WZ ZN MZ u?n°hnie£ 'Ai^^ietSSW , bo-^mit4o$°^al L'rH» '*A‘ ?/ Getreidebörse «Gießener An».« . ,27. gQn ,T 26,50 bis 2fiÄen "°- ^rgerste fAS*i, Mi|d)er Am^weäe W, Emm!0 ~3 21,50 ■Jer Dr. Luther eine positive Vertrauenserklärung des Reichstages für die Regierung forderte, sieht die „Deutsche Zeitung" ci.iai völligen Linksumfall. Auch die „Kreuzzeitung" erblickt in der Forderung des Reichskanzlers einen Appel l an die Sozialdemokratie unb sagt. Stimmt fu bem bereits vorliegenden Vertrauensvotum der Mittelparteien nicht zu. denn wirb bas Kabinett zurücktreten. Die Erklärung des Reichskanzlers war der ilebertritt Dr. LucherS und seiner Kollegen zur verkappten Großeir Koalitton. Anders dagegen urteilt bie „Deuts che Tageszeitung", die der Meinung Ausdruck gibt, daß der Kanzler angesichts der gegebenen Sachlage unmöglich eine positive Mehrheit für die Regierung bei seiner Forderung im Auge gehabt haben könne. Das Blatt beschäftigt sich bann weiter noch mit der Frage einer Reichstags auflösung und bezeichnet die Auslösung des Reichsparlamentes als überaus bedenklich Die „Tägliche Rundschau" faßt ihr Urteil über die Rede des Kanzlers in die Worte zusammen: Alles in allem, ein starkes persönliches Sichbekennen zu der für recht erachteten Politik, kein demütiges Betteln um ein paar Stimmen, die zur M^rheit rechnen, sondern bie Offensive derjenigen, die die Verantwortung übernommen haben und von den anderen fordern, daß sie klar bekennen, ob sie das Kabinett stürzen ober stützen wollen. Die ..Germania" erklärt: Diese Regierung muß unbedingt bleiben. Wirb sie gestürzt, bann wäre es eine Versündigung am Vaterlanbe, vor einem arbeitsunfähigen Reichstage bie Waffen zu strecken. Verweigert ihr der Reichstag bas Vertrauen, bann mich sie sich vom Reichspräsidenten unverzüglich neu bestätigen lassen unb den Reichstag auflösen lassen. Dann wäre auch ber Moment da, wo diese Regierung von den Vollmachten des Art. 48 der Retchsverfas- sung Gebrauch machen konnte. Für den Fall, baß bie Regierung in der Minderheit bleibt, hält auch bie „V o f s, Z t g." die Auflösung des Reichstages für wahrscheinlich. Es handele sich bann nicht mehr um eine neue Regierungskrise, sonbern um eine Krise des Reichs- t a g e s. Der „Vorwärts" hebt die aus nüchterner ileberlegung herausgewonnene Leidenschaft hervor, mit der sich Dr. Luther Locarno und zum Völkerbund bekenne und erklärt: Hätte der Reichskanzler für feine Innenpolitik die logischen Folgerungen aus seiner außenpolitischen Haltung gezogen, so wäre die Aufgabe der sozialdemokratischen Reichs- tagssraktion, die heute vormittag zu entscheidender Beratung zusammentritt, leicht. Ein Mißtrauensvotum wird sie jedenfalls nicht einbringen und auch ^ür keines stimmen. Schieherei in Berlin. Berlin: 28. Ian. Gestern abend nach 11 älhr kam es auf dem Wilhelmspla tz in Charlottenburg zu einer Schießerei zwischen Anhängern der Rationalsozialistischen <>,-r e r h e it s- Partei, die in den Hohenzollern^älen am Wilhelm: platz eine Versammlung abg halten hatten, unb vom Lustgarten heimziehenven Kommunisten. Zwei Mitglieder des Roten Front- kämpferbundes wurden schwer verwundet. Vermutlich haben außer diesen beiden Verwundeten noch andere Personen Schußverletzungen daoou- getragen. Die alarmierte Polizei nahm zahlreiche Verhaftungen vor und drängte die Menge, die auf Taufende angewachsen war, in die Seitenstraßen ab. Unter den Festgenommenen besindet sich auch ber Nationalsozialist, der die verhängnisvollen Schüsse abgegeben haben sott. Chamberlain in Paris. Die Abrüstungskonferenz. — Deutschland und der Völkerbund. Paris, 27. Ian. lWTB.) Der britische Staatssekretär des 'Auswärtigen. Sir Austen Chamberlain ist heute nachmittag 2.30 Llhr i n Poris einget rossen und wurde am Bahnhof von Austenminister B r i a n d und dem englischen Geschäftsträger empfangen. Chamberlain und Briand hatten in einem besonderen Zimmer des Bahnhofsgebäudes eine Unter» re düng und verabredeten für morgen vormittag 10 Ähr eine Zusammenkunft. Der Generalsekretär des Völkerbundes, Sir Eric Drummond reist heute abend ebenfalls nach Paris. Man bringt seine Reise mit dem Aufenthalt Chamberlains in Zusammenhang. Es liegt die Vermutung nahe, dast in den nächsten Tagen eine Entscheidung gefällt wird, ob die vorbereitende Ab- rüstungskonfercnz verschoben werden soll oder nicht. Da sämtliche Ratsstaaten in Paris vertreten sind, wird sich jedenfalls eine allgemeine Aussprache ermöglichen lassen. . Chamberlain wird heute abend Gast des spanischen Botschafters Quin on es de Leon sein unt> morgen mittag an einem Bankett der „Freunde Frankreichs" teilnehmen. Für morgen nachmittag ist eine Unterredung vorgesehen, die in der Hauptsache einer eventuellen Vertagung der vorbereitenden Abrüstungskonferenz gelten soll und an der auch Sir Eric Drummond teil» nehmen wird. Es ist nach Ansicht der zuständigen Pariser Stellen als höchst wahrscheinlich anzu- sehen, dast eine Vertagung der Konferenz beschlossen werden wird. 2m übrigen dürften folgende Fragen zur Erörterung kommen: 1. Die deu Ische Abrüstung und die Prüfung des letzten Berichtes der interalliierten Kontrolilommissron. 2. Die Quoten der Rhernlandbesatzung. 3. Der Eintritt Deutschlands in den Völkerbund. Da man den Antrag Deutschlands um Aufnahme in den Völkerbund für nahe bevorstehend hält, ergab sich die Aotwendigkeit, sestzu- stellen, ob Deutschland die Abrüstungsklausel erfüllt hat. Es wird niemandem einfallen, fügt der „Temps" hinzu, zu behaupten, dast Deutschland nach erfolgter Aufnahme in den Völkerbund der Abrüstungsverpflichtungen ledig sein wird. Die Interalliierte Kontrollkvmmis sion wird daher auch dann bis zur vollständigen Abrüstung weiter im Amt bleiben, wobei auch die Präzedenzfälle Oesterreich, Bulgarien und Ungarn bestimmend sind, da diese Mächte in den Völkerbund ausgenommen wurden, ohne dast die militärische Kontrolle ausgesetzt worden ist. Das englisch-italienische Schuldenabkommen. Die Unterzeichnung in London. London, 27. Ian. (TU.) Heute vormittag wurde im englischen Schatzamt vom britischen Schatzkanzler Churchill und vom italienischen Finanzminister Grafen Dolpi bas englischitalienische Schuldenabkommen unterzeichnet. Rach dem Abkommen hat Italien in diesem Jahre 2 Millionen Pfund, in jedem der nächsten zwei Jahre 4 Millionen Pfund und in den darauffolgenden Jahren bis zum Jahre 1987 4i Millionen .Pfund jährlich zu zahlen. Die Zahlungen, die halbjährlich in Pfund zu leisten sind, werden mit dem l 15. März beginnen. Die italienische Goldsicherheit in London, dir im Jahre 1915 geleistet wurde, wird F bis auf eine Summe von 1 Million Pfund in Halbjahreszahlungen vom 15. September 1928 ab * bis zum 15. März 1932 zurückgezahlt werden. London. 28. Ian. (WTB.) Bei der Unterzeichnung hielt Churchill eine Rede, worin er sagte, Graf Volpi habe ihm die finanziellen und wirtschaftlichen Schwierigkeiten erläutert, denen Italien trotz der seit dem Kriege gen,achten Fortschritte gegenüberstehe. Italien aber sei ein Land, das bereit sei, den Realitäten des Wiederaufbaus der Dachkriegszeit gegenüberzutreten. Die italienische Regierung unter der sicheren Führung Mussolinis entziehe sich nicht den logischen Folgen der wirtschaftlichen Tatsachen. Man habe darauf Rücksicht genommen, dast Italien keine großen natürlichen Mineralschätze habe und einen verhältnismäßig kleinen Anteil an den deutschen Reparationen erhalte. Das Abkommen werde zweifellos zur Wiederher st ellung des italienischen Kredit« auf sicherer und. stabiler Grundlage beitragen. Gras Volpi sagte in seiner Antwort, die Regelung stelle ein billiges und ehrenhaftes Kompro- m i h zwischen den beiden Landern dar. Die ftanzöfische heeresresorm. Paris, 28. Januar. IWTD. Funkspruch.) Kriegsminister Painlev^ hat gestern abend Journalisten nähere Erklärungen über feinen Gesetzentwurf betr. die allgemeine Umbildung der Armee gegeben, der heute in der Kammer eingebracht werden soll. Es handelt sich um drei Entwürfe, die das Armeestatut bilden sollen. Der erste behandelt den Aufbau der Armee, der zweite die Bildung der Katz r e s und die Festsetzung der Effektiv-Bestände, der dritte die Rekrutierung. Eine Abänderung des Aufbaues der Armee sei notwendig, um die Herabsetzung der Dienstzeit, die von, Lande gefordert wird, durchführen zu tonnen, Doch dürfe diese Herabsetzung nur in dem Maße erfolgen, daß die Widerstandskraft der Ration gegen jeden Angriff erhalten bleibe. Das Gesetz le, von Marschall Petain unter Mitarbeit des Generalstabschefs im Kriegsministerium. D e- berrJ). ausgearbeitet worden und einstimmig vom Obersten Kriegsrat angenommen worden. Seit Friedensschiust sei Frankreich mit der Herabsetzung der Offensivkräfte vorangegan- gen. Cs habe seine Friedens-Effektivbestände sowie die Dienstzeit von 3 Jahren auf 18 Monate herabgesetzt. Um noch weiter zu gehen, sei Frankreich für die Herabsetzung der Rüstungen eingetreten, die demnächst auf der Abrüstungskonferenz besprochen werden sollen. Wenn aber Frankreich zu den von den Völkern übernommenen Verpflichtungen auch Vertrauen habe, so beabsichtige es doch keineswegs, seine Widerstandskraft gegen jede Art von Angriff zu verringern. Die britische Kohlenkrisis. London, 28. Januar. lWTB. Funkspruch.) Premierminister Baldwin erklärte gestern in einer Rede zu der Kohlenkrise, er wolle sich nicht äußern, bevor die Kohlenkommission ihren Be richt erstattet habe. Er unterschreibe jedoch jedes Wort, das Lord L v n tz o n d e r r h über diese Frage gesprochen habe. Der Lord hatte erklärt, es bestehe kein Grund dafür, dast Ende April wenn die Kohlensubmission aufgehört habe, ein Konflikt ausbrechen müßte. Die Kohlenförderung müßte ohne Herabsetzung der Löhne und ohne Verlängerung der Arbeitszeit erhöht werden. Es seien örtliche Vereinbarungen zwischen Grubenbesitzern und Bergarbeitern erforderlich. Amerikas Beitritt zum Weltschiedsgerichtshos. N e u i) o r f, 28. Ian. (TU.) Der amerikanische e> e n o t hat sich mit 89 gegen eine Stimme unter gewissen Vorbehalten für die amerikanische Teilnahme an dem Weltschiedsgerichtshof ausgesprochen, und zwar unter der Voraussetzung, dast die Vereinigten Staaten keinerlei geschäftliche V c r b i n b n n g mit b e m Völkerbund ein-- gehen. Unter ben Vorbehalten, bic mit überwältigender Mehrheit angenommen wurden, befinden sich 1. die Forderung, dast die Vereinigten Staaten sich jederzeit wieder zurückziehen können; 2. dast die Statuten des Weltgerichtshofs nicht ohne Zustim- miKig der Vereinigten Staaten geändert werden dürfen; 3. daß die Unterzeichnung der Vereinigten Staaten von Nordamerika unter das Protokoll des Gerichts nicht erfolgen darf, bevor die übrigen Nationen, die nicht Mitglieder des Gerichtshofes sind, den amerikanischen Vorbehalten zugestimmt haben; 4. dast Streitigkeiten zwischen den Vereinigten Staaten und anderen Mächten erst nach 3 u ft i m m u n g der betreffenden Parteien an den Gerichtshof überwiesen werden können. Eine Konferenz der ArbeitsminLster. Eenf, 27. Jan. (£11.) Wie verlautet, wird die Zusammenkunft der Arbeitsminister D e u t sch- lands, Belgiens, Frankreichs und Englands, die bereits im Juli vergangenen Jahres stattfinden sollte, in diesem Frühjahr vor der Genfer Tagung der internationalen Arbeitskonferenz in London erfolgen. Bei dieser Besprechung handelt es sich um eine Verständigung über eine gleichmäßige Anwendung des Achtstundentages in den betr. Ländern. Der preußische Staatshaushalt. Die Ctatrede des Ainarizmirristers im Landtag. Berlin, 27. Ian. Auf der Tagesordnung steht als erster Punkt die erste Beratung des Haushalts für 1926. Die allgemeine Aussprache soll erst am Donnerstag beginnen. Finanzminister D r. Hoepker- Aschoff bringt den neuen Haushalt ein und führt aus; Die Finanzverwaltung verfügte bei Beginn des Rechnungsjahres 1925 über einen Betriebsf on»ds von 200 Millionen Mark. Daraus sind aber vorschußweise erhobene Beträge zur Deckung von Ausgaben verbraucht, für den Ausbau der Elektrizitätswerke, der Häfen und der Bergwerke sowie für Zwecke der Landeskultur. Außerdem muß der Betriebsfonds dazu dienen, die erheblichen Fehlbeträge abzudecken. Rach dem Haushaltsplan für 1925 beträgt der Fehlbetrag des laufenden Jahres 229.1 Millionen Mark. Rach der bisherigen Entwicklung darf damit gerechnet werden, daß dieser Fehlbetrag sich ermäßigen wird. Es kann damit gerechnet werden, daß die ilebertoetfungen aus der Einkommen- und Körperschaftssteuer dem preußischen Staate im laufenden Jahr ein Mehr von etwa 40 Millionen bringen und die Einnahmen aus Preußens (Steuern ein Mehr von 20 Millionen. Trotzdem wird der Betriebsfonds am Ende des Rechnungsjahres voraussichtlich verbraucht sein, zumal durch die Hochwasserschäden und die Erwerbslosigkeit dem (Staate zur Zeit außergewöhnliche Ausgaben entstehen. Am so mehr wird es notwendig fein, den Haushaltsplan für 1926 unter allen Am- ständen ins Gleichgewicht zu bringen. Der Haushalt für 1926 schließt Einnahmen und Ausgaben mit einer Gesamtsumme von 3 322 331 Mark ab. Wenn man die laufenden Posten aus- scheidet, so ergibt sich, daß sich die dauernden Ausgaben gegenüber dem Jahre 1925 um 73,9 Millionen, die einmaligen Ausgaben um zwei Millionen vermehrt haben. Da aber der Haushaltsplan 1925 mit einem Fehlbetrag von 229,2 Millionen abschloß, reicht diese Verbesserung nicht aus. Es muß vielmehr aus der Hauszingssteuer noch ein Betrag von 92 Millionen für den allgemeinen Finanzbedarf des Staates bereügeftellt werden. Es läßt sich nicht verk.nnen, daß der Haushaltsplan für 1926 nochimmer eine vielzu ft arte Steuer- belaftung vorsieht. Es wird daher Aufgabe der Staatsregierung und des Landtages sein müssen, durch weitere Ersparnismaßnah- wen den Bedarf des Staates einzuschranken. Solche Ersparnisse sind in großen Ausmaßen nur möglich, wenn die Personalausgaben vermindert werden. Schon in diesem Jahre ist die Zahl der Beamten um 751 Köpfe vermindert worden. Eine weitere Verminderung kann nur durch eine großzügige Verwaltungsreform durchgeführt werden, zu der die Vorarbeiten mit allem Rachdruck begonnen werden müssen. Das Haus vertagt sich nach drei Ahr auf Donnerstag ein Ahr. Beginn der Etatsberatung für 1926. Rheinischer Provinzial-Landtag. Düsseldorf, 27. Ian. Der 70. Rheinische Provmziallandtag wurde im Sländehaus zu Düsseldorf durch eine Rede des Oberpräsidenten der Rheinprovinz, Dr. Fuchs, als Staatskommissar eröffnet, in der es u. a. heißt; ..Wir freuen uns aufrichtig und herzlichst mit der Bevölkerung der in der Räumung begriffenen sogenannten Kölner Zone daß sie nunmehr in kürzester Zeit von der drückenden Last einer mehr als sieben Jahre dauernden Besatzung frei sein wird. Es soll auch nicht verkannt werden, daß seit Locarno eine gewisse En tsp annung und mancherorts auch eine Besserung der Verhältnisse eingetreten ist. Aber es bleibt doch noch außerordentlich viel zu wünschen übrig. Insbesondere ist die Bevölkerung der besetzt bleibenden zweiten und dritten Zone tief verstimmt über die Stärke der ihr auch weiterhin auferlegtcn Besatzung. Wir toollen, obwohl es nachgerade schwer wird, die Hoffnung noch nicht aufgeben, daß es den eingeleiteten diplomatischen Schritten gelingen wird, eine befriedigendere Lösung dieser und noch anderer uns stark bewegenden Fragen herbeizuführen. Der Landeshauptmann Dr. h o r i o n erklärte, daß die Hochwasserschäden in der Rheinprovin; nach den bisherigen Ermittlungen 50 Millionen Mark betragen. In früheren Jahren wäre cs verhältnismäßig leicht gewesen, bic Folgen solcher Katastrophen zu überwinden, weil sowohl die öffentliche als auch die private Wirtschaft sich in guter Verfassung befunden habe. Heute sei die private und auch die öffentliche Wirtschaft völlig zusammengebrochen. Die finanzielle Lage der Rheinprovinz sei durch den Finanzausgleich außerordentlich u n - günstig beeinfußi worden. Nicht weniger als fünf Millionen Mark Mindereinnahmen habe die Provinz durch den Finanzausgleich an Steuerüberwei- fungen zu verzeichnen, so' daß voraussichtlich der ordentliche Haushaltsplan mit einem Defizit von fünf Millionen abschließe. Dazu komme jedoch der außerordentliche Haushaltsplan von 5,9 Millionen Mark, für den eine Deckung nicht vorhanden sei. Die Aussichten für den nächsten Haushaltsplan feien jedoch noch viel ungünstiger. Nach Mitteilungen aus Berlin werde die Rheinprovinz im kommenden Verwaltungsjahre an Reichssteuerüberweisungen acht Millionen weniger bekommen als im Vorjahre. Trotz dieser schwierigen Verhältnisse habe der Provinztalausschuß jedoch beschlossen, neben der bereits für Hochwasserschäden bewilligten Summe von 1,2 Millionen Mark noch eine weitere Million Mark und 600 000 Mark für besondere Schäden zu bewilligen. Die Landesbank habe darüber hinaus drei Millionen Mark zu billigem Zinsfuß zur Verfügung gestellt. Wichtig fei neben diesen Hilfsmaßnahmen die Porsorge für einen ausreichenden H o ch w a s s c r f ch u tz. Im Anschluß an die Aussprache über die Hochwasserkatastrophe wurden die Wahlen zum preußischen Staatsrat vorgenommen. nach deren Ergebnis das Zentrum sieben, die Arbeitsgemeinschaft drei, die Sozialdemokraten und die Kommunisten je zwei und die Wirtschaftliche Vereinigung einen Sih erhalten. Gewählt wurden u. a. Dr. Adenauer- Köln, Geheimrat Hagen-Köln. Prälat Dr. Kaas- Trier, Geheimrat Peter Klöckner, Oberbürgermeister Dr. Jarres, Dr. Krupp von Bohlen und Halbach. Antideutsche Demonstrationen in Neapel. Neapel, 27. Jan. (TU.) Die Neapeler Studentenschaft veranstaltete mehrere Demonstrationsumzüge zum Protest gegen bic deutsche Boykottbewegung. Da die Carabinieri die Straßenzugänge zum deutschen Konsulat abgesperrt hatten, kam es zu keinem Zwischenfall. Der faszi- stische Provinzialsekretär sandte namens der Studentenschaft an Mussolini ein Telegramm, in dem er dagegen protestiert, daß „der Besiegte von gestern die Rechte aus dem italienischen Siege verunglimpfe". Kleine politische Nachrichten. Als Termin für die Reife des Reichspräsidenten in bas demnächst freimerbenbe Gebiet ist der 21. unb 22. März festgesetzt worben. Mit ber Aufstellung des Reiseplanes ist der Oberpräsident der Rheinprovinz z. Z. beschäftigt, der auch mit den in Frage kommenden Stellen wegen der Einzelheiten in Verbindung getreten ist. Der Besuch wird den Reichspräsidenten auch noch Köln führen. Am 2. Tag wird ein kurzer Besuch in Bonn stattfinden. Die Königlich schwedische Akademie der Wissenschaften hat zum Mitglied den Reichskanzler Dr. Luther gewählt. In P i r m a s e n s hat die Vereinigung sSlbstän- biger Handelsgärtner als Protest gegen die Unterdrückung Deutscher in Südtirol einstimmig beschlossen, die Einfuhr von Schnittblumen aus Italien solange zu boykottieren, als Deutsche in Südtirol unter dem Faszismus schmachten. Gleichzeitig wird um gleiche Stellungnahme der Obst- und Gemüsehändler zur Unterbindung der Einfuhr von italienischen Früchten ersucht. Rach einer Mitteilung des Presseamtes des Regierungschefs betrug die Bevölkerung Italiens am 31. Dezember 1925 42 115 606 Personen. Das sind drei Millionen mehr als bei der letzten Volkszählung vor vier Jahren. Der demokratische Abgeordnete Dr. Dehne ist vom Ministerpräsidenten Held zum sächsischen Fininzminister als Rachfolger des zum Reichsfinanzminister ernannten Dr. Reinhold ernannt worden. Die Rheinlandkommission hat den Ausweisungsbefehl gegen den früher in Wiesbaden tätig gewesenen Chefredakte>' Heinz Gorrenz nach dreijähriger Dauer aufg oben. Wie die „Voss. -3tg.“ aus Bukarest meldet, erlitt der rumänische Ministerpräsident Bra-- tlanu am Dienstagabend einen schweren Schlaganfall. Aus aller Welt. Der Kreuzer „Berlin" vor Buenos Aires. Buenos Aires. 26.Jan. (Wolff.) Die Offiziere und Mannschaften des Kreuzers „Der- iin" wurden beim Kirchgang am Sonntag auf dem Wege überall vonr Publikum enthusiastisch begrüßt. Am Mittag waren die Offiziere von ihren argentinischen Kameraden auf dem argentinischen Kreuzer „Garibaldi" zum Frühstück eingeladen. Gleichzeitig waren im Arsenal die Unteroffiziere Gäste des argentinischen Marineunteroffizierkorps. Außerdem fand ein Frühstück für die Mannschaften auf Einladung 6er argentinischen Matrosen des „Garibaldi", des Arsenals und der Handwerkerschule statt. Im Gebäude der Handwerkerschule.sand am Rach- mittag ein Fußballspiel zwischen den Mannschaften des Kreuzers und des „Deutschen Fußballklubs" statt, wofür der letztere einen Pokal gestiftet hatte. Das Wettspiel, bei dem der deutsche Gesandte den Ballanstoß gab. blieb unentschieden. Anterdessen besuchten die Offiziere des Kreuzers die Rennbahn, wo sie vom Ausschuß des Iokeiklubs, des ersten gesellschaftlichen Klubs in Buenos Aires empfangen wurden. Am Abend fand ein E m p f a n g s b a l l in den Räumen des Gesangvereins „Germania" für • Offiziere. Kadetten und Mannschaften statt. Am 25. Januar vormittags folgte Besuch der großen Gefrierfleischfabrik sowie ein Besuch der nahegelegenen Provinzstadt La Plata mit Rundfahrt. Rachmittags wurde an Bord des Kreuzers Tee für die deutsche Kolonie und die argentinische Gesellschaft sowie argentinische Offiziere gegeben. Der Kreuzer war am Freitag- und Sonntagnachmittag für den allgemeinen Besuch freigestellt. Alle argentinischen Zeitungen bringen reich mit photographischen Aufnahmen illustrierte lange Berichte über den Kreuzerbesuch. * Der Kreuzer „Berlin" nimmt Kohlen für die Abreise ein. Die dienstfreien Offiziere und Mannschaften machten noch Ausflüge und Besuche. Die argentinischen Offiziere, die dein Kreuzer zugeteilt sind, stellten den deutschen Kameraden Automobile und Eintrittskarten usw. zur Verfügung. Der Marineminister, Admiral Domeco Garcia, hat eine Einladung zu einem Abschiedsbankelt im Eentranaval Klubhaus ergehen Taffen, an dein aufcer dem Gesandten und Kommandanten und mehreren Offizieren des Kreuzers eine Anzahl argentinischer Admirale und Marineoffiziere sowie der Generalinspektor des argentinischen Heeres, General U r i b u r u, teilnehmen. w Fttegerabsturz. Mittwochnachmittag 1.45 Uhr stürzte der Flieger Rudolf Kühn auf dem Flugplatz Staaken mit einem dem Weltseglerverein gehörenden Kleinflugzeug tödlich ab. In ungefähr 100 Meter Höhe klappten die Flügel nach oben zusammen, worauf das Flugzeug zu Boden sttirzte. Der Flieger war sofort tot. Ein deutscher Derkehrsfilm für Amerika. Das Auswärtige Amt in Berlin hat die Reichsbahndirektion Karlsruhe um Ueberlaffung ihres Films „Dom Rhein über den Schwarzwald zum Bodensee" ersucht, um ihn . der deutschen Botschaft in Washington zur Verfügung zu stellen. Diese teilt ihn durch Vermittlung amerikanischer Filmgesellschaften an verschiedenen Orten der Vereinigten Staaten zur Vorführung bringen. Bevor der Film seine große Reise über den Ozean antritt, wird er 'n der amerikanischen Botschaft vor geladenen Gästen, Vertretern der Regierung der Vereinigten Staaten. Handel und Industrie, der Presse und der großen Reiseunternehmung vorgeführt werden. Aus der provinzialhauptstadt. Gießen, den 28. Januar 1926. Märkte im Februar. G ießen : 2. und 16. 2. Rindoiehrnärkte, 3. unb 17. 2. Schweine- und Schlachtoiehrnärkte. Friedberg: 16. 2. Pscrdemarkt, 17. 2. Schwei ne- unb Krämermarkt. B u!;, bad): 11. 2. Schweine- marFt. H e l b e n b e r g e n: 15. 2. Krämermar> t. Bübingen 2">. 2. Krämer- unb Schweineinani, 24. 2. Krämermarkt. Nidda: 17. 2. Krämer- und Schweinemarli. Echzell: 8. 2. Schweinemarkt. A l s f e I b : 1. 2. Viehmarkt. Lauterbach. 24. 2. Rinbvieh- unb Schweinemarkt. Schlitz: 10 2 Krämermarkt. H e r d st e i n: 16. 2. Kramermarkt. Babenhausen II: 24. 2. Krämer- u. Schweim markt. Wetzlar 24.2. Krämer- unb Vieh- martt. Herborn: 1. unb 25. 2. Krämer-, Rinbvieh- unb Schweinemarkt. Leun: 18. 2. Krämei- marft. W e i l b u r g: 16. 2. Krämer-, Schlacht- unb Zuchtviehmarkt. Marburg: 18. 2. Krämer- unb Schweinemarkt. Hartenrob: 16. 2. Krämer- unb Schweinemarkt. Kirchha in: 23. 2. Rinbvieh- und Schweinemarkt. Aufnahme von Schulkindern in die höheren Schulen. Das Landesamt für das Dildungswesen hat an die Direktionen der höheren Schulen, die Leiter der höheren Bürgerschulen und die Kreis- und Stadtschulämter ein bedeutsames Anschreiben gerichtet, in dem die Bestimmungen zur A u f - nähme von Schulkindern in die höheren Schulen angegeben sind. Hiernach werden zur Aufnahme in die unterste Klasse der höheren Schule zugciafsen: 1. Schulkinder nach vierjähriger Grundschulpflicht, 2. im Einzelfall besonders leistungsfähige Schulkinder nach Anhören des Grundschullehrers unter Genehmigung der Schulaufsichtsbehörde schon nach dreijähriger Grundschulpflicht. Im Folgenden werden dann die mit den übrigen Ländern vereinbarten Richt- limen für die Aufnahme von Schulkindern be- lanntgegeben. Unter den ..besonders leistungs- fahigen Kindern" sind solche Schüler und Schülerinnen zu verstehen, deren geistige und körperliche Veranlagung und deren Schulleistungen bestimmt erwarten lassen, daß sie über das Ziel ihrer Klasse hinaus ohne äleberspannung ihrer Kräfte im Unterricht der nächst höheren Altersund Klassenstufe auf die Dauer mit guten Schülern. die den ordentlichen Bildungsgang durchlaufen haben, Schritt halten können. Die besondere Leistungsfähigkeit eines Kindes wird fest- gestellt a) auf Grund feiner Klassenzeugnisse; b) auf Grund eines eingehenden Gutachtens des GrundschullHrers; c) auf Grund eines Gutachtens des Schularztes oder eines beamteten Arztes über die körperliche Eignung und Leistungsfähigkeit des Kindes, soweit im Ginzelfall ein ärztliches Gutachten überhaupt erforderlich erscheint; d) auf Grund des Ergebnisses der Aufnahmeprüfung in eine mittlere oder höhere Schule. Die zur Aufnahme zugelassenen Schulkinder haben sich alle einer schriftlichen und mündlichen Prüfung im Deutschen und Rechnen zu unter- ziehen. Die Prüfung erstreckt sich auf das Pensum des dritten Grundschuljahres. Die schriftliche Prüfung im Deutschen besteht aus einem Diktat Der Text dieses Diktates, ebenso wie die Aufgaben für die schriftliche Prüfung im Rechnen, können für alle Schulen gemeinsam von dem Landesamt für das Bildungswesen gestellt werden. Die Prüfung ist bestanden, wenn die Leistungen im Deutschen und Rechnen gut sind. Wcttcrvoransmgc. -trüber unb Riederfchlagsneigung, milde, auch nachts Temperaturen über Rull. Während in Süd- und Mitteldeutschland unter der Einwirkung eines Zwischenhochs zeitweise heiteres Wetter bei stärkerem nächtlichen Temperaturfall eingetreten ist, hat der westliche Wirbel seine Ausläufer weiter nach Rord- unb Rordwestdeutschland vorgeschoben. Ihr Einfluß wird sich auch in unserem Bezirk bald stärker auswirken. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum: 6,6 Grad C. Minimum: minus 0,3 Grad L. Morgentemperatur: 0,2 Grad 07 FEINKOST-MARGARINE ialhaupW. tn 28. Januar 1926. Februar. 2. Mdviehmiirkle, 3. jnb Schlachtoiehm8rkic. »markt, 17.2. Schwems- 'nd): 11. 2. Sd)toeiPc : 15. 2. Arämemn'i. ner- und tidjmeinemorii, da: 17.2. Krämer- und : 8. 2. Schweinernem, t. Lauterbach:21.2. lorft Schlitz: 10. 2. i: 16. 2. firämerrnnr?!. I Srqtnen u. Stfjwirw firatner uni Mch 25. 2. Kramer-. Rind- leun: 18. 2. Krame, Kromer-.. Schlacht-- und 18. 2. Krämer- und ob: 16.2. Krämer- und in: 23.2. Rindvieh- und Schulkindern in i Schulen. das Dildungstoesen hat höheren Schulen die -rlchulen und die Kreis- »edeutsames Anschre-ben Kimmungen M Aul- Hern in die hoye- sind. Hiernach werden rfc Klasse der höhnen fiinbct nach Kg’ l rod) 'M»” “ 4“ 8J» ch den werden dann M tn vereinbarten e vvn Tchulk'ndm be- n ..besonders le'smgs ilchc Schüler und Schü ’S?* L «gySJt *“? Sw®}1'8 oder yo^Dn-er tlrchenunv «d lichres. Mal. S fÄ «* ebenso »«J Rechnen. PE? ' von de"> , geinemsa^gt 1^’ SSt*»** tP»',cL <* aus- 8fr Jm&S? statt, -v toutbt ?■ mit bRM9{'1,'ni|£, ?9e unb 8elL®ami: dem ÄtJpJ. Die geraden A.,^'eil! >eco g?' - Ma- ArKsK «.A'« ta Sfeiei««. k«»< ' ** P® sjir Amerika. ^e.um^eberlassung 1 n über be° jÄsaft &ni?2 Laoten zur wr der M feine «"tritt, wird er Ast vor geladenen Aegierung der Qkt- wb Industrie, der leueunternehmung vorauf (Recht Fordern. Sie die „Blauband-Woche“ zu jedem Pfand. 8380 ersetzen. 850B 846 D ten sind ohne Derbindlich'oit der Redaktion.) bekanntgegeben. Der Jagdvorsteher. Barth. junge ®emflfe-6rbfen junge GrDfen. miltelfeln junge Grtfen, fein junge GrBfen m. soroften junge Sflnlttuognen junger spinnt junge mW junge Jeltoroer Bühdien nünlttfunrgel. mittelftort Für jedes Forstamt bzw. jede Gemeinde und jedes Los ist ein besonderer Angebotsoordruck zu benutzen. Eröffnung der Gebote: Montag, den 8. Februar 1926, vormittags 10 Uhr, zu Gietzen im Hotelrestaurant Hindenburg, Seltersweg. Darmstadt, den 20.Januar 1926. hessisches Ministerium der Finanzen Abteilung für Forst- und Kameral- vernraliung. berührt. Gießen, 27.Januar 1926. Stadtkaffe Gießen. AächstenSamstag, Sälhr anfangend, kommen in dem Södeler Gemeindewald folgende Holzsortimente zur Versteigerung. Eichenstammholz 2. Klaffe 2 Festmeter 3. „ 2 Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber kein"rlei Verantwortung.) Mangelhafte Strahen-Erneuerung zwischen Hörnsheim und Großea-Linden. Die Straße Hörnsheim—Großen- Linden ist schon seit vielen Fahren in einem Zustande, der uns an polnische Verhältnisse bitter erinnert. An maßgebender Stelle scheint man dies endlich eingesehen zu haben, was lobend er^ wähnt werden muh. Aber der Passant kann auf den Gedanken kommen, dah die gute Absicht der Behörde in unsachgemäher Weise in die Tat umgeseht werde. Man schüttet dicke spitze Klops- steine auf die Strahe, ohne sie zu tvalzen. und überläßt es dem Fahrer und Passanten, sich einen Weg um die Steinhaufen herum zu bahnen, den Weg auf den Straßenrand zu verlegen und dadurch die Strahe erst recht unpassierbar zu machen. Wenn auch die Grenzbewohner zweier Staa- ten von jeher an schlechte Verbindungswege gewöhnt sind, so ist es doch nicht nötig, durch solche Straßenbeschaffenheit dauernd an mittelalterliche Staatenabgrenzung zu erinnern. In banger Erwartung sehen die Bewohner des Rochbarstaates der notwendigen Bearbeitung der übrigen Verbindungsstrahen entgegen (Hochelheim—Langgöns. Riederkleen—Langgöns, Riederkleen—Pohlgöns). K. 6. „ 21 Hessische Bürgermeisterei Sodel. Dillenburger. 831D Zagdveryachtung. Mittwoch, den 3. Februar 1926, nach, mittags 3 Uhr, soll in der Wirtschaft von Ludwig Wagner III. die der Gemeinde Allendorf a. d.Lahn zustehende Jagd, ca. 1600 Morgen groß, auf sechs Jahre verpachtet werden. Die Bedingungen^ werden bei der 23er* steigerung bekanntgegeben. 842D Allendorf a. d. Lahn, 27. Januar 1926. Bürgermeisterei Allendorf a.d.Lahn. Volk. Siloöofe 0.85 .. 1.25 . 2.10 „ 1.20 . 1.00 „ 0.85 . 0.85 , 120 . 3.25 Heinrich Driesch Settersweg 70. 629a fj.fi. 30. Eine Entschädigungspflicht des Staates besteht nicht. Solche Holzeinfuhren, bei denen ein gewisser hoher Prozentsatz (etwa $ oder mehr) des Kaufpreises bereits angezahlt ist, werden auf Antrag beim Reichsernährungsministerium genehmigt. Bei anderen Geschäften muß eine besondere Notlage nachgewiesen sein, damit unter Umständen ausnahmsweise die Einfuhrbewilligung erteilt wird. Der Holzhandel ist durch diese Gestaltung der Dinge naturgemäß schwer betroffen und hat die notwendigen Schritte bei der Reichsregierung seinerzeit unternommen, ohne daß ein weitergehendes Ergebnis, als oben angegeben, erzielt wäre. Nach den übermittelten Angaben ist es u.E. möglich, daß der thüringische Holzhändler zu den aus diese Weise be- Zeit in Feindschaft miteinander. Im vergangenen Oktober kam es zu verschiedenen Zusammenstößen zwischen ihnen und ihren Frauen, bei denen auf beiden Seiten schwere Beleidigungen gefallen sein sollen. Diese bilden den Gegenstand von v i e r P r i- vatklagen gegeneinander. Jeder der Beteiligten stellt in Abrede, seinerseits beleidigende Lleußerun- gen getan zu haben, und schiebt dem andern die alleinige Schuld zu. Nach umfangreicher Beweisaufnahme in zwei Sachen gelingt es, die Parteien in allen vier Sachen zu vergleichen. Alle unter Anklage gestellten gegenseitigen Beleidigungen wer. den mit Bedauern zurückgenommen. Insbesondere erklärt der eine Privatkläger, daß es ihm fern- gelegen habe, das Andenken an den verstorbenen Vater des andern Privatklägers auch nur im geringsten zu kränken. Er habe ihn vielmehr stets für einen Ehrenmann gehalten und stehe auch heute noch auf diesem Standpunkt. Jeder Teil trägt die auf seiner Seite erwachsenen Kosten, die ziemlich umfangreich sind. Die nicht unerheblichen Gerichtskosten werden geteilt, und die Privatklagen zurück- genommen. Briefkasten der Redaktion. Rundfunk-Programm deS frankfurter Sender-. (Aus der „Radio-Umschau".) Freitag, 29. Januar: 3.30 bis 4 Uhr: Die Stunde der Juaend. „Schiffsjungendienst auf einem Ozeandreimaster", Vortrag von Direktor Menne. Für Kinder vom 13. Jahre ab. 4.30 bis 6 Uhr: Hausfrauennachmittag. Programm u. a.: „Berufstätige Frauen im alten Frankfurt", Vortrag von Justizrat Dr. A. Dietz. 6 bis 6.30 Uhr: Die Lesestunde (Briefliteratur): Aus dem Briefwechsel zwischen Goethe und Zelter. 6.30 bis 7 Uhr: Uebertragung von Kassel — Vortrag von Ernst Krenek, musikalischer Beirat am Staatstheater Kassel: „Moderne Formen der Parodie". 7 bis 7.20 Uhr: Zwanzig Minuten Umschau über die Fortschritte in Wissenschaft und Technik. 7.20—7.30 Uhr: Film-Wochenschau. 7.30 bis 8 Uhr: Italienischer Sprachunterricht. 8 bis 9 Uhr: Symbolistische Dichtung und Musik. 9 bis 10 Uhr: Anton Dvoräk. Kirchliche Nachrichten. Israelitische Gemeinden. Isr. ReligivnSgemelntzr. GotteSd.t. d. Synagoge (Südanlage). Samstag, 30. Januar 1926. Vorabd. 5.00, morg. 9.00, abds. 5.25 u. 6.05. Gottesdienst der isr. Religionsgesellschaft. Sabbatfeier, den 30. Januar 1926. Freitag abds. 4.50, Samstag vorm. 8.30, nachm. 3.30, Sabbat- vusg. 6.05. Wochengottesdienst morg. 7.00 und abds. 4.30. sonders geschädigten Firmen gehört. Eine weiter- gehende Beurteilung des Falles ist auf Grund der übermittelten Angaben nicht möglich. ft. in 0.: 1. Die Unterhaltungs pflicht ist Holzverstergerung des Gräflichen Forstamks Laubach. Dienstag, den 2. Februar, 101 Uhr vor- mittags, im Gasthaus „Zur Traube" zu Laubach, aus den Distrikten: Eichelgarten la, 3b, Herrnzipfen, Weidenau la, 3 und 4, Heinzederg 3b, Tränkbach 2, Ziegenberg 1b, Liesewäldchen 1, Kreuzseener- berg 3a, 3b, Steinbiegel la des Försterbezirks Freienseen: rm Scheiter: 443 Buche 1., 60 Buche 2. Klasse, 15 Eiche, Birke 1. und 2. Klasse, 4 Weichholz 1. und 2. Klasse; Knüppel: 285 Buche 1., 50 Buche 2. Klasse, 37 Eiche, Birke, Obst- baum 1. und 2. Klasse; 28 Nadel- und Weichholz 1. und 2. Klasse; Stocke: 73 Buche, 110 Nadel; Reisknuppel: <4 Buche, 5 Eiche. Kohlreiser und Leseholz flächenweise. Blau unterstrichene Nummern werden nicht angeboten. Auskunft erteilt Herr Förster Krautwiirst, Forst- haus Glashütte bei Freienfeen. 839D 5llbmission§holzverkauf. Aus hessischen Staats- und Gemeindewaldungen verschiedener Forstämter der Forstbezirksgruppen Gießen und Nidda kommen zum Submissionsverkauf: ftlefern-Schnittholz: 83 fm; ftiefem- Bauholz: 1020 fm; Fichlen-Bauholz: 5722 fm; sonstiges Stammholz: ftieser: 138 fm; sonstiges Stammbolz: Fichte: 3502fm; sonstiges Stammholz: Lärche: 25 fm; Derbstangen: Fichte: 30 fm; Nuhknüp- pel Reisig: Fichte: 175 rm. Das Nähere geht aus dem Holtzver- zeichnis hervor, das ebenso wie die Zahlungsbedingungen und Angebotsvordrucke auf Anfordern kostenlos von unserem Sekretariat bezogen werden kann. Gebote sind verschlossen mit der Aufschrift „ S ubmissionsholzverkauf aus Staats- und Gemeindewald" bis spätestens Montag, den 8. Februar d. 3., vormittags 9 Uhr. bei dem Forstamt Gießen zu Gießen, Mlhelmstrahe 56, einzureichen. Gebote, die nach diesem Termin einlaufen, werden nicht berücksichtigt. In den Geboten ist ausdrücklich anzugeben, ob der gebotene Preis für geschältes oder nicht geschältes Holz gilt. Falls nichts bemerkt ist, gelten die Gebote für nicht geschältes Holz. In diesem Falle ist bei bereits geschältem Holz der Käufer verpflichtet, den Schälerlohn zu Zägdverpachtung. Donnerstag, 11. Februar 1926, nachmittags 2 Uhr, soll in der Wohnung des Unterzeichneten die der Gemeinde Alten- vers zustehende, ca. 296 Hektar große Feld- und Waldjagd auf weitere 6 Jahre öffentlich verpachtet werden. Das Jagdrevier ist in 30 Minuten von der Bahnstation Damm sowie von Lohra zu erreichen. Bemerkt wird, daß im Wildbestand auch Hirsche sich befinden, welcher einen guten Anstand bietet. Die Bedingungen werden im Termin Zagdveryachtung. Donnerstag, den 4. Februar, vormittags 11 Uhr, kommt die der Gemeinde Rodheim a.d. Horloff zustehende Feld- und Waldjagd auf hiesigem Rathaus auf weitere sechs Jahre zur Verpachtung. Nähere Bedingungen werden vor der Verpachtung bekanntgegeben. Rodheim, 26. Januar 1926. Hessische Bürgermeisterei Rodheim. Hofmann.840D Kirche und Schule. Kirchenvorfteher-Tagungen. Neben den kürzlich angekündigten drei Tagungen für Kirchenvorsteher im südlichen Oberhessen finden im März noch zwei Kirchenvorstehertage im nördlichen Oberhessen statt, und zwar der eine in Schlitz, in Nieder-Gemünden oder in Ehringshausen der andere. Schöffengericht Gießen. Die tog-gen Betrugs und Urkundenfälschung vorbestrafte, etwa 30 Jahre alte, aber viel jünger. säst kindlich wirkende gewerbslose, geschie-- bene Frau H. B. aus Berlin zag vom Sommer Ms zum Winter des vergangenen JahreS mit einem blonden Pagenkopf und einem zweijährigen Kind mitleiderregend in der Welt herum, mietete sich in guten Pensionen ein, von wo sie, toemx die Zeche eine angemessene Höhe erreicht hatte, verschwand, und verstand es durch die Vorspiegelung, sie habe ihre Geldtasche verloren und dgl. mehr, von Pfarrern und anderen gutmütigen Leuten Geld zu erschwindeln. Sie erhielt wegen Betrugs in elf Fällen und Betrugsversuchs in einem Fall eine Gesängnisstrafe von neun Monaten. Wegen Verfälschung einer Arbeiterwochenkarte erhielt ein Arbeiter aus ^Urichstein eine Gefängnis st rase von zwei Wochen. Dabei wurde zu seinen Gunsten angenommen, daß er den Charakter der Urkunde als einer öffentlichen nicht erkannt, sie vielmehr für eine Privaturkunde gehalten hatte. Auf eine I Geldstrafe konnte nicht erkannt werden, weil er die Tat begangen hatte, um sich einen Vermögensvorteil zu verschaffen. Weil diese Absicht nicht sestgestellt werden konnte, kam ein Viehhändler aus Brandobern- dorf wegen Verfälschung eines Ursprungszeugnisses mit einer G eld - strafe von 15 0 Mark davon, die an Stelle einer an sich verwirkten Gefängnisstrafe von einem Monat verhängt wurde. Wegen AotzuchtSversuchs erhielt der Arbeiter W. G. von Bieder-Florstadt eine Gefängnisstrafe von zwei Jahren. Die Verhandlung fand unter Ausschluß der Oeffent- lichkeit statt. Amtsgericht Gießen. Gießen, 23. Jan. Die Familien zweier Handelsleute aus Grüningen leben seit längerer die Verwandten in gerader Linie beschränkt. Maßgebend sind auf den verschiedenen Seiten die Bedürftigkeit und die Leistungsfähigkeit. 2. Sehen Sie. daß der Verarmte in die St leinten tnerfürforge ausgenommen wird, und zwar durch das für ihn zuständige Kreisamt Büdingen. M. in L. Die Uebernahme der von Ihnen ge schilderten besonderen Verpflichtungen, wie Sie Ihr Mieter übernommen hatte, liegt unseres Dafürhal tens außerhalb des Rahmens des Mietvertrages und stellt elfte besonders übernommene Pflicht des Mieters dar. Solches ist jedoch nicht zweifelsfrei. Laden Sie erforderlichenfalls Ihren Gegner vors Amtsgericht zu einem Sühneversuch. f). L. Wenden Sie sich wegen Ihrer angeblichen amerikanischen Erbschaft unter genauester Darlegung aller einschlägigen Verhältnisse und insbesondere Ihrer verwandtschaftlichen Beziehungen zumErdlas [er zunächst an das Auswärtige Amt in Berlin, das Ihnen weitere Auskunft erteilen wird. 21. B. B. Sie müssen sich bei der Behörde er kundigen, die für Ihre Pension zuständig ist. ft. L. 1. Wegen Einstellung bei der Truppe ftagen Sie bei einem Truppenkommando an. Wol len Sie zur Schupo, so erkundigen Sie sich bei deren Kommando in Darmstadt. 2. Erkundigen Sie sich . doch mal beim Versorgungsamt. frr Metzeuer Wochenmarltpreise. Cs kosteten auf dem heutigen Wochenmarkte: Butter 160—180, Matte 35—40, Käse 60—70, Wirsing 20—40, Weißkraut 15—20, Rotkraut 20-25, qelbe Rüben 20, rote Rüben 15, Spinat 60, Unter- Kohlrabi 10—12, Grünkohl 30, Rosenkohl 70, Feld- salat 120, Zwiebeln 20, Meerrettich 730—100, Schwarzwurzeln 50—70, Kartoffeln 4 5, Aepfel 15 bis 18, Birnen 30, junge Hahnen 130, Suppenhühner 130, Nüsse 70, Endivien 100—120 Pt. je Pfund Eier 19—20, Blumenkohl 60—180, Lauch 5 bis 15, Sellerie 20—70 Pf. je Stück. Bornotizcn. — Tageskalender für Donnerstag: Deutsche Demokratische Partei: 8.30 Uhr, Gewerbehaus, Hauptversammlung. — Skiklub Sauerland, Ortsgruppe Gießen: 8.30 Uhr, Cafs Astoria, Mitgliederversammlung. — Lichtspielhaus, Bahnhof« straße: „Bismarcks — Astoria-Lichtspiele: „Aben- t<*ucr einer Hochzeitsnacht". Gchenlliche Mahnung folgende Abgaben werden hierdurch mit Frist bis einschließlich 5. Februar 1926 gemahnt: 4. Ziel Kanal-, Straßenreinigungs- und Müllabfuhrgebühren 1925, 3. Ziel Gemeinde-, Kreis- und Provinzialumlage 1925, 5. Ziel Sondersteuer vom bebauten Grundbesitz 1925 einschließlich Erhöhung des 4. Ziels, 5. Ziel Sonderfteuer für den Kreis Gießen für 1925. Nach Ablauf dieser Frist erfolgt die Beitreibung, wobei die oorgeschriebenen Kosten erhoben werden. Die Zahlung von Verzugs-Zuschüssen wird durch diese vekannlmachnng nicht '* Warnung vor Werbern der Fremdenlegion. Wie uns aus Sauter« l; a ch gemeldet wird, ist vor lvenigen Tagen ein C1;g Gießen stammender junger Mann Wertem der Fremdenlegion in die Hände gefallen uni) -verschleppt worden. Er hielt sich auf einer Geschäftsreise in Marburg auf. Unter Anwendung narkotischer und alkoholischer Mittel wurde er in einen willenlosen Zustand versetzt und in einem Auto nach Griesheim gebracht, wo er sich dem Vernehmen nach, nachdem er wieder zur Besinnung gekommen ist, weigert, seine Unterschrift unter den Vertrag zu setzen, in dem er sich als junger Deutscher mit Haut und Haaren Frankreich verschreiben würde. Es wird natürlich alles geschehen, um dem jungen Mann in seiner gegenwärtigen Lage Hilfe zu bringen und ihn vor einem schlimmen Schicksal zu bewahren. Für unsere Jugend heißt es: Vorsicht vor unbekannten Menschen, die zum Bier oder Wein emladen! ** Der Mietzuschlag für 'Räume zu gewerblichen Zwecken beträgt für den Monat Januar: bei 601 bis 1800 Mk. jährliche Frie- bensmiete 10 Prozent, über 1800 Mk. jährliche Friedensmiete 15 Prozent der Miete. Bei Friedensmieten unter 600 Mk. ist kein Zuschlag zu erheben. ** Personalien. Der im einstweiligen Ruhestand befindliche Studienrat Wilhelm Hahn in Gießen ist vom 1. Februar 1926 ab auf sein Nachsuchen in den endgültigen Ruhestand versetzt worden. — Ernannt wurde der Forstmeister Karl Chantre zu Schotten zum Forstmeister des Forstamts Eichelsdorf. — Versetzt wurde der Amtsvorstand des Forstamts Eichelsdorf Forstmeister Albert Bechtel in gleicher Diensteigen- schaft in das Forstamt Jugenheim. •* Eine öffentliche Steuer anmah- uung erläßt die Stadtkasse im heutigen Anzeigenteil. Säumige mögen die Frist bis einschl. 5. Februar nutzen. ** Wenn das am grünen Holz ge- s ch i e h t . . . Aus einem Orte in Oberhessen wird •" uns mitgeteilt, daß dort dieser Tage ein Pfand- meister non einem andern Pfandmeister gepfändet werden sollte. Erst als der „Kuckuck" drohte, sand der andere ,Kuckucks"-Mann, daß auch für ihn das Berappen eine Staatsbürgertugend, wenn auch eine beschwerliche, sei. Ja, ja ... das leidige Steuerzahlen! ** Eine Dorführung neuerer Obst° bäum spritzen, veranstaltet von der Hessischen ^andwirtschaftskammer, fand am Dienstag beim Gasihause „Zur Stadt Lich" an der Neuen Kaserne fialt. Gezeigt wurden zwei, nach dem Batterie- Sysiem gebaute sog. Expreß-Spritzen, wobei das eine Modell versagte, während die schon seit einigen Jahren bekannt gewordene Holdersche Spritze zu- fliedenstellend arbeitete. Das Ergebnis läßt sich klirz dahin zusammenfassen, daß zwar Gemeinden und Vereine zur Anschaffung eines so teueren Apparates — die Kosten betragen etwa 200 Mk. — imstande sind, daß wir aber vom Ideal einer leichten, zuverlässig arbeitenden und wohlfeilen Druckluftspritze zur Bekämpfung der Obstbaumfeinde für den Privatmann noch recht weit entfernt sind. Am Nachmittag fand im Saale des genannten Gasthauses ein Vortrag des Landes-Obstbauinspektors Pfeiffer aus Darmstadt über „Bekämpfungsmittel und Methoden der verschiedenen Obftbaum- fchüdlinge" statt. Beide Veranstaltungen waren, namentlich von auswärts, zahlreich besucht. ** Reichsbahn und Kriegsbeschädigte. Nach einer Mitteilung der Hauptverwaltung der Deutschen Reichsbahngesellschaft soll an den bisherigen Maßnahmen zur Unterbringung Kriegs- SM WWW! la Ochsenfleisch per Pfd. .. 1.00 la Kuhfleisch per Pfd. ... 0.65 la Kalbfleisch..........1.00 la Nindsroürstchen 1.10 Gießener Fleischhalle Walltorstraße 32. 8341) Preiswerte SM-Wseim beschädigter in Bahnwirtschaften zunächst nichts geändert werden. Babnwirtschaften im Pachtwerte bis zu 2000 Mk. Friedenspacht (Stand vom 11. Juli 1914) sollen bis auf weiteres an Kriegsbeschädigte reihändig vergeben werden, dagegen kann dem . mehrfach geäußerten Wünschen nicht ftattgegeben werden, bei der zur Ausschreibung gelangenden Wirtschaften mit höherem Pachtwert die Landesfür- orgefteUen (Hauptfürsorgestellen für Kriegsbeschädigte und Kriegerhinterbliebene) vor der Ausschrei, bung zu verständigen. Es muß den Kriegsbeschädigten, wie allen anderen Beteiligten überlassen werden, diesbezüglich auf die öffentlichen Ausschreibungen zu achten. Die Reichsbahndirektionen werden dann bei gleichen Verhältnissen fachmäßig gebildeten Kriegsbeschädigten vor anderen Bewerbern den Vorzug geben. " Der Postscheckverkehr 1 925. Der Postscheckverkehr erfreut sich zunehmender Beliebtheit. 3m Kalenderjahr 1925 ist die Zahl der Postscheckkonten bei den 19 Postscheckämtern des Deutschen Reichs von 809 000 (Ende 1924) auf 857 000 Konten, also um 48 000, gestiegen. Der Umsatz betrug rund 111 000 Millionen AM. (1924: 79 000 Mill. AM.) in 526 ( 408) Mill. Buchungen. Don dem Umsatz wurden 87 000 Mill. AM. (1924: 62 000 Mill .AM.) oder 79 v. H. bargeldlos abgewickelt. Das Guthaben der Postscheckkunden hat infolge der allgemeinen Geldknappheit nicht zugenommen; es betrug im Jahresdurchschnitt 572 Mill. RM. gegen 575 Milk. RM. Ende 1924. ,6ehr erfreulich ist die starke Zunahme der lleberweisungen von Konto zu Konto, deren Pflege die Hauptaufgabe des Postscheckverkehrs ist. Durch ilebettoeifung wurden 81 000 Mitt. RM. (1924: 57 000 Mitt. RM.) in 291 (236) Millionen Buchungen beglichen. •* Auftrieb aus dem heutigen | Frankfurter Schlachtviehmarkt: 209 Schweine, 668 Schafe, 2 Kühe, 965 Kälber. Evang. Volksgemeinschaft. am. Ober-Lais, 27. Jan. Bei dem ersten Rednerkursus der Evangelischen Volksgemeinschaft, der, wie schon kurz berichtet, hier stattsand, wurde nach Vorträgen von Pfarrer I d e- Höchst a. M. und Pfarrer Hamburger-Staden und nach den Ausführungen einiger Diskussionsredner die folgende Entschließung einstimmig angenommen: „Die anläßlich eines Rednerkursus in Ober-Lais versammelten Evangelischen sind nach Vorträgen von Pfarrer Ide-Höchst a. M., Pfarrer Hamburger Staden, Landwirt Köhler- Wingershausen und Pfr. Weidner-Ober-Lais überzeugt, daß die Evangelische Volksgemeinschaft, in deren Reihen heute fchon eine ganze Anzahl bekannter, tüchtiger Männer aus allen Berufsständen tätig ist, gemäß ihrer Losung: „Evangelisch und sozial" für das um sein Dasein schwer ringende schaffende Volk mit aller Kraft eintreten wird. Sie weiß der neuen Bewegung Dank, daß sie im politischen Leben evangelisch-sozialen Geist voll zur Geltung bringen, daß sie das Evangelium auf allen Gebieten des menschlichen Lebens — auch in der Politik — zu der entscheidenden Macht machen will. Insbesondere begrüßt die Versammlung den Kampf der E.D. gegen das mächtige Zentrum (die katholische Partei Deutschlands), das im neuzeitlichen Staat weit mehr als früher in der Macht sitzend das Evangelium und das deutsche Volkstum bedroht." In einer öffentlichen Bauernverfamm- lung wurde nach Vorträgen von Bürgermeister H e n f e l - Hirzenhain, Pfarrer Ide-Höchst a. M., Pfarrer Hamburger-Staden und Pfarrer Weidner- Ober-Lais, die sich sämtlich mit der wirtschaftlichen Not des Bauernstandes befaßten, einstimmig folgende Entschließung angenommen: 1. Die Versammlung erhebt schärfsten Protest gegen die Tatsache, dah die meisten Großgrund- besitzer auf Grund der Buchführung keine Einkommensteuer bezahlen. Unter solchen Umständen verlangen wir, daß die Bauern ausnahmslos von der Einkommensteuer befreit werden. 2. Die Versammlung verlangt, daß angesichts des derzeitigen Steuerdrucks, der niedrigen Preise der bäuerlichen Erzeugnisse und der hohen Preise für landwirtschaftliche Bedarfsartikel der Schutz der landwirtschaftlichen Produkte mehr als bisher gesichert wird. Bei dem dauernden Zolltarif sind insbesondere die Belange des deutschen Bauernstandes wahrzunehmen. 3. Steuernachlaß ist nur zu erreichen, wenn der Staat sich endlich entschließt zu äußerster Sparsamkeit. Der Verwaltungs- und Parlamentsapparat 1 der vielen Kleinstaaten ist zu groß und kostspielig. Abbau des Hessischen Landtags, der 70 Abgeordnete zählt, ist ein dringendes Gebot der Stunde." Prozent Rabatt bis einschließlich Samstag, 30. Januar auf während des Inventur-Ausverkaufs Sardinen Wäsche Unterzeugs Handarbeiten Haus der im Selterswej 81 856a 8 4 ShIz n. Nodn Auguste Oörlach und Kinder. OrofliarnevalistisclierAhend 8160 WtnerStnotMenoilfe,': IW Eintritt frei! H4h- Onnftelit 0581 | Mietgesuohe l)anblun(|cn. 90A Der Magistrat 8471) 841D fyiiicv. VlIivcHiniic Ä‘1 hIhIUI. Llr. 120, 1.30, I 10 Bohnenkaffee1 J>fd 75-110.1 Zucker, gemahlen.. Pfd. 31-1 I ndeniin«Irl» .. IIHrnclicii ...... Schlelfchon . .. I'tlnricnuipcn . . öniptnqoänbenmg *21cr|d)iebenc6 flaffenberl^t U ntlnlhniq bt» Dorsianbea unh Halfierrr» '.Ueutonhl nicn, grob....... „ mittel..... Pcr.wmgo ........ <4r0nkorn, gomtthlon „ «an» Ruhr- Eiform- Briketts, lieinrdlilafie. fparlamfle, bliiiafie Zmenins inzwlk» ii. 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Nicht ohne Verwunderung muß man feststellen, daß die Idee eines Paneuropa aus der Sphäre der literarischen und ideologischen Diskussion und Pro- paganda in den Bereich der nüchternen Erwägung durch Männer des praktischen Lebens überzugchcn beginnt. Soll man annchmcn, daß es dem Grasen Coudenhove-Kalergi im Laufe von etwa anderthalb Jahren gelungen ist, mit seiner Agitn tion maßgebende Männer der Wirtschaft und der Politik zu überzeugen, sie baut zu bringen, daß sie einen anfangs als Utopie erscheinenden Plan nunmehr mit ihren Machtmitteln unterstüßen? Oder hat er nur ausgesprochen, was alle bereits dachten? Keines von beiden dürfte in Wahrheit der Fall sein. Denn während Coudenhove von politischen Gesichtspunkten ausging und aus ein politisches $iel losstcuern möchte, handelt es sich bei den Ueberlegungen, die gegenwärtig in führenden deutschen Wirtschoftskreisen angestellt werden und gelegentlich auch einen zunächst noch unverbindlichen Ausdruck in der Presse finden, um wirtschaft' liche Erwägungen und wirtschaftliche Ziele, die allerdings nicht ohne eine gewisse Mitwirkung der politischen Faktoren realisiert werden können. Kurz gesagt: Für die ideologischen Propagandisten der Paneuropaidee handelt es sich letzten Endes um einen staatlichen Zusammenschluß der europäischen Staaten in einen Bund oder dergleichen, während die Männer der Praxis an eine Niederlegung d e r Zollschranken zwi schon den europäischen Wirtschaften und, wenn sie sehr weit gehen, an eine gemeinsame Währungspolitik denken. Man sage nicht, daß das doch auf dasselbe, wenigstens im Lauf der weiteren Entwicklung, hinauskommen werde: die Geschichte des Deutschen Zollvereins als Vorstufe zum Deutschen Reich bietet gewiß manche Analogien, doch hat stch die Vorstellung, daß es in der Geschichte Wiederholungen, wenn auch auf höherer Stufenleiter, gebe, schon zu ost als Irrtum herausgestellt. Und eine nähere Prüfung des Gedankens einer europäischen Zollunion erweist denn auch, daß einmal ihr Zustandekommen und ihr Umfang sehr problematisch ist, sodann aber auch, daß selbst im positivsten Falle ihre Weiterentwicklung zu einer Staatenunion mit fragwürdigen Elementen geradezu überlastet isl. Don der Frage der Wünschbarkeit sei dabei vorläufig überhauvt abgesehen. ft'onfret gesprochen, sind für beide Formen des Paneuropa-Gedankens, die wirtschaftliche wie die politische, zwei geopolitische Fragen von entscheidender Bedeutung, über die denn auch schon viel gestritten worden ist: 1. Soll England zu Pan- europa gehören? 2. Soll Rußland zu Paneuropa gehören? Aus ihnen resultiert als dritte Frage: Was ist ein Paneuropa ohne England, was ohne Rußland? Für die politische Betrachtung ergibt sich aus diesen Fragen ein weites, allzuweites Feld spekulativer Ueberlegungen: ein einfacheres Bild ergeben sie, wenn man sie auf das Gebiet der Wirtschaft beschränkt. Da ist zu sagen, daß der Gedanke eines Pan- europa mit Einschluß Englands, und ebenso mit Einschluß Rußlands ein Widerspruch in sich selbst ist. England wie Rußland sind in ihren wirtschaftlichen Interessen mindestens zu drei Vierteilen asiatische Staaten, dazu Staaten, deren wirtschastliche und politische Interessen einander aufs schärfste entgegengesetzt find, so daß ein Zusammenschluß mit beiden — durch den in Wahrheit nicht ein Paneuropa, sondern ein ungeheures Weltreich entstände — als vollkommen utopisch angesehen werden muß. Richt besser steht es mit dem Gedanken einer europäischen Zollunion mit Einschluß eines einzelnen von diesen beiden rivalisierenden Imperien. Auch so entsteht auf alle Fälle das Bild eines Bundes, dessen Lebenskraft zu einem erheblichen, ja überwiegenden Teil außerhalb Europas liegt, und der sich auf Gedeih und Verderb mit einem Partner belastet, dessen weltpolitische Ziele, Schwächen und Konflikte das Ganze binnen kurzem lähmen ober sprengen müßten. Außer dem würde jeder Schritt, ja jede Propaganda auf dem Weg 511 diesem Ziel eine Stellungnahme in dem latenten Konflikt England—Rußland bedeuten, die Deutschland in seiner jetzigen Situation nach Kräften vermeiden müßte. Gar nicht zu sprechen übrigens von dem utovistischen Eharäkler des Ge- dankens, eine dieser beiden Mächte für eine solche europäische Union überhaupt gewinnen zu können. Bleibt also die Frage nach der Lebensfähigkeit eines auf das eigentliche Europa beschränkten Wirts chastsbündnisses, Die Möglichkeit des Zustandekommens einmal vorausgesetzt. Es mühte mindestens umsassen: Deutschland, Frank- reich, Holland, Belgien, die österreichischen Rach- folgeftonten, die Schweiz, Italien, Spanien. Mit anderen Worten, ein Gebiet, dessen wirtschaftliches Rückgrat die Industrie mit einem belgisch scan zösisch rheinischen und einem schlesisch-böhmischen Zentrum wäre, dem sich als drittes noch Oberitalien anschließt. Ein Gebiet also, für das eine in ihm selbst liegende landwirtschaftliche Ernäh- rungvbasis von genügender Breite, bei heutigen Prvduktions- und Eigentumsverhältnissen in der Landwirtschaft, nicht gegeben wäre. Ein Gebiet ferner, das mindestens für Baumwolle, Wolle, Kupfer, Gummi, Mineralöle — um nur das Wichtigste zu nennen — durchaus auf Zufuhr von außerhalb angewiesen wäre. Ganz abgesehen von den staatssinanziellen Verpflichtungen, die die größten unb wichtigsten Staaten dieses Gebietes, Deullchland, Frankreich, Italien, gegenüber dem Ausland haben unb (nach der unvermeidlichen sranzöfischen Stabilisierung und Schuldenregelung) haben werden, wäre das Gesamtgebiet schon für die Ernährung seiner Bevölkerung unb für die Beschaffung von Rohstoffen auf Die Bezahlung durch Exporxe angewiesen. ' Das aber heißt, daß die europäische Zollunion nur als lebensfähig gedacht werden kann, wenn sie als Gesamtkörper sich die Eroberung über seeischer Märkte in Asien, Südamerika, Afrika zum Ziel macht, ober etwa sich dem Wiede r a u f b 0 u der russischen Wirtschaft widmet, ober vielmehr alle diese Richtungen wirb schaftlicher Aktivität kombiniert. Zugegeben, daß auf diese Weise Erfolge erzielt werden können, wenn nämlich die miteinander tonhirricrcnbcn Industrien dieses europäischen Wirtschaftskörpers sich über gememsames Vorgehen, über eine rationelle Konzentration ihrer Betriebe unb ihrer Absatzorganisationen einigen. Aber je mehr man auf solchem Wege Erfolge erzielt, desto mehr wird man aus den entschlossenen Widerstand der älteren und in sich schon einheitlicheren Wirtschastsmächte, des britischen Empire unb der Vereinigten Staaten, unb der jungen Industrien in Uebersee, in Indien, China, Japan, Südamerika stoßen. Es wird heute vielfach so argumentiert: Arne r i k a wünscht sein Geld in Europa onzulegen, um sich von dem Druck ungenützter Goldinilliarden zu entlasten. Aber Amerika kann unb will sich in die kleinen innereuropäischen Streitigkeiten nicht hin eindenken. Unb es verlangt stabile, vertrauenswürdige Zustände, in die es seine Dollars hineingeben kann, ohne sich um seine Nachtruhe Sorgen zu machen. Eine europäische Wirtschafts oder mindestens Zollunion, überhauvt eine möglichst weil gehende Befriedung unb Zusammenfassung Europas würde den Amerikanern den Partner zum gemeinsamen Geschäft stellen, den er braucht und den er sich wünscht. Solche Stimmen kommen auch aus Amerika selbst, und es wird schon etwas daran fein. Aber wahrscheinlich doch nur für den Augenblick, für die Konjunktur der nächsten paar Jahre, und im Einblick auf die Vermeidung weiterer europäischer Kriege. Hieran freilich ist Amerika auf lange hinaus lebhaft interessiert: je mehr es durch Verträge, wie z. B. mit den deutschen Reedereien, dem Vertrag der Ufa usw., sich am deutschen Wirtschaftsleben interessiert, je mehr es Geld in die Sanierung der französischen und neuerdings der polnischen Valuta hineinsteckt, je mehr es schließlich in die Wirtschaft der Dalkanländer und Kleinasiens einbringt, desto mehr ist es auch baran interessiert, daß wenigstens in diesen fiänbern ber Triebe gewahrt bleibt. Ganz anbers aber, wenn die europäischen Wirtschaftsgebiete sich aus eigener Kraft zu einem Ganzen zusammenschließen unb mit der Aktivität, die das gemeinsame Lebensinter- esse gebietet, unb mit der gesammelten Energie, die aus der Zusammenfassung resultieren würbe, sich auf ble gleichen Märkte werfen würden, deren eigenste Beherrschung sich zu gleicher Zeit immer mehr als das Lebensbedürfnis Amerikas heraus- stellen wird. , Das Argument Amerika wird sich also auf die Darier unvermeidlich als das Herausstellen, was es ist: als eine verfehlte Spekulation einmal auf amerikanische Augenblicksstimmungen, sodann auf die pro-amerikanische Stimmung, die augenblicklich in Deutschland herrscht. Viel weniger noch als die Vereinigten Staaten wirb aber England einen solchen europäischen Wirtschaftszusammen- schluß auf die Dauer begrüßen, es sei denn, daß ferne Industrie dabei weitgehend berücksichtigt wird, unb so eine Doppelstellung erhält, in ber sie bequem zwischen ben durch Präferenzzölle geschützten Dominions unb ben kontinentaleuropäischen Märkten unb Interessen lavieren könnte. Mit biesen kritischen Einwänden, deren Dar- l stellung durchaus feinen Anspruch aus Vollständig keil erhebt, soll nun freilich nicht gesagt sein, daß die Propaganda für Beseitigung Der inner-europäischen Zollschranken nicht ihr Gutes hätte. Rur wäre es wahrscheinlich besser, wenn man sich entschließen könnte, offen zu sprechen unb mit aller Klarheit auf bie konkrete Frage hinzuweisen, nämlich aus die Möglichkeit eines engeren deutsch französischen Wirtschasts- b ü n d n i s s e s , bas das Rückgrat jedes europäisch- kontinentalen Zusannnenschlusses wäre. Akut im strengen Sinne des Wortes ist diese Frage allerdings noch nicht; sie wirb es erst werden, wenn in Frankrei chbie Stabilisierung der Währung begonnen und sich soweit uuegewirrt haben wirb, daß auch dort em materiell begründetes Bedürfnis nach einer breiteren unb gesicherteren Basis hat entstehen können. Sieht man von allen politischen unb psycho logischen Hemmungen ab, so ist ja tatsächlich nicht zu leugnen, baß — etwa unter dem Gesichtspunkte des wirtschaftlich rechnenden Ingenieurs betrach- tet — eine enge Zusammenarbeit der deutschen mit der französischen Produktion für beide Volkswirt- slhaften ungeheure Ersparnisse bringen könnte. Ebenso fidjer ist aber auch, daß ein solcher Zusammenschluß eine starke werbende Kraft aus die kleineren Wirtschaften des balkanisierten Europa aus- üben unb, wenn nötig, ihnen gegenüber auch sehr wirksame Druckmittel zugunsten einer Verstäub!- gung einsetzen tonnte. Unb (0 mag immerhin biefer ganz konkrete Gebernke fd)on jetzt, zur pjychologi- schen Vorbereitung für bie erst noch bevorstehende Situation, mit Nutzen propagiert werden. Inzwischen allerdings schreitet die gegenseitige internationale Durchdringung der einzelnen Volkswirtschaften im Weltmaßstab vorwärts. Der Zuslrom amerikanischen Kapitals nackt Europa und gerade and) speziell nach Deutschland scheint vorläufig nod) nicht aufzuhören, obwohl nidjts existiert, was einem Paneuropa and) nur ähnlich sieht. Internationale Normungen, internationale Schiedsgerichtsverträge, internationale Kartelle entstehen. Die Internationale Handels- kammer, feit kurzem mit einer deutschen Gruppe als Mitglied, wird ihre Arbeit fortsetzen unb ausbauen, ber Völkerbund wirb eine Weltwirtschasts-- lonferenz vorbereiten und abhalten. Man mag dies alles mit vielen Gründen recht skeptisch betraten, aber cs ist eine Entwicklung, die sich durchsetzt, unb in der es für Deutschland nur gilt, seinen Platz zu behaupten und seine Interessen zu wah° r e n. Jedenfalls aber sind hier Fakten unb nicht nur eine Propaganda, Fakten, die zunächst eine raschere Entwicklung aufweisen als Pancurooa, unb die darum den Gedanken nahelegen, daß Der propagierte europäische Zusammenschluß vermut- tid), wenn überhaupt, dann nur im Rahmen dieser weltwirtschaftlichen Verständigungsversuche realisierbar fein wird. Unb bas ist gut so. Denn aus diese Weise wirb die Wirkungsmöglichkeit ber politischen Ideologen eingeschränkt, die hier, wie immer, über ble Realitäten elegant Hinweggleiten unb beispielshalber kühn auf die „Bereinigten Staaten von (Europa" direkt losgehen wollen. Wenn das Beispiel ber deut- K Einigung hiersür eins lehrt, so ist es das, bar ’ Ziele in dieser schlechtesten aller Welten ni.11 einmal nicht ohne Krieg zu erreichen fhr, unb wenn gerade zahlreiche Pazifisten sic'i ben Schkadstruf Paneuropa zu eigen gemacht hab-»n, so beweisen sie damit nichts anderes als ihre po.iilKc Unbildung. Nun, es wirb wohl kein Volk so ba(D Lust Haden, um Paneurropa Krieg zu führen. Die Propaganda für eine wirtschaftliche Verständigung ber wichtigsten kontinentalen Länder aber würbe vermutlich besser unter einer anderen Parole geführt werden als unter dem sehr mißverständlichen Schlagwort Paneuropa. Kundgebung des Akademischen Turnbundes A. T. B. QU an sehre bl uns: Zu Weimar tagte der A. T.B. (Akabemischer T irnbund), der Verband nichtsarbentragerber akademischer Tnrnverbin- dunge i, der 4t Korporationen an den Hochschulen Deut'ch'andZ und Deutsch-Oesterreichs aufweist, unb ?war hielt der A t°Hereenbund zuerst im ..Kolouielhcim" e n? Vertre erversammlung ab, die aus allen Teilen Deutschlands und Oesterreich- stark beschickt war. Die Thüringische Staatsre- gierurg vertrat au d m Feftkomme s Ct'cr'Srat Dr. H e r s u r t h, die Qta' t Weimar Ober'iürger- nielfter Dr. Mueller. Für die vaterländischen Verbände und Vereine toi een erschienen Gene- rallk von Wurmb und Generalmajor von Kessinger, der letzte Verteidiger von Kiaut- schon. Auch bie Deutsche Turnerschast und die Sportverbände nahmen als Gaste teil. Manches g te deutsche Wort wurde auf dem Kommers gesprochen. Doll Qlncrlennur.g wurde her- vorgehoben wie gerade die Thüringische Regierung sich start für die Pflege der Leibesübungen einsehe. An der Landesunivers^ität Jena sei Pflege der Leibesübungen bc.n Studenten zur P,licht gemacht worden Für Zulassung zu einem Gramen sei der schriftliche Vach- weis erforderlich, daß der Kandidat Leibesübungen betrieben habe. W gen Verdienste in dieser Hinsicht habe die Thüringische Staatsregierung kürzlich der QILibemUdien Turnverbindung „G 0 t h a n i a - I e n a" die Staatsmedaille verliehen. Staatsri. t Dr. Her - f u 111) unleZt ich in seinen von hoher nationale: Begeisterung getragenen Ausführungen, wie die Landesregierung bewußt auf Fi rderun z ber Leibe Übungen hinarbeite, wie ftc d r n d e Gru b ■ läge für den nationalen Wiederaufbau unseres deutschen Vaterlandes und Volkes sehe. Oberhesfen. LMtokrcts ^testen. X Klein-Linden, 27. Jan. Der überaus starke Kraftfahrzeug- unb 5 u b r - Werksverkehr in unserem Orte bringt nicht selten ble Straßenpassanten in große Gefahr. An der gefährlichsten Stelle, der Abzweigung ber Wetzlarer von ber Franlsurter Straße, ist bei der |d>arfcn Kurve ein Ausweichen vor schnell fahrenden Kraftwagen vfl kaum möglich. Eine Polizeiverordnung, die eine Crinähtgung der Fahrgeschwindigkeit beim D urch- fahren d e r W e tz I g r e r S t r ,, c; > .; cibt, erscheint dringend nötig, ehe Unglüd.'f i'.l' c littet en. - Am Samstagabend hielt b.v b e,r.e Kriegerverein im Saale ber Wirt sch ■ i t ... Burg" seinen bieSjähr gen Fnmilienabend ab. D. r 1. Vorsitzende, Herr Schimmel, hielt die Begrüßungsansprache. Als Gast nahm der Bezirks- vorsteh-r der „Hassia", Pros. Krämer aus Gießen, an der Feier teil. Konzertstücke und Vor- träge ernsten und heiteren Inhalts, sowie ber gemeinsame Gesang vaterländischer Lieder bereiteten den Anwesenden einige genußreiche Stunden. Eine besondere Ehrung wurde bei dieser Gelegenheit mehreren Vereinsmitgliedern zuteil: es erhielten Polizeidiener 3 u n g und Gemeinde-' rechnet Germer süt 40jährige Mltgliedschast und Tätigkeit in der „Hassia" Ehrendiplome, die Herren L. Vlehmann. Phil. Weigel und Phil. Langsdorf Auszeichnungen für 25jäh- rige Mitgliedschaft. Mit Worten der Anerkennung erfolgte die Ucbcrgnbe der Auszeichnungen durch den Vezirksvorstoher K r ä m e r. Dieser h eil anschließend noch einen sehr beifällig auf genommenen Vortrag. Besonders erwähnenswert ist. daß in dem Programm kein'Tanz aufgenommen war, da er in dieser schweren Zeit als überflüssig angesehen wurde. * Lollar, 27. Jan. Am Sonntag hielt ber Veteranen unb K >ieger v er e i n L 0 l - lärm seinen» Vereinslokal seine diesjährige G e n e r a l v c r f n n» m 111 n g ab, in ber ber alte Vor- stanb, bis aus einen Wechsel, wiederaewählt wurde. Die Kameraden Heinrich Fuchs HL, Christoph Fuchs, Friedrich Schön II. und Iohs. Simon wurden anläßlich ihrer ölljährlgen Zugehörigkeit zum Verein durch die Generalversammlung zu Ehrenmitgliedern erhonnt. Vg. Gr 0 hen - Vuseck. 27. Ian. In der ' gestrigen össentlichen Sitzung beschästiate sich der Gemeinderat mit der Frage, welcher Daum für den ab Oftcrn d. I. stattsindenden Hauswirt s ch a s t s ku r f e s ber Mädchens 0 r t- bildungs schule ber geeignetste sei. Vach- dem man den anwesenden Rektor ber Schule gehört hatte, einigte man sich rasch auf ben zur Zeit freistehenden Schulsaal an ber Oberpforte, wo auch bie öffentlichen Sitzungen bes (Semembe- raieS ftattfinbem Die Mittel für Anschaffungen ivaren bereits in einer früheren Sitzung bewilligt worben. An bcin Llnterricht werben sich auch noch bie Mädchen verschiedener benachbarter Orte beteiligen. Ein Teil der Kosten wirb von biesen getragen werben. Auch bas Kriegerbenk- m a l stanb wieder einmal aus ber Tagesordnung. Eg sollen erneut Pläne eingereicht werben. .. Aus dem Cun» bat al, 27. 3a.-. Erst jetzt läßt sich ein Ueberblick gewinnen über den Schaden an der Wintersaat während der trockenen Kälteperiode etwa von Ansang bis Mitte 3amiar. Damals trat nach der unnatürlichen warmen Witterung plötzlich starker Frost ein. ohne daß die Fluren durch eine Schneedecke geschützt waren. Diese Tage erMien ben Landwirt mit größter Besorgnis. Obwohl die Winterfrucht damals einen selten schöne»» Stand zeigte, muß er nun zu seinem Leidwesen sest stellen, nachdem der Boden »nieder so weit aufgetaut ist, daß die junge Scrat sehr gelitten hat. Don besonders großem Schaden kann man in vereinzelten Gemarkungsteileu spreche»», wo das Hochwasser der Lumda auch auf die Ackerfluren übergegriffen hat. Auf den Feldern, von denen das Wasser keinen Abfuß finde»» konnte, dürfte bas gesamte Wtnter- g e t r e i d e ausgewlnler t sein. Gießener Stadttheater. Buchbinder und Jarno: „Die Försterei,riftcl". Die Operette von der „Försterchristel" ist nun schon 18 3ahre alt. Das Libretto des Duda- pesters Bernhard Buchbinder erschien in» Jahre 1908 unb ist wohl das Einzige aus seiner sehr umsänglichen, dramatischen Probukt»on— abgesehen vielleicht vom „aHufifantenmäbel —was Krieg und Vachkriegszeit rüstig überdauert hat, und was auch noch manches Jahr cm immer wieder gern gespieltes Repertoirestück bleiben wird. 3edensalls ist es kaum Zufall, daß man s»ch jetzt, in den Tagen der „Heimlichen Brautfahrt und der berühmten Dessauerin Anneliese (bie es inzwischen schon zu einem „zweiten Teil" gebracht hat) auf das Rolokojahrhunbert besinnt, »veil man erkannte, einen wie binkbaren Rahmen es abgibt, gerabc für das leichte heitere Spiel mit oder ohne Mufik. Lind bie Musik von Georg 3a;no ist nur geeignet, solche Ginbrücke einer von tragischen Erschütterungen unbeschwerten Gabe zu verdichten. Gerade vielleicht, weil sie nicht „neu" ist, nicht modern um jeden Preis, weil sie auf die exzentrischen Argumentationen der Jazzband verzichtet (ebenso wie bas Buch noch nichts ahnt von Revueefsekten, von Girls, von großaufgemachten Tanzeinlagen und ebenso prunwollen, wie durchsichtigen To letten). Weil sie zum guten, alten, wohl unsterblichen Wiener Walzer zurückgreift, ber so oft totgefagt würbe unb so oft seine fröhliche Auferstehung gefeiert Hat. unb ber in ber stellenweise fast breit, stets aber gefällig, melobisch unb sauber instrumentierten Partitur die charakteristische Grundlage bildet, die musikalische Lösung gewlsser- maher» aus jeder dramatisch ober lyrisch gesteigerten Situation. Der weiche, österreichische Klangcharakter der Musil ist ebenso ausgeprägt und finnfällig,, wie der weiche (und manchmal leidc-r auch arg fentimcnta(e) G undton des Librettos. B'ibe übrigen^ haben ihre stärksten Wirkungen in kurzen Partien des weitaus besten Mittelaltes, too man ein paar Mal wirklich so etwas vorn Hauch des unvergänglichen, graziös- amouröien Jahrhunderts wir befinden u»is anno dornini 1764. ein 3c»hr nach dem Hubertusburger Frieden in der Szene verspürt. Hier eben empfindet man auch bie nicht allzu ergiebige Handlung am einbringlichsten aus ihre Llmwelt unb Zeitgebundenheit hin betont unb heraus- modelliert zu gewissen Höhepunkten, soweit man im Rahmen einer Operettenhanblung bavon sprech cm kann. . . Ist es notig, auf die alte Geschichte näher einzugehen, die merkwürdigen Einzelheiten eines fürstlichen Abenteuers, des kurzen Walzertramns und Wiener Hofglücks der Fvrster- christel zu erzählen? Die bittersüße Liebesgeschichte ist bekannt genug: sie fbinnt sich an im Wiener OEatb, wo ber gute Kaiser Josef, in ber schlichten Verkleidung eines einfachen Jägersmannes, wie weiland der große Kalif Harun al Raschid von Bagdad, dem naturwüchsigen Kind aus dem Volke zum erstenmal begegnet. Ein seiner altösterreichischer Zug habsburgischer Leutsel»gke»t (kaum näher zu beschreiben) umspielt das Abenteuer in der Hosszene des zweiten Alles, der die sorgfältig vorbereitete, theatralisch geschickt inszemerts Demaskierung bringt und wirksam ausnutzt. Dieses (leider nur kurze) in halblauten und stummen Szenen beschlossene Duett gehört unserem Gefühl nach zum besten Verdienst der Operette. Ist wertvoller jedenfalls, als der Zigeunermummenfchanz, das rahmende Beiwerk unb bie etwas gewaltsam intonierte Geschichte vom' ungarischen Deserteur, ber begnadigt wirb unb am Ende boch bie Försterchristel (die nicht reckt aus unb ein weiß mit ihrem Gefühl) zur Frau bekommt. Unb wertvoller vor allem, als der kurze Schlußakt, der Llnv^mekd- liches bringt, bas gulbürgerliche Enbe des Kalser- traumd unb der es muß heraus in einer tränenseligen Sentimentalität erstickt unb verwässert. Wie ein hakbunterbrückter Schluchzer aus „Alt-Heidelberg" klingt der »ufammengerahte Abschied des Kaisers Josef, ber sich los reißt und hinausläust wie ber Karl-Heinz von seiner Käthi.... Paul Westermeyer hatte die Spielleitung: eine Arbeit, an ble ohne Zweifel Fleiß unb Mühe gewendet war: eine Reihe hübscher und stimmungsvoller Momente, befon- bers im Mittelakt. Gerade wo es am leisesten unb gedämpftesten zuging. Verschiedene forciert luftige ober situationslomifch gemeinte -"Uancen hätten einige Milderung und einigen Schliff wohl vertragen (Vebenbei: bie österreichischen Gardisten sahen ziemlich preußifch aus, wie Potsdamer Grenadiere . . ■) Musitalisch war die Neueinstudierung unter Kapellmeister Ress (bis auf ein paar unbedeutende Einzelheiten) sauber unb wohlbiszipliniert, bei flott genommenem Tempo: auch Chöre unb Tänze fügten sich korrekt ins Ensemble ... Die Försterchristel hatte Else Simons: blond und rosig anzusckauen, resolut, handfest und mundfertig, ber bäuerliche Rokokotyp Des süßen Mädels, mit einem gesunden und unverbildeten Dpiel- temperament: gesanglich am herzlichsten und eindringlichsten im Moderato. (Gin paar ungebändigte Uebertreibungen und konventionelle Zugeständnisse in ben „brastischen" Momenten ber Rolle werden sich zwanglos abschleifen.) Ka ser Josef war Julius De Wald (a. G. aus Frankfurt): anfangs ein wenig verhalten und farblos. Feiii unb gütig aber in ben mittleren Szenen, wo er fast mehr aus der Rolle zu holen schien, als sie hergibt. Sehr gut auch die Maske. Freilich bie ausbrechenben Sentiments zum Schluß vermochte er auch nicht zu überfpirldii (Dirgletchen ist darstellerisch überhaupt nur mit Takt und Reserve zu mildern.) Den heißblütigen, tschardas- beschwingten Földessy, ber zuletzt die gute Partie macht, die er gar nicht verdient, brachte 0 t e i n » brecher vor allem gesanglich sehr srisch. Friedel Gierfl a stellte eine rassige Zigeunern; sie Der- sägt über einen Hellen, schlanken Sopran und eine geschmeidige, bühnenmäßige F gur. Gut in Geste und Haltung der Obe-rslhosmeister (Karl Patschiy a.G.), aber sprachlich ost zu marnr ert. Auch W e st e r m e Y e r als Peter Walperl tolrftc in ben Mitteln seiner Pointen ein wenig billig. Den Gesangspart stimmte er stark auf den volkstümlichen Wiener Couplctton. Zwei routinierte hösische Damenchargen boten Anita Franz (a. G ) unb Marie P a l i k. Staudenmeyer end- lick (Franksurter Opernhaus) brachte betulich und mit väterlicher Würde ben Förster Hans Lange aus bie Beine. — Das Haus war vorzüglich beseht und sparte nicht mit Beisall. Dr. Th. ihren Leitern wie auch dem Anreger der Veranstaltung aufrichtigen Dank zu zollen. Hi reis 2$. Dad-Aauheim. 26. 3an. Die Deutsche Volkspartei, eine der brstorganisier- ten politischen Parteien am Platze, hielt ihre Hauptversammlung im „SchützenHof" bei sehr gutem Besuch ab. Der Dorsitzend?, Kaufmann Hans Müller, gab in feinem eingehenden Geschäftsbericht einen Ueberblick über das verflossene „Jahr der Wahlen", Herzlichst gedacht wurde den aus dem seitherigen Stadt- parlamerrt auSgeschiedenen Partcimi g iedern Dr. Haeberlin und Kaufmann Denzel, die veste Arbeit für das Gemeindewvhl im Geiste der Partei geleistet hätten. Herzlicher Gruh galt den Partei Vertretern im neuen Stadt ver- vrdneten-Kollegium, Hotelier W. Kraust und Malermeister Schäfer. Wie sehr man ihre Zugehörigkeit aut Partei schätzt, g hl dar- 4 aus hervor, dast sie einstimmig in den erweiterten Vorstand gewählt wurden. Dem ^eigentlichen gcschäftsführend n V rstand gehören hören außer dem 1 Vorsitzenden Hans 'Müller noch H. Schwind als Schriftführer und E. G. Aletter als Rechner an; an der Spitze der Frauengruppe steht Frau Gabrieb Der Mitgliedsbeitrag wurde pro Monat auf 1 Mark festgesetzt, jedoch sollen bedürftigen Par- angehörigen Erleichterungen gewährt werden. Beschlossen wurde, jeder 1. Sonntag im Monat cipc Mitgliederversammlung im Sprud'l-Hotel zu veranstalten. Diese Einrichtung hat sich früher bereits bewahrt. An den geschäftlichen Teil der Hauptversammlung schloß sich ein Vortrag von Parteisekretär Weiher-Gißen an der allgemeinen Beifall fand. Der Redner schilderte die politischen Ereignisse der letzten Wahlen, die maßlosen Angriffe auf Dr. Stresemann und seine Politik, die Schwieriaknten der Regierungsbildung und sprach dem Reichsaustenmimster das vollste Vertrauen aus, während er die Angriffe der Deutschnationalen Dollspart ei aufs schärfste zurücttvies. — Die ebenfalls sehr gut besuchte Jahresversammlun g der Sozialdemokratischen Partei wurde von S adtv. Rößler geleitet. 3n seinem Jahresbericht polemisierte er stark gegen die neue Part ei gruppier ung im neuen S tadtparlameni, besonders gegen die Demokraten. Er kündigte schärfste Opposition an. Die Versammlung beschloß, in nächster Zeit mit ollen Kräften die Bildungsarbeit und Für- sorgetätigkeit zu fördern. Ein besonderer Dil- dungs- und auch ein Wohlfahrtsausschuß wurden außer einem Beamtenausschuß konstituiert. Vorsitzender der Partei bleibt auch im fommen- ben Geschä-tsjahr Stadtverordneter A ö ß l e £ — Dad-Rauheim,27. Jan. Der Krieger- und Militärverein „Hassia" konnte bei gutem Besuch und anregendem Verlauf seine 4 9. Hauptversammlung unter dem Vorsitz des Stadtverordneten Christian Schäfer bei Kamerad O. Engel abhalten. Der Jahresbericht des Präsidenten, sowie die vom Schriftführer. Oberbademeister und Beigeordneten K i s i e l, mit großer Sorgfalt gefertigter. Der- Handlungsschriften verzeichneten eine rege Tätigkeit und eine günstige Entwicklung des Vereins im abgelaufenen Jahr. Die Zunahme der Mitglieder ist, wie hervorgehoben wurde, nicht zuletzt auch auf die Tatsache zurükzuführen, daß das Derbandsorgan „Der hessische Kamerad" jetzt allen Vereinsangehörigen kostenlos zugestellt wird. Diese Reuerung fanb einstimmigen Beifall. Der Verein hat zur Zeit folgenden Mitgliederbestand: 5 Ehrenmitglieder, 196 ordentliche und 12 außerordentliche Mitglied?. Die vom Rechner Hornung vorgelegte Rechnung schließt ab mit 1337,60 Mark in Einnahmen und 962,15 Mark in Ausgaben. Das Vereinsvermögen beträgt einschließlich des Inventars 575,45 Mark. Die aus- yeschiedenen Vorstandsmitglieder F. Kissel, Ph H- Fleischhauer und 2. Salzmann wurden unter Anerkennung ihrer langjährigen verdienstvollen Tätigkeit wiedergewählt, während für den verstorbenen Kameraden Christian Grünewald Major Lühl in den Vorstand neu ausgenommen wurde. Heber die Auszahlung Des Sterbegeldes an die Angehörigen verstorbener Kameraden entfpami sich eine lebhafte Aussprache. Beschlossen wurde, daß ein Sterbegeld bis zu 50 Mark gewahrt werden kann. In bedürftigen Fällen soll diese Summe jeweils restlos zur Auszahlung kommen, im übrigen ist eine Abstufung nach den Vermögenöverhält- nissen der Hinterbliebenen vorgesehen. Unter allgemeinem Beifall machte Präsident Schäfer die feit Jahren schon schwebende Frage der Errichtung eines Gefa llenen- Eh r en- m a l S wieder einmal zum Gegenstand einer Aussprache. Es kam dabei der einmütige Wunsch zum Ausdruck, daß seitens der Stadl endlich einmal Schritte getan werden mühten, die die Frage aus dem schon jahrelang dauernden Stadium der Vorbereitungen in das Stadium der endlichen Lösung hinüberführen möchten, denn es sei notwendig, daß unsere internationale Dadc- stadt bald ein würdiges Gefallenendenkmal bekomme. —Butzbach, 27. Ian. Eine Zuchtvieh- prämiierung verbunden mit Bullen- und Eberauktion findet anläßlich des 5 0 jähri - gen B est eh e n s des Faselmarktes unserer Stadt Mitte März hier statt. Zu rPreisbewertung werden zugelassen weibliche Herdbuchtiere der anerkannten Rinderrassen, Vogelsberger und .hessisches Fleckvieh. Die Beranstalter des Marktes, die Stadt Butzbach und der Landwirtschaftskammer-Äusfchuß, haben bereits namhafte Mittel bereitgeftellt, ebenso die Zuchtoereine. Kreis Schotten. .1 Schotten. 27. Jan. Heute stand vor dem Kreisauschuh des Kreises Schotten die D ü r g e r m e i st e r w a h l Rieder- Seemen zur Verhandlung. Bei der letzten (3.) Wahl siegte Kaspar Herröder mit 2 Stimmen älnterschied. Die Gegenpartei legte Reklamation ein, weil Wahlbeeinflussungen vorgekommen feien. Rach Vernehmung einer Menge Zeugen beschloß der KreisauSschuß, die Wahl für ungültig zu erklären, weil Wahltreibereien stattgefunden hätten. — Am Sonntag siegte der «Sportverein Schotten in Ridda über den dortigen Fußballklub mit 3.2 Toren. Am Sonntag vorher besiegte er den V. f. B. Ober-Schmitten 5:4 Toren. □ ß aubach, 27. Jan. Rachdem die außerordentliche Mitgliederversammlung der hiesigen Konzert- und Dortragsvereirriaung die Aufrechterhaltung der Vereinigung beschlossen hat, ist der Vorstand eifrig bemüht, die we.teren Veranstaltungen borg übereilen. Er hat mit der Leitung G ießener Stadttheaters tragen eines Lustspielabends verhandelt. Dis jetzt haben die Verhandlungen noch nicht zu einem brauchbaren Ergebnis geführt. Im Lause des Sommers soll ein öffentlich Konzert der Kapelle des Gießener Reichswehrbataillons ftatifinben. unter Llmständen in Verbindung mit anderen Vereinen oder Verbänden. Grundsätzlich sollen zukünftig, vorausgesetzt, daß die Vereinigung auch in den kommenden Jahren bestehen bleibt, neben den reinen Ka m - mermusikkonzertenern bis zwei mehr populäre Veranstaltungen im „Solmser Hof" oder in einem anderen passenden Lokal statt- sinden, die geeignet sind, der Vereinigung noch fernstehende Kreise für sie zu gewinnen. Zur Erleichterung für den Rechner, insbesondere auch um eine pünktliche Zahlung der Beiträge zu gewährleisten, sind die Mitglieder in Gruppen ein geteilt worden, für deren jede eine Dame oder ein Herr, die in der Versammlung gewählt wurden, die Einziehung der ordenllics^n wie der außerordentlichen Beiträge übernimmt. In dieser Saison wird weder der Vortrag von Dr. Weißmantel (wegen Erkrankung des Redners), noch das 6 er- kin-Konzert (w.gen Verhinderung des Künstlers) abgehalten werden: sie müssen auf das nächste Jahr verschoben werden. Dagegen sind für die gegenwärtige Saison noch folgende zwei erstklassige Veranftalttmgcn gesichert' 1. Samstag, 6. Februar, Im Schlosse' K la v ier t r i o a b e n d Eckel-Krauh-Engert. 2. Im März an einem noch zu vereinbarenden Tag im Schlosse- Klavierabend des K o n z e r t p i a n i st e n R. v. Koscalski und des 7jährigen Wunderkindes Miriam Longo auS Reapel. — Die Arbeiten am neuen Krankenhause des hiesigen Johann - Friedrich-Stifts find so eifrig gefördert worden, daß die wohltätige Anstatt in etwa vier Wochen voraussichtlich bezogen wird. Die Möbel sind zum größten Teil schon da. Gegen 40 Betten werden ausgestellt werden. Auch wird ein guter Röntgen-Apparat Aufstellung finden. — Das Freiherrlich v. Weitershausen- sche Anwesen in der Friedrichstraße, gegenüber dem Amtsgericht (Haus, Rebenbau, Scheune, ©arten) ist für 13 500 Mk. an den nebenan wohnenden Landwirt Friedrich I o ch e m verkauft worden. Wegen des Ankaufs des Andreschen Wohnhauses „im Hain" als Diensttvohnung des staatlichen Oberförsters steht der Staat in ^lnterhandlungen mit dem Testamentsvollstrecker. la. Gedern, 26. Jan. Am Samstag und Sonntag fand im Bergwirtshause dahier im Rahmen der flur Zeit von der Zentralstelle zur Förderung der Aolksbildung im Verein mit dem Hess. Sängerbund und dem Deutschen Arbeiter-Sängerbund an verschiedenen Orten Oberhesfens Dcranftaltetcn Diri ° gen tenkurseein zweitägiger Kursus statt, dessen Teilnehmer sich zu einem ansehnlichen Teile aus Lehrerdirigenten rekrutierten. Im Auftrage des Pro- vlnzialoorsitzenden für Oberhesien, Lehrers ©eng nagel-Grünberg, begrüßte Lehrer Fernges- Gedern die Erschienenen und wünschte der Tagung guten Verlauf. Der musikalische Leiter der Veran Haltung, Kantor Samper- Darmstadt, behandelte nunmehr eingehend die Liedauswahl nach der textlichen und musikalischen Seite. Indem er gute und schlechte Texte einander gegenüberstellte, forderte er von jedem einzelnen Texte, daß er lebenswahr fei. Der Vortragende empfahl den Teilnehmern, ihr Augenmerk wieder mehr als bisher guten Chor fammlungen zuzuwenden, anstatt zu teuren Einzel- partituren zu greifen, deren innerer Wert in textlicher und musikalischer Hinsicht in zahlreichen Fällen oft recht anfechtbar sei und einer kritischen Prüfung nicht standhalte. Ein guter Chorsatz müsse die Forderung erfüllen, daß seine Einzelstimmen möglichst melodiös geführt seien. Im weiteren Verlaufe seines Vortrages verbreitete sich der Kurfus- leiter über die Chorliteratur, die er einteilte in Volkslieder, volkstümliche Lieder, Lieder im Volkston und Kunstlieder. Für den ersten Abend des ersten Tages hatte sich der Gesangverein „L i e d e r k r a n z zur Verfügung gestellt. An den, bereits tonlich ein geübten Chore „Maiennacht" zeigte Herr Kantor Samper praktisch das, was er in feinen Vorträgen theoretisch bargetan hatte. Die Dirigenten konnten hieraus für ihre eigene Tätigkeit wertvolle Anregungen entnehmen. Am Sonntagmorgen machte der Surfusleiter in einem Vortrage beachtenswerte Ausführungen über Atmung, Dynamik und Rhychmus. Am Nachmittage war der Arbei - tergefangoerein zu einer Gesangsprobe erschienen und gab Kantor Samper Gelegenheit, an dem Liede „Wenn ich den Wand'rer frage" und späterhin gelegentlich der Neueinstudierung des Beethovenschen Chores aus der neunten Symphonie „Freude, schöner Götterfunken" wertvolle Klein- und Beinarbeit zeigen. Mit einem anschließenden Vortrage über Toreinheit und verschiedene organisatorische Fragen gelangte der 5. oberhessische Dingen tentag zu seinem Abschlüsse. Lehrer F e r n g e s und Ströhinger- Ober-Lais (letzterer für die anwesenden Vertreter der dem Vogelsberger Sängerbünde angeschlossenen Vereine) brachten den Dank der Versammlung an den Kursusleiter, der auch als Wertungsrichter sehr geschätzt ist, zum Ausdruck und stellten ihm in Aussicht, schon bei der demnächst ftattfindenden Delegiertentagung die erhaltenen Anregungen weiterzugeben zur praktischen Durchführung in den Vereinen. Der Zentralstelle für Förderung der Volksbildung in Hessen gebührt Dank dafür, daß sie durch die Einrichtung von Dirigentenkurfen bestrebt ist, das Gesangvereinswesen auf eine höhere Stufe zu heben. E. Stumpertenrod, 27. Jan. Der hiesige Gesangverein veranstaltete am Sonntag fein diesjähriges Wintervergnügen im Saale des Gastwirts Stein unter Leitung seines Dirigenten Lehrer Cunz. Zur Aufführung tarn zunächst „Wieder daheim", ein tiefernstes Stück, das sich nach dem Krieg abspielt. Die zwei nächsten Stücke waren der heiteren Kunst gewidmet. Besonders verschönt wurde die Veranstaltung durch die Mitwirkung des Musik- vereins. X Breungeshain, 27. Jan. Am Sonntag beging der hiesige Kriegerverein in einer schlichten Abendunterhaltung, die im Gasthaus von Wirth stattfand, die Feier seines 25jäbrigen Bestehen s. Der vollbesetzte Saal war ansprechend ausgeschmückt. Der Vorsitzende des Vereins, der be- tannie Klubhauswirt des Hoherodskopfes, Herr Stein, begrüßte die Erschienenen. Nach seiner Ansprache wurde das Deutschlandlied gesungen. Zwei Mitbegründer schilderten den Entwicklungsgang des Vereins, während der 25 Jahre seines Bestehens. Deute steht der Verein mit einer Mitgliederzahl da, die unserem kleinen Orte zur Ehre gereicht. Apotheker S c r i b a - Schotten übermittelte als Vorsitzender des Hassiabezirkes „Vogelsberg" die herzlichen Glückwünsche des Präsidiums der Hassia und des Bezirkes. Er überreichte den noch lebenden 12 Mitbegründern die Hassiaauszeichnung für 25jährige treue Mitgliedschaft, dem Vorsitzenden Stein die Auszeichnung für 40jährige Zugehörig- feit zur Hassia und dem Schriftführer Linker eine Ehrenurkunde als Anerkennung für die Dienste, die er dem Verein feit feiner Begründung als Schriftführer geleistet hat. Studiendirektor H e r t s ch-Schotten überbrachte die Glückwünsche des Kriegervereins Schotten. Er wies darauf hin, was Deutschland in dem Weltkriege geleistet hat, und for- dene die Anwesenden auf, nicht kleinmütig zu sein, sondern in Einigkeit und treue zusammenzuarbeiten an dem Wiederaufbau des Vaterlandes. Die Jugend muß erzogen werden auf sittlicher, religiöser und vaterländischer Grundlage in der Verehrung dessen, was groß und herrlich in der der deutschen Geschichte ist. Vaterländische Gesänge und Volkslieder gaben der Veranstaltung ein trautes Gepräge. Unter den Anwesenden befand sich auch ein 9 2 jähriger V e - t e r a n, der den Krieg von 1866 mitgemacht hat. 'S« Aolkartshain, 27. Ian. Sonntag abend hielt der hiesige Gesangverein unter der Leitung seines Dirigenten, Lehrers Müller, im neuerbauten Kempelschen Saal seinen diesjährigen Theaterabend ab. Der Besuch war trotz des schlechten Wetters gut, auch aus den Nachbardörfern. Im Mittelpunkt des Abends standen zwei Theateraufführungen, die allgemein sehr gut gefielen und reichen Beifall ausloösten. Alle Darsteller wurden ihrer Aufgabe voll und ganz gerecht. Umrahmt waren die 'Aufführungen von drei meisterhaft vorgetragenen Chören, bei denen man das gute Stimmenmaterial, die vorbildliche Atemtechnik und die gute Durcharbeitung der Chöre bewundern konnte. Bürgermeister Mieth brachte dies auch in feiner Ansprache zum Ausdruck. Nach Schluß des offiziellen Teils fand der übliche Tanz statt. Der Reinertrag des Abends ist als'Beitrag für die Errichtung eines Gefallenendenkmals bestimmt worden. Id. Aus dem B o g e I s b e r g e. 27. Jan. Die Annahme, daß Geldknappheit und zunehmender Koblenverbrauch die Drennholz- preise dieses Winters in erträglichen Grenzen hielten, hat sich bis jetzt irrig erwiesen. Die Preise, die bei bereits abgehaltenen Versteigerungen erziett wurden, liegen weit über den Durchschnittspreisen des 1 9 2 5. Die einheimische Bevölkerung kann eben auf Holzbrandnicht völlig ve rzichten, da weder Oefen noch Herde für Kohlenfeuerung eingerichtet sind, und steigert Holz zu jedem Preife, ohne im Augenblick zu bedenken, daß das gesteigerte Holz auch einmal bezahlt werden muß. Es muh sehr nachdenklich stimmen, daß viele Gemeinden, die bisher die Bürgschaft für daS für die Gemeindeglieder aus staatlichere Waldungen gelieferte Loshvlz übernahmen, diese ablehnen und die Lvsbvlzberech- ten auffordern, Burgscheine zu machen „.reis Alsfeld. er. Homberg a. d. Ohm, 27. Ian. Nach Beendigung des hauswirtschaftlichen Kursus in Atzenhain wurde am Mittwochmorgen ein solcher in den Räumen der Stadthalle dahier eröffnet. An diesem Kursus nehmen die Mädchen der Pflichtfortbildungsschule von Haarhausen, Dannenrod, Appenrod, Maulbach, Büßfeld und Homberg teil. Sie werden hauptsächlich im Kochen und Handarbeiten durch die technische Lehrerin Frl. D e i ß - Bellersheim unterrichtet. Die Leiterin hat seither den Kursus in Atzenhain mit gutem Erfolge geführt. Es ist zu begrüßen, daß hier jungen Mädchen die Gelegenheit geboten wird, etwas Praktisches für ihr späteres Leben zu erlernen. Auch Freiwillige werden jederzeit angenommen Die geringen Kosten werden in der Hauptsache von den Gemeinden getragen. Da das reichhaltige Inventar (Herde, Nahmaschinen usw.) vom Kreise gestellt wird, dürften diese nur sehr gering fein. Leider ist die Dauer des Kursus nur auf vier Wochen berechnet. W Homberg a. d. Ohm, 27. Jan. Zu dem Gesangswettstreit, den der Gesangverein „F r a u e n 1 o b" anläßlich seines 70jährigen Bestehens am 29., 30. und 31. Mai hier veranstaltet, haben 6 Vereine gemeldet, und zwar „Eintracht"- Ober-Ofieiden, „Eintracht"-Nieder-(tzemünden, „Lie- derkranz"-Kesselbach, „Polyhymnia"-Beuern, Männergesangverein Homberg und ein Schweinsberger Gesangverein. Auf der jüngften Delegiertentagung wurde beschloßen, in Anbetracht der geringen Beteiligung nur in zwei Klaßen zu fingen. Der Fest- beitrag wurde auf 1,50 Mk. festgesetzt. W Nieder°Ohmen,27. Jan. Der „F u h. b a 11 d e r e i n 19 19 N i e d e r ° O h m e n" hat ir der jüngsten Zeit nach seiner Umgestaltung einen recht erfreulichen Aufschwund genommen. Seine Mitgliederzahl beträgt schon über 200. Neuerding? wird der Beitritt zum Westdeutschen Spielverband lebhaft befürwortet, damit den aktiven Mitgliedern recht oft Gelegenheit zu sportlichen Kämpfen gegeben wird. Kreis Lauterbach. WSN. Schlitz, 27. Jan. Wildschweine haben in der letzten Zeit in den Gemarkungen ber Ortschaften Rimbach und Willofs großen Schaden angerichtet. Die Gräfliche Forstoerwaltung sucht mit allen Mitteln die Schädlinge zu bekämpfen Vor kurzem schoß der Förster W i 11 h a r d t im Re? vier Rimbach einen Keiler von 140 Pfd. Am Mittwoch wurden von dem Forstmeister Roßmäßler- 0 isenbach und Förster S ch m id t = Wernes in der Nähe von Willofs wiederum zwei Wildschweine zur Strecke gebracht. 4> L a n d e n h a u s e n, 27. Jan. Bei der am Sonntag hier abgehaltenen B ü r g'? r-m e i st e r- wähl wurde Christian Henkel, der das Amt vor 6 Jahren niedergelegt hatte, mit 425 Stimmen zum Bürgermeister gewählt. Der seitherige Bürgermeister Knobel och erhielt 411 Stimmen. Starkenburg. Darmstadt, 27. Jan. (WER.) Hier sind falsche Elnrnarkstücke mit dem Münzzei- chen G und der Jahreszahl 1925 im Umlauf Die Falfchstücke sind dadurch lncht kenntlich, daß fie etwas dünner und größer als die echten Markstücke sind. Der Außenrand ist rundlich und außerdem fehlen auf demselben die ausgeprägten Ornamentftücke: sonst ist die Prägung sehr scharf. Weinheim, a. d. B., 27. Jan. (WER.) Rach fünf unsäglich schweren Dienstjahren in der französischen Fremdenlegion sind dieser Tage zwei junge Weinheimer in die Heimat zurückgekehrt, nämlich der Fabrikarbeiter Michael Apfel, der am 22. Juli v. I. in einem Gefecht durch einen Streifschuß am Kopf schwer verlacht worden war, und der Fabrikarbeiter Johann Pflästerer. Dor einiger Zett ist auch ein dritter Weinheimer, der Arbeiter Riecker, zurückgekehrt, der desertiert war. Preußen. Kreis Biedenkopf. # Königsberg, 27.Jan. Das Opfer eines Hypothekenschwindlers wurde ein hiesiger Einwohner. Der Mann hatte sich an einen Vermittler in Gießen gewandt, dem er den ausgefertigten Hypothekenbrief anvertraute, obwohl er nur g a n z g e r i n g e A n z a h l u n g erhielt. Der Vermittler ließ sich den Hypothekenbrief von einer Kacke zu zwei Drittel beleihen, führte aber das Geld nicht an d e n G e 1 d s u ch e r ab. Es ist A n z e i g c erstattet. Die Angelegenheit dürfte wohl auch bei der Kaste in der bevorstehenden Generalversammlung noch ein Nachspiel haben. — 2m Sonntag veranstaltete der hiesige Mädchen- ch o r unter Leitung von Pfarrer Steubing einen Unterhaltungsabend, dessen vielseitige und wohlgelungene Darbietungen mit Recht allgemeinen Bei fall fanden. Kreis Marburg. H Marburg, 27. Jan. Auf Einladung der vereinigten Handwerker-Innungen und des Kreis- handwerker-Bundes für den Kreis Marburg fand in den Stadtsälen eine aus Stadt und Land sehr gut besuchte Protest-Versammlung gegen ben Gesetzentwurf zurFörderungdes Preisabbaues statt, weil dieser das Handwerk für die höheren Preise verantwortlich machen wolle. Nach einem Vortrage von Dr. Benz vom Handwerksamt in Hanau, in der dieser sich eingehend mit den Bestimmungen der Gesetzesvorlage beschäftigte, wurde eine Entschließung angenommen, in der sparsame Verwaltung, Steuermilderung und Unterlassung jeder Steuerüberschuhpolitik gefordert wird. An der Versammlung nahmen auch die Spitzen fast sämtlicher Behörden teil. — In einer in Cölbe abgehaltenen Versammlung der R o t o i e h z ü ch t e r wurde beschlossen, um 9. Juni hier in Marburg eine Rotviehschau zu veranstalten. Die vor. jährige in Kirchhain habe das beste Gelingen ge- zeittgt. WSR. Marburg, 27. Jan. In einem zwilchen Kassel und Marburg verkehrenden Zuge spielte sich am Montag eine aufregend« Szene ab. Ein Ingenieur, der sich in der Toilette eingeschlossen hatte, suchte sich dort daS L e b e n z u nehmen. Die Mitreisenden wurden erst aufmerksam, als fie das Blut unter der Tür hervorsickern sahen. Als man mit Gewalt die Tür öffnete, sah man, daß der Lebensmüde sich schwere Kopfwunden beigebracht hatte. Als man ihn in der Station Wabern hevaus- bringen wollte, um ihm einen Verband anlegen zu lassen, wurde er wiederum von einem Anfall gepackt und suchte sich vor den durchfahrer^n O-Zug zu werfen. Rur mit Muhe konnte er von den Reisenden gewaltsam von seinem Vorhaben abgehalten und beruhigt werden. Rach Anlegimg eines Rotverbandes überführte man den Bedauernswerten, der schon längere Zeit stellungslos ist und an einer schweren Rervenkrankheit leidet, in die Marburger Rervenklinik. Maingau. Frankfurt a. M., 27. Jan. (WSR.) Auf der Frankfurter Straßenbahn wurden im Jahre 1924 114 993 269 Personen gegenüber 118 507 800 Personen im letzten Dorkriegsjahr befördert. 2m Gegensatz zu den meisten deutschen Großstädten, von denen Hamburg eine fast 50prozentige Zunahme zu verbuchen hat, hat Frankfurt einen kleinen Derkehrsrück- 9 an g zu verzeichnen. — Am Samstag, den 30. Januar, kann Frau Emma Großmann geb. Stephani in Frankfurt a. M. ihren 101. Geburtstag feiern. Die Jubilarin, die körperlich und aeistig bei bestem Wohlbefinden ist, ist die älteste Einwohnerin der Stadt Frankfurt. Ihr Diener, Jakob Becker, der 31 Jahre bei ihr tätig ist, wird demnächst 80 Jahre att. letzter Zeit hat ein angeblicher Arthur Riffert aus Bonn Karten zu einem Blindenkonzert, bei dein die blinden Künstler Robert G e y e r und Fritz Holtmann aus Hannover im Saalbau auftre.en sollten, verkauft. Er hat auch dir Karten versteuert. Am 15. Januar ifl er nach Altona abgereift und hat vdn dort an die Direktion des Saalbau gefchrieben, daß das Konzert auf unbestimmte Zeit verschoben werden müsse, weil zu wenig Karten verkauft seien. Dieses ganze Manöver war Schwindel, buchhanbel, G. m. ß. H., (Berlin SW 11.) In überaus fesselnder Schilderung umfaßt da- von Prof. L. Ziehen — dein Autor de« jetzt hier gut Vorführung gelangenden ,,Vl«marck-Jllm«" her- au«gegebene Gelettbuch die Handlung de« gesamten Filmwerke«, sowohl be« ersten wie de- Im Herbst herau-tommenden zweiten Teiles. Ans 24 Bildtafeln (Kunstdruckpapier) sind di«- be- deutsainsten Szenen und Porträt.« au- dein Film seslgehallen. Der besonder,- Wert de« Buche« liegt darin, daß es politisch ohne Irgend,velche Tendenz geschrieben ist und in durchaus lebendiger. voll«tümllcher Form Bismarck» Werk und Person vollkommen darstellt. Da« 150 Gelten starte Buch ist vorzüglich a "«gestaltet und autzer- ordentlich prciSwerl <1,80 Bit.). Du« Werk verdient wärmste Empfehlung. Da» im gleichen Berlage erschienene reich Hluflrkrle Programmheft (16 Gellen) mit den wesentlichsten Angaben über den Bl-marck-Film möge flle dyfnll« durch einen empfehlenden Hlnwe.« gelvürdlgt werden 43 - ®?r Äemüsevau. ‘Born ®.irh-nbnu- inspeltor Karl Aeichelt. Mil Anblnl bei, Abbildungen Im Xefi und aus Tafeln. Pret- In Leinenbanb Mk 160 (Verlag von Quelle u. Keip,ig ) 20 Tafeln mit 43 v rzt g Idx-n bhntn- grapl-i chen Ausnahmen | )ti>lc eine Heiß ■ 3 tl)- nungen im Tert ge >en d»m Buch eine Prä htiae Ausch ultchkeit. D.« hübsch uu-gestati t,- 'Mnb- dX", da» der bekannten S immlun i ,Wi senschafl und Bildung" angel) rt, ist au» der Pr beraub entstände» und wird sowohl dem Praktiker h>ie dem gemüsebauenden Laien ein guter Aal- - Dr. Fritz Giese OH r l f u 11 ii r ('vergleiche zwischen amerikanischem und europätichem bißrjlßmuo und Xlebeneflefüf)!). Delphtn-Verlag in München. 8^* Lekte Nachrichten. Stimmenthaltung der S. P.D. im Reichstage. Berlin, 2». Jan. (WIV -Vrahtmeldnng.) Vie ( o 11 • I b c m o f r a (I f d) e N e I d) » I a g e f r a f • 11 o n hat beschlossen, bei der Abstimmung über das Bcrlraueneooluin für da« neue ftablnctt Luther. StimmenlhaHung ,u üben und die 5' lungnahme In einer Erklärung ju begründen. tu 25 140 102* ,11»' 128.6' 123,2* | 91 so.5' I 92 Banknoten. lifl und I 118 4.2,2- Der Be- der von. 'L.5' «7 5- 2* 5* 86 5 "6' n.6 0 (M3 M 6* 3, 5 91 00 75' UM' 113,5' 85 11 6.55 I i 088 99,6 M.6 2J.2, 92 5 41.5 10 75 Devif-nmarlt Berlin-Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. 113 132 1*23,2* 55 j 1'8,5 i 87 I 20 90,25 54 20,1 4 92 40.5 40 5 87 I 75' 75,5 02' 30 30.6 92* 80 in.6 n. in 116 4 Hl 4* 95 6.75 ber darauf abzielte, da» Geld für die Karten au erlangen, denn die beiden blinden Künstler w u tz- gesragt und hatten KurSb.sserungen bi« zu 3 Pro- zent aufzuwcis.m. Bevorzugt waren Deutsch-Lux, Gels.-nkirchen, Rchctnstahl. Chemie-Werte beanspruchten ebensall gröher^s Interesse. Die Erholungen hielten sich zunächst in engen Grenzen (bis 1 Prozent), später waren dann größere Steigerungen zu verzeichnen. 3. ®. Warben» 53.5 20 3 0 91,25 .4),3 68,5 54 66 78 87 M.4* 63,25 67 5 04.76* 82,2.5' 77' 92 6* 29 28 30 96.25* 82 86' 37 5 41 75' 88,5' MH 5* 10-.2- in- ■ L.5 5 46.26- '3.75* 1.0.6' 78 76.6 I 77,5' | 93,5* | 29.5 30 21 । 29 75 | 2' ,6' ; ,2‘ | uo! IM| 5.1 ! te n nichts von dem Konzert. Höchst a. 1, 27. Ian. (WSA.) demnächst in der Stadtverordneteniihung zur sprechung gelangende AachtragSetat Stadt Höchst wird die Bewilligung 400 000 Wr. verlangen. in- ; 1VS* I 5 2- I MF 111 2* | 95 6* 6.9 Vertin er HcmbrlSaclellschnsl O-ommw, und Privat-Bonk Darmsl. und Na tonalbaiif Dciutchr Bank. • , ?euifd)c Verein Chan f - > . -löconto (.'-ommanblt • • Wie toll baut MUleloeullchc ttrcbllbanf Dcfieircidjtf®? (£rcbitanfta!t toeftlmnt ..... Bochumer Gah...... > Buder.iS Caro ......... - Dcnltzh ynrrmbntfl .... b)clkii(ird)ciier -7>erciwerke - ßarpencr Berabqu . . • .Mnlhucrfc Vlfrttcnjlebcit. . . - Ua liniert tTOcftcrcgcln Vaurahiittc ...... Cbcrbeßarl ..... •Ubüiiix iderflbau ...... inGcinitflbl ...... •flicbed Montan Icllue IBcrnbnu...... finrnburg timerilti Pakei. . . 9lorbbculf(t)fr UfoDo . . . Uljcraiiuidjc Werte VIlbin . . Zementwerk Hetdekderg . . vtiiliro HoUmi.nn .... 9ln(|Io.(£ont.-(V)uaito..... Kljemiftöc Maner?llapln . st. W. starbenludusirle, A.-G. Äoldsü.midt........ . HolwerlMung........ dtütacrOroerfc......... 2cheideanstalt Villa. tklekkrUitäir cSeleatchali Beraniann . . . Maüilraflwerte . . . c-tf)urfert ..... . . . Siemens & Halüke ..... Vlölcrroerlc flienet ..... 3 ofmler Motoren. ...... Heyltsienstacdi ........ "'cmrtn.......... Motorenwerke Mannbelm frankfurter Vlnnaturen «oufcryntfabtil Braun 'V/etaMoefen chaft strautforl . Pe, Union Vl.-itz. . . . . . CtbnfPabri! öm . . . . 'i irtiel ......... ,'iellllo । Waldliol...... stucker,abrik slrankenthak . . stuckeriabrik öflngbäufel . . . 114 V । 115.6- 132,7* \ Strömung vorerst nichts profitieren. AGG unb Siemens gaben weiter nach Auto- und Wasch l n e n a k t i e n waren leicht gebessert. 3dl- stoffaktien wenig verändert. Zuckeraktien konnten sich etwa- befestigen. Heimische Anleihen waren gut gehalten und te.lweise mätzig hoher Ausländische lagen etwa« verimch- lässigt und gaben im Kurse übrrw.egend leicht nach. Der Freiverkehr war still. Api 0.4, Benz 28. Brown-Boveri 61, Gntreprife 9, Growag 47, KrügerShall 84, Petroleum 75, Ufa 54, Untcr- franken 57 Proz. Im weiteren Verlaufe erfuhr die Höherbrwrgung und GeschiiftSbelebung eine Steigerung, da der Ultimo in der Hauptsache als überwunden gelten kann. V« waren daher neue Kurs- erhähunaen zu verzeichnen. Am Geldmarkt ist die stiachsrage etwas stärker geworden, wobei sich die Zinssätze natura em äh wieder leicht erhöhten. Monat«gelb stellte sich auf 7 bl« 9'/t Prozent je nach Adresse LageSgeld war leicht erhöht. Industrie-Alzepte 7 bl« 7'/, Prozent. DaiiÜ>i«konten 6 bi« 61/« Prozent. Im De- vtsenverkehr waren keine wesentliä>en Veränderungen zu verzeichnen. •Börlenhirle. 38.76 42,6' MO. 5' 88’ 107' W».T 119,5 35 6 45 25' 74 2V 6.75' 77.5 | 5i I | 85,5* I 38 25 89* I 89.5' 111.2' 1111,6 ! 311 5 0 62- ,71 «2- '17* scheinen wird. Er setzt sich aus einer Mischung von Eisencarbonyl und Benzin zusammen und ist billiger als die anderen Betriebsstosse, die das Klopsen der Motoren verhindern. Der Vorteil der neuen Mischung liegt darin, das; sich der Gang der Maschinen geräuschlos vollziebt. * Allgemeine Elektrlzitätsgesell- schäft, Berlin. In der Aussichtsratcsitzung nm 2G. Januar, die sich mit der Bilanz für das abfle- hnfenc Geschäftsjahr zu beschäftigen hatte, wurde berichtet, daß die abgerechnelen Umsätze um Ist) Prozent gestiegen seien und 30 Prozent mehr Aufträge als zur gleichen Zeit des Vorjahres vorliegen. sJtadj laufenden Abschreibungen in -höhe von 3 059 803 Mark (im Vorjahr 2 426 743 Mark) und einer Ti! gungsquote von 957 507 Mark auf Disagio der Amerika-Anleihe verbleibt das mit dein 30. September 1925 endende Geschäftsjahr fein Reingewinn von 8 363 047 Mark (i. V. 7 223 287 Mark) und ge- auf die Stammaktien (l. V. 5 Proz.). Der Erlös aus stattet die Verteilung einer Dividende von 6 Proz. den amerikanischen Anleihen, von denen die zweite erst in der Bilanz des laufenden Geschäftsjahres zur Verrechnung kommt, ist an die Stelle kurzfristiger Verpslichtimgen getreten. Die Hauptoer fammlung wird ans den 26. Februar einberufen. Berliner Börse. (öincner Draht' er>chi h; - '>e euer An ?erfl" > Berlin, 28. Jan. Die Unsicherheit der innerpolitischen Lage oeranlaßted ie Spekulation ansangs zu einer starken Zurückhaltung. Das Geschäft war daher, zumal auch das Publikum dem Markte fernblieb, sehr gering. Die Tendenz zeigte die N e r o o s i t ä t der Börse und gestaltete sich uneinheitlich bei säst durchweg nur minimalen Veränderungen. Erst nach Festsetzung der ersten Kurse ging die Kulisse zu einem neuen Kurs über und schritt besonders am Schiffahrts. und Manta n m a r k t e zu Käufen, so datz die Börsen wäh- renb des Verlaufes der ersten Stunde wieder ein freundlicheres Aussehen annahm. Einen günstigen Eindruck hinterlietz vor allem der neue Neichsbank- ausweis. Der Geldmarkt war weiter flüssig, obwohl sich die 9tachsrage besonders nach Tagesgeld etwas verstärkt hat. Tagesgeld 6 bis 8 Prozent, Wo- natsgeld und Geld einige Tage über den Ultimo 8 bis 9 Prozent. Im Devisenverkehr unterlag Paris Schwankungen. Paris notierte anfänglich gegen Landon 130,05, besserte sich dann auf 129,4'), qm sich im weiteren Verlaufe wieder auf 129,75 zu senken. Kabel gegen Warschau 7,30. Die übrigen Valuten sind unverändert. Sramiutter Börte (Ltg.aei D.ahtoertchi des „G> he. e Anzetger«",) Frankfurt a.M., 23. Ian. Tendenz: Gut erholt. — Da sich die Glattstellungen nur noch v.'reinzelt forlsehten, war die Börse heute bei Beginn wesentlich freundlicher veranlagt. Die Llnternehinung«lust, die durch die letzten Vüclschläge zurückgedrängt worben war, lebte lil ‘der aus unb gab brm Markte ein lebhaftes G e p r ä g l>. Deckungen unb Rückkäufe bewirkten auf allen Gebieten ansehnliche KurS- fcrfierungcn. Die neue Aufwärtsbewegung ging wieder vom Schiffahrtsmarkte au«, für dessen Werte neu eingelausene AuS - Ian bfaufaufträge Anregung boten. Daneben waren wieder Montanaktien lebhaft Steigerungen zu verzeichnen. I. G. F> industrie 124,5. Ban ka ktien lagen ruyi fest. Die Kurse waren kaum verändert. Olur Reich« bank minus 1,5 Prozent. Der 4Slettromar f t konnte von der festen Brie» 4.21 r 19 12 10.,31 20,46.. 11 KO 163.89 17.02 85 71 59,86 112,53 81.36 59 4 . 12.4 ! 6,87.7 I «Hf, f,fl6 10 02 108,71» 20.3'5 15,72 148,05 Iti 94 86 2-1 8,90 111,97 80,96 6'1,19 12.37 5.815 Getreidebörse. (Eigener Drahtbertcht des ..Gichener Anzeiger«".) Frankfurt a. M„ 28. Jan. Es wurden no- tieri. Weizen, Wetterauer 26L0 bis 26,75, '.Roggen, iniundijck-er 17,75, Somergerfte für Brauzmecke 21,50 bis 24, chafer, inländischer 18,50 bis 21,50, Mais, gelb 19,75 bis 20, Weizenmehl, inländisches, Spezial i) 40,50 bis 41, Roggen mehl 26 bis 26,50, Wei.zenkiele 11, Rogenkleie 11,25. Tendenz Stetig. Pcodutienbörfe. Berlin. 27. Januar. Vormittag« beftan , für R gfl:n im Berliner Produ tenmarkt an al e d acp>r.g A ; teil ^1 e Ce.,6 ten Kursen Dicfe Tendenz wich al ecdmgi zu 'leginn bci5 am'I'chen Verkr-hrS ruhigem Gelch.ist. In Inland:-weizen b Ingen die g sie n selten amn - ka. Ischen unb cn 'tischen SchMiinot erung.-n forte auch die teilweise erhöhten ausländischen Etj- iöerlht. 27 st an Wnicri?nnt(o fironen iHiimänifffie 9/ölen...... rihDcbildjr Wotcn ...... Cäi.vrl4tr 97otm ... . . . Svanilchc Vtotni ...... Tlch^choUowakOLk Noten .. Uiuiarffd)i’ Noien . .. Irankfurter Wirtschaft. • frankfurter Bank. Frankfurt a. M. In ber gestrigen außerordentlichen Generalversammlung der Fvanlfurter B.rnk wurden die Anträge auf Lösung bei Interessengemrin- jchaftsvertrage« mit bei Deutschen Vereinübank unb Abberusung be« Vertreters der Deutschen Verein«bank au« bem Aafjichtsvate der Frankfurter Bank mit 75 347 Stimmen gegen 1159 be« Vertreters der Deutschen Ver^lnSoank angenommen. In der Begründung wurde barauf hinge- wiesen, bah mit dem Eintritt der Michaelgruppe in die Deutsche DereinSbank diese ihrem Wesen nach eine Aenberung erfahren habe, die nicht mehr mit bem InteressengemeinschaftSvertrage in Einklang zu bringen gewesen sei. ♦ Zur Dollar-Anleihe der Nhein Elbe-Union. Ueber die Dollar-Anleche der Rheln-Elbe-Union erfährt die „Deutsche Bergwerks^ zeitung", dah, abgesehen von bem gemeldeten Äiin- digungsrecht nach den ersten fünf Jahren zu 105 Prozent, nach weiteren fünf Jahren ebensalls ein Buckzahlungsrecht, und zwar zu 102 Prozent vorgesehen ist. Da nach einer Neuyorker Meldung das Bezugsrecht für Anleihezeichner auf Deutsch-Lux- Aktien in der Weise gehandhabt werden soll, bah aus jede Obligation 10 Aktien Deutsch-Lur zu Pari gezogen werden können, werde Deutsch-Lux, deren Aktien auf 700 Mark nom. lauten, zur Durchfuh rung der Transaktion gezwungen fein, eine neue Stückelung seiner Aktien auf 100 Mark nom. vorzunehmen. ♦ Endgültige Aufgabe der Zeche „Massen^, Dortmund. Bei den erneuten Ver- Handlungen des Dberbergumb Dortmund auf Veranlassung des Handelsministers, bei denen die Vertreter aller Interessenten anwesend waren, forderte die Buderus°5)arvener-Grupve für die Monate Fe- bruar—März 370 000 Mk. Zuschuss und begründete die Forderung ausführlich. Man konnte sich diesen Ausführungen nicht verschliefen und beschlotz, die Zeche endgültig ersaufen zu lassen. Autzerdem hosst man, zirka 300 Bergleute von „Massen" anderwärts unterbringen zu können, so datz diese Stillegungs- maftnahme weniger druckend wird. * I. G. Farbenindustrie A.-G., Lud- w i g s h a f e n. Bekanntlich will das Werk Ludwigshafen (Bad. Anilin- unb Sodafabrik) der I. G. Farbenindustrie einen neuen Betriebsstoff in den Handel bringen. Wie ber HDH. von Derwaltungs- feile auf Anfrage erfährt, ist bie Melbimg über den Verkauf non Motyl ber I. G Farbeninbustriewerke Ludwigshafen bei der Stinnes-Viebeck Del A. G. dahin zu vervollständigen, bah ber neue Betriebsstoff unter bem Warnen Motalin auf bem Markt er- IVtanffurt a-M Berttn s Unfall« Dntu-n: •47. 1 I 2H 1 27 1 | 23 i y/. Teuilcht WddiCanlrl'jt 9.2376 >.24\ 0.2115 0,2425 4‘7n l)rut(rf(cn.......... — w 0.2'6 **■ — ■ee 0.21 — Dmtlctir 'iikrtb. Dollar.»«!. d» — 91.76 — bto lot! <£diütl‘!aniretfnfl.') M.7 •» M.9 vu<-n. Alrrc 1.743 1.142 1,780 I,«-IO V.'rif.vumo l ll U7 l!),ll 19,011) 19,105 (ihrifllänin 85.4b M.flb 85.31 86.63 .Uop.nban.'ii IU4.02 l i4,?H 103.8'1 104,1 üioctliotm 112,25 112,53 112,25 112,6'1 fielfinflfov'3 10,.747 10,58. II),.14'« 10,68 stlaUcn. ■ 10,916 IO,95j 111,91 - 18,9.1 ■ London. «I,lltl7 4Ü,44'.l 20,390 20,411 Vieunott . 1,10/ 4,20 1,10 4,2i ■ Port». • 1 i.tillO 15.705 1 >.<25 16,795 Schivet, - -0 92 Kl.12 4(1,8) 41,08 euaidcn - 69,27 59,41 5',81 69.45 stovnn • - 1 8!l9 1,901 l hK| 1,885 Otto be st cm > 121 1.666 ) 022 0,624 Wien hi D- C eft. abfleft .'J.IIG 59,-0 «9,19 Iw,22 'i,4« 1,42 Budapstt • i,H7G !»,8!!II >,H7 ’ 4,892 Bnl, arlen 2,'Ui 2.1105 2 885 2.89, V'lfnuon 0 226 21,27.« 21,175 1,22 3 Tnnji« ■ ■ HO «1 Ml 1! SO,90 81,10 Konst ntin- ) ,W 2.212 ',202 2.212 VI i ticn 5 ?.) Hl 6 79 f) Hl tianabn . 4 UM 4.198 1.188 1,1'18 Uruflunh . 4,1105 4.815 4.30« 4,315 Schach-Ecke. Bearbeitet von W O r b a 4). Alle für bie Aebaktion bestimmten Mitteilungen, Lösungen usw sind zu richten an bie SchachcebaUton be« .®ießenei A c eigers". Problem 91 r. 16. Don B. ®. Law«. 5 4 3 2 Schwarz, d 4? 1. Preis im Turnier ber „Ottotoa Lttizen' ß____h a h Weitz zieht unb setzt In drei Zügen matt. Weitz: 9 Steine Kill, Db4, Tc8, Tf2, Le2, Le7, Sb2, Bg3. Bk’4. Schwarz. 6 Steine Kel, Td2, I e5, Sei Bb6, Bc2. ©In Meisterwerk. Endspiel Nr. 11. h 8 7 6 5 4 3 2 Don A. Trvlhki. Schwarz, a b c 8 r I Weitz. Weitz am Zuge, gewinnt. Weitz: 3 Steine Kc8, Dc4, Sei. Schwarz: 4 Steine Kgl, Dd2, Bb7, Bc7. Ein Kunstwerk allerersten Hange«I Die Lösung hierzu ist folgende: den Llnrichlig wäre 8. 6. Dg3-eH- 7. Del-c4-l- 8. Dc4-bH- 9 Dblxb7+ 10. Db7- bl |- 11. Dbl -e44- 1. I c4-fl + 2. Dfl-f4+ 3. Dl4-f3-|- 4. Df3-g34- 5. Sc-3 - g4 Ann mutz Weitz 1. Kgl 112 2. Kli2 —hl! 3. Kltl -gl 4. Kgl hl Bb7 erobern. 6. Dg2-gl 7. Dgl-g2 8. Dg2 —gl 9. Dgl-g2 10. Dg2-gl 11. Dgl g2 . Dh7+?, Kgl 9. Dbl-f-, Dfl. Der Diagonalzug De4 Ii7 (Kgl, I>hl Dfl, Db6 i ) geht noch immer nicht, weil der schwarze Bauer aus c7 steht. Weitz kann aber nun diesen Bauer zum Ziehen nötigen, und zwar durch: 12. De4 <*1 ! . Üg2 gl. 13. Del c2l Aun bat Weitz zwei Fortsetzung^i, je nachdem c7—c5 oder c6 geschieht- 13 13. Dgl-g2 14 De2-d14- 15 Ddl -d5-4- 16. Dd5-h54- 17. Dh5 —c5-f- 18. Dc5 cl-f- 19. Del ~c6 + 20. Dd)- h6+ 21. Dhft-cl + 22. Dcl-c5+ usw. 13 gestattet aber 14 Dg2 —gl 15. l'gl j-2 16. Kni -gl II Kgl "I 18. Dg2- gl 20. Kbl-gl 21. Dg2-Il 13. c7-c5 dieselbe Fortsetzung wie nach 13 Dg2, (14. Df34 Dg2, 15. Ddi+ Dgl, 10. Dck5 »). Hauptfpie 1: 13. c7-c6 14. Dgl -g2 15. Khl-gl 16. Dg2-fl 13 14. Dc2-e4 + 15. De4-h7+ 16. Dh7-bl + 17. Dbl — b6+ 18. I )b6xch 4- 19. Dc6-h6+ 20. Dh6-cl-i- 21. Del -c5+ 17. Kt* 1 hl 18. Dfl -g2 19. Khl gl 20. Dg2-ll 21. Kel -hl 22. Dc5 h5+ und Damengewinn oder Matt. Lösung be« Problem« Ar. 45. Don W. A. Shinlman. 1, Dg6-d6! b’ 2. Db4 etc 1 , Se3 2. Dc5 etc l , ! - Dd24 etc 1 , Kbl 2. Ddl+ etc Si«S brr Sdindiivrlt. Autzcr dem berctl« anaelünblgtcn Internationalen Schachturnier am Semmering findet im März noch ein internationale« Durnier in Dresden statt, welche« jedoch in kleinerem Rahmen abgehalten wird. Schachwettkampf Ofstnbach—Hanau. Am 24. Januar 1920 fand in Hanau ein Dchachweit.'ampf der Oilendacher Schcich>,e elljchaft gegen den Hanauer Schachve.ein statt. Derselbe endete mit dem glänzenden Siege der Offcn- pacher Spieler, welche von 10 Partien 7'/u Gewinne und 2'/.j Verluste ouszuweisen hatten. Die Narrenkappe. Splitter und Sparren vom Aedaktionstifch. wie die Leute berufvmätzlg aus dem Leben fcheldeu. Der Astronom — himmelt. Der Bonvivant — hat ausgelebt. Der Chemiker — sieht der Auslösung cnl- gegen. Der Fährmann — fährt ins Jenseits. Der Anatom — wird eine Leiche. Ter Hausherr — Ist helmgegangen. Der Jurist tritt vor einen höheren Richter. Der S v I r 11 i ft — haucht seine Seele aus. Der Bischof — segnet das Zeitliche. Der W u s j e r f p o r 11 e r — segelt ab. Ter Wanderer — kehrt zum Staub zurück. Der Geschäftsmann - hat sich empfohlen. Der Ringkämpfer — hat aiiegerungen. Der Heizer — wird zu Asche. DerMifanthrop — verlätzt das Irdische Jam- inertnl. Der General — marschiert zur großen Armee ab. Dem Laternenanzünder — wird das Le. bensllcht ausgeblasen. Dem Schneider — wird der Lebensfaden ab. geschnitten. Der Sänger — tut den letzten Atemzug. Der P s i; ch > a t e r — Ist entseelt. Der S t r a tz e n b u m tu l e r — geht um bte Ecke. Der Gärtner — deitzt ins Gras. Der Genealoge — wird zu seinen Vätern versammelt. Der Strümps wlrker — „sockt" ab. Forderungen e ne Stiche, aber auch hier blieb dos Geschäft ruhig. Ejportt it.g eit in beiden Ar> titeln zicm ich gering Im Lieferungshandel stcUte sich die Aotlerrni für Weizen per März und Mai f? 1 Mark nt dr g r A flten er s nete geg -nüber Vortag-Uchlutz v-enig ver mdert. Im Mehlgeschäst besteht für Aoagen.uehl wettere Frage, Weizenmehl ruhig. Gerste und Hafer ohne Veränderung, de2gl Futterartlke'. notierten per 1000 Kg : Welzen (mäiki cher) 212 bi« 248, Weizen (Pom uern) 242 248, W izen (März) 265 264, Weizen (Mai) 272 270.50, Arggen (märklscher) 143 156, Aoggeu (Pommern) 141 154, Aoggen «Vlärz) 178.50 174, Roggen (Mai) 187 188, G rste (märkisch) 172 bl« 201, Futtergerste 142 160, Hafer (märt) 157 168, Hafer (März) 179. Aap« 340 350; pro 100 Kg.: Weizenmehl 3?,50 85,50, Arggenmehl 32,50—24,50, Weizenkleie 11,25 11,50, A^gg alleie 9,60 -10,10, V ktorlaerbsen 26—35, Kleine Spe se rb en 22 f5, Futlererb eu 20 21, Pelusästeu 20 21. Acke.b:huen 23 21, Wicken 21 23, Lupinen blau 12 12,50, Lupinen gelb 14 15, Seradella 19 20. Aap «tuchen 15,25, Lein! ichen 22 22,50. Trockenschnlüe, 8. Tors- melaffe 19,50 bi« 19 80, Kartoffelstöcken 14,80, Sohn-Schrot 14,75 15. Frankfurter Schlachtbiehmarkt. (Eigener Drahtbertcht be« „©iebencr Anzeiger«"4 Frankfurt a. M., 28. 3an AuftrteS: 1 Vulle, 2 Färsen und Kühe, 963 Kälber, 668 Schüfe, 209 Schweine. E« wurden bezahlt für 100 Pfd. Leb^ndg:wicht: Kälber: Fe »sie Mast- kälber 70 hf« 75. initiiere Mast- und beste Saug falber 60 bl« 69, geringere Mast- unb gute Saugkälber 50 bi« 59. geringe Saugkälber 38 bl« 48 Schafe: Mastlämme. unb Masthämmel 42 bl« 47, geringere Ma st Hummel unb S Hufe 33 b« 41. mätzlg genährte Hämmel unb S huse (Merzschafe) 20 bl« 32 Schweine: Dollste schlge von 80 bl« 100 Kg 80 b « 81, unter 80 Kg. 75 bl« 79, von 100 bl« 120 Kg unb von 120 bi« 150 Kg 80 bi« 81 Mk Markt verlauf: Bei Kleinvieh langsamer Handcl, bei Schweinen infolge be« geringen Austrieb geringe« Geschäft. Vüchertisch. Ludwig 3tet:u: .D lt m a r ck". öin De- leitbuch zum D 'mard-Ailm mit 24 Original- Aufnahmen au« dem Fttmwerk. (Verlag Wert- lSA ltr.2< ®»6»! Vie »**! lohn, °u° scheinens insolg« d xrernlpl 54* lag undlt Llnschnst richte^ L pofl Kranlsult Veit Stimi parte Derl die Regie Abg- giewngse Rede de er bedmk die vech will. Da wendigtei schärfst Kanzler; Votum eir mühte er heute bei StiiMMth nommen tt Airstenhau enteignet i gewinne ei chre abloh Politik bet Steigerung Diele Arg stürzt toei Henkers Lei bi tangier den Äg. i mir derart Ais t Platz bege neten in gerufen: Mit BellM mit seiner stoh sesei Mj idj n Sitzung Abg. Henn Die Er der Mhch Abg. S Abi. v. der als na.: sei. c Äusfü ,.Cs ist mi Opposit Dedürfnis, uchen A e Seben, dah des Aeichs Worte ge5; des 3uL lAeifall bei schen: Mgt, daß i freunde Has gesprochenste ^l.Ugun Ausdruck g Aeichz^^ feinen W V. Ne als schen A Deutschna enthaltunr sn-tfchul-ic sanwrenbrr der Praxi, vmerlich ü| Aedne Aenpoliti ^ngen Auä ^etfolgti bem S Se:cn LDrtte.| senden L^itde Ä w. «5 6u*w, ®it Bet| sya "afiona! khen wi, " Eind '""ner ne h Senf W SofosRll, blüt-nw-ch.....Pfd. 68 s, Bithemnem 8........Dsd 25 s, Bluwöilne.... Pf».70, 80, 95s, Aoszoosmetzi, feinstes . . . Pfd. 28 H M la.............. 1.10.« iuiitallwtfer.........Pfd. 32-, Es ist Zeit! nur Stage noch bis zum 30. Januar 1926 dauert mein “"‘•■'-Ausverkauf Sie können sich mit wenig Geld vorteilhafte Anschaffungen in Herren- und Knabenkleidung sowie Manufakturwaren zu außerordentlich herabgesetzten Preisen machen, wenn Sie die DREI LETZTEN TAGE ...................................................................................................... meines Ausverkaufs nicht versäumen nSS* „Magnet"-Eier 10 St. 1.88 I___________________ Siebeier, frisch geleuchtet, 10 Stück 1.68, 1.48, 1.28 ZMlMlhM junge französische Poularden junge Perlhühner Junge Puten Frisch geschossene Hasen Junge Mast-Enten Junge Mast-Hahnen Junge fette Suppenhühner Junge Fasanen Zu Gesellschaften :: Anlässen:: empfehle aus eigener Kühl- und Gefrieranlage stets vorrätig: Schleien Steinbutt —> Blaufelchen Rotzungen ScHWHab Sein oder Nichtsein. Lin Kriminalroman von dec Wasserkante. Bon Moritz Schäfer. 6. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Um aber einen Charakter von der Kompliziertheit Mühlfelds restlos zu zergliedern, fehlte es der |d)önen Hamburgerin an Welterfahrung. Ihre Skepsis schwand mehr und mehr, da Fedor peinlidj vermied, die Grenzen des guten Tones zu überschreiten, und Andrea merkte gar nicht, wie ihr der Roue trotzdem täglich um Haarbreite näher tarn. Ein Flirt im gewöhnlichen Stil hätte Andrea verscheucht und Mühlfelds Position untergraben; deshalb versuchte er es mit neuen Nuancen und hatte den Erfolg auf seiner weite. Er sang das Hohelied der Ehe, malte in leuchtenden Farben das Glück eines harmonischen Lebensbundes und beklagte sich selbst als einen Enterbten, dem dieses Paradies auf ewig verschlossen sei. „9a, sehen Sie mich nur verwundert an, schöne Frau! Sie meinen, zwischen Worten und Taten klaffe ein unlösbarer Widerspruch. Aber gerade ich, der die Ehe zu schätzen weiß wie fein Zweiter, bin verdammt, mich als Junggeselle allein zum Grabe zu schleifen. Ihnen darf id) gestehen, was ich aller Welt verberge: Heines Asra ist in mir wiederauferstanden!" Da mußte Andrea denn doch trotz des schwermütigen Tones, in dem diese Bekenntnisse fielen, laut auflachen. „Nehmen Sie mir’s nicht übel, Herr Mühlfeld/ entschuldigte sie sich, „aber ausgerechnet in der Rolle des Asra — der Gedanke ist doch zu grotesk!“ „Sie verkennen mich, gnädige Frau", sagte er mit tiefem Ernst, und seine Stimme vibrierte leise. „Sie verkennen mich, wie alle Welt. Gewiß, ich leugne nicht, was öffentliches Geheimnis ist. 9ch gaukle wie ein Schmetterling von Blüte zu Blüte und nasche Honig, wo sich mir ein Kelch erschließt. Aber was haben diese Aventuren mit Liebe zu tun? Ich muß mich betäuben, das ist alles! Id) muß Lethe trinken, sonst zermalmen mich die Gedanken! Einmal," und seine Stimme klang wie ein flüsternder Hauch, „einmal ist die große, jauchzende, himmlische Liebe in mein Herz eingezogen. Aber da war es zu spät! Das Weid, das mich groß gemacht hätte, groß und gut, ist mir unerreichbar! 9d) muß an meiner Liebe verbluten! Lachen Sie, Andrea," fuhr er leidenschaftlich fort, „das Lachen kleidet Sie besser, als der schwermütige Ernst, der in der letzten Zeit Ihr Leben beherrscht! Und wenn Sie glücklich sind, denken Sie zuweilen an den Asra!" Hastig erhob er sich und ging. Andrea lachte nicht mehr. Eine Glutwelle war in ihr Gesicht geschossen, Empörung wallte in ihrer Seele auf, denn sie hatte begriffen. Mühlfelds Partie stand aus Biegen oder Brechen. Einen Augenblick war Andrea entschlossen, den Vermessenen nie mehr zu empfangen. Dann aber senkte sich die Wagsmale allmählich zugunsten Fedors. Bist du denn sicher, ob er d i ch meint? so fragte sich Andrea, und kam zu dem Schluß, daß ihr da impulsiv die Eitelkeit einen Streich gespielt habe. War es nicht Beleidigung des Mannes und schließlich ihrer eigenen Person, anzunehmen, daß nur sie gemeint sein könne? Ja, ja, es war möglich, wahrscheinlich sogar, daß eine Frau, die sie nicht kannte, Herz und Sinne Mühlfelds in Besitz genommen hatte. Kein Blick, keine Miene hatte Andrea Andeutung gemacht, daß er sie selbst begehre. Sie atmete auf, die Unmutsfalte schwand von ihrer reinen Stirn, und ein Lächeln drängte sich auf ihre Lippen. Nein, dieser Mensd) war besser als sein Ruf! Sie wollte ihm auch nichl mehr mit Boreingenommenheit begegnen, wollte sein Vertrauen ehren und seine besseren Instinkte fördern und nähren. Ein heißes Mitleid wallte in ihr auf. Fedor war ein Unglücklicher, und wenn es in ihrer Macht lag, wollte sie ihm helfen. Vielleicht konnte er vergessen, vielleicht gab es in ihrem Bekanntenkreise ein Mädchen, das ihm Ersatz bieten konnte für die, die ihm unerreichbar war; vielleicht konnte sie dem Hilflosen eine Retterin zuführen, die ihn zurückleitete aus Sumpf und Morast in reinere Höhen. Die Freude am Ehestiften, die schließlich in jeder Frau zum Lichte bränat, regte sich, und rasch ließ Andrea die jungen Mädchen ihrer Bekanntschaft vor ihrem geistigen Auge Revue passieren. Doch feine schien ihr geeignet, die Sendung zu erfüllen, den „armen Heinrich" zu erlösen. Margot? Nein, das war unmöglich! Die Blinde verharrte in ihrer Abneigung gegen Mühlfeld, die nahezu an Unart grenzte. Freilich, wie konnte das Kind wissen, daß tief versteckt unter taubem Gestein geheime Bronnen sprudelten! Aber Andrea nahm sich vor, nicht mehr voreingenommen zu fein, sondern ohne pharisäischen Dünkel den Menschen im Menschen zu suchen. Ob sie dem armen Irregeleiteten werde helfen können, stand freilich dahin. In der Reinheit ihres Herzens ahnte die junge Frau nicht, daß sie nach wohlüberlegtem Plane einem Schurken anheimfiel. Mit kalter Berechnung nahm der Rou6 die Psyche der schönen Frau aufs Korn, eine Bresche zu legen in ihre Vernunft und schließlich die stolze Feste zu Fall zu bringen. Bis Ende April hatte Lorenzen von dem Mühl- seldlchen Depot nod) 150 Millionen abzutragen. Das übrige war ersetzt, aber das war nicht ohne Mühe erzielt worden. Die geschäftliche Krise wirkte nach, und es konnte nicht verhindert werden, daß im Publikum allerlei vage Gerüchte von einem Wackligstehen des Bankhauses umliefen. Lorenzen kam aus den Sorgen nicht heraus, und die eheliche Spannung wuchs. Eine nervöse Gereiztheit herrschte bei dem Bankier vor und übertrug sich auf Andrea. Auch Margot fühlte instinktiv die wachsende Entfremdung zwischen den Gatten, und so oft sie konnte, floh sie die freudlosen Räume des väterlichen Hauses. Bei ihrem alten Freunde Hinriks fand sie stets, was sie suchte: Wärme, Vertrauen und Güte. So kam der Mai, und auf der Barnstorfer Rennbahn sollten die Frühjahrsrennen gelaufen werden. Am 17. des Wonnemonats war der erste Renntag. Ein Morgen von strahlender Helle war gekommen, und Margot faß in einem Schaukelstuhl, den die durch die Gardinen dringende Sonne mit mannen Lichtern überflutete. Da trat die alte Hausmagd Etta, die schon bei Lebzeiten der Mutter Margots in die Familie gekommen war, ins Zimmer, und Margot rief ihr entgegen: „Es muß ein herrlicher Tag fein heute, nicht wahr, Ella!" Die Alte goß die Zimmerttnde auf dem Blumentisch und erwiderte: „Ach Gott, Fräuleinchen, zu schön ift's draußen. Wenn Sie's nur sehen könnten!" Margot richtete die erloschenen Augen direkt Gute, gesunde 837D Speisekartoffeln «ui» Zwiebeln jedes Quantum lausend lieferbar. Hermann Sauer Walltorstraße 36 H. Telephon 1154 Frische SAllMe WklM LttlaO 8v!!>dM BraWkiWk Öreitaa früh: flriine Heringe vretSweri bet 0596 Georg WM gegenüber der Engelavotheke. in das Licht. „Wenn ich's auch nicht sehen kann," antwortete sie, „so fühl' ich's doch. Ach, dieser warme Sonneilschein, wie wohl dos tut nach all den Regentagen." Ella trat an den Schaukelstuhl und streichelte sanft über den Arm ihrer jungen Herrin. „Draußen haben auch schon die Rosenknospen angesetzt", sagte sie. „Eine ist schon am Aufgehen. Wenn wir sie in eine Vase stellen, wird sie morgen blühen und duften. Ich hab' Ihnen die Knospe mitgebracht, Fräuleinchen." „Wo ist sie, Ella? Bitte, geben Sie her." „Hier, Fräuleinchen! Es ist eine gelbe Teerose, wie sie der junge Herr Wallot so gern hatte." Mit zärtlichen Fingern tastete Margot über die Rosenknospe hin, während ein Zug stiller Wehmut in ihre Mienen trat. „Stellen Sie die Knospe ins Wasser, Ella!" bat sie dann, und die Alte tat, wie ihr geheißen. Noch einen liebevollen Blick warf sie auf ihre junge Herrin, bann ging sie geräuschlos. Aber Margot blieb nicht lange allein. Der Vater trat ein und legte die Hand auf den Scheitel seiner Einzigen. „Mein liebes Kind!" sagte er mit Warme. "Du bift’s, Vater?" Angeregt richtete sich Margot in dem Schaukelstuhle auf. „Ach bitte, setz' dich em wenig zu mir und laß uns plaudern " „Gerne, Kind." Er nahm Platz und fuhr fort: ,,9d) hab ja auch eine Neuigkeit für dich!" „Was denn, Vater?" „Denk' dir, Heinz Wallot kommt zurück!" Heftig fuhr Margot auf „Heinz kommt - von Aegypten? z.9a, Kind. Er hat feine Studien in der Augenklinik zu Kairo beendet und ist Assistent bei Professor Langen in Berlin geworden. Soeben habe ich eine Depesche aus Hamburg erhalten; er ist bereits an Land gegangen und wird heute noch zu uns kommen." Margot strahlte „Heinz ist Assistent bei Professor Langen — sag', Vater, das ist wohl ein großes Glück?" „9ch hoffe, Margot. Er hätte es reichlich verdient." „Und du sagst, daß er zu uns kommt?" „Er will vor Antritt seiner Stellung ein paar Wochen in Rostock und Kiel verweilen. Freut dich das, Margot?"_______________(ffn-t—folgt) Aus untern MMll!0eO'Mtll sind zum kremMen besonders geeignet: WWt lllüMlM. w. 40» MWen-konWte Pft.m 1.15« ZMtWklklMlg , - . . Pfd. 50-, | MeiWielMl 2 Pfd. Inhalt 1.20« Besonders billig: Böiflöoe ......Pf. not 30 5, MSOM M . w not 04 , Alinge Z not 20 28^ Woieolünlet not nu 854c WWsUMe 26, MlvWiM 20, WUMM 24, Mithiner 5lt. 89, Murom« 1 Wir machen auf unsere im Preise bedeutend herabgesetzten Mm aufmerksam. 832a Schwaab's Weinstuben Warme Küche — Kalte Platten Gute Ausschankweine Bodega u Drei getrennte Räume tt Für Vorbestellung Fernruf 27 Weidemanns Schuhe elegant dauerhaft vorzügliche Paßform Für Straße,Tanz, Gesellschaft Große Auswahl in allen Preislagen | Stiefel und Halbschuhe für empfindliche Füße Schuhhaus K. Weidemann Seltersweg 71 GIESSEN Seltersweg 71