gramm. < $ ^ausorchestecs- °n Snedrich Huch "W L°> otgesundheitsNtg t3Mc - 5m. - »Wandern". 615 Jetfl, Leiter der ckershausen, spricht Hebmg der beut« j lM)t: n6ine geo« ?n Kolonialsrage" il 4.15—7.45 llfjr: M Dege der gc- Merl Oie De. itdozent Dr. Heine- chichnde. 8.15 bi* Ring“, Drama von Hr: Oltue Schal! - d°b°ks, (Selb) JJofet, '■l 0. 429tM, 'e 1MoV2.75, ~34, Ä9tofl: n, 9 fr 40 bis lr°inet 'fc und 1U16,50. S(?52,Lti'B: .01 • altere Qa? ?L«h°2 Nr>K Unb. beste »t ff ,Ullb gute 2,und l^wnnnel und 80 bi?82ki^i9e ÄiLbiß 12i) e5?t tö6i*70-2 ,em Handel aus- MM leibst dabei! >en )er reiten, astizität erprobte ihlräumc ite Fahrt. lEEI raun- ifcn machen willst lieb» siche kommst- Mutter -aus. — Ueberhoupl, auscinandergezottet ist du auch mal au » __ Ille warf ote das reicht nichtA ir nur davon habt Küken? Dos wird id)on. Wiedersehen. L-°°-7Z Muter,frafg."7r, e8an,ll g|X keine « ** i und heu ., flr in- 7 Klb-en uni ^ÄenbMln- Mb, Fr° sLE Nr. 97 Erstes Blatt 176. Zahrgang Dienstag, 27. April 1926 Crjdjeint täglich,außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Schalle. Monats-Bezugrpreir: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Richter» scheinen einzelnerRummeru infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsfe: Schriftleitung 112, Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten. Anzeiger Sieben. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhefsen vrvck und Verlag: Brühl'sche Univerfiläts-Buch- und Steindruckerei R. Lange in Siehrn. Lchriftleitung und Geschäftrstellei S-nNrahe 7. Annahme von Anzeige» für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Neichspsennig, Platzvorschrift 20“ , mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Will). Lange. Verantwortlich für Politik Dr Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.Tbyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein; für den Anzeigenteil Hans Füstel, sämtlich in Gießen. Der Berliner Vertrag. Die Veröffentlichung der Vertragstexte. - Ein begleitender Notenwechsel. — Die Ausnahme in Vertin. Mit seltener Einmütigkeit hat der Auswärtige Ausschuß des Reichstages dem neuen deutsch-russischen Vertrage zugestimmt. Das tft immerhin insofern erfreulich, als sich daraus ergibt, daß in den Grundlinien und in de.- Zielsetzung unserer auswärtigen Politik eine weitgehende Uebereinstimmung besteht, iiaf) wir uns also im Grunde nur über den Weg treiten, auf dem wir das Ziel erreichen wollen. Das gilt für den Westen mehr als für den Offen. Jedenfalls erkennen auch diejenigen Partien, die an unserer Westpolitik Kritik üben, weil sie ihnen eine zu einseitige Bindung bedeutet, an, daß ein Gegengewicht nach Osten in jedem Falle geschaffen werden muh. Aehnlich war hie Lage ja auch schon bet Rapallo, nur daß damals durch taktische Llngeschicklichkeiten das. was ein Erfolg hätte sein muffen, in einen Mißerfolg verwandelt wurde. Dieser Vertrag durfte nicht von den Osterglocken von Rapallo eingeleitet werden, weil Lloyd George damit die Möglichkeit bekam, uns die Schuld an dem Scheitern der Genueser Konferenz von vorn- berein zuz. schieben und unsere ganze Politik der Zweideutigkeit zu beschuldigen. Genau so wird es auch diesmal gehen, nur mit dem Unterschied, dah die Schuld zweifellos licht auf deutscher Seite liegt. Der Berliner Vertrag ist eine Folge der Locarno-Politik. Er war nötig, um das Gleichgewicht in der europäischcn Stellung D:utschlands wieder aus- »ubalanciercn. das durch Locarno nach Westen hotte verschoben werden können. Er war schwierig. weil die Russen ursprünglich sehr viel wertergehende Forderungen stellten und einen Bündnisvertrag haben wollten. Sie zielten eben, von ihrem Standpunkt ans ganz begreiflich, ■ darauf ab. uns in eine Kombination zu verwickeln. die uns die Fortsetzung der Locarno- Politik überhaupt unmöglich mach'.e. Das haben < wir abgelehnt, darüber- ist sehr lange gestritten worden, und nrst nachdem die Russen gesehen hatten, dah sie uns von unterer Linie nicht abdrängen konnten, als sie sich begnügten mit «dem Angebot, das wir als notwendige Er- Mgänzung der Locarno-De.tr^ge zu geben in iue Politik getrieben, die darauf hinau.siäuft, gerade dos politische Rktivum der deutschen Locarno- Politik zu beseitigen. Der polnisch-rumänische Vertrag ist mit unwesentlichen Abschwächungen erneuert, der Ausgleich zwischen Bolen und der Tschecho-Slovakei ist im O^nge. Frankreich hat zwar formell in Locarno leine Verträge mit den Oststaaten auf eine andere Basis gestellt, aber seither doch nur daran gearbeitet. andere Formen für die Beziehungen zu seinen Bundesgenossen im Osten Deutschlands zu finden, uns also doch wieder von neuem diplomatisch eingulreifen. Das ist die Bilanz, die wir aus der Locarno-Politik der West- mäd)te im letzten halben Jahre ziehen müssen. Das ist die stärk st e Rechtfertigung für Den deutsch-russischen Vertrag. Er bleibt damit immer noch das. was Deutschland vvllte. eine Fortsetzung des Rapallo-Vertrages und eine Ergänzung der Locarno-Verträg-e. Aber ec wächst sich darüber hinaus doch auch aus zu einer Warnung an die West Mächte, dah üe uns nicht zwingen sollen, durch ihre praktische Politik uns nach Osten abdrängen zu lassen. Einstimmige Zustimmung des Auswärtigen Ausschußes. Berlin, 26. 2lpril. (TU.) Der Auswärtige Lusfchuß des Reichstages beschäftigte sich unter dem Vorsitz des Abg. Hergt (Dn.) mit dem deutsch- russischen Vertrag, über den Reichsminister des Aeuhern Dr. ©trefemann nach Bekanntgabe des Inhaltes ausführliche Darlegungen machte. Hieran schloß sich eine längere Aussprache, an der sich die Abg. Dr. Breitscheid (Soz)., Graf Reventlow (völkisch), Stöcker (Komm.), Loebe (Soz.), Dr. Hoetzsch (Dn.), Dr. Scholz (D. 93p.), Kaas (Ztr.), Dr. Haas (Dem.), v. Freytag-Loringhoven (Dn.), Dr. Bredt (W. Vg.) und Dr. Emminger (B. Dp.) beteiligten. Sämtliche Fraktionen sprachen sich überein ft immenb für d i e Annahme des Vertrages aus. Da auf der Tagesoronung der heutigen Sitzung noch andere Beratungspunkte standen, die nicht erledigt werden konnten, wurden die Beratungen auf Dienstag vertagt. Der Vertragswortiaut. Berlin, 26. April. (WTD.) Der zwischen Deutschland und Rußland in Berlin abgeschlossene Vertrag hat folgenden Wortlaute Die deutsche Regierung und die Regierung der .Union der sozialistischen Sowjetrepubliken, von dem Wunsche geleitet, alles zu tun, was zur Ausrechterhaltung des allgemeinen Friedens beitragen kann und in der Ueberzeugung, daß das Interesse des deutschen Volkes unb der Völker der Union der sozialistischen Sowjetrepubliken eine stete vertrauensvolle Zusammenarbeit erfordert. sind übereingekommen, die zwischen ihnen bestehenden freundschaftlichen Beziehungen durch einen besonderen Vertrag zu bekräftigen und haben zu diesem Zwecke zu Bevollmächtigtener- naimt: die deutsche Regierung: den Reichsminister des Auswärtigen Herrn Dr. Gustav Stresemann. die Regierlmg der Union der sozialistischen Sowjetrepubliken: den außerordentlichen und bevollmächtigten Botschafter der Union der sozialistischen Sowjetrepubliken Herrn Rikolai Rikolajewitsch Krestinski, die nach Austausch ihrer in guter und gehöriger Form befundenen Vollmachten nachstehende Bestimmungen vereinbart haben: Artikel 1. Die Grundlage der Deziehamgen zwischen Deutschland mad der Union der sozialistischen Sowjetrepubliken bleibt der Vertrag von Rapallo. Die deutsche Regierung und die Regierung der Union der sozialistischen Sowjetrepubliken werden in freundschaftlicher Fühlung miteinander bleiben, um über alle ihre beiden Länder gemeinsam berührenden Fragen politischer und wirtschaftlicher Art eine Verständigung herbeizuführen. Artikel 2. Sollte eiyer der vertragschließenden Teile trotz friedlichen Verhaltens von einer dritten Macht oder von mehreren Mächten angegriffen werden, so wird der andere vertragschließende Teil während der ganzen Dauer des Konfliktes R e u t r a I-i t ä t beobachten. Artikel 3. Sollte aus Anlaß eines Konfliktes der in Artikel 2 erwähnten Art ober auch zu einer Zeit, in der sich keiner der vertragschließenden Teile in kriegerischen Verwicklungen befindet, zwischen dritten Mächten eine Koalition zu dem Zwecke geschlossen werden, gegen einen der vertragschließenden Teile einen wirtschaftlichen oder finanziellen Boykott zu verhängen, so wird sich der andere vertragschließende Teil einer solchen Koalition nicht anschließen. Artikel 4. Dieser Vertrag soll ratifiziert und die Ra- tifikationsurlunden sollen in Berlin ausge'auscht werden. Der Vertrag tritt mit dem Austausch der Ratifikationsurkunden in Kraft und gilt für die Dauer von fünf Jahren. Die beiden vertragschließenden Teile werden sich rechtzeitig vor Ablauf dieser Frist übet die weitere Gestaltung ihrer politischen Beziehungen verständigen. Zu Urkund dessen haben die Bevoll- mächttgten diesen Vertrag unterzeichnet, ausgefertigt in doppelter Urschrift in Berlin am 24. April 1926. gez. Stresemann. gez. Krestinski. Dem Vertrage ist folgender Notenwechsel beigefügt: Herr Botschafter! Mit Beziehung auf die Verhandlungen über den heute unterzeichneten Vertrag zwischen der deutschen Regierung unD der Regierung der Union der sozialistischen Sowejtrepublilen beehre ich mich namens der deutschen .Regierung folgendes festzustellen: I. Beide Regierungen sind bei den Verhandlungen über den Vertrag und bei dessen Unterzeichnung übereinstimmend von der Auffassung ausgegangen, dah der von ihnen in Artikel 1 Absatz 2 des Vertrages fetz gelegte Grundsatz der Verständigung über alle die beiden Länder gemeinsam berührenden Fragen politischer und wirtschaftlicher Art wesentlich zu der Erhaltung des allgemeinen Friedens beitragen wird. Ie^nfalls werden sich die beiden Regierungen bei ihren Auseinandersetzungen von dem Gesichtspunkt der Rotwendigkeit der Erhaltung des allgemeinen Friedens leiten lassen. 2. In diesem Sinne haben die beien Regierungen auch die grundsätzlichen Fragen erörtert, die mit dem Eintritt Deutschlands in den Völkerbund zusammenhängen. Die deutsche Regierung ist überzeugt, bah die Zugehörigkeit Deutschlands zum Völkerbund l ei n Hindernis für die freundschaftliche Entwicklung der Beziehungen zwischen Deutschland und der Union der sozialistischen Sowjetrepubliken bilden kann. Der Völkerbund ist seiner grundlegenden Idee nach zur friedlichen und gerechten Ausgleichung internationaler Gegensätze bestimmt. Die deutsche Regierung ist entschlossen, an der Verwirklichung dieser Idee nach Kräften mitzuarbeiien. Sollte dagegen, was die deutsch- Regierung nicht annimmt, im Rahmen des Völkerbundes irgendwann etwa Bestrebungen k eroortrelen, die im Widerspruch mit jener grundlegenden Ariedensidee einseitig gegen die Union der sozialistischen Sowjetrepubliken gerichtet wären, so würde Deutschland derartigen Bestrebungen mit allem Rachdruck entgegenroirfen. 3. Die deutsche Regierung geht davon aus, daß diese grundsätzliche Einstellung der deutschen Politik gegenüber der Union der sozialistischen Sowjetrepubliken auch nicht durch die loyale Beobachtung der Verpflichtungen beeinträchtigt werden kann, die sich für Deutschland nach seinem Eintritt in den Völkerbund aus den Artikeln 16 und 17 der Völkerbundssatzung über das Sanktionsverfahren ergeben würden. Nach diesen Artikeln käme ein Sank- tionsverfahren gegen die Union der sozialistischen Sowjetrepubliken, abgesehen von weiteren Voraussetzungen, nur dann in Betracht, wenn die Union der sozialistischen Sowjetrepubliken einen Angriffskrieg gegen einen dritten Staat eröffnete. Dabei ist zu berücksichtigen, daß die Frage, ob die Union der sozialistischen Sowjetrepubliken bei einem bewaffneten Konflikt mit einem dritten Staat der Angreifer ist, mit bindender Wirkung für Deutschland nur mit dessen eigener Zustimmung entschieden werden könnte, und daß somit eine in dieser Hinsicht etwa von anderen Mächten gegen die Union der sozialistischen Sowjetrepubliken erhobene, nach deutscher Ansicht nicht berechtigte Beschuldigung Deutschland nicht zwingen würde, an irgendwelchen auf Grund des Artikels 16 eingeleiteten Maßnahmen teilzunehmen. Wegen der Frage, ob und in welchem Maße Deutschland im konkreten Falle überhaupt imstande sein würde, an einem Sanktionsversahren teilzunehmen, verweist die deutsche Regierung auf die bei Gelegenheit der Unterzeichnung des Vertragswerkes von Locarno an die deutsche Delegation gerichtete Note vom 1. Dezember 1925 über die Auslegung des Artikels 16. Ilm für die reibungslose Erledigung aller zwischen ihnen auftauchenden Fragen eine sichere Grundlage zu schaffen, halten die beiden Regierungen es für zweckmäßig, alsbald in Erörterungen über den Abschluß eines allgemeinen Vertrags zur friedlichen Lösung der zwischen den beiden Teilen etwa entstehend n Konflikte einzutreten, wobei insbesondere die Möglichkeit des schiedsgerichtlichen Verfahrens und des Ver - g l e i ch s v e r fahren s berücksichtigt werden soll. Genehmigen Sie, Herr Botschafter, die erneute Versio erung meiner ausgezeichnetsten Hochachtung gez.: Stresemann. Herr Reichsminister! Indem ich den Empfang der Rote bestätige, die Sie mit Beziehung auf die Verhandlungen über den heute unterzeichneten Vertrag zwischen der Regierung der Union der sozialistiichen Sowjetrepubliken und her deutschen Regierung an mich gerichtet haben, beehre ich mich herauf namens der Regierung der Union der sozialistischen So: jetrepubliken folgendes zu erwidern: 1. Veide Regierungen sind bei den Verhandlungen über den Vertrag und bei dessen Unter» zeichnung übereinstimmend von der Auffassung ausgegangen, daß der von Ihnen in Artikel 1 Absatz2 des Veriragei feftgeieg.e Grundsatz der Verständigung über alle die beiden Länder gemeinsam berührenden Fragen Poti, ischer und wirtschaftlicher Art .'efcnt'.id) zu Der Erhaltung des allgemeinen Friedens beitragen wird, jedenfalls werden sich Die beiden Regierungen bei ihren Auseinandersetzungen von dem Gesi.cköpun'l der Rotwendigkeit der Erhaltung des allgemeinen Friedens leiten lassen. 2. Hinsichtlich Der grundsätzlichen Fragen, die mit Dem Eintritt Deutschlands in Den Völkerbund zwammenhängen. nimmt die Regierung Der Union der sozialistischen Sowjetrepubliken Ait von Den Erklärungen, die in den Ziffern 2 und 3 Ihrer Rote enthalten sind. 3. Um für Die reibungslose Erledigung aller zwischen ihnen auftauchenden Fragen eine sich.re Grundlage zu scha den, halten Die beiden Regierungen es für zweckmäßig, alsbald in Erörre- rungen über den Abschluß eines allgemeinen Vertrags zur friedlichen Lösung der zwischen Den beiden Teilen etwa entstehenden Konflikte e.n- xutreten, wobei insbesondere die Möglichkeiten des schiedsgerichtlichen Vers ährens und res Vergleichs verfährens berücksichtigt Werdern sollen. Genehmigen Sie. Herr Reichsmi nister, di« erneute Versicherung meiner ausgezeichnetsten Hochachtung. Berlin. 24. April 1926 gez. Krestinski. Bas Echo der Berliner presse. Da die Ratifikationsurkunden des gestern veröffentlichten deutsch-russischen Vertrages in Berlin ausgetauscht werden sollen, wird wohl, wie die Blätter bemerten, der Vertrag in Der Geschichte unter Dem Rarnen ..Berliner Vertrag" fortleben. Ob das Vertragsdokumcnt, das gestern die einstimmige Zustimmung des Auswärtigen Ausschusses des Reichstages gefunden hat, Dem Plenum des Reichstages zur Annahme vorgelegt werden wird, ist noch eine offene Frage. Bejahendenfalls würde das Reichsparlament eine Einheitsfront der Parteien zeigen, die bisher noch bei keiner Regierungsvorlage erreicht wurde. Auch in keinem Der Berliner Blätter, von der Deutschen Zeitung bis zur Roten Fahne, findet sich eine Ablehnung des Vertrages, toenn auch die deutsch--nationalcn Zeitungen ihre Billigung mit der Einschränkung versehen, daß der Vertrag ein Fest halten an Der von ihnen bekämpften Locarno- und Völkerbundspolitik bedeutet. In der K r e u z z e i t u n g, die betont, daß Der Vertrag in keiner Weise eine neue Lage schafft, heißt es: Wenn auch to-v trotz mancher Bedenken der Grundtende.:-, U”D Den Grundzügen des Vertrages zustimm; . 'o geschieht dies aus der Erwägung heraus, DJ'j der Vertrag wenigstens in gewisser Weise neben der rein westlichen Orientierung das Bestreben zeigt, sich wenigstens nicht von den Weltmächten als Sturmbock gegen Rußland verwenden zu lassen. — Die Deutsche Tageszeitun g, die gleichfalls betont, man müsse jeden Schritt begrüben, Der dazu Dient, Die deutsche Handlungsfreiheit nach Möglichkeit wiederherzustellen, sagt: Roch ist freilich durch Den Vertrag an Der allgemeinen Richtung der deutschen Politik nichts geändert. Richt einmal die Revision Der Locarnvpolitik steht in Aussicht, aber auch der Draht nach Rußland ist wieder tataH. Auch der „L o k a l a n z e i g e r" bedauert es, daß in dem neuen Vertragswert wieder jener deutsche Locamismus zum Ausdruck kommt, und erklärt, daß man diesem ganz nützlichen und einwandfreien Vertrage gegenüber doch kühl bis ans Herz hinan bleiben müsse. — Die „D t f ch. Allgemeine Zeitung" schreibt: In Dem Berliner Vertrag haben wir. wie das schon über den Vertrag von Rapallo gesagt wurde, einen großen wirklichen Friedensvertrag vor uns, dessen wesentlicher Bestandteil keine agres- sive Spitze gegen irgendeine Dritte Wacht enthält. Daß der Vertrag vor dem deutschen Eintritt in den Völkerbund abgeschlossen worden ist. fällt dem Versagen anderer zur Last. Denn schon vor Der Abreise der deutschen Vertreter nach Genf, war auf beiden Seiten die grundsätzliche Bereitschaft zu einem Abkommen festgestellt. — Die „T ä g l. Rundschau" hebt hervor, daß der Zweck des Vertragsabschlusses sei, eine Brücke friedfertiger Entwickelung und gemeinschaftlicher Zusammenarbeit zwischen dem Westen und dem Osten zu sein. — Die „Germania" urteilt ähnlich: Deutschlands geographische Lage im Herzen Europas verpflichtet zu einer Politik desAusgleiches zwischen Ost und West. Diesen Ausgleich zu fördern, ist Zweck und Ziel des Berliner Vertrages mit Sowjetruhland. ebenso wie cs die Bestimmung der Locarno-Ablo.nmcn gewesen ist und auch weiterhin fein soll. — D's ',B erl. Tageblatt" nennt den deutsch-russischen Vertrag eine selbstverständliche Ergänzung der Locarnoverträge und sagt: Wenn erst der Schiedsvertrag mit Rußland, dessen Abschluß in dem Berliner Vertrag vorgesehen ist, geschlossen sein wird, so wird bair.it ein . k geschaffen jein, das Deutschland mit allen ts , :t= iichen europäischen Staaten durch Frieden sichen e Abmachungen verbinden wird. Die deutsche Fne- dcnspolitik hat bann einen urfunblidjen Abschk ; erhalten, auf den die Leitung der deutschen Außc Politik mit Befriedigung blicken kann. — Die „S o s f. Zig." weist darauf hin, daß die Stelle der lejir a Rote an Krestinski, die die Feststellung sichnlLNl.s als Angreifer bei einem bewaffneten Konflikt rmt einem dritten Staate für Deutschland nur bindend macht mit dessen eigener Zustimmung, wirtlich Den Erklärungen entspricht, die die deutschen Unteri,..: d- ler in Locarno den Vertretern der dort versammelt. n Mächten abgegeben haben. — Der „D orwär: schließt seine Ausführungen mit folgenden Worten: Es ist ein ernstes Interesse ganz Europas, daß d.e Hindernisse, die dem Abschluß der Westoerträge ::n Wege standen, jetzt schleunigst fortgeräumt werden. Dann erst wird das richtige Gleichgewicht Der Verträge hergestelll sein, und Deutschland w:rb seine Mission als friedlicher Mittler zwischen Ost und West erfüllen können. — Die „91 c t e Fahne", Die auf einen redaktionellen Kommentar verzichtet, druckt die Erklärung der K. P. D. ab, die der Abg. Stöcker gestern im Auswärtigen Ausschuß abgegeben hat. Es finden sich darin die Worte: Mit unserer Zu- siimmung zum Vertrage geben wir dem Willen der werktätigen Massen Deutschlands Ausdruck, die brü« derliche Friedenshand zu ergreifen, die die russischen Arbeiter uns dauernd durch ihre Sowjetregierung dem deutschen Volke reichen. Thamderiam zum Berliner Vertrag. Berlin. 27. April. (LU.) 2Euf. einem Festessen der bereinigten englisch-sranzösischeu Der- bände nahm Chanrberlaur am Montag im Beisein des französischen Botschafters Gelegenheit zu Ausführungen über den deutsch-russischen Vertrag. Er erllärte: „Gerade seht sind wir alle etwas verstört und besorgt durch diplomatische Ver- handlungen. die in anderen Teilen Europas vor sich gehen. Es ist fein Zweifel, daß neue Verträge unsere Wachsamkeit verlangen. Wir würden aber einen großen Fehler begehen, wenn wir diese Verhandlungen mit Eifersucht oder Argwohn betrachteten. Für die britische Regierung kann ich nur sagen: Während wir aus dem tiefen Gefühl der gemeinsamen englisch- französischon Erinnerungen unsere Freundschaft Hochhalten, sind wir nicht eifersüchtig gegenüber den Bestrebungen anderer Staaten, ihre gegenseitigen Beziehungen zu verbessere Wir sehen dabei immer voraus, daß die Verträge, über die verhandelt wird, ihrem Wesen nach eine friedliche und freundschaftliche Regelung darstellen, die den Frieden zwischen Len beteiligten Ländern sichert und nicht dazu bestimmt sind, ein feindliches Bündnis zum Zwecke des Angriffs gegen andere Rationen zu bilden Wir sehen ferner voraus, daß diese neuen Verpflichtungen! strikte vereinbar sind mit den Verpflichtungen, die diese Staaten haben oder, wie ich hoffe, in kurzer Zeit haben werden gegenüber dem Völkerbund und seinen Satzungen. Unter diesen Voraussetzungen können wir nur mit Vergnügen auf solche Fortschritte in der gcgenfeUigeg Verständigung blicken und mit der Hoffnung, daß andere Rattonen ebenso wie wir, Frankreich und Großbritannien. danach trachten, alt? Freundschaften warm und eng zu halten und auf der alten Freundschaft die Versöhnung mit früheren Feinden aufbauen.“ Beglückwünschungen. Moskau. 26. April. (TU.) Aus Anlaß der ^Interzeichnung des deutsch-russischen Vertrages wird ein Austausch von Glückwunschtelegrammen zwischen ©trete- mann und Tschitscherin erfolgen. Das Präsidium des Vollzugökomitees hat ferner in Vorschlag gebracht, dem russischen Botschafter in Berlin, Krestinski, den „Orden der Roten Fahne“ zu verleihen. Abbruch der ru^Lsch-finn^chen Verhandlungen. Moskau, 23. April. (Sil.) Der finnische Gesandte hat dem Aaßenkommifiar mitgeteilt, daß feine Regierung sich genötigt sehe, die Verhandlungen über den Abschluß eines' Reutralitätsvertrages abzubrechen. Die Verhandlungen konnten nicht eher ausgenommen werden, bis sich die Situation im Baltikum geändert habe. Die Sowjetregierung sieht in dieser Haltung Finnlands einen starken politischen Druck Englands. Sie rechnet damit, daß die Derhandlungen mit den übrigen skandinavischen Landern ebenfalls abgebrochen werden. Die sranzöfische heeresresorm. Paris, 27. April. (WTD. Funkspruch.) Kriegsminister Painlev^ hat Pressevertretern über die Heeresresorm nähere Angaben gemacht. Hierbei erläuterte er, daß Frankreich seinen Boden schützen und die Ordnung in seinem ausländischen Besitz aufrechterhalten müsse. Daraus ergebe sich die Rotwendigkeit einer Verteidigungs-Organisation, die in Friedenszeiten für das Land so wenig drückend wie möglich sei. Die Anwesenheit der Truppen unter den Fahnen müsse auf das Minimum herabgesetzt werden, das die gute Ausbildung erfordere. Durch Herabsetzung der Dienstzeit von 18 auf 12 Monate würde die Stärke der französischen Armee um 85 000 Mann vermindert werden. Die Zahl der Divisionen werde von 32 auf 20 herabgesetzt, davon 4 Kolomal-Divisionen. Die Zahl der Berufssoldaten werde von 76 000 auf 105 000 Wann erhöht werden. Um zu vermeiden, daß Militärpersonen durch Reben- und Verwaltungsarbeiten in Anspruch genommen würden, soll die Zahl der Militärbeamten um 15 000 und die Zahl der Zivilbeamten um 17 000 erhöht werden. Die Kolonialarmee werde ungefähr 37 000 Mann Franzosen und 90 000 Mann Eingeborene (Senegalesen. Jndochinesen und Mala- gassen) umfassen; die in Rordafrika oder in Frankreich selbst in Garnison liegenden gemischten Äombinationen betragen 40 000 Franzosen und 90 000 Eingeborene aus Rordafrika, die Fremdenlegion 20 000 Mann. Die französisch - amerikanischen Schuldenverhandlungen. W a s h i n g t o n. 26. April. (WTB.) Vor Wiederaufnahme der offiziellen Verhandlungen wird der Schatzsekretär Mellon mit dem französischen Botschafter Verenger eine Aussprache haben. Frankreich wird aufgefordert, sein letztes Angebot abzuändern. Die Hauptschwierigkeit bereitet die Frage der französischen Anfangszahlungen. Die von Verenger oorgeschlagenen 25 Millionen jährlich scheinen der Schuldenkommifsion als nicht ausreichend; die amerikanische Kommission hofft, ein Abkommen auf geschäftlicher Grundlage ohne formelle Vorlegung eines Gegenvorschlages zustande zu bringen. Wie die „Associated Preh^ meidet, spielt die umstrittene Sicherheitsklausel, nach der Frankreich beim Versagen der deutschen Reparationszahlungen von seinen Verpflichtungen befreit werden soll, bei den Verhandlungen keine Rolle mehr. Die amerikanische Kommission sprach sich entschieden gegen diese Klausel aus. Es werde nicht erwartet, daß Verenger auf einer solchen Sicherung bestehe werde. Die Friedensverhandlungen in Marokko. Paris, 26. April. (TU.) Die Verhandlungen zwischen der französischen und spanischen Delegation und den Rifdelegierten wurden heute nachmittags offiziell rn Udijda wieder eröffnet. Die französische und die spanische Regierung verzichten vorläufig darauf, daß die anfänglich gestellten Bedingungen vor der Unterzeichnung des Friedensvertrages erfüllt werden. General Simon wird im Verlauf der Konferenz de Forderung aufstellen, daß unmittelbar bei Abschluß des Friedens folgende Bedingungen erfüllt werden: 1. Austausch der Gefangenen und sofortige Entsendung einer Roten-Kreuz-Kommisfion nach dem Risgeöiet. 2. Endgültige Besetzung strategischer Punkte. 3. Entwaffnung der Dividenten. 4. Schaffung von gemischten Polizeitorps. Erst nach der Unterzeichnung des Friedensvertrages wird das politische Problem der Anerkennung des Sultans und der Entfernung Aod el Krims, sowie die Verwaltung des Risgebie-es zur Sprache kommen. Wenn die Verhandlungen. die heute offiziell begonnen haben, bis zum 1. Mai zu keinem Ergebnis führen, werden an diesem Tage die Feindseligkeiten wieder ausgenommen. Die vorbereitende Weltwirtschastskon ersnz Eröffnungssitzung in Genf. Gens, 26. April. (WTB.) Der vom Töller- bundsrat einberufene Ausschuß zur Vorbereitung der Wettwirtschastäkonferenz ist heute vormittag zu seiner konstituierenden Sitzung zusammengetre- ten und hat zunächst den belgischen Senator Georges Theunis zu seinem Vizepräsidenten gewählt, der an Stelle des vom Völkerbundsrat ernannten, aber durch Krankheit verhinderten Präsidenten Gustav Ador (Schweiz) die Arbeiten des Ausschusses leiten wird. Deutschland ist vertreten durch Staatssekretär Dr. Trendeleuburg. Dr. Lammers, Mitglied des Reichsverbandes der Deutschen Industrie, und Seegert, Vorstandsmitglied des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes. Der erste Tag brachte keinerlei Klärung über die zu behandelnden Probleme und das Programm der bevorstehenden Tagung. Bedeutsam war es, daß bereits in dieser ersten Sitzung der Gegensatz zwischen den englischen und französischen Vertretern zum Ausdruck kam. Er verspricht das beherrschende Moment während der ganzen Sitzungsperiode zu werden. Es handelt sich hierbei hauptsächlich um das Problem der Entwicklung der nationalen Industrien. In einer einleitenden Ansprache wies zunächst Theu- nis als Vorsitzender auf den versöhnlichen Charakter der Verhandlungen hin und bat die Anwesenden, offen ihre Meinung zu äußern ohne Rücksichtnahme auf die Beziehungen ihrer Länder. Als erster Redner per Generaldebatte erhielt der Engländer Sir Hubert L. Smith das Wort, der von der Arbeit der Kommission praktische Resultate verlangte und darum für eine Beschränkung des Programms eintrat. Er wies insbesondere auf die Hindernisse hin, die den internationalen Warenaustausch und die Produktion behinderten. Der französische Gewerkschaftler I o u h a u x warnte vor theoretischen Erörterungen. Er regte die Einsetzung von Unterausschüssen an. Hierauf entwickelte er ein umfangreiches Programm, aus dem folgende Gesichtspunkte hervorzuheben sind: 1. Stabilisierung der Währung. 2. Internationale Verständigung auf dem Gebiete der Handelspolitik, die Bekämpfung des Dumping und Zollfreiheit für die Rohprodukte und Rahrungsprodukte, Kontrolle der Produktion von Getreide, Eisen, Baumwolle, Gummi, Petroleum und Steinkohle, Einschränkung der Ueberproduktion. 3. Enge Zusammenarbeit des Völkerbundes und aller wirtschaftlichen und gewerkschaftlichen Spihenorganisallonen zur Regelung der Produktion, Kampf gegen die Arbeitslosigkeit, die Hebung des Lebens- standards der Arbeiterschaft, internationale Verständigung über eine g e - melnsame Arbeit«- und Arbei- terpolikik. Als letztes Ideal stellte er die europäische Zollunion hin. Der Amerikaner Professor P o u n g betonte, daß es Aufgabe bei Wirtschaftskonferenz sei, die kranke Wirtschaft zu heilen. Als Letzter sprach der italienische Großindustrielle Pirelli, der als eine der Hauptursachen der wirtschaftlichen Umstellung nach dem Kriege auf das Entstehen zahlreicher neuer Industrien in den neuen Staaten hinwies. Die Aufnahmefähigkeit der Kolonien müsse gesteigert werden, um den Absatz der nationalen Produktion zu erleichtern. Für den weiteren Verlauf der Generaldebatte, die am Dienstagvormitlag ftattfinben wird, haben sich weitere sieben Redner angemeldet, darunter auch der Staatssekretär Trendeleuburg. Das Auswertungsvsiksbegehren. Sparerbund und Rcichsregierung. Der „S p a r e r b u n b", hypothekengläubiger- unb Sparer-Schuhverband für bas Deutsche Reich, e. 23., veröffentlicht zur Stellungnahme ber Reichsregierung zum Aufwertungsvvlksbegehren einen Artikel, bem wir folgendes entnehmen: Die Regierung hat ber Presse offizielle Aeußerungen über bas vom „Sparerbunb" vorbereitete Aufwertungsvolksbegehren zugehen lassen, die den Tatsachen nicht entsprechen. Zur Berichtigung wird folgendes mitgeteilt: Dr. Best ist der anerkannte Führer des durch das ganze Reich organisierten Sparerbundes, der in vollkommener Uebereinftimmung mit dem Abgeordneten Dr. Best durch seine Gesetzeskommission den Gesetzentwurf zum Aufwertungsbegehren ausgearbeitet hat. Es ist daher unrichtig, daß zwei Gesetzentwürfe, und zwar ein Entwurf des Dr. Best mit öOprozentiger Aufwertung und ein Entwurf des Sparerbundes mit lOOprojentiger Aufwertung bestünden. Richtig ist nur, daß der vom „Sparerbund" gemeinsam mit Dr. Best aufgestellte Gesetzentwurf den Rormalsatz von 5 0 Prozent für alle Umwertungs- und Adlösungs- a n s p r ü ch e vorsieht. Unrichtig ist, daß das Auf- wertungsvolksbegehr des Sparerbundes den Haushaltsplan oder die Abgabengesetze betrifft. Es ist im Entwurf peinlich vermieden worden, diese Gegenstände zu berühren. Das Anleiheablösungsgesetz im besonderen ist das gerade Gegenteil von einem Abgabengesetz. Während ein Abgabengesetz Zahlungen des Steuerpflichtigen an den Staat verlangt, ist das Adlösungsdesetz ein Anerkenntnis der Schulden des Staates fernen Gläubigern gegenüber. Die Regelung bes Haushaltsplans und ber Abgabengesetze bleibt nadj wie vor ber Reichsregierung unb bem Reichstage überlassen. Unrichtig ist, daß durch das Aufwertungsbegehr des „Sparerbund“ die Kreditwirtschaft und die Grundlagen der Währung erschüttert würden. Maßgebliche Wirtschaftler sind vielmehr mit bem Sparer- bunb darin einig, daß die Wirtschaft die bisherige ungerechte Aufwertung nicht verträgt und deshalb eine schleunige Aenberung ber bestehenben Aufwertungsgesetze bringenb nötig hat. Insbesondere muß die Kaufkraft der Massen gesteigert werden, und insbesondere die Kaufkraft der Sparer und Gläubiger, die mit ihr wirtschaftlich zu verfahren gewohnt sind und wieder neues Sparkapital schassen. Der wirtschaftlichen Lage des Schuldners ist dadurch Rechnung getragen, daß kein starrer Aufwertungssatz vorgesehen ist, sondern ein Normalsatz von 50 Prozent, der unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Verhältnisse des Schuldners auch herabgesetzt werden kann. Die Aufwertung ist eine Folge der Stabilisierung der Währung und kann nicht die Ursache einer neuen Inflation sein, ebensowenig wie die teilweise Aufwertung aus den bisherigen Aufwertungsgesetzen eine Inflation erzeugt hat. Landw'.rLlchaftsfragen im Preußischen Landtag Berlin. 26. Avril. (DDZ.) Die zweite Beratung des Haushalls der landwirtschaftlichen Verwaltung wird fortgesetzt. Abg. Wittich- Essen (S.) betont, man dürfe nicht die Landwirtschaft auf Kosten der Arbeiterschaft gesund machen wollen. Vielmehr müsse die Landwirtschaft im Rahmen der Gesamtwirtschaft zur Gesundung geführt werden. Die mangelnde Kaufkraft der Massen tragt einen großen Teil der Schuld an dieser Rot. Das Ziel muß sein, das deutsche Volk in der Ernährung unabhängig vom Auslande zu machen. Die landwirtschaftlichen Arbeitskräfte müßten auf ein höheres geistiges Ri- viau gebracht werden. Voraussetzung für eine Gesundung der Landwirtschaft und zugleich der Industrie ist die Aufhebung der Zölle. Abg. M i l b e r g (Dn.) macht auf die Notwendigkeit aufmerksam, bas beutsche Volk in ber Brot- versorgung selbständig und vom Ausland unabhängig zu machen. Die Staatsregierung habe hierbei aber versagt. Das zeige die große Einfuhr von Butter und Milch. Unerhört gewachsen sei der Import von Apfelsinen und Bananen sowie von Gemüsen. Je stärker die Not der Landwirtschaft steige, um so starker steigt sie bei allen Berufsschichten, nicht zum letzten bei der Arbeiterschaft. Mit Krediten kann die Landwirtschaft nicht höchgehalten werden. Die Landwirtschaft muß vielmehr rentabel gemacht werden. Die Landwirtschaft geht aber zugrunde an den Zinsen, die sie bezahlen muß. Wir verlangen, daß die kurzfristigen Kredite umgewandelt werden in l a n g f r i st i g e fRealtrebite. Die Zinssätze müssen ebenfalls verringert werden. Pächter unb Verpächter müssen vernünftig Zusammenarbeiten. Die Zölle, bis wir bekommen haben, haben wenig genutzt. Zölle nützen uns nichts, wenn sie burch Handelsverträge wieder unwirksam gemacht werden. Wir sind der Meinung, daß die Beschäftigung der ausländischen Arbeiter ein Mißstand ist. Die ausländischen Landarbeiter sind aber nicht zu entbehren. (Zurufe bei den Sozialdemokraten: Warum nicht?) Weil unsere Leute einfach nicht auf das Land gehen. Sie nehmen die Landarbeit nicht an. Abg. Graf Stolberg (Dtsch. Vp.) bekämpft die Auffassung der Sozialdemokratie, daß wir uns einseitig auf den Export einstellen dürfen. Abg. Wachhorst de Wente (Dem.): Trotz der verkleinerten Anbaufläche wird die deutsche Landwirtschaft auch in Zukunft im Stande fein, die wirtschaftlichen Produkte, die das deutsche Voll benötige, auf eigenen Grund und Boden herzustellen, wenn sie intensiv wirtschafte. Der Redner verlangt staatliche Hilfe für die Saat- gutwirtschaften und für die wissenschaftliche Weiterbildung der kleinen und mittleren Landwirte. Augenblicklich sei ein mäßiger Zollschutz für die Landwirtschaft noch nicht zu entbehren. Weiterberatung Dienstag. Der Kutisker-Prozetz. Berlin, 26. April. (111.) Am 8. Verhand- lungstag wirb Iwan Kutisker über einen Anklagepunkt vernommen, wonqch er bie Staatsbank ba- burch betrogen haben soll, baß er Dr. Rühe wahr- heitswibrig im Dezember 1923 erzählte, er würbe 500 Dollar zur Verfügung stellen. Iwan Kutisker wirb vorgeworfen, ein angebliches Telegramm ber Citybank an seine Adresse fingiert zu haben. Der Vorsitzenbe stellt fest, baß ber latbeftanb ber oollenbeten Urkunbenfälschung in biefem Fall nicht gegeben sei, weil Dr. Rühe nicht bie Vorlegung bes Original telegrammes verlangt habe. Dann würbe über ein zweites gefälschtes Telegramm aus Danzig verhanbelt, baß ber Angeklagte Stern nach feiner Angabe im Auftrag von Iwan Kutisker abgefanbt bat. Der Angeklagte Stern hat vor bem Untersuchungsrichter ausgesagt, bie ganzen Angaben Iwan Kutisker über seinen reichen Vetter in Amerika seien Schwindel. Die Söhne Kutiskers sagten aus, daß dieser Vetter aus Amerika tatsächlich einige Wochen in Berlin gewesen sei und daß über feine Beteiligung verhandelt worden fei. Nach einer Verhandlungspause kam dann der wichtigste Teil der Anklage zur Erörterung, nämlich das Hanauer Lager, das der Angeklagte Strieter für 80 000 Pfund gekauft hat und auf das er rund 860 000 Mark gezahlt hat. Die Anklage behauptet, daß der darüber abgeschlossene Vertrag den Glauben erwecken sollte, als sei das Lager tatsächlich 80 000 Pfund wert, während es in Wirklichkeit nur Schrott enthielt Der Angeklagte Strieter bestreitet aber diese Darstellung der Anklage und erklärt, er hätte aus dem Lager mindestens 7—8 Millionen Gewinn herausholen können. Iwan Kutisker sagte aus, er habe von verschiedenen Seilen gehört, daß das Lager sehr wertvoll sei. Auf feine Frage habe ihm auch Dr. Rühe zum Ankauf geraten. Der Sachverständige der Staatsbank hätte den Wert des Lagers mit 8—10 Millionen Mark angegeben; daraufhin habe er, Kutisker, von Strieter das Hanauer Lager erworben. Am Montag wurde zunächst bas Metage- schöft mit der Staatsbank erörtert. Sämtliche Schulden Kutiskers sollten zu einer Lombard- schuld von 4,2 Millionen zusammengefaßt werden. In dem Bestätigungsschreiben Kutiskers wurde ausgefühct, daß dieser Betrag von 4,2 Millionen zum Erwerb des Hanauer Lagers bestimmt sein sollte, aus dem Kutisker einen Mehrerlös von 10 Millionen erhoffte. An dem Mehrerlös sollte die Staatsbank mit 50 Prozent beteiligt sein. Als Sicherheit dafür sollte das Hanauer Lager dienen. Kuttfter gab weiter zu. für das Hanauer Lager etwas mehr als 2 Mlllionen ausgewandt zu haben. Die litauische Regierung habe einen Posten des Lagers zu Preisen abgenommen, die für das Lager einen Wert von 10 Millionen ergeben hätten. Der Angeklagte Strieter erklärte. Holh- mann habe einen Tert rag mit der Sowjetregi» rung abgeschlossen, wonach diese etwa Dreivtertel der Lagsrbestände für 8 Millionen habe kaufen wollen Die Verhandlungen wurden dann durch eine Pause u.rtervrochen. Das ®eii t beschloß, einen Beamten der russischen Botschaft ate Zeugen darüber zu ver- nchmm, daß mit £>:r russischen Regierung tatsächlich ein Vertrag aogrschlofsen worden ist. Holtzmann lkft reitet übrigens, dafür eine Provision von 650 000 Mk. oekommen zu haben. Rächste Sitzung Mittwoch. Aus aller Welt. Brandkalastrophe. Im Dorfe D r e i a bei Ab lenz (Oesterreich) brach während ber Kirchzeit Feuer aus, das infolge bes starken Sturmes rasch um sich griff unb f a ft bas ganze Dorf einäfdjerte. Hierbei spielten sich panikartige Szenen ab, da bie Gefahr bestand, baß bie von den abroefenben Eltern in den Häusern ein- geschlossenen Kinber dem rasenben Element zum Opfer fielen. Einer zufällig im Dorfe befindlichen Automobilgesellschaft von Graz, die sich an dem Nettungswerk hervorragend beteiligte, gelang es, mit Hilfe einiger Leute bie Türen einzuschlagen unb bie Kinber zu befreien. Autounglück. In Siegen wurde während^emts Gewitters ein 22jähriges Mädchen bei Radfahrverfuchen mit feinem Begleiter von einem Personenkraftwagen angefahren, dessen Führer, ber nur ein mäßiges Tempo fuhr, vom Blitz für einige Augenblicke geblendet war. Das Mädchen war sofort t o t, der Mann wurde schwer verletzt. Tödlicher Absturz. In der Kransbitter Klamm bei Ins- bruck ist die Studentin der Medizin, Else Schönknecht aus Löwen (Schlesien), abgestürzt. Schuld an dem .Unfall war die ungenügende Ausrüstung der Abgestürzten. Die Rache eines Elefanten. In dem indischen Staate Madras erkannte ein Elefant, der in einer Prozession marschierte, unter Öen Zuschauern einen Kn aben wieder, der ihn eine Woche vorher, als das Tier sich in seinem Käsig befand, aus Mutwillen in den Rüssel gestochen hatte. Der Elefant stürzte sich f das Kind, warf es mit dem Rüssel zu Boden und zerstampfte es. Die Zuschauer wurden von einer Panik ergriffen und flüchteten nach allen Seiten. Drei Frauen wurden dabei von der Menge zu Tode getreten. Wiedereinführung des transsibirischen Exprehzuges. London, 27. April. (WTB. Funlspruch.) „QHorning Post" berichtet, in London feien Rachrichten eingetroffen, daß eine grundsätzliche Vereinbarung zwischen der Sowjetregierung und der internationalen S ch l a f w a g e n - Gesell f ch a s t über die Wiedereinführung des transsibirischen Exprehzuges erzielt worden sei, wodurch es möglich sein werde, China zu Lande von London aus in 13 Tagen und Japan in 14 Tagen zu erreichen. Aus der Provinzialhaupiftadi. Gießen, den 27. April 1926. Verschwundene und alte Gassen. (Von einem alten „fjergeloffenen* Gießener.) Vor dem Darmstädter Haus in der Walltorstraße stand ein alter Herr unb schaute erst rechts, bann links, bann gerabe aus. Nach einigen Minuten Ausguck richtete er an einen vorübergehenben Schlosserlehrling bie Frage, ob er ihm sagen könne, wo bie Flügelsgasse sei. „Des waas ich nett, wahrscheinlich is |e verschwunne." „Hier in ber Gegend vom Darmstädter Haus war sie aber doch noch vor fünfzig Jahren, denn ich habe dort beim Schreiner- meister Best geschafft." „Das kann schon stimme, mei Großvatter hott devon vergehst, wie er un noch ärmere Gießer Buwe in ber Flügelsgass' Räuberches gespielt hawe. Die Gast' haaßt jetzt Dammstrooß, un Sie stehe aerob bevor.“ Der Junge hatte recht. Die Flügelsgasse, bie gegenüber bem Henfelschen Eisengeschäst ppn ber Walltorstraße abzweigte, verlor sich nach einigen Häusern in einem heute noch vorhcmbenen Häuserwinkel. Ihre Verlängerung nach ber Norbanlage hin nahm ihr den Charakter als Gasse, bie Stabtverordneten-Versammlung trug bem Rechnung unb gab ihr wegen ihrer Richtung unb späteren Verlängerung nach bem Eisenbahnbamm hin die Bezeichnung „D a m m st r a ß e". Eine Bahn Hof st raße besaß in den siebziaer Jahren bie Stabt nur in ber kurzen Strecke von ber Anatomie bis zum Bahnhof. — Ihr Anfang von ber Kaplansgasfe bis in bie Gegenb ber Wolkengasse hieß „R e i ch e n s a n b" unb als sich auch von da ab bie Bebauung fortsetzte bis zur Westanlage, hieß sie Neichenfand-Bahnhosstraße. Don hier ab führte ein schmaler, nur api Tage gangbarer Weg zwischen Gärten unter Umgehung bes Lenzschen Felsenkellers, zu bem damals bas Gelände des heutigen Hotels Viktoria gehörte, zur Universitätsstraße. Auch diese ist „verschwunne", sie wurde bem Anbeuten Liebigs geopfert, sie heißt heute Lieb.g- straße. Erst nach Durchbruch burch den großen, viel besuchten Lenzschen Felsenkellergarten unb Uebsrbriickung ber Wieseck fanb ber „Reichensand" bie Fortsetzung nach dem Bahnhof unb feine Benennung Bahnhofstraße, nachbem ber Zugang von ber Marktstraße burch Nieberlegung bes alten Metzgermeister Metzgerschen Hauses, das zwischen den Häusern von Löwenthal unb Frensbors den Weg versperrte, hergestellt war., Wem es auf etwas Schmutz und eine nicht ganz gefahrlose Ueberschrei- tung bes hinter bem Metzgerschen Hause ziehenben Stadtbaches nicht ankam, konnte von ber Marktstraße zur Kaplansgasfe gelangen. Diese schwierige Passage verglichen die Gießener mit bem liebergang ber Russen über ben Balkan burch den „S ch i p k a- P a ß" im Jahre 1877. Die Arnolbsche Wirtschaft in ber Bahnhofstraße bezeichnet sich heute noch mit Stolz „Zum Schipkapaß". Der bas Frensdorfsche Haus an ber Bahnhofstraße tragende Boden unb das Plätzchen am Tiefen« weg führten ben stolzen Namen „D a s kalte L o ch", das vom Löwer- unb Dechsteinschen Hause nach ber Sanbgasse führenbe Privatgäßchen hieß „In den alten Ställen". Auch eine „Iubengasse" bestaub in Gießen, es ist ber Teil ber Rittergasse, ber am Elsofferschcn Warenhause nach ber Huhnschen Kutscherei führt. Don bem Gartselb, das früher alle jenseits bes Schoorgrabens an ber Norbanlage stehenden Gebäude umfaßte, führt heute nur noch der dem hem “J AÜ &,e eit ’m ■ 5 Die £* btüa' öbersuh Die «jlcut SwN o rö: -teilt r 9 'Weil 'Ißettcrg des he". gd(le biM li^eii caW ‘ Siichl Führer Ort: jo fr Slt.ab nur die billigt u tairst SWh Las aus de Sllkenf unb da sondern ins,,8 unter der Leitung des Kapellmeisters Weller eröffnete das Konzert mit einem Militärmarsch (D Dur) von Schubert, der großen Beifall heroor- rief. Die Ouvertüre zur Oper „Die Stumme von Poctici" und Erinnerung an „Tannhäuser" erfreuten in hohem Maße durch schöne Melodien, das gleiche ist von den Vorträgen aus „Lohengrin" und „Die Zigeunerin" zu sagen. Der Solist Schwarzlose spielte aus „Der Karneval von Venedig" Thema und Variationen für Trompete: mit ausgezeichneter Technik bewältigte er die schwierigsten Passagen. Wiederholt war der Beifall der dankbaren Zuhökbr so groß, daß die Kapelle sich zu Zugaben verstehen mußte. Sehr zur chebung des Konzertes trug auch der Gesangverein „Konkordia" Gießen unter der Leitung des Dirigenten Groß aus Wie- leck bei. Die schonen Volks- und volkstümlichen Lieder fanden lebhaften Anklang. Den Schluß des Konzertes bildete Teiles Marsch „Zn Treue fest". Der zweite Vorsitzende der Ortsgruppe Gießen der Kriegsblindenorganisation, Beith, Lang-Göns, dankte den Behörden, den Korporationen und den Gästen für ihren zahlreichen Besuch, und dem Orchesterverein und dem Gesangverein für Mitwirkung zum Besten der Kriegsblinden. ** Einen sportlichen Werbeabend veranstaltete am Samstag die vor kurzem gegründete Ortsgruppe Gießen des Arbeiter-Radfahrerbun- des „Solidarität" auf der Liebigshöhe. Die Veranstaltung mar recht gut besucht und in allen ihren Teilen wohlgelungen. Im Vordergrund des Abends siand ein Vortrag des Studienrats Dr. Heil (Worms) über „Arbeitersport und Körperpflege". Stürmischer Beifall dankte dem Vortragenden für feine Ausführungen, die in den folgenden sportlichen Darbietungen eine wertvolle Ergänzung erfuhren. Den radsportlichen Teil hatte die Kunstreigentruppe des Arbeiter-Nadfahrervereins Frankfurt übernommen, die wohl in Gießen sehr selten gesehene Leistungen zeigte. Mit verblüffender Sicherheit wurden die wagehalsigsten Kunstfahrten und Akrobatentricks ddUführt. Die Freie Turnerschaft Gießen erntete mit ihren Freiübungen der Mädchen, dem Barrenturnen der Turnerinnen und den Kinderreigen und Volkstänzen ebenfalls lebhaftesten Beifall. Die Anordnung, die einzelnen Vorführungen mit farbigem S^einwerfer zu beleuchten, schuf wirkungsvolle Effekte. Der Abend dürfte für den Sportgedanken ein Gewinn geworden fein. * * 3 m Lichtspielhaus, Bahnhofstraße läuft zur Zeit der Film „D i e t o 11 e 6 e r- zogi n". Diese Vorführung findet in Gießen besonderes Interesse durch den jetzt beendeten Abdruck des dem Werke zugrundeliegenden gleichnamigen Romans von Ernst Klein im „Gießener Anzeiger". Der Bildstreifen lehnt sich stark an den Hauptinhalt des Romans an, der eine im allgemeinen gute Widerspiegelung findet Dabei hält sich das Filmmanujkript in einzelnen Szenen mttinlich n cht an den Buchstaben, hier darf die filmtechnijch noiroenbice Zufammendrängung des Stosse: i.tchi außer acht gelosten werden. Immerhin bleibt aber die Frage offen, ob deshalb die Figur der C6cme gänzlich unberücksichtigt bleiben mußte. Die Hauptrollen lieaen durchweg in guten Händen. In der 2 iclroUe‘bietet Ellen Richter als Herzog n Glo- ria eine vorzügliche Let ang. Hervorzuheben sind n Hter: Evi Eva als Lady Grace 'Xeoille, Alfred Gerajch als Graf Los Valdos und Jack Trevor als James Wood, die ebenfalls ihr Bestes geben. Die geschmackvolle Ausstattung trägt weiter dazu bei, den Film auf ein Niveau zu heben, das sich aus dem Rahmen des Durchschnittlichen heraushebt. z. • • Eine BuNenversteigerung der Landwirtschaftskammer sinket am 5. Mai in Lauterbach statt. Näheres in der gestrigen Anzeige. • • Die Maul- und Klauenseuche ist in ©runingen zum Stillstand gekommen. In Ober-Eichbach und Dorheim (Kreis Friedberg), in Wetz.ar und Groß-Alten'lädten ist Die Sruo e neuerdings amtlich festge teilt worden, in Echzell, Bingenheim, Roßbach und Höchst a. R. (KreiS Büdingen) und Rendel (Kreis Friedberg) ist sie erloschen. Schöffengericht Gissten. * Gießen. 26. April. Was menschliche Verworfenheit fertig zu bringen vermag, ergab die heu- tiac Verhandlung gegen zwei fierbergrbrüber wegen Straßenraubs. Im Obdachlosenasyl zu Hom- b u r g v. d. f). halten sie sich von einem allen Mann, der dort Unterkunft gesucht hatte, Esten und Trinken bezahlen lassen und dabei bemerit, daß er einige Pfennige bei sich trug. Sie beschlossen daher, ihm am aoberen Morgen feine geringe Barschaft ab-.u« nehmen. Auf offener Landstraße bei Ober-Eschbach überfielen sie den nahezu 70|ährigen Mann, einer preßte von hinten her feine Arme fest an seinen Leid, der andere holte inzwischen Brieftasche und Portemonnaie aus Rock unb Hose. Dann liefen sie fort und übefliefoen den Ueberfallenen, der aus Mitleid für sie eingetreten war, feinem Schicksal. Nur mit Rücksicht auf ihr Geständnis und ihre Jugend blieben sie vor schwerer Zuchthausstrafe bewahrt. Es wurden Gefängnisstrafen von 2 Jahren 6 Monaten und 2 Jahren verhängt. Wegen Unterschlagung von Briketts bzw. der dafür von den (Empfängern gezahlten Beträge standen zwei Arbeiter einer Alsfelder Kohlenfirma vor Gericht: in einem Falle begingen sie zur (Erlangung von Geld eine Urkundenfälschung, indem sie eine Quittung mit dem Stempel ihrer Firma anfertiaten. Strafe: 4 Wochen und 3 Wochen (9 e • f ä n g n i s. Rundfunk-Programm des flirtSenderS. (Aus der »Radio-Umschau".) Mittwoch, 28. April: 3.30—4 Uhr: Die Stunde der Jugend (für Kinder vom 10. Jahre ab). 4.30—5.45 Uhr: Konzert des Hausorchesters: Ludwig Siede. 5.45—6.15 Uhr: Die Bücherstunde. 6.15—6.45 Uhr: „Von Süd- nach Nordamerika—New Orleans". 6.45—7.15 Uhr: Funk- Hochschule: .Hölderlins Wiederentdeckung", Vortrag von Prof. Dr. Franz Schultz. 7.15—7.45 Uhr: Be- aintensortbildungskursus. — 4. Vortrag: „Grund- begriffe der Finanzwirtfchaft", Referent: Dr. Fritz Neumark. 7.45—8.15 Uhr: Italienischer Sprach- unterricht. 8.15—9.15 Uhr: Zeitgenössische Musik. 9.15—10.15 Uhr: Volkstümliche Musik. Konzert, veranstaltet vom Frankfurter Harmonieorchester. miwm— ■ - ui ii i — —i— i in rin n wumm r «M tag, 29. April, morgens v,7 Uhr. 02961 b Alsfeld, Burkhardsfelden, den 26. April 1926. Alten-Buseck, Die trauernden Hinterbliebenen : Wilhelm Rabenau 1. Willy Rabenau, Oberlandmesser, und Familie Ernst Hofmann, Lehrer, und Familie Wilhelm Rühl und Familie. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 28. April, nachmittags 21/, Uhr, in Alten-Buseck statt. 3761D Nach Gottes unerforschlichem Ratschlüsse entschlief heute früh 7 Uhr sanft und gottergeben, versehen mit den Tröstungen unserer kath. Kirche, im 79. Lebensjahre mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater und Großvater Herr Jakob Muth Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen: Klara Muth geb. Kilbinger. Gießen (Frankfurter Str. 36), Wiesbaden, Köln, Bonn, Limburg a. d. L, den 26. April 1926. Die Beerdigung findet statt am Mittwoch, 28. April, nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle des Alten Friedhofes. Das feierliche Seelenamt wird gehalten am Donners- Todes-Anzeige. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meine liebe Frau, unsere herzensgute Mutter und Großmutter, unsere liebe Schwiegermutter, Schwägerin und Tante Frau E'isabetha Rabenau geb. Deibel heute morgen 6 Uhr nach langem schweren, mit großer Geduld/ ertragenen Leiden im Alter von 69 Jahren zu sich in die Ewigkeit abzurufen. Prinz M WM, S. RAM IM MwiilW 9 uoc nansa Handelsschule /. Kunzeimann £ '-s. Schneider Prinz. Sonntag mittag 2 7, Uhr verschied plötzlich und unerwartet unser liebes Kind, mein guter Bruder, unser liebes Enkelchen, Neffe und Pate Gießen (Riegelpfad 6), den 27. April 1926. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 28. April 1926, nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. 02954 Todes-Anzeige. Nach Gottes unerforschlichem Ratschluß entschlief sanft heute morgen 7 Uhr 40 Min. in der Klinik zu Gießen meine innigstgeliebte Gattin, die treusorgende Mutter ihrer beiden Kinder, meine liebe Tochter, Schwiegertochter, unsere liebe Schwester, Schwägerin, Gote, Tante und Nichte Frau Marie Becker geb. Stiehl im 34. Lebensjahre. Die tieftrauernden Hinterbliebenen: Ludwig Wilhelm Becker und alle Angehörigen. Alten-Buseck, Reiskirchen und Gießen, 26. April 1926. Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 28. April, nachmittags 3'/, Uhr, in Alten-Buseck statt 3779D Güßen, Bahnhonte vorm. Hermes Neue Karst 3. Mai. findet im Hvte der Waschanstalt in der Reuen Kaserne. Licher Straße 65, der Verkauf von Altmaterial (Eisen, Zink, Messing. Lumpen, Kochkestel usw.) gegen sofortige Bezahlung statt. 3757 D HeereSunlerkunstSamt. Heinz im zarten Alter von 3'/« Jahren. In tiefer Trauer: Eduard Schneider und Frau geb. I Erich Schneider Familie Heinrich : Familie Heinrich Todes-Anzeige. ■8 Ain Sonntag mittaff ’/»2 Uhr verschied plötzlich ffl und unerwartet infolffe eines Herzschlags mein fre ■ lieber Vater, unser lieber Großvater Jakob Ferber । |B im Alter von 65 Jahren. B Die trauernden Hinterbliebenen- Frau Anna Frosch Wwe. geb. Ferber und Kinder. 9 Gießen (Neustadt 19), den 26. April 1926. 3764D 3 Die Beerdlguoff findet am Mittwoch, dem 28. April. S nachmittags 21... Uhr. auf dem Neuen Friedhöfe statt --——— ---------- • Verwaschene Schürzen zieren Sie nicht! Aber unsere durchaus echte Indanthren-Schürze schmückt Sie immer Indanthren-Stoffe C.Röhr&Co. 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Klaus Gülich, Ottens Faktotum Paul Biensfeldt Karl Lüttgen, Hüttenwerksbes Ed. vonWinterstein Amely, seine Frau.....Mady Christians Moritz Lachner, Akademiker . Hans Brause weiter Franz Terbroich, Fabrikbesitz. Franz Schönfeld Laurenz, sein Sohn........Ernst Hofmann Der Impresario .....Max Mendsen .Marchesa della Margarita. . Maria Lingen Der Konzertdirektor......Robert Leffler Gäste der Gesandtschaft, Karnevalsmasken,Winzer Winzerinnen, Festgäste und Konzertbesucher 2. Film. 2. Film. Pat und Patachon PAT UND PATACHON IM PRATER Dieses Gaktige Lustspiel mit Pat und Patachon in den Hauptrollen, ist unstreitbar das beste Pat- und Patachon-Lustspiel. welches je in Gießen zur Aufführung gelangt ist. Wegen des zu erwartenden großen Andranges zu den Abend-Vorstellungen bitten wir, nach Möglichkeit die Nachmittags- Vorstellungen besuchen zu wollen. Preise der Plätze: M. L—, M. L20, M. 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Kl., m. 11,12 fm 12,0 rm Ficklennutzscheit, 3 m lang 15,4 rm Fichtennutzknüppel, 3 m lang 11,8 rm Fichtennutzknüppel, 2,5 m lang 131,0 rm Buchen-, Eichen-, Erlen-, Kic- fern. und Fichtenscheitholz 132,5 rm Eichen-, Erlen-, Kiefern- und Fichtenknüppelholz 32,0 rm Kiefernreisig 3769V 111,0 rm Kiefern- und Fichtenstockholz. Sämtliches Stammholz ist entrindet und ohne Rinde gemessen. Zerstreut sitzendes Holz, darunter 21 rm Erlenknüppel, Distrikt Teufelspfütze, wird nicht vorge- aeigt. Dieses ist vorher anzusehen, da spätere Einwendungen wegen der Güte des Holzes nicht berücksichtigt werden. Zusammenkunft auf der Straße nach Lollar, am Badenburger Wäldchen. Wies eck, den 26. April 1926. Hessische Bürgermeisterei Wieseck. S ch o m b e r. holjpislio in Dauerstellung sofort gesucht. Schrtstl. Angebote mit Gehaltsanspr. unter 02957 an den Gien. Anz. erbeten Wegen Erkrankung meines jetzigen suche ich zum 1. Mai ein ordenll.. fleißiges MW vom Lande. 02970 Zrllll Mr Mllonieslus Mäusburg 19. 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Installation, Wasser und Gas, in zwei Losen, außerhalb und innerhalb des Baues. 2. Verputzarbeiten in 4 Losen. 3. Glaserarbeiten in 3 Losen. 4. Isolierung der Fußböden (1900 qm). Zeichnungen, Bedingungen und Angebotsoordrucke sind auf unserem Zweig- b u r e o u einzusehen, die letzteren zum Selbkostenpreise, solange Vorrat reichtz erhältlich. Angebote sind verschlossen und postfrei mit entsprechender Bezeichnung versehen, bis Samstag, den 8. 7Nai 1926, vormittags 10 Ahr, bei uns einzureichen, woselbst Eröffnung in Anwesenheit etwa erschienener Bewerber erfolgen wird. 3758V Zuschlagsfrist vorbehaltlich ministerieller Genehmigung 3 Wochen. Gießen, 26. April 1926. Hess. Hochbauamt, Zweigbureau Hautklinik. I. A.: Geibel. Arbeitsvergebnug. Die nachstehenden Arbeiten und Lieferungen zur Herstellung einer Wasserversorgung und Beregnungsanlage für den Oberen Hardthof bei Gießen sollen vergeben werden, und zwar: 1. Herstellen des Maschinenhauses. 2. Wasserbehälter (9 cbm Inhalt) aus Eisenbeton im Wasserturm. 3. Rohrleitungen, zusammen 635 Ifdm von 60 bis 100 mm l. W. Pläne und Bedingungen liegen bei uns offen, Angebotsvordrucke sind für je 1 Mk. in bar von uns zu erhalten. Eröffnung Samstag, den 8. Mai d. 3., vormittags 10L Ahr, auf unserem Bureau, Frankfurter Straße 29. Freie Auswahl vorbehalten. Zuschlagsfrist 4 Wochen. G i e ß e n , 20. April 1926. 3759V Hessisches Kulturbauamt. Steinbach, Reg.-Baurat. Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Hattenrod für Rj. 1926 liegt vom 27.April bis 3. Mai l. I. auf unserem Bureau zur Einsicht der Interessenten offen. 3756V Es ist die Erhebung einer Umlage beschlossen, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben. Hattenrod, 24. April 1926. Bürgermeisterei Hattenrod. Neeb. 371 ?D Bremer Kaffee-, Tee- Import-Firma sucht gegen hohe Provision für den Vertrieb an kanfkräfttge Privat- kundschaft oder Grobverbraucher Vertreter betro. 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Es komme jeder, der daö Gedächinis unserer gefallenen Helden in Ehren gehalten wünscht und der Pstege dieses Gedächtnisses Teil- uahine entgegenbringt. 36650 Eintritt frei! gangen. In manchen Orten sind Feine Arbeitslosen mehr vorhanden; sie haben lohnende Beschäftigung und hoffentlich auch dauernde Beschäftigung in diesem Werk gefunden. br. D a u b r i n g e n. 2ö. April, ©eitern nachmittag hielt in der Wirtschaft Weimer der hrsioe Spar- und Vorfchußverein ferne die-, jährige Generalversammlung ab. Aus dem Jahresbericht, den der Direktor der Kasse. Herr Albach. erstattete, sei folgendes erwähnt: Die Mitglieder zahl beträgt zur Zeit 163. im letzten Iahr kamen neu hinzu 17. Sämtliche Kreditgesuche 61 an der Zahl, im Betrage von 18 .23 Mt. konnten gewährt werden. Der Gesamt-- Umsatz betrug in Einnahme 89 153 Mi. und in Abgabe' 58151 Mi. Die Jahresbilanz schließt mit einer Aliiva von 32 103 Ml. und einer Po-'iva von 31 753 Mk.. so daß sich ein Rein- gewinn von 350 Ml. ergibt. Der Zuwachs von Dfcateinhq n b> trug im Berichtsjahr 6457 Ml., wovon cm Ute im Mai oor-t n Jahres errichtete Schulspartasse ollem 693 Mk fallen. Di- rc-tor Alvoch skrach den Lehrern für ihre ure * :.nützige Tätigteii f>e;. der Schulsporkafse den int der Grnossenlchaft aus. Zur Hebung der epnrtätigfett sollen die Neugeborene der Mitglieder c*n Sparkassenbuch mit einer Sta nmrmlage von 1 Mk. erhalten. 2Ivi d H eingeführte S p a r m a r k e n s y st e m wurde noch einmal hingewiesen und zum regen Schraub) a v c;.?röert. — Im selben Lokale hielt auch d.r G w e r bev e re i n Lollar und 1! inner. : n b ein? itnrf besuchte B:rs..mmlunq ab. i.t der der StzndÜnA der Handwerkskammer- Neöenüel'e G:n. Herr Rohr, über gewea-b- licke l'.uchs ■* nq 2b'ucr* ragen und fonstlges 11",- mc'T- iür den Ge.verbeire:b7nd' ' sprach. x Slrt'ii Arievberst sl. Friedberg, 25. April. Die verflof- sene Reichsaesundheitswoche ist natürlich auch in hiesiger Stadt in entsprechender Weife bc’angen torrben. Aus dem Dortrage, denMeöi- jinnfr/rt Dr. CH eß c 1 über die „Hygiene des täglichen Lebens" hielt, formte man die sehr beifällig ausgenommene Mitteilung entnehmen, daß a ch in hiesiger Qtabt b i e Errichtung eines Luft- und Sonnenbades geplant ist Für dir Schüler der oberen Klassen der ßiCjycn Lehranstalten sprach Kreisschularzt Dr. B a k s ? r über dos gleiche Thema. Einen schönen Ab'Hluh brachten die Veranstaltungen der T u r n g e m e i n n e am Samstagabend unter großer Beteiligung der Bevölkerung. Zuerst fand vom M'i'.nzertortveg bis zur Burg ein Stafette n \ a n f statt, an dem sich auch die übrigen hicsinen Sportvereine beteiligten. 3n der Jugend- stalfel aing als erste die Turngrmrind-r durchs Ziel. Dann folgte der B s. B. «Verein für C&> weg rngsspicle): bei der Turn staffel siegte die Schudo. dann folgten nach der Reihe der V. f. D., die T icngem: i.tße und die Amvauschule. Hierauf rik »en i n Lr u'fchritt die verschiedenen Al- tersgru Pen der Turngeineinde von dem Kriegerdenkmale bis zur Burg heran und, gaben in Lauf- und Freiübungen Beweise dafür, in welcher Art die verschiedenen MuSkelpartien des Körpers ausgebildet werden. Zum Schlüsse er- griit der rfitzende des Ausschußes. Rektor Koch, das Wort, um in einer Ansprache den Wert k - Gesundheit für die Größe und Stärke imkrc« Vaterlandes zu preisen. Der gemeinsame Gesang des Liedes „Ich hab' mich ergeben" bildete den Ausllang. **• Gamda ch, 26. April. Die Durch- s a h r t s st r a ß e durch unteren Ort wurde von der ..Schonen Aussicht" bis zum Rordausgang dcö Dorfes nach Holzheim eingedeckt und gewalzt. Die Arbeiten wurden jetzt beendet. Die vom Gemeinderat beschlossene Chaussierung der von der Gart en st raße nach der Sicher Straße führen» cn M i t t e l st r a ß e ist ebenfalls beendet, too- . utji) unsere Gemeinde um eine schöne, breite Straße betc: y e.t wurde. Die Arbeit wurde als R o t st a n d s a r b e i t von den Erwerbslosen au2ge,ührt. Die zur Herstellung des Unter- prundes benötigten e Ber : . c f e r b e r f a m m I u n g b c e Sängerbundes Mittlere - Riddatal" unter dem Vorsitz von Lehre. L e p tz - Geiß-Ridda statt. Es galt, die ky-.i Borbereitu g n für das R e f o k,n w e i t! i n ge-t zu treffen, das am iß. Mai in Dad-Salzi a »en abgehalten wird. Als Wertungsrichter sind bestellt Lehrer Blaß von Großen-Linden und Kantor Samper aus Sar.niMDl. Jeder der elf Dundesoereine singt zwei Chöre in d.r durch das Los bestimmten Rechenfolge. als Ausweis seiner Leistung erhält jeher Verein eine von Gcwerbeschulreltor D i 11 - Riööa entn orfere, künstlerisch gestaltete (Sfjrentafel. Llachmittags gibt der Bund ein Konzert im Kurfaal. Krcis 'Alsfeld. p Alsfeld, 26. Avril. Am Samstag fand im kleinen Saale des Hotels „Deutsches Haus" eine Versammlung der Bürgermeister des Kreises Alsfeld unter dem Vorsitz vom Bürgermeister Neeo - Nieder-Lhmen statt, zu der auch die Vertreter des Kreisamtes Alsfeld erschienen waren. 'An die Verhandlungen schloß sich ein gemeinschaftliches Mittagessen an. — Am Samstagabend fand im großen Saale des „Deutschen Hauses" eine Abendunterhaltung zu Ehren der Schlitzer Sänger, des „Harmonischen Kränzchen" von Schlitz, statt, welche von dem hiesigen Gesangverein „Harmonie" eingeladen waren. An dem Gefanhskonzert wirkten außer den beiden genannten Vereinen auch der Gesangverein Altenburg unter Leitung von Lehrer Zoll, Alsfeld, mit, dessen geschickt ausgewähUe und mit vorzüglicher Schulung oorgetrajjenen Chöre ganz besonderen Verfall fanden. Cm vom Gesangverein „Harmonie" geschickt zusammengestelltes Hausorchester trug zur Abwechslung des Abends bei. An das Konzert schloß sich ein Tanz an. Am Sonntag fand ein gemeinsamerAusflug der Sänger nach dem benachbarten Altenburg statt. ck. Aurdem Ohmtal, 26. April. Infolge der günstigen Witterung ist die Feldbestellung flott von statten gegangen. Hafer und Gerste stehen gut, die Kartoffeln sind beinahe gesteckt. Auch in den Gärten stehen Pflanzen und Gemüse üvpig. Die örtlichen Genossenschaften haben in diesem Frühjahr große Mengen künstliche Düngemittel bezogen, wovon die Landwirte ausgiebigen Gebrauch machen, ein Zeichen dafür, daß unsere Landwirtschaft vorwärts strebt und aus dem Boden herausholen will, was herauszuholen ist. — In der hiesigen Gegend klagt man sehr über hohe Ferkelpreise. Ein Ferkel von 7 bis 8 Wochen kostet 40 bis 44 Mk., ein 9 bis 10 Wochen altes 45 Dis 52 Mk. Wo bei derartigen Preisen noch der Aufzucht und der Mästung noch ein Nutzen Herkommen soll, ist unerklärlich. Es wäre angebracht, wenn die Staufer durch Selbstbesinnung beim Bieten auf eine Senkung der Anschaffungspreise hinwirkten. Kreis LanLcrbach. fl. Lauterbach, 26. April. Im Rahmen der Reichsgesundheitswoche fand hier im Konsirmandensaal eine Ausstellung statt, in der vor allem an Hand von statistischem Material auf die Gesah en von Alkohol und „Gott bewahre. Junge, der Wein ist tadellos. Aber Mamsell kann gern Gläser holen." Sie probten, und er war wirklich tadellos, und dann versuchten sie den Kirschwein und den aus Brombeeren, der wie Muskateller schmecken sollte, und den duftenden Hagebutten wein, der mit Malagahefe bereitet war, und das Schaukelpferd bekam einen regelrechten Sckpoips und lachte bei jedem Wort ohne allen Grund, bis Heider Steffen es hinausschaukelte und auf bett Weg nach feinem Hof dirigierte. Thora hatte nur ein wenig vom Hagebuttenwein getrunken, sie -wußte, wie gefährlich solch Proben war; trotzdem spürte sie die prickelnden Geisterchen in ihrem Blut, denn die ganze Kellerluft war voll von ihnen, und sie drangen mit jedem Atemzug als feiner Dunst und Duft in ihre Sinne. Als sie bann aus bem Gewölbe heraus und in den sonnenflammenden Garten trat, schwang der Boden wie weicher Moorgrund unter ihren Sohlen, die Tulpen hatten eine wunderliche Neigung, sich zu verdoppeln, in ihr war Lachen und Singen — sie mußte sich zwingen, es nicht lautwerden zu lassen — und Mamsell fragte: ,,£) nee, Fräulein, is Ihnen auch so schwummerig in die Knie?" „Mir? Nein, gar nicht. Wo soll ich mich umkleiden, Mamsell?" „Gesa! Gesa! Komm fix! Zeig, Fräulein mal das Gastzimmer, wo ihr Hanbkosser steht. Nee, was ist mir man komisch! ur?e Guter- effojrt ar cu<< eine kleine Aushebung von Weiten lzv. Früchlläften. Aw veranftalte.c der Aus'2. uh zur e - Die Vor- trä jc '.aren umrahmt von urnerikien unb .-ihn» vor ühru-.-gcn. 3m Leus« der Versio fei en Docke trar in sämtlichen Sck'.iien des >.rc le5 fcic erste S.unde dem Ges-ndheitsunterrrcht gc- widmet. Preußen. IS’ ne tnnxika *c Llttdirt.koi im iskotl in ßfrantfnr . WSR. (üranl’urt a. M. 26. Apr I. 6 n: m e f i t a n i f 1, e 6 t u b i e n f o m : i | i on, d e vorgestern ter öka.'t Köln einen Besuch ab* gestattet unb am Sonntag ein« Rheimayrt unternommen halte, ist hi'r cingefroffen. Sie zählt 34 '9cr;DrtCit Bormittags unternahm lie eine Besichtigung bet Sc:.?n’ro.iri>iqteitcn ber Stadt, mir aqs wurde sie im 3p:tct durch Oberbürgermeister Dr. £? a n b m o n n begrüß Atenb < waren, die Herren C-äste der Industrie- und Hanbelökammer Franisurt a. M. -Hanau, des Zer.tralr-'rbandee. üe. • ?utid',?n Tresthandels unb der Bere-nigung ster f . r-r.'?rnrcr von Frankfurt a. M. ’.mb Umgebung. Kreis W^'rkar. !f M ii n ch h o l z h a u s e n. 26. April. Der Hiesige Männer gefan a verein „Concordia" feiert am 3D. und 21. Mai feii 2 5- jähriges Stiftungsfest. Gr wurde im Jahre 1931 von unserem Hnn.ptlsörsr K u 11 gegründet. Dirigent des Beecins ist Lehrer Jung von hier. <> Dornholzhausen, £6. April. Die dem Bauunter.rehmer Schäfer von hier übertragene Teilnrbsil an dem Ausbau des B erst i^ndunasweges von hier nach Lang- Göns, über die bereits im „G eheuer Anzeiger" berichtet wurde, besteh! in rund 1000 Kn.büme'.er Erdbewegung i:nb 1030 Quadratmeter Chaussierung. Die Straße wird eine Gesamtstreite von 9,70 Meter erhalten; davon entfallen auf die Fahrbahn 4,50 Meter, auf die beiberfeifgen Bankette und Graste r je 1 Meter bzw. 1,60 Meter. Die Tleberbrückung des Mühlgrabens der Schäfer- schen Blkühle wird durch einen Doppel-Platten- kanal hergesleklt, den die Firma Sack und I u g b a r d t zu Gießen liefert. Die Arbeit umfaßt die Strecke von der Gemarkungsgrenze bis zu den beabsichtigten Kleebrchdurchstichen; sie ist bereits in Angriff genommen. <> Oberkleen, 25. April. Der hiesige Turnverein „Frischauf" hat bisher seine turnerischen Tlebungen in einem Saale der Gastwirtschaft Reuter abgehalten. Da sich dieser Saal immer mehr als zu klein erweist und auch für Turnzwecke wenig geeignet ist, hat sich der Verein entschlossen, ein eigenes Heim zu schaffen, es soll entweder eine Baracke aus dem geräumten Dcsatzungsgebiet gekauft oder, wenn dies nicht gelingt, eine neue Turnhalle erbaut werden. Zur Aufbringmig der erforderlichen Mittel beabsichtigt der Verein im Oktober eine Wertlotterie zu veranstalten. Es sollen 10 000 Lose zum Preise von je 1 Mk. ausgegeben werden. Die Zahl der Gewinne soll über 300 betragen, mit einem Gesamtwerte von 3000 Mk. Als 1. Hauptgewinn ist ein Motorrad, 4 P. S. stark, im Werte von 1250 Mk. vorgesehen. Den 2. Hauptgewinn stellt ehre Kücheneinrichtunb dar. Die weiteren Gewinne bestehen aus einem Fahrrad, einer Rah- maschine, sowie aus Möbel» und Hausstaltungs- gegcnständen. Der Reinertrag wird fief) bei vollständigem Absatz der Lose auf rd. 3000 Mk. belaufen. Die restliche Summe der Baukosten gedenkt der Verein mit Hilfe der Gemeinde aufzubringen. Dos Bestreben des Vereins, sich ein eigenes Heim zu gründen, ist im Interesse des Turnens und der Iugeiibpslege sehr zu begrüßen. Der Verein gehört dem Sübwestdrutschen Sutncr» stund und innerhalb desselben dem Gau Wetterau an. s. R i e d e r k l e e n, 25. April. Am Samstag abend ludeii unsere hiesigen Mandolinenspieler zu einem Lichtbilderabend ein, den ein Herr aus Gießen über das Thema »I» Illi ■■■MWH ........IMIIIIU 1— ■■ limin .^rillll-BMMWIHT — als lauter gesunde Kraft in bas Fenster, kühlte bad erhitzte Blut, drang in die heißen Lungen und war ein besserer Trank für das Kind dieser sonnigen, stürmischen Weite als der bejte Wein. Ihre Augen gingen hinaus. Nichts zu sehen vom Garten. Nur an der Parlmauer ein paar grüne Wipfel. Weit hinaus junggrünes Land. Auf der leichten Bodenwelle, eine Viertelstunde entfernt, „bas lachenbe Haus" unter seinen alten Kastanien, unb bahinter im Grunbe bie stolze Eiste. Du Heimat! Du geliebte, mißhanbelte Heimat, wie schön bist bu trotz allem! Wie weit, wie herrlich in beiner immer neuen Krast! Wart' es nur ab, wir, bie Jungen, bie Starken, wir heben bich wieber auf ben Thron, ber bir gebührt! Sie flocht bie dicken Zöpfe und lächslte über ihr viel geschmähtes Rot. „Deutsches Gold". — Und wenn sie das andre nahmen, das gemünzte und geprägte, dies Gold, das Zeichen alten, echten Germanentums, bas sollten sie wohl im Lanbe lassen. „Rasse!" sagte sie, wenn man sie neckte mit ihrer Feuermähne. ,Hhr wäret froh brum, wenn ihr sie hättet." Das Wirtschaflskleib würbe m ben Koffer gepackt, bas lichtgraue Tuchkleib, bas Staalsstuck seit zwei Jahren, übergeftreifl, unb dann die Treppe hinunter zur Terrasse, wo der Tisch unter dem Sonnendach gedeckt war. Gerade schlug der Diener auf den Gong, und von der Bidlioihek her schob Heider Steffen Herrn von Brockdorf im Rollstuhl heran. Seit zehn Jahren konnte der ohne Hilfe keinen Schritt mehr gehen. — Sein Gesicht wurde froh, als er Thora erblickte. Sie hatte einen großen Stein bei ihm im Brett. „Es muß Not in unserer Wirtschaft sein, scheint mir, wenn man eins ber Bunsenmäbchen sehen will. Wie geht's, Thora? Alles bei Ihnen gefunb? Sie finb wie ein Jugendtrank für einen alten Mann." Er roanbte ben Kopf zum Zirner zurück. „Aribert — bitte. Thora, barf ich Ihnen meinen Neffen vor» stellen? Aribert von Brockborh Fräulein Bunsen. Sie haben ben Namen schon bet uns gehört." Thoras innerer Menich schob beide Hände vor sich, den Neuling abzuweisen. Obgleich der Herr nichts weniger als unschön ober gewöhnlich war. Ein schlanker Aristokrat von bem Typus jener Herrenmenschen, bie alles, was nicht alten Namen trägt, als Plebs anfehen, und wenn sie sich — ihrer guten .Scsiöne Städte und Landschaften In Deutschland" hiesi. Unratnu wurde dec Vortrag durch Musik- vvrtrag« ber Mandolinenspieler. Li»erlal,nkrers. ü Gräoeneck a. d. Lastn. 26. April. Das durch den Frost stark gedrückte srifche Grün in de i Getreide- und Kleefeldern bat sich nach dem Regen der Ic .tea Tage schön erholt. Unsere 23. . ">:r sind jetzt schon qr.inct. als sonst anf g5 M i Die Oststba. nl« stehen in herrlicher Bl' tenpracht und verspreche, r.ir S t.". O Löhnberg a. d. Lahn. 20. April. Das benachbarte Selters crlcbie gestern einen Tag, ber sitz' rllch lang anhaltende unb anregende Spuren hinter! dien wird. Die Gemeind» hatte sich ginntet, ihren im Weltkrieg gefallenen Helden ein Ehrenmal zu meisten. Schon lange vor Beginn ber Feierlichkeiten bauen sich Krieger, und Gesang, vereine ur.b zcchllo.e Zuschauer ber benachbarten Oitjchas"n zusammen'.eiunden. Unter ben gebump; t'n Kimmen eines Trauermarsches, der von der * 'JDlufi?abt.'iümg der I igendgroppe des Löhnberger Kriege» Vereins gespielt wurde, bewegte sich bie Ijunßerlfüpfige Menge in gefchlosfenem Zuge zum Friedhof, dcm Standort des Den1 mal», .'mer leitete die Musikabteiluna durch einen Vortrag des ? iederlänbifchen Dankgebetes die Feier ein. Der Gemischte Ehor von Selters unter der Leitung von Lehrer Hi es daselbst brachte bann in stimmimgeool'er Weise „Mag auch bie Siebe meinen" zu G-hc-r. Anschließenb wies Lehrer H j e s bie Erschienenen in kernigen Worten darauf hin. daß ber Geilt, ber unsere gefallenen Helden beseelt habe, gerade heute wieder uns beherrschen müh?, damit mir durch Einigkeit wieder stark werden. Der Gemischte Chor fang daraus die tröstliche Weise: „Es ist bestimmt in Gottes Rat". Anschließende Della- mationen von Schulkindern fügten sich glückl'M in ben Rahmen ber Feier ein und leiteten über zu dem Männerchor „Ein Krenzlcin fchroanlet im Winde", der von bem Gesangverein Ahausen unter Leitung von Lehrer H i e s in schöner Vollendung oorgetragen wurde. Nach weiteren Deflamc honen unb Gesangsvorträgen bes Gemischten Ehores lenkte ein gut vorgetragener Prolog bie Gebmken auf bie Vcrpflichtirngen, die uns im Hinblick auf unsere gefallenen Helben erwachsen sind. Daran ar*, schließenb hielt Pfarrer Ra b ecke, ber 19 Jahre lang als Seelsorger in Selters gewirkt unb selbst zwei hoffnungsvolle Söhne im Weltkrieg verloren hat, als letzte Rede in seiner Gemeinbe bie Weihe- rebe. In schlichter imb würdevoller Weise hob er das unsterbliche Verdienst der Gefallenen hervor mit b.-r einbringlichen Mahnung, ben »mvergeßlichen 2o*rn stets ein treues Anbenken zu bewahren zum Segen bes beiitfchen Vaterlandes Den Abschluß seiner Rede bildete die Enthüllung des DentmaM mit gleich uüi- ger Abgabe der Ehrenfalven, währ-nb sich die Fahnen zu ernstem Gruß senkten. Die Gemeinde fang „Ich halt' einen Kameraden". Nach weiteren Deklamationen unb Oefangsoorträgcn überpast v.-h-- rer H i e s im Auftrag bes Kriegeroercins Teii.'rs das Denkmal dem Schutz der Gemeinde, der von Bürgermeister Neu zngefagt wurde. In mengen Sätzen wies dieser bie jüngere Generation bnrauf hin, wieber zur Beherzigung bes Grundsätze.-- zu kommen: „Deutschland muß leben, unb wenn mir Sterben müssen", bann mürben wir in bem Geist« ortsahren, ber unsere Gefallenen bei Ausbruch des Krieges beseelte. Nach ber allgemeinen Kronzni?tzer- legung unb einem von ber Musikkapelle geipidf-'n Choral erteilte Plärrer Stöberte den Segen -mb schloß damit bie Feier. Es muß ber kleinen Ge- meinbe Selters, insonderheit dem dortigen Kriener- verein, Lehrer Hiss unb der Gemeindeoertr-l mg mit hohem Lost zuerkannt werden, baß sie mit b: '!>*r erhebenben Feier ein Werk beenbet haben, ba Is Danksspflicht unseren gefallenen Helben ^egeniiher der jetzigen und den kommenden fflenergtionen ein steter Mahner sein wirb. Kreis Dievenkopf. Biedenkopf, 25. April. (WSR.s Inder Rocht brach in Günterod (Kreis Bieden'eps» fm Wirtschaftsgebäude des Landwirts 5m ost Atz mann Feuer aus, dos sofort au4 das Wohnhaus und auf ein weiteres Wirtschasir- aebäude Übergriff. Die Feuerwehr konnte 'ich lediglich auf die Eindämmung des Brandes beschränken und konnte trotz energischen Eingreisins nicht verhindern, daß dos Wohnhaus und die beibtn Wirtschaftsgebäude volIstän - big niederbrannten. Das Viel) femme mit Ausnahme einiger Hühirer, die in den Flammen umkamen, gerettet werden. Die Llrsache drs ErzishunA nach — noch so verbindlich geben. Vielleicht spurte das Mädchen diesen Hochmut, mehr noch aber spürte sie den ganz kurzen Blick, der sie in einer Sekunde von Kopf bis zu den Füßen überflog. Als stände sie nackt und bloß in der scharfen Sonne, so war ihr. Das Mut stieg ihr bis zur Stirn. Entgegen ihrer Natur blieb sie einsilbig während des Essens und nahm es eifrig an, als Heider Steffen sie nach der Mahlzeit fragte, ob sie sich die jungen Hunds ansehen wolle, den ersten Wurf seiner Schäferhündin. Im Zwinger unter der Linde am Hos ramenterte bas vergnügte Gesindel, eine Rude und drei Hündinnen, jiefte, blaffte, tu gelte sich übereinander und über die Mutter und tobte an Heider in die Höhe, als er mit kurzem Griff ein weiches, gelbliches Etwas emporhob. „Wollen Sie das Tier haben, gnädiges Fräulein? Der Rüde ist schwächlich, aber die kleine Dina hier wird ein Prachtexemplar, ich garantiere Ihnen dafür." „D, wie gern." Warum nennt er dich denn plötzlich gnädiges Fräulein? dachte sie, sah Aribert von Vrockborf neben sich unb begriff. Ein schnelles befühl von Derbünbeisein saßte sie, sie lochte Heibrr an, wie sie ihn noch nie angelacht. „Soll ich ihn haben? Gleich? Geht er mit mir?" „Schäferhunde sind nichts für Damen", faak* Brockdorf. „Eine Dame sollte nur mit einem russischen Barsoi gehen. Der gibt ihr Folie " „Folie? Ich denke nicht an Folie. Ich habe die Schäferhunde gern. Sie sind klug und amüsant. Die Barsois sind mir zu dumm." „Aber schön. Und haben Stil. Das ist sehr viel." „Mir zu wenig. Ich nehm' die kleine Dina. Komm her, Heine Dina! Magst du mich leiden' Wollen wir Freunde werden? Soll ich dich noch Hause fragen?" „Den Köter tragen?" Dies kleine, infame Lächeln in den schmalen Aristokratenzügen. „Der Diener wird sich eine Ehre daraus machen. Ihnen das Vieh hin- überzubringen." ..Ich auch", faate Heider. „Die Dina geht noch nicht mit, roenn bte Mutter nicht dabei Ist. Darf ich Sie begleiten, gnädiges Fräulein?" „Wenn ich Ihnen Ihre Zeit nicht stehle." (Fortsetzung folgt) »[freien Zreitaaaöenö Dura>sührung gut 6e'uayen io5ioe.un e. Feuers wurde noch nicht einwandfrei festgestetlt, man vermutet jedoch Brandstiftung. Kreis Marburg. sch. Marburg, 26. April. Die Kirchen unserer Stadt werden in allernächster Zeit instand gesetzt. Beben der iiniversitätskirche. die bekanntlich im Innern vollkommen neu gestaltet werden soll, wird auch die lutherische Pfarrkirche, die jetzt einen neuen Organisten bekommen hat, bis zum Aeformatiansjubiläum 1927 neu Hergerichtei werden. Gewisse Borarbeiten sind bereits in den letzten Jahren geleistet toerben; so erhielt der Glockenstuhl eine elektrische Läuteanlage, die gesprungene Drautglocke wurde umgegossen und die Zentralheizung neu hergerichtet. Jetzt sollen noch Wände, Gewölbe, Gestühl und das Holzwerk gestrichen, das Frauengestühl im Mittelschiff umgebaut und verschiedene Bilder angebracht werden. An die Stelle der bisherigen Beleuchtungsanlage treten Holzkronen mit zierlicher Malerei. Die Kosten der Herstellung belaufen sich auf zirka 30 000 Mark, die durch Kirchensteuer uni) Stiftungen aufgebracht werden sollen. Derbands-Tanung der hessischen Mieterschutzvereine. ^Dad-Aauheim, 25. April. Der Landesverband Hessischer Mieterschutz- Vereine hielt hier gestern und heute seine 6. ordentliche Jahrestagung ab. Die gestrige Delegiertenversammlung wurde mit kurzen Begrüßungen seitens des Vorsitzenden des Landesverbandes, Hermann Wolff (Mainz), und des Vorsitzenden des Mieterschutzvereins Bad-Aauheim, Stadtv. Böhler, eingelötet Der Verbandsvorsihende erstattete den Bericht über die Vorgänge aus dem Gebiete der Wohnungswirtschaft und der Wohnungserstellung im Jahr 1925 und wandte sich gegen die Bestrebungen, die eine Lockerung oder gar völlige Beseitigung des Mieterschuhgesehes im Auge haben. Den eigentlichen Geschäftsbericht erstattete der Landesgeschäftsführer, A. Fuchs (Mainz). Er wies darauf hin, dah die Arbeit der Geschäftsstelle bei der hessischen Regierung nicht immer Entgegenkommen gefunden habe. Der von K. Schell (Mainz) gegebene Kassenbericht zeigte geordnete finanzielle Verhältnisse des Landesverbandes. Vorstand und Geschäftsstelle konnten einstimmig entlastet werden. Nachdem dann die Tagung dem Landesverband eine neue Satzung gegeben hatte, fanden die Wahlen der Verbandsorgane statt. Mainz wurde wieder als Vorort des Landesverbandes bestimmt, als Vorsitzender wurde H. Wolf wiedergewählt. Landesgeschäftsführer ist A Fuchs, Landesschristführer Hans Stelzet und Landesrechner K. Schell (sämtlich in Mainz). Weiter sind im Vorstand und erweiterten Vorstand vertreten: die Mieter- schuhvereine Darmstadt, Offenbach, G i e h e n, Arheilgen, Friedberg und Alzey. Der nächstjährige Landesverbandstag findet in Worms statt. Aege Aussprachen interner Art, sowie die Behandlung allgemeiner Mieter- und Baufragen dehnten sich bis in die späten Abendstunden aus. Die heutige öftentliche Versammlung war zahlreich besucht. Auf Einladung nahmen daran auch eine Anzahl Landtagsabgeordnete, sowie Vertreter von Städte- und Gemeindevorständen und Wohnungsämtern teil. Ober-Regierungsrat Hoppe (Dresden), eine anerkannte Autorität auf dem Gebiete des Wohnungswesens, sprach in fast 2stündiger Rede über „Der Wohnungsbau und seine Finanzierung unter Berücksichtigung der neuen Gesetze und Verordnungen". Redner stellte in der Wohnungswirtschaft England als Vorbild hin. Warm trat er für das Einfamilienhaus mit Garten ein, das als idealste Bauform auch in Deutschland möglich sei, da die Durchführung bei einer -Zuteilung von 300 Quadrattneter pro Eigen- _betm nur 0,95 Prozent des gesamten deutschen ^Bodens in Anspruch nehme. Barackenwohnungen für assoziale Mieter seien ein Fehler, der " sich später schwer rächen würde. Voraussetzung für das Einfamilienhaus sei die Bodenverbilli- gung. Zu fordern sei ein Wohnungsbauprogrammauflang eSicht nach dem Beispiele Englands. Für die Hausbesitzer will der Redner die Duchführungspflicht und den Verwendungsnachweis über die Jnstandsehungs- kostenzuschläge und Betriebskosten durch gesetzliche Vorschriften eingeführt sehen. Die Hauszinssteuer dürfe nur für Bauzwecke verwendet, der für allgemeine Finanzzwecke verwandte Anteil der Hauszinssteuer müsse durch eine Besteuerung des Bodens nach dem wirklichen Werte festgesetzt werden. Weiter wurde gefordert, dah die aus den Mitteln der Wohnungswirtschaft aufgesammelten Gelder auch für spätere Zeit für den Wohnungsbau bereitzustellen und zur Hergabe von geringverzinslichen 2. Hypotheken zu verwenden sein. Bezüglich der „Gesellschaft der Freunde" zu Wüstenroth mahnte Reg.- Rat Hoppe die Mieter zur Vorsicht. Das Referat führte zu einer regen Aussprache. Landtagsabgeordneter Mann (Giehen) verlangte ebenfalls ein Bauprogramm auf lange Sicht, da nur hierdurch der Bauarbeiter aus der Stellung des Saisonarbeiters wieder zu ständiger Beschäftigung geführt und so ganz selbst- tättg eine Senkung der Stundenlöhne und eine Verbilligung der Dauherstellung erreicht würde. Hüt sch (Darmstadt) wandte sich gegen die Er- steNung von Baracken und forderte den Bau von Kleinwohnungen, die mit geringen Veränderungen sich später in gröbere Wohnungen umwandeln lassen. Lgndtagsabg Lux führte aus, dah Hessen in der Wohnungswirtschaft nicht soviel hätte leisten können, wie erwünscht gewesen, weil die Schlüsselzahl für die Zuteilung der Cinkom- mensteueranteile ungünstiger als in anderen Ländern sei, dah auherdem der steuerkräftigste Teil des Landes noch beseht fei. Regierungsrat Dr Rindfuh vom Kreisamt Friedberg bemängelte, dah das Reich den Wohnungsbau organisch nicht richttg aufgebaut habe, und verlangte Lösung des Wohnungsbauproblems durch das Reich. Zurzeit fehle das Zusatzkapital zu den von Land und Gemeinden zu leistenden Zuschüssen, es müsse der Sparsinn der Bevölkerung speziell zum Zwecke des Wohnungsbaus noch mehr geweckt werden Die Arbeit der Tagung fand ihren Riederschlag in zwei Entschließungen, die nach der öffentlichen Versammlung von den Delegierten einstimmig angenommen wurden. Die erste fordert vom Reichstag, daß er jede Verschlechterung des Mieterschuhgesehes ablehnt. Richt Abbau, sondern Ausbau der Mieterschutz- gesehgebung sei die berechtigte Forderung der deutschen Mieterschaft. Die zweite Entschließung nimmt Bezug aus den Wohnungsbau und ist an die hessische Landesregierung und an die Reichsregierung gerichtet. Es wird darin gefordert: „Zur Bekämpfung des Wohnungselends. das von Tag zu Tag zunimmt, ist es notwendig, daß Dom Reich ein groß- zügigesWohnungsbauprogramm auf möglichst lange Sicht aufgestellt und durchgeführt wird. Die Hauszinssteuer, die zum größten Teil von der arbeitenden Bevölkerung aufgebracht wird, ist ausschließlich für diesen Zweck zu verwenden und im Zusammenhang mit der Mietpreisbildung sozial günstiger zu gestalten. Die für den allgemeinen Finanzbedarf bisher erhobene Hauszinssteuer ist durch eine Besteuerung des reinen Bodenwertes abzulösen." Wirtschaft. Don den Schlachlviehmärkten. An den deutschen Schlachtviehmärkten der vorigen Woche hat sich in der Marktlage im allgemeinen teine wesentliche Verschiebung gezeigt. Eine Kleinigkeit günstiger war der Handel für Schweine. Die Auftriebsziffern haben bei Rindern und Kälbern eine Zunahme erfahren, während sie bei Schafen und Schweinen hinter denen der Vorwoche zurückgeblieben sind. Die Schweinepreise lagen wiederum schwach, und auch die No- tierungen für die übrigen Gattungen konnten sich vielfach kaum behaupten. Auf den nachstehenden Märkten wurden für 1 Pfund Lebendgewicht in Pfennig notiert: Rinder Kälber Schafe < Schweine Berlin 20-55 35-88 35-60 68-77 Bremen 30-60 30-80 40-57 60-70 Breslau 20-52 50-70 40-56 58-73 Chemnitz 25-54 40-74 38-58 60-75 Dortmund 20-58 30-80 30-50 62-70 Dresden 25-57 30-70 35-66 55-81 Düsseldorf 22—60 35-75 — 62-75 Elberfeld 20-56 40-72 — 60-70 Essen 26-61 37-105 30-52 60-71 FrankfurtM. 15-58 40-80 25-50 60-76 Hamburg 15-57 25-80 25-64 6-75 Hannover 15-56 30-85 20-60 55-70 Husum — — — — Karlsruhe 22-58 70—80 —— 71-78 Kassel 22-56 42-68 — 65-76 Kiel 17-50 25-66 24-65 42-65 Köln 18-58 35-100 — 55-70 Leipzig 22-52 40-75 30-59 55-74 Magdeburg 17-55 30-60 20-52 55-72 Mannheim 14-58 60-84 40-44 56-74 München 22-57 62-85 — .58-78 Stettin 10-52 25-82 15-50 65-74 Stuttgart 12-53 68-87 — 52-76 Zwickau 18-53 40-70 40-62 62-75 * D i e Deutsche Reichsbahn im März. Eine fühlbare Besserung des Güterverkehrs war im März nicht zu erkennen. Auf den Arbeitstag umgerechnet waren im März etwa 112 000 Wagen, gegen 108 000 Wagen im Februar zu stellen, täglich also noch nicht 4 v. H. mehr. Der Versand an künstlichen Düngemitteln war im ganzen zufriedenstellend. Auffallend ist der Rückgang im Bezug von Kali. Im befonbern stark stieg der Versand stickstoffhaltiger Düngemittel, der in erheblichem Umfange an die deutsche Landwirtschaft abgeseht wurde. Der Versand von Kartoffeln war wohl um mehr als 11 000 Wagen stärker als der des Vormonats, erreichte jedoch den Versand des gleichen Monats im Vorjahre bei weitem nicht. Brotgetreide, Mehl und Zucker wurden gleichfalls in größerem Umfange als im Vormonat abgeseht. Ungünstig gestaltete sich wiederum der Kohlenabsah. Infolge des am 1. März in Kraft getretenen Handelsprovisoriums stieg der Eilgutwagenladungsverkehr aus Frankreich. Auch im März wurde dem schwachen Verkehr durch weitere Betriebseinschränkungen und sonstige Detriebsmahnahmen Rechnung getragen. Der Personenverkehr war im allgemeinen schwach. Mit Gültigkeit vom 15. März wurden stark verkürzte Lieferfristen, die im wesentlichen wieder dem Vorkriegsstände entsprechen, eingeführt. Gleichzeitig wurden im Rahmen der Gütereinteilung verschiedene Tariferleichterungen durchgeführt. Das finanzielle Ergebnis im Februar gestaltete sich folgendermaßen: Gesamteinnahmen 289 358 000 Mk. Diesen stehen Gesamtausgaben in Höhe von 338154000 Mk. gegenüber. Unter ihnen figurieren 49 950 000 Mk., die als Dienst- und Reparationsschuldverschreibungen verrechnet sind. * Erhöhung der Gütertarife im Saargebiet. Äb 1. Mai tritt im Saargebiet eine Erhöhung der Gütertarife um 7.5 Prozent in Kraft. Eine Erhöhung der Personentarife um 15 Prozent ist in Aussicht gestellt. * Maschinen- und Armaturenfabrik Breuer & C o., Hö ch st a. M. Die den Buderusschen Eisenwerken, Wehlar, nahestehende Gesellschaft schließt 1925 nach Rm. 64 389 (i. V. 61 977) Abschreibungen mit einem Verlust von Rm. 153 004, der sich um den Gewinnvortrag 1924 von Rm. 1426 auf Rm. 151 578 vermindert. Der Verlust soll durch Her- anziehen der Umstellungsreserve von Rm. 146 565 gedeckt und die restlichen Rm. 5013 Verlust vorgetragen werden. * D i e Junkers-Flugzeugwerke- Gesellschaft in Persien. Der mit der Junkers-Gesellschaft abgeschlossene Vertrag wurde vom persischen Parlament ratifiziert. Der Vertrag gibt dieser Gesellschaft das Monopol auf fünf Jahre für die drei vorgesehenen Linien. Von Teheran wird demnächst ein Anschluß nach Baku und Moskau eingerichtet werden. Die Flugzeuge werden Passagiere und Waren befördern. Während der ersten 18 Monate gewährt der Staat eine Garantie von 1 Reichsmark per Kilometer. 2m Kriegsfälle werden Personal und Flugzeuge zur Verfügung des Staates gestellt. Dörsenkurfe. Srnntrurt a.'DL Lettin Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. Schiust. flut» Sd^uyiu Aden)» jörie Schiust. fiur» Schlustk jjiitlaq Datum: 26 4. 27 4. 26. 4. 27 4 5% Deutsche Reichsanlethe 0.405 0.398 0.405 0,3975 4% Deutsche ReichSanlcihc — — 0,385 0,3825 3'/i% Deutsche Reich: anleihe <% Deutsche Reichsiiilciue 0,395 0.395 0,380 0,465 — 0.485 Deutsche Svarprainicnanleihe 4% 'preußische Konlols 0,250 — 0,257 — 0.400 — 0.387 0,380 4° 0 Hessen 0,430 — — — 3‘/a% Hessen - ■ • ■ — — — — 3% Heuen....... — — 0.395 — Deutsche Wertb- Dollar-Aul. 100 — 97 — ölo- Doll. Schav-Anweimg.'! — — —• — 4% Zolltürkcn ... 5% Goldmerikaner 12,15 42,75 11,75 42,75 L — Berliner Handelsgesellschaft 149.5 — 150,25 150* Commerz- und Brivat-Bank 106,75 — 106,5 106,3* Darmst. und Naiionalbank !?8 — 127,5 126’ Deutsche Bank....... 125,5 — 125,5 125' Deutsche Bereinsbank .... X7 — — — Disconko Commandit 122,25 — 121,50 121' Metallbau!....... 92 91,25 — — Mitteldeutsche Kreditbank 108,5 — 109,5 — Ocsterreichischc Creditanslall 7,05 7.05 7 — Wcstbank ....... — — — — Bochumer Guß....... 92 — 91 — Buderus ......... 59.9 — 59,5 59 Caro ........... 55 — 55,75 — Deutsch Luxemburg .... Gelsenkirchener Bergwerke. 93.25 96,12 94* 95' 94,25 95,36 94- 94' Harpener Bergbau . . 108 — 108.36 108’ Kaliwerke Aschersleben.... 131 — 129 129' Kaliwerk Westeregeln..... 134,5 — 132,25 130,5 Laurabütle .....• . 36 — 35,5 Obcrbcdars . ........ 51 — 52,5 _ Phönix Bergbau ...... 79,75 77,5’ 78 77.12' Rheimtabl ....... 93.5 91.5’ 92.62 91,37* Ricbcck Montan........ 94 92,5 92 Tellus Bergbau...... 60,75 — Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovd 13.3,5 131 130,5* 128.5* 132,62 129.75 129,5* 127,5* Cberamischc Wette AlbM . . 50 — _ Zementwerk Heidelberg . 99,75 96 - _ Pbilivv Holzmann . . . 78 Ä LL'E .betlBiddiCT nÄlr. *$"■ * bi drozcgt n^t *J3« M? wahrend all? 5 ^mi?: ?~um 1.5 Pro- rt. ^^ibzaattaff y 2251 ‘ ■3b*h?X ?^U"d ei«. ;n. Na^en um ''7 lagen d7- «. ®inem neuen ö- Nbl'^j ' tvurden Aeöar- '/auaktien b°ten und hatten , -8“ verzeichnen. Men erheblich yrot. Zucker- ichgrbend. Da. ^rozenl. Fran. '8- Deutsche ?et Abwärts- iinzlen mit 0,398 4°5 heben. %n’ unten sich Turin etwas besestigin. hastslos. 2eckrr- >2 Prv-ent, Tenz Prozent, Entre« Prozent, Äsa 51 ;ent. Der weitere her. Unter MH. Uten sich leichte so dah die Ein- ausgeholr werden en um 1 Prozent ober allgemein die Loge wieder teh für Lagergeld werden. Monats- rivatdiskonten 4.5. echte 5,5 bis 5,75 el war 'SrüHcl ie Pfundparität lag behauptet und Pfund find debörjr. l. Es wurden no bis 30,50 Tlarl; .ergerjte für löran- inländischer, 23,25 9; Weizenmehl, in- 42,75; Roqgenmehl , 10,25; Roggenlleie : ruhig. sage, liederschlagsneigung. 15 Kanalgebiet dop Energie, doch macht noch durch weiteres geltend. ■ Moiununii tot rod Celsius, heutige felsius. ch. Scene" (*' -ingl aus der seder zum IW. ,L II." Theodor shema „Gedanken J n von Wo S Zelir Broun. ? Sil-2ara über SÄ* Verlag »g eb?n t. liegen L unrt Do''^eLo' or. sje *ie durch D^^L?werd-:n. t getrieA fic ru)nS' ^inan' s)er ande , ri-«K« ,nd lern., reisen rLisZ »*$61 lü !° Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Nr. 97 Zweites Blatt Sin Weltbund der Uirchen. Zur frankfurter Tagung des Weltbandes für internationale frcund- fchaftsarbeit der Kirchen. Don Lic. theol. Justus Ferdinand Laun, Gießen. Die furchtbare Zersplitterung unseres sozialen Lebens und die ungeheuere Schwierigkeit, die im Kriege äbgerissenen Fäden des internationalen Lebens wieder anzuknüpfen, ist uns wieder so recht deutlich geworden durch das Fiasko in Genf. Es Hal sich gezeigt, daß eine verständnisvolle Zusammenarbeit der Völker — die unbedingt nötig ist, da wir nun einmal miteinander leben und daher auskommen müssen — trotz aller Bemühungen nicht erreicht werden kann, solange nicht eine Atmosphäre des guten Willens und des einander wirklich Ver- stchenwollens geschaffen ist. Im modernen Staats- »leben ist ein fruchtbare Außenpolitik nur möglich, wenn die öffentliche Meinung der Völker hinter ihren Staatsmännern steht. Die stärksten Faktoren der öffentlichen Meinung sind aber die Presse und die Kirche — die evangelische in Deutschland allerdings nicht so s-zhr wie in England und Amerika. Da nun gerade die Kirche als Verkündigerin des Evanye- liums der Liebe auch dem Zusammenleben der Völker nicht gleichgültig gegeniiberstehen kann, so ist sie in besonderem Maße geeignet, eine öffentliche christtliche Meinung für eine Verständiaungspolitik zu schaffen. Dazu kommt, daß die Christen der einzelnen Nationen sich auch über die nationalen Grenzen hinaus bis zu einem gewissen Grade verbunden fühlen, jedenfalls aber die Verpflichtung in sich tragen, sich um einander zu kümmern. Wenn es darum gelingen könnte, die Kirchen der ganzen Welt zu einem — wenn auch vielleicht noch so losen — Bund zusammenzuschließen, so könnte auch der Völker- bunb auf eine ganz andere geistige Grundlage gestellt werden, die es ihm erst ermöglichte, seine Mission zu erfüllen. Diese und ähnliche Gedanken haben schon vor bem Kriege eine Anzahl Christen, darunter führende Kirchenmänner der verschiedensten Länder, veranlaßt, sich zunächst als Personen zu einem „W e l 1 - tund für internationale Freundschaftsarbeit der Kirchen" zusammenzu- schließen. Dies geschah merkwürdigerweise am 2. August 1914!! So war dem Bund von seiner Ge- turtsstunde an die Arbeit aufs äußerste erschwert. Trotzdem ließ er sich nicht beirren und hat gerade im Kriege feine Hauptaufgabe darin gesehen, im Sinne ler christlichen Bruderliebe für eine Verständigung Kilometer (Jugend-Oberstule) und l1 . Kilometer (Jugend-älnterstufe). Es wurden durchweg gute Leistungen geboten, in der Turnerstufe waren sie um 6 Sekunden belfer als beim vorjährigen Frübjahrsgeländelauf. Rach Beendigung des Wettlaufs stellte sich der Bezirk noch in den Dienst der Reichsges u n b - heitswoche: ein gestaffelter Lauf sämtlicher Teilnehmer durch die Stadt vollzog sich in belfer Ordnung äußerst eindrucksvoll und gestaltete sich so zu einer Werbeveranstaltung im besten Sinne des Wortes. Rachfolgend bringen wir aus der Siegerliste einen Auszug, der jeweils die drei ersten Sieger enthalt und weiter noch die Ramen der Preisträger mitteilt, die den im Kreise Gießen gelegenen Bezirksvereinen angebdren: Surncrftu f e (16 Bewerber. 11 Sieger): 1. Sieg G. Becker, Tv. Gambach. 18 Minuten 21 Sek; 2. 3. Wolf, Tv. Aieder-Morlen. 18 Min. 23 Sek.: 3. Karl Lüdge, Tv. Lang-Göns. 18 Min. 26 Sek.: 4. Rudolf Kuhl, Tv. Eberftadt: 7. Karl Kuhl, Tv. Eberftadt; 10. Hrch. Rery, Tv. Eber- stadt. 3m Mannschaftskampf wurden Sie- gerch 1. Tv. Gambach: 2. Tv. Eberstadt: 3. Tv. Rieder-Wöllstadt. 3ugendturner-Oberstufe (17 Bewerber, 11 Sieger): 1. Sieg 3. Lehr, Tgm. Friedberg, 8 Min. 281 3 Sek.: 2. A Sonruerlad. Tv. Ostheim, 8 Min. 29 Sek.: 3. H. Schneider. Tv. Ostheim. 8 Mm. 31 Sek.: 5. Friedrich Röhrig, Tv. Holzheim. 3m Mannschaftslauf kam Tgm. Friedberg an die erste. Tv. Steinfurth an die zweite Stelle. 3ugendturner-^Interstufe (57 Bewerber, 28 Sieger): 1. E. Sommerlad, Tv. 1860 Bad-Rauheim. 4 Min. 35 Sek.: 2. H. Reuter, Tv. Rieder-Mörlen. 4 Mm. 36 Sek: 3. K. Bretthauer. Tgm. Friedberg. 4 Min. 37 Sek.: 5.Willi Lauber. Tv. Lang-Göns: 7. Erich Merz, Tv. Lang-Göns: 12. Artur Wedemann, Tv. Sber- stadt: 13. Daul v. Diemar, Tv. Eberstadt: 18. Karl Müller. Tv. Lang-Göns: 21. Wilh. Dreier, Tv. Lang-Göns; 22. Hrch. Müller, Tv. Holzheim; 23. Karl Reitschmidt, Tv. Eberstadt: 25. Willi Dem, Tv. Lang-Gons: 28. Rudolf Gorlach, Tv. Holzheim. Die Mannschaftssiege fielen folgenden Vereinen zu: 1. Tgm. Friedberg: 2. Tgm. Friedberg: 3. Tb. Lang-Gons: 4. Tv. Eberstadt. Wettkämpfe in Frankfurt a. M. do. Den Abschluß des Olympia-Vorbereitungs- kurfes für Sprinter, den die Deutsche Sportbehörde vom 21.—24. April in Frankfurt a. M. durchführte, bildeten die leichtathletischen Wettkämpfe im Frankfurter Stadion. Im 100-Meter-Trainingslauf (mit Vorgabe) war die Zeit 11,2 des deutschen Meisters C o r t s - Stuttgart die beste, der Berliner Malis; lief 11,4, Houben 11,6 — jeweils die beste Zeit eines Laufs. Die 4mal 100-Meter-Staffel Hauben- Schüller-Düchner-Corts lief die aanz ausgezeichnete Zeit von 41,6. Ein 200-Meter-Trainings- laufen gewann der Leipziger Wege in 22,2 vor Rappard (Karlsruhe) und K l ä h n (Frankfurt), lieber 800 Meter (mit Borgabe) erzielte der deutsche Meister Peltzer (Stettin) die Zeit 1:58,2. Fuhball. Wetzlarer Sport. tz. Ec beschränkte sich am Sonntag auf Fuß- unb Handball. Auf dem F. C.-Plah hatten sich bei heißem, schwülem Wetter nur wenige Anhänger des Lederballes eingefunden, die zunächst ein recht interessantes 3ugendspiel zwischen dem Plahverein und V. f. B. Gießen mit ihren ersten 3ugcndmannschasten zu sehen hatten. Rach besserem Spiel gewannen die F. C.er 3: 0. Das anschließende Ligaspiel F. C. — Oberursel war alles andere als eine Augenweide. Mit auf beiden Seiten schwachen Leistungen war „vrobenimhohenvogelsberg. Don Karl Rudolf Fischer. Grüne Heide am Berge, Weiße Birken im Tal, Rote Wolken am Himmel Und Nachtigallschall .... Hoch oben in den Bergen liegt fernab von den Wegen der Menschen eine einsame Bergheide. Selten verliert sich ein Wanderer hierher, und geschieht dies einmal, so kebrt er bald um. Es wird ihm zu unbequem, durch sumpfige Heide und über Geröll gehen zu müssen. Dorthin bin ich ost gegangen. Scheint die Sonne warm und hell vom Blau- Himmel, liege ich hinter den Wacholdern, sehe mit dem Fernglas den Kiebitzen zu, die auf dem Heid- gründ umhertrippeln, beobachte ihre Flugziele und freue mich über die Steinschmätzer auf den Findlingen. Ist es aber zu heiß, dann lege ich mich längelang in das Moos, lasse mich brennen uno träume. Meine Gedanken zerschwimmen so formlos wie die Wellen der See an den Strandklippen oder Hetzen weit hinaus in die Ferne, wie die weißen Wölkchen am Himmel es tun. Es ist noch nicht lange her, daß ich diese Heid- hügel kenne. Sie sehen nicht anders aus als oll die andern Triften im Vogelsberg. Und alle Winkel der Bergwelt sind schön. Aber einen besonderen Reiz haben sie doch für mich. Denn ick habe dort einmal ein Erlebnis gehabt, über das id) heute noch lachen muß. Und das kam so: Es war in den naßkalten Dorsommerlagen des vorigen Jahres, als wochenlang die scharfe Gebirgswitterung anhielt, die Regenstürme im Overwald die Aeste von den Bäumen brachen, und die Bergbauern in den Oberwalddörfem noch Stockfeuer im Kachelofen brannten. Wir hatten eine mehrtägige Wanderung verabredet, lagen in Schotten und warteten auf befteres Wetter. Schon zweimal hatten die Zugkraft und die Schönheit des Spieles dahin. Endresultat 2:2. Die Polizei Wehlar lieferte in Babenhausen gegen ihre Kollegen das Rückspiel im Handball. Cs gelang ihnen, das Torverhältnis des Vorspiels, das für sie mit 4:11 verloren ging, um ein Tor zu verbessern. Diesmal blieb also Babenhausen mit 5:11 Sieger. Aus dem Arbeiter-Turn- und Sportbund. wieseck I — Gießen I 0:5 (Ecken 2:7). £ Das warm? Frühlingswetter hatte eine recht stattliche Anzahl Spcrtanhänger aus Wieseck und Gießen nach dem Wiefecker Waldsportplatz gelockt, um dem mit Spannung erwarteten Spiel obiger Mannschaften beiznwoonen. Das Schlußergebnis bedeutet eine große Lleberraschung, denn niemand, auch Gießen nicht, hatte mit einer derart hohen Riederlage Wiesecks gerechnet. Die Wiefecker Mannschaft machte nicht den Eindruck, daß sie sich in einem Verbandsspiel befindet. Gießen dagegen zeigte eines seiner besten Spiele, die Mannschaft war tote aus einem Guß, jeder einzelne füllte feinen Platz voll und ganz aus. Rach dem Spielverlauf hätte Wieseck 2 bis 3 Tore verdient, die teilweise äleberlegenheit Gießens wäre dairn noch genügend zum Ausdruck gekommen. Beiden Mannschaften gebührt für ihr mustergültiges sportliches Verhalten ein Gesantt- lob, sie machten dem sehr korrekten Schiedsrichter seine Ausgabe recht leicht, die toenigen verhängten Strafstöße wurden unverschuldet verwirkt. Das Sdiel wurde beiderseits aufgeregt begonnen: de Aufregung legte sich bei Gießen zuerst, das dann auch stark nach der Führung drängte. Wieseck wehrte sich mit Erfolg, leitete seinerseits schöne Angriffe ein, die aber trotz der anfänglich etwas unsicheren Gießener Verteidigung ohne Erfolg blieben. Gießen drückte nun stärker, erzielte nach 20 Minuten Spieldauer das 1. Tor, 20 Minuten spater das zweite und nach 3 Minuten das dritte. Rach der Pause zeigten beide Mann» schaften ein noch vollkommeneres Spiel. Die ersten 20 Minuten drückte Wieseck wiederholt, konnte aber feine der reichlichen Torgelegenheiten aus- nutzen. Auch eine .Umstellung der Mannschaft änderte an dem verhängnisvollen Pech nichts. Gießen dagegen lief zu immer besserer Form auf, die ganz hervorragend arbeitende Wiefecker Hintermannschaft konnte das 4. Tor nicht verhindern. Eine Viertelstunde vor Schluß konnte Gießen in prächtiger Man er eine Ecke zum 5. Tor verwandeln? Der Rest gehörte fast ausnahmslos Wieseck. das unter allen Umständen wenigstens zum Ehrentor kommen wollte: aber alle Anstrengungen waren umsonst, es sollte eben nichts werden. Reidlos trennten sich zum Schluß zwei Gegner, von denen der bessere gewann. Alsfeld I — Wehlar I 3:4. Die von einem hartnäckigen Pech verfolgte Alsfelder Erste mußte auch in diesem Spiel die Vunkte hergeben. Der knappe Vorsprung des Siegers beweist die Richtigkeit unserer Vorhersage. daß der Glücklichere getoann. Marburg I — Lollar I 4:2. Einen unglücklichen Tag hatte auch Lollar. Leider ereignete sich in dem Spiel ein schwerer Unglücksfall, indem sich ein Spieler Lollars durch einen unglücklichen Sturz einen komplizierten Armbruch zuzog. Eine Schuld an dem Vorfall trifft niemand, da der Spieler über den Ball stürzte. Selbstverständlich wirkte das bedauerliche Vorkommnis auf die Mannschaft nieder- drückend, so daß die Marburger das Spiel, das zunächst günstig für Lollar stand, mühelos für sich entscheiden konnten. Wieseck II — Gießen I (Jugend) 2:6. Eine Bravourleistung vollbrachte die Gießener 3ugend, indem sie die neuaufgestellte Wie- secker Zweite, die ein noch unfertige^ Spiel zeigte, in einwandfreier Weise abfertigen konnte. Bis Halbzeit führte Gießen 1:0, kurz nach der Pause konnte Wieseck ausgleichen, muhte aber Giehen bald darauf abermals die Führung überlassen, um dann seinerseits durch einen verwandelten Strafstoß abermals auszugleichen. Zufolge seines technisch vollkommenen Spieles konnte Gießen in kurzer Aufeinanderfolge 4 weitere Tore erzielen und so seinem überlegen durchgeführten Spiel auch den zahlenmäßigen Ausdruck verleihen. Das Spiel wurde als Gesellschaftsspiel durchgeführt. Alsfeld II — Rodheim I 1:0. Beide Mannschaften lieferten sich ein gleichwertiges Spiel. Rodheim, das die stärkere Mann- wir versucht, unseren Plan zur Ausführung zu bringen, aber immer mußten wir bis auf die Haut durchnäßt zurück. Am dritten Tage endlich schien der Himmel ruhig, wenngleich er noch in das undurchdringliche Grau gehüllt war, und wir zogen los, hinauf in die Berge, um nach der Reiherkolonie Umschau zu halten und die legten Wiedehopfpaare aufzujuchen. „Droben im hohen Vogelsberg, ei, da ist's so wunderschön", das alte lustige Iagerlied will mir nicht aus dem Kopfe. Schon drei Tage spukt mir die Melodie im Hirn herum, und ich summe sie, wenn ich hinter den Fenstern meines Gastfreundes sitze, meine Pfeife qualme und Gott einen guten Mann sein lasse und mich so wohl fühle wie nur möglich, während draußen die Aeste der Hoflinde, vom Sturm mißhandelt, aufschreien und stöhnen und ächzen und knarren, und der Rorwestwind schwere Tropfen gegen die Scheiben schleudert, und der Regenschauer, vermischt mit Schlackschnee gegen die Mauern klatscht, und jetzt flöte ich laut vor mich hin, als ich auf den Hof trete, mein Rad aus dem Schuppen hole und meines Freundes Motorrad vorspannen lasse, das uns die Oberwaldchaussee hinaufziehen soll. Und dann geht's los; ich stecke die Pfeife in meine langen Transtiefel, ziehe den Hut ins Gesicht, fasse die Zugleine um die Lenkstange und haue ab. Herrlich ist das, durch den Oberwald 3U„ gondeln, ohne sich die Knochen lahm treten zu muffen. „Da macht' ich Oberjäger fein, schießen, das ist meine tfreub’." Ich kann mir nicht helfen, ob ich will oder nicht, das alte Schelmenlied kommt mir nutzt aus dem Sinn. Doch auf einmal bricht das Verhängnis herein. Der Rebel braute den ganzen Morgen schon in den Waldschluchten, und die bleischweren, rurssen Wolken schlichen immer tiefer über die Bergkämme; jetzt flötet der Regenpfeifer sein erntomges „2rief“ in den Fichten, und der Wind, der oben aufkommt, weht naßkalt. 3ch krempele den Hutrand über das Gesicht, klappe den Rock- schast stellle, begann das Spiel mit einem scharfen Tempo, dem Alsfeld, das mit nur 10 Mann spielte, ein besseres technisches Können entgegen» stellte. Die erste Halbzeit, in der Alsfeld verschiedene günstige Torgelegenheiten auslieh, verlief torlos. Die zweite Halbzeit brachte zunächst offenes Feldspiel, bis es endlich Alsfeld gelang, an dem herausgelaufenen Rodheimer Tormann vorbei zum einzigen Erfolg zu gelangen. Die nun härter werdende Spielweife Rodheims vermochte an dem Resultat nichts zu ändern. Das Eckenverhältnis stellte sich 10:1 für Alsfeld. Leun I — Gießen Ila 2:5. Den erfolgreichen Tag der Gießener vollendete die Iw-Mannschast, indem sie in Leun dem Platzverein eine verhältnismäßig hohe und nicht vorausgesehene Riederlage beibrachte. Wetzlar II (Jugend) — Wieseck (Jugend) 0:3. Die Ehre des Vereins rettete die Wiefecker Jugend, inöem sie das Spiel in Wetzlar einwandfrei für sich entscheiden konnte. Angeschlagen bildet sie nach wie vor mit der Gießener 3ugend die Spitzengruppe. Marburg (Jugend) — Lollar (Jugend) 1:1. , Beide Mannschaften lieferten sich ein gleich - we'.uges Spiel. Beide müssen noch viel lernen, zeigten aber trotz der kurzen Zett ihres Bestehens schon recht zufriedenstellende Leistungen. Das Resultat entspricht dem Spielverlauf. Handball. Um die Weftdeutsthe Meisterschaft der D. T. c. Wiesbaden, 25. April. Dos Wiesbadener Stadion hatte heute feinen großen Tag. Hier wurde der Endkampf um die Westdeutsche Meisterschaft D. T. ausgefochten. Das Ergebnis war folgendes: T.B. Seckbach—T.D. Krefeld-Oppum 1894 4:2 (3:1). T. G. Eintracht Frankfurt a. M.—T. D. 1855 Krefeld 4:0 (1:0). Boxen. Stadtewettkampf Bietzen - Butzbach. Mit einem Punkt Unterschied gewinnt Butzbach. Vor einer großen Zuschauermenge sand dieser Kampf am Samstagabend in der Turnhalle der Stadtknabenschule statt. Sportlehrer Schneider gab zunächst in kurzen Umrißen die Regeln bekannt, ebenso wurden die verbotenen Stöße und Schlage gezeigt. Mit Spannung verfolgten die Zuschauer die einzelnen Kampf- handlungen. Cingelelket wurden die Kampfe durch das leichteste Gewicht (Tütengewicht 60 Pfd.). Besonders hervorgehoben werden mutz der Kampf Bormuth (Gießen) gegen 3ung (Butzbach). S r e p h a n verstand es, durch seine flinke Kamp- sesweise sich die Sympathie des Publikums zu erwerben. V o l p e r t muhte den Kampf schon nach der ersten Runde äusgeben. Größere Kampferfahrung im Ring und ein Gewichtsunterschied des Butzbacher Gegners mit 14 Pfd. ließen für Dolpert keine Ehancen auftommen. Der Kampf Linkmann (Butzbach) gegen Döring (Gießen) stand zuerst sehr im Zeichen Linkmanns, und Döring muhte in der ersten Runde sehr viel Schläge einstecken. Döring konnte aber seinen Gegner in der zweiten Runde bis über 10 Sekunden zu Boden zwingen. 3n den Haupt- kampf des Abends, Rehr en (Gießen) gegen Euler (Butzbach) verschafften größere Kampferfahrungen Euler ein gewisses Plus. Euler hat seit 4 Wochen anscheinend nichts anderes getan, als sich auf den Kampf gegen Rehren dorzubereiten. Hinzu kommt noch, daß Euler über 13 Pfund schwerer ist als Rehren. Die ritterliche Kampfesweise, die Rehren bei seinem Kampf gegen Euler zeigte, machte ihn bei den Zuschauern beliebt. Entgegengesetzt zu Euler, der durch einige unerlaubte Schläge, Genickschlag, Tiefschlag und Rierenschlag sich von der unfairen Seite zeigte. Dir Zuschauer entrüsteten sich über diese Kampfesweise, und Euler mußte unangenehme Bemerkungen hören. 3n der ersten Runde griff Rehren mit diel Schneid an und konnte die Runde als für sich getoonnen buchen. Bei der zweiten 'Runde erhielt er dann einige Tiefschläge und Rierenschläge, die wohl für sein weiteres Kämpfen von ausschlaggebender Bedeutung waren. Euler wurde dreimal gewarnt. 3n der dritten Runde gab Rehren den Kampf auf. Die Rachwirkung eines Tiefschlags mag ihn Wohl dazu veranlaßt haben. Rachfolgend die Resultate der Kämpfe: 1. Hartmetz (Gießen) — Müller (Butzbach) Sieger Müller nach Punkten, 2. Braun (Gießen) — 3ägcr (Butzbach) unentschieden, 3 Stephan (Giehen) — Langbein (Butzbach) Sieger Stephan nach Puntten, 4. Bormuth (Gießen) — 3ung (Butzbach) Sieger Bormuth nach Punkten, 5. Volpert (Gießen) — Bopf (Butzbach) Sieger Dopf nach Puntten, 6. Döring (Gießen) — Linkmann (Butzbach) Sieger Döring durch k. o., 7. Wendler (Giehen) — Dauer (Butzbach) Sieger Bauer, 8. Rehren (Gießen) — Euler (Butzbach) Sieger Euler. Schwimmen. Rademacher und Frölich in Berlin. Die deutsche Meisterfchtoirnmer Rademacher und Frölich sind am Montagvormittag per Flugzeug von Hamburg kommend in Berlin eingetragen. Rademacher wird am Mittwoch vom Reichspräsidenten v. Hindenburg empfangen. Od erliessen. Landkreis Gießen. s. Alt en-Bus eck, 26. April. Am Sonntagabend fand im Saale des Gastwirts Rühl ein Lichtbilder Vortrag üb.r „Deutsches Land und deutsche Burgen" statt, zü i>em Kaufmann Kostorz, Gießen, die Begleitworte ach. Der hiesige M a n b o I i n e n b e r i"N ^spielte einige Stücke. Einleitend sprach der Vorsitzende des L. H. B. über die deutsche 3ugendbeweguna. * Grotzen-Buseck. 26. April. Die Beuerner Straße ist wegen Vornahme von Kanalarbel ten für ' e i Durchgangs c.uehr bis auf weiteres gesperrt. Der Verte?r naa) Beuern wird über Reiskirchen—Bersrod und umgekehrt geleitet. :—: Beuern, 26. Apr il. 3m ah en Schulsaal fand am Samslagabend eine öffentliche G e- meinderatssitzung statt. Zunächst wurde bera en ü6er d e Gründung einer öffentlichen Wasfergenofsenschaft zur Trockenlegung der Flur V. 3n dieser Flur, dem sog. „Lützelseld", ersaufen rund 20 Morgen guten Ackerlandes, die sich auf etwa 50 Besitzer verteilen. Roch heute stehen dort ganze Aecker tm Wasser. Durch einen Vortrag des Kulturbau- amtes Gießen am letzten Mittwoch waren unsere Landwirte über den Wert der Dränage belehrt worden. Etwa 12 Landwirte stellten schriftlich den Qlntraa auf Bildung der Wasser- genossenschaft. Ilm 6en nicht anwesenden interessierten Landwirten die Möglichkeit zu geben, diesen Antrag zu unterstützen, -oll auf der Bürgermeisterei eine Liste zur Ein eichnung offengelegt werden. Auf Grund dieses Antrags bewilligte der Gemeinderat vorlagsweise die Mittel, die nötig sind, um die Vorarbeiten, wie Aufstellung eines Lageplanes durch das Kulturbauamt Gießen, durchzufuhren. Rach Gründung der Genossenschaft übernimmt diese die gesamten Kosten. Der Preis der Trockenlegung betragt für den Quadratmeter etwa 3 bis 4 Pfennige, also für den hessischen Morgen (2500 Quadratmeter) rund 100 Mark. Bei der Ausführung der Dränagearbeiten sollen namentlich hiesige Arbeitskräfte, insbesondere die Mitglieder der Genossenschaft beschädigt werden. Als passive Mitglieder gelten solche Lanöv irte, deren Aecker we> e - trockener Lage innerhalb l es zu dränierenden Geländes von der Dränage ausgenommen werden. Diese Mitglieder müssen jedoch gestatten, daß die Hauptentwasserungsstränge durch ihre Aecker gelegt werden. Es entstehen ihnen aber keinerlei Unkosten. Als nächster Punkt stand auf der Tagesordnung die Änterstühung d e s L u- pusheimsin Giehen. Ein i.nmi; be_t. i te der Gemeinderat für dieses 3nftittit die Sum ne von 50 Mark. Am Schlüsse der öffentlichen Sitzung machte der Vorsitzende, Bürgermeister Li n d e n st r uk h, die Mitteilung, daß die Deutsche Reichsbahngesellschaft interessiert ist an der Errichtung einer Autobuslinie von Beuern nach Großen-Buseck, die als Zubringerlinie an die Eisenbahnstation gedacht ist. Bürgermeister Lindenstruth wird die notwendigen Schritte unternehmen zur Verwirklichung dieses Gedankens. — Die Zahl der Erwerbslosen ist in der letzten Woche weiter gestiegen auf 30 Hanpt- unterstützungsempsänger und 27 unterstützungsberechtigte Familienangehörigen. v. Londorf, 26. April. Bei der diesjährige Aufnahme in der hiesigen Volksschule wurden 25 Abc-Schützen, 16 Knaben und 9 Mädchen, aufgenommen. d. Kesselbach, 26. April. Durch die Inbe- triebnayme des ca. 120 Mann beschäftigenden Basaltwerkes oberhalb unseres Dorfes ist die Zahl der Arbeitslosen stark zurückge- fragen hoch, stopfe mir eine Pfeife, schlage Feuer auf den Zunderlappen und dampfe weiter. Dann aber öffnet der Himmel alle Schleusen, so heftig, als wollte er den ganzen Oberwald hinweg- schwemmen, so jäh, als sollten die Berge versinken. Schlimmer kann das Unwetter nicht über die römischen Legionen im Teutoburger Walde hereingebrochen sein. 3m Ru waren wir nah bis auf die Haut, sodaß uns das Wasser in Strömen am Leibe herunterlief. 3n meinen Reitstiefeln gluckste das Wasser. Wir mußten zurück. Aber das Maß des llngludä war noch nicht voll. 3n dem aufgeweichten Boden rutschte die Maschine meiner Freundes ab, obwohl er ganz langsam durch die Kurve fuhr, weil die Regenmassen ihn keinen Meter weit sehen ließen. Die scharfe Wendung zerrte mein Rad hinüber auf die frisch gedeckte Straße mit den spitzen Steinen, — „Peng" sprach mein Rad und nötigte mich zum Absteigen. An eine gemeinsame Heimfahrt war nicht mehr zu denken. Aus meine dringenden Bitten fuhr mein Freund allein weiter, toä^renb ich „platt" nachkam. Herrgott, war das eine Arbeit. Rach fünf Minuten hatte mich der weiche Dreckboden dermaßen zugerichtet, daß ich aussah, als hätte ich drei Tage lang Honig gerührt. Am nächsten Berg flieg ich ab und drückte mein Rad hinauf. Als ich glücklich oben war, drehten sich die Räder nicht mehr. 3ch warf das Rad in den Wassergraben, fuhr mit dem Tannenbesen in die Speichen, schwenkte mit Wasser nach und brachte es wieder zur Manöverierfähigkeit. Bergab würde es jo gut gehen. Bevor ich in den Sattel stieg, wollte ich mir eine neue Pfeife laden. 3ch kramte die Streichholzschachtel heraus und fanb nur rot» verklexle und verwaschene Hölzer: unbrauchbar! Dabei kam mir zum Bewußtsein, daß eine durchaus nicht christliche Redensart rings gehört worden war. Sann suchte ich nach dem Zunder. Als ich meine Hand glücklich mit Ach und Krach in die nasse Westerttasche gezwengt hatte, zog ich sie mit sichtlichem Abscheu zurück, denn ich dachte, ich hatte in einen „Schnägel", genannt Wegschnecke, gegriffen. Als ich auf Grund einet näheren Untersuchung den wissenschaftlichen Beweis für diese Annahme zu erbringen versuchte, fand ich, daß dieses dreimal schauderhafte Etwas die sterblichen Reste meines verweichten Zunders waren. Barmherziger Himmels nun war s aus mit meiner Pfeife. Was sollte ich nun tun? Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und hängt an Aeußeickichkeiten, muß also Unterhaltung haben. Was Wunder, daß mir da auf einmal wieder das alte Vogelsberglied in den Kopf kam? Tlnd daran klammerte ich mich. Hatte ich nichts zu rauchen, so wollte ich etwas zu pfeifen haben. And ich psisf, was ich nur pfeifen konnte, während ich die Straße hinabfuhr. Kurz vor dem Ziel kam mir ein Bauer, naß wie ein Sack, der vier Wochen im „Pitzefaß" lag, und dreckig, entgegen. 3ch merkte schon von weitem, daß er Interesse für mich hatte, denn auf achtzig Meter blieb er stehen. Daß so ein Saukerl auch noch pfeifen konnte, war ihm zu rund für seinen eckigen Koj>f. Er kratzte sich in der Wolle, spuckte seinen Pprem gegen den nächsten Baum und dachte: „Entweder bin ich verrückt oder der." Das merkte ich, hatte meinen Spaß daran und begann laut singen: «Droben im hohen Vogelsberg, ei, da ist's so wunderschön." Das war ihm ein Schlag ins Kontor, lind als ich vorbeikam, rief er mir einen herzhaften Gruß zu: „Oh haalt's Maul, bau Rarr, eich mahn, bau mißt die Roase voll genuch hawe." So etwas war ihm in seinem Leben noch nicht vorgekommen. Als ich mich nach zehn Minuten umdrehte, stand er noch dort oben und sah mir nach, lind der Milchkutscher, der zwei Stunden später dort vorbeikam, erzählte mir, er Habs immer noch da gestanden.