Nr. 72 Erstes Blatt 176. Jahrgang Zreitag, 26. März 1926 Erscheint täglich,nutzer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Giehener FamUienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Monats-Vezngrpreir: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Richter» scheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: Schriftleitung 112, Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siehen. Po^fd)C(ffop«o: Frankfurt am Main 11686. Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vruck und Verlag: vrühl'sche Umverfilats-Vuch- und Steindruckerei H. Lange in Sietzen. Zchristlettung und Geschäftsstelle: Zchnlstrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm 1 Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfcnnig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20°/„ mehr. Chefredakteur. Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein; für den An- zeigenteil Hans Jüstel, sämtlich in Bietzen. Schuldebatte im Hessischen Landtag. Darmstadt, 25. März. Präsident Adelung eröffnete die Sitzung um 9.30 Ahr Abg. Weckler richtet an die Regierung ebne fiepte Anfrage wegen der'Entlassung von Eisenbahnern in Gießen und Friedberg. Er macht auf verschiedene Härten bei dieser Maßregel aufmerksam, u. a., daß es sich zum Teil um Leute handelt, die das 50. Lebensjahr bereits überschritten haben. Auch Abg. Wolf bringt Beschwerden über die Eisen- bähnverwaltung vor. Staatsrat Balser erwidert darauf, daß die Regierung sich mit der Eisenbahnverwaltung in Verbindung gesetzt hat, um der Angelegenheit auf den Grund zu gchen. 3n einer zweiten kleinen Anfrage weist Abg. Weckler darauf hin, dah bei der Po st 9000 neue Stellen im Etat vorgesehen sind und fordert, dah in erster Linie auf Wartegeld gestellt« Beamte für diese Posten berücksichtigt werden. Staatspräsident LIlrich sagt zu, dah er in diesem Sinne bei dem Reichspostminister vorstellig werde. Die Beratungen des Staatshaushalts werden bei Kapitel 53 bis 74 fortgesetzt, diese behandeln das Landesamt für das Vildungswefen. Es wird zunächst in eine allgeineine Aussprache eingetreten. Abg. Dr. Leuchtgens iBbd.) zeigt, dah 1913 in der Schulabteilung 5 akademische Beamte beschäftigt waren, heute sind es 13. Früher hatte sie 10. jetzt 63 Beamte. Die Organisation des Landesbildungsamtes sei völlig zerfahren; eine Reihe von Beamten wäre nicht vollbeschäftigt imi> die Denkschrift über das hessische Schulwesen fei noch nicht einmal allen höheren Beamten zugänglich gemacht worden. Die Denkschrift sei völlig unzuverlässig in ihren zahlenmäßigen Aufstellungen. DerRedner hält den OberschulratJ u n g entgegen, dah er nur 12 Klassen abbauen wollte, was dieser durch Zuruf bestritt. Der Redner rief dann die anwesenden Mitglieder des Sechser- ausschusses als Zeugen an. Abg. Dr. Leuchtgens kommt dann auch auf die Ausschreitung in der Darmstädter Lehrerversammlung zu sprechen und wird bei dieser Gelegenheit andauernd von der Linken des Hauses unterbrochen. Die Arsache der Mißstimmung sei nur das Landesbildungsamt, das bei der Abnahme der Schülerzahl rechtzeitig hätte einschreiten müssen. Der verantwsrtliche Leiter dieses Amtes der Staatspräsident, gehöre eigentlich wegen grober Fahrlässigkeit nach Artikel 47 der Verfassung vor den Staatsgerichtshof. Der Redner erläutert dann die Sparanträge seiner Partei, die sich keineswegs auf die Volksschule, sondern auch auf die höheren Schulen und auf die Hochschulen beziehen. Durch die Abbauanträge sollen 800 Volksschulklassen aufgehoben werden. Als der Redner erklärt, daß durch diese Anträge Lehrer aus der Stadt aufs Land verletzt werden mühten, es aber nicht wollten, entsteht andauernde Llnruhe im Hause, die sich noch steigert, als er dazu bemerkt, daß in der Stadt die guten Parteifreunde der demokratischen Führer, der Herren Urstadt und Henrich sähen. Die Junglehrer wären nur von den demokratischen Lehrern vorgeschoben Das Landesamt für das BildungswAen wolle in erster Linie Lehrerstellen auf dem Lande abbauen, obwohl' dort die Verhältnisse für den Abbau nicht so geeignet wären, wie in der Stadt, wo aber die Parteifreunde geschont werden mühten. Der Bauernbund wolle die 27 K re i s s ch u l r ä t e bis auf 17 abbauen; auch hier widersehe sich ein Teil der Lehrerschaft, obwohl sonst die Lehrer immer gegen Schulaufsicht wären. Hierfür sei wohl wieder die Parteipolitik mahgebend. Weiter übt der Redner Kritik an dem Werkunterricht. an der Jugendpflege und dem Fortbildungsunterricht. Bel Besprechung der Abbauanträge, die sich auf die höheren Schulen beziehen, legt der Redner seinen und seiner Partei Standpunkt dahin fest, dah nicht bestimmte höhere Schulen in einer Stadt bezeichnet werden dürften, sondern die Frage, welche Anstalt aufgehoben werden solle, müsse noch genauer geprüft werden. Cs sollen 80 Leh r- amtsassessvren abgebaut werden; gegen diesen Abbau hätten im Sechserausschuh die Li.rks- arteten gestimmt, dann aber in den Volksversammlungen behauptet, der Bauernbund wolle bloß Abbaumaßnahmen bei den Volksschulen durchfuhren. Wenn die Linke des Hauses den Anträgen der Rechten nicht zustimme, werde das Volk ihr die Quittung geben. Rach einer Pause wird eine Regierungsvorlage über die Erstreckung des Finanzgesetzes für das Rechnungsjahr 1925 auf die ersten zwei Monate des Rechnungsjahres 1926 beraten. Der Gesetzentwurf wird gegen die Stimmen dör Rechtsparteien angenommen. Ministerialdirektor U r st a d t gibt die Erklärung ab, dah die Behauptung, Oberschulrat Jung habe nur 12 Schulstellen ab bauen wollen, unzutreffend sei; die Angabe hätte sich nur auf Darmstadt bezogen. Abg. Dr. Keller (D. 23.) meint, diesmal würden die grundsätzlichen Schulfragen nicht die Rolle spielen wie sonst, obwohl sie an Bedeutung nichts verloren, hätten. Jede Einschränkung einer staatlichen Einrichtung habe etwas DedeÄliches, manchmal Grausames, denn Familien würden davon betroffen. Die D. V. P. habe sich immer bemüht, dem Dildungswesen mit Abbaumahnahmen nicht zu nahe zu treten. Jetzt aber, in finanzieller Rot, sei es nötig, die Frage, um das Steuerkompromitz. reizend mühte die Aufhebung der S e k t st e u e r wirken. Viel wichtiger wäre die Ermäßigung der Zuckerst euer und die Aufhebung der kleineren Verbrauchs st euer«. Wir behaltest uns in der Einzelberatung Aenderungs- anträge vor. Wenn ihnen entsprochen wird, werden wir auch diejenigen nicht stören, die bei Wein und Bier den Leuten eine Freude machen wollen. Reichssinanzminister Dr. Reinhold: Im Winzerausfchuh habe ich genau mit dem Argument Dr. Hilferdings meine Meinung zum Ausdruck gebracht. Leider ist es mir dort nicht gelungen, die Fraktionskollegen Dr. Hilferdings zu seiner und meiner Meinung zu bekehren. Der Beschluß auf Aufhebung der Weinsteuer ist im Winzerausschuh e i n st i m m i g bei einer Stimmenthaltung gefaßt worden. Der Oberpräsident des Rheinlandes hat daraufhin den Winzern mitgeteilt, dah die Weinsteuer ausgehoben wird. So standen wir vor Tatsachen, denen wir Rechnung tragen mußten. Ich halte eine Umsatz- st e u e r von 0,75 Prozent auf die Dauer für unerträglich und meine, wir müssen alles tun, um diese Steuer zu senken, soweit es die finanzielle Lage erlaubt. Abg. Silier (Dn.) fordert die allgemeine her- absehung der hauszinssteuer auf 20 Prozent, die dann vollständig dem Wohnungsbau zugeführt werden sollen. Die finanzielle IDirtung wäre nur, daß den Ländern dafür 250 Millionen als Ausgleich vom Reich gegeben werden, die durch steuerliche Erfassung des unverdienten Wertzuwachses aufgebracht werden könnten. Ein Regierungsvertreter erklärt dazu, der Antrag Sillers fei technisch u n durchführbar. Er würde die Grundlage des Finanzausgleiches und damit sämtliche Etats erschüttern. Eine Besteuerung des unverdienten Wertzuwachses sei gegenwärtig nicht möglich, da die Grundbücher noch nicht bereinigt sind. Abg Brüning (Zentr.): Eine weitere Senkung der Umsatzsteuer werde auch vom Zentrum für erforderlich gehalten, sobald dje Finanzlage cs erlaubt. Ebenso sei es einverstanden mit der Aufhebung der S a l z st e u e r und einer späteren Senkung der Zuckersteuer, für die der Ausgleich in einer stärkeren Besteuerung des Branntweins gesunden werden könnte. Abg. Keil (Soz.) sucht nachzuweisen, dah bei Durchführung der deutschnationalen Vorschläge bei einem Ausfall von zwei Milliarden nur eine Deckung von 250 bis 300 Millionen gegenüberstehen würden. Abg. H e r g t (Dn.) erwidert, diese provisorische Zusammenrechnung der Vorschläge könnte freilich solche Zahlen ergeben. Die Anträge wären aber nur gedacht als ein Mittel, die Steuermilderung in das von den Deutschnationalen gewünschte System zu bringen, bei dem von den Steuersenkungen an der Spitze nicht die Umsatz-, sondern die Hauszins st euer stehen soll. Reichsfinanzminisler Dr. Reinhold: Den Ländern ist im Finanzausgleich zugestanden worden, dah sie 20 Prozent der Friedensmiete erheben müssen und bis 30 Prozent erheben können. Das würde bei einer Schätzung von 5 Milliarden Mark Miete 800 bis 1200 Millionen ausmachen, die nach dem Antrag Dr. Sillers wegfallen würden. Dieser Antrag würde also die Finanzen der Länder grundlegend erschüttern und alle schon fertigen Etats wieder in Unordnung bringen. Ans finanziellen und anderen Gründen fei der Antrag jetzt nicht durchführbar. \ In der Abendsitzung legte Abg. ch e r g t (Dntl.) einen neuen Eventualantrag zu dem Kompromiß vor, der darauf hinausläuft, die Umsatzsteuer mit 1 Proz. aufrechtzuerhalten, dafür aber die Hans- zins st euer mit 6 Proz. der Friedensmiete zu senken (3 Proz. zugunsten des Mieters und 3 Proz. zugunsten der Vermieters) und die Länder aus der Umsatzsteuer und Etatsmitteln zu entschädigen. Staatssekretär P o p i tz erklärte, die Regierung halte nach wie vor ihren Gesetzentwurf mit den von den Regierungsparteien vorgeschlagenen Abänderungen aufrecht. Soeben werde aber ein Antrag Dr. chertz ((Soz.) überreicht zur A b ä n ö e r n n g des Finanzausgleichs in der Richtung, das; die Miete bis zum 1. April 1 9 2 7 nicht über 100 Prozent der Friedens miete erhöht werden dürfe. Dieser Antrag biete die Möglichkeit, daß die Regierung ihm zustimme. Abg. Dr. Brüning (Zentr.) erklärte, daß die Regierungsparteien an dem Kompromiß festhielten. Sie würden jede anderweitige Derwcn- d u n g der versprochenen Steuersenkung von 500 Millionen ablehnen und müßten deshalb den deutschnationalen Antrag mißbilligen, stimmten aber dem Antrag der Sozialdemokraten zu. Abg. Dr. Becker- chessen (D. D.) betonte, daß der Antrag chergt schon deshalb bedenklich sei, weil die Verhältnisse in den einzelnen Ländern bezüglich des Hausbesitzes ganz verschieden lägen. In der Abstimmung wurden die kommunistischen Anträge abgelehnt, desgleichen die deutsch- nationalen Anträge. Angenommen wurde der Antrag Dr. Hertz (Soz.), wonach in das Finanzausgleichsgefetz folgender Absatz eingefügt wird: „Die Miete von 100 Prozent der Friedensmiele darf bis zum 31. Mär; 1927 nicht überschritten werden. Ausnahmen find nur zulässig, soweit die Festsetzung einer höheren Miete erforderlich Ist, um die in dem § 26 Absatz 3 und 4 vorgesehenen Zuweisungsbeträge sicherzustellen. Soweit die Miete für die Zeit nach dem 1. April 1926 bereits höher festgesetzt ist, oder die im 8 26, 3 und 4 vorgesehenen Zuweisungsbeträge bereits überschritten sind, bleiben die getroffenen Bestimmungen unberührt. Unter Ablehnung aller anderen Anträge wurde der Satz der Umsatzsteuer auf 0,75 Prozent festgesetzt. Angenommen wurde dagegen ein Antrag Dr. Preyer (Dntl.), der das Um- sahsteuergeseh wie folgt ändert: „Von der Umsatzsteuer befreit werden ärztliche und ähnliche Hilfeleistungen. Arzenei-, Heil» und Hilfsmittel sowie Entgelt dafür von den reichsgeseh- lichen Versicherungsträgern den Krankenkassen der selbständigen Handwerker und Gewerbetreibenden sowie den Ersahkassen zu zahlen sind. Dasselbe gilt auch für Heilanstalten und Krankenhäuser, soweit sie das Heilverfahren im Auftrage von reichsgesehlichen Versicherungsanträgern durchführen. Dasselbe gilt auch für Umsätze solcher landwirtschaftlicher Erzeugnisse, die landwirtschaftlichen Arbeitern und 'Angestellten als Vergütung für die geleisteten Dienste vom Arbeitgeber gewährt wurden (Deputate) und für die Umsätze der dadurch für die Wirtschaft der Arbeiter und Angestellten Erzeugnisse. Angenommen wurde ferner folgende Entschließung der Regierungsparteien: ..Die Reichsregierung wird ersucht, eine teilweise Befreiung des Eigenverbrauches von der Umsatzsteuer bei selbst wirtschaftenden Landwirten bezüglich ihrer mitarbeitenden Familienangehörigen ab 1. April 1926 eintreten zu lassen." Gegen die Aufhebung der Luxus st euer wurde kein Einspruch erhoben. Diese Fusionssteuer wurde in der Fassung des ersten Steuerkompromisses angenommen. Weiterberatung Freitag Der Kampf Die neue Vorlage. Berlin, 25. Mär;. (MTB.) Rach langwierigen Verhandlungen, die von den Regierungsparteien mit den Deutschnationalen und den Sozialdemokraten sowie der Wirtschaftlichen Vereinigung geführt wurden, und denen auch der Reichsfinanzminister und zeitweise auch der Reichskanzler beiwohnte, ist es heute abend zu einer vorläufigen Verständigung über die Aenderung dec Steuermilderungsvorlage gekommen. Reben den Regieungsparteien haben sich bereits die Sozialdemokraten und die wirtschaftliche Vereinigung mit diesem neuen Kompromiß einverstanden erklärt. Die Deutschnationalen haben eine offizielle Zustimmung noch nicht ausgesprochen. Man hofft aber, dah sie sich der Vereinbarung anschliehen werden. Das neue Kompromiß ist noch heute abend dem Steuerausschuh vorgelegt worden, so dah die abgeänderte Vorlage am Samstag an den Reichstag gelangen könnte. Die zweite und dritte Lesung soll dann am Montag und Dienstag erfolgen. Das neue Kompromiß hält an der Umsatzsteuer in der höhe von 0,75 Proz. fest. Line Senkung der h a u s z i n s sl e u e r ist für die Zukunft in Aussicht genommen. Das soll in der Vorlage selbst dadurch zum Ausdruck kommen, dah durch eine Art Sperrgeseh im allgemeinen die Erhöhung der Mieten über den Friedenssah erst vom 1. April 1927 ab erfolgen kann. Die L u x u s st e u e r wird aufgehoben. Die Fusionssteuer wird im wesentlichen nach den letzten Anträgen der Regierungsparteien festgesetzt. Ebenso die Degresfion dec Vermöge ns ff euer für die kleineren Vermögen, weiter wird festgesetzt der Fortfall der Veranlagung der vermögen für den 31. Dezember 1925. Die Wein st euer wird aufgehoben. Bezüglich der Sek Ist euer wird vom 1. Juli d. 3. ab eine Banderolensteuer eingeführt die eine Mark pro Klasse beträgt. Für F r u ch t s ch a u m w e i n soll die Banderolensteuer 2 Pf. pro Flasche betragen. Die Biersteuererhöhung tritt erst am 1. Januar 1927 In Kraft. Weiter soll eine Resolution angenommen werden, wonach In Zukunft die Zucker st euer ermähigt werden soll, wenn man den ausfallenden Betrag durch eine bessere Gestaltung des Branntweinmonopols ersehen kann. Bezüglich der Erwerbslosen soll die Berechtigung zum Bezug der Unterstützung aus 39 Wochen verlängert werden. Auherdem sollen Bestimmungen getroffen werden, wonach die ausge- Heuerten Erwerbslosen wieder in die Unler- stühungsberechtignng eintreten. Ferner soll beschlossen werden, dah der Eigenverbrauch der in der Landwirtschaft mitarbeitenden Familienangehörigen nicht der Umsatzsteuer unterliegen soll. Die Beratungen im Steuerausschuß. Berlin, 25. März. (DDZ.) Im ©teuer- ausschuh des Reichstages wurde heute die allgemeine Aussprache über das Steuerkompromitz fortgesetzt. Abg. Dc. Hilf er ding (Soz.) bedauert, daß das ursprüngliche Programm der Regierung verlassen worden sei. Die Verschiebung den D i e r ft e u e r ist volkswirtschaftlich ein Unfug. Das gilt auch von der vollständigen Aufhebung der Wein st euer. Den Winzern wäre besser geholfen, wenn ihnen der ganze Ertrag der von ihnen erhobenen Steuern zuflietzen würde. Oluf» wieviel abgebaut werden dürfe, ernsthaft zu prüfen, ebenso die Unterlagen für diese Maßnahmen. Hessen habe nach seinen (des Rechners) statistischen Feststellungen am günstigsten da- gestanden in der Vorkriegszeit in bezug auf die Schülerzahl in den Klassen; auch 1925 stehe Hessen immer noch verhältnismäßig günstig in der Schulstatistik da. Ein Uebergang von Hessen a n Preußen würde gegenwärtig einen Abbau von einem Viertel der Lehrer in Hessen bedeuten. Weiter macht der Redner noch Angaben über die Zahl der Schüler in den höheren Schulen und in den Volksschulen Hessens und seht sie in Vergleich zu den entsprechenden Zahlen der Schüler in ander n deutschen Ländern. Vor 15 Jahren, so stellt der Redner eine Behauptung in der Öffentlichkeit richtig, war es zutreffend, daß 10 Proz. aller Schüler die höheren Schulen und 90 Proz. die Volksschulen besuchten; jetzt sind es aber in den höheren Schulen 16 Proz. Zu der viel verbreiteten Behauptung, daß die Schülerzahl in Hessen nicht mehr abnehme, wäre festzustellen, daß d i e Abnahme immer noch nicht aufgehört hat. Rach einer Mitteilung der Zentralstelle für Landesstatistik wird die erste Zunahme der Schülerzahl erst von 1930 ab um 7000Köpfe zu erwarten sein; erst von 1940 ab tritt dann eine konstante Zahl von 50 000 ein. Ostern dieses Jahres werde keine Vermehrung der Schülerzahl zu erwarten fein. Der Schülerrückgang sei als dauernd anzusehen, jedoch werde der Geburtenrückgang in der Besucherzahl der höheren Schulen vermutlich kaum eine Veränderung herbeiführen. Eine Anpassung der Zahl der Lehrer an die Schülerzahl in der Volksschule werde sich künftig nicht vermeiden lassen. Ein Zentrumsantrag spreche diesen Gedanken auch aus, aber er sei später verwässert worden. Die Fraktion der Deutschen Doltspartei verwahre sich dagegen, bildungsfeindlich zu sein. Bei den höheren Schulen mühten dieselben Abbaumahnahmen durchgeführt werden, wenn sich bei ihnen dieselben Abnahmeerscheinungen wie bei den Volksschülern zeigen sollten. In vielen höheren Schulen wäre in den unteren Klassen eine höhere Durchschnittszahl an Schülern als in den Volksschulen. In den kleineren Gemeinden dürsten die Volksschulklassen, entgegen- gegengeseht der Anschauung des Oberschulrates Jung, nicht abgebaut werden. Die Lehrer in Darmstadt, Offenbach und Mainz hätten durchschnittlich nur 31 Schüler zu unterrichten, darum könne gerade in Men Städten eher abgebaut werden als auf dem Land. An sich wären Sonderklassen und Förderklassen nicht zu beanstanden, wohl aber in der übergroßen Zahl, wie in Offenbach und Darmstadt, wo 35 Prozent der Volksschulklassen solche Sonderklassen wären. In 75 Orten Hessens mit mehr als 8000 Einwohnern könnten ganz gut die Abbaumahnahmen durchgeführt werden, ohne dah diese Orte und das Schulwesen geschädigt werden. In Darmstadt würde z. B. nach Durchführung des Abbaues, wenn die Schüler auf andere Klassen verteilt sind, die Schülerzahl einer Klasse von 31 nur auf 36 steigen. Man solle bedenken, daß in höheren Schulen der fünfte Jahrgang erst geteilt werden darf, wenn 48 Schüler vorhanden sind, eine Dolksschulklasse würde in dem fünften Schuljahr noch weniger Schüler aufweisen. Die Volksschulen in Worms und in Gießen würden vermutlich wenig von den Abbaumatz- nahmen betroffen, weil man dort vorsichtiger in der Einrichtung von Förderklassen war. Der Redner wies dann auf die außerordentlich schweren Rückwirkungen der Abbauanträge in persönlicher Beziehung hin, die Junglehrer hätten darunter zu leiden, aber in anderen Ländern wären die Anstellungs- und Verwendungs- Verhältnisse viel schwieriger als in Hessen, namentlich in Baden und Preußen. Geht es- den Lehreranwärtern etwa schlechter als den anderen Anwärtern im hessischen Staatsdienst? Bei dem Abbau der Forstassessoren habe man auf der Linken kein Mitleid gehört, wegen der schweren Lage der höheren Lehramtsanwärter wird von dieser Seite kein Protest erhoben. Diese Leute sind älter als die Junglehrer, vielfach noch Kriegsteilnehmer. Zu bedenken sei auch, daß di" Banken und die Industrie viele Angestellte in dieser Zeit der Rot entlassen haben. Der Redner weist ferner auf. Schmähbriefe hin. die Abgeordnete der Deutschen Doltspartei erhalten haben, aber die Abgeordneten mühten die Interessen des Volkes vertreten und könnten auch vor der Schule nicht Halt machen. Gerade bei der Zentrale, beim Landesamt für das Bildungswesen, könne und müsse gespart werden. Die Entscheidung ruhe in den Händen der Regierungsparteien, die Opposition könne diese Zustände nicht ändern; sie werde abwarten, welche Entscheidung das Volk treffen werde. Abg. Dr. Greiner (Komm.) tritt, wie früher, bei Erörterung von Schulfragen für das Ideal der sowjetrussischen Produktionsschule ein und verwirft das ganze gegenwärtige Schulwesen. । Schluß der Beratungen 1.30 älhr; nächste Sitzung morgen 9 Tlhr. SerpostetatinMichrtMplenum Berlin, 25. März. Rach der Erledigung eines Restes des Derkehrsetats geht das Haus zur zweiten Beratung des Haushaltes des Reichspostministeriums und der Reichsbuckerer über. Reichspostminister Dr. Stingl: Die Reichspostbeamten bleiben auch künftig Reichsbeamte im eigentlichen Sinne des Wortes. i-'ir sind ftolö darauf, eine reine Reichs- all st a lt zu sein, die gleichzeitig als wahre WelLanstalt mitten hineingestellt ist in Volks- und Weltwirtschaft. Die Reichspost toi 11 Helferin und Förderin sein für Wirtschaft und Verkehr. ■Unter Zbl ist: großzügiger Ausbau aller Der- kehrseinrichtungen und die Schaffung aller nur möglichen und finanziell tragbaren Verkehrs- erlcichterungen. Für die Wirtschaftsgebahrung der Post sind unsere Leitsätze Beweglichkeit und Anpassung auf allen Gebieten, offener, freier Blick für die Verhältnise und die berechtigten Bedürfnisse der allgemeinen Wirtschaft, umfassendes Austoerten für die Postwirtschaft und entschlossenes Handeln. Los vom Schema! Weg mit den Auswüchsen des Bureaukratis- m u s in grundsätzlicher Auffassung wie in äußerer Form. In der Personalpolitik muh für Auswahl, Beschäftigung und Beförderung ausschlaggebend 'sein: Befähigung, Tüchtigkeit und Zuverlässigkeit. Die vom Haushaltsausschuh vorgenommene Heraufsetzung der Postablieserung an das Reich von 20 auf 70 Millionen will ich nicht kritisieren, weil die Post ja mit einer Anleihe von 150 Millionen rechnen kann. Es soll alles getan werden, um die Arbeitsbedingungen des Postpersonals günstig zu gestalten. Für Wohnungsfürsvrge, Tuberkulosebekämpfung und für sonstige Wohlfahrtseinrichtungen sind erhebliche Mittel ausgewvrfen. Abg. Seppel (Soz.) führt Beschwerde über die Pebonalpolitik des Ministers. Im Gegensatz zu den höheren 'Beamten müßten die Postbeamten der unteren Besoldungsgruppen den Minister als Rabenvater ansehen. (Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Der Minister sei ein 'Feind des Achtstundentages, er wolle den Urlaub verkürzen, aber die Dienststundenzahl und die Bestellb^irke vergrößern. Bei den Beförderungen werde in manchen Fällen über eine Bevorzugung von Monarchisten geflqgt. Der RcÄner führt einzelne Fälle an. Abg. Bruhn (Dntl.) begrüßte die Berbesse- rung dÄ Bestelldienstes. Der den Pvstanstalten auf dem Lande liege es aber damit noch sehr im Argen. Der rigorose Abbau der Postagen- t u r e n habe die Verhältnisse weiter verschlechtert. Briefe kommen manchmal er st nach drei Tagen an. Pakete würden überhauvt nicht zugestellt, sondern müßten von den Adressaten a b g e'h o l t werden. Der Rundfunk hat sich weiter glänzend entwickelt, das zeigte sich wieder bei der Wiedergabe der Kölner Befreiungsfeier. Abg. Allekvtte (Z.) bestreitet, daß die Beamten der mittleren Besoldungsgruppen denen der unteren Gruppen gegenüber ungerecht bevorzugt würden. Die vom Haushaltsausschuß beschlossene Erhöhung der Ablieferungssumme der Post sei nur zu rechtfertigen, toeim sich der Post- verkehr in der nächsten Zeit sehr gut entwickelt. In der Personolpolttik müsse das alte Dorge- letztentum verschwinden, ohne daß darunter die straffe Dienstzucht zu leiden brauche. Nicht die Verwaltung, sondern der Betrieb müsse die Hauptsache sein. Die Poftverwaltung befindet sich auf dem Weg ein« gefunden Entwicklung. Abg. Mora th (D. Vpt.) zieht aus der jetzigen Wirtschaftslage der Post den Schluß, daß das Reichspostfincmzgesetz sich bewährt habe. Cs sei zu begrüßen, daß die Post als erste Reichsanstalt ihre wev-benden Anlagen aus Anleihen decken will. Dabei wäre eine Aus- lcmdanleihe zweckmäßiger als eine Inlandanleihe. Der Bestelldienst auf dem Lande müsse verbessert werden. An die Stelle der Aushelfer sollten Wartegeldempfänger aus dem Beamtenstande treten. Die BeförderungsVerhältnisse der Beamten seien etwas besser ge- wardön, aber es könne darin noch mehr gesche^-n. Abg. Tor gier (Komm.) verlangt eine Herabsetzung der Fernsprechgebühren, damit der Fernsprecher iricht nur für die Besitzenden reserviert bleibe. Das Postpersonal werde übermäßig in Anspruch genommen. Angesichts der lieber- bürdung der Betriebs beamten müsse die Bezahlung besser werden. Abg. Raschig (Dem.): Die Briefbestel - l u ng läßt viel zu wünschen übrig. In Berlin braucht oft ein Brief von einem Ende der Stadt zum andern eineinhalb Tage. In den Postämtern muß man vor den Schaltern in langen Schlangen oft solange „Marken-Stehen", daß einem der alte Klappervers einfällt: „Zwei Knaben gingen auf die Post, der eine solang warten muht', bis daß der andre weißen Hoares zu Grab' chn trug — so war's!" (Heiterkeit.) 9m Telegrammverkehr kannte eine wirksame Verbilligung die Einnahmen durch Steigerung des Verkehrs wesentlich erhöhen. Geschäftsleute würden bei einer Verbilligung der Sätze oft lieber telegraphieren als telephonieren, weil das Telegramm als Klagezeugedokument anerkannt wird. 9m Fernsprechverkehr ist das System der Einzelgesprächgebühren für manchen Geschäftsmann unerträglich. Ein besserer Weg wäre es, wenn man die Gesprächsgebühren auf die Hälfte ermäßigte, und dafür noch fünf bis zehn Mark Paufchgebühren nähme. Die Post sollte auf allen Gebieten dem Leitwort folgen: Großer Umsatz — kleiner Nutzen! Mg. Mollath (W. Vga.) wendet sich gegen eine Ueberschußwirtschaft bei der Post, die sich auf zu h o h e Ta ri f e stützt. Die Post sollte doch auch dem ganzen Volke dienen. Die Fernsprechverwal- t»ng sollte in der jetzigen schweren Zeit den Tele- phomnhabern gegenüber in der Androhung und Durchführung non Telephonsperren wegen Nichtzahlung der Gebühren weitestgehende Rücksicht nehmen. Reicbspostminister Stingl geht auf verschiedene Einzelanregungen der Redner ein. Das Schicksal der Wartegeld- cmvfänger liege der Verwaltung sehr am Herzen, aber sie fei an die früheren Reichstagsbeschlüsse gebunden. Bei den Reu bauten der Post werbe schon das selbständige Handwerk und Gewerbe nach Möglichkeit berücksichtigt. Es ist uzugeben, daß die Schaltervorräume oft einen schlechten Eindruck machen. Hierin soll Wandel geschaffen werden. Die Reklame ist mir im Herzen zuwider, aber bei geschmackvoller Anwendung kann auch sie gute Wirkungen hervor- dringen. Es ist nicht richtig, daß die hohen Ge- !'ühren den Fernsprecher zu einem Luxusgegen- itand der besitzenden Klassen machen. Die Gebühren sind im Einvernehmen mit praktischen Männern aus der Wirtschaft festgesetzt worden. Die Zahl der für den Rundfunk zur Verfügung stehenden Wellenlängen ist so gering, daß jetzt schon die Höchstzahl der für Deutschland möglichen Sender erreicht ist. Die Beschwerden in den Personalfragen sind zum großen Teil übertrieben. Raubbau wird an unserem Personal nicht getrieben. In der Poswertoattung wird nicht gefragt, ob jemand oeutschnational ober sozial- I demokratisch ist. Wir kennen im Dienst keine Politik. Den Vorwurf, daß ich, nicht unparteiisch sei, muß ich mit aller Schärfe zurück- weisen. < Lebhafter Beifall rechts imb in der Mitte.) Abg. Lucke (Wirtsch. Vgg-) bezeichnet ötc Personalverhältnisse bei der Reichspost als überaus traurig. Der Minister sei nicht imstande, zu helfen, weil der Widerstand des Reichsftnanz- ministers sich als stärker erwiesen habe. Die Reichspost sollte weitausschauend Grundstücke an- kaufen. um die Möglichkeit zum schnellen Ausbau der Posteinrichtungen zu haben. Die deutsche Reichspost werde für alle Zeiten vorbildlich fein. Damit schließt die allgemeine Aussprache. Einstimmig wird ein Antrag der Deutschnationalen angenommen, der besser epo st alische Versorgung der Landbezirke verlangt. Angenommen wird auch der Antrag des Abg. Mollath (W.Dgg.), Stundungs- gesuche von Fernsprechteilnehmern entgegenfommenb zu behandeln. Der Etat wird schließlich bewilligt. Freitag Fortsetzung der Beratung des Reichshaushalts und kleinere Vorlagen. Die Auslegung des Dawesplans. Die Begründung des Haager Schiedsspruchs. Haag, 25. März. (WTB.) 9n der Begründung des schon mitgeteilten Schiedsspruches des internationalen Schiedsgerichts zur Auslegung des Dawesplanes, wonach die für die Sozialversicherungen in Elfaß-Lothringen und Oberschlesien an Frankreich und Polen sowie für Zivil- und Militärpensionen in Elfaß-Lothringen zu leistenden Beträge in den 9ahreszahlnnaen des Dawesplanes einbegriffen find, wird u. o. ausgeführt: Nach sorgfältiger Erwägung des Inhaltes des Sachoerständigenplanes und des Gei- tes, in dem er entworfen worden ist, halt es das Gericht für erwiesen, daß die Sachverständi- gen. wenn sie auch die Rechtsnatur der deutschen Verpflichtungen nicht aus den Augen ließen, doch die Dinge weitgehend vorn wirtschaftlichen und finanziellen Gesichtspunkt aus betrachtet haben. Für sie muß es von verhältnismäßig geringer Bedeutung gewesen sein, ob eine Verpflichtung ausschließlich auf dem Friedensvertrag beruhe, ober ob sie, wenn der Friedensvertrag ie auch erwähnte, doch ihren Ursprung in der beut* chen Gesetzgebung ober anderswo hatte. Es kam ihnen hauptsächlich darauf an, ob die Zahlungen den deutschen Staatshaushalt ober die deutsche Währung beeinfluss s e n könnten. Die Sachverständigen haben wiederholt in verschiedener Form den Grundsatz betont, daß die Verpflichtungen Deutschlands im Sinne ihres Planes ein Ganzes bilden, und daß die vorgesehenen Zahreszahlungen grundsätzlich die Ge - s a m t l a ft barstellen, die nach ihrer Meinung Deutschland ohne Gefährdung des Planes tragen könnte. Es wäre schwer erklärlich, daß sie, wenn nach ihrer Auffassung die hier in Frage stehenden Zahlungen eine Ausnahme bilden sollten, nirgends etwas Derartiges ausgesprochen hätten. Der" Umstand, baß P o l e n ben Sachverständigenplan nicht angenommen hat, kann entgegen ber Auffassung der polnischen Regierung die Auslegung, die ber Plan selbst zugegeben hat, nicht beeinflussen. Die Sachverständigen, die sich in ber Hauptsache mit ber wirtschaftlichen unb finanziellen Lage Deutschlands beschäftigten, haben bei Festsetzung ber Hächstzahlungen offenbar aus diesen alle alliierten und assoziierten Gläubiger ohne Ausnahme befriedigen wallen. 9hr Bericht erwähnt an mehreren Stellen die Verpflichtungen Deutschlands an die alliierten und assoziierten Mächte, ohne zwischen diesen in irgendeiner Art einen Unterschied machen zu wollen. Chamberlain Ehrenbürger von London Eine neue Rede. London, 25. März. (SU.) Austen Chamberlain wurde heute in Anerkennung feiner Verdienste um die englische Ration das Ehren- bürgerrecht der Stadt London verliehen. Eine große Menschenmenge umsäumte den Weg, der zur G u i l d h a l l führte. Unter den anwesenden Würdenträgern bemerkte man den deutschen, den französischen und den spanischen Botschafter, die ihre Sitze unter dem Beifall der Anwesenden einnahmen, während der brasilianisäye Botschafter Oliveira mit Schweigen empfangen wurde. Rach der Festrede ergriff Chamberlain, der trotz Genf wieder über das ganze Gesicht strahlte, das Wort zu einer Rede, In der er seiner Freude darüber Ausdruck gab1, daß er vor ergebenen Freunden und nicht vor dem Unterhaus zu sprechen brauche. Das Werk von Locarno sei nicht das einer einzelnen Ration, sondern das Werk der mmenarbeit vieler Männer und Volke r. Den Anstoß hätten zwei große und weitftchtlge deutsche Staatsmänner gegeben. Die fruchte Arbeit beruhten auf der weitherzigen und großzügigen Politik eines großen Fran- zosen. In der letzten Zeit sei leider die Sonne von Locarno durch Wolken verdunkelt worden. Unerwartete Schwierigkeiten seien bei der Vollendun g des Werkes auf getreten. Die neue «rifc fei aber nicht tragisch zu nehmen; man wnne sich trösten mit der Tatsache, daß der grundlegende Gedanke der Arbeit der letzten Jahre nicht nur nicht gefährdet, sondern logar gefestigt worden sei. Was die tatsächlichen äußeren Schwierigkeiten angehe, so erkläre er für feine Person, daß er feine Zuverficht nicht ver- “H-en habe. Der Völkerbund sei noch jung, unb Kinderkrankheiten könnten die gesunde naturnotwendige Entwicklung nicht aufhalten. Wenn er einst abtcete, wolle er seine Bemüh un- gwi nach zwei Gesichtspunkten beurteilt wissen: Was habe er für den großen Weltfrieden getan, und was habe er im besonderen für die Versöh- ^"^6 zweier großer Länder unb Völker getan. Später brachte der Premierminister B a l d - w i n einen Trinkspruch auf Chamberlain aus, in Dem er u. a. erklärte: Der Rarne Sir Austen Chamberlain werde an erster Stelle unter denen genannt werden, die in der ersten Generation nach dem Weltkriege für den Frieden unb e 7"/ löhnung von Europa eintraten. GtzamLerlain mache bas Werk des Völkerbunbes. fein Leben 'ein Wachsen, zu einem integrierenden Bestanbleu der britischen Außenpolitik. Chamberlain fet heute der beste Freund des Völker- I bundcs in Europa. Er genieße das Dertrauen eines jeden seiner Mtarbeiter. insbesondere in her schwierigen Zeit, die er soeben durchkämpft habe. England und seine Schuldner. Frankreichs u. Italiens schlechter Wille London. 25. März. «Wolff.) Im britischen Unterhaus richtete der Arbeiterführer Snowden einen sehr heftigen Angriff gegen das Finanzgeboren Frankreichs und Italiens. Er erklärte. Frankreich habe keinen Versuch gemacht, seine Verpflichtungen zu erfüllen. Die französische Finanzgeschichte während der letzten sieben Jahre sei eine der schimpflichsten Leistungen in Der Geschichte der Staatsfinanzen. Großbritannien zahle an Steuern 50 Prozent mehr als Frankreich und 100 Prozc.ni mehr als Italien. Der Wohlstand Frankreichs sei nicht geringer als vor dem Kriege. Frankreich habe keine Arbeitslosen. Cs sei niemals der Frage einer Besteuerung des Volkes zur Erfüllung feiner finanziellen Verpflichtungen ernsthaft gegenübergetreten. Die französische Einkommensteuer sei eine vollkommene Farce. Es bestehe in Frankreich eine unleugbare Abneigung Dagegen, Steuern zu zahlen. Wenn Frankreich seine Untertanen normal besteuern wurde, so müßte das britische Volknicht sohohe Steuern zahlen, wie es augenblicklich bezahle. Frankreich könne es sich sehr gut leisten, feine Schulden an England voll zu bezahlen. Auch Italien sei in einer ähnlichen Verfassung. Der italienische Handel gehe außerordentlich gut. Italien fei ein sehr er n ftier Konkurrent Eng lands geworden. Wenn man diesen Ländern Die Schulden erlasse und den britischen Steuerzahlern Die Beträge auf erlege, die diese Länder zahlen müßten, so unterstütze man auf Kosten des britischen Steuerzcchlers Den Wettbewerb Frankreichs und Italiens gegen die britischen Waren. Italien und Deutschland. Die italienische Presse zum Empfang Aldovrandis durch den Reichspräsidenten. Rom, 25. März. (TU.) Die bei der Überreichung des Beglaubigungsschreibens durch den neuen italienischen Botschafter zwischen dem Reichspräsidenten und Dem Dots(Hafte r gewechselten Reden finden in der italienischen Presse durchweg günstige Aufnahme. Die offiziöse „Tribun a“ sagt zu Den Worten des Reichspräsidenten, daß beide Länder durch keine fundamentalen Interessengegensätze getrennt seien, tatsächlich sei sine herzliche Verständigung mitDeutsch-- land möglich, und, das sei gleich hinzuzufügen. auch nützlich. Beide Länder müßten sich von einer Einmischung in die innerpolitischen Verhältnisse fernhalten, wie es Italien Deutschland gegenüber getan habe. Man müsse klar sehen, wo Fehler begangen worden seien. Deutschland haben Italien am Vorabend des Krieges und kürzlich bei seinem Eintreten für Südtirol unter- chätzt Wenn Deutschland sich von dieser fal° chen Einstellung freimache. dann könnten die zwischen Hindenburg und Aldvvrandi gewechselten Worte die Einleitung zu einer völligen Wiederherstellung ber Beziehungen zwischen beiden ßänbern sein. Der „Tevere", das Sprachrohr der jüngeren faschi- tischen Kreise, meint, man scheine jenseits des Brenners die italienisch-deutschen Belebungen revidieren zu wollen. Wenn Deutschland sich auf den Boden der Tatsachen stellen würde, und Tatsache sei, daß Südtirol italienisch fei, Dann könnten Deutschland und Italien sicherlich auf manchen Wegen zusammengehen. Kleine politische Nachrichten. Die Berichte Der LanDe^arbeitsämtcr ermöglichen Die schätzungsweise Feststellung des Rückganges der Arbeitslosigkeit um etwa 5 Prozent für Die erste Hälfte des Monaps März. Der Rückgang ist in Ostdeutschland und in Bah em eher fühlbar als in Westdeutschland, wo teilweise noch eine Erhöhung eingetreten ist. Als vorläufiges Ergebnis des B0 lksbegehrens sind, wie schon gemeldet, im ganzen Reich vorläufig 12512140 Eintragungen gezahlt worden. Die Gesamtzahl der Stimmberechtigten beim zweiten Wahlgang der Reichspräsidentenwahl ist auf 39 421 617 ermittelt. Insgesamt haben sich also 31,7 4 Prozent dieser Stimmberechtigten eingetragen. Mit der Veröffentlichung des endgültigen Ergebnisses für das ganze Reich durch den Reichswahlausschuh ist etwa am 11. April zu rechnen. <- Der österreichische Bundeskanzler trifft am Samstag früh in Ber lin ein. Der Besuch beim Reichskanzler ist auf 10.30 Uhn estgesetzt. Anschließend wird der Bundeskanzler dem Reichsaußenminister einen Besuch abstatten. Der Empfang bei Dem Reichspräsidenten ist auf 12.30 Uhr festgesetzt. An ihn chließt sich ein Frühstück an. Der Rachmittag Dient wirtschaftlichen und sonstigen Besprechungen. Abends findet in der Staatsoper auf Einladung Des preußischen Ministerpräsidenten eine Fe st Vorstellung mit „Fidelio" statt. * Tlücb einem Funkspruch aus Freiburg hat ich der Zustand Des früheren Reichskanzlers Fehrenbach int Laufe der Rächt und Der frühen QlZorgenitunDen Derart verschlechtert, Daß mit seinem Ableben für Die nächsten Stunden gerechnet werden muh. • Der Schauspieler Josef Gärtner, der vom süddeutschen Senat des Staatsgerichtshofes zu einem Jahr drei Monaten Gefängnis verurteilt vorden war, well er auf einem tommuni- tischen Parteifeste auf reizende Gedichte rezitiert hatte, ist den Blättern zu- olge unter der Bedingung begnadigt worden daß nicht wegen eines innerhalb vvn drei Jahren nach der Entlassung aus der Straf haft begangenen Verbrechens des vorsätzlichen Vergehens Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von mehr als einem Monat erfolgt. • Der Preußische Landtag nahm hie restlichen Abstimmungen zu dem Haushalt des Staats- mmisteriums unb des Staatspräsidenten vor. An- 1 nähme fanden Die Anträge auf Errichtung einer Vertretung Preußens in den Hansestädten mit dem Sitz in Hamburg. Ein kommunistischer Antrag, dem Staatsministerium das Vertrauen zu entziehen, wurde gegen 183 Stimmen der Rechtsparteien und der Kommunisten mit 196 Stimmen der übrigen Parteien bei vier Enthaltungen abgelehnt. Ein Ausschußantrag auf Bewilligung eines Teilbetrages von einer Million für Den Umbau des Opernhauses wurde angenommen. Aus aller Welt. Schweres Zugunglück auf dem Magdeburger Hauptbahnhof. Magdeburg, 26. März. (ÖIB. Funkspr.) heule morgen 6.30 Uhr fuhr in den von Blumenberg kommenden Personenzug eine Rangierlokomotive hinein. Sie erfaßte vier Magen 4. klaffe, die fast vollständig zerkrümmert wurden. Da der Unfall direkt vor deni hauplbahnhof stattfand, wurden vier haupkgleise etwa drei Stunden gesperrt. 30 Personen wurden verletzt, davon sechs schwer. Schweres Autounglück. In Prüm (Eifel) rannte ein Lastautv gegen Die Mauer eines Hauses, durchbrach diese und stieß gegen die Wand des Aach- barhauses. Das Lastauto wurde von herabstür- zenden Gesteinsmassen begraben. Eine ber beiden auf dem Auto befindlichen Personen war sofort tot, die andere wurde schwer verletzt ins Kran-- ksnhaus gebracht, wo sie hoffnungslos bornieder- liegt. 3m Spiel erschossen. In Reutern bei Bruchsal vergnügten sich einige Burschen mit Schießen aus einem Flobert, wobei ein 17 Jahre alter Metzgerlehrling Die Waste auf einen 14jährigen Knaben richtete unb diesen mitten ins Herz traf. Der Tob trat unmittelbar darauf ein. Fälschung von Sohlenscheinev. Der Kaufmann. Heinrich Poblens, derauS dem Zuchthaus von Aaugard entwichen war. in dem er fünf Jahre wegen im Kriege verübter Fälschungen von Brot-, Lebensrnittel- und Kohlenkarten zu verbüßen hatte, wurde von der Kriminalpolizei wieder fest- aenommen. Rach feiner Flucht aus dem Zucht- Hause hatte er große Mengen von Kohlen-i scheinen gefälscht, die der Berliner Magistrat für Erwerbslose ausgibt, die davauf umsonst 2 bis 6 Zentner Kohlen erhalten. Aus der prooinzialhauptftadt. Gießen, den 26. März 1926. , Zur Hypothekenaufwertung. Unter dieser Ueberschrift brachten wir in unserer Rümmer vom 11. laufenden Monats Ausführungen, die in unserer Zeitung vom 15. laufcnben Monats (Ar. 62, zweites Blatt) eine Entgegnung durch einen Auswertungsrichter fanden. Dieser schreibt uns heute weiter: Es wird für die Interessenten von Bedeutung fein, wie sich Der insbesondere als jutifti« scher Schriftsteller bekannte Geh. Iustizrat Prof. Dr. Heilfron zu der Reichsgerichtsentscheidung vom 25. Aovember 1925 stellt. Diese Ausführungen, die sich mit meiner Rechtsauffassung decken, seien nachstehend wiedergegeben (Heft 3 der Aufwertungspraxis S. 91, Mitte März 1926): „Zu § 14 hat das Reichsgericht eine inzwischen viel besprochene und ausgelegte Entscheidung über den Begriff des Vorbehalts gefällt. Aach der Auffassung des V. Zivilsenats, dem wir ja den Anstoß für die ganze Auf- wertungsgesetzgebung verdanken, liegt eine vorbehaltlose Annahme der Leistung nur vor, wenn das Verhalten des Gläubigers den Willen zum Ausdruck bringt, daß er die an ihn bewirkte Geldleistung als eine Erfüllung seiner Forderungen armehme. Es ist zu befürchten, daß diese an sich begrüßenswerte Stärkung der Position des Aufwertungsgläubigers zur Anstrengung von zahllosen Prozessen führen wird, die, da es sich hierbei nicht um die Höhe, sondern um den Grund des Anspruchs handelt, vor die ordentlichen Gerichte gehören. Es kann auch nicht ausbleiben, daß hier sehr viele Enttäuschungen eintreten werden. Vielleicht hatte das Reichsgericht sich statt der posittveu lieber der negativen Fassung bedienen und erklären sotten, daß ein Vorbehalt vorliege, wenn der Gläubiger bei der Annahme der Leistung zum Ausdruck gebracht habe, daß er die an ihn bewirkte Geldleistung nicht als eine Erfüllung feiner Forderungen annehme. In dem entschiedenen Falle war dem Gläubiger aus sein Postscheckkonto der Betrag der Hypothek überwiesen worden zu einer Zeit, als der Betrag einen Goldwert von Vso Pfennig darftellte. Bei dieser besonders gearteten Sachlage Deutet Da8 Reichsgericht das Schweigen des Gläubigers nicht als eine Erklärung, die Zahlung als Ern ftillung annehmen zu wollen, und halt einem Vorbehalt überhaupt für überflüssig, weil eine Annahme nicht erfolgt sei. Es fügt aber vorsichtigerweise hinzu, daß stets nach Lage des einzelnen Falles unter Berücksichtigung der Verkehrssitte und der Grundsätze von Treu und Glauben zu entscheiden sei, ob sich eine derartige Deutung des Verhaltens des Gläubigers rechtfertige. In einer Entscheidung des Grundbuchsenats des Kammergerichts (1. X. 736/25) wird in lieber» einstimmung mit Der Rechtsprechung des Reichsgerichts (RGZ. 110,6.87) zum Ausdruck gebracht, daß Die Quittierung über Rückzahlung in ..Papiermark" ein genügender Vorbehalt ist. Mit Recht sagt Der Senat in der gleichen Entscheidung aber weiter, -daß die KenTttnis des Inhalts der dis Rückzahlung in Papiermark bestätigenden Löschungserklärung nur dann zur Annahme der Dösgläubigkeit des Erwerbers genügt, wenn dieser Die Bedeutung des Papiermarkpassus gekannt hat. Dies sei um so weniger anzunehmen, als Der Senat selbst früher Die bloße Erwähnung der Papiermarkzahlung nicht als Vorbehalt auf- gefaßt habe." Bornotizen. — Tageskalender für Freitag. Stadttheater: 7.30 Uhr: „Sakuntala" (Ende gegen 10 Uhr). — Saal der Stadtmission (Löderstroße): 8 Uhr, Lichtbildervortrag über Palästina. — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Die Mühle von Sanssouci". — Palast-Lichtspiele (Kirchenplatz): „Die Muhle von Sanssouci". — Der G 0 e t h e b u n d hat für den 1. und 5. April die Haaß-Berkow-Fe st spiele aus Gelsenkirchen zu einem mehrtägigen Gastspiel ge- Wonnen und gibt damit, mie man uns schreibt, (Sc^ legenheit, zu einem seltenen Kunstgenuß. ^>oaß- Derkow, einst Lehrer an der Max-Reinhardt-Schauspielschule in Berlin, sagte sich, mie uns weiter mit- gcleilt wird, von dessen Kunstzielen los und versuchte auf eigene Weise mit Hilfe künstlerisch inlcr essierler junger Menschen eine neue Schauspielkunst ins Leben zu rufen. Er begann mit der Wiederbelebung mittelalterlicher Mysterienspiele. Er wollte in Wort, Gebärde und Bild das verwirklichen, was in den Bildern unserer altdeutschen Meister als ..Innigkeit der deutschen Seele" empfunden wird. Alles, was an künstlerischen Werten in diesen alten Spielen steckt, holt er heraus, und nach dem Muster der alldeutschen Malerei entstehen Bühnenbilder von erstaunlicher Feinheit des Farbensinns und dec plastischen Gestaltung und Gruppierung. So schuf -Vlaaß-Berkow eine Bühnenkunst von vollendet deutschem Gepräge, die durch ihre Neuheit und Originalität überrascht und vorbildlich empfunden wird für die Aufgaben einer wahren Volkskunst. Im Laufe der laugen Jahre ist aus der Schar der Schauspielschüler eine feste Gruppe von ausgebildeten Berufsschauspielern herangebildet worden. Feststunden des Tages wollen die Spiele geben, sie wollen die Feststimmung von der Bühne in den Zuschauerraum tragen, und wollen sie über die Stunde hinaus zu einem Erlebnis von tiefer Wirkung und bleibendem Wert gestalten. (Siehe gestrige Anzeige.) L. U. Bon der Landes-Universität Gießen. Der planmäßige außerordentliche Professor für Forstwissenschaft (Forstpolitik, Forstverwaltung, Forstgefchichtc, Forststatistik) an unserer Landes-Unioersität, Dr. .Heinrich Wilhelm W e b e r, hat einen Ruf als Ordinarius an die Fürstliche .Hochschule Tharandt, an Stelle von Geh. Forstrat Professor Dr. Jentsch, erhalten. * Werbeveranstaltungen für den Turn- und Sportgedanken in Gießen. Die Turn- und sporttreibenden Vereine der Stadt Gießen waren für Mittwoch abend von der Stadtverwaltung zu einer Besprechung über die Veranstaltung von Werbetagen für den Turn- und Sportgedanken in unserer Stadt geladen. Cs ist zu begrüßen, daß seitens der Stadti der Gedanke, alle Leibesübungen treibenden Vereinigungen zu gemeinsamem Tun zusammenzu- schließen, ausgegriffen wurde. Vielerorts besteht diese Gepflogenheit schon lange; Frankfurt a. M. ist in dieser Beziehung geradezu vorbildlich. Beigeordneter Dr. Seib begrüßte die Vertreter der 18 erschienenen Vereine und gab der Hoffnung Ausdruck, daß trotz mancherlei Gegensätzlichkeiten es doch möglich sei, innerhalb der Stadt eine gemeinschaftliche Kundgebung aller zustande zu bringen, und wenn diese Veranstaltung das Ergebnis eines engeren Zusammenschlusses zeitige, dann wäre damit eine dringende Frage der Gegenwart ihrer Lösung näher gekommen. Diese Frage sei nichts weniger als die geeignete Vertretung der Forderungen der Turn» und Sportbewegung gegenüber her Oesfentlichkeit und besonders gegenüber der 'Verwaltung von Stadt und Staat. Im Hinblick auf dieses große Ziel haben die Vertreter aller Vereine ihre Mitwirkung bereits zugesagt, mit Ausnahme der Freien Turnerschaft und des Ar- beitersporllartells. die jedoch bereit sind, die Erlaubnis ihrer Spitzenverbände zur Teilnahme an diesen Veranstaltungen einzuholen. 3m Interesse der Sache wäre es sehr zu begrüßen, wenn die Spitzenverbande die Te lnahme gestatteten, damit eine Veranstaltung aller für alle durchge- führt werden könnte. Zwecks Durchführung der Werbetage wurde ein Ausschuß gebildet, dem angehören sollen: Die Turnerschaft, die Fußball- ncrccne, die Rudervereine. die Badfahrer, die Schwimmer. ein Sportlehrer, das Arbeitersportkartell (falls die Beteil'gung gestattet wird), ile&er den weiteren Verlaus der Beratungen wird die Oesfentlichkeit stets unterrichtet werden. Vorläufig sei unverbindlich getagt-, daß der 9 Mai als Tag der Veranstaltung in der Volkshalle in Aussicht genommen ist. Zur Sicherung der Straßen- passanten bei Dachreparaturen. Das Polizeiamt Gießen teilt mit: Cs ist wiederholt die Wahrnehmung gemacht worden, daß Dachdecker bei der Vornahme von Dacharbeiten, nachdem sie an beiden Enden des betreffenden Gebäudes die üblichen Warnungszeichen (quer ausgelegte Latten) ausgestellt haben, ohne weiteres Ziegel- und Schieserstücke auf die Straße herunterwerfen. Die hierdurch hervorgerufenc erhebliche Gefährdung der Vorübergehenden veranlaßt uns, die betreffenden Handwerler darauf aufmerksam zu machen, daß sie bei Vornahme von Dach- und Hausreparaturen verpflichtet sind, nicht nur Warnungszeichen aufzuftellen, sondern alle Vorkehrungen zu treffen, um das Herabfallen- von Ziegel- und Schieferstücken zu verhindern. Insbesondere sind während der fraglichen Arbeiten an der unteren Dachkante Bretter- vorlagen anzubringen; unter keinen Llmständen dürfen, auch wenn Warnungszeichen aufgestellt sind. Ziegel- oder Schieferstücke absichtlich auf die Straße geworfen werden. Solche Gegenstände sind vielmehr in Körben oder dergl. zu sammeln und herunterzutragen. Zuwiderhandlungen haben Bestrafung zur Folge. Das Publikum ersuchen wir, die Warnungszeichen gehörig zu beachten. Die Polizeibeamten sind angewiesen, die Beachtung obiger Vorschriften zu überwachen und gegen Zuwiderhandelnde Anzeige zu erheben. Passanten, welche durch herabfallende Gegenstände verletzt oder gefährdet werden sollten, wollen auf dem zuständigen Polizeirevier alsbald hiervon Anzeige machen, damit der Sachverhalt sofort sestgestellt werden kann. ** Eine Zeichenausstellung veranstaltet die Oberrealschule am Samstag, Sonntag, Montag und Dienstag im Zeichensaal der Schule. Die Besicktmungszeiten find aus der heutigen Anzeige ersicytuch. ** D i e M a u l => und Klauenseuche ist neuerdings in Heldenbergens Kreis Friedberg), auf dem Erbacher Hof (Kreis Büdingen) und in Reiskirchen (Kreis Wetzlar) ausgebrochen. Erloschen ist die Seuche in Villingen (Kreis Gießen), Wölfersheim (Kreis Friedberg), Aibda und Gettenau (Kreis Büdingen), Hachborn (Kreis Marburg), Ebersgöns, Hochelheim, Hörnsheim und Riederbiel (Kreis Wetzlar). In Ober-Hörgern ist die Seuche abgeheilt, in Beuern, Ronnenroth und Ettingshausen, sämtlich im Kreise Gießen, hat sie sich nicht weiterverbreitet. - Neue L u s t p o st w e r t z e i ch e n. In den nächsten Tagen soll mit der Ausgabe neuer Lustpostbriefmarken zu 5, 10, 20 und 50 Pf., 1, 2 und 3 Mk.. sowie einer Luftposttarte zu 15 Ps. begonnen werden. Die Pfennigmarken werden einfarbig, die Markwerte zweifarbig sein. Das Markenbild wird einen von einer Fellen- spitze zum Flug aufsteigenden Adler zeigen. Der öffentliche Berkaus soll am 1. April beginnen. Die bisherigen Luftpostmarken mit der herabschießenden Taube sollen bann nicht mehr ausgegeben werden. *e Post hinweisschilde r auf Bahnhöfen. Die Postdienststellen sind angewiesen worden, auf den Bahnhöfen, wo Postschalter be- stehen, deutlich lesbare Hinwristafeln, aus denen die Lage der Schalter genau zu ersehen ist, anzubringen. ** Zur Beachtung bei Briefsen- dun g e n nach der Türkei. Die türkische Postverwaltung klagt darüber, daß ihr fortgesetzt Briessendungen aus 'Deutschland zugehen, deren Aufschrift nur in deutschen Schriftzeichen abgefaht ist. Da diese in der Türkei nicht gs- nügend bekannt sind, entstehen erhebliche Verzögerungen in der Zustellung solcher Sendungen an die Empfänger. Cs wird daher dringend empfohlen. die Aufschrift auf Sendungen jeder Art noch der Türkei wenigstens in lateinischen Schriftzeichen zu schreiben. ''' G e sch äf ts pa v ie r e. Als „GeschäftS- papiere" bezeichnete Sendungen von und an Be° ruftsgenossenschaften, Versicherungsgesellschaften, Krankenkassen und Speditionsfirmen enthalten häufig mehr oder minder umfangreiche handschriftliche oder mit der Schreibmaschine hergestellte Mitteilungen und Zusätze, die die Eigenschaft einer eigentlichen und persönlichen Mitteilung haben. Die Sendungen finb deshalb zur postalischen Beförderung gegen die ermäßigte Gebühr nicht geeignet. *'■ Reue Dienstmützen für Tele- graphenarbeiter. Wie verlautet, will die Deutsche Reichspost vom 1. Vkai ab eine neue Dienstmütze für Telegraphenarbriter einführen. Rach wie vor bleiben aber die Telegraphen- arbeiter mit amtlich gestempelten und unterschriebenen Ausweiskarten mit Lichtbild versehen, die sie beim Betreten eines Grundstückes oder einer Wohnung unaufgefordert vorzuzeigen haben. RDV. Krankentransporte auf der Reichsbahn. Cs ist noch wenig bekannt, in welcher mannigfachen Weise die Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft die Beförderung Kranker ermöglicht. Reben der Verwendung besonderer K r a n k e n - S a l o nw a g e n,' die außer einem Bett noch zwei Sofas, einen Sessel, mehrere Stühle sowie einen Waschraum mit Kochvorrich- iung enthalten, können einzelne 3. - Klasse- Abteile durch Herausnahme von Zwischenwänden und durch Cinstellen einer in sich gefederten Bahre, eines Lehnstuhls, Klapptisches und Wandschrankes in einen Krankenraum um* gewandelt werden. In gleicher Weise können auch 4. - K l a s s e - W a g en sowie, bei ausreichendem Roum. Gepäckwagen für den Krankentransport freigegeben werden. Während bei Sondereinstellung eines Gepäck- oder Güterwagens, Personenwagens 3. oder 4. Klasse oder eines Wagens mit Krankenabteil eine Mindest- gebühr von 30 Mk. sowie der Fahrpreis von mindestens 8 Fahrkarten erhoben wird (Begleiter bis zu zwei Personen haben freie Fahrt), kann gegen Lösung von zwei Fahrkarten 3. Klasse für den Kranken und fe einer für die Begleiter eine Beförderung liegender Kranker im Gepäckwagen für alle Zuggattungen erfolgen. Zur Verhütung von Krankheitsübertragungen werden die benutzten Wagen und Abteile einer gründlichen Reinigung unterzogen, lieber die Beförderung von Personen mit ansteckenden Krankheiten hat der für die Zugangsstation zuständige Kreisarzt zu entscheiden. Pestkranke sind von einer Beförderung ausgeschlossen. Lichtspielhaus. Bahnhofstraß e. Ern neuer Frid«ricus-Rex-Film: , Die Mühle von 6 a nff duci". Gin Werk, daS seinen mit großem Ersolg gezeigten Vorgänger noch übertrifft. Geist von Sanssouci, eine wunderbare Auferstehung erlebend. Das Manuskript ist von entzückender Leichtigkeit, moussierend verbreitet die Handlung einen Hauch der Atmosphäre jener Tage. In den Rollen: ein Wettstreit Prominenter um die Gunst des Publikums. Unstreitig an der Spitze Otto Gebühr. Eine prachtvoll«, überlegene Zridericus Gestalt, gleich bewundernswürdig in Energie und Grazie; die Verkörperung fast noch eindringlicher als im ersten Film. Karl Götz, als Voltaire, ist ausgezeichnet tu Mimik und Darstellung. Roch einige vorzügliche Cha- rakterkösfte: Eduard von Winter st ein als der Alte Deftauer, Georg John als Ziethen. Jacob Tiedtke als Vdüller. Hervorragend ist auch Olga Tschechowa in der Rolle der gra- ziösen, koketten Prima Ballerina. Würdig zur Seite stehen u. a. Wilhelm Sie ter le (Korporal Jobst), Hanni Weiße (Iuwelierstochter). Anita Dorris (Müllerstochter). Eine prächtige Ausstattung, wirkungsvolle Massenszenen — die Parade — geben dem Werk eine entsprechende Basis. Es wird für längere Zeit den deutschen Film darstellen, ein Kunstwerk, vor dem auch scharfe Gegner des Kinos die Waffen werden strecken müssen. Die Hauskapelle hat eine dem Werke gut angepahte Musik zusammengestellt. Das Orchester bietet Leistungen, wie man sie in Lichtspieltheatern nur selten zu hören bekommt, und oie lobende Erwähnung verdienen. -z. Rundfunk-Programm des frankfurter Senders. (Aus der „Radio-Umschau".) Samstag, 27. März. 3.30 bis 4 Uhr: Die Stunde der Jugend: Aus dein deutschen Liederkranz (Liedervortrage Frankfurter Schulen): Merianschule, 2. und 3. Knabenklasse. 4.20 bis 5.45 Uhr: Konzert deS Hausorchesters: Zu Beethovens Todestag. 5.45 bis 6.10 Uhr: Die Lesestunde (für die reifere Jugend): Aus dem Roman: ..Die Regulatoren in Arkansas" von Friedrich Gerstäcker. 6.15 bis 6.45 Uhr: „Schauspieler, Rhapsode. Erzähler, Vorleser im Rundfunk", Vortrag von Universi- ratslektor F. H. Rdssdemeyer. 6.45 bis 7.15 Uhr. Briefkasten. 7.15 bis 7.45 Uhr: .Vortragszyklus her Vereinigung von Freunden der Kurmainzer Geschichte, seine politische und kulturelle Bedeutung im Laufe der Jahrhunderte", Bortrag von Dr. Anton Diehl. 7.45 bis 8.15 Uhr: Stunde des Frankfurter Bundes für Volksbildung: ..Wie können Laien die Borgänge am Himmel beobachten?" Bortrag von Prof. Sitttg. 8.15 bis 9.15 Uhr: Sinfonie-Konzert (Böhmische Meister). 9.15 bis 10.15 Uhr: Heuere Legendenbichttnig. Anschließend bis 12 Uhr: Uebertragung au6 Berlin: Tanzmusik der Berliner Funkkapelle. Telephon 829 Für das Osterfest 2729a empfehlen wir: n n Alles m.Glaö u. Steuer VJCRfr. W ZW8 lj Billiges Baus 1 öW I, ne- UlUlyUU UUUU 9 & s tf» Feinstes luszug-Mehl Ä-1.25 SultanineD '8fun1^, 1.00 Milien-Munt,. 0.80 HaselnDßkerne w. 1.80 UmckMund... 2.40 rs ev ro 5 Lvrungsälstaen, gekörten erstklassigen Weine: Montagne. wi 1.10 Unser Wohnhaus Gießen. Krosdorier Str. 26 mti 16 Ztm» mern. 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Müller besonders für die überaus trostreichen Worte des Herrn Pfarrers Sattler, Wieseck, am Grabe, sowie für die vielen Blumen- und Kranzspenden sagen wir unsern tiefgefühltesten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Bäckermeister Ernst Stritter und Kinder. Gießen Wetzlar Bahnhofstr. 58 Lahnstr. 37 Gestern abend gegen 7 Uhr verschied plötzlich infolge eines Herzschlages mein lieber, herzensguter Mann, unser treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Martin Dörr, Schlossermeister im bald vollendeten 66. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen: Auguste Dörr geb. Altvater Heb. Giel und Frau Mathilde geb. Dörr r . Lina Dörr Fritz Hirsch und Frau Luise geb. Dörr Jakob Schmidt und Frau Anna geb. Dörr und 3 Enkelkinder. Nachruf! Den verehrten Mitgliedern der Binger-Gesellschaft die traurige Nachricht, daß unser hochverehrter, verdienstvoller Ehren-Vorsitzende Herr Schlossermeister Martin Dörr am Mittwoch abend plötzlich und unerwartet ver schieden ist ,, Neben seinem Berufe widmete er seine ganze ixraft unserer Gesellschaft Er war 44 Jahre Mitglied und 30 Jahre ununterbrochen Vorsitzender In dieser langen Zeit hatte er stets das Wohl der Gesellschaft im Auge und im Herzen, und alle die mit ihm zusammen gewirkt haben, werden seinen Rat und seine Hilfe schmerzlich vermissen. Wir bitten unsere verenrlichen Mitglieder, durch rege I n rr I um V7 ,4 1t _ - n V am Sams tag, dem 27. d. M., nachmittags 3 Uhr stattfindet dem Verstorbenen die letze Ehre zu erweisen. Der Vorstand der Bflrger-Bosellaehen Dielten. Gott dem Allmächtigen hat cs gefallen, heute morgen IOV2 Uhr in der Chirurgischen Klinik zu Gießen unseren einzigen, lieben Sohn Werner Schaaö, sand. lag. nach kurzem schweren Leiden im Alter von 20 Jahren zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. Die trauernden Hinterbliebenen: Rektor Schaad und Frau. Hungen, den 25. März 1926. Die Beerdigung findet Samstag, den 27. März, nachmittags 3A Uhr, vom Trauerhause aus statt. 27350 Auf meine Knaben-Abteilung habe ich zum Fnlda Würzburg AuchaffenBurg Marktstraße 17 Markt 10 Landingstraße 6 Frühjahr 1926 mein ganz besonderes Augenmerk gerichtet und stelle ich die hochelegantesten Stücke allererster deutscher Fabriken zum Verkauf Roeder-Herde eine Klasse für sich. Alle Größen vorrätig. Besichtigung erbeten. Submisfions-Holzverkaus. Aus dem Staatswald des Forstamts Hetzen werden unter den für Submis- sionsholzoerkauf aus Hessischen Staats. Waldungen gültigen Bedingungen auf öem Submissionsweg verkauft: Los 1: Eichenftammholz 6. Kl. (20—24 cm m. 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Herr Reinhold ist sicherlich ein Mann von Temperament und auch ein Mann von Kenntnis. Er hat nur drei Tage gebraucht, um sich in dem Äerchs- ctat zurecht zu finden und hat es dann abgelehnt, sich, wie das sonst Wohl der Brauch ist, von seinen vortragenden Räten seine Etatsrede machen zu lassen. Aber nicht nur das. Er hat in dieser kurzen Frist auch ein eigenes Steuerreform ° Programm z.rechtge- fchnitten, das er gleichzeitig dem Reichstag vorlegte. Sein Vorgänger hat ihm freilich diese Aufgabe recht leicht gemacht. Herr von Schlieben stammte aus der alten Schule Miquels, die ihre höchste Weisheit darin erblickte, möglichst viel Geld zusammen zu scharren und in den verschiedensten Sparkassen zu verbergen. Das war, nachdem auch die Reichskassen 'durch die Inflation ausgepulvert waren, vorübergehend notwendig. Herr von Schlieben hat diese Weisheit aber doch vielleicht übertrieben, weck sie allzulange fortgesetzt dazu führen muhte, zwar die Kassen des Reiches wieder aufzupolstern, dafür aber die Wirtschaft leer zu saugen. Genug, als Herr von Schlieben ging, hin- 1 erlief) er seinem Rachfolger einen Bestand von über einer Milliarde Goldmark. Damit läht sich verhältnismähig leicht arbeiten. Der neue Minister ist deshalb auch ziemlich grohzügig gewesen mit der Bereitstellung von Mitteln, die alle den einen Zweck vorfolgten, die Wirtschaft wieder ankurbeln. Diesem Zweck hat er auch sein Finanzprogramm unterstem. dessen eigentliche Aufgabe wohl nicht zu sehr eine Senkung der Produktionskosten war. Er griff dabei in erster Linie auf die Umsatz» steuer zurück, die im Laufe der Zeit von ihren, Höchstsätze von 2,5 Prozent auf 1 Prozent gesenkt und jetzt neuerdings auf fast die Hälfte, d. h. vpn 1 Mark auf 60 Pfg. herabgesetzt werden sollte. Damit wollte er gleichzeitig noch die Beseitigung der Luxus st euer verbinden und eine Halbierung der F u s i o n s st e u e r. Mit diesem Programm hat Herr Dr. Reinhold nicht nur den Reichstag, sondern auch die Regierungsparteien selbst überrascht. Er durfte sich also auch nicht wundern, wenn nun gerade aus den Kreisen, auf die er sich eigentlich stützen muhte, das erste und ziemlich scharfe Wort der Kritik tarn, so bah vorübergehend die Lage für ihn ziemlich kritisch aussah. Aus den Kreisen der Deutschen Volkspartei wurde er daraus aufmerksam gemacht, dah unser gegenwärtiges Steuersystem ziemlich gleichmähig zwischen direkten und indirekten Steuern ausbalanciert ist. dah deshalb die einseitige Herabsetzung der Umsatzsteuer ohne gleichzeitiges Aach- lassen der direkten Steuern unerträglich sei. Der Minister hat sich damit einverstanden erklärt, dah die Umsatzsteuer nur auf 0,75 Prozent herabgesetzt wird, dah dafür aber bei der Vermögenssteuer eine Erleichterung für dre kleinen Vermögen eintritt. Die Halbierung der Fusionssteuer bleibt mit der Mahgabe jedoch, dah die Hälfte des Ertrages den Gemeinden überwiesen wird als Ersah für die durch eine Rentabilisierung und Stillegung der Betriebe vielleicht herbeigeführte Steigerung der Arbeitslosigkeit Auch die Luxussteuer, die ja vielleicht, wenn nicht als direkte, so doch als Besihsteuer angesehen werden kann, soll fallen. Daneben tritt die Beseitigung der W e i n st e u e r, die sich als Ergebnis der letzten Winzerunruhen als notwendig herausgestellt Hot, im Zusammenhang mit der Aufhebung der Sektsteuer. Da aber die Bayern die Weinsteuer nicht aufheben wollten, wenn sie nicht gleichzeitig für ihr Bier etwas besonderes herauswirtschaften konnten, ist die Erhöhung der Diersteuer, die eigentlich am 1. 2h>ril in Kraft treten sollte, bis 1. Januar kom- inenden Jahres hinausgeschoben. Das wären im wesentlichen die Grundzuge des neuen Kompromisses, auf das sich die Regierungsparteien selbst verständigt haben. Ob der Weg, der hier eingeschlagen ist, überhaupt der richtige ist. ob es nicht bessere Methoden gab, der Wirtschaft zu helfen, darüber kann man zweifelhaft sein. Sicherlich wird der Betrag von 275 Millionen, der auch jetzt noch aus der Er- mähigung der Steuern sich ergibt, in den Händen der Wirtschaft bleiben. Die Frage war aber doch, ob nicht durch eine Herabsetzung der unerträglichen Reallasten in den einzelnen Staaten sehr viel mehr zu erreichen war. Aachdem die Dinge aber einmal soweit gediehen waren, lieh sich darauf nicht mehr zurückgreifen. Die Verhandlung mit den Ländern über die Realsteuern werden sich ziemlich umständlich gestalten. Und auch der Versuch der Deutschen Volkspartei, einen Teil der Ilmsatzsteuer den Ländern zur Verfügung zu stellen, damit sie ihre Reallasten erniedrigen, war deshalb nicht gangbar, weil keine Garantien möglich waren, dah die Länder zwar das Geld nehmen, aber trotzdem die Realsteuern auf ihrer alten Höhe belassen. Diese. Frage muh im Zusammenhang mit der Aeuregelung des Finanzausgleichs gründlich besprochen werden. Man kcurn ihre Lösung nur finden in der Form, dah die Höchstgrenze der Rea^lsteuer gesetzlich festgelegt wird. Auch ein anderer Versuch, die Hauszinssteuer zu ermähigen und insoweit zu beseitigen, als sie nicht zu Reubauten, sondern zu allgemeinen Staatszwecken herangezvgen wird, muhte neu aufgegeben werden. Ebenso hat man darauf verzichten müssen, eine Erniedrigung der Besteuerung der mittleren Einkommen durchzusetzen. Auch das ist eine Frage, die Wohl erst im Zusammenhang mck dem Finanzausgleich spruchreif werden wird. Immerhin ist der Kompromiß, so wie er heute aussieht, gegenüber den ursprünglichen Vorschlägen Dr. Reinholds ein Fortschritt. Die Sozialdem okraten behaupten ngtürlich von ihrem Standpunkt aus fei es eine Verschlechterung, während die Deutsch- national een von den Verbesserungen unbefriedigt find. Es besteht aber immerhin die Möglichkeit, dah die beiden Parteien ihren Widerstand aufgeben und sich mit den Regierungsparteien zu einer gemeinsamen Front zusammenfinden. Das wäre jedenfalls d i e b e st e Lösung, um dem Steuerstreit aus dem Kamps der politischen Meimmg herauszuhelfen. Die Schwierigkeiten des deutsch-englischen Handels. Von Dr. Fritz Runkel, Bensberg-Köln. Durch die Erklärungen des Reichswirtschaftsministers über die Spannungen in den deutsch-englischen Handelsbeziehungen erhalten die nachfolgenden Ausführungen besondere Aktualität. D. Red. Kürzlich sind einige offizielle Aeußerunaen der englischen Regierung über die Anwendung des Industrie-Schutzzollgesetzes auf einigen Sondergeb,eten bekanntgegeben worden. So hieß es, dah man nicht beabsichtige, die britische Leinenindustrie, die von sich aus eine Unterstellung unter das Schutzgesetz beantragt hatte, mit einem Zollschutz zu umgeben. Dagegen sollen die Verhandlungen für die Strumpf - und Wtrkwarenindu- strie demnächst beginnen. Dasselbe ist bezüglich, lederner .Handtaschen zu erwarten. Weiter ist schon die Entwicklung bezüglich der Packpapierindustrie gediehen, die aller Voraus- sich nach einen Zollschutz erhalten wird. Eine ganze Reihe von Waren ist bereits durch neue Verordnungen geschützt worden, so vor allem Seide und Kunstseide, Spitzen und Stickereien aller Art, Stoffhandschuhe, Messerschmiedewaren, Gasgluhlicht st rümpfe, M u'si k waren und Uhren. Es wird zwar von englischer Seite darauf hingewiesen, daß die meisten dieser Waren im gesamten englischen Außenhandel keine allzu große Rolle spielen, aber das System des Zollschutzes an sich drückt sich hier doch recht deutlich aus, und man sieht auch, daß eine immer größere Zahl von Industrien Anträge um Ausnahme in den Zollschutz an die Regierung richtet. Dabei ist das einzuschlagende Verfahren ziemlich einfach. In England genügt es für einen Industriezweig, daß er auf einen „ ungewohn - lichen Wettbewerb" hinweist, um die Einsetzung eines U n t e r s n ch u n g s a u s s ch u s s e s in die Wege zu leiten. Dieser Ausschuß kann, wenn ihm das Beweismaterial der beantragenden Jndu- dustrie ausreicht, dem Parlament Schutzmaßnahmen Vorschlägen. Für Deutschland ist besonders bemerkenswert, daß als „ungewöhnlicher Wettbewerb ». a. das Vorliegen niedrigerer Löhne und einer längeren Arbeitzeit in der betreffenden Industrie des konkurrierenden Auslandes angesehen werden, und daß es an Hand solcher Beweismöglichkeiten nicht allzu schwer erscheint, darzutun, daß Deutschland über wirksame Wettbewerbsvorteile verfüge. Die somit jedenfalls zutage liegenden Erschwerungen des deutsch-englischen Handels treffen Deutschland um so härter, uls, wie die neueste Aufstellung des englischen Handelsamtes für das Jahr 1925 erkennen läßt, die Ausfuhr Deutschlands nach England gegenüber 1924 zwar eine gewisse Belebung erfahren hat, aber doch gegenüber der Vorkriegszeit noch einen sehr niedrigen Stand aufweist. Im Jahre 1913 betrug die Warenein fuhr aus Deutschland 10,46 v.H. der gesamten englischen Einfuhr, während sie sich im Jahre 1925 auf nur 3,76 v. H. stellte. Es liegt nahe, hier einen Vergleich mit den englisch-amerikanischen Handelsbeziehungen anzustellen. Die Vereinigten Staaten hatten im Jahre 1913 einen Anteil von 18 v. H. an der englischen Einfuhr, und im Jahre 1925 hatten sie 19 v. H. erreicht, wenn sie auch inzwischen von ihrem Höchststände (29 vom Hundert im Jahre 1920) wieder herabgestiegen sind. Es kann uns auch über die wirkliche Lage nicht hinwegtäuschen, wenn von englischer Seite darauf hingewiesen wird, daß die Ä u s f u h r Großbritanniens nach Deutschland in den Bewegungen von 1924 auf 1925 eine viel geringere Zunahme zeige als der Handel in der umgekehrten Richtung. Als Zahlen bringt die oben erwähnte Handelsstatistik folgende: 1924: Einfuhr Englands aus Deutschland 37 Millionen Pfund Sterling, 1925: 48 Millionen Pfund Sterling: 1924: Ausfuhr Englands nach Deutschland 42,5 Millionen Pfund Sterling, 1925 44,5 Millionen Pfund Sterling. Wenn man aber diesen Zahlen gegenüberstellt, daß die Einfuhr Englands ans Deutschland im Jahre 1913 80,5 Millionen Pfund Sterling und seine Ausfuhr nach Deutschland 50,5 Millionen Pfund Sterling betrug, so wird man die augenblickliche, für Deutschland so ungünstige Situation mit einem Blick erkennen. Man darf auch den Gesichtspunkt nicht außer acht lassen, daß sich die allgemeine Preislage gegenüber der Vorkriegszeit ganz erheblich gehoben hat, so daß der Rückgang des deutsch-englischen Handelsverkehrs, zumal der deutsche Einfuhren nach England, noch viel schärfer in die Erscheinung tritt. Der Uebergang Englands zum Schutzzoll war an sich schon eine große Ueberraschung für die ganze Wirtschaftswelt. Man hatte England ja stets als das klassische Land des Freihandels betrachtet und sah sich nun auf einmal vor einer ganz neuen Lage, die im Hinblick auf ein Land, das mit der ganzen Welt in großen Ausmaßen Handel trieb, erst recht bedeutungsvoll erscheinen mußte. Einer Würdigung der Gründe, die England zu diesem Richtungswechsel veranlaßt haben, konnte sich das Ausland natürlich nicht entziehen. Es war vor allem die inzwischen chronisch gewordene Arbeitslosigkeit in der englischen Industrie, die die Schutzzollbefürworter in iyren Bestrebungen stärkte. Diese Arbeitslosigkeit hat zwar in der jüngsten Zeit um ein Geringes nachgelassen, sie besteht aber in großen Zügen nach wie vor fort, ganz im Einklang mit der Geschäftslage, wie sie sich im großen und ganzen allenthalven in dem Industrieländern zeigt, und wie sie ja auch in den anderen Staaten zur Auslösung einer allgemeinen Hochschutzzollbewegung geführt hat, einer Bewegung, der sich auch die agrarischen Länder angeschlossen haben, weil sie der Meinung sind, daß sie einen großen Teil der früher vom Ausland eingeführten Waren bei sich selbst erzeugen können. Aber wie sehr man auch die Schutzzollneigungen vom englischen Standpunkt aus verstehen kann, so verhängnisvoll erscheinen sie, wenn man sie vvm Gesichtspunkt der deutschen W irisch a f t s i n t e r e f f e n aus betrachtet. Deutschland ist ja schon wegen seiner Wiedergut- machungsverpflicht ungen geradezu gezwungen, seinem Außenhandel einen möglichst breiten Umfang zu geben, und es kommt hinzu, daß sich ein Deutschland, welches sich gegen Ende 1924 dazu verstanden hatte, mit England einen reinen Meistbegünstigungsvertrag abzufchlie- ßcn, durch die neueste Entwicklung der englischen Handelspolitik überaus stark enttäuscht sieht, einer Politik, die sich jedenfalls mit dem Geist des genannten Vertrages nicht in Einklang bringen läßt. Es wird auch auf englischer Seite von allen einsichtigen Wirtschaftsführern unumwunden zugegeben, daß Deutschland und England in ihrem Handel so stark aufeinander angewiesen sind, wie das in höherem Grade von anderen Handelsbeziehungen kaum gesagt werden kann. Es erübrigt sich wohl, hier die Gründe für eine solche offenkundige Lage im einzelnen zu wiederholen. Auch in England sieht man mit völliger Klarheit, daß die Erschwerungen der Einfuhr aus Deutschland mit einer entsprechenden Behinderung des Absatzes englischer Waren auf dem deutschen Markt- verbunden sein müssen. Im Augenblick wird man sich ja nichr dazu verstehen können, die praktischen Folgerungen aus einer solchen Einsicht zu ziehen. Aber vielleicht darf man, wenigstens für eine nicht allzu ferne Zukunft, gewisse Hoffnungen an die internationalen Bestrebungen zur Aufhebung von E i n- n n d Ausfuhrverboten knüpfen, wie sie zuletzt im September 1924 hervortraten. Bekanntlich beschäftigt sich die Satzung des Völkerbundes aud) mit einer internationalen gerechten Regelung des Handels, und aus dieser Anregung heraus haben sich im Jahre 1923 31 Staaten im Genfer Abkommen über d i e Z o 11 f ö r m 1 i d) E e i t e n verpflichtet, die bei ihnen vorhandenen Ein- und Ausfuhrbeschränkungen, sobald es die Umstände gestatten, nach Möglichkeit einzuschränken. Das war vielleicht zunächst nur die Bekundung eines guten Willens. Die Bewegung zeigte aber einen weiteren Fortschritt darin, daß man im September 1924 das Wirtschaftskomitee des Völkerbundsrates veranlaßt hat, einen Entwurf z u einer z w i s ch e n st a a t l i ch e n Vereinbarung auszuarbeiten, demzufolge die sich anschließenden Staaten innerhalb sechs Monaten alle Ein- und Ausfuhrverbote und -befchränkungen auf- heben und neue in Zukunft nicht mehr. erlassen sollen. In der Zwisd)enzeit wären die Verbote und Beschränkungen auf ein Mindestmaß zurückzuführen. Wenn man auch auf eine glatte Annahme eines solchen Entwurfes in absehbarer Zeit kaum hoffen darf, so wird man doch wohl damit rechnen können, daß die im Anschluß zu einem solchen Entwurf zu erwartenden internationalen Besprechungen immerhin dazu beitragen werden, einen allmählichen Abbau der zahllosen Zollschranken und der anderen Handelshemmungen in die Wege zu leiten, wenn auch aus naheliegenden Gründen in diesem Entwurf von der Tarifpolitik und etwaigen Zöllen, die einen Ersatz für Einfuhrverbote bilden könnten, zunächst nicht gesprochen worden ist. vor dem Ende der chinesischen Bürgerkrieges. Wie vorauszusehen war, sind die Truppen des Generals Feng entscheidend geschlagen worden. Litschlingling hat Tientsin eingenommen und treibt die Truppen der sogenannten Rationalarmee vor sich her. Tschangtsolin steht vor Peking. Ob General Feng vor den Toren Pekings noch einmal versuchen wird, sich seinen Gegnern entgegenzustellen, scheint sehr fraglich, denn auch seine Truppen befinden sich nach den dauernden Rückzügen der letzten Wochen in völliger Auflösung, worunter naturgemäß die Bevölkerung am meisten leidet. Aus den sich auflösenden und meuternden Truppen haben sich große Banden gebildet, die plündernd und brennend das Land verwüsten. Tschangtsolin hat jedoch bereits in der Provinz Tschili mit großer Energie die Ordnung wieder hergestellt. Wie das geschieht, wissen wir bereits aus früheren chinesischen Bürgerkriegen. Es kommt nickt darauf an, ob Tausende von Plünderern und Meuterern kurzerhand erschossen werden. Auch mit den gefangenen Führern geht der Sieger nicht sehr glimpflich um, läht ihnen den Kops abschlagen und diesen durch die Straßen der eroberten Stadt tragen. Tschangtsolin scheint diesmal entschlossen zu sein, gründlich mit den Anhängern S o w j et- ruh l a n d s und mit den chinesischen Kommu- Die tolle Herzogin. Roman von Ernst Klein. Copyright by Earl Sünder, Verlag, Berlin. 26. Fortsetzung. Nachdruck verboten. „Ihre Gefühle in allen Ehren, Frau Herzogin, aber Sie haben aud) noch höhere Rücksichten zu respektieren! Ist dieser Mann dort auf dem Berkeley Square wert, daß Ihr ehrwürdiger Vater auch nur eine Minute der Unruhe und Sorge seinetwegen zu- bringt?" Sie dachte an den heutigen Morgen. Ja — ja, tausendmal ja — Harald hatte recht. Sie nickte — sprechen konnte sie nicht in diesem Moment. „Ich bin froh," fuhr er fort, „daß Sie sich überzeugen lassen. Gehen Sie jetzt zu Bett und trachten Sie vor allem, sich zu beruhigen! Wir muffen ab- roärten, was die Polizei unternimmt. Auf welche Spuren sie kommt--" Spuren — Spuren“? Sie wurde noch bleicher als sic schon war. „Ich habe meinen Revolver dort fallen lassen —' stammelte sie. . „Und ich meinen Hut! Das ist nun einmal nicht zu ändern. Trägt der Revolver irgendwelche Kennzeichen?" ., fll t.. „Mein Vater hat ihn mir geschenkt, als ich Mädchen war. Er trägt die Initialen G. B." „Es gibt viele Menschen, die G. B. heißen! Id) denke auch nicht, daß sie aus meinem Hute viel Weisheit schöpfen werden. Es ist ein Borfalinohut wie taufend andere und nicht einmal gezeichnet; in Hannes habe ich ihn getauft. Wir brauchen uns also dieser beiden Gegenstände wegen nicht zu ängstigen. Und sollte doch — was ich ganz und gar für ausgeschlossen halte — die Polizei auf uns aufmerksam werden, nun--" Er zuckte die Achseln. Doch sie verstand ihn vollkommen. „Nie, Harald", rief sie, und mit einem Male war alle ihre alte Kraft und Entschlossenheit in ihr, „werde nie zugeben, daß Sie meine -tat auf sich nehmen! Nie! Ich sehe ein, daß Sie recht haben, wenn Sie mir raten, mit Rücksicht auf meinen Vater und meinen Namen zu schweigen, aber ebenso gebietet es mir meine Ehre, nicht zu schweigen, wenn es die Tat zu verantworten gilt." Gelassen trat er wieder an die Tür und in seine abweisende Haltung zurück. „Darüber wollen wir nachdenken, wenn die Notwendigkeit dazu da ist, Frau Herzogin", sagte er. Es klopfte. Mutter Sinne trat ein. „Kindchen, Grace ist am Telephon", meldete sie. „Grace?" Gloria wollte das Zimmer rafdj verlassen, doch Harald hielt sie an der Tür zurück. „Frau Herzogin, bitte meiner--Lady Grace nichts davon zu sagen, daß ich in London bin." Und als sie ihn überrascht anblickte, fügte er hinzu: „Ich bin mir noch nicht schlüssig--" Dunkles Rot der Scham stieg ihr ins Gesicht. Sie glaubte den Grund seiner Unschlüssigkeit zu verstehen — Sie stand am Telephon. Von der anderen Seite kam die Stimme der Schwester, kaum vernehmbar in ihrem Zittern-- „Ich — halte es nickst mehr aus, Gloria. Warft du dort?" Gloria selbst konnte kaum sprechen. „Hast du die Briefe?" Die Briefe--die Briefe! Sie klammerte fick) an den Tisch, auf dem der Apparat stand — das Zimmer drehte sich um sie--Die Briefe! Die Briefe--! In ihrer Seelenangst hatte sie die Briefe ganz und gar vergessen--! Die Polizei würde sie finden, wenn sie die Wohnung durchsuchte —! Die Briefe — die Briefe! „Ich habe sie nicht", röchelte sie endlich. Ein Aufschrei Graces-- „Komm morgen sofort herein", sagte Gloria. „Ich kann am Telephon nicht so sprechen--" „Um Gottes willen, — was ist da passiert? Er wollte dir doch die Briefe geben! Ich werde ja verrückt!" Da lachte Gloria auf, wild, verzweifelt, namenlos erbittert „Ich bin es fchon!" gab sie zurück. „Deinetwegen! | Ich erwyrie dich morgen so früh wie möglich." Und ohne Grace Zeit zur Antwort zu geben, hing sie den Hörer an. Der Zorn über die Schwester wütete in ihr. Sie kam in den kleinen Salon zurück. Mutter Sinne wartete hier allein, damit beschäftigt, Holz in den Kamin nachzulegen. „Wo ist Lord Neville?" „Er ist fortgegangen." „Hat er etwas gesagt?" „Nichts, Kindchen. Willst du nun wirklich zu Bett gehen? Ich habe in deinem Zimmer Feuer machen lassen--" Gloria hörte sie nicht. Die Briefe — die Briefe! llnö — und--sie preßte die Hände auf die Brust, um den Schrei der Verzweiflung zu unterdrücken, der jäh in ihr empor wollte-- Der Vertrag! Wer hatte ihn? Was waren schließ lid) die Briefe ? Mackste Grace ernten, was sie gesät! Aber der Vertrag--! Wer hatte ihn gestohlen? Wer besaß ihn jetzt--? Ihre Tat umsonst-- „Kindchen! Gloria--!" Eiligst lief die alte Frau herbei — zu spät — Zum erstenmal in ihrem Leben war Lord Burn- hams Tochter, die tolle Herzogin, in Ohnmacht gefallen. 17. Kapitel. „Zum Teufel!" sagte Sir Walter Ryce, aus der Tiefe feiner Seele heraus. „Ob der Mensch sich auch einmal einen ungestörten, vergnügten Abend gönnen kann! Verfluchter Kerl, ausgerechnet jetzt muß sich dieser Las Valdas umbringen lassen! Wenn er nicht schon tot wäre, bei meiyem Onkel und beim Teufel, was auf eins herauskommt — ich hätte gute Lust, ihn für feine unerhörte Rücksichtslosigkeit selber kalt zu machen. Verdammt, und Sie dazu, Blake, Sie alte Trauerunke!" Blake, der Kriminal-Sergeant, der Sir Walter aus Princes Restaurant herausgeholt hatte, grinste mit innigem Verständnis zu diesem Erguß einer blumenreichen Sprache, in der Sir Walter feinem Herzen Luft machte. Aus einem feinen Restaurant und — Blake kannte den Neffen feines hohen Chefs — an der Seite einer sicher überaus entzückenden jungen Dame weggeholt zu werden, um sich in die mysteriösen Freuden eines Mordes zu stürzen, war mehr, als ein mit normaler Geduld begabter Mensch zu ertragen verpflichtet war. Selbst wenn er im geheimen Dienste Seiner Majestät stand. Sir Walter Ryce, Neffe und vertrauter Mitarbeiter des Generals Sir Arthur Ryce, des Chefs der Londoner Polizei, hatte sich gerade mit Minnie Knox, dem ebenso bezaubernden wie vielversprechenden Star des Palladium zum Souper niedergelassen, als Blake den Kopf zur Tür herein- steckte und ihn durch den Kellner in die Lobby bitten ließ. Hier brachte er pflickstschuldigst seine Meldung an den Many. Mit der bereits geschilderten Wirkung. „Als Seine Exzellenz Bericht von dem Morde erhielt," ergänzte er diese Meldung, „sprach er sofort die Ansicht aus, daß dies mit Rücksicht auf die gesellschaftliche Stellung des Ermordeten ein Fall für Sie wäre, Sir Walter, und beauftragte Inspektor Gernot, Sie suchen zu lassen." „Die Pest über die Rücksicht, die Pest über die gesellschaftliche Stellung, die Pest über den Ermordeten, die Pest über Inspektor Gernot, über Seine Ex — — —",sang Sir Walter, voller Inbrunst, ging ins Restaurant zurück, setzte der schönen Minnie Lage der Dinge auseinander, bezahlte das Souper, das er nur bestellt und nicht gegessen hatte, lud Minnie in ein Taxi, sich selbst und Blake in ein anderes und fuhr mit ihm nach Berkeley Square 26. Hier wartete bereits Inspektor Gernot mit dem Polizeiarzt sowie mehreren Kriminalbeamten auf chn. In einem Fauteuil lehnte der Konstabler, der nach Neville ins Haus gedrungen war und mit ihm den Boxmatch ausgefochten hatte. Der Schlag, der diesen beendete, mußte wahrlich "überaus stark gewesen sein, denn der Mann, der wirklich selbst für Londoner Polizeiverhältnisse nicht klein und schwächlich geraten war, konnte noch immer nicht gerade aus den Augen sehen. Wäre sein Schädel nicht irisch gewesen — wer weiß, ob er nicht als zweites Opfer der Tragödie auf dem Schauplatz geblieben wäre. Nun hockte er da. Stärkte sich an dem Whisky, den ihm der Arzt von Zeit zu Zeit ein» flöhte — viel zu wenig nach der Meinung des wackeren O'Neill in Anbetracht des Hiebes, den ev in Ausübung feines Berufs hatte einstecken müssen, (Fortsetzung folgt.) fang. / Oberhessen. Landkreis Gietzen nisten aufzurämnen. Er entfaltet daher überall die größte Propaganda gegen den Kommunismus und droht seinen Anhängern schwere Strafen an. Auch in den Südprovinzen sind die mit Wupeisu und Tschangtsolin verbündeten Generale dabei, die sogen. Aationaltruppen. die unter sowjet- russischem Einfluß stehen, zu vernichten. Sogar die rein kommunistische Kantonregierung ist Tin Begriff, sich aufzulösen, da die Stadt Kanton in der Hand zweier Generale ist, die das Hauptquartier der Boykotteure und den Russischen Klub aufgehoben haben. Auch in den Südprovinzen werden die Anhänger des Kommunismus aufs schärfste verfolgt. Damit scheint der japanische und englische Einfluß endgültig die Oberhand gewonnen zu haben. 1 ■''** Gambach, 25. März. Dienstag abend sand im Saale der Gastwirtschaft Weisel hierfelbst ein L i ch t b i l d e r v o r t r a g über das Lebens- wcrk des Grafen Zeppelin statt. In etwa Uftünbigcm Bort rag sprach Lehrer L i l l e r über die Entwicklung des ^ppelin-Luftschiffbaues seit 1900 und zeigte dazu eine Menge Lichtbilder, die von der Landesgeschäftsstelle Hessen des Reichsausschusses für die Zeppelin-Eckener-Spende in Darmstadt zur Berfügung gestellt waren. Der Gesang« verein Harmonie unter der Leitung seines Dirigenten. Herrn Sarnes (Holzheim), brachte einige Chöre stimmungsvoll zum Vortrag und trug dadurch erheblich zum guten Gelingen des Abends bei. Aus der Mitte der Versammlung wurde der Vorschlag gemacht, um auch unser Scherflein zur Eckener-Spende beizutragen, eine Haus- s a m m lang zu veranstalten. In den nächsten Tagen werden auch Erwachsene mit den Sammlungen beginnen. ö Steinfurth, 25. März- Großen Anklang fand hier ein Konzert, das das Bad-Nau- Heimer Doppelquartett im Hengftschen Saale gab. Unter Leitung von Lehrer Diehl told an Ostern von unserer Gemeinde Abschied, um in sein Heimatsdorf Eckartsborn (Kreis «Bübingen) überzusiedeln. Sein Weggang wird allgemein bedauert, verliert doch die Gemeinde in ihm einen tüchtigen Lehrer und der hiesige Gesangverein seinen bewährten Dirigenten. Auf Veranlassung des Gesangvereins findet zu Ehren des Scheidenden am nächsten Freitagabend eine Abschiedsfeier statt, an der sich die ganze Gemeinde beteiligen wird. Starkenburg. blicke wird er sichtbar und schon ist er wieder weg. Dun war er aber nicht senkrecht über dir, daß du ihn voll sehen konntest, nun weiht du aber nicht: flog er halbseitlich, auf bich zu oder von dir fort und wenn du wirklich die Umrisse erkannt hast: bist du dann sicher, daß daS, was du für einen Sperber hieltest, nicht der Habicht war? Der hat die gleichen Ilmrisse — nur die Größe unterscheidet diese wie viele andere Formen! Verkennung der Gröhe macht jede Höhenberechnung durchaus wertlos. Das gibt Spill selbst zu. Zur Beurteilung der Dätkeschen Angaben waren seine Werte nicht mit Sicherheit zu brauchen. — .., ?er Vogel, den der Zugtrieb erfaßt, schwingt sich stolz hinauf in den Aether und läßt den erdgefesselten Menschen unter sich. And der beobachtet: „Wie hoch mag er jetzt fein?“ And : „Ob es auch stimmt?“ Ja, wenn man nur mit hinauf könnte! Aber es gab doch Glückliche, die hinauf rnwen ms Reich der Lüfte! 3'm Freiballon unö dann in von Jahr zu Jahr wachsender -Anzahl im Flugzeug. Die muhten doch droben den gefieberten Wanderern begegnen! ... Oberstleutnant von Lucanus, heute Dor- schender der „Deutschen Ornithologischen Gesell- ivca ’ veranstaltete eine Umfrage. Die Preu- EU* X bayerischen Luftschiffer-Abteilungen, -«Ä^^ch^Eäiibische, wurden um Beobachtung ziehender Vögel gebeten. ®rgcbniffc waren höchst merkwürdig: d->??Äbert, dreihundert, fünfhundert, neunhun- $. ^vd die Höhen, in denen von f verzögert, die drohenden Nachtfröste halten auch hier ! von der Aussaat ob. Kreis Alsfeld. (-) Ermenrod, 25. März. In unserem Dorfe ist ein Schützenverein ins Leben gerufen worden, dem bis jetzt etwa 40 Mitglieder angehören. Der junge Verein lehnt sich an den Krieger- verein an, um mit dessen Hilfe sein Ziel besser zu erreichen. — Im Zeichen der großen GeIdar in u t stand dieser Tage eine Versteigerung von A e rf e r n und Wiesen. Das Angebot war außerordentlich gering, so daß fast fein Gebot genehmigt werden konnte. Selbst schöne Aecker, ganz in der Nähe des Dorfes gelegen, konnten nicht verkauft werden, obwohl genug Liebhaber vorhanden waren. — Zu dem hier stattfindenden Bundes- f c ft der Schwalm-Antrift-Sänger- Vereinigung, das in diesem Sommer hier stattfindet, haben sich bereits nahezu 30 Vereine angemeldet. Der Rabfohrerverein von Groß-Felda, der Kriegerverein Zeilbach und die Turnvereine von Groß-Felda und Ober-Ohmen werden das Fest durch Teilnahme am Festzug verschönern. Der Radfahrer- I verein hat Reigenfahrten in Aussicht gestellt. Kreis Schotten. : 1 Schotten, 25. März. Am Dienstagabend sand im Gasthaus »Zum Anker" eine Versammlung der Ortsgruppe Schotten des Ob stund Gartenbauvereins statt. Geheimrat Boeckmann leitete die Versammlung. Land- wirtfchaftsdirektor Dr. H e l f c r t hielt einen Vortrag über Kartoffelanbau. Die Zuhörer lauschten gespannt den interessanten Ausführungen des Vortragenden. Verschiedene Teilnehmer beteiligten sich an der sich anschließenden Aussprache. Hierauf wurde eine Gratisverlosung von Gemüsesämereien vorgenommen. □ Laubach, 25. März. Zu der Schluß- feier der Realschule, einem Vo ! kslie - derobend, der im großen Saale des „Solmser Hofes" stattfand, hatte sich eine stattliche Zuhörerzahl von Angehörigen und Freunden der Anstalt eingefunden. Mit großem Interesse folgte man der einleitenden Rede des Direktors Dr. Hainer, die in anschaulicher Weise die Entstehung und das Wesen des deutschen Volksliedes behandelte. Er schloß mit dem Wunsche, daß dem im Herzen des deutschen Volkes sestwurzelnden Volksliede eine neue baldige Blütezeit beschieden sein möge. Sodann folgte die Vorführung der meistbekannten Volkslieder; sie waren emgeteilt in einzelne Gruppen: Kinder- und Weihnachtslieder; Wander- und Jägerlieder; Soldatenlieder. Mit passenden Vor- spruch eingeleitet, erschienen in reizvoller Abwechslung künstlerisch zusammengestellte Bühnenbilder sowie im Lichtbild bärge ft eilte Volkslieder mit ansprechender Musikbegleitung. Den stimmungsvollen Schluß bildete als letztes Bühnenbild der „Wächterruf zur zehnten Stunde". =•= Gedern, 25. März. Hier war am Dienstag eine kleine Abteilung des 1. Batls. 3m f.-R e g t 9. Nr. 15 aus Gießen gntergebracht, die in der Umgebung Geländeübungen und -erkun- bungen vornahm. * Die amt1 31 f f c r. Die auf nefc Großhand '.Reidjsamtes hat U. März (117,8) ireibepreife um 1 * Peters a.Ak. Laut D. ‘SHbibenbe von 8 (AWuhsihung * Arbeite, ®ie Wagners < fahrt, hat bie o & Co. in Mannhc ?er Absatz in t K-Ht ist, für bei 350 Arbeitern an . ’ Sudin aelbrrg. K bei der Gefells SS Mchast hatte vahnderwaltuna jWn erhallen mobei tt« 6ngt 088 Mount tzve Ä körperlicher i erreicht. hmit.W55 nff6rinflen Nle?nD2 ziehen- L?1 re, dabei fr Kraft kannbtt berdielln)." Sri fr, r 'n bom^ Ä viel ftzAvaus. Ci die ander vnt Moren" ?ut< Ulfa, 25. März. Die Felbbereinigung hat einen großen Teil bes Gelänbes, bas früher als Schaf weide benutzt wurde, oerfchleift ober in Ackerland verwandelt. Deshalb sieht sich die Gemeinde gezwungen, den Bestand an Scha - en he rabzu setzen unb statt der seitherigen zwei Schafherden nur noch eine zu unterhalten. — Auch in dem benachbarten Unter-Schmitten ist die Schafzucht stark zurückgegangen, was aber mehr auf wirtschaftliche Ursachen zurück- zuführen ist. Da die kleine Sä>afherbe die Unterhaltung einer eigenen Schäferei nicht lohnt, gedenkt die Gemeinde, die noch vorhandenen Schafe mit der Herde in Ober-Schmitten zu vereinigen. Weidegelände soll in entsprechender Ausdehnung zur Verfügung gestellt werden. — Die Regulierung s a r b e i t e n an der nach E i ch e! s d o r f ührenden Straße sind b e e n d e t und die S p e r r e aufgehoben. Das Postauto konnte jetzt fahren, aber bie Postverwaltung lehnt es noch ab, eine Autolinie einzurichten. I Ober-ßat6, 25. März. Die Zahl der unterstützten Erwerbslosen hält sich hier eit einigen Wochen auf ungefähr gleicher Höhe. Gegenwärtig empfangen 12 Leute Erwerbslosen- Unterstützung. Sie gehören fast ausschließlich dem Baugewerbe an, dessen Aussichten in untrer Gegend außerordentlich ungünstig ind. Leider sind die finanziellen Verhältnisse unserer Gemeinde derart, daß sie nicht in der Lage ist, an sich dringend notwendige Arbeiten, wie Wegebauten. ausführen zu lassen. > Köbbingen, 25.März. Nach langjähriger Wirksamkeit nimmt der hiesige 1. Lehrer, R. Bech- Darmstadt. 25. März. Der hessische Landesverband der Freundinnen Jäbdjen hielt im Feierabendhaus hrerselbst feine erste Landes-Mitglieder- 2 f.u n 9 ab>. Ms Gäste waren geladen- das Ministerium des Innern, das Landeskirchen- amt, Vertreter der Stadtverwaltung, das Wohl- Myrtsamt, der Alice-Frauenverein und das Bote ■"r£u8- kurzer Begrüßungsansprache und Gebet durch die ,Vorsitzende. die Großherzogin Eleonore, entrollte Frau Ae- gierungdrat Keller in ihrem Vortrag ein klares Bild über Zwecke und Ziele des Vereins und beantragte, als AotwendiqWit und feste Grundlage für die sichere Weiterentwicklung, rach Verlesung und Genehmigung der Satzungen die Eintragung ins Vereinsregister. Die folgenden Berichte der Ortsvereine über ihre Tätigkeit im verflossenen Jahre waren ein Zeugnis von treuer unermüdlicher Pflichterfüllung. Gießen hat die ersten Vorarbeiten für die Errichtung eines Z u - flucht Heims geleistet. Die Darmstädter Bahnhofsmission brachte erstaunlich hohe Zahlen der Fürsorge für Durchreisende, lleberall sind neue Arbe.tszweige auf genommen worden, und ein ständiges Wachstum der Mitgliederzahl ist zu verzeichnen. Der hessische Landesjugendpfarrer, r-ic. v. d. A u, brachte eine Einführung in die Aufgaben des Landesjugendpsarramts, „eine Drücke zu schlagen zwischen Kirche und Jugend unb Jugend und Kirche". Es wird versucht durch Freizeiten, Dibelstunden, Jugendgottesdienste. Kurse und Vorträge neues christliches Leben unter unserer Jugend zu entfachen, alte Formen wieder neu zu entdecken und mit neuem Geiste zu befielen und dadurch der Jugend den Weg vorwärts zur Kirche zu zeigen. Mit Dankesworten; für alles Gebotene und besten Wünschen für eine gedeihliche Weiterarbeit schloß die Vorsitzende die durch reiche Anregungen, belohnte Versamm- L 92 i b b a , 25. März. Die Stafselsche Papierfabrik in Unter-Schmitten verkaufte gestern ihre hiesige Villa an der Salz- Hauser- unb Bismarckstraße an Zahnarzt Dr. Riefe w a l b bahier für 18 200 Mk. Um bie hier immer noch sehr große Wohnungsnot einigermaßen zu linbern, kaufte gleichzeitig bie Stabt Ribba von ber Firma Staffel ben bei ber genannten Billa gelegenen Garten als Baugelänbe, etwa 3400 Quabratmeter ä 2 Mk. Da biefes Grundstück zwischen ber Salzhäuser- unb Bismarckstraße liegt unb zwei Fronten bietet, läßt es sich zu mehreren Bauplätzen einteilen, zu denen keine kostspie- i l'gen Wege-, Wasserleitungs- unb Lichtanlagen erforderlich sind. In ber ebenfalls im Besitze der Stabt besinblichen ehemaligen K r a f t s ch e n Brauerei werben, wie schon kurz berichtet, im Brauhaus brei Wohnungen errichtet, während bas dazu gehörige Wohnhaus zu Unterrichtsräumen für die hiesige Realschule umgeänbert wirb. „?" Aus bem Nibbatal, 25.März. In den Vortagen mit ihren kalten Winden unb Frost- nachten konnte sich unsere Lanbwirtschaft nur vereinzelt entschließen, bie F r ü h j a h r s b e st e l - lang vorzunehmen. Das als Zugtier verwenbete Rinbvieh wagte man gleichfalls nicht einzuspannen, weil man für bie Gesunbheit ber währenb des ^'nkers in ben Ställen verweichlichten Tiere fürchtete. Dafür setzte eine äußerst starke Abfuhr x .uni Steigerungsholzes aus bem JBalbe em. Der weitaus größte Teil bes in den Wölbungen sitzenden Holzes wurde in diesen Tagen abgefahren, gespalten unb aufgesetzt. Den Fuhr- leuten kamen die trockenen Wege unb Straßen gut s Jetzt setzt langsam das Säen ein. Da ber scharfe Wmb ben Ackerbobea stark ausgetrocknet wäre ein burchweichenber Regen nur zu be- ^^llew-Di^Arbeit in ben Gärten würbe gleichsalls kommt als Maler auf die Insel — das „Hlllige^ Lunn macht ihn zum Dogeiforscher. . ^59 dreißigjähriger Arbeit legte er 1890 in &em 'Bert „Die Vogelwarte Helgoland" seine Beobachtungen und ihre Auswertung nieder. ^Es SS?* Vtn«x eeben Nichts ferner gelegen haben, als der Gedanke, ein Buch zu schreiben IeIbft mit die Feder in die ^"^edruckt . versichert er in der Einleitung ungeheuren Höhen muß für ge° Sä 1>Dr sich gehen. Etwa 30 ?00? Su6.ülfo 13000 und mehr Meter hoch Äranl^e über die Erde, llkur ber ungunfhgftein Wetter, in unsichtigen Dächten tommen |ie tiefer herab. Die Höhenzahlen sind ntorkÄmJf? senauester Beobachtungen unb Der gleichsmessungen errechnet. Ungeheures Aufsehen erregte das Buch in ber wissenschaftlichen Welt. Gätke selbst macht darauf aufmertsam. daß nur eine uns unbekannte gehemmisvolle Bauart die Vögel befähigen könne in derartigen Höhen zu ziehen, wo eisige Tempe- yrnnSh-nf wUetf f^an0eI äußerst geringe der dünneren Lust jeden Aufent- lebenden -Ittelen« aufs Schwerste behindern. ~ vielm Snten stürzte man sich auf die Nachprüfung der Gatkeschen Angaben. Ein heftiger Streit um Für und Wider entbrannte,9 ' Der deutsche Astronom Spitt ergreift au* daS Wort. Er, der Dacht für Dacht Z auf die Mondscheibe richtet, siebt ofb- 'nalsVogel durch das Gesichtsfeld ziehen. Der^ Flughöhe errechnet er und kommt doch auf m e b r als 700 0 Meter, wenn auch achtzig von Hundert der Beobachtungen Höhen unter zweitausend Meter ergeben. Die Geschichte hat aber einen Haken. Ilm die Hohe ausrechnen zu können, muß man die „Linearausdehnung" deS Vogel» kennen. Auf deutsch: man muß wissen tote lang er ist und wie weit er klaftert. Sieh tn diesen Dächten, mit freiem oder be- toaffnetem Auge, nach der Mondscheibe! Da ae- N, bl,cl dazu einen Vogel sicher nach Art und Große anzusprechen! Ein, zwei Augen- un» I* öltet en «htI 6*;* Sali' i"‘ I* Mel« * lallen. Dillkreis. bl. Dillenburg, 25. März. Die Gesamtzahl der Vollerwerbslosen im Dillkreis beträgt nach dem neuesten Stand 2225 Personen. Räume mit niedrigem LuftdruckHiiHan künstlich Herstellen. Der Franzose Bert setzte Vögel — Sperling, Lachmöve und Turmfalke — unter die Glasglocke einer Luftpumpe. Eine Durchlüftungseinrichtung sorgt dafür, dah verbrauchte Luft das Ergebnis nicht fälscht. Jetzt muh sich zeigen, waS der Vogelkörper leisten kann. Ganz langsam wird der Luftdruck verringert. Sechs-, fünf-, vierhundert Millimeter Barometerhöhe — die Vögel, die anfänglich recht unruhig waren, werden immer stiller, kauern sich zusammen, schrecken beim Klopfen an die Glasglocke nicht mehr auf. Bei 350-380 Millimeter Druck, entsprechend einer Erhebung von fünf- bis sechstausend Meter, erfolgt bei Möven und Sperlingen Erbrechen — alles Zeichen des völligen älngewohntseins solcher Lebensumständc. Die Vögel können also gar nicht in solchen Höhen leben! Ein Tunnsalk zeigt allerdings erst bet einer Luftdruckerniedrigung, die etwa 7500 Meter entspricht, die groben Störungen seines Wohlbefindens. Das sagt aber nicht, daß er sich ohne Schaden so hoch erheben könne. Dach Berts Versuchen setzt schon eine Kätte- znnahme von nur zehn Grad die Widerstandskraft der Vögel gegen verminderten Luftdruck auffällig herab. Die Kältewerte höherer Luftschichten kennen toir. lieber Mitteleuropa herrschen in 4000 Meter Höhe schon nahe bis zehn Grad unter Aull und die Lustschichten von 10 000 bis 12 000 1r wl ?7ätf — Schuh'adrik Her; 33 —— 33 — Sichel . . ..... 4,5 — — — -ielltton Waldboi . . . . 116 5 — 116,5 1 117,5 Zuckerfabrik Frankenthal • . 5-1 — 1 - Zuckerfabrik Daobäusel 58.62 — — — frankfurter Börse. ((Siqener ®raotbercb he- Oie euer Anzeigers" > Frankfurt a. M., 26. März. Tendenz: Sehr fest. — Die Tendenz der heutigen Börse war wieder recht zuversichtlich, besonders mit Rücksicht daraus, daß infolge der günstigen Geldmarktlage Schwierigkeiten in der Ultimoabroictlung nicht zu erwarten sein dürften. Ferner wurde wieder einmal auf die gebesserte Wirtschaftslage hingewiesen, die in den Dioidendenerklärungen der letzten Tage zum Ausdruck kommen soll, bei denen die Sätze mit geringen Ausnahmen die Erwartungen übertrafen. Ein weiteres begünstigendes Moment bot die Aussicht, daß der Annahme des Steuerkompromisses keine Schwierigkeiten entgegenstehen dürften. Diese Anregungen wirkten sich insofern aus ,als die Glattstellungen, die gestern im Hinblick auf den bevorstehenden Ultimo vorgenommen worden waren, sich nicht fortsetzten, vielmehr trat eine größere U n - t e r n e h m u n g s l u st auf den Plan, die in Verbindung mit regen Umsätzen a n f &t) n I i d) e Kursbesserungen im Gefolge hatten. Die Spekulation ließ wieder stärkeres Interesse für die Aktienmärkte erkennen, wobei vor allem Schifffahrtsaktien bevorzugt wurden. In diesen Werten entwickelte sich ein haufseartiges Geschäft. Hapag waren um 3,25 Prozent unb Norddeutscher Lloyd um 4,50 Prozent höher. Stark befestigt waren auch Farbwerte, die von 132,25 auf 134 Prozent anzogen. Am M o n t a n m a r 11 hielten sich die Steigerungen in bescheidenen Grenzen, betrugen aber überwiegend 1 bis 2 Prozent. Recht fest lagen auch Bankaktien. Deutsche Bank plus 1, Disconto plus 1 Prozent. Die übrigen Aktienmärkte lagen etwas ruhiger, doch blieb die Grundstimmung fest. Neue Kurssteigerungen erzielten Auto- a 11 i e n , besonders Daimler zogen 2 Prozent an. Zellstoffaktien waren gebessert. Maschi- n c n a f t i e n gehalten. Baustoffaktien etwas vernachlässigt, Zucker attien schwankend, die Kurse neigten eher etwas zum Nackigeben. Deutsche Anleihen wurden reger umgesetzt. Kriegsanleihe fliegen auf 0,392'. Schutzgebiet waren wenig ver- ändert. Am A u s l a n b r c n t e n m ft r f t neigten Türken weiter ;u rürfläuftger Tendenz. Ungarn waren behauptet: Mexikaner gefragt unb höher. Der Freiverkehr zeigte ein etwas lebhafteres Bild. Becker Stahl 43, Benz 49,5, Entreprise 11, Growag 47. Ufa 70 Prozent. Die ft ü r m i f d) c A u f - wärtsbewegung am Pfandbriefmarkte, die gestern eintrat, konnte sich heute fort- setzen. Pfandbriefe hgtten neue ansehnliche Steigerungen aufzuweisen. 3m weiteren Verlaufe bildeten Schiffahrtsaktien den Hauptanziehungspunkt, es waren hier weitere Steigerungen zu verzeichnen. Am Geldmarkt bauerte das reichliche Angebot fort. Monatsgeld 6 bis 7,5, Ingcsgelb 4,5 bis 5 Prozent. Bankdiskonten 5, Industrieakzepte 6 Prozent. 3m Devifenverkehr lag Paris weiter schwach. Paris — London 139,50. Brüssel notierte gegen London 121. Mark unb Pfund sind unverändert. 1-ranifurlcr Getreidebörse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers"^ Frankfurt a. M.. 26. März. Es wurden notiert: Weizen Wetterauer, 27 Mk.: Roggen, inländischer, 17,75; Sommergerste für Brauzwecke 21,50—24; Hafer, inländischer, 19 50 21,75; Mais (gelb) 17,50—18; Weizenmehl, inländisches, (Spezial 0) 40,50—41; Rvggenmehl 25.50 -26,75; Weizenkleie 9,40—9,50; Roggenileie 10,25 Mk. Teirdenz: fester. Berliner Produktenbörse. Berlin, 25. März. Im Berliner Produktenhandel hat sich an dem .Umfang des sehr geringen Weizenangebotes gegenüber den Vortagen nichts geändert. Die Tendenz gestaltete sich bei Beginn auf die ermäßigten amerikanischen Depeschen merklich matter. Auch kommen mehr März-Andienungen heraus. Lieferung war etwa 2 Mark und für spätere Sichln bis 3,50 Mark nichtiger. Auch Roggen billiger. Die Rachfrage hat etwas nachgelassen. Lieferung sehr still, nur Mais amtlich notiert und etwa 1 Mk. nachgiebig. Gerste ruhiger, da Ware aus der Tschechoslowakei stark lonkurriert. Hafer nur in besten Sorten fest, im übrigen vernachlässigt. Futterartikel wenig verändert. Es notierten pro Tonne: Weizen (märt.) 261 bis 265, Roggen: (märt.) 156 bis 161, Sommergerste 170 bis 193, Winter- und Futtergerste 139 bis 153, Hafer (märt.) 165 bis 177, Leinsaat 340 bis 350;. pro Doppelzentner: Weizenmehl 33,25 bis 36,50, Roggenmehl 23 bis 25, Weizenkleie 10,50 bis 10,60, Roggenkleie 9,60 bis 10, Vikioriaerbsen 25 bis 31, kleine Sv: Herbsen 23 bis 25, Futtererbsen 19 bis 21. Peluschken 20 bis 21, Ackere bohnen 20 bis 21, Wicken 23 bis 26, Lupinen, (blau) 11,50 bis 12,50, Lupinen (gelb) 14 bis 14,50, Serradelle (alt) 15 bis 21 Serradelle (neu) 26 bis 29, Rapskuchen 14 bis 14,30, Lein- suchen 18 bis 18,20, Troüenschnihel 8,80 bis 8,SO, Soyaschrot 18,40 bis 18,80, Kartoffelflocken 14,10 bis 14,20. Büchertisch. Die Körperschaft st euererklä- r u n g nach dem neuen Körperschaf tsteuergeseh. Mit Musterformularen in Zweifarbendruck, ausgefüllt und für die Praxis ausführlich erläutert von Dr. Rich. Rosendorff, Rechtsanwalt und Rotor. 3toeite verbesserte Auflage. Preis 3,80 Mark. Industrieverlag Spaeth & Linde, Berlin W 10, Wien 1. — Dreiviertel aller Steuerpflichtigen haben diese Erklärung auszufüllen, alle Erwerbsgesellscsiaften, alle sonstigen Körperschaften und Vermögensmassen, viele öffentliche Betriebe und Verwaltungen, die nicht zur Herbstveranlagung herangezogen worden sind. Ihnen allen ermöglicht die Rosendorffsche Anleitung eine richtige Ausfüllung des Formulars. 148 Wetlervoransfaae. Nur schwacher Nachtfrost, tagsüber milde, stärkere Bewölkung, doch noch vorwiegend trocken. Dw herrschende Vtrahlungswitterung dauerte auch gestern in fast ganz Deutschland bei stärkerem Ansteigen der Tagestemperaturen und abgeschwächtem "Nachtfrost fort'. Inzwischen ist die Frostgrenze beträchtlich nach Osten zurückgemichen. Die Aussichten mehren sich, daß wir ganz allmählich in den Bereich einer Biscaya-Zyklone kommen, unter deren Einfluß die nördliche bis östliche von einer südlichen Luftströmung abgelöft wird, deren Wirkung in höheren Schichten schon deutlich zu erkennen ist. Gestrige lagestemperaturen: Maximum: 11,2 Grad Celsius. Minimum: Minus 2,3 Grad Celsius. I Heutige Morgentemperatur: 1,7 Grad Celsius. Das war vor Jahren. Auch heute ist es den mit den modernsten Sauerstoffapparaten ausgerüsteten Engländern nicht gelungen, die Höhe des Mount Everest zu bezwingen. Ballonfahrer haben ja bei wissenschaftlichen Luftfahrten, allerdings eben im Zustande völliger körperlicher Ruhe, bedeutend größere Höhen erreicht. Ein Franzose berichtet von einem Hochflug mit zwei Begleitern. Unter dem geringen Luftdruck in größerer Höhe ist jede Anstrengung unmöglich. Er ist unfähig, auch nur einige Zahlen zusammenzurechnen. Rur mit Ausbietung aller Kräfte bringen sie es noch fertig, die von den Meßinstrumenten abgelesenen Zohlen aufzu-- schreiben. Sie sind schon etwa 8000 Meter hoch. Der BaNon steigt kaum noch. Die Begleiter wollen nochmals Ballast auswerfen — ohnmächtig brechen sie zusammen, um niemals mehr zu erwachen. Roch hoher kommt ein Engländer. Aber in 29 000 Fuß verläßt seinen Begleiter das Bewußtsein. Er reißt sich zusammen, will die Leine ziehen: ohnmächtig sinkt ihm der Arm herab, dabei steigt der Ballon noch immer. Mit letzter Kraft kann er die Reißleine mit den Zähnen zu fassen kriegen und beide sind der Erde wiedergegeben. Die Reise über Länder und Erdteile hin erfordert vom Vogel tagelange Anspannung aller Kräfte. In größter Höhe müßte sich diese noch vervielfachen, denn die verdünnte Luft bietet dem schlagenden Flügel nur ganz geringen Widerstand. Menschen und Säugetiere können — in vollkommener Ruhe — nicht über 10 000 Meter hinaus. Alle Säugetiere können aber viel stärkere Luftverdünnung ertragen als die Vögel — die vollkommene Unmöglichkeit eines Wanderfluges in mehreren tausend Metern Höhe ist erwiesen. Erwiesen ist auch, wie Gätke sich so ungeheuerlich hat verrechnen können. Die Helgoländer — durchweg glänzende Vogelkenner — schwören auf Gätkes Angaben. Dr. W e i g o l d, der Leiter der Vogelwarte auf Helgoland nahm gestopfte Vögel aus der Sammlung mit hinauf in die Luft, ließ sie an einer Leine hinter dem Flugzeug fjerfliegen, und die Helgoländer mußten jedesmal, wenn die Maschine die Insel in anderer Höhe überflog, aufschreiben, was sie gesehen hatten. Und was kommt heraus? Ein Star wird bei 800 Meter nicht mehr gesehen, ein Bussard verschwindet bei 1200 Meter! Und doch war eine Schiffsflagge von der Größe eines Kranichs draußen auf 15 000 bis 18 000 Fuß noch gut zu erkennen? Das Aufwärtsbeobachten ist wie bas Photographieren gegen das helle Fenster. Das Fenster- kreuz wird vom Licht umflossen, auf der Platte erscheint ein Weiher Fleck. Ebenso entschwinden beim Aufwärtsseher, die allseitig umstrahlten Vögel viel früher dem Auge. Die Beobachtungen Gätkes waren richtig - seine Berechnungen falsch. Aber beide haben dazu verholsen, daß wir heute sicher wissen, daß aller Vogelzug sich in Höhen bis zu tausend, allerhöchstens bis zu zweitausend Meter abspielt. Der Kaiser. Von Bruno Frank. Ein Kaiser in China hatte fünfzig Jahre lang zum Wohlgefallen der Götter und zum Heil seines Volkes regiert. Als nun sein Fest gefeiert werden sollte, war vom frühen Morgen an die ganze Hauptstadt auf den Füßen, und aus der Provinz waren ungeheure Menschen- massen herbeigeströmt, die nun die Gassen erfüllten. Zur vorbestimmten Stunde öffnete fick) das große Tor der inneren Stadt, und der Festzug erschien, ein unabsehbares Gepränge von Gold, Fahnen und edlen Gewändern, und in seiner Witte, getragen unterm juwelenschimmern-- den Baldachin, der greife Kaiser, der Liebling der Götter. Alles Volk reckte die Hälse und hob sich auf die Zehenspitzen und tausendstimmige Segensrufe erfüllten die sonnige Luft. Da ward das Herz des Kaisers erfüllt von Dankbarkeit und unendlicher Milde. Durch ein Zeichen feiner Hand brachte er den Zug zum Stehen, trat aus dem Baldachin hervor unter den freien blauen Himmel und erhob die flachen Hände, und den Blick zu demütigem Preise. Alles schwieg und folgte der Richtung seiner Augen. Und plötzlich sah man. wie aus der Höhe mit aus- gebreiteten Schwingen ein silberner Adler sich niedersenkte. Er trug in seinen schimmernden Fängen ein gerolltes Pergament. Das legte er sanft in die erhobenen Hände des Kaisers und schwebte zurück in die unvergängliche Heimat. Alles Volk sah, wie der Kaiser anbetenb die Botschaft mit seinen Lippen berührte und sie sodann entrollte. In purpurnen Zeichen stand da geschrieben: Dir, Kaiser, sei ein Wunsch gewährt! Der Festzug setzte seinen Weg fort, und inmitten wurde der Kaiser dahingetragen. Sem altes Haupt war geneigt, denn er sann tief und inbrünstig nach, wie er die Gabe der Ewigen so wenden könne, daß sie ein Festgeschenk werde für sein ganzes Volk. Und als sie vor dem großen Tempel anlangten, da hatte er gefunden, wonach er suchte. Die Pforte des Tempels stand offen zu seinem Empfang, und die golden schimmernde Dämmerung des heiligen Innern lud ihn ein. Aber noch ließ er sich nicht die Treppe emportragen. Wieder trat er hervor unter den weiten sonnenleuchtenden Himmel. In seinem Prunk- gewande warf er sich zum Gebet nieder auf die Steine des Platzes, als sei er unwürdig, sein Angesicht den Himmlischen zuzuwenden. Ringsum aber, von den kreisenden Lanzenreitern nur mühsam zurückgehalten, füllte das Volk das weite Eirund des Platzes. Reihe hinter Reihe standen sie in erstickender Enge und stießen sich und verrenkten sich und hoben sich angehaltenen Atems auf die Zehen und starrten mit gierigen Augen auf dies Schauspiel, wie der Kaiser im kostbarsten Ornat hingestreckt lag und sich demütigte. Und ganz vorne standen die Kinder und schauten ohne Mühe und ohne Grimassen zu. Das Gebet aber, das der alte Mann mit stummer Inbrunst zum Himmel aufsandte, lautete so: Ihr habt mir einen Wunsch freigegeben, ihr Mächtigen Doch ich wünsche nichts für mich. Sondern ich bete und flehe. Allgütige, daß in dieser ganzen Menge, die jetzt meinen Zug betrachtet. einem jedem das gewährt werde, was er in diesem Augenblick von ganzem Herzen wünscht! So betete her Greis und erhob sich vom Boden. Da aber erblickten seine Augen das' Grauen der Grauen. Denn ringsum stand sein Volk enthauptet, die ganze dichtgedrängte, ungeheure Menge stand ohne Kopf. Rur die Menschen in der hintersten Reihe hatten den ihren noch auf den Schultern und die unschuldigen Kinder, die vorne standen. Da erkannte der Kaiser, was er getan hatte, und wie im Herzen aller der Gaffenden nicht Festesfreude und dankbare Frömmigkeit gewesen war, sondern nur der eine inbrünstige Wunsch: Ach fiele doch der Kopf da vor mir zu Boden, damit ich selbst besser sehen kann! Rur die ganz hinten standen und die kleinen Kinder vorne waren nicht verwünscht worden. Da betete der Kaiser zum dritten Mal. und die Erhabenen übten Gnade und alles war wie zuvor. Das ganze Volk stand lebend und unverletzt und allen war es nur, als wäre ein kleiner Taumel, ein leichter Schwindel über sie hinweggegangen. Priesterlicher Gongruf erschallte. Der Kaiser ward die Stufen emporgetragen. und die Türen dem Tempels gingen zu..... Der Kaiser regierte noch manches Jahr zum Heil seines Landes und zum Beifall der Götter. Allein er mied sein Voll und ward niemals mehr hervorgetragen aus der innere Stadt. Und die ihn durch kunstreiche Gläser von ferne erblickten auf der blumenbunten Terrasse seines Palastes, die sahen, wie er einsam saß im ®e* wand aus Seide und mit seinen zahmen Vögeln spielte und sprach mit dem goldenen Fasan, mit dem weihen Pfau und mit dem Pelikan, bei* bereit ist, fein Blut zu vergießen. Kammgarn, die heutige Mode! I Herren-Sportanzüge P F 001 mit 2 Hosen, elegante Sportformen, in Cord. Ga-- 81 r 8 bardine und Wipcord. auch mit Knickerbockerhose 8 8 » 8 Mk. 98.-, Mk. 88.-, DU. 75.-, DU. 68.-, V V Dkl. I Jünglings-Anzüge Knaben-Anzüge — Prachtmodelle, sehenswert! Gießen Bahnhofstr., Ecke Neustadt Telephon Nr. 260 2711a Teppiche * Brücken Bettvorlagen ♦ Felle &£ Holz 2569a 2720V Verwaltung. 2715V ...,c Nutzholzversteigerung 6. Emaang Ecke BolkSbad. 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Aus hessischen Staats- und Gemeindewaldungen verschiedener Forstämter Ober- Hessens kommen zum Submissionsverkauf: Bauholz: Kiefer = 2480 Fstm., Fichte — 6859 Fstm.; Sonstiges Stammholz: Kiefer — 575 Fstm.; Fichte = 2617 Fstm., Lärche = 20 Fstm. Nutzknüppelretsig: Fichte = 135 Nm. Das Nähere geht aus dem Lolz- Verzeichnis hervor, das ebenso wie die Zahlungsbedingungen und Angebotsvor- drucke auf Ansordern kostenlos von unserem Sekretariat bezogen werden kann. Gebote sind verschlossen mit der Aufschrift „Submissionsholzverkauf aus Staats- und Gemeindewald" bis spätestens Dienstag, den 13. April 1926, vormittags Mhr, bei dem Forst» amt Alsfeld zu Alsfeld einzureichen. Gebote, die nach diesem Termin einlaufen, werden nicht berücksichtigt. Zn den Geboten ist ausdrücklich anzugeben, ob dec gebotene Preis für geschältes oder nicht geschältes Lolz gilt. Falls nichts bemerkt ist, gelten die Gebote für nichtgeschältes Holz. Zn diesem Falle ist bei bereits geschältem Lolz der Käufer verpflichtet, den Schälerlohn zu ersetzen. Für jedes Forstamt bzw. jede Gemeinde, jede Holzart und jedes Los ist ein besonderer Angebotsvordruck zu benutzen. Eröffnung der Gebote: Dienstag, den 13. April 1926, vorm. 10’/2 Uhr, Alsfeld, Hotel Deutsches Haus". Darmstadt, den 23. März 1926. Hessisches Ministerium der Finanzen. Abteilung für Forst» und Kamera!» | Arbeitsvergebung Die nachstehenden Arbeiten für die Errichtung eines Anbaues an die Bezirksschule in der Westanlage sollen vergeben werden: 1. Schlosserarbeiten (2 Lose) 2. Installation der Wasserzu- und Ent« Wässerungsleitungen. Die Verdingungsunterlagen liegen bei uns offen unb sind Angeootsformulare daselbst erhältlich. Die Angebote sind spätestens bis zum Eröffnungstermin am Mittwoch, den 31. März 1926, vormittags 11 Uhr bei uns einzureichen. — Zuschlagsfrift drei Wochen. Gießen, den 24. März 1926. Stadtbauamt. Braubach. 2713 B Die Mühle von Sanssouci Des großen Erfolges wegen und um eine Ueber- füllung im Lichtspielhaus zu vermeiden, läuft der Film heute Freitag und morgen Samstag, abends 8.15 Uhr, bei gewöhnlichem Eintrittspreis auch in den Palast-Lichtspielen Nächsten Dienstag, den 30. l. M., soll im Großen-Lindener Gemeindewald nachstehendes Holz versteigert werden: 1. 11 Fichtenstämme 3. Klasse 15 Fstm. 2. 31 „ 4 Arbeitsvergebung. Die nachstehenden Arbeiten zum Ausbau der Fall'schen Scheuer an der Eder« strahe zu Wohnungen sollen vergeb, werden. 1. Schreinerarbeiten (3 Lose) 2. Glaserarbeiten 3. Schlosser- und Anschlagarbeiten 4. Weißbinder- u. Anstreicherarbeiten (2 Lose). Die Unterlagen liegen bei uns offen und sind Angebote auf Dordruck, der daselbst erhältlich, spätestens bis zum Eröffnungstermin am Donnerstag, dem 1. Apr. ds. IS., vorm. 10 Uhr, bei uns einzureichen. - Zuschlagsfrist drei Wochen. Gietzen, den 25. März 1926. Stadtbauamt. Braubach. „C,B Zwangsversteigerung. Freitag, den 9. April 1926, vormittags 10 Uhr, soll das dem Friedrich Karl Sack in Heuchelheim zugeschriebene Grundstück Flur 36 Ar. 140 = 1271 qm Acker, Gemarlung Glesien, aus dem hiesigen Amtsgericht, SitzungssaallOl, versteigert werden. Die amtsgerichtliche Verfügung ist an der Ortstafel, Bergstrabe 20, zur Einsicht ausgehängt. Giehen, den 12 Februar 1926. 3. A. des Hessischen Amtsgerichts. Leo, Ortsgerichtsvorsteher. 14678 Herren-Anzüge ÄÄOO reines Aachener Kammgarn, in Luxusausführung, eW sehr elegante, neueste Dessins und Macharten, aparte & w ÄW Ausmusterungen.............Mk. 98.—, Mk. 92.-, Mr ont Holzsubmission. Aus den Waldungen der Gemeinde Annerod soll nachstehendes Holz im Submisstonsweg verkauft werden- Los 1 Kiefernstämme 3. Klasse 4 Stück 2,79 Fstm. ^as Holz ist entrindet und "ohne ^Rinde Kaufpreis ist pro Festmeter anzugeben. Die Angebote sind nach Klassen und Loser» getrennt zu hallen und müssen bis Mittwoch, den 31. März 1926, nachmittags 2 Uhr, auf der unterzeichneten Bürgernreifterei ein- gereicht sein, wo m Gegenwart erschienener Bieter die Er- offnung stattfindet. Vorherige Besichtigung des Holzes wird empfohlen, da spatere Reklamationen keine Berücksichtigung finden. Zahlungsbedingungen werden vor der Eröffnung bekanntgegeben, können auch vorerst eingesehen werden. Annerod, am 24. März 1926. Mk. IMu 2 te 4. 13 w 3 5. 6 M 4 Fichtenstämme 3. 12 n 5 n 4. 25 r> 6 // 4. 22 M 7 r> 5a» 104 W 8 rf 5a- 11 n 9 n Sb- 179 •> 10 n Sb- ff 71 Nr. 72 Drittes Blatt * Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)Aeitag, 26, März 1926 Turnen, Sport und Spiel. Jt as der Sonntag bringt. Fußball. Um die deutsche Meisterschaft. tz. Die Frage nach den Besten der Landesverbände des Deutschen FußbaUbundes geht mehr und mehr ihrer Lösung entgegen. Die besondere Klasse der spielenden Mannschaften, ihr Beständigkeit bezeichnet ihren Tabellenstand. Die Ausgeglichenheit im System und trotzdem das jeweilige Einstellcn auf einen neuen Gegner, aus eine andere Taktik verlangt fast ständig neues Können. Mehr denn je kommt hier znm Ausdruck, daß Stillstand Rückgang bedeutet. Der Fortgang der Meisterschaftskämpfe in Süddeutschland ergab für die Münchener „Bayern" einen schwierigeren Kampf, als man anzunehmen Ursache hatte. Der für Hanau 93 eingesprungene F. S. V. Frankfurt brachte es als einziger Verein fertig, die Münchener zur Hergabe ihres Letzten zu zwingen. Mit der 2:0 Führung Frankfurts hatte „Bayern" die Aufgabe, erst gleichzuziehen (was ihnen bis Halbzeit gelang), und in der zweiten Hälfte den Sieg sicherzustellen. Die Verletzung einiger Frankfurter Spieler machte den „Bayern" diese Aufgabe leichter als ihre spielerische Leistung. Das Ende war demnach mit 4:2 also recht knapp. Der Mainbezirk hat nun immer noch keinen Punkt. Genau so ergeht es Württemberg-Baden mit seinem Vertreter Karlsruher F. V. Der ließ sich sogar von dem F. V. Saarbrücken gleich beide Punkte nehmen. Das bedeutet eine Ueberraschung! Die Saarländer gewannen 3:2, aber verdient. Und Karlsruhe wird, allem Anschein nach, das Tabellenende halten müssen, da den Frankfurtern noch eher bis zum Ende der Spiele ein Punktgewinn zuzutrauen ist. Man geht also nicht fehl, wenn man die drei Vertreter des Südens im Kampf um die D. F-B.-Meisterfchaft in München, Fürth und Mannheim nennt. Von Interesse ist auch der Fortgang der Süddeutschen Pokalrunde. Hier ist in erster Linie bemerkenswert das Ausscheiden des deutschen Altmeisters 1. F.C. Nürnberg gegen den Freiburger F. C. mit 0:1, zweitens das des V. f. R. Mannheim gegen V. f. B. Stuttgart mit 1:2. Nachdem auch „Bayern" München bereits in den ersten Runden ausgeschieden ist, dürfte die Sp. Vg. Fürth aussichtsreichster Anwärter auf den Pokalsiegertitel sein und damit für das kommende Derbandsjahr wieder ein Eisen im Feuer haben. Fürth zeigte von allen deutschen Vereinen in den Nachkriegsjahren die beständigste Leistung, da es rechtzeitig Verständnis dafür Hai, seine guten Jugenspieler in seine Ligaelf einzureihen. Man sieht also auch hier wieder, wie wichtig ein guter Nachwuchs und dessen sorgfältige Auswahl ist. Die meisten Unebenheiten im Spielbetrieb der Meister leistet sich zur Zeit zweifellos der Westen. Wenn bisher der B. V. Altenessen haushohe Resultate und sichere Siege landen konnte, so wurde er am vergangenen Sonntag plötzlich und von einem, von dem man es am wenigsten erwartet hatte, gestoppt. Das war Siegen mit seinen „Sportfreunden"! Mit 2:2 lieferten sich die beiden eine unenb schiebens Partie, Die von feiten Altenessens lange nicht mit dem Eifer und der Gewissenhaftigkeit durchgeführt wurde, wie man sie in den letzten Spielen von dem voraussichtlichen W. S. V.-Meister gewohnt war. Voraussichtlich deshalb, weil auch Duisburger Sp. V. und V. f. R. Köln mit 1:1 trotz des Punktverlustes der Essener diesen nicht einen Schritt näherkamen. So hoch dann ferner noch der Sieg Turu Düsseldorfs gegen Sport Kassel (in Kassel!) mit 10:1 ausfiel, so wundert man sich dennoch hierüber nicht besonders, denn des Hessen- meifters Aussichten standen von vornherein nicht auf Sieg, wenn auch — das Kuriosum an der Sache — Sport den Torreigen mit einem Erfolg eröffnete und Turu sich im weiteren Verlauf erst mit deren zehn zufrieden gab. Die Kämpfe der zweiten Runde ergaben die erwarteten Resultate: Der Favorit Schwarz-Weiß Essen war seinem Gegner Hagen 1911 mit 7:2 stark überlegen, Duisburg 08 blieb über Kurhessen Kassel und Rheydter Sp. D. dem V. f. L. Osnabrück mit normalen Ergebnissen im Vorteil. Schon seit langem mehren sich die Stimmen, daß in Norddculschland der Hamburger Sportverein in Holstein Kiel einen starken Konkurrenten erhalten hat, der ihm sehr zu schaffen machen würde. Das Zusammentreffen der beiden am vergangenen Sonntag hat das bewiesen. Zn einem 1:1 Spiel konnte man keinen als besseren bezeichnen, zumal d« beide Tore durch verwandelte Elfmeter fielen. Unerwartet kommt aus Hannover die Nachricht, daß die Zägermannschast aus Altona dem Hannoverschen S. C. mit 1:2 erlag. Auch dieser Kamps wurde zugunsten der Hannoveraner durch Elfmeter entschieden. 3m Berliner Spielbetrieb sind keine wesentlichen Aenderungen eingetreten. Hertha—B. S. C. und Tennisborussia gewannen beide ihre Spiele mit hohen Resultaten. Auch die nachsetzende Vorwärts blieb siegreich, so daß die Führung von Hertha in der Abteilung A bestellen bleibt, genau so wie die von Norden—Nordwest die Abteilung B, die beide das Endspiel um die Meisterschaft der Reichshauptstadt bestreiten werden. Ze nach Vereinbarung würde dann noch Tennis- borussia gegen den Unterlegenen des Endspieles zur Festestllung des zweiten Berliner Vertreters in den D. F. B.-Spielen antr,eten. Ungleich interessanter sind die Ereignisse in Mitteldeutschland, das unter Anwendung des Pokalsystems feinen Meister ermittelt. Zunächst ist der Widerstand des S. V. Riesa gegen den Leipziger Meister Fortuna sehr groß gewesen, da Fortuna nur mit 4:3 knapp die Oberhand oehielt. Als die bisher beste mitteldeutsche Els bezeichnet man den Dresdener S. C., der auch am Sonntag wieder mit 8:1 über Zwickau siegreich blieb. Mit den Siegern dieser beiden Treffen würde man sich wohl auch die Gegner des Endspiels denken können. Zn der zweiten Runde blieben Olympia—Germania Leipzig, Preußen Chemnitz, Cricket Viktoria Magdeburg und S. E. Erfurt als Sieger übrig. Bon den übrigen Landesverbänden spitzen sich die Ereignisse im Süd ost en auf einen Zweikampf zwischen Breslau 08 und Viktoria Forst zu. Mit diesen beiden dürsten also die Vertreter Südostdeutschlands an den D.F. B.°Endspielen ge- Fuhball in Hessen-Hannover. tz. Unsere beiden Fußballvertreter im Endkampf um die Westdeutsche Meisterschaft brachten am vorigen Sonntag keine Lorbeeren nach Hause, Aus- wärts weilte Kurhessen Kassel als Gegner der sehr spielstarken Duisburger 08. 3:0 ließ sich der Hessenvertreter schlagen, und man kann nicht sagen, daß dieses Ergebnis nicht dem Verlaufe des Spieles entspräche. Mit einem guten Spieler, mit einem Könner im Sturm, Creß auf Linksaußen, lassen sich vielleicht auch mal Tcwe schießen, aber keine Spiele gewinnen. Und am Sonntag war der Kurhessensturm dazu unfähig. Wer den flinken, finessenreichen Angriff der Duisburger gesehen hat, wird sich über das Ergebnis nicht wyndern. Nicht das Ggleiche kann man von dein Spiel „Sport" Kassel gegen Turn Düsseldorf in Kassel sagen. Hier fällt die Höhe des Resultates mit 1:10 für die Gäste in die Augen. Es ist müßig, viel Worte über das Spiel zu verlieren. „Sport" wies keine Beständigkeit auf. Nach einem guten Anfang, sogar nach einem 1:0 für „Sportfiel die Els dem um Klassen besseren Können der Düsseldorfer zum Opfer. Letztere erfreuten die Kasseler Fußballanhänger mit einem vielfältigen technischen und taktischen Können: und dann soll man sich denken, daß ein solches Mannschaftsgebilde wie die Gäste aus Düsseldorf zwei Sonntage vorher gegen Altenessen mit 2:8 verlor? Der kommende Sonntag sollte uns eigentlich den Kampf Sportfreunde Siegen gegen Sport Kassel im Wetzlarer Stadion bringen. Zur Feststellung des dritten W. S. V.-Dertreters bei den D. F. B.-Spielen muß jedoch Siegen an diesem Tage gegen Turu Düsseldorf antreten. Das öpicl der beiden erstgenannten Gegner ist auf den 25. April verlegt worden, und Hessen-Hannover also vorläufig um ein gutes Fußballereignis ärmer. Nach dem Ab- chneiden der Siegener gegen Duisburg 1:1 und Altenessen 2:2 wären am Sonntag auch wenig Ansichten auf ein erfolgreiches Abschneiden gegeben gewesen. Die „Niederlage" gegen Siegen eilt also nicht. Zn den Auf- und Abstiegspielen täuschten die Zahlen des Spielergebnisses Germania Marburg gegen Gießen 1900 in Marburg mit 3:1 für die Marburger. Gießen war wohl nicht um ein Tor schlechter, erst recht nicht um zwei: es hat aber das Spiel mangels Ausnützung zahlreicher Torchancen verloren, darüber kann auch dis gute Gesamtleistung nicht hinwegtäuschen. Mit dem Erfolg des Sieges bleibt Germania Marburg der stärkste Konkurrent für die Kasseler Turu. Letztere steht kommenden Sonntag im Kampf gegen Osterode in Göttingen und wird, ihrer bisherigen Spielstarke nach, verdient siegen. Währenddessen treffen sich Gießen 1900 und Sp. u. Sp. Northeim in Kassel. Hier hätte Gießen die erste Gelegenheit zum Sieg. Wenn auch die bisher erlittenen beiden Niederlagen den Gießenern kaum noch Hoffnung auf Verbleiben in der Bezirksliga lassen, so sollten sie das kommende Spiel zum Anlaß nehmen, ihre zunehmende Spielstärke unter Beweis zu stellen.' Andererseits hört man wieder, daß 1900 auf die weitere Teilnahme an den Aufstiegspielen verzichten will. So bleibt also der Zweikampf iura Kassel oder Germania Marburg bestehen, denn unter diesen beiden wird der Sieger und damit der Aufsteigende zu suchen sein. Aus dem Arbeiter-Turn- und Sportbund. .£ Am Sonntag nehmen die Derbandssprele ihren vorgesehenen Fortgang und werden durchweg spannende Kämpfe bringen. Die Spiele der ersten Mannschaften werden naturgemäß das Hauptinteresse auf sich vereinigen. Allerdings kommen die Gießener Sportfreunde nicht auf ihre Rechnung, da alle Spiele außerhalb ausgetragen werden. In Wetzlar treffen sich die dortige 1. und die 1. Lollars. Rach den bisherigen Erfahrungen wird LoUar wohl als Sieger heimkehren. Ebenso wird es im Rachbavort Raunheim gehen, wo sich Gießen abermals zwei Punkte holen wird. Rach dein hervorragenden Spiel der Gießener am Sonntag ist an deren Sieg nicht zu zweifeln. Die Heuchelheimer Erste hat die Erste des Männerturnvereins Marburg als Gegner. Falls Heuchelheim wieder mit Ersatz spielen muß, muß es ganz besondere Anstrengungen machen, um den Männerturnern gegenüber bestehen zu können. W i e s e ck fährt mit seiner ersten Mannschaft nach Alsfeld, ganz sicher in der Absicht, die Punkte mitheimzuneh- men. Ob sich das die Alsfelder so ohne weiteres gefallen lassen werden, erscheint allerdings sehr fraglich. In der zweiten Klasse spielt die Gießener Zweite in Leun gegen die dortige Erste. Erwartungsgemäß wird Gießen Sieger. Lllsfelds Zweite hat gegen die Erste von D l a s b a ch anzutreten, den Ausgang muß man offen lassen, ebenso den des Treffens zwischen Rodheim 1 und Fronhausen I. Schließlich spielt noch die Gießener II d-Mannschast gegen die Zweite Marburgs. Ob auch in diesem Spiel Gießen die Punkte einheimsen kann, ist noch sehr fraglich. An Iugendspielen weist die Termin- liste folgende Spiele auf: Wetzlar gegen Lollar inWetzlar, Raunheim gegen Gießen in R au n° heim und Blasbach gegen Heuchelheim in Blasbach. Die Wiesecker Iugend ist spielfrei. Gießen und Heuchelheim werden wohl als Sieger heimkehren, während das Spiel Wetzlar— Lollar noch ein Rätsel ist. geben fein, da man den anderen beteiligten Vereinen aus Sagen, Liegnitz, Hirschberg und Gleiwitz kaum eine solche Chance geben kann, wie das auch der bisherige Verlauf der Spiele bewies. Aehnlich liegen die Verhältnisse im 510 r b 0 ft e n. V. f. B. Königsberg und Titania Stettin gelten hier als aussichtsreichste Bewerber. Der Gang der Spiele hat also im allgemeinen fchon derartige Formen angenommen, daß man in Bälde mit der endgültigen Feststellung der Vertreter der einzelnen Landesverbände rechnen kann. Zahlenmäßig beteiligt sind die Verbände: Süd- und Westdeutschland mit je 3 Vertretern, alle übrigen Verbände mit je 2 Vertretern. Die ersten Vorrundenspiele um die D. F. B.-Meisterschast (im Pokalsystem) beginnen Mitte Mai. Wetzlarer Sport. tz. Der F.C. absolviert sein letztes westdeutsches Handballspiel in Kassel gegen Münster 08. Hier hat er die Chance, aber nur durch einen Sieg, den letzten Tabellenplatz zu tauschen. Münster zeigte am vorigen Sonntag gegen Hagen 05 mit 5:5 ein achtbares Können."" Wetzlar steht vor einer sch.: . en Ausgabe. Aus einem Platz im eigenen Bezirk sollte es ihm leichter fallen, diese zu lösen. Wir erwarten eine _Jnappe Tordifferenz zugunsten der Wetzlarer. — F, C.s Fußballiga hat mit V. f. B. Kürhessen Marburg in Marburg abgeschlossen. Durch eingestellten Ersatz wird die Els kaum lieber Lage fein, sich dort durchzufetzen. — Zm übrigen steigt am öonntag in Wetzlar der Waldlauf. Für Wetzlar ist deshalb Spielverbot erlassen. 3m Reiche. Rasensport: vo. Der F u ß b a 11 s p 0 r t des Sonntags steht im Zeichen der Vorrunde um den Bundespokal, um den sich in Hamburg Norddeutschland und der Baltenverband, in Berlin Brandenburg und Südostdeutschland, in München Süd- und Mitteldeutschland, im Westen, im Norden und in Brandenburg — hier schon am Vormittag — auch die Fußball-Meister- schaftsspiele fortgesetzt. Auch im Handball sind die Schlußspiele um die Verbands-Meisterschaften der Sportler und die Kreis- und Kreis-Gruppen-Meisterschaften der Turner in allen Landesteilen im Gange. Zm Rugby geht es zwischen A. S. C. Leipzig und Preußen Berlin in Leipzig bereits um die Brandenburgisch-Mitteldeutsche Meisterschaft. Im Golf führt der Golf' und Landclub Ber- lin-Wannsce als erste Spiele die Märzmedaillen- l'piclc durch. Der A. S. V. Nürnberg wird in Barcelona gegen den dortigen F. C. antreten. Ein Fußball-Länderspiel Schweiz—Holland steigt in Amsterdam. Leichtathletik und Turnen: Immer mehr kommen die Waldläufe zu ihrem Recht. Der Norddeutsche Fußball-Bund bringt feine* Waldlaus-Meisterschaft, ebenso der Süddeutsche Leichtathletik-Verband die diesjährige Waldlaus- Meisterschaft (in Frankfurt a. M.) zum Austrag. Der Verband Brandenburgischer Athletikvereine führt seinen traditionellen Werbelauf durch. — Im Ausland wird die Querfeldein-Meisterschaft der sechs Länder Frankreich, Belgien, England, Schottland, Wales und Irland bei Brüssel ausgetragen. Der Oesterreichische Leichtathletik - Verband entscheidet ebenfalls seine Querfeldein-Meisterschaft. Die Kunstturner treffen sich zu Mannschafts- Wettkämpfen Mannheim — Bochum — Kassel in Kassel, Braunschweig — Bremen — Minden — Hannover in Hannover, endlich zum 4. Nordostdeutschen Kunstturnen in Elbing. Sport in der Halle bringt die Westfalenhalle in Dortmund mit H 0 uben und Peltzer am Start, auch ein Fußballspiel in der Halle soll zur Durchführung kommen. Schwimmen. Das Hauptinteresse im Schwiimnsport richtet sich am Sonntag auf das Verbandsoffene des S. C. Bo- russia-Silesia Breslau. Weiter versammeln sich in Berlin die Turnerschwimmer zu einem freisoffenen Wettschwimmen des Turngaues Berlin-West. In Göppingen treffen sich der V. f.v.S. München und der S. B. Göppingen zu einem Klubkampf. Rudern und Kanu: Das Achterrennen Oxford—Cambridge auf bet Themsestrecke Putney—Mortlake bereits am Samstag ist ein mit größter Spannung erwartetes ruder- sportliches Ereignis, in England vielleicht die populärste sportliche Begebenheit überhaupt. Bei uns sind offizielle Termine nur erst im Sportprogramm der Kanufahrer verzeichnet, und auch hier nur als Auftakt, das Anpaddeln verschiedener Kreise des Kanuverbandes. Fechten: Der Vierstädtekampf im Fechten Berlin — Hannover — Hamburg — Leipzig ist auf den kommenden Sonntag verschoben worden und soll in Hannover durchgeführt werden. Radsport: . Als erstes Rennen der Berufsfahrer wird am kommenden Sonntag die llafsische Straßenfernfahrt Berlin — Kottbus — Berlin durch den Gau Berlin des B. D. N. zum Austrag gebracht. Ein Gau-Saal- fporifeft findet durch den Berliner Bundesgau in Berlin statt und bringt die Gaumeisterschaften im Sechserkunstreigen, Zweierradballfpiel und Einerkunstfahren. Weiter sind Reigen und Radballspiele vorgesehen. Der Kleine Mifa-Straßenpreis von Berlin über zirka 30 Kilometer wird auf der Strecke Berlin—Altgeltow und zurück ausgefahren. Als erster Lauf der D. R. U.-Straßenmeisterschaft gilt die Fernfahrt Berlin — Wittenberg — Berlin (186 Kilometer) um den Großen Mifa-Straßenpreis. Weitere Straßenfernfahrten sind vom B. D. R. Bochum — Münster — Bochum (181,6 Km.) und von der D. R. 11. der Große Ahlener Frühlingspreis (120 Kilometer). Magdeburg—Burg—Magdeburg (50 Km.). Der Brandenburgiapreis über 100 Km. geht auf der Strecke Rudow — Lichtenrade — Groß-Machnow — Zoffen — Baruth — Klein- Ziefchl und zurück vor sich. Die Ortsgruppe Hannover der D.-R. U. veranstaltet „Quer durch die Lüneburger Heide" über 144,8 Km. Die Olympiabahn Berlin bringt ihre Eröffnungsrennen mit drei. Dauerrennen, die u. a. von Möller, Lewanow und' Feja bestritten werden. Schwimmen. Abermals ein Rekord Rademachers. vo. Anläßlich eines Schwimmfestes des Vereins christlicher junger Männer in Cincinnati gelang es dem deutschen Meisterschwimmer Rademacher, wieder einen neuen amerikanischen R e - fort) aufzustellen. Mit 7:03,6 schuf er über 500 Parbs eine neue Bestleistung. Sein Versuch, auch seinen eigenen 500-Meter-Rekord zu verbessern, mißlang ihm jedoch. Frölich trat zu einem 200- Pards-Rücken-Schwimrnen an, bei dem er wieder den Amerikaner Lausser als Gegner hatte, dem er den Steg überlassen muhte. Neuer deutscher Seite-Rekord. vo. Als neuer deutscher Seite-Rekord wurde jetzt vom Verbandsschwimmwart des Deutfd). Schwimm- verbandes folgende Leistung anerkannt: 100 Meter Seikeschwimmen: 1:11,2 von R. Dahlem - Ruhrort 09, aufgestellt am 7. März 1926 in Duisburg auf einer 25 Meter langen Bahn mit Absprung und Abstoßwende. Schwurgericht Gießen. * Gießen, 25. März. Unter der Anklage des Totschlags hatte sich heute der Otto Berg von Wohnbad) vor dem Schwurgericht zu verantworten. Der 'Angeklagte hatte Anfang November 1925 gelegentlich der Kirchweihe in Obbornhofen den verheirateten Landwirt Ruppel von dort ohne Veranlassung so schwer mit einem Messer gestochen, daß der Mann bald daraus verstarb. Das Schwurgericht verurteilte den Angeklagten wegen vorsätzlichen Totschlags zu 6 2 Zähren Zuchthaus, abzüglich vier Monaten Untersuchungshaft, und drei Jahren Ehrverlust. 'Ulilbernbe Umstände wurden dem Angeklagten nicht zugebilligt. Näherer Verhandlungsbericht folgt. Gerichtssaal. Die 2Horbaffäre Flessa vor dem Schwurgericht. WSN. Frankfurt a.M., 25.Äpril. Zn der heutigen Schwurgerichtsverhandlung gegen die Krankenschwester F 1 essa wegen Erschießung des Arztes Dr. Seitz wurde die Zeugenvernehmung fortgesetzt. Es waren 44 Zeugen geladen. Im ganzen betrachtet, ergab die Vernehmung eine erhebliche Belastung der Angeklagten. Die für Freitag angesetzte weitere Beweisaufnahme wird sich lebiglid) auf die Gutachten erstrecken. Man hofft, den Prozeß bis Freitag abend zu Ende zu bringen. Wegen Totschlags verurteilt. Frankenthal, 25. März. (WER.) In der gestrigen Sitzung des Schwurgerichts wurde der 25 Jahre alte Schlosser Ludwig Ehscheid aus Haßloch wegen eines Verbrechens der Körperverletzung und eines weiteren Verbrechens der Körperverletzung mit Todessolge zu neu n Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust verurteilt. Der Angeklagte brachte gegen Ende des vorigen Iahres mit einem Taschenmesser dem Dreher Emil Verg aus Mundenheim einen Stich in die linke Achsel bei und dem Kaufmann Hermann einen tiefen Stich in die linke Vauchgegend, an dessen Folgen der Verletzte kurz daraus starb. Der Angeklagte ist bereits neunmal, zum Teil schwer, vorbestraft. (Ein Todesurteil. Koblenz, 25. März. (WER.) Rach zweitägiger Verhandlung vor dem hiesigen Schwurgericht gegen den seit dem 15. Januar 1926 in Untersuchungshaft sitzenden Heinrich Her - mann aus Meisenheim an der Rahe und dessen Ehefrau Elisabeth geb. Dusch, ebendaher, seit dem 21. Januar in Untersuchungshaft. die sich unter der Anschuldigung zu verantworten hatten, zu Meisenheim in der Rächt zum 15. Januar 1926 durch zwei selbständige gemeinschaftliche Handlungen: 1. ihren Bruder und Schwager, den Arbeiter Konrad Hermann, vorsätzlich und mit Tleberlegvng getötet zu haben (Mord) und 2. ein Gebäude, das zur Wohnung von Menschen diente, vorsätzlich in Brand gesteckt zu haben, wurde gestern abend das Urteil gefällt: Der Angeklagte Heinrich Hermann wurde wegen Mordes an seinem Bruder und wegen vorsätzlicher Brandstiftung zum T od e, zu acht Jahren Zuchthaus und die Ehefrau wegen Beihilfe zum Morde und zur Brandstiftung zu einer Gesamtstrafe von sechs Iahren Zuchthaus verurteilt. Die bürgerlichen Ehrenrechte werden dem Ehemann auf Lebenszeit, der Ehefrau auf die Dauer von zehn Iahren aberkannt. Auch wurde gegen die Frau die Zulässigkeit der Stellung unter Polizeiaufsicht ausgesprochen. Auf die Strafe der Frau wurden zwei Monate Untersuchungshaft angerechnet. Der Ehemann erkannte das Urteil an, die Ehefrau gab keine Erklärung ab. "Aus dem -lmtsverküttdigungsblatt. • Das Amtsverkündigungsblatt Rr. 2 4 vom 23. März enthält: Sitzung des Prooinzialtages. — Beitreibung der Gemeinde- gcfälle. — Maul- und Klauenseuche in Beuern, Ober-Horgern, Villingen, Ronnenroth und Ettingshausen. — Feldbereinigung Lindenstruth. — Gewerbebetrieb in offenen Verkaufsstellen. — Straßensperren. — Verbot von Lustbarkeiten. — Dienstnachrichten. Eingesandt. (Für Sonn und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüb^-: r'' "-fei Verantwortung.) (Eine Klage und Anfrage aus dem Schiffenberger Tal. Wie lange müssen es sich die Anwohner des Schiffenberger -tals noch gefallen lassen, baß täglich etwa 20 stäbtische Müllwagen auf bem Platz des Männerturnvereins entleert werben? Den ganzen Tag über ist ber Platz unb die Umgebung in Staubwolken eingehüllt, so baß es ben Anwohnern nicht möglich ist, bie Fenster nach ben Wiesen heraus zu öffnen. Tag und Nacht herrscht hier ein Verwesungsgeruch, ber kaum mehr auszuhalten ist. Ein Müllplatz gehört nicht betört nahe an bie Stabt. Hg. Die Aufstellung der Verkehrsposten. Es ist anzuerkennen, baß die Verkehrssicherheit in unserer Stabt burch bas A u f st e 11 e n von Verte h r s p 0 ft e n bebcutenb gestiegen ist. Jedoch stehen diese Posten leider manchmal an Stellen, die weniger gefährlich sind, während andere Stellen mit starkem Kraftfahrzeugverkehr, dabei noch möglichst unübersichtlich, keinen solchen Posten aufweifen. Zum Vergleich: Die gut zu übersehende Kreuzung Seltersweg-Frankfurter Straße-Südanlage-Westanlage hat einen Verkehrsposten. Die äußerst gefährliche Kreuzung Schulstraße-Neuen-Bäue-Sonnenstraße, welche den ganzen Verkehr, ber in ber Marktstraße unb Mäusburg verboten ist, aufnehmen muß unb dazu noch unübersichtlich ist, hat aber keinen Posten auf- zuweisen. Es bedarf wohl nur dieses Hinweises, daß hierin eine befriedigende Aenderung eintritt. nur> Marktstrasse19 2-6 11-6 Es ladet zur Besichtigung ein 27160 % 4, Feinkost-Margarine Nächste „Blauband-Woche“ mit Stundenplan. Konsumverein Gießen - 1901 1926 JAHRE ,28 Jahre Utt ich t\\t KB 1, II8 I 1JL1”LL|LL ite i rasche Heilung. Frau Hachmana ö. 93er st, M. - ,to,8o°/o verstürkr St. L— luretne bestens eingeführre Prioalkranken- Lurch Ober r. Angev. unter 02115 an den Gteh. Anzeiger erbeten. Garten oder Gartenanteil zu pachten gesucht. Lchriftl. Angebote unter 02123 an den Gteh. Anz. erbeten. 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