ueber den Umfang der Erhöhung kann heute noch nichts Bestimmtes gesagt werden. Dörkenkucte. 43 141.5 93 51.75 2.8 182,25 77 89,5 Frankfurter Armaturen . . . Jtonfcroenfabrif Braun . . Metaslgesellichaft Frankfurt. Per. Union A.-G.. ...... Schubtabrik Herz....... Sichel.............. Zcllstofs Waldbos....... Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waabäutel . . . Frankfurt a.Dt.| Berlin Schlug-1 Kurs i »u« | Rurs I Änsang ntnm: 27.8. | 28.8 | 27. 8 | 28. 8. 5°/> Deutsche NeichScuNethe '1.4875 1 — 0.48 0,48 4°/„ Deutsche iNeicbßankibe — — —— 3%% Deutsche Ste,chcanle,vc 0,425 — — — 3°/„ Deutsche Reich«,inleUie 0,18 — 1.4975 —- Deutsche ©parprämtcnaulctbt 0,27 — 0,2625 4°/0 Preußische .ttonsols . . . 0.42 — 1.4425 0,44 4% Hessen • ...... 0,40 — — 3‘/,% Hessen......... 0.43 — — — 3% Hessen........ • • Deutsche Wertd Dollar-Anl. 0.4; 95,75 — — dto- Doll -Schalz-Anweiing *« - — — — 4°/o Zollturkcn........ 13,7 — 13,8 - S°/o Goldmerikaner ■ ■ 45,62 — 46 Berliner Handelsgesellschaft, Commerz- und Privat-Bank 206 139 138' 205* 136* 209.5* 138* Tarmit. und 'Jiaiionatbanf 2091 209' 208' 210* Deutsche Bank........ 168.2’ 167,25 168.6* 166,5* Deutsche BercinSdank .... 96 5 — Discomo Commandii ... 161* 162.2* 160,5* 161' Metalldank.......... 132.5 134,5 — — Mitteldeutsche Kreditbank . 142 —- 142,7* 142.7* Oestc.rclchische Creditanstalt 8.5 8,76 8,55 8.9 Weltbank .......... 86 — - -— Bochumer Hob ...... 144 145* 143,2* >45' Änderns . ....... . . . 95,25 96,5 95.25 96,75 Caro ............ 80 — 81 82.75* Deutsch Luremburg ..... >55’ 154* 154.5’ 152* Äclseulirchener Bergwerke. . 169' 169’ 170* 169.2* Harpencr Bergbau...... Kaliwerke Aschersleben. . . . 154* 154* 153.1* 152.5* 139* 138 138.5 139 25 Kaliwerk Westeregeln..... 147.25 148 147,12 147.5 Laurabüttc........... 53 _ 53 54 Oberbedars ..... < « > i — 72' Phönix Bergbau ...... >22* 121.5* 122,2* 121.7* Rheinitahl........... Riedeft Montan...... 140' 170 5 142,5* 172,1* 140.7' 170 142,5* 172.2* Tclluö Bergbau. ...... 69 - Hamburg.Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovd . . . , 155.5' >55* 159,2* 158* 155.1* 155* 159.4’ 158* Ccheramische Werke Albtn . , 70 1 — — Zementwerk Heidelberg . . 129.75 121,5 — Pbilivv Holzmann...... 116,25 ! 117,75 117 —- Anglo-Cont-Guano..... — — 89,12 89,25 Cbcmische Mayer Alapin . . — — — — I. ß. Farbeninduftrie, A.-G. '<87* <89.7* 285,2* 291' Goldschmidt......... 107.5 109 105,75 107.62 Holzvcrkoblung........ 54.75 52 — RütgerSwcrkc........ 116,5 116 115 115.9 Scheidcanstalt ...... . 152 157.5 — «llg. Elektrizitäts-Gesellschaft 156.9' 158,2* 156,5' 158,5' Bergmann ......... 153,5' — 153,2' 158* Mainkrastwerke . ....... 109.9 — — — Schuclert........... 133* 133.5* 131* 133* Siemens Xio de Jan Wien tn D - 0,640 n.642 0.640 0.642 Oest. abgcst 69,22 69,36 59,25 59,39 12,411 12,451 12,411 12,451 Belgrad ■ . 7,39 7,41 7,39 5,87 7,41 Budapest. . 5,87 5,89 5,89 Bulgarien . 3,04 3,05 3,04 3,05 LRadon 21,395 21,446 21,395 21,445 Danzig. . . Konstantin. 61,55 81,75 81,55 81,75 2,225 2,226 2,265 2,275 Athen. . . 4,89 4,197 4,91 4,89 4,91 Kanada. . 4,207 4,198 4,208 Uruguay 4.195 4,205 4.195 4,205 Berlin, 27. August Geld Bries Amerikanische Note« ..... 4,175 4,195 Belgische Noten........ Dänische Noten ........ 11,50 110,92 11,56 111,48 Englische Noten........ 20,295 20,395 Franjönsche Noten ...... 12,02 12,08 Holländische Noten ...... 167,48 168,32 Italienische Noten ...... 14,08 14,16 Norwegische Noten...... 91,42 91,88 Deutsch-Ocsterr-, i 100 Kronen 59.14 59,41 Rumänische Noten..... 1.99 2,03 Schwedische Noten ...... 111,77 112,33 Schweizer Noten...... 80,75 81,15 Spanische Noten..... , 63,84 64,16 Tschechoslowakische Noten . - 12,375 12,435 Ungarische Noten....... 5,805 5.865 Berliner Börse. B e r l i n, 28. Aug. Die Tendenz war heute an den Aktienmärkten vorbörslich recht f e st. Bei Beginn des amtlichen Verk^rs verstimmte die geringe Umsatztättgkeit. Im ganzen schloß jedoch die Woche in widerstandsfähiger, für einige besondere Werte sogar in fester Stimmung. Das Farbenabkommen mit Ia - p a n, das die deutsch-japanischen Handelsver- tragsverhandlungen in ein günstiges Gleis gebracht hat, stimulierte für I. -G. -Farben- Industrie, die aus 291 Prozent anzvgen. Am M o n t a n m a r k t wirkten sich die neuerdings freundlicheren Aussichten über die westeuropäischen Eisentrustverhandlungen vorteilhaft aus. Vur in Deutsch-Lux kam Angebot heraus, das auf den Kurs drückte. Die übrigen Werte des Montanmarktes konnten zumeist anzieheu. Bevorzugt waren ferner Schiffahrts- und Elek- t r o a k 1 i e n, die sich befestigten. Auch Z eilst o s f a k t i e n waren gesucht und hatten ansehnliche Kurssteigerungen aufzuweisen. Am Geldmarkt hält die Verknappung an. Tagesgeld stellte sich auf 5 bis 61/2 Proz., Monatsgeld 53/4 bis 63/< Proz. Der Bedarf an Prv- [ongationägeli) konnte zu ca. 63/< Proz. voll befriedigt werden. Für Geld einige Tage über den Rätsel-Ecke. Silbenrätsel. a — bro — dan — den — dy — e — ge — ger — he — hol — log — lii — na — och — pard — se — stein — fter. Aus vorstehenden 18 Silben sind 9 zweisilbige Wörter mit folgender Bedeutung zu bilden: 1. deutsches Land: 2. Fluß in Spanien: 3. Küstenfahrzeug: 4. Raubtier: 5. Haustier: 6. Baumwoll- qeroebe; 7. englische Besitzung: 8. Nebenfluß des Rheins: 9. englische Bezeichnung für Stutzer. — Sind die Wörter richtig gebildet, ergeben die Anfangs- und Endbuchstaben, aneinandergereiht, je ein deutsches Seebad.