"MM Stellen bet hrrMnchenerTpvi,. ner Ansprach: über- Scharnagl Rade- den von der Stobt ■ LelstMgrn aus spott- Threnbries. is. Vad-Nauheim l. Mai. da- ? 3« ®.ur, We« vvr ätschen Aekard ^?^auers gewann Tret/ ?"ges m 5:28a 1 Meter und • °»de von HeU^ >e Lagenstaffel achers und )5. :a,te Sur Degruhung f beut&n 'Er rch Aade- dUchdrr olabttot n D i 1 a L rt ie (t Nr. 120 Erstes Blatt 176. Jahrgang Mittwoch, 26. Mai 1926 Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertag». Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Monats-Vezugrpreir: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Iräger- lohn, auch bei Richter- jcheineneinzelnerRummern infolge höherer GewaU. Fernsprechanschlüsse: Schriftleitung 112, Der« lag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach- richten: Anzeiger Liehen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen vrnck und Verlag: vrühl'sche UniverfilStr-vuch- und Sktnöruderei R. Lange in Sieben. Lchristleitung und Geschäftsstelle: Zchnlstrahe 7. riunahme von Anzeige» für die Tagesnummer bi» zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm HSHe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig; für Re« klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Playvorschrift 20° , mehr. Theftedaktem: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton Dr. H.THyriot: für den übrigen Teil Ernst Dlumschein: für den An« zeigenteil Hans Füstel, sämtlich in Dietzen Das Münchener Eisenbahnunglück Eine neue amtliche Erklärung. München, 25. Mai. (TU.) 3n einem amtlichen Bericht der Reichsbahndirektion München heißt es, daß in dem Befinden der Ber- letzten eine wesentliche Aenderung nicht eingetreten ist und dah der Leiter der Gruvpenverwaltung Bayern der Reichsbahn- gesellschast, Staatssekretär von Frank und der Präsident der Aeichsbabndirektion München die Verletzten in den Krankenhäusern besucht haben. Die Herren übermittelten den Derunglückten die Beileidstelegramme der Reichs- und Landes» behörben. Die Aufräumungsarbeiten an der älnsallustelle waren heute nachmittag 3 Tlhr beendet. Der Bahnbetrieb München-Ost - Mühlcndorf wurde um 2 älhr nachmittags wieder ausgenommen. Das Gleis München-Ost— Rosenheim wurde um 4 Tlhr wieder in Betrieb genommen. Beim Gleis Rosenheim—München- Ost konnte die Inbetriebnahme erst gegen 8 Tlhr abends erfolgen. Gegenüber der Behauptung eines Münchener Blattes, der Unfall sei auf ein übertriebenes Sparen am Personal zurück- zusühren. wird von zuständiger Stelle erklärt, dah von einer übertriebenen Inanspruchnahme des Lokomotivführers keine Rede sein könne. Der Lokomotivführer habe sich auch selbst nicht auf Tlebermüdung berufen. Anderes Personal als der Lokomotivführer komme nach dem gegenwärtigen Stand der Untersuchung nicht als schuldig in Frage. Bürgermeister Scharnagl hat sich heute vormittag an die Unfallstelle begeben und im Anschluß daran die Verletzten in den Krankenhäusern besucht. Die Reichsbahndirektion wird die Kosten der Beerdigung der Opfer der Reichs- bahnlatastrophe übernehmen. Bis zur späten Rachmittagsstunde konnten die Ramen von neun weiteren Getöteten des Eisenbahnunglücks im Ostbahnhof München sestgestellt werden, welche Münchener sind. Die Gesamtzahl der Toten beträgt 2 7. Blättermeldnngen zufolge beläuft sich die Zahl der Verletzten einschließlich derjenigen, die sich nach Anlegung von Rotverbänden nach Hause begeben konnten, auf insgesamt 150. Die genaue Untersuchung des Zusammenstoßes der Züge ist noch nicht beende'. Zum Zeichen der Trauer hat das Stadtratdirektorium für Mittwoch eine Trauersihung anberaumt. Von den 27 Todesopfern der Eisenbahnkatastrophe sind nachmitttags die Ramen fest gestellt worden. Unter den insgesamt 83 verletzten Personen im Krankenhaus befinden sich mir noch zwei, deren Ramen bis zur S tim de noch nicht bekannt sind. Das Beileid Hindenburgs und der Reichsregierung. Berlin. 25. Mai (WB.) Der Herr Reichspräsident hat anläßlich des schweren Eisenbahnunglücks im Münchener Ostbahnhof an die Zweigstelle der Reichsbahnverwaltung in München folgendes Telegramm gerichtet: „Tief erschüttert durch die Meldung über das große Eisenbahnunglück im Münchener Ostbahnhof bitte ich Sie, den Hinterbliebenen der so traurig ums Leben Gekomnienen den Ausdruck meines herzlichsten Beileids und den Verletzten meine besten Wünsche für baldige Heilung zu übermitteln, gez. von Hindenburg, Reichspräsident." Der Reichskanzler Dr. Marx hat an die Gruppenverwaltung Bayern der Deutschen Reichsbahngesellschaft folgendes Telegramm gerichtet: Die Rachricht von dem furchtbaren Unglück in München hat mich tief erschüttert. Ich bitte, den Angehörigen der tödlich Verunglückten sowie. den Verletzten die wärmste Anteilnahme der Rcichsregierung auszusprechen. Der preußische Ministerpräsident Braun hat an den bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Held aus Anlaß des schweren Eisenbahnunglücks ein Beileidstelegramm gerichtet. In Vertretung des bayerischen Ministerpräsidenten hat auch der bayerische Finanz Minister dem Generaldirektor der Deutschen Reichsbahn in einem Telegramm das Beileid der bayerischen Regierung ausgesprochen. Die Krise im englischen Kohlenbergbau. London, 26. Mai. (WTB. Funkspruch.) Der parlamentarische Berichterstatter des „Daily Telegraph" schreibt, in gut unterrichteten Kreisen werde angenommen, daß im Kohlen streik baldigst eine andere Lage zu erwarten sei. Die Regierung werde jede in ihrer Macht liegende Unterstützung gewähren, wenn an sie von neuem in einer Weise herangetreten werde, die die Wiedereröffnung der Verhandlungen rechtfertige. Auch „Daily Herold" befaßt sich mit der Frage, wie der tote Punkt in der Kohlenkrise überwunden werden könne. Das Blatt führt die gestrige Rede Cooks an, der den Premierminister auffordcrte, die Wiederaufnahme dec Arbeit unter den bis- herigen Bedingungen zu veranlassen und fügt hinzu, Cook werde bereit sein, wenn nötig, über Lohnverminderungen nach der Durchführung der Reuorganisation der Kohlenindustrie zu verhandeln. London, 25. Mai. (WTB.) Infolge Kohlen- mangels liegen an der Ostküste Schottlands mehr Dampfer still, als es seit Jahren der Fall mar. Zahlreiche Fischüampser laufen holländische Hasen an, um Bunkerkohle zu erhalten. Die vorbereitende Abrüstungskonferenz. (Eine Erklärung Bernstorffs. — Ein ungarisches Memorandum. In Genf hat sich PaubBoncour tüchtig Mühe geben müssen, um England für eine Lösung zu gewinnen, die das Abrüstungsproblem zunächst auf die lange Bank schiebt. Es ist ein Spiel im Kreise, das die Siegerstaaten treiben, ein Spiel, das Hougthon in seinem Bericht. an Eoolidye überlegt als unehrlich und hoffnungslos bezeichnet hat. Während Paul-Boncour und Cecil die Formel fanden, um den berüchtigten Artikel 16 des Völkerbundsstatuts wirksam zu gestalten, hielt zufällig der französische Präsident Doumergue in Metz eine Rede, in der er vollkommene Bürgschaften für die Sicherheit verlangte. Wie Doumergue diese Bürgschaften versteht, hat er selber gleich ausgeführt, in der Forderung, daß Frankreich stark und wachsam bleiben müsse. Auch Paul-Boncour hat diese Forderung in Genf nicht preisgegeben, im Gegenteil, er hat sie durch die französisch-englische Einigungsformel nur noch unterstrichen. Diese Formel bedeutet nichts anderes, als daß der Völkerbund, Jo wie er heute ist, den Kriegsfall bestimmt, dem sich alle Mitglieder freiwillig oder unfreiwillig anzuschließen haben. Der vorbereitende Ausschuß für die Abrüstungskonferenz hat also zur Sache wenig geleistet, was überzeugend aus dem Schluhbericht hervorgeht, den der belgische Vertreter am 25. Mai dem Ausschuß vorlegte. Deutschland hat leider voreilig seine Zustimmung erklärt, offenbar deshalb, uyj nicht wieder als „Störenfried" bezeichnet zu werden. So wird sich der Dölkerbundsrat im Juni mit dem Genfer Schluhbericht beschäftigen. Und wenn im September die Vollversammlung des Völkerbundsrates vielleicht selbst die Tagesordnung für die Abrüstungskonferenz sestseht, wird das auf Grund des Mai-Berichtes geschehen. Da hat Deutschland zugestimmt, so daß es schwer oder unmöglich sein wird, auf der Abrüstungskonferenz das Abrüstungsproblem überhaupt aufzuziehen. Es ist keine Abrüstung, wenn weder die tatsächlichen noch die möglichen Kriegsrüstun- gen geprüft werden, um sie, wenn das notwendig ist, einem einheitlichen Besehlsmechanismus zu unterstellen. Vergeblich hat der deutsche Vertreter, Graf Bernstorff, darauf hingewiesen, dah die französisch-englische Einigung von Voraussetzungen ausginge, die dann nicht mehr zuträfen, sofern mit der Abrüstung wirklich ernst gemacht würde. Es ist doch klar, daß die Herabsetzung der Rüstungen auch den Apparat des Völkerbundes beeinflussen muh, den dieser auf Grund des Artikels 16 des Völkerbundsstatuts aufbieten kann. 3n der Tat ist hier der Kern des Problems zu suchen. Wenn der Völkerbund die Rüstungen unangetastet läßt, dann bleibt ja nichts anderes übrig, als dah nach dem Willen der eigentlichen Drahtzieher verfahren wird. Anders würden die Dinge liegen, wenn zunächst einmal die Abrüstung so durchgeführt wird, wie sie das Völkerbundsstatut und der Versailler Vertrag fordern. Die Formel hierfür liehe sich leicht finden. Es genügt für den Anfang, die allgemeine* Wehrpflicht abzuschafsen. eine Formel, die unter den heutigen Verhältnissen nur noch auf Frankreich und seine engeren und weiteren Verbündeten Anwendung zu finden braucht. Darüber sind die Vertreter der Siegerstaaten in Genf hinweggeglitten. Robert Cecil. der zu Beginn gegen den Begriff der potentiellen Kriegsstärke Englands erhob, hat diesen Einspruch schließlich fallen lassen. Der deutsche Vorschlag, die verfügbaren Kräfte des Völkerbundes so zu gestalten, daß sie den Kräften eines einzelnen Staates unbedingt überlegen sind, enthält sicher brauchbare Elemente. Er ist selbst für Frankreich annehmbar, sofern es wirklich nur Bürgschaften für seine Sicherheit will. Pauf-Boncour hat für Frankreich kerausgeholt, was überhaupt herauszuholen war. Er hat sich gegen die Beschränkung der allgemeinen Wehrpflicht ausgesprochen, hat auch durchgesetzt, daß die neue Heeresvrganisation Frankreichs, die sich aus die Reserven stützt, unangetastet bleibt. Dabei ist Paul-Boncour Sozialist, der aber den Sozialismus so versteht, wie er seinem Lande politisch und wirtschaftlich nützt. Weshalb er sogar die anwaltschaftliche Vertte- tung einer geborenen Prinzessin von Mecklenburg übernommen hat. um vom Deutschen Reich auf Grund deS Versailler Vertrages eine Abfindung von vierzehn Millionen Rm. verlangen. Die deutschen Genossen haben immer Pech, wenn sie einen internationalen Sozialisten aus Frankreich oder England zur Schau stellen. Die sind immer erst Franzosen und Engländer, aber niemals Marxisten. die ihr Land militärisch oder politisch ans Messer liefern. Leider hat die deutsche Vertretung erst unmittelbar vor Toresschluß ihre Vorschläge her- ausgebracht. Sonst hätte auch dem ..Sozialisten" Paul-Boncour kein Mundspitzen geholfen: er hätte pfeifen müssen. Da Deutschland dem Dölkerbundsrat nur als ..moralischer Schatten" angehört, besteht keine Möglichkeit, die Vorschläge weiter zu verfolgen. Aber um so größer ist die Gefahr, daß. wie auch der Schllrhbericht zeigt, der Völkerbundsrat Gelegenheit erhält, das in Gens vorgebrachte Material mit der Pfeilrichtung gegen Deutschland auszunutzen Merkwürdig, wie tatkräftig sich Paul- Doncour für die Mrfsicht übet die Heereshaus- halte einsetzte, weil erfahrungsgemäß die Kosten der Berufsheere höher sind, als die von Heeren, die ihre ganze Kraft in den leicht zu mobilisierenden Reserven zusammenfassen. 5>ie Kosten dieser Reserven sind gering, ermöglichen aber trotzdem die Entwicklung einer Kriegsstärke, der der Völkerbund im entscheidenden Fall nichts entgegenwerfen könnte. Wenn Rußland Polen einmal angreift oder umgekehrt, wird Frankreich. auf überlegene Kräfte gestützt, sich das Durchmarschrecht erzwingen. Dec Völkerbund kann unter den gegenwärtigen militärischen Machwerhältnissen selbst dann nichts tun, wenn er Polen für den Angreifer erklärt. Deshalb ist es wichtig, deshalb ist es eine Frage auf Leben und Tod für den Völkerbund, dah seine gesamten Machtmittel denen des einzelnen Staates überlegen sind. Es ist das kein undenkbarer Fall, gan^ abgesehen davon, daß die Politik undenkbare Fälle nicht kennt. Dieser Fall liegt vielmehr durchaus im Bereich der Möglichkeit, wie er auch gegeben ist, wenn sich einmal die Reibungsflächen im nahen Osten und Rord- uafrika entzünden sollten mit ihren unvermeidlichen Rückwirkungen für Europa. Der Bericht des Redaktionskomitees. Genf, 25. Mai. (WB.) Der Bericht des Redaktionskomitees, dem der Wortlaut der heutigen Erklärung des Grafen Bernstorfs und die Denkschrift der jugoslawischen Regierung über das Aorüstungsproblem als Anlagen beigegeben sind, enthält ohne verbindenden Text im wesentlichen die in den letzten Tagen bekannt gewordenen Beschlüsse über die Ar beits tei- Lung, ferner die beiden von Lord Cecil und de Brouqueres eingebrachten Anträge gegen den chemischen Krieg bzw. über die Kontrolle der Abrüstungsindustrien und des Rüstungsstandes und schließlich den zwischen Paul B o n c o u r und Ceci l zustande gekommenen Vergleichsantrag, durchs den der Völkerbundsrat ersucht wird, Methoden zur rascheren und wirksameren militärischen unb wirtschaftlichen Hilfeleistung gemäß Artikel 16 feststellen zu lassen. 3n diesem Zusammenhang wird auch der ebenfalls bereits bekannt gegebene belgische Antrag aufgeführt, der die Aufstellung eines realen Systems von militärischen und wirtschaftlichen Hilfeleistungen! anftrebt Außerdem enthält der Bericht im Auszug den Vorbehalt der deutschen Delegation und besagt über die Stellungnahme der Delegation der Vereinigten Staaten, daß diese Delegation jede auf Abrüstung gerichtete Bestrebung unterstützen will, daß sie jedoch selbstverständlich in keiner Hinsicht durch diese Debatten gebunden werden könnte, an denen teil- zunehmen ihr nicht zustand. Diese Bemerkung, so hÄßt es in dem Bericht, bezieht sich hauptsächlich auf gewisse Punkte der Anträge über die Kontrolle der Rüstungsindustrien und über die an den Rat überwiesenen Fragen. Zu dem Abschnitt 2 und 3 des Fragebogens, welche die Abrüstung selbst betreffen, erklärt der Ausschuß, daß eine Einschränkung der gesamten, eventuell möglichen Kriegsrüstung eines Landes im gegenwärtigen Zeitpunkt nicht möglich ist, dagegen stellt der Ausschuß die Möglichkeit fest, die Friedens st ärke des Landheeres, der Flotte und der Cuffffreiffräfte bei einzelnen Staaten und auch jene Kräfte einzuschränken, die sofort ohne vorherige Mobilisierung eingesetzt und zur Anwendung gebracht werden können. Dieser Grundsatz soll jedoch die Voraussetzung für eine Einschränkung der Rüstungen, wie in bezug auf die potentielle Rüstungsmöglichkeit usw.. nicht präjudizieren. Rach einer Anmerkung des Berichts wurde in diesem Zusammenhang im Redaktionskomitee u. a. angeregt: Verringerung der großen Friedenseinheiten, ihrer militärischen Stärke und ihres Rüstungsmaterials, ferner Herabsetzung der sofort mobilifierbaren Mannschaften, Verkürz una der militärischen Dienstzeit und Verringerung des Kriegsmaterials. Schließlich wurde auch noch die Frage aufgeworfen, ob durch die Herabsetzung oder Einschränkung der Ausgaben für d i e Landesverteidigung eine Einschränkung der bewaffneten Macht durchgeführt werden lärm. Der deutsche Vorbehalt. Graf Bernstorffs Erklärungen. Genf, 25. Mai. (WB.) Zu dem gestern von Paul 'Boncour und Lord Cecil im Re- daktionskomitee gemeinsam eingebrachten Antrag, durch den dem Völkerbundsrat empfohlen wird, die Methoden und technischen Maßnahmen prüfen zu lassen, mittels deren die Hilfeleistung für einen angegriffenen Staat rasch ins Werk gesetzt werden könne, hat Graf Bernstorfs heute vormittag im Redaktionskomitee folgende Erklärungen abgegeben: Das Redaktionskomitee hat beschlossen, die Fragen Va und Vb andenVöl- kerbundsrat zu verweisen, da eine Schwierigkeit bestand, diese Gegenstände innerhalb eines Organes zu behandeln, dem Vertreter von Ländern angehören, die nicht Mitglied des Völkerbundes sind. Ich bin diesem Beschluß gerne beigetreten, der nicht nur von mir, sondern auch von allen übrigen Mitgliedern als gute Lösung der innerhalb der Kouumsfton auf* tretenen Verschiedenheiten betrachtet worden ist. Immerhin konnte so der Gegenstand dec an den Rat verwiesenen Fragen in der Kommission nicht erschöpfend erörtert werden. Bei der Aus - nähme st elung Deutschlands, welches nach dem sehr glücklichen Wort des Vertreters Frankreichs im Rat moralisch Mitglied des Völkerbundes geworden ist. hat mein Land andererseits noch nicht die Möglichkeit, im Rat das Wort zu ergreifen. Ich möchte folgende Erklärung abgeben: Ich möchte keineswegs die Rotwendigkeit in Zweifel ziehen, die Methoden und technischen Wege zu bestimmen, auf denen die Hilfeleistung für einen angegriffenen Staat rasch ins Werk gesetzt werden kann. Ich bin jedoch den Ansicht, daß es praktischer wäre, für die Lösung des Problems einen anderen A«u sgangs- punkt zu wählen. Die vorgeschlagene Prüfung der Methoden, nach denen die Hilfeleistung für einen angegriffenen Staat rasch ins Werk gesetzt werden soll, dürfte meiner Ansicht nach nicht den gegentoärtigen Stand der Rüstungen zur Grundlage haben, der — wie wir alle hoffen — nur ein vorübergehender ist, und der durch die Arbeiten gerade unserer Konferenz vereinbart und endgülttg festgestellt werden soll. Die in Rede stehenden Untersuchungen werden vielmehr von einem Stand der Wrüstung auszugehen haben, wie er sich als Endergebnis unserer Arbeit darstellen wird. Diese Abrüstung wird so einzurichten sein, daß die Kraft keines einzigen Staates den im Völkerbund verfügbaren Kräften gleichkommen darf. Jeder Staat wird soviel Rüstungen ausrecht erhalten müssen, daß die vereinigten Kräfte der Mitglieder des Völkerbundes die Ausführung der Beschlüsse desselben gewährleisten. Ich habe hier nicht den besonders gearteten Fall meines Landes im Auge. Meine Ausführungen betreffen vielmehr die zahlreichen europäischen Staaten, die bereits ihre Rüstungen in einigem Umfang herabgesetzt haben. Wenn diese Staaten in der Lage fein sollen, einen anderen Staat, der von einem im Besitz überlegener Machtmittel befindlichen Staat angegriffen wird, wirksame Hilfe zu bringen, so ist es selbstverständlich, daß ihre vereinigten Rüstungen der Kraft eines jeden evtl. Angreifers überlegen fein müssen. Deshalb wird nach meiner Meinung die Prüfung der Fragen Va und Vb nur dann ein befriedigendes Ergebnis haben, wenn von dem Stande einet in sich ausgeglichenen allgemeinen Abrüstung ausgegangen wird. Paul Boncour erwiderte, daß die in dieser Erklärung Bernstorffs enthaltenen Thesen in den letzten Jahren wiederholt von Frankreich im Völkerbund vertreten worden seien, und dah es zweifellos zweckmäßig wäre, schon heute nach diesen Gedankengängen vorzugehen. Er glaube jedoch, daß man sich bei der heutigen Sachlage darauf beschränken müsse, eine vorläufige Lösung zu suchen, indem man provisorische Methoden ausarbeite, um die Durchführung der Hilfeleistungen aus Artikel 16 sicher zu stellen. Sin ungarisches Memorandum. Genf, 26. Mai. (TU.) Die Vollsitzung der vorbereitenden Abrüstungskommission, die am Dienstagnachmittag um 6 Uhr unter dem Vorsitz des Pariser holländischen Gesandten Laudon zusammentrat, nahm einen wesentlich anderen Verlauf als allgemein erwartet worden war. Zunächst verlas der belgische Delegierte Brouquöres den Schlußbericht über die Arbeiten der Redaktionskommission. Hierauf wurde von den Delegierten der Kleinen Entente, die in der Redaktionskommission nicht vertreten waren, auf verschiedene textliche Unklarheiten und auf die Differenz zwischen der französischen und der englischen Auffaf- s u n g hingewiesen. Allgemein wurde bemerkt, daß eine gewisse Mißstimmung bei diesen Delegierten über ihren Ausschluß von den Arbeiten der Redaktionskommission zum Ausdruck kam. Der Vertreter Griechenlands gab darauf eine Erklärung ab, in der er betonte, daß Griechenland einen besonderen Wert auf regionale Verträge lege und eine besondere Festlegung auf Grund des Artikels 16 der Völicrbundssahung verlange in anbetracht der Tatsache, daß einige Staaten Richtmitglieder der Vollversammlung seien. Allgemein wurde dieser Hinweis als eine Anspielung auf die Türkei empfunden. Große Erregung löste die Erklärung des ungarischen Vertreters aus. der mitteilte, dah gestern ein umfangreiches Memorandum über die Abrüstung seines Landes von ihm eingereicht worden sei, das auf die gegenwärtige Lage Ungarn^ eingehe. Lord Robert Gecil beantragte. dieses Memorandum an die beiden Unter» kLmmissionen zu verweisen. (Sine lebhafte Debatte entstand hierüber mit den Vertretern der Kleinen Entente, die verlangten, daß das ungarische Memorandum in einer Vollsitzung der Ab- rüstungskommission behandelt werde. Der Präsident mutzte darauf dem Drängen der Vertreter der Kleinen ©ntente nachgeben u.nö eine neue Vollsitzung für Mittwoch vormittag anfeil en, auf der die Diskussion über den Sc^lah- bericht fortgesetzt werden soll. Ferner berief er eine Vollsitzung auch auf Mittwoch nachmittag, in der das ungarische Memorandum behandelt werden soll. Oyic das Vorgehen der Kleinen * Sub solle, gehe, üben über so werde man wissen wollen, um was es Lloyd George sährt fort: Soweit ich weiß, wir in der Liberalen Partei keine Zensur unsere gegenseitigen Bischer und Aufsätze auS. Ich brauche kaum zu sagen, daß ich bereit bin, mit Ihnen und den übrigen Kollegen zu- sammenzukvmmcn. um die ganze Lage zu erörtern, wenn Sie der Ansicht sind, daß eine solche Erörterung der Partei zum Nutzen gereichen wird. London, 26. Mai. iWTB.-Funkspruch.) Die ..Morning Post" verkündet im Sperrdruck „Grit Lloyd George". Das Blatt ist der Ansicht, daß die augenblicklichen Meinungsverschiedenheiten in der Liberalen Partei zum Rücktritt Lloyd Georges von der Parteileitung fuhren müssen. der letzten ernsten Krise einiger al- je hervorgegangen und das gleiche Gefühl in den anderen Ländern vorhanden sei. Dies werde der Streben der Konferenz nach Erzielung größerer Einig' feit in der Welt ermutigen. Aach dem er^glischen. französischen und italienischen Redner sprach der Führer der deutschen Delegation, Abgeordneter Dr. hilserding, der daran erinnerte, daß die Konferenz zum zweitenmal unter Teilnahme deutscher Vertreter tage, nachdem sie im Jahre 1914 unter deutscher Mitwirkung gegründet worden sei. Der Krieg habe die Zusammenarbeit unterbrochen. Trotzdem bann acht Jahre seit dem Kriegsende verflossen seien, wären die Spuren des Krieges noch nicht verwischt. Allenthalben sei der normale Handelsverkehr zerstört und soziale Unrast und Unruhe allgemein. Das Ziel der Konferenz sei der mündliche Meinungsaustausch über wichtige Fragen, um eine Annäherung der Völker herbeizu- fuhren, wie beispielsweise in der Kohlen frage und der l a n d w i r t s 6; a f t l i ch e n Kredite. Es sei auch nicht zu verkennen, daß persönliche Beziehungen zur Annäherung der Völker beitragen würden. Möge die gemeinsame Arbeit von dem Wunsche getragen sein, allen Völkern die Freiheit ,zu bringen, beseelt von dem Gedanken der nationalen Gleichberechtigung. Dann könne man hoffen, daß allmählich die Ueberzeugung von der Notwendigkeit des Abbaues der politischen und handelspolitischen Mauern an Boden gewinnen könne, um freiem Wettbewerb wieder zu seinem Recht zu verhelfen. Die Rede Dr. Hilferdings wurde mit lebhaftem Beifall ausgenommen. Äl'e Ui fllieöer zu Kunst und Wissenschaft. vom Deutschen Vortrags-verband. Der Deutsche Vortrags-Verband (Sih Mannheim), der infolge seiner erfolgreichen Tätigkeit auf dem Gebiet des Blldungs- und CBcrtragdtoefeng in ganz Deutschland und auch im Ausland wohlbekannt ist, begeht am 29. bis 31. Mai ds. Is. in Koburg diese Feier seines 50jährigen Bestehens, zu der Vertreter von Reichs- und Staatsbehörden sowie viele Gäste aus Gelehrten- und Künstlerkreisen erwartet werden. Mit der Feier ist zugleich die ordentliche Iahvestagung verbunden. Unter den hiesigenDer- einen gehört die Vortrags-Vereinigung (Goethe- Bund, Kaufm. Verein und Ortsgewerbe-Berein) dem Verbände an. Re< Ä, 168 und fkstanden, ’m, Geiseln un$ allen Entente wäre zweifellos das ungarische Memorandum an die verschiedenen Llnterkommissio- ncn überwiesen und hierdurch eine allgemeine öffentliche Debatte vermieden worden. Allgemein wird erwartet, daß in der heutigen Sitzung der Vertreter -Ungarns nicht nur den Stand der Abrüstung seines Landes als ein Musterbeispiel einer völligen Abrüstung inmitten gerüsteter Rachbarländer hinstellen, sondern auch die politische Lage seines Landes eia- gehend erörtern wird. Es dürfte ohne weiteres klar sein, daß der Hinweis auf die ähnliche Lage, in der sich Deuts chland befindet, in der Diskussion zur Sprache kommen und dank dem geschickten Vorgehen des ungarischen Vertreters auch in einem für Deutschland erwünschten Sinne behandelt werden wird. Ablehnung der VoLkerbunds- arbeit durch Rußland. Genf, 26. Mai. (TU.) Im Döllerbunds- fefretariat sind am Dienstag Telegramme der Sowjetregierung eingelaufen, in denen sie eine Ein ladung des Generalsekretärs des Völkerbundes zur Teilnahme an den Arbeiten verschiedener Kommissionen a b l e h n t. Es handelt sich hierbei um die Einladungen zur Teilnahme an der Wasfenhandelskonferenz, an der Konferenz zur Kodifizierung des internationalen Rechts und einer internationalen Paß- konferenz. Die Sowjetregierung hat sich lediglich bereit erklärt, Delegierte zur Teilnahme an einer Konferenz über die Festsetzung des Tonnage- gehalts für die Binnenschiffahrt zu entsenden. Sie begründet ihre Ablehnung damit, daß die Konferenzen an einem Ort stattfinden, in den ihr wegen ihres Konflikts mit der Schweiz Delegierte zu entsenden für nicht erwünscht erscheine. Ei Uetz Sich .u ernittte führen- schreibt de-itenk halte >4 1° W St Es Sandelt sche-' Latz Stationen - Frühere D u. a. an konnte, san fallende J Giehen tu v-Zug du liche öonr man totte btntatW veröopM berg, w- im fünfter aber langla erllommen msahlgrabe Mel verbc Airch-Söns landschalt da nicht in Srsc reichte kaum Als dann 6 fuhr, zeigte Sichen leib' kleide. Es f hervorgeht, scheide als Slime des " Gis kämpsun Landwirtschl ittulichrrwei Schädlinge metyt und i Velämosun! Eiwerb de Diese Oiftfd Jlimermeih Wettervoraussage. Anfangs heiter, später wolkig, Temperaturen zunächst wenig geändert, südliche Winde, noch durchweg trocken. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum: 16,8 Grad Celsius. Minimum: 5,4 Grad Celsius. Heute Morgentemperatur: 10,8 Grad Celsius. Die Parteikrifis der englischen Liberalen. Asquith gegen Lloyd George. London, 25. Mai. (WTB.) In politischen Kreisen erregt ein Brief, den der Führer der Liberalen Partei, Lord Oxford, an den Führer der Liberalen Parlamentspartei des Unterhauses. Lloyd George, richtete, großes Aussehen. Oxford spricht sein Bedauern darüber aus, daß Lloyd George seine Abwesenheit von der Zusammenkunft der liberalen Führer am 10. Mai während des kritischsten Augenblicks des Generalstreiks unzureichend begründete und als Hauptgrund angab, daß er nicht in der Lage sei, sich den Erklärungen anzuschließen, die den Generalstreik verurteillen, sowie gleichzeitig auf die Kritik der Regierung verzichtete, die m gleicher flfe ®r> Ä Iteut Derj matW schaufpel l't'nntpfung vorauf sei t v.i Klagen '. is'vcüung ' reis her fann suh h tr f3enoei wuchs. 3nh von Siftsch G^äMingrt T. 5 c:■ i Dah hcssdien^ die zuzichec zur ßtanfl, fieren Stadt hossarission reisenden D will der Da licheIvthn der männlic m geordnete nn vor D tragen aus binde mit Hofsbienfi" dicklicher ochvrden. Sä Mitteln und «WAtern l bn Stabt Aus aller Welt. Der Vulkanausbruch in Japan. Hebet die Katastrophe werden von den Wor- genbtättem noch folgende Einzelheiten mitgeteilt: Der Ausbruch des Vulkans Tokatschi wurde von einem donnerähnlichen Geräusch begleitet, daS im LlmkveiS von 20 Meilen zu vernehmen war. Etwa 600 Hauser von Parlapo wurden unter den Lavamassen begraben. Während die ersten Rachrichten besagten, daß 120 Einwohner, zumeist Bergarbeiter, vermißt seien, berichtet „Rishi Rishi", daß etwa 1000 Personen um gekommen seien. 200 seien allein durch eine nach dem Ausbruch des Vulkans au8 dem Boden hervorbrechende Wassersäule ertrunken. Von diesen Wassermassen seien auch mehrere Hundert auf der Weide befindliche Pferde fortgeschwemmt worden. Die Bewohner der am Fuße des Vulkans belegenem Dörfer sind geflüchtet. Der Eisenbahnverkehr ist unterbrochen. Dem Vulkanausbruch folgte eine Flutwelle. Die Flüsse sind durch die Flut um 30 Fuß gestiegen. Durch die Fluten wurden 300 Hauser hinweggespult. Ungefähr 2000 Menschen sind obdachlos geworden. Obwohl der Vulkan sich noch immer in Tätigkeit befindet, sind, die RettunaSarbeiten begonnen worden, die aber durch die Flammen und die Fluten sehr erschwert werden. 3n einen Jelsspalt gestürzt. Wie aus Breslau berichtet wird, bvach in dem Heuscheuergebirge am 2. Feiertag bei einer Führung durch die Wilden Löcher eine über eine schmale Schluckst führende Holzbrücke zusammen, als zehn Personen sie betraten. Die Mehrzahl, die sich am Anfang der Drücke befand, fiel auf ein Feteplateau, nur eine junge Breslauer Geschäftsfrau stürzte zehn Meter tief in einen Felsspalt. Mit Hilfe von Seilen und Tüchern wurde sie befreit: Sie hat eine Gehirnerschütterung und einen Rasenbeinbruch erlitten. Die Verunglückte befindet sich in anderen ilmffänben. Wettlauf mit dem Tode. Aach einer Blättermeldung aus Hamburg unternahm am Pfingstmontag eine Gesellschaft von vier Männern und einem Knaben von dem Ort Duhnen bei Cuxhaven eine Wanderung durch das Wattenmeer, zu der etwa sechs Kilometer entfernten Rordsee. Infolge heftiger Böen setzte die Flut überraschend ein, so daß die Spaziergänger in die größte Rot gerieten. Außerdem machte dichter Debet die Orientierung fast unmöglich. Einer der Teilnehmer an der Wanderung, ein Oberförster, lenkte durch Rottchüste die Aufmerksamkeit des Strandvogtes auf die Gesellschaft. Der Strandvogt, ein Grenzbeamter und em Hotelbeamter eilten auf Pferden den in Rot Geratenen zu Hilfe, die im letzten Augenblick vor dem Ertrinken gerettet werden konnten. Todesstürze in den Alpen Während der tßfingftfeiertaae stürzte nach einer Besteigung der Benediktenwano in den Bayrischen Alpen der Münchener Tourist Reichel tödlich ab. In der Kaskadenklamm bei Semmrach stürmte nach einer Blättermeldung aus (3raa eine Salzburger Touristin ab. Sie wurde so schwer verletzt, daß sie auf dem Transport zum Krankenhaus verstarb. Abd el Krims Niederlage. Frankreich lehnt neue Friedens- Verhandlungen ab. Paris. 2b.Mai. (Wolff.) Der heute unter hem Vorsitz des Präsidenten der 'Republik abge- Seltene Ministerrat besckäftigte sich mit hem Generalresidenten Steeg durch Vermittlung von Farini übermittelten Brief Abd el Krims. Der Ministerrat, so heißt es in dem offiziellen Kommunique, fei der Ansicht, daß dieser Brief jeder Präzision, jeder Garantie und jeder Autorität entbehre und deshalb den Gang der militärischen Operationen nichk unterbreche. Eine Einstellung der Operationen unter den gegenwärtigen Umständen würde zur Folge haben, die Pazifizierung zu verzögern und sie kostspieliger zu machen, anstatt sic zu erleichtern. Rach Schluß des Ministerrats erklärte Ministerpräsident B r i a n d, man könne mir Abd el Krim, der gegenwärtig sichtlich nur Zeit zu gewinnen suche, um sich an den verschiedenen Punkten des Kampfgebietes zu verstärken, was neue blutige Kämpfe nach sich ziehen werde, nicht verhandeln. Kriegsminister P a i n l e v e sprach sich in ähnlichem Sinne aus. Die Laae in Rordafrika sei gegenwärtig konsolidiert. Abd el Krim sei auf der Flucht und alles, was man tun könne, sei eine Versöhnung mit den Stämmen. Der Vertreter des Außenministeriums bei den Friedensverhandiungen in Adjda, Ministerialdirektor Ponsvt, sagte, die Verhandlungen in Hbf Da seien infolge des srn ftatt. die Herr lunv kommet Mit in Sichen ikjschrist bestanden aimnem lassen jetzt h Gräslinge in bet ^u. Bei dm Prü- deutschen Sanbde» Siichettskurzschrtst eint Eücheitl'chleit erzielt ist. fo ist Liwen-backit der Selb frgL So bat chuh der Pvvln- ftening btt Strno- AabelSbergerscher , die Pflege der i hat, für iem neu Atrag von dien. Durch Diel® ese amUiche Stelle ►y 2ntveichung der bildung tüchtiger L'K'L ucher des neu X^ggjS Mgplay-^ 6e a-e SSstebuch ein- gönnen kann. W ^ssel fliegen. E M ^hlung MM Ws Aar in alteren tm M*® vöa Ae- Ische le^n *■• »Kträuchee UNdvl !,S3'J Äfe ael Er 8td= «i ■,■5*2,8 ■ÄS EL h inehr 8» M |um Schaden, fit sind keine Schande für eure Dittfchaft. wohl aber eine Zierde für euer Land und eine Riststätt« für fo viel« unserer nützlichen Dögell Darum labt den dringenden Rachrus nicht unbeachtet: »Schont die Hecken und Sträucher zwischen den Feldern!" •• Der Evangelisch e Bund veranstaUet, wie im Vorfahr«, auch in diesem Sommer Waldiene in Oderhefsen. Das erste findet am 6. Juni bei Treis a. d. Lumda statt. Aufgeführt wird „Andreas Hofer" von Selbe Renker, ein die deutsche Treue verherrlichendes Volksstück von grober dramatischer Wirkung. Die Hauptrollen sind mit Berufs- schauspielern besetzt, die Kostüme stellt da, hiesige Stadttheater. Ausführungen sind ferner vorgesehen für Schotten, Laubach, Butzbach, Lauterbach. ' Eine unglaubliche Roheit. Während der Feiertage ist eine der beiden kanadischen Papvcln, die in diesem Frühjahr an der neuen Wieseckbrücke am Philosophen wall) gepflanzt woran, durch Bubcnhanb abgebrochm worden. Hossentlich ist e* möglich, ben üblen Patron zu irnrttlcln und der gerechten Strafe zuzuführen. -- Line Wettrrschelde. Gin Leser schreibt uns.' Daß eine an uird für sich nur unbe- d. lende Bodenerhebung oft von nicht unwesentlichem Einfluß auf die Weiterbildung sein kann, hotte .h schon deS öfteren Gelegenheit, auf der Fayrt von Frankfurt nach Giestea zu beobachten. Es ;andelt sich um die Wasserscheide zwischen Lahn und Uta In, die zwischen den Stationen Butzbach und K i rch- T ö n» von der Dyhn erklommen und überschritten wird. Frühere Beobachtungen In der Richtung, die ich u. a. an Gewitter- und Regenbildung machen konnte, fand ich am Donnerstag durch eine auffallende Witterungserscheinung bestätigt. Der in Diesten kurz vor ’/,9 Uhr morgens eintreffende D-3ufl durchfuhr von Frankfurt aus eine herrlich« vonnenlandschaft. Bom Fenster aus hatte man weilen Blick in die Wetternu. wo man nach den langen Regentagen die Landwirte überall mit verdoppeltem Eifer an der Arbeit sah. Friedberg, Dad-Rauheim und noch Butzbach lagen im schönsten Morgensonnenschein. Als der Zug aber langsam die Höhe des Griedeler Waldes erklommen, änderte sich von der Blockstelle ^sahlgraben" ab mit einmal daS Bild. Dichter Rebel verbarg die Sonne. Die Hochfläche um Kirch-GönS gar stellte eine ausgedehnte Debel- landschaft dar, wie sie ausgeprägter im Rovernber nicht in Erscheinung treten kann. Das Gesichtsfeld reichte kaum einige Meter über den Bahnkörper. Als dann der Zug inS Giestener Decken hinab» fuhr, zeigte sich die Sonne wieder sieghaft, und Gießen selbst empfing unS im schönsten Sonnenkleide. Es hat sich, tote auS dieser Beobachtung hervorgeht, die verhältnismäßig niedrige Wasserscheide alS eine Wetterscheide im wahrsten Sinne des Wortes erwiesen. •• Gistscheine zur Gchädlingsbe- kämpf ung finb gebührenfrei. Don der Landwirtschaftskammer wird uns geschrieben: Erfreulicherweise greift eine geregelte Bekämpfung der Schädlinge und Krankheiten unserer Dbflbäumc mehr und mehr Platz. Da gerade die wirksamsten Bckämpfungsmittel starke Gifte enthalten, ist zum Erwerb derselben ein sog. Gistschein erforderlich. Diese Giftscheine werden durch die Polizeiämter oder Büracrmeistereien ausgestellt, und zwar gebührenfrei, wenn es sich um Mittel zur Schödlings- I Impfung oder des Pflanzenschutzes handelt. : erouf fei an dieser Stelle besondere hingewiesen, ; gingen laut wurden, daß die Gebühren für s.cllung von Gistscheinen höher seien als der ' e " der erforderlichen Bekämpfungsmittel. Es I min sich hier nur um Fälle handeln, bei denen '^rwendungszweck nicht richtig angegeben . jfhr Interessenten wollen daher bei Beantragung Gistscheinen stets den genauen Zweck der Schädlingsbekämpfung angeben. B Schutz der reifenden Jugend au i Bahnhöfen. Einen »christlichen Bahnhofsdienst hat die Gesellschaft zur Fürsorge für die zuziehende männliche Jugend als Ergänzung zur Svang. Bahnhofsmisfion in etwa 30 grö- beren Städten eingerichtet. Während die Bahn- hosSmission schon seit Jahren sich der allein reifenden Mädchen mit Erfolg angenommen hat, will der Bahnhofsdienst die durch die wirtschaftliche Rot hervorgerufene ungeordnete Wanderung her männlichen Jugend von Stadt zu Stadt in geordnet« Bahrten lenken und die jungen Männer vor Verwahrlosung bewahren Die Helfe« tragen auf den Bahnhöfen «ine weih« Armbinde mit der Aufschrift: „Christlicher Bahnhofsdienst" und tun ihren Dienst mit auS drü etlicher Genehmigung der Reichsbahnbehörden. 3m letzten Jahre konnte der Bahnhofsdienst im Reichsgebiet 20 000 junge Männer beraten, 13 000 ein Unterkommen vermitteln und etwa 2000 Menschen die Heimreise erleichtern helfen, da deren Arbeitslosigkeit in der Stadt fortbauertc. Regimentsappell und Denkmalsweihe der 168er. —.— Offenbach a.M., 25.Mai. 3n stiller Walbabfchiedenheit, fern von dem (Betriebe der Großstadt, ist das Ehrenmal für bie Gefallenen des Infanterie-Regiments 168 und seiner Kriegsformationen erstanden, dessen Weihe am ersten Pfingsttag im Beisein Tausender von Kriegsteilnehmern und alten Soldaten aus allen Teilen Hessens, besonders auch aus Oberhessen, stattfand Auch aus Dießen, Friedberg. Butzbach. AlSfeld. Lauterbach waren die Kameraden, bzw. bie Re- gimentsvereinigungen herbeigeeilr. Die BegrüßungSseier wurde am Samstagabend im überfüllten großen Saal des Stobt- g art «ns abgebalten. Die Kapelle der ehemaligen 168er unter Leitung deS KavellmeisterS Moritz und ber An dresche Mannerchor wirkten in hervorragender Weise bei ber Feier mit Kamerad Phil Hvh von der Ortsgruppe Offenbach 168 begrüßte die Gäste, die Festrede hielt Oberst a. D. Wehergang. Ein feierlicher Augenblick war es. als die drei Rcgiinentsfahnen von jungen DeichSwehrsoldaten eingebracht wurden. Der erste Pfingsttag wurde als Hauvtfesttag mit einer Gedächtnisfeier auf dem Öhren- friedh of und am Kriegerdenkmal von 1 8 7 0 7 1 eröffnet. Auf dem Wilhelmsplatz stellte sich alsdann der Festzug auf, der sich durch die Stadt zum Biebcrerdcra in Bewegung setzte. Din Feldgottesdienst- eröffnete die Feier Oberkircbcnrat Zentgraf, ehemaliger Feldgeistlicher der 25. Reserve-Division, war Festprediger. Der Dvrsitzendes deS Verbands ehemaliger 168er sprach den ehemaligen Earnlsonstädten des Regiments (Friedberg. Butzbach und Offenbach!, dem Künstler Professor Eberhardt (Offenbach), dem Vorsitzenden deS Denkmalsausschusses Äaafmc.nn Stadtmüller (Offenbach) Dank aus, die Hülle fiel vom Ehren- denkn.al, die Regimentsfahnen und zahlreichen Vereinsfahnen fenften sich, bie ReglmentSkavelle spielte »Ich halt' einen Ka.neraden". Der ehemalige Führer des Regiments währenb deS Weltkrieges, Generalmajor a. D. von Pfeil hielt die W e i h e r e b e. Bürgern: ei st er Weil (Offenbach) übernahm das Senfmai in Schutz und Obhut der Stadt. Unter der großen Änzahl von Kranzspenden seien besonders erwähnt: Stadt Friedberg, Stadt Butzbach. Regimentsverbänb« 115, 116er Verband (durch Kamerad Bill aus Gießen). Offiziersverbände 115er, 116er, Frankfurter Offiziersbund. Deutscher Offiziersbund, Kriegerverein 1874 aus Darmstadt, ehemalige 168 Limburg und Lahntal. Danach bewegte sich der Festzug zu dem Stabt garten zurück, woselbst die Wiebersehensfeier abgehalten wurde. Oberst a. D. Soldan sprach herzliche Worts ber Begrüßung namens deS Verbandes 163. Ein Offiziersappell ün Großen Kolleg war der Wiebersehensfeier vorausgegangen. Der zweite Pfingsttag vereinigte die Kameraden im Reuen Schießhaus am Biebererberg in der Rähe des Denkmals. Den Abschluß fand ber wohlgelungene Regimentstag der 168er durch einen Fackelzug zum Denkmal. Hier wurden mehrere Ansprachen gehalten und der große Zapfenstreich gespielt. Sine arohe Menschenmenge wohnte dieser erhebenden Abendfeier bei. Das Denkmal selbst hat einen überaus würdigen Platz auf der Waldwiese am Dieberer- berg, flankiert von dem dichtgeschlossenen Waldpark, in stiller Waldabgeschiedenheit. Der Künstler, Prof. Eberhardt (Offenbach), gab ihm die Gestalt eines acht Pfeiler aufweisenden, oben offenen Ringbaues im Sinn altdeutscher Gerichtsstätten. Eine Freitreppe führt zu dem auf rustikalem Sockel erhöhten 3nnenraum. ber einen Altarstein mit großer Opferschal« aufnimmt AIS Baumaterial wählte man wetterfesten Muschelkalk. Die Vorderseite des Denkmals zeigt einen auS dem Gesims herausragenden Kriegerkopf mit Stahlhelm: Rings um da» Gesims steht der Spruch: „Und wer den Tod tm Heilgen Kampfe fand, ruht auch in fremder Erde im Vater- land." Der Altarstein trägt daS hessische Wappen und bie Wappen der ehemaligen Darnisonstädte Offenbach, Butzbach und Friedberg: di« beiden Seiten tragen bie 3nschrift: „In Verteidigung des Vaterlandes sielen 1914 bi- 1918 vom 3n- fanterie-Regiment 168 und feinen Formationen 9769 Helden in Frankreich. Belgien, Rußland, Karpathen, Galizien, Serbien und Rumänien." Gaujugendtag des D. H. D. in Wetzlar. l Wetzlar, 25. Wai. Während ber Pfingstseiertage fand in unserer Stadt ber 7. Gaujugenbtag des Bundes ber Kaufmannsjugend im D. H. D. statt. Es war eine Freude, bie große Schar von Jugendlichen mit ihren vielen Wimpeln am Samstagabend im Schützengarten einrücken zu sehen. Der weite Saal war bei Beginn des Degrüßungsabends diS auf den letzten Platz gefüllt. Die Veranstaltung lag in den Händen des Gauvorstehers Auerbach und des Gaujugend- führerS Wilhelm Brack, Frankfurt. Letzterer begrüßte namenS der Leitung die Jungmannen auS den vielen Stabten des Gaues Main-Weser, stattete den Dank an die erschienenen Ehrengäste für das dem Bunde bewiesene Interesse ab und gab eine große Reihe von Begrüßungsschreiben bekannt, die von namhaften Personen des Bezirks eingegangen waren. Wir führen hiervon nur bi« Schreiben deS Oberpräsidenten für Hessen- Rassau, deS Regierungspräsidenten für Rasfau, deS Landeshauptmanns und des Bürgermeisters bet Stadt Wetzlar an. Begeistertes Heil erscholl beim Berieselt eines sehr herzlich gehaltenen Begrüßungsschreibens ber Deutsch-Oesterreicher Kollegen. Rainen» ber Stadt Wetzlar nahm bann Beigeordneter Rektor Richard baS Wort zu einem Dillkommens- gruß. Der nächste Redner, Gauvorsteher Auerbach. überbrachte bic Grütze deS Gesamt verbau- deS. Rückschauenb auf die glänzend verlaufene vorjährige Heidelberger Tagung gab er der Erwartung Ausdruck, daß auch der Wetzlarer Tag für die Jugendbeivegung deS D. H. V. ein ebensolcher Warfftein werden möge. Aus feinen längeren Ausführungen ist noch bemerkenswert die Mitteilung, datz der Gau im letzten Jahr« «in«n Zuwachs von runb 500 Jungmannen verzeichnen kann. Der Gauwimpel, der jährlich bemienigert Verein zur Führung überwiesen wirb, der den meisten Mitgliederzuwachs zu verzeichnen hat, ging au» den Händen der Darmstädter in bie ber Limburger über. Den Hauptpunkt des AbendS bilbete ber Vortrag des Korvettenkapitäns Freiherr von Forstner über das Thema ..Der Handelskrieg zu See unter besonderer Berücksichtigung des U-BootS-KriegeS". 3n drei- viertelstündiger Rede mit einem ebenso langen Lichtbiibervortrag zeichnete er der lauschenden Zuhörerschaft ein Bild von der Entwickelung der U-Boots-Waffe und ihrer QSerirenbung tm letzten Kriege. Geint Worle und Bilder werden nachwirken. Das zeigte auch der stürmische, nicht noch lange in den Herzen dieser deutschen Jugend enbenwollenbe Beifall, der sich am Schluss« seines Vortrags erhob. Das sonstige reichhaltige Programm wickelte sich in angenehmer Abwechslung ab. Eine gut zusammengespielte Wusikgilb« des D. H. V., Wiesbaden, bestritt den musikalischen Teil, mehrere von Mitgliedern deS Musikalischen Vereins Metzlar mit guter Betonung und Wärme vorgetragene Lieder trugen zur Hebung des Ganzen erheblich bei. ebenso einige von Heinz CloS, Kassel, gesungene Lieder zur Laute. Der Pfingstsonntag weckte die Jugend bereits in früher Morgenstunde. 6+on um 6 Uhr mußt« auf der Spilburg Kaffee gefaßt werden. Di« Rächt war zum größten Teil in Maffenquartie- ten verbracht werben. Um 7 Uhr fand für die evangelische Gemeinde int Dom der Fest > gottesbienst statt, an dem etwa 400 JungenS mit ihren Wimpeln teilnahmen. Di« weiteren Morgenstunden wurden auf der herrlich gelegenen Spilburg verbracht, wo eine öffentlich« Kundgebung stattfand. An diese reihten sich bann die beruflichen Wettkämpfe, wie kaufmännisches Rechnen. Aussatz, Stenographie u. a. an. Der Heibelbergsilm beendete die Morgenarbeit. Rachmittags gegen 3 Uhr bewegte sich ein stattlicher Fcstzug unter Dor- antritt von etwa 40 Wimpeln und unter Mitwirkung der Stablkapelle von der Spilburg durch die Hauptstraßen der Stadt und wieder zurück zur Spilburg. wo auf dem schönen Stadion ein Volksfest mit Mannschastskämpsen abaehalten wurde. Sine große Zuschauermenge folgte mit ebenso großem Interesse dem friedlichen Spiel um den Sieg ber Kräfte. Bel Beginn der Dunkel- tzeit marschierten sämtliche Teilnehmer nach dem Domplatz, wo bei Fackelschein eine erhebende Kundgebung stattfand. Die Häuser. ring- um den Platz waren reich illuminiert und warfen ihren magischen Schimmer auf das gewaltige Werk jahrhundertelanger Arbeit im Dienst« der Kirche, den alten schönen Dom. so recht bie Stimmung unter der vielhundertköpsigen Menge erzeugend, bie für eine solch ernste .Kundgebung erforderlich ist. Am zwetten Pfingsttag sah man die Gäste wieder auf der Spilburg zu sportlichen Wettkämpfen versammelt. Rach dem Essen fand die Siegerverckündung statt, woraus sich die stattlich« Schar im geschlossenen Zuge zum Bahnhof begab, um nach ernsten erhebenden Stunden gemeinsamen Zusammenseins wieder ihrer Heimat zugeführt zu werden. Amtsgericht Gießen. • Gießen, 19. Mai. Ende September 1925 wurden einem Weißbinder auS Lang-Göns aus dem in feinem Reubau befindlichen Taubenschlag sieben Tauben von ganz besonderer Färbung, wie man sie sonst in der ganzen Gegend nicht findet, entwendet Der Dieb war offenbar durch das Kellerfenster in den im Innern noch nicht ausgebauten Reubau eingestiegen und auf Leitern in den Speicherraum gelangt. Der Bestohlene hatte sofort einen aus Lang-Gons stammenden. in Hochelheim wohnenden Hilfsarbeiter, den heutigen Angeklagten, in Verdacht, konnte jedoch einen Beweis für seine Täterschaft nicht erbringen. Einige Zett darauf teilte ihm ein Arbeiter mit, er habe auf dem Dach« des, Angeklagten zwti Tauben sitzen sehen, die er für bie gestohlenen halte. Wenige Tage darnach wurde er von einem Jungen darauf hingewiesen, baß ber Angeklagte einem Händler in Lang-GSnS mehrere Tauben habe verkaufen lassen, di« zweifellos mit den gestohlenen identisch seien. Der Weißbinder ging sofort zu Dem Händler und stellte fest, daß drei von den verkauften Tauben tatsächlich sein Eigentum feien. Der Angeklagte will dies« Tauben bei einem Maurer in Sang« DönS gekauft haben, dieser behauptet jedoch, «6 seien ganz andere Tauben gewesen. In ber heutigen Sitzung trat ein elfjähriger Reffe des Angeklagten mit der Behauptung auf, er selbst und nicht sein Onkel habe die Tauben gestohlen. Da» Gericht schenkte jedoch seinen Angaben, die mit feinen eigenen früheren Bekundungen, bah et dabei gewesen sei wie der Angeklagte bie Tauben gestohlen habe, in direktem Widerspruch standen, keinen Glauben und hielt den Angeklagten des Diebstahl» für überführt. Dieser wurde. Geschäftliches. — Aus der Automobil-Industrie. Auch im Nutzwagenbau vollziehen sich Bestrebungen, die rationelle Fabrikation und günstigste Preis- fteUung zum Ziele haben. Führend ist eine der ältesten deutschen Svettalfabriken, die Fa. Auto- mobilwerke f). Büssing, A.-G, Braunschweig, die als erste deutsche Nutzwagenfabrik nach Umstellung ihrer Fabrikation wesentliche Preisermäßigungen vornahm. Dadurch wird es verständlich, daß der deutsche Lastkraftwagen mit Motor-Omnibuo auch heute einen nicht zu unterschätzenden Exportartikel darstellt. weil schon vrnffach vorbestraft, <11 rückfälliger Dieb wegen Einbruchsdtebstahl» unter 2m- nahrnc mildernder Umftänb« zu der gesetzliche Minbcststraf« von einem Jahr Gesäng- n i # verurteilt. Rundfunk-Programm. Donnerstag, 27. Mal: 4.30 bi» 5,45 Ahr: Konzert des Hau»- vrchesders: Wiener Walzer. 5,45 bi» 6,05 Uhr. Die Lefestmide 6,15 bis 6.45 Ahr: Hebertraguna von Kassel: Vortrag von Hermann Schuh, Kassel: Kassel und ine Anlage von WilhelmShöhe und der Auepark". 6,45 bis 7,05 Ahr: .Jugend und Bühne", Vortrag von Ludwig Röffinger. 7,05 biS 7,30 Ahr: Schachstunde. 8 Ahr: Arbertragung aus dem Frankfurter Opernhaus: .Sallüne". Musikdrama in einem Auszug von Richard Strauß. Anschließend bis 12 Ahr: Aebettragung von Berlin: Tanzmusik der Berliner Funkkapelle. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) CEinr Erklärung sür den mangelnden Blumen schmuck E» wird dem Derkedrsoerein und auch anderen Leuten, welch« Freude daran haben, die Häuser in unseren Straßen mit Blumen geschmückt zu sehen, ausgefallen fein, daß trotz der Aufforderungen und Werbungen, die im „(Lietzener Anzeiger" verschiedentlich an die Elnwohnerfchafi ergangen sind, von einem Erfolg« bisher eigentlich nur verhältnismäßig wenig xu bemerken war. Namentlich fehlte vor den Fenstern der Parterrewohnungen unserer schönsten Straßen (Sübanlage, Ludwigstraße, Etepyanstrahe, Alice» straße ufw.) und überhaupt da, wo keine Vorgärten vorhanden sind, also bet den Häusern, die unmittelbar an der Straße stehen, ber Blumenschmuck gänzlich. Der Grund hierfür liegt nicht etwa an der Interesselosigkeit der Bewohner, sondern an der Unmöglichkeit, Die Blumenstöcke unangetastet durch den Sommer hindurch zu bringen. Zur Erklärung wird genügen, wenn ich das hier mitteile, was ich selbst erlebt habe. Meine Frau ist eine große Blumen- sreundin, und trotzdem ihr einmal vor längerer Zett eine Anzahl von in Töpfen vor den Strahenfenstern stehenden Geranien mit einem Stock übel zugerichtet worden waren, bat sie mich immer wieder, ihr doch mal vier schöne Blumenkasten anfertigen zu lassen: daran werde man sich, so meinte sie, wob( nicht vergreifen. Ich erfüllte ihren Wunsch, die Kasten kamen und wurden mit Hängegeranien (ich entsinne mich, 8 Mk. für diese bezahlt zu haben) bepflanzt. Es vergingen einige Wochen, da hotte ich in der Nacht Stockschläge wider mein Haus und ein Zerren und Schürfen, wie wenn sich zwei Personen balgten. Dazwischen rief eine erregte Stimme in gedämpftem Ton: „Tu das doch nicht: tu das doch nicht!" Es waren zwei Herren, von denen der eine den anderen mit Gewalt davon abhielt, die über- hängenden Geranien mit dem Stock abzurasieren. Einige Zeit darauf sah ich an einem Sonntagmorgen, oaß das, was durch den vernünftigen der beiden Herren bei den Blumenstöcken meiner Frau verhindert, an den Blumen zweier Häuser in der Goethe- straß« ausgeführt worben war. Alles, was von den Blumenstöcken über den Rand der Kasten nach vorne übergehangen hatte mar abgeschlagen und lag auf dem Boden: ein Anblick, bei dem es mir heiß un- term Kragen wurde. Aber auch unsere Blumen sollten ihrem Schicksal nicht entgehen. (Eine» Morgens lagen die vier Saften auf dem Burger- fteia und i h r Inhalt kreuz und quer um sie herum, teils in bei Richtung nach dem Ludwigsplatz verzettelt. Seit dieser Zelt ist uns die Lust vergangen, Blumenstöcke vor die Straßen fenfler zu stellen. (Ein Anwohner der Ludwigstraße. Die unterzeichneten Vereinigungen laden ihre Mit Die unterzeicyneien 'Veremigungen laoen lyre 'VM- ... _ . »der zu einem aufklarenden Dortrage rUP W Mte W v°n Subdirektor Schmidtlin über: als Kaffee! Kirchstrahe, ein. 4605D Um rege Beteiligung wird gebeten! Eintritt frei! Vertreter. C.K.lemmrath,Gieli6n,Elcb weg 228756 Her SmseWe Ba«6. Bunö ffit W«e önletjaag in SW unö Sdjule, LciSMM Siezen. M Biinnet- u. $tnnenottelnigung MNnWnsMMe. üi ijel- ii. GeWlmsWrW la Semen öeglSS- M- n. MemeWeMWereiir SeMer ©eroio auf Donnerstag, 27. Stal 1926, abends 8 Uhr im Konfirmandensaal der MatthSusgemeinde W- iHflir M'ohren tieize ■BHHHBKarMit ^o.-^ecna bafbefte ruurwi^ibarr, n ich/abfarb ende Tarb'Bohnerwadit MlSchkMMßW avfgewetcht, fonient auch -uw 3zU entfernt Lor der Einführung M» »hrnrue hab« ich ftete mit gut« Seitenlange etngewelcht. SUfe kn nicht nut teuer, sondern erfüllte auch nicht den ßroed wie Burnue Solange Burnus besteht, wende ich e« an und habe da. mit die besten Erfahrungen gemacht. 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Danksagung. Für die überaus zahlreichen Beweise innigster Teilnahme und die Blumenspenden bei dem Heimgange meines unvergeßlichen Mannes, unseres lieben Vaters Wilhelm Nachtigall, Eisenhahowagen-ÄolsehGr i. P. sagen wir allen, besonders den Vereinen und dem Herrn Pfarrer für die trostreichen Worte auf diesem Wege herzlichen Dank. Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen: Wilhelmine Nachtigall. Die Ausführung der Erd-, Maurer- und Betonarbeiten an der Ederstraken Unterführung bet Giefeentnkm 131.983 der Strecke Cassel- s>rankfurt,M. sollen össentlich vergeben werben. Die Verdingungsunterlagen können, soweit der Borrat reicht, gegen vorherige vost- nnd bestellgeldsrete Einsendung von 1.00 JUC (feine Briefmarken) bezogen werden. VcrdingungStermin am 5. Juni 1926, vorm. 11 Uhr. Zuschlagsfrist 3Wochen. Eisenbahn- Betriebsamt 1 to9,id Giefern. ßelnr. Meiling Polsterwerkftaue. Frankfurt. Str. 34. H. Efes Hans Z .. Somm 6 tunix sentiert [et _ D ie । W, Sei 36t, zu M ich Danksagung. Auf diesem Wege sagen wir für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unserer lieben Entschlafenen und besonders für die aufopfernde Pflege der barmherzig. Schwestern und die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers unsern herzlichsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Fritz Teigler, Gastwirt Heirat! Alleinstehendes, älteres Mädchen, 28 Jahre, häuslich, möchte mit einem soliden Arbeiter in Verbindung treten, zwecks späterer Heirat. Witwer m.Ktnd nicht ausgeschlossen. Nur ernstgemeinte Zuschriften u. 03705 an d. G. Anz. erber. "werke H,Büssing« Braunschweig Vertretung: Motorwsgen-Verkaufsoesellschaft m.b.H. Eint möbl. Zimmer von ruhigem Herrn zum 1. Juni gesucht. Schrift!. Angebote mit Preis unter 4590va.d.Gien^Anz. Fließarbeit und vereinfachter Vertrieb durch unsere Verkaufsorganisation gestattet uns bei Beibehaltung unserer bestbewährten Konstruktion und unserem hochwertigen Qualitätsm'aterial den 5-t- Büssing - Einheiis - Kardan -Wagen nerStag u. 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In Der- schiedenen Schulen unserer Gegend hielt in den letzten Tagen Lehrer Gebhardt aus Marburg erlebnisreiche Vorträge über China. Der Redner, der 30 Jahre im Schuldienst in China gestanden hat — erst an deutschen, dann an chinesischen Resorm- schulen in der französischen Interessensphäre — versteht es meisterhaft, die Kinder mit seinen Plau- dereien über Land und Leute, Sitten und Gebräuche zu fesseln. L Saasen, 25. Mai. Roch vor einigen Jahren bestand hier eine rege Basalt st ei n - Industrie. Am Westhang des Deitsberges erstreckte sich ein ausgÄ>ehntes Dasaltsteinlager. Durch unfern früheren Bürgermeister Schepp wurde das Gelände zu einem Steinbruch angelegt und mit einem Anschlußgleis vom Bahnhof her versehen. Rach dem Tode des Bürgermeisters Schepp im Jahre 1919 ging der Stein- bruch durch Kauf an eine Gesellschaft über, dir ihn bis vor 2 Jahren ausgebeutet hat. Das Dasaltsteinlager ist ziemlich erschöpft imb lohnt nicht mehr zum weiteren Abbau. Lange Zeit hat die Gemeinde wegen Ankauf des Geländes mit der Gesellschaft in Unterhandlungen gestanden. Hauptsächlich war es der Gemeinde daran gelegen, das Anschlußgeleise in ihren Besitz zu bekommen. Unser Bahnhof ist nur für Stückgutverkehr zugelassen. Durch das Geleise wäre es möglich, auch Waggonladungen von hier und nach hier zu befördern, während seither bei solchen größeren Güterverladungen die Betroffenen nach dem Bahnhof Reiskirchen fahren mußten. Doch konnten sich bisher Besitzerin und Gememde über den Preis nicht einigen. Für die Gemeinde bedeutet selbst bei niedrigem Kaufpreis der Erwerb eine starke Belastung. Andererseits hat das Anschluhgeletse auch nur für die Gemeinde Saasen Bedeutung; denn infolge der wenigen Zugangsstraßen nach den Rachbargemeinden erledigen diese ihren Güterverkehr an anderen Stationen. Ob der Abschluß des Kaufes noch noch zustande kommt, bleibt der Zukunft überlassen. Die Gesellschaft hat inzwischen bei Kesselbach Gelände angetauft und dort einen großen Basaltsteinbruch angelegt. _______________________ 431 lU offenbar gerade noch zulässiges Mindestmaß bringen. Das Uebrige macht er mit einer ausgezeich- neten Technik. Das muh ihm der Reid lassen: seine drei Akte sind elegant gebaut, und sein Dialog beweist, daß er Konversation machen kann. (Das können längst nicht alle Schwanlschreiber; wo denen der Dialog ausgicht, hat in der Regel ein weitgehendes Decollete das Wort. Das ist schastsspiel empfehlen sich am Ende: Stiefbruder und Braut, Freundin und Papa (der schon lange nach Wiederverehelichung lechzte). Dieweil der entlobte Bruder, als unheilbar entlassen, auf seine Junggesellenbestände an Freundinnen dank- barlich zurückgreift. Unter V o 1 ck s Spielleitung begab sich dies und sonst allerlei bei bester Laune vor und auf der Bühne. (Zwei Kleinigkeiten: der erste Vorhang tarn etwas langsam. Und die Braut erschien aus dem Rebenzimmer, wo sie doch „geruht" hatte, mit d"m Hut auf dem Bubikopf.) Cs spielten mit: Volck als gediegener Schwiegerpapa, halb seriös, halb unternehmungslustig;. Alix Krahmer und Susanne Heym. die beiden Wechselbäumchen; Schwanneke, der untaugliche Bräutigam, Baste, das ahnungslose enfant terrible, strotzend von Unverfrorenheit, K u r z h o f f, ein Bedienter von erprobten Qualitäten, und Jngeborg Scherer, das Dienst- mäbdien Berta. — Verständnisinniges Gelächter im Auditorium war die Probe auf verschiedene Stempel. Dr. Th. Frankfurter Theater. Heber die Bühne des Neuen Operettentheaters tänzelt „Messaline11 e", die neueste Operette Walter Brommes, Text: Richard Bars und Pordes-Milo. Die Inszenierung ist vorzüglich, die Ausstattung farbenprächtig, der Chor verstärkt und bekannte Gäste aus Berlin anwesend. Elli L e u x vom Theater des Westens singt, tanzt und spielt die Dioletta-Mesialinette und verfügt über schöne Stimmittel und Erscheinung, zwei Vorzüge, die bei Gießener Stadttheater. Hans Sturm: „Irrgarten der Siebe". auch bequemer.) Was begibt sich? Ohne Liebe oder „Liebe kein Schwank. Schwänke ohne weibliche Rollen müssen noch geschrieben werden. Im Irrgarten der Liebe aber spielt man auf allen Wegen das kindliche Spiel „Verwechselt, verwechselt das Däumchen!" und muß auch (würde Fontane gesagt haben), sonst wäre es doch kein Schwank. Friedrich Bauer hat sich verlobt. Deshalb will er seine junggesellige Freundin abschaffen, und diese soll eine schöne Villa verkaufen, die er ihr eingerichtet hat. Der reiche Schwiegerpapa erfährt aber, daß die Freundin noch nicht abgeschafft ist. Schwiegersohn in vielen Röten; gut, daß er einen Stiefbruder hat, seiner Sunden Maienblüte auf ihn zu wälzen. Ssiefbruder. als Dock zum Gärtner gemacht, verwechselt, ftatt zu arrangieren, die Freundin konstant mit der Braut, und umgekehrt (und muß auch ...) Wo bliebe sonst, beispielshalber, der sehr drollige zweite Akt in der ominösen Villa, wo es so lustig hergeht, daß man sich bald nicht mehr auskennt? Oder die geschickt ückzem^te Konfrontierung und Entwirrung des einer Operettendiva sehr gewichtig sind. Fritz Beckmann von den Zickelbühnen Berlin erfüllt die Gestall des Mohammed Riches ben Zoff, des falschen Eunuchen, der sich später als Vater einer sehr forschen Tochter entpuppt, mit unwiderstehlicher Komik. Als Dritter im Bunde der Gäste ist der in letzter Minute eingesprungene Max W i 11 e n z (Berlin) aufzuzählen. Auch er vertritt mit großer Beweglichkeit, als Schauspieler Othello Flips, das heitere Moment der Operette: seine Partnerin ist Lisa Rado, welche sich diesmal bis zur einzigsten Lieblingsfrau eines Paschas emporliebt. Curt Hampe-Rens Hussan- Bey ist noch der Seriöseste von allen. Er ist der arme Neffe eines schwerreichen Paschas und mutz, wenn er die Erbschaft seines Onkels antreten will, auch dessen großen Harem, nebst Lieblingsfrau Messalinette kontraktlich übernehmen. Zwar hat der Aermste gerade am gleichen Tag, da er die Nachricht vom Tode des Onkels (er ist verschollen) erhält, Violetta vom Casino be Paris geheiratet: was hilst's, er muß doch noch dem Schloß des Paschas fahren. Aber feine junge Frau folgt ihm, und da die echte Messalinette sich empfohlen hat, so tritt sie einfach an ihre Stelle und führt den guten Rene ein bißchen an der Nase herum. 2lm Schluß erscheint der oer- schollene Onkel auf der Bildfläche, und alles findet ein echtes, rechtes Operettenende. Ganz originell ist die Haremsversteigerung im letzten Akt. Jrn übriaen ist das Ganze ziemlich revueartig gehalten, der Chor sehr kurz geschürzt, die Couplets desgleichen. Die Musik Walter Brommes ist flott und bringt melodiöse Schlager und Rhychmen. Das Publikum er- labte Auge und Ohr und ließ sich alles doppell servieren. L- W- Man verlange ausdrücklich Giessener Brauhaus-Bierei Svmmerspielzeit! Die heitere Muse regiert die Stunde, und das Varcheimer Kurtheater präsentiert seine erste Äooität. Wie gut, daß wieder mal einer genügend Mut, Selbsterkenntnis und Bescheidenheit aufbringt, zu sagen: dies ist ein Schwank! Ohne uns mit falschem Ehrgeiz vorzuspiegeln: es sei ein Lustspiel, oder gar eine Komödie seiner Feder entflossen. Wie steht es mit Schwänken? Datz Unanständigkeit, 'm plumpster Form, zu ihrem Wesen gehöre, hat Ueberproduktion von Jahrzehnten hinlänglich darzutun sich bemüht. Daß Unwahrscheinlichkeit ihr Lebenselement ist, hat gleiche Ueberproduktion zum Gesetz erhoben. So ist die Stufenleiter für Schwank — Lustspiel — Komödie: Unwahrscheinlichkeit — Möglichkeit — Votwendigkeit. (Die dramatischen Voraussetzungen der drei Gattungen.) Oder: Marionetten — Typen — Menschen. (Die Träger der Begebenheiten.) Oder: Gelächter — Lachen — Lächeln- (Die Stufenleiter vor dem Vorhang; die Ausdruckssormen der Anteilnahme E Diesmal? flüchtiger Versuch, den Schwank als Gattung abzugrenzen. Im Besonderen und zur Sache- Hans Sturm, vom „Extemporale her wohlbekannt, hat nicht nur jenen Mut, von dem oben aesvrochen wurde. Er konnte auch dre eben- -•‘vimLviunmiiy ' ss falls erwähirte Frivolltät auf ein für Schwänke Klumpens im Schlußaft? Als Paare rm Gesell- Kreis Friedberg <£ Bad-Nauheim, 25. Mai. Der Hauptpunkt der jüngsten Stadtverordneten- i i y u n g, die Beratung des Voranschlags für 1926, wurde von der Tagesordnung abgeletzt, nachdem ein Vertagungsantrag der Stadtperorone- ten Krauß und Rößler eine knappe Mehrheit gefunden. Die Verwaltung hätte den Voranschlag als dringliche Angelegenheit gern noch vor Pfingsten unter Dach und Fach gebracht gesehen. 3m übrigen wurden u. a. folgende Beschlüsse gefaßt: Für das Reit-, Spring- und Fahrturnier, daß die Turmerabteilung des Reichsverbandes, Sportkartell Berlin, am 5. und 6. Juni hier abhält, wurde mit großer Mehrheit (dagegen sprach der Redner der Linken) eine Garantiesumme von 2000 Mk. bewilligt und außerdem 1000 Mk. zur Anschaffung von drei Preisen für eine „Konkurrenz der Stadt Bad-Nauheim . Gutgeheißen wurde ein Beschluß des S ch u l o o r st a n d e s , die in Anlehnung an das Volksschulgesetz die P f l i ch t st u n d e n z a h l für fortbildungsschulpflichtige Erwerbslose auf 20 Stunden in der Woche festsetzt. Rach dem das Landesamt für das Bildungswesen die Einführung des Schwimmunterrichts in den Schulen angeordnet hat, soll auch hier der Klassenunterricht für die oberen Klassen diirchgeführt werden. Beschlossen wurde von den Stadtverordneten, das städtische Schwimmbad fijr diesen Zweck unentgeltlich zur Verfügung zu stellen, außerdem sorgt die Stadt für Gestellung eines geprüften Schwimmlehrers, der in der Person von Turn- und Sportlehrer Lehmann vom Turn- verein 1860 gewonnen wurde. Der Unterricht ist für die Schüler kostenlos. Unter Besprechungen wurden, wie in der vorigen Sitzung, wieder B e - s ch w e r d e n gegen den von einer Privatfirma von der Stadt nach dem W a l d h a u s und dem 3 o - hannisberg eingerichteten Autoverkehr vorgebracht. Einmal sei er auf den schmalen Wegen eine Gefahr für den Verkehr, auch störe er die Ruhe des Badeortes, dann aber würde das alteingesessene Kutschergewerbe, das seit dem Kriege sowieso schon von 85 Droschkenbesitzern auf deren 56 zurückgegangen sei, weiter geschädigt. Der Bürgermeister teilte dazu mit, daß die Verkehrsangelegenheiten dem Polizeiamt unterstehen und Beschwerden infolgedessen an das Kreisamt oder dgs Ministerium zu richten seien. — Die Ortsgruppe Bad-Rau- bcim des Hessischen Iagdklubs veranstaltet am nächsten Sonntag, wie in den Vorjahren, wieder ein großes Tontaubenschießen. Die Tontaubenstände am Goldstein beim Bahnhof sind bekanntlich die einzigen in Deutschland, die vollständig elektrisch betätigt werden. Das Schießen besteht aus vier Konkurrenzen, darunter ein Vorgabeschießen wie auch ein Trostpreisschießen, so daß auch den weniger geübten Schützen Gelegenheit gegeben ist, einen Preis zu erringen. Es wird eine rege Beteiligung aus ganz Oberhessen erwartet. Auch der Gießener Iggdklub hat bereits gemeldet. Besonderem Interesse begegnet das Försterschießen. Das Schießen ist reichlich mit Preisen ausgestattet, darunter ist ein sehr wertvoller Preis der Bad- und Kurverwaltung. pb. Butzbach, 25. Mai. Die Weiterberatung des städtischen Voranschlags wurde am Donnerstag und Freitag zu Ende geführt. Einen breiten Raum in der Debatte nahmen die Kapitel Kleinkinderschule, öffentliche Wohlfahrtspflege und die Stadt-Fortbildungs» und Oberrealschule ein. Zu triefen Kapiteln wurden seitens der Linken eine ganze Anzahl ErhShungs- anträge gestellt, die aber abgelehnt wurden. Genehmigt wurden die von der Stadtverwaltung vorgeschlagenen Beträge, und zwar für Wohl- fahrtspftege 30 000 Mk, für die Stadtschule • 18 500, die Fortbildungsschule 3600 und die Oberrealschule 28 220 Mk. Für Unterstützung an Klein- l rentner wurden 7000 Mk. und an Sozialrentner 16 000 Mk. genehmigt. Für Unterhaltung der * Stadtmauer wurden 600 Mk.. als Rücklage . zur Herrichtung des Marktbrunnens in r seiner früheren Gestalt 500 Mk. bewilligt. Der Anteil an Reichssteuern (Einkommen- und Körperschastssteuer) beträgt 37 260, an Umsatzsteuer 22 940 Mk. Allgemeine Heiterkeit entstand, als Oppenheimer (Komm.) sämtliche G e» meinde-Amlagen in Höhe non 159007 Mk. ablehnte, dagegen aber den Antrag stellte, die Stadt solle ein Kapital von 300 000 Mark aufnehmen, wovon 200000 Mk. für Wohnungsbau, 50 000 Mk. für Straßen und 50 000 Mk. für Erbauung eines Dolksbades verwendet werden sollen. Dieser Antrag wurde selbstDas Lachende Haus. Roman von Sophie K l o e r ß. 26. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Thora und Ille nutzten die letzten Tage zum Schlittschuhlauf. Abends, wenn das Tagewerk getan ;öor, wenn nach den sonnigen Mittagsstunden der Vollmond über dem Strom stand und Nachtfrost brachte, schnallten sie die Eisen unter und liefen um die Wette hin über die weite spiegelnde Fläche. Ille war die Fluchtigere, die Geschmeidigere, ober Thora wurde nie müde, dauerte aus, und wenn es Stunden währte, atmete kaum schneller nach einem Wettlauf und wußte nicht, was müde Füße und Schmerzen in den Beinen waren. Im Winter zuvor war Heider oft ihr Begleiter gewesen, in diesen Wochen ließ er sich nicht sehen. Seit er Margrit Bunten zur Bahn gefahren und den vergnügten Abend bei Aepfeln und Pfeffernüssen abgehalten hatte, am er nun auf den Hof, um seine landwirtschaftlichen Angelegenheiten zu erledigen. Lr hatte an jenem Abend eine wahnsinnige Sehnsucht empfunden, dies belle, frohe Haus, dies starke, lachende Mädchen endlich ganz zu besitzen: er wußte, lange hielt er es nicht mehr aus, so still wartend neben ihr hinzugehen. — Und dann — — dann war es aus, dann konnte er nicht mehr kommen wie jetzt, bann mußte er einen andern an seine Stelle treten lassen, einen, der nicht sorgte wie er, der nicht sein ganzes Herz an das lachende Haus gab —. Also hieß es, die Versuchung meiden. Er ging Thora aus dem Wege: und sie suchte ihn nicht. Aber bann — es war wunderlich — begann sie doch, ihn zu vermissen. Die Mutter war nun schon zehn Tage in Hamburg, man hatte dies und jenes zu besprechen — man brauchte einmal den Wogen und ein andermal einen Arbeitsmann in der Scheune, und immer mußte Piepenstehl das Telephon sein für die gegenteiligen Mitteilungen. Da ertappte sich Thpra bisweilen, wie sie am Flurfenster stand und aussah nach dem Wagen aus Gottesgabe, wenn der oorüberfuhr zur Bahn, ober nach bem Fuchs, besten Hufschlag sie zum eigenen Erstaunen plötzlich von allen andern unterscheiden tonnte, und baß sie sich freute, wenn sie bie schlanke Männergestalt mit bem schmalen Kops und bem verständlich abgelehnt und nach weiterer UN' wesentlicher Debatte der städtische Voran» schrag im Gesamtbetrag pyn 407 000 Mark genehmigt. Weiter wurdm bann z>nn Ausbau von Wohnungen im Benderschen An? wesen in der Hirschgasse und dem Gläßuerscym Anwesen in der Weiseler Straße insgesamt sechs Wohnungen zu 2 bzw. 3 Zimmer ein Betrag von 13—20 000 Mk. besonders bewilligt, der durch Anleihe aufzunehmen ist. Freitag abend ging d Beratung der Boranschlüge des Elektrizitätswerks, 6es Wasserwercs und des Armenfonds flott von statten. Daß dies möglich war, wurde durch die Aichtanwesenheft des Stadtv. Oppen» Heimer (.Komm.) bewirkt. Er hatte wohl ein? gesehen, daß seine Anträge uM> Ausführungen doch zum größten Teil nicht ernst genommen werden, und es deshalb vorgezogen, d.'.rch Abwesenheit zu glänzen. Die Voranschläge prZ Elet- trizitiüswerks im Betrage von 199 00) Mk., des Wasserwerks im Betrage pog 53 203 Jti. und des Armenfonds im Betrage von 21 loo Ml. wurden nack) unwesentlicher Debatte genehmigt- * Butzbach, 25. Mai. Die hiesig^9berreg l s ch u l e feiert am 12. und 13. Su.ii das Fest ihres bOjährsgen Bestehens als Höhere Lehranstalt. Als Fortsetzung der alten Lat-einschule wurde die Schule am 12. Supi 1876 als Höhere Bürgerschule wieder ind'ßeben gerufen, 15 Jahre später wurde sie staatliche Realschule, und in blefem Subiläumßjahr 1926 ist sie Oberrealschule gewogen. Zu dem Fest werden eine sehr große Anzahl ehemaliger Lehrer und Schüler erwartet, die nach so langer Zeit diese Gelegenheit benutzen werden, die Stätten ihrer Jugend und ihre äkten Schulkameraden wiedertzusHen. Lkreis Büsittgeu. nd. Aid da, 24. Mai. Heute sanden sich hier die aus unserem Kirchspiel stammenden Siebzigjährigen zusammen, um die Wiederkehr ihres Konfirmativnstgges mxh einmal feierlich zu begehen Bon 59 Konfirmanden des Jahres 1870, die damals am zweiten PfingstfÄertage vom Kirchenrat Hof- meyer in der hiesigen Kirche konfirmiert worden waren, sinh nur noch 14 am Lehen, 7 Männer und 7 Frauen, die sämtlich am Gottesdienste teilnahmen. Der Bsädchisnchor des Frauenvereins verschönte durch zwei passende Lieder die fird)* liche Feier, in der Pfarrer Laut eine herzliche Ansprache an ben tleinen Kveis ber Jubftare richtete. Ein gemeinsames Mittagessen und gemütliches Zusammensein im Gasthaus zur Krone vereinigte einige Stunden die Feiernden, von denen sich manche seit vielen Jahren nicht wieder gesehen hatten und wichtige Schicksale ihres Lebens gegenfettig austauschten. Kreis Schotten. Schotten, 25. Mai. Der bekannte Prä - m i e n m a r 11 fand hier bei schönem Sommerwetter statt. Der Besuch aus bem Vogelsberg war infolge« beffen sehr stark, so daß das Kreisstädtchen von Menschen wimmelte. Der Auftrieb an Vieh war recht gut, bas Zuchtmaterial war vorzüglich; man schätzte dje Zahl ber aufgetriebenen Vogelsberger und Simmentaler Zuchttiere — Bullen, Kalbinnen unb Kühe — auf etwa 150 Stück. Für biese ftanb eine beträchtliche Geldsumme zur Preisbewertung zur Verfügung. Mit bem Prämienmarkt waren verbunden Pferbemarkt, Krömermarkt, Rinboiehinarkt, Schweinemarkt unb — wie sich ber Vogelsberger scherzhaft ausbrückt — ber Leutemarkt. Bürgermeister Mengel - Schotten eröffnete den Markt burch eine Ansprache, in der er dem Vertreter des Lanbwittschaftskammer-Ausschusses für Oberhessen, Tierzuchtinspektor Richtberg-Gießen, Kreisdirektor Geheimrat B ö ck m a n n • Schotten den Dank ber Marktkommission und der Stabt Schotten übermittelte. Der Handel in Schweinen ging außerordentlich flott, bie Ferkel waren hoch im Prelle, ein ß^7 Wochen altes Ferkel kostete 50—60 Mk. Der Handel in Rindvieh ging noch verhältnismäßig gut, besonders bewundert wurden bie züchterisch außerordentlich wertvollen Vogelsberger Bullen, Kühe unb Rinder. Von der Prämiierung der Vogelsberger Zuchttiere seien folgende Züchter für hervorragende Leistungen erwähnt: 1 Bullen: 1 Preis (20 Mk.) Schlörb-Schotten, 2. (15 Mk,) W. Kunkel-Burkhards, H. Schneider- Larbenbach, 3. (10 Mk.) K. Rahn-Altenhain unb Herrn. Ort-Altenhain: Anerkennung L. Deibel- Götzen und K. Geist-Altenhain. 2. Kalbinnen: 1. O. Hartmann-Rudingshain, 2. Bürgermeister Deubel-Rudingshain. 3. Jüngere Kühe: 1. W. braunen Raubrittergesicht im Wagen oder auf dem Pferd erblickte. Daß nur Ille das nicht merkte! — Wie die spotten würde! Gar nicht auszudenken, das! — Wenn man seit Jahren über jeden Verehrer gelacht hat, bann kann man doch nicht mit einemmal zarte Geständnisse machen! So lange hatten sie miteinander gelacht unb gespottet, baß ber Mut zum ernsten Vertrauen fortgelacht war. Gut, daß Mutter unb Rose morgen kommen, dachte Thora. Wir sind hier zu allein. Tante Kallies ist ganz nett, aber doch nur fürs allgemeine. Für das Persönliche kann man nur eine Mutter brauchen. Unb — dachte sie — manches Mal nicht einmal bie. Sie ging zu Ille, die in heller Seligkeit ihre Rosen betreute. „Morgen gehen bie ersten zwölf ab nach Hamburg, Thora! Zwölf halboffene Rosen, Thora! Ermißt du die ganze Bedeukung der Sache? Ein Dutzend! Im nächsten Jahre können es zehn Dutzend fein. — Sieh mal her: Ist diese Marie Baumann nicht entzückend? Unb die Kapitän Ehristy, bie so sanft aussieht wie unser Rosetind. — Gott, Thora, freust du dich auch so wahnsinnig, daß sie morgen kommt? Unb Mutter mit ihr? Ich hab' solch Gefühl, als wäre Mutter nicht zwölf Tage, fonbern zwölf Jahre fortgewesen." „Wenn Rose nur bie Fahrt gut verträgt! Was ist das nur, baß sie so apathisch ist unb sich nicht einmal gefreut hat als Mutter zu ihr kam? Du sollst sehen, da steckt noch etwas anberes dahinter," „Jens Appelbom." „Laß endlich mal Jens Appeldorn! Er kommt nicht, und Rose redete nie von ihm. Aber du denkst immer noch" — sie stutzte. „Denkst hu vielleicht selber zu oft an ihn, Jlle?^ „Ich? An Jens Appeldorn? Hast du eine Ahnung! — An den reellen, gedeihlichen Jüngling? — Thora, man merkt, daß wir hier zu lange in der Einsamkeit gesessen haben. Oder ist dein eigenes Herz nicht mehr jntakt?" Sie legte die Rosen sorgsam auf nasse Watte unb trug sie in den Keller Morgen nahm Frau Kallies, bie zur Stadt fhr, sie mit. War es auch nur ein Trinkgeld, dieser erste Berdienst, Spaß machte es doch. Wenn man nichts andres hatte. Zünnel-Betzenrod, 2. Kgrl Lotz und 3. Hch. Rjn- kenberger-Betzenrsd. 4. Weitere Kühe: 1. B:r- germcifter Deubel-Rudingshain UNd Heinrich Frjtz- Wohnfeld, einen weiteren Preis erhielt Th. Mijlle\9 Rudingshain- ld. Schotten, 25, Mgi.^D?r vordere Vogelsberg scheint eben das Arbeitsgebiet von Hühner- hieben zu fein, die in jedem Falle ganze Arbeit leisten. So wurden binnen kurzem in Ulfa 14 und 8, in Eichelsdorf 10, in D b e r l a i s 11 unb in Betzenrod 10 Hühner gestohlen. Da die Diebstähle sehr sachgemäß aus geführt sind, scheint es sich um gewerbsmäßige Diebe zu handeln, die, wie einige Fälle klar erweisen, mit ortskundigen Langfingern zusammenarbeiten und die Beute auf schnellstem Wege nach auswärts schaffen- * Rainrpd, 85. Mai. Die hiesige Beoöl- kerung begrüßt es freudig, baß die Kress, abdeckerei nunmehr im oberen Dierbach- ta l und nicht, wie früher geplant war, im unteren Teil des Tütchens errichtet werden soll, denn bei Nordostwind hätte sich die Anstalt für Eisenbahn, Landstraße unb Dorf unliebsam bemerkbar g0' macht. — Die ,,Läunobache r", die Bewohner der Wandervogelsiedlung im Tale des Läunsbgches, dreiviertel Stunden oberhalb Rainrod, hatten für den Nachmittag des ersten Pfingstfeierfages zu einer musikalischen Feierstunde im Grünen eingeladen, zu der sich eine sehr große Schar von Zuhörern aus den Nachbargemeinden einfand. Die gebotenen ernsten und heiteren Lieder im Volkston, Fahrtenlieder, Landsknechtslieder und Balladen fanden lebhaften Beifall- Diese Veranstaltung sowie die Besichtigung des selbsterbauten Hgufts mit seiner einfachen, aber sehr geschmackvollen Inneneinrichtung, werden wesentlich dazu beitragen, das Mißtrauen zu beseitigen, mit dem die einheimische Bevölkerung seither die Siedler beobachtete. Da es sich um katholische Wandervögel handelt, wurde die Siedlung als Jesuitenniederlassung bezeichnet und gemieden, bis sich nun allmählich ein Vertrauensverhältnis üe#ausbjlbet, und man fühlt, daß diese harmlosen jungen Menschen in ihrer Na- fiirlichkßit und Frische in vielen Dingen Vorbild für die Jugend fein könnten, T Ober-Lais, 25. Mai. Der Geldmangel, der besonders auf dem Gebiete des Bauwesens sich sehr hemmend bemerkbar macht, hat hier zur Wiederaufnahme alter Bauweise geführt. Ein hiesiger Landwirt, dessen Staftgebäude im Aovember v. 3. teilweise niederbrannte, hat jetzt das Fachwepk des Aeubaues ganz in der alten Art nrit Ruten ausflechten und mit Lehm bewerfen lassen. Auf den noch feuchten Lehm kam eine Kalktünche, in die mit einem Bündel kurzer Strohhalme allerlei Figuren eingestochen wurden. Die von zwei Leuten ausgeführte Arbeit förderte außerordentlich schnell und hat dem Bau ein recht schmuckes Aussehen verliehen. Schade, daß diese Technik nur noch von wenigen beherrscht wird. — Das Darniederliegen der Bau« tätigkeit wirlß in unserem Dorfe ganz besonders schwer empfunden, da ein großer Teil unserer männlichen Einwohner Bauhandwerker sind. Die Zahl der unterstützten Arbeitslosen ist Mit 19 sehr hoch. Zur Ausführung von Aotstandsarbeiten fehlen der Gemeinde die Mittel. Ein begonnener Wegebau liegt vorläufig still und kann erst weitergeführt werden, wenn es gelingt, Mittel der produktiven Erwerbslosenfürsorge dafür flüssig zu machen. § Ulrichstein, 25. Mai. Mit dem Beginn der Feldarbeit erreichen die besonderen Veranstaltungen der evangelischen Gemeinde während des letzten WinterS ihr Ende. Die bisher Dienstagabeirds gehaltenen Bibelstun den, die in diesem Winter neu eingeführt wurden, wapen durchschnittfich von 35 Frauen und Mädchen besucht. Auch die Jugend- abends, für beide Geschlechter getrennt, wurden abgeschlossen: sie beschäftigten sich mit mancherlei rsligiös-skttlichen Fragen, wie etwa der der rechten Freude, ferner mit dem Evangelium in Spanien, dem vertriebenen Salzburger Joseph Schaitberger. der Diakonifsenarbeit (Bericht von Kaiserswerth), der Gefängnis-Seelsorge (Flied- ner), dem christlichen General Feng rn China, dem Mädchenheim des Syrischen Waisenhauses in Jerusalem, dessen Balten-Waisenhilfe, den Märtyrern im Balteirland (Briefe aus dem Dol- schewiken-Gefängnis), Oberlin, Hermann Löns, auch mit der Aeußeven Mission (Togo); teilweise halfen Lichtbilder zu größerer Anschaulichkeit. Jeder Abend schloß mit Schriftbetrachtung, Gebet und Gesang: die Beteiligung war, bis auf „Ich geh' noch mal hinaus zum Schlittschuhlaufen. Kommst du mit?" „$)eute nicht, teure Schwesterseele! Du siehst, ich habe zu tun. Unb bu sollst es auch lieber lassen. Das Eis kommt in Bewegung." „Hier noch lange nicht. Acht Tage kann man noch laufen. Auf Wiedersehen!" Sie nahm auf bem Flur bie Eisen vom Haken, warf bie kurze, pesz- eerte Jacke über, drückte bie Mütze auf bie Zöpfe unb ging hinaus, über den Hof, den Heckenweg hinab zum Strom. Das Klappern von Pferdkhufen, ein Ruf hinter ihr: „Fräulein Bunsen!" „Ja!" Sie wandte sich nur ein wenig, „Laufen Sie heule lieber nicht mehr! Der Strom unb bie Flut stehen gegeneinander. Das Eis wird unsicher." „Ich bleibe dicht am Ufer, da rührt sich noch nichts. — Na, bist bu glücklich wieder mir, kleine Sina? Komm mit!" Ein Nicken hinüber zum Reiter, zum eben vom Pferde sprang, unb, von der blaffenden Hündin umsprungen, ging sie weiter. Heider Steffen gab bas Pferd bem alten Katenmann, daß er es in den Stall führe, und wandte sich zur Scheune. Dg luden zwei Knechte Stroh, daß von Kiekvondiek nach Gottesgabe gebracht werden sollte. Er gab seine Anweisungen unb blieb stehen, denn die beiden Leute waren Polgcken, denen er in bezug auf Rauchen während ber Arbeit nicht traute. Es wäre nicht bie erste Scheune gewesen, die so in Brand geraten wäre. Thra lauschte immer hinter sich, obgleich sie doch wußte, es kam ihr niemand nach. Heider Steffen hatte gesagt: „Warten will ich, aber Sie müssen es mir selber sagen, wenn Siß sich entschlossen haben. Fragen tu' ich nicht zum zweitenmal." Einen harten Kopf hatte er, einen ebenso harten wie sie. Wer hielt länger aus? Sie konnte doch nicht zu ihm gehen und sagen: „Sie fehlen mir! Ich bin ganz klein und artig geworden. Wollen Sie mich noch?" Ausgeschlossen! Saujenb flog sie über das Eis. Durch das wechselnde Tauen unb Frieren war bie ganze Fläche zum blanken Spiegel geworben. Unb der Wind schob sie fast allein über den Strom hin. Dina blaffte aufgeregt unb fuhr hinter ber Herrin brein, glitt aus, rollte, rutschte, Hefte vor Aufregung unb schnappte nach Thoras Kleib. Die lachte unb schwenkte sich im die Zeisen einer Grippe-Epedemie, gut: Mäd» chen bis zu 22, junge Burschen bis zu 18. Starkenburg. • Dar m stabt, ?5. Bsai. Ig Dieburg schoß sich ein 21 Jahre alter S chneider aus Liebeskummer eine Kugel in den Kopf upd verletzte sich so schwer, daß er in das Krankenhaus gebracht werden mußte. — Bor einigen Tagen wurde im Bahnhof Bickenbach die Leiche eines neugeborene» Kindes männlichen Gschlechtes gefunden- Aach beig Seklionsbefiind hat das Kind gelebt. — Sm Roßdorfer Walde wurde gestern die Leiche eines älteren Marines gefunden. Man vermutet, daß es sich um den seit einiger Zeit verschwundenen Pentner Schmidtmann handelt. WSR. Darmstadt, 25. Mai. Dem „Hess. Bofts'xeund" zufolge machte in Jives he m ein C'.nwohner feinem Lsben dadurch ein Ende, daß er einen Draht um das Handgelenk legte und das andere Ende des Drahtes über die Hochspannung warf. Der Loh trat augenblfikl'ch ein. Preußen.' ~ Arris Marhrrrg. sch- Marburg, ?5. Mai. Um die 95aitf tätigkeit nnsuregen, hat ber Magistrat bst, schlossen, für Wohnungsbauten Zusgtz- hnpotheken bis zur Höhe poy 50 Prozent ber gesamten Baukosten zu vergeben- Die Verzinsung der Zusatzhypothsken beträgt 9j Prozent, bie Tilgung 2 Prozent jährlich ab 1. April 1928. Voraussetzung für die Vergebung ber Zusatzhypotheken ist, baß ber Bauherr selbst 10 Prozent ber gesamten Baukosten aufbrinot, Ferner ist ein früher gefaßter Entschluß des Magistrats, nach bem Hausinstlmd- setzungsbarlehen in Höhe von 1000 Mark an bedürftige Hausbesitzer gegeben wurden, jetzt dahin erweitert worden, daß auch Hausbesitzer, bei denen Bedürftigkeit nicht oorljegt, Darlehen bis zur Höhe von 3000 Mark gegen hypothekarische Sicherstellung gewährt werden, unb zwar zu einem Zinsfuß von llj Prozent unb einer jährlichen Tilgung von 10i Prozent. Oberwefterwaldkres. 4 Höhn-Urdorf, 25. Mas. Hier wurde ein Mann wegen Sittlichkeitsvergehens an fünf- bis sechsjährigen Kindern verhaftet. A Gchönberg, 25. Mai. Der in unserer Gemarkung liegende Steinbruch scheint sehr rentabel zu sein, denn man ist bereits mit bem Bau einer Drahtseilbahn nach dem Bahnanschluß in Großseifen beschäftigt. Maingau. MSN- Frankfurt a- M-, 25. Mai. Am ersten Pfingsttage traf, von Heidelberg kommend,' ber Mi 1 waukeer „L i e d e r k r a nz" zum Besuche unsrer Stabt ein. Die etwa 300 amerikanischen Relfeteilnehmer mürben im Kaisersaal des Rathauses von Stadtrat H i \ l e r im Namen des Magistrats eierlich begrüßt. — 3m Hause Meichftraße 68 hat ich heute mittag 11.30 Uhr m ber im Erdgeschoß jelegenen Werkstätte ber „Stemwarte-Zeit"°Gesell- chaft ein schweres Explosionsunglück ereignet. In der Werkstätte mar ein besonderer kleiner Raum obgetrennt, in dem sich em Schweiß- apparat befand, unb der nicht mit feuergefährlichen Gegenständen betreten werden durfte. Trotz dieses Verbotes kam ein 14jähriger Lehx 1 ing mit einem Topf Benzin in den Raum. Dabei fing das Benzin gleich Feuer. Der Junge warf den Topf in der Angst zur Seite, wodurch die Kleiber von zwei jungen Leuten im Mer von etwa 18 Jahren Feuer fingen. Alle drei liefen mit brennenden Kleidern auf den Hof, wodurch bas Unglück bemerkt würbe. Die jungen Leute mußten mit schweren Branbwunden im Krankenhaus eingeliefert werden. Die sofort alarmierte Feuerwehr, die innerhalb drei Minuten an Ort und Stelle war, löschte das Feuer. Der Sachschaden ist groß. — Am 22. Mai, nachmittags gegen 6 Uhr, mußte in der Schnurgasse ein Polizeibeamter zu der Sistierung von 4 Personen schreiten, welche ihm Widerstand leisteten und ihn auch tätlich an* griffen. In derNotwehr mußte ber Polizeibeamte von feiner Hiebwaffe Gebrauch machen. Aus der angesammelten Menschenmenge versuchten junge Burschen, ihm den Säbel zu entreißen. Durch Hinzukommen von Beamten des Reviers konnten drei Bogen, der Hund flog geradeaus und bellte wild im Eifer. Sie trieben das Spiel nicht zum erstenmal. Draußen im Strom segelten große Eisfelder, los. gerissen von den Rändern, vom schwellenden Strom getragen, von der einsetzenden Flut zurückgedrängt. Es war, wie Heider gesagt: Der pressende Strom, vier Fuß über Normalhöhe, strebte der See zu, pon draußen drängte die Tide ihm entgegen, unb von Stunde zu Stunde stieg pr an. Man hörte das Krachen, wenn die Blöcke gegen die Eisränder stießen. Es knarrte, knallte, das Dröhnen lief weithin bis an bas Ufer. Unter ihren Füßen spürte Thora bas Zittern unb Reißen. Fein das! So gefiel es ihr! Sich ass Herr fühlen, ganz nah der anbrängenben Gefahr. — Der dumme Hunb! Jedesmal, wenn dies Schüttern durch das Eis ging, schrie er förmlich vor Aufregung, stemmte olle Viere gegen dgs Eis, starrte nieder und blaffte sie angstvoll an. Dann lachte Phora schmetternd los. Unb, sofort beruhigt, nahm Dina die luftige Jagd wieder auf. Wie weit hinaufgejagt war sie am Ufer! Kiekvondieks kahle Kastanien waren gar nicht mehr zu sehen. Und die Sonne sank hinter Wplkenbänftn, es wurde förmlich schwül, als käme an diesem Abend der Südwind selber hinter den Wassern drein, die er von den Bergen gejagt hatte. Das Mädchen nahm bie Pelzmütze ab und wischte sich den Schweiß von ber Stirn. Dina verstaub das als eine Aufforderung zu neuem Spiel, schnappte zu, faßte die Kappe unb jagte davon, dem Hof entgegen. ..Dina, was fällt dir ein? Hierher! Sofort hierher! Gehorchen hafte ber Hund nicht gelernt. Er fpang mit seiner Beute im Kreise, ließ sie fallen, riß sie wieder auf, sobald Thora heranschoß, sauste weiter. Unb sie — im Eifer des Spiels achtete nicht mehr genau auf die Bahn. Sah nicht auf die Strohwische, mit denen die geeisten unb nur leicht überfrorenen Stellen bezeichnet waren, fühlte plötzlich, wie bas Eis sich unter ihr bog, wellenb sank unb stieg — ein Ruck, ein Riß, da schoß sie in die Tiefe, stieß in ber nächsten Sekunde schon wieder empor, griff nach ber Eiskante^ die splitterte unter ihrer Hand, da begann sie hastig Wasser zu treten, kam an festeren Rand, gewann Haft, stemmte die Anne auf, atmete erlöst. Das war hart am Dunkel porbeigegangenl (Fortsetzung folgt) fenoaluien Ihre Kurse nicht behaupt fid) auf 151,5(1 und Brüssel au| 15: den. Poris senkte 6,7 Pfund Lebendgewicht in 165,7* 133,6» 30-64 1180.3* 20-55 43-46 4fi 15-53 35-65 188,63 in der ■" ■— ^77777777 Krüllschnitt eintr5hag-lÄb»k [Kiepenkerl Ubersw-ÄudeM Madaslra CBorlentnrk. (Ohne Gewähr.) 136.5* 136,7 133’ 132,7* 65-75 70-80 60-73 65-80 106,5’ 138.5* 125,5* 122,6 57 103,2 II 155,5* 1, 64 64,5 Banknoten. (Ohne Gewähr.) 73.5 31 122 49 40-55 35-60 25-52 40-46 notiert: Schafe Schweine Kälber 48-80 35-83 52-74 47-85 156,5* 106,6’ 13» 7* 22-60 30-62 17-55 24-65 25-54 20-58 14-60 17-58 15-58 13-55 20-60 28-61 25-50 34-51 40-60 30-50 30-55 40-50 70-80 64-78 45-75 70-83 65-80 60-76 70-83 60-80 60-72 55-78 70-81 Rinder 22-58 30-63 20-56 25-58 50-84 35-78 50-85 50-120 50-82 30-86 35-85 62-79 73-84 65-82 74-84 60-78 64-80 65-74 156.0- 106.5- 132' 127,7 I2ä 109,75 6.7 .... »3 gegen London. Auch Mailand vermochte den letzten Stand nicht 116,3* 116,5* <102,2 154 63 64.5 aufrechtzuerhalten und verschlechterte sich aus 130,50 gegen London. Warschau lag gegen Kahel unverändert mit 11,45. Devisenmarkt Detlin—Zrantturt a. M. Telegraphische Auszahlung (Ohne Gewähr.) fiepte Nachrichten. Das 28. Münchener Todesopfer. München, 26. Mai. (WTB.-Funkspruch.) 3m Krankenhaus rechts der 3sor erlag ihren Verletzungen eine Angestellte, deren Mutter sich ebenfalls unter den Toten befindet. Die Zahl der Todesopfer erhöht sich somit auf 28. 125.7* 119.5* 6.85 17 35.6 um '^3 I l-‘ "'S! 76,62 | 117,5 i 117.2- JRf 151,75 64 I 66,5 1 58.26 I Diese naturreinen, leichten, nicht parfümierten, überseeischen Marken, geraucht aus einer eleganten Oriainal-Oldenkott-PfeifeM, sind das Gegebene für den Kenner, Ihr Aroma ist sogar eine Freude für die Gattin^ zumal dann, wenn die Pfeife blitzsauber ist. Ein schönes Geschenk Ist stets eine „Original-Oldenkott-Pfette/** 156.5 131.9 87 125.5 Ä 6.7 103’ 66,4 109’ IP- I1K.4 122’ 50,5* 87,9’ 112 107 ^Berlin Bremen Breslau Lhemnitz Dortmund Dresden Düsseldorf Gsberseld Essen FrankfurtM. Hamburg Hannover Husum Karlsruhe Kassel Kiel Köln Leipzig Magdeburg Mannheim München Stettin Stuttgart Zwickau 70-80 60-75 34-69 50-110 50-79 30-125 54-88 68-90 30-88 58-84 45-78 26-61 25-64 25-63 30-64 15-63 16-60 15-63 65.5 66 99.75 66,9 62,5 108.13 108.62 120 120.75 122.25 50,12 83,75 106.5 103,75 58.5 186' 132' 52 99,5 70,25 181,8* 179,2’ 73 J 74.25 76.5 75.25 118 116,7’ 116,7’ - 116,5* Auf den nachstehenden Märkten wurden fyr ein Pfennig frankfurter (Getreidebörse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeiger-".) 3 r a n U u r t a. M.. 26. Mai. Gs wurden notiert: Weizen. Hktttrauer, 29,50—30 OK!.; Roggen, inländischer. 19^5-19,50; Sommergerste für Brauzwecke 22 -24; Hascr. inländischer. 21,50 bi» 23.50. Mais, gelb, 17.75; Weizenmehl, inländisches, Spezial 0 42 42.75; Aoggenmehl 28 bis 26.50; Veizenkleie 9.25 -9,50. RoggcnNeie 11; Erbsen 26 3ö; Linsen 40—70, Heu. süddeutsches gut. trocken. 9; Weizen- und Aoggenstroh 6—6,50; Treber, getrocknet. 15 Mk. Tendenz: fest. Berliner Produktenbörse. Berlin. 25. Mai. 3m Gegensatz zu der festeren Entwicklung am Bormitlag, eröffnete der amtliche Bormiltagsverkehr für Weizen und loggen nicht einheitlich, eher schwächer. Gerste dauernd still. Hafer zur Stunde ohne Geschäft, Mehl bleibt ruhig, desgleichen Futtermittel. 3m Zeitgeschäft war der Maiweizen durch einig« Begleichungen leicht gedrückt, während Juli ein« Kleinigkeit höher. September behauptet eröffnete. 3n Roggen sanden auch Herbstlieserungen, infolge de» Welterumschwunges, ziemlich beträchtliche Abgaben statt, so dass der Scpteinberlurs 1.50 Mark niedriger wurde, im übrigen stetig. SS notierten pro Tonne Aoggen (märf.) 176 bis 181, Sommergerste 187 bis 200, Gerste sink.) 169 bis 182, Hafer (märf.) 197 bis 208; Pro Dpppklze,,tner Weizenmehl 36.75 bis 39,50, Roggeninkhl 25 bis 26,50, Weizenkleie 10.50 biS 10,60, Aoggenkleie 11,50 bis 11,75, Biktonaerbsen 33 bis 43, kleine Speiseerbsen 25 bis 26, Futtererbsen 20 bis 25. Peluschken 20 bis 23, Ackerbohnen 22 bis 24. Wicken 28 bis AI. Lupinen (blau) 12 bis 13, Lupinen (gelb) 15 bis 17, Serradelle (neu) 38 bis 44. Rapskuchen 13,90 bis 14. Leinkuchen 18 bis 18,20, Trockenschniyel 9 80 bis 10,20. Soyaschrot 19,40 Pis 19,50, Kartoffelflocken 17. Oktober 1925 einen Interessengemeinschaft-vertrag mit den Wia'inglchen Portfand-Eornenl- und Waslyrkalkwericn in Münster L W. abgeschlossen Hal und infolgedessen fast ein Viertel der gesamten deutschen Zerneatproduktion erreicht, konnte im Berichtsjahr 1925 das Erträgnis sämtlich r Betriebe und Abteilungen von 3 382 715 aus 5 998898 Sm. steigern Einschließlich Gewinnvortrag ergibt sich nach Abzug aller Unfall en ein Reingewinn von 2 103 990 (126 181) Reichsmark. Während die St immaftien im Vorjahre dividendenlos blieben, beantragt die Verwaltung in diesem Jahre die 'Verteilung einer Dividende von 8 Prvz. auf das Aktienkapital von 19 8 Mill. Am und von 5 Proz. aus die Vorzugsaktien von 100 000 Am. Ferner sollen 99 820 Rin. den Reserven überwiesen und 62 433 Reichsmark vorgetragen werden. Buntes Allerlei. 103 Jahre alt. Aus Gelsenkirchen wird gemeldet Der hier wohnende Rentner Markus Elias feierte gestern seinen 103. Geburtstag. Der Alte, der unter dem Ramen der „alte Elias" weit und breit bekannt ist, wurde am 24. Mai 1823 in Lüdinghausen (Bez. Münster) geboren und hat fast feine ganze Lebenszeit in Gelsenkirchen zugebracht. Von Beruf ist der alte Herr Tierheilkundiger; seine Frau ist vor etwa 30 (fahren gestorben. Der „alte Elias" ist ein sehr starker Raucher, verschmäht auch heute noch nicht einen guten Tropfen und macht noch seine täglichen Spaziergänge Die Reise um die Erde in 30 lagen. Dienstagabend um 9.33 Ubr landete auf dem Berliner Flughafen Tempelhof mV einem Sonderflugzeug der amerikanische Journalist John Gold- ström, der den Weltrekord für die Umkreisung des Erdballes auf 30 Tage drücken will. Goldstr om flog noch nachts um 2 Ahr mit dem regelmäßigen Rachtflngzeug der Deutschen Lust-Hansa nach Königsberg weiter, wo er den Anschluß an die Deruluftmaschinc nach MoSkcru erreicht. Hochwasser der Wolga. Moskau, 25. Mm. (WTB. Funkjvruch.) Der Wasserstand der Wolga bei Saratow ist 14 Meter über dem normalen Stand. In Sysran sind 9000 Menschen und in Pokrowsk, der Hauptstadt der Re- vublik der Wolgadeutschen, 12 000 Menschen obdachlos. Verluste qn Menschenleben sind bisher nicht zu beklagen. Das Wasser st e i g t weiter. Von Banditen verschleppt. Wie dem ..New Bork Hergld" aus Was- hington gemeldet wird, haben mexikanische Banditen zwei Amerikaner, einen Vergwerksbesitzer und einen seiner Mitarbeiter, gefangen und in eine gebirgige Gegend Mexikos verschleppt. Äe Banditen fordern 6000 Dollar Lösegeld. Der Präsident von Mexiko habe eine Abteilung Truppen zur Verfolgung der Uebeltätcr und zur Befreiung der beiden Amerikaner entsandt. Reuyork, Lhikago, Philadelphia, Detroit: zusammen 12,3 Millionen Einwohner. Die letzten Nachweise über die Bevölterungs- entwickelung der Vereinigten Staaten nennen vier Millionenstädte, an erster Stelle Neuh ork mit 5 924 000, Chicago mit 3 048 000, Philadelphia mit 2 008 000 und Detroit, die Ford-Stadt, mit 1 ?90 000 Einwohnern. DaS Nationalvermögen der Staaten beträgt 550 Milliarden Dollar, bas Gesamteinkommen der Vereinigten Staaten wächst durchschnittlich jährlich um eine Milliarde Dollar. Berliner Börse. (Eigener Drahtbericht des ..Gießener Anzeigers"^ B e r li n , 26. Maj. Die seit längerem opr- hbrrschende Veranlagung der Börse erfuhr auch heute feine Veränderung. Der bevorstehende Ultimo wirkte sich nur durch leichte Realisationen der Spekulation aus, denen aus der anderen Seite größere Käufe des Prioatpublikums gegenüberstanden, das sich erstmalig wieder am Geschäft beteiligte. Noch während der ersten Stunde sah sich die Kulisse zu Deckungen veranlaßt, so daß die Tendenz einheitlich freundlich wurde. Die Hauptumsätze fanden wieder in einigen opezialwenen statt. Im Mittelpunkte standen Kohlenaktien, für die die zu erwartenden Entschädigungen für die Reparatipns- kahlenlieferungen stimulierten. Die ersten Kurse der Kohlenwerte konnten sich daher prozentweise befestigen. Auch die Aktien der I. G. F a r b e n » i n d u st r i e wurden stark beachtet. In Verbindung hiermit zeigte sich auch Interesse für Riebeck- Monson und R h e i n st a h l, die mit der Farbengruppe bekanntlich zusammenhängen. Die gestern vernachlässigten Elektro werte traten ebenfalls wieder stärker hervor und konnten teilweise mehrere Prozent anziehen. Der leichte Geld st and hielt unperändert an. Tagesgeld war zu 3,5 bis 5,5 und Mongtsgeld zu 5,5 bis 6 Proz. reichlich angedoten. Am Prioatdiskontmarkt herrscht nach wie vor Materialmangel, so daß verschiedentlich mit einer weiteren Herabsetzung der Notiz gerechnet wird. Im Depisenoerkehr konnten die westlichen Fron- rcichiiche Creditanstall Dcttbank Bochumer Sah ..... BudcruS ...... Caro Deutsch-Luxemburg ■ • Gelsenkirchener Bergwerke ■ Harpener Bergbau Äahroerte Aschersleben.... Kaliwerk Westeregeln .... llanrahütkc ...... Oberbcdarf Phönix Bergbau Rbem'lahl ....... Nicbecl Montan ..... TelluS Bergbau ..... Hamburg Amenlo Paket. . . Norddeutscher lilooo Lhermnijche Werke fllbm . . Zementwerk Heidelberg . . Pbilivv Hottmann . . , Anglo-CoM-Guano Chemische Mäher Alapin . K G starbenindustric, A.-G. Goldschmidt Holzverkohlung RütgerSwerle Lcheideanstalt «lln Elektrnuats-Gesellschaft Bergmann Mamkraitwerke . . , , . Echuckcr! . . . , .. . , Siemen» t Halske Adlerwerlc St lener Daimler Motoren ..... Henligcnstaedt ...... Megntn - Mortoenwerte Mann beim Frankfurter Armaturen ÄonfnrDtnfabrif Braun • . Melallgesell'chast Frankfurt • Pet Union A -G Lchutnabrlk Her« . . Sichel . . .... ^cllftoss Waldboi .... Zuckerfabrik Frankenthal . . -fuckerrabrtk Waobäulel IW 66,75 65,62 - 53.7.4 - 106,9 "1£ .HM 120 118.75 : D? 87,75’ 84.51 111,2* 106,5' 106,25 102 98,75 - 70,85 25 Mai 26 Mai «M'Iiche (Udö Ion rung Brr."' Ämtttche Nönernna >»eld Brie« Amu. Rot. 16s 96 168.54 16s.96 Bur» Airec 1,683 1.6hl 1.6*5 ,'lnito 13,00 13,94 13.25 13,27 (Ebri'ttnniü 00.70 »1.01 -0.64 90. So Lov-'nbagen 110,21 110.49 110,16 110,44 Clockdolfli Helnngior» 113,26 10.555 ll?695 112,21 IO, 55 112,52 s0.ß9 nialien 11.82 14.26 15.59 15 68 vondoii M. 4" «.451 l.Kti 20.4^12 20,434 4.-05 Neunork 4.I9-. 4,195 13.64 Port» 13.so 1.4.93 13,68 Schwelt dl. 175 hl.375 -1.22 81,42 Spa t:n 61.37 61,43 61.17 61,3.1 W Japan Hlo bc $an Wien in 3t Ceft- abgeft l.97j 0.689 1.973 9.640 59.27 59,41 59,2? 69,41 Prag Belgrad 12.418 12.458 12.(23 12J63 7.40 7.42 7.40 7.42 Buoapeft. 8ul arien l'mabon 5.665 5.885 Ä.hßS 5.887 3.06 3,07 j.O6 3,07 41,435 *1.87 21.52-5 -'I 435 -1.4' Dan»(g «opn nttn- Ihnen 81,07 sO. 87 917(i? 8,845 5.59 2.255 3.245 7.59 3.-55 5.6| Canada. 4.191 4,194 4,204 tlrnauon 4.305 ßp 4.305 4.315 irxantiurr a-M 'Berlin bd>iii . ’fur»’ Schluß- Änsang fiiir» •- Dapem: 85.5 26 5 25 5 26 5 "#l Temlche Rctch4onletbe 4»/,. Tcutiche Aelchsanleige S‘ -6/„ Tculkch- vtelch.-aiileib« 'S*. Deutsche tHeideinltihe Tcuuchc enarpramicnanltibt J/o preußische Sonfplö Deutsche Sertb Dollar-Anl. dl» Loli Schae Anireiina * ♦le Hollturirn 5*7O Eoldmerikaner •1.3937 0,46 V.L49 0.36 0,8? 100 18.18 <6.9 0,3925 18 46.4 0.390 0.36., 0,36'25 0.4475 0,23*a 0,365 0,36 M 12 0.3875 0,855 Serljn.Haj «eld Brisi «mertkantsche Adle,..... Belgische Noten . ... Taiuiche Noten ....... knolilche Noten ....... »ran^onsche Noten..... Holländische Noten .... gtilienische Noten...... Norwegische Noten . Deutsch-Oeslerr,-100 Kron«, Rumänische Noten Schwebische Noten Schwcacr Npten . , . Spanische Olprcn ..... Lschechollowakische Roten . . Ungarische Noieo 4,202 13.80 108.62 20,357 13.89 168,13 16,22 90.53 1,60 111.82 Mi 18,408 5.83 W Hu, 6 16,30 80.98 tH 118 48 81.(75 60,42 12,468 5.87 Für den Büchertisch err tafle von genialer Macht. 241 Berlin.) 266 gröber in Le fz g). 846 dem Schmöker angepaßt. 107 270 lammen. an den lieben Leser. 265 sicher viele Liebhaber finden. 252 deutscher Erzählkunst. 75 Jlr versäumen 171 Bi B 6r Be schildert wollen. 19'157 Bet gründe gehende antike Kultur., 242 dent Gegensätzlichkeit. 259 §171 daß N Jnt) Iper — Gustav Flaubert: Herodias. (Re- dams Unioersal-Bibliothek Nr. 6640.) Es ist ungemein interessant, den gewaltigen Herodias-Sa- iome-Stosf von Flaubert, dem großen Prosaisten, behandelt zu sehen. Trotz des verhältnismäßig geringen Umfangs ersteht vor den Augen des Lesers in unerhörter Plastik die in Uebersättigung zu- Pli dies Ein schi- wäf sie auch sein mögen, beseitigen helfen erziehen zur Achtung und Würde der Persönlichkeit. — Der Aufgang des Abendlandes, von John Macready (Verlag Wilhelm Dorn- Si hol ob, Iper gelei für und soll sittlichen 249 Ji Die1 - Die Deutsche Buchgemeinschaft, Berlin, tut Recht daran, ihren Mitgliedern Gustav Frehtags vcrühmten Roman „Soll und Habe n", diese immer noch unübertroffene Geschichte eines stolzen deutschen Kaufhauses, nach seinem Freiwerden in einer schonen zweibändigen Halblederausgabe zur Verfügung zu stellen. Mag vieles andere aus Frehtags Schaffen tote Literatur werden, „Soll und Haben" wird leben als ein Zeugnis bester 0it6e'v h — Der Drei-Masken-Verlaa in München hat mit Richt des Engländers S t e f e n f o n berühmten Roman „Die Schatz in sek" seiner Abenteurerreihe eingefügt. Es gibt kaum eine spannendere, mit soviel Phantasie und jagendem Tempo erzählte Seeräuber- und Banditengeschichte als dieses Buch. Leider ist die Ausstattung mit den flotten Illustrationen in der Qualität des Papiers zu sehr — Albrecht Schaeffer: Die tanzenden Füße. Mit einem Rachwort von Paul Alverdes. (Reclams Llniversal-Bibliothek Rr. 6631/32.) Beim Lesen dieser Erzählung konnte man im ersten Augenblick meinen, man habe es mit einer Gespenstergeschichte im Sinne Poes ober E. T. A. Hoffmanns zu tu»; wie aber der Leser durch die Landschaft des Hochmoors und an das Meer vor das verruchte Schloß geführt wird, wie ihm unmerklich Augen und Ohren geöffnet werden, zu sehen und zu fühlen, was nie sonst zu erleben ist, darin zeigt sich eine schöpferische Phan- ntJ sm 2 P 9t» lagu 9» ri-W Mts — Die Domherren. Roman von Aikolaj Ljeskow. Aeberseht von Gregor Iarcho. Leipzig, Hesse xl Becker Verlag. Geb. 4,50 Mk. Das Problem. das Ljeskow künstlerisch behandelt, ist uralt und doch immer wieder neu: der Geist kämpft gegen den Buchstaben. Wie Ibsens Pfarrer Brand huldigt der Propst Tuberosow dem Wahlspruch: Alles oder nichts. Tlnd deshalb hat er fortwährend Streit mit feinen Vorgesetzten Behörden, die natürlich auf ihrem Schein bestehen. Der Dichter hat es verstanden, uns diesen Charakter menschlich so nahe zu bringen, dast wir kaum noch danach fragen, wofür er kämpft. Wir sehen nur den ehrlichen, aufrechten Wann. 244 — Walter von Molo, 2m ewigen Licht. Preis in Ganzleinen gebunden 5,50 Mk. «Verlag von Albert Gangen in München.) — Mit leisen Fäden ist dieses Buch den beiden andern: „Auf der rollenden Erde" und „Boben- inatz" verbunden. Auch hier geht die Gestalt des „Sonderlings", des modernen Propheten Doben- matz durch das Buch. Durch unerhörte Spannungen und Erregungen gejagt, allen Fragen und Wunden der Menschheit gegenüber gestellt, vor das Forum des inneren Gerichtes gezogen, lebt und bebt der Leser in des Dichters Hand — oder in der Hand dessen, der sich des Dichtens bedient. Und das alles nur, weil ein ganz schlichter, ganz kindlicher, ganz „toefenb öfter“ Mensch, wie Angelus Silesius das nannte, geschildert wird, her. mit dem All aufs innigste verbxmden, durch die Welt geht und das tut, was er tun mutz. 222 — Freiligraths ausgewählte Werke. Herausgegeben von Ludwig Schröder. 6 Teile in einem Bande, mit 3 Bildnissen. 2 Abbildungen und einer Handschriftprobe. (Verlag Hesse & Becker, Leipzig.) — Freiligraths Dichtungen sind Klänge aus tiefster Brust, wenngleich nicht alles, was er geschrieben hat, lebendig geblieben ist. Deshalb genügt eine gute Auswahl, wie sie hier geboten wird. Der Band ist mit einer umfangreichen Einführung in das Leben und Schaffen Freiligraths versehen und enthält in seinem Textteil die Eedichtsammlung des Jahres 1838, ferner seine ileberfet)ungen aus dem Englischen «Scott, Th. Moore, Burns u. a.) und Französischen (Masser usw.), seine Mazeppa-Dichtung und eine weitere reiche Auswahl aus seinen Gedichten. in der auch die politischen und sozialen ausgiebig berücksichtigt wurden. Der in Druck und äußerer Ausstattung prächtige Band wird lungj inilf* über i fort. J Kn, «i1 drüclc Abruf währ« - quere haral nur _ cndgi Tölle Dtt < aller' Ser le — „Kritisches Lesebuch" von Alfred Polgar („2a und Rein", Schriften des Kritikers, Band I). 341 Seiten, Ernst Rowohlt, Verlag; Berlin 1926. — Hier findet man die Ernte jahrelanger 3ournaliftenarbeit im Theater gesichtet, geordnet, und die Lagesrezension aus ihrer Vergänglichkeit in einen stattlichen, interessant geschriebenen und lesenswerten Band gerettet (lesenswert auch da, wo man kritisch-ästhetisch anders eingestellt ist); die Rezensionen, sachlich in Gruppen gefaßt, beginnend mit Shakespeare, abschließend mit Pirandello, geben übrigens mindestens ebensosehr eine Spiegelung der Autor» Persönlichkeit, als des jeweiligen Theaters, Dramas, Schauspielers. 2n diesem Sinne äußert sich gleich zu Beginn das (recht offenherzige) Vorwort Proben aus der überwältigenden Fülle der Tagespost. Ein lehrreicher Blick hinter die Kulissen, den jeder gern tun wird, der mehr von Hindenburg wissen will, als seine Zeitung ihm melden kann. (Verlag für Kulturpolitik. Berlin.) 237 - Unter der Fahne Schwarzweih- r o t betitelt sich ein Erinnerungsbuch des ehemaligen deutschen Generalkonsuls in Odessa Wilhelm Ohnesseiß eines kerndeutschen Mannes, der ein langes Leben auf manch vorgeschobenem Posten im weiten Zarenreich dem Deutschtum diente und nun in lose aneinandergereihten Cr- innerungsblättern Ernstes und Heiteres aus seinem an Erlebnissen und Erfahrungen reichen Leben der Oeffentlichkeit gibt, seinem Volk zu Ruh und Frommen. (Verlag Gebr. Paetel. — Der Bauernspiegel von 2ere- mias Go11helf. 2m Verlag von Eugen Rentsch in München, welcher eine volkstümliche Ausgabe der Hauptwerke von Gotthelf heraus- gibt, die durch sorgfältig redigierte Texte und durch wohlfeile Preise bei guter Ausstattung sich auszeichnet, ist eben der Bauernspiegel erschienen. Es ist die Geschichte eines armen, verwaisten Bauemknaben, die sich unter der phantasiereichen Hand des Verfassers erweitert zu einem Panorama des Lebens auf dem Lande. Ein seltener Reichtum von Beobachtung und Kenntnis der Einzelheiten des Lebens geht Hand in Hand mit einem großen sicheren Blick in die Tiefen des Menschenherzens. — Was uns an Gotthelf immer wieder packt, ist, daß hier, in der Begrenzung des Schweizer Dorfes, die ganze vielgestaltige Fülle des Lebens gegeben wird, die enge Berner Welt, durchzuckt von dem Wetterleuchten der Rapoleonischen Zeit, sich uns zur großen, krausen, widerspruchsvollen und wieder lieben Menschenwelt erweitert durch die Kraft eines Menschengestalters, der für das Leiden aller Kreatur, für den Kampf gegen das Bose und den Sieg des Guten, wie Dante, Shakespeare und Goethe, ewige Symbole suchte. 228 — Von der entzückend handlichen, in bieg- fame£ Leinen gebundenen Du »ndruckausgabe der Ausgewählten Werke Friedrich von Stendhals läßt der 2nsel-Derlag rasch hintereinander neue Bände folgen. „Die Kartause -von Parma" ist in der Ueberfetjung des Frei- Herrn von Taube von einer bestrickenden Frische. Ein zweites Band enthält „Zwölf Rovel- 1 e n“, denen Arthur Schurig eine aufschlußreiche Einführung voran stellt. Sie sind im Gegensatz zu den großen Romanen noch viel zu wenig be- kannt ate dichterische Meisterwerke an sich nicht nur, sondern auch als Proven eines erstaunlichen Einfühlungsvermögens in die Zeit der Renaissance. Wer Stendhal noch in seinem Bücherschrank vermißt, wird ihn nur in den schmalen Bänden dieser 2nselausgabe haben Schöne Literatur. — C a t u l l: Sarmina. Lateinisch und deutsch. 9. Band der Tuskulum-Dücher (zweisprachige Ausgaben antiker Autoren). Bei Ernst Heimerau, Verlag in München, 1925. — Dies ist eine kleine, sehr reizend ausgestattete, tadellos gedruckte, synoptische Ausgabe des unsterblichen „über Veronensis“. Wilhelm Schone besorgte öie ileber- sehung, der im wesentlichen Heyses bekannte Verdeutschung zugrunde liegt. Aus knapp 90 Seiten der ganze Catull, alle 116 Gedichte, die wir besitzen; nichts fiel — in usum Delphini — unter den Tisch; alle Schönheit und Leidenschaft klassischer Liebeslyrik blüht einem auf den wenigen schmalen Seiten entgegen. Hnö man lieft diese Verse, wie wenn sie ein Zeitgenosse um 1926 geschrieben hätte. So sprechen sie zu uns, gegenwärtig, lebensfrisch und unmittelbar, und dennoch liegt auch der Zauber einer längst verschütteten, großen Welt über ihnen ausgebreitet. Ein kurzer Anhang faßt knapp die notigsten Bemerkungen zum Verständnis von 2nhalt und Versmaß, sowie ein Register aller Gedichte zu- Reisen — 25 000 2ahre alte Tiere E. W. Pfizenmayer in seinem soeben bei Brock- Haus erschienenen Werk „M ammutleichen und Urwaldmenschen in Rordost » Sibirien" (340 S. mit 118 Abb. und 3 Karten, Leinen 16 Mk.). Die Ausgrabung und Bergung der Mammute und. die Beschreibung der einzelnen Fundstücke ist hochinteressant. Die Fundorte waren nur in monatelangen Reisen zu Schiff, im Sattel, im Hunde- oder Renntierschiit' ten zu erreichen. Psilzenmayer hielt sich reichlich anderthalb 2ahre im fernsten Rordost-Sibirien aus, so daß er diese nordische Landschaft von ungeahnter Schönheit und Großartigkeit schildern kann. 3ahrten, Tungusen und ßamuten Hausen dort; sie sind in ihrer Kultur noch Hunderte von 2ahren zurück. Pfizenmatzer wohnte einer 2akutenhochzeit bei, die in Verbindung mit dem berühmten Kumysfest in althergebrachter Weise gefeiert wurde. Auch eine Skopzensiedlung hat er besucht. Mehrfach waren auch seine Berührungen mit den politisch Verbannten. Der Verfasser ist 2äger mit Leib und Seele, seine be'den Expeditionen und der Aufenthalt an den Fundstätten gaben ihm reichlich Gelegenheit zur 2agd auf Edelfalken und Adler, Schneehühner, Auerhühner, Gänse imb Schwäne, Bergschase und wilde Renn- tiere, Polarfüchse und Wol/e. So wird das Werk besonders auch, den Weidmann interessieren, um so mehr, als auch die primitiven Fallen imb Fangvorrichtungen der Eingeborenen unter Beifügung einer Reihe von Zeichnungen behandelt werden. Eine große Anzahl Abbildungen, darunter eine Reihe schöner Tiefdrücke und eine mehrfarbige Karte ergänzen das geschriebene Wort. 220 Ein Reisebuch, wie man es gern hat in der bunten Fülle der verschiedenartigsten Eindrücke und doch wieder zusammengehalten von der ordnenden, eingliedernden Hand eines Mannes feinster Kultur und großen Wissens schenkt uns Walther Reinhardt in seinem „Querte eit ein“, Reiseeindrücke eines deutschen Diplomaten nach dem Kriege (Verlag P. S. Mittler und Sohn, Berlin SW 68, Preis geb. 6 Mk.). Durch Tropensonne und Rewaeis, brasilianischen ilrtealb und Reuyorker Wolkenkrahergebirge, russisches Gefängnis und amerikanische Präriefreiheit, so kennzeichnet der Verfasser seK»st treffend den Schauplatz feiner Reifeskizzen in ihrer Jur Heimatgeschichte. — Hessische Biographien in Verbindung mit Karl Esselborn und Georg ßeljnert herausgegeben von Hermann Haupt. Band 2, Lieferung 4 (ßiefenmg 8 der ganzen Folge). Darmstadt 1926. Hessischer Staatsverlag. Arbeiten der Historischen Kommission für den Volksstaat Hessen. — Die eben ausgegebene 8. ßiefe- rung der Hessischen Biographien ist besonders reich an Lebensbildern auch weiteste Kreise interessierender Persönlichkeiten. Genannt seien der verdiente Offizier Generalleutnant 2ohann von Schäffer-Bernstein, der bedeutende Kartograph und hessische Generalstabschef im Kriege von 1866 Friedrich Christian Becker, der Begründer der weltbekannten chemisch-pharmazeutischen Fabrik Merck in Darmstadt Heinrich Emanuel Merck, der Darmstädter Verleger und Politiker Arnold Berg st räßer und der Darmstädter Advokat und Landtagsabgeordnete Karl 2ohann Hoffmann, ilnö Gießener werden besonders die Universitätslehrer Kaltenbach, 1883 bis 1378 Beiter der Frauenklinik, Christian ßudwig Wiener, später lange 2ahre Professor an der Technischen Hochschule in Karlsruhe, und der ßehrer des Französischen Chastel, der sich in der Gießener Franzosenzeit von 1796 bis 1913 gar manches Verdienst um Aniversilät und «Stadt erworben hat, interessieren, dazu der Schottener Steuerkommissär Klingelhoffer als Gründer Vogelsberger Hohenklubs. Offenbach ist durch 2akob Mönch, den Begründer der ßederwaren- industrie in Deutschland, und den Zeichner, Maler und eifrigen Turner Georg Bode vertreten, Mainz durch den um die jüdische Bildung hochverdienten jüdischen Schulmann und Theologen Michael Creizenach, den Seminarregens ß i e- bermann, den Förderer der Gesellenvereine Pfarrer Wilhelm Klepper und den Zahnarzt Galette, der in feinem Fache fast allen Zeitgenossen weit voraus war. Außerhalb Hessens endlich sind zu Ansehen und Bedeutung gelangt der Afrikaforscher Konstantin Reih, der Beiter der Frankfurter Anstalten für 3rmere Mission Gustav Schlosser, der Pariser Maler und Kunstgewerbler Georg Brunner, der Professor für Architektur am Frankfurter Städelschen 2n- ftitut Max Hessemer, endlich Wilhelm Hamm, Fabrikant und landwirtschaftlicher Schriftsteller in ßeipzig, zuletzt Ministerialrat in Wien. So bietet auch diese Lieferung gleich ihren Vorgängerinnen reiche Belehrung für die politische, Kultur-, Kirchen- und Familiengeschichte des 19. 2ahrhunderts unserer hessischen Heimat, aber darüber hinaus auch unseres deutschen Vaterlandes überhaupt, und ist so recht dazu angetan, Heimatsinn und Heimatliebe zu pflegen und anzuspornen, alle Kräfte zu tatkräftigem Handeln einzusehen. Alm das Werk auch den weitesten Kreisen zugänglich zu machen, hat die Historische Kommission den Preis der 8. Lieferung auf nur 2 Mark, den der Lieferungen 1 bis 7 auf je 1,50 Mark festgesetzt. — WilhelinHamm, 2ugenöcrinne» rungen. Bearbeitet, ein geleitet und erläutert von Karl Esselborn. Hessische Volksbücher, her- ausgegeben von Wilhelm Diehl. 55—57. Darmstadt 1926. — Wilhelm Hamm, 1820 in Darmstadt geboren, 1841 Schüler Liebigs in Gießen, später Fabrikant und landwirtschaftlicher Schriftsteller in Leipzig, zuletzt Ministerialrat in Wien, hat in einer Reihe von Aufsätzen über sein abwechslungsreiches Leben bis zu seinen Studienjahren berichtet. Diese durch scharfe Beobachtungsgabe und fesselnde, gefällige Schreibart gleichermaßen ausgezeichneten Bilder hat der Herausgeber zu einer fortlaufenden Darstellung vereint und mit einer Einleitung und erläuternden Anmerkungen versehen. So hat er uns mit einem wertvollen Beitrag zur Kulturgeschichte der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts überhaupt und zur Lokalgeschichte Darmstadts zur Biedermeierzeit im besonderen beschenkt. Die Schilderung Liebigs und seines Kreises, S. 171 ff., fjat für uns Gießener noch besonderes 2ntereffe. 16 gut wiedergegebene Bilder aus dem alten Darmstadt nach gleichzeitigen Werken und Gemälden aus den Jahren 1800 bis 1313 sind noch ein ganz besonderer Schmuck des Buches und trefflich geeignet, die „gute alte Zeit", von der der Band berichtet, dem Leser lebendig vor Augen zu führen. 278 Politik und Geschichte. — Von 2ames Bryce, dem berühmten englischen Staatsrechtler und Politiker, weltbekannt durch seine glänzende Darstellung des amerikanischen Verfassungslebens, liegt nunmehr auch das letzte große Werk ,.M oderne Demokratien" in einer dreibändigen deutschen Ausgabe des Münchener Drei-Masken-VerlageS vor. Mit dem großen Schatz der Erfahrungen, die er als Wissenschaftler sowohl, wie auch als praktischer Politiker (er war Minister in liberalen Kabinetten) gesammelt hat, trat er an eine Darstellung des Verfassungslebens der Demo» fratie im allgemeinen wie der speziellen Verfassungen einer Reihe maßgebender Staatswesen hercm. Eine große Objektivität, klarer Blick in die Verschiedenheiten der Volker und die menschliche Ratur befähigten ihn, ein Werk 3U schreiben, das alle Vorzüge der demokratischen Staatsverfassung, aber auch seine Rachteile scharf herausstellt. Es ist ein eminent politisches Buch, ein Quell der Erkenntnis für jeden, der politische Bildung sucht, der lernen will, es besser machen zu können. 379 — Von dem hier schon mehrfach angezeigten Sammelwerk Die politischen Parteien der Staaten des Erdballs erscheint soeben das Heft 12/18, in dem die Parteien in den Niederlanden, in Frankreich, Italien, Jugoslawien, Tschechoslowakei, Rumänien und Rußland von Fachmännern behandelt werden. Das Werk hat damit seinen Abschluß erlangt. Leider sind nicht vorgesehen Spanien, Südamerika, Griechenland, Bulgarien. Japan soll in einem besonderen Heft nachgeholt roerhen. (Regensbergsche Buchhandlung, — Hermann Stegemann, der Schweizer Dichter, den seine großen rnilttärpolitischen Werke in kurzer Zeit bekannter machten als eine stattliche Veihe guter Romane, bringt seine Betrachtungen über den Weltkrieg und seine Folgen, begonnen mit dem vierbändigen Werk über den militärischen Verlauf des Krieges, fvrtgeführt in dem glänzenden Werk „Der Kampf um den Rhein" in seinem neuesten Buch „Das Trugbild von Versailles" (Deittsche Derlagsanstalt in «Stuttgart, 1926) zu einem gewissen Abschluß. Das neue Werk stößt vielfach hart an die dem Verfasser gesetzten Grenzen des Möglichen. Es heißt, den Dingen, die hier zur Behandlung stehen, Gewalt antun, will man sie als strategische Aufgaben losen, die historisch gewachsen sind und politisch angepackt werden wollen. 3n einer stets neu zu bewundernden klaren Diktion werden diese strategischen Linien scharf herausgearbeitet, manch neuer Gedanke blitzt auf, manche Zusammenhänge werden klar, auf vieles fällt neues und interessantes Licht, Perspettiven öffnen sich, die dem Rurpolitiker verschlossen bleiben, aber ein allumfassendes Gesamtbild zu zeichnen gelingt dem Verfasser von seinem begrenzten militärpolitischen Blickpunkt aus nicht. Die Bedeutung des Buches als ein großartiger Versuch, die Gegenwart zu erkennen und auf neue Bahnen Wege für die Zukunft zu zeigen, bleibt durch die notwendige Einschränkung ungeschmälert. Es wird sich jeder mit dem Buch beschäftigen müssen — und die glänzende Darstellungsgabe Stegemanns macht dies zum Genuß —, dem es ernst ist mit der Sorge um künftige deutsche Politik. ' 151 — Zu einem dankenswerten Unter nehmen haben sich eine Reihe Professoren der Alniversität Halle zusammengetan. Als Riederschlag einer Sammel» Vorlesung „Der Deutsche und das Rheingebiet" erscheinen die Dorträge unter der Redaktion 2ohannes Fickers zu einem stattlichen, mit gutem und ausreichendem Kartenmaterial versehenen Bande vereinigt. Die Beziehungen der Westmark zum Reich in Volkstum, Sprache, Literatur, Kunst, Geschichte xtnb Wirtschaft, mehr als tausend 2ahre hindurch eng und enger geknüpft, werden mit der Gründlichkeit des Forschers, aber auch mit der klaren Darstellungskraft des akademischen Lehrers erörtert, um für die Gegenwart das historische Rüstzeug bereitzustellen zum Kampf um den deutschen Rhein. (Verlag der Buchhandlung des Waisenhauses, Halle a. d. S. Preis 16 Mk.) 166 — Der bekannte Münchener Historiker M D o e b e r I, einer der besten Kenner der bayerischen Geschichte des letzten Jahrhunderts, schildert im neuesten Band seiner «Schriftenreihe „Bayern und Deutschland" Bayern und die Bismgrckische Reichsgründung. Auf Grund gründlicher archivalischer Studien und an Hand zahlreicher beigefügter Dokumente gibt der Verfasser ein außerordentlich lebendiges Bild einer der interessantesten Epochen bayerischer Geschichte, zugleich einer der von Legende und 2rr- tum am stärkste» überwucherten Ausschnitte aus der Geschichte der Reichsgründung. Bedeutsam ist dieses Werk mit seinen Darlegungen über Bayerns Stellung zum neuen Reich, auch politisch für die Erkenntnis der historischen Gründe für den bayerischen Föderalismus, für die heute wieder akute Frage „Bayern und Reich". (Preis geb. 15 Mk. bei R. Oldenbourg in München.) 208 — C i n Tag aus dem Leben des Reichspräsidenten betitelt sich das ganz famos geschriebene Werkchen eines ungenannten Verfassers, der, sicher aus bester Quelle schöpfend, über das Leben und die Arbeitsweise des Reichsoberhauptes anschaulich plaudert. «Sine Bergeslast von Pflichten und Arbeit legt das hohe Amt den fast achzigjährigen Schultern unseres Hindenburg auf. 3n welch pflichtbewußter, frischer Art et sich ihnen täglich von neuem unterzieht, in welch hohem Grade Verehrung, Dankbarkeit und Liebe ihm aus allen Volks- teilen, aus allen Gegenden des Reiches, aus aller Welt entgegenströmen, zeugen einige Brief» — Kramer u. Friemann. Eine Lehrzeit. Von Fritz Müller-Partenkirchen. Mit acht Steinzeichnungen von Fritz Eggers. 13. bis 17. Tausend. Preis in Ganzleinen 6,50 Mk. (Hanseatische Verlagsanstalt A.-G., Hamburg.) Ein Buch deutscher Art und deutschen Geistes wie etwa Frehtags „Soll und Haben" wird uns hier in neuer, ansprechender Form geschenkt. Köstlicher Humor durchleuchtet wie Sonnengold die nüchternen Räume des Kaufmannskontors und der Warenlager, die de» Schauplatz dieser Geschichten abgeben — Geschichten, die oft die Tragik eines Menschenlebens umfassen. Eine vorzügliche Gabe für jeden Kaufmann, die diesen Königlichen Berus in so eindrucksvoller Weise schildert. Die Art der Darstellung sowie der persönliche Stil Fritz Müller' machen sein teohlgelungenes Werk deshalb so schätzenswert, weil es sicher auch von denen immer wieder mit Genuß gelesen wird, die vor Arbeit keine Zeit zum Atemholen finden und die darum eines Tages erkennen werden, daß sie viel — zum Schaden ihrer geliebten Arbeit — Verschiedenes. — Einen umfassenden üeberblid über zweitausend 2ahre indischer Kunst (einschließlich des Kunstgewerbes) gibt Karl Doehring unter Zuhilfenahme eines dankenswert reichhaltigen und gut toieöergegeße ’en Anschauungsmaterials in seinem Werk „2 n d i s ch e K u n st" ben Mitgliedern der Deutschen Buchgemeinschaft in Berlin. 165 — 2 o bannet Wolf, Sing- und Spielmusik aus älterer Zeit. Wissenschaft und Bildung Rr. 218. Verlag Quelle & Meyer, Leipzig. 1926. Der vorliegende Band ist in erster Hinsicht als Ergänzung des ersten Teiles der in der gleichen Sammlung erschienenen Allgemeinen Musikgeschichte des Verfassers gedacht und soll dem Fernerstehenden einen tieferen Einblick in die Formenwelt der Musikperiode vom 13. bis 17. 2ahrhundert geben. Daß 2ohannes Wolf jetzt in dieser populären Sammlung das Wort ergreift, ist sowohl vom Standpunkt des Fachmusikers als auch des Kunstfreundes sehr zu begrüßen; denn seine fast unermeßliche Kenntnis der einzelnen Quellen ließ ihn die üblichen Literaturbeispiele, die in allen «Sammlungen wieder- kehren und immer wieder weiter übernommen werden, vermeiden und überall charakteristische neue Beispiele (oft aus sehr schwer zugänglichen Quellen) bieten. Frisches Geben atmet einem aus diesen einzelnen Gaben entgegen: die primitive tote die entwickelte mehrstimmige Kunst der Kirche, die Musik des gemeinen Mannes wie des Gebildeten kommt zum Wort. - Ein Werk, wie wir in dieser Art noch keines besitze». Eine Fundgrube für jede», der der alten Musikliteratur nahesteht; recht geeignet, der alten Kunstübung neue Freunde zu gewinnen. 138 — Jacques Offenbach: „Orpheus in der Unterwelt". Burleske Oper in zwei Aufzügen und vier Bildern von Hector Crsmieux. Deutsche Bearbeitung von Ludwig Kalisch. Heraüsgeg. und eingeleitet von Georg Richard Kruse. — Erschien als Band 84 der Opernbücher in Reclams Universal- Bibliothek (Nr. 6639). — Dr. Max Kemmerich, Moderne Kultur-Kuriosa. (Kultur-Kuriosa. Dritter Band.) Preis in Leinen 8,50 Mk. Verlag von Albert Langen in München. Ohne irgendeiner Partei ober Konfession verpflichtet zu sein, zeigt Max Kemmerich in diesem Werke all die 2rt- tümer, Torheiten, Schwächen der Regierungen und Behörden, der Kirchen, Stände und Fakultäten, alle die Ungerechtigkeiten und Alngeheuer- lichkeiten der Inflationszeit und unserer glorreichen Gegenwart- Richt um zu tadeln und zum Haß aufzureizen, sondern um, und zwar auf eine höchst ergötzliche, humorvolle und oft pikante Art, eine stille Gemeinde anständiger, gerechter, humaner, frei forschender und sozialfühlender Menschen zu gründen ober doch die bestehende zu mehren. Dieses Buch soll Scheuklappen, welcher Art