Nr. 12| Erstes Blatt 176. Jahrgang Donnerstag, 27. Mai 1926 Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertag». Beilagen: Gießener FamilienblLtter Heimat im Bild Die Scholle. Monatr-Bezugrprei»: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Traget; loßn, auch bei Richter, scheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: Schriftleitung 112, Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Drtid und Verlag: vrühl'sche Univerfilälr-Vuch- uni) Stehtörnderci R. Lange in Sieben. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulsttahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Rcichspsennig; für Re- Klameanzeigen von 70 mm 'Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20u , mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr. H.TKyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein; für 8cn An» zeigenteil Hans Füstel, sämtlich in Gießen. Die Abrüstungs-Uonferenz. Die Debatte über de» Lchlußbericht des Nedaktionskomitees. Genf, 26. Mai. (LU.) Die Dollversamm- lung der vorbereitenden Abrüstungskom- Mission setzte heute vormittag die Diskussion über den Schluhbericht des Redaktionskomitees fort. Die Vertreter der Kleinen Entente erklärten ,m Mi, im Damen stift Sine neue gärtnerifche Anlage ist jetzt vor hem Hotel Kühne am Bahnt ojsplav in der Hauptfach: Dollciidet Worten. Rach erheblichen Srübew. dah alle uitirre Mitbürger die städtischen Anlagen mehr als bisher in Schutz und Pflege nehmen muffen. Unnütze Buben verscheuche man, Papier und Orangenschalen werfe man nicht von sich, sondern stecke diese Abfälle ein und Übergebe sie daheim dem Mülllastenl •• Eine öffentliche Sitzung des Provinzialausschusfes findet am kommenden Samstagvor-nittag. 8.30 Uhr beginnend, im Sitzungssaal des Regierungsgebäudes zu (Sieben statt. Auf der Tagesordnung stehen folgende Terhandlungspunkte: Klage der Me- chaniter-Zwangsinnung Tiehen Stadt und Land gegen den Defchluh des Kreiscmts Dießen vom 16. September 1925 in Sachen August Schnei- de r in Dießen. — Antrag deS Kreisamtes Büdingen auf Entziehung des den» Heinrich Wilhelm, genannt Bernhard Schäfer in Ridda erteilten Führerscheins zum Führen eines Kraftfahrzeuges. Klage deS Temeinderechners Johannes Kröll III. aus Hergersdorf auf Aushebung des Gemeinderatsveschlusses vom 8. Januar 1926 wegen seiner Kündigung: hier: Berufung gegen das Urteil des Kreisausschusses des Kreises Alsfeld vom 7. April 1926. — Gesuch der Frau Katharine Buch zu Butzbach um Erlaubnis zum Betrieb einer Gastwirtschaft in dem Hause Kasernenstrahe 6. — Gesuch des Ludwig Dietz in Herchenhain um Erlaubnis zum Betriebe einer Schankwirtschaft: hier: Berufung gegen daS Urteil des Kreisausschusses des KreiseS Schotten vom 31. März 1926. * Da« Volksbegehren zur Auflösung des Hess. Landtages. Rachdem der hessische Wirtschaft«- und Ordnungsblock bei seinen Haussammlungen von Unterschriften für das Volksbegehren aut Auflösung deS Hessischen Landtags »inc befriebioenb große Anzahl von Unterschriften gesammelt hat. liegen für alle diejenigen, die noch nicht unterzeichnet haben, die IlnterschriftSliften auf bei'.' Bureau des Hel' Wirtschafts- und Ordnunas-Blocks Oftarlage291 und auf der Geschäftsstelle des HauSbefitzerocc- eins. Bahnhofstr. 46. während der Geschäft?, stunden aus. (Siehe heutige Anzeige.) * * Personals e. 3n den Ruhestand versetzt wurde her Regierungsbaurat i. e. R. Johann Funk in Büdingen auf fein Rachsuchen mit Wirkung vom 1. August 1926. WSR Die Rachsendung von Postfach en. Der in der Reisezeit seine Postsachen pünktlich nachgesandt haben will, vergesse nicht, bei der Post einen Rachsendungsantrag zu stellen. Wenn es im allgemeinen wohl auch genügt, die Post durch eine kurze schriftliche Mitteilung hierüber zu verständigen, so empfiehlt es sich doch, die am Postschalter kostenlos erhältlichen Rach- sendungsvordrucke zu benutzen. Rur ein rechtzeitiger. genau ausgestellter )kachfendungsantrag ermöglicht es der Post, die Rachsendung von Postsachen pünktlich auszuführen. * * Auftrieb auf dem heutigen Frankfurter Schlachtviehmarkt: 1 Kuh, 668 Kälber, 50 Schafe, 522 Schweine. Aus -cm Amtsvcrkün-igungsblatt. * Das Amtsverkündigungsblatt Rr. 42 vom 26. Mai enthält: Lagerung von Getreide in der Rähe der Bahn. — Schlacht- Hausanlage des Heinrich Müller in Lang-Göns. — Straßensperre in Friedelhausen. — Ratural- leistnngen für die bewaffnete Macht im Frieden. — Dienststunde des Kreisamtes. — Konferenzen der Handarbeitslehrerinnen. — Dienstnachrichten. verschlimmerte:'., insbefvnd.n zurückgehalten würden. " 1 r:n Wohnungiucheiden <.:r ein gut gepflegtes Zuspiel. Die Hintermannschaft verfugte über gutes Stellungsvermögen, während bei Gießen das Tolistenspiel noch viel zu Lage tritt und der Sturm es an der Auswertung herausgearbeiteter Torgelegenheiten vollständig fehlen lieh. Freie Turnerschaft Gießen. Larlsruhe-Dvrlach — Fr. T. Gießen 2:2. t Mit äuherst schmeichelhaften Resultaten kehrte die erste Mannschaft der Freien Jur- nerschaf t Gießen von ihrer Pfingstreise zurück. Das Spiel am ersten Feiertag gegen obigen Gegner, der eine sehr starke körperliche, aber äußerst faire Mannschaft darstellt, sand einen unentschiedenen Ausklang. Der Mittelläufer Gießens, der an einer alten Verletzung litt, muhte nach der ersten Halbzeit ausscheiden, sodah die Mannschaft mit 10 Mann das Spiel zu Ende fuhren muhte. Auch am 2. Feiertag, an dem die Gießener ?egen Karlsruhe-Grünwinkel antraten, onnten sie nur mit 10 Mann den Platz betreten. Bei kompletter Aufstellung wäre die erlittene 3:2-Riederlage zu vermeiden gewesen. Karlsruhe- Grünwinkel ist dortiger Bezirksmeister. Beide Spiele zeigten hervorragende Leistungen, die forsche Spielweise der Gießener Mannschaft fand bei den sehr zahlreichen Zuschauern dankbare Anerkennung. Freie Turn- und Sportgemeinbe Wetzlar. Wetzlarer Jugend — Langen 3. 2:0 (1:0). Den Reigen der Pfingstspiele eröffneten diese beiden Mannschaften. Die auffällige körperliche Uebcrlegenbeit Langens wurde durch die technische Ueberleganheit der kleinen Jugendspieler Wetzlars mehr als ausgeglichen. Durch schöne Kombination gelang es Wetzlar, in der ersten Halbzeit den ersten Erfolg zu erreichen. Rach zeit gelang es zum zweitenmal Wetzlar, den Ball zwischen die Pfosten zu bringen. Wetzlar 1. — Mnm,-Kostheim 1. 2:2 (1:1). Die Mannschaften gingen sofort mit äuherst schnellem Tempo los, die gute Verteidigung Mainz schasste zunächst immer wieder Kiärung. Wetzlar leitete schöne Angriffe ein, bei einem dieser tonnte Wetzlar die Führung er gingen. Mainz lieh sich aber nicht verblüffen, und stattete dem Wetzlarer Heiligtum gefährliche Besuche ab. Dis zur Halbzeit stellte Mainz das Ergebnis remis. Rach dem Wechsel war zunächst Mainz etwas überlegen, und drückte leicht, konnte auch mit dem zweiten Tor die Führung übernehmen, die aber Wetzlar nach gleichwertigem Spiel wieder zunichte machte. Das prächtige Spiel der beiden Mannschaften endete mit dem für beide Teile ehrenvollen Resultat von 2:2. Wetzlar alle Herren — Wetzlar 2. 4:3 (2:1). In Ermangelung eines andern Gegners stellte sich die Alte-HerrLN-Mannichaft der Zweiten. 3m Feldspiel konnten die alten Herren ihren viel jüngeren Gegner glatt hereinlegen, und übernahmen jedesmal die Führung, nur durch die .wundervolle" Fangtechnik des Alte-Herrentor- inanns gelang es der zweiten Mannschaft. Dreimal aufzuholen. Trotzdem tat er ihnen nicht den Gefallen, auch noch das vierte Tor durchzulassen, sehr zum Verdruß der zweiten Mannschaft. Raunheim 2. Jugend — Wehlar Schüler 5:L Trotz der bestehenden Ungleichheit der Kralle gingen die Jungens von Wetzlar unverdrossen nach Raunheim und lieferten der dortigen zweiten Jugend ein gutes Spiel. Das Resultat ist sicher recht schmeichelhall für den Unternehmungsgeist der Wetzlarer Schüler. Miitelrheinischer Mriianten- verein. Der Altielrheinische Fabrikanten- herein hielt seine diesjährige Hauptversammlung in Mainz ob. Zunächst erstattete der Geschäftsführer Dr. Mersmann den Jahresbericht.' Der Berichterstatter schildette die bisherige Entwicklung der Wirtschaft seit dem Dawes- Abkommen und den Verträgen von Locarno. Die daran geknüpften Erwartungen hätten sich bisher nur zu in kleinen Teile erfüllt. Die Handelsbilanz sei im Jahre 1925 mit 4,3 Milliarden Mark passiv gewesen, seit Dezember jedoch sei eine Wendung eingetreten, die hauptsächlich durch den Rückgang der Einfuhr, aber auch zum Teil durch Steigerung der Ausfuhr ein Plus von 375 Millionen Mark für das erste Vierteljahr 1926 gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres ergeben habe. Die handelspolitischen Ergebnisse seien leider noch unzureichend. An eine Niederlegung der Zollmauern sei auch in absehbarer Zeit nicht zu denken, zumal das eigne Interesse der Staaten aus Selbstbehauptung und Selbstentsallung den Schutz der einheimischen bodenständigen Produktionszweige bedinge. Dies müsse auch für Deutschland gelten, das neben der Pflege des Exports oor allem auch die Stärkung des inneren Marktes zu berücksichtigen habe. Notwendig sei, daß die Wirtschaft Steuererleichterungen bekomme, die nur durcy energischen Abbau der Staatsausgaben, insbesondere durch Einschränkung der öffentlichen Verwaltung zu erwarten seien. Den Finanzminister v. S ch l i e b e n , der das Steuerwesen wieder in ein geordnetes System gebracht und auf den Ertrag ae- stellt habe, nahm der Berichterstatter gegen Angriffe von anderer Seite in Schutz. Da von Regierungen und Parteien energische Schritte in der Richtung der Vereinfachung der öffentlichen Verwaltung mcht zu erwarten seien, so müßten die wirtschaftlichen Verbände selbst Vorschläge machen. Denn auf die 'Jtotrocnbigteit des Abbaus auch in der Wirtschaft hingewiesen werde, so sei dem an sich zuzustimmen, jedoch müsse man berücksichtigen, daß hier nur jeder Betrieb für sich oorgehen könne und zunächst die Mittel dazu hoben mäste. Bei dieser Gelegenheit setzte sich Redner auch mit der Schrift des Oberbürgermeisters Böß: „Wie helfen wir uns", auseinander, der in bezug auf die Ueberorganifation der Spielbewegung und Deutsche Turnerschaft. 0 Im Stadion in Ulm finden am 6. 3uni die Winterspiele, Hand- und Fußball, in den Endspielen um die Meisterschaft dieser Spielarten ihren Abschluß. Heber den Rahmen, den die Spielbewegung innerhalb der deutschen Sur* verschaff einnimmt, fei in Äürje folgendes getagt Der Aufbau der Spielweife der D. T. gliedert sich in zwei Gruppen: Winterspiele und Sommerspiele. Grstere umfassen Hand- und Fußball, die anderen Schlag-, Faust-, Trommel- und Schleuderball. Der gesamte Spielbetrieb hat, tote die Erhebung über die Spiele 1925 zeigt, wieder gewaltig an Ausdehnung zugenommen. Bei den Winterspielen steht Handball obenan. 4517 begannen den Lauf um di» Meisterschaft, von denen nur noch Spandau 1860, Turngesellschaft Stuttgart und Polizei-Turnverein Rastatt im Endkampf liegen. Den größten Anteil im Handballspiel stellen Sachsen, das Rheinland und unser Mittelrheinkreis. Fußball ist in der D.T. erst verhältnismäßig spät durchorganisiert worden. Fast in allen Kreisen wird das Spiel betrieben. Die Zahl der suhballspielenden Turn- mannschasten ist bereits auf 812 angewachsen. Die Zunahme 1925 betrug 40 Prozent. 3n den Sommerspielcn herrscht das Faustballspiel vor. 1000 Mannschaften traten im Vorjahre mehr zum Kampfe an als 1924. so die Zahl auf 9270 stellend. Das Schlagballspiel weift jetzt eine Teilnahme von 2520 Mannschaften auf. Gering nur ist die Zunahme beim Schleuderball. Alle Spielarten zusammengerechnet stellte die Wettspielerichar 17 718 Mannschaften auf: was einer Beteiligung von 139267 Spielern und Spielerinnen gleichlommt. Dieses Spielerheer erhöht sich wesentlich, wenn die Ersatzleute, Sviel- toarte, Schiedsrichter usw. mit einbezogen werden. Zieht man noch die Spieler der Vereine in Betracht, dic lich nicht an der Austragung der Meisterschaften beteiligen, so kommen, wie die offizielle Erhebung ausweist, noch viel höhere Zahlen heraus Es wurden nämlich 4 162 413 Teilnehmer gezählt, die in besonderen Spiel- stundcn der D.T. teilgenommen haben. Diese Zahlen beweisen, daß die Svielbc- wegung innerhalb der deutschen Turnerschaft nicht nur festen Fuß gefaßt, sondern daß sie sich zu einem wesentlichen Bestandteil des deutschen Turnens entwickelt hat. Handbav der D. T» Tv. v. 1846—10. Offenbach 2:6 (0:1). Am Pfingstmontag weilten die Handballer des T. D. 1824 Offenbach bei Gießen 45. Das Tressen, dos auf dem V. f. B.-Platz zum Aus- ♦rag gelangte, endete mit einem 6:2 (0:1) Siege der Offenbacher. Ein Sieg Offenbachs war oor- auszusehen. jedoch hätte eine solche Riederlage auf alle Fälle verhütet werden können. Der Ersatztormann konnte wenig gefallen: 2 Tore waren zum mindesten zu halten. Bei dem Sturm fehlte die unbedingt notwendige Entschlossenheit vor dem Kreis, sowie der rechrzeitige und nicht zaghaft einsetzende Tortour». Schon in der dritten Minute nach Spielbeginn konnte Off en dach durch einen äußerst schnell vorgetragenen Angriff in Führung gehen. 3m Verlauf der weiteren ersten Halbzeit lagen die 46er überwiegend vor dem Tore ihres Gegners, jedoch alle auf das Offen- bacher Heiligtum gegebenen Torwürfe scheiterten an dem hervorragenden Abwehrspicl des Hüters. Mit dem Stande Ick) für Offenbad) wurden die Seiten gewechselt. 3n der zweiten Halbzeit gelang es Offenbach, noch fünfmal einzulenden, während Dießen nur zweimal den Ball in das gegnerische Retz jagen konnte. Die Gaste zeigten schließlich in folgender Erklär stimmige Annahme sand, nicde.g-: Wirtschaft von mehreren irrigen Voraussetzungen au-gegangen fei, dem er aber tm übrigen, was bre Vereinfachung der Staatsverwaltung betreffe, voll lammen zustnmne. Zuletzt wandte sich Redner den so > 1 a I e n Fragenzu und betonte, daß das Der I)älmi3 zwischen Unten eh ner und Arbeiter sich noch nach den nnturiid)en Wirtschaftsgefetzen entwickeln und von jedem Schematismus sreigemacht werden müsse. Anpassung an die Konjunktur und Durch führung d-.s Leistungsprinzips bei der Entlohnung seien unbedingt notwendig, einerlei ob Tarifverträge abgeschlossen würden oder Sinzelocrtrage. lieber den Begriff der „Arbeitsgemeinschaft" müsse Klarheit gc- schossen werden. Ein Mitregieren im Betrieb, wie es die Gewerkschaften anstrebten, sei mit den Gesetzen der Privatwirtschaft und dem Prinzip dcr Selbstverwaltung des Unternehmers nicht vereinbar. Ungeachtet der Gleichbcwerlung der Arbeiter und, Angestellten als Persönlichkeiten mußten sich doch ihre Rechte im Betrieb nach ihren wirtschaftlichen Funktionen richten. An diesen mit allgemeinem Beifall angenommenen Jahresbericht schloß sich die Annahme einer Erklärung, in welcher der Reichsverband der Deutschen 3ndustrie ersucht wird, tragen Vereinfachung der öffentlichen Verwaltung feinerfeit» unter Zuziehung von Sach- verständigen gangbare Wege zu zeigen. Rach Erledigung der Dorstandswaplen, Genehmigung der Rechnung und Aufstellung dcs neuen Voranschlags hielt Pro?. Dr. Dünthcr - Dießen einen hochinteressantrn Vortrrg über Lauwirlschafl und Volkswirtschaft. Der Redner beleuchtete die Entwicklung drs Wohnungswesens vor dem Kriege, die sich auf Grund der freien Wirtschaft durchaus befriedigend entfaltet habe, und ging dann auf die verschiedenen Seiten dcr Zwangswirtschaft, ihre Beweggründe und die hervorgetretenen Mängel ausführlich em. Redner machte auch einen Vorschlag. wie nach seiner Meinung ein Abbau der Zwangsverwaltung am besten stattfinden könne, nämlich so. daß innerhalb von etwa 3 Jahren pro Monat eine Erhöhung der Mieten um 5 Proz. zugelassen wird, damit sich eine allmähliche Angleichung an die heutigen Dau- und Kapitalkosten vollzieht. Die Mehrerträge aus den Mieten sollen aber nicht nur den Hausbesitzern zufließen, sondern zum Teil der Allge- meinheit durch Abgabe eines sich der Veränderung der Baukosten und des Kapitalzinses an- passenden Anteils. Dieser Anteil könne auch hypothekarisch sestgelegt und abgelöst werden. Die Aussprache über den Vortrag war sehr rege. Während ein Redner darauf hinwies, daß nod) starke sozialpolitische und auch wirtschaftliche Bedenken gegen eine Wiederherstellung der freien Wirtschaft sprächen, waren die übrigen Redner der Meinung, daß gerade durch die Wetzlar 1. — Preungesheim 1. 3:5 (0:3). Wetzlar enttäuschte in der 1. Halbzeit bezüglich seines Sturms, besonders der linke Flügel wollte gar nicht klappen. Preungesheim zeigt« den typischen Flachpaß, der in wahrer Vollendung gczeigi w> rde Wetzlars Hintermannschaft war in dies em C;ieL bedeut: nd Härter als je vorher, trotzdem kennte sie es nicht hindern, daß Preungesheim bis zur Pause drei Tore erzielte. Rach dem Wechsel zeigte Wetzlar eine ganz andere Spielweile. inSbqaaßtre der Sturm war jetzt aufgewachl. Ein leichtes Abflauen der Preungrs- Kimer Läuferreihe w rde von Wetzlar geschickt ausgcnuht, innerhalb 23 Minuten erzielte es drei Tor.-, und damit den Aasgleich. Preungesheim gab jetzt alles aus sich heraus, das Treffen zu feinen Gunsten zu beenden. Wetzlar spielte jetzt ooUlonunen gleichwertig Bei einem Durchbruch des linken Sturmslügels von Preungesheim brachte der Snncnfturm zum vierten Male daS Leder zwischen dic Psostcn. Wetzlar gab das Spiel noa nicht verloren und drückte seinerseits auf Ausgleich, dcr jedoch versagt blieb. Preungesheim lonnte unverhofft aus 20 Meter Entfernung einen scharfen Schuß anbringen. DaS äußerst spannende Spiel Hatte bei dem Stande 3:5 sein Ende erreicht. Wetzlarer Umschau. tz. Die Feiertage brachten in Wetzlar und außerhalb durch Teilnahme von Wetzlarer Turnern und Sportlern an Spielen und Wettkämpfen ein umfangreiches Programm. 3n Wetzlar standcii im Vordergründe dis anläßlich dcr Tagung des Bundes dcr Kaufmannsjugend im D. H V. ftattfinbenben Wettkämpfe und Spiele der einzelnen Ortsgruppen untereinander. 3m Fußball blieb Wetzlar in der Endrunde mit 4:0 Sieger. 3m Handball gewann dic Ortsgruppe Höchst gegen Wetzlar mit 1:0. Die Athletikwettkämpfe zeigten nichts drs Erwähnenswerten. Am sehenswertest^i waren die Fußballkämpfe des Arbcitcrsportkarlells, der Freien Turn- und Sportgemeinde Wetzlar, die einen den Vereinen des D. F. B. vollständig gleichwertigen Fußball zeigten. Weitere Fußballergebnisse brachte der Spiel- betrieb des Ballspielklubs, allerdings im negativen Sinne Die B. E.-Liga verlor in Vallendar (am Rhein) 0:4 und am 2. Feiertage in Rassau gegen die dortige Spgmde. Rassovia 2:4. Erfolgreich nach langer Reise schnitt die F. E.-Iugend im Rückspiel in Vohwinkel ab. in zwei Spielen machte sie das erste unentschieden und gewann im zweiten Gang 6:2. 3n den Vorspielen in Wetzlar verlor Wetzlar beid.' Male einwandfrei. Damit alle Sportarten zu Worte kamen, veranstaltete der Turnverein ein Handball- jugendtrcffen, das die Einheimischen gegen die feit langem ungeschlagenen Butzbacher 3ug?nb- lutner mit Dem hohen Ergebnis von 9:1 ge- warmen. Die ersten leichtathletischen Wettbewerbe bestritt von {eiten eines Wetzlarer Vereins der D. E. in Altendiez. Selber war für ihn durch Die starke Besetzung Der Konkurrenzen mit Frankfurter, Kölner und Koblenzer Vereinen mit z. T. erster Garnitur nur wenig zu holen. Allein seine 3ugendlichen formten sich, hier auch nur in Wurf und Sprung, durchsetzen. Eine Wetzlarer Athletik« und Handballvereinigung entstand in der vergangenen Woche. Der bisherige Polizeisportverein 1924 Wetzlar hat sich mit der Athletik- und Handballabteilung des F. E. unter Dem Rarnen „ F. E. Polizei" Achletik- und Handballabteilung des F. C. 05 e. V. Wetzlar vereinigt. Die Abstimmungen über dieses Zusammengehen ergaben fast Einstimmigkeit dafür Dadurch hat Wetzlar wieder eine überragende HandbaIlmannschaft, die zunächst ein Gegengewicht darstellt gegenüber Der kürzlich erfolgten Vereinigung Kurhrffen-Polizei in Kassel, und Dann auch eine gute Hoffnung auf besferes Abschneiden bei den Spielen um die westdeutsche Meisterschaft. Zu beachten ist aber auch die Verstärkung auf leichtathletischem Gebiete, die durch das Zusammengehen der beiden Vereine entsteht. Voß, Dademasch, Süß, Paulus, Schnatz geben eine gute, erstklassige Rennmannschast ab, die im Bezirk Hessen-Hannover von sich reden machen wird. tz. Landesverband Hessen des B.D.R. v. Bei einer Beteiligung von 22 Mannschaften kam am Pfingstmontag die Meisterschaft deS Landesverbandes Hcffen des Bundes Deutscher Radfahrer im Viererverrinsmann- schastrfahren über 100 Kilometer zum Austrag. Die Radfernfahrt endete mit dem Siege des Velozipedklubs Frankfurt a. M. in 2:50:34. Den zweiten Platz sicherten sich die Fahrer Der Germania 1890 Franks url a. M. in 2:51:55. V.-C.-Turnfest. Der D. C., der Verband der Turner- schäften aus deutschen Hochschulen begeht in der Zeit vom Freitag, 28. Mai, bis Dienstag. 1. 3uni. in Dad Vlankenburg in Thüringen sein zweites Turn-undSport» fest nach dem Kriege. Die Wettkampfe dauern drei Tage. Rach den endgültigen Ausschreibungen folgen auf die Schauvorkührungen (Freiübungen aller Wettkämpfer. Sondrrvorfüh- rungen neuzeitlicher Gymnastikshsteme und Schaufechten > Mannschaftskämpfe. Einzellämpfe und Mehrkämpfe. An Mannschastskämdfen sind Faustball. Schlag- und Handball. Süffeln im Laufen und Schwiunnen und Musterriegenturnen vor- gefehen. Don Den leichtathletischen Cinzelkampsen seien erwähnt: Läuse über 100, 400, 800, 1500 und 5000 Meter. Schwimmen über 50 und 300 Meter. Don den turnerischen und leichtathletischen Mehrkämpfen sei besonders auf den V.-T.- Zehnkampf hingewiesen, der sich aus 100- Meter-, 1500-Meterlauf, Kugelstoßen, Schleuderball, Weitsprung, je einer Pflichtübung am Reck, Barren. Pferd. 100 Meter beliebig Schwimmen und Kopsspnrng vom 3-Weter-Brett aus dem Stand zusammensehl. Der erste Sieger in diesem Kampf wird g!8 V.-E.»Sieger mit einem vorn Verband Alter Turnerschafter Thüringens gestifteten goldenen Abzeichen geehrt. Das Programm enthält auch eine 10x100-Met er-Staffel und eine olympische Stafsel als DerkxrndsstaffÄn, die für alle studentischen Verbände offen find. Auch em Kleinkaliber-Wettschiehen wird mit dem Turnfest verbunden sein. Illllllllllll Lichtspielhaus Nur noch heute x reihung, 03729 Oießcn (Steinstraßc 45), den 26. Mai 1926. reihe". struktion- Wohnbach, den 26. Mai 1926. OieLeuchte mittags 3Vs Uhr, statt. 4646V Asiens einig Landwirt 3 Uhr statt. 4637V Ober-Hörgern, den 26. Mai 1926. Wizard ist die bekannte Wföard Wizards Grundprinzip ist Nicht ein Fuß gleicht dem andern. Wizard vfizatd Sowie: 4642c Die neue Ufa-Wochenschau entschei CORS Wizard von $ Vereine ^hönste tüchtiges dur, Selters Haöfabret 4645a Wieseck, Gießen, Beuern, Büdingen, den 27. Mai 1926. Die Beerdigung findet Freitag, den 28. Mai, nachmittags Ecke Plockstr, auf bt 9'ngen ihrrr der in Stadt die alt Wachtt lenden Rangfi wurde «ttischei Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgange unserer lieben Mutter Zentralheizungen, Erhältlich in allen größeren Kahlenhandlangen. 80 Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, heute morgen 8 Uhr meinen lieben Mann, unsem guten Vater, Schwiegervater und Großvater Die Beerdigung findet Freitag, den 28. Mai 1926, nach Die Beerdigung findet Freitag, den 28. Mai, nachmittags 2';, Uhr statt. 03737 In tiefer Trauer: Elise Holler geb. Grieb Familie Heinr. Holler Familie Heinr. Görlach geb. Meißinger sagen wir herzlichen Dank. für Küche und Haus mit guten Empfehlungen nach Fraak- surt a. M. in einen kleinen Haushalt. Zu melden [4639D Liebigstrahe 3 L Trchmi nen kör als He reich zr des hei seine Di tai C Schwe len ui fitan1 3m V« das n- Lehre, l Sinmisch enchielte selbstverl stimmtet werden tierung macht d gegen R Ausdruc schäften amtlich« tung de sondern Falle € Ueberlie Dezichu 16. und Ranges bei Lch dem spc trieben Machte im Alter von 82 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen | Wohnungstausch! Tausch. SZimmerunil Bad nebst Zubehör gegen gleichwertige Wohnung zu lauschen gesucht. Schrift!. Angebote unter 03736 an den Gieh. Anz. Drucksachen aHerAtt die vrühl'sche Universitäts-Druckerei. R. Lange. Siegen. Schulftr. 7 WessiiüSchei! ehrlich, fleiftig und sauber, für Haus- u. Gartenarbeit in bess. Hatlshalt sofort gesucht. Zu erfragen in der Geschäftsstelle des Gieh. Anz. [03741 Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Maria Dörr. Beratung durch Wizard- Orthopädisten kostenlos Montag, 31. Mai, bis einschl, Donnerstag, 3. 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Ein noch nicht da&ewesenes Aufgebot von fast 5000 Eingeborenen, Hunderten von riesigen Elefanten und Kamelen machen das tragische Geschehen der Handlung zn einem Erlebnis für jeden Zuschauer! —। । In den Hauptrollen: .. HIMANSU RAI ein indischer Rechtsanwalt mit verblüffendem Film-Talent Herrn Allbürgmister Wilhelm Holler nach kurzem Kranksein im 70. Lebensjahre zu sich in ein besseres Jenseits abzurufen. SEETA »EVIS eine vierzehnjährige indische Schönheit — Tochter einer der ersten indischen Familien, Vorher: Indische Fest- und Reiterkampf-Spiele! Dieselben wurden zu Ehren der Emelka-Expedition von indischen Maharadschas veranstaltet Verlangen Sie Ruhr« Brechkoks heizkräftigster, sparsamster Brennstoff Siebener ______.... verein 1885 G. v. die wasserechte. Za haben in den Drogerien u. einschl. Geschliffen. ab heute Donnerstag i Tom Mix im Damenstift Sensationsdrama in 6 Akten. Ferner das köstliche Lustspiel in 2 Akten t Die gestohlenen Bräute. 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Aber auch eine rein mechanische Abschätzung seiner Bevölkerung wird tatsächlich nicht als eine geeignete Grundlage für solche Klassifizierungen empfunden: den Gedanken. das 400 Millionen zählende Lhina einzureihen. wird unter den gegenwärtigen Derhält- nissen noch jeder nicht von theoretischen Konstruktionen befangene Richtchinese abweisen. Cs spielen eben historischeZusammenhänge in dieser Frage zweifellos eine bedeutsame Rolle mit. Der Ausdruck hat überhaupt wohl erst im 19. Iahrhun-dert. in der Periode nach Rapo- leons Riederwerfung, seine allgemeine Anwendung gefunden. Jahrzehntelang ist immer von f ün4 Großmächten die Rede gewesen, mit denen England, Oe st erreich, Preußen Frankreich und Rußland gemeint waren. 5m siebten Jahrzehnt wurde dann allmählich das neu entstandene Königreich Italien als sechste in den Kreis aufgenommen. Dagegen dachte damals noch niemand daran, die Bereinigten Staaten von Nordamerika mitzuzählen: hauptsächlich wohl, weil sie grundsätzlich, in konsequenter Verfolgung ihre Wonroe- Lehre. sich bis Ende des Jahrhunderts jeglicher Einmischung in auheramerikanische Streitfragen enthielten. Heutzutage ist ihre Einbeziehung selbstverständlich geworden, ohne daß ein bestimmtes Datum für deren Beginn bezeichnet werden kann. Dagegen gilt als eine feste Datierung für Japans „Erhebung" zur Großmacht der siegreiche Ausgang seines Krieges gegen Rußland im Jahre 1905: das fand seinen Ausdruck in der Rangerhöhung seiner Gesandtschaften in Tokio zu „Botschaften": obwohl solche amtliche Abstempelung an sich nicht für die Wertung der betreffenden Staaten entscheidend ist, sondern auf konventionellen Rücksichten, wie im Falle Spanien, beruhen kann. Geschichtliche lleberlieferungen wirten besonders auch in dieser Beziehung mit. Spanien z. B. hat zweifellos im 16. und 17. Jahrhundert eine Großmacht ersten Ranges dargestellt: mag auch Posas Aeußerung bei Schiller: „Alle Könige Europas huldigen dem spanischen Rainen", ein klein wenig übertrieben klingen, beiläufig waren die europäischen Machtverhältnifse am Schlüsse des 17. Jahrhunderts so verlagert, daß man damals, wenn der Begriff schon entwickelt gewesen wäre, neun Grohmächle statt der späteren fünf hätte rechnen können, nämlich: den deutschen Kaiser als Herrn der später unter dem Ramen Oesterreich zusammengefaßter Länder (das Kaisertum de« heiligen Römischen Reiches hatte an sich seine Bek^utung eingebützt), dann die acht Staaten England, Frankreich. Holland, Schweden, Spanien, die Türkei, Po - l e n und Venedig. Rußland und Brandenburg hatten vor 1700 noch nicht die gedachte Rangstufe im Rate der Böller erreicht. Rußland wurde im wesentlichen auch noch als rein asiatisches Land betrachtet. 68 mag vielleicht von Interesse sein, auch die älteren Perioden der Weltgeschichte auf die Machtvvchällnisse der in chnen eine Rolle spielenden politischen Gebilde hin in diesem Sinne zu prüfen. Von einem System der „Großmächte" nach modernem Zuschnitte konnten natürlich weder in der Frühzeit der kleinen griechischen Stadtrepubliken die Rede sein, noch damals. als das Imperium romanum die gesamte Wittelmeerwelt umspannte. Allein an deren östlichem Rande hatte sich in dem Par- t h e r r e i ch e ein« Wacht entwickell, die besonders wegen ihrer räumlichen Entfernung bis zu einem gewissen Grade der römischen das Gleichgewicht hielt. China mag vielleicht damals schon an politischer Bedeutung dem Römer- reiche ebenbürtig gewesen sein (an Volksmenge ühcdcaen), aber der mittelländische und der fernöstliche Kulturkreis berührten sich nicht, so daß ein Gegeneinanderstreben nicht in Betracht kam. Während der Jahrhunderte der Völkerwanderung aber behielt das österreichische Reich seine Bedeutung als Großmacht, die ihm in der Hauptsache bloß von den Persern strittig gemacht wurde, während die auf den Ruinen des westlich entstandenen Sermanenstaates durch ihre Zersplitterung verhindert wurden, denen Erbschaft anzutreten. Allein das Hunnen- reich Attilas, um dessen Hofhaltung in einem Dorfe der Theißebene ja auch die Gesandten Konstantinopels und Persiens herum - schwänzelten, hatte Anspruch auf einen solchen Titel erheben können. Später erlangte dann das Frankenreich im Westen jene Rangstellung. und ziemlich gleichzeitig im Osten das Kalifat von Bagdad, das aber beinahe noch schneller als das Erbe, Karls des Großen durch Zersplitterung geschwächt wurde. Karl und Harun haben bekanntlich durch Austausch von Gesandtschaften gogenseitig ihre Ebenbürtigkeit ärmlich anerkannt: weitsichtiger als ihre Rach- olger. die die religiöse Trennung als eine zureichende Ursache zu grundsätzlicher und dauernder Verfeindung auffaßten. — Der alleinigen westeuropäischen Großmacht des R ö m i - s ch en Reiches deutscher Ration tritt erst int 13. Jahrhundert Frankreich mit annäherndem Gleichgewichte der Kräfte gegenüber: Haupt- sächlich durch die Schlacht bei Bouvinss (1214), in der mit Kaiser Otto IV. zusammen der Herr- scher des französisch-englischen Anjoureiches über- wunden wurde, solango dar mächtigere Rebenbuhler des ,.Grafen von Francien". Dis 1500 hat sich dann allmählich das oben dargestollte System der Großmächte, entwickelt: nur daß damals noch Portugal mitzuzählen war, Schweden und Holland abea noch nicht. Vie nationale Internationale. Jeder Gedanke einer großen, alle Völker umspannenden inneren oder äußeren Gemeinschaft hat etwas Packendes und verleiht von Anfang an eine gewisse Macht. Diese Wiickung hat auch die geistige Bewegung des Sozialismus schon früh erkannt und deshalb die Betonung des Gemeinschastsgedankens in dem Wort , Internationale" geradezu zu ihrem zweiten Ramen gemacht. Kaum irgendwo stärker als in Deutschland hat dieses Schlagwort seinen Einfluß auf die Massen geübt, nirgends hat es die Menge so blind gemacht gegen die grundlegenden Llnterschiede in der sozialen Bewegung der einzelnen Staaten und ihren in sich so verschiedenen kulturellen und ökonomischen Voraussetzungen. Wohl haben die sozialistischen Führer diese Unterschiede gesehen. Aber sie waren ihnen jederzeit unbequem, weil sie dem Schematismus widerstrebten, zu welchem die materialistische Geschichtsauffassung notwendig hatte führen müssen. Darum sind diese Unterschiede außerhalb des Sozialismus immer schärfer bemerkt und ernsthafter untersucht worden als von den Sozialisten selbst. Heute, wo gerade der deutsche Sozialismus, in einer immer stärker werdenden inneren Krise begriffen ist. wo die Arbeiterbewegung langsam einer neuen Lösung entgegenzugehen scheint, ist eine klare Aufzeigung zwischen dem deutschen Sozialismus und jenem in den großen Demokratien deS Westens von besonderer Rotwendig- keit. Die muh der Aufmerksamkeit der allerweitesten Kreise begegnen, wenn sie von einer Stelle erfolgt, die der sozialen Frage schon eine Reihe hochbedeutsamer, fachlicher Veröffentlichungen gewidmet hat. Das neue Sonderheft der Süddeutschen Monatshefte »Die Sozialdemokratie in Frankreich und England" vereinigt berufene Kenner und Forscher. August Winni g, der ehemalige Vorsitzende des Deutschen DauarbeiterverbandeS und Verfasser der Schrift »Der Glaube an das Proletariat" weist in seinem Einleitungsaufsah neue Linien zur Deutung der sozialistischen Bewegung, namentlich bezüglich der Beteiligung von bürgerlichen Intellektuellen in den einzelnen. Ländern. Karl Diehl, der berühmte Freiburger Dollswirtschaftler, gibt ein grohgeschautes CntwicklungsbUd des Sozialismus in Frankreich mit seiner Zersplitterung in eine große Anzahl von Parteien, in denen allen brmerkenswerter- weise die marxistischen Ideen niemals eine ausschlaggebende Rolle spielten, ebensowenig wie dort schon seit Beginn der Bewegung im 18. Jahrhundert der Kainps zwischen Kapftal und Arbeit ging, sondern zwischen herrschenden Ständen und politischer Macht des dritten Standes. Ergänzend legt Franz Winkler den Werdegang der französischen Gewerkschaften dar. Die Betrachtung der sozialen Bewegung in England von W. Dieckmann ist für uns Deutsche besonders wertvoll durch die Erkenntnis vom großen politischen Instinkt des ganzen englischen Volkes, einschließlich der Arbiter, für die Lebensnotwendigkeiten der ganzen Ration. Die dortige Arbeiterbewegung ist nicht auf einem theore- tifchen System, sondern durchaus und immer aus der Wirklichkeit der Verhältnisse ausgebaut, was sich selbst in den jüngsten großen Streikbewegungen letzten EndcÄ nachweisen läßt. Ein Bild vom auherdeutschen Sozialismus Im Kriege zu entwerfen, ist Erich V o l k m a n n . der Verfasser des Werkes »Der Marxismus und das deutsche Heer im Weltkrieg" wohl berufen. Richt nur im Verlauf des Krieges, sondern schon in den ersten Augusttagen sind in dem scheinbar so gleichmäßigen Llmschwenken aller Sozialisten zur Kriegspolitik ihrer Länder doch tiefgehende Verschiedenheiten zu bemerken. In einem Punkte allerdings finden sich die sozialistischen Parteien aller, auch der neutralen Länder zusammen, in der Verurteilung der deutschen Sozialisten. Es spielen hier Wesensmerkmale der um Jahrtausende länger als Deutschland geistig und kulturell in sich geeinten Westmächle mit, deren Wirksamwerden Fr. Köhler in einer Abhandlung »Westliche Demokratie und westlicher Sozialismus" herauszuarbeiten versucht. Ramentlich unser Bild des geistig politischen Lebens Frankreichs und seiner führenden Männer von JaureS bis Herriot erweitert sich außerordentlich Unentbehrlich sind schließlich die erstmaligen sorgfältigen Gegenüberstellungen der Mitgliederzahlen der deutschen und ausländischen sozialistischen Parteien durch Ernst Drahn und seine Liebersicht der parlamentarischen Erfolge dieser Parteien vor und nach dem Kriege, sowie deo Stärken der internationalen Gewerkschaften. So tritt diese Aussatzreihe der Zeitschrift in die geringe Zahl der bei wirklicher Bedeutung zugleich allgemein verständlichen Dildungsschristen zur geistigen Vorbereitung der kommenden deutschen Entwicklung. Längst ist die Lage der sozialistischen Mächte in Deutschland nicht mehr fest und sicher und eindeutig. Friedrich Lenz, der bekannte Gießener Dollswirtschaftler, kennzeichnet sie in seiner Schlußbetrachtung des Heftes also: »In die Ohnmacht und in die Armut ihres Vaterlandes hineingezwungen, tells der zweiten Internationale aus der Siegersefte und allen Dawesplänen des westlichen Finanzkapftals sich analeichend, teils von den drohenden Lockungen des oolschewisierten Moskau halb bezwungen — so steht die ehemals einige und international-revolutionär führende Sozialdemokratie unserer Heimat vor uns. Kein Phrasennebel und kein Lageskampf um innerdeutsche Parlamentsmacht täuscht darüber fort." Diese Schrift mag dazu beitragen, dem deutschen Volk und vor allem dem deutschen Arbeiter vor Augen zu führen, wie ein Volksteil auch im Gefolge einer internationalen Idee sich doch nicht ohne Schaden über die nationalen, d. h. die wahrhaft lebensbedingten Belange eines Volkes Hinwegsetzen kann, und wie gerade dis Ursprungsländer der sozialen Bewegung bewußt und unbewußt nach dieser Erkenntnis handeln. Daß jene Rationen und mit ihnen ihre sozia- listischen Massen mit ihrer nationalen Internationale besser gefahren sind bis auf den heutigen Sag, müßte das nicht gerade den deutschen Ar- befter schmerzlich aber nachdrücklich die jüngste deutsche Geschichte lehren? Die Erschließung der deutschen Archive. Die neuesten Bände der Akten- publikation des Auswärtigen Amts. DDG. Wie amtlich mitgeteilt wird, steht die Drucklegung einer neuen Bändereihe der Aktenpublikation der Deutschen Reichsregierung „Die große Politik derEuropäischen Kabinette 1870— 1914“ vor der Beendigung. Die neue Gruppe umfaßt vier Bände und bildet die vorletzte Abteilung der fünften und letzten Reihe der Gefamtpublikation. Die neuen Bände, die innerhalb des Gesamtwertes die Bandnummern 30 bis 33 tragen, werden durch die Deutsche D e r l a g s g e s e l l s ch a f t für Politik und Geschichte in Berlin zu Pfingsten an den Buchhandel ausgeliefert werden. Sie umfassen das Dokumentenmaterial des Auswärtigen Amtes aus den Jahren 1911 bis 1912, schließen sich an das im Dezember vorigen Jahres erschienene erste Drittel der fünften Reihe an und führen den gleichen Titel wie dieses: „W eltpolitische Komplikatione n". Mit der jetzt erscheinenden neuen Gruppe tritt das große deutsche Aktenwerk nunmehr unmittelbar in die Zeil vor dem Welllriege ein, d. h. in die verhängnisvolle Periode der großen Verwicklungen und Mißverständnisse, die den Weltkrieg vorbereiteten. Das Dokumentenmaterial der Bände 30 bis 33 entstammt den letzten Jahren vor dem großen Kriege und gewinnt so unmittelbarste pock.ijche Tagcsbcdeu.ung. Damit lut di« Publikation als Ganzes einen entscheidenden Schritt auf ihr eigenstes Ziel, die Aussxllung der llrla. en tes Weul.ieges. u. Für die Beendigung des ganzen Weriee-, das in der politisch- historischen Weltliteratur kein Gegenstück Hal, steht jetzt endgültig dex folgende Plan fest: Es erscheinen einjchueßlich der jetzt der Oeffent- lichkeit zu übergebenden Gruppe noch im ganzen acht Bände, die ihres Umfanges wegen in 13 Teile zerlegt werden müssen. Davon entfallen acht Teile auf die Schlußgruppe, die im Früh- I »erbst des Jahres erscheinen soll. Insgesamt wird die Große Aktenpublikation 37 Bände in 52 selbständig gebundenen Tei.en umfassen. Der Titel der Schlußgruppe steht noch nicht fest. Mik dieser letzten Gruppe, deren sämtliche Teile sich schon in der Drucklegung befinden, wird sich der Anschluß der Großen Ak.enpub.llation an die im Jahre 1919 unter dem Titel „Die Deutschen Dokumente zum Kriegsausbruch 1914" von der Deutschen Reichsregierung bei ter Deutschen Der- lagsgesellschast sür Politik und Geschichte her- ausgegebenen Urfuntcnfammlung über die kritischen Julitage 1914 vollz ehen. Damit wird dann noch im Herbst des Jahres 1926 die mit dem großen Aktenwerk vom Auswärtigen Amte geplante breitere Grundlage für die Klarstellung der Ursachen des Weltkrieges von deutscher Seite geschaffen sein. Heber Gliederung und Inhalt der in Kürze bei der Deutschen Verlagsgefellschaft für Politik und Geschichte in Berlin W 8 erscheinenden neuen Abteilung des Aklenwerkes der Deutschen Reichsregierung: „Die Große Politik der Europäischen Kabinette" werden von zuständiger Stelle die folgenden Mitteilungen gemacht: Die neuen Bände der zweiten Abteilung der fünften Reihe, betitelt „Weltpolitische Komplikationen", führen in der Gesamtfvlge die Rummern 30, 31, 32 und 33. Des starken Umfanges wegen zerfällt der 30. Band in zwei selbständig gebundene Teile, so daß die neue Abteilung in Wirklichkeit fünf Bände umfaßt. Mit Abschluß dieser Abteilung liegen dann im ganzen 33 Bände in 44 Teilen vor. Diese vier neuen Bände umschließen einen Swffkreis. dessen Bedeutung schon in den Titelbezeichnungen zum Ausdruck kommt. Der Inhalt des 30. Bandes ist „Der Italienisch-Türkische Krieg 1911 bis 1912“. Von ungeheurer Wichtigkeit und geradezu dramatischer Spannung ist der 31. Band „Das Scheitern der Haldane- Mission und ihre Rückwirkung auf die Tripelentente 1911 bis 1912“. Band 32 heißt „Die Mächte und Ostasien 1909 bis 1914“ und Band 33 „Der erste Ballankrieg". Der l-'tzte Band endet mit den Dokumenten über den Serbisch-Oesterreichischen Konflikt und die Gefahr eines Russisch-Oesterreichischen Konflikts und geht bis Dezember 1912. Mit der Schilderung des Fortgangs der Balkanwirren wird der erste Band der Schlußreihe beginnen. Di« vier Bände umfassen 1702 Dokumente, in 34 Kapiteln gruppiert, auf 2115 Seiten. Rein zahlenmäßig stellt sich mit dem Schluß der vorletzten Reihe der Aktenvublikation die ungeheure Arbeit der Herausgeber und des Unternehmens folgendermaßen dar: die obengenannten 33 Bände in 38 Teilen enthalten 262 Kapitel und auf 17 820 Druckseiten 12 500 Dokumente. Das gewaltige Material wird in allen Einzelheiten und übersichtlicher Gruppierung dem Urteil der Welt unterbreitet. ___________ Oberhessen. Landkreis Gießen • Lollar, 26. Mai. Einer Ditte von interessierter Seite Rechnung tragend, sei berichtet, daß es in der Mitteilung vom 14. Mai über den Vortrag des Lehrers P l o ch beim hiesigen Elt erna bend statt Frakturschriftzeichen rich- ttg Antiqua heißen muh. !—I Saubringen, 26. Mai. Gestern fand hier die erste diesjährig« Grasversteige- rung statt. In Anbetracht der schlechten Kleeaussichten fand sich eine staatliche Anzahl Steigerer ein. Für die Böschungsstücke an der Lumda, die 50 auf 4 bis 5 Meter groß versteigert wurden, erzielte die Gemeinde 8 bis 12 Mark, Preise, die das Zwei- bis Dreifache der vorjährigen erreichten, obwohl damals das Gras besser stand. XAllendorfa. d. Lahn, 26. Mai. In letzter Zeit sind hier zwei Sägewerke in Betrieb gekommen, wodurch Arbeitslose Beschäftigung finden konnten. — Gegenwärtig werden durch die Feldbereinigungsge s e l l s ch a f t in dem Paul Gerhardt. Zu seinem 250. Todestag. Bon Wolfgang Eberhard Schütz. Es war am Morgen des 16. Oktober 1813, als General Port mit feinen Offizieren beim Frühstück saß. Da wurde ihm der Befehl Blüchers überbracht, unverzüglich zum Kampf gegen den Feind aufzu- brechen. Der General erhebt sich. Mit den Worten: „Den Anfang, Mitt' und Ende, ach Herr, zum besten wende“, leerte fein Glas und setzte es still auf den Tisch. In solch feierlich-ernster Stimmung gingen die Preußen in die Schlacht von Möckern, die für das gute Ende der Leipziger Bölkerschlacht entscheidend wurde. Der Liedoers, den General York sprach, stammt von Paul Gerhardt, dem größten Kirchenlieder- dichter neben Luther. Kaum ein protestantisches Kind gibt es, das nicht fein Lied gelernt hat: „Befiel du deine Wege.“ Seine Lieder gehören zum Schönsten, was das protestantische Gesangbuch ent» hält; viele von ihnen sind sogar übergegangen in den Besitz der kacholischen Konfession. Es ist eigentümlich, daß wir von dem großen Liederdichter des 30jährigen Krieges so wenig wißen. Geboren am 12. März 1607 zu Gräfenhainichen, einem Städtchen zwischen Wittenberg und Halle gelegen — der Later war der 2. Bürgermeister daselbst — verbringt Paul Gerhardt seine Schützest zu Grimma auf der Fürstenjchule. 1628 wird er zu Wittenberg immatrikuliert. Erst 1642 taucht wieder sein Name auf, als er ein Gelegenheitsgedicht bei der Promotion seines Freundes Wehrenberg verfaßt: 1651 tritt er sein erstes Pfarramt in Mittenwalde an. Was er die ganzen 23 Jahre getan hat, wo er gewesen ist, ist unbekannt. Nur das eine wißen wir, daß er 1643 nach Berlin geht als Hauslehrer im Hause seines späteren Schwiegervaters, des Kainmergerichtsadookaten Berthold, und daß er einer größeren Oeffentlichkeit erst 1647 be> könnt wird. In diesem Jahre veröffentlichte der damalige Kanwr an der St. Nikolaikirche zu Berlin, Johann Crüger, in seiner Praxis pietatis melica 18 Lieder Paul Gerhardts, von (Trüget vertont. Die schönsten Lieder der Gerhardtschen Dichtung finden sich schon in diesem Liederbuch: die Passionslieder ,-Tin Lämmlein geht“, „O Welt, sieh hier dein Leben“, das Osterlied „Auf, auf, mein Herz, mit Freuden“, das Morgenlied „Wach' auf, mein Herz, und suche Freud'“, das Abendlied „Nun ruhen alle Wälder“. 1657 wird Gerhardt dritter Diakon zu St. Nikolai in Berlin. Schweres häusliches Leid bedrückte den Dichter: drei Kinder starben ihm, zuletzt 1668 die Frau. Ein einziger Sohn blieb ihm am Leben: seine Schwägerin führte ihm die Haushaltung. Neues Leid kam über ihn durch den Erlaß des Kurfürsten, daß die Lutheraner sich aller Lehrstreitigkeiten mit den Reformierten enthalten sollten, und umgekehrt. Paul Gerhardt vermochte aus Ge° wissensyründen den Revers, den der Kurfürst von den Geifllichen verlangte, nicht zu unterschreiben: es kommt 1666 zu seiner Amtsentsetzung. Zwei Jahre später nimmt er das Pfarramt in Lübben an: am 27. Mai 1676 stirbt er daselbst. Gerhardts Liederdichtung merkt man an, daß sie von der Dichtkunst seiner Zeit viel gelernt hat. Opitz und vor allem dessen Schüler Buchner in Wittenberg werden seine Lehrer in der Technik des Ders- baues. Bis hinein in die Wahl der Bilder und Gleichnisse, ja der Gedanken erstreckt sich ihr Einfluß. Selbst die Schattenseiten der damaligen Dichtkunst verleugnen sich nicht in Gerhardts Gedichten. Er predigt manchmal, wo er gestalten sollte. Er wiederholt sich und wird breit: er wird auch gelegentlich trivial. Kurz, er ist sehr ungleich in seiner Poesie. Und doch eins hebt ihn hinaus über die Dichtung seiner Zeit: Nie ist bei ihm das Religiöse zum bloßen Spiel geworden. Immer ist es echtes Leben, das er zum Ausdruck bringt. Und immer wieder hört man aus seiner religiösen Dichtung einen eignen Ton heraus. Paul Gerhardt kann die Kritik vertragen. In seinen Gedichten (120 Lieder) lebt echte Poesie. Seine Sprache ist von Anschauung gesättigt. Seine Sicherheit, allen Wandlungen des religiösen Lebens Ausdruck zu geben, überrascht. Bewegt, von starker Handlung erfüllt, ist sein Sommerlied: „Geh' aus, mein Herz, und suche Freud'!“ Und wie stählern und gepanzert schreitet der Vers dahin: „Unverzagt und ohne Grauen, soll ein Christ, wo er ist, stets sich lassen schauen. Wollt' ihn auch Der Tod aufreiben, soll der Mut dennoch gut und sein stille bleiben. Aber das alles erklärt noch nicht Paul Gerhardts Bedeutung im Protestantismus. Das ist seine Bedeutung, daß er den religiösen Besitz für die Seligkeit der Seele in der Gewißheit der Vergebung und des Friedens mit Gott, für die Kraft der Ueberwindung alles Leids im Gottvertrauen wunderbar treffsicher zum Ausdruck bringt, daß er diesen Besitz im Gott- oertrauen wunderbar treffsicher zum Ausdruck bringt, daß er diesen Besitz geradezu dem protestantischen Kirchenoolk erst entdeckt und ihm weitergibt. Mag Luther Paul Gerhardt übertreffen an Reichtum und Tiefe, mögen auch Gerhardt in feinen Passions- liedern und anderen Liedern wefentliche evangelische Klänge fehlen, er bleibt darum mit seinem frohen Gottvertrauen, seiner ernsten Sündenerkenntnis, mit seiner Iefusliebe der große Träger kirchlichen und religiösen Empfindens des Protestantismus: der Tröster der Betrübten, der Rufer zu Gott. Unzählige haben sich aufgerichtet an seinen Liedern: nicht nur konfessionell gebundene Menschen, sondern auch andere. Denn in seinen schlichtesten Liedern kommt auch das allgemein Menschliche zu einem wahrhaft ergreifenden und erhebenden Ausdruck. Hier spricht der Mensch zum Menschen, der leiderprobte, zum Frieden gekommene Mensch zum anderen. Frankfurter Oper. Seit Professor Klemens Krauß das Repertoire der Frankfurter Oper bestimmt, hat sich vieles zum Vorteil gewandelt. Auch die Operette erfährt eine Reubelebung nach künstlerischen Gesich'.spunkten, wobei auf den Bestand an älteren Werken zurückgegriffen wird, in denen sich wesentlich andere musikalische Grundsätze offenbaren, als in der heutigen Schlager- und Revue-Operette Als Feiertag^gabe brachte Intendant Krauß eine Reueinstudierung deS „O p e r n b a l l e s" von R. Heuberger. Dieses Werk war vor etwa 25 Jahren eine Reform- operet.e. und es präsentiert sich nach so langer Zeit als ein musikalisch hochstehendes, künstlerisch behandeltes, in feinem vornehmen Charakter und seiner graziösen Beschaffenheit ungemein ansprechendes Kunstwerk, das so ziemlich alles in Schatten stellt, was das letzte Jahrzehnt an Operettenneuheiten gebracht hat. Das Sujet unterscheidet sich nicht Diel von der alten Schablone. Aber die Musik. Heuberger war ein Musiker von Geschmack und ausgezeichnetem Können. ein Komponist von Erfindungsreichtum und künstlerischer Gestaltungsfähigkeit, und so blühte auch jetzt wieder unter der feurigen Leitung von Krauß und der humorvoll-witzigen Regie Wallersteins, glänzend unterstützt du ich Maler Sieverts schöne Bühnenbilder und eine hervorragende Wiedergabe aller Partien eine Part.tur in rhythmischer Anmut und mufi* kalischer Heiterkeit auf, die mit Recht dem Schicksal unverdienter Dergessenheil entrissen wurde. L W. im,- --- telegenen Wiesenabschnitt die ■ j . r-iben zum Teil verlegt, . ,-t -ter .i‘U : • et: - Seit einiger Zeit bot >e va e m eint) i»i. fo:<. Höpfenstein einen e i g e- n L ernb v u in V -lieh genommen, der sehr 'S '.v: reriat in 'S > i,-st.inen liesert. Die Abfuhrt : ."i n.ste ; ?nen—Wetzlar ist sehr gut, die . uchsrage erheblich. e u e r n 26. Mui Infolge der un» » Lage cui teil» Aroeirsmartt beträgt . der bie'igeu Erwerbslosen ge- ; ' ,i 3i. Die unterstützunnsberechtigten . g? zählen 25 Personen. Durch lie in nüd)iien. Der Bau der Straße käme einem längstgehegten Wunsche der Bevölkerung entgegen. Auch die angrenzenden preußischen Orte Kirchbracht, Mauswinkel usw. haben an dem Bau einer Kreisstraße Oberseemen—Illnhausen Interesse. Besonderen Vorteil von der genannten Verbindung in geschäftlicher Hinsicht verspricht sich die Stadt Gedern, da anzunehmen ist, daß nach dem Bau der Straße die Bewohner der genannten Gemeinden ihre Einkäufe in größerem Umfange in Gedern bewerkstelligen und die dortigen Schweinemärkte noch stärker beschicken als seither, zumal die letzten Märkte gezeigt haben, daß sich auf ihnen, gute Absatzmöglichkeiten bieten. I Ober-Lais, 26. Mai Dieser Tage feierte hier das Ehepaar Erhard Schauermann das Fest der goldenen Hochzeit in voller geistiger und körperlicher Rüstigkeit. Es war dies eines der ersten Paare in unserer Gemeinde, das sich der am 1. Ian. 1876 ein geführten Ziviltrauung unterziehen mußte. Kreis Alsfeld. -er. Homberg a. d. Ohm, 26. Mai. ilm die Handarbeitslehrerinnen zu befähigen. den Unterricht nach dem neuesten Stand der Bestrebungen auf dem Gebiete des Handarbeitsunterrichts zu erteilen, fand in unserer Stodrhalle ein dreiwöchiger Kursus statt, der von der technischen Lehrerin Frl. De iß aus Bellersheim geleitet wurde. Die Teilnehmerinnen waren aus Homberg und Öen Dörfern der nahen Umgebung. Mit sichtlichem Interesse wurde sowohl das Pensum der Volks- als auch das der Fortbildungsschule großzügig durchgearbeitet. Der Leiterin wurden am Schlüsse des Kursus unter Dankesworten Geschenke überreicht, die für den Erfolg ihres Mühens Zeugnis ablegten. — Der hiesige Verschönerungs- und Touri st enverein beabsichtigt, auch in diesem Jahre für den schön st en Blumenschmuck an den Fenstern Preise auszuwerfen. An die Bewohner von Homberg richtet er darum die Bitte, sich die Blumenpflege an Fenstern recht angelegen sein zu lassen. Im Sommer soll durch einen Rundgang des Vorstandes der Stand der Blumenzucht festgestellt und dementsprechend bewertet werden. — Ende Juni findet hier das Kreisfeuerwehrfest statt, zu dem schon jetzt vorbereitende Schritte unternommen werden. ck. Aus dem Ohmtal. 26. Mai. Die Aecker mit Winterfrucht zeigen hier vielfach erhebliche Lücken, die man auf Schnecken- und Wurmfraß zurückführt. Die Gerste steht teilweise ebenfalls dünn. Der Klee ist in manchen Gemarkungen fast vollständig ausgewtntert. so daß diese Ernteaussichten recht schlecht find. Das Obst ist in den Tälern in der Blüte schon erfroren. Kreis Lauterbach. 5 Lauterbach, 26. Mai. Das hiesig« Krankenhaus kann auf ein SOjähriges B e - stehen zurückblicken. Aus diesem Anlaß findet am kommenden Sonntag eine würdige Gedenkfeier statt. fl. Lauterbach, 26. Mai. Die Straßen- Pflasterungen in unserer Stadt gehen ihrem Ende entgegen. Die Rad-, Motorrad- und Autofahrer werden der Stadtverwaltung hierfür Dank zollen. Richt weniger werden sie die neuanaebrach- ten Straßenschilder und Wegweiser erfreuen. Unter den neuen Straßennamen verdienen besonders die A d o l f - S p i e ß- und die A l e x a n- der-Stöppler-Straße Erwähnung. Z Schlitz, 26. Mai. Im benachbarten Hartershausen ist dieser Tage ein Turnverein gegründet worden. Der neue Verein wird voraussichtlich dem Gau Hessen der Deutschen Turnerschast beitreten. z. Reuters, 26. Mai. Zu dem diesjährigen Aundesfest des Lautertalsängerbundes, das in unserem Dorfe gefeiert wurde, waren 15 Männertzesangvereine erschienen. Nach den üblichen Begrüßungsansprachen, und nachdem der Massenchor des Sängerbundes ein Lied zum Vortrag gebracht hatte, hielt Pfarrer Bauer (Wallenrod) dis Festrede. Hieraus sangen die einzelnen Vereine ihre selbstgewählten Lieder. Jeder teilnehmende Verein erhielt eine Ehrenurkunde. Bedauerlicherweise ereignete sich auf dem Festplatz ein Unfall. Ein junger Mann, der während der Fahrt in einer Schisfsschaukel in jugendlichem Uebermut die gebotene Vorsicht außer acht ließ, ft ü r 3 t e heraus und erlitt einen doppelten Beinbruch. Der Verunglückte mußte ins Krankenhaus gebracht werden. Preußen. SOjiiljri.qc^ Jubiläum des „Frankfurter Generalanzeigers". F r a n k s u r t a. M., 26. Mai. (WTB) Der im Verlage von H. und G. Horstmann ersche.- nends „Franks urterGeneralan zeige r" kann heute auf den Tag seines 50jährigen Bestehens zurückblicken. Aus diesem Anlaß sand in den Geschäftsräumen des Blattes eine schlichte Feier statt. Der Verlag hat aus Anlaß des goldenen IubUäums eine große Stiftung gemacht, aus deren Mitteln die Mitarbeiter und andere Nahestehende mit Ehrengaben bedacht werden. Ferner wurde dem Oberbürgenncifler der Stadt Frankfurt ber Betrag von 20 000 Mk. zur Linderung schwerer Notstände übergeben. Bon den Angestellten und Arbeitern wurde oernBrrlag eine künstlerisch auLgeführte Plakette mit den Reliefbildern der beiben verstorbenen ©vünber des Blattes Heinrich und Georg Horstmann überreicht. KreiS Wetzlar. XX Wetzlar, 26. Mai. Für die erledigte Stabtbauratsstelle kommen als engste Konkurrenten Regierungsbaurat Golder, Reichsbahndirektion Stuttgart: Regierungsbau- meister Fr. S t ö h r, Reichsbahndirektion Karlsruhe; und Daurat Thein von dem Hafenbauamt Hamburg in Frage. Die drei Herren waren als Wettbewerber am Bebauungsplan ber Stabt Wetzlar betätigt. * Dutenhofen, 26. Mai. Seit mehreren Tagen erfreut unreine Nachtigall gegen 11 Uhr abends mit ihrem schönen Gesang, der stets eine nicht kleine Schar Zuhörer anlockt. Hoffentlich findet dieser Vogel überall den erforderlichen Schutz. XX Aßlar, 2ö. Mai. Die beengtem Derkehrsverhältniss« auf der hiesigen Eisenbahn-Haltestelle wurden durch eine Kommission der Reichsbahndirektron 5rranE- surt a.M. im Verein mit dem Regierungspräsidenten Dr. Brandt- Koblenz auf Erweite- rungs möglich leiten geprüft. <> Hochelheim, 26. Mai. DaS hiesig« Pfarrhaus, das demnächst durch den neu- gewählten Pfarrer bezogen werden soll, wird einer gründlichen Instandsetzung unterzogen. Die Arbeiten werden durch hiesige Handwerker ausgefuhrt. Auch am Dach der hiesigen Kirche werden Reparaturen vorgenom» men. die sich dadurch als notwendig erwiesen, daß das Dach an einzelnen Stellen das Regen- Wasser durchlieh. O Dornholzhausen, 26.Mai. Ein bedauerlicher UnglüdSf all ereignete sich gestern nachmittag bei dem als Notstandsarbeit anerkannten Wegebau von hier nach Lang- Göns. Die Anfuhr der Steine zu dem Ausbau des Weges erfolgt in ber Frohnde durch dis diehöe sitz enden Einwohner. So hatte auch der Landwirt Heinrich Jung von hier mit seinem Pferdegespann einen Wagen Steine an den Weg gefahren, als die Pferde scheuten, durchgingen und Jung eine Strecke Weges schleiften. Hierbei wurde er vom Wagen, der glücklicherweise entladen worden war. überfahren. Jung hat Derlehungen am ganzen Körper davv »getragen, die so erheblich sind, daß sofort ärztliche Hilfe berbei- geholt werden mußte; Lebensgefahr soll nicht bestehen. Eines der Pferde kam zum Sturz und -og sich hierbei ebenfalls Berletzungen zu, so daß es in tierärztliche Behandlung gegeben werden wußte. kz Groß-Rechtenbach, 24. Mai. Ein« große Gemeinde hatte sich heute in dem hiesigen Dereirishause versammelt, um das IahreS- lest des christlichen Iün g l in g sve r- eins zu begehen. Als Festredner waren erschienen Pfarrer Dr. Knapp, Pfarrer Lenz» Stadtmissionar Schmid und Pfarrer Koch au» Lützellinden. Zur Verschönerung des Feste» hatten sich außerdem der gemischte Cho« von hier unter der Leitung von Friedrickl Ludwig, der gemischte Chor von Kröffelbach unter Leitung von Johannes Kuhl au» Drandoberndors und der hiesige Mannerchor unter ber Leitung bes 80jährigen Dirigenten Friebrich Kuhl eingefunben. Die Posaunenchöre von hier,Hörnshäm,Hochelheim u. a. begleiteten in würdiger Weiss die Gesänge. Die Qätung des Gefamtchvres hatte Johannes Kuhl, der Sohn des 80jahrigen Dirigenten. Das Fest nahm einen erhebenden Verlauf. O Ebersgöns, 26. Mai. Die Notiz in Nr. 118 bes „Gießener Anzeigers" bebarf insofern ber Richtigstellung, als aus bem hiesigen Orte täglich annäyernb 10 0 0 (nicht 100} Liter Mil-ch ben Städten Wetzlar unb Butzbach zu geführt werben. XX Erba. 26. Mai. Es war ein glücklicher Gedanke des hiesigen Kriegervereins feine 50jährige Jubelfeier auf ben zweiten Pfingsttag zu legen. Groh war bte Anteilnahme seitens ber beirachbarten Krieger» und Gesangvereine, tote auch die hiesigen- Bewohnen Voll unb ganz mitmachten. Wahrend Kamerad Dörr die Begrüßung übernommen, hielt dev Verbands Vorsitz en de Schlv t 1 - Wetzlar eine kernige Ansprache. Dem Iubelverein gehören noch drei Veteranen an, davon steht Kamerad K a u s im 83. Lebensjahr unb erfreut sich noch einer guten Gesundheit. Dberlahnkreis. & Runkel (Lahn), 26. Mai. In der jüngsten Stadtoerordnetensitzung erstattete der Bürgermeister zunächst den Verwaltungsde- richt für das Jahr 1925, aus dem folgendes hervorzuheben ist: Nach der Volkszählung vom 16. Juni vorigen Jahres wohnen hier 544 männliche und 572 weibliche Personen. Der Magistrat hielt 41 Sitzungen ab, die Stadtverordneten 6. Für die Wieder- beschasfung der Kirchenglocken bewilligte die Stadt 500 Mark. Die Schadecker Treppen wurden erneuert, Kostenpunkt 1178 Mk. Die Armenpflege erforderte eine Aufwendung von 1490 Mk., an Kleinrentner wurden 4380 Mk. ausgezahlt. Für die Er- werbslosenfursorge wurden 4450 Mk. verausgabt. Im Walderholungsheim fanden 16 Kinder Ausnahme. Die Volksschule wird von 136 Schülern besucht. Sodann schritt die Versammlung zur Fest- setzuna des städtischen Haushaltsplanes für 1 926, der in der ordentlichen Rechnung mit 91799 Mk., im. außerordentlichen Etat mit 52 000 Mark abfchließt. Die Gesamthaushaltsrechnung balanciert also mit 143 799 Mk. Die Stadtverordneten stimmten dem Rechnungsplane zu. Die Deckung des Bedarfs soll in der Weise erfolgen, daß ber Zuschlag zur staatlichen Grundoer- mögenssteuer von 150 auf 200 Broz. erhöht wird, während man den Gewerbesteuersatz auf 200 Proz. belassen will. — Der Gesangverein „Teutonia" in Villmar feierte am 2. Pfingst- feiertage sein 80jähriges Bestehe n. Ein Gruppensingen des Nassauischen Sängerbundes verschönte die Feier. Mohr als 500 Sänger nahmen an ber Veranstaltung teil, bie für das deutsche Lieb als hoher Gewinn zu buchen ist. — Der Wassersport auf ber Lahn konnte am Pfingstfest in unserem Stäbtcken recht zur Geltung kommen. Von Samstag früh bis zum zweiten Feiertage bewegten sich bie Ausflügler in mehr als 180 Booten die Lahn abwärts, um die Schönheiten des reizenden Lahittales zu genießen. Viele der Wanderruderer nahmen dabei Gelegenheit, die Sehenswürdigkeiten unseres fesselnden Städtchens in Augenschein zu nehmen. Kreis WefterbnrK- OO Westerburg, 26. Mai. Der Kreis- l e h p e r v e r e i n hielt hier seine Frühjahrs- Versammlung ab. Der Vorsitzende Herr gab einleitend eine Ueber^icht über die für die Lehrerschaft wichtigsten Ereignisse des letzten Halbjahres, wobei er besonders auf die Errichtung ber ti e b r erat ab e m i e e hinwies. Damit sei die Ausbildung des Lehrer-Nachwuchses verlegt von den Seminaren auf die Universität. Bei der Wahl der Vertret e r wurden die Mitglieder Stahl, Mollath, Scherf, Vogt, Funk und Knefel gewählt. Der V e» einsbeitrag für 1926 wurde auf 1 Mk. festgesetzt. Hierauf hielt Lehrer Roeder-Mendt einen Vortrag über „Zeichenunterricht". Für bie Praxis gab ber Vortragende dabei einen Stoss- plan für alle Schuljahre. Anschließend betonte Schulrat Stähler, daß gerade die Ergebniffe des ;ei»en’ lulÄ ber Ö» • linh schl'-S» iM. in natu L ott W. i-M vE ben S ncu3«1 llebun für ® f(ein„ 9 mitt' fine 5 )iM ü.'ltN 1 sie »u Sulch. Dchdc fjntle. ' wieder Kinder zchulhc Ach >(lN bi > lallen, mit V 1 Ehest wohn gegen Haus Strau bekam Hott 3ruf (eher wollte "Dohm ichon ö1 bitima hat er aen, n Spurei ber D noch ! NI < ausger Hand bet am zig stat feffor« Qlntrac leidige: die be! Gericht iugda 'Eigen Le mos m Wer li’lQtioi ocrl 2 Pn Sdji Ansn bei n troa Jahre der 11 unoer 3,5 bi bis 6 Zeend liche rung von 32 aus 32 Lvnbv tEige Aekt, wirksc Gesr indu Suftro ansehn der bo die llr dieser doch bi tiettn. nach t Mont luche gegen 1.75 ?rvz< Odjar ’oeri -ot)ö 1 "lart Kurse. ^ahr«i 3ucke ttoni retvinn >Dtx Mpket Jniej Wom: ^en SM b Nm Stoa bjuk zu einem Objekt der Wirtschaft wird. Cs ist vor allem der Arbeiter, der von den Wandlungen der Technik und im Maschinenwesen am schwersten betroffen wird, und zwar in ökonomischer und Psychologischer Hinsicht. Diesem Problem ist der vorliegende zwanzigste Band der bekannten Sammlung ..AuSgewShlte Lesestücke zum Studium der politischen Oekonomie", der den Titel Arbeiter und Maschine sührt, gewidmet. Abschnitte aus Gustav Schmvller und Karl Marr führen zunächst in das Wesen und in die Entwicklung des Ma» schinenzeitalters ein. Cs kommt dann eine zweite Gruppe von Schriftstellern zu Wort, um den Einfluh der Maschine auf Arbeitslohn und Ar- beitsmarkt zu schildern. 3m Hinblick auf die rein ökonomischen Wirkungen hat sich heute im allgemeinen eine optimistische Auffassung durch- gesetzt, welche besonders in der Stellung der Gewerkvereine zum Ausdruck kommt, wie sie sich aus den Darlegungen ergibt, die auS dem berühmten Buche der Engländer Sidney und Beatrice Webb über Theorie und Praxis der Gewerk- vereine abgedruckt sind. 3m Gegensatz zu dieser rein ökonomischen Wirkung von Technik und Maschine hat man nun neuerdings immer mehr aut ihre so verderblichen vshchologisch-seelischen Wirkungen hingewiesen. Mit dieser Frage beschäftigt sich der letzte Teil des Bändchens. So führt dieser Band in überaus aktuelle und wichtige Probleme der heutigen Soziologie und Sozialpolitik hinein. Cs find das Fragen, die heute nicht nur jeden denkenden Menschen beschäftigen, sondern die für diejenigen ein ganz besonderes Interesse haben müssen, die als Unternehmer, Betriebsleiter oder Arbeiter diese ganzen Probleme selbst miterleben. 253 Rundfunk-Programm deS Aranksnrtrr SenderS. lAus der.Radio-Umschau-.) Jteilag, 28. Mai: 3.30—4 Uhr: Die Stunde der Jugend. 4.30 bi» 5.45 Uhr: chaussrauemRachmittag: „Praktische Winke für die Einmachzeit", Vortrag von Frau Müller- Wagner. 5.45—6.05 Uhr: Die Lesestunde. 6.15 bis 6.45 Uhr: Stunde des Südwestdeutschen Radio- Clubs. Dr. P. Verles: „Steuerung und Modulation von lelephoniejenbem". 6.45—7.15 Uhr: Stenographischer Fortbildungskursus für Anfänger und Fortgeschrittene (Diktat von 80 Silben auswärts). 7.15—7.45 Uhr: Leamlenfottbildungskursus. „Die Organisation der Reichsverwaltung und die Kosten beziehungsweise Ueberschüsse der einzelnen Dermal» tungszweige", Vortrag von Dr. Fritz Neumark. 8.15 bis 10 Uhr: Zwei Komödien von Ludwig Thoma» 1. ..Die Medaille". 2. „Erster Klass«". 10-11 Utza Reue Schallplatten. Zeichenunterrichts sich eianeten, durch Ausstellungen die Freude der Kinder und das Ontcrelie der Eltern an der Schule zu mehren, um so Schule und Elternhaus einander näher zu bringen. An schließend sprach Lehrer Metz- Westerburg über den „Turnunterricht". Nach den Empfehlungen des Redners muß die Turnstunde in zwei Teile zer iaHen. Sie muß beginnen mit Antreten. Marschieren n naturgemäßem Schritt (wichtig für die Mädchen, die oft viel au kleine Schritte machen) unter dem Qlang eines Marschliedes, um bann zu den rhythnu 'chen Uebungen (Körperschule) zu kommen. (Die uorgemadjten Uebungen zeigten, wie wertvoll rur den Körperbau und den inneren Organismus die neuzeitliche Körperschule Ist.) Nach den rhythmischen Hebungen beginnt das Leistungsturnen. Bedingung für wertvolles Leisumgsturneit ist. daß die Riegen 'lein sind, deshalb ist es nötig, sich im Laufe der ,\>lt Riegenführer heranzubilben. Die Stunde wird mit einem Spiel, Marsch und Lied enden, und so .-ine Stunde der Erholung, der Freude und der Kräftigung von Körper und Geist gewesen fein. Um -.(len Lehrpersonen die Uebungen zu zeigen und sie sie zu lehren (denn lernen kann man sie nur durch eigene Hebung) sollen demnächst Kurse In verschiedenen Teilen des Kreises abgehalten werden. Nachdem Schulrat Stähler den Rednern gedankt hatte, forderte er die Lehrerschaft des Kreises auf, wieder für Blurnenpslege leitens der Kinder zu sorgen, damit schon von außen das Zchulhaus einen freundlichen Eindruck Hervorrufe, ’lud) innen sollen Anstrich und Schmuck den Stirn >crn das Klassenzimmer als ein Raum erscheinen lassen, in dem man sich mit Freuden aushält. Tamil hatte die Versammlung ihr Ende erreicht. Maingnu WSR Frankfurt a. M . 26. Mai. Sie Chefrau Katharina Hohler, geb. Strauß, wohnhaft Rödelheimerlandstraße 30, hat beute gegen 11 Uhr vormittags ihren im gleichen Hause in Aftermiete wohnenden Bruder Anton Strauß, her als ein sehr gewalttätiger Mensch bekannt ist. mit seinem eigenen Revolver in her Rotwehr durch einen Schuß in die linke Brustseite oberhalb der zweiten Rippe lebensgefährlich verletzt. Der 'Berichte wollte unter Anwendung von Gewalt in die Wohnung seiner Schwester eindringen, um. wie schon öfters, diese zu mißhandeln. Sie warnte ihn diesmal mit der Drohung, daß sie schieße, trotzdem hat er die Scheiben der Borplahtüre ein.ie chlo- oen, um in die Wohnung einzubringen. Die Spuren einer früheren rohen Mißhandlung, die her Verletzte seiner Schwester zufügte, find heute noch sichtbar, henu der Frau . fehlt auf hem Kopf ein Büschel Haare, das er ihr seinerzeit ausgerissen hat. — Die A e v i s i o ns Verhandlung im Mordprozeß Flessa findet am 1. 3 uni vor dem Reichsgericht in Leipzig statt. Die Revision wird Per önlich von Professor Dr. Sinzheimer vertreten. Au) seinen Antrag - Prof. Dr. Sinzheimer ist Offizialverteidiger - ist neben ihm Frl. Anna Schulz, die bekannte demokratische Stadtverordnete, durch Gerichtsbeschluß als Wahlverteidigerin zugelassen worden. Wirtschaft. Berliner Börse. ।Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Berlin, 27. Mai. Das Herannahen des Ultimos machte sich nach der bisherigen festen Tendenz stärker fühlbar. Die Plotzspekulation neigte zu Realisationen, die auf das Niveau drückten. Die Kurs- Verluste betrugen am Montanmarkt 1 bis 2 Prozent, für 3. (9. Farben 3 Proz. und für Schiffahrtoaktien bis über 5 Proz. Eine Ausnahme machten nur russische Renten, die bei regem Geschäft sehr s e st lagen, und E1 ek troaktien. die zum Teil die Höchstkurse dieses Jahres erreichten. Am Geldmarkt machte sich der Ultimo kaum bemerkbar. Die Flüjsigkeit wurde unvermindert aufrecht erhalten. Tagesgeld war zu 3,5 bis 5 Proz. reichlich angeboten, Monatsgeld 5,5 bis 6 Prozent. 3m Devisenverkehr hatte die Beendigung des Marokkokrieaes eine wesentliche Befestigung der spanischen Währung zur Folge. Madrid erholte sich gegen London von 33,80 auf 32,50 und zog im weiteren Verlaufe auf 32,10 an. 3m Gegensatz hierzu war Paris gegen London nur mäßig befestigt mit 146.75. ^rantfiuifr Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers" ) Frankfurt a. M.. 27. Mai. Tendenz: Clektrvak.ien fest, sonst schwächer. Die schon wirksam getocienen Me.düngen über die guten Geschäftsaussichten in der Elektroindustrie brachten diesem Markte heute einen Zustrom von Käufern und bewirkten eine recht ansehnliche Fortsetzung der Aufwärtsbewsgung her dabei in Betracht kommenden Papiere. Auch die Ämsoptättgkcit erfuhr eine Steigerung. Bon dieser zuversichtlichen Strömung vermochten jedoch die anderen Märkte kaum etwas zu profitieren. Die Tendenz war hier mehr oder weniger nach unten geneigt. Stark vernachlässigt waren besonders 3. G. F a r b e n, die volle 4 Prozent nachgeben mußten. Bielfach konnte man Versuche beobachten, die Aktien der 3. G. Farben gegen Clektroaktien zu tauschen. AEG. waren 1.75 Prozent, Schuckert 2 Pro ent, Siemens 1,5 Prozent und Bergmann 3,5 Pro-,ent höher. Scharf gedrückt waren vor allem Schiffahrtswerte, von denen Hapag 3 Prozent, und Rord- loyd 2 Prozent einbüß en. Der Bankaktien- -narkt hatte bei geringem Geschäft gehaltene Kurse. Autoaktien gaben weiter nach, nährend Maschinen zum Teil gehalten blieben. Zuckeraktien neigten zum Rachgeben. Bon 71t o n t an a f 11 en konnten Riebeck-Montan 2,25 tetoinnen, während die übrigen Werte dieser Gruppe, mit Ausnahme von Harpener. die be- tzauptet lagen, schwächer wurden. Deutsche Anleihen verkehrten ohne jede Anregung bei wilkommen stillem Geschäft. Bon ausländischen Renten waren Türken etwas gefragt und besonders Russen begehrt. Der Freiver- (ehr hatte stilles Geschäft, Deckerstahl 35. Benz 71, Brown-Boveri 77, Cntreprise 9, Growag 60. Krügershall 100, Ufa 51. Ufra 78. 3m weiteren Beriaufe steigerte sich die Kaufbewegung in Clektroaktien, wodurch auch die übrigen Märkte beeinflußt wilden. Teilweise konnten die Einbußen etwas ausgeholt werden, doch blieb das Dill» ziemlich uneinheitlich. Am Geldmarkt hält das Angebot an. Tagesgeld 4 613 41 t Proz., Monatsgeld 5 bis 6» - Proz. 3m Devisenverkehr konnte sich Paris auf 147 leich erholen. Brüssel blieb dagegen unverändert mit 152,50 gegen London. Mark und Pfund liegen weiter f* TstUT. Börsenkurse. (Cbne Gewahr.) Ban 1 no 1 en. (Ohne Gewähr.) 4° IcuudK 'JirtSSanleilK 3Tcuuch- ‘H tjj.ankioe 5*, IcuifctK 5tct(6öaniei0e Tcuticbt cparprdniicnanieitx istcutmL. wcuiivf j 4v0 Hrh," 3* :v, Hcncn 3*/o Heuen Teut'ch, Luu> ToU'.tJul Df» 1 oll * SebifenmarU Berlin—Arankfurl a. M. Telegraphische Auszahlung. (Ohne Gewähr.)___________ 5% Berimcr Handels. teMchan domin. cv und "tuvat ^-anl Taann und "Jia Trut'rtic <>anf ««miivMnt DiScoino t-ommanDii ■Uk’lntlbanl ■J-VuielDcut'ttc Crrditbank Ccüt reianittie tirronamtall »fälMml tioct)inner (3nn Budcr « .... tflrc ...... t cauin .... Mvrtvanworie Maunbeim itranffurtcr Mrmatnrtn gouleroentodrik Braun Metall gesell chan Ttrantfnrt 'Bet Union etbub’obrif Her; . . Sichel . . . . ,3cU(to : Waldchol . . . Zucker abnl ftranfcntbal . . 3udrrmbrit Wagbäulel IrranHun a-lV vWrliu y ?-.u • । rs Sm"iu6« H*T» lufawo M » ? y 38 5 27 5 U. 187» I.W0.5 e.stv — — — — U.35 i X5O3 8.3.5 ejj - U ll'Ü — — — 4.2303 — 0.35 ).36O2 — 0.17 — — —— _ —— — — — 0.33 _ 10U — 96 — * — — —— IS M »2 23 12.13 — IG.ü 16.4 4*.75 d 151 3 — 13.5.3 13.5 V U».. 7 iw.: UL 3 132 1- u*. 32.6 ivn y 12t,5* I-S 128.5 87 — — i ö.f 133 7* 91 5 135 i »85.7 Hl.Ti — ms 109.5* uv 11"’ 6.83 6.7 - 4.7 6.7 »«-.73 - 1U1.5* ioy 68. - 64.74 61.25 bfl $8.8 53 33’ 109 5 xis* IOK.?’ KW l»- J ll» Ul 6 ll» 3’ 131.3- 124.5 134.5 119.7 »25* 129.73 - 118.5 Ul - 133.5- vr» 11.73 — W 35 63 50.12 — 51' d 81.25' 83* 85- 81.5 111,5* (W 112 1O9.2' um». 3 IM.4 106 IW 78-3 * — — 134,5* 130,5* 134 129’ I30.6- 128.5- 131 127.5’ 55 _ — _ — — _ *- 70 — — —- - __ iw.r 176.5* 181* 176.5’ 73.05 73 73.5 73.9 6(1 — — — 76.5 74.5 75 75.5 119 119,5 — — 116.6- U9.7’ 117- 130’ 116 123,5* 116.5' —- 97 — — Ul’.7 107.4* 103 107.7’ 161 ’ 156,7* IG3* 156.5' 63 63.85 63 33 68.73 63.75 — 64 61.25 25 — — — 37 5 — •• — — 11.75 18 — — — 33 — — •* tos 4 — — 73 — 72 — — ■ 4 _ — — 122 — 122.5 — 48 1 — 48,5 57.5 56 * d 25 Mai. 20 Mai- ÄmtUche 97ott runa Amtliche ^cld »omrgng Boe 'Seit- 1 Bne> Mmit.- -Jtou 168,51 168.96 168.69 1.681 (69. h 1,685 Buen-Aircc 1.681 1.685 Brss- Antw 13.2.3 13,27 13.24 13.28 ibriflinnia «0.61 .10.86 '•0,91 91.21 Ropenhaflcn 110,16 110,44 110.26 110,51 etoefbotm 112,24 112.52 112.28 112,56 delnngforS 10,55 10,59 10.55 10,59 Äialicn - 15,-59 15,63 15.71 15.78 London. -0.102 20,454 20.409 20.461 -Jleunort . 4.19.5 4.205 4.195 1.205 Daris. - 13.61 13,68 13.88.) 13.925 Schweiz - >1,22 sl.42 81.36 81,46 Spanien 61.17 61.33 63,22 63,38 Japan - - 1.973 l 977 1.969 1.973 Hio 6c Ian '.640 1.642 0.638 0.640 Wien in D CefL abgrst jS.245 59,385 59,255 59.3M Prag . ■ 12.423 12,463 12.423 12.46.1 ipeljrab 7.102 7.422 7.4" 7.42 Budapest. Bul aricn ,8.5.5 5,875 5.855 5.875 .045 3,055 3,045 3,05.» V flabou Danzig ■ 1 435 -1.485 21.465 21.51) 80.87 81.07 80.92 81.12 (tonst nmi i. 285 .295 2.31 .'.32 Suren 5,59 5,61 5.51 5.56 Kanada 1.194 1,204 1.196 4.206 Uruguav 1.305 1.315 4.303 4.315 Berlin. 36 Mai (Selb Brie' Amerikanische 'Jtoiew..... 4.20 4,22 Belgische 'Xottu ....... 13.32 13.38 Dcmi'ckc 97ottn ...... Englilche Noten ....... 109.87 20.357 110,4) 20.457 JramoitfAf ........... Holländische Noten .... 13.7» 13.8'1 168.13 168.97 Ül Uicnii(6c Noten ..... 15,64 »5,72 Norwcailche Noten 90.37 90.Kl D#uticb.Ccftrn .iioo Jhoncn Rumänische Noten 59.30 59,611 Schwedische Roten . . 111.82 I12.3K Schw.-iter ‘.'Zoten 81.15 81.55 Spanische 'Xotcn .... Kcherdoslowakische Noten . . Unaartlche Roten . , 60,97 61.27 12.405 5.83 U. 465 5.81 Schach-Ecke. ’3 e a r b * »i v • " v n ID O r b a d> Alle für die Redaktion bestimmten Mitteilungen. Lösungen ulw. sind zu richten an die Schachredaktion des „Gießener Anzeigers". Problem 9ir. 63. Don M. Joseph. Schwarz a h i «I r eh n ta ■ G Ä M 1 Weiß. Weiß zieht und setzt in zwei Zügen matt. Weiß: 10 Steine Kcö, Db7, Tfb, Lbl, Lc3. Se2, Ba5, Bc5, Bf6, Bg4. Schwarz: 9 Steine Kc4 Dd3, Ta4, Th3, LI8, Sa8, Sg2, Be3, B17 > Partie 9ir. »8. Gespielt in her 2. Runde des SemmeringwrnierS. Holländische Parti:. Weiß: Gilg. Schwarz: Dimzowitsch. 1. d2-d4 1. n-f5 2. g2-g3 2. d7-d6 3. Lfl — g2 3 Si'8-f6 Die holländische Partie ist für den Rach- ziehenden keineswegs leicht zu behandeln: sie wird in den modernen Turnieren nur äußerst selten angewandt. Aber gerade deswegen wählt sie ja Rimzowitsch. 4 c2 - c3 4. Sb8-c6 Zu stark auf Berteidigung gespielt. Schwarz sollte feine Figuren rascher mobil machen. 5. S? 1-113 Sf3 ist jedenfalls vorzuziehen. 5. . . . 5. e7 - e5 Weiß hat sich äußerst ungeschickt aufgebaut, kein Wunder, daß Rimzowitsch sofort die 3nitia- tive ergreift. 6. 0-U 7. f2-ß 8. Kgl -hl Warum 6. h7-h6 7. d6-d5 nicht e4. 8..... 9. d4xe5 10. Sbl-d2 11. e2-e4 12. f3xe4 13. Tfl-el Schwarz opfert im 8. Lf8-d6 9. Sc6xe5 10. 0-0 11. f5xe4 12. Se5-g4 13. Dd8-e8 Interesse des Angriffs diesen Dauern. 14. e4> di 15. Sd2-tl Die Läuferentwicklun 14. De8-h5 15. Ld6-c5 g nach dz war richtiger. 16. Lcl-e3 16. Lc5xe » 17. Sflxe3 17. U8-d7 Schwarz hat nun ein starkes Spiel. 18. Ddl-d4 18. Ta8-e8 19. Se3-fl? Bester 19. Sxg4 Sxg4 20. Kgl 19. . . . 19. ß--t5 2a ShJ-ul? 2a Sl6-e4! 21. Sgl -10 21. So4-(6! 22. UxxA 22. Sfaxc4 23 Sn3-gl 23. Se4-f2 + 24 Khl -g2 24. Ld7-h34- 25. Sglxh > 25. Dh5-f3+ Aufgegeben. " eine von Weiß sehr zahm gefpielte aPrtte. Lösung des Problems Ar. 61. Don O. Brenaoder. 1. Dd7-e6! 14-13 2. Sg4 -12, Kg5-f4 oder h4 oder h5-h4 3. St"2- h3 matt oder De6xe7 matt oder De6—c5 matt. 1. .... Kg5-b4 2. Sg4-e5 nebst 3. Se5-f3 matt- 1 h5x-g4 2. Oed- gö nebst 3. Dg6-h6 matt • Richtige Lösung zu Problem Rr. 61 sandw ein: Herr Br. au- Gießen. Die Narrenkappe. Splitter und ©parren vom Redaktionstifch. Das Kind spricht... Fritz wird in der Schule gefragt: .Was ist «in Sbcv?“ „Cin Ober ist her Mann von einem Schwein, aber etwas verwildert ' * Der kleine Willi ist bei Großmutter auf dem Lande zu Besuch. Gines Tages ist er ungezogen und die Großmutter will ihn gerade dafür bestrafen. Sein Freund und Kumpan Hans, der jenseits des Wege« steht und Ausieht. rüst ihm zu: „Du, Willi, lauf schnell durch den Dreck, die Großmutter hat Filzschuhe an.“ Dies irae. „Sine erstaunliche darstellerische Leistung war das heute wieder! 3hre Tochter ist eine große Künstlerin!“ sagte Kuno. „Sie haben sich in her Adresse geirrt,“ entgegnete Frau S., „meine Mama sitzt da brühen -1“ Da lachte der Doktor M.: „Wie können Sie so kurzsichtig sein, mein Liebster! Das ist Frau S. selbst, unsere allverehrte Heroine!" Da sah Kuno ein, daß nur ein kürbisdickes Kompliment ihn einigermaßen rehabilitieren könne. Mnh seine Stimme vibrierte vor Treuherzigkeit. als er sagte: „Gespielt haben Sie heute! Gespielt!! Mit einem Elan, mit einem Feuer, wie seit 3ahrzehnten nicht ...“ Juwelen. „Ach, Sie sind doch 3uwelier, wie interessant. Dann könnten Sie über einen Streit entscheiden. den ich mit meinem Mann gehabt habe. Sehen Sie mal diesen Ring hier. Mein Mann tagt „Türkis" auf die Steine und ich tage» „Türkisen". Was ist richtig?" „Gnädige Frau, nach genauerer Besichtigung würde ich Vorschlägen, das Wort wie „®ladd auszusprechen." Boshaft. „Herr Pahlke Hai gestern alle meine neuesten Frühltnasgedichte gelesen." „Seyen Sie, ich hatte schon immer eine Ahnung, der Mann würde sich mal ein Leid antutii.“ Kurz und bündig. Das Finanzamt in T. beanstandete die Steuererklärung eines Dankdirektors und schrieb u. a.: „Wir vermissen den Gewinn aus Spekulationsgeschäften Im Cinfchähungsjahre." Der Dankdirektor onwortete nur: „3ch auch." beachtenswerte Bewegung. 3m Lieferungsci?fchäft stellte sich Weizen für lausenden Monat etwa 2 Mark höher, 3uli- und September-Termine 1 bzw. 1,50 Mark gebessert. 3n Mairogaen lagen erneut größere Andienungen vor. Herostmoiate 1,50 Mark fester Cs notierten per 1000 Äüo: Roggen, märt., 176 bis 181; Sommergerste 187 bis 200; inlänb. Gerste 169 bis 182; Ha, er. märt, 197 bis 208; per 100 Kilo: Weizenmehl 36,75 bis 39,50; Roggenmehl 25 dis 26,50; Weizen- klcie 10,50; Roggenklcie 11,50 bis 11,60; Biktoria- erbsen 33 bis 43; kleine Speiseerbfen 25 bis 26; Suttererbfen 20 bis 25; Peluschken 20 bis 23; Ackerbohnen 22 bis 24; Wicken 28 bis 31; Lupinen, blau, 12.50 bis 13; Lupinen, gelb, 15.50 bis 17; Serradelle, neu, 39 bis 45; Rapsiuchen 13.80 bis 14; Leinkuchen 17,60 bis 18; Trocken- schnitzel 9,80 dis 10,20; Svyaschrvt 19,20 bis 19,50: Kartoffelstöcken 17.40 bis 17.50 Mark. .•anfTurtcr Getreidebörse. Frankfurt a. M.. 27. Mai. Es wurden notiert: Weizen. Wetterauer. 29,75 30.25 Mk.: Roggen, inländifcher, 19,50—19.75; Sommergerste für Brarlzwecke 22 24; Hafer, inländifcher. 21.50 bis 23; Mais, gelb, 17,75—18; Weizenmehl, inländisches. Spezial 0, 42,50—43; Roggenmehl 28,50—29; Weizenkleie 9,25—9.50; Roggenkleie 11 Mk. Tendenz; fest. Franksurter T^lachtv.chmaitt. Frankfurt a. M., 27. Mai. Auftrieb: IRind. 668 Kälber, 50 Schafe, 522 Schweine. Kälber: Feinste Mastlälber 72 bis 78. mittlere Mast- und beste Saugkälber 63 bis 71, geringere Mast- und gutt Saugkälber 55 bis 62, geringe Saugkälber 45 big 54. Schafe: Mastlämmer und Masthämmel 45 bis 50. geringere Mast Hammel unö Schafe 40 bis 44, mäßig genährte Hammel und Schafe (Merzschafe 30 bis 34. — Schweine Bollfleischige von 80 bis 100 Kilogramm 76 bis 80, unter 80 Kilogramm 72 bis 75, von 100 bi- 150 Kilogramm 76 bis 79. unreine Sauen und geschnittene Eber 60 bis 70. — Marktverlauf: Langsamer Handel, bei Schweinen etwas Hebcrftanb. Büchertifd). — Der fünfte Band des 3ahrbuchs der Sammlung Kippenberg, ist wiederum ein wahres Schatzläst ein neuer Funde aus der Goethezei:, deren titcrarifdjer Erschließung ja die ganze persönliche Liebe Anton KippenbergS. des 3nhabers des berühmten Leipziger 3n!cf-CBer- lags gehört. Briese von, an und um Goethe. F. W. Riemers Tagebücher, ein zeitgenössischer Bericht über den Erfurter Kongreß, ein Aufsatz Kippenbergs über die erste englische Ausgabe des „Werther", das sind unter man dem andern mehr die Ergebnisse eines emsigen Suchens und Forschens. 902 Bon her bekannten Sammlung .Wie baue ich mir selbst?" liegt Dd. 21213: „M o 1 vrra d", Teil 1 vor. Der Berfalser, 3ng. Walter Höfling nn bringt im vorliegenden 1. Teile auf 48 Seiten Te»t und an Hand von 38 Abbildungen und einem Modellbogen die Anleitung zum Selbstbau eines 2 '4,5-P. S.-Tliertatimoiors. ES hart natürlich nicht verkannt werden, daß einige Teile belfer getauft werden weil die Selbsther- stellung nicht gut möglich ist oder kaum lohnt. Liber auch in solchen Fällen sind Fingerzeige für eine billige Beschaffung gegeben. — Der Preis des Doppelbandes beträgt 1.60 Mark. 248 — Diehl-Mombert: Arbeiter und Maschine. Ausgewählte Lesestücke zum Studium der politischen Oekonomie. Herausgegeben und eingeleitet von Pros. Karl Diehl und Prof. Paul Mombett. Band XX. Karlsruhe 1925. Berlag G. Braun. VIII. 216 ®. Leinen Mk. 4.—. — Mehr als je empfinden viele von uni heute die Tatsache, welche Simmel einmal als »Der» wirtschaftlichung der Kultur" bezeichnet hat, die (ich vor allem in der Gefahr zeigt, daß der Berliner Produktenbörse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Berlin. 26. Mai. Die Grundtendenz im Berliner Produktengcschäft bewegte sich bei Beginn für Weizen in festen Dahnen, für Roggen dagegen blieb hie ^linfaytätigkeir tuyig. Die leicht befestigten Depeschen vom Weltmarkt boten beiden Preisen eine mäßige Anregung, zumal für prompte Au^landware befriedigender Absatz an die deutschen Mühlen besteht. Gerste ruhig, nur in Futtersorten vereinzelter Absatz. Hafer behauptet, Mehl still, auch Futtermittel ohne Menfch unter dem Einfluß der Technck, Maschine und Großbetrieb immer mehr aus einem Subjekt Das lachende Haus. Roman von Sophie Kloerß. 87. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Wie sie sich aber emporziehen wollte, gelang das nicht. Zu schwer der Körper, der niederzog; kaum, daß sie die Arme so weit auf das Eis brachte, um nicht abzusinken. Wieder, immer wieder ein neuer Versuch, jeder verzweifelter, jeder ermüdender — — sie kam nicht heraus. „Dina, Dina —", was hatte denn der Hund? Wie toll kreiste er auf dem Eise, bellte, heulte, — jetzt sauste er ab.- Sie will Menschen holen. Gute kleine Dina, dachte Thora. Aber wer versteht sie? Und sie mühte sich von neuem. Heider Steffen hatte eben die letzte Last verladen lassen und wollte nur Ille einen kurzen Gitten- tag sagen, — vor Ille brauchte er sich ja nicht zu scheuen —, da sauste etwas wie wahnsinnig auf den Hof, flog auf ihn zu, bellte, schrie, man konnte es wirklich nur schreien nennen, jagte wieder fort, rannte — immer laut bellend — im Kreise am Hause und an den Ställen hin, zu den Polacken, nun wieder zu ihm. — Herr Gott, das war ja Thoras Hund! Was hatte der? Was wollte der? Jetzt schoß er wieder zum Heckenweg, jetzt sah er sich um. — In den Minuten hat Heider Steffen seine langen Beine gesegnet. Er rannte, wie er im Leben noch nicht gerannt war. Er rannte, daß er kaum den Grund berührte, einen Schritt nehmend, wo andere drei brauchten, in langen, schwingenden Sätzen — —BMUMl’tiWMmMI R IW Ul' BragltCMWKagPgMBtg——I schon sah er das Tier über das Eis saufen, sah undeutlich in der einsetzenden Dämmerung etwas auf dem Eise, das sich dunkel abhob — nun kam Thoras Stimme: „J)ier, hier! Ich halte mich schon noch, — ich —* da war er heran. Sich niederwerfend, um das Eis nicht übermäßig zu belasten, schob er sich die letzten zehn Meter näher, griff nach ihren Händen, — wie froststarr die waren — zerrte mit eisernem Griff, jetzt packte er unter die Ellenbogen, jetzt unter die Schultern — und da kniete sie neben ihm auf dem Eis, triefend, schauend, zitternd, und doch — sie wäre ja sonst keine Bunsen gewesen — lachend. „Das war höchste Zeit, Herr Steffen." Er lachte nicht mit. „Ja, das war es. Können Sie wohl aufstehen? Nein, ich will erst Ihre Schlittschuhe lösen. Wenn der Hund nicht gekommen wäre — wenn ich nicht noch auf dem Hof gestanden hätte —" Dann.sprachen sie beide nicht mehr. Die Eisen klirrten von den Füßen. Nun standen sie, Thora schwankend, aber schon wieder mit festem Willen sich zusammenreißend, — Steffen sehr blaß, mit fest zusammengedrückten Lippen. Wie böse er aussah! Ihr verging das Lachen. „Nehmen Sie meinen Arm!" Ohne Widerspruch gehorchte sie. Halb gleitend, halb gehend erreichten sie das Ufer, gingen — immer noch wortlos — an das Haus und hinein. „Ziehen Sie sich sofort um!" sagte Steffen kurz. „Ich werde Ille sagen, daß Sie Ihnen helfen jgll." Während Thora sich ganz scheu auf ihr Zimmer hinaufbegab, suchte er Ille und schickte sie der Schwester nach. „Sorgen Sie, daß Fräulein Thora sich hinleot! Sie kann eine Lungenentzündung bekommen.^ „Und Sie? Sie scheinen mir auch ziemlich naß geworden zu sein." „Ich setzte mich so lange an den Ofen, bis Sie wiederkommen und sagen, wie es Ihrer Schwester geht." „Herrje," sagte Ille oben, „das lanae Laster hatte eben ein paar Augen — dem möcht ich aber nicht begegnen, wenn er mal in Rage ist. Ziemlich scheint er es schon zu sein. Du sollst dich hinlegen. Er kommandiert einfach nur so." „Ich leg' mich nicht hin." „Thora, sei verständig!" „Laß mich gefälligst in Ruhe! Ich tu, was ich will." „Oller Bock!" Heider Steffen hatte noch nicht lange am Feuer gesessen und zornige Gedanken gehütet, da kam ein Tritt die Treppe wieder herunter. Thora in trockener Kleidung. Ille halle es oorgezogen, sich nicht sehen zu lassen. Mochten die beiden ihre Kämpfe unten allein ausfechten, denn heute prallten sie sicher gründlich zusammen. Der Lebensretter war so gar nicht romanhaft gerührt. „Sie sollten sich doch hinlegen!" „Das hab' ich nicht nötig." Es sollte gar nicht trotzig klingen, aber auf den Mann wirkte es doch wie Trotz und Widerstand. „Nein, Sie haben nichts nötig, was andere Ihnen sagen und raten. Sie sind sich selber Gesetz. Sie sind so vortrefflich, Sie sind so, so —" „Was denn noch?" Ganz still stand das Mädchen, sah mit gesenktem Kopf, ein bißchen schuldbewußt, ein bißchen hinterhältig zu ihm auf. „Was denn noch?" Aber mit ihm ging es durch. „Ob man Sie liebt wie ein ganz Unkluger — ganz gleichgüttig! — Ob man Ihnen das Leben leicht machen möchte mit allen Kräften — so einerlei! — Ob man Ihnen da» Leben rettet — nicht mal wert ist man, daß Sie zum Dank einen vernünftigen Rat befolgen. — Sie, Sie, — ein Trotzkopf sind Sie, ein Querkopf — ein —" „Was noch?" „Aber nun muß es zu Ende sein. Ich Narr —, na, man hofft, weil man liebt. — Nein, Sie brauchen sich nicht zu fürchten, ich werd' Ihnen nicht mehr lästig mit meinen Gefühlen. Ich geh' jetzt meiner Wege. Mag ein anderer Gottesgabe und alles Drum und Dran bekommen. — Adieu, Fräulein Bunsen." „Ja aber, ja aber! — Einen Augenblick, ich kann doch nicht. — Ich kann Ihnen doch nicht auf den Hof nachlaufen. — Bitte, nur einen Augenblick —" Und als er, sich wendend, kurz stehen blieb, kam es ganz leise: „Wenn Sie meinen, daß ich einen Herrn brauche — das meinen Sie doch? — ja dann — dann muß ich doch Ihre Frau'—" und zornig ausbrechend: „Sie machen es einem aber auch zu und zu schwer!" „Dos hättet ihr ja auch wirklich eher haben können", sagte Ille, als sie nach einer Viertelstunde von oben kam. „Meinen herzlichen Glückwunsch, Thora! Du bekommst einen netten Mann. Ihnen, lieber Schwager in spe, kann ich nur kondolieren. Hier im Haus hat sie keiner regieren können, möge es Ihnen besser gelingen!" ' w Sie ging an das Telephon. ** „Was willst du? Mutter benachrichtigen? Nein, die soll morgen überrascht werden." „Ich will euch nur eine Ehrendame besorgen, denn ich fühle mich dem nicht gewachsen. Kallies haben keinen Anschluß, aber was meint ihr, wenn ich Frau Qualmann kommen lasse?" (Fortsetzung folgt.) WMMUMiMsD Einladung zum Republikanischen Tag am 29. und 30 Mat 1926 Wir laden die gesamte Bevölkerung unserer Stadt und der Umgebung zur Teilnahme an unserem republikanischen Tag herzlich ein. Festfolge: Samstag, den 29. Mai,abends 8.30 Uhr,in der Volkshalle auf dem Trieb Begrüßungsfeier Sonntag, den 30. Mai,vormittags 10* , Uhr, auf dem Oswaldsgarten Bannerweihen. Weiherede: Bundespräsident Hörsing, Magdeburg, lieber reichen einer Schleife durch den Republikanischen Frauenbund, Gießen. Sonntag, den 30. Mai, vormittags 11' 4 Uhr, vom Oswaldsgarten aus Banner-Umzug mit Trommler- und Pfeifer-Massenkorps durch Steinstraße -Marburger Straße - Walltorsttatze - Kirchenplatz - Neuen Bäue -Neuenweg - Seltersweg - Westanlage - Ecke Schanzenstraße. Sonntag, den 30. Mai, mittags 1 Uhr, auf dem Oswaldsgarten und den Seitenstraßen, Aufstellung des Festzuges. - Marschroute: Neustadt - Bahnhof- sttaße - Alicensttaße - Seltersweg - Goethesttaße - Südanlage - Bleich- straße - Ludwigsttaße - Kaiserallee. Sonntag, den 30. Mai, nachmittags 31/, Uhr, auf dem Platz vor der Volkshalle : Ansprachen und Masfenchöre, anschließend Volksfest und Konzert. Sonntag, den 30. Mai, abends 8 Uhr, in der Dolkshalle Festabend. Als Vertreter der drei republikanischen Parteien (Demokratische Partei, Sozialdemokratische Partei und Zentrumspartei) werden sprechen unsere Kameraden: Bundespräsident O. Hörsing, Oberpräsident in Magdeburg, Oberbürgermeister Dr. Luppe, Nürnberg, Senatspräsident am Kammergericht Dr. Großmann, Berlin, Regierungsrat und M. d. R. Knoll, Darmstadt, Redakteur Fr. Ebert, Berlin, Frau Bios, Stuttgart, (Republikanischer Frauenbund). Außerdem werden Staatspräsident Ulrich und weitere Vertreter der hessischen Regierung unserer Feier beiwohnen. Abzeichen, die zum (Eintritt zu sämtlichen Veranstaltungen berechtigen, sind im Vorverkauf bis Freitagabend bei der Oberhessischen Volkszeitung; Friseur Kleinschmidt, Neustadt und in unserer Geschäftsstelle, Gewerkschaftshaus, und bet sämtlichen Gruppenführern zum Preise von 75 Pf. zu haben. An der Tageskasse Preis 3Ut 1.-. Wir bitten alle Republikaner ihre Häuser festlich zu flaggen. Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold Für den Festausschuß: Univ.-Prof. Dr. Kinkel (Bauleitung: Ortsoerein: Storck, Gauvorsitzender und M. d. L. Stud.-Rat Schoen, I. Vorsitzender 4627 D Freitag, den 28. Mai 1924, nachmittags 2 Uhr, versteigere ich im Löwen, Neuenweg dahier, zwangsw. gegen Barzahlung: 1 MWWne, 1 idirribtiiX Iftommohe, 2 Tiroanö, 1 Stfjlaf* zimmmittung, 1 .Aeider- itonf, t ikftemMN, 1 ftliio flüthrrciit, 1 AMml. 4640 V Hebbel, Hess. Gerichtsvollzieher in Gießen, Dammstraße 24 I. iiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiniiiiniiinniiniiiiiiiiiniiiniiiiiiii Hühner jttitsr Beachten Sie mein Spezia! -Schaufenster! SMMAW toen W Mäusburg 17. 03725 s!IIII!!IIiIIIiIII!II!!I!IIIIII!IIIIIII!II!IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII Achtung! 03745 SM Spargel, ©iitlep, Blumen- W. WüHien, Bönen DV »roste Sendung einactroffeu Berkans: Freitag irüb von 8 Ubr an im Hose Neustadt 19. Frau Frosch, Teleph. 1051. Apfelwein-, Erdbeer-, Johannisbeer-, Weitz-, Rot- und moufs. Weine erster Firmen, empfehle in vorzüglicher Qualität preickwürdig. 4204c August Wallenfels Feinkost und Weinhandlung Marktplatz 17 Telephon 1662. 50 allerscinstes das Liier l.SO.tf feinstes 1.40. H 35 30 40 c 2 — 4 Mündig.......Hfh ff. Cabliau odne Kops im Ansschniil...... Psd. Frische Bratichellstsche Frische Fischkoteletts ,, Salatöl (©ternumxfei. MeM ieinstc Schellfische ohne Kops lose u in ', u. Vi-Liter-Flafche Türk & Pabsts allerscinsteö Salatöl in ,-Lil.-FI 2.30./? 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Mannhelm-Rhei nau 54 WUWWWW.AMW Das Millionendefizit im hessischen Staatsvoranschlag und die Gleichgültigkeit der Regierungsparteien gegenüber der wirtschaftlichen Notlage, gekennzeichnet durch die letzten Steuerzettel, zwingt zu einem Volksbegehren, durch das die Auflösung des Hessischen Landtages erzwungen und die Neubildung einer Regierung herbeigeführt werden soll, die den lebensnotwendigen Belangen des Bürgertums Rechnung trägt. Für alle, welche sich bei den Haussammlungen noch nicht eingetragen haben, liegen die Unterzeichnungslisten von Freitag, den 28. ds. Mts., ab, an folgenden Stellen auf: Bureau Des W. WMV n. SlU-WUs, WulM 291. vorm. von 9-1 Uhr, nachm. von 3-6 Uhr, Samstag von 9-1 Uhr GkWWM öes ößOätiefißepBereins, BaOoüoliiraBe 49 vormittags von 9-12 Uhr. 4641D ftkadem scher Gesangverein Wiederbeginn der proben 31. SifSai abends 8 Uhr, im Großen Hörsaal der Universität k Vollzähliges Erscheinen dringend erforderlich Der Vorstand ul SrOmMS. 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