Nr. 502 Erstes Blatt 176. Jahrgang Montag, 27. Dezember 1926 er|d)cyr Flieger Mittel Holzer ist auf seinem 21 rEa.lug am Frcitaz in 21 Juan cingetroffen. Er wird am Montag nach Tongola weüerfliegcn. 100 Feuerwehralarme an den Weihnachtstagen In Berlin. Die Feuerwehr Gro/" Berlins wurden vorn Heiligen Abend bis zum zweiten Wrihnachts- feiertag nicht weniger als hundert Wal alarmiert CS handelt: sich in den meisten Fallen um Gasvergiftungen, Kleinfeuer. StraßenunfLlle und böswillige bzw. voreilige Qltarmc. Großfeuer am Weihnachtsabend. 3n Arnsberg bei Treptow brach, wäh- rend der größte Teil der Dorfbewohner in der Schule zu einer Weihnachtsfeier versammelt war, am Reuigen Abend gegen 8 LIHr in einer Scheune Feuer aus, das sich auf sechs Dauern- gehöfte ausdehnte. 18 Gebäude, darunter zwei Wohnhäuser, brannten ab. Cs wird Brandstiftung vermutet. Diel Vieh ist mit verbrannt. Die Abgebrannten sind zir.n großen Teil nur gering oder gar nicht versichert. Explosiousunglück am Weihnachtsabend. Ein Malergeselle in Äajei hatte in einem Stubenofien eine Fliegerbombe zur Erinnerung an den Weltkrieg aufbewahrt. Am Heiligen Abend wurde tiefer Offen geheizt, ohne die Bombe zu entfernen. 2113 dann die aus vier Personen besteh ende Familie zur Weihnachtsfeier versammelt war, explodierte die Bombe und riß den Ofen auseinander. Sämtliche vier Personen- wurden verletzt: der Malergeselle selbst lebensgefährlich. Schülertragödien. Sn Charlottenburg erschoß s i ch ein 18jähriger Sekundaner. der Sohn eines Bank- direktors, weil er eine schlechte Weihnachtszensur erhalten hatte. — 2n W ü r z b u r g unternahm ein 14jähriger Schüler einer höheren Lehranstalt einen Selbstmordversuch. Er brachte sich durch einen Schuh in den Kovs eine lebensgefährliche Derlehung bei. Auch hier soll ein schlechtes Weihnachl§Zeugnis den Grund zu der Tat bilden. Schwere Vrandkatastrop.-e In Tronville. — Wvtter und Kinder verbrannt Aus aßet Wei^ Asberfall mit tödlichem Ausgang in der Wohnung. Am Donner-tagaoe.l^ tcin Köln ein am Gladbacher Wall wohnender Autoschlosser von einem Soediteur. desien Sohi sowie noch Vier anderen Personen in seiner Wohnung übersatten Der Schlosser, feine Frau und seine 71jährige Mutter wurden dabri schwer mißhandelt. In der Aotwrhr griff der Schlosser zu einem Küchenmesser, stach um sich und verletzte den Lrebillur so schwer, daß der Tod sofort eintrat. während Seien Sehn und ein anderer durch Stiche leicht verätzt tourten. Zwischen den Beteiligten besteht seit Fahren bittere Feiwi'fchaft. Dem Borfall waren S:reit'igl'iten in einer in der 2lähe g legenen Wir.schast voran?gegangen. Der Schloller hatte, um weiteren Zwist zu vermeiden, die Wirtschaft verlassen. Trotzdem folgten der Erstochene und des en Aihinz ihm nach wenigen Minuten in seine Wohnung, wo e5 dann zu der blutigen Auseinani^ersetzung kam. Aus -er provinziaihanpifta-r. Gießen, den 27. Dezember 192 Die Feiertage. Tun liegen die Weihnachtsfeierta^ wieder hinter uns. Sie haben gestern und btr gestern vor allem unseren Kirchen einen ler* haften Besuch gebracht: die Gottesdienste er freuten sich, wie üblich, eines regen Zuspruchs Was das Wetter be risst, so trugen die Feiertage einen echt winterlichen Charakter, allerdings ohne Schnee. D.nS klare Frostwetter hatte viele Spaziergänger ins Freie gelockt: die Eisbahn an der Moltlestraßr konnte dem Betrieb übergaben werden und halt? einen guten Besuch aufzuwe'.sen Der Landmann wird freilich m t dem kies ährigen WeihnachtZw-st er nicht besonder? zufrieden getre sen sein, da Cer ichneelv e Frost besanntermasten für die junge Saat recht schädlich ist. Der Eisenbahnverkehr war besonders am Den nerstag und Freitag sehr lebhaft, so daß eine Reihe von Sonderzügen (am Donneretog in der Richtung nach Frankfurt und Hagei. am Freiar in der Richtung nach Frankfurt, Kassel. Hage>- unb Fuldas eingelegt werden mußte. An den Feiertagen selbst war der Dahnverc.mr cltoat, ruhiger. Am heutigen Dormittag brachte der einsctzende Aiickre.ieveriehr auf der Main- Wo'er-Bahn stark beseht? Sch. elstü'e Auch der Autobnsveriebr auf der Linie AlteTl-Brlea —Wieseck -Gießen i?ar, wie gewöhnlich, über Weihnachten sehr lebhaft. Snsb sonde.e nachmittags und abends ;>um Theater wurden auf dieser Strecke stark besetze gefahren. Er- freu.icher.'e se hatte dax.es.en die Polizei f stillen Betrieb, denn abgesehen von ein gen 2.U- len, die das Weihnachtöfest im W rtshaus ’,u stark gefeiert hatien und infolgede'sen d.e Po- lizeilichc Anteilnahme notrendig machten, war für unsere Hermandad die Feie.tage über nichts Die Revolution in Nicaragua. Paris. 23. Dez. (WTB.) Aach einer im Journal des Dbbats" veröffentlichten Agentur- Meldung ans Washington haben die gestern in Puerto Cabczas (Ai a az.a) gelandeten amerikanischen Streitkräfte zum Schuh des Eigentums der amerilanstchen Staaisangrhörigen eine neutrale Zone g:-- sch-ffe-.. deren Betreten den Sereiikräfien beider Parteien, irämlich der Liberalen und Konservativen, verboten ist. nach mehreren Erdstößen ein neuer Wettervoraussage. Schwach wolkig, jedoch noch vorwiegend heil, tagsüber ganz geringer Temperaturanstieg, doch ir allgemeinen noch feine wesentliche Aenderung be? Temperaturen, vorwiegend trocken Gestrige Tagestemperaturcn: Maximum: mmn 84 Grad Celsius. Minimum minus 39 Gr? Celsius. Heutige Morgentemperatur: minus 6,6 Gi Celsius. __________________ Dre Landwirtschaftliche Wo a)el92t findet vom 10. bis 15. Sam-ar in Darmstadt statt. Der V o r t r a g s k u r s u s der Land- wirtschaftskammcr wird an den Dor- Mittagen des 11.. 12. mO 13. paxiar 1927 gehalten werden: es sind hier.mr har^rrag nloe R'ferente-a gewormm, bi: über die ver chi denstcn Debiete der Lairdwirtfcha'1 (Pfiaaze.-ba-. Tierzucht und Betriebs!-hre) sprech e.i werden. Metzrere landwirtschaitiiche Orca r.satior.ei hober U.-Tiit- toi f^ng o-r Landwirtfchastli^ r Woche zuzeiagt. q$ werbe t an j: einem Aachmittag l>rrHe s s ische Bauernbund und derHessische Bauernverein i)r: T g ngrri abhalten, der Landes- verband der Obst- u n d Gartenbauvereine wird mehrere Dor.räg: und D mon- stratronLa veranstalten. der Verein für ©tun* landwir tschaf t bat ei e öff entl che Ber- sammlung mit einem Dortrag vorgesehen und der Landespferdezuchtverein wird „ anschließend an einen Pferd zuchtoortrag c n' öff? liche Versammlung mit einem Re, erat abbalten und Lin LOjähriges Best eh an feiern. Ach brr Genosse nschaftsverband und ke: Land' wirtschaftliche Arbeitgebe. verband werden drrch lici^ Veranstalt ngen sich b2ic.lt- gen. Dis jetzt sind folgende Dor träge nadp stehend r Referent en vorg sehen: Pr.vatdozent Dr. (Ritter. Berlin-Dchl-m: _D rtschastLPolet.l rnb Lag: der Landwirlscha't". Landwir sch-o'tsrat Buß. Aastat : ^Aeu-oltilch:-- P lanzonbau". Dc. Sagawe. Ter .in: Inwi weit ist b't Hack truchtbau bei den h'.atigr t Löhnen und Getreide- preisen noch lohnend?", ©tchoimrat Pro'osfor Dr. Lehmann, ©Bttingni: ..Fütterung der Z ch> und Wastschwoine unter Derücksichtigunz brr der- Mitgen Betrirbsverhältniss: in b:r Landwirt- sck.'ch". Professor Sr. Knell. Gießen: „iln- Dulkan in Tätigkeit getreten, dessen Ausb. :t bereits zwei Tag: an'auerL Feuersbrur.sk in Australien. Nach einem Funkspruch aus Sidney zerstörte eine Feuersbrunst löGeschäftsgebäude in Kyogle an der Nordküste Australiens. Der Schaden wird auf 100 000 Pfund Sterling geschätzt. Nach dem Brand mürben die Häuser ausgcplünbert. Hungerstreik in einem Dilnaer Gefängnis. Sn dem großen Wilnaer Gefängnis LubiFti brach vor sechs Tagen unter den politischen Gefangenen ein Hungerstreik aus. weil gewisfe Forderungen der Gefangrnen. wie die Terminierung der Belegzahl in den ein- meinen Zellen, schnellere ile&ermittlung dar Korrc- spondenz und die Möglichleit auch in nichtpvl- nischer Sprache geschriebme Briefe zu erhalten, von der Gefängnisverwaltung abgelehnt toorDen waren. 2lls die Gefangenmwache die (Se an^enen zum Arzt bringen wollte, wo sie künstlich ernährt werden sollten, brach unt.r den Gefangenen ein großer Tumult aus. Sie zerschlugen Fensterscheibe und schriren, daß man sie auf der Straße .hören konnte. Gleichzeitig versammelten sich vor ixtm Gefängnis einig hundert Parteigänger und Ange)örige der G: fangenen. um zu demonstrier e n. Menge setzte dem Derfuch der Poli'ei, sie zu zerstreuen, Widerstand entgegen und btwarf Di' Schutzleute mit Steinen. Heroeigeeilte Kavaliere säuberte dann den Platz. Gegen zwanzrg Pr- sonen wurden verhaftet. Explosion auf dem hauplbahuho^ iy^ Sofia. Auf dem Haup'.bahnhof in Sofia ereignete sich eine durch Entzündung von Leuchtgas hrroorgeru jene Explosion. Das Bahnhofsgebäude wurde stark beschädigt. Einige Beamte wurden s ch w e verletzt. Der angerichtete Schaden ist ziemlich be trächtlich. Sieben Toke Infolge eines Erdrutsches. 3n Oviedo, einem Flecken in Asturien wurde durch 2lbsturz von Erdm^s.'en. die sich infolge der gewaltigen Regengüße der letzten Tage von einem 2lbhang gelöst hatten, ein H Matsukata, weil f.e das alte HausLesetz nicht verlezea lasi>i wollten, das dem Thronfolger, zu dem Hieo.iiw 1912 crilart worden war, verbietet, das Land zu verlassen. Aacd seiner Rückkehr wurde Hirotzito am 25. Aoeember 1921 an Stelle seines durch Krankheit behinderten TaterS zur Regentschaft beeusen. Seither ist er zweimal das Ziel von Mer^- (r.efc -lägen gewcs.n. Gleich nach Aitritt der Re- eentschaft war vor dem Parlameatsgebau e ein A-schlag auf ihn geplant, der mißglückte. Sn ähnlicher Weise wurde Ende Dezember 1923 au> V--x gefck-Ossen, als er sich ins 'Parlament begeben wollte. Er blieb unverletzt. Sm Sanunr 1924 heiratete der Kronprinz die am 3. März 1993 f'??reiTe Vrinezssin Aagako. eine Tochter des Priezen Kunihofhi, Ches des kaiserlichen Reben- haufss Kuni. EineDolschaftdesneuenMikado Paris, 26. Dez. (TU.) Wie aus Tokio gemeldet wird, hat Kaiser Hirohito anläßlich seiner Thronbesteigung eine Botschaft an das japanische Tolk gerichtet, in der er sich .Showa" (Leuchtender Frieden) nennt. Das deutsche Verleid. Berlin, 26. Dez. (TU.) Anläßlich des 21b- l»oens des Kaisers von Sapan hat gestern der Reichsminister deS Auswärtigen Dr. 0 t r efern ;in n in Begleitung des Legationsrates Dr. Koester dem japanischen Botschafter in Berlin einen Beileidsbesuch abgeplattet Sm Auftrage des Reichspräsidenten haben Staatssekretär Dr. Meißner und im Auftrage des Reichskanzlers Staatssekoelär Dr. Tuender dem japanischen Botschafter Kondolenzbesuche abgestattet. Auch der zur Zeit in Berlin wellende deutsche Botschafter in Tolio, Dr. Solf. sowie Staatssekretär von Schubert haben ihr Beileid ausgesprochen. Die Palais deS Reichspräsidenten, des Reichskanzlers und des Außenministers hatten halbmast geflaggt Ein Interview mit König Aisons. P arls. 26. Dez. (WTD.) KönigAlsvns von Spanien hat eine M.tarbe'.ter'.n des ,Figaro" empfangen, der er erklärte, er regiere in vollkommenem Einverständnis mit General Primo de Rivera. Die Haltung ' der Regierung gege;m6er den Artillerieoffizieren könee er rechtfertigen. Sm übrigen ab-r have sich 1 je alles geglättet, und d.e Offiziere selbst hätten bewiesen, daß sie ihm ergeben seien. Außerdem * würden in k:rzer Zeit, vielleicht schon in einigen Segen. großeUeberraschungensüe j der- mann eintreten. »Sch bin König", so fuhr er fort, .und ich werde es bleiben. Mein Thron ist sicher L-cqrünM. denn mein Tolk liebt mich viel m'hr. als man daS im Ausland oazunehmen scheint. Dje ko:nmende Aatio.-.alversammlung ist ber erste Schritt z r Rückkehr zum nationale i Leben. Solange man Tanger vom spanisch.n Prot-ltorat - a' sschließl. wi.b e3 d r große Herd dee Reb-llion ble'.ben, der Frankreich ebenso schädigt wee Spanien. Sn Marokko sind beide Länder verbanden. A".ch in Tanger sind ihre Snteressen d?e gleichen. Cs handell s'ih also jetzt darum, das gesamt? Gebiet zu pezif.eren. Deshalb erwarte er — der König — ein wirkungsvolles Abkom- m c n." Schließlich sprach er sich auch über die Affäre M a c i a aus. Er glaube, daß alles, was mit der Unabhängigkeit Kataloni ns zusammen- hänge. auf einen Irrtum zurückzuführen fei Ka° talLnion entspreche nicht mehr seinem Wunsche: sei- Wille sei e"n anderer. Allerdings sei nichts natürlicher, als die Sond'rlebe für fern engeres Bei erfand. 21 -r toi? alle Dinge auf Erden, so müsse auch dies- Liebe eine Grenze haben. (Erklärungen Primos. Paris, 27. Dez. (W.T.B. Funkspruch.) Beä einer Unterredung mit der Mitarbeiterin deS .Figaro" wies der spanische D'ktator, Primo d e R i v e r a . die im Ausland? aufgetauchten Behauptungen zurück, der König sei ein Gefangener. Auf die Frage, ob Primo de Rirera noch lange an der Regierung bieiben wolle, erwiderte er. um seiner selbst willen wollen er dies zwar nicht. Wie könne er sich aber zurückz'ehen. wenn 99 Prozent per Bevölkerung hinter ihm stünden? Die Tangersrage. Madrid. 26. Dez. (Wolfsß Sn der Zeitung -A D C" verösse'.xtllcht der Publizist Manuel B u e n o einen Artikel über Spanien unb Tanger, der in der fpanllchen Oefseiit- lichre t Aussehen erregt hat. Der Artikel, der nicht die „Meinung der Regierung, sondern des natie- nalen Empfindens" zum Ausdruck bringen soll, befchäftigt f .d> zunächst mit der durch das kluge Torgehen des OberkemmandoS uno den Heldenmut der spaiii'chen Soldaten herbe.geführten Befriedung der span.lschen Zone, ange- sichlS deren es unerlößl ch sei, daß die Spanien übertragene Kulturarbeit wert'eff und die^rotwen- b.g.ax G_ramt en g g n eine S örung des Friebei's ifen werden. Die'e Gar. illie könne sich nur aus der Einverleibung Tangers in die 1 Panische Zone «geben. Sn diplomatischen In Trouoille ist die Billa eines Pariser 3r I dustriellen durch Feuer zerstört worden. Dabei sind , vor den Augen des Besitzers dessen Fran und drei Kinder im Alter von zmäsi. elf unb neun Jahren ums Leben gekommen. Zwei flüchtige Zuchlhäusler feftgenommen. Aus Bochum wird gemeldet: Zwei vor turzer Zeit auS dem ZentralgefänaniS in Bochum entflohene Zuchchüusler. die bet ihrer Flucht einen Aufseher tödlich und einen anderen schwer verletzt hatten, sind am zweiten Weihnachtstage wieder f e ft g v n c t n worden HaubübetfalL 2iau-- QUctbuAj aal Wehlen ivei Pirna) wurde dort am 24. Dezember auf die Chef rau eines Äannnaunö ein schtoei-er Ueberfall in ihrer Wohnung verüb!. Die'Frau wurde ge- knebelt urd mit EttmnUalirn betäubt. Der Räuber plünderte dir Wohnung völlig aus, raubte Bargeld, Samucksachm und Wertpapiere unb entkam un riannt Todesstur; Im Varcnhaos. Sn dem in B teilen am Ring gelegenen üL-arenhaus tzi Gebrüder Da rasch stürzte am Freitag ein 2öjäh:iger Mann, der vom zweiten Stockwerk aus das Leben und Treiben im Erdgeschoß beobachtete, infolge eines Schtoinuel-.- anfdteä über die Brüstung ht die Tiefe. Er fiel auf einen TertausSl'llch, tejfen Giasplatle zer- trümmert wurde. Er war sofort tot. Furchfbare Bluttat lu Viihmcn. Eine furchti>are Bluttat wird aus der kleinen Gemeinde Riebn? bei Böhmrsch-Fciedau gemeldet. Dort ermc..:te ein 50jähriger Land- wirt seine vierte. h 19fähcige Ehefrau auf bestialische Weise nab erschlug dann deren kleines Kind. Darauf beging der Mörder Selbstmord. Da auch die drei ersten Frauen des Landwirtes unter verdächtigen Umständen gestorben sind, glaubt man jetzt mit Bestimmtheit, daß auch sie arm dem Verbrecher ermordet wurden. HmvEtfcr iu Italien. Wie aus Rom ge.nelü.t wird, erlitten die toinbigfcll von 120 bis 150 Kilometer erreich!- Eia Zug c.-i!;/ :??. Ein Reisender tourle leicht verletzt. Dur. du S.uum tourden sämtliche Telephon- und Telegraphenleitungen gestört. Sn einem Hause ra Triest wurde am 24. Dezember ein Mann ersror en aufz^ fiuxbcn. Sn Montenegro ist das Automobll nach xjlob£D‘.i:a vom ß.urm in einen Abgrund ge to orf en w ro wobei ein Rei ewer getötet xrnd mehrer: -‘.fit vr-rletz! wurden. Zugunsall in Lüdfcankreich. Aach einer Haoasmeldung aus Paris wurden am zweiten Feiertag bei Der Entgleisung eines Personenzuges auf der Strecke St. Raphael der Zugführer und zwei weitere Personen ver- l e g t.. Rach den Pariser Morgenblättern sind bei biejem Unfall etwa 1 5 Personen zu Schaden gekommen. vuttanausbruch in Albanien. lldach römifchen DlättetMrldUnt.en aus Tirana ist in den Bergen von Sllacca in Al- Kreisen dürfe es nicht überraschrn, daß diese bereits in dringlich.r Form geäußerte ^ordexurgi als Gegenwartsproblem wieder auftauch?. Der Anspruch Spaniens beschränk: f.ch nicht nur Mif die Reform drr Verwaltung des Tang-- geb ecs, sondern er gehe weiter und feier. „TJir to^uen. so heißt es in d.m Artilcl Wetter, .daß der Schwerpunkt, des intern't.onalen Mandats über Tanger zugunsten Spaniens versc.70° den wird.' Des gegentoärt g: Regime mit feurer großen Außenzon? enthält die Gefahr von Verschwörungen und Qlbent-aom. die unsere Soldaten brlärnpfen müssen. Sein We.teruestehrn wurde eine Ungerecht gfeit darstellen, und es Ware bedauerlich. wenn strategische Spitzstndigkeiten. d.e keiner ernsthaften Prüfang standyalten wurden, oder selb st such ig ? Gründe zu sr'ner 2Iu,iech.erhat. tung dienen müßten. D e g.oße, mit Pe,releu.n. übergossene Wand zwischen Tanger und uns«-.- Zone miß verfchvinden!" Zum Sch uo d-s Jlr- ttlels heißt es, man vertraue darauf, daß seine These angenommen werde. Dir fpanJoe offent- lick-e Meinung würde eine schmerzli^e Enttäuschung erleben, wenn sie erfahren müßte, daß die befreundeten und stärksten Machte Ler Verwirk! chung dieses brrech.igten An.prua-es einen unüberwindlichen Wid.rftand entg genutzt en Amerika und die Wettwirlscda iskonferenz. Washington, 26. Dez. (Wolff.) Wie verlautet, tauchen in einigen Kreisen der Regierung Bedenken gegen eine Beteiligung der Ber- einioten Staaten an der W e l t w i r t s ch af ts - konferenz auf, da man befürchtet, daß d.e Fracs des amerikanischen Zolltarifs, der Einwande- rungsbeschrünkung und der Herabsetzung ober_otrci. chung ber Kriegsschulden aufgerollt werden konnte. 55*5 wzOS. Dieter^ 5rDti^c bi glE üfWjJ "f ccra/U- Stößels ■ BOtfcen. Hlädllsl ftp. Da Erlös der «M da! einen ery. unserer kommt DSÄ. hen un, S«3 berg-.. " §ur V-Hlsn A-ileilung Ävi-ilfe v D^rmstndl ■"Banl zur für «eM wurde auf tung vom Aealgymnc Ernannt n: geriet 8ü schästsleitet Gericht: de: Mtrgerichl llnusgeri^t ten wie! der Posive: aud) mied" trieb genv' wegen ein naife zu st m. E nachtsabrr hemm ein iu 5>unfd durch des m. Ein Am erüe Dilhelmst dem es to gcflettert 6 fttyte bie; ganz gemüt Tarten, ivv " Lu stcrnfpi bireilion i einige Fa> gegangen, •mig der j ipredjbeitii 'cheidungei unb des 1 gültig und bod; nicht gerich/s Di cenifung t beschröntt stellung, dc ist, verurtei Zahlung be lein weiter Tnticheibun leite ander Serpftidjtui hing ber f llmflänben uvr Antia, „"We klinlk.: nachtsfeier ^ettoeftin -Saus-, Gl Jenrattun Frauen- u Aktion fiai ?ur Echmü Me die W be fr M Dcerewi b L". Dienst ?.UlNohme ,ein „Lchb hegten, J'Hbiingfic ^ung ih die lieft Jcn berte ' Di 'Vrer Kniest Uett8 Z Jcriuui i "r^ucch r fruchtbarlell der HauStrevs": ferner ein Referat über ,Rrnd^irh zücht" und .Pf rde-uchl" L5ornotizcn. — Tageskalender für Montag. Derer« ehem_l ger Uber: d Uhr, Zjr.uxiUe Oj- wald »garten. Weihnachtsfeier. — Lichtspielhaus. Bahnhofstraße: „Ballettmädels". — Astoria-Licht spiele: „Zigeunerliebe". '2BC2L Reue Finanzämter in Gießen und D » ünberg. 3n dem soeben vom ReichSrat verai schiedet.n R.ickshaw:ha.t lür Ic27 werden vom RrichSsinan-mir.i:erium Mill.l für den Dau zahlreicher neuer ginanyämter angefordert: ll a, tocrjcn verlangt ein erster Teilbetrag von 300 COO Marl für den Reubau eineS KnanzamteL In Dießen und 190300 Mark far den Reubau eines Finanzamtes in Grün- berg. " Für z w e i hu n de r t t a u f e n d Briefe WrhlfahrtSorielmarlenl Rach einer Milteilung bet R^chsz.schä Isstelle ter D.nllschrn Rvchilfe haben die E^mmn:z- und Privatbank. Darmstädter- rm> Rationalbank, Deucsch? Dank. Direktion der Discrillo-Gesellfchast und D.eSdner Dank zur Franli-rimg ihrer GesHrftSpost jede far zehntausend Reichsmark Wo)lia)rtSbri smar- fen bezogen. Etwa zw.i-u:rdeNtausend Briese dieser Banken w r en mi! WohlfahrtSbrir'marken frc:p«macht werdin. — Diese sozial« Tat der Großbanken ist sehr aner^nnenswe.t. Wenn sie in gleichem Ausmaße wohl auch nicht zur Rach- ahmung in Gießen empfohlen werden kann, so veranlaßt sie aber doch zu der Bitte an die hiesige Geschäftswelt aller Branchen und jeder Größe des Llnler.'.rhmens, zur Frankirrung ihrer Post Wohlfahrtsbriefmarken zu der- toent-en. Zweckmäßig w ri.en tiefe Marken beim Städtischen Wohlfahrtsamt in Gießen. Garten st raße, Kekaust. denn von tem Erlös der dort bezogenen Wohl ahrtsbrie,marke., erhält daS Gießener Wohlfahrtswerk einen erh:blichm, Anie.l, der den HilsSbetür'.tigen unserer Stadt direkt und unverkürzt zugute kommt *• P c r s o n a l i e n . In den Ruhestand versetzt wurde auf Grund des Altersgrenzaesetzes mit Wir. kung oom 1. Januar 1927 der Oocrftubienrnl am Realgymnasium zu Gießen Dr Otto Weimar. — Ernannt wurden: der Iustizinspektor bei dem Arms aericht Büdingen. Otto Schäfer, zum nicht ge- schästsleitenden vberjustizinfpeltor bei dem gleichen Gericht: der Justizinspektor Otto Walther bei dem Amtsgericht Büdingen zum Justizinspektor bei dem Amtsgericht Alzen. nt D i« Dahnsteigkartenautoma- ten wieder in Betrieb. Dem Beispieli der Postverwaltung sollend, hat die Bahn letzt auch wieder zwei solch:r Automaten in Betrieb genommen. Man braucht also n'.chl mehr wegen einer Bahnsteigkarte am Schalter Polonaise zu stehen. PL Sine Lichtst örung trat am Weihnachtsabend in der Gegend um den Seltersberg herum ein. D e Straßen lagen eine ganze Weile iu Dunkeln. Rach kurzer Zeil wurde die Störung durch das Elektrizitätswerk wieder behoben. m. Sin Eichhörnchen auf der Straße. Am ersten WeihnachtStag konnte man In der Wilhelmstraße ein Eichhörnchen bemerken Rach- bem eS von einem Baum in einem 0 arten her aber eklettert war, wagte e3 sich auf den Gartenzaun, spitzte die Ohren, machte ein Män.nc^n und lief ganz gemütlich über die Straße in einen anderen Gorten, wo es verschwand. Zur Frage der Aufwertung b c*t * r r n f p r c d) b e i t r ä g c teilt uns die Oberpoft' oireilion in Darmstadt mit: Durch die Tages, und einige Fachzeitungen ift1 vor kurzem die Nachricht gegangen, daß die Deutsche Reichspost zur Aufwer tunfl der seiner Zeit eingezahlten einmaligen Fern- iprcdjbciträge verpflichtet fei. Dies gehe aus Ent- »cheidungen des Landgerichts in Dortmund unb des Obenan de: gcrichts in Kiel hervor. End- gültig und allgemein ist diese Frage gerichtlich jedoch nicht entschieden. Gegen das Urteil dec Land' ucrichts Dortmund ist von der Deutschen Reichspost Berufung einoelctzt worden. Die Kieler Entscheidung beschrankt sich für den Einzelfall auf die Feststellung, daß der einae'.ahlte Beitrag aufzuwerten ist, Dcrurteilt die Deutsche Reichspost aber nicht zur Zahlung des Betrags. Gegen das letztere Urteil ist kein weiteres Rechtsmittel zulässig. Diesen beiden Entscheidungen stehen im übrigen zahlreiche Urteile anderer höherer Gerichte gegenüber, die die Verpflichtung der Deutschen Reichcpost zur Aufwertung der Frnsprechbeiträge verneinen. Unter dielen Umständen lehnt die Deutsche Reichspost nach wie vor Anträge auf Aufwertung grundsätzlich ab. Weihnachtsieter in der Verven- Tlinlf. M.n schrei. 1 tnä: E.nc erheben!e Weihnachtsfeier sand am Mittwoch abend in der Rerve.'.klir.ik statt. Für die Aerz.e, das Bureau-, Haus-, Garten- und Küchenpersonal wurde im BerwaltungSbau und anschließend daran in der grauen- und Männerabteilung b:fd):rt Jede Station hatte ihren reichte chmückten Ehristbaum. Für Schmückung der Räume und Däurnc hatte das Pflegepersonal Sorge getragen. Geleitet wurde die Fe er von deren BeranstaUer, dem Ehe'arzt der Anstalt, Geh -Rat Professor Dr. Sommer. Ltmrahmt mar bkfclbe von ®ram- 'nophonklängen, gemcinfamcm ©.fang der übli- (ben WerhnachtZlieäer und Ehorliedern des ®c- ’angi-creine „A r i v n"- Klein-Linden, der sich se.bstloS damit in anerlennenswcrler Wrise in den Dienst einer gut:n Sache stellte. Beifällige Au,nähme fanden seine „Hymne an die Rächt", fein „Schlasglöckein" und „Am Däch ein" Rach dc .regten, zu Herzen gehenden Worten voll eindringlicher L ebe an dir Pfleger unter Würdigung ihres Derart rortung.vollen Berufs und an die Patienten in Erwar.ung ihres Vertrauens, die aus deren Mund herzliche Anerkennung fanden, ließ Geh.-Rat Sommer die ®abenlörb- chen verteilen, dir für die Pfleger deren befon- neren Wünsche, bei Patienten Art und Maß ihrer De^ü: tig.cit l e.eroll be.ück lch.igten. All- s.cmein bestand bet Pilegern u_ Pfleglingen Lcjei- Itertc Anerkennung über den wohlgelungenen Verlauf der Feier. Der Gabentisch ließe sich dadurch noch wesentlich bereichern, baß man. wie anderwärts, vor Weihnachten in Streifen der Besitzenden sein Haus auf unbenutzte Spiele und Bücher zwecks Abgabe an die Patienten durchsähe •• Austrieb auf dem heutigen Frankfurter Schlachtoiehmorkt: 281 Ochsen. 46 Bullen. 469 Kühe. 273 Färsen, 206 Kälber. 194 Schafe und 4141 Schweine. Das deutsche Sportjahr 1926. Sport ist Entwicklung, Sport drängt vorwärts, rastlos, unermüdlich, voll ftampfeselfer. Und doch ist es manchmal gut, sich umzuwendeu, zurückzu- f(bauen, sich Rechenschaft abzulegen, ob man dem 3iel näher kam. ob der Weg. auf dem e» geschah, der rech:e war. Neigt sich das Fahr zu Ende, ist man innerlich am ehesten zu lolch rückschauender Betrach- tung eingestellt, zieht man gern eine Bilanz. Das gilt auch vom Sport, wenngleich dieser an ferner Jahreszeit, an keinen Kalender gebunden ist. Was hat das vergangene Jahr 1926 dem deut- ichen Sport gebracht? Ist die Entwicklung still- gestanden. oder gar rückläuftg gewesen, find wir vorwärts gekommen, hat die rastlose Arbeit des Vor- lohres die erhofften Früchte getragen? Die Antwort — und das kann uns mit stolzer Freude erfaßen — ist eindeutig, ist nicht mit wenn und aber, mit hätte und würde verklausuliert: sie lautet: Deutschland im Sport voran! Sehen mir einmal im einzelnen zu, wie sich die Entwicklung gestalte: hat. Do muh zunächst festgestellt werden, daß sich die Ium- und Sportbewegung [icgenüber dem gewaltigen Aufslammen ^ur In- lationszeit, dem nachfolgenden Rückgang jetzt ge^ estigt, konsolidiert hat. Gewiß kämpscn auch die Leibesübungen einen tagtäglichen erbitterten Krieg gegen wirtschaftliche Rot, aber gerade in diesem Mampf zeigt sich am besten die Lebenskraft, der unbeugsame Wille zum Durchhasten und Vorwärts- streben. Die V richte der einzelnen Verbände geben Zeugnis davon, daß sich die Mitgliederzahlen zwar nicht erheblich verändert haben, daß aber überall neues Leben unblüht. Die Verbandstaguugen zeigen weiter, daß man die Forderung der Zeit und der Verhältnisse verstanden hat, nämlich alles zu tun. was dazu beitragen kann, die Turn- und Sport- bemegung zu verliefen, zu verinnerlichen, festzuwur- ■jcln in der Volksseele. Deswegen räumte man der Förderung des Nachwuchses, der Heranbildung der Jugend, die doch die Zukunft bedeutet, breiten Raum In den Verhandlungen ein, deshalb bildete die Frage der Veranstaltung von Lehrgängen, Unter- richtskursen u. dgl. immer einen der wichtigsten Punkte der Tagesordnung. In zunehmendem Moße soraen die Verbände für die Beschaffung von Lehr frästen, gründen eigene Schulen dafür. Immer mehr und mehr erweist sich die Deutsche Hochschule für Leibesübungen als eine Einrichtung, deren Wert gar nicht hoch genug ein- zuschätzou ist. In diesem Zusammenhang sei auch aus die Entwicklung des Hochschulsports hin- gewiesen, darf man doch erwarten, daß gerade aus der akademischen Jugend reckt viele Führertalenie heranwachsen. Reben solcher Aufbauarbeit wird der Kampf geführt gegen alles, was geeignet ist. die sportliche Idee zu verzerren, zu entwerten. Man geht — leider noch zu wenig und zu zartfühlend — gegen den verkappten Berufssport vor, man beginnt eine schärfere Linie gegen den offenen Berufssport zu ziehen, man widmet sich der Erziehungsarbeit am Sportler sowohl wie am Zuschauer, den man für die Leibesübungen gewinnen will, in zunehmendem Maße. Die mannigfaltigen Kundgebungen gegen übertriebene Ehrungen erfolgreicher Sportsfeute seien hier als Beispiel genannt, andere ließen sich leicht beibringen. Die Einigung in der deutschen Turn- und Sportbewegung macht unverkennbare Fort- schritte. Brachte das Jahr 1925 den unheilvollen Riß zwischen dem Deutschen Reicksausschuß für Leibesübungen und der Deutschen Tumerschaft, so haben sich im Jahre 1926 beide wieder zuscknmcn- gefunöen au gemeinsamer Arbeit. Da hierzu der gute Wille und gegenseitiges Vertrauen (verankert in Richtliniens vorhanden sind, darf man hoffnungsvoll in die Zukunft schauen. Der nächste Schritt, zu dem gleichfalls der Anfang gewacht worden ist, wird der zu einer vertrauensvollen Zusammenarbeit der Tumerschaft mit den Sporiverbänden fein. Auch unter den Sporiverbänden selbst gewinnen die ffinigungsbeftrebungen immer mehr und mehr an Voden. Mii besonderer Freude erfüllt es uns aber, daß über die Landesgrenzen hinaus Deutsch- land und Oesterreick sich die Hand reichen, um auch im Sport sich als einige« Brudervolk zu erweisen. Turnen und Sporf sind volksfache. Deswegen ^ist ihre Förderung eine Pflicht der Träger des Staatsgedankens, also des Reiches, der Länder, der Gemeinden. Lange genug haben sie sich dieser Pflicht entzoaen, und nur langsam finden sie die Einstellung zu den Leibesübungen, die man 'm Interesse der Zukunft unseres Volkes fordern muß. Anjana des Jahres bildete sich im Reichstag ein interfraktioneller Ausschuß für körperliche Erziehung, in verschiedenen Ländern folgte man diesem Beispiel. Die Folge da- von war die erhöhte Bewilligung von Geldmitteln far Turnen und Sport. In größerem Maße als Reich und Länder haben aber die deutschen G e ■ m e i n b e n — in wohlverstandenem eigenen In- terefie — ihre Aufmerksamkeit dem Dau von Spielplätzen. Tum- und Schwimmhallen, der Förderung des Sd)ultlirn- und Spielunterrichts, der Ausbildung von. Lehrkräften, der Bereitstellung von Mitteln gewidmet. Unermüdliches Drängen und Fordern bleibt trotzdem Aufgabe der Tum- und Sportoer- bände, wenn wir das Ziel erreichen wollen, daß Leibesübungen zum Gemeingut des deutschen Vol- kes werden. Wenden wir den Blick auf die Entwicklung der Leistungen. jo kann mit Freude festgestellt werden, daß fast aus allen Gebieten erhebliche Fortschritte erzielt worden sind. Höhepunkt des sportlichen Lebens waren neben den alljährlichen Meisterschaften die 2. Deutschen Kampfjpiele im Juli in Köln. Sie bilden einen weiteren Meilenstein lumsportlicher Entwicklung des deutschen Volkes. Wenn wir Zahlen sprechen lassen, so möge in die Erinnerung zu- rückgerufen werden, daß in der Leichtathletik nicht weniger als 29 deutsche Höchstleistungen verbessert wurden, bei den Schwimmern fast die gleiche Zahl. Dabei sei bcjonders darauf hmgewiesen, daß die Frauen an der Leistungssteigerung erheblich beteiligt sind. Die Vorbereitung auf die im Jahre 1928 statt- findenden Olympischen Spiele m Amsterdam hat im Jahre 1926 eingesetzt. Richt nur, daß organisatorisch alles geschehen ist, um durch Anpaiiung an die internationalen in Amsterdam in Anwendung kommenden Regeln, unsere Athleten früh genug daran zu gewöhnen, sind auch bereits Anfänge uir Bildung von Mannschaften gemacht worden. Das geschah einerseits durch die Veranstaltuna von Lehrgängen, zu welchen man die aussichtsreichsten eventuellen Teilnehmer an den Olympischen Spielen zusammenzog, da» geschah zum andern durch die Erleichterung de« Zusammenschlusses, wie z. B. bei den Ruderern in der Form der Bildung von Renngemeinschaften. Der Deutsche Reichsausschuß hat einen Olympialehrgang für de- sonders leistungsfähige Schuler höherer Lehranstalten veranstaltet, die Deutsche Turnerichajt wird ihrerseits ihre besten Wettkämpfer zur Verfügung stellen, ohne sich an verbandsrücksichtcn zu Hammern. Die eigentliche Arbeit wird natürlich erst im kommenden Jahr mit voller Wucht einseyen. Das Jahr 1926 ist für o?n peuit^cn Sport das Jahr geworden, in welchem wir in die internationale Sport geltung eingerückt sind. 2llc geahnte, kaum gehofft? Siege sind uns befchieden gewesen, dir Welt hat aufgehorcht, sie rechnet scholr heute mit Deutschland als einem ter schwersten Gegner b:i drn Olympischen Spielen. Auch hier wieder ist drr Erfolg fast aus der ganzen Linie erzielt worden. Der Rame von Körnig als schnellstem Sprinter, von (Sorte, drr zusammen mit weiteren drei Deutschen den Endlauf der englischen 100-M:ter-Mejsterschaft bestritt und gewann, die Weltrrkordleistung-rn von Dr. Peltzer. der den Olympiasieger Lowe über 830 Bards in London schlug und wenige Monate darauf das Laufwunter R u r m i mitsamt dem Schweden Di de niederzwang, sind weltbekannt geworden, drr Ländersieg i.i Bafel über die Schweiz und Frankreich war überragend. In gleicher Weise baben die deutschen Schwimmer festgestellt, daß sie in Europa keinen Gegner zu fürchten haben. Der erstmalig umstrittene Europapokal wurde von Deutschland gewonnen, Deutschland stellte vier Europameister und gewann die einzige Staffel. Rademacher hat sich drüben In Amerika mehrfach in die Wlltrekordllste eingezeichnet, tmb kurz vor JahreSsch'uh stellte ter Göppinger Faust einen konteren Weltrekord auf. Ebenso überlegen war der Sieg Deutschlands bei den Europameisterschaften im Ringen, wo es den ersten Platz vor den gefürchteten nordischen Staaten belegte. Untere Amateurboxer haben erfolgreicye Aasiandreisen unternommen. Die Ruberer gingen verschiedentlich im Ausland an den Start und bewiesen, daß sie gegen di. beste internationale Klasse bestehen können. Auck im Rasensport nehmen wir eine achtunggebietende Stellung ein. Unsere Hockeyspieler stehen an alle-erster S elle im int.rnUi.mkn Hockey b;rt, die • Lüberspiele, welche der Deutsche Fußballvund 1 92 6 bestellt, brachten zwei Erfolg: gegen Holland, ein Unentschieden gegen Schweden und nur eine knappe Riederlage gegen die Schweiz. 3m Tennis feierte unser Spi jenipteler La n d- mann einen überraschenden S.ez über di.' beiden Amerikaner Richards und K i n s e y. Auch im Radsport waren deutschen Fahrern gite (Erfolge gegen Ausländer beschieden, unsere Turnt er reit er sind gefürchtete Gegner geworden. Selbstverständlich har daS 3ahr 1925 auch einige Enttäuschungen gebracht, die aber das Urteil, daß Deutschland sich auch im internationalen Sportwelt bewerb einen Platz in der vordersten Reihe d-er Rationen erkämpft hat. nicht beeinträchtigen können. Es sei in dieser rückschauenden Betrachtung noch erwähnt, daß jetzt so ziemlich alle Schranken gefallen sind, die vom Ausland gegen den deutschen Sport noch aufgerichtet worden waren. Die wenigen internationalen DerbZnde, w.e im Tennis, Rudern. Segeln, Fechten, deren Mitglied wir noch nicht sind, werden sich dem Beispiel der übrigen, ohne daß wir nachlaufen, binnen kurzem anschließen. So lautet daS Urteil über Has Epvrtjahr 1926: vorwärts auf der ganzen Linie Der Skisprung. Für den Zuschauer sieht der Skisprung sehr einfach aus. Aus einer Anlauf strecke startet der ofUäufer, seine Fahrt wird schneller, immer schneller, von der Sprungschanze aus wirft ihn ein weiter Bogen abwärts durch die Luft, er Prallt auf den Hang auf, seht die Fahrt fort, um mit einem eleganten Schwung — oder Fall — ben Sprung zu beenden. Hinter diesem sportlichen Schauspiel, welches das Geseh der Körper- ichwere und des Schwunges zu meistern sucht, steckt aber eine Unmenge Technik. Ein Skisprung mit allem. waS dazu gehört, nimmt zwar nur wer - • Sekunden in Anspruch, erfordert aber jah • -ge Uebung. Bei Sfisprung fällt kein Meister vom Himmel. Man beginnt an kleinen Hügeln und Schanzen zu üben, erhöht allmählich die Sprung- gelegenheit. Für den Anfang ist ein Sprung von 5 Meter Länge eine ansehnliche Leistung, wenn man ohne Sturz landen will. Sprünge bi« zu IS Meter erfordern schon eine gu: an gelegte Sprungbahn. Leistungen, die über tiefe.- May hinausgchen. werden nur von sogenannten Sprunghügeln, Sprungschanzen, die kunitvoll angelegt sind, erzielt. Zum Skisprung gehört eine besondere Technik. Der Anlaufstart erfolgt in normaler F>ihrt- stellung, 15 bx-8 20 Meter vor der Sprungkante der Schanze geht man in die Kniebeuge und fegt den Oberkörper vor. Direkt vor der Sprung schanze richtet sich der Springer ruckartig auf und verläßt mit gestrecktem Oberkörper, doch- aeschleuderten Armen bte Bodens fache. Den beim Aufsprung erfolgenden Rückstoß nimmt das federnde Knie auf. G.'wvhnllch wird bei Sprung mit einem Lhristianla oder Telemark beendet. Die sportliche Wertung erfolgt nach norwegischem Borbild Der welleste gestandene Sprung er ball die Rote 20. für jeden halben Meter traniger wird 1 . Punkt abgerechnet. Reben der Sprungnote ist die Hallungsnote maßgebend Auch hier hat der Springer am Start dir Rote 20. für Fehler im Anlauf, älnsicherheit. unnatürliche Sprunghaltung. Fallen beim Aufsprung usw werden Abzüge gemacht. Der Skisprung stählt den Mut. er erfordert über die Technik hinaus höchste Rervenkonzentration und Ruhe, sowie eine ganz spezielle Beherrschung deS Ski. Der Fußball im Reich an den Weihnachlslagen. Hesien-Hannooer. Sport Kassel — 6. V. Kassel 4st). Kassel 03 — Iura Kassel 4:1. Göttingen 05 — Kurhessen Kassel 1:1. Mainbezirk. Fuhballsportoerein Feantiun a. M. — Eintracht Frankfurt 1:0. Viktoria 94 Hanau — Union Riederrad 1*3. Rot-Weiß Frankfurt a M — Olfenbadjei Kickers 0:1. Germanin Frankfurt a. M. — D. f. L Reu-Jsen- burg 0:1. Viktoria Asci-affenburg — F. E. Hanau 93 1:2. Bezirk Bayern. Wacker - 1860 München 2.0. 21. S. 53. Nürnberg — Spog. Fürth 1:2. Bayern München — F. E. Fürth 2:0. 1 F. E. Nürnberg — 1. F. E. Bayreuth 3:0. Württemberg-Baben. Sportfreunde Stuttgart — S C. Freiburg 1:11. Rhein. Dhänik Ludwigshafen — V. f. R. Mannheim 1:1 F. C. Pirmasens — S. D. Darmstadt 5-1. Sovg. Sandhofen — F. V. Speyer 3:0. Phönix Mannheim — 03 Ludwigshafen 2:0. Rheinhessen-Saar. F- S. D. 05 Mainz — Hnssia Bingen 3:1. Süddeutsche Freundschaftsspiele. Stuttgarter Kickers — Budapest Sport Egyefalet Karlsruher F. E. — Budapest Sport Egye sülct 1:1. 6. D. Wiesbaden — Vienna Wien (21mfl. teure) 0:1. Saar Saarbrücken — Germania Frankfurt 2:3. Bobrennen um den Walkürenschrld. Unter starker Dllettlgung und dem Beisein einer in die Tausende zählenden Zulchauermenae fand in Fredrichsroda das erste diesjährige Bab- rennen statt. Bei der Pre'.Svertelluug wurden die Sieger Im Rennen um den Walkürenschild folgendermaßen bekanntg:geben: 1. Bob .Letzte Hoff- nung" (Führer Bauer, Bremser Demmer, Erfurt) 3:52,4, 2. Bob „Thüringen" (Fr. Brühl, W Brühl, Friedrichsroda) 4: 15,2; 3. Bob „Strolch" lHansen, Hagen, Arnstadt) 4:18,6. Weihnachts-Wintersport in Bayern. vo. Wah.eird beiter Weihnachtsfeiertage waren in Bayern die Vorbedingungen für den Wintersport ungewöhnlich günstig. Bei ausgezeichneter Schneelage herrschte trockenes Frostwetter. Allein von München aus hatten sich daher zu den Feiertagen Tausende von Wintersportlern in die Berge begeben. Größere Winter- sportveranstaltungen gab es nicht. Zum erstenmal trat der Münchener Skijörning-Berein mit je 4 Rennen an beiden Feiertagen an die Oef» sentlichkeit. 3n BaierSbronn sanden an beiden Feiertagen Skispringen statt. Am Rießcrsee wurde ein großes Eishockeylurrier abgehalten, an dem sich der Stuttgarter Eistausverein, der Nürnberger Eissportllub und der S. C. Rießer- see (1 ö-Wannschast) beteiligten. Auch im Allgäu herrschte eine rege wintersportliche Tätigkeit. Bei Resselwang wurden große Langlaufund Schwunglaufkurse durchgeführt. Wintersporteroffnung in Schreiberhau. Bel überaus günstigem Weller wurde am Samstag die Schreiberßaurr Wintersportsaison mit einem Skilauf etn»;leitet Der Laus führte durch einen großen T:il der Schreiberhaurr OrtS- tetle und endete am Königs Platz. An nachmittag fanden gleichzeitig zwei Deranstaltungen statt. Auf der Sprungschanze an der Dachsbaud: wurde ein Werbespriugrn abgehalten. Gleichzeitig fand an der Zackelsallbobbahn daS erst: Re.rnen stall, daS viele Hunderte an die Dahn gelockt hatte ES wurden verhältnismäßig günstige Zeiten erzielt Der zweite WeihnachtSfeiertag brachte daS WeihnachtS-Bobremren auf drr neuen 1732 Meter langen Bobbahn. Sprechstunde,, der Siedaktiou. 12 bis 1 Uhr mittags, 5 bl» 7 Uhr nachmittag». Samstag nachmittaa geschlosien. Für unorrlangt eingesandte IHanulftlpte ohne beigejügles Rückporto wird feine Gewähr übernommen. Wnjelgenanflrage sind lediglich an die Geschäft,sielte zu richten. ________GESCHENK DAS SCHÖNSTE Einladung zur TrgänzungSwahl des Dorstandes der israelitischen D.eligionsgemeinde G i e ff e n. Es wird zur Kenntnis der Änterestenten gebracht, das; in Gemähheit der De. slimmungen der Wahlordnung für die Wahl des Vorstandes der israelitischen Aeligionsgemeinde Gieren vom 4. August 1871 infolge Ablauts der Wahlzeit des Mitgliedes Herrn Rechtsanwalt Eugen Rothenberger eine Ergänzungswahl not- wendig geworden ift, und datz diele Wahl Sonntag, den 2. Januar 1927 im Sitzungssaal des Gemeindehauses in der Vt>nt)flrahc dahier stallfindcn soll. Alle nach § 2 und 6 der Wahlordnung Stimmberechtigten werden zu dieser Wahl mit dem Bemerken eingcladen, datz die Abstimniung in den Stunden von 10 Uhr vormittags bis 1 Uhr mittags stattfindet. Zum Wahlkommistar wurde Herr Labrikant Moritz Sternberg ernannt. Dietzen, den 24. Dezember 1926. Der Vorstand der israelitischen ReligtonSgemeinde Gießen. __Louis Marcus 10M3P Drucksachen aller An Uefrrf In jeder gewünschten Ausstattung stilrein und jnttwtn die Brfcbl'rtbe Univ.-Druckerei. R. Lanfe. >3 19 35 51 Ii7 83 9 95 Bote Bowie 002 18 34 59 Ziehung unwiderruflich 30. Dez. 1926 ■485s: 10661D Statt Karten 10431 (24i. 109(i Verlobte 1U59ül Grotzen-Dnseck Bietzen, Bleichstrahe 28 Freihändiger Verkauf Dezember 1926 38 54 70 86 Statt Karten 15110 26 42 58 74. 15713 29 16901 17013 29 45 61 7 stücko bis 6 m Länge). Brücke 15 (19i l 67 83 99 18013 Lollar j 89. 18308 24 40 53 72 88 Weihnachten 1926 Cafe Ernst Ludwig Heute abend 8 Uhr Verschiedene: 10652c ;serleren bring: Gewinn j Leibbinden Billiges Möbelangehol Verkäufe } außergewöhnlich biShgen Preisen •8916 entgegen i iiv Hugo Brasc 180er Schrank 130 cm groß A. 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Büfett ifij Kredenz, Eiche ,50 em zur Ziebnna am 21. 7 23 39 55 71 87. .311 27 43 59 75 91 99. 615 31 47 63 10505 21 3. 53 <9 87 i3. 11007*: 3-39 55 7 zu.'erkausrn. Metz ger tevorzngt. ‘^’IJ Heinrich Abel, Wurm ar 62. 38 54 70 86 1940: 3913 64 89 93 4 204 20 40 4603 19 35 6252 68 84 6 3 0 16 58. 6610 26 42 73. 8 il 17 33 49 65 81 ! 7.: 9 8105 11 37 705 21 37 53 69 8 77 93 80'-9 25 4 MMlMMM oder Lager mit Bureau lofoit ge- iud)t. Schrisll. Angebote unter 106540 an den Gießener Anzeiger erbeten. 1 1414 30 46 62 7s 94. 38 54 70 86. 14704 2) 84 1490' 16 62 78 94. 80 9 70 S oder Schwächezuständen ist Köstritzer Schwarzb er Infolge seines HoHenEe- balteS an Stickstoffen, Ditamlnen und Aährsal;eneln ausgezeichneleö Stär- tungSmittel. Es wirit anregend auf doS Allgemeinbefinden und auf den Appetit. Köstritzer Schwarzbier ist aber kein ausgesprochenes Kraulen- vier. sondern wird Infolge seines Vollwürztgen und herben CeschmacleS seit langen Jahren alS täglicher tzauslrunk geschätzt. 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G 55 71 87. 6903 19 3; 111 27 43 59 75 91. 7 46 62 78 94. 5702 36 64 72 "-8 617.4 67 (61 83 99. 1 1737. 11804 20 136 52 68 87. l 1951. 120 7 12306 22 38 54 70 86. 12552 68 84. 12600 16 32 48 04 80 93. 12758 74 90. 12856 72 b 8 1 2904 '.0 36 52. 13010 2'. 42 1 3 159 75. 13210 26 42 58 74 90. 13306 22 38 54 70 Mi’ 13402 18 34 13597 67. 13G09 25 41 .1. 13715 31 47 63 1 3894 20 36 52 68 84. 13909. 14004 20 36 52 68 81. 14 1 0» 23 58 74 90. 1 4 206 22 38 54 70 86. 14 302 18 34 5" ( 6 >2 98. 8201 17 33 4« 65 81 97. 8316 (10) 41 65 81 !>7. 8 505 21 37 53 < 9 85. 8 601 17 73 49. 8761 tLrvlindeiec Lchri).- iteiler auS Berlin, der 'j'oriTäae an Schulen hält, sucht für feine Reisen eine Sekretärin diebisberigeverläht den Posten infolge öeirat). 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Dez„ Dienstag,28 Dez .Mittwoch,29.De? Donnerstag, 30. Dez. Freitag, 31. Dez. ।n"lieb' vorm. von 9 bis 1 Ihr, uachni. von 3 bis 6 Diu im Geschäftshaus Junghofstrasse 19 15505 21 37 53 69 85. 15 601 1 Rudolf Bangei t. «: Frankfurt a. M. Junghofsti’. 19 Tel. Hansa 547 u. 6683 i wegen sofortiger Barmittel beschatten«, für Rechnung des Auftraggebers) eines großen Postens echter 25 41 65. 8914 64 80 (4 ) 96. 9012 28 4 4 ( 0 76 92 9 1 8 : 10 56 72 88. 9204 20 36 52 68 84. 9363 79 95. 9411 27 4- 59 75 91 9507 2 5 33 55 71 87. 96 3 19 33 (23) 51 (25i 83 99. 9715 31 47 63 79 95. 9811 27 4 i 79 75 91 1 17 33 49 <15i 65 81 97. 2009 25 41 57 73 99 2115 73 2 277 2 4 30 62 7s 94 2510 26 42 58 74 90 8702 18 34 50 66 82 9S. 2 14 30 46 62 M Ä •p» l... r, ■ K i W w. W W M WW Nr. 302 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefftn) Montag, 27. Dezember (926 Italien und das italienische Problem in Europa. DoN * , * Don einem viel in Italien lebenden und put informierten Kenner italienischer Verhältnisse geht uns die obenstehcnde Arbeit zu. Wenn wir vielleicht auch in diesem oder jenem Punkt nicht ganz die Auffassung des Derfas- lers zu teilen vermögen, so erscheint es uns doch angebracht, die in dein Artikel niedergelegten Gedantengänge unseren Lesern zur Kenntnis zu bringen. Al» sich, vor mehr als Jahresfrist, eine schlecht beratene deutsche Presse auf Anregung gewisser französischer Kreise hin dazu bestimmen liefe, den Faszismus — al|o eine imperialistische Angelegen« beit — weit schärfer in den Mittelpunkt ihrer Kritik zu rücken, als cs dcm außenpolitischen Interesse Deutschlands dienlich war, erwies es sich, wie leicht es auch heute noch ist, durch geschickte Stimmungsmache Strömungen der öffent- lichen Meinung hervorzurufen, die sich bis zur Gefahr schlimmster und nachhaltigster Verblendung auswachsen können. Es erwies sich desgleichen, baß politische Vernunft zu allen Zeiten — nicht nur im Kriege, wo bekanntlich der Säbel den Anspruch auf das Regiment erhebt — eine äußerst seltene Eigenschaft ist. Kaum eine von den Zeitungen, die damals so scharfe Töne anschlugen, war sich bewufet, dafe sie das Geschäft jener französischen Kreise besorgte, die ein Interesse an Unordnung in Italien und un- freundlichen Beziehungen zwischen diesem Land und Deutschland halten, um desto üppiger den eigenen Weizen blühen zu sehen. Es war sehr naheliegend, da» deutsche Gefühl auf die Tiroler Frage zu Hetzen und bann aus all den erregten Erbitterungen den Nutzen zu ziehen, den man wollte. Es war im voraus zu berechnen, bis zu welchen Graden sich die einmal erweckten Leidenschaften — auf beiden Seiten — nach erfolgter Kampfansage auswachsen und wie schwer sie zurückzudämmen sein würden. Alles kam genau so, wie es die Drahtzieher wollten, !a e» kam noch viel bester: denn es war nicht vor- auszusehen gewesen, dafe sich Mussolini, der Staatsmann, zu einer so unstaalsmännttchcn Rede würde hinreifeen lasten, wie er sie im Februar hielt. Es war aber auch nicht vorauszufehen, dafe Stresemann, der Staatsmann, eine so außerordentlich kluge staatsmännische Entgegnung geben würde, die das Echo der italienischen Senatsopplause für Mussolini ganz beträchtlich in allen europäischen Staaten her- unterdämpfte und dem ganzen handel das Giftige und Gehässige fortnahm, indem es ihn in die Grenzen verwies, in die er — politisch gesprochen — gehörte. Südtirol ist durch den Friedensvertrog von St. Germain an Italien gefallen, also Bestandteil des italienischen Reiches. Oesterreich Hot es verloren, nicht das Deutsche Reich, und zu Oesterreich, nicht zum Deutschen Reich, gehört noch heute Nord- ttrol, das bekanntlich an Oberbayern grenzt. Um dieselbe Zeit, als Stresemann die um Tirol entstandene deutsche Bewegung in ihre erträglichen Maße zurückdämmen mußte, fand der österreichische Bundeskanzler Ramek Worte für Italien, die ganz und gar nicht unfreundlich waren. Er dachte gar nicht daran, sich zum Sprachrohr der deutsck)en Äuf- regung zu machen — und was er den Rordtirolern au verstehen gab, ist nicht weiter in die Oessentlich- feit gedrungen. Immerhin mag es politisch nicht unklug gewesen sein, und ganz bestimmt war cs sehr liebenswürdig und väterlich zur Vernunft mah- nend. Denn der Oesterreicher hatte, im Gegensatz zu dem Deutschen, eigentlich nie recht Lust, sich den Kopf an Mauern einzurennen, in die mit Gewalt ohnehin keine Bresche zu legen war, auch dann nicht wenn es um eigentlich immerhin noch — politisch gesprochen — österreichische Dinge ging. Natürlich wußte man in Wien sehr genau, dafe es in Südtirol ’Runfte gab die einer grundsätzlichen Regelung bedurften: dafe cs da eine Minoritälen- frage gab, welche deutschsprachige, frühere öfter» reichische Staatsangehörige betraf. Man wußte auch, daß das Deutsche Reich — moralisch gesprochen — an dieser Frage nicht uninteressiert fein konnte noch bleiben würde: aber Oesterreich war ja schon im Völkerbund, wußte, daß der (Eintritt Deutschlands nur eine Frage weniger Wochen ober Monate sein würde, und daß man ja, nach einmal erfolgtem (Eintritt, nirgendswo bester als im Rahmen des Völkerbundes Seite an Seite (um nicht zu sagen Schulter an Schulter) mit dcm früheren Bundes- genoffen die Frage der deutschen Minoritäten in Südtirol in gewählterer Form und trotzdem mit viel mehr Nachdruck wurde anschneiden können. Diese Wiener Austastung war und ist natürlich nicht nur die weit klügere, sie war und stt auch die politisch einzig mögliche. Denn es stehen im Vorder- 8rund europäischen Geschehens zunächst Angelegen- eiten weit größeren Formats, und «mar solche, deren Erledigung automatisch und selbstverständlich die Lösung auch der kleineren Fragen noch sich ziehen wird. Für Italien selbst steht aus dem ersten Plan alles politischen Interesses die Frage der foszistischen Kon- lolibierung beziehungsweise Evolution im Sinne von Ausbau, Verfeinerung. Belebung. Liberalisierung. Es ist ganz erstaunlich, wie oberslächlich und töricht der italienische Faszismus auch von solchen Menschen gesehen und beurteilt wird, die oft genug (Belegenheit ixibcn, sieb auf italienischem Boden auf- zuhatten. „Mussolin, hat Ordnung geschaffen": wei- ter wissen von hundert Leuten fünfundneunzig nichts zu sagen. Und dabei denken sie heimlich im Hinter- gründe: „Daß wir selbst zu Hause doch auch einen solchen Ordnungsmacher hatten!" Mit anderen War- len: sic haben vom Faszismus absolut aar nichts verstanden, ihn von einer rein mechanischen Sette aufgefafet und nur eben diejenige seiner Erscheinungsformen opperzipiert, die ihrem eigenen Bedürfnis nach politischer Verantwortungslosigkeit ent- spricht. Sie haben vollkommen übersehen, daß in der Deutschen Republik vollkommene Ordnung herrscht, daß dort feine noch so stramme äußere Zucht die inneren Probleme eines auf seinen eigenen geschichtlichen Vorbedingungen ruhenden Staates lösen wird, d. h. daß, was im Augenblick für Italien das einzig mögliche ist, für Deutschland das unmöglichste, ja die vollkommene Katastrophe fein würde. In Deutschland ist es heute so, dafe leber Versuch einer Diktatur unweigerlich zum so- fertigen Bürgerkrieg oder zum mindesten zu schwerer und langer Unordnung führen müßte (man gebe sich doch darüber keinen Illusionen hin), in Italien ober traf ein aus tiefem sozialem Gefühl erwachsener diktatorischer Wille auf so geringen Widerstand aller Schichten, die sich hätten wehren müsten, dafe er aus gerade dieser Tatsache seine wichtigste Bestätigung und Rechtfertigung vor sich selbst ableitet. In der (übrigens schwachen und verschwom- menen) neuesten Schrift des italienischen Exminister- Präsidenten Nitti („Bolschewismus, Faszismus und Demokratie") ist am Schluß das faszistische Programm vom März 1919, so wie es von Mussolini selbst entworfen wurde, veröffentlicht. Es besteht kein Grund, an der Echtheit dieses Dokumentes zu zweifeln, und man braucht auch nicht anzustehen, es als einen „Ausdruck der demokratischen Hypertrophie" zu bezeichnen: so unsäglich weitgehend ist es in seinen geradezu utopistischen Forderungen, so entgegengesetzt zu allen Aeußerungen des faszistischeti Systems, wie es sich uns heute barftcUt. Es ist ba bie Rede von Abschaffung der politischen Polizei, des Senates und „jeder willkürlichen Beschränkung der Dolksherrschaft", der Dienstpflicht, von absoluter Gedanken- und Gewissensheit, Unterdrückung der Bankspekulation usw. Kurz: es ist das Programm eines politischen Idealisten, wie es großzügiger und lcidenschaftlick-er nicht gedacht werden kann. Diese Tatsache darf unter keinen Umständen außer acht gelassen werden, wenn man versucht, eine objektive Stellung gegenüber dem Faszismus einzunehmen. Warum und wieso der Faszismus fett feiner Inthronisierung als Staatsgewalt — also seit Ende 1922, drei Jahre nach der Ausstellung seines ersten Programmes — eine so entscheidende Wendung nach rechts genommen hat, kann nicht hier in so engem Rahmen eingehend untersucht werden und würde auch eine so genaue Kenntnis aller internen Vorgänge in der Bewegung selbst erfordern, wie sie wohl auch faszistische Führer nur zum allergeringsten Teil besitzen. . Entscheidend für uns ist, daß bie Wenbung nach rechts eintrat unb baß auch sie von ber Opposition nicht verhindert werden konnte. Auf Mussolini aber fiel, in dem Augenblick, wo er die effektive Gewalt innehatte, fo wie sie nun einmal war, die ungeheure Verantwortung für das — zunächst — materielle Wohl des Staates, der in ihm fein Symbol und feine bannende Mitte sah. Es steht für mich außer Frage, daß Mussolini heute weit mehr ein Gezwungener als ein Zwingender ist, und daß gerade aus der Erkenntnis dieser unleugbaren Tatsache ihm bie allerschwerste und fast übermenschliche Ausgabe erwächst, mit äußerster Zähigkeit, äußerstem diplomatischem Geschick die treibenden und aufbegehrenden Kräfte — vor allem die uttraradikalen (Elemente — fo weit zum Ausaleich zu führen, baß er selbst roieber als aktiver Gestalter an ihre Spitze Tycho Brahes Werk und Schicksal. Don Walther Heering. Sie Sterne sollen einen'besonderen Stand gehabt habe t, a's in den D y?:r.bertag n des Jahres 1546 auf dem dänischen Herrensitz Knadstrup der Srofec Astronom Tycho Drahe geboren wurde. Leiche weltbewegenden Ereignisse und welchen Reichtum geistigen Geschehens hatten die atzten Jahrzehnte gebracht! Die Erfindung der Duch- bruckerkunst und der Fall des byzantinischen Deiches, Renaissance und Amerikas Entdeckung lagen zurück. Das Jahr 1543 hatte des Koperni- ?us weltändemdes Werk geb-'cht. Luther hatte es noch verlacht: „Der Darr will die gan^e Kunst QI ft ronomiä umkehren! Ab r wie Die Heilige Schrift anzeigi. so hieß Josua die Sonne still- fiehen und nicht das Erdreich" Jetzt sind es drei Jahre später, Martin Luthers Todesjahr, anno Domini 1546. Es war wie ein Symbol: im Todesjahr Luthers wird Tycho CB rat); geboren, auf die Reformation der Theologie folgt die Deformation der Astronomie. Lind wenn nun der erstaunte Leser nach dem Werk dieses großen unbekannten Astronomen fragt: es war eben mit den letzten Worten genannt Kein Geringerer als der große Kepler hat eS einmal ausgesprochen, daß die Reformation der Astronomie im Jahre 1564 durch Tycho begonnen und beschlossen wurde. Erst feine heuen Instrumente und fein ungeheures De- Dbachtungsmaterial ermöglichten es seinem grö- fteren Nachfolger, die Geheimnisse der Planetenbewegung zu entdecken und das von KopernikuS Begonnene Werk zu vollenden. Tychos Stolz war fehl Weltsystem, das die Erde doch wieder in den Mittelpunkt der Welt und sch damit dem koperni- lonischen entgegen stellte. Aber es hat dessen 'Sieg nicht verzögert, sondern diente vielmehr als •in Liebergang vom ptolemäifchen -um koperm- kanischen System. Mit seinem 'Weltsystem, mit der Konstruktion feiner neuen Jnftrumente und durch feine zahlreichen genauen Beobachtungen ist Tycho der Johannes der Läufer der abendländischen Astronomie. Es gilt von ihm das Wort aus der Stunde feines TodeS: ne frustra vixisse videar, er hoffe nicht vergebens gelebt zu Haben- Aber an den Hamen Tycho Brahes knüpft sich nicht nur diese wissenschaftliche Bedeutung innerhalb der Astronomie, sondern auch das Schicksal seine- Lebens. Es steht um ihn ähnlich wie um Giordano Bruno. Er hat zwar nicht wie dieser fein Leben, dafür aber die Heimat verlieren müssen. — Er war von 10 Kindern einer altadligen Familie der älteste Sohn. Mit dreizehn Jahren studiert er bereits in Kopenhagen Rhetorik und Philosophie, bald Astronomie und Mathematik. Damit beginnen seine studentischen Wanderjahre: 1562 ist er in Leipzig und stellt die ersten astronomischen Beobachtungen an — heimlich, während der ihm zur Aufsicht mitgcgebene Freund schläft! Darauf finden w'.r ihn in Wittenberg und Rostock, Basel und Augsburg. Hier läßt er — kaum 23jährig — nach seinem Entwurf den ersten großen Quadranten bauen, den 20 Mann kaum fortbewegen können. Dann lebt er wieder auf dem väterlichen Sitz Änubftrub und in der Olbtei HeridSvad, wo er sich ein chemisches Laboratorium einrichtet. Das Jahr 1572 bringt ihm erneut zur Astronomie. Es ist ein neuer Stern erschienen von den Wissenschaftlern vielfach als der wiederkehrende Stern von Bethlehem. als das Zeichen von der Wiederkunft Christi gedeutet, so daß Calvins Rachfolger schon ein Gedicht auf das nahe Welt ende verfaßt. Im folgenden Jahr erscheint Tychos Schrift über diesen neuen Stern; fein Rame ist nicht mehr unbekannt, und sein Ruhm beginnt. Tycho Drohe glaubt nicht an das nahe Weltende, seine Glückssterne leuchten ihm jetzt am hellsten, und das Schicksal gibt ihm die schönste Zeit seines Lebens. Im Jahre 1576 belehnt ihn König Friedrich II. von Dänemark mit der herrlich gelegenen einsamen Insel Hveen im Sund rückt unb eine seinen eigensten (Brunbibeen entsprechende Politik treiben kann. Denn es kann sich für ihn, den staatsmännischen Geist, ber bie Relativitäten des politischen Lebens kennt unb weih, baß Schiffbruch leiben muß, wer nicht mit ihnen rechnet, bestimmt nicht darum handeln, bie Ideologien seiner Heißsporne zu Überspannen, sondern zunachsl nur. gegen diese und gegen feine prinzipiellen Feinde zugleich, mit HUfc der großen Sympathien, bie ihm weiteste Teile auch nicht ausgesprochen faszistischer Kreise entgegenbringen, einen Stur; feiner Herrschaft zu oerhinbern. Icber denkende Menfch in Italien weiß, fei er nun für ober miber Mussolini, baß dieser Sturz in dem Lande eine für alle Volksschichten gleich entfetzcnsvolle Katastrophe hcrbcifuhren. ja vielleicht sogar Angriffskriege gegen Italien provozieren würde, das bei seinem östlichen unb westlichen Nachbar nicht gerade beliebt ist. Es hängt also heute tatfächlich — mag man die Sache drehen unb wcnbcn wie man wolle — das Schicksal Italiens an der Person Mussolinis. Das wird auch von denen begriffen, die nicht zu seinen Freunden gehören, unb bas ist der Grund, warum selbst die drakonischen Sicherheitsgcsetzc, die am 8. November nach dcm Bologneser Attentat in Wir- kung traten, mit soviel Ruhe von dem gesamten Volke hingenommen wurden. Man darf sich zu ihrer Beurteilung nicht durch die Kommentare der seindlich gesinnten Auslandpresse bestimmen lasten. Sie entsprechen bestimmt nicht ber ursprünglichen Anlage Mussolinis, noch seinem Segnff von Herr- schcrtum: sie finb entsprungen aus ber richtigen Bewertung ber ungeheuren nationalen Gesahr, welche ber ssdurch ein Attentat heroorgerufene Tob Mustostnis nach sich ziehen müßte, unb bienen zu nichts weiter, als, wenn biefer Ausdruck gebraucht werden kann, der progressiven Aplanie- rung ber foszistischen Bewegung behilflich zu sein. Sie sind aus fünf Jahre in Wirkung gesetzt; was einen Schluß auf die Dauer der Zeit zuläfet, die man für die vollkommene Beruhigungsaktion nötig zu haben glaubt. Die eigentliche Größe Mussolinis wird sich erst dadurch erweisen, wie ihm diese Aplaniervng gelingt unb wie er — nach ihrer Vollziehung — im Sinne seiner politischen Grunbinstinkte innerpoli- tisch schöpferisch wird, d. h. wie er seinem System bis in bie entferntesten Enden Belebung unb Beseelung einzuhauchen imstanbe ist. Die eigentliche Arbeit des Faszismus, zum mindesten die Fcin- arbeit, wirb jetzt erst beginnen Die europäische Welt ist barauf qefpannt, welche Ergebnisse sie zeitigen wirb. Sie ist vor allen Dingen daraus neugierig» ob ber Faszismus eine Staatsform schaffen wirb, bie sich den übrigen europäischen Systemen angleichen kann: ober ob bie enbgültige Prägung bes foszistischen Staates Italien in eine noch größere (Entfernung zu ben anders regierten Nationen (Europas rückt, als es im Augenblick ber Fall ist. Ich selbst hatte es nicht für ausgeschlossen, baß Mussolini — ist erst einmal bie wirkliche Gefahrzone burdj- laufen — sogar zu einer Reihe seiner ursprüna- lichen Ibeen zurückgreifen unb sich selbst bie post, tinen Antworten auf Fragen geben wirb, bie ihm bestimmt am Herzen liegen unb nur um härterer Notwenbigkeiten willen noch nicht gelöst werden konnten. Ich hatte ihn für weniger starr, für weniger ideologisch als seine Feinde ihn hinstellen; unb ich glaube, daß er feinen staatsmännischen Instinkten größere Bebeutung zumißt als ber ihm nun einmal anhaftenden Geste des „Duce*. Er ist weit menschlicher als es manchmal scheinen mag, unb bie Liebe einer für ihn vorbehaltlos begeisterten Jugend gilt mindestens so sehr feinem Herzen als seinem Genius. Was nun diese Jugend angcht, so sei noch ein kurzes Schlußwort über sie gesagt. Es ist unmöglich, die Hingabe so vieler junger Menschen an die faszistische Idee rational zu er. klären. Der melapysischc Hintergrund gerade dieser gewaltigen Begeisterung wird jedem klar, ber Ge- legenheit hatte, mit jungen Italienern ber verschie- dcnsten Schichten in Verkehr zu treten. Schildern, beschreiben, mit Begriffen festlegen läßt er sich nicht. Man muß ihn fühlen, spüren, wittern an ber selb [am glühenden Atmosphäre, die um alle diese jungen Menschen ist, sei es in Palermo, in Rom, In Florenz, in Mailand, in irgendeiner Provinzhaupt- stabt ober in kleinen Landstädtchen. Und wenn es heute in Deutschland innerhalb der nationalifti- schen Verbände sehr naive unb schlecht unterrichtete junge Leute gibt, die sich gern italienischen Faszisten vergleichen und sich vielleicht im stillen schon eine Art von dcutschfaszistischem Programm auf ben Leib schreiben: So möge ihnen in aller Freundlichkeit gesagt sein, daß ein unüberbrückbarer Abgrund klafft zwischen deutscher rechtsradikaler unb italienisch- unb gibt ihm reichliche ©clbmittel. fo bah er ungestört dem Himmel und den Sternen leben kann. Auf Hveen erbaut er sich das tvettberühmt gewordene Schloß Uraniborg und stattet eS mit den besten von ihm selbst konstruierten astronomischen Instrumenten aus. Während er hier in der Stille der einsamen Insel den größten Teil seines Lebenswerkes vollbringt, wird er als der berühmteste Astronom Europas von Wissenschaftlern und Fürsten von nah und fern aufgesucht. 20 Jahre ernster Arbeit waren ihm hier be* schieden, dann kamen die Enttäuschungen seiges Lebens. 1588 war sein königlicher Gönner gestorben und bald mußte der große Astronom, nicht ohne Schuld seines herrischen, rechthaberischen Temperamentes, die ihm liebgewordene Insel und die Heimat verlassen. 1597 98 lebt er auf dem Schloß Wandsbeck bei Hamburg; im folgenden Jahr setzt ihm Kaiser Rudolf II. ein ansehnliches Jahresgehalt aus und schenft ihm daS Schloß Denatky. Hier auf Schloß Benatky und dann in Prag führte ein seltsames und für die Wissenschaft bedeutendes Schicksal die beiden Männer zusammen, aus deren gemeinsamer Arbeit sich die Befestigung und Begründung der kopernikan. schen Theorie ergab: Ty-cyo Drahe und Kepler. Tychrs Marsbeobachtungen führten Kepler zur Entdeckung der Gesetze der Planetenbewegung. In feiner Sterbestunde am 24. Oktober 1601 sah Tycho beruhigt und voll (Bert rau en auf seinen großen Rachfolger und Erben seine-wissenschaftlichen Reichtums, der als Freund und Schüler bei ihm war. .Tycho Drahe gab Kepler den Platz, auf dem er stehen konnte, und Stehler bewegte die Well!" Die besten Bücher des Jahres. Der Londoner Dibliothekar Dr. Hagberg Wright machte vor einiger Zell den Vorschlag, alle Rationen. Die dem Dölkerbund anzehörten, sollten unter der Leitung des Dölkerbund-Ausschusses für geistige Zusammenarbeit die Tttel faszistischer Mentalität. Die italienifche Faszisten Hymne hat als ttagende Inhalte giovinczw und bellezzi: Jugend und Schönheit — was man aber bei unseren Hitzköpfen und Draufgängern singt, da» wollen wir hier lieber nicht auszahlcn. Italienische« Faszismus kann nicht zum Vergleich mit deutschei» Bewegungen herangezogen werden. Die Herkünfti sind zu verschieden. Er kann auch nicht nach außen- italienischen Maßstäben beurteilt werden. Er ist ein« Erscheinung von äußerster Wichtigkeit, ein Faktor mit dcm auch außenpolitisch gerechnet werden muß Doppelt und dreifach von dem, denen die Schaffung (Europas am Herzen liegt Um den Rhein! Don Dr. jur. Paul Moldenhauer, o. Professor an der Universität Köln, M. d. R. Die Verhandlungen in Gens haben die Entschei- duna über die Räumung dco Rhemlandes nicht gebracht, ja, in den osfiziellen Debatten ist die Frage der vorzeitigen Räumung de- besetzten Gebietes ganz in den Hintergrund getreten. Trotzdem bedeuten die Eenjer Verhandlungen einen wertvollen Schritt nach vorwärts. Unzweideutig ist sest- geletzt worden, daß bie entmilitarisierte Zone am Rhein nicht anders zu behandeln ist, als das übrige Deutschland und insbesondere Frankreich kein Recht hat, nach Räumung des besetzten Gebietes dort die sogenannten Wernenis stablcs zurückzulassen, die doch nichts anderes bedeuten, als eine verkappte weitere Besatzung. Aber die Zähigkeit, mit der Frankreich um diese Frage gekämpst hat, zeigt, daß Frankreich von dem Grundgedanken seiner Rheinlandpolitik auch heute noch nicht gelassen hat. Das darf nicht »unternehmen, wenn man berücksichtigt. daß feit Jahrhunderten zum feststehenden Bestandteil der französischen Außenpolitik die Forderung gehört, den Rhein unmittelbar ober mittelbar zu beherrschen. Immer ist Frankreich in Zeiten von Deutschlands Schwache in dieser Richtung vor geflohen, über Metz unb Straßburg ging ber Weg an den Rhein, bis die Fluten der französischen Rc oolution an dem ganzen linken Ufer des Rheins brandeten und schnell genug französische Heere auch das rechte Rheinufer betraten. Denn niemals ist der Rhein wirklich eine Grenze gewesen, wie auch heute noch seine Ufer von ber Quelle bis zur Mündung nur von beulschen Stämmen bewohnt werben Im ganzen 19. Iahrhunberl hat bie Hoffnung, wie- der ben Rhein zu beherrschen, nicht geruht, wenn sie auch nach 1871 zunächst aussichtslos erschien Wir wissen, wie zähe nach Abschluß bes Weltkriegen bei den Verhandlungen von Versailles Frankreiä, um bie Losreißung des linken Rhcinufcrs gerungcr hat. nadjbem bereits im Januar 1917 Briand ih einem Bries an ben französischen Botschafter ih London, Cambon, die Lostrennung des Rheinlande-, von Deutschland als das wichtigste Ziel ber französischen Politik bezeichnet hatte. Frankreich unterlag ben (Englänbem unb Ame rifa in seinen letzten Forderungen, aber setzte bü Besatzung durch uab hoffte, mit Zuckerbrot uni Peitsche bie Bevölkerung bazu $u bringen, einen un abhängigen Rheinslaat zu errichten, ber wie einff ter Rheinbund unseligen Angedenkens unter fron zosischer Herrschaft gestanden hätte. In dem Ruhreinmarsch Poincarös und den ihm folgenden Sepa ratislenunruhen hatte feine Politik ihren Höhepunkt erreicht. Die politische Isolierung, in bie Frankreich durch diese Politik geriet, unb der Sturz des Franken nötigten zu einem Rückzug, zugleich kam unter der Wirkung dieser Rückschläge icne Richtung in Frankreich ans Ruder, die im (tzegensatz zu bet imperialistischen mehr zu einer Verständigung mit Deutschland geneigt ist. Das Londoner Abkommen der Pakt von Locarno, bie Besprechungen von Thoiry sind Etappen einer neuen Entwicklung. Aber schon machen sich in Frankreich bie Gegen -bewegungen bemerkbar. Der Mann bes Ruhrein bruchs, Poincar 6 , ist wieder am Ruder, unb wenn er sich auch mit Rücksicht auf bie Gesamtlage und fein Weik ter Stabilisierung des Franken äußerste Zurückhaltung auferlegt, wir merken doch feittem er wieder an der Spitze fleht, den wach-sen- ben Wiberftanb in Frankreich. Die letzten Wahlen bürfen nicht darüber täuschen, daß der nationalistische Einfluß im Wachsen ist. So erklärt cs sich, dafe auch Briand. der an sich einer Verständigung mehr geneigt erscheint, doch der augenblicklich herrschenden Strömung Rechnung tragend, mit großer Zähigkeit um die dl^ments stablcs gekämpst Hal, um so auch in dem zu räumenden unb dem geraun ten Teil des besetzten Gebietes ben französischen Einiluß aufrechtzuerhallen, ber jeden Augenblick verstärkt der besten Dächer auSwählen. die in jedem Staat im Laufe eines Jahres erschienen fttid Je nach seiner Erzeugung sollte der einzeln? Staat das Recht haben. 2 bis 40 Werke zu nennen. D.r erste Drrsuch dieser Art ist jetzt ersch enen. Richt alle zum Dölkerbund gehörenden Staaten sind vertreten, auch Deutschland nicht, das zu der Zell der Zusammenstellung der Listen noch außerhalb des Völkerbundes stand. Deutschland wird aber schon im nächsten Derzeichn.s der „Wertvollsten Dächer" vertreten fein, und zwar ist d e Auswahl der Werke der Preußischen Staatsbibliothek in Derlin und der Deutschen Dächerci in Le pzig gemeinsam übertragen worden. Die Listen einzelner Länder sind besonders interessant. So sind b.c Vereinigten Staaten mit 38 Titeln vertreten, von denen 15 auf schöne Literatur. Diograph en und Kunst entfallen. Darunter befinden sich d e Lebensbeschreibung Mark Twains, d.e er selbst verfaßt hat, eine Diograph e W.lsons von W. A White und ein Duch über den bekannten Journalisten und Zeit ngsverleger Pülcher. Frankreich hat seine wissenschaftliche L teratur stark betont unb aus den Gebieten der Geschichte unb Archäologie, der Sozialwissenschaften. Philosophie, Theologie und Äaturwissenschaften namhafte Werke angeführt. Unter den vier besten Däch'rn der schönen Literatur worden von Großbrilann en Shaws „Heilige Johanna". GalsworthyS „Weißer Affe" und Kennedys »Treue Ryrnphe" angeführt Unter den englischen Werken über Philosophie finden sich zwei, die sich mit Kani und Hegel beschäftigen. Die russische Auswahl ist nicht von einer amtlichen Sowjetstelle, sondern von einer gelehrten Körperschaft in Laus arme vorgenommen unb berücksichtig! daher auch die außerhalb Rußlands erschienenen Bücher. In der tschechischen Liste find auch deutsche Derfafier berücks cht gt. fo Alois Johns Werk über Sitte unb Drauch der Sudetendeutschen und HinS Watziiks L'egenbm .An GotteS Drunnen". Di? Italien sche A strahl trägt einen betont nationalen Tharafter z"r Schau, und eS werden nicht weniger als drei Werke von Mussolini aufgeführt. ?er ?ie Möglichkeit gibt, Reue sepa« rattsttsche Unruhen Heroorzurufen und jeden inneren Zwiespalt in Deutschland auszunutzen. Denn diese stabilen Elemente sollten die Vorposten französischer Macht bleiben. Es ist deshalb salsch, heute zu glauben, daß der xampf um das Rheinland bereits endgültig g e • roonncn fei. Vergleicht man die Zrstonde an Weihnachten 1923/24 mit denen an Weihnachten 1926 27, so sieht man einen ungeheuren Fortschritt dank der weilen Staatskunst Stresemanns. Richt nur die Ruhr ist wieder frei, auch die nörd- liche Zone ist schließlich geräumt worden. Die Gefahr der flamenIs stables ist für den Augenblick gebannt. Aber es heißt auch in Zukunft für Deutschland auf derHu t zu fein, um neuen Gefahren zu begegnen. Für uns Deutsche bedingt es eine ernste Mahnung, in außenpolitischen Fragen ein g e - schlossen es Volk zu sein, über den notwen- feigen inneren Auseinandersetzungen nicht zu vergessen, daß wir die Freiheit noch nicht errungen haben. Wir haben leider in der letzten Zeit sehen müffen, daß man aus innerpolitischen Gründen in den Fragen der Reichswehr unseren Geanern Wafser auf ihre Mühlen geliefert und unserem Außenminister die Arbeit erschwert hat. Möchten wir einmal doch aus der Geschichte lernen, daß Frankreich stets bereit ist, inneren Kampf in Deutsch- land zu neuem Vorstoß am Rhein auszunutzen. Bleiben mir aber dieser Mahnung eingedenk, so dürfen wir auch die feste Zuversicht haben, daß der Weg, den wir beschritten haben, zum Ziel führt, daß nach allen Sorgen und Qualen auch am Rhein wieder die Sonne der Freiheit leuchten Heb. Adel und Rasse. Eine Buchbesprechung. Bon Professor Dr. med. Philalethes Kuhn, Direktor des hygienischen Instituts der Landesuniversitär Gießen. In feinem neuesten Buch „Adel und Raste" (Verlag I. F. Lehmann, München, Preis geb. 6 Mk.s hat Hans F. K. G st n t h e r auf 1000 Seiten seine Anschauung über die Zusammenhänge von Adel und Rasse entwickelt. Das Buch enthält eine sehr große Anzahl schöner Abbildungen, meist von Vertretern der nordischen Rasse, welche die Darstellung lebendig 'ergänzen. Dieser reiche Bildschmuck ist ein großer Vorzug der Güntherschen Bücher Das vprliegende Buch über Ades und Raste kann man aber nur verstehen, weyn man eines der grundlegenden Bücher von Günther „Die Rassen- künde des deutschen Volkes" ober „D i c Rassenkunde Europas" gelesen hat. Wir müssen Günther großen Dank wissen, daß er die Giundgedanken der Rassenkunde dem deutschen Volke zugänglich gemacht hat. Seine Bücher sind in die Weitesten greife eingedrungen und verdienen immer weitere Veroreitung. An dieser Wertschätzung ändert auch der Umstand nichts, daß der eine ober der andere zünftige Kritiker an Günthers Darlegungen, namentlich soweit sie dis seelischen Eigen- schasten der Rassen betreffen, hier und da etwas aus^ysetzen Hai. Wären Günthers Werke unge-- schrieben geblieben, so wüßten all die vielen Tausende in Deutschland, die jetzt über ihre Abstammung Nachdenken und die Grundtatsachen der europäischen Rassenkunde kennen, nichts von als diesen Dingen, denn von den Fachgelehrten hätte es wohl kaum einer gewagt, vor dem deutschen Volke in allgemein verständlicher Darstellung die wichtigsten Fragen des Volkstums aufznrollen. Das was Günther in feinen Werken über die Rastenkunde vorträgt, ist eine Darstellung der Ergebnisse der Wissenschaft, an deren Entwicklung er seit dem Erscheinen der „Ras jenkunde Europas" selbst eifrig mitarbeitet. Zur Einführung in die Günther schen Bücher will ich kurz bip flüchtigsten Ergebnisse der europäischen Rassenkunde zusammenfassen. In Europa sind es. abgesehen von jüdischen und mongolischen Beoölkerungselementen, 5 Rassen, aus denen sich die verschiedenen Völker gebildet haben, die nordische auch indogermanische und arische genannt, die Mittelmeerrasse, von Günther die westische genannt, die di na risch«, die al- v i n e, welche Günther die pstifche nennt, und eine fünfte Rasse, der Günther den Namen n st h a 1 - tische gibt Die Urheimat der nordischen Rasse liegt nicht im Osten, etwa in Indien wie man lange glaubte, sondern an dem westlichen Gestade der Ostsee, in Skandinavien, Holstein, Norbwestbeutsch- layb. Von hier sind bie nordischen Völker in Der Vorzeit nach Osten und Süden gezogen. Die alten Griechen, bie ersten Geschlechter Roms, welche Rom gründeten, ferner die Herrscherkasten der Inder waren nordischen Stammes, ebenso wie die Germanen, depen außer uns auch die Schweden, Norweger, Dänen, Angelsachsen, Schotten, Holländer, Flamen und Normannen entstammen. Es ist eine hochaewachsene Nasse, bie Männer erreichen eine durchschnittliche höhe von 1,76 Metern Der schlanke Körper ruht auf hohen Beinen, die Hüllen sind schmal und bie Schultern breit. Auf schlankem hals sitzt bas lange schmale Haupt, an bem ber Hinterkopf stark ausgeprägt ist, Auch das Gesicht ist lang unb schmal, die Stirn weicht ein wenig zurück. Die Nase ist hoch angesetzt, schmal, gerade ober nach oben gebogen. Das Kinn ist scharf ausgeprägt. Die Helle Haut schimmert rosig-weiß. Die haare sind blond, glatt ober wellig. Die Augen sind blgu. Die @e- ■ IHtTII —WWWWWWWM——M—M— Neues aus Afrika Geheimrat Leo grobeniud, der bebeu- t?nbe Afrika'orscher, dessen Forschung.« r und Entdeckungen über die Vergangenheit und den Ursprung der afrikanischen Kultur in einer Reihe von Werken niederkegt sind, die in der ganzer» Kultur aell Beachtung sanden, ist jüngst von einer Forschungsreise nach Aegypten und in die nu- bische Wüste zurückgekehrt, über die er jetzt in dem seit einiger Zeit m Frankfurt befindlichen Institut für Kulturmorphvlvgie Bericht erstattete. Es sind keine sensationellen Entdeckungen die dieser ganz eigene Wege gehende Gelehrte machte, nicht zu Pyramiden, Sphinxen, Tutanch- anion«@räben*. und andern augenfälligen Attraktionen für die Masse führte ihn der For- schungsdrang. Seine Arbeit, deren e ibgüitige Auswertung noch Generationen nach uns Vorbehalten bleiben muß, steht v elleicht in ei..em ge -iffen Zusammenhang mit der eines andern deutschen Gelehrten, dessen Forschungsgeb et sich ungefähr mit dem von Stoben iud deckt, mit der des Afrikareisenden Schweinfurth D e Gegend b efer ganz untex der Herrschaft des Allvaters Ail, der angrenzenden Wüste und der Seitentäler stehenden Gebiete, schint arm und Leist den Blick rnckwä ts in die Jahrtausende vor unserer Ze trechnung. An Pyramiden undSphine xsn vorbei ging der Weg des deutschen Forschers, nilaufaä.ts von Aegypten nach Aub.en. Die ganze Kultur um den Ril ist durch die Jahrtausende eng verbunden mit dieser Aähr- mutter u. nicht die ingeniöseste Kunst unserer Zeit könnte dies einzigartige Kulturwerk von Jahrtausenden nachschöp en. Während der populäre Forschungsdrang unserer Zeit sich auf die große.: über.oinme en Denkmale ynd die Aekonsttut- tion der ägypt.schen Dynastien beschränkt, sucht Zrobenius dem warmen Pulsschlag her gewor- denen eigenartigen Kultur nachznspüren und den kulturellen Ursprung der Dinge zu ergründen. Keine fix und fertigen Ergebnisse durfte man deshalb von dem Frobeniusschen Erveditionsbericht italten der nordischen Raste treten UNS in den griechischen unb altrömischen Stanbbilbern entgegen. Die Heimat ber w e st i s ch e n Rasse ist das Mittelmeergebiet. Sie bilbet vor allem die Spanier, Portugiesen, Süditaliener und Südfranzosen. Ihre Angehörigen sind zierlich unb schlank, die Männer haben nur eine Durchschnittsgröße von 1.60 Meter- Das Haupt ist wie bei der nordischen Rasse lang. Die Stirn ist etwas steiler unb gerundeter als bei ber letzteren. Die Nase ist hochanges^tzl und gerade, das Kinn ist gerunbet. Die haut ist bräunlich, bas haar tiefbraun oder schwarz, schlicht oder lockig, bie Augen sind braun. Die binarische Rasse hat ihre Heimat auf bem Balkan unb tst nach den dinarischen Alpen benannt Sie bedingt namentlich die Sühslawen. Sie ist langgewachsen, nur wenig kleiner als bie nordische. Der Mann mißt durchschnittlich etwa 1,74 Meter. Die Köpfe sind kurz aber nicht rund wie bei her alpinen Rasse, sondern hinten wie abgehackt. Die schmalen Gesichter mit ber hohen, wenig zurück- geneigten Stirn erhalten einen besonderen Ausdruck durch eine stark gebogene Hakennase. Die haut ist bräulich, das hqar schwarzbraun biß ichwarz. Die alpine Rasse entstammt dem nahen Osten und ist zuerst im Alpengebiet aufgefallen. Sie sitzt in Ost- und Mittelfrankreich in Masten unb durchsetzt auch die deutsche Bevölkerung besonders im Osten. Ihre Menschen sind ebenfalls klein wie die Mittel- ineerrasse, die Größe des Mannes beträgt im Durchschnitt 1,63 Meter, sie sind aber untersetzt, gedrungen, muskelstark und haben kurze Beine Stirn unb Gesicht sind breit. Die Nase ist tief angesetzt, flach nad) unten gebogen und endigt stumpf (Stumps- nafe). Die haut ist gelbbräunlich, das haar braun ober schwarz, die Augen sind braun Als fünfte Rasse wird von manchen Forschern eine ber alpinen Rasten im Bau sehr ähnliche Rasse helläugiger unb hellhaariger Menschen angegeben, welche in Skanbinavien und in den baltischen Ländern nachzuweisen ist. Auch im Osten Deutschlands sehen wir ihre Abkömmlinge in der Bevölkerung. Günther, der seit Jahren in Skandinavien lebt, hat sich von bem Bestehen dieser Rasse überzeugt und ihr den Namen „o st b a l t i s ch e" gegeben. Viel wichtiger als bie körperlichen Merkmale find für uns die seelischen Eigenschaften ber Rflsse. Die nordische Rasse gilt als urteilsfähig, kühl unb zweifelnd, sie hat einen Drang zur Wahrhaftigkeit, damit hängt der Mangel an Einbildungskraft zusammen, sie neigt zum Einzeltum, jeder einzelne tft auf sich selbst gestellt. Sie ist freiheitsliebend, mutig bis zur Tollkühnheit, sorglos bis zur Leichtsinnigkeit. Sie wird spät reif, ist aber schöpferisch. Die westische Raste ist leidenschaftlich, geistig beweglich, besonder^ preist man ihre Beredsamkeit, sic ist gewandt und schlau. Die alpine Rasse ist arbeitssam unb geschäftssinnig, sie strebt im allgemeinen nad) Gleichmäßigkeit. Die dinarische Rasse ist kriegerisch, redlich, leicht erregbar, derb, heiter unb besonders musikalisch, nur geistig etwas enger als die nordische Rasse. Die Unterschiede zwischen den europäischen Böi- fern hängen von dem Anteil ab, hen die verschiedenen Rassen an jedem einzelnen Volke nehmen. Die Beteiligung dieser Rassen an unserem Volke ist nach Günther etwa folgende: Die Mittelmeerrasse ist sehr wenig beteiligt, der Anteil beträgt höchstens 2 Prozent. Wir können sie infolgedessen vernachlässigen. Den Hauptanteil hat die nordische Rasse, im Durchschnitt etwa 60 Prozent. Wir st eklen fest, daß erwarten, man kann heute einstweilen nur erahnen, in welch großem Zusammenhang die pon ihm gefundenen Felsbilder, die teilweise selbst den Eingeborenen bisher in den einsamen Felsentälern unbekannt waren, mit ähnlichen Erscheinungen in der alten griechischen und römischen Kultur stehen, die schon Goethe zum Nachdenken gebracht haben- Gewiß, das, was Frobenius ber ägyptischen Volksseele von heute ablauschte, ist auch sehr wertvolles und anregendes Kulturmatssrial, was will bas ober besagen gegenüber seinen Funden unb taftenben Deutungen ber geheimnisvollen Felsenbilder, bie wie altgriechische Heiligtümer in entlegenen Felsentälern verborgen liegen? Es sind poch nicht gänzlich enträtselte Perspektiven, Einblicke in das kulturelle Dasein uralten afrikanischen Menschentums, bas in seinen Pyramiden wie rätselhafte Gipse! aus alten Jahrtausenden in die Gegenwart reicht. Es ist Kulturgeschichte, geschrieben in Felsenbildern, die noch mehr des Aufschlußreichen enthal- ten als die ägyptischen Hieroglyphen. Aus den in bie Felsen geritzten Bildern von Tieren, wie Rindern, Antilopen, Kamelen, Straußen unb Giraffen, den sormenreichsn Zeichnungen von Ruberschisfen unb Menschen spricht bie gleiche religiöse Sprache wie aus entsprechsnben Funben aus ber Frühzeit anderer Völker, nur fehlt uns noch die positive Deutung, ber große Zusammenhang im Rahmen bep bunklen afrikanischen Kultur, über die noch Generationen Nachdenken werden. -rozehwul in Indien. Der „Prozeß-Hansl" ist ein« Grsche.nung. d e man immer wieder auf dem Lande findet und die von den Bauerndichlern, von Jeremias Gott- Helf bis zu Ludwig Thoma, packend gesch ldert -worden ist. Diese Stve'.thähne. die z. T. aus einem übersteigerten AechtSgefühl. z. T. aus Gewinnsucht und schließlich aus em?r sinnlosen Lust am Prozessieren immer Wieder die Gerichte behelligen und endlich ihr ganzes Geld zum Rechts- anwolt tragen, finden sich aber nicht nur in deutschen Landen sondern sind auf der ganzen unser Volk mit seiner germanischen Abstammung nach seinem Blutsonteil nordisch bedingt ist. Der Anteil an der alpinen Rasse beträgt etwa 20 bis 25 Prozent. Die binarijche Rosse ist im Norden mit 5 Prozent, im Süden mit 15 Prozent an unserem Volke beteiligt Der Anteil der innerasiatischen, mongolischen Einsprengungen wird auf etwa 3 Prozent im Westen und im Osten aus 6 bis 8 Prozent gesetzt In seiner „Rassentunde des deutichen Volkes" hat Gunther an vielen Einzelheiten bargelegt, wie bie (Eigenart ber norbischen Rasse unser ganzes Volk durchdringt und wie sich auch die Anteile der anderen Rassen bei vielen Volksgenossen ausprö- gen. Er führt den Nachweis, daß auf Grund der auf den Mendelfchen Vererbungsregeln ruhenden modernen Rassenforschung bas beutsche Volk nicht als Mischrasse von festem einheitlichen Typ gelten kann, denn solche Mischrassen gibt es bei ben Menschen nicht Das beutsche Volk ist wie alle übrigen europäischen Volker ein Rassengemisch, bie Merkmale ber einzelnen Rasten erscheinen bei den einzelnen Gliedern des Volkes in buntem Wechsel. Besonders betont Günther in feiner. Büchern, daß bas W eJ e n bes beutschen Volkes auf der norbi - schen Rasse beruht unb baß diese nordische Bedingtheit erhalten bleiben muß, wenn wir eben bas deutsche Volk bleiben wollen. In bem neuerschienenen Buche „Adel unb Rasse" zeigt nun Günther bie Bedeutung der nordischen Rasse für bie Bilbung bes europäischen Abels aus. In ihrem Heimatgebiet bleiben bie Germanen bis tief ins Mittelalter hinein freie Bauern, bie bas seelische Wesen ber norbischen Rasse verraten: Freiheitslust, Ahnenstolz, Herrentum. Jede Ueberhebung eines gewählte» Herzogs ober Königs würbe abgewiesen. Bei ben Germanen vor ber Völkerwanberungszeit gab es noch keine Unfreien. Erst bie Bölkerwanberung hat bie Sebingungen zur Bildung eines Geburtsabels ber Germanen geschaffen. Sie hat bie norbischen Germanenstämme zu Herren gemacht über nicht norbische Unterworfene. So würben z. B. bie norbischen Burounber, Franken unb Normannen zum französischen Abel. Im germanischen Heimatgebiet vonnte ein Begriff wie „Ebenburt" nicht aufkommen, aber in ben eroberten Gebieten entstanb bie Achtsamkeit auf bie Fragen bes Blutes, ber Abel suchte sein norbisches Blut zu erhalten. Später ist bann, namentlich in ben letzten Iahrhunberten aus bem Blutsabel ein Stan- besabel geworben, ber insbesondere durch Geldheiraten zu einer Minderung des nordischen Bluts- erbes in den Kreisen des Abels geführt hat. Günther richtet an den deutschen Adel die ! Mahnung, das nordische Blutserbe zu wahren. Ein I neuer (Ebenburtsbcgriff muß sich durchsetzen Eben- | burt kann innerhalb ber Bölter mit nordischem Blut nur bedeuten gleiches Maß an erblicher Tüchtigkeit bes Leibes unb ber Seels bei gleicher Reinheit norbischen Blutes. Nachbem mit bem ganzen beutschen Volke auch ber Abel in ben vergangenen Jahrzehnten bie Bebeutung bes Blutes vergehen hatte, hat nunmehr, wie wir aus Günthers Buch erfahren, bie beutsche Abelsgenossenfchaft begonnen, sich der Rassenfrage zu nähern. Die neuen Erkenntnisse regen sich in allen Lagern unb Kreisen ber Völker. So weist Günther burauf hin, baß ber sozialbemokratische Sozialhygieniker Grotjahn einen Fortschritt ber Völker nur bann für möglich hält, wenn bie Fruchtbarkeit ber erblich Minderwertigen gehemmt unb bie Fruchtbarkeit ber erblich Tüchtigen aller Bokkskreise gehoben wirb. Im Gewerkschaftsarchio vom November 1925 hat sich Dr. K. d. Müller mit bem nordischen Gedanken auseinanbergesetzt und sich dem ..beschämenden Maß lahmender spießbürgerlicher Bedenken, cki- quenhaften Totschweigens und rassenbiologischer Uninteressiertheit", die in Europa im Gegensatz zu den Vereinigten Staaten herrschen, entschieden entgegen- gestellt. Berichtssam Gefängnis für eine Thealernärrin. ' Darmstadt, 26. Dez. Eine eigenartige Theaternärrin stand am Donnerstag vor dem Bezirksschöffengericht in Person ter 21jährigen Kontoristin Margarete Schmelz als Angeklagte. Das junge Mädchen hatte in einem größeren kaufmännischen Betriebe, trotz ihrer Jugend, schon eine Vertrauens st el- l u n g inne. Durch die Inhaberin eines Bluflwn- gesckäftes war die Schmelz mit Mitgliedern des L a ndestheaters bekannt geworden, daraufhin nahm sie ein Theaterabonnemsnt, übersandte den Künstlern Blumenspenl en und kostbare Geschenke; auch veranstaltete sie Festlichkeiten, zu denen sie Künstler einlud. Das Geld für diese Ausgaben veruntreute sie ihrer Firma, iiihb i i ManiB-w—■■ Welt bekannt. Merkwürdigerweise aber scheint überall das Bauerntum die wildesten »Prozeß- Hansl" hervvrzubringen. J,i Indien sind es nämlich auch die Dauernkrllse, in denen das Prozessieren zp einer wahren Epidemie geworden ist. Ein langjähriger Richter der indischen Verwaltung. E. Calvert dessen Kenntnisse des Pen- dschab-Gebietes gan. einzigartig sind, spricht von dieser Prozesfierwu. 0:r iud schen Landleute als von einer schweren wirtschaftlichen Gefahr. Der indische Dauer liebt nichts so wie Rechtsstreitia- keiten, denn er glaubt einerseits, dadurch fern stark ausgeprägtes Rachegesühl an seinen F.inden befriedigen zu können, und g bt andererseits damit seinem fonff so leeren Leb.n einen Inhalt. Die Streitigkeiten um Landbesitz sind zahllos, und dabei ist bemerkenswert, daß die feindlichen Parteien oft in demselben Dorfe wohnen und den Prozeß als eine Art Sport anfehen, der in aller Gemütsruhe ausgesuchten werden soll. Aach eingehenden Schätz ngen k inn man sagen, daß die Geldsumme, di: jährlich im Fünfstrorn-Land durch Prozesse verlorm wird, cbe.ifo groß ist wie die gefaulte Summ . die aus den Erträgnissen des Landes in der Provinz gewonnen wird. Ealvert schätzt die Zahl der Personen, die in dieser Provinz im Jahr durchschnittlich in Rechtshändel verwickelt sind, auf 1 500 003; dazu kommen dann noch die Zeugen, die be" den Behandlungen auftreten müssen und derc» Zahl nicht unter eine Million angenommen werden kann. Seht man voraus, daß Im Lause dec Prozeßver Handlungen jede beteiligte Perfo.: wenigstens zweimal vor Gericht erfreuten und d.darch j desmal z'veiTage verloren gehen, so belauft 'ich die Zahl dir Arbeitstage, dir d esc 21M Humen Menschen im Jahre verlieren, aus 10 Millionen. Diese Prozeßwut der Inder beschränk, sich nun durchaus nicht auf das Fünfstrom-La,,d allein, sondern findet sich überall in Ind er. Das Pan dich ab ist nur ein Gebiet. in dem die Sach: von Calvert genauer erforscht ist. Jedenfalls ist es ein ungeheurer Berckust, wenn von den 6 Millionen Arbe lern, die es hier gibt, weit über die Hälfte durch Pro- zesse m ihrer Arbeit behindert und häufig in und zwar belief sich diese Summe auf etwa 15000 Mark. Ihn sich vor Entdeckung zu fchül.- 8en, hatte die Angeklagte Fälschungen der Bücher usw. in raffinierter Weise begangen: ein volles Geständnis hat sie nicht abgelegt, noch etwas von der unterschlagenen Summe ersetzt. DaS Urteil lautete auf eineGefängnisstrafe von 1 Jahr 1 Monaten unb einer Woche. Don der älntersuchungshaft wurden zco-i Monate und eine Woche angerechnet. Oberhessen. Landkreis Gictzen. 02 Klein-Linden, 26. Dez. In ber letzten Gemeinderatssitzung ftanb die Krieger- denkmalsfrage auf ber Tagesorbnung. Infolge bes schlechten Besuches ber Sitzung würbe eine Entscheibung nicht herbeigeführt und dieser Punkt bis zur nächsten Sitzung zurückgestellt. — Sodann wurde berenten über eine Winterbei- Hilfe an Erwerbslose, Sozialrentenempfänger und sonstige Hilfsbedürftige unserer Gemeinde. Gemäß der von dem Fürforgeausschuß vorgeschlagenen Richtlinien wurde ein Gesamtbetrag von 795 Mk genehmigt. Es entfallen an verheiratete Erwerbslose, die ein Vierteljahr Unterstützung beziehen, 20 Mk., an Sozialrentenempfänger, Kleinrentner unb sonstige Hilfsbebürftige 10 Mk.. wenn es sich dabei um ein Ehepaar hanbelt, 15 Mk. Den Waisen- rentenempfängern wurden für jedes Kind 5 Mk. jedoch als Mindestsatz 10 Mk., bewilligt. Die genannten Beträge gelangten noch vor dem heiligen Abend zur Auszahlung. — Da sicj^die Notwendigkeit einiger weiterer Lampen für die^S traßen - beleucht ung ergeben hat, so wirb einer (Erweiterung bes Ortsnetzes zugestimmt. Das Gießener Elektrizitätswerk wird mit ber Ausführung der Ar beiten betraut. X Klein-Linden, 26. Dez. Am Weihnachts abend raste ein führerloses Pferd im ®a. lopp durch die belebten Straßen unseres Ortes. Das Tier war in einem Zigeunerlager an der Um, gehungsbahn ausgenommen und sand selber ben Weg dorthin zurück, ohne baß in ber Dunkelheit bei bem lebhaften Straßenverkehr ein Unfall entstauben märe. — Pfarrassistent Wilhelm Göbel in Worms wurde zum Nachfolger bes nach Norbheim versetzten Vfarrassistenlen Ä ck e r m a n n ernannt unb wirb nach Neujahr hier seinen Dienst antreten. # G r o ß e n - L i n d e n , 24. Dez. Der hiesige Gemsinderat bewilligte den Gemeindebeam« t e n der Gruppen 1 bis 4 eine WeihnachtS beihilfe vpn je 15 Mark. Auch Erwerbslose und Sozialrentner wurden bedacht. Wieseck, 26. Dez. Unter dem Vorsitze dos Dürgermcisters S ch o m b e r fand kürzllch die Jahresversammlung der Spar- Da clehnslasse Wies eck statt, in der zunächst die beiden ausscheidrnden Vorstandmitr glieder Karl D e ch und Jakob Schäfer wieder gewählt wurden. In den Aufsichtsrat wurdeg Johannes Deibel wieder-, und Gustav Sei 6ert neugewählt. Der Zinsfuß für ausgc« liehene Kapitalien wurde von 11 auf 10 Proz herabgesetzt. Für den Fall, daß im begonnener Geschäftsjahr der Reichsbankdisko.it eine Ermäßigung erfahrt, soll eine entsprechende Ermäßigung der Sollzinfen stattsinden. Für eingezahlte Kapi? hatten werden gewährt: im Kontokorrentverkehc o Proz., für Sparguthaben 6 Proz., für Guthaben auf Sparkarten ebenfalls 6 Proz. Eine rege Aussprache brachte die Festsetzung der offenen Geschäftsstunden des Rechners. Schließlich eirtigte man sich dahin, dieselben ab 1. Januar wie folgt festzusetzen: Dienstags nachmittags vou 4 bis 1 älhr, Freitags nachmittags von 5 bis 8 Ahr und Sonntags vormittags von 10 bis 1 älhr. Dadurch hofft man, dem Rechner den Ge- fchäftSverkehr zu erleichtern, auf der andern Seite den Mitgliedern die Möglichkeit zu geben, den Rechner bestimmt anzutreffeu. Aach dem vom Rechner Lang gegebenen äleberblick über die Ein- und Auszahlungen bis 1. Dezember 1926 betrugen die Einzahlungen 103 030 Mk.. die Auszahlungen 93003 Mk. Eine erfreuliche Steigerung erfuhren die Eiyzahlungen auf Sparkonto, sie betrugen im letzten Jahre 45 000 Mk. Allein auf Sparkarten wurden 15152 Mark, gegen 9182 Mk. im Vorjahre, eingezahlt. Dieses Sparsystem bürgert sich also immer mehr ein. Ein Mangel besteht nur noch in derDenutzung des Kontokorrentverkehrs. Mit Recht wies Bürgermeister Schomber m seinem Schlußwort darauf hin, daß von dieser Einrichtung ein viel ausgiebigerer Gebrauch gemacht werden müsse, da erst dann die Kasse sich voll entfalten und auswirken könnte. In einir Reihe anderer Gemeinden sei man dax'n meitsichsiaer, er hoff«, »i Ti ■■ 111IHHEWEV rwi. Wit I n n ihrem Vermögen gefonD-gi w.rd De hauptsächlichsten Gewinner bei diesen Prozessen sind nämllch die Rechtsanwälte, die denn auch die Prozeßwut des Volkes mit allen Mitteln an- ,stacheln. Die Zahl der Anwätr« ist denn auch im Pandschab außerordentlich gewachsen Während es 1868 in dieser Provinz 40 Anwälte und 1896 360 gab, sind es jetzt weit über 1200. Kilomeierfresser des Alltags. Das Gehen ist zwar eine Bewegung, bii beim Großstädter mehr und mehr abkommt, und grade deswegen betonen die Aerzte immer wieder den hohen Gesundheitswert dieser natürlichsten Fortbewegung. Ader auch der Großstädter geht noch mehr, als er selbst ahnt, und die Strecken, die er täglich zurücklegt, find gar nicht unbeträchtlich. Selbst Leute, die den größten Teil des Tages im Zimmer verbringen und kaum spazierengehen, würden überrascht sein, Wenn sie feststellen könnten, wieviel Kilometer sie täglich zurücklegeiu Wir find alle mehr oder weniger „Kilometerfresser". Das betont ber Berufsgolssvieler Harrh I. Femie, der mit einem „Pedometer" bei sich und anderen in- tereffame Feststellungen gemacht hat. „Zu meinem Erstaunen fand ich? fo schreibt er, „daß ich während einer gewöhnlichen älnterrichtsstunde im Gols mehr als 3 Kilometer gegangen war, und in einer Woche, in der ich 54 Stunden gab. registrierte der Apparat eine zurückgelegte Strecke 222 Kilometer. Selbst in einer Woche, in der ich keinen Ant>crich1 gab und mich weniger bewegte, legte ich täglich im Duvchschnitt über 30 Kilometer zurück. In der Zeit des großen Reinemachen»; trug meine Frau den Pedometer . ho war höchst erstaunt, als si^ c:UfteUte. daß sie beim Hin- und Herlaufen am Tag' 16 Ä.Iometer ..gefressen" hatte. Eine weiter? .^robe machte ich bei einem Freund, einem Rechtsanwalt der nur sehr wenig geht und alle seine Fahrten tm Wagen zurück legt. Aber auch er mußte lest- stellen, daß er bei seiner alltäglichen Bewegung gegen 13 Kilometer täglich lief.“ bctocgt, steht ebenfalls nicht Wenn man ihm den er an. „ iDcrbc et einen weiteren Die .anuar e n g ra - 25 Forifetzung. Nachdruck verboten Bob nur eine Wan anl- Sie B i j ch o f f e n . 24. Dez. Am Mittwoch früh wurde im groben * fest. Jedenfalls gibt Mord nicht glaube, begeben, um feine AMerluchung geht In das Ä r e i b a m t Zwecke )u erreichen, weiter. mti bet Zett auch m Dkseck dieser «heben laste ... - ...---^andstrahe Erda— Bischoffen eine männliche Leiche aufgesunden. Der Tote wurde als ein auf der Wanderschaft df- sindljchcr Graveur seslgeftelll, des, von einem Aiko holrausch iiberwästigt, sich in den St nßengra- ben niedergeleßt hatte und dort infolge der ftoffen nächllichen Stnlfc erfroren war. .Ich bin erst vor zehn Minuten aus dem gestiegen. Wünschen Sie etwas von mir?" .Nein, nein", gurrte gg. ,Lch wollte wissen, ob Sie wohlauf waren?" „Warum? Ist etwas geschehen'" kam scharfe Gegenfrage. * Darmftadt, 26. Dez. in Dieburg, sowie in die dortige Oberreol. schule war in der Nacht zum 22. Dezember ein- OerKrosch miiderMaske Boman von Edgar Wallace, ZÄöögen, 26. De^ Am 1. Feiertage Der- sammelte sich abends um 7 Uhr unsere Gemeinde zur .L i ch t e r k i r ch e". Hell erstrahlte der W«ih- ruichtSbaum und erweckte bei jung und alt rechte Drihnachtsstimmung Sin Teil der Schulkinder und einige ältere Knaben und Mädchen trugen ein Krippenspiel «Der Zug zur Krippe norx V- Glock) vor, daS Pfarrer Groth cingcübt batte Kinder- und Gcmeindegesang mit Orgel- ozw Hornbegleitung umrahmten daS Spiel. Die Schöler der ersten Klaffe fangen zwei dreistimmige Thore. — Am ersten Feiertag abends veranstaltete der Gesangverein „Konkordia" eine Weihnachtsfeier, in deren Mittelpunkt die mit grobem Beifall begrüßte Aufführung der Starkenburg. WSA. Darmstadt, 24. Dez Gestern abend betrat hier In der Emilstr-ahe die Frau eines SchuhmachermeistcrS die Werkstatt ihres Mannes, in der sich Zelluloid befand mit einer Äarbiblampc. Infolge urworlicht gen Hantierens hng das Zelluloid Feuer, und eS erfolgte eine heftige Srplofivn und ein starker 3 i m m v r b r g n b. Die Frau stand im Du in Hellen Flammen und erlitt schwere van 41300 0 Mark, brr für Notstandsar- konnten das Feuer bald löschen. Die Frau muhte mit schweren Brandwunden am ganzen Körper im Krankenhaus eingeliefert werden - Die Nach- forschunaen nach dem Fuhrmann Paul Dietrich aus Köln waren bis zur Stunde noch vergeblich. Der in Haft befindliche R. hat sich des Morde- an Dietrich bezichtigt, doch schenkt man der Sache wenig Glauben, weil er vor Jahren sich bereits einer Tat bezichtigte, die sich als nichts bcrausstelltc Was den Mann dazu Um elf Uhr fünfzehn wurden die Gssöngnistüren geöffnet und drei Motorradfahrer fuhren gleichzeitig heraus. Ein geschloffenes Auto mit herabge- lost'enen Vorhängen folgte ihnen. An beiden Seiten des Wagens hielt zaylreicke Bewachung auf Motorrädern und ein anderes Auto, mit Zentralbeomtcn bemannt folgte. Sie erreichten eocotland Bord ohne Mißgeschick. Die Tore an beiden Seitenflügeln des Gebäudes wurden gefchlgffen und Mills durch das Haupttor hereingebracht. Elks Beamter Balder und ein De* tcktivseraeant nahmen den Mann in Obhut, der sehr bläh war und schwankte. Er wurde in ein kleines Zimmer, das an Elks Surcau stich, geführt. Es war dies ein Raum, dessen Fenster mit schweren Stangen versehen waren, weil er während des Krieges als Arrest für Spione verwendet worden war. Zwei Leute wurden zur Bewachung außerhalb der Türe beordert und der immer unzufriedene Balder kam, um zu berichten. ..Wi» haben den Burschen ins Wartezimmer qeftcrfi, Herr Inspektor.* »Hat er etwas gesagt?" fragte Dick, der um des Lerhöres willen gerommen war. ..Nein, nur verlangt, daß das Fenster geschloßen werden soll. Da habe ich es selber zugemacht." .^Bringen Sie uns den Gefangenen!" jagte Elk. oje warteten eine Weste und horten das Rasteln von Schlüsseln, und dann ein aufgeregtes Stimmen gewirr. Balder stürzte herein. „Er ist krank — ohnmächtig oder fv was!" keuchte er. Und Elk stürzte ihm nach, den Korridor entlang in das Wartezimmer. Mills saß halb, den Oberkörper schwer gegen die Mauer gelehnt. Seine Augen waren geschloßen, sein Gesicht war graufahl. Dick beugt« sich über ihn und legte ihn flach auf den Boden. Er roch an seinem Munde. „Blausäure", sagte er. „Aus." An jenem Morgen war Mills bis auf die Haut avsgezogcn und alle feine Kleidungsstücke waren gründlich untersucht worden. Aus besonderer Lor- ttcht hatte man außerdem feine Taschen zugenäht. Weise den Betrag von 7 — 800 Mark imb lic jene dafür Estenzen und Kräuter im Werte von einigen Pfennigen. Die Polizei nahm die Schwind lerin schließlich fest und lieferte sie im Unter ludjungsgefängni* ein. Kreis Marburg. sch. M a r b u rg , 25. Dez. Der hiesigen Blindenanstalt wurden für ihre kürzlich neu er worbenen Häuser von der st ä d t i s ch e n G e mälbegalerie in Frankfurt a M fünf wertvolle Bilder leihweise überlassen. Maingau. WSA. Frankfurt a M, 26. Dez. Die Aussperrung in ber Schubin duftric des MaingauS ist am Tage vor Weihnachten in verschiedenen Betrieben durchgeführt worden Insgesamt sind bi» jetzt 2820 Arbeiter entlassen worben und jwar 820 bei der Firma Wasierstein-Osseiibach lbercitS am 8. Dezembers, Heek). Frankfurt (600). PatoS-Frankfurt (400). Bräunig-Oberrab (150). Hassia-Ofsenbach (700). Liebmann-Offenbach (200) und Herour L Leander Offenbach (120). Tie übrigen Aussperrungen dürften erst nach Neujahr erfolgen. DSA. Hanau, 24. Dez. Gestern nachmittag gegen 1.30 Uhr verunglückte der 24jährige Kaufmann Karl Strauß aus Frankfurt a. M. als er, weil er seinen Zug ver säumt hatte, aus den Anhänger eines LastkraZt- wagen - springen wollte. Er kam zu Fall, unö die ‘Räber des voll beladenen Wagens gingen ihm über den Unterleib. Gr wurde.dabei so schwer verletzt, daß er bald darauf im Krankenhaus v e r st o r h e n ist. -Nein, nein. Alles in schönster Ordnung!" wartete Elt unaufrichtig. „Vielleicht kommen einmal herüber und bsfuchen mich einen dieser Tage im Amt? Adieu." Buntes Allerlei. Die Riemenblume im Knopfloch Die Mode der künstlichen Blumen, die im Knopfloch oder an den Mänteln und Kleidern angesteckt getragen werden, nimmt Immer größere Dimensionen an. und zwar nicht nur in der Zahl ber Trägerinnen, sondern auch in dem Format der Knopflochzierben. Die bescheidene Aelle ober Aose. mit ber die Dame sich früher schmückte, hat 'Ricfenblunicn Platz machen müssen, und an bk Stelle des zierlichen Sträußchens sind Buketts getreten, die tcllergroß sind. Die elegante Dame befestigt heutzutage an ihrem Pelzkvllier einen Blumenschmuck, ber mindestens so groß ist wie ihr Hut. So ist z. D. ein Strauß von 150 Veilchen nicht zu umfangreich, um im »Knopfloch " getragen zu werben. Bei diesen exotischen Schmuckfonnen bevorzugt man nicht nur die naturgetreu In Gummi, Leder. Samt ober Feder nachgeahmten Kinder Floras, sondern es gibt auch phantastische Ansteckbuketts, in denen die seltsamsten Blume,, formen in den kühnsten Farbenstzmphonien zu- sammengestellt sind Es kommt Weniger auf bi. Natürlichkeit an, als daraus, daß die Blumen in Farbe und Form zu dem Kostüm pqssen. DaS „verschlossene Buch" von Houbinis Geheimnissen. Tie Geheimnisse seiner sabelhasten Tricks Hai ber berühmte „Entfessclungskünstlcr" Houdini nicht mit in- Grab genommen, sondern er hat sic einem Schriftsteller anvertraut, der besonders viel über Zauberkünste geschrieben hat. Dieser. Will Golbston, Will mm die Geheimnisse Houbinis in einem Werk enthüllen, DaS nur in 500 ßjem- Waren gedruckt imb nur den BerusSgenossen des Zauberkünstlers zugänglich gemacht werben soll Rur wer sich als Fachmann ausweisen kann, erhält einen solchen Band und einen Schlüssel, mit dem daS fest verschlossene Buch geöffnet werben kann: diesen Schlüssel muh der Besitzer immer bet sich tragen und muh sich verpflichten, niemanden über die in dem Werk enthüllten Geheimnisse Mitteilung zu machen. Golbston erllärt hier u. a ausführlich, wie Houdini folgende Tricks auS- führte: »Befreiung aus einer Kiste vor den Augen des Publikums auf ber Buhns, Befreiung auS einem Sack, in den er eingenäht war, Befreiung auS einer Zwangsjacke, die an einem Pfuhl In der Luft befeftiat War." Außerdem sind in dem Buche noch Aufschlüsse über einige an de. 5 rickenthalten, die Houdini nicht selbst erfum er., sondern von andern Taschenspielern übernommen hat Ein Regfstrierapparak für Träume. Da man heutzutage alles messen will, so ist es nicht Weiter überraschend, baß ein amerU konischer Gelehrter. Pros. Gemsback, einen Apparat konstruiert hat. mit dem er bic Träume Er legte den Hörer zurück, hob hie Augen zur Decke und machte eine schnelle Berechnung. „Don Whikchall nach Cavendtth Square braucht man in einem guten Auto vier Minuten", sagte er. . Also hat fein momentaner Aufenthalt in der Woh nung nichts zu jagen." Er zog das Telephon wieder zu sich heran und rief diesmal die Polizeidirektion an. „Ich brauche einen Monn, nm Herrn Joshua Broad zu beeb achten. Er darf ihn bis acht Uhr abends nicht orr lasten und soll mir dann Berscht erstatten " Elk setzte sich in den Leisel zurück und zündete die lange Zigarre an, die Dick ihm aufgedrängt hatte, „rieufe ist Dienstag", überlegte er. ..Morgen ist Mittwoch, — wo schlagen Sic vor, daß wir zu- hören sollen?" „Im Admiralitätsgebäude", sagte Dick. „Ich habe es mit dem ersten Lord so arrangiert, daß ich nm dreioiertel drei in der Instrumentenkammer sein kann. Dick ließ eine Frühausgabe der Abendblätter besorgen und war sehr erleichtert, als er darin feine Anspielung auf den Mord sand. Im Laufe des Tages, als er einmal von feinem Fenster noch Whitehall hinaussah, bemerkte er Elk, der auf der anderen Seite ber Straße dahinschfenderte, — den Regenschirm am Arm, den allen, steifen, runden Hut aus der Stirn geschoben, eine "jlampige, un auffällige Figur. Eine Stunde [palet sah er ihn wieder aus der entgegengesetzten Richtung kommen. Dick wunderte sich, in was für Geschäften der Detektiv aus gewesen sein mochte und erkundete, daß Elk ber Admiralität an jenem Tage zwei Besuche abgeftattei hatte. Doch erfuhr er den Grund erst, als sie sich spät am Abend trafen. „Ich verstehe nicht viel von der drahtlosen Ide- graphie," sagte Elk, aber ich erinnere mich, etwas über .Peilungen' gelesen zu haben. Wenn man wissen will, woher eine drahtlose Botschaft kommt, so muß man sie von zwei oder drei verschiedenen Orten abhören." „Natürlich, — was bin ich für ein Narr!" unter* brach Dick, über sich selbst geärgert. „Es ist mir nicht einmal eingefallen, daß wir doch zu ber Radiostation gehen können." „Mir kommen manchmal solche Ideen", erklärte Elk bescheiden. „Die Admiralität hat Botschaften nach Milford Haven, Harwich,' Portsmouth und Plymouth geschickt und den Schiffen den Auftrag gegeben, abzuhorchen und uns die Richtung zu pesten- — Hoffentlich hoben bi« Abenbblötter bie Sarfj£ nicht gebracht." „Sie meinen wegen Mills? Kott sei gebankt, nein. Aber es wirb ja sicher bei ber Untersuchung herauskommen. Ich habe es schon so eingerichtet, bah sie für eine ober zwei Wochen verschoben wird. Denn ich fühle, daß sich in den nächsten Wochen für uns vieles ereignen muß " „Hoffentlich nicht", sagte Elk böse- „3d) traue mich jo nicht einmal mehr eine Bratwurst zu essen, seitdem Mills um die Ecke gebracht wurde. Und ich habe so eine Schwäche für Bratwürste." ^Fortsetzung folgt) beendet fein. fe. NüddingShausen. 25. Dez. Hin Heiligen Abend wurde hier m dsr Kirche ein wundervolles Wcihnachtsspiel »Auf Wcihnachtswegen" von Lehrer W e i f e l auf. geführt. Die Spieler waren Kinder aus der Ober, und Mittelllasse. Die Gestalten des StückeS wurden durchweg sehr eindrucksvoll bar- gestellt Besonders trugen auch die verschiedenen mehrstimmigen Chöre sehr zur rechten Weih, nachtsstimmung bei. Die Darbietung wurde umrahmt von enlsprechenden Liedern der Gemeinde. t Grünberg, 24. Dez Oer in ber Bahn* hosstrahe gelegene städtische Bauplatz — 156 Quadratmeter. 18 Meter Front, — wurde gestern nachmittag in einer öfjentlichen Versteigerung zu Q Mark je Quadratmeter verkauft. Der Steigerer muß spätestens am 1. April n. 9. mit der Bebapung des Platzes beginnen. C ®rüningen. 24. Dez. Der Pächter । er hiesigen Feldjagd veranstaltete am Mittwoch eine Treibjagd, bei der 47 Hasen zur Strecke gebracht wurden. Bon der geringen Zahl Der Jäger konnte nur ein Teil des vorhandenen Wilde- erlegt werden. Kreis Friedberg • Friedberg, 24. Dez. Dem Geschäfts- (ührrr des hiesigen Wohnungsamtes nd in letzter Zeit wiederholt Vorteile g c I b = icher 21 r t geboten worden, daß er bei der B e - ich afsung einer Wohnung behilflich sei. Der Bürgermeister weist jetzt öffentlid) aus diese Vorfälle hin und erklärt, wenn [inj ein solcher Fall wiederholen sollte, dann sehe er sich genötigt, bei der Staatsanwaltschaft Strafantrag wegen p e r - fuchterBeamten bestechung zu stellen. .. Bad-Nauheim, 26. Dez. Das kirchliche Leben an den Weihnachtsfeier- tagen erfreute sich regster Teilnahme. Die Gotteshäusern Waren über füllt. Den Höhepunkt ber kirchlichen Feiern bildete gestern nachmittag bic liturgisch-musikalische Christandacht in der Tankcskirchc. Beim brennenden Weihnachlsbaume wurde die immer Wieder neue frohe DcihnachtS- botschast in Wort und Musik von einer andächtigen Gemeinde vernommen. Pfarrer Knodt versah bie Liturgie. Oberreallehrer Bechtolsheim e r meisterte die Orgel, und Lehrer Diehl leitete die Chore' einen Kinderchvr, einen Mäd» chenchor, einen gemischten Chor und das Doppel- quarfett (Männer chor). Die alten Weihnachtslieder, die von den ansprechenden Chören zum Bortrog kamen, ließen cchte, weihevolle Weih, nachtsstimmung auslommeu. Heute pcranstalteten ber Turnverein 1C60, der Männcrturnverei.i und der Gesangverein »Concordia" ihre üblichen Weihnachtsfeiern in Form von Abendunterhal. tungen bei gutem Besuch. Kreis Schotte«. WSN. Schotten, 26. Dez. Vorstand und Aussichtsrat der Vogelsberger Bolksbank haben In einer gemeinsamen Sitzung beschlossen, die Sparguthaben ihrer früheren Einleger a u s ,3 u werten. Die genaue Hohe konnte noch nicht fe[tgelegt werben. Ein Aufwertungsfonds wurde bereits gebildet. Teilzahlungen sollen in ganz besonders hart gelagerten Fällen bereit» itftt adetfld werben. Kreis Alsfeld. te* Alsfe l d. 24 Dez Nachdem bie Stadt der Vogts cheu Handelsschule in Gießen geeignet« Näume im Gebäude der ehemaligen Mädchenschule zur Errichtung einer Zweig, schule in Alsfeld unentgeltlich zur Der» fügung gestellt hat, ist nunmehr ber Beginn der äknlerrichtskurie für Alsfeld auf Dienstag. 4. 3.1- ixuar 1927 feftgelegt Worben. 3n Ucbercinfiim- numg mit ber Stadtverwaltung wirb von einer 5röffnuiwfeier abgesehen. Dafür soll später eine Abschluhseier stattfinden Für den Untcmd>t in Alsfeld ist Diplom-Handelslehver H e h d e r aus Bensheim vorgesehen. z. Sldenrod, 24. Dez. Die hiesige Ge- ineinde ist in ihrer Lichlversorgung an die Ederlalsperrc angeschlossen. Wähnend in den vergangenen Jahren der Strompreis gewöhnlich unter dem der Provinz Oberhesien lag, ihn jedenfalls nicht überschritt, ist in der letzten Zeit hierin eine Aenderung cingetrctcit Bor allen Dingen muß für jede Brenn stelle, einerlei ob Licht gebrannt wird oder nicht. Sommer wie Winter, ein monatlicher Betrag von 35 Pfennig entrichtet werden Für jede verbrauchte Kilowatt- stunde Werben dann noch 12 Pfennig beiechnet. Wer also viel Strom nötig hat, bekommt diesen zu billigem Preise, während derjenige, der wenig braucht oder zu sparen sucht, ein teures Licht hat. Besonders unangenehm ist die Sache in den Sommermonaten, wo wenig oder gar kein Strom verbrauch flattfinbet V Grebenau, 26. Dez 3n den letzten lagen kam der Lehrgang sür Hauswirt- i ch a s t, der im Oktober vom Kreisschulamt Als- seld eingerichtet worben war zum Abschluß Der Lehrgang sand in zwei -Abteilungen statt. Zuerst wurden durch Frau Allendörfer 29 L r b d ngsschu p sichtige Mä chn unterrichtet, dann folgte ein Kursus, an dem sich 25 Mädchen aus allen Dörsern des „Gründchens" beteiligten, und der sieben Wochen bauerte. Die umsang, reiche, glänzend verlaufene Abschlußfeier sand in der hiesigen Turnhalle statt. Voraus ging eine Ausstellung der im Kursus angefevtigten Handarbeiten, Wäschestücke. Äleiber usw, die in ihrer "Reichhaltigkeit Geschmack uni) Sinn jät Zweckmäßigkeit verriet, da vielfach Nützliches schön gestaltet war. Die Feier Würbe mit einer mündlichen Prüfung ber Schülerinnen eingeleitet Anschließend wurden bie 200 Gäste an reich- beladenen und weihnachtlich geschmückten Tischen festlich bewirtet. 3m Verlauf nahm Schulrat Huff als Vertreter des Kreisschulqmts das Wort zu einer längeren Ansprache, bie Den Zweck des Lehrgangs als Versuch einet Errüchti- gung ter Mädchen für ihren zukünftigen Berus als Hausfrauen erläuterten. Der Wunsch, daß der gestreute Samen reiche Frucht tragen möge, tarf Der Erfüllung sicher sein. Den Dank an das Kreisschulamt, an Die Lehrerin unD Die Schülerinnen brachte Lehret Lichtenstein im Namen Des Schulvorstandes und für bie Gäste Zum Ausdruck. Nach einer feinen Aufführung Des Märchenspiels Schneewittchen schloß Die Feier mit dem Gesang „Stille Nacht" und flang in weihnachtlicher Stimmung aus. Abends sand eine Weitere Feier statt. Raubübersall. ck. Wettsaasen (Kreis Alsfeld), 24. Dez. Gestern brachte der schon einige Zeit hier bei ferner Braut Wohnhafte Bürsten- und Holz- Warenhändler Wilhelm Barth von Dal- herda in der Röhn Schneeschuhe nach Ulrichstein und suhr abends mit dem Postauto bis Ruppertenrod zurück, das daselbst um 6 Uhr ankommt. Barth hatte hier noch einen kleinen Aufenthalt und ging dann nach dem etwa 20 Mi- nuten entfernten CB e 11 f a a f e n zu. Als er Den Ort beinahe erreicht hatte, begegneten ihm zW ei junge Männer, von Denen einer Barth um Feuer bat. Barth War hierzu bereit, als er aber in Die Tafche griff, packte ihn Der Mensch am Halse, während Der andere ihn im gleichen Augenblick von hinten faßte. Ohne sich zur Wehr setzen zu können. Wurde er nieder- gerissen und seiner Gesamtbarschaft von zirka 1 650 M l. beraubt. Die Po- lizei wurde noch am selben Abend von dem Vorfall in Kenntnis gefetzt. Hoffentlich gelingt es. der beiden Räuber habhaft zu Werden. Seit Menschengedssnlen ist hier ein solcher Fall noch nicht vorgelommen, Den beiden begleitenden Detektiven gegenüber hatte er hoffnungsvoll von seiner bevorstehenden Reise nach jlanada gesprochen. Niemand, außer den Po lizeurfsizieren^ war mit ihm in Berührung gekommen. Dicks erster Blick galt dem Fenster, vqn dem vorhin Balder erwähnt hatte, er habe es geschlossen. Es war jetzt etwa sechs Zoll weit geöffnet. Herr Hauptmann, ich weiß ganz bestimmt, daß ich es geschlossen habe", sagte der Beamte nachdrück lich. „Der Sergeant Iekler hat es gesehen." Der Sergeant bestätigte die Aussage. Dick schob das Fenster ganz auf und sah hinaus. Es liefen vier Eisenstangen quer über den Ziegelrahmen. aber sowie er den Kops hinousstecktc, sah er, daß ungefähr einen Meter vom Fenster entfernt eine lange Eifen ,eiter an der Mauer befestigt war. die vermuistch vom Dach zur Erde führte. Das Zimmer lag im dritten Stockwerk und man sah auf das Strauchwerk weiter Gärten hinab. Jenseits ward der Blick von hohen Gitterzäunen begrenzt. „Was find das für Gärten?" fragte Dick. „Onslow Garten" sagte Elk. „Onslow Gärten?" wiederholte Dick nachdenklich. „War es nicht von dort aus, daß die Frösche mich zu erschießen persuchten?" Elk schüttelte hilflss den Kops. „Was meinen Sie damit, Kapitän „Ich weiß es mir wirklich nicht zu erklären! Es jcheinl mir keine sehr geistreiche Theorie zu fein, wenn wir an nehmen, daß jemand die Leiter erklettert hätte, um Mills das Gift durch das Fenster aufzubrängen. Unb noch unwohrschemucher ist es, daß er iclbft es genommen haben fall! Balder schwört, daß bas Fenster verschlossen war, unb jetzt stand cs offen. Können Sie Balder trauen?" Elk nickte überzeug!. Der Polizeiarzt kam bald nachher und bestätigte die Annahme, daß Blausäure die Todesursache gewesen fei. Elk begleitete Dick Gordon in fein Bureau in Whiiehall. „Ich hab« mich im ganzen Leben nicht gefürch- ket". sagte er. „Aber diese Frösche wachsen mir über den Kopf. Es ist hier voch tatsächlich ein Mensch vor unseren Augen getötet worden. Er war bemacht, wir haben ihn nie allein gelassen — außer für bk paar Minuten, die er in dem versperrten Zimmer Operette „Winzerliesel" stand. z. Allendors a. d. Lba., 25. Dez. 3n unserer Gemeinde sind augenblicklich keine Arbeitslosen mehr vorhanden. Diese, 60 an 6er Zahl, sind mit den Aolzhauerarbei- t e n in den städtischen Waldungen beschäftigt. 3m ganzen Werden 3700 Aestmeter Brenn- und Nutzholz aefchlagen, die sich je zur Häl'te aus die nach 'N o r d e ck und Climbach zu gelegenen Waldungen verteilen. Die Arbelien dürsten bei normalem Verlauf bis (3nöe 3anuar fl e b rochen und in ber|dben Nackt in AIiheim Wäsche und dem Pfarrer Wein entwendet worden. Durch den Polizeihund „Bodo von Oberberken" des Gendarmeriewachmeislers Steinmann in Obcr-Ram [tobt, ben man hcrbciholte, wurden auf freiem Felde Ausweispapiere eines der Täter, die dieser verloren halse, feflgefteUt, aber auch der Z u - sammenhang aller dieser Diedestaten ermittelt, den man nicht einmal vermutet hatte. Rheinhessen. WSN. Worms, 24. Dez. Das Staötparlament bewilligte in seiner letzten Litzung einen Krebst von 4 1 3000 Mart .der für Notstandsar beiten Verwendung finden soll. Preußen. Das Fährunglück bei Dausenau. WEN. Bad E m s. 26. Dez Die Leichen der am letzten Montag bei Den Arbeiten an Der Dausenauer Staustufe löblich verunglück- ten Arbeiter konnten immer noch nicht g e - borgen Werden. An der Nieverner Schleuse Wurde am Freitag eine Leiche gesichtet, sie konnte jedoch nichl gcländel Werden Zwei Taucher arbeiten an Dieser Stelle unermüDUch, bis jetzt leider ohne Erfolg. Die Tauchversuche werden unennüdlich fortaesehr. An Der Unfallstelle selbst sinD die Nachforschungen aufgegeben worden. Die Sirombmiverwallung in Koblenz hat Anweisung gegeben, nach Den Leichen rheinabwärts zu suchen, Da vermutet Wird, daß die Leichen Durch das hochgehendc Lahnwasser schon ziemlich weit getrieben sind. Zugunsten Der Familien der in so tragischer Weise verunglückten Leute ist eine öffentliche Sammlung ringeleltd Worden. Kreis Wetzlar. o Groß-Rechtenbach, 24 Dez Hier sand dieser Tage eine "Versammlung Der hiesigen Raifscisenaenossenschast statt, in Der u. a. die Gründung einer Sterbekasse für Mitglieder beschlvsser, wurde. Durch diese Einrichtung Wirb Das Leben jedes Mitgliedes mit 100 Mark versichert i die jährliche Versicherungsprämie beträgt 4,80 Mark Kreis Biedenkopf. Kreis Vmiburg. WSN- Limburg, 26. Dez. Eine von auswärts zugezogepe Frauensperson machte einem jungen Mädchen, das sie hier kennen lernte, vor, Hoß sie schwer krank sei. durch hochwertige Heilmittel ledoch wieder hergestellt werden könne. Sie e r s ch w i n d e 11 e sich auf diese Ars und „n,n, ,r, ■■ । i.crbradjie, und doch konnie ihn der Fro)ch erreichen. Dao vermag einem schon ein bißchen bange zu machen, nnuptmann Gordon! " Dick sperrte bie Tür feines Bureaus aus unb führte Elk in bas gemütliche Innere „Ich kenne keine bessere Kur für zerrüttete Ner een, als eine .(Eabann Eesarß ", sagte er fröhlich. „Verlieren Sie nicht ben Mut, Elk. Der Frosch ist nur ein Mensch wie wir alle und Hal, wie war alle, seine Befürchtungen.--Wo ist Freund Broad?" Elk zog ohne zu zögern bas Telephon herbei und verlangte die Nummer. Nach einer kleinen Pause antwortete ihm Broabs Stimme. „Sind Sie bas, Herr Broad? Was machen Sie benn jeßs?" fragte Elk in jenem schmeichelnd- süßen Tone, den er bei Telephongesprächen anzu roenben pflegte. „Wer spricht? Elk? Ich bin im Begriffe auszu- geben." „Ick war der Meinung, Sie vor fünf Minuten in Whiiehall gesehen zu haben", flötete Elk. „Dann war es ein Doppelgänger", antwortete Broad. Das! Derll deutschen agenlcn lungcn si 2-richl an T.'reindarun Di« deutsch und allen € sührung IpR im einzelnen nahmen ein, -cs Aeichser getroflen fini politisch und -^gewinnen, sorgt sein, u Dvllsern tzpetulolim hängig zu De müsse M 1 jcmigrn, ben deutschen 1 müsse dahin Dauer und alle Schichc groben, ihre Ärbeitsg zum Schuh nationale erslanmg uns lanbdL für die der tungg» und Sie ztois der Seutsci grtwssenen li Zinsen für b; strhen sort. und dritten Siälont von der Desörd: kommen geii Z-Hlungen ir matt vorsiek 25.3i:guf| j der Brsörbr mt'6 cm 15 Wn Erlös und ztvor in den Beitrag, getragen fein ... Der non Millionen 5^n mon w er in X^änbet rV ^lunge s? Wi« «£•*? sei oon < po/Cl «Xe 1927 Ä .trfe 3in P 1 g q t i ( ’i' g * ™ */ 7^ti( un di? T^üen selbst ?Afur die n^¥«e c -oasiz Deiltsq N'L hat Ht,elw HÄ aus LeLden Um e.ii-L",',1. **& Di< b Dtona'$,T< , *Rtii)4ma &- 1 »•t«' ».lchrist sü' ** «*• ^nlfurt^ zurFörde^ Derl'" $s» A/tsernayru niftet Vies e wfeRti rfS! Lanbwirtscha noch auheroi scheine. Den tut Dechbur schast im La gegriffen ch sehr um do olS svlchn. Lrholtr Mörlen tnrie. tfranffnrt a.M 23. 12. । 27. 12. DatU-ri: 0.7625 97.25 Von den Schlachtviehmärkten 16.13 ein Pfund Schake Schweine 165.75 l 166.25 1165,25 ! 164 ! 166.5 | 165 M 15-50 30-53 27. Dezbr. Amtliche Notierung (Äeld ' Briet Arier (Selb Metallgesellschaft und der Metallbank soll das Tanftg. . Interessen-Gemeinschaftsverhältnis, das früher fioiifL.ntin bestand, wieder zum Aufleben gebracht werden! Kanada ' ebenso wird zwischen der Deutschen Gold- und nru uan Silberscheideanstalt und den beiden anderen Ge- Cairo nach den Vei Blutarmut 32-60 25-50 224.75 105 131.9 35-45 30-46 38-57 Amst «9ioi! Buen.-Aires l F 24-52 30-46 35-55 30-47 32-45 151.5 235.5 105.25 134 126.6 58 5 151 234.5 105 131 62—72 50-68 33-110 50-100 55-91 40-130 54-80 57-78 30-88 53-80 55-75 Berlin Bremen Breslau Ehemnih Dortmund Dresden Düsseldori Elberfeld Essen Frankfurt Hamburg Hannover Husum Karlsruhe Kassel Kiel Köln Leipzig Magdeburg Mannheim München Stettin Stuttgart Zwickau 75-80 70-82 45-74 65-80 65-79 62-79 66-81 58-78 60-74 60-83 70-81 20-56 20-62 17-51 20-65 25-62 28-58 14-61 17-62 18-55 13-60 15-54 Schlag Aut» 1-Uhk. Aur» Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. 125 266.5 191.9 180.6 174.75 179 245.25 197,5 181,9 149 25 166,5 166.4 66-76 62-73 65-80 68-82 70-78 66-83 65-82 65-75 68-80 65-82 60-76 60-77 0.75 0,7125 0.71 0.475 0,72 162.75 159 156,25 159 162 75 199 111.5 89 52 42 Rinder 20-60 23-60 17-61 20-60 30-62 23-63 25-65 20-64 30-66 22-61 18-62 15-60 148 73 319 131 75 178,5 162.25 160.5 156 160 124 163,25 199 111 87 38 52,5 16,25 68 18 > 128 60 Kälber 52-94 53-95 49-78 60-90 55-100 62-98 50-82 55-90 55-125 40-84 40-98 45-95 30-48 28-44 143,5 318,75 134 Silberscheideanstalt und den beiden anderen Gesellschaften das früher- Freundschaftsverhältnis und die gegenseitige Vertretung in den Aufsichts- Spanien . Japan . . . Bio de Ian Dien in D. Ceft. abgeft Prag . . . . Belgrad . Budapest. Bulgarien 15.9 43,5 275 223 . 265 190.75 178.9 173.5 178 172 7.75 163.5 172 5 113,25 173 177.75 192 161 169.5 80.75 202 133.5 >20 130 244 197 182.25 106 147.75 72,5 317 135.25 195 164 5 162,5 161,5 164,5 2U0.5 112 89,75 174,75 115,25 174.5 178 192.5 168 ?5 205 139,25 122.75 133 25 246 75 196,75 '1.755 0,715 0,78 0.45 0,68 379.9 223.5 ! 267 191.5 ,180.25 I iw 176,5 ' 7,85 ! 164,25 I 176 ; 114.5 I 17*5 ■ *’Iii . 160.4 167 83 206.75 i 138,9 1120.75 i133,75 Rundfunk-Programm des Frankfurter Senders. (Aus der.Radio-Umschau".) Dienstag, 28. Dezember. 3.30 bis 4: Die Stunde der Jugend. 4.30 bis 5.45 Konzert dec Hausorchssters: Operettenmusik. 5'45 bis 6.05: Die Lesestunde. 6.45 bis 7.15: Funkhochschule: „Anlage, Erziehung. Charakter". Vor- trag von Prof. Dr. v. Düring. 7.15 bis 7.45: Funkhochschule: „Altdeutsche Tafelmalerei XI“. Dortrag von Dr. Oswald Götz, Assistent am Städelschen Kunstinstitut. 7.45 bis 8.15: D-amten- fortbildungskursus: „Grundzüge des deutschen Strafrechts VI“. Vortrag von OberlaiO-esgerichts- rat Dr. Aschaffenburg. 8.15 bis 9.15: Opernabend des Haus Orchesters. 9.15 bis 10.15: Cellosonaten. 156 234,75 0.66 99,85 15,7 43,25 278,5 225 265.5 190 179.5 173,75 175.25 172,25 7.7 163,5 172.75 112 173 174 191.75 161.9 167.5 80,5 2 >1 134.5 120 130 243,5 196 4 182 147 ?5 166 107,5 I 142,75 117.75 133.5 2ln den Schlacht: iehmärkten der vorigen Weih- nachtswvche erfuhr die Marktlage im Hinblick aus die Festtage bei allen Gattungen eine wesentliche Besserung, was ganz besonders für Kälber und Schweine gilt. Die Auftriebsziffern waren bei Bindern und Schweinen etwas niedriger, bei Kälbern dagegen etwas höher als in der Vorwoche, während Schafe in gleichem Umfange ausgetrieben wurden. 3m Einklang mit der günstigeren Marktlage zogen auch die Preise bei Kälbern bedeutend an, während bei den übrigen Gattungen der Profit aus der Marktlage weniger kräftig war. Auf den nachstehenden Märkten wurden für ' Lebendgewicht in Pfennig notiert: Feiertagen eröffnete bei belebtem Grschäft in freundlicher, vereitelt sogar fester Haltung. Das Publikum zeigte für die Papiere des Kassa- Industrie-Marktes Interesse, während die Spekulation und namentlich das Rheinland von 5 er- minattien westliche Montanwerte bevorzugte. Besondere Rachfrage lag nach Mannesmann vor, die mit 206 nach 201 einsetzten und während der ganzen Börse rege umgesetzt wurden. Schifffahrtsaktien hatten ebenfalls einen großen Markt. Im übrigen ging der Verkehr an den Aktienmärkten nur in den Sp^ialpapieven über einen nennenswerten Umfang hinaus, war aber trohdcm im Hinblick auf das unmittelbar bevorstehende Jahresende als angeregt zu bezeichnen. Immerhin machte sich bemerkbar, daß in der Provinz die meisten Banken noch geschlossen sind und die angespannten Geldsähe zu einer gewissen Zurückhaltung führten. Für Tagesgeld. das per 30. angeboten wurde, verlangte man 41/c bis 6 Proz. Für Geld auf einige Tage über den Ultimo wurden dagegen 8 bis 9 Proz. gefordert. Monatsgeld war nicht unter 71 2 bis 81/» Prozent zu haben. Am Devisenmarkt war keine wesentliche Veränderung festzustellen. Die Reichsmark notierte gegen Reuyork bis 19,5 wieder erheblich über der Parität. Paris und Mailand gingen zu den letzten Kursen um. Madrid und Oslo konnten sich gegen London leicht befestigen. Krauksurtcr Getreidebörse. Frankfurt a.M., 27. Dez. Es wurden notiert: Weizen, (CDelterauet) 29.25 bis 29,50 Mk.; Roggen (inl.) 24.50; Sommergerste (für Brau- zwecke) 25 bis 26,50: Hafer (inl.) 19 bis 19,25; Mais (gelb) 19,50: Weizenmehl (inl.. Spez. 0) 41 bis 41,50; Roggenmehl 35 bis 36. Weizenkleie 11,75; Roggenkleie 12; Erbsen 40 bis 70: Linsen 50 bis 90; Heu (südd., gut. trocken), Büchertisch. — Heinrich Scharrelmann, Berni Band 5: „Berni lernt Menschen verstehen." 76 S. Text, 8°. 10 farbige Bilder von Theodor Herrmann. Geb. 3 Mk. Verlag Georg Westermann. Braunschweig, Hamburg, Berlin. — Die bekannten Derni'Dücher sind längst zu den Lieblingsbüchern der Jugend geworden. Mit dem neuen Bande wird das Schicksal des kleinen Berni weitergeführt. Was gibt's da alles zu hören und zu sehen in der Drohstadt, nämlich in Bremen, und auf dem Lande und im Moor! Mitten- hinein ins volle Menschenleben packt Heinrich Scharrelmanns Erzählungskunst. Es weih interessant zu plaudern, Ereignisse und die Menschen und ihre Schicksale mit ein paar knappen Strichen lebendig zu schildern. Wer Kindern solche Bücher in die Hand gibt, schenkt ihnen einen Schah fürs Leben und lehrt sie, fröhlich und mit offenen Augen in die Welt zu sehen. 859 — Einführung in die experimentelle Psychologie. Von Professor Dr. R. Pauli. Gebunden 1,80 Mk. Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig. — Das Buch des Münchener Psychologen ist eine leichtverständliche erste Einführung in die experimentelle Psychologie. Sic wendet sich an alle, die sich ernstlich damit b: schuftigen wollen und löst ihre Aufgabe in glück licher Weise durch eine Klärung des Wesens tx?v psychologischen Experiments. 753 altbewährte ävrtlid) empfohlen - überall erhältlich 1 auoQItal) uni £)opf»n, otyne Zuc^-^r^u/nt) U QUleinig« H«rst_> Prozent im weiteren Verlaufe 2 Prozent; daneben Luxemburger plus 1> 2, Phönix plus 23/«, Reinische Braunkohlen plus 23 4. Oberschilefische W:rte fester, Oberbedarf plus 4^ 4. Auch in Banken bestanden wieder Meinungskäufe in Erwartung der günstigen Jahresabschlüsse und höherer Dividenden Die Kursbesserungen bewegten sich zwischen 0,5 und 3 Prozent. Schiffahrts- werte weiter fest, Hapag plus 1,5 Rordd. Lloyd plus 1,25. Der Elektromarkt lag ruhig, jedoch freundlicher; Siemens L Halsle plus 1,5; Schuckert plus 1,75; Bergmann plus 1,75: Lahmeyer behauptet. Die Sensation der Börse war die Bewegung in Scheide-Anstalt, welche um 12 Prozent höher taxiert wurden. Ein erster Kurs kam wegen Materialmangels nicht zustande; man spricht infolge Loslösung der Gesellschaft aus dem Metallbank-Konzern ihr wieder die frühere Beweglichkeit zu. Metallbank lagen ein Prozent höher, während Metallgesellschaft 0,5 Prozent niedriger einsetzten. Am variablen Markte waren Bauwerte weiter fest. Wayß und Freytag im Verlaufe plus 3 Proz., Holzmann gegenüber dem erhöhten Rachbörsenkurs plus 1. Aut 0 werte wieder fester; Daimler plus l3 4, Lahmeyer plus l1 ■_>. Maschinenaktien still; schwächer lagen Pokorny minuS 5. Zellst off- Akt ien leicht er- 5% Deutsche ReichSanleibe . 4% Deutsch- Rctchkanleihe . 3'/,°/, Deutsche Aeichsanüihe 3°/0 Deutsche NeichS-nleibe . Deutsche 3Dan>räm;cnanuitx 4% Preußische ÄonfolS . - ■ 4°/0 Hessen ... ....... 31/,0/- Hellen 3% Hessen . . - > - ■ -- Deutsche Wend- Dollar-Snl- dto-Doll.-Schatz-Anwetlng. 4% Bontürtai......... 5% Toldmcrikanrr Berliner Handelsgesellschaft. Lommer;» und Pnval-Bank Tarmsi. und Naitonalbank - Deutlche Bank. TiSkonto Commandft .... Dresdner B.mk • • MetaUbank..... Mitteldeutsche lirebitban! . . Oeslerrcichische Kreditanstalt. ReichSbank Bochumer Guß • Buderus....... Taro ............. Dcutsch-Lurembura • • — • • Gelsenkirchener Bergwerke . . Harpcner Bergbau . . - - Kaliwerke AscherSlebeu. . . . Kaliwerk Westeregeln..... Laurahütte......... Mannesmann......... ManS:eldcr....... Oberdcdarf........... Phönix Bergbau ....... Rheinische Braunkohlen . • . IHlfcinftaM........ • • Riebeck Montan........ Tellus Bergbau ........ Bereinigte Stahlwerke • ■ • . Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Lloyd . - . - Theramische Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . . Philivv Hol;mann ... Anglo Tont Guano..... Themische Mader Slayln. . . Goldschmidt....... Holzverkohlung......... A G Karben-Industrie. . . RüigerSwcrkc........ Schrid.anstalt ... Alla Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann Elektr. Lieferungen Licht und 31 rast Mainkraftwerke ....... Schultert Siemens ,. Das Geschäft in Oelkuchen war gering, die Preise liegen gegenüber der Vorwoche ebenfalls unverändert. 167.66 168,08 167,53 167.95 1.747 1.741 1,733 1.737 58.2« -8.4; jj,3U >8,44 IU5.1I 105,60 105.87 106,13 111,75 112,02 111.66 ,11.91 112,04 ,12.12 111.99 112.27 10,55 10,50 .0.545 10,585 18.85 18.84 18,9" 18 94 .0,339 -U.389 0.328 41,378 4.189 1.199 1.189 4.199 ;6,fif> 16.70 16,59 16,63 61,04 *1.21 . >0.97 61.17 63.98 64.14 63.98 64.40 J.050 J.054 5,1'46 2,050 0,500 >.502 .498 0.50U 59,18 59,32 □9,16 □9,3" 12.41 12.45 ,2,407 12,447 7.395 7,415 7.395 7,415 '.87 •>,89 >,87 1.89 >.027 1.037 .1,027 5.037 .1.545 4,595 21,543 21,59., 81.40 51.60 '1.40 81.6t' 2.005 2.105 ',095 2.105 5.28 5.31 5,29 5,31 4.187 4.197 1,187 4,197 1.255 4.265 l 265 4.275 10.874 20.926 .-0,861 20,916