1 ^deutM Mtwh 5 bi?ß schwächer,' Äft AMer. rU «?^EuS in '')0D1 Oaiuror; Lx. 1 jw taotftefenta vtrach eme wam- W’lf V. Orolmann, die Sck°MnzMeil ist: Je künstlerische 2us- s Stonmti, 6er St ^gliche Limesland wrSalmmimisch, voll -erstanonis für lakei« ' herb, sinnlich und mpEH, aber doch H. der welschen Art r ohne LiedrrlMl elftes", wie Thoms 'Mutiert H“ Dm- i des AusscheS von teilte Bibliographie, der zritgrnössischen meidet W. von Ein- eraturwissenschast?'): Ich- Schätzung eines )undolf, insbesondere g zu Stefan George }um Schluß die sehr nt orientierende Aus- icheinungen auf der ngerstiger und wissen- nd Spitzen". Her« Zander Koch, Darm- ’unßließenbe Stauen'1 eftattete unb gefdjidt ßpqialt&tina, Wege mst, durchaus nicht ,gsreich und fesselnd, ern essaMsch und vor dm lnieressierien ; heste, deren jedes lein modisch-hauswiri- agleich von ästhetischen chtspunkten aus (tteff« terial!) und die ganze ite notwendigen tun|t« ge rückt. ____ ordsee". Mstnerte rgan des Derbindes ) Aorderney: Milcr inuor 1926; Jeg* Gmelin, Wyk-Sohr' Särien 28* '«S 25 Z bis 8Z -rn-ttlere bis -c^rnngere 5' Äatzi^' Seringp bLi^ine: »eiärft. rogwittffl Tenders. -MsckM°') Januar. Stunte betaue* ÄÄ' sr^” ifcKyt fl. Ä- i)u*e Wertens. 8 per Nr. 21 Erstes Blatt 176. Jahrgang Dienstag, 26. Januar $926 Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Monats-Bezugspreis: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Richter« scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: Schriflleitung 112, Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Zranfturt am Main 11686. Sietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vniü und Verlag , vrühl'sche llniverfitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange in Stehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Rachmittag vorher. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20°/, mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil Hans Füstel, sämtlich in Gießen. Marine und Revolution 1918. Aus dem Untersuchungsausschuß des Re chstags. Berlin, 25. Jan. Im Unterausschuß für die Marinevorgänge teilte der Vorsitzende, Abg. Dr. Philipp (dn.) folgendes Schreiben Vizeadmirals v. Trotha mit. „Nachdem mir soeben durch beit Herrn Chef der Marineleitung dienstlich bekannt geworden ist, daß der Herr Reichswehrminister sich entschlossen hatte, di-^ in den Ausschuß entsandten Kommissare vorläufig nicht mehr zu entsenden, bin ich nicht in der Lage, in der Sitzung des Ausschusses heute nachmittag zu erscheinen. Ich lege aber großes Gewicht darauf, über die in Frage stehenden Vorgänge Auskunft zu geben." Der Vorsitzende beantragte darauf, den Vizeadmiral v. Trotha als Auskunstsperson zu vernehmen. Rach kurzer Geschäftsordnungsdebatto wird die sofortige Vernehmung des Vizeadmirals v. Trotha beschlossen. Der Vorsitzende teilte mit, daß u. a. auch Admiral v. Capelle um seine Vernehmung gebeten habe. Hierauf gab Abg. Graf von der Schulenburg (dn.) unter dem Beifall der Rechten, folgende Erklärung ab: „In den Sitzungen anv 22. und 23. Januar sind besonders von den ZuhörernbeispielloseSchmähungen gegen das Offizierkorps der alten Wehrmacht gerichtet worden. Ich erkläre daher für die alte Wehrmacht und für mich selbst, daß ich diese Verleumdungen mit allem Rachdruck z u r ü ck w e i s e. Die alte Wehrmacht hat in hingebender, todesmutiger Treue vier lange schwere Jahre dem Ansturm der Feinde standgehalten und die Grenzen des Vaterlandes geschützt. Nunmehr wird Vizeadmiral v. T r otha als Auskunftsperson vereidigt. Er wendet sich ge^en die Darlegungen des Abg. Dittmann, daß Mannschaften auch in dringenden Fällen keinen Urlaub bekamen, während z. B. ein Offizier schon anläßlich einer Niederkunft seiner Frau beurlaubt wurde. Der betreffende Offizier hatte seinen Wohnsitz in Wilhelmshaven. Andererseits war der Bedarf an Mannschaften ungeheuer groß. Auf einem großen Kreuzer oder auf einem Linienschiff, auf dem jeder Mann im Jahre 10 Tage Urlaub haben sollte, mußten im normalen Betrieb immer ungefähr 30 Mann auf Urlaub sein. Ein weiterer Ausfall von etwa 20 Mann kam auf das Konto von Erkrankungen. Ein dritter Ausfall von 25—30 Mann auf Ausbildungskurse, um das Schiff auf der Höhe seiner Leistungsfähigkeit zu halten. So sielen inspesamt auf einem solchen Schiff ungefähr 10 0 Mann aus, weit mehr als die Besatzung eines schweren Turmes ausmacht. So schmerzlich es war, so konnte man selbst ganz berechtigte Wünsche nach Urlaub nicht alle erfüllen. Jeder Vorgesetzte, so weit ich sie als Menschen kennengelernt habe, hat sein Bestes getan, um den berechtigten Wünschen gerecht zu werden. Ich kann ferner bezeugen, daß Admiral Scheer bei verschiedenen Gelegenheiten darauf hingewiesen hat, daß gerade in Kriegszeiten die Strafanwendung auf das Sorgfältigste und unter Berücksichtigung aller Verhältnisse und auch des Druckes, unter bent die Mannschaften standen, in Ruhe und ohne Uebertreibung zu handhaben wäre. Außerdem ist auch durch Reichsgesetz vom 25. April 1917 eine weitgehende M il^e - r u n g der Strafbestimmungen eingetreten, -tatsächlich haben sich die Strafbestimmungen im Kriege gegenüber der Friedenszahl nicht vermehrt. Der sozialdemokratische Abgeordnete Ebert hat im Hauptausschusz erklärt, daß aus der 2Harinc verhältnismäßig wenig Beschwerden Vorlagen. Der sozialdemokratische Abgeordnete Noske war längere Zeit an Bord von 5.TU. 5. „von der Tann" unb hat dort das Leben der Offiziere und Mannschaften kennen- gelcrnt. Auch er hat nachher keine Beschwerden vorgebracht. v. Trotha ging dann auf die ^Verpflegungs- Verhältnisse ein. Auf den einzelnen Schiffen bestand Selbstverpflegung. Bei dem Gelde, das für die Verpflegung ' nutzbar gemacht werden konnte, bestand zwischen Offizieren und Mannschaften anfangs ein Unterschied von 1,15 Mark, der sich aber nach und nach auf 25 Pf. verminderte. (Hört! Hört! rechts.) Die Verpflegungssätze wurden im weiteren Verlauf des Krieges wesentlich erhöht. An Brot bekamen die Mannschaften weit über das Doppelte dessen, was der Bürger in den Großstädten erhielt. Ebenso war es mit Fett. Im Kriegs wurden die M e n a g e k o m m i s s i o n e n einge- sührt. Auch aus der Schilderung des Abg. Dittmann ergibt sich, daß sie zu einer neben dem militärischen Apparat sich entwickelnden Organisation wurde, die von den Verpflegungsfragen zur Behandlung von politischen Fragen überging. Aber wenn eine Truppe ihrer vaterländischen Pflicht genügen soll, so muß sie allein eingestellt sein auf den großen Gedanken: Hier gilt es, mit der Waffe für das Vaterland! Der Zeuge besprach bann die Vorkommnisse von 1917. Koebes, einer der erschossenen Matrosen, hat in ber betreffenden Versammlung gesagt: „Die Heizersache hat uns eigentlich einen schlechten Streich gespielt, denn in 14 Tagen oder 3 Wochen wollten wir zu einem großen Schlage aushole n.“ Diese Rede würbe bereits am selben Tage, als sie gehalten war, von allen Seiten bekanntgegeben, so daß an ihr kein Zweifel ist. Ein Matrose hat gesagt, es sei in ber Versammlung am 1. August im Restaurant „Tivoli" zunächst eine Propagandarede für die 11. S. P. gehalten und bann gesagt worden, die Matrosen müßten sich fest zusammenschliehen und nötigenfalls mit Gewalt gegen ihre Vorgesetzten vorgehen. (Unruhe rechts.) — Jedenfalls stand hinter dieser Aufruhrbewegung die U. S. P. In das Gerichtsverfahren habe ich nicht eingegriffen, aber als Chef des Stabes war es meine Pflicht, auch für den Fall von Todesurteilen die nötigen Vorkehrungen zu treffen." — Der Zeuge kommt bann auf den Flottenvorstoß zu sprechen. „Unmöglich konnte vor jedem Kampf- vorstoß erst im Großen Hauptquartier angefragt werden, da man von dort gar nicht die vielen Vorbedingungen femien konnte, die jeweils für ein Auslaufen der Hochseeflotte entscheidend traten. Mit einrem Vorstoß gegen diese und und traten. Mit einem Vorstoß gegen den Kanal wäre unsere Front zu Lande entlastet worden. Die Vorbedingungen zu Vorstößen geheimzuhalten, war eine unbedingte Pflicht gegen die Besatzungen. Die Pläne für die vorbereitenden Operationen haben wir immer erst bann ms Große Hauptquartier geschickt, als die Flotte in See ging, denn mit den Meldungen muhten wir äußerst vorsichtig sein. Demnach ist es für den hier in Betracht kommenden Vorstoß keine Frage, daß nicht einmal die Mitglieder des Stabes im Bilde waren. So war der Plan gefaßt worden, mit einer starken Gruppe in die flandrische Küste hineinzustoßen und zu gleicher Zeit mit einer anderen Gruppe gegen die Themsemündung vor- zugehen, um dort das ganze Transportwesen des Feindes aus den Fugen zu heben. Dabei mußte selbstverständlich die Hochseeflotte mit hinaus- gehen. 3d) kann keinen anderen Ausdruck finden, als daß ich noch nie im Kriege ein so stark und sicher vorbereitetes Unternehmen habe durchführen lassen. Ich kann nicht begreifen, wie in Zeilen eines solch schweren Ringens die starke militärische Kraft der Flotte in den Häfen liegen bleiben konnte. Als wir uns über die Durchführung des Unternehmens einig waren, habe ich auch an den damaligen Chef des Stabes der Seekriegsleitu-ng, den damaligen Admiral v. L e o e tz o w, die Frage gerichtet, ob die Regierung im Bilde fei und damit eine zustimmende Antwort erhalten. (Bewegung links.) — (Abg. Dittmann: „Entscheidend ist, ob die Regierung des Prinzen Max unterrichtet war!") Das kann ich so genau nicht sagen. In dem Moment, als auf Befehl von oben der U-Bootkrieg eingestellt wurde, hatte die Flotte ihre operative Freiheit vollkommen wieder- bckommen. Auf die Frage des Abg. Dittmann, ob ber Zeuge aus eigenem Wissen angeben könne, daß Prinz Max von Baden seine Zustimmung zum Deutschland und Italien. Der Kampf um das Mittelmeer. — Eine Wendung in der italienischen Außenpolitik. [ Don unserem römischen I5°Korresponbenten. Rom, Ende Januar. Jene „Orangenblüte“ vom Lago maggiore, deren Duft Brianb unb Stresemann so berauschte, bah sich die Abgesandten der Erbfeinde brüderlich in die Arme fielen, reift allmählich zu einer recht herben Frucht heran. Bald wird sie vom Baume fallen, nein, frühzeitig von der starken faschistischen Faust herabgerissen und dem erschreckten Europa in den Schoß geworfen werden: Krieg! Es ist natürlich leicht zu fagen, man solle den Teufel nicht an die Wand malen, es ist ebenso leicht, wie den Kops in den Sand zu stecken. Politisch ist es nicht. Anverantwortlich aber wäre es von den Rachbarn Italien, ihr Schicksal vertrauensvoll dem Völkerbund zu überlassen und zu ihren Feldherren die Nie-wieder-Krieg- Herren zu bestellen. Die Wirklichkeit sieht erheblich nüchterner aus als jene milden Herbsttage von Locarno, wo jeder Zweifler des Verrates am Weltfrieden beschuldigt wurde. Wer heule mit offenen Augen auf dem Kapitol steht, der sieht Den anmutigen „Geist von Locarno" schon zum Tempel des Mars schleichen, um die Tore zu öffnen. Es ist dabei gleichgültig, ob ber zu Den heiligen Lanzen aufschauende Cäsar Mussolini heißt oder anders, denn zwangsläufig folgt Die Entwicklungsgeschichte Italiens ihrer vorgezeichneten Bahn. Das junge Italien ist wie seinerzeit das junge Deutschland in die Bismarckschultern hin- cingewachsen. Kürassierstiefel unb gepanzerte Faust passen zu ihm unb wenn auch die Welt nicht so viel Aufhebens davon macht wie von den selbstbewußten Kaiserworten, so klingen die Mussolinireden doch noch erheblich drohender als die Berliner Zerschmetterungsreben. Sie klingen so gewichtig, baß es überhaupt keiner ber An- grenzer Reuroms wagt, etwa den Duce so in Witzzeichnungen unb Druckerschwärze herunter- zumachen, wie man sich's Wilhelm II. gegenüber gestatten konnte. Wo im Parlament der Schwächeren ein derbes Wort fällt, muß sofort ber verantwortliche Minister Abbitte leisten, wir haben es erlebt, daß italienische Konsuln in bei freien Schweiz eine Sprache sprechen, die umgekehrt in Rom ober Mailand gar nicht denkbar wäre. Aber nia)t nur die Manieren sozusagen machen den Vergleich aus. Italien sieht sein 1914 mit ungeahnter Schnelligkeit am Horizont Heraufziehen. Das junge Reich wird seinen Zweifrontenkrieg haben. Mussolini sieht hierin so klar wie der eiserne Kanzler unb handelt entsprechend. Diplomatisch und militärisch. Mit Bündnissen und Rüstung. Außerdem hat er aus dem Fehler Deutschlands gelernt, daß man nicht nur das Schwert, sondern auch das Volk schweißen muß. Er hat den Defaitismus, die Staatsnörgelei. das Politikastertum beizeiten ausgerottet. Wenn heute die Trompete zum eisernen Würfelspiel ruft, so wird nicht ein einziges Zeitungsblatt der Regierung in den Rücken fallen. Ursprünglich rechnete Italien mit ber Waffenhilfe Deutschlands, die ihm bei seinem lodernden Rationalismus selbstverständlich scheinen mußte, unb noch heute kann man im Volke das „Schulter an Schulter mit Deutschland gegen Frankreich" hören, wie in den ersten Rachkriegsjahren. Wohl überall außerhalb der deutschen Grenzpfähle mißtraut man ja den allzuoft beteuerten friedlichen Absichten der Wilhelm» straße aus dem einfachen Grunde, weil sich niemand ein gedemütigtes Volk vorstellen kann, das nicht eifrig zugreift, wenn ihm von dritter Hand ein Schwert in die Hand gedrückt wird. Der Masse des italienischen Volkes aber ist noch nicht bekannt, daß in Rom seit einiger Zeit in dieser Betrachtung der Dinge ein völliger Umschwung eingetreten ist. Die ersten Bedenken stiegen Mussolini, ber sich nicht umsonst anfangs für die gemeinsame Grenze interessiert hatte, den Ruhreinbruch nur scheinbar unterstützte, die deutschen Tributzahlungen auf ein vernünftiges Maß zurückgeeschraubt sehen wollte, ja, nach unwidersprochen gebliebenen Behauptungen sogar die (vermeintlichen) Rüstungen des Versailler Opfers wohlgefällig und logischerweise berechtigt fand, die ersten Bedenken und Zweifel stiegen ihm auf, als Berlin hartnäckig an der Erfüllungspolitik festhielt. Er wich um so mehr zurück, je mehr sich die einander etappenweise folgenden Reichskanzler Frankreich näherten. Locarno entschied bann die Schwenkung. Kann überhaupt, vom italienischen Gesichtspunkt aus betrachtet. Rom anders handeln? Daß der Wind umgeschlagen hat, steht freilich noch nicht in den diplomatischen Wetterberichten, um so deutlicher fühlt es, wer in Italien lebt. An Stelle bet fast übertriebenen De uts ch ft e un dli chke i t. wie sie nach dem Kriege gang und gäbe war, ist eine eisige Zurückhaltung getreten unb strichweise schon eine selbst die französische übertreffende Deuts chfeinblichkeit. Ein Blick auf bas fübtirolcr Barometer sagt alles. Dort hat ber schärfste Kurs mit Locarno eingesetzt, denn nun argumentierte man in Dorn folgendermaßen: Eine Sekundanlenhilse ist von Deutschland nicht mehr zu erwarten; es hat sich an Frankreich verkauft; es sucht sich für die Preisgabe des Elsasses nun wohl an Südtirol schadlos zu halten; wozu also die Südtiroler noch länger schonen? Argumente, die man nicht nur zu hören bekommt, sondern schwarz auf weiß lesen kann. Dabei bricht immer wieder die Wut über die „plumpe italophobe Politik Deutschlands" durch was mit anderen Worten heißen soll: Ihr Tölpel, habt ihr denn nicht begriffen, daß wir lieber mit euch gegangen wären als mit England, von dem wir nicht wissen, ob es auch mit uns geht? Mit Locarno verlor aber Italien nicht nur einen Sekundanten, auf den cs gezählt hatte, es sah in ihm vielmehr fortan einen offenen Gegner, nachdem die Garantie der Brennergrenze, auf die Mussolini vorher ausdrücklich gepocht hatte, nicht zustande kam. Und die rücksichtslose Italienisierung des unglücklichen An- breas-Hofer-Landes setzte auf ber ganzen Linie ein. In Deutschland und Oesterreich antwortete man nicht minder scharf, die Polemik spitzt sich reihend schnell zu. schon klafft ein Abgrund zwischen beiden Ländern, der kaum mehr überbrückt werden kann. Ein Keil treibt den anderen. Mussolini fährt, ohne es auch nur Rom wissen zu lassen, von Mailand nach Rapallo zu Chamberlain. Englands Haltung bei der Auseinandersetzung mit Frankreich wiegt nicht mehr und nicht weniger als 1914. Es kann jeden Tag die Mausefalle des Mittelmeers zuschliehen. Tritt es auch nur mit wohlwollender Neutralität an die Seite des Volkes, das in zwanzig Jahren um die Hälfte mehr Einwohner haben wird als die lateinische Schwester, so darf Rom mit einiger Sicherheit sagen: Carthaginem esse delendam! Natürlich tut ber Brite nichts umsonst. Reiht Rom in die Liste seiner Kriegsziele zu Karthago-Tunis noch Nizza. Korsika, Savoyen und einen Teil von Marokko ein. so will er dafür im nahen Orient kompensiert fein. Deutschland hingegen hätte es billiger gemacht, jedenfalls nicht auf Kosten Italiens. So beschleunigt Der Geist von Locarno, ohne es zu wollen, den unvermeidlichen Zusammenstoß im M i t t e I m e e r. Gerade als Italien bei seinem Spiel der Kräfte vor einer Wegkreuzung stand, trat er als deus ex machina hervor unb gab die Richtung an. Die Brücken zu Deutschland sind abgebrochen. Die Brenner- toanb, die ber Versailler Vertrag mit teuflischer Berechnung zwischen Die natürlichen Bundesgenossen schob - natürlich, weil sie zusammen einen Steg bildeten zwischen Nordsee und Mittelmeer, einen Damm gegen die westlichen Hegemonieströmungen und die östlichen des Bolschewismus - hat ihre Schuldigkeit getan. Noch nicht so klar für die diplomatische Strategie liegen die Dinge im O st c n. lieber den Kautschukvertrag mit, Jugoslawien schreitet natürlich ein Mussolini leicht hinweg, wenn es um sein Vaterland geht; das Hinterland. in weitestem Sinne, hat jedoch noch seine Fußangeln unb Wolfsgruben. Seit der Balkan durch die ungemein weise Kartenverzeichnung der Geographen von Versailles. St. Germain usw. bis zu den Toren Dresdens erweitert worden ist, steht dort nichts mehr fest. Wer traut der kleinen Entente? Ist Rumänien nicht durch Bessarabien in Rußland verhakt? Steht Griechenland nicht als Faktor im englischen Kalkül? Verlaß wäre nach römischer Meinung allenfalls auf Ungarn, die tschechischen Bündnis- sühler erregen schon Bedenken. Italien hat es ja erlebt, baß man im Laufe eines Krieges bald auf ber einen, bald auf der anderen Seite fechten kann. Vielleicht bricht ber Sturm los. wenn Der Balkan das Gleichgewicht zum Messen ber Kräfte gesunden hat, vielleicht schon früher. Zündschnüre hängen ja aus vielen Löchern heraus. Und wie lieft man heute in Rom? „W etter leuchten ringsum!" Derwelschuug der Tiroler Bahnen. Innsbruck. 25. Ian. (WTD.) Wip die „Innsbrucker Nachrichten" melden, ist durch ein Dekret die deutsche Benennung ber Eisenbahnstationen in Südtirol ver- boten und Die sofortige Entfernung der deutschen Ramenstafeln angeorbnet worben. Das Ausrufen der deutschen Etationsnamen hat zu unterbleiben. Das Recht Südtirols. Rcichsqcrichtspräsidcilt Dr. Simons über die i^tttdentschnniispolitlkJtaliens Im Rahmen ter Vorträge der Verwaltungsakademie sprach gestern ber Präsident bes Reichsgerichts, Dr. Simons, über bas Recht ber Minderheiten. Dr. Simons unterzog die rechtliche Lage ber Südtiroler einer streng wiis.'n- schastlick ' Untersuchung. Italien habe zwar keinen Minderheitenvertrag unterzeichnet, aber Die ita;._ ,.,vje Regierung habe bei der Heber» nähme Südtirols in feierlicher Form eine lot)» alc Behandlung der neuen Untertanen deutscher Abstammung zugesichert. Auch ber Völkerbund habe in seiner Tagung von 1922 eine allgemeine Resolution gleichen Inhalts angenommen, die sich in ihrer Anwendung unzweifelhaft auf Italien bezogen habe, unb tatsächlich habe dann auch die italienische Regierung bis zum Herbst 1923 loyal diese liberale Politik in Südtirol innegehalten. Erst im Oktober 1923 habe durch die Erlasse des Präfekten von Trient die neue Italianisierungs- Politik eingesetzt. Reichsgerichtspräfident Dr. Simons kam zu dem Schluß, daß unzweifelhaft in ber Mißachtung feierlicher Versprechungen durch Italien auch völkerrechtlich eine Verletzung geltenden Rechtes gegeben sei. Italienreise des italienischen Botschafters. Rom, 26. Januar. Rach einer Meldung ber „Tribuna" befinbet sich ber Berliner italienische Botschafter Graf Bos- bari unterwegs nach Rom, um mit Mussolini bie Lage zu besprechen. Offenbar handelt es sich dabei um bie Vorgänge in Südtirol unb um bie Möglichkeit dieser Frage auf das diplomatische Gebiet überzuleiten. Wie dem „Lokalanzeiger" hierzu von der Berliner italienischen Botschaft mitgeteilt wird, ist Graf Bosdari tatsächlich am Montag früh nach Italien abgefahren. Eine französische Stimme zur tiroler Frage. Paris, 26. Jan. (TU.) Der „T e in p s" sagt in einer Besprechung der deutsch-italienischen Beziehungen, daß die Trübung der Beziehungen zwischen den beiden Ländern eines der bedeutsamsten politischen Ereignisse der letzten Wochen darstelle. Der „Temps" erklärt sich die Ber- ftimmung der deutschen Oesfentlichkeit mit dem Vorgehen Italiens in Südtirol, für die das Blatt Worte der Zustimmung findet. Die Enttäuschung S ü d t i r o l s sei zu verstehen. Wenn auch der Wert der angewandten Ausführungsmethode zweifelhaft erscheinen müsse, so sei doch begreiflich, daß die italienische Regierung die Spuren der auswärtigen Herrschaft in Südtirol zur beschleunigten Durchführung des Prozesses der italienischen Einheit beseitigen wolle. Motten uor|to|i gegeben habe, erllftrt der ;{eime 'Hart) 9ltit>briirf) her Unruhen war der Borstütz na« türlid) mimäallch aemorben. Der nach Berlin geschickte Itopllan u) Iab i f ch hat bein schon zu Bett liegenden Kanzler Prinz Mw, die Sache oorae« tragen und in der Meldung, hie er mir nachher erstattete, hat er tnit feinem Wart ermähnt, hast Prinz Max gelinster! habe, er wisse nirt)1e von dein Vorstvst. Aus die tlfdfli des Ada. iHofeiifclb (Komm,) erwidert bei selige, hast die FtlittenleittiNg der sirt)eren UederzeugNNg gewesen sei, bah mir mit einem Vorstoft her englischen Seemacht einen ganz gewaltigen Sivtz versetzt hätten. Auch der englische Minister Churchill hat erklärt, Dah die Entscheidung in den letzten Tagen an einem dlinnen Faden gehangen Hai. Lrr Faden sei zugunsten England« getiisen, weil drliden die DolkSstimmung nicht zusammenhielt. Der Sachverständige Gen-tal h. ftiibl führte ans, bah hie Ärcre-lellung immer eine Landung der Engländer an der holländt- ' scheu Küste befürchte! hätte, Iva- für den bciü- schen rechten Flügel geradezu fafaprnph.il ge wirft babPn wurde. (Iht Flotlenvorstoh 1018 sei eine ausjerordenillche Beruhigung und Ent- l a st u n g gcivcfen. -)ätte b!c flotte zum Schlup nn tz gezeigt, hab Ile kampfsätzig ist, k hätte das ein andere- Bild gege! en. (Vcbbaffcr Beifall 'kchl-.s Der Sachi erständig' D>. tz e i z teilte mit, her i amallne Stant-selretitr und Dizekan.flkk von '1'0 1)0 1 habe Ihm geschrieben, er habe von dem P'an einer nrhfjcn Seeschlacht gegen England e st a s dem Mtinch ner Dolchstohprozetz Aennt- ilifl c. halten. Abg. BrÜningtzaus l'D Vp.) stellte fep, Las) nach den An-sage,) n. iTtotha- Die Flotte 1164) nie ft> stark gewesen sei al- In dem Augenblick, da her Borgos) geplant war. 5)er Saclsvci ständige Delbrück führte au#. Van bisher noch nicht der geringste TJ.’ivel# dafür erbracht worden sei, bah baß geplante Flotten- nntei i lbmen durch die Zusttttzmung des Dtronl- lt>nrfHeben Aeich-kaiizscrS gedeckt worden sei. 3m übrigen sei er Der Auffassling: Vic(w die ganze Flotte in Grund geschossen, al# sich so zu ergeben, iri ebn- nachher geschehen seil fc^ine neue Sihung Mit Hinzuziehung non Pressevertretern wird voraussichtlich erst in vierzehn Tagen stattsinden. (Ein deutschnalionales Wirlschastsprogramn. Berlin, 25. 3 den. Wir fordern Beschränkung de - äffen 11 leben D n s w n n d c s. Den Anfang hierzu erblicken wir In einer erheblichen Vereinfach una der Steuern und der Steuerverw.altuiig. Die ossentlichen V e r k e tzr - u n 1 c r n c st m u n - Men mässen wieder zu Instrumenten bet heul« leben Wirtschaft werben. Die überspannende Aus- aabeii'irtschasf hat ihren inneren Grund In den Ansprüchen des parlamentarischen StzstemS. Wir verlangen die G r h a l t u n g e I n e - u n a b h ä n- la «'n B e r u s » b e a nt t en k u m Elngrel fenbe Verfassungsänderungen werden in Aelch mib Ländern nicht zu umgehen sein. Eine gründ fäHlch durchgelührte Sparsamkeit erfordert auch eine Beschränkung der Zahl der Abgeordneten in den vielen Parlamenten. Die Sozial- fürforfle und die Sozialpolitik muh unter Berücksichtigung der L e 1 st u n g - f S ft i g k tl t unlerer Wirtschaft fortgeiehf werden." Veutschlan-5 Auhenhandel. Pao Statistische >lelchoantl neiäslemiichl nun mehr hi io wi'lamtergebnio beo beiil|d)ru Auftenhiin hds für 11’25. (Bgl. bpu gestiigei! Wittschastst-.Il.) Wir ii)i||rn nun, hah her Auftenliandel Im ?,»;em ber 1925 mm erstenmal leit bei 3tlslatlonsz-!t tnlc her a I 11 n gewesen Ist. Gründ zur lNenugliumn '!> darüber Nicht vorhanden, da der Anssuhrälier schuft nur durch ft a r t r Drosselung hei i? | n fuhr erziell werden konnte In den ersten zehn '.Uloiialcn h)2a wurden Im Diiichsdmlo für 107h Millionen Mark Waren eingesührt. Die rückläufige Beinegung trat im November ein, um Pdu Im £e .U-inber fnrtzu setzen, än die »IN Mdnai belief sich der Einfuhrwert auf 7ßN Millionen, während der Ausfuhrweri auf 7IH .Ntttlioncn Mm' niificigen foitnle, Ou ist zu benchlen, bah der 'llückgfllig her (Einfuhr am stärksten bei den mn h |t n f f e n i|i. vetrachtunflen darüber anzusteflen. haft sich Larin die AuSlandlrebÜe ausw'.iken, h.n wenig dtoed. Die AuSlanbkreblto sind in vornehmlich Aohslosskredlte gewesen. Io dal) die 'XnbfLiff- '•hihihr znnächst unvo bältnlsiiiästlg hoch fein muhte. Für d.e deutsch' Zahlungsbilanz ist c* nun wichtig, bah die Auss u h r steigt um durch Ihren Wert den Fehlbetrag h.-. .iah lungSbllaNz aUSgleichen zu können Aus e r Aktivseite der Zahlungsbilanz stehen anher hem Aussubrweri ber Lrti.ig ..u« b. i Austen' handel-, da- ist auch das Problem der deutschen Wirtschast. Wir sind durch den Versailler Frieden so start' von der au>jlänbi|d)cii BoHstoffolnsuhr abhängig ge luoi'Deit, bah her Nlickgong der NobstösfeinfuHr eher alo fir I f e tu e I rl) e n , beim als bas Gegen- teil zü bewerten Ist. ;ie geringer bie stiohstosfeln- suhr, bcflo geringer bie Ausfuhr vieler fertig- fabrifate. Nun hat bic Ausfuhr gerabc von Fertig- fabril’tilen gegen Echtuft bes Wahres 1925 zage udmmcii. Das erklärt sirl) ganz einfach baraild, bah die früher elngeftihrten Avhftoffe Infliülfdjen Im Berebetungsverkehr zu Fertigfabri taten ii m g e m a ii b c 11 worben find. Soll sich bieses Berhaltnis 1926 fortsetzen, so ist bie Steigerung der ^iohstosfeinfuhr imuertnciblid). (5s Hängt von der Aufnahmefähigkeit d e s Inlandes und ber nu slän discheu Markte ab, ob sich im Verhältnis zur Nvhstvsselnflihr bie Fertige warendusfuhr steigern läftt. Das beeinflußt cm- scheidend, ob mir 1926 die Zahlungen gemäs; dem Dawesplan leisten können oder nicht. Kundgebung der Gemeinnützigen Vauvereinigunqen. Berlin, 26. Qan. (klNe Auubgebung der Ge, meiNNWgkN Baliuereinlgungen Deutschlands fand am Man lag iln Blenarsltzungssaal des Aeichvivirl- kbafb ralpo slatl. Der Burschende des chauplverhaw bro Deulfdier Baugenossensrliasten. Prosessor A l - b r e rl) 1 - Berlin betonte u. n., es seien Gesetzesvor. lägen ehigcbrarf)!, bie ber jtiligreit der gemein- iillbigeli Baugenossensrt;asten den letzte,! Stotz versetzen Mühlen. Der ^weck ber heutigen Ber|anun- lurtfl sei Die Stellungnahme gegen diese Gesetzes- Vorlagen. Narl) einer regen Aiwfpkache würbe eine (' ntschliesmng aitgenomnien, brr wir folgenbco enl nehmen: Nack, beni Kriege sind in Denlschlanb im- •irlähr 851)001) Wohnungen geschnfseti tuorbeh; läyrllll) etwa 120 000. Die Zahl allein der Cheschlie- tzungen beträgt aber sährlirt) burchsämlttOch etwa 700 000. Der Grund zu dem Versagen der bisherigen Wohnungsvollill' liegt In bem Fehl e n einer kraftvollen A e 1 ch » z e n 1 r a l c , die planmäßige "Wohnungsgolitik betreiben kann. Von bei Gelbe,itiverttiiigsstelte mässen mlnbeftens 20 n. .f). brr Friebensmlete bem Baumarkt zuflieften. Die für Aenhaiiztvecke versligboren öffentlichen Mittel lollten vorzug»wei|e Baugenoffenschasten zti- aeiuenbel merbeii. Zwecks Anreizes iNM Banen werden geforderte iveitgehenbe steuerliche Erleichterun gen und bic reich-rechtliche Begelimg des Begrisses Der Gemeinnützigkeit. Die Behörben ale Arbeitgeber Mussen von brm Verlangen unbilliger Auswertung ultet Arheitgebrrbarlehen ubgepen. Mli allen Mtl teln find für bei, einheimischen Wohnungsbau wich ausländische (Wbquellen zu erschürften, da das ttzelb hierburch seinen sofortigen Umlauf weitesten Streifen unserer Gesinntwirtschaft befruchtet. lknlschädigungsklag- der Firma Himmelsbach. Aach Blältermekdungen aus München hat Me Hvlzflnna Gehr. AimmelSbart) In Freiburg gegen da- AelchSwlrtfchaftSminIfterium. da- Aeich-eniährungSministerlum, Die preuhifche, Die bäuerische und Die hessische @fnnlflreqic- tu n g und schliehlich auch gegen tmß Auswärtige Amt beim Landgericht I Berlin Klage erhoben. Die Klage verlang! EtnsteIlung d eS B o D- f o U #, den bic AcichSregierung und die genannten Vänberrcflkrimßcii gegen Die Firmi HlMMelölach verhängt Imbc. unb Grsah aller Schüben, bic her Firma durch den Botzlolt cnl- flanbcn sind. Die SUage gegen bas Auswärtig« Amt richtet sich bagegen, bah gegenüber her Firma das Londoner AinnesticatOommeii nicht ongetceuhrf worden fei. Die Sch.ikcneilahsorve rund del Finna Ihll flch auf rvnb 12 Millionen: Goldmarl belaufen. Bclannlllch hat mau der Firma vorgewoisen. mährenh de- passiven Wider- flaiihcc) In bayerischen. preukNschen unb Hessischen StaalSsorsten wertvollste Hotzbeftände für die BesaOimgstnächte geschlagen zu haben. Die MMtäfKontrolls. Dsr Bericht dr- «rctt-rakS Wälslf. Pari s, 25. 3'an. Der Berichierstattec der chuvasagenlur in London befchäftigt sich mit 0cm Bericht des Borfltzenben her interalliierten 'TUillfärfontrollfbinmiHion in Berlin, General M a I s h, art den Borsitzcnben d.s interalliierten Militätischen Komitees In Bcrsail e>, Alarschall F v ch, hinsichtlich der schwebenden Enlwafsnnnas' sragen, libci M? |m Monat 71ovember 1925 mit der Botschaflci lonsereuz verhandelt wurde, ffr stellt fest, das, die in den ersten beiden yifkit enthaltenen 'Bcrpflld)Tungeii erfüll I ftnb. näbrenh bk Erfüllung her in Liste III enthaltenen MrLslich'ungcn viel -u wünschen ilbilg Iflffc unb bic erzielten Fortschritte nicht genügte», um zu dem Urteil zu lammen, das) Deutschland seine Bcrfprechungen sär den 15. Aorember 1925 gehalten Habe ,.äglich bev Liste l\ feien bic alliit" leu Sionlrollorganc darüber einig, b.if; bie Port Dculfchfand erwarteten Boikehriingen so verzöqc11 worben feint, haft man den Grad b-r Erfüllung ber Klauseln, bio Im Aoveinbe, vorlaev Sah re., den Graeniland einer bcfonbeien Dlsfusflon bildeten, für den Augenblick gleich Aull betrachten könne. Die Liste IV um so sl bic Organisation her Polizei, bie bes Ob?i lommanbo-, har 'Verbot des Ge brauch < gewisser Waffen -il AbbilbungSzwecken, bic Artilletl? von Königsberg unb bic militärt sch.'n Bereinigungen. Detin man auch hen Gebanlen. bah her gute Wille Deutschlands nicht vollständig fei, nicht ganz attsschllcs en könne, fei in.in doch der An. fld i. hah das A 1 chtv 0 r h anbenseI n eines Al Inistekt u M - in Detttschlanb als eine Qmt- schUldigung angefchen werden könne, die zum Dell .'n Bcrzng Deuifchlanbs rechtsei llge Dav Mlnlslerlnm fei erst am 20. ilnnliai* gebildet wvr ben und den B arnten wäre eS bis zu Diefcm Qlufleiiblid In gewissem Maile unmöglich gewesen, eine Beranttvoktung zu übernehmen. Die- fei hie Ansicht her ^ufrralllicrten MllitiirkotUroil orqain Die heutschen Behörden Hätten sich zwar nid), svstcinatisih gcircignt, über Einwendungen, erhoben oder uitgcnügeiibc Anerbieten gemacht und sich gesträubt, sich Lurch gesetzliche Texte zu binben. Der deutsche Widerstand bestehe in der Tat noch bei den Punkten, von denen gewisse am 15. Aovember hätten geregelt werden mässen, also zu einem Zeitpunkt, als bas Ministerium Lulber-Stlescmaun und) am Ander qelvefen sei, denn es fei erst am 3. Dezember zurückgetreten. Ze de Ufa US sei nnzu Ne Hillen, bah wegen bet Verzögerung Deutschland-, 61c zwischen ihm und den Alliierten Im Aovcntber gettosfencii Vereinbarungen auSzusilhten. die InteralUicrt? KoN^ trollkommislion werde warten müssen, bis die deutschen Behörden sie in den Stand setzen, eine Ausgabe zu erfüllen, deren fompH-Jettc Fragen eine ziemlich beträchtliche Verlange« r ii n fl de- ÄUsenthalte- der Kontroll- Offiziere in Berlin verwutett lasse, ein Ausenlhalt, ben bic alliierten Aeglerungen flch bemüht hätten, adzulurzen, indem sie bie Zurückziehung der Kontrolltomiuifsion sär einen Zeit» punkt InS Auge gesaftt hätten, ber mit ber A ü ti mung ber Kölner Zone zusammenfallen sollte. Die Räumung Kölns. Köln, 25. 3an. (111.) Die englische Vesatzungs- behörbe hat der SlaViverwaltung amtlich mitgeteiit, bah die englische Flagge des groften t)aupl- quartiers am 30. Januar, nachmittags um 3 Uhr, ein gezogen wirb. An bl?,em läge werden auch die letzten englischen Truppen Köln verlassen. Aach diesem Vorgang Ist jedoch Köln und die sonstige 1. Zone noch nicht alö Unbesetztes Gebiet fu betrachten, so bah also die Ordonnanzen der Mterallierlen Aheinlanbrommission noch In firdft bleiben. Den Zeitpunkt, an welchem die erste Zone imb damit auch flöht al» unbesetztes Gebiet nnzusehen sind, bestimmt der Votschafkcrrak In Paris. Teilnahme Deutschlands an der Abrüstungskonferenz. Berlin, 29. Jan. (1BXB.) Nachdem bas neue Kabinett gebildet Ist, hat ber Kelchs m INI ft er des Auswärtigen bem Generalsekretär bes BÖlfrrüunbee, burch Schreiben vom 22. Januar ttill- gelellt, baft bie Kelchsrenleruug ber Llnlabung pt der Tagung bes vorbereitenden -ittsschusses für die Abrlistuugokonseren, in Gens t?oige leisten wird unb sich die venennung ber oeuIschen Deicgkr- teh sttr diese Tagung vordehött. Volksschule und Deutschtum im Auslände. Bettln, 25. Fan. 1TL1. i Der Acichs- verband deutscher Volksschu lichte rinnen veranstaltete Im ehemaligen Herrcnhaus elnc Kundgebung unter hem Lcitwort „Das Deutschtum int Ausland und die deutsche Volksschule'. Den Dauptvorlrag hielt der frühere preuftischc Kultusminister Dr. Voelltz über ..Da- ?hi»(anbhcuf|dbhun und die Heimat". „Weit stärket alS jemals Irtibec habe sich jetzt", fo füprie der Aedner aus. „im dcutfcheu Volke die Aeberzeugung durchgesetzt, d.isi die 40 Millionen Au-landdcutfchen mit im- üerbimben seien. 3h dieser Frage bestehe letzt auch In den Datla- menten eine Vlnheltsstont von den Gozlal- dernoktalen biS zur äuftersten Aechten. Durch einen (Stlah d^- prettftischeu Kultusministeriums seien im Dezember 1921 Schul- gruppen und Vereine für das Deutschtum im AuSlanbe unter Leitung von Lehrern und Lehrerinnen gegründet worden, die besonders In höheren Schulen sich schon sehr scgciiSreich entwickelt hätten. Eine st örtere Pflege mässe nun a u ch in ben Volksschulen erstrebt ir'tbch. dm iln« Icrrid)! müsse der Grund sär diese Ärorlt dadurch gefegt Iverden, fcnh die Schüler i h r eigene- Volk b c f f e r kennen lernen, ober auch die Kultur fremder Völker mühten sie bester vetsteh-n leinen, Ön b;r fltoheit geistigen AuSelüand-'rsetzung werde eS Verhängnis' voll sein, li'2iiii die auS Unkenntnis stammende U n tetf4)ä hü hfl der französischen und eng- lilchen Kültnr besteh, n bleibe, die fid) vor dem Kriege in linkten Schulen und alljcmein im deutschen Volke gezeigt habe. Andekerkits müsse auch bei heil AuSlandheütscheN gröhercs V e r ft ä n d n i - für das neue Deutschland geweckt Ii'.rden, dem fic Heute vielfach mit einer gewisten Adnclgung und Fkcmdhstt gegen- Überstehen. Um die mandschurische Bahn. Aus hem fernen Osten liegen zahlreiche wider spicchende Meldungen not, VON denen aoev wohl leblglid) die bic Lage richtig (d)ilberti, die von einein Nachgeben Vcs chinesischen Generals Tscha n g tso ' lin, bes Beherrschers ber Mandschurei, sprechen. Das ist schon aus bem Grunde als sehr wahr scheinlich attzuNehtnen. als ein militärifches Vor« gehen Vuftlaubs Unbedingt zu cihem Ztisammen stutz mit Japan hätte führen müssen, in dessen Dienst General 1 schling stellt. Denn Im Grund? genommen ist ja dieser Clrci um bie Ost bahn auch gar fein chinesisch- ruffl d>er Konflikt. Vcun im Zahre 1924 bat Tschanglsoliii ousbrücklich dem Vertrage zugestimmt, der der Eowietiegierung hat) Eigentum an der Ost bad i übertrug, ganz gegen den Protest ber andercu Mächte. Zapan bat den Erfolg bei Sowjetlegierung im Zabrc l924 mit größtem Alitztta'il ii beobachtet, da- auch tiOtz der Aus - nähme des diplomatischen Verkehrs zwischen To- fio und Moskau nicht herabgemindert oi'er gar beseitigt worden ist. 3dtnu Hal jedoch ?,ur Zeil lein Cnileteffz davon, sich in bie ostasiaiischen Vorgänge stärker hinrinzlel'. n zu lassen, al» das unbedingt not wendig ist. Deswegen bat bie Doliver Aeflie- vung es vorgezogen, den General Tschang-tso-liu anzuHalten, daS Vkoslauer iUtimaiuni zu erfüll eit. Tschang wird alto nicht nur hl? vev- hasteten Aussen freigeben, sondern auch für die Wiederherstellung her Ordnung Sorge tragen, iri-iui -kliu kann * WettcrvorauHjage. Meist bedeckt, westliche Winde, mildrr, Aic-- ^^4!ogsiiklgunfl und Aebelbildung. W äh kenn ber äusterft? Au-lünser ds- nor bisch-en Fallgebietes sich abgefpalten Hai unb über Finnland welker in Ostrichtung wandert, zieht der choilptieil des Wirbels hi Nordöstlicher Aichtung wslter Ans der Südseite dieser Ties- druckset le liegend, hoben wir mit Fortdouer der tegnekisch/i! Witterung unter tvzltem <8rn>är- mung zu rechnen. (Das Tage-mittel beträgt heute bereits 5,4 Grad Gelsius.) Gestrige TagestemperatUren: Ma^inium: 7,6 Grad Celsius, Minimum: 4,5 Grad Celsius. Äie- derschläge: 1,3 Millimeter. Heutige Morgen»nn- peratur: 6,5 Grad CelsiuS. ----ii------li*l' iiui also zufrieden sein, wenn c8 auch bestimmt weift, da st die japanische Politik daraus blnou-läuft, auf dem chinesischen Festland Besitz für hk Unterbringung de- BePötterungSübei schusfes Japan- 3» erwerben. Auhland wiederum W**ltt Interesse daran, die Japaner auf ihren Inseln zu wissen. Wenn auch der jetzige Konflikt zwischen MoSkau und Tschang. der in Wirklichkeit ein russisch-japanischer war, als deigelegt angesehen werben kann, so werden doch bald neue Streitsragen auftauchen, die fich nun einmal nicht ver- tnelbeh lässen. da beide Staaten in der Mandschurei herrschen möchten. Beilegung des ruMch- chinefischen Konflikts. M vskau , 26. Ixjah. l'BZTB. ^unkfpruch.) Wie die Tck'flraphcnnqpnfur der Sowjetunion aus offizieller Duelk erfahrt, wurden atn 24. Qanuar noht fomjetritsflschen Generalkonsul In Mnkden und dem AUftetlkoinmissar her drei chinesischen Ostprovinzen knrzgesaftte Grtinvsätze eines Abkamtnens unter- zeichnet, deren wesentlicher Inhalt folgender ist: Der Direktor der OstchlnabahN, Iwanow, sowie alle Angestellten und Arbeiter der Ostchinabahn, die von den mandschnrl d)cn Behörden anläftlich des Klinsllkts bei der O tchinabahn verhaftel wurden, werden frelflelaf en. Der normale Cllenbahn- ucrCehv wird wieder hergestellt. Militär und Schutzlrnppentransporte ersolgen auf Grund der bisherigen BeftimtNUttgeN. Die Frage ber Ent- rt)äblguitfl für die burd) Maftnahmen manb- thttrl|d)cr Benärbcn während des Konfliktes an- ierlchlelen Schäden wird ben Gegenstand für meiere getneittsame Besprechungen bilden. Das Volks- foinmlHatiat des Auswärtigen erhielt bereits bie Mitteilung, baft die threilasjunq Iwanows erfolgt ist. Die polnische Finanzmiftwirtschast. Warschau, 2:>. Ian. 1WTB./ Der Konflikt zwischen den verschiedenen Parteien der polnischen Negierung über bie Möglichkeit der Nebuzio - r ii h g des polnischen B ii d g c t o ist durch cih Komprmnift gelöst worben. Dabei bleibt aber bie Uicduzlerung weit hinter ben nrfprünfl- 11 d) c n Plänen z u r it ck. Der Voranschlag weift trotz ber Herabsetzung des A) e e r e e b ti b g c 1 6 von 692 auf 565 Millionen unb des Ä u I tu 0 6 u b - g e t 6 von 325 auf 27t) Millionen Gesamtausgaben in Höhe von 1720 Millionen und Gesamteinnahmen von 1530 Millionen Zlott) aus. Das Defizit vdh naheiu 2oo Millionen soll durch Neorgamflerung der |laallld)en Ilnlernchinungen, insbesondere ber Staatseisenoahnen geded't werben. Ob diese Deckung des Defizits möglich ist, scheint fraglich. Außerdem sst damit der Grundsatz, ben ber polnische Finanz- minisier bei seinem Amtsantritt ausstellte, daß das polnische Budg-l um Bhoooni) Zlott) uerrlngert werben müsse, schon preiogegeben, ein Grunbsatz, ben auch der amerikanische Finanzsachvcrstänbigc Sie liiitl er er kürzlich als richtig anerkannte. Eine Sanierung her pvlnisdieu Finanzen dürfte fich bal)kr auf blcfeih Wege n i cyt erzielen lassen. Gespannte Lage in Spanien. -£il. M .1 b r i h, 25. IttN. K bnjg Alf 0 n « XHl. hdtte zu dem grosten Bankett an feinem 'AanicnSlag die fvühci.n Mttllstcrpräsldrnten Gras A o m o n o u e s. Führer ber liberdlEN Opposition, den Marquis von Alhuee m a s. fotilc Sirch.'z Gei- ra unb Sanchcz dc t öt ft cinqcladen. Die vier H-i ren haben Iht.r Opposition gegen h':c gegenwärtige Diktatur Ausdruck gegeben unb die Einladung ostentativ abgelehnt. Der Heitere Umstand, hast mehrere Generäle, bte als Gegner PrlMo de TtlberaS bekannt find, vom Ä b n i d in A udIen z e in pfftngc h Ituvben, bif Veranlassung gegeben, von eihein Ihmmcnbeit ÄekVNltstiejch gegen Primo De Alvern zu sprechen. In gewissen Milt- täi ischcu Kreisen ist die Opposition stark litt Wachsen, ein neuer DlacttSstreidi erschetttt nicht unmöglich Aus aller Mell. Ein neuer „Stegemann". „D a s Trugbild von Versailles'' heif)l ein neues, demnächst erscheinende- Werk von Hermann Stegen! a n n I Deutsche Verlags Anstalt, Stuttgart), das sich organisch feinen bcldnntcn Werken „D e r Kampf um ben Atzet 11" unb „Geschichte de» KriegeS" aiireihl. Stegemanns Buch Ist der glänzende Versuch, die In Versailles geschaffene Wettokd iiung aukuhellcn und die Innere Univahrhtti des in Ihr bpgrünbeten Svsiems aufzuzelgen. das einem Fluch, gleich übei Europa liegt. Slegeinann? Buch ist mit einem Schlittenfuhrwerk über das MmonIeneiS zu einem Besuch nach Gilgc begeben. Bei der «ächt» un- ternonunenen Aückfahrt geriet dnS Fuhrwerk in eine offene Sielte und versank Bort den 3itfanen konnte nur Mc eine Tochter gerettet werden. Die Übrigeii Teilnehmer an der Fahri sind ertrunken. Mordanschlag. Auf den Breslauer Dentisten Pachm wurde SUmStag nacht zwischen 11 und 12 Uhr i it feinem Laboratorium von einem oder mehreren Tätern, die sich ei »geschlichen hatten, ein Moihanschlag verübt. Pachur war bereits. in Drohbriefen hie E r m o r h u n g a n g c k ü u digt worden. Als er zur genannten Zeit noch guter Erfolg beschießen sein. «z. Armeeprstole mit Anschlagkolben. bie mit sieben scharfen Patronen geladen war, hie E. als sein Eigentum bezeichnete. E. batte sich nun wegen Jagdvergehens und unbefugten Waffenbesitzes zu verantworten. Der Angeklagte leugnete, unberechtigt die Jagd ausgübt zu haben, er will vielmehr lediglich Sperlinge Und Raubvögel ge* schossen haben. Durch die Zeugenaussagen sah' das Gericht jedoch den Angeklagten des ihm zur Last gelegten Vergehens als überführt an und verurteilte ihn wegen unberechtigten Jagens zu 60 Alk. und wegen unbefugten Waffenbesitzes zu 20 Mk. Geldstrafe, Hilfsweise 16 Tagen Gefängnis und Auferlegung der Kosten des Verfahrens. Auch wurde auf Einziehung der beim Angeklag- teft vorgefundenen Waffen erkannt. Rundfunk-Programm deS Frankfurter Senders. (Aus der „Radio-Umschau".) Mittwoch. 27. Januar: 3.30—4 Uhr: Die Stunde der Jugend. I—5 Uhr: Nachmittagskonzert des Hausorchesters: Ium 170. Geburtstag Mozarts. 5—6 Uhr: Uebenragtmg von Hamburg: Funkheinzelmanns Kindertheater „Frau Holle". 6—6.30 Uhr: Die Büchcrftunde. 6.30 Uhr: UebertragUng aus dem Frankfurter Opernhaus „Die ZauverflöteOper in zwei Akten von W. A. Mozart. o erfüllt dieser Film nicht zuletzt auch hohe erzieherische Aufgaben. Möge ihm überall ein awES Ä te * fftS .iMnbtri ticr ßQun der Maste um eine Zurücksetzung der Inker -- essen des hessischen Staates bzw. der Stadt Giehen hinter jeu> Preußens handelt! Man wird in dieser Auffassung um so mehr bestärkt, als die Schliestüng von Werkstätten mit geringeren Betriebsleistungen nicht geplant ist." Die Giehener Stadtverwaltung und die Handelskammer in Giesten haben sich gleichfalls gegen die Absicht der Reichsbahnverwaltung gewandt und das Ministerium in Darmstadt gebeten, mit allem Rachdruck für die Wahrung der Interessen Gießens und eines erheblichen Teiles seiner Einwohnerschaft zu sorgen. Wie aus unserem gestrigen Landtagsbericht hervorgeht, ist diese Angelegenheit im Parlament bereits zur Sprache gebracht worden und hat dort eine Behandlung erfahren, mit der man sich einverstanden erklären kann. Hoffentlich wird eine Entscheidung erzielt, die den berechtigten Interessen Hessens und unserer Stadt gerecht wird. Bornotizen - - Lageskalender für Dienstag. Stadttheater: 7.30 Uhr „Jugendfreunde" (Ende 10 Uhr). - — Aus dem Stadttheaterbureau. wird uns geschrieben: Morgen abend 7 injt gelangt als 16. Vorstellung im Mittwochabonnement erstmalig Georg Jarnos „ F ö r st e r ch r i st s l" zur Aufführung, unzweifelhaft eine der populärsten Operetten, die von früheren Aufführungen her hier noch in bester Erinnerung ist. Um eine abgerundete. auch hohen Ansprüchen genügende Ein- ftubierung zu ermöglichen, hatte Die Intendanz eine Hinausschiebung des zuerst vorgesehenen Ausführungstermins veranlaßt, numnehr darf einer auch in der Besetzung einwandfreien Aufführung entgegengesehen werden. - Es sind noch eine ganze Reihe von Mittwoch-Abonnements nicht erneuert worden; es wird auch an dieser Stelle dringend daran erinnert, dies sofort nachzuholen, da Plätze, für die bis Mittwoch, 27. Januar, nachmittags 1 iltyr, VaS Abonnement nicht erneuert worden ist, bei der ft arten Rachfrage weiter vergeben werden müssen. — Die Deutsche Demokratische Partei hält am Donnerstag, abends Ö1 \ ll|r, im Gewerbehaus ihre Hauptversammlung ab, wozu die Mitglieder im heutigen Anzeigenteil eingeladen werden. e 211. Von der Landes-Universität. 2ic. thevl. Justus Ferdinand Laun, Repetent bei der Theologischen Fakultät, der sich für das Fach der Kirchengeschichte zu habilitieren wünscht, wird am morgigen Mittwoch, 27. Januar, nachmittags 5 11 br, in bet Kleinen Aula eine Probevorlesung Über: „Adolf Stoecker und Charles Kingsley", ein Vergleich bet Anfänge der christlich-sozialen Bewegung in Deutschland und iit England, halten. " Die Beiblätter des (Siebener Anzeigers „(Siebener Familienblätter" und „Die Scholle" des Jahrgangs 1925 erhalten in unserer heutigen Ausgabe die von vielen Lesern sicherlich begrüßten Inhaltsverzeichnisse Unsere Beziehet seien auf diesen Sonderdruck besonders aufmerksam gemacht. Erneuerung der Wohnungs - gesucht. Der Oberbürgermeister weist in einer Bekanntmachung im heutigen Anzeigenteil erneut auf die bis zum 18. Februar 1926 vorKltnehmende Erneuerung der Wohnungsgesuche hin. — d. städtische Btennholzver steige tung. Bei der gestrigen Brennholzverstei- gerung im Giehener Stabtwald Wurden folgende Preise geboten: Kieferrundfcheitet 10,40 Mk., Kiefernknüppel 8.60 Mk., Kiesetnstöcke 5 Mk. je Rm., Kiefernwellen 10.20 Mk. je 100 Stück. ** Aufhebung des Sichtvermerkzwanges zwischen Deutschland und Holland. Zwischen der deutschen Und bet niederländischen Regierung würbe die gegenseitige Aufhebung des SichtvermerkZWanges mit Wirkung vom 1. Februar vereinbart. Von diesem Zeitpunkt an können Reichsangehörige die Riederlände und niederländische Staatsangehö- rige das Reichsgebiet über die amtlich zugelassenen Grenzübergangsstellen jederzeit lediglich auf Grund des gültigen Heimaipafses ohne Sichtvermerk betreten urtb verlassen. Für Kinder unter 15 Iahten genügt an Stelle des Passes ein amtlicher Ausweis über Rame, Alter, Staatsangehörigkeit und Wohnsitz oder dauernden Aufenthalt. Der Kinderausweis muß bet Kindern über 10 Iahten mit einem Lichtbild versehen sein. Im kleinen Grenzvctkehr mit den Riederlanden sind weitere Paßerleichterungen vorgesehen, diese treten am 1. März in Kraft. •• Das Lichtspielhaus Bahnhof- st r a fj e bringt seit gestern den „B i s m a t d“ • Film. „Ein historisches Dokument" sagt der Untertitel kurz und treffend und, rückt damit das Werk ohne weiteres in den richtigen Gesichtswinkel. Der Film will in erster Linie der überragenden Fühtergestalt Bismarcks ein Denkmal setzen, das als solches niemals in den Kampf der Tagesmeinungen, in den Streit der Geister hineingezogen werden sollte. Und noch eine Mission will das Werk erfüllen: es will unsere Blicke zurücklenken auf einen bedeutsamen historischen Zeitabschnitt. Unter Verzicht auf jede Tendenzwirkung. Gerade die objektive Einstellung gibt dem Film Anspruch auf ein gerechtes Urteil, und sie ist weitet in hohem Maste geeignet, dazu beizutragen, daß das Werk zu dem wird, was es sein soll: Der Film des deutschen Volkes' — Dem Bildstreifen liegt ein Manuskript von Professor Dr. Ludwig Ziehen zugrunde. Der 1. Teil, der jetzt zur Vorführung gelangt, umfaßt die Kindheit Otto von Bismarcks, die Studentenjahre, die Zeit als junger Beamter am Berliner Stadtgericht. Dann die späteren Jahre: Bismarck als Gutsherr, und schließ-' sich der Eintritt in da« parlamentarische und diplomatische Leben. Der erste Teil endet bei der Abdankung des kranken und Willensschwächen Königs Friedrich Wilhelm IV. Die Rollen liegen in den Händen bed.ut:nder Charakter-Darsteller. Eine hohe künstlerisch r Leistung ist der Bismarck Franz Ludwigs, eine kraftvolle, lebenswahre Gestalt. Erna More na spielt mit viel Innigkeit und Frische die Rolle der Johanna von Puttlammer als Bismarcks Braut, der Willensschwäche König Friedrich Wilhelm IV. findet durch Franz Verdier in ausgezeichneter Weise Verkörperung. Besondere Erwähnung verdienen schließlich noch Rkargarete Schön (als Bismarcks Mutter) und Leopold von Lebebour (als Vater). Unter der beratenden Mitarbeit von Sachverständigen und Fachleuten in den Ausstattungsfragen ist hier ein In feiner Gesamtheit ganz hervorragendes Meisterwerk der deutschen Filmkunst entstanden, das ein historisch getreues Bild jener geschichtlichen Epoche dar stellt, lind ürt fernem Laboratorium tätig war. erlosch Plötz- sich das Licht, und es fielen zwei Schüsse, Dio Pachur schwer verletzten. Von den Tätern fehlt bisher jede Spur. Eine neue Tropfsteinhöhle. Durch Zufall wurde vor einiger Zeit unweit Kuchalb beim Hohenstein (Württemberg) eine Höhle in der Deltaschicht des weihen Iura- gesteins entdeckt. Zwei Knaben krochen in ein Erdloch, das bisher nicht weiter beachtet worden war, und es zeigte sich, daß per und mehr erweitert, und dah sich hler eisttz schoNe, Ir°p!N-inr°ich° MW- eftlMl tMttk ®le Höhle liegt in der Gemarkung Kuchen. Es ist noch nicht bestimmt, inwieweit sich dse Gemeinde aUf die Erziehung der Hohle für die Allgemeinheit «inläht. Aussetzung von Aalbruten im Main. Auf der in Milt.enberg stattgefundenen Delegiertentagung des Mainfischer- und Schifferde oandes wurde beschlossen, im Lause des Nächsten Jahres auf der Strecke von A schaff endurg bis Bamberg etwa 600 000 Stück Aalbruten einzusetzen. Auch den übrigen Fischarten soll die nötige Aufmerksamkeit geschenkt werden. Sonnenflecken. Wis. die Heidelberger Sternwarte mitteilt, sind atu Zeit zwei große Gruppen von Sonnenflecken bei Aust und Niedergang der Sonne mit bloßem Auge deutlich zu beobachten. Schadenfeuer. Q(uf dem Rittergut Rensin bei Greifenberg in Pommern entstand ein großes Schadenfeuer, dem drei Wirtschaftsgebäude und 1400 Schafe zum Opfer fielen. Der amerikanische Erbonkel. Ein Millionensegen soll demnächst über die Umgebung von Freiahvry in Oberfranken niedergehen. Vor etwa 50 Jahren wanderte cm aus Freiahorn stammender Bürger nach Amerika aus, wo er es bis zum reichen Kohlenbergwerk s- besitzer brachte. Vor etwa Jahresfrist starb er ohne unmittelbare Erben. Der amerikanische Staat übernahm das Kohlenbergwerk um 9 3 Millionen Dollar. In diese Erbschaft teilen sich nunmehr sieben Verwandte aus der hie- gen Umgebung, meistens kleine Grundbesitzer. Bücherttsch. Der Dolchst ohprozeß in Bud)’ f o r in. Soeben im Verlag der Süddeutschen Monatshefte München erschien „Der Dolchstoß- Prozeß" in München vorn 19. Oktober bis 20.71?« vember. Ausführlicher Verhandlungsbericht von Kwald Peckmann mit Anhang und Register und 24 Zeichnungen der Sachverständigen. Zeugen Und Parteien von P. Trumm, sowie einer Karle des geplanten Flottenvorstoßes vorn 18. Oktober 1918. Preis 2 Mk. — ,,Däs Theatet". Soeben erschien das zweite Januarheft (VII. Jahrgang) bet in großem Stil ausgemachten bekannten Berliner Halbmonatsschrift: es beschäftigt sich zunächst in Bild unb Wort mit den letzten Reuigkeiten auf bem reichshauptstädtischen Theater und gibt eilten kritischen, illustrativen Ileberblick übet die beachtlich erscheinenden aktuellen Premieren in der Provinz: es bringt auch, unter mancherlei andetNi, interessante Aufnahmen zu einer Abhandlung über modernen Bühnentanz: im modisch-gesell schaftlichen Teil endlich findet eine artig bebilderte Plauderei über das nicht alltägliche Thema des RückeNausschnitts. Die sämtlichen Durchführungs- beftimmungen zu den Aufwertungs- gesetzen nach dem Stande von Ende 1925 mit systematischer Einführung und neuem ergänzten Aufwertungskalender von Dr. Ftih Koppe. (In- dustrieverlag Spaeth & Linde, Berlin W 10.) Die vorstehende Schrift enthält die sämtlichen AusfühtüNgsbeftimmungen des Reichs und Preußens, und zwar zum Aufwertungsgesetz wie zum Anleiheablösungsgesetz. Insbesondere ist auch die große Durchführungsverordnung vom 29. Rovember 1925 bereits ausgenommen und in der Einführung systematisch dargestellt und in einem neu vervollständigten Äufwertüngskalender berücksichtigt. In den nächsten Monaten ist eine Reihe neuer Termine Und Fristen zu beachten. Die verstreute Materie ist hier einheitlich gesammelt und daher für jeden Besitzer eines Aufwertungskommentars Unentbehrlich. — Pünktlich zur Jahreswende ist der große Zeitungskatalog der Annoncen- Expedition Rudolf Mosse für das Jahr 1926 erschienen und hat damit die Probe auf seine traditionelle alljährliche Wiederkehr, die längere Zeit zwangsweise unterbrochrn war. bestanden. Die trübe Zeit wirtschaftlicher Röte scheint ihren Höhepunkt überschritten zü haben. Bald wird es wieder Hauptaufgabe der deut scheu Geschäftswelt sein, den kommenden wirtschaftlichen Aufstieg mit allen zu Gebote stehenden bewährten Mitteln vorzubereiten, um mit Erfolg in dem allgemeinen Wettbewerb bestehen zü können. Mögen Werbemittel anderer Art da und dort zu Versuchen verlockt haben — schließlich hat die Erfahrung doch immer wieder auf den Weg der Zeitungsreklame als des erfolgreichsten Rüstzeuges des Reklame brauchenden und verbrauchenden Kaufmanns hingewiesen. Ihn seine Pläne nach dieser Richtung Hilt festzu- [egen und auszuarbeiten, wird der neue Mosse- Katalog jedem Unternehmer die wertvollste Unterstützung bieten. Er folgt im allgemeinen der erprobten Anordnung seiner Vorgänger. Der textliche Teil ist mit bet größten Sorgfalt bearbeitet und berücksichtigt — was für den Er Portinserenten von hervorragendem Werte ist - - die ausländische Tages- Und Fachpresse in besonderer Ausführlichkeit. Det Anzeigenteil des Katalogs mit den eingehenden Angaben der Verleger übet die Bedeutung Und den Insertionswert der einzelnen Blätter bietet dem Inserenten ergänzende wichtige Fingerzeige. 22 — I m Zwischendeck nach Südamerika. Von Wilhelm Herzog. lMulik-Verlag, Wien.) — Ein kommunistisches Buck, in dem alle Dinge, sei es nun auf dem Schiff, oder bei der Landung, die eigentlich keine richtige war, ober im Gefängnis, nur durch die kommunistische Brille gesehen Und dementsprechend nun auch geschildert worden. Zwar mag es zutreffen, daß man bem Autor „drüben" übel rmtgespielt hat, aber dennoch erhält man den Eindruck, daß die Erzählung nicht frei ist von Rebertreibungen und daß sie vor allem sehr einseitig bleibt. Man hält sich mit diesem Buche nicht weiter aus. (1446). — 11 niv. - Prof. D. Hans Schmidt, Unsere Rieder läge im Weltkrieg. Militärifche Einwände gegen meine Schrift über das Scheitern der deutschen Angriffe im Frühling und Sommer 1918 Und meine Erwiderungen. Reulanb-Verlag G. m. b. H., Hamburg 30. 80 Seiten auf holzfreiem Papier 2,50 Mk. DaS vorliegende Werk bringt die — fast rein militärische - Auseinandersetzung mit Kritikern, vor allem mit den Generalen v. Kuhl, Groener und von Deimling. Im Mittelpunkt stehen Ausführungen Grveners, der seine These verteidigt: Wir haben den Krieg und die Offensive verloren, weil unser großer Führer Schliessen nicht mehr lebte. Durch Sie lebendige Diskussion gibt das Werkchrn weit mehr, als sein Titel verspricht: Auseinandersetzungen militärischer Art, die strategische Einzelheiten behandeln, ohne sich in diese zu verlieren. Dadurch gewinnt die Schrift an Bedeutung für jeden an militärischen Fragen Interessierten. 23 Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 26. Januar 1926. Schließung der Giehener Eisenbahn-Werkstätte? Von der Geschäftsstelle des Cmheitsverban- des der Eisenbahner in Gießen wird uns geschrieben: „Vergangene Woche gab die hessische Regierung auf die von dem Abg. Mann im Landtage gestellte Anfrage, ob der Regierung bekannt sei daß die Reichsbahn-Gesellschaft die Werkstätte in Gießen schließen wolle und was sie dagegen zu tun gedenke, die Antwort, „der Regierung ist davon nichts bekannt." Es ist der hessischen Regierung durchaus kein Votwurs daraus zu Machen, daß sie von den Plänen der Reichsbahn-Gesellschaft nichts erfährt.' Rur wäre zu wünschen, daß sich die hessische Regierung sowohl wie die Verwaltung der Stadt Gießen nunmehr mit aller Entschiedenheit gegen die Hintergehung des Staats- und Stadtinteresses wehrten. Spricht nicht ein großes Maß von Rücksichtslosigkeit gegen bas Hessische Ministerium für Arbeit und Wirtschaft aus dem Verhalten der Reichsbahn-Hauptverwaltung, ohne jegliche Fühlungnahme und sachlichen Grund eine hessische Werkstätte nach der anderen zu schließen? Denn daß die Absicht, die hiesige Cisenbahnwerkstätle zü schließen, nicht gerüchtweise besteht, sondern Tatsache ist, geht aus einer Verfügung der Werkdirektion Kassel vom 13. Januar 1926 hervor. Man war gespannt, welche Gründe die Reichsbahn-Verwaltung für die Schließung wohl geltend Mächen würde. War doch bisher bet der Reichsbqhn-Gesellschaft stets oberster Grundsatz, daß in allen Fragen die Wirtschaftlichkeit entscheidend fein müsse. Dah als Schliehungsgrund .Unwirtschaftlichkeit des Betriebes angegeben würde, war in Anbetracht der Tatsache, daß die Betriebsleistungen um 70 Proz. gegenüber der Vorkriegsleistung gestiegen sind, ja nicht anzu- nehmen. Was der Grund für die Schließung der Werkstätte sein würde, war, seitdem man von dieser Maßnahme sprach, das Rätsel für Werkleitung und Belegschaft. Dreierlei Gründe hat die Werldirektion Kassel gefunden, dte sie auch in ihrer Verfügung vom 13. Januar 1926 genannt bat: 1. Ungünstiges Zulaufgebiet der Wagen, 2. mangelhafte Einrichtung des Werkes, 3. Behinderung bei den Rangierbewegungen für bas An- und Abrollen der Fahrzeuge. Wie wenig die vorstehenden Gründe stich- chaltig find, soll 6er Öffentlichkeit nicht fremd bleiben; Zu 1. Wie kann es zutreffend fein, daß die Werkstätte Gießen ein ungünstiges Zulaus- geblct hat, wo doch Gießen ein Knotenpunkt, besonders zum Ruhrgebiet, ist und der Güterwagen- lauf der süddeutschen Laufstrecken über Gießen geht. Zu 2. Die Begründung, daß das Werk mangelhaft eingerichtet fei, ist ebenso hinfällig, da cs in der Tat nicht im geringsten an technischen Hilfsmitteln fehlt. Wie wäre denn auch andernfalls die Leistungssteigerung um 70 Proz. -it erklären? Ein Blick in die Werkstätte genügt, uiit zu erkennen, daß es an technischen Hilfsmit- teln nicht fehlt. Das Heben und Senken der Fahrzeuge geschieht automatisch. Das, Puffer- spannen, Ziehen und Drücken der Kopfwände und Rungen usw. wird mittels Preßluft bewerkstelligt Die Rangierbewegungen vollziehen sich durch cl:ittlfd)eii Antrieb. So ist die Werkstätte in mustergültiger Weise auf offenen Güterwagen spezialisiert. An dieser Stelle soll nicht unerwähnt bleiben, daß die Modernisierung der Gießener Eisenbahnwerkstätte ausschließlich die Schöpfung des Herrn Werkleiters Amtmann Fr. ist. Zu 3. Der Grund, allzu beengte Verhältnisse im Rangiergeschäft, wird dadurch widerlegt, daß ja alle Rangierbewegungen zwecks Zu- und Abrollens des Wagenparks nach Feierabend abgewickelt werden. Schließlich ist das Auffälligste an der geplanten Maßnahme der Reichsbahngesellschaft. daß sie in ihrer Begründung mit keinem Wort die Wirtschaftlichkeit des Betriebes berührt. Aber gerade deshalb sollten alle in Betracht kommenden Behörden mit uns in der allein möglichen Schlußfolgerung einig gehen, daß es sich bei 6et ganzen Angelegenheit doch wohl in sehr starkem Kleine Strafkammer Giehen. * Gießen, 22. Jan. Die Lina W., geb. P., in Ribtza ist wegen fahrlässiger Brandstiftung zu einer Woche Gefängnis verurteilt worden. Sie hatte in ihrem Wohnzimmer etwa 5 bis 6 Streichhölzer angezündet nutz überall herum- geleucktet, ohne daraus zu achten, daß die herum- liegenden Kleiber und Lappen Feuer fingen. Sie verursachte durch diese Unachtsamkeit einen Brand, der leicht große Ausdehnung hätte annehmen können. In der Berufungsinstanz wurde mit Rücksicht auf die seitherige Unbestraftheit der Angeklagten statt der Gefängnisstrafe auf eine (Selb {träfe von 1 00 M k. erkannt. Weil et sein uneheliches Kind nicht alimentiert hatte, war bet Schneider Adam B. in Gießen zu 10 Tagen Haft verurteilt worden. In der Berufungsverhandlung behauptete et, zur Entrichtung von Unterhaltsbeiträgen bisher nicht in der Lage gewesen zu sein. Dies wurde ihm widerlegt. Mit Rücksicht aus die erstmalige Verfehlung wurde die Strafe auf 2 0 M k. ermäßigt. Zwischen dem Dentisten M. und dem Müllergesellen Paul P. aus Frankenberg besteht z. Z. ein Zivilptbzeß übet Lieferung und Zahlung eines Zähngebßfes. Rebenhet hatte der Dentist den P. wegen Betrugs angezeigt. Das Amtsgericht Büdingen kam zu einer Verurteilung von 2 Wochen Gefängnis, weil P. durch seine Angabe, er habe von seinem Dienst- Herrn kein Geld zur Zahlung des Gebisses erhalten, obwohl ihm zu diesem Zweck 60 Mk. gegeben worden seien, seinen mangelnden Zahlungswillen gezeigt, mithin das Zahngebiß erschwindelt habe. In der Berufungsinstanz erfolgte seine Freisprechung, da nicht nachgewiesen werden konnte, dah er fälsche Vorspiegelungen gemacht hatte. Der Kaufmann Georg H. hatte 38 Tischdecken, die ihm vöN einer Firma aus Sachsen zu treuen Händen übergeben worden waren, verkauft und den Erlös für sich behalten. Er war votn Amtsgericht wegen Unterschlagung zu 290 Mk. Geldstrafe verurteilt worden, und bezweckte mit seiner heutigen Berufung Freisprechung. Die umfangreiche Beweisaufnahme führte jedoch zu einer Bestätigung des ersten Urteils, nur wurde die Strafe mit Rücksicht auf die feitherige Ilnbestraftheit des Angeklagten auf 2 00 M k. heruntergeseht. Wogen Vergehens gegen die Verordnung Ätitfl Schutze des Funkverkehrs standen zwei junge Burschen aus Ober-Mörlen vor Gericht. Sie hatten Antennen angelegt, ohne die erforderliche Genehmigung bet ReichstelegraphLNverwal- htng einzuholen. In erster Instanz waren sie freigesprochen worden, weil das Gericht in der bloßen Errichtung einer Antenne noch keine genehmigungspflichtige Anlage erblickte. Die Straf- kantmer stellte sich jedoch nach Anhörung eines Sachverstänbigen auf den entgegengesetzten Standpunkt und verurteilte die Genannten zu geringen Geldstrafen. Amtsgericht Gießen. * Gießen. 19. IaN. Ein junger Mann aus einem Rachbarborfe war bei einer hiesigen Großhandlung längere Zeit als Lehrling tätig und erhielt als solcher die aus dem Geschäft entnommenen Waren zu einem billigeren Preise. Bon dieser Vergünstigung Machte er auch mehrfach Gebrauch und ließ für seine Familie und nahe Verwandte wiederholt Waren, u. a. Persil und Bohnerwachs, gegen Bezahlung verabfolgen. Als eine Geschäftsfrau aus seinem Heimatorte, die ihre Waren von der gleichen Großhandlung bezog, das erfuhr, war fie darüber ärgerlich und erklärte gelegentlich dem Inhaber der Firma und seinem Reisenden, die sie wegen Richtbestellung zur Rede stellten, wenn das Personal der Firma die Erlaubnis hab:, für andere Leute Sachen mitzunehmen, bahn seien die Kleinkaufleute nicht nötig, dann brauche man fie nicht. Der Lehrling, der von feinem Chef wegen des Warenentzugs zür Rede gestellt wurde, und fein Vater faßten Die Aeußerung der Geschäftsfrau so auf. als ob sie hätte behaupten wollen, bet Lehrling hätte bie Sachen entwendet, und verklagten sie deshalb wegen Beleidigung. Die Geschäftsfrau stellte eine derartige Absicht entschieden in Abrede. und bet Geschäftsinhaber und sein Reisender bestätigten ihre Angaben. Sie erklärten, bie Geschäftsfrau habe nicht nur nicht behauptet, der Lehrling habe die Sachen auf unrechtmäßige Weise erworben, sie habe im Gegenteil ausdrücklich gesagt, sie wolle über die ganze Angelegenheit Nicht weiter gesprochen haben, da der Lehrling und seine Eltern ehrliche, anständige Leute seien, denen Unregelmäßigkeiten nicht nachsagen könne. Die Privatklage wurde deshalb zUrück- genöntmen, was zur Folge hat, daß der Lehrling und fein Vater die nicht unbeträchtlichen Kosten zu zahlen haben. Amtsgericht Wetzlar. Q Wetzlar, 20. Jan. Unter der Beschuldigung, einen für den Zeugen K. bestimmten Brief, Der irrtümlich an den Schreiner Wilhelm K. in Aßlar adressiert und in dessen Besitz gelangt war, für sich behalten und von dessen Inhalt mehreren Personen Kenntnis gegeben zu haben, war letzterer durch Strafbefehl des Amtsgerichts Wetzlar wegen Unterschlagung mit 50 Alk. Geldstrafe belegt worden. Hiergegen hatte W. K. Einspruch erhoben. In Der Verhandlung bestritt Angeklagter jegliche strafbare Handlung. Das Gericht schenlle den Angaben des Angeklagten vollen Glauben und stellte im Einverständnis mit der Staatsanwaltschaft, da die Schuld Spring und die Folgen der Tat unbedeutend sind, das Verfahren ein unter Auferlegung der Kosten auf die Staatskasse. — Der Maschinensteller Ernst C. von Aßlar, der schon längere Zeit im Verdacht des Wilderns stand, wurde eines Tages im Dezember von dem Flurhüter M. dabei beobachtet, wie er mit einem Fl ober t in Der Hand sein Haus verlieh und ins Feld ging. Kürz nachher hörte M. auch, daß ein Schuh fiel, und sah dann wie E., der in der einen Hand seinen Sichert und in der anderen Hand einen schwärzlichen Vogel trug, zurückkam. Rachdem M. seine Wahrnehmungen sofort Dem Oberlandjäger G. mitgeteilt batte, begaben sich beide trt die Wohnung des (s. Rach anfänglichem Leugnen gestand C. schließlich ein, einen Stöbert zu besitzen und auch geschossen zu haben, und zwar eine Eule. Der Db:r(anbirtger sand schließlich noch eine i'9* , 6115 M, fr ^l|,t0DNh r Wegen Erkrankung meine? Mädchens löSiise Gewandter BWindtt- UM für Berlagsarbetten sofort gesucht. [768D Brühl'sche Druckerei SchuIüraste 7. Wshnnnli Südoiertel ober andere Gegend, zu mieten gesucht gegen Hypothek ob. Vergütung. Schrift!. Angeb. unter 0538 an den Giest Anz. Won Btönöl Neuen Baue 22 Gus möbl. Zimmer Bette Verpflegung Tel. 1085. oaD Kinderloses Ehepaar sucht 1—2 leereZimmer. Schrtitl. Aitgeb unt. 053(5 a. d. Giest Anz. 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Der Krieger- ikverein hatten sich engeschlossen, um ihren iltungsabend zu bieten, n Cambtagabend in der tt Der Männerchor noereins brachte oen höre unter Leitung seines zum Vortrag. Major der Eeschöftsstelle der fianten Lichtbilder * Sin Aeichswehr/o/öni len, dos großen IBeifall tfch hielt eine kurze. chte ein hoch aus bi: Musitverein, unter , leistete mit seinen 'M 165 und erntete reichen r die Dortrayssolge be nun in (ein Recht. Alles iniscke Veranstaltung, die igelsberg. 25. 3an. sich vor einiger Zeit ge- t die vom scharfen Ost- lcgie, wird langsam sich", wie man hier- die hinter uns liegende > Bevölkerung stellt mit U Schneeschmehe der iin zunimmt. Die zwei nters haben den hi (ast gänzlich unbe^' Aiitten wieder ^u Ehren gebracht. Die sonst um diese Zeit verödeten Straßen und Feldwege unseres Gebirges waren von zahlreichen Schlittenfuhrwerken belebt, und manche Fuhre ist leicht und schnell an ihren Bestimmungsort gekommen, die in schneefreien Wintern bis zum Frühjahr lagerte und dann auf aufgeweichten Wegen und mit größtem Kräfteaufwand befördert werden tonnte. Neben dem starken werktäglichen Schlittenverkehr tritt die sonntägliche Vergnügungsfahrt in diesem Winter st a r k z u r ü ck. Die lerdige Geldnot zwingt zum Daheimbleiben und lehrt aus kostspielige Ausfahrten verzichten. Dre Kinder- welt allerdings genießt die Freuden dieses Winters in vollen Zügen. KreiS Alsfeld. Alsfeld, 24. Jan. Gestern fand die Eröffnung und Einweihung des von der Stadt im Zusammenhang mit dem Hotel „D e u t - sches Haus" erbauten neuen städtischen Saalbaues statt. Der sehr geräumige Saal, dessen prachtvolle Ausgestaltung allgemeine Bewunderung fand, mar von einer festlich gestimmten Menschenmenge bis auf den letzten Platz gefüllt. Der Andrang zu den Eintrittskarten im Vorverkauf war bereits derart stark, daß Hunderte von Personen keinen Eintritt mehr bekommen konnten. Die Erwartungen der Zuhörer wurden auch vollauf erfüllt. Den Glanzpunkt des Abends bildete dos mit allgemeiner Spannung erwartete erste Gastspiel des Gießener S t a d t t h e a t e rs in Alsfeld. Die Auswahl des Lustspiels „Hei mliche Brautfahrt" kann als eine sehr glückliche bezeichnet werden. Zur Einführung trug Fräulein Oske einen von Hofrat Steingoetter verfaßten Prolog vor, der den lebhaftesten Beifall fand. Die stimmungsvollen Verse schufen schon eine gehobene Feststimmung. Die Darstellung der „Heimlichen Brautfahrt" war der Glanzpunkt des Abends. Eine derartige mustergültige Aufführung hatte man wohl in Alsfeld noch nicht erlebt. Die mit den Erfordernissen einer, modernen Bühnentechnik ausge- stattete neue Bühne des Saales brachte das Spiel zur vollen Geltung. Die von Theatermeister Karl Löffler entworfenen Bühnenbilder waren vortrefflich und erregten allgemeine Bewunderung. Das Publikum war von den dargebotenen Leistungen entzückt, und der an jedem Altschluß einsetzende stürmische Beifall wollte am Schlüsse des Stückes kein Ende nehmen. Das Stadttheater Gießen darf auf seinen ersten Erfolg in Alsfeld stolz sein! Sicherlich finden die Gießener bei ihrem nächsten Gastspiel in Alsfeld, das im Februar vorgesehen ist, wiederum ein ebenso dankbares und zahlreiches Publikum wie bei der Eröffnungsvorstellung. Auf die Theatervorstellung folgte, nachdem die etwas schwierige Arbeit der Umräumung des Saales für das Tanzen erledigt war, ein Ball, bei dem es in Anbetracht der Feststimmung begreiflich war, daß er bis in die frühen Morgenstunden dauerte. Jedenfalls darf gesagt werden, daß die Stadt Alsfeld mit ihrem neuen Saalbau eine Einrichtung für die Allgemeinheit geschaffen hat, um die sie wohl von mancher Stadt beneidet wird. — Auf Anregung der Reichszentrale für Heimatdienst, Landesabteilung Hessen, fand am Freitag in dem bis auf den letzten Platz besetzten kleinen Saale des „Deutschen Hauses" ein staatsbürgerlicher Bildungstag (Wochenendtagung) für Stadt und Kreis Alsfeld statt. Nach dem Tagungsplan waren drei Vorträge vorgesehen. Nach den einleitenden Begrüßungsworten des Herrn Ollmert, des Leiters der Landesabteilung Hessen, folgte der erste Vortrag von Studienrat E. Stremmer aus Kassel über das Thema: „Die großen Mächte im Wandel der Nachkriegspoliti k". In vortrefflichen, klaren, rein sachlichen Ausführungen gab der Redner einen Ueberblick über die Wandlungen der Außenpolitik, vom Versailler Vertrag bis zum Loearnovertrag. Der zweite Redner, Privatdozent Dr. Friedrich Raab aus Gießen, behandelte das Thema: „Deutschlands Wirtschaft it n b Finanzen : Tatsachen und Aufgaben". In vortrefflicher Klarheit und Uebersichilichkeit gab der Redner einen Ueberblick über die Ursachen der wirtschaftlichen Not in Deutschland und über die Aus- sichten für die künftige Gestaltung des deutschen ’ Wirtschaftslebens. Sein interessanter Vortrag fand den lebhaftesten Beifall. Als dritter Vortrag folgte das- Thema: „Deutsche Geschichte und deutsches S ch i ck s a I". Der Vortragende, Erziehungsdirektor Beckmann aus Frankfurt a. M., verstand es, in überaus anregender, schlichter, aber sehr klarer und überzeugender Form, einen Ueberblick über die geschichtliche Entwicklung Deutschlands lind deren Folgen für die politische Gestaltung Deutschlands zu geben. Auch dieser Vortrag sand lebhaften Beifall. Mit einem Schlußwort von Bürgermeister Dr. V ö l s i n g und Kreisdirektor Dr. Stammler sand die überaus anregend verlaufene Tagung jhren Abschluß. Allseitig wurde der Wunsch geäußert, daß eine derartige Tagung bald wieder in Alsfeld stattfinden möge. *|* Merlau. 25. Ian. Mit Beginn dieses Jahres ist die hiesige Schäferei-Genossenschaft eingegangen. Die Schafhaltung wirft bei der leichten Möglichkeit, Wolle zu kaufen, keinen Gewinn mehr ab. Hinsichtlich der inländischen Wolle- und Fleischerzeugung ist das Schwinden der Schafherden zu bedauern. Auch werden die Landpächter, die keinen oder nur geringen Viehbestand haben, die Gelegenheit, ihre Aecker mit dem Pferch zu düngen, vermissen, und der Gemeinde entfalt mit dem Pferchgeld eine nicht unbeträchtliche Einnahme. — Das hiesige Dampfsägewerk hat seinen Betrieb auf 30 Stunden in der Woche einschränken müssen. Am Mittwoch rmht die Qltbeit ganz, an den andern Tagen wird sechs Stunden gearbeitet. Eine Hebung des Betriebs ist erst wieder zu erwarten, wenn die Bautätigkeit mit dem Eintritt besseren Wetters wieder einsetzt. Die Eisenstein-Gruben stehen noch immer still, so daß in hiesiger Gegend empfindliche Arbeitslosigkeit herrscht. M Flensungen, 24. Jan. Gestern veranstaltete der hiesige Kriegeroer ein im Saale des Gastwirts Becker einen Volksunterhaltungsabend, der gut besucht war. Aach einem Eröffnungsmarsch der Kapelle Bloh begrüßte der Präsident des Vereins, Kaufmann Langohr-Mücke, die Anwesenden und erteilte dem Redner des Abends. Lehrer Schmoll- Elpenrod, das Wort zu seinem Vortrag: „Die französische Levolution und Napoleon 1“. Der Redner ging aus von der deutschen unblutigen Revolution 1918 und leitete über zu der blutigen französischen Revolution 1769. den Stoff an der Hand von 50 prächtigen Lichtbildern erläuternd. Im 2. Teil seines Vortrags schildert der Redner den großen Franzosenkaiser als Genie, als Naturgewalt, wie ihn Goethe bezeichnete, als einen Feldherrn von überwältigendem strategi- Echen Denken und größter Rücksichtslosigkeit. Sechzig sehr scharfe Lichtbilder illustrierten diesen Teil des Vortrags. Unter atemloser Stille folgten die Zuhörer den etwa dreistündigen Ausführungen, die deshalb einen solch tiefen Eindruck machten, weil das Wissenschaftliche mit dem Volkstümlichen verknüpft wurde. Anschließend folgte eine heitere Bilderserie, ferner noch Musikvorträge der Kapelle Bloß und Chöre der Gesangsabteilung des Radfahrervereins. Präsident Langohr dankte zum Schluß allen, die zum guten Gelingen des Abends beigetragen hatten. Starkenburg. * Darmstadt, 25. Jan. In Erbach i. O. fand gestern eine große S t e u e r - P r o t e st - Versammlung statt, die von der Landwirtschaftlichen Vereinigung, dem Gewerbeverein, der Jndustriellen-Vereinigung, der Gastwirlevereini- gung, dem Verein der Kaufleute und der Müller- innunfl einberufen war. Es sprachen verschiedene Vertreter von Berufsständen, ferner die Landtagsabgeordneten Dr. Leuchtgens (Bbd.), Dr. M u Iler (Bbd.) und Lautenbacher (Ztr.), sowie Generalsekretär Kolldach (D. Vp.). Es wurde eine Entschließung angenommen, in der gesagt wird: „Die am 24. Januar 1926 im Schützenhof in Erbach aus Landwirtschaft, Handel und Industrie zu Tausenden zusammengekommene Versammlung von Steuerzahlern erhebt vor dem ganzen Volke den lebhaftesten P r o t e st gegen die zur Zeit in Hessen geltende und durch'geführte F i - nanzpolitik. Die Bevölkerung,insbesondere des flachen Landes, ist, soweit sie noch Besitz und Vermögen hat, nicht mehr in der Lage, die angefor- berten Steuern für Reich, Lanb, Provinz, Kreis unb Gemeinbe aufzubringen. Sie forbert deshalb von ben Regierungen in Berlin unb Darmstabt f o - fortige Herabsetzung der heute geltenden Steuersätze, Verminderung der Ausgaben an die öffentliche Hand, Abbau des aufgeblähten Behördenapparates, Einschränkung der Verwaltung unb Beseitigung unnützer Ausgaben, überhaupt eine Aenberung des gesamten .finanziellen unb politischen Systems. Die heutige Regierung Hessens hat nicht mehr bas Vertrauen ber Versammlung. Die Versammlung forbert, baß eine Regierung gebildet wirb, die auch das Vertrauen des Landvolkes besitzt. Sollten die Forderungen der Bewohner des Odenwaldes unerhört verhallen, so trifft die heutigen Machthaber in Hessen die Verantwortung für die Zustände, die sich bann entwickeln werden. Zum Zeichen dafür, baß ber Volkswille von ber Regierung Beachtung findet, fordern wir sofortige Aufhebung des Ministerpensionsaesetzes in Hessen." Preußen. Kreis Biedenkopf. dh. Robheim a. d. Bieber, 24. Jan. Der Kriegerverein Rodheim an der Bieber, der nach langjährigem Schlafe int vergangenen Jahre zu neuem Leben erwachte, trat gestern abend zum erstenmal wieder in der Oeffentlichkeit auf. 1924 waren 50 Jahre seit der Gründung des Vereins vergangen, und dieses Jubiläum hatte der Verein verpaßt. Man fand es daher für richtig, die Feier des Jubelfestes nachzuholen. Lange vor Beginn der Feier hatte sich der vornehm geschmückte Denderschr Saalbau bis auf den letzten Platz.mit geladenen Gästen gefüllt. Als auswärtige Gäste waren der Kriegerverein Bieber, der Vorsitzende des Kreiskriegerverbandes, Herr Jacobi aus Biedenkopf, und der Vorsitzende der Kreisgruppe der Kriegsbeschädigten und -Hinterbliebenen, Lehrer Sticher aus Berghofen bei Dattenberg, erschienen. Eingeleitet wurde die Feier durch einen Prolog, in dem auf die Bedeutung des Abends hingewiesen wurde. Der erste Vorsitzende des Vereins, Herr Höhn, hielt eine zündende Ansprache, in der er auf die Geschichte des Vereins einging. Den Höhepunkt des Abends bildete ein Festspiel, das sich auf der Geschichte Rodheims a. d. Bieber und der Geschichte des Kriegervereins aufbaute. An den entsprech'nden Stellen wurde der Text durch lebende Bilder illustriert. Alle Gruppen, ob sie die heimkehrenden Söhne Rodheims aus dem Freiheitskriege 1813 in ihren historischen Uniformen, ober ob sie den modernen Stoßtrupp von 1918 darstellten, waren formvollendet und bekamen von den Gästen das größte Interesse unb Verständnis entgegengebracht Dazu die packenden Worte, die aus tiefstem Empfinden unb reiner Liebe für die Heimat von einem Mitglied des Vereins, Herrn Schmidt, geschrieben waren, sicherten mit den Erfolg des Abends. Außer dem Festspiel hatte der Verfasser noch einige auf das Jubelfest unb die Heimat bezugnehmende Gedichte geschrieben, die von wahren Vortragskünstlern zu Gehör gebracht wurden. Größte Anerkennung sanden zwei von etwa 20 jungen Mädchen kunstvollendet vorgetragene Chöre, die einen tiefen Eindruck aus' lösten. Als Einlagen spielte die I u n g de u t sche Ordenskapelle von Garbenteich die schönsten Militärmärsche, die jedem alten Soldaten das Herz wieder einmal höher schlagen ließen. Nach Erledigung des offiziellen Teiles überbrachte der Kreis lriegerverbandsvor- sihende dem Verein die Glückwünsche des Kreisverbandes und des Reichskriegerbundes, dessen Glückwunschschreiben von der Fahnenmedaille „für 50 Jahre" begleitet war. Diese wurde sofort mit dem Band in den Landesfarben an der alten, ehrwürdigen Fahne befestigt. Anschließend wies Herr Sticher auf die Arbeiten hin, die der Verband der Kriegsbeschädigten und -Hinterbliebenen im Khffhäuserbund leistet. Besonders erwähnt sei hier, was er über die finanzielle Seite der Organisation betonte. Da in ihr alle Arbeiten in rein kameradschaftlichem Geiste unentgeltlich geleistet werden, ist es verständlich, daß ihre Mitglieder keine Beiträge zu zahlen brauchen, sofern sie Mitglied des Kriegervereins sind. Kriegerwilwen sind vollkommen beitragsfrei und bekommen ihre Ver- sorgungsangelegenheitLn unentgeltlich vom Verbände geregelt Der Abend nahm einen wundervollen Verlauf. Die Mitglieder des Krieger- vereins Rodhcim a. B. haben ihren Mitbürgern gezeigt, was geleistet werden kann, wenn eine Sache unter zielbewußter Leitung steht und ber einzelne sich unter persönlicher Selbstverleugnung zum Wohle des Ganzen für sie einsetzt. Mainqa«. WSN. Frankfurt a. M., 26. Ian. Der 20jährige wohnungslose Drogist W. Brandt aus Frankfurt a. Main wurde kürzlich fest- genommen, als er versuchte, mittels gefälschter Quittungen bei ben Angehörigen verstorbener Personen bic Wagengestell- gebühren zu Beerbigungszwecken einzukassieren. Die Adressen ber Personen hat er ben in den Tageszeitungen veröffentlichten Todesanzeigen entnommen. Da noch mehrere gefälschte Quittungen bei ihm vorgefunden wurden, besteht ber Verbucht, bah er diese neue Art von Betrug schon mehrmals versucht unb auch schon mit Erfolg ausgeübt hat. Auch besteht der Der- dacht, daß er noch einen Komplizen hat. — Die Nachricht, daß ber im Kappeprozeß verurteilte Kriminalbeamte Schulze sich im Zuchthaus erhängt habe, trifft nicht zu. Wirtschaft. Von den Schlachlviehmärklen. An ben beutschen Schlachtviehmärlten ber vorigen Woche hat sich im Handel für alle Gattungen eine ziemlich empfindliche Verschlechterung der Marktlage ergeben. Vom Schafmarkte wäre besonders zu bemerken, bah sich in dieser Woche Berlin in dem Vorgehen der Hamburger Schiächten gegen den Austrieb von trächtigem Vieh angeschlossen hat, so daß weder in Berlin noch in Hamburg Notierungen für Schafe vorgenommen wurden. Die Auftriebsziffern sind allgemein etwas niedriger, relativ am meisten naturgemäß bei Schafen aus dem oben erwähnten Grunde. Die Preise neigten fast allgemein zur Schwäche. Aus ben nachstehenden Märkten wurden für 1 Pfund Lebendgewicht in Pfennig notiert: Rinder Kälber Schafe Schweine Berlin 19-50 45-85 — 70-84 Bremen 23-50 40-90 — 65-81 Breslau 16-50 48-70 30-51 60-79 Chemnitz 20-53 40-75 28-48 65-83 Dortmund 18-56 40-95 25-50 75-85 Dresden 22-53 52-77 25-58 50-83 Düsseldorf 18-55 50-90 — 65-84 Elberfeld 24-58 50-90 25-50 70-85 Essen 22-58 50-110 32-50 70-84 FrankfurtM. 14-53 44-75 23-50 60-83 Hamburg 17-51 30-88 — 62-78 Hannover 15-55 30-80 20-50 65-83 Husum — — — — Karlsruhe 16-54 70-80 — 76-88 Kastel 20-53 45-68 — 70-86 Kiel 14-49 27-77 24-55 49-80 Köln 15-54 50-100 37-40 65-83 Leipzig 20.-52 40-74 30-53 70-85 Magdeburg 20-53 35-110 20-45 74-90 Mannheim 14-52 50-84 24-36 70-66- München 17-53 64-85 58-88 Stettin 10-50 30-80 15-42 70-84 Stuttgart 12-51 60-82 — 60-83 Zwickau 15-52 40-70 Berliner Börse. 30-55 76-85 Berlin, 26. Ian. Das Interesse ber Börse konzentrierte sich bei Beginn des Geschäftes völlig aus einige Spezialpapiere, während alle übrigen Markte vernachlässigt blieben und etwas gedrückt eröffneten. In den favorisierten Werten konnten sich daher ganz erhebliche Gewinne durchsetzen. In erster Linie waren die Werte des Schifffahrtsmarktes stark gesteigert. Hapag, Nordd. Lloyd unb Hansa zogen Prozentw eise an. Vermutlich lagen größere Auslandkauf- a u f t r ä g e vor, die nach Gerüchten in Wall- slreetkreisen, soweit sie ben Nordd. Lloyd betreffen, für die Harriman-Gruppe erfolgt sind. Größeres Interesse fanden heute auch Kreegs- a n l e i h e , die auf 0,242 anziehen konnten. Schutzgebiet waren ebenfalls befestigt. Die allgemeinen wirtschaftlichen Vorgänge blieben gegenüber diesen Sonderbewegungen an der Börse unbeachtet, jedenfalls fanden die Aussichten auf einen Elektro t r u st kaum noch Beachtung, nachdem sich das Interesse den oben erwähnten Märkten zu- getoanbt hatte. Am Geldmarkt war die Lage unverändert flüssig. Tägliches Geld 6 bis 8Proz., Monatsgeld 8V2 bis 9'/2 Proz. Im internationalen Devisenverkehr gab Paris gegen London auf 131.— nach. Das englische Pfund liegt weiter fest. Sonst waren keine Veränderungen zu verzeichnen. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 26. Jan. Tendenz: Fest, später abgeschwächt. — Die bereits gestern abend eingetretene Befestigung der Tendenz machte heute vorbörslich weitere Fortschritte. Auch das Geschäft entwickelte sich recht lebhaft, und es kam zu bedeutenden Tlmsähen, wobei wieder Schiffahrts- und Montan-Aktien das Hauptinteresse beanspruchten. Infolge verstärkter Auslandkaufaufträge, die in Erwartung der Freigabe des amerikanischen Besitzes der deutschen Schiffahrtsgesellschaften auss neue ein- gelaufen waren, erzielten S ch i s sa h r t s w e r t e neue starke Steigerungen. Nordd. Lloyd fliegen auf 133 und waren bamit gegen gestern 'um 10 Prozent gesteigert. Hapag erhöhten sich auf 115 (plus 4 Prozent). Auch die anderen Märkte wurden von dieser stürmischen Aufwärtsbewegung beeinflußt. M v n t a n w e r t e . die gleichfalls in den Vordergrund gerückt waren, könnten um 2 bis 3 Prozent anziehen. Dagegen blieben Chemie werte vernachlässigt und lagen eher etwas schwächer. Elektro - Aktien verkehrten unregelmäßig, jedoch war der .Unterton fest. Der Banken- markt hatte gehaltene Kurse. Auto-Aktien waren rückgängig. Auch Zuckeraktien hatten neue Rückschlag aufzuweisen. Am Kassa- mar k t der Industriepapiere war die Tendenz unregelmäßig. Schwächer wurden Ding-Werke (minus 1,5 Proz.), Zement Heidelberg (minus 2 Proz.), Holzmann (minus 125 Proz.). Dagegen erzielten gute Steigerungen: Metallgesellfchaft, Gebrüder Iunghans, Weiß u. Frehtag. Zellstoff-Aktien lagen ebenfalls höher. 'Deutsche Anleihen wiesen nur wenig Veränderungen aus. Für Sch utzg ebiet Anleihen trat etwas stärkere Nachfrage hervor, wodurch sich der Kurs auf 6,17,50 erhöhen konnte. Am Aus- Ian d r e n t e n in a r k t waren Türkenwerte weiter bevorzugt infolge des günstigen Ausganges der in Paris stattgefundenen Verhandlungen über die Wiederaufnahme des türkischen Zinsendienstes. Auch ungarische Renten blieben gefragt. Der Freiverkehr war still bei fester Grundstrmmung. Api 0,4, Deckerstahl 53, Benz 30, Brown-Booert 60 Entreprise 11, Growag 47 Proz.. Krügershall 8< Proz., Ufa 54 Proz., ilnterfranien.58 Proz. Der weitere Verlauf bot das täglich sich wiederholende Bild: mit dem Nachlassen der Käufe tourte die Stimmung unsicher, und es traten Rückschläge ein, die bei stärker gesteigerten Werten, mit Ausnahme von Schiffahrtsaktien bis zu 2 Proz gingen Der Geldmarkt ist anhaltend leicht ‘ Bankdiskonten erfordern nur noch 6 Prgz. Auch Invustrie-Alzepte waren niedriger' mit 6 bis 61 .. Für Tagesgeld macht sich etwas Nachfrage bemerkbar, doch sind die Sätze weiter unverändert 6 bis Zl/t Proz. Monatsgeld war reichlich angeboten und stellte sich auf 6L 2 ois 91//je nach Adresse. 3m Devi senver kehr liegt das englische Pfund gegen Kabel weiter fest. Die übrigen Valuten sind unverändert. 5tantfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M.. 26. Ian. ES wurden notiert: Weizen (Wetterauer, 26 bis 26,25. Roggen (inländischer) 17,50 bis 17,75, Sommergerste (für Brauzwecke) 21,50 bis 24. Hafer (inländischer) 18,50 bis 21,50, Mais (gelb) 20, Weizenmehl (inländisches, Spezial 0) 40,25 bis 40,75, Roggenmehl 25,75 bis 26,25. Weizenkleie 11, Roggenkleie 11,25. — Tendenz: Etwas fester. 0.235 I 1.238 0 2525 0 2475 0 3t 0,25 1'3 112' 112 2' 40 25 •H .75 til* : 93.25' 67,5 2 80,25' 30 5 31 20 100 92,75 42 Danknoten. 118* 125* 125* 65 bis bis 147 bis 32 19 29,5 115.5* t33* 56 90 115 r>‘ 131,9' notierten pro 1000 Kg.: Weizen, märt., 242 248, pomm. 242 bis 248. März 265 bis 265.5 265.25. Mai 271.5 bis 272. Roggen, märt, bis 154, pomm. 145 bis 152, März 176.5 m.V 63,4 ii"' 118 148 117 11, 9t 48 41,5 87 97.75* 95.25* 6,1 behaupten, und Mai per März Gerste und und sind 2) 3 93 5 42.25 4" 0,1375 0,25 78.75* 97.5' 30,5 31 9 97.5* 83.5 69.25 55,5 87* 39.5 42 25* 89* 90 5' 111.7* 117 127 ?7.9 47.5' 17,25* 69 82 125,5* u5.25 95' 6. 5 0 032 112.2' 95,75' 18.25* 70* gen in Weizen gleichfalls nicht voll Märztermin eröffnete 1 Mk. (265) 96, E 54,5 20 11».7' 1 11?* I 60 112.2* । 85 25 9a* I 6 8 I 032 | 39.5 ■ 43,25* > 87,7.* 0.2! 91.75 98,9 Tabletten In allen Slpof(rtftn u. Oregerien 2Rf. 1.— bei Husten, Heiseckeit/ Katarrh 124,2* 64.75 f-6 70 87 75 98’ :8 9 80.5 96 0 25 0, <55 ' 0.25 , 0,19 । 142' 10-* 1 6.7' 116.5* 56 5 19,5 25 92,75 90,25' 41 43' 92' 93,5* 109 5* 124,25 88 48* 78,2a' 70* 8» 177, Mai 188.5, Gerste, märt, 175 bis 202. Futtergerste 143 bis 160, Hafer, märt, 157 bis 168, März 181.5 bis 180.5, Mai 186. Raps 340 bis 345; für je 100 Kg.: Weizenmehl 32.5 bis 35.5. Roggenmehl 22' 4 bis 24' '4, Weizenkleie ll'/4 bis 11.5, Roggenkleie 9.75 bis 10.25, Dörsenkurle. 110 5* 11'.5 122 36.5 । 48 77,5* । 69,25 ! 80 25 56: 113 7* | 128,7* ' Berliner Produktenbörse. Berlin, 25. Ian. Der Beginn der neuen Woche gestaltete sich im Berliner Produktenhandel für Weizen leicht abgeschwächl, daS das Anhalten des flauen Auslandes nicht ganz ohne Einfluß auf die plnternehmungslust bleibt. Für Roggen war die Entwicklung fest, und zwar ist dies Wohl auf börsentechnische Momente zurückzuführen. Das Angebot für exklusive Ware bleibt hier sehr klein. Im Lieferungsverkehr konnten sich die letzten amtlichen Schlußnotierun- Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. 197.25* 1 83,5* I 97* | E0.25 P/2 Mk. (271'/,) niedriger. Roggen und Mai je l'/2 Ml. gebessert (176). Hafer bleiben in starkem Angebot sehr schwer abzusehen. Mehlgeschäft im großen und ganzen ruhig, desgleichen Futterartikel. Cs 5®/.) Deutsche RclchSanleibr 4% Deutsche RrichSanlechc . 3*/«% Deutsche Ncichsanleihe 3% Deutsche NcichSanlcibc . Deutsche Eparprämtennnleih« 4% Preußische Konsols . . . 4% Hessen - • • • 31/2°/a Hessen ... ...... 3% Helfen Deutsche Wertb. Dollar-Anl. dto- Doll-Schav.Lntreiing.') 4°/o Botltürfcn. . ...... 5°/o Goldmenkaner • . . • Berliner Handelsgesellschaft. LommerL- und Privat-Bank Darmst. und Naiionalbank Deutsche Bank Deutsche Bereinsbank .... DiSconto Commandit . . Mctallbank.......... Mitteldeutsche Kreditbank. . Oesterretchische Kreditanstalt Westdank ........ Bochumer Guß ....... Buderutl Laro Deutsch Luxemburg Gelsentirchener Bergwerke. Harpener Bergbau JlnlitDcrfe Aschersleben...» Kaliwerk Westeregel«..... Laurabütte Oberbedars ....... Phönix Bergbau ...... Rheinuabl Webed Montan ....... Tellus Bergbau...... Hamburg-Amerika “Palet. . . Norddeutscher Llovo Tderamtsche Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . . Philidv Holzmann...... Slnglo-Cont.-Guano Chemische Mayer Alapin - . I. G- Harbenindustrie, A--G. Goldschmidt.......... Holzverkohlung Nütgerswerke Scheideanstalt Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann Mainkraftwerfe • ...... Schlickert Siemens & Halske ..... Adlerwerke .flieget ..... Daimler Motoren. ..... Hehligenstaedk Meguin . . . . Motorenwerke Mannheim . ss-rankftrrter Armaturen Konservenfabrik Braun . . . Metallgesell'chaft Frankfurt. Pet- Union A.-G . . . . . Schuhfabrik Herz Sichel - . Zellstost Waldhof...... Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel . . - 143* I 101,5* ! 101,7 90.25 , 98.62 9,22) [ 0.235 I 0,24 Arankfun a.M- Berlin SdjlUB» Kurs 1-U9C. ftnr» Schlus,. Anfang Kur; . ■'Vr- Datum: | 45. 1. 26. 1. 25. L | 26 l. 2i Jan. 26. Jan. Amtliche Noti rung Amtliche Notierung Geld Briee Geld Briet Ämsl.-lliou 168.39 169,81 168.44 168,86 Buc u.-Aires Brss-Antw 1.737 1,748 1,738 1, <42 19 (IG 19,1 1 85,38 19.06. 19,107 Chrisiiania 85,25 85,54 85,76 Kopenhagen 103.82 104,08 104,0 104,c3 Stockholm - 112,31 112,58 112.31 112,59 Heli'ingforS Italien. . 10 547 10,5«. 10,54 10,587 16,934 16,975 16,90 16,94 tfonbon. . 40,395 40,447 20,898 40,413 Neuy ork . ■ 4,195 4,205 4,195 4.2-15 Parts. . . 15,655 15,695 15.52 15,66 Schweiz . 80 925 81.125 50,82 61,12 Spanien. 59.33 59,47 59,27 59.41 Japan . . . «Rio de Jan 1,807 1) 631 1,871 1.633 i,890 0,631 1,894 0.633 Wien in D-- £eft. abgesl 59,M 59,18 59,06 60,20 Prag .... 12.416 12,456 12,413 12,453 Belgrad . . 7,42 7,44 7,41 7.48 Budapest > • 5,873 5,893 5,873 6,898 Bulgarien 2,935 2,915 2,895 2,905 Lissabon 41 225 41.275 21,275 41,345 Danzig. . ■ 80,89 81,0» 80,90 81.10 flonstantirr. 2,195 2,205 4,20 2.21 Athen. . 5.74 5.76 5.81 5.86 Canada. . 4.188 4,198 4,188 1.198 Uruguay . . 4,305 4,315 4,30i 4,315 Berlin. 25 Jan Geld Brief Amerikanische Noten ..... 1,196 4.216 Belgische Noten . ....... 19,00 19 10 Dänische Noten ....... 103,59 101,11 Englische Noten........ 20,36 20,40 Französische Noten ...... Holländische Noten ...... 15,71 167,98 15 79 163,78 Italienische Noten...... 16 94 17.02 Norwegische Noten...... 85.24 85 66 Deutsch-Oesterr., 5100 Kronen 58,93 69,23 Rumänische Noten ...... — 112.07 Schweizer Noten....... 80,97 81.37 Spanische Noten..... . Tschechoslowakische Noten .. 69.17 12.392 69,47 12.452 Ungarische Noten 5.8' 6.87 Sein oder Nichtsein. (Ein Kriminalroman von der Wasserkante. Von Moritz Schäfer. 4. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Lorenzen sah ihn in wortlosem Staunen an. . Mühlfeld tippte sich an die Stirn. „Ach so, meine Leidenschaft für den Sport hat mir den Stil verdorben. Also ich meine, das normale, dem Racker Staat genehme Börsenspiel ist in eine eklige Gefahrzone geraten, lieber Lorenzen. Das Parkett der vereidigten Makler wird in den nächsten Tagen Wehe schreien, denn die Kulisse arbeitet mit riesigem Erfolg. Es ist ihr, wie ich aus sicherster Quelle weiß, gelungen, hochmögende Kreise zu einer vorübergehenden Markstützung zu gewinnen. Wenn die Kulisse all ihre Kraft einsetzt, um eine große Daisseaktion in Devisen zu inszenieren, so wird sie den Erfolg vorübergehend auf ihrer Seite haben. Geben Sie acht, verehrter Freund, der Dollar purzelt ein paar Tage lang von seiner stolzen Höhe 'runter und klettert erst wieder hoch, sobald den Contremineuren die Luft ausgeht. Sie haben zum Ultimo große Summen in Dollar gefixt--hm, ich sehe leider voraus, daß das hart an Ihrem Kragen vorbeigehen wird!" ,?Mühlfeld!" Der schöne Fedor zuckte die Achseln. Er lächelte noch immer, aber sein Auge bohrte sich dabei in die verstörten Züge seines Gegenüber, als er leichthin antwortete: „(Bott noch mal, regen Sie sich nur nicht auf , bester Freund! Sie sind, wenn ich recht unterrichtet bin, mit fünf Milliarden engagiert: ungefähr ebensoviel haben Sie von mir an Effekten im Depot. Im Notfall verkaufen Sie die Papiere und operieren mit meinem Geld. Es wird Ihnen genügen, die Krise zu überwinden." Lorenzen war aufgesprungen und hatte des Freundes Hand erfaßt. Aber Mühlfeld lehnte mit lässiger Geberde jede Dankesbezeugung ab. „Daß Sie auf mich zählen dürfen, ist noch ohne Farge, ob Sie nun bei meinem neuen Projekte rnitmachen oder nicht. Ueberreben will ich Sie natürlich nicht. Prüfen Sie ruhig und sagen Sie mir morgen Bescheid, ob der Kutter in Auftrag gegeben werden soll. Bis morgen muß ich allerdings klar sehen, denn längeren Aufschub duldet die Sache nicht. Ich muß nämlich das Fahrzeug nach meinen Angaben im Ausland bauen lassen, vous comprenez. Glauben Sie, es gibt noch viele, denen die Skrupel aus den Knopflöchern wachsen, wie Ihnen? Wenn Sie nicht mit von der Partie sind, ist's halt ein anderer. Aber ich möchte natürlich lieber meinen alten Freund am Gewinn teilnehmen lassen — also seien Sie vernünftig, Thomas! Wir gehen nach dem Abendessen ein bißchen in die Winzerstuben. Da treffen Sie luftige Gesellschaft, die wird Sie schon auf gute Ideen bringen." Lorenzen hatte kaum mehr zugehört. Der Gedanke an die Gefährdung der Summen, die er im Differenzgeschäft angelegt hatte, machte ihm den Kopf heiß. Ein finanzielles Licht war der gute Thomas, wie bereits ermahnt, keineswegs; seine Erfolge gründeten sich meist auf „Dusel", denn in dieser tollen Zeit war ja so ziemlich allen Unternehmungen, die auf den Sturz der Mark spekulierten, der Erfo'g gesichert. Bisher aber hatte Lorenzen in allem und jedem, was er unternahm, den Grundsatz kaufmännischer Ehrenhaftigkeit festgehalten, und nun rüttelte plötzlich der Versucher an seinen Prinzipien und unterminierte seine Position mit unleugbarem Geschick. „Woher wissen Sie, Fedor," fragte er und trocknete sich den Schweiß von der Stirn, „woher wissen Sie, daß die Kulisse mit ihren Bestrebungen zum Ziel gelangen wird? Daß die Kon- tremine am Werk ist, weiß ich auch. Aber ich glaubte —" „Glauben heißt irren", unterbrach Mühlfeld und schnippte mit Daumen und Zeigefinger ein Stäubchen van seinem Aermel. „Ich brauche Sie wohl nicht daran zu erinnern, lieber Freund, daß ich Ihnen bereits im März mit Bestimmtheit das Steigen der österreichischen Staatsbahnprioritäten voraussagte. Sie sind meinem Fingerzeig gefolgt und haben es nicht zu bereuen. Was ich Ihnen heute verrate, ist von gleich einwandfreien Eltern. Meine Beziehungen reichen weiter, als Sie denken, und meine Voraussage trifft den Nagel auf den Kopf. Wenn Sie der Katastrophe zuvorkommen wollen, stoßen Sie Ihre freien Devisenbestände jetzt ab — Sie können dann den Ausfall am Ultimo, wenn die Baisse Ihre Fixerposition zusammennudelt, so ziemlich wieder wettmachen. Aber wenn Sie den augenblicklichen Verlust nicht tragen wollen, weil Ihnen meine Prognose nicht sicher genug erscheint,— gut, so warten Sie's in Ruhe ab, wie der Hase läuft. Meine Zusage haben Sie — gemeiert sind Sie auf keinen Fall. . /' Lorenzen ging nicht mit in die Winzerstuben. Er hatte ein Grauen vor der.angenehmen" Gesellschaft, die er dort treffen sollte. Mit hämmernden Schläfen lief er durch die Straßen und dachte über das Ungeheuerliche nach, das an ihn herangetreten war. Die inneren Widerstände wuchsen, es erschien ihm unmöglich, die bargebotene Hand zu ergreifen. Erdachte an Margot, er dachte an Andrea, er sah iri Geiste drohende Wolken aufwachsen, die sein Haus mit Fledermausschwingen umflatterten. Fern von dem Versucher erstarkte sein besseres Ich, er warf den Kops in den Nacken und eilte nach dem Hotel zurück. Schon im eleganten Gehpelz, den Zylinder im Nacken, die Zigarette im Mundwinkel, fertig zur nächtlichen Bummelfahrt, empfing ihn Mühlfeld und streckte ihm die wildlederbehandschuhte Rechte entgegen, die nach Khusana duftete. „Nun?" „Ich kann nicht, Fvdor!" „Bon. — Reden wir nicht mehr davon. Also Sie möchten nicht nach den Winzerstuben? Sodom ist groß." „Seien Sie mir nicht böse, Mühlfeld .aber ich bin jetzt nicht in der Stimmung, Menschen zu sehen. Ich gehe schlafen und fahre mit dem Frühzug nach Hause. »Nach Belieben! Gute Nacht, also!" Ein frostiger Händedruck, bann eilte ber Gehpelz zum Haustelephon. „Portier, ein Auto!" Lorenzen tat in biefer Nacht kein Auge zu. Es fiel ihm ein, bah er zwar Mühlfelbs münblidje Zusage habe, über fein Depot zu verfügen, doch fehlte jede schriftliche Abmachung. Nicht einmal den Hinterlegungsschein hatte er zurückverlangt. Kurz vor Abfahrt seines Zuges ließ er sich daher am nächsten Morgen nochmals bei Mühlfeld melden. Der Beau empfing ihn im Bette, eine Zigarette rauchend. „Das muß ich sagen, Lorenzen," rief er und knipste die mit roter Seide überzogene Nachtlampe an, „Sie machen einem bas Leden reichlich schwer. Glauben Sie benn, ein normaler Mitteleuropäer hat um 10 Uhr ausgeschlafen, wenn er um fünfe nach Hause kommt?" „Verzeihen Sie taufenbmal," stammelte ber Besucher, „aber ich mußte Sie unbebingt vor meiner Abreise noch einmal sprechen. Wir haben nämlich vergessen, die Formalitäten zu regeln." „Was benn für Formalitäten?" „Nun, wenn ich über Ihr Depot verfügen darf, muß das in einem urkundlichen Willensakt Ihrerseits feftgeftellt werden." „Da hört denn doch Verschiedenes auf. Und deshalb wecken Sie mich brutal aus Morpheus Armen? „Lieber Mühlfeld! Die Sache drängt. Ich muß vielleicht schon heute die Papiere verkaufen/ „Na, so tun Sie's doch in Dreiteufelsnamen!" „Nicht ohne Ihren schriftlichen Auftrag." „Unheilbarer Pedant! Weshalb haben Sie nicht gleich einen Notar mitgebracht?" „Es genügen ein paar Zeilen von Ihrer Hand, außerdem möchte ich um Rückgabe des Depotscheins bitten." Da richtete sich Mühlfeld mit jähem Ruck in die Höhe und blitzte Lorenzen mit seinen Mongolen- augen tückisch an. „Lorenzen," rief er, „bas geht äu weit. Wenn Sie nicht mein alter FrAFid wären, beim Zeus, ich würfe Sie zur Tür hinaus! Kein Wort mehr von bem Unsinn. Ober unsere Wege sind geschieden! Was ich für Sie tue, ist ein Gefälligleitsakt, für mich nicht ber Rebe wert. Wenn Sie Geschäfte mit Leuten machen, bie ein schnödes' Mißtrauen oerbienen, bann mögen Sie immerhin mit solchem Unsinn kommen. Mich lassen Sie gefälligst weiterschlafen." Was sollte ber gute Lorenzen tun? Er ging mit ein paar gestammelten Entschuldigungsworten' und schalt sich selbst einen Toren. Aber bie Sorgen wollten nicht von ihm weichen . . . V. Lorenzen sprach zu Hause fein Wort von seiner Begegnung mit Mühlfeld, unb Anbrea fragte ihn nicht banach. Sie vermieb es überhaupt, von Geschäften mit ihm zu reben, und ber Gatte war ihr dankbar bafür. Immerhin gibt es eine Grenze ber Zurückhaltung, unb beibe Teile hätten gut baran getan, in kritischen Stunben bie Prinzipienreiterei zu vermeiden. Kritische Stunden aber bleiben keinem ! Neuvermählten erspart. (Fortsetzung folgt.) Hnventue-ÄusveirHauf im Modehaus Salomon, Gießen, SchMaße Der Charakter unseres Geschäftes als Modehaus fordert nach Beendigung der Saison völlige Räumung RftUlH, M 22. 3aiw DOlOttilflS, M 28.3«M0t fttM M 29.3mw 51015(88, Kg 30. 3lM[ Mit auf Me, Selle, Mim miet M Mene Men, Soden, Strümpfe, MW, (Memottene Sinder- und dmen-WWe Mitt auf nlle miete regulären Unten Met: AWtne nnd iHnslennrlllel 772a Wir haben außerdem zum Aussuchen im 2. Stock einen größeren Posten zurückgesetzter Waren herausgelegt, die wir weit unter sonstigem Wert zu folgenden Ausverkaufspreisen abgeben: Me SllilieliWlzeli, W«t bi» t.2-Me gifiöermöBeii, Mom Sinöeritrflmpfe, SWikze öaumwoil. MMUM DovveUohle u. Hochferse, Wert b. 1.00 Mk AnenNes,grou unU« M» m MMsWen äßert bis 1.25 Mk. ttonflh* M Blusen und Kleider tH-UUll, Wert bis 1.25 Mk. yelnveMssel,9U,e u.m SmrenW. Mk. frottier- n. Gerstenkorn-yMWer Wert bis 1.10 Mk. vmniWWse.'^iK'W'ÄkÄe SelDftWer,ld,önc ÄÄ1 moderne Jumper- und Blusensorm Wen bis 2.50 Mk. WnMsen,atlfD*'aae "feMoW ftnuMdlilfiP sirr Damen und Herren, Wildleder- VWIWJC, Imitation Wert bis 2.50 Mk. Gfrfimnio prima Macco oder prima Seidenflor. in vielen Farben, Werl bis 2.50 Mk. fiDiTPn.ftnrfon gestrickt, reine Wolle, schwarz l/ulltU JUuUi, und grau, Wert bis 2.50 Mk. Men-SenAn, SS1 W“£räncrn aus Wert bis 2.25 Mk. MMI-Senlüen, Sä fc »$te riorml-Sosen,frä,,ige' ro0öle4.oo Mk. MnM-Memlken,für Men-SetnWosen, LLr'WA°bÄ2İN liiirco nno KMenlirMWse, reine Wolle oder prima Marco Wert bis 3.75 Bit ftfifthfllfot* mit Strumpfbändern in allen Farben l/witiJUUirl) und Weilen Werl bis 4.00 Mk. Juoet-Söifirjen, MWMM, für Damen, dunkelblau, schwere Qual., alle Grüß., Wert bis 6.00 Mk. 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