Nr. 98 Erstes Blatt 176. Jahrgang Mittwoch, 28. April 1926 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Vrvck vnv Verlag: vrühl'fche Univerfitälr-Vuch- und Stehtörnrfcrei R. Lange in Sietzen. Schristleitung und Sefchäfl5ftelle: SchnlNraße 7. Erich eint täglich, außer Sonntags und Feiertag». Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. manats-Beiugsprets: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Träger lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernfprechanlchlüffe: Schriftleitung 112, Verlag und Geschäftsstelle: 51. Anschrift für Drahtnach- richten: Anzeiger flefiei. postschecttonto: firanffurt am Main 11686. Annahme von Anzeige» für die Tagesnummer bi» zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärt» 10 Reichspscnnig; für Re- klamean'.eigen von 70 mm Breite 35 Reichspsennig, Playvorschrift 20' mehr. Chefredakteur Dr. Frredr Wilh. Lange. VerantwoNlich fürPolittk Dr Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr H Thyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein; für den Anzeigenteil Hans Füstel, 'amtlich in Gießen Der Berliner Vertrag. Aeufterungen Strcfemauns. Berlin, 28. April. (WTB. Funkspruch.) Reichsaußenminister Dr. Stresemann äußerte zu lern Berliner Vertreter der Hearst-Presse in einem Interview, der Vertrag bedeute einen Schritt vorwärts auf dem Wege zur Befriedung Europas. Die kritischen, wenn nicht gar polemischen Ausführun- gen der Presse pewisser Länder, die den Locarno- vertrag unterschrieben haben, gegenüber den deutsch- russischen Abmachungen könnten größtenteils auf innerpol-i tische Beweggründe zurückgeführt werden. Besonders Polen habe keine Veranlassung, sich durch die deutsch-russische 23erftänbigung bedroht zu fühlen, im Gegenteil. Die Brücke, die die »rutsch-russische Verständigung von Berlin nach Moskau schlage, dürfe siw als bessere Sicherung des Friedens für Europa und somit auch für Polen erweisen, als die polnischen Truppen, die heute an »tr russischen Grenze Wacht halten. Zu einer Debatte üoer den Artikel 16 der Völkerbndssatzung im Zusammenhanb mit dem Berliner Vertrag sieht Dr. Stresemann keine Veranlassung. Es stehe heute noch dohin, ob sich eine ins einzelne gehende Präzisierung her Pflichten und Rechte aller Bundesmitglieder für leben nur denkbaren Fall als technisch möglich er- nxifen werde. Auf die Frage, ob vom Abschluß des Vertrages eine Stärkung der völkerbundsfemdlichen Tendenzen Rußlans zu befürchten fei, erklärte Dr. Stresemann, er möchte umgekehrt annehmen, daß die Brücke von Berlin nach Moskau die Friedensbrücke von Locarno nur ergänze und verstärke. Eine Brücke zwischen Ost und west Graf Brockdorff-Rantzau über die europäische Bedeutung des Vertrags. Moskau, 28. April. (WTB. Funkspruch.) Der beutsche Botschafter in Moskau, Graf Brock- borff-Rantzau, hatte die Freundlichkeit, sich Aum Vertreter des WTB. über den deutsch-russi- schen Vertrag folgendermaßen zu äußern: „Ich bin her Ansicht, daß dieser Vertrag eine Erhöhung her Kraft Deutschlands auf dem G e - biete internationaler Politik und der Weltwirtschaft bedeutet. Deutschland will durch diesen Vertrag nicht nur selbst als Friedensfaktor erscheinen, es will auch feine geographische Cape im Zentrum Europas da- ;u benutzen, eine vermittelnde Brücke zwilchen den Völkern des Kontinents zu bilden. Der Vertrag, den Deutschland jetzt mit der Sowjetunion ^schlossen hat, soll beiden Seiten den Weg ebnen. £os lünafte Übereinkommen ist daher nicht nur ein ifreundschaftsvertrag mit der Sowjetunion, sondern and) ein Freundschaftsvertrag mit Europa. Ein Werfzeug bes Zriedens. Telegrammwechsel zwischen Stresemann und Tschitscherin. Berlin, 28. April. (TU.) Zwischen dem fisichsaußenminister Dr. Stresemann und dem Eschen Volkskommissar Tschitscherin ist aus An- bg der Unterzeichnung des deutfch-russischen 23er- träges folgender Telegrammwechsel erfolgt: „Ich freue mich, Ihnen Mitteilen zu können, daß ich soeben mit dem Herrn Botschafter K r e st i n s k i tie Abmachungen unterzeichnet habe, deren Grund- bge wir im vorigen Jahre erörterten. Ich bin der festen Zuversicht, daß der geschlossene Vertrag dem (iiDcrf gerecht werden wird, dem zu dienen er be- :unmt ist: auf der durch den Rapallovertrag geschaf- mtn Grundlage des freundschaftlichen und riedlichen Zusammenwirkens beider Mer an ber ® e f e ft i g u n g bes Weltfrie- h n 9 mitzuarbeiten. Stresemann." -Ich banke Ihnen aufs wärmste für die freu» bne Mitteilung über die Unterzeichnung unseres m«n Vertrages. Ich freue mich feststellen zu kön- niH, daß die Besprechungen, die ich im vorigen jcEjre mit dem Reichskanzler und mit Ihnen gehabt ta'oe, zu einem positiven und hoch - trsreulichen Ereignis geführt haben, str fassen unseren Vertrag auf als ein Werk- le n g b e s Friedens, das zu der Befestigung hi Weltfriedens beitragen soll. Der Geist von Lo- ttrno lebt in diesem Vertrag weiter und übt seinen kohltuenden Einfluß auf die allgemeine Lage aus. Tschitscherin." Völkerbund und Rusfenvertrag. Genf. 27. April. (Wolff.) Das .Journal k ©cnebe“ veröffentlicht die Zuschrift einer rn g l i f ch e n Persönlichkeit, die. wie das Hott angibt, in Dölkerbundsangelegenheiten gut ittterricht?t ist. Die Zuschrift geht davon aus, tofj Deutschland nicht in den Völkerbund ein^ treten wird, wenn Veränderungen im Rate vor- irnommen werden. Die deutsch-russischen Ver° PMungen seien eine Warnung, die besa- !nr wolle, Deutschland werde im September ttnen Versuch zur Hmbildung des Rates nr einem abschlägigen Sinne oder die Erhebung n»ir Staaten untergeordneter Bedeutung zum 2crge einer Großmacht zulassen. Der Eintritt Ärutschlonds im September sei aber für den 3oCerbunb eine Frage auf Leben und ■Jt> d. Wenn sie im März vom Völkerbünde noch «rtagt werden tonnte, so müsse er im ©eptem» 5tt unbedingt handeln, wenn er nicht zugrunde gehen wolle. Zur Befriedigung der Wünsche Spaniens vcb Brasiliens schlägt dann die Persönlichkeit Jtt, die nächste Dölkerbundsversammlung solle schließen, daß nichtständige RcftsmitglieLer «un Ablauf ihres Mandats sofort für wei- drei Jahrein den Rat wiederge- Vie vorbereitende Weltwirtschastrtonserenz in Genf. In Genf haben sich wieder einmal Sachverständige zusammengefunden, um die Vorbereitungen für die Internationale Wirtschaftskonferenz zu erledigen. Diese Vorarbeiten bestehen darin, für die Konferenz überhaupt eine Grundlage zu schaffen, von der aus sie an die sich schneidenden und miteinander ringenden wirtschaftlichen und sozialen Probleme herantreten farm. Es genügt, auf die von Zweifeln durchsetzte Eröffnungsrede des Vorsitzenden zu verweisen, um vor allzu großen Hoffnungen und Erwartungen zu warnen. Das ist um so mehr angebracht, als weder der Ausschuß noch die eigentliche Wirt« schastskonserenz kaum Gelegenheit ftnden werden, die wirklichen Hrsachen der europäischen Krise zu untersuchen. Zu diesen wirllichen Ursachen gehört vor allem der Versailler Vertrag. Dieser Vertrag ist es, der die Zerrüttung und Zerstörung der internationalen Wirtschaft vorbereitet uni) erzwungen hat. Wie der Vertrag geopolitisch gewachsene und gewordene Wirtschaftsgebiete zerriß, so hat er auch durch seine machtpolitischen Bestimmungen die Grundtatsachen der internationalen Produktion und des internationalen Warenausba usches über den Hausen geworfen. Wer europäische Wirtschaftspolitik treiben will, darf daher an dem Versailler Vertrag nicht Vorbeigehen. Es hiHe die größte und unmittelbarste Gefahr, die der europäischen Wirtschaft droht, mißachten, wenn das Problem der wirtschaftlichen Leistung ohne Gegenleistung, wie es der Versailler Vertrag und nach ihm der Dawesplan begründet, gar nicht geprüft und untersucht würde. Gewiß, die europäische Krise hat mancherlei Wirkungen hervorgetrieben. So die Kohlen- krise in England, die aber wieder nicht gesondert betrachtet werden darf. Es gehört auch dazu, baß die Schutzzollbewegung in England wächst, daß sie sich auf immer mehr Halb- und Fertigerzeugnissen erstrecken soll, in denen England einmal der Lieferant der außen ländischen Märkte war. Frankreich selbst hat sich einstweilen in feiner Zollpolitik sowie in der Infla- tion die Mittel geschaffen, um die europäische Krise so weit als möglich zu eigenem Vorteil auszunutzen. Das ist so gründlich geschehen, daß das Verlangen der englischen Schwerindustrie, Schutzzölle auf Stahl einzuführen, durchaus gegen Frankreich gerichtet war. Das sind die Folgen deS Versailler Vertrages, der den Verbündeten zunächst einmal auf fünf Jahre die unbedingte Freiheit gab, Deutschland von den außenländi- Märkten zu verdrängen. Es ist zwar gelungen, Deutschlands Heber« legenheit und Vorrangstellung auf den westeuropäischen Märkten zu zerstören, aber weder England noch Frankreich haben daraus für sich entscheidende Vorteile herleiten können. Die Balkanisierung Mittel- und Osteuropas hat überdies auch keinen gleichwertigen Handels- und wirtschaftspolitischen Ersah für die zerschlagenen Einheiten der Donaumonarchie und Rußlands geschaffen. Im ©egenteil, das unmögliche Staatsgebilde Polen ist heute schon eines der großen Sorgenkinder des Völkerbundes, das weder durch Auslandanleihen noch durch schärfste Finanzaufsicht auf die Dauer aufrecht erhalten werden kann. Wenn in der Eröffnungsansprache für den oorbereitenben Ausschuß der Wunsch ausgedrückt wurde, in internationalen Verhandlungen nach den brauchbarsten Mitteln zur Wiederherstellung des allgemeinen Wohlstandes zu suchen, so bleibt abzuwarten, ob bei der Suche die wirllichen Ursachen der europäische"- Krise aufgedeckt werden dürfen oder nicht. Die internationale Wirtschaft muß mit der Tatsache rechnen, daß Europa durch den Krieg aus der Rolle des Gläubigers in die des S ch u ldners gedrängt worden ist. Das begründet eine Abhängigkeit, die sich bisher schon in der wachsenden Produktionsüberlegenheit der Vereinigten Staaten ausgedrückt hat. Europa hat durch Zerreißung der Wirtschaftseinheiten demgegenüber nur die Aufnahmefähigkeit seiner eigenen Märkte geschwächt. Wenn der Versailler Vertrag heute geschlossen würde, so würde es sicher England sein, das den deutschen Kohlentributen am schärfsten widerspräche. Aber das Unheil ist nun einmal geschehen. So weit reicht indessen die europäische Erkenntnis noch nicht aus, daß sich die Fehler nur beseitigen lassen, wenn zunächst die Ursachen aufgebeckt werden. Deutschland kann von sich aus zur Beseitigung der europäischen Krise nur das tun, daß es vornehmlich immer wieder auf die eigentlichen Ursachen hinweist. Mit Handels- und zollpolitischen Maßnahmen ist kaum vorübergehend, sicher aber nicht dauernd zu helfen. Der deutsche Vertreter in Genf, Staats- sekretär T r en ö e I e n b u r g, hat in seiner Rede am 27. April unter anderem auch daraus verwiesen, daß die Ueberindustralisierung der Erde mit zu den Ursachen der Wirtschaftskrise gehöre. Der Hinweis läßt sich besonders auf Europa einengen, wo es gerade die R a ch - kriegsstaaten sind, die sich zu ihrer Befestigung Industrien zugelegt haben, für die es weder im eigenen Inland noch im Ausland einen Markt gibt. So war Polen vor dem Kriege auf den geographischen Gebieten, die es heute staatlich umfaßt, ein Agrarland, das sich als solches hätte entwickeln können und müssen. Daß es dafür hochindustrielle Gebiete an sich riß, sich gewaltsam einen Zugang zum Meere öffnete, hat chm wirtschaftlich, sozial und politisch schwere Schäden zugefügt, die es aus eigener Kraft überhaupt nicht heilen kann. Wird die öffentliche Meinung der Erde für die Zusammenhänge der internationalen Wirtschaftskrise zu gewinnen sein? Die Probleme schneiden sich hier so scharf, daß sie sich, voneinander losgelöst, gar nicht betrachten lassen. Der Sitzungsbericht. Genf, 27. April. (Wolfs.) Im D o r b e - reitungsauSschuh für die internationale Wirtschaftskoniferenz nahm heute vormittag Staatssekretär Trendelenburg das Wort. Seine Ausführungen bewegten sich im wesentlichen in folgenden ©ebanfengängen: Heber die Ursachen der krankhaften Erscheinungen in der Weltwirtschaft besteht keine Meinungsverschiedenheft. Das Grundübel besteht in der Heber- prod uktio n und in der verringerten? Aufnahmefähigkeit. Zur Behebung dieser Spannung ist es nicht ratsam, die Produktion soweit abzudrosseln, daß der Konsum der Produktion entspreche; es kommt vielmehr nur eine Verbilligung zwecks völliger Ausnutzung der Produktionsfähigkeft der Industrie in Frage, ferner die Beseitigung des industriellen Rationalismus dur-ch internationale Arbeitsteilung und durch die Vereinheitlichung der Erweiterung des Weltmarlles. wobei nicht nur Afrika und China, sondern auch Rußland von größter Bedeutung sind. Gestört wird die Lösung des ganzen Fragenkomplexes einmal durch die zerrütteten Verhältnisse aus dem währungemarkt, dann durch die Zollschranken und durch die Liu- und Auswan- derungsuerbote. Störend wirken ferner für die praktische Lösung die Konkurrenzkämpfe innerhalb der einzelnen nationalen Industrien. Der italienische Vertreter de Stesani betonte, daß die Wirtschastskonferenz, wenn sie zu praktischen Ergebnissen kommen wolle, ‘ent» weder günstige Bedingungen zum Abschluß von direkten privaten Vereinbarungen, oder zum Abschluß von zwischenstaatlichen Konventionen schaffen müsse. Dem Problem der Uebervölke- rung in einigen Ländern komme grundsätzliche Bedeutung zu. Vom wirtschaftlichen und politischen Standpunll aus begrüße er die im Ausschuß gefallenen Aeußerungen für die Organisation der Weltproduktion auf einer wirtschaftlichen Basis und für die Herstellung einer größeren Freizügigkeit für die Arbeitskräfte und für die Erleichterungen im Warenaustausch. P a u w e l s (Belgien) sieht Schwierigkeften in der Heberindustrialisierung, die die wirtschaftliche Struktur und Bedeutung einzelner Länder vollständig verschoben habe. Dadurch sei auch die Harmonie zwischen landwirtschaftllcher und industrieller Produktion gestört worden. Als Idee der Lösung bezeichnet er die Rückkehr zum Freihandel und verlangt, daß die Marltverhältnisse für Steinkohle, Eisen, Terttlicn und Lebensmittel besonders gründlich untersucht werden. L a h t o n (England) schlägt vor, daß zunächst drei Unterausschüsse eingesetzt werden, deren erster die zoll- und handelspoli- ttschen Fragen, deren zweiter die Produktionsfragen und deren dritter die Arbeitsfragen zu behandeln hätte. Hinsichtlich der Stabilisierung der Währungen vertritt er den Standpunkt, daß eine Beratung im jetzigen Zeitpunkt verfrüht wäre. Peyerimhoff de Fontenelle (Frank- reich) spricht demgegenüber den Wunsch aus, daß man wenigstens auf einzelnen Gebieten und zwü- scheu einzelnen Industriegruppen in verhältnismäßig naher Zeit zur internationalen Verständigung gelangen sollte. Der holländische Großindustrielle K r o e l l e r warnte vor wirtschaftlichen Experimenten. Er erinnerte daran, daß noch vor wenigen Jahren ein Mangel an Kohlen bestand. 5>iefe Verhältnisse könnten sich wiederholen. Die Wienerin Frau Emmy Freundlich trat besonders für die Interessen des Verbrauchers ein. Die Spanne zwischen Erzeuger- und Verbraucherpreis sei zu groß. Sie hob besonders die schwere Lage der arbeitenden Frauen hervor. Dann hielt Dubois-Schweiz, der Prä- sident des Schweizerischen Bankvereins und Vorsitzender des Finanzkomitees des Völkerbunds eine stark beachtete Rede, in der er die währungsstabllifierung als das wichttgste Problem überhaupt bezeichnete. Die Stabilisierung liege keineswegs nur im In- tereTfe rines einzelnen Landes, das eine Währungskrise durchmache, sondern sei dem Wesen nach von durchaus internationalem Interesse, die kommende WirtschaftSkonferenz würde auf Sand bauen, wenn sie nicht zunächst das Grundproblem der Währungsstabilisierung löse. Die praktische Ausführung von Konventionen oder sonstigen Vereinbarungen werde unmöglich bleiben, solange durch daS Abrutschen einer oöer mehrerer Währungen immer wieder neue Beunruhigung in das internationale Wirtschaftsleben getragen werde. Im übrigen kenne man heute auf Grund der letztjährigen Erfahrungen sehr wohl die Mittel, mit denen eine Währungsstabilisierung sich verwirklichen lasse, die keineswegs die Leistungsfähigteit eines Landes übersteigen. Ohne die Währungsstabilisierung werde es auch nicht möglich sein, s o - ziale Forderungen, die bereits von den verschiedenen Rednern vorgebracht wurden zu verwirklichen. Gleichgüllig also, ob die künf- tige WirtschaftSkonferenz schließlich internationale Konventtonen oder privatwirtschaftliche Vereinbarungen Vorschlägen werde, der Erfolg ihrer Arbeiten bleibe so lange in Frage gestellt, als die Währnngsstablllslerung nicht für alle Länder in Frage komme. Auch der italienische Großindustrielle 23 e IIo n i erzielte einen starken Eindruck mit seinen Ausfüh- rungen, wenn sie auch auf italienische Verhältnisse gemünzt waren. Er warnte vor Experimenten, die die europäischen Staaten nicht ertragen könnten. Er wies dann insbesondere auf die Auswanderungsprobleme hin. Belloni machte den Vorschlag, drei Kommissionen einzusetzen, die erste zum Stu- dium des internationalen Verkehrs, die zweite für Produktions- und Arbeitsfragen und die dritte für Währungsfragen. Charakteristisch für den zweiten Berhandlungstag dürfte die Tatsache sein, daß die nationalen Gesichtspunkte schärfer zum Ausdruck kommen als am ersten Tag. Hierdurch wurde der Eindruck verschärft, daß der natürliche und auch gesunde Wirtschaftsegoismus einer internationalen Verständigung im Wege ständen, an die sich die wirtschaftlich am stärksten be- drohten Staaten, wie Frankreich und Polen, Hämmerten. wählt werden können, wenn sie bei der Wiederwahl eine qualifizierte Mehrheit von zwei Drittel oder drei Viertel Stimmen erhalten. Auf diese Weise könne jeder Staat, toenn er das Vertrauen der Versammlung habe, auf unbestimmte Zeit und ununterbrochen vertreten sein. Die Entscheidung darüber müsse aber von Fall zu Fall immer wieder der Versammlung selbst überlassen werden. In der Zuschrift wftd schließlich der Vorschlag gemacht, im September die nichtständigen Ratssitze von sechs auf sieben zu erhöhen und den siebenten nichtständigen Sitz China zuzuweifen, während Belgien ausscheiden und seinen Platz Polen überlassen solle. Der Rat bestünde dann im Falle der Ausnahme Deutschlands in den Völkerbund aus fünf ständigen und sieben nichtständigen Ratsmitgliedem. Eine lettländisch-eftnische Union. Riga, 27. April. (Lettl. Telegraschenagentur.) Die Zeitungen veröffentlichen eine wichtige Erklärung des interimistischen Ministers des Auswär- tigen, Albats, über die Zusammenkunft, die er letzten Dienstag mit dem estnischen Außenminister in Reval gehabt hat. Lettland habe die Bildung eines ständigen gemischten beratenden Ausschuß vorgeschlagen, dessen Aufgabe darin bestünde, die äußere, innere, wirtschaftlich« und finanzielle Politik der beiden Staaten zu vereinheitlichen. Rach Albats' Meinung könnte dieser Ausschuß, der die Parlamente und die Regierungen beider Länder vertreten würde, sich allmählich zu einem gemeinsamen Oberhaus entwickeln. Die anderen baltischen Staaten könnten später beitreten. Dor einer Einigung in der englischen Kohlenkrisis. London, 28.April. (TA.) Am Dienstagnachmittag hatte Baldwin dem Unterausschuß des Grubenbesiherverbandes die Bereitwilligkeit der Bergarbeiter mitgeteilt, in der Lohn- und 21 r - beitszeitfrag« vachzugeben, wenn die Grubenbesitzer das nationale Minimal- lohnabkommen annehmen würden. Der Unterausschuß der Grubenbesitzer sagte unter diesen Umständen zu, einer Einladung Baldwins zur Wiederaufnahme der direkten Verhandlungen zu folgen, woraus noch gestern abend die beiden Parteien in einer gemeinsamen Sitzung unter Baldwin zusammengekommen sind. Das Arbeftsgerichtsgesetz Deutscher Rcichstaft. Berlin, 27. April. (VDZ.) Reichstagspräsident Lobe eröffnete die erste Sitzung nach den Osterferien mit der Mitteilung, daß für den verstorbenen Zentrumsabgeordneten Fehrenbach die Abg. Frau Philipps eingefteten ist. — Ein demokratischer Antrag auf Wiedereinführung der vierteljährlichen Gehaltszahlung der Beamten wird ohne 2Iussprache dem Haushaltsaus- schuß überwiesen. — Es folgt dann die erste Beratung des Arbeitsgerichtsgesetzes. Reichsarbeitsminister Dr. Brauns begründet die Vorlage. Der jetzt vorliegende Gesetz- entwarf wolle die Arbeitsgerichtsbarkeit allen Arbeitnehmern zugänglich machen und ihren Aufgaben- kreis erweitern. Die Auffasiung, daß die Arbeits- gerichtsbarkeit in den ordentlichen Gerichten aufgehen solle, ist von der Regierung aus praktischen und grundsätzlichen Erwägungen abgewiesen war- den. Der Minister spttcht unter allgemeinem Beifall den Gewerbe, und Kaufmannsgerich- t e n den Dank für ihre bisherige Tätigkeit aus. Es werde erwartet, daß die Vorlage noch in diesem Sommer erledigt wird. Abg. Aufhäuser (Soz.) bezeichnet die Beratung der Vorlage als einen Maßstab dafür, wie weit der Reichstag den Willen habe, die demokratische Republik mit sozialem Inhalt zu erfüllen. Das Arbeitsrecht müsse mehr als bisher den Wert des arbeitenden Menschen schätzen. Der Gesetzentwurf müsse so verbessert werden, daß er ein gutes Mittel für Entwicklung und Ausbau des Arbeitsrechtes bildet. Das Arbeitsgericht müsse auch zuständig sein für den Schuh des Erfindungsrechtes der Angestellten. Eine zu weitgehende Dezentralisierung auf die Länder sollle vermieden werden. Unter kernen Umständen dürfen die „Gelben Gewerkschaften" als gleichberechtigt mit den Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden anerkannt werden. Abg. Hüls er (Dntl.) begründet die Vorlage. Eine engere Angliederung an die ordentliche Gerichtsbarkeit wäre erwünscht. Abg. G e r e t e (3.) weist darauf hin, daß der vorliegende Gesetzentwurf eine Grundlage für ein Gesehgebmigswerk sei, durch das die erfolgreiche Arbeit der Gewerbe- und Kaufmannsgerichte weiter ausgebaut werden könnte. Der Redner erklärt, dah er mit den Grundzügen des Entwurfes einverstanden ist. und beantragt Uebertoeifung an den sozialpolitischen Ausschuß. Abg. Thiel (D. Vp.) sieht in dem Entwurf den Versuch der Erfüllung einer alten programmatischen Forderung der Deutschen Vollspartei. Die Vvlkspartei habe allerdings die enge Angliederung an die ordentlichen Gerichte verlangt. Die von den Sozialdemokraten beabsichtigte Ausschaltung der Justiz zugunsten des Einflusses der Verwaltung könne die Vollspartei nicht mitmachen. Abg. Rädel (5t) bekämpft die Heranziehung von Derufsrichtern zu den Arbeitsgerichten. Der deutsche Richter sei ein Klassenrichter, zu dem die Arbeiterschaft nie Vertrauen haben könne. Die Arbeitsgerichte würden nur eine Verstärkung des gegen die Arbeiterschaft gerichteten Unter- drüctungsapparates sein. Abg. Lemmcr (Dem.): Ein gutes, einheitliches Arbeitsrecht bildet die beste Grundlage der Wirtschaft. Hauptsächlich gilt es. dah der Arbeitnehmer Im beschleunigten Verfahren sein Recht erhält. Die erste Instanz her Arbeitsaerichtsbar- feit muh so gestaltet fein, dah sie sich Sen sozialen und wirtschaftlichen Bedürfnissen schnell anpatzt» Meine Freunde wünschen eine andere Zusammensetzung der zweiten Instanz, die mit fünf Persönlichkeiten, einem Berufsrichter und je zwei Bei- fihern aus Arbeitgeber- und Arbeitnehmerkreisen beseht werden mühten. In der dritten und letzten Instanz muh das Laienelement mehr zur Geltung kommen. Wir werden im sozialpolitischen Ausschuß entsprechende Anträge stellen. Der Entwurf wird dem Sozialpolitischen Ausschuß überwiesen. Auf der Tagesordnung der Mittwochsitzung st-ht u. a. das durch das Dollsbegchren eingebrachte Gesetz über die Fürstenenteignung und das neue Duell- ftrafengefet). Die Fürstenabfindung im Rechtsausschuh. Berlin, 27. April. (VDZ.) Im Rechtsaus- schuh des Reichstages wurde heute die Beratung über den Kompromißentwurf der Regierungsparteien zur Fürstenabfindung fortgesetzt, und zwar beim § 4, der bestimmt: „Der Umfang der Auseinandersetzungsmasse wird durch die Anträge der Parteien bestimmt." Dazu haben die Kompromißparteien die Anfügung des folgenden Absatzes 2 beantragt: „In die Auseinandersetzungsmasse können jedoch Bermögens- stücke insoweit nicht einbezogen werden, als sie durch die Gesamtauseinandersetzung zwischen dem Fürstenhause und einem anderen Lande bereits zwischen den Parteien ausgestellt sind." Der Vertreter der thüringischen Regierung erklärt, daß seine Regierung mit dem Antrag nicht einverstanden sei, weil sich nicht übersehen lasse, welche nachteiligen Folgen diese Ergänzung für Thüringen habe. Der Vertreter Bayerns bedauerte diese Er- klärung und brachte den Zusatzantrag ein: Die Stellungnahme der bayerischen Regierung fei nicht bestimmt durch eine Vorliebe für den Koburger Herzog, sondern durch das Interesse des Landes. Abg. Dr. Rosenfeld (Soz.) drückt sein Erstaunen über den Zusatzantrag aus, der eine wesentliche Verschlechterung des Kompromisses zugunsten dss Koburger Herzogs bedeutet. Abg. Dr. Wunderlich (D. Dp.) bedauert, dah durch den Streit der Länder Bayern und Thüringen diese Lappalie zum Gegenstand langer Ausein- andersetzungen wird. Durch Mehrheitsbeschluß wird die Abstinv- mung über den ganzen § 4 bis zur dritten Lesung ausgesetzt. Zur ^Beratung kam dann § 5 des Kompro- mißentwurfes, der die Grundsätze festlegt, nach denen Staatseigentum und Privateigentum der Fürsten auseinandergehalten werden sollen. Hierzu^ liegen eine ganze Reihe von Aenderungsan- trägen verschiedener Parteien vor. In der allgemeinen Aussprache begründete Abg. Graf v. Merveldt (Dn.) die Anträge seiner Partei, die die im § 5 enthaltenen Richtlinien- streichen wollen. Abg. Dr. Wunde rlich (D. Vp.) hielt die Bedenken oes Abg. Grafen v. Merveldt gegen die Richtlinien für unbegründet. Der Zweck des Kompromißentwurfes sei gerade die durch den neuen Rechtszustand des neuen Staates gebotene Unterscheidung zwischen Staat- und Privateigentum auch auf das Eigentum auszudehnen, das unter einem früheren Rechtszustand sich bildete, als diese Unterscheidung noch nicht bestand. Abg. Schulte (3.) schloß sich dem Vorredner an. Cs sei ein Ding der Unmöglichkeit, an oer Staatsumwälzung und an der allgemeinen Verarmung der deutschen Staatsbürger vorbeizugehen. Unter Berücksichtigung dieser Tatsachen, andererseits aber auch der historischen Entwicklung, mühte ein neues Recht geschaffen werden. Abg. Dr. Dell (Zentr.) meinte, bei An- naöme der von den Deutschnationalen beantragten Srreichungen wäre das ganze Gesetz hinfällig, unö man fonnte die Ausschuhberatungen a& zwecklos schließen. Abg. Dr. Cve clin g (Dtschnat.) führte aus, dre Kompromißparteien wollten tatsächlich das nem- Recht hier niederziehen auf bk alte Seit, wahrend rotr den Grundsatz der Kontinuität des Rechts vertreten. Das ganze Gesetz enttoideti sich immer mehr zu einet Le? gegen die Hohen- -ollern und gegen bestimmte thüringische Fürstenhäuser. Den VollSentscheid fürchten wir nicht denn schließlich muh die Wahrheit doch über die Lüge siegen. Cs ist vor allem unverständlich, dah Vertreter des Zentrums einer solchen Regelung zustimmen können. Abg. Richt Hofen (Dem.): Es gäbe doch Vermögensstücke. die ganz unbestritten Privateigentum der Fürstenhäuser sind. Das sei auch in anderen Staaten bei den meisten Revolutionen der neueren Zeit den Fürsten gelassen worden. Andererseits könnten die vor der Staatsumwälzung vollzogenen Auseinandersetzungen nicht als Rechtsgrundlage betrachtet werden. Es gibt Fälle, in denen das Staatswohl die Enteignung verlangt. Darum müssen wir neue dem gegenwärtigen Zustand entsprechende Rechtsgrundiähe aufstellen. „ Unter Ablehnung aller Anträge wu de Absatz 1 bei Stimmenthaltung der Sozialdemokraten und eines Teils der Deutschnationalen angenommen. Vor der Gesamtabstimmung erklärte Abg. Dr. Rosenfeld (Soz.), seine Freunde würden wegen der Ablehnung ihrer Aenderungsanträge gegen 6 5 stimmen. Die Gesamtabstimmung wurde auf Antrag der Kompromißparteien ausgesetzt. Der Ausschuß vertagte sich bann auf Mittwoch. Das Gemeindedestlmmungsrecht Ans dem HanShaltsansschnst des Reichstags. Berlin, 27. April. (VDZ.) Der Haushalts- ausschuß des Reichstags beschäftigte sich heute mit dem fommenben Reichsgesetz gegen den Alkohol- mißbrauch und mit der Stellung des Reichstags zum Geipeindebestimmungsrecht. Der sozialdemokratische Redner, Abg. Soll- mann, bestreitet, daß mit diesem eine Trockenlegung Deutschlands beabsichtigt sei. Zwar sei im Vergleich zur Vorkriegszeit der A l k o h o l v e r - brauch gesunken, aber der Bier- und Schnapskonsum in Deutschland sei stark im A n st e i g e n. Die Zeit sei nicht mehr fern, wo der Alkoholverbrauch der Vorkriegszeit erreicht werde. Vor allen Dingen müsse dahin gewirkt werden, die Möglichkeiten zu schaffen, den Branntwein aus den Wirtschaften zu entfernen. Der Redner legte einen von ihm stammenden Entwurf über die angeregte Frage vor. Abg. Schultz (Dn.) wünscht, daß der Kampf gegen dieTrunksucht im Interesse der Volksgesundheit mit allem Ernst geführt wird. Die deutsch- nationale Fraktion verlangt schärfste Maßnahmen zum Schutze der Jugendlichen und eine wirksame Reform des Konzessionswesens. Eine Trockenlegung Deutschlands lehnt sie mit gleicher Einmütigkeit ab. Der Redner spricht sich für die Mehrheit seiner Fraktion gegen das Gemeindebestimmungsrecht aus Abg. Andre (Ztr.) erklärt, aus dem Gebiete des Schankstättenunwesens und deS Alkoholverbrauchs lägen zweifellos Mängel vor. Die Zentrumsfraktion sei bereit und gewillt, diese durch gesetzgeberische Maßnahmen zu beseitigen. Das Gemeindebestimmungsrecht lehne die überwiegende Mehrheit der Zentrumsfraktion als ein untaugliches Mittel aut Besserung der Verhältnisse ab. DaS Gemeinoebestimmungsrecht ohne Trockenlegung sei bedeutungslos. Die $todenlegung aber schaffe heimliche Trunkstätten, die Volksgesundheit und Vollsfittlichkeit erst recht gefährden würden. 2£bg. Aolte (Wirtschaftspartei) erklärt, die Ausführungen des Abg. Andre Wort für Wort unterstreichen zu können. Abg. Rauch (Daher. Vp.) erklärt, daß seine Fraktion grundsätzlich Gegner von Zwangsbestimmungen sei und kommt zu dem Ergebnis, dah das Gemeindebestimmungsrecht doch selbst einen Sumpf von Korruption geschaffen habe. Abg. Moses (Svz.) erklärt, daß in Amerika bei der Trockenlegung die Erkrankungen an Tuberkulose erheblich zurückgegangen seien. Vom ärztlichem Standpunkt aus habe er zu sagen, dah der Alkoholismus ein Hauptträger und Förderer verschiedener Krankheiten sei. Abg. Dickes (D. Vp.) erklärt, dah feine Fraktion ein Gegner des Gemeindebestimmungsrechtes fei und stellt auf Grund der neuesten amtlichen Berichte aus den amerikanischen Krankenhäusern fest, daß dort die Todesfälle an Alkoholvergiftungen feit der Trockenlegung erheblich zugenommen haben. Abg. Frau Arendsee (Komm.) spricht sich für die kommunistische Fraktion für ®infüijrung des Gemeindebestimmungsrechtes aus. Der Ausschuß vertagt sich auf Mittwoch. Staat und Wirtschaft. Der Reichswirtschaftsmiuister auf dem Deutschen Industrie- und Handelstag. Berlin, 27. April. (SIL) Mit einem Begrüß ungsabend, der aus allen Tellen des Reiches zahlreich beschickt war, nahm am Dienstag die diesjährige Tagung des Deutschen Industrie- und Handelstages ihren Anfang. Die eigentlichen Verhandlungen beginnen am Mittwoch im Reichswirtschaftsrat. Zu ihrem Beginn wird auch Reichskanzler Dr. Luther das Wort ergreifen. Der Präsident des Industrie- und Handelstages, Franz von Mendelssohn, begrüßte die zahlreich erschienenen Gäste, besonders den Reichskanzler Dr. Luther sowie fast sämtliche Kabinettsmitglieder und den preußischen Ministerpräsidenten Braun. Er bemerkte, dah der Industrie- und Handelstag die Hoffnung gehabt habe, den Herrn Reichspräsidenten als seinen Gast begrüßen zu dürfen. Diese Hoffnung habe sich leider nicht erfüllt. Hm so herzlicher gedenke der Industrie- und Handelstag aber des Herrn Reichspräsidenten, der mit unermüdlicher Tatkraft und in hin- geb en der Treue das beste Beispiel dafür gebe, das heute jeder an seiner Stelle dem Vaterlande zu leisten schuldig sei. (Lebhafter Beifall.) Ihm erwiderte namens der Gäste Reichsminister Dr. Curttus, der feinen Ausführungen den Gebauten zugrunde legte, dah Wirtschaft und Staatsverwaltung nur verschiedene Funkt ionen eines gemeinsamen Ganzen seien. Die Hauptaufgabe, die wir in der nächsten Zell gemeinsam durchzuführen haben, ist die Befreiung des Staate sund der Wirtschaft von unproduktiver A r bett, die Durchführung des Sparprogrammes hier, der Rationalisierung dort. Dre Erkenntnis der Aotwendigkeit der Derwal- tungsreform zieht immer weitere Kreise. Wir Werden uns chr nicht entziehen dürfen. Dabei I Werden wir die Verwaltung in Reich, Ländern i und Gemeinden sachgemäß abgrenzen und neu» ordnen und d i e Tätigkeit der öffentlichen Körperschaften auf das Maß des unbedingt Rotwendigen beschränken. Die Rationalisierung in der Wirtschaft ist in vollem Gange. Die Pflicht des Staates wird nicht abgelehnt werden dürfen, dem Volke, wo es unter der Umstellung leidet, soziale Hilfe zu gewähren. Offensichtlich sind die Zeiten der sogenannten Staatswirl- schaft vorüber. Auf der anderen Selle kann der Staat eine schrankenlose Freiheit der wirtschaftlichen Unternehmungen nicht mehr dulden, die die Wirtschaft vernichten würde. Ein Mittel zwischen beiden Extremen ist das für deutsche Verhältnisse allein mögliche, vor dem Kriege bereits eingeleitete System. Der Minister verglich endlich das Verhältnis zwischen Staat und Wirtschaft mit einer Ehe, in welcher der eine Teil, der Staat, Schutz und Führung des gemeinsamen Weges zu« übernehmen habe, während das Schaffen und Wirken Aufgabe des anderen Teiles fei. Sein Trinkspruch gipfelte in dem Wunsche, daß Staat und Wirtschaft gemeinsam den rechten Weg aus unserer Rot heraus finden werden. Kleine politische Nachrichten. Staatspräsident Ellrich ist in Wiesbaden zum Kurgebrauch eingetroffen. Bei dem Reichsministerium des Innern ist heute ein Antrag des Sparerbundes auf Zulassung eines Volksbegehrens über die Ablösung öffentlicher Anleihen unö die Hm» Wertung von Hypotheken und anderen Ansprüchen eingegangen. Als Vertrauensmann ist das Mitglied des Reichstages, Dr Best, bezeichnet. Wie das „CBerL Tagebl." hört, dürste sich voraussichtlich die Zentrumsfraktion des Reichstages entschließen, den jetzigen Reichsjustiz- minifter Dr. Marx als Rachsolger Fehren- bachs zum Vorsitzenden der Fraktion zu wählen. Als lein Rachfolger im Reichsjuftizministerium werd.' in Zentr ums kreisen der Zentrumsabgeordnete Schulte (Breslau), der Oberstaatsanwalt ist, genannt. Die Gesamtzahl der Hauptunterstützungs- empfänger in der Erwerbslosenfürsorge ist von 1 942 003 am 1. April auf 1 884000 am 15. April zurückgegangen, d. i. um 3 v. H. Zu beachten ist dabei, dah die in der ersten Hälfte des April durch Rundschreiben des Reichsarbeitsministers vom 30. März eingeführte Verringerung der älnterstützungs- dauer und die Wiedereinbeziehung der Ausgesteuerten in der Erwerbslosenfürsorge wirksam wurde, was naturgemäß den ziffernmäßigen Rückgang in der Zahl der unterstützten Erwerbslosen abschwächen muhte. Seit dem Höchststände der Erwerbslosigkeit am 15. Februar ging die Zahl der Hauptunterstützungsempfänger überhaupt von 2 059 000 auf 1 884 000 zurück. Die deutschnationale Reichstaasfrcttl.on hat eine Kleine Anfrage eingebracht, in oer es heißt: Der Verein für das Deutschtum im Ausland halte den Prior Dietrich vom Stift Sankt Wilden in Innsbruck für eine Reihe von Vorträgen über die Notlage des Deutschtums in Südtirol gewonnen. Auf Veranlassung des Auswärtigen Amts hat die badische Regierung die Abhaltung der Vorträge verboten, was begreiflicherweise in deutschen Kreisen, aber auch in Oesterreich, außerordentliches Aufsehen und Entrüstung heroorries. Welche Gründe haben das Auswärtige Amt veranlaßt, diese Vorträge, von denen diplomatische 23ermicflungen zwischen Deutschland und Italien oder Südtirol nicht zu befürchten sind, zu untersagen? * Der ehemalige Vorsitzende der früheren transkaspischen Regierung Funtikoff, der während der englischen Okkupation Im Einvernehmen mit den englischen Behörden 26 Sowjetkommissare aus Baku und zahlreiche Führer der transkaukasischen Arbeiterbewegung erschießen ließ, wurde vom Militärkollegium des Obersten Gerichtshofes Baku zum Tode verurteilt. * In Kalkutta sind schwere Unruhen ausgebrochen. Mehr als taufend Mohammedaner versuchten einen Angriff auf das Hinduviertel. Panzerwagen mußten mit Mafchinengewehrfeuer ein- greifen. Die Gesamtzahl der bei den Unruhen Getöteten beträgt 38, die der Verwundeten 330. Aus aller Welt. (Ein deutscher Professor in Edinburgh. Die Universität Edinburgh hat Dr. Ollo Schlapp zum ersten Inhaber des neu geschaffenen Lehrsttchls für deutsche Sprache ernannt. Dr. Schlapp hat feit 1894 das deutsche Lektorat der Universität geleitet und wurde vor zwei Jahren zum Mitglied des Senats gewähll. Die Gewalt einer Windhose. In Chemnitz wirbelte Montag abend in einem Gartenrestaurant eine Windhose zwölf Gartentische und mehr als 50 Gartenstühle fast haushoch in die Luft und schleuderte sie über die Gipfel der Bäume hinweg. Da infolge eines schweren Gewittersturmes die zahlreichen Gäste den Garten verlassen hatten, kam niemand zu Schaden. vom Eisenbahnzug getötet. Auf dem Bahnhof Wieblingen stieg der Schlosser Friedrich Wieland aus Weinheim auf der falschen Zugseite aus. Im gleichen Augenblick kam ein Schnellzug herangebraust, der Wieland Überfuhr und sofort tötete. Wieland war verheiratet und Vater von sieben Kindern. Flugzeugzusammeustoh in Warschau. In Warschau ereignete sich beim D e - gräbnis eines Polnischen Fliegerobersten, der vor einigen Tagen bei einer Rotlandung tödlich verunglückte, ein eigenartiges Fliegerunglück. Als drei Heeresflugzeuge, die dem Obersten die letzte Ehre erweisen tooHten, in einer Höhe von 500 Metern in enger Keil- formation den Trauerzug überfliegen wollten, stieß das mittlere Flugzeug mit dey Tragflächen an das rechtsfllegende Flugzeug und brachte es Aum Absturz. Der Führer war sofort tot, der Beobachter wurde tödlich verwundet. Durch den Zusammenstoß kam aber auch das Führerflugzeug ins Schwanken und prallte dadurch mit dem linken Flugzeug zusammen, dessen Beobachter infolge des neuen Zusammenstoßes aus dem Apparat geschleudert wurde. ®r toirrbe später tot in einem ©arten — einen halben Meter tief in die Erde gegraben — aufgefunden. Die beiden Flugzeuge konnten schwer beschädigt notlanden. Feuergesecht mit Einbrechern. In her Rocht zum Samstag sinh in Dierlan» den bei Hamburg an mehreren Stellen Einbrüche ausgeführt worhen. Ein Bergehorser Beamter konnte zwischen 5 unh 5.30 Uhr früh zwei Täter stellen, die gerade eine Menge Diebesgepäck auf Fahrrädern entfernen wollten. Die Diebe zogen jedoch Revolver, und es entstand ein regelrechtes Feuergefecht, bis die Verfolgten unter Zurücklassung der Beute und der Räder zur Elbe rannten und den Fluß durchschwammen. Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 28. April 1926. Die häusliche Pflege des Schulkindes. Don Professor Dr. S a m e l s o n, Stadtschularzt in Breslau. Beginnen wir mit der E r n ä h r u n g , so könnte man kurz sagen, daß die Kinder im. Schulalter ein» fach am Tisch der Erwachsenen alles mttessen sollen. Da diese selbst aber ihre Kost oft falsch zusammen- setzen, so muß hier doch einiges heroorgehoben werden. Die Nahrung darf nicht einseitig sein, sondern sie muß alle für den Körper nötigen Stoffe enthalten. Dabei kann man das (Simeis in Form des teuren Fleisches weitgehend einschränken und auch gut durch den wesenllich billigeren Fisch ersetzen. Eier sind nahrhaft, aber sehr teuer. Die nötiaen Zucker st offe sind im Zucker und Mehl, vor altem im Brot vorhanden das man am besten als Schwarzbrot gibt. Zum Kochen und Braten benutzt man Margarine und Kokosfett, die den- selben Nährwert haben, aber ganz bedeutend billiger sind als Butter, die aber zum Genuß im rohen Zustand vorzuziehen ist, weil sie die erst seit kurzer Zeit bekanntgewordenen, für die Erhalwng gefunden Lebens unentbehrlichen sogenannten Vitamine enthält. Dieselben Stoffe machen für unsere Zwecke auch die Milch so wertvoll, doch sollte man Milch nicht in zu großer Menge geben, d. h. nicht über einen halben Liter täglich, da sie bei vielen Kindern den Appetit verlegt. Deshalb soll sie nie zum Durststillen verwandt werden. Dazu nimmt man reines, allenfalls mit Fruchtsaft versetztes Wasser. Die Beschränkung der Milch ist deshalb unbedenklich, well die Vitamine auch im Obst und den Gemüsen enthalten sind, deren reichliche Berwendung dringend empfohlen wird. Beim Kochen der Gemüse darf dis Kochwasier, das wichtige Salze enthält, nicht weggegofsen werden. Obst, auch Mohrrüben gebe man roh, Obst ungeschält. Der Widerstand, den viele Kinder der Gemüsekost entgegensetzen, kann durch geeignete Zubereitung gebrochen werden, etwa durch Süßen oder Beigabe zu Elermehlspeisen. Kartoffeln werden am besten gedämpft oder im Dampf gekocht. Um dem Schulkind einen gesunden Schlaf zu gewährleisten, müssen wir vor allem für ausreichende Dauer sorgen, die elf bis zwölf Stun- den für die jüngeren, neun bis $et)n Stunden für die älteren Kinder betragen soll. Im Schlafzimmer muß Rute herrschen, und das Kind sollte in den Abendstunden vor allen geistigen Anstrengungen und seelischen Erregungen, wie zu späten Schularbeiten, Märchenerzählungen oder gar Kino- und Theaterbesuch, bewahrt werden. Bei schwächlichen Kindern ist Ergänzung des Nachtschlafs durch Einschieben einer Ruhezeit am Tage, am besten zwischen Schulschluß und Mittagbrot, vorteilhaft. Im Schsafzim» mer sorge man durch Lüften für frische Luft. Als Lager benutzt man eine harte Matratze und ein niedriges, nicht zu weiches Kopfkissen. Die Decke sei aus Wolle-, auf die Füße kann man ein Federbett legen. Sonst sind die hißenden Federbetten zu vermeiden. So wird das Kind am Morgen erfrischt erwachen, und die letzten Reste der Schlaftrunkenheit werden durch den Reiz des Wassers beim Waschen vertrieben, das sich aus den gangen Äörper er- strecken soll. Zur Sauberkeit gehört auch Haar-, Nagel- und Mundpflege. Noch besser wird die afl- gemeine Waschung auf den Abend verlegt, da sie ruhiger und gründlicher durchgeführt werden kann, um wenigstens einmal wöchentlich durch ein Bad ersetzt zu werden. Arn Morgen begnügt man sich bann mit der erfrischenden Waschung des Gesichts und des Oberkörpers. Dann wird das Kind angezogen, aber nicht nach der Jahreszeit, sondern nach dem Thermometer. Im allgemeinen werden unsere Schulkinder viel zu warm angezogen. Dadurch wird die Haut verweichlicht und ihrer Eigenschaft als Schutzorgan beim Wechsel der äußeren Temperatur beraubt. So verweichlichte Kinder erkälten sich viel leichter. Die Kleider brauchen nicht neu und modern zu fein, aber sauber und gut gelüftet müssen sie fein. Nicht nur die Leibwäsche, sondern auch die Oberkleider sollten waschbar sein. Schuhe sollen sich nicht nach der Mode, sondern nach der Form des Fußes richten, beim Mädchen sind Mieder, beim Knaben enge Gürtel zu vermeiden. Für den Sommer sind wird Anhänger der hutlosen Mode. So knapp und unvollständig auch die hier gegebenen Ratschläge fein mögen, wer sie beherzigt, der wird reichlich für die mit der Pflege her Kinder verbundene Mühe belohnt werden, trenn er sieht, wie sie den Weg zur Gesundheit führt. Zum Schutze der Doge wett und der Landschaft. Man schreibt uns: Vor kurzem gab der „Gieß. Anz." einer Mitteilung des Polizeiamts Gießen Raum, die auf die Bestimmungen des Vogelschutzgesetzes gegen das Zerstören und Ausheben von Nestern ober Brutstätten der Vögel, das Zerstören der Eier und das Ausnehmen und Töten von jungen Vögeln hinwies. Auch sonstige Bestimmungen des Vogelschutzgesetzes wurden dem Publikum in Erinnerung gebracht. Man sollte glauben, daß die Bestimmungen des Vogelschutzgesetzes zu fenen u n geschriebenen Gesetzen gehören sollten, die feber in feiner Brust trägt und doch beobachtet. Die Mutter, die ihr Kind an der Hand führt und es mit gütig warnendem Worte davon abhält, etwa auf einen am Boden dahinlaufenden Käfer zu treten, oder der Vater, der feinen Buben warnt, ein Nest auszuheben, denkt gewiß in den feltenflen Fällen daran, daß eine gesetzliche Bestimmung gegen die Tierquälerei, oder daß ein Vogelschutzgesetz besteht. In der Schule wird der Lehrer allerdings gut daran tun, auch auf ein bestehendes gesetzliches Verbot hinzuweisen. So gebt nach und nach der Schutz oer hilflosen Tierwelt dem sittlich höher Die Verlobung meiner Tochter Marianne miiHerrn Dr.med. RolfLangreuter, Assistenzarzt der Medizinischen Universitäts- Klinik Gießen, gebe ich bekannt Antonie Gail geb. Knorr Meine Verlobung mit Fräulein Marianne (Bail, Tochter des verstorbenen Herrn Geheimen Kommerzienrats Dr. h c Wilhelm Gail und seiner Frau Ge- mahlin geb. Knorr, beehre ich mich anzuzeigen Dr. med. Rolf Langreuter EimÜIim und Imti 3195a von A zum reift, kfitzig, in besten, Zustand, neu über« Gießen, April 1926 3799!> Bahnhosftratze 49. 03009 alomon Liadcnvla» 1IIL »»»♦»♦♦♦♦♦♦♦ holt, fahrbereit, auch als Lieferungswagen, da sehr starkes Chassis, zu verkaufen. U möblierte immer unbedingt perfekt, möglichst mit englischen und französischen Dorkenntnissen per sofort oder 1. Juni in dauernde Stellung gesucht. Schriftliche Angebote unter 3771D an den Gießener Anzeiger. Zimmer frei. Tel. 1085. wbD Hansa Handelsschule J. 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Hm einen besonderen Anreiz für den Besuch im Sommer zu bieten, wird ein Leines Abonnement für sechs Dorstellungen zu äußer ft beicheidenen Preisen, die sich zwischen 4,50 und 12 DeichSmark bewegen, aufgelegt. «Siehe die Anzeige in der heutigen Dummer.) SU qibi schneeweiße Wische in einfachstem Waschen, spart Seife und Schont die Wasche - Ohne Ohlor- Vermietungen! H1ÖÖL SlffllHCT I--——2---1 1-2 Bette», «och- Pm Rmn gelegenheft. zu ver- DMI,UI Blee ö mteten [02983 Kaufe Anwesen, welches sich als verbmöMg§hau5 (V •Ws Frische Seeüsehe tn strammer Eis- vackung billig ein- gcirsfftn 3825c Uleinhenn Babnbosstraße 59 Telephon 66. Wir suchen -um baldigen Eintritt jüngeres ßraulein mit höherer Schulbildung und fluten Vheraiurfenntnifien. MalchlnenlÄretben erwünscht, jedoch nicht Bedingung. 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Für llntcr- lunst sorgt die Verbandsleitung bei rechtzeitiger Anmeldung. " Erledigte Schul st eilen. Erledigt sind: eine Lehreritelle für einen evang. Lehrer an der Dolköschule in Steinbach. Är. Vie',en. Dienstwohnung wird bis August frei: eine Lehrerstelle für einen evang. Lehrer an der Volksschule in Veuern, Kr. Gießen. Dienstwohnung wird bis September frei. ** Die Maul- und Klauenseuche 'st in Dorf-Gill und Muschenhsim erloschen, in Dor- heim (Kreis Friedberg) ist sie ausgebrochen. Reisenden für vorhandenen Kunden kreis. ABmann & Schneider Teleohon 1248 2417 Kaiserallee 45. Neu« Kurst 3. Mai. ——— ohulstraBe 4. 38221 Hauptstadt, "n 281 1928, »Kege Ndes [meffOn, Wau. LMudlker ein! sN'I-n (ollen. sein, sonn.», Ates 'S" «Ä ■Ä nöK Un$> ^ahl, vor allem 5, am besten ob ^ unb Braten be. ' Sir Sen. BAUUnb bi!- ün. im toben eJ»e erst seit kurz« ■ gesunden Een Dstamin! r unsere Zwecke auch °Ute man Milch 5 M- nicht über einen ’> vielen Aindrm Un 16 nie zum DuchstLen n> man reine;, allen- Wasser. Die Jeschiän- unbedeMch, well btt den Gemüsen ent- Verwendung dringend len der Gemüse darf .e Salze enthält, nicht lllch Mohrrüben gebe ’ Widerstand, den viele rgensetzen, kann durch en werden, etwa durch ermehlspeistn. »arten gedämpft oder im lulfinb einen gesunden ffffl mir vor allem für • elf bis zwölf 6tun- ieljn Slunben für dir n Schlafzimmer \xw) sollte in den Ab.-.'- strengunczen und In- späten Schularbeiten. Kino- und Theolei- schwächlichen flinbtn as» durch Elnschiebrr besten zwischen 5*ul- ülhaft. 3m Schlatum. für frische Lust. 8b rte Matratze und err opfkifsen. Sie Decke sei mn man ein Federbett en Federbetten zu otr- r Morgen erfrischt «. e der Schlastruntenhett Wasser; beim Waschen jonjen Sötper er- it gehört auch ich besser wird die oü- Abend verlegt, da P< chaeführt werden kann- jentlich durch ein M raen begnügt man pa Waschung des Sesichv gezogen, aber nicht nadi dem Thermometer. Schulkinder » 1 wird MeM* schast als SchubE mveralur beraubt. "E viel dichter. Da und modern F Sen «arm des W* n“ en Sommer find 0,1,6 * E sie'bÄttB wewj..«*"” dheit flihrt- Boge'weU us Schaft» »jjA -es "olfbeÄ$o(l‘1 Fsftfc r@l •3e l her fÖornot ijCii. — Taaeskalender für Mittwoch. DvlkSbunV deutsche Kriegsgräberfürsorge Ortsgruppe Giehen: 8.15 älhr Droster Hörsaal der llmversität, Lichtbilder-Dortrag. — Giestener Ruder-'Defellschast: 8 30 Ahr Bootshaus, Generalversammlung. Lichtspielhaus Bahnhofstraße. .Der Abenteurer". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Dach Abschluß einer ab- echslungsreichen und zweifellos künstlerisch er- stlgreichen Spielzeit, wird auch im Sommer der !heaterbetrieb hier nicht ganz ruhen, sondern in bescheidenem Maste aufrechterhalten werden. Ts find etwa zehn Gastspiele im Laufe des Sommers geplant, und in diesen Vorstellungen sollen mindestens sechs verschiedene Werke gebracht werden, die weder im vergangenen Spieljahr gegeben worden sind, noch Im kommenden Winter ins - Dr. Söener-Tag in Siesten. Wie wir bereits meldeten, wird der Führer des Ainerika-v,eppe.'ins Dr. , wo keine Ristgelegenheit mehr ist, gibt es auch feine Rester mehr, wo keine Rester mehr sind, gibt es auch (eine Eier mehr, wo keine Eier — keine 3ungc. Aber Ungeziefer in Hülle und Fülle! Sonst ist dann alles öde und leer. Kein Baum spendet mehr Schutz und Schatten---. Und nur noch ein Paragraphenwald, der otim Vogelschutz? handelt, steht einsam in der öden Steppe. F- G. Schellfische Kabeljau Seelachs So -barsch Schollen Aotze MaiMe Weihfische empfehle DounerS- tea u. Freitag iritb »u billigsten Prellen eintreffend 3817c Hamburg Jisclihillg. (9. Kock Nacki., Dchulstr.l0,ret-lE NMMI8H4O Aquarien und anderes Zubehör einaetroffen. 3815c Kleinhenn Babnbolltrane 59 Telephon 66 Schriftliche Angebote mit Referenzen und ienheriger Tätigkeit unter 37750 an den Giestener Anzeiger in gut. Haufe, Gar- tenstraste, an ruhige Leute zu vermieten, evtl. mitKüchenben. Näh. t d. GefchänSst. b. Glest An». (03010 Kleines, gut möbl. Zimmer an solldew ruhigen Daueren, zu Perm. Lubwiaftrake *, ,ltw. Gartenh. v. Gut mö8L Zimmer an follde Tarne au vermieten. Ztr er fr. t. d. GrfchäftSii des Gleh. Sink lOJOOO nMUIWMWWUM Kneipe Durch bauliche Per» änberung 1 schöne- K«eiv»i«mer ob- ioatben. Daselbst Jf. bürgerlichen Mittag-risch. 3* erfragen bei Her io, Plockstr. & 13707h aunnuniiumiM behenden Menschen gewissermaßen als eine Selbstverständlichkeit in Fleisch und Blut uter. Letzten Endes mag der Tierschutz sogar ein Mittel des menschlichen Selbstschutzes sein. Em jeder loeiß oder sollte wissen, daß die Vögel, vor allem bie Insekten- und Raupenfressenden unter ihnen, eine äußerst wichtige Rolle im Naturschutz spielen. ,ju ihnen gehören ausnahmslos unsere gefieberten Singer, die gerade in diesen Tagen ihrem Brutge- 'chäft obliegen. Ihrem Brutgeschast? Ja! — 3d) roiU ins „schöne" Lahntal wandern. Die Burg (Blei- irg grüßt von der Höhe! 3d) will dem bäum» und bufdjgefdjmürften Lahn 1 auf entlang gehen — rher der grünende Uferfdjmud ist nir- qenbs zu finden. Ausgerottet ist er. Mit Stumpf und Stiel! Das Herz krampst sich zusam- inenl Wer hat die Bäume und Sträucher gegenüber btm „Felsen" vernichten lassen? Und bamii die Rist- ;degen^eiten für viele Dutzende von Dogelpaaren? zo kahl sand ich's auch dort unten in der Gegend, 20 die Wieseck in die Lahn einmundet. Kein Baum menbet mehr SckaUen! Hier verlangt die bereiteste t^entlichkeit Ausklärung' Besitzen einzelne, ganz r ‘.üge Strombau- ober Strompolizei- beamte wirklich die Befugnis, ein einzig dastehen- brs schönes Landschaslsbild, kurz gesagt unser lieb- I ,03 Lahntal. einfach zu verschandeln? Gibt es - rJid) feine anderen Mittel, die, wie behauptet 'rb, „gefährdeten", Ufer zu „schützen" als die, 1 'jume und Büsche» die Riststötten der Vögel, mit Jtumpf und Stiel auszurotten? Welcher Strombau, > »elfter lehrte ai,f der Hochschule ober dem Technikum „s 0 l che" Kunst? Und haben den bemitleidens- neerten Hllsspersoncn beim Entfernen des Baum- 1 r.d Strauchwerks dabei nicht die Herzen und Hände i»che getan?x6o, wie uns jetzt die Herzen wehe f jh und die Augen schmerzen, wenn wir in dieses nTen Zaubers beraubte Landfchaftsbild sehen? Rur Mt Wurzeln der Bäume, die einst an den Ufern ftenben, sollen noch im Erbreiche stecken! Zst's i»chr^ 3a, was hafte bann bie Entfernung des •Kiumroerfs und des Strauchwerks für einen Zweck celjabt’ So biliet man, baß bie zuständige Stelle I dj melbat unb ihren Sd)ritt, ihre Maßnahmen, die überall öffenllich unter M i ß b i l l i g u ng b e • sprachen werben, zu rechtfertigen sucht. 23ir Freunde des Natur- und Lanbfchaftsfchutzes unb unserer Heimat haben ein Anrecht auf Beant- eignet, bei hoher Anzahlung. Dur| Angebote von Hausbesitzern erwünscht! 11 II unter 3821D an den Gießener Anzeiger l » » Ha L | M jU M Für foforttgen Eintritt sucht Zigarren- > rl 9^ groiu anblimg einen foltben lebigen !8/18.p, S.-Verfonenroagen, 8fach gut be- &^sind mit bestem Fleischextrakt und feinsten Gemüseauszügen auf das sorgfältigste hergestellt. — Man achte beim Einkauf auf den Namen MAGGI und die gelb-rote Packung. MAGGI5 Fleischbrühwürfel geziemend in Kenntnis zu setzen. 3791D geben. 3820D Die G. B. 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M., vormittags 1P/3 Uhr wurde mein lieber Mann, unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Ludwig Deibel VII,, Landwirt im Alter von 62 Jahren von seinem schweren, mit Geduld ertragenen Leiden erlöst In tiefer Trauer: Luise Deibel geb. Becker Familie Ludwig Deibel. Wieseck, den 27. April 1926. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 29. d. M., nachmittags 2 Uhr, vom Sterbehause Gießener Str. 34, Auge, das mit Lieb und Sehnen oft die Seinen angeblickt, Weinend mit viel tausend Tränen haben wir dich zugedeckt, Unermüdet war dein Fleiß, und dein Tagewerk war heiß, Wenn die Toten aufersteh’n, wird auch dir die Palme weh’n. Heute morgen 37, Uhr entschlief sanft nach kurzem schweren Leiden meine liebe Frau, unsere herzensgute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Elisabeth Seidewand geb. Klotz im 78. Lebensjahre. Rat und Patachon im Prater Dieses Gaktige Lustspiel mit Pat und Patachon in den Hauptrollen, ist unstreitbar das beste Pat- und Patachon-Lustspiel, weiches je in Gießen zur Aufführung gelangt ist. Wegen des zu erwartenden großen Andranges zu den Abend-Vorstellungen bitten wir. nach Möglichkeit die Nachmittagsvorstellungen besuchen zu wollen. Preise der Plätze: M. L—. >1. 1.20, M. L50, M. L-. Hardt Terrasse neu eröffnet! Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Seidewand Am 27. d. Mts., abends x/212 Uhr, entschlief nach längerem in großer Geduld getragenen Leiden meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Kätchen Stumpf geb. Gundrum im 65. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen. I. d.N.: Philipp Stumpf V. Reiskirchen, den 28 April 1926. Die Beerdigung findet Freitag, den 30. April, nachmittags 2 Uhr, statt. 03011 Der Abenteurer 8 Akte. Nach dem gleichnamigen Roman von Bndol! Heriog. Aufgenommen in Köln, in Godesberg, an den Ufern des Rheinstroms und in Italien. In den Hauptrollen: Harry Liedtke — Mady Christiane — Erna Morena. Familie Familie Gießen, Hohen-Neuendorf, Köln, Familie Friedberg, den 27. April 1926. Familie I Mo* eigene Anfertigung, für 50 Mark abzu- ..........................................................................................................................111 | Mainzer Aktien-Bier e Münchener Löwenbräu | niiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiuemiHiiiiiiiiiiiiHTiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiin 1 Slim mit Gobclindezug, etgenerAnserngung, für ifä JUL abzugeb. 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SiretfetBiefien'tir.:' • Stadttheater i Lonniaa, 2| ?z.WniaMd Nr. 98 Zweites Blatt Der deutsche handel mit China. Don unserem F. M. Wi.-*Seri'g' Leistungen im S p o r t f l u g. Besonderes I resse war dem Fallschirmabsprung des Piloten Beutler aus einer schätzungsweisen Höhe von 500 Metern gewidmet. Der Sprung gelang vorzüglich und wurde sehr beifällig ausgenommen. Dem Verkehrsflug war leider keine Rechnung getragen, so daß eine größere Zahl Flug- lustiger unverrichteter Sache wieder heimkehren mußte. Anfälle irgendwelcher Art waren glücklicherweise nicht zu verzelchner. Im Anschluß an diese Veranstaltung fand zu Sbren der Gäste ein Festabend statt, an dem sich neben dem Verein für Lustfahrt der gesamte Stadtvorstand beteiligte. Bürgermeister Völker wies in einer Begrüßungsansprache auf die Bedeutung des Tages für unser Heimatstädtchen hin und überreichte den vier Piloten als Andenken je eine Federzeichnung von Lich. Dieser Tag dürfte auch in geschäftlicher Hinsicht alle Erwartungen erfüllt staben, die auf ihn gesetzt waren. Laudkrris Gießen n. G r o ß en - L in d e n. 27. April. Vor etwas mehr als 100 Jahren tonnte man in hiesiger Gegend noch keine befestigten Wege. Rach mündlicher älebetlieferung wurde die durch die hiesige Stadt führende Straße Kassel- Fr a n l s n r t a. M. unter Rapoleon erbaut. Die Straßen mußten bann von Zeit zu Zeit mit Kleinschlag eingesteckt werden, der nach der Einführung der Dampfwalze festgewalzt wurde. Zur Zeit sind diese Ausbesserungsarbeiten wieder im Gange. Zwar gibt sich die Kreisbauverwaltung in anerfennendtoettcr Weise alle Mühe, die Straße mustergültig herzurichten, sie kann aber feinen großen Fehler nicht wieder beseitigen, den man vor Jahrzehnten begangen hat. Es mußte nämlich vor der Pflasterung der Lückenbergkopf entsprechend abgetrogen werden. Don Großen-Linden aus steigt die Straße 2 Proz. und fällt sie wieder 5*/8 Proz. Oben mußte abgetragen und unten im Tale Erdmassen aufgefüllt werden, dann hätte die Fahrbahn ein mäßiges Gefälle bekommen. Rapoleons Mitarbeiter gaben schon einen Hinweis, sie machten oben, wenn auch ungenügend, einen Einschnitt von etwa 2 Meter und füllten mit der gewonnenen Erdmasse die Straße im Tale auf. Schade, daß später der Ortsvorstand nicht rechtzeitig eingriff. n Lich. 27. April. Rachdem um die Weihnachtszeit der gesamte Grohviehbestand des Fürstlichen Hofguts der verheerenden Lungenseuche zum Opfer gefallen und kurz darauf außerdem auch der Viehbestand des Landwirts Zimmer in der Schloßgasse davon heimgesucht worden war, ist jetzt die Deuche erneut ausgebrochen. Sie ist von der Veterinärbehörde in der ebenfalls in der Schloßgasse gelegenen Hvfreite des Landwirts K. Al von festgestellt worden, dessen Rindviehbestand von sieben Stück abgeschlachtet werden muß. Zwei weitere Gehöfte in der Schloßgasse gelten als seuchenverdächtig: soeben wurde sogar verlautbart, durch Blutproben sei auch hier — es handelt sich um die Viehbestände der Landwirte Roth und G l ü ck e r — die Lungenseuche bereits nachgewiesen. Wenn auch auf Grund des Seuchengesetzes der Staat für den Schaden auskommen wird, ist die Seuche für die betroffenen Landwirte doch eine sehr mißliche Sache. t ©rünberg, 27. April. Der hiesige Gewerbeverein hielt dieser Tage seine übliche Versammlung ab. An Stelle des bisherigen ersten Vorsitzenden Leonhardt, der 19 Jahre sein Amt verwaltete und im Hinblick auf seine Verdienste zum Ehrenvorsitzenden ernannt wurde, wählte man Heinrich Schmidt II. gute Kameraden waren. Aber Männer können keine Kameradschaft halten." „Stopp, stopp! Wie waren wir durch Flanderns Schlammgräben und die Hölle von Verdun gekommen, wenn nicht die große Kameradschaft gewesen wäre, Kameradschaft auf Not und Tod?" „Ja, unter einander, das mag sein. Aber gegen uns Mädchen —" „Es gibt auch keine Freundschaft zwischen Mann und Weib." „Ach, die alte, dumme Rede." „Oder doch nur bann, wenn in einer Ehe Mann und Frau zugleich Kameraden geworden sind, die zusammen durch dick und dünn gehen, lleberhaupt nennen die Frauen das Wort so oft ohne seinen Begriff zu verstehen." „Na, erlauben Sie mal! — Wir drei Scchvestern sind Kameraden, wie es sie nicht besser geben kann. Zwischen uns gibt es keine Geheimnisie, kein Mein und Dein —" „Well noch kein Mann in Ihrem Leben steht." „Wir werden sorgen, daß auch keiner hinein- Eommt. Wir teilen alles miteinander, Arbeit und Vergnügen. Zanken uns, lieben uns, und wenn wir alt geworden, sitzen wir behaglich zusammen in unserem Iungfernturm." „Und das lachende Haus?" „Wird eben der Iungfernturm. Ich kann Ihnen sagen, es wird ein reizendes Leben bei uns allen Fräuleins. Und wenn Sie als Tapergreis mal zum Whist kommen —" „Skat" „Bewahre. Wir find so fein auf unsere allen Tage, wir spielen nur Whist. Ja, dann sollen Sie mal sehen, wie behaglich das bei uns ist" „Und jetzt soll ich es nicht sehen? Sie haben mich ja ewig lange nicht eingeladen. Dienstag fahre ich noch Hamburg, was soll ick; da Fräulein Ille für den Garten mitbringen?" „Kommen Sie Sonntag zum Kaffee und holen sich ^Bescheid. Aber Ihren quasi Deller, Herrn Drock- „Er ist auch quasi mein Detter nicht" ,.Desto bester. Dann werden Sie ihn ja wohl von selber nicht mllbringen." „Seien Sie unbesorgt. Der kommt mit mir gewiß nicht" zum ersten Vorsitzenden. Für das verstorbene VoZtand;. igi.d Walter, Llueaborn, wurde Arc, lieft Jäger von dort in den Vorstand berufen. Bei ver Besprechung von Vereinsange- legenheilen wurde eine regere Tätigkeit des De- zirksvcrbandes ge ünscht, außerdem wurde gefordert, daß die Hand.'eckskammer-Rebenstefte in Gießen auch in Grünberg von Zeit zu Zeit einen Ge erbetaq abfoa?‘e. um die hiesigen Gewerbe.rei eiben fei i ee ®* e enpei zu beraten. e. Stockhausen, 27. April. Die Gewerkschaft Luise hat den Betrieb wieder z. T. a u f f> c n o m ni c n. Die Gruben der Gewerkschaft Luise mit dem Sitze in Nieder-Ohmen, auf denen über 600 Bergleute aus der Umgegend von Mücke beschäftigt waren, stehen noch still. Mit Sehnsucht erwartet man auch den Beginn der Arbeiten an diesen Gruben. Krcis Friedberg. Gpw. Bad-Rauhcim, 27. April. Die rührige Fechterriege des hiesigen Turnvereins von 1 860 (Turngau Hessen) weilte am Sonntag in Hanau bei dem befreundeten Turn - und Fechtklu b (Gau Offenbad)- Hanau). Es galt, den Huckkampf im Fechten auszutragen, während im vergangenen Jahr die Hanauer hier zum ersten Städte mann» schaftskampf geweift haben. Die Leitung hatte der Fechtwart der D. T. Stassen (Hanau) übernommen. Als Kampfrichter waren auserlesene Kräfte tätig, darunter auch Fechtlehrer Karl Roll (Gießen). In Florett siegte Hanau mit dem Punktverhäftnis 9:7, t>. h. mit 9 Siegen, (35 Treffern) gegen Bad-Rauheim, das 7 Siege (29 Treffer) aufzuweisen hatte. 3m leichten Säbel ging Bad-Rauhe im mit 5 Siegen (31 Treffer» als Sieger hervor, während der Fechtklub es nur auf 4 Siege (34 Treffer) brachte. Der Beranstaftung wurde seitens der Hanauer Bevöllerung das größte Interesse entgegengebracht Zur Erinnerung an den Freundschaftskamps wurde der Bad-Rauheimer Riege von dem Fechtwart des Fechtklubs, Fabricius, eine kunstvolle Radierung des Hanauer Rathauses überreidyt. 2$. Rad-Rau heim, 27. April. Die Ortsgruppe Dad-Rauheim des Hessischen I a g d- klubs veranstaltete am Sonntag auf den Ock- städter Schießständen ihr Frühjahrskugel- schiehen, an dem etwa 40 Schützen teilnahmen, darunter auch eine Reihe von Einzelmitgliedern des Iagdllubs aus der Gießener Gegend. Es wurde in drei Abteilungen geschossen: auf die 24er Ringscheibe aus 100 Meter Entfernung, auf den stehenden Bock und den lausenden Keiler in 65 Meter Entfernung. Die kunstvolle Meist e r s ch e i b e, ein Werk des bekannten Iagd- inalers Geilfuh, erhielt für die beste Gesamtleistung der Meister des Tages, Zahnarzt Dr. Haustein von hier, der mit 116 Ringen die höchste Gesamtpunktzahl erreicht hatte (Ringscheibe 63, Bock stehend 16, Bock kniend 19, laufender Keiler 18). Von den übrigen Siegern nennen wir nur je die drei ersten und außerdem noch die Erfolge einiger ober hessischer Förster aus der Umgebung Gießens: Laufender Keiler: 1. Preis Förster Butron, (Röthges),65 Ringe, 2. Dr. Henrich (Dad-Rauheim), 24 Ringe, 3. Konditor Franz Müller (Dad-Rauheim), 22,7 Ringe: Ring-- und Dockscheibe insgesamt: 1. Preis Pensionsinhaber Rickel (Dad-Rauheim), 99 Ringe, 2. Dr. Hanstein (Dad-Rauheim), 93 Ringe, 3. Pächter Reif (Hof Hasselheck), 93 Ringe, 6. Forster Textor (Lich) 80 Ringe, 8. Förster Reuß (Wetterfeld), 77 Ringe, 17. Förster Dutron (Röthges), 67 Ringe. "" Gambach, 27. April. Am Sonntag veranstaltete der Gesangverein „Harmonie" einen Volksliedernachmittag. Es wurden Chore von Silcher, Sonnet, Pauli u. a. vortrefflich zum Vortrag gebracht, die zeigten, daß der Verein mit seinen Leistungen auf beachtenswerter Höhe steht. Ein gutes Orchester füllte die Pausen zwischen den einzelnen Liedern mit ausgezeichneten Darbietungen aus. Die Leitung der Veranstaltung lag in den Händen des Dirigenten Gg. S a m e s, Holzheim. Kreis Büdingen. △ Ridda, 27. April. Die Erben des dahier verstorbenen Lehrers Ludwig U h l von Michelnau verkauften das am Marktplatze gelegene Wohnhaus an Bäckermeister Hermann Rul Im ann hier für 14000 Mark. ■+• Aus dem Niddatal, 26. April. Die Preise für Ferkel und fette Schweine de- Sie waren am Schulhause. Vater Kallies, klein und windschief, hackte am Rosenbeet. Seine Frau in ihrer ganzen schwerfälligen Massigkeit sah ihm von der Tür aus zu. „Pass' auf, Vater. Die (Ein- fassung!" „Passiert ihr nichts, mein Küken. Deine Feder- nelken sind mir heilig." Er lachte, Mutter Kallies lächelte nur ein wenig. In ihren Augen blieb immer ein dunkler Schein. Jetzt nickten sie beide den jungen Leuten zu, und Thora hätte wortwörtlich die Gedanken wiedergeben können, die ihnen dabei durch den Sinn gingen. Man kannte sich sehr genau im Weltwinkel. „Philemon und Baucis", sagte der lange Heider. „Wie die zwei zusammen leben. Vorbildlich." ,La, aber sie kann nicht mehr lachen." „Wie?" ,Haben Sie nicht gesehen? Sie lächelt nur ganz wenig. Ein rechtes Lachen bringt Muller Kallies nicht mehr heraus, feit Gesine tot ist." „Ihre Tochter?" „3a, sie haben nur die eine gehabt. Klein wie der Vater, zierlich, allerliebst. So was, was gefällt. Sie war zehn Jahre älter als ich, ich kann mich noch aut an sie erinnern. Sie ging nach Hamburg in Stellung, weil es ihr hier zu langwellig war. Dann kam sie immer seltener, dann halle Mutter Kallies verweinte Augen, zuletzt hörte man nichts mehr von ihr. Und bann kam das Seltsame —" „Was kam?" Heider sah gespannt auf seine Begleiterin. „Wir reden nicht gern davon. Aber Sie gehören ja schon hierher zu uns, nicht wahr?" Heider versicherte begeistert, daß er ganz und gar hierher gehöre. „Wir waren bei Kallies'. Ostersonntag, zum Kaffee. Mutter Kallies ging in die Küche, den Kaffee zu holen. Von da aus sieht man die Elbe und un» seren Heckenweg. Ganz schnell kommt sie wieder herein und sagt: ,Wo ist Gesine?' — Wir sehen sie alle an. — ,Sie kam doch eben den Weg heraus von der Elbe und stand auf dem Hof und ging hier in das Haus. Sie muß doch hereingekommen sein in die Stube. —/ Bon uns allen konnte keiner ein Wort sprechen. — Zuletzt aber sagte Vater Kallies so ganz behutsam: ,Mutter, wie konnte sie denn? Sie geht doch von der Elbe her über ’ne Diertel- wegen sich eben in vollständig entgegengesetz- t e m Verhältnis. Die einen sind ständig im Steigen, die anderen im Fallen begriffen. Während für Ferkel von 6 Wochen 45 Mk. und mehr bezahlt werden, haben sich die Ladenpreise für das Pfund Schweinefleisch von 1,40 Mk. auf 1 Mk. gesenkt. Die Ursachen zu diesem Mißverhältnis sind leicht gefunden. Der größere Teil der Landwirte pflegt um diese Zeit seinen Ferkelbedarf zu decken, so daß die Nachfrage groß ist. Da aber infolge der stark auf- getretenenen Maul- und Klauenseuche viele Gegenden, die sonst den Markt beliefern, als Absatzgebiet nicht in Frage kommen, ist man nur auf die heimische Zucht angewiesen, die natürlich die Nachfrage nicht beliebigen kann, was sich in ben hohen Ferkelpreisen auswirkt. In fetten Schweinen herrscht Ucberangebot. Die reiche Kartoffelernte bcs letzten Jahres, die den Preis stark druckte, gab der Landwirtschaft Veranlassung, ihre Vorräte durch Schweinemast besser zu verwerten. So gelangen viele fette Schweine, die noch vor Eintritt der heißen Zeit abgesetzt werden sollen, an den Markt und drücken die Preise. Auch die Eier sind auf den Stückpreis von 8 Pfennig zurückaegangen. —/— Ortenberg, 21. April. Die Verhandlungen mit der Postbehörde wegen Errich- tung eines neuen Postamts durch die hiesige Gemeinde stehen vor dem Abschluß. Das neue stattliche Gebäude mit einer Front von 27 Meter kommt in den Herrngapten zu stehen. Die Ausschachtungsarbeiten haben bereits begonnen. Der Bau soll bis zum Herbst fertig werden und wird, den Plänen nach zu urteilen, eine neue Zierde unserer Stadt heben. Der eine Flügel wird das Postamt, die Wohnung deS Amtsvorstehers und eine Wohnung für einen Postbeamten aufnehmen, der andere Flügel soll zwei Vierziminerwohiumgen enthalten. Rach Errichtung des neuen Postamts wird das Fernsprechamt nach dem Selvstschiltshstem für daS Ortsnetz eingerichtet. Kreis Schotten. |~l Laubach, 26. April. Ein seltener Kunstgenuß wurde am Samstag der hiesigen Bevölkerung geboten. Die Konzert- und Dortragsver- etnigung hatte den Bauers chen Gesangverein in Gießen zu einem Liederabend eingeladen. Das Konzert fand im „Solmser Hofstatt. Zahlreiche Zuhörer aus der Stadt und älmgegend hatten sich eingefunden. Die Leitung hatte Herr Otto Görlach; am Klavier sah Herr Otto Gutjahr, außerdem wirkte mit Herr Kurt Richter (Tenor), sämtlich au8 Gießen. Die Vortragsfolge war gut gewählt. Zum Vortrag kamen Kreutzer, C. M. v. Weber, Maillart, Beethoven, E. Wendel usw. Das Konzert fand in allen Teilen dankbarsten Beifall. 3n Privatquartieren wurde die über 100 Mann starke Eängerschar untergebracht. Gestern wirkten die trefflichen Sänger in der Stadt- kirche mit und verschönten den Gottesdienst. Sodann wurden unter Führung von Professor Dr. R o e s ch e n die Sehenswürdigkellen der Stadt in Augenschein genommen. Auf diesem Gange erfreuten die Sänger die Bevölkerung durch verschiedene Chorlieder. Aus dem Marktplatz, int Schlohhof und im Park erschallten stimmungsvolle Weisen. Besonders dankenswert waren zwei Vorträge vor den Fenstern des Krankenhauses des Johann-Friedrich-Stiftes. Rach einem Abschiedstrunk im „Solmser Hof" nahmen die Sänger, voll befriedigt von der gastlichen Aufnahme, mit dem Abendzug Abschied vom lieblichen, in voller Dlütenpracht stehenden Wettertal. — Der Voranschlag der Stadt Stadt Laubach beläuft sich in diesem Jahre auf 141 834,64 Mk. Er ist 2561,62 Mk. niedriger, als derjenige des verflossenen Jahres. Eine Umlage von 10 000 Mk. wird wieder, wie im Vorjahre, erhoben. Der Ertrag aus den Waldungen beläuft sich auf 81 450 Mk.; fast die Hälfte dieser Summe wird aus Ausgaben für die Waldungen verwandt. Die allgemeine Verwaltung erfordert 15 000 Mk. Für die Schulen werden 14 457 Mk., für die Straßen 10 954 Mk. verausgabt. Eine weitere Rate von 3000 Mk. wurde für das Ehrendenkmal bewilligt. An äleber- weisung von Steueranteilen sind 12 260 Mk. eingesetzt. — Gestern wurde ein lebhafter Flug der Maikäfer sestgestellt; besonders an den Hängen des Ramsberges, an der Grenze des Buchenwaldes, schwirrten die Käfer in ungemein hoher Zahl. )—( Laubach, 27. April. Lehrer Moxter, der im letzten Vierteljahre die Stelle eines stunde/ — ,Nein, nein, sie kam ganz schnell. In einem Augenblick' — und sie schlägt die Schürze vor das Gesicht und fängt an zu zittern und zu schluchzen. — Wir sind beklommen nach Hause gegangen. — Zwei Tage später aber schrieb die Polizei aus Hamburg, Gesine Kallies hatte sich an jenem Nachmittag in der Elbe das Leben genommen." Eine Stille zwischen den beiden. — Und wieder nach einer Weile jagte Thora: „Das ist jetzt sechs Jahre her, aber seitdem kann Mutter Kallies nicht mehr lachen." „Ich hab' oft von solchen Sachen gehört. Ich hab' sie immer für Unsinn gehalten." „Unsinn? — Wenn unsere Mutter fern von uns ist, spürt sie es, wenn einer von uns etwas geschieht. Und wenn wir als Kinder nachts Schmerzen hatten, Zahnweh oder Kopfweh, und konnten nicht schlafen, stand sie plötzlich in unserem Zimmer neben unserem Bett und fragte: ,Was hast du denn? Was fehlt dir denn?' — Sie hatte unsere Unruhe mitten im Schlaf gespürt. — Ich glaube, es gibt zwischen Mutter und Kind unsichtbare Faden, die gehen über Meer und Land lind zerreißen nicht." Wie Thora das sagte, war etwas Heüiges in ihrem Gesicht. Heider Steffen hätte am liebsten beide Hände an ihre Wangen gelegt und sie leise und doch ganz heiß auf die ernsten Augen geküßt. — Aber so etwas wagte man nicht. Bei den Bunsenrnädchen war immer eine große Vorsicht geboten. Die Hunde strichen weitab. Auch Christian Polematz war irgendwo in Feldern und Hecken untergetaucht. Jetzt kam seine Stimme einmal wieder von fernher: „Du, du liegst mir im Herzen , Du, du liegst mir im Sinn. Du, du machst mir viel Schmerzen —" Sie lachten beide. — „Sonntag können Sie ihn mitbringen, wenn er Ihnen gerade über den Weg läuft", sagte Thora. „Wir setzen ihn an das Klavier, da ist er unschädlich. Komm, komm, kleine Sina, nun muß ich dich doch auf den Arm nehmen, daß du deiner Mutter nicht nachläufst." Sie trug das Tierchen in das Haus. Heider Steffen ging zufrieden den Heckenweg hinab zum Strom — der Hund würde sie immer an den Herrn erinnern. (Fortsetzung folgt) WZ "• Qn btn °« Michlq f,oen wrntj K». A *ä2 KÄL ■ä wird da» $._. fobfle[enft- 8« ttcu. ®" seltener Jtmtft. «nö Dvrtraztvrr, :’<9«n Tr,avg. mSubttabtnb 0 !m - Zimier Äov lu* der Sich und lMden. Die Leitung ch: am Alavin Iah Knorrn wirkte mit *nt>r). lämllld) au« ' dar gut gewählt. °r. 6. K ö. Wendel ufto. Dolen dankbarsten Bei. wurde die über 100 -Hergebracht. Testern Zer in der Siadt« den Gottesdienst. 5o- >g von Professor Sr. rdigkeiien der Stadt Aus Vielem Tang« evvlkerung durch ttr« dem Marktplatz, im rschallten stimmung«- dankenswert waren mstern des Kranlen- iedrich-Stistes. im „Solmler Zo!" ieöigf von der fta(f« Abendzutz Mä/c.» üirnhrachi stehenlr. schlag der Stadt V\d) in tiefem 2ahn 561,62 Mk. niedriger, in Jahres. Eine Ihn« rd wieder, wie im iittag aus den Dal« 50 Mk.', |a|i die tzäl"- rsgaben für die Dal« Igeineine Derwallung die Schulen werden n 10 954 Ml- veraus« von 3000 Mk. wurde ewilligt. An lieber« i sind 12260 Mk em« „lebhafter Flug at; besonders an den an der Grenze des iie Käser in ungemein ,ril LehrerMvüter, ^die Stelle eu^ kam ganz schnell. 3» schlagt die Schurz« vor i zittern und zu Wu* idirieb die W"?. Ke sich an jenem W r ei > ist N n iuttet foM n,d)l n Sachen Wtl Ä-as ad)15 M Ichiolew ) konn'en vlw' un, >m 3'rt r£? Q5 ^./unrrche mitt«» le 7b es alb- 3# &$’*■*' tor e,“S|i#“^* bs.0* rfidjt 9eb0‘ehn'iftiart Pol«- ib. rluch l^en unter' i&?** "* im W ' •< ginn. id Sch'ner^ . jh„ i auf *2 ^^Stkvw a fM) hauptamtlichen Fortbildungsschullehrers versah, ist, da diese Stelle ausgehoben wurde, vorläufig zum Gehilfen des erkrankten Rektors Döll ernannt worden. )—( Wetterfeld. 2t. 2ipril Auch in unserem Dors« siel eine Schul stelle dem Abbau -um Opfer. Die Schule wurde in «ine em- klassige umgewandelt, die über 50 Schüler zählt. Lehrer Arras, der seither die Oderklasse unterrichtete. wurde nach Obetfl Ingen im Odenwald versetzt. Sein Weggang wird allgemein bedauert. )—( Gonterskirchen. 27. April. Die hiesige Schule, die seither zwciklassig war. ist infolge des Abbau - einklassig geworden. Der Schulverwalter Hoffmann wurde von seiner Stelle abberufen. no Dolckarlshain. 27. Apri . Am Sonntagnachmittag trafen sich die Gesangverein« der Vogelsberger Sängcrvere-nigung hier zu ihrem diesjährigen W e r l u n g 0 - singen Sowohl der Pflichtchor, als auch die seldstgeuahlten Ehöre der einzelnen Vereine wurden vortrefflich wiedergegeben und fanden den lebhaften Beifall der Zuhörer. wg Gedern, 27. Avril. Bei der wegen Lodesialls de- KirchenvorstandSmi'gliedes Heinrich Franz 11. notwendig gewordenen Ersatz- wahldesKirchenvorstandes wurde durch die Kirchengeme'.ndevertrelung der Fürstliche Forstwart Ferdinand Oberheim zum Kirchenvorsteher gewühlt. Mrei« Alsscld. m. Muck«, 27. April. Die Autopost Mücke— Feldkrücken, die erst seit 1925 läuft, sollte unlängst wieder eingestellt werden, da sie sich nicht rentiert. Den Bemühungen der interessierten Ote- meinben gelang es nochmals durch Bewilligung von Zuschüssen, ein weiteres probeweises Laufen der Autopost zu erreichen. An den Bewohnern der be- treffenden Orte liegt es nun, ob dieses gerade für unsere von den übrigen Berkehrsmitteln abgeschlossene Gegend so wichtige Bostauto nu-st weiterhin erhallen bleibt oder ob es für immer eingeht: denn eine nochmalige Eröffnung der Autolinie Mücke— ~efbfrü(fen dürfte dann sehr schwer fallen e. Mücke, 27. April. Der Schlammtetch dem Mückewirtshaus gegenüber wurde durch die Gräflich Laubachfche Forstoerwaltung abgeholzt, da laut Vertrag die Nutznießung aus demselben am 1. Januar 1927 an die Gemeinde Flensungen übergeht. Hier befand sich bis zum Jahre 1885 eine Erzwäscherei. In eine große Trommel wurde bas Erz gebracht. Wasser dazu gepumpt und die Trommel mit Hilfe einer Dampfmaschine in Bewegung gesetzt. Dadurch wurde der Schmutz von den Erzen entfernt, der als Schlamm in den Schlammteich lief. Gegenwärtig befindet sich die Erzwäscherci bei Weickartshain und wird durch einen Elektromotor in Bewegung gefetzt. — Der Fortbildungvfchullehrer H. Roth, dem der Fort- bildungsschulvezirk Mücke mit den Orten Wettsaafen, Ruppertenrod, Ober-Ohmen. Merlau, Bernsfeld. Flensungen und Lehnheim unterstellt ist, fiel dem Schulabbau zum Opfer. Er ist in den Bolks- schuldienst zurückgetreten und hat den Unterricht an feinem früheren Wirkungeort Wellsaasen wieder ausgenommen. Der Fortbildungsschulunterricht wird nun wieder wie früher von den Lehrern der betreffenden Orte erteilt. • Werlau, 27. April. Die hiesige S P a t • und DarlehnSkasse feierte am Sonntag ihr 25j ährigcs Jubiläum. Die Kasse betreibt da- Gell» und Warengeschäft und zählt 111 Mitglieder. Der Direktor. Lehrer G e m m e r, und daS Vorstandsmitglied Karl H a r f m a n n gebären der Verwaltung feit der Gründung an. Oberrevilor Hartmann überdr.-chte die Glückwünsche des Hell. GenolsenschaftSverbandes und der Lanhcsgenossenschaltsbank und überreichte den genannten beiden Herren kunstvolle Ehrenurkunden. Die Feier nahm einen schönen Verlaus ■er. Bernsburg, 27. April.^Arn Samstap- nachmittag fand im Schiieiderschen Saale dahier in Anwesenheit des Kreisdirektors Dr. Stammler, des Schulrats Huff und zahlreicher Eltern die Schlußfeier des hauswirtschaftlichen Kursus statt. Gesang der Schülerinnen unter Leitung des Lehrers Rodenbach leitete die Feier ein. Hierauf nahm die technische Lehrerin Frl. Deitz die Prüfung der Schülerinnen vor, die ein befriedigendes Ergebnis hatte. Anschliehend fand eine Besichtigung von Handarbeiten der Kursusteil- nehmerinnen statt, daran reihte sich ein gemütliches Beisammensein bei Kaffee und Kuchen. Kreisdirek- tor Dr. Stammler und Schulrat Hufs fpra- chen sich in sehr anerkennenden Worten über die vortrefflichen Ergebnisse dieses Kursus aus. Preußen. Das äunftinftitut der Universität Marburg. sch Marburg, 27. Avril. Am Sonntag, 9. Mai, finbet hier die Grund st einle- gung zum Kunsttnstitut der Universität Marburg statt. Die Grundsteinlegung ist verbunden mit der Hauptversammlung des Universllätsbundes. die um 10 Uhr im Landgrafenhaus stattfindet Um 11 Uhr wird Prof Dr. Freiherr v Soden in der Aula der Universität die Festrede halten, um 12 Uhr erfolgte in der Biegenstratze die Grundsteinlegung zum Kunstinstitut Der Dan des Kunstinstituts, der in den Händen des Regierungsbaurats Lütcke liegt, soll bi- zum 420jährigen Jubiläum der Universität Marburg, das bekanntlich im nächsten Jahre festlich begangen werden soll, vollendet sein. Die Kosten des Baues belaufen sich auf zirka 1 000 000 Mark, die schon größtenteils durch Beiträge der Kommunallandtage von Helsen und Aassau, der Kreistage HelsenS und Raslaus und durch Spenden der Städte und Organisationen ausgebrach! sind, außerdem hat sich die Studentenschaft bereit erklärt, gewisse Beiträge bis zum Jubiläums- tage zu zahlen, um rnitzuHelsen an dem Dau. Den Bauplatz hat die Stadt gegenüber dem Finanzamt kostenlos zur Dersügung gestellt. Die Hauptfront des MuseuinS mit dein Hauvteingang wird an der Biegenstratze, die Hauptfront des Institutes nach der Lahnseite zu liegen kommen. Das Gebäude soll in seiner Gesamtheit einen geschlossenen viereckigen Hof bilden, die Flügel- bauten enthalten — ineinandergreifend — Museums- und Institutsräume. In den Institutsräumen wird den Mittelpunkt der Lesesaal bilden, erweitert durch Zeitschristen- und Dozentenzimmer. Hieran schließen sich wieder die Fach» büchereien der Seminare und die Seminare selbst an. Locker verbunden mit dem Zentral oau des Instlluis sind Räumlichkeiten, die Weiteren Kreisen zugänglich sein sollen: Der 3aoi für Uebun- gen der Bortragslunsl, der Atelierrauin für den akademischen Zeichenunterricht Räum« für die Ucbungcn des Kollegium mulicum. Gastzimmer, ein photographisches Lektorat und Wohnungen für einen Hausmeister und einen Restaurator Im eigentlichem Muieum find die Räume durch hohes Seitenlicht beleuchtet. Insgeiamt werden für die Gemälde-Galerie einlchlietzlich Kupferstich-Kabinett 565,50 Quadratmeter, für die Gipe- fammlung Z00,10 Quadratmeter, für die Keramische Sammlung der prähistorische.» Abteilung 68.70 Quadratmeter und für di« vereinigten Sammlungen des Hessischen Geschichts» und Al- tertuinsvereins 1 1.5.65 Quadratmeter verfügbar lein. Mrcie Weylar. 2] Wetzlar, 26. April. Die Buderusschen Eisenwerke, die bekanntlich ihren aus den Hochöfen abfallenden Schlackenfand In grotzen Umfange zu Portlandzement verarbeiten, bauen zur Zeil ihr Zementwerk nach den neuesten technischen Errungenschaften um. Besonders die Zementmühle wird vollkommen neu erbaut. Die Arbeiten dürsten in drei bis vier Wochen beendet sein Bekanntlich war der Schlackensand in früheren Jahren der Schrecken für alle Eisenhünen, weil er als merhos abgelagert werden mutzte, i"as wieder viele Ausgaben für Geländeermerb verursachte. Die hohen Zementberge bei der Sophienhütte geben hierfür noch ein beredtes Zeugnis. Bei dem grotzen Umbau des Gietzener Bahnhofs z. B. waren die Buderuswerke froh. Taufende von Waggons dieses sieinhart wer- denden Sandes seinerzeit zu Auffüllungszwccken dorthin abgeben zu dürfen Heute werden die Berge nach und nach durch Reibrnaschinen wieder abgetragen und der so gewonnene Sand zu Zement verarveitet, weil die tägliche Produktion der Hochöfen den Bedarf des Zementwerks nicht deckt. Die früher wertlosen Berge bilden jetzt eine wertvolle Reserve der Hutten. — Die hiesige e d a n g e • ljsche Gemeinde hat nunmehr im Hause Kornmarkt 2 ihr Gemeindeamt eingerichtet. Hierzu find zwei Zimmer im Erdgeschotz. die früher als Geschäftsstelle des Kreisbaiiernoereinr dienten, von der Kreisverwaltuna gemietet worden. Die weitere Ausgestaltung des Gemeindeamts entsprechend ähnlicher E .richtiingen rheinischer Geineinden ist für später vorgesehen, w".m die wirtschaftlichen Berhältnifse sich gebessert haben. Die Einrichtung bedeutet eine wesentliche Entlastung der beiden Gemeindevsarrer und soll in erster Linie als A u s k u n s t s st e 11 e für die Glieder der Gemeinde in allen kirchlichen Fragen, besonders auch in den Angelegenheiten der Kirchen- steuer bienen. Für die Aufbewahrung der wertvollen K i r d) e n a f t e n hat die Gemeinde von einer hiesigen Firma einen grotzen geräumigen schweren Kassenschrank erworben, dessen Transport nach sei- neni neuen Standort vor einigen Ta, n beträchtliches Aufsehen bei der Bevölkerung erregte. Oberlahnkreis. O Löhnberg a. b. Lahn, 27. April. Als die Besitzerin eines etwas autzerhalb unseres Fleckens siegenden Anwesens heute früh ihr Küchen- fenfter öffnete, sah sie zu ihrem Schrecken, wie sich ein Fuchs gemächlich ihrem Hause näherte. Die Hühner, die gerade der nahen Wiese ihren Morgenbesuch abffatteten, ergriffen panikartig die ttiudn. (xrtuhö junncic |a,ien |id) ledoch mehr für das Haus zu interessieren. Er steckte feinen Kopf In das Kcllerfenster und hielt da solongc Inspektion. bis der inzwijdien herbcigerusene Bruder der Hausbesitzerin init ..der grotzen, langen Flinte schätz auf ihn das Schrot". 0 Gröveneck a. b. L, 27. April. Dieser Tage feierte her Lehrer i. R. Karl Becker hier- selbst in voller Rüstigkeit feinen 6 6. (Be bürte« t a g. Pon seinen zahlreichen früheren Schülern und Schülerinnen wurven ihm aus diesem Anlatz herzliche Ehrungen xutcil. trcis mbnt . Stahlhofen. 27. April. |WSR » Der 18 Jahre alte S e.nbrucbarbeiter Cbcrt stellt« sich b i dem gestrigen Gewitter zum Schutz ro R e . u n 1 c r c i n c n 03 a u m Dabei u urt« der junge Mann von einem Blitzstrahl getroffen und sofort getötet Maingau. WSR. Frankfurt a. W., 27. Llprrl. In letzter Ze'.t find auf dem Lagerplatz von Schaffner & Albert in der Gckenheimer Laudstraste 201 wiederhol D e b st ä h l e ausgeführt worden. II. a. haben die Täter ungefähr 2 0 0 Meter Dachkandel gestohlen. Bor Ankauf wird gewarnt. -- Gestern gegen 4 Uhr vormittags stürzte sich im Städtischen Krankenhaus eine ältere Frau von einer Beranda im zweiten Stock in den H o s und war sosort t o 1. Der Gruird war ein unheilbares Leiden. — Heute vormittag stürzte sich im Westhafen in selbstmörderischer Absicht eine 30jährig« m e i b (1 d) « Person in den Main. Bon einem Kranenführer wurde sie gerettet unb lurch die Rettungswache nach einer Heilanstalt verbracht. — Gesten» nachmittag verbuchte in einem Haus« am Kleinen Kornmarkt ein Mädchen sich mit Leuchtgas z u vergiften. In bewutzt- lvsem Zustande wurde es nach einem Krankenhaus verbracht. Lebensgefahr besteht nicht. — Oberhalb der Obermainbrücke wurde gestern eine unbekannte männliche Leiche a u ft dem Main gelänöet. Der Tote dürfte etwa 30 bis 40 Jahre all sein @r hat ungefähr 10 Tage im Wasser gelegen. Höchst a. OH.. 27. April. IWSR.) liebet dem benachbarten Sossenheim ging gestern vormittag ein heftiges Gewitter nieder. Dabei schlug der Blitz In die dortige Kapelle ein und r i h eines der beiden Türmchen der Kapelle glatt a b. Auch das andere Türmchen ist dem Einsturz nahe. Di« Kapelle mutzte geschlossen werden. Mrcift Kulda. Fulda, 27. April. (WSR.) Das große Brandung lück im benachbarten Rhöndors« Geisa, dem bekanntlich neun Gehöfte au in Opfer fielen, bildet immer noch den Gegenstand eifriger Rachforschungen der Kriminalpolizei. Eine restlose Aufklärung darüber, ob Brandstiftung vorliegt, konnte bift jetzt noch nicht erfolgen. Der unter dem Verdachte der Brandstiftung verhaftete Kaufmann Fritz Jünger bleibt jedoch weiter in Haft, und man nimmt an, daß die Verdachtsmoment« begründet sind, da sonst bereits feine Freilassung erfolgt wäre LIEBIG Konkursverfahren. Hebet das Vermögen der Firma Ludwig Feige tn Gießen und über dasjenige deren Inhabers Ludwig Feige in Gießen wird heute am 27. April 1926, vormittags 11 Uhr, das Konkursverfahren eröffnet. Der Kaufmann Heinrich Friedrich zu Gießen, Kevlerstraße 5, wird zum Ikonkursverwalter ernannt KonkurSfvrderungen sind bis zum 16. Mai 1926 bei dem Gerichte anzumelden. 3806B Es wird zur Deschlußfasiung über die 'Beibehaltung des ernannten oder die Wahl eines anderen Verwalters, sowie über die Bestellung eines Gläubigerausschusses und eintretenden Falls über die in § 132 der Konkursordnung bezeichneten Gegenstände und zur Prüfung der angemeldeten Forderungen auf Donnerstag. Den 27. Mai 1926, vormittags 9 Uhr, vor dem unterzeichneten Gerichte, Zimmer 106, Termin anberaumt. Allen Personen, welch« eine zur Kon- kurSmasse gehörige Sache in Besitz haben oder zur KonkurSmasie etwas schuldig stad, wird aufgegeben, nichts an den Gemeinschuldner zu verabfolgen oder zu leisten, auch die Berpflichtung auferlegt, von dem Besitze der Sache und von den Forderungen, für welche sie ans der Sache ahaesonderte Befriedigung in Anfpruch neymen, dem Konkursverwalter bis zum 16. Mai 1926 Anzeige zu machen. Hessisches Amtsgericht in Gießen. Drucksachen aller Art Helerl tn jeder gewünschten Ausstattung stilrein rod preiswert die Brflb Piche Oehr.-DnetereL R- Lange- Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abt. B wurde heute bei der Firma Pfaff & Co., Gesellschaft mit beschränkter Haftung in Gietzen, folgendes eingetragen: Durch Beschluß der Gesellschafterversammlung vom 15. November 1925 sind die Geschäftsführer Karl Rau und Heinrich Hermann abberufen. Bauunternehmer Richard Pfaff in Gietzen ist jetzt alleiniger Geschäftsführer. G i e h e n , 20. Aprll 1926. 3755B Hessisches Amtsgericht. Beschluß Die Geschäftsaufsicht über das Vermögen der Firma Friedrich Amend. „Uni- oerfitätsmühle" in Grotzen-Linden ist auf- gehoben, da drei Monate seit der Anordnung verstrichen sind, ohne daß ein Zwangsoergleich bestätigt wurde. G i e h e n , 20. April 1926. 3753B Hessisches Amtsgericht. Bekanntmachung. Der Doranfchlag der Landjudenschaft der ProvinzOberhesien für daS RechnungS jahr 1926 liegt zur Einficht der Beteiligten acht Tage lang auf dem Bureau des unterzeichneten Landjudenfchaftsvvr- steherS - Alicestratze 2 — offen. Rur während diefer Frist können Gknwen- düngen gegen den Inhalt deS BvranschlaqS erhoben werden. 3786D Gießen, Den 26 April 1926. Der Vorsteher der Lcmdjudenfchaft der Prov. Ober Hessen- Louis Marcus. Beschlu... Oer Sozialrentner Heinrich Lock zu Gietzen, geb. am 10. Juli 1859, wird wegen Trunksucht entmündigt. Gietzen, 17. Aprll 1926. 3754V __________Hessisches Amtsgericht.__________ Bullenverkauf. Die Gemeinde Ober-Veffingen beabsichtigt Freitag, den 30. April, nachmittags 1 Uhr, auf dem Hofe des Fafelhalters «inen abgängigen Simmentaler Bullen öffentlich zu versteigern. Berkaufsbe- dingungen werden vor der Versteigerung bekanntgegeben. Gleichzeitig können De- fiher von jungen sprungfähigen Tieren sich hier melden. Ober-Beffingen, den 28. April 1926. Hest. Bürgermeisterei Ober-Beffingen. Keil.3814D des 8Mr-».VrrWMeinS„Mttiu" zu Londorf ftnbet Sonntag, den ö. Mai d. Is., nachmittags 21/., Ubr tm Schul- baute dahier statt, wozu alle Mitglieder des Vereins freundl. eingeladen werden. Tagesordnung: 1. Rechnungsablage 1 25 2. Wahl von 3 Auffichlsrci smiigUedern. 3. Verschiedenes. 3787D Londorf, den 27. Avril 1926. Der AufstchtSrai: _______volle Ibach. Vorsitzender._______ RnlinpnWH’u' UUllllull leiiiem WMi Bleiben Sie damit Ihr eigener Gärtner! Beachten Sie mein Schaufenster und meine billigsten Preise! Kaufen Sie nur im Spezial-Geschäft: taoMlq kW Scheel 17 Mäusburg 17. Billiges Holzangebot Solange der Dorrat reicht, gebe ich Buchenholz (geßaxfci) . a 3*r. Tannenholz....... 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HaushaltungS- und Servierschule^, Zürich. Stadttheater Giesten. M SvMll'UMiieiiiett. Während der Zeit von Mitte Mai bis Mitte September 1926 wird das in Dad-Tlauheim im Kurtheater tätige Ensemble des Giehener Stadttheaters hier etwa 10 Gastspiele veranstalten. Bei diesen Vorstellungen werden mindestens 6 verschiedene Werke gebracht, die weder im vergangenen Spieljahr gegeben wurden, noch in der kommenden Winterspielzeit gegeben werden. Für diese Gastspiele wird ein Vorzugsabonnement aufgelegt, und ist der Abonnent berechtigt, 6 Vorstellungen nach freier Wahl zu besuchen- Der Preis für die 6 Vorstellungen beträgt für: Logen und 1. Rang Dorderplah .. . 12.— JiJC 1. Sperrsitz und 1. Vang Mitte .. . .9.- 2. Sperrsitz und 1. Vang Vückplatz... 6 — . 3. Sperrsitz und 2. Vang Vorderplah 4.50 „ Die Ausgabe der Sommerabonnements erfolgt vom 3. bis 8. Mai an der Theaterkaffe in der Zeit von 10 bis 12 älhr vormittags. Giesten, Den 27. April 1926. 37838 Der Oberbürgermeister. 3. D.: Klingspor. 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L Nr. 98 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheflen) Iuqend und Hochschule. Die Wirtschaftslage der Gießener Studentenschaft Don cand. phU. L. Dreitwieser. Der Bericht des Geschäftsleiters der Gießener Studentenhilse, Dr. Weise, über daS verflossene Jahr liegt nunmehr vor und gibt einen knappen, statistischen Uebcrblld über die ausgedehnte und fruchtbare Wirksamkeit, die der Verein -um Besten der Gießener Studentenschaft entfaltete. Es würde zu weit führen, über all die Einzelheiten zu berichten, die hier zu nennen wären. Es sei dankend ausgesprochen, daß der Verein unter Leitung seines für das Wohl der Studenten wahrhaft väterlich besorgten Vorsitzenden. Professors Dr. Eger, wiederum getan hat. was in seinen Kräften stand, den Studenten in ihrer schwierigen wirtschaftlichen Lage helfend zur Seite zu stehen. Der Bericht über die Tätigkeit des Vereins im ver- Sangenen Jahr bildet gleichzeitig die Grundlage it die kommende Weiterarbeit. ES ist daher angebracht, die in ihm aufgezeigten Tatsachen ins Auge zu fassen und die notwendigen Folgerungen zu ziehen. Es soll in großen Zügen versucht werden. Wohl die wichtigste Einrichtung ist ble 'm e n s a academica. Wie der Bericht besagt, erfreute sie sich im vergangenen Fahre stetig wachsenden Zuspruchs. Bedenft man, daß Vie Zahl der Studierenden im Wintersemester -ußerordeutlich sank, so bedeuten die Zahlen dieses Jahres, mit den Zahlen des Vorjahres verglichen, noch mehr, als es zunächst den Anschein hat. Das aber beweist, daß die Einrichtung beute notwendiger denn vorher ist und die Studenten im wachsenden Maße auf die Mensa angewiesen sind. Die Zahl der Besucher beträgt gegen 300 täglich in den Hauptmonaten, d. h.: ungefähr jeder vierte Student ist Mensabesucher. Die starke Vachfrage nach Stellen im E g e r y e i m, in dem gegenwärtig 47 Studenten wohnen, wirft weiterhin Licht auf die vorhandene Vot. Die 3nan- fpruchnahme des Arbeitsamtes tft zurück- gegangen. mithin auch das Werkstudententum. Immerhin sind für die Osterferien ungefähr 20 Anfragen nach Arbeit eingegangen, während nur 6 Stellen vermittelt werden konnten. Die Arbeitsuche der Studenten geht jedoch z. T. nicht über unser studentisches Amt Die wohl am meisten die wirtschaftliche Lage kennzeichnenden Abschnitte find die über die Einzel- und Krankenfürsorge und über die Darlehnskasse. Freitische wurden an 80 Studenten ausgegeben. Die Zahl der Anträge war jedoch größer. Für die gegenwärtigen Serien konnte 8 Studenten und Studentinnen em Erholungsaufenthalt gewährt werden, der, abgesehen von der Reise, für die Kommilitonen nicht mit Kosten verbunden ist. Die Dumme der an Studenten ge- Sebenen Darlehen beziffert sich auf 13 640 Mk. rwägt man alles, was der kleine Bericht meldet. so kommt man zu dem Schluß, daß sich die wirtschaftliche Lage der Studenten in mancher Hinsicht Wohl durch die Stabilisierung gebessert hat. aber daß nach wie vor eine beträchtliche Rot unter der Studentenschaft herrscht. Auf der anderen Seite ist die Hnterstühung von größeren Wirtschastsunternehmungen der ungünstigen Lage wegen sehr stark zurückgegangen, so daß die Studentenhilfe mit den größten Schwierigkeiten zu kämpfen hat. die Mittel für ihre im DolkSinteresse liegende Arbeit in die Hand zu bekommen. Hochschule und Politik. Don Prof. Dr. FriedrichTobler. Oft genug ist behauptet worden, daß die Wissenschaft nicht das Gut einer Ration, sondern selbst eine Weltbürgerin sei, und daß von diesem Tharafter wohl auf ihren Träger etwas abfärben könne. Vicht selten pflegte sich früher der deutsche Gelehrte bisweilen ein wenig über sein Volkstum erhoben und als Glied einer internationalen Gesellschaft zu fühlen. Er wurde aus seinem Träumen kräftig aufgerüttelt, als in der Kriegszeit die feindlichen Valionen in schroffster Weise von ihren deutschen Fachgenossen abrüdten. De- schlüsse wurden gefaßt und durchgeführt, wonach der deutsche Gelehrte der Gesellschaft der Fachgenossen anderer Länder unwürdig geworden und am Austausch in der bisher üblichen Form teilzunehmen nicht berechtigt sei. In einem gewissen Trotz ist hie und da noch bis in die letzte Zeit diese Gesinnung weiter beibehalten worden. Kmderzeichnungen und ihre Bedeutung. Von Hans Kalischer. Durchblättern wir die prächtige, umfangreiche Sammlung von Kinderzeichnungen, die uns Georg Kerlchensteiner, der Vorkämpfer der Arbeitsschule, geschenkt hat, so fühlen wir uns bald in ein sonder- ares Land versetzt, das von seltsamen Geschöpfen bevölkert ist Dem Beobachter und Freunde der Kinder, besonders der jungen und jüngsten, begegnen hier wohl einzelne gute Bekannte, aber gerade die ungewohnte Fülle überströmt uns mit dem Reize des Neuartigen, Rätselvollen. Da nahen kleine gnomenhafte Gestalten, hals- und rumpflos, mit Fadenarmen und Fodenbeinen, mit Fingergebilden, die wie Blätter niederhängen, oder sich starr abspreizen wie die Zinken einer Sabel, bann wieder wagerechte, mehr balkenähnliche Wesen mit vier und.mehr Beinen, Saugnapf- oder Hakenfüßen und Schwanztroddeln. Rührend schiefe Köpfe schauen uns an und locken unsere Neugier und Frage: Muh die Welt erst diese Wandlung durchmachen, ehe sie Eingang in das Auge des Kindes findet? Lebt das Kind wirklich in einem Reich grotesker Verzerrungen, inmitten von Menschen-, Tier- und Pflanzenkarikaturen? Oder fehlen ihm etwa nur die technischen Mittel, fein inneres Gesicht zu Papier zu bringen? Aber in dem wir so fragen, fällt in diese bunte wirblige Welt das nüchterne Licht der Forschung. Der gespenstige Spuk verzieht sich, wir sind um eine Illusion ärmer, um ein Wissen reicher geworden. Che ein Kind sich dem eigentlichen Zeichnen ,zu> wendet, beginnt es mit dem . Kritzeln". Wir wollen diese Tätigkeit nicht unterschätzen. Sie leitet das Zeichnen in ähnlicher Weise ein, wie das Lallen und Stammeln die geordnete Rede. Das Kind muß erst Anderseits fei erwähnt, daß etwa von den Vereinigten Staaten ein internationaler Fachkongreh (Botanikerkongreh in Ithaka) ein berufen wird, zu dem alle Fachgenossen des Erdenrunds unterschiedslos eingeladen werden. Der Deutsche wird in solchem Verhalten den Ausdruck der wahren Wissenschaftlichkeit sehen, sofern er nicht etwa gezwungen wird, sein eigenes Volkstum zu verhüllen, vielmehr als be ouhter Träger der Wi fen- schast seines Landes diese neben den anderen zu vertreten hat. In diesem Sinne war es für den deutschen Gelehrten eine zweckmäßige Steifung des Rückgrates, daß der Verband der Hochschullehrer es seinen Mitgliedern nahe legte, den vorher versuchten persönlichen Einladungen aus dem Ausland an Einzelne zu widerstehen und nur die Beteiligung in Aussicht zu stellen auf solche Einladungen, die an die Gesamtheit gerichtet werden. Vicht allen war das selbstverständlich gewesen! Zwei Typen sind es im deutschen Gelehrtentum. deren Erscheinung uns vielleicht zu erklären vermag, warum dem Deutschen die natürliche und grade Einstellung im allgemeinen schwerer fällt als den Vertretern der Wissenschaft in anderen Ländern. Die eine Gruppe sind die deutschen Idealisten, die zum Internationalismus mehr aus Theorie als praktisch neigen, und die nicht selten aus Mangel an politischer Einsicht auch wohl zu Vertretern der überspanntesten Verbrüderungsideen — in oft bloßstellender Weise — geworden sind. Sine andere Gruppe sind die, die das natürliche Temperament eines Mannes bei sich und bei anderen Völkern ver- kennen, weil sie, lediglich Gelehrte, es selbst nicht besitzen. Cs gab 1914 einen Augenblick der Entflammung im deutschen Volke, als auch der Stubenhocker aus dem Dücherbau sich losrih, und wenn er nicht das Schwert für die Feder eintauschte, so doch mit dem Empfinden seines Volkes mitging; muhte ihn doch schon das Schicksal der ihm anvertrauten Jugend mitreihen. Man unter» schätzt, was für innere Kampfe gerade dem deutschen Gelehrten jener Tage auferlegt worden sein mögen. Die im gewissen Sinne selbstsüchtige Beschäftigung mit der reinen Wissenschaft erschien ja doch der Umgebung des Gelehrten, und schließlich diesem selbst als ein abseitiger Posten in den Ausgaben schwerster Zeit. So manche Brücke wurde mit gutem Willen, berechtigt oder weniger ernst, geschlagen von der wissenschaftlichen Schulung und Leistung des Gelehrten zu Aufgaben der Zeit. Jeder suchte seine besondere Fähigkeit im einsgewordenen Dolkshaus.halt einzusetzen, und es wäre der Aufzeichnung wert, in wie vielen Fällen aus deutschem Gelehrtentum im eigentlichsten Sinne KriegShilfe erwuchs. Und wie war die Rückkehr? Gewiß gehörte der Durchschnitt der deutschen Gelehrten mit zu den verschüchterten Bürgerlichen, die sich in die äußeren Verhältnisse nur schwer, wenn auch duldsam fügten, und die dann in ihrem Berufe die stille Abkehr vom äußeren Geschehen zu finden hofften. So mag es sich erklären, daß in jener Zeit zwar an der gut bürgerlichen Gesinnung der Gelehrten und etwa der Hochschulen nicht zu zweifeln war, daß aber vielfach gerade unter ihren Angehörigen die politische Betätigung etwas in Verruf kam, als ein Zeichen nicht genügend strengen Gelehrtentums, ja gleichbedeutend mit geringerem Streben und geringerer Leistung angesehen wurde. Fast hätte man glauben können, daß die, die so dachten — und es waren keineswegs nur solche, die nicht im Felde gewesen waren — etwa meinten, auf diesem Wege ihren Kreisen und Hochschulen eine besondere Stellung zu sichern und sie zu einem Ruhepunkt in der peitschenden Unruhe von Sturm und Gärung des Volkslebens zu machen. Sie mögen sich hart getäuscht haben, die so dachten. Zunächst machten sie die Rechnung in den ersten Vachkriegsjahren ohne die von ihnen zu lehrende Jugend, die mit vollem Segel unter dem Kriegserlebnis in die Politisierung einging. Mit welchem Recht und Erfolg diese Jugend das tat, soll hier nicht entschieden werden, wäre auch heute schwer zu entscheiden. Dieser vom Kriege ftanrmenben Jugend folgt schon eine zweite, die nicht mehr im Krieg war und für sich manches an Voraussetzungen und Möglichkeiten schon toe- sentlich anders darstellt. Das' aber mutz gesagt sein: Den deutschen Gelehrten, die 1919 im tätigen Miterleben des deutschen Bürgertums nicht femfteben wollten, war klar, dah Politisierung nicht gleichbedeutend seine Werkzeuge, in unserem Falle Hände und Finger, üben, bevor es sie in sinnvoller Weise gebrauchen lernt. Es entlädt im Kritzeln den ihm eigenen Bewegungsdrang. In solch unansehnlichem Linien- gewirr legt also der Tanz einer kindlichen Hand fein getreues Bild nieder und gibt dem Kenner oft erste Einblicke In den besonderen Rhythmus seiner fee- ließen Entwicklung. Lange Zeit läßt sich das Kind von diesem Bewegungsspiele treiben und gibt sich seinen Impulsen hm, ohne dabei durch eine gestaltende Absicht gebunden zu fein. Erst allmählich geht ihm durch die Beobachtung und Nachahmung der Erwachsenen der Sinn seiner Tätigkeit auf, und nun entdeckt es in feinen Kurven, Strichen und Kringeln Abilder des Lebens, nicht anders, qls wenn wir in einem Zustande lässigen Phantasierens aus mehr oder minder zufälligen Tapetenmustern wechselvolle Gestalten herauszudeuten versuchen. So etwa entstehen die ersten einfachen und sinnvollen Figurenentwürfe. Gewisse Formen wiederholen sich in ähnlicher Weife und erhalten bleibende Namen. Dieser Anfangsschritt des Kindes auf feinem Wege zur zeichnerischen Fertigkeit ist zugleich der wichtigste. Aber es wäre verfehlt, in ihm einen föerfud) zur naturgetreuen Darstellung wahrgenommener oder erinnerter Gegenstände zu sehen. Hier liegt der Irrtum, den jeder unbefangene Betrachter früher Kinderzeichnungen zu begehen pflegt. Fordern wir z. B. ein kleines Kind auf, einen Menschen zu zeichnen, den es genau kennt, ober den wir ihm gegenüberfteUen, so werden wir zu unserer lleberraschung bemerken, daß das Kind nicht etwa mit Auge und Hand der Erscheinung und den Umrissen seines Modells zu folgen strebt, sondern daß es uns unbefangen eines jener naiven Kunstprodukte vorletzt, wie wir sie alle können. Genau so verhalten sich die Äinber, wenn sie dazu angeregt werden, den Typus, also einen Menschen, ein Tier usw. zu zeichnen. fein tonne, auch nicht sein dürfe, mit rein parteilicher Erziehung. Vielmehr galt es, dazu zu helfen, daß der stürmenden Jugend zunächst der Boden politischen Wissens bereitet werde, auf dem eigene ileberjeugung und Einsicht zu enttoiddn lei. Wenn heute immer wieder mit der Behauptung umgegangen wird, daß die Hochschulen eine Stätte der Reaktion seien, so ist der Grund hierfür weniger zu suchen in der zufäNigen Einstellung der zum Bürgertum zählenden Hochschullehrer. als eben darin, daß in Hochschulkreisen die Erkenntnis wächst von dem Werte einer grundlegenden politischen Bildung im Zusammenhang mit der fachlichen Hochschulbildung. Ganz allmählich wird dem deutschen Gelehrten, der mehr noch als vor dem Kriege auch Mensch und Bürger vor seinen Studenten sein wollte, der Dank der heutigen Jugend, die stärker als früher Erziehung zum Leben neben der Erziehung zum Fach erwartet. Führend aufzutrelen und selbst politisch zu wirken, wird der deutschen Hochschule in den meisten Fällen noch nicht vergönnt fein — weder dem Einzelnen noch der Gesamtheit. Inzwischen liegt vor dem deutschen Gelehrten als Hochschullehrer eine dankbare Aufgabe, und an jedem Orte gibt sich wohl mehr als einer ihr mit Begeisterung hin. Zu lehren und zu wirken als Vertreter feiner Wissenschaft als eines deutschen Gutes und über der Rolle seines Gebietes innerhalb der gesamten Wissenschaft nicht den Charakter seines Volkstums zu vergessen. In einer Zeit wie der heutigen, in der auch in fachlichen und fachlichen Dingen der Mensch dem Menschen mehr als der Gebende und der Empfangende eines Wissens gegenübersteht, ist der Charafter des nationalen Gelehrten unumstößliches Erfordernis für die volle Auswirkung. Strenge Fernhaltung davon setzt auch den größten Gelehrten heute leicht außer Fühlung mit dem Schüler, nimmt ihm damit die beste Kraft für sein Wirken und für fein eigenes Dorwärts- denken. Die Zurücksetzung, die der deutsche Gelehrte von feiten feiner Feinde erfuhr, hat seine Wissenschaft und sein Können nicht geschädigt. Es könnte fein, daß sie einen so tüchtigen Gelehrtenstand wie den deutschen zur Quelle einer neuen Kraft machen würde, wenn der weltfremde^ Stubenhocker ebenso ausgetilgt ist, wie der träumerische Weltbürger, und wenn wir den nationalen deutschen Gelehrten besitzen, den die deutsche Jugend und den die Aufgaben unserer Zeit verlangen. Persönlichkeit. Von Margarete Hodt, Heidekrug. Vielleicht noch nie wurde um die deutsche Jugend so heiß gerungen wie in diesen Zeiten. Vereine über Vereine werden gegründet, und den meisten gliedern sich Iugendgruppen an, deren Führer es sich zur Aufgabe gefetzt haben, die Ougeni) in diesem oder jenem Sinne lebenstüchtig zu machen oder sie für ihre Zwecke zu gewinnen. Da sind die politischen Parteien, die um die Jugend werben, um ihr die Augen für die Wirklichkeit, für die Verhältnisse im Staat und außerhalb des Landes zu öffnen. 3n den Schulen gab es niemals so viele Umwälzungen wie jetzt. Vicht zuletzt ist es die Kirche, die um die Jugend kämpft, getragen von dem Gedanken, daß eine Vation, die sich von der Religion lossagt, sich mehr und mehr zersplittern muß. And die Jugend selbst? Sie sieht sich tausend Rätseln des Lebens gegenüber, fühlt sich .in diesen Tagen des Heberganges hin und her gezerrt, kommt sich ungeheuer wichtig vor, daß sie von allen Seiten umbublt wird, und nimmt es wie eine Redensart hin, wenn sie hört, daß sie die Hoffnung und den Trost des Staates bedeutet. Welchen Weg soll sie einschlagen in dem Urwald der toirrtn Zeitverhältnisse? Da steht Protzend und gleißend der Materialismus, schmeichelt und locft, täuscht weit mehr vor, als er mit seinem äußeren Schein und seiner Hohlheit zu geben vermag, und daneben verbirgt sich scheu aus Angst, verspottet und verlacht zu werden, im grauen Alltagsgewand der Idealismus. Ist es ein Wunder, daß die große Masse der Jugend dem Materialismus zufällt, daß sie sich dem Götzen weiht, der in den letzten Jahrzehnten eine unheimliche Macht an sich gerissen hat, der krassen Selbstsucht? Die Jugend kann in ihrer Vaivität noch nicht wissen, daß das glänzende Aeußere oft auf Gräbern erbaut worden ist, daß der Weg zum Reichtum fteilich, Von den besonders begabten „Wunderkindern" oder den Schaffensbedingungen auf entwickelteren Altersstufen kann in diesem Rahmen nicht die Rede sein. Aus allen derartigen Versuchen ist jedenfalls mit Sicherheit immer wieder heroorgegangen, daß das Kind nicht zeichnet, was es gesehen hat und sieht, sondern, was es von den Dingen und feinen Wesensmerkmalen weiß. Ja, auch dieses Wissen wird nur unvollkommen wiedergegeben, je nachdem es dem Kinde in momentanen Einfällen ^getragen wird. Darum sind die ersten Menschendar- ftellungen meist roh und ungegliedert, Kops und Beine treten beherrschend in den Vordergrund, später folgen Arme und Rumpf, und einer Andeutung des Halses begegnen wir meist erst bei den Sechs- bes Siebenjährigen. Ricardo Ricci, der die Zeichnungen italienischer Kinder untersuchte, bemerkt in witziger Weise: „Nur der Kopf und Die Beine? Was braucht man denn aber mehr, um zu sehen, zu essen und zu laufen." Aehnlich verhält sich bas Kind bei der Wiedergabe von Tieren, die in ihren besonderen Arten wenig unterschieden, vom Menschen im wesentlichen nur durch die größere Zahl der Beine oder die wagerechte Körperlage abgehoben werden. Auch die Vermischung von Seiten- oder Vorderansicht oder die unwirkliche Durchsichtigkeit fester Stoffe, die uns durch Kleidungsstücke, Häusermauern und Wagenwände ort einen Blick in das Innere der D'nge werfen läßt, weist stets auf den Verstandes-, also nicht anschauungsmäßigen Ursprung ein.-r Kinde, Zeichnung. Es ist, wie man sieht, verkehrt, alle diese Gebilde auf naturalistische Aehnlichkeit oder auf künstlerische Werte hin prüfen zu wollen. Denn gerade die absichtliche Ausschaltung alles nur Gewußten ist ja ein Grundaebot künstlerischen Auffassens und Gestaltens, während des Kindes Zeichenleistungen im Sinne unserer Erklärung sozusagen „von des ©ebanten» Blässe angekränkelt" sind. Mittwoch, 28. April 1926 nicht immer, aber sehr. oft über ein Leichenfeld geführt Hal. Sie nimmt für bare Münze, waS ihr in ihrer Umwelt begegnet. Es ist wohl nur der kleinere Teil der deutschen Jugend, der 311 erfassen vermag, daß nur die Kräfte, die dem Materialismus und der Selbstsucht feindlich gegenüber stehen. Deutschland aus der Schmach, aus der quälenden Vot vielleicht noch einmal erlösen können ..Persönlichkeit" heißt das große Ziel der denkenden, wahrhaft strebenden heutigen Jugend. Persönlichkeit ist mehr als Wissen, mehr als praktische Fertigkeiten, mehr als Besitz. Es ist. was heute noch dem deutschen Volle fehlt. — so gutartig, intelligent und fleißig es auch ist, — der große, feste Charakter, das fichere, glaubensvolle Dahinschreiten mit dem sieghaften Lachen auf den Lippen Ach, eS herrscht noch so viel Phrasentum, so viel Lakaientum, so viel Ballast liegt in unseren Seelen. Hm äußerer Vorteile willen machen wir uns gegenseitig zu Sklaven, bücken und biegen uns und sind noch weit davon entfernt, uns völlig zu beherrschen, uns aber auch von niemand und von nichts mehr knechten zu lassen. Der schone Stolz fehlt uns oft. Deutsche Jugend, es gilt, sich in freiem Gehorsam in den Dienst der Allgemeinheit zu stellen, einzustehen für Recht und Pflicht bis aufs äußerste, ohne nach dem llingenden oder nach dem papierenen Lohn zu fragen! Der Weg zur Persönlichkeit führt durch den Irrtum. Erschrick nicht, deutsche Jugend! Goethes Wort: ,.Gs irrt der Mensch, solang' er strebt", ist wahr. Alle, die nach ehrlicher Heberzeugung ringen, müssen viele Zickzackwege wandern, ost in die Dornen greifen und im Kampf Hegen mit dem eigenen Selbst, damit sie das Falsche vom Rechten, den äußeren Schein von der Wahrheit unterscheiden lernen. Man dcnke an Martin Luther! Ja, die Wege sind hart, aber sie führen zu höchstem Erdenglück, zum sicheren Ruhen in Gott und in der eigenen Stärke, zu Herrentum mit dem mitten Zepter der Güte. Persönlichkeit! Gemeinschaft und Gesellfchast. Von Oberstudiendirektor Heinrich Selters.*) Der Kampf um eine Lebenserneuerung, den unsere Epoche führt, wird immer bewußter ein Ringen um die Gemeinschaft. Die Entwicklung der Industrie und der Weltwirtschaft führt zu großen Wanderbewegungen innerhalb der einzelnen Völker und über ihrd Grenzen hinaus: Großstädte entstehen, Erdteile werden neu besiedelt. Dabei werden unzählige Bande der Heimat und der Blutsverwandtschaft zerrissen: die ererbten Gemeinschaften, die das Land und die kleinen Städte am treuesten bewahrt hatten, werden zum großen Test aufgelöst. Gleichzeitig aber werden zahlreiche neue Verbindungen von Mensch zu Mensch geknüpft, die Gütererzeuaung wird im großen Maßstäbe organisiert, und aus den westlichen, sozial am weitesten entwickelten Ländern wird der große Gedanke der Gesellschaft auch nach Deutschland getragen, die nicht nur eine der Beobachtung und Hntersuchung gegebene Tatsache ist, sondern zugleich das höchste Zlek menschlichen Gesamtstredens, insofern sie eine organisatorische Vereinheitlichung und Durchbildung der getarnten Arbeit der Menschheit und damit eine Sicherung und Steigerung ihrer Lebenshaltung bedeutet. In dieser Lage beginnt sich das Lebensgefühl der neuen Zell in seinem Ringen um eine Veu- formierung des Gesamtlebens zu spalten, und Ferdinand Tonnies gibt diesem Vorgang eine begriffliche Klärung» indem er Gemeinschaft und G^ellschaft gegeneinander abgrenzt. Er schildert die Gemeinschaft als eine Verbindung menschlicher Willen, in der die Einheit des Gesamtwillens seiner Zerlegung in Einzelwillen vorhergeht, und leitet sie aus gemeinsamer Abstammung' und geschlechtlicher Vereinigung von Mann und Weib her. Wie sich eine solche Gemeinschaft auch entwickeln und gliedern möge* solange sie lebt, herrscht in ihr die natürliche und unbewußte Einheit des Lebensrhythmus, die aus der wesenhaften, innerlichen Verbundenheit ihrer Glieder hervorgeht. Gescllschaft dagegen ist die Verbindung menschlicher Willen, in •) Aus dem im Auftrage des „Zentralinstitutes für Erziehung und Hnterricht" kürzlich erschienenen wertvollen Buche „Die Schule der Gemeinschaft". Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig. Eltern und Erzieher, die diese besondere Eigenart früher Zeichnungen erkennen, werden sie lieben und schätzen lernen als ein geeignetes Mittel, die kindliche Seele zu lösen und ihrem Verständnis näher zu kommen. Sie werden das Kind schon vor und während seiner ersten Schuljahre zum Zeichnen ermuntern, und nicht durch falsche Einstellung, Kr'ik und Ehrgeiz die Quelle dieser natürlichen Ausdrucksweise unterbinden. Im Grunde handelt es sich eben beim durchschnittlichen Zeichnen nicht um eine einmalige, nur wenigen Talenten zuteil gewordene Gabe, sondern um eine oft früh unterdrückte und später vernachlässigte, dem Menschenkinde ureigene Bildersprache. Noch bevor und lange nachdem das Kind den Gebrauch des Buchstabensymbols erlernt hat, erzählt es uns mit Hilfe dieser viel unmittelbareren Rede, was es uns von der Welt zu sagen hat. Nur auf den uneingeweihten Erwachsenen wirken diese plastischen Worte wie fratzenhafte Albernheiten oder phantastische Glossen. In Wahrheit sind sie es so wenig wie die Zeichnungen des vorgeschichtlichen Menschen und vieler primitiver Völker unserer Zeit. Ja, es zeigt sich in diesen einfachen Kundgaben — man denke etwa an die Zeichnungen bes prähistorischen Höhlenmenschen ober heutiger Negerstämme — vielfach so wesenhafte Uebereinftimmungen mit den „Hieroglyphen" unserer Kinder, daß man die kindlichen Zeichnungen häufig schon als ein kulturgeschichtliches lleberbleibsel, ein versunkenes Dokument aus dem Werdegange der menschlichen Rasse zu deuten suchte. Bezeichnend ist in dieser Hinsicht ein merkwürdiger Irrtum, zu dem auf Grund jener täuschenden Aehnlichkeiten ein französischer AbbL gelangen konnte. Er veröffentlichte in einem Buche über die Wilden eine Sammlung von Schriftzeichen amerikanischer Azteken, die später als die Kritzeleien und Zeichnungen eines deutschen Knaben enthüllt wurden. < 1 »■ • der die Einzelwillen zunächst bn sind und durch ihren Zusammenschluß einen Gesamtwillen bildern ohne sich als Einzelwillen aufzugeben. Was sie zusammenbindet. ist ein bestimmter Zweck, und ihre Vereinheitlichung reicht nur so weit, wie die innere Gesetzlichkeit des gemeinsamen Zweckes es erfordert. Das ilrbilb der Gemeinschaft ist der Stamm, das Dorf, die Stadt früher geschichtlicher Epochen, das Urbild der Gesellschaft der moderne Wirtschaftsverband, die heutige Großstadt, die Weltwirtschaft. Der Wert dieser kritischen Scheidung für die um Geineinschaft ringenden Geister ist ungeheuer. An ihr wird deutlich, was die noch in alter Gemeinschaft der Abstammung und der überlieferten Lebensordnung stehenden Menschen so stark miteinander verbindet und warum im Gegensatz dazu die modernen Formen des wirtschaftlichen, politischen und sozialen Lebens in ihrer Zusammenordnung der Individuen eine innere Vereinigung dieser nicht schaffen und das tiefere Gemeinschaftsdedürfnis der Menschen nicht stillen können. Wenn aber Tönnies aus dem Heberblick über die Geschichte der antiken und dann der germanisch-romanischen Völker den Schluß zieht, daß der innere und äußere Bestand an Gemeinschaft unter uns mit Aotwendigkeit sich fortgesetzt verringere und an ihre Stelle nach der unabänderlichen Richtung des Geschichtsverlaufes überall eine bloß gesellschaftliche Lebensordnung trete, so widersetzt sich diesem Ausblick wohl unsere, wie wir glauben, richtigere historische Einsicht, wie auch vor allem der in uns selbst lebende Wille zur Gemeinschaft und eigene Erlebnisse. Das eine bleibt uns aber als ein dauernder Gewinn aus Tönnies' Ge- dankengängen zurück: Geineinschaft ist nicht schon dort, wo aus äußerer Nötigung in derselben Richtung gewirkt wird, sondern sie bedarf tieferer Lebenskräfte. Weshalb man auch gerade in der Erziehung mit dem Wort „Arbeitsgemeinschaft" sehr sparsam sein sollte. Wirtschaft. Aufstieg des Außenhandels? Das Statistische Reichsamt teilt mit, daß der deutsche Außenhandel im März einen Heberschuh von 278 Millionen Mark ergeben hat. Ist es möglich, darüber so etwas wie Genugtuung zu empfinden? Schon eine einfache Heberprüfung der Zahlen zwingt dazu, die Frage zu verneinen Es ist ja auch ohne weiteres klar, daß Deutschland in den Versailler Grenzen kaum einen dauernden Ausfuhrüberschuß erzielen kann, weil es nun einmal wichtige Rohstoffe für die Hauptindustrien in erheblichen Mengen einführen muß. Was den Ausfuhrüberschuß für März ebenso wie für die Monate Dezember. Januar und Februar ermöglicht hat, ist die starke Drosselung der Einfuhr, wobei gerade industrielle Rohstoffe eine beträchtliche Rolle spielen. Um nur ein Verspiel anzuführen: im Monat März wurden für 46 Millionen Mark Baumwolle eingeführt, währmrd der monatliche Durchschnittswert der Einfuhr rm Jahre 1925 rund 74 Millionen Mark betrug. Der Ausfuhrwert der Gewebe aus Baumwollstoffen machte im März 1926 rund 50 Millionen Mark gegen 36 Millionen Mark im Monatsdurchschnitt 1925 aus. An diesem einzigen Posten ist also eine Mengen- und Wertverschiebung in Höhe von 50 Millionen Mark festzustellen, ohne daß wir Hrsache haben, darüber Genugtuung zu empfinden. Die starke Steigerung der Baumwolleinfuhr im Jahre 1925 war die Voraussetzung dafür, die Ausfuhr von Da umwollgeweben steigern zu können. Geht ober die Einfuhr von Baumwolle erheblich zurück, wie das ja tatsächlich der Fall ist, so haben wir keine Ursache, darin einen Aufstieg des deutschen Außenhandels zu sehen. Ohne Rohstoffe können wir vielfach Fertigwaren nicht ausführen, was leider nicht nur für Baum- toolle und Baumwollgewebe gilt. So haben wir 1925 im Monatsdurchschnitt für 20 Millionen Marl Eisenerze eingeführt, wobei ja unbestritten ist, daß djese Erzeinfuhr oder der Zwang dazu mit zu den schlimmsten Vermächtnissen des Versailler Vertrages für die deutsche Wirtschaft gehört. Die Wegnahme her lothringischen Minette bedeutet ein Passivsaldo, das sich auch durch die schärfste horizontale Organisation der deutschen Schwereisenindustrie nicht wieder ausgleichen läßt. Im März 1926 wurden nur noch für neun Millionen Mark Eisenerze eingeführt, was zum Teil im Rückgang der Erzeugung begründet ist. Daß bas keine erfreulichen Aussichten für die Ausfuhr von Roheisen. Rohstahl und Halbzeug eröffnet, wird auch dadurch bewiesen, daß die Ausfuhr ja gegenwärtig nur steigen kann, weil sich die Industrie im Vorjahr verhältnismäßig reichlich mit Rohstoffen eingedeckt hat. Was die Hauptsache ist: die deutsche Schwereisenindustrie seht ihre Erzeugnisse zum größten Teil im Inlande ab. Das schafft der weiterverarbeitenden Industrie die Grundlage, Fertigerzeugnisse für die Ausfuhr herzustellen, auf deren Steigerung im Märzergebnis des Außenhandels in der offiziösen Begleitmusik ausdrücklich hingewiesen wird. Rur liegen die Dinge auch hier so, daß die Schwereisenindustrie reichlich Zufuhr von Rohstoffen, in diesem Fall also Eisenerze, braucht, um der Fertiginduftrie die notwendigen Mengen an Halbzeug liefern zu können. Der Schluß liegt nahe, daß, wenn die Einfuhr von Rohstoffen weiter rückläufig bleibt, dies auch mit der Ausfuhr von Fertigwaren der Fall sein muß. Alsdann ergibt sich ein anderes Problem, nämlich das, wie wir die schließlich immerhin notwendigen Rohstoffe und Nahrungsmittel aus dem Auslande bezahlen wollen. Hm das deutlich und eindringlich zu machen, sei darauf verwiesen, daß wir 1925 im Monatsdurchschnitt für 445 Mill. Mark wichtige und unentbehrliche Rohstoffe für unsere Wirtschaft aus dem Ausland einführten. Es handelt sich durchweg um Posten, ohne die wir ganze Industriegruppen sttllegen müßten. Also um Baumwolle, Eisenerze, Kupfer, Wolle, Garne, Bau- und Nutzholz usw. Im März 1926 wurden von den gleichen Rohstoffen, insgesamt 14 Posten, nur noch für 265 Millionen Mark eingeführt. Damit ist das Geheimnis des Ausfuhrüberschusses schon zum größten Teil aufgeklärt. Die Rohstoffeinfuhr geht in besorgniserregender Weise zurück. Gewiß, die Ausfuhr steigt, auch die von Fertigwaren, aber nur, weil die Industrie noch über die Rohstoffe aus dem Vorjahr verfügt. Wenn das eine Besserung unseres Außenhandels sein soll, so haben wir alle Hrsache, uns gegen die freiwilligen und unfreiwilligen Täuschungsversuche zur Wehr zu sehen. Sofern sich die Entwicklung des Außenhandels in gleichem Maße fortseht, hätten wir für das ganze Jahr mit einem Heberschuh von fast zwei Milliarden Mark zu rechnen. Hnsere Freunde in London und Paris werden aufhorchen. Das Dawesproblem mit dem Einschuß des Transferproblems wäre ja dann spielend gelöst, da aus dem Ausfuhrüberschuß des außenländischen Handels ja reichlich die Mittel zur Verfügung ständen, um die Zahlungen zu leisten. Die Entwicklung wird aber wohl wesentlich anders verlaufen. Es ist für unabsehbare Zeit, wenn überhaupt. nicht daran zu denken, daß wir regelmäßig und dauernd Ausfuhrüberschüsse erzielen. Was wir heute als Ausfuhrüberschuß bezeichnen, das ist im günstigsten Fall nichts anderes als die Bereitstellung von Mitteln für eine neue Steigerung der Rohstoffeinfuhr. Es ist also mit Sicherheit zu erwarten, daß der Ausfuhrüberschuß wieder in einen Fehlbetrag im Außenhandel umschlagen muß. Was unmittelbar ein bisher wenig oder gar nicht untersuchtes Problem des Transfermechanismus berührt. Wenn sich der deutsche Außenhandel in Wellenbewegungen entwickelt, auf Heberschüsse Fehlbeträge folgen müssen, was nicht nur wahrscheinlich, sondern sicher ist, so wird es mehr als ein Wagnis sein, die Heberschüsse für die Zahlungen auf Grund des Dawesplanes heranzuziehen. Geschieht es dennoch, so wird ein Rückschlag für die deutsche Wirtschaft unausbleiblich sein, der sich sofort in schweren Krisen auswtrken muß. Es genügt, auf den Außenhandel der Vorkriegszeit zu verweisen, der uns bei schärfster Ein- spannung aller Energien nur einen Ertrag brachte, der nicht einmal ausreichte, um die Einfuhr zu decken, ohne die die Einsperrung aller Energien gar nicht möglich gewesen wäre. * Die Insolvenzen der dritten A p r i l w o ch e. Während sich in der dritten Aprilwoche die Anzahl der Geschäftsaufsichten von 228 auf 216 ermäßigte, stellte sich die Zahl der eröffneten Konkurse mit 320 um 10 höher, als in der Vorwoche. An den neu verhängten Geschäftsaufsichten waren fünf Aktiengesellschaften (vier), zehn G. m. b. S). (14) und zwei Kommanditgesellschaften (zwei) und an den Konkursen neun Aktiengesellschaften (sieben), 25 G. m. b. H. (19), zwei Kommanditgesellschaften (vier) und zwei eingetragene Genossenschaften (zwei) beteiligt. Von den 14 betroffenen Aktiengesellschaften wurden bis auf eine Ausnahme sämtliche in den Jahren 1921 bis 1923 gegründet. * D i e preußischen Sparkassen Ende März. Die Spareinlagen bei den preußischen Sparkasten beliefen sich Ende März auf 1357,5 Mill. RM. Gegenüber dem Vormonat bedeutet das eine Zunahme um 62,6 Mill. RM. Die günstige Entwicklung der Spareinlagen ist also auch trotz Senkung der Zinssätze im März noch nicht unterbrochen worden. Die Einzahlungen betrugen 210,3, die Auszahlungen 147,7 Mill. RM. Auf Girokonto standen 682,7 Mill. RM. Die Eingänge betrugen 1496,6, die Ausgänge 1485,7 Mill. RM. Auch die auf Girokonto stehenden Beträge haben also eine leichte Steigerung erfahren. * Kein ausländisches Kapital bei den Adlerwerken. Wie Wagners Südwestdeutscher Nachrichtendienst von autorisierter Seite erfährt, entbehren die Gerüchte über eine finanzielle Beteiligung amerikanischer Kreise bei den Adlerwerken vormals Heinrich Kleyer A.-G. in Frankfurt a. M. jeder Begründung. Die mit rein deutschen Mitteln arbeitende Firma ist so gut beschäftigt, daß die Lieferfristen nur durch Neueinstellung von Arbeitern eingehalten werden können. Die Belegschaft hat sogar den Friedensstand überschritten und beträgt zur Zeit 6000 Mann. Berliner Börse. (Eigener Drahtbericht des .Gießener Anzeigers".) Berlin, 27. April. Die im Reichstag beginnenden Auseinandersetzungen über die strittigen innerpolitischen Angelegenheiten mahnten die Spekulation weiter zur Zurückhaltung. An der L u ft - losigkeit des Geschäfts änderte sich daher auch heute nichts. Immerhin ist insofern eine Aende- rung der Börsenlage zu verzeichnen, als die Großbanken verschiedentlich die Exekutive ergriffen haben und durch lebhafte Käufe in exponierten Spezial- werten der Börse einen festen Unterton zu geben versuchten. Die Käufe erster Bank- und Kommissionsfirmen erstreckten sich auf Elektrowerte, Schiffahrtsaktien und einzelne Chemie- werte, so daß an diesen Märkten Kursgewinne von 2 bis 4 Prozent zu verzeichnen waren. Die bessere Tendenz dieser Werte verfehlte nicht ihre Auswirkung auf die übrigen Märkte, wo die Stimmung ebenfalls etwas freundlicher wurde. Am Geldmarkt war die Lage weiter leicht, Tagesgeld stellte sich auf 4 bis 6 Prozent, doch genügte die Nachfrage, um das ganze Angebot zu absorbieren. Geld über den Ultimo hörte man mit 5,50 bis 6 Prozent. Geld für Prolongationszwecke 51 bi* 6z Prozent. Irn Devisenverkehr lagen die Frankenoaluten wieder schwächer. Pari? gab gegen London auf 146,75 nach, Brüssel gegen London auf 136,25. Frankfurter Börse. (Eigener Drahtbericht des ..Gießener Anzeigers".) Frankfurt, 27. April. Tendenz fest und lebhaft. — Nach dem ungünftigten und lustlosen Verlauf des Vortages eröfnete die Effektenbörse heute in wesentlich gebesserter und vertrauensvoller Stimmung. Das Geschäft nahm einen flotten Verlauf, da die Spekulation unter Ausgabe ihrer bisher beobachteten Zurückhaltung einige Unternehmungslust erkennen ließ. Die freundliche Stimmung ist u. a. wohl darauf zurückzuführen, daß in Börsenkreisen mit einer baldigen weiteren Herabsetzung des Diskontsatzes durch die Reichsbank gerechnet wird, um so mehr als die Bank von England sich bereit erklärte, ihren Diskontsatz auf 41 Prozent herabzu- setzen, wenn der Konflikt im englischen Bergbau eine günstige Lösung gefunden hätte. Gefördert wurde der fast alle Märkte umfassende Tendenzumschwung durch neue günstig lautende Dividendenmeldungen für I. G. Farbenindustrie, sowie die in Aussicht stehende Bildung eines Elektro- t r u st e s. Das Interesse konzentrierte sich infolgedessen in der Hauptsache auf Elektro- und Farben- werte. Besonders von ersteren waren Siemens & Halske wieder stark begehrt und erzielten einen neuen Kursgewinn von fast 4 Proz. Auch Schuckert und AEG. waren stark gefragt und 2 Proz. höher. Don Chemiewerten konnten I. G. Farben um 2, Goldschmidt um 1,75 Prozent und Holzverkohlung um 1,5 Prozent anziehen. Der Montanmarkt lag ruhig, doch waren auch hier Besserungen von 1 bis 2 Prozent zu verzeichnen. Besonders begünstigt waren Kaliwerte. In Schiffahrtsaktien konnte sich lebhaftes Geschäft entwickeln. Hapag plus 3 Prozent, Norddeutscher Lloyd plus 3,75 Prozent. Der Bankenmarkt behielt sein ruhiges Aussehen bei. Autoaktien waren ansehnlich befestigt. Auch Bavaktien gingen fester au sdem Verkehr hervor. Zuckeraktie'n neigten dagegen weiter zum Nachgeben. Am Kassa- mar k t blieb die Umsatztätigkeit im allgemeinen gering, die Tendenz aber leicht nach oben gerichtet. Deutsche Anleihen waren ziemlich erholt. Ausländische Renten wenig verändert. Irn Freiverkehr war die Umsatztätigkeit gering. Becker Kohle 53, Benz 65,5, Brown Boveri 76, Entreprise 10, Growog 56, Rastatter Waggon 23, Ufa 52, Ufra 75,5 Prozent. Im weiteren Verlause blieb die Tendenz im allgemeinen unverändert. Weitere merkliche Kurserhöhungen traten nicht mehr hervor. Das Geschäft wurde ruhig. Der Geldmarkt steht weiter im Zeichen großer Flüssigkeit. 'Dlonntsgelb stellte sich auf 5,5 bis 6,5 je Adresse, Jndustrieakzepte 5,5 bis 5,75 Prozent. Privatdiskonten 4; bis 4,75 Prozent. Für Tagesgeld rechnet man mit 4,5 Prozent.Jm Devisenverkehr unterlagen die westlichen Frankenvalu- t e n neuen Abschwächungen. Paris senkte sich gegen London auf 146,60, Brüssel auf 136. Mark und Pfund sind unverändert. Börsen kurse. Frankfurt a.M Berlin Sdjlu 1 l.Uhc. Schluh» ^Anfang Kurs | Kur« Kur» 1 ^ii'- Datum: 28 4 27 4 28 4 5% Deutsche Rcichsanlcthe U.405 0.412 0,4025 0,4175 4% Deutsche Rcichsanlcihe . — 0,382 0.3975 3'/,% Deutsche Rcichsanlctbe 0.405 —— 0.390 3% Deutsche Reichsanlcihe ■ ■0,470 — 0.480 0,4825 Deutsche Sporprnmiciianleibe 0,255 —- 0,25 4°/0 Preußische KonsolS ■ . . 0,300 — 0,3825 4° 0 Hessen ...... 0.390 — — _ 3'/s°/o Hessen........ 3% Heneo........... 0,380 — 0,41 _ — — 0,39 — Deutsche Derlb- Dollar-An l. 100 96,25 dto- Doll.-Schatz- Auweiiug.*) — 4°/0 Zollnirken........ I 11,9 11.6 5% Goldmerikaner ■ . 1 42.75 42,75 | 11,7 Berliner Handelsgesellschaft. — — 148,75 150* Commerz und Privat-Bank 106,25 105' 105,75 105* Darmst. und Naiionalbank 126 — 126,25 126,8' Deutsche Bank......... 125 125* 125 125* Deutsche Bercinsbauk .... 87 — _ Disconlo Commandit ■ . 121,25 121,1* 121,25 121,3* Metall bank........ 91,25 — Mitteldeutsche Creditdank. . _ — 108 108,3* Ocstetreichische Creditanstalt 7,05 7,25 7,12 7,25 Westbank ........ —— — — Bochumer (Saß ...... 89 — 91.25 91,75* BuderuS .......... 59,5 - 59 Caro ............ — — 56* Deutsrb-Luxembnrg...... Gelsenkirchener Bergwerke. . 94 94,75* 93,75 94,75* 95 — 94,25 95,87' Harpencr Bergbau..... Kaliwerke Aschersleben.... 108 — 108 108.9' 128 130* 127 130* Kaliwerk Westeregeln..... 137 132,5* 130,5 131,62 L'airrabüttf......... 36 36 35,87 35.5 Lbcrbedarf . . ........ Wiiir Bergbau....... Rheinnahl . ....... 51 51,5 52,75* 78,25 92 79,75* 77,25 92 78.5’ 92,87* Niebeck Montau........ _ 91,5 94,5* Tcllus Bergbau....... 60,75 —i Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovv . . . 131.75 129,5 135* 132,8* 131 128,75 136 132,5 Cderamische Werke Albin . . 49 _ 80 Zementwerk. Heidelberg . . Pbilwv Holzmann ..... 95,5 76 96 75,25 74,5 Anglo-Cont-Guano . ... _ _ — Chemische Mayer Alapin . . — - I- ®. Farbenindustrie, A.-G- 147,37 149 146,62 149,3* (Goldschmidt......... 82 83,75 82,5 84,5 Holzverkohlung........ Rütgerswerke........ 79 — 79,25 _ Scheidcanstalt. ........ 108 — — Allg. ElektrtzttätS-Gesellschaft 103,25 105,5* 104 105* Bergmann ......... Mamkraftwerke........ — —— 97,25 100,3* 98,5 _ Schurken ......... Siemens & Halske ...... 91,87 93,5 91 93,37* 126,5 130 127 129,50 Adlcrwerkc Kiener ...... Daimler Motoren. ...... 57,25 1 .58 57,5 58,75 63,25 63,12 65,5 Heyligenstaedt......... Meauin............ 29 — 1 — Motorenwerke Mannheim 37 । — — — Frankfurter Armamreu 25 — — — Konservenfabrik Braun . . . 40,25 —— — — MelaNgefcll-chaft Frankfurt. Pet. Union A--G. .... 107,5 85,751 _ 86,62 _ Schuhlabrik Herz . . ...» 36,8 1 —— 35 — Sichel - .......... 3,87 i — — —- Zellstoff Wakdbof...... 127,5 — 125,5 25,75 Zuckerfabrik Frankenthal . . 52, 51,5 52,5 — Zuckerfabrik Wag häufel . . . 58,12 57,75 — —- Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. Raum, unter dessen Einfluß uns morgen Winde aus südlicher bis westlicher Richtung erreichen dürften. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 12,6 Grad Celsius, Minimum 3,8 Grad Celsius. Heutige Morgentemperatur 7,2 Grad Celsius. Forderungen des Hess. Induslrie- und HandeSskaniw.erLages. Der Hessische Industrie - und Hande I sk a m m e r t a g, an seinem Vorort Mainz zu einer Vollversammlung 1926 zusammengetreten, stellt fest, daß noch keinerlei ernstliche Anzeichen vorhanden sind, daß die gegenwärtige Wirtschaftskrise, die sich in Hessen infolge der fremden Besetzung eines großen und wichtigen Teiles des Landes besonders drückend bemerkbar macht, als überwunden angesehen werden kann. Der Hessische Industrie- und Handelskammertag sieht eine der Hauptgründe der noch fortdauernden Wirtschaftskrise in der inneren Belastung der deutschen Volkswirtschaft. Die neuerdings vom Reichstag beschlossenen Steuermilderungen sind als ein Anfang zu begrüßen. Es muß aber darauf hingewiesen werden, daß eine Milderung des Steuerdrucks in noch weit größerem Maße erfolgen muh. wenn die Lasten im Einklang mit der Leistungsfähigkeit der Wirtschaft stehen sollen. D e l a st u n- g en, die rund das Dreifach eTTe rDorkrieg s z ei t betragen, kann eine Volkswirtschaft, die etwa um d i e Hälfte ihrer P r o d u k t i o n s k r a f t und Konsumfähigkeit geschwächt ist, nicht mehr länger ertragen, ohne zu verlünnnern und auch im internationalen Warenverkehr noch weiter zurückgedrängt zu werden. Bei der weiteren Senkung der Steuersätze ist vor allem auf die Notwendigkeit der Kapitalbildung in unserer Wirtschaft Bedacht zu nehmen. Die Fortentwicklung des Steuersystems muß sich außerdem in der Richtung einer größeren Vereinfachung und Klarheit der Fassung der Gesetze bewegen. HnwirtschaftlicheSteuern sind unbedingt zu vermeiden. Hand in Hand damit müssen die Aufgaben des Reichs, der Länder und Gemeinden auf das für den eigentlichen Zweck der offent- lichen Gewalten ausreichende Maß zu rückgeführt werden. Besonders aber sollten Reich. Länder und Gemeinden in einer Zeit wirtschaftlicher Notlage vermeiden, in die Sphäre der Privatwirtschaft einzugreifen, um mit öffentlichen, der Wirtschaft entzogenen Mitteln dieser selbst Wettbewerb zu bereiten. Förderung der Privatwirtschaft muß das Ziel aller wirtschaftspolitischen Maßnahmen sein. Neben diesen Forderungen allgemeiner Art muh der Hessische Industrie- und Handelskammertag im Interesse der hessischen Wirtschaft insbesondere noch folgendes verlangen: Die gesamte Steuerbelastung der hessischen Wirtschaft darf nicht großer fein, als in den Nachbarländern, wenn sie weiter wettbewerbsfähig bleiben soll. Eine endgültige Neuregelung der Gewerbe st euer muß sobald wie möglich vorgenommen werden. Die Sondersteuer vom bebauten Grundbesitz ist herabzusehen, die gewerblich benutzten Räume müssen von dieser Steuer befreit werden. Das Aufkommen aus der Steuer muh, solange sie noch besteht, ausschließlich zur Förderung des Wohnungsbaues verwandt werden. Der Hessische Industrie- und Handelskammer- tag erwartet, daß das Land, die Gemeinden und Gemeindeverbände bei der Neuaufstellung ihrer Boranschläge diese Forderungen der hessischen Wirtschaft, auch in ihrem eigenen Interesse, unbedingt berücksichtigen. frankfurter Getreidebörse. lEigener Drahtberich! des „Gießener Anzeigers".) Frankfurt a. M., 28. April. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer 30 bis 30,50, Roggen, inländ. 20, Sommergerste für Drauzwecke 22,75 bis 24,75, Hafer, inländ. 23,25 bis 24, Mais (gelb) 18,50 bis 19, Weizenmehl, inländ., Spezial 0 42,25 bis 42,75, Roggenmehl 29 bis 29,50, Weizenkleie 10, Roggenkleis 11 bis 11,50. Tendenz stetig. 27 April. 28 April. Amtliche Nori rung Amtliche Notierung (Acld Brief Geld 1 Brief Amu--Rol> 168,56 168.98 168,64 169.06 Buen.-Aires 1,686 1,690 1,684 1,688 Brss.-Antw 15.145 15,185 14,99 15,03. Christiania. 90,61 90,83 91,02 91,24 Kopenhagen 109,78 110,06 109,81 110,09 Stockholm 112,27 112,55 112,29 112,57 Helsingfors 10,55 10,59 10,547 10,587 Italien. . 16,825 16,865 16,855 16,895 London. . 20,398 20,450 20,397 20,449 NetWork . . 4,195 4,205 — Paris. . . 13,985 14,025 13,9(1 13,91 Schweiz . . 81,065 81.265 81,09 81,29 Spanien . 60.42 60.58 60,77 60,93 Japan . . . 1.988 1.992 1,992 1,996 ’Hio de Jan 0.605 0.607 0.602 0.604 Wien in D-- Cefi- abgest 59,20 59,34 59,22 59,36 Prag .... 12,417 12,457 12,417 12,457 Äelzrad . . 7,39 7,41 7,39 7,41 Budapest. . Bulgarien 6,865 5,855 5,865 5,885 3,044 3,054 3,0-14 3,051 Lissabon 21.395 21.445 21.455 21,505 Danzig. . 80.92 81,12 80.92 81,12 Konstantin. 2,167 2,177 2,16 2,17 Athen 5,24 5,26 5,24 5,26 Kanada. . . Uruguav . . 4,20 4,21 4,20 4,21 4,33 4.34 4.33 4,34 Banknoten. Berlin, 27 April Geld Brief Amerikanische Note» ..... 4,186 4,206 Belgische Noten ....... 15,10 15,18 Dänische Noten ....... 109,53 110,07 Englische Noten...... . Französische Noten ...... 20,37 20,47 14,03 14,11 Holländische Noten .... 168,15 168,99 Italienische Noten ...... Norwegische Noten . ... Deutsch-Ocsterr ■, ä 100 Kronen 16,82 16,90 90,39 90,85 59.06 59.36 Rumänische Noten..... 1,615 1,655 Schwedische Noten..... 111,97 112,53 Schweizer Noten..... 80,89 81,29 Spanische Vieren ..... Tschechoslowakische Noten . . 60,45 12,41 60,75 12,47 Ungarische Noleo 5 83 5,87 ’ Wettervoraussage. Tagsüber Aufheiterung und kräftige Erwärmung bei östlichen bis südlichen Winden, trocken. Die Reststörungen der Mittelmeerzyklone, die gestern nur noch ganz geringen, nicht meßbaren Regen bewirkten, haben sich völlig verflacht. Zu- trömende (ältere Lust hat eine Verstärkung des Druckes und zeitweise Aufheiterung bewirkt. Gleichzeitig gewinnt in Südwesteuropa ein Wirbel an Gerichtssaal. Der Separatist als Mörder und Blutschänder. Neuwied, 27. April. (WSN.) Der als Separatist berüchtigte und auch sonst unvorteilhaft bekannte Heinrich Elzermann aus Ehrenbreitstein stand gestern vor dem hiesigen Schwurgericht unter der Anklage des Totschlag« und fortgesetzten Sittl ichkeitsverbre- chens. Elzermann hatte im November 1925 fei n e Frau erschossen und die Leiche im Klosett seiner Wohnung verborgen gehalten. Außerdem hatte er sich der Blutschande an seinen Töchtern schuldig gemacht. Nach siebenstündiger Verhandlung wurde Elzermann wegen Totschlags und fortgesetzten Sittlichkeitsverbrechens zu einer Gesamtstrafe von 15 Jahren Zuchthaus und 10 Jahren Ehrverlust ohne Anrechnung der Hntersuchungshaft verurteilt. Während der ganzen Verhandlung zeigte der Angeklagte keine Spur von Reue über seine Taten. Aus dem -lmtsverkündigungsblatt. * Das Amtsoerkündigungsblatt Nr. 34 vom 27. April enthält: Die Freififcherei in der Lahn. — Maul- und Klauenseuche in Dorf-Gill und Muschenheim. — Schonprämien für seltene Raubvögel. — Bildung eines Verwaltungsaus- schuffes des öffentlichen Arbeitsnachweises für das nördliche Oberheffen. — Der 1. Mai in den Schulen. — Dienstnachrichten. Rundfunk-Programm des Frankfurter Senders. (Aus der „Nadio-Hmschau".) Donnerstag, 29. April. 4.30 bis 5.40 Hhr: Konzert des Hausorchesters: Franz Lehar. 5.40 biH, 6 Hhr: Die Lesestunde: Aus den „Briefen aus der französischen Revolution" von Retif de la Bretonne. 6 bis 6.10 Hhr: Vortragszyklus des Kasseler Stadtgesundheitsamtes anläßlich der Reichsgesundheits- woche: Frl. Inspizientin Koethe spricht über „Mädchenturnen". 6.15 bis 6.45 Hhr: Vortrag von Max Rabel über: „Der wirkliche Peer Gynt". 6.45 bis 7.15 Hhr: Vortragszyklus des Frankfurter Ortsausschusses für Jugendpflege und Jugendbewegung, 1. Veranstaltung: Märchenabend für Erwachsene. 7.15 bis 7.45 Hhr: Stenographischer Fortbildungskursus für alle Systeme (Diktat von 80 Silben aufwärts). 8.15 bis 9.15 ^Hhr: Hebertragung aus dem Mannheimer Besprechungsraum. 9.15 bis 10.15 Hhr: Heiterer bayrischer Abend. Anschließend bis 12 Hhr: Hebertragung von Berlin: Tanzmusik der Berliner Funkkapelle. HJ9 ss& Die - jMOtS’^ 2 jjW1'0 M zk-Wlü-no Reichs Derltt Ä loWie Du D hold Md AabrnrU h schienen. oe deuten der Dizepros'dei Nach kurzen Franz von ' !Heid, W folgenden fflemr toi Zustand von I ven Derhälln Weltkrieges, kaaipfes verg tveltgeschichtln Veutfchlands Vieser Jeslsb eine andere g aus den gege Wirtschaft er wirklicher noch weit Arbeitslosen schreckende 61 Wirtschaft in weit von dc Dir brauche, dem Auslan Zinsenverpslic der unveme Jahre ergab Handelsb Schiebung uns verkenn bar, ur, mit auf Denin Snöe 1925 ift Steigen begriff fache bestehen,' Ml, der 19 W 1925 Die Ziffer der hat eine Höhe des Ruhrkam; Nachwirkungen 3n anderen 1 die Besserung barer als seh verkehrteste, w Gerade ange losenzahf fff nicht in fltinL der Mkwirklll sondern unter arbeiten. Er ist nm hin;ugeko örisi; hervorc M gefallen, j §n »»schiebe bestand aelegi öewnßlsein di Dli Notwendig "itgleit, ai ftmut 1925 t damit N 6 sind b •« 3a5re 1925 Jchen Dirk 4 Ai I«1» »■ T^öa'f J "orange W 'M Die £ Ne Ätz S5