Samstag, 27. Zebmar 1926 176. Jahrgang Nr. 49 Erstes Blatt Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhesten vr»« und Verlag: vrühl'lch« UaioerfilSK-vuch- und Steiitbruderei B. Lange In Siegen. Schriftlettung und Sesch.Mftelle: rchulftrag« 1. itnnaHee von loielqte für die lagesnnmmer vis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 ram Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re« lrlameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 206/a mehr. Chefredakteur. Dr. Friedr. WUH. Lange. Verantwortlich für Polittk Dr. Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil Hans Iüstel, sämtlich in Gießen. Erscheinttäglich,außer Sonntags und Feiertag». Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Siovats-Bezvgspreir: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Träger- lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechansch lüsse: Schriftleitung 112, Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siehe«. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. Briand über Locarno. Die Locarnodebatte in der französischen Kammer. Remlniscere! Es ist einer der tragischsten Züge in der ae- schichilichen Entwicklung des deutschen Volkes, dieses Nichtzusammenfindenkönnen zu einem großen nationalen Wollen, wie es sich äußerlich offenbart in dem Fehlen gemeinsamer nationaler Symbole, in dem inneren und äußeren Auseinandergehen in Augen- blickeri gemeinsamen nationalen Erlebens. Seitdem der unglückliche Beschluß der Nationalversammlung uns die stolzen Farben nahm, unter denen unsere Heere vier Jahre lang der Welt Trotz geboten, seit- dem die neue Reichsfahne, ursprünglich gedacht als Symbol großdeutscher Einheit, auch sie anknüpfend an große deutsche Vergangenheit, zum Wahrzeichen einer politischen Richtung herabgewürdigt wurde, seitdem bieten wir der Welt das wenig erhebende Schauspiel einer Nation, die der unselige Streit um die Flagge, das höchste Symbol des Staats, durch eine breite Kluft spaltet. Nicht anders ist es mit den nationalen Feiertagen. Die eine Hälfte des deutschen Volkes begeht den 18. Januar als den Tag der Reichsgründung, die andere feiert mit dem amtlichen Deutschland den 11. August als den Tag der Weimarer Verfassung. Und nicht einmal zum Gedächtnis der Helden des Weltkrieges findet sich ganz Deutschland in einem Lager. Sind es sonst die politischen Richtungen, so ist es jetzt der Partikularis- mus der Länder, der sich eines gemeinsamen Gedenkens unserer Toten in den Weg stellt. Bayern glaubt am Allerseelentage seine Gefallenen besser ehren zu können, die Sachsen schließen sich der Leipziger Messe wegen aus. Das übrige Deutschland aber findet sich morgen zusammen im Gedächtnis an unsere gefallenen Helden. Reminiscere, „erinnere dich!" mahnt der kirchliche Name dieses Sonntags. Und ein Tag des Erinnerns sei vor allem dieser Volkstrauertag, ein Tag, an dem, wie am Totensonntag und Allerseelen, nicht so sehr die Trauer und der persönliche Schmerz um den eigenen Verlust, um das Opfer, das du selbst gebracht hast, vorherrscht, als vielmehr der Stolz auf die Taten unserer Vater, Söhne und Brüder und der entschlossene Wille, ihnen nachzuleben in Pflichttreue und Aufopferung für Volk und Vaterland. Ein Tag heißen Dankes für die Toten, die mit ihren Leibern die heilige deutsche Erde schützten, ein Tag feierlichen Gelöbnisses, festzuhalten, was sie uns erffritten, über ihren Gräbern uns zufammenzufinden zu gemeinsamem Gedenken, aber auch gemeinsamem Opfern, gemeinsamem Arbeiten und Streben im Dienst des Volkes. Und schließlich ein Tag der Mahnung an unsere Jugend, die schnell herauswächst aus dem großen Erleben dieses Krie- ges, das sich uns Melieren unauslöschlich eingrub. Eine Mahnung zur Selbstbesinnung und Läuterung klingt aus diesem „Reminiscere!", ein Gebot der Selbstentäußerung und Selbstüberwindung, ein Wille zur sittlichen Tat, zu frohem Bekennen und stolzem Opfern. Pflanzt in die Herzen unserer Ju- gend wieder die Achtung vor der Autorität des Staates und der Familie! Das ist eine schlechte Freiheit, die keine Selbstdisziplin kennt, keine Ehr- furcht zeigt und keine Uederzeugung achtet. Haltet unsere Jugend fern von dem zersetzenden, gewissen- morbcnben Moloch, der sich Politik nennt. Laßt sie abseits von eurem Klassen- und Parteihader. Lehrt sie Pflichten kennen, bevor sie auf Rechte pocht, erzieht sie zu Staatsbürgern, nicht zu Politikern. Und lernt s e l b st wieder mit eurer Jugend den Mensch im Menschen achten, reißt die Giftpflanze des Hasses und Neides aus eurem Herzen, macht ein Ende dem unseligen Zwist um Doktrinen mid Grundsätze, trage ein jeder in hoher Selbstver- antwortung an seinem Teile bei zur Erhaltung des sozialen Friedens in unserem Volk, und wenden wir alle unsere gesammelte Kraft als einige Nation nach außen, wo in diesen Tagen um Deutschlands Zukunft die Lose fallen. „Ihr sollt nicht Schatten sein, Bäume sollt ihr fein, die über Gräbern blühen und Früchte tragen!" so ruft uns heute am Tage des Erinnerns Walter F l e x zu, der Dichter und Held, der selbst fern auf der einsamen Ostseeinse! den letzten Schlaf tut. Wühlt nicht in altem Leid, fragt nicht, wozu sind unsere Helden gefallen, wenn sie nicht mehr er» streiten konnten als den Torso, der sich heute Deutschland nennt, nicht mehr, als diesen zuckenden, aus tausend Wunden blutenden Körper, der sich mühsam dahinschleppt auf dem Wege des Leidens und der Marter: hadert nicht mit dem Schicksal, an dem eure Gleichgültigkeit gegen den Staat selbst ein gerüttelt Maß Schuld trägt; trauert nicht ver- gangener Gröhe nach, bekennt euch mutig zur Gegenwart, so trübe und duster sie euch anblicken mag, nur eure eigene Kraft kann sie freundlicher gestalten. Seid nicht resignierende Schatten eurer Toten, seid Bäume, die aus der Erinnerung an die gefallenen Lieben Mut und Vertrauen schöpfen, es ihnen gleichzutun im Opfern für das Stück Heimaterde, für das sie ihr Leben gaben. Wenn wir mit diesen Gedanken den Tag des Gedächtnisses und der (Erinnerung feiern, dann kann er für unser Volk eine rechte Quelle der Kraft und ider Gnade werden. Der Volkstrauertag fällt diesmal zusammen mit einem andern Tag ernsten Gedenkens: Vor einem Jahr stand das deutsche Volk an der Bahre seines ersten Präsidenten Friedrich Ebert hat es nicht leicht aehabt, zu allen Teilen seines Volkes das Verhältnis zu gewinnen, ohne das der Führer der Nation ein Strohhalm im Winde ist. Daß er sich ehrlich Darum gemüht hat. das Zeugnis wird ihm der Spruch der Geschichte einst nicht versagen. Kaum ein Zweiter war wie er dazu berufen, an der inneren Versöhnung unseres Volkes mitzuarbeiten. Wenn morgen die Reichsregierung an seinem Grabe in Heidelberg einen Kranz niederlegt, dann gedenkt mit ihr das deutsche Volk des Mannes, dessen nüchternes, besonnenes Handeln im Verein mit den Resten unseres stolzen, alten Heeres Deutschland vor den Schrecken des Bolschewismus bewahrte, dessen öAughelt und Mäßigung alle Glieder unseres Volke? Paris, 26. Febr. (WTB.) Die Kammer hat in ihrer heutigen Rachmittagssihung die Diskussion über die Vertrüge von Locarno fortgesetzt. Der deutsche Botschafter v. Hoesch wohnte der Sitzung bei. Als erster Redner suchte der der radikalen Linken angehörende Abg. Marcel P l a i s a n t klarzulegen, daß die Vertrage von Locarno in keiner Weise die Vorteile vernichteten, die der Friedensvertrag in den Artikeln 42 bis 44 festlege. Außer dem Friedensvertrag selbst bemerke man eine noch engere Einheit zwischen dem_ Abkommen von Locarno und dem Statut des Völler- bundes. Er habe keine Furcht vor dem Auftreten Deutschlands im Völkerbund, selbst wenn es den Versuch machen sollte, das angekündigte Programm seiner Forderungen auf Grund des Artikels 19 des Völkerbundsstatuts zur Durchführung zu bringen. Der Abg. Barthelemy von der demokratisch-republikanischen Linken erklärte, er wolle die Abkommen von Locarno nicht so deuten, daß das französische Volk das Gefühl einer trügerischen Sicherheit bekomme, denn hierdurch würde man es einschläfern. Das Abkommen von Locarno bedeute keine Desavouierung der Ruhrpolitik, aber die Stunde der Ruhr gehöre der Vergangenheit an. Er wünsche, daß die Kammer einstimmig die Abkommen von Locarno annehme. Wenn das Werk von Locarno Schiffbruch erleide, so wolle er nicht, bah die Verantwortung dafür Frankreich zufalle. . Hierauf ergriff Ministerpräsident Briand. das Wort. Das Abkommen von Locarno müsse nach seinem wirklichen Geiste beurteilt werden, der nicht ein Geist engherzigen Rationalismus sei, sondern ein europäischer Geist, ein Geist des Friedens. Er wolle niemand täuschen und wenn man ihn frage, ob Locarno allein genüge, um Frankreichs Sicherhei t zu garantieren, so sage er: Rein! Briand erinnert daran, welche unerquickliche Diskussion im Augenblick der Ratifizierung des Friedeirsvenrages von Versailles innerhalb des Kammerausschusses für auswärttge Angelegenheiten über das Thema ftattgefunben hätte, ob die von England und den Vereinigten Staaten gegebenen Garantien im Falle der Gefahr spielen würden. Clemenceau habe damals die Hoffnung ausgesprochen, daß Amerika den Vertrag ratifizieren werde. Das sei aber nicht erfolgt. Diese Lücke, die in der nicht in die Erscheinung getretenen Garantie des Versailler Vertrages vorhanden sei, habe er auszufüllen versucht. Er bedauere es nicht, den Vorschlag Stresemanns angenommen zu haben, um schließlich zur Kon- fernz von Locarno zu gelangen. Was das Beste am Abkommen von Locarno sei, sei das, daß es den Völkern das Vertrauen! toiebergebe, und daß es in einer Atmosphäre von mangelnder Klarheit und Bedrohungen einen kleinen leichten Lichtstrahl geschaffen habe, an den sich die Hoffnungen der Völker angeklammert hätten. Die Kriegsverstümmelten und Mütter könnten jetzt ihren Kindern ins Auge sehen in der Hoffnung, daß sie nicht mehr die Opfer der gleichen Kriegsschrecken werden würden. Wenn die Abkommen von Locarno nur das gebracht hätten, dann wäre das schon viel. „lind ich rechne es mir," so rief Briand unter dem lauten Beifall fast der ganzen Kammer aus, „zur Ehre an, daß ich es unterzeichnet habe. Man darf nicht das Vertrauen der Völker in den Frieden stören; denn es ist eine der wesentlichsten Dedingungen für den wahrhaften Frieden." Wenn in dem Abkommen von Locarno eine Möglichkeit der Verringerung der Verteidigungsmittel enthalten wäre, würde er feine Ratifizierung fordern. Den kleinen Keim von Locarno dürfe man nicht vernichten, sondern man müsse ihn reifen lassen. Er strebe nach der Sonne. Wenn ihn ein schwerer Stiefel vernichte, bann wünsche er, bah bas fein französischer Fuß sei. (Lebhafter Beifall.) 3n Europa muh ber Friede organisiert werben. Die Pulverfässer, bie man noch finbet, müssen beiseite geschafft werden. Der in Locarno unterzeichnete Pakt ist ein Anfang. Deutschland, nach Locarno berufen, ist dorthin gekommen. Man hat dort zum erstenmal wieder unter der Nationalhymne einte, und der in Zeiten höchster nationaler Not und schwerer innerer Auseinandersetzungen zurückhaltend und taktvoll das höchste Amt des Reiches verwaltete. Das wollen auch wir ihm nicht vergessen, die wir im Leben auf dem politischen Kampffeld manch harten Strauß mit ihm auszufechten hatten. Was für Friedrich Ebert nach Lage der Dinge eine übermenschliche Aufgabe war, die innere Befriedung Deutschlands, das ist feinem Nachfolger Hindenburg, dank feiner Persönlichkeit und dank dem unermeßlichen Vertrauen, das alle Teile des deutschen Volkes ihm entgegenbrachten, fast mühelos gelungen. Der Kampf um die Perfön. lichkeit des Staatsoberhauptes ist zu Ende, der Kampf um den Staat selbst in dem Augenblick verstummt, in dem sich der erste Feldherr des alten Staates treu und pflichtbewußt in den Dienst der Gegenwart stellte, weil ihm der Inhalt mehr galt als die Form, fein Volk mehr als der Staat. Auch er wird heute den Blick mit uns zurückwenden zu den Gräbern feiner Mitkämpfer in taufend mit ihm gemeinsam die europäische Sprache gesprochen. Das ist eine neue Sprache, bie jeder jetzt lernen muh. Er müsse jetzt daran erinnern, wie er zum ersten Male mit (5trefe mann in einem Schweizer Gasthofe zusammengetroffen sei. „Glauben Sie," so rief Briand aus, „daß in diesem Augenblick nichts in mir vorgegangen ist? Wir haben, Strefemann und ich, die neue Sprache gesprochen. Wird das deutsche Volk das verstehen? Ich glaube es, denn das deutsche Volk ist ein großes Volk. Das deutsche Volk und das französische Volk haben sich im Laufe der Jahrhunderte oft auf den Schlachtfeldern getroffen und die pessimistifchsten Voraussagen sind übertroffen worden. Nicht kleine Heere, sondern ganze -Nationen haben sich Jahre hindurch zerfleischt. Ja, man rufe aus: D i e Sieger! Sie haben gewiß ein großes Prestige und eine größere moralische Kraft erlangt, aber wo sind denn die Völker, die einem derartigen physiologischen und finanziellen Ruin widerstehen könnten, und wenn das Unglück geschehen sollte, daß mangels Einverständnisfes diese Völker sich noch einmal gegenüberstehen würden, was wird bann überhaupt übrig bleiben? Die Völker würden von nun an in die Notwendigkeit verseht, zu diskutieren, ehe sie sich schlagen. Das bedeutet aber nicht, daß keine Vorsichtsmaßnahmen gegen den sch le ch - ten Willen getroffen worden seien. Der Vertrag von Versailles hätte diskutiert werden können, denn er sei die Folge eines Krieges unö eines Sieges gewesen, und man hätte sagen können, daß man ihn aufgezwungen habe und die Hoffnung haben könne, ihn zu zerschinettem. Fetzt aber seien die Grenzen anerkannt und die Verpflichtungen des Vertrages ebenfalls. Gewiß werde man den Wunsch haben, daraus Ruhen zu ziehen. Das sei ganz natürlich. Qlber die französischen Interessen seien gegen jeden Deeinträchtigungsversuch gesichert. Frankreich sei von Freunden umgeben. Man erkläre auch, die Atmosphäre des Völkerbundes würbe vergiftet werden. Warum denn? Innerhalb des Völkerbundes gebe es eine Tradition, und man könne sicher fein, daß, wenn Deutschland sie brechen wollte, es nicht gerade in eine gute Lage käme. Frankreich wisse, welche Rotte Deutschland in der Welt spielen müsse. Was bas Gleichgewicht darstelle, sei eben, daß es verschiedenartige Völker mit einem ihnen eigenen Genie gebe. Keines davon könne zum Verschwinden gebracht werden. Habe denn Frankreich nicht ein ziemlich großes moralisches Plus, und sei sein Heroismus nicht unvergleichlich? Aber Deutschland habe auch gezeigt, daß es auf den Schlachtfeldern ein wackeres Volk, des Heroismus fähig sei. Rein, das alles dürfe nicht fortgesetzt werden. Die Völker sollten wiederum prächtige Fabriken und wunderbare Produktionszentren aufbauen, und alle 25 bis 30 Jahre solle ein Krieg kommen, der alles vernichte? Das Blut solle wiederum in Strömen fließen? Rein, nein und abermals nein! 3n diesem Geiste habe ich das Abkommen von Locarno unterzeichnet, und ich habe geglaubt, daß diese meine Tat eines guten Franzosen nicht unwürdig ist. Ich habe Vertrauen gehabt in den Frieden, in bie moralische Kraft Frankreichs, daß es gemeinschaftlich mit den anderen Völkern den Frieden organisieren könne. Wir stehen -vor der Morgenröte einer neuen Zeit. Europa kann -nicht in jenem Wirrsal bleiben, in dem es heute lebt. Das vertragen weder seine politischen, noch seine wirtschaftlichen Sntereffen. Wenn zwei wackere Menschen aneinander geraten sind, kommen sie nicht nach einer Diskussion wieder zu einem Ergebnis? Glaubt man denn, daß man den sozialen Frieden haben kann, ohne daß man nach dem Mittel sucht, die Rationen Europas untereinander auszuföhnen. Frankreich, das stets in der Vorhut des Fortschrittes marschiert ist, soll sich jetzt in die Falten seines Sieges ein» hüllen mit mürrischen, finsteren Augen und trüben Blicken? Ein solches Frankreich niemals! Frankreich bleibt immer das, was es gewesen ist, heute, morgen und übermorgen! Der größte Teil der Abgeordneten erhebt sich von den Sitzen und bringt Briand, als er die Rednertribüne verläßt, fteljenb lebhafte Ovationen dar. Schlachten, und die Erinnerung an ihr Heldentum und ihren Opfertod wird ihm und uns^neuen Mut und neue Kraft geben zum Ausharren, Streben und Arbeiten für Volk und Vaterland. Vom Reichspräsidenten. Reichspräsident von Hindenburg besuchte heute nachmittag die Vorführungen des Reit- und Fahrturniers in der neuen Autohatte am Kaiserdamm. Der Präsident wurde bei seinem Erscheinen vom Publikum stürmisch begrüßt. Den Vorführungen wohnten auch die beiden Töchter des Reichspräsidenten und sein Enkelttnd, sowie Reichswehrminister Dr. Gehler, Generaloberst v. Seeckt und der Generalinspektor der Kavallerie, General von Poseck, bei. Reichspräsident v. Hindenburg fährt am 2. März nach Leipzig zum Besuch der dortigen Messe und des Reichsgerichts. Volkstrauertag. Eine Kundgebung der Reichsregierung 3n stiller Trauer gedenkt das deutsche Volk am morgigen Tage seiner Brüder, die in dem größten aller Kriege ihr Leben gaben für die Verteidigung der Heimat. Für uns sind sie In den Tod gegangen. An den Gräbern unserer Gefallenen, die sich für uns alle opferten, sott die Zwietracht schweigen. Mahnend steht vor uns das deutsche Leid, das heilige Opfer der im Kriege Gebliebenen, die starben, damit Deutschland lebe. Aus dem Leid wuchs immer des deutschen Volkes höchste Straft wenn morgen die Flaggen halbmast wehen, wenn große Scharen sich zu würdigen Gedächtnisfeiern still vereinen, soll der Lnschluß in uns sich festigen, im Glauben an Deutschland das wort zu verwirklichen: „Rimmer wird das Reich zerstöret wenn ihr einig seid und treu!" Vertin, 27. Februar 1926. Der Reichspräsident, gez.: von Hindenburg. Die Reichsrcg'rerung. gez.: Dr. Luther. Der Sturm gegen Chamberlain. Die britische Presse sordert seinen Rücktritt. — Die Haltung des Kabinetts London, 27. Febr. (TA.) Die Wochenschriften „Ration", „Spectator", „Rew StateS- man" und „SatmHay Review" sind einig in der scharfen Verurteilung der Polittk Chamberlains. Wesentlich neu ist in der heutigen Stellungnahme der genannten Organe die Bemerkung, daß sich nunmehr der Sturm ausdrücklich gegen die Person und die persönliche Verantwortung Chamberlains richte. Der „Rew ©tateSman“ geht in dieser Hinsicht am weitesten. Er fordert den Rücktritt Chamberlains und schreibt: „In den letzten Wochen haben wir Chamberlain mehr Kredit gegeben, als er verdiente. Wir haben nicht daran gedacht, daß er irgendeine andere Politik angesichts des Versuchs, das Werk von Locarno zu zerstören, treiben könnte. Run aber weiß man, daß er nicht nur die Ratskandidaturen Brasiliens, Polens und Spaniens unterstützt, sondern daß er sich sogar Briand gegenüber in diesem Sinne verpflichtet hat. Wenn das so ist, dann gibt es für ihn keinen anderen ehrenvollen Ausweg, als den Rücktritt. Er hat einen groben, ja einen fast unglaublichen Fehler begangen, ber nicht vergeben werden kann. Sachlich wird nicht viel Schaden entstehen, da Schweden gegen diese Politik Widerstand leisten wird. Es Ware aber beschämend für England, wenn es Schweden überlassen bliebe, den Völkerbund zu retten. Wie kann man jemals wieder Chamberlain- Ar teil vertrauen? Das gesamte Ergebnis der ganzen Krise muß letzten Endes das englische Ansehen und die englischen Interessen schädigen. Wenn die Gesichtspunkte Chamberlain-Briand triumphieren gegen die klar ausgedrückte öffentliche Meinung Englands, dann würde Großbritannien in Zukunft nur noch eine Rull in den Angelegenheiten Großbritanniens barfteilen und lediglich ein Anhängsel Frankreich« sein. Chamberlain hat somit England ernsthaft diskreditiert und Chamberlain muß deshalb gehen." Der „S t a r" fordert, daß außer Chamberlain auch der Staatssekretär des Innern und der Erste Lord der Admiralität zurücktreten. Der „Manchester Guardian" bezeichnet die Absicht, Spanien bei den neuen Kandidaten für den Dölkerbundsrat außer Deutschland zunächst in den Vordergrund zu ftelten, als ein neues Manöver. Man nehme an, daß Deutschland einer Zulassung Spaniens weniger Wider st and entgegen'ehen würde, als Polens, denn Spanien wäre im Kriege neutral geblieben und biete auch im übrigen weniger Reibungsflächen. Auch der englischen öffentlichen Meinung versuche man dieses Kompromiß schmackhaft zu machen. Das alles aber ist, sagt der ,Manchester Guardian", weiter nichts als der ursprüngliche Plan in neuer Form. Man hoffe auf das Rachlassen der Spannung, toenn Polen feine Ansprüche zurückzöge, um dann die polnische Kandidatur hintenherum noch einmal vorzubringen. Die „Daily Mai 1" schreibt, die Frage des Völkerbundsrates sei auch vom Kabinett erörtert worden. Es könne mit Bestimmtheit erklärt werden, daß Ehamberlain ohne Rücksicht darauf, wie seine persönliche Ansicht über diese Fragen lauten sollte (unb es fei bekannt, daß sie im Gegensatz zu ber seiner übrigen Kollegen sleheß nach Gens gehen werbe mit klaren Anweisungen des 'Kabinetts, wonach es im gegenwärtigen kritischen Moment wesentlich sei, bah ben Wünschen Deutschlanbs volle Beachtung geschenkt werbe, wenn nicht das in Locarno unb Conbon vollbrachie^Werk zerstört werden solle. Das Blatt schreibt weiter, im internationalen Konzert mehrten sich die Stimmen gegen die polnische Kandidatur. Reben China, verlange jetzt auch Persien einen ständigen Sih, falls Wd dem *■ o . 5 JteUamt Mu ^tntn ■ W? K 3* "Mir Anläßlich der Wiederkehr des Todestages des Reichspräsidenten Ebert läßt die preußische Staatscegierung am 28. Febr. einen Kranz mit Schleife in preußischen Farben durch den Oberbürgermeister der Stadt Heidelberg. Walz, am Grabe niederlegen. Der mit der Bildung des holländischen Kabinetts beauftragte freisinnige Rechtsanwalt Dr. Limburg hat der Königin mitgeteilt, daß seine Bemühungen um die Zusammenstellung eines außerparlamentarischen Kabinett« gescheitert seien. Kleine politische Nachrichten. Reichskanzler Dr. Luther begibt sich am Montagabend nach Hamburg zum Besuch des regierenden Bürgermeisters Dr. Petersen. Er wird voraussichtlich bei dem Essen, das der Senat am Abend zu Ehren des Gastes im Rathause gibt, eine größere p o l i t r-s chL Rede halten. Die Unruhen in Bernkastel. Bern kastel, 26. Febr. (WTB.) Im Zusammenhang mit den gestrigen Winzerausschreitungen sind in Bernkastel 14 Personen verhaftet worden. Vermutlich wird gegen sie ein Verfahren wegen Landfriedensbruchs ein- geleitet teerten. Heute nachmittag sollte ein Polizeiaufgebot in Graach einige weitere Rädelsführer festnehmen. Die Bevölkerung des Moselortes Graach, die von diesem Vorhaben Kenntnis erhielt, ließ die Sturmglocken läuten, bewaffnete sich mit Mistgabeln und Sensen und rückte an den Dorfeingang, um den Polizeibeamten zu begegnen. Diese mußten, um Blutvergießen zu vermeiden, unverrichteter Dinge zurückkehren. Gegen Abend traf wieder ein Zug von etwa 1000 Mann, der sich aus allen Orten der näheren Umgebung von Bernkastel zusammensetzte, in Bernkastel ein. nahm vor dem Gefängnis eine drohende Haltung an und verlangte die Freigabe der Gefangenen. Der Oberstaatsanwalt, der die Untersuchung an Ort und Stelle leitete, sah sich gezwungen, den Forderungen zu entsprechen, um nicht nod) einmal Unheil heraufzubeschwören. Ausschreitungen sind nicht mehr vorgekommen. Der L a n d r a t hat die Winzer in einem Aufruf zur Ruhe und Ordnung aufgefordert. Der katastrophalen wirtschaftlichen Rotlage der Winzer noch Unruhen hinzuzufügen, bedeute für alle Selbstzerfleischung und Ruin. thcater eingesprungen; sie fand sich geschickt ins Ensemble und gab dem jungen Mädel viel Frische, Wärme und natürliches Temperament. Susanne Hehm spielte die ebenso resolute wie verliebte Annemarie; eine der geschlossensten Figuren im Stück; Baste holte sich mit der Karikatur des Geistesarbeiters auf dem Misthaufen etwas billige Lorbeeren. (Dies kommt allerdings in erster Linie auf Zucknayers Konto.) Den Rheinschiffer hatte man Hanke gegeben; aber er liegt ihm nicht; vor allem sprachlich. Der Kerl ist viel zu schwer, klobig und breitspurig für diesen Schauspieler, dessen Begabung auf ganz anderem Felde zu suchen ist. Eine Reihe sehr heiterer und echter Chargen; Ingeborg Scherer, dos mundfertige Wirtstöchterchen, Kurzhoff, der Kölsche Sten, ~ ' Der Kreuzer „Hamburg" ist am 26. Fe> bruar in Funchal (Madeira) eingelaufen. Kein Anwachsen der Arbeits- lostgkeit. Berlin, 26. Febr. (WTB.) Während der Monat Januar noch ein beträchtliches Anwachsen in der Zahl der unterstützten Erwerbslosen gebracht hatte, ist diese Zahl in der ersten Hälfte deö Februars im wesentlichen unverändert geblieben, älnverändert ist insbesondere die Zahl der männlichen Hauptunterstützungsempfänger mit 1 773 000. Eine Zunahme, nämlich von 257 000 auf 285 000, hat bei den weiblichen Hauptunterstützungsempfängern stattgefunden. Insgesamt betrug die Zahl der Hauptunterstützungscmpfänger am 15. Februar 2 059 0C0 gegenüber 2 031 000 am 1. Febr. Andererseits hat sich die Zahl der Zuschlagsempfänger (unterhaltsberechtigt 2 Angehörige von Hculptunterstützungsempsängern) von 2361000 auf 2 332 000 verringert. Die Entwicklung innerhalb der einzelnen Wirtschaftszweige ist noch sehr ungleichmäßig. Llnverkennbar hat im Berichtszeitraum wie alljährlich der Bedarf nach landwirtschaftlichen Arbeitskräften eingewirkt. Theo! deutsch^. EiMt., d-sO Gravelol Fainil'^ ui'tgete- einW o- Vieseln L । kein D ' -ul H die A 3n 1 leineM die mit einer ««J lebte vg gen fii i” Ä f Somme er Idrtö mah nieder, iw die W durch das Krieges «Schwere so viele wenig -y Frontkän viel dan das rech müde, u Hamen sich für rimtentn leisteten, opferten setzten, ti in beutsli hingen l Betraute; das Mc Selbstgefö Dem Mlkstrau^ sagen, das tziensten i der Gefall ach find, soll jeder samen Zii um die ' Trauern veil wir Menschen AngeW in Julm tragen £ büm M auS dem men linb, allein wem die Wer tot fv mam! Frewch, ernster 1 um ball sterben, wenn tm riaC. H fchandlicl Materie unter jh mag, ist öigenWi Gnade ir N uns I eine furch Krieg de! 40000 Gr Und an die < Mes in umsonst schlecht, I erlebt ba die Aot, Aeichg« rungen . 1914 bis Sie folg, die vor Zrüchte. blutigen das feelij ichem zu essen, ist ziemlich verbreitet. Als er elf unten hatte und nicht mehr konnte, sah er das zwölfte zornig an und tat den tiefsinnigen Ausspruch: wenn ich daS doch zuerst gegessen hätte. Mit dem gleichen Recht oder älnrecht könnte man wünschen, dieser Zuckmayer möchte den dritten Akt seines Lustspiels zuerst geschrieben haben. Riemand, auch der skeptischste Kunstrichter nicht, wird dieses Werk erlebt haben, der aus den beiden ersten Akten nicht eine große, ganz große Hoffnung aufblühen sah. Aber niemand wird es auch, wofern er ehrlich war und kritisch sehen und hören konnte, ohne eine herbe Enttäuschung verlassen haben. Beim Hinausgehen erwägt man, daß das Stück mit dem deutschen Kleistpreise gekrönt wurde, und fühlt schmerzlich die außerordentliche Verpflichtung, die schon der Rame andeutet; an den „Amphitryon" darf man nicht denken, und an den „Zerbrochenen Krug" schon gar nicht. Es ist ja nicht zu verkennen, daß schon weit .Uitwürdigere vor Zuckmayer den Kleistpreis erhielten. Wan wird aber vielleicht auch fragen, ob es nicht in diesem Jahre doch auch andere .... aber das wäre müßig: sechs verschiedene Gutachter würden — mindestens — sechs verschiedene Dichter vorgeschlagen haben. .Und nun es einmal Zuckmayer geworden ist (und nicht, zum Beispiel, Max Mohr, Max Mell oder Hans Alfred Kihn) wird man die Worte gulheihen, mit denen der diesjährige Ver- Irauensmann, Paul Fe chter, seine Entscheidung begründet hat. Den Preis trägt eigentlich nicht so sehr das Lustspiel an sich, als vielmehr (und mit Recht) ein Stück künstlerischer Entwicklung, die sich am Drama erweist: der „Durchbruch ins Wirkliche". wie Fechter es nennt. Aus dem literarisch Blassen unb Lebensfernen... Es liegt eine tzute Strecke Wegs zwischen den »Hinterwäldlern" Aus dem Rechtsausschutz des Reichstages. Berlin, 26. Febr. Der Rechtsausschuh setzte die Beratung der Anträge über die vermögensrechtliche Auseinandersetzung mit den früher regierenden Fürstenhäusern fort. § 8 wird nach kurzer Besprechung angenommen. Er lautet: „Ein zwischen den Parteien beim Inkrafttreten dieses Gesetzes bestehender Schieds- vertrag hindert die Anrufung deS Reichs- sondergerichts nicht." Es folgt § 9. der bestimmt, dah das Reichs- sondergericht zunächst einen gütlichen Vergleich zu verbuchen hat und diesem die Möglichkeit gibt. Beweise zu erheben und die Gerichte um Rechtshilfe zu ersuchen. Eine längere Aussprache dreht sich um den Gedanken eines sozialdemokratischen Antrages, auch die Steuerbehörden zu solchen Auskünften zu verpflichten. Schließlich beantragt Abg. Dr. Rosenfeld (Svz.) folgende neue Formulierung; „Die Steuerbehörden sind verpflichtet, die von dem Reichssondergericht geforderte Auskunft zu erteilen.“ Mit dieser Aenderung wird der § 9 angenommen. Es folgt § 10: „Das Reichsgericht seht bei Abschluß des Verfahrens eine an die Reichskasse zu entrichtende angemessene Gebühr fest und bestimmt die Zahlungspflichten.“ Auch die übrigen Paragraphen des Kom- promitzgesehes tourten eingetend behandelt und die erste Lesung geschlossen. Es ist damit zu rechnen, daß bis zur zweiten Lesung weitere Kompromihverhandlungen zwischen den Parteien stattsinden, so daß der Text deS Gesetzentwurfs zur zweiten Lesung durch interparlamentarische Vereinbarungen noch viele Aenderungen erfahren wird. Aus aller Wett. Gründung einer Reichssunkgesellschoft. In Stuttgart wurde die Reichsrundfmrkge- sellschaft, in der die einzelnen Gesellschaften bereits zusammengeschlosssn sind, offiziell konstituiert. Aus der Tagung sprach. Staatssekretär Dr. Bredow über die „Reubildung des Rundfunk". Deutschland besitzt heute 20 Rundfunksender, die Höchstzahl, die uns international zugestanden wird und technisch möglich sei. Rach der Zahl der Teilnehmer stehe der deutsche Rundfunk gleich hinter Amerika und England. Dersicherungsbetrug. Die Berliner Staatsanwaltschaft hat gegen den vor kurzem aus Pommern nach Berlin versetzten Landgerichtsdirektor Jürgens ein Verfahren eingeleitet. Bei ihm wurde im Juni 1925 während seines Ferienaufenthaltes in Kolberg tm Hotelzimmer ein rätselhafter Einbruch verübt, bei dem nach seinen Angaben wertvolle Schmucksachen seiner Gattin im Werte von etwa 18 000 Mk. gest oh len wurden. Jürgens wurde von einer Reiseversicherung der Verlust erseht. Im Spätherbst erfolgte ein zweiter Einbruch in die Stargarder Woh- intng des Richters. Auch bei diesem Einbruch haftete eine Versicherungsgesellschaft, die jedoch den Fall der Stettiner Polizei und später der Berliner Kriminalpolizei zur Nachprüfung übergab. Die Staatsanwaltschaft Hai nun das Ermittelungsverfahren wegen DersichcmmgSbe- truges eröffnet. Hotelbrand in Bremen. Bremen, 27. Febr. (WTB. Funkspruch.) J)cute morgen iurz vor drei Uhr brach im Hotel „Europäischer 5)of" ein Brand aus, der erst entwerft wurde, als der Dachstuhl in Hellen Flammen stand. Die Feuerwehr bekämpfte den Brand mit mehreren Zügen, die gegen morgen noch in voller Tätigkeit waren. Die Verkehrsunsälle in Amerika. 3m vergangenen Jahre sind nach einer Statistik, die auch dem Staatssekretär Hoover vor- gelegt wurde, auf den Straßen der (Bereinigten1 Staaten über 24 000 Todesfälle zu verzeichnen. sie reden zu lassen, wie ihnen das Herz steht und her Schnabel gewachsen ist, sie lachen, fingen, schreien, tanzen und lieben zu lassen. Das ist (in den -ersten Allen) alles von einer bezwingenden Ratürlichkeit. Herzhaftigkeit und Heiterkeit. Zuckmayer empfindet impressiv das ausströmend Wesenhafte seiner heinnschen Landschaft, seine Menschen stehen mit beiden Deinen, notwendig und verwachsen in dieser Landschaft mitteninne, und es riecht nach Wein und reifen Trauben und Most, nach Kartoffelfeuer und Misthaufen, nach Metzelsuppe und frischer Wurst. Der erste Akt ist schlechthin bewundernswert, und man denkt an den alten Reidhart von Reuenthal, wenn man im zweiten die prachtvoll hingesetzte Weinschenkenszene sieht. Da ist alles breit, saftig und echt, die unheimlich natürliche und deutliche Sprache der Leute wird von Gesang durchbrochen, von fettet Kirmesblasmusik begleitet und übertönt; und zuletzt bricht eine herrliche, kernige Holzerei aus, daß kein Glas auf dem Tisch und kein Auge ttocken bleibt. Aber der dritte Akt. (Man hat sehr baute Worte für ihn gefunden; das härteste hieß: Ganghofer.) Der Schluß fällt ab. Senkt das Riveau, legt die Angriffsflächen bloß: mangelnde Handlung, die sich im Zuständlichen verliert. Das Lustspiel, das Komödie hätte werden können, verläuft im Schwank. Was zuvor menschlich- natürlich gesehen war, streift die Karikatur. Das Stoffliche wird allzu massiv: ein entfesseltes Bacchanal, von einer fast peinlichen Grobschlächtig- keit. And ein paarmal, unverkennbar, öS reden die Leute nicht mehr, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist, da redet der rückfällige Literat Zuckmayer aus ihnen, und ihre Worte klingen unecht und fremd. Das ist auch peinlich. So wirkt der letzte Akt, dies ist der letzte Eindruck. . . . Trotz alledem bleibt man danlbar und hoffnungsvoll. Um der ersten Alle willen. Zuckmayer steht mit diesem Stück (er hat es selber nur als Station bezeichnet) am eigenen „Kreuzweg". Warten wir ab, wohin er sich wendet, zurück zum hinterwäldlerischen Pankraz ins mystische Blockhaus, ober vorwärts und aufwärts — ins Leben hinein. Dann wird das Versprechen des „Fröhlichen Weinbergs" vielleicht über ein kleines nurzyvsf, der Kölsche Stenz. (Soll, der Weinreisende Löbche Bär, Volck und Teleky (Rindsfuh und Vogelsberger). — Das Stück wurde vom vollen Hause überaus herzlich entgegengenommen. Ur. Th. Die unwahrscheinliche Geschichte von Mann, der sich vermaß, auf einen Sih zwölf Eier eingelöst fein, und wir haben eine wirkliche, echte und rechte, deutsche Komödie. Die Aufführung war gut. Karl Volck hatte das Stück in liebevolle und sorgliche Hände genommen, hatte vieles geglättet, gedämpft, abgefeilt, gestrichen und den Schluhall mit Takt und Geschmack auf passable Formen gebracht. Dabei hatte das Ganze doch den Schuß rheinischer Fröhlichkeit und auch den herzhaften Erd- ruch, der sein Bestes ist. Der Mittelalt besonders kam in großen Teilen überwältigend heraus. Aber die Tanzmusik muß viel herzhafter klingen, und es empfiehlt sich im übrigen, die große Keilerei weniger ausführlich und mehr zusammengedrängt zu spielen (Schlag auf Schlag, im Sinne des Wortes): die Szene wird dadurch gewinnen. 3m ersten Akt hätte man die Gruppenauftritte gern ein wenig mehr ineinandergreisen sehen. Kräftig und farbig im Stil des Ganzen, die Bühnenbilder von Karl Löffler. — Gunderkoch war Gefsers. eine derb- herzhafte Gestalt voll Saft und Kraft, schlicht und sympathisch hingestellt. Als Klärchen war für Alix Krahmer, die plötzlich erkrankt ist, Hedwig Lilli e vom Mannheimer Rational- rücksichtigung überwiesen. Ein Antrag der Abgc- ordneten Galm und Gen. wegen Ueberdachung des Bahnhofs in Oberroden fand in der Form Zustimmung, daß die Regierung ersucht wird, Vorstellung deswegen bei der Reichsbahndirektion zu erheben. Ein Antrag der Abgeordneten Lautenbacher und Gen. zur Bereitstellung eines Kredits in Höhe der noch ausstehenden Dauzuschüsse wurde gegen zwei Stimmen angenommen. Ein Antrag Dingeldey und Gen. betr. die allgemeine Wirt- schaitsnot wurde durch die Regienrngsantwort für erledigt erklärt. Der Finanzausschuß und einige Regierungsvcr- treter begeben sich Samstag, wie schon gemeldet, nach Gießen, um dort einige Universtäts- i n st i t u t e zu besichtigen. sehr seine Intervention berechtigt und notwenbig gewesen sei. Auch die Entwicklung der deutschen ftandelslustschifsabrt gemahnten ihn, Vorsichtsmaßregeln gegen die drohende Gefahr iu ergreifen. Dann habe Mussolini noch dem „Petit larificn* von der Südtiroler Frage ge- sprachen und u. a. erklärt: Ich habe kürzlich eine Reise durch das Ober-Lffch-Gebiet gemacht. Dort war alles deutsch. Beamte. Lehrer, Klerus. Eisenbahn und Post. Man sprach nur deutsch und saug Lieder, die, wenn man sie In Rom gelungen hatte, die sofortige Verhaftung der Sänger nach sich gezogen hatten. Ueberall ist der italienische Sprachunterricht jetzt obligatorisch. Post- und Eisenbahnbeamte sind italienisch. Dir betreiben die i n - lensive Kolonisierung des oberen Etschgebietes mit italienischen Familien. Mir werden tausend Familien früherer Kriegsteilnehmer als Landwirte dort ansiedeln. 3n Meran haben wir in einer Stickstoffgrube bereits 400 italienische Familien untergebracht und mehr als hundert Jamilien in einet Zinkgrube. Mir werden das Land italienifieren. Ls gibt Drohungen, gegen die man sich schützen muß. Die panger- manische Drohung ist eine solche. Mussolini kam bann schließlich noch auf die Frage der Vermehrung der Völkerbundsratssihe zu sprechen und sagte, wie es in dem französischen Blatt heißt, er habe dem polnischen Botschafter noch am Samstag versprochen, daß er Polen bei seiner Kandidatur für den Völkerbundsrat unterstützen werde. „Polen soll gleichzeitig mit Deutschland eintreten und nicht nach ihm, ebenso wie es mit Deutschland im gleichen Range in Locarno war." Aus dem Finanzausschuß des Hessischen Landtags. D a r m ft a b t, 26. Febr. Der Finanzausschuß erledigte in seiner heutigen Sitzung zahlreiche Vor- stellungen und Anträge, darunter solche von Einzelpersonen wegen ihrer Gehaltsverhältnisfe oder ihrer Ruhestandsbezüge. Unter den Anträgen von allgemeinerer Bedeutung war ein Anttag des kommunistischen Abgeordneten Galm, daß die Beitreibung rückständiger Kirchensteuern sofort eingestellt wird. Der Antrag wurde abgelehnt. Anträge der Abgeordneten Balser und Reiber wegen Auszahlung von Abfindungsrenten und von Renten an ausgeschiedene verheiratete Lehrerinnen wurden durch die Regierungsantwort für erledigt erklärt. Ebenfalls wurde ein Antrag der Abgeordneten Felder und Weinstadt zum Arbeitslosenversicherungsgesetz für erledigt erklärt, da den Wünschen bereits entsprochen wird. Ein Antrag der Abgeordneten Angermeier und Genosten wegen reichsgesetzlicher Regelung des Zinsfußes für Darlehen wurde einstimmig abgelehnt. Ein Antrag der Abgeordneten Roth und Genossen wegen Aufwertung der Abfindung pmederverheirateter Kriegerwitwen wurde ebenfalls abgelehnt, dafür aber ein Antrag Storck angenommen, daß bei der Reichsregierung Vorstellungen erhoben werden, mit dem Ziel der Aufwertung der Abfindungen. Für erledigt erklärt wurde die Vorstellung der Kreisobmänner und Delegierten der Odenwaldgemeinden des Kreises Heppenheim wegen Heraufsetzung der Gemeinden in eine höhere Klasse der Erwerbslosenfurforge und Einreibung in das Wirtschaftsgebiet III, sowie eine Vorstellung des Verbandes der Fabrikarbeiter Deutschlands wegen Erhöhung der Unterstützungs- sätze für Erwerbslose und Wiedereinführung der Unterstützung für Kurzarbeiter. Ein Antrag der Abgeordneten Schott, Dingeldey und Gen. wegen Wiederbesetzung des zweiten Notariats in Wörrstadt wurde mit 8 gegen 3 Stimmen abgelehnt. Ein in Verbindung damit gestellter Antrag Dr. Werner, in dem die Negierung ersucht wird, dem Landtag eine Aufstellung oorzulegen über die Zahl der Notariate in Hessen, über die Höhe der Einkünfte der Notare und über die Höhe der Pensionsbezüge, wurde einstimmig angenommen. Ein Antrag des Abgeordneten Schreiber und Gen. zur Einstellung von Hilfskräften bei den Aufwertung s- (teilen wurde angenommen. Eine Vorstellung der Brauerei S te i n h ä u s e r - W i n d e ck e r in Friedberg betr.Stempel für Grundstückserwerb juristisches Personen wurde der Regierung zur Be- Gießener Stadttheater Karl Zuckmayer: „Der fröhliche Weinberg". Pol« Aufnahme gewähr«. Die nieder- che Regierung stehe einer Vermehrung der Feder deS RateS äußerst ungünstig gegenüber, besonders aus der Erwägung heraus, daß eine geringere Anzahl von Mitgliedern, die beste Gewahr für Einstimmigkeit biete. Finnland habe im wesentlichen dieselbe Meinung vertreten, wie Schweden, Rorwegen und Holland. In Tokio warte man daraus, in welchem Punkt die Entscheidung in den anderen Hauptstädten, namentlich in London, fallen werde. Englische Staatsmänner gegen die Verwässerung des Rats. Amsterdam, 26. Febr. (Wolff.) Der ^Telegraaf" brachte kürzlich einen Beitrag des früheren englischen Anterrichtsministers Fisher, der unter der Lieberschrift „Keine Ratserweite- rung“ die Frage der Verwässerung des Dölkcv- bundsrates be^rndelte. Der Verfasser kommt in feiner Argumentation zu nachstehenden Schlüssen: Die Zulassung Polens würde die Unterscheidung verwischen, welche die Begrünter des Bundes mit der Einrichtung ständiger und nichtständiger Aatssitze im Auge aehabi haben. Die ständigen Mitglieder muffen Großmächte fein, nicht nur, weil sie bei weitem die größten Dun- desbeiträge leisten, sondern weil sie dem Völkerbünde auch den stärksten Halt bieten. Darum nruß Frankreich mehr Gewicht in die Wag- schate legen als Albanien, England mehr als Portugal und Deutschland mehr als Luxemburg. Ss kommt hinzu, daß eine Vermehrung ter ständigen Aatssitze die Zähl der nichtständigen übertreffen und die Rechte der Völker« bundsversammlung bei der Wahl der nichtständigen Mitglieder schmälern würde. Der Einwand, dah zwei ^Rächte sich bester einigen könnten, wenn sie beide im Rat vertreten sind, ist nur scheinbar richtig. So haben Polen und Danzig trotz aller mündlichen Verhandlungen noch niemals Einigkeit erzielt. Es muß aber genügen, wenn die Stimme Polens tm Rat immer gehört wird, sobald Dinge verhandelt werden, die Polen betreffen. Der französische Standpunkt läßt den Verdacht zu, daß Frankreich innerhalb des vötkerbnndsrats einen antideutschen Block bilden will. Tatsächlich 1 kann aber nichts den Völkerbund so sehr gefährden, als Intrigen und der Versuch, zwei einander feindliche Gruppen im Völkerbundsrat ins Leben zu rufen. In einer Rede in Newcastle |agte Viscount Edward Grey, die Kontroverse über die Zulassung Polens zum Völkerbundsrat hätte Unheil an- gerichtet. Er hoffe, die Regierungen würden sich ruhig verhallen, bis sie in Gens seien, wo sie das Unheil begraben und die Verhandlungen in vollkommen harmlosen Formen führen könnten. Deutschland müsse in durchaus fairer Weise in den Völkerbund ausgenommen werden, ohne irgendeine vorherige Aenderung in der Zusammensetzung des Völkerbundsrates. Die wichtige Frage der Zusammensetzung des Bölkerbundsrates sollte erst erörtert werden, wenn Deutschland an diesen Erörterungen teilnehmen könne. Auch Lord Parmoor, der seinerzeit das Kabinett SDlacbonatb im Völkerbundsrat vertrat, er- klärte: Der Vorschlag, daß her Eintritt Deutschlands ;n den Völkerbund gleichzeitig Anlaß dafür sein soll, die allgemeine Frage der Verfassung des Volker- bundrrates aufzuwerfen, ist wie ein Blitz aus heiterem Himmel für die gekommen, die den Völkerbund als einen Mittelpunkt und ein Symbol des internationalen Friedens und der Freundschaft ansehen. Ich stimme vollkommen mit der Entschlie- ßung des Parlamentsausschusses überein, in der die britische Regierung dringend aufgeforbert wird, /einen starken Widerstand gegen irgendeine derartige Veränderung im gegenwärtigen Zeitpunkt > auszuüben. Mussolini gegen Deutschland. Die pangermauische Gefahr. — Südtirol. — Der Völkerbundsrat. Paris, 27. Febr. (Wolff.) Der „Petit Pa- riflen“ veröffentlicht ein Interview mit Mussolini. Der Ministerpräsident kam aus die Kundgebung des Reichsbanners in Hamburg zu sprechen. Parademärsche der Republikaner mit Hunderten van Fahnen und die Teilnahme einer österreichischen Delegation bewiesen ihm am besten, wie (bei deren Uraufführung man ironisch den seligen Karl May hochleben lieh) und diesen rhein- hessischen Bauern um den fröhlichen Weinberg herum, so zwischen Rackenheim, Rierstein und Oppenheim, auf der Strecke von Mainz nach Worms. Und eine überraschend rigorose Stilwandlung erlebt man, vom expressionistischmystischen Literaturdrama (nicht ohne Talent) zum lebendigen, derbfröhlichen, dialektsicheren und ganz unmysteriösen Volksstück, das das Zeug zur Komödie hat in zwei Akten, und — das zuletzt die Linie verliert, possenhafte Züge gewinnt und allzu lustspielhaft mit vier Paaren endigt. Medias in res; Der Weingutsbesiher Gunter- loch hatte eine Frau, die ihm, trotz aller Liebe, kein Kind schenkte. Sein Klärchen hat er sich außerhalb der Ehe geholt. Kinder sind aber das Glück der Ehe, und das Mädel soll's besser haben. Der zukünftige Schwiegersohn, wer es auch sei, muß zuvor zeigen, was er kann... man lauft keine Sau, die nicht ferkelt, und läßt sich keinen Rachenputzer für Meßwein an den Hals reden; und mit so etwas, wovon Glück und Unglück von zwei Menschen abhängt, spielt man Blindekuh ? Das gibt's nicht. Also! (Gin starkes Stück; schon fast unmöglich) Aber der säbelnarbichte Student bekommt das Klärchen nicht, obwohl er sich alle Mühe gibt. Er kriegt „es" nur vorgeschwindelt .damit das Mädel vor ihm Ruhe hat. Sie nimmt den wuchtigen, groben Rheinschiffer, der zu ihr paßt, der Alte heiratet dessen Schwester, der arme Geistesarbeiter wird mit der Wirtstochter abgefunden, und ein jüdischer Weinreiscnder kommt zuletzt auch noch unter die Haube. Am Ende stellen vier Paare ein schönes Gruppenbild... Dennoch der Preis, dennoch ein stürmischer Erfolg durch ganz Deutschland (dem sich neuer» dings sensationmachende Ablehnung entgegen« stellt) —? Aber mit der knappen InhaltSsttzze ist wenig gesagt. Das Beste an diesem Stück liegt gar nicht in der dürftigen Handlung. Sondern in der ilmtoelt, im Atmosphärischen, in den Menschen und ihrer Sprache, in Farbe und Duft der Landschaft, vom herbstlichen Wingert und vom Rheinufer her. Dieser junge Dichter hat die seltene Gabe, Menschen zu sehen, tote sie sind, 0MP50W! SEIfENPULVEft GEKIRNT fEINKOSJ MaRGARIHE W eit WM. * ach einer Sta° Hoover vor- k Vereinigten alle zu ver- n. ). FuiHruch.) brach im W s, der ich ent- hellen Flammen den Brand mit , noch in trofltr Sollinbi» !. foiliitnige der Köni. }n9tn um die iamentarischcn hatgMndcn erlin versetzten verfaHren ein- ui 1925 väp i Solberg tot rbruch verübt, ct wertvolle im Werte von eben. Jürgens cherung der f erfolgte ein gadtr Woß- diesem Mn- Mchast. die sei unb Mer ÄMrühmg hat nun das lersichenmssd^ Ml konsti- Staatssekretär V des Aunb- lndsunksender, l zugestanderr der Zahl der nbfimt gleich fiijten. M sich flm tetlen. ar d« £ ’fÄ un Aede , * 4 t1 nbir.fi;' $°r- Ltz meinet ^ietunoBncr- °n gemeidx, io'W 'eine wÄiche, itl Volck halle liche Me ge- gcbimbft, a" uhakl mit Ta l armen gebZ n Schuh «Fj . MM de übeMlttgend nufj viel herz' Än übr'gA und mehr L aus Sch^ , wird dadurch tte man öle । »*x. mäi Krast, MA ML«" 7« ES* hff* &*$" & 11» *: “»i w” I. 6 «OltlP'1 all-"' ^breit- obig jelst" ßine uche" w' xborg orgk^jckcheu, Vlll^ss der fidel? 4 u"jrf «‘7 iiff» ' Laden in bester Geschäftslage Wetzlars ist an ein Unternehmen zu verpachten, wo Haus- eigentümer sich beteiligen oder Filialie übernehmen kann. Schriftliche Angebote unter 01343 an den Vieh. Anz. erbeten. 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Eine Hausfrau ist kein Chemiker Erst im-Cebrauch, also meist, wenn es schon zu spät Ist, vermag sie zu erkennen, ob ein als unschädlich angc- priesenesWaschmittel auch tatsächlich unschädlich ist. Das Vertrauen, das die gesamte deutsche Hausfrauenwelt dem Dr. Th ompson’s Seifenpulver entgegenbringt, rechtfertigen wir seit Jahrzehnten immer wieder aufs neu« Dolkstrauertag. Theodor Fontane, dem wir neben so inhaltsreichen Erzählungen und trefflichen Schilderungen deutscher Landschaft auch einige Bucher verdanken, die von den Kämpfen um Dte deutsche Einheit handeln, hat mit ergreifenden Dorten das Leid geschildert, das nach Der Schlacht bet Gravelotte so viele norddeutsche, auch hessische Familien getroffen hat, und hat dabei ein Lied mitgeteilt, das man einst in Schottland nach einem verlustreichen Kampfe gesungen hat. In diesem Lied heißt es: .Kein Erntereigeir. es schweigen Die Geigen, kein Tänzer, Der fröhlich im Danze sich dreht: auf Märkten und Messen die Lust ist vergessen, die Blumen vom Walde sind abgemäht." Aur der Provinzialhauptstadt. Dietzen, den 27. Februar 1926. lösenü, tinöernö/ erfrischenö *• Der Aeubau für das Gießener Delegraphenamt. Bon der Oberpostdirek- tion in Darmstadt wird uns geschrieben: In dem Heu bau auf dem Postgrundstück in Gießen wird zunächst im Laufe des Sommers ein Berstärke r a m t für dte in Gießen «inntündenden Fernkabel in Betrieb genommen. Mit Dem Einbau des Selbstanschlußamts für Gießen wird alsdann begönnere werden. Es wird Voraussicht- lich erst im Laufe des Rechnungsjahres 1927 fertiggestellt sein. Die Postverwaltung hätte dem Reubau gerir einen für das Straßenbild günstigen Platz zugewtesen. Alle Versuche, das Post- grundstück zu diesem Zweck in dem erforderlichen Umfang durch Grunderwerb zu vergrößern, schlugen indes fehl. So muhte denn twtgedrungen wegen der vorhandenen Telegraphen- und Fern- sprech-Leitungszuführungen der jetzige Platz gewählt werden. ** Zur Richtigstellung. In unserem gestrigen Bericht über die Sitzung der Stadtverordneten ist ein bedauerlicher Fehler insofern enthalten, als dort zu lesen ist „Stadtv. Weißbäcker (Soz.)". Richtig muß es an jener sitzenden, Landgerichtsrat Stümpert, herzlich begrüßt. Er hieß auch diejenigen Mitglieder Der Kriegerkameradschaft hier und de» hiesigen Betc- ranenvereinS, die sich zur Aufnahme in den Kriegerverein gemeldet hatten und als Ehrenmitglieder aufgenommen wurden, herzlich willkommen. In seiner Begrüßungsansprache betonte der Vorsitzende die Wichtigkeit deS Zusammen- schließenS aller Kameraden gerade in der heutigen Zeit, und gedachte auch der Schwerbedrängten des Rheinlandes, die jetzt zum Teil endlich von dem Joch der Bedrückung befreit seien. — Dem verstorbenen Kameraden Rohleder, der 30 Jahre lang dem Verein, darunter 25 Jahre lang dem Vorstand angehörte, widmete er ehrende Worte der Anerkennung seiner Verdienste um das Kriegervereinswesen, und ebenso gedachte er der hohen Verdienste des kürzlich verstorbenen Ehrenpräsidenten der Hassia, Oberst von Reid' Hardt, der in der schweren Zeit nach dem Kriege zum Teil fast allein Die Geschäfte der Hassia geführt habe. Zu Ehren der Verstorbenen erhob sich Die Versammlung von den Sitzen. Zur Tagesordnung übergehend erstattete Kamerad Albin Klein Den von ihm entworfenen ausführlicheit Jahresbericht, der allgemein Anklang fand, worauf Kamerad Waas Die Rechnung für 1925 unD Dann den Voranschlag für 1926 oortrug. Der Vorsitzende sprach den beiden Kameraden für ihre hingebende Arbeit Dank aus. Die Wahl des Vorstandes, des Fahnenträgers dec Fahnenbegleiter, sowie des Rechnungs- vrüfungSauSschusses ging rasch von statten. Die seitherigen Mitglieder wurden einstimmig wieder- und Die KameraDen Hochstetler und Wagner neu in Den VorstanD gewählt. Hierauf wurde Dem Kameraden Heinrich Simon die Ehrenurkunde für 40jährige Zugehörigkeit aum Verein überreicht, und Dem Ehrenvorsitzenden, Postsekretär a. D. Meyer, unD Den KameraDen Haupt, Schissnie und Waas das ihnen vom Hassia-Präsidium verliehene Hassia-Chren- kreuz für Verdienste im Kriegervereinswesen eingehändigt. Nachdem eine Reihe weiterer Vereinsangelegenheiten, darunter auch ein größeres Konzert zugunsten der Altveteranen, besprochen und Beschlüsse gefaßt worden waren, wurde Die schon verlaufene Hauptversammlung, Die viel An- regenDes bot, geschlossen. Bornotizen. — Lageskalender für Samstag: Musikalischer Abend zum Besten des Mädchen-- heim .Zuflucht": 8 Ähr, Saal des Realghm- nasiunrs. — Deutschyationale Dolkspartei: 7 Ähr, „Postkeller", Vorkrag von Abg. Prof. Dr. Werner. — Vortragssaal der Duchhartdlung Keihner: 8x/& Ähr, Vortrag von Geh. Rat Prof. Dr. Sommer. — Gießener Schwimm-Verein: 8 Ähr, Städtisches Volksbad, Lehrkursus im Schwimmen und Springen. — Spiel-Vereinigung 1900: gl, ., Ähr, Gasthaus Doller, 1. General-Dersamm lung. — Evangelischer Arbeiter-Verein: 8‘/2 Ähr, Vereinslokal, Hauptversammlung. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Der Weibsteufel". Palast-Lichtspiele (Kirchenplah): ,Freies Volt". Astvria-Lichtspiele: „Sechs Schüsse in der Rächt". — Tageskalender für Sonntag: Deutscher Volkstrauertag 1926: 11 Vs Ähr vorm., Reue Aula der Äniversität, Heldengedenkfeiei - Stadttheater, 7 Ähr: „©aluntala“ (Ende 9’ - Ähr). — Gießeiter Schwimmverein, vorm. 10 Ähr und nachm. 3 Ähr, Städtisches Volks bad: Lehrkursus im Schwimmen und Springen: nachm. 3 Ähr mit Vortrag von Dr. Geisow. — Republikanischer Frauerwund, 8V2 Ähr, Katholisches Vereinshaus: Fritz-Ebert-Gedächtnisfeier. — Lichtspielhäuser wie Samstag. Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Der kommende Sonntag bringt die Dritte Aufführung von Kalidasas wun dervollem Märchenschauspiel „Sakuntal a". Presse und Publikum sind einmütig in der An erkennung Der schönett, abgerundetere Darstellung; dazrt kommt, Daß die Ausstattung an Dekorativ neu, Kostümen, sowie Die Beleuchtungseffekte wirklich märchenhaft sind rrnd eine Sehenswürdigkeit atm sich darstellen, wie sie auch in Großstädteit selten geboten wird. Es ist zu hoffetr, daß auch am Sonntag ein starker Besuch die aufgewandte Mühe lohnt. — Der Bauersche Gesangverein veranstaltet, wie er uns schreibt, am Samstag, 13. Marz, abends 8 Ähr, für seine Mitglieder, und Sonntag, 14. März, nachmittags 4 Ähr, ein öffentliches Konzert in Der Aula Der Äniversi- tät. Rach den kalten unD trüben Wintertagen sehnt sich das Menfchenherz mit Dem beginnenden FÄHling hinaus ins Freie, um sich zu freuen an den Wundern Der Ratur und dem fröhlichen Gesang Der munteren Vögel. Auch der Dauerfche Gesangverein will diesmal in schlichten, einfachen Volksweisen und schwierigeren Kunstchören singen „von Lenz imb Liebe, von sei ger goldner Zeit" unD läDt Freunde echten Männergesangs zu seinem Konzert ein. Ein Frühlingslied im vaterländischen Sinn, „Wieland, Der Schmied", für Männerchor mit Blasorchester von R. Hoffmann, bildet Den Schluß des Programms. Die Chöre werben Durchflochten von Liedern für Tenor mit Klavierbegleitung, Die ein Künstler von bedeutendem Ruf, Herr Hans Schuberth-Meister aus Chemnitz singen wird. Man beachte Die heutige Anzeige. | Vermietungen] Schone 2-Zlmmer» Wohnung (Neubau) mit Küche, Svetcherkammer u. Zubehör in Meta- Linden sofort zu vermieten, auch em- zeln, gegen Jabres- Mieivorauszablung. Sckr. Angeb. unter 013S5 a. d. Gieß. Anz. Zwei möblierte Zimmer m. Küchenbenutzung in gutem Hause sofort »u verm. ojx* Hosmannstr. s II. Gut möbliertes W*iiÄtoiw sof. zu oernt. [01366 Ludwigstr. 37 p. ■ ■■■■■■ I SHön möül Zimmer llui 1 n mitelekir. LichtNäbe ■Ziö» Wenn das deutsche Volk sich diesmal zum Dolkstrauertag zusammenfindet, so muß eS sich sagen, daß es mit der Anordnung von Gottesdiensten und Versammlungen zum Gedächtnis Der Gefallenen, so wertvoll diese Veranstaltungen auch sind, nicht genug ist. Seinen Dolkstrauertag soll jeder in der Stille erleben, in seinem einsamen Zimmer, vielleicht dann, wenn die Glocken um die Mittagszeit von den Türmen läuten. Trauern heißt Leid tragen. Wir tragen Leid, well wir im Kriege so entsetzlich viele wertvolle Menschen verloren haben, Menschen, die ihren Angehörigen Segen gebracht und Die jetzt und in Zukunft unser Doll groß gemacht hatten. Wir tragen Leid um die Eltern, Die gebeugt und gebückt unter uns einhergehen, weil ihre Söhne aus dem Kriege nicht mehr nach Hause gekommen sind, wir klagen mit Den Ehefrauen, die nun allein ihre Kinder erziehen müssen. Wir wollen, wenn die Glocken läuten, an die weiten Gräberfelder im Osten und im 'Westen Denfen unD an so manchen Bekannten, Änderwandten und Freund, wie er im feldgrauen Waffenkleid mit ernster Miene von uns Abschied genommen hat, um bald Darauf auf ferner, fremder Flur zu sterben. In neuerer Zell spricht man mitunter, wenn man Menschen im Auge hat, von «Material". Das ist in dieser Gedankenverbindung ein schäirdliches Wort. Steine, Kohlen, Eisenteile sind Material, Menschen sind lebendige Seelen, jeder unter ihnen, so klein und unbedeutend er fein mag, ist eine Persönlichkeit mit ausgeprägtem Eigenleben, eine Persönlichkeit, die bei Gott in Gnade und Ehre steht. Solcher Persönlichkeiten hat unS Der Krieg nahezu 2 Millionen geraubt, eine furchtbare Zahl, wenn man hört, daß Der Krieg des Jahres 1870/71 aus deutscher Seite 40 000 Gefallene als Opfer gefordert hat. Änd fpft will es uns scheinen, toernt wir an Die Zerrissenheit und Friedlosigkeit unseres Dolles in der Gegenwart denken, daß diese Opfer umfonft gebracht feien. Vielleicht ist das Geschlecht, das Den Krieg mit wachem Bewußtsein erlebt hat, Durch Den Schrecken, die Enttäuschung, Die Rot, die über eS gekommen sind, so aus Dem Gleichgewicht gekommen, daß es Die rechten Folgerungen aus seinen Erfahrungen in Den Jahren 1914 biS 1918 nicht ziehen kann. Gott gebe, Daß Die folgende Generation, datz dis Kinder Derer, die vor Vpern und Warschau gestanden, Die Früchte dessen ernten, was ihre Väter in heißem, blutigen Ringen gesät haben, und als ein Volk, DaS seelisch frei, stark unD friedvoll Ist, auf deutschem Boden wohnen. H. B. Flaggen halbmast! Die Gießener Stadtverwaltung und Das Kreisamt Gießen fordern Die Mitbürger in Stadt und Land auf, anläßlich des morgigen Volks trau er tag es zur Ehrung unserer Ge- falleneil und zum äußeren Zeichen der Teilnahme halbmast zu flaggen. Man Darf wohl hoffen, daß dem Aufruf allenthalben in regster Weise entsprochen wird, um damit auch Zu Den Großtaten Des Deutschen Reiches gehört die Sozialversicherung. Fast alle Industriestaaten Europas haben sie nachgeahmt, keiner hat sie aber zu Der deutschen Vollständigkeit Durchgeführt. ÄnD gottlob. Daß wir sie haben. Denn nach Der Denkschrift, Die Der Reichöarbeits- minister kürzlich Dem Reichstag über die Sozialversicherung vorgelegt hat, ist der Ausblick in das Jahr 1926 besorglich. Bei Der Krankenversicherung steht Die Krankenziffer in umgekehrtem Verhältnis zum Beschäftigungsgrad auf Dem Arbeitsmarkt: je umfangreicher Die Arbeitslosigkeit, um so größer Die Krankeilziffer. Wird die Deutsche Wirtschaft gegenwärtig imstande fein, Diese ungeheure Belastung öffentlich-rechtlichen Sparzwanges zur Erhaltung von GesunDheit unD Arbeitskraft Der versicherten Bevölkerung zu tragen? Muß nicht nach Mitteln gesucht werDen, den GesundheitszustanD dadurch zu heben. Daß Krankhellen vermieden und der Zeitpunkt Der Invalidität zurückgerückt wird? In Äebereinstimmung mit immer weiteren Kreisen einer immer wachsenden Zahl Der her- vorragcnDsten Vertreter Der deutschen Heilkunde erachte ich Den Ausbau aller Einrichtungen für Die Förderung Der Leibesübungen für das nahezu einzige und unzweifelhaft wirkungsvollste Mittel zur Erreichung dieses großen Zieles. Gegenüber Den Milliarden Summen sind die Ausgaben von Reich, Staat unD Ländern für Die Förderung Der Leibesübungen vom Kindesalter an verschwindend gering; wenn das Gesetz vom 28. Juli 1925 über Gesundheitsfürsorge in Der Reichsversicherung Den Schwerpunkt Der Invalidenversicherung auf das Gebiet vorbeugender Fürsorge verlegt und Die Versicherungsanstalten zu Trägern von Zweckverbänden zur Bekämpfung von Tuberkulose, Geschlechtskrankheiten und Alkoholismus macht, so scheint es mir noch wichtiger, Die Be - Volke run g nicht erst krank werDen zu lassen, sondern durch frühe Leibeszucht, durch Körperübung in Licht, Luft unD Sonne vor all Den Schwächen zu bewahren, Deren Bekämpfung später Milliarden erfordert. Darum baut nicht Krankenhäuser, nicht Siechenanstalten, sondern schafft Plätze und Raum für Sport und Turnen und Leibesübungen? Märkte im März- Im Monat März finden die nachstehend verzeichneten Märkte statt: Gießen: 2. Rindviehmarkt, 3. Schlachtvieh- und Schweinemarkt, 16. und 17. in Der gleichen Art. — Grünberg: 25. vorm. Viehmarkt, nachm. Krämermarkt. — Alsfeld: 10. Krämer- und Viehmarkt. — Lauterbach. 24. Krämer-, Rindvieh- und Gchweinemarkt. Rieder- Moos: 23. Krämer-, Schweine- und Ziegenmarkt. — Grebenau: 17. Ärämermartt. — Erainseld (Grebenhain). 24. Krämermarkt. — Schotten: 17. Krämer-, Rindvieh- und Gchweinemarkt. — Gngelrod: 29. Krämer-» markt. — Älfa: 29. Schweinetnarkt. — Gedern: 2. Rindvieh- und Schweinemarkt. — Ortenberg: 16. Schweinsmarkt. — Hungen: 15. Krämer- und Viehmarkt. — Gchzell: 8. Schweinemarkt. — Friedberg: 10.Gchweine- und Kvämermcrrkt. Wetzlar: 24. Krämer- un£> Viehmarkt. — BraunselS: 30. Krämer« und Viehmarkt. - Di llenb urg: 22. Krämer-, Rindvieh- und Schweinemarkt.. — Herborn: 25. DeSgl. — Weilburg: Krämer-, Schlachtvieh-, Zuchtviehmarkt. — Marburg: 18. Krämer^, Rinder-, SchweinemaÄlt. — Biedenkopf. 11. Desgl. — Breidenbach: 25. desgl. — Gladenbach: 19. Krämermarkt. — Lohra: 23. Krämer-, Gchweinemarkt. — Kirchhain: 9. und 23. Rindvieh-, Schweinemarkt. Im Hinblick auf die gegentoänig weitverbreitete Maul- und Klauenseuche möchten wir den Interessenten anraten, kurze Zeit vor Dem Markt sich erst iuxf) zu vergewissern, ob die Veranstaltung nicht etwa kurz zuvor verboten wurde. In Deutschland war während Des Krieges keineswegs Die Lust vergessen, es fehlte an Denen, Die mit den Opfern des Krieges litten, von einer nationalen Trauer sah man nicht viel. Man lebte vielfach wie im Frieden, man klatschte luftigen Stücken Beifall, Kriegsgewinnler machten sich in Bädern und Sommerfrischen gute Tage. Derweil war in Der Champagne und an Der Somme ein wildes Ringen im Gange, in Rußland" mähte Der Tod TausenDe Der Änseren nieDer, Die Lazarette füllten sich, langsam fuhren Die Lazarettzüge von Der Front herkommend Durch Das Deutsche Land. Man hat während DeS Krieges in Deutschland nicht allerwärts die Schwere DeS Schicksals empfunden, das sich aus so viele Familien hennedersenkte. Man hatte zu wenig Verständnis für die großen Opfer, die Die Frontkämpfer brachten, die Heimat hatte sehr viel Damit zm tun, ihre eigenen Verdienste in das rechte Licht zu stellen, man wurde nicht müde, unsere treffliche Orgamfation zu preisen, Damen der österreichifchen Aristokratie ließen sich für illustrierte Blätter in koketter Pflegerinnentracht photographieren. Was die Draußen leisteten, indem sie Leben unD GesunDheit auf- opferten und Das Glück ihrer Familien Datan- setzten, wurde nicht höher bewertet als das, was in deutschen Schreibstuben und bei Stelle heißen Stadtv. Weißbeck (Soz.). Herr Weißbäcker gehört zur Mittelstands-Vereinigung. ** Lehrer und Kantor Josef Mar? kann am Montag, 1. März, in bester Gesund hell seinen 60. Geburtstag begehen. Herr Marx feierte Im vorigen Jahre fein 40jähriges Amtsjubiläum. Am 20. April d. Is. kann er auf eine 35jährige Wirksamkeit im Dienste Der hiesigen Israelitischen Religionsgemeinde (Südanlage) zurückblicken. Der Jubilar erfreut sich in weiten Kreisen unserer Einwohnerschaft großer Beliebtheit. °-HauSverwalterGeorgTodt kann am kommenden Montag, 1. März, auf eine vierzigjährige Tätigkeit im Dienste des Gesell- schaftsvereinS zurückblicken. In steter, vorbildlicher Pflichttreue hat Der in weiten Kreisen Der Bürgerschaft hochgeachtete Mann bis in fein bvheS Alter hinein (er ist jetzt 72 Jahre alt) seinem Posten vorgestanben. Am 1. April will der alte Herr in den wohlverdienten Ruhestand treten. Zuvor aber will Der Klub Dem Jubilar noch eine besondere Ehrung bereiten, für Die er sich Den Iubiläumstag ausersehen hat. Dabei werden sich auch Mitglieder des Bauerschen Gesangvereins mitwirkend betätigen. Bekanntlich steht Herr Todt auch zu diesem Verein in Den engsten Beziehungen. Von 1904 an war er dessen Präsident, 1924 wurde er gelegentlich des 60jährigen Dereinsjubiläums zum Ehrenpräsidenten ernannt und außerdem ihm zu Ehren von dem Verein eine Georg-Todt-Stiftung errichtet, aus Der unverschuldet in Rot geratene Sänger unterstützt werden sollen. Bei dieser Ge- legenhell wurde dem verdienten Manne und eifrigen Sänger auch Die goldene ©ängemaDel verliehen. -D. Städtische Vrennholzver steig e- rmig. Bei der gestrigen Brennholzversteigerung im Stadtwald war die Beteiligung der Kauflustigen sehr groß. Es wurden gute Preise geboten. Man bezahlte: Buchenscheiter 20 Mk., Cichenscheiter 13 Mk.. Duchenknüppel 16 Mk., Eichenknüppel 12 Mk.. Kieferntnüppel 9 Mk., Fichtenknüppel 6.80 Mk.. Duchenstöcke 10 Mk. je Raummeter. Fichtenderbstangen 1. Kl. 28 Mk. je Festmeter, Buchenwellen 40 Mk., Eichenwellen 27 Ml., Erlenwellen 25 Mk., Kiefernwellen 15 Mk.. Fichtenwellen 12 Mk., Aspenwellen 17 Mk. je 100 Stück. *• Das Volksbegehren auf Enteignung der Fürstenvermögen betrifft eine Bekanntmachung Der Stadtverwaltung in unserem heutigen Anzeigenteil. " Ausstellung Des Alice-Schul- Seminars. Man schreibt uns: In Den Räumen der städtischen Gemäldesammlung, Senckenbergstraße. findet von Sonntag, 28. Februar, ab eine reichhaltige Ausstellung von Radelarbeiten, Zeichnungen und selbstgefertigten Lehrmitteln des Alice-Schul-Seminars für technische Lehrerinnen statt. Die Vrrschiedenartigkcit der Jahresarbeiten der 18 Schüler innen soll beweisen, in Welcher Weise Die Seminarausbildung es anstrebt. zu Selbsttätigkeit zu erziehen, und Formen unD Farbensinn zu bilden. Räheres in Der Anzeige. ** Feftgen 0 mmen wurde hier ein wegen Betrugs bereits vorbestrafter Mann aus Frankfurt a.M., der es verstand, in Oießen vom Postamt 2 aus mit einem hiesigen Grotzkaufmann sich telephonisch ins Dettehmen zu setzen, wobei er sich den Ola men eines hiesigen Geistlichen beilegte und für einen Hilfsbedürftigen, dessen Großeltern früher mit der Firma in geschäftlichen Beziehungen gestanden hätten, um Reife- unterstühung nach Berlin ersuchte. Durch diesen Trick gelang es dem Schwindler, in Den Besitz eines Geldbetrags zu konrmen. ** Die erste Schnepfe wurde vorgestern im Gießener Stadtwald von Oberstleutnant Fritz geschossen. Weidmannsheil! ** Verboten. Das Befahren der Wiefeck- brücte in L i n d e n st ru t h, im Zuge der Straße Lindenstruth—Winnerod, ist vom Kreisamt Gießen für Lastkraftwagen und Fahrzeuge von mehr als 30 Zentner Bruttogewicht verboten worden. Die Maul- und Klauenseuche hat in Utphe weiter um sich gegriffen, deshalb sind Ort und Gemarkung Utphe zmn Sperrgebiet erklärt worden. Die Seuche ist neuerdings aus- gebrochLn in Büdingen, Griedel, Klein-Karben, Dorn-Ässenheim (Kreis Friedberg), Hartershausen und Bellershauscn (Kreis Lauterbach). Sr- losch-en ist sie in Beienheim (Kreis Friedberg), Dreihausen, Heskenr. Oberweimar. Fronhausen und Münchhausen (Kreis Marburg). Hundeschau. Man teilt uns mit: Auf Der am 7. März in Den Lokalitäten Der Liebegs- höhe ftattfinDenhen internen Hundeschau Des Vereins Hundesport Gießen und Ämgegend werden eine stattliche Anzahl Hunde aller Rassen vorgesührt werden. Es ist hier jedennann Gelegenheit geboten, feinen Hund für wenig Geld beurteilen zu lassen. Annreldungen für Die Hunde- schau können noch bis um 10 Ähr vormittags auf Der Liebigshöhe getätigt toerDeit Die Vorarbeiten Der Schau smD soweit geDiehen, daß ein schöner Verlaus gesichert ist. Am Sonntag abend wird anschließend ein Familienabend für Die Mitglieder unD Deren Angehörige in Den Räumen Der Liebigshöhe veranstaltet, für Den ebenfalls ein reichhaltiges Programm vorgesehen ist. 3m übrigen fei auf Die in Der heutigen Ausgabe erscheinenDe Anzeige hingewiesen. *” Der Kriegerverein Gießen hielt, wie man uns berichtet, am Mittwoch im Postkeller seine ordentliche Iahreshaüptversammlung ab. Die Mitglieder wurden von dem ersten Vor- PenUli Bronöl Neuen Bäne 22 Tel. 1083 für Passanten und Dauermleler W o h n 11 xi K mit Mer Verpflegung 9)1 L 3 50,4.—u. bdber pro Tag. i«mD Sr!>ön möbliertes Zimmer t sofort a. uevm. USSI Steinstrabe 74. Wein- uni) SpkituofenflroBöfliibluiifl sucht für nlSbald für die Reise leingeführte Landlouren) fleißigen, öuüDoüs energlfmen Herrn der im Verkehr mit der in Frage kommenden Kundschaft über Erfahrung versügl. Schriftliche Angebote mit Lichtbild und ^cugnlSabschriltcn mttcr 1874V an den «viekener Anzeiger erbeten. 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Nr. 49 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesien) Außenpolitische Umschau. Von Professor Dr. Otto Hoetzfch, M.d.R. Die Erörterung um die Völkerbunds- rats ttze geht weiter, klärt sich aber doch einigermaßen. Briand hat in der Kammer zugegeben, daß schon vor Locarno davon die Rede gewesen ist, und daß die daran interessierten Stationen (also vor allem Polen) die Gelegenheit, die sich durch den Eintritt Deutschlands in den Völkerbund ergäbe, benutzt haben, die Erweiterung des Rates zu beantragen. Briand hat aber in dieser Erklärung vor seinem Auswärtigen Ausschuß, der sich mit der Ra- tifikation der Locarnoverträge beschäftigte, nicht gesagt, was nun Frankreich in dieser Frage jetzt, bei der Ratssitzung vom 8. März tun wird. Wir können als bestimmt annehmen, daß Frankreich da- bei die Uebertragung eines ständigen Ratssitzes mindestens an Polen beantragen wird. Es steht wohl auch so gut wie fest, daß sich das nicht wird er- möglichen lassen, weil Schweden unbedingt gegen eine Erweilernug ist, wahrscheinlich auch Japan und Uruguay und vielleicht auch Belgien. Damit ist die satzungsgemäße Einstimmigkeit nicht zu erreichen. Geht das jo, dann würde also jetzt Deutschland in den Völkervund ausgenommen werden und den ständigen Ratssitz erhalten, bie ganzen übrigen Fragen aber auf die ordentliche Versammlung im September vertagt werden. Man hat sich doch im Völkerbund davon überzeugt, namentlich unter dem Druck der darin sehr einigen englischen öffentlichen Meinung, daß die Frage viel zu verwickelt und folgenschwer ist, als daß man sie setzt über das Knie brechen könnte. Unzweifelhaft besteht ein Bedürfnis im Völkerbund noch Revision der ganzen Einrichtung der Ratssitze. Die Idee war ja, daß die kleineren Staaten in diesen nichtständigen Sitzen miteinander a b w e ch - fein sollten. Tatsächlich aber hat sich ein fester Gebrauch im Wechsel unter den beteiligten nichtständigen Mitgliedern nicht herausgebildet. Zumeist wurden sie wiedergewählt und sind, wie namentlich die Tschechoslowakei, zu einer Art ständigen Mitglieds geworden. Es ist sicherlich notwendig, hier eine Ordnung festzulegen, die das Ausscheiden der nichtständigen Mitglieder, die Amtsdauer, ihren Wechsel, ihre ganae Stellung klärt. Daneben besteht also der Wunsch, den Kreis der Großmächte, die die ständigen Ratssitze für sich vorbehalten haben, zu erweitern. Dergleichen schwebt Chamberlain vor, der vor der auswärtigen Presse in London etwas nebelhaft und allgemein gesagt hat, daß der Rat doch genügend groß sein müsse, um den großen Ausgaben genügend gerecht ?u werden, die er zu erfüllen haben werde. Man ann annehmen, daß Chamberlain nicht nur mit der Wirkung des deutschen Eintritts rechnet, sondern auch mit dem anderen Verhältnis zum Völkerbund, in Das Nordamerika und Rußland ja auch allmählich treten. Dabei spielt bei ihm auch die Schwierigkeit der Vertretung des englischen Welt- reiches in ihrer Verteilung zwischen Großbritannien und den großen englischen Kolonien mit. Ganz allgemein und sachlich die Lage angesehen, ist nun unzweifelhaft, daß Polen gar keinen Anspruch darauf hat, burch Uebertragung eines ftän- digen Ratssitzes in bie Reihe ber Großmächte ein- zu'treten. Es erfüllt keine der Voraussetzungen, bie für den Begriff ber Großmacht herkömmlich sinb. Ferner wäre ein ständiger Sitz für Brasilien sehr unzweckmäßig, weil Brasilien bekanntlich ber einzige portugiesische Staat Südamerikas ist, und ber gewaltige übrige Teil, ber spanisch spricht, bamit zurückgesetzt wäre. Dadurch, bah Polen unb auch Brasilien bereits Botschafter statt der Gesandten ernennen, lassen sie ihr Streben, als Großmächte zu gelten, erkennen, aber um so mehr hat ber Völkerbundsrat bann fest zu bleiben. Anders steht es ohne Zweifel mit Spanien. Einmal gilt Spanien aus alter Ueberlieferung noch als Großmacht, obwohl diese seine Stellung ja längst vorbei ist; Spanien unterhält heute Botschafter gleich den anderen Großmächten. Dann aber ist Spanien das Mutterland für die große spanisch sprechende südamerikanische Welt, unb baß biefer Komplex im ganzen, wenn er sich als eine Einheit fühlen unb betätigen will, wenn er in ber Lage ist, eine einheitliche Dölkerbunbspolitik zu machen, bann ein Recht hat, einen ftänbigen Ratssitz zu beanspruchen, bas läßt sich nicht bestreiten. Deutschlanb hat keine Veranlassung, sich von vornherein bagegen auszusprechen, aber unter ber Voraussetzung, daß eben bie Sache bann so gemacht wirb, wie beim englischen Weltreich: ein staubiger Ratsoertreter f ü r das Ganze, ovwohl heute diese spanische Welt in Europa unb Sübamerika keineswegs eine Einheit ist. Können Chile, Argentinien, Peru gemeinsame Dölkerbunbspolitik machen? Wir sollten meinen: ja. Aber das Problem muß erst wirklich gestellt und angesaßt werden. Das sind ganz interessante Fragen. Nur haben sie beide nichts mit der Situation des Augen- dlickszu tun. Die ist sehr einfach. Die Märztagung hat lediglich Deutschland aufzunehmen, ihm den Ratssitz zu übertragen unb so bie Deutschlanb iiemadjten Zusagen zu erfüllen. Würbe sie darüber linaus bie Tagesorbnung mit der Besprechung bie- er ganzen Umgestaltung des Völkerbundsrates belasten, so würde das die Zusagen an Deutschland entweder zunichte machen oder entwerten und müßte von Deutschland entsprechend beantwortet werden. Und das ist die Situation, bie man sich auch so vor Augen halten soll, ohne Scheu bavor, daß das bann in Genf evtl, zu unangenehmen Auseinandersetzungen führt. Daran wird es überhaupt nicht fehlen. Gleich diese Krise zeigt ja, wie sich die Lage in Genf mit dem Beitritt Deutschlands verändert. Beinahe jedes Dölkerbundsproblem gewinnt ein anderes Gesicht, wenn Deutschland in diesem ganzen Zirkel mitarbeitet. Am nächsten liegt uns dabei natürlich das Problem der Minderheiten. Ausgerechnet in diesem Augenblick erläßt die T s ch e ch 0 s l 0 w a k e i eine Sprachenverordnung, die bie Rechte ber deutschen Minberheit unglaublich einengt unb den Minderheitenvertrag vom 10. September 1919 verletzt. Und ausgerechnet in diesem Augenblick unternimmt Polen mit den Verhaftungen in Kattowitz gegen den dortigen „Deutschen Volksbund" einen Vorstoß, der genau wie vor zwei Jahren gegen den Deutschen Volksbund in Pomerellen und Posen sich gegen die deutschen Volkstumsrechte richtet. Beide Vorgänge zeigen die Absicht und den festen Willen ber betreffenden sogenannten Staatsnationen gegen bie deutsche Minderheit in ihrem Lande. Beide beleuchten die große Schwierigkeit, die Deutschland vorfindet, wenn es sich nun in Genf an diese Arbeit macht. Sobald man darüber etwas nachdenkt, sieht man sofort, daß zwar überall Uebereinftimmung besteht, die Rechte der Minderheiten müßten geschützt werden, daß aber die in Frage stehenden Begriffe und Forderungen reichlich unklar sind. Freilich ist darüber keine Meinungsverschiedenheit oder sollte fein, daß bas, was man für die eigene Minderheit im anderen Staate fordert, fremden Minderheiten im eigenen Staate billig fein muß. Deutschland ist dazu bereit. Alle seine Parteien haben, als bas Genfer Abkommen über Oberschlesien ratifiziert wurde, bieten Satz anerkannt. Eben wird auch ber erste praktische Schritt zur Ausführung getan mit einem Erlaß ber preußischen Unterrichtsverwaltung über bas Schulwesen ber dänischen Minderheit in Nord-Schleswig. Sofort aber beginnen die eben bezeichneten Schwierigkeiten. Wann und mit wieviel Prozent ber Bevölkerung ist eine Minderheit im Staat vorhanden? Wie soll bie öffentlich- rechtliche Körperschaft aussehen, die eine solche Minderheit bann bilden soll? Wie steht es mit ber kulturellen Autonomie in ihrer praktischen Durchführung? Wie mit einem sogenannten nationalen Kataster? Wie mit einer Beitragsleistung des Staates, ober ben Fragen, ob Staats- ober Privatschule, Sicherung ber staatlichen Bedürfnisse, Sicherung gegen Mißbrauch durch Propaganda usw.? Diese Schwierigkeiten wurden hervorgehoben, nicht um bas Problem auf bie lange Bank zu schieben ünb Unbequemlichkeiten aus dem Wege zu gehen. Nach unserer Ueberzeugung muß Deutschland, das die größten Minderheiten der Welt in anderen Staaten hat, in dieser Frage in Genf und außerhalb führend vorangehen. Will es aber und soll es diese Pflicht erfüllen, soll es die Hoffnungen rechtferttgen, die vielfach aerobe in biefer Beziehung auf den Eintritt Deutschlanbs in den Völkerbund gesetzt werben, so muß es in jeher Beziehung gerüstet sein. Wer sich mit ben Fragen beschäftigt hat, weiß, bah biese Rüstung noch nicht vorhanben ist, baß noch nicht einmal bie Dafür notroenbige nationale ©runbauffaffung Gemeingut ber Parlamente und ber Bureaukratie ist. Das muß jetzt schleunigst nachgeholt werben: im Außenministerium, in ben Jnnen- unb Kultusministerien ber beteiligten ßänber, in ben Fraktionen unb in ber Zusammenarbeit mit ben entschieben nationalen Kreisen, bie seit langem die Bedeutung dieses Problems erkannt hoben unb feit langem in dankenswerter Weise Bausteine zu seiner praktischen Lösung gufammengetragen haben. Mexiko. Von Oberstleutnant a. D. Otto v. Feldmann (Hannover). Wer heute durch Mexiko als Deutscher reift, wird zu seiner großen Freude feststellen können, daß er sich bei einem Volke zu Gaste befindet, auf das bie verlAnnberische Hetze währenb bes Krieges nicht gewirkt hat. Wie im Kriege Mexiko trotz des scharfen amerikanischen Druckes uns gegenüber seine Neutralität gewahrt hat, so finbet man auch heute im Lanbe überall eine warme Sympathie für beut- sches Wesen, beutschc Tüchtigkeit unb beutsche Ehrlichkeit. Dieser Zug ber Deutschenfreunblichkeit geht burch alle Kreise bes Volkes, vielleicht mit Ausnahme einiger sogenannter gebildeter Familien, die heute noch in Paris die Stadt des Lichtes unb in Frankreich bas einzige wirklich kultivierte Lanb erblicken. Für die Gefühle des einfachen Mannes mag ein kleiner Vorgang bezeichnend sein, ber sich bei der Ankunft eines Teiles der Besatzung des Kreuzers „Berlin" auf dem Bahnhof in Mexiko abgespielt hat. Dort vergaß ein deutscher Herr, an dessen gut nationaler Gesinnung auch nicht der leiseste Zweifel berechtigt ist, ben Hut abzunehmen, als bas Deutschlandlied gespielt wurde. Ein hinter ihm stehender mexikanischer Arbeiter schlug dem Herrn den Hut vom Kopfe unb machte ihn darauf aufmerksam, daß man bie Kopfbebeckung nicht aufbehalten bürfe, wenn das Lied der Deutschen gespielt würbe. Auch bie Regierungskreise zeigen eine burchaus beutschfreunb- liche Stimmung. Sie legen zweifellos großen Wert auf beutsche Mitarbeit in ihrem Lande unb wissen diese zu schätzen. Als Folge hiervon sollen mexikanische Konsulate manchmal Deutschen über die Verhältnisse im Lande Auskünfte geben, die etwas stark rosig gefärbt sind, um die Einwanderung zu vermehren. Außenpolitisch liegt die Bedeutung des heutigen Mexiko darin, daß es gleichzeitig Vorposten- und Grenzstadt gegen bie Vereinigten Staaten ist. Diese Rolle ist heute wichtiger als früher, nachdem ber Zusammenschluß der latein-amerikanischen Rasse erheblich festere Formen angenommen hat. Dieser Zusammenschluß bedeutet selbstverständlich für Mexiko eine erheblich größere Sicherung gegen amerikanische Machtgelüste. Jeder Uebergriff gegen einen latem-amerikanischen Staat stößt auf ben geschlossenen Widerstanb ber anderen. Im Hintergrund droht der wirtschaftliche Boykott Latein-Amerikas gegen die Vereinigten Staaten, ber heute diesen gefährlicher denn je werden könnte, nachdem sich Amerika in erster Lime auf dem Markt am Stillen Ozean eingestellt hat. So ist denn auch augenblicklich das Verhältnis Mexikos zu Nordamerika ein freundliches zu nennen. Die Amerikaner, die in Mexiko mit ziemlichen Kapital beteiligt sind, haben kein Interesse an neuen Unruhen und finanzieren solche nicht, wie cs früher geschah. Sie haben allerdings wohl auch wenig Interesse an einer sehr starken mexikanischen Regierung, da sie von einer solchen ein Zurückdrängen des amerikanischen Einflusses auf wirtschaftlichem Gebiet befürchten müssen. So paßt den Amerikanern die jetzige Regierung ganz gut unb dieser Umstand sowie der einer gewissen Revolutionsmüdigkeit in Mexiko selbst lassen erwarten, daß bas schwergeprüfte Land noch einige Zeit vor neuen Unruhen bewahrt bleibt. Samstag, 27. Februar 1926 Die jetzige Regierung des Präsibenten Calles ist nicht burch Revolution, sonbern durch Volksabstimmung ans Ruber gekommen. Wie weit eine Wahlbeeinflussung ftatgefunben hat, barüber sinb bie Ansichten verschieben. Zweifellos steht aber fest, daß ber Präsibent in erster Linie seine Wahl den Stimmen bes Proletariats oerbankt, bem man seinerzeit weitgehenbe Versprechungen gemacht Hal. Versprechungen, beren Einlösung nun auf bie gleichen Schwierigkeiten stößt, wie man solches auch in anberen uänbern erlebt hat. Ertönte doch auch bei uns einst das Schlagwort: „Freiheit, Friede, Brotl" Der Präsident war Im vorigen Jahr in Deutschland und hat hier sicher manches auf bem Gebiete ber Derwirklichiinqsmöglichkeiten sozialer Gebauten gelernt. Er bemüht sich nun zweifellos, m ben Grenzen bes Möglichen zu bleiben, muß aber anbererfeits auch an feine Wähler benten. Verstimmt er sie, so kann bie Gefahr innerer Unruhen mieber eintreten, unb bas wäre jetzt bas Schlimmste, was bem Lanbe zustoßen könnte. Auf ber anberen Seite reichen bie Befugnisse des Präsidenten nicht weit genug, um manchem Unfug vorzubeugen, der von kommunistisch-sozialistischer Seite im Lande noch getrieben werden kann, weil die Gouverneure ber Emzelstaa- ten entsprechenb eingestellt sinb. In biefen Gouvernements treibt man noch mit der Landaufteilung unb anberen Versuchen zur Dolksbeglückung ben furchtbarsten Unsinn, unter bem das Land schwer zu leiben hat. Geradezu tolle Verhältnisse herrschten während meiner Anwesenheit im vergangenen Herbst in Mexiko im Staate Veracruz, und namentlich in der Stadt selbst. Dort regiert bie kommunistische Gilbe ber Lastträger eigentlich bie ganze Stabt. Pollzel- unb Staatsgewalt sinb machtlos ober wollen es sein. Die schwarzrote Fahne herrscht, bie Flagge ber Bolschewisten. Immerhin ist ein kleines politisches Erlebnis, das ein Bekannter von mir dort hatte, nicht ohne Interesse. Als wir auf ber Rückreise in Dera- cruz eintrafen, war an bem Tage Wahl der Stadt- verordneten gewesen. Gewählt wurde natürlich ber Führer der Kommunisten. Mein Bekannter hat sich mit dem Mcme längere Zeit unterhalten. Er äußerte sich dahin, daß sie dort etwa die gleichen Ziele hätten wie die Kommunisten bei uns. Als er gefragt wurde, es sei doch bann aber auffallend, daß dann immer wieder ber Ruf „Es lebe Mexiko!" ertönt sei, er- widerte ber Parteihäuptling, bas sei doch selbstverständlich, denn Mexiko sei dochihrDater- land. Mein Bekannter setzte ihm darauf auseinander, daß man bei uns in kommunistischen Versammlungen ein Hoch auf Deutschland nicht hören könne. Der Mexikaner meinte, dann könne er die Leute nicht verstehen. Zusammengefaßt kann gesagt werden, daß sich das Land zur Zeit in bem Zustand einer verhältnis- mäßig großen Ruhe befindet, nachdem es gelungen ist, bie Beziehungen zu Amerika freunb(id)er zu gestalten und bie diplomatischen Verbindungen mit England wiederherzustellen, bie längere Zeit völlig unterbrochen waren. Hoffentlich gelingt es ber Regierung, sich fester in den Sattel zu setzen. Dann wird sich bas Land vor neuen Stürmen bewahren und auch bie Sicherheit im Lande wiederherstellen können, an ber es heute noch sehr fehlt. Erweiterung des Gießener Gülerbahnhofs. Der Bahnhof Gießen hatte als wichtiger Knotenpunkt mit Abzweigungen nach allen Richtungen hin von jeher einen bedeutenden Güterverkehr zu bewälttgen. Aach der Sr- bauung der älmgehungsbahn G iehen- Bergwald nach Dutenhofen ist zwar eine erhebliche Zahl Güterzüge, sowohl von Süden (Richtung Frankfurt nach Richtung Dillenburg und Kohlenrevier) als auch umgekehrt, direkt geleitet worden, ohne daß sie den eigentlichen Güterbahnhof Gießen. weiter belaTten. Die günstige geographische Lage unseres Bahnhofs und das 'Bestreben der Reichsbahnverwaltung, Güterzüge auf weite Strecken geschlossen als sog. Ferngüterzüge zu befördern, hatten schließ- lich aber doch zur Folge, daß die bisherigen Anlagen unseres Güterbahnhofes bei weitem nicht ausreichten und bei einem stär- Gießener Konzertverein. Bach-Abend. Während das Genie meist so gestaltend auf seine Zett einwirkt, daß sich das ganze Zeitalter in seinem Einfluß zeigt (wie bei Beethoven, Wagner), so ist Dach der Sammelpunkt der historischen Sntwicklungslinien des 17. bzw. des beginnenden 18. Jahrhunderts. Was diese Zeit geschaffen Hal, das findet in ihm seine höchste Vollendung und letzte Bereinigung. So ist seine Stellung aus den treibenden Kräften der historischen Auswirkung herausgewachsen. Er ist das Objekt dieser Zeit, das durch die starke persönliche Kraft die epochalen Strömungen zur Vollendung führt. Das ist der Grund, weshalb man seine Schaffensart als die objektive dem subjektiven Zeitalter gegenüberstellen kann. Dieses objektive Zeitalter hatte es mit streng begrenzten Formgebilden zu tun, die eben das Ergebnis einer historischen Ueberlieferung waren. Daraus erklärt es sich, daß Dach beim Anhören fremder Werke schon aus der Struktur des Themas heraus den ganzen Verlauf der Gestaltung vorher zu bestimmen vermochte. 3m subjektiven Zeitalter dagegen fand das Werk im Verlauf der Erlebnisse und ihrer Auswirkung seine Formung. Da in der Dach'schen Zeit das Thema die Energien zur Formgestaltung in sich trug, so haben wir es nicht mit einem leeren Formalismus zu tun, der dem persönlichen Erlebnis fernsteht, sondern das Thema hat sich aus dem Erlebnis herauskristallisiert, und der weitere Verlauf zeigt die Spannungsschwankungen Der im Thema gebannten Energien. Wer an Bach herantritt, wird ihn einerseits historisch erfassen müssen, um das Wesen seiner Formgestaltung zu erkennen, anderersetts muß sich mtt der historischen Erkenntnis ein gesundes musikalisches Einfühlungs- und Gestaltungsvermögen vereinen, um die im Thema gebundenen Energien zu neuem Leben und neuer Kraft zu wecken. Diese Kraftbindung prägt sich sowohl in den instrumentalen wie auch vokalen Werken Dachs aus. Es konnte für einen Dach-Abend kein besseres Medium zur Einführung in Dachsches Gestalten «eben als die Passacaglia für Orgel. Das geschlossene, in sich gespannte Thema, zunächst auf Dem Orgelpedal vorgetragen, zeigt bei seiner weiteren Abwandlung seine Rückwirkungen und Ausstrahlungen in die musikalische Klangwelt. Ammer weiter werden die Kreise, die das Thema um sich schließt, und es gereicht dem Werke nur zum Vorteil, daß Dach ihm im weiteren Verlaus Chaconnecharakter gibt, d. h. das Thema auch in arideren Stimmen auftreten und wieder neue Energiebezirke erschließen läßt. Rachdem er das Thema in 20 verschieden gebundenen Klangwelten sich hat auswirken lassen, da zeigt er es in seiner höchsten Kraft und Intensität in der sich gewaltig türmenden Schlußsuge. Hoforganist Hops aus Eisenach war dem Werke bis in seine lleinsten GntwicklungSphasen nachgegangen und bot es in einer derart klaren Uebersichtlichkeit, daß dieses so schwierige Werk zur klanglichen Selbstverständlichkeit wurde. Wie er die einzelnen Bachschen Linien herausstellte, wie er dem klanglich wenig modifizierbaren Orgelton durch Herausarbeitung der agogischen Akzente Leben gab, wie er die Register zur Aufschließung der Klangwelt verband, das stellt ihm als Dachspieler das beste Zeugnis aus: für den Organisten das erstrebenswerteste Ziel des Könnens. Die Orgelbegleitungen in den Kantaten führte er mit sicherem Stilempftnden durch, ein Erfordernis, mit dem die Ausführung Dachscher Kantaten steht und fällt. 3m Mittelpunkt von Dachs Persönlichkeit steht seine starke Religiosität. Aus ihr heraus ist die Reihe der Kirchenkantaten erwachsen, in sich geschlossene Stimmungsgemälde, bie in ihrem Verlauf der Stimmung reiche Ausbreitung verleihen. Der gebundene Stimmungsgehalt ist unferm modernen, romantisch-subjektiv beeinflußten Musik» empsinden nicht ohne weiteres offenbar, da Dach ihn in der Sprache seiner Zeit geprägt hat. Auch erst das historische Verstehen tonn diese Welt erschließen. 3n der Form der Kantate hat Dach das Erbe seiner Zeit übernommen: in der Ausprägung des geistigen Gehaltes bat er äleberzeitliches darin geschaffen. Heber die einzelnen Kantaten hat der Dorbericht bereits das Rotwendigste geäußert. Diese eigenartige Klangwelt Dachs stellt an die Ausführenden allerhöchste Ansprüche, ein eminentes technisches Können, ein eingehendes historisches Verständnis, starkes einfühlendes Gestaltungsvermögen. Die Bachschen Gesangslinien müssen unS zunächst fremd erscheinen in ihren Derhäkelungen und Ausbrettungen der Linie, und, mit dem Maß des üblichen Koloraturgesanges gemessen, würde man seine Gestaltungswelt nicht erschließen können, denn jede Koloratur stellt bei ihm eine Spannungsschwankung der gespannten Energie kurvenmähig dar. Rur eine stark ausgeprägte Gestaltung dieser Spannungskurde kann Den Bachschen Geist erschließen. Daraus erklärt es sich, daß wir nur sehr wenige berufene Dachsänger haben: und an Dach sollte man nur mit der größten Selbstkritik der eigenen Kraft herantret en. Die beiden Solisttnnen, Margarethe Strunk (Sopran), Elisabeth Döhm (Alt), vom Derliner Vokalterzett schienen den Dachschen Anforderungen doch nicht völlig gewachsen. Sie bemühten sich zwar mit gutem Willen, die Bachsche Welt zu erschließen, einzelnes auch mit rechtem Erfolg, so Elisabeth Böhm in der Altarie: „Stirb in mir, Welt..Margarethe Strunk in der Arie „3ch bin vergnügt..." Doll zu erschöpfen reichte die technische Durchbildung der Stimmen nicht cncs, da der Ton der Altistin guttural gebildet wurde und namentlich in tiefen Tonen eine gewisse Flachheit zeigte Die Sopranistin neigte zum Tremulieren und konnte so der Koloratur keine scharfe Ausprägung verleihen. Abgesehen von den stimmlichen Schwächen bewiesen beide in der Durchführung ihrer einzelnen Partien musikalische Sicherheit und Gestaltungsgabe: besonders die Rezttative gelangen besser als die Arien. Die höchste Krönung findet die Kantatenstimmung in dem Choral, der jedesmal von dem Akademischen Gesangverein unter der Leitung von Theodor Knodt in Vertretung für Prof. Trautmann recht ausdrucksvoll vorgetragen wurde. Der Chor erwies eine wohltuende, ausgeglichene Frische: den größten Anteil trug er in der letzten Kantate: „Gott der Herr ist Sonn und Schild" mit dem Gingangschor, der mit seiner Durchführung nut bedauern ließ, daß dem Chor für den Abend nicht noch größere Aufgaben Vorbehalten waren. Dieser barock-pompöse Geist, der aus dieser Kantate spricht, wurde trefflich unterstützt und erschlossen von dem Kammerorchester, verstärkt durch Frankfurter und Rauheimer Künstler. Die 3nstrumentalsolostimmen in den Begleitungen der Dach'schen Arien fanden stilgerechte und klangschöne Durchführung durch Konzertmeister Willy Haehnel (Solovioline), Rauheim und Kammermusiker Kurt Schubert (Svlooboe) aus Wiesbaden. Herr Knodt bewies in der Geltung der Orchesterzwischenspiele, Einleitungen und De- gleitungen recht beachtenswertes Dirigen. enge- schick. Bei der kurzen Zeit der Vorbereitung war es für Chor und Dirigenten ein recht bedeutender Erfolg. Ein Bedürfnis für die Musik liebenden Bewohner Gießens, die in reicher Zahl erschienen waren. Es gibt für die Passionszeit feine treffendere Auswahl als Bach, und Dachs Musik aufführen ist ein Gottesdienst, oder wie es der schwedische Erzbischof Söderblom seinen jungen Geistlichen mit auf den Weg gab: .,Er ist der fünfte Evangelist gewesen — gehet hin und wirket auch für ihn/' —in— Ein neues deutsches Evangelienbruchstück. Zu dem vor kurzem an dieser Stelle (G. 21. Rr. 43 vom 20. Februar) besprochenen „literarischen Fund des 14. 3ahrhunderts" wird unS von unterrichteter Seite das Folgende mit geteilt, auf dessen Feststellung wir besonderen Wert legen. Professor Henkelmann fand das Bruchstück seinerzeit in Bensheim und ret-c e es für die Wissenschaft, indem er es an Geheimevat Professor Dr. Dehaghel in Gießen übersandte, der es mtt Zustimmung des Finders seinem Assistenten. Dr. Friedrich Maurer, zur Bearbeitung übergab. Dr. Maurer hat nicht nur die sprachliche Behandlung übernommen, sondern das Fragment vollständig beraub gegeben und ein- geljenb untersucht. Die Angaben über den Fund in unserer ersten Meldung entstammen seiner Untersuchung. Es ist jedoch festzustellen, daß die älebersehung nicht die älteste überhaupt, wohl aber eine der ältesten ist; jedenfalls kommt der Mönch Matthias Deheim als Verfasser nicht in Frage. Die grundlegende älntersuchung von Dr. Maurer ist vor einigen Monaten al« Heft 4 des 3ahr ganges 1925 der „Schriften der Hessischen Hochschulen" (Verlag Alfred Töpelmann- Gießen) erschienen. Uraufführung in der frankfurter Oper. Bernhard S ekles hatte mtt seinem dritten Bühnen werk „Die zehn Küsse" keinen durchschlagenden Erfolg. Darüber konnte auch der starke Dettall nach dem Schlußakt nicht hinwegtäuschen. Das Stück ist eine nicht ganz geglückte Mischung von Märchenoper und Opera Duffa, schleppt sich in den beiden ersten Akten ziemlich müde dahin und kommt erst im Schlußakt durch wirksam eingestreute Melodien zu stärkerer Wirkung. Don den Darstellern seien erwähnt die Damen Urfulaec, Kern und Spiegel, vor allem aber Adolf 3 ä g e r als Prinz vom Marmvrlande und Hermann Schramm als Knappe des Prinzen. I ea. 5000 Meter Gardinen-Stückware ca. 2000 Stores und Garnituren zu Ausnahme-Preisen an. 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Los tVJSc im nicht berücksichtigt werden. 1888V erinnert den Gartenbesitzer und Landwirt nunmehr an die Beschaffung seiner Aussaat 9 31 18 3 7 31 Tagesordnung: Ausstellung -Tätigkeitsbericht der Handwerkskammer - Nebenstelle 28,47 1,58 3. Kl. 4. „ 5. „ Mitgliederversammlung: Donnerstag, den 4. März 1926 abends 8l/< Öhr im Gewerbehaus vehördliche Anzeigen Bekanntmachung 11,8 „ 66,7 n 8 9 2320' Wellen 50 „ 48,2 „ 5,2 ,, Gieren, den 26. Febr. 1926. Der Oberbürgermeister. I. V. Dr. Rosenberg. Kiefernnu"holz, 3 w lang. Die näheren Bedingungen werden Termin bekanntgegeben. Groß-Rechtenbach, 22. Febr. 1926. Der Bürgermeister. Schneider. Gesucht 3 5-3immer-wohnung gegen angemessene Entschädigung. 2-Zimmer-Wohnungi.Marburg ggs. als Tausch vorhanden. Schriftliche Angebote unter 1827V an den (Siebener Anzeiger erbeten. Zum Frühjahr Q neue Gardinen Garbeuieich, den 27. Febr. 1926. Bürgermeisterei. Burk. muß bekömmlich sein, denn daS tägliche ®e> kränk ist von ungeahntem Einstuß auf 6a! dauernde Wohlbefinden. HunbexNauseud« Familien verwenden täglich Quitte. Er enthält feinen Dohnenkaff«« vnd Kaffeegewürze nach Wiener An, schmeckt vvrzüalich und ist außerordentlich blllig. = 27,33 Fstm. in 2 Losen, Kiefernbauholz 4. Kl. = 89,67 Fstm. in 4 Losen, Kiefernbauholz 5. Kl. = 212,10 Fstm. in 8 Losen, Fichtenbauholz 2. Kl. = 7,47 Fstm. in 1 Los, Fichtenbauholz 3. Kl. = 82,26 Fstm. in 6 Losen, Fichtenbauholz 4. Kl. = 179,99 Fstm. in 8 Losen, Fichtenbauholz öa-Kl. = 347,53 Fstm. in 11 Losen, Fichtenbauholz 5b»ÄL = 371,13 Fstm. in 14 Losen, Ficktendcrbstangen 1. Kl. = 83,28 Fstm. in 6 Losen, Fichtenderbstangen 2. Kl. = 71,85 Fstm. in 7 Losen, Fichtenreisstangen 1. Kl. = 9,87 Fstm. in 3 Losen, Vrennhoizversteigerung. Au» den Waldungen der Stadt Gießen ollen am: Donnerstag, dem 4. 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März 1929, vormittag» 10% Uhr, in der Gastwirt- jchast „3ur LiebigShöhe" in Gießen ver- steigert werden: 32 St. Kiefernbauholz 3. Kl. 3. Kl. 8 Stück mit 8,62 Fstm., 1. LoS 3. 9 - - - Beste und wirklich zuverlässige Sämereien aller Art finden Sie bei fachmännischer Bedienung im Samenhaus Heinrich Hahn Bahnhofstraße, Ecke Wolkengasse. Tel. 1403. Angebote sind getrennt nach Sortimenten und Klassen bis zum Mittwoch, den 3. März l. I., nachmittags 2 Uhr, bei unterzeichneter Bürgermeisterei einzu- reicken, woselbst auch die Berkaufs- bedingungen bekanntgegeben werden. Vorhenge Besichtigung des Holzes wird empfohlen, da spätere Anwendungen Betreff enb: VolUbegehren „Lnteignnvg der FürpenoermSgcn". Nachdem die Zulassung der Volksbegehrens mit dem Kennwort „Enteignung der Fürstenvermögen" genehmigt worden ist, ttnbel das AntragungSverfahren werzu m der Zeit vom 4. bis einscht. 17.März 1926 statt. Während dieser Zeit liegen im Ltadt» h->» Bergstraße 20 -Ammer Rr. 14 - an Werktagen von 11 Uhr vormittag bis 7 Uhr nachmittags, an Vrennhoizversteigerung. Freitag, den 5. März, vorm. 91 Uhr, werden in der Schäferschen Wirtschaft in Saubringen aus dem Staatswald Obet- und Rieder-SeUbach der Försterei Alten- Duseck versteigert: 1831V Scheiter rm: 64 Buche, 11 Eiche, 1 Lärche: Knüppel rm: 102 Buche, 60 Hainbuche, 82 Eiche, 2 Kirsche, 2 Linde, 5 Kiefer und Lärche, 3 Fichte: Stamm- reisig rm: 159 Buche, 35 Eiche: gew. Reisig rm: 265 Buche und Hainbuche, 99 Eiche, 17 Kiefer, 135 Fichte (In Schichten); Stocke rm: 51 Buche, 17 Eiche, 10 Radel- holz. Die blau unterstrichenen Nummern »erben nicht versteigert. Auskunft durch Herrn Förster Müller zu Alten-Buseck und das Forstamt. Gießen. 25. Februar 1926. Forstamt Gießen. Loseeinteilungen nebst Zahlungsbedingungen können zum Preise von 50 Pfg. für das Stück von unterzeichneter Stelle bezogen werden. 1891 B Gießen, den 26. Februar 1926. Der Oberbürgermeister. I. B.: Dr. Rosenberg. Ust vormittags bis 7 udt naajmiuaBv,“'* bcn beiden Sonn- tagen (7. und 14. März) von 10 Uhr vo» mittags bis 6 Uhr nachmittags bte Ein- tragungSlistcn zur Abgabe von Unterschriften offen. EintragungSberechttgt ist jeder Stimmberechtigte, soweit er in Gießen daS Wahlrecht zum Reichstag hat oder einssn besonderen Eintragun^sschein besitzt. Durch die Eintragung wird das Begehren auSgedrüclt, dem Reichstag einen Gesetzentwurf über die Enteignung der Fürstenvermögen zu unterbreiten. Tie Eintragungsderechttgten werden da- rauf hingewiesen, alle Soalteu der Eintragungslisten vollständig und leserlich auszufüllen, da Eintragunaeg, die die Perfvn des Eintragenden nicht zweifelsfrei erkennen lassen, ttad) $ 39 deS Gesetzes über den Volksentscheid ungültig sind. EintraguugSscheinc, die nach § 79 der Reichsstimmordnung für besondere Anlässe ausgestellt werden können (z. B. wenn ein Eintragungsberechtigter mrS zwingenden Gründen während der ganzen EmtragungS- frist sich außerhalb seines Wohnottes auf- bält) sind nur bis zum 17. März d. I. bei der obengenannten Stelle erhältlich. Der Einttagungsberechtigte hat den Grund zur Ausstellung eines EintragungSscheins aus Anfordern glaubhaft zu machen und über seine Bereci.tigung den Antrag zu stellen oder den Eintragungsschein in Empfang zu nehmen, sich gehörig auszuweisen. Gießen, den 27. Febr. 1926. 18898 Der Oberbürgermeister. I. V.: l)r. Seid. Fichtenbohnenstangen = 4,14 Fstm. in 2 Losen, 55,7 Rm. Fichtennutzknüppel (3—4 m lang) in verschiedenen Losen, 101,5 „ Fichtennutzreisig in Schichthaufen von je 1—8 Rm. in verschiedenen Losen. „ 151 „ 28,26 ; Markwald Garbenteich. Kiefcrn-Stämme. 7,08 fm: 5 Kiefernstämme Kl. 2d, 2,82 km: 1 Kiesernstamm Kl. 3b, 1L4 fm: 7 Lieferungsvergebuust. Für die Vroolnzlal-Pflegeanstalt Ober- Hessen soll für die Zeit vom 1. April 1926 vis 31. März 1927 auf dem Wege öffentlicher Ausschreibung vergeben werden. Die Lieferung von: 1. Fleisch-, Wurst» und Fettwaren, 2. Backwaren, 3. Butter und Margarine, 4. Milch und (Eiern, 5. Heizmaterial. Die Lieferungsbedingungen können au enferen. Amtszimmer, täglich von 10 bis 12 Uhr vormittags, etngefehen werden. Angebote, verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen, sind bis zum 10. Mär, 1926 einzureichen. Zu- schlagsfrist 5 Tage. 1820V Gießen, 27. Februar 1926. Direktion der Prooinzial-Pflegeanstalt. Holzsnvmission Tie "Gemeinde, sowie Markgenossenschaft Garbcntcich beabsichtigen, nachverzeichnetes Holz im Wege schriftlichen Angebots zu verkaufen. Gemeinde-Wald. Aiescrn-Ltümme. Ärbeitsvergebung. Für die Aeldbeveinlgvna Stangenrod sollen Mittwoch, den 3. Marz 1926, vormittag» 10 Ude, auf der Bürgermeisterei zu Stangenrod verschleifimgsarbeiten ju 1550 Mark veranschlagt, vergeben werden. 1829V Die Verdingungsunteriagen liegen au Hess. Bürgermeisterei offen, wohin die Angebote in Prozenten des Voranschlags verschlossen, mit entsprechender Aufschrift versehen, postfrei bis zum Eröffnungs- iermtn einzureichen sind. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Gießen, 23. Februar 1926. Hessisches Kulturbauamt. Steinbach. von 10-15000 Mk aus la Geschäftshaus qeiudn. Schrtfiluche Angebote unt 0'317 an d. Gtetzener An- zetqer erbeten. Swtlitfen- uiiö Slapitalfuditiiiie wendensich zuerst an Peter, Gießen, GabelSbcrgcrstr.l Grundreell nax Sonntaa Abschiedsabend deö Damen-Trontpflier-Ko r p ts 2lb Montan l.März täglich Konzert Neu: -D« ESr- Neu! ES ladet freundlichst ein O. Rusch Montag, den 1. Mär; L 3., sollen im Staufenberger Gemeindewald nachfolgende Holzsnrtimente versteigert werden: 1 Stück Eichenstamm 2. Kl., 0,79 fm 1 Stück Eichenstamm 3. Kl., 0,88 fm 6 Stück Eichenstämme 4. Kl., 4,05 fm 30 Stück Eichenstämme 5. Kl., 11,89 fm 26 Stück Eichenstämme 6. Kl., 7,89 fm 9 Sick. Fichtenstämme 2. Kl., 10,29 fm 9 rm Kiefern-Nutzscheiter, 2 m lang (Spalierpfosten). 1839V Zusammenkunft vormittags 10 Uhr am ©aalenberg. Staufenberg, 25. Februar 1926. Bürgermeisterei. Meyer. Die letzten Holzversteigerungen in der Fürstlichen Oberförsterei Lich. Montag, den 1. März, werden aus den Distrikten Konzebühl und vorderer Höler (Dippelöcher und Wingerte) versteigert: rm: Scheitholz Buchen 63, Eichen (z. T. Rutz) 3, Kiefern 1; Knüppel Buchen 117, Eichen 12, Hartlaubholz 12, Kiefern 4, Fichten 6; Stockholz Buchen 23, Eichen 7, Kiefern 3, Fichten 1; Reisholz Forstwellen: Buchen 3630, Eichen 1875, Hartlaub- holz 740, Kiefern 210, Fichten 80; Wagnerholz: Esche 92 St. mit 2 fm, Ahorn 22 St. mit 1,16 fm, Ulme 3 St. mr o,29 fm Deichseln Eiche 3 St., Derbstang. Fichte zu Einzäunungen usw. ca. 20 fm, Bohnentangen 600 Stück. 1724V Zusammenkunft 9! Uhr vormittags auf der Kreisstraße Lich—Gießen am Konze- >ühl. Bei schlechtem Wetter findet die Ber- teigerung nach Besichtigung des Holzes in 3irf) (Steins Saal) statt. Dienstag, den 2. März, werden aus Di- tritt Langeberg und Häuserberg verstei- Srm: Scheiterholz Buchen 5, Eichen ) 2, Kiefern 2, Fichten 12; Knüppel 'N 4, Eichen 9, Kiefern 2, Fichten 21; Stockholz Eichen 12, Kiekern 4, Fichten 36; Reis holz Wellen: Buchen 100, Eichen 1390, Weichlaubholz 150, Kiefern 80, Fich- ten 100; Schichthaufen Fichten 8 rm, Derbstangen Fichten 1. und 2. Klaffe ca. 30 fm, (Sartenpfoften 10, Bohnenstangen 300 Stück Die Eichenfvrstreiser sitzen an der Kreisstraße. Zusammenkunft 9j Uhr vormittags auf der Kreisstraße Rieder-Bessingen—Langsdorf, Waldeingang, 12j Uhr am Häuserberg Lich—Ronnenröther Weg, Kreuz Langsdorfer Heuweg. Gemeinschaftlicher Nutzholzverkauf der Gemeinden Ebers-Göns, Nieder-kleen und Oberkleen. Am Dienstag, 2. MSr; 1926, von vormittags 10 Uhr ab, kommt in dem Rathause zu Ober-Kleen aus den Gemeindc- waldungen Ebers-Göns, Rieder-Kleen und Ober-Kleen folgendes Nutzholz öffentlich meistbietend zum Berkaus: 1725V 1. Gemeindewald Ebers-Göns: 6 Eichenstämme Kl. 3, 3,81 fm; 7 Eichenstämme Kl. 4, 6,29 fm; 6 Eichenstämme Kl. 5, 8,32km; 1 Eichenstamm Kl. 6, 1,81 fm (darunter befinden sich Stämme der Güteklaffe A); 4 rm Etchennutzschei- ter (Küferholz), 1,2 und 1 m lang); 1 Buchenstamm Kl. 4, 1,33 fm; 32 Fich- tenftämme Kl. la, 4,03 fm; 21 Fichtenstämme Kl. 1b, 5,09 fm; 6 Fichtenstämme Kl. 2a, 1,90 fm; 62 Fichtenstangen, 1. Kl.; 134 Fichtenstanhen 2. Kl.; 1 Kicfernstamm Kl. la, 0,28 fm ;5 Kiefernstämme Kl. 2a, 2.15 fm; 21 Kiefernstämme Kl. 2b, 14,32 fm; 5 Kiefernstämme Kl. 3a, 3,59 f 4 Kiefernstämme Kl. 3b, 4,25 fm; 1 K fernstamm Kl 4a, 1,58 hn; 6 rm 9lt yolz 3 m lang). 2. Gemeindewald Rieder-Kleen. 1 Eichenstamm Kl. 2, 0,31 fm; 21 Kiefernstämme Kl. 1b, 5,42 fm; 15 Kiesern- stämme Kl. 2a, 6,74 fm; 6 Kiefernstämme Kl. 2b, 4,35 fm; 1 Kiefernstamm Kl. 3a, 0,91 fm; 31 Fichtenstämme Kl. la, 3,98 fm; 20 Fichtenstämme Kl. 1b, 5,15 fm; 60 Fichtenstangen Kl. 1; 24 rm Kiefernnutzscheiter Kl. 2 (3 rn lang). 3. Gemeindewald Ober-Kleen. 17 Eichenstämme Kl. 3, 9,26 fm; 22 Eichenstämme Kl. 4, 20,30 fm; 9 Eichenstämme Kl. 5, 12,54 fm (darunter befinden sich Stämme der Güteklasse A); 10 rm Eichenscheiter-Nutzholz (Küferholz, 1,2 und 1 m lang); 18 rm Eichenpfahlholz; 1 Bu- chenstamm Kl. 4, 1,21 fm; 4 Fichlenstämme Kl. la, 0,49 fm; 5 Fichtenstämme Kl. 1b, 1,44 fm; 3 Fnhtenstämme Kl. 2a, 1,91 fm; 1 Fichtenstamm Kl. 2b, 0,55 fm; 6 Fich- tcnstangen 1 Kl.; 11 Fichtenstangen 2.Kl.; 6 Fichtenstangen 3. Kl.; 12 Kiefernstämme Kl. la, 3,09 fm; 16 Kiefernstämme Kl. 2a, lHjpolteta auf outeObjefte vermittelt zuverlässig hiesige Berlreumg eriiklaff.vDvoihelen- bant ©dnb'tL Slnfr. unter 01354 an den Giei-ener Anzeiger. 3-500 Mk. geg. erstklaff. Sicher- betr und lehr i;obe Zinsen auf kurze Seit aefudit. Swr. Angeb. unWr 01370 an den Greß. Anz. 1M Ms 5achd 1852a II Sletze«, MmkMuSe 24/26 1817a | Kaff ee Werbewoche Griinsiegel 4.601 DnfoinnaS — . A OH mit mit ®if Rotsiegel Pfund 4.20 HffO/ Gelbsiegel 3.80 ,u'/f Rabatt Rabatt Haushalt-Kallee Pfund 3.00 1892c Schade & Füllgrabe zur 1870c Gut eiugeipieltes Schöner Cello Garten iiiNiniHiHiinniiiHiiinuiiniiiiiiiiiiii Cop; 3. For und 200 ■'< ff Röhn, Drahtzaunwerk Harleshausen-Cassel Kleiderstoffe schwarz und und farbig Samt und Eolen in verschiedenen Preislagen. Zar tafirmalioö In der Lebensversicherung ist Jedem ein nie versagendes Mittel der Vorsorge gegeben! 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Nicht so sehr wegen seiner Persönlichkeit, als vielmehr wegen der Tatsache, daß man alle Fachleute und Anwärter, die sich ' selbst für diesen Posten in Vorschlag gebracht hatten, fallen liefe, und an ihrer Stelle einen Mann ernannte, der für den Orient bisher durchaus kein besonderes Interesse an den Tag gelegt hat. Das ist ja nun für die Verwaltungstradition der Engländer nichts Neues. Außer Lord Curzon ist eigentlich keiner der Dizekönige der letzten dreißig Jahre Fachmann für Indien gewesen, und man hat eg immer lieber gesehen, daß eine liebenswürdige, repräsentative und gewissenhafte Persönlichkeit auf diesem größten Posten der Krone saß, der nicht der Versuchung ausgesetzt war, aus besserer Sachkenntnis heraus autoritativ zu verfahren. Immerhin bringt der neue Dizekönia einige Eigenschaften mit, die auf die politischen Absichten Englands ein bezeichnendes Licht werfen und es wahrscheinlich machen, daß gewisse Ansichten über die zu ergreifenden Maßnahmen, die bisher nur in der englischen Presse zu lesen waren, demnächst auch von der Regierung Indiens in die Tat umgesetzt werden. Mr. Edward Wood ist nicht nur ein frommer und sympathischer Mensch, „ohne großen Ehrgeiz", sondern auch einer der ausgezeichnetsten Kenner zweier Probleme, die auch in Indien im Mittelpunkte des Interesses steyen: der Landwirtschaft und des Erziehungswesens. Obgleich er diese beiden Gebiete nur aus England kennt, ist es, da ja vieles in Indien nach englischem Vorbild geschaffen wurde, ihm sicher leicht, gerade auf diesen wichtigen Arbeitsfeldern Ersprießliches zu leisten. Da er sich durch seinen Bericht über Westindien, in dem ähnliche Fragen wie in Indien auf dem 23er- waltungsgebiete zu lösen waren, überdies den Rus eines erfolgreichen Reformers erworben hat, so geht ihm allerdings ein vorzüglicher Ruf voraus. Seine Unkenntnis des Orients schadet ihm in diesem Zusammenhänge nicht, da er gerade durch sie ohne Vorurteil und Voreingenommenheit den Dingen gegenüberzutreten vermag. Was von größter Bedeutung ist, da unter seiner Regierung die wichtigste Frage der indischen Verwaltung, nämlich die V e r - sassungsreform, zu lösen fein wird. Man rechnet also in England damit, daß sein Zusammenarbeiten mit den Nationalisten Indiens ihm entweder besonders leicht fallen wird, oder daß ihm, wenn es sich als unmöglich Herausstellen sollte, seine Kenntnis der Verwaltungspraxis gestatten wird, wenigstens die Maßnahmen zu ergreifen, die mit der Zeit die heutige Macht der Nationalisten untergraben werden. Denn heute find die Nationalisten in Indien noch keineswegs gesonnen, sich der englischen Oberaufsicht zu fügen. Sie bezeichnen die Verfassung von 1919 (Öen „Government of Jndia Act“) als eine Nichteinlösung der 1917 gegebenen Versprechungen nuf volle Selb st Verwaltung des Landes. Die nationalistische Bewegung, die ja viel älter ist, als man es Im allgemeinen annimmt, ist aber von der extremen Aussasiung, die ihr ursprünglich zu eigen ist, heute schon sehr weit abgekommen. Weder die Swajaristen, noch die Unabhängigen, noch die Liberalen oder gar die Khilajatisten sind heute noch der Ansicht, daß sie unmitteloare und sofortige Befreiung von jeder Art englischer Verwaltung erreichen könnten. Man ist vlelmehr gewillt, sich mit dem Erreichbaren zu begnügen, wenn dies einen Fortschritt auf das letzte Ziel, die völlige Befreiung Indiens, öarfteUt. Nur die t.a k - tischen Unterschiede sind heute wichtig. Wollen die Swarajisten dieses Ziel durch ständige Opposition (Nichtmitarbeit) in Öen Parlamenten der Provinz unö öer Zentrale erreichen, so hoffen dies die Unabhängigen durch Opposition von Fall zu Fall (oer- antworlliche Mitaroeit), die Liberalen durch eine Derfassungsresorm. Die Gesamtlage hat sich politisch also doch erheblich verändert. Von der Methode der „passiven Resistenz", die Gandhi auf der Höhe seines Ruhmes durchzusetzen vermochte, ist man beinahe dazu ge- Die tolle Herzogin. Roman von E r n st Klein. ' Copyright by Carl Duncker, Verlag, Berlin. 3. Fortsetzung. Nachdruck verboten. 3. Kapitel. Der Fellah sperrte, ganz benommen von solcher Kühnheit, Mund und Augen auf. „Mußjeh, Directeur nix da", stotterte er. „Oh, er wird schon da sein, wenn du Halunke ihn nur finden willst." Und James Wood lächelte liebenswürdig, unwiderstehlich. Ader in seiner Stimme, in feinem Blick war etwas, was den Diener mit einem Male über» zeugte. „Will Mußjeh einen Moment warten? „Einen Moment ja, aber nicht länger." Gleich darauf stand ein dicker, älterer Mann vor ihm. Unverfälschter Levantiner. Smoking, zwei haselnußgroße Brillanten in der Hemdbrust, eine schwarze Zigarre zwischen den wulstigen Lippen. Negerblut, trotz aller Eleganz in ihm — das bezeugte das Geldliche seines Augapfels---. Gesamteindruck: Schurke vom allerfernften Mittelmeer- wasser I „Der Diener meldet mir," begann der Mann, „öer Herr wünsche mich zu sprechen." „Sind Sie der Direktor dieses entzückenden Lokales?" „Ich habe die Ehre, mein Herri" „So? Nun, dann führen Sie mich in irgendeinen Raum, in dem wir ungestört unter vier Augen miteinander sprechen können." Der Herr Direktor rührte sich nicht. Schob nur feine dicke Importe aus dem linken in den rechten Mundwinkel. „Ich bedauere, dem Herrn mitteilen zu müssen, daß es nicht zu den Prinzipien des Hauses gehört, verlorenes Geld zurückzugeben. Wir sind nicht die Bank von Monte Carlo." „Ach, wirklich nicht?" James Wood steckte die Hände in die Hosentaschen unö lachte "Öen Levantiner berausforöernö an. „Ich bitte um Verzeihung," sagte er, „ich bin Pressiert--" „Dann beeilen Sie sich und führen Sie mich in kommen, daß man sich mit den Engländern an eine Regierungsbank setzt. Allerdings will man sich dafür, daß man das tut, auch entsprechend bezahlen lassen, drängt also vor allem auf Abschaffung des verhaßten Systems der „Doppelregierung". Gelingt es den Engländern aber, die Inder zu wirklicher Mitarbeit an der Verwaltung des Landes zu gewinnen, so ist die Beruhigung der politischen Atmosphäre zu erwarten, die ihre Herrschaft vorläufig sichert. Nur bann können sie auch ohne Gefahr in eine Aenderung des heutigen Systems einwilligen, das durch Ausnahmeparagraphen. durch die absolute Verfügung über Finanz und Militär alle Macht in die Hand der englischen Gouverneure legt. Es gehört eben guter Wille auf beiden Seiten dazu, wenn die Verwaltungsmaschine reibungslos arbeiten soll. Andererseits ist die heutige Stellung der indischen Nationalisten keineswegs eine ihrer wahren Kraft entsprechende. Durch die eigentümliche Tatsache, daß in Indien das Schulwesen keine Basis in weit- qreifenben Volksschulen, hingegen eine übermäßige Anzahl von Universitäten hat, sinb nämlich in In- bien bie (3 e b i l b e t e n sozusagen im Besitze eines Monopols. Sind doch von 316 Millionen Menschen Indiens nur 22,5 imstande, zu lesen und zu schreiben, während von diesen wieder etwa 2 Millionen im europäischen Sinne studierte Leute sind. Da natürlich der Staat gar nicht die Fähigkeit besitzt, soviel Leute in feinen Dienst aufzunehmen, andererseits aber auch vielfach Gesetze den Indern die Verwaltungsposten versperren, so ist dieser Zustand eine Gefahr für das Land. Er stößt nicht nur viele an und für sich brauchbare Elemente unnötig vor den Kops, sondern ermöglicht es diesen noch obendrein, einen unheimlichen Einfluß auf die unwissenden und fremdenfeinblichen Massen bes Volkes auszuüben. Man kann gerabezu behaupten, daß bie Stärke der Swarajisten auf diesem besonderen gesellschaftlichen Umstande beruht, und daß eine größere Verbreitung der Bildung ihnen möglicherweise sogar schaden würde. Diese Bildungsverhältnisse haben ihre Parallele in dem Verhältnis von Stadt und Land. Ist die Stadt besonders aktiv am politischen Leben beteiligt, so ist umgekehrt das Land fast überall tot. Es ist dem Kleinbauern ober Pächter eben ganz gleichgültig, wer regiert, wenn für ihn nicht das minbefte getan wird. Er ist es gewohnt, baß jede Regierung ihn brückt, unb feinen Lebensstandarb durch Steuern unb Erpressungen noch weiter mindert, ober ihm, wenn er sich gegen die Ausbeutung durch seinen Vorpächter auftehnt, Unrecht gibt. In Indien leben, wie es neuere Untersuchungen zeigen, 230 Millionen Menschen auf dem Lande — und an der Elendsgrenze. Was es politisch heißt, diese Bevölkerung von dem Joche eines mittelalterlichen Bodenrechtes zu befreien, das vermag man sich kaum vorzustellen. Nur ist diese Aufgabe leichter, als man gemeinhin annimmt; es genügen zu ihrer Lösung gesetzgeberische Maßnahmen, die die Bauernbefreiung zum Ziel haben. Und man hofft in England, daß diese Leute sich bann für bie Regierung erklären werden . . . Also Schulreformen, Bauernbefreiung, versöhnliche Haltung gegenüber den Nationalisten, das bedeutet voraussichtlich die Ernennung Woods. Natürlich kann es sein, daß man, um dieses Programm, das ja seiner Natur nach erst in einem Menschenalter Früchte zu tragen vermag, durchzu- führen, auch weitere Verwaltungsmaßregeln, etwa die Einführung der vielbeschriebenen Provinzautonomie ergreifen wird, damit die politische Position des Vizekönigs gestärkt wird. Jedenfalls ist die Stellung Englands in Indien heute noch nicht erschüttert, wenn es auch sicher ist, daß^die Verwaltungsbefugnisse der Inder unter dem neuen Vizekönig erweitert werden. Eine lohnende Hausindustrie. Das Stricken im mittleren Kreise Biedenkopf. Wenn wir das Wort Hausindustrie hören, so denken wir allgemein an die Weber im Riesengebirge, an die Holzschnitzer im Thüringer Wald u. a., unb stellen uns barunter Menschen vor, bie trotz mühsamer Arbeit nur ein kärgliches Einkommen haben unb in sehr kümmerlichen Verhältnissen leben. Auch unter den ein Wandergewerbe treibenden Leuten, im Volksmund kurz „Hausierer" genannt, stellt man sich gewöhnlich mit wenig Gütern gesegnete Menschen vor. Unb wo bie Hausindustrie und das Wandergewerbe die einzige Einkommensquelle einer Familie sind, dürften die Einkommens- Verhältnisse nicht allzu rosig sein. Anders gestaltet sich die Sache, wenn Hausindustrie und Wandergewerbe im Nebenberuf ausgeübt werden, wie es z. B. im mittleren Kreis Biedenkopf geschieht, wo in den größeren Orten, die abseits von der Bahn liegen, vielfach eine sehr regsame Bevölkerung wohnt. Fast zu jedem Haus gehören dort ein paar Aecker und Wiesen, im Stall stehen ein bis zwei Kühe, ein ober zwei Schweine werden gemästet; in ganz kleinen Betrieben sind statt der Kühe zwei bis drei Ziegen im Stall, so daß Milch und Butter und ein größerer ober kleinerer Teil der Feldsrüchte, wie Korn, Kartoffeln unb Gemüse in eigener Wirtschaft gewonnen werben, was immerhin von Vorteil ist. Die ganze Haus-, Garten-, Stall- und Feldarbeit, die Erziehung der Kinder ruhen fast allein auf den Schultern der Frau, die deshalb kein beneidenswertes Los hat. Hier und da wird sie in ihrer schweren Arbeit von älteren Angehörigen etwas unterstützt. Denn der Arbeitsort des Familienvaters sowie der erwachsenen Söhne ist fast durchweg auswärts, und zwar in solcher Ferne, daß Hin- und Rückfahrt in einem Tag sich nicht ermöglichen lassen, und deshalb bie Männer meistens eine Woche, manchmal aber auch mehrere Wochen ausbleiben. Die Arbeitsstätten liegen allgemein in den Jndustrieorten Westfalens, wo die Leute zum größten Teil als Bauarbeiter — Maurer, Dachdecker usw. — beschäftigt sind unb demgemäß im Winter keine Beschäftigung haben. Aber sich auf bie faule Haut zu legen, das duldet ihr Geschäftsgeist nicht. Darum packen sie im Herbst den „Strumpf- s a ck" unb ziehen los in bie Welt. Alles strickt. — Die Reife mit dem „Sfrumpffad“. Wie aus alten Chroniken heroorgeht, ist der Strumpfhanbel, besser gesagt der Handel mit gestrickten Wollsachen, sowie die Haus- industrie im Stricken im mittleren Kreis Biedenkopf, der Gegend etwa nördlich und westlich von Gladenbach, über hundert Jahre alt. In Holzhausen bei Gladenbach befanden sich früher zwei große Schafherden, Hausnamen erinnern heute noch daran (Gasteschäfer u. a.). Die Wolle der Schafe wurde im Dorf gewaschen, gekämmt, gesponnen unb gestrickt, gestrickt natürlich- ausschließlich mit ber Hand. Der Strick st rümpf war ber ftänbige Begleiter ber Frau; ob sie ein Stünbchen äbenbs zu Hause saß ober tagsüber aufs Felb ober über Lanb ging, immer hatte sie ben Stritfftrumpf in ber Hanb unb den Wollknaul unter dem Arm. Neben ben Frauen strickten aber auch bie Kinber, unb soweit sie dazu Zeit hatten — bie Männer. Wie mancher Alle kann heute noch stricken unb tut’s auch zum Zeitvertreib manchmal noch. Von Hartenrod wird gesagt, daß dort vornehmlich Jacken ge- strickt wurden. So trugen z. B. die Frankfurter Brauereifuhrleute meist im Hinterland gestrickte Westen (Kamisol), und jede Brauerei hatte darin ihre eigene Farbe. Wie tarnen aber vor hundert Jahren die Jacken unb Strümpfe aus bem Hinter- lanb nach Frankfurt? Ja, wie man's eben in der alten Zeit machte: Geradeso, wie man zu Fuß nach Marburg oder Gießen ging, wie der Arbeiter in der Nacht von Sonntag auf Montag zu Fuß nach Siegen ober noch weiter zur Arbeitsstätte wanderte, wie der Drescher im Spätherbst ober Winter nach ber Wetterau, dem Maingau ober Rheinhesten pilgerte, um bei ben Bauern sich burch Drescyen ein paar Taler sauer zu oerbienen, so zog der Strumpfhändler mit dem vollen Strumpfsack auf dem Rücken, den derben Stock in ber Hand, nach Süben, denn Frankfurt, Mainz unb Worms waren von jeher die Hauptstützpunkte ber Holzhäuser Strumpfhänd- ler. Es kam auch vor, baß, wenn bie mitgenommene Ware nach kurzer Zeit verkauft und mittlerweile zu Haufe wieder genügend Ware fertiggestellt war, ein Fuhrmann mit einem Leiterwagen, vollgepackt mit Wollwaren, nach den drei genannten Städten fuhr, um dort in ben Quartieren der Strumpfhänbler bie Waren abzuladen. Holzhausen, ber Hauptort dieses Industriezweiges im Hinterland, hatte damals etwa 500 bis 600 Einwohner, die sich aus etwa 160 Familien zusammen setzten. Da damals etwa 40 Händler von Holzhausen weggingen, kam ein Zimmer, wo wir ungestört miteinander sprechen können." „Ich muß lebhaft bedauern--" James Wood lachte abermals. Dem Levantiner ward unbehaglich zu Stute. Er blickte zu James Wood, ber einen vollen Kopf größer war, auf unb nahm bie Zigarre aus bem Mund«. „.Wenn ber Herr barauf besteht," murmelte er. „Ich bitte, mir zu folgen." Er ging durch das Cafe unb trat in den Gang ber reservierten Salons. Mehrere von ihnen waren besetzt. Lachen hörte man hinter ben Türen, Gläser- tlirren. In einem ber letzten Zimmer keifte eine bissige, ordinäre Frauenstimme--- In das letzte öer Kabinette trat ber Direktor ein, brehte bas Licht an unb lub seinen ungebetenen Gast ein, auf ber weichen Chaiselongue Platz zu nehmen. Prächtig ber Raum, ganz orientalisch, mit Kissen, Teppichen, Decken überlaben — lauschig, verführerisch --.— James Woob sah sich uni und nickte dem anderen mit herablassendem Wohlwollen zu. „Ich gratuliere, Sie verstehen Ihr Geschäft, mein Lieber!" Doch der Direktor war nicht in ber Laune, sich für so ehrliche Komplimente empfänglich zu zeigen. „Was steht bem Herrn al jo zu Diensten?" stieß er zwischen den Golbzähnen seines Gebisses hervor. „Finden Sie nicht," meinte James Woob, „daß wir ein bißchen trocken dafitzen? Zudem muß ich Ihnen gestehen, daß ich noch nicht diniert habe unb es baher sehr freubig begrüßen würde, wenn Sie mir ein kleines Diner offerierten. Ich glaube, Ihre Küche ist gewiß ebenso tadellos wie alles andere, was man hier an Genüssen bietet." „Wollen Sie mir nicht endlich sagen, mein Herr---?" „Aber selbstverständlich. Ich hatte vorhin bas Pech — oder soll ich nicht lieber sagen Glück? — einen Ship unter ben Tisch fallen zu lassen. Es war mein letzter, wohlgemerkt, Herr Direktor, mein letzter---" Der bicke Mann machte eine Bewegung. „Bitte, lassen Sie mich aussprechen! Wie gesagt, bieser elenbe, kleine Bettelship war mein letzter. Sie werben baher begreifen, baß ich alles baran setzte, um ihn wiederzubekommen. Ich habe ihn nicht ge» funben, aber als ich unter bem Tische ----" Der Herrn Direktor olivenfarbene Haut würbe bei diesen Worten um einige Nuancen dunkler, feine Haltung dagegen um ebenso viel freundlicher, aufmerksamer. Den letzten Ship zu verlieren! Natürlich sehr — sehr unangenehm! „Man wird bem Herrn ben Ship an ber Kasse sofort zurückzahlen!" versicherte er. „Ich nehme an, es waren fünf Pfunb." James Woob lächelte unb schüttelte ben Kopf. „Ich bitte um Verzeihung/ beeilte sich ber Hausherr zu korrigieren, „fünf Pfunb! Wie konnte ich so irren! Ein Kavalier, wie Sie, mein Herr, spielt boch nicht um solche Lappalien! Es war natürlich ein Ship zu zwanzig Pfunb, nicht wahr?" James Woob lächelte unb schüttelte ben Kopf. „Mon dieu, wo habe ich nur meine Gedanken! Ich werde sofort Auftrag geben, Ihnen, mein Herr, Ihren Hundert-Pfund-Ship zurückgeben zu lassen. Wenn Sie die Güte haben wollen, mit mir mit» zukommen---" Er war ganz bon homme, überfliefjenb vor Liebenswürdigkeit. Doch James Wood schien nicht die geringste Neigung zu Haden, seiner Einladung Folge zu leisten. Behaglich streckte er sich auf den schwellenden Kissen der Ottomane. „Id) fürchte, wir verstehen uns nicht ganz, Herr Direktor , lächelte er. „Im übrigen war dieser letzte meiner Chips nicht mehr wert als fünf Schilling. Sie sehen also, es gibt Fälle, in denen auch Kavaliere wie ich um derartige Lappalien spielen. Ich denke jedoch, wenn wir uns verständigt haben, werde 'ch der Notwendigkeit überhaupt enthoben sein, auch nur einen Sou zu setzen, besonders an einem so interessanten Tische wie dem Ihrigen, eher Monsieur le directeur!*' Die Olivenfarbe war jetzt dunkelgrün. Die wulstigen Negerlippen des Monsieur le directeur verzogen sich zu einem Grinsen, das die Worte des Gastes als feines Lächeln begleiten sollte. Es wurde aber nur ein giftiges Zähnefletschen daraus. Und die Goldzähne glänzten gar nicht mehr so selbstbewußt wie vorher. Matt waren sie unb kläglich. „Was — was meint ber Herr —?" stammelte ihr Besitzer. „Wie ist's zunächst einmal mit bem Diner?" fragte James Wood. „Ich alaiidc, jr?t .. ..;i gen mich besser verständlich machen zu können. Ein leerer Magen erzeugt zu leicht bittere und ungerecht« auf jedes 4. Haus ein Strumpfhändler. Gegen Ende des vorigen Jahrhunderts flaute die Sache bann etwas ab, es gingen damals nur noch etwa zwanzig Händler fort. Da aber in ben Familien weiter fleißig gestrickt wurde, so lieferte man die Fertigwaren an Händler in Biedenkopf, Gladenbach, Gießen oder Laasphe ab. Wenn damals für das Paar Strümpfe zu stricken 20 Pf. unb die Jacke zu stricken 2 Mark bezahlt würben, so kann inan von großen Einnahmen dabei nicht reden, obwohl bie Stricknabeln Tag unb Nacht klapperten; denn das Handstricken ging eben doch langsam. Die erste Strickmaschine. Anders wurde die Sache, als die e r ft e S t r i ck- maschine Ende der 90er Jahre nach Holzhausen tarn. Ihr folgte noch eine ganze Anzahl anderer, so daß ihre Zahl vor dem Krieg bis auf etwa 30 stieg. Während man früher nur Die selbsterarbeitete Wolle verstrickte, ging man nun zur Fabrikwolle über, die Schafherden verschwanden allmählich aus dem Landschaftsbild, und die Spinnräder wurden beiseite gestellt. Da das Stricken auf der Strickmaschine sich nicht von heute auf morgen erlernen läßt, besonders das Stricken von feineren Sachen, so schickte einer der Händler seine Tochter nach Reutlingen, der bedeutendsten Stadt der süddeutschen Texilindustrie, um dort das Stricken gründlich zu erlernen. So taucht nun neben ber handgestrickten die erste maschinengestrickte Ware auf. Kriegsindustrie. Die Strickerei ging nun so fort, bis der Krieg ausbrach. Da wurde bald die ganze Wolle beschlagnahmt, Und sowohl die Strickmaschinen als auch die Stricknadeln mit einem Schlag stillgelegt. Was nun? Man mußte versuchen, zu Wolle zu kommen; und es gelang auch. Man schloß sich zusammen, einer übernahm die Organisation, und man strickte nun fürs Heer. Der Händler kaufte die Wolle gegen Bezugschein unb verteilte sie nach dem Ge- wicht unter bie Stricker des Dorfes, bie bann das- felbe Gewicht an Socken roieber an ihn abzuliefern hatten. Er hatte bann die Socken paarweise zu bin« ben, je 10 Paar zu Ballen zu verschnüren unb biefe in Kisten verpackt an ben Heereslieferanten abzu« senben. Es war jebenfaUs keine Kleinigkeit, so 3000 ober 5000 Paar Socken vorschriftsmäßig zum 23er» fanb zu bringen. Mittlerweile war aber die Wolle zu Kriegsware, b. h. so grob unb schlecht geworben, baß man sie auf ben Maschinen nicht mehr verarbeiten konnte, unb bie Stricknabeln mußten nun wieber hervorgeholt werden. Don Holzhausen aus verbreitete sid) bann bas Handstricken für Heeresbedcvs auf bie umliegenben Orte, besonders die Orte des oberen Perftals Pottenhorn, Steinperf und Eisenhausen, wo fast in jedem Haus Socken gestrickt wurden. Holzhausen blieb weiterhin der Ausgangsort der Wolle und der Sammelplatz der fertigen Ware. Wenn auch für das Paar Socken zu stricken nur etwa 25 Pf. bezahlt wurden, so kam durch ben Fleiß ber Frauen doch allerhand Geld in die betreffenden Dörfer. Welchen Umfang die Strickerei annahm, ist daraus zu ersehen, daß bie Wolle immer mit großen Erntewagen vom Bahnhof ober ber Spinnerei geholt werden mußte. Nach etwa zwei Jahren ging bann bie Sache an ben Kriegswirk- unb Strickverband und bie Kriegswirtschaftsgesellschast über. Die Wolle wurde von bem Verband geliefert unb ging als Fertigware an den Heereslieferanten weiter, so baß bie Wolle Eigentum ber Kriegswirtschaftsstelle blieb unb nicht mehr bezahlt zu werden brauchte. Welcher Art die Socken in ber letzten Kriegszeit waren, weiß jeder Kriegsteilnehmer, ihre schlechte Beschaffenheit lag aber nicht am Stricken, sondern an der Wolle. Der heutige Stand: Feste Kundschaft zur Nieste. Nad) dem Krieg kam dann ein kleiner Stillstand unb nach ber Inflation ein Rückschlag. Dann erst setzte ber Hanbel etwas lebhafter ein, unb heute gehen wieder etwa 80 Händler nach auswärts, und über 100 Strickmaschinen sind für sie in Holzhausen in Tätigkeit. In den meisten Häusern finden wir eine Maschine, in manchen aber auch drei, vier unb mehr, so baß bei einzelnen Familien bas Stricken fast zum Haupt» erwerb wirb. An ben Maschinen arbeiten gewöhnlich Mäbchen unb jüngere Frauen. Aeltere Frauen besorgen das Zusam'mennähen, unb die größeren Kinder spulen das Garn. Neben Strümpfen werden jetzt Unterhosen, die besonders von Straßenbahnwagenführern gekauft werden, Jacken, Schlüpfer, Westen, ganze Kleider u. a. gestrickt; in neuerer Zeit auch Kleidungsstücke aus Wolle mit Seide gemischt, Gefühle. Und die möchte idj bei der Unterhaltung mit Ihnen, eher Monsieur le directeur, gerne aus- geschaltet wissen." In ben Äugen des Levantiners flimmerte für einen Augenblick aus der Tiefe feiner Gaunerseele heraus ein verräterisches Licht. „Sofort werde ich eines bestellen. Der Herr wird zufrieden fein. Und der Wein? Ich habe einen vorzüglichen Chadlis. Auch mein Johannisberger Auslese kann sich sehen lassen--" „Hm — man könnte ja beides versuchen." „Wie Sie befehlen, mein Herr!" Aber so kurz das Aufleuchten jenes Lichtes gewesen mar, James Wood hatte es gesehen. Er liefe ben Levantiner halb zur Tür hinaus, bann rief er ihn zurück. „Einen Moment, teurer Freunb! Ich kann nicht verlangen, daß Sie sich selbst bemühen. Nein, nein, wirklich nicht! Bitte, bleiben Sie boch! Behalten Sie ruhig hier Platz!" „Aber, mein Herr, es ist mir ein Vergnügen —" „Kann ich mir benfen. Sehen Sie, um die Atmosphäre gleich von vornherein zu klären, nehmen Sie gefälligst zur Kenntnis, daß ick ein befparater Kerl bin, einen gelabenen Browning in ber Tasche habe unb mir nicht die geringsten Skrupel daraus mache, ejnen solchen Halunken wie Sie, teurer Freund, über den Hausen zu schießen. Ich hatte die Absicht, mich, wenn ich meinen letzten Ship ehrlich verloren hätte, hier in einem dieser entzückenden Cabinets d'amour umzubringen. Aver nun, da das Schicksal so wohlwollend war, mir Ihre werte Bekanntschaft zu oennitteln, habe ich nicht die geringste Lust, mich durch eine Pastete, bie mit Strychnin gefüllt ist, um meine Zukunft bringen zu lasten, ober mir für alle Ewigkeit den Magen an einem Tournebos zu Derberben, das mit Arsenik gewürzt ist. Wir verstehen uns, nicht wahr? Unb wenn Sie jetzt gütigst läuten wollen, werben wir uns gleich noch bester verstehen. Bitte?" Interessant, naturwissenschaftlich interessant die Farbenspiegelungen, die des Levantiners Haut während der Unterhaltung aufwies. Fachgelehrte hätten an ihm nützliche Studien über das menschliche Pig- ment und feine Eigenschaften anstellen können. Aus - mar.öelte sich seine Gesichtsfarbe jetzt in fahles Grau. Die Angst troch in feine Augen. (Fortsetzung folgt.) MU Boi -berg ZIeelle ' ??; 8 4 «5 tn i Ä8Z>r W'ir ernt bllligstei W in Wollt Sei in großi Baby Für wei ter gebt Brosch N versehret von 9? Frol Wä! in aller unter t: la Hi So von 901 W öi 82 Sonnt W tötet ,3cl L Ein Schalst! German Frankfa BTK gut und t reife Ta Eelitiina MWid. Ut« .*' Uo. Ti .«8.10, ! Edimerl &ia 9 i Fettkäse 9 M Ti kill IIJ iln. V klie./it Nachnal nischek Jobs .Miel K mannitr. Teilzahlungen Löberstr. 17 Billigste Preise Schlafzimmer Herrenzimmer Speisezimmer Küchen Einzelmöbel Ladeneinrichtungen 8S3( Möbelfabrik Karl Hahn Rätsel-Ecke Zahlenrätsel 6 12 9 1 3 UN 11 8 10 3 9 7 TI Mal 2 12 EJR n]n *» 10 11 4 4 4 6 11 10 11 4 3 9 2 3 9 6 3 2 6 12 Qnadraträtsel th. in 8 9 8 12 10 8 11 3 7 11 8 2 3 9 4 10 4 1. Früherer Name der Hauptstadt einer Kolonie Französisch-Westafrika. 2. schwerer Sturm, 3. Symbol päpstlicher Würde, 4. Kurort an der Ilm, 5. Klettertiere in den Tropen. handel im i-----..... ----- hergestellten Waren verkaufen die Händler noch Fabrikwaren wie Hemden,Unterhosen, Schürzen usw. Um den Händlerrabatt zu sparen und die Waren zu verbilligen, ist im vorigen Jahr in Holzhausen eine Textilelnkaufsgenossenschaft gegründet worden, die einen großen Umsatz auszuberühmter Bildhauer See in Nordtirol hebräischer Prophet wilde Pferdeart Brettspiel für zwei Parteien ötabt im Reg.-Bez. Wiesbaden Patron der Jäger Stadt im Reg.-Bez. Arnsberg Kanton der westl. Schweiz Nebenfluß d. Donau in Oestererich Stadt in der Kreishauptmannschaft Dresden Geburtsort des Ap. Paulus der Wörter nennen einen 6 11 4 1. L o n l i n k s n a ch r e ch t s :■ 1. Stadt und Fluß in Bulgarien. 5. englische Insel, b. Lebensgemeinschaft, ö. Bad in Belgien. 11. Abschiedswon. 12. Schweizer Kanton. 13. Naturerscheinung. 14. starkes Seil. 15. Raubvogel. 16. Luftart. 18. Volksstamm. 19. Gedichtart. 22. alkoholisches Getränk. 23. Wurfspieß. 24. biblische Person. 25. biblische Person. 26. Naturerscheinung. 2. Von oben nach unten: 1. Raubtier. 2. Teil des Kopfes. 3. Stadt im Freistaat Sachsen. 4. Teil des Dachstuhls. 5. Schiffs« angehöriger. 6. Weiblicher Vornahme. 7. Das Gegenteil von alt. 9. Schmaler Weg. 10. Französischer Tonkünstler. 16. Biblische Person. 17. Stadt in Südtirol. 20. Orientalischer Titel. 21. Bad in Nassau. Auflösungen. Kreuzworträtsel. Silbenrätsel. Der gesuchte Spruch lautet: „Zeichnet die Eckenerspende und fördert damit Zeppelins Werk!" Die gesuchten Worte lauten: 1. Zeppelinluftschiff. 2. Ebro. 3. Isolde. 4. Cherusker. 5. 'Nimrod. 6. Ehe. 7. Tauber. 8. Dagobert. 9. Irmgard. 10. Europa. 11. Elysium. 12. Cincinatti. 13. Kontinent. 14. Exzellenz. 15. Niederlande. 16. Eiskap. 17. Rübensirup. 18. Sense. 19. Popokatepetl. 20. Entenei. 21. Nansen. 22. Daktylus. 23. Ekateri- noslaw. 24. Ulme. 25. Nonnenkloster. 26. Dominik. kapselrälsel. „Was ist das letzte im Leben? Die Hoffnung." Zahlenrälsel. Petzold, Ernani, Tapete, Eklipttk, Reiher, Perle, Aargau, Unterholz, Lambda, Raub, Ungarn, Brahma, Edith, Nahum, Stute —Peter Paul Rubens „Die Kreuzabnahme". 3 7 3 11 7 Die Buchstaben AAAAAA BBEEEFFI KKMNNOORRRT sind so auf die Felder des Quadrates zu verteilen, daß die wagerechten Reihen Wörter von folgender Bedeutung ergeben: Die Anfangsbuchstaben österreichischen Komponisten, den Schöpfer des modernen Liedes. 8 4 3 3 7 2 3 4 5 6 sagenhafter Schwarzkünstler : 16. Jahrhundert weisen hat. Neben Nachteilen, wie dem wochen- und monale- Jangem Fernsein von Heimat und Familie, hat die Sache auch ihre Vorteile. Die Männer, die viel unterwegs sind, haben ganz andere Umgangsfor- men, ein ganz anderes Benehmen als solche, die jahraus jahrein nicht von ihrer Scholle fortkommen. Die Strickerinnen können zu Haufe ihr Geld verdienen. manche gehen den Sommer über in die Wetterau als Fabrikarbeiterinnen. Auch die Poft verdient neben der Eisenbahn ihr Teil. Einmal die Postämter und Agenturen durch den Paket- und Geldverkehr und dann die im vorigen Jahr eingerichtete Autoverbindung Biedenkopf- Gladenbach durch den lebhaften Personen- und Gepäckverkehr, der diese Strecke zu einer der rentabelsten des ganzen Bezirke macht. so daß man sagen kann: auch dem verwöhntesten Geschmack wird Rechnung getragen. Einer der Händler hat seit Jahrzehnten einen Stand auf der Frankfurter Budenmesse. In letzter Zeit ist man auch etwas großzügiger geworden und besucht sogar die großen Frankfurter international e n M e s s e n , wo Abschlüsse mit ersten Frankallgemeinen Derwalttrngsreform, die jedoch noch lange auf sich warten lassen könne. Ein zweites Referat erstattete Bürgermeister Hainz aus Dietesheim; er machte ähnliche Ausführungen wie der Vorredner, vertrat aber mehr den Standpunkt der Landbürgermeister. Er verlangte nach- drücklich eine angemessene Vergütung für die Ehrenbürgerrneister An die Vorträge schloß sich eine lebhafte Aussprache an. Rheinhessen. WSA. Alzey. 26. Febr. 3m hiesigen "Stadtwasd wurde gestern die Leiche eines 50jährigen Mannes aufgefunden, die an Brust und Leib zahlreiche Stichwunden aufwies. Man vermutet in dem Toten, der nur halb bekleidet war und keinerlei Werlgegen- stände oder Papiere bei sich hatte, einen Mann von auswärts, der zum Holzankauf hierher gekommen war. Französisches Flugzeugunglück bei Mainz. WSN. Mainz, 26. Febr. Bei einer Hebung der französischen Fliegertruppe in der Nähe von Mainz stießen zwei Flugzeuge zusam men. Einer der beiden Apparate stürzte aus etwa 1000 Meter Höhe ab. Die beiden Insassen wurden auf der Stelle getötet. Die Narrenkappe. Splitter und Sparren vom Redattion-tifch. Selbsterkenntnis. Ein Gärtner hatte sich im Garten schlafen gelegt. Sein Herr kam und sagte: »Du bist doch sehr faul und nicht wert, daß dich die Sonne bescheint." — »Deswegen habe ich mich auch in den Schatten gelegt", war die Antwort. Traumdeutung. Harun al Raschid träumte, alle seine Zähne seien ihm ausgefallen. Er lieh einen Traumdeuter kommen und fragte, was der Traum zu bedeuten habe. ..Allah wolle dich vor allem Tlnglück bewahren," sagte der Ausleger, »der Traum bedeutet, das; du alle deine Verwandten sterben sehen wirst." Der Kalif, erzürnt ob. der üblen Auslegung, lieh ihm hundert Stockftreiche geben einen anderen Ausleger rufen. Dieser antwortete auf die Frage, was der Traum bedeute: »Der Himmel wolle allen deinen Anverwandten ein langes Leben verleihen! Aber der Traum bedeutet, daß du sie alle überleben wirft!" Der Kalif lieh ihm hundert Dinare geben. Dabei hatte der zweite Ausleger dasselbe wie der erste gesagt. So vieles kommt auf die Art und Weise der Wendung an! Anekdote. Der Kaiser Solimann belagerte einst die Festung Belgrad. Wahrend der Belagerung stahlen die Soldaten zur Rachtzeit einer Bauersfrau ans einem benachbarten Dorfe ihre einzige Kuh. Mit Anbruch des Tages ward die Frau ihren Verlust, der sie so empfindlich schmerzte, gewahr. 3n höchstem Llnwillen hierüber eilte sie ins Lager zum Kaiser und klagte bitter über die diebischen Soldaten. „Aber Frau," unterbrach sie der Kaiser. „3hr müht auch entsetzlich fest geschlafen haben!" - „Das habe ich," entgegnete sie, „aber in dem Vertrauen, daß Euer Majestät für die allgemeine Sicherheit wachten." Diese Replik gefiel dem Kaiser so sehr, daß er der Bauersfrau ihren Verlust reichlich ersetzte. furter Modehäusern getätigt wurden. Wie schon vorher angedeutet, sind die Hauptplätze des Holzhäuser Wollhandels Frankfurt a. M. mit Nachbarorten, Mainz und Worms mit dem dahinter liegenden Rheinhessen und dann besonders die Rheinpfalz. Daneben haben einige Händler ihr Arbeitsfeld in der Wetterau, im Rheingau, an der Bergstraße, im Siegerland und im Waldeckschen. Jeder Händler hat sein bestimmtes Quartier, das er immer wieder aufsucht, und wohin ihm von zu Hause die Pakete mit Ware nachgeschickt werden. Die Leute haben meist ihre feste Kundschaft, die sie jedes Jahr besuchen, und der sie mitunter auch einmal die Ware borgen können: also kein Hausier- üblichen Sinn. Neben den im Heimatsort Bei richtiger Lösung der Aufgabe nennen die zwei senkrechten Reihen 1—5 und 6—10 ein Mitte des vorigen Jahrhunderts zuerst in England ein- geführtes Wertzeichen, das auch Gegenstand einer über die ganze Erde verbreiteten Sammelliebhaberei geworden ist. Berschiebrätsel. Burghof — Moorbad — Milchstraße — Landzunge — Meerenge — Granit — Veteran. Die obenstehenden Wörter sind in gleicher Reihenfolge untereinander zu stellen und dann seitlich so zu verschieben, daß zwei senkrechte Buchstabenreihen (ch = ein Buchstabe), von oben nach unten gelesen, ein seltener Jubiläum bezeichnen. Kreuzworträtsel. mung aber mit einem Mehr von 3 Stimmen angenommen wurde. Die Stadt hat bei einer Anzahl von Gläubigern die Auswertung anerkannt. Der Finanzausschuß schlug vor, auf Eintrag der Eigentümerhtzpothek zu verzichten. Der Antrag sand'Zustimmung. Unter Besprechungen entspann sich eine lebhafte Aussprache über die Angelegenheit der Schulversäumnisse in der F o r t b i l - dungsschule. In einem Falle sei einem Hotelbesitzer ein Strafmandat auferlegt worden, weil die Lehrlinge den Unterricht versäumt hätten, obwohl sie von dem Lehrherrn rechtzeitig zur Schule geschickt worden seien. Der Bürgermeister versprach Rachprüfung des Falles. In der letzten Stadtverordnetensitzung hat Stadtverordneter Steuernagel (Wirtschaftspartei) beantragt, daß die Stadtverwaltung ein Sau« Programm für dieses Jahr aufstellen möge. Er führte nun Beschwerde darüber, daß der Antrag nicht zur Behandlung stehe, und forderte die Anberaumung einer neuen Sitzung innerhalb der nächsten acht Tage, um in der so wichtigen Angelegenheit beraten zu können. Der Bürgermeister erwiderte, daß in der Sache im Augenblick noch garnichts unternommen werden könne. Der neue Voranschlag bringe wenig Erfreuliches, und man wisse noch nicht, in welchem Umfange Mittel für den Wohnungsbau bereitgestellt werden könnten. Das Bestreben der Stadtverwaltung fei es, dem Wohnungsbau, der seither von ihr in vorbildlicher Weise gefördert worden ist, auch in Zukunft nach Kräften zu pflegen, wenn Mittel dafür zur Verfügung ständen. — Der Bildungsverein, der nach altem Brauche auch in diesem Winter wieder mit einer Reihe bedeutsamer Vorträge vor die Oeffentlichkeit getreten ist, hatte für gestern abend Prof. Keller. Friedberg, zu einem Lichtbildervortrag über „Die Gotik am Rhein" gewonnen. Eine dankbare Zuhörerschaft verfolgte mit Beifall die anschaulichen, packenden Ausführungen des hier sehr geschätzten Redners und erwartet mit Interesse die Fortsetzung des Vortrags in nächster Woche. — In den Schulen und auch vor Erwachsenen hielt Dr. Sell, der Leiter der Lungenheilstätte Winterkasten, sehr lehrreiche Lichtbildervorträge über die ßungenfürforge. Die aufklärenden Ausführungen sanden bei jung und alt größtes Verständnis. gb. Butzbach, 25. Febr. Die heutige Trauer- feier für unseren infolge Schlaganfalls aus dem Leben geschiedenen 1. evangelischen Pfarrer Adolf Loos gestaltete sich zu einer aroßen Kundgebung der Verehrung, Liebe und Dankbarkeit für den Verstorbenen. Pfarrer Schneider hielt die Gedächtnisrede und schilderte den Verstorbenen als Geistlichen, Lehrer, Familienvater, Freund und Kollegen. Sodann sprach der Vertreter des Dekanats Friedberg, der namens des Dekanats einen Kranz niederlegte. Weiter sprachen und legten Kränze nieder der Vorsitzende des Kirchenvorstandes, der Bürgermeister der Stadt, der Direktor der Oberrealschule, der Rektor der Stadtschule, der Vorsitzende des Striegeroereins, der Leiter des Ev. Kirchenchors, der Vertreter des Alice-Frauen-Vereins sowie des Ev. Arbeitervereins, der Vertreter des Alten-Herren- Verbandes und der Aktivitas der Akademisch-theologischen Vereinigung zu Gießen usw. Nach der Gedächtnisfeier, die in der überfüllten Stadtkirche statt« sand, wurden die sterblichen Reste zum Friedhof begleitet. Ein kerndeutscher Mann, ein treuer Sohn unserer Wettsrau, ein allzeit hilfsbereiter Geistlicher von energischem und doch stets zuvorkommendem Wesen wird von der evangelischen Gemeinde betrauert. Kreis Büdingen. △ Nidda, 26. Febr. Zu Ehren des von hier als Oberamtsrichter nach Fürth i. O. versetzten Amts- gerichtsrats Muhl fand im Kasinosaale eine würdige Abschiedsfeier statt, die sehr stark besucht war und Zeugnis gab von der Liebe und Wertschätzung, die sich der scheidende Beamte hier und im ganzen Amlsgerichtsdezirk Nidda erworben hat. Geh. Justizrat Römheld verlieh in einer längeren Ansprache den Gefühlen der Verehrung und des Dantes in herzlicher Weise Ausdruck und hob die JBerbienfte des stets hilfsbereiten Beamten treffend hervor. Sein Weggang wird allgemein bedauert. — 9n der letzten Woche wurden in der hiesigen Ortsgruppe der L i g a zum Schutz des Deutschtums im Auslände wieder zwei interessante Vorträge gehalten. Dr. S t i e r aus Gießen sprach über „Großdeutschland, eine nationale Lebensfrage". Den zweiten Vortrag hielt Dr. R e n- n e r t über die „Rheinpolitik Frankreichs in ihrer geschichtlichen Entwicklung". Gute Lichtbilder trugen zum Verständnis der Vorträge wesentlich bei. „?“ LI nt er - Schm it t en. 26. Febr. Die Straße Unter- Schmitten Ober- Schmitten ist das Schmerzenskind des kreisamtlichen Straßenbauwesens. Lkeberaus stark befahren, tief gelegen und somit seucht, auf ihrer ganzen Strecke vom Schienengeleise der Eisenbahn begleitet, weist sie alle Eigenschaften auf, die zu raschem 'Verderb einer Kunststrahe führen. Deshalb ist es nicht verwunderlich, daß sie auch nach sorgfältigster Walzarbeit in verhältnismäßig kurzer Zeit wieder die gewohnte Schlammdecke zeigt, vor der der Fußgänger auf die Schwellen der Eisenbahn auszuweichen pflegt. Zur Zeit erhält die Strecke neues Deckmaterial, so daß tocnigftenß für die nächste Zeit mit erträglichen Strahenverhältnissen gerechnet werden bars. Kreis Schotten. Id. Aus dem Vogelsberge, 26. Febr. In diesem Rotwinter hat der Wirtshaus- besuch in den meisten Vogelsberger Dörfern st a r k a b g e n o m m e n. In der Männerwelt ist, da die Wirtshausunterhaltung fehlt, starkes Lesebedürfnis entstanden, das sich in reger Benutzung der vorhandenen örtlichen Büchereien und der von den Kreisämtern in -Umlauf gesetzten Bücherkisten zeigt. Trotz der Geldknappheit müßte es möglich gemacht werden, Mittel für die Erneuerung und Ergänzung der meist stark abgegriffenen und teilweise veralteten Bücherbestände bereitzustellen. Es ist ja durch Ausnutzung billiger Buchreihen zu erreichen, bestes Lesegut für wenig Geld zu ertoerben. Kreis Lauterbach. ZSchIitz, 26. Febr. Der Gesangverein „H a r° manisches Kränzche n", der älteste und einer fflffll’S SltllültH-Mrld neben — nur in kochendem Wasser aufgelöst — feinste Fleischbrühe zum Trinken, zum Kochen und Verbessern von Fleischbrübsuppen, Gemüsen, Fleischgerichten, Soßen usw. ,,I8c 1 Würfel für gut Liter 4 Pfg. Oberhessen. Landkreis Gießen. *■ Harbach, 26. Febr. Der hiesige Rad» fahrer-Verein ,Adler" hielt dieser Tage seine diesjährige Generalversammlung ab. Die Kassenverhältnisse des Vereins sind als sehr günstig zu bezeichnen. Die Vorstands- wähl brachte die einstimmige Wiederwahl der bisherigen Mitglieder. Man beschloß, demnächst einen Ausflug an die Edertalsperre zu machen. : Allertshausen, 26. Febr. In den Freiherrlich Rabenauschen Waldungen, die unsere Gemarkung umschließen und dem Forstamt Rabenau unterstellt sind, fanden am Donnerstag große Hvlzverft eigerungen statt. AuS nah und fern waren Liebhaber erschienen, um ihren Bedarf an Brennmaterial hier einzukaufen. Besonders stark waren die Käufer aus dem Buseckertal, aus den Orten Wieseck, Trvhe, Rödgen, Alten-Duseck, Großen- Buseck und Beuern zugegen. Auch Allertshausen, Elimbach, DerSrod und Geilshausen waren vertreten. Es wurde daö Holz aus den Distrikten Bvchkopf. Eichwald. Köppernhöll und Zeifelbach versteigert. Die Preise waren beträchtlich hoch und betrugen durchschnittlich für je 2 Raummeter 'Buchenschettholz 28 vis 32 Mk., Buchen-Knüppel 22 bis 25 ML und Duchen-Stock 10 bis 12 Mk. Buchenreisig kostete das Meter durchschnittlich 2 Mk. biS 2,60 Mk., Gichenreisig 1 Mk bis 1.50 Mk. Die Versteigerungen des Forstamts l Rabenau zählen zu den größten Holzverfteige- p.rungen des Kreises Gießen. KreiS Friedberg. ss. F r i e b b e r g, 26. Febr. Da es immer schwieriger wird, zur Alarmierung der Feuerwehr Hornisten zu bekommen, ist die Anschaffung einer Sirene zu diesem Zwecke beschlossen worden. Der sog. Rote Turm, eines der letzten Ueberbleibsel der alten Stadtbefestigung, ist zur Aufstellung in Aus« sicht genommen. Gestern hot die Sirene zum ersten Male ihr Geheul probeweise ertönen lasten. Da aber noch nicht feststeht, ob das Geräusch in allen Teilen der Stadt gehört wird, sollen die Proben in nächster Zeit zu verschiedenen Tages- und Nachtzeiten fortgesetzt werden, ehe ein endgültiger Beschluß über die Aufstellung gefaßt wird. Dad-Rauheim, 25. Febr. -Unter dem Vorsitz von Bürgermeister Dr. Kayser versammelten sich die Stadtverordneten zu ihrer dritten Sitzung in diesem Iahre. Unter anderem wurde beschlossen, den Vvlkstrauertag am nächsten Sonntag durch eine Gedenkfeier auf dem Friedhöfe zu begehen. In der Aussprache regte Stadtv. Ehr. Schäfer an, in den Voranschlag auch eine Summe für daS zu errichtende Gefallenendenkmal einzustellen, damit dessen Ausführung endlich in Angriff genommen werden könne. Plane dazu liegen bereits vor, auch ein kleiner Geldfonds, der aus Heber» schüssen von Dereinsveranstaltungen gewonnen wurde, steht zur Verfügung. Ohne städtische Mithilfe wird der Plan aber kaum verwirklicht werden können. Wie jedes Iahr, so wird die Stadt auch in diesem Frühjahr wieder ihr möglichstes tun. um die Straßen in einen der Badestadt würdigen Zustand zu setzen. In acht Strahen- zügen soll die Dampfwalze ihren Einzug halten und sie ganz oder teilweise neu eindecken. Für einige Straßen, die Stadv. Etzel als..Schlamm- ftraßen" bezeichnete, wurde Asphaltierung gewünscht. Der Vorsitzende steht der Anregung sympathisch gegenüber, mußte aber mitteilen, daß sich der Ausführung zunächst Schwierigkeiten gegenüberstellen, die erst mit der Zeit aus dem Wege geräumt werden könnten. Einem Anträge der sozialdemokratischen Fraktion Rechnung tragend, hat der Finanzausschuß die Bestellung von kvmmunalpolitischen Zeitschriften für die Stadtverordneten befürwortet. Iedem Stadtverordneten soll danach Der Bezugspreis für eine kommunalpolitifche Zeitschrift vergütet werden, weil man sich von deren Studium Anregung und damit Ruhen für die Allgemeinheit verspricht. Die Rechte sprach sich gegen den Antrag aus. der bei der Abstim- ber angesehendsten Vereine unserer Stabi, verbindet mit der Feier seines 80jährigen Bestehens am 4. Juli dieses Jahres einen nationalen G e - ja ngs Wettstreit. Der Ruf unseres Städtchens als gastliche Feststadt ist wohl mit Grund dafür, daß schon^ zahlreiche Anmeldungen vorliegen. Am nächsten Sonntag sollte der Delegierten tag beraten. Mit Rücksicht auf den Volkstrauertag ist die Zusammenkunft der Delegierten aber auf den 7. März verlegt und so festgesetzt worden, daß auch die Delegierten, die den von Gießen abgehenden Morgenzug benutzen, noch rechtzeitig eintreffen können. Starkenburg. ‘ Darmstadt, 25. Febr. Im Fürstensaal sand gestern ein parlamentarischer Abend der Gewerkschaft hessischer Gemeindebeamten statt, um die Landtagsabgeordneten über die Wünsche der Ge- meindebeamtenschaft zu informieren. Abgeordnete aller Parteien waren anwesend. Aach deren Begrüßung hielt der Vorsitzende der Gewerkschaft hessischer Gemeindebeantten, Direktor Zschech- Offenbach, einen Vortrag über »Die Rechtsverhältnisse der Beamten in den Landgemeinden", Der Redner behandelte insbesondere die An- stellungs« uiü> Besoldungsverhältnisse. wie sie auf Grund der jetzt geltenden Landgemeindeordnung geregelt sind. Reformbedürftig wären vor allem die Bestimmungen über die Kündigung, weil es vielfach vorkomme, daß Gemeindebeamte, die sich bei Gemeinderatsmitgliedern mißliebig gemacht hätten, einfach gekündigt würden. In Bezug auf die Gehaltsverhälinisse fei eine einheitliche Regelung anzustreben im Anschluß an die Richtlinien des Ministeriums des Innern. 2m übrigen empfahl der Redner den Gesetzentwurf des soz. Abgeordneten Ritzel über die Anstellung und Besoldung der hessischen Ge° meindebeamten, der ja auch keine allgemein befriedigende Lösung bringe, aber wenigstes die | Rechtsverhältnisse vorläufig regele bis zu einer 0 B0B 0H0 ÖBI3I3B ----10 Billige Betten Bettbarchent Us K::::: 5ä Bettfedern K,auncn js K Hoff nütö Pfund Federn 33— |f AnfkicCAH mit 2 Ptd. Federn 9.80 VeVRDdImit6Pfd.Halbdaun.48- IXOpmiöSdl m.2Pf.Halbdaun.14,80 ___ ______ 1814a Gebr. Baer MarktstraDe 29 Ihre Vettsedem werden billigst gereinigt in der dtoe Doiaplhettteöem- Belnigungsanltall Böhling, Bergstrabe 0. Reelle Bedienung! MeolN«! tötet unfehlbar „Ackerlon“. H. Karn, Drogerie, Schulstr, Carl Seibel Germania-Drogerie Frankfurter Str. 39. er* Kttee -w gut und billig, reelle reise Ware, 9 Pfd' Holsteiner Klse 3.95, D'Sfb. rote Kuneb Kflse «. 3.95, 9 Pld. dän. Talelfetlkäee 8.10, 9 Psd. dän. Edamerfettkäse -A 8.10. 9 Pfd. Tilsiter Fettkäse I Ji 9.45, 9 Psd. Tilsiter Fettkäse II .x 8.20,!) Vid. dän. 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Zuerst muß man sofort Cigaretten ausschalten, die nicht naturrein sind und offenbar chemische Beimengungen haben, da diese bezüglich der Bekömmlichkeit sehr unzuverlässig und oft gefährlich sind, Dann schaltet man kratzige, muffige und strohig gehaltlose Cigaretten aus, da diese ebenfalls mangels der natürlichen milden aromatischen (ätherischen) öle wenig bekömmlich sind. Dann entscheidet man sich Ober Tabakqualität und schließlich Mischung. Es gibt keine aufrichtigere Empfehlung der eigenen Erzeugnisse als die Bitte um fachlich objektive Kritik. CIGARETTEN FABRIK EN REEMTSMA AKTIENGESELLSCHAFT Hansa Handelsschule J. Kunzeimann Gießen, Bahnhofstr. 60 vorn. Hermes Neue Kurse 20. April. J Bon der Vonbro.- Kamm inert. Saat- Ist: Heines Japbet- emmerweisen, l.tib sagt, sowie Saatkar- inNeln.l.u.alt.9iachb. Böhms Al Ur. Selbe, „ Heimat, Odeaw. Blase, Kamekes Pirola noch abzugeben. 1822D Saatbaustelle O. Müller, Aenrtettenhof. Siebener pserdemartt- Lose 4 1 W 11 Glück 10 Mk. (für Porto u. 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Deutscher Bolkstrauertag 1926 Gedenkfeier zu Ehren unserer gefallenen Krieger Sonntag, den 28. Februar 1926, vormittags 11V, Uhr pünktlich in der Neuen Aula der Universität. Gedenkrede: Studienrat Lic. l)r. Adolph. Weiter wirken mit: Karl Do Ick, Mitglied des Stadttheaters,- Rosemarie Nölke (Gesang); Organist Simon (Orgel) und die Kapelle des 1.(Hess.) Grenadier-Batls., 15.?nf.°Regts., Leitung: Obermusikmeister Löb er. Die Einwohnerschaft Gießens wird zur Teilnahme herzlich eingeläden. Eintritt unentgeltlich. Jur Deckung der Unkosten wird am Ausgang ein freiwilliger Beitrag erhoben. Fahnenabordnungen können wegen Platzmangels nicht zugelasten werden. Die Ausgabe der Platznummern, die auf die Programme aufgedruckt sind, erfolgt am (Eingang. 1718D BOllüW MIA MkWMkWsUU, MMWkMUi Dr. Frey, Beigeordneter. Trümpert, Landgerichtsrat. Vercip Bunfesporl tir CieOen«. Img. e. V. iiiuiiiiiiiiiiiinii hihi Kiiiiiiiiiuliiiiiif 111(111111111111111111111111111)1111111111111111111111 ii iiiiiii!iiiiiilllliii!iiiiii Sonntag, den 7. März 1926, von 9 Uhr morgens beginnend, auf der Liebigshöhe Inten tatatai uMwIliir tau Anerkannte Richter. Jeder Hund kann zur Beurteilung vorgeführt werden. Preis pro Hund 1 Mk. Eintritt pro Person 50 Pf. Abends 8 Uhr: Familienabend auf der Liebigshöhe. Eintritt nur gegen Karten. i8i*D Alles Nähere bei dem Vorsitz.: Herrn August Schwan, Moltkestr. 16. Die Firma A. Wehrheim, Spezialgeschäft für Polstermöbel und Matratzen Lö berstraße 17 bittet ergebenst, sie bei eintretendem Bedarfe ,sei es Neuanschaffung oder Aufarbeiten und Modernisieren von Chaiselongues, Klubmöbeln, Matratzen, Sofas, Sesseln usw., gütigst zu berücksichtigen. Durch billige Preise, große Auswahl, sach- und fachgemäße Arbeit, prompte und reelle Bedienung bietet Ihnen die Firma Vorteile jed.er Art. Besuche und Kostenvoranschläge ohne jede Verbindlichkeit. 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März, vormittags 11% Uhr, wird in der Aula des Gymnasiums zu Gießen eine Ausstellung von bUdlichenvarstellungen aus dem homerischen Ureis eröffnet. — Die Ausstellung ist geöffnet: Montag von 10%—1 Uhr und von 3-5 Uhr; an anderen Wochentagen von 10—1 Uhr und von 3-5 Uhr. Sonntag, oen 7. Wrz, letzter log (lP/2-1 Uhr, 3-5 Uhr). Eintritt 50 Pf. je Person. Karten sind im Saal zu haben. $ürhenBerelnler3te«nöeöe5öumanlfliltl)en®i)innafimn5 Welcker, Ober-Reg.-Ral 1876D Betten Federbetten — Matratzen Wäschestoffe Durch gemeinsamen Einkauf mit über 200 großen Firmen Deutschlands direkt beim Fabrikanten schalten wir jede überflüssige Verteuerung der Waren aus. C. Röhr & Co. 1840a Bahnhofstraße 44. GiessenerVernickelungs- und Emaillier-Anstalt Frankfurter Strasse Nr. 29 :: Fernsprecher 311 Vernicklung sämtlicher Gegenstände Vernickeln und emaillieren von Fahrladern, 1825D Kinderwagenteilen usw. TANZUNTERRICHT Der für Februar angektindigte Frühjahrs - Tanzkursus beginnt Montag, den 1. 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März, nachmittags 4 Uhr KONZGBT in der Aula der Universität Mitwirkende: Herr Konzertsänger Hans Schubert- Meister, Chemnitz (Tenor); Herr Otto Gutjahr, Gießen (Klavier)- und Mitglieder der Kapelle des l. Hess. Batl. 15. Infanterie-Regiments Leitung: Herr Otto Görlach Chöre von: Kreutzer, Wendel, Heuser, Vreu, Kann, Wohlgemuth, Rietz und Hoffmann Lieder von: Schubert, Schumann, Wolf und Geilsdorf Eintrittskarten im Barverkauf ab 1. März bei Herrn E. Lhallier, Neuenweg und an der Kaste. Eintrittspreise: 1. Platz 2 Mk., 2. Platz 1.50 Mk., 3. Platz 1 Mk7 ** II. Samstag, den 13. März, abends 8 Uhr Konzert für Mitglieder mit gleichem Programm wie am Sonntag, dem 14. März. Eintrittskarten für Mitglieder und deren nächste Angehörige (3 Stück) sind vom Montag, 1. Marz, bis einschl. Donnerstag, 11. März, gegen Vorzeigen der blauen Mitgliedskarte und Entrichtung einer Gebühr von 75 Pfg. für jede Karte bei Mitglied Herrn Friseur Lotz, Bahnhof strotze 33, adzuholen. 1816c Karola Gärtner Walter Köhler Verlobte Gießen (Ludwigstraße 59), den 27. Februar 1926 1S37D Ma n __ u3 —• 89 25 ! — 99,45 — 11.35 11,15 — 40,4 —• 145 145.75 145 10«.7' 109* 1'9,5' 109* 127,25 — 12 >,9* 126,9' 127.25 — 12 .4* 126 2* — — — —» 121 — 121' 120.5* 83.5 84 — — 101' ior 101.25 101,2' 6.75 6 75 6,9 b,75 0.033 0.U33 — 84.5 — 84.5' 41,75 45.5 14,75 — 41 — 14 90* 88.5 «8 87.75' 89 75* 89,5' "7,25* 107 5 — 108* 10.1,5' 114.5 — 115 115' 118 — 11 .25 118.75 34 34.5 35.13 47 — 46.9* 45 5* 77* 76.5' 76,9* 76* 81* — 81 12' 79 25* 82 25 — 82.9 81.25 64 54 — 132* — 131 4' 130* 129* 12« 7' 127 7* 1,28,6' — — _ 77.5 78 — _ o4 63.75 64 - — — 89 — — — 126’ 123' 126 2' 125,2' 67 66,5 66,75 66 55.5 — 73,5 — 73,25 73 75 90.5 — - 96 25* 95' 95 >2' »5,5* >1 — 82 5* 82,75* 85 — — 82 - 81.6 * 80,62* 100,5 9* 99 82* 99* 38 5 38,7. 39 — 33,6 — ;6 34 22 - — 29 — 30 — — — 34,25 — — ■ ■■ — 42 — — — 93,5 — - — 635 — 63,5 —— 2d — 27 <— 5.25 — 5 .5 — 105.5 106 105.5 — 43 25 43 75 — — 44 5 45 44 - 26 st-cbr. 37. Febr. Amtliche Noti rung Amtliche Notierung Geld Brief Geld Brief Amst-Roli 167,1.8 188.40 167.98 168,40 ®uen =8Itrei 1,711 1,715 1,711 1,715 Brss-Antw 19 055 19.095 19.055 19,095 Lhristiania 91,39 91.61 90.99 91,21 Kopenhagen 108,96 109 .30 -5.34 15.<2 15,46 Schwei, . «0 716 80.915 80,705 80 9115 Spanien • 59.10 09,24 59,06 59.20 Japan . . 1,922 1.9.6 1,924 1.928 ’M Io de Ian 1 117 1.619 0.614 9.616 Wien in D-> Ctft abgest >9,16 59,40 59,165 59,505 Prag ... 12,415 12,455 12,415 12.455 Bclzrad . - 7.38 7.40 7,387 7,407 Budapest. 3,875 5,895 5,812 5,892 Bulgarien 3,045 3,055 3,04.5 3,046 Lissabon A 24. 21,255 21,245 41.29a Dan/ig. . 80 87 81 07 80.89 81.09 Konstantin. 2,177 2,187 ' 175 2.185 Alben 5 93 5.95 6 04 6.06 Kanada. . 4 178 4,188 4,178 1,188 Uruguad 4.305 4.315 4.305 4.315 Berlin. 26 Febr Geld Briet Amerikanische Note» ..... i.lfc4 4.204 Belgische Noten ....... 19.02 19 12 Dänische Noten ....... 108,73 109.25 Englische Noten........ 20,355 20.455 Französische Noten...... Holländische Noten ...... 1.41 15 52 167,63 16K.47 Italienische Noten...... 16 85 15,93 Norwegische Noten..... Deuisch-Oesterr, ä 100 Kronen Rumänische Noten...... 91.17 91 n3 59.02 59,32 Schwedische Noten...... 112.17 112,73 Schweizer Noten ...... 80,61 81,01 Spanische Noten ...... Tschechoslowakische Noten . . 59,02 59 82 12.375 12.435 Ungarische Noien . . . 5.84 6,88 der Neu-Guinea Eie. sind, verschiedenen Zeitungsnachrichten zufolge, darauf zurückzuführen, daß an den Börsen Gerüchte über eine bevorstehende weitere Nachentschädigung durch das Reich verbreitet werden. Don unterrichteter Seite ist das WTD. dahin verständigt worden, daß eine weitere Nachentschädigung nicht in Frage kommt. • Frankfurter Dank — Deutsche Dereinsbank. Der zwischen beiden Insti- tuten bestandene Interessengemeinschaftsvertrag bat nunmehr seine endgültige Lösung gefunden, so daß jede der beiden Danken wieder ihre völlige Freiheit aurüderlangt hat. * Deutsch-Luxemburgische Bergwerks- und Hütten-A. G.. Bochum. In der a. 0. H. B. wurde eine Statutenänderung dahingehend beschlossen, daß die über 700 Rm. lautenden Aktien der Gesellschaft in 7 Aktien zu 100 Rm. gestückelt werden. Den amerikanischen Obligationären ist zugesagt worden, daß sie die Möglichkeit haben sollen, für 1000 Dollar ihres Anleihebesitzes eine Aktie zu 1000 Rm. gegen Zahlung des Nominalwertes zu beziehen. Gleichzeitig wird hierdurch auch den Aktionären der Umtausch ihrer 700 Rm.-Aktien in 7 Stücke zu 100 Rm. möglich sein. * Hapag und Harriman. Im Zusammenbang mit den Besprechungen, die jüngst in London zwischen Geheimrat Cuno und Mr. Harriman gepflogen wurden, glauben einige Blätter von einem beabsichtigten Ankauf 'von Harriman-Dampfern durch die Hapag zu wissen. Da die Londoner Verhandlungen, wie die Verwaltung der Hapag mitteilt, vertraulich und noch nicht abgeschlossen sind, sei zu diesen Meldungen vorläufig nichts zu sagen. Berliner Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeiger-".) Berlin, 27. Febr. An der heutigen Samstag- börse war das Geschäft noch geringer, als dies ohnehin zu Wochenende der Fall zu sein pflegt. Die Zurückhaltung der Börse wurde durch den neuen Vorstoß Mussolinis gegen Deutschland und die neueste Wendung in der Völker- b u n d s s r a g e , die ebenfalls gegen Deutschland gerichtet ist, noch bedeutend verstärkt. Die Tatsachen wirkten auf die Stimmung der Börse nicht unwesentlich ein. Außerdem kam auch noch die weitere Verflauung der Neuyorker Börse in Betracht. Von der heutigen Prämienerklärung erwartete man schon von vornherein keinen großen Einfluß auf die Kursbewegung, da die Regulierung in der Hauptsache bereits durchgeführt ist. Infolge der absoluten Geschästsstille waren die ersten Kurse nicht einheitlich. Montanaktien schwächten sich bis zu 2 Prozent ab, während sonst die Haltung etwas widerstandsfähig war. Während der ersten Stunde trat in Kriegsanleihe etwas regeres Geschäft zutage. Der Kurs zog auf 0,390 an. Dieser Umstand und der günstige Ausweis der Reichsbank gaben der Börse bann gegen Ende der ersten Stunde ein etwas freundlicheres Aussehen. Von ausländischen Renten blieben Rusten be- gehhrt, wohl auch im Zusammenhang mit den Pariser Schuldenverhandlungen. Am Geldmarkt war infolge des Ultimos ein neues Anziehen der Sätze zu verzeichnen. Tagesgeld hörte man mit 7 Prozent. Prolongationsgeld stand mit 7,5 Proz. zur Versüguna. 9m D e 0 i s e n 0 e r k e h r traten keine wesentlichen Veränderungen ein. Frankfurter Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Frankfurt a.M., 27.Febr. Tendenz: unein° beiilich, später etwas fester. — Die letzte Februarbörse zeigte wieder starke Abhängigkeit von der flauen Neuyorker Börse. Der Druck, der hiervon ausging, wirkte sich vorbörslich durch schwächere Notierungen aus, die durch erneut oorgenom« mene Glattstellungen der Spekulation einen schärferen Umfang annahmen. Zu Beginn des amtlichen Verkehrs trat aber bereits ein neuer Tendenzumschwung ein, der auf den glatten Verlauf der Ultimoregulierungen zurücktzefübrt wurde. Auch der günstige Reichsbankausweis vot etwas Anregung. Die Tendenz laßt sich aber nur als kn a p p behauptet bezeichnen, da außer den im gestrigen Abendverkehr erzielten Besserungen weitere Erholungen nicht erreicht wurden. Das Geschäft wickelte sich ruhig ab. Von Montanaktien gingen Buderus 0,75 Prozent höher, Deutsch-Lux und Phönix gaben dagegen je 0,5 Prozent nach. Farbwerte behaupteten ihren gestrigen Stand. Von Elektrowerten gaben AEG. 0,75 Prozent nach, auch Siemens & Halske büßten 1,5 Prozent ein. Bankaktien lagen ruhig bei kaum veränderten Kursen. Wesentlich schwächer wurden Schiffahrtsaktien. Autoaktien waren leicht gebessert. Zellstoffaktien konnten ihre Steigerungen fortsetzen. Zellstoff Waldhof plus 0,5 Prozent, Aschaffenburger plus 1,75 Proz. Zuckeraktien waren weiter begünstigt und hatten ansehnliche Steigerungen aufzuweisen, so u. a. Rheingauer plus 2,75, Badischer plus 1 Proz. Deutsche Renten hatten stilles Geschäft. Kriegsanleihe konnten sich auf 0,385 erholen. Der ausländische Rentenmarkt wies keine Sonderbewegungen auf, für Rusten und Türken erhielt sich etwas Interesse. Der Freiverkehr war umsatzlos. Api 0,4, Becker Stahl 45, Becker Kohle 54, Benz 40, Brown Boveri 68, Ufa 54, Ufra 68,75 Prozent. Der weitere Verlauf brachte keine Veränderungen von Belang. Infolge der Umsatzlosigkeit machte sich weiteres Nachgeben der Kurse bemerkbar. Aktien blieben vernachlässigt. Der Geldmarkt ist für kurzfristige Mittel weiter angespannt. Tagesgeld 7,5 Prozent, Bankdiskonten 5,18 Prozent. Jndustrieakzepte 6,75 bis 7 Prozent. Monatsgeld 6,5 bis 9 Prozent je Adresse. Im D e - oisenverkehr konnte sich Paris gegen London auf 132,20 erholen. Sonst waren keine wesenüichen Veränderungen zu verzeichnen. Berliner Produktenbörse. Berlin, 26. Febr. Die lehttägige sehr ruhige llmfafotätigteit im Berliner Produktenhandel hielt auch heute an. Der erneuten Der- flauung der amerikanischen Börsen, herbeigeführt durch den Gesetzentwurf über die Beschränkung des Terminhandels für Getreide, unterliegt naturgemäß auch der hiesige Markt, wenn auch der Einfluß nicht aUzu groß ist. Das Weizenangebot für prompte Mladung bleibt außer- ordentlich gering. Roggen ist reichlich offeriert und findet glatte Aufnahme. Gerste und Hafer in ruhigem Verkehr. Futtermittel still. Im Zeitgeschäft eröffnete Weizen per März mit 262 1 Mk. und Mai mit 267 0,50 Mk. höher. Roggen per März auf Realisationen um 1 Mk. auf 159 rückgängig. Mailieferung mit 172 0,50 Mk. höher. Es wurden notiert für 1000 Kilo: Weizen, märf. 247 bis 251, do. März 262 bis 262,50, do. Mai 267, Roggen, märt. 143 bis 148, do. pomm. 141 bis 145, do. März 159 bi« 159,50 bis 158,50, do. Mai 172, Gerste, märt. 164 bis 183, Futtergerste 136 bis 150, Hafer, märt 152 bis 161, do. März 166,50, do. Mai 174; für 100 Kilo: Weizenmehl 32,25 bis 35,75, Roggenmehl 21 bis 23, Weizenkleie 10, Roggenkleie 9, D ktoriaerhsen 26 bis 33, kleine Speiseerbfen 23 bis 25, Futtererbsen 20 bis 22, Peluschken 20 bis 21,50, Ackerbobnen 20 bis 21, Wicken 23 biS 25, Lupinen, blau 11,75 bis 12,50, do. gelb 13,75 biS 14,50, Serradelle 24 bis 26, Rapskuchen 14 biS 14,50, Leinkuchen 19,50 bis 19,90, Trockenfchnihel 8,20 bis 8,50, Kartoffelflocken 14,40 Bi« 14,60, Sohaschrot 18,80 bis 19. Kirchliche Nachrichten. Evangel'sche Gemeinden. Sonntag, den 28 Februar. Reminiscere. Stadt- kirche. 9'/,: Pfr. Decker. 11: Kinderkirche für die Markusgemeinde. Pfarrer Decker. 6: Pfarrassist. Hertel. Deichten, heiliges Abendmahl f. Matthäus- und Markusgemeinde. IohanneStirche. 9'. : Pfr. Ausfeld. Zugleich MilitärgoiteSdicnst. 11: Kinder- kirche für die Zohannesgem. Pfr. Ausseld. 6: Pfr. DechtolSheimer. Deichte und heiliges Abendmahl für Lukas- und Johannesgemeinde. 8: Bibelbesprechung im Iohannessaal. Psarralsist. Schultheis. Mittwoch, den 3. März, abends 6 Uhr: 3. Passionsandacht i. d. Stadtlirche. Pfr. Mahr. - Kirchberg. 10. Koll. f. Kriegsgräberfürsorge. Mainzlar: l1/,. — Wieseck. 93/4 (Frauenchor). Opfer f. d. KriegSgraber- fürsvrge. 11: Kinderk. - Watzenborn-Garbenleich. Wahenborn-Steinberg: 4 am Denkmal (Kirchenchor) 71 /,: Passionsand. (Koll.). Garbenteich: 10 (Koll.). Katholische Gemeinden. Dießen. Samstag, 27. Februar. 4'/, u. 7 Deichte Sonntag, 28 Februar. 2. Fastensonntag, Beginn der österlichen Zeit. 61/, Beichte, 7 Messe, Kom. der Frauen. 8 Kom., 9 Hochamt mit Predigt, 11 Messe mitPredigt, 5'/, Christenlehre und Andacht. Dienstag und Freitag abds. 61/, Fastenandacht. Donners- tag nachmittags 41 /, Deichte. Freitag vormittag« 7 Segensamt. — Grünberg. 91/, Messe mit Predigt. Hungen. 9'/, Hochamt mit Predigt. — Sich. 7‘/, Messe mit Predigt. Wettervoraussage. Meist bedeckt, nur zeitweise etwas Aufklärung, südliche bis westliche Winde, vorwiegend trocken, doch stellenweise Morgennebel. lieber dein Nordmeer bildet sich ein Teiltief heraus, das unsere im übrigen konstante Wetterlage vorübergehend stören kann. Dagegen verstärkt sich das Hochdruckgebiet im Osten mehr und mehr und wird nach Westen weiter an Raum gewinnen, wodurch die Kaltluftfront ebenfalls weiter nach Mitteleuropa hin vorrücken wird. Mit weiterer Abkühlung ist daher zu rechnen. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum: 12,4 Grad Celsius; Minimum: 1,1 Grad Celsius. Heutige Morgentemperatur: 1,8 Grad Celsius. Aus dem Amtsverkündigungsblait. • Das Amtsverkündiaungsbl.att Nr. 17 vom 26. Febr. enthält: Volkstrau^rtag 1926. — Straßensperre. — Maul- und K'/auen» seuche in Ätphe. — Klopfen von Teppick/en. — Ungültiger Polizeiausweis. — Dienstnachrichten. Sonntansdienst d. 'Herste >1. HuotbeFe 4 am 28.2.26 Dr. Geyer. Dr Neumann. Pclitanavoiveke. Zahnarzt: Dr Baun«. 0 AeuMslvIWe btenite: Sonn,, r.iachm.3'^nbdS. 8'/, Uhr, Mittwoch abd. 8Ubr. - Gäste herzl. wtllk. *"D beseitige Hecke, macht vcrffilbtt Wwhe wwJtr blendend wew Erhältlich tn Orogtnhondlunpcn u Apoth«ken Das Sperialhans vornehmer Damenbekleidung. :nei Wir zeigen in unseren 8 Schaufenstern die letzten Frühjahrs-Neuheiten Mäntel, Kostüme, Kleider, Complets etc. Unvergleichlich große Auswahl / Beste Qualitäten und Verarbeitung Vorteilhafte Preislagen! Wagener SZ Schlöte! Frankfurt a. M. Goefhestra^c 9-11 0* V. II iiiiii iii iii iiii iin iiii 11111h ii iiiiiiiiiiiii Die Reichhaltigkeit aller Artikel in modernsten Stoffen und Farben ist sehenswertl 1843a A J. Pfeffer-Giessen i - £ 1 5/20 1844a WANDERER Gewaschene Ruhr Z 1885D 1081) Telephon 102 | Teufelsiustgärtchen 26. 01364 I, Berlin SO, Eisenbahner. < *1 L Enorm billig und dock gut'. 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