Nr. 96 Erstes Blatt 176. Jahrgang Montag. 26. April 1926 Erscheint täglich,anher Sonntags und Feiertag«. Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. No»atr.Bezugspreis. 2 Rrichsmarl, und 20 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Richter- scheinen einzelnerNummern mfolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: Schriftleitunq 112, Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger riehen. Postscheckkonto: frtonffurt am Main 11686. Siebener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhefsen Vrvck und Verlag: vrühl'fche Unioersitälr-Vuch- und Stcinöruderei R. Lange in Giehen. Schnstleitnng und Geschäftsstelle: Zchnlstrafse 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm Höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Ne- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Neichspfennig, Platzvorschrift 20° , mehr. Chefredakteur Dr. Friedr Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton Dr H.THyriot: für den übrigen Teil Ernst Dlumfchein: für den Anzeigenteil Hans Iüstel, 'ämtlich in Gießen I ti 2 I V Das Volksbegehren auf Fürftenenteignung. Der Gesetzentwurf dem Reichstag nnterbreitet. — Der Standpunkt der Reichsregierung. Berlin, 24. April. (WB.) Amtlich. Die Reichsregierung hat heute beschlossen, den im Volksbegehren verlangten Entwurf eines Gesetzes über Enteignung der Fürstenvermögen dem Reichstage zu unterbreiten. Demgemäß hat der Reichsminiskdr des Innern eine entsprechende Vorlage an den Reichstag gemacht, die heute nachmittag dort eingegangen ist. Die Vorlage enthält einen B e - richt, der das Zustandekommen des Volksbegehrens feststellt. Dem Bericht sind vier Anlagen bei« gefügt, nämlich der Gesetzentwurf, eine lieber ficht über das Eintragungsergebnis, eine Darlegung der Reichsregierung zu dem Gesetzentwurf und eine gutachtliche Aeußerung zu der Frage der Verfassungsmäßigkeit dieses Entwurfes. Die Darlegung der Reichsregierung führt aus: „Die entschädigungslose Enteignung des gesamten Vermögens der Fürsten, wie sie der Entwurf vorsieht, widerspricht den Grundsätzen, die in einem Rechts st oate die Grundlage für jeden Gesetzgebungsakt zu bilden / haben. Die Reichsregierung vermag daher den Inhalt des Entwurfes nicht als brauchbare Unterlage für die Auseinandersetzung zwischen den Ländern und den ehemals regierenden Fürstenhäusern anzusehen und spricht sich auf das entschiedenste gegen die Annahme des Entwurfs durch den Reichstag aus. Dagegen kann nach Ansicht der Reichsregierung eine angemessene Regelung der Ausein- andersetzungssrage nach den Grundsätzen des zur Zeit der Beratung des Rechtsausschusses des Reichstage unterliegenden Entwurfs eines Gesetzes über die vermögensrechtliche Auseinandersetzung zwischen den deutschen Ländern und den vormals regierenden Fürstenhäusern (sog. Kompromihent- rourf) erfolgen. Die Regierung wird ihrerseits im verfolg ihrer Erklärung vom 26. Januar 1926 das Zustandekommen eines Kompromißen I w u r f e s mit allen Mitteln fördern und hofft, daß auf diesem Wege für die Auseinandersetzung zwischen Fürsten und Ländern eine Rechtsgrundlage geschaffen wird, durch die sich der weitergehende Ge- setzentwurs des Volksbegehrens inhaltlich e r - ü b r i g L“ Weiterberatung im Rechtsausschutz. Berlin. 24. April. 3m Rechtsausschuß des Reichstages erklärte zunächst Reichsjustizminister Dr. Marr, daß das Vo 1 ksbe - gehren wegen der Aufwertung noch dem Kabinett vorliege, aber unverzüglich an den Reichsrat weitergeleitet würde. Der Ausschuß wandte sich dann der Fürstenabfindung zu. Die Beratung wurde bei § 2 des Kornpro- mißgesehentwurfes fortgesetzt. Rach Ablehnung verschiedener deutschnationaler und sozialdemokratischer Anträge wurden die Absätze 2 bis 7 des ersten Abschnittes des § 2 angenommen. Dafür stimmten die Kompromißparteien: es stimmten aber auch d i e Deutschnationa- Len dafür mit Ausnahme des Abg. Cverling. Dagegen stimmten die Kommunisten, während die Sozialdemokraten sich der Abstimmung enthielten. Runmehr sollte folgender Absatz des § 2 zur Abstimmung gelangen: „Ist zwischen einem Lande und dem vormals regierenden Fürstenhaus und seinen Mitgliedern nach der Abdankung im Jahre 1918, aber vor dem Inkrafttreten dieses Gesetzes eine Gesamtauseinander- sehung erfolgt, so hat das Sondergericht aus übereinstimmenden Antrag der Parteien eine neue Gesamtauseinander- fetjung nach den Vorschriften dieses Gesetzes vorzunehmen.“ Runmehr beantragten di: Deutsch- nationalen, daß die Abstimmung über diesen Absatz ausgesetzt werde. Dem widersprachen die Kommunisten. Für die Aussetzung der Abstimmung stimmten die Deutschnationalen und die Kompromihparteien, die Kommunisten dagegen, während sich die Sozialdemokraten der Abstimmung enthielten. Die Abstimmung wurde ausgesetzt. Runmehr gab der preußische Finanzminister Höpker-Aschofs eine ausfühsrliche Darlegung des Standpunktes der preußischen Regierung zu dem Kompromiß und den dazu vorliegenden Anträgen. Der Finanzminister legte im einzelnen dar. wie die Wünsche des preußischen Staates gegenüber dem abgeschlossenen Vergleich durch die Anträge erfüllt werden. Darnach würde man etwa zu folgendem Ergebnis gelangen: An Grundbesitz würde das frühere Königshaus einschließlich der Rebenlinien nach dem Vergleich vom Oktober 1925 erhalten haben insgesamt etwa 514 000 Morgen, während dem Staate nur etwa 110 000 Morgen verblieben wären. Bei Annahme des Kompromißgesetzentwurfes würde der Staat darauf rechnen können, rund 347 000 Morgen Land und Forst zu erhalten, während dem Königshause nur 280 000 Morgen zufallen würden. An Barzahlungen sei dem Königshause in dem Vergleich vom Oktober 1925 eine Summe von 30 000 000 zugesagt worden, während nunmehr eine Barzahlung von etwa 12 Millionen Reichsmark in Frage komme. Angesichts dieses Ergebnisses und mit Rücksicht Der deutsch-russische Vertrag. Das Abkommen in Berlin unterzeichnet. Berlin, 24. April. (WIB.) Amtlich. Die Abmachungen mit der Sowjetregierung, über die bekanntlich feit längerer Zeit verhandelt worden ist, sind Im Laufe des heutigen Tages im Auswärtigen Amt unterzeichnet worden, und zwar auf deutscher Seite von dem Reichsauhcnminister Dr. Strefemann, auf russischer Seife von dem Botschafter Krestinski. Der Wortlaut der Abmachungen wird voraussichtlich am Dienstag veröffentlicht werden. Wie der „Lokalanzeiger" von parlamentarischer Seite erfährt, enthält das eigentliche Dokument vier Bestimmungen. Rach diesen sichern sich 1. beide vertragsteile Neutralität für jeden Angriff zu, der nicht von einer der beiden Parteien herbe i g e f ü h r t ist, 2. wird vereinbart, dah Deutschland entsprechend seiner bereits in den Locarnoverträgen fest- gelegfen Auffassung an wirtschaftlichen Zwangsmaßnahmen des Völkerbundes gegen Rußland sich nicht beteiligt, wenn der deutsche Vertreter einem solchen Beschluß des Völkerbundes nicht zugestimmt hat, 3. wird das bereits im Rapallooertrag vereinbarte deutsch-russische Freundschaftsverhältnis bekräftigt durch Förderung der beiderseitigen Wirtschaftsbeziehungen. 4. ist für etwaige Streitfragen, di' sich aus dem Vertrag, besonders aus Deutschlands Bindung in bezug auf Locarno und Genf ergeben könnten, die Anrufung einer Schieds- inftanz vereinbart. 3n der Anlage werden die einzelnen Vertragsbestimmungen erläutert. 3n dem beigefügten Rotenwechsel wird auf die Bedeutung des Art. 16 des Völkerbundsstatuts eingegangen. Dies geschehe, wie das „Berliner Tageblatt“ berichtet, in einer Form, die sich nicht von den von deutscher Seite bereits abgegebenen Erklärungen unterscheide. Dem „Lokalanzeiger“ zufolge soll der Vertrag durch Deutschland beim volkerbundssekretarlaf in Genf hinierlegt werden. Rußlands Autzenpolttik. Eine Rede Litwinoffs über den deutsch-rusischen Vertrag. Moskau, 25. April. (Telegraphenagentuc der Sowjetunion.) 3n der heutigen Schlußsitzung des Zentralexekutivkomitees der Sowjetunion, der auch der deutsche Botschafter Graf Drockd orf - Rantzau beiwohnte, erstattete der stellvertretende Auhenkommissar Gitter* n o f f Bericht über die auswärtige Lage, in der es heißt: Die gegenwärtige weltpolitische Lage wird gekennzeichnet durch die Diskreditierung des Völkerbundes und die Erschütterung der Locarnopolitik bei der letzten Völkerbundstagung. Unter dem Beifall der Versammlung gab Litwinoff bekannt, daß der deutsch-russische Vertrag abgeschlossen wurde und erklärte: Der deutsch-russische Vertrag beruht auf der Ueberjeugung der Regierungen beider Länder, daß es im Interesse der beiden Länder liegt, die auf gegenseitigem Vertrauen beruhende Freundschaft stetig zu festigen. Der vertrag enthält keine geheimen Klauseln, und es bestehen auch keine ergänzenden geheimen Protokolle. Der Berliner Vertrag stellt lediglich eine Präzisierung des Vertrages von Rapallo dar, der seine Entstehung den freundschaftlichen Bestrebungen beider Länder und der ilebercinftimmung ihrer Interessen und gefährlicher außenpolitischer Lage verdanit, in der sich damals die beiden Ländern befanden. Wenn alle Staaten der Welt eine Politik verfolgen würden, wie sie in dem türkisch-russischen und dem deutschrussischen Vertrag zum Ausdruck kommt, so würde das für die Sicherung des Weltfriedens unendlich mehr bedeuten, als alle bisherigen und lün- tigen Maßnahmen des Völkerbundes auf diesem Gebiete. Die Beantwortung der Frage, ob der Berliner Vertrag im Widerspruch zum Gei st e von Locarno stünde, hängt davon ab, welchen Z w e ck man mit Locarno verfolgt. Wird mit Locarno die Befriedung Europas bestrebt, so müßte jedermann den Abschluß des deutsch-russischen Vertrages aufs wärmste begrüßen. Denn aber Locarno den Zweck verfolgt, einen Block gegen die Sowjetunion zu schassen, so widerspricht der heute in Berlin unterzeichnete vertrag einem solchen Geiste von Locarno. Die Gewährung eines Kredites von 300 Millionen Reichsmark von Deutschland an Rußland ist ein günstiges Anzeichen für die Festigung der Zusammenarbeit beider Länder. Die hohen Zinsforderungen der deutschen Danken haben bisher eine Realisierung dieser Kredite noch nicht ermöglicht. Die interessierten deutschen Wirtschaftskreise mögen in Betracht ziehen, daß wir nicht beliebige Kredite suchen, sondern vorteilhafte Kredite. Es ist uns nicht möglich, von Deutschland Kredite zu ungünstigeren Bedingungen anzunehmen, als zu Bedingungen von anderen Ländern. Die Pariser Verhandlungen befinden sich im Stadium sachlicher Beratung. Don beiden Seiten sind konkrete Vorschläge aus- gearbeitet worden, die aber noch toeit auseinandergehen. Litwinoff wies dann auf das Erstarken der Tendenzen zu Gunsten einer Verstärr- digung mit der Sowjetunion in den Vereinigten Staaten hin. In offiziellen Rachrichten werde behauptet, dah als Dedingung für die Wiederaufnahme der Deziehungen und die Anerkennung einer Anleihe an die Kerenskiregierung gestellt werde, daß jedoch eine wohlwollende Behandlung der Gegenansprüche der Sowjetunion in Aussicht steht. Die Beziehungen zu England sind leider unverändert: doch weisen einige offizielle Erklärungen Symptome einer gewissen für die Sowjetunion günstigen Wendung auf. ©£>- bald die englische Regierung Moskau die Möglichkeit gibt, sich von dem aufrichtigen Wunsch, die Streitfragen zu regeln, zu überzeugen, wird die Sowjetregierung alles Erforderliche unternehmen, um Die englisch-russislchen Beziehungen über den toten Punkt hinteegzubringen. Leider verhindern gewisse innere, ebenso wie fremde Einflüsse die politische und wirtschaftliche Verständigung mit Polen. Von russischer Seite unternommene Derständigungsversuche scheiterten an dem Anspruch Polens, im Ramen sämtlicher baltischen Staaten zu reden, von denen es ein derartiges Mandat niemals erhalten hat. Die Sowjelregierung wird Polens Prolekloral über die baltischen Länder nicht anerkennen. Die Erneuerung des polnisch--rumänifchen Vertrages vermindert die Verständigungsaussichten mit Polen. Die Sowjetregierung schlägt allen baltischen Landern den Abschluß eines Reutralitätspaktes vor. Litwinoff betonte besonders die freundschaftlichen Beziehungen zu L i - tauen. Ohne jemals die tiefste Sympathie für die nationalrevolutionäre Bewegung in China verheimlicht zu haben, enthält sich die Sowjetunion. entgegen den tendenziösen Behauptungen, aufs strengste jeglicher Einmischung in die inneren Angelegenheiten Chinas und wird die Politik der Respektierung der Souveränitätsrechte des chinesischen Volkes und der Ausrechterhaltung normaler Beziehungen zu der zentralen wie Den lokalen Regierungen Chinas weiterführen. Die freundschaftlichen Beziehungen zu Japan blc/- ben eine der Hauptaufgaben der Außenpolitik der Sowjetregicrung. Die Vorgeschichte des Vertrags. Eine Äußerung des russischen Bot* schasters in Paris. Paris, 24. April. (WB.) Sowjetbotfchastcr Rakowski erklärte bezüglich des deutsch-russischen Vertrages: Ich lege Wert darauf, die wirkliche Geschichte dieses Vertrages festzustellen. Man hat in der Presse wiederholt erklärt, daß dieser Vertrag eine Antwort auf das A b - kommen von Locarno gewesen sei. Das ist nicht wahr. Die Besprechungen mit Deutschland, wie übrigens auch die Besprechungen mit Polen, um nicht von anderen Ländern zu sprechen, führt Rußland seit ziemlich langer Zeit. Das Ziel dieser Besprechungen ist, zwischen der Sowjetunion und diesen Ländern Beziehungen des Friedens und der dauerhaften Freundschaft zu schassen. Wir sind mit Deutschland schneller zum Ziel gekommen als mit Polen, und zwar wegen der umfassenderen Probleme, die unsere Rachbarschaft mit Polen auswirft. Aber wir hoffen auch mit Polen zum Ziele zu gelangen. ebenso wie mit den baltischen, Staaten, mit denen wir ebenfalls in Verhandlungen stehen. Was den Charakter der Verhandlungen mit Deutschland anbetrifft, so bestätige ich. daß dies ein Vortrag des Richtangreifens und der gegenfeiligen Neutralität ist. Als Grundlage für ihn dient derselbe leitende Gedanke, der seinen Ausdruck auch in dem Vertrag mit der Türkei gefunden hat, d. h. der Friede! Die Nolle Beneschs. Prag, 25. April. (TU.) Die Rachricht einiger deutscher Blätter, daß der deutsche Gesandte in Prag eine Demarche beim tschechischen Außenamt unternommen und dabei Dr. Benesch wegen seines Verhaltens zum deutsch-russischen Vertrag zur Rede gestellt habe, wird von der Prager Gesandtschaft dem Vertreter der Telegraphenunion gegenüber für unrichtig erklärt. Der Prager deutsche Gesandte Dr. Koch hat vor einigen Tagen im Prager Außenamt im Auftrag von Berlin vorgesprochen und Dr. Benesch lediglich Mitteilungen über d i e Absichten der Reichsregierung über den deutsch- russischen Vertrag gemacht. Als sich in der deutschen Presse über das Verhalten Dr. Vene'chs eine gewisse Beunruhigung zeigte, hat Dr. le* nesch am 22. April 1926 den deutschen Gesandten zu sich gebeten, um ihm die nötigen Aufklärungen zu geben. Beide Unterredungen spielten sich in den konziliantesten Formen ab. darauf, daß durch die Annahme des Gesetzentwurfes eine Beruhigung der Öffentlichkeit zu erhoffen sei, könne er namens der preußischen Staatsregierung erllären, daß Preußen sich mit dem Gesetzentwurf bei Annahme der neuen Abänderungsan träge a b f i n b c n könne. Abg. Dr. Cverling (Dtschn.) sah in den Ausführungen des preußischen Finanzministers den Versuch, unter der Draperie der Paragraphen an bestimmte Vermögensstücke bestimmter Fürstenhäuser zum Zwecke der Enteignung her- anzulommen. Er richtete an den Minister die Frage, welche rechtlichen und sachlichen Gründe ihn veranlaßten, den seinerseits von feinem eigenen Ministerium ausgearbeitclen, von der preußischen Regierung gebilligten und vom Könighause widerspruchslos angenommen und mit seinem eigenen Ramen unterzeichneten Vergleich jetzt um» zustoßen. Der preußische Finanzmini st er erwiderte, wenn sich nunmehr eine Sachlage ergebe, bei der es der preußischen Staatsregierung möglich sei, Forderungen, die sie für gerecht und billig halte, in weiterem Umfang als damals durchzusetzen, so würde D;e preußische Staatsregierung gegen ihre Pflicht verstoßen, wenn sie von der Möglichkeit nicht Gebrauch machte. Abg. Dr. Everling {teilte hierauf fest, dah also nicht rechtliche Gründe, sondern allein die politische Situation den preußischen Finanzminister veranlaßte, den mit fernem Ramen unterzeichneten Vergleich um ustohen. Es sei nicht zu rechtfertigen, wenn der preußische Finanzminister eine geänderte politische Situation ausnuhe, um viel mehr als das Vereinbarte zu erreichen. Rach Annahme des Paragraphen 3. der nur Fristbestimmungen über die Geltendmachung von Ansprüchen enthielt, vertagte sich der Ausschuß auf Dienstagvormittag. Der Auswertungs-Volksentscheid. Eine Erklärung des Tparcrbundes. Zu der amtlichen Berliner Kundgebung gegen Den Aufteertungsvollsentscheid geht uns vom Htzpothe'ei.gläubiger- und Sparer-Schuhverband für das Deutsche Reich eine Erklärung zu. in der es u. a. heißt: Was nach der Mannheimer Rede des Reichs- teirtschaftsministers zu e>warten war. ist rasch eil.getreten: Die derzeitige BerlinerRe- gierung versucht Den Volksentscheid für gerechte Aufwertung z u verhindern. Sie glaubt dies erreichen zu können auf dem Weg einer Auslegung Der Reichs/ersassung. Danach sollen „Gesetze. Die Die Folgen der Geldentwertung regeln", solchen Gesetzen gleichgestellt werden, bei denen Artikel 73 Absatz 4 den Weg Der Dolksgcsehgeburg beschränkt nämlich Den Haushaltplan, Den Abgabeng 'e en und Desol» Dungsverordnungen. Diese Auslegung widerspricht Dem Sinn und d e m Wortlaut Der Verfassung, chnushaltungsplan. Abgabcgefe. e Desokdungsverordnungen sind gant genau umschriebene und festgelegte Begriffe: man kann sie nicht beliebig erweitern, indem man einfach alles hereinnimmt, was auf^das öffentliche Finanzwesen von Einfluß ist. Sonst würde das Recht der Volksgesetzgebung ausTehvhlt. Jeder irgendwie belangreiche Volk-entscheid w rd auch das öffentliche Finanzwesen mehr oder wwii- ger beeinflussen. Auch bei Dem Fürsten-Enteig* nungsbegehren ist dies ja der Fall. Auch der Schutz Der Währung Den die amtliche Berliner Auslassung mit heranziehen teilt, kommt hier in keiner Weise in Betracht. Es ist durchaus unzutreffend, daß Die jetzigen Aufteertungs* gesctze Die ©ruaDlage unserer „Währung" sind. Die Festigung Der Währung ist vor Der Auf- teertungsgesehgebung und unabhängig von ihr erfolgt, und sie ruht in ihrer eigen n Sicherheit. Daß durch die Umweriu, gsgese;e, Die dem Volksentscheid unterbreitet werden sollen. Die Währung oder gar die ganze Wirtschaft erschüttert würde, behaupten nur Die Inflations* gctoinnler unD ihre Handlunger. Eine Inflation ist immer gemacht: eine neue 3n"la» tion ist ausgeschlossen, wenn man sie nicht machen will. Eine gerechte Umwertung verbürgt eine Gesundung Der ganzen Wirtschaft und damit c st eine endgültige Sicherung Der Währung. Li? jetzt, wenn man es auch noch »erborgen hält, tatsächlich auf schwankem GrunDe steht Die Auslegung. welche die augenblickliche Der.iner Regierung in Artikel 73 Absatz 4 geben teilt, ist also keineswegs sinngemäß Wir glauben vorerst nicht, daß Reichstag und Reichsrat h'e.zu ihre Zustimmung gele i würden. Ohnehin wü.de dieser Gesetzentwurf a s verfassungsändernd einer 2 3 Mehrheit bedürfe.r. Aber selbst wenn dieser Entwurf von den gesetzgebenden Körperschaften angenommen tecro i feilte, so wäre er ein Schlag ins Wasser. Denn Dann würde eben ein Volksentscheid sofort gegen Dieses Gesetz gerich'.et. und Dann auch gegen Den Absatz 4 des Artikel 73 Sturm g.lausen werden. Das fände sehr viel Gefolgschaft. Will das wirklich Die Reichsregierung? Ein Antray des Sparerbundes. Berlin, 25. April. (TU.) Wie Der „Lok- Anz." mitteilt, hat der Sparerbund in einer Eingabe an das Reichsjustizministerium zur Vorbereitung eines Volksbegehrens in der Aufwertungsfrage und zur Vern e'Dung von Rechtsverwirrung Die sofortige Einstellung Der Aulwiertungsv er fahren vor Grund- buchümlern und Auswertungsstellen bis auf die allerdringendsten Fälle beantragt Die gleiche Aus eine 2. Kammer- und fünf Senatsmandate. Die B u l- > n in der Dobrudfcha erhalten fünf Kammermandate. 3. 4. neun j gare Stockholm, ftederin Ellen K e aller Welt Ellen fiey f- Kleine politische Nachrichten. Wie amtlich mitgeteilt wird, wird Reichspräsident von Hindenburg der thüringischen Staatsregierung am 10. Mai 1926 seinen Besuch machen. Er wird gegen Mittag in Weimar eintreten und im Verlaufe des Abends die Stadt wieder verlassen. Die Genfer Wirtschastskonferenz ® e n f, 26. April. (SIL) Zu der heute, Montag, beginnenden Tagung der Kommission für die Vorbereitung einer Weltwirtschaftskonferen- sind 30 Delegierte der verschiedensten Staaten von Europa eingetroffen. Die größte Gefahr für die Konferenz liegt in ihrer völligen Prvgrarnm- lvfigkeit und damit der Möglichkeit, die Debatten ins llserlose auszudehnen. Cs ist selbstverständlich, das) fast alle Wirtschaftsprobleme zur Sprache kommen, die die einzelnen Völler bedrücken und die sie ohne fremde Hilfe nicht lösen tonnen. 3m Mittelpunkt der Erörterungen wird anscheinend das Problem einer Zollunion stehen. Es ist die Frage, ob diese ohne oder mit England verwirklicht werden soll. Weitere wichtige Verhandlungsgegenstände sind die Kohlensrage, die Eisenfrage und die Zuckerfrage. Eingabe ist an die Äkchizmiuisterien der Länder gerichtet und dem Reichstag, sowie den politischen Parteien zugeleitet worden. Deutschnationale Partei und Kabinett Luther. Eine Rede des Grafen Westarp. Auf dem Parteitag des deutschnationalen Landesverbandes Potsdam II hielt der Partei- vorsihende Gras Westarp eine Rede über die Ziele der Partei. Er sagte u. a.: „Wir wollen uns mit dem der Gröhe und Bedeutung der Partei entsprechenden Einfluß den unmittelbaren Anteil an den Regierungsgeschäften erringen. Unser Ziel kann jedoch Wie der „Lolalanzeiger" meldet, hat der türkische Botschafter in Rom eine offizielle Demarche bei Mussolini unternommen, um sich darüber zu vergewissern, ob die Gerüchte von einer kurz bevorstehenden Aktion gegen das türkische Territorium tatsächlich den Absichten der italienischen Regierung entsprechen. Mussollni hat dem türkischen Botschafter erklärt, daß Italien den Wunsch habe, seine wirtschaftlichen Beziehungen zu der Türkei zu verbessern. Rumänische rNin-erheitenpolitik Ein Wahlpakt des Kabinetts Averescu Bukarest, 26. April. (TU.) Ministerpräsident Averescu hat mit den Ungarn, den Sachsen und den Bulgaren einen Wahlpakt abgeschlossen, der vor allem für die Ungarn einen außerordentlichen Erfolg bedeutet. Diese erhalten allein 28 Parlamentssitze garantiert, davon 15 für die Kammer und 13 für den Senat. Ferner ist ihnen zugestanden worden, daß die von den Liberalen herrührenden Schulgesetze abgeändert werden. Ihre Kirchen und konfessionellen Schulen sollen von Staats wegen unterstützt und die Aemter der lokalen Verwaltung durch Magyaren besetzt werden. Endlich verpflichtet sich die Regierung, es den Behörden zur Pflicht zu machen, daß in allen Orten, die nach der Statistik zu mindestens 51 Prozent von Ungarn bewohnt werden, dw Beantwortung von Eingaben in ungarischer Sprache auf ungarisch erfolgt. Ausgenommen hiervon sind gerichtliche Angelegenheiten. Die Sachsen erhalten auf der Regierungsliste elf Kammermandate und sechs Senatsmandate, ferner ein Pflichtmandat für den evangelischen Bischof in Siebenbürgen. Von diesen Mandaten gelten ein Kammer und ein Senatsmandat für Bessarabien, em Kammermandat für die Bukowina und für das SiebenbürgenerBanat 64 rf schreitende daß der l smidhctt 1 grsimden C facies fui Besserung der Lasst di« Srnäfr 2r 5 tomtt, dit Zähne be schen zu t hmftion, wir zwei und die Paradent daß di« ; teftc dur Fäulnis ' Mchsäur zur Entka führt zm entzündm Kieferknoo crkanhing ,'ufammenl den Krankh Andrerseits d.e Ursache sein töimer Zur 7 lrackhriter icn Zahn diest wäh zahnvslegl Methoden Durzelbe Ersah du Ähnricht Bedeutun gemäße a drßens er geführt lr lügen dn emr Zch Wupeisu die Regierungsbildung überlassen. Wu° peifu kann nid)t nach Peking kommen wegen der ernsten Unruhen, die in der Provinz Honan ausgebrochen sind und wegen der Intriguen, die in Hankau gegen ihn geschmiedet werden. Die Truppen der Mukden-Armee sehen ihren Feldzug im Rorden gegen die Kuomintschung-Armee fort, die hinter bcr Großen Mauer wieder organisiert wird. Die Luge der Türkei. Einr beruhigende Erklärung der türkischen Botschaft. Berlin, 25. April. (WTD.) Die türkische Botschaft in Berlin teilt mit: 3n den letzten Tagen wurden durch die europäische Tresse alarmierende Rachrichten über die Türkei verbreitet. Darauf Bezug nehmend, legt die türkische Botschaft zu Berlin Wert darauf, die wirkliche Sachlage folgendermaßen darzustellen: Die gegenwärtigen internationalen Beziehungen der türkischen Republik sind normal und vorn Geiste der Freundschaft getragen. Die Türkei unterhält mit allen ihren Rachbarn und allen Mächten freundschaftliche 'Beziehungen. Die Rachrichten über eine angebliche Mobilisation in der Türkei treffen nicht zu. Es finden nur die alljährlichen großen Manöver statt, die jetzt nach Westanatolien verlegt worden sind. Man hat zu diesem Zweck nur zwei Reservejahrgänge einberufen. Die alarmierenden Meldungen dürften wohl auf dieses normale Unternehmen zurückzuführen fein. Wettervoraussage. Wollig mit zeitweiser Aufheiterung, stellenweise kurze Regenfölle, Temperaturen niedriger als an den Vortagen. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 26,5 Grad Celsius, Niederschläge 0,1 Millimeter. Heutige Morgentemperatur 12,7 Grad Celsius. Endgültige Besetzung strategisch wichtiger Punkte (teilweise bereits durchgesährt). Entwaffnung der Stämme. - J ubian J MS 25. April. (WB.) Die Schrift» y, die seit längerer Zeit schwer krank barnieberlag, ist in der vergangenen Nacht in Strand (am Wettersee) g e ft o r b t n. Unterstützung der jetzigen Regierung, die es ihr ermöglicht, außenpolitisch mit den Sozialdemokraten und innenpolitisch in diesem oder jenem Fall mit uns zu regieren, führt nicht zum Ziele. 3n der Außenpolitik halten wir an der Opposition fest. Die Gründe, aus denen wir noch vor kurzem die Politik von Gens bekämpft und die Zurücknahme des Antrag auf Eintritt Deutschlands in den Völkerbund gefordert haben, sind inzwischen nicht beseitigt, sondern verschärft worden. Mag man an die Besatzungslast oder an die Wilitärkontrolle. an Ehamber- latnS Ablehnung jeder Verkürzung der Besä hungsfr ist en oder an die fortgesetzten Bemühungen bcnten. Deutschlands Aufnahme in den Rat durch dessen Erweiterung zu entwerten. Der jetzt bekannt gewordene deutsch-russische Reutralitätsvertrag ändert an unserer Lokamopvsitil nichts. Zu dem Fürst en- kompromih erklärte Graf Westarp: Bei den Verhandlungen über diese- Kompromiß werden wir uns nicht durch die Peitsche des Volksbegehrens von unseren Grundsätzen abbringen lassen. Die neue preußische Städteordnung. Berlin, 24. April. (TA.) Der Preußische Städtetag beschäftigte sich in seiner letzten Vorstandsfitzung mit der Frage, ob man eine neue Städteordnung schaffen könne, solange die großen Fragen der Berwaltungsre- f o r m noch nicht geklärt seien. Dem Landtag liegt zur Zeit der Entwurf einer Städteordnung vor. den er bereits in zweiter Lesung behandelt hat. Der Dtädtetag war nach wie vor der Meinung, daß dieser Entwurf nicht Gesetz werden dürfe, weil er den an eine moderne Städte- orbnung zu stellenden Anforderungen mcht entspreche, für die Entwicklung der- Eelliftverwaltung I eine schwere Hemmung bedeute und auch nicht die im öffentlichen Interesse unbedingt gebotene Vereinfachung der Verwaltung herbeiführe. Vor allem aber könne ein großer Wurf einer neuen Stadteordnu ig überhaupt nur im organischen Zusammenhang mit einer allgemeinen preußischen Verwaltungs- I refvrm gelingen. men hat. und wird am Donnerstag nachmittag wieder vor die Kammer gebracht werden. Der neue Schah von Persien. Riza Khan Pählävi. wurde mit großer orientalischer Pracht gefrönt Bildung von gemischten Polizeikräften. Daran werde sich die Debatte über die politischen 5 ragen anschließen, nämlich: 1. Anerkennung der Souveränität des i'Y V । leiM 1 M 6 ^rnt suchte M ? M Er Äu-sch c gewisse ^2 vllcntiög1 jeidjtiet ' bargelegt klusführr die unge zend best' stets W Die -Baum i nicht durch den Eintritt in die jetzige Regierung erreicht werden. Auch " ** toirb mu ©ebaiiiff Schach ■ Hessischer Landtag. Darmstadt, 24. April. Präsident Adelung eröffnet die Sitzung um 9.45 Uhr. Die Beratungen des Staatsvoranschlags für 1926 werden bei Kap. 18 (ßanötag) aufgenommen. Das Kapitell wird mit 10 Mk. Einnahme und 291 641 Mark Ausgabe genehmigt. Es werden auch verschiedene Anträge dazu in Heberelnfthnmung mit dorn Finanzausschuß erledigt. Hierauf wird die 9. Hauptabteilung des Staatsvoranschlags, TNinisterium der Finanzen .beraten (Kapitel 108 bis Kapitel 117). Finanzminister Henrich wendet sich gegen verschiedene Abbaumaßnahmen: für einen organischen Abbau, jedoch nicht für einen Abbau, 7 wie er hier in verschiedenen Anträgen Borge- schlagen werde, könne man eintreten. Es werden mehrere Anträge und Ausschuhberichte verlesen. Bei Kap. 112 (Bauwesen) weist Staatsrat Kratz auf die verhängnisvollen Folgen eines Abbauantrages Dr. Leuchtgens-Glaser hin. Es sei bereits im vergangenen Jahre ein Abbau vorgenommen worden. 3n der Bauabteilung feien die Beamtenzahlen von 1914 bereits erreicht Bei den Baumeistern wäre der älteste Anwärter 42 3ab re alt und bei den mittleren Baubeamten der älteste Anwärter 37 Jahre. Auch die zehnte Hauptabteilung: Ausleihungen und Staatsschuld (Kap. 118) wird zur Beratung gestellt Das Kapitel wird mit 433 448 Mk. in Einnahme und 456 585 Mk. Ausgabe genehmigt. Hierauf werden die Kapitel 119 bis 148 angenommen, die im Staatshaushalt den 2. Teil „FürdasDermögen" bilden. Die wichtigsten Bewilligungen sind 308 500 Mk. Ausgabe für die Forst- und Kameralgüter, für Reste aus früheren 3ähren 1 888 850 Mk. in Einnahme und Ausgabe für Bodenverbesserung und Wasserversorgung 261 666 Mk. in Ausgabe, für Ausleihungen und Staatsschuld 1 719 966 Mk. in Einnahme und 95 020 Mk. in Ausgabe. Runmehr wird über die Kapitel des Staatshaushalts abgestimmt, die zurückgestellt waren Es wird das Kapitel 88 (Erwerbslosenfürsorge. Arbeitsnachweise usw.) angenommen mit einer Ausgabe von 3 953 000 Mk. S>ie Anträge hierzu werden fai Hebereiaftimnumg mit den Ausschußanträgen angenommen. Ferner werden die Kapitel 89 bis 107 bewilligt. Die Anträge der Oppositionsparteien wurden abgelehnt mit Ausnahme eines Antrages Schott. Dingeldep und Genossen auf Wiederbesehung des 2. Rotariates in Wörrstadt. Es folgen die Abstimmungen für das Ministerium der Finanzen (Kapitel 108 bis 117); darin werden angenommen Äapitel 108 (Ministerium b e r 3 i n a n 8 e n) mit 37 770 Mark in Einnahme und 897 137 Mark in Ausgabe, Kapitel 109 (B a u - Verwaltung) mit 2500 Mark in Einnahme und 107112 Mark in Ausgabe, Kapitel 110 (Haupt- staatskaffe) mit 600 Mark in Einnahme und 446 249 Mark in Ausgabe, Kapitel 111 (Landes- vermeffungswesen) mit 732100 Mark in Einnahme und 1383 606 Mark in Ausgabe, Kapitel 112 (Bauwesen mit 243 708 Mark in Einnahme nnb 1 114342 Mark in Ausgabe, Kapitel 113 iB rucken und lleberfahrten) mit 175594 Mar kin Einnahme und 118 561 Mark in Ausgabe, Kapitel 114 (Landesanstalt für Wetter- nnb Gewässerkunde) mit 2650 Mark in Ein. nah ne und 28 975 Mark in Ausgabe, Kapitel 115 (Prioateisenbahnen und Kraftwagen- Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 26. April 1926. > Die Neichsgesundheitswoche. Am Freitagabend sprach als zweiter Redner Privatdozent Dr. Rothman über: Die soziale Bedeutung der Geschlechtskrankheiten. Zn den Mittelpunkt der Erörterungen wird die Rotwendigkeit gestellt, die Geschlechtskrank- Herten als Infektionskrankheiten, als gemein« gefährliche Seuchen zu betrachten und zu behandeln. Das Beispiel der nordischen Länder hat uns gelehrt, daß ganz einfache Maßnahmen, wre man sie bei Infektionskrankheiten sonst auch zu ergreifen pflegt, vollauf genügen, um die Geschlechtskrankheiten erfolgreich zu bekämpfen. Zn diesen Ländern siird die Geschlechtskranken verpflichtet. sich auf Staatskosten ärztlich behandeln zu lassen. 3n Deutschland sind ähnliche Maßnahmen vor allem aus wirtschaftlichen Gründen vorerst rroch nicht möglich, und so kommt der Aufllärungsarbeit eine besondere Bedeutung zu. Rach kurzer Besprechung des Weichen Schankers werden die Erscheinungen der männlichen und weiblichen Tripperkrankheit und ihre soziale Bedeutung geschildert. Besonders verhängnisvoll ist der Tripper der Frau, weil er schweres Siechtum mit sich bringen kann. Der Tripper befällt außer den Geschlechtsorganen auch Herz. Gelenke und Augen. Der Augentripper führt oft zur Erblindung. Kurz vor dem Kriege war ein Viertel aller Erblindungen durch Augentripper bedingt. Der Verlust an Arbeitskraft und der Kostenaufwand, den die Behandlung der Tripperkranken erfordert, ist, enorm. Die größte soziale Bedeutung des Trippers ergibt sich aus denjenigen Komplikationen, die zur Unfruchtbarkeit führen. 3n 70 Proz. aller kinderlosen Ehen ist der Tripper des Mannes oder der Frau Llrsache der Kinder- loftgkert. Die ärztliche Behandlung kann die Ansteckungsgefahr beim Tripper rn kurzer Zeit beseitigen. so daß es gar nicht schwer wäre, der weiteren Ausbreitung der Tripperkrankhett Halt zu bieten, wenn nur die Kranken rechtzeitig in ärztliche Behandlung tarnen. Die schwerste Geschlechtskrankheit ist die Shphllis. Diese Krankheit tritt noch Zahrzehnte nach der Ansteckung, nach längeren Ruhepausen und nach scheinbarer Ausherlung mit erneuter Heftigkeit auf, und zerstört edle Organe. Auch auf nichtgeschlechtftchem Wege kann die Syphilis übertragen werden. Dank den Errungenschaften der Wissenschaft ist die schrecken erregende Syphilis hellbar. Ze früher die Behandlung einsetzt, um so günstiger sind die Hellungsaussichten. Besonders günstig sind sie in der ersten Periode der Krankhell, solange der Gesamtkörper noch nicht durchseucht ist. Zn späten Stadien vermag die ärztliche Behandlung zwar keine restlose Ausheilung. wohl aber einen Stillstand herberzu« upren. 3m Kampfe gegen die Syphilis ist das Salvarsan unsere mächtigste Waffe. Obwohl zur erfolgreichen Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten manche Aenderung der wirtschaftlichen und sittlichen Zustände erwünscht wäre, ist schon heute die Möglichkeit gegeben, der Geschlechtskrankheiten Herr zu werden, wenn man jeben Geschlechtskranken sobald als möglich der ärztlichen Behandlung zu führt. Kreisarzt, Medizinalrat Dr. E. W a I g e r sprach am Samstag als erster Redner über »Die Gefahren und die Bekämpfung der Volksseuchen und Infektionskrankheiten". Der Redner ging aus von einem lieberblick über die Geschichte und einer kurzen Darlegung der markanten Erscheinungsformen der wichtigsten und ;efährlichsten epidemischen Krankheiten, als da sind Aussatz (Lepra), Heiliges Feuer (Feuerpest), Schwarzer Tob (Lungenpest), Englischer Schweiß, Syphilis, Pocken (Blattern), Cholera und Grippe (Influenza). Der Redner ging sodann auf die außerordentliche soziale Bedeutung der Volksseuchen ein; vor allem fällt da der ungeheure Einfluß ins Gewicht, den diese Krankheiten auf die allgemeine Sterblichkeit haben. Dies wurde an einer Reihe von erschreckenden Ziffern aus der Statistik verdeutlicht. Ä ein Hoffnung f)tbrad)t? ’ '«n Ziel i Hirn, ba P« sorbei «reifes ui die sich do gestellt ha such her Ü eindrifW slUMienzui M tätigen Aufgaben i Zur Eröffnung der großen Ausstellung für Gesundheitspflege, soziale Fürsorge und Leibesübungen, verbunden mit der großen Düsseldorfer Kunstausstellung, werden am 8. Mai Reichskanzler Dr. Luther, Reichsinnenminister Dr. K ü l z, preußischer Ministerpräsident Broun und der preußische Wohlfahrtsminister H i r t s i e s e r nach Düsseldorf kommen. 3n dem seit dem 8. März tagenden großen Betrugsprozeß gegen den Kaufmann Heinrich Sklarz beantragte der Staatsanwalt die Verurteilung des Angeklagten in sechs Fällen wegen Betruges. Untreue und Erpressung zu Gefängnisstrafen von drei bis neun Monaten und Geldstrafen bis zu 10 000 Mt. Aus den Einzelstrafen hat der Staatsanwalt eine Gesamtstrafe von zwei Zähren Gefängnis und 15000 Mk. Geldstrafe zuzubilligen und dem Angeklagten die bürgerlichen Ehrenrechte für drei Zähre abzusprechen. T Ts chechoflowakei sind 93 deutsche Elleirbahnbepienstete ohne Pension und Ent- schädrgung von der tschechischen Bahnverwallung entlassen worden. An Stelle der deutschen Arbeiter wurden tschechische angenommen. r lranzö sische K ammer hat die Gesamtheit des Budgets für das Etatsjahr 1926 Ei 427 gegen 153 Stimmen angenommen. Das Budget acht an den Senat zurück, da die Kammer wieder einige Abänderungen vorgenom- Folgenschweres Autounglück. Ein folgenschweres Automobilunglück, das drei Todesopfer forderte, ereignete sich zwischen Groß-Sachsen und Lautershausen bei Mann- heim. Ein in der Richtung Heidelberg fahrendes, mit fünf Personen besetztes Auto wollte ein anderes Auw überholen. 3n der Nähe der Stelle, wo die Ladenburger Straße auf die Landstraße Heidelberg —Weinheim trifft, kam dem Auto ein Motor'- radfahrer entgegen und drohte so unter die Näder des Autos zu fommen. Bei dem Versuche, rasch zu halten, geriet das Auw m die Schienen der Oberrheinischen Eisenbahngesellschaft und über» u Millich, die Insassen unter sich begrabend. Zwei Frauen und ein junger Mann waren soiort tot, während die anderen zwVi -mitfahrenden Herren schwer verletzt wurden. Dom Vlih erschlagen. 3m Dorfe Kublau' bei Schwerin wurde ein der mit vier Pferden aus dem Felde beschäftigt war und den ein Gewitter überraschte, vom Blitz getroffen. Knecht und Pferde waren sofort tot Sturm im fianal. London. 26. April. (WTD.°Funkspruch) Der Kanal- De r k e h r wurde gestern durch einen flirtbaren Sturm ernstlich gestört. . Einige Passagierdampfer konnten nicht abfahren. Der Dienst von Ostende nach Dover mußte gestern früh eingestellt werden. zlü- gtib)0^ Ißirfunj verbinde' Acschlech des M sprechen -er ’N bei'tedle * - l hä merkun-f iavpy her 2nri M spr -,-lch Sultans. 2. Entfernung 2t bb el firims. 3. Berroaltungsorganifafion des Rifgebiets. Rach einer „Temps"-Meldung aus Lldijda hatte eine französische Persönlichkeit ein Interview mit Abd el Krim, in dem Abd el Krim u. a. folgendes erttärte: „Ich habe dreimal den Frieden vorgeschlagen, das eine Mal P r i m o de Rivera, ein zweites Mal dem französischen Marschall Lyautheh und schließlich dem französischen Generalgouverneur Steeg. Eine Antwort auf meine Angebote habe ich nicht erhalten. Heute haben die Ereignisse im Rifgebiet einen mächtigen Wiederhall auch außerhalb Marokkos gefunden Zch wiederhole, ich wünsche aufrichtig den Frieden. Der einzige, der einen aufrichtigen Friedens wünsch hat. ist der gegenwärtige General- gvuverneur Steeg. Gegen ihn aber erhoben sich Widerstünde in den Mllitärttreisea." (Die daraus folgende Stelle der Erklärung Abd el Krims wurde durch die französische Zensur unterdrückt.) Abd el Krim fuhr dann fort: „Wir haben Gewehre und Munition und formen uns noch lange Zeit verteidige n. Wenn die Rifstämme mich nicht als ihren rechtmäßigen Verteidiger und Hemm betrachteten, so würden sie mich schon längst erschossen haben. Sie haben mich sowohl als ihren Kriegsherrn wie auch als den Führer eventueller Kriedensverhandlun- gen anerkannt." Abd el Krim mißbilligte weiter die ihm von den sranzösischrn und spanischen Delegierten unterbreiteten W as fen stillst onds bedin- gungen. Er erklärte weiter, für den Fall, daß Frankreich und Spanien von einem aufrichtigen Friedenswillen beseelt seien, würden sie ihm, Abd el Krim, eine Derhandlungsfrist von einem Monat zubilligen müssen. 3n dieser Zell würde bann eine Entscheidung in dem einen ober anderen Sinn getroffen werden. Bei einer eventuellen Wiederaufnahme der Feindseligteiten wurde der Kampf der Rifstämme unter feiner Führung bis aufs Messer und bis zum letzten Blutstropfen fortgesetzt werden. Französische Offensive in Syrien. Paris, 26. April. (Tll.) Der „Temps" meldet aus Bellut, daß die französische Offensive gegen Sueida günstig fortschreite. Zwei Kolonnen rückten in Eilmärschen gegen die Stadt vor. Durch die Vereinigung der beiden Kolonnen die bereits erfolgt fei. wäre Sueida völlig ein geschlossen. Die Drusen seien bisher jeber Fühlungnahme ausgewichen. Die Frage wäre, ob es unter den Mauern von Sueida zu enter Entscheidungsschlacht kommen werde oder ob dte Drusen sich in der Stadt einschließen tayen oder den Rückzug weiter fortsetzen würden. Die Lage in Peking. London, 26. Aprll. (SU) Wie die Dlät- ^ berichtm, herrscht zurzeit in Peking ein politisches Interregnum. Trotzdem das Komi- r cn*Ijet- anM behandeln ähnliche Maßnah- östlichen Gründen und so kommt der bete Bedeutung zu. des Weichen Tchan- ; der männlichen und nd ihre soziale Be- s verhängnisvoll ist »r schweres Kiechlum lripper befällt außer Herz. Gelenke und jrt oft zur Srbliu- oar ein Mertel aller chper bedingt. Ser der Kostenaufwand. Mranten erfordert, nie BedeMug des mjemgen Komplika- atfeif M«n. 3n chen ist der Ln-per Ursache der Kmdet' dlung kann die 2n- - in kurzer Zeit «• )f«IW‘““'JS riv^ankheü Huu ranken rechtzeitig m tskrankheit ist die itt noch ^^rzevute ingaen W* ,(»« mit er»““ ,OW«. N”f erregende vYMi» 5SSr***-S mgsausfchten der ersten Peno^ °Ges°mtkörpern^ ten ss-f“ ^^äinpfung da der fltit6rben9öenn man j?S>* ^.V°lgel!p^ er über sZr- e'"^ Biegung wen AAen Z i der rn'HuS' fia inkheite"- ,^licrp^ EnglM ^ @nrr< ■s'-k; "AS! >* Auch psychische Momente sind begreiflicherweise in Rechnung zu stellen. Besonders interessant war die zahlenmäßige Gegenüberstellung der Folgeerscheinungen solcher Epidemien mit jenen aus den großen Feldzügen (1870 z. D). Geradezu furchtbar sind die Wirkungen, wo Krieg und Seuche sich miteinander verbinden. Außerordentlich eindrucksvoll wurde das statistische Bild bei Tuberkulose und den verbreiteten Geschlechtskrankheiten. In einem weiteren Abschnitt des Bortroges wurde die Seuchenbekämpfung be sprochen. Auch hier gab der Redner zunächst einen kurzen historischen Rückblick. Die erste große wirksame Maßregel zur Seuchenbekämpnmq ist die -chutzpockcnimpsung, deren Erfindung dem Engländer William Kenner zu danken ist. Sie ist bis heute die wirksamste gewesen. Bei uns Hal man die Bedeutung dieser Erfindung bald erkannt: das Jahr 1 -74 bringt das Reichsimpfgeseß. Rach einigen Bemerkungen über Blatternsterblichkeit, Wieder- i pfung, angebliche Jmpsschädigungcn und die sog. Gcivissensklausel (die in England besteht) besprach der Bortragende den Stand der Cholerobekämpfung. • 14 sprach der Göttinger Anatom Henle zuerst s-n Gedanken aus, daß die Infektionskrankheiten k rcb belebte Kronkheilskeime erzeugt würden. ettenhoier und Virchow haben den bahn- brechenden großen Entdeckungen, von Robert Koch u.id Pasteur (in Frankreich) oorgearbeitet. No- I •<* iiicfj die Arbeiten Kochs find in der Seuchen- I ekämpsimg von unschätzbarem Wert gewesen. Wich- I g firh die beiden Prinzipien, von denen die mo- d :ue Seuchenbekämpfung ausgeht: 1. Der oer- 1 chie Mensch ist die Haupkquellc aller Infektionen. 2. Rur Erstickung der Infektionen im Keim gewährt Aussicht auf Erfolg. Im Anschluß hieran wurden gewisie Schutzmaßnahmen besprochen, die sog. Bazillenträger in ihrer gefährlichen Bedeutung gekennzeichnet und die Erfolge der Seuchenbekämpfung dorgelegt. Der Redner schloß seine bemerkenswerten Ausführungen mit der Feststellung, daß unsere Stadt die ungeheure Belastungsprobe des Krieges glänzend bestanden und alle Ausbreitung von Epidemien stets schon im Entstehen unterdrückt habe. Die Reihe der Redner schloß Zahnarzt Dr. Raum mit einem Dortrag über „Zahn- und Mundpflege". 68 ist eine unvermeidliche Folge der fort- schreitenden Kulturentwicklung und Zivilisation, daß der Mensch die Widerstandskraft und Gesundheit seines von Ratur aus kräftigen und gesunden Gebisses verliert. Zivilisation und Zahn- karieS sind parallele Erscheinungen. Für die Besserung des menschlichen Gebisses im Sinne der Rassehhgiene ist von besonderer Wichtigkeit die Ernährung des Säuglings durch Muttermilch. An Hand von Lichtbildern wurde die Ana- tomie, dir Entwicklung und die Funktion der Zähne besprochen. Der Zahn dient dem Menschen zu dreierlei Zwecken: der Sprache, der Kau- funtiion, der Zierde. An den Zähnen stnden wir zwei Krankheiten: die Zahnfäule (Karies) und die Zahnbetterkrankungen (Zahnlockerung, Paradenlosen). Die Zahnfäule entsteht dadurch, daß die zwischen den Zähnen haftenden Speise- teste durch die Einwirkung von Bakterien in Fäulnis und Gärung übergehen. Hierbei wird Milchsäure gebildet, die die harte Zahnsubstanz zur Entkalkung bringt. Die Fäulnis des Zahnes führt zur Rervenentzündung, zur Wurzelhautentzündung und schließlich zur Eiterung im Kieferknochen. 3n Verbindung mit den Mund'- erfranhingen wurde klargelegt. in welch engem Zusammenhang die Zahn- und Mundleiden mit de:i Krankheiten des Allgemeinorganismus stehen. Andrerseits wurde festgestellt, das schlechte Zähne d e Ursache von mancherlei Allgemeinkrankheilen fein können. Zur Verhütung und zur Heilung der Zahnkrankheiten sind regelmäßige Untersuchungen durch ccn Zahnarzt notwendig: besonders wichtig sind d'ele während des schulpflichtigen Alters (Schulzahnpflege!). Die verschiedenen Behandlungsmethoden des Zahnarztes, wie Füllungen, Wurzelbehandlung. Kronen- und Brückenersatz, Ersah durch herausnehmbare Platten, sowie die Zohnrichtkunde wurden besprochen. Bon größter Bedeutung ist eine regelmäßige, peinliche fachgemäße aktive Zahn- und Mundpflege, die mindestens einmal am Tage, und zwar abends, ausgeführt werden soll. Als Mundpfiegemiltel genügen drei einfache Dinge: lauwarmes Wasser, eine Zahnbürste und Schlemmkreide. Der Abschluß. In einem ganz kurzen Schlußwort wurde der Hoffnung Ausdruck gegeben, die nunmehr zu Ende gebrachte Reichsgesundheitswoche möge zum erstrebten Ziel im Sinne jenes antiken Schönheitsideales führen, das einen gefunden Geist im gesunden Körper fordert. Der Redner dankte ferner namens des Kreifes und der Stadt Gießen allen Vortragenden, die sich dankenswert in den Dienst der guten Sache gestellt haben, hob rühmend den ausgezeichnten Besuch der Veranstaltungen hervor und schloß mit dem eindringlichen Appell an die Versammelten, sich zusammenzuschließen in einer großen Gemeinschaft zur tätigen Mitarbeit an den verantwortungsvollen Ausgaben der deutschen Dolksgesundheitspflege. Vovnotizen. — Tageskalender für Montag. Gießener Freiwillige Feuerwehr: 8 Uhr Hauptübung. — Lichtspielhaus. Bahnhofstraße: „Die tolle Herzogin". — Astoria-Lichtspiele. „Auf gefährlichen Spuren". ** Die Sonder-Gebäude steuer. Dom Presseamt des Hess. Staatsministeriums wird uns mitgeteilt: Die Höhe der Sonder- Gebäudesteuer für das Steuerjahr 1926 erregt vielfach Befremden. Ohne an dieser Stelle in den Streit der Meinungen eingreifen zu wollen, darf auf folgendes zur Aufklärung hingewiefen werden: Durch die sogenannte 3. Sieuemot-Der- ordnung des Reiches in der Fassung, die sie durch etn Re.chsgc'etz vom 10. August 1925 erhalten hat find die Länder verpflichtet, einen erheblichen Teil der Mieteinnahmen weg- zusteuem. D:t Regel nach fallen es fein 20 bis 30 Prozent der Friedensmiete zur Deckung des allgemeinen Finanzbedarfs der Länder und Gemeinden und 15 b's 20 Prozent der Fricdens- miete zu Bauzwecken D e Höhe der Sonder- Gedäudesteucr ist mithin — innerhalb e.nes gewissen Spielraums — durch Reichsgeseh fetz- gelegt und insoweit der Gestaltung durch die Regierungen unk d e Bolksvertretungen der Länder entzogen. Es wäre zu begrüßen, wenn bei den Erörterungen über d e Sonker-Gebäudesteuer dieses Grundfä.;liche nicht außer a_)t gelaßen würde. •’ Sonder st euer 1926. Von zuständiger Stelle wird uns mitgeteilt, daß ein Erlaß der Sondersteuer im Rechnungsjahr 1926 wegen Hilfsbe- dürstigteil nicht in Betracht kommt, ußer infolge chilfsbedürstigseit die Steuer nicht bezahlen kann, muß die öffentliche Fürsorge in Anspruch nehmen. Für Gießen kommt dabei da- städtische Wohlfahrtsamt in Betracht. Die Beitragspflicht der Hausange stellten zur Erwerbslofenfür- sorge. Dom D. rsicherungsamt der Stadt Gießen wird uns geschrieben: Zum Eingesandt von Pros. Dr. Ebel in der Rununer 92 des _Dieß. Anz." vom 21. April ist zu bemerken: Cs ist richtig, daß Hausangestellte von den Beiträgen zur Erwerb-lvsenfürforge befreit sind, wenn vom Arbeitgeber und Arbeitnehmer ein gemeinsam unterschriebener Antrag entsprechend dem bei der Krankenkasse erhältlichen Dvrdruck gestellt wird. Das Dersicherungsamt hat darauf in den Zeitungen wiederholt hingewiesen, als diese Regelung eingeführt wurde, und es ist gut, daß jetzt noch einmal daraus hingewiesen wird. Rur insoweit bedarf es einer kleinen Richtigstellung, als auch Hausangestellte Erwerbslosenunterstühung erhalten. wenn sie erwerbslos werden und die sonstigen allgemeinen Voraussetzungen vorliegen, ohne Rücksicht darauf, ob sie Beiträge bezahlt haben oder nicht. Der Arbeitgeber setzt also den Hausangestellten auch durch Stellung jenes Antrags nicht der Gefahr aus, im Felle der Erwerbslosigkeit^ ohne ilnterftüt)ung zu fein. So ist die Regelung augenblicklich. Das künftige Arbeitslosen- versicherungsgeseh, das allerdings anscheinend noch in weiter Ferne liegt, wird voraussichtlich eine andere Regelung bringen, da die jetyge mit dem Versicherungsgedanken nicht vereinba. und noch dem Fürsorgegedanken entsprungen ist. ** Das 1. Bataillon 15. Infanterie- Regiments ist gestern mittag mit seinen drei In santeriekompagnien nach Grosenwöhr abgerückt, nachdem die M.-G.-Kompagnie bereits am Freitag dorthin vorausgefahren war. Den Ausmarsch begleitete natürlich eine riesige Menschenmenge. Die Truppen werden bekanntlich vier Wochen von hier abwesend sein. ** Gin selten schöner Frühsommer- t a g war uns gestern beschieden. Die Sonne meinte es recht gut, vielen sogar schon zu gut Kurz na der Mittagsstunde rumpelte zwar ein Gewitter kurz und leicht aus der Ferne herüber: es kam aber zu keiner Störung des Sonntagsspazierganges, der natürlich mit großem Behagen genossen wurde. ’• Ein Hartes Gewitter entlud sich heute früh kurz nach 8 Uhr über unserer Stadt. Die atmosphärischen Entladungen waren zum Teil heftig. Der Blitz schlug in das Gebäude des Ziegenzuchtveretns am Anneröder Weg ein, beschädigte das Dach erhebltch und zündete. Die Hausbewohner formten das Feuer schnell löschen, so daß die alarmierte Feuerwehr bei ihrem Eintreffen nicht mehr in Tätigkeit zu treten brauchte. Der ausgiebige Regen wurde vorübergehrnd zu einem richtiggehenden Platzregen, immerhin hat er den Saaten sicherlich gut getan. Die feit gestern stark erhöhte Temperatur hat 'ich wieder ab- gekühlt. ** Fällung von zwei Kastanien- bäumen am Seltcrstor. Die am Selterstor befindlichen Kastanienbäume sind schadhaft, und wurden vor kurzem, um die Sicherheit der Fußgänger nicht zu gefährden, einer besonderen Untersuchung durch einen Beamten des Forstinstituts Gießen unterzogen. Es stellte sich dabei heraus, daß zwei Bäume derart morsch sind, daß die Entfernung unbedingt erforderlich wird. Die abgängigen Bäume werden durch Reupflanzungen ergänzt werden. "Beratungsstelle für Geschlechts kranke kn Gießen. In der von der Landes- versich-rungsonstalt Hessen eingerichteten Beratungsstelle für Geschlechtskranke in der Universitäts-Hautklinik zu Gießen. Klinikstraße 40, werden Ratsuchende kostenlos und streng vertraulich ärztlich untersucht und beraten. Gegebenenfalls wird kostenfreie Behandlung vermittelt. Sprechstunden: Jeden Werktag vormittags von 10 Uhr bis 12 Uhr und Dienstags und Freitags nachmittags von 5 bis 6 Uhr. *• Vorsicht bei Kaufangeboten aus dem Auslande. 3n letzter Zeit mehren sich die Fälle, wo aus dem Auslcmde zurückge- kchrte Ausländsdeutsche in der Heimat ihr nord- oder südamerikanisches Besitztum an Grund und Boden, Häusern usw. zum Kauf anbieten. Derartige Angebote erscheinen häufig billiger, als sie tatsächlich sind, weil heimatliche Maßstäbe angelegt werden und weil Grund und Boden in den amerikanischen Eiedlungsländern im allgemeinen billiger zu haben ist als in Deutschland. Derartige Angebote sollten, ehe man daraus eingeht, stets erst an Ort und Stell« forglältig nachgeprü't werden. Schon mancher hat sich durch einen solchen .Kauf aus der Feme" schneit um sein letztes Kapital gebracht. Das Deutsche Aus- londsinst'ttut in 'Stuttgart ist in der Lage, derartige Angebote in möglichst kürzester Frist an Orr und Stelle prüfen zu lassen und steht für solche und ähnliche Ertundigungrn jedermann un- entgeltlich zur Verfügung “ Erste Hilfe bei Unglücfsfällen. Unter diesem Titel ließ die Freiwillige Sanitäts» lolonne vorn Roten Kreuz gestern in den Palast- Lichtspielen einen ganz vortrefflichen Lehr- und Auf- ttärungsfilm vorfuhren. Unter hervorragender ärztlicher Beratung zustandege.'ommen, bietet der Film in vielfältigster Hinsicht sehr gute Anleitung, wie man sich bei Unglück, fällen, von den einfachsten bis zu komplizierten, bis zum Eintreffen bzw. zur Inanspruchnahme des Arztes zu verhalten hat, räumt ei mit mancherlei verfehlten und veralteten Ansichten über Wundbehandlung usw. auf und empfiehlt er eindringlich Vorsicht und Ueberlenung bei der Anwendung der ersten Hilfe. Die Freiwillige Samtätskolonne vom Roten Kreuz hat sich mit der Vorführung dieses Films ein großes Verdienst erworben. Leider fand die 23eran|taltung bei der Einwohnerschaft nicht die verdiente Würdigung, sonst hätte der Besuch der Vorführung nicht fo gering fein können. Den säumigen Mitbürgern ist aus dieser Interesselosigkeit mit Recht ein Vorwurf zu machen, und übrigens hoben sie sich selbst durch das Fernbleiben von dieser Belehrung benachteiligt. " Sin Echwimmsportwerbesilm des Deutschen Schwi rmvcrbandes läuft von heute bis Mittwoch im hiesigen Lichtspielhaus, Bahnhofstraße. 3n anschaulicher Wei'e werden die einzelnen Gebiete des Schwimmsports gezeigt, zuur Tell unter Mitwirkung hervorragender Schwimmer und Springer, wie Rabemacher, Skamper, Dr. Lechnir. Wohlfeld il a., sowohl die für den Echulschwimmunterricht grundlegenden Trockenübungcn, wie auch die wesentllchen für das Rettungsschwimmen in Frage kommenden Hebungen. Der zweite Teil des silms umfaßt das Springen und dürst: besonders durch die zahlreichen Zeitlupenaufnahmen belehrend wirken. Di: Bilderreihe, die gestern schon in den Palast-Lichtspielen gezeigt wurde, wird außerdem auch im Anschluß an die für die Schulen statt- findenden Vorführungen des Films ..Erste Hilfe bei Hnglücksfällen" in den Palast-Lichtspielen am Montag und Dienstag vorgeführt. ** V. H. E. Man fchreibt uns: Am 13. Mai (Hinnnelsfahrtstag) findet die Enthüllung des Denk- mals für die gefallenen Mitglieder des Vogelsberger Hohenclubs und die Einweihung des Jugendheims auf der Herchenhainer Höhe statt. Die Feier beginnt vormittags 11.30 Uhr: u. a. wird ein Heimatstück „Die Priesterin" aus altgermanischer Zeit zur Aufführung gelangen. Es sind Sonderzüge von Frankfurt a. M. und von Gießen aus geplant. Der Sonn- derzug von Gießen, ab 13. Mai, vormittags gegen 8 Uhr, soll über Lich, Hungen, Ridda, Stockheim, Ortenberg, Hirzenhain, Gedern nach Hartmannshain fahren: Ankunft gegen 10.30 Uhr. Die Rückfahrt erfolgt gegen 8 Uhr abends von Hartmannshain aus, Einkunft in Gießen um 10-30 Uhr. An der Feier können auch Gäste tellnehmen. Näheres ist aus der heutigen Anzeige des V. H. C. Gießen zu ersehen. Ec- wäre erwünscht, wenn auch die Bevölkerung Oberhesiens sich lebhaft an der Feier beteiligen würde, da der Sonderzug nur bei einer Beteiligung von mindestens 500 Personen gefahren wird. ** Der Reichsoerband Deutscher Dentisten, Bezirksgruppe Oberhessen, veranstaltet vom 8. bis 11. Mai in Gießen eine Ausstel 1 ung „Unsere Zähn e". Die Ausstellung, die ursprünglich im Rahmen der Reichs- gesundheitswoche geplant, aber schon für Frankfurt am Main reserviert war, bezweckt die Aufklärung der "Allgemeinheit über rationelle Zahnpflege, Zahn- behandlung, Zahnersatz unter ganz besonderem Hinweis auf die Wichtigkeit gesunder Zahn- und Mund- verhältnisse für den Gesamtorganismus. Zum allgemeinen Verständnis werden noch ein bis zwei öffentliche Vorträge gehalten werden und fachmännische Führungen stattsinden Der Besuch der Ausstellung scgoie der Vorträge ist unentgeltlich. ** Auftrieb auf dem heutigen Frankfurter Echlachtviehmarkt: 376 Ockfen. 52 Dullen. 987 Färsen und Kühe, 351 Kälber, 112 Schafe. 3172 Schweine. Preußen. Arcie Wetzlar. 00 Aus dem Kreise Wetzlar, 24.April. Die Kulturarbeiten bei den Gemeinde- Waldungen des Kreises, die jedes Jahr um diese Zeit ausgeführt zu werden pflegen, sind augenblicklich im Gange, -um Teil sogar bereits beendet. Verrichtet werden diese Arbeiten in der Regel von jungen Dauernmädchen. den sogenannten ^Pflanzeusehern", die sich diese alljährliche Frühlingsarbeit nicht entgehen lassen. Die Aufsicht obliegt männlichen Vorarbeitern, den sogenannten Kulturmeistern". Die Löhne, die den Kulturarbeiterinnen gezahlt werden, sind verschieden und richten sich nach den Leistungen und nach dem Alter, sie bewegen sich zwischen 25 und 45 Pfg. je Stunde Die männlichen Vorarbeiter erhalten eine entsprechende Zulage. — Die waldbesitzenden Gemeinden des Kreises schreiten in der jetzigen Zeit zum Verkauf ihrer in diesem Jahre anfallenden Cichenlohrinde. Während die Gemeinden in früheren Jahren aus dem Lohrindenverkauf wesentliche Einnahmen erzielten. dürfte dies in diesem Jahre nicht der Fall sein, well bei den bisher anderweit statt- gesundenen Verkäufen keine allzu hohen Preise erzielt wurden. Den Gemeinden wird üch daher die Frage aufdrängcn. ob sie nicht besser tun. die Lohe in diesen, Jahre nicht zu schälen und bderc Zeiten abzuwarten. Die Rückzahlung der Saalgutkredite fällt den Landwirten. die fast ausnahmlos stark unter der Geldknappheit zu leiden haben, sehr schwer. Bis zum 31. Dezember war das erste und bis zum 15. Februar das zweite Drittel der Kredite zurückzu- zoblen. Soweit diese beiden Drittel pünktlich zurückge:ahlt worden stnd. kann das letzte Drittel aus Antrag vorläufig gestundet werden. Stundungsonträge können bei den Bürgermeisterämtern oder beim Kreisausschuß gestellt werden. Der Zinssatz für die noch nicht zurückgezahlten Kredite beträgt vom !. Januar d. I. ab 12 Proz. t Weidenhausen, 25. April. Die hiesige Gemeinde bildet zusammen mit der Gemeinde Volpertshausen einen Gesamtschulverband. und zwar handelt es sich hier um den einzigen Gesamtschulverband im Bezirke ber Bürgermeisterei Rechtenbach. Es sind nun seit einiger Zeit Bestrebungen von hier aus im Gange, den Gesamtschulverband aufzulösen und ans der hiesigen Gemeinde einen | c fb ft ä n - big en Schulverband zu bilden. In einer der Schllauss.ch sbehörde unterbreiteten Eingabe hat der größte Teil der hiesigen Einwohnerschaft diese Bitte ausgesprochen. Llllerdings wird die Gemeinde zunächst nicht in der Lage sein, sich ein eigenes Schulhaus zu erbauen Man hat daher füt die Zwecke der HnterrichtSerteilung ein größeres Zimmer einer früheren Gastwirtschaft in Aussicht genommen, das die Gemeinde vorläufig mieten will. Eine Regierungslommis- sion hat dieser Tage an Ort und Stelle geweilt, um sich über die vorliegenden Verhältnisse 3n- forinaiion zu verschaffen. Heber den Antrag der Gemeinde dürste daher in Kürze Entscheidung zu erwarten fein. O Riederklee n, 24. April. Der Bau der Wasserleitung der hiesigen Gemeinde macht gute Fortschritte. Die Leitungsrohre sind bereits gelegt im „Schneiderberg", in der Durg- gasse und in der Kirchgasfe. Die Robrlegungen in der Kreuzgasse sind augenblicklich im Gange. Roch anzufchliehen sind die Schießecke und der nach Oberlleen führende Teil der Dorfstratze. Der Hochbehälter geht seiner Vollendung entgegen. Aach ein großer Teil der Hausanschlüsse ist bereits ausgeführt. Wenn die Arbeiten in der bisherigen Weise ihren Fortgang nehmen, wird in nicht mehr allzu langer Zeit mit der Inbetriebsetzung der Leitung gerechnet werden können. Eine Anzahl Einwohner, deren Haus- anschlüsse bereits hergestellt urti> die an fertig- gestellte Teilstrecken des Leitungsnetzes angeschlossen sind, können schon Wasser zapsen. Die Gemeinde hat beschlossen, die bisher noch nicht ausgebaute Teilstrecke des Verbindungsweges von hier nach Oberkleen noch in diesem Jahre auszubauen. Der Ausbau ist eine dringende Rotwendigkeit, weil der Weg in seinem bisherigen Zustande, besonders bei nasser Witterung, kaum passierbar ist. Sämtlrches zu dem Wegebau ersorderliche Steimnaterial wird aus den Steinbrüchen der Gemeiick>e dem Distrikt ^Mühlberg" entnommen werden. Zum großen Teile sind die Stettie bereits angefahren. Es dürfte zu erwarten stehen, daß die Arbeit als Rötst andsarbeit anerkannt und der Gemeinde zu ihrer Ausführung Mittel aus der produktiven Erwerbslosenfürsorge zur Dersügung gestellt werden. Den Erwerbslosen der hiesigen Gemeinde würde sich hierdurch bte Möglichkeit der weiteren Beschäftigung nach Beendigung des Wasserlettungsbaues bieten. Amtsgericht Gießen. * Gießen, 22. April. Wahrend des M'ttel- rheinischen Turnfestes im vorigen Jahr hatte ein Gastwirt vorn Rhein des Guten zuviel getan und fing in seiner Trunkenheit an, sich auf der Straße seiner Kleider zu entledigen. Als ein Soldat hinzu- fam, lief er weg und ließ seine Sachen, ein Paar Schuhe, eine Jcuke, eine Uhr mit Kette und einen Sportstrumpf liegen. Der Soldat nahm die Sachen an sich und frug mehrere vor einer Wirtschaft in der Kaiserallee stehende Personen, ob sie nicht wüßten, wem die Sachen gehörten, und wo ihr (Eigentümer hingekornrnen sei, er könne sich der Sachen nicht länger onnehmen, da er in die Kaserne müsse. Was es mit den Sachen gegeben hat, konnte zunächst nicht festgestellt werden. Erst spater ergab sich, daß ein Arbeiter von Wetzlar sie im Besitz Hobe. Dieser hatte während des Turnfestes in einer Wirtschaft in ber Kaiferallee als Kellner gearbeitet und sie angeblich von dem Soldaten erhalten. Er will die Anzeige bei der Polizei angeblich um deswillen unterlaßen haben, weil er sich den Finderlohn habe sichern wollen, er hat aber keinerlei Schritte getan, um den Namen des Eigentümers festzustellen. Er hat dies auch dann unterlaßen, als er von Bekannten hörte, daß ein anderer Arbeiter von Wetzlar, der ebenfalls in Gießen als Kellner tätig gewesen war, den Namen des Eigentümers wisse. Die Staatsanwaltschaft hatte ihn wegen Diebstahls angeklagt, da sie annahm, er habe sich eigenmächtig in den Besitz der Sachen gesetzt. Dies war jedoch nicht festzustellen. Dagegen nahm dos Gericht Unterschlagung an und verurteilte den wegen Diebstahls, Bettugs und Unterschlagung bereits mehrfach Dorbeftraftcn Angeklagten zu 1 Monat Gefängnis. Wer ist der größte Attentäter? |iagipU3»O?/K 9(^13111)3(1$ -2T T Hin Fru Jii I Färberei Gebr. Rover D ■ Q ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ Damen- u. Kinder-Garderobe, l Gardinen, Vorhänge, Decken, Teppiche usw. am besten chemisch reinigen oder ChSRI» Rcini§lingSWGrk© | färben. Die Gegenstände lassen sich fast immer wieder wie neu Herstellen. S2**id — Laden: Marktplatz 8 :: Telephon 1459 — — Bekanntmachung. Der Voranschlag der hiesigen Gemeinde für Rj. 192b liegt vom 27. April bis 3. Mai d- I., aus unserem Bureau zur Einsicht der Interessenten offen. Es ist die Erhebung einer Umlage beschlossen, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben. Allertshausen, den 24. April 1926. Bürgermeisterei Allertshausen- Reinhardt. 3733D Bekanntmachung. Der vom Gemeinderat beratene Vor- anschlag der Gemeinde für 1926 Rj. liegt vom Dienstag, dem 27.d.Mlä-, bis einschl. Montag, dem 3. k. Mts., auf unserem Bureau zur Einsichtnahme offen. Es ist die Erhebung einer Umlage beschloßen, zu der auch die Ausmärker herangezogen werden. Allendors a. d. Lumda, 24. April 1926. Hesi.Bürgermeisterei Allendors a.d. Lumda. Rein. 3743O KoionialwarenfiroDhandiung in hl per iofort nichttoen jüngeren Reisenden für eingefübrte Touren. Ausführliche schriftliche Angeboie unter 02940 an den Gießener Anzeiger erbeten. Drucksachen aller Art Udert tn jeder cewünschtai Ausstattung stilrein und preiswert die BrühJ'sche Untv.-Druckerei. B. 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Will, dem die seltene, aber verdiente Auszeichnung der Deutschen Turnerschaft zuteil wurde, nämlich die Verleihung des Ehrenbriefes der Deutschen Tur n e r s ch a s t, die Glückwünsche der Turner dar- zubringen. Die Ehrung des Oberturnwarts, die erste dieser Art im Turngau Helsen, erfüllt alle Turner mit Freude, zumal die Verdienste Mills gerade auf turnerischem Gebiete liegen und in jahrzehntelanger treuer Arbeit mit seinen Turnern erworben wurde. Die allgemeinen Freiübungen für das Gaufest in Nidda waren der erste Gegenstand sorgfältiger Behandlung. Es sind Freiübungen in der seit Jahren üblichen Art, jedoch durchsetzt mit so- genannten „zügigen Formen". Nach tüchtiger und gewissenhafter Kleinarbeit durch die Vereinsturn- warte versprechen die schon nach den Klängen der Musik durchgeprobten Hebungen neben ihrem körperbildenden Wert ein gehaltvolles Werbemittel für das schöne deutsche Turnen zu werden. Rührige Aroelt leisteten die Leiter der Abteilungen, denen die Durcharbeitung der Pflicht« geräteübungen für das Gaufest oblag. Gleichzeitig unterwies der Gauturnwart für das volkstümlichen Turnen in seinem Arbeitsgebiet. Auch der so bedeutungsvollen Frage der Kampfrichterausbildung wurde durch Belehrung und praktische Arbeit die ihr zutommende Beachtung geschenkt. Die turnerischen Hebungen zogen sich bis weit über die Mittagsstunde hin. Eine längere Besprechuna befaßte sich mit Fragen verwaltungstechnischer Art. Der Turnbericht des Oberturnwartes über das verflossene Jahr mit den Höhepunkten Gauturnfest in Friedberg, Kreissest in Gießen, Hermannslauf der D. T. wurde einstimmig gutgeheißen. In der Hauptsache jedoch wurde die Durchführung des Gauturnfestes, mit welchem zum ersten Male auch das Gausporfest (Meisterschaften im volkstümlichen Turnen) verbunden ist, durchberaten. Volkstümliche Wettkämpfe in Frankfurt. t Die für den Mittelrheinkreis der D. T. offenen volkstümlichen Wettkämpfe erfreuten sich, wie rächt anders zu erwarten war. eines überaus starken Zuspruchs. 42 Vereine mit 290 eingeschriebenen Wetturnern traten zu 53 Mehr« und Einzel- kämpfen cm. zu dieser Schar sollen sich noch erhebliche Vachmeldungen gesellen, so daß die Seil* nehmerzahl über 300 stieg. Der Gau Hessen war durch den Männer- Turnverein Gießen und den Turnverein Bad-Rauheim 1860 vertreten. Die Turner und Surncrinnen des Hessengaues haben sich tapfer gegen die starke Konkurrenz gehalten. Wiesbaden, Frankfurt, Kreuznach, Offenbach. Dingen, Aschaffenburg u. a. in. schickten treffliche Kämpen ins Feld. Die Erfolge der Hessenturner sind neben anderen: Männerturnverein Gießen: Turne- rinnen-Weitsprung Lilli E spach 1. Sieg mit 4,53 Meter, 3. Sieg im 50-Meter°Lauf und 3. Sieg im Dreikampf (Lauf, Weitsprung, Kugelstoßen) Heinz Meyer 3. Sieg im Hochsprung mit 1,63 Meter (nach Stechen mit seinem Vereinskameraden Lud. Malkomesius). Turnverein Dad-Vauheim 1 860: Turnerinnen-Dreikamps AnnaMörlerl. Sieg und 1. Sieg im Kugelstoßen. Minna Stoll 3 Sieg im Dceikamps. Turner Daumblatt 3. Sieg im 200-Meter-Laus. Die Amerikariege der D. T. ist auf Grund des Leipziger Ausscheidungstur ne ns am gestrigen Sonntag folgendermaßen ausgestellt worden: S i n n e w e l l - Cuxhaven. P feiff er- Frankfurt, Wölfinger - Fürste haisen, Kaufmann- Rehschkau, Huck- Hamburg. A o r d - Göppingen, Sachs- Forst, Daumgartner- Pirmasens. Kirchgatter - Derlin. Riegenführer ist M ü h l n e r - Breslau. Die Ausreise zum Turnfest des Rordamerikanischen Turner- bundes erfolgt am 30. Mai. Leichtathletik. Frühjahrsge!ände!auf des 2. Bezirkes des (Baues Hessen der D. T. + Der 2. Bezirk (Gießen-Wetzlar-Grünberg) läßt feine volkstümlichen Turner am 2. Mai in Gießen zum Geländelauf zusammenkommen. Die Vor- atbeiten hat der Männerturnoerein übernommen. Es wird in drei Altersstufen zum Lauf angetreten: 1. Turnerstufe (1907 und früher geb.) 5000 Meter, 2 Jugend-Oberstufe (1908 und 09 geb.) 2500 Meter, 3. Stufe Iugend-Hnterstuse (1910 und später geb.) 1500 Meter. Ablauf und Ziel sind auf dem Turn- unb Spielplatz des Männerturnvereins im Schiffen- bergertal. Der Weg führt über Hügel, und durch Waldgelände. Da schon in den Vorjahren eine stattliche Läuferschar an dieser turnerischen Veranstaltung tcilgenommen hat und da inzwischen Bedeutung und Wert dieser Läuse größere Verbreitung erfahren hat, dürften auch diesmal dem Leiter, Bezirksspiel- roart Weiß (Großen-Linden), recht viele Meldungen zukommen. Die Waldlausmeisterschasl der D. T. hat bei ihrer Austragung am gestrigen Sonntag bei Stuttgart Kohlhaas (Düsseldorf) in 25:11,4 für die etwa 7,5 Klm. lange Strecke vor C s k u ch e - Altenbauna und Kral e-Apolda überraschenderweise gewonnen. 3n dichten Ab- ständen kamen weiter Reichert (Gronau). Muck (Stuttgart >. Tietz (Berlin), Huf (Straubing), Marks (Chemnitz) und Rosemann (Dreslau) ein. — Den Mannschaftslauf gewann T. S. V. Schöneberg vor Turngemeinde Sachsenhausen, B. T. S. V. Friesen, Vorwärts Breslau und Kasseler Turngemeinde. Aus dem Arbeiler-Turn- und Sporlbund. Die leichtathletischen Wettkämpfe in Heuchelheim. £ Vom schönsten Frühjahrswetter begünstigt. fanden gestern die bezirksoffenen leichtathletischen Weltkämpfe der Freien Turnerschaft Heuchelheim statt, wozu nur Mannschastskämpfe ausgeschrieben worden waren. Der Zweck der Mannschaftskämpfe ist, bei den Sportlern und Sportlerinnen das Gemeinschaftsgefühl zu för- dern. Den zahlreichen Zuschauern bot sich ein herrliches Bild: besonders waren es die Heuchelheimer Teilnehmer, die in ihrer einfachen, schmucken Kleidung imponieren konnten. Auch in der Technik sind sie den anderen etwas voraus, was die nachstehenden Resultate beweisen. Bei der 4xl00-Stafette der Sportler über 18 Jahre verunglückte der erste Wechsel der Launsbacher Mannschaft, die dadurch ins Hintertreffen kam. Die Arbeitersamariter-Kolonne Krofdorf, die sich zu der Veranstaltung verpflichtet hatte, gebührt ein Gesamtlob. Boi einigen leichten .Unfällen und auch bei einem etwas schwereren Unfall muhte sie helfend eingreifen. Rachstehend die Resultate: Schüler (10 bis 14 Jahre). 100-Meter-Laus: 1. Krofdorf 63,3 Sekunden, 2. Launsbach 64,2 Sek., 3. Odenhausen 64,3 Sek. Weitsprung: 1. Launsbach 15,02 Meter, 2. Odenhausen 14,85 Meter, 3. Krofdorf 14,79 Meter. 4x75-Meter-Stafette: 1. Launsbach 44,4 Sek., 2. Krofdorf 45,4 Sek., 3. Gleiberg 46 Sek. Sportlerinnen: 75-Meter-Lauf: 1. Heuchelheim 47,4 Sek., 2. Krofdorf 50 Sek. Hochsprung: 1. Heuchelheim 4,20 Meter, 2. Krofdorf 4,13 Meter, 3. Lollar 4,05 Meter. 4x75-Me1er-Stafette: 1. Gleiberg 45,3 Sek., 2. Krofdorf 45,4 Sek., 3. Heuchelheim 46.2 Sek. Sportler unter 18 Jahren. 100-Meter-Lauf: 1. Krofdorf 51,4, 2. Launsbach 54,1, 3. Heuchelheim 54,2 Sek. Weitsprung: 1. Launsbach 18,48 Meter, 2. Heuchelheim 17,28 Meter, 3. Odenhausen 17,19 Meter. 4xl00-Meter-Stasette: 1. Krofdorf 52,2 Sek., 2. Launsbach, Heuchelheim 54 Sek., 3. Odenhausen 55,2 Sek. Sportler über 18 Jahre. 100-Meter-Lauf: 1. Heuchelheim 51,3, 2. Launsbach 52,2, 3. Wißmar 54,1 Sek. Hochsprung: 1. Heuchelheim L Mannschaft 5,59 Meter, 2. Launsbach 5,49 Meter, 3. Heuchelheim II. Mannschaft 5,29 Meter. 4xl00-Meter-Stafette: 1. Heuchelheim I. Mannsch. 51,3 Sek., 2. Gleiberg 52,4 Sek., 3. Heuchelheim II. Mannsch. 53 Sek. Schleuderball: 1. Heuchelheim 140,94, 2. Gleiberg 120,51, 3. Krofdorf 109,48 Meter. 3000-Meker-Lauf: 1. Heuchelheim 11:42,3 Min., Wißmar 12 Min. Handball. (Bau Hessen der D. T. T. u. Spv. Butzbach II gegen IHännerfumoerein Gießen II 5:0. Q Zum ersten Wettspiel trat gestern in Butzbach die 2. Mannschaft des Männerturnvereins Giehen gegen die gleiche Mannschaft vom Turn - und Sportverein Butzbach an. Obwohl die (Siebener das Spiel stets offen halten konnten, muhten fie sich der größeren Spielerfahrung und der größeren Spielfertigkeit des Gegners mit obigem Resultat geschlagen bekennen. Lobenswert war der Eifer der jungen Elf. doch die Aufgabe, gegen Butzbachs 2. auf den Plan zu treten, war zu groß und konnte von vornherein zu keinem Erfolg führen. Das Ergebnis ist sogar schmeichelhaft. Bei tüchtigem Heben kann aus der 2. des Mtv. Giehen noch etwas werden. Das Hauptinteresse richtete sich natürlich auf das Treffen der 1. Mannschaften genannter Vereine. Der Hessenmeister, Butzbach, war gewohnt, die Männerturner stets mit hohen Rieder lagen heimzuschicken. Die Ergebnisse 12:0, 7:0, 6:0, 6:0 legen davon beredtes Zeugnis ab. Allseits war man auf den Ausgang des gestrigen Spieles gefaßt, iliia siehe, beinahe wäre es dem Hessen- meiftcr vorbeigelungen, denn die Männerturner konnetn in der 1. Halbzeit mit 3:2 in Führung gehen. Sei es nun, daß sich die twri Ersatzleute doch nicht so ganz einfügen konnten oder sei es die Siegesgewihheit aus der 1. Halbzeit, daß es bei Gießen in der 2. Halbzeit nicht mehr so llappte; Butzbach holle auf und konnte zum Schlüsse noch einen 6:4 Sieg für sich buchen. Mag auch für Mtv. der Wurf, es Butzbach gb ich- tun zu können, nicht in Erfüllung gegangen fein, jedenfalls ist seine Spielstärke gewachsen, und bei den kommenden Gauspielen wird mit der Mannschaft zu rechnen fein. Heber die Leitung des Spieles durch einen Schiedsrichter aus einem der beteiligten Vereine fei mir vermerkt, daß nur die korrekte Beurteilung der Spielenden, nicht aber Belehrungen der eigenen Mannschaften beiderseits befriedigen können. Süddeulschland - Westdeutschland. Das Handballrepräsentativfpiel Süddeutsch- land—Westdeutschland gestern in Darmstadt sah den Süden verdient mit 8:5 (2:2) siegreich. Fuhball. V. f. B. (-) Das gestrige Spiel des B. s. R. 0 7 „O ly m p i a" - F r a n k f u r t (Liga» gegen B. f. B. (Liga) auf dem idyllischen Waldsportplatz war nicht nicht allzu reich an spannenden Momenten, da beide Mannschaften, anscheinend durch die ungewohnte Wärme ermüdet, sich einer gewissen Ruhe Hingaben. Auf beiden Seiten vermißte man den richtigen Kampfgeist. „Olympia" rechtfertigte seinen Rus als eine der fairsten Mannschaften Frankfurts voll und ganz, und auch B. f. B. zeigte sich als ritterlicher Gegner. Die wenigen Strafstöße waren beiderseits ohne Absicht verschuldet. Die Platzmannschaft trat den nur mit 10 Mann antretenden Gästen mit Dingel, Kreß II.. Muchtar. Post. Kreß !., Hausrath. Pitsch-Mandler-Möller schließt ein Frankfurter, genüber, also mit Ersatz für die mit dem Da- taillcn auf den Truppenübungsplatz gegangenen Böckler und Dickhardt, sowie für den immer noch nicht ganz hergestellten Sieger.. Der Spielverlauf war kurz folgender: V. f. D.. ziemlich überlegen, kommt schon nach wenigen Minuten zum ersten Erfolg. Eine gut vorgetragene Kombination Mitsch-Mandler-Möller schließt ein Frankfurter, fast auf der Torlinie stehend, durch Eigentor ab. Kurze Zeit darauf kann Pitsch zum zweiten Tor einsenden. Die Einheimischen lassen nun jedoch im Tempo merflkb nach und müssen für einige Zeit sogar eine kleine Heberlegenheit des Gegners anerkennen: es gelingt letzterem, in dieser Zeitspanne das Resultat auf 1:2 zu stellen, bei welchem Stand es bei verteiltem Spiel bis zur Pause bleibt. Rach Halbzeit kann V. f. D. längere Zeit den Ton angeben. Seine zahlreichen Angriffe, flott aber doch ohne Wucht vorgetragen, konnten bei besserer Ausnutzung der Gelegenheiten die Torzahl erhöhen. Pitsch gelingt dies einmal noch beim Rach schuh eines abgewehrten Sttafstohes, somit das Ergebnis auf 3:1 zugunsten V. f. D.'s stellend. Ein nachfolgender <5 traf floß wegen Hände, statt dessen der Schiedsrichter hätte Elfmeter entscheiden müssen, geht knapp über die Latte. Rach dem Ausscheiden Möllers wegen einer alten Knieverletzung versucht Frankfurt in einigen Angriffen das Torverhältnis zu verbessern, jedoch ohne den ge- wünschten Erfolg. Das Endergebnis lautet also 3:1 für V. f. B. Mit dem Schiedsrichter konnte man bis auf die erwähnte Ausnahme sehr zufrieden fein. Vorher zeigte die zweite Mannschaft im Spiel gegen Heuchelheims Erste, daß ihr Können stark nachgelassen hat. Sie verlor, mit 10 Mann spielend, da Pipp in ganz unsportlicher Weise schon zu Anfang ohne Grund das Spielfeld verlassen hatte. 6:2. Die dritte Mannschaft dagegen siegte unerwartet über die spielstarke Zweite Heuchelheims mit 4:1. Die Mannschaft verdient in jeder Beziehung ein Gesamtlob. Die erste Jugend verlor gegen die gleiche des F.C. 05 Wetzlar 0:3. Um die süddeutsche Meisterschaft. Die süddeutschen Fußball Meisterschaftsspiele am gestrigen Sonntag brachten in Mannheim ein überraschendes 2:2-Spiel der Bayern-München gegen den V. f. R. Mannheim. der damit seine Stellung als Tabcllen- Dritter wahrt. In Frankfurt schlug der F. S. V. den Karlsruher F. V. mit nicht weniger als 8:1. in Fürth schlug die einheimische S. Dg. den F. V. Saarbrücken 3:0. Die mitteldeutsche Meisterschaft hat bei ihrer Austragung in Dresden gestern der Dresdener Sportklub glatt mit 3:0 (2:0) gewonnen. Der Fortuna-Leipzig gelang nicht einmal das Ehrentor. Das Schlußspiel der Zweiten gewann in Chemnitz Preußen-Chemnitz mit 1:0 (0:0) gegen S. C. Erfurt. Die norddeutsche Meisterschaft hat Holstein-Kiel durch den 5:2-Sieg über Arminia-Hannover in Kiel gewonnen, während der Hamburger S. V. durch den 4:1-Sieg über Altona 93 Rorddeutschlands zweiter Vertreter in den deutschen Fußballme.sterschaftsspielen ist. Berlin. In den Berliner Fußballspielen des Sonntags gab es eine überraschende 0:3-Riederlage von Tennis-Borussia gegen den Kreisligaverein Viktoria 89 in der Verbandspokalrunde. Der Polalverteidiger Rorden Aordwest schlug Union S. C. C. 6:1. Der Teil hier Fußballmeister Hertha D. C. C gewann das Punktsviel gegen den 1. F. C. Reulölln 3:1. Amsterdam - Dutsburc. Das Fußball S.ädtespiel Amsterdam-Duisburg im Amsterdamer Stadion endete 2:2. Frankreich - Schweiz. Das Fußball-Länderspiel Franlre.ch— Schweiz in Paris wurde von Frankreich mit 1:0 gewonnen. Schwimmen. (Bau Hessen der D. T. ch Der Städtewettkampf im Schwimmen zwischen Turnverein Wetzlar und Turnverein Gießen 1 8 4 6, der im städtischen Schwimmbad in Wetzlar gestern zum Austrag kam, konnte von Wetzlar nur mit geringer Heberlegenheit gewonnen » werden. Die Leistungen beider Abteilungen waren recht ansprechend, auch der Besuch der Veranstaltung war erfreulicherweise gut. Start von Bergens in Darmstadt vo. Seit langer Zeit startete der bekannte deutsche Rekordschwimner Berg's-Darmstadt am gestrigen Sonntag in Darmstadt innerhalb einer Staffel, wobei es ihm gelang. 200 Meter bei. in 2:24 zurückzulegen. Bekanntlich wurde er im vorigen Jahre wegen Verstoßes gegen die Trainingsregeln auf längere Zeit disqualifiziert. Rademacher und Fröhlich in Hamburg. Die deutschen Meisterschwimmer Rademacher und Fröhlich sind nach ihrem Triumphzug durch Rordamerika gestern morgen um 7 Hhr mit der Deutschland in Cuxhaven gelandet. Kurz nach 10 Hhr trafen sie auf dem Hamburger Hauptbahnhof ein. wo ihnen von der dortigen Sportgemeinde ein begeisterter Empfang bereitet wurde. Als der Zug in die Halle einlief, erschollen laute Hurrarufe, während die Kapelle das Deutschlndlied spielte. Der Vorsitzende des Verbandes Hamburger Schwimmer hielt eine Begrüßungsansprache, in der er der Freude Ausdruck gab, wie sehr Rademacher dazu beigetragen habe, Deutschland im Auslande zu einem guten Ramen zu verhelfen. Rachmittags 3 Hhr fand eine Begrüßung in Altona durch den Dortigen Schwimmverein statt, der sich um 5 Hhr die offizielle Begrüßung der Hamburger Sportverbände in der Badeanstalt Lübecker Tor anschloh. An ihr nahmen Behörden, Sportver- bänbe und Vereine in großer Anzahl teil. Erweitertes Schöffengericht Gießen. * Gießen, 21. April. Ein Gemeinderechner war verschiedener Verbrechen im Amt beschuldigt. Er hat eine Summe von 800 Mark Loos- Holzgeld sowie vereinnahmte kleinere Beträge nicht in die Gemeindekasse abgeführt, sondern für sich behalten und verbraucht. Zur Verdeckung dieser Hnterschlagungen hat er die Bücher gefälscht und auch teilweise die erforderlichen Einträge unterlassen. Dieselben Manipulationen hat er auch hinsichtlich der Feldbereinigungskasse, die er ebenfalls verwaltete, vorgenommen. Die vom Kreisamt veranlaßte Revision deckte diese Hnregelmähigkeiten auf. Kurz vor dieser Revision hat er in einer Anzahl von Fällen bereits vereinnahmte Geldbeträge statt sie zu buchen den Zahlungspflichtigen zurückgebracht mit dem Verlangen, die Zahlungen nach der Revision nochmals zu leisten. Diese hat er denn auch mit den späteren Daten in die Bücher eingetragen; teilweise hatte er vorher auch die Quittungsdaten geändert. Rach über siebens!ündiger Verhandlung gelangte das Gericht gemäß dem Antrag des Staatsanwaltes zur Verurteilung des Angeklagten wegen mehrerer Fälle von Amts- unterschlagung und Fälschung öffentlicher Hr- kunden. Dem Angeklagten wurden mildernde Hmstände zugebilligt, und zwar mit Rücksicht darauf, daß er bis jetzt noch nicht bestraft und auch seine Rechnergeschäfte gewissenhaft geführt hat. Das Hrteil lautete auf 10 Monate Gefängnis. Dasselbe brachte auch zum Ausdruck, daß der Angeklagte mehr aus Leichtsinn, als aus verbrecherischer Gesinnung gefehlt habe. Die veruntreuten Beträge waren ersetzt worden. 5340ss Frühjahrskur für u. Nervös-Erschöpfte. Spezialknran*lal< liot'helni i. Tau nun bei Frankfurt a M. Prospekte durch Dr. .11. ^chnlze - KniileywN. Nervenarzt. Die ausgezeichneten,seit metir afc 35 Satiren gepflegten Beziehungen unserer eigenen fRohtabaheinkaufsorganisation im Orientsetzen uns in den Ständen der 5 Pfennig-Preislage eine Marke von solch überragender Qualität ju bieten ~ 1 *<4n wenn auch in der sungsänderung Entscheidung berufen Reichsregierung oder heil des Reichstags. £ diese muh freie Unter den heutigen Umständen muh sowohl der Staatsbürger wie der Abgeordnete tatenlos zusehen, wie diese allerwichtigste Frage bei gewissen Gesehen vorweg entschieden wird von Stellen, auf die er keinen Cinfluh hat. Bei den Gesetzen über die Fürstenabfindung hängt überhaupt alles davon ab. ob sie als verfassungsändernd angesehen werden oder nicht. Man mag also zu der Frage an sich stehen, wie man will, Vorfrage ist allemal die wichtigste. Hier also auf die Dauer eine rechtlich einwand- Lösung gefunden werden. Die Verfassungsänderung Von D. Dr. Dr. Bredt, o. Professor der Rechte an der Universität Marburg, M. d. R. Bei den Verhandlungen über die Fürstenabfindung tritt wiederum eine Frage in den Vordergrund, die schon des öfteren die politische Lage beherrscht hat, nämlich die Verfassungsänderung. Es taucht die Frage auf, ob sowohl der im Reichstags-Ausschuh beratene Gesetzentwurf wie der im Volksbegehren eingebrachte Entwurf als verfassungsändernd anzusehen sind oder nicht. Die praktische Bedeutung der Frage liegt darin, daß je nach ihrer Entscheidung eine verschiedenartige Mehrheit für die Annahme notwendig ist. Bei einfachen Reichsgesehen genügt im Reichstage die Mehrheit der anwesenden Mitglieder, sofern nicht etwa die Beschluhunfähigkeit des Reichstages festgestellt ist, d. h. sofern nicht etwa weniger als die Hälfte der gewählten Mitglieder anwesend ist. Bei sog. verfassungsändernden Gesetzen müssen nach Artikel 76 der Weimarer Reichsverfassung zunächst zwei Drittel der gesetzlichen Mitgliederzahl des Reichstages anwesend sein und von diesen müssen wiederum mindestens zwei Drittel zustimmen. Die Annahme ist also im letzten Falle an sehr erschwerte Bedingungen geknüpft. Run kommt in Deutschland eine weitere Erschwerung hinzu, die in den Tatsachen liegt. Bei unseren Parteiverhältnissen kann man kaum damit rechnen, dah einmal eine Regierungskoalition allein über zwei Drittel des Reichstages verfügt. Wir sehen vielmehr regelmäßig sehr schwache Regierungs-Mehrheiten, oder wir werden sogar von einer Minderheits-Koalition regiert. Sn solchen Fällen also kann ein verfassungsänderndes Gesetz nur dann zustande kommen, wenn entweder nach rechts oder nach inks eine starke Verlängerung der Regierungsfront wenigstens für solches Gesetz im Einzelfalle möglich ist. Bei der Fürstenabfindung kann die Mitte niemals allein die erforderliche Mehrheit aufbringen: sie bedarf der Llnter- stühung der Sozialdemokraten oder der Deutsch- nationalen und die Frage hat jetzt eine Bedeutung gewonnen, die weit über den Rahmen des eigentlichen Gesetzes hinausgeht. Es ist demnach gleich bei der Einbringung eines Gesetzes von der allergrößten Bedeutung, ob es als verfassungsändernd angesehen wird oder nicht. Bei den Dawes-Gesehen wurde der Standpunkt vertreten, daß lediglich das Gesetz über die Reugestaltung der Reichsbahn verfossungsändernd sei. alle anderen Gesetze nicht. Es stellte sich dann die merkwürdige Tatsache heraus, dah die Deutschnationalen bei allen Gesehen. die nicht als verfassungsändernd galten, dagegen stimmten, bei dem versassungsändernden Gesetze aber zur Hälfte dafür stimmten, so daß hier die notwendige Zweidrittel-Mehrheit herauskam. Bei den Locarnoverträgen wurde von den Deutschnatiouoken behauptet, sie seien verfassungsändernd, von der Regierung wurde der entgegengesetzte Standpunkt vertreten. Tatsächlich sind die Locarno-Verträge angenommen worden mit einer Mehrheit, die für ein verfassungsänderndes Gesetz nicht ausreichte und aus diesem Grunde wird bekanntlich überhaupt die Gültigkeit der Verträge bestritten. Bei der Fürstenabfindung ist die Stellungnahme der Reichsregierung lange zweifelhaft gewesen. Don links her wurde der Standpunkt vertreten, sowohl die Reichstagsvorlage, wie die Volks» begeheren-Vorlage seien nicht verfassungsändernb. Schließlich hat dann der Reichsminister des Innern im Ramen der gesamten Reichsregierung die Erklärung abgegeben, beide Vorlagen seien als verfassungsändernd anzusehen. Wir sind damit allmählich in eine Praxis hineingekommen, die zweifellos in einem Rechtsstaate nicht gutgeheißen werden kann. Zunächst ist es überhaupt wenig erfreulich, daß so oft ,mit dem Begriffe des verfassungsändernden Gesetzes gearbeitet wird. Die Verfassung soll die -'unanfechtbare Grundlage für die ganze Gesetzgebung darstellen und der einzelne Bürger soll 'wissen, daß die in der Verfassung niedergelegten Grundsätze ihm eine Sicherheit bieten auch gegenüber der Gesetzgebung. Allerdings kann man keine Verfassung festsehen für alle Ewigkeit: man muh sie vielmehr auch veränderten Verhältnissen anpassen können. Dazu eben wird die Möglichkeit der Verfassungsände- rung vorgesehen. Hierunter aber hat man zu Hinsicht Opfer gebracht hat. Hier besteht ein außerordentlich gefährlicher unnatürlicher Zustand. selbst in politischer und sozialer Hinsicht, und das Gleichgewicht zwischen der Arbeit der Fabriken und der der Landwirtschaft muh im allgemeinen Interesse, das nun einmal das oberste Gesetz ist. so rasch wie möglich wieder hergestellt werden, welchen Rachteil davon auch gewisse große Eroberer des Eisens und des Stahls haben könnten, denn hier geht es um die Gesundung der ganzen Ration. Das, was England mit soviel Mut für die Wiederherstellung der Handelsfreiheit getan hat. das. was Belgien und Italien seit 3 Monaten gleichfalls beschlossen haben, indem sie in ihren ' Beziehungen zu Deutschland gegenseitig die Meistbegünstigungsklausel aufnahmen, wovon industrielle und kommerzielle Kreise in gleicher Weise befriedigt werden, können wir das nicht auch versuchen? Können wir nicht beispielsweise uns entschließen, den Warenaustausch zwischen Westfalen und Lothringen zu begünstigen, soweit es noch möglich ist? Eine noch ausgedehntere Zusammenarbeit könnte zwischen den deutschen und französischen chemischen Industrien hergestellt werden, besonders was Kautschuk und synthetisches Petroleum anbelangt. Statt unsere deutschen Rivalen mit Prohibitiv-Zolllchlägen zu bekämpfen, würde es nicht weit vorteilhafter sein, uns mit ihnen zusammenzutun, um uo^^olidarisch von dem so drohenden Joch des britischen Trusts zu befreien? Die rein kommerziellen Verständigungen sind nicht weniger wünschenswert, und ihre Möglichkeit ergibt sich aus der Erfahrung, die man seit über einem Jahre mit dem gemeinsamen Kaliverkauf gemacht hat. Ein für beide Teile so befriedigendes Experiment ist das Abkommen vom August 1924, das. auf Amerika und Schweden beschränkt, jetzt für die ganze Welt erneuert worden ist. Man muß sich sehr wohl Rechenschaft darüber ablLgen, daß eine wirtschaftliche Verständl- gung zwischen Deutschland und Frankreich allein Deutschland dazu bringen wird, sich wtrÜich für die Regelung der Reparationen zu interessieren, eine Regelung, die noch höchst unsicher ist. Genau so. wie sie mit Macht dazu beitragen wird, die Krisis des Vertrauens zu überwmden, unter der unsere Devise jetzt so leidet. Bevor man die Grundlagen eines allgemeinen wirtschaftlichen Ausgleiches suchen sollte, wäre es besser, mit Rachdruck nach dem so ermutigenden Beispiel von Locarno einige Sonderausgleiche zu sichern. — Ermutigend ist auch das Beispiel, dah schon sieben Zollverträge in Zentral-Eurvpa abgeschlossen worden sind, die nicht weniger als 60 Millionen Einwohner interessieren. Die Meistbegünstigungsklausel findet sich in den meisten dieser Verträge, und die so im Hinblick auf die Ermäßigung der Zolltarife verwirklichten Anstrengungen wirken sich bereits aus in den günstigen Resultaten der Handelsbilanzen. Wie die Verträge von Locarno bezirksweise den politischen Frieden im Geiste einest General- Protokolls -organisieren, wie sre darin vorgesehen waren, so werden die Sonderzollverständigungen nach und nach den Frieden und die europäische Wirtschaftseinheit organisieren. ’ls schreckliche Stichwort „Kurbettieren Sie!" brav zu erhaschen — Himmel, ohne darauf reagieren zu können! Da war es! Und dann trat draußen eine furchtbare Stille ein; er sah förmlich, wie die Ohren der beiden Liebenden gegen sein Weinglas, das nicht mehr da war, hinwuchsen, um die erlösenden Schläge aufzufangen. Aber sie fingen nichts auf als ein erstickendes Gekicher von Kollegen, ein schadenfrohes Geriefel aus allen Winkeln — Weiterungen derer, die bereitstehen mußten, um gegen die Rampe vorzubrechen, sobald die Uhr geschlagen hätte. „Reden! Dialog! Moment Geduld! Keine Pause! Wiederholen! Selber Text machen!" blies Doktor Subaqua gemartert durch die Rupfenwand. „Gleich kommt Glocke!" So redeten denn die beiden dort in ihrem mitternächtigen Zimmer. Sie ftegreifelten angestrengt. „Ha!" äußerte Colombo, „was ist das? Wir müssen uns um beträchtliche zwölf Minuten verfrüht haben!" — Da Rarzissa hierauf nicht das Mindeste zu entgegnen wußte, wagte sie ein neues Thema; sie begann beklemmt: „Ich entsinne mich des Knirschens Ihrer Pferdezähne vorhin unten im ©arten; ist es eine üble Angewohnheit ober einmalig?" Herr Colombo, hierdurch gleich völlig entwurzelt, wußte nur kräftig zu stottern: „Riemalig!" — worauf Rarziffa, der schon schlecht wurde vor Ratlosigkeit, den Faden verzweifelt weiterfpann: „Aber lieber, bester Graf, deutlich hörten's doch die Ohren unser beider!" — Colombo, der bereits den Eindruck verhaltenen Irrsinns machte, sagte düfter nichts als: „Leider, leider." Er geriet ins Reimen, was sich nicht gut ausnahm; denn diese Tragödie war in knapper Prosa geschrieben. Und mit hinein in den Vers riß er Narzisse; sie war wieder daran, die Aermste; die Wortkargheit ihres Partners ließ sie gar nicht zu Atem kommen, es entfuhr ihr: „Sie sagen: leider, und ich kann Ihren Schmerz vollkommen verstehen; wie sehr müssen Gebisse ob solchen Knirschens in Brüche gehen!" — Colombo hatte sich völlig aufgegeben; er reagierte nur noch auf den Klang, den fein Ohr traf; er verzichtete auf jeden Sinn, er sagte einfach: „Mit leisen Zehen!" Ach, schon wieder war Rarzissa an der Reihe, aber sie sprach sogleich, sie sagte etwas, sie war ein Weib, sie fand eine beträchtliche Menge von Worten, sie hielt sich tapfer. — So ging es traumhaft scheußlich weiter im Rampenlicht. ich will damft sagen, daß man uns nichtsdestoweniger für die Zukunft die schwersten Lasten auferlegt hätte. Dieses Ablommen ist ebenso unsicher wie -alle diejenigen, die auf Grund des Gesetzes von 1919 bis auf den heutigen Tag abgeschlossen sind und die angesichts der beträchtlichen Schwie rigkeit nur mit kleineren Staaten abgeschlossen werden konnten, da jede Großmacht nur auf der Grundlage der Meistbegünstigurgsklau'el einen Handelsvertrag mit uns abschließen tonnte, vorausgesetzt, daß sie selbst zu diesem Zugeständnis bereit war. Mit solchen Grundsätzen, die dazu noch immer zu nichts führen und mit einem solchen, immerhin wenigstens für eine gewisse Anzahl Interessierter. leickt aufzurlärendem. geheimnisvollen Wiederaufrichtung eines Wirtschaftssriedens nur Dunkel, können wir die Grundlagen für die auf einer solideren Basis festlegen, als die der Vorkriegszeit. Im Grunde genommen verweigerte uns Deutschland vor einigen Monaten in dem provisorischen Abkommen die Meistbegünstigungsklausel dc jure einzuräumen die es uns schon von Anfang an versprochen hatte, und erklärte, unserem für gewisse Produkte schon stark erhöhten Minimaltarif Zwischentarifen den Vorzug zu geben. Was wissen wir in dieser Hinsicht von dem Wirtschaftsdrama, das sich feit über einem Jahr zwischen Frankreich und Deutschland abspielt, und von der Stahl-Schlacht, die zwischen dem Komitee des Forges und der Schwerindustrie im Gange ist? — Der Tleberprotektivnszolltarif. wie er dem französischen Parlament vorgeschlagen ist. ist ein wahrer Kampftarif, der sehr oft noch die deutschen Zollerhöhungen überbietet, wie sie vom Reichstag am vergangenen 23. August angenommen wurden und seit dem 1. Oktober in Anwendung sind. Der wirtschaftliche Rationalismus auf beiden Seiten der Grenzen ergänzt einander, verstärkt und verschärft ihn und nährt fortgesetzt Keime zu neuen Konflikten. Das Tiebergebot der Tarife ist genau so unheilvoll wie der Rüstungswettbewerb. Die englischen Unterhändler haben dies sehr wohl begriffen, und zwar zu allererst. Sie haben es verstanden, schon seit über ein Jahr die Handelsbeziehungen mit Deutschland wieder anzuknüpfen, und zwar unter den liberalsten Bedingungen. Die Belgier und Italiener übrigens haben nicht gezögert, es ihnen nachzumachen. Trotz der Interessen, die oft unvereinbar erscheinen konnten, hat England den deutschen Erzeugnissen die Meistbegünstigungsklausel bis auf ganz wenige Ausnahmen zugestanden: es hat alle Prohibitivmaßnahmen in den deutsch-englischen Beziehungen aufgehoben und alle Ausnahmegesetze gegen die ehemaligen feindlichen Untertanen abgeschafft. Das nennt man die vollständige Wiederherstellung der gleichen Behandlung in kommerzieller Hinsicht und des freien Warenaustausches zwischen zwei großen Rationen. Für die englischen Industrien, die sich bedroht fühlen, greift ein besonderes Verfahren Platz. Sie müssen den Rachweis erbringen. dah ihre Unterlegenheit vor den ausländischen Konkurrenten nicht zurückzuführen ist auf Mangel an Organisation oder Geschäftsführung. und daß sie in der Tat nützlich und nach streng kommerziellen Grundsätzen arbeiten. Die Industriellen und Kaufleute, die den nachgesuchten Schuh für schädlich halten, können darüber den Board of Trade als Schiedsrichter anrufen. Das ist ein ausgezeichnetes Verfahren der Uw- terscheidung, das ich auch in unserem Lande angewandt sehen möchte, denn dieses Verfahren allein befreit uns von nutzloser Fabrikatton und schmarotzenden Industrien. Dieses Verfahren würde urrs gleichfalls gestatten, gewisse aufgeblähte Industrien auf das vernünftige Maß zurückzuführen, Industrien, die sich gar nicht klar werden über die Grenze der Aufnahmefähigkeit und der Bedürfnisse des Landes, und die sich gleichfalls weigern, irgendwelche Rücksicht zu nehmen auf die Weltproduktton. Rach dem Jahres- beriet des Komitees der französischen Bergwerke hat die jährliche Kohlenproduttion Frankreichs selbst unter Abrechnung der lothringischen Kohlengruben das Riveau der Vorkriegszeit übertroffen, während das Defizit unserer landwirtschaftlichen Produktion jedes Jahr zunimmt; der Wert der Rahrungsmittel, die wir einzuführen gezwungen sind, drückt sich schon durch den Koeffizienten 4,75 aus. Die industrielle Tleberproduktton wird also immer unheilvoller für unsere Landwirtschaft, die schon in so vieler verstehen die Abänderung der Verfassung selbst, d. h. Abänderung der geschriebenen Tlrkunde in ihrem Text. Soll also ein Gesetz ergehen, das mit der Vip'fassung im Widerspruch steht, so kann das richtige Verfahren nur darin bestehen, dah man zunächst den Text der Versa ssung selbst ändert, und bann auf dieser neuen Grundlage das gewünschte Gesetz mit einfacher Mehrheit erläßt. Derartige Veränderungen an der Weimarer Reichsverfassung sind schon mehrfach vorgenommen worden. Was demgegenüber die Praris als Per- fassungsänderndes Gesetz bezeichnet, sind in Wirklichkeit verfassungswidrige ' Gesetze. Sie änbern die Verfassung selbst gar nicht ab, lassen sie vielmehr unberührt, aber sie stehen im Widerspruch mit der Verfassung. Im Gcsehestcxte, wie er im Reichsgesehblatt veröffentlicht wird, ist auch gar nicht zu erkennen, baß sie als verfassungsändernde ergangen finb. Im äußeren Anblick bleibt vielmehr der Widerspruch zwischen der Verfassung und dem Gesetze bestehen. Die größte Gefahr liegt aber darin, daß es gar keine Stelle gibt, die einwandfrei feststellen kann, ob ein eingebrachtes Gesetz mit der Verfassung vereinbar ist ober nicht. In ben seltensten Fallen ergibt sich hier bas staatsrechtlich Richtige ohne weiteres auf ben ersten Blick. In ben meisten Fällen ist bie Sache zweifelhaft und bann entscheidet in letzter Linie bie Behauptung bet Regierung. Daß es aber zum minbesten möglich ist. hier nach politischen Gesichtspunkten zu entscheiden und nicht nur nach rechtlichen, bas liegt auf ber Hand. Der regelmäßig eingeschlagene Weg ist ber, baß ein Gutachten von Beamten bes Reichsjustizministeriums eingeholt wird. Es sollen in diese Gutachten gewiß keine Zweifel gesetzt werden, aber es läßt sich doch nicht verkennen, daß die Regierung hier in eigener Sache entscheidet, und darin liegt baS Bedenkliche. Es fann nicht ausbleiben. bah hier auf bie Dauer eine grundsätzliche Regelung getroffen wird, unb zwar nach einem vorhandenen Vorbild. In Artikel 13 der Reichsverfassung unb einem anschließenben Reichsgesetze wird bestimmt, daß über bie Frage, ob ein Lanbesgeseh vereinbar ist mit dem Reichsrecht, das Reichsgericht zur Entscheidung berufen ist. Es sind auch schon zahlreiche -Urteile über solche Materien ergangen. Das Beste wäre daher jedenfalls, Frage ber Ver fasbas Reichsgericht zur würde, auf Antrag der einer bestimmten Minder- besehten < Dr. 3an einzelnen ' zusammen; toetbun' schlossen. 5 Aufwer Stadt in lchens in gerechnet beantragt, obgeschlos! 100 Mar! 9100 Mar verzichtet, trag. - ist die E ?-W$ttötD bunten to meinte < schlossen, schiveine 5 Men ju . - Für die ten Tlo Tütrag vc ten Rüget ßrbauu nungen und ötaa sind für Stabt zu 57000 Ä Staatibai Derbleibcr 10003® - 5lm 5 folgende € verordnete Kenntnis t Stabtftf Lehrer bis den Bürge Mig zu t ein Lchrer Verhältnis! 1 * ? 6 5? Mise dem E amten bis Seist Ser. qesch!eh/e uiohlgelun heim ftatb eigneten £ größere t WC' m triebst Jahres 'n geführt v kb> 6tabtt Äedesreuk mer unb eine ®an 11 M h-r ordimng e raten und einzelne € Subaqua inzwischen hatte sich umgetan unb Leute hierhin und dorthin dirigiert. Einer kam geschäftig angeschossen mit einem Holzklöppel unb einem Servierbrett. „Esel, ich brauch' doch einen metallischen Klang!" hauchte der Doktor ihm zu — worauf jener aus Ergebenheit das Brett fallen ließ. Das Gepolter brachte den immer mehr versagenden Colombo, der sich bereits mit einer ein» 3igen Silbe wie „Potz!" ober „Hei!" ober besten- falls ,^Heipotz" begnügte und Rarzissa dauernd reden ließ, fo daß ein Monolog aus dem Ganzen wurde — dies donnernde Geräusch brachte ihn vorübergehend auf die Beine; er äußerte keck: „Horchet, gleich beginnt ein Regen zu rauschen; vor Gewittern pflegt mein Roß schier tödlich zu erzittern; ich muß zu ihm und diesen Ort vertauschen." Er hatte bie augenblickliche Besserung seines Geisteszustanbes gleich zu einer List benutzt, von ber er hoffte, sie werde es ihm ermöglichen, abzutreten. Er wollte kurzerhand hinaus, aber Rarziffa, die unter gar keinen Umständen allein bleiben wollte, ließ ihn einfach nicht fort, warf sich vor die Tür und schrie: „Sie sind, mein Graf, doch ein Ehrenmann, was steht in solcher Lage ein Pferd Sie an; wenn nun gleich die Donner stärker grollen, haben Sie mir, mir allein ritterlichen Schutz zu zollen." — Sie schrie dies in besten Absichten, denn sie hoffte, ihr Hinweis werde Subaqua auf ben Gebauten bringen, mit Wind-, Blitz- und Donnermaschine ein Unwetter losbrechen zu lassen, bas jeben Dialog ersparen möchte. Keineswegs. Subaqua dachte nicht daran, fo etwas in Szene zu fetzen. Er dachte an ein Wein- stlas, immer noch. Und es herrschte wieder mustergültige Stille, die von Rarzissan und Colombo redend ausgefüllt werden mußte. Nichts anderes blieb übrig: das tapfere Mädchen machte sich von neuem daran. Und die Hölle eines aus dem Nichts ZU erschaffenden Dialogs ging weiter. Dem Doktor aber blitzte es durchs Hirn, daß er doch eine Uhr in der Tasche habe, Großvaters Erbstück, das mit nabelfeinem Klingen, mit einem süßen Schtpirren, drückte man auf ein Knöpfchen, die Stunde repetierte. Er zog sie: getreulich und wahrheitsgemäß deutete sie neun Uhr an, er drehte die Zeiger brutal und in der Eile verkehrt herum, auf Zwölf. Es knackte und schepperte im Inneren wie von wegspritzenden Rädchen. Ihn focht nichts mehr an. er bearbeitete mit sämtlichen Fingerspitzen —- * f •24. bei ' Ä? ichon DIC, schieden ' KV« standen. ers 'n ' WchN v-rspns sind eben wird der Nö'e( liegen h Händen W von Zent' den d'ese- üßenn N" «uriickM mit einen Vorteil, d ^ckersab' Deutsch-französische Wirtschastsverständigung Von Rene Chavagnes, Mttglied der französischen Deputtertenkammer. Schon seit 15 Monaten versuche ich vergeblich, bei den Regierungen, die sich seit den letzten Kammerwahlen einander abgelöst haben, die große Debatte durchzusehen, die unumgänglich notwendig ist in der so wichtigen Frage der Zollpolitik. Rur dank einer geschickten List meines Kollegen, des Herrn Abgeordneten Capus, war es mir im vergangenen Monat möglich, auf der Kammertribüne von der Rotwendigkeit dieser Debatte zu reden und Einspruch zu erheben gegen den geheimen Charakter der Verhandlungen, wie sie schon seit über einem Jahre in wirtschaftlicher Hinsicht geführt werden. Wir wissen nur zu genau, was uns die Geheimdiplomatie in wirtschaftlicher Hinsicht gekostet hat, um sie noch einmal zu ertragen. Um ein Haar hätte man uns ohne irgendwelche Er- Körung vor die vollendete Tatsache des Abschlusses eines provisorischen Abkommens gestellt, was nicht men - alte Tante Kenfdj auj m einem endgültig t Jöer Lot "Mengt hc ’mmer noch. n"r mittels Ntsftunbe roi 1'5 noch n, 3'Nott Nl brat fomPii?,ierti ,e,ner halb, wmbo 0et 91 SuN Wang. 2lm Us Ma: 'teaferarlx mir tzx» v M 6 VS l)|n. im, N ’olqe, ‘ dem bes tes Ui Oberhessen. Landkreis Gießen. 's Grünberg, 24. April. Bei der Nuhholz- versteigerung im hiesigen ©tabtroalbe waren viele Kauflustige — auch von auswärts — anwesend. Die Angebote waren recht lebhaft. Es wurde bezahlt: für 1 Rm. Eichenscheiter, 3 Meter lang, nach Qualität 15 bis 20 Mk., für 1 Rm. Fichtennutzreisig in ganzer Länge 3 bis 4 Mk., für 1 Rm. Fichten-Nutzkniippelreifig in ganzer Länge 5 bis 6 Mk., für 1 Festmeter Eichenfchnittholz 2. Kl. 100 Mk., 3. Klaffe 95 Mk., 4. Klaffe 75 Mk., für 1 Feflmeter Kiefernfchnittholz 3. Klaffe 55 Mk., für 1 Fstm. Kiefernbauholz 2. Kl. 45 Mk., 3. Kl. 40 Mk., 4. Kl. 25 Mk. — In einem Nachbardorfe schwindelte eine Zigeunerin einer leidenden Bauersfrau unter dem Borgeben, sie werde sie im Walde durch unbeobachtete Zeremonien gefunbbeten, einen ansehnlichen Geldbetrag und einen Nock ab. Die leichtgläubige Bäuerin ist jetzt ihr Geld und das Kleidungsstück los, ihr Leiden besitzt sie aber noch bis auf den heutigen Tag. Man sollte es nicht für möglich halten, daß es heutzutage noch fo leichtgläubige Leute gibt, bie auf einen derartig plumpen Schwindel hereinfallen. der Zähne meines Rosses unten im Garten? Es wird ungeduldig — und es wird Zeit!" Er konnte guten Gewissens erklären, es werde Zeit, denn nun mußte ja gleich die Stunde schlagen. Dessen war sich auch Doktor Subaqua bewußt, als er vergeblich bie Finger durch den Glasstaub zu seinen Füßen gleiten ließ und nur einen Splitter auftrieb, der niemals groß genug war, um zu Glockenschlägen verwendet zu werden, aber doch sticht so klein, daß er nicht herzhaft in den Daumen eingedrungen wäre. Der Doktor erstickte gerade noch Wehlaute in einem aufgerafften Teppichrest, wickelte diesen Rest um den Daumen und horchte. Gottlob, man war da draußen mindestens acht Sähe noch entfernt von „Kurbettieren Sie". Seine frühe Bereitschaft machte sich belohnt. „Gehen Sie schnell unb holen Sie ein neues ®las!" flüsterte er einem Theaterarbeiter zu. .„Wohin er benn gehen solle? wollte der Mann wissen. „Zum nächsten Besten, der ein Weinglas hat!" sichte ungehalten der Doktor. Subaqua, Lektor, -^.^"naturg, Inspizient, Regisseur, alles und gar- mchts an den Kammerfpielen konnte sich solche Befehle leisten. „Eilen Sie, rennen Sie!" befahl er mit zitterndem Sümmchen. Der Mann eilte; da er ein Ehrgeiziger war, der zum Oberbeleuchter einstmals aufzusteigen träumte, eilte er außerordentlich, was zur Folge hatte, daß er an der nächsten ber vielen Ecken biefer Kammer- •’ r "^hr noch eine Reihe von Kammern als eine solche von Spielen bildeten, hängen blieb, sich ein Gelenk auskegelte unb hiermit gefechtsunfähig Subaqua fah's vor sich gehen in den Dämme- rungen ber Bühnenhintergründe; er horchte weiter nad) draußen und spähte hier innen umher. Sonst immer standen verbotene Biergläser in heimlichen Ecken, mit denen man leidlich das silberne Schlagen ^nes Uehrchens hätte fälschen können — ein diß- $!n(.tron5poni,eyt freilid> aus dem Französischen ins Derb-Germanische: aber heute war kein solides -trinfgefafj zu entdecken. Und die Zeit drängte. Subaqua trippelte auf feinem Teppich, fühlte das Wasser der Aenqste aus den Poren einer nichts bedeutenden hohen Stirne brechen und wagte sich nicht fort von feinem Lauscherposten, als fei es wichtig, wenigstens das Cs schlägt zwölf. Bon A. M. F r e y. Im letzten Drittel einer jähen Tragödie, die unerschütterlich ernst heruntergefpielt wurde, sollte bie Stutzuhr eines damenhaften Schlafzimmers Mitternacht verkünden und damit eine profunde Wendung aller Dinge heraufbeschwören. Das Schlafzimmer war da; Rarzissa und ihr Partner Colombo waren da; es war auch die Uhr anwesend; die vorderen Sitzreihen sahen ihr Per- pendikelchen mit rührendem Eifer hin- und her- flitzen, — aber hinsichtlich ihres schicksalsschweren Schlagens war vom Inspizienten Der übliche Schwindel geplant. Der Übliche Schwindel bestand darin, daß die Uhr ihres Schlagwerkes heimlich beraubt, gewissermaßen kastriert war, und daß er, ber Inspizient selber, hinter ber Bühne vermittels eines Weingläs- chens unb seiner Nagelfeile bie zwölf Silberlaute von sich geben wollte. Er, Doktor Subaqua, stand hinter der Rupfen- zimmerwand bereit und horchte auf Narzissas und Colombos spitzer werdendes Getändel, das ihm in dem Ausruf: „Kurbettieren Sie!" das Stichwort geben sollte für den Beginn feiner mitternächtigen Glockenklänge. In ber Linken hielt er bas Gläschen, in ber Rechten die Feile; auf alten Teppichresten stand er, um das Knarren feiner Stiefel zu ersticken, und war bereit. Sein Mündchen war gespitzt vor Aufmerksamkeit, seine aufgeriffenen Blicke drangen durch Zwicker und Rupfenwand mitten in den Dialog der Bühne; mit zierlichem Finger hielt er die Feile vier Zentimeter vom Weinglas — ach, wie trefflich bereit er war! Da entglitt ihm das Gläschen. Das war weiter nicht schlimm, denn es fiel auf den Teppich, auf dem er vorsorglich stand, und zerbrach keineswegs. Dennoch war, ausgiebiger Schreck ihm in die Glieder gefahren; der warf ihn nach vorn und verursachte, daß fern Fuß mit heftigem Tritt völlig zermalmte, was em gutes Geschick ihm hatte retten wollen. Zu Staub zersplitterndes Glas knirschte fo greulich' daß draußen Colombo unmöglich darüber hinweggehen konnte. Er mußte den Parkettreihen eine Erklärung geben, und so fügte er in feiner Rolle hinzu: „Vernahmen Sie, Gnädigste, das Mahlen bs. Aus der nördlichen Wetterau, 24. April. Schon jetzt läßt sich der F r u ch t o n s a tz bei dem Steinobst übersehen. Die Frühkirschen, die schon vor der Frostperiohe obgeblüht hotten, zeigen sehr guten Ansatz, teilweise haben die Früchte ichon die Grütze einer Johannisbeere. Sehr verschieden sind die Ernteaussichten bei den Spät- tirschen. Diejenigen Bäume, die gerade in jenen Frosttagen mit 4—5 Grad unter Null in Bollblüte standen, zeigen einen lückenhaften Behang, besonders in Tieslagen. Das übrige Steinobst hat weder durch Frost noch durch die Regenschauer gelitten und verspricht gute Aussichten. — Unsere Bauersleute sind eben am Kartoffel st ecken. Allenthalben wird der Kartoffelbau eingeschränkt, da jetzt noch viele Äartoffelbauern große Mengen Kartoffeln liegen haben untr nicht die geringste Nachfrage vorhanden ist. Es ist damit zu rechnen, daß Hunderte von Zentnern umkommen. Fast in jedem Dorfe werden dieses Jahr mehr Zuckerrüben angebaut. Wenn auch der Preis der Rüben der neuen Ernte zurückgegangen ist, so kann der Bauersmann doch mit einem sicheren Absatz rechnen und hat noch den Vorteil, doh er das Saatgut unentgeltlich von der Zuckerfabrik erhält. Alrciä Friedberg X Friedberg, 24. April. In vorbildlicher Weise wird im Eisenbahnoerein Friedberg, dem mehrere Hundert Eisenbahner vom höchsten Beamten bis zum einfachsten Arbeiter angehören, der Geist der Zusammengehörigkeit gepflegt. Im Winter geschieht es durch die Familienfeiern, deren zwei als wohlgelungene große Veranstaltungen in Bad-Nau- heim stattsinden mutzten, weil es hier an einem geeigneten Saal fehlt; im Sommer sind gemeinsame größere Ausflüge geplant. Diese sollen in diesem Jahre an den Rhein führen. — Größere B e - triebsbauten sollen noch im Laufe dieses Jahres im Bereiche des hiesigen Bahnhofes aus- geführt werden. pb. Butzbach, 24. April Die gestrige Stadtverordnetensihung war dank der Redesreudigkeit des Kommunisten Oppenheimer und eines Teil- der Linken wieder mal eine Dauersitzung, denn sie zog sich von 7 bis 11 Ahr hinaus. Obwohl die 14 Punkte der Tagesordnung eingeherck» in den Ausschüssen durchberaten und gutgeheißen waren, konnten es sich einzelne Stadtverordnete nicht verkneifen, ihr Redetalent im Plenum nochmals vor dem schwach- besetzten Zuhörerraum darzutun. Bürgermeister Dr. Jansen ersuchte deshalb mit Recht die einzelnen Parteien, doch in Zrckunft besser zu- zusammenzuarbeiten. 11. a. wurden mehrere Erwerbungen von Straßengelände beschlossen. Die Eheleute Karl Martens haben Auswertung und Rückzahlung des der Stadt in den Jahren 1921 22 gewährten Darlehens in Höhe von 400 000 Papiermark, umgerechnet gleich 9100 Reichsmark bzw. Goldmark beantragt. Mit den Vorgenannten ist ein Vertrag abgeschlossen, wonach sie monatlich ab 1. April 100 Mark bis zur Erreichung der Summe von 9100 Mark ausgezahlt erhalten. Aus Zinsen wird verzichtet. Die Versammlung genehmigte den Vertrag. -- Durch Entscheid des Kreisausschusses ist die Stadt wegen zu geringer Anzahl von Zuchtschweinen von der Eberhaltung entbunden worden. Die Stadt hat aber mit der Gemeinde Riederweisel einen Vertrag geschlossen. wonach diese sich verpflichtet, Zucht- jchweine Butzbacher Landwirte durch deren Eber Liefen zu lassen. Der Vertrag wurde genehmigt. Für die Wiederbeschaffung der gröl' e n Glocke bewilligte die Versammlung einen Beitrag von 1500 Mark, wovon Die Hälfte durch den Kugelhaussonds zurückerstattet wird. — Die Erbauung eines Hauses von 4 Wohnungen mit Hilfe von Zuschüssen von Reich und Staat wurde genehmigt. Drei Wohnungen sind sür Reichsbeamte bestimmt, eine steht Der Stadt zur Verfügung. Die Baukosten betragen 57 000 Mark. Der nach Abzug der Reichs- und Staatsdarlehen iir Höhe von 47 000 Mark noch verbleibende Restbetrag der Bausumme von 10 000 Mark wird durch Kapitalaufnahme gedeckt. Am Schlüsse der öffentlichen Sitzung wurde folgende Entschließung gefaßt: ..Die Stadt- verordneten-Dersammlung nimmt mit Bedauern Kenntnis vom Lehrkräfte-Abbau an Der Stadtschule, wodurch in Zukunft auf einen ßej>rcr bis zu 53 Schüler kommen. Sie beauftragt Den Bürgermeister, bei der Regierung dahin vorstellig zu werden, daß in Butzbach vorläufig nur ein Lchrer abgebaut wird, weil die räumlichen Verhältnisse dazu zwingen." In nichtöffentlicher was nicht leicht war wegen des Splitters im Daumen — das wichtige Knöpfchen — lind die brave alte Tante tat fünf schwirrende Seufzerchen, die kein Mensch außer Subaqua hörte, erledigte alles übrige in einem hinsterbenden Liliputgerassel und war endgültig tot. Der Doktor sab ein, daß er sie wohl tödlich überanstrengt hatte, aber Glas — yeiles Glas besaß sie immer noch! Er kam nicht los von der Vorstellung, nur mittels Glases die so dringend nötige Mitternachtsstunde verkünden zu können. Ganz wie im Anfang mit Feile und Römer stand er nun mit Uhr und Hausschlüssel und hoffte sich noch gerettet. Welch leerer Wahn! Auf den ersten Hieb zerplatzte und zerfiel alles, bis tief ins Zifferblatt hinein. Die Zeiger flatterten weg, der Bügel brach — und die restlose Vernichtung eines komplizierten Werkes war das erstaunliche Ergebnis einer halben Minute, ohne daß Narzissa und Colombo Gewinn davon gehabt hätten. Subaqua kam nun doch ab vom gläsernen Klang. Am Ende ging es anders? Er entsann sich eines Mannes — eines Mannes unter feinen Theaterarbeitern — aber wo war er? „Holen Sie mir den Mollweich schleunigst!" raunte er dem Nächsten zu. Die Kollegen, als Schadenfreude schal zu werden anfing, wollten auch nicht länger müßig bleiben. Der Komiker Gluth — ganz ernst — erbot sich, bim, bim, bim zu machen — zwölfmal, ohne Extragage; ein gefangenes Bimbimbim, nach Wunsch metallisch, Denn er habe Gold in der Kehle. — Ein anderer flüsterte, er könne so die Backen anfpannen, dah man auf ihnen mit geschnelltem Zeigefinger hohle Töne immerhin eines Schauerglöckchens zuwege bringen könne. Subaqua lehnte mit zuckender Unterlippe, den ©lasfplitterbaumen verneinend schüttelnd, solche Vorschläge ab und faßte neuen Mut, denn der gefundene Mollweich auf Filzschuhen schlich vor ihn hin. Mit dem Manne stand es so, daß er einst infolge eines Unfalles ein Stück feines Schädelgewölbes eingebüßt hatte; das fehlende beinerne Segment war seinerzeit durch eine Silberplatte ersetzt worden. Auf sie baute der von feinen Nölen schwer belastete Inspizient einen verwegenen Plan. Das heißt, er baute nicht viel, er war schon fertig mit einem überhitzten Entschluß, befahl dem untergebenen Mollweich stramm zu stehen, raffte Sitzung wurde bann nod) eine Personalangelegenheit behandelt. — In der Stadtschule sind neu ein getreten 92 Kinder, in die Oberreal- s chu l e 31. Abgebaut sind an ersterer bis jetzt zwei Lehrkräfte, wegen Abbau Der dritten Kraft steht noch Entscheid aus, an letzterer zwei Lehrkräfte — Die Rotstandsarbeiten, für die 6000 Mark bewilligt worden waren, lind soweit erledigt. Es wurden sämlliche Feldwege in der Gemartung gründlich wieder in Ordnung gebracht, die verschlamm len Wassergräben ausgehoben usw. Weiter ließ die Stadl die Spazierwege und im Zipse:.teald den arg verwahrlosten Bi-marckhain wieder Herrichten, an der Kirck>gasse wurde ein Kinderspielplatz hergestellt, der sich dauernder Benutzung erfreut. Zwei Müllabsuhrplätze an der 3t Inlaute und am Gambacher Weg wurden planiert und urbar gemacht, um sie im Herbst mit Obflbäumen bepflanzen zu können. Ferner ließ die Stadt Den brach liegenden Rafenstveifen am Wald zwischen Lachenweg und Cbersgönser Weg mit 7000 Tannenbäumen bepflanzen. Z Steinfurth, 24. April. Die verflossene Woche brachte uuserem Ort eine wohlgelungene Werbeoeranstaltung, die viel Anklang sand und das Interesse für die Leibesübungen stark belebt hat. Veranstalter war der Turnverein 1860 Bad-Nauheim, dessen Abteilungen unter Leitung von Turnlehrer W. Lehmann das deutsche Turnen in seiner Vielgestaltigkeit zeigten und die Ueberzeugung auftommen ließen, daß auch die deutsche Turnerei auf neuen Bahnen wandelt und nicht in alten Formen stecken bleibt. Neben den Hebungen an den Geräten sand die Körperkultur ihren höchsten Ausdruck in den Sportfreiübungen der Turner und den rhythmischen Turnübungen der Turnerinnett. Dankbar wurden auch die Darbietungen der von Lehrer Diehl geleiteten Gesangsabteilung des Gastoereins aufgenommen. Der große Hengstfche Saal war gefüllt, auch viele Bad-Nauheimer Besucher waren anwesend. CO Nieder-Flor st adt, 24. April. In gemeinsamer Sitzung des Gemeinderats #nh des Schulvorstandes wurde beschlossen, die Knaben- fortdildungsschule auch im Sommer zu halten. Auch das dritte Mädchenfortbildungsschuljahr soll durchgeftihrt werden, aber nur unter der Bedingung, daß auch die Mädchenfortbildungsschule das ganze Jahr durchgehalten wird. Halbjahreskurse hält man nicht für zweckentsprechend. Die sechs Handarbeitsstunden in den oberen Dolkssch ulklassen, die mit dem neuen Schuljahr eine technische Lehrerin übernommen hatte, sollen im Falle der Durchführung der Mädchenfortbildungsschule wieder der Handarbeitslehrerin, einer Kriegerwitwe, zurückgegeben werden. Der Abbau einer Schulstelle, der sich bei den hiesigen Schulverhältnissen sehr ungünstig auswirkt, wurde sehr bedauert. <£ Vom hessischen Taunus, 24. April. Während einige Wildarten, die man gern geschont sehen würde, immer seltener werden, haben die Wildschweine seit dem Kriege in einer Zahl zugenommen, die sich immer bedenklicher auswirkt. Nicht nur die Gemarkungen am Hausberg haben Darunter zu leiden gehabt und noch jetzt zu leiden, auch in der Mörler Mark verbreiten sie sich immer stärker, wobei ihnen der Umstand sehr zustatten kommt, daß zur Zeit im Ober-Mörler Wald die Jagd nicht ausgeübt wird. Die Jagd ist wohl verpachtet, der Vertrag aber noch nicht genehmigt worden. Die Schwarzkittel haben in den jungen Waldkulturen großen Schaden angerichtet und suchen auch die angrenzenden Felder fortgesetzt heim. — An den Berghängen blüht seit acht lagen bereits der G i n st e r, der sonst erst von Mitte Mai ab sein herrliches Gelb über Die HalDen ausbreitet. Ein ent- zückenDer 'Anblick bietet sich Dem Auge Des Naturfreundes, und mancher Ginsterstrauß wandert jetzt als besonderer Zimmerschmuck in die Blumenoasen. .ttrcis Bttdir.gclr. !! Büdingen. 24. April. Der Gemeinderat übertrug die jetzt in Angriff zu nehmenden Pflastererarbeiten in der Hindenburgstraße, dem Aeuen Weg und Der Düdelsheimerstraße den Firmen Zipf (Gelnhausen) und Lux (Rieder-Florstadt) unter der Bedingung, daß als ungelernte Arbeiter nur Düdinger Arbeiter beschäftigt werden dürfen. Die Pflastersteine werden von verschiedenen Firmen bezogen. — Das neue Kreisamtsgebäude wurde am Mittwoch in Betrieb genommen. In dem alten Kreisamtsgebäude ist zur Zeit die Schädlingsbekämpfungsstelle Frankfurt a. M. damit beschäftigt, die Vorbereitungen für die Vergasung des Messingkäfers zu Den Holzklöppel, Der noch neben Dem Servierbrett lag, vom BoDen auf unD Hopfte Mollweichen Dort aufs Dach, wo eine beträchtlich enthaarte Stelle Die Silberplatte anzeigte. Nein, er schlug gar nicht hart zu. Das Erlebnis mit seiner Taschenuhr war ihm noch frisch in Erinnerung, er rührte Den Klöppel menschlich unD sanft, rückte Mollweich noch an Die RupfenwanD und betrommelte ihn schier zärtlich. — Durchaus verkehrte Maßnahme! Neben vielem, was er nicht wußte, wußte er augenscheinlich auch Dieses nicht, Daß Gehirnpartien, wie Die, Die er gerade mißbrauchte, ganz bejonDers empfinDlich sinD. Zudem schien er von sich aus auf Mollweich zu schließen, denn woher und wieso hoffte er auf Resonanz, die hier doch einen Hohlraum erfordert. Unnötig, weiter darüber zu reden. Jedenfalls fiel Mollweich gleich unter Dem ersten Klöppelgruß lautlos zusammen wie ein Ochs im Schlachthaus unter dem Stirnschuß, und mußte betäubt von drohend murrenden Genossen den Wiederbelebungsmanövern des Theaterarztes entgegengetragen werden. Von den beiden Schauspielern auf der Bühne war mittlerweile ein stationärer Zustand geschaffen worden, indem Narzissa sich in eine wohltuende Ohnmacht begeben hatte, deren Echtheit nicht einmal ganz von der Hand zu weisen war, und Colombo neben ihr kauerte und unermüdlich Pulse fühlte, Knöpfe öffnete, sorgenvoll Das Haupt schüttelte unD auf jeDe Weife sich an Die letzten Möglichkeiten stummen Spieles klammerte. Schließlich beDauerten Doch Die Kollegen hinter Der Bühn^ jene auf ihr unD beschlossen ernsthaft, einzugreifen. „Laßt mich machen!" rief Der Komiker geDämpft, und plötzlich hatte er eines Der verbotenen Biergläser in Händen. Es war noch halb voll; er goß es im Bogen hurtig in sich hinein, zog feine Stummelpfeife unD begann entschlossen. Die Uhr schlagen zu lassen. Unglücklicherweise verfiel auf Den Gedanken eigenmächtigen Handelns gleichzeitig ein zweiter Schauspieler, Der mit Hilfe eines Medizinfläschchens — er litt an Heiserkeit unD nahm stündlich Tröpfchen — und seines pochenden Siegelringes Uhren- schlagen markierte. So klangen plötzlich Bierglas und Pfeife durcheinander mit Fläschchen und Siegelring, und es war für Die Zuschauer Drunten so, als habe sich irgendwo unsichtbar eine emsige kleine Schmiede aufgetan. treffen. Alle Fenster und Türen werden abge- Dicbtct und die Akten auseinandergelegl; letzteres geschieht, um den Zutritt des Gases in Die Aktensaszikel zu erleichtern. — Das hiesige Wo!sgang - E r n st - Gymnasium, das seit Ostern b I. wieder zu einer humanistüchen Lehranstalt umgebildet wurde, naym in die Sexta 22 Knaben und 2 Mädchen aus. / Ridda. 24. April. Der hiesige Schutzen- verein hat bei seinen Schiehständen aus dem Kiffelberg ein schönes Schühenhaus erbauen lassen, das wegen feiner eigenartigen Bauart sehensteer! ist. Die Wände des einstöckigen Hauses sind nämlich aus lauter wagerecht auseinanderliegenden, unbehauenen Baumstämmen aufgeführt. Rur die Flächen, womit die einzelnen Stämme auf einanherliegen, ’inb geglättet, damit keine großen Ritzen bleiben. Der Bau ähnelt einer altgermanischen Wohnung, oder einem im Innern Amerikas stehenden Blockhaus. Jedensalis ist aber der Bau kehr massiv und dauerhaft und kann Regen und Sturm, denen er auf dem freien, hohen Standort stark ausgesetzt ist, viele Jahre widerstehen. y. Bad-Salzhausen. 25. April. Für die Feldbereinigung unserer Gemarkung haben sich von den 132 Grundbefitzern mehr als ein Fünftel durch Unterschriften ausgesprochen, so daß nun die Einleitung des Verfahrens in Kürze beginnen soll. In Michelnau ist das Feldbereinigungsverfahren so weit gediehen, dah bereits Termin einer Versammlung bestimmt ist, worin die beteiligten Grundeigentümer über die Aufbringung der Kosten zu beschließen haben und Wünsche und Anträge vorbringen können. Weiter sollen zwei einheimische Sachverständigen und zwei Schiedsrichter und deren Stellvertreter gewählt werden. Man hofft, dah durch die Feldbeieini- gungsarbeiten vielen Erwerbslosen Arbeitsgelegenheit geboten wird. h. Aus dem mittleren Riddatal, 25. April. In einigen Gemeinden unserer Gegend herrscht gegenwärtig die Grippe sehr stark. Besonders werden Leute mittleren Alters davon heimgesucht. Auch treten unter den Kindern wieder Fälle von Scharlach auf, die aber zum Glück bis jetzt gutartig verlaufen bs. Unter-WiDdersheim, 24. April. Mit Der. kommissarischen Verwaltung unserer erledigten S d) u l ft e (l e ist Lehrer Hassinger von Helpershain beauftragt worden. Infolge Abbaus einer Stelle und Aufhebung einer hauptamtlichen Fortbil- Dungsfchullehrerstelle konnte er bereits überziehen. Der bereits ernannte Schulverwalter D ö p p, seither in Unterfdjmitten, wurde zum Gehilfen des erkrankten Lehrers Henrich in Borsdorf ernannt. Kreis -Llssc!d. ck. W e 11 f a a f e n , 24. April. Infolge des Schulabbaus schied der Schulverwalter R a tz von hier, Der feit Mitte Dezember 1925 in unserem Orte wirkte. Trotz Der Kürze her Zeit hat er sich starke Sympathien der Einwohnerschaft erworben, Die sein Scheiden lebhaft bedauert. A u s d e m O h m t a l, 4. April. In unserer Gegend nimmt die Zigeunerplage in letzter Zeit stark zu. Während die Weiber mit ihrem anhaltenden Betteln die ländliche Bevölkerung belästigen, treiben Die Männer in Den Jagdbezirken und in Fischereirevieren ihr Unwesen. Es erscheint sehr angebracht, daß die Behörden energische Maßnahmen ergreifen, um dem Zigeuneroolk Das Handwerk zu legen. MS? Burg-Gemünden, 24. April. Bei Der heutigen Holzversteigerung konnte ein kleiner Rückgang her P r eis e verzeichnet werden. Es wurden bezahlt für 4 Meter Knüppel etwa 32 Mk., für 4 Meter Scheiter etwa 40 Mk. (=) Groß-Felda, 24. April. Im hiesigen S t e i n b r u ch verunglückte der Einwohner Heinr. Schott V. von hier durch Absturz infolge Niederbruchs einer Basaltschicht. Der Mann erlitt einen schweren doppelten Beinbruch und mußte dem Krankenhaus in Alfseld zugeführt werden. ärreis Lauterback. L Grebenhain, 24. April. Einem dringenden Wunsche der Einwohnerschaft Rechnung tragend, ist jetzt die Wasserleitung bis zum F r i x d- hof verlängert worden. Allenthalben wird diese Maßnahme, durch die eine leichtere und bessere Pflege her Gräber möglich ist, sehr begrüßt. Starkenburg. Z Nauheim b. Groß-Gerau, 24. April. Unser Ort ist her Mittelpunkt her Spargelzucht So flink hie zwei Hilfsbereiten zu hämmern, zu Hingen unb zu flirren begonnen hatten, ebenso erschreckt brachen sie wieher ab — um sich mit wilden Grimassen stumm darüber zu verständigen, wer denn nun ganz allein Glockenuhr fein dürfe Die dort im Rampenlicht hatten aufgehorcht. 'Narzissa genoß jäh von ihrer Ohnmacht. „Ist mir's doch," sagte sie schwach, „als wollte die Turmuhr fern im Dorfe — sollte sie wirklich —?" Aber da war alles schon wieder aus und jene sattsam bekannte Stille beherrschte abermals den fernsten Winkel des Hauses . . . Nun hätte man ja vielleicht endlich als letztes (9eroaltm.ittel den Vorhang fallen lassen können, und eigentlich war Subaqua auch bereits entschlossen dazu. Aber der Entschluß war nicht zu verwirklichen; die Umstände wollten es doch, daß jedermann, einschließlich des Vorhangziehers, von Subaqua umhergeschickt, ununterbrochen auf her schleichenden Jagd nach einem Weinglas war. Narzissa legte sich neuerdings lang hin, die Hand nm Herzchen, und Colombo nahm seine Knöpfungs- kunststücke wieder auf. Subaqua sah's durch ein Loch im Rupfen, und da gab er, Lektor, Dramaturg und Regisseur, alles auf. Er tat nicht mehr mit; er wurde fahnenflüchtig unter dem gemurmelten Vorwand, der Glassplitter im Daumen unternehme eine so rapide unb besorg- liche Wanberung gegen bie Pulsader aufwärts, daß er sich sofort der Obhut eines Chirurgen anvertrauen müsse. Kurz: er verschwand. Unnötig zu sagen, daß es bald darauf irgend jemanden gab, der es dreizehn schlagen ließ. Was übrigens nichr schadete, denn es war kein Mensch mehr im Theater anwesend. Die Besucher hatten sich längst entfernt: einige, als sie Narzissa für tot _unb Colombo für vom Wahnsinn umfangen hielten — bedenkliche Parallele, so empfanden die aufbrechenden Kritiker, zum Schluß der Ibsenschen „Ge- fpenfter" —; einige Diskrete, als sie Colombo an den Knöpfen beharrlich nesteln sahen unb nicht länger stören wollten; einige erst, die Ausdauerndsten, als der Klingklang der Schmiede hinter der Bühne anhub unb darauf deutete, daß man offenbar für heute abend ganz davon abgekommen sei, weiter Theater zu spielen. Zudem war es so — und das beleuchtet grell den Sinn des Publikums für die Kunst —, daß alle glaubten, bas Stück fei regulär zu Ende geführt. im heffifchcn Ried. Dieser Tage wurde mit einer Rede des Bürgermeisters her erste diesjährige Markt eröffnet. Für 1. Sorte wurde 1 'HL für 2. Sorte 0,50 Mk. bezahlt. Der hiesige Markt wird aus der ganzen Gegend beichickt. Preußen. Oberlahnkreis. Bermbach, 25. April Hier ereignete sich ein gräßlicher Unfall. Dem leider ein blühendes Menschenleben zum Opfer gefallen ist. Der 25jährige Richard M ü ck war an bet KreiSsäge mit Hvlzschneiden beschäftigt. Durch einen unglücklichen Zufall flog ein Klotz rückwärts unb dem an Der Maschine beschäftigten Mück mit solcher Wucht ins Gelicht, baß die eine Gesichtshälfte vollständig zerschmettert wurde. Ein sofort aus Drcun- sels herbeigerusener Arzt legte dem Verunglückten eilten Rotverband an unb veranlaßte feine Ueberführung in das Krankenhaus zu Wetzlar. Dort ist der junge Mann nach einigen Stunden qualvollen Leidens gestorben. Mrcie Marburg. ][ Marburg, 24. Qlpril. Bei her Bera- beö städtischen Haushaltungsvoran- sch 1 a a S in der Stadtverordnetenversammlung gaben sich die Vertreter des Gewerbes und Handels die größte Mühe, bie Gewerbesteuer herabzusehen. Es mußte jedoch bei ben veranlagten Sähen bleiben, alm bie zur Ausgleichung des Voranschlags, der in C innahme unb Ausgabe mit 2 576 000 Mark festgejeyt wurde, nötigen 1 136 344 Mark zu beschaffen, werden folgende Steuern erhoben. 375 Prozent der vom Staat veranlagten Steuer vom Grundvermögen,. 475 Prozent des Steuergrundbetrages der Gewerbesteuer nach dem Ertrag. 570 Prozent des Steuergrundbetrages der Gewerbesteuer nach dem Ertrag als Zweigstellensteuer. 1200 Prozent des Steuergrundbetrages von 1700" Mark der Gewerbesteuer nach dem Gewerbetapital als 3tocig- stellensteuer Bemerkt fei. daß die Gewerbe unb Handel schädigenden studentischen Verkaufsstellen und Handwerksbetriebe, bie währenb ber Rotzeit eingerichtet würben, jetzt bis auf bie Buch- binberei in Wegfall kommen Dafür sinb 2000 Mark zur Unterstützung in Marburg beheim- mateter bebürftiger Stubenten in ben Voranschlag eingestellt. Der schon lange angeregte Bau eines Hallenschwimm babes soll tunlichst gefördert werben. Dillkrcis. bl. Dillenburg. 24. April Rach dem vorläufigen Rechnungsabschluß für 192:/26 wirb bie Stabt einen ileberfdjufj von etwa 4 5 0 00(5 M k. erzielen. Der Betrag soll zur Unterstützung ber Reubautätiok it verwende! teer- ben. - Die hiesige Kleinkinberschule M:dt in diesem Jahre auf ihr 50jähriges Bestehen zurück. Die F r e i to i 11 i g e n Feuerwehren von Manderbach unb Flammersbach blicken in diesem Jahre auf ihr 25jährtges Bestehen zurück. bl. Herborn. 25. April. Die Lage in der Westerwälder Basaltinbustrie hat sich gebessert. Allenthalben kann man bie erfreuliche Feststellung machen, daß bie meisten Brüche ihren Betrieb wieder aufgenommen haben und damit der Arbeiterschaft des Wester- waldes, die zum größten Teil ihr Brot nur aus diesem Industriezweig verdient, wieder Beschä- i- gung geben, wenngleich der Verdienst auch nicht die Höhe wie vor Jahren erreicht. Die Erwerbs- losenzifser sinkt infolgedessen ständig. Es loirb heute fast nur noch Kleinschlag hergestellt. bl. Mademühlen. 25. April. Ein Projekt von außerordentlicher Wichtigkeit wurde hier zum Teil in Angriff genommen. Es handelt sich uni ben Dau einer Straße zwischen unserer Gemeinde und der im Kreise Westerburg gelegenen Ortschaft Oberrod. Der Bau einer Provinzial- strahe ist zu einem dringenden Bedürfnis gewo ben. da der Verkehr auf dieser Strecke llch dauernd erweitert. Mit der Verbindung schließt man den Westerwald und das Lahngebiet enger zusammen. bl. Straßebersbach. 24. April. Der Stauweiher in unserer Gemarkung soll erweitert werden. Man gedenkt das Werk im Wege der produktiven Erwerbslosenfürsorge zu fördern. Frankfurter Theater. Albert Steinbrück gastiert im Reuen Theater. Vor dieser freudigen Tatsache weicht bie Frage, in welchem Stück, von welchem Autor, in ben Hintergrunb. Denn Steinbrück spielt, und sein Spiel wird zum Erlebnis, einerlei, ob er einen Klassiker sich zum Spielvorwand wählt, oder einen an sich belanglosen Reißer; das Menschliche seiner Darstellung wird immer die Form brechen und Darüber hinauswachsen. War es früher Büchners „Woyzeck". oder Strinb- bergs „Totentanz", so ist es biesmal Octave M i r b e a u, bessen „Geschäft ist Geschäft" er sich zum Gastspiel wählte. Anfänglich versteht man diese Wahl nicht recht, bas ganze Spiel klebt zu sehr an ber Oberfläche; dieser Francis Lechat ist auch ziemlich schablonenhaft gezeichnet, ber Typ des Schiebers, wie wir ihn auch in Deutschland finden können. Jedoch dieser Lechat hat im letzten Akt ungeheuere seelische Entladungen. Erstens, da seine Tochter, die er mit Dem Sohn eines durch Schulden ihm verfallenen. Marquis vermählen teilt, ihm ins Gesicht schleudert, daß sie einen Geliebten habe, ihn als Dieb hasse, und mit ihrem Geliebten, einem Angestellten Lechats, das Haus verläßt. Und zweitens, da ihm unerwartet der tätliche Autounfall feines einzigen, geliebten Sohnes mitgeteilt wird. Hier wächst dieser Francois Lechat, dieser Millionenschieber, weit, weit über das Stück hinaus, und eine Datertragödie erfüllt die Szene. Die Szene, da er, fast besinnungslos vor Schmerz, den beiden Halunken, die mit ihm ein Geschäft abschliehen wollen. Die mit brutaler Berechnung unD Geschäftstüchtigkeit durchdachten Verträge diktiert, obwohl er nur noch an den Toten denkt, ist in Der Gestaltung Steinbrücks von ungeheuerer Wucht. Auch im übrigen belebt er diesen Lechat mit taufenh Zügen, die aus Dem „modernen Bösewicht" einen Menschen von Fleisch und Blut und einer starken Portion Brutalität und Gewissenlosigkeit machen, am Ende doch nur einen Menschen, der vom Schicksal bezwungen wird. Die Darsteller des Reuen Theaters unter bet verständnisvollen Regie Alois <3 r o 6 man n 1L hielten sich tapfer um den großen Gast, L i ü r Hen - 2. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Ä .. „..asseler Poft" zufolge hat die Verwaltung der Südafrikanischen Eisenbahnen der deutschen Industrie einen Auftrag von 20 schweren Lokomotiven erteilt. Von diesem Auftrag sind zehn Lokomotiven bei der Kasseler Lokomotivenfabrik Henschel & Sohn in Kassel bestellt worden, während der Rest an die Lokomotivenfabrik Maffei in München vergeben worden ist. Dem Werke ist durch diesen Auftrag Gelegenheit gegeben, seinen seit langem schlecht beschäftigten Lokomotiv- bau zu erhalten. • * Mansfeld-A. -G. für Bergbau und Hüttenbetrleb, Cisleben. Dank >der älmstellungsmahnahmen im Erzbergbau und Hüttenbetrieb konnte die Gesellschaft im Geschäftsjahr 1925 nicht nur den Verlust des Vorjahres wieder einholen, sondern kann sogar auf 'das Stamm-A.-K. von 32 228 550 Rm. eine Dividende von 8 Prozent zur Verteilung bringen. * Zuckerfabrik Frankenthal, 21.»®., 'n Frankenth a l (Pfalz). In der H.-V. wurde der Abschluß genehmigt und beschlossen, den Reingewinn von 120 807 Rm. vorzutragen. Eine Dividendenverteilung erfolgt demnach nicht. Der in seiner Gesamtheit zurückgetretene A.-R. Das lachende Haus Roman von Sophie K l o e r ß. Wirtschaft. * Eine 13,5-Millionen-Gulden-An- leihe der Rheinprovinz. Wie der „Jndu- dustrie- und Handelsztg." aus London berichtet wird, sind die unter Beteiligung des Londoner Bankhauses Iaphet & Co. geführten Verhandlungen über eine Anleihe der Landesbank der Rheinprovinz von 13,5 Millionen Gulden abgeschlossen worden. Die Anleihe soll in Amsterdam, der Schweiz und Schweden aufgelegt werden. Sie wird von der Rheinprooinz garantiert und hat eine Laufzeit von 20 Jahren bei 7 Prozent Verzinsung und einem Ausgabekurs von 97,5 Prozent. * Frankfurter Hypothekenbank, Frankfurt a. M. Das Institut bringt nach zwei erträgnislofen Iahren wieder eine Dividende Trotzdem bestand der Name noch zu Recht; denn man sah von droben weithin über Deich und Flut, und wenn es nur fünfzehn Meter höher waren — sie waren in diesem flachen Lande schon etwas. Die drei Bunsenmädchen saßen auch ebensoviel in den Hinterzimmern, mit dem Blick über Garten und Strom, wie vorn, wo man die Wanderer und Fuhrwerke der Landstraße vor sich hatte. Auf dem Hofe vor dem Haus war ja kein Leben, seit Polemotz Pächter war. Die Scheune wurde wenig von ihm benutzt, und die alten Ställe standen leer, wenn nicht Ille ihre Hühner und Enten dort unterbrachte, und die eine Kuh, die die Äatenfrau molk. Das Dorf lag ein bißchen landein. Nur fünf Minuten, aber im Winter bedeutete das allerlei. Und dann, hinter dem kleinen See, der nur ein Kilometer lang und breit war, grüßte das weiße Herrenhaus von Gottesgabe, in zwanzig Minuten zu erreichen. Dahinter und nach allen Seiten blaue Ferne, weite Aecker und Wiesen, Holzungen, die Linie des Bahndammes — zwei Kirchtürme mit altmodischen Wetterhähnen auf dem Knauf--alles schlichte Linien voll Frieden und Wohlhabenheit. Das Leben lag an der Hinterseite des Hauses auf dem gewaltigen Strom, wo die Weltumsegler ihre Bahnen zogen, der Wind sang, Ebbe und Flut im ewigen Wechsel die Wogen schwellen und sinken ließen, Fischerboote den ganzen Tag kreuzten, die Anlegebrücken von Ausflüglern wimmelten — am schmalen weißen Strand badende Jungens mit ihren hellen Stimmen die Luft schwingen machten — dort, wohin die Herzen all des Jungvolks strebten, all die heißen, stolzen Herzen, die in Luft und Flut weit und hell werden. Mitten durch das ganze Haus ging die große Diele. Rechts lag ein Vorderzimmer und dahinter die Küche mit den Wirtschaftsräumen, links drei Stuben. Und dann waren oben in den Giebeln noch Zimmer genug, wenn es einmal so kam, daß unten em junges Paar wohnte und Frau Margrit nach oben ziehen mußte. Sie dachte jetzt oft an diesen Fall. Zum Herbst erlosch die Pacht. Pachtete Pole- Düchertisch. — In der Sammlung Erinnerungsblätter i eutscher Regimenter des Verlages G. Stalling in Oldenburg i. O. erschien als neuer Band unter dem Titel „Standhaft und treu!" die Geschichte des Reserve-Infan- terie-Regiments 2 21, nach amtlichen und privaten Kriegstagebüchern bearbeitet von dem ehemaligen Dataillonsadjutanten III, 221 Lt. d. R. O. Hirschel, herausgegeben von Dr. 2D. Meißin- ger, 3./221. Das Regiment, das wie sein Dri- gadereNment R.2.R. 222 aus dem hessischen Kontingent, und zwar in Darmstadt, 2Dorms und Offenbach in den Augusttagen 1914 aufgestellt wurde, hat mit dem Reservekorps XXIV und der 48. Reserve-Division eine wechselvolle und ruhmreiche Feldzugsgeschichte, von der der stattliche Band auf mehr denn 300 Seiten, vielen Karten und schönen Bildern beredte Kunde gibt. Da eine große Regimentsgeschichte unseres Gießener Reserve-Regiments, R. I. R. 222, noch nicht zum Abschluß gelangt ist, in dieser Geschichte des R. I. R. 221 aber viele Kämpfe geschildert sind, die beide Regimenter Schulter an Schulter gesehen haben, wird das vorliegende Buch hier in Gießen auch über den engeren Kreis der Regimentsangehörigen lebhaftes Interesse finden. — Hm das Zusammengehörigkeitsgefühl der Kameraden des ehemaligen hessischen Reserve- Infanterie-Regiments Rr. 222, das bekanntlich als Tochterregiment der 116er in den Augusttagen 1914 in Gießen aufgestellt wurde, zu stärken, gibt Bankdirektor L. Griehbauer, Oberlt. d. 53. a. D. ein Regimentsblati heraus: „Das Blatt der 222“, dessen erste Rümmer uns vorliegt. Einer kurzen Einleitung des Herausgebers, in der Zweck und Ziel des neuen Organs dargelegt werden, folgt eine zusammenfassende Darstellung der Geschichte des Regiments in Form eines Gefechtskalenders. In einem weiteren Artikel werden die bisher erschienenen Veröffentlichungen über die Feldzugstaten des Regiments registriert. Durch rege Mitarbeit der Kameraden ließe sich das Blatt sicherlich auch zu einer Sammlung von Einzeldarstellungen ausbauen, die man später zur Abfassung der leider immer noch fehlenden Regimentsgeschichte benutzen könnte. von 4*/o Prozent auf Stammaktien und 6 Pro> zent auf Vorzugsaktien zur Ausschüttung. * Großer Auslandauftrag f schel & Sohn in Kassel. Der „Kaß Die De nr. ssfc ^it -c oW^. W Schn'l-lW lag nkS M värtlge neuen deut'. Seftim?hSrm als Ilch daw Md in KM M eme tot vah vir uns streiten, auf •Sag g" Osten. 6eden keien, die ar weil fie 'N ÖtM an. dc jedem Falle g> d'e ßQfleA' damals durch was ein EM Mißerfolg vci durste mast v eingekitet toe die Mögstcktel Scheitern der herein M'-M Zweideutigkeit Genau so mit dem M nicht aus de Vertrag ist c war nötig. ' eurokäischcn ;ui>alanciercn. hätte verschob rig, weil d wertergeh einen Bündni eben, von iHv daraus ab, i wickeln, die Politik überh vir abgelchnl Morden, unb hatten, dah fit drängen tonnt« dvn Angebot, gänzung b der Lage toai liner Terttag Grausten anders barst . Regierungen, aber willen, . das Gesckäft wendige Herr nähme. Er fr Berlin anzufr nutzt, gegen fr kann es i daß Prag nun er fürchtet, das an die Dand starkes Mrcffi kckächligcm au Sendest bat v Lmn schließli ftnn der deutsk E in den Völk peinlichst die Vi Vocamo übern on Gegenseite nicht torfung noch ir J® m den Ac Men aber bishi reuen Geistes, Jaber nur sehr gegangen -Qumung des Ä der Best Marlontrolle ? gar von einer Snnr. Uebl *Mnb fein ’A Volltische VM zu'bes ''sche Der Ltoachnnge^ L°len und ; 'toetief 1 Mi?; > 6enLhleftc bleibt ^.Nch vosste'm •? lvächst tjlvn3' anet ® dc ieUng Qjnur ** /uslvör matz wieder, dann würde er den Preis sehr drücken. Ging sie nicht darauf ein, mußte sie mit einem Inspektor wirtschaften. Und ein junger Mann im Hause zwischen ihren drei Mädchen,--! Denn wer hierherging als Inspektor, der' wollte natürlich Herr werden. Das kannte man. Wurde er es nicht, konnte sie alle halbe Jahre wechseln. Wenn doch Thora — — Heider Steffen war wirklich ein anständiger Mensch und ein tüchtiger Landmann dazu. Daß er nicht so sehr viel Lust hatte, bei den Verwandten auf Gottesgabe zu wirtschaften, wo doch alles an den Kieler Brockdorf fallen mußte, weil das Gut Majorat war, das konnte man ihm nachfühlen. Sein Herz war nicht bei der Sache. Aber einmal im Eigenen —. „Thora," sagte sie, als sie beim Abendessen saßen, „ich hab' es Frau Brockdorf versprochen, daß du morgen hinüberkommst und hilfst, ihren Obstwein abzapfen. Sie rief vorhin an." Thora sah die Mutter von unten her an, aber öie tat, als verstände sie den Blick nicht. -j&er Zwergobstbaum mal wieder eine schlechte Mamsell?" fragte Ille. „Wenn Thora sich nicht entschließt, da noch mal Haustochter zu spielen —" „Danke. Ich lasse dir den Vorrang." „Kann denn das lange Laster nicht den Wein abziehen?" "Zlle, ich will diesen Namen nicht hören." „Na, Mamutschka, wenn wir unter uns Dasto- rentochterw sind —" „Liebes Kind, es ist dir doch ganz einerlei, ob mir allem sind oder nicht. Du schwatzt deine Dummheiten überall aus." mri?U,e, die Lippe vor und warf Thora einen Slltt 3U. Das dulde ich um dich, sagte der Blick. , ter, wir müssen wirklich an die Spar- ' mnf-c, ?^ora ob. „Sie sind zu Ende. Ich llob mir Preislisten kommen lassen--" x » tQnI! m diesem Frühling nicht daran ?in*€hn?aS ^eIbJftr fef)r knapp. Und wenn Ille nun Ä ro Rosenrondell anlegen will und im ^^°^shaus neue Fenster sein sollen —" q£dl* bloß nicht immer um das dumme Geld! Das findet sich schon." „Liebes Kind, das findet sich nicht. Tischler Neu- halben tolU" °Ud) baS Treppengeländer bezahlt Die drei Töchter waren schon aufgestanden. Geldsachen liebten sie nicht. „Es ist ja noch immer alles bezahlt worden. Darum nur keine Bange nicht. Mahlzeit!" Da waren sie hinaus, und draußen hötte man sie mit Mutter Piepenstehl, der Katenfrau, lachen. Dann klapperten in der Küche die Schüsseln und Teller. „Ich weiß nicht," meinte Rose, „ich glaube, es wird Mutter doch sehr schwer, immer das Geld zusammenzubringen." „Dann soll sie Polematz mal ordentlich deutlich werden. Der wird immer dicker und das Schaukelpferd auch. — Kinder, wenn ich mal heirat', nehm' ich nur einen Millionär. Und wenn er Klütersupp heißt. Auto ist das Mindeste. Und dann reisen. Ihr kommt mit! Alle beide. Klütersupp lassen wir zu Hause, der muß Geld verdienen. Und wir drei hinaus in die schöne Gotteswelt — das malt euch mal aus." „3a, Ille, wenn er das nur tut. Mucki, nach wem siehst du?" „Das lange Laster macht unten fein Boot los. Will auf Entenjagd." Sie sahen beide Thora an und lachten. Mutter Piepenstehl, die Messer putzte und vor der sie sich so wenig genierten wie vor der Hauskatze, griente vergnüglich vor sich/hin. „Ja," sagte Thora, „in meinen schlaflosen Nächten hab' ich es immer wieder überlegt. Aber er hat ja nichts als feine Länge und sein Laster. Jagen, zechen, herumstrolchen — damit kann er unseren Kohl auch nicht fett machen." , „er ist doch der Neffe von der reichen Frau von Brockdorf, warf Rose ein. Rose hatte gar keinen Sinn für praktische Dinge. »Na und? — Er ist eben ihr Neffe, und fein Neffe erbt Gottesgabe. Und so leidend wie der alte Herr ist — das kann jeden Tag kommen. Nein, Mucki, als Vernunftheirat kommt Heider Steffen schon gar nicht in Betracht." „Was gibt’s Vernünftigeres, als aus Liebe heiraten?" deckte Ille. „Und was gibt es Ungeschickteres als dich? Da ich dacht' es mir doch, wie du vorhin mit den Milchtöpfen knufftest: Ausgerechnet der neue Rosenpot hat einen Riß im Henk." „Himmel noch mal' hab'dich doch nicht um einen alten Milchpotl Na, wenn du mal heiratest, der 3m Keller zu Gottesgabe zogen sie den Fruchtwein ab. Goldenen Apfelwein und hellroten von 3ohannisbeeren, und Kirschwein, der dunkel war wie schwarzroter Purpur, und durch die gewölbten Kellerfenster fiel ein verirrtes Sonnenlicht und malte Regenbogen an die Wand. Thoras Haar war wie Feuer in dem Strahl und Thoras Schürze wie frischer Schnee, und die Hellen Farben ihres Gesichts blühten gleich Rosenblättern. 3hre frische Stimme hallte in dem Gewölbe. Frau von Brockdorf, der kleine, verkümmerte Zwergobst- baum, begann zu blühen vor Freude über so viel 3ugend und Kraft. Ganz strahlend ward das Run- zelgesichtchen. An der Tür lehnte Heider Steffen und schob feine langen Beine immer ein bißchen weiter in den Weinkeller hinein. Da bekam er auch schon ein paar Flaschen in die Hände gedrückt, und Thora befahl! „Verkorken! Mamsell, zeigen Sie mal Herrn Steffen, wo alles steht und liegt." (Fortsetzung folgt) Mann kann sich gratulieren! Der darf die Sachen wohl nur mit Glacehandschuhen anfassen? 2)er reine Hausdrachen wirst du." _ „Wenn du dich hier mausig machen willst, liebe toeele, mach', daß du aus der Küche kommst. Mutter Piepenstehl, fegen Sie sie mal raus. — Ueberhaupt, dein ganzer Bast liegt wieder auseinandergezottelt in Mutters Webstube, den kannst du auch mal aufräumen, und in der Schlafftube--" Ille warf die Küchentür zu, daß es dröhnte. „Siebenmal Zank am Tag, das reicht nicht für euch beide", sagte Rose. „Was ihr nur davon habt!" „Fängst du auch schon an, du Küken? Das wird ja alle Tage schöner." „3ch geh' schon, ich geh' schon. Wiedersehen, große Schwester." Dann saß jede die nächste Stunde für sich, und es wurde gar nicht gelacht. Als aber Frau Margrit die Lampe auf der Diele anzündete, alle drei mit ihrer Näherei tarnen und die Muter fragte: „3hr habt euch wohl mal wieder gezankt?" sah fie erstaunte Gesichter. „2ßir? Uns gezankt? Nein, keine 3dee. Warum denn?" Sie hatten es tatsächlich schon wieder vergessen. wurde wiedergewählt und die Verschmelzung des Unternehmens mit den anderen süddeuffchen Zuckerfabriken genehmigt. Der Absatz der Zuckerfabrik Frankenthal sei in letzter Zeit um etwa ein Drittel zurückgegangen. Mit der Genehmigung der Fusion durch diese H.-V. ist eine Verschmelzung der Zuckerfabriken nunmehr von allen beteiligten Unternehmungen rechtskräftig beschlossen. Börsenkurse. Frankfurt a.M Berlin Sd)IU3« Kur» 1 I-Uhr. | fiur» Schluß» Kur» jAufang 1 ttu-s Datum: 24. 4 26 4 24 4 26 4 5% Deutsche Rcichsanleibe ■ 4% Deutsche ReichLanlcihe . 8'/a% Deutsche Reichoanleihe 3% Deutsche Reichsanleide . Deutsche Svarpräoncnan leihe 4% Preußische Äousols ■ . . 4% Hessen........ 3*/t°/n Hessen...... ... 3% Henen........... Deutsche Wertb. Dollar-Aul. dto. Doll.-Schatz-Aulreisng.'l 4% Zolltürlen......... 5% Goldmerrkaner ... . Berliner Handelsaesellschast Commerz- und Privat-Bank Dannst. und Nalionatbani Deutsche Bank......... Deutsche Bereinsbank .... Disconto Commandit Metallbank.......... Mitteldeutsche Lreditbank. . Ocsierreichische Kreditanstalt Wesibank ....... Bochumer Gnh ...... Buderus .......... Taro ............ Deutsch-Luxemburg...... Gelsenkirchener Bergwerke . . Harvencr Bergbau...... Kaliwerke Aschersleben.... Kaliwerk Westeregeln. .... Laurahüttc . ...... Oberbedars..... • • • • Phönir Bergbau....... Rheiustahl........... Riebeck Montan........ Tellus Bergbau. ...... Hamburg-Amerika Pak«. . . Norddeutscher Llovd . . . Theramifche Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . Pbilipv Holzmann...... Anglo-Tont-Guano..... Chemische Mayer Alapin . . 9- (9- Farbcnindusirie, A.-G- Goldschmidt.......... Holzverkohlung........ Rütgerswerke......... Scheideanstalt......... «llg- Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann ......... Mamkrastwerke........ Schmiert........... Siemens & Halske ...... Adlcrwerke Klcyer ...... Daimler Motoren. ...... Heyligeustaedt......... Meguin. . . ...... Motorenwerke Mannheim Frankfurter Armaturen Konservenfabrik Braun . . Pketallgesell^chast Frankfurt. Pet. Union A.-G..... Schuhfabrik He« . . .... Sichel. .......... Zellstoff Waldhof...... Zuckerfabrik Frankenthal .. Zuckerfabrik Waghäusel . , . 0.415 0,400 0,480 0,255 0,395 0,430 100 1 12,4 1 42,5 150,75 106.75 127,5 125,5 87 122,37 93 104 7.05 91 60,25 55 95 97 109 130 134,5 37 52 79 94 94 135,75 133,62 99.5 78,75 82 147,25 83,1 66 80,75 110 104,25 99 98 90,5 123 | 58 64,5 30 40,5 25 | 42,25 i 107,5 1 86 126.25 । 52.3 56,87 ! 8 § S g 835 a» 8- S° ----- 8^*1 । 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 °-'S 1 5 1 1 | Sg“ 1 | | I «5 | | 1 | | | | iii | =>£ | | । | । 'co । | g» | | | | | | | | | 0,410 0,390 0,390 0.480 0,250 0,390 97,5 1 12,5 1 46 1.50,75 106.60 128 126 122 107 7 91,25 59,5 56 95,12 96,5 110 130.5 134,25 36,5 53 78,60 92.5 134.25 132,75 77,5 80 147,87 83,50 81 101,5 98,25 90,75 122,12 57 65 54,25 - 86,87 37 127,25 53,87 sS 55s sH sIs £ AN s S -Bis 1 1 öl 1 1 1 1 1 1 1 1 »2 | | s 1 a°3 1 II 1 1 1 1 | 1 1 M 1 1*31 | | | | | | | | | | | §= Frankfurter Börse. Frankfurt, 26. April. Tendenz: lustlos. — Die Effektenbörse zeigte auch zu Wochenbeginn keine Merkmale einer Besserung. Der Orderseingang war weiterhin unbedeutend. Die Spekulation verhält sich sehr reserviert, so daß bei der herrschenden 3ntereffelofigteit nur geringe Veränderungen eintraten. Unter diesen Umständen bewegten sich die Umsätze in engen Grenzen. Die Lustlosigkeit konnte auch durch das Anhatten der Geldflüssigkeit nicht verdrängt werden, dagegen wurde auf die Nähe des Ultimos verwiesen, der zur Zurückhaltung mahnte. Verstimmend wirkten die außen- und innenpolitischen Schwierigkeiten, für die ich noch keine Lösungen zeigen. Die Stimmung neigte daher anfangs zum Nachgeben, wenn auch die eintretenden Kursschwankungen unbedeutend blieben. Einen stärkeren Druck übte die Meldung einer Börsenzeitung aus, daß zu Ultimo 2 Millionen Schiffahrtsaktien nicht prolongiert würden, für die allerdings eine Bestätigung fehlt. Schiffahrts- a f t i e n fetzten infolgedessen mit Verlusten von etwa 3 Prozent ein. Am Montanmarkt waren die Einbußen nur bei führenden Werten feftzustellen, sie betrugen 1 bis 1,5 Prozent, Die Wette der I. G. Farben blieben gehalten. Der Elektromarkt hatte Feine nennenswerten Umsätze aufzuweisen, wie überhaupt infolge der großen Geschäftslosigkeit für eine Reihe von Werten keine Notiz zustande kommen konnte, Bankaktien blieben zumeist gehalten. Von Autowerten konnten Neckarsulmer um 1,8 Prozent anziehen. Von Z e 11 st o f f a k t i e n lagen Waldhof um 2,25 Prozent fester, während Aschaffenburger um 0,25 Prozent nachgaben. Zucker- a k t i e n bewegten sich auf der Basis der Samstagnotierungen. Die übrigen variablen Werte wiesen nur geringe Veränderungen auf. Von B a u a 11 i e n lagen Wayß & Freytag 1 Prozent niedriger, während Zement Heidelberg um 0,5 Prozent anzogen. Heimische Renten waren nahezu umsatzlos, die Kurse gehalten. Ausländische Renten schlossen sich der nachgebenden Tendenz an. Der Freiverkehr lag still. Becker Stahl 40, Becker Kohle 54, Benz 66,5, Brown Boveri 54, Entreprise 10, Growag 60, Krügershall 97, Rastatter Waggon 23, Ufa 54, Ufra 74 Prozent. Der weitere Verlauf gestaltete sich etwas freundlicher infolge von Deckungen, die durch die Spekulation in geringem Umfange getätigt wurden. Die Kurse schwankten aber nur für I. G.-Farben, für die sich stärkeres 3ntereffe bemerkbar machte, erheblicher. Die Flüssigkeit des Geldmarktes ist weiterhin vorherrschend, doch machen sich infolge des heranrückenden Ultimos bereits Anzeichen von etwas stärkerer Nachfrage bemerkbar. Die Sätze für Monatsgeld sind unverändert 5,5 bis 6,5 Prozent. Jndustrieakzepte 5,5 Prozent, Privatdiskonten 4,75 Prozent. 3m D e - vifenoerkehr find nennenswerte Veränderungen nicht eingetreten. Paris notierte gegen London 145,50, Brüssel gegen London 137,25. Mark und Pfund sind unverändert. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt cu M. Telegraphische Ausza h l u n g. Berliner Börse. Berlin, 26.April. Die Lustlosigkeit der letzten Zeit hat sich auch auf die neue Woche übertragen. Das Geschäft setzte ungemein ftill ein, da sich die Spekulation und das Publikum vom Geschäft zurückhielt, und Anregungen nur für einzelne Papiere, nicht aber für die Gesamtheit der Aktienmärkte Vorlagen. Bei der Stagnation der Börse waren die Kursveränderungen in der Hauptsache geringfügig. Die am Samstag etwas freundlichere Strömung konnte sich nicht halten, da die absolute Geschäftsunluft auf die Stimmung drückte und schon kleine Verkäufe das Kursniveau nach unten beeinflußten. Bei denkbar geringsten Umsätzen eröffnete die Börse somit in überwiegend schwächerer Tendenz. Die G e l d s l ü s s i g k e i t besteht weiter. Tagesgeld war zu 3 bis 4 Prozent und darunter an- geboten. Im Devisenoerkehr traten nennenswerte Veränderungen nicht ein. Die westlichen Franken- Valuten neigten eher nach unten. 24 April. 26. April. Amtliche Geld Koti rung Brief Amtliche Notierung (Selb i Brief Amst.°r)iou 168.76 168.34 168,54 168.96 Buen.-Aire- 1,707 14,90 1.730 1,693 1,697 Brss.-Antw 11,86 15,115 15,155 Chrisiiania. Kopenhagen 90.56 90,34 90,67 90,98 110,06 109,78 109,86 110,14 Stockholm . 112,52 112.24 112,31 112,59 Hclsingfors 10,585 10,545 10,-545 10,585 Italien. . 16,90 16,86 16,865 16,905 London. . 20,445 20,333 20,400 20,452 Neunork . . — _ Poris. . . 13,98 13,14 14,09 14,13 Schweiz . . 81,205 81,005 81,02 81,22 Spanien . 60.43 60.27 60,44 60,60 Japan . . . 1,991 1,987 1,983 1,987 Rio de Jan Wien in D-- 0,591 0.581 0,599 0,601 Ceft. abgest 59,305 59,165 59,18 59,32 : 12,46 12,42 12,417 12,457 7,41 7.39 7,385 7,405 Budapest. . Bulgarien 5,875 5,855 5,865 5,885 3,06 3,05 3,045 3,055 Lissabon 21.405 21,355 21.395 21,445 Danzig. . 81,17 80,87 80,91 81,11 Konstantin. 2,20 2,19 2,163 2,173 Athen 5,31 5,29 5,24 5,26 Canada. . . Uruguah 4,209 4,199 4,20 4,21 4.34 4.33 4.33 4,34 Danknoten. Berlin, 24 April Geld Brief Amerikanische Note« . . .., Belgische Noten . ...... Dänische Noteu . ....... Englische Roten........ Französische Noten ...... Holländische Noten..... Italienische Noten ...... Norwegische Noten...... Aeuksch-Oestm-., * 100 Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten...... Schweizer Noteu....... Spanische Noten ....... Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noteu . ... 4,185 14,81 109,58 20,374 14,09 168,13 16,88 90,24 59,03 1,625 111,94 80,81 60,45 12,408 5 83 4,205 14,89 110,12 20,474 14,17 168,97 16,97 90,74 59,33 1,665 112,50 81,21 60,75 12,468 5,87 Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt, 26. April. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer, 30—30,50, Roggen, inländ., 20, Sommergerste für Brauzwecke 22,75—24,75, Hafer, inländischer, 23,25—24, Mais (gelb) 18.50—19, Weizenmehl, inländisches, Spezial 0, 42,25—42,75, Roggenmehl 29—29,50, Weizenkleie 10—10,25, Roggenkleie 11,25—11,50, Erbsen 26—34, Linsen 40 bis 70, Heu, süddeutsches, gut, trocken, 9, Weizen- und Roggenstroh 6—6,50, Treber getrocknet 16—16,50. Tendenz: ruhig. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a.M., 26. April. Auftrieb: 1415 Rinder (darunter 376 Ochsen, 52 Vullep, 987 Färsen und Kühe(, 561 Kälber, 112 Schafe, 3172 Schweine. - Rinder (Ochsen): Vollfleischige ausgewachsene höchsten Schlawtwerts 53 bis 58, junge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 45 bis 52, mäßig genährte junge und gut genährte ältere 35 bis 44; (V u l - len): vollfleischige ausgeinäftete Färsen höchsten Schlachtwerts 48 bis 52, vollfleischige jüngere 41 bis 47; (Färsen und Kühe): vollfleischige ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwerts 52 bis 57, vollfleischige ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwerts bis zu 7 Iahren 43 bis 48. wenig gut entwickelte Färsen 44 bis 51, ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe 35 bis 42, mäßig genährte Kühe und Färsen 28 bis 42, gering genährke "Kühe und Färsen 15 bis 27. — Kälber: Feinste Mast- kälber 72 bis 77, mittlere Mast- und beste Saugkälber 63 bis 71, geringe Mast- und gute Saugkälber 53 bis 62, geringe Saugkälber 45 bis 52. — Schafe: Mastlämmer und Mast- hämmel 45 bis 50. geringere Masthämmel und Schafe 40 bis 44. — Schweine: Vollfleischige von 80 bis 100 Kilogramm 80 bis 82. unter 80 Kilogramm 75 bis 79. von 100 bis 120 Kilogramm 80 bis 82, 120 bis 150 Kilogramm 80 bis 81, Fettschweine über 150 Kilogramm 80 bis 81, unreine Sauen und geschnittene Eber 65 bis 70. — Marktverlauf: Bei ruhigem Handel ausverkauft. Rundfunk-Programm. Dienstag, 27. April. 4.30—5.40 Uhr: Konzert des Hausorchesters: W. A. Mozart. 5.40—6 Tlhr: Die Lesestunde: Aus dem Roman „Pitt und Fox" von Friedrich Huch. 6—6.10 Llhr: Llebettragung von Kassel: Vortragszyklus des Kasseler Stadtgesundheitsamtes anläßlich der Reichsgesundheitswoche — Turn- inspektor Buchenau spricht über „Wandern". 6.15 bis 6.45 LIHr: Direktor Herberg. Leiter der Henschelschen Geflügelfarm Heckershausen, spricht über: „Mittel und Wege zur Hebung der deutschen Geflügelzucht". 6.45—7.15 Llhr: „Eine geo- Polttische Wettung der deutschen Kolonialfrage", Vottrag von Prof. Dr. Maull. 7.15—7.45 Llhc: Funkhochschule Frankfurt: „Reue Wege der ge- gentoärtigen Philosophie. V. Husserl (Die Wesensschau)", Vottrag von Privatdozent Dr. Heinemann. 7.45—8.15 Llhr: Schachstunde. 8.15 bis 10,15 Llhr. „Gyges und sein Ring", Drama von Friedrich Hebbel. 10.15—11 Llhr: Reue Schall- platten. UsftrMer him! Etittoie Elasiic ”H°re5fenm „Fahr' Conti, und Du bleibst dabei!“ ist der Con ti-Eies ticreif en. Seine unvergleichliche Elastizität wird erzielt durch die erprobte Konstruktion seiner Hohlräume und ermöglicht schnellste Fahrt.