Nr. 148 Erstes Blatt 176. Jahrgang Montag, 28. Juni 1926 Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Monats-Bezugspreis: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Träger- lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: Schriftleitung 112, Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siegen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfilätr-Vuch- und Zteindruckerei R. Lange in Eiehen. Lchristleitung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Rcichspsennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspiennig, Platzvorschrist 20°/ mehr Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton Dr. H.TKyriol: für den übrigen Teil Ernst Dlumschein: für den Anzeigenteil Hans Iüslel. sämtlich in Gießen. Die Lage im englischen Bergbau. Berlin. 27.3uni. (Xil.) Wie ine Morgenblätter aus London melden, erwartet man in Kreisen der Arbeiterpartei im Verlaufe der nächsten Woche eine bedeutsame Cntwick- lung der Kohlenkrise. Es hat den Anschein, als ob die gesamte englische Gewerk- schafts« und Arbeiterbewegung sich wieder zu- fammenfinben wird, um die Bergarbeiter zu unterstützen. Die Bergarbeiterführer haben sich mit den Vertretern der Trade Union ausgesöhnt und mit ihnen gemeinsam einen A k t i o n s - plan gegen das Regierungsgeseh über den Achtstundentag im Bergbau ausgearbeitet. Es besteht weniger die Absicht, Teilst r e i k s zu inszenieren als vielmehr durch freiwillige Beiträge den Bergarbeitern Hilfsmittel zur Verfügung zu stellen. Die Morgenblatter weisen darauf hin, dost Eook gestern einen „Waffenstillstand" empfahl, während dessen die Arbeit in den Kohlengruben unter den alten Bedingungen wieder ausgenommen und in der so geschaffenen günstigen Atmosphäre Verhandlungen über eine befriedigende Vereinbarung ausgenommen werden sollen. Der Korrespondent für Arbeitssragen der „Times" sieht in Cooks Aeußcrung einen Friedensfühler und hofft, daß sich die Führer der Bergarbeiter von der Notwendigkeit einer Aenderung ihrer Haltung überzeugt hätten, um so mehr, da sie fürchten müßten, daß nach Bekanntgabe des Lohnvorschlags der Grubenbesitzer eine große Zahl feiernder Bergleute zur Arbeit zurückkehren würden. Minrsterrat in Paris. Paris, 26. Juni. (TU.) Heute vormittag ist um 10 Uhr unter dein Vorsitz des Präsidenten der Republik im E l y s 6 e ein TI i n i ft errat zusammengetreten. Nach dem gegen Mittag veröffentlichten Kommunique hat B r i a n b seine Kollegen über die Richtlinien der Regierungserklärung unterrichtet, die am Dienstag in der Kammer und im S e n a t zur Verlesung gelangen wird. Gleichzeitig hat der Ministerpräsident eine umfassende Darstellung der internationalen auswärtigen politischen Lage gegeben. Der Finanzminister C a i 11 a u x hat das bereits in dem gestrigen Kabinettsrat begonnene Expose über d i e Finanzlage fortgesetzt. Schließlich wurde das Problem der Brotpreisverteuerung erörtert und beschlossen, im nächsten Ministerrat zur Verhinderung einer weiteren Preissteigerung Maßnahmen zu treffen. Am Montagabend tritt ein Kadi n c 1 t s r a t zusammen, und am Dienstag früh erneut ein Ministerrat. Bei Ausgang der Sitzung hat B r i a n d die von der Morgenpresse gebrachten Meldungen von einem bevorstehenden Rücktritt des Gouverneurs der Bank von Frankreich, Robineau, dementiert. Auf die Frage, ob die Regierung an der Ratifizierung des französisch- amerikanischen Schuldenabkommens trotz der Widerstände im Parlament festhalten wolle, gab der Ministerpräsident zur Antwort, daß ein Gesetzentwurf im Sinne der Ratifizierung bereits aus der Kammer eingebracht worden sei. Der allgemeine Eindruck geht jedoch dahin, daß die Regierung die Ratifizierung nicht vor Schluß dieser Session beantragen wird. Die Abendblätter heben als außerordentlich bedeutsam hervor, daß B r i a n d bei Ausgang des heutigen Ministerrates, die Nachricht von dem bevorstehenden Rücktritt des Gouverneurs der Bank von Frankreich, Robineau, nicht formell dementtert hat. Driand hat lediglich gesagt, daß das Gerücht weiter keine Beachtung verdiene und es überdies Sache des Finanzministers sei, mitzuteilen, was daran wahr fei. Die gewundene Ausdrucksweife Driands lasse den Verdacht aufkommen, daß der Rücktritt Ro- bineaus bevorsteht. Ein Abendblatt, das sich um eine Auskunft an den Gouverneur der Dank von Frankreich wandte, erhielt die Antwort, Herr Robineau denke persönlich nicht daran, fein Am t niederzulegen, doch kenne er nicht die Absichten der Regierung. Nach dem „T e m p s" steht die Abberufung Robineaus unmittelbar bevor. Man könne sagen, daß die ebenso unerwartete wie selbständige Maßnahme, die Caillaux vorbereite, weite Kreise mit tin- ruhe über die weiteren Absichten des Finanzministers erfülle. Cs liegt die Vermutung nahe, daß Caillaux die Dank von Frankreich den Wünschen der Regierung gefügig machen wolle. Robineau habe bekanntlich die Selbständigkeit der 'Bank mit größter Energie verteidigt und die wiederholten Aufforderungen nach Einsatz der Goldreserve abgeschlagen, was schließlich seinen Rücktritt zur Folge habe. Die „Libertö" kündigt die Demission des Gesamivorstandes der Bank von Frankreich an, für den Fall, daß Caillaux auf teilweise Verwendung des Goldvorrates drängen wolle. Der Rücktritt Robineaus. Moreau Gouverneur der Bank von Frankreich. Paris, 27. 3uni. (WTD.) Die Gerüchte voai Rücktritt Robineaus haben sich bestätigt. Das „Journal Officiel" meldet, daß der Generaldirektor der Dank von Algerien in Paris, Moreau, zum Gouverneur der Dank von Frankreich, der zweite Dizegouverneur der Dank von Frankreich, Leclerc, zum ersten Vize- .'gouverneur an Stelle des zurückgetretenen bis- Herigerr ersten Dizegouverneurs, Picard, und vieWrstenberattmg imRechirausschutz geschloffen Sämtliche Paragraphen und die Präambel angenommen. D e r l i n, 26. 3uni. 3m Rechtsausschuh des Reichstages gab vor Eintritt in die Tagesordnung Reichskanzler Dr. Marx eine Erklärung ab zu den gestrigen Ausführungen des deutfchnationalen Redners, die darauf hinzielten, daß durch die Aufwertungsbesttmmungen des Entwurfs die Fürsten ungünstiger behandelt würden als andere Staatsbürger, obwohl der Reichskanzler in seinem Wolff-interview die gleichmäßige Dehandlung der Fürsten mit den übrigen Staatsbürgern in der Aufwertungsfrage zugesichert hätte. Reichskanzler Dr. Marx erklärte dazu: „3ch habe bei meinen damaligen Ausführungen die Grundsätze der Regelung der ganzen Frage im Auge gehabt. 3m einzelnen besteht allerdings ein tinterschied zwischen den Angehörigen der Fürstenhäuser und den sonstigen Staatsbürgern in der Behandlung gewisser Leistungen, die sonst der freien Aufwertung unterliegen. Bei dieser Ausnahme handelt es sich aber um eine Einzelheit, auf die hinzuweisen ich um so weniger Anlaß hatte, als ich mich bei der Unterredung ohnehin auf die Besttmmungen des Entwurfes bezog." Auf eine Anfrage des Abg. Rosenfeld (Soz.) antwortete Staatssekretär 3oel, es bestehe freilich keine genügende Vorschrift, aber die Tendenz der Rechtsprechung gehe dahin, daß bei der Aufwertung immer der Goldwert des geschuldeten Betrages zur Zeit der Schuld zugrunde gelegt wird. Die Rechtsprechung werde die Angehörigen der Fürstenhäuser nicht anders behandeln als andere Staatsbürger. Ohne Aussprache wurden die Paragraphen 19 und 20 angenommen. § 19 sagt, daß ein jetzt zwischen den Parteien beim 3n« krafttreten des Gesetzes bestehender Schiedsver- trag die Anrufung des Reichssondergerichts nicht hindert. § 20 bestimmt, welche Mitglieder des Fürstenhauses beim Verfahren zugezogen werden können. Die Paragraphen 21 bis 24 regeln die Verfahrens-Vorschriften. Abg. Dr. Rosenfeld (S.) beantragte folgenden Zusatz: „Die Parteien haben nicht das Recht, einen Richter abzulehnen." Er begründete feine Forderung mit der Befürchtung, daß sonst die Fürstenhäuser diejenigen sachkundigen Richter ablehnen können, die sich einmal öffentlich gegen übertriebene Fürstenansprüche ausgesprochen haben. Abg. Dr. Wunderlich (D. Dp.) beantragte eine Einschränkung nur in der Form, daß die Zugehörigkeit eines Richters zu einer politischen Partei und seine politische Betätigung nicht für sich allein die Besorgnis der Befangenheit rechtfertigt. Der Antrag Wunderlichs wurde mit den Stimmen der Mittelparteien und der Deutschnationalen bei Stimmenthaltung der übrigen Parteien angenommen. Der sozialdemokratische Antrag wurde abgelehnt. Nach §21 sollen die Verhandlungen des Sondergerichts nach Maßgabe des Gerichtsverfassungsgesehes öffentlich fein. Abg. Dr. Rosenfeld (Soz.) beantragt, die Verhandlungen ohne Ausnahme öffentlich zu führen. Reichskanzler Dr. Marx: „3ch bitte, diesen Antrag abzulehnen. Wenn die Staatssicherheit dadurch gefährdet wird, kann doch nicht öffentlich verhandelt werden!" Abg. Landsberg (Soz.): „3ch könnte mir vorstellen, daß bei öffentlicher Verhandlung einmal die Sicherheit gefährdet wird, beispielsweise bei der Erörterung der Mecklenburger Ereignisse." (Heiterkeit.) „Die Staatssicherheit kann aber bei diesen vermögensrechtlichen Auseinandersetzungen nur gefördert werden." Abg. Dr. Rosenberg (Äomm.): .,Auch diese Möglichkeit ist vorhanden, wenn sich bei- Professor R i st von der juristischen Fakultät der tiniversität Paris zum zweiten Vizegouverneur der Dank von Frankreich ernannt werden. 3n einer halbamtlichen Auslassung des Finanzministeriums werden die Gründe erläutert, die für den Personalwechsel in der Leitung der Dank von Frankreich maßgebend gewesen sind. Zunächst wird festgestellt, daß die Linabhän g i g keit der Dank nicht an- getastet werden soll, um so weniger, als sie ?esetzlich geregelt ist. Der Dank von Frankreich onnc man indessen nicht den Vorwurf ersparen, daß sie auf ihre Privileg ien zu eifersüchtig bedacht sei und den 3nter° essen des Staates nicht genügend Rechnung trage. Die Dank fei befonders in den Fehler verfallen, daß sie vor aller Welt verkündete, daß an dem Goldbestand von 5 Milliarden nicht gerührt werden folle. Das habe zur Folge gehabt. daß sowohl im 3nnem wie auch nach außen hin die Spekulatton ungestörter habe zu Werke gehen können. Zum Wechsel in der Leitung der Dank von Frankreich schreibt das „Echo de Paris", C a i l l a u x habe von der Rolle der Dank von Frankreich nicht dieselbe Auffassung wie Robineau. Caillaux verlange von der Dank, daß sie aus ihrer ein wenig zurückhaltenden Rolle heraustrete, um ähnlich wie die Dank von England an die Spitze der französischen Finanzwelt zu treten. Die Dank von Frankreich müsse nach der Auffassung von Caillaux eine erste Rolle spielsweise herausstellt, daß der Herzog von Koburg einen großen Teil seines Vermögens in Waffen für den Wiking-Dund angelegt hat!" (Heiterkeit.) Der sozialdemokratische Antrag wurde gegen die Antragsteller a b g e I e l; n t, ebenso ein sozialdemokratischer Eventualantrag, der den Ausschluß der Oeffentlichkeit nur bei Gefährdung der Sittlichkeit zulassen soll. Ein sozialdemokrattscher Qlntrag, der verlangt, daß die Entscheidungen des Sondergerichts eine gedrängte Darstellung des Sach- und Strcitgegen- standes sowie die Entscheidungsgründe enthalten müssen, wurde mit den Stimmen der Mitlelpar- teien angenommen. Die §§21 b i s 24 wurden dann mit den Stimmen der Mittelparteien bei Stimmenthaltung der übrigen Parteien angenommen. § 25 bestimmt, daß die jetzt vor ordentlichen Gerichten anhängigen Prozesse über die Auseinandersetzung oder damit zusammenhängende Fragen vom Reichssondergericht in eins bei dem Verfahren einbezogen werden können. Die Deutschnationalen beantragten Streichung dieses Paragraphen. Nach längerer Aussprache, die sich auf juristische Zuständigkeitsfragen bezog, wurde die Abstimmung z u r ü ck g e st e 11 t. weil die Regierung eine neue Formulierung vorlegen will. §26 regelt die Erledigung von Ansprüchen deposse- bierter Fürsten in der Weise, daß das Reichssondergericht darüber nach beliebigem Ermessen entscheiden solle. Die Staatsrenten oder sonstigen wiederkehrenden Leistungen sollen auf Verlangen des Landes in eine Kapitalabfindung umge- wandelt oder durch allmähliche Tilgung abgelöft werden. Die Rente oder eine ähnliche Staats- leiftung kann ganz oder zum Teil für erloschen erklärt werden, wenn im Hinblick auf ihren Ent- stehungsgrund und die seitherige geschichtliche Entwicklung der Fortbestand nicht gerechtfertigt erscheint. Ansprüche auf Schadenersatz wegen Nichtzahlung der Renten oder auf Aufwertung für eine Zeit vor dem 1. 3anuar 1925 gelten als erloschen. Abg. Rosenfeld (Soz.) begründete einen sozialdemokratischen Antrag, der den entschädigungslosen Fortfall solcher Renten und Staatsleistungen verlangt. Abg. Dr. E v e r l i n g (Dn.) beantragte dagegen die Streichung derjenigen Absätze, die den entschädigungslosen Fortfall der Renten zulassen. Abg. W e g m a n n (Ztr.) beantragte im Namen der Regierungsparteien eine Ergänzung dahin, daß der Fortfall der Abfindungen, Staatsrenten und sonstigen Leistungen nur eintreten kann, soweit die Lei tung für die Uebertragung von Hoheits- oder son tigen öffentlichen Rechten oder für Gegenstände geschuldet wird, die nach dem vorliegenden Gesetz als Staatseigentum zu gelten haben. Die von den Deutschnationalen beantragten Streichungen wurden abgelehnt. Ebenso der sozialdemokratische Antrag. Der Abänderungsantraa der Mittelparteien wurde angenommen, ebenso mit diesem die Aenderung des § 26, bei Stimmenthaltung der übrigen Parteien. Nunmehr wurde von den Mittel- parteien folgende Fassung des § 25 vorgelegt, die in dem obigen Stimmenverhältnis angenommen wurde: Rechtsstreitigkeiten, die bei deutschen Gerichten über die Auseinandersetzung oder damit zusammenhängende Fragen schweben, können vom Reichssondergericht in eins der Anhängigkeitsoerfahren einbezogen werden. Aus Antrag einer Partei muß dies geschehen. Das Reichssondergericht entscheidet über die in dem oorausgegangenen Verfahren den Parteien erwachsenen Kosten nach freiem Ermessen. Für erledigte Rechtsftreitigkeiten, die vom Reichssondergericht an sich gezogen sind, gelten die Kosten des Verfahrens nach den Vereinbarungen der Parteien als gegeneinander aufgehoben. Die folgenden § 27 und 28, die nur Gebühren- und Verwaltungsfragen des Gerichts betrefefn, wurden ohne Aussprache mit den Stimmen der Mittelparteien angenommen. Für die deutschnationale Fraktion gibt Abg. Darth (Dn.) folgende Erklärung ab: Durch unsere auf das Mindestmaß beschränkten Abänderungsanträge haben wir wenigstens den Grundsätzen der Sicherheit und der Rechtspflege, der tijiantaftbarfeit rechtskräftiger Urteile und Verträge und der Unverletzbarkeit des Privateigentums Geltung zu verschaffen versucht gegenüber einem Entwurf, durch den, nach wiederholter Feststellung gerade von sozialdemokratischer Seite „Darrieren" des Rechtsstaates niedergelegt werden. Der Ausschuß ist über unsere Anträge hinweggegangen und hat den 'Begebungen der Linken weitestgehend nachgegeben. Wir begnügen uns, in diesem Augenblick diese Tatsachen besonders ausdrücklich festzustellen, um keinen Zweifel zu lassen, daß unsere grundsätzliche Stimmenthaltung lediglich den Sinn hatte, die Ausschußverhandlungen nicht unmöglich zu machen. Abg. Frick (Völk.) erklärt, die einzelnen Bestimmungen des Entwurfes mit seinen Angriffen in das Eigentum und in die Rechtsgleichheit müßten die Völkischen veranlassen, gegen das Gesetz zu stimmen. Reichskanzler Dr. Marx: 3ch würde eine Verletzung meiner Pflichten darin sehen, wenn ich mich von parteipolitischen Rücksichten leiten ließe. Bei ruhiger Betrachtung wird man zu dem Schluß geradezu gedrängt, daß es gegen daS 3ntereffe des ganzen Staates verstoßen und die Ruhe des ganzen Volkes stören würde, wenn nicht alles daran gesetzt würde, um dieses Gesetz möglichst bald zur Verabschiedung zu bringen. Es ist deshalb eine Pflicht der Regierung darauf zu bestehen, daß noch vor der großen Pause diese Regelung gesetzliche Form erhält. Abg. Dr. Rosenberg (Komm.) erklärt, die Abstimmung seiner Freunde gründe sich darauf, daß die Kommunisten sich verpflichtet fühlten, gemäß dem Willen der 15 Millionen aufzutreten, die für die Enteignung gestimmt haben. Nachdem auch der letzte Paragraph 29 mit den Stimmen der Regierungspartei!! angenommen war, erklärte der Vorsitzende Dr. Kahl (D. Vp.) unter allgemeiner Zustimmung, eine Aussprache über die Präambel erübrige sich, da wohl der ganze Ausschuß mit der Regierung in der Erkennung des versassungsändern- den Charakters des Entwurfes übereinftimme. Die Präambel wurde ebenfalls mit den Stimmen der Mittelparteien angenommen. Der Vorsitzende knüpfte daran die Mitteilung, daß der Ausschuß von feinen 91 Sitzungen 44 auf die Beratung des nunmehr erledigten Gesetzes verwendet habe. Die von den Mittelparteien angenommene Präambel zum Fürstenabfindungsgeseh stellt ausdrücklich den verfassungsändernden Cha r alter des Entwurfes fest. Abg. v. Richthofen (Dem.) bat den Reichskanzler um eine Erklärung über die Besetzung der Richterstellen im Sondergericht, die nach dem Gesetz nicht von beamteten Richtern ausgefüllt zu werden brauchen. Bei den Regierungsparteien bestehe der Wunsch, daß diese Stellen mit Laien besetzt würden. Reichskanzler Dr. Marx antwortete, er könne noch keinen Beschluß der Regierung mitteilen, glaube aber im Sinne der Regierung zu sprechen, wenn er sage, daß die Regierung für diese Stellen jedenfalls nicht Mitglieder von Reichsgerichten oder von Derwaltungsgerichten Vorschlägen werde. Damit sind die Arbeiten des Rechts- ausschusses über die Fürsten-Ab- sindungsf ragen erledigt. bei der großen Stabilisierungs- Operation spielen, deren Vorbereitung ihm als sehr dringlich erscheine. Der Finanzminister verhehle nicht, daß der erste Abschnitt der Stabilisierung zur Folge haben könne, daß die Goldbestände verwendet würden. Er wollte, daß die Bank von Frankreich bereit sei, ihre Bestände zu mobilisieren und Goldverkäufe vorzunehmen, wobei im weiteren Verlaufe der Operation das Gold wieder zurückgekauft werden solle. Bezüglich des französisch-amerikanischen Schuldenabkommens erklärt das „Echo de Pari s", daß Caillaux vor allem zu erreichen beabsichtige, daß die amerikanische Regierung zugesteht, daß die Schuldverschreibungen nicht veräußerlich sein sollen, tim dies zu erreichen, spreche man davon, daß ein neuer tinter- händler ernannt werde, und zwar werde in dem Zusammenhang der Name Bokanowski erwähnt. Um die Ratifizierung des Washingtoner Abkommens. Paris, 26. 3uni. (Tti.) 3m Mittelpunkt der Beratungen der Regierung und der Parteien steht die Ratifizierung des Washingtoner Schuldenabkommens. Der Kabinettsrat, der sich gestern mit dieser Frage beschäftigte, konnte zu keiner Einigung kommen und wird heute weiter 1 darüber verhandeln. Den größten Eindruck machte während des Rats die Haltung derRadi- k a l s o z i a l i st e n, die sich, wenn auch mit gewissen Vorbehalten, gegen die Ratifizierung des Abkommens aussprachen. Während die Regierung noch schwankend ist, macht der Sachverständigenausschuh in der Oeffentlichkeit Stimmung für eine Ratifizierung des Abkommens, da sie die Grundlage des Sanierungsplanes des Ausschusses ist. Der Ausschuß veröffentlicht jetzt Dokumente, in denen die tinterzeichnung des Abkommens als eine der dringendsten politischen Notwendigkeiten hin- gestellt wird. So sind die Begründungen des Gesetzentwurfs veröffentlicht worden, den das neue Kabinett Driand eingebracht hatte, um die Ratifizierung zu verlangen. Danach wird die Gesamtschuld Frank veichs bei den Vereinigten Staaten für den Fall einer Nichtratifizierung sofort fällig. Cs wird ferner Darauf hingewiesen, daß für die Schulden Frankreichs an Amerika bereits von 3ufferanb im Namen der französischen Regierung unterzeichnete Obligationen bestehen, die bei Sicht zahlbar und feit 1919 mit 5 Proz. verzinslich find, und betont, daß die amerikanische Regierung das Recht habe, diese Obligationen bei den Danken in Zahlung zu geben, die wiederum von Frankreich die fofortige Abzahlung dieser Art von Wechselschuld verlangen könnten. I schärferes Dorgehen der Polizei gegen ihre eigenen und die Demonstranten der Völkischen wün Mieterschutz abgelehnt. , Bei den S-chuhbestimmungen für die Unter- schcn und stimmen dieser Anregung durchaus zu. Mieter wird ein Antrag Höll ein (Komm.) । (Sehr gut! links. — Großer Lärm rechts und Au§ der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 28. Juni 1926. Oberhesfischer Kunstverein. Die diesjährige Mitgliederversammlung fand am Freitag im Stadthause ftattJ Der Dorsihende, Landgerichts - Direktor a. D. Bücking, erstattete zunächst den Geschäftsbericht über das Jahr 1925. Die Vereinstätigkeit wurde ununterbrochen fortgesetzt. Es wurden neun Ausstellungen veranstaltet. Vertreten waren insbesondere Dietz Edzard mit Gemälden, Radierungen und Zustandsdrucken, Hans Schöpflin, Karlsruhe, L. Grube, 3ul. Vogel, Wilh. Leföbre, Frankfurt a. M. mit Gemälden und Zeichnungen, Friedr. Kallmorgen, Karlsruhe, und Professor Thielinann, Willingshausen, mit nachgelassenen Werken, ersterer mit der stattlichen Zahl von 45 Oelgemälden, 36 Zeichnungen, 27 Radierungen. Professor Bronner, Mainz, stellte 250 Aquarelle hessischer Kunstdenkmäler aus, die er in einem bei Eröffnung der Ausstellung gehaltenen Vortrag näher erläuterte. Zwei aufeinanderfolgende Ausstellungen von Radierungen einer größeren Zahl angesehener Künstler gaben Veranlassung zur Veranstaltung eines interessanten, von den Erschienenen beifällig ausgenvmmenen Vortrages des Uni* versitäts-Professors Dr. Hamann, Marburg, über „Technik und Aesthetik der graphischen- Künste" im großen Hörsaal der Universität, welcher aber leider so schwach besucht war, daß ein großes Defizit entstand, und bei dem hervorgetretenen mangelnden Interesse an solchen Darbietungen von Wiederholungen Abstand genommen werden mußte. Die hessischen Künstler brachten zweimal ihre Werke zur Schau, im Juni Juli und im Rovember/Dezember. Die letztere Ausstellung wurde vom Landesamt für das Bildungswesen als „Hessische Künstle r- Hilfe 1 925“ veranstaltet und von Ministerialdirektor U r ft a d t eröffnet. Bei dieser Gelegenheit sprach Professor Dr. Rauch, Gießen, über „Die Bedeutung der Kunst in Haus und Fa* milie". Die Ausstellung, in deren Dienst sich eine Anzahl Gießener Damen gestellt hatten, und welche durch eine von dem Verein veranstaltete Lotterie gefördert wurde, erfreute sich regen Besuchs und brachte auch einen ansehnlichen finanziellen Erfolg. Es wurden insgesamt 92 Werke zum Gesamtpreis von 3809 Mk. verkauft, wobei allerdings Staat, Provinz und Stadt sowie_ das Lotterieunternehmen den Hauptteil der Käüfer bildeten. Die Unkosten des Vereins konnten gedeckt werden, bei den übrigen Ausstellungen war dies nicht der Fall; sie schlossen alle mit einem mehr oder weniger großen Defizit ab. Die Zahl der Verkäufe ist derzeit eine sehr geringe, infolgedessen aber in gleicher Weise die Einnahmen des Vereins an Provisionen, während die Höhe der Ausgaben ständig zunimmt. Um den ausstellenden Künstlern, wenn auch nur in geringem Umfang gerecht zu werden, nimmt der Vorstand ab und zu selbst Ankäufe ausgestellter Werke vor, die er der ständigen Kunstsammlung zuführt oder bei Jahresschluh unter die Mitglieder verlosen läßt. Bei der am 14. Dezember 1925 ' ftatt- gehabten Verlosung wurden 13 Anrechtscheine im Werte von 25 bis 150 Mk., zusammen 700 Mk. und 19 im Laufe des Jahres angekaufte Kunstblätter unter die Mitglieder verlost (32 Gewinne). Während der Monate September und Oktober wurde der Ausstellungsraum völlig neu in Stand gesetzt, frisch geweißt und bespannt. Dabei wurde die vor einigen Jahren aus bestimmtem Anlaß errichtete Zwischenwand niedergelegt. Dank des Entgegenkommens der Stadtverwaltung und der Freigebigkeit einzelner Gönner konnte der Raum auch mit elektrischer Beleuchtung versehen und der Fußboden mit einem Teppich belegt werden, wofür den gütigen Spendern herzlich gedankt wurde. Die Geschäftsführung unterlag mehrfachem Wechsel, die Herren Architekt Bah, Studienreferendar Kayser, Kunstmaler Will und Architekt Hans Burg folgten einander, letzterer versieht die Stelle auch gegenwärtig. Die Mitgliederzahl betrug 514. Die Jahresrechnung 19 25 ist von Geheimrat Fromme und Professor Wentzel geprüft und richtig befunden worden. Sie ergibt am 31. Dezember 1925 einen Aktivbestand von 3488,21 Mk. Dem Rechner, Bankdirektor Grieß® bauer, wurde Dank für seine Mühewaltung ausgesprochen und Entlastung erteilt. Der Mitgliederbeitrag, welcher statutarisch 10 Mk. beträgt, soll wieder nur in Höhe von 5 Mk. erhoben werden. Professor Dr. Belke sprach den Dank der Erschienenen für die Vereinsleitung aus. Vornotizen. Straße flüchtete. Zerstörung einer Stadl durch Dammbruch. Die Stadt Villa de Leon im Staate Guanajuato wurde durch einen Dammbruch fast v ol l- ständig zerstört. holländische Kriegsschiffe im Kieler Hafen. Ein holländisches Geschwader, bestehend aus zwei Linienschiffen, zwei Torpedobooten und zwei Unterseebooten ist im hiesigen Hafen eingelaufen. Zu Ehren der Gäste, deren Besuch sich auf zwei Tage erstreckt, ist eine Reihe von Festlichkeiten vorgesehen. Großfeuer in Kaiserslautern. Aus Kaiserslautern wird gemeldet: In der hiesigen Brauerei Jähnisch brach aus bisher noch unbekannter Ursache Grohfeuer aus, das so rasch um sich griff, daß zwei Gebäude schon in Hellen Flammen standen, als die Feuerwehr eintraf. Ein Dau, in dem die Bestärke der Kinderwarenfabrik Göhring an Kinderwagen, Korbmöbeln usw. untergebracht waren, brannte bis auf die Grundmauern nieder. Im oberen Geschoß des Seitengebäudes hatte der Restaurateur der Fruchthalle seine Zimmer- und Restaurationsmöbel untergebracht. Auch diese wurden von dem Feuer völlig vernichtet. Ein drittes und viertes Gebäude wurden ebenfalls von den Flammen erfaßt, konnten aber noch gerettet werden. Ein Uebergreifen des Feuers auf bewohnte Räume konnte die Feuerwehr verhüten. Der Schaden ist sehr beträchtlich. Wettervoraussage. Vielfach heiter, tagsüber warm, durchweg trocken. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 19,2, Minimum 7,8 Grad Celsius. Heutige Morgentemperatur 13,0 OtxXö Celsius. Zurufe: „Rabbinische Rabulistik!" — Der deutschnationale Aba. Semmler, von einigen Fraktwns- kollegen gefolgt, dringt gegen die Sozialdemo« kraten vor, und es kommt zu einer Schimpferei zwischen beiden Fraktionen, wobei der Abg. Semmler fortgesetzt ruft: „Ihr laßt euch ja von den Juden unterdrücken.") Dem Gesetzentwurf selbst st i m m t das Haus in zweiter und gleich darauf in dritter Beratung endgültig zu. Nach dem Referat des Berichterstatters Dr. Quaet-Faslem (Sn.) nimmt das Haus Anträge des Bevölkerungspolitischen Ausschusses an, die dem Volkswohlfahrtsminister zustimmen, dem Einspruch des Arbeitsgesundheitsvereins in Frankfurt a. M. gegen den Impfzwang keine Folge zu geben und die gewissen Klauseln im Jmpfgesetz abzulehnen. Des weiteren finden Anträge des Landwirtschaftlichen Ausschusses Annahme, daß Landwirte, deren Betrieb wegen Kanal- oder sonstiger Bauten enteignet werden, eventuell mit Landzuweisungen entschädigt werden können. Um 2 Uhr vertagt sich das Haus auf Mittwoch, 30. Juni, mittags 12 Uhr: Dritte Beratung des Haushalts, und zwar beginnend mit dem Etat des Innenministeriums. Kunst und Wissenschaft. Tagung des Deutschen Werkbundes in Essen. Im Herzen des Industriegebiets, in Essen, versammelte der Deutsche Werkbund seine Mitglieder und Freunde, um mit einer eindrucksvollen Kundgebung an dieser Stelle zu zeigen, welchen Anteil die Großindustrie an der Formung unserer Zeit hat. Bei der Vor- standswahl ergab sich, daß zum 1. Vorsitzenden Geh. Rat Dr. h. c. Bruckmann aus Heil- bronnnn und zum 2. Vorsitzenden der Berliner Architekt Mies van der Rohe gewählt wurden. Der bisherige 1. Vorsitzende, Geheim - rat Riemerschmidt hat selbst den Wunsch geäußert, daß die Führung des Werkbundes nunmehr in jüngere Hände übergehen möge. In der Mitgliederversammlung wurde mitgeteilt, daß in der Frage einer großen internationalen 'Werkbundausstellung, für das Jahr 1930 geplant ist, ein bedeut'« sanier Schritt vorwärts zu verzeichnen ist, da nach Besprechungen mit dem Reichskanzler und dem Reichsminister sich ergeben hat, daß die Reichsregierung dem Plan größtes Interesse entgegenbringt. Es ergibt sich nun die Aufgabe, auf geeigneten Wegen mit dem Auslairde Fühlung zu nehmen, wie weit es sich an dieser Ausstellung beteiligen wird. Die für das kommende Jahr geplante Ausstellung „W ohnung der Reuzeit Stuttgart 1 9 2 7" darf als ziemlich gesichert gelten. Der Plan des künstlerischen Leiters, des Architekten Mies van der Rohe, wird in der nächsten Woche der Stadtverwaltung vorgelegt werden. Eine Frage von der größten wirtschaftlichen Bedeutung, bei der das Gebiet der Gestaltung für unsere Zeit eine gewisse Rolle spielt, ist die Herausgabe eines deutschen Warenbuches, von dessen (Borarbeiten der Versammlung Mitteilung gemacht wurde. Im Dörsensaal fand eine Kundgebung statt, der das Thema „Der Anteil der Großindustrie an der Formung unserer Zeit" zugrunde lag und in der Direktor Dr. Rummel vom Verein der Eisenhüttenleute und Geheimrat Riemerschmid zu diesem Thema sprachen. Leider mußte Reichskanzler a. D. Dr. Luther in letzter Minute infolge unvorhergesehener Verhinderung seinen Vortrag absagen. Der dritte Tag wurde eingeleitet durch einen Besuch der Werkstattgruppen und des Architektenausschusses im Rathaus. Am Nachmittag erfolgte die Abfahrt nach Krefeld zur Besichtigung des Kaiser-Wilhelm-Museums', einer Sonderausstellung der Textilindustrie und der Web- und Färbereischule, ferner sind mehrere wissenschaftliche Veranstaltungen der Stadt Krefeld für den Deutschen Werkbund vorgesehen. Am Samstag besuchten die Mitglieder des Deutschen Werkbundes als Gäste der Stadt Düsseldorf die G e s o l e i. Aus aller Welt. Erdbeben auf Kreta und Rhodos. Wie der „Montag" aus Athen meldet, ist der größte Teil der Inseln des Aegäischen und östlichen Teils des Mittelländischen Meeres von einem Erdbeben heimgesucht worden, das besonders auf den Inseln Kreta und Rhodos beträchtlichen Schaden an- aerichtet hat. Zahlreiche Dörfer wurden verwüstet. Am heftigsten waren die Erdstöße im südlichen Teil der Insel Rhodos, wo u. a. der Leuchtturm zusammenstürzte und den Wächter unter sich begrub. Auch auf den Sporaden sind Erdstöße verspürt worden. Nach einer Meldung aus Kairo ist auf dem He- luan-Observatorium der Seismograph außer Funk- 1 tion getreten. In der Stadt selbst und in Port-Said waren die Erschütterungen noch so stark, daß die Be- i- völkerung im Dunkel der Nacht verstört auf die — Tageskalender für Montag. Ortsgewerbeverein: 8.30 Uhr, Gewerbehaus, ordentliche Hauptversammlung. — Gießener Freiwillige Feuerwehr: 8 Uhr, Hauptübung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Das Gasthaus Zur Ehe". — Astoria- Lichtfpiele: „Wege des Schicksals". * ** Der gestrige Siebenschläfertag ist gnädigerweise ohne Regen an uns vorübergegangen. Wenn man einen alten Volksglauben gelten lassen will, müßten wir also jetzt sieben Wochen lang schönes, zum mindesten besseres Wetter als bisher bekommen. Zeit dazu wär's allerdings, und gefallen ließen wir es uns auch, denn was mir in den letzten Wochen an Wetter zu verzeichnen hatten, war doch eigentlich nichts anderes als verschobenes A p r i I ro e 11 e r. Hoffentlich kommt nun Ordnung in den Wetterbetrieb, damit wir noch etwas vom Sommer zu spüren bekommen, bevor der Herbst anbricht I „ , , _ , ♦* Ang ezeigte Verkehrssünder. Vom Polizeiamt wird uns mitgeteilt: In der Zeit vom 1. bis 15. Juni wurden folgende Anzeigen wegen Zuwiderhandlungen durch Fahr- zeuaführer bzw. Kraft- und Radfahrer gegen verkehrspolizeiliche Vorschriften erhoben: 13 Anzeigen wegen Fahrens zur Rachtzeit ohne hellbrennende Laterne, 32 Anzeigen wegen Fahrens auf Bürgersteigen, 7 Anzeigen wegen Fahrens mit übermäßiger Geschwindigkeit, 3 Anzeigen wegen Fahrens ohne die rechte Straßenseite einzuhalten, 7 Anzeigen wegen Fahrens durch gesperrte Straßen, 3 Anzeigen wegen sonstiger 3u- widerhandlungen in verkehrspolizrilichrr Hinsicht. 0 Um einem dringenden Bedürfnis zu genügen! In der Bahnhofsvorhalle steht jetzt ein Parfüm-Automat, der selbsttättg gegen Einwurf eines 10-Pfennig-Stückes entweder Parfüm (Kölnisch Wasser) oder Fliederdust durch eine besondere Düsenvorrichtung verabfolgt. Es ist erreicht! Alle jungen Damen und dito Herren aber auch manche „ältere Semester", atmen nun erleichtert auf! zweiter Lesung dem Gesetzentwurf zur Feststellung des Haushaltsplanes 8U und überwerft dre Hochwasserantrage der Berlin, 26. Juni, 1 Uhr nachm. Der Ausschutzberatung. Reichstag überweist zunächst den Gesetzentwurf Bei der zweiten Beratung des Gesetz® über die Wertbestimmung der Ein- entwurfes über die Verlängerung des Schutz® f.uhrscheine für eine Uebergangszeit dem I polizeibeamtengesehes bis zum Handelspolltischen Ausschuß und den S ü h st o f f - 30. September 1926 wendet sich Abg. Koch gesehentwurf dem Steuerausschuh. Ohne (Dn.) dagegen, daß Ministerialdirektor Abegg Aussprache toirb in drei Lesungen eine Rovelle aus der Rede des Vorsitzenden des Landesüber die Kleinbauwohnungskredite Verbandes in Berlin ein Lob der Polizei für angenommen, wodurch die Dauer der vom Reich den Schutz der Demonstrationen herausgelesen zu gewährenden Kredite verlängert wird. Dann habe. In ihm werde tatsächlich Abegg direkt wird die Einzelberatung der Rovelle zum Mie- beschuldigt, daß er selbst daran Schuld trage, terschutzgeseh fortgesetzt. Die §§ 1 und 6, wenn der Radikalismus immer weiter um sich die die Aushebung des Mietsverhältnisses regeln, greife. (Sehr wahr, rechts.) werden unter Abtönung aller Aenderungs- Abg. MarckWald (Soz.): Wir nehmen anträge angenommen. Damit ist auch die Her- | davon Kenntnis, daß die^ Deutschnationalen ein ausnahme der gewerblichen Räume aus dem T abgelehnt, wonach das Mieteinigungsamt befugt VK (LOgUnG sein JoU, die Erlaubnis zu Untervermietung all- ’ < .;j,. maahamIaaav gemein für einen bestimmten Kreis von Unter® ÖCt beutfd^en 3eillin(JSDetie(jer. Mietern, beispielsweise für Sommergäste, zu er- Koln, 26. Juni. (WB.) ^us Aniah der r§ 33a und 33b bestimmen, daß die । in Köln tagenden Versammlung des Vereins M^rsckmhbestimmungeii keine Anwendung fin- deutscher Zeitungsverleger ^nd heute vormittag ^uf Wohnungen, die durch Teilung unbenutz- 11 Uhr in der großen Festhalle des Messege- ^ßer Wohnungen oder unbenutzter gewerb- landes ein offizieller Fest ^.tstattzu dem die 9 Bäume gewonnen worden sind. Die Kom® Spihen der staatlichen und stadtck^n Behörden Giften unb Sozialdemokraten beantragen die hervorragende Vertreter der Wirtschaft, des Han- Streichung dieses Paragraphen. dels und der Industrie Einladungen erhalten $ ßuete (W. Vg.) verlangt die Aufhebung hatten. Der Festakt wurde eingeleitet mit einem _ 493 Forderung und Annahme um wirkungsvollen Orgelspiel des KölnersDomorga- angemessen' hoher Mieten und Vergütungen als nisten Hans Bachem. Der Vorsitzende des Ver- Sucher mit Bestrafung bedroht. eins deutscher Zeitungsverleger, Kommerzienrat 1 Streichung der § 33 a und 33 b wird abge- Dr. lehnt. eben,° die Streichung oon § 49 a. einer Begrüßung der erschienenen Ehrengäste. ' Vorlage wird im wesentlichen nach Vertreten waren die Reichsregierung und die sßgLtyüffen des Ausschusses in zweiter und preußische Staatsregierung durch gleich darauf auch in dritter Lesung angenom- rektor K i e P von der Pvel^bteilung der Reichs- dagegen stimmen die Kommunisten und einige regierung, ferner der Reichslommissar für Die Deutschnationale. besetzten Gebiete, die Provinz Rheinland, die folgt die zweite Beratung des von den Stadt Köln, die Reichsbank' die ^ichspostver Deutschnationalen, der Bayerischen und der Deut- waltung, die Universitäten Kölnund Bonm die i . €ingebrad)ten Gesetzentwur - Justiz die Kirchen die Handelskammer^ Kmist b e r d i e K a p i t a l k r e d i t b e! ch a f f u n g und Wissenschaft, Industrie, Handelund Ge > landwirtschaftliche Pächter. Der vom volkswirt- werbe, der Landesverbaick) der rheinischen Presse feftafttichen Ausschuß wesentlich geänderte Gesetzent- die Kölner Presse, die Stadt Dusseldor und die MM nei'ien Fassung den lanbLirt- Gesolei, ferner waren ^rtxeter Don festlichen Pächtern das Recht, einem ziigelassenen Aachen, Vertreter der oste^eichischen schü^ize-ri ^^inftitnt 3ltr Darlehenssicherung ein Pfandrecht sthen und holländischen ^"nFverleger und em Qn bcm'if)m gehörenden Inventar ohne Besitzüberdeutscher Zeitungsverleger aus dem Baltikum^ geben. Der Verpächter muß davon vor- Dann führte der Vorsitzende u. a. aus. Mit i^toiz -^benackrichtiot werden. dürfen wir aussprechen: Die Haupw^amm- ^ie Vorlage^ wird ohne Aussprache in allen drei lungen des Vereins d^tscher Zeitungsverlegsr ße|ungen angenommen. haben von Jahr ou Jahr an u Ohne Aussprache wird bann eine Entschließung sehen, an allgemeiner und an staats und1 volkswirtschaftlichen Ausschusses angenommen, politischer Bedeutung getv°nn^n. Die glanzende Erwartung ausspricht, daß im Hinblick auf Versammlung, Die wir heute hier m Köln vor uns fti Arbeitslosigkeit im Inlande schen, ist ein erneuter Beweis für dieseuns in größerem Umfange deutsche hoch erfreuende, ehrende Tat ache^ DenKettwigs ein unb ba5 widerrechtliche Ver- verlegern wurde ^E^icht g^acht sich irn Reiben polnischer Wanderarbeiter in Staatsganzen durchausetzem Don^Königsberg Deutschland über bin Saison hinaus nicht g e - führte uns der Weg in diesem -rahre an Den 1 > Rhein und es ist uns eine heilige JO Hierauf kommt dieRovelle zumReichs® diesiahrige Hauptversaimnlung auf dem Dodm p ft f i n a n z g e s e tz zur zweiten Beratung. Rach der endlich befreiten Stadt Köln abzuhattem Beschlüssen des Ausschusses soll der Ber- Unser Herz und unser Gefühl^drangt uns, imisem D£)n 31 auf 40 Mitglieder verstärkt Brudern im nicht mehr besetzten und im nocy . . n^üdlaa’ von 100 Mil- besetzten Gebiet, insbesondere aber der um das bilden und Die Überschüsse darüber hin- Deutschtum und das deutsche Vcttertano lv yo<^® Reicbskasse Zuweilen verdienten P^se ^bmeÄ'slelißche D^bu^en- Nach kurzen Bemerkungen der Abgeordneten falens unsere Teilnahme unD seetilcye joerounoen . (Komm } und Dr ft r i cf (Völk.) wird beit in besonders betonter Weise zum Ausdruck zu Vorlage' nach den Ausschußbeschlüssen in bringen. <■ zweiter und dritter Lesung angenommen. t Kamvf verfolgt Während der Abstimmung hatten die Völki® des Deiches Kampf ve^ol^t, ggeschluhfähigkeit des Hauses bezweifell. den deutsche Manner , Auf Die Signale der Alarmglocke füllte sich aber tote an um Zr D^kschtum ihr^ öer Saal mit der erforderlichen Zahl von und ihre Freiheit geführt haben, unausioicy® oibaeordneten Met Sani kemjenen . unt> dritter Scfung wird dann Ä dewticher S-ltnlg im Erdenrund- ’ÄÄÄ Erw°rbİ,enstr,°rg« sein möge. . . nemere ionogen. Oberbürgermeister Dr. Adenauer hieß die N Versammlung namens ber Stabt Köln herzlich will- kommen. Er erinnerte baran, baß ber Verein Deut- Berlin 25 Juni H Ubr norm Das Haus V°r Zeitungsverleger MM^ dritten * « letzte re ‘ilÄ« »fiZ Sau“- f°ltd°^-i°°meinen 3 in « n > „ „ toa I- Köln herzliche freunbschaftliche Beziehungen unb ^bq Ttütler -Sranfen (051^(6. CÖgg.) 6e» gäben entfponnen. genauer Te? reichnet die Erwerbslosenfrage als das schwie- - große Aufgabe^ber Presse, m einer Zeit wie der rigfte Peblern der Gtatsgestaltung, dazu kämen jetzigen zum ’5tieilcJ ,im J?"”! mahnen gegenwärtig Ueberschwemmungsschäden. Reich Lerstanbigung stach aßn z h utiD Land mühten Den Gemeinden zu Hilfe fom® und zu arbeiten. In diesem Gedanken - suhrte er Anleihe kämen wir nicht aus. weiter aus, ließen wir uns letten als wir den Plan D -Zrehmer (Völl.) kann den faßten, in Köln 1928 eine i nerJat'°n J. Optimismus des Finanzministers über die preu- Presseaus ft e t t u n g zu veranstalten. , Wi Finanzen nicht teilen. Dem ErwerbSlosen- treu^ uns daß dieser Plan den BeiM der fuh . proMem ^uh endlich einmal energisch zu Leibe den Verbände aus dem Gebiete der Presse m Deutsch- gegQngen tpeeben. Rachdem wir die allgemeine land, namentlich im Verein Deutscher ^Ettung e - gDehrpflicht verloren haben, sollte man etwas an leger unb 'm Reichsverbanb ber deutschen Presse । ■ Stelle setzen, das der großen Rot Rechnung fand. Wir erblicken em gutes Vorzeichen für dieses u v J Beginnen auch darin baß bieser Plar- auch m. Aus- Finanzminister Dr. H o e p k e r - As ch o f f ’ l°nde freubige Ausnahme gefunben h°^Wir hoffen t f ÖQr: Sie Aufwertung ist bei den Sparkassen mit Unterstützung bieser Derdanbe bannt ein Werk &en betrag von 12 Prozent festgesetzt. Sie zu schaffen, bas em Wegweiser auch für eine mter- werden gezwungen sein, in den nächsten Jahren natioimle Verständigung sein . Ueberschüsse anzusammeln, um die Auswertung durchzuführen. Dem Mittelstand wird der Kredit dann diei Versarnrnllmg uast^ns!der Reich^egie ni^t entzogen. Zurückweisen muh ich Die- 2lu§« rung und insbesondere des ReEkanz^rs Marx, ^ssungen des Vorredners über die preußischen Der, ebenso wie die übrigen OKitglieDer Des Ka° Finanzen. Sie sind durchaus gesund. Der Mini- binetts, lebhaft bedauerte^ heute nicht umer den gu> ec $en Landbesitz rechtzeitig Versammelten in Köln wetten zu konnem über den Stand Der Verhandlungen zum Finanz- gleichen Gruh entboten Die ^«1161^ Staat«® Ausgleich unterrichten werde. regierung der Oberprasident der ZheinHrovinz 2lbg. Bartels-Krefeld (Komm.): Wenn unö Der Regierungspräsident von Kolm ebenfalls | mQn an ÖGn hohen Ministergehältern sparen und Ministerialdirektor Kiep. ^Edliche . ßie Pfarrergehälter kürzen wollte, könnte man Gruße übermittelte er namens des Reicyspra i- Iei^ty60 Millionen einsparen. (Sehr richtig! bei xenter^ Der mü besonderer Eenustuu^begrußte öen Kommunisten.) Zur Abhilfe Der Hochwasser® daß ber Ber'.nn Deutscher Zeitungsverleger Köln schätzen müßten Die Kommunisten Die Einsetzung ?.um Tagungsort feiner Diesjährigen Haichtver- ^n 50 Millionen in Den Etat forDern. fammlung toablte. Äieb Danfte erneut narnei^ Damit schließt Die allgemeine Besprechung, der Reichs- und der Staatsregierung für das $Qug stimmt in Der Einzelberatung Der Er- was die deutsche Presse für das Deutsche Volk h^hnng der Einnahmesähe zu. geleistet tzat. Was die deutsche Presse 215g. Dr. RaufholD (Dtschn.) toenDet sich getanjabe, fei ein ©tenft am ^aterlonbe tzjx Heraufsetzung solcher lanDwirtschaft® i^m^ wahren Sinne des Wortes. Im Betriebe zur Hauszinssteuer, Die nebenbei ^er ll! Handelskammer Köln ^^ch ein kleines Gewerbe betreiben. entbot deren Präsident, Geheimrat Hagen, der Steu in Den Etat eingesetzt werden vier Mil- Bersammlung warme Gruhe und herzliches Will- zum Ausgleich von Mehraufwendungen kommen. Geheimrat Regierungsrat ^rof. Hek- ^rändcrungen in der Einstufung Der Beker t behandelte Darauf in feiner Festrede das Qmten „WeItwirtschaft der Kriegs- und Der Damit ist Die zweite Beratung des Etats Der 2!achrr.-gs,»t unb «flieg neuer Weltwirt. Finnnzv-rwaltung erledigt. fchaftsmachte. Ohne Debatte stimmt Das Haus noch in ,en- * äunfcn 1 1926- wächst ®lWt „!• WM EWU K'UK , '»» M; ‘"'«‘je te£s 7üLW ■ ElörsaÄ u aus und 5a- “"9. in deren Dienst sich L x«w ÄS ’n oem Derem veranstaltele ^2' «s«ute sich »gm /uch emen ansehnlichen fi- 0 wmden insgesamt S2 Derk- In 3809 M. verlaust, wobei rvdrnz unb Stadt sowie das tzauptteil der Käufer ! rn des Vereins konnten gedeckt ! eigen Ausstellungen war dies ! schlossen alle mit einem mehr -n Defizit ab. Die Zahl der t ein« sehr geringe, infolge- ! *>et Weise die Einnahmen des men, während die Höhe der zunimmt. Um den ousstellen» j n auch mit in geringem Um- ' rden, nimmt der Vorstand ab iuse ausgestellter Werke vor. i Kunstsammlung zuführt oder inter die Mitglieder verw'en n 14. Dezember 1925 statt- ung wurden 13 Amechtschemc is 150 M, zusammen 106 Ml. des Jahres angekauste Kunst- litglieder verlost (32 Gewinnes Monate September und Lk- > isfte[Iung3raum Döflig neu in geweißt und bespannt. Dabc. gen Iahten aus bestimmtem nschenwand medergrlrgt. Dank ms der Stadtverwaltung und einzelner Gönner konnte der .ektrischet Beleuchtung verM m mit einem Teppich bM en gütigen Spendern herzlich stsführung unterlag mehr- die Herren Architekt Vast. Kayser, Kunstmaler DiU ms Burg k°lgten Mander, iie Stelle auch gegenwärtig. Ä >--- • e W* ®‘si? ffl® ‘gV&Ä»? Steeg» d ^"astung ^t. ; derbeitrag. W»« w soll wieder nut in $ "to “ .sendet für J oideM I MH ir °l!° Les Mer Mn ^^enn^L^?oä '/^vEchnen^Aoben^ er iu”V als »ern J orbM konuiit nun fiC ■3^5* puren .ljtnder Jerlehre.' zeigte initgeteu.^ d Mrdcn W Fahr erhoben^ He BorsH^dchtzÄ^hr«-S ss-EL/bL«!-»5 at®=” ” *• Sonderzug von Gießen nach Rübesheim. Am nächsten Sonntag, 4. Juli, wird ein Gesellschaftssonderzug 4. Klasse von Gießen nach Rübesheim gefahren, von da aus Dampferfahrt rheinabwärts bis Koblenz, und ab Koblenz zurück über die Lahnbahn. Hinfahrt: Gießen ab 5.50 vorm., Butzbach ab 6.11, Bad- Rauheim ab 6.24, Friedberg ab 6.32, Rüdes- heim an 8.23 vorm. Hier ist reichlich Zeit zur Besichtigung des Riederwalddenkmals und zu anderen Ausflügen. Mit Dampfer ab Rüdes- heim 1.55 nachm., ab Aßmannshausen 2.20, an Koblenz 5.10. Rückfahrt ab Koblenz 8.18 nachm. mit Zug über die Lahnbahn. Gießen an 10.27 nachm. Die Sonderzugteilnehmer können die Dampferfahrt nach Koblenz wahlweise in Rüdesheim ober Aßmannshausen antreten. Das Fahrgeld für die Dampferfahrt ist in den Fahrpreis der Sonderzugkarten mit eingerechnet. Der Preis der Sonderzugkarten beträgt ab Gießen, Butzbach, Bad-Rauheim und Friedberg 8,70 Mk. Reisende von Butzbach, Rauheim und Friedberg können aus ihre Sonderzugkarte den Pcrionenzug ab Gießen 10.39 abends benützen. * Aufhebung einer Kraftpost im Vogelsberg Die Krastpost Feldkrücken — Mücke ist von der Postvcrwaltung aufgehoben worden. Die Linie war stark unrentabel. • • D i e Besteuerung sportlicher Veranstaltungen. Das hessische Finanzministerium hat an die Bürgermeistereien und Polizeibehörden ein Rundschreiben gerichtet mit der Mitteilung, daß für sportliche Veranstaltungen qller Art nur noch eine Stempelgebühr zu zoylev ist, die auf drei bis fünfzehn Mark berechnet wird, wenn für die Veranstaltungen Eintrittsgeld erhoben wird. Die Vergnügungs- vder Billett st euer wird außer dem Stempelsatz nur dann erhöhen, wenn die sportliche Veranstaltung mit Tanzbelustigung verbunden ist. ' Rach- und Rücksendungsvermerke auf Driefsendungen. Die Post- anstalten find erneut angewiesen worden, die Vorschriften über die Rach- und Rücksendung von Driefsendungen und über die Behandlung unzustellbar zurückgekommener Sendungen genau zu beachten. Ramentlich sollen die älnzustellbarkeits- vermerke auf Drucksachen usw., deren Rachfenbung der Absender ausgeschlossen hat, richtig und vollständig sein, da die Ausschließung der Rachsendung bei Drucksachen meist verlangt wird, um die Anschriftenverzeichnisse der Versender richtigzuhalten. " Eine Bullen-Versteigerung des Landwirtschaftskammerausschusses für Oberhessen findet gelegentlich des Prämienmarktes in Alsfeld am 5. Juli statt. Angemeldet sind hierzu 100 Bullen. ** Die Maul- und Klauenseuche hat in Queckborn weiter um sich gegriffen. Ort und Gemarkung Queckborn sind infolgedessen wieder zum Sperrgebiet erklärt worden. In Ettingshausen und in Saasen hat die Seuche keine weiteren Fortschritte gemacht, in Grohen-Linden und in Harimannshain ist sie erloschen. Dagegen ist sie in Dannenrod ausgebrochen. ♦* Auftrieb auf dem heutigen Frankfurter Schlachtviehmarkt: 338 Ochsen, 56 Bullen, 840 Färsen und Kühe, 485 Kälber, 27 Schafe, 2798 Schweine. Gießener Kreistag. Am Samstag hielt der Kreistag des Kreises Gießen im hiesigen Regierungsgebäude eine Sitzung ab, in deren Mittelpunkt die Beratung peS Voranschlags der Kreisverwaltung .für 1926 stand. Die Verhandlungen dauerten von 10 älhr vormittags bis gegen 21 , Uhr nachmittags. Den Vorsitz führte Oberregierungsrat Dr. Heß. Von den 30 Mitgliedern des Kreistages waren 23 anwesend. Zunächst nahm der Vorsitzende die Dien st- einweisung und Verpflichtung der neuen Kreistagsmitgliedcr vor, die an die Stelle der von den Parteien in den Kreisaus- schuh entsandten Herren getreten sind. Sodann wurde auf den jedem Mitglied vorliegenden Verwaltungsbericht für das Rechnungsjahr 1924 verwiesen, in dem über die Kreisangelegenheiten für die Zeit vom 1. April 1924 bis 31. März 1925 referiert wird. 3n dem Berichtsjahr war der Kreistag dreimal zusammengetreten. Der Kreisausschuh erledigte im Kalenderjahr 1924 in 16 Sitzungen im ganzen 577 Gegenstände (darunter 22 mit mündlich kontradiktorischem und 553 ohne mündliches Verfahren). Die Kreis- rechnung für 1 9 2 4 schließt ab in Einnahme mit 999 571,34 Mark, in Ausgabe mit 943 570,66 Mark, sodaß ein 41eberschuß von 56 000,63 Mark verbleibt. Aus der Rachweisung über das Kapitalvermögen ist das Bestehen folgender Fonds bzw. Anlagen als bemerkenswert ber- vorzuhebcn: Ausgleichsfonds 170 0000 Rm., Aufwertungsfonds 24 000 Rm., Darlehen aus Son- dergebäudesteuer 13 500 Rm. Unter Kapital- schulden werden lediglich Papiermarkbeträge aufgeführt. Der Kreistag wandte sich hierauf dem wichtigsten Punkt der Tagesordnung zu: Voranschlag für 1926. Der Haushalt schließt nach der Vorlage der Verwaltung in Einnahme und Ausgabe mit 966 374 Mark ab. gegen 918 422 Mark im Jahre 1925. Infolge einiger EtreichungSbeschlüsse des Kreistages senkt sich der Ausgabebetrag um rund 4000 Mk. auf 962 374 Mk. Als Haudtposten des Haushalts smd folgende zu nennen: Soziale Fürsorge: Einnahme 243 792 Mk.. Ausgabe 416 712 Mk. (Vorjahr 169572 Mk. bzw. 362 025 Mk.): Allgemeine Verwaltung: Einnahme 16 932 Mk.. Ausgabe 130 277 Mk. (Vorjahr 12 500 Mk. bzw. 126 065 Mk.): Kreis st raßen: Einnahme 148 675 Mk.. Ausgabe 209 220 Mk. (Vorjahr 154072 Mk. bzw. 270 000 Mk.): Seffent- licher Arbeitsnachweis: Einnahmen 4725 Mk.. Ausgaben 60 902 Mk. (Vorjahr keine Einnahmen. 54 500 Mk. Ausgaben). Die Einnahmeseite verzeichnet die Kreisumlagen mit 397 000 Mk.. wie im Vorjahre (gern. Kreis- tagsbeschluh — Ermäßigung der Sondergebäude- steuer gegenüber den Vorschlägen der Verwaltung — werden jÄ>och nur etwa 337 000 Mark durch Steuern aufzubringen sein, während die restlichen 60 000 Mk. dem Ausgleichsfonds entnommen werden sollen): den Anteil an Reichssteuern mit 115 500 Mk. gegenüber 171 500 Mk. im Vorjahre. AuS den Einzelheiten der Beratung ist sol- g en des hervorzuheben: Ein Antrag Müller- Dellrrshrim ("Sauern- bund), die vom Kreisausschuß beschlossene Schaffung der Stelle eines Kreisvollzie- hungsbeamten nicht zu genehmigen, wurde mit 14 gegen 12 Stimmen bei 2 Enthaltungen abgelehnt. Mit großer Mehrheit angenommen wurde ein Antrag Klein (Klein-Linden, Bbd.), die Tagegelder des Kreistages, des Kreisaus- fchuffes und der Kreistag- und Krcisausschußkom- missionen aus Ersparnisgründen auf die Hälfte ihrer bisherigen Höhe hcrabzufetzen. Für den Antrag erhoben sich die Mitgliedr der Rechtsparteien und die beiden Vertreter der Demokraten. Bei der Beratung des Kapitels Bauverwal- t u n g wurden verstärkte Maßnahmen zur Verhütung der Staubplage in den Ortschaften infolge des Automobiloerkehrs ge- wünscht. Die Sprecher Schaum (Lang-Göns, Bbd.) Bommersheim (Langsdorf, Bbd.) denken vor allem an die Teerung der Ortsdurchfahrten. Der Vertreter der Verwaltung, Oberbaurat Cella r i u s , wies auf die gesetzlichen Bestimmungen hin, die dem Kreis nur die Unterhaltung der Chaussierung in den Ortsdurchfahrten auferlegen. Für das, was darüber hinausgehe, fei der Kreis nicht zuständig; über die gesetzlichen Vorschriften könne et nicht hinweg. Trotzdem helfe der Kreis den Gemeinden nach Möglichkeit durch Beihilfen, wie es bisher schon geschehen fei. Ferner wurden nachdrückliche Maßnahmen gegen die Auto, und Kraft- rabraferei innerhalb der Ortschaften gefordert. Die Verwaltung will gern für Abhilfe sorgen, wenn ihr nicht mit allgemeinen Redewendungen. sondern bei Uebertretungen der Kraftfahrer mit präzisen Angaben an die Hand gegangen wird. Einhellige Zustimmung sand ein Antrag QBclder Gießen, Dn., noch einmal an die Provinzialdirektion herar^utretea wegen mietweiser 4Ieberlassung eines Autos an die Kreisverwaltung in erforderlichen Fällen. Zum Kapitel Unterricht. Wissenschaft und Kunst wünschte Abg. Loh (Leihgestern. Dn.). die Beiträge an die gemeinnüh-gen Vereine und Institutionen im nächstjährigen Voranschlag zu erhöhen, wenn die in Betracht kommenden Vereine darum ersuchen. Beim Kapitel Landwirtschaft. Gewerbe und Verkehr wurden auf Antrag Müller (Bellersheim. Bauernbund) die für die Preisprüfungsstelle vorgesehenen Mittel (800 Mk.) mit 16 gegen 12 Stimmen gestrichen. da man von dem Wirken dieser SteUe ja doch nichts verspüre. Für den Antrag stimmten die Rechtsparteien und die beiden Demokraten. HebrigenS bemerkte Regierungsrat Dr. Braun hierzu, die Verwaltung habe bei dem Ministerium die Streichung dieser Einrichtung schon beantragt der Anteil des Kreises solle dann dem Staate überwiesen werden. Zwei Anträge, die Dr. Lenz (Gießen, Dn.) bei dem Kapitel Soziale Fürsorge stellte, verfielen der Ablehnung: im weiteren Verlaufe dieser Beratung stellte der Vorsitzende fest, daß Dr. Lenz im Kreistag keine Anträge stellen könne, da er dem Kreisausschuß anaehöre und sein Kreistagsmandat niedergelegt habe. Zu dem Kapitel Äreisumlagen lag ein Antrag Müller, Bellersheim (Bauernbund) vor, der verlangte, gleichhohe Auslchlagsätze für die Umlagen auf die Stabt Gießen und die Canbo rte festzusetzen. Nach der Begrün- düng des Antrags durch den Antragsteller erklärte Dr. Lenz, Gießen (Dn.), In dieser Frage sei die Rechte nicht einer Meinung. Da die Stadt Gießen in mancherlei Hinsicht eigene Einrichtungen auf Stadtkosten unterhalte, die den Kreis nicht belüften, sei e r aus Gerechtigkeit für den Varfchlag der Verwaltung, der zweierlei Ausschlagssätze vorsieht. Die Abg. Fenchel, Oberhörgern (Bbd.) und Bommersheim, Langsdorf (Bbd.) unterstützten rednerisch den Antrag Müller, für den auch der Antragsteller noch einmal eintrat, die Abg. Del- ck_e r (Dn.), Schudt (D. Dp.) und Homberger (Soz.) traten dem Standpunkt bei, den Dr. Lenz entwickelt hatte. Dr. Lenz hob noch hervor, er müsse in dieser Sache auch darauf Hinweisen, daß bei der Wahl 3000 deutschnationale Stimmen in Gießen abgegeben worden seien, ebenso wie 3000 deutschnationale draußen auf dem Lande. Seine Gießener Wähler müsse er also ebenso berücksichtigen, wie diejenigen auf dem Lande. Hier gehe es um den gerechten Maßstab. Die A b st i m m u n g ergab die Ablehnung des Antrags Müller mit 14 gegen 13 Stimmen. Mithin blieb der Grundsatz der getrennten Ausschlagssähe bestehen. 3m weiteren Verlause der Beratung, die zeitweise recht schwierig war und mehrfache Unterbrechungen der Sitzung zeitigte, verlangten die Abg. Sauer (Mittelst.-Dgg.) und Schudt (D. Vp.) eine Ermäßigung der Sondergebäudesteuer für die Stadt und die Landgemeinden und die Deckung des Aus- fallbetrags durch Inanspruchnahme des Ausgleichs- fonds. Schließlich wurde von einer Mehrheit, be- stehend aus den Rechtsparteien und den Demokraten ein Antratz Sauer-Schudt angenommen, nach dem die Sondergebäude st euer wie folgt festgesetzt wurde: für die Landgemeinden 10 P f. (Derwaltungsantrag 15 Pf.), für die Stadt Gießen 4 P f. (Verwaltungsantrag 6 Pf) von 100 Mark Steuerwert. Der Ausfallbetrag soll aus dem Aus- gleichsfonds gedeckt werden. Ein Antrag Schäfer- Müller (Bbd.), sämtliche Umlagen in Prozentsätzen herabzusetzen, wurde abgelehnt. Die Kreis- steuern werden sich nun auf etwa 337 000 Mark (gegenüber 397 000 Mk. im Derwaltungsvoranschlag) belaufen, während rund 60 000 Mk. dem Ausgleich», fonds aufgebürbet werben. Das Kapitel würbe in dieser Form verabschiedet. Hiermit war der Voranschlag in allen Teilen genehmigt. 2ln Kreisumlagen für 1926 kommen zur Erhebung: Grundsteuer von Gebäuden und Bauplätzen: Stadt Gießen 0,75 v. H., Landgemeinden 4,35 v. H.: Grundsteuer von laird- und forstwirtschaftlich genutztem Grundbesitz: Stadt Gießen 1,5 v. H., Landgemeinden 7,8 d. H.: Gewerbesteuer vom Anlage- und Betriebskapital: Stadt Gießen 1 v. H., Landgemeinden 6,4 b. Sy; Gewerbesteuer von 1 Rm. staatlichem Gewerbeertragssteuers oll deS Kj. 1925: Stadt Gießen 3,9 Pf., Landgemeinden 20 Pf.: Sondergebäude st euer von 100 Reichsmark Steuerwert: Stadt Gießen 4 Pf., Landgemeinden 10 Pf. Schluß der Sitzung gegen 2*/, Llhr. Unser diesjähriger beginnt am Donnerstag, dem 1. Juli 4931B angeheftet. 3 Nützen Sie diese Vorteile aus! 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Beileidsbesuche dankend abgelehnt. 5434D ASstritZer SchwLrzbLer' |s Bei sitzender Tätigkeit müssen Sie besonders auf die richtige Blutzirkulation im Körper bedacht sein. Die Folgen der durch sitzende Tätigkeit bedingten ungesunden Lebensweise sind sehr ost Blutarmut, Schwäche, Der- dauungsstörungen. Diese verschwinden bald, trinken Sie täglich das blutbildende, appetitanregende Köstritzer Schwarzbier. Das echte Köstritzer Schwarzbier ist erhältlich bei Emil Schmall, Diergrohhandlung und Eisfabrik, und in allen durch Plakate kenntlichen Geschäften. 2550ss 3151ss Eiformbriketts, höchste Heizkraft, sparsam in Hausöfen und Küchenherden. Erhältlich in allen größeren Kohlenhandlungen. Verlangen Sie Ruhr- Nußkohlen, 5420 D W,"Zimmei zu vermieten [«« Asterweg 55 II. lilööL »mer zum 1. Juli von Dauermieler gesucht. Schristt. Angebote mit Preisangabe u. 5419V an den Glctz. Anzeiger erbeten. Betolognnomefteie 3 4-Z1INM- VsUMg mit Zubehör inguter Lage evtl. geg. Abstand sofort zu mieten gesucht. 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Bekanntmachung Der vom Gemeinderat durchberatene Voranschlag der Gemeinde Klein-Linden für Vj. 1926, liegt vom 29. Juni 1926 ab, eine Woche lang auf unserem Bureau zur Einsicht der Interessenten offen. Einwendungen dagegen können schriftlich oder zu Protokoll während dieser Zeit vorgebracht werden. Zu der beschloffenen Umlage haben auch die Ausmärker beizutragen. Klein-Linden, den 26. Juni 1926. Hessische Bürgermeisterei __Jung.________5424D OMaUotantas Vorteilhafteste Bezugsquelle für Korbmöbel Korbwaren, ! SMtraöe Telephon 368 SchuJstrafle Man verlange ausdrücklich Giessener Brauhaus-Pils »** 22 ® LA ÄJ tun? bei einer ische Meordneie alleiniger W rUÄer^erunfle Trennung «,nl,T Mleilunge rvP " bt6heri0en 'Beibemv'A, in ö rin b ^$Sn!onn allem En . D fesf4- Aä grünkenoechcherun «jag Witte". ->» « " irsr» Honen des Reichst- Gelle verttetenen allen Umständen o welche Berufskreif führen, das im 2 Tendenz der Sozic In der knap, bedeutet die Besei auch der als besonders drüi hören die Angeste die Einführung o 5» Dienstzeit mindest schnitlslohnes bzw revierführenden 5 bie geleisteten Bei stcherungstechnisch reichsgesehlichen 2L besondere Bestimm 8°ng von der test ligen sind. t 8ei den mono S *(t die finai ichailsnovelle stark SMsse Mehi gehen bi der einen Sei ftt auf eine ©tei< % Koni Don: Ginbnii Sr9" Dismarij tau®’®5 rif*.« Don M iein; er ffinri d-- 6f«£eN fierte -r den, ltcher "cher SÄ’ •wyS.? nottöenhM t .5eit M 6( Md SwA ? ??n $lnele 8,t5 Loh Nr. M Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) 3um neuen Reichsknappschaftsgesetz. Don Otto Thiel, M. d. R. Die am 22. d. M. im Reichstag mit der starken Mehrheit von 320 gegen 58 Stimmen bei 8 Stimmenthaltungen verabschiedete Novelle zum Reichs- knappschastsgesetz (RÄG) hat nicht nur sozialpolitische, sondern auch politische Probleme aufgerollt. Sozialpolitisch gesehen, bringt die Novelle gegenüber dem bisherigen Stand weitgehende Aende- rungen und besonders für die Angestellten wesentliche Verbesserungen. Wichtigste Neuerung ist die reinliche Trennung der knappschastlichen Versicherung in Abteilungen für Angestellte und Arbeiter. Bei dem bisherigen Zustand waren die Angestellten in starkem Maße von den Arbeitern abhängig, da sie ihre Vertreter in die Organe der Knappschaft nicht allein wählen konnten. Die Angestelltenvertreter im Vorstand wurden von den vielfach sozialistischen Ar- beitervertrelern in der Hauptversammlung mitgewählt, woraus sich der merkwürdige Zustand ergab, daß die Arbeiter auf die Wahl einen größeren Einfluß hatten als die Angestellten selbst. Ein weiterer Fortschritt, der in Angestelltenkrei- sen freudig begrüßt wird, ist durch die Zulassung der Ersatzkassen im Rahmen der knappschaftlichen Krankenversicherung zu verzeichnen. Während in der allgemeinen reichsgesetzlichen Krankenversicherung die Bedeutung der Berufskrankenkossen längst dadurch anerkannt ist, daß sie als gleichberechtigte Träger der Krankenversicherung neben den allgemeinen Ortskrankenkassen zugelosjen sind, war es bei der Schaffung des RKG. im Jahre 1923 dem sozialistischen Einfluß gelungen, diese Berufskran- kcnkasscn jrür die bergbaulichen Angestellten auszu- scholten. Durch diese Maßnahme waren die Angestellten gezwungen, den meistens unter überwiegendem Einfluß der sozialdemokratischen Arbeiter stehenden knappschafllichen Krankenkassen anzuge- hören. Den Bemühungen der bürgerlichen Fraktionen des Reichstags ist es gelungen, diesem Zustand ein Ende §u bereiten dadurch, daß auch in der Knappschaftsversicherung in Zukunft die Versicherung bei einer Ersatzkasse der Versicherung gleich gilt. Es ist bezeichnend, daß sich gegen diese Bestimmung insbesondere der sozialdemokratische Abgeordnete Aufhäuser, der sich gern als alleiniger Vertreter der Angestelltenbelange im Reichstage ausspielt, zur Wehr gesetzt hat. Der Kenner Der Verhältnisse weiß allerdings, daß dies nur in den Rahmen der von sozialdemokratischer Seite vertretenen Sozialpolitik paßt, wonach unter ollen Umständen vermieden werden soll, daß irgendwelche Bcrufskreise ein sozialpolitisches Eigenleben führen, das im Widerspruch zu der nivellierenden Tendenz der Sozialdemokratie steht. In der knovpschafllichen Pensionsversicherung bedeutet die Beseitigung der sogenannten Doppel- verstcherung für die Angestellten eine fühlbare Erleichterung. Bisher waren sie gezwungen, nicht nur der Pensionskasse des Reichsknappschaftsvereins, sondern auch der reichsgesetzlichen Angestelltenoersicherung anzugehören. Die dadurch bedingte starke Beitragsbelastung der Arbeitgeber und Arbeitnehmer wurde, zumal bei der heutigen Wirtschaftslage, als besonders drückend empfunden. In Zukunft gehören die Angestellten nur noch der Angestelltenpensionskasse des Reichsknappschaftsoereins an. Diese Pensionsoersicherung tritt an die Stelle der reichsgesetzlichen Angestelltenversicherung. Es sind besondere Bestimmungen getroffen für den Heber- gang von der reichsgesetzlichen Angestelltenversicherung zum Reichsnappschaftsoerein und umgekehrt. Bei der Berechnung der Pensionsleistungen ist die Einführung von Lohn- und Gehaltsklassen in feder Beziehung zu begrüßen. Während nach der bisherigen Regelung die Pension noch 25jähriger Dienstzeit mindestens 40 v. H. des Hauerdurch- schnittslohnes bzw. des Durchschnittsgehalts eines revierführenden Steigers betrug, ohne Rücksicht auf die geleisteten Beiträge, ist man jetzt zu dem versicherungstechnisch einzig möglichen Prinzip übergegangen, wonach sich die Renten den geleisteten Beiträgen anpassen. Durch diele Bestimmung, die mehr der Gerechtigkeit entspricht als die bisherige Regelung, werden manche Auswüchse beseitigt, die auch vom Arbeitnehmerstandpunkt aus nicht zu billigen sind. Bei den monatelangen Beratungen im Reichstage ist die finanzielle Auswirkung der Knappschaftsnovelle stark urnkärnpft gewesen. Unstreitig ist eine gewiße Mehrbelastung vorhanden, lieber das Ausmaß gehen die Meinungen stark auseinander. Auf der einen Seite sind Zahlen angegeben worden, die auf eine Steigerung von 100 Millionen Mark kommen, während andererseits von Bergarbeiter- feite sogar eine Lastenminderung errechnet wurde. Demgegenüber hat das Reichsarbeitsministerium (RAM.) in einer Denkschrift zur Auswirkung der König Ludwig II. Don Dr. Erich I e n i s ch. „Wo er vorüberschritt, sah man das Königtum schreiten." So ungefähr versuchte ein Franzose den Eindruck Ludwigs II. wiederzugeben. Und auch Bismarck hatte von dem adligen Wesen des bayerischen Kronprinzen einen bedeutenden Eindruck empfangen. Er war eben mehr als ein Geisteskranker, und der Zauder seiner Persönlichkeit über- strahlt die Dunkelheit seines Endes: Vielleicht ist Ludwig II. einer der allerletzten Repräsentanten der Königswürde im 19. Jahrhundert gewesen. Er hatte nicht den Ehrgeiz, der erste Diener des Staates zu [ein; er fühlte sich auch nicht als die Personifikation des Staates, denn bei aller Prachtliebe repräsentierte er nie. Er strebte nach einem Leben in Schönheit und herrlicher Fülle, nach einem Leden in königlicher Höhe und Weite jenseits alles Politischen. Er wollte König sein, König in dem Sinne, in dem in der Vergangenheit orientalischer Staaten diese Idee verstanden wurde. In sich und um sich besaß er nicht die Kräfte, die chm Helsen konnten, dieses Ideal zu verwirklichen. Seine Zeit war solcher Würde des Herrschers notwendig feindlich. Und in sich trug er die schwere Last bedrohter Gesundheit. So blieb7 ihm kein Weg, als im Traum sein unzeitgemäßes Wunschbild zu gestalten: Er entwich dem Zwang des Wirklichen und entgleiste in die Romantik. Die Pracht seiner Bauten, ihre phantastische Schönheit war nur ein Mantel seiner Einsamkeit; sie war nicht gewirkt aus den Mächten des Daseins, sie war geboren aus der Sehnsucht nach einem unerreichbar herrlichen Leben. Den zwölfjährigen Knaben hatte die Erzählung von Wagners Lohengrin aufs tieffte erregt. Hier öffnete sich ihm der Blick auf die schimmernde Zouberschönheit äs» Schwanenrttters, der nun für Knappschaftsnovelle Stellung genommen. Unter der Voraussetzung, daß sich diese von amtlicher Seile errechneten Zahlen in der Praxis als richtia erwei- fein sollten, werden in der knap'pschaftlichen Krankenversicherung 18 Millionen Mark mehr erforderlich, hauptsächlich durch die gesetzliche Einführung der Familienkrankenpslege, die die Bergarbeiter früher vor dem Inkrafttreten des RKG. bereits hatten und deren Wiedereinführung von keiner Seite im Reichstage beanstandet wurde. In der Pensionsversicherung kommt die Berechnung des RAM. zu einem reinen Mehrbedarf von rund 4 Millionen Mark. Die ernste Sorge derjenigen Kreise, die jede Mehrbelastung für den sich in einer Krisis befindenden Bergbau glauben ablehnen zu müssen, ist verständlich. Demgegenüber steht aber die dringende Notwendigkeit, den unter besonders erschwerten Umständen arbeitenden Bergleuten eine anständige Versorgung bei Krankheit, Unfall ober Invalidität zu sichern und ihnen die Sorge um das Wohlergehen ihrer Familie abzunehmen. Daß die Sozialversicherung der Bergleute in einigen Fällen auch zu Ueberspannungen geführt hat, soll unumwunden zugegeben werden. In dieser Hinsicht aber sind durch die jetzt verabschiedete Novelle soziale Ueberfteige« rungen beim Zusammentreffen mehrerer Renten beseitigt worden. Biel umstritten ist endlich die geänderte Sitzverteilung in den Organen der Knappschaft gewesen. Während bisher für Arbeitgeber und Arbeitnehmer Parität bestand, werden in Zukunft die Arbeitnehmer % und die Arbeitgeber Z der Verwaltungsrechte haben. Selbstverständlich ist damit auch die bisherige Halbierung, der Beiträge beseitigt. Die Arbeitnehmer sind also gezwungen, in Zukunft § der Beiträge zur Kranken- und Pensionsoersicherung zu zahlen. In Arbeitgebcrkreisen hat diese Einengung ihrer Berwaltungsrechte vielfach Unwillen erregt, obwohl auch dort Stimmen laut wurden, die, unter der Boraussetzung der alleinigen Aufbringung der Mittel durch die Versicherten, keine Bedenken haben würden, im Laufe der Entwicklung allmählich dazu überzugehen, die Verwaltung der Sozialoersicherungsträger ganz den Bersicherten, zu deren Wohl diese Einrichtungen geschaffen wurden, zu überlassen. Dieses Problem wird sicher später mich in der übrigen Sozialversicherung akut werden. Die K eine Entente und Deutschland. Die Agonie der Kleinen Entente ist noch nach jeder Konferenz ihrer Außenminister, mit Recht, sestgestellt worden. Dieser unnatürliche Mächte- verband kann nicht leben und nicht sterben. Er kann nicht leben, weil die Gefahr einer den Trianoner Fricdensvertrag zerfetzenden Restauration des letzten gekrönten Königs von Ungarn, die die Tschechoslowakei, Jugoslawien und Rumänien in einen Abwehrbund zusammengeführt hat, nicht mehr besteht, andere Jnteressenidentitäten aber bis heute nicht gefunden werden konnten; und er kann nicht sterben, weil sein Schöpfer (Dr. Benesch) auf dem Scheine einer durch Stimulantien genährten Existenz des Bundes besteht, llebrigens: Um jeden der genannten Staaten türmen sich Gefahren auf, denen wenigstens das Phantom einer Allianz gegenüber« gestellt werden soll. In diesem Jahre traten die Minister der Kleinen Entente nun schon zum zweiten Male zu ihrer „alljährlichen" Konferenz zusammen; im September soll eine dritte in Genf, im nächsten Frühjahre wieder eine in Prag folgen. Ein so reges Bedürfnis nach mündlicher Aussprache kann Ausdruck einer besonderen Intimität oder einer ungewöhnlichen Häufung von Schwierigkeiten sein. Die Vorgeschichte und der Verlaus der eben zu Ende gegangenen Deldeser Konferenz besagen, daß die alten Gegensätze zwischen den Ententegenossen, die sich aus ihrer verschiedenen Einstellung zu Ungarn, Polen, Bulgarien, Rußland und Italien ergeben, noch immer nicht behoben sind und zu ihnen das stachlige Problem des Wiedereintrittes Deutschlands in die seuro- päische Politik getreten ist. In dem Maße, wie die großen Siegermächte, die die Mitglieder der Kleinen Entente stets als Mitläufer oder Sturmböcke, nie aber als eigenwillige Staatsindividualitäten behandelt haben, Deutschland zur Mitarbeit an der Lösung der großen europäischen (und wohl bald auch der außereuropäischen) Fragen heranziehen, in dem Maße, wie lene großen Mächte die Befriedung der Welt in Abkommen mit Deutschland suchen und Deutschland feine politische Handlungsfähigkeit wiedererlangt, schrumpft nicht nur die mehr eingebildete als anerkannte Bedeutung der kleinen Nutznießer von Versailles zusammen, sondern wird auch ihre aufdringliche Politik, besonders von den West- Mächten, als störend und lästig empfunden. immer sein Wunschbild wurde. Mit fünfzehn Jahren sah er die Aufführung des „Lohengrin". Sie entschied über sein Schicksal. Wagner wurde der Leiter seines Ledens: Man gab ihm die revolutionären Schriften Wagners, um seine Begeisterung für ihn abzukühlen. Sie vertieften feinen Enthusiasmus nur. Als Wagner in seiner Not sich an die Nation wandte und jenen Aufruf veröffentlichte, der resignierend mit den Worten schließt: „Wird sich dieser Fürst finden?", gelobte der junge Prinz, daß er dieser Fürst fein werde. Er wollte der Welt zeigen, wie das Genie zu ehren sei. Ueberraschcnd schnell gab ihm das Schicksal Gelegenheit, sein Gelübde zu erfüllen: Achtzehnjährig kam er am 18. Mai 1864 auf den Thron, und wenige Wochen später war Wagner der mächtigste Mann in seinem Königreiche. Nun kam einer jener großen, in feiner Möglichkeit fast überirdisch schönen Augenblicke, die in der Geschichte selten sind: Der Künstler und der König verbinden sich im Rausche tiefer Freundschaft. Ludwig schreibt: „Unbewußt waren Sie die einzige Quelle meiner Freuden, von meinem zarten Jünglingsalter an, der mir wie keiner zum Herzen sprach, mein bester Lehrer und Erzieher." Und Wagner sagt nach der ersten Begegnung: .feilte wurde ich zu ihm geführt. Er ist leider so schön und geistvoll, seelenooll und herrlich, daß ich fürchte, sein Leben müße wie ein flüchtiger Göttertraum in dieser Welt zerrinnen. Er liebt mich mit der Innigkeit und Glut der ersten Liebe: er kennt und weiß alles von mir und versteht wich wie meine Seele . . . Denken Sie, wie ergriffen ich bin. Mein Glück ist so groß, daß ich ganz zerschmettert davon bin . . ." Und später, als der Rausch des Glückes schon vorüber ist, schreibt er doch wieder: „Gestern, wo wir die Vollendung und Aufführung meiner Nibelungen festsetzten, war ich doch °.?r. Erstaunen über bas Wunder des himmlischen königlichen Jünglings so ergriffen, daß ich nahe daran war, vor ihm hinzusinken und ihn anzu- Jetzt wäre für die Kleine Entente die Verwirklichung des Gedankens vonnöten, den Dr. Benesch dem Bunde von Haus aus zugrunde legen wollte: Zusammenfassung einer größeren Anzahl von Kleinstaaten zu einem festen völkerrechtlichen Verbände, der die Stärke einer Großmacht hätte. Aber ach, dieser Gedanke war und ist nicht zu realisieren! Es gibt keine Großmacht „Kleine Entente", die nur aus den auf der mitteleuropäischen Erde verstreuten Splittern Tschechoslowakei, Jugoslawien und Rumänien bestehen könnte. Nur ein Donau- oder ein Balkanbund stellte eine solche Macht dar. Der natürliche geographische Bereich eines Donaubundes umfaßte das Gebiet der alten österreichisch-ungarischen Monarchie, dazu auch noch das Vorkriegs-Serbien und -Rumänien; zu einem Balkanbunde gehörten Jugoslawien, Rumänien, Bulgarien und Griechenland, zu denen die Tschechoslowakei nur in das Verhältnis treten könnte, in dem heute Italien zur Kleinen Entente steht. Daß weder Oesterreich noch Ungarn für einen solchen Donaubund zu haben ist, bedarf keiner weiteren Ausführung. Und die Geschichte hat bewiesen, daß die inneren Gegensätze zwischen den Balkanstaaten höchstens Vereinbarungen über die Beraubung eines Dritten gestatten, aber schon Abkommen über die Teilung der Beute ausschließen oder doch unwirksam machen. Gegen alle diese Föderationspläne — rein gedankliche Konstruktionen — ist auch noch einzuwen- den: Wer sollte den einen, wer den anderen Bund führen? — Gehen wir, um in der Mentalität der „kleinen Sieger" zu bleiben, über den eventuellen Anspruch Oesterreichs, Ungarns und Bulgariens, immer oder gelegentlich die Präsidialmacht vor- zustellen, hinweg. Bestehen bleibt dann die Frage, ob sich einer der drei Staaten der heutigen Kleinen Entente der Führung eines anderen von ihnen unterwürfe. — Das ist ausgeschlossen. Der Führer müßte, wie die Dinge heute liegen, in jeder Frage stets den vitalen Interessen mindestens eines von ihnen zuwiderhandeln. Dabei stellt keiner von den Dreien den andern gegenüber eine merklich überlegene Macht bar, die das Beisammenbleiben gegebenenfalls erzwingen könnte. Nehmen wir aber an, daß man sich schließlich und endlich doch auf Prag oder Bukarest oder Belgrad einigte: Einmal schon wollte Benesch Führer spielen und eine mitteleuropäische Frage, den Zwist zwischen Oesterreich und Ungarn wegen des Burgenlandes, regeln; Italien schlug ihm auf die Hand, daß er sie beschämt und grollend zurückziehen mußte. Das würde jetzt erst recht geschehen. Heute beansprucht Italien mehr denn je die politische Führung im „österreichisch- ungarischen Raum" und auf dem Balkan. Gegen Mussolini wagen die Herren Benesch, Nintschitsch und Mitilineu nicht aufzumucken (wie ihre Schlußbetrachtungen zur Veldeser Entrevue verraten). Wenn aber Italien von seiner stolzen Höhe herab- glitte? So wäre es morgen Frankreich ober England, übermorgen vielleicht Deutschland, das sich für den gedachten Raum interessierte. Die Beziehungen zwischen den großen Mächten, nicht die Wünsche der kleinen werden fürderhin die Zukunft von Wien und Budapest, von Sofia und Achen, ja selbst von Prag, Bukarest und Belgrad bestimmen. Die Herren von der Kleinen Entente haben wohl in der Geschichte nachgeblättert und gefunden, daß — dereinst — hundertjährige Arbeit im Interesse der deutschen Sache Preußen, hundertjähriges Wirken an der Scheide des Orients und Okzidents Oesterreich den Anspruch auf Führung verlieh. Die Tschechoslowakei, Jugoslawien und Groß-Rumänien verdanken aber ihre sehr kurze Existenz einem Ge- waltstreich und haben vis heute nicht eine international bedeutungsvolle Kulturaufgabe gelöst. (Mi- noritätenschutz!) Zu Veldes vereinigt, begnügten sich daher Be- nesch, Nintschitsch und Mitilineu, sich ihre angesichts der politischen Umgruppierung in Europa schwindende Bedeutung einzugestehen und — über den Turnus zu zanken, in dem jeder von ihnen den nichtständign Völkerbundesratssitz innehaben soll. Der Eintritt Deutschlands in den Völkerbund warf aber auch insofern seinen Schatten auf die Konferenz der Kleinen Entente voraus, als sie eine gemeinsame Front gegenüber dem Völkerbundesmitglied der Zukunft zu finden trachten mußten. Erinnert man sich, wie verschieden (aber durchschnittlich unfreundlich) die Mitglieder der Kleinen Entente gegenüber dem ohnmächtigen Deutschland empfanden und handelten, dann erscheint einem die am Schlüsse der Entrevue formulierte freundliche Beurteilung des deutsch-russischen Vertrages und der zu gewärtigenden Mitarbeit Deutschlands in Genf als die unfreiwillige Anerkennung der Tatsache, daß fortab mit Deutschland zu rechnen ist. Angesichts der gründlich veränderten Konstellation versagte sogar das Talent Beneschs in der Erfindung von Formeln. Was an den Gestaden des Veldeser Sees über den deutsch-russischen Vertrag und das deutsche Gesuch um Aufnahme in den Völkerbund gesagt beten." Im engsten Kreise nannte Wagner den edlen Jüngling „Parzifal". Der König erlitt bittere Enttäuschungen. Wagner sah in ihm nur das Werkzeug, um seine großartigen Theaterpläne durchzuführen. Ludwig tat alles für ihn, was in feiner Macht stand. Er war bereit, auf den Bau feiner Prioatschlöffer zu verzichten, um Sempers Plan für ein Wagner-Festspielhaus mit einer Prachtstraße und einer neuen Brücke über die 2sar zur Ausführung zu bringen. Wagner geriet durch die rücksichtslose Vertretung seiner Theater- interessen mit hohen politischen Beamten in einen Konflikt, der zu seinem Sturze führte. Der König hatte es fühlen müssen, wie wenig seine Liebe Wagner galt, wie er immer nur an sein Theater dachte. Auf eine scheue und zarte Art tut er ihm seinen Schmerz kund. Wagner klagte ihm über äußere Hindernisse, und er antwortete: „Oh, ich glaube Ihnen, begreife wohl, daß Augenblicke des Unmuts gegen das Menschengeschlecht bei Ihnen eintreten, doch wollen wir bedenken (nicht wahr, mein Geliebter?), daß es doch viele edle Menschen gibt, für welche zu leben und zu schaffen es wahre Freude ist . . ." Man kann diese Freundschaft, diese Liebe zu Wagner nicht mit medizinischen Begriffen analysieren. Zu viel echte Menschlichkeit, zu viel seeliscye Reinheit äußert sich in ihr und hebt sie über alles Krankhafte hinaus. Und die Schönheit dieser Seele bringt auch noch durch die Schleier geistiger Umnachtung, die sie später verhüllen. Wir kennen jetzt die Aufzeichnungen des kranken Königs, wir ersehen aus ihnen sein maßloses Majestätsbewußtsein, sein irres Sichoersetzen an den Hof Ludwigs XIV. Aber mir sehen in ihnen auch immer wieder den Willen rege, feiner krankhaften Neigungen Herr zu werden. Selbst in der Umnachtung des Wahnsinns sucht er noch nach der Reinheit, der Schönheit auch die Herrlichkeit, in die er sich als Kind geträumt hat. Montag, 28. Juni 1926 wurde, ist dem Sprachschatze Briands und Chamberlains entlehnt worden. Der französische und der eng- lische Staatsmann sprachen aber, als sic das deutsch, russische Abkommen als loyal und korrekt anerkannten, nicht darüber, wie sie i h re Beziehungen zu Rußland einrichten wollten. Es fehlte also wohl ein Vorbild für die Behandlung der Frage „Rußland—Kleine Entente"? — Jedenfalls ge. langten Benesch, Nintschitsch und Mitilineu nur zu der wiederholten so dürftigen Feststellung, daß jedes Mitglied der Kleinen Entente in seiner Politik gegenüber Rußland nach wie vor freie Hand habe. Wir leben noch zu sehr In Not und Elend, als daß wir leicht die Zeichen einer freundlicheren Zu funft wahrnähmen. Ein solches Zeichen erschien über dem Firmamente von Veldes: Die Kleine Entente diktiert nicht mehr, als Exekutivorgan der „großen Sieger", Mitteleuropa das Gesetz, sondern ie empfängt das Gesetz von den Großen, und diese ind nicht mehr starr in Sieger und Besiegte ge chieden. Der Rechenfehler eines Poincars, der Europas Bevölkerung in Herren und Knechte geschieden sehen wollte, mußte an dem Tage offenbar werden, da auch der Franken zu weichen begann. Nun müssen sich „sogar" die Herren in Prag, Bukarest und Belgrad zu „Abschreibungen" verstehen. Das Leben Abd el Krims in der Gefangenschaft. (Don unserem Pariser W. S.-Korrespondenten.) Französische und spanische Zeitungen ver« öffentlichen lange Schilderungen über das Leben Abd el Krims, der von den Franzosen außerordentlich streng in der ihm angewiesenen Villa bewacht wird, bis sich die französische und die spanische Regierung endgültig über den zukünftigen Aufenthaltsort Abd el Krims entschieden haben werden. Eine doppelte Wache verhindert jeglichen Zutritt zu dem Hause. Wachtposten sind weiterem Umkreise aufgesteltt, um jeden Verkehr mit der Außenwelt zu verhindern. Die Haustür ist fest verschlossen, dahinter liegt eine starke lln- teroffizierswache Tag und Rächt. Eingeborene Diener können nur bis zu diesem Posten vordringen, aber nicht weiter. Das Haus, in dem Abd el Krim bewacht wird, ist im spanisch- maurischen Stil gebaut und umgeben von einem großen Garten. Das Haus besteht aus drei großen und sechs kleineren Räumen. Dort wohnt Abd el Krim zusammen mit seinem Bruder Mohammed, seinem Vertrauensmann Doujilar und dem Caid Haddou. Die Männer wohnen in einem großen Zimmer der ersten Etage, die Frauen und Kinder in 2 Zimmern des Parterres. Abd el Krim hat nur zwei Frauen und drei Kinder bei sich, und zwar zwei Knaben und ein Mädchen. Seine dritte Frau wohnt wegen der Raumbeschränkung mit seinem Onkel Abd es Lern zusammen, der ein besonderes kleines Haus abseits bewohnt. Die Tage der Gefangenen vergehen in der größten Eintönigkett. Abd el Krim steht sehr früh auf und trinkt dann eine Tasse Milch. Daraus macht er lange Spaziergänge in den Gärten. Wird die Sonne zu heiß, kehrt er ins Haus zurück und spielt mit seinen Begleitern »Ronda", ein spanisches Kartenspiel. Mittags bringen die Diener des Paschas von Fez der Wache das für Abd el Krim bestimmte Essen, das auf seinen besonderen Wunsch nur aus Gemüsen besteht. Der Rachmittag vergeht mit langen Besprechungen beim Tee. Niemand weih, was die (befangenen sich hierbei untereinander erzählen, aber sie scheinen sich sehr gut miteinander zu vertragen. Oft sieht man auch Haddou allein und fast ständig mit der Zigarette im Mund. Am Abend bringen die Diener des Paschas erneut das Essen. Dann stellt sich auch hin und wieder ein Offizier der Wache ein, um mit den Gefangenen ein wenig zu plaudern. Abd el Krim scheint sich mit seinem Schicksal vollständig abgefunden zu haben. , Aus dem Amtsverkiinvigungsblatt. * Das Amtsverkündigungsblatt Rr. 51 vom 25. 3uni enthält: Maul» und Klauenseuche in Queckborn, Ettingshausen, Saasen und Grohen-Linden. — Taubstummen- und Blindcn- beschäftigungsanstalt. — Hauptversammlung des Kreis-Obst- und Gartenbauvereins Gießen. — Ausbezahlung der Vergütung für den nebenamtlichen technischen Unterricht in der Fortbildungsschule. — Aufnahme der taubstummen und blinden Kinder in die für ihre Erziehung bestimmten staatlichen Anstalten. — Aushändigung der Reichsverfassung an die zur Entlassung kommenden Schüler. — Landesjugendtag 1926. — Straßensperren. — Dienstnachrichten. Und auch die Katastrophe am Starnberger See hat nicht den Glanz von der Gestalt dieses Königs nehmen können. Seltsam: Wir wissen heute, daß der König krank war, ihm gehört unser Bedauern, jenes Bedauern, das wir Lear verehrungsvoll zollen. Aber im Volke hat Ludwig II. nie aufgehört, vergöttert zu werden. Die ewigen Züge seines Wesens treten in der mythenbildenden Phantasie hervor, und so bewahrt sie nicht das Bild des Kranken, sondern das Bild des Königs. Der gefährliche Händedruck. Der Professor der Bakteriologie an der Universität von Drttisch-Columbia H. W. Hill hat seine Studien einer bisher wenig beachteten Form der Uebertragung von Krankheiten gewidmet, nämlich dem Händedruck. Er erklärt diese so allgemein übliche und besonders in den angelsächsischen Ländern mit Leidenschaft geübte Art der Begrüßung für außerordentlich gefährlich. Bei zahlreichen Versuchen des Handschüttelns, bei denen die eine Hand mit verschiedenen Bakterien infiziert war. wurde in jedem Fall eine ^Übertragung der Bakterien auf die andere Hand festgestellt. Dies war bei allen Arten der Fall, nicht nur bei dem kräftigen Händedruck, sondern auch bei dem losen Berühren der Hände. Besonders stark war die Uebertragung, wenn die infizierte Hand trocken war und sehr fest zupackte. Troy dieser besorgniserregenden Behauptungen braucht aber der Händedruck nun nicht verbarmt Zu werden, denn die Hand ist ja glücklicherweise nicht immer mit gefährlichen Krankheitserregern bedeckt, und Infektionskrankheiten können ja auch schon übertragen werden, wenn man sich mit der infizierten Person nur in demselben Zimmer befinbet Turnen, Sport und Spiel. Der Lauf. Don Sportrat Fritz Strube, Hannover. Der Lauf ist die älteste, natürlichste und einfachste Leibesübung. Er nahm schon früher und nimmt auch heute noch das größte Interesse bei Veranstaltungen sportlicher Art für sich in Anspruch, weil er Kampf bis ins Ziel bedeutet und so ungemein fesselnd wirkt. Das gilt hauptsächlich vom Kurz st reckenlauf und den Staffeln. Der Lauf ist aber nicht nur Kampf, fon« Lern er ist auch eine Gesundheitsübung allerersten Ranges, und bildet deshalb eine der Grundlagen unserer körperlichen Ausbildung und Erziehung. Die gesundheitliche Bedeutung besteht in erster Linie in der erhöhten Beanspruchung von Herz und Lunge, int Mehratmen frischer freier Luft. Bis ins höchste Alter hinein läßt sich der Lauf pflegen, und die Tatsache, daß Männer hoch in den vierziger Zähren zu unseren besten Langstreckenläufern gehören, mag Beweis dafür sein. Der Lauf, haupt- fächlich der Langstreckenlauf, kennt kaum eine Altersgrenze, besitzt also eine hohe körpererhaltende Wirkung. Die in neuerer Zeit stark gepflegten Wald - und Geländeläufe haben dabei noch den Vorteil des Genießens der Natur für sich, bringen Abwechslung und können zu jeder Jahreszeit, im Winter ebenso wie im Sommer, betrieben werden. Man unterscheidet verschiedene Strecken beim Lauf: diekurze, die mittlere und die lange Strecke; bis 400 Meter, bis 1500 Meter, über 3000 Meter. Die längste Laufstrecke ist der Marathonlauf mit 42,2 Kilometer, die etwa in 3 Stunden zurückgelegt werden. Bei den kurzen Strecken kommt es hattptsöchlich auf die größte Schnelligkeit an. die mittlere Strecke verlangt hierzu noch Kraft und Ausdauer, bei der langen Strecke herrscht die Ausdauer ganz vor. Zede dieser Strecken ist ein Spezialgebiet und verlangt eine besondere Einstellung und Veranlagung. Die größte Bedeutung in der ganzen Welt besitzt der 1 0 0 - M e t e r - La u f. dessen Weltrekordzeit 10,4 Sekunden (Walker sSüdafrikai 1909) beträgt, das sind also 10 Meter in einer Sekunde. 3m allgemeinen erreicht der Mensch die größte Schnelligkeit im Alter zwischen 20 und 25 Jahren. Zum Lauf, sei er allgemein oder speziell, gehört eine gute körperliche Gesamtdurchbildung. Früher glaubte man, der Lauf werbe nur mit den Beinen ausgeübt, jetzt haben die Forschungen aber längst erwiesen, daß die Muskulatur des ganzen Körpers mitarbeitet und daß z. D. A r m a r b e i t von größter Wichtigkeit ist. Zede Bewegung beim Lauf geht nach vorn. Ein Pendeln des Körpers bedeutet einen Zeitverlust, der bei kurzen Strecken kaum einzuholen ist. Ebenso ist ein Springen zu vermeiden, denn der Lauf soll eine gleichmäßige, fließende Folge einzelner Bewegungen sein. Die Fußspitzen müssen genau nach vorn, nicht nach außen gerichtet sein, worauf schon bei der vorbereitenden Gymnastik zu achten ist. Das vorgeworfene Bein seht leicht mit dem Fußballen auf, vielfach schon mit dem Hacken und rollt über die Fußspitze ab. Das andere Bein, das sogenannte Stemmbein, drückt den Körper nach vorn. Die Knie müssen beim Durchschwingen bis zur Wagerechten gehoben fein, damit der Schritt groß genug wird. Die Fersen dürfen nicht hochgehoben werden oder etwa gar an das Gesäß schlagen. Der .Unterschenkel hängt lose herab und ist nicht bewußt nach vorne zu schleudern; durch richtiges Hochreißen des Oberschenkels fällt der Unterschenkel beim Aufsehen meist von selbst richtig. Von großer Bedeutung ist das Vorschieben der Hüfte, das ein Verlängern des Schrittes ermöglicht. Deshalb müssen Hebungen zur Lockerung der Hüftgelenke häufig betrieben werden, da die meisten Läufer in dieser Körperpartie noch zu steif sind und die Beine nicht auseinanderbekommen. Der Oberkörper ist mit angezogenem Kinn leicht nach vorn geneigt; bei Anfängern Der Traum von den Göttern. Don Hermann Hesse. Es sind jetzt elf Jahre her seit dem Beginn des Weltkrieges. Unter den vielen Erinnerungen, die an jene Zeit mahnen, finden sich in aller Welt auch sehr zahlreiche Fälle von Vorahnungen, von Prophezeiungen. Wahrträumen, Visionen, die sich auf den Krieg bezogen. Es wird mit diesen Erlebnissen mancher Humbug getrieben, und mir liegt nichts ferner als mich unter die vielen Vorauswisser und Propheten des Krieges einzureihen. Zch war im August 1914 ebenso überrascht von den Ereignissen wie jedermann, Und dennoch habe ich, ebenso wie Tausende von Menschen, die nähe Katastrophe kurz vorher gefühlt. Wenigstens hatte ich, etwa acht Wochen vor dem Beginn des Krieges, einen sehr merkwürdigen Taum, und habe diesen Traum noch Ende Zuni 1914 ausgezeichnet, was ich nötigenfalls beweisen kann. Allerdings ist diese Aufzeichnung keine aktenmäßige, wörtliche treue Darstellung des Traumes mehr, sondern es ist mir damals eine kleine Dichtung daraus entstanden. Das Wesentliche aber, die Erscheinung des Kriegsgottes und seines Gefolges, ist nicht von mir bewußt erfunden, sondern ist wirkliches Traumerlebnis gewesen. Vicht der Kuriosität wegen, sondern weil sich für manchen ernste Gedanken daran knüpfen mögen, teile ich jene Aufzeichnungen vom Zuni 1914 hier mit. Zch ging allein und hilflos und sah es überall dunkel und gestaltlos werden, und suchte und lief, um zu finden, wohin denn alle Helligkeit entflohen sei. Da stand ein neues Gebäude, dessen Fenster strahlten, und über den Türen brannte taghelles Licht, und ich ging durch ein Tor hinein und tarn in einen erleuchteten Saal. Viele Menschen hatten sich hier versammelt und saßen schweigend und voll Aufmerksamkeit, denn sie waren gekommen, um bei den Priestern der Wissenschaft Trost und Licht zu suchen. Aus einem erhöhten Boden vor dem Volke stand ein Priester der Wissenschaft, ein schwarz gekleideter, stiller Mann mit klugen, ermüdeten Augen, und er sprach mit einer klaren, milden, bezwingend ruhigen Stimme zu den vielen Zuhörern. Vor ihm aber standen auf hellen Tafeln viele Abbilder von Göttern, und er trat soeben vor den Gott des Krieges und er- beobachtet man allzu häufig hohles Kreuz und Kopf im Vacken. Die Arme sind im Ellbogen angewinkelt und schwingen parallel nach vorn, entgegengesetzt zur Beinarbeit; sie unterstützen die Laufbewegung und arbeiten kräftig mit. Die Armbewegung geschieht aus der Schulter heraus. Troy aller Anstrengung soll der gange Körper völlig locker sein, der Lauf soll schön und begeisternd wirken. Auch in verzerrtem Gesicht oder in schlechter Hallung soll die Anspannung nicht zu erkennen fein. Besonders wichtig bei kurzen und mittleren Strecken ist der Ablauf, der Start. Bei den kurzen Strecken finden wir nur den tiefen Start, ba er mehr Vorteile bietet als der hohe. Die tiefe Startstellung ist eine Kauerstellung. Beim Kommando sind alle Muskeln aufs äußerste angespannt, die Konzentration ist ganz auf den Schuß eingestellt. Vach dem Start müssen die ersten Schritte klein sein und schnell auseinander folgen. Zm allgemeinen können für das Training aber nur Anhaltspunkte gegeben werden, denn über die Technik hinaus hat jeder Läufer einen individuell verschiedenen Stil. Turnen. Die deutschen Turner beim PrösidenLen Eoolidge. Der Einladung des Präsidenten der Vereinigten Staaten E o o l i d g e nach Washington folgend, wurde die deutsche Turnerriege, die die D.T. zum Vordamerikanischen Bundesturnfest entsandt hatte, von dem Präsidenten auf das Freundlichste empfangen. Präsident Eoolidge bemerkte, daß er sich freue, die deutschen Turner begrüßen zu können. Er wäre selbst gern zum Bundesturnfest nach Louisville gekommen, wenn ihn nicht die Kon- greßtagung abgehalten hätte. Eoolidge wies dann auch auf den großen Erfolg der deutschen Viege in Amerika hin. befragte die Turner, wie es ihnen in Amerika gefallen habe, und über die Eindrücke, die sie von dem Lande, von den Einwohnern erhalten hätten. Einzelne Rie- gen-Mitglieder wurden wiederholt ins Gespräch gezogen. Der Vorsitzende der D. T. Dr. Berger als Führer der Viege brachte deren Dank und Freude über die entgegenkommende Aufnahme zum Ausdruck. Dem Empfang der Viege wohnte auch ein Dertreter der deutschen Botschaft in Washington bei. Abschied von Amerika. Veuyork, 25. Zuni. Die letzten Stunden ihres Aufenthalts auf amerikanischem Boden verbrachte die M u st e r r i e g e der Deutschen Turn erschüft, die morgen die Rückreise nach der Heimat antritt, in dem Stadtteile Brooklyn, dessen zwei bedeutende Turnvereine „Vorwärts" und Eastern District- Turnverein. unter Mitwirkung der anderen deutsch-amerikanischen Vereine Broollhs, eine erhebende Ab schic dsf eier veranstalteten. Die Feier gestaltete sich zu einer glänzenden Demonstration von Vertretern des Deutsch- Amerikanertums der ganzen Stadt Veuyork, bei der abermals rückhaltlos den freudigen Gefühlen Ausdruck verliehen wurde, welche der Besuch der deutschen Turner hier und in Öen anderen Städten, welche die Deutschen besuchten, ausgelöst hat. Aber auch in rein amerikanischen Kreisen fanden die Vertreter der Deutschen Turnerschaft herzlichste Aufnahme und begeisterte Anerkennung ihrer Leistungen. Einmütig kam der Gedanke zum Ausdruck, daß der Besuch der Turner ein weiteres starkes Glied in der Freundschaftskette, welche die beiden großen Länder wieder vereinigt, geschmiedet habe. Die Brooklyner Abschiedsfeier wurde mit einem großen Schauturnen im geräumigen Saale des Brooklyner Labor Lyzeums eingeleitet, an dem auch die Frauenklassen der Brooklyner Vereine sich hervorragend beteiligten. Dem Schauturnen schloß sich ein Ab- s ch i e d s f e st im Garten des Lyzeums an. Die zählte, wie einst in älteren Zeiten dieser Gatt entstanden fei, aus den Bedürfnissen und Wünschen jener damaligen Menschen, welche noch nicht die Einheit aller Weltkräfte erkannt hatten. Vein, sie sahen stets nur das Einzelne und Augenscheinliche, jene früheren Menschen, und so brauchten und schufen sie je eine besondere Gottheit für das Meer und für das feste Land, für die Zagd und für den Krieg, für den Regen und für die Sonne. Hnd so war also auch der Gott des Krieges entstanden, und der Diener der Weisheit erzählte fein und klar, wo seine ersten Bildnisse errichtet und wann ihm die ersten Opfer dargebracht worben seien, bis dann später mit dem Siege der Erkenntnis dieser Gott entbehrlich geworden wäre. 41nd er bewegte die Hand, und der Gott des Krieges erlosch und siel dahin, und es stand statt seiner auf der Tafel ein Bild des Schlas- gottes, und auch dieses Bild wurde erklärt, o allzu rasch, denn gerne hätte ich von diesem holden Gott noch lange gehört. Sein Bild sank dahin, und nach ihm erschien der Gott der Trunkenheit, und der Gott der Liebesfreude, und die Göttinnen des Ackerbaues, der Zagd, der Häuslichkeit. Zede von diesen Gottheiten leuchtete in ihrer besonderen Form und Schönheit auf, als ein Gruß und Widerschein aus den fernen Zugendaltern der Menschheit, und jede wurde erklärt, und warum sic längst entbehrlich geworden sei, und ein Bildnis um das andere erlosch und sank dahin, und jedesmal zuckte in uns ein kleiner, feiner Triumph des Geistes auf, und zugleich ein leises Mitleid und Bedauern im Herzen. Einige aber lachten immerzu und klatschten in die Händc und tiefen: „Weg damit!", so oft wieder ein Götterbild vor dem Wort dcZ gelehrten Mannes auslosch. Auch Geburt und Tod, so erfuhren wir auf- horchcnd, bedurften feiner besonderen Sinnbilder mehr, nicht Liebe noch Veid, nicht Haß noch Zorn, denn die Menschheit war 'eit kurzem all dieser Götter satt geworden und hatte erkannt, daß es weder in der Seele des Menschen noch im Znnern der Erde und Meere einzelne Kräfte und Eigenschaften gäbe, vielmehr nur ein großes Hin und Wider der Einen Hrfraft, deren Wesen zu erforschen nunmehr die nächste große Aufgabe des menschlichen Geistes sein werde. Mittlerweile war es im Saale, sei es durch das Erlöschen der Bildniffe, sei es aus anderen Vereinigten Sänger von Brooklyn fangen den deutschen Turnern das deutsche Abschiedslied. Prof. Dr. Berger, Vorsitzender der Deutschen Turnerschaft, dankte in feiner Erwiderung auf die verschiedenen Abschiedsreden mit bewegten Worten für die glänzende g a ft » freundschaftliche und herzliche Aufnahme, welche die deutschen Turner hierzulande gefunden haben und die alle ihre Erwartungen weit übertroffen hat. Feldbergfest 1926. Frankfurt a. M., 27. Juni. Das Feld- bergfest 1926 wird erstmals wieder, mit Genehmigung der englischen Befatzungsbehörden, auf dem F e l d b e r g abgehalten werden. Fußball. SüddeuLschland — Mitteldeutschland. Das Fußball-Repräsentativ spiel S ü d d e u 11 ch l a n d gegen Mitteldeutschland im Rahmen des V. M. B. V.-Jubiläums in Leipzig endete mit einem 4:3 = Siege (4:3) der süddeutschen E l f. Handball. Mitteldeutschland - Men. Das Handball-Repräsentativspiel Mitteldeutschland gegen Wien in Halle endete in Gegenwart von etwa 3000 Zuschauern unentschieden mit 1:1. Rudern. Frankfurter Regatta. Erster Tag. Frankfurt a. M.. 26. Zuni. (WTB.) Der erste Tag der Großen Frankfurter Regatta nahm bei ziemlich einwandfreiem Wasser einen glatten Verlauf. Die Beteiligung seitens des Publikums war für einen Wochentag außerordentlich groß. Die startenden Mannschaften zeigten gute Durchbildung. Der große Vierer des ersten Tages wurde eine Bente des Mainzer Ruder Vereins, der auch den Zubi- läum sacht er an sich bringen konnte. Im Verbandsvierer siegte Undine, Offenbach, während der ^Kölner Klub für Wassersport den zweiten Vierer ohne Steuermann gewann. Die Frankfurter Vereine gingen bis auf R. G. Oberrad leer aus. — Ergebnisse: Preis des Deutschen Ruderverba n d s, Vierer. 1. Offenbacher R. G. Undine 6.31.4. 2. Frankfurter R. V. 6.32.2. 3. Frankfurter R. G. Germania 6.49.4. Begrüßungs-Einer. 1. Frankfurter R. G. Oberrad (Buhl) 7.23.4. 2. Offenbarer V. G. Undine (Reinccker) 7.24.4. 3. V. V. Rüsselsheim (Zogbaum) 7.27. Preis von Mühlberg, Vierer. 1. Ludwigshafener R. V. 6.35. 2. Binger R. G. 6.36.8. 3. Mainzer R. V. aufgegeben. Preis von Saalhof. Vierer ohne Steuermann. 1. Kölner Klub für Wassersport 6.23.2. 2. Würzburger R. V. 6.30.2. 3. Offenbacher R. D. 6.30.8. Preis vom Ost Hafen, Einer. 1. Ulmer R. E. Donau (Dernheimer) 7.09. 2. Frankfurter R.G. Oberrad (Buhl) 7.09.5. Strahlenbcrg-Preis, Vierer. 1. R. V. Bamberg 6.36. 2. Offenbacher R. V. 6.41. 3. Mannheimer R. G. Preis vom Main, Erster Vierer ohne Steuer. 1. MainzerR. V. 6.11. 2. Fran- furter R. V. 6.20. 3. Mannheimer R. V. Ami- cltia 6.24. Preis v o n Oberrad, Achter. 1. Kölner Kl. f. Maffersp. 5.29. 2. Mainzer R. V. 6.00. 3. Frankfurter R. G. Sachsenhausen. Preis von Frankfurt, G a st vierer. 1. Kasteler R. G. 6.35. 2. Mainzer V. V. ß.37. 3. Kitzinger R. V. mir unbekannten Ursachen, immer dunkler und dämmernder geworden, so daß ich Iah, cs strahle mir auch hier in diesem Tempel keine reine und ewige Quelle, und ich beschloß, aus diesem Hause zu fliehen und lichtere Orte zu suchen. Aber ehe der Entschluß in mir zur Bewegung geworden war, sah ich die Dämmerung im Saale noch viel trüber werden, und die Menschen be-: gannen unruhig zu werden, zu schreien und sich durcheinander zu drängen wie Schafe, wenn ein plötzlich ausbrechendes Gewitter sie erschreckt, und niemand wollte mehr auf die Worte des Weisen hören. Eine gräßliche Angst und Schwüle war auf die Menge herabgesunken, ich Hörte Seufzer und Schreie imb sah bte Menschen wütend zu den Toren drängen. Die Luft wurde voll Staub und so dick wie Schwefeldampf, es war ganz nächtig geworden, aber hinter den hohen Fenstern sah man eine unruhige Glut in trüber Röto flackern wie bei einem Brande. Mir vergingen die Sinne, ich lag am Boden, und unzählige Flüchtende traten mit ihren Schuhen auf mich. Als ich erwachte und mich auf blutenden Händen emporrichtete, war ich ganz allein in einem leeren und zerstörten Hause, dellen Wände zerfallend klafften und über mich zu stürzen drohten. 3n der Ferne hörte ich Lärm und Donner und wüsten Schall undeutlich toben, und der durch zerbrochene Wände scheinende Luftraum zuckte von Gluten wie ein schmerzvolles, blutendes Antlitz. Aber jene erstickende Schwüle war geschwunden. Da ich nun aus dem zertrümmerten Tempel des Wissens hervorkroch, sah ich die halbe Stadt im Brande stehen und den Vachthimmel von Flammenfäulen und Rauchfahnen durchweht. Erschlagene Menschen tagen hier und dort zwischen den Trümmern der Bauwerke, es war still umher und ich tonnte das Knistern und Blasen der entfernten Flammenmeere vernehmen, dahinter aber hörte ich, aus großer Ferne her, ein wildert und angstvolles Geheul, wie wenn alle Völker der Erde sich in einem unendlichen Schrei oder Seufzer erhöben. Die Welt geht Unter, dachte ich, und ich teat so wenig darüber verwundert, als ob ich seil langem gerade darauf gewartet hätte. Mitten aus der brennenden und e'.nstürzenden Stadt hervor aber sah ich jetzt einen Knaben kommen, der hatte die Hände in den Taschen Präsidenten - Preis Doppelzweier. 1. R.G. Worms 6.55. 2. Ulmer R. E. Donau 7.11. 3. Offenbacher R.G. Undine 7.24.2. Hochschulpreis, Vierer. 1. Gießener R. G. 6.45. 2. Karlsruher R. V. 6.57. 3. Akad. R. V. Rherw-Franeonia-Ffm. 7.00. Zubiläumspreis, Achter. 1. Mainzer R. V. 5.55.4. 2. Offenbacher R.G. Undine 5.57.4. 3. Offenbacher R. V. 6.10. Zweiter Tag. Frankfurt a. M.. 27. Zuni. (WB.) Der zweite Tag der Großen Frankfurter Regatta nahm bei gutem Publikumsbesuch einen schönen Verlauf. Der Kaiserpreis und der Germania-Preis waren eine Beute des Mainzer Rudervereins. Der Preis von der Gerbermühle (Erster Einer) konnte der deutsche Exmeister Walter Fl in sch für den Frankfurter Ruderverein gewinnen. Die Mainzer gewannnen sechs, Kölner Wassersport drei, Offenbacher Ruderverein, Oberrad und Ulm je zwei, Sachsenhausen, Bingen, FearEurter Ruderverein, Mannheimer Amicitia. Gießener Ruder-Gesellschaft, Worms, Kastel, Banrberg, Ludwigshafen und Undine-Offenbach je ein Rennen. Vach stehend die Ergebnisse: H r ch. Heiter-Gedächtnis-Achter: 1. Offenbacher R.-V. 2. Franlfurter R.-C. 3. Würzburg (aufgegeben). — Das Rennen wird vom Offenbacher Ruderverein mit dreiviertel Längen gewonnen. Preis von der Kaiserlag. Zung - mannt) lerer. 1. Mannheimer Amicitia 6,33,6 Min. 2. Rudergesellschast Germania 6,34 Min. 3. Akademische Ruderverbindung Rheno-Franco- nia-Ffm. 6,41,2 Min. Preis von der Kaiserlag. Zung- mannn-Vierer. Zweites Rennen. 1. Mainzer Ruderverein 6,32,2 Min. 2. Ludwigshafener Ruderverein 6,38,4 Min. 3. Ruderverein Rüsselsheim 6,38,5. — Mainz gewinnt leicht. Taunus-Preis. Doppelzweier ohneSteuermann. 1. MainzerRüücrverein 6:37 Min., 2. Ruderverein Treviris Trier 6:42,4 Min., 3. Ruderverein Rüsselsheim 6:56,4 Min. — Mainzer Ruderverein gewinnt leicht. Kaiser-Vierer. Erster Vierer. 1. Mainzer Ruderverein 6:16,6 Min., 2. Ludwigshafener Ruderverein 6:21 Min., 3. Frankfurter Ruderverein 6:21,4 Min. — Kölner Klub für Wassersport aufgegeben. Geschlossenes Rennen bis 1200 Meter, dann geht Mainz vor und gewinnt sicher. Ernst - Lädenberg - Gedächtnis - Vierer. 1. Frankfurter Rudergesellschaft Sachsenhausen 6:40,4 Min., 2. Mainzer Ruderverein 6:46:6 Min., 3. Kitzinger Ruderverein 6:47.4 Min. — Bis 1000 Meter führt Mainz, dann geht Sachsenhausen vor und gewinnt überlegen. PreisvomRotenHamm. Zungmann- Ciner. 1. Erste Frankfurter Rudergesellschast Oberrad 7:13,6 Min., 2. Ruderverein Rüsselsheim 7:16,8 Win., 3. Offenbacher Rudergesellschast Undine 7:19,2 Min. — Oberrad führt bei 1000 Meter und gewinnt in schönem Stil, Preis vom Fischerfeld.Zunior-Achter. 1. Kölner Klub für Wassersport 6:01.2 Min.. 2. Frankfurter Ruderverein 6:01,8 Min., 3. Frankfurter Rudergesellschast Germania aufgegeben. — Köln übernimmt die Spitze und gewinnt knapp gegen den stark auflaufenden Duderverein. Preis von der Gerbermühle. Erster Einer. 1. Frankfurter Ruderverein (Walter Flinsch) 7:01,8 Min. 2. Frankfurter Rudergesellschaft Germania (Leux) 7:05,4 Min. 3. Ruder- gesellschaft Worms (Karl Wolf) 7:23. — Worms fällt bald zurück, währcird sich Germania und Ruderverein ein hartes Rennen liefern. L e u x läuft zum Schluß auf, kann aber Flinsch nicht mehr erreichen. Preis von Sachsenhausen. Vierer. 1. Binger D. G., 2. Gießener R. G., 3. Bamberger R. V. — DaS Rennen wurde nicht gestoppt. Znselpreis. — Zweier ohne Steuermann. 1. Ulmer R. C. „Donau" 6:51,4. 2. Schweinfurter R. C. Franken 7:02,6. — Frank- JUMMTTC7 JL'.'IST'Xl r.M'ftSIW "Wl stecken und hüpfte tändelnd von einem Drin aufs andere, elastisch und lebensfroh, und dann blieb er stehen und stieß einen kunstvollen Pfiff aus. das war unser Freundschaftspfiff aus der Lateinschülerzeit, und der Knabe war mein Freund Gustav, der sich als Student erschossen hat. Alsbald war gleich ihm auch ich wieder ein Knabe von zwölf Zähren, und die brennende Stadt und der ferne Donner und das sausende Sturmgeheul von allen Ecken der Welt klang uns jetzt wunder- bar köstlich in die wachen Ohren. O, jetzt war alles gut. und weg und versunken war der finstere Alptraum, in dem ich so Diele verzweifelte Zahre gelebt hatte. Lachend Deutete mir Gustav auf ein Schloß und einen hohen Turm, welche soeben drüben zusarnmenstürzten. Mochte das Zeug untergehen, cs war nicht schade darum. Man konnte Veucs und Schöneres bauen. Gott sei Dank, daß Gustav wieder da war! Zetzt hatte das Leben wieder einen Sinn. Aus der riesigen Wolke, die sich über dem Zusammenbruch der Prachtgebäude erhoben hatte und die wir beide erwartungsvoll und schweigend anstarrten, aus der Staubwolke loste sich ein ungeheures Gebilde, reckte ein Götterhaupi unk riesige Arme empor und schritt siegreich iü die rauchende Welt. Es war der Gott des Krieges, genau wie ich ihn im Tempel der Wissenschaft hatte vorzeigen sehen. Aber er war lebendig und riesengroß, und sein flammcnbcstrahltes Gesicht lächelte stolz in frohem Knaben Übermut. Wir waren alsbald ohne Worte einig, ihm zu folgen, und wir folgten ihm wie auf Flügeln rasch und stürmend über Stadt und Brand hinweg in die weite flatternde Siurnrnacht. der unsere Herzen entzückt cntgcgenschlugcii. Auf der Höhe des Gebirges blieb der Kriegsgott jubelnd stehen und schüttelte seinen runden Schild, und siehe, von allen Enden des Erdkreises erhoben sich ferne, große, heilige Gestalten unk kamen ihm groß und herrlich entgegen. Götter und Göttinnen. Därnonc.: und Halbgötter. Schsve- bcnd kam der Gott der Liebe, und taumelnd Lei1 Gott des Schlafes, und schlank und streng dic Göttin der Zagd gegangen, und Götter ohne Emde; und ba ich geblendet vor dem Ade! ihrer Gestatten die Augen niederschlug, war idj nicht mehr allein mit meinen! lieben Freunde, sondern Mit ihm und mit mir Beugte ringsum ein neues Menschenoolk in der Vacht seine Knie vor den helmlehrenden Göttern. i“ 5»< Berg66'' 4Ä“Tt mit. Mithat W ßÄet>erla 1 W s-ä: LS.C-Dudape Vom Gieheü Der Erste Zu Miete am allgemein"^ furter Stad Schwimmwelu hasten Deremk des abgegeben hatten, sich Lazu eingefunC standen zum grvhiei Zeichen der sur das Witterung. 5et G ein war mit einem verirrten, die mit lehren konnte. So Zimmer. Schai lagenstafse1 3m Damenjug Meld.) wurde Emn Lenla Handrfr einer jüngeren Ali in diesem Rennen erging cs Schwa naben ° Drust Einen überlegenen Gießener S. D.. schwimmen, IC 22 Sei. gewann, n Lagenstaffel für d' benötigt hatte. Da aus der Gi mung eine Feststes nicht möglich ist. Stadion 200 2?, gang unb erreich M bk zu Sen t ehren bei den Dein .Mn berechtigt. Ml Lüddeuts do. Die drit Äurensahrt führ Schwarzwald. Je! nicht allzusehr de des Landes widm Ü4,9 Km. stellten an die Motorrad wrdrrungen. Die i lriedigend. Ron ' Bruchsal - -»rette Gernsbach - beuchen — Oprcm 7 Schiltach - Sä N - Horb - ■ ^uttgan. Bei Der bi Kriminalron- 23 Fortsetzung. -,9a, ich MQr üf) Lehrer, b -W einen ..Cinen Tarv-1 ■AS -'s?» Si-"bittm?-ihe Wn (3tet; m'r ein Echweste/ n?Q9 iretnb." 0011 hi .An öi ■ ?s wird in 'M« Mars 8ro mit i-77. mit fu Mein2 ^ar : rttau $ei re,e ein "«-.alte ?m Herd s ?IC C Leinen 5>ke ''ochen. ,unb -• X, 27\ . KW LS^Zrr D Vb-Ä L°'„d>,>. ’i ■2J. 2 L ^Achter »geben). L.g W™>««n tofrttata, tffaS; £ ^^uderverem Ni. Jiatnj gewinnt leich, Sä inÄS'M »ln gewinnt teichi ■ifiVAfr’ ^nin- %- 2. Ludwigöbatener hit 2Baf|erft>on Alenes kennen bis 12O”> ^ainz vor und gewinnt sicher. Anberg - Gedächtnis • öranlsurter Rudergelellschasi ),4 2Hin„ 2. Mäinzer R^dcrvn 5. Kihinger Auderverein 6:4?' Meter führt Mainz, dann geb. und gewinnt überlegen. Roten Hamm. Inngmanm Frankfurter Äudergefcllschasi 3m., 2. Ruderverein Mssels- 3. Offenbacher Rudergefefl'chasi in. - Oberrad führt bei 1000 mt in schönem Stil. Fi scherseld.Junwc-Rchtcr für Wassersport 6:012 Min fernerem 6:01,8 Ulin,, 3. Fran!- Hast Germania aulgcgeben. - ie Spitze und gewinnt knapp laufenden Ruderverein. der Gerdermühle. Erster ffurter Ruderverein (Mtr In. 2. Frankfurter Rudrrgesell- lLeu?) 1:05,4 Mm. 3. Ruder- ls (Sari Dolf) 7:28. - Domr wahrend sich Eermamcr und 'hartes Rennen tiefem Leu, auf, kann aber «ltusch mch! n Sachsenhausen. Tiere: 2. (Siebener 0.3. Ta®' §aS Rennen wurde nicht y- ,o - Zweier ohu 1 Ulmer R.C. ^onau"6Ä Franken rM-K^ freundschaslspfifl sSSfS r und das faules Lasen klang uns E. hi? Mch°» ö ^°; wr » m, in 6em «6 f»B1C- , W,4d Millich» J. ®*6YtU« X M» W 2eiw Mc 'iw Über de- ftSÄ&SSS rstfeftj iS»'" V «.tiis' S8=‘ Misszs •» ti vnd V/' d 5flKn^;,. Sa^ Lieb- flf ’tte M * T‘«‘ ®S ®i! ^£äwrn- renden v futter R.V. hat ausgegeben, iltm gewinnt mit großem Dorsprung. Anfänger-Preis. — Vierer 1. Offenbacher Ruderverein 6:45. 2 Akademische Ruder- Verbindung Rheno-Frankonia Frankfurt 6:48,8. 3. R. SP. V. Teutonia Frankfurt 6:55. Germania-Preis. — Achter. 1. Mainzer R. D. 5:48,8. 2. Offenbacher R. G. „llnbinc“ 5:50,6. 3 Kölner Club für Wassersport 5:51,2. — Scharfes Bord-an-Bord-Rennen. Schwimmen. Berges schlägt Lauster. Die Internationalen Schwimm- Wettkämpfe des Hellas Magdeburg brachten eine Sensation,, nämlich die Niederlage deS Amerikaners L a u f f e r im 400-Metcr- Freistilschwimmen durch Vergess Darmstadt mit 5:24 (Lauffers Zeit 5:31,2). Lauffer hat damit in Deutschland seine erste Niederlage erlitten, bei deren Beur- teilung allerdings zu berücksichtigen ist, daß er in der letzten Woche recht häufig in den verschiedenen Städten startete. Er gewann dagegen eac- 100-Meter-Nüchenschwimmen in 1:12,3 gegen Frölich 1:14,7 und den Ungarn Bartha, am Samstag war er sowohl im 100-Meter- Freistilschwimmen in 1:5 gegen den Ungarn (3 a b o r f f h als auch im 200-Meter-Rückenschwimmen siegreich. Erich Rademacher gewann das 200-Meter-Trustschwimmen unange- soch len in 2:59,8. 3m Masserballspiel schlug der Deutsche Meister Hellas Magdeburg den N. S-C. D u d a p e st 2:0 (abgebrochen), am Vortage hatte er sich einen 12,0-Sieg gegen eine Leipziger Städtemannschaft geholt. Vom Gießener Schwimmverein. Der Erste Franksurtcr Schwimmklub veranstaltete am gestrigen Sonntag int Rahmen des allgemeinen Frankfurter 3ugend-estes im F r a n 1- furter Stadion gauofsenc 3 u g c n b » Schwimmwettkämpfe, zu denen die namhaften Vereine des GaueS zahlreiche Meldungen abgegeben halten. Etwa 3000 Zuschauer hatten sich dazu eingefunden. Die crziellen Leistungen standen zum größten Teil immer noch- unter dem Zeichen der für das Training äußerst ungünstigen Witterung. Der Gießener Schwimmtier- e i n war mit einem Teil seiner Iugendmannschaft vertreten, die mit recht guten Erfolgen zurück-- lehren konnte. So siegte die Mannschaft Stahl, Zimmer, Schaum, Rau in der Jugend- la genstaffel 4x100 Meter mit 6 Min. 8 Sek. 3m Damenjugendbrust schwimme it (elf Meld.) wurde Emmi Schüler Erste in 1 4 Min. Lenka Handrich vom Gießener S. D.. dir einer jüngeren Altersklasse angehört, konnte sich in diesem Rennen noch nicht durchsetzen. Ebenso erging eS Schwarz und P. Schneider im Änaben-Dru st schwimm en, 100 Meter. Einen überlegenen Sieg errang Willi Rau, Gießener S. V.. im Knaben- Freistil- schwimmen, 100 Meter, das er in 1 Min. 22 Sek. gewann, nachdem er kurz vorher in der Lagenstaffel für dieselbr Strecke 1 Min. 19 Sek. benötigt hatte. Da auf der Gießener Dahn infolge der Strömung eine Feststellung von einwandfreien Zeiten nicht möglich ist. schwamm Fritz Pascoe im Stadion 200 Meter Brust im Alleingang und erreichte mit 3 Min. 9,9 Sek. eine Zeit, die zu den besten Hoffnungen auf Plah- chreu bei den Deutschen Kampf spielen in Köln berechtigt. Kr. Motorsport. Süddeutsche Tourenfahrt. vo. Die dritte Etappe der Süddeutschen Tourcnsghrt führte die Teilnehmer in den Schwarzwald. 3edoch konnten sich die Fahrer nicht allzusehr den landschaftlichen Schönheiten des Landes widmen, dem die zurückzulegenden 474,9 Km. stellten an f Wagen und besonders an die Motorräder .'-ordentlich hohe An- lorderungeu. Die Straßenverhältnisse waren be- iriedigend. Bon Mannheim ging es über Bruchsal — Bretten — Pforzheim — Wildbad- Gernsbach — Baden-Baden — Steinbach — Renchen - - Oppenau — Kniebis Freudenstadt - Schiltach Schramberg — Rottweil—Oberndorf — Horb - Pforzheim — Vaihingen nach Stuttgart. Bei den Wagen schieden an die- Der dritte Schutz. Kriminalroman von Die Stesani. 23 Fortsetzung. Nachdruck verboten. „9a, ich war überrascht. Sandberg erinnerte mich an einen Lehrer, den ich in Warschau gehabt Hatte und der aus politischen Gründen damals die Stadt -icrkiffcn mußte. Bei näherer Betrachtung wurde mir klar, daß ich mich gründlich getäuscht hatte." „So? Wurde Ihnen das klar? Also ist Sandberg auch keinesfalls der Mann, dem Sie seinerzcit nachts auf der Treppe Ihres Hauses begegneten?" „Aber Nein!" sagte Molinski nachdrücklich. „Er sah ganz anders aus. Der Fremde trug außerdem einen Bart!" „Einen Bart?" sagte Kramer überrascht. „Davon haben Sie aber damals nichts gesagt!" „Doch! Ich erinnere mich bestimmt, ihn so beschrieben zu haben!" In diesem Moment trat Franz vor Kramer hin und machte eine kleine Verneigung. „Sie wollen mich sprechen?" fragte der Anwalt und ging mit dem Gärtner einige Schritte seitwärts. „Ja — verzeihen Herr Rechtsanwalt. Ich möchte Sic bitten, mir eine Frage zu beantworten. Fräulein Grete mag ich heute nicht stören, und die Schwester von Herrn Kommissar ist mir ganz fremd." „Ja — bitte?" • „Was geschieht nun hier, Herr Rechtsanwalt? 3d) meine, was wird mit dem Halis und so." „Nun —" sagte der Anwalt etwas erstaunt. Das wird so: Frau Weimer" — so hieß des Kommissars Schwester — „wird morgen Fräulein Srentheim mit sich nach Ostpreußen nehmen und mit ihr ein paar Wochen dort bleiben, damit sich Fräulein Grete ein wenig erholt. Gleichzeitig wird Frau Weimar alles zu ihrer lleberfieblung hierher i’orbereitcn. Wie Sie wohl wissen, ist sie Witwe. 3m Herbst, denke ich, werden die beiden zurück- !ommen und bann in der Villa Grete bleiben. — Für den Rest des SomMers ftcht die Villa leer und vird Ihrer und Marias Obhut nuDertraut. ‘ Franz machte ein recht bekniffenes Gesicht. „So, io!" sagte er und kratzte sich verlegen die Hand- slächen. „So soll das also werden!" fern Tage wei weitere Fahrer aus. Bei den Motorradfahrern erwiesen sich die gestellten Anforderungen wieder als außerordentlich hoch. Ein kleines Versäumnis bedingte Tempvfahren, das zu Stürzen führte. Don den sieben gestarteten Fahrern blieb keiner davon verschont. Rur drei Teilnehmer erreichten das Ziel. Nach der schwierigen Prüfung von Mannheim nach Stuttgart folgte am Freitag ein Ruhetag. Die legte Etappe führte am Samstag die Teilnehmer von Stuttgart nach München. 17 Autos von 37 und 2 Motorräder von 15 bei Beginn gingen aus dem Gesamtwettbcwerb straf- punktfrci hervor, was angesichts der schweren Prüfung für Maschinen und wahrer ein recht günstiges Ergebnis ist. Reitsport. Das deutsche Derby 1926. Das Deutsche Derby 1926 (2400 Meter, in Hamburg wurde am gestrigen Sonntag bei gutem W-tter und sehr gutem Besuch von Stall Haniels „F e r r o" (Williams, mit dreioier tel tätige vor Stall Weinbergs „Aurelius" (D. Schmidt) und Gestüts Altefclds „Hödur" (Braun) gewonnen. Toto: 18 Sieg, 13, 13, 39:10 Platz. Oberhessen. Landkreis Gießen. sm. Londorf, 26. 3uni. Unser Ort rüstet sich zu einem großen Fest: Das 34. Bundesfest des Lahntalsängcrbundes. verbunden mit der Feier des 65jährigen Bestehens des GesangvercinL Frohsinn' Londorf findet am 3.,4. und 5.3uli hier statt. Die Sängerhalle bietet für 1000 Festgäste Raum, die mit einer Muschel überwölbte, erhöhte Sängerbühne läßt auch die größesten Bundesvereine bequem sich ausstellen. Auf dem Festplay ersteht ein Muftk- und Süngerpodium, von dem aus die Maffenchöre der vereinigten Bundesvereine (etwa 1000 Sänger) und Sie Borträge von Cinzelliedern der Bundes- und Gastvereine erschallen, auch die Weisen der Kapelle Topp aus Gießen. Die Errichtung zweier großer Zelte und zweier Tanzböden ist im Freien geplant. Das Festbuch ist mit 12 lünstlerischen Ausnahmen und wertvollen Beiträgen dorf-, bundes- utf\> vereinsgeschichtlicher Art ausgestattet. Die Festgäste aus der Ferne (der Bund erstreckt sick, bis Dillenburg, Weilburg und Kirchhain) werden gastliche Bewirtung finden. Durch Sonde rzüge am t. Juli ab Gießen 8.10 vormittags (fährt durch) und 12 Uhr (hält an allen Stationen! ist für gute Verbindung gesorgt. Abends 9.20 Uhr fahren Sonderzüge ab Londorf in den Richtungen Gießen und Grünberg. Der Begrüßungsabend am 3. Juli wird schon zahlreiche Gäste vereinigen. Arn Sonntag, dem 4. Juli wird das Wertungssingen von 16 Gesang vereinen in der akustisch guten Sängerhalle ftatt- finben. Der Festzug hat als besondere Zierde einen Festwagen mit einer Spinnstube und Trachten — Burschen und Mädchen — auszuweisen. Ein großes Feuerwerk beschließt den festlichen Tag. Am Montag wird vor dem Frühkonzert ein Gang durch den Festort den Gästen zeigen, daß ein schmuckes, ländliches Dorf auch Städtern ein angenehmer Aufnlhaltsort fein kann. t ©rünberg, 27 .3uni. 3n einer Sitzung des erweiterten Vorstandes der Mittel- standsvereinigung beschäftigte man sich mit Maßnahmen, die- der Hebung unseres Gallusmarktes dienen sollen. Es wurde beschlossen, erneut an die Bürgermeisterei heranzutreten mit dem Ersuchen, ungesäumt die zur Erweiterung des Marktes notwendigen Schritte in die Wege zu leiten. Weiterhin beschäftigte man sich in entgegenkommender Weise mit dem projektierten Neubau des Finanzamtes, ebenso mit dem notwendigen Anbau an die Oberrealschule. Kreis Büdingen. Aus dem Niddatal, 26. 3uni. Die ersten acht Heutage haben den größten Teil des Wiesenplanes zu-ammengerissen. Der von 3ahr zu 3ahr größer werdende Einzug von Grasmähern verkürzt die Heuernte und macht sie weniger mühsam. Nur der kleinste Teil wird noch mit der Sense gemähl. Die neuen Heuwender, die auch nebenbei das Heu auf Schwaden zusammenrollen, Und äußerst praktisch. Die Menschen haben eigentlich nur das Auf- und „Warum fragten Sie, Franz?" „Ja, Herr Rechtsanwalt, ich will et Ihnen man sagen. Nämlich: die Marie und ich — wir wollen für den Ersten kündigen!" „Waaas? Jetzt gerade wollen Sie weg? Aber Franz — das hätte ich von Ihnen beiden nicht gedacht!" Jni Gesicht des Gärtners zuckte cs. „Herr Rechtsanwalt — et tut uns ja selber leid — aber wissen Sie — et is hier zuviel im Haus gescheh», Maria is et immer unheimlich, sobald daß et dunkel wird, sie is richtig krank seit dem Abend, das geht doch auf die Dauer nit. Und ich selbst — wissen Sie, Herr Rechtsanwalt, ich habe vielleicht Gelegenheit, eine kleine nette Gärtnerei in Bonn zu kaufen, die könnte ich aber nur gerade setzt kriegen, und dann könnte ich die Marie heiraten, und dann würden mir eben nach Bonn ziehen." „So?" sagte Kramer und lachte kurz auf. „Na — dann lassen Sie uns das Weitere nach dem Begräbnis besprechen!" Verärgert ging er fort. Dor der Gartentür erschien der Wachtmeister Dietzenschmidt und salutierte. „Was Neues?" „Jawohl, Herr Rechtsanwalt. Gegen Esser ist heut morgen Anzeige bei der Staatsanwaltschaft gemacht worden!" „Ach nein! Warum denn?" fragte Kramer interessiert. „Als es heute morgen in Bonn bekannt wurde, daß Esser auf und davon fei, liefen io verschiedene Gerüchte um, daß er große Schulden hinterlassen haben solle. Die Polizei wurde andauernd angeklingelt. Es stellte sich dann heraus, daß Esser fein ganzes Geld hatte flüssig machen lassen." „Aha!" sagte Kramer, der sich an das Tele- phongespräch erinnerte. „Ja — seltsamerweise Hai er es aber bis jetjt noch nicht abgehoben! — Es ist übrigens nicht genug, um die Zahlungen zu leisten, die seit ein paar Woche» verfallen sind und die man ihm mit Rücksicht auf seinen soliden Ruf und seinen Grundbesitz gestundet hat. Jedenfalls haben seine Hauptgläubiger heute bei der Staatsanwaltschaft Anzeige erstattet und es ist auch schon Verhaftsbefeyl liermts!" Abladen zu übernehmen und vermögen spielend ihre Ernte zu bergen Die Talwiesen. von denen man sich nur geringe Erträge versprach, haben angenehm enttäuscht. Sie haben 'ich in den letzten Wochen gut erholt und liefern mittlere Erträge. Die Dauern sind mit ihrer Ernte recht zufrieden. Mvcie Lchotten. td. Gebe r u. 26. 3uni. Nachdem vor kurzem durch einen FerkeltranSport die Maul- und Klauenseuche in die Ulrichsteiner Gegend eingelchleppt wurde, wurden jetzt ebenfalls durch von einem Händler bezogene Schweine Gehöfte in Gedern. Kaulstoß und E i ch e l s a ch f e n verseucht. Cs wäre zu wünfchen. daß die Krankheit auf ihren Herd beschränkt bliebe, denn ein Umsichgreifen der Seuche würde sich in den landwirtschaftlichen Betrieben des Vogelsberges, in denen man meistens Rindvieh als Zugtiere benutzt und auf den Weidegang des Viehes nicht verzichten kann, äußerst unangenehm bemerkbar machen. ld. Ans dem V o g e l s b e r g e. 27. Juni. Schon während des Krieges bürgerte sich in vielen Dörfern des Bogelsberges Die llnfittc ein, am Sonntag vormittag an die Weide zu fahren, um dann meist wenn die Glocken zur Kirche riefen oder gar während des Gottesdienstes zurückzukehren. Da dies eine empfindliche Störung des gottesdienstlichen Lebens und der Sonntagsruhe dieser Orte bedeutete, gibt das Kretsamt Schotten bekannt, daß es nunmehr unnachsicht- lich gegen diesen Unfug einschreitet. - - Aus dem Vogelsberg. 26. 3uni. Es dürste wohl nur wenigen bekannt sein, daß sich an einzelnen Stellen unseres Gebirges lso bei A l r i ch st e i n und oberhalb O b e r s e e m e n) ein etwas selten gewordener Vertreter unserer Dogclwelt tiorfinb'.t. der durch seine Vertilgung von allerlei schädlichem Ungeziefer (Insektenlarven. Schnecken nsw.) als einer der nützlichsten gefieberten Freunde des Landmannes anzuspre- chen ist, und öeffen sich die Dogelschutzvereine und jeder Naturfreund besonders annehmen sollten. Es ist der Kiebitz, der sich schon im zeitigen Frühjahr einstellt und über den sumpfigen Wielen sein „Kruitt kiewitt" ertönen läßt, welchem Rufe er auch feinen Namen verdankt. Dem Wanderer fällt der seltsame Gaukelslug des mit einer 'pitzen Federhaube gezierten Vogels auf. der sich in der Luft hin und her wirft, sodaß man bald seine weiße Bauchseite, bald seine schwarzgrüne Oberseite zu sehen bekommt. Sind unsere Sumpfvögel ohnehin schon hart bedrängt durch die Entwässerungen der von ihnen bewohnten Gebiete, so trifft dies auf den Kiebitz in ganz besonderem Maße zu, da feine recht schmackhaften, bimförmigen Eier von Delikatessenhandlungen und Feinschmeckern stark begehrt werden. Vielleicht tragen diese Zeilen dazu bei, daß die wenigen Exemplare dieses Vogels in unserer Gegend den erforderlichen Schuh genießen, damit er nicht vollständig aus unserem Landschaftsbilde verschwindet. Rheinhessen. WSN. Mainz, 26. Juni. Im hiesigen Pro- o i n z i a l a r r e st h a n s versuchte gestern nachmittag ein Insasse, der vor einigen Tagen wegen eines Sittlichkeitsvergehens zu drei Monaten Gefängnis verurteilt worden war, sich das Leben zu nehmen, indem er sich aus einem Fenster des vierten Stockwerkes herab stürzte. Er wurde in das städtische Krankenhaus verbracht. Starkenburg. WSN. Offenbach, 26. Juni. Wie uns von Niverlässiger Seite mitgeteilt wird, soll jetzt die St a { e r n e der Maschinengewthrabteilung ehemaliger 168er mit Schutzpolizei belegt werden, die bisher in Babenhausen gelegen hat. — Am Freitagabend gegen 7 Uhr hat sich auf dem Main ein Bootsunfall ereignet. Als eine Mannschaft des hiesigen Arbeiter-Ruder- und Schwimm- uereins vom Bootshaus aus in einem log. Renngig stromabwärts ruderte, stieß das Boot mit dem Anhänger eines aus dem Schleusenkanal kommenden, stromaufwärts fahrenden Transportdampfers zusammen. Der Zusammenstoß war so heftig, daß das Ruderboot in der Mitte glatt durchschnitten wurde. Die Mannschaft hatte nur noch so viel Zeit, aus dem Boote zu springen und sich durch Schwimmen „Gut!" sagte Kramer kurz. „Ich bitte mir alle weiteren Nachrichten über Esser, die etwa einlaufen sollten, sofort zu melden." — Ein klares, ruhiges Wetter herrschte während der Bestattung. Ein Quartett, das Lachner zusam mengeftellt hatte, sang beim Grabe. Grete konnte sich iaum auf den Beinen halten und mußte vom Rechtsanwalt halb getragen werden. Im Hintergrund unter den vielen Menschen, die auf dem Friedhob^tanden, bemerkte er Oelschers bleiches Gesicht. Die Damen fuhren dann im Wagen heimwärts. Auf dem Nachhausewege ging Kramer mit Lachner voraus, Oelscher folgte mit Schulz. Der alte Musiker sagte mit leiser Stimme: „Eigentlich ist so eine Zeremonie grausam für die Leidtragenden. Als zwinge man sie, ihren Schmerz so recht auszukosten!" „Das ist manchmal sehr gut!" sagte Oelscher finster. Da sie knapp vor der Villa Grete waren, verabschiedete er sich kurz. Auch Lachner ging von ihnen. „Ich werde doch wohl eher von hier fortfahren, als ich dachte!" sagte er vorher. „Mein Agent hat mir geschrieben. Ich fahre vielleicht schon morgen oder übermorgen. Ich komme aber noch vorher, mich von Grete und Ihnen zu verabschieden." Mit etwas bedrückten Gefühlen sahen Schulz und Kramer ihm nach. „Wieder einer, der fortfährt!" sagte der Anwalt. „Erst Oelscher — aber der ist ja wiedergekommen —, dann Esser, jetzt wollen Maria und Franz weg und nun geht auch Lachner. — Ja, ja, Schulz, es ist schon jo: der Kapitän ist tot, das Schiff fängt an zu sinken und ein Mann nach dem anderen geht von Bord." „Und einer von ihnen hat es zum Sinken gebracht!" wiederholte Schul; hartnäckig. — Im (Barten trat ein Gendarm auf Kramer zu und nahm eine dienstliche Haltung an. „Was Neues?" „Soeben ist nach Godesberg telephoniert worden: der Mercedeswagen des Weinhändlers Ester ist in der Garage eines Hotels in Düsteldor: auf- gefunden worden. Gleichfalls das Hausmädchen. Es wird dort ieftgehalten. Von Ester selbst feine Spur!" 3 u retten. Don dem gesunkenen Boot konnte bisher nur die eine Hälfte geborgen werden. Die verlautet, soll der Zusammenswß deshalb erfolgt sein, weil auf dem « chifs niemand zur Bedienung des Steuers anwesend war. Preuhen. Eberlnhntrcie. £ Dränen eck, 27. 3uni. Es ist recht erfreulich. zu sehen, wie gut sich das Wtnter- g e t r e i ö e entwickelt hat. Das Korn erreicht aus guten Aeckern eine Halmlange biS zu 2,20 Meter. Auch der Weizen steht durchweg recht gut. Die Heuernte ist voll im Gange und Liefert ausreichendes Futter für den kommenden Winter. Die Kartoffeln hat sich sehr gut entwickelt und sind fast alle gehäufelt. Qberwesterwaldkreis. • Hachenburg, 27. 3uni. Am 3. und 4. 3uli findet hier der Gautag des West er- waldvereins statt. 3m Mittelpunkt der Veranstaltung stehen eine Kundgebung am Samstagabend und ein historisches Festspiel auf dem oberen Marktplatz am Sonntag und Montag Man rechnet aus einen eindrucksvollen Verlaus der Tagung. Kreis Westerburg. * Westerburg, 27. 3unt Der Land rat fordert in einer Bekanntmachung die Bürgermeister des Kreises auf. bei der Bevölkerung auf d i e Beseitigung des Doppeljoches bei Rindvieh-Gespannen hinzuwirken. Diese Bespannung stellt nach Ansicht vieler eine Qual für die Tiere dar. Wenn auch die Schwierigkeiten, die der sofortigen Abschaffung des DopveljocheS entgegenstehen, nicht verkann! werden sollen, ist doch eine allmähliche Besei tigung dieser Despannungsart sehr erwünscht. - Die Heuernte hat jetzt auch auf dem Westerwakd begonnen. Die Wiesenbesiher sind mit dem Ertrag im allgemeinen zufrieden, sie hoffen jetzt nur auf gutes und beständiges Wetter, damit das Einbringen flott vonstatten geht. Maingau. WSR. F ran l f ur t'a. M.. 27. 3uni. Heute nachmittag 4 Ahr sand die feierliche Grundsteinlegung der St. Bonifatius-3u- biläums- und Gedächtniskirche in Sachsenhausen an der Holbeinstraße statt. Die Beteiligung der kacholischen Bevölkerung Sachsenhausens war sehr rege. Die Festpredigt hielt Stadtpfarrer Dr. Herr, der in markanten Worten den Zweck und die Bedeutung dieser sich im Entstehen befindlichen Kirche darlegte. Die Kirche ist zum 1000. 3ubiläum und Andenken des Bonifatius' benannt worden, und foll in einer besonders eingerichteten Kapelle dem Gedächtnis der Gefallenen im Weltkriege dienen. Sie ist für ungefähr 800 Sih- und fast ebenso- viele Stehplätze berechnet. Sie wird ca. 52 Meter lang und 20 Meter breit. Unter dem Schisse sind Räume für kirchliche Vereine vorgesehen, während sich unter dem 34 Meter hohen sechseckigen Turm die Gedächtniskirche für die Gefallenen befinden soll. Der Raum ist für die Abhaltung von Gottesdiensten für die Gefallenen bestimmt. — Die Arbeitslosigkeit ist auch in der vergangenen Woche wieder etwas großer geworden. Zu Beginn der Woche standen 24 955 Arbeitsuchende zur Verfügung. Dazu kamen 1718 Neumeldungen, so daß die Gesamtzahl der zur Verfügung stehenden Arbeitslosen 26 673 betrug. Am Schlüsse der Berichtswoche standen noch 25173 Arbeitsuchende zur Verfügung. Die Zcchl der angebotenen und besetzten Stellen ist ungefähr die gleiche geblieben. — Bei den heutigen Elternbeiratswahlen an den hiesigen Mittel- und Volksschulen wurden gewählt: 369 Vertreter der christlich-unpolitischen Liste, 181 sozialdemokratische und 69 kommunistifche Vertreter. An 42 Schulen wurde nicht gewählt, da eine Einheitsliste ausgestellt worden war. Die Wahlbeteiligung war sehr schwach. Sommerkur für 45S2ss ■ Rec'renkranke t u. Nervös-Erschöpfte. Spezinlkuranetalt H Hof heim 1. Taunux bei Frankfurt a M. g Prospekte durch Dr. Jf. Schulze - Kahleynis, Nervenarzt. | MiF'Twiru'BmimgBn—iimii— n ■ ■usa-mnagTiuav.jnni „Banfe!" sagte Kramer. .Schul; — was meinen Sie zu einer neuen Autotour?" „Warum nicht? Das wird sich bei uns zu einer täglichen Gewohnheit auswachsen!" „Also los! Das Auto fertiqmachen! Und tüchtig Benzin auffüllen!" „Ich glaube, Herr Rechtsanwalt," tagte Schlitz und holte tief Atem, „wenn wir Esser in der Hand haben würden — dann hätten wir ein Endchen der Schnur gefaßt, die uns zum Knotenpunkt führt. Dars ich Ihnen eingestehen: ich hatte von Anfang an was gegen diesen Biedermann. Wer weiß, was hinter ihm steckt. Mir kribbelt es in den Fingern, ihm nachzufahren!" — Um Mittag schon kreuzten sie die Geleise der Eisenbahn in der Nähe einer kleinen Station. Vor der Bahnhofswirtschaft machten sie halt, um etwas zu essen. Em Mann in bäurischer Kleidung lungerte an der Tür. Er ging um das Auto herum und Schulz bemerkte, daß er ihnen heimlich spähende Blicke zuwars. Schon wollte er den Anwalt fragen: „Was will der von uns?", da trat der Mann auf ihn zu und rückte an feiner Mütze. „Gun Tag, Herr. Sie komme gewiß weit her?" „Ja!" sagte Kramer erstaunt, der eben die Tür des Wagens schloß. „Aaach, nemme Se mers net fer iwwel, Herr, kenne Se ’n Herrn Schulz aus Berlin?" „Waas?" fragte Kramer. „Wen?" Und Schulz sah den Mann mit offenem Munde an. „Ja — das is e Herr von der Berliner Polizei — kenne Se den net?" „Ja aber — was wollen Sie denn von ihm?" ,34 soll ihm einen schönen Gruß bestellen vom Kriminalassistenten Hannemann aus Frankfurt!" lachte der Mann mit veränderter Stimme, t „Da hört doch alles auf!" Schulz schlug sich auf das Knie. „Ja, was tun Sie denn hier, Herr Kollege? Woher kennen Sie mich denn?" ,Lch habe Sie einmal in Frankfurt bei uns auf dem Präsidium gesehen, S n sich sicher nicht befiinnen." „Na, das ist gut! — Gestatten Sie, was tun Sie denn hier?" (Fortsetzung folgt.) Nebenstellen der Hessischen Handwerkskammer. Mit Beginn dieses Jahres sind sechs Beben- stellen der Hessischen Handwerkskammer (Sitz Darmstadt) ins Leben gerufen worden mit folgender Bezeichnung und für nachstehende Bezirke: 1. Handwerkskammernebenstelle Darmstadt: für die Kreise Darmstadt, Groh-Gerau, Bensheim u. Heppenheim. 2. Handwerkskammernebenstelle Offenbach: für die Kreise Offenbach, Dieburg und Erbach. 3. Handwerkskammernebenstelle Grehen: für die Kreise Giehen, Als- feld und Lauterbach. 4. Handwerkskammernebenstelle Friedberg: für die Kreise Friedberg, Büdingen und Schotten. 5. Handwerkskammernebenstelle Mainz: für die Kreise Mainz und Bingen. 6. Handwertskammernebenstelle Worms: für die Kreise Worms und Oppenheim. In einer Verordnung des Ministeriums für Arbeit und Wirtschaft ist über diese Bebenstellen u. a. bestimmt worden: Die Handwerkskammernebenstellen sind Abteilungen der Hessischen Handwerkskammer, Sitz Darmstadt. Die Handwerkskammernebenstellen haben die Ausgabe, die Interessen des Handwerks ihres Bezirks im Bamen der Handwerkskammer zu vertreten. Insbesondere liegt den Bebenstellen für ihren Bezirk nach Anweisung der Handwerkskammer ob: 1. die Führung eines Handwerkerkatafters. sowie die Führung der Lehrlingsrolle und der damit zu- sannnenhängenden Arbeiten; 2. die Heber» wachung der Durchführung der von der Handwerkskammer erlassenen Vorschriften zur Begelung des Lehrlingswesens: 3. die Unterstützung der Kreis- und Gemeindebehörden in der Förderung des Handwerks: 4. die Erstattung von Vierteljahr» llchen Tätigkeitsberichten an die Handwerkskammer: 5. die Förderung des Ausbaues der handwerklichen Organisationen und die Beratung dieser auf allen Gebieten ihrer Tätigkeit; 6. die Bearbeitung der von der Handwerkskammer im Bahmen ihrer Befugnisse und im Interesse der Förderung des Handwerks zugewiesenen Aufgaben. — Außerdem haben die Bebenstellen die handwerklichen Organisationen in ihrer Geschäftsführung zu unterstützen, die einzelnen Handwerker ihres Bezirks in Rechtsangelegenheiten, Steuerfragen usw. zu beraten. Hierfür steht ihnen das Recht einer Gebührenerhebung nach Maßgabe eines von dem Minister für Arbeit und Wirtschaft zu genehmigenden Gebührentarifs zu. Der Vorsitzende einer Handwerlskannnerneben» stelle wird von dem Vorstand der Handwerkskammer auf Vorschlag der vereinigten örtlichen Organisationen des Bezirks der Bebenstelle gewählt. Er muß ein Handwerker fern, der möglichst an der Spitze der Dezirksorganisation steht und den Vorschriften des § 103b der Reichsgewerbeordnung entsprechen. Der Geschäftsführer einer Handwerkskammernebenstelle wird von dem Vorstand der Handwerkskammer auf Vorschlag der vereinigten örtlichen Organisationen des Bezirks der Bebcnstelle gewählt und von der Vollversammlung bestätigt. Der Geschäftsführer sowie das Personal der Bebenstellen sind Angestellte der Kammer, die auch die persönlichen und sachlichen Kosten der Bebenstelle trägt. Die Vorsitzenden sowie die Geschäftsführer der Handwerkskammernebenstellen bleiben für ordnungsmäßige Führung der Dienstgeschäfte der Handwerkskammer verantwortlich. Amtsgericht Giehen. * Gießen, 18. Juni. Zwei Familien K. und W. wohnen seit einiger Zeit mit mehreren anderen Familien in einem städtischen Gebäude auf demselben Flur. Während sie anfangs einig miteinander waren, kam es im Laufe, der Zeit wegen der Tochter des K. zu Steitigkeiten unter ihnen, die mit Beleidigungen und mit Tätlichkeiten endeten. Als zur Zeit der großen Kälte im letzten Januar die Tochter K. an der gemeinschaftlichen Zapfstelle das Wasser laufen ließ, und die Frau W. sie deshalb zur Rede stellte, gab es einen Wortwechsel unter ihnen, in dessen Verlauf die Frau W. der K. verschiedene Schimpfworts zurief und ihren Mann ausforderte, der K. doch eine herunterzuhauen. W. kam dieser Aufforderung auch prompt nach und versetzte der K. mit einem harten Gegenstand einen Schlag auf den Kopf, daß eine blutende Wunde entstand. Bei einer anderen Gelegenheit rief die Frau W. der Frau K. eine Beleidigung zu. Auf die erhobenen Privatklagen hin wurde der Ehemann W. wegen Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 30 Mark und die Frau W. wegen zwei Beleidigungen zu Geld st rasen von 15 und 20 Mark verurteilt. Dazu kommen noch die beträchtlichen Kosten. * Gießen, 19. Juni. Ein Reisender aus der Provinz Hannover, der seit längerer Zeit stellenlos ist, kam Ende Mai hierher und fragte in einer Reihe von Geschäften um Beschäftigung nach. Diese erhielt er zwar nicht, wohl aber kleinere Geldbeträge zur Unterstützung, so daß er schließlich im Besitz von etwa 8 Mark war. Anstatt dieses Geld zu seinem Unterhalt zu verwenden, ging er von Wirtschaft zu Wirtschaft und setzte es in Bier und Schnaps um. Schließlich kaufte er von einem Unbekannten auch noch eine • Flasche Doppelkümmel, den er größtenteils ebenfalls zu sich nahm. Dann ging er in verschiedene Häuser, um sich Essen zu erbetteln. In einem Hause in der Liebigstraße stand auf dem Treppenabsatz vor der Mansarde ein verschlossener Kleiderschrank, in dem ein Dienstmädchen seine Kleider und Wäsche aufbewahrte. Diesen riß er mit Gewalt auf und nahm sämtliche darin befindlichen Gegenstände im Werte von etwa 300 bis 400 Mark an sich. Als er sich am Bahnhof von einer Frau Packpapier geben lassen wollte, wurde diese mißtrauisch und lehnte sein Ansinnen ab. Darauf verpackte er die gestohlenen Sachen in einen Koffer, gab diesen als Handgepäck auf und löste sich eine Fahrkarte nach Grünberg. Als ein Polizeiwachtmeister, der auf ihn aufmerksam gemacht worden war, seine Personalien feststellen wollte, versuchte er auszureihen, wurde aber bald wieder eingeholt und festgenommeii. Die Sachen konnten dem Dienstmädchen, das von dem Diebstahl noch gar keine Ahnung hatte, alsbald wieder zurückgegeben werden. Der Täter wurde wegen Einbruchsdiebstahls zu 5 Monaten Gefängnis und wegen Bettelns zu 2 Wochen Haft verurteilt. Gerichtssaal. Bestätigung eines Todesurteils. WSB. Frankenthal, 26. Juni. Wie aus Leipzig gemeldet wird, hat das Reichsgericht gestern die von dem Separatistenführer I r m s ch e r gegen das über ihn verhängte Todesurteil eingelegte Revision verworfen. Irmscher wurde bekanntlich wegen Erschießung dreier Einwohner von Lambrecht und Schifferstadt vom Frankenthaler Schwurgericht am 5. Mai dreimal, zum Tode verurteilt. Wirtschaft. Von den Schlachtviehmärkien. Auf den nachstehenden Märkten wurden in der vorigen Woche für ein Pfund Lebendgewicht in Pfennig notiert: Rinder Kälber Schafe Schweine Berlin Bremen Breslau Chemnitz Dortmund Dresden Düsseldorf Elberfeld Esten FrankfurtM. Hamburg Hannover Husum Karlsruhe Kastel Kiel Köln Leipzig Magdeburg Mannheim München Stettin Stuttgart Zwickau 21—63 40-68 30-60 33-65 22-56 48-68 22-56 45-68 20—63 40-70 25-61 40-72 20-63 30-63 20-64 45-72 28-62 40-90 15 - 62 40 - 69 15-60 28-70 15-63 30-70 21-57 60—70 20-60 50-68 17-53 29-91 15-62 40-90 24-59 36-63 20-62 30-115 14-88 45-74 19-57 52-78 12-57 30-67 14-56 50-70 15-57 45-70 28-60 70-79 45-63 67-78 32-52 58-73 38-54 70-82 35-55 73-80 25-63 57-79 65-78 65-79 30-54 65-78 30-50 60-79 28-63 60-79 20—60 68-76 - 74-80 — 65-80 32-60 45-77 62-81 30 - 63 60 - 82 25-53 65-79 40-44 58-79 58-82 18-58 65-74 - 68-79 40-56 70-80 ' Siegerländer Eisensteinverein. In der Mitgliederversammlung des Vereins wurde berichtet, daß im Siegerländer Bergbau die erwartete Besserung eingetreten sei. Mehrere größere Bergwerke, die längere Zeit stillagen, haben den Betrieb bereits wieder auf genommen, andere werden in Kürze folgen, so daß eine erfreuliche Abnahme der Arbeitslosigkeit bei der Bergarbeiterschaft eintreten wird. * 21. Riebecksche Montanwerke in Halle. Bekanntlich ist die Aktienmajorität dieser Gesellschaft aus dem Stinnesbesitz an die I. ©.» Farbenindustrie über gegangen, lieber das am 31. März abgeschlossene Geschäftsjahr ist noch nichts Bestimmtes mitzuteilen, doch kann mit einer Dividende bestimmt gerechnet werden. Zur Zeit sind alle Betriebe voll beschäftigt, nur der Absatz an Rohbraunkohle läßt zu wünschen übrig. Auch der Absatz an chemischen Produkten ist zufriedenstellend. Durch die Errichtung des Großkraftwerkes Theihen wird der Gesellschaft eine große Absatzmöglichkeit der Ro> braunkohle eröffnet. Von den Oeiintereffen, mit denen die Gesellschaft durch Hugo Stinnes stark verbunden war, war eine .Loslösung bereits im vorigen Jahre geplant. Die inzwischen erfolgte Trennung führte das Unternehmen wieder der reinen Draun- kohlenwirtschaft zu. Die ‘Beteiligung der Gesellschaft an der Gasolin G. m. b. H. ist an die I. G.- Farbenindustrie üb er gegangen. • Der amerikanische Anteil der Stahlwerke-Anleihe überzeichnet. Rach einer Beuhorker Kabelmeldung des DHD. ist die von einer amerikanischen Bankgruppe unter Führung von Dillon Read & Co. am Samstag in Reuyork zur Zeichnung aufgelegte Tranche der Anleihe der Bereinigten Stahlwerke überzeichnet worden. Börsenkurse. Frankfurt a.M. Berlin Sd)lu,.| Kurs ! i-Uhe. Schlug. I Ansang Kur» Kur» ! Datum: 26.6 | 28 6 26 6 | 28 6 5% Deutsche Rcichsanletbe 4% Deutsche Rcichsanleiye • 0.425 0.4315 0.42 0.4025 0,435 0,415 3'/,°/» Deutsche Rcicheanlethe 3% Deutsche Neichsanleihe Deutsche Svarprämienan leihe 0,38 — 0,41 0.417 0.47 — 0.55 0,575 _ 3,2425 4% Preußische Konsols ■ • • 0,382 — 1,4025 0.415 4% Hessen..... . —— — 0,35 — 3'/$% Hessen........ 3% Hessen.......... 0,39 — — — — — 0.375 Deutsche Wcrtb. Dollar-AnL 96,5 — — —— dto- Doll -Schav-Anweilng.'i — — — 4e/0 Zolllurken....... 13,25 12,75 12,8 — 5% Goldmexikaner • . — - 33,62 — Berliner Handelsgesellschaft 171 — 170' 180* Lommerj- and Privat-Bank 121.75 123' 122' 122,7* 169* Darmst. und Nationalbank 166“ 169' 163,5' Deutsche Bank....... 148 154' 148,5* 152 5' Deutsche BereinSbank .... 84.5 — — Disconko Lommandit . . 142,5 145' 142’ 145* Melallbank. .... 116 117,5 — Mitteldeutsche Kreditbank . 113 - 112,5' _ Oestcrreichischc Kreditanstalt — 7,3 7,35 7,75 Weltbank ...... — — — Bochumer Guß ...... 132.5* 145* 136* 142' Buderus ......... 78,5 81,5 78,5 81,75 Caro .......... . 63,8 — 64.5 Deutsch-Luxemburg ..... Gelsenkirchener Bergwerke. 134,25 153.5’ 143,5' 156' 134,7' 152' 141* 157,5' Harvencr Bergbau . . Kaliwerke Aschersleben.... 144,5 146’ 141' 145* 143.5 154,5 143' 152,5’ Kaliwerk Westeregeln ... 155 158 154 161,5* linurahükte ........ 39,25 43 41 44 Oberbedari ........ , Phönix Bergbau ...... GO 65 61* 112 119* 114,6* ___• Rheinnahl ....... 135,25 138,9' 135* 138* Niebcck Montan....... 132,5 130,75 135 Tellus Bergbau ..... 73 _ Hamburg-Amerika Paket. . . 153.5 155,5' 154,2' 155,7* Norddeutscher Llovo . . . 146,25 149’ 148' 148.2’ Lheramische Werke Albin . 47.5 - Zementwerk Heidelberg . . 103,5 — _ - Philipp Holzinann ..... 75,5 78,25 72 - Anglo-Cont-Guano..... — 77 _ Chemische Mayer Alapin . . — _ I. G .rarbenindustrie, A.-G. 243' 247.1' 243* 247,7' Goldiwniidt......... Hotzverkohlung........ 89.5 92,5 90,25 93,5 54 Nütgerswcrkc . . ...... 113,5 113,5 113 _ Scheideanstalt ....... 148,25 149,9 - Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft 139.5 142,5' 140* 142,5' Bergmann ...... 129 — 129' 129,4* Mainkraftwerke...... . 102.5 102.5 Ccbuckerl ......... 124 — 123.9* 124' Siemens L Halske ...... 173,25 174,1* 173’ 173,2- Adlcrwcrke Kiener...... 79 79,5 78 77,25 Daimler Motoren....... 73 — 73,75 75 Heyligeniiaedi........ Mcguin........... Motorenwerke Mannheim 22.5 — 37,75 — — — — - 50,5 — Frankfurter Armaturen • . 15 — — — Konservenfabrik Braun . . 41 - — — Metallgesell'chaft Frankfurt. Pct. Union A.-G..... 134.75 — — 86,5 — 84,75 Cchuhtobrik Herz . , 33 — — _ Sichel ....... 3,5 — — ^eüftoii Waldbos .... 157,5 154 150,5 157 Zucker,abrik Frankenthal . . Zuckettabrik Waghäusel . 62 73,4 — 62 — Berliner Börse. Berlin, 25. Juni. Die Börse eröffnete die neue Woche in außerordentlicher Lebhaftigkeit, wobei Montanwerke wieder die Führung hatten. Die Rachricht, daß der amerikanische Teil der Stahlwer^anleihe stark überzeichnet sei, sowie die angestellten Berechnungen über den inneren Wert der der Vereinigten Stahlwerke A. G. angehörenden Gesellschaften, führten diesem Markt erneut große Käuferschichten zu. Auf der anderen Seite schritt die Spekulation in ganz erheblichem Maße zu G e w i n n s i ch e r u n g e n, so daß die Tendenz anfangs nicht ganz einheitlich war. Stark gesteigert waren Bochumer, Gelsenkirchen und Phönix. Der Abschluß der Russenkredite wirkte auf die Werte des Banken- und Elektromarktes befesttgend, ebenso auf einige Werte des Maschinenmarktes. Die anderen Favoriten der letzten Tage, wie Farbenwerte, Deutsche Erdöl usw., lagen dagegen eher etwas schwächer. Recht fest tagen Kaliaktien auf die Erwartung der Kali- preiserhöhung. Kriegsanleihe verkehrten weiter lebhaft und fest. Am Geldmarkt war tägliches Geld infolge des kommenden Ultimos etwas gesucht, doch blieb das Angebot noch reichlich. Der Sah schwankte zwischen 4 und 6 Prozent. Im Devisenverkehr waren die lateinischen Valuten nur wenig verändert. Paris gegen London 167,25, Brüssel gegen London 169,25, Mailand gegen London 133,25. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 28. Juni. Tendenz: Sehr fest. — Die Börse setzte auch zu Wochen- beginnn die Aufwärtsbewegung fort, doch ließ sich erkennen, daß angesichts der unklaren parlamentarischen Situation die Unternehmungslust etwas zurückgedrängt war, so daß sich das Geschäft anfangs in engem Rahmen hielt. Auch blieb anfangs die Qlbgabeneigung vorherrschend, so daß die Kurse gegenüber den erhöhten Vorbörsekursen um etwa 2 Prozent zurückgingen. Im Verlaufe bewirkten aber in verstärktem Maße eingehende Auslandskaufaufträge ein ganz erhebliches Aufleben des Geschäftes, womit eine neue Hausse verbunden war. Im Vordergrund standen M on t a n a 11 ie n, die durch die nunmehr perfekt gewordene Anleihe der Verein. Stahlwerke A.G. Anregung boten und sehr stark umgesetzt wurden. Auch für I.-G.° Farbenindustrie lag eine neue Anregung vor dadurch, daß die I. G. ein dem japani- Nischen Kampfer konkurrenzfähiges Präparat demnächst auf den Markt bringen wird. Die Kurssteigerung betrug etwa 2 Prozent. Elektro- und Schiffahrtsaktien schlossen sich der Aufwärtsbewegung an, auch Bankaktien strebten in scharfem Umfange nach oben. Der variable Markt tendierte in fester Stimmung. Besonders bevorzugt waren wieder Erdölaktien bei Kursgewinnen von 2 Prozent. Auf dem heimischen 2ientenmarf stellte sich eine mäßige Belebung ein, Kriegsanleihe konnten sich auf 0,431 befestigen. Ausländische Renten lagen ruhig und kaum verändert. Der Freiverkehr zeigte bei ge- Prozent, Benz 72 Prozent, Brown-Boveri 120 ringen Umsätzen feste Haltung. Beckerstahl 21 Prozent, Benz 72 Prozent, Brown-Boveri 120 Prozent, Entreprise 7,5 Prozent, Growag 60,5 Prozent, Krügershall 110 Prozent, Ufa 39 Proz., Ufra 35 Proz. Der weitere Verlauf brachte eine neue Steigerung der Ilmsatztätigkeit, so daß die Kurse mit kleinen Schwankungen fast stetig aufwärts strebten. Der Geldmarkt behielt seine leichte Verfassung, obwohl die Nachfrage mit Rücksicht aus den im Gange befindlichen Ultimo etwas größer geworden ist. Tagesgeld 4V2 Proz., Mvnatsgeld 5V< bis 6 Proz. je Adresse. Im Devisenverkehr waren die westlichen Frankenvaluten leicht erholt. Paris gegen London 167, Brüssel 169. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. 26 Juni- 28 Juni. Amtliche Geld Hoti rung Brief Amtliche Geld Kotierung Brief Amst.-Ron 168.51 168.93 168,53 168.95 Buew-Aires 1,689 1,693 1,689 1,693 Brss.-Antw 12,06 12,10 12,02 12,06 Christiania - 92,23 92,47 92,03 92,27 Kopenhagen 111,26 111,54 111,25 111.53 Stockholm . 112,58 112,86 112,56 112,87 Hclsingfors. 10,55 10,59 10.548 10.588 Italien. . 15,32 15,36 15,25 15,99 London. . 20,414 20,466 20,413 20,467 Neuyork . . 4.195 4.205 4,195 4,205 Paris. . . 12,14 12,19 12,21 12.25 Schwei; - 81,18 81,38 81,20 81,40 Spanien ■ 67,57 67.73 67.40 67,56 Japan . . . Nio de Jan Wien in D-- 1,964 1.968 1,964 1,968 0.661 0.663 0,66t 0,662 £?eft. abgest 59,36 59,50 59,33 59,47 12,458 Prag ... 12,422 12,472 12,418 Belzrad . . 7.41 7,43 7,422 7,442 Budapest. . Bulgarien 5,865 5,885 5,87 5,89 o,022 3,032 3,022 3,032 Lissabon 21.375 '1,425 21,365 21,415 Danzig. . Konst-.nftn. 81,05 81,25 81,06 81,26 2.235 2,245 2,225 2,235 Athen 5,29 5,31 5,29 5,31 Uanada. . 4,20 4,21 4,199 4,209 Cruguan 4.215 4,225 4.195 4.205 Banknoten. Berlin, 26 Juni Geld Briet Amerikanische Note» ..... 4,181 4,201 Belgische Woten ...... 12,27 12,33 Dänische Polen ....... 111,07 111,63 Englische Noten........ 20,39 20,49 Französische Noten ...... 12j37 1243 Holländische Noten ...... 168,15 168,99 Italienische Noten...... 15,70 15,78 Norwegische Noten...... 9247 93,63 Deutsch'Oeslerr-, 5100 Kronen 59,42 59,72 Rumänische Noten...... 1,85 1,89 Schwedische Noten..... 112,27 112,73 Schweizer Noten...... 81,34 81,84 Spanische Noren ...... 67,48 67,82 Tschechoslowakische Noten . . 12,407 12,467 Ungarische Noten . . . 5.83 5,87 Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 28. Juni. Auftrieb: 1234 Rinder (darunter 338 Ochsen, 56 Bullen, 840 Färsen und Kühe), 485 Kälber, 27 Schafe, 2798 Schweine. — Rinder (Ochsen): Vollsleischige ausgewachsene höchsten Schlachtwerts 56 bis 64, junge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 48 bis 55, mäßig genährte junge und gut genährte ältere 43 bis 46; (Bullen): Vollst, ausgemästete Färsen höchsten Schlacht- Werts 50 bis 55, vollfleischige jüngere 40 bis 49; (Färsen und Kühe): Vollfleischige aus- gemästete Färsen höchsten Schlachtwerts 56 bis 62 vollfleischige ausgemästete Kühe höchsten Schlacht- Werts bis zu 7 Jahren 48 bis 56, wenig gut entwickelte Färsen 45 bis 55, älter: ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe 35 bis 47, mäßig genährte Kühe und Färsen 30 bis 43, gering genährte Kühe und Färsen 18 bis' 23. — Kälber: Feinste Mastkälber 65 bis 68, mittlere Mast- und beste Saugkälber 56 bis 64, geringere Mast- und gute Saugkälber 47 bis 55, geringe Saugkälber 40 bis 46. — Schafe: Mast- lämmer und Masthämmel 44 bis 50. — Schweine: Vollfleischige von 80 bis 100 Kilogramm 80 bis 82, unter 80 Kilogramm 74 bis 79, von 100 bis 150 Kilogramm und Fettschweine über 150 Kilogramm 79 bis 82, unreine Sauen und geschnittene Eber 60 bis 71. — Markt- verlauf: Bei Rindern und Schweinen lebhafter, bei Kälbern und Schafen ruhiger Handel. Sämtliche Viehgattungen ausverkauft. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 28. Juni. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer 31,25 bis 31,50, Roggen, inländ. 22 bis 22,25, Sommergerste für Drauzwecke 22 bis 24, Hafer, inländ. 21 bis 23, Mais, gelb 17,50, Weizenmehl, inländ., Spezial 0 42,25 bis 42,75, Roggenmehl 30,50 bis 31, Weizenkleie 8,50 bis 8,75, Roggenkleie 10,50 bis 10,75, Erbsen 32 bis 45, Linsen 45 bis 75, Heu, süddeutsches, gut, trocken 9,75 bis 10,25, Wetzen- und Roggenstroh 6 bis 6,50, Treber, getrocknet 14,50 Mk. Tendenz leicht abgeschwächt. Büchertisch. — Tiertafeln für Sch n*e und Haus. Aus dem naturwissenschaftlichen Unterrichtswerke von Prof. Dr. D. Schmeil mit Text von 2r. I. Kühlhorn. 78 farbige und schwarze Tafeln nebst 81 Seiten erläuterndem Text. Preis in Leinenband 4.40 Mk. Verlag von Quelle 8: Meyer in Leipzig. — Das bekannte Schmeilsche Unterrichtswerk verdankt seine Beliebtheit nicht zum letzten der Schönheit und Reichhaltigkeit seines Abbilduncsmaterials. Um dieses wertvolle Material noch mehr, als es bisher möglich war, für die Belehrung der Jugend zu verwerten, erscheint jetzt neben der bereits vorhandenen Zusammenstellung der Pflanzen- eine solche der Tiertafeln. Durch die Zusammenarbeit von Naturforscher und Künstler entstanden, zeigen sie feinste künstlerische Durcharbeitung und technisch vollendete Wiedergabe. Wir sehen die Tiere in ihren natürlichen Farben und ihren Lebensfunktionen dargestellt. Sie erzählen uns von ihren Lebensbedingungen, von ihrem Kampfe ums Dasein und ihrer Anpassung an ihre Umgebung. Jeder Tafel entspricht eine Textseite. Die knappe, jedoch erschöpfende Beschreibung führt den Leser auf kürzestem Wege in das bunte, vielfältige Leben unserer heimischen sowie der fremdländischen Tierwelt ein. 336 — Das Leben (Reiseheft, Br. 1, 4.Jahrgang, Leipziger Verlagsdruckerei G. m. b. H.). Gut ausgemachtes, abwechslungsreiches Magazin (ist diese Rachkriegsgattung doch schon, nach ungesunder. tropischer Blüte, im Absterben?) mit smarten Erzählungen, ein paar guten klassischen Gedichten und ausgezeichnetem Bildmaterial. Wir neunen nur die Tierskizzen der Erna Pinnev und die Iagdphotos aus der afrikanischen Steppe. — Im neuen „Daheim (Rr. 39) hat der bekannte Leiter des Berliner Zoologischen Gartens, Prof. Dr. L. Heck, zu einer bunten Reihe von Abbildungen neue „Gedanken über die Tierplastik" niedergeschrieben. Ein sachkundiger Aufsatz unterrichtet über Wert und Wesen der Kinderbäder, ihren Ruhen und ihre möglichen Gefahren: Dr. A. Dix behandelt in scharfer Ablehnung der amerikanischen Arbeits- und Geschäftsmethoden für Europa „die Kehrseite der Mechanisierung“. Die jüngsten politischen Ereignisse in Aegypten finden ihre Darstellung und Erklärung. Das Frauendaheim plaudert über reizende neue Bademoden, über Handarbeiten, allerlei praktische Erfahrungen in Haus und Garten, neue Frauenbücher u. a. Spielplatt der Frankfurter Theater. Opernhaus. Dienstag, 29.. abds. 7.30 Hhr: „Mignon". Ende 10.30 AUjr. Mittwoch, 30.. abds. 5.30 Hhr: „Götterdämmerung". Ende 10.30 ilfjr. (Schluß der Opernspielzeit.) V o r a n z e i ge. Sonntag, 11. Juli: „Die schöne Adrienne". (Beginn der Sommerspielzeit.) Schauspielhaus. Dienstag. 8Hhr: „Orpheus in der Hnterwelt". Ende 10.30 Hhr. Mittwoch. 30., abds. 8 Hhr: „Orpheus in der Unterwelt". Ende 10.30 Hhr. Donnerstag, 1. Juli, abds. 8 Hhr: „Week-end". Ende 10 Ähr. Freitag, 2., abds. 8 iUjr: „Week-end". Ende 10 Hfjr. Samstag, 3.. abds. 8 Hhr: „Krieg der Frauen". Ende 10 HIjr. Sonntag, 4., abds. 8 Hhr: „Orpheus in der Hntertoelt". Ende 10.30 Hhr. Rundfunk-Programm des Frankfurter Senders. (Aus der .Radio-Umschau-.) Dienstag, 29. Juni: 4.30 bis 5.45 Hhr: Konzert des Haus» orchefters: Mendelssohn. 5.45 bis 6.05 Hhr. „Ausbildung der landwirtschaftlichen Jugend- Vortrag von Ferdinand Teuter. 6.15 bis 6.45 Hhr: „St. Pauli, Hamburgs Verbrecherviertel''', Vortrag des Kriminalschriftstellers Ernst Engelbrecht-Berlin. 7.45 bis 8.15 Hhr: Stenographischer Fortbildungskursus für Anfänger und Fortgeschrittene (Diktat von 80 Silben aufwärts). 8.15 bis 9.15 Hhr: Schubert-Zyklus des Arnar- Quartetts. Vierter Abend. 9.15 bis 10.15 Hhr: Konzert des Dessoffschen Frauenchors. OPEL Zweisitzer 2 13 Mark monatliche Abzahlung innerhalb Jahresfrist / Anzahlung 1000 Mark inkl. Versicherung gegen Feuer.Diebstahl, Haftpflicht und Zusammenstöße Lieferung durch dieBOOdeutschenOpel- Vertreter, sowie durch die Kredit-Abt. AdamOpel RösselsheimM Unven im enM enflhiv £Q| SS« ** 5 Grubenbesitzei S nur UM 7 Frontvechs-l 0 Wie die W Gesetz eine 2' beitsstundcn Ausfahrt ausschuß derDer ä'S Lls lll' Lglty1 W.T® für Inhalt für der Zu Nr B e t r.: Der Ä Durd fahrt v Brondr wirtfchi lichst s und in günstig eine all fahrt o Die in Hess Es cm| gelung auf Gi der 2h Fassung folgend U bingun 1. 2. 3. 4. Da offene für di )bc weder II. felgend, 1.5 t ! 2.