Hr. 73 Erstes Blatt 176. Jahrgang Samstag, 27. März 1926 Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertag». Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Monats-Bezvgspreis: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Träger- lohn, auch bei Richter« scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: Schriftleitung 112, Der« lag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siehe». Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnttk nnd Verlag: vrühl'sche Universitäts-Such- und Ztetndruckerei R. Lange in Gietzen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe ?. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re« klameauzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20°/, mehr. Thefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil Hans Füstel, sämtlich in Gießen. Konstantin Fehrenbach f. I Freiburg, 26. Mörz. (Dolfs.) Der frühere Reichskanzler Konstantin Fehrenbach ist wenige Minuten vor drei Uhr sanft entschlafen, ohne das Bewußtsein wiedererlangt zu haben. Der verblichene hatte in den letzten Stunden keinerlei Zeichen von Bewußtsein mehr gegeben. In den letzten Tagen traten Atembeschwerden ein, die in einer Ver- jchlelmung der Lunge ihre Ursache hatten, und die )em Sterbenden einige schwere Stunden bereiteten. Die letzten Vewuhtseinsmeldungen zeigte der Heimgegangene 11 Uhr vormittags, wo ihm eine letzte Injektion gegeben wurde. Trotz des langen Krank- heltsprozesfes, in dessen verlaus der verstorbene nur wenig Nahrung zu sich nehmen konnte, zeigt sein Gesicht keinerlei Zeichen oes Verfalls. Am Sterbebett weilte seine Tochter mit ihrem Gatten und ihrer Schwiegermutter. Im Aller von fast 75 Jahren ist der frühere Reichskanzler Fehrenbach in seiner badischen Heimat gestorben. Bon seinen eigenen Parteifreunden wird er stark gefeiert als ein großes politisches Talent. Man hat ihm sogar den Titel „Altreichskanzler" beigelegt, der bisher nur Bismarck vorbehalten war. Mit derartigen Ueberfchwenglichkeiten tut man Herrn Fehrenbach Unrecht, obwohl zugegeben werden muß, daß er in feinen jüngeren Jahren einer der tüchtigsten politischen Köpfe Deutschlands war. Aus kleinen Berhältnisfen hat er sich empor« gearbeitet, war als Rechtsanwalt in Freiburg zunächst Mitglied der Badischen Kammer, die er mehrere Jahre hindurch auch geleitet hat. Dem Reichstag hat er lange angehört, ohne darin eine Rolle zu spielen. Seine Karriere begründete er während des Zabern-Prozesses in einer Rede, die damals ungeheures Aufsehen erregte, gerade weil es ungewöhnlich war, daß aus Zentrumsmund eine so scharfe Kritik kam. Mit dieser einen Rede war seine Stellung im Reichstag befestigt. Im Auaust 1918 übernahm er den Borsitz im Hauptausschuß des Reichstages, und. als bald darauf der Reichstagspräsident Kempff starb, wurde er als dessen Nachfolger gewählt. Für die Leitung des Parlaments eignete er sich ausgezeichnet. Er ist durch seine Schlagfertigkeit und seinen süddeutschen Humor ein hervorragender Präsident gewesen. Das darf aber doch nicht darüber hinwegtäuschen, daß er in dem Augenblick, wo er den Beweis seiner politischen Befähigung geben sollte, versagt hat: Bei der Revolution ließ er es ruhig zu, daß revolutionäre Truppen den Reichstag besetzten, zog sich nach Freiburg zurück und erließ von dort aus einen papiernen Protest gegen die Auflösung des Reichstags. Bielleicht hätte er es in der Hand gehabt, die Revolution . in ihren schlimmsten Auswirkungen abzuschwächen, wenn er als Vertreter des Reichstags stärkeren Einfluß auszuüben versuchte. Trotzdem gehörte er auch der Nationalversammlung an und übernahm dort, als die Sozialdemokratie die Stellung abgeben mußte, das Präsidium, das er später auch im Reichstag wieder führte. Im Juni 1920 ließ er sich von Herrn Ebert, als die Sozialdemokraten die weitere Beteiligung an der Regierung ablehnten, überreden, die Bildung der Regierung und später auch das Kanzleramt zu übernehmen. Er hat es ungern getan, wohl weil er selbst fühlte, daß seine Fähigkeiten dazu nicht ausreichten. Er ist nach Spaa gegangen. In seine Amtszeit fällt die erste Londoner Konferenz. Bei deren Scheitern kam ein neues Ultimatum an Deutschland, dessen Annahme er durch seinen Rücktritt aus dem Wege ging. Allerdings war die Regierung schon vorher dadurch, daß sie dem amerikanischen Präsidenten bos Schiedsrichteramt anbot, unmöglich geworden. Ende 1923, als Dr. Marr Reichskanzler wurde und den B o r f i tz in der Z e n t r u m s f r a k t i o n niederlegen mußte,' übernahm er dessen Nachfolge. Hier war er wieder am Platze. Die Krise im Zentrum hat er geschickt auszugleichen verstanden, schon weil er ursprünglich auf dem linken Fkügel stand. Durch den Austritt Wirths aus der Fraktion, den er persönlich als einen unfreundlichen Akt gegen sich empfand, ist er wohl innerlich mehr auf den rechten Flügel herübergerückt. Die Leitung der Fraktions- gescHäfte hat ihm vor wenigen Monaten sehr starke Vorwürfe aus seinen eigenen Reihen eingetragen, über die er sich schwer verärgert nach Freiburg zurückzog, und die vielleicht auch die Ursache seiner Erkrankung gewesen sind. Das Beileid des Reichspräsidenten und der Reichsregierung. B e r li n, 26. März. (WTB.) Der Re ich s-- Präsident hat anläßlich des Ablebens des Reichskanzlers a. D. und Reichstagsabgeordneten Fehrenbach der Zentrumsfraktion des Reichstages folgendes Telegramm zugehen lassen: „Zu dem schweren Verluste, der sie durch den Tod ihres Vorsitzenden betroffen hat, spreche ich ihnen mein herzlichstes Beileid aus. Ich werde dem trefflichen Mann, der stets vom besten Willen beseelt, dem deutschen Volke in führenden Stellen treu gedient hat, ein ehrendes Andenken bewahren. gez.: b. Hindenbur g.“ An den Vorsitzenden der Reichstagsfraktion der Zentrumspartei drahtete der Reichskanzler: „Der Tod Konstantin Fehrcnbachs, dieses aufrechten deutschen Mannes, reißt eine unausfüllbare Lücke nicht nur in die Reihen des Zentrums, sondern darüber hinaus in die des deutschen politischen Lebens. Seit vier Jahrzehnten hat er seine staatsmännischen Fähigkeiten und seinen großen Schah an Wissen und Erfahrung in den Dienst der Allgemeinheit gestellt. So wurde er zu den Höch st en Aem- Das Steuerkompromitz. Eine abschließende Darstellung des Reichsfinanzministers. B e r l i n, 26. März. .(WTB.) DerReichs - finanzministep gab vor Vertretern der 'Berliner Presse einen Tleberblick über die Entwicklung des Reichssteueretats seit seiner Etatrede bis zu dem heute in zweiter Lesung angenommenen Steuerkompromih. „Rach meiner Etatrede", so führte Dr. Reinhold aus, „machte sich zunächst eine st arte Opposition gegen das Steuersenkungsprogramm geltend. Rachdem es gelungen war, die einzelnen Parteien davon zu überzeugen, daß die solide Etatsgebarung des Reiches damit nicht in Gefahr gestellt wurde, galt es, die Frage der Steuerverteilung zu lösen. Es kam mir dabei darauf an, das Steuersenkungsprogramm ungeteilt durchzusehen. Das Steuerkompromih weicht allerdings nunmehr in manchem von dem in meiner Etatrede angegebenen Steuerprogramm ab. Doch war dies wesentlich eine Folge, die sich aus der Verteil ungsform ergab. Die Weinsteuer war nicht mehr zu halten. Daraus ergab sich, daß das Maß der Senkung bei der Umsatzsteuer etwas revidiert werden muhte. Auf der anderen Seite konnte damit ein Vorteil gewonnen werden, nämlich die Senkung der Vermögenssteuer für die kleinen Vermögen durchzuführen. Schon die Rachricht von dem endgültigen Fortfall der Luxussteuer hat belebend auf unsere Wirtschaft gewirkt. Schliehlich wurde noch, wie schon bekannt, die Salzsteuer gestrichen. Bestehen bleibt die Erhöhung der Biersteuer; nur wird ihr Inkrafttreten bis 1. Januar 192’7 h i n - ausgeschoben. Wieder eingeführt wird die Sektsteuer, doch in wesentlich niedrigerer Form, als sie früher bestanden hatte. Wenn keine Schwierigkeiten eintreten, so rechne ich damit, daß der Gesamtkomplex des Steuerkompromisses morgen von der Mehrheit des Reichstages gebilligt wird, so daß am 1. April das Programm der Steuersenkung erledigt sein wird. e 3m Steuerausschuß des Reichstags. Berlin, 26. März. IVDZ.) Der Steuerausschuß des Reichstages setzte die Beratung des Gesetzentwurfes betreffend Steuermilderungen zur Erleichterung der Wirtschaftslage fort. Der Artikel 3: „Der Etat der Zahlungstage für die Einkommen- und Körperschaftssteuervor« auszahlungen ist im wesentlichen nach der Regierungsvorlage erledigt." Beim Artikel 4 der Regierungsvorlage „vereinfachtere Erhebung der Vermögens steuer 1926“ wird beschlossen, die Vorschriften zur Vermögenssteuer wie folgt zu ändern: „Die Vermögenssteuer ermäßigt sich, wenn das abgerundete Vermögen 10 000 Reichsmark nicht übersteigt, auf 1 vom 1000, 10 000 Reichsmark, aber nicht 20 000 Reichsmark übersteigt, auf 2 vom 1000, 20 000 Reichsmark, aber nicht 30 000 übersteigt, auf 3 vom 1000, 30 000, aber nicht 50 000 übersteigt, auf 4 voin 1000.“ Die Vorschriften des Reichsbewertungsgesehes über die Reu- und Rachfeststellungen finden mit besonderer Maßgabe Anwendung: 1. Die Reufeststellung ist nicht vom Dorliegen besonderer limstände abhängig; 2. bei Reu- und Rachfeststellungen wird zwar für die Feststellung des Vermögens nach Art und Menge der Stand, in dem für die Reu- und Rachfeststellung maßgebenden Feststellungszeitpunkt, für die Bewertung des Vermögens jedoch der Stand am 1. Jan. 1925 zugrunde gelegt. Angenommen wurde weiter die Verschiebung der beschlossenen Erhöhung der Bier» steuer bis zum 1. Januar 1927 und die Weinst e u e r a u f h e b u n g. Die Einführung einer neuen Danderolensteuer für Sekt (je Flasche 1 Mark, bei Fruchtweinsekt je 0,20 Mk. pro Flasche), die am 1. Juli 1926 in Kraft treten soll, wird genehmigt. Die Salz st euer wird vollständig aufgehoben. Abg. Br. B r ü n i n g (Zentr.) begründet eine Entschließung, wonach in Zukunft die Zuckerst e u e r ermäßigt werden soll, wenn man den ausfallenden Betrag durch eine bessere Gestaltung des Branntweinmonopols decken kann. Von Regierungsseite wird festgestellt, daß sie bereits an einer anderen Gestaltung des Branntweinmonopols arbeite. Die Entschließung Dr. Brüning über die Zuckersteuer wird genehmigt. Damit ist die erste Lesung des Steuerkompromisses erledigt. In der zweiten Lesung des Steuerkompromisses entspann sich dann eine lebhafte Aussprache über die Zahlungstermine. Cs blieb bei der Bestimmung, daß die Vorauszahlungen zehn Tage nach Ablauf eines Kalendervierteljahres geleistet werden sollen. Im übrigen wurde das Steuerkompromih in zweiter Lesung vom Ausschuh ohne wesentliche Aenderungen gemäß den Ergebnissen der ersten Lesung verabschiedet. Die Auswirkungen der Steuersenkung. Berlin, 26. Mörz. (TU.) Rachdem heute im Steuerausschuh des Reichstages das Steuerkom- pcvmiß in zweiter Lesung angenommen worden ist. hofft die Reichsregierung, dah In der morgigen letzten Plenarsitzung das Kompromiß in Zweiter und dritter Lesung angenommen wird, so daß die Steuersenkungen bereits mit dem 1.April in Kraft treten können. Die Steuersenkungen werden sich im Rechnungsjahr 1926 noch nicht voll auswirken, da noch wesentliche Einkünfte aus den nun verminderten oder wegfallenden Steuern wegen der späten Einziehungstermlne in das am 1. April beginnenbe Etatsjahr hinübergenommen werden. Er st im Rechnungsjahr 1 927 kann der Ausfall aus den Steuersenkungen genau errechnet werden. 3m einzelnen wirkten sich die Steuern wie folgt aus: Die Umsatz st euer, die bisher 1 Prozent betrug, ergab eine Einnahme von 1250 Millionen. Die Senkung auf 0,75 Prozent wird eine Einnahmeverminderung um 302 Millionen nach sich ziehen, eingerechnet die nunmehr auch zur Umsatzsteuer zu rechnenden, von der Luxussteuer befreiten Artikel. 3m Rechnungsjahr 1926 wird der Ein- nahmeausfall etwa 276 Millionen betragen. Der Fortfall der Luxus st euer wird einen Ausfall von 100 Millionen ausmachen, für das 3ahr 1926 einen solchen von 92 Millionen. Der Fortfall der Dein st euer, die im Etat mit 75 Millionen eingesetzt war. wird einen Einnahmeausfall von etwa 50 Millionen (im 3ahre 1926 40 Millionen) ergeben, weil ein Drittel der Steuer an die Länder zur Unterstützung der Winzer ohnehin abgeiührt werden muhte. Die Richterhöhung der Bier st euer wird für das 3ahr 1926 einen Verlust von 40 Mill, ergeben, für das 3ahr 1927 wird die Erhöhung aber voll in Rechnung gestellt, da sie ab 1. 3anuar 1 *27 in Kraft tritt. Der Ausfall der Salzsieuer, die mit 17 Millionen etatifiert ist, wird im 3ahre 1926 etwa 12 Millionen betragen. Die neu hinzutretende Schaum wein st euer in Form von Banderolen, die erst am 1. 3uli in Kraft tritt, wird für das Etatsjahr 1926 5 Millionen einbringen. Die Gesamtausfälle find somit mit rund 450 Millionen zu beziffern, gegen 500—550 Mill, des ursprünglichen Regierungsentwurses. Er erhöht sich durch den Fortfall der Fusionssteuern für das Reich vielleicht um weitere 20 Millionen. Wenn der Steueraussatl hinter dem Regierungsent- ivurf etwas zurückblcibt, so hat das rein fiskalisch insofern eine wohltätige Wirkung, als die Verlängerung der Frist für den Bezug der Erwerbslosen Unterstützung den Etat noch weiter belastet. t e rn berufen, die das deutsche Volk zu vergeben hat und leistete Unvergeßliches im Dienste des Vaterlandes. 3m Hamen der Reichsregierung wie in meinem eigenen spreche ich den Parteifreunden Fehrenbachs unser aufrichtiges und tiefempfundenes Beileid aus." An die Tochter des Verstorbenen drahtete der Reichskanzler: Soeben erhalte ich die Rachricht vom Hinscheiden Ihres Herrn Vaters. Empfangen Sie und Ihre Angehörigen der Reichsregierung und mein innigstes Beileid für den schweren Verlust, dec Sie, sehr geehrte, gnädige Frau, betroffen hat. Der Verstorbene hat in schwerer Zeit unserem Paterland in bedeutungsvollsten Stellungen unter Hingabe seiner ganzen Persönlichkeit und seiner ganzen Fähigkeiten bis zu feiner Erkrankung gedient. Die Reichsregierung wird dem Heimgegangenen stets eine treue und dankbare Erinnerung voll aufrichtiger Verehrung bewahren. Die Steuerdebatte in Frankreich. Im Finanzausschuß der Kammer. Paris, 26. März. (WTB.) Der Finanzausschuß der Kammer ist heute nachmittag in die Einzelberatung des Steuergesetzentwurfes des Finanzministers Peret eingetreten. Er nahm mit 21 gegen 9 Stimmen den Grundsatz der K v p f st e u e r an. Die Kopfsteuer soll, wie die Negierung vorgeschlagen hatte, mit 40 Franken beginnen, jedoch schlägt der Ausschuß vor, sie für die höheren Steuerklassen prozentual, und zwar auf 8 bzw. 10 pro Tausend festzusetzen. Der radikale Abg. Margaine hat vorgeschlagen, jeder Franzose möge eine Erklärung über sein Kapital abgeben, und die in der Erklärung verzeichnete Summe müsse zugunsten des Staates mit 1 pro Tausend befteuert werben. Dieser Gesetzentwurf wurde zurückgestellt. Der Havasberichterstatter 'will wissen, daß Neigung vorhanden sei, die von der Negierung verlangte Erhöhung der Umsatz- st e u e r nicht in vollem Maße zuzulassen, sondern mit dieser Erhöhung nur b i e Großhändler zu belasten. Wie aus einer weiteren Mitteilung der Havasagentur hervorgeht, sind zu dem gestern genannten Defizit, wie es der Finanzausschuß feftstellte, noch 71 Millionen Franken Ijinauau-- fügen, die Ausgaben für Syrien und M a - rokko darstellen, so daß das nod) nicht gedeckte Defizit sich unter Hinzufügen einiger weiterer Summen für Ueberfdjreiten der vorgesehenen Kredite usw. aus 2 428 Mitlionen Franken beläuft. In den Wandelgängen der Kammer hat man nach Beendigung der Nachtsitzung des Ausschusses erklärt, es sei nicht ausgeschlossen, daß zwischen der Negierung, dem Ausschuß und der Mehrheit der Kammer eine Verständigung erzillt werden könnte. Nachspiel. Die Tage nach dem erfolgten Abbruch der Genfer Bölkerbundsversammlnng haben in den in der Hauptsache beteiligten Ländern die verantwortlichen Leiter ihrer Außenpolitik zum Rechenschaftsbericht auf die Parlamentstribüne gezwungen. Paris, Warschau, Berlin, London und Stockholm haben ihre Genfdebatte erlebt. Sensationen hat es nirgends gegeben. Enttäuschung herrscht zwar überall, aber nirgends hat die parlamentarische Konstellation eine Kabinettskrise oder gar einen Mi« mstersturz zugelassen. In Paris ist man über den Mißerfolg von Genf am schnellsten hinweggekommen. Der französischen Kammer brennen andere Sorgen auf den Nägeln. Nicht so sehr von dem A u ß e n inj n i ft e r Briand, der in Genf Schiffbruch erlitten hatte, erwartete man einen Rechenschaftsbericht, als von dem Ministerpräsidenten Briand ein Programm seines neuen Kabinetts, dessen einzige Ausgabe, wie die seiner fast schon unzählbaren Borgänger, die Sanierung der französischen Finanzen ist. Briands Stellung beruhte sehr wesentlich auf seinem persönlichen Prestige als Außenpolitiker. Seiner außerordentlichen Fähigkeiten und seiner unleugbaren Erfolge auf außenpolitischem Gebiete verdankte er es, wenn immer wieder auf ihn zurückgegriffen wurde, trotzdem man in der Sanierung der Finanzen unter seinem Regime kaum einen Schritt vorwärts gekommen ist. Das ergebnislose Ausemandergehen der Völkerbundsversammlung bleibt deshalb auf Briands Stellung nicht ohne Einfluß, aud) wenn in der Kammerdebatte diesmal noch nicht allzuviel die Rede davon war. Vielmehr gab die Betrauung Ma 1 vys mit dem Innenministerium Ursache zu scharfen Angriffen der Rechten, gilt doch Malvy gleich Eaillaux den hundertprozentigen Patrioten feiner Stellungnahme im Kriege wegen als Hochverräter. Aber gerade diese Attacke von rechts führte Briand von links her die Sozialisten zu, die andernfalls kaum sich so eindeutig für das zweite Ka binett Briand ausgesprochen hätten, nachdem sie da? erste eben erst gestürzt haben. Briands Stellung ist geschwächt, gelingt es seinem neuen Finanzminister Peret nicht, mit weithin sichtbaren Erfolgen aufzu- roarten, wird Briands Schicksal besiegelt sein. Das bedeutet bann vielleicht das Ende seiner staatsmännischen Laufbahn überhaupt. Der Nachfolger wartet bereits hinter der Tür. Er heißt — Poincarö. Sollten die Sozialisten unter Blums Führung sich nicht zu einer radikalen Aenderung ihrer Politik im Sinne einer zuverlässigen Unterstützung der bürgerlichen Linken, fei es in einem dritten Kabinett Briand oder in einem von Herriot geleiteten, aufraffen können, ist eine Regierung der Rechten unvermeidlich. Das kann auch in der Außenpolitik gegenüber Gens und Locarno einen Umschlag von noch nicht abzusehender Tragweite bedeuten. lieber die Ausführungen des Grafen S k r z y n s k i im polnischen Sejm kann man schnell hinweggehen. Des Grafen emsiger Geschäftigkeit wäre in Genf der Lohn nicht versagt geblieben, wenn es nicht eben anderer Dinge wegen zum Brud) gekommen märe. Polen wird weiter in Paris bohren. Es hat seine Fühler auch nad) England aus- gestreckt und offenbar auch von Chamberlain Zusagen, vielleicht sogar finanzieller Art erhalten als Entschädigung für die ausbleibenden französischen Subfibien. Polen befinbet sich in der angenehmen Lage, von zwei Seiten umworben zu werden, einmal von den West inächten £ür eine Eingliederung in die antibolschewistische Front, zum andern von Rußland, das Polen von England, von Genf und der Kleinen Entente weg zu sich herüber- ziehen möchte. Deutschlands Lage ist in beiden Fällen trübe genug. Härtere Kämpfe als in Paris und Warschau hak das Auffliegen der Genfer Verhandlungen in Eng.land ausgelöst. Die Opposition der Liberalen unter Lloyd George und der Arbeiter unter Mac« bcnalb hat Chamberlain zu einer etwas weinerlichen Verteidigungsrede genötigt, die zu den Vorgängen in Genf selbst zwar wenig Neues brachte, wohl aber auf die Vorgeschichte der polnischen und spanischen Ratskandidatur, wenn auch ungewollt, interessantes Licht warf. Bei seinem Januar- besuch in Paris hat der britische Außenminister Spanien zugesagt, dessen vier Jahre alte Forderung auf Gewährung eines ständigen Ratssitzes zu unterstützen, zwar nur „unter passenden Umstände n" aber schon die Tatsache einer gleichzeitigen polnischen Kandidatur, die ihm Briand unterbreitete, hätte Herrn Chamberlain veranlassen sollen, diese „passenden Umstände" wenigstens für diese außerordentliche Märztagung von vornherein zu verneinen. Das hat er nicht getan. Mit der polnischen Kandidatur war es nicht viel anders. Er bat Briand zwar nicht zuge- stimmt — er wollte sich in Paris ja angeblich nur informieren — aber er ist der polnischen Forderung, die in Briand einen jo warmen Fürsprecher gesunden hatte, auch mit keinem Worte der Warnung entgegengetreten, obwohl er missen mußte, daß diese neuen Ambitionen in Genf die schweist-m Verwickelungen herausbeschwören mußten Hier liegt die Schuld Chamberlains, die vielleicht nicht so sehr einer gewollt illoyalen Einstellung gegenüber Deutschland entspringt, als in der Tatsache feine Er« Härung findet, daß Chamberlain der diplomatischen Geschicklichkeit Briands nicht gewachsen war, soll dod; Briand nach zuverlässigen Berichten mit einem britischen Einspruch fest, gerechnet haben, ja, er hätte ihn nicht einmal ungern gesehen, um auf diese Weise selbst von seinen Verpflichtungen gegenüber Polen loszukommen. Chamberlain hat bann versucht, das Antwortschreiben Brasiliens auf die deutsche Anfrage vom September 1924 so auszulegen, als ob Deutschland daraus schon den zu erwartenden Widerstand Brasiliens gegen einen ständigen beut» I schen Ratssitz hätte herauslesen können. In den ent- * A I deutschen Ländern in trieben wird. Wenn bereit erklärt, könnte ändcrung verzichten. Abg. Dr. Best Aus aller Wett. Gesandter Pfeiffer schwer erkrankt. die Regierung sich dazu man auf eine Gesetzes - stimmt dem Antrag zu, Zum haushalt dec allgemeinen Ainauzverwaltung berichtet Abg. Keil ent Loebe ruft den Abg. Kpenen 3 U « u n 9- (Lärm bei den Kommunist^.) Der Antrag der Kommunisten auf Streichung des Präsidentengehalts wird gegen die Stimmen der Kommunisten abgelehnt. — Der Etat wird bewilligt. soweit er den Inflationsgeschädigten eine Besserstellung bringt. Abg. Dr. Schreiber (Zentr.) verlangt in einer Entschließung eine beschleunigte Regelung der Fälle, in denen die Entschädigung für die im Kriege abgelieferten Kirchenglocken noch nicht gewährt worden ist. Der Etat wird unter Ablehnung der dazu gestellten Anträge nach den Ausschußvor- schlägen angenommen. Bei der dann folgenden zweiten Beratung des Etatgesetzes für 1926 werden verschiedene auf Desoldungsfragen bezügliche Anträge abgelehnt. Andere Anträge gehen an den Ausschuß für Beamtenfragen. Das Gesetz wird angenommen. Damit ist die gesamte zweite Lesung des Etats beendet. In zweiter und dritter 'Beratung wird dann eine Rovelle zum Gesetz über Einstellung des Personalabbaues angenommen. Damit wird der bisherige Zustand der Anrechnung der Wartestandszeit als pensionsfähige Dienstzeit bis zum 31. Iuli 1926 verlängert. Die Trauerseier für Fehrenbach. Am 5.30 Ähr ist nach einer Pause eine neue Sitzung anberaumt. Auf dem Platz Fehrenbachs steht ein großer Strauß weißer Lilien. Sämtliche Mitglieder der Reichsregierung sind erschienen. Der Sitzungssaal ist stark beseht. AlS Präsident Loebe das Wort zu einem Rachruf für Fehrenbach nimmt, erheben sich alle Sitzungsteilnehmer von den Plätzen. Präsident Loebe führt aus: ..Die Fahnen des Reichstages wehen halbmast. Sie verkünden, daß eines der angesehensten Mitglieder dieses Hauses seine Augen für immer geschlossen hat. Konstantin Fehrenbach, unser Präsident, unser Mitglied, hat sich zu den Großen seiner Partei versammelt. Hafer tiefstes Mitgefühl gilt rn diesem Augenblick der Zentrumssrak- tion, die in letzter Zeit so viele ihrer Besten hat opfern müssen. Aber um Fehrenbach trauert nicht allein ferne Fraktion, um i hn trauert der gan^c Reichstag, feiner gedenkt dankbar »u fein, feinem Volke zu dienen, ist feit frühester Volk. Denn ein Mann des Volkes Iugeiw fein Ziel gewesen. In drei Iahrzehnten deutschen Parlamentslebens hat er seinen Ramen al£ Abgeordneter, Parteiführer und Präsident tief eingegraben. DaS Schicksal hat ihm' die schwersten Posten gegeben, die das deutsche -Volk überhaupt vergeben kann. Die Rachrichten von den verschiedenen Kriegsschauplätzen um-- bufierten bereits den Himmel, als er in diesem S)au£ das Erbe Kämpffs angetreten hat. Als Dann ber Riederbruch, die Umwälzung erfolgte, versuchte er, durch Einberufung des alten Reichstages dieser Umwälzung möglichst legale Formen zu geben Als aber sein Auge erkannte, was unabwendbar war. hat er sich fest und entschlossen x k ^den der neuen Staatsform gestellt deutschen Volke gedient auch in der teutf$en JRebubliF. Dann kamen die Tage von Versailles. Wir alle haben gesehen, wie sie ihn niederbeugten und wie das Geftihl her pbrung über das Anrecht ihn erfüllte. Aber er befielt den Mut der Verantwortung in einer Zeit, wo Verantwortung so selten war und wo ihr so wenig gedcuitt wurde. Am schwersten fiel ihm wohl das Iahr, wo er auf den Kanzler- Posten berufen wurde. In diesem Iahr ging ihm auch vorübergehend der Frohsinn und der goldene Humor verloren, der sonst sein Charakteristikum war. Was ihm aber nicht nicht geraubt »erben konnte, war die tiefe menschliche Güte und die innere Bescheidenheit die ihn auszeichneten und mit denen er allen Menschen begegnete, und für die auch ich ihm zu tiefem Dank verpflichtet bin dazu das Pflichtgefühl und die Treue, die den Siebzigjährigen dann erneut an die Spitze seiner Partei führten. „Ich will mich nicht niebertegen, bevor ich nicht mein Haus bestellt, meinePslicht erfüllt habe." Mit diesen Worten ist er aus diesem Haus gegangen Immer, wenn fein Rame hier genannt wird, werden wir ihn mit Hochachtung und Dankbarkeit nennen. Sie haben das auch zu ihrem Bekenntnis gemacht. Ich danke Ihnen!" Rach diesen Worten trat Reichskanzler Dr. Luther an den Präfidenten Löbe heran, um dem Reichstag dieTeilnahmederReichs- regierung auszudrücken. Der Reichstag nahm dann feinv Arbeit wie- ber auf mit der dritten Beratung des Haushaltes. scheidenden Sätzen lautet das Schreiben des Kabinetts von Rio: „Der Völkerbund muß entschlossen noch einer immer größeren Universalität seiner Verfassung streuen. Je mehr Anhänger die Institution zählen wird, um so größer werden ihre Stärke und ihr Prestige sein. Jede Nation, mag sie groß oder klein sein, die von den Ratssitzungen von Gens fern ist, bedeutet eine Lücke. Das Ideal ist, daß sich alle Völker dort vereinen M ?eut^e Gesandte in Wien Dr. Maximilian 45 f e t f f e r liegt an einem Herzleiden schwer '^,"?6ano darnieder. Sein Befinden gibt zu ernsten Besorgnissen Anlaß. Schwerer IRotorrabuafaö. Bei Dresden fuhr der Reisende Hellmuth Gruber aus Heidenau mit seinem Dlotorrad während der Nacht in voller Fahrt auf der Landstraße in einen Trupp junger Männer, die von einer Turnerversammlung kamen. Zwei von den Turnern waren auf ber ©teile tot, vier Turner und der Motorradfahrer selbst wurden schwer verletz t. Das Unglück ereignete sich dadurch, daß der Motorradfahrer oorschriftswidria auf der linken Straßenseite fuhr. Schweres Automobilunglück. Zwischen ßengfurt und Marktheidenfeld am Main ereignete sich an einer starken Kurve ein schweres Automobilunglück. Das Auto des Baumeisters Ludwig aus Marktheidenfeld kam dort ins Rutschen und überschlug sich mehrmals. Ludwig und feine Begleiterin, eine Frau Pnuli, erlitten schwere innere Verletzungen und Armbrüche. Sie mußten nach der Würzburger Klinik geschafft werden. Durch Gase erstickt. Am Mittwochabend wurden in dem Dorfe Asbach (Baden) gegen 10 älhr die Kalkstein- brenner Benjamin Volk und fein Sohn tot aufgefunden. Um dem schneidenden Wind auszuweichen, hatten sie sich auf den Rand des brennenden Kalkofens gefetzt und find anscheinend durch Gase erstickt. Als man die Toten an die Luft brachte, begannen die Körper au brennen, so daß die Anwesenden kaum in der Lage waren, das völlige Verkohlen der Leichen zu hindern. voll einem angefchossenen Keiler schwer verlehl. Auf einer Schwarzwildjagd in der Nähe des Ortes >) a l s b a ch im Spessart schoß der Jagdaus- eher Walpe einen starken Keiler an. Leicht verletzt griff der Keiler den Schützen an und brachte ihm derart schwere Verletzungen bei, daß der Zustand des schlitzen als hoffnungslos bezeichnet wird. Der hungerkünftler Iolly. Der ^Berliner Hungerkünstler Iolly wird am nädyften Montag feine 44tägigc Hungerkur beenden. Die Schaustellung soll bisher eine Einnahme von 125 000 Mark ergeben haben. Schwierigkeiten soll die Wiederzuführung von R a h r u n g machen. Rach ärztlichen Untersuchungen ist der Magen des Hungerkünstlers völlig zusammengeschrumpft, so daß er jetzt täglich nur noch eine halbe Flasche Selters trinkt. Selbstmord eines Budapester Großindustriellen. Der Generaldirektor der Trans dann bischen -Kolk- und Ziegelfabriken-GeseUschaft Ludwig Steiner hat sich im Eisenbahnzuge vergiftet. Steiner, dessen Unternehmungen mehrere tausend Arbeiter beschäftigten, soll in der letzten Seit große Verluste beim Kartenspiel erlitten Haben. und sich der edlen Arbeit hingeben, den Weg zu friedlichen Lösungen zu finden. Dies vorausgeschickt, hat Brasilien an sich keinerlei Einwendungen gegen den Beitritt Deutschlands als Mitglied des Völkerbundes zu erheben, im Gegenteil, es wünscht, daß dieser Beitritt sich vollziehe. Auch ist Brasilien im Prinzip nicht dagegen, daß das neue, Mitglied einen ständigen Sitz im Rat erhalte ..." Es bedarf schon eines ungewöhnlichen Maßes von sophistischer Wortklauberei, in diesen Sätzen schon das spätere Veto Brasiliens und die eigenen Ansprüche Brasiliens auf einen ständigen Ratssitz voraussehen zu wollen. Und auch das hätte die Vertragsmächte von Locarno, die Deutschlands Eintritt in den Völkerbund als Voraussetzung für das Inkrafttreten des Paktes gefordert und Deutsch- lands Forderung auf einen ständigen Ratssitz anerkannt hatten, nicht von der Verpflichtung entbunden, ihrerseits vor der als außerordentliche Versammlung einberufenen Märztagung alle etwai- den Schwierigkeiten aus dem Wege zu räumen, statt selbst die Ursache neuer Hemmnisie zu sein. Auch Stockholm hat seine Völkerbundsdcbatte gehabt. Im schwedischen Reichstag sah sich der sozialdemokratische Außenminister U n d e n , der Schwedens Standpunkt in Genf verteidigt hat, Angriffen der Rechten gegenüber, die durch den Mund dreier ehemaliger Ministerpräsidenten Unden vorwarfen, völlig unnötig Schwedens Verzicht auf seinen Ratssitz angeboten zu haben. Die Unterstützung der Liberalen rettete das sozialistis^e Kabinett zwar diesmal vor einer Krisis, die Stimmung im Reichstag und Volk ist indessen eine Warnung für die verantwortlichen Leiter der schwedischen Außenpolitik, bei der Vertretung der schwedischen Interessen in Gens in Zukunst auf der Hut zu fein. Der Verlauf der Berliner Völker buvdsdebatte brachte keine Ueberraschungen. Der Reichsauhenmiilister gab den Rechenschaftsbericht der Genfer Delegation in dem gleichen Sinne, wie er selbst und der Reichskanzler sich früher schon über den Gang der Verhandlungen und das Ergebnis in zahlreichen Preßinterviews ausgelassen hatten. Auch die Stellungnahme der Patteien zu den Darlegungen des Außenministers und dem deutschnationalen Anttag auf Zurückziehung des Aufnahmegesuchs ergab nichts Neues. Eine Sensation brachte erst der letzte Tag der Debatte mit der Rede des greifen Großadmirals v. Tirpitz, der seither noch niemals vorher als Abgeordneter im Reichstag das Wort ergriffen hatte. Tirpitz richtete einen warmen Appell an Volk und Parteien, den inneren Parteistandpunkt zugunsten des großen Gefaml- interesfes zurückzustellen. Der Großadmiral stellt dann Gens als eine Niederlage unserer politischen Mechode hin, vor deren völliger Auswirkung uns lediglich Brasiliens Dew ungewollt gerettet habe. Er fordert Zurückziehung des deutschen Aufnahmege- suchs, da man heute nicht übersehen könne, welche ßajje sich bis zum September für uns ergebe. Der Reichskanzler stellte dann fest, daß durch Bekräftigung des Locarnopakts durch das Genfer Kommunique der DerttagsmSchte Deutschland feine Hand lungssreiheit gegenüber dem Völkerbund nicht verloren habe. Es gelte jetzt aber nicht Locarno rückwärts zu revidieren, sondem auszugestalten. Eine Zurückziehung des deutschen Aufnahmegesuchs würde nach Ansicht des Kanzlers in der Welt als eine Schwenkung der deutschen Außenpolitik, die auf Locarno beruhe, angesehen werden und auch die Schuldfrage an dem Genfer Fiasko zu Deutschlands Ungumten verschieben. Wie nicht anders zu erwarten, lehnte der Reichstag das deutschnationale Mißtrauensvotum und den Antrag auf Zurückziehung des Aufnahmegesuchs ab und billigte mit den Stimmen der Sozialdemokraten die Politik der Regierung. Das Kabinett darf sich ober durch dieses Dorum des Parlaments darüber {einerlei Zweifel hin- geben, daß das Ergebnis von Gens und auch die deutsche Politik in Genf in fast allen Schichten des deutschen Volkes ein Gefühl der Enttäuschung zu- rückgelasten hat. Mit Mißtrauen und Skepsis sieht das deutsche Volk den künftigen Derhandküngen über unseren Eintritt in den Völkerbund entgegen. Eine grundsätzliche Aenderung unserer Außenpolitik, also eine Abkehr von Locarno, kommt nicht in Frage, darin wird man dem Reichskanzler zustimmen müßen, aber mit dem Großadmiral v. Tirpitz wird man fragen müssen, ob auch unsere politische M c - thode immer die richtige war. Ablehnung der hanrzinssteuer in Preuhen. Die Regierung mit 192 gegen 198 Stimmen in der Minderheit. — Keine Landtagsauslösung. Berlin, 26. März. er Marschall selbst bat es vor gezogen, seine Person in Sicherheit zu bringen und beftndet sich mit feiner Familie auf dem Wetze nach Moskau, das seine Unternehmungen bisher mit Geld und Waffen unterstützt hat. Infolge der Blockade der Peiho-Mündung konnten aber schon die letzten Waffensendungen nicht in den Besitz der Ra- tianalarmee gelangen. Wupeifus und Tschangtsolins Armeen haben sich immer näher an Peking herangearbeitet, das vor dem Fall zu stehen scheint. Damit ist der ©in» slaß Rußlands auf die Zentralregierung vollständig ausgeschaltet, was sich auch auf verschiedenen Dispositionen der Regierung erkennen läßt. Es verlautet jetzt allerbing^, daß sich die Zentralregierung bemühe, eine Einigung zwischen den Marschällen herbeizuführen, vielleicht um Peking davor zu bewahren, in die Kampfzone einbezogen zu werden. Andererseits soll aber auch Iapan dahinter stehen, das keinen durchschlagenden Erfolg einer Seite wünsche. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, daß eine Einigung zwischen den Marsällen kaum von längerer Dauer fein konnte, wenigstens solange nicht, als der Gegensatz zwischen Rußland und Iapan fortbesteht. Die Entwicklung der Bahnverhällnisse in der Mandschurei, die sich dort verschärfende Konkurrenz zwischen Rußland und Iapan, deuten aber nicht darauf hin. daß bald ein Ausgleich geschaffen werden könnte. Wenn sich die Nachricht bestätigen sollte, daß die Regierung in Kanton, die unter kommunistischem Einfluß steht, von Anhängern Wupeifus gestürzt ist, dann würde das einen vollständigen Umschwung bedeuten, dann wäre der russische Einfluß nicht nur im Norden, sondern auch im ^üden endgültig gebrochen. Kanton hat bisher gegenüber den Mächten eine radikale Politik getrieben und den Boykott fremder Waren streng durchgeftchrt. Besonders England werde dadurch schwer getroffen und hat deshalb in letzter ve“ energisch für den Gedanken Propaganda gemacht, gegen Kanton mit bewaffneter Macht vorzugehen. Wenn sich also wirklich die übrigens aus englischer Quelle stammende Meldung bestätigen sollte, dann wäre jetzt China vollkommen in den ^9.ni)c*l der antibolschewistischen Generäle. Das wäre für die englische Wettmachtstellung der größte Erfolg, den die englische Politik seit Kriegsende errungen hat. Es ist damit zu rechnen, daß die gegen- wartigen Machthaber in China in enger Anlehnung und Japan mit dem Kommunismus n\ £cm russischen Einfluß gründlich aufräumen, !äer ^ite lür absehbare Zeit nichts mehr zu befurchten ist. Gerade Wupeifu, der Sieger Ä", ueng, »st entschlossen, im Einvernehmen mit England die Ruhe uni) Ordnung in den Südpro- vinzen wieder herzustellen, wozu vor allem die Bc- gehort^b &Cr kommunistischen Kanton-Regierung Mit dem Zusammenbruch Fengs ist auch die sogenannte Nailonalbewegung, die vor allem den Einfluß der Ausländer in China be- ? 15’-Feng war es, der den Fremden- haß schürte und dadurch die Interessen der GroßWettervsraussage. Nachts Temperaturen wieder über Null Grad, bei stärkerer Bewölkung zunehmende Regenncigung, sudliaie, zeitweise auffrischende Winde. Das nordöstliche Kalttuftgebiet zieht sich mehr und mehr nach Rußland zurück, dafür gewinnt feuchte ozeanische Lust bei gleichzeitigem Druckfall und ansteigenden Temperaturen langsam aber stetig auf oern Montinent an Raum. Flache Ravdbildungen be- 'Hon gestern zeitweise stärkere Bewölkung. Eine Regenzone des wesllichen Tiefdruckgebietes ist inzwischen noch Nord- und Mittelfrankreich vorge- drungen: eine allmähliche Eintrübung des Wetters steht m Aussicht gestrige Tagestemperctturen: Maximum: 14.6 Grad Celsius. Minimum: minus 0,6 Grad Celsius, heutige Morgentemperatur: 1,2 Grad Celsius. HEITMANN’5 Harley-Davidson Motorräder 2761D Vertreter Ernst Faber, Gießen, Südanlage 7 wo bas Schicksal aushört und die Schuld anfängt. Kommt ein Mensch zu Fall, so geschieht das nicht nur. weil ihm, wie der Freiherr vom Stein einmal gesagt hat, die Zwinge des Willens: fehlt, sondern auch, weil die. die seines Lebens Morgen behüten sollten, die Kunst der Erziehung nicht verstanden oder weil er früh in eine Umgebung kam, die seine Lebcnsanschauung verwirrte. Oft gehen Familien unter, weil erschütternde Todesfälle den Weg der Hinterbliebenen aus dem seitherigen Geleise herauslenlten und in ganz andere Bahnen führten, oder weil politische und wirtschaftliche Umstände den Wohlstand untergruben und die Erwerbsmöglichkeiten behinderten, aber auch deshalb, weil schwere Schuld mit den Familien ging. Die Männer waren träge, neigten zum Wohlleben, zum Trunk, begehrten im öffentlichen Leben eine Rolle zu spielen, und vernachlässigten darüber ihre eigenen Angelegenheften. Die Frauen waren oberflächlich, verschwenderisch, vergnügungssüchtig, kümmerten sich nicht um ihre Kinder. Daß es uns Deutschen jetzt so schlecht geht, ist ohne Zweifel Schicksalsfügung. Unsere geographische Lage bringt es mit sich, daß wir immer von Gegnern bedrängt sind: der Aufstieg, ! den unser Volk nach 1871 genommen, hat den Widerspruch Englands hervorgerufen. Sicherlich haben gewissenlose Menschen den Krieg vorbereitet, aber in der Hauptsache ist er über uns gekommen wie eine Naturkatastrophe, eine Sturmflut, ein Erdbeben, die zu bezwingen der Menfch nicht in seiner Hand hat. Mit dem Schicksal hat sich aber auch die Schuld verbunden, um I uns so unglücklich zu machen. Unser Bolk entwickelt Tatkraft, zeichnet sich aus durch klug I berechnenden Verstand, aber unser geistiges Leben entbehrt der Tiefe. Wir haben Weltgeltung erstrebt und sind arm geworden an geistiger Kultur. Alles soll die Masse machen. Wir veranstalten Massenkundgebungen und Massenproteste und vergessen, daß die Masse seelenlos ist. Wir erwarten das Heil von Locarno und Genf und nicht davon, daß unter uns ein Geschlecht aufwächst, das sittliche Kultur. Selbstverleugnung, Hingabe an große Ideen aufweist. Man trägt Volksbildung in weite Kreise, aber nicht, um damit das Glück und die seelische Vertiefung WM 1 Mas der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 27. März 1926. Butz- und Beitag. Im Leben des einzelnen, der Familien und der Völker sind es zwei dunkle Mächte, die Herzeleid und Niedergang bringen. Diese beiden Mächte heißen Schicksal und Schuld. Eng ver- schtristert, Hand in Hand gehen sie durch die Welt, es ist schwer, im einzelnen Falle zu sagen, Abg. Reiber (Dem.) geht bei seinen Betrachtungen vom Reichsschulgefeh aus: er verlangt von diesem besondere Berucksrch- I tigung Hessens a l s Simultan sch ul- I land. Der Redner be'auert, daß im r-taats- I haushalt keine Mittel für ein pädagogisches Institut in Gießen eingestellt feen; er bittet die Regierung, diese Angelegenheit nicht aus den I Augen zu verlieren. Die Forderung nach einem I Institut in Gießen müsse aufrecht erhalten werden. bis sie erfüllt sei. Der Redner unterbreitet dem Landesamt für das Bildungswesen eine Reihe von Wünschen und meint, wenn Abg. Dreht erklärt habe, es handle sich hier nicht um einen Abbau im Schulwesen, so wäre das doch nur ein I Streit um Worte. Weiter bekämpft Abg. Reiber die Anträge von Dr. Leuchtens und wendet sich auch gegen die statistischen Angaben des Aog. Dr. Keller. Den mittleven Beamten standen Posten in Gruppe 10 offen, aber den 4000 Lehreni so gut wie gar keine: man solle für die Lehrer- schäft auch solche Stellen bereit halten und darum । die Zentralstelle für Volksbildung nicht aufheben. Ministerialdirektor U r st a d 1 meint, er habe nicht die Zeit, um die vielen Anregungen aus diesem Hause zu besprechen, doch müsse er dem Abg. Dr. Greiner sagen, daß vieles von dem, was er als Wunsch hier ausgesprochen habe, schon längst geschehe. Die kommunistischen Ideale, die jener entwickelt habe, werde er (der Redner) indessen ablehnen. Wenn Verstoße gegen den Geist der Simultanschule vvraelommen waren, so sei das zu beanstanden. Der Fall des Lehrers Weber in Offenbach werde noch geprüft. Man solle das Reichsschulgesetz abwarten und hoften, daß es ein friedliches Nebeneinanderarbeiten der Konfessionen in Hessen ermöglicht. Abbau heiße Verschlechterung: daß das Landes- amt für das Bildungswesen am allerwenigsten gern und nur mit blutendem Herzen an diese Ausgabe herangehe, dürfe wohl jeder glauben. Der Redner tritt bann dem Verlangen des Abg. Dr. Leuchtgens nach Abbau in der Zentrale des Landesamtes für das Zwangs- wesen entgegen. Er erklärt, nach Prüfung di^er Angelegenheit zu ganz anderen Zahlenergebnissen über die in diesem Amt beschäftigten Beamten gekommen zu fein; die Zunahme sei lange nicht so groß, namentlich nicht im Hinblick auf die vermehrte Arbeit. Der Redner nimmt dann noch in längeren Darlegungen gegen verschiedene cn^ dere Grklärunaen des Abg. Dr. Leuchtgens kritisch Stellung und "lehnt dessen Anträge ab. Nächste Sitzung Samstag. _ . Diese Marke 213Sag Kaltfärbe-Kugo! fordern. fä.bt bequem u. prachtvoll ohne Kochen Erhältlich in alle Stoffe und Kleldunasstücke. Droguhr. können angeliefert werden. Gebr. Kahl Telephon 87. 25540 St. S7ÜI Morton 8 P.-s,, in tadellosem Zustand, elektr. Lickt und Huve, krankbettshalber, preiswert zu verkaufen. Wo? sagt die Ge fchaftSstelledeSGieß. Anzeigers. 02100 Holt kann täglich abge- holt werden. 26870 Kalkwerk Ebersgöns WkM zu verkaufen oder zu verpachten, sowie einige Zentner Hen zu verkaufen. 3cieür!ltz Auerswalv Wicfcck, Gießener Straße 149. 01850 Indanthren Stoffe für Kleider Decken, Vorhänge usw. per Meter von 1.25 Mk. an Neues Kunstgewerbe Oster- und KonUrmatlonageiehenke „Der Werkladen" Gießen ori<« Löwengasse 22 Kinderwagen Fast neu., dunkelb. LU verkaufen. Kevlerstraße7I!I Soeme-BiiflbWm haatz-Serkow-Festspiele iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiiiiiiTTiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii jeweils in der Neuen Aula abends7^Uhr 1. Tag: Donnerstag, den 1. April paradeissplel,md Totentanz 2. Tag: Samstag, den 3. April Auferstehungsspiel 2791c Eintrittskarten: Musikalienhandlung Thallier und an der Abendkasse 4-2 Mark verloren zwischen Klinik, u. Zriedrich- "raße Gegen Be- 2O°/o Nachlaß OUf fo2173 Speisezimmer Seneuzimmer Schmszimmer Einzelmöbel Möbelbaus I.ILtmann Fnb. A. Brumlik Bahnhofstraße 29. Beutel 40 Fig.. Doee 99 Mg. Achten Sie auf die Schutzmarke. Zu haben in Apotheken, Drogerien und wo Plakate sichtbar. kani.Wserstnd aus d.Namen,Bella^ hörend, entlaufen. Wtederbringer erhalt gmeBelohnung. Näh. Aug. Guntrum, Gießen, Bahnhof- straße 31 Seitenbau- Hlestge Großhandlung sucht für sofort einen nicht fortbildungsschulpflichtig. Lehrling mit guter Handschrift. Selbslgeschriebene Offerten unter 27940 an den Gießener Anzeiger. Scbmiedelehrling gesucht. 127020 * Otto Will, Schmiedemetster, Binzenbach IKreis Wetzlar». | Vermietungen | 3—4 möblierte Zimmer mit Küche und Bad an Ehevaar Zll oermielen. Anfragen bitte schriftlich Goethe- straße 23 I. Dohsrmann lRiidel, reinrassig u. sehr ivachsam, mit Stammbaum, umständehalber zu verkaufen. 27560 Näheres bei Klose, Wetzlar NaubornerStr.84Il. 2 schöne, t> Wochen alte 02151 SWiMe billig zu verkaufen Krankt. Str. 144 5001- lorioifelo in den beliebtesten Sorten. 23240 Gelbfleischige ÜMckWl 6. MM Steinftrahe 73 Telephon 1581 I Billiges (öfter« Angebot Wsilimveii- flleiöer in Samt u. Wolle sehr billig Barnen- unö mäCdjen Ulüniel in modern. Farben und Macharten Sleiöer in groß. Auswahl Sofhjmrötfe, Biofen unö ftlnoer-sielöer ?6cD 5omt in all Preislagen flleiöerffofie die neueft. Sachen Samet Bahnhofstraße Wir geben hiermit bekannt, daß wir einen großen Posten erstklassiges Holz WmMlll geschnitten zur Verausgabung bringen. Sämtliche Brennstoffe werden in jeder Menge aus Abruf durch unser Fuhrwerk ms Haus geliefert. 02158 WnWM Brennftoffoetfotomig ______Berteiluugsstelle Gießen. Beschlagnahmsreie Wohnung Massiv gebautes Gartenhaus in vornehmster Lage der Stadt für Wohnung evtl, auch Geschäftsräume ge« eignet (Keller vorhanden) bald zu ver- Dauerstelluna finden tüchtige, rebeflero.Herren gegen Jtrumu- Proo. Ängeb. u. P. T. 3438 an Ali-HeaBeneteln & Vogler, Frank- flirt e. m. 3lllA Baumpfähle Rofenpfähle Erbfenreifer liefert sehr preiswert SüMMSMk.GüttM.lZ Bureau n. Lager Walltorstraße 36 H. ____________Telephon 1154 27840 Stadttheater Sonntag 28. März lPalmsonntag) sefchlofscn. Dienstag Sv.Mar» rs.VlenskogAv.VM. von 7'/,b. geg.lOUHr Bum letzten Male Sie leere Host. SckausvielinÜAklen v. Müller vomBorne MittwochSl Marz rs.mlnwoltz-Ah.-vm. von 7*/a bis 10 Uhr Sflioels. Ein Bauerndrama in 4 Aufzügen von Heinrich Sohnrep. Freitag, 2. Avril iiKarfreitag« geschlossen. Sonntag, 4. Avril (L Osterfeicrtag» 24. 5 nnkog-Ab.-VM. DOi,7bi6ngtö9l/1Ubr Erstaufführung: unsere krosk I. Teil». . oielin4Aktcn von Björnfon. Montag, 5. Avril (2. Cftcrfclertnfli Außer Abonnemeiu, Gutscheine haben Gültigkeit. Bon 7 bis 9 Uhr DerlröhliclieWeioljerg Lustspiel in 3 Akten von Zuckmayer. Dienstag, «.April (3. Cftetfeiertafli 26.Llellskog'M.vrsk. von 6'/,b. geg. 10 Uhr SW» Mama Operette in 3 Akten von Kalman. Karten für die drei Feiertage sind schon während der ganzen Woche vorher au haben. 2781o Bismartkstr. 28 p. Zimmer zu verm. 102171 Moltkestr. 20 IIL Gut möbliertes Zimmer . mit fep. Eingang an 6 ruh. Herrn zu verm. J otm Henfelttr. 4 TI. Gutgebendes Delikatessen geschäft auch für Bäcker, Metzger und andere Branchen ^geeignet, sofort ohneAbstandS- fnnime zuvermieten. -Cchristl. Angebote unter 02142 an ben Gieß. Anz. erbeten. I Mietgesuche leere* Zimmer m. Küchenbenutzung. Off. 11.1164 an Serio, Vlockstraße 5.__ -yür Studenten 1 Zimmer mit voller Pension in guter Kamille gesackt. Schrift!. Angebote umgehend unter 27580 an den Gieß. Anz. erbeten. Cand. jur. sucht für Sommersemester gut möbl. Zimmer fauch Wohn- und Schlasztmmer), evtl, mit voller Pension. Schrift!. Angebote unter 27790 an den Gteß. Anz. erbeten. tellenangebote ■beb— (itiva 15 Zentner Heu abzugeben 02139 Alten Buieck, f>riedhofstrabe 22 | Kaufgesuche Nationalkassen kauft E. IHtttwoeb, Berlin NW, Heigo- länber Ufer 5. 216aA | Verschiedenes] Dr. phll. erteilt Nachhinennterricbt ^7. Deutsch, f>ranz. U d Englisch. Ad ress, erfragen in der tt^schäftk stelle des EFeßenerAnzeigerS. Vertreter für den Verkauf mein. Holzrouleaur u-Jaloufien gesucht. Mi ohePro Vision. Karl Stiefel, Aeurode t. Schl. Kaffee-Pcrtretiiiig evtl, mit Verkaufsstelle vergibt „uss Kaffee-Import J.Behrsne, Hambarg. niöoi. iBohn- unö Sivioizlmmel an ruhigen, soliden Herrn zu verm. ton« Wieicnttr. 1 1. Per L Avril möbl.Simmer zu vermieten 102134 Babnbofstr. 41 II. 2 möbl. Zimmer in gutem Haufe für Mitte Avril zu vermieten. Näheres 02140 Kevlerttraßc 1 v. Gut möbliertes Vüvii- naö MMmim per sofort zu vcr Iauche- fäffer in prima Lärche, Zuber Bütten empsiehlt Köferei w. Klein Wiefecf. 02176 holländische weihhauben Gebe von jetzt an Bruteier von meinen Pracktncren u. la Legern ab. (12 Stück 4- 2 Prozent- (Lier für Mk. 7.—) Garantiert 90°/' Befruchtung. Ernst Kolb, Gteßen.Leib- gesterner Weg 40. »MM Wetzlar, Braunfelser Straße 39/41 behördl. anerkannt zur Ausbildung in MlsMzeug- ffllirera als „Herren- n. Berufsfahrer". Pflichtgemäße, gründliche, fachmann. AuSbild. tn allen Klaffen mit 4 eigen. Wagen, auch Lastwagen-Reichlich. Lehrmittel. 28140 Allein Berkans Bictoda-BäOet W. K. C. SiotmtrS Greif Günstig.Teilzahlung A. Ruhl, Klein • Linden, Pfingstweide. 1821O 1500 Mark auf 5 Jahre gegen flute Sicherheit von Selbstgeberzuleihen gesucht. Schriftliche Angebote unt 02133 an den Gießener Anzeiger erbeten. Ein leichter MiW MM für leichtes Pferd od. Kuh zu verkauf. LudwigSvlatz 3 Leichter Gefonomie- wagen auf Teilzahlung zu verkaufen. 02137 L.Kloos,Steinbach Bandsäge m. Kttgellagernng. 700 mm Nollendurch- messer, schwere gußeiserne Maschine, äußerst preiswert abzugebett. 27890 Außerdem: Kreissägetische m. Kugellagerung u schwerem, schmte- beeifetnem Untergestell, äußerst billig. K. Gönsch Lick. Telephon 54. MV Einige -W» Säe- mafchinen 150 breit, llreihig, fabrttneu,roeitunter Tagespreis,habe abzugeben. 28100 Wilh. Rühl GrotzenBuseck 3u verkaufen 1 Slmmerolen 1 dlmmerlüre 1 ©ortenpumDe milifitriloer und Msen ----- Bruchstraße 12 NW&K WOLLGARNE Sonntag, 28. MLrz, vormittags 11 Uhr, Frühschoppen Alterskollege Straber^o Ludwigstraße. SchülzenvereinGießen Montag, 2 9. Mar, abends 8 Uhr, int Schützenhaus Srübtabrs ,74ec Generalveriamm- Inn#. Wirni iobne Handelsschul- bilbung) für kaufm. Bureau gesucht. Selbstgeschriebene Bewerbungen unter 02156 a. d. Gieß. An- seiner erbeten. Schmiedelehrling gesucht. Heß, fön« Teufelsluftgärtchen. Zum Putzen der Geschäftsräume für bretuial i. der Woche ie eine Stunde Allein Mdchen mit aut. Zeugnissen, das kochen kann- zu drei Personen nach Frankfurt a. M. per sofort oder 15. 4. ge= sucht. Borzustellen Montag u. Dienstag bet Ovvenbeimer, Bleichstr. 32 I. ,ll63 Tüchtiges älteres in allen Hansarb. erfahrenes Mädchen gesucht. Nur solche mit besten Empfehlungen wollen sich melden. 02179 3fr. 63. Ringel Westaul. 36 Nebenh. ( Verkäufe j 12 jähr, hellbr. Ostpr. Stute, flott.Gänger,sehrgllt. Ackervferd, hat, als überzählig zu verk. Pdilivv BöcherU., Bersrod,Post Reiskirchen.________Kg<0 Ein gut, mittelschw WM» iStutel erbteilungs- halberzu verkaufen. Kinzenbach o*>gn Haus Nr. 62 Zwei gute ^ahrkllhe zu verkaufen. Ml4, Burkhardsfelden Wasserstraße 30 Etn rotscheckiger Simmentaler Bulle «Reinzuchts steht zum Berkaus bet 27140 August Heßler II., Alsdorf bet Mücke. Druckerei Christ Wetzsteinstr. 38. Tüchtige WM tSchwesterl z. 1. 4. gesucht. Vorzustell. Montag, den 29, zwischen 5 u. 7 Uhr nachmittags 27690 Alieestr. 23 p. Jüngeres Fräulein oder Gkhiise perfekt in Stenogr. u. Mafchinenfchreib. (nicht Anfängen auf Anwaltsbureau so- fortgesucht Schrift!. Angeb. unter 02110 an den Gieß. Anz. Jüngeres mm am liebsten v. Lande für tagsüber zum alsbaldigen Eintritt nefuebt Jhering straße 7 vart, ^0 Stellengesuche) Strebsamer, junger Kaufmann 18 Jahre alt, in all. Bureauarbeiten be- wand.,fuchtStellung für Büro od. Laden- gefchäft. Schrift!. Angeb. unter 02147 an d. Gieß. An», erb. Stütze sucht tn Gießen od.Umg.zum 15.4. Stelle in Haushalt. Koch- u. Näh- kenntnisse vorband. Schr. Angeb. u. 02164 an den Gieß. An- zeiger erbeten. Gartenmädchen wöchentlich f. einen Tag gesucht. ,7„O WUHelmstr. S. Centra O § Der deutsche Gebrauchswagen General-Vertreter: AUTO-SCHNEIDER Telephon 1089/90 ..... 2818i w/- Zeitgemäße billige Preise, auch für Auf- arbeitungen, wähl, la. Ausführung, große Aue- Zahlungserlelchterung ‘WtäS'i* rniASS/<^b^^M:GlßJRGE g,S8.Marz rvormitt. tstour »ter ?’« enburg. I» 2771D M.M1TZ1923 M »V. 9 Ubt iabubrüdc. : Porllaud. milltomiiicn. 1.28. Mir,, ifl» 11 Uhr, Npt» 'Kollege aßer^o 9fcohc_ MM /Mär; 8 Uhr, im »enhaus. jlibrs- ,«e ilverjamm- unfl. IB«n.W entlause,,. 91 ®unitum, «abnbof. Seitenbau fflieater !S 28. März nfomtinal bloffen. ia3«,1'!är» ,t(jg-iö.-Ddl j. gea.lOMr etzten Male MM >irlin3Akien rooui^orue ichZlMär; IvM'M' bis 10 Mr * luern-rM llfzügen von hWet . L.M'l ilossr"- । 4. Avril rseterlE ggW.-M- Mll'l'N r fübruno Oll Wil »i ericiettns1. lbonnev'e"' eine ->be» ■‘S'llir kbMM S !!'.«■ i< f'^Aien torr \ belsam^ )O"*j '•19257 Samstag, 27. März 1926 Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesjen) Nr. 75 Zweites Blatt m und römmigfeit, geboren. Zur Tat selbst sagte der Staatsanwalt, daß die Tötung vorsätzlich ausgesührt worden sei. Darüber habe die Verhandlung Klarhett gebracht. Eine Affekthandlung komme nicht in Frage. Der Staaisanwalt beantragte, die Angeklagte wegen Mordes zum Tode und zum dauernde Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte zu verurteilen. Der Verteidiger Prof. Dr. Sinzheim er führte dem Gericht und den Geschworenen die Verantwortlichkeit für das zu fällende Urteil vor Augen. Er glaube, daß die sexualen Wünsche der Angeklagten nicht in Erfüllung gegangen seien, und daß Dr. Seitz sie zurückgewiesen habe. Diese Kränkung und Zurückweisung habe sie in bebende Wut ge- Gießener Kommunisten vor dem Staats* gerichtshose zum Schutze der Republik. Das Urteil im Matsotti-Prozetz. Wieweit man in Italien von dem Grundsatz unparteilicher Rechtssprechung entfernt ist. hat das gestern schon berichtete Urteil im Mateotti- Prozeh gezeigt. Daß der Prozeß so ausgehen würde, war mit Sicherheit vorauszusehen. Das gesunde Rechtsempfinden des Kulturmenschen kann sich natürlich keineswegs mit dies en mit» Heu Strafen einverstanden erklären, wenn auch der politische Mord anders zu beurteilen ift als der in gewinnsüchtiger Absicht ausgefuhrte gemeine Mord. Mit dem Urteil im Mateottt- Prozeß ist ein Konfliktstoff beteiligt worden, der das politische Leben Italiens stark bewegte. Die letzten Reste der Opposition holten den Mateotti-Mord immer wieder hervor, um dem System Mussolini schwere Vorwürfe zu machen. Eine Zeit schien es so. als ob die Angelegenheit überhaupt nicht zur Aburteilung kommen werde, denn die Behörden haben seit Juni 1924 bis jetzt dazu gebraucht, um die Straftatabzuurteilen. Die italienische Presse, die heute völlig faszistisch ist, findet das Urteil durchaus angemessen. Da es Oppositionsblätter überhaupt nicht mehr gibt, kann auch gegen das Urteil nicht Stellung genommen toer&en. Der Prozeß und das Urteil zeigen aber deutlich, däß man das Italien Mussolinis und seine Einrichtungen nicht mit denen eines anderen Kulturstaates vergleichen kann, denn wohl in keinem europäischen Staate, mit Ausnahme des kommunistischen Rußlands, Ware es möglich gewesen, ein solches Urteil zu fällen. grünen ..."-- Wie erquickt immer wieder von neuem ein grünender Strauch im Frühling! Man bleibt immer wieder wie vor einem Wunder stehen! Dieses Grünen kommt aus der Tiefe. Das ist das stille, feine Werk des ganzen Strauches oder Außenpolitische Umschau Von Prof. Dr. Otto Hoetzsch, M.d.R. Gerichtssaal. Todesurteil im Mordprozetz Flessa. WSR. Franksurt a. M, 26. März. Der heute Vormittag im Mordprozeß Flessa war mit ter Vernehmung ter Sachverständigen ausgefüllt. f GerichtSchemiker Dr. Popp äußerte sich ausgiebig über die äußeren Umstände des Schießens der Angeklagten. Gerichtsarzt Geheimrat Dr. Roth erklärte u. a.. die Angeklagte sei nicht geisteskrank und für ihr Tun und Lassen voll verantwortlich. Sie besitze keinen Iittellektsehler und habe ein glänzendes Gedächtnis. Offenbar fei sie aber sehr empfindlich, selbstbewußt, gereizt und geradezu dickköpfig borniert. Der Sachverständige kam zu dem Schluß, daß fein Zweifel daran bestehen könne, daß die Tötung des Arztes Dr. Seih von ihr lange überlegt worden sei. Eine Bewußtseinstrübung habe in ter fraglichen Zeit nicht Vorgelegen. Der dritte Sachverständige Professor Dr. Raecke bekundete, die Frage, ob sich aus den Tatumständen und aus dem Verhalten der Angeklagten nach der Tat Anzeichen von Geisteskrankheit ergeben hätten, müsse verneint werten. Zufammenfassend tarn ter Gutachter zu dem Ergebnis, daß alle Anzeichen einer Geistesgestörtheit bei Begehung der Tat fehlten. Hierauf folgten die Plädoyers. Aus Antrag des Verteidigers wurde die Angeklagte während derselben abgeführt. Erster Staatsanwalt Florett erklärte, die Angeklagte besitze eine außerordentliche Energie, mit der sie in ihrem Beruf viel Gutes hätte leisten können. Diese Energie habe sie aber in den Dienst des Hasses gestellt. Das Motiv zur Tat sei erotische Begehrlichkeit gewesen. Auf dem Boden der Eitelkeit, gepaart mit Eifersucht, sei die Rachsucht entstanden und habe daraus den Vernichtungswillen bracht. Der Verteidiger erklärte, er sei rechtlich der Uederzeugung, daß Die Tat nicht mit Uebcrlegung und nicht mit Vorsatz ausgeführt wurde. Es bleibe höchstens der Tatbestand der fahrlässigen Tötung und deshalb sei die Angeklagte zu bestrafen. Das Gericht verurteilte die Angeklagte Wilhelmine Flessa wegen Mordes zum Tode und dauerndem Ehrverlust. Während der Urteilsbegründung wurde die Angeklagte ausfällig und behauptete, daß sich alle Männer gegen sie verschworen hätten, was schon bei der Vernehmung vor dem Untersuchungsrichter angefangen hätte. Für den Rest der Urteilsbegründung wurde die An- geklagte aus dem Saale entfernt. Baumes. Von den letzten Wurzeln in der Tiefe an beginnt das Werk. Es ist ein Pulsen durch das Ganze hin, ein Treiben und sehnsüchtiges Sich- Heben. Und alles geschieht in der Stille, nichts ist da von äußerem Tumult. Es ist immer wieder das alte, geheimnisvolle Wirken aus dem inneren Drange. Und dann das stille Trinken von Sonne und Himmelslicht und das Empfangen des segnenden Regens. — Es gibt kaum ein schöneres Bild für die echte Frömmigkeit: Aus der Tiefe, ganz in der Stille, und freudiges, sehnsuchtsvolles Empor ins Licht des Himmels. Nichts von prunkender Gebärde, alles heitere Natur und Natürlichkeit! „Mein Herze soll dir grünen!" Das ist echte, deutsche Frömmigkeit, die da weiß: Nicht auf den Buchstaben kommt es an, nicht auf diese und jene Form, sondern auf das tiefe, lebenswillige und himmelsehnende Herz, auf seine Entfaltung aus heiligen Gründen, auf seine Freiheit von innen her, auf die herrliche Freiwilligkeit, anzubeten und Gott zu dienen! Diese deutsche Frömmigkeit weiß aus dem Geiste und der Wahrheit fromm zu sein. Diese Frömmigkeit bleibi dann auch nicht in der reinen Andacht haften, sondern, wenn sie diese echt und tief empfand, dann kommt ganz von selbst die Wirkung aus dieser Andacht, und die ist bann Gutsein, Tapfersein, ist Vertrauen, ist schönes, beglückendes Fröhlichsein, und als schönste Wirkung: immer wieder Liebe geben. Das ist die echte schöpferische Frömmigkeit, deren wir so sehr bedürfen! Die niemals schwankende, die sich selbst immer treue, dle wurzelstarke und wahrhaft machtvolle! Schöpferische Frömmigkeit! Zu ihr will uns der Palmsonntag helfen, wenn mir ihn recht verstehen, und das ©unter des Frühworden! _.«. Im übrigen warten wir ab, wie der Völkerbund die Krise übersteht. Sie hat sein innerstes Wesen bloßgestellt. Es mag sein, daß die 9 b*e e bes Völkerbund damit noch nicht erledigt ist, aber als unmöglich hat sich seine Organisation heraus- gestellt. Die ist eben nicht ein Völkerbund, sondern in raffinierter Ueberlegung von vornherein nur eine Verschleierung für die Herrschaft einer Mächtegruppe, des von Frankreich geführten Mächteringes, die eine angebliche Weltorganisation des Friedens und des Rechtes einseitig als Instrument zum Nutzen der Europasieger aufrecht erhalten will. Dagegen revoltiert Deutschland, das, wenn das so bleibt, eben der Stadt. Diele werden es durchaus ehrlich gemeint haben, und ihr Herz fühlte gewiß etwas wie von frommer Zuneigung und Ehrfurcht gegenüber dem, der so still und bescheiden seinen Weg zog. Andere wieder wären gewiß mehr gepackt gewesen, wenn der „König der Juden" strahlend und echt königlich em- hergezogen wäre. Es fehlte für sie ter äußere An- triev zu einer Hochstimmung des anbetenben Gemütes. Jerusalem stand jedenfalls unter dem Banne eines großen Augenblicks, und Frömmigkeit wogte diirch Die Herzen. Aber es war doch im Grunde jene Frömmigkeit, Die durch den Rausch der Menge hervorgerufen wird, die mit dem hohen Augenblick verebbt, die auch die äußerlichen Dinge, wie Palmenschwingen, Sang und Klang, feftlii ** ° ähnliches braucht. Es ist jene Art von „ wie wir sie in jedem Zeitalter finden, wie sie auch >n unserer Zeit noch zu finden ist. Wie wundervoll schlicht und herzlich wahr spricht mm die echte Frömmigkeit: „Mein Herze soll dir Pulverhäuschei' von Dem Frankfurter Genossen Herr mit der Pistole in der Hand dahin informiert worden sein, daß es sich um ein faszistisches Munitionslager handle, das ausgehoben werden müsse; wer sich dem entgegenstelle, werde über den Hausen geschossen. Sie sind bann mit dem Auto bis Bad- Nauheim mitgefahren und von Dort mit gefüllten Rucksäcken nach Gießen gefahren. Bon Dem nach Frankfurt verbrachten Pulver ist nichts aufzusinden gewesen. In Gießen befaßten sich nun die Angeklagten Hartmann, Krausmüller, Schneider und Grün intenjiD mit der Herstellung von' Handgranaten. Die Anfertigungsart ift von dem Genossen Berti alias Herr genau erläutert Worten. Etwa acht Tage lang wurde eifrig gearbeitet, zunächst in der Wohnung des Hartmann. Es sind mindestens 107 Handgranaten hergestellt worden, die zusammen mit 26 Dynamitpatronen in Blechdosen verpackt vorübergehend im Garten des Angeklagten Dell und später im Walte vergraben worden sind. Hier wurden sie später von der Polizei gefunden. Die Handgranaten fallen ganz zweifellos unter das Sprengstoff- geseh. Sie sind überaus gefährlich, ganz besonders in geschlossenen Räumen. Das verwendete Pulver ist zweifellos dadurch zum Sprengstoff im Sinne des Gesetzes geworden, daß es nicht nur mit sogengmrtem Blättchen- pulver, sondern auch mit Sprengstoff vermischt worden ist. Es ist festgestellt worden, daß Krausmüller und Hartmann in Frankfurt gewesen sind und von Herr ein kleines Säckckeir mit Sprengstoff bekommen haben. Weiterhin hat der Zeuge Eller bekundet, daß der Angeklagte Ieschke an den Angeklagten Grün Dynamit- Patronen verkauft hat, ter er von dem Zeugen und dessen jetzt in Amerika weilenden Cousin sich verschafft hatte; außerdem hat auch Schmidt ein Kästchen mit Sprengst"" an Hartmann gegeben. Die weitere Füllung der Handgranaten bestand aus Rägeln und Ei^en- splittem, die von dem Angeklagten Bell geliefert worden sind. Er hat dies zwar bestritten, aber auf Grund der Angaben des Angeklagten Hartmann ist die Tatsache als erwiesen anzusehen. Hartmann, der auch den Angeklagten Bell, ter als einziger von allen Angeklagten nicht geständig ist, belastet, hat einen durchaus glaubwürdigen Eindruck gemacht. Er hat von Anfang an alles zugegeben. Allerdings hat der ärztliche Dach^erstäniige diesen Anaeklagien als einen Psychopathen er Härt, bei dem sich im Affekt Wahrnehmungen und Schlußfolgerungen verwischen. Aber es kann keine Rede davon sein, daß Hartmann seine Angaben hier im Affekt gemacht hat. Dem Ieschke fällt außer dcnv schon Erwähnten unbefugter Waffenbesitz zur Last. Einmal hat er dem Zeugen Dierau eine Pistole zum Kauf angeboten. Die Belastung des Angeklagten Velke, der sich vorübergehend auch nut der Herstellung von Handgranaten befaßt hat, stützt sich auf die Aussagen ter Zeugen Men- ches und Kraft und des Angeklagten Hartmann. Die Aussagen des Meuch es allein! würden nicht ausreichend fein, aber der ein«» wandfreie und Aaubwürdige Zeuge Kraft hat bekundet, daß Velke tatsächlich einen Rucksack mit Pulver in seiner Wohnung hatte. Der Angeklagte Volk soll Blechdosen zur Handgranatenfabrikation gesammelt haben. Er hat dies bestritten. D.. Beschuldigung hat ihm auch nicht nachgewiesen werden können. DcÄhalb ist Die Anklage gegen ihn fallen g elassen worden. Sonderbericht des „Gießener Anzeigers". (Rachdruck verboten.) Das Urteil. js. Leipzig, 26. März. Der Vorsitzende des Staatsgerichtshofs zum Schuhe der Republik, Reichsgerichtsrat Lorenz, oertünbet heute mittag gegen 2 ilhr folgendes Urteil: Die Angeklagten Kraus m ü Her, Hartmann, Schneiderund Grün werden wegen je eines Verbrechens nach § 7 Ziffer 4 und 5 des Republikschuhgesehes in Tateinheit mit Vorbereitung zum Hochverrat und eines Verbrechens nach 8 7 des Sprengstoffgefehes, Hartmann außerdem wegen schweren Diebstahls, zu j e z w e i Jahren 6 Monaten Zuchthaus und 300 Mark Geldstrafe verurteilt. Der Angeklagte Ieschke wird wegen Verbrechens gegen § 7 Ziffer 4 des Republikschutz- gesehes in Tateinheit mit Vergehen gegen die Verordnung über den Waffenbesitz und Beihilfe zum Sprengstoff verbrechen nach § 7 des Gesetzes zu 9 Monaten Gefängnis und 100 Mk. Geldstrafe, der Angeklagte Schmidt wegen derselben Verbrechen in Tateinheit mit Vorbereitung zum Hochverrat zu 1 Jahr 4 Monaten Gefängnis und 100 Mark Geldstrafe verurteilt. Gegen Den Angeklagten Velke ist wegen ter gleichen Vergehen und Verbrechen auf 1 Jahr 6 Monate Gefängnis und 100 Mark Geldstrafe erkannt. Sämtliche Geldstrafen, sowie bei Krausmüller, Hartmann. Schneider, Grün und Schmidt je 10 Monate und bei Ieschke und Velke je 14 Tage der Strafe gelten durch die Unter- suchungshaft als verbüßt. Das Verfahren gegen die Angeklagten Kaiser, Lepper, Volk und Dell wird auf Gründ des Gesetzes über Öie Straffreiheit vom 17. August 1925 eingestellt. * lieber Den Verlaus des letzten Verhand- lungstages ist noch zu berichten: js. Leipzig, 25. März. Gegen Den heute zur Vernehmung kommenden letzten Zeugen Maler Ludwig Schardt aus Gießen hat auch ein Verfahren wegen Hochverrats geschwebt, er ist jedoch amnestiert worden. Im Oktober/November 1923 ist Der Zeuge militärischer Leiter Des Unterbezirks ae» wesen. Er bekundet, daß ein gewisser Noack bei einer Versammlung im November Die Verteilung Der illegalen Aemter in Der KPD. vorgenommen habe. Von Frankfurt seien mehrfach „Befehle" zur Waffenanschaffung gekommen. Den Betrag Des zu diesem Zwecke überfanbten Geldes kann Der Zeuge nicht mehr angeben, jeDenfalls habe es Der Angeklagte SchmiDt als Damaliger „Wumbo" erhalten. Im großen unD ganzen kann sich Dieser Zeuge aus verschiedene seiner in der Voruntersuchung gemachten Aussagen heute nicht mehr besinnen; insbesondere, daß er einmal bei Dem Angeklagten SchmiDt einen Rucksack mit Schwarzpuloer gesehen habe, von Dem sich später herausstellte, Daß es Sprengstoff gewesen ist. Eine gewisse Rolle spielen gefälschte Berichte, Die dieser Zeuge nach Frankfurt an die Parteileitung geschickt hat, weshalb ihm der Angeklagte Bell Vorwürfe gemacht hat. Auch Der Angeklagte Velke habe gegen Diesen Zeugen gehetzt. so Daß sein Ausschluß aus Der Partei durch den Frankfurter „Berti" (Herr) erfolgte. Hierauf erhält der Vertreter der Reichsanwaltschast, Staatsanwalt- schaftsrat Eichler, Das Wort zu feinem Plädoyer. Zufammenfassend führte er aus, daß Die Anklage auf die Bildung Der HunDertschaften im September/Oktober 1923 kein Gewicht lege. Dagegen beanspruche Der Pulver - diebstahl unD Die Damit zusammenhängenDe HanDgranatenfabrikation größtes Interesse. Die am PulverDiebstahl in Butzbach beteiligten Angeklagten Hartmann, Kaiser und Lepper sinD geftänDig, Doch wollen sie erst am Die ParlarnentsverhanDlungen in Paris Berkin unD London haben Die Genfer Politik unD Kampfe, Die Sicherheitserörterung, Die Europa, gerate eineinhalb Jahre ununterbrochen beschäftigt hat, zu einem geroiffen Abschluß geführt Großartig ist er nirgenDe, unD kein beteiligter Staatsmann kann stolz auf Diesen Ausgang fein, der, statt Europa Das Sicherheitsproblem zu losen, den Völkerbund schwer erschüttert hat und Europa tn vollkommener Unsicherheit läßt. Der Rückblick im einzelnen hat heute keinen besonderen Wert. Was ist nun vorhanden auf diesem Trümmerfeld, das der 17. Marz in Genf geschaffen hat? Gewiß ist ganz schon, daß nach allgemeinem Urteil Der Welt DeutsäsianD an diesem Ausgang nicht schuld ist, sondern Brasilien und der, der hinter ihm stand, und (nicht zu vergessen), die Hinterhältigkeit von Chamberlain und Briand, die Deutschland über das Ohr hauen wollten. Nur ift mit dieser Feststellung realpolitisch wenig geschasst. Auch das ist ganz schon, daß, wie der Havas-Kornmentar sagte, eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Frankreich, Deutschland und England sich ergeben hat, genauer gesagt heißt das, Die Zusammenarbeit der beteiligten Minister in den Drei Staaten, Die alle zusammen einen schweren Mißerfolg erlitten. Die sich in Dem Kommunique vom 16. März eine Art Sicherheitspakt für Die eigene Stellung schufen und nun natürlich aus diesem Grunde in den nächsten Monaten zusammen- arbeiten werden. Das ist nicht ohne Nutzen für Deutschland, es muß vor allem in Der Richtung Deutsch-franzosiscl)er Annäherung ausgenutzt werden. Die beiDen großen Schwächestellen Der europäischen Politik sind Die innere Krise in Frankreich, Die von einem Regierungswechsel zum andern immer mehr nach rechts führt unD Damit auch auf Die Außenpolitik umgeftaltenD einwirr, und Die ganz unberechenbare Politik Italiens, Mussolinis, Die eines schonen Tages irgendwo einen großen Konflikt herbeiführen kann. Danach wird sich Die weitere Entwicklung Der englischen Politik richten, die immerhin zu einem Personen- unD System- wechsel führen kann, nicht heute und morgen, aber In absehbarer Zeit. Dieser ist mietet abhängig von NorDarnerika. Der Bericht bes Botschafter^ Hougthon, der m die Presse gegeben worben ift, entbleit mit seiner Kritik am Völkerbunb eine ernste Warnung an Europa unb vor allem an Frankreich als ben Störenfrieb bes europäischen Friedens. Noch liegt barin nicht bie Abkehr Norbame- rifas von Europa, aber bie Ankllnbigung, baß biefe kommen kann, zum a 11 e r g r ö ß t e n S ch a b e n für Guropa selbst, bas ohne Unterstützung bureb Norbamerika zu Wieberaufbau und Beruhigung sicherlich nicht kommen wird. In Rußland wieder sieht man mit Genugtuung die Voraussage sich bestätigen, die man Der Locarnopolitik gegenüber aussprach. Desgleichen aber fühlt man eine gewisse Beklemmung, wenn Polen wirklich in den Völkerbund heremkommt, was im Herbst ja sicher ist, wenn Polen also als Großmacht betrachtet würde und Polen sich als Exponent einer antibolschewistischen Politik Englands würde benutzen lassen. Das nun wieder legt Der deutschen Regierung zwingend nahe, jetzt an die Arbeit zu gehen, an die Arbeit nämlich, Den L o - carnooertrag, Der weiter besteht unb gilt, zu ergänzen durch einen entsprechenben Vertrag mit Rußlanb, wie wir bas längst gefortert haben. Wenn man schon einmal bas System ter Locarnoverträge aufrecht erhält, so kann sein Nachteil in Der Mächtegruppierung für Deutschlanb nur ausgeglichen werben, wenn es Dies System Durch einen entsprechenben Vertrag mit Rußlanb ergänzt. Unb wenn babei von selber'bie Erinnerung kommt an Bismarck, an den Bismarckschen Rückversicherungsvertrag unb alles bamit ZufammenhangenDe, so ist das etft recht ein Zeichen dafür, daß man mit solchen Erwägungen auf dem rechten Wege ist. Nun - < •• 1. ... V-« cc w M ui aah Sin in nnn nicht als gleichberechtigte Großmacht in dielen Bund eintreten würde. Dagegen revoltieren die süd- amerikanischen Staaten, was ter tiefste Grund des brasilianischen Widerspruchs ja war. Dagegen revoltierte China. Dagegen revoltiert Rußland, und nicht zu vergessen, Die Vereinigten Staaten von Nordamerika, deren Abneigung gegen Genf durch diese Vorgänge natürlich gesteigert worden ist. Die Sommermonate werden zeigen, ob im Völkerbund Wille und Fähigkeit ist, aus Der Erkenntnis dieser schweren Konstruktionsfehler heraus eine Umorganisation anzufassen, für Die eben dann freilich Die bisher herrschenden Mächte auf ihre Vormachtstellung verzichten mühten. Wir haben nichts Dagegen, Daß sich Deutschland praktisch an Diesen AuseinanDersetzungen beteiligt, wie es sich auch an Der Abrüstungs- und Weltwirt- ichaitskonferenz beteiligen wirD. Aber kein Unbe- angener kann bestreiten, daß em Deutschland, das ich Daran beteiligt, seinem Interesse bester Dienen könnte, wenn es formell ganz frei wäre, wenn es nicht Durch seine Vertretung in Genf und Durch seinen Reichstag sich so gebunden hätte, wie es der lings, in das er mitten hinein gestellt ist! „Mein Herze soll Dir grünen . . Uraufführungen im Hessischen Landesthealer. Die Einfuhr italienischer Theaterkunst in Deutsch- lanD mutet seltsam an, zumal zu einer Zeit, in Der Die italienische Politik alles anDere als Deutsch- freunDlid) ist. Jetzt hat das Hessische Landes- t h e a t e r versucht, Das Deutsche Publikum mit Den neuesten Schöpfungen Der italienischen Oper vertraut zu machen. Es waren Dazu Drei kleine, einaktige Opern unD ein Ballett gewählt warten. Der Komponist Der Opern, G. Francesco M a l i p i e r o, zählt zu den bekanntesten und bebeutenbften neuen Komponisten Italiens, wie das Publikum Durch Vor- notizen unterrichtet rourDe; Demgemäß war Die Spannung groß, weil man einen musikalischen Neutöner erwartete. Der Spannung folgte jeDodj eine Enttäuschung. Schon Der Text unD bie bühnenmäßige Gestaltung ber Opernwerke vermochten kaum em tieferes Interesse zu erwecken. Ihnen lagen stark bearbeitete Golbonisch,^^omöbien zugrunde. Die Titel der Drei Sd)öpfil£en lauten: „Das Kaffeehaus", „Herr Totero Brontolon" unD „Die zänkischen Weiber von Chioggia"; sie schildern venetia- nische Zustände unb sinb als Intrigenstücke auf» aufgebaut. Unserem deutschen Empfinden liegt ihre Handlung sehr fern; auf ter einen Seite haftet ihr etwas allzu Naives und Typisches in den Charakteren an, unb auf ber anberen sind bie Bühnen- Vorgänge burch bas Intrigenspiel so verwickelt, baß man ihnen nicht zu folgen vermag. Hinzu kommt noch, baß bie breiter angelegten Golbonischen Ko- möbien förmlich in bas Prokrustesbett ter Einakter hineingepreßt ift. Das erste ter Stücke stellt sich als ehe man aber über bie Erwägungen, bie ia von ehr vielen Deutschen geteilt werden, auch entschlaf - en hinaus unb fange man bie biplomatische Arbeit n bie,er Richtung mit Rußlanb an, parallel nut ber Fertigstellung bes 300-Millionen-Kredites. Es ist m der heiklen Situation, in die sich bie beutsche Politik in Gens hereinmanovriert hat, jetzt höchste Zett ge- ein kleiner Eifersuchtsroman bar, Der von einem Kaffeehaus feinen Ausgang nimmt. Das zweite könnte Der „bestrafte Geizhals" heißen, unb bas Dritte ist weiter nichts als eine Prügelei von Weibern aus Der Fischerstabt Chioggia bei Venedig. Es war wenigstens amüsant, wie sie sich Die Haare aus- rauften unD sich mit Fischen bewarfen. Allen Werken fehlte jedoch ein seelischer Gehalt, unb bas läßt ein deutsches Publikum unbefriedigt. Aber auch musikalisch boten sie nichts eigentlich Fesselndes, lieber einen stark naturalistischen ober stark veristi- scheu Stil sind sie nicht hinausgekommen. Es hat wenig Wert, Diese Musik auf ihre BestanDteile zu untersuchen: für bk bieutsche musikalische Entwicklung bebeutet sie nichts, Denn sie würde eher Den Fortschritt aufhalten als ihn begünstigen. Eine weitaus stärkere Leistung war bas Ballett „Das venezianische Kloster" von Alfrebo Casella. Hier war wirklich eine eigene musikalische Erfinbung, wenn auch nicht gerade von großer Eigenart unb Bedeutung. Der erste Akt dieser Kloster- und Liebesgeschichte war entschieden sehr wirkungsvoll, aber dann trat eine Erfindungsarmut im Weiterführen der Handlung hervor, die auch die Musik nicht verdecken konnte. Es stellten sich Längen ein, unb ber Spannung folgte ein sichtliches Erlahmen bes Interesses. Entsprach ber Abenb somik nicht ben Er- Wartungen, so zeigte sich Die Bühnenkunst als solche von Der vorteilhaftesten Seite. Die Regie, bie Inten« Dant Legal übernommen hatte, war eine ausge» zeichnete Leistung, ebenso ftanb bie Dirigentenkunst von Josef Rosen stock auf voller Höhe und die Bühnenbilder von Lothar Schenck von Trapv konnten sich dieser Kunst ebenbürtig zur Seite stellen. Die Darsteller zeigten sich ihren oft recht anspruchsvollen Aufgaben vollauf gewachsen. Ihnen galten in erster Linie Die Beifallsspenten. S D. „Mein herze soll dir grünen..." Gedanken zum Palmsonntage. Von Reinhold Braun. Der Palmsonntag damals in Jerusalem, als Jesus einzog, war voll vom Rhythmus der be- geifterten Menge. Es war alles eitel rooaente Freude, war ein Branden von Rausch und Klang unb geschwungenen Palmen in den engen Gassen Achtung Rosenfreunde! Wo tauft tbr am UtUtgiteii eure Roten? Nur tn Gillmanns Rotenzüchlerei. Busch» rosen mit Neuheiten von 30—50 Pfennig. Öochsrämme 1.50—2.80 tUif. Wut nefunbe SamltrrgsstärnmeohneBranbbefchädigultg Gillmanns Kosenzüchterei Gietzen, Ederttratze $0. 09158 Ham' Schluß sind die Taten der Angeklagten unter folgendem Gesichtspunkte zusammenzufassen: Sie haben siet) sämtlich der Vorbereitung des Hochverrats nach § 86 StrGB. schuldig gemacht, ferner gegen § 7, Ziffer 4 und 5 Republik- jchutzgesetzes verstoßen und diejenigen Angeklagten, die sich mit der Herstellung von Handgranaten beschäftigt haben, sind eines Verbrechens der $ 5, 6 und 7 Spreng st offgsfeßes schuldig. Hinsichtlich der Vorbereitung zum Hochverrat und damit zum bewaffneten Aufstand, den die KPD. auch über die Abwehr eines etwaigen Rechtsput- fches hinaus erstrebte, ist das Vorbringen der Angeklagten, daß sie an die Abwehr eines solchen Putsmcs gedacht haben, vom Gericht als wahr unterstellt worden. Hierauf kommt der Reichsanwalt ztk den gestern gemeldeten Strafanträgen. Nunmehr erhalten die Verteidiger der Angeklagten das Wort zu ihren Plädoyers. Sie wenden sich in schärfster Weise gegen die Beweisführung des Reichsanwalts, der den Aussagen des Angeklagten Hartmann, der als mindestens krankbait unglaubwürdig zu bezeichnen fei, so großen Wert' beilege. Rechtsanwalt G o l d st e i n (Leipzig) betont insbesondere, daß die Taten der Angeklagten als Notwehrhandlungen zu würdigen feien. Bei der in Frage kommender', von politischen und wirtschaftlichen Wirren zerrissenen Zeit der Inflation, in der das Staatsgebilde recht unsicher gefügt gewesen sei, könne bei Menschen vom Schlage der Angeklagten nicht von Hochverrat geredet werden, wenn ein Staat für sie nicht erkennbar war, und sie befürchten mußten, daß die Macht in die Hände ihrer Gegner gleite. Rechtsanwalt von Bagnato (Eßlingen) beansprucht für seine Klienten das Zugeständnis der lleberzetlguntzstäterschaft. Es wird Freisprechung bzw. das' genügst zulässige Strafmaß beantragt. Auf das den Angeklagten erteilte Schlußwort verzichten diese bis auf Ieschke und Bell. Letzterer ruft: „Ich betrachte mich als frei, ich habe nichts verbrochen!" Der Rechtsspiegsi- Das Kind und die geschiedenen Ettern. Von Professor Dr. jur. Ernst Goldschmidt. Es ist erstaunlich, wie oft selbst von gebildeten Eltern in der Praxis die Frage auftaucht, was aus ihren Kindern wird für den Fall, daß ihre Ehe geschieden wird. Die wenigsten kennen die an sich so einfache Antwort, die dcts BGB. über diese Frage gibt. Jedes Scheidungsurteil muß eine Schuldig- srklärpng eines Ehegatten enthalten, und nach dieser, der Bezeichnung des Ehegatten, der für schuldig befunden wird richtet sich auch nachher das Schicksal der Kinder. Es sind dabei folgende Fälle möglich: Wird nur ein Ehegatte für schuldig erklärt, so behält die Kinder der schuldlos Geschiedene. Sind beide Ehegatten für schuldig befunden, so bleiben die Mädchen bei der Mutter, die Knaben beim Vater, mit der Einschränkung, daß der Knabe bis zu 5 Jahren bei der Mutter gelassen wird. Diese Regelung ist aber keineswegs eine Muh- vorschrift, d. h. eine Bestimmung, die nicht geändert werden könnte. Eine andere Regelung, wie sie nämlich das Gesetz für den Normalfall Vorsicht, ist auf zweierlei Art möglich. Einmal können nach erfolgter Scheidung die Eltern sich über eine andere Regelung einigen; anderseits hat die jnoöerne Rechtsausbildung des Schutzes für das Kind es mit sich gebracht, daß das Vormundschaftsgericht im Interesie des Kindes fo- wohl eine andere Regelung anordnet, wie sie das Gesetz für den Rormalsall vorgenommerr hat, als auch eine Regelung, wie sie die Eltern vertraglich herbeigeführt haben, aufhebt und die Ordnung anders trifft. In dem Falle der Regelung des normalen Aufenthaltes des Kindes ist noch eine schablonenhafte und typische Regelung möglich. Dagegen hat natütiid) der nicht für das Kind sorgende Ehegatte das des Weiterverkehrs mit feinem Shnbe. Hic K _ eine den Bedürfnissen anzupassende Spezial.- ng ein, die überall anders aussehen wird. Jeder Fall liegt hier anders: In dem einen Falls wird z. B. der Verkehr des Kindes mit de n üHuld- Haft geschiedenen Elternteil möglichst eiuzu-.i'-änken sein, weil dieser ein Geisteskranker oder chs- ...................... I 0X3. - ^KB risch veranlagter Mensch ist oder mit einer ansteckenden Krankheit behaftet ist. In einem anderen Falle ,z. B. ,wird der Besuch des Kindes mehrmals in der Woche deshalb gar nicht möglich sein, weil der Vater oder die Mutter, in Berufsarbeit stehend, sich tagsüber doch nicht des Kindes annehmen können und der Besuch deshalb auf die Sonntage beschränkt werden muß, von diesen aber wieder die größere Zahl dem unter gleichen Bedingungen stehenden anderen Elternteil, der das Fürsorgerecht hat, vorbehalten werden sollen. In einem anderen Falle wird es erwünschter fein, daß das Kind im Jahre einmal eine längere Spanne, gewöhnlich mährend der Feiertage oder der Schulferien, bei dem an einem anderen Orte lebenden schuldig geschiedenen Elternteil verbringen soll, mährend in anderen Fällen gerade der längere Aufenthalt ver- mieden und durch häufigere, nur stundenweise Besuche ersetzt werden soll oder kann. Obwohl eine rechtsgültige Regelung zwischen den Ehegatten über diese Frage möglich ist, so besteht doch immerhin die Möglichkeit des Widerrufs durch den schuldlos Geschiedenen, oder die Möglichkeit des Eingriffs durch das Vormundschaftsgericht, das von sich aus im Interesie des Kindes eine andere Regelung wünscht. Als feststehend gilt nur der gesetzliche Grundsatz, daß das aus dem Gesetz beruhende elterliche Fürsorgerecht weder einen Verzicht, noch eine wesentliche Beschränkung seines Jn» haltes zuläßt. Hierdurch wird das Fürsorgerecht des anderen Teiles gesetzlich eingeschränkt, denn der schuldlos Geschiedene hat die Verpflichtung, den Verkehr des anderen mit dem Kinde zu dulden. Wie bei allen Ehesachen, sollte sich selbst bei noch so großen Gegensätzen zwischen den in Scheidung begriffenen oder bereits geschiedenen Elternteilen das Bestreben einer ruhigen wirtschaftlichen und vernünftigen Uebereinkunft ergeben. Dies ist nicht nur bedingt im Interesse, und zwar im menschlichen und juristischen, des Kindes, das das Unglück hat, zwischen streitenden Eltern zu stehen, sondern es ist auch bedingt im Interesse der Eltern fetbft, denn die ausschließliche Zuständigkeit des Vormundschafts» gerichts, also der Ausschluß des Rechtsstreites vor den ordentlichen Gerichten, ist gesetzlich feststehend, und der Vormundschaftsrichter wird auf Anrufen der Beteiligten, wenn er nicht schon von Amts wegen gezwungen ist, einzugreifen, Beschlüsse ireffen, die schließlich unter Umständen den Wünschen beider Elternteile nicht gerecht werden. Geschieht dies aber, so ist jede vertragliche Vereinbarung wirkungslos und für den ordentlichen Rechtsweg lein Raum. Wie in allen Fällen widerstreitender Interessen ist also der ruhige Weg der Verhandlung und des gegenseitigen Nachgebens nirgendwo mehr geboten, als bei der Regelung des Verkehrs des Kindes mit geschiedenen Eltern. Das gusenden unbestellter Waren Bei der zunehmenden Konkurrenz in allen Zweigen des Wirtschaftslebens kommt auch das Zu- fenden unbestellter Waren zu Reklamezwecken wieder mehr in Brauch. Heber die rechtliche Stellung des Empfängers sind jedoch höchst unklare Begrifft verbreitet. Muß er die Sendung annehmen? Dars er sie bejahen, ohne zu bezahlen, ober muß er sie dann zurückschicken? ufw. Vor allem muß man unterscheiden, ob es sich um eine Probesendung handelt — z. V. eine Ziga- rettensirma schickt zwei oder drei Zigaretten im Briesumschlag, —« oder ob Sendungen von einigem Wert, etwa einige Lotterielose oder ähnliches zu- Aesandt werden. Im edieren Falle verschickt die Firma die Zigaretten lediglich aus Reklamegründen, d. h. sie will sie dem Empfänger schenken. Dieser kann natürlich die Annahme der Waren, wie bei einer anderen Postsendung, verweigern. Er kann die Zigaretten aber auch annehmen und rauchen oder verschenken. Durch den Verbrauch der Zigaretten erklärt er seine Zustimmung zu dem Schenkungsvertrag und zu dem Eigentumsübergang der Waren auf ihn. Wie ist es aber bei den Lolterielofen? Auch hier kann er natürlich die Annahme der Postsendung verweigern, und der Brief geht ohne Kosten und Mühen seinerseits an den Absender zurück. Schwieriger ist die Rechtslage jedoch, wenn der Empfänger ohne Kenntnis von dem Inhalt den Brief oder ein Paket, welches ein Buch bzw. eine Kiste Zigarren enthält, geöffnet hat. Zur Bezahlung könnte der Empfänger nur auf Grund eines Kaufvertrages verpflichtet fein. Ein Vertrag kommt aber nur durch Angebot und Annahme zustande. Das Angebot liegt in dem Zujenden der Waren. Die Bertragsannahme seitens des Empfängers muß aber auch irgendwie erklärt werden. Rach § 151 BGB. ist es zwar nicht erforderlich, daß sie ausdrücklich, d. h. mittels einer besonderen Nachricht an den Absender, erklärt wird, aber auf irgendeine Weise muß der Annahmewille doch in die Erscheinung treten. Z. B. würde der Empfänger seine Zustimmung zum Abschluß des Kaufvertrages und damit auch zum an» getragenen Eigeretumsübergana geben, wenn er das zugescmdte Buch lieft und in feine Bibliothek stellt, ober wenn er bie Zigarren auf raucht. In diesem Falle kst er auf Grund des abgeschlossenen Kaufvertrages zur Bezahlung verpflichtet. Wenn der Empfänger die Waren jedoch nicht behalten will, ist er weder zur Bezahlung verpflichtet, noch braucht er sich Kosten und Mühen durch das Zurücksenden der Waren zu bereiten. Er kann sie einfach bei sich liegen lassen und braucht sie selbst auf Auffordern des Absenders nicht zurückzuschicken. Allerdings darf er die Waren auch nicht einfach auf die Straße werfen. Hierdurch würde er schadenersatzpflichtig werden. Ob das Entstehen dieser Schadenersatzpflicht auf einem stillschweigenden Ver- wahrungsvectrag oder auf dem Verhältnis zwischen Eigentümer und Besitzer beruht, mag dahingestellt bleiben. Der Empfänger muß die Waren solange bei sich behalten, big sie der Absender bei ihm abholt. Die bisherigen Ausführungen gelten nicht in vollem Umfang für Rechtsgeschäfte zwischen Kaufleuten und sonstigen Personen, die bereits im Geschäftsverkehr miteinande.r stehen. Bei ihnen wird es auf Grund der Verkehrssitte häufig erforderlich fein, daß der Empfänger, wenn er die Ware nicht behalten will, dem Absender die Ablehnmia der Vertragsofferte besonders mitteilt, widrigenfalls der Kaufvertrag durch stillschweigende Annahme zustande gefomemn ist. Heinrich Steinbrück. gum Reichsmretengesetz. Die Frage, ob ein Grundstückskäuser, der in dem Kaufverträge die Verpflichtung übernommen hat, öen Verkäufer während einer Reihe von Fahren gegen eine bestimmte Iahresvergütung in dem Grundstück wohnen zu lassen, nach dein Inkrafttreten des Reichsmietengesehes vom 24. März 1922 die gesetzliche Miete fordern darf, ist bejahend entschieden worden. Es liegt ein zusammengesetztes Rechtsgeschäft (teils Kauf, teils Miete) vor, auf das, soweit . es einen Mietvertrag enthält, trotz seines inneren Zusammenhanges mit der GrundstücksSeräußerung daS Mietrecht und damit die Bestinnn trugen des Mietengesetzes anzuwenden find, selbst dann, teeren der zu entrichtende Kaufpreis für das Hausgrundstück mit Rücksicht auf die vom Käufer übernommenen Verpflichtungen niedriger bemessen tooröen ist, als es ohne das den Deklagtere eingeräumte Mictrecht geschehen wäre. Dis §§ 1 und 19 des Reichsmietengesehes enthalten zwingendes Recht und können durch Brrtragsberedun- gen der Parteien, die vor dem Inkrafttreten: des Reichsmietengesehes getroffen worden sind, nicht ausgeschlossen werden. (D. R. Z.. Tlrt. d. 3. Zivilsenats des Reichsaerichts III 623'24 v. 19. Januar 1926.) Gewerbeordnung: Arziahnlicher Titel. Die Bezeichnung: „Y, Heilprakt., Schüler von Dr med. Z", kann als arztähnlicher Titel gelten. Die Zusammenstellung ist von Bedeutung. Das Wort „Heilprakt." kann mit Medizinalprak« tikant verwechselt werden. Als Schüler eines Arztes wird in der Regel eine Person bezeichnet, die als Assistenzarzt bei dem Arzt tätig gewesen ist und seine Behandlungsweise.kennengelernt hat. Unter Assistenzarzt aber wird eine geprüfte Medizinalperson verstanden. (D. R. Z., Uri. d. 2. Strafsenats des Reichsgerichts 11/310/25 vom 22. Oktober 1925.) Brauns dfce LeJanvaren wieder neu! 1 Worms a. Rh. (Hardtgasse 6), den 27. März 1926 Freie Aussprache! Freie Aussprache! 2753D Eisenbahner, erscheint in Massen! 2782D Die OrtSverwaltung. 0218? SäckchenMk 2.75 und mch- MWW ......................AUcettraßk 11 Karl Schmidt, Neuenweg 42, Tel. 1075 yjiiiiihiiiiiiinimiiiiiiimimiiiiiiiH!i!ii?iiiiiiiiiiiiiiiiiiiini LoS 19 Disti.' ^11,94'5(1 Los 20 Distt.' -- 109,94 F Los 21 Distr.' ^31,38 M Los 22 Distr. 7 = 4,00 Fstm sämtliches 31 ÄBiek . meinet unterwerfen uni ^ristlich Quibti behalten und i| ölfnung$Utmin flebunben. Rtf IpitestenS Ameindelafse iür Laul> U1 ;■ Setztembn, hvlz l.Aai r ^«emeinbei M« Mn WtSrnoi: Fsrs Betzlar. Angebote je «ennt, erbitte mittag n Ui ^kaus Krostzo '"K/dors, $ .«Öffnung j Verschiener Gosdorf, he Der •Äf Arr 5**: lzuin tiuni LSn bl '» bet S" NhetÄ S6«i5r»ey #HDl$«bhr Udtr. KHTMMICE mm LICHTECHT VERLANGEN SIE UNSER TRAGECHT WEHEQECHT FÜ6 AUE XWECKE GEMUSTERT UND EINFARBIG IN GROSSER AUSWAHL "e berA-. Wufig § »ith '"g°!eh. L'K SÄ Ä?' ,e® flnen NN». • Gerung m, •tinmiungcp Jz lb(' w h? ZLr & ML Mrag^d^ H, 7"M., Utt X 1,1 62324 v. mng: Titel. non 'Wen. Sie " Bedeutung. ®s Schuler eines Jon bezeichne,, bie lh9 gewesen ist und gelernt hat. linier Hüfte Medizinat- rLw\2.,5trafitnQl6 < 22, Oktober 1925.) Ma 1 9 2 5 017m und Reste btsz-Hätted. Preis Wiederverkäufer erhallen Rabat!! Ringfreies Tapetenhaus Hch. Kreiling fließen, Mtihlstr. 3. nevLederh. Plank Behördliche Anzeigen 2777 B 2720V Lorn. Käufer 27960 1 und bei den nachstehenden Geschäften, die mit ans ein RHONE I62D Städtisches Bas- u. Wasserwerk Giefleo St. 4. 5,07, 5. 13,21 2. 0,60, 3. 1,80, *^a MUSTER GERNE ZU DIENSTEN a ,, 4 Fichtenstämme fm fm fm fm fm Bade-Einrichtungen kauft man am besten oö 2 Rohrnetz mit Hausanschlüfseii, zusammen 2145 lfd. m (40—125 mm l.W. Gußrohren). b) Gemeinde Angenrod. la Eiderfettkäse 9 Pfd. 6 Mk. franko Tamvfkäiefabrik, Rendsburg. 4. „ 5a- „ 5b® ^ichten-D^uhscheit Fid)ten°Nutzknüppcl Rudolf Rödiger Walltorstraße 35. 2 Jahre verpachtet. Der Jagdbezirk umfaßt Teile der Förstereien Eichelsachsen, Schotten-Süd und -Nord, zusammen 542 ha Wald und 6,6 ha Feld und Wiesen. Die Jagd ist vom Bahnhof Schotten in 15 Minuten, vom Bahnhof Rainrod in 20 Minuten erreichbar. Pachtliebhaber, die dem Forstamt unbekannt sind, wollen sich vorher schriftlich Gießen, den 25. März 1926. Stadtbauamt. Braubad). 2. 31 3. 135 4. 106 5. 6. Nutzholzversteigerung Nächsten Dienstag, den 30.1. M., soll im Großen-Lindener Gemeindewald nach- znsammen 19 St. — 7,66 Fstm. II. Gemeinde Launsbach: Fichte (nicht entrindet): Los 11 Distr. 3a, 7a: 9 St. Kl. la, 24 1b, 7 St. 2a, 1 St. 2d, zusammen 41 St. — 13,35 Fstm. Kiefer (nicht entrindet): Los 12 Distr. 3a, 7a: 19 St. Kl. la, 55 lb, 13 St. 2a, 3 St. 2b, 1 St. 3a, zusammen 91 St. -* 20,41 Fstm. III. Gemeinde Wißmar: Vergebung von Wasserleitunqsarbeiten. Für die Gemeinden ^illertshnuscn und Ailgcnrvd im Kreise Alsfeld sollen nach- olgende Arbeiten und Lieferungen vergeben werden: a) Gemeinde Billertshausen. Los 1 Herstellen des Hod)bchälters von 70 cbm Inhalt. Ahorn 6. 0,14. Birke 4. 1,28, 5. 1,08, 6. 0,34. Kirschbaum 4. 0,39. SiatoWieli Modrows Industrie 1. undLanerkanmer Nachbau °21'-1 Ludwig konr.Lutz La, g Göns Zagdverpachlung. Am S amstag, den 3. April 1926, vormittags 11 Uhr, wird im Gasthaus zum „Hess. Haus" zu Schotten der Domanial- jagdbezirk II öffentlich meistbietend auf 79 „ 39 „ 91 Nm. 108 „ ausweisen über ihre Eigimng und Zahlungs- ähigkeit. Nähere Auskunft erteilt doS Forstamt. 27760 Schotten, den 25. März 1926. Hess. Forstamt Schotten. Handarbeitsschule von FH. Landmann, Gießen Südanlage 7 Südanlage 7 Unter richt in allen weiblichen Handarbeiten Zuschneiden der Wäsche — Hand und Maschinennäheo, Stickereien jeder Art — Filet — Klöppeln — Occbi nsw. Aenderung von Wäsche und Kleidern. 02547D Beginn des l’nterrtchfs Montag, den 18. April 1926. Sämtliches Äolz ist entrindet und lagert in der Nähe dec Kreisstraste. Zusammenkunft vormittags 10 Ahr im Distrikt See, 2. Schneise, Kreuzpunkt Talschneise. Grosten-Linden, den 24. März 1926. Hessische Bürgermeisterei. Lang. 27190 Pappeln 4. 4,66. Fichte 3. 1,90, 4. 14, 5a 14,50, 5b 29. fm Lärche 4. 0,86, 5b 1,89 Derbstangen: fm Eiche 0,32, Esche 1,07. fm Pappeln 9,34. fm Fichte 53 1. und 2. Kl. meist 1. Al. Nutzknüppel: rm Hainbuche 2, Esche 8,8, 2 m lang. , Auskunft erteilt Herr Förster Keller, Freienseen, und Herr Förster Neuß, Wetter- feld. Laubach, den 22. März 1926. .Hessische Bürgermeisterei Laubach. Boehm._______2778D Zum Werfest trinken Sie und Ihre Angehörigen in Slaafs Häubchen die Qualitälsweme der Logenkellerei Bingen am l^hein Generalvertreter H. Naas Günstigste Bezugsquelle für Gastwirte und Wiederver- Kiefern 2. 4,8. Stammholz: fm Eiche 6. 8,81. fm Buche 1. 0,78, Wein Bogpllöloe WgeiWb Sameibandlung Enge» Meel Mäusburg 17 OS127 Arbeitsvergebung. Die zur Instandsetzung der Wirtschaftsgebäude auf der Terrasse des Stadtguts yardthöse erforderlichen Maurer- u.Weitz- öinderarbeiten sollen vergeben werden. Die Arbeitebeschreibung und Bedingun- zen liegen bei uns offen. Angebote, daselbst erhältlick), sind bis zum konnerstag, den l. April d. I., vormit- ags 10y2 Uhr bei uns einzureichen. — -Zuschlagsfrist 14 Tage. Vergebung von Weitzbinderarbeiten. Unter Hinweis auf die staatl. Verdingungsvorschriften sollen die Anstreicher- arbeiten für den Neubau des Phpsio- logischeu Instituts zu Gießen in 4 Losen öffentlichem Wettbewerb vergeben rdcn: Los 1. Keller- und Erdgeschoß: (1340 qm Kalk- und Leimfarbenanstriche, 400 qm Oel- arbenanstriche auf Wandputz, 134 qm Emaillefarbenanstriche: Oelfarbe auf Holz: 150 qm Fenster, Glasabschlüsse, Fußsockel usw., 35 Stück Türen; Oelfarbe auf Eisen: 912 lfd. m Gas-, Wasser- und Heizungsrohre, 227 Heizkörperglieder usw.) Los 2. * I. Obergeschoß: (1634 qm Kalk- und Leimfarbenanstrichc, 505 qm Oelfarben- anstriche auf Wandputz, 270 qm Emailfarbenanstriche, Oelfarbe auf Holz: 357 qm Fenster, Glasabschlüsse, Fußsockel usw., 26 Stück Türen; Oelfarbe auf Eisen: 913 lfd. m GaS-, Wasser- und Heizungs- rohre, 250 Heizkörperglieder usw.) LoS 3. II. Obergeschoß: (1670 qm Kalk- und Leimfarbenanstriche, 456 qm Oelsarben anstriche auf Wandputz, 205 qm Email> farbenanstriche; Oelfarbe auf Holz: 372 qm Fenster, Glasabschlüsse, Fußsockel usw., 32 Stück Türen; Oelfarbe auf Eisen - 674 lfd. m Gas^, Wasser- und Heizungsrohre, 283 Heizkörperglwder usw.) Los 4. Dachgeschoß: (1410 qm Kalk- und Seim- farbenonftridje, 280 qm Oelfarbenanstriche auf Wandputz; Oelfarbe auf Holz: 214 qm Fenster. Glasabschlüsse, Fußsockel usw., 38 Stück Türen; Oelfarbe auf Eisen: 660 lfd. m Gas-, Wasser- und Heizungsrohre, 204 Heizkörperglieder usw.) Die Verdingungsunterlagen liegen auf unserem Amte, Stephanstraße 18, zur Einsicht offen. Angebotsvorschriften sind daselbst von Dienstag, den 30. d. M. -ab, solange der Vorrat reicht, zum Herstellungspreis erhältlich. Angebote sind verschlossen mit entsprechender Aufschrift versehen, bis Samstag, deu 17. Avril, vormittags 11 Nhr, bem Eröffnungstermin, bei uns einzu- reichen. 2795 V Zuschlagsfrist 3 Wochen. Gießen, den 26. März 1926. Hess. Hochbauamt Gießen. I. V.: Kuhlmann. Dtammholz-Berkanf im Kreise Wetzlar. Nüd) Laubholzllaisen 1 unter 20 cm, 2 20—29, 3 = 30—39, 4 = 40—49, 5 = 50—59, 6 = 60 und mehr cm Durchm., nad) ?iadelholzklassen la unter 15 cm, lb - 15—19, 2a = 20—24 , 2b = 25—29, 3a — 30—34, 3b ---- $5—39 cm Durchmesser verkauft im Wege des schriftlichen Angebots I. Gemeinde Krofdorf: v Eiche: Los 1 Distr. 13a, 14a: 23 St. 1. Kl = 6,63 Fstm. LoS 2 Distr. 13a, 14a, 15b: 371 St. 2. Kl. -- 166,32 Fstm. Los 3 Distr. 7e, 13a, 14a, 15b: 70 St. 3.Kl. -- 43,49 Fstm. Los 4 Distr. 7e, 13a, 14a: 9 St. 4. Kl. -- 8,79 Fstm. Los 5 Distr. 7e, 13a: 6 St. 5. Kl. --- 7,48 Fstm. Los 6 Distr. 7e: 2 St. 6. Kl. = 3,98 Fstm. Fichte (entrindet): Los 7 Distr. 7a: 1 St. Kl. la, 10 St. lb, 24 St. 2a, 6 St. 2b, 3 St. 3a, 1 St. 3b, zusammen 45 St. ---- 40,34 Fstm. LoS 8 Distr. 8d: 19 St. Kl. la, 37 St. lb, 36 St. 2a, 9 St. 2b, 1 St. 3a, 1 St. 3b, zusammen 103 St. — 58,96 Fstm. Los 9 Im g. Wald: 7 St. KI. la, 28 St. lb, 34 St. 2a, 11 St. 2b, 1 St. 3a, zusammen 81 St. ---- 44,36 Fstm. Kiefer (entrindet): Los 10 Im g. Wald: 2 St. KI. la, 8 St.lb, 9 St. 2a Holzsubmission. 21uv den Waümnaen der Gemeinde 'Annerod soll nachstehendes 55ol.i im Submissionsweg verkauft werden: Los 1 Kiefernstämme 3. Klasse 4 Stück 2,79 Fstm. „ 6 „ „ 7 „ i „8 „ 9 „ 10 „ 11 // Das 55olz ist entrindet Kaufpreis ist pro Festmeter anzugeben. Die Angebote siird nack) 5\,lnffen und Losen getrennt zu halten und muffen bis Mittwoch, den 31. März 1926, nachmittags 2 Ahr, auf der unterzeichneten Bürgermeisterei eingereicht sein, wo in Gegenwart erschienener Bieter die Er- Öffnung stattfindet. Vorherige Besichtigung des 55olzes wird empfohlen, da spätere Otetlamationcn keine Berücksichtigung mden. Zahlungsbedingungen werden vor der Eröffnung bekanntgegeben, fönnen auch vorerst eingesehen werden. Annerod, am 24. März 1926. Bürgermeisterei Annerod. Vie ititoe Semmel gehen meine SWMlen B cm Durchmesser ä Stück 28*170 nur 2,50 II fort Neue Sendung heute eingetroffen. Musllhaur Kirchner. Alter Blei iBwiröhrem tauft BruhUche Druckerei , d Schulstr. 7/9 Nutzholzversteigerung Die Oberförsterei Strupback) versteigert am Mittwoch, den 31. März 1926, vormittags von i/olO Uhr ab in der Wirtschaft Gerlad) in Äteber aus den Förstereien Königsberg und Bieber: Eichen: 152 St. = 86,86 Fstm. 1. bts 4. Kl. (zum größten Teile schwächere Sortimente), 50 Rm. Nutzscheit, 35 Rm. Nutzknüppel. Buchen: 11 St. = 10,35 Fstm. Äl. A, 17 St. = 7,03 Fstnr. Kl. B. Nadelholz: 360 St. --- 163 Fstm. 1. bis 4. Kl. (zum größten Teile schwächere Sortimente), 48 Rm. Nutzscheit, 94 Rm. Nutzknüppel. Borzeigen des Holzes tu der Försterei Königsberg durch Hegemetster Manß in Forsthaus Haina bei Rodherm a. d. Bieber, in der Försterei Bieber durch Förster Feußner in Bieber bei Rodheim a. d. B. Oberförsterei Strupbach bei Rodheim a. d. B.. 25. März 1926. 3754 D 4. 0,54. fm Esche 4. 2,28, 5. 2,44, 6. 7,50. Zagdverpachlung. Am Donnerstag, den 8. April 1926, nachmittags 3% Uhr, wird in Kinzenbach, Kreis Wetzlar, in der Gastwirtschaft Peusch die Jagdnutzung des gemeinschaftlichen Jagdbezirks Kinzenbach, umfassend 525 ha, darunter 41 ha Wald, für die Zeit vom 1. April 1926 bis 31. März 1935 öffentlich meistbietend verpachtet. Vorwiegend guter Reh- und Hasenbestand. Die Bahnstation Kinzenbach, an der Strecke Wetzlar—Lollar, liegt mitten im Jagdbezirk, außerdem liegt die Gemeinde 5 km von der Station Gießen entfernt. Die Pachtbedingungen liegen im Termin offen. Kinzenbach, den 24. März 1926. Der Jagdvorsteher. 2759D Eberverkauf. Die Gemeinde Watzenborn-Steinberg verkauft auf dem Submissionsweg einen »um Sprung zu schwer gewordenen Eber. Angebote pro Zentner Lebendgewicht sind bis zum Donnerstag, den 1. April 1926, nachmittags 6 Uhr, auf dem Bureau der Bürgermeisterei einzureichen, woselbst auch die Bedingungen hierfür eingesehen werden können. _ -805 D Watzenborn-Steinberg, den 26. März 1926. Heff. Bürgermeisterei. 1 Schäfer. Sflugllngs-Wäsche muß nicht nur weiß sein, sondern sie muß vor allem der Hygiene entsprechen. Bel glelch- zeitigem Wasdien und Bleichen ist diese ;k -rjfg jO notwendige Sauberkeit nicht zu erzielen. TftWäMj Waschen mit .Dr. Thompsons Sei len- ~pulver“ und Bleichen mit .Dr. Vhomp- sons Sei fix* bietet Gewähr für gpsund- ''‘seifenpulver'"^ heitfördemde, peinlichste Sauberkeit. Nutz- und Brennholz-verfteigerung in den Waldungen der Stadt Laubach. Dienstag, den 30. Mürz d. I., vormittags 10 Uhr anfangend, aus den Distr.: Eichberg 8a, 10, 11a, 11b, 12b, 15a, 15b und Steinbach. Scheiter: Buche rm 57, Eiche 3,8, Fichte 3 rund. Knüppel: Buche rm 22, Birke 2,4, Esche 5, Eiche 142, darunter 9,2 rm 2 m lang, Fichte 29, Kiefern 3,3, Lärche 13. Reiser-Knüppel: Eiche rm 15, Pappeln 12,8 Reisig: Buche rm 14. Stöcke: Buche rm 5,8. Anfang: Distr. Eichverg am Schmelzuhrweg bei Brennholz Nr. 1418. DaS in Distr. Steinbach zerstreut sitzende Holz wird am Schluß der Versteigerung unvorgezeigt auSgeboten. Donnerstag, den 1. April d. I., vormittags 10% Uhr anfangend, im Schützen- Hof zu Laubach, aus den Distrikten: Luisenwäldchen 11a, 11b, 13b. Gauls- kclps 9b, 16, 17 und 20a. Rotherstahl 4 und 7. Ramsberg 12 und 13. Wann 10b, Eisenlöcher 14d, 15a, Einfürste 4. Steinbach 5a. Eichberg 11b, 12b und 15a. Buchwald 7b, 11, 12a (Kisselsbach) und 20. Kwillingsseife 2 und 3b. Senges 5 und 7b. Schnittholz: fm Eiche 2. 0,39, 3. 0,29, Eiche: Los 13 Distr. 11b, 26a u. b: 80 St. Kl. 2 42,26 Fstm. Los 14 Distr. 11b, 26a u. b: 42 St. Kl. 3 --- 35,61 Fstm. Los 15 Distr. 11b, 26a u. b: 3 St. Kl. 4 -- 3,61 Fstm. Fichte (nicht entrindet): Los 16 Distr. 23a: 1 St. Kl. la = 0,18 Fstm., 39 St. Kl. lb -- 12,99 Fstm., zusammen 40 St. — 13,17 Fstm. Los 17 Distr. 23a: 30 St. Kl. 2a = 19,50 Fstm. LoS 18 Distr. 23a: 7'©t. Kl. 2b --- 7,08 Fstm. Kiefer (nicht entrindet): Los 19 Distr. 7a: 89 St. Kl. la «= 11,94 Fstm. LoS 20 Distr. 7a: 415 St. KI. lb -- 109,94 Fstm. Los 21 Distr. 7a: 68 St. Kl. 2a = 31,38 Fstm. Los 22 Distr. 7a: 6 St. Kl. 2b --- 4,00 Fstm. Sämtliches Nadelholz ist mit der Rinde gemessen. Bieter muß sich den hier gellenden allgemeinen Holzverkaufsbedingungen unterwerfen und dies bei der Gebotsabgabe schrifUich ausdrücken. Zuschlag bleibt Vorbehalten und ist Bieter 8 Tage vom Eröffnungstermin an gerechnet an fern Gebot gebunden. Zahlung vor der Abfuhr und spätestens bts zum 1. Juli d. I. an dte Gemeindekasse in Krofdorf. Abfuhrtermm für Laub- und entrindetes Nadelholz i. September, für nicht entrindetes Nadelholz 1. Mai 1926. Nähere Auskunft für die Gemeinden Krofdorf und Launsbach: Förster Möller, Krofdorf, für die Gemeinde Wißmar: Förster Lucas in Wißmar, Kreis Wetzlar. Angebote je Festmeter, nach Losen getrennt, erbitte bis zum 6. April d. I., vormittags 11 Uhr, mit der Aufschrift „Holzverkauf Krofdorf" an das Bürgermeisteramt in Krofdorf, Kreis Wetzlar. Eröffnung der Gebote m Gegenwart etwa erschienener Bieter zu derselben Zett. Krofdorf, den 25. März 1926. Der Bürgermeister. 2760 D Tel. 240 AUW AUCH NACHTS Empfehle mich im Kleider- u. Wcist- tiiibcn, sowie im AuSbcffern tn und außer dem Haule. Frau Backbaus, Sandgaffe 25. 02067 Los I Hochbehälter 100 cbm Inhalt Los 2 Saugbehälter 25 cbm Inhalt Los 3 Maschinenhaus Los 4 Rohrnetz mit Hansanschlüssen, zu- - iammett 3042 lfd. m (40—100 mm l. W. Gußröhren). Pläne und Bedingungen liegen bei uns offen. Angebotsvordrucke sind zu je 2 JMC für die Rohrnetze (Los a2 bzw. 64) und für ie 1,50 5ML für die übrigen Lose von uns zu beziehen. Eröffnung der Angebote Donnerstag, den 15. April 1926, vormittags 101 . Nhr, für Angenrod und 11 Uhr für Billertshausen auf unserem Bureau, Frankfurter Straße 29. Freie Auswahl Vorbehalten, Zuschlagsfrist drei Wochen. 2757 D Gießen, den 25. Mürz 1926. Hessisches Kulturbauamt. Steinbach, Reg.-Baurat. Abkommen über Lieferung von Gasgeräten auf Teilzahlung getroffen haben: 2338V Edgar Borrmann, Neustadt 11 Carl Hensel, WalliorstraOe 10 Fr. Heydt & Sohn, Selters weg 12 Rudolf Rödiger, WalltorstraBe 35 J. B. Häuser, Neustadt 56 Brüder Schmidt, Seltersweg 83 stehendes Äolz versteigert werden: l. N Fichtenstämme 3. Klaffe 15 Fstm. 28 „ Gießener Pferdemarkt. Lose a l ML. 11 Sluck 10 Mk. (für Porto u. Liste 25 Pf mein) sind in allen durch Plakare kennillchen Geichäiren zu baden Generalvenrieb Buchacker, Staatl. Lotterie Einnehmer. 1 d'D la Mente tu allen Körummen SilbcrkieS, gelber Stiefel usw. liefert billigst - Anfuhr öromt C. Riibsamen Fernsprecher 1659 3. Klaffe 4 Stück 2,79 Fstm. 4. „ 13 „ 7,76 „ 6 „ 2,35 „ 3. " 12 „ 16,10 „ 4. „ 25 „ 27,89 „ 4. „ 22 23,29 „ 5a- „ 104 " 62^0 „ 5a- „ 11 „ 5,77 „ 5b- „ 179 „ 53,84 „ ob- „ 71 „ 23,13 „ 5b- „ 45 „ 10,98 „ t und ohne Rinde gemeffen. D< -MtlwCjoS acht«0 voif rauen Ions"' # SSW Säemaschinen Hackmaschinen kauft man in der Qaal’IStamarka „Hass’a"v.d.Spezialfahri A. J. Tröster, Butzbach — Alle üleichlaen nad flerlte Ihr d e Lendwiriishait - Eberberd’PUnne — BrsatzteUa 2548V INDANTHREN-HAUS rFRANKFURT ^/mKAISERSTR. 19 llr. ? Oster-Verkauf Beste Qualitätswaren zu besonders billigen Prellen Leibwäsche Wirtschaftswäsche Gardinen Reinleinen .... Mk. 2.10, 1.95, Beinkleider . Nachthemden Kasak-Untertaillen Mk. 3.90, 4.95 Prinzetzröcke Mk. 6.95, 100x150 Mk. Spannstoffe doppelbreit. . 125x160 Mk. MK 10.30 140x180 9.90 weiß, mit feinen Einsätzen . . . Mk. 11.90, gestickt Mk. 5.45, Reinleinen, 60x60 cm . . Mk. 1.30, miiiiiiiiiimmiiiiiiiiimmiiiiiiiuiiiiiiimimiiiiiimmmiiiiiimmimiimmiiimiiiiimiir; Fritz Nowack Wäschefabrik und Ausstattungsbaus 2786D 2821a dauerhafte schöne Lk$er,Gieta»u Schuhe 02135 2/10 PS I Konfirmanden-Schuhei | für Knaben und Mädchen, in vielen Sorten I 9?^? Seit, Gießen die wasserechte 2787D Za haben In den elneohlhefgen Gesehafica. Tischtücher Servietten Wischtücher Handtücher 2.95 5.95 8.20 1.30 0.95 sind stets vorrätig bei der Generalvertretung 2.75 , 4.75 für Damen, Herren und Kinder in großer Auswahl zu äußerst gestellten Preisen per Liter vom Fass Gegründet 1889 per Flasche ohne Olas 1.30 1.15 1.55 2.- 1.70 L- 2.50 2.10 1'60 Zwei Garnituren Taghemden vorzügl. in Geschmack und Bekömmlichkeit, p. Flasche einschl. Glas ohne Steuer..Mk. 1.25 per Liter ohne Steuer Mk. 1.10 Hemdhosen . . . . . Herren-Oberhemden Ersah für Matzarbeit: 2855 Vaillants Gas-Badeöfen zu beziehen durch alle Firmen der Gas- und Wasserbranche lllustr. Katalog Ausgabe 17 U kostenlos Joh.Vaillant * Remscheid. r l^ustrau soll es roiffert brauchen eich nicht Ober Ihren Pul- bode* tu 6re«rn, wenn er trotz aller MOhe nteht blank werden wtt). 8>e brauchen aleh nicht mehr die Kniee •end tu rutschen, und die HOnde durch Holzsplitter zu verletzen. Late-Beize, die wasserechte, fOrbt und alSnzt Jeden Tannenboden, sie spart Ihnen die halbe MOhe und gibt Ihnen euch an Werktagen Pelertaoa-FuBböden. Verlangen 3le aber ausdrücklich Loba-Beize und laeeen Sie eich um den Raben auf der Dow nicht betrügen, nur er garantiert Ihnen. Mäusburg 12 125x160 cm mit 6 Servietten, la rx or Teegedecke s-m-in-n m». 8.85 am Stück, dunkelgrundig, 130 cm o ne JJlUVrUS breit.............von Mk. O. an zur Gartenbevstanrung empfiehlt Gartenbaubetrieb E. Hubing, Tchiffeuberger Weg 53. 2770D äiiMiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiimimiimiiiiiiiiiiiiiimiiiiiii: | Anferttgung | einzelner Fensterdekorationen, sowie | | ganzer Gardinen - Ausstattungen zu I | mäßigen Preisen im eigenen Atelier 1 Tischwäsche: Halbleinen, kräftige Qualität e 130x160 cm . . Mk. 0.4U -.80 -.85 1.— 1.15 M, eine a Reinleinen, vollgrotz Mk. 0.95,0.90, 0.50 -.90 LOO 1.20 1.15 1.10 LN 180 150 1.40 1.80 2.10 1.90 2.50 130 2- Badetücher nur beste Qualitäten: 100x100 M Äel Vom 2?^ biek ^und< der len Nu te r Zweisitzer Ausgerüstet mit einem Ein-Zylinder-Motor, der zu den besten Motoren der Welt gehört Vorzüglicher Bergsteiger Preis Rm. 2650.— Anzahlung Rm. 850.— der Rest in Raten von 6, 9 und 12 Monaten Oberh. Auto- und Fahrradindustrie Otto Göbel Gießen • Schiffenberger Weg 50 - Fernsprecher 102 Im Ausschank in der Wirtschaft Weiss- und Rotweine von 30 Pfg. per Glas Tarragona 60 „ Malaga gold und dunkel 75 Moscatel 90 „ „ Ueberzeugen Sie sich von der guten Qualität. FRANZ SOLDAN, Neustadt 78 Verkauf stelle der W ein- l mportfirm a Ramon POCH&Cia Frankfurt a. M. 02168 Frottierhandtücher “”ä2.r- .Märzhafer" aui die starken Nachtfröste der- - Nudeln Billigst® Preise Löberstr. 17 Teilzahlungen 7 9 9 Naturerscheinung, 9 7 Verttlgungsmittel, Schlafzimmer Herrenzimmer Speisezimmer 9 3 3 7 3 2 5 3 4 5 6 7 8 2 9 9 8 100 der mit 457 auf 8 8 9 Apselart, 11 10 falsche Meinung, Narrenkappe. Sparren vom RedakttonSMch. Ausweg. 5. Klasse 75 Mk.. 6. Klasse 90 Mk.. 7. Klasse Mark je Festmeter. Für einen Cichenstamm Klasse 9 aus dem Gemeindewald Vollnkirchen 3,26 Festmeter Inhalt betrug das Höchstgebot Mark. Eichenschichtnutzholz der Klasse 2 kam 11 10 10 9 3 Zifsernbezeichnun o, 9 4 12 stehendes Gewässer, 6 10 10 9 3 Handwerkszeug, 4 12 9 Baum, Die Splitter und ch. Lützellinden, 2-5. Marz. Infolge der trockenen Witterung find die Felder in unserer Gemarkung soweit abgetrocknet, daß mit der Frühjahrsbestellung bereits begonnen wurde. Jedoch dürfte sich der " ' Kreis Marburg. 11 Marburg, 28. März. Der Schafzuchtverein für den Kreis Marburg veranstaltete auf der Diegenwiefe einen S chaf - markt, mit dem eine Prämiierung verbunden war. Die Zufuhr belief sich auf 140 Schafe und Zuchtbvcke. 3n der Gruppe 1 (Württemb. Küchen Einzelmöbel Ladeneinrichtungen 88> Werkzeug, 19. Raubtier, 21. Stadt in Thüringen, 22. Heftiges Begehren, 23. Schwimmvogel, 24. männlicher Vorname, 26. abgekühltes Wasser. Auflösungen. Kreuzworträtsel. Zahlenrätsel 10 4 9 Wissenschaft, 10 9 5 Götterbote, 10 6 3 4 9 weiblicher Vorname, 11 3 7 9 Gefäß, 10 6 10 10 11 8 Tier aus der Eiszeit. Die Anfangsbuchstaben der Lösungswörter »'nennen eine Blume. Kreuzworträtsel. m. Mücke, 26. Marz. Die Llmbauarbei- ten im Dibelheim Flensunger Hof. die eine Gießener Firma ausführt, gehen ihrer Vollendung entgegen. Man kann annehmen, daß mit Beginn der Sommersaisvn der große Ver- sammlunassaal wieder in Gebrauch genommen werden kann. 3m vergangenen Winter wurden Möbelfabrik Karl Hahn Strom, 30. griechischer Gott. Von oben nach unten: 1. weiblicher Vorname, 2. Hafendamm, 3. Teil des Auges, 4. Teil des Rades, 5. Rebenfluh der Fuwa, 6. ehemalige deutsche Kolonie, 7. griechischer Gott, 8. Bodensenkung, 12. Äebenfluh der Donau, 13. deutscher Dichter, 17. tapferer Krieger, 18. Silbenrätsel. 1. Dohle, 2. Enkel, 3. Dem, 4. Fuge, 5. Asow, 6. Ahde, 7. Lausig, 8. Eimen, 9. Hela. 10. Ampel, 11. Segnet, 12. 3mme, 13. Mülh^m. — Der Faule hat immer Langeweile. Wortverbindung. Breisgau, Raubtiere, Eibenstock, Aicderlande, Notabein. Ehrenlegion, Ringelnatter. — Brenner. Scharade werden kann. 3m vergangenen Winter wurden durch die Leitung des Bibelheims in den benachbarten > Orten Dibelftunden abgehalten, die durchweg gut besucht waren. Diese Tätigkeit erstreckte sich bereits bis zu dem etwa 2V$ Stunde ent» Silbenrätsel. 2lus den Silben: a — a — al — and —* — bri — cha — chau — chen — cher — de del — dis — du — e — e — ei — euch ett — fra — ge — gri — hib — Hirsch — — kan — fit — fo — ko — krai — fron 25 Mk. je Rm. zu stehen. Die Durchschnittspreise für das übrige Nutzholz betrugen: Fichtenstämme la-Klasse 13 Ä, 1b Klasse 14 Mk., 2a-Klasse 16 Mk., 2bKlasse 18 Mk., 3aKlaffe 21 Mk., 3b°Klasse 23 Mk. je Festmeter. Für Fichtenstangen wurden durchschnittlich bezahlt: 1. Klasse 2 Mk., 2. Klasse 1,50 Mk. und 3. Klasse 1 Mk. je Stück. Die Durchschnittserlöse für das Kiefernnutzholz betrugen: Kie- fernstämme laKlafie 13 Mk., Id-Klasse 13,50 Mk., 23-Klafie 15 Mk., 2b-Klasse 18 Mk., 3a-Klosse 20 Mk., 3d-Klasse 24 Mk. je Festmeter. Luchen- stammholz 3. Klasse wurde mit 50 Mk. und 4. Klasse mit 55 Mk. je Festmeter ersteigert. Ferner kamen eine Anzahl Lärchenstämme und -stangen zum Verkauf. hierfür wurden im Durchschnitt bezahlt: la« Klasse 16 Mk., 1b°Klasse 18 Mk., 2b°Klasse 22 Mk., 3s-Ktasse 29 Mk. je Festmeter, Lärchenstangen 2. Kl. 1,20 Mk. je Stück. Mit Ausnahme der Preise für die schwächeren Klafien des Kiefern- und Fichtennutzholzes, für welche in den meisten Fällen die Taxe nicht erreicht wurde, sind die Erlöse als zufriedenstellend, für das Eichenholz sogar als gut zu be- zeicbnen. Hinsichtlich der schwächeren Mafien des Kiefern- und Frchtemnitzholzes wird die Versteigerung, dem Vernehmen nach, die Genehmigung der Gemeindevertretungen sehr wahrscheinlich nicht finden. Bast.) erhielten Ehrenpreise die Gen.-Schäfevei Schröck und Gastwirt Müller- Grvßseelheim. ferner die Gen.-Schäfereien Aiederwalgern den 1.. Moischt den 2., Wittelsberg den 3.» Bauerbach den 4. Preis und Kehna lob. Anerk. — Rhönschafe (Böcke): Ehrenpreis, Gen.-Schäferei Reddehausen, ferner Cappel den 1. und Cölbe den 2.Preis, WeterS- häuser-WehrShausen für engt Kreuzung lob. Anerk. — Stammherden (Württemb. Bast.): Ehrenpreis sowie 1., 2., 3. und 4. Preis Dr. Hangen-Wanfried; Württemb. Drndsch.: Zwei Ehrenpreise sowie 1. und 2. Preis Gutsbesitzer Erb- Schönstadt. — Der Handel war flau. Zuchtböcke 140 bis 150 Mk., Schafe 30 bis 50 Mk. Dillkreis. bl. Dillenburg, 26. März. Der Kreis hat mit der Entsendung von Erhvlungs- k indem begonnen. Der erste Transport ging dieser Tage von hier nach Bad Orb ab. 3m Laufe des 3ahres sollen nach Möglichkeit wieder Seebäder belegt werden. bl. Herborn, 26. März. Hier soll ein Wanderheim für obdachlose Wanderer errichtet werden, für dessen Zustande- kommen sich der Wohlfahrtsdienst des Dillkreises bemüht. Das Gebäude soll 10 Betten und einen Lagesraum enthatten. Aehnliche Einrichtungen gedenkt man auch in den Ortschaften zu schaffen. Dem Bettelwesen soll dadurch entgegengewirkt werden. Maingau. Frankfurt a. M., 26. März. (WSR.) Der zum kommissarischen Polizeipräsidenten von Frankfurt ernannte Landrat von Höchst, Zimmermann, wird am 8. April durch den Regierungspräsidenten von Wiesbaden in sein neues Amt eingeführt werden. Zum kommissarischen Landrat des Kreises Höchst ist, wie wir weiter vernehmen, der derzeitige Landrat des Kreises Schleusingen (Regierungsbezirk Erfurt) ernannt worden. — Der Hauptausschuh des Stadtparlaments hat jetzt die Beratung des Haushaltsplans beendet. Die Endsumme wurde durch große Abstriche um eine Million Mart vermindert Der inzwischen eingebrachte ÄachtragSetat wird später 1 her Wunsch der Landwirte auf ch in diesem Jahre nicht erfüllen, da ichtfröste die Aussaat bis in den April verzpgern werden. — In der letzten Zeit mehren sich die Fälle, in denen fahrende Sänger und Musikanten, mituifler sogar weibliche Personen, durch Dorträge in den Dörfern des Hüttenbergs die Geldbeutel der Einwohner zu erleichtern suchen. Wem, aud) ein solcher „Kunstgenuß- den Landleuten oft eine Abwechslung bietet, so dürfte doch im Interesse der nolleidenden Geldbeutel der Landwirte ein Abnehmen dieser zweifelhaften Darbietungen wünschenswert sein. Manche Menschen hat Gott zweifellos im Zorn erschaffen, den Kurparkaufseber Knüsebeck aber muß er geradezu im Jähzorn erschaffen haben. Wanderer pflegten sich bis vor kurzem nach ihm zu orientieren. Wenn man durchs ... burgifch» streifte und plötzlich in einem netten Oertchen einen Mann mit einer Aubergine im Gesicht auftauchen sah, dann konnte man ohne Karie und Kompaß Gift daraus nehmen, daß man in dem Kurort B. war und Knüsebecks Kurs gekreuzt hatte. Die Aubergine war seine Nase. Eines Tages stellte sich Knüsebeck im Bezirks- krankenhause zur Operation; er hatte es satt, so herumzulaufen. Die Operation wurde ausgeführt, ohne daß man sich klar geworden war, wer die Kosten tragen würde. Der dirigierende Arzt war so erpicht auf Plastiken und hatte schon lange heimlich nach Knüsebeck gelechzt. Er reduzierte das gigantische Organ auf gutbärgerlichen Umfang, eine Schwester legte die Aubergine in Spiritus und unter Glas und Rahmen. Man frohlockte. Peinlich war nur, daß die Krankenkasse rundweg jede Zahlung ablehnte, da kosmetische Operationen nicht ihre Sache feien. Der Chef kratzte sich hinter dem Ohr, es waren fünf Wochen Pension zu bezahlen. Briefe gingen hin und her, ohne Erfolg. Da wußte der Derwaltunasbeamte Piefke Rat. , Herr Professor," sagte er, „wie wäre es, wenn wir die Rechnung dem Verschönerungsvereln B... und Umgegend zuschickten?" Das Abendkleid. „Harry, schenk mir doch eine neue Abendtoilette!" — „3a, wo ist beim dein gutes Kleid hin?" — „DaS hat eine Motte aufgefressen." Unbedacht Gatte: „Der Mann da drüben kommt mit so bekannt vor, wer mag das fein?" ©attin: „Das ist doch der Heiratsvermittler, durch den wir unS kennen gelernt haben." Gatte (zerstreut): „Ach, der verdammte Kerl!" zur Beratung gelangen. Die Frage der (Ber* st adtlichungdeSOpernhausorche stets wurde mit Stimmengleichheit abgelehnt. 2Üi- genommen wurde dagegen ein Antrag, demzufolge die Stadt die Garantie für die Gehälter. Hinterbliebenen Versorgung, Pension usw. übernimmt. | Schwurgericht Gießen. • Gießen, 26. März. Als letzte Sache, wurde verhandelt der Fall der Witwe Matte Krack von Ober-Rosbach wegen Kindes« tö tung. Die Verhandlung erfolgte unter Ausschluß der Oeffentlichkeit. Unter Annahme mildernder Umstände erhielt die Angeklagte zwei Jahre Gefängnis. Dorstyender Lcmb- gerichtsdirektvr Cramer, Anklagevettvetet Staatsanwalt Dr. Eckert, Verteidiger Rechts« anwalt Kochs. __________________ fiann MtziWrrs'Wefmatteii der Deutschen Nokhlller Helft die Not lindern! Verwendet die Wohlfahrts-Briefmarken zur Frei- machung der Postsachen! Sie gelten nur noch bis Ende Mat 1926. Nur noch bis zum 15. April 1926 ünb sie beim städtischen Wohlfahrtsamt, Garrenstrake 2. Zimmer Nr. 17, in jeder Menge, auch in kleinen Posten m haben. 5788ß sollen von der Stadt 27 Wohnungen errichtet werden, und zwar 13 Dreizimmerwohnungen und 14 Zweizimmerwohnungen. Der Staat gewahrt einen Bauzuschuß von 60 000 Mk. Das Reich beabsichtigt, im nächsten Jahre hier ein großes reichseigenes Haus für Beamtenwohnungen zu errichten. — Den Erwerbslosen soll noch vor Ostern die letzte Rate der bewilligten Unter st ützung ausbezahlt werden, und zwar für Verheiratete 5 Mark, für Ledige 3 Mark. Bad-Nauheim, 26. März. Die Vorarbeiten für d i e Saison sind allenthalben im Gange. Wie in den Vorjahren, erwartet man schon zu Ostern zahlreiche Gäste, die sich hier mehrere Tage zur Ausspannung und Erholung auf- k hatten werden. Seit einiger Zeit sind auch Vorbereitungen im Gange, die darauf abzielen, Badekuren gegen feste Satze einzuführen. Ein günstiger Abschluß der schwebenden Verhandlungen wird erwartet. K Butzbach, 26. Marz. Arn 9. Mai findet hier eine gemeinsame Uebung der Sanitäts- k o l o n n e n von Gießen, Friedberg, Bad-Nauheim und Lich statt. Die Führer der Kolonnen weilten kürzlich zu gemeinsamer Beratung hier, lieber den Plan, der der Hebung zugrunde liegt, soll in der Oeffentlichkeit zunächst nichts verlautbart werden. Dih hiesige Kolonne wird sich wieder neu beleben. Beigeordneter Ploch und Dr. Rau haben ihre Mitwirkung beim Wiederaufbau zugesagt. * Butzbach, 26. März. Dieser" Tage fand im Schulhause in der Langgafie die diesjährige Schlutzprüfuna der Landwirtschaftlichen Schule Butzbach statt, zu der als Regierungsoertreter Oberlandwirtfchaftsrat Dr. May, die Herren des Wirtschaftsausschufies mit Kreisdirektor Gebhardt an der Spitze, sowie viele Gäste und Eltern der Schüler erschienen waren. Es prüften: Direktor Dr. Schad über „Betriebswirtschaftliche Fragen", Landwirtschaftsrat Dr. Fischer über „Beurteilung des Rindes" und Landwirtschaftrat Dr. Die n st über „Kälberaufzucht". Nach Beendigung der Prüfung wies Ober- lanowirlschaftsrat Dr. May in eindringlichen Worten hin auf die hohe Bedeutung der landwirlschaft- tichcn Schulen für den Fortschritt in der Landwirtschaft und auf die Wichtigkeit und Notwendigkeit einer gründlichen Fachausbildung des Landwirtes gerade in der heutigen schweren Notzeit. Nicht Abbau, sondern Ausbau des landwirtschaftlichen Unterrichts- und Beratungswesens sei dringend notwendig, um dem letzten Ziel der deutschen Landwirtschaft, der Ernährung des Volkes aus eiaener Scholle, immer näher zu kommen. Am Schluffe feiner lehrreichen Worte erkannte er die Leistungen der Schüler lobend an und gab den jungen Leuten wertvolle Anregungen für ihre praktische Tätigkeit mit auf den Weg. Ermahnende Worte richtete sodann Kreisdirektor Gebhardt an die jungen Landwirte, es bei dem bisher Gelernten nicht zu belasten, sondern ihre Weiterblldung durch rege Beteiligung an der mannigfaltigen Aufklärungsarbeit zu fördern. Schließlich verabschiedete sich Direktor Br. Schad im Namen des Lehrkörpers von den Schülern und gab-der Hoffnung Ausdurck, daß die enge Verbindung mit der Schule auch fernerhin erhalten bleibe. Die Schule war in diesem Jahre von 40 Schülern besucht. • Rieder-Florstadt, 26. Würz. Die bisherigen Berichte über den Einbruch im hiesigen Pfarrhaus sind infofern nicht richtig, als sie besagen, daß ein Diebstahl nicht festgestellt sei. Aus Grund genauer Kenntnis deS Sachverhalts sei demgegenüber folgendes festgestellt: Die Einbrecher haben in den Räumen des Erd» geschosses alle Behälter und Schubladen, zu denen die Schlüssel steckten oder die offen standen, durchwühlt, die Schubladen herausgerissen und alles, dessen sie habhaft werden konnten, teils in den Räumen zerstreut, teils in, den Garten und auf den Hof geworfen. 3nsbesvndere waren es Kleider. Weißzeug, Tischdecken, Stoffe, Brot, Butter, Bettzeug u. a. m., mit denen bei Entdeckung des Einbruchs die Zimmer, Küche, Hof und Gatten in wüstem Chaos bedeckt waren. Außer- , dem wurde von den Gaunern geraubt eine Partte filberner Löffel und Gabeln, oa. 25 Meter Dettzeugstoffe, Bettücher, Kolter, eine Anzahl Kleidungsstücke, eine Damastdecke, Hemden, Zacken u. a. m., im Gesamtwert von 300 bis 400 Mk. Die Verbrecher haben bei ihrer lichtscheuen „Arbeit" Stearinkerzen benutzt, deren Spuren überall zu sehen waren. Weder die Pfarr- famifie, die im oberen Stock ihre Schlafkammer hat, noch irgend jemand aus der Nachbarschaft hat etwas von dem Einbruch bemertt Die Tätigkeit der Gendarmerie hat bis jetzt ein völlig negatives Ergebnis gehabt, was wohl zum guten Teil auch darauf zuttutzufuhren ist, daß trotz aller Bemühungen weder in Friedberg, noch bei den anderen benachbarten Gendarmeriestationen ein Spürhund zu erhalten war. Kreis Büdingen. y. Wallernhausen, 26. Marz. Gestern wurde vom Forst amt Konradsdorf eine Brennholzver st einer ung auf dem Forit- haus Finkenloch abgehalten. Es hatten sich ca. 300 Steigllebhaber eingefunden, darunter auch viele, die nm Montag in Nidda wegen der hohen Preise kein Holz gesteigert hatten. Die meisten konnten hier ihren Bedarf billiger erhallen, denn die Preise hielten sich im ganzen auf einer erträglichen Höhe, jedenfalls niedriger als seither. Im Durchschnitt kostete ein Raummeter Buchenscheitholz 13 Mk., ein Raummeter Buchenknüppel 9 Mk., ein Raummeter Buchenstöcke 5 Mk. und ein Raummeter Stamm- rcifig 3 Mk. Astreisig war für 1,50 Mk. durchschnittlich zu haben. Kreis Alsfeld. Don links nach scher, 5. Voranschlag, 9. weiblicher Vorname, 10. weiblicher Vorname, 11. juristischer Fach-' ausdruck, 13. Philosoph, 14. Haustier, 15. kleiner Planet, 16. Anerkennung, 17. Eigentum, 20. landwirtschaftliches Gerät, 24. Operetten-Komponist, 25. Fluh in Harmover, 27. altes Längenmaß, 28. Äame eines Schachmeisters, 29. deutscher verordneten diesem Beschluß beipflichtete. — Der [ lernten Zeilbach. Das Bibelheim gehört der Pil- Lürgermeifter entwickelte das B a u p r o g r a m m d e r S t a d t für das nächste Rechnungsjahr. Danach — la — laus — li— ma — men — mi — mie — mit — mvn — ne — ne — ne — ni — ntf — o — o — plin — re — ri — ri — fa — sak — schi — fi — ta — tan — tau — ieau — tut — u — u — us — vul — zei — zi sind 25 Wörter zu bilden, deren Anfangsund Endbuchstaben, letztere von unten nach oben gelesen, ein Wort Th. Körners ergeben. — 1. Tanz, 2. Wild, 3. Kauton, 4. ägyptischer König 5. deutsche Werft, 6. französischer Schriftsteller, 7. Einsiedler. 8. Stern, 9. feuer- speiender Berg, 10. griechischer Buchstabe, 11. Säugetier, 12. Heilanstalt, 13. Ordnung, 14. Republik. 15. russischer Soldat, 16. Vorbedeutung, 17. Filmdiva, 18. Mämiername, 19. Wasservogel, 20. Vaum, 21. indische Anrede, 22. Stadt am Ril, 23. Interpunktionszeichen, 24. Hochschule, 25. Zeichengerät, (ch ein Buchstabe.) Vntzifferunqsaufgabe. djsgytvdxvsvrsjtzs tvhtfvstxftstvtfbj fbqvsvwjsrnjnljvsst Die fehlenden Vokale sind durch bestimmte Konsonanten ersetzt. Begründer bekanntlich ein evangelischer Pfarrer (Pastor Spittler) war. Leiter des hiesigen Bibel- Heims ist der evangelische Pfarrer i. R. Dr. Eichhorn. ck. Flensungen, 26. März. -Untere Gemeinde stellt in diesem Jahre 17 Konfirmanden, während nur 7 Abcschützen aufgenommen werden. Da sich diese Aufnahmeziffern in den kommenden 3ahren nicht weseittlich ändern, auch so ziemlich jedes 3ahr einige Schüler aus der Grundschule in die Oberrealschule Grünberg eintreten werden, so dürfte unsere Schule, die vor 6 3ahren zweiklassig wurde, weil sie damals oa. 100 Schüler zählte, wieder recht zusammenschrumpfen. Auch unsere Einwohnerzahl hat sich von der vorietzten bis zur letzten Volkszählung um etwa Vs Hundert vermindert. Starkenburg. WER. Weinheim, 26. März. Den Saal einer Wirtschaft im benachbarten Plankstadt hatte rin Heidelberger 3igarrenfabrifant als Lagerra um für Zigarren gemietet. 3m Laufe des letzten 3ahres find von den Vorräten nach und nach 32 000 Zigarren gestohlen worden. Unter dem Verdacht der Täterschaft bzw. Hehlerei find nunmehr der Witt, fein Sohn und ein im Hause wohnender Mann fest- genommen worden. Preußen. Kreis Wetzlar. WSR. Wetzlar, 26. März. Hm den kürzlich ausgeschriebenen Posten eines Stadtbaurats haben sich insgesamt 192 Personen beworben. 3J Wetzlar, 25. März. Die Beratung des städtischen Haushalts soll nunmehr am lammenden Montag in öffentlicher Swdtverord- neten-DerfammIung vorgenommen werden nachdem der Finanzausschuß in dieser Woche noch zu den offengebliebencn Positionen Stellung genommen bat. Es ist wohl mit allerlei Ueberraschungen zu rechnen, ba feilens der bürgerlichen Parteien die Abschaffung der unbegreiflicherweise erneut in den Etat eingesetzten Getränke st euer auf alle Fälle erstrebt werden wird. XX Wetzlar, 25. März. In unserem Kreise, vor allem im Hüttenberg. Schöffengrund und Hohensolmser Land, trifft man viele interessante alte Fachwerkyebäude an. Dos neue Kleid aber, das man in jüngster Zeil so manchem alten Holzbau durch Bewurf und Anstrich gegeben hat, verdeckt oft dessen ursprüngllche malerische Schön- heit. Es ist mit Freuden zu begrüßen, daß jetzt der Wetzlarer G e s ch i ch t s o e r e i n erneut die Aufmerksamkeit auf diese alten Gebäude hinlenkt. So wurde durch seine Fürsprache seinerzeit das altehrwürdige Eichenjachwerk am Eisenmarkt mit seiner chromographischen Inschrift freigelegt. Das viel bewunderte Gebäude stammt aus dem Jahre 1599 und war bekannt unter dem Namen ,Zur allen Münze". Mit Recht gilt das Wort: Es ist hohe Zeit, das zu retten, was die noch erhaltenen alten Bauten uns bieten. Jeder Tag reißt cm Stück davon fort. i Groß-Rechtenbach, 25. März. Auch in diesem Jahre hat die hiesige Gemeinde nut den Gemeinden Hörnsheim, Klein-Rechtenbach, Lützellinden, Münchholzhausen, Vollnkirchen, Volpertshausen und Weidenhaufen ihr Nutzholz gemeinsam zur L e r- fte i ge r u n g gebracht. Es wurden folgende Durch- chnittspreise erzielt: Eichenstämme 1. Klasse 30 Mk., 2. Klaffe 40 Mk., 3. Klasse 55 Mk., 4. Klasse 60 Mk., ILJ i eW QBH0B BOBroe 0BBQ0 21 26 28 30 24, 27 22 23 Die 3fM .. Jetzt sto mW jjlit jlüd)h Sie W\- tugiesen e> gedrungen getreten. £ Sdjreibtifd lang weit aufge Fr mi ipettor Ge Revolver i gehalten ß „Die m sich ihnen präsentiert hübscher K geschichten copyr'i rl. (fluten .."er in Monokel ' nichts ang des T°len nid)l ve keinen ost land y der Arbeit 'M des der tncht'9 Tüchtige^' Lgezialged besseren < schäbige" ©alter M auch I* Aerbeeche" MM st< achten. Wa vondemUe aus, sonde j- Warne Gec Kren Nachdruck oewaten 27. Fortsetzung fewrte- o. feite* Das beste Auffrischungsmittel Wir zeigen die letzten Eingänge der ~'~nz] Chem. Fabrik Cefka G.m.b.H., Biebrich a. Rh. 2783a Fränkel j Seltersweg 52 1 ;D Stottern e- Vorrätig in Hunderten von Exemplaren Billige Preise! 2822a H.Kaeß Nachfolger Telephon 773 Wilhelm Horn Kreuzplatz 15 378OD in in in thode beseitigt. Glänzende Dankbriefe von Aerzten, Generalvertretung in Gießen: Otto Göbel, Schiffenberger Weg 50, Tel. 102 Generalvertretung in Hessen-Nassau: Robert Gerlach G.m.b.H., Frankhervorragenden Qualitäten auserlesenem Geschmack billigsten zeitgemäßen Preisen Die konkurrenjloy Unsere moderne Groß- Serienfabrikation bürgt für billigste Herstellung bei größter Qualität: Weltmarktpreis! Die Marke ist Gewähr für Qualität, Zuverlässigkeit u. höchste Leistung. ist oft schon in 14 Tage: durch meine vorzügl Me furt a. M., Mainzer Landstraße 166 Generalvertretung in Fulda: Kircher, Ludwig, Telephon 184. achten. War früh, selbstschw. btotterer. Jederkann sich selbst von demUebel befreien.Geben Siekem Geld für wertloseKurae ans, sondern verlangen Sie sofort kostauoa mein Büchlein. Lt. Warnecke, Hannover. Postfach 163._________2813D Herren-Anzüge! Knaben-Anzüge! Gediegene Qualitäten, geschmackvolle Ausmusterung Beim kühlen Wetter schützt vor Erkältung e für I niben und Mädchen itUyiCi ö der gute, reinwollene Anzug. Zu beziehen in Gießen durch; Ang. Walienle s.BIarktpL 17 Par enban« Obermann & Co. Schnlarafie Ealsor-Örooerlo Enal BvU, Ltnäenplatt 5 Bch.Kalbileiacb. Lleblgst.7! Drogerie B. Karn. Schulst?. Gustav Walter, 15I»nsburg 18 Alleinverk.f. Friedberg: Aller-Drog. Inh. K.W. Adler. Meico- & Ma-Ws geben den höchsten Spiegelglane. schulst.Modehaus Salomon Schulstr. mnmiihihiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiinirimimfffl Neuheiten Hii'nffnTii'iinmriiiiiniiiuiiniiiihiiriiniiiiiimnutrTin’iTTi'iiih Die tolle Herzogin Roman von Ernst Klein. Copyright by Carl Duncker. Verlag, Berlin. Neben dem Toten lag die kleine Uhr aus weißem Marmor, die gleichzeitig mit ihm zu Boden gefallen war. Ihr Glasgehäuse war zersplittert, die Zeiger zerbrochen, und auch die Marmorwände waren zerrissen. Das Innere des Werkes war total Zerfetzt.--- ,F)M," knurrte Sir Walter, „Gernot, haben Sie sich die Uhr angesehen?" ,Mein, Sir Walter, ich wollte sie nicht aufhebcn, bevor Sie kamen. Las Valdas wird sie wohl in seinem Sturz mitgerissen haben." „Meinen Sie?" Sir Walter ließ seinen Blick von dem Schreibtisch zu dem Toten hin und her gehen. Maß mit ihm Entfernungen und Möglichkeiten. Dann legte er die Uhr genau auf denselbenFleck zurück, von dem er sie aufgehoben hatte. „Wir werden ja sehen", sagte er und wandte sich zu dem Konstabler, der sich langsam erholte. „Das ist der Konstabler O'Neill," berichtete Gernot, „der den Fall gemeldet hat." „So? Bleiben Sie nur sitzen und schütten Sie Ihren Sack aus!" O'Neill berichtete nun, wie er plötzlich gegen acht Uhr abends einen hochgewachsenen, ziemlich elegant gekleideten Mann beobachtet habe, der sich sehr auffällig benahm. Halb neugierig blieb er stehen und sah, wie der Mann einer Frau nachspioniertc, die in das Haus ging — kurz und ruhig und sachlich gab er eine Darstellung dis zu dem Moment, da er den von ihm Beobachteten in der Kellertür verschwinden sah. „Zunächst hielt ich die ganze Sache für ein gewöhnliches Eifersuchtsdrama. Ich kenne den Grafen Las Valdos, der hier wohnte, und weiß, daß er öfters Damenbesuck und besonders zu dunklen Abendstunden empfangen hat. Ein Eifersuchtsdrama also — aber das ganze Benehmen des Mannes schien mir doch so, als - ob Unheil im Anzuge wäre. Ich also hinter ihm drein. Er hatte die Souterraintür aufgebrochen, und ich hörte ihn, gerade als ich etntrat, oben eine Tür öffnen. Der Lichtscheins des Zimmers fiel auf die Treppe. Ich eilte hinauf, sprang in das hell erleuchtete Zimmer — sah den Toten dort liegen, ober ich wollte doch begreiflicherweise den Monn und die Frau festnehmen. Ihn erreichte ich auch noch nm Fenster — die Frau entkam, da er sich auf mich warf. Halten „Augenscheinlich eine Damenwafsc — hier die Initialen (9. B. Von den fünf Kammern ist eine leer, der odjuft ist also aus dieser Waffe abgefeuert worden." Sir Walter betrachtete das zierliche, kleine Ding. G. B. ? Da konnte er lange suchen. Sein Blick glitt von dem Toten zur Uhr. Blieb auf der Uhr haften —-- „Herr Doktor, würden Sie einmal so freundlich sein, das Geschoß aus der Wunde zu extrahieren?" Man legte den Toten aus die Chaiselongue, und der Arzt machte sich an die Arbeit. Sir Walter Ryce dagegen begann eine für Inspektor Gernot sehr überraschende Aktion. Er suchte überall aus dem Boden nach, kroch unter den Schreibtisch, stierte in den Fensterecken herum und stürzte sich, je länger die Sucherei dauerte, in um so gotteslästerlicheres Fluchen. Sein Beginnen schien vergeblich, denn als der Arzt mit seiner Arbeit fertig war, erhob er sich. Eben wollte der Arzt sprechen, als das Telephon, das auf dem Schreibtisch stand, klingelte. Ryce nahm den .Hörer clb und sagte: „.hier Wohnung des Grafen Las Valdas." Gernot und die übrigen sahen nun, wie sein Gesicht auf einmal einen überraschten Ausdruck annahm. „Verzeihen Sie, mein .Herr," sagte er aus französisch, „ich kann Ihren Namen nicht verstehen. 'Jtetn, hier ist nicht der Kammerdiener des Herrn Grafen. Wer ist dort? Wer? holloh — halloh! Verdammt — er hat angehängt!" Sir Walter dachte einen Moment nach und winkle einem der Detektivs. „Gehen Sie sofort hinauf ms Ritz und fragen Sie die Telephonistin, wer hier soeben angeläutet hat. Geben Sie mir telephonisch Bescheid, Sie selbst bleiben im Hotel und halten die Augen offen!" Und zu Gernot gewandt: „Ein etwas mysteriöser Herr aus dem Ritz. Er hat sofort angehängt. Ein Franzose war es, das konnte ich feststellen. Nun, wir werden ja sehen — haben Sie die Kugel, Herr Doktor?" „hie ist sie." Sir Walter hielt das Geschoß an den Lauf des kleinen Revolvers. „Nun, Gernot, sehen Sie einmal! Paßt dieses Stück Blei hier hinein?" (Sortierung folgt.) Wählen Sie kein geringwertiges Kraftrad- denn hohe Reparaturkosten und kurze Lebensdauer verdoppeln bald den Anschaffungspreis und verbittern Ihnen die Freude am Besitz. Also: jnteien Geschäftslokal für Groschandlung geeignet; beliebend aus: einem Kontor, neuzeitlich eingerichtet, ca. 20 qm mit Televhon. drei Geschäftsräume Aiifannnen 60 qm, einem betonierten Lagerte u er ca. 44) qm. Bedingung Ucbetnabme einiger Mobilien Schriftliche Angebote unter Nr. 1166 an Sxrfo. 2739h „Guten Abend, Gentlemen", sagte Sir Walter, als er in das Mordzimmer trat, klemmte das Monokel ein und besah sich zunächst mit einem allgemeinen Rundblick das Ganze. Gernot hatte nichts angerührt. Der Arzt hatte die Untersuchung des Toten so oorgenommen, daß dessen Lage dabei nicht verändert wurde. Obwohl Sir Walter Ryce keinen offiziellen Grad in der Hierarchie von Scotland 2)ard en.-ahm, ordnete sich ihm dennoch bei der Arbeit jeder gern unter. Nicht nur, weil er der Nesse des Chefs war, sondern weil er auch weitaus der tüchtigste, intelligenteste und schlaueste von allen Tüchtigen, Intelligenten und Schlauen war. Sein Spezialgebiet waren die Verbrechen, die in den besseren Ständen begangen wurden. Mit einem schäbigen Raubmörder in Castend gab sich Sir Walter Ryce nicht ab. Sold) arme Teufel waren and) leicht zu fassen. Anders aber, wenn man einem Verbrechen gegenüberstand, das Intelligenz und Bildung geplant und ausgeführt hatten. Da trat der elegante, monokelbewaffnete Sir Walter Ryce in Aktion. Jetzt stand er da, in feinem tadellosen Frack, den Älapphut hinten im Genick, und studierte die Szene. Mit flüchtigem Blick nur streifte er den Toten selbst. Die Kugel, die der ruhmreichen Laufbahn des Portugiesen ein Ende bereitet hatte, war ihm ins Herz gedrungen — ohne Zweifel war der Tod sofort eingetreten. Las Valdas lag noch so, wie er neben dem Schreibtisch niedergestürzt war, auf dem Rücken, lang ausgestreckt, die Hände zusammengekrampft — weit aufgerissen noch die Augen-- „Er muß furchtbar erschrocken sein," meinte Inspektor Gernot. „Kommt mir vor, als ob ihm der Revolver ganz plötzlich und unvermutet entgegengehalten worden wäre." „Die meisten Leute pflegen zu erschrecken, wenn sich ihnen ein schußbereiter Revolver vor der Nase präsentiert", sagte Sir Walter. „Uebrigens ein hübscher Kerl! Man kann ihm schon die Weiber- gesasichten zutrauen." Mäntel l/’Ae'Inma Kostüme K| id ___ Complets zu Gnaden, Sir Walter, aber der Teufel soll mich holen, wenn ich weiß, wie mich der Mann zu Boden bekommen hat. Mit seiner Boxkunst war es nicht weit her, er war auch viel zu aufgeregt und außerdem viel schwächer als ich. Wir hatten uns im finsteren Zimmer bei der Arbeit, und so muß er mir wohl mehr aus Zufall eins auf den Schädel gegeben haben, daß ich, wenn ich mich selbst hätte auszählen können, wohl auf zweitausend gekommen wäre. Ich sehe noch immer so schöne bunte Sterne vor mir herumtanzen. Als ich dann zu mir kam, kroch ich auf allen Vieren, denn stehen konnte id) nicht, zum Apparat und erstattete dem Office 62, hem ich unterstehe, die Meldung. Das ist alles, Sir Walter." „Scheint also eine ziemlich klare Angelegenheit zu sein", sagte dieser und putzte angelegentlich sein Monokel. „Eifersuchtsdrama mit blutigem Ausgang, hm — sagen Sie mal, Konstabler, haben Sie den Mann gekannt?" ,XLs scheint mir so, Sir Walter, id) konnte ihn natürlich in der Dunkelheit und bei dem Regen auf der Straße nicht recht erkennen. Aber einmal kam er in das Laternenlicht, und da fiel mir ein, ick; hätte das Gesicht irgendwo einmal in einer Zeitung gesehen." „In einer Zeitung? In was iür einer Zeitung? In einer Tageszeitung ober in einer Wochenschrift? Denken Sie einmal nach!" Mike O'Neill warf auf die Whistyflafche einen sehnsüchtigen Blick, den Sir Walter auch sofort verstand. Er selbst schenkte ihm ein großes Glas zur Auffrischung seiner ramponierten Geisteskräfte ein. O'Neill tat diesen Whisky zu den übrigen, wischte sich, sichtlich gehoben, mit dem breiten Handrücken den Mund ab und berichtete: „Der Bruder meiner Frau hat einen kleinen Salon oben in Soho. Da gehen wir öfters hin und lesen die Zeitungen. Ich glaube, das war so 'ne dicke illustrierte Zeitschrift — ja, ja, der „Bystan- der", vor etwa sechs bis acht Wochen." „O'Neill," sagte Sir Waller, „wenn Sie mir den Mann im „Dystander" zeigen, kriegen Sie die ganze Whiskyflasche'." Einer der Dektektive wurde ins Hauptquartier abgesandt, um die letzten Nummern dieser Zeitschrift zu holen. Gernot aber zeigte Sir Walter den kleinen, silberbeschlagenen Revolver, den man vor der Portiere im Mordzimmer gefunden hatte. 5ociu5-und ßeitfajen-Masthine Joo ccrri - Einzylinder I ' Preih M. 13 65- Abzahlung 5« zahlen, pro Hoche ca.n.ZO- Lassenhiesich sofort da.5 D-Rä-d unverbindlich, vonnnsmmnäm stenVertreter vor fuhren Für alle u. neue Holz-La de, Lindeumböden besondenau Uhr. Mittwoch abd. 8 Uhr. Gälte her-;!, will!. n,D 46,5 104 88 34 3,9 117,5 52,25 59,12 90 34 K Wagener & Schlöte! Goethesfraße 9-11 ConntaaSdientt d. Aerzte u. Avotbekeu am28.3.26 Dr. S. Klein. Dr Stuhl. Htrschaporheke. Zahnarzt: Dr Jäger. "D MAGGI5 Fleischbrühwürfel geben nur durch Auflösen eines Würfels in gut ‘/«Liter kochenden Wassers vorzügliche Fleischbrühe zum Trinken, zur Zubereitung und Verbesserung aller Art klarer und gebundener Suppen, Soßen und Gemüse. Man achte auf die gelb-rote Packung. 78.75" । 81' ! 85 i 60,25 ! 150* | 152' | 43,5 96 73,51 91 133,9' 76 74,75 77 105 96.25* 91 84 88,75' 114,5 49,5 48,5 30 56 129- 133 97* 90,25* 88,5' 11.3.7' 49,62 74,25 89,5 132,2* 76,62 76 Rundfunk-Programm des Frank'nrtrr Senders. (Aus der »Radio-Umschau".) Sonntag, 28. März. 8 bis 9 Uhr. Morgenfeier, veranstaltet von der Bapiistengemeinde, Frantsurt a. M. 11 30 513 12 Uhr: Große Erzieher: Aus dem „Phaioon" des Plato. 12 bis 1 Uhr: Mittagsständchen, veranstaltet von der Kapelle John Abriani. 2.30 bis 3.30 Uhr: Die Stunde der Jugend. (Für Kinder vom 4. Jahre ab.) 3.30 bis 4.30 Uhr: Konzert des Hausorchesters: Modest Mussorgsky. 5.30 bis 6 Uhr: Stunde des Frankfurter Bundes füv Bolksbildung: „Wie können Laien die Borgänge am Himmel beobachten?", Bortrag von Prof. Sittig. 6 bis 1 Uhr. Stunde des Rhein-Maini- schen Verbandes für Bolksbildung. 7.30 Uhr: Uebertragung aus dem großen Saal des Saalbaues: Elftes Konzert des Frankfurter Orchestervereins. Anschließend bis 12 Uhr: Uebertragung von Berlin: Tanzmusik der Berliner Funkkapelle. Montag, 29. März. 3.30 bis 4 Uhr: Die Stunde der Jugend (für Kinder vom 14. Jahre ab). 4.20 bis 5.45 Uhr: Konzert des Hausorchesters: Die Oper der Woche. 5.45 bis 6.10 Uhr: Die Lesestunde (Die Rovelle): Aus dem „Dekameron" des Boccaccio. 6.15 bis 6.45 Uhr: „Der alpine Skilauf und seine Gefahren", Vortrag von Dr. Pfeil. 6.45 bis 7.15 Uhr: Funkhochschule Frankfurt „Emil Rathenau und die Entwicklung der Allgemeinen Elektrizi- tätsgesellschaft (AEG.)", Vortrag von Prof. Dr. Küntzel. 7.15 bis 7.45 Uhr: „Blumen im Hausgarten", Vortrag von Palmengartendirektor Otto Kraus. 7.45 bis 8.15 Uhr: Englischer Sprachunterricht. 8.15 bis 10.15 Uhr: Gastspiel Prof. Marcell Salzer, Deutscher Humor in Vers und Prosa. 83,75' 55' 44 89 91.5- 102- 129.9 134 34.5 42 76,9 81- 84,62 133,2' 78 77 78 109,5 98.25- 91,75' 85 89,5- Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Gießen. Sonntag, den 28. März. Palmarum. Landes Buß- und Bettag. Stadtktrche. 9'' : Pfr. Decker. 11: Kinderkirche f die Markusgemeinöe. Pfr. Becker. 6: Pfarrass. Hertel. — IohanneSkirche. S'/.: Pfr. Ausfeld. 11: Kinderkirche f. d. Johannes- gem. Pfr. Ausfeld. 6 Pfr. Bechtolsheimer. Beichte und heiliges Abendmahl für Lukas- und Johannes- gemeinde. 8: Bibelbefprechung im Johannesiaal. P arrer Ausfeld. — Kirchberg. 10; nachmittags l1/,. Kollekte. - Wieseck. 9J .; Opfer für die evanq. Diaspora. 11: Kinderkirche. - Watzenborn-Garben- teich.Watzenborn-Steinberg: 1.8: Lichlbildpafsions- andacht (Kollekte). Garbenleich: 10 (Kollekte). K^.holische Gemeinden. Gießen. Samstag, 27. März. 41/, und 7 Beichte. Sonntag, 28. Mäpz. Palmsonntag. 61/, Beichte, 7 Messe. Kom. der Frauen. 8 Kom. 8','Palmenweihe. 9 Hochamt mit Predigt. 11 Messe mit Predigt. 5'/, Christenlehre und Andacht. Dienstag abends 6‘/, Fastenandacht. — Grünberg 9*/, Messe mit Predigt. — Hungen. 9' . Hochamt mit Predigt. Lich. 7*/, Messe mit Predigt. 86' 57,75 44.9 91.5' 93' 103- 131‘ 34,62 44,5' 79,5- 82.4- 89,25 80 82.5' 89 • Zinsfuß-Herabsetzung. Der Zentralausschuß der R e i ch s b a n k hat beschlossen, von heute ab den Diskontsatz auf 7 Prozent, den Lombardsah auf 8 Prozent herabzusehen. Die Golddiskontbank hat ebenfalls mit Wirkung von heute ab ihren Diskontsatz von 6 auf 5,5 Prozent ermäßigt. • Reue Amerikakredite für Bayern? Rach einem Reuhorker Funkspruch der „Münchener Reuesten Rachrichten" ist die bayerische Regierung mit ein:r Reuyorker Bankengruppe in Fühlung getreten, um die restlichen 18 Millionen Dollar aus der vorjährigen Staatsanleihe flüssig zu machen und außerdem der bayerischen Industrie durch Bildung einer bayerisch-amerikanischen Gesellschaft für Geldanlage in Bayern langfristige Kredite zu be- fäwffen. * Friede. Krupp A. G., Essen. Infolge der bekannten Verordnung der Reichsregierung, nach der die Werksbeurlaubten nur bis zum 27. März Arbeitslosenunterstützung beziehen können, hat sich die Firma Krupp gezwungen gesehen, ca. 2500 Werkscmgestellten zu kündigen, um ihnen die Arbeitslosenunterstützung zu sichern. Die Sperrfrist läuft End: März ab. Bekannt- üod)unter Gaß ..... Buder..s ........ Coro > Deutlch Luxemburg . . . . Gelsenkirchener Bergwerke Harpener Bergbau Haltroerk Aschersleben . . . Kaliwerk Westeregeln . .. Laurahülte ...... Cberbebarf ...... Phönix Bergbau ..... 91 beim" ta bl ...... Niebeck Montan ...... TelluS Bergbau ..... Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovb . . Theramlsche Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . Pdilivv Holjmann .... Anglo-Cont-Guano . . . . Chemische Mayer Alapin . . I. G Farbenindustrie, A.-G. Goldschmidt Holzverkohlung RütgerSwcrke . . . Echeideanstalt «llg. Slektrizttät»-Gesellschafi Bergmann ....... Mainkraftwerte ...... Schlickert ....... Siemens * Halske . • . . . Ädlcrwerle Kiener ..... Daimler Motoren. ...... Heyligenstaed' ...... '''eautn Motorenwerke Mannheim Frankfurter Armaturen Konservenfabrik Braun Metallgesell chaft Frankfurt Tet. Union A.-G . . Schuh'adrik Her; . . . Sichel Wellston Waldbof . . . . Zuckerfabrik Frankenthal . . -Zuckerfabrik Waghäusel Wirtschaft. Börse und Geldmarkt. Die Zeit seit Beginn der Kursbesserungen gegen Anfang des Jahres hat bereits in mancher Hinsicht die Verhältnisse an der Börse vollkommen geändert. Schon die optimistische Grundstimmung, die mit dem Aufhören der langen Depressionsperiode der Börse beherrscht, gibt dieser auch an kritischen Tagen eine Stühe. Zu der zuversichtlichen Gesamtauffassung der Börse kommt neuerdings aber noch die von Woche zu Woche sich steigernde Geldflüssigkeit. Man hatte itoch vor 14 Tagen geglaubt, daß der Quartalswechsel, wie stets in früheren Jahren, auch die Börse vorübergehend stark beeinflussen werde. Diese Befürchtungen, die wir schon in einer unserer letzten Betrachtungen zur Börsenlage erwähnten, scheinen sich jetzt als berechtigt zu erweisen. Don allen Seiten strömen dem offenen Geldmarkt täglich große Beträge zu. Es hält tatsächlich schwer, alle angebotenen Summen unterzubringen. Von einer Verknappung des Geldmarktes ist absolut noch nicht das Gering st e zu spüren. Sofern nicht Ende dieser Woche noch eine vollkommene Aenderung der Lage ein tritt, dürste die Verwertung der am Börsengeldmarkt zur Verfügung stehenden Beträge mühevoll fein. Das Prolongationsgeschäft hat unter diesen Umständen erst sehr spät begonnen. Am kommenden Montag werden bereits die Terminnotierungen per Medio April ausgenommen, und noch hat die Ultimoliquidation nicht eingesetzt. Aus dieser Tatsache geht am deutlichsten hervor, daß man in Börsenkreisen durchaus keine Befürchtungen über ein plötzliches scharfes Anziehen der Zinssätze hegt. Tagesgeld wird im allgemeinen zwischen 4 und 5 Proz., bei ersten Firmen auch hierunter genannt. Eine derartige Geldflüssigkeit war an den hiesigen Börsen feit sehr langer Zeit nicht zu beobachten. Selbst der Reuyorker Geldmarkt liegt angespannter. Dort zog der Sah für Tagesgeld am Mittwoch auf 5,5 Prozent und inzwischen noch etwas weiter an, worauf beträchtliche Positionslösungen vorgenommen werden mußten und eine neue empfindliche Daissebewegung eintrat. Selbst im Lande des scheinbar unversiegbaren Geldstromes wickelt sich somit anscheinend der Ultimo schwieriger ab, als das bei uns diesmal der Fall ist. Allerdings haben wir durchaus keinen Grund, diese Erscheinung etwa irgendwie zu begrüßen. Sie zeigt nur, wie unendlich mißtrauisch man heutzutage noch in Deutschland an die Geldanlage herangeht. Alle die Summen, die den offenen Geldmarkt überschwemmen, könnten sehr gut in der Wirtschaft Anlage finden, tomn nicht die Vorsicht der Geldgeber noch zu groß wäre. Bei einer langsamen Konsolidierung unserer wirtschaftlichen Verhältnisse ist aber anzunehmen, daß freie inländische Kapitalien wieder mehr unmittelbar im Produktions- bzw. Distributionsprozeß Anlage finden. Ganz zögernd geht die Initiative hierzu bereits von der Industrie aus, indem man neuerdings wieder von der Emission deutscher Jndustrieobligalio- nen im Inlande hort. Es scheinen bei ver- verschiedenen Gesellschaften solche Pläne zu bestehen, die durchaus nicht aussichtslos sind, wie sich aus den Erfolgen der letzten großen inländischen Anleihen ergibt. Angesichts dieser Entwicklung der Geldverhältnisse erwartet man nunmehr die Diskont - Ermäßigung der Reichsbank bald nach Ostern. Sie dürfte über 1 Prozent kaum hinausgehen, allerdings in diesem Falle das Wechselangebot sicherlich nicht vermehren. Der inoffizielle Dörsendiskontsatz für reichsbankfähige Warenwechsel beträgt bei sehr kleinem Angebot derzeitig 5,75 bis 6 Prozent, die Privatdiskontnotiz hat überhaupt nur noch nominellen Charakter und wird bei den tatsächlichen Abschlüssen fast stets unterschritten. Die Tendenz der Effektenkurse ist unter diesen ^lmständen naturgemäß recht widerstandsfähig. Die GeldslüssiAeit führt am Pfand- b r i e f m a r k t sogar noch vor dem Ultimo zu Haussen, die durch die neuerdings auf genommene Diskontierung der Vorkriegspfandbriefe durch die Seehandlung noch besonders angeregt werden. Frankfurter Börse. tEigener Drahtbench- he« ,Gießener Anzeigers".) Frankfurt, 27. März. Tendenz sehr fest. — Die Effektenbörse eröffnete im Gegensatz ^zu dem sonst sehr ruhigen Samstag-Derlaufe ungewöhnlich lebhaft. Die zuversichtliche Stimmung konnte im Zusammenhang mit den aus der Wirtschaft fortgesetzt einlaufenden besseren Nachrichten eine wesentliche Förderung erfahren. Auch die günstige Entwicklung der Geldmarktlage ermutigte die Spekulation zu weiteren Meinunaskäufen, wobei sich das Interesse besonders auf Farbwerte und Bankaktien erstreckte. Aber auch die anderen Werte erzielten bei bedeutenden Umsätzen ansehnliche Kurs- fr eigerungen. Im allgemeinen erreichten die Gewinne eine Höhe von 3 bis 4 Proz., vereinzelt gingen sie noch über dieses Maß hinaus. Besonders stürmisches Geschäft entwickelte sich am Chem-e- markte, wo die Werte der y. G. Farben von 134 auf 136,50 Proz. sprangen. Scheideanstalt plus 4,5, Goldschmidt plus 2, Holzerkohlung plus 3, Rütgerswerke plus 1 Proz. Am Banken- markt konnte sich die lebhafte Kaufbewegung sort- setzen, die Werte dieses Gebietes hatten gute Slei- gerungen aufzuweisen. Berliner Handel plus 2,25, Bremer Bankverein plus 2, Neichsbank plus 0,75, Deutsche und Diconto je plus 2, Commerz und Darmstädter je plus 1 Proz. Lebhafte Umsätze wurden ferner in Schiffahrtsaktien getätigt, die zu Kursbefferungen bis zu 2 Proz. sühnen. Montanaktien lagen ruhiger, doch konnten auch hier die Kurse beträchtlich anziehen. Bochumer plus 3 25, Buderus plus 2, Phönix plus 1,75, Riebeck-Mon° tan plus 4 Prozent. Ansehnlich höher wurden oberschlefische Werte und K a l i a k t i e n. Auto-, Zellstoff-, Bau-, Maschinen- und Zuckeraktien waren um 2 bis 4 Prozent befestigt. Karlsruher Maschinen plus 2,75 Prozent. Der deutsche Rentenmarkt hatte nur geringes Geschäft, doch war auch hier die Tendenz fest. Ausländische Renten blieben etwas vernachlässigt. Am Pfandbriesmarkt war das Geschäft zeitweise wieder stü.rnifch, so daß bedeutende Kurssteigerungen eintraten. Später kam es auf diesem Gebiete schließlich zu einer kleinen Ernüchterung. Das Geschäft flaute stark ab, und die Kursgewinne gingen wieder verloren. Im Freiverkehr war der Verkehr etwas lebhafter. Becker Stahl 46, Becker Kohle 53, Benz 50, Brown Booeri 66,5, Entreprise 11, Growag 56, Rastatter Waggon 21, Ufa 49, Unterfranken 69,5 Prozent. Der weitere Verlauf brachte ein leichtes Nachlassen des Geschäftes. Vereinzelt konnte sich aber die Aufwärtsbewegung fortsetzen, wobei Elektroaktien stärkere Beachtung fanden. Der Geldmarkt ist anhaltend außerordentlich flüssig. Monatsgeld ist zwischen 5,5 und 6,5 Prozent reichlich angeboten, Jndustrie- akzepte 5,75 Prozent, Bankdiskonten 5 Prozent, Tagesgeld ist kaum anzubringen. Der Devisen- verkehr wird von dem weiteren Nachgeben des französischen Franken beherrscht. Die Pfundparität erreichte einen Stand von 141,50. Auch Brussel lag gedrückt gegen London mit 122,75. Mark und Pfund sind unverändert fest. rung der Geschäftslage im Mära zum Ausdruck kommt und die optimistische Anschauung über die Auswirkung der M o n t a n t r u ft b i l b u n g und der internationalen Verständigung entwickelt wurden. Unter dem Eindruck dieser Momente tarn die matte Veranlagung des französischen Franken nicht zur Geltung. Paris gab gegen London weiter nach auf 141,75. Brüssel folgte dieser Bewegung und stellte sich ebenfalls schwächer mit 122,50 gegen London. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. ■ * GE$RUNDET1879 * I X DAS FÜHRENDE HAUS VORNEHMER DAMEN-BEKLEIDUNG X 92,25 135,4* 77 77,25 lich muhte erst vorher ca. 1800 Angestellten gekündigt werden, die in den Abteilungen „Lastkraftwagen" und „Waggonbau" nicht weiter beschäftigt werden konnten, sodaß am 1. April ca. 4300 Arbeiter im ersten Vierteljahr zur Entlassung kommen. " Mansfeld A. G. für Bergbau und Hüttenbetrieb. Wie der DHD. von unterrichteter Seite erfährt, dürfte der AR. die Ausschüttung einer Dividende von 8 Prozent beschließen. * Gelsenkirchener Bergwerks A. G. Die Verwaltung der Rehrimer Abteilung der Gelsenkirchener Bergwerks A. G. und der früheren Hüstener Gewerkschaft hat, wie die „Dortmunder Zeitung" erfährt, beim Demobilmachungskommissar die beschleunigte Stillegung des Stahlwerkes und des Blockwalzwerkes mit sämtlichen Rebenbetrieben wegen Unrentabilität beantragt. Zum Monatsende sollen 500 Arbeiter der Erwerbs- losenfürsorge überwiesen werden. Außerdem ist 30 Beamten gekündigt worden. Das Feinblechwalzwerk wird dagegen unverändert aufrechterhakten. Börsen kurte. Kirche und Schule. 00 Nieder-Flor st adt, 26. März. Vor einigen Wochen wurde auf Veranlassung des Kreisschulamts hier ein Werkunterrich ts- kursus eingerichtet, an dem alle Lehrer aus der näheren Umgebung teilnahmen. In der kurzen Zeit, die dafür zur Verfügung stand, konnte natürlich nicht das ganze Gebiet behandelt, sondern lediglich durch einen kurzen ileberblkf eine Anregung gegeben werden. Der Kursus wurde von Lehrer Stumpf-Friedberg geleitet und durchst Schulrat Songer beaufsichtigt, der an zwei Tagen die Kurfusteilnehmer mit seiner Idee, für die er schon 25 Jahre kämpft, vertraut machte. Er behandelte die Einführung in die Raumlehre im fünften Schuljahr und die Mechanik der flüssigen und luftförmigen Körper. Berliner Börse. Berlin, 27. März. Die zum Wochenschluß noch überraschend kommende Ermäßigung der Reichsbankrate gab der Börse einen starken Impuls. Das Geschäft nahm an Lebhaftigkeit zu und erstreckte fid) besonders auf die in der letzten Zeit vernachlässigten Marktgebiete. Die Tendenz erwies sich, nachdem die Börse schon bisher an einer bemerkenswerten Widerstandsfähigkeit festhielt, als sehr freundlich. Die Kurssteigerungen betrugen durchschnittlich 2 bis 3 Prozent, gingen aber bei zahlreichen Werten noch darüber hinaus. Diese Bewegung ist um so mehr zu beachten, als der Quartalsultimo noch vor der Tür steht, sie fand durch die außerordentliche Flüssigkeit des Geldmarktes eine gute Stütze. Aus dem Schritte der Reichsbank geht hervor, daß sie die Entwicklung der Geldmarktlage auch für die nächsten Tage sehr günstig beurteilt und mit keiner Anspannung über das übliche Maß hinaus rechnet. Diese Ansicht findet in der Tat schon jetzt ihre Bestätigung. Tagesgeld wird unverändert in großen Beträgen bis zu 4 dis 6 Prozent angeboten und ist kaum unterzubringen. Der Satz für Monatsgeld von 6 bis 7 Prozent ist fast rein nominell. Diese anhaltende Geldflüssigkeit führte auch dem Markte der festverzinslichen Werte größere Käuferschichten zu. So hatten Pfandbriefe aller Art einschließlich der Vorkriegsemissionen bei lebhaftem Geschäft erneut beträchtliche Kurssteigerungen zu verzeichnen. Am Montan- markt sand das Geschäft noch eine besondere Anregung durch die Ausführungen in der gestrigen Phönix-Generalversammlung, in denen eine Besse- WMI 26 März 27 März. Ärmliche Meld Rott rung Brie. Amtliche Notierung Geld Brief «mn.-rtton 168.13 168,55 168,11 168,53 Buen.-Aires 1,649 1,653 1,659 1,663 Brss.-Antw 16,825 16,865 16,67 16.71 Gbriftiania 90,22 90,41 89.89 90,11 .ftopenboacn 110,12 110,40 110,03 110,31 Stockholm 112,40 112,74 112,41 112,77 Helsingsors 10,554 10,594 10,554 10.591 «falten . . 16,875 16,915 16,865 16,905 London. - 20.396 20.448 20,395 20,447 Weubort . 4,195 4,205 4,195 4,205 Varis. . 14,63 14.67 14,475 14,515 Schweiz . 80,80 81.00 80,79 80.99 Spanien. 59,06 59,20 1,926 59.06 59,20 Favcm . . • 1,922 1.922 1.926 •Hio de Fan 0.599 0,601 0.602 0.604 Wien in D-. Ceft. abgeft 59,18 59,32 59,19 59,33 Prog . . . 12.418 12,458 12,417 12,457 ikljrab . . 7,385 7,405 7,382 7,402 Budapest. . Buliarien 5,875 5,895 5.875 5,895 3,025 3,035 3,02 3,03 L'stabon 21,295 21,345 21.295 31.345 Danzig. . 80.89 81,09 80.89 81.09 Konst ntln. 2,129 2,139 2,129 2,139 Athen 5.67 5.69 5,67 5,69 Kanada. . 4,185 4,195 4,185 4,195 Urnguati . 4.245 4,255 4,245 4.255 Frankfurt a.TL Berlin Schiu • fiure 1«U. c. Kur« Schcich» Kur- Vlnfanq c t ‘ Datn-n: | 26 3. 27. 3- 26 3 27 3 5°/. Teullche Rcichsanleihe 0.390 0.410 0,3902 0.4075 4% Deutsche Neichsanleihe — 0.3705 0.3925 3'/«% Deutsche Reichsan leibe 0,3675 — 0,3707 0.395 3% Deutsche Reichsanleibe 0.160 —— 0,4805 0,48 Deutsche Sparpramienanleihe u,221 — 0.235 — 4% Preußische Konsols 4° o Hessen ..... 0,370 0.350 0,3705 — 3'/a% Hessen ...... — — — — 3% Hessen........... 0,330 — 0,355 — Deutsche Wertb. Dollar-Anl. 93,5 — 95,5 —— dto- Doll-Schav-Amreimg.-! 99,6 — 99,8 — 4°/o »solltürken ... 10,75 — 10,62 — 5% Goldmerikan« • - 39 4-1 — Berliner Handelsgesellschaft 151,75 155,7- 153- 155* Commerz- und Privat-Bank 112,2' 114' 111.5' 114 Lärmst, und Naiionalbank 131' 133,5- 131- 132,5’ Deutsche Bank ■ . 132* 1.35,2' 132,5- 134,7- Deutsche BereinSbank . . - — — — —— DiSconto Lommandit 126.1- 129V 126,7- — Metallbank ... 95 96 — — Mitteldeutsche Kreditbank 105 106.5' 105.5' 106,5* Oestecreichische Kreditanstalt 7.1 7,35 7.25 7.25 Westbcmk 0.040 0.046 - — Banknoten. Berlin, 26 März Geld Briet Amerikanische Viole» . . » . , 4,186 4,206 Belgische Noten . ...... 16,775 16.885 Dänische V?oten ....... 109,82 1’9,38 Englische Noten........ 20,364 20.461 Francönlche Note» ...... 14,71 14,79 Holländische Noten ..... 167.75 168,59 ^trlienische Noten ..... 16,94 17.02 Norwegische Noten . ... 90,10 90,56 Deuisch-Oesterr, ä 100 Kronen 59,09 59,39 Rumänische Noten ... _ _ Schwedische Noten..... 112,17 112,73 Schweizer Noten ... 80,70 81,10 Spanische Noten ...... 59,15 59,45 Tschechoslowakische Noten . . 12,39 12,45 ttnaarifrfje Noten 5.86 5.90 Die echte Packung/ Goldbrauner Ton Mildwürziger Duft Kraftvoller Kaffeegeschmack. 3 Tf#*5ac&e^ : Ausgewählter B&hmnka^ee Zutat von „Webers Carlsbader'* Sorgfältige Zubereitung In grflöter Auswahl Neustadt < SS > / J. B. \ Häuser k Gießen / Die diesjährigen Neuheiten inTapeten sind eingetroffen Die reiche Auswahl umfaßt Muster In jeder Preislage und In jeder Geschmacksrichtung niiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiHiiiiiiHiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiuiimiiiiiiiiHiiin 1 Restbestände vorjähriger Tapeten verkaufe | Ich zu bedeutend ermäßigten Preisen aus TiiiiiimiHiiiniiiiiiHiiiimmiiiiiiHHiiiiiiiiiiimimiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiminnmiiiiiMHHiiiiiiiiHiHiiHiii Heinrich Hochstätter Brandplatz 1 Ecke Schloßgasse 2747a BafaUsplitt Basaltgrus Basaltsand bester Qualität zu billigem Preis. C Rübsamen,Gießen Fernfprecher 1659. ”“c Gewaschene Suhr- Nußkohlen hocüwerilg und «paruam für Haus- u. Küchenbrand etwa fünizig Prozent höhere Heizkraft gegenüber Braunkohlenbrikett», rußen und- rauchen wenig. geringe Ktickethnde. mss In allen größeren Kohienhandl. erhältlich Fleisch-Räucher- und Aufbewahrungs-Schränke von 4u Jia. u an. Teilzahlung bla zu 1 Jahr. Direkt von der Spezialfabrik. Prekllate gratlw und franko. Baukoten-Industrie Lauterbach 234 In Hessen. h 1 Sl f ial dae beete Heilmittel VII iai ffleiallbetien für groß und klein, Stahlmatratzen, auch mit Zubehör. frachtfrei an Private. Ueberall eingeführt seit 1911. Bequeme Bedingungen. Katalog 729 frei. Eisenmöbelfabrik Suhl (TbOf.) Oster-Artikel! Schokoladen- und Iuckerhasen — Dekorierte Eier eign.Fabrikation - Marzipan-,Mandel»,Trüffel» und Lreme.Eier — Biskuithasen, Biskuiteier empfiehlt in bekannt reicher Auswahl Ludwig Doll,® kfteit, MaMftr.32 Konditorei, Schokoladen» und Iuckerwaren-Grohhandlung. a7MD iLSperrholz j rn Gaboon, Erie u Kiefer 8—25 mm n fchwed it bayr. frobelbretter, forme g0* S ©oalierlatten, ebenso Eichen- nud !■« Bnchenschnittwaren liefern in allen s e© Stärken 6i7D äp LugenvürrLLo.,Stehen 5J» Televbon 149. Generalvertretung: 2567D 1OX Georg Hebstreit, Bierverlag Gießen, Klinikstraße 21 Afleinvereand für Gießen: Albert Merlan, Bierhandlung Gießen, Ludwigstraße 26. leinbrände WoACV <2.X\7_Q.X\ Schützen Sie Ihre Schaufenster durch eine zweck- rg «enls» 'S Q äs mäßige JfcVÄv öU JL -KL JL «I C Werkstatt: Kirchstraße 6 Telephon 1309 02150 Klein L Stiefel Fulda G. A. Bandsägen maschinell aaw. einzeln und kombiniert [NORDDEUTSCHER LLOYD BREMEN 5 bißige Tflilfemieer* l*q*:z*6 mit Doppelschrauben- Salondampfer „Lützoweez Unterbringung nur inl-und 2-bettigen Kabinen z Anerkannt vorzügliche Verpflegung und Bedienung z Kostenlose Auskunft und illustrierte Prospekte durch alle Vertretungen NORDDEUTSCHER LLOYD BREMEN In Gießen:Theodor Loos, Kirchenplatz 13 _ • i n- । f| IM; M m! feto SeMw AÄWM!! Besonders zur Kommunion, Konfirmation und zum Osterfeste Reklame-Sendung I. 2 Maschen 24er Liebfrauenmilch SttftSwein - 2 shlaschen 24er Niersteiner Domtal — 2 i>L 23er Ingelheim. Rotwein - tuf. 6 ob. auch von einer Sorte 6 Kl. für 5UC10.— Reklame-Sendung II. 6 Fl. 24er Bechtheimer Geiersbera t 5M< 6.5