Nr. 122 Erstes Blatt 176. Jahrgang Zrettag, 28. Mai 1926 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen druck mid Verlag: vrühl'fche Univerfitätr-Vuch- uud Stetatruderei R. Lange in Sieben. 5chriftlettung und Seschästrftelle: §chnlftratze7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bi» zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig; für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20°, mehr. Theftcdakteur. Dr. Friedr. Will). Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein; für den An- zeigentcil Hans Füstel, sämtlich tn Bietzen. Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertag». Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. »onats-Bezvgspreis: 2 Reichsmark und 20 Reichspsennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. 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Abd el Krim habe als Mohammedaner bei seiner Ankunft vollkommen seine Ruhe bewahrt und keinerlei (Erregung an den Tag gelegt Die Eingeborenen aus der Umgebung. die noch vor einigen lagen Untertanen Abd el Krims gewesen seien, seien in einer dem Anschein nach gleichgültigen Haltung in ihre Wohnungen zurückgekehrt. — Der Rifführer wird nicht vor Samstag in Taza eintreffen» Hebet fein künftiges Schicksal befragt, erklärte Kriegsminifter painlev 6, die französische Regierung müsse sich vor allem hierüber mit der spanischen Regierung ins Einvernehmen sehen. Die Lage im Rif. Paris, 27. Wai. (W.D.) Wie Havas aus Rabat berichtet, stellt das amtliche Kommunique fest, daß die Unterwerfungen zunehmen. Die Hauptteile des Stammes der Deni Zerucrl und Teile der Deni Tlriaghel — man spricht von zwei Teilstämmen von fünf bestehenden — sowie eine ganze Anzahl weiterer kleinerer Stämme, die bis jetzt niemals unterworfen gewesen seien, hätten sich unterworfen, doch scheine es, bah die verschiedenen Stammesführer durch den Verzicht Abd el Krims, weiter zu kämpfen, ihre Unabhängigkeit gegenüber den eigentlichen Risleuten wiedergewonnen hätten, und es sei wahrscheinlich, daß gewisse von ihnen versuchen würden, ihrerseits einen Widerstand zu organisieren, so vor allem die drei nicht unterworfenen Stämme der Beni Uriagfjel und ein Teil der Beni Mestara im Borden von Tlezzan. Sine weitere Meldung besagt, daß der Stamm, dem Abd el Krim angehört, die Deni Tlriaghel, sich gegen ihn erhoben haben. Treu geblieben seien ihm nur einige ältere Stammesangehvrige, darunter Aserkan. Die anderen Stämme hätten sich Abd el Krims Todfeind. Amar Hamid, angeschlossen, der ihnen verschiedene Vorteile, darunter auch die Beteiligung an der Ausbeutung der Bodenreichtümer des Rifgebietes, versprochen habe. Besprechungen am Quai d'Orsay. Paris, 28. Mai. (DTB.-Funkspruch.) „Journal" berichtet, daß Marschall p e f a i n gestern eine Besprechung mit dem Generalsekretär am Quai d'Orsay über die zwischen Frankreich und Spanien angesichts der kapitulierung von Abd e l Krim eingeleiteten Verhandlungen hatte. Frankreich würde feine Zone in Frankreich neu besehen können, sollte aber die Besetzung der spanischen Zone, die fast das ganze Risgebiet umfasse, auf sich warten lassen, mühte man Mittel suchen, um die wichtige Pazifizierung der Stämme zu organisieren und Garantien gegen eine neue Agitation zu erhalten. Außerdem sei die genaue Festsehung der französisch-spanischen Grenze in Marokko zu erörtern. Alle diese Fragen würden auf einer bald flaftfinbenben Konferenz behandelt werden. — Ueber die Lage im Rifgebiet berichtet der Korrespondent des „petit parifien“ in Rabat: Der ganze Osten des Rifgebietes fei unterworfen, aber im Westen fei unmöglich, oorauszufehen, wie sich die Gebirgsstämme verhalten würden. Zranzöstsche prefsestimmen. Paris, 27. Mai. (WD.) Die gesamte Mor- genpresse begrübt die ilntertoerfung Abd el Krims. Der »M a t i n" schreibt, diesmal sei es wirklich das Ende. Frankreich habe das Recht, mit Freude und Stolz das glücklichste Ereignis der Rachkriegszeit zu verzeichnen, nämlich seinen vollständigen Sieg in Marokko. Die, die in der Welt gehofft hätten, Frankreich werde sich lange Zeit noch in einem blutigen, kostspieligen und endlosen Krieg erschöpfen, seien enttäuscht worden. Die radikale „Ere Rouvelle" schreibt, der Sieg Painleves, der den Franzosen Marokko gesichert habe, habe nicht nur eine weitgehende nationale Bedeutung, sondern auch einen ausgesprochenen demokratischen Sinn. Der ehemalige Ministerpräsident habe bewiesen, daß es möglich sei, in den französischen Kolonien die Militärgewalt durch die Zivilgewalt zu ersehen, ohne dah daraus in militärischer Hinsicht selbst irgendwelche für das Prestige der französischen Waffen unangenehmen Folgen in die Erscheinung treten. Das »Oeuvre" schreibt: Abd el Krim ergibt sich! Primo de Rivera wird ihn zwar nicht, wie er sich gerühmt hat, an den Ohren nach Madrid führen, aber das wesentliche Ergebnis ist erreicht. Es bleibt nur noch übrig, die letzten Unterwerfungen entgegenzunehmen. Dann allerdings muh unser Sieg organisiert werden, und die ernsten Angelegenheiten werden beginnen. Das „E ch o de Paris" schreibt: Die Unterwerfung Abd el Krims ist das glücklichste Ereignis, das einzig günstige Ergebnis für unsere Sache auf dem Gebiet der Außenpolitik, das sich seitdem gezeigt hat, seitdem das Kartell der Linken am Ruder ist. Der »Petit Parifien" schreibt, ehe sich Abd el Krim in5 Exil begebe, werde er vielleicht gezungen sein, eine Tat zu vollbringen, die zwar sehr opportun erscheine, die ihm aber bei seinem Hochmut gewiß nicht leicht fallen werde, nämlich sich dem Sultan, dem Souverän, gegen den er noch mehr als gegen die Franzosen und Spanier die Rebellion im Rifgebiet organisiert habe, zu unterwerfen. »Journal" endlich meint, es müsse ein neues französisch-spanisches Abkommen ausgearbeitet werden, um das endgültige Regime für Marokko und die Grenze zwischen beiden Zonen festzulegen. Rach der Unterwerfung Abd el Krims könne von einem eigentlichen Rifstaat keine Rede mehr sein. Als Autorität im Rifgebiet dürfte jedoch vor allem der Kaid Haddu in Frage kommen. Der Jubel in Madrid. Madrid, 27. Mai. (TU.) Die gesamten Morgenblätter feiern in überschwenglichem Triumph die Uebergabe Abd el Krims. Damit sei endlich der bisherige „Marokko-Alp" von Spanien genommen. »Dabate" und »ABE", die konservativen Wortführer, nennen diesen Abschluß der Marokkokampagne einen glänzenden Erfolg der Diktatur. »Ration" stellt Primo de Rivera als den Rationalheros hin, dessen Energie und staatsmännischen Klugheit es gelungen sei, die Fehler der parlamentarischen Marokkopvlitik wieder gutzumachen. »Abd el Krim war ein Koloß auf tönernen Füßen", sagt das Blatt. — Primo dr Rivera überbrachte die Rachrichl von der Kapitulation Abd el Krims persönlich dem König. Wie das »Journal" aus Madrid meldet, hat sich der Ministerrat gestern abend mit dem Bericht des spanischen Botschafters in Paris über die Kapitulation Abd el Krims beschäftigt und beschlossen, die französische Regierung zu diesem Ergebnis zu beglückwünschen. Rach Meldungen aus Melilla ist der französische Oberkommandierende durch die Unterwerfung Abd el Krims nicht überrascht worden. Ein Torpedobootszerstörer liegt schon seit längerer Zeit an der Küste bereit, um Abd el Krim und feine Familie für den Fall seiner Unterwerfung aufzunehmen. Man ist der Ueberzeu- gung, daß die Unterwerfung der Stämme in der spanischen Zone mit der Kapitulation! Abd el Krims noch nicht ihr Ende gefunden hat, während in der französischen Zone die Kriegsoperationen beendet sind. Man vermutet. daß die Zusammenarbeit der französischen und spanischen Truppen aufrechterhalten bleibt, bis auch in der spanischen Zone völlige Ruhe hergestellt ist. Stimmen des Auslands. Der „Sortiere della Sera" beschäftigt sich mit der baldigen Beendigung des Rifkrieges. Man tue gut, wachsam zu bleiben, denn in Afrika seien sehr wohl neue Überraschungen möglich. Jede Aenderung des spanischen Maroklo-Protek- torats habe Rückwirkungen auf die allgemeine Lage in Rordafrika und deshalb interessiere diese Frage Italien besonders als afrikanische und als Mittelmeermacht. Die „Time s" sagen in einem Leitartikel zur Unterwerfung Abd el Krims: Richt nur allein in Marokko werde die Rachricht von dem Sturz dieses fähigen, hartnäckigen, ehrgeizigen und rücksichtslosen Führers einen ftarten' und ernüchternden Eindruck machen, sondern auch bei den europäerfeindlichen Elementen in den mohammedanischen Mittelmeerländern, unter den indischen Kalifatanhängern und in Rußland. Bezugnehmend auf ein Telegramm ihres Korrespondenten in Tanger kritisierte die „Times" scharf diejenigen Europäer, die zur Befriedigung persönlicher Interessen oder politischen Grolls Abd el Krim angestachelt haben, kernen Frieden mit Frankreich oder Spanien zu schließen. Hetze gegen Deutschland. Berlin, 28. Mai. (TU.) Halbamtlich wird mit« geteilt: Der Berliner Korrespondent des „Petit Pa- rifien", Herr Loutre, übermittelt seinem Blatte folgende Meldung: „Die Waffen slreckung Abd el krims Hai in Deutschland ein Gefühl fielet Enttäuschung hcrvorgerufen. Die Blätter verbreiten sich in aufgeregten Berichten über die Niederlage des Rifführers und geben ihrem Erstaunen Ausdruck, daß er nur drei Wochen nach dem Abbruch der Verhandlungen von Udjda besiegt worden ist. Die presse der Rechten feiert ihn als einen Mann, der Afrika vom frsrnzösischen Ioch befreien sollte, und sie schreibt, Laß er militärisch nicht besiegt worden ist. Man kobgt sich in Berlin, was aus den deutschen Genermslabsoffizieren werden soll, die den Kampf der Kabylen gegen Frankreich und Spanien leiten." Es ist unnötig, hervorzuheben, daß diese Behauptungen des Berliner Korrespondenten des „Petit Parifien" der Wahrheit widersprechen. Die endliche unvermeidliche Kapitulation Abd el Krims ist von der deutschen Presse ohne Gehässigkeit gegen Frank- reich zur Kenntnis genommen worden. Herr Loutre hat sicherlich in Berlin niemanden gefunden, der schriftlich oder mündlich Besorgnisse über die an- geblichen deutschen Generalstabsoffiziere geäußert hat, die den Kampf gegen Frankreich und Spanien im Rifgebiet geleitet haben sollen, schon deswegen nicht, weil es solche Generalstabsoffiziere nicht gibt. Bedauerlich ist, daß Herr Loutre die ihm gewährte Gastfreundschaft dazu benutzt, um durch solche offensichtlich unrichtigen und tendenziösen Behauptungen weite Kreise des französischen Volkes gegen Deutsch- land aufzuhetzen. Die Dokumente Abd el Krims. P a r i s, 28. Mai. (£il.) Ein Teil der Abendpresse berichtet, dah Beauftragte des Ministeriums des Auswärtigen am Donnerstag nach Marokko aufbrachen, um an Hand der von Abd el Krim ausgelieferten Dokumente die ausländischen Persönlichkeiten aussindig zu machen, die den Widerstand Abd el Krims in militärischer und politischer Hinsicht gegen Frankreich und Spanien organisiert haben Die internationale Arbeitskonferenz. Genf, 27. Mai. Der heutigen Vollsitzung lag ein Antrag der Arbeitgebergruppe vor, in dem die Kompetenz der internationalen Arbeitskonferenz für die Behandlung der Emigranteninspektion bestritten wird. Die Vollsitzung soll diesen Punkt nicht zur Debatte stellen Dieser Antrag wurde von dem englischen Arbeitgebervertreter in einer längeren Rede begründet, wobei eine lebhafte Debatte entstand. Der französische Regierungsvertreter erklärte, eine Zurückziehung der Behandlung der Emigrantenkontrolle auf der Konferenz sei nicht mehr möglich. Die Arbeitgeber hätten lediglich die Möglichkeit, nach der Annahme dieses Punktes eine Klärung der Kompetenzfrage durch den Haager internationalen Gerichtshof zu verlangen. Rach einer Rede des französischen Arbeitgebervertreters ergriff der französische Arbeiterführer Jouhaux das Wort zu einer temperamentvollen Rede, in der er darauf hinwies, daß nach dem Versailler Vertrag daS internationale Arbeitsamt verpflichtet sei, sich auch mit den gesamten Lebensbedingungen der Arbeiter zu befassen. Der deutsche Regierungsvertreter, Ministerialrat Hering, gab eine Erklärung ab, aus der hervorgeht, daß die deutschen Regierungsvertreter sich an den Beratungen über die Emigranteninspektion sachlich beteiligen werden. Aus dieser Beteiligung dürfe nicht der Schluß gezogen werden, als bejahten die deutschen Regierungsvertreter damtt allgemein die Zuständigkeit der internationalen Arbeitskonfe- renz. Für alle Fragen des Auswandererwesens, auch wenn diese Fragen keine besondereDeziehung für die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Lohnarbeiter haben. Darauf wurde der Antrag der Arbeitgeber mit großer Mehrheit abgelebt Ferner wurden die Präsidenten der drei Gruppen der Arbeitskonferenz gewählt. Die Gruppe der Regierungsvertreter erklärte den Belgier Carlier zum Vorsitzenden, die Gruppe der Arbeitnehmer den polnischen Vertreter beim Völkerbund, Sokal und die Arbeitervertreter den belgischen Arbeiterführer Ertens zum Vorsitzenden. Die Handelskonferenz. London, 27. Mai- (TU.) In der heutigen Rachmittagssihung der internationalen parlamentarischen Handelskonferenz wurde der Kapitalumlauf besprochen. Ausführlich erörtert wurde vor allem die Jnflationsfrage. Der ehemalige italienische Finanzminister Crispi und der Franzose Stern bezeichneten die Inflation als eine Folge der Spekulation in den Währun- gen der betreffenden Länder, die besonders vom Ausland betrieben werde. Sie forderten eine internationale Aktion zur Bekämpfung der Geldentwertung. Rach ihnen sprach für die deutsche Delegation Herr von Raumer. Er wies darauf hin, daß die Jnflatton nur von den einzelnen Staaten und Rationen selbst bekämpft werden könne. Ehe man die,Währungen stabilisiere, könne man keine Anleihen im Ausland aufnehmen. Die Ausführungen des Herrn von Raumer wurden besonders von englischer Seite lebhaft begrüßt. Die Delegierten der Internationalen Handelskonferenz wurden heute vormittag in feierlicher Audienz durch den englischen König empfangen, der eine bemerkenswerte Begrüßungsadresse verlas. Darin zeichnete er den älnterschied der letzten Tagung der Konferenz 1918, wo nur die alliierten Staaten vertreten waren, und der augenblicklichen Tagung, bei der 40 Rationen vertreten seien. Cs sei dieser Aufschwung wohl der beste Beweis dafür, dah allgemein in der Welt der Wunsch nach sachlicher Zusammenarbeit sich durchschlagende Geltung verschaffe. Die Stabilisierung der Währungen. Internationale Zusammenarbeit der Banken. Paris, 27. Mai. (WTB.) Der Berichterstatter des „Petit Parifien" in Washington meldet, daß in amerikanischen Finanzkreisen aufs neue der Plan der Zusammenarbeit der großen Kreditinstitute zur Stabilisierung der Währung erörtert wird. In diesem Zusammenhang weist er auf die Zusammenkünfte der Leiter der Emissionsbanken in London hin. Die amerikanische Mitarbeit werde fidjjn der Form einer Verständigung zwischen der Federal Reserve Bank, die im Namen der übrigen amerikanischen Kreditinstitute handelt, der Bank von England und der Bank von Frankreich zeigen, und sich bann auch auf Italien und Deutschland ausdehnen. Washington sei der Ansicht, daß diese Zusammenarbeit, wenn sie durchge- suhrt werden könne, außerhalb jedes politischen Ein- fluffes bleiben müsse. Aus diesem Grunde legt man den Erklärungen des Weißen Hauses große Bedeutung bei, wonach der Präsident seine Haltung gegenüber der Federal Reserve Bank geändert habe. Ein Vertreter des Präsidenten erklärte nämlich, die Federal Reserve Bank müsse gänzlich unabhängig von der amerikanischen Regierung und von jedem politischen Einfluß bleiben. Man könne noch nicht sagen, so fährt der Berichterstatter fort, welche Form die Zusammenarbeit im Laufe der gegenwärtigen Verhandlungen einnehmen werde, aber sicher fei, daß Verhandlungen eingeleitet seien, und wenn ein Einverständnis erzielt werde, würden sie aktiver und deutlicher hervortreten. Rach dieser ersten Etappe werde inan in die zweite der internationalen Finanzorganisation eintreten. Sodann werde nicht nur eine neue Prüfung der interalliierten Schulden, sondern vielleicht auch eine neue Prüfung des deutschen Zahlungsplanes erfolgen. Die französische Finanzkrisis. Paris. 28. Mai. (TU.) Der Wochenbericht der Dank von Frankreich weist eine Erhöhung der Vorschüsse der Bank an den Staat von 8 Millionen aus. In den Kreisen des französischen Finanzministeriums wird darauf hingewiesen, daß diese Erhöhung lediglich durch den Derkaufstermin vom 20. Mai hervorgeru^en wurde. Die Rückepstatlungsanträge betrugen am 20. Mai 3 160 000 000. Davon wurden 1 Milliarde gegen Bons der nationalen Verteidigung ausgetauscht. 800 Millionen Schatzanweisungen wurden bar ausgezahlt und der Rest blieb im Depot. Der Finanzminister hat im Gespräch mit Zeitungsvertretern darauf hingewiesen, daß der Wochenbericht der Dank von Frankreich keinen Anlaß zum Pessimismus geben dürfte. Der Wochenbericht müsse vielmehr als günstig aufgefaht werden, da nach den optimistischen Veranschla- I gungen mit neuen Vorschüssen der Dank an den Staat in Höhe von 11,5 Milliarden gerechnet 1 werden mußte, Unter den Plänen der französischen Regierung zur Bekämpfung der Währungskrise steht die Schäftung des Sachverständigenausschusses gegentoärtig im Vordergrund. Dieser Ausschuß, der unter der Leitung des früheren Gouverneurs der Dank von Frankreich. Sergent, stehen soll, wird ein neues Arbeits-Programm des Finanzministers erhalten. Der Ausschuß soll jedem politischen Einfluß entzogen werden. Seine Entschließungen haben vorläusig nur beratenden Charakter. Weiter wird die Regierung besonders auf eine Rückwanderung der E? por t d e v i s e n nach Frankreich hinarbeiten. Die Exporteure werden darauf aufmerksam gemacht, dah vom 5. Juni ab die Kontrolle über die ausländischen Guthaben der Exporteure verschärft wird. Die Exporteure werden von diesem Zeitpunkt ab eine monatliche Erklärung über die Hereinbringung ihrer Devisen nach Frankreich machen müssen. Wiederzusammentritt der ftanzösischen Kammer. Paris, 27. Mai. (WTB.) Die Kammer hat heute nachmittag ihre Arbeiten wieder aufgenommen. Briand ersuchte die Kammer, da die Finanzlage noch schwierig fei, und durch eine sofortige Diskussion nur große Ungelegenheiten enfttehen könnten, die Festsetzung der Diskussion zu vertagen. Der sozialistische Abg. Vincent A u r i o 1 wendet sich gegen diesen Vorschlag, ebenso ein sozialrepublikanischer Ab- geordneter, der Radikale Bonnet, ehemaliger Staatssekretär der Finanzen, und der Marineminister des Kabinetts PainlevLs, Morel. Die Stellungnahme der Radikalen und Sozialrepublikaner erregte Aufsehen. Briand begründete nochmals seine Ansicht. Die Regierung arbeite Gesetzentwürfe aus, bei deren Beratung die Kammer in voller Freiheit diskutieren könne. Ein Vermittlungsvorschlag, man solle die Diskussion über die Wahlreform solange aufschieben, bis die Finanzlage geklärt sei, wird von Briand a b» gelehnt. 320 Abgeordnete sprachen sich für die Vertagung und 209 dagegen aus. Die Vertrauensfrage wurde also bejaht. Der Innenminister beantragte dann, die Kammer möge die Diskufsion über die Wahlreform auf Dienstag, 2. Juni, fcstzusetzen. Die Mehrheit der Generalräte habe sich für die Rückkehr zur Arrondissementwahl ausgesprochen, so daß eine Entscheidung über diese Frage erforderlich sei. Die Kammer lehnte mit 283 gegen 263 Stimmen den Antrag ab. Li f*Ki - -"" v Wi fcfel1 /;• • Das Münchener Eisenbahnunglück!. München, 27.Mai. (W.D.) Die Frage her Schuld an dem Eisenbahnunglück im Ostbahnhof konnte nach den bisherigen polizeilichen Ermittlungen noch immer nicht geklärt werden. Der Führer des Zuges 814, der auf den haltenden Zug auffuhr, wurde gestern abend auf Anordnung der Staatsanwaltschaft vorläufig festgenvmmen. In seiner weiteren Vernehmung gab er an, nachdem sein Zug das Signal Berg am Laim passiert hatte, sahen er und der Heiner des Zuges das Vorsignal München Ost auf Halt. Er habe die Bremsen des Zuges, der mit etwa 50 Kilometer Geschwindigkeit fuhr, angezogen. Plöhlich sei das Vorsignal auf Freie Fahrt übergegangen. Er sah, als er weiterfuhr, plöhlich in etwa 40 Meter die oberen Lichter des Zuges 820. zog die Notbremse und wollte rückwärts fahren, doch es war bereits zu spät. Der Heizer des Zuges 814 bestätigte diese Angaben in vollem Umfange. Als der Personenzug 814 nach Ueber- fahren des Vorsignals mit unverminderter Geschwindigkeit beim Haltepunkt Berg am Laim ankam, hat der Beamte der Dlockstation Berg am Laim nach seiner von Zeugen bestätigten Angabe Warnungszeichen mit Laterne und Sig- nachvrn gegeben. Die Aufbahrung der Todesopfer München. 27. Mai. (TU.) 3n 26 Särgen sind die Todesopfer in der Aufbewahrungshalle des Ostfriedhofes aufgebahrt. Die Särge sind mit Lorbeerkränzen der Stadt und mit Schleifen in den Stadtfarben geschmückt. Zu beiden Seiten jedes Sarges stehen elektrische Kandelaber. Der Hintergrund der Trauerhalle ist schwarz ausgeschlagen und mit groben goldenen Kränzen geziert. Der Schmuck macht einen ernsten feierlichen Eindruck. Tausende durchziehen trauerbewegt die Halle, auch viele Angehörige und Freunde der Toten finden sich ein. Das Stchenbleiben ist nicht gestattet. Am Freitag werden die Toten zur Bestattung nach den einzelnen Friedhöfen gebracht. Weitere BeUeidskundgebungen. München, 27. Mai. (TU.) Anläßlich des schweren Eisenbahn-Unglücks am Ostbahnhof hat der päpstliche Nuntius Vasall di Torre- crvssa folgendes Beileidstelegramm an die Bayerische Staatsregierung gerichtet: „Tief erschüttert von dem Unglück, welches Bayern gestern am Ostbahnhos München getroffen hat, spreche ich dem bayerischen Ministerpräsidenten und der Bayerischen Regierung inniges Beileid aus, in aufrichtiger Teilnahme am Schmerz der Hinterbliebenen, denen ein unglücklicher Augenblick soviel Trauer brachte. Gott sei ihr Trost." — Weitere Beileidskundgebungen gingen ein von Generaldirektor Oeser, vom italienischen Botschafter und von der sächsischen Staatsregierung. Strefemann zum Bochumer Kolonialtag. Bochum, 27. Mai. (TU.) In Bochum findet in diesen Tagen ein Kolonialtag statt, zu dem ReichsauheTnninister Dr. Stresemann eitet Willkommengruh übermittelt. Darin heißt e& .Ich bin überzeugt, daß die Bestrebung nach Freiheit und Gleichberechtigung auf rvlonialem Gebiet im frei gewordenen Industriegebiet volles Verständnis findet. Nir- . gendwo wird man besser verstehen, was eigene Rvhstofsgebiete für ein so großes Industrieland l wie Deutschland bedeuten. Nirgendwo anders als im dichtbevölkerten Ruhrgebiet wird man stärker ? das Verlangen nach Gebieten empfinden, die mindestens einem Teil unserer Ueberschüsse an Volkskraft einen Tauschplatz auS der heimischen Enge eröffnen." Oie Haussuchungen in Preußen. C'üie Rede Hngenbergs. Bielefeld, 27. Mai. (TU.) In einer Versammlung deutschnationaler Vertrauensmänner seines Wahlkreises in Bielefeld führte Abg. Dr. H u- aenberg u. a. folgendes aus: Ich muß mein lebhaftes Erstaunen darüber aussprechen, daß von den Hochverrätern und Schwerverbrechern, gegen deren Schandtaten vor zehn Tagen der demokratisch-sozialistische Blätterchor die Posaunen blies, immer noch niemand hinter Schloß und Riegel sitzt. Sie waren ertappt, sie waren geflohen! Als sie sich dann einer nach dem andern im Stile des Ordnungsstaates zur Stelle meldeten, lüfteten die hohen Polizeibehörden den Hut und sagten: „Bitte schön, wir haben ja gar nichts gegen euch." Es war eine politische Geste zur Beeinflussung der Kabinettsbildung. Man befaß kein Material zum Beweis hochverräterischer Vorgänge, sondern hoffte höchstens, es durch eine Razzia, eine Streife in die Privathäuser und Privatakten der politischen Gegner zu finden. Im Grunde war man schon befriedigt, wenn man dabei kleine bedeutunaslose politische Pikanterien in einigen nicht verschlossenen gegnerischen Schreibtischen fand. Aber trotzdem war nach Ansicht der preußischen Staatsregierung kein rechtlicher Zweifel möglich, daß die einzige gesetzliche Voraussetzung eines vom Richter nicht genehmigten Eindringens in Haus und Heim vorlag: nämlich Gefahr im Verzüge. In der Tat: der Erfolg hat bewiesen, daß Gefahr im Verzüge war: nämlich bi? Gefahr, daß der Richter das beabsichtigte Vorgehen für vollkommen unzulässig, unbegründet und un- möglich erklärte, und daß baburd) die ganze große Aktion vereitelt würbe — was gewiß schabe gewesen wäre. Aufbauende Arbeit für die nationale Gesamtheit ist die Arbeit an einem nationalen Zwsckvermögen, das nicht einem einzelnen, einer wirtschaftlichen Gesellschaft ober Gruppe ober einem wirtschaftlichen ober anderem Verbände dient, — über dem vielmehr — alles in den üblichen, den Steuer- und sonstigen Behörden bekannten Formen geschäftlicher Tätigkeit — ein Kreis sich selbst ergänzender nationaler Männer aus allen ^Berufen — nicht etwa ein Kreis einseitiger Wirtschaftler — steht, die darin einig sind, daß sie mit ihrer Arbeit dem Vaterlande dienen wollen. Sollten die politischen Gegner, die heutigen Machthaber, sich nicht eigentlich vis in das Innerste ihrer Seele hinein schämen, wenn sie darauf ertappt werden, daß sie diesen Kreis von Männern mit absichtlichem Durcheinanderwerfen der verschiedensten alten und neuen, gar nicht dazu geeigneten und auch gar nicht zusammenhängenden Dinge zu einem Kreise von Verschwörern und Hochverrätern zu stempeln suchen? Und daß sie aus politischer Neugier rechtswidrig bei ihnen Haussuchungen halten? Sind solche Macht- habsr zum Regiment in Preußen geeignet? Aus dem hessischen Finanzausschuß. D a r m st a d t, 27. Mai. Der Finanzausschuß des Landtags stimmte in seiner gestrigen Sitzung der Regierungsvorlage zur Uebernahme einer Ausfallgarantie des Freistaates Hessen für Lieferungsgeschäfte nach Rußland zu. Die Bürgschaft Hessens beträgt eine Million Mark, darf aber mit Zustimmung des Finanzausschusses überschritten werden. Der Ausschuß stimmte auch den Anträgen zur Niddaregu- lierung zu. Die ttohlenkrifis 'm England. London. 28. Mai. (WTB. Funkspruch.) „Westminster Gazette" berichtet, daß hinter den Kulissen große Anstrengungen gemacht werden, die Krise im Kohlenbergbau möglichst schnell zu beenden. Der Kohlenmangel im ganzen Lande macht sich immer ernster bemerkbar. Die Verluste der Eisenbahn werden bereits auf 6V? Millionen Pfund geschäht. Die Bereitschaft des Dergarbeiterführers Smitb, eine Abstimmung unter den Bergarbeitern über die Arbeits- zett vorzunehmen, wttd als hoffnungsvolles Zeichen ausgelegt. Das englische Arbeitsministerium gibt bekannt, daß die Zahl der unterstützungsberech- tigten Erwerbslosen in Großbritannien am 17. Mai 1 612 700 betrug, das waren 36 800 mehr als in der Vorwoche und 427 600 mehr als vor einem Jahre. Ansprüche lagen außerdem von weiteren 358 000 Arbeitslosen vor, die infolge des Streiks im Bergbau ohne Beschäftigung sind. Hinzu kommen noch ungefähr 50 000 Personen. die in anderen Industrien gestreikt haben und die Arbeit haben noch nicht wieder aufneh- men können. Nach einer DÜittermeldung aus Paris ist infolge Kohlenknappheit der Passagierver- kehr zwischen Doulogne und Folkestone von heute ab eingestellt worden: auch die Schnellzüge zwischen Paris und London, die den Anschluß an die Fahrbahn vermitteln, fallen aus. Die Forderungen der Bergarbeiter. London, 27.Mai. (TU.) Das von der Regierung gemachte Angebot einer weiteren Sub» venttonszahlung in Höhe von drei Millionen Pfund läuft am kommenden Montag ab und noch immer sind keine Anzeichen fite Verhandlungen vorhanden. Der Präsident der Bergarbeiterge-- werkschaft, Herbert Smith, machte in seiner gestrigen Rede keinerlei Andeutungen, daß die Bergarbeiter oder ihr Führer ihre Ansichten auch nur im geringsten geändert hätten. Ganz tm Gegenteil war er der Auffassung, baß der Kamps von längerer Dauer sein werde. Eine Einigung tonne nur erzielt werden, wenn 1. die unwirtschaftlich arbeitenden Gruben geschlossen würden, 2. die hierdurch arbeitlos werdenden Bergarbeiter Arbeitslosemtnterstühung erhiellen und 3. ein Komitee gebildet würbe, daS sich au8 Grubenbesitzern, Bergarbeitern und Derbrauchew zusammensetze und daS die Aufgabe habe, öte Inlandpreife festzusetzen. Smith wiederholt damit bereits vor einigen Tagen gemachte Vorschläge. Verschärfte Kohlensperre. Essen. 27. Mai. (TU.) Der britische Berg- arbeiter-Derbanb hat an die Bergarbeiter-Internationale sowie an die Transportarbeiter-Föderation telegraphisch das dringende Ersuchen gerichtet, die schärfsten Maßnahmen zur Unterbindung der Kohlentransporte nach England zu treffen, da die bisherige Aktion zur Durchführung der Kohlensperre gegen England fast erfolglos geblieben sei. In den nächsten Tagen sollen in Duisburg Verhandlungen zwischen Vertretern der Bergarbeiter-Internattonale und der Internationalen Transportarbeiter-Föderation über die zu treffenden verschärften Maßnahmen zur Durchführung der Kohlensperre gegen England ftattfinden. Die Lage in Polen. P aris, 28. Mai. (WTB.-Fulckspruch.) Dem Außenpolltiker des „Malin", der sich in Polen aufhält, wurde über die mögliche Entwicklung der Polittk von führenden Persönlichkeiten der Rechten erklärt: Entweder wird P i l f u d s k i zum Präsidenten gewählt, dann werden wir stumm Opposition treiben. Wir warten auf die Fehler, die ein Mann zweifellos machen wird, der schon offenkundig seine Unfähigkeit bewiesen hat. Wird Pilsudski nicht gewählt und verhält sich ruhig, dann werden wir an der Sanierung des Landes und der Revision der Verfassung Mitarbeiten, denn wir erkennen an, daß er nicht in allen Dingen Unrecht hat. Nimmt Pilsudski aber, wenn er nicht gewählt wird, feine Zuflucht zur Gewalt, dann werden wir kämpfen und die Regimenter der Umgegend von Posen werden ausWarschaumar schieren. Kunst und Wissenschaft. 7. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Völkerrecht. Die Deutsche Gesellschaft sür Völkerrecht hält gegenwärtig ihre 7. Jahresversammlung in Wiesbaden ab, an der fast alle deutschen Universitäten, die Juftizminister des Reiches und der Länder sowie die Behörden vertreten sinh. Unter den Anwesenden befinden sich der Reichsgertchtspräsident Dr. Simons, der frühere Reichsfusiizminifter Dr. S ch i f f e r, der Präsident des Obersten Gerichts in Danzig, Dr. E ru s o n, Geheimrat M a r • tius vom Auswärtigen Amt und Ministerialrat Lutterloh. 3m Mittelpunkt der Tagung stand die Behandlung der Frage: „Sind die Staaten allein im Völkerrecht parteifähla?" durch den Kölner Uni- versitätsprofssior Dr. Ebers. Hauptmanns Absage an die Akademie. Am 20.Mai hat Gerhart Hauptmann an den preußischen Kultusminister Dr. Becker einen Brief gerichtet, in dem er die Ginlabung des Ministeriums für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung der neugegründeten Sektion für Dichtkunst beizutreten, gblehnt. Zur der Ablehnung Hauptmanns wird von anderer Seite bemerkt, daß die vier anderen Herren (Arno Holz, Thomas Mann, Hermann Stehr und Ludwig Fulda) die Berufung angenommen haben. Aus aller Wett. Dle Neuyorker Plattdeutschen beim Reichspräsidenten. Reichspräsident von Hindenburg empfing eine größere Abordnung des Plattdeutschen Volksfe st Vereins und von 82 plattdeutschen Vereinen aus Neuhork und Umgebung, die sich zur Zeit auf einer Deutschlandreise befinden. Der Präsident des Plattdeutschen Vereins Neuyorc, Herr Claus Oetien, richtete an den Reichspräsidenten eine Ansprache auf Plattdeutsch, in der er betonte, daß die Plattdeutschen in Amerika an deutscher Treue und deutschem Glauben schon über 50 Jahre festhalten. Der Reichspräsident erwiderte mit herzlichen Worten der Freude und des Dankes für die treue Anhänglichkeit der Plattdeutschen in Amerika an Heimat und Muttersprache. Er gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Gäste bei ihrem Besuche im alten Vaterland angenehme Eindrücke erhalten und die alten Bande festtgen und stärken möchten. So würden sie auch dazu beitragen können, Mittler zwischen der alten und neuen Heimat zu sein, um die guten Beziehungen zwischen Deutschianb und den Vereinigten Staaten zu vertiefen und auszubauen. Ein Wirbelsturm. Die Blätter melden aus Novisad (Neusatz), daß dort ein Wirbelsturm zusammen mit gewaltigen Regengüssen zahlreiche Häuser zerstört und Telegraphenmaste umgerissen habe. Das Flußtal ist vollkommen überschwemmt. Die bisherigen Meldungen sprechen von neun Toten und außerordentlich großem Sachschaden. Die Verheerungen des Takachi-Ausbnrchs. Der Schaden, der durch den Ausbruch des Vulkans Tokachi verursacht wurde, wird auf 8 500 000 Pen geschätzt. 33 Drücken, 730 Häuser, 3 Kilometer Eisenbahn und 6 Kilometer Straße sind vollständig zerstört. Rückkehr des französischen Tokio-Aliegers. Wie in Blättern gemeldet wird, hat der französische Flieger, Hauptmann Pelletier d'O'i sy, der am Donnerstag die Fortsetzung seines Fluges Paris —Tokio in Warschau aufgeben müßte, beschlossen, nach Paris zurückzukehren, da die Reparatur seines Flugzeuges nicht vcn: Ablauf von 2 Wochen ausgeführt werden könne. Gesunkener Dampfer. Heute früh lief der große deutsche Tank- dampser „Phoebus (10000 Tonnen) aus dem Fahrwasser und strandete auf dem Asse- ler Sand. Mehrere 'Bergungsdampfer würben von Hamburg aus nach der Llnfallstelle entsandt, um den schwer beladenen Dampfer abzuschleppen. Schisssexplosiov. Infolge einer Röhrenexplosion auf dem englischen Küstendampfer „Gssequebo", der sich 80 Kilometer von der Mündung deS Deme- raraflusseS entfernt befand, wurden sieben Personen getötet und 25 verletzt. Der Dampfer wurde nach Georgetown geschleppt. Explosion eines OelbehStters. Sin schweres Explosionsunglück hat sich nach der „DZ" im Elektrizitätswerk Ehar- lottenburg ereignet Dort ist durch Kurzschluß die Ekplosion des OelbehälterS erfolgt Drei in dem Raum beschäftigte Personen sind schwer verletzt, zwei so schwer, daß sie kaum mit dem Leven davonkommen dürften. Bluttat in geistiger Umnachtung. Wie die „Chemnitzer Neuesten Nachrichten" nrelben, verletzte in den frühen Morgenstunden ein Strumpswircker in einem Anfall geistiger Umnachtung vier Personen durch Beilhiebe und Messerstiche. In drei Fällen sind die Verletzungen schwer. Der Täter wurde in eine Irrenanstalt überführt. Weltrekord im Fressen. Im Hagenbeckschen Tierpark in Hamburg- Stellingen hat der See-Elefant „Goliath" den Weltrekord im Fressen geschlagen. Um den Riesen möglichst allen Besuchern beim Schlingen feiner kapitalen Vüchlzeiten zu zeigen, wurde er an einem Tage 12 mal gefüttert und konsumierte annäberrtb 385 Pfund Fische. Goliaths Bassin wurde zu dem Schauplatz eines glücklicherweise glimpflich verlaufenen Anfalls. Trotz aller Warnungstafeln hatte sich eilt junger Mann daran gemacht, den Felsen zu erklettern, stolperte, verlor das Gleichgewicht und stürzte in das See-Elefanten bereich Goliath befand sich in diesem Augenblicke an Land, kugelte aber sofort in sein Bassin, um den Gindringlurg anzugreifen. Mit Hilfe der Wärter konnte der leichtsinnige Hochtouriü wieder aus dem Wasser befreit werden, ehe er eine unerwünschte Bekanntschaft mit dem erzürnten Goliath zu machen brauchte. Eisenbahnattentat eines Zehnjährigen. Nach einer Blattermeldung aus Hanau entgleisten auf der Nebenbahn Hersfeld — Treysa die Lokomotive und zwei Wagen eines Personenzuges. Dem Lokomotivführer gelang es, den Zug sofort zum Stehen zu bringen. Ein lOjähriger Junge hatte mehrere große Steine auf die Schienen gelegt. 1400 Wildschweine abgeschossen. In der Rheinpfalz, die bekanntlich sehr schwer unter der Wlldschrveinplagozu leiden hat, wurden vom Oktober 1924 bis 15. März 1926, also in einem Zeitraum von U Jahren, rund 1400 Wildschweine erlegt. Die Bckämpfungsmaß- nöhmen gegen die Borstentiere, die bekanntlich beträchtliche Schäden anrichten, werden auch in diesem Jahre fortgesetzt. Wettervoraussage, Stärkere Bewölkung, südliche bu3 westliche Winde mit Regenfällen, etwas kühler. Ein atlantischer Wirbel, der bisher nur über den britischen Inseln Regen verursachte, ent- weckelt, durch LemPeraturgMnsätze auf feiner Vorderseite beding^ Ranbstörungen, die nach Deutschland hineingreifen. Da auch der Kem des Wirbels unter Verstärkung ostwärts vor- brijtat, so ist eine stabile Wetterlage nicht mehr gesichert. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum: 22,8 Grad Celftus, Minimum: 9,2 Grad Celsius. Heutige Worgentemperatur: 14,3 Grad Celsius. Aus der Vrovinzialhauptstadt. Gi e ß e n, den 28. Mai 1926. Die Pflege der Zimmerpflanzen im Sommer. Je kleiner die Gefäße, um so mehr wird die verbrauchte Erde durch ^lmpflanzen in andere Behälter ersetzt werden müssen. Nur langsam wachsende, größere Dekorationspflanzen, tote Aspidistra, Clivien, Granaten, Lorbeer, Oleander und ähnliche dürfen mehrere Jahre in denselben Töpfen oder Kübeln unverpflanzt bleiben, wenn man dafür Sorge trägt, daß die nötige Nahrungsmenge durch allwöchentlichen Dungguß ersetzt wird. Pflanzen, die im Wachstum still stehen, bedürfen des Düngens nicht. Die beste Derpflanzzeit ist das Frühjahr oder der Vorsommer nach dem Abblühen, oder wenn der neue Trieb sich regt. Gewächse mit Blütenknospen darf man in der Weiterentwicklung durch Verpflanzen nicht stören. Je wärmer die Außentem- temperatur ist, um so leichter wird eine Pflanze die unvermeidlichen Verpflanzungen an den Wurzeln verheilen können und neue bilden. Häufig kommt es vor, daß der Wurzelballen in einer Weise verfilzt ist, daß sich das Gewirr ohne Messer und Schere nicht lösen-l«Ht und man genötigt sein wird, einen Teil des Wurzelfilzes wegzuschneiden. Das ist häufig auch bet Zimmerpalmen der Fall. Ist die Temperatur schon zu kühl. Wie das noch im Monat Mai vorkommt, so unterbleibt die Neubildung junger Wurzeln, die verletzten Stellen gehen in Fäulnis über, und man verliert die Pflanze. AuS diesem Grunde werden Palmen erst versetzt, wenn die Durchschnittstemperatur im Freien mindesten- 15 Grad beträgt. Dies ist im Juni und Juli erst der Fall. Bis dahin soll man bei Palmen mit dem Verpflanzen warten, eS jedoch nicht später vornehmen. Daß nicht jede Pflanzenart in irgendeiner beliebigen Erdart gedeiht, sei nebenbei bemerkt. Zimmerfarnkrauter, Azaleen und Rhododendron verlangen schwarze, mit scharfem Sand gemischte Walderde. Durch reichlichen Zusatz solcher Erde befördert man die Blühwillig- feit bei Blattkakteen, während alle anderen Stat» tusarten mehr schweren Boden mit etwas KalA schütt lieben. Harte Palmen, Baukurien, oder Zimmertannen, Kalla, Hortensien, Myrten und auch di« Zimmerlinde tonnen über Sommer im Freien ausgestellt werden, sofern man ihnen einen Platz antoelfen kann, der gegen Sonnenbrand urtb Wind in gleicher Weise geschützt ist. Um ein zu starkes Aus trocknen zu verhindern, grübt man die Töpfe in Sand oder gesiebte Asche ein. Doch darf ein öfteres Nachsehen nicht versäumt werden, um das Einwurzeln in den Gartenboden zu verhindern. Sobald eine solche Pflanze plötzlich ein auffallendes Wachstum äußert, muh der Topf nachgesehen, und die durch das Abzugsloch gewachsenen Wurzeln müssen abgeschnitten werden. Geschieht das zu spät, oder versäumt man es gänzlich, so dauert die Freude am Üppigen Wuchs nur bis zu der Zeit, wo eingeräumt werden muß. Solche Pflanzen gehen später zugrunde. Die meisten anderen Pflanzen bringt man entweder an der Außenseite der Fenster unter, oder behält sie im Schuhe des Zimmers. ES ist dann aber! vorteilhaft, ihnen die Wohltat von Tau und Regen durch öfteres Abwaschen und Llebersprihen mit abgestandenem Wasser zu ersehen, und ihnen je nach Wachstum etwas Dlumendünger zu verabreichen. Dies ist das beste Dorbeugungsmittel gegen allerlei Ungeziefer. Wo sich solches dennoch einstellt, wasche man mit „Parantol" in zehnfacher Verdünnung. Es ist dies ein absolut sicher wirkendes Mittel. R. Vornotizen. — Tageskalender für Freitag. Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Die Leuchte Asiens". — AstoriwLichtspiele: „Tom Mix im Damenstift". * 2. U. Don der Landes-Universität. Der ordetliche Professor der englischen Philologie Dr. Wilh. Horn hat je einen Ruf an die Universität Breslau und an die Universität Greifswald erhalten. *• Die Juni-Miete in Hessen. Amtlich wird bekanntgegeben: Die gesetzliche Miete für den Monat Juni wird in gleicher Höhe wie für den Monat Mai festgesetzt. Sie beträgt hiernach 95 Prozent der Friedensmiete. *• Gesundheitsschädliches Aus- stellen von Wurst-, Fleisch-, Fe 1 und Fischwaren. Das Polizeiämt schreibt uns: Die warme Jahreszeit veranlaßt uns, darauf hinzuweisen, daß vielfach in Lebensmittelgeschäften die daselbst auSlieqenden Fleisch-, Wurst-, Fett--, Käse- und Fischwaren, fotote auch andere leicht verderbliche Nahrungsmittel nicht genügend vor der Verunreinigung durch Fliegen geschützt werden. Abgesehen von dem ekelerregenden Eindruck ist die Gefahr der Krank"- heitsübertragung bei der Hitze und dem hierdurch sehr geförderten Verderb der genannten Waren sehr groß. Das Polizeiamt wird gegen diejenigen Labeninhaber Vorgehen, welche sich diesen einfachen hygienischen Forderungen und dieser selbstverständlichen Rücksichtnahme gegenüber der Bevölkerung entziehen. * Nicht an den Bahnkörper! Das Kreisamt Gießen empfiehlt in Anbetracht der außerordentlichen Bedeutung, die der Ernte auch in diesem Jahre für die Ernährung zukommt, bas Lagern von Getreide, Heu, Grummet usw. unmittelbar am Bahnkörper möglichst zu vermeiden. ** Vom Reichsbanner Schwarz- Rot-Gold wird uns zu dem republikanischen Tag am nächsten Sonntag geschrieben: „Anläß» lich des Festzuges am republikanischen Tag findet mittags 2 Ahr eine Totenehrung statt. Der Zug wird 3 Minuten halten und alle Kapellen werden „Ich halt' einen Kameraden" spielen. Wir bitten hie Gießener Bevölkerung, in dieser Zeit auch der Toten zu gebenEen und sich, soweit sie dem Festzuge zusieht, durch Abnehmen her Kovf- bebechmg und durch Schweigen der Ehrung der Gefallenen anzuschließen." *• Kreisstraßensperre. Die Kreis* straße Odenhausen — Straße Lollar — Sichertshausen wird wegen Umbau der Unterführung am Haltepunkt Friedelshausen von Dienstag, 1. Juni, ab auf die Dauer von etwa 10 Wochen für jeglichen Verkehr gesperrt. Der Verlchr wird über Ruttershausen—Kirchberg umge leitet. *’ Die Wohlfahrtsbriefmarkew Die am 15. Dezember v. I. zugunsten der Deutschen Nothilfe ausgegebenen besonderen Wohlfahrtshriefmarken zu 5, 10 und 20 Pf. mit ' Reichs- und Länderwappen verlieren mit 2lblauf 8qu SK» 0i«< Son 5 Leite D.e.r k-M neue P" det W werden!' ®aocDaoB , Vers .Hin, Äni EU *Ä APh /fit we rung legM D [NH M. 61 Ü 6ie ' Asrütngu angHE. J’chstu Sstu So ifl Da Unter LMM kdkA tischen Srs - w w M dieser sähliche 8' ÄorkrieA man ms' autzugckl Aormalver Schotterst Ittlehr ei gestellt toe den die la in nur un scheren S len; man ren Austoe durch Raul ■enlonftru! -erstelle umbaue- werden ka sende Uni anderen 1 erfordert jei/gemäfc tiefem Sui neller M Derechnunc Steuer ausgeht, i Bedarf, t gaben ers dem Oben leihen solche An vorüberge^ hoben tott Dom aber mit Velsen, d- letzung Sei möglichster lchwenduno darin, bah Kosten und der gegent Welt, bie Krastt W« tigt ren und I derartige Sieben, 6, DAchtven *imen ^erstens. itfUQL .. Ällerd z solch« tz'e der Mrn tz« Kschait ft eine Ni als sann, »u b jet)t aber diesen De leln In fd M treffe gss S ttrb um 50 tel der i diese Sur Ärantwo schichte dcö Volkes Israel. 261 aud* M. Das wird es gleich lieb werden. 236 AWWIll Mait SMN-Mi »äM Mayonnaise, Ochsen« besonders vorteilhaft Rudolf Mosse, Köln. 4629m 4443» DaS beste Hühneraugen-Mittel ist „Corona". Erhältlich in Parfümerie Lotz. 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Nur die Tatsache, daß er noch nicht Beamtenqualität hatte, bewahrte ihn vor dem Zuchthaus. im Bau von Wasser- und Kanalwerken vollständlq praktisch erfahren, sucht 03684 R. BERLICH, WETZLAR. Alter Blei iBleirührew lauft Brühlfche Druckerei ‘ D Lchulltr 7'9 MMHCMH« > Leuchte tW; i Mix im VameOsl • maulsalat, Hummer, Lachs, Deljar* dinen, Gänseleber, feine Draunschw. Wurstwaren,Anschovis-Paste,Lachs- butter, Sardellenbutter. Diele Sorten Käse :«; Stets frisch und preiswert Heinr. Driesch Verwaltung -Vereinfachung und gesunde öffentliche Wirtschaftsführung im allgemeinen üben. hübsche Abblldungen illustrieren Bte Beschreibung der deutschen Hochschulstädte. 256 — 3n der .Kunftvart-Dücheret"^ jenar hier schon mehrfach empfohle77en Dücher- reift des Kunstwartverlages Georg D. W. Eall- wey in München, die in planvollem AuSbaa ihres Programms: eine AuSlese deS Besten. Wichtigsten. Fruchtbaren und Bleibenden aus dem .Deutschen Klassischen Schrifttum, der.Weltliteratur". der .Zeitgenössischen Dichtung" und der Darstellung unsere« .Heutigen Weltbilde«- zu bringen, bisher schon eine beachtliche Folge wertvoller Ausschnitte au« universellem Deistes- leben zusammengetragen hat, liegen fünf weitere Bände vor: Rr. 31/32 bringt eine Auswahl au« ^Buddha« Reden" nach den vorliegenden besten Aeberfetzungen. Angesicht« de« in den europäischen Ländern sich kundgebenden Streben«, auf dem Wege über östliche Weisheit da« Heil zu finden, wird diese knappe Auswahl, die da« Wesentliche über Buddha, seine Lehre und Gemeinde bietet, auf breiteste Anteilnahme rechnen dürfen. Band 33 bringt .Amerikanische Lyrik". Die Auswahl eröffnet einen völlig andern Einblick in dos Land und seine Dichtung, als wir bisher kannten. Band 34 enthält eine Novelle von Elisabeth Siewert, ..Der Indische Gott auf dem Lande", die unter mystisch-phantastischer Verbrämung schlichter ländlicher Erlebnisse die Wirrnisse einer rätselvollen Dopprf- ltebe knüpft und ebenso ungewöhnlich, aber sinnvoll lost. Im Band 35 gibt Hermann Häfker in einem zweiten. .Historia" betitelten Bändchen seiner .Biblischen Geschichten au« dem Alten Testament" eine gedrängte Darstellung der Ge- Nn. ’ * »-i 1B. h‘ ShuJ^gj ■£ S* LS °d-, b« > °k>tt toenn kLTote rmet bie ctoitbeÄ"t«n, »mauÄ* teue biibto Durch reichlichen b anderen M m mit enva- rZ Lüchertisch. — Um Sanssouci. Ein Roman aus der friderizianischen Zeit. Bon Ilse Leutz. Verlag von Martin Warneck, Berlin. — Dies Buch ist kein historischer Roman im eigentlichen Sinne, obwohl der Geist der Zeit sehr fein lebendig wird, kein eigentlich biographischer Roman, denn dazu sind der bekannten Daten viel zu wenig, eS ist mehr als beides: ein Echicksalsbuch, streng genommen, zweier Frauen, aber doch der Frau schlechthin. Freunden der Zeit deS großen Königs und Freunden spannender Schicksalserzählungen — Die Hochschulen Deutschlands. Sin Führer durch Geschichte. Landschaft, Studium. Herausgegeben von Pros. Dr Karl Bemme. Mit zwei Karten, 47 Stadt- und Landschafts- Plänen und 110 Abbildungen. Verlag des Akademischen Auskunftsamts Berlin, 1926. — DaS Buch gibt in gedrängter, übersichtlicher Form Auskunft über Geschichte, Gliederung und Aufbau der deutschen Hochschule, über akademische Selbstverwaltung und Wohlfahrtspflege, über die Studien- und Prüfungsverhältnisse und den Verlauf der Ausbildung, Statistische Aufstellungen unterrichten über die wichtigsten Studiensragen, Eingesandt. (Für Form und Irchalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber leinerlei Verantwortung.) Rücksichtslose Radler. Es ist wohl zur Genüge bekannt, daß Fuhrn e ae nur für Fußgänger da sind und nicht für Radfahrer. Auf dem Wege von der E i s e n- bahnkolonie bis Klein-Linden wird die» nicht beachtet. Er ist unerhört, mit welcher Mick- sichtslosigkeit hier die Radler vorgehen. Zwei, drei fahren hauptsächlich in der Zeit von 16 Ubr abends bis zur Dämmerstunde nebeneinander auf dem »Fußwege. Geht der Fußgänger nicht zur Seite, oder flüchtet er nicht schnell auf die Fahrbahn, wo er der Gefahr ausgesetzt ist, von Autos ober Fuhr- werken überfahren zu werden, so wird er von hinten angefahren und noch obendrein von solchen Radlern mit Schimpfworten beehrt. Es wäre angebracht, daß hier recht bald durch die zuständigen Behörden Ab- Hilfe geschaffen wird, andernfalls geht das Publikum unter Umständen zur Selbsthilfe über. Ein Fußgänger. Rundfunk-Programm des frankfurter Senders. (Aus der .Radlo-Amschau'.) Samstag, 29. 2Hai: 3.30 bis 4 ilbr: Die Stunde der Jugend. 4,30 bis 5,45 Ahr: Konzert de« HauSorchester«: Joses Haydn. 5.45 bis 6,15 Ahr: Die Lesestunde. 6,15 bis 6,45 Ahr: „®ie Haftpflicht auf Reisen", Vortrag von Dr. jur et rer. pol. Gustav Wem- ber. 7,15 bis 7,45 Ahr: Funkhochschule Frankfurt a. M.: „Die germanische Kultur der Dölker- wanderungszeit", Vortrag von Prof. Dr. Raumann. 6 45 bis 7.15 Ayr: Vortragszyklus de« Handwert-amte« Hanau: „Das Handwerk und der soziale Friede", Vorttag von Syndikus Dr. Denh. 7,45 bis 8,15 Ahr: Stunde deS Frankfurter Bundes für Volksbildung: „Fünf Jahve Frankfurter Dolksbildungsarbeft , Vortrag von Frau Slse Epstein. 8,15 bl« 10,15 Uhr: Vortragsabend Dr. Han« Harbeck-Hamburg. Anschließend bi« 12 Ahr: Aebertragung von Berlin: Tanzmusik der Berliner Funkkapelle. hochapart in Zeichnung 47cn Seltersweg 81 HM und Ausführung, m. breit. g g flU . . - „ _ Motiven ... Mk. 25.00, 11= H der Handarbeit — Deutsche Literaturgeschichte. Don Gotthold Klee. Herausgegeben und fort- geführt von Oberstudiendirektor Dr. WillhScheel. 24. Auflage (164.-173. Tausend.) Leipzig 1926, Hesse & Decker Derlag. 249 Seiten. 2,25 Mark. Anter den Heineren Literaturgeschichten steht da« Buch Gotthold Klees feit vielen Jahren an erster Stelle. ES hat wohl kaum einen der Fehler, die man derartigen Schriften oft zum Vorwurf macht: es ist weder langweilig noch rechthaberisch, e« schmeckt nicht nach der Schulstube, und e« hält sich frei von der dünkelhaften Anmaßung de« Pedanten. Klee war ein aufrechter Mann, ein feiner Kopf und ein Gelehrter von ungewöhnlichen Kenntnisfen. Alle diese Eigenschaften spiegeln sich in seiner Literaturgeschichte wider. Gr hat mit ihr ein Werk geschaffen, das sich — was höchst selten vorkommt — gleichermaßen für die Schule wie für den Selbstunterricht eignet. Daß diese Vorzüge nicht nur in Schulkreisen, sondern auch beim großen Publikum Anerkennung gesunden haben, beweist die hohe Luflaaeirzahl. Die neue (24.) Auslage ist vorn Oberstudien- lt' oder ^unmerta» tticn unb auch bit vvMM im Freien :an ihnen einen M ; öDimenbronb unft Icbütit ist. Lin ein zu -hindern, gräbt man tote Asche ein. Doch nicht versäumt tuet- in den Dartmboden solche Dslaiye pliz- tum Suhert, muh der durch bat Abzugtloch m abgeschnittrn der- oder öerfiumt man as de am Wigen Luchs .geräumt Verden muh. -r zugrunde. Dir mtb tgt man entweder an r unter, oder bchSli c«. SS ist dam abn 6Ifat von Tau und jen und lleberipriyen u erlegen, und rfinen umcnöüngtr zu Der« • CGotbeugun^mittd Dv sich solches den« mit .Paramvl" in L ist dies ein absolut R. Sparmahnahmen auf dem Gebiete des Landstrahenbaues. Dvn Landrat a. D. Dr. Eonstantin. Letter des Deutschen QanDfreiötage«. D S D. Die Ausdehnung des Autonuckilver- kehr« hat für die Landsttaßenunterhaltung gaiu neue Probleme aufgeworfen. Wendet man sich der Frag: zu, wie diese Unterhaltung finanziert werden soll, so taucht in erster Linie die Frage auf wer soll die Landstraßenunterhaltung bezahlen, die Allgemeinheit oder der Auhnieher. Daß eine Rückkehr zu alten MethoiXn der Sperrung der Wege und Deffnung nur gegen ®r- Icgu.ig von Ehausiee- und Wegegeldern unter heutigen Wirtschaftsverhällniffen und Wirt- IcCaftöauffaffungen unmöglich ist, liegt auf der Hand. Ebenso klar ist jedem Finanzpolttiker, dah die allgemeine Steuerschraube auch ohne Befriedigung de« Wegebedürfnisses schon so fest angezogen ist. daß sie da« nötige Geld nicht durch weiteres Anziehen herauspressen kann. 3n- solgedrfsen können zur Zeit Zwecksteuery nicht entoehrt werden. Man wird die richtige Abgren- ?,ung treffen, wenn man zwei Drittel der Unter» Haltungslast auf allgemeine Steuern abwälzt und ein Drittel auS dem Verkehr zu gewinnen sucht. Die Dovelle zum Kraftfahrzeugsteuergesey will dieser Regelung entgegenkommen. Allerdings wird ihr (Srttag um ein beträchtliches, etwa um 50 Millionen Zurückbleiben hinter jenem Drittel der geschätzten Anterhaltungskosten. Woher diese Summe nehmen, da« ist die Frage, die der Beantwortung harrt und die nur mit Mitteln von Qbat- und Dereinfachungsmaßnahmen in theoretischer Erkenntnis und praktischer Ausführung gelost werden kann. So ist zunächst zu fragen: Ist die Errechnung der Anterhaltungskosten richtig? Sie beruht auf Schätzung und kann nur auf Schätzung beruhen, da Die Verkehrsverhältnisse gegenüber den praktischen Erfahrungen aus der Vorkriegszeit sich — wie Dargeftellt — gänzlich gewandelt haben. Del dieser Schätzung werden jedoch meist grundsätzliche Fehler begangen. Ein Vergleich mit der Vorkriegszeit muß ermöglicht werden, sonst greift man ins Blaue. Dabei ist von der Erkenntnis auSzugehen, daß der frühere Normalverkehr ein Rormalverkehr für die einfache wassergebundene Schotterftraße war und daß für den modernen Verkehr eine ihm angepaßte Straßendecke her- gestellt werden muß. Ist dieS geschehen, so werden die laufenden normalen Anterhaltungskosten in nur unwesentlich verändertem Derhältni« zu früheren Erfahrungen stehen. Mit anderen Worten: man darf nicht gegenüberstellen die früheren Aufwendungen und die jetzigen, die entweder durch Raubbaunutzung einer unzulänglichen ®tra« ßenkonstruktion ober durch Einkalkulierung der Herstellungskosten eine« zeitgemäßen Straßen- umbaue« entstehen: fonbern gegenüber-gestellt werden kann nur auf der einen Sette die lausende AnterhaltungSlast von früher und auf der anderen Seite die AnterhaltungSlast, welche erforderlich ist, um die Straßen, nachdem sie in zeitgemäßen Zustand verseht worden find, in tiefem Zustand lausend zu erhalten. Bei rationeller Methode können nur diese Kosten al« BerechnungSgrundlage für die Ausgestaltung der Steuer Verwendung finben; was darüber hin- ausgeht, ist nicht normaler, sondern anormaler Bedarf, der der Wirtschaft als laufende Ausgaben erspart werden muß. Da« kann er nach fein Oben gesagten nur dadurch, daß er au« Anleihen finanziert wird, oder daß — soweit solche Anleihen zur Zett nicht erhältlich sind — vorübergehend eine besondere Steuerquote erhoben wird. Vom Standpunkt rationeller Verwaltung ist aber mit besonderem Rachdruck darauf hinzu- weisen, daß man versuchen muß. die Instandsetzung der Straßen in moderne Verfassung mit möglichster Eile reftlo« durchzuführen Die Verschwendung, die betrieben wird, besteht ja gerade darin, daß alle in die Unterhaltung gesteckten Kosten unwirtschaftlich vergeudet werden, solange der gegentoärttge Verkehr sich auf Straßen ab- wickelt, die für ihn nicht gebaut find, und solange da« Kraftfahrzeug auf Straßen fahren muß, die feint eigene Abnutzung unwirtschaftlich vermehren und befchleunigen. Je länger wir allo eine derartige Instandsetzung der Straßen hinau«- zithen, desto länger treiben wir unrationelle Verschwendung. ES wird deshalb alle« darauf ankommen, die nötigen Anlelycmittel — sei es äußerstenfalls auch Au«landkredit — bereitzustellen. Allerdings muß daraus hingewirkt werden, daß solche Mittel zurzeit wenigstens nicht der Atopie der großen Durchgangsstraßen geopfert, sondern dem wirklichen DerkehvSbedürfniS der Wirtschaft zugeführt werden. Dabei wird nicht verkannt, daß in einzelnen Gegenden vielleicht auch eine größere Strecke, die man an sich mit Recht als „große Durchgangsstrahe" bezeichnen kann, zu den Wirtfchaftsbedürfnifsen gehört. Was jetzt aber in Verkennung der Verhältnisse unter diesen Begriff gebracht wird und mit hohen Mitteln in schwerer Bauart ausgeführt werden soll werden mußte. Sein Lhauffeur und die Insassen deS anderen Auw« blieben unverletzt. — Ferner wurde ein sechsjähriger Junge aus Bottenhorn bei Gladenbach in die Klinik eingeliekrt, der beim Spiel mit Patronen eine Leibwunde erlitten hatte. — Am 2. Juni tritt der Marburger Kreistag zu einer Sitzung zusammen, in der auch der Etat beraten werden soll. Dieser schließt ab mit 1 301 658 Mk. gegen 676 642 Mk. im Vorjahr. Zur Deckung Der außerordentlichen Ausgaben in Hohe von 249 000 Mk. sind Anleihen vorgesehen. Es handelt sich um die Lahnregulierung bei Fron- Hausen, die Krecsbahn und Die Instandsetzung deS Kreisgebäudes. Was die Kreisstcuern anbelangt, so müssen rund 406 220 Mk. aufgebracht werden. Vorgesehen find 46 Prozent Zuschläge zu den Rcichseinkommen- und Körper- fchaftSsteuern und 52 Prozent zu den Real- fteuern, gegen 32 und 40 Prozent im Vorjahre. Kreis Westerburg. CO Westerburg, 26. Mai. In der Nacht auf DicnStag wurde Der Polizeibetriebsafftstent Maurer hier übel zugerichtet. Kurz nach Mitternacht zog durch die Straßen Westerburgs die Mannschaft eine« FußballvereinS von Duisburg, in heiterer Stimmung, ein Lied find. Maurer forderte sie auf, zu schweigen. Die jungen Leute kamen der Aufforderung nach, einer machte jedoch noch eine Bemerkung, wodurch sich Maurer gelränft fühlte, den jungen Mann ergriff und auf die Wache führen wollte. Als sich der Ergriffene erbot, freiwillig zu folgen und Maurer ihn nicht loSIieß, sprang fein Bruder aus der Mitte der Fuhballfpieler und versetzte dem Beamten einen solchen Fauftfchlag In« Gesicht, dah er sofort zu Boden stürzte. Da« war für die anderen da« Zeichen zum Drein- fchlagen. Durch Hiebe und Tritte richteten sie ihn so zu, daß er sich schließlich nur mit großer Mühe und blutüberströmt nach Hause begeben konnte. Roch in gleicher Rächt folgten verschiedene Festnahmen, doch ließ man alle Beteiligten am Dienstag morgen nach dem Verhör ziehen. Das Gericht wird sich in Bälde mit Der Angelegenheit befassen. — Das diesjährige Hauptvereinsfest der Gustav-Adols- S11 f u n g findet am 1. und 2. Juni in Westerburg statt. Die erste Sitzung (de« Derwaltungs- aus^chusse«) ist um 3.30 Ahr nachmittags im Gasthof Büchler. Am 2. Juni findet ein Feftzug, Festgottesdienst in der Kirche mit einer Festpredigt des Landeslirchenrates Dekan Ernst (Idstein), gemeinschaftliche« QKlttageffen im Hotel zum Löwen und eine Rachversammlung im Schlohgarten statt. • Rehe, 27. Mai. Am 1. Juni wird die hiesige Posthilfsstelle in eine Postagentur mit Dollbetrieb umgewandelt. Zum Zustell- bezirk der Postagentur zählen außer Rehe die Orte Heisterberg, Hohenroth, Homberg und Waldaubach. Der bisherige Inhaber der Hilfsstelle, Karl Zammert, übernimmt Die Verwaltung der Postagentur. Dilltreis. bl. Dillenburg. 27. Wai. Die Stadt- verordneten-Versammlung beschloß, die freiwerdende Bürgermeister st eile nicht auS- zuschreiben. — Die Kreisverwaltung hat in Dillenburg. Herborn und Haiger Mütterberatungsstellen eingerichtet. — Auf Der Gibelshäus er Hütte ist ein Arbeiter dadurch tödlich verunglückt, daß ihm der Schädel gespalten wurde, lieber die Ursache des Anfall« konnte noch nichts ermittelt werden. Preußen. Kreis Wetzlar. XX Wetzlar, 27. Mai. Der Verband ehemaliger „Achtziger hat in engerer Kommission sich endgültig e-ttschlossen, der Firma Dykerhoff u. Reumann, Wetzlar Die Ausführung des Ehr enmal« für seine gefallenen Kameraden zu übertragen. Die Weihe des Denkmal« findet In der ehemaligen Garnisonstadt Bad- Homburg am 22. August statt. Die Anter- bringung der Bausteine in Form geschmackvoller Karten wird eifrig betrieben. ch. Lützellinden, 27. Mal. Die Sommersaaten zeigen in unserer Gemarkung, abgesehen von wenigen Ausnahmen, einen befriedigenden Stand, ebenso hat sich das Winter- a et reibe in vortrefflicher Weise entwickelt. In vielen Felbern ist massenhaftes Auftreten Der Distel zu beobachten, so dah DaS „Distel- stechen" augenblicklich eine Hauptbeschäftigung unserer Bauersleute ist. Das M a i s s e h e n wurde zumeist schon in der vorigen Woche vorgenommen. Verursacht durch Den diesjährigen Futtermangel werben durchschnittlich größere Flächen mit Mais angebaut. Die warme Witterung kommt Den leimenden Kartoffeln sehr zu statten. Der Fruchtansatz Der 0b ft bäume ist — außer Den Zwetschen, die wie allerorts einen unregelmäßigen Behang aufzuweifen haben — gut. Man erwartet eine Mittelernte. kz. Groß -Rechtenbach, 27.Mai. Als bedenklicher Kindersreund zeigte sich die Katze in einem hiesigen Hause. Beim Sln- schlasen bemerkte Die Frau DaS laute, behagliche Schnurren Der Katze in nächster Rahe, uno sie gewahrte beim näheren Zusehen, daß sich die Katze auf das Gesicht des vier Monate alten KlndeS zur Ruhe gelegt hatte. Da« Kind konnte noch rechtzeitig vor Dem Gr- sttckungstode gerettet werden. KrciS Marburg. ][ OHarburjr 27. Mai. Kurz vor Dem Dorfe R i e b e r - W e i m a r, da, wo öle Herborner Straße in die Frankfurter Straße ein* mündet, rannte gestern das Auto des Direttor« Schultz aus Weidenhausen bei Gladenbach mit einem aus Der Richtung Gießen kommenden Auto zusammen. Das erstere wurde zertrümmert. dessen Besitzer erlitt solche Verletzungen, daß er nach Marburg in eine Klinik gebracht ist eine Verschwendung, der gesteuert werden muß. Die Strahenbautechnik hat Die Aufgabe, eine DeckungSart zu finden, die mit billigen Mitteln da« erreicht, was notwendig ist, nämlich für alle Kraftfahrzeuge in gegenwärtiger Rormalverwen- Dung die Straßen haltbar und aut befahrbar berzustellen. Rur angevaßt Dem wirklichen Wirt- schafrSbebarf müssen und Dürfen gewisse Strahen- strecken in schwerer Ausführung, wie Kleinpflaster. Grohpflaster ober Asphaltschotter hergestellt werden. Das Sparprogramm fordert, daß. soweit An- leifjemittel für einen solchen Bauplan wirklich nicht zu beschaffen sind, das nötige Kapital möglichst rasch auf anderem Wege bereltgeftelft wird. Letztere« wäre nur durch einen vorübergehenden Sonderzufchlag -u den Zweckst euer_n möglich, Der durch Steuerabschreibungen in späteren Jahren teilweife erstattet werden könnte. Soweit Reich und Länder in der Lage wären, aus anderen verfügbaren Mitteln Zufchüsfe zu geben, wird als fubstverständlich vorausgesetzl. daß solche gewährt werden. Es ist aber müßig, wie man eS gerade gegenwärtig wieder vielfach lieft, Die notwendige Hilfe von Reich und Land primär zu fordern! Die Wirtschaft, die Dann in anDerer Weife dem Steuerdruck ausgesetzt würde, hätte davon feinen Vorteil! Für bad Steuersystem ist zu fordern, daß neben der Paufchalsteuer, welche von der Tatsache deS Haltens eines Fahrzeuge« ausgebt, eine Steuer auf die R u d I e i ft u n g des Fahr- rxugcö gelegt wird. Erhebungsfchwierigkeiten Dürfen Dabei nicht gescheut werden: sie sind übrigen« bei einer Einkommensteuer, die wohl niemand mehr wegen Anmöglichkeit Der Feststellung Der Einkommen ablehnen würde, viel größer! Sin Mangel Der gegenwärtigen Kraft- fahrxeugftcuer ist deshalb, daß sie die Besteuerung Der Rutzllistung nicht Durchführt. Gerade wenn es unmöglich fein sollte, Den nötigen außerordentlichen Fina.^bedarf Im Anleihewege zu decken, könnte eine erträgliche, vorübergehende Anspannung Der Steuern nur auf Dem Wege über Die Dutzleistung de« Fahrzeuges erfolgen, weil nur Dann eine Abwälzung Der Last in gerechtem Maße möglich und eine Ginkalkulierung in Den allgemeinen Wirtschaftsprozeh durchführbar ist. Rattonelle Sparwlrtschaft wird auf dem Gebiete Der Landstraßenunterhaltung gerade auch Dlefen Gesichtspunkt zu beachten haben. Bei der ungeheuren Bedeutung, welche Der Landstraßenvau und Die Landstraßenunterhaltung als Derkchrsmittler im Wirtschaftsprozeh hat, unD bei Der großen Rolle, Die Die Erhaltung und wirtschaftliche Ausnutzung.des in Den Straßen verkörperten Rationalvermögen« spielt, wird eine Rationalisierung und damit Sparsamkeit auf diesem Gebicte einen sehr starken Ginfluß auf Muslerstito JHüükStores 'Nbes-Lnlverft- feffor b« englische" rn fiat je einen M i unb bi< Unibcr* i l» $it w Snltc avi Us&tt - EhrtMS bcc *** ! 0^'? brlo^Ll, A * den 27. Mai 1926. 007 »9 Die Beerdigung findet Montag, den 31. Mai, nachm. 2‘/, Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. vormittags v. 9—12 Uhr, auf 14647 D ohnzimmer einzdbüfetts Hnricbten 4652D können. Dauerst 4670a verlegt. Dr. med. Siegfried Klein bedeutend verbessert. Kräftig! Ausgiebig! billigst 3622 D an den Gien- Anz. Kein Laden. Eingang Ecke Volköbad. Seltersweg 70 Seltersweg 70 4481a Telephon 892 03748 03762 gesucht. 28 Jahre litt ich an u.2.29. 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Die beiden Herren stiegen aus, und als der Oberkellner die Damen ausschreiben lieh, stellte es sich heraus, dah es zwei gewaltige Geldmagnatcn waren, der Generaldirektor einer bekannten Elck- Irizitälsgesellschast und der Beherrscher eines weltumspannenden Tabaktrustes. Sie nahmen die ganze Etage, um sicher zu sein, dah sie am anderen Morgen nicht von lästigem Lärm geweckt würden. Dann zogen sie den Herrn Wirt beiseite und erkundigten sich, ob an dem hiesigen Gymnasium noch ein ge- wisser Dr. Drihbank als Lehrer unterrichte. Don der Antwort, dah er jetzt sogar Direktor sei, aber bald in den Ruhestand treten werde, schienen sie sehr befriedigt und fragten, ob der Herr ausgehe. 2llS sie hörten, dah er regelmähig zweimal die Woche gerade heute und am Sonnabend, einSchöpp. chen Wein im „Goldenen Weinstock" zu trinken pflegte, lachten sie und verlangten nun vom Wirte, dah er es fertig bekommen müsse, diesen Direktor Dr. Brttzbank, ohne ihren Damen zu nennen, an ihren Tisch zu bringen, damit er es sich einen Abend mit ihnen gemütlich mache. And dann widmeten sie der Zusammenstellung des Abendessens geraume Zeit: obwohl eß an ver- zwickten Schlemmereien fehlte, keine Dustern, keine Hummern, lieh sich doch aus seiner, gediegener Küche und auserlesenem Rheinwein, Burgunder und Schaumwein ein köstliches Mahl zusammenstellen. Die Herren gingen noch einmal um zu sehen, wo und wie der Wagen untcrgebracht war, die Frau Wirtin kochte mit Genuh ihre besten Dinge und btt Wirt zum Gpldnen Weinstock leuchtete mit ddr Kerze in die letzten Winkel deS Kellers, wo Ble uralten Eqchen lagen, denn eines war klar, Geld spielte bei denen keme Rolle. Dabei überlegte er sich die Angelegenheit mit Direktor Britzbank und kam zu dem Schluß. dah der allerdings ängst- Windischgraetz als Friedensvermittler. Unveröffentlichtes aus den Umsturztagcn. (Don besonderer Seite.) Budapest, Ende Mai 1926. Des Hauptangeklagten im Budapester Fran- kenfälschungsprozesse, Ludwig Prinzen Windisch- S:aet), buntbewegte Bergungenheit ist bekannt, iner Episode in seinem Leben wird aber nur wenig oder gar nicht gedacht. Sie war so kurz und fiel in eine so aufgeregte Zeit, dah sie der Aufmerksamkeit der Oefsentlichkeit entging oder nicht in ihrem Gedächtnisse haften blieb. Der Prinz war, als der Krieg seinem Ende zuneigte, Diplomat und in dieser Eigenschaft berufen, einen Frieden zu vermitteln, der demjenigen, der dann in Paris ausgearbeitet wurde, nicht geglichen hätte. Als Graf Andrassy im Oktober 1918 zum — letzten — k. und k. Minister deS Aeuheren ernannt wurde, nahm er sich den ehemaligen ungarischen Ernährungsminister Ludwig Prinzen Windischgraetz als Sektionschef in daß Haus am Dallhausplatz mit. Hnb in dieser Eigenschaft wurde der Prinz in den ersten Dovem- bertagen 1918 beauftragt, in der Schweiz den Faden einer Friedensverhairdlung aufzunehmen, die von^ englisch-französischer Seite angeregt worden war. Aus den Erinnerungen des Prinzen ist nur wenig über seine Schweizer Tätigkeit zu entnehmen. Unb doch gibt es eine, ursprünglich für den Grafen Andrassy bestimmte Auszeichnung des Prinzen über die in der Schweiz gepflogenen Unterhandlungen. 3m nachstehenden fei nun zum ersten Male einiges aus diesem hochinteressanten Dokumente mitgeteilt. Windischgraetz schrieb: „Am 1. Dovember nachmittags, nach der bei Seiner Majestät erfolgten Besprechung mit die» dem, Andrassy und mir erfolgte meine Abreise nach der Schweiz. Am 31. Oktober war eine Dachricht aus Bern eingetroffen, welche von der französisch-englischen Dachrichtenstelle aus Tho- non die Mitteilung brachte, dah das alliierte Oberkommando seine Geneigtheit ausgesprochen habe, mit dem Wiener Kabinette in Der Handlung bezüglich sofortiger Wafsensttllstands- und Friedensbedingungen einzutreten. — Inzwischen war der neuerliche Umschwung in Ungarn ein getreten. Die ungarische Regierung hatte sich von ihrem Eid entbinden lassen, um sich als republikanische Regierung zu konstituieren. Damit war eine jede Möglichkeit der weiteren Funktionierung des Ministeriums des Aeußern als gemeinsame Behörde ausgeschlossen und Andrassy erklärte dem Monarchen, dah er unter allen Bedingungen von der Leitung zurücktrete. Dachdem Seine Majestät kurz erllärt h«tte, dah er keinesfalls dem Throne -u «mtssg-en gedenke, wurde beschleusen, d-ch ich noch am sekbe^ Abend nach der Schweiz fahren soll, um vorerst in Erfahrung zu bringen: 1. ob und inwieweit die Alliierten geneigt sind, in Derhandlungen mit Kaiser und König Karl bezüglich des Waffenstillstands und Friedens einzutreten: 2. aber festzustellen, dah er. der Monarch, seine Person und Dynastieinteressen absolut in den Hintergrund zu stellen beabsichtigt, seinerseits nur das Wohl der Staaten und Böller der 2Nonarchie wahren möchte und zu diesem Zwecke bereit sei, an der Friedensarbeit mitzuwirken. (Windischgraetz berichtet nun über sein Eintreffen in Bern sowie seine ersten Schritte und fährt dann fort.) Am 6. Dovember abends langte Graf Mens- dorff in Bern ein, welch letzterer aber nur mit der Instruktion gekommen war, Besprechungen mit den hiesigen Vertretern der Entente anzubahnen. Bemerkenswert ist, dah sowohl der französische Botschafter Dutasta, als auch der englische Gesandte im Borhinein erklären liehen, sie wünschten keine Konversation zu führen, sondern möchten konkrete Vorschläge der Regierung Kaiser und König Karls entgegennehmen. Ich bemerke, dah inzwischen die Dachricht eingetroffen war, dah der vom Armeeoberkommando verlangte Waffenstillstand durch die Italiener genehmigt worden war. Außerdem traf am 6. Dovember ein chiffriertes Telegramm des Ministeriums des Aeuhern ein, welches die älebcrgabe des Chiffrendepartements in Wien sowie aller Geheimakten in die Hände des deutsch-österreichischen Dationalrats mitteilte. Hiermit war eigentlich für meine Demarche und deren praktische Auswertung eine jede Möglichkeit genommen, nachdem ich selbst als un- aarischer Beamter des Ministeriums des Aeu- hern nicht mehr in der Lage war. gemeinsamen Behörden direkt Dachrichten zukommen zu lassen, ohne dah dieselben in die Hände des Dattenalrates gelangt wären. Dachdem jedoch inzwischen die Zustimmungen der Enlenteregie- rungen. dah ihre Btzrtretungen mit mir in Bern in Verbindung treten mögen, eingelangt waren, habe ich am 6. Dovember nichtsdestoweniger die von mir in Aussicht genommenen Demarchen bei allen drei Gesandtschaften unternommen. Ich war zuerst beim englischen Gesandten Rumbold. Derselbe hörte meine Ausführungen an und erklärte, dah die erste und Hauptfrage sei die Versorgung der Monarchie mit Lebensrnitteln. Bezüglich der Rolle des Kaiser und König Karls meinte er, dah diese sich von selbst finden werde und die Hauptsache sei derzeit die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung und die Versorgung der Massen, welche beide in Wahrscheinlichkeit im Wege der einziehenden Ententetruppen erreicht werden können. Ansonsten sprach sich der Gesandte über die Pläne der Entente äußerst zurückhaltend aus und ich hatte den Eindruck, daß die englische Regierung mit ihren Alliierten noch nicht im reinen sei, welche Stellung die (sic) der Monarchie gegenüber einzunehmen gedenkt. Bei dem Botschafter Dutasta hatte ich in einer P _> Stunden währenden Besprechung nicht nur Gelegenheit, meine Erklärungen bezüglich der Stellungnahme Kaiser und König Karts darzulcgen, sondern der Botschafter sprach sich au, das ausführlichste über die Absichten und Standpunkte seiner Regierung mit mir aus. Er erklärte vorerst, dah man in Frankreich dem jungen Monarchen die allergrößten Sympathien entgegenbringe und seine Bemühungen im Interesse des Friedens voll und ganz würdige. Es handle sich vorerst darum, im Innern bet Donaumonarchie jene wirtschaftlichen unb politischen Berührungspunkte festzustellen, welche von selbst ein gemeinsames Verhandeln nötig machen. Er meinte, dah der Standpunkt richtig ist, die Erhaltung eines Staatengebildes in Zentraleuropa unter allen Bedingungen zu unterstützen, man sei in Frankreich vollkommen im klaren, dah dies einzig und allein unter Mitwirken der Dynastie geschehen könne. Heber die ungarischen Verhältnisse meinte Dutasta, daß Ungarn in seiner historischen Königstreue den König Karl in seiner aus den Frieden gerichteten Tätigkeit unterstützen werde. Der Botschafter meinte weiter, daß mit allen Mitteln dem sich immer mehr zeigenden Bolschewismus entgegengearbeitet werden müsse, dessen Provenienz — wie man in Frankreich überzeugt sei — von Deutschland herstammt. Deutschland habe den Frieden mit dem bolschewisti- schen Rußland geschlossen. Deutschland wolle die bolschewistischen Tendenzen dazu benützen. Deutschösterreich in Gegensatz zum Kaiser zu bringen unb Deutschland werde daher auch daran arbeiten, die deutschen Provinzen Oesterreichs an sich zu fetten. Der Botschafter richtete mir die Grüße des mir bekannten französischen Ministers des Aeuheren Pichon aus und gab der Hoffnung Ausdruck, mich in Kürze in Paris begrüßen zu können: er versicherte mich noch der Sympathien Frankreichs für unseren Monarchen unb wiederholte mir, dah in Paris die beste (sic) Absicht und der französischen Regierung gelingen werde, Zentraleuropa vor den Schrecken der bolschewistischen Revolution zu bewahren. ... Dachdem die Proklamierung der Republik in Ungarn erfolgte, hielt ich es für angemessen, noch am 8. Dovember um meine Enthebung als SektionSchef des Ministeriums des Aeuheren einzukommen, welche Enthebung mir am 9. Dovember auf telegraphischem Wege zugestellt wurde. Hiermit war naturgemäß meine offizielle Tätigkeit in Bern zu Ende. Am 10. Dovember suchte ich neuerdings den französischen Botschafter auf, welcher mir sein Bedauern ausdrückte, daß die von uns in Aussicht genommene Aktion durch den vollkommenen Zusammenbruch und die Desorganisatton der Monarchie zur Unmöglichkeit geworden ist. Er wiederholte mir, daß in Paris die beste (sic) vorgelegen war, die Bestrebungen Kaiser unb König Karls zur Führung georbneter Verhandlungen mit allen Mitteln zu unterstützen. Dutasta sagte auch, man hätte auf feiten der Entente erliche und zurückhaltende alte Herr große Schierig- leiten nicht machen werde, wenn man eß richtig einfädele. Es handele sich um Erinnerungen aus alter Zeit, hatten die Herren gesagt. Dor allem würde das nicht er, sondern seine Frau besorgen, der schlage Britzbank so leicht nicht etwas ab. Es wurde also in dieser Frage so lange geschoben, verhandelt, überredet und zugesprochen, bis der Herr Direttor in seinem abgeschabten Gehrock, mit geputzten Brillengläsern und einer aufrechten Haltung im Honoratiorenstübchen an dem Tisch bei den beiden Magnaten sah, deren Dame er bei der Vorstellung nicht recht verstanden hatte und die mit ihren lockerwolligen, hellen Reiseanzügen, den rasierten runden Gesichtern und ihren kuhlbeobachtenden Augen wie zwei Musterbeispiele einer neuen Weltordnung aussahen, wie zwei braunkarierte Hebermenschen, die ein vorsündflutigeß Fundstück mit einem satten Interesse betrachteten. In bunter Reihe erzählten sie die neuesten Schlager aus Hamburg, sprachen von amerikanischen Tricks, 2öaumwollpreisen, der Einkreisung eineß Londoner Börsenspielers, den drei Zwergpudeln der Filmdiva Lola Lolettt, einem geschickten Gesundbeter, ein paar Anekdoten, die man sich von einem Berliner Theaterdirektor zu- raune, Weltmarktverschiebungen, den Häuserpreisen in Pariß. Dabei fütterten sie den Herrn Britzbank, der, wie sein Hals in seiner erschreckenden Magerkeit offenbarte, zu Hause nicht gerade an den Fleischtöpfen sah, mit lauter Leckerbissen, und, indem sie ihrer weltmännischen Geschicklichkeit alle Zügel schieben liehen, gaben sie ihm auch ein Glas nach dem anderen, Ehateau Latour, Scharlachberger und die Witwe, alles in guter und richtiger Reihenfolge und Temperatur, bis der Herr Direktor heller wurde, harmlose Geschichten aus seinem Leben erzählte, Schulwitze von Anno dazumal, Schulwitze, die man selbst in Sextanerkreisen wegen ihrer Altertümlich- keit nicht ohne Erröten weitergegeben hätte und schliehlich war er in gewünschter Form unb sang, wie seiner Zeit als Student, wenn er über die Stränge schlagen wollte, mit zerknitterter Stimme baß Heckerlied. wartet, mit Andrassy weiter verhandeln zu können. Er bezeichnete es als für die Ententeregierungen ganz unmöglich, sich mit den einzelnen Sonderregierungen ins Einvernehmen zu setzen. Er sagte, die Entente wird mit keinen wie immer gearteten Regierungen verhandeln können, welche sich nicht auf eine durch das ganze Land gewählte vertretende Körperschaft stützen könne. Heber den Grafen Michael Karolyi sagte er. derselbe hätte seinerseits in Frankreich einige Sympathien besessen, dah das Vorgehen her ungarischen Regierung unb der Partei des Grafen Karolyi im allerletzten Momente nichts weiter als ein bolschewistischer Putsch war. der die Ordnung und Qlutorität im Lande selbst unmöglich machte unb der Entente in feiner Weife sympathisch sein könnte. Hebrigenß bat mich her Botschafter, auf privatem Wege mit ihm in Verbindung zu bleiben und ihm Dachrichtea über die Entwicklung der Dinge in Hngam zukommen zu lassen." Aabinettswechsel iit Belgien. Belgien leibet ebenso wie Frankreich unter bet Frankenentwertung. Da es bem Kabinett Poullet-Danbervelbe im Laufe seines einjährigen Bestehens nicht gelungen war, bem Abwärtsgleiten des Franken Einhalt zu tun unb eine Auslandanleihe für bie Frankenstabilisierung herbrizuschafsen. würbe er gestürzt, obwohl bie Linke, die baß Kabinett gebildet hatte, über die Mehrheit verfügte. Die Regierung, bie auS Sozialisten unb linkLIatholischen Gruppen bestand, ist durch den Kamps der Hochfinanz gefallen, die sich den Stabilisierungsversuchen beß Finanzministers wibersehte. Die Verhandlungen über eine Auslanbanleihe scheiterten, weit bie belgischen Danken nicht bie notigen Garantien übernehmen wollten. So muhte er nach langwierigen Verhanblungen im Inland zur Rückzahlung der kurzfristigen Verbindlichkeiten einen Vorschuß bei der Dationalbank fordern, um später erst die Billigung beß Parlaments einzuholen. Damit war ein weiterer Schritt auf bem Wege ber Frankenentwertung getan. Dach wechselvollen Versuchen, eine neue Regierung zustande zu bringen, ist es dann Jasper, der den konservativen Katholiken an- gehört, gelungen, ein Kabinett zu bilden, an dem sich auch die Sozialisten nach längerem Zögern beteiligt haben. Vandervelde hat wieder das Außenministerium übernommen, außerdem gehören noch drei Sozialisten dem Kabinett an, das sich außerdem auß vier konservativen Katholiken, einem Liberalen unb einem Dichtparlamentarier, dem Vertrauensmann der Danken Franc q ui, zusammenseht, der das Schatzamt übernommen hat. Mit dieser Zusammensetzung, die nahezu alle Parteien außer den katholischen Demokraten umfaßt, ist eine vorläufige Heberbrückung ber Krise gelungen. Ob sie von langer Dauer fein wird, muß abgewartet werden. Sehr viel Wahrscheinlichkeit liegt aber nicht vor, da die Gegensätze zwischen rechts und links doch bald zu einem Zusammenstoß führen müssen, da kaum anzunehmen ist, baß die Methoden ber Rechten, Belgien auß ber Finanzkrise herauszuführen, die 23Uligung ber Linken finden werden, hat doch gerade die von den Sozialisten gestützte ©teuer- uni) Finanzpolitik zum Sturz der Regierung geführt. Eine Stabilisierung des Frankens wird auch ber neuen Regierung kaum gelingen, da die Bedingungen des Auslandes für eine Anleihe u. a. auch eine Verpfändung ber Eisenbahnen vorsehen, die auch für die Rechte unannehmbar ist. Hnb die Sanierung aus eigener Kraft wirb, wie in Frankreich, scheitern müssen, wenn nicht ganz burchgreifende Maßnahmen ergriffen werden, zu ber die Rechte vorläufig nicht fähig ist, weil sie nicht über die parlamentarische Mehrheit verfügt. Vielleicht wäre die von der Rechten erstrebte Wirt- schaftsdiktatur ein gangbarer Ausweg aus ber Krise. Eine Lösung, wie sie Mussolini in Italien gelungen ist, schwebt auch ben belgischen Rechtskreisen vor. Ihre Durchführung wäre aber wohl auch an bie politi sche Diktatur geknüpft, bie weitgehende Unterstützung bei ber Finanz unb Industrie finden, aber den scharfen Kampf ber Linken auslosen würde. Alle Bestrebungen, aus der Krise herauszukommen, die Suche nach Mitteln unb Wegen muß über kurz ober lang ben Kampf zwischen der Rechten unb ber Linken zum Ausbruch bringen unb dieses Kabinett ber sogenannten nationalen Einigkeit wieber zu Fall Da lachten die Beiden, baß sie schütterten. Britzbank schaukelte ausgelassen auf seinem Stuhl, den er auf einem Bein hin unb her drehte: er hatte in diesem Augenblick das Gefühl, restlos glücklich zu sein. Da rückten die Beiden näher zu ihm heran, stießen mit ihm an und äußerten, als ob das etwas Selbstverständliches sei: „Sehen Sie, Herr Direktor, ist das nicht hübsch hier im Ehausseegraben?" Dazu ein brüllendes Gelächter der Braunkarierten: Britzbank dachte, er hätte nicht gut verstanden und lachte eifrig mit. „Solchen Ehausseegraben lobe ich mir, machen sie sich nur nicht zu staubig, Herr Direktor!" be- metlte der Andere: dabei waren die runden Augen ber Beiden mit einem etwas schadenfrohen, gespannten Spott auf ihn gerichtet. .Wie meinen Sie?" fragte Britzbank ein wenig lleinlaut. „Wir sagen, hier im Ehausseegraben ist eß doch nett, da können Sie unß Gesellschaft leisten!" Wieder daß Gelächter wie auf dem Theater, Gemecker ordentlich. Der Direkwr begann, sich trotz aller Weinschwere zu fürchten, er dachte an geheimnißvolle Irrsinnige, von denen man gelegentlich hörte, von rätselhaften Morden. Die ganze Sache kam ihm unheimlich vor, sein Glück erschütterte. „Ehausseegraben? Ich verstehe Ehausseegraben!" murmelte er unsicher. „Richtig, richtig, Ehausseegraben!" glucksten die 4g>d Magnaten überaiiß fröhlich. „Prosit auf den Ehausseegraben!" Britzbank dachte beCommen, o fürwahr, wäre ich auf der Straße! Aber die Beiden ließen ihn mit dem verfluchten Wort nicht loß, bis endlich der Eine anfing: „Erinnern Sie sich eigentlich eines gewissen Wanders, Frank Wanders, Direktorchen?" Der unglückliche Direttor schnappte nach Luft: „Ja, ja, warten Sie, vor zwanzig Jahren, in Hnter- sekunda sitzen geblieben, faul und verlottert!" Wieder Gemeckerbringen, baß nur eine Zwischenlös ung sein kann. Aus tvclcben Grünben sich die Sozialisten überhaupt beteiligt haben, ist nicht recht ersichtlich, vielleicht um die Weiterführung der Außenpolitik zu garantieren. Denn auch ihnen muh es tlar fein, daß die Gegensätze in ber Auffassung über die ßanicrungßmetboben zwischen Rechts und Links so groß sinb, baß eine Zusammenarbeit auf bie Dauer unmöglich ist. Zaglul Paschas Sieg. Die Parlamentßwahlen in Aegyp- ten haben zu einem überwältigenden Sieg der Partei Zaglul Paschaß geführt, ber um so bemerfenßtoerter ist, als er auf Grund eineß abgeänderten Wahlgesetzes erfolgte, auf Grund dessen eine englandireundliche Mehrheit im Parlament erreicht werden sollte. Dach fast einjähriger parlamentloser Zeit wird also Qkghby ton wieder ein Parlament haben, dessen Bestand aber vielleicht wieder nur von titrier Dauer ist, weil es noch weniger, als nach den Wahlen im Frühjahr 1925, den Wünschen der Regierung entspricht. Damals konnte die Partei Zagluls 101 Sitze erlangen, während die anderen Parteien, die eine englandfreundliche Politik befürworteten, über 105 Sitze verfügten. Liber diese, wenn auch geringe Heber lege nheit, brachte der Regierung Ziwar Paschas eine große Enttäuschung. Bei der Wahl des Kammerpräsidenten unterlag der Kandidat bet Regierung gegenüber Zaglul Pascha, ber 125 Stimmen auf sich vereinigen konnte. Der König zog daraus bie Konsequenzen und loste die Kammer erneut auf und regierte ein Jahr lang ohne Parlament. Die Hoftnung, bei der jetzigen Wahl durch baß veränderte Wahlrecht eine Mehrheit für sich zu gewinnen, wurde aber getäuscht. An sich sind sich Ziwar Pascha und Zaglul einig in ihrer Gegnerschaft gegen die englische Regierung: ber Unterschieb liegt nur darin, daß Ziwar auf dem Verhandlungswege etwas zu erreichen ßofft, während Zaglul Pascha auf un- bebmgten Widerstand besteht. Die Erbitterung ist besonders darauf zurückzuführen, baß von England anläßlich der Ermordung des SirdarS über die Bestrafung der Täter hinaus noch weitgehende Genugtuung und eine Sühnesumme von 500 000 Pfund verlangt wurde. England hatte die Gelegenheit benutzt, um seine Herrschaft in Aegypten neu zu festigen, ohne dabei zu berücksichtigen, daß sich dadurch nur bie Stimmung mehr noch gegen seine Oberherrschast wenden würde. Die Unabhängigkeitß- betoegung ist auß diesem Grunde auch immer mehr angewachsen, da sich bet ben Aeghptern der Gedanke an ein angetanes Hnrecht, an eine Vergewaltigung immer mehr festsetzte. Duc so läßt sich ber große Wahlsieg ber Zaglulpartei erklären, die im neuen Parlament über eine arbeitsfähige Mehrheit verfügen wird. Trotzdem beabsichtigt Zaglul eine Äoalitionßrcgierung zu bilden, an der er selbst nicht einmal beteiligt ist. Als Dachfolger Ziwar Paschas werden Adü) Pascha und der liberale Führer Sarwat Pascha genannt. Datürlich würde baß keine Schwächung des Ansehens oder des Einflusses Zagluls bedeuten. 3m Gegenteil, er wird nach wie vor die Zügel der Partei in der Hand behalten unb natürlich auch seinen Einfluß jederzeit auf die Regierung gellend machen. Daß er eine Koalition mit Den Liberalen sucht, ist scheinbar darauf zurückzuführen, daß er alle Fälle vermeiden will, die zu einem Eingreifen Englands führen könnten. In London hat zwar der Erfolg Zagluls überrascht, aber man ist der Ansicht, daß sich keine direkten Schwierigkeiten ergeben werden, weil man Lord Lloyd für kräftig genug hält, die Lage zu beherrschen. Vor allen Dingen rechnet man auch damit, daß Zaglul aus den Erfahrungen seit 1924 gelernt hat, und deshalb alles vermeidet, was zu direkten Konflikten führen konnte. Das wird natürlich den Führer ber Wahlpartei nicht hindern, sein altes Programm, toerm auch mit einigen Abänderungen, wieder aufzustellen Kirchliche Nachrichten. Israelitische Gemeinden. 3fr. ReNg'.onSgemeinde. Gottesb. i. d. Synagoge (Eüdanlage). Samstag, den 29. Mai 1926. Voraod 7.45, morgens 8.30, abends 8.40 und 9.20. Gottesdienst der tfr. DeltgionSgefellfchaft. Sabbatfeier, den 29. Mai 1926. Freitag abbß. 7.40, Samstag vorm. 8.00, nachm. 4.30, Sabbatausg. 9.20. | Wochengottesdienst: morgens 6.30, abends 7.15. Da mischte sich auch der Zweite ein:. Hnd eines gewissen Holzem, Friedrich Holzem?" „Datürlich," antwortete Britzbank lebhafter, „daß war doch ber Freund des Wanders, noch unnützer, Griechisch ungenügend!" „Richtig, richtig, und wissen Sie noch, was Sie den Beiden einen Tag, ehe sie ihnen das Zeugnis gaben, das ihnen baß Einjährige verweigerte, sagten?" Der Direktor war nun ganz unsicher, der Wein, die sonderbare Lage, baß kuriose Gramen, er schüttelte nur den Kopf unb starrte ble Beiden an. „Sie, Wanderß, sagten Sie, und Sie, Holzem, Sie beide werden sich mal im Ehausseegraben treffen, Sie kommen vor die Hunde, Sie werden Landstreicher! Hnb nun, hier sind wir, Wanders und ich, ganz tüchtige Männer geworden, Pinke—Pinke und so, wir haben unseren Weg gemacht, daß wollten wir 3hnen nur zeigen!" Der Direttor sah maßlos verlassen und verstört auß; er machte einige Verbeugungen unb suchte sich zu fassen. „Ja", lachten die Beiden aus vollem Halse, „wir wollten 3hnen nun zeigen, wie hübsch eß im Ehausseegraben ist, und daß eß auf bie Verba auf mi und die lateinischen Aufsätze doch nicht an- kommt. Sie sehen, mit Ihrer Vorhersage vom Ehausseegraben ist eß Essig, wirklich klarer Essig!" Die Beiden sahen in diesem Augenblick wie zwei Kuchenteigmänner auß, die der Bäcker zu sehr hat aufgehen lassen. Alß daher ber Eine bekräftigend seinem Freund auf den feisten Rücken klopfte und wiederholte: „Dein, bringen Sie mit Ihrer lateinischen Wort- reiterei es erst einmal so weit!" erhob sich der Direkwr Britzbank zuerst mühsam, stand ernst zwischen ben Beiden, deren Lachen erftarrte, richtete sich auf unb sagte tonlos: .Man nennt dies Hybris, Hebermut gegen bas Schicksal... unb hoffen wir, baß Sie ben Ehausseegraben wirklich nicht kennen lernen!" Hnb ging mit einer linkischen Verbeugung in die sternentiefe, rheinische Dacht hinaus. Turnen, Sport und Spiel. Lausen als sportliche Grundlage. Don Karl Meitner-Heckert. Laufunterricht und Lauftraining finb die Grundlage füx die meisten Spezialzweige des Sports. Laufen ist Pflichtsport im wahrsten Sinne des Wortes für jeden Sportler, für jede Sportlerin. Die moderne Sportwissenschaft hat auf Grund sportphysiologischer Versuche erkannt, daß die Geschwindigkeit ein maßgeblicher Faktor auf dem Wege zur Leistung ist. In der Gymnastik des Laufens werden fast alle Körpermuskeln zum Wachstum und zur Elastizität angeregt, die Verven zur Beherrschung der Bewegung erzogen. Laufunterricht und Lauftraining bilden bei zahlreichen Sportdisziplinen die erste Stufe, die zum Sieg fuhrt. Den meisten Menschen fehlt Beweglichkeit, ein Mangel, der sich hauptsächlich in der Steifheit der Deckengelenke zeigt. Mit einem Klotzen Spaziergang macht man diese Gelenke zwar locker, aber nie gelenkig. Erst der Lauf, der an die Muskelstränge, die bis zu den eigentlichen Rückenmuskeln reichen, grotze Anforderungen stellt, macht die Beckenpartie beweglich. Das wissen am besten die Ruderer, die für Anriß und Sitzarbeit jener Kraft benötigen, die ihre Zentren in der Beckenpartie und in der Arm- muäfulatur haben. Lauf ist auch für Herz und Lunge unentbehrlich Nur verhältnismäßig wenig Menschen sind ohne sportliche Ausbildung imstande, einen richtigen Lauf, der doch eigentlich als natürliche Fortbewegung keine besonderen Anforderungen an die Körpertrast stellt, auszuführen. Warum? Weil Herz und Lunge versagen. Der Lauf übt eine erhebliche Wirkung auf die Dlutzirtulation, auf den Atinungsprozeh aus. Lauf lehrt den Sportler, sich der Atembewegung so hinzugeben, datz sie den Körperbewegungen lebendigen Zusammenhang gibt. Laufen muh der Körperkonstitutivn des einzelnen angepaßt werden. Das sportmäßige Laufen ist deshalb in drei Kategorien geteilt: Kurz-, Mittel- und Langstreckenlauf. Der Kurzlauf z. B. ist keine gleichmäßig hohe Anstrengung von Anfang bis Ende, sondern er setzt sich aus mehreren Phasen zusammen, nämlich dem Bor- schiehen unmittelbar nach dem Start, der Tempo- vrientierung während des Laufes und dem kraftvollen Endspurt. Das zeigt gleichzeitig, daß Lauf- Wungen nicht gruppenweise vorgenommen werden sollen. Beim Lauftraining steht der Sporttreibende am besten unter Kontrolle eines Trainers, oder er muß sich selbst kontrollieren und die Kraft im Körper dorthin zu lenken versuchen, wo er sie für den Spezialzweig am notwendigsten braucht. Man wird zu diesem Zweck darnach trachten, die Erregung gewisser Muskelpartien in ganz bestimmtem Kraftmaß auszuführen. Nur durch gründliche Lauftibungen miri) es möglich, Verhältnis, Grad und Ort von Körperstörungen zu ordnen und alle Muskeln des Leibes gründlich durchzuarbeiten. Wie notwendig Lauftrai- ning ist, zeigt die Praxis, die immer wieder nach- weist, daß sich spezielle Spitzenleistungen nur dann auf längere Zeit bewahren lassen, wenn der Sportübende volllommen Herr der Verwendung und Verwertung seiner Muskel- und Atmungstätigkeit ist. Ohne Laufübung, ohne rationelle Grundlage der Bewegung, ohne organisierte Technik muh durch den Gegensatz der Be- wegungs- und Empftndungsnerven das Gleichgewicht zwischen Körper und Geist aus dem Geleise kommen. I Lauf als Pflichtsport ist das beste Mittel, jim in allen Sportzweigen Schlaffheit und Ner- H>osität, diese schlimmen Widersacher des Sport- menschen, zu beseitigen. Der Laus ist unzweifelhaft die älteste Sportart, und zwar gleicherweise der Kurzstreckenlauf, der Dauerlaus, der Hindernislauf. Der moderne Sport wertet den Lauf sehr hoch; ohne ein tüchtiger Läufer zu sein, wird ein Sportler im Fußball, Hockey, Tennis u. a. nicht viel leisten. Man hat z. B. ermittelt, daß ein Schiedsrichter beim Fußballspiel während der 90 Minuten Spielzeit 10 bis 11 Kilometer zu durchlaufen hat. Das ist eine Arbeit, die der eines Fußgängers entspricht, der einen zweistündigen beschleunigten Fußmarsch ohne Sinter» brechung durchhält. Alle Schnelligkeitsübungen beanspruchen volle geistige Konzentration vor und während der Spvrtübung. Wer nicht auf das Startkommando als Faustkämpfer, Schwimmer, Leichtathlet, Fußballspieler, Ruderer, Skiläufer usw. vom Schnelligkeitsmoment, d. h. von der Kraft, die in Angeln md Wchen in Deutschland Don Dr. Fritz Skowronnek, Berlin. Der Wasserreichtum Deutschlands verdient höher eingeschäht zu werden, als es jetzt geschieht. Denn das Wasser, ob es uns als Bach, Fluh oder See begegnet, belebt und steigert die Schönheit jeder Landschaft. Jedes Tal, durch das ein Bächlein rauscht, die Ebene, durch die ein Strom feine Wogen rollt, der dunlle Forst, in dem ein See das Himmelsblau widerspiegelt, erhält durch das Wasser ein zweites geheimnisvolles Leben. Und wenn man noch das Gebirge heran- zieht, dann ergibt sich eine Fülle landschaftlicher Schönheit, die Land und Stadt bekränzt. Kein Gau des Deutschen Reiches braucht den anderen zu beneiden. Ist doch selbst die Millionenstadt Berlin, in sandiger Tiefebene gelegen, von soviel Wasser durchströmt, dah sie mehr Brücken aufweist als Venedig, und von soviel prachtvollen Seen umgeben, dah sie zum Hauptplah des Wassersports werden muhte. Wie sehr das wirtschaftliche Leben Deutschlands durch seinen Wasserreichtum, vor allem durch die großen, weitverzweigten Stromgebiete als Verkehrswege beeinflußt wird, braucht hier nicht weiter ausgeftchrt zu werden. Es sei deshalb nur noch auf den unermeßlichen Schatz an Süßwasserfischen hingewiesen, den Deutschland in seinen Gewässern besitzt. Gr tritt am stärksten in Norddeutschland hervor, wo von der Elbe bis zur Memel sich Seenkette an Seenkette reiht. Don jeder Bergeshöhe erblickt man ringum Seen, von dem kleinsten „Gottesauge" bis zu den Riesen, die, wie die Müritz in Mecklenburg oder Spir- ding und Mauersee in Masuren, über 100 Quadratkilometer bedecken. Hier seien auch gleich die großen Haffe genannt, das Stettiner, Frische und Kurische, die zusammen 3200 Quadratkilometer einnehmen. der Laufbewegung steckt, erfüllt ist, wird nie ein guter Läufer, ein guter Sportler werden. Zum Unterschied vom Kurz- oder Langstreckenlauf, die Stilläufe sind, muß der Waldlauf nach Möglichkeit ohne Stil gelaufen werden; er soll für den Sportler in erster Linie ein Gesundheitslauf sein. Die Amerikafahrt der Deutschen Turnerschaft. Die Amerikariege der Deutschen Turnerschaft wird am Sonntag, 30. Mai, mit dem „Columbus" nach Amerika abreisen und am 7. Juni in Neuyork eintreffen. Sie wird dort und in einer Reihe anderer großer Städte, Philadelphia, Baltimore, Washington, Pittsburg, Cleveland, Detroit, Chikago, Cincinnati, St. Louis, Milwaukee mit den amerikanischen Turnern zusammen deutsche Abende veranstalten, bei denen es sich nicht um Wettkämpfe, sondern um Mustervorführungen handelt. Das Bundesturnfest des Amerikanischen Turnerbundes selbst findet vom 15. bis 20. Juni in Louisoille statt. Für den 13. Juni ist die Riege von den „Deutschen Tagdele- gaten, die 300 000 Deutschamerikaner in Chikago vertreten, einstimmig zur „Deutschen-Tag-Feier" im großen Stadion zu Chikago eingeladen. Leistungsprüfungen des Reichsheeres 1926 vo. Richt als Wettkampf im eigentlichen Sinne, sondern in erster Linie zu dem Zweck, die im militärischen Interesse liegende Hebung der Mannschafts-Durchschnittsleistung zu erreichen, wird die Leistungsprüfivng des Reichsheeres 1926 durchgeführt. Die Prüfungsübungen: 1. Handgranaten-Weitwurf, 2. Weitsprung mit Anlauf, 3. 100 Meter aus dem Liegen, 4. 3-Klm.- Geländelaus, 5. Schwimmen, sollen den an den Feldsoldaten gestellten körperlichen Anforderungen entsprechen. Die erste Zwischenrunde der deutschen Fuhball - Meisterschaft. Rach den xum Teil überraschenden Ergebnissen der am 16. Mai ausgetragenen Vorrunde machte die Gruppierung der in der Konkurrenz verbliebenen Gegner einige Schwierigkeiten. Sechs aus eigenem Platze spielende Mannschaften hatten gewonnen, zwei ernste Meisterfavoriten waren auSgeschieden, Westdeutschland behielt keine. Dafür Berlin und Rocddeutschland. beide ins Rennen geschickte Mannschaften in Der weiteren Konkurrenz. Wie wollte man Da die Zusammenstellung der Paare vornehmen, ohne bei den Teilnehmern Tlnzufriedenheit hervorzurufen, zumal man gemäß einem Bundesbeschluß noch vermeiden mußte, die Angehörigen deS gleichen Verbandes in der Zwischenruiide gegeneinander zu stellen? Die vom Bundes-Gpielausschuß getroffene Paarung muß man unter diesen 11m- ständen als gut getroffen ansprechen. ES werden sich am kommenden Sonntag gegenüberstehen: In Hamburg: Hamburger Sportverein gegen Fortuna Leipzig. Schiedsrichter Wein- g ä r n t e r (Offenbach). In Nürnberg: Hertha-D. S. C. Berlin- Frankfurter F. S. D. Schiedsrichter Spranger (Glauchau). In L e i p z i g: Spielvereinigung Fürth gegen Breslau 08. Schiedsrichter Gugenz (Essen). In Berlin: Rorden-Rordwest Berlin gegen Holstein-Kiel. Schiedsrichter Braumüller München. Hamburger Sport-Verein und Rorden-Rordwest, Die in Der Vorrunde auf fremden Plätzrir spielten, hat man somit in ihren Heimatsorten antreten lassen und für die zwei weiteren Spiele neutrale Plätze gewählt. Somit ist der äußere Rahmen für eine einwandfreie Durchführung der Zwischenrunde gegeben. Als Favoriten für Den weiteren Verlauf Der Kämpfe gehen die Spielvereinigung Fürth und Holstein-Kiel ins Rennen. Schwieriger ist die Frage nach dem Sieger schon im Spiele Hamburger Sportverein gegen Fortuna Leipzig zu beantworten, wenn auch die Hamburger unter normalen Verhältnissen als die stärkere Mannschaft anzusprechen ist. Ganz offen ist der Ausgang des Nürnberger Spieles, das den Berliner Meister mit dem dritten süddeutschen Verein im Kampfe sieht. Die Frankfurter sind ein zäher Gegener und vermochten im Vorjahr im Vorschlußspiel den Berliner Meister mit 1:0 in Der Spielverlängerung aus dem Rennen zu Da Rorddeutschland auch Den Unterlauf aller großen Ströme und zahlreiche Küstenflüsse besitzt, mußte sich hier eine umfangreiche Fischerei entwickeln. Nach alter deutscher Art hat sie sich in zahllose Kleinbetriebe zersplittert. Nur in Ostpreußen, am Spirding, Der mit seinen Nebenarmen 250 Quadratkilometer bedeckt, hat sich ein Großbetrieb entwickelt und behauptet, der größte Deutschlands, der in seiner Art sehenswert ist. Gr besitzt eine eigene Werst, Die täglich Dutzende großer und kleiner Boote herstellt und alte aus- oessert In großen BassinS sind stets Hunderte von Zentnern lebender Fische vorrätig. Täglich werden sie verladen, um für die Mengen Platz zu machen, die jeden Abend in Haltern neu heranströmen. Der Größe des Gewässers entspricht auch das Höchstgewicht Der Fische. Don den 73 Arten, Die in den deutschen Gewässern leben, sind fast alle mit Ausnahme Der Salmoniden, Lachs und Forelle, vertreten. An erster Stelle steht als Sportfisch Der Hecht, Der in stattlichen Exemplaren von 20 biS 30 Pfund an Der Darre gefangen wird. Die größten Hechte habe ich seinerzeit selbst gewogen und gemessen. Da wurde im März mit Dem Wintergarn in der flachen Kazerainobucht gefischt. Gleich der erste Zug brachte über 100 Zentner Hechte. Der „kleinste" wog 28 Psund. Die Mehrzahl wog zwischen 30 und 40 Pfund, und ein Dutzend über- stieg Den halben Zentner mit 56 und 58 Pfund. Das sind Riesen von drei Meter Länge mit einem Rachen wie ein Krokodil. Dem entspricht das Gewicht Der anderen Arten. Es sind fest- gestellt worden: Barsche bis zu 6, Bleie bis zu 18, Schleie bis zu 14 und Zander bis zu 40 Pfund. Alle anderen Arten übertrifft jedoch der Wels, von dem jährlich einige Exemplare von vier bis acht Zentner gefangen werden. Sein Höchstgewicht scheint er in Drei Riesen erreicht zu haben, Deren Fang durchaus beglaubigt ist. Sie wogen 15, 15 und 16 Zentner. Der erste wurde im Spirding, Die beiden anderen im Lycksee werfen. Dennoch Dürfte das größere Vertrauen au, Sieg bei Den Berlinern sein. Wenn also nicht wieder gewaltige Heber» raschungen eintreten — eine solche wäre z. B. ein neuerlicher Sieg von Breslau 08 — müßten in Der zweiten Zwischenrunde Fürth, Holstein, Hamburger Sportverein und Hertha-B. S. C. aufetn* anberftoßen. Diese Vorschlußrunde wird am 6. Juni, also einen Sonntag später, vor sich gehen. Das Endspiel ist auf Den 13. Juni angeseht. Als Kampfstätte Dürfte für die Entscheidung das Berliner Stadion in Frage kommen. Xk KZ der Sonntag bringt. Gaumeifterschaftsspiere im Gau Hessen (D. T.) = Am Sonntag treten die Dezirksmeister in Den Sommerspielen in Gießen an, um die Gaumei st erschaften auszutragen. Man darf sehr spannende Kämpfe erwarten, besonders in Der Faustball - Meisterklasse, in der aller Voraussicht nach Tgm. Friedberg und Tv. 1846 Gießen, zwei fast gleichwertige Gegner, in Die Endentscheidung kommen werden. Den Meisterschaftstitel hat Friedberg zu verteidigen. Spieloerelnigung 1900 Gießen. o. Die Ligamannschaft empfängt am kommenden Sonntag Die gleiche des F. C. 04 Oberursel b. Franffurt a. M. Oberursel gehört mit zu Den besten Mannschaften Der Rordmain- kreisliga. Das Vorspiel am ersten Ofterfeier- tag in Oberursel konnte 1900 nach anfänglicher Aeberlegenheit am Schluß nur mit viel Glück unentschieden (2:2) halten. Die Gäste spielen einen schönen Flachpaß, in dem sie den Vereinigten in technischer und taktischer Beziehung weit voraus sind; dazu ist ihre Spielweise äußerst fair. Die Einheimischen treten mit einer stark geänderten Mannschaft auf Den Plan, Die eigentlich ein erfolgversprechendes Spiel gewährleisten müßte. Dor diesem Spiel steigt ein Tressen, das inoffiziell als Entscheidung um die IugenDmeister- schaft im Lahnkreis gelten könnte. Beide Gegner, die 1. Jugend des D. f. D. K u r h e s s e n , Marburg, sowie die 1. Jugend der SpVgg. 1900 Gießen, errangen in diesem Jahre die Meisterschaft ihrer Gaue. Im letzten Gesellschaftsspiel in Marburg siegte Gießen 1900 3:2. Man ist gespannt auf den Ausgang des Treffens am nächsten Sonntag. Die 2. Jugend empfängt die 1. Jugend H ai- ger im Rückspiel. Man erwartet die Gießener erneut in Front. Die 3b-Mannschaft spielt ihr Rückspiel gegen Den B. C. 20 Gießen 1. Mannschaft. Das Vorspiel endete bekanntlich 2:0 für 1900. V. s. B. (-) Während alle anderen Mannschaften durch Absage des vorgesehenen Gegners am kommenden Sonntag spielfrei sind, hat sich die immer eifrige Dritte den hiesigen Ballspielklub von 19 20 zu einem Gesellschaftsspiel verpflichtet. Handball-Großkampftag in Wetzlar. tz. Am kommenden Sonntag erlebt Wetzlar ein Handballereignis, das nicht zu den alltäglichen zu rechnen ist. Köln hat sich mit seinen Repräsentativen in Wetzlar angesagt. Die Kölner Elf ist eine der stärksten Städtevertretungen des westlichen Deutschlands. Die Mannschaft setzt sich zusammen aus Spielern des Turn- und Fecht-Clubs Köln, des Polizeisportvereins Köln und des Dortigen Bezirksmeisters, des Köln-Mühlheimer Sportvereins. Als spielstärkste Vertreter sind in. ihr zwei Angehörige der westdeutschen Länderelf, wahrend sich die übrigen Mannschaftsteile aus routinierten, technisch vorzüglichen Handballspielern zusammensetzen. Im einzelnen steht die Kölner Mannschaft: Tor: Conr ady, T. F. C. 65. Verteidigung: Buchbinder, Polizei; Krieger, M. S. V. Läufer: Bender, Polizei; H i m - ntelman, T. F. C.; Lindgens, M. S. D. Sturm: K lo st enh al s en, M. S. D.; Hendriks, Polizei; Stiel au, Polizei; Römer, T. F. C.; Kruse, Polizei. Wetzlar wird gegen diese ausgezeichnete Mannschaft einen harten Stand haben. Nach ihrem kürzlichen Abschneiden mit Ersah gegen die starke Siegener Elf geht die Wetzlarer nicht aussichtslos in den Kampf. Am Sonntag steht sie komplett. Wir halten das Ende des Spiels für unentschieden, auf eigenem Platz kann schließlich auch ein Sieg für Wetzlar in Betracht kommen. Wetzlar steht mit C a p e l l o jaaniTMMEEiri mwrr-m, i hwiiw m , u»ii...jwa3sa»MKga F. C. Polizei im Tor. Verteidigung: Ebeling, F. C. Polizei; Schönberger, Niedergirmes. Läufer: Piper, F. C. Polizei; Rusert, F. C. Polizei; Marquardt, T.D. Der Sturm wird mit Philipp, Dademasch, Paulus, Voß und Maus vom F. C. Polizei in seiner alten guten Besetzung gestellt. Dom Fußball in Mitteldeulsch- Land. Ein neuer Kamm um die Vorherrschäst-iin mitteldeutschen Fußballsport steht zwischen Dresden und Leipzig bevor. D. f. B. Leipzig, dessen Mannschaft bekanntlich dem mitteldeutschen Meister, Sportklub Dresden, eine 5:2 Niederlage beibringen konnte, wird gegen Gutsrnuths Dresden antreten. In ganz Mitteldeutschland sieht man dem Ausgang dieses Spieles mit größtem Interesse entgegen. Im Reiche. Rasensport. ! vo Im Fußball sind vor allem dis vier Spiele der Dorzwischenrunde um die Deutsche Fußballmeisterschaft in Berlin, Nürnberg, Hamburg und Leipzig zu nennen. Repräsentativspiel Süddeutschland — Zentralschweiz in Freiburg. Im Handball ist die wegen des unentschiedenen Ausgangs beim ersten Spiel angesehte Wiederholung T. G. Stuttgart — Polizei, Rastatt (Dorschluhspiel um Die D.-T.-Handball- Meisterschaft) in Eßlingen das bedeutendste Spiel. Leichtathletik und Turnen. Neben kleineren Veranstaltungen sind besonders die internationalen Leichtathletik-Wettkämpfe in Köln und Stettin, die Ostdeutschen Kampfspiele in Breslau zu beachten. Landes- Sportwerbetag des Sächsischen Landesausschusses für Leibesübungen mit Haupt- und Nebenstaffelläufen. — Grotzstaffelläufe in Süddeutschland: Grünwald—München, Rund um Stuttgart usw. Staffellauf Hildesheim—Hannover, Levensau— Kiel. Hochschul-Wetckampf Freiburg i. Br. gegen Basel in Bafel. D.-.C-Turn- und Sportfest in Blankenburg (Thüringen). Sportfest des Akademischen Turnbundes Berlin. Reichsoffene Turner-Wettkämpfe in Leipzig, Götz-Gedächtnis- turnen in Mainz (Rheinstaffel). Schwimmen. In Erfurt versammeln sich die Schwimmer zu einem Verbandsoffenen des S. D. Erfurt 05. In Leipzig-Lindenau bringt Die Deutsche Turne r- schaft das Göh-Gedächtnisschwimmen zur Durchführung. Wassersport. Die ersten diesjährigen Ruder tegatten werden in Köln und Bernburg ausgefahren. Eine Kanu- Langstrecken-Wettfahrt Ohlau —Breslau veranstaltet der Schlesierkreis im D. K. D. Schwerathletik. Der Deutsche Athletik-Sportverband von 1891 bringt in Frankfurt a. M. seine Doxmeisterschaf- ten zur Entscheidung. Flugsport. Der Süddeutschlandflug nimmt in Mannheim seinen Anfang. Start zur Gordon Bennett-Freiballon-Wettfahrt in Antwerpen. Motorsport. Der A. C. Kurhessen veranstaltet das Her- kules-Dergrennen, der Nordwestdeuffche A. C. „Rund um Rothenburg", der Sächsisch-thüringische A. S. das Hohensteiner Bergrennen und der Gau Ostmark des ADAC. „Rund um Frank« pfurt a. d. O.“. Der M. C. Kaufbeuren sieht eine Berg- und Flachprüfung vor, während der M. C. Flottweg-Gülken das Niederrheinische Motorrad- derbh abhält. Der Aachener Motorclub West des D. M. D. veranstaltet bei Aachen Motorrad- Straßenrennen. Der Berliner QL C. wickelt auf Der Avus (Grünewald) ein Automobilturnier ab. Der Pvmmersche M. C. bringt eine Prüfung: mit Dem großen Wintergarn gefangen. Den dritten habe ich als junger Mensch im Januar 1876 selbst gesehen. Er maß nach meiner Erinnerung mindestens acht Meter, und der Kopf hatte einen Durchmesser von mehr als 1,5 Meter. In den großen süddeutschen Seen ist noch jetzt der Wels, dort „Waller" genannt, der Hauptfisch. Er ist Dort auch ein sehr geschätzter Sport- fisch, Der mit der Darre, einem großen Löffel- spinner, gefangen wird und sich sehr tapfer wehrt. Ich war kein Neuling mehr, weder im Fischen noch im Angeln, als ich im Sommer 1910 Den ersten schweren Wels auf einem meiner ober- bayerischen Seen am Haken hatte. Er hatte schon eine Stunde mein leichtes Boot kreuz und quer über Den See hin und her geschleppt, als mich Die Ruhe verließ und ich Gewalt anwendete. Er kam hoch und empfahl sich mit einem gewaltigen Schwanzschlag. Am Dritten Tage war ich wieder auf demselben See mit Dem stärksten Gezeug, das ich in München hatte auftreiben tönn»n. Nach einer Stunde hatte ich wieder einen schweren Fisch am Haken. Diesmal hielt ich durch, bis mein Gegner sich ergab und ich ihn nach zweistündigem Kmnpf mit dem Gaff ins Boot ziehen konnte. Es wog nur 83 Pfund, aber ich war völlig ausgepumpt. Einen sehr guten Sport liefert auch die Seeforelle, Die in Dem 85 Quadratkilometer großen Chiemsee über 40 Pfund schwer wird. Sie wird hinter einem schnell geruderten oder noch besser hinter einem nicht zu schnell segelnden Boot am Löffelspinner gefangen. Der Spinner muß handlang sein, der Triangel am Ende mit Federn umwunden, damit er nicht hinabhängt, sondern mit dem Löffel In gleicher Höhe schwimmt. Ein Anhieb ist nicht notwendig; das muß die schnelle Fahrt besorgen. And meistens haften alle drei Haken im Ober- und Unterkiefer. Den HauptsporL in ganz Oberbayern liefert die Forelle. In allen Nebenflüssen Der Donau ist st« vertreten, selbst in Den vielen taufend Quellbächen bis zu den lleinsten kaum fußbreiten Rinnsalen. Es hat lange gedauert, bis wir den Wert und die Bedeutung dieses Reichtums an Edelfischen erkannten und sportmäßig auszunuhen lernten. Doch nun find wir dahin gelangt, dies Nationaleigentum pfleglich zu behandeln und können einem soortgcrechten Angelgast guten Sport bieten. Gefischt wird nur mit der Fliege, trocken oder naß, wie es jedem beliebt. Großen Forellen, die schon durch Erfahrung gewitzigt sind, kann man auch mit einem kleinen Spinner nachstellen. Einer großen Auswahl von Fliegen bedarf es nicht. Rach dem schottischen System, das sich jetzt wohl überaus durchgesetzt hat, genügt es, wenn die Fliege in Größe und Farbe dem Insekt ähnelt, das gerade über dem Wasser fliegt Der wertvollste Sportfisch, den Deutschland besitzt, ist der Hu ch e n, der Lachs der Donau, Der bis zu 80 Psund schwer wird. In Bayern bewohnt er nur die rechtsseitigen, vom Gebirge herabkommenden Nebenflüsse mit starker Strömung. Gr verläßt nicht das Süßwasser und laicht in Den Frühjahrsmonaten. Deshalb ist er im Herbst und Winter am beißlustigsten und geht scharf an den Köder. Im Drill wehrt er sich sehr tapfer und gibt Darin Dem Laichs nichts nach. Das Gezeug darf deshalb nicht zu leicht gewählt werden, weil man stets mit Dem Anbiß eines tapferen Burschen von 20 bis 40 Pfund rechnen muß. Neuerdings wird er auch mit dem lebenden Köderfisch gefangen, der anderthalb Meter unter einem Korkfloß im Wasser schwimmt Damit berückt man auch alte, große Fische, die gern Die stillen Winkel zwischen den Buhnen aufsuchen, um Weißfische zu jagen. Wer gute Wasserwaid sucht, findet sie in Deutschland sowohl im Norden wie im Süden. Allenthalben gibt es Vereine von Sportanglern, die nicht nur ihre Gewässer hegen und pflegen, sondern auch bereit sind, sie einem sportgerechten Angler als Gast zur Verfügung zu stellen» Detri Leill eldeutlch, die Schwimmer 5.3. 6rhitt 05. Kutsche Turner- im zur Durch- -erband von 1891 DoMeisterschas« nt in Mannheim m Bennett-§rei' ubetttgaM g auLgeichren. Lellfahtt Ohlau chlelierkeiS im Dt allem bis !m die Deutsche ?berg, Ham- ^eprasentatiti- ive-- i» frei, n des uneiti* M angesehte Mzei, -Xv ^■•^aubbolt» uirMe Spiel. xn. Wn sind be> >iathletik°Ditt. le Ostdeutschen chten. Landes- .ndesauslchusses >d Aebenstassel« Mdeuischland: Stuttgart usw. er, Levrnsau- Hfl i.2r. gegen '.d E-vrlseft in lieft des M- Aeichsossene Svh-GedächKis- Ainn lvj^ 1 ^er al^ it fix 001 6, aaltet das Hn," (deutsche A. T- Sachst!^^ Bergrennen wti> Runb um Franl- öeuren fcW ihrendderM-L * Motorr^ «toÄDesi des achen Motorrad- 2.T wickelt aus ^ine^Prufung- nsrs* lCrt bii vir Sen J Aeichturns an iin gelangt, m» P’"nS cS ML SA ^Deutschland L Donau, 3„ Bayern tDir\om Sebirgc 5' %(6$ ’Wetl« dew KL alb n ^^ÄnbrÜ ts «n ve P^nd 20 M d 'I^anbetzh^ der ntmt VasserA, vic Hen den Xfig sje? UNS 1* mittel, 5 Dresden M'g. dchn wen Keifte, aJe beibringen 9°en °ntreten. ,5 VUStzang ■ entgegen. Havelland". Radsport. statt- lu erwerben 27. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Zu. (Fortsetzung folgt) sagte nicht Oberhessen. Landkreis Gießen. jedes helle Lachen zum Schweigen brachte. Jlles Temperament ertrug endlich Viesen stand nicht mehr. ,Hch werde ein Radikalmittel versuchen", sie: aber was für ein Mittel war, wollte sie selber den Weg finden zu ihrem Herzen, man konnte sie nur verscheuchen durch hastiges Drängen. Und die beiden Schwestern brauchten es nie zu wissen. Tage gingen und Wochen. Täglich machten sie Gebübungen, täglich war das gleiche, unbefriedigende Resultat. „Der Wille muß helfen", hatten die Aerzte im Krankenhaus gesagt. „Es ist keine organische Verletzung, nur ein Nervenschock durch den Stoß und Fall. Das kleine Fräulein mutz sich zusammenreißen. Hören Sie wohl, kleines Fräulein?" „3a", hatte Rose müde gesagt, ,3a, ja." Und alles blieb, wie es war. Deshalb brachten sie sie beim, die Luft des Lachenden Hauses sollte Wunder wirken. Das Lachen war ausgelöscht. Jetzt — wo eine Braut im Hause war — wo alles hätte singen und jubilieren sollen, — jetz lag der Druck auf ihnen, der „Rund um das Stettiner Hass". Aus Anlaß der Gefolei-Ausstellung in Düsseldorf finden Automobilrennen auf einer Rundstrecke in der Röhe von Düsseldorf durch den A. E. Düsseldorf statt. Der M. C. Rauen veranstaltet »Rund ums Kreis Alsfeld. Alsfeld, 27. Mai. Am nächsten Samstag wir zum ersten Male eine K u n st a u s - in einem Trinkspruch den hochgeschätzten einstigen Lehrer und Führer. — Die Lehrer, die vor 25 Jahren unser Seminar verlassen haben, batten Bad- Rauheim als Treffpunkt gewählt, wo Lehrer Wagner alle Dorbereitungen für ein schönes Beisammensein getroffen hatte. WSR. Dad-Rauheim. 27-Mai. Hier weilen augeichlicklich zur 5t u r der portugiesische Finanzminister a. D- und Mitglied des Dölker- bundsratS Exzellenz Alfredo Freire dAn - drade nebst Frau, sowie der Finanzinspektor des Handelsministeriums in Lissabon. Manuel F. da Eosta Serras. <> Steinfurth, 27. Mai. 3m Auftrage der Gemeinde begab sich der Wünschelruten- forscher Oberstlt. Heinemann aus Bad Homburg gestern in unsere Gemarkung, um mit seinen laufe festgestellt, von denen zwei als am meisten versprechende Läufe für die Wasferoersor- gung in Frage kommen. Die Wasserläufe wurden vom östlichen Dorfausgang in der Richtung nach Norden verfolgt. Da das Gelände stark ansteigt, ging der Forscher so weit, datz das Wasser durch eigenen Druck durch die Leitung laufen kann. Es wäre daher, wenn alles in Ordnung geht, eine Pumpstation überflüssig. Die festgelegten Bohrpunkte befinden sich in den sog. Södelerbergtannen. Der erste Lauf hat eine Reaktionsbreite von 3,43 Meter, der zweite eine solche von 2,80 Meter: beide Läufe sind in einer Tiefe von etwa 13 bis 15 Meter und führen nach Angabe des Forschers gutes Süßwasser. Kreis Biivingcn. Aus dem Riddatal, 27. Mai. Die Kirschbäume zeigen eben eine Wenge rötlicher Früchte, die sich überwiegend auf die Außenseite der Bäume verteilen. Der oberflächliche Beobachter könnte meinen, es handele sich um reifende Kirschen. Bei näherer Untersuchung merkt man aber, daß die rot angehauchten Früchte erfroren sind und bald abfallen werden. Obwohl in der bekannten Frostnacht die Kirschen schon weit über Erbsengröße hinaus waren, fiel doch der größte Teil dem Frost zum Opfer. Die Aepfel sind gleichfalls hart mitgenommen worden: von ganz besonders geschützten Lagen abgesehen, kann nur mit schwachem Behang gerechnet werden. 3m übrigen hat unser geschütztes Tal die Ungunst der Witterung weit elfer überstanden als die schutzlose Wetterau. Don nassen Wiesen abgesehen, ist der Graswuchs aut, Kleefelder tragen reichlich und die Saat steht schön. 3n der Wetterau geben, sowohl Saat- wie Kleefelder zu berechtigten Klagen Anlaß. Ein durchweichender Regen in Verbindung mit warmen Tagen tonnte vieles bessern. le. Aus dem unteren Bleiche- und Riddatal, 27. Mai. Wenn auch der diesjährige Mai an milden Rächten karg ist, so sind die wenigen doch voll von träumerischem Vogelsang. 3edem fällt das hier auf, denn nächtlicher Vogelsang ist hier etwas Ungewohntes. Unserem Frühling fehlt leider die Rachttgall. So denken denn viele zunächst an diesen Vogel, wenn sie das nächtliche Dullern vernehmen. Es ist aber die Heidelerche (Lullula arborea arborea), die über unseren Feldern und Wiesen die helle Mondnacht hindurch bullert und dudelt. Es ist verwunderlich, daß dieser Dogel, der doch eigentlich ein Charaktervogel der Heide, überhaupt ärmlicher, trockener, unfruchtbarer Gegenden ist, sich seit 6—8 3ahren immer mehr bei uns beheimatet. sch. Bleich enb ach, 27. Mai. Dienstag abend veranstaltete die hiesige Bruderschaft des macht das Wasser weich und antiseptisch. Die täglichen Waschungen verleihen der Haut Zartheit und 3ugendfrische. Heinrich Mzd< Nachl IM a.0. J<Äl$iR-B©RAX" das hygientfehe Hautpflegemittel kz. Klein-Linden, 27.Mai. Ein licheS zweistöckiges Wohnhaus, wohl das schönste Im hiesigen Orte, hat Dr. Boßler von hier an der Stelle, wo die Steinstraße in die Das lachende Haus Roman von Sophie K l o e r ß. stellung in Alsfeld haben, die von der Fa. Carl R i e b e l aus Gießen veranstaltet wird. Damit auch die ganz moderne Richtung auf der Gemäldeausstellung nicht fehlt, wird die Berliner Künstler- Vereinigung „Der Sturm", Gemälde des Futurismus und Expressionismus, zur Ausstellung bringen. * Alsfeld, 27. Mai. Die Kraftpost Alsfeld — Treysa verkehrt vom 1. 3uni ab werktags nur Vis Zella (Bahnhof). An Sonn- 3ungdeutschen Ordens eine stille Gedenkfeier an unseren vor drei Jahren von den Franzosen erschossenen Bruder Albert Leo Schlageter. Das Ordenslied und Marut Kahles Gedicht „Schlageter" leiteten die Feier ein. Zur Ansprache über deS Helden Heimat, sein Wesen, seine Tat wurden Lichtbilder gc- zeigt, besonders auch solche von der vorjährigen Gedcnffeier an seinem Grabe in Schönau im südlichen Schwarzwald und der gleichzeitigen Feier der Grundsteinlegung des dortigen großen SchlageterdenkmalS. DaS Deutschlandlied schloß die Feier. A Blofeld, 27. Mai. Der seit 3anuor 1924 hier bestehende, 36 Mitglieder zahlende Ralfs« eisenverein hat einen erfreulichen Aufschwung gegen voriges 3ahr zu verzeichnen. Der Gesamtumsatz betrug 1925 133 199 Mark gegen 76 640 im Vorjahre, die Spareinlagen betragen 2933 Mk., in 1924 nur 585 Mk. Die Bilanz zeigt einen Reingewinn von 289 Mk., der dem Reservefonds, welcher auf 686 Mk. angewachsen ist, überwiesen wurde. (tzymnasialjubclseier in Vüdmgen. • Büdingen, 27. Mai. Am 31. Juli und 1. August begeht die älteste höhere Schule Hessens, das Wolfgang-Ern ft- Gymnasium zu Büdingen, das Fest feines 325iährigen Bestehens. Zwar verbürgen mehrere in den letzten Jahrzehnten ans Licht gekommene Urkunden ein weit höheres Alter der „Lateinschule", doch soll vorläufig am Jahre 1601, aus dem die Stiftungsurkunde des Grafen Wolfgang Ernst von yfenburg und Büdingen datiert ist, als dem Gründungsjahre festgehalten werden. Das Fest beginnt mit der E i n- weihung des Ehrenmals für die beinahe 100 ehemaligen Schüler, die im Weltkrieg gefallen sind: den Entwurf des hervorragenden Holzbildwerks dankt die Anstalt dem Düsseldorfer Akademieprofessor Fr. Becker. Auch ein Fefkgottes- b i e n ft in der Stadtkirche betont den ernsten Charakter der Feier, doch werden ein Kommers mit allerlei Darbietungen, ein gemeinsames Mahl und eine Zusammenkunft mit Damen auf dem Schützen- festplatz am „Hammer" nicht fehlen. Wie vor 25 Jahren, werden auch diesmal die Stadt und die ganze Gegend am Feste ihrer Schule regen Anteil nehmen, und mehrere Hundert alte „Pennäler" haben schon jetzt ihr Kommen zugesagt, sie kehren zum Teil aus weitester Ferne zur Stätte froher 3uflenberinnerungen zurück, um zugleich eines der schönsten deutschen Städtchen wiederzusehen, das an landschaftlichen Reizen wie an Altertümlichkeit wenig Nebenbuhler hat, aber auch Gegenwartsgeltung beanspruchen kann. Das Gymnasium zählt zur Zeit 300 Schüler, die ihren Vorgängern freudig den Willkommensgruß bieten werden. Kreis Schotten. Schotten, 27. Mai. Das Walzen der Ortsdurchfahrten von Eichelsdorf und R a i n r o d, das sich bis in den halben 3uni erstreckt, ist mit besonderen Schwierigkeiten für den FuhrwerkSverkehr verbunden. Da die alte Frankfurter Straße, der Parallelweg zur Kreis- strahe, infolge schlechter Beschaffenheit für eine Umleitung des Verkehrs nicht in Frage kommen kann, müssen Fuhrwerke mit V, ft ü n b i g c m älmweg über ällfa —Stornsels—Spies unsere Stabt zu erreichen suchen. Dis zur Heuernte, die infolge der kalten Maitage reichlich spät sein wird, dürften die Walzarbeiten beendet sein. ld. U l r i ch st e i n , 27. Mai. Da infolge der falten Witterung Klee und Gras schlecht wachsen, klagen die Bauern unserer Gegend, besonders in den Ortschaften, die erst nach der Heuernte mit dem Weidegang beginnen, über (9 rü n f u Herrn a n g e L Besonders macht sich das Fehlen des Klees für die Stallfütterung unliebsam bemerkbar, zumal viele Landwirte ihre Viehzucht in den letzten Jahren vergrößert haben. Der Berliner R. C. Endspurt trägt die Meisterschaft von Riederbamim auf der Strecke Berlin— Fürstenberg—Berlin aus. Als eins der 3 Industrierennen geht die Radfernfahrt .Quer durch Bayern" vor sich Weitere Strafjenfem- sahrten sind: Hannover—Braunschweig—Hanno- ner sD.R.Ll.), der Askaniapreis von Zerbst (D. R.U.>, Rund um das Stettiner Haff (D.D.R.), Rund um Solingen (D.D.R.), Rund um den Rheingau (D.D.R.). DahnLennen finden in Hannover. Leipzig, Frankfurt, Plauen, Köln, Düsseldorf, Augsburg und Stendal statt. 5 Friedberg, 27. Mai. In Lehrerkreisen wird schon immer eine alte, schöne Sitte getätigt, die die Abiturienten des Lehrerseminars von Zeit zu Zeit zu Wiedersehenszusammenkünften vereinigt, zumeist in der ehemaligen Seminarstadt. In der Regel werden die Osterferien zu den Zusammenkünften benutzt, zur Abwechllung aber auch einmal die Tage nach Pfingsten. So trafen sich diese Woche hier die Schulmänner, die 1876 und 1 880 vom hiesigen Lehrer- seminar abgegangen sind Don 47 Gingeladenen waren 38 zur Stelle, zumeist noch rüstige Männer, die infolge des Abbaugeseyes in den Ruhestand getreten sind. Hs war den Anwesenden eine besondere Freude, ihren einzigen noch lebenden Lehrer. Schulrat S ü h. in voller körperlicher und geistiger Rüstigkeit in ihrer Mitte haben zu können. Rektor Kredel (Dad-Rauheim) feierte und Feiertagen fahren die Wagen tote seiche» bis Treysa. Starkenburg. * Darin ftadt, 27. Mai. Seit etwa Jahresfrist hat in Darmstadt der Gedanke festere Gestalt ange- njinmcn, in der Landeshauptstadt ein hessisches Nationaldenkmal zu errichten, das die Erinnerung an den Weltkrieg wachhalten soll. Die Meinungen gehen teilweise dahin, datz es ein Volksdei.kmal sein soll und nicht nur ein Kriegerdenkmal. Andere Kreise vertreten den Gedanken eines gemeinsamen Kriegerdenkmals, aber dis jetzt waren die einzelnen Regimenter nicht für diesen Plan zu gewinnen. Diese wollen nun Einzelge- tz e n k st e i n e in der Nähe ihrer ehemaligen Kasernen errichten. In der letzten Stadlvcrord- netenöcrfammlung suchten die Regimentsvereine um Genehmigung hierzu nach. Stadtverordneter Geheimrat Walde gab bei dieser Gelegenheit der Hoffnung Ausdruck, daß ein hessisches Nationaldenk* mal doch noch zustande komme. Die nachgesuchte Genehmigung wurde gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und Kommunisten erteilt. — Im Jahre 1927 werden in Darmstadt eine größere landwirtschaftliche Ausstellung und da» Mittelrheinische Kreisturnfest ftattfin- den. Die Stadtverwaltung ist mit verschiedenen Vereinen in Verbindung getreten, um eine groß« Festhalle zu errichten, die eine Reihe von Jahren stehen bleiben soll. Die Stadt will 8 0 000 M k. zu den B a u k o st c n zuschießen. Die Stodtverord« riteiiDerfammlung stimmte den Vorschlägen gründ- sä glich zu, behielt sich aber in der Platzfrage und der Bauausführung der Halle die Entscheidung vor. Preußen. Maingau. WSR Frankfurt a. M.. 27. Mai. 3m Dürgersaal fand heute unter dem Vorsitz von Bürgermeister G r a e f ein Festakt zur Ehrung von ehrenamtlichen Mitarbeitern des Wohlfahrtsamtes statt, die 10 und mehr 3ahre im Dienste der öffentlichen Wohlfahrtspflege gestanden haben. Don dem Um* fange, den die öffentliche Wohlfahrtspflege angenommen hat, gibt die Tatsache Kenntnis, daß jetzt nicht weniger als 20 000 Akten im Wohlfahrtsamt geführt werden. Das ist nur mit Hilfe der ehrenamtlichen Mitarbeiter möglich, die den Dank der Allgemeinheit in reichem Maße verdienen. - - Die Erben des hier verstorbenen Privatiers Philipp Schiff haben der Stabt eine Schenkung von 10 000 Mk. überwiesen mit der Auflage, daß die Schenkung mit der bereits bestehenden, von der Famllie Jakob H. Schiff in Reuyork errichteten, nach der Inflation mit 30000 Reichsmark neubegründeten Schiffschen Stif» t ung vereinigt und unter dem Ramen „Philipp und Jakob H. Schiff-Stiffuny" für Zwecke der Kinder- und Altersfürsorge weitergeführt werde. Der Magistrat hat die Zuwen- bekennen. Setzte sich hin und schrieb nach Niebüll. ,A$ft das Freundschaft? Wir sitzen hier in Not, und Sie lassen nichts von sich hören und sehen? Und ich denke immer, wenn es wieder wäre wie im Sommer, Sie und dos lange — nein, so darf ich ihn ja nicht mehr nennen, — also Sie und der lange Herr Schwager und das Schaukelpferd so vergnügt zusammen in unserem Garten und Haus, — und alles voll Necken und Lochen, — unsere Rose würde auch wieder lachen. Es fehlt der Rechte, der sie gesund machen könnte. Wir sind eben alle in diesem Winter ein bißchen eingerostet. Aber Sie müssen da oben an der offenen Küste doch so viel gesunde Salzluft eingefogen haben, daß das Salz Ihres Witzes uns wieder luftig machen muß. Oder ist das lachende Haus ganz vergessen? — Denn Heider sitzt tief in Frühjahrs- beftellung und Zukunftssorgen, Ausbau des Pachterhauses auf Gottesgabe, Möbelbeschaffung — neue Maschinen, was weiß ich. — Und Christian Polematz — haben Sie mal ein betrübtes Schaukelpferd gesehen, das ttotzdern vergnügt aus (et) en will? — Wenn es nicht ttagifch wäre, es wäre 3um Kranklachen. — Aber wie gesagt, — wir haben das Lachen verlernt, und ich Hobe nur die eine Hoffnung, daß Sie es uns wiederbringen." Sie las ihre Worte nach. War das mehr, als sie schreiben durfte? Hatte sie die Schwester preis- gegeben mit diesem Brief? Nein, das konnte doch nicht sein. Es war eben der letzte Versuch. Wenn der auch mißlang — Der Brief reifte ab. Ille setzte sich danach zur Schwester und erzählte vom kommenden Frühling. „Alle Krokusse stecken schon die neugierigen Blattfinger heraus, ganz blitz- sauber aus der nassen, schwarzen Erde. Die an der Scheunenwand, wo die Sonne hinkommt, haben schon gelbe Spitzen. Und meine Primeln, sollst mal sehen, die ganzen Rabatten werden goldgelb in diesem Jahr. Und die Aurikeln! Weißt du, die dunkle, weiche mit den goldenen Kelchaugen im Sarntge» sichtchen — ich hab' sie doch letztes Jahr immer Mucki genannt, weil sie so weich ist rote du —, Knospen sind schon dron. Du mußt dich eilen mit dem Gehen, Rose. Wir müssen nächste Woche zusammen bis zur Wiese hinunter. Kein Eis mehr aus dem ganzen Strom, und drüben sieht man das hannoversche Ufer ganz faatgrün. Ich steh' oft mit dem Fernrohr oben und seh hinüber. Wir wollen dies Jahr doch mal hinsegeln, nicht, mein Lütt?" Aber Rose sah sie still an. „So gut meinst du es, Ille. Ich mag aber gar nicht wieder gesund werden, du. Das Beste ist noch, hier still zu liegen und euch durch das Haus gehen zu hören. Ille sah sie mitleidig an: „Ja, aber wenn wir nun Besuch bekommen? — Ich hab' es so im Gefühl: Jens Appelbom kommt bald einmal herüber. Rose, um den mußt du schon ein ander Gesicht machen. Du bist doch gar nicht so krank, du mußt nur Willen hoben. Soll der dich jo finden?" ,Llle, was haft du nur mit Jens Appelbom?" Rose sah der Schwester in die Augen, die blickte fort. „Mein Gott, du hast schon so oft so was geredet — du glaubst doch nicht im Ernst-- Nein, nein, Iven Lornsen, der ist es nicht! D nein, Ille, der ist es nicht. Das haft du dir da ein» geredet!" „Aber," sagte Ille und wurde ganz blaß, ,chu bist doch oft mit ihm gegangen, hn Garten und im Holz und zur Post, und — und er war so dahinter her, daß er dich einholte, wenn du schon fort warst —" ,Zlle! Untersteh' dich! — Dein Schutz und Schirm genügt uns für heute vollkommen." Wie sie dem Wagen entgegenjubelten, der Mutter und Rose von der Station brachte — und wie der Jubel jäh verstummte! War das die Schwester? Dies ernste, blasse Mädchen mit den Augen, die nichts zu sehen schienen, mit dem Munde, der solchen bitteren Zua trug, mit der leisen Stimme, die klang wie ein zersprungene Glocke? Heider Steffen hob das Kind vom Wagen und trug es in das Haus, legte es auf das Soja, strich über die silberblonden Haare — Rose schien sich gar nicht über solche Vertraulichkeit zu wundern — und ging still hinaus. Aus dem Flur stand Thora. Sie hatte nicht gewagt zu folgen, sie trug den Schrecken über Rosens Anblick zu stark in der Seele und in den Zügen. „O Heider, was ist dos? Was haben sie mit ihr gemacht?" „Sie muß han unter die Räder gekommen sein." „Aber sie fiel doch vor dem Wagen. Kann ein einziger Stoß —" da verstand sie, was er meinte. Ille kam aus der Stube. „Was ist das? Sagt doch nur, was das ist? Sie sieht mich an und sagt: ,Outen Tag, Ille', aber sie fegt das, als wenn ich ein ganz fremder, gleichgültiger Mensch wäre. Ist das unser süßes Mucki? Die so lochen fonnte ? Wie Mutter sagte: .Bist du nun froh, daß wir zu Hause sind?' versuchte sie zu lächeln. — Es war so herzzerreißend, daß ich herausgehen mußte." Sie wandte sich hastig ab, die Tränen schossen ihr aus den 21ugen. „Ich will nicht nach oben, hatte Rose gesagt, „ich will unten liegen." Da war ihr neben der Webstube, in der die klappernden Stühle feierten, dos Bett aufgeschlagen worden, und dort ruhte sie. — Die Füße, von dem Stoß im Rücken noch gelähmt, mochten nicht den kleinsten Schritt versuchen. Der Koos, dessen Wunde schon verheilte, mochte nicht teil- nenmen an Freude und Glück. Das Herz war taub und tot Nichts war wach als Scham und Not und Bitternis. Eingebrannt war jedes Wort, an jenem schrecklichen Nachmittag gesprochen. Immer wieder klang Lüyclünder Straße einläuft, im Rohbau soweit fertiggestellt. Besonders wuchtig wirkt 1>er starke Rundbau an der linken Frontseite des Haukes. Bg. Großen-Buseck, 27. Mai. Auch in die- fern Jahre ist die Bautätigkeit in unserer Gemeinde^ recht rege. Neben zwei noch sertigzu- stellenden sind zur Zeit fünf weitere Neubauten in Angriff genommen. — Im Laufe dieses Frühjahrs ist in unserem Dorfe eine auffallend große Zahl von Blinddarmentzündungen mit nach- folgender Operation zu verzeichnen gewesen. S. Ettingshausen, 27. Mai. Don den Dörfern, die zum Gebiet deS Landwirtschafts- amteS Drünberg gehören, haben 24 Versuchs- felder für Wtesengräser und Kleearten angelegt. Der uns hat Lehrer K n ö l l am Holzweg ein Stück Land mit seinen Schülern urbar gemacht und mit 26 verschiedenen Gräsern und Äteearten bebaut. Dieser Tage war Land- wirischastSlehrer D ö ch e r - ©rün&erg hier, um an Ort und Stelle vor zahlreich erschienenen Landwirten über Wert und Hirtoert der einzelnen Gräser zu sprechen. Außerdem gab er ausgezeichnete Winke über Düngung, Wässerung, Anlagen und Pflege der Wiesen. Lehrer K n ö l l dankte dem Redner und gab der Hoffnung Ausdruck, daß die gesprochenen Worte in Taten uingesetzt werden möchten. Er wies hin auf die sich immer mehr auSbreitenden Schädlinge, die bekämpft werden müssen. Die Gemeinde will Emailschilder anfertigen lassen, auf denen Raine, bester Wachstumsort und Qualität der einzelnen Versuchspflanzen verzeichnet sind, um es dadurch jedem Landwirt möglich zu machen, sich die ihm zusagenden Gräser selbst auszusuchen. An den Vortrag schloß sich ein Gang durch die Felder an, der besonders einigen Fruchtäckern galt, die vom Rost befallen sind. Gin anderer Acker zeigte den großen Vorteil der Fruchthackmaschine, deren QInf<5offung sehr empfohlen wurde. Leider mußte sestgestellt werden, daß die Kvrnäcker stark Rot leiden durch ein winziges 3nfeft, das in den Rehren sitzt und die Körner entweder von oben ober unten her abfrißt. Es Handeft sich um den Getreideblasenfloh, der zu der Familie der Blasenfüßer gehört, die man den Gradflüglern zurechnet. Die Blasenfüßer sind sehr klein mit saugenden Mundwerkzeugen und schmalen, oft auch fehlenden Flügeln und runden Haft scheiben statt der Klauen an den Füßen Der Schaden, den diese winzigen Tierchen anrichten, kann außerordentlich groß fein. Ein Mittel, sie abzuwehren, hat man bt8 jetzt nicht. Kreis Friedberg. WSR. Friedberg, 27.Mai. Am 13. Juni feiert hier der evangelische Kirchengesangverein für Hessen fein 42. Lan - deskirchengesangfest. Zum Festgottes- dienst, der nachnrittagS um 2Va älhr in der Stadt- kirche stattsindet, finden sich etwa 500 Sänger und Sängerinnen zusammen aus den Vereinen Butzbach Gießen, Friedberg, Höchst, Hungen, Riwa, Oberau, Oberrosbach, Stammheim und Dilbel. Die Festpredigt wird Dekan Schäfer- Büdingen haften. bürg gestern in unsere Gemarkung, um mit Metallwünschelruten die stärksten Wasserläufe Mitteln. Es wurden etwa 10 bis 15 Wo es in den Ohren, sie konnte sich nicht dagegen weh. ren. Und vor den Augen lagen tue Bilder leichtsinniger Frauen, und aus dem Madonnenbildnis blickten sie die ernsten Augen der jungen Mutter an: „Weißt du nun, wie weh er denen tut, die ihn lieben?" Das soll schlimm sein, einen geliebten Menschen durch den Tod zu verlieren? Ach, der bleibt doch! Die (Erinnerung bleibt, und jedes gesprochene Wort und jede getauschte Zärtlichkeit wird zum unverlierbaren Heiligtum. Aber hier durfte nichts bleiben — auch die schönen Stunden waren verdorben, waren mit Schmutz besudelt — wüst war und leer, was ein friedlicher Garten, ein Paradies geschienen hatte. Ob er auch nur einmal nach ihr gefragt hotte, als sie im Krankenhaus lag? Er konnte doch leicht durch die Pension von ihr erfahren — er hatte es doch so einfach, ihr ein bißchen Liebe zu zeigen, Blumen zu senden — das konnte er schon als künftiger Nachbar von Kiekoondiek. — Nichts kam, nicht ein Wort. Feige! Feige! — Sich zu nichts bekennen! Jeder vielleicht peinlichen Konsequenz aus dem Weae gehen. — Wie sicher er sich fein mußte, daß sie schwieg! Ja, er kannte sie von Anfang an gut Er wußte, daß eine Rose Bunsen viel zu stolz war, Verantwortung zu fordern. Nun mochte sie sehen, wie sie mit sich selber fertig wurde. Da lag sie und sah die langen Tage hinaus in den tropfenden Garten, lag die langen Nächte und hörte das Klopfen des Regens und des Schmelzschnees, wie sie vom Dach sanken, an die Erde pochten, junges Leben wecken wollten zu neuem Lenz. — Gut waren sie alle. Die Mutter und die Schwestern und der lange Heider. Aber sie glaubte an keine Liebe mehr. Wenn Thora nur nicht auch elend werden würde! Sie hotte sich nicht freuen können über die Verlobung. „So? Du hast nun doch |a gesagt? Bist du denn auch gern seine Braut geworden? — Alles Glück, lieoe Thora!" Aber es klang: „Daraus wird ja doch nur Leid." Wie Margrit litt unter der stummen Not des Kindes! Wenn Rose doch gemeint hatte! Und hätte sich empört gegen das Schicksal, hätte gezürnt und gerast. — Ach rasen! Nichts lag der ferner. Sie war wehrlos gegen das Schicklai, wie dos Lamm, das sich in Frost und Hagelschlaa hilflos zusammenduckt und olles über sich ergehen läßt. Immer dachte Margrit an die Reden der Qual» mann. Sagen davon tat sie niemand. Rose mußte 109,5* 121' 130,5' 66 180,5' 9 39 69 WMW 133 124,25 Fester. — Beachten Sie die außergewöhnlich billigen Preise. — Von den vielen Artikeln nachstehend einige Beispiele: 4659* 2.95 0.78 0.45 Emaille, Lackierwaren, Haushaltartikel, Glas, Porzellan zu besonders billigen Ausnahmepreisen J. HEILBRONNER IM des am die Rittergasse 8 Marktstr. 17 Beachten Sie gefl. meine 4 Schaufenster 81,5* HO* 114,75 121,5* 124* 95,25 110,2* 161* 61 64,2 177* 73 75,5 99 65,5 131,2' 127,5' 100 65,25 51.75 108* HO* 125* 118,25 121,5 35,5 50.12 82* 110* 109 59 131* 129* 51.5 98 67 17 35 108,5 70 32,25 4 122.5 46,75 56 101,1* 64,75 52,75* 61* 110,1* 124,7' 119,75 122,12 35,5 50 82.5* 110,2* 109 I179,5* 78,9 123 46.5 55 Frankfurter Börse. Fran kfurt, 28. Mai. Tendenz: 100,5* 63,75 108* 109,7* 123,7* 119.7* 124* 36 50- 81.25* 109,1* 114,25 WuNsche der Stifter zugestimmt. Äreis Fulda. WSR. Fulda, 27. Mai. Mitglieder WiWOe Kb:,rci6: MmmilM fluolilfit in mod. Farben kiovel-SkköWse in allen Farben, Gr. 1.. Ultimo den Bedarf gesteigert hat. Tagesgeld 4,5 bis 6 Proz., Geld über den Ultimo 5 bis 6 Proz. Am Devisenmarkt ist eine Abschwächung des Pariser Frankens auf 148,50 seslzustsllen, auch Brüssel lag etwas schwächer mit 155. Mailand notierte gegen London 130,50. 1120,7* 122* — Ul* 1159,5* j 62 ' 61,5 Würzburger Rhönklubzweigvereins stießen Pfingstmontag bei einer Wanderung über Hohe Rhön in einem Dickicht am sogenannten Eisgraben in der Rahe von Hausen auf die 120* 123,5 ilö* 161,7* 62 100,5 MS.-SWkU Fabrikat A M mit Wollrand, Gr. 1 ... U.uti Me-SlkWse in seiner 7 ?E Qualität, Gr. 5........L.(0 Schlupfhosen SAlWstzoskllLI^'^ 0.95 MmMollOlllM 1.75 SoaffieWe viele Farben 1.95 SlnOer-SWiiofen in n« versch. Farben, 35 cm... U.JJ Leiche eines etwa 30 Fahre alten Touristen. Reben ihm lag ein - Feldstecher und eine Rhönkarte. Der Tote muß schon längere Zeit an der betreffenden Stelle gelegen haben. Die Beine waren bis an den Leib f ast völli g abgenagt. Ob ein ^Inglücksfall oder ein Verbrechen vorliegt, wird die behördliche Untersuchung ergeben. rankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 28. Mai. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer 29,75 bis 30,25, Roggen, inländ. 19,50 bis 19,75, Sommergerste für Brauzwecke 22 bls 24, Hafer, inländ. 21,50 bis 23, Mais, gelb 17.75 bis 18, Weizenmehl, inländ., Spezial 0 42,25 bis 42,75, Roggenmehl 28,50 bis 29, Weizenkleie 9,25 bis 9,50, Roggenkleie 11 Mk. Tendenz ruhig. Letzte Nachrichten. Schweres Automobilunglück Köui gst e i n, 28. Mat. (WHM*Drahtmel- dung.) Gestern abend gegen 11 Tlhr ereignete sich an einer Kurve der Landstraße von Ehlhalten nach Schl 0 hb 0 rn, wo die Straße nach Heftrich abzweigt, ein schweres Automobil- Unglück, das zwei Todesopfer forderte. Ein Lastauto der Kies- und Sandfirma Bürgel in Schwanheim hatte Sand nach Eppenhain gefahren. Anstatt die Rückfahrt anzutreten, machte der Chauffeur eine Schwarzfahrt nach Schloßborn uNd nahm noch vier Männer und zwei Mädchen mit auf das Auto, das nun einschließlich der Begleitpersonen mit insgesamt acht Personen beseht war. Infolge z u raschen Fahrens konnte der Chauffeur die Kurve bei Ehlhalten nicht mehr bewältigen, das Auto stürztedenAbhanghinunter und wurde umgeworfen. Der Chauffeur und ein Mädchen waren sofort tot, der Beifahrer und eine Person muhten mit schweren Verletzungen in das Krankenhaus eingeliefert werden: die übrigen 4 Personen kamen mit leichteren Verletzungen davon. farbig, u. gestr.Stoffen mit 2 7E 1 Kragen................. düng mit Dank angenommen und ihre Vereinigung, mit der seitherigen Schiffchen Stiftung unter Abänderung des Ramens der Stiftung nach dem Wirtschaft. * Sie amtliche Großhandelsindex- ziffer. Die auf den Stichtag des 26. Mai berechnete Grobhandelsindexziffer des Statistischen Reichsamts blieb mit 12 3,2 gegenüber der Vorwoche fast unverändert. Von den Hauptgruppen haben die Agrarerzeugnisse um 0,3 v. H. auf 122,9 angezogen, während die Fndustriestoffe um 0,2 v. H. auf 123,8 zurückgegangen sind. * Dreiprozentige Anleihe der Stadt Weimar. Die 1,5--Mill.-Anleihe der Stadt Weimar ist jetzt zur Zeichnung aufgelegt. Der Erlös der Anleihe dient, wie der DHD. dem Prospekt entnimmt, zur Erneuerung der Straßenbahn, Erweiterung des Städtischen Schlachthofes, für den Bau einer Schule und neuer Straßen, sowie zur Bezahlung angetanster Grundstücke. Die Tilgung erfolgt längstens in 21 Fahren, jährlich mit 2 Proz. der Gesamtausgabe zuzüglich ersparter Zinsen. Vom 1. April 1931 ab kann eine verstärkte Tilgung oder Gesamtrückzahlung eintreten. Die Rüc^ahlung erfolgt zu 100 Proz. Der Zeichnungspreis beträgt 94,50 Prozent vom Rennwert zuzüglich Stückzinsen vom 1. April 1926 ab. Die Anleihe, die bekanntlich 8prvz. verzinslich ist, ist auf Feingold basiert. * Deutsch-Luxemburgische Bergwerks- und Hütten A.--G., Bvchum. Beim Demobilmachungskommifsar ist seitens der Deutsch- Luxemburgischen Bergwerks- und Hütten A.-G. der Antrag auf Entlassung von 500 Arbeitern der Zeche „Prinzregent" einschließlich der Reben- an lagen zum 15.3uni eingelaufen. Begründet wird der Antrag mit dem anhaltenden Absatzmangel. Erhältlich im Buch# und Schreibwarcnhandel, ferner in jeder Auto» und Fahrradhandlung. HerausgeberContinental» Caoutchouc»tind'Gutta»Percba«Con Hannover. Ausnahmetage bis Dienstag, L. Juni Stickereien SlMeienSLßLi» m 0.85, 0.58, 0.2& U.iU MMlWenLM^ S.MskllS 1'75 WrMsells°7uLN.9l> Trikot 1.15, U.UO Keine UmwBgefv Unentbehrlich für Kraft» und Radfahrer.Wanderern.Reise» f verkehr. 54 Karten, ffinffarbig, . t Maßstab 1:300000. pro Karte V 75 Pfennig, Damen Strümpfe Verstärkte Fersen, Sohlen und Spitzen Knnitfeiöe'SÄSl.35 Weißen W“ne 1.85 Sekr.-3evMeMen°",« einfatb. mod. Stoffen 5.75, Selk.-WW-Sen!Sen solide Qual. ... .3.45, 2.90, dercen-antetiiofen makofarbia 1 ?E Echt 1 2.45,1.(3 Mako 3.L3 tzelken-öi'ElükNSe« , fir sol. kar. Qual.richtiggroß u.UJ Mt.-9oientrOoet Gummiaual.. .1.95, 095, u.Uü tzen.Le!i.'SilDriglikielni,- auffergew. billig.....1.35, U.uJ träge das Geschäft, woraus besonders I. G. Farben Nutzen ziehen konnten. Der Kurs dieses Papiers hatte bereits bei der ersten Notiz einen Sprung von 4 Prozent zu verzeichnen und konnte im weiteren Verlaufe noch um 3 Prozent anziehen, so daß sich der Kurs von 176,50 auf 183,50 Proz. befestigte. Von Chemiewerten hatten Nütge rs- werke eine Steigerung von 4 Proz. aufzuweisen. Die gute Meinung für Elektrowerte blieb weiter bestehen, doch war die Kaufbewegung nicht mehr so groß wie am Vortage. 3m Vordergründe standen heute Licht und Kraft mit einer Steigerung von 4 Proz. AEG. plus 0,5, Elektrische Lieferung plus 3 Proz., Schuckert plus 1 Proz., aber Siemens & Halske minus 1 Proz. Bankaktien waren weiter begehrt, aber im Kurse nur wenig verändert. Nur Reichsbank plus 1 Proz. Am Montan m a r k t waren Rheinstahl stärker gefragt und konnten bei lebhafter Nachfrage um 3 Prozent anziehen. Riebeck-Montan, die schon gestern durch rasche Steigerungen auffielen, waren um weitere 1,75 gebessert. Die übrigen Montan- afiien wiesen nur geringe Veränderungen auf. Einen neuen Rückgang hatten Schisfahrtsaktien zu verzeichnen, je minus 1 Prozent. Von Maschinenaktien zogen Karlsruher ein Prozent an. Von Motorenwerten setzten Kleyer die Abwärtsbewegung um 1,5 Proz. fort, während Daimler 1 Proz. höher lagen. Neckarsulmer unverändert. Baustosfaktien etwas fester, aber Zuckeraktien weiter nachgebend. Deutsche Renten blieben fast völlig unberücksichtigt. Die Umsätze an diesem Markte sind auf ein Minimum zusammengeschrumpft. Die Kurse gaben weiter nach. Von ausländischen Renten waren namentlich Mexikaner ansehnlich höher, ebenso Ungarische Goldrenten. Türken lagen still. Der Freiver - kehr blieb geschäftslos. Benz 71, Brown Boveri 77, Entreprise 9, Growag 61, Rastatter Waggon 21, Ufa 48, Ufra 80 Proz. 3m weiteren Verlaufe hielt das Geschäft an, wobei sich das 3nteresse besonders dem Farbenmarkte zuwandte. Auch Elektroaktien und einige weitere Spezial- werte fanden weiter 3nteresse. Am Geldmarkt ist das Angebot immer noch groß. Tagesgeld 4,5, Monatsgeld 5 bis 6,5 Proz. Privatdiskont 4,5 bis 4§ Proz. 3ndustrieakzepte 41 Proz. 3m Devi - sen verkehr waren Veränderungen von Belang nicht zu verzeichnen. Paris notierte gegen London 148, Brüssel gegen London 154, Mailand gegen London 130. Mark und Pfund sind unverändert. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. Sardinen etamiße g"estreist"d. bun* 0.48 EtWine-MesLLi ™ Petslage 7.75, 5.50, 3.90, 1.(3 Mkas-GmMllkeil 2 Sbawls, 1 Lambreauin i en versch. Ausf......9.70, 7.90, 4.3V BeiWorlogen .. 2.70, 190 1.45 MMas-SlosseL^,,,- «ras-Me Xsl 1.95 NWtWMeiilLr.Z5 2.50, 215, 1.Ö3 SrottietOaBölflöier < ™ schwere Qualität ....... l.Wl lopifleijeorlilel Handtüch., Wandschoner, Läufer usw. besonders preiswert. UtinjeHöJeL.mbe 3.75 Bochumer Guy BudcruS....... Caro . ..... Deutsch-Luxemburg...... Gelsenkirchener Bergwerke. . tarpencr Bergbau altwerke AschcrSleben.... Kaliwerk Wcsicregelu..... Laurahültc....... Oberbedarf .......... Phönix Bergbau Rbeinstahl........... Riebeck Montan........ Tellus Bergbau........ Hamburg-Amen la Paket. . t Norddeutscher Llovd..... Cheramische Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . , Philipp Hofmann...... Anglo-Cont.-Guano..... Chemische Mäher Alapiu . . I. G. Farbcnindustric, A.-G. Goldschmidt.......... Holzverkohlung........ Rütgerswerkc Schcideanstalt......... All«. Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann Mainkraftwerke ........ Schuckert . Siemens & Halske ..... Adlcrwcrke Kleyer ..... Daiinler Motoren. ...... Heyligenstaedr..... Meguin............ Mortoenwerke Maunbeim . Frankfurter Armaturen . . . Konservenfabrik Braun . . . Schuhfabrik Herz....... Sichel Zellstoff Waldhos Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel • . . Baumwollwaren ausfallend niedrige Preise'. MWnessel bewährte solide ft EQ Qualität................m 0.65 U.30 Bettuchbreite 1 en 160 cm, prima Qualität l.UU YMenkmWsse nnö £lnons wirklich haltbare gute Qualität, ft 7E zwei Preislagen.........m 0.95 3.(3 Mifllotoiiie ft?ä‘teieine “£ 1.9« $GtÖlfl8t HifltOÖOtift echte 1 )E Makogualtt. i. versch. Wäschefarb. Grolle Bilier deutsch.^uattlät 1 IE 80 cm br., zwei Preislagen. 1.35 1-13 Horffllß L versch. Mustern, solide ft Qft PH IUI!) Qualität, 80 em breit, m U.“u monfieline in.e,elen”°iÄ 9.65 120 em br, pr.ima 1 2E Hausmacherqualltät.........m Betlömnafie 1.75 vollovile Qual.? C(tll5cm br.? m 1.85 Wäsche 3ömeo6emöenÄ'.!11i; Bameii-llüiiitliemöeii vorzllgl. 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Der Schwerpunkt des Geschäftes lag auch heute wieder zunächst bei den Elektrowerten, deren Kurse ihre Steigerungen fortsetzten. 3nteresse bestand außerdem für Großbankaktien, die als zurückgeblieben angesehen werden, für 3. G. Farben und bamiVim Zusammenhänge für Riebeck-Montan, Hür russische Renten, die im Freiverkehr ansehnliche Besserungen erzielten, für Ostwerke im Zusammenhang mit dem Gutachten über die 3nter- essengemeinschaftssrage und schließlich noch für eine Reihe anderer Spezialpapiere. Die Tendenz war unter Einfluß dieser verschiedenen Sonderbewegun- gen mit wenigen Ausnahmen freundlich. Freigabewerte waren hellte stärker gedrückt, da die neuen Freigabepläne, die zur Zeit in Amerika zur Beratung stehen, wenig günstige Perspektiven eröffnen. Die Werte der Sprengstoffgruppe lagen auf die zu erwartenden Dioidendenlosigkeit teilweise stark gedrückt. Am Geldmarkt machte sich eine leichte Versteifung bemerkbar, da der heranrückende (177,5* 73 57 75,5 119,5 121* 124* 96 109,7* 161* 62,5 63,25 25 38,3 _________Banknote Berlin, 27. Mai Amerikanische Note. .... Belgische Noten . ...... Dänische Noten ........ Englilche Noten........ : Französische Noten ..... Holländische Noten..... Italienische Noten Norwegische Noten D«utsch-Oesserc..äi00 Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten...... I Schweizer Noten Spanische Noten Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noteu ... . . . n. (Selb Bries 4,201 4,221 13,22 13,28 110,02 110,58 20,365 20,465 14,00 14,08 168,30 169,14 15,80 15,88 90,67 91,13 59.30 59.60 1,637 1,677 112,07 112,63 81,18 81,68 63,05 6-3,35 12,408 12,468 5.82 5.86 Dörsenkorle. Frankfurt a.M. Berlin Schluß. Kurs l.Ubt. fiurc Schluh.sAnfLM Kurs llurs Datum: | 27. 5. | 28. 5. | 27. 5. 28. 5. 5% Deutsche RcichSanlethe . 4% Deutsche Rctchsanlcihe . 0.38 0,373 0,375 0,3725 Deutsche RcichSanlethe 3% Deutsche ReichSanletbe . Deutsche Sparprämienanleihe 0,35 — 0,35 — 0,46 _ 0,42 0,415 4% Preußische KousolS . . . 0,35 0,36 — 0,3575 0,3575 3’/.% Lesseu .......... 3% Hessen........... 0,34 96,75 Deutsche Werlb. Dollao-Anl. 100 __ dto. Doll.-Schav-Anweilug.*) 4°/. Uolltnrkcn....... . 12 46,62 12 47,1 11,9 — 5% Äoldmcrikaner ...... —. Berliner Handelsgesellschaft. Commerz- and Privat-Bank. 155,75 106,7* 107.2* 155,2* 106,7* 156,5* 107,2* Darmst. and Nanonalbank . 131,6* 135 132,5* 134.5* Deutsche Bank......... 128,5* 128J* 130* Deutsche BereinSbaok .... 86,5 _ Disconto Commandii . . . 126,2* 126,9* 125,4* 126,7* Metallbank........... 94.75 Mitteldeutsche Kreditbank. . 109* 109,7* 110,5* Oesterreichischr Crcditanstalt. 6,6 6,7 6,7 6,62 Westbank . ■ ......... — — 27 Mai. 28. Mai. Amtliche Held Dotierung Brief Amtliche Notierung Geld 1 Brief Llmft.-Rotl. 168,69 169.11 168,57 168.99 Buen.-AirrS 1.681 1,685 1.679 1.683 Brff.-Antw 13,24 90,91 13,28 12,88 12,92 Christiania. 91,21 91,29 91,51 Kopenhagen 110,26 110,54 110,21 110,49 Stockholm . 112,28 112,56 112,26 112,54 Helstngfors. 10,55 10,59 10,55 10,59 ytalien. . . 15,74 15,78 15,52 London. . 20,409 20,461 20,403 20.455 Neuhork . . 4,195 4,205 4,195 4,205 Paris. . . 13,885 13.925 13,45 13,19 Schweiz . 81,26 81,46 81,17 81,37 Spanten. . 63,22 63,38 63,92 61.08 Japan . . . Mio de Jan. Wien in D - 1,969 1,973 1,968 1,972 0,638 0.640 0,636 0,638 Oest. abgcst. 59,255 59,395 59,27 59,41 Prag .... Belgrad . . 12,423 12.463 12,42 12,46 7,40 7,42 7,402 7.422 Budapest. . Bulgarien . 5,855 3,045 5,875 3,055 5,86 3,045 5.88 3,055 Lissabon 21,465 21,515 21,455 21,505 Damig. . . Konstantin. 80,92 81,12 80,94 81,12 2,31 2,32 2,331 2,341 Athen. . . 5,54 5,56 5.49 5,51 Canada. . . 4,196 4,206 4,197 4,207 Uruguav . . 4.305 4.315 4.305 4,315