Zreitag, 26. Zebruar 1926 116. Jahrgang Nr. 48 Erstes Blatt Lrlch eint täglich, außer Sonntags und Feiertag». Beilagen: Gießener FamilienblLtter Heimat im Bild Die Scholle. Monati-Vezugrprel»: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Träger, lohn, auch bei Richter« scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüssc: Schristleitung 112, Der« lag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siehe». Postscheckkonto: Sronffnrt am Main 11686. Annahme von Anzeige» für die Tagesnummer vis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig', für Re- Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20°/, mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Polittk Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Crnst Blumschein; für den An- zeigenteil Hans Iüstel, sämtlich in Gießen. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vn«r und Verlag: Vrühl'iche Univerfitäts-Vvch- und Sleindruckerei R. Lange in Sieben. Schriftlettung und Geschäftsstelle: Zchulfttaße 7. Paris, 25. Febr. (WB.) Die Kammer hat in ihrer heutigen Rachmittagssihung die Diskussion über den Gesetzentwurf begonnen, durch den der Präsident der Republik ermächtigt werden soll, die am 16. Oktober 1925 in Locarno abgeschlossenen Verträge zu ratifizieren. Der Berichterstatter be£ Ausschusses für Auswärtige Angelegenheiten, der sozialistische Abg. Paul Doncour, erklärte: Dem Vertrage von Locarno sei der Vertrag von Versailles vorausgegangen. In diesem Vertrage sinde man neben althergebrachten traditionellen Auffassungen von Siegen und den Mitteln .die ihnen folgten, auch die Auffassung des Mannes, der begriffen hatte, dah ein Friede, der einen solchen Krieg beendigen solle, nicht ein Friede sein könne wie die anderen abgeschlossenen Frieden. Der Friedensvertrag enthalte provisorische Maßnahmen und Maßnahmen von Dauer, darunter die Organisatton des Völkerbundes. Was die Entwaffnung anbetreffe, so spreche der Friedensvertrag von einem Beginn, den Deutschland durchzuführen habe, weil Deutschland den Krieg entfesselt habe. Aber die Entwaffnung Deutschlands sei der erste Schritt, dem später eine allgemeine Herabsetzung der Rüstungen folgen müsse. Rach der provisorischen Maßnahme der Besetzung des linken Rheinufers, das entmilitarisiert sei, komme die ständige Maßnahme, die auf den Völkerbund übergehende internationale Bewachung der Entwaffnung. Die Unterhändler des Vertrages von Versailles hätten den Versuch gemacht, die für 1 die Sicherheit notwendigen Garantien im Rahmen der alten Bündnisse zu finden. Das sei ihnen nicht gelungen, und der letzte Versuch in Cannes sei verhindert worden. Wenn man nachher in Genf nach Sicherheiten gesucht habe, und in Locarno das eingeleitete Werk habe zu Ende führen können, so doch nur deshalb, weil erst nachdem das allgemeine Stimmrecht eine andere Regierung hervorgebracht hgbe, H e r r i o t in London im August 1924 die Mittel gesunden habe, das Reparationsproblem zu internationalisieren. (Die gesamte Linke bringt Kammerpräsident Herriot eine minutenlange außerordentlich warme Huldigung dar.) Der Artikel 4 des Rheinlandpaktes bring: die Garantie, die Frankreich vergeblich von England und Amerika gefordert habe. Wenn die Abkommen Truppenstärke und Zeitpunkt des Eingreifens der Garantiemächte nicht festsetzen, so müsse man bedenken, daß das gleiche auch bei den alten Bündnisverträgen gegolten habe. Die Abkommen über die O st g r e n z e n seien weniger Hat und schwächer als der Rheinpakt, denn man habe für sie nicht die gleichen automattschen Interventionsgründe finden können, wie für die eutmilitarisierte Rheinlandzone. Aber die Tatsache, dah man Deutschland, das sich niemals mit den Grenzen des Friedensvertrages im Osten zufrieden geben werde, Schiedsverträge mit den Oststaaten unterzeichnete, sei schon an sich nützlich für den Frieden Europas. Rach einer kurzen Pause erhielt als erster Diskussionsredner der Kommunist Marcel Eachin das Wort, der sich gegen die Verträge aussprach. Der Abg. der republikanischen Lircken, Fabry, erklärt, England habe die Verträge von Locarno unterzeichnet, weil sie weniger präzise seien als frühere von Frankreich in dieser Richtung gemachte Versuche. Frankreich muß weitergehende Garantien haben für seine Sicherheit. Es ist zweifellos, dah, wenn einmal eine Gefahr eintritt, die englische Regierung sich erst mit der italienischen in Verbindung setzen muh. England hat außerdem, da die Entscheidungen des Dölker- bundsrates e i n st i m m i g gefaßt werden müssen, eine gewisse Handlungsfreiheit. Hinsichtlich der Hilfe, die in solchen Fällen geleistet werden müsse, sage das Abkommen von Locarno nicht mehr als der Versailler Vertrag. Der Pakt darf nicht die Räumung des linken Rheinufers nach sich ziehen, wie das die allgemeine Meinung in Deutschland ist und wie es Stresemann noch vor kurzem selbst erklärt hat. Briand unterbricht und erklärt, man dürfe -nicht Teile aus Reden wiedergeben, wie das von den Zeitungen häufig gemacht werde; man «nüsse sich vorher versichern, ob die wiedergegebene Stelle auch richtig sei. Fabry erklärte darauf: Ich nehme von Ihrem Dementi Kenntnis. Briand erwidert, derartiges habe ich nicht gesagt. Ich trete nur für eine loyale Diskussion ein. Fabry fährt darauf fort, die Politik von Locarno zu kritisieren und hebt hervor, dah in ümmittelbarer Rähe der entmilitarisierten Zone beträchtliche Transportmittel und starke Kontingente Schutzpolizei stünden. Deutschland hat bisher noch keine Beweise guten Willens gegeben. Sodann erklärt Briand: Ich darf nicht dulden, daß man neben dem Vertrage von Locarno den Vertrag von Versailles vergiht. Stresemann hat die Hoffnung ausgesprochen, dah die Rheinlandzone vor der festgesetzten Zeit geräumt werde. Er hat hiermit nur den Friedensvertrag von Versailles interpretiert. Daran könne man ihn nicht hindern. Briand verliest zum Beweise dessen den Artikel, in dem ausdrücklich erklärt werde, dah, wenn Deutschland alle seine Verpflichtungen erfülle, vor Ablauf von 15 Jahren die Räumung erfolgen könne. Dieser: Artikel dürfe Deutschland kommentieren. Hierauf wird die Weilerberattmg auf morgen nachmittag vertagt. Polen und Locarno. Warschau, 25. Febr. (TU ) Im polnischen Sejm erklärte aus Anlaß der Beratungen über die Locarnoverträge der polnische Premierminister Graf Skrzynski. dah Deutschland zweifellos nach dem Locarnovertrag in den Völkerbund ausgenommen werden müsse, und drückte die Hdft- nung aus, daß nach dem Eintritt Deutschlands in den Völkerbund keine neuen Konflikte entstehen möchten. Die Ausführungen Skrzynskis über die polnischen Bestrebungen, einen ständigen Sih im London, 26. Febr. (WTB. Funkspruch.) In Londoner politischen Kreisen herrscht zur Zeit größte Aktivität. Der Generalsekretär des Völkerbundes Drummond spricht fast täglich im Auswärtigen Amt vor und verhandelt mit Mitgliedern des Kabinetts. Chamberlain hatte gestern Besprechungen mit dem französischen und dem spanischen und vorgestern abend mit dem italienischen Botschafter. Gleichzeitig verhandelte der englische Gesandte in Warschau mit dem polnischen Außenminister Skrzynski und schließlich berät die englische Regierung mit den Regierungen der Dominions. Trotz alledem ist man sich keineswegs über die Völkerbundspolitik schlüssig geworden. Wie der „Evening Standard" berichtet, sind ümerhalb des englischen Kabinetts Meinungsverschiedenheiten entstanden, besonders wegen der Ansprüche Polens. Chamberlain persönlich sei, schreibt das Blatt, für die Zuweisung eines Ratssitzes an Polen. So sei denn die Aufgabe der Ausarbeitung einer 2n- struttion für die englischen Vertreter auf der Völkerbundratssitzung äußerst schwierig. Auch der liberale „Star" ist skeptisch. Es sei klar, so schreibt er, daß Chamberlain Frankreich in der polnischen Frage zu unterstützen wünsche. Aber die englischen Kabinettsmitglieder hielten die Weisheit einer solchen Politik für zweifelhaft, und deshalb sei die Entscheidung erneut verschoben worden. Inzwischen verstärkt sich der Widerstand der anderen Mächte gegen eine Erweiterung des Rats. Besonders oeachtet werden Schritte der japanischen und norwegischen Regierungen in London. Der j a - panische Botschafter erklärte, daß Japan im Völkerbundsrat gegen jede Erweiterung der ständigen Ratssitze über Deutschland hinaus stimmen werde. Der norwegische Gesandte sprach gestern ebenfalls im Foreign Office vor und erläuterte auf Grund von Instruktionen seiner Reaierung Norwegens Haltung gegenüber dem Vorschlag der Schäftung neuer ständiger Ratssitze. Der norwegische Standpunkt, den die norwegischen Delegierten und auf dec Völkecbundsver- sammiung vertteten würden, stimme nahezu überein mit dem schwedischen und laufe darauf hinaus, daß neben Deutschland über keine weitere Ausnahme in der Märzsihung entschieden werden soll. Brasilien soll gleichzeitig erklärt haben, daß es seine Kandidatur auf einen ständigen Ratssitz fallen lasse, wenn ihm von den ständigen Mitgliedern die Zusicherung gegeben werde, daß mit Deutschland kein Abkommen getroffen werde, das geeignet sein könnte, die Wiederaufnahme der Kandidatur zu einem späteren Zeitpunkt unmöglich zu machen. Spanien dagegen scheint seine Forderung auf einen ständigen Ratssitz aufrerfjt- erhalten zu wollen. Außenminister V a n g u a s erklärte, daß Spanien unter voller Anerkennung der Rechte Deutschlands am 8. März in Genf als Vertreterin von 17 Staaten spanischen Blutes einen ständigen Ratssitz fordern werde. Polen wird in der Erklärung nicht erwähnt. Als neuer Kandidat tritt nun auch China auf. Rach einem Funkspruch der „Chicago Tribüne" soll der Vertteter Chinas in Genf beauftragt worden sein, die notwendigen Schritte zu unternehmen. Die größte Enttäuschung wird in Bukarest und auch in Belgrad herrschen, wenn Polen Rachfolger der Tschechoslowakei im Völkerbund werden würde. Es wird auf eine Vereinbarung zwischen den Mitgliedern der kleinen Entente hingewiesen, nach der sie einander abwechselnd im Dölkerbundsrat vertreten sollen. Polen ist nun aber im Grunde kein Mitglied der kleinen Entente, aber Serbien und Rumänien sind sich vollkommen klar darüber, daß, wenn Polen in den Rat berufen wird, sie auf gleich- zeitige Vertretung nicht Höften dürfen und ihre Ansprüche auftchieben müssen. Die Genfer Fußangeln. Bleibt Deutschland fest? Genf, 25. Febr. (SU.) Die Erklärung der „Tägl. Rundschau" über den Wunsch der Reichsregierung, vor Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund die positive Zusicherung zu erhalten, daß Deutschland allein ständiges Rats Mitglied werden wird, hat in Völkerbundskreisen überrascht, doch wird ihr keine entscheidende Bedeutung beigemessen. Man glaubt nicht an die Möglichkeit der ZuVölkerbundsrat zu erhalten, waren sehr vorsichtig gehalten. Skrzynski erklärte nur, er hoffe, dah die Frage wegen eines ständigen Ratssihes in dem Geist von Locarno gelöst werde. Erst dann werde man mit Recht sagen können, daß es in Europa keinen Sieger und keinen Besiegten mehr gebe. Die Rede rief bei den Oppositionsparteien lebhaften Widerspruch hervor. Der Führer der ukrainischen, der weißrussischen und der linken Bauernpartei riefen ihm zu, es wäre besser, wenn sich Skrzynski bemühen würde, dah in Polen selb st Locarno-Gei st herrsche. Die Regierungsparteien beschloßen, die Rattfizierung des Locarnoverttags einer Kommission zu überweisen. rückziehung des deutschen Aufnahmegesuches, gibt sich vielmehr der Hoffnung hin, dah bie Frage der Erweiterung des Rates auf dem üblichen Wege durch die diplomatischen Vertretungen oder durch eine persönliche Aussprache der leitenden Staatsmänner erledigt werden wird. Der Glaube an die Nachgiebigkeit der Reichsregierung hat sich in den letzten Tagen verstärkt, so daß es einer energischen Stellungnahme der Reichsregierung bedürfen wird, um ihn zu zerstören. In Deutschland wohlgesinnten Kreisen ist man der Anschauung, daß die Reichsregierung die Probleme der Erweiterung des Rates unter allen Lim ständen vor dem Beginn der Genfer Tagung lösen müsse. Man weist darauf hin, daß es in Genf selbst hierfür zu spät sein würde, da die Position der Reichsregierung unter dem Druck der Genfer Beratungen ungünstiger fein würde. Diese pessimistische Auffassung erscheint um so berechtigter, als Deutschland offenbar schon in rein technischer Behandlung der in Genf zur Verhandlung stehenden Fragen argen Intrigen ausgesetzt sein wird. So will der „Daily Telegraph" wissen, daß der e r st e Punkt der Tagesordnung sich mit der Ernennung des Vorsitzenden und der Mitglieder der Saar-Regierungskommission und mit anderen Angelegenheiten des Saargebietes beschäftigt. Da Deutschland seinen Ratssitz voraussichtlich er stam zweiten oder dritten Verhandlungstage einnehmen werde, würde es bei dieser Tagesordnung von der Erörterung eines Problems ausgeschlossen sein, das in ganz Deutschland als ein Punkt von vitalster Bedeutung angesehen wird. Das Blatt erklärt, diebritischeDelegation werde dafür sorgen, daß aus Gerechtigkeit gegenüber Deutschland die Reihenfolge der Verhandlungspunkte abgeändert wird. Chamberlains Vertrauensbruch. London, 26.Jebr. (Wolff. Funkfpruch.) Der diplomatische Korrespondent des Lloyd-George- Blattcs „Daily Lhronicle" schreibt, Cham- berlaln habe am Mittwoch das Kabinett mit der Mitteilung über eine geheime Verpflich- t u n g gegenüber Briand überrascht. Diese habe sich auf die Gewährung eines ständigen Sitzes an Spanien und eines nichts! ändigen Sitzes an Polen bezogen. Der Berichterstatter fragt, ob Polen als Belohnung für die viermalige Verhöhnung des Völkerbundes einen Ratssitz erhalten solle. Die Mitglieder aller Parteien seien über die eklatanten Vertrauensbrüche gegenüber Deutschland entrüstet. Das Kabinett trete heule wieder zusammen, und man hoffe, daß das nahezu einstimmige Gefühl des Landes und des Parlaments, wonach der Geist von Locarno gewahrt werden muß, im Kabinett ein Echo stnden würde. Ausbau der englischen Luftflotte. London, 25. Febr. (WB.) Bei Beantragung der Kredite für die Luftflotte teilte Sir Samuel Hoare im Unterlaufe mit, daß 25 Luftgeschwader zur Verteidigung Englands bereits gebildet seien und daß drei weitere Geschwader im Laufe des Finanzjahres hinzukommen würden. Obwohl Großbritannien unter Außerachtlassung Rußlands unter den großen Luftmächten der Welt an zweiter Stelle stehe, entsprächen seine Gesamtluftstreitkräfte dieser Stellung noch nicht. Seinem nächsten Rachbarn sei England im Verhältnis 2:1 unterlegen. Im Hinblick auf die leichten Angriffsmöglichkeiten, die England für Luftfahrzeuge biete, dürfe die Fortdauer dieser Llnterlegenheit ttoh der zwischen ihm und seinen Rachbarn bestchendenl freundschaftlichen Beziehungen nicht geduldet werden. Die Regierung habe im Hinblick auf die Verträge von Locarno beschlossen, das Programm nicht mit der ursprünglich geplanten Schnelligkeit durchzuführeir. Die Schaffung von Hilfsgeschwa- dern zum Schuhe der Industriezentren des Landes mache befriedigende Fortschritte. Außerdem seien fünf private Luftfahrtvereinigungen mit etwa 1000 Mitgliedern gegründet worden. Die Londoner ArbeiisKonferenz Berlin, 25. Febr. (WTB.) Die Einladung der englischen Regierung zu der voraussichtlich am 15. März in London beginnenden Konferenz über eine internationale Regelung der Arbeitszeit ist hier eingegangen. Zu der Konferenz sind die Regierungen von Deutschland, Frankreich, Belgien und Italien eingeladen. Die englische Reaierung wird sich auf der Konferenz durch den Arbeitsminister Sir Steel- Maitland, den parlamentarischen Staatssekretär '3 eiterten und den Staatssekretär des Arbeitsministers Sir Horace Wilson oertreten lassen. Der Reichsarbeitsminister Dr. Brauns beabsichtigt, persönlich an der Konferenz teilzunehmen. Er wird von mehreren Beamten des Reichsarbeitsministeriums begleitet sein. Schwere Ausschreitungen der Moselwinzer. Sturm auf Finanz- und Zollamt. D e r n c a st e l, 25. Febr. (WB.) Für heute nachmittag 4 Tlhr war hier eine Winzerversamm- lung anberaumt, in der u. a. die Reichstagsabgeordneten Prälat K aas und v. Guerard (beide Zentrum) sprechen sollten. Schon vor Beginn der Versammlung stürmten Hunderte von Winzern aus den umliegenden Dörfern in Berncastcl zusammen. Es hatten sich schließlich 1500—2000 Personen angesammelt, die unter Dorantragung einer schwarzen Fahne und unter Mitführung zahlreicher auf die Rot der Winzer Bezug nehmender Schilder vor das Fiinapzamt zogen. Aus einem bisher no.ch nicht aufgeklärten Anlaß begann plötzlich ein allgemeines Steinbombardement auf die Fenster des Finanzamtes. Alle Fensterscheiben wurden eingeworfen, und ehe noch die drei herannahenden Landjäger etwas ausrichten konnten, st ü r m t e die Menge das Finanzamt, mißhandelte die sich entgegen stellenden Finanzbeamten, warf alle in den Zimmern befindlichen Gegenstände und Akten auf die Straße, wo sie aufgestapelt und in Brand ge st eckt wurden. Der Zug begab sich dann nach der Finanz- lasse, die gleichfalls gestürmt wurde. Auch hier wurden alle m der Kasse befindlichen Gegenstände, darunter auch der Geldschrank, auf die Straße gestürzt und alles Brennbare angezündet. Dann ging es auf die andere Moselseite zu dem dort liegenden Zollamt, wo sich ähnliche Vorgänge abspielten. Später sand die angekündigte Versammlung statt, die unter großer Erregung, jedoch ohne besondere Störung verlief. Die Redner verurteilten die der Versammlung vorausgegangenen Ausschreitungen auf das schärfste und mahnten eindringlich zur B e - sonnenheit. Einstimmig wurde eine Entschlie- ßung angenommen, die die Forderungen der Winzer auszählt. Nach Schluß der Versammlung gingen die Winzer in Ruhe auseinander. Aus -em haushaltsausfchch des Reichstags. Der (Export nach Rußland. — Die Förderung des Wohnungsbaues. Berlin, 25. Febr. Im Haushaltsausschuß des Reichstags wurde zunächst die Frage einer Ausfallgarantie des Reiches für den Export nach Rußland behandelt. Abg. Dr. Cremer (D. Vp.) berichtete über die bisherigen Beratungen im Unterausschuß. Die Höhe der Ausfallgarantie des Reiches soll 35 Proz. betragen. Eine etwaige Ländergarantie soll weitere 25 Proz. übernehmen, so daß das Eigenrisiko der Lieferfirmen dann noch 40 Proz. ausmachen würde. Bei schweren Jnstallationsaufträgen sei eine Aus- fallgarantie von 150 Millionen Reichsmark für vierjährige Kredite vorgesehen, bei leichteren Installationsaufträgen ebenfalls 150 Millionen Mk. für zweijährige Kredite. Die Reichsregierung werde für eine möglichst große Streuung der Aufträge Vorsorge treffen. Die Finanzierung der einzelnen Geschäfte solle grundsätzlich Privaten überlassen bleiben. Selbstverständlich stehe die Reichsregierung gegebenenfalls den Privaten fördernd zur Verfügung. Es fei die Schaffung einer interministeriellen Stelle in Aussicht genommen, die zu prüfen ljabe, welche Geschäfte der Warenkategorie nach unter die Garantie zu fallen habe, die Richtlinien zu erteilen habe usw. Deshalb habe die Reichsregierung beantragt, daß der Haushaltsausschuß die Ermächtigung aus- sprechen möge, die Garantie im vorstehenden Sinne zu erteilen. Abg. Dr. Q u a a tz (Dn.) äußerte gegen Art und Aufbau des ganzen Unternehmens starke Bedenken. In der Abstimmung beschloß der Ausschuß mit großer Mehrheit, der Reichsregierung die Ermächtigung zu erteilen, nach Maßgabe bestimmter Voraussetzungen eine Garantie für Lieferungsgeschäfte nach Rußland bis zum Höchst- betrage von 150 Millionen Reichsmark zu übernehmen, derart, daß die Vorhaftung für In - d u st r i e auf 20 Proz. beschränkt bleibt, während für die weiteren Ausfälle die Garantie von Reich und Ländern in Höhe von 75 Proz. des Ausfalles eintritt, an der Reich und Länder im Verhältnis von 7:5 beteiligt sind. Weiter wurde die Regierung ermächtigt, bei Auf- fteUung der endgültigen allgemeinen Bedingungen für die Gewährung der Garantie von dem in der Denkschrift des Reichswirtschastsministeriums vom 18. Februar 1926 ausgestellten Grundsätzen erforderlichenfalls abzuweichen, wobei aber an der Gesamt- hohe der Garantie und an der Abstufung der Garantien Aenderungen nicht vorgenommen werden dürfen. Ferner wurde ein Antrag des Abg. H e r g 1 (Dn.) angenommen, in dem die Reichsregierung ersucht wird, 1. dem Reichstag alljährlich eine Rachweisung über die jeweils iwch schwebenden Garantien des Reiches und über die im Vorjahr erfolgten Abwicklungen brizufügen, 2. dafür Sorae England und die Natssitze. 6U nxigcn. baß duin Ausgleich des durch die Reichsgarantie eingegangenen Risikos in den Retchsyausbalt Ansgabsnfvnds in ausreichender Hüde eingestellt werden, die als Reserve für die etwaigen Ausfälle dienen. Hierauf tritt der Ausschuß in di« Besprechung des Finanzettts ein. Abg. Ersing (-3-) führt aus. komme die Wirtschaft in vollen Gang, dann würden natürlich auch die Steuererträgnisse besser werden und eine Bilanzierung des Etats 1927 durchaus im Bereich der Möglichkeit sein. Die Absichten der Reichsregicrung. der Reichsbahn ein Darlehen von 100 Millionen Reichsmark zu gewähren, um durch von der Reichsbahn zu erteilende Aufträge Vie Arbeitslosigieit zu drosseln. sowie die Uebernahme einer Bürgschaft für den Export nach Ruh land seien zu begrüßen. Dagegen bedauere er sehr, daß die Reichsregierung in der Wohnungsfrage endgültige Vorschläge noch nicht gemacht -habe. Seine Freunde würden den Vorschlägen des Reichsfinanzministeriums kaum zustimmen, toenn die Regierung nicht vorher ausreichende Mittel zur 3 n g a n g f e 13 u n g des Bau markt es cruf- zubrrngen in der Lage sei. Reichsfinanzminister Dr. Reinhold versichert. dah sich die Reichsrc-gierung b-nteits eingehend mit einem Bauprograrnm für den Sommer beschäftigt habe. Es feien zunächst Erhebungen darüber angestellt worden, wieviel gelernte Bauarbeiter überhaupt für das Reubauprogramm .zur Verfügung stünden. Cs sei der Regierung schon aus dem Grunde wichtig, das Bauprogramnr im ganzen älmf»nge durchzuführen, weil ja bekanntlich das Baugewerbe ein sogenanntes Schlüsselgewerbe sei, das wieder zahlreichen anderen Gewerben Brot und Arbeit gebe. Don der H a u s z i n s st e u e r werden 15 bis 20 Proz. diesem Bauprogramm zu- fliehen. Wenn die Hauszinssteuer einen Ertrag von insgesamt füni Milliardeir gäbe, so würde also für das Bauprogramm 750 bis 1000 Millionen Mark verfügbar sein. Wenn man diese Summe beispielsweise als Verbilligungsbypo- Iheken für die Banken verwende, so könne auf dem Baumarkte viel erzielt werden. Abg. Dr. Cremer ID.V.> erklärte die grundsätzliche Zustimmung seiner Partei zu den von der Reichsregierung verfolgten Zielen einer Ankurbelung der Wirtschaft durch Erleichterung der Steuerlast. Die Deckung des außerordentlichen Etats durch Anleihen sei zu billigen. Auf Länder und Gemeinden sei in gleichem Sinne einzuwirken. Die Deutsche Dolkspartei fordere, dah die Sonderst euer auf Qualitätsarbeit, die sogenannte L u r u s st e u e r. in vollem Umfange verschwindet. Seine Partei halle ein größeres Ausmaß der Eisenbahnaufträge an die Industrie für erforderlich. Das vom Zentrum betonte Bauprogramm werde man int wesentlichen nur aus der Haus zins st euer finanzieren können. Die Aufnahme einer Aus- landanleche für diesen Zweck habe starke Bedenken gegen sich, Abg. Merck (Byar. B.) vermag den vom Reichsfinanzminister und ReichSkmyler vertretenen Optimismus nicht zu teilen. Die dreimalige Senkung der Umsatzsteuer um je V-Proz. fei so gut tote wirkungslos geblieben. Es sei deshalb kaum anzunehmen, daß sich auch jetzt eine Senkung in den Preisen starker fühlbar machen werde. Rach Meinung des Redners gebe es andere Wege, die der Wirtschaft nachweislich tühlbare Erleichterungen gebracht hätten, so die Aussetzung der Vorauszahlungen auf Einkommen-, Körperschafts- sowie Vermögenssteuer. ' Rach längeren Ausführungen des Abg. 8 i s ch e r - Köln (Dem.), in denen er betonte, daß seine Fraktion sich mit aller Kraft der Durch- tzihrung deS gegenwärtigen Regierunqspro- gramms widmen werde, und daß sie bereit sei, sich in die vom Reichskanzler geforderte Rot- gcmcinfdjaft unter Zurückstellung jedes Partei- Prestiges einzuordnen, war die Generaldebatte über den Etat des Reichsfinanzministeriums geschlossen. Der Ausschuß vertagte sich auf Freitag. Aus dem Reichsrat. Berlin, 25. Febr. Dem Reichsrat war ein Gesetzentwurf über Gewährung von Darlehen zur Hebung der landwirtschaftlichen Erzeugung von der Rei-chsregierung vorgelegt worden. Die Vorlage bestimmt, daß aus den Mitteln Reichsgetveidestelle 60 Millionen zur Hebung der landwirtschaftlichen Erzeugung als Darlehen verwendet werden sollen, und zwar 35 Millionen auf die Dauer von 15 Jahren für landwirtsc^lstliche Bodenverbesserungen, 15 Millionen für Siedlungen auf die Dauer von 15 Icchren und die restlichen 10 Millionen sollen bestimmt sein zur Durchführung sonstiger toirfiomer Maßnahmen zur Hebung der landwirtschaftlichen Erzeugung. Zu diesen Zwecken sollen auch eventuell die 35 Millionen verwendet werden, die in dem Gesetzentwurf zur Sicherung der Getreidebewegung zur Verfügung gestellt Overhessischer Geschichtsverein. Im Oberhessischen Geschichtsverein sprach Prof. Dr. Aubin über den Uebergang v 0 mA 11 e r» tum b um Mittelalter in rheinischen Städten. Es handelt sich hierbei um ein ollge- meineves, tiefergehendes Problem, um das Verhältnis vorn Altertum zum Mittelalter überhaupt, um die geschichtliche Entwicklung in einem Zeitraum, die erst die Forschung der letzten Jahrzehnte einigermaßen erhellt hat, um das Maß der Kulturkonstanz oder Kulturveränderung auf Grund von Siedehings- bildern. Das Problem des Städtewesens ist nur ein snmptomatisches Teilproblem, dessen Lösung jedoch für die Gesamtsrage äußerst bedeutsam erscheinr. Das Ergebnis der Ausführungen von Pros. Aubin, um das vorwegzunehmen, gipfelten in der Feststellung einer weitgehenden Inkongruenz der strukturellen Lage im Mittelalter und in römischer Zeit. Es laufen gewiß Fäden zwischen den Zeitaltern und Kulturen, es sind Keime und Ansätze da in römischer Zeit, aber das mittelalterliche Sladtewcsen als Grundlage des heutigen Bildes ist eine Schöpfung deutscher Geschichte. Der Vortragende entwickelte seine These an fjnnb von Siedelungsbildern rheinischer Städte auf ehemals römischem Boden. Zunächst nn Lage- plänen aus den alten Römerstäbten Mainz (neuere Ausgrabungen Gräberfeld von St. '211 bau) und Koblenz, das eine klare konzentrische Entwicklung und eine gewisse Konstanz non Kultur und Siedlung erkennen laßt: das römische Kastell an der Mosel wurde Königsburg und Bischofssitz. Sehr interessant ist die Geschichte Der alten (folonia Traim-a am Riedei rhein: es ist eine bewehrte Stadt, hie nach der fränkischen Zersrolung wieder oufgebnu) wird: aber dann bricht bic V)jftoric ab. Die Colonia Trajana verschnür«d: eine neue klerikal agrarische Siedlung waren, falls diefer Entwurf nicht Gesetz werden sollte. Jene Vorlage bezog sich nur auf das Jahr 1925/26. Angenommen wurde ein Zusatzantrag Bayerns, wonach die Möglichkeit vorgesehen ist. einen Teil der Betriebsmittel auch für Darlehen zur Förderung des Absatzes landwirtschaftlicher Grzeugniste zu verwenden. Die Vollversammlung nahm die Vorlage nach den Beschlüssen der Ausschüsse an. Schließlich erklärte sich der Reichsrat noch mit der R eufest setzung der Stimmenzahl im Reichsrat ehtoerftanben. Dadurch erhält auch Preußen automatisch nach der geltenden Verfassungsbestimmung gleichfalls eine Stiinme mehr, also an Stelle seiner bisherigen 26 Stimmer, 27. Die neue Gtimmenverteilung im Reichsrat ist jetzt folgende: Preußen 27, Bayern 11. Sachsen 7, Württemberg ä, Baden 3. Thüringen, Hessen und Hamburg je 2 Stimmen, die übrigen Staaten je 1 Stimme. Zusammen 68 gegen bisher 66 Stimmen. Die Fürstenabfindung. Aus dem Rechtsausschrrft des Reichstags. Berlin. 25. Febr. Der Rechteausschuß setzte die Beratung der Anträge über die Fürstenabfindung fort. Die Verhandlungen wandten sich der gemeinsamen Beratung der Paragraphen 2 bis 7 zu. die von den Rückwirkungen der jetzt zu fassenden Beschlüsse handeln. Abg. Rosenfeld lSvz.) begründet einen Antrag, für alle Fälle dem neuen Gesetz rückwirkende Kraft zu verleihen. Wenigstens müsse jedem Land das Recht zustehen, eine wiche erneute Prüfung zu verlangen. Rachdem Abg. Freiherr v. Richt Hof en (Dem.) gleichfalls den Standpunkt vertritt, daß eine Rückwirkungskraft ausgesprochen werden müsse, namentlich zugunsten der Lärrder. forderte Abg. Dr. Wunderlich lDtsch. Vp.) eine Auskunft von der Reichsregierung und den Länderregierungen, welche Fälle sie für endgültig erledigt ansehe. Zweitens gäbe es zu erwägen, ob Eingriffe in Einzel urteile möglich und wünschenswert seien. Drittens frage er an, ob Eingriffe auch in die Streitigkeiten innerhalb der einzelnen Fürstenhäuser erfolgen mühten. Abg. Dr. Bell (Zentr.) erklärte, der Reichstag dürfte sich nicht der Gefahr aussehen, auf den Widerspruch des Reichsrats zu stoßen. Wo eine vollständige Vevmögensauseinandersehung mit den Fürstenhäusern erfolgt sei, muffe die Sache ruhen. Abg. Freiherr v. Richt Hofen (Dem.) würde es als einen Fortschritt begrüßen, wenn die teilweise erledigten Auseinandersehungs- fälle dem Reichssondergericht nochmals überwiesen würden. Vom Zentrum und den Dernotraten war inzwischen ein Grgänzungsantrag eingeganyen, wonach als nicht endgültig erledigt die Fälle gelten sollen, die nur für einzelne Der mögensteile oder npr für einzelne Mitgl jeder der Fürstenhäuser geregelt sind. Reichskommissar K ü n z e r teilte dann über bic Stellungnahme der Landesregierungen folgendes mit: Vier Regierungen erklärten, daß sie keine reichsgesetzliche Regelung tvünschten: zwei, daß sie zwar diese Regelung, aber feine Rückwirkung auf ihr Land wünschen. Fünf Regierungen wünschen ohne Einschrän- kung eine reichSgesehliche Regelung; vier haben sich auf die Anfrage der ReichSregierung noch nichtgeäußert. Die Reichsregierung hat nunmehr allen Landesregierungen telegraphisch die Fragen vorgelegt: 1. welche Länder die Auseinandersetzung als endgültig erledigt ansehen, 2. ob ein Land, wo sie endgültig erledigt ist, durch Reichsgeseh die Möglichkeit zur Wiederaufnahme der Auseinandersetzung haben will, 3. ob in den Fällen, wo nur über einzelne Vermögens stücke endgültig entschieden ist, die Regierung die Rücktoirkung auch auf diese Fälle wünscht. Abg. Dr. Kahl (D. Vp.) bezeichnete grunbsätz- lich eine Rückwirkung auf endgültig entschied bene Fälle als unannehmbar, (fnbgültig er» lebigte Fälle könnten nur bann zugelassen werben, wenn es von beiden Seiten verlangt wirb. Damit schloß bie Aussprache. Zum § 7 mürbe zunächst ber sozicllbcmakratische Antrag, ber bic Rückwirkung bes Gesetzes auch auf enbgültig erledigte Auseinanbersetzungsfälle «erlangt, mit 17 gegen 6 Stimmen bei 2 Stimmenthaltungen ab gelehnt. Mit 12 gegen 7 Stimmen wurde folgender Antrag 0. R i ch t h 0 f en (Dem.) angenommen; „Ist vor Inkrafttreten des Gesetzes eine Auseinandersetzung in einem Lande bereits durch Urteil, Schiebs- spruch, Vertrag ober Vergleich enbgültig e r - l e b i g t worben, so können beide Parteien binnen 6 Monaten nach Inkrafttreten des Gesetzes bie Sache vor bas Reichssondergericht zeigt nur noch oberflächlichen Zusammenhang mit ber alten Zeit. Das mittelalterliche, Junten, ber Ribe- lungensitz, hak mit ber Colonia Trajana nichts zu tun. Aehnlich liegen bie Dinge in Bonn, bas burch seine Lage befonbers interessiert. Auch hier ist keine Anknüpfung, nur inbirefte schwache Weiterentwicklung ber römischen Verhältnisse festzustellen. Und bas mvhl nur auf Grunb der topographisch bevorzugten Situation. Für bas Auseinanbcrfallen ber Kulturen ist ferner ein gutes Beispiel Kreuznach, das als eine Grünbungsstadt an gesprochen werben mufo (um 1200), ebenso Saarbrücken als wichtiger Straßen knotenpunkt (um 1000). Auch in Trier haben bie Franken in gan>. eigener Weise gesiedelt. Auch hier bie charakteristische Anknüpfung an bas geistliche Zentrum. Mainz gibt ein ähnliches Bilb wie Trier: bie mittelalterliche Stadt lag innerhalb der Römer- mauern, bie kirchlichen Sitze, wie bart, außerhalb ber Stabt. Der Akzent ber Sieblung liegt nicht auf ber alten Römerstaoi, sondern auf ben klerikalen Rie« bcrlassungen. Enblich lassen sich auch in Köln bic Siebelungsverhällnißc in römischer unb mittelalterlicher Zeit nicht identifizieren. Es gibt einen ganz kleinen römischen Kern: bie klerikalen Zentren, bie berühmten Hciligcnkirchen liegen auch hier außerhalb unb werben allmählich mit ber Ausweitung in das Stadtbild ein bezogen. — Der sehr aufschlußreiche Vortrag war stark besucht. Frankfurter Theater. Im Reuen Theater lacht man, baß sich fast bie Sitzreihen biegen. Hans Stur m s „Irr garten ber Liebe" ist aber auch in seiner zünbenben Situationskomik zwerchfellerschütternd. Zn diesem wirklich humorvollen Spiel geteilt sich noch Otto Wa11burg al. beherrschender Schauspieler, bie Träne quillt unb Lach unb Beifallsstürme burch« bringen. Das Reichssonbergericht Hat zu prüfen, ob Urteil, Schiebsspruch, Vertrag ober Vergleich i n ihren wesentlichen Bestimmungen ben Vorschriften bes § 5 zuwiberlaufen. Stellt bas Reichssonbergericht bies fest, so Hat es unter Auf. Hebung bes Urteils, Schiebsspruchs, Vertrages ober Vergleichs nach diesem Gesetz zu verfahren." Damit war ber ursprüngliche § 7 bes Kompromißentwurfes gefallen. Angenommen mürbe mit 13 Stimmen bei 9 Stimmenthaltungen ein Antrag des Zentrums unb ber Demokraten, wonach im § 2 ein gefügt werben soll, baß als nicht enbgültig erledigt die Fälle gelten sollen, bie nur hinsichtlich von Teilen ber Auseinanbersetzungsmasse ober nur für einzelne Mitglieder des beteiligten Fürstenhauses entschieden sind. In ber weiteren Aussprache würbe bie Rotwen- bigteit betont, für bie zweite Lesung eine genaue Definition bes Begriffes „Land" zu geben, bamit fest gestellt wird, ob es sich um bie tiänber in ihrem jetzigen Bestanb ober um J)te von ben Fürstenhäusern früher regierten ßfhrerr hanbelt. Der Ausschuß vertagte sich bann auf Freitag. Preußischer Landtag. WSR. Berlin, 25. Febr. Der Landtag beriet ben Etat ber Handels- unb Gewerbeoerwal t u n g fort. Hanbelsminister Dr. Schreibet) wies darauf hin, baß der Gesamtzuschuß der Handels- unb Gewerbeverwaltung sich van 28,6 auf 35,8 Millionen Mark erhöht habe. Gegen ben Gesetzentwurf ber ehemaligen Reichsregierung über ben Preisabbau habe er Bedenken. Mit behördlichem Zwang sei in dieser Richtung nicht viel zu erreichen. Eine Besserung ber Wirtschaftslage werbe sich nur durch die Hebung der Kaufkraft im Innern und durch eine A bf a tz ve r m e h r u n g nach dem Ailsland erreichen lassen. Zur Hebung ber furchtbaren Arbeitslosigkeit werbe die Regierung u. n. dem Ban - m a r f t möglichst schnell reichliche Mittel Zufuhren. Das Washingtoner Abkommen müße ra- tijiziert werben, wenn auch bie übrigen Staaten ben gleichen Schritt unternehmen. Aus dem Finanzausschuß des Hessischen Landtags. Darm stabt, 25. Febr. Die Denkschrift der hessischen Regierung: „Verzeichnis über die an Beamte usw. für Rebenämter unb Re- benbeschäftigungen bezahlt werdenden Vergütungen" wurde heute vom Finanzausschuß beraten. Die Denkschrift enthält 166 Positionen: sie wurden zum größten Teil genehmigt. Es handelt sich vielfach um bie Frage, ob die Beschäftigung mit dem Amt verbunden ist, oder ob sie sonst versehen wirb. Danach war zu beurteilen, ob die Arbeit unentgeltlich zu leisten ist ober nicht. Position 15, die sür Oberärzte der Heil- und Pflegeanstalren, und Position 16. die für Assistenzärzte. Vergütungen für Ausbildung von Pflegepersonal im Krankendienst vorsehen, wurden gestrichen. Rach Position 116 können Beamte bei ber Weinbaubvmä- nenverwaltung, die bei ber Flaschenabsüllung tätig sind, für die besonderen Leistungen Vergütungen bis höchstens 300 Mari erhalten. Die Regierung erklärte, daß es sich hier nicht um Dienst, soiwern um eine Privatbeschäftigung handle. Gin Antrag auf Streichung, der von dem Abgeorbneten Blank gestellt war, wurde mit 7 gegen 2 Stimmen bei 2 Stimmenthaltungen angenommen. Ein Antrag Bornemann zu Position 130, zwei Professoren der Technischen Hochschule, bie zur Begutachtung wärmetechnischer Fragen herangezogen werben, die Vergütung hierfür zu streichen, wurde angenommen. Gin Antrag Delp, daß die Vergütung an die Vorsitzenden der Prüfungskommissionen, soweit sie nicht Prüfungskommissare sind, in PZegfall kommen, wurde gegen 3 Stimmen ab gelehnt. Ein Antrag Dr. Werner, noch in den PlenarverHandlungen die Summe aller 1925 für Rebenämter unb Rebenbeschäftigungen bezahlten Vergütungen anzugeben, würbe einstimmig angenommen. Weiter wurde ein Antrag Dr. Weener angenommen, bei einer Reuregelung ber 'Befoldungso-cdnung die Frage der Vergütungen für Rebenämter und Nebenbeschäftigungen erneut zu prüfen und den? Landtag Vorschläge zu machen. Der Ausschuß vertritt dabei die Ansicht, daß für Rebenämter nur in bes onbers gelagerten und begründeten Fällen Vergütungen gewährt werben Tonnen. Senator Borah über Südtirol. Reuy 0 rt, 25. Febr. (TL1.) Zu dem Hilfe- ruf der Tiroler bei den großen Kundgebungen in Innsbruck erklärte Senator Borah, daß die Abtrennung Südtirols ein großes Anrecht der Tiroler Bevölkerung gegenüber fei. Solange Mussolini sein imperialistisches Programm aufrechterhalte. könne er nicht dafür stimmen, dqß die Schuldverpflichtungen Italiens toben das Hous. Dieser „Irrgarten der Liebe" gehört zu ben wenigen Lustspielen, bic wirklich frischen, urwüchsigen Humor besitzen, jeher literarischen Problematik sernstehen unb lebiglich ben Ehrgeiz hoben, eine famose Jbee bühnentechnisch wirkungsvoll auszuarbeiten. Also ba sind zwei Stiefbrüder, der eine heißt Friedrich Bauer, ber cinbere Friebel Bauer. Friebrich hat sich im Bab reich verlobt, außerbern hat er aber auch noch eine Geliebte Ijolbe, Operettenjängerin in ber Stabt. Der Schwiegervater hat Erkunbigungen eingezogen unb bic ganze Geschichte erfahren; nun muß Friebel, eine echte rechte Künstlernatur (er ist Karikaturist), auf Drängen 'des Bruders die Sache aus sich nehmen. Da er meber bie Brau: Asta noch die (beliebte Isolde kennt, verwechselt er bic beiben, richtet eine heillose Verwirrung an und führt am Schluß bie reiche Braut heim. Der zweite Akt ist der beste, und Otto W a l l b u r g als Friebel roeir darstellerischer Höhe- unb Mittelpunkt; er mar prachtvoll in seiner natürlichen, hinreißenden Komik. Spontaner Beifall setzte aus offener Szene ein. Die übrigen, Alfred Scherzer unb Fricbrich Fuchs, sowie Hilde Hildebrand und Hedda R e u h 0 s s gruppierten sich in echt schwankmäßiger Einstellung um ben Clou des Abends Wallburg. Für bie flotte Regie zeichnete Alois Großmann oerantwort- lich. Das Publikum zeigte sich für diesen frohen Abcnb äußerst dankbar unb kargte nicht mit bem üerbienten Applaus. L. w. Der Einbrecher als Erfinder. Die Verbrennung ist bekanntlich eine Verbindung der Stoffe mit Sauerstoff Das Rosten- des Eisens, das durch den Sauerstoff der Lust I verursacht wirb, ist demnach auch eine Verbren- mit 35 Cents für einen Dollar abgegoften würbyr. Italien solle sein eigenes Geld und nicht das der Amerikaner für seine imperialistischen Zwecke verbrauchen. Aus aller Welt. Huglischer Dank für die Rettungstat der Bremen. Auf Einladung des großbritannischen Konsulats fand in Gegenwart bes Vertreters ber englischen Botschaft in Berlin, Botschaftsrat Addison, und eines Marine-Attachees der englischen Botschaft sowie unter außerordentlich zahlreicher Beteiligung aller Kreise der Schifffahrt. des Handels, der bremischen Zivilb^hörden, ber fremdländisch^ Konsulate und aller dem Schisfahrtswesen nahestehenden Persönlichkeiten im EmDsangs- und Wartesaal des Norddeutschen Lloyd qie feierliche Aeberreichung bes Ehrengeschenkes des Board of Trabe (Handelsministeriums in London an den Kapitän Wurpts des Rorddeutschen Lloyddampfers ,.B reme n", anläßlich der Errettung eines Teiles der Mannschaft des englischen -Dampfers „Lari ft an" aus Seenot statt. Der Vertreter der englischen Botschaft in Berlin. Addison, sprach als Abgesandter ber englischen Regierung Kapitän Wurpts und seinen Offizieren und Mannschaften die höchste Anerkennung und wärmste Dankbarkeit für ihre tapfere Tat aus, durch die es ber „Bremen" nach 36 Stunden heldenmütigster Anstrengung gelang, sechs Mitglieder ber Besatzung des englischen Dampfers „Laristan" zu retten. Gr empfinde besondere Befriedigung darüber, daß ihm bie Aufgabe zuteil geworben sei, dieses Beispiel deutschen Mutes vor aller Oefsentlichkeit hervorzuheben. Wenn Wurpts bei ber Ankunft in Queenstown jedes Lob für seine Person abgelehnt habe nur seine Pflicht getan zu haben angab. so sei dies eine bezeichnende Antwort eines braven Seemannes und Gentleman. Im Rumen der englischen Regierung überreichte ber Botschaftsrat darauf Wurpts ein Ehrengeschenk in Form eines wertvrlllen silbernen Tafelaufsatzes. Der Deutsche Dorfkirchentag. Auf dem gestrigen Deutschen Dorfkirchentage hielt der Führer ber deutschen Dorfkirchenbcwegung Dr. v. L ü p k c - Göttingen ein Referat über „Dorf- kirchentag unb Bauernhochschule". Der Rebner ging davon aus, daß es sich bet ber ländlichen Volkshochschule um eine ganz einzigartige Erscheinung handle. Die ländlichen Volkshochschule sei das Kernstück der ländlichen Jugenderziehung, bas Kernstück auch einer wahreren Dorfgemeinschaft. Während die städtische Bolkshochschulbewegung int Sande verlaufen sei, sei die ländliche Volkshochschule trotz aller äußeren und inneren Hemmnisse in aller Stille gewachsen. Man zähle heute in Deutschland bereits 40 Volkshochschulen auf dem Lande. Die ländliche Volkshochschule sei das Kernstück der D 0 r f k i r ch e. Die Dorfkirche brauche nichts notwendiger, als Menschen des Dorfes, die sich auf ihre eigenen tiefsten Kräfte besinnen. Solche Menschen wüchsen auf dem Boden der Volkshochschule. Sie hätten die Ausgabe, eine neue dörfliche Jugendbewegung zu schaffen. Wer etwas von den Leben des Geistes in ländlichen Volkshochschulen gespürt habe, der zweifle nicht mehr an Deutschlands Zu-- lunft, er sehe von dort aus ein neues deutsches Volk erwachsen. Mit einer Ansprache über Einzelprobleme der ländlichen Jugendarbeit sand ber Deutsche Dors» kirchentag seinen Abschluß. Die Berliner „Grüne Woche^. Die „Grüne Woche" geht ihrem Ende entgegen. Täglich finden zahlreiche Versammlungen statt. Im Verein zur Förderung der Zuchttier- Ausfuhr sprach Dr. Kaysen brecht, Königsberg. über Beziehungen intb Interessen zwischen der russischen und deutschen Tierzucht. Dr. Plaas. Gießen, behandelt die Absatzmöglichkeiten in Rußland. In der Versammlung der Freunde der Feld-Veregnung sprach Professor Dr. Z u n f e r. Breslau, über die künftige Gestaltung der deutschen Wasserwirtschaft. Explosion in einem Hochofenwerk. In dem Hochofenwerk Diedenhvfen ereignete sich eine heftige Explosion. Zwölf Arbeiter wurden durch die Derbrennungsga.se betäubt; zwei von ihnen konnten nicht mehr inS Leben zurückgerufen werden. Die Sunlighkfabrik zerstört. In ber Part Sunlightfabrik ber Lever Brothers brach Feuer aus, das einen Schaben von 600000 Goldmark anrichtete. Die 200 Arbeiter konnten sich aus ber brennenbeu Fabrik retten. Die Fabrik selbst ist vottstänbig vom Erbboden rasiert. Schweres Erdbeben auf Chios. Rach Meldungen aus A t h c 11 ist bas Dorf A n -- 1 i m q f i a auf ber Insel Chios im Aegäischen Meer burch ein heftiges Erdbeben völlig vernichtet worden. Bisher wurden zwei Tote und etwa 60 Verwundete gezählt. 600 Häuser sind eingestürzt. nung, nur mit dem Unterschiede, baß dabei keine Licht- unb Feuererscheinungen auf treten. Das kommt daher, daß beim Rosten die Verbindung mit Sauerstvft sehr langsam vor sich geht, weil in der Lust ein Teil Sauerstoss mit vier Teilen Stickstoff gemischt ist. Diese starke Verdünnung muß natürlich seine Wirksamkeit herabsetzen. Bringt man aber genügend vorgewärmtes Eisen in ganz reinen Sauerstoff, so verbrennt es augenblicklich unter Feuersprühen. Das verbrannte Eisen, also auch der Eisenrost, ist weich und zer- reiblich. Das Experiment, auf diese Art Eisen zu verbrennen, welches um 1740 bekannt wurde, ist, so entnehmen wir dem 'Buche von Lassar» Cohn, „Dic Chemie im täglichen Leben" (Verlag Leopold Voß, Leipzig), seit denr Jahre 1907 zu überaus praktischer Verwendung gelangt. Hierauf fußend zerschneidet oder durchbohrt man nämlich seitdem selbst den besten Stahl in geradezu unheimlich schneller Weise; gelingt es doch z. B auf diesem Wege, eine 13 Zentimeter starke Stahlplatte in 10 Minuten auf einen Meter Länge zu durchschneiden. Zum „Sauerftoffschneiden" hat man nichts weiter nötig, als einen solchen Stahlblock an einer Stelle mittels der Flamme eines Knallgasgebläses auf die Verbren- nungstemperatur vorzuwärnicn und dann nach Abftellen des Wasferstoftgases das Sauerstoffgas gas allein in fein eins Strahl aus diese Stelle zu leiten. Der Sauerstoff hält Den Strahl bauernd in Brand unb indem man mit dem Scheibebrermer langsam über das zu zertellende Stahlstück hin-- fäfjrt, brennt es au) der vorgezeichneten Linie durch. Erfinder dieses Verfahrens ist ein Einbrecher, der 1890 auf diese Weife in Hannover bie Wand eines Gelbschrankes durchbohrte. Sitzung der Stadtverordneten. Gießen, 25. Februar 1926. Das neue Stadtparlament hat in seiner heutigen Sitzung, der zweiten des Hauses, die e r st e große Redeschlacht erlebt. Nahezu eine Stunde währte der Wortkampf, und nur ein Antrag aus Schluß der Debatte, der einstimmig angenommen wurde, fonrttc der Vielrederei endlich ein Ende bereiten. Man wurde während der Aussprache den Eindruck nicht los, daß angesichts der sehr guten Besetzung des Zuhörerraumes viel „zum Fenster hinaus" geredet wurde. Ursache- der langen Auseinandersetzung war ein Vorstoß der Fraktion der Mittelstands-Vereinigung gegen eine Forderung von 6000 Mk.. die zur Anschaffung eines Autos für das Dauamt dienen sollen. Wir hoben volle Synrpathie für die Forderung der Mittelftands-Vereinigung. daß bei der Gr° ledigung der Verwaltungsgcfchäfte so streng wie nur irgend möglich gespart werden soll. - übrigens ein Verlangen, das von allen anderen Fraktionen des Hauses u. W. genau ebenso vertreten wird , und wir werden stets alle Schritte unterstützen, die zur Ersparnis am rechten Platz und in der zweÄienlichsten Weise unternommen werden. Diese Voraussetzungen waren aber u. E. bei di«er Vorlage nicht gegeben. Mit Recht wurde in der Aussprache hervorgehoben, daß ein Auto heutzutage kein LuxuSfahr- zeug mehr ist, sondern ein Verkehrsmittel, das ein rationeller "Betrieb nicht entbehren kann. 3n dieser richtigen Erkeirntnis einer Rotwendigleit haben sich zahlreiche Geschäfte und älnterneh- mutigen int vorigen Jahre und selbst noch in den letzten Wochen zum KrastwagenLauf entschlossen, und das doch sicherlich nicht etwa in dem Vorsatz, eine unwirtschaftliche Tat zu vollbringen. Ist aber dort der Gedanke der Wirtschaftlichleit beim Kaufentschluß bervorragend herrschend gewesen und auch heule noch bestimntend, so ist die gleiche Erwägung als nicht minder zutreffend anzusehen bei einem städtischen Amt, dem so wichtige Aufgaben unterstehen, wie dem Dauamt. Wir sind der Meinung, daß die starke Mehrheit, die der Vorlage zustimmte, richtig gehandelt und dadurch wirtschaftlichen Rachteilen vorgebeugt hat. die auf die Dauer sicherlich fühlbarer geworden wären als die 6000 Mt., die man jetzt für eine rationelle Führung der Geschäfte opfert. Im übrigen hoffen wir, daß bei der demnächstigen Beratung des neuen Haushaltsplanes der Sparsamkeitseifer im Stadthaus noch genug in Wirksamkeit treten wird, allerdings am rechten Platz! In anerkennenswerter Weise Hat man ferner dem weiteren Ausbau der Studien- ansta It zugestimmt und damit erneut bewiesen, daß den kulturellen Erfordernissen auch auf dem Gebiete der Mädchenschulbildung in unserer Stadt voll Rechnung getragen wird. Eine sehr bedeutsame Mitteilung machte der Oberbürgermeister am Schlüsse der Sitzung, als er bekanntgab, daß Getränke st euer-Pro- zesse gegen die Stadt anhängig gemacht wurden. Es handelt sich dabei um den Betrag von etwas über 60 000 Mk., also keine Delang- losigleit für unseren Etat. Wir möchten heute zunächst nur die Frage wiederholen, die wir früher schon gestellt haben: Wer hat letzten Eudes die Getränkesteuer eigentlich bezahlt? Wir glauben annehmen zu dürfen, daß das doch die Konsumenten waren! Die Klärung dieser Frage scheint uns für die mm schwebenden Prozesse von großer Wichtigkeit zu sein. Unter Umständen kann dadurch die tatsächliche Legitimation zum Klagen bezw. deren Fehlen festgestellt werden. Man darf Wohl annehmen, daß die Stadtverwaltung dieser Seite der Sache nun ihre besondere Aufmerksamkeit ebenfalls zuwendet. Zitzungsbericht. Anwesend: Oberbürgermeister Keller, die Beigeordneten Dr. S e i b, Dr. Frey, Dr. 5) a in m, Justizrat Dr. Rosenberg und 36 Stadtverordnete. Der Zuhörerraum ist sehr gut besucht. Die Rechnung des Wohlfahrtsamts für 1924 wird in Einnahme und Ausgabe mit 871 052,5b Mark festgestellt und genehmigt. Die Rechnung der Plockschen Stiftung für 1924 schließt mit einem baren Rest von 294,69 Mark ab. Wird genehmigt. Beschaffung eines Autos für das Stadtbauamt. Die Stadtverwaltung beantragt einen Kredit von 6000 Mark zur Beschaffung eines vierfitzigen Autos für das Stadtbauamt. Stadtv. Nicolaus (Mittelstvg.) lehnt die Vorlage namens seiner Fraktion ab. Diese Anschaffung sei in der jetzigen schwierigen Zeit nicht nötig; mit der Straßenbahn, dem Fahrrad, evtl, in eiligen Fällen mit einem Mietauto, konnten die Beamten des Bauamts ihren Außendienstoerpslichtungen auch entsprechen. Es müsse jetzt allerstrengstens oc- spart werden. Besonder^ im Hinblick auf dieses zwingende Spcirsamkeilsgebot sei diese Vorlage alv zulehnen, denn ein Beweis für die Notwendigkeit des Autos fei nicht vorhanden. Stadtv. M o o s d o r f (Soz.) betont, der Stadtv. Ri cv laus habe im Ausschuß auch mit .für die Anschaffung dieses Autos gestimmt. Später habe sich dann wohl der Einfluß seiner Parteifreunde geltend gemacht. Die Beschaffung des Kraftwagens für das Dauamt sei notwendig, um die Wirtschaftlichkeit und Rentabilität der städtischen “Betriebe zu erhöhen. Seine Fraktion werde der Vorlage zustimmen. Beigeordneter Dr. Hamm hebt gleichfalls hervor, daß der Wagen nur aus wohlverstandener Sparsamkeit angeschafft werden solle. Man könne sparen, indem man Abstriche mache und damit den Betrieb unwirtschaftlich gestalte, man könne aber auch wirtschaftlich sparen, indem man notwendige Ausgaben bewillige, die zur Steigerung der Rentabilität der Betriebe beitrügen. Wenn jetzt die 6000 M. bewilligt würden, könne mindestens eine Beamten kraft gespart werden. Heb» riges werde das Auto, ja auch für Feuerwehrzwecke benutzt. Stadtv. Sch wie der (Dt. Dp.s betont, seine 'Fraktion halte diese Anschaffung für notwendig. Die Ablehnung sei verkehrte Sparsamkeit, die man vermeiden müsse. Seine Fraktton werde der Vorlage zustimmen. Stadtv. Kästner (Komm.) lehnt den Kredit ab. Das Geld solle man den Erwerbslosen geben. Stadtv. Schmahl (Dtntl. Vp.) spricht sich gegen die Vorlage aus. Gr regt an, das Auto des Gaswerks auch dem Dauamt zur Verfügung zu stellen. Das Gaswerkauto werde doch nur ganz selten benutzt. Deigeordneter Dr. Ham m widerspricht dieser Ansicht; das Gaswerkauto sei sehr viel unterwegs. Die heuttge Vorlage verfolge nur den Zweck einer Rationalisierung der Betriebe des Bauamts. Stadtv. Leop. Meyer (Dem.) erklärt, es müsse an der richtigen Stelle gespart werden. Diese Anschaffung sei notwendig, deshalb werde seine Fraktion den Kredit bewilligen. Im übrigen sei zu bemerken, daß an der Autofabrikation doch auch viele Arbeiter-Escistenzcn beteiligt seien. Rach weiteren Ausführungen der Stadtv. Mann lSoz.), Ricolaus, Launsbach und Kurz lWittelst.-Dg.) und Weißbäcker (Soz.), die im Sinne ihrer Fraktionen sprechen, wird ein Antrag auf Schluß der Debatte einstimmig angenommen. In der Abstimmung wird dem Antrag der Verwaltung auf Anschaffung deS Autos gegen die Stimmen der Mittelstands-Vereinigung und die des Stadtv. Schmahl zugesttmmt. Ausbau der Studienanstalt. Dem Ausbau der Studienanstalt durch Errichtung der Unterprima wird unter Bereitstellung der erforderlichen Mittel nach kurzer Aussprache gegen die Stimmen der Sozialdemo- kratte und der Kommunisten zugestimmt. Rach den Ausführungen des Berichterstatters Prof. Dr. Krausmüller (Dt.Vp.) sind für diesen Aufbau 19 050 Mk. erforderlich Anschaffungen für das Elektrizitätswerk Für den zur Verstärkung der Akkumulatorenbatterie im Elektrizitätswerk erforderlichen Platteneinbau wird ein Betrag von 70 000 Mk. bewilligt und die Lieferung der Platten der Firma Gottfried Hagen, Köln-Kalk übertragen. Für die Beschaffung von 100 Stück Doppeltarifuhren und 30 Stück Dreifach- tari fuhren wird ein Kredit von zusammen 9700 Mk. zur Verfügung gestellt. Die Lieferung wird der Firma P. Zirchow Rachs., Berlin übertragen. Da der Berichterstatter Stadtv. Kurz (Mittelst. Vg.) die Berichterstattung über die Stellungnahme des Ausschusses verquickt mit Aeuhe- rungen über die Ansicht der Mittelstandsfraktion, fordert Stadtv. Schmäh. (Dschntl.Vp.) unter Zustimmung des Oberbürgermeisters und des Hauses, die Berichterstattung im Ramen des Ausschusses objektiv zu halten, wie man das in bewährter Weise bisher auch getan habe. Die Lieferung von ca. SO00 'Me ter Kabel für die Hoch span nun gs st ation in der Rähe der Hehliaenstaedtschen Fabrik wird den Vereinigten Zünder- und Kabelwerken A-G. in Meißen übertragen. Die Bezahlung geht zu Lasten eines im April 1925 zur Verfügung gestellten Kredits. Dem Sportklub von 1900 wird für den Ausbau seiner Sportanlage auf dem Trieb ein einmaliger Zuschuß in Höhe von 1500 Reichsmark gewährt. Derforgungsanstalt deutscher Bühnen. Dem Beitritt unseres Stadttheaters zur Versorgungsanstalt deutschen Bühnen wird zugestimmt. Diese Versorgungsanstalt ist eine Pensionsversicherung für Schauspieler, zu Der die Künstler und die Theaterunternehmungen zu gleichen Teilen entsprechend der Gehaltshöhe beisteuern. Der auf Die Stadt entfallende Beitrag von 2000 bis 3000 Mark jährlich, wird glatt bewilligt. Eine Arbeitszeit-Frage städtischer Arbeiter. Aus Antrag der Stadtverwaltung wird beschlossen: Die unter Den Gemeindearbeitertarif fallenden städt. Arbeiter, denen an den Tagen vor Ostern, Pfingsten, Weihnachten und Reujahr in der Zeit von 6 Ahr früh bis 6 Ahr früh des anderen Tages Die im Bezirks - Manteltarifvertrag vorgesehene Herabsetzung Der Arbeitszeit um 2 Stunden nicht gewährt wird, erhalten für die nicht ausfallende Arbeitszeit von 2 Stunden einen 100proz. Lohnzuschlag. (Jährlich also 4x2 — 8 Stunden insgesamt. D. B.) Der Zuschlag ist von dem Stundenlohn ohne Zulagen irgendwelcher Art zu berechnen. Bei Der Berechnung Der Krantenlohn- und Arlaubsbezüge werden die Zuschläge nicht in Ansatz gebracht. Diese Regelung beginnt rückwirkend^ mit Dem 1. April 1925 und endigt - vorbehaltlich etwaiger Erneuerung — mit Ablauf des gegenwärtigen Tarifs. Stadtv. Moos Dorf (Soz.) erhebt in diesem Zusammenhang schwere Vorwürfe gegen Die Stadtverwaltung, Der er willkürliche Verletzung des Tarifvertrages durch Richtachtung von Bestimmungen des Larifabkommens vorwirft. Beigeordneter Dr. Seid weist diese Angriffe als unbegründet zurück. Die Stadtverwaltung lebe im großen und ganzen mit ihrer Arbeiterschaft in gutem Einvernehmen. Daß auch mal Meinungsverschiedenheiten vorkämen, sei selbstverständlich, bisher seien diese aber stets in ordnungsmäßiger Weise vor einem Schiedsgericht ausgetragen worden. Er lege Verwahrung Dagegen ein, wenn hier behauptet werde, die Stadt Gießen sei nicht tariftreu. Er glaube, daß die Verwaltung ohne weiteres die Zustimmung des Arbeiterrates bekommen werde zu der Behauptung, daß sie den Tarifvertrag einhalte. Wenn hier und Da in einzelnen Teilen Der Betriebsverwaltungen Ordnungswidrigkeiten vopgedom- men seien, so habe die Qtabthertoaltitna, nach Dem sie davon Kenntnis erhalten, stets für Ab Hilfe gesorgt. Die Vorwürfe des Stadtv. Mvv'S- d o r s seien also in keiner Weise begrüntet Stadtv. Weißbeck (Soz.) erklärt, einzelne Betriebe treffe die Schuld bei Klagen Der Arbeiter, nicht aber Die Stadtverwalttmg 0^6 solche Er bittet, dahin zu wirken, daß die einzelnen Betriebsleitungen den Vertrag richtig avs° führen, so wie er festgesetzt sei. Kleine Vorlage«. Die Ausführung Der mechanischen Enttüf- tungsanlage Der Leichenkammer des Krematoriums wird Der Firma Schaffstaedt Hierselbst zu ihrem Angebot übertragen. Der Aufzahlung auf den aufgewerteten Betrag Der von Der Stadt übernommenen drei Geschäftsanteile des Eisenbahn-Heimstättenver- einö in Höhe von 144 Mk. wird zugestimmt. Verschiedene Baugesuche finden antragsgemäße Erledigung. Stadtv. Prof. Dr. Krausmüller (Dt. Vp.) regt bei dieser Gelegenheit an. in solchen Fällen, wo man für die Inangriffnahme von Bauvorhaben eine Frist gesetzt habe, die aber in dieser ichweren Zeit ablaufe, nicht allzu drängend zu sein, sondern Dabei Die Schwierigkeiten Der Kapitalbeschaffung und Die Hohe Der Baukosten gebührend zu berücksichtigen. Evtl, solle eine Fristverlängerung zugestanden werden. Man stimmt dieser Anregung zu, natürlich fei Die Entscheidung nur von Fall zu Fall zu treffen. Der Wunsch wird dem Dauausschuh zur Beachtung empfohlen. Zurückgezogene Vorlagen. Die nachstehend verzeichneten, bereits auf die Tagesordnung gesetzten Vorlagen sind durch Zurückziehung erledigt: Gesuch des geschäftsführenden Ausschusses Der Gießener Turnerschaft um Aebernahme von Forderungen Der Stadt auf die Stadtkasse. Gesuch des Verbandes ehem. 116er um Gewährung eines weiteren Zuschusses von 6000 Mk. und eines Darlehens von 5000 Mk. zu Den Kosten des Denkmals für Die gefallenen 116er. Gesuch des Arbeiter-Samartterbundes e. D. Ortsgruppe Gießen um Gewährung einer Bei- hilse. ®eträntefteuer®Älagcn gegen die Stadt. Oberbürgermeister Keller teilt am Schlüsse Der öffentlichen Sitzung mit, daß Klagen gegen die Stadt auf Zurückzahlung von Getränkesteuerbeträgen erhoben worden sind. Die Brauerei D en u i n g h o f f verlangt die Rückzahlung von 36 633 Mk., die Brauerei Ihring-Melchivr von 23 015 Mk., Heinrich Kalbfleisch von 340 Marl. Stadtverwaltung und Rechtsausschuß halten diese Ansprüche für unbegründet. Die Streitfrage soll im Prozeßwege ausgetragen werden. Schluß Der öffentlichen Sitzung. Es folgt eine nichtöffentliche Beratung. Wettervoraussage. Meist heiter, trocken, wärmer, nachts Sem- peraturen etwas sinkend. Die Hochdrucklage hat sich weiter verstärkt und verfestigt, sodaß Die Schönwetterlage auch in Den nächsten Tagen noch gesichert erscheint. Gestrige Tageslemperaturen: Marimum 12,6 Grad Celsius, Minimum 7,0 Grad Celsius. Heutige Morgentemperatur: 3,0 Grad Celsius. Das Jucken der Kopfhaut ist eine Folge fettiger Kopfschuppen. Regelmäßige Verwendung von „schaumpon mit dem schwarzen Kopf" mit N a d e l h o l z t e e r - Zusatz beseitigt beides gründlich und wirkt gleichzeitig dem Haarausfall entgegen. Beim Einlauf verlange man ausdrücklich diese Spezialsorte und achte genau auf die nebenstehende, bekannte Schutzmarke, r Hersteller: Sans Schwarztopf, Berlin-Dahle». 504 vf APGAR INE Mer fesiGtaiieijs-taeni im neuetnrtefüljrtet kleiner Lebensversicherung mit Mk. 2.— Monatzprämie sucht allerorts strebsame Mitarbeiter im Hauvt- und Nebenberuf. Geboten wird höbe Provision. Der Konzern fu§rt sämtliche BerficherungSzweige, wodurch Ge- tegenheii gegeben tit, die Berdiemtmoglich- tett au erhöhen. Lei Eignung feste Anstellung mit Gehalt, Reisefvefen u. Provision. Schriftliche Angebote unter 01303 an den Gießener Anzeiger. Tüchtiger Wiioliil-5Wr der sämtliche vorkommenden Arbeiten selbsländiq erledigen kann, foivie ein WM MM ft. d. 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Vorlage und Genehmigung der Iahresrechnung und Bilanz per 31. Dezember 1925 und Entlastungserteilung des Vorstandes; 4. Gewinnverteilung ; 5. Festsetzung des Eintrittsgeldes; 6. Verschiedenes. Die Rechnung liegt von heute ab S Tage zur Einsicht Der Genossen im Geschäftstolale offen Lollar, den 26. Februar 1926. Der Borsttzende des Aufstchtsrates: Hofmann. 1802D Erstklassiges isoid Buchenfcheitholz in Ofenlänge geschnitten, sowie Stockholz = sehr preiswert frei Haus SrmM Soner, MlM. 13 Sureou u. Lager: WaUtorstc. 36 h. « Tel. 1154. Backfische Pfund 25 -) KW» Frische grüne Heringe Pfund 20 ,) Große Schellfische o. K. hochf., blütenhelle Ware Pf. 70 Goldbarsch ........Pfund 30 Bücklinge aus heutiger Zufuhr, Psd. 35 H dieKtste mit nettoöPsund, " 1.65 Apfelsinen blond und blut prima vollsaftige Früchte daS Dutzend 80, 160 und 800 -) Frifthc Weintrauben Frische Aevfel Reue Kartoffeln 1808c ff. 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Die Beerdigung findet Samstag, den 27. Februar, nachmittags 2'/\ Uhr statt 1781V Gießener Schwimmverem Samstag, den 27. Februar, abends8Uhr,und Sonntag, den 28. Februar ds.Is., vormittags 10Uhr und nachmittags 3 Uhr findet im Auftrage des hessischen Landesbeirats für Leibesübungen im Städtischen Volksbad ein Lehrlmftr im Schwimmen und Springen statt. Wir laden zu dieser Veranstaltung unsere Mitglieder, deren Angehörige und Freunde sowie die dem Sportbunde angehörenden Vereine höflichst ein. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Vortrag des 1. Vorsitzenden des Deutschen Schwimmverbandes Dr. Geisow über Mreiberckn Gedanken iin deutschen schmmsMt Nach den Veranstaltungen Zusammensein: Samstag abend im Hotel Köhler, Sonntag abend im Hotel Hindenburg. 1784D Wir bitten um regste Beteiligung. — Eintritt frei. Der Vorstand. Bad Orb, Villen: Fürst Bismarck am Kurpark (Pension) Urtd Daheim. Kurmittelhaus für Licht- und clektr.-physikal. Heibneth. (früh. Geheimrat Dr. W. Hufnagel) in enger Verbindung mit den Hellfaktoren des Kurortes. Anfr. an Dr. Viktor Hufnagel, '^s Heute blsclnechl.Sonntag: Das große Filmwerk Freies Volk Derbeste Volksfilm der Gegenwart. 9 Akte. Ferner; Die Sirene von Sevilla 7 Akte von schönen Frauen und wilden Stierkämpfen, aufgenommen in dem sonnigen Spanien. — Haüptrolle: Die rassige Filmschönheit: Priscilla Dean Anfang heute und morgen ab 4 Uhr, Sonntag ab 3 Uhr. Eintrittspreise: 80 Pf. bis 2 Mk. Lichtspielhaus BahnhofstraDe Rektor und Studentenschaft r der Landesuniversität zu Gietzen lckden Universität und Bürgerschaft, Damen und Herren ergebenst zu der am Freitag» dem 26. Februar 1926, abends 81/» Uhr, in der Neuen Aula stattfindenden Kundgebung für Oberschlesien Dammttr. 23 II. 2 Mibe u. Ockono- miegeräte Montag, L März. mitt. 1 Uhr, zu ver"e>aern. 01171 Burk! ardSselden, Kiro eavlatz 17. 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Wieder ihre Freunde Fußball. deutsche Meisterschaft. stehen für die Fuhballanhänger und die Ereignisse des süddeutschen Fußballs Amtsgericht Gießen. * Gießen, 23. Febr. 3m 3uni vergangenen Jahres kam ein Kaufmann von hier mit seinem Personen-Kraftwagen abends nach 10 Ähr von Marburg zurück und schaltete beim Ginbiegen aus der Bahnhofstraße in die Alicestrahe die Scheinwerfer und die sog. Suchlampe ein, angeblich um das dort gelegene Haus eines 3n-- sassens des Wagens zu finden. Wegen der Benutzung der ftarlroirfenben Scheinwerfer, die innerhalb beleuchteter Ortsteile und außerdem da, wo es die Sicherheit des Verkehrs erfordert, insbesondere beim Begegnen mit andern Fahrzeugen, abzublenden sind, erhielt der Kaufmann einen Strafbefehl über 30 Mk., gegen den er Einspruch einlegte. Gr begründete diesen damit, daß er bei der in der Micestraße herrschenden Dunkelheit und bei der starken Belaubung der dort stehenden Bäume, die die Beleuchtung der Straße wesentlich beeinträchtigten, die Scheinwerfer habe benutzen müssen, um das in Betracht kommende Haus zu finden. Das Gericht war der Meinung, daß dies auch lohne Benutzung des Scheinwerfers, bestimmt aber beim Gebrauch der Suchlaterne, der offensichtlich nicht verboten sei, hätte geschehen können, zumal der Eigentümer des Hauses j!a selbst im Auto gesessen habe. Außerdem könne der hier in Betracht kommende Teil der Alicestrahe nicht unter die nicht beleuchteten bzw. für den Autoverkehr unzureichend beleuchteten Ortsteile gerechnet werden. Die Scheinwerfer seien auch nicht in der Heberzeu- gung benutzt worden, die Alicestraße sei nicht oder ungenügend beleuchtet, sondern nur aus dem Grunde, um dem Fahrer und seinen Fahrgästen eine Annehmlichkeit zu verschaffen. Der Einspruch hatte deshalb nur insofern Erfolg, als die ursprüngliche Geldstrafe von 30 Mk. auf 10 M k. herabgesetzt wurde. 3m Battenverband ist mit dem Sieg der Danziger S. C.er über die Stettiner S.C.er mit 3:2 eine Vorentscheidung gefallen. Ebenfalls 3:2 schlug der V. f. B. K ö n i g s- berg den L. f. B. Danzig. Südostdeulschland. stellte folgende Bezirksmeister fest: Cottbus, Breslau 08, V. f. B. Gleiwitz und der Altmeister Viktoria Forst. Die Endspiele um die D. I. B.-2Neislerschaft finden auch diesmal wieder im Pokalsystem statt. Mannschaften am Main zählten, nicht die wartete Leistung, wenn sie auch die Borussen rade an einem Glanztage antrafen. Sportspiegel. Flugsport. Rhönsegelflug-Wettbewerb 1926 vo. Die Ausschreibung für den diesjährigen vom 25. 3uli bis 9. August auf der Wasserkuppe in der Rhön stattsindenden Segelflug-Wettbewerb umfaßt: eine Konkurrenz für 3u»gslieger mit Gleitflieger-Ausweis A und B und einen Wettbewerb für Segelflieger mit dem Ausweis C. Zulassungsbedingungen sind in der ersten Kategorie die Ausführung eines Fluges von mindestens 30 Sekunden Dauer (und 300 Meter Länge), in der zweiten von mindestens 60 Sekunden Dauer. An Preisen stehen u. a. zur Verfügung ein Preis von 3000 Mk. für den weitesten Flug (mindestens 22 Kilometer), zahlreiche Sonderpreise, Dauer- und Zielflugpreise für 3ungflieger, Preise für Segelflugbai^ utfto. Vom Mittelrheinkreis der D. T. Zusammenkunft der Dolksturner. z Am kommenden Sonntag findet im Gebiet des Gaues Hessen in Marburg eine bedeutsame turnerische Veranstaltung statt. Sämtliche Verbands- und Gauwarte für das Dolksturnen im 9. Kreis der D. T. werden sich zu einer Turnstunde mit anschließender Beratung zusammenfinden unter der Leitung von Lehrer Kramb (Kreuznach), des Kreiswarts für volkstümliche Hebungen. Einer Sitzung des Kreisausschusses für volkstümliche Hebungen am Samstagnachmittag folgt am Abend ein Vortrag von Privatdozent Dr. Schenk, Arzt am 3nstttut für Leibesübungen der Hniversität Marburg, über „Die Entwicklung von Körper und Geist durch planmäßige Pflege der Leibesübungen". Die praktischen Hebungen am Sonntagmorgen sehen vor: Körperschule, Geräteübungen für Volksturner, Medizinball, Hebungen an der Sprossenwand, Staffellaus. 3n der anschließenden Sitzung werden die Veranstaltungen 1926 durchgesprochen, außerdem werden die Kreissportordnung, die Wettkampfbestimmungen, die Großstaffelläufe, die Vereinsmehrkämpfe u. a. Gegenstand der Aussprache sein. Teilnehmen an der Tagung können auch Bezirks- und Vereinswarte für volkstümliche im Vordergrund des Interesses. Der Favorit „Bayern" München schlug den Rhein-Main- Saarmeister Saarbrücken 6:0. Erneut zeigte der Bayernsturmführer Pöttinger Glanzleistungen: Saarbrückens Mannschaft war saft das ganze Spiel nur auf die Verteidigung angewiesen. Der nächste Anwärter auf die süddeutsche Meisterwürde, die Spog. Fürth, hatte es ungleich schwerer, den B. f. R. Mannheim niederzuhalten, der zeitweise zu einer Form auflief, die an feine besten Zeiten erinnerte. Aber Fürth gewann 3:1, und Auer vollbrachte den head trickl Mit diesen beiden Begegnungen war das Programm des vorigen Sonntags für die süddeutschen Endspiele erschürft. An statistischem Material interessiert das Torverhältnis der Bayern mit 19:1 in drei gewonnenen Spielen. Am anderen Ende verlor der Karlsruher F. D. alle Spiele, schoß nicht einmal ein einziges Spiele 6 Puntte , 3 w 2 „ : i : . 0 - 0 „ Turnen. Das diesjährige Rhönturnfest. = Hnter den Bergfesten der Deutschen Turnerschaft erfreut sich neben dem altbekannten und beliebten Feldbergfest das Rhönturnen auf der Wasserkuppe besonderer Anziehungskraft. Es findet in diesem 3ahre zum 20. Mal statt. Als Termin wurde der 8. August vom Rhönturntag festgesetzt, der am Sonntag unter dem Vorsitz von Fuchs- Fulda in Fulda stattfand, und an dem auch Turnerabgeordnete aus dem Gau Hessen teilnahmen. Es ist beabsichtigt, dem 20. Rhönturnfest den Charakter einer Qubiläumsveranstaltung zu geben. Folgende Wettkampfübungen wurden festgesetzt: 3m Vierkampf der Oberstufe: 100- Meter-Lauf, Hochsprung, Kugelstoßen 20 Pfd. und Weitsprung: im Dreikampf der Hnter- ftufe (Jahrgänge 1909 bis 1912): 100-Meter- Lauf, Hochsprung, Kugelstoßen, 15 Pfd.: im Dreäkamps der Fraueü: 50-Meter-Lauf, Kugelstoßen 10 Pfd., Weitsprung: im Knab en - turnen: 100-Meter-Lauf, Kugelstoßen 5 Pfd., Weitsprung. 3n der Oberstufe sowohl als auch in der Hnterstuse wird eine Diermal-100-Meter- Stafette als Wanderpreis ausgetragen, in der Schülerstufe ein Schlagball-Wettspiel als Wanderpreis. Für die Frauen ist auch ein Sonderkampf vorgesehen. Dem von einem Vertreter des Gaues Hessen schon wiederholt vvrgebrachten Wunsche, auch einen Dreikampf f ü r Altersturner einzuführen, soll von 1927 ab entsprochen werden. bürg. Von Begebenheiten im Süddeutschen Verband interessiert noch die Protestangelegenheit im „Fall Linnighäuser". Wir berichteten bereits fortlaufend über diese Angelegenheit, die nunmehr folgende endgültige Entscheidung durch das Derbands- gericht erfahren hat: Der F. Sp. V. erhält die Punkte aus dem gegen Germania 94 gewonnenen Spiel wieder, da er Linnighäufer in diesem Spiel im guten Glauben mit Recht spielen ließ. Da L. jedoch vor Ablauf der oierwöchentlichen Sperrzeit gegen Eintracht (1:1) mitwirkte, verliert er dieses Spiel und damit 1 Punkt. — Die Folge davon ist, daß Hanau und F. Sp. V. nunmehr punktgleich in der Mainbezirkstabelle stehen. Am Sonntag soll nun, wie heute an anderer Stelle berichtet, ein Entscheidungsspiel stattfinden. 3m IDeffen wurden die Endspiele weitergeführt mit dem bemerkenswerten Ergebnis: Duisburger Sp. V.— „Sport" Kassel 5:1. Das Resultat entspricht unserer Vorschau. Der Altmeister überrumpelte die Kasselaner regelrecht. Es ist so, wie wir bereits mehrfach erwähnten: Der Außenbezirk Hessen-Han- nover kann die Leistungen der westdeutschen Spit- zenvereine vorerst wenigstens noch nicht erreichen. — Arminia Bielefeld — Sportfreunde Siegen 5:4. Der Glücklichere gewann, denn Sieger war in nichts schlechter als die Bielefelder. In der Runde der Zweiten teilten sich Fortuna Düsseldorf und Rheydter Spielverein mit 2:2 in die Punkte, und Duisburg 08 schlug Osnabrück 3:1. — Inzwischen ist auch in B.D. A11 e n e f \ e n vor 25 000 Zuschauern der Ruhrbezirksmeister ermittelt, der seinen ewigen Rivalen und vorjährigen Meister Schwarz-Weiß Es- s e n mehr glücklich als verdient 3:2 schlug. Rorddeutschland. Im weiteren Verlauf der Endspiele des N. F. V. schlug der Hamburger S.D. Union-Teutonia Kiel ohne große Anstrengung 5:1. Hoch geschlagen wurden die Bremer S. D. e r vom Hannoverschen S. C. 2:6. Die endgültigen Entscheidungen stehen noch bevor. 3n Berlin trafen sich am 14. d. M. Hertha B. S. C. und Tennis Borussia. Letztere machten ihrem Ruf, die beste Mannschaft Berlins zu sein, alle Ehre und schlugen die B. S. C.er überzeugend 4:1. Hertha konnte Vorwärts am vorigen Sonntag nur einen Punkt mit 2:2 abzwingen, wird aber trotzdem wohl Meister der Abteilung A werden. In Abteilung B blieb Norden-Nordwest mit 3:2 vor Ober- schüneweide in Front. 3m Gebiet dem v. 21L £. v nahmen die Gauspiele ihren Fortgang, ohne daß die Endspiele um die Meisterschaft begonnen hätten. Die Spitzenführer wechselten am Sonntag nicht. tat ungefähr die UebetUgenbett der Kasselaner wiedergwt. 6.6.03 Kassel, Die am meisten mit den Spielen Im Rückstand waren, galten schon lange als Anwärter auf den 3. Platz in der Tabelle, den sie erreichen, wenn sie baß letzte noch ausstehende Spiel gewinnen. Das wird aber bei einem Gegner wie Spielv. Kassel nicht so ohne weiteres der Fall fein. Heber baß 9:3- Spiel ich nicht viel zu sagen. Die Htberfegenbett der Kasselaner war zu groß, ohne daß sich kne Mannschaft deswegen besonders ckuSgegeben hätte. S. Vg. Göttingen verzichtete auf Austragung des Spiels gegen Hessen 09 Kassel. Nachdem Losse die S. Vg. verlassen hat, ist der Mannschaft jeder Rückhalt genommen. Man kann außer aus finanziellen Gründen tym Spielverzicht verstehen, denn die Elf der Göttinger hätte auch spielerisch keine Gewinnchancen gehabt. Ein Privatspielresultat aus dem Bezirk ist noch des Erwähnens wert. Borussia Fulda schlug die Mainbezirksliga der Helvetia Frankfurt mit 7:2. Jedoch zeigten die Frankfurter, die vor kurzem noch zu den besten her läuft die süddeutsche Pokalrunde, die von Bezirks- und Kreisliga bestritten wird. (Die Einzelergebnisse brachten wir in der letzten Montagnummer des „G. A.".) In sehr harten'Kämpfen, die teilweise erst nach Verlängerung entschieden wurden. Sieger blieben: F. Sp. V. Frankfurt, Karlsruher F. V., Phönix Ludwigshafen, 1. F. C. Nürnberg, V. f. B. und Kickers Stuttgart, 03 Ludwigshafen und der 1. F. C. Fitzi- weiht werden. Der deutsche Sprinter H o u b s n ist auf dem Dampfer „Westphalia"' in Hamburg eingetroffen. Mit den Worten „Deutschland ist doch schöner" begrüßte er die Heimat. Der „Fußballkönig" Alfred Schaffer hat die Stellung eines Trainers beim S. C. Wacker München angenommen. Leichtathletik. Südweftdeutsche Hochschul-Meisterschaften. v. Hnter guter Beteiligung der Hochschulen Stuttgart, Frankfurt, Darmstadt, Tübingen, Heidelberg, Marburg kamen in Stuttgart die Südwestdeutschen Hochschul-Meisterfchaften im Geräteturnen, im Waldlauf, im Schwimmen und im Schießen zur Durchführung. 3n den Schwimm- Wettkämpfen war vor allem Darmstadt erfolgreich und gewanu sämtliche Staffeln, in Sin- zelwettbewerben waren Darmstädter und Stuttgart« Teilnehmer siegreich Darmstadt triumphierte auch in der Wasserballrunde vor Stuttgart. 3m Musterriegenturnen erreichte Stuttgart um einen Punkt die höchste Punttzahl vor Darmstadt und Tübingen. Den Gerätezehnkampf gewann Goller- Frankfurt, den Siebenkampf für Studentinnen Frl. Koch- Heidelberg. 3m Waldlauf sicherte Melzenbach den EinzeUauf der Marburger Hniversttät, die auch im Mannschaftslauf das beste Resultat erzielte. Zander und S t e a b e ck, beide Stuttgart, stellten In den Schießwettbewerben die Sieger. Der Hvchschul- Mehrkamps tm Geräteturnen, Schwimmen und im Waldlauf sah Stuttgart und Frankfurt punktgleich. 3m Reiche. Rasensport. 3m Fußball werden die Meisterschaftsspiele fortgesetzt. 3n Süddeutschland steigt die vierte Runde, die als wichtigstes Spiel die „Meisterschafts-Vorentscheidung" S. Vg. Fürth — Bayern München bringt. 3m Westen wird die dritte Runde mit drei Spielen der Ersten und zwei Spielen der Zweiten fortgesetzt, in Rord- deutschland kommt der zweite Teil der im Pokalsystem ausgetragenen Meisterschaftsspiele (erste Runde) zur Entscheidung. Auch tm Daltenverband kommt ein Meisterschafts-Schlußspiel zur Durchführung. 3n Brandenburg und Mitteldeutschland werden noch Punktspiele ausgetragen, in Südostdeutschland steigt bereits ein Schlußspiel (zwischen V. f. B. Gleiwitz und Hirschberger S. D. in Breslau). , Auch im Handball sind dte Meister- schaftsspiele soweit gefördert, daß die Runden- spiele der einzelnen Dezirksmeister beginnen oder schon begonnen haben. Das Ereignis des Sonntags im H ockeh- Sport ist der in Amsterdam stattfindende Länderkampf Deutschland — Holland, dem am Samstag ein französisch-belgischer Kampf in Paris vorausgeht. 3n Twickenhan kommt ein R u g b h ° Länderspiel Frankreich — England zur Durchführung. Leichtathletik und Turnen. 3n Halle werden die Deutschen Hochschul- Meisterschasten im Turnen, Waldlauf und Fechten (am Samstag und Sonntag) unter guter Beteiligung durchgeführt. Radsport. Die Radsportgemeinde trifft sich am Sonntag in der Dortmunder Westfalenhalle zu einem Heldengedenkpreis, einem Dierstunden-Mann- schaftsfahren, zu dem auch zahlreiche Ausländer am Start erscheinen. 3n einem Fliegertreffen stehen sich die Meister O h m e l l a - Deutschland, M a r t i n e 11 i - 3talien, Debunn e° Belgien und Macairac - Holland gegenüber. So - wall, der deutsche Dauerfahrer, kommt einer Verpflichtung in Marseille nach. Wintersport. 3n Rorwegen werden die weltoeruhmten Holmenkoll-Skirennen ihrem Ende zugeführt. 3n Berlin wird am Sonntag und Montag die Deutsche Eishockey-Meisterschaft im Berliner Sportpalast zur Entscheidung gebracht. Süd- und Westdeutschland stellen je drei Vertreter, Nord, Mittel und Berlin je 2, die anderen Verbände je einen Vertreter für diese Runde. Die letzten Futzballverbands- spiele in Hessen-Hannover. h. Mit dem haushohen Resultat von 9:3 schlug der S. C. 03 Kassel die vereinigten Marburger. Cs handelt sich hier weniger um schlechtes Spiel der Marburger, als um die vorzügliche Form der Kasselaner, so daß das Resul- (=) Für nächsten Sonntag hat sich die Liga - Mannschaft der Fuldaer „Borussia" zu einem Gesellschaftsspiel auf dem dortigen Platz Der- pflichtet. „Borussia ist durch ihre Erfolge in der letzten Bezirksligaserie bekannt und sicherte sich in der vierzehnstelligen Tabelle den vierten Platz, was zweifellos von respektablem Können spricht. Am vergangenen Sonntag konnte sie auf eigenem Platz „Helvetia" Frankfurt 6:3 schlagen. Ob V. f. B. gegen diesen Gegner einen Sieg herausholen kann, mag zweifelhaft erscheinen und wird in erster Linie vom Sturm, bzw. dessen Aufstellung abhängig fein. Das eine dürfte aber feststehen: sind die erkrankten Spieler wieder mit von der Partie und kann die Mannschaft in kompletter Aufstellung fahren, fo werden unter Voraussetzung normaler Verhältnisse die Boni- faziusstädter alles daransetzen müssen, um als Sieger aus dem Kampf heroorzugehen. Die 2. Mannschaft fährt nach Dillenburg, um gegen die dortige „Zweite" das fällige Rückspiel auszutragen. Im Vorspiel vor einigen Wochen auf hiesigem Platz blieb V. f. B. mit nicht weniger als 11:2 Sieger. Diesmal werden jedoch die Gießener mit einem weniger hohen Sieg zufrieden fein müssen, da Dillenburg den Vorteil des eigenen, ungewöhnlich kleinen Platzes für sich hat. Die erfolgreiche 3. Mannschaft macht eine „Reise" nach Heuchelheim und will mit ihrem Kampf gegen die Zweite des Plakvereins siegreich zurückfahren. Das Resultat des Vorspiels hier lautete 6:4 für V. f. D. Auch die beiden Iugendmannschasten find am kommenden Sonntag beschäftigt. So hat die 1. Jugendmannschaft auf hiesigem Platz die gleiche des F. C. 05 Wetzlar zum Gegner, während die 2. Mannschaft sich in einem Freundschaftsspiel mit der 1. Jugendmannschaft von Lollar mißt. Aus dem Arbeiter-Turn- und Sportbund. £ Ein äußerst interessanter Kampf wird am Sonntag auf dem Sportplatz der Freien Turnerschaft Gießen (Trieb) zum Austrag kommen. Dort treffen sich die ersten Mannschaften von Heuchelheim und Lollar. Heuchelheim hat schon wiederholt Proben seines vorzüglichen Könnens abgelegt und tragt sich mit der Hoffnung, in den kommenden Verbandsspielen die Meisterschaft zu erringen. Lollar repräsentiert eine ausgesprochene Kampf Mannschaft, so daß wohl jeder auf seine Rechnung kommen wird. Vorher spielen die Zugendmannschaften Lollars und Gießens. Die Lollarer Mannschaft ist eine Reugründung und absolviert ihr erstes Spiel. Beide Spiele sind als Schiedsrichter- prüfungsspiele gedacht, jedoch darf darauf hingewiesen werden, daß die Spiele durch die Prüfung keine Beeinträchtigung erfahren. 3n W i e s e ck spielt die neuerstandene erste Mannschaft seit langer Zeit ihr erstes Spiel gegen die erste des Männerturnvereins Marburg. Wieseck war schon einmal Dezirksmeister und als Mannschaft mit ausgezeichneter Spielweise bekannt. 3n der neuen Mannschaft ist der größte Teil der früheren Spieler wiederzufinden. Ob ihr trotzdem gegen die starken Marburger die Siegespalme zuzusprechen ist, erscheint angesichts des seitherigen geringen Trainings fraglich. Hessen-Hannover und die W. 5. V--Endspiele. tz. An der „Runde der Ersten" nimmt erstmalig der erst am vorigen Sonntag ermittelte Ruhrbezirksmeister B. V. Altenessen teil. Hafer Hesfenmeister „Spor t" Kassel ist der Gegner zu diesem Spiel (in Gelsenkirchen). Wir können auch hier, genau wie am Vorsonntage, gegen Duisburger Sp. V., kaum eine Chance auf Gewinn erkennen. Allerdings wird das Resultat erheblich knapper ausfallen. 3n der „Runde der Zweiten" treffen sich in Köln: Kurhessen Kassel und Fortuna Düsseldorf. Hier wäre eine Gleichheit im Spielverlauf, vielleicht auch im Ergebnis eher anzunehmen. Kurhessen zeigte letzthin gegen Rheydter Sp. V. immerhin schon eine bemerkenswerte Leistung. Wir haben also in dem Dre Hefsenmeister. F. C. 05 Wetzlar, muh am kommenden Sonntag in Hagen gegen den Meister von Berg-Mark, Eller 04, antreten, lieber das Abschneiden der Wetzlarer kann man sich fein klares Bild machen. Im günstigsten Falle sollten sie ein Unentschieden erzielen. Mehr nicht! Wenn sie überhaupt antreten? Denn die weiten Reisen können von Wetzlar finanziell nicht durchgeführt werden, es sei denn, daß der Verband hilft. Und das ist bis heute noch sehr fraglich. Die deutschen Schwimmer Rademacher Frölich sind in Neuyork (in Begleitung Behrens) eingetroffen und befinden sich nach der überstandenen Reise recht wohl. Die Termine der ersten Starts stehen noch nicht fest. Ein August Lehr-Denkmal soll zur Erinnerung an diesen Meister-Radfahrer am 1. öfter- feiertag im Frankfurter Stadion einge- Kampf schon eher Derechttgung, auf ein günstiges Abschneiden zu hoffen. Die Auf- und Abstiegsspiele im Bezirk Hessen • Hannover beginnen ebenfalls am kommenden Sonntag. Gießen 1900 (nunmehr mit der Spielvereinigung Gießen zur Spielvereinigung 1900 bereinigt) trifft auf den Kasseler Vertreter: Tura Kassel. Das Spiel findet in Warburg statt. Um die Main-Bezirksmeisterschaft. 9lad) einer Veröffentlichung des Süddeutschen Fußballverbandes finoet das Entscheid ungs spiel um die Main-Bezirksmeister- fchaft zwischen dem 1. Hanauer Fußballklub 1893 und dem Fuhballsportverein Frankfurt a. M. am kommenden Sonntag in Mannheim auf dem Platze des D. f. R. Mannheim statt. Beide Vereine haben bereits ihr Einverständnis dazu erklärt. Handball im Turngau Hessen der D. T. Am kommenden Sonntag empfängt die erste Handballmannschaft des M. T. D. G > e ß e n die gleiche der Turngemeinde Marburg zu einem Freundschaftsspiel. Da beide Mannschaften über eine ausgeglichene Spielweise verfügen, verspricht das Treffen, das auf dem Universitäts-Sportplatz stattfindet, einen sehr spannenden Verlauf zu nehmen. Handball in Wetzlar. Am Sonntag treffen sich in Wetzlar die beiden Polizeivereine von Wetzlar und Butzbach. Die Gegner sind ungefähr gleich. Um die westdeutsche Handball - Meisterschaft. tz. Eine Ueberraschung bedeutet der Ausgang des Spieles Westfalia Bochum —Rasensport Mühlheim mit 1:2. Die Niederlage der Bochumer ist unverständlich. Ebenso hätte man den Ausgang des Spieles S. C. 08 Münster gegen Düsseldorf-Eller 3:1 eher umgekehrt gedacht. Mit dem gleichen Ergebnis verlor auch Eller gegen D. f. B. 08 Aachen. Den bisher gezeigten Leistungen nach scheint die Meisterschaft zwischen Aachen und Hagen 05 zu liegen. Die Tabelle hat jetzt folgendes Aussehen: Turnen, Sport und Spiel Was der Sonntag bringt. HJj KOW-W ffl M um üfflLMti: *) Leo Troizki: „Wohin treibt England?" Deutsche Verlagsgesellschaft für Politik und Geschichte, Berlin. Wohin treibt England? Von Dr. F. C. Rode. berichtet, jener südöstlichsten deutschen Kolonisten- siedlung, die auch an diesem Abend den Gegenstand des Vortrages bildete. Aus einer Reise im vergangenen Sommer hatte der Redner Gelegenheit gehabt, das treue Festhalten dieser Dobvub- schadeutschen an ihrer deutschen Art zu bewundern. Zumeist aus Schwaben eingewandert, haben sie, umgeben von fremdsprechenden Völkern, ihre traute Heimatsprache unverfälscht erhalten, deutsch mutet die Sauberkeit der kleinen Dörfer an, deren weihgetünchte Lehmhäuschen freundlich hinter dem Grün der Bäume — eine Seltenheit in der bäum- und strauchlosen Dobrudscha — hervorlugen. Leider aber bedrohen wirtschaftliche und kulturelle Röte dieses exponierte Deutschtum aufs schwerste. Eine Reihe von Mißernten und die Gnteignungsbefehle der rumänischen Regierung stellen den deutschen Kolonisten vor den wirtschaftlichen Ruin. Hinzu kommt der Kampf um die deutsche Kultur. Mit Gewalt versuchen rumänische Lehrer die deutschen Kinder ihrer Muttersprache zu entfremden, um so wirksamer, als nur noch vier deutsche Pfarrer und drei deutsche Lehrer den deutschen Unterricht vermitteln. Hilfe tut dringend not, sollen diese Deutschen nicht deut Deutschtum verloren gehen! Bornotizen. — Lageskalender für Freitag. Stadttheater: 71/, Mr »Der fröhliche Weinberg". (Ende Mr.) — Kundgebung für Oberschlesien: 8’1 Mr Reue Aula der .Universität. — Hausbesitzer-Verein: 8 Uhr Katholisches Vereinshaus, Hauptversammlung. — Lichtspielhaus, Bahnhof- s.raste: „Der Wetbsteufel". — Palastlichtspiele: „Freies Volk'. — „Italienische Renaissance und deutsche Wiedergeburt." lieber dieses Thema hält Geheimrat Sommer am morgigen Samstag, 27. ds. Mts. abends 81,! Uhr, im Saal der Buchhandlung Keistner einen Vortrag. Schon am Anfang der Krieges sind seine beiden Sonettensammlungen „Wiedergeburt" erschienen, die aus Grund langer Beschäftigung mit dem geistigen Inhalt und den Persönlichkeiten der Reimissance, die Darstellung beiv Vergangenheit und der Gegenwart verbinden. Am Schluß des Vortrags sollen die Sonette gelesen werden. (Siehe heutige Anzeige.) Oberhessen. Landkreis Gießen. <> Langgöns, 25. Febr. Bei der im Distrikt „Wehrholz" des hiesigen Gemeindewal- d e s ftattgefunbeneu Brennholzversteige- rung wurden folgende, als außerordentlich hoch zu bezeichnenden Preise erzielt: Buchenscheitholz 25 bis 28 Mk. je Rm., Buchenknüppel 20 bis 25 Mk. je Rm., Buchenreiser 20 bis 28 Mk. je 5 Rm. (50 Wellen), Kiefernknüppel 8 bis 10 Mk. je 5 Rm., Kiefernreiser 8 bis 10 Mk. je 5 Rm. (50 Wellen), Buchenstockholz 15 bis 22 Mk. je Rm. und Kiefernstockholz 8 bis 12 Mk. je Rm. df. Grün in gen, 25. Febr. Hier tagte der Vorstand des Wettertalsängerbundes, der im September 1922 gegründet wurde. Partei, den Interessen und Bedürfnissen des englischen Proletariats gerecht zu werden. So ist der Weg zur revolutionären Entwicklung gegeben. Trotzki sieht diese als eine gewisse von selbst gegebene Folge früherer Bewegungen in England an, wie der Revolution des 17. Jahrhunderts und des Chartismus. Zugleich kommt er aus der geschichtlichen Vergangenheit zu der Erkenntnis, daß die gesamte neueste Entwicklung Englands in den Spuren der europäischen Revolutionen verläuft." (?) Er zieht gewisse Parallelen zwischen der französischen und russischen Entwicklung und gleichzeitigen und nachfolgenden politischen und wirtschaftlichen Ereignissen in England: „Die große französische Revolution, die Juli-Revolution 1830, die Revolution 1840, der nordamerikanische Bürgerkrieg, der 60er Jahre, die russische Revolution 1905 und die russische Revolution 1917 trieben die öffentliche Entwicklung Englands vorwärts und find in der Geschichte Englands als Etappen der größten gesetzgeberischen Reformen . verankert. Ohne die russische Revolution 1917 wäre Macdonald 1924 nicht Premierminister geworden." Ausführlich wird begründet, warum die Arbeiterpartei in dieser Entwicklungsreihe versagen und deshalb verschwinden muh: „Von Macdonald, Clynes und Snowden kann man mit demselben Recht revolutionäre Energie erwarten, wie wohlriechende Düfte von faulen Rüben." So gehe der Weg der englischen Arbeiter unfehlbar zum Kommunismus, wobei der allmählichen Radikalisierung der „Trabe Unions" eine wichtige Aufgabe erwachsen soll. „Der eigentliche Verlauf des Kampfes, seine Dauer und sein Ausgang hängen ganz von den inneren, besonders ober von den internationalen Bedingungen der Zeit ob, in der sich der Kampf entfalten wird." Englands politisch-wirtschaftliche Lage wird den Kampf zum Weltkampf auswachsen lassen: „Es wird eines der größten Dramen der Weltgeschichte werden. Das Schicksal des englischen Proletariats verbindet sich in diesem Kampf mit dem Schicksal der ganzen Menschheit. Die Weltsituation und tue Rolle des englischen Proletariats in der Produktion und in der Gesellschaft verbürgen ihm den Sieg unter der Bedingung einer richtigen und entschlossenen revolutionären Leitung. Die kommunistische Partei muß sich als die Partei der proletarischen Diktatur entwickeln und zur Macht kommen. Es gibt keinen Umgehungsweg. Wer an ihn glaubt und ihn verkündet, kann die englischen Arbeiter nur betrügen, das ist die Quintessenz unserer Analyse." Es soll nicht geleugnet werden, daß die Thesen- stellung und Beweisführung Trotzkis auch da bestechend erscheinen, wo sie den realen Boden verlassen und sich in das Reich der Wunsche verlieren. Man merkt, daß der Wunsch der Vater des Gedankens ist: der Wunsch nämlich, daß eine gleichgeartete Entwicklung Englands den Hauptgegner der kommunistisch-bolschewistischen Welt von innen heraus lahm legt. Der englisch-russische Gegensatz hat einen großen Teil des neunzehnten Jahrhunderts der europäischen Politik beherrscht. Auch heute stehen sich beide Reiche vielfach gegensätzlich und mißtrauisch gegenüber, wiederum aus außenpolitischen Gründen, die ihren Ursprung in der inneren Struktur beider Mächre finden. Von diesen» Gesichtswinkel aus unternimmt es der russische Kommunistenfuhrer Leo Trotzki*), Englands heutige politische und wirtschaftliche Lage zu erörtern — wie er sie sieht — und aus ihr Schlüsse auf die Entwicklung auch der Zukunft zu ziehen. Die Tendenz des Buches ist natürlich die eines Kommunisten, die es dem Verfasser vielfach nicht gestattet, die so ganz anders gearteten Verhältnisse richtig zu erkennen und zu beurteilen. Aber selbst dann, wenn man gewisse Abzüge macht, bleibt die Darstellung von Englands heutigem und künftigem Schicksal auch für den fesselnd, der die politisch-wirtschaftlichen Ansichten des Verfassers sonst nicht zu teilen vermag: Trotzki meint, daß durch den Krieg der alte Zusammenhang Englands mit den Dominions völlig erschüttert sei, der auf dem Glauben beruht habe, daß Englands Politik hauptsächlich die des Friedens sei, und daß es die Meere beherrschte. Jetzt habe England zugleich die maritime Hegemonie verloren und sei wirtschaftlich und finanziell von seiner alten Höhe herabgestiegen. Das Kennzeichen bilde die Zahl der Arbeitslosen, die seit vier Jahren stets zwischen li und 14 Millionen Menschen betragen habe. Die Zukunft Altenglands ist machtpolitisch und wirtschaftlich düster: sie führt mit Naturnotwendigkeit zu einer Verschärfung der sozialen Verhältnisse und wird die Bildung einer starken Kommunistischen Partei bringen, die im gegebenen Augenblicke die Herrschaft antreten wird. Auf dem Wege zu diesem Ziele setzt sich Trotzki mit den heute vorhandenen politischen Faktoren Englands auseinander, Königtum, Konservativen, Liberalen, Arbeiterpartei. Er stellt ihnen allen zwar keine günstige Prognose für eine längere Zukunft, verkennt aber doch auch nicht die Schwierigkeiten ihre Ueberminbung: „Je reicher und kultivierter ein Land ist, je älter seine parlamentarisch-demokratischen Traditionen sind, desto schwieriger gestaltet sich für die kommunistische Partei die Eroberung der Macht, aber desto schneller und erfolgreicher wird sich auch der sozialistische Aufbau nach der Eroberung der Macht vollziehen", eine Prophezeiung, für die der Verfasser uns bisher den Beweis noch nicht erbracht hat. Der Weg zur kommunistischen Herrschaft erfordert die „Gradation", d. h. ernste Vorbereitung, die in der politisch-wirtschaftlichen Entwicklung Englands liegen soll und in der Unfähigkeit der heutigen Führung der Arbeiter- eirllita litt %i frjft UUMWMW dim ♦WIVUU J W MWMW MWt Uö6 MWlIWlWS _________1770a Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 26. Februar 1926. •* Halbmast. Auf Beschluß, des Gesamt- mimsteriums haben die hessischen Staats- und Gemeindebehörden am kommenden Sonntag, dem Vvlkstrauertag, die öffentlichen Gebäude auf Halbmast hu flaggen. ** Gegen den geplanten Schul- und Lehrerabbau. Der Katholische Lehreroerein in Hessen hält am morgigen Samstag in Darmstadt eine außerordentliche Sitzung des Hauptvorstandes ab, in der Stellung genommen werden soll zu dem geplanten Schul- und Lehrerabbau. In gleicher Sache tagt der Hessische Landeslehrerverein am Sonntag, 28. Februar, in Frankfurt a. M. . WSN. Erhöhung der Altersgrenze für hessische Beamte? Wie der „Schulbote für Hessen" mitteilt, soll die hessische Regierung aus Sparsamkeitsrücksichten beabsichtigen, die gesetzliche Altersgrenze für die Zwangspensionierung der Be- amten bis auf weiteres vom 65. auf das 68. Lebensjahr hinaufzusetzen. ** Aus dem Gießener Fußball- s px> r t. Rach längeren Verhandlungen haben der ©portclub 19 0 0 und die Spielver- clnigung 04 in Gießen ihre Verschmelzung unter dem Vereinsnamen „Spielvereinigung 1900“ beschLossen, um dadurch mit vereinten Kräften der sportlichen Weiterentwicklung ihrer Mit- alieder einen neuen, verstärkten Antrieb zu geben. Mit den aus dieser Reuorganifation resultieren» den Fragen soll sich morgen abend eine Generalversammlung int Gasthaus Doller beschäftigen. (Siehe heutige Anzeige.) dt. Verein für das Deutschtum im Ausland. Am Dienstag veranstaltete die hiesige Ortsgruppe des Bundes für das Deutschtum im Ausland einen Vortragsabend mit Lichtbildern in der Reuen Aula der Llniversität. Der Vorsitzende, Studienrat Dr. König, wies in seinen einleitenden Worten darauf hin, daß heute, wo infolge des Friedensdiktats nur etwa -[«, aller Deutschen von dem deutschen Staatsverbande umschlossen werden, während das andere Drittel fremden Hoheitsgebieten untertan ist, und ferner gerade in jetziger Zeit, wo einem großen Teile dieser Auslanddeutschen die Gefahr einer gewaltsamen Entfremdung vom Mutterlande droht, es dgnngenve Pflicht eines jeden sein muh, durch treues Zusammenstehen die bedrängten Volksgenossen zu stützen. Richt mit Geldspenden allein ist es getan, so notig sie auch sind, wichtiger ist das Bewußtsein einer über die Grenzen hinaus- reichenden Schicksalsgemeinschaft. Diesen Gedanken griff der Hauptreferent des Abends, Srudienrat Weckerling - Friedberg, auf und entwickelte ihn weiter in dem Sinne, daß das Gefühl der inneren Verbundenheit mit unseren außerhalb des heutigen Deutschen Reichs lebenden deutschen Brüdern und Schwestern bewußt in die Herzen der jungen Generation gepflanzt werden müsse, um auf diese Weise Gemeingut des gesamten deutschen Volkes zu werden. Deshalb wurde am Samstag etwa 1600 Gießener Schulkindern von deut Leben und Treiben der Dobrttdschadeutschen ausgesucht werden, bte als Tauschobjekt in Frage kommen. Der Zuaangswea zum israelitischen Friedhof, der an manchen Stellen reparaturbebürfttg ist, soll ausgebeffert, ebenso sollen Teile der Friedhofsstraße, welche durch das Hochwasser gelitten haben, neu gepflastert werben. — Der hiesige Rinder- z u ch t v e r e i n hielt dieser Tage eine Versammlung ob, in der Bürgermeister Müller über „Die Umstellung von (Betreibebau auf Weidewirtschaft" sprach, die durch die derzeitige schwierige Lage der Landwirtschaft erforderlich werde. Rach längerer Aussprache erklärte man sich im Prinzip für die Errichtung einer Jungviehweide. Wegen der Bereitstellung des erforderlichen Geländes soll mit der Gemeindeverwaltung verhandelt werden. Zur Teilnahme an der nächsten Bullen- a u f t i o n durch die Landwirtschaftskammer erklärten sich mehrere Mitglieder bereit. Schließlich beschloß man noch die Ausarbeitung eines neuen Statuts. Starkenburg. WSR. Erbach, 25. Febr. Die Grippe greift hn ganzen Odenwald ungeheuer um sich. In vielen Familien liegen mehrer^ Personen darnieder. Die, Aerzte haben alle Hämfe voll zu tun. Glücklicherweise sind alle Erkrankungen leichter Rattcr. Preußen. Kreis Wetzlar. Hf W e tz l a r, 25. Febr. In Burgsolms, Oberbiel und Steindors ist die S ch w «k n e- p e st amtlich festgestellt worden. Die .Seuche soll durch einen von auswärts bezogenen Transport Ferkel emgeschleppt worden sein. — Die Maul- und Klauenseuche ist in Klein-Rechtenbach und Nauborn erloschen. k. Lühellinoen, 25. Febr. Um eine bessere Abfuhr landwirtschaftlicher Erzeugnisse zu ermöglichen sowie um Baugelände zu erschließen, hat Die Gemeinde den Ausba u verschiedener Wege st recken in der hiesigen Gemarkung beschlossen. z. Großrechtenbach, 25. Febr. Ein hiesiger junger Mann, der im Jahre 1921 in die französische Fremdenlegion gelangte, hat seinen Angehörigen mitgetetlt, ba6 er demnächst in die Heimat zurückkehren werde. CO Vollnkirchen, 25. Febr. Nachdem die hiesige Mehrer ft eile vor kurzem neu besetzt worben ist, wird nun auch das Schulhaus einer gründlichen Instandsetzung unterzogen. Die zur öffentlid)en Verdingung ausgeschriebenen Arbeiten sind folgenden Handwerkern übertragen: die Maurerarbeiten dem Maurermeister Ludwig, hier, die Weißbinder- und Anstreicherarbeiten dem Weißbinder W a tz in Oberwetz und die Schreinerarbeiten dem Schreiner U l m von hier. — Der W e g von hier nach Volpertshausen befindet sich in einem so schlechten Zustande, daß er besonders bei ungünstiger Witterung kaum passierbar ist. Die Gemeinde hat sich entschlossen, den Weg in diesem Jahre auszubauen, falls es ihr gelingt, die nötigen Geldmittel aufzubringen. Bei dem Wegebau sollen die Erwerbslosen dsr hiesigen und die der Nachbargemeinden beschäftigt werden. <> Dornholzhausen, 25. Febr. Die im hiesigen Gemeindewald stattgefundene Brenn- holzversteigerung brachte ungefähr dieselben Preise, wie sie bei den bisher in den benachbarten Gemeindewaldungen abgehaltenen Versteigerungen erzielt wurden. Es kamen: Buchenscheitholz 20 bis 22 Mk. pro Raummeter, Buchenknuppel 18 bis 20 Mark pro Rm., Buchenreiser 25 bis 28 Mk. pro 5 Rm. (50 Wellen), Kiefernnutzholz (3 Meter lang) 25 bis 30 Mk. pro 3 Rm. Bei der Nutzholzversteigerung wurden für den Festmeter Kiesern- unb Fichtenstämmen zwischen 18 und 25 Mk. gezahlt. Für Stangen wurden bezahlt: 1. Klasse 2 Mk. bis 2,50 Mk. je Stück, 2. und 3. Klasse 1 Mk. bis 1,50 Mk. je Stück, 4. und 5. Klasse 0,50 Mk. bis 0,80 Mk. je Stück und 6. bis 8. Klasie 0,10 Mk. bis (X15 Mk. je Stück. x. Niederkleen, 25. Febr. Mit der F e r t i g- ste 11 ung des hiesigen Wasserleitungs, b a u e s ist jetzt begonnen worden. Bei den Arbeiten werden zunächst bte hiesigen Erwerbslosen beschäftigt, die bisher schon Erwerbslosenunterstützung be- S haben. Ihnen werden sich in den nächsten i noch weitere Erwerbslose aus den Nachbar- gemeinden zugesellen. Durch die Rohrlegungsarbei- ten ist der „Schneiderberg", für den öffentlichen Verkehr gesperrt. Die Umleitung des Verkehrs erfolgt durch die „Kreuzgasse" und „Schietzecke". Maingau. WSR. Frankfurt a. M., 25. Febr. 3m Hause Rödelheimer Landstraße 147 wurde gestern morgen das etwa 50 Jahre alte Ehepaar Schmist tot aufgefunden. Die Frau war schwer leidend und der Mann seit längerer Zeit arbeitslos. Den Hausbewohnern fiel es auf, daß man niemand mehr in Der Wohnung hörte, worauf die Oefsnung der Wohnung durch die Polizei veranlaßt wurde, wobei beide in ihren Betten tot aufgefunden wurden. Die Festste^un- gen ergaben, daß der Tod schon einige Tage vorher infolge Gasvergiftung eingetreten war. Beide sind anscheinend freiwillig aus dem Leben geschieden. — Seit einiger Zeit tritt hier ein Fahrraddieb auf, der bei Geschäftsleuten unter irgendeinem Vorwand Geld leiht und als Sicherheit ein gestohlenes Fahrrad, als Pfand gibt. — Der"Kriminalpolizei ist es gelungen, in der Person des 28jährigen Friedrich Teubner aus Rödelheim einen Mansarde n e in b r eche r festzune hme n, dem mehr als 100 Mansardeneinbrüche zur Last gelegt werden. Einen großen Teil der Diebstähle hat der Verbrecher bereits eingestanden. 3n der Hauptsache waren es arme Leute und Dienstmädchen, die von dem Verbrecher bestohlen wurden. 3n seiner Wohnung wurde ein ganzes Warenlager aller möglichen und unmöglichen Waren gefunden unb beschlagnahmt. Teubner hat die gestohlenen Sachen unter der Angabe, sie auf Auktionen erstanden zu haben, weiter- verkauft und auf diese Art seinen Lebensunterhalt bestritten. 3hrn gehören die Gesangvereine von Dorf-Gill, Grüningen, Muschenheim, Cberstadt, Langsdorf und Bettenhausen an. Der Vorstand tarn überein, in diesem Jahre kein Wertungssingen abzuhalten, zumal die Vereine sich an der am 30. und 31. Mai stattfindenden Fahnenweihe des Dundesvereins „Eintracht" Grüningen beteiligen werden. Der Vorstand des Bundes wurde auf 3 Jahre wiedergewählt. Lehrer G ünth er - Muschenheim ist auch weiterhin Bundespräsident: als Stellvertreter wurde Lehrer Mar st eiter - Watzenborn-Steinberg gewählt. Kreis Büdingen. Nidda, 25. Febr. Der Turnhalleneubau, der im vergangenen Jahre begonnen wurde, hak, wie viele andere Neubauten, gleichfalls die Z eitei» wirtschaftlicher Not durchzukosten. Die Hoffnung, von auswärtigen Freunden und Gönnern namhafte Beträge buchen zu tönen, hat sich nicht ganz erfüllt. Wenn auch von der Gotz- Stiftung der Deutschen Turnerschaft und vom Hessischen Staat im laufenden Jahr noch ansehnliche Zuschüsse erwartet werden dürfen, so ist immerhin noch die Bereitstellung einer großen Summe Geldes erforderlich. den Bau z»i vollenden. Zur Zeit ist das Dach fertig, die Fenster sind eingesetzt und die Weißbinder arbeiten an dem Vervutz der Decken. Man will vorläufig nur das Allernotwendigste fertigstellen. Jede nicht unbedingt nötige Ausschmückung soll unterbleiben und auf einen günstigeren Zeitpunkt verschoben werden. Dieser Entschluß des Turnvereins ist nur zu begrüßen. Unter den Herr- sehenden Umständen wäre es verfehlt, sich eine Schuldenlast auszubürden, deren Zinsen ben Verein erdrücken müßten. Bad-Salzhausen, 25. Febr. Das im vergangenen Herbst neu angelegte @ra» dierwerk wird jetzt mit einer überdeckten Wandelhalle umgeben, die zum Beginn der Dadesaison fertiggestellt sein soll. Wenn auch die ganze Gradieranlage sich nur in bescheidenen Ausmaßen bewegt, so werden doch die kommenden Kurgäste sie in gesundheitlicher Hinsicht als große Wohltat und Annehmlichkeit empfinden. Das im vorigen Jahr neu hergestellte Kurhaus hat nach Beendigung der Dadesaison feinen Pächter gewechselt. Man hofft, daß es, mehr wie seither, künftig der Mittelpunkt geselligen Dadeverkehrs sein wird. — Rachdem in dem hiesigen Draunkohlen-Dergwerk die letzten Haldenbestünde abgefahren sind, kommen sämtliche industriellen Anlagen zur Veräußerung. Baracken- bauten, Anschlußgeleise und sonstige Anlagen werden abmontiert und zum Verkauf gebracht. Somit ist das Schicksal unserer Bramckohlengruoe, die nur zur Zeit der Kohlenknappheit nach Kriegsende einigen Ersatz zu bieten vermochte, sicherlich endgültig entschieden. Kreis Schotten. Id. Schotten, 25. Febr. Dem aus merksamen Beobachter des Güterverkehrs unserer Rebenbahn fällt das fast völlige Aufhö - ren der früher gegen Frühjahr sehr starken Verladetütigkeit von Heu auf. Im Bahnverkehr spiegelt sich die veränderte wirtschaftliche Lage der Vogelsberger Landwirtschaft, die sich mit den bestehenden Absatzschwierigkeiten für Heu imb Frucht abgefunden hat und zu einer Vermehrimg der Viehbestände über gegangen ist. Das früher in den Handel gebrachte Heu und die z. Z. unverkäufliche Frucht werden nun in der heimischen Viehwirtfckmft verbraucht, ja noch größere Mengen Stroh gugetauft. _ Der ehedem abrvllende, mit Heu beladene Güterwagen ist vom anrollenden Strohwa^en abgelöst worden. QRag auch für diese 'Veränderung im Güterverkehr die knappe und rninderwerttge Stroh- ernte der hinter uns liegenden Regenjahre nicht ganz belanglos sein, in erster Linie ist sie auf die verstärkte Viehzucht zurückzuführen, mit deren Hilfe sich der Vogelsberger Bauer bisher noch einigermaßen über Wasser gehalten hat. * Eichelsdorf, 25. Febr. Um die bei der Firma 3. Himmelsbach in Ridda und Eichelsdorf beschäftigten hiesigen Holzarbeiter während der in beiden Werken eingelegten Kurzarbeit für den ausfallenden Arbeitsverdienst zu entschädigen, läßt die Gemeinde durch die Kurzarbeiter Ausbesserungen an den Feldwegen vornehmen. ld. Aus dem Vogelsberg. 25. Febr. Der Vogelsbergwanderer hat eben Gelegenheit, sich an zwei Frühlingsboten zu erfreuen, die ihm in der Ebene nicht begegnen. Es sind dies das aus Feldgehölzen hervorleuchtende großblütige, wilde Schneeglöckchen und der die Waldränder säumende, rötlichviolett blühende, stark buffende, sehr giftige Seidelbast. Da beide Pflanzen durch ihre geringe Höhe weniger in die Augen fallen als die weithin leuchtenden Kätzchenträger Weide und Haselnuhstrauch, bleiben sie vor deren Schicksal belvahrt, Sonntags ihrer herrlichen Blüten beraubt zu werden. kg. Gedern, 25. Febr. Aus der Gemeinderatssitzung: Der Bürgermeister teilte mit, daß das Kreisamt die Verpachtung des Jagdbezirks I nicht genehmigt hat, da der Pachtpreis im Verhältnis zu dem Pachtpreis der anderen Jagdbezirke zu niedrig sei. Nach längerer Debatte tmube mit 11 gegen eine Stimme tzie nochmalige Verpachtung beschlossen. Für die ausgeschriebene Lieferung von Wasserleitungsrohren erhielt die Firma Wolf V o e h l den Zuschlag, da ihr Angebot das billigste war. Bis zum Walzen der Hauptstraße, das im April oorgenommen werden soll, sind in dieser allein 53 Wasserleitungsreparaturen auszuführen. Die in den Nebenstraßen notwendigen 13 Nepara- turen sollen später uorgenoinmen werden. Ebenso soll die Anschaffung der W a s s e r m e s s e r wegen zur Zeit hoher Ausgaben erst spät erfolgen. Wegen Erwerbs des Geländes der Wafferpump- ft a t i o n soll behördliche Entscheidung erfolgen, da keine Einigung mit dem Grundbesitzer erzielt werden konnte. Für den beabsichtigten Tausch von Gelände am Auerzahn, das der Kirche gehört und zur Vergrößerung des neuen Marktplatzes dienen soll, sollen geeignete Grundstücke Nachdruck verboten. 2. Fortsetzung. ihm und James Wood ließ sich einen Kaffee geben te zu verkündete DW n^y©St681 Modelle sind bereits eingetroffen! i c> Verkäufe (neben Schade & Füllgrabc) 1794a Sichert sparsamste l/ern/endung Amalie Müller 1800 kommen: Kein Laden Eingang Ecke BolkSbad Eichenslammholz: Preiswerte I Holzversteigernng des Sraflichen Forstamts zu Laubaü ittOailllp0'1$ 38I$r)31 Dienstag, den 2. März, vormittag VJlIibUiL OOSlIEj IiIlU 1QI < im Gasthaus .Zur Staubt VzVtBsW| v HVII]VvvvW zu Laubach aus den Distrikten Lampert- Laubach. vormittags Kla e rm Eichen- 3w Gemöfe-Wa fffloöofe o 85 171 90 638 105 1.20 2.- 1,20 0.80 0.75 0.80 1.20 3.25 Wood an ersten auf c e e e e e e mit mit mit mit mit mit mit das den km km km km km km km Stück Stück Stück Stück Stück Stück Stück Wieder das blecherne, monotone, gefühllose: „Rien ne va plus!“ Wieder die atemlose Spannung. Wieder Warten, Zittern, Brennen. Er griff sich an Hals. Drückte ihn plötzlich der Kragen? Beste Qualitäten schönsten Formen War sie gerade, setzte er ungerade. „Treize — noir — passe impair —" der Croupier. Einen Moment lang fingerte James seinen Chips herum, dann legte er den die Nummer 26. 200 4 30 456 80 39 55 91 102 31 5 4 MU Erbsen, mltwln Junge Erbsen, sei» junge Erbsen in. Mollen junge SAillMnen junger spinnt Junge Mlrnbi junge Murner HOhdien SiWWnrgel. mlllelfiarl recht — und lachte. Gemächlich schlenderte er auf einen der Diener zu und sagte zu ihm: „Ich möchte den Herrn Direktor sprechen. (Fortsetzung folgt.) darunter 15 fm Schnittholz, Buchen-Stämme 1. bis 3. Kl., 29 fm Fichten-Stiimme 3. bis 5. Kl., 84 fm Fichten-Derbftangen 1. bis 2. Klasse, 21 fm rm Buchen-, 64 rm Eichen-, und 9 rm Birken-Scheiterholz, rm Buchen-, 45 rm Eichen-, 4,6 rm Kiefern- und 32 rm Fichten knüppel, rm Buchen-, 169 rm Eichen-, 98 rm Fichten-Reisig, zu Laubach aus den Dtstnnen Lamperts- tor 4b, Hirtenbachskopf, Wildfrauberg2,4, Suhekopf 1b. 2b des Reviers Tiergarten — Am. — Scheiter: 355Buchen 1. u. 2 Kl, am Eingang des Waldes nach Münzen- berg. Am ersten Tag kommt nur Nutzholz zur Versteigerung. W o h n b a ch, am 23. Februar 1926. Hess. Bürgermeisterei Wohnbach. Kratz. 1762V 1,18 fm 2: 3: 4: 5: 6: 7: Nutz-und Brennhoizversteigerung im Fürstlichen Forstrevier Hungen, Distrikt Klafterschlag bei Langsdorf am Montag, dem 1. Mär; d. I., 11 Uhr oot- Klas Klas Klas Klas Kla Kla Eichen-Stämme 5. K., 14,40 fm Eichen-Stämme 6. KI., 24,50 fm Kirschbaum-Stamm 0,49 fm Lärche-Stämme 5. Kl., 1,42 fm Fichten-Stamm 3. Kl., 1,41 fm Fichten-Stämme 4. Kl., 1,79 fm Fichten-Stämme 5a-Kl., 4,87 fm Fichten-Stämme 5b-Kl., 45,20 fm Eichen-Derbstangen 0,22 fm Lärchen-Derbstangen 1,80 fm Fichten-Derbstangen 43,60 fm Eingang in den Wald. Bellersheim, 24. Februar 1926. Hahn, Markmeister. 0,29 fm. Unter dem Eichenholz befinden sich 12 ^-Stämme. Das Holz kann vor dem Termin eingesehen werden. Aufmaßlisten können bei rechtzeitiger Bestellung von Förster Pfeiffer bezogen werden. N i e d e r - W e i d b a ch, 23. Febr. 1926. Der Bürgermeister. 1743V 23 241 188 NutzholMrfteigerung Die Gemeinde Nieder-Meidbach verkauft am 5. Mär;, vormittags 11 Uhr, im Saale der Gastwirtschaft Rentfch aus Distrikt 10b, 25, 30b und 32 folgendes 1 5 21 38 122 1 7 1 2 HolMrfteigerung. Donnerstag, den 4. Mär; 1926, kommen im Mark- und Gemcindewald zu Bellers- 7,29 21,62 54,43 87,27 32,87 6,46 5,56 Bekanntmachung. Zn unser Handelsregister Abt. B wurde heute bei der Firma Lack- und Farbenfabrik Sondheim & Es., Aktiengesellschaft, Giehen, folgendes eingetragen: Durch Beschlust der Generalversammlung vom 11. Januar 1926 ist die Gesellschaft aufgelöst. Das seitherige Vorstandsmitglied Levi Sondheim, Kaufmann in Giesten, ist Liquidator. 1757B Gießen, den 17. Februar 1926. Hessisches Amtsgericht. 32 Stangen 1. Klasse, 7 schichtnutzscheiter, 1,2 m lang; Buchen 4. Klasse, 1 St. mit 0,45 fm; 5. Klasse, 1 St. mit 1,10 fm; anderes Laubholz 2. Klasse, 1 St. mit heim zur Versteigerung: Eichen-Stamm 2. Kl.. Eichen-Stämme 3. Kl., 4,43 fm Eichen-Stämme 4. Kl., 11,48 fm Schuhhaus Meyer Gießen, Bahnhofstraße 30 Fichten-Nutzreisig 17 fm Zusammenkunft vormittags 9j Uhr auf der Straße nach Treis-Münzenberg, am guten lausend abzugeb. Leihgesterner Weg 21. Televb. 1308. 01322 „Vingt-et-un--rouge — passe — impair!“ Vielstimmiger Schrei gurgelte empor. Fast der aan.ze Tisch hatte verloren. James Wood biß die Zähne zusammen. Himmelherrgott — warum hatte er den Ship nicht stehen lassen! Jetzt hätte er zehn Schilling mehr! Statt dessen nur noch zwei Chips! Zwei kleine armselige Ships---1 Unwillkürlich tastete er nach der rückwärtigen Hosentasche, in der sein Browning steckte. Sollte er nicht lieber warten? Er hatte den günstigen Moment verpaßt — —I Noch einen Kaffee---? Das Kleingeld reichte gerade dafür! „Rien ne va plus!“ „Le jeu est fait!“ Da riß irgend etwas in ihm. Er warf den dritte» Ship auf das Tuch. Blind, ohne zu überlegen. Just auf die Linie zwischen 17 und 18 fiel die kleine Platte. Der Eroupier sah's, erkannte mit dem gewohnten Berufsblick die Unsicherheit, die Zufälligkeit. „C’est bien?“ fragte er. a) Nutzholz: Eichen-Bau- und Wagnerhokh: 35 Stück mit 19,94 fm 2. bis 6. Klasse; Eichen • Schwellenholz: 58 Stück mit 40,17 fm 2., 3. und 4. Klasse (in ganzen Längen); Eichen-Grubenholz: 36 Stück mit 12,56 fm 5. und 6. Klasse; Hainbuchenstämme: 10 Stück mit 2,07 fm 5. und 6. Klasse, Fichtenstämme: 53 Stück mit 22,67 fm 4., 5a* und 5b-Klasse; Fichtenderbstangen: 3,78 fm 1. und 2. Kl. b) Brennholz: Buche: 27 rm Scheiter, 9 rm Knüppel, 10 rm Stöcke, 57 rm Astreiser, 243 rm Stammreiser; Stöcke, 57 rm Astreiser, 243 rm Stammreiser; Eiche: 63 rm Knüppel, 7 rm Stöcke, 35 rm Astreiser; Fichte: 17 rm Knüppel, 40 rm Stöcke. Das Holz liegt 3 Kilometer von der Station Langsdorf, nahe der Straße. An den Zügen 7 und 9 Uhr vormittags stehen Führer an der Station Langsdorf zum Vorzeigen des Holzes. Dieselben sind im Besitze von Auszügen über das Eichen- starnrnholz. Auskunft erteilt Förster Sarnes in Hungen (Oberhessen). Braunfels, den 23. Februar 1926. Fürstliche Rentkammer. Heinrich Driesch Seltersweg 70. 1791a Er war ein anderer. Er lächelte nicht. Er lachte, ötertte den Browning in die Hosentasche zurück. Strich sich die Haare glatt, zog seine Hosenfalte zu- mittagv, im Saale der Gastwirtschaft Schäfer zu Langsdorf. Zum Ausgebot 1742V darin her, die verloren hatte und mit saurem ®e sicht ihr zusah. „I say, darling, you must--“ James Wood hatte nicht das geringste Interesse für das, was das darling mußte. Er trat tief ab inend vom Tisch weg. Das Dm en war eingetroffen. Er würde gewinnen. Aber er fühlte, er war noch zu aufgeregt. Ruhig mußte er fein, die Nerven in der Hand haben, das hatte er jetzt nicht. Er fah, daß während des Spieles Diener ab- und zugingen und den Gästen allerlei servierten, Sorbets, Liköre, Kaffees. Wie wäre es, wenn man sich zunächst einmal einen Kaffee leistete? An den Spielsaal stieß ein kleiner, ganz orientalisch ausgestatteter Raum, in dem man an winzige» Tischchen sich von be» Anstrengungen der Rouletteschlacht erholen konnte. Ein unverfälschter Herrgott, wenn er aleich beim erstenmal gewann! Mit hundertachtzig Franken ließ sich schon etwas anfangen! Man hatte Kapital-- „Rien ne va plus!“ Er biß die Zähne zusammen. Die Ziffer mußte gewinnen. Er erinnerte sich, er war sechsundzwanzig Jahre alt gewesen, als der Krieg ausbrach--- „Deux — noir — passe — pair!“ Große Aufregung entstand am Tische. Zum vierten Male war noir herausgekommen! Aber niemand hatte gesetzt! Jetzt stürmten sie alle auf das schwarze Feld! Hunderte. Tausende häuften sich da an. Bare Geldscheine flatterten dazu. James Wood schob feinen zweiten Ship auf Rot. Zog ihn wieder zurück. Was hatte er mit armseligen fünf Schilling? Entweder--oder--! Er vertraute der Zwei an. Wie oft kam die Wiederholung. w Die tolle Herzogin Roman von E r n st Klein. Copyright by Carl Duncker, Verlag, Berlin. 6 Birken und Kirschbaum; Knüppel: 4OO Buchen, 8 Eichen und Kirschbaum, 15 Kiefern und Fichten; Stöcke: 110 Buchen, 2 Eichen, 30 Nadeln; Neisknüppel: 36 Buchen, 2 Fichten; Stammreiser: 150 Buchen, 226 Nadel- und Weichholz; Ast- reifer: 265 Buchen, 4 Eichen; 34 Nm Fichtennutzstammreifer teils Reis- und Bohnenstangen (abständig) aus Süße- köpf 1b. 1787V Kohlreiser und Lesholz flächenweise. Blau unterstrichene Nummern werden nicht ausgeboten. Auskunft erteilt Herr Förster Knöß zu Lardenbach bet Mücke James Wood schwankte. Vielleicht griff da, Schicksal selber zu? „Rien ne va plus!“ „Dix-huit, s’il voue platt!" rief er. Der Rechen schob den Ship auf die 18. „Dix-sept — noir — pas^e — impair!“ James Wood hätte beinahe aufgeschrien. Die Wut packte ihn. Das Schicksal spielte mit ihm. Narrte ihn — —! Einen Moment lang war ihm dunkel vor den Augen---1 Er hatte noch einen Ship. Den letzten! Und dann--- Erg riff in die Hosentasche, holte den Browning hervor und steckte ihn, in der Hand verborgen, in die Rocktasche. Entsicherte ihn--Ibrahim, Sohn des Abdullah — deine Chancen steigen ---! Jetzt war er wirklich ruhig. Nicht nur ruhig. Kalt. Lächelnd nahm er den letzten Ship heraus und drehte ihn zwischen den Fingern! Zsro--! Null! Das war's!--! Die richtige Nummer für ihn! Die Null mußte ihn vor dem Nichts retten — Er stand in der zweiten Reihe hinter einem quecksilbrigen Italiener, der unaufhörlich auf seinem Platze hin- und hersuhr---. „Excusez, Monsieurf“ sagte James Wood und beugte sich über seinen Vordermann hinüber, um (einen Satz zu machen. Im selbe» Moment zuckte der Mann auf. Stieß an Woods Hand--der Ship fiel herunter auf den Tisch — und von da auf den Boden--. „Rien ne va plus!“ Mit wildem Fluche bückte sich James Wood. Den Ship mußte er wiederhaben! Seinen letzten Ship! So ließ er sich nicht vom Schicksal betrügen. Rücksichtslos, unbekümmert um die Proteste der sitzenden und stehende» Spieler tauchte er unter. Kroch fast unter den Tisch--. Lange dauerte es, bis er sich wieder erhob. Dann stellte er sich dem Croupier gegenüber und beobachtete das Spiel. Aber er setzte nicht. Seinen Ship hatte er nicht wiedergefunden. Ihre Sellfedern werden billigst gereinigt in der 1,1920 Danwföenfeöeni- liemigungganftalt Böhling, Bergstraße 9. Reelle Bedienung! WM W- WsssWM in seiner Vage, enth. 2 Wob», ä 5 Zimm-, Bad, Diele u. Küche, ferner Zentral heiz, Parkettböden und Garte», für 45000 Jt bei größerer Anzahl- au verkaufen ». nach Uebereinkunst zu beziehen. Näh. durch 5(haumberg?r & Sonn ntsIR Ludtvigstr. 3O.~ WMW.MW llgeSnWn AllsstlMuvg Wirtin u.yrelsmrl üieöttr.UMe Univ DrEkti. H. fang?. Gletzen. SrittM. 7. „Kann man denn hier gewinnen?" „Wenn man es geschickt anfängt — ja. Bonne chance, mon capltaine!“ Und sie glitt weiter. Er sah ihr nach. Schade — schade! Na, vielleicht nachher---! Mit erzwungener Langsamkeit trat er an eine» der Tische heran. Da grüßte ihn der altvertraute Gesang des Croupiers. „Mesdames, messieurs, faites votre jeu!" Die Jetons klapperten. Fahrige, nervöse Spieler Hände zuckte» über das grüne Tuch, gespenfterhaft in dem weiß gedämpften Licht der tief herabhängen- den Lampen. Leidenschaftlich verzerrte Gesichter beugten sich vor — braune, gelbe, schwarze, weiße Gesichter--- „Le jeu est fait.“ Die Kugel schnurrte los. „Rien ne va plus!“ Auch in James Wood sprang die Leidenschaft auf. Mit zitternder Hand umklammerte er die Pfundnote in feiner Tasche. Er hatte noch nicht gesetzt — wollte erst ein Omen haben. Abergläubisch war er wie alle Spieler. „Ich setze die 20", flüsterte er vor sich hi». lieber die fetten Schultern einer dicken Engländerin weg brannten seine Augen auf dem Rade, in dem die Kugel schwirrte und klirrte. „Die 20 , wiederholte er sich. „Vingt — noir — jjasse — pair!" schnarrte die Blechstimme des Croupiers. Alle die Stimmen, die von der Spannung gehalten worden, brachen los. Englisch, französisch, deutsch, arabisch, serbisch — durcheinander. Am un teren Ende de» Tisches fluchte ein Italiener laut und umständlich. Die dicke Engländerin vor James Wood hatte gewonnen. Sie zählte mit wulstigen Fingern die ^hips nach, die ihr der Rechen des Croupiers zufchob. Dann fiel sie über ihre Nach- Zu Ostern e- h - finden Sie bet - mir in Riesen - Auswahl SeMs-UMW«! Meiner roerten Kundschaft zur Kenntnis, daß ich mein Kurz-, Weih- und Wollwarengeschäst seither Neustadt 50, noch WlMMsseNr. 23, 1.5101 verlegt habe. Gleichzeitig empfehle tch sämtliche Artikel zu billgsten Preisen. MW «IUM WA'NN! Auch Sie sollen keine Katze im Sack kaufen! Besichtigen SSfej Sie uns gr. AuSw. in Qualitätswaren zu bist. Preisen. Ä Abteilung I Neue Herren-Anxage, v eins, bis z eleg., von Mk. 20.— W biS Mk. 60.— u. Höver. Frach- und Smohingauzttge sehr ffll billig. 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Die ganz kleinen Messen sind verschwunden und die mittleren beschränken sich auf die ihnen ouf Grund ihrer Lage zukommenden Aufgaben. Die Leipziger Messe, welche am 28. Februar ihre Pforten wieder öffnet, ist unumstritten die Zentralmesse der deutschen Wirtschaft und Industrie. Aber auch ihre Bedeutung hat sich gegenüber den Borkriegsverhältnissen völlig geändert. Während sie vor dem Kriege nur eine Mustermesse in erster Linie für Artikel des täglichen und Luxusbedarfes war, ist auf ihr heute auch die Technik messefähig geworden und hat, was Ausdehnung anbelangt, ihre ältere Schwester in der Innenstadt weit überflügelt. Es ist müßig, darüber zu streiten, welche von beiden nun die, wichtigere ist.' Beide, die technische und die Mustermesse, sind für die moderne Wirtschaft notwendig. Die Technische Messe, welche im Jahre 1917 mitten im Kriege geboren wurde und im Frühjahr 1913 zum erstenmal, in erster Linie Werkzeugmaschinen, bescheiden ausstellte, wanderte schon 1920 aus der Innenstadt heraus nach denl Ausstellungsgelände am Bölkerschlachtdenkmal, wo ihr nun mit tatkräftiger Llnterstühung der deutschen Industrie jene bekannte Entwicklung zuteil wurde. Trotz der schwierigen Wirtschaftslage erscheint sie auch in diesem Frühjahr in erweitertem Llmfonge. Zwei neue Hallen sind hinzu getreten. Es find dies die 155 Meter lange und 44 Meter breite massive Halle 21, gegenüber den Hallen der Baumesse am Eingang Reitzenhainer Straße, und die Halle 18 an der Straße deS 18. Oktober gegenüber der großen Werkzeugmaschinenhalle. Die Gesamthallenfläche der technischen Messe, welche im Jahre 1920 nur 13 000 Quadratmeter betrug und im letzten Frühjahr auf das Zehnfache gestiegen war, ist damit auf rund 150 000 Quadratmeter angewachsen, wozu noch die weiten Flächen des Freigeländes hinzutreten. Leipzig bietet die größte und bisher in solchem Umfange einzig dastehende technische Messeschau der Welt. Auch die Amerikaner haben sie noch nicht übertrumpfen können. Die Bedeutung der Technischen Frühjahrsmesse, welche ja immer schon größer als die der Herbstmesse war, wird in diesem Jahre von besonderer Wichtigkeit für das deutsche Wirtschaftsleben sein, well wir, wenn nicht aller Anschein trügt, vor einer langsamen Aufwärtsbewegung unsererWirt» schaft stehen. Ueberall, nicht nur in Deutschland, sondern auch in ganz Europa, beginnt man die unseligen Kriegs- und die Nachkriegswirkungen zu überwinden und ein neues, den veränderten Derhältnissen angepaßtes Wirtschaftsleben aufzubauen. Die Wärme messe, welche erstmalig im vorigen Frühjahr erfolgreich stattfand, wird in der erweiterten Form einer Fachausstellung „Brennstoff, Kraft und Wärme" in der neuen Halle 21 zu sinden fein. Hier sind auch die Antriebsmaschinen zu sehen, welche früher in Halle 11 standen. Angegliedert ist ihr ferner die Fachgruppe Gießereitechnik, welche auch im vorigen Jahre schon einen vollen Erfolg aufzuweisen hatte. So wird die Fachausstellung „Brennstoff, Kraft und Wärme" eine geschlossene Tiebersicht über dieses für die Industrie und Wirtschaft so wichtige Gebiet geben. Der Interessent wird hier die Fortschritte und Neuerungen finden, welche ihn instand sehen, die Wirtschaftlichkeit des eigenen Betriebes zu heben. Die Baumesse in Halle 1 wird jpie immer im Frühjahr besonders reich beschickt sein. Ihr ist erstmalig eine Ausstellung über Straßenbau angegliedert, welche Material und Maschinen für den Straßenbau zeigen wird. Ergänzt wird diese durch eine Tagung und öffentliche Vorträge der Studiengesellschaft des Automobilstratzenbaues. Die Einteilung der Hallen 3 bis 5 ist unverändert geblieben. Es sind dies Oefen und Herde, Armaturen für Wasser und Gas, Nahrungsmittelgewerbe, Maschinen für Land- und Hauswirtschaft, Kleingeräte der Elektrotechnik und Sein oder Nichtsein. Ein Kriminalroman von der Wasserkante. Don Moritz Schäfer. (Schluß.) Aber als die Jäger bis zur Veranda gekommen waren und Pascha immer noch nicht anschlug, sahen sie sich bedenklich an. Da stimmte etwas nichtl So rasch ihn seine alten Beine trugen, sprang Ohm Otto seinem Begleiter voran und prallte entsetzt zurück. ,Leoerrenz!" „Wat is los?" „Da sieh her!" Bon Westen warf die niedergehende Sonne ihre Strahlen auf das in leisem Rhythmus wogende Meer, und die Reflexe der gelbrot aufblintenben Spiegelwellen streuten Funken über die Veranda. In verdoppeltem Widerschein brach sich das funkelnde Strahlen in den Scheiben der offenstehenden Fenster und der Zimmertür, über deren Schwelle sich ein Saum getrockneten Blutes zog. Was war hier oorgegangen? .Loop schnell zum Lotsenamt, Fink!" „Wat schall ick dor daun?" „Wat schallt du woll anners bin Lotsenamt, als telefonieren? Rach der Polizei sollst du telefonieren, bat die rutfömmt." Während Fink, so schnell ihn seine alten Beine trugen, nach Warnemünde hastete, um den Auftrag auszuführen, blieb Hinriks in feinem entweihten Tustulum zurück. Sehnsüchtig die Ankunft der Beamten erwartend, trat Hinriks auf die Veranda. Der Sonnen- ball war jetzt noch tiefer den Wellen entgegen gesunken und sandte seine funkelnden Grüße wie einen Strauß von Rubinen über Meer und Strand. Myriaden Glimmersplitter im Sande glitzerten wie Diamanten, und über der leise atmenden Riesen- brut der See lag ein phosphoreszierender Glanz. Wo die Brandung in mattem Pulsschlag am Ufer emportandelte, versprühte ein feiner Perlenschaum Radiowesen, soweit sie im Hause der Glektro- technll nicht mehr untergebracht werden konnten. Die Fördertechnik ist erfreulicherweise aus Halle 6 herausgenomen und befindet sich jetzt in Halle 11, wo sie mit dem angrenzenden Freigelände zu einer Fachausstellung „Förderwesen" zusammengefaht wird, an deren Aufbau die Gruppe für wirtschaftliches Förderwesen beimAus- schutz für wirtschaftliche Fertigung in Berlin mit» wirkten. An sie schließt sich wiederum eine betriebstechnische Tagung an. Halle 6 wird also ausschließlich Fahrzeuge und Zubehörteile aus der Kraftfahrzeug- und Fahrradindustrie bergen, während Halle 7 außer der schon voriges Jahr in ihr befindlichen Schuh- und Ledermesse noch eine Messe „Jagd, Fischerei und Waldwirtschaft" erhalten wird. Halle 8 ist wieder die des Groh» maschinenbaues, in der besonders Krupp umfangreich ausstellt. Besonders ist auf seine Textilmaschinen hinzuweisen, welche mit neuen Verbesserungen versehen sind. Die große Werlzeugmaschinenhalle 9 wird wieder voll von den Firmen des deutschen Werkzeugmaschinenbaues belegt sein, welche beabsichDie Kuppelhalle (Halle 12) wird wieder ganz von dem Eisen- und Stahlwaren-Industrie- und, Sih Elberfeld, belegt werden. Weitere technische und besonders chemische Industriezweige haben, soweit sie nicht in Halle 11 Unter» funft fanden, in Halle 13 ausgestellt. So gibt die Technische Messe dem Besucher einen wertvollen Ueberblick über die Weiterentwicklung im vergangenen Jahre. Wenn sie natürlich auch in erster Linie den Zweck verfolgt, für die Verbreitung und den Absatz der ausgestellten Erzeugnisse zu sorgen, fo geschieht dies doch auf ganz andere Art als bei der Mustermesse. 'Während bei letzterer die unmittelbare Bestellung auf der Messe die Regel ist. entwickelt sich das Geschäft auf der Technischen Messe überwiegend in ganz anderer Weise. Entsprechend der Schwierigkeit der Sache und der Gröhe des Objektes legt der Interessent vor allen Dingen Wert darauf, sich über das Gewünschte zu unterrichten. Nach Rücksprache mit seinen Betriebsleitern und weiteren Rücksprachen an die Firma wird dann die Bestellung erfolgen. Auch wird sehr oft der Fall eintreten, daß der •V tr W ■ - tigen, bis zum 20. März die Halle geöffnet zu halten. Lieber die Bedeutung des deutschen Werkzeugmaschinenbaues und seine Anerkennung, die er überall auch im Auslande findet, brauchen wir hier wohl kein Wort zu verlieren. Cs werden ohne Zweifel wieder viele Fortschritte und Neukonstruktionen zu finden fein. In Halle9 befindet sich ferner eine vom Messeamt mit Unterstützung der einzelnen Industrieverbände eingerichtete Auskunstsstelle für alle mit der Technischen Messe zusammenhängenden Fragen. Gegenüber steht die neue Halle 18, in deren Westflügel auf die Auskunfts- und Beratungsstelle des Vereins Deutscher Maschinenbauanstalten Charlottenburg hinzuweisen ist, auf der an Hand reichen Katalogmaterials erschöpfende Auskunft über die Maschinen- und Apparatebauindustrie gegeben wird. Des weiteren enthält Halle 18 eine unter Mithilfe der Arbeitgebergemeinschaft für Ausland- und Kolonialtechnik aufgebaute Sondergruppe für Ausland- und Kolonialbedarf, welche dem Interessenten wertvolle Aufllärung geben wird, und die in jedem Jahr umfangreichere und beachtenswerte russische Ausstellung (Union der Soz. Sowjet-Republiken) mit ihren Landesprodukten und Rohstvfferzeugnissen, welche zuletzt in Halle 12 untergebracht war. Die hintere Reche der Ausstellungshallen beginnt wieder mit dem Haus der Elektrotechnik (Halle 10), das wie immer wieder ein Sammelpunkt der Besucher fein wird. In der sich daran anschlleßenden Halle 11 find außer der Fördertechnck und weiteren Industriezweigen noch die Textilmaschinen untergebracht. Gerade die Ausfuhr der Textilmaschinen hat für die deutsche Wirtschaft erhöhtes Interesse, weil während des Krieges sich infolge des Abschlusses von Europa in den überseeischen Rohstoffländern selbst eine gewisse Textilindustrie entwickelt hat, deren Belieferung von Textilmaschinen bisher fast ausschließlich durch die englische Industrie erfolgte. Die deutsche Industrie hat nun hier in Leipzig von der Möglichkeit, den vielen ausländischen Besuchern die Güte und die Leistungsfähigkeit sowie die steten Verbesserungen ihrer Maschinen zu zeigen, in diesem Jahre besonders reichen Gebrauch gemacht. in allen Prismenfarben. Rosenrote Wölkchen, von leuchtendem Goldrand gesäumt, schwammen langsam am Firmament, ein paar weiße Segel leuchteten aus dem Gefunkel der Wellen. Und durch den sommerlichen Abendfrieden kam von Rostock her der verlorene Glockenhall von Sankt Peter. Doch was war das? Irrte dort unten am Strande zwischen den Buchen nicht eine Frau einher? Schien sie nicht niederzusinken, um sich gleich darauf wieder aufzuraften und weiter zu wandern? Hinriks holte ein Fernglas und blickte nach dem Strande aus. Potz Wetter und Sturm, das war ja Andrea! Und ihr zur Seite der Hund! Da lief er auch schon. Die Angst beflügelte seinen Fuß, er jagte, er stürmte voran. Bis er bei ihr war. Bis er die Zusammensinkende auffing und in seinen Armen bettete. Und stammelnd und abgerissen gab ihm die Aermste, die mit dem Hund, der ihr folgte, zweck- und ziellos am Strande umhergeirrt war, Bericht. Onkel Otto aber verstand. Er begriff alles und hatte nur Worte der Liebe und Güte für die tief erschütterte Frau. Und dann mußte sie doch noch einmal mit in das Haus, als droben nicht nur die Polizei, sondern auch noch eine Gerichtskommission eintraf. Man vernahm sie an Ort und Stelle, aber es waren humane, verständnisvolle Beamte, die mit dankenswerter Zurühattung ihre Aussagen zu Protokoll nahmen. Während die Beamten im Auto nach Rostock zurückkehrten, brachte Hinriks seine Schutzbefohlene im Dampfer nach der Warnowstadt. „Die Fahrt auf dem Wasser beruhigt, Kind", sagte er. „Sieh, jetzt ist die alte liebe Sonne hinter den Wolken verschwunden, und sie tut man so, als müßt' sie gar nicht was Wiederkommen heißt. Aber, morgen früh is sie wieder da und lacht uns dumme Menschenkinder aus, daß wir uns immer so viel unnutze Sorgen machen!" . t , Und es ward eine stille, friedvolle Fahrt durch das dunkle Gewässer, über das jetzt der Mond seine Silberbrücken zog und em ferner Rebel feine Spinnwebschleier spann. Andrea saß Hand in Besucher erst auf der Messe selbst auf eine Maschine hingewiesen werden wird, welche er in seinem Betrieb vorteilhaft verwenden kann. Wie überhaupt die Technische Messe nicht eine reine Verkaufsmejse, sondern auch als eine Technische Ausstellung anzusehen ist, auf welcher der Fachmann in sonst nie gegebener, vorzüglicher Weife seine Kenntnisse nutzbringend erweitern kann, Limgekehrt kann nämlich auch sehr gut der Fall eintreten, daß ein Besucher, durch etwas Aehnliches angeregt, der ausstellenden Firma Vorschläge machen kann, wie eine neue, in seinem Betrieb gut verwendbare Maschine gebaut werden soll. Missteller und Besucher arbeiten hier Hand in Hand und befruchten sich gegenseitig. Aus diesem Grunde ist es dringend erwünscht, daß nicht nur die Direktoren, sondern auch die technischen Angestellten und zukünftigen Techniker, welche sich noch tn der Ausbildung befinden, in möglichst großer Zahl die Technische Messe besuchen. Der Erfolg wird unserer ganzen Volkswirtschaft zugute kommen. Deutschlands Eintritt in den Völkerbund. Von unserem Genfer Sonderberichterstatter F. v. La Tr o b e. Genf, Ende Februar 1926. Fast will es ben Anschein haben, als würde Deutschlands Eintritt in den Völkerbund die Mächtegruppierung des Versailler Friedens gefährden. Ein erbitterter Kampf hat auf der ganzen Linie um die Vermehrung der ständigen und nichtständigen Ratssitze eingesetzt, um Deutschlands drohenden Einfluß auf die zukünftige europäische Politik noch vor seinem Eintritt zu lähmen. Diese politischen Ansprüche soll der Völkerbund gutheißen, bevor ihm Deutschland angehört und sie durch sein Veto verhindern könnte. So sehen wir denn die diplomatischen Kämpfe, die während der letzten 5 Jahre von den alliierten und den ihnen befreundeten Staaten um den politischen Einfluß im Völkerbunde hinter den Kulissen ausgefochten wurden, vor die Oeffentlichkeit 11. J _ ।. _ . J — Hand mit dem treuen alten Freund am Steuerbord, und es ward ihr ganz ruhig und leicht zumute bei dem einförmigen Wellenschlag und dem einlullenden Stimmungszauber der Sommernacht. Aber als bann bie elektrische Klingel durch das Haus ihres Gatten schrillte, und Andrea gleich darauf an der Seite ihres väterlichen Beschützers die Treppe hinanschritt, da befiel sie doch wieder die herzzerreißende Angst. Würde Thomas den Freund höher bewerten als sein Weib? Würde er weiter beharren im Dämmer seiner Vorurteile, oder würde diese Stunde fähig fein, ein dauerndes Band des gegenseitigen Verstehens, des unerschütterlichen Vertrauens zwischen den Gatten zu weben? Run standen sie sich gegenüber. Keines sprach eine Silbe. Sie sahen sich nur in die Augen, und die ftume Sprache der Herzen wurde verständlicher als alle Worte. Aber bann mußte sie boch reden, und was sie in scheuer Scham und aus Schonung für Mühlseld verschwieg, das erriet gleichwohl der Gatte, dem bie Heiligkeit des Augenblicks die Sinne schärfte. Und in heiß aufwallender Liebe, in Demut und Dankbarkeit riß er fein Weib an bie Brust. Der Kapitän aber schmunzelte still vor sich hin. Wie schon einmal, als Wallot mit Margot zusammentraf, sagte er in Gebauten zu sich selbst: „Ohm Otto, es scheint, bu bist hier überflüssig!" Das war aber biesmal ein Irrtum. Als er sich still zurückziehen wollte, schlug die an diesem denkwürdigen Tage schwerbeschäftigte elektrische Klingel schon wieder an. Andrea zuckte heftig zusammen und umschlang mit krampfhaften Druck die Rechte ihres Gallen. „Mein Gott, Thomas, was wird das schon wieder fein?" „Mut, mein liebes Kind," erwiderte er und gab ihren Händedruck kraftvoll zurück, „was auch kommen mag — wir hallen zusammen! Diese Stunde hat uns zusammengeführt für alle Ewigkeit!" „Wozu denn immer nur Unheil wittern," mengte sich Ohm Otto mit gerunzelter Stirn ein, ,Lhr seid übernervös, Kinnings, ba<* kann irh v"r^eh'n, aber Bangbüxen sollt Ihr deshalb boch mäji wer- gezerrt und mit ungewöhnlicher Schärfe ausgetragen. Von besonderem Interesse sind hierbei die Vorgänge in England, wo die gesamte Presse mit einer seltenen Einmütigkeit sich gegen die französischen Intrigen wendet, während die Regierung bie größte Zurückhaltung bewahrt. Ob eine persönliche Bindung Sir Austen Chamberlains Frankreich gegenüber vorliegt ober ob anbere Motive bie englische Regierung beeinflussen, läßt sich zur Zeit nicht übersehen. Doch gewinnt es ben Anschein, als wolle bie englische Regierung bas Dbium einer Ablehnung der französischen Wünsche nicht tragen und, wie bereits bei der Ablehnung des Genfer Protokolls, die in Paris sehr schmerzlich empfunden wurde, die Ver- antroorhmg ben Dominions zu schieben, bie in ber europäischen Politik außer Schußweite sind. Als Symbol ber Versailler Mächtegruppierung galt bisher der Völkerbundsrat, dem neben Schweden und Spanien ausschließlich Deutschlands ehemalige Feinde angehören. Da auch Spanien dank ber sranzosenfreundlichen Politik seines Pariser Botschafters Quinones be Leon es mit ber Mehrheit hält, so ist ber schwebische Einfluß im Rate nur gering unb nach Brantings lobe, ber persönlich ein ;roßes Ansehen genoß, zurückgegangen. Da alle Be- chlüsse bes Rates einstimmig gefaßt werben müssen, o verfügt Schweden allerdings über das Mittel des absoluten Veto. Doch wäre es für ben schwebifchen Vertreter eine recht mißliche Angelegenheit, es in ber Praxis anzuwenben. Die Erfahrung lehrt gleichzeitig, daß bisher kein einziger Staat zu diesem Mittel gegriffen hat, denn er würde sich dabei in eine politische Isolierung begeben, die von den nachteiligsten Folgen für seine internationalen Beziehun- gen sein könnte. Durch Deutschlands Eintritt wäre nun diese einseitige politische Einstellung des Rates aufs schwerste bedroht. Gleichzeitig würde sich der englisch-französische Gegensatz durch Deutschlands Ernennung zum ständigen Ratsmitglied verschärfen. Denn England und Deutschland würden in vielen Fragen gemeinsam vorgehen unb bei Schweden unb vermutlich auch Japan Unterstützung finben. Der Kampf um bie Ratssitze zeigt bereits jetzt zum ersten Male diese Konstellation: England, Schweden und Japan bekämpfen gemein sam bie Erweiterung bes Rates. So erscheint es denn nicht verwunderlich, wenn die französische Diplomatie den Wünschen Polens, Spaniens unb Brasiliens ein williges Ohr leiht. Denn Frankreich muß burch Aufnahme weiterer ihn, befreundeter und von ihm abhängiger Staaten in ben Rat feinen Einfluß zu stärken und, wenn möglich, das Prinzip der Einstimmigkeit der Ratsbeschlüsse zu durchbrechen suchen. Die von der französischen Presse ausgestreckten Fühler haben bereits ben Beweis erbracht, baß bas zweite Ziel zur Zeit nicht erreichbar ist. Es wird daher von ber französischen Regierung auf einen geeigneteren Zeit punkt hinausgeschoben werben unb gleichzeitig mit oerboppelter Energie an ber Vermehrung ber Ratssitze gearbeitet. Aber noch ein zweites Ziel verfolgt die französische Regierung mit ber Vermehrung der Ratssitze: Deutschland wurde, wie erinnerlich, von den Ratsstaaten völlige Gleichberechtigung bei seiner Aufnahme zugesagt. Bisher dienten England und Frankreich als Vorbild dessen, was Deutschland zu erwarten unb zu verlangen hat. Falls nun beispielsweise Polen einen ständigen Ratssitz erhielte, so würde es nicht schwer fallen, die deutschen Ansprüche bei ber Besetzung ber Sekretariatsposten und in den Kommissionen mit dem Hinweis auf Polen herabzuschrauben. Im Dölkerbundssekretariat werden die diplomatischen Kämpfe, die ber deutsche Aufnahmeantrag entfachte, mit gespannter Aufmerksamkeit und auch mit Mißbehagen verfolgt. Obgleich das Sekretariat laut Völkerbundssatzung nur ausführendes Organ ist, fällt feine Stimme doch oft entscheidend ins Gewicht. Auch dieses Mal hat Sir Drumond es sich nicht nehmen lassen, feine Anschauungen in London und Paris zu Gehör zu bringen und im Gegensatz zu seinen englischen Kollegen im Sekretariat in einem ausführlichen Memorandum die Notwendigkeit einer Vermehrung der Ratssitze betont. Vermutlich beabsichtigte er damit den deutschen Einfluß im Rat und Sekretariat, ber ihm unbequem werden könnte, zu paralisieren. Bei seinem Berliner Aufenthalt ist allerdings, in der Oeffentlichkeit von diesem Memorandum nicht mehr bie Rebe gewesen. Unter ben französischen Beamten des Sekretariats herrscht, wie zu erwarten war, bie einheitliche Anschauung, baß der Rat unter allen Umständen erweitert werden müsse und es ist nicht uninteressant, festzustellen, daß man damit bereits wie mit einer feststehenden Tatsache rechnet. den! Wißt Ihr, was man Euch nun als Gutenachtgruß bringen wird? Eine schöne Empfehlung von Frau Sonn’ und morgen körn' sie wieder!" Ella erschien: „Ein Telegramm!" In Hast riß Lorenzen das Blatt auseinander. Ein Blick auf den Text, und ein Jubelruf drängte sich auf die Lippen des Vielgeprüften. Mit zittern- der Hand reichte er Andrea die Depesche. Und sie las, und über ihre Schütter las fein altes liebes runzliches Gesicht den Gruß der Frau Sonne mit, wie sie wahr und wahrhaftig versprach, morgen wiederzukommen. Das glückverheißende Blatt hatte folgenden Inhalt: „Berlin, Langensche Klinik. Operation vollkommen geglückt. Wenn keine Komplikationen eintreten, wird Margot in zwei bis drei Wochen sehen können." „Na ja," schmunzelte Onkel Hinriks, „man tau — jetzt haben wir nichts mehr vor ihr zu verstecken!" Und Lorenzen setzte mit einem glücklichen Blick auf sein wiedergewonnenes Weib hinzu: „Komplikationen gibt es nicht mehr! Von dieser Worte haben wir heute genug gehabt! Das wird das Schicksal gefälligst bebentenr Drei Menschen hielten sich innig umschlungen. Drüben an der Tür trat ein Schürzenzipfel in Aktion. „Ella, alte Heulsuse," rief Hinriks, „freust bu bich benn mit uns?" Laut hinaus trompetete das lebenbe Jnventa- rium, unb es war eine Mischung von Glück ifflb Wehmut. „Ella!" rief nun auch Lorenzen das vertraute Hausmöbel an, „richte mal gleich ein Zimmer für Onkel Otto!" Dem Kapitän aber legte er feine Hand auf bie Schulter unb sagte strahlend: ,Hin° rifs, bu Prachtkerl, nicht wahr, bu wohnst jetzt bei uns?" Unb es geschah, baß unwillkürlich alles „ja" sagte unb alles „bu" sagte. Denn bie Herzen stossen über in dieser heiligen Stunde, in ber Frau Sonne versprochen hatte, morgen wieberzukommen! — Ende. — SWX, 11.3 71L5' 95» 5* Motorenwerte Mauubeim * '. Banknoten. Arants urter Börse. Oberur Soyaschrot 14,40 bis. 14,60. 76,5 64.5 132 2* 128.7* 106 44 44.75 30 37,5 Bochumer Gutz BuderuS > - - Caro - - . - Devisenmarkt Berlin-Frankfurt a. M. Telearaphtfche Auszahlung. 65 81 125,5* 66,75 77,5 63,75 120,75 «4 101* 6,8- 0,038 43,76 90* 89 5* 88* 99* 39 126.2* 66.25 55.5 91 95 62* 145 109* 12?* 126,5* 120,7* 101,5* 6,9 88 43,12 (blau) 11,75 bis 12,50, Lupinen, (gelb) 13,75 bis 14,50, Serradelle 24 bis 26. Rapskuchen 14 bis 14,50, Leinkuchen 19.50 bis 19,90. Trockenschnitzel 8.20 bis 8,50. Kartoffelstöcken 18,80 bis 18.90, 43 - 87.75* , - 89° !80.25* 105,2* 106,5* 63 27,5 6 104 14 entlassen. * Maschinenfabrik Da denia A. G., Meinheim. Wie von der Verwaltung mitgeteilt wird, nehmen die Sanierungsverhandlungen einen guten Verlauf, so daß in kürzester Zeit mit einem endgültigen Abschluß zu rechnen ist. * Vom Siegerländer Eisenstein- verein. Aach dem in der Mitgliederversammlung erstatteten Bericht ist eine Besserung der Lage im Siegerländer Bergbau noch nicht eingetreten. Die erbetenen Hilfsmaßnahmen zur Behebung der besonderen Rotlage des Siegerländer Bergbaues stehen noch immer aus. Indessen er» 66,25 5'5.5 72 90,23 95.75 SO-,5 86.5 89.5- 100 114,7* 116,25 34,5 47 5 76* 79.12* 82 RundfunÄ-Programm des Frankfurter Senders. (Aus der „Radio-Umschau".) Samstag, 27. Februar. 3.30-4 Mr: Die Stunde der Jugend. Aus Dem deutschen Liedertranz (Liedervorträge Frankfurter Schulen): Audolfschule. 1., 2. und 3. Mädchenklasse. 4.15—5.45 Mr: Konzert des Haus- orchesters: Venezianische Aacht. 5.45—6.15 Mr: Sie Lesestunde (für die reifere Fugend): Aus dem Roman ..Die Regulatoren in Arkansas" von Friedrich (Zferstücker. 6.15—6.45 Mr: Stunde des Südwestdeutschen Radio-Clubs: - Spezialvortrag E. Becker: „Rückkoppelungsstörungen". 6.45 bis 710 Mr: Stenographischer Fortbildungskursus für alle Systeme (Diktat von 80 Silben aufwärts). 7.10—7.30 Mr: Zwanzig Minuten älmschan über die Fortschritte in Wissenschaft und Technik. 7.30 bis 8 Mr: Stunde des Frankfurter Bundes für Volksbildung: „Das Betriebsrisiko int Arbeitsvertrag". Vortrag von Rechtsanwalt Dr. Hoe Niger. 8 9.30 Mr: Übertragung von Wiesbaden: Konzert im Kurhaus. 9.30—10.30 Mr: Chorkonzert des Clubs „Harmonie". Ansch ictz-nb bis 12 Mr: älebertragung auä Berlin: Tanzmusik der Berliner Funkkapelle. lü!)1 126,7 1126,5' ,120.7' 42 ' 94 62,75 26 6.25 , 104.8 41 43 75 i 35.25 47* |*5.75* ! 80 -V I 82,75 1132.7* ■ 1.28 5* 109* 127,5 , akbewäl-iri-', — Erziehung zur Kunst. Von Dr. (Richard Müller, Freiensels. Leinenband 6,80 Ml. Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig. - Das Kennzeichen des modernen Zivilisationsmenschen ist die Mechanisierung des gesamten Lebens. Mit Schrecken bemerken aufmerksame. Beobachter der Feit das Erlöschen jener schöpferischen Fähigkeiten, die man bei Aaturvölkern und in früheren Epochen unserer Kultur in so erstaunlichem Maße findet: man bemerkt den Mangel an Geschmack, der sich in der Anlage der Städte wie in der Einrichtung der Wohnungen, in dem Vordringen der mechanisierten Musik der Grammophone und des Rundfunks an Stelle der Freude am eigenen Singen und Sagen und in tausend anderen Dingen kundgibt. Aus der Sehnsucht eines in der Oedigkeit gefangenen Geschlechts ertönt der Ruf nach Erziehung zur Kunst. Wie aber sollen die in jedem Menschen liegenden Anlagen und Bedürfnisse zu künstlerischem Erleben geweckt und entwickelt werden, Jet es in genießendem Aacherleben, sei es in schöpferischer Betätigung als Ausdruck und Gestaltung? Hierbei wird dies geschmackvolle und feinfühlige Buch ein Führer sein, das vieljähriM Studien auf diesem Gebiete feine Entstehung m»r dankt. Zunächst wird das für alle Kunstgattungen gemeinsam Gültige behandelt, die Erziehung zur künstlerischen Produktion wie zur Reproduktion, zum künstlerischen Genießen und zum künstlerischen Urteil. Aach den so gewonnenen Gesichtspunkten werden die Ausgaben und Möglichkeiten der Erziehung in den einzelnen Künsten besprochen, der Musik, Literatur, Dichtung sowie der bildenden Kunst. Den Abschluß bildet eine besonders schöne Betrachtung über die Erziehung durch Kunst. Auf jeder Seite fühlt man, daß es dem Verfasser bitterernst ist, daß er keinem weichlichen Genießertum das Wort redet, sondern eine Frage erörtert, die das Wohl der Rationen angehet, unsere gesamte Kultur so wohl wie das Leben jedes einzelnen. Das gibt dem Werke seine zwingende Kraft, die wir bewundern. 566 33.9 23 20 Gerichtssaal. Gewissenlose Wuchergeschäfte. — 345 Pro;. Zinsen! WSN. Frankfurta. M., 25. Fehr. Der Rentner Franz Adel wurde vom Schöffengericht wegen vorsätzlichen Leistungswuchers zu einer Gefä n g - nisstrafe von 6 Monaten und 1200 M k. Geldstrafe verurteilt. Seine Geliebte, die Händlerin Elisabeth Paulus erhielt wegen desselben Deliktes 2 Monate Gefängnis und 100 Ml. Geldstrafe, der mit angeklo.gte Makler Johann O 11 1 Monat Gefängnis und 500 Mk. Geldstrafe. Abel und die Paulus hatten einem Viehhändler aus Rieder-Eschbach ein Darlehen von 2000 Mk. gewährt, für daß die beiden nach den Zeugenaussagen 345 Prozent Zinsen verlangten. Der Betrogene hatte wöchentlich 140 Mk. an Zinsen bezahlt und auf diese Weise innerhalb von 6 Monaten an Zinsen 3 3 4 0 M k. abgeführt. In einem weiteren Falle mietete sich Abel eine leerstehende Schankwirtschuft, bezog diese gar nicht, sondern vermietete sie nach einigen Tagen weiter, wobei er sich eine Abstandssumme von 2000 Mk. zahlen ließ. In der Urteilsbegründung wird Abel als ein gewissenloser Vkensch mit gemeiner Gesinnung bezeichnet, der jede Gelegenheit benutze, um die Notlage seiner Mitmenschen auszubeuten. Auch den Makler, der alle diese Geschäfte vermittelte, müsse die ganze Schwere des Gesetzes treffen. Das Urteil wird öffentlich bekannt- gegeben werden. Büchertisch. — Sie. Flucht aus dem Alltag. Von G. Schröer. 3. Auflage. 8. bis 11. Tausend. 318 Seiten. Preis in Leinenband 4,60 Mk. Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig. 559 125,7* I 66,75 \ 73,4 : 95,5* 83* '81.6** 11(111 5* i 39 .% 34 Anglo-Eont.-Guano Chemische Mayer Alapm . . I. G. Farbenindustn'e, Ä--G> (Goldschmidt . ........ All«. SkektrirttätL-Geseaschnft Bergmann . . . Mamkraftwerkr ...... Schulten Siemens & Halske ..... Adlerwerke Kley« ...... Taünler Motoren. ..... Setzltgenftaedt........ ! 6,62 ! 84,5* 44,75 Metollgesewchaft In Set. Union 9t.«®. chuhsadrik • ■ Sichel.... . . . . Zellstoff Waldlws. . Wirtschaft. • Die amtliche Großhandelsindex- Ziffer. Die auf den Stichtag des 24. Februar berechnete Großhandelsindexziffer des Statistischen Aei^amts ist gegenüber dem Stande vom 17. Februar (118,2) um 0,5 Prvz. auf 117,6 zurück- bei Beginn das gleiche tuftlofe Aus sehe n wie gestern? Die Stimmung war zwar weniger gedrückt als vielmehr beherrscht von der seitens der Spekulation geübten starken Zurückhaltung^ die sich in den geringen Umsätzen widerspiegelte. Eine ganze Reihe von Werten eröffnete auf dem gestrigen Stande. Vereinzelt waren leichte Kursbesserungen zu verzeichnen, aber auch weitere Abschwächungen traten erneut hervor. Im allgemeinen konnten sich an den variablen Märkten die gestern abend erzielten Gewinne behaupten. Am Montanmarkt waren Buderus 1,5 Prozent höher, Deut,ch°Lux plus 1,2a Prozent, Phönix und Rheinstahl plus 0,25 Prozent. Dagegen gaben" Gelsenkirchen und Riebeck-Montan leicht nach. Von Kaliaktien waren Aschersleben um 2 25 gebessert. Für Farbwerte bot die Meldung, daß die I. G. mit amerikanischen Banken wegen einer Anleihe verhandele, keinerlei Anregung. Der Gewinn betrug nur 0,25 Prozent. Rüt- gerswerke waren gut erholt mit 1 Prozent. Elektroaktien schwächten sich leicht ab. B a n k - attien lagen vernachlässigt und kaum verändert. Von Schiffahrtswerten hatten Rordd. Lloyd einen Rückgang von 1,25 aufzuweisen, Hapag minus 0,25 Prozent Auto- und Maschinenaktien waren gehalten. Zell st off-Aktien setzten ihre Steigerungen fort. Aschaffenburg plus 1 Proz. Auto- und M a s ch i n e n a k t i e n waren gehalten. Wesentlich gebessert gingen Zuckeraktien aus dem Verkehr hervor: Badische plus 1, Frankenthal plus 3, Stuttgart plus 1,5, Heilbronn plus 2,25 Proz. Etwas lebhafter war das Geschäft wieder am deutschen Rentenmarkt. Kriegsanleihe zogen auf 0,362: Proz. an, Schutzgebiet waren unverändert. Am Auslandrentenmarkt kam es in Türkenwerten zu etwas regeren Umsätzen bet leicht gesteigerten Kursen. V o r kr i e g s p f a u d - | b r i e f e behielten ihre feste Haltung bei. Der Freiverkehr blieb umsatzlos. Api 0,4, Beckerstahl 4a, Beckerkohle 52, Benz 40, Brown-Boveri 68, Entreprise 9,5, Growag 56, Krügershall 87, Ufa 54, Ufra 70 Proz. Im späteren Verlaufe wurde die Stimmung unsicher, und die Kurse begannen wieder leicht nachzugeben, andererseits bewirkten einige Deckungen für die betreffenden Werte eine Befestigung, so daß die Gesamttendenz Unregelmäßigkeit aufwies. Der Geldmarkt stand im Zeichen des bevorstehenden Ultimos. Die Lage war etwas angespannt und die Zinssätze waren leicht erhöht. Tagesgeld 6—7’, Bankdiskonten 5, Industrie-Akzepte 63—7, Monatsgeld 6—8 Proz. je Adresse. Im Devisenverkehr lag London gegen Kabel mit 4,86£ leicht abgeschwächt. Paris war mit 133,75 gegen Kabel ebenfalls eher eine Kleinigkeit abge- schwächi. In beuijdjem Interesse wäre es dringend zu wünschen, daß diese ganze Diskussion auf den Herbst verschoben würde. Dann hätte auch Deutschland die Möglichkeit, in dieser jo wichtigen Angelegenheit mitzureden. Sonst würde nichts anderes übrig bleiben, als den deutschen Aufnahmeantrag zuruck- zu zieh en. .. ... . . . Aber auch unter den alten Verhältnissen und bei unveränderter Zusammensetzung des Rates wird Deutschlands Stellung im Rate sehr schwierig fein. Deutschlands politisch völlig isolierte Lage m der Nachkriegszeit hat es der internationalen Mentalität völlig entfremdet und feine Vertreter haben sich daran gewöhnt, stets das Objekt der internationalen Politik zu fein, ohne mit ihren Forderungen 4% Zolttmcken......... 5% Goldwert*«wer • ■ • Berliner Handelsgesellschaft. Lonunerz- und Privar-Baak Darmst. und Nationaldank . Deutsche Bank......... Deutsche BereiuSbank ° . DtScouto Commandn • . . Metallbank ......... fragen zu unterbinden. i Welchen Weg wird Deutschland zu gehen haben ? Bleibt es allein auf sich angewiesen, so wird es | auch im Völkerbund nichts erreichen Gelingt et ihm \ aber, den Ausweg aus seiner politischen Isolierung zu finden und das Vertrauen derjenigen Staaten zu gewinnen, die unter dem Druck der gegenwär tigen Verhältnisse leiden, so wird es «cht ohne Einfluß fein. Es wird neben und mit Schweden die Wünsche und Anschauungen der wahrhaft neutralen Staaten im Rate vertreten. Von besonderer Bedeutung werden die deutschen Bezichungen zu England sein. Wenn nicht alles tauscht, so steht eine Annäherung Deutschlands an die angelsächsische Welt bevor. Doch wäre es zu früh sich bereits bestimmten Erwartungen hinzugeben. Von seinem Vetorecht im Rate wird Deutschland nur in seltenen Fällen Gebrauch machen können, da es sonst Gefahr läuft, mit seinen eigenen Wün- > schen nicht durchzudringen. Die Entscheidungen des Rates haben bisher noch stets auf Kompromiß s e n beruht. Auch in der Zukunft wird sich dies nicht ändern. Wenn Deutschland in der Saarfrage, wenn es etwas in der Danziger Frage erreichen will, um nur dies heroorzuheben, wird es so und so oft in Fragen nachgeben müssen, die ihm vielleicht gleichfalls am Herzen liegen. Hierin liegt sicherlich ein gewichtiges Argument gegen Deutschlands Eintritt m den Völkerbund, daß es gezwungen sein wird, mit seinem Namen Beschlüsse und Entscheidungen des Rates zu decken, die das deutsche Volk in seiner überwiegenden Mehrheit verurteilen wird. So liegt denn kein Anlaß vor, den deutschen Aufnahmeantrag freudig zu begrüßen. Es wird schwere Kämpfe in Gens geben, wenn Deutschland etwas erreichen will und die Aussichten auf Erfolg sind nur gering. gegangen. ' Erweiterung des Terminhan-- dels an der Berliner Börse. Rach dem Beschluß des Berliner Börsenvorstanöes werden ab 1. März Schultheiß-Pahenhofer. Buderus Eisenwerke. Daimler Motoren, Kahlbaam, Klveck- Tter, Ludwig Loewe, Mansfelder Bergbau. Rationale Automobil. Ostwerke, Riebeck Montanwerte, Leonhard Tietz und Westeregeln Alkali im Terminverkehr in Abschlüssen von 6000 Mk., für Kaliwerke Aschersleben von 7000 Mk. und Salzdetfurth Kali von 8000 Mk. gehandelt. Die fortlaufenden Votierungen für diese Aktien werden ab 1. März hierfür eingestellt. Stillegung der Papierfabrik fei. Die Gesellschaft, über deren Zahlungsschwierigkeiten berichtet wurde, hat ihren Betrieb vorläufig stillgelegt und die Arbeiter Holzverkohlung . . . Mlgerswerke .... Scheideanstalt. . . . Berliner Börse Berlin, 26. Febr. Der bevorstehende Ultimo und die .Völkerbundsfrage gaben der Börse das Gepräge. Infolge des diesmaligen Zweimonattermins am Geldmärkte fanden verschiedene Abziehungen statt, während gleichzeitig der Bedarf etwas angewachsen ist. Am Geldmarkt zogen daher die Zinssätze etwas an. Der Monatsschluß hält aber außerdem das Publikum von Engagements zurück, so daß die Umsatztätigkeit außerordentlich schleppend war. Stark beunruhigend wirkte die anscheinend beabsichtigte Ueberrum- pelung Deutschlands in der Völk e r - b u n b s f r a g e. Heute morgen haben durch offizielle Auslassungen Spanien und Polen ebenfalls Völkerbundsratssitze beantragt, und die Reise des Reichskanzlers nach Genf läßt die Börse besonders schwierige Verhältnisse in außenpolitischer Hinsicht vermuten. Wenn die Tendenz trotzdem gehalten, teilweise sogar gebessert war, so lag dies an verschiedenen Spezialanregungen. So fand der A b - schluß des Jndustriel'redites an Ruß - land, der unserer Wirtschaft größere Aufträge einbringen dürfte, der beabsichtigte Ausbau der Hapag und die Rede des Geheimrats Deutsch in der heutigen ACG.-Versammlung lebhafte Beachtung. Die feste Haltung aller Renten gab dem Aktienmärkte gleichfalls eine Stütze. Immerhin waren infolge der großen Gefchäftsunlust zahlreiche Nebenwerte gestrichen. Im D e v i s e n ve r k e h r war der Verkehr ebenfalls sehr ruhig. Paris gab gegen London wieder leicht nach auf 134. London notierte gegen Kabel auf dem gestrigen ermäßigten Stande. Am Geldmarkt waren die Zinssätze in- ; solge der stärkeren Nachfrage etwas höher. Man hörte Tagesgeld 54 bis 8 Prozent, Geld einige Tage über den Ultimo 6 bis 8- Prozent, Monatsgeld 6; bis 7i Prozent. Frankfurter Getreisetrörfe. Frankfurt a. M.. 26. Febr. Es wurden I notiert: Weizen (Wetterauer) 26 bis 25, Roggen linl.) 17, Sommergerste (für Brauzwecke) 20 bis 22, Hafer (inl.) 18,50 bis 21,50. Weizenmehl (ml., Spezial 0) 39,75 bis 40,25, Roggenmehl 25,25 bis 25,75, Weizenkleie 9,50 bis 9.75. Roggenkleie 9,75. - Tendenz: Matt. Berliner Pro-uttcabinfe. Berlin, 25. Febr. Die wiederum vorliegenden schwächeren Weltmarktpreise übten auch im Berliner Produktenhandel ihren Einfluß aus. wenn auch her Weizen, wie auch der Roggen ziemliche Widerstandsfähigkeit zeigten. Das In° landangebot für Weizen ist Kein, andererseits aber hält sich die Kauflust sehr zurück. Roggen bleibt in prompter Ware genügend offeriert, so daß die Rachfrage ohne Schwierigkeit gedeckt wird. Mehl ruhiger, Gerste und Hafer auch weiter still, dcsgl. Futtermittel. Sm Zeitgeschäft I ermäßigte Wrizen seinen Vvrtagsschluß um 1,50 Mark auf 260,50 per März und um 1 Mk. auf 265,50 per Mai. Märzroggen mit 158 1 Mk. und Mai mit 170,50 0,25 Mk. niedriger. Es I notierten pro Tonne: Weizen (märk.) 246 bis 250. Weizen (pomm.) 245 bis 248, Weizen (März) 260,50 bis 261, Weizen (Mai) 265,50 bis 266,50, Roggen (märk.) 142 bis 147, Roggen (fromm/) 140 bis 144, Roggen (März) 158,50 bis 160, Roggen (Mai) 170,50 bis 171,50, Gerste (märk.) I 164 bis 188, Futtergerste 136 bis 150, Hafer I (märk.) 150 bis 160; pro Doppelzentner: Weizrn- n* l so 35* 88 t 82,25 34 ! 133.2* . 133* 12V 5* I 128,2* N 1 40,5 | 145 108,2* ! 127.5* । 127* 73 120,5* 84 101* b.,8 0,033 ! 42.25 : ■10 1 88,75 | 80,75 ! 106,5* 112.75 1 n r :-4 r, 'Wi 7'i,2ü* Frnntfurter Börse. I mehl 32,25 bis 35,50, Roggenmehl 21 bis 23, Frankfurt a. M., 26. Febr. Tendenz: Gut Weizenllew 10, Roygenlleic 9, Mttoriaerbsen behauptet, aber unsicher. Die Erwartung, daß mit 2b bi8 33 Heine ^e'seerbsen B ^s 25 Futter- dem Nachlassen des Angebots der heutige Effekten- erbfen 20 bis 22 Peinschken 20 bis 21,50, Ackerverkehr eine wenn auch geringe Auflebung bringen 20 6^.21, ,23 bis 2o, Lupinen werde, hat sich nicht erfüllt, denn die Börse hatte ' 1175 bis 12 50 Sabinen faelbl 13.75 bis Mitteldeutsche Treditlxmk. . Desterreichitwe Eredttanstatt Weltbank • - - * • • wartet man mit aller Bestünmtt-eil. daß sie in Kürze getrossen werden. Die Verkoufstatigkeit für den Monat März ist zu unveränderten Preisen ausgenommen worden * Bereinigte Königs- und Laura- Hütte AG. In der Waggonfabrik in Königs- Hütte ist neuerdings wieder 80 Arbeitern gekun- biat worden. Die Fabrik, die auf eine Jahresproduktion von 2000 Eifenbahnwaggons eingerichtet ist. ist schon seit längerer Zeit nur noch mit spärlichen Reparaturaufträgen beschäftigt. Ihre Belegschaft ist nunmehr soweit verringert, daß mit der völligen Einstellung des Betriebes zu rechnen ist. Dörsjenwrle. durchdringen zu können .. Die starke Zurückhaltung, ,a schüchtern Heu, die deutsche Vertreter auf internationalen Konferenzen in den letzten Jahren zur Schau trugen, finden ehre Erklärung hierin. Die persönlichen Beziehungen zu den ausländischen Staatsmännern fehlen fast ganz und konnten auch in Locarno nur notdürftig ange- fnüpft werden. An uns bewahrheitete sich das englische Sprichwort: Hit him. he has no friend ,5)uut ihn, er hat keinen Freund), und wo man uns auch einmal nicht haute, da behandelte man uns mit eisiger Zurückhaltung und Nichtachtung. Nun soll sich dieses alles ändern, jo versicherte man uns in Locarno. Doch wird noch viel Zeit vergehen, bevor sich die Stimmung in der Welt so weit geändert hat, um auch in Deutschland ein gleichberech- tiqtes Mitglied der europäischen Staatenfamilie zu erblicken. Vielleicht wird Deutschlands Eintritt in den Völkerbund eine Wandlung schaffen, doch fehlen bisher noch alle Anzeichen hierfür. Die Aufgabe der deutschen Vertreter aus dem internationalen Boden Genfs wird es fein, Deutschlands neue Weltstellung vor zu der eiten. An Ratschlägen hierfür fehlt es nicht. Die Neutralen, die viel von Deutschlands Eintritt erwarten, suchen uns zu überreden, die stärkste Zurückhaltung zu üben und vorläufig zu allem zu schweigen, bis sich unsere Machtposition so weit gefestigt । Bergbau . . . . bat, daß wir mit Aussicht auf Erfolg für Kaliwerke Aschersleben.. unsere Anschauungen eintreten können. Wenn ^hroeri TCefttteatin... Deutschland gleich nach seiner Aufnahme mit Forde- Ql erb'edars. ..... rungen und Ansprüchen tarne, werde cs alles ver- Wöni- Bergbau derben und es würde dann einer jahrelangen und Neck MoMan'. mühsamen diplomatischen Arbeit bedürfen, bis es Kellns Bergbau..... sich eine seiner Bedeutung entsprechende Machtstel- Hamburg-Amerika Paket, lung errungen hatte. Im Lager der 21 liierten Norddeutscher Llovd . . scheut man sogar vor Drohungen nicht zurück. Cheramffche Werke Albw Die Pariser Presse ist täglich von ihnen angefüllt ' Mussolini ist am weitesten gegangen und hat I vol-manu . . .. es in seiner demagogischen Art an Beschimpfungen nicht fehlen lassen, um von vornherein jeden Versuch einer deutschen Einflußnahme in den Minderheits- Frankfurt a.M. Berlin 5d)luL-l 1-Uhr. Schluß. jAnfaug Rur» । Rur<-, Rurs 1 Rurs Datum: 25.2. | 2 >1 >a 25. 2. 26. 2, 5% Deutsche Reichsanleihe . 4»/0 Deutsche Michsanleihe - 3»/,"/° Deutsche ReichSanlethe SP/o Deutsche ReichSrmlcihe . 9.360 0,3625 0.345 0 34 0.3685 0.351 0,325 0,470 0 3325 0-215 0 342-, 0,5 Deutsch« Sparprännenaulcide 0 211 —* 0,215 — 4% Preußische Konjols . . . <-% Heffen.......... i> ,330 0,301) 0,34 o,36 0,3525 Neffen...... ■ • • 3"/a Heffen ........... — 0,31 0,31 — Deutsche Wcrtb. Dollar-Anl. —— — —* — dto. Doll.-Schatz-Ariweisug.*) 99,2 — 99,4 — 25 Febr. 26. Iebr. Amtliche 9tDticruna Amtliche ’J Geld totierung Brief Geld Brief Amft.» 9ioti 162.94 | 168,:3ti 167 ..'8 168,40 Buen.-Aires 1.711 ! 1.215 1,711 1,713 Brff-Antw. 19,05 i 19,09 19 055 19,095 (£t)rifricnia • Ml,96 90,18 91,39 91,61 Kopenhagen 108,88 109,16 108,90 109.44 Stockholm . •12,13 112,71 112,13 113,71 Hrliinssors. 10.551 10.591 10,56 10,60 Italien. . . 16,85. 16,80 16.48 16,88 London. . 20,38. 20.434 '0,388 20,410 4,20 Neuhork . ■ 4,lto 4,205 4,195 Laris . . . 15,331 15,365 (3,d0 >5.34 Schwei; . . Spaniett. . 60.73 80.98 80.715 80.915 59,13 59,27 59,10 59,2'1 Japan .. . Mo de Ian. I.913 L'.ll 7 1,922 1,926 0,617 0.619 0.617 1.619 Wien iwD- £?cft- abg-st- 5M4 69,28 MM 6 59,40 12,485 Prag .... Belgrad . . Budapest. . 12,416 12,45b 12.413 7.38 5,873 7,40 6,893 7.38 6,875 7,40 6,895 Bulkrarien • 3.U45 3.046 3,046 8,05 a Lissabon 21,245 21.295 ■21.24j 21,255 Daruig - • ■ Konstantin. 80.17 i.i 65 81.07' 2.125 80.82 2,177 81.07 2.182 Athen 5.8« 5.1'1 5 93 5.95 Canada. . - 4.178 4. IM 4,178 4.188 Uruguav - 1 4,305 4,315 4,305 4.313 Berlin. 25 Iebr Geld Brief Amerikanische Not«» ..... 4.18t 4.201 Belgische Noten . ...... Dänisch« Noten ....... 19,02. 108.65 19,12 109,19 Englisch« Noten. ....... 20.345 20.445 Französische Noten ...... Holländische Noten .... Italienische Noten...... 15,46 167,58 15.54 168.42 10 89 15,97 Norwegische Noten..... Deutsch-Oesterr.üroa Kronen 89,84 0 30 59.02 59.32 Numciniiche 92oteu...... t ,75 1.79 Schwedische Noten ...... 113,22 118.78 Schwei^r Noten....... 80,-31 81.01 Spanische Noten ...... Tschechoslowakische Noten .. Ungarische Noten . ... 68.1'5 59.25 G 12.435 5,89 r M M V, '.V , *• Ä M W l 5 N}. 3in|m'. Sehr. 2er 'JUm= engenchl megen ner Gesäng- mi> 1200 Mk. iebte, Sie J)önb= Degen desselben s und 100 Ml, '■i Johann Ott W. Geldstrafe, üehhäMer aus 0 M. gewährt, enausfagen 345 Betrogene hatte f en bezahlt und . Monaten an i einem weiteren mbe Lchankwin- m vermietete.sie er sich eine Abliest, 3n der Urin gemifientofer -zeichnet, der jede e,einer fflitmen- er, der alle diele i;e ^diniere des fenllidj befannt-' , 5)r bs't 4 der Sangen, 5?" Nif ? q2 stelle und ■ ’ W der dn9enen «z». SpM. ien't6em 6t, lei & ' TWüi|^ I(W Fr. nÄ3ud) Aldien auf 3U. ^gen gemein. l.9dur fünft. Ä"' jum Mienen l'chtspunften tfen der Er- , besprochen M der bi!,' /we be. S Eichung W man, dah ^rr feinem ^det, sondern ber Aativnen Wohl wie dog t dem Werte vuitdem. .566 MlM tnberd. scha^.j nar. et Jugend. 2us ruorträge 5™,'*' 2 und 3, iAeri des ^iui- 5.45-615 Hr. ■ Jugend) f 2us n Artansas" von jfir: Stunde des . svezialvortrag ngen". 645 6** tlbildmgÄursus Sitten auftnarti). en ^Ich°u if « und rechnst. L'T s”?S ^ett ttttfgencmmep; ©amen - Frühjahr* - Mantel 3MB ......................... i——tiiiiwmmmu i ihm iiii........ -179öa. | 10.50 sticf.,mod.Form ,-Halbsch. ged. schuhe 10.50 Braun Boxrind- Herr. - Halbach, mod. 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