en. bet’?1' 2d. HL scc hat m Dorum so € pro- jatflen- ^drr- Mw let nuj) m, Sein, tgemanit und der' . 3rd fion X1 .1 Sog nnis Mte- möglichst geben ;u den. Do tg nimmt, auch dem [er Form. Hl darin, aus dem en päto cinheil« ifen. Es ien Pro- t iber auch chstc ernt« )ers toeim ientierung in eine feHungen die W eben sich fen. 285 Roller. er Dichter ästen der reißend«" luf v.. a- Söveuer on ölara lorragen- i Kunst" jen mehr mngsret- und in 'M das iie bnngt iunsttverlc tisti! und elchc Polen und Spanien befriedigt werden könnten. Wir werden auch nicht Zusahanträge ablehnen, die den Beschlüssen des Spezial-Ausschusses beigefügt werden könnten, wenn diese Anträge das Wahlrecht der Völkerbundsversammlung nicht beeinträchtigen. Die deutsche Delegation für Genf Berlin, 25. Aug. (Wolff.) Kleber die Zu- sammensehung der deutschen Delegation hören die Blätter: 3m Augenblick kann noch nicht gesagt werden, ob Parlamentarier der Delegation angehören werden, doch wird dies durchaus für möglich gehalten. Ein Zusammentritt des Kabinetts vor der Abreise der Delegation für die Studienkommission nach Genf dürfte kaum möglich sein. Fest steht bisher nur, daß Herr von H o e s ch nach Genf geht, während die Entsendung des Ministerialdirektors Dr. Gaus noch nicht sicher ist. Ob Herr v. Hoesch seinen Weg ilber Berlin nimmt, ist wahrscheinlich aber nicht sicher. Spanien macht keine Schwierigkeiten. Gens, 26. Aug. (WTV.) Der Präsident der Sludienkommission, der schweizerische Vundesral Motta, ist von spanischer Seite verständigt worden, daß die spanische Regierung in der Frage der ständigen Ratssihe keine Schwierigkeiten machen werde und bereit sei, die Prüfung einer Vermehrung der ständigen Ratssihe über den deutschen Slh hinaus bis nach dem Eintritt Deutschlands in den Völkerbund zu verschieben. „Die unleugbaren Rechte Polens." Warschau, 26. Aug. (TU.) Außenminister Zalewski reiste am Mittwoch nach Paris ab. Zalewski erllärte auf dem Bahnhof Pressevertretern: „Ich fahre zur Sihung des Völkerbundes in der Hoffnung, daß die versammelten Staaten die unleugbaren Rechte Polens auf einen Sih im Rat anerkennen werden, sowohl vom Standpunkt seiner geographischen Lage, der Devölkerungszahl Polens, wie auch des Willens Polens zur Mitarbeit am Frieden Europas. Wenn das alles in Genf verstanden werden wird, dann wird der Eintritt Polens in den Dölkerbundsrat als dauern- desMitglied nicht zweifelhaft sein. Eupen und Malmedy. Eine Aenherung des belgischen Außenministers. Paris, 25. Aug. (Täl.) Auf die Anfrage eines Abgeordneten wegen der Verhandlungen über Eupen und Malmedy erklärte V a n Verve l d e, daß vor einiger Zeit die deutsche Regierung bei Belgien angefragt habe, ob man nicht die Ansicht einiger Politiker prüfen könne, die Frage der deutschen Markverpflichtungen in Belgien und die Eupen- und Malmedyfrage gleichzeitig zu beraten. Belgien habe erwidert, es sei an den Versailler» Vertrag gebunden und werde ihn nicht brechen. Es seien bisher keine Verhandlungen zwischen den beiden Regierungen geführt worden. Das habe nicht hindern können, daß der eine oder andere belgische oder deutsche Politiken ferne besondere Meinung über die An- gelegercheit habe. Die Kabinettsbildung in Griechenland. A t h e n, 25. Aug. Den Parteiführern ist es, entgegen den gestrigen Meldungen, gelungen, eine Verständigung über die Bildung eines Koalitionskabi- netts zu erzielen. General Kondylis bildet jetzt e i n vorläufiges Kabinett, in der Voraussetzung. daß die Wahlen spätestens im Oktober stattfinden. General Kondylis und sämtliche Parteiführer erkannten einstimmig und in offizieller Weise Konduriotis als Präsidenten der Republik an. Das Amtsblatt veröffentlichte daraufhin folgende Botschaft des Präsidenten an das Volk: „Nach der Beseitigung der Diktatur übernehme ich von heute an die Präsidentschaft wieder, zu der mich die 4. Hellenische Nationalversammlung berief." Dieser Schritt wird von der Presse und der öffentlichen Meinung mit Genugtuung als ein geschichtliches Ereignis begrüßt, er sei der beste Beweis für die innere Beruhigung und die Rückkehr zu einem normalen, oer- fasfungsmäßigen Leben. Der nach Aegina verbannte Diktator Pangal o s wurde in Phaleron vor der Abfahrt nach Der Lndkamps im englischen Bergbau. Voü unserem A. ^.-Berichterstatter. Rachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten I London, den 24. Aug. 1926. Die von den Bergarbeitern in der vergangenen Woche mit so großen Hoffnungen eingeleitete Friedensaktion ist an der unnachgiebigen Haltung der Grubenbesitzer gescheitert, eine Tatsache, die angesichts der in der letzten Zeit erheblich ins Wanken geratenen Front der Bergarbeiter unschwer vorauszusehen war. Die Gewerkschaft, noch immer beherrscht von dem radikalen Flügel des Vollzugsausschusses, hatte bereits zu viele Gelegenheiten vorübergehen lassen, als daß sie bei diesem Stadium des Konfliktes, wo sich bereits allenthalben untrügliche Zeichen der Zersetzung innerhalb ihrer Gefolgschaft bemerkbar machten, auf Entgegenkommen hätten rechnen können. Wenngleich die am Donnerstag der vorigen Woche stattgefundene Besprechung zwischen Grubenbesitzern und Bergarbeitern negativ verlaufen ist, so muß sie dennoch wenigstens dem einsichtigen Teil der englischen Bergarbeiterschaft die Augen darüber geöffnet haben, daß die Erlangung eines „ehrenhaften" Friedens eine Angelegenheit ist, auf die die Grubenbesitzer bei diesen! Stand des Konfliktes einen weit größeren Einfluß haben, als ihre eigenen Führer. Diese Erkenntnis wird letzten Endes für das Ende des Streiks und wahrscheinlich auch für die künftige Rolle der Bergarbeitergewerftchaft als Ganzes von entscheidender Bedeutung sein. Aber auch über die eigentlichen Kriegsziele der Grubenbesitzer besteht nach der letzten Friedensaktion kaum noch ein Zweifel. Evan Williams, der Präsident der Mining Association, erllärte, daß der Verband der Grubenbesitzer von seinen Mitgliedern keine Vollmachten erhalten habe, über ein nationales Abkommen zu verhandeln. Vielmehr legten die einzelnen Grubengesellschaften Wert darauf, mit ihren Leuten bezirksweise Abmachungen je nach Maßgabe der Rentabllität zu treffen. Das heißt aus gut deutsch, daß die Bergwerksbefitzerver- einigung ihre Auflösung vollzogen zu haben vorgibt, wodurch die Verhandlung eines nationalen Abkommens von selbst unmöglich wird, und wodurch gleichzeitig auch die Bergarbei- tergewerkschoft ihre Existenzberechtigung verloren haben würde. Das aber ist genau das, was das Exekutivkomitee vermeiden will. Unter der Drohung eines Verfalls oder einer Auslösung ihrer Gewerkschaft haben die Führer der Bergarbeiter infolgedessen noch einmal alle ihre Getreuen zu einem letzten verzweifelten, aber hoffnungslosen Widerstand um sich geschart, und zwar zu nichts geringerem als — . um mit den Worten Eooks zu sprechen — zu einem Feldzug für die Auflösung des Parlamentes. Aber zweifellos wird es nicht sehr lange dauern, bis sich Cook und seine Genossen von dieser Illusion befreit haben, denn in den Grubenbezirken beginnt man in wachsendem Maße, die Ruhlosigkeit weiterer Opfer einzu- sehen, und die Arbeitswilligkeit wächst von Tag zu Tag. Schon sind Rottinghamshire und Derbyshire dem Beispiel der Bezirke Warwickshrre und Leicestershire gefolgt, wo bereits wieder, wenn auch nur mit einem Teil, so doch einem sür die Verhältnisse erheblichen Teil der Belegschaft gearbeitet wird, und auch an anderen Stellen beginnt es zu „krümeln". Aber die 'Furcht der Dergarbeiterführer vor dem Eingeständnis ihrer Riederlage ist offenbar größer als ihre Einsicht, und so wütet denn der Endkampf zur Zeit mit einer Hartnäckigkeit und Verbissenheit, wie niemals zuvor. Es ist ein gigantischer, aber unsichtbarer Kampf von rund einer Mission Bergarbeiter mit zwei bis drei Millionen Angehörigen gegen den Hunger. Es ist ein stiller Kamps, von dem man hier yr London nur wenig oder nichts sieht, wenn man von dem veränderten Aussehen der Zeitungen absieht, die sich kaum mit etwas anderem beschäftigen als mit dem nachlassenden oder sich versteifenden Widerstand der Bergarbeiter — je nach Partei und Richtung. Es ist ein unblutiger Krieg von Engländern gegen Engländer — ein Ding, von dem die englische Geschichte nur wenige Beispiele aufweisen kann. Man bekämpft sich gegenseitig mit den gleichen moralischen Waffen, mit denen in der Vergangenheit so manches andere Volk bekämpft worden ist. Stumm und verbissen, wie der Tommy im Schlamme von Flandern. Man bezichtigt sich gegenseitig der Lügenhaftigkeit, und jeder beschuldigt den anderen, sich „unfairer" Waffen zu bedienen. Hand in Hand hiermit geht das Buhlen um die Gunst der öffentlichen Meinung. Die Bergarbeiter appellieren an die Ritterlichkeit der Bevölkerung, indem sie auf die Rot unter den Frauen und Kindern in den Grubenbezirken Hinweisen, die stellenweise offenbar recht groß ist. Aeberhaupt spielt das sentimentale Moment eine immer größere Rolle, und die notleidenden Frauen und Kinder stehen bei der Propagandaarbeit der Bergarbeiterführer in erster Linie. Wie während des Krieges, als bei jeder deutschen Beschießung mindestens ein „Baby" getötet wurde, womit keineswegs gesagt sein soll, daß der Hunger nicht schon lange tatsächlich an die Türen der Bergarbeiterfamilien angellopft hat. Aber die Propaganda der Gegenseite hat so gründliche Arbeit geleistet, daß jetzt in London kein Mensch mehr eine richtige Vorstellung hat, wie es in den Grubenbezirken eigentlich aussieht. M ist indessen nicht von der Hand zu weisen, daß eine große Anzahl von Lohnempfängern, die von der Hand in den Mund gelebt haben, nicht hundertundsechzehn Tage lang streiken können, ohne Rot zu leiden. Kurzum, es ist ein Kampf auf Biegen oder Brechen, der nicht am grünen Tisch, sondern letzten Endes in den Hütten der Bergarbeiter entschieden werden wird. Ob es den Führern der Bergarbeiter gelingen wird, dem Zurückfluten der Arbeiter, das in den nächsten Tagen zweifellos noch stärker werden wird, Einhalt zu gebieten, muh noch sehr bezweifelt werden, und wenn sie sich nicht sehr bald auf ihre Führerpflichten befirmen und sich der Macht der Tatsachen beugen, dann werden sie sich eines Tages ohne Anhänger sehen. Die Streiklage. London, 25. Aug. (WB.) Der Exekutivausschuß des Dergarbeiterverbandes beschäftigte sich den ganzen Tag mit der Erörterung der Lage auf den Kohlenwerken, um eine Grundlage für die Lösung des Konfliktes zu finden. Am Rachmittag bat der Sekretär des Verbandes Cook den Arbeits Minister und den Oberinspektor für das Dergbauwesen um eine Unterredung. Der Minister des Innern mobilisiert in London und in anderen Orten Polizeiabtei- lungen, um gegen die Einschüchterungsversuche der weiter Strebenden einzuschreiten. Er ist fest entschlossen, den Arbeitswilligen Sicherheit zu schaffen. Die Gerüchte über Zusammenstöße bei den Zechen sind oft stark übertrieben, doch ist die Lage ernst. Es ist durchaus nicht geplant, andere Kräfte als die der Polizei herbeizuziehen. Rach Berichten der Polizei in Mansfield stellten die Streikenden heute keine Streik- posten auf. Die Zahl der Arbeitswilligen hat sich erhöht. So stieg z. B. die Zahl der Arbeiter in den fünf der Company Bolsover gehörigen Gruben seit gestern von 1450 auf 2441 Arbeiter. Drei weitere Bergwerke des Reviers sind wieder in Betrieb genommen worden. In Tredigar (Wales), wo in der vergangenen Rächt ernste älnruhen stattgefunden haben, ist die Ordnung wieder hergestellt worden. Aegina von Pressevertretern interviewt. Die Frage, ob er eine eingehende Untersuchung der gegen ihn erhobenen Beschuldigungen, er habe Unterschleife begangen, wünsche, bejahte Pangalos. Er habe sich gefreut, zu erfahren, daß die Revolutionssiihrer beabsichtigten, die Untersuchung einem Iustizausschuh unter dem Vorsitz des Präsidenten des Kafsationsgerichts Zimilon anzuvertrauen. Rur Strolche und Zeitungen, so fuhr Pangalos fort, reden von Veruntreuungen. Jedermann weih, welches Vermögen ich hatte, bevor ich Präsident wurde, und was ich heute habe. Der größte Teil meines Vermögens ist Landbesitz, der meiner Frau gehört. Reuter meldet, die Stimmung gegen Pangalos sei sehr stark. Keinerlei Anzeichen von Sympathie für ihn seien irgendwo zu entdecken Neue Todesurteile in der Türkei. Köln, 25. Aug. Wie die „Köln. Ztg." aus Konstantinopel meldet, hat das Gericht in Angora den früheren Finanzminister D f ch a w i d , den früheren Kultusminister N a s i m , den Abgeordneten H i l m i und den Generalsekretär der Iungtürkifchen Partei, Nail, zum Tode durch den Strang oer- urteilt. Mandschurische Justiz. London, 26. Aug. (W. T. D. Funkspruch.) Wie „Daily Mail" aus Tollo berichtet, hat die von uns schon gemeldete Hinrichtung von 14 chinesischen Bankiers in Mulden auf Befehl Tschangtsolins wegen angeblicher Währungsspekulation in allen Bevölkerungsklassen Schrecken erregt und zur fast vollständigen E i n- ft e 11 u n g des Geschäftslebens in der Mandschurei geführt. Ein Korrespondent berichtet, daß 5 Bankiers am Donnerstag durch Schüsse in den Hinterkopf getötet worden seien, um die Gesichter für die nachträgliche Schaustellung der Leichen kenntlich zu erhalten. Arn Rach- mittag seien weitere 9 Bankiers an den ausgestellten Leichen vorbei zu ihrer eigenen Hinrichtung geführt worden Kunst und Wissenschaft- Die Berner Kirchentagung. Zu den am Donnerstag beginnenden Verhandlungen über die Fortsetzung des StocHol- mer Kirchenwerkes sind 380 Vertreter auS 24 Ländern cingetroffen, darunter fast alle von der Stockholmer Tagung her bekannten Führer, an ihrer Spitze Erzbischof Dr. Soderblom (Upsala). Am Dienstag tagte das Exekutivkomitee der Konferenz, ferner Kommissionen für Geschichtslehrbücher, für die Zusammenarbeit mit der Jugend und der Arbeiterschaft. Zu dem Hauptgegenstand der Konferenz, der Errichtung eines christlich-sozialen Forschungsinstituts, hat eine unter dem Vorsitz des Berliner Theologieprofessor Titius stehende Kommission Vorschläge ausgearbeitet. Auf der Tagesordnung der Konferenz steht bekanntlich auch die Stellungnahme zu einer deutschen Erklärung in der Frage der Kriegs- verantwortlichkeit. Die Katastrophe von Leiferde. Eine anonyme Selbstbezichtigung. Hannover, 25. Aug. (TU.) Bei der Staatsanwaltschaft Hildesheim ist ein Schreiben eingegangen, dessen Verfasser sich selbst beschuldigt, die Entgleisung des O-Zuges herbeigeführt zu haben. Der Brief ist in den verschiedensten Schriftarten ausgeführt. Der Schreiber erklärt, er sei ein im Di s° ziplinarweg wegen einer ganz geringfügigen Verfehlung entlassener Beamter, der durch die Entlassung verbittert aus Haß und'Rache die Tat begangen habe. „Meine Entlassung war eine Roheit. Ich hätte Milde verdient. Roheiten sühne ich durch Roheiten: müssen auch Unschuldige leiden, ich habe auch unschuldig gelitten. Den schuldigen Minister wird einst meine Rache treffen, qualvoll soll er sterben. Man hat mein Leben vernichtet, ich will tausend Menschen vernichten: 21 sind es erst. Nächste Attentate bei Berlin. Ulto r.“ Wie weit dieser Brief für die Untersuchung ernstlich in Betracht kommt, wird sich erst Herausstellen müssen. Die Staatsanwaltschaft steht dem Schreiben einigermaßen skeptisch gegenüber. Aus aller Wett. Kindertragödie in den Alpen. Zwei Mädchen aus dein Dorfe St. Mar- celin in den französischen Voralpen wurden seit zwei Wochen vermißt. Run wurde das vierjährige Mädchen in völlig entkräftetem Zustande auf gefunden. Das ältere Mädchen war in eine Schlucht hinabgestürzt und hatte sich die Wirbelsäule gebrochen. Die Vierjährige hatte sich nicht mehr nach Hause gefunden und die ganze Zeit ohne Hilfe und Rahrung verbracht. Das Kind dürfte kaum mit dem Leben davonkommen. Autounfall des Reichsschahininisters a. D. Albert. Aus einer Geschäftsreise nach Nürnberg verunglückte in der Nähe von Erlangen der Reichsschatz- I Der Anzeigenkundschaft des Gießener Anzeigers zur Kenntnisnahme. Der für den Anzeigenteil seit kurzem verantwortlich zeichnende Kaufmann H. Iüstel ist von einer Beurlaubung nicht zurückgekehrt. Die Untersuchung ergab, daß er 10000 Mark unterschlagen hatte und mit einem Scheckbuch flüchtig ging. Anzeige wurde erstattet und das Scheckbuch gesperrt. Verlag des Gießener Anzeigers. Minister a. D. Albert infolge Reifenschadens mit feinem Auto. Er kam mit leichteren Knochenbrüchen davon, während feine Sekretärin getötet wurde. Schweres Drandunglück in einem badischen Dorfe. 3n der Rächt zum Dienstag brach in dem Dorfe Di11war bei Tauberbischofsheim in einer Scheune ein Brand aus, der große Ausdehnung annahm. Cs standen nach kurzer Zeit vier Wohngebäude mit dem angrenzenden Wirtschaftsgebäude in Flammen und brannten bis auf den Grund nieder. Große Erntevorräte sind durch das Feuer vernichtet worden, lieber die Gntstehmrg des Brandes ist noch nichts bekannt. Die Waldbrände in der Gironde. Die gestern berichteten Waldbrände in der Gegend von Bordeaux konnten durch die Bemühungen der aus Militär und Gendarmerie bestehenden Rettungsmannschaften so erfolgreich bekämpft werden, daß nur drei Gemeinden von den betroffenen acht ernste Verwüstungen unter ihren dichten Waldbeständen zu beklagen haben. Die Waldbrände in der Gegend von Toulon sind vollkommen gelöscht. Die englischen Manöver. Die großen Manöver der englischen Arm«, die in der Rähe des Truppenübungsplatzes Aldershot stattfanden, wurden nach den Operationsplänen der Schlacht von Tannenberg ausgeftlhrt. Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, beit 26. August 1926. Alte Bekannte aus der Jugendzeit. Mir gerade gegenüber, in der Straßenbahn, sitzt ein älterer Mann und hält einen Tops voll blühender Fuchsien im Arm. Zum Geschenk? Zur Tröstung? Die freundlichen Blumen erinnern mich an meine Kindheit. Denn damals war die Fuchsie „modern"! Meine Mutter war sehr arm. Aber ihre Blumen am Fenster — Azalien und Fuchsien — prangten dennoch in reichster Blütenfülle! Merkwürdig, Blüten und Knospen wurden immer zahlreicher, je mehr sich daheim die wirtschaftliche Lage verschlechterte. Im Unglück wird es still in der Stube — Trost brachten die Blumen, blühende Fuchsien! Während mein altes Mütterchen nebenan den Trost aus geistlichen Liedern des Gesangbuches schöpft, stand ich als Knabe am Fenster und konnte es nicht erwarten, bis die Blütenknospen der Fuchsien sich öffneten. Wie oft habe ich sie damals zwischen den Fingern gedrückt, damit sie aufplatzten, weil es bann lo lustig knallte, wie Knallbonbons! Der Mann gegenüber hält seine Schützlinge krampfhaft im Arm fest, und ich betrachte gern ihre graziösen Blütenglocken. Sind es nicht kurze Röckchen, aus denen viele Beinchen hervorgucken? Lustig steht oben an der Blüte bet Knauf als Köpfchen. Es folgt ringsherum ein Kranz purpurner Blüten, Deckblättchen, gleich einem schützenden Mäntelchen, worüber das bunte ober reinweihe Ballettröckchen sitzt, aus dem die Staubgefäße wie schlanke Füßchen zierlich im Winde pendeln. Die Fuchsie war lange Jahre unmodern. Erst in dieser Zeit der kurzen Rocke und Bubiköpfe feiert sie ihre Auferstehung aus der Tiefe der schwülen Treibhäuser. Wie fremd schaut sie heut die Welt! Liebes Gegenüber, halte deine Fuchsienglöckchen fest und läute mit ihnen den Frieden der Seelen im heutigen Hader der Menschen ein! Fuchsien sind wieder modern. Mögen sie weiter im Dunkel her trüben Zeiten wie dereinst die Fenster erhellen und Sorgen verscheuchen! Br. Gießener Wochenmarktpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wvchenmarkt das Pfund: Butter 180 bis 200 Pfennig, Matte 30 bis 40, Käse (10 Stüa) 60 bis 80, Wirsing 10 bis 15, Weißkraut 8 bis 10, Rotkraut 20, gelbe Rüben 10, rote Rüben 10, Spinat 25, Romischkohl 10, Dohnen (grüne) 8 bis 20, (gelbe) 25, älnter-Kohlrabi 6, Erbsen 25 bis 30, Tomaten 20 bis 40, Zwiebeln 15, Meerettich 80 Rhabarber 15, Pilze 30, Kartoffeln 5, Frühäpfel 12 bis 20, Falläpfel 8 bis 10, Dirnen 12 bis 25. Zwetschen 20 bis 25, Mirabellen 30 bis 40 Preiselbeeren 60, junge Hahnen 90 bis 10O, Suppenhühner 100 bis 120; das Stück: Eier 13 bis 14, Blumenkohl 40 bis 120, Salat 5 bis 10, Salatgurken 10 bis 40, Einmachgurken 2 bis 5, Endivien 15, Ober-Kohlrabi 5 bis 10, Rettich 10 bis 20, Sellerie 30 bis 45 Pfennig. Bornotizen. — Tageskalender für Donnerstag. Westdeutscher Spielverband: 61/« Tlhr Waldsport- plah, Fußballmannschaft des Linienschiffes „Hessen" gegen V. f. B. Gießen. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Die Wiskottens". — Astoria- Lichtspiele. „Das Schmugglerschiff". Wettervoraussage. Rach kühler Rächt zeitweises Aufklaren, meist trocken. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 252 Grad Celsius, Minimum 13,8 Grad Celsius. Heutige Morgentemperatur 16,7 Grad Celsius. Nt gers le. tzein wnn billig filUng untet. cheik. i>8 er« Perrt Nigers. labens mit ^nbrüd^ e 1 rourbf. jen Dorfe. (> in dein 11 m einer ^öefjnung it biet en Wirt, i bis auf vrräte a. Heber M 5e» ie. in btr tz». h bie $e. irmerie be- °lgreich be> m von den unter ihren laben. Die n find voll. en Arm«, ahes Al. den Obe» bannen» tftabt uft 1926, I. iratzenbohn, i Topf voll : Eenl? n mich an *e Fuchsie rm. Aber L ^\x4)\\tw Ksinsülle! iden immer irtichaftliche irb es still ie Blumen, en nebenan es Gesang' am Fenfier )ie rluien- Die oft iüigetn he- ■i dann lv Schützlinge ttachte gern i nicht kurze ^rgudenl Knaus als Kranz M' leich -UM bunte ober ndieStaub- im Winde nerstüS- «4Z6 unmodern, und Mb'' 18 M ib s-heu- sie e Nf" *n Sneden enschen i fie werter greinst di« hen! $r’ ceist. VvlheiE nnig* 7S» nSbisA lee« Dirnen ff» 10. 5 PfeE der 6914D den 25. August 1926. 6904V (Sie iieit er «ekmmtmachimg. KmfMllfp In unser Handelsregister Abt. wurde i’’’“* SLR Gewandter taita grün und rot, ovaler eingetragen: Am 14. Juli 1926 bei der Hofe Neustadt 19. o«» Frau Frosch, Tel. 1051 25 Rm. 6813D Der Aufsichtsrat und Vorstand der Mitteldeutschem Creditbank durch den Tod entrissen. Wir beklagen den Verlust eines wertvollen Beraters und zuverlässigen Freundes. In Dankbarkeit werden wir sein Andenken stets hochhalten. Am gestrigen Tage wurde uns das Mitglied unseres Aufsichtsrats Ausgabe gelangt bei allen Loseverkau- Hinblick aus die Gefährlichkeit seines Luns und seine geringe Wahrhaftigkeit erhielt er unter Strafaussetzung eine W oche Gefängnis. Der Knecht O. D. aus W. hat sich innerhalb weniger Lage zu einem gefährlichen Fahrrad- marder entwickelt. Am 4. Juli I. Is. entwendet« er in Lollar ein Aad, das er am gleichen Lage unter Zurücklassung des zuerst gestohlenen Rades in Wicseck gegen ein besseres Aad ^vertauschte". Gr wurde als Täter ermittelt, der Staatsanwaltschaft vorgeführt, jedoch mangels besonderer Haft- gründe wieder entlassen. In einer mit Dummheit geparten Frechheit führte er denselben Streich sch on am folgenden Tage zum zweiten Male in Giessen aus. Das Urteil lautete unter Berücksichtigung seiner besonderen häuslichen Verhältnisse auf drei Monate Gefängnis unter Ausrechnung von sechs Wochen erlittener Unter« suchungshasl. Auch hier wurden Erziehungsmassregeln für zulässig erklärt. Bei fünfjähriger ein* wandfreier Wirkung wird der Rest der Strafe erlassen werden. Eine weitere Sache, die unerlaubtes Fussballspielen auf der Strasse und einem gegen einen Strafbefehl eingelegten Einspruch betrifft, musste vertagt werben, da ein Zeuge nicht erschenen ist. mit Wohnsitz in Mücke, Grünberg ober Nähe gesucht. M Schriftliche Bewerbung mit Angaben über Alter, Wohnsitz, seitherige Tätigkeit und Votmforberuno unter 6902V an den Giessener Anzeiger erbeten. Aufsichtsrat und Vorstand der ILSE, Bergbau-Actiengesellschaft. Großer 8chöffengericht Gießen. An den Markttagen im letzten Winter war bei einer großen Anzahl von Viehhändlern, die Herr Bergrat Dr. ing. e. h. Alfred Qroebler Generaldirektor der Buderus’schen Eisenwerke lern in Stadt u. Land zu haben. General. Vertrieb: Buchacker Neuen Baue 11; daselbst 11 Lose iiir 10 Rm, 28 Lose für Achtung! (Liumach-, Salat und Senfgurken, Tomaten, Trauben, Pfirsiche, Zweticben.Mirabcllen, Aevsel, Birnen, Pretielbeercn, Einmachzwicbcln. Grosse Sendung eingetroffen. Verkauf Freitag früh von 8 Uhr an im Am 24. ds. Mts. verstarb unerwartet das Mitglied unseres Aufsichtsrates Bst lerpl fr. lüg. ghr. I Mr, Heu Seit 1920 Mitglied des Aufsichtsrates unserer Gesellschaft, hat der Verblichene die Entwicklung unseres Unternehmens stets mit warmem Interesse gefördert und nicht erst seit dieser Zeit uns durch seinen sachkundigen Rat höchst wertvolle Dienste geleistet. Wir verlieren in dem Heimgegangenen einen zuverlässigen Freund. Sein Andenken wird in hohen Ehren gehalten werden. volzverschluss, bei 50'IQ, lOupunt 1000 g;. 18.- IS.50 207 Samenhaus Klais, Hanau, Vorstadt. Telepb. 2433. fl852D Bulle Montag, den 30. August 1926 vormittags 8 Uhr, wird auf hiesiger Bürger- meisterei ein abgängiger Gemeindebulle, im Submissionswege verkauft. Angebote mit pro Zentner Lebendgewicht, sind bis zum Termin, verschlossen mit Ausschrift versehen bei hies. Bürgermeisterei einzureichen. Allendorf a. d. Lda , den 24 Aug. 1926. die hiesigen Diehmärlte besuchten, die Unsitte eingerissen, in der Bahnhofstrasse, nahe der Wiefeckbrücke, nach Schluss des Marktes, ihre Handelsgeschäfte fortzusehen bzw. zum Abschluss zu bringen, wobei sie die Fahrbahn und den Bürgersteig ohne jegliche Rücksichtnahme aus den Verkehr versperrten. Den Polizeibeamten, die zur Aufrechterhaltung des Verkehrs dorthin beordert werden mussten, gelang cs oftmals nur unter grossen Schwierigkeiten der Ansammlungen Herr zu werden. Ein AachsPiel hierzu bot die Verhandlung gegen einen Viehhändler, der einen im Dienst befindlichen Polizeibeamten tätlich angegriffen hatte und deshalb wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt angeklagt war, und gegen einen Polizeibeamten, der der Körperverletzung im Amte beschuldigt wurde. Das Gericht billigte beiden Angeklagten mildernde Umstände zu, indem es ihnen die grosse Erregung, in der sie sich befanden, zugute hielt. Der Viehhändler wurde öu 200 Mk. Geldstrafe, die im Uneinbring- lichkeitssall mit 20 Tagen Gefängnis zu verbüßen sind, und der Polizeibeamte zu 60 Mk. Geldstrafe, evtl. 6 Tage Gefängnis verurteilt. 2m Auftrag von zwei Tierärzten trug in ihrem Wohnort die Ehefrau eines früheren früheren Polizcidieners die Rechnungen aus und war auch gleichzeitig berechtigt, bie Geldbeträge in Empfang zu nehmen und den Empfang zu bescheinigen. Dieses Vertrauen missbrauchte sie in gröblicher Weise, indem sic bei einigen Rech- nungen die Beträge abänderte und die empfangenen Mehrbeträge für sich verbrauchte. Heute gab sie die Tat reumütig zu und gab zu ihrer Entschuldigung an, dass ihr Mann schon lange krank sei, und grosse Rot in ihrer Familie geherrscht habe, wodurch sie sich zu der unüberlegten Handlung habe hinreißen lassen. Das Gericht schenkte diesen Angaben Glauben, billigte ihr mildernde Umstände zu und verurteilte sie wegen schwerer Urkundenfälschung in Tateinheit mit Betrug zu 3 Wochen Gesängnis. Eine wegen Diebstahls wiederholt vorbestrafte Kontoristin, die sich zur Zeit in Lübeck aufhält und auf ihren Antrag vom Erscheinen in der Hauptverhandlung entbunden war, wurde wegen Rücksalldiebstahls unter Zubilligung mildernder Umstände zu 5 Monaten Gefäng - n i s verurteilt. Ein junger Mann aus dem Vogelsberg, der wegen Eigentums- und anderer Delikte schon erheblich vorbestraft ist, muhte sich wegen Diebstahls von zwei Hühnern verantworten. Der Angeklagte, der anfangs hartnäckig leugnete und sich dann immer mehr in Widersprüche verwickelte, gab schließlich unter der Fülle des erdrückenden Deweismaterials die Tat zu. In Anbetracht des verhältnismäßig geringen Wertes des Diebesgutes wurden ihm nochmals mildernde Umstände zugebilligt. Das Urteil lautete auf 6 Monate Gefängnis. Gegen einen Taglöhner aus einem benachbarten Ort, der wegen eines Einbruchdiebstahls angeklagt war, aber zum Termin trotz ordnungsmäßig zugestellter Ladung nicht erschienen war, wurde Haftbefehl erlassen. Gießener Jugendgericht. In der letzten Sitzung des Jugendgerichts wirkten als Jugendschöffen mit Verkäufer Heinrich Günther von Giessen und Grubenarbeiter Peter Reh von Leihgestern. Ein jugendlicher Arbeiter hat in einem Aach- bardorf aus einer Ladenkasse einen grösserem Geldbetrag entwendet. Aach dem Eindruck, den der Angeklagte in der Hauptverhandlung machte und noch den Bekundungen, die sein früherer Lehrer machte, war er zur Zeit der Tat nicht fähig, seinen Willen der verbrecherischen Reck gung wirksam entgegenzusehen. Er wurde deshalb zwar von der Strafe freigesprochen, jedoch unter Erziehungsmassnahmen gestellt. Ende Februar l. Is. gab ein junger Mensch aus L. auf dem Hofgut Aeuhof aus einem Ter- zerol zwei Schüsse in der Richtung der Behausung des Oberschweizers ab und beschädigte hierdurch ein Ladenfenster, das von einer Kugel durchschlagen wurde. Der Angeklagte, der ein teilweises Geständnis machte, wurde durch die Zeugenvernehmung vollkommen überführt. Im Ein Dereinsrvetturnen in Lich. Der Licher Turnverein beging am Sonntag sein Stiftungsfest durch ein Vrredrs- wetturnen, das eine sehr gute Beteiligung auswies. Vormittags wurden die Wettkämpfe aus- getragen, und zwar für die aktiven Turner ein Gcräte-Aeunkampf und ausserdem ein volkstümlicher Vierkamps, für die Zöglinge ein volkstümlicher Fünfkampf und für die Schüler ein Dierkamps, bestehend aus zwei Geräte- und zwei volkstümlichen Uebungen. Der Aachmittag brachte einen schönen Festzug unter Vorantritt der Feuerwehrkapelle, und anschließend ein Schauturnen der Damenriege und d.rr aktiven Turner, wobei die sehr guten Leistungen lebhaften Beifall fanden. Besonders der Turner Christian Volz zeigte wieder ein reiches, ausgeglichenes Können an den verschiedenen Geräten. Abends nahm im Anschluss an eine markige Ansprache des Vorsitzenden R. Zimmer der Turnwart Heinrich Volz die Preisverteilung vor. Die vom Licher Klub in Aeuyork einst gestiftete goldene Radel erhielt für die beste Leistung der Turner Hans Müller. AktiveTurner, Aeunkampf: 1. H. M ü I- ler, 65 Punkte: 2. F. Hermann, 158; 3. R. Schmidt, 151. Aktive Turner, Dierlanrps: 1. H. Radehki, 54 Punkte; 2. Gg. Koch, 52; 3. O. Dieruff, 50. Zöglinge: 1. Georg Schmieder, 81 Punkte; 2. K. Steuernagel, 77; 3. H. Kempf, 74. Schüler: 1. H. S chä - f e r I., 93 Punkte; 2. W. Lechner. 86; 3. W. Find!, 85 Kreislagssitzung des Kreises Büdingen. Steuererhebung zu vermeiden Mitglied Pebler- Büdingen und Mitglied Dillemuth- Hainchen beantragen, an dem in der Sitzung vom 10. Juli gefassten Beschluss, der eine Aende- rung der Ausschlagsfähe für die Gemeinden zu Gunsten der Sondersteuer vom bebauten Grundbesitz vorsah, sestzuhalten. Kreisausschußmitglied Hildner - Büdingen unterstützte diesen Antrag, Mitglied Mas er- Wols sprach sich gegen ihn aus, da die Landwirtschaft eine höhere Belastung nicht ertragen könnte. Bei der nunmehr folgenden Abstimmung stimmten 10 Mitglieder gegen und JO Mitglieder sür den Antrag des Kreisaus- fichusses vom 19. Juli. Der Vorsitzende gab den Ausschlag, indem er sich für den Antrag des Kreisausschusses erklärte. Es sind somit folgende Ausschlagssätze für die Gemeinden festgesetzt: 1. Grund st euer: a) Gebäude und Bauplätze: 4,86 Rps. auf 100 Mk. Steuerwert, b) Land- und soostwirtsch östlicher Grundbesitz: 8,88 Pf. auf 100 Mark Steuerwert. 2. Gewerbesteuer: a) gewerbliches Anlage- und Betriebskapital und land- und forstwirtschaftliches Anlage- und Betriebskapital 11 Pf. auf 100 Mk. Steuerwert, b) Gewerbeertrag: 20 Pf. auf je 1 Mk. des Ge- werbaertragsteuersolls. 3. Sonder st euer v o m bebauten Grundbesitz: 17,1 Pf. auf 100 MarL Steuerwerk. 4. Grunderwerbsteuer: Der Zuschlag soll betragen: a) in den Gemeinden. die feine Zuschläge erheben, 3 Prozent, b) in den Gemeinden, die den Höchstzuschlag nicht erhebern, den fehlenden Zuschlag. 5. Hunde- steuer: Es soll in den Gemeinden, die von dem Desteuerungsrecht keinen Gebrauch machen, die Huiadesteuer in Höhe des staatlichen Satzes erhoben werden. !! Büdingen, 23. Aug. Da die in Kreistagssihung vom 10. Juli beschlossenen Ausschlagssähe der Kreisumlagen 1926 die Genehmigung des Ministers des Innern nicht gefunden hatten, war der Kreistag des Kreises Büdingen zur erneuten Deschlusssassung einberufen worden. Von den 21 Kreistagsmitgliedern waren 20 erschienen. Die Sitzung wurde von dem Vorsitzenden, Kreisdirektor Dr. Gahne r, eröffnet. Mitglied Hensel- Hirzenhain trat für Genehmigung des Antrags des Kreisausschusses vom 19. Juni ein, um eine weitere Verzögerung der Firma Bahnhof-Hotel Hotel Lenz Carl Schucharbt in Gießen: Die Firma ist erloschen. Am 19. August 1926 bei der Firma Heinrich W. Rinn in Gießen: Die Firma ist erloschen. 6894c Gießen, den 23. August 1926. > 'xcj Amtsgericht 2. U. Don der Landesuniversität. Auf Grund des tz 1 des Gesetzes über bie Altersgrenze der Staatsbeamten ist der Institutsgehllfe Deorg Bayer am hygienischen Institut der Landesuniversität unter Anerkennung der dem Staate geleisteten langjährigen treuen Dienste in den Ruhestand verseht worden. * Pcrsonalie. Frau Gabriele Klüpf el in Giessen wurde durch das Amtsgericht Gießen für den Geschäftsbereich sämtlicher hessischer Ministerien als Heberietjerin und Dolmetscherin für die tschechische und slowakische Sprache eidlich verpflichtet. •• Personalausweis für RetJen ins Rheinland mitnehmen! Aus Anfragen geht hervor, dass das reckende -Publikum in Deutschland iwch nicht genügend darüber unterrichtet ist, ob für Reifen ms «bemtonb ein Personalausweis noch erforderlich ist- ®ie_5e o l- ncr Zone ist leit dem 1. Februar h. I. frei. In ihr braucht inan seitdem, ebenso Wie rm übrigen unbesetzten Deutschland, keinen Persona.ausweis. Für das noch besetzte Gebiet ist aber noch ein deutscher Reisepass oder ein von der H>eunat- behörde ausgestellter Personalausweis mit Lichtbild erforderlich, ebenso zur Einreise in das Saargebiet. Auch bei Dampferfahrten in das besetzte Rheingebiet, rheinaufwärts von R«nagen ab muss man im Besitz eines PersonalauAreises sein. Daher empfiehlt es sich für jeden Rhein- reisenden, sich bei der Heimatbehörde einen Personalausweis mit Lichtbild zu besorgen. Man erhält diesen Ausweis kostenlos ohne weiteres und kommt dann nicht in Verlegenheit, wenn man sich im unbesetzten rheinischen Gebiet entschliesst, einen Ausflug ins besetzte Gebiet zu machen. ” Ser Giessener Wander-Rudsr- preis. Der von der Stadt Giessen gestiftete Wanderpreis für den alljährlich auszufahrenden Städleachter Giessen-Wehlar ist im Schaufenster der Firma Julius Dach im Seltersweg ausgestellt. Der Wanderpreis, „Schiffahrt" genannt, wird zum erstenmal am 5. September ausgefahren. ** Dureaulehrlinac bei den hessischen staatlichen Behörden. Durch Erlass des Hessischen Gesamtministeriums vom 27. Juli 1926 wurde folgendes bestimmt: Bureau - lSchreib.)Lehrlinge dürfen bis auf weiteres Nicht angenommen werden. Eine Annahme von Kanzleigehilfen darf nur nach vorausgegangener ministerieller Genehmigung erfolgen. * Unterrichtskurse für stellenlose Kaufmannsgehilfen. Vom Deutsch-" nationalen Handlungsgehilfenverband wird uns geschrieben: Die Unterrichtskurse für stellenlose Kaufmannsgehilfen und Angestellte haben in Der vergangenen Woche ihren Anfang genommen, und fie erfreuen sich einer regen Beteiligung. Der Unterricht wird von den Lehrkräften der hiesigen Kaufmännischen Fortbildungsschule erteilt. Er ist für die Teilnehmer kostenlos. Die Kosten trägt die Erwerbslosenfürsorge, nachdem das Ministerium sür Arbeit und Wirtschaft Die Genehmigung erteilt hat. Wie uns der Deutsch- nationale Handlungsgehilfenverband weiter mit» teilt, zeigt es sich aber, daß die bewilligten Mittel zu gering bemessen sein dürften. Unterricht wird erteilt in Betriebslehre, Buchführung. Sprachen, Stenographie und Schreibmaschine. ♦* Die Reichswehrkapelle unter Leitung von Obermusikmeister Lober gab gestern im „Philosophenwald" ihr drittes Sonderkonzert, das'als „Operetten-Abend" in Streichmusik durchgeführt wurde Das Programm brachte Ouvertüren, Fantasien, Walzer und Melodien aus älteren und neueren Operetten. Die Darbietungen brachten der Kapelle lebhaften Beifall ein. 0 D i e dritten Feiertage. Das Hess. Gesamtministerium hat die unterstellten Behörden durch Rundschreiben darauf hingewiesen, dass die sogenannten Dritten Feiertage an Weihnachten. Ostern und Pfingsten nicht dienstfrei und Die Amtsräume an diesen Tagen offen zu halten sind. "ErlcdiglcLchrer st eilen. Erledigt sind: Eine Lehrerstelle für einen evangelischen Leh- rcr an der Volksschule zu Rodheim v. d. $)., Kr. Friedberg. Die Dienstwohnung wird demnächst frei, eine Lehrerstelle für einen katholischen Lehrer an der Volksschule in Ilbenstadt. Kreis Friedberg. Eine Wohnung kann beschafft werden. __________ Frankfurt a. M. Berlin Amtsgericht Wetzlar. 1. Wegen Widerstandes und Erregung öffentlichen Aergernisses hat sich ein Arbeiter aus Ahbach zu verantworten. Dem Angeklagten ist zur Last gelegt, an einem Tage im Juck in angetrunkenem Zustande auf dem Wetzlarer Bahnhof Frauen gegenüber unsittliche und beleidigende Redensarten gebraucht zu haben. Als dann Polizeibeamte zu seiner Festnahme schreiten wollten, setzte er diesen Widerstand entgegen, wurde aber schließlich doch zur Wache gebracht. Der Angeklagte, der sinnlose Trunkenheit vorschüht. erhält für sein Tun 7 5 Mk. Geldstrafe, hilfs- weise 15 Tage Gefängnis. Zur Zahlung Der Geldstrafe und Kosten werden dem Angeklagten Ratenzahlungen zugebilligt. 2. Ein Arbeiter aus Wetzlar hatte wegen Unterschlagung fremder Gelder in Höhe von 178 Mark durch gerichtlichen Strafbefehl 150 Mk, Geldstrafe. Hilfsweise 1 Monat Gefängnis erhalten, gegen welche Entscheidung er Einspruch einlegtc. Der Angeklagte, Der für einen Wetzlarer Kaufmann Den provisionsweisen Verkauf von Kohlen tätigte, blieb mit der Ablieferung der von den Kunden vereinnahmten Gelder Im Rückstände. Anfangs behauptete er seinem Auftraggeber gegenüber, et habe das Geld noch nicht einkassiert, doch ergaben die Rachforschungen, dass er wohl kassiert, das Geld aber, da er arbeitslos war, für sich verbraucht hatte. Der Angeklagte versprach dann auf eine Klage hin durch monatliche Raten von 25 Mk. die Schuld abzntragen, konnte dies aber wegen seiner Arbeitslosigkeit nicht erfüllen. Das Urteil lautet auf 150 M k., Hilfsweise 30 Tage Gefängnis. 3. Drei Kaufleute aus Wetzlar, die unter der Beschuldigung des groben Unfugs von her Polizciverwaltung Wetzlar Strafverfügungen über (je 9 Mk., Hilfsweise 3 Tage Haft, erhalten hatten, hatten hiergegen gerichtliche Entscheidung beantragt mit dem Erfolg, dass die Strafen auf je 5 Mk., Hilfsweise je 1 Tag Haft herabgesetzt wurden. 4. Eine Frau aus Wetzlar hatte ebenfalls gegen eine polizeiliche Strafverfügung über 6 Mk. Hilfsweise 2 Tage Haft Antrag auf Gerichtsentscheidung gestellt. Ihr war zur Last gelegt, groben Unfug verübt zu haben. Die Angeklagte erzielte kostenlosen Freispruch, da die Verhandlung nicht den einwandfreien Beweis der Täterschaft erbrachte. Sprechstunden der Redaktion. 12 bis 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittags. Samstag nachmittag geschloffen. Für unverlangt ein gesandte Manuskripte ohne beigefügtes Rückporto wird keine Gewähr übernommen. Anzeigenaufträge sind lediglich an die Geschäfts st elle zu richten. Verantwortlich für den lokalen Teil i. V.: Dr. Hans Thhriot. Grube Ilse N.-L. , -—=—r:------ den 25. August 1926. Berlin « Gestelle, geschmackvolle neue Formen I__ O M gl 8 E ffl Seiden, Seidensatins, Batiste usw. 68930 fceQg I „ * Fransen. Kordel, Quasten, Rüschen, Band Schulstraße 4, im Seltersweg 81, im MoielniisSaloöioi'“' Baus der MiM Hess. Bürgermeisterei Allendorf a. d. Lda, Rein. 6877D Drucksachen aller Art liefert fn jeder «wünschten Ausstattung stilrein and flrefcwtrt die Brühl’iche Dohr.-Drockerel, R. Unge. Dl Nachruf ®1 ifö fe ■ Wetzlar, den 24. August 1926. 6906A Aufsichtsrat und Vorstand der Buderus’schen Eisenwerke. | Nachruf 7 lerr tat t.i I Wetzlar, den 25. August 1926. Wetzlar, den 25. August 1926. Wetzlar, den 24. August 1926. 6909V Berg- und hüttenmännischer Verein zu Wetzlar e.V. U • Der Geschäftsführer: Dr. H. Metschke. in 3ut itt: Sii bie bo: häi Aufsichtsrat und Vorstand der Maschinen- u. Armaturenfabrik vorm. H. Breuer & Co., Höchst am Main. Generaldirektor der Buderus’schen Eisenwerke, Wetzlar. Über ein Jahrzehnt hat der Verstorbene die Geschicke unseres Unternehmens entscheidend beeinflußt Seinem geschäftlichen Weitblick und seinem warmen Interesse für unsere Belange verdanken wir viel. Wir werden dem mit reichen Gaben des Verstandes und Herzens ausgestatteten vortrefflichen Manne ein ehrendes Angedenken bewahren. Geschäftsausschuß und Geschäftsführung der Oeiger’schen Fabrik G. m. b. H., Karlsruhe i. B. leh' Tü Äi !ti ve 5> fi w an Ai seh in du Si N )d ba Geschäftsausschuß und Geschäftsführung der Buderus’schen Handelsgesellschaft m.b.H. in Wetzlar. Der stellvertretende Vorsitzende: Dr. Einecke. au s-h Db lln wie nefj; crfa gett fall wär des die die I Mc W\ Gew Dis Äe iäx bi^ buk slw die übei daß schai sch< lieg' die teir M hei bi- Gi Ja die etw rech wer Pflic Die oder von rege vom bei geic der U' bei bi tö Ge du lchl .De das tr die ode we/i unk r^e ci .ist. : 6d bei Nach längerem Leiden verschied heute der Vorsitzende unseres Geschäftsausschusses Herr HMr Bergrat Dr.iog. ü. UM Groebler im 62. Lebensjahre. Den Belangen unserer Gesellschaft, ihrem Ausbau und der Festigung ihrer Organisation war sein stetes Interesse zugewendet. Seiner Anregung und seinem verständnisvollen Eingehen auf unsere Vorschläge verdanken wir viel. Das allzufrühe Hinscheiden dieses vortrefflichen Mannes, unseres lieben Mitarbeiters, berührt uns auf das schmerzlichste. Ein ehrendes Angedenken ist ihm gesichert. Wetzlar, den 25. August 1926. * — Nachruf. Am 24. August 1926 verstarb nach längerem Leiden der Vorsitzende unseres Geschäftsausschusses Nachruf. Am 24. August 1926 verschied nach längerem Leiden der Vorsitzende unseres Geschäftsausschusses Herr Bergrat Dr. ing.e.h. Alfred Groehler Generaldirektor der Buderus’schen Eisenwerke, Wetzlar. Seit dem Besitzübergang unserer Gesellschaft im Jahre 1919 hat der Verstorbene den Ausbau unserer Werke planmäßig gefördert. Seiner großen Erfahrung, seinem bewährten Rate und seiner tatkräftigen Unterstützung verdanken wir viel. Wir verlieren in dem Dahingeschiedenen, dessen allzu frühen Tod wir schmerzlich bedauern, einen lieben Freund und warmherzigen Vorgesetzten. Sein Andenken wird bei uns in hohen Ehren stehen. Wetzlar, den 25. August 1926. Geschäftsausschuß und Geschäftsführung der Eisenwerke Hirzenhain, Hugo Buderus G. m. b. H., Hirzenhain i. H. Nachruf. Nach längerem Leiden verschied heute der Vorsitzende unseres Vorstandes Herr tamlMlor Bergral Dr. ing. t. I. M Groehler im 62. Lebensjahre. Seit dem Jahre 1912 stand er an der Spitze unseres Unternehmens, das er durch die schweren Zeiten des Krieges und der Inflation sicher und zielbewußt geführt hat. Der Ausbau unserer Werke zu ihrer heutigen Bedeutung ist sein Verdienst. Tieferschüttert stehen wir an der Bahre eines Mannes, dessen klugen Rat und nie ermüdende Arbeitskraft wir schmerzlich entbehren werden. Seine großen Verdienste um unsere Gesellschaft, vor allem aber auch seine vornehme Gesinnung und sein stets verbindliches und gütiges Wesen, sichern ihm ein dauerndes, ehrendes Angedenken. Nachruf. Am 24. August 1926 verstarb nach längerem Leiden lerr taralHir Bergral Dr. ing.ü.illM Hier. Ma Der Verstorbene zählt zu den Gründern unserer Gesellschaft und gehörte von Anfang an unserem Aufsichtsrate als Vorsitzender bezw. stellvertretender Vorsitzender an. Seine große geschäftliche Erfahrung, sein Weitblick und seine gründlichen Kenntnisse, namentlich auf technischem Gebiete, standen uns uneingeschränkt zur Verfügung. Unermüdlich war er bestrebt, unsere Interessen zu fördern. Wir stehen tieftrauernd an der Bahre eines Mannes, dessen geschäftlichen Leistungen wir höchste Anerkennung zollen, der aber darüber hinaus durch seine wertvollen menschlichen Eigenschaften uns zum Freunde wurde. Sein Andenken wird in der Geschichte unserer Gesellschaft nie verlöschen. Wetzlar, den 25. August 1926. lottlsral Bod Vorstand der Stahlwerke NIMMm LG, Wetzlar. Nach längerer Krankheit verschied heute mittag unerwartet im 62. Lebensjahre der Vorsitzende unseres Vereins Herr Bergrat Dr.ing.h.c. Alfred Groehler Generaldirektor der Buderus’schen Eisenwerke. Seit 1912 unserem Vereins Vorstände angehörend, hatte er jahrelang das Amt eines stellvertretenden Vorsitzenden inne. Vor wenigen Monaten erst berief ihn das Vertrauen der Mitglieder auf den verwaisten Stuhl des Vorsitzenden. Während der ganzen Zeit seines Wirkens in unserem engeren Wirtschaftsgebiet hat er seine Kenntnisse und Erfahrungen stets hilfsbereit unserer gemeinsamen Sache dienen lassen. Zu früh wurde seinem an Arbeit und Erfolgen reichen Leben ein Ziel gesetzt. Wir werden ihm ein dauerndes Andenken bewahren. . Am 24. August .1926 verstarb nach längerem Leiden der Vorsitzende unseres Aufsichtsrates lerr Generaldirektor Bergral Dr. ing. e. k. M heller Allzufrüh ist ein Mann von uns geschieden, der, erst seit wenigen Jahren an der Spitze unseres Aufsichtsrates stehend, unserem Unternehmen neue Wege der Entwickelung gewiesen hat. Wir werden seinen erfahrenen Rat und sein warmherziges Eintreten für unsere Belange schmerzlich entbehren. Sein Andenken wird bei uns in hohen Ehren stehen. Han üjm feilt, Ken kurz halte 7 il "litt« Nu w ■ M W bet; toiti es •Set Laii vectz M ■öra: Mei die i utc < Mfe N>f Nachruf. Am 24. d. M. verschied Im Generaldirektor lergrat Dr. ing. e. I. UM Groehler Ehrensenetor der Universität Gießen. In dem Heimgegangenen verliert unsere Vereinigung ihren Begründer und eifrigen Förderer, der mit unermüdlicher Energie und wirtschaftlichem Weitblick die Lebensnotwendigkeiten der Industrie vertrat und mit sicherem Gefühl und warmer Menschlichkeit die schwierigsten Verhältnisse zu meistern wußte. Wir stehen trauernd an der Bahre dieses allgemein verehrten, mit den höchsten Gaben des Geistes und Herzens ausgestatteten Mannes, dessen Andenken in uns nie erlöschen wird. Gießen, den 25. August 1926. Vereinigung der Arbeitgeberverbände des Lahn - Dillgebietes und Oberhessens. »'•.ru ’’ . Nr. 199 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)Donnerstag. 26. August 1926 Die Verpflichtung zum Schadenersatz bei Eisenbahn-Attentaten. Don Landgerichtsdirektor Dr. O. L o e n i n g, Äerlin. 3n erschreckender Weise haben sich in den letzten Jahren verbrecherische Anschläge aus Eisenbahnzüge vermehrt, die fast stets eine große Anzahl von Menschenopfern forderten. Doch in frischer Erinnerung ist das am 27. Juli d. 3. verübte Attentat auf den V-Zug Berlin- Hamburg, wobei der Zug durch Auflegen eiserner Bordschwellen zum Entgleisen gebracht werden sollte. Auch das schreckliche Eisenbahn- Unglück bei Leiferde, bei dem ungefähr zwei Dutzend Menschen ihr Leben einbühten, eine sehr große Anzahl schwere Verletzungen davontrugen. soll nach den vorliegenden Meldungen auf ein Verbrechen zurückzuführen sein. Die sofort angestellten Untersuchungen werden rrgeben. ob diese Annahme berechtigt erscheint, )der auf welche andere Ursachen dieses furchtbare Unglück zurückzuführen ist. Etwas eigentümlich mutet es an, wenn alsbald nach Dekanntwerden der Eisenbahnkatastrophe der stellvertretende Generaldirektor der Deichsbahngefellschast Dorpmüller sich über die Entschädigungspflicht der Eisenbahn gegenüber den Opfern des Unglücks dahin äußerte, daß die Rechtsabteilung der Reichsbahngesell- schast sich noch nicht schlüssig sei, ob eine Ent- schädigungspflicht bei Attentaten vorliege. Allerdings, fügte Dorpmüller hinzu, daß die Reichsbahn in der Entschädigungsfrage nicht rein fiskalisch zu verfahren gedenke, sondern daß man weitherzig vorgehen werde. Eine abschließende Stellungnahme hat die Reichsbahn aber bisher noch nicht eingenommen, sie will erst Gutachten hervorragender Rechtslehrer einholen. 3mmerhin ist offiziös bekannt gemacht, wohl um die aufsehenerregende Erklärung Dorpmüllers etwas abzuschwächen, daß die Eisenbahn berechtigte Ansprüche auf Schadenersatz befriedigen werde, auch wenn die Rechtslage nicht dazu verpflichte. 3st die Rechtsgrundlage wirklich so ungewiß? Die Ersahpflicht der Eisenbahn für Tötungen oder Körperverletzungen, die bei dem Betriebe von Eisenbahnen herbeigeführt werden, ist geregelt in dem sog. Reichshaftpflichtgeseh vom 7.3uni 1871, dessen § 1 bestimmt: Wenn bei dem Betriebe einer Eisenbahn ein Mensch getötet oder körperlich verletzt wird, so haftet der Betriebsunternehmer für den dadurch entstandenen Schaden, sofern er nicht beweist, daß der Unfall durch höhere Gewalt oder durch eigenes Verschulden des Getöteten oder Verletzten verursacht ist. Das Gesetz stellt also den Grundsatz der Gefährdungshaftung auf, d. h. die Eisenbahn haftet schlechthin, ohne daß es des Dachweises eines Verschuldens bedarf. Voraussetzung ist lediglich, daß die Tötung oder Verletzung „bei dem Betriebe einer Eisenbahn" erfolgt. Daß diese Voraussetzung bei Eisenbahnentgleisungeu oder Zugzusammenstößen st e t s gegeben ist, auf welchen Ursachen sie auch beruhen mögen, ist unbestreitbar und auch unbestritten. Der Schadens- ersahberechtigte muh daher nur dartun, daß sein Schaden durch ein Eisenbahnunglück entstanden ist. Demgegenüber kann aber die Eisenbahn ihre Schadenersatzpflicht dadurch abwenden, daß sie den Beweis erbringt, der Unfall sei durch höhere Gewalt oder, was im vorliegenden Falle außer Betracht bleiben kann, durch eigenes Verschulden des Gelöteten oder Verletzten verursacht. Diesen Beweis muß also die Eisenbahn in vollem Umfange erbringen. Das Reichsgericht hat schon wiederholt anerkannt, daß der Betriebsunternehmer, also hier die Eisenbahn, zum Schadenersatz auch dann verpflichtet ist, wenn nicht aufgeklärt werden kann, auf welche Weise der Unfall sich ereignet hat. Wenn also bei der gegenwärtigen Eisenbahnkatastrophe die Untersuchung des Unfalles zu keinem Ergebnis führt, welches die Ursachen des Unglücks gewesen sind, so ist die Eisenbahn schadenersatzpflichtig, mag auch die Möglichkeit eines Verbrechens vorliegen. Die Eisenbcchn ist ja für das Vorliegen von höherer Gewalt beweispflichtig. Ergibt die Untersuchung, daß das Unglück auf ein Verbrechen zurückzuführen ist — in allen anderen Fällen ist die Eisenbahn unstreitig schadenersatzpflichtig —, so ist damit die Entschä- digungspslicht der Eisenbahn noch nicht verneint. „Deutschland in seiner tiefsten Erniedrigung". Zur Erinnerung an die Erschießung 3ohann Philipp Palms am 26. August 1806. Von Peter Wermund. Die Franzosen haben bisweilen ein eigenartiges Geschick bewiesen, Märtyrer zu schaffen. Die gleichen Vorstellungen und Empfindungen, die Schlageters Dame heute in uns erweckt, rief vor hundert 3ähren das Schicksal des Buchhändlers 3vhami Philipp Palm hervor. Er war der 3nhaber der Steinschen Buchhandlung zu Dürnberg. 3m Frühjahr 1806 gingen ihm einige Pakete der Schrift „Deutschland in seiner tiefsten Erniedrigung" zu, die er, ohne Kenntnis von ihrem 3nhalt, auch nach Augsburg weiterbeförderte. Diese Flugschrift, die den Kaiser Dapoleon scharf angriff und das Verhalten seiner Truppen in Bayern hart tadelte — ihr Verfasser ist niemals mit Sicherheit ermittelt worden — erregte in Augsburg die Aufmerksamkeit der französischen Besatzung. Man fahndete nach Palm, da man den Autor nicht kannte: der Buchhändler wird gewarnt, flüchtet, hält sich in Erlangen und München verborgen, kehrt aber int Vertrauen darauf, daß Dürnberg noch nicht von den Franzosen beseht ist, wieder zu den Seinen zurück. Wie stets, gab es auch damals Kreaturen, die sich bei fremden Herren einschmeicheln wollten, indem sie einen Landsmann und Patrioten verrieten. Palm wird verhaftet (am 14. August) und einer außerordentlichen Gerichtskommission im vberösterreichischen Braunau überantwortet, die sein Vergehen aburteilen soll. Dieser Prozeß war einer der vielen Farcen, die die Franzosen der Welt vorgespielt haben: die Kommission hatte von Anfang an den gemessenen Befehl, den AngMagten zu verurteilen und hinrichten zu lassen. Palm ward der „absicht- Diese Entschädigungspflicht der Eisenbahn entfällt ja nur dann, wenn der verbrecherische Anschlag als „höhere Gelvalt" anzusehen ist. Dach ständiger Rechtssprechung der deutschen Gerichte, und besonders auch des Reichsgerichts wird unter höherer Gewalt ein Ereignis verstanden, deslen Ursachen außerhalb des Eisenbahnbetriebes und seinen Einrichtungen liegen und dessen Eintritt auch bei Anwendung größter Sorgfalt und aller der Eisenbahn zuzumulenden Vorkehrungen nicht zu verhindern ist, der auch nicht wegen seiner Häufigkeit von der Eisenbahn in Kauf genommen werden muß. Hierunter fallen z. B. alle elementaren Ereignisse wie Blitzschlag, Erdbeben. Auch das DerhaltendritterPer- fönen kann unter Llmständen höhere Gewalt darstellen, falls ihr Eingreifen nicht unabwendbar war. Verbrecherische Anschläge auf Eisenbahnzüge sind solche Eingriffe dritter Personen. Sie können also höhere Gewalt sein, die die Schadenersatzpflicht der Eisenbahn beseitigt, müssen es aber nicht. Als höhere Gewalt sind Eisenbahn-Attentate dann nicht anzusehen, wenn ihre Folgen durch gehörige Kontrolle und Aufmerksamkeit vermeidbar gewesen wären. Ob dies der Fall ist. ist in jedem einzelnen Falle Tatfrage, kann also allgemein nicht gesetzt werden. So hat das Oberlandesgericht Daumburg in einem Urteil vom 26. Mai 1925 in folgendem Fall das Vorliegen höherer Gewalt bejaht und daher die Entschädigungspflicht verneint: eine kurz vorher nachgesehene, durch Schloß gesicherte Weiche wurde durch verbrecherischen Anschlag umgestellt, so daß der nachts über die unbeleuchtete Weiche fahrende Zug auf ein falsches Geleis fuhr und zusammenstieß. Es könne hier nicht verlangt werden, daß eine auf der Strecke liegende Weiche ständig überwacht und beleuchtet werde. 3n einem anderen Falle hat auch das Reichsgericht das Dorliegen höherer Gewalt bejaht. Hier hatte ein Arbeiter nachts eine der Schwellen auf die Schienen gelegt, die aus Anlaß von Erneuerungsarbeiten auf einer Strecke von etwa 400 Meter lose neben der Bahn lagerten. Das Reichsgericht (Urteil v. 7. Dez. 1908) meint, daß in einem solchen Falle die Tat durch die von der Eisenbahn billig zu fordernden Sicherheitsmahregeln nicht hat abgewendet werden können, zumal kurz vor dem Dorbeifahren des Zuges die Strecke vom Bahnwärter vorschriftsmäßig begangen war. Das Reichsgericht hat aber auch in diesem Urteil ausgesprochen, daß an sich die Gefährdung eines Zuges durch ein Attentat innerhalb des Kreises von Gefahren läge, gegen die die Bahn den Betrieb tunlichst zu sichern habe. 3n anderen Urteilen dagegen hat das Reichsgericht das Vorliegen von höherer Gewalt verneint und die Entschädigungspflicht der Eisenbahn anerkannt. 3n einem Urteil vom 9. Oktober 1902 führte das Reichsgericht aus, daß höhere Gewalt zwar auch in dem gewaltsamen Eingreifen eines Dritten in dem Betrieb liegen könne, aber es bedürfe des Dachweises, daß dieses Eingreifen nicht nur an sich mit rationellen Mitteln unabwendbar. sondern auch in seinen Folgen nicht unschädlich zu machen wäre. 3n der gewaltsamen Lösung und Umlegung einer verschlossenen Weiche durch einen Dritten läge daher keine höhere Gewalt, wenn die Eisenbahn den Beweis der nötigen Kontrolle, die nach den gegebenen Umständen erforderlich gewesen sei, nicht geführt habe. 3n einem Urteil vom 13. Oktober 1904 war an einer Stelle, wo die Bahn eine Landstraße kreuzt, eine 4 bis 5 Zentner schwere Straßenwalze auf die Schienen gewälzt. Die Bahn war nur zweimal täglich durch einen Bahnwärter begangen. Dies wurde vom Reichsgericht bei dem am Tatorte stattfindenden Verkehr als unzureichend angesehen und daher angenommen, daß die Eisenbahn das Maß dessen, was sie zur Sicherung des Betriebes gegen Verbrechen zu tun habe, nicht erfüllt habe. Die Eisenbahn wurde hier für entschädigungspflichtig erklärt. Aus allen diesen Urteilen ergibt sich, daß die deutsche Rechtsprechung prinzipiell auf dem Standpunkt steht, daß die Eisenbahn verpflichtet ist, die Züge gegen verbrecherische Anschläge zu sichern und daß sie prinzipiell schadenersatzpflichtig ist, wenn durch ein Attentat ein Eisenbahnunglück herbeigeführt wird. 3hre Entschädigungspflicht kann die Eisenbahn nur dann abwenden, wenn sie den Beweis erbringt, daß sie alles das getan hat, was unter Berücksichtigung der örtlichen Verhältnisse und der notwendigen und vernünftigen Rücksicht auf die lichen Verbreitung ehrenrühriger Schriften gegen Frankreich" für schuldig befunden, am 25. August zum Tode verurteilt, am Tage darauf erschossen. Doch Palms letzter Gang ist für französische Sinnesart bezeichnend: man bot ein großes militärisches Theater auf, als gelte es. eine große gewaltige Schlacht zu bestehen. Palm wurde wie ein lebloses Ding auf einen Ochsenkarren geworfen und durch ein grandioses Spalier von seinem Gefängnis zum Richtplah gefahren. Die Soldaten schossen schlecht: Palm stürzte auf das Gesicht und erlitt noch in seinen letzten Augenblicken unendliche Qualen, bis ihn ein Schuh aus nächster Dähe erlöste. Aber das Verfahren gegen Palm, die verlogene und brutale Art seiner Durchführung, die ungesetzliche Verhaftung auf deutschem Boden, wurden in Deutschland zum Signal. Plötzlich sah der Bürger, an welchem Abgrunde er stand, er fühlte, daß sich sein Vaterland seiner tiefften Erniedrigung näherte, daß der Titel jener Flugschrift bitterste Wahrheit werden, sollte. Sn der Armee und im Volke brach plötzlich der Haß gegen Dopoleon in Hellen Flammen aus. „Die Cxasperation," schrieb der österreichische Gesandte damals, im September 1806, „ist so allgemein, daß dieser Krieg unzweifelhaft der populärste werden wird, den Preußen je geführt hat." Denn schon traf man die Vorbereitungen zum Kriege, das Verhängnis von Sena nahte unabwendbar. Die Auseinandersetzung mit Napoleon war unvermeidlich geworden: daß sie von der erregten Stimmung der Menge beschleunigt wurde, ist nicht zu einem kleinen Teil durch den Tod des Dümberger Buchhändlers veranlaßt worden. Sein Haus in Dürnberg hat König Ludwig I. von Bayern mit einer Gedenktafel geschmückt: in Braunau, wo er seinen Heldentot starb, hat man ihm ein Dronzedenkmal errichtet. Sein Schicksal, in Dichtungen und Dramen verherrlicht, ist Sinnbild und Begriff für „Deutschland in feiner tiefsten Erniedrigung" geworden. winschaftliche Möglichkeit für die Eisenbahn zur Kontrolle der Strecke und zur Vermeidung von Attentaten getan werden muß. Ob die Eisenbahn im Cinzelfalle dieser ihrer Verpflichtung nachgekommen ist, ist Tatfrage, die nur nach Kenntnis aller in Betracht zu ziehenden Llmstände beantwortet werden kann. Bei dem jüngsten Eisenbahnunglück bei Leiferde hak die Begehung der Strecke nachts nicht ftattgefunben. Ob die allgemeine Anordnung, daß die nächtliche Streckenbegehung einzustellen ist. alö ein Mangel der Vorsicht allgemein angesehen werden kann, ob sie im vorliegenden Falle für das Unglüd kausal gewesen ist, mag dahingestellt bleiben, wenn auch die von dem stellvertretenden Generaldirektor Dorpmüller angegebenen Gründe für die Einstellung der nächtlichen Begehung nicht gerade überzeugend klingen und schon heftigen Widerspruch hervorgerufen haben. Liegt aber kein Verbrechen vor ober läßt sich ein schlüssiger Beweis hierfür nicht erbringen, so besteht unter allen Lim ständen die Entschädigungspflicht der Dahn. Da zunächst nur ein mehr oder minder großer Verdacht eines Attentates gegeben zu sein scheint, so hat es bei dieser Rechtslage nicht gerade zur Beruhigung der Bevölkerung beigetragen, daß Dorpmuller sofort die Frage der Entschädigungspflicht der Bahn als äußerst zweifelhaft hingestellt hat. Dach der bisherigen Rechtsprechung ist vielmehr das Gegenteil richtig, es kann zweifelhaft sein, ob eine Entschädigungspflicht der Eisenbahn nicht besteht. Sache der Bahn ist es. nicht der Geschädigten, darzutun. daß ihre Schadenersatzpflicht nicht gegeben ist. Hat die Bahn Schadenersatz zu leisten, so hat sie alle Heilungskosten und alle Dachteile zu ersetzen, die ein Verletzter dauernd oder zeitweise durchs Aufhebmig ober Minderung seiner Erwerbsfähigkeit durch den Unfall erlitten hat. Hinsichtlich der Tötung eines Reisenden hat die Dahn nicht nur die Kosten der Beerdigung zu tragen, sondern sie hat auch eine Ersatzpflicht gegenüber den Personen, denen gegenüber der Getötete gesetzlich Unterhalt zu leisten hat. Oberhessen. Landkreis Gießen. :—: Aus dem Dusecker Tal, 25. Aug. Die Obsternte fällt im allgemeinen in unserem Tal recht schlecht aus. Zwetschen gibt’S, außer vereinzelten Ausnahmen, fast keine. Auch die Apfelcmte ist gering. Einzelne Sorten sind schwach vertreten, wie Süßäpfel, Doikenäpfel, Gelbe Mecklenburger, Schöner von Boskop und die Graue Renette. Der Behang der Birnen ist besser. Eine gute Ernte gibt die Gute Luise von Avranches und stellenweise auch die Glockenbirne. Auch die Deue Priteau, namentlich an den Kreisstraßen gezogen, liefert ganz schöne Erträge. Seltener finb schon die Pastorenbirne und die Gute Graue. Auch die weniger empfind- lichen Honigbirnen bringen eine kleine Ernte, so die frühe Zuckerbime und die minderwerttgen „Klopp-" und „Dockelbirnen". Die Kreisstraßen haben im allgemeinen wenig Obst, nur zwischen Reiskirchen und dem Dahnwärterhaus und nach der Ganseburg zu ist eine kleine Apseleönte trt den Sorten Schöner von Boskop und Graue Renette zu erwarten. : Aus dem Busecker Tal, 25. Aug. Hier und auch anderwärts wird allgemein geklagt über die Spahenpiage. Vor allem brandschatzen die Spatzen die Weizenfelder und die Erlffenanlagen. Sn der Dähe der Orffchaften sind Weizenfelder zu beobachten, bei denen ein Aus dreschen des Strohes sich bald nicht mehr lohnt. Aus der nördlichen Wetterau kommen dieselben Klagen. Vogelscheuchen in den Feldern aufzustellen hat keinen Wert, da sich die frechen Vögel sehr schnell an den Anblick der Scheuchen gewöhnen und diese schließlich als Ruheplähchen benutzen. :—: Beuern, 24. Aug. Dun scheint die Errichtung unserer Autolinie doch noch Wirklichkeit zu werden. Die Reichsbahndirektivn Frankfurt a. Main wird die ßinie Grohen-Duseck— Beuern und zurück als Subringerlinie zur Eisenbahn aus bauen. Zu diesem Zweck weilten vor einigen Tagen zwei Vertreter der Eisenbahnbehörde. Eisenbahninspektor Bouteiller. Gießen, und Stationsvorsteher Göbel. Grohen-Duseck, hier, um mit Dürgermeister Linden st ruth über die Angelegenheit zu verhandeln. Die Betriebs- Unkosten der neuen Linie belaufen sich für den vasGranLanonunddie3lldianer Von Rudolf Lothar. Das Gran Canon in Arizona gilt in Amerika als eines der größten Crdenwunder. Und amerikanische Poeten und Landschafter sind der Meinung, daß es in der ganzen Welt kein schöneres und gigantischeres Schauspiel geben kann als den Anblick dieser aus Tausenden von Schluchten bestehenden Riesenschlucht. Ein spanischer Missionar namens Cardenas war der erste weiße Mann, der 1540 in diese Abgründe blickte. Aber erst 1879 erforschte Major Powell die bizarre Zauberwelt des Colorado. Heute steht am Rande der Schlucht das schmucke Hotel El Tovar mit einem gewaltigen Tourist en trieb. Den ganzen Tag fahren Autos vom Hotel ab, kommen Autos an, sehen sich vor der Terrasse bunte Kavalkaden in Trab. Die Damen in El Tovar treiben den Hosensport. Sie erscheinen im Cowboy-Kostüm, ohne sich auf kavalleristische Betätigung einzulassen. Für die Frau war ja immer die Datyr in erster Linie Vorwand und Hintergrund für die Mode. Einer der besten amerikanischen Reiseschriftsteller, Sohn Muir, versichert, daß es unmöglich ist, mit einer Beschreibung des Canons im Leser auch nur die geringste Vorstellung von dem, was die Datur uns bietet, zu erwecken. Man denke sich, daß man am Rande einer Schlucht steht, die weiter reicht, als das Auge folgen kann. Aber die Schlucht selbst zerfällt in unzählige andere Schluchten, die sich schneiden und durchkreuzen, zu Tälern erweitern, zu schmälster Enge zusammenrücken. Lind aus der Schlucht und ihren Verzweigungen wachsen nun in der Tiefe die seltsamsten Steingebilde auf. Terrassenartige Pyramiden, Tempelbauten, Burgen, Minaretts. Altäre, Wälle, Bastionen, Stadtmauern, kurz,, die ungeheuere Theaterdekoration für eine Bühne der Götter. Manchmal glaubt man, ein ägyptisches Walhall zu sehen oder eine germanische ©ötterburg mit aztekischen Motiven. Sch zweifle Tag auf rund 22 Mark, für die die Gemeinde Beuern bereits die Haftung übernommen hat. Fünfzig in Gießen beschäftigte Arbeiter haben zugesagt, die zu errichtende Autolinie zu benutzen. Die Wochenkarte auf der etwa vier Kilometer langen Linie wird sich auf ungefähr 1,80 Mark stellen, die Einzeliahrt auf 0,35 Mark. Der Vertrag zwischen Reichsbahndirektion und Gemeinde läuft zunächst auf zwec bis drei Monate. Die Eröffnung der Linie steht bald bevor. : —; Bersrod. 25. Aug. Schon jahrelang liefert unsere Wasserleitung nicht den für unser Dorf notwendigen Bedarf an Wasser. Dur wenige Stunden am Tage, morgens, mittags und abends, kann man aus der Leitung Wasser entnehmen. Ilm diesem Mangel abzuHelsen, wird gegenwärtig unserer Leitung eine neue Quelle zugeführt. Diese befindet sich im Gelände rechts von der Straße nach 'Beuern, nur etwa 20 Meter von dem Wasserhaus entfernt. Man hofft, daß in wenigen Tagen die Wafsemot unseres Dorfes beteiligt fein wird. : — : Oppenrod. 25. Aug. Der Umbau unseres Kirchturmes ist nun in Angriff genommen worden. Da das Geläute in Zukunft außer dem kleinen alten Glöckchen zwei große neue bekommt, wird der neue Turm in größerer und stärkerer Ausführung erscheinen als der alle. Die beiden ©locken werden von einer Glockengießerei in Sinn (Dillkreis) geliefert. Die neue große Glocke wiegt etwa 6 und die Heinere 3,60 Zentner. Auch wird in den neuen Turm eine Uhr mit einem Zifferblatt eingebaut werden. Man hofft. Anfang Oktober die Ein- Weihungsfeierlichketten vornehmen zu können. Mit der Glockenwrihe soll auch ein Missionsfest verbunden werden. t Grünberg, 25. Aug. Sn der gestrigen Versammlung des Landjugendbundes Grünberg und Umgegend ist beschlossen worden, an der Sonderfahrt nach Heidelberg am 5. September teilzunehmen. Die Anmeldungen müssen bis nächsten Freitag eingelaufen sein. — 3n der Versammlung des Geflügelzuchtvereins Grünberg und Umgegend, wozu ungefähr 30 Orte mit über 100 Mitgliedern gehören, wurde beschlossen. die geplante Ausstellung in diesem Sabre ausfallen zu lassen, dafür aber im September nächsten Sahres eine desto größere zu veranstalten. Ferner soll ein Ausflug nach dem Hardthof bei Gießen unternommen werden, um dort die Hühnerzuchtanlagen zu besichtigen. t Geilshausen, 25. Aug. Ein im Rohbau fertiggestellter Saal eines hiesigen Wirtes ist wahrscheinlich infolge der Schwere des Daches eingestürzt. Zum Glück war zur Zeit des Einsturzes kein Arbeiter im Bau beschäftigt. Kreis Friedberg. t Friedberg, 25. Aug. Der vom San bekamt für das Dildungswesen angeordnete Lehrgang im Schulturnen, der in erster Linie mit dem neuzeitlichen Turnen bekamttmachen soll, nahm dieser Tage in der Augustinerschule feinen Anfang. Es nehmen insgesamt 24 Lehrer aller Schulgattungen daran teil. Leiter ist der als Methodiker bekannte Oberreallehrer Klö s von hier. sf. Friedberg, 24. Aug. 3n dem „Sugenb- ringe (einer Vereinigung aller hier bestehenden Sugendbünde zum Zwecke gemeinsamen Wirkens) hielt vorgestern abenb Pfarrer Lic. ©ersten- maher einen sehr gut besuchten Bort rag über „Kinowesen unb Kino Unwesen". Der Redner führte in feinem gedankenvollen Vortrage aus, daß man nicht achtlos an diesen Veranstaltungen vorübergehen könne, die neben dem Sport die ftärlfte Beeinflussung der Sugend darstelle. Die Filmindustrie sei heute die drittgrößte Sndustrie: aus dieser verblüffenden Tatsache gehe hervor, welche Bedeutung heute diese Bewegung habe. Während das Theater sich an die Seele des Menschen wende, fehle der Kinovorstellung jede seelische Einstellung. Auch die Versuche, den Film durch Heranziehen bedeutender Schriftsteller zu heben, seien nicht erfolgreich gewesen. Er wies Mittel und Wege zur Verbesserung deS Kinowesens und stellte den Wert mancher Arten z. D. der Lehrfilme, der Kulturfilme, der landschaftlichen Filme fest. Durch eine strenge und gerechte Filmkritik, durch eine Llnterstützung der guten Filme (auch durch Die Schulen) ließe sich jedenfalls eine Besserung der Verhältnisse erzielen. 2$. Bad-Dau heim, 25. Aug. Das große Tontaubenschießen, das am Sonntag auf nicht, daß die sonderbaren aztekischen Pyramiden diesen Steinkolossen nachgebildet worden sind. Die Tempel sind verschlossen, die Burgen haben nicht Tür noch Fenster, auf den Altären brennt keine Flamme. Aber es müßten Riesen fein, deren Stirn in die Wolken reicht, die in diesen Burgen wohnen, auf diesen Altären opfern könnten. Die Felsen tragen Damen aus den Mythologien aller Völker: Wishnu, Brahma, Zeus. Odin haben hier ihre Heiligtümer, Thors Hammer reckt sich aus dem Grunde. Dort ragt der Brün- hildenfels, sogar die Regenbogenbrücke ist da. Tempel steht an Tempel, Burg an Burg, endlos, ein Bau immer gewaltiger als der andere. Lind alle diese Bauten von wildester Phantastik errichtet, bilden zusammen die Wände der Schluchten. So mühte die ideale Theaterdekoration der Wagnerschen Tetralogie aussehen, denke ich mir. Wenn es je ein Daturtheater für den Ring der Nibelungen gegeben hat, so ist es das Gran Canon in Arizona. Das Sonderbare an diesem Schauspiel aber ist die Farbe. Die Pyramiden sind rot, Mau, weih, mit grauen Schatten. Schmale grüne Streifen führen zum Fluß hinunter oder folgen seinem Lauf. Aber die Farben der Steinschichten sind nicht konstant. Sie wechseln fortwährend. Am schönsten sind sie des Abends, wenn sie aus glühendem Rot, aus blutigem Brand ins Blaue unb Violette hinüberspielen bis alle Formen sich in nächtlichem Schatten lösen. Ein stemernes Farbenseuerwerl, wie es gewiß in der Welt kein zweites gibt. Die Gäste in El Tovar sind eifrige Touristen. Man klettert auf den verschiedensten Wegen in die Schlucht hinunter. Es gibt Wege mit allen Graden der Gefährlichkeit. Dom harmlosen Pfad, auf dem man hinunterreiten kann, bis zum halsbrecherischen Klettersteig, bei dem man Kops und Kragen riskiert. Viele Teile der Schlucht sind bis heute unerforscht und keines Menschen Fuß hat sie noch betreten. Welch ein Anreiz für den Alpinisten, sich hier den Lorbeer des Entdeckers zu sichern! dem idealen Schießstand am Goldstein vom hiesigen Sportschießklub veranstaltet wurde, zeigte bekannte deutsche und ausländische Schützen am Start. Daß nur beste Klasse zur Stelle war, vor allem auch aus Holland, das beweisen die vorzüglichen Ergebnisse, die zum Teil durch eine überraschend hohe Trefferzahl ausgezeichnet sind. So konnte Direktor Jürgens im Schießen um den großen 'Taunuspokal von 100 Tauben 99 treffen. Auch der hiesige Sportschietzklub konnte sich unter der starken Konkurrerrz erfolgreich behaupten. Zorn, Pfeffer. Nickel, Dr. Han- stein wurden in einer oder mehreren Konkurrenzen Sieger. 3m Gröffnungsschießen (20 Tauben) wurde Markussen mit 20 Treffern erster Sieger, an die zweite Stelle kam Jürgens. ebenfalls mit 20 Treffern. Den großen Taunuspokal (100 Tauben) gewann Emil Jürgens mit 99 Treffern, zweiter Sieger wurde Markussen mit 97 Treffern. Die längste Trefferserie erzielte Jürgens mit 58 Treffern. Den Ehrenpreis der Stabt Bad-Nauheim holte sich Zorn, den Großen Preis von Bad-Nauheim Dr. Bartram, den Ehrenpreis der Bade- und Kurverwaltung Markussen. 3m Doubletten- schießen kam E. 3ürgens mit 7 Treffern an die erste Stelle. o Schwalheim. 25. Aug. Während in anderen Gemeindeverwaltungen in der Wetterau Beschlüsse über Kürzung der Gemeindebesoldungen gefaßt worden sind. Hot der hiesige Gemeinderat sich in seiner jüngsten Sitzung einstimmig für ein Festhalten an den alten De- soldungsrichtlinien eingesetzt. Es soll erst bann tn der Sache beraten werden, wenn neue Richtlinien herausgekommen sind. Auch bezüglich der Einrichtung des E l t e r n b e i r a t s ist man hier anderer Meinung als in den meisten Orten Der Nachbarschaft. Gemeinderat und Schulvorstand stimmten in einer gemeinsamen Sitzung mit Zweidrittelmehrheit für die Schaffung eines Elternbeirates. h. Wölfersheim, 25. Aug. Wenig zu empfehlen scheinen sich die in unserem Orte zum Treiben der Dreschmaschine eingerichteten elektrischen Steckkontakte' denn als gestern auf dem Zimmerplatz vor dem Dorfe der erste Versuch zur 3nbetriebsehung des Dreschwagens mittels des dort befindlichen Steckkontaktes gemacht wurde, erwies sich der Strom als derart stark, daß er das Räderwerk und die Trommel bald in rasend schnelle Umdrehung versetzte, und schon nach dem Drusch weniger Garben eine heftige Explosion erfolgte, welche die Trommel und die damit verbundenen Räder mit donnerähnlichem Krachen zertrümmerte und in die Lust schleuderte. Ein Wunder ist es. daß die auf und bei der Maschine beschäftigten Arbeiter mit dem bloßen Schrecken davon kamen. Eine umfangreiche Reparatur an dem aus einem Rachbarort stammenden Drefchwogen ist notwendig. §§ Ober- Flor st ad t, 25. Aug. Die Grummeternte ist in unserer Gemarkung in vollem Gang und verspricht einen guten Ertrag. Der Stand des Dodengrases ist prächtiger denn je. Hoffentlich hält das gute Wetter noch einige Tage an, um die Grummeternte unter Dach zu bringen. Am Dienstagabend fand auf dem hiesigen Rathaus die Grummet^rasversteigerung von zirka 40 Morgen Gemeindewiesen statt. Der Preis stellte sich pro Morgen auf 8 bis 10 Mark bei dem guten Stand der Wiesen ein ckngemessener Preis. — Dieser Tage siel ein dreijähriger 3unge beim Spielen am Niddaufer in einem unbewachten Augenblick die ziemlich steile Döschung herab ins Wasser. Durch einen älteren Drüber konnte er noch im letzten Augenblick gerettet werben. Kreis Büdingen. * Berstadt, 24. Aug. Die Frühkartoffeln sind hier sehr gut geraten und sind $um größten Teil bereits ausgemacht. Auch Spät» kartosseln und Dickwurz haben einen schönen Stand. Ebenso haben sich Mais, Klee und sonstiges Futter gut entwickelt, da stets genügende Feuchtigkeit vorhanden jpar. — älnsere Wiesen zeigen einen prächtigen Stand, das Gras hat sehr gut angeseht, und hier und da beginnen einzelne Landwirte, die mit der Getreideernte! bereits fertig sind, mit dem Schnitt des Grummetgrases. Bei einigermaßen günstiger Witterung kann mit einer sehr guten Grummeternte gerechnet werden. Kreis Schotten. wg. Schotten, 25. Aug. Hier fand dieser Tage die 4. diesjährige Konferenz der Geistlichen des Evangelischen Dekanats Schotten statt. Sie wurde eröffnet durch eine liturgisch reich ausgestaltete Andacht in der Stadtkirche, wobei Pfarrer Lic. Dr. Stumpf- Eschenrod als Liturg und als Redner fungierte. 3m Mittelpunkt der Konferenzverhandlungen stand ein tiefgründiger Vortrag von Professor D. Matthes- Darmstadt über „Neue Wege zur Apologetik der Christus-Religwn unter ihren Verächtern". Dekan D o l p - Laubach gab die dienstlichsn Eingänge und Verfügungen bekannt. An der Konferenz nahm auch teil der Superintendent der Provenz Oberhessen, Oberkirchenrat Wagner- Gießen. — Das zweite der für diesen Sommer geplanten 3ahresfeste des Schot- tener Zweigvereins der Gustav- Adolf-Stiftung wird am 5. September in Eschenrod stattfinden. 3m Festgottesdienst am Vormittag wird Pfarrer Decker- Gießen, ehemals Diasporapfarrer tn Fürth i. O., predigen. 3n der Nachmittagsversammlung werden reden der Festprediger, sowie der Vorsitzende des Zweigvereins, Hofprediger Widmann - Gedern. Schotten, 24. Aug. Die hiesige Landwirtschaftliche Schule, die beretts im vergangenen Winter nur einklassig betrieben wurde, geht im Herbst d. 3. ein. Es bleibt nur eine Landwirtschaftliche Versuchsstation bestehen. deren Leiter gleichzeitig als Lehrer an der neugegrundeten Landwirtschastsschule in Ridda wirken wird. Außer der hiesigen geht auch die zu Dutzbach ein, deren Leiter Dr. S cha d das Landwirtschaftsamt Nidda übernimmt. — Vor einigen Tagen fand auf dem Sportplatz zu Ober- Schmitten zwischen den Mannschaften der hiesigen Realschule und der von Nidda das Schlagballspiel der Real- und höheren Bürger- chulen um die oberhessische Meisterschaft statt Sieger blieb Nidda mit 77: 33. Der Entscheidungskampf um die hessische Meisterschaft steht nun bevor. □ Laubach, 26. Aug. heute nacht wurde Gräfin Johanna zu Solms-Laubach geb. Prinzessin zu Solms-chohensolms-Lich von Zwillingen (zwei Knaben), glücklich entbunden. Die Mutter und beide Knaben befinden sich wohl. □ Laubach, 25. Aug. Der Gemeinderat hat beschlossen, zwecks Aufwertung der Schuldverschreibungen der Stadt Lau- bach, der hessischen Girozentrale Darmstadt durch Vermittlung der Dezirkssparkasse Laubach beizutreten. Die Stadt kommt in Frage mit 170 000 Papiermart zum Nennwert. Gemäß einer Verfügung des Kreisamts Schotten wurde die Niederkleen, 24. Aug. Die in einem sehr schlechten Zustande befindliche Verbindung s st r a ß e von hier nach Oberkleen soll noch in diesem 3ahre neu ausgebaut Werbern Hierbei soll die Straße, die sich für Den öffentlichen Verkehr im Laufe der Zeit als zu eng erwiesen hat, auch eine Verbreiterung erfahren. Das hierzu erforderliche Gelände ist bereits bet der seit einigen 3ahren beendeten wirtschaftlichen Umlegung der Grundstücke der hiesigen! Gemarkung ausgewiesen worden. Die Gemeinde, die zu dem in diesem 3ahre ausgeführten Dau einer Wasserleitung mit Ortsentwässerung erhebliche Geldmittel hat aufbringen müssen, hofft zu dem Ausbau des Weges Mittel aus Der produktiven Erwerbslosenfürsorge zu erhalten. An dem Wegebau werden die zahlreichen Erwerbslosen der Gemeinde voraussichtlich längere Zeit Deschäftigung finden. Das erforderliche Stein- material wird aus dem eigenen Druche der Ge- meindx im Distrikt „Mühlberg" gewonnen. Nach Fertigstellung des Äusbaues soll der Weg in Kreisunterhaltung gegeben werden. Für den öffentlichen Verkehr ist der Weg bis auf weiteres gesperrt. Die Umleitung des Verkehrs erfolgt über Pohl-Göns und umgekehrt — Das durch die Vakanz der hiesigen Pfarrstelle längere Zeit unbewohnte Pfarrhaus ist, nachdem dasselbe bereits vor zwei 3ahren einen neuen Außenver- puh erhalten hatte, in diesem 3ahre auch innen; einer gründlichen 3nstandsehung unterzogen wvr» den. Es wird von unserem neuen Pfarrer feit; dessen Amtsantritt bewohnt Die Berhaird- langen über die Zahlung einer höheren Pacht für die hiesige Gemeindejagd durch die früheren Pächter für die Zeit nach Deendigung der 3nflation sind noch immer nicht abgeschlossene Es schwebt schon seit längerer Zeit ein Verfahren vor dem Pachteinigungsamt, in dem bisher eine Entscheidung nicht gefällt wurde. Seit diesem 3ahre ist die 3agb an Duhbacher Herren neu verpachtet. Der jährliche Pachtpreis beträgt 1740 Mark. O Oberkleen. 25. Aug. Durch Verfügung des Landgerichtspräsidenten zu Limburg ist der Ortsgerichtsmann. Landwirt 3ohanneS Reuter V. von hier zum Ortsgerichts- Vorsteher-Stellvertreter ernannt worden. —6— Niederweh. 24. Aug. Gelegentlich des augenblicklich hier im Gange befindlichen Zusammenlegungsverfahrens der Grundstücke in hiesiger Gemarkung wurde ein Seil der neu zusammengelegten Grundstücke vor kurzem an die Besitzer übergeben, während der noch restliche Teil im Herbst übergeben werden soll. —<5— Aus dem Kreise Wetzsar, 24. Aug. Die für unseren Kreis zuständige Handwerkskammer zu Koblenz hat folgenden Handwerksmeistern aus unserem Kreise für eine mehr als 50jährige Berufstätigkeit im Handwerk Ehrenurkunden verliehen: Heinrich Ahl,' Schmiedemeister, Kröffelbach; 3oh. Keiner, Schmiedemeister. Oberbiel; 3oh. Wiegand, Schmiedemeister, Burgsolms; Heinrich F o h r • b ach, Schmiedemeister, Launsbach; Karl Dieterich, Schmiedemeister, Kraftsolms. — Aus unserem Kreise befanden sich in diesem 3ahre insgesamt 97 Schulkinder zu einer vierwöchigen Erholung in der Walderholungsstätte Wegscheide. Die Verpflegungskoften betrugen pro Kino 20 Mk. Dillkreis. bl. Dillenburg, 25. Aug. Dienstagvor- mittag traf von Gießen mit einem Sanderzug kommend, das Ausbildungs-Bataillon des 15. 3 n f. - R e g t s. Marburg hier ein. Nach^ mittags konzertierte die Militärkapelle auf dem Wilhelmsplatz vor einem zahlreichen Publikum. 3m vollbesetzten Saale des Städtischen Kurhauses gab die Kapelle Dann am Abend ein Konzert mit ausgewähltem, erstklassigen Programm, und erntete reichen Beifall. Der Weitermarsch nach Herborn erfolgte gestern. bl. Dillenburg, 23. Aug. Nach dem Stande vom 21. August beträgt die Zahl der männlichen Vollerwerbslosen des Kreises 1326, die der weiblichen 24 Personen. An Zuschlagsempfängern sind 2177 Personen vorhanden. Bei Notstandsarbei. ten werden 370 Mann beschäftigt. Gegenüber der Vorwoche trat keine nennenswerte Aenderung ein. U Eisemroth, 25. Aug. 3n dem nahen Tringenstein ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen. Die Ortssperre ist ange» ordnet Eine sehr mißliche Hemmung gerade jetzt während der Einbringung Der Ernte. — Hier wurde dieser Tage durch ein Pferdefuhrwerk ein kleines Kind überfahren. Die Räder gingen dem Kleinen über den Unterleib. Es liegt in bedenklichem Zustande mit inneren Verletzungen darnieder. Kreis Marburg. sch. Marburg. 25. Aug. Der Kurhesfische Verein für Luftfahrt hatte gemeinsam mit dem hiesigen Verkehrsverein für den 29. d. M. einen großen Flugtag angezeigt. Wie jetzt gemeldet wird, ist der Flugtag auf Den 12. oder 19. September verlegt worden. — 3n Der Nähe von Bauerbach (Kreis Marburg) kam es dieser Tage zu einer Messerstecherei Drei Burschen aus Bürgeln und einer aus Ginseldorf wurden auf dem Heimweg von der Kirmes in Bauerbach von vier fremden Burschen überfallen, wobei ein Bursche einen lebensgefährlich en Messer- st i ch in die Lunge und ein zweiter Stiche in die Hand davontrugen. Als Täter wurden heute zwei Burschen aus Groß-Seelheim festgenommen und dem Amtsgericht in Kirchhain zugeführt. Kreis Westerburg. 00 Kreis Westerburg, 25. Aug. Am vergangenen Sonntag traten in Laden 17 Druder- üereine zum diesjährigen Wertungssingen des Kreissängerbundes an. Der friedliche Kamps gestaltete sich diesmal doppelt spannend, Da Die Sängervereinigung Westerburg es fertig brachte, Den schon zweimal errungenen Wanderpreis endgültig in ihren Besitz zu bringen. 3ii Der ^-Klasse errang Die Sängervereinigung Westerburg, in Der L-Klasse die Harmonie Laden- Härtlingen, in Der O-Klasse Cäcilia Westernohe und in Der Quartettklasse Der Quartettvevein Homberg Den ersten Preis. Die genannten Vereine erreichten sowohl im aufgegebenen Chor als auch im selbstg-wählten Lied die höchste P^nft- Ä i)M tuns M len ‘ O' ! Ulltz •olev \tfCi ten lege' Der bisl G-t b«i des liefli Ion tjtt T prob! W Ailh baue M Bei Unn s-ho von jelni lerfr viele teil. Mn Der l Porte zur l 5ran dem durch Dies« 'M N roev lei* Eis) frei ebei dies sind faß. fall' den lilh neue. Mm wb W\ lal koh Ctfl bje' tun felbf l'che ten. nicht tiirlii bung Sin l gehst M w der üges W Oht Chr 3n wel blsh ergo »eid Solle flebü 1201 «tlö N Die1 (teil oer, gün scher hora und N< 'M Ni ^lo .Äj ,cie( ,'Hiy Oer < follt, M nie । '926' '> k Hi '»mit Wirtschaft. Das internationale Äohlenproblem. Mit dem Ende des englischen Bergarbeitersireik» üitrb die Lösung des mlcrnationnlen Kohlenpro dlems demyächst vermutlich wieder größere Bedeutung gewinnen. Sie ist eine vornehmlich £uro« päische Angelegenheit, weil die Bereinigten Stan- ten an dem internationalen Markt weniger interessiert sind als die großen europäischen Kohlenei zeuger. Schwierig wird eine uucrnationuly Bereinva- tung durch das Zujammentressen verschiedener Pro bleme. So hat z. B. England nicht nur Absagnote. sondern auch finanzielle Sorgen- beide.sind durch den Bergarbeiterstreik nicht erleichtert, sondern sogar noch verstärkt morde". Aehnlich liegen die Verhältnisse für den deutschen Bergbau. Die Aufnahmefähigkeit des Inlandes beträgt knapp dreiviertel des Friedens. Daß durch den englischen Bergarbei,erstreik die Finanzverhültnissc der Zechen sich grundlegend gebessert haben, muß bezweifelt werden. In der letzten Zeil war z. B. der Absatz in das sog. bestrittene Gebiet viel hoher als in das unbestrittene Gebiet, während sonst nur etnja ein Drittel der Förderung in das bestrittene (Bebtet geht. Da die Preise des bestrittenen Gebietes unter dem Inlandpreis liegen, hat der Durchschnittserlös der ^cheu je Tonne gegenüber der Zeit vor dem Streik vermutlich eher eine Senkung als eine Erhöhung erfahren. Dir Bereinigung des internationalen Kohlen- problems ist in erster Linie eine Angelegenheit zwischen England und Deutschland. Bekanntlich haben zwischen diesen beiden Ländern bereits Verhandlungen stattgefunden, die sich hauptsächlich auf die inner- englischen Verhältnisse bezogen und die vornehmlich nur informatorischer Art waren Inwieweit die im Anschluß daran in England selbst ausgenommenen Verhandlungen über eine Reorganisation des Bergbaues und des Kohlenhandels während des Streiks gefördert worden find, läßt sich schlecht übersehen. Bei diesen Dingen ist nicht zu vergessen, daß eine Umarganisatiou des englischen Kohlenbergbaues schon deshalb sehr schmierig ist. weil in England von mehr als 1500 Gesellschaften ungefähr 5000 einzelne Gruben betrieben werben. Auch aus der f)änb‘ lerfrage und aus der vwtmendigkeit der Stillegung vieler Gruben find sicher Komplikationen zu erwarten. Daß durch den Streik die sozialpolitischen Verhältnisse eine Zuspitzung erfahren haben, und daß der englische Bergbau inzwischen Gegenstand der Parteipolitik geworden ist,- trägt auch nicht gerade zur leichteren Klärung der Probleme bei. Was Frankreich angeht, so wird das Verhältnis zwischen dem französischen und dem deutschen Bergbau stark durch die Reparationskohlenlieferungen kompliziert. Diese werden vermutlich in der nächsten Zeit eine Aenderung insofern erfahren, als die französische Regierung auf den Bezug von Reparationskoks teilweise verzichten wird, wodurch sich die Rolwendig- kei> einer stärkeren Belieferung der sranzösischeu Eisenindustrie mit deutschem Koks auf dem Wege freier Vereinbarung ergibt. Für Frankreich ist ebenso wie für Belgien wichtig die Tatsache, daß für diese beiden Länder in der .Hauptsache maßgebend sind die inländische Produktion und der Inlanbab- satz. Diese Fragen müßten selbstverständlich ebenfalls in den Bereich der Erörterung gezogen werben, was natürlich nicht leicht sein wird. Schließlich ist auch der polnische Bergbau nicht ,)u vergessen. Die Zerschlagung Oberschlesiens hat ein ganz neues europäisches Produktionsgebiet gcfchaffkU. das Mengen erzeugt, die voit Polen bei weitem nicht verbraucht werben tonnen unb bic bic anbcre europäische Kohlenprobuktion beshald bauernb bebrohen. Ausschlaggebend bei allen diesen Dingen ist die Tatsache, baß die Verschiebungen auf bem Weltkohlenmarkt fast ausschließlich zu Lasten Europas erfolgt sind. Ob durch internationale Vereinbarungen dieser Zustand geändert werden kann, ist zweifelhaft, Es wird schwer sein, die Kohlenproduzenten des Auslandes an die Gedanken der Betriebseipschrän. kungen und Stillegungen zu gewöhnen, bic sich selbst in Deutschland mit seiner straffen syndikat- lichen Regelung nur sehr schwer cinbürgcrn konnten. Auch bic Verteilung der Absatzgebiete wirb nicht leicht zu regeln sein, zumal bie früheren natürlichen Absatzreviere eine weitgehende Verschiebung erfahren haben. * D e r f e ft e Dollarkurs aufgehoben. An der Berliner Börse wurde die feste Relation zwischen dem Dollar und der Mark erstmalig aufgehoben, und der Dollarmittelkurs auf 4,199 festgesetzt. Damit hat die Reichsbank ihre vor einigen Tagen angekündigte Absicht, and) den letzten Pfeiler der aus der Inflationszeit ftammenben Devisenregelung zu beseitigen, ausgeführt. Mit her Wiedereinführung des natürlichen, sich nach Angebot und Nachfrage richtenden Wechfelkurses ist der öffentliche Charakter auch an diesem Markt wieder hergestellt. In Zukunft wird fid) ungefähr übersehen lassen, welche Dollarumsätze an der Börse ftattfinben, was bisher nicht möglich mar. Die letzte Kursfeststellung ergab jedoch insofern noch keine nennenswerte Abweichung von der bisherigen Relation, als sich der Dollarkurs unter Hinzurcdmung der Courtage- gebühren bei der oorliegMÄn Notiz praktisch auf 1,201 stellt. * Dor japanischen Schiffsbestel- Lungen in Deutschland? Die Direktion der groben japanischen Schiffahrtsgesellschaft Nippon Bushen Kaifha fat beschlossen, in Europa vier grobe Schiffe für den Passagierverkehr von Japan nach Europa zu bestellen. Diese Bestellungen Werben wahrscheinlich nach Deutschland vergeben. Die japanische Presse äußert sich sehr günstig üher die letzten Errungenschaften der deutschen Technik. Die japanische Regierung wird voraussichtlich den Bau der Schisse unterstützen, und es ist anzunehmen. dab die Bestätigung der Bestellung in der nächsten Zeit erfolgen wird. • Russische Zuchtvieheinläuse in Deutschland. Das Volkskommissariat für die Landwirtschaft ha. beschlossen, in Ostpreußen 400 Zuchtstuten und 5 Zuchthengste des ostpreubifchen Schlages, die zur Hebung der Pferdezucht ün Süden Rußlands bestimmt sind, einzukaufen. Die Einkäufe Werden von der Königsberger Handelsvertretung geleitet Die Republik der Wolgadeutschen soll ein Drittel der gekauften Pferde erhalten. Ferner werden Derhandlungeit mit den Züchtern des schwarzbunten Milchviehes in Oft- srtesland über größere Einkäufe geführt Keine Erhöhung der Kalipreise Wie von zuständiger Seite mitgeteilt wird, hat der Rcichswjrtschastsministcr die durch seinen Be» vollmächtigien ausgesprochene und begründete Beanstandung des Beschlusses des Rcichs'alirates. die Kglipreife mit Wirkung vom l. September 1926 um 12 Prozent zu erhöhen, aufrechierhalten. Der beanstandete Beschluß tritt jnfolgede'fen nicht in Kraft. Eine Erhöhung der Kalipreile erfolgt somit nicht. 3or1enturic. 5% Teutlch: ReichSanlttbe 4° ; Deutsche NeichSanleih« 37*°i2 Druische tHcidmnltibc 3% Deutsch- RelchSanleih« . Teunche Siinrpranucnanteibe 4°/, 'Ureupifdjc SoiriotS ■ . . 4% Hesse" 8W/. Hessen 3% Helsen DenUche Sind Tollar-Ant. bfo sbod Schav-Anirelsug.'l <•/• Zolinntm 5*/» ©t'fbmfdfann BerUnet HondclSqclrlllchast Lommclj. und PnvauBanl Darum und ’)toiionolban( • Deutsch.' Bant Druisch» BereinSdanl Diüconio tieinmanDii Metaltdanf . . .... Miilrldeui'che (Irtbitbanf Oestei reichliche ttrebilanftalt Westbant • • Bochumer Äotz ... Buden 4 ....... Sara , • ........ Deinich üusemdurg Geueiikirchcucr Bergwerke. . Sarpencr Bergbau auwerlc AschcrSIeben ... Hatirtwrt Wester«,elo .... Vainv,butte Oderbedarf Phönii Bergdao ..... iRbeiiiiiabt........... 'Hicberf Montan ...... 5»tliiö tiernbau....... Homdurg.Amerika Paket. . . Norddeutscher tttonb . . , Lheramischc Werke Albin . . 'semernwerk Heidelberg . . 'lldiljpp Holmtann . . . Angto-Cmu. Äugno . , . Übemiiche Mader Alavin . 9- t't- Warben in diistric, ?l. Nj. Goldschmidt Hotjverloblung Rmgeröwerkc . . . . erfirlbcanfloh ..... «HO' (Slertrtitiäti.tSelcaictiah öcrpmaiui ........ Mamtrastwerf» ..... Schuckcn Seemen- 4 HotLbe...... yibkrroerti .Metier ...... Daimler Motoren. ..... Henliacnstaedi 'Dlcguui Motorenwerke Mannheim fttantfuricr Armaturen Jfonferbenfabrlf Brcmn . . . Mewllgcicllichafl Rranffurt . Pci. Union A.»A Schubiabnk . . . Sichet, Zcllsion Waldhof...... Zuckenabrik Frankenthal . . HUftfrfQhrir tonobäufel , . Frankfurt 6.M. Berlin Srbiu1]. i-Uhr- äut» Rnre Schluh- Anfang flnri Ruro Tatinrv. 25. 8- 28. 8. b H8. 8 ' W7 il 4W5 ".40 0,4875 0,44 0,4325 0.2? 0 40 1 I 1 1 1 1 1 11.44 0.26 '.4425 U. 44 0.495 ।0.4335 • 1 1 1 —» 13,8 48.4 - 13.7 46.25 - 210 205' 211,5 205* 130.; 118.5' 139.5 138' 214.5’ 20?' 213.5 208’ KW — 167 I6o,4* 97,25 — — tat.;- 160.5' 163,7 160.5' 131.5 133,75 •*. 143 — 14t 142' 8.85 S.5 8,8 14b 141.7’ 144 140,2" 99,15 95,5 08,75 W.62 — -n 83,5 81.85’ 152’ 146 151 145.5’ 174.5’ 170,2’ 175,2 169’ 156.5’ — 156. 152,2' 143.5 — 14 138.5" 149 — 14 — 53 — 52.6 52 ;t.5 — « 124.5’ 120,1' 124.5 119.7" 145.5 138,2' 144 137' 171.5 167' 171. 167.5" 68.75 — — 158' 154.5' 158,1 155" 157' 153.5' 136.5 153,3" 70 — 1.10.5 128 — 119.25 115 119.7 1 — » — 90.1 9 W’ .'84.2- 292.2 " 283’ 111 108 109. 9 166.5 - 5ti — — 117 113 116. 9 112 159,4 156 159’ 15.»' 159 " 154' 15?’ 151* 157.2 " 149,5' 112 — 135,5' 130,ö* 133,6 130.2’ 196.2» 190,5' 106.5 ' 188,5- 27 85,5 86 83 42 >-8 84.4 86,5 — 32,5 «« — 48.5 — 48. IJ — — — 44 - 20 — — 45 — - — 146,75 — — — 100,25 — 10J - 52,25 — 52. 9 - — — 3,25 - 188 — 187 - 79 78 80 — 91,75 87,5 90 -r Debisenmarll Berlin—Frankfurt a. OIL Telegraphische Auszahlung. 25 August. 26. August. Amtliche Notierung wc(t> Bncr Amtliche Notierung Geld Brief Sünfi.-lHon Böen.-Aires Brss-'Antw ChvisUania. .Roponbaivn 6todl)olnt . ßelfingforS. Italien. . lrondon - . Nenvork . . 'Boris. . SrhweÜ - Spainrn - Aavan - - . ililo de Ian. Wien in D » Ceft abgeft. Bwa . - . Belgrad . . Subapeft . . Bulgarien . Bifinbon Dawia - . . Konganttn. Äthfii Canoda. . Urununi’ 167,89 1,690 11,57 >11,81 111,29 112.11 10.54.1 13,76 lffl,345 1.191 12.00 60,88 64.42 2.06 9.640 .19,22 12,41 7.39 5,867 3,035 41,395 81.54 2,265 4.94 4.198 1 205 B 168,31 1,694 11,61 92,03 111,57 112,39 10.585 13.80 20.395 4,201 12,04 81,08 64.58 2,10 11.642 59,36 12,45 7.41 5,887 3,04 > • 1,445 81.74 4.275 4.96 4.208 4.215 anknote 167,84 1,688 11,51 91,72 111,28 112,11 10,541 13,74 20,335 4.19V5 11,95 80,87 64.22 2,008 0.638 □9,14 12,407 7.39 o,867 0,035 21,395 81,38 2,22 4,99 4,197 4.205 n. 168,26 1,692 11,55 91,99 111,49 112,31) 10,581 13,78 20.383 4,2005 11,99 81,07 64.38 2,012 0.64" 69,28 12,446 7,41 5,887 3,045 21.4(0 81,58 2,23 5,01 4,207 4.215 Berlin, 25 Anguii Geld Brie: Ämertkanllche 9totee Belgische Noicn ....... Dämkche Noten ....... Pnoliicbe Roten........ Frani-uische Roten ...... Holländische Noten...... Ilalienische Noten...... Norwegische Noten..... Deuiich-Oestexr.. äioo»roncn Numan (the Raten...... Schwedische Noten ..... Schwejur Noten ....... Svanilche Noten....... Tsch.-cdoilowatiiche Noten . . Unoansche Noien ..... ranksurtc 4.177 11,59 110,92 20,311 12,0? 167,63 11.11 91,57 59.17 1,98 111,87 80,87 64.14 12,375 5.825 r Börse. 4,192 11,65 111,48 20,40 12,13 168,47 14,19 M.tia 59.47 2,02 112,43 81,27 "4.46 12,435 5.W5 Frankfurt a. M., 26. Qlug. Tendenz: Weiter ichwnch und unsicher. Der schon wahrend der ganzen Woche aus den bekannten Gründen vorherrschenden Ansicherheit und schwachen Haltung entsprach auch der heutige Börsenverkehr. Bei dem Mangel einer nennenswerten Beteiligung außenstehender Kreise und im Hinblick auf den bevor ft ehendonAltimo vollzog sich das Geschäft in ruhigen Bahnen. Obwohl anfangs die Abgaben infolge der Ultimo-Glatt- stellungen überwogen, war doch im Verlaufe eine Besserung insofern zu verzeichnen, als diese Abgaben weniger scharf hervortraten. Die Abschwächungen bewegten sich in dem Rahmen von 1 bis 2 Proz.; vereinzelt stellten sich auch ferchte Befserungen ein. Stahlwerksaktien gingen im Frciverkehr vorbörslich mit 142 Proz. um. senkten sich bann auf 140.5 und konnten sich schließlich auf diesem Stande behaupten. Am M o n t a n m a r k t e waren Bochumer 1.75 Prozent gebessert auch Riebeck waren leicht befestigt Buderus und Phvnif blieben gehalten, dagegen schwächten sich ab: Geilen-, kirchen minus 0,75 Prozent, Mannesmann unb Harpener je minus 1 Prozent, Rheinische Braunkohlen minus 3 Prozent, Rheinstaht minus 1,75 Prozent- Don Chemiewerken waren 3. G. Farben anfangs infolge von Stühungs- kaufen um etwa 2 Prozent gebessert, der Kurs senkte sich aber im Verlaufe auf 284,25 Prozent. Scheideanstalt minus 1 Prozent, Goldschmidt minus 1,5 Prozent, Holzverkohlung minus 1.4 Prozent. Clektroaktien Waren Überwiegend stark gedrückt. Felten minus 5 Prozent, Bergmann und Lahmeyer je minus 3 Prozent, Schuckect minus 1 Prozent: aber Siemens plus 1 Prozent. Am Bankenmarkt setzten sich die Rückgänge fort. Berliner Handel minus 5 Prozent, Darmstädter minus 2,5 Prozent, Disconto minus 2 Prozent, Commerz minus 1 Prozent. Schiffohrtsaktien blieben knapp gehalten. 'Auto- und Ma s chin«n-Aktien Waten r»cyacy- der Abwärtsbewegung an. DeutscheAn leihen waren kaum üeränbert. Von ausländischen Renten flanken Türken weiter im Vordergründe bei ziemlich fefter Haltung. Der weitere Verlaus brachte leichte Erholungen, die Amsahtätigkeit blieb jedoch minimal. Der Freiverkehr war geschäftslos. Benz 83 Proz.. Brown Boveri 121 Prvz., Growag 60 Proz.. Entreprise 7,5 Prvz.. Asa 43 Prvz., Afra 91,5 Proz., Frankfurter Han- delsbank 90 Proz. Am Geldmarkt blieb Tagesgeld flüssig, während die Sätze für Termin- gelo weiter anzogen. Monatsgeld 5J , bis 7'-.. Proz. je Adresse. Warenwechsel 5> , bis 5> _■ Proz. Bankakzepte 4s/„ bis 4' , Proz 3m D e - visenverkehr Wandte sich die Aufmerksamkeit den großen Devisen-Abstohungen gegen die Reichsmark zu. Der Dollar schwächte fid) auf 4,1955 ab. Die westlichen Frankenvaluten lagen kaum verändert- Paris gegen London 170, Brüssel 176.40. Mailand 147,50 gegen das Pfund. Berliner Börse. Berlin. 26. Aug. Die bisher noch zuversichtliche Grund st immun g der Börsenspekulation hat durch die Ermattung der Aktienmärkte feit der Einführung der Stahlwerks- a k t i e n eine starke Erschütterung erlitten. Rach bem gestrigen Rückschlag blieb eine Rervojität zurück, bie das Esselteugeschäft während der ersten Börsenhälfte stark einschrünkle Bei l n st l o s e r Stimmung neigte bie Tenbenz Weiter n a ch unten, namentlich in einigen Spezialpapieren. Die Verstimmung wurde durch Besürchtungen über eine Geldknappheit verstärkt Tagesgeld war heute teuerer und stellte sich auf 4 bis 6 Prozent. Stark gesucht War Monatsgeld, das gus 5.5 bis 6,75 Prozent anzog Die Aktien der Vereinigten Stahlwerke gingen im Freiverkehr mit 141 bis 143 Prozent um. 3m Devisen- verkehr lag die Reichsmark international fehr fest. Der Dollar ging auf 4,195 zurück London lag schwach mit 4,857 gegen Kabel. Die Diskontrate der Bank von England hat in der heutigen Wochensihung keine Aenderung erfahren. Schwächer lag auch Spanien, während die lateinischen Valuten sich leicht befestigen konnten. Paris gegen London 169,50, Mailand 148. Kranlsnrter Getreidebörse. Frankfurt a. M, 26. Aug Es wurden notiert: Weizen Wetterauer (neue Ernte), 29,75; Roggen, inländ. (neue Ernte) 21,50 bis 22; Sommergerste für DrauzWecke 23 bis 26; Hafer, inländ., 19,25 bis 20; Hafer, ausländ.. 20,50 bis 21,75; Mais (gelb) 19,25; Weizenmehl, inländ., Spezial 0, 41,50 bis 42,50; Roggenmehl 32 bis 33, Weizenkleie 9; Roggenklele 10,50 Mk Ten- frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 26. Aug. Auftrieb: 3 Färsen und Kühe, 992 Kälber. 330 Schafe. 248 Schweine Kälber Feinste Mastkälber 75 bis 80. mittler^ Mast- und beste Saugkälber 64 bis 74, geringere Mast- und gute Saugkälber 50 bis 63. Schafe Mastlämmer und Mast- hämmel 45 bis 50, geringere Masthämmel und Schafe 38 bis 44, mäßig genährte Hämmel und Schafe (Werzschafe) 30 vis 37. Schweine: Vollsleifchige von 80 bis 100 Kilogramm 84 bis 86, unter 80 Kilogramm 75 bis 83 von 100 bis 150 Kilogramm 84 bis 86 Marktverkauf: Kälber und Schafe bei anfangs lebhaftem, zum Schluß abflauendem Handel aus- verkauft. Schweine hinterlassen bei mäßig regem Handel etwas Aeberstcmd. Verlegung der Aranksurler Schlachlviehmärkte. Der israelitschen Feiertage wegen werden im kommenden Monat die Donnerstags stattfindenden Viehmärkte für Rinder, Kleinvieh und Schweine vom 9. September 1926 auf Mittwoch, den 8. September. vorn 23. September auf Mittwoch, den 22. September und vom 30. September auf Mittwoch. den 29. September verlegt Rundfunk-Programm. Freitag, 27. August. 3.30 bis 4: Die Stunde der Jugend. 4.30 bis 5.45: Hausfrauen - Nachmittag. 5.45 bis 6.05: Die Lefestundc. 6.30 bis 7. Die Bücherstunde. 7 bis 7.30: „Neues aus dem Zoologischen Garten", Vortrag von R. Wieschke. 7.30 bis 7.50: Zwanzig Minuten Umschau über die Fortschritte in Wissenschaft und Technik. 7.50 bis 6: Film- Wochenschau 8: üebertragung aus dem Festspielhaus Salzburg (im Rahmen der Salzburger Festspiele): Orchesterkonzert der Wiener Philharmoniker. Fällt die llcbertragung infolge technischer ober atmosphärischer Störungen ungenügend aus. so tritt folgende Aenderung im Programm ein: 8 llcbertragung aus dem Kurhaus Wiesbaden Konzert des Städtischen Kurorchesters Anschließend: Vorfeier zu Goethes Geburtstag. Geschäftliches. Blauband wie Butter, die weltbekannte, hochwertige Margarine bedient sich des Ausdrucks „frisch gekirnt" (Kirnen heißen die Maschinen, in denen die gereinigten Fette und Oele mit Frischmilch zusammen gebuttert werden), um damit anzudeuten, daß die Frische, Wie übrigens auch im Falle aller anderen Speisefette, ein Qualitätsmerkmal von „Blauband" rst. Frisch kommt sie in die Hände des Konl,'menten, frisch soll fie aber auch die Hausft .-halten, indem sie für trockene, kühle und möglichst dunkle Aufbewahrung sorgt Die Beachtung dieser Winke, sowie schließlich ein NichtzusammenbnnAen mit anderen starkriechenden NahrungsmitteÄ^ tsägt viel zur Zufriedenheit bei.' Sturm in Schmalebeck Roman von Sophie Kloerss. Copyright 1926 by Aug. Scherl G. m. b. H., Berlin. 6. Fortsetzung. 9lochdrnck ucrbolcn. Kronprinz Friedrich ober — da steckte das Weib! — würde kinderlos sterben. Sein mildes Jugendleben — das war das eine. Die Mamsell Rasmussen, die ehemalige Putzmacherin — das war das andere. Man sagte, er hülfe sich schon in der Stille antrauen lassen. 9(iir so lange würde es noch inoffiziell bleiben, bis König Christian die Lingen geschlossen. Der hielt ouf Form. Es war das einzige, was er nach vom Sohn erzwingen konnte, der'die Nächte mit seinen «auftumpanen vergeudete und den revolutionären Buchdrucker seinen besten Freund nannte. Schmalebeck war holsteinischer Grund und Boden, aber die Fäden zogen sich tausendfach hinüber ins Schleswigschc. Eine Sprache, eine Heimat, ein Denken und Fühlen, eine einzige große Familie. Verschwiupt und verschwägert untereinander aller Adel und alle Bürgerschaft. Keiner, der nicht seine Angehörigen auch jenseits der Eider suchen konnte. Holstein verlies den schleswigschen Bruder nicht. — Auf der Treppe draußen ein tanzender Schritt, eine summende Stimme. Der alte Herr hob den silberweißen Jupiterkopf und griff zum zierlichen Hämmerchen aus Glas, das neben der Hand auf der Fensterbank lag. Er llöpfelte an den Scheiben, sie hatten verschiedenen Klang, und das zarte Geklöpfel wurde zur Melodie. „Sah ein Knab' ein Röslein stehn —" Draußen hielt der Schritt an, wandte sich, kam an die Tür. ,Zimmer herein!" Jlsebill stand auf der Schwelle. Der alte Herr hatte für jeden in der Familie seinen eigenen Ruf. „Großpapa?! — Haben sie dich alleingelassen den ganzen Tag. — Ja, unten bei uns ist auch alles schon Whiststimmung." Sie war herangekommen, hotte die welke Hand an ihre Wange gehoben und rieb sich leise an ihr. „Was sollte ich?" „Dich mal hierhersetzen. Ich hab' dich noch nicht einen Augenblick allein gehabt, seit du zurück bist. Sag' mal, Kind — gestern ist da auf der Post } wieder ein Gerede gewesen von den Handlungs- | reisenden — du hast doch gewiß in Kiel so viel gehört — was sagen sie denn da über unsere Lage? Die Herren von der Universität wissen doch immer Bescheid." „Ja, Großvater — Onkel Dithmer war sehr verschlossen. Er ist ja immer so. Aber unter den Stu» benten soll gewaltig politisiert werden. Sie meinen, der König würde das neue Jahr kaum erleben, und dann ginge es los." „Es ginge los? Wie meinen sie das?" „Das konnten sie auch nicht sagen. Einige redeten, als wenn der Deutsche Bund dazwischen- fommen würde. Und andere sagten, die Herzogtümer würden sich schon selber helfen. Aber Herr von Hammersmid lachte über alles. Er sagt, der Kronprinz würde alles lassen, wie es immer gewesen, und er könnte vierzig Jahre regieren, und man sollte nicht so viel über ungelegte Eier kakeln. In vierzig Jahren wäre immer noch Zeit dazu, die Erbfolge zu regeln." „So, so.' — Und was glaubst du?" „Ja, ich dellke, eigentlich hat er recht. Wir müssen doch so lange bei Dänemark bleiben, bis der Kronprinz mal ohne Söhne gestorben ist und sich die Glücksburger und die Augustenburger drum ver- tragen müssen, wer Schleswig-Holstein —" „Sich drum vertragen müssen? Es geht nicht ums Vertragen, mein liebes Kind. Es geht um das alte heilige Recht. Um unsere deutsche Vergangenheit und Zukunft geht es. Das sollte euch Jungen vor allem klar sein. Denn eure Zukunft ist es, um die wir sorgen. Wir gehen wohl bald zur Ruhe, wir Alten. — Wir werden den Tag der Entscheidung nicht erleben. Aber für euch heißt es: Deutsch bleiben oder nicht." „Ja, Großpapa. —" Es kam lau. Das lag doch alles noch so in unendlicher Ferne. Und die Gegenwart war so wunder — wunderschön. Und es gab doch unter den Dänen so reizende Menschen. Man hat ja auch Verwandte in Kopenhagen. Die halben Herzogtümer hatten Verwandte da drüben auf den Inseln und jenseit der Königsau. Die Studenten — natürlich, die waren immer voll wilder Begeisterung. Es machte Spaß, ihre aufgeregten Reden zu hören. Daß die Ernst werden könnten — ach nein, das glaubten sie doch wohl selber nicht. Der alte Herr sah nachdenklich in das schöne junge Gesicht. Auch er spürte in Zügen und Augen etwas Fremdes seit der Heimkehr. Aber die Jugend lag zu weit hinter ihm, und bann — er sah immer noch das Kind in der Enkelin. Wieder draußen ein Schritt. Fest und ruhig. Sein Sohn kam. Breit und hoch stand er in der Tür und lachte behaglich, als er Vater und Tochter zusammenfand. „Na, Vater, hat sie ausgekramt? Ich will euch nur die Whisttische auffteUcn. Heute sind es wohl nur zwei Partien?" Er trug die leichten Spieltische herbei, schlug sie auseinander, holte aus dem Wandschrank die Whist^- karten, setzte silberne Leuchter auf die Ecken, je zwei auf jeden Tisch — tat, was er schon als Schüler getan, wenn die Eltern Abendbesuch erwarteten. Man war sehr konservativ und pietätvoll in Schmalebeck. Ilse aber nahm die Gelegenheit wahr und entwich. Sie lief in ihr Zimmer und holte das Blumenkleid aus dem Schrank, das rosenrote mit den weißen Röschen, viel gekraust und im Gürtel von langen lichfgrünen Bändern umschlungen. Die Taille schloß zierlich mit einer Spitze vorn, an der das Gürtelband die Schleife bildete, um den Ausschnitt lag das schimmernd weiße Mulltüchlein, zwei halboffene Zentifolien, die ersten, die im Boskett aufgebrochen waren, wurden hinter das rechte Ohr in die Locken gesteckt. So stand sie vor dem Spiegel, knickste vor dem Gegenbilde, freute sich, wie der Rock so breithin bauschte, und trällerte vergnügt: „Ihren Schäfer zu erwarten . . .", brach ab und lauschte. Sprachen da unten im Flur nicht schon Gäste? Frau von Krogs Stimme? Und jetzt eine junge — Helle. Nun antworteten die Geschwister, — aha, die hatten Order, auf die Tür zu achten. Jetzt kam Hanfes warmer Alt — es wurde Zeit, daß die Tochter des Hauses hinabging. Einmal schwenkte sie sich noch um sich selber, daß Röcke und Locken flogen, bann schritt sie fein zierlich wie ein allerliebstes Kätzchen die breite alte Treppe hinab und trat, ganz Sittsamkeit und feines Benehmen, in die gute Stube. Und knickste vor Frau-von Krog und fragte den Herrn Oberjägermeister a. D. höflich nach den Schmerzen und reichte dem jungen Herrn die Fingerspitzen, die er in vollendeter Courtoisie an die Lippen führte. Und Hanse lachte im stillen über bie große Tochter, und der Vater dachte: „Wie die Großmama, completemang wie bie Großmama," denn von der alten Pastorin pflegte der Herr Ober» jägermeister zu sagen: „Die vornehmste Same, der ich je im Leben begegnet bin, das ist die Pastorin Rottmann." Und er war den vornehmsten Damen begegnet. Wieder bimmelte die Haustür und immer wie« der, die Stuben füllten sich, Mile kam mit Tee in chinesischen Tassen, Doktors Meta reichte Kuchen, die alten Herrschaften zogen sich nach oben an die Whisttische, die Jugend wanderte in den Garten. Riekchen Jessen war da in einem lichtblauen Musselinkleide, Rüschen ringsum am Rock, Rüschen an den Aerrneln, am Ausschnitt, fest geschnürt und glucheiß vom engen Mieder. Und daß Georg Grütz» mann, der Neffe von Herrn Nilins, — Herr Nilins hatte die Brauerei draußen vor der Stadt und der Neffe war fein Pflegesohn und Erbe, — ja daß Georg Grützmann auch da war, mußte die Röte auf den Wangen noch erhöhen. „Was sie nur an ihm findet?" dachte Ilse. „Dieser schwere und schwerfällige Mensch!" Unterhalten kann er sich nicht. — Witze muß man ihm erklären! — Wenn er lacht, denkt man, es donnert, und wenn er geht, zittert der Boden. Daß er schwarze Augen hat und einen dicken "Schöpf? — Ist es das? Denn auf Geld sieht Riekchen nicht." Und wieder Gebimmel, da kam Eitel Bostrup und füllte gleich Haus und Garten mit seiner Kommandostimme. Seine 45 waren für ihn nur ein Grund wehr, sich durchaus zu der Jugend zu halten. Zuletzt noch die Staffage, ein paar Schulkameradinnen von Ilse, der Kandidat, ein junger Lehrer, und bann nahm der Garten alles auf in seine schattige Kühle, und seine Ecken hallten nach von dem frohen Lärm auf Rasen und Wegen. Oben saßen sie an den Spieltischen. Nur Hanse und Frau Helene und das eine Fräulein Schnäpel, das lieber unendliche Meter Hemdenspitze häkelte als Whist spielte, hatten sich hinter den Sofatisch ge- zogen und regeten halblaut. Pastor Jessen aber ging zwischen den Spielern und dem Sofa hin und her, und sein freundliches Gesicht, das so gern lachte und so wenig lachen durfte, wurde immer ernsthaft gefaßt, sobald er in die Nähe seiner Frau kam, und blühte auf zu einer sanften Heiterkeit, wenn er neben dem alten Herrn stand, der sich mit dem ganzen Eifer seiner Natur an das Spiel gab. (Fortsetzung folgt.) vemrenrißi wer bedbarhtet. verdenkt. wer rechnet Leinen Halbleinen 80, 93, 160, 200 cm breit Schlitzerund Bielefelder Qualitäten 6901a kaufen Sie vorteilhaft bei G.Rfihr&Co. vd