MStöN- Lin «1*^ ?nti -iale7^ Hilfen M Ä * Wen: M it » tz°»°d W"*» »««,? Ä sie",' ÄI ?t P nur 1 vit fcfr* fr’ l'^ Endend 5§s .der'rü^ bontoss, ubic ,^s gibt I kn Sinn "Gleich, l'chlog jh^ Ä^'l sinket Erste bet 18 russisch. ita- Klwien- Mtu und ^nwen A, U-wodurch "'scher 1g 'Mlisiziert, Drehbuch, avrniat, grb. ^'Adrehbuch 1 ®.m.b.Sj •3 - Die MrageS mit Abgegebenen eben erschix. 'oslstänöiges bas sämt- 'rssen nach lphabetifch^ ■ ÄuSland- ru ÄbeM wb btt Dom iluhen Unter- W a. Eine Don» lm, deutsche l - oder wie nm Landen- die auf Vciz. urückzuführen Erfassung die r Umgebung i bie Qltmo' in tönenden iche Aennt- M au\ fein chen Sinfluh , dah die 3n- abnimmt, dah gelangt, die e Fehler und n. Mißhandle zuteil wer- nut auf. Auch ugeneigt. Ob- it,. auf seiner chritt zu Hal- nd gänzlicher e. 3m letzten insckenfrcund« n behagliches t eine Fülle tuationen auf. m Lichtstrom et Phantastik, öS Mc, wa- es bedächtige 493 fred lad. haotica aC ,s in 3tnoJ tfcnb unb er- probiere, neu emzu- Sinnc nach niliert find. >en gütigen tngen vvM t, wie toin* xnbige gebt mvtit erirant .en auf den die Mglich- ■\\e DeziMig ionlichke>ß M i gebracht- & c*Xrr in Geist an and SSZ rA m. 276 (Elftes Blatt 176. Jahrgang Donnerstag, 25. November 1926 (Er|d)etnttäghd), anher Sonntags und Feierlags Beilagen; Bietzener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monat,.Bezugspreis; 2 RerchsmarK und 20 '.Reid,«Pfennig für Träger, lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummem infolge höherer Gewalt. Fernsprechans chlüsse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Sletzea. postschrcktonto: ttzranttvt o^, Main 11666. Siebener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vrvck und Verlag: vrühl'sche Univerfitätr-Vuch- und Lleindruckerei ».Lange in Sietzen. Schnftieitung und Geschäftsstelle: ZchulNratze 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer vis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm HSHe für Anzeigen oo.t 27 mm Brette örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Ne- klameanzeigen von 70 mra Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20° . mehr. Chefredakteur Dr Friedr Wich. Lange. Derantworllich für Politik Dr. Fr Wilh. Lange, für Feuilleton Dr H.TKyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein; für den Anzeigenteil i.Dertr. H.Bedr, sämtlich in Gieren Die Politik von Thoiry vor dem Reichstag. Berlin, 24. Rov. Dor Eintritt tn die Tagesordnung beantragt Aög. L. orgler (Kom.) die fofortige Dera mag emer Interpellation wegen des Ankaufs der „DAI durch die Reichsregierung. Sr verweist weiter auf einen kommunistischen Mißtrauens- antraa gegen den Außenminister Dr. S t r e s e- mann. Don den Völkischen ist gleichfalls ein Antrag eingegangen: .Der Rcichsauhen- Minister Dr. Stresemann besitzt nicht daS Der- trauen deS Reichstags." Präsident Loebe weist daraus hin, daß auf Grund der Geschäftsordnung die Interpellationen heute iuxf> nicht beraten werden und der Mißtrauensantrag frühestens morgen zu^ Absttmmung gestellt werden kann. Dann wird die auhenpolittsche Aussprache zum Rachtragsetat fortgesetzt. Abg. Dr. Dredt (Wirtsch. Dgg.) bezeichnet 'ne Rede des deutschnationalen Abgeordneten Dr. Hoetzsch als besonders interessant. Sie sei so gehalten gewesen, daß die Deut sch nationalen schon morgen in die Regierung auf- genommen werden könnten. Das stehe in seltsamem Gegensatz zu der Haltung der Deutsch- nationalen beim Eintritt In den Völkerbund. ■Sie Wirtschaftliche Dereinigung habe sich damals loyal hinter die Regierung gestellt. Trotzdem lei sie im jüngsten sächsischen Wahlkampf von der Deutschen Vvlkspartei in einem Flugblatt angegriffen worden, das an Demagogie alles in den Schatten stelle. Der Auhenminister 6 tret em arm stehe im Widerspruch mit dem Parteiführer Strcsenrann. (Dr. Skresernann: „Ich rrache doch nicht die sächsischen Flugblätter!" — Unruhe bei der Deutschen Dvlkspartei.) Die überschwänglichen Hoffnungen, die in der Re- «ierungspresse an Thoiry geknüpft wurden, sind jetzt der Enttäuschung gewichen. Es lerührt merkwürdig, daß die interalliierte Mill- lärkontrolllommission immer nur an den rechtsstehenden Verbänden An st oh nimmt. Diel besser militärisch organisiert ist doch das Reichsbanner Gchwarz-Äot-Go'd. (Heiterkeit.) Die wichtigste Aufgabe der Außenpolitik ist jetzt die Befreiung des Rheinländer. Bei diesem Bemühen wird die Regierung die Wirtschaftliche Bereinigung immer hinter sich haben. Abg. M ü l l e r - Franken (Soz): Die Deutsch- nationalen bezeichnen sich als das Gewissen der Nation. Beim Dawesplan haben nur 50 Proz. dieses Gewissens funktioniert, die anderen 50 waren für Gewissenlosigkeit. (Heiterkeit.) Wenn die Deutsch- ; nationalen in die Negierung ausgenommen werden, Dann würden zwei Pferde vorn, zwei Pferde hinten an den Wogen gespannt sein. Wir erstreben den Frieden Europas. Dazu ist in Locarno und Thoiry der Grund gelegt worden. Die Politik von Locarno unb Thoiry bedeutet den endgültigen Verzicht auf Llsah-Lothringen. Die Deutschnationalen widersprechen nicht, denn sie wollen diese Politik mitmachen. Uuf der anderen Seite bedeutet diese Politik, daß die Franzosen ein für allemal auf ihren h i st o r i -- idj en Drang nach don privater Seite Geld annehmen darf. Gegen das Verbot von Wiking und Olympia erhebt jetzt nicht einmal mehr die Rechte Einspruch, weil die preuhische Reg erung in ihrer Denkschrift einwandfrei nachgewie'en hat, dah freie Verbände die Mitglieder militärisch aus» bilden. (Rufe rechts: „Ist das ein Verbrechen?") §as ist durch ein Raichsgesetz verboten, und Sie cu den Deutschnationalen) müssen das Gesetz 'archführen, wenn Sie in die Regierung ausgenommen worden sind. Das Reichsbanner 2chwarz-Rot-Gold kann mit :enen Verbänden icht rerglichen werden, denn es hat immer ab- gelehnt, einen neuen Krieg vorzrchereiten. (La- Hcn bei den Völkischen.) Der Antrag aus Wiederaufrolluag der KriegS- fchuldfrage ist nur ein Manöver zur Täuschung des Publikums. Seine Annahme könnte nur neue Hemmungen bringen für die schleunige ‘Befreiung des Rheinlandes, die wir dringend fordern. Wir lehnen darum diesen Antrag ab. (Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Abg. Graf zu Reventlow (Völl.) Die Zerstörung der Kriegsschuldlüge sei von höchster polittscher Bedeutung für Deutschland. Äe Politik von Genf und Thoiry fei zu einer ungeheuren Blamage für Deutschland geworden. -Meter Driand täusche sich das deutsche Doll in weiten Kreisen heute ebenso wie 1918 über Wilson. Troy Briands Abrüstungsreden in Genf rüste Frankreich immer weiter. Abg. Dr. v. Freytag-Loringhoven (Dn.) begründet kurz den von Mitgliedern aller bürgerlichen Parteien unterzeichneten Antrag, die Reichsregierung möge in eine Prüfung der Frage eintreten, wieweit die Satzungen des Doller- bundes und des Ständigen Internationalen Gerichtshofs Möglichketten bieten, eine Prüfung der Kriegsschuldfrage durch diesen Gerichtshof zu erreichen. Der Redner gibt bann für die Fraktion der Deutschnationalen eine Erklärung ab, in der es heiht: Die gestrigen Aus.ührungen des Auhenministers sind nicht geeignet gewesen, unser durch Dr. Hoetzsch ausgesprochenes Urteil über die Erfolglosigkeit der durch den Ramen Thoiry und Locarno gekennzeichneten Politik irgendwie zu erschüttern. Wenn der Minister von vornherein voraussah, dah die Verhandlungen von Thoich sich über Monate oder vielleicht gar über einige Jahre hinziehen würden, weshalb hat er es dann unterlassen, wenigstens inzwischen für das besetzte Gebiet diejenigen Erleichterungen auszuwirken, die nach offiziösen Stimmen damals in Genf zu haben gewesen sind. Gedenkt der Minister jetzt in dieser Richtung etwas zu tun, oder soll das besetzte Rheinland warten, bis das Phantasiegebäude von Thoiry Wirllichkeit wird? Ebensowenig haben und die Ausführungen des Ministers über die Militärkontrolle und die Investigationen befriedigt. Wir stellen fest, dah Derstänoigungsgespräche mit Frankreich nur unter voller Anerkennung der Gleichberechtigung und voller Wahrung der Lebensinteressen Deutschlands möglich sind. Wir sind entschlossen, aus unserer Mitgliedschaft zum Völkerbund alles herauszuholen, was zugunsten Deutschlands her- auSgehvll werden kann. Reichswehrminifter Dr. Getzler wendet sich dann in einer Erklärung gegen die neueste Veröffentlichung des Führers des Iungdeutschen Ordens Mah- r a u n. Wenn da von einem General gesprochen wird, der einen Kampf mit Freiwilligen gegen Frankreich unternehmen wollte, da handelt es sich, so erklärte ter Minister, um General Walter. Ihn meinte ich seiner Zeit, als ich von dem „Verrückten" sprach Er hatte tatsächlich den wcihnsinnigen Plan, die jungen Leute in die französischen Bajonette hineinzu- treiten. Dieser Mann ist von mir aber sofort aus der Reichswehr entfernt wordm. (Ruse links: „Unb bezieht heute 18 000 Mark Pension II" — Ruse rechts: „(Sr hat das Ruhrgebiet befreit. — Dank vom Hause GehlerI") Wenn Herr Mah- raun es so darstelll, als wenn er mich erst 1926 über diese Dinge hätte informieren müssen, so ist das falsch. Darüber waren wir schon 1923 genau informiert. Oberst Ricolai, der weiter erwähnt ist, hat nach dem Kriege niemals irgendwelche Beziehungen zu uns gehabt. Ricolai ist sorgfältig beobachtet worden: es bestand ater keine Veranlassung, gegen ihn irgend etwas zu unternehmen, zumal er dann ins Ausland gegangen ist. Es hat sich 6:et um Pläne von unverantwortlichen rechtsradikalen Kreisen gehantelt, die in der tiefsten Rot Deutschlands versucht haben, uns in außenpolitische Verwicklungen hineinzubringen. Die Reichswehr hat damit nichts zu tun. Wir haben unsere Pflicht getan, wenn wir allen diesen Plänen st>ts aufs entsche- tenste entgegengetreten sind. ('Beifall.) Xj. Dr. Wirth (Ztr.): Man kann eine Opposition, wie sie von Dr. H-oetzsch hier vertreten wurde, vielleicht begrüßen, aber man darf niemals von einer „nationalen" Opposition sprechen. Das Wort „national" wird nirgends so viel gebraucht und geurihbraucht wie in Deuilchland. (Lebhafte Zustimmung.) Rottvendig ist eine loyale Opposition mit dem Ziel, die in ter Opposition vertretene Politik aufrichtig durchzuführen, wenn man selbst nachher in ter Regierung sitzt. Für den Dorstoh in ter KriegsDer Sowjet-Botschafter Krassin London. 24.Roo. (111.) heule vormittag iff der sowjelrussische Botschafter in London. Krassin. gestorben. Krassin war bekanntlich schon seit mehreren Jahren krank und weilte wiederholt für längere Zeit in Italien. Die Ursache seines Todes war A n ä m i e, an der er seil längerer Zeit litt. Ls waren mehrere Blutübertragungen ohne dauernden Erfolg vorgenommen worden. • Die Nachricht vorn Lote Krassins kam für London vollbsmmen unerwartet. Trotz der Tatsache, dah Krassin ter ®ef 'Ceiertnui® eu;Ren bebe Quai täten < Crorer» Unterteil Kreuzplay / V. 9 u. 10 M einfltlaben. vier einigte man sich nach verschiedenen Kalkulationen über den vorläufigen Fahrpreis, der wie folgt festgesetzt wurde: Die Arbeiterwochenkarte Albach—Gießen 3 Ml.. Steinbach—Gießen 2B5 Mk., die Emzelfahrt von Alb ach 70 Ps., von Steinbich 60 Pf., mit den üblichen Ermäßigungen für Schüler, Lehrlinge und Kinder. Dies sind vorläufige Richtpreise, eine genauere Kalkulation ist erst möglich, wenn der Betrieb eine Zeitlang im Gange ist. Die Gemeinden haben das größte Interesse daran, daß der Betrieb zustande kommt. Beide Gemeinderäte sicherten sich das Recht der Mitbestimmung bei evtl. Aenderung des Fahrpreises in weiterer gemeinschaftlicher Verhandlung, Hosfsnllich wird nun der Firma die Konzession bald erteilt da die Interessenten, insbesondere die Arbeiter, auf die Eröffnung des Betriebes warten. * Sperrung der Markt st raße. Das Poltzeiaml Gießen teilt nut: Wegen Vornahme von Instandsetzungsarbeilen ist die Äarktstraße von der Bahnhofstraße bis zur Rittergasse für jeglichen Fahrvertehr bis auf weiteres gesperrt worden. " Wichtig für Wandergewerbe» treibende. Das Polizeiamt Gießen macht die in Betracht kommenden Gewerbetreibenden erneut daraus aufmerksam, daß Anträge auf Erteilung von Legitimationskarten und Wander» gewerbelcheinen für das Jahr 1927 als» bald bei den zuständigen Polizeirevieren zu stellen sind. Die Anträge werden nur in der Reihenfolge des Eingangs bearbeitet. Es liegt daher im Interesse jedes Gewerbetreibenden, bw Anträge sobald als möglich einzureichen. •• Die Weihnachtsausstellung „ft ü n ft» lerhilfe 1926" wird am kommenden Sonntag im Turmhaus am Brandplatz eröffnet werden und dort bis zum 2. Januar n. I. dem Publikum zugänglich sein. Mit der Ausstellung ist eine Ausspielung von Kunstgegenständen verbunden. Der Preis der Lose ist auf 50 Pf. festgesetzt. Die Ziehung findet am 21. Dezember in Darmstadt statt. Man beachte die heutige Anzeige. *• Dom Eisenbabnfahrplan ®te» hen — Rieder-Ofleiden. Der Güter->ug mit Personenbeförderung Rr. 8901 Gießen—Rreder- Ohmen, der nach dem Winter-Fahrplan ab 14. d. Mts. später und nur bis Grünberg verkehren sollte, verkehrt vorläufig noch bis 15. Dezember in seinem alten Plan bis Rieder = Ohmen, Gießen ab 5,20, Rieder-Ohmen an 8,40 Uhr früh. Der Güterzug mit Personenbeförderung Rr. 8902, Rieder-Ofleiden—Burg- und Riedergemünden, der ab 14. d. Mts. später verkehren sollte, verkehrt vorläufig ebenfalls noch bis 15. Dezbr., im alten Plan, Rieder-Ofleiden ab 2.21, Burgund Riedergemünden an 3,42 Uhr nachmittags. WER Rachtfrostgefahr. Die Wetterdienststelle Frankfurt a. M. teilt mit, daß durch die Ausbildung eines zentralen Hochdruckgebietes über Europa es in der nächsten Zeit zu verbreitetem Auftreten von Rachtfrösten kommen wird. Die Fröste werden sich jedoch nur auf die Rächt stunden beschränken, und die Temperaturen werden nur wenig den Gefrierpunkt unterschreiten. " Gewährung des Beamten- scheins im Härteausgleich. Die Kriegerkameradschaft „Hassia" teilt uns hierzu mit: Durch die 4. Rovelle des Reichsversorgungsgesetzes vom 8. Juli 1926 ist bekanntlich bestimmt worden, daß der Anspruch auf den Deamtenschein spätestens bis zum 31. Marz 1924 angemeldet sein muhte. Hierzu hat daS Reichsversorgungsgericht grundsätzlich entschieden, daß diese Bestimmung als Legalinterpretation anzusehen fei, daß sie also rückwirkende Kraft habe. Wie die Spihenorgani- fatlon der „Hassia" in Berlin, der Deutsche Reichskriegerbund „Kysfhäuser" mitteilt, hat sich nunmehr der Reichsarbeitsminister zum Ausgleich von Härten bereit erklärt, aus Grund des § 113 a. a. O. nach Fristablauf beantragte Beamten» scheine ausnahmsweise noch dann zu erteilen, wenn die in § 33 RBG. enthaltenen Boraussetzungen erfüllt sind und der Bewerber nach» weist, daß er mit dem Beamtenschein in einer bestimmten Beamtenstelle alsbald Unterkommen kann, ohne daß er dadurch einem anderen Ber- sorgungsscheininhaber die Stelle wegnimmt. Solche Einzelfälle sind dem Reichsarbeitsminister zur Entscheidung vorzulegen. 9603 D Thema: hierzu freundlichst eingeladen Der Vorstand 9657c Hessischer Wirtschafts und Ordnungsblock WMilMW um 5. M1926 Me Mitglieder, Freunde und Gönner der Partei sind Aufruf! Die Gesamtsteuerbelastung (Reichs- und Landes- lleuern) betrug ir» Hessen 1913 25,1 Millionen Mark. Die Sondersteuer für den bebauten Grundbesitz belastete dagegen die Steuerzahler 1926 allein schon mit 31,2 Millionen Mark. Sieuerzahlerschasst wandel! Stimmt am 5. Dezember mit „Ja“ und schickt den Land-ag heim! Zentrums-Partei! Samstag, den 27. November, abends 8 Uhr, im kleinen Saal des Kathol. Dereinshaufes WWeWsmmlm Referent: EooölflBsoög. Sfööieatot öelnfiaöt ■Bypotbekenge da Gün Bed nn durch 9067c F. Heidemann Franklort a H. Kmiervl 18 20 -trnnfa 9557 58 *1928. S|hus, Äfe* i HL C4 1 ShS • C*» ;e}Uträums war ein itzmützt auf dem r Begleiter bei je Arbeiter drei nilige Wt ■ bis ®anb eines ommetrisch |o<* tber find sie durch lerbunben, der ai veiler oorfpringi also um tim den W* M 71 »/N« *n Monden Haden M auch bit , i bic durch an« Me Museums. 1 in den 1. JA. gewe>K tt dzw ' Dem noch mehr. M Denkmäler oul- rang ) posuiL nd Boden. i nnl 1 . M>ihrassundi sS-»" .... gen bi- 1, in bi^ W- Ah » S-K Heirat. Tücki, felbiiänbitex Handwerke», flefu, 1 SttnD, eunl, An- lann 5 . wünlchi mit älr. Mäocbeu od.r it'iltoc auf diesem hcae beFnnit au werd. -meckS Beirat. 2chr. Anir. u. 08192 an d Gieß An» erb gier 16 bis 18, Dlurnenrohl 80 des 150. Endivien 10 bis 15, Lauch 5 bis 10. Rettich 10 bis 15, Sellerie 20 bis 40 Pfennig. ^Zornotlzcu. — Tagcskalender für Donnerstag. Gesellschaft für Erö- und Döllerkunde: 8.15 Achr Reue Aula der UniDerfität, Dortrag von Dr. Klüpfel „Kreuz und quer durch die Bereinigten Staaten" (Koch-Lrün berg-Feier mit Vortrag Dengler ist verschoben). - Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Das Geheimnis von Sankt Pauli". — Astoria-Lichtsp.ele: ..Amor im Wolkenkratzer". — DieMänner- und Frauenoereini- gung der Matthäusaemeiobe veranstaltet cm Sonntag, 28. Nov., abends 7j Uhr pünkllich, In der Turnhalle (Oswaldsgarten) einen Ge - tneindeabend. Ansprachen, gesangliche uns rnustkalische Darbietungen leiten den Abend ein. Im Mittelpunkt des Abends stehl das feine Weihnachts- Ipid aus alter Zeit, von Bernhard o c i f f e r t neuaeftnltet und von der Lpielgemeind« der Matthäus-Jugendvereinigung, die mit ausg^eich. netem Erfolg die Belebung mitelalterlicher Spiele sich angelegen sein läßt, gespielt. Wer die Gemeinde- cbende der Mutthausgemeinde aus den Vorjahren knnt, weiß daß sie streng einheitlich gestaltet und in ihrer Gelchloslenhiit einen tiefen Eindruck hinterlassen. Der Saal wird um 6) Uhr geöffnet. Eintritt frei. (Siehe Anzeige.) •• Der ProvinzialauSschuh für Sberhessen hält am kommenden Samstag, 27. Roveinder, norm. 9l/e Ugr. im Sitzungssaals ix-3 Regierungsgebäudes zu Gießen eine öffenf- licheSitzrng m t folgender Togr-rrdnung: 1.Klage des Wilhelm Bruderle II. in Ober-Eschbach gegen das Kreisamt Friedberg auf Aufhebung reS PolizeibesehlS vom 2Z. August 1926. 2. Klagen der Firmen a) Ihring-Melchior, Kom- rmmditgesellschast in L ch. b) Gießener Brauhaus und Spiritusfabrik A. u. W. Denninghoff in Gießen gegen die Stadt Gießen- wegen Erhebung der 'Geträiikelteuer. •* Briefmarken-Automaten ohne Inhalt. Als vor einiger Zeit die Pofwerwal- tung vor dem Stadtpostgebäude mehrere Brief- marken-Automaten auf stellte, wurde diese Maßnahme allgemein begrüßt, denn sie trug einem dringenden Bedürfnis des Publikums -Rechnung. Man hoffte nicht mit älnrecht, nunmehr des Polonaisestehens an den Schaltern um einer Briefmarke willen enthoben zu sein und tagsüber, wie auch noch in den Abendstunden die Möglichkeit zu haben, seinen Bedarf an Freimarken decken zu tonnen. Bedauerlicherweise sind diese Hoffnungen bisher mir zu einem kleinen Zeil in Erfüllung gegangen, denn oftmals am läge und nahezu allabendlich tarnt man an den dNarkenautomuien die Feststellung machen, daß sie ausvsrkaust sind. Das Publikum ist über den ,Zirkus ' vor den Automaten natürlich keineswegs erbaut und gibt seiner Meinung in wenig schmeichelhafter Weise für die Post Ausdruck. Sollte es nicht möglich sein, daß die Automaten tagsüber auf ihren Vorrat nachgeprüft und vor allem abends nach Schalterschluß noch einmal in ausgiebiger We.se mit Marken gefüllt werden, damit f ic den Ansprüchen des Publikums in vollem Umfange Rechnung tragen können? Wir meinen, daß das nicht allzu schwer und gar nicht unmöglich fein könnte. *• Gasmünzen-Berkaufs st eilen hat lie Leitung de» Städi. Gas- und Wasserwerks, einem kürzlich Im „Gieß. Anz." geäußerten Wunsche Rechnung tragend, in zahlreichen Geschäslen der oerschie- Denen Stadtviertel jetzt eingerichtet. Die Gasmünzcn können dort zum gleichen Preise wie im Gaswerk bezogen werden. Näheres in der heutigen Bekanntmachung. is. Die Autolinie Gießen — Steinbach—Alba ch. In gemeinschaftlicher Sitzung -migten sich die Gemeindcräte von Steinbach und Albach dahin, von den in Betracht kommenden drei Siemen für Eröffnung einer Autolinie Albach— «teinbach—Gießen der Firma Aßmann & Schneider, Gießen, den Zuschlag zu erteilen. Zwecks weiterer Verhandlung wurden Vertreter dieser Firma zu einer Sitzung für Dienstagabend (Eine bedeutende Gießener ßigarrenfobrih ucht perl.Jan- 1927 für ihren Hauptbetrieb einen luchiiqen, erfahrenen RklMW Schrift!. Angebote mit Ieugnisab chriften und möge lichst Lichtbild unter 9656V an den Gießener Anzeiger. " D e r verkannte Automat. Aus der We.terau wird uns berichtet. Die Frau eines biederen Handwerksmeisters auS einem Ort in der Röhe von Friedberg weilte zum Einkauf in der ©labt. Bei ihrer Rückkehr fällt dem Manne fofort der angenehme Geruch auf, der den Kleidern seiner Frau entströmt. Erstaunt und scherzha l fragt er nach dem Grund. . Ra Ahlt, duo roichst jo toäi die feine Dame?" Lachend erzähl: sie ihm die Geschichte. 3n der Stadt habe sie vergessen, dem kleinen Fritzi Süßigkeiten mit ubringen, und wollte dies noä» ll am Bahnhof nachholen. Da der Zug bald ging, trat große Eile nölig, sie warf 10 Pf. in den Automaten, aber — o Schreck — er spendete Parfüm, das in großem Bogen die Vorderseite und, da sie sich schnell umdrehte, auch den Rücken benetz e Eine Frau aus demselben Orte ha.te vor nicht langer Zeit am Bahnhof in Friedberg ein ähnliches Erlebnis. Sie mußte ihren kleinen Jungen zum Klosett bringen. Als der an den Türen die Schlitze Aum Geldeinwurf sah, wollte er Schokolade. Die Mutter, die die Bedeu.ung dieser Automatcn-Borrichtung nicht kannte, vermutete einen Schokolade-Automaten und warf 10 Pf. ein. Aber anstatt des erwarteten süßen Päckchens kam die — Warte- frau! Man sieht, nicht nur der Vogelsberg (die jüngst berichtete erste Eisenbahnfahrt des Ulrichsteiner Jünglings!), sondern auch die Wetterau ist noch nicht mit allen Fortschritten der Technik so vertraut, daß Irrtum ausgeschlossen wäre. ** Bund der Kolonialfreunde. Am Samstag hielt die Ortsgruppe Gießen des Bundes der Kolomalfreunde ihre Monatsoersammlung ab, die einen sehr guten Besuch zu verzeichnen hatte. Be^ Iandelt wurden allgemeine Organisationsfragen, owie der Bezirkstag, Der am 5. Dezember in Frant- urt ftattfinbet, und der koloniale Werbeabend am 8. Ian. n. I. im kath. Dereinshaus. Nach einigen Mit- teilungen des Vorsitzenden Mohr ging man zur Beratung des Bezirkstages über. Anschließend an den Bezirkstag soll nachmittags eine große koloniale Kundgebung stattfinden. Es wird bet dieser Kundgebung von berufenen Kennern unserer ehemaligen Schutzgebiete durch Vorträge an Hand von Lichtbildern für die notwendige Aufklärung weitester Volks- kreise gesorgt werden. Weiler wurde noch die Anschaffung eines Lickstbilderapparates besprochen. Zum Schlüße der Versammlung wurde anläßlich des Totensonntages der im Weltkriege gefallenen Helden gedacht. ** Auftrieb auf dem heutigen Frank- furter Schlachtviehmarkt: 44 Stück Großvieh, 850 Kälber, 610 Schafe, 174 Schweine. Preußen. Kreis Wetzlar. <> Dornholzhausen, 24. Noo. Die w i rt j ch a f t l i ch e Zusammenlegung der Grundstücke der hiesigen Gemarkung ist ver- hältnismäßig weit fortgeschritten. Als vor etwa zwei Jahren die Durchführung der ZusammeOegung beschlossen wurde» hat wohl niemand geahnt, daß die Arbeiten einen solch schnellen Fortgang nehmen würden. In rascher Aufeinanderfolge vollzogen sich die Bonitierung der Grundstücke, die Ausfteinung der Feldwege, die Aufmessung der Grundstücksflächen innerhalb der Wegenetze, die Vermessung des in das Verfahren mit einbezogenen Ortes, sowie die Aus- Messung des sehr ausgedehnten Gemeindewaldes. Gegenwärtig ist auf dem Kulturamt zu Wetzlar die Planzuteilung im Gange, der in Kürze die Ausmessung der neuen Pläne folgen wird. Die lieber gäbe der neuen Pläne an die Besitzer soll schon im Frühjahr nächsten Jahres erfolgen, damit den Eigentümern Gelegenheit gegeben ist, die zugeteilten Grundstücke bereits mit Klee für das nächste Ernte- fahr einzusäen. In Verbindung mit der Zusammenlegung ist auch der Bau einer neuen Serbin- dungsstraße von hier nach Langgöns ausgeführt worden. Ein Bedürfnis hierfür bestand schon seit geraumer Zeit, da Langgöns die nächste Eisenbahnstation für die hiesige Gemeinde ist, bei ungünstigem Wetter aber mit Fuhrwerk nur auf dem Umwege über Hochelheim erreichbar war. Besonders für den Güterverkehr wirkte sich dieser Umstand sehr zum Nachteile der hiengen Einwohner aus. da er nicht unwesentliche Frachrenoerteuerungen bei Warenbezügen usw. mit sich brachte. Wohl selten ist eine Straße in einer gleichen Streckengröße in einer so kurzen Zeit gebaut worden, wie im vorliegenden Falle. Mit den Arbeiten wurde erst im Frühjahr d. I. begonnen, trotzdem sind sie schon jetzt bis aus kleine Nebenarbeiten fertiggefleUL Nicht nur eine allen heutigen Erfordernissen entsprechende Straße mit chausjeernäßlgem Ausbau wurde innerhalb dieser kurzen Zeit geschaffen, auch der St l e e - bad) wurde nn zwei Stellen durchstochen, auf diese Weise wertvolles Kulturland gern o n n e n und außerdem am Dorfausgang nach Niederkleen schöne Bauplätze geschaffen. Lieber den Äleebad) in seiner jetzigen Führung wurde eine neue (Eifenbetonbrüdc erbaut, ebenso über den Mühlgraben der Schäjerschen Mühle eine neue Brücke (System Eschenbrenner) Das gesamte Projekt war von der Regierung als Notstands- arbeit anerkannt. Zu feiner Durchführung wurden der Gemeinde dzw. der Zusammenlegungsinteressentenschaft ein Darlehen und ein Zuschuß aus Mitteln der produktiven Erwerbclosenfürsorge bewilligt. Für die Erwerbslosen war vom Frühjahr ab den ganzen Sommer hindurch bis vor kurzem eine lohnende Arbeitsmöglichkeit geschaffen. Es ist in Aussicht genommen, zu beiden Seilen der Straße Obstbäume zu pflanzen. Zu wünschen wäre nun aber auch, daß die Gemeinde Langgöns den von ihr in Angriff genommenen Ausbau der Straße in ihrer Gemarkung mit ebensolcher Beschleunigung zu Ende führen würde, damit die neue Verbindungsstraße zwischen beiden Gemeinden in Bälde dem öffentlichen Verkehr übergeben werden könnte. Alvcie Licdcnkops. JC Biedenkopf, 23. Rov. 3n den ausgedehnten Waldungen des nördlichen Tei- les uns eres Kreises nimmt das Rot- wildso überhand, daß es den anliegenden Landwirten großen Schaden in den Feldern airr.chtet und zur Plage wird. Rudel von 30 bis 40 Hirschen sind in letzter Zeit mehrfach gesehcriH worden. Kreis 3 egenliain. WER. Ziegenhain, 24. Rov. E n aufregender Vorfall spielte sich im benachbarten Gilserberg ab. Ein Bärenführer wurde am Schlüsse seiner Vorstellung von seinem Bären rücklin gs überfallen und zu Boden geworfen. Es entspann sich ein heftigen Kampf, der sicher einen üblen Ausgang genommen hätte, wenn nicht eine Arzahl beherzte« Männer hinzugesprungen wäre und das wütende Lier so lange mit Stangen bearbeitet hätten, bis es von seinem Opfer adließ. Rur mit großer Mühe gelang es, das Tier wieder an die Kette zu bringen. DilttreiS. bl. Dillenburg, 24. Rov. Im nahen Eibelshausen verunglückte der Arbeiter Hof Heinz im Hüttenwerk dadurch, daß er m i t dem Kopf in den Riemen der Transmission geriet. In bedenklichem Zu stand wurde er ins Krankenhaus gebracht. Rundfunk-Programm des Frankfurter Lenders. (Aus der .Radio-Umschau-.) Freitag. 26. November: 3.30 bis 4 Uhr: Die Stunde der Jugend. 4.30 bis 5.45 Uhr: Hausfrauennachmittag, veranstaltet vorn Frankfurter Hausfrauenverein. 5.45 bis 6.05 Uhr; Die Lesestunde. 6.15 bis 6.45 Uhr: Stenographischer Fortbildungskursus für Anfänger und Fortgeschrittene (Diktat von 80 Silben auswärts) 6.45 bis 7.15 Uhr: Funkhochfchule Frankfurt a. M.: ..Der europäische Roman des 19. und 20. Jahrhunderts I, Stendal und Balzac", Vortrag von Prof. Dr. Schulz. 7.15 bis 7.45 Uhr: Italienischer Unterricht. 8.15 bis 9.15 Uhr: Konzert des Orchesters der Sta- mitzgemeinde Mannheim: ,Hunge Sinfoniemusik der klassischen Zeit". 9.15 bis 10.45 Uhr: Konzert des Falkensteiner Männergesangoereins. 10.45 bis 11.45 Uhr: Dortragsstunde Alexander Moifsi. Programm unter anderem: Werks von Goethe. putzt und poliert alles. Nur diese GroOorganisation, die bis in die fernsten Distrikte reicht erklärt die Möglichkeit, eine so hochwertige Cigarette zu 5 Pf. auf den Markt zu bringen wie die milde und aromatische Cigarette REEMTSMA Gießen, 25. November 1926. Gießen, 25. November 1926. 9665V 96641) F. Bender & Co Zigarrenfabrik. Die Angestellten und Arbeiter der Firma F. Bender & Co. Wir erfüllen hiermit die schmerzliche Pflicht, das Ableben unseres langjährigen Teilhabers Herrn Friedr. Leonhard Bender anzuzeigen. Allzeit hat der Entschlafene seine Kräfte für das Wohl des väterlichen Geschäftes eingesetzt und wird sein Andenken stets in Treue bei uns weiterleben. Nachruf. Unerwartet verschied am 23. November unser alter Chef Herr Friedr. Leonhard Bender Wir betrauern in dem Entschlafenen einen gerechten und immer hilfsbereiten Mann, dem das Wohl seiner Mitarbeiter stets am Herzen lag. Wir werden seiner stets in Ehren gedenken. Am 23. d. M. entschlief im besten Mannesalter der FabrikantHerr Leo Bender Der Heimgegangene hat unserem Verbände in langen Jahren seine vielseitigen Erfahrungen und seine nie ermüdende Arbeitskraft zur Verfügung gestellt. Wir werden ihm ein dankbares und ehrendes Andenken bewahren. Gießen, den 24. November 1926. «41F) Arbeitgeberverband für Lahngau und Oberhessen E.V. und Umgegend E. V. 9642D Nachruf. * Dienstag, den 23. d. M., verschied unser langjähriges Vereinsmitglied Herr Leo Bender. Wir verlieren in ihm einen liebenswürdigen Kollegen und bewährten Mitarbeiter. Sein Andenken wird von uns stets in Ehren gehalten werden. Verein der Tabak-industriellen von Gießen Altersvereinigung 1876—1926. Unerwartet verschied unser lieber Alterskamerad Herr Fabrikant Leo Bender Gedenken bewahren. 9666D Wir verlieren in ihm einen treuen Kameraden und werden ihm über das Grab hinaus ein treues Reiskirchen, den 24. November 1926. 08184 Danksagung. Für die uns beim Heimganse unserer lieben Entschlafenen in so reichem Maße erwiesene Teilnahme, insbesondere für die trostreichen Worte des Herrn Pfaner Dotzert, sagen wir unseren herzlichsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Job*. Schön, Straßen wart i. IL u. Kinder. Matthäus-Gemeinde Sonntag, den 28. Nov., abds. 7V2 Uhr pünktlich in der Turnhalle (Oswaldsgarten) Gemeinde-Abend Weihnachtsspiel aus alter Zeit, gespielt von der Iugendoereinigung; Ansprachen, musikalische und gesangliche Darbietungen. V631V Eintritt frei; die Gemeinde ist herzL eingeladen. Gäste willkommen. Die Männer- und Grauen-Vereinigung. Unsere 9tnel prämierte ellerfelnite Molkerei- Butter Mr. I vereendeo wir In Postpaketen von v Pfund, dis Pfand postfrei Nichnshme M, 1.95. Probe führt r.o dsuerDdem Besag. Biber A.-«, Flm a. I» 3 Allgäuer Molkereieneacnlsso. ßttigt umständehalber zu verkaufen. 08201 Wo? sagt die Ge- schäftsst. d.Gietz An». wl!l!l!!!!!l!ll1lWWllW Ein Saaaer F/Jöhr. ZIMM vreiswert zu verkaufen Näheres in d. Geichäftssielle des Gteft. An». 08196 । Kaufgesuche | Hiibiibcs 5- oö. 6-3lmmer- KtlWWllS oder lleioete Billa in schönertreierVage mit Garten usw zu kaufen gesucht. Schr. Augeb. unter (8194 an den Gien. An». WeihnaW Bäume 1OOO Stück du kaufen gesucht * A. Best. Gienen, Katbnriiieng. 14 lia-ma Änergefangoerein sucht zur Bervoll- ständtgung feiner Theaterbllhne gut erhaltene Kulissen zu kaufen. Schrinl. Angeb mit näherer Bezeichnung unter 9609D a. d.Gien.Anz. Verschiedenes! Bon fleißigen Bienen gesammelter la Schleuder* HONSG allerf Qual .l0Bfd.. 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Insbesondere danken wir dem Herrn Pfarrer für seine trostreichen Worte sowie für die zahlreichen Kranz- und Blumenspenden. Louis Mathes I. nebst Angehörigen. Bekanntmachung Än unser Handelsregister Abt. B wurde heute bei der Firma Rundfunkhaus Gießen Gesellschaft mit beschränkter Haftung folgendes eingetragen: Durch Beschluß der Gesellschafterversammlung vom 26. März 1925 ist das Stammkapital auf 5000 RM. herabgesetzt. Kaufmann Andreas Kähne in Gießen ist als Geschäftsführer abberufen. Mechanikermeister Ludwig Schmitlgall In Gießen ist als solcher bestellt. 96468 Gießen, den 19. November 1926. Hessisches Amtsgericht. 96prozen tiger Liköressenzen Krenz-llFogerie Bahnhofstr. 51 k 9581a . Fisch-Zentrale Marktlaube. Frenag vormmag findet Berkau, flau von irischem Cabltau, Scdell- st i dien, Seelachs, Notdarich.Scholle, Rotzungen, Brat fischen uito. «v,*D Berkaus trat in brr Markthalle. Tel. W I.LA.Berhey. 1—1 ti. XL 8 Ufer: L—eJ ünterr f L. e. 6. Süer Ber. Q l Kfllg. J. Mlc Stadttheater Freitag, 26. Nov. außer Abonnement Bolts uno Sdihier- Borflenun v. 7*/, b. nach >■ -hrr 9er ölte Tenor Charakterkomäote inäAkten v.Geifow. 6tö6eret WM Qtingl den Mliiglleaeta mein Bortelie! ............................................... .................................. UOWekklaSietzeiiiiOMWiili c. G. m. d. H. r i iiiiiiiiiiiiiiiiniii Wl. UW «illlWWWI! ■ === ■■ Urteile, Verbraucher! Schmalz, rein amerik Mehl (Spez. 0) Mehl (Auszug) Mehl in Säckchen (5 Pfd.) Mehl in Säckchen (10 Pfd.) .,... Korinthen Rosinen Sultaninen Mandeln . . . . 0.85 . ... 0.25 . .. . 0.28 1.50, 1.70 2.85, 3.20 .... 0.60 .. . . 0.60 .. .. 1.00 .. .. 2.20 Bienenhonig, naturrein 9632a Spirituosen: Weinbrand V, Fl. 1.70, 2.40 Weinbrand .. Vi Fl- 3.20, 4.50, 4.70, 5.40, 5.80 Weinbrand-Berschnitt. '/-Fl- 1-50, '/iFl. 2.90 Zitronat Orangeat Walnüsse Haselnüsse Kunsthonig sowie alle Backzutaten 2.40 2.00 0.70 0.84 W. 276 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) vonnersiag. 2s. Uooember (926 Frankreich und Italien. Don unserem diplomatischen L. ^..Berichterstatter. Flachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Paris, November 1926. Die säst unüberwindlichen Schwierigkeiten, auf welche die Verhandlungen zwischen Frankreich und Italien flohen, und jene Derwicklungen, die ganz offen unterstrichen werden durch das feindliche Verhältnis des faszistischen Italiens zu Frankreich, sind nicht mehr unbekannt. Kaum schienen sie gemildert, kaum hatten die Verhandlungen nach der Rücllehr des Barons Avezana nach Paris wieder begonnen, als die Vorfälle in Ventimiglia, Denghasi und Tripolis die französisch-italienischen Beziehungen wiederum aufs äußerste verschärften. Don Tag zu Tage wird auch heute noch diese Verschärfung stärker und deshalb beginnt man in Frankreich, den Faszismus als die schlimmste Bedrohung des europäischen Friedens zu betrachten. Um diese grohen Schwierigkeiten, oder besser, um die Unmöglichkeit einer Verständigung zwischen Italien und Frankreich klar zu verstehen, muh man die Eigenart der italienischen Ansprüche in Betracht ziehen, die wiederum eine Folge der Verschiedenheit der internationalen rechtlichen Lage der einzelnen Teile des französischen Kolonialreiches in Afrika sind. Ein unumschränktes Herrfchaftsrecht (Souveränität) in Aordafrika hat Frankreich nur gegenüber Algier. Was Tunis betrifft, so übt Frankreich auf Grund des Vertrages vom 12. Mai 1881, der in Bordeaux abgeschlossen worden ist, nur das Protektorat über Tun cs aus. Dieses Protektorat wurde zuerst von Italien nicht anerkannt, und nur nach langwierigen Verhandlungen, die erst 1886 ihr Ende fänden, willigte Italien darein, die neue Lage der Dinge in Tunis anzuerkennen. Diele Einwilligung wurde von Frankreich mit einer Reihe von Privilegien unt> Rechten zu Gunsten Italiens erkauft. So z. D. wurden auf Grund eines französisch-italienischen Vertrages von 1886, die in Tunis geborenen Italiener, von der Verpflichtung befreit, f r a nz ö s i s ch e Staatsbürger zu werden und der Militärpflicht in der französischen Armee zu genügen. Die französischen Regierungen legten der italirn'.schcn Emigration nach Tunis keinerlei Hindernisse in den Weg, und im Anfänge des Weltkrieges gab cs in Tunis doppelt so viel Italiener wie Franzosen (110000 gegen 60 000). Die italienischen Versuche, eigene Kolonien in Afrika zu gründen (Abessinien, Tripolis, Erychrea) führten, wie bekannt, zu einem Mißerfolg. In guter Letzt fand ja das Auswande- rungsbedürsnis der Italiener nach den Vereinigten Staaten, nach Südamerika, und den nord- afrikanischen Kolonien Frankreich« keintz Hindernisse, die italienische Regierung strebte nicht sonderlich nach einer Erweiterung ihres Kolonialbesitzes. Im Verlaufe des Weltkrieges jedoch, (in den Jahren 1916 und 1917) drang Italien bei Jenen Verbündeten daraus, ihm Kolonien in Asien und Afrika zu garantieren, aber auch hier hatte es keinen Erfolg. Auf der Konferenz in St. Jean de Maurienne im Jahre 1916 hatte Italien die Absicht, von Frankreich die Abtretung von Tunis zu verlangen. Diese Konferenz wurde aber durch die Offensive der Zentralmächte auf Caporetto unterbrochen, und Italien war gezwungen, Frankreich zu bitten, es vor dem Zusammenbruch zu retten. In diesem Augenblick konnte natürlich von Tunis keine Rede mehr sein. Aus Grund des Lo^d'ner Abkommens von 1916, welches die A ang der Türkei vorsah, sollte Italien die kleinafiatischen VilajetS Smyrna und Adana bekommen. Seinen Anspruch auf das Vilajet Smyrna muhte aber Italien zu Gunsten Griechenlands aufgeben, und aus dem Dilajet Adana waren die Italiener gezwungen, unter dem Drucke der Kemal i ft en, sich zurückzuziehen. Der Krieg brachte somit Italien keinen neuen Kolonialbesitz. Don 1916 bis zum heutigen Tage sind die italienischen Staatsmänner damit beschäftigt, wenn auch nicht Kolonialbefttzungen für ihr Land zu sichern, so doch wenigstens Kolonisatt- v n s m ö g l i chk e i t e n für die Italiener ausfindig zu machen. Ein Projekt-löst das andere ab und zwar ebenso schnell, wie sie entstehen. 1920 erschien auf der Bildfläche das Projekt eines Mandats für Georgien, welches sich als totgeborenes Kind erwies. Ebenso resultatlos verliefen die 1922 angeknüpften und durch Musso- Mater dolorosa. Don Roland Betsch. Vor wenigen Jahren hatte ich dieses Erlebnis: Eine Schafherde trollte blökend die Lcmd- straße entlang. Da kam ein Kraftwagen und überfuhr ein Mutterschaf. Stöhnend brach es aus der Schar, rannte in zuckenden Sätzen auf ein Feld und brach dort zusammen. Ein junges Lamm, vor drei Tagen geboren, hüpfte hinterher und bl.eb in dumpfer Verständnislosigkeit vor der Mutter stehen. Wußte nichts von Tod und Schrecknis. Beugte sich nieder und saugte Nahrung aus der sterbend?n Kreatur. Das Schaf, dem das Gedärme aus dem Leib hing, war am Verenden. Da hob es noch einmal den Kopf und schaute nach dem Kind. Die Augen wurden groß und verzweifelt und von Innigkeit durchwärmt. Da hob das Tier noch einmal den Kopf und leckte und schleckte das Kind mit,der dampfenden Zunge, auf der das OBunbfieber brannte, älnd während der Tod die Hände breitete, saugte das Lamm noch die Süßigkeit der Mutter auS dem gebrochenen Körper. In einem arktischen Film sah ich dieses Bild: Ein Expeditionsschiff stößt im Treibeis auf eine Eisbärenmutter mit ihrem Jungen. Sofort beginnt die Jagd. Der Eisbär versucht, zu fliehen und dabei gleichseitig den jungen, unerfahrenen Knäuel zu schützen. So schwimmt er fortwährend im Kreis um das Kind herum, als müsse er Angriffe von allen Seiten abwehren. Nutzloses Beginnen. Ein Schiff fährt rascher, als ein kleiner Zottelknäuel schwimmen kann. Das junge Tier wird mit einem Lasso eingefangen. Verzweifelte Abwehrversuche der Därenmutter. Der kleine Kerl wird an Bord gezogen. Die Mutter aber, Tod und Gefahr und Fremdhett nicht achtend, verläßt dasSchiff nicht. Durchwühlt vom Schmerz schwimmt sie nach, reckt den Kopf aus dem Wasser und lau abgeschlossenen Verhandlungen mit der Sowjetregierung über die Kolonisation eines gewissen Teilst der iltrame und des nördlichen Kaukasus durch Italiener. Glecch darauf verhandelte man mit Frankreich über Tunis und über die Abtretung des syrischen Mandats und Obot's an Italien, mit England über die Kolonisation des früheren Deutsch - Ostafrika, und über einen Koalition«krieg gegen die Türkei wegen M o s s u l, Über eine Teilung Abessiniens in Interessensphären: es wurde auch die Frage einer Reuverteilung der Kolonialmandate in Afrila angeregt. Aber alle diese Verhandlungen und Anregungen enbeten nicht mit einem positiven Resultat. Was das frühere Deutsch-Afrika anbetrisft, so lehnte es England ab, den Italienern irgendwelche Privilegien und Vorrechte zu gewähren. Abessinien richtete gegen das englisch-italienische Abkommen einen Protest an den Völkerbund. Die Türker beeilte sich, mit England Frieden zu schließen, und folglich konnte auch von einer Besetzung des Dilazets Adana durch italienische Truppen im Falle eine« englisch-türkischen Krieges keine Rede mehr sein. Frankreich war nicht gewilll, Tunis abzutreten, ebensowenig wie Syrien und Obok. Italien aber befindet sich in einer Lage, die eine Auswanderung seiner äleberschuhbevölkerung und ihre Unterbringung gebieterisch verlangt. Das fruchtbare italienische Volk erstickt auf seiner Halbinsel und diex Frage der Auswanderung der überschüssigen Bevölkerung beginnt für Italien tragische Formen anzunehmen. Dazu ist hinzuzufügen, daß der durch den FaszismuS zum Weißglühen gebrachte italienische Rationalismus, der täglich durch die Reden Mussolinis und seiner Leutnnts von neuem erhitz! w.rd, durch die Bemerkungen des Duce über das Römische Reich, über das Recht Italiens, der Erbe Roms zu sein über das Mittelmeer, welches ein „italienisches Meer" sei, über Rom, welches einst über das gesamte Rordafrika herrschte und drei Jahrhunderte vor Christi Geburt Karthago, das gegenwärtige Tunis, erobert habe usw. Woher aber soll Italien die ihm notwendigen Kolonien nehmen? Gin Kanrpf mit England ist aussichtslos. Außerdem sind die englischen Kolonien sehr weit entfernt von Italien. Tunis aber i st ganz nah, 24 Stunden von Sizilien entfernt. Auch Algier liegt nicht weit. Dann erinnert man sich in Italien zuweilen daran, daß Savoyen die Wiege des italienischen Königshauses ist, und daß noch vor 70 Jahren Savoyen und Rizza piemontesische Provinzen waren. Sie waren zwar auch damals halb französisch, und jetzt sind diese Departements rein französisch geworden. In ihnen gibt es auf jeden Fall nicht mehr Italiener als in einem beliebigen Departement des Languedoc. Doch ist dies eine Frage für Ich. Auf jeden Fall richtet das faszistische Italien alle seine Ansprüche an die Adresse Frankreichs, um so mehr, als die Faszisten eben diesem Frankreich die Schuld dafür zuschieben, daß bei der Aufteilung der Kriegsbeute Italien zu kurz gekommen fei: Zwei Jahre schon wird mit Frankreich verhandelt, wobei es zu keinem Resultat kommen kann. Man muß. aber nicht glauben, daß die Franzosen die schwierige Lage nicht verstünden, in der Italien sich befindet. Wenn die Verhandlungen in einer ruhigeren Art geführt würden, so wäre es nicht ausgeschlossen, daß die französische Regierung in irgendeinem Punkte nachgcben könnte. Italiens Ansprüche sind aber derart, daß keine französi che Regierung sie befriedigen kann. Zweitens werden die Verhandlungen von antifranzösischen M ife ta» tionen, von Ucberfäüen auf französische Konsulate und von einer wütenden antifranzösischen Presse- fnmpagne begleitet. Ein Nachgeben unter solchen Umständen würde für Frankreich nicht nur ein Zu- rückweichen vor Drohungen, sondern auch e i n Opfer seines Prestiges sowie ein Zugeständnis seiner Schwäche bedeuten, was wiederum sicherlich auf die Lage Frankreichs großen Einfluß hätte. Mit diesen Einwendungen müßte jede französische Regierung rechnen, und dies erschwert in bedeutendem Maße den Fortgang der französisch- italienischen Verhandlungen. Das herausfordernde Auftreten der Faszisten, die wiederholten Erklärungen darüber, daß Tunis in be- deutend stärkerem Maße von Italienern bevölkert sei als von Franzosen, daß es deshalb Italien gehören müßte, veranlaßte Frankreich noch vor einem Jahre, die Tunisverträge mit Italien zu kündig qcn und deren Revision zu verlangen. Dabei hatte die französische Regierung die Absicht, die Militärpflicht auch auf die in Tunis geborenen Italiener öffnet furchtbar drohend den Ra^en. Tier im ewigen Eis, einsames Lebewesen, Monate ohne Unterbrechung in Rächt und Starre lebend, der Tragödie Ratur hemmungslos ausgeliefert und ratlos jedem fremden Geschehen gegenüber: seht, hier wird es vom Schmerz gepeitscht, weil das Kind in Gefahr ist. Hier wird es freiwill'g zum Opfer und höher hinaus zum Symbol des Daseins. Der Sohlengänger mit dem Zottelpelz, hier steigt er übermächtig empor und wird verklärt durch die Dumpfhett eines Gefühles, aus dem das Auge des Schöpfers glanzvoll sttahlt. Auch die Jäger auf dem Schiff werden feltfam gerührt. Etwas erwacht in ihnen. Dämmerung bricht auf. Sie geben das junge Tier zurück ins Wasser. Da schwimmen sie fort, selig, beschwingt und doch die jagenbe Angst an der Kehle. Ach, ich sehe sie noch, wie sie dahinrudern, der Knäuel eifrig und hastig und wie ein Kind, das dem schwarzen Mann entflieht: die Mutter schützend, angstvoll sich umblickend. Ein Bild voll tiefer Schwermut. Ich sehe sie noch, wie sie kleiner und kleiner werden, die Mutter das Kind ruhelos umkreisend, wie ein Planet seine Sonne. Gestern sah ich dieses Bild in einer illustrierten Zeitschrift: Eine Französin läßt ihren sechsjährigen Knaben mit dem Fallschirm aus einem Flugzeug springen. Richt aus Rot und Gefahr, nicht getrieben zu diesem Schritt, nein, vor einer Zuschauermenge,' auf dem Flugplatz: gegen Eintrittsgeld! Die Mutter läßt ihr Kind in die große älngewißhett zwischen Leben und Tod fbringen. Vor einer blöden, gaffenden Menge stürzt ein Kind, das gewiß lieber Löcher in einen Sandhaufen bohren oder der Seligkett eines Märchens lauschen würde, stürzt ein Kind sich in die lauernde Tiefe. Vielleicht, daß es morgens auf- wacht mit einem frierenden Grauen und abends einschläft mit Grauen. Unb durch feine Kinderträume zieht das Grauen. Die Mutter lächrit auszudehnen. Es wurden auch Maßnahmen getroffen im Sinne einer Bc s ch^i nkung der üa= lienischen Kolonisation in Iuni5.”taüen leistete aber diesen französischen Forderungen energischen Widerstand, obgleich die französische Regierung als Entschädigung für ein Nachgcben Italiens sich verpflichten wollte, in Zukunft keinerlei Schranken für die italienische Kolonisation in Tunis aufzurichtcn. Die italienische Regierung stellte Gegenjorderun- gen, und zwar verlangte sic, daß den Italienern in Tunis ihr italienisches Staatsbürgerrechl gesichert würde, und daß nicht nur alle die italienischen Einwanderer in Tunis betreffenden Beschränkungen fallen sollten, auch in bezug auf den Landerwcrb, sondern daß den tunesischen Italienern die odbft- Verwaltung in besonderen italienischen Gemeinden sichergestellt werden müßte — einschließlich des Rechts, eigene Abgeordnete in das italienische Parlament wählen zu dürfen. Selbstverständlich gibt cs keine französische Regierung, und wäre sie noch so friedfertig und nachgebend. die auf solche Vorschläge und auf eine solche Minderung französischer Rechte eingehen könnte. Vorläufig treten die gekündigten Verträge wieder in Kraft mit weiterer dreimonatlicher Erneue rung, falls keine neue Kündigung erfolgt. Doch kann ein solcher Zustand nicht ewig dauern. Ebenso erfolglos gestalten sich die Verhandlungen hinsichtlich der Abtretung von Obok und der französischen Eisenbahnlinie Dshibuti—Adis—Abeba am Roten Meer. Denn diese Kolonie ist trotz ihrer Kleinheit von besonderer Bedeutung für Frankreich, und zwar als Kohlcnstation auf dem Wege nach Madagaskar und als Etappenpunkt auf dem Wcgc nach Abessinien. Ick; erwähne nicht die Forderungen Italiens hinsichtlich eines Kontrollrechts der italienischen Arbeiter und Emigranten in Frankreich, die mit der Würde und Souveränität eines Staates absolut unvereinbar find. Der Mißerfolg der Verhandlungen ärgert aber nur die Italiener. Mussolini selbst ist natürlich trotz seiner flammenden Reden ein sehr berechnender Politiker. Er selbst ist weit davon entfernt, die Forderungen Italiens auf anderem als friedlichem Wege zu verwirklichen. Es kann aber eine Zeit kommen, in der Mussolini bicjffleroalt über die (Seifter feiner Anhänger verliert. Schon letzt ist er kaum in der Lage, sie in jenen Grenzen zu halten, die ihm wünschenswert erscheinen. Dann kann für Mussolini selbst unerwartet und gegen seinen Willen e i n b l u» tigerKonflikt ansbrechcn. Denn die italienische Regierung versteht es vollkommen daß auf dem Wege der Drohungen, Demonstrationen und Be- leibtgungen man von Frankreich nichts erreichen kann. Zu guter Letzt sind die französisch-italienischen Verhandlungen in eine Sackgasse geraten, und niemand ist in der Lage, einen Ausweg zu zeigen. In diesem Mangel eines ehrenhaften und für beide Parteien annehmbaren Auswegs liegt die ganze Tragik der französisch-italienischen Beziehungen. Darin liegt auch die drohende Gefahr für den Frieden. WoMmuM Heini WWiWmen. Das diplomatische Zeremoniell im neuen Reich. In der „Germania" finden wir folgende Beschreibung über die im diplomatischen Verkehr mit den fremden Mächten in Berlin üblich gewordenen Formen. Aur zögernd ist man daran gegangen, das Zeremvniäl der deutschen Republik festzulegen, obwohl man sich der Tatsache vollkommen bewußt war, daß die Stellung Deutschlands in der Welt eine genaue Regelung unbedingt erfordert. Alte Republiken, wie z. B. Frankreich, haben auf die Lösung dieser Frage vom ersten Augenblicke ihres Bestehens entscheidenden Wert gelegt, wobei sie von der richtigen Auffassung ausgingen, daß die Einführung des demokrattschen Regierungs- shstems nicht die Vernachlässigung aller älmgaugsformen zur Folge haben dürfe, und daß auch die Demokratie eine Jahrhunderte alte Tradition in dem Verkehr mit anderen Staaten und ihren Vertretern kennt. Es mag manchem dieses den Eindruck der Starrheit hervorrufende Festhalten an alten Traditionen als ein Standpunkt erscheinen, der durch die Entwicklung ter Dinge überholt ist: er vergißt aber dabei, daß diese für den gesellschaftlichen Verkehr zwischen offiziellen Stellen feftgelegten Grundsätze den Zweck verfolgen, die Aufrechterhaltung und Anbahnung von Beziehungen zwischen zwei Staaten zu erleichtern. Das Protokoll läßt keine unterschiedliche Behandlung des Dertteters eines befreundeten oder eines bisher feindlichen, eines Keinen oder eines größeren Staates zu. Gefühlsmomente sind völlig ausgeschaltet, der Vorteil liegt auf der Hand. Die Ankunft und der Amisanlritt eines fremden Misfions efs spielt sich heute in folgenden Formen ab: Die Regierung des neuen Botscha ters oder Gesandten holt zunächst beim Auswärtigen Amt das Agrement des Reichspräsidenten ein, nachdem sie sich zuvor die Gewißheit verschafft hat, daß ihr neuer Vertreter genehm ist. Für die Einreise wird den Botschaftern solcher Länder, die Gegenseittgkeit gewähren, ein Abteil erster Klasse zur Verfügung gestellt. Bei der A n - unft in Berlin findet sich auf dem Bahnhof — außer dem Personal der Mission — vom Auswärtigen Amt der Chef des Proto- i7olls (bei Botschaftern) oder sein Vertreter (bei Gesandten) ein, um den Ankommenden namens der Reichsregierung au begrüßen. An einem der nächsten Tage begibt sich der fremde Diplomat zum Reichsminister des Auswär- ttgen und bittet, ihm einen Empfang bei dem Herrn Richs Präsidenten zur äleberreichunq seines Deglaul-, nngsschreibens zu erwirken: gleichzeitig übergibt er ihm die Abschrift des Schreibens nebst dem Wortlaut der Ansprache, die er bei älebergabe des Originals an den Herrn Reichspräsidenten zu richten gebenft. Gelegentlich dieses Staatsattes nun kommt daS offizielle, vom Protokoll festgelegte Zeremoniell zur Anwendung. Einem Botschafter wird, feiner völkerrechtlich anerlannten Sonderstellung entsprechend, ein ganz besonderer Empfang zuteil. Der Chef des Protokolls fährt vor dem Botschaftsgebäude im Kraftwagen des Reichspräsidenten vor. Er begibt sich in die Botschaft und geleitet den Botschafter zum Wagen, auf dem jetzt die Standarte des Reichspräsidenten mit dem Reichsadler flattert. Der Botschafter in großer Diplomatenuniform mit dem Chef des Protokolls, besteigen den Wagen, während dessen Vertreter und die Herren von der Botschaft — diese ebenfalls in Diplomatenuniform — in den anderen bereitgestellten Wagen folgen. Führt der Weg durch das Brandenburger Tor, fo benutzen die Wagen nach altem, fast vergessenem Brauch hoffen Mitteldurchlah, biegen in die Wilhelmstrahe ein und fahren in den Vorhof des Präfibenten- ha u f es. Hier ist eine verstärkte Offiziers wache auf- gestellt, die .das Gewehr über“ nimmt, während der Tambour das Spiel rührt. Der Hausmeister in Uniform, den Dreimaster auf dem Kopf, klopft bei dem Eintritt deS Botschafters mit Gefolge laut mit seinem Stab auf den Boden. Auf der Treppe, die zum Gmpfangsraum emporführt, begrüßt der auhenpvlittfche Referent beim Reichspräsidenten den Botschafter. Dann werden die Ankommenden in einen Dorraum ge ührt. Auf ein Zeichen öffnen sich langsam die Türen, Botschafter und Chef deS Protokolls , begeben sich in das Empfangszimmer. Hier steht der Reichspräsident, hinter ihm oer Reichsminister des Auswärtigen, der Staatssekretär des Auswärtigen Amtes, der Staatssekretär beim Reichspräsidenten, ferner die drei Referenten für außenpolitische, innerpolitische und militärische Angelegenheiten beim Reichspräsidenten, sowie der Abjudant des Reichspcäst- benten. Die deutschen Zivilbeamten tragen den Chisfresrack aus dunkelblauem Tuch mit goldenen Knöpfen. Der Ches des Protokolls stellt dem Herrn Reichspräsidenten den Botschafter vor, der seine Ansprache verliest und daS Beglaubigungsschreiben überreicht. Es folgt die Erwiderungsansprache deS Reichspräsidenten, in der er zum Schluß den Botschafter in Deutschland willkommen heißt und ihm die Hand reicht. Hieran schließt sich eine kurze Unterhaltung, die sitzend ge ührt wird. Dann erhebt sich der Reichspräsident und begibt sich in den Dorraum, wo ihm der Botschafter feine Mitarbeiter vorstellt. Rach kurzer Unterhaltung verabschiedet er sich und begabt sich in feine Räume. Der und wird photographiert. Wo leben wir!? Wo hinaus treiben wir!? Die Zauberformel. Don Werner Dergengruen. Ich wage es nicht, in Warschau polnisch zu sprechen. Aber es gibt einen anderen Ort, an dem ich es wage, und dieser Ort ist Rom. Mein Freund, merke auf, hier wohnt Weisheit. Höre und tue wie ich. Du kannst noch so selbstverständlich dein „vatenel“ oder „basta, basta, niente, niente!“ berDor bring en — es nützt nichts. Du kannst deine Loden- und Manchesterhüllen noch so tief und schamhaft in deinen Schrank versperrt haben, bevor du die Reife antratft — es nützt nichts. Du kannst noch so gewandt auf den Fußboden spucken, noch so englische Anzüge tragen, noch so milde Koteletts über deine etwaigen Schmisse wachsen lasse« — es nützt nichts: einen Fremdenführer, einen Ansichtskartenverkäufer, einen Füll- federhalterhandler — oder in was für Gestatten sich sonst der Genius einiger Fremdenbelästigung verkörpern mag — wirst du nicht täuschen. Auf den ersten Blick erkennt er dich als Deutschen, redet dich deutsch an. Hat er die Beherrschung der deutschen Sprache nicht samt feinem Berus, feiner Taschenuhr und seinem Hut von seinem Vater oder Geschäftsvorgänger übernommen, fo hat er sie sich in der Kriegsgefangenschaft erworben, beim alle Fremdenführer und Ansichtskartenverkäufer sind in Gefangenschaft gewesen — glückselige Reutrale, die während des Krieges in Italien reisen dursten! ®r spricht dich deutsch an, du suchst ihn deutsch abzuwehren und hast damit schon den ersten Schritt zur Waffenstreckung getan. Er fährt fort, dir zuzusehen, du fährst fort, ihn los- toerben zu wollen, bie Verständigungsbasis ist gegeben, dein Widerstand wird schwacher, fein Offensivgeist wächst, bu wirst schwankend, lachst und bist bereits verloren. Wie anders ich! Ich habe eine Zauberformel. Sie besteht aus vier polnischen Worten: „Nie razumij po rzymsku“ und heißt auf Deutsch: .Ich verstehe kein Römisch!" D.e Meute stürzt sich heulend auf mich. .Mein Aerr, mein Aerr!" „Nie razumij do rzymsku!“ .Kaufe Sie Ansixkarie... fene Ansixkarteft „Nie razumij po rzymsku!“ »Wolle Sie ©immer... Pensione... Otel?“ „Nie razumij po rzymsku!“ »Andenke ... kaufe Sie Andenke.“ „Nie razumij po rzymsku!“ »Dettsch, mein Aerr, ik spreken deitsch!" „Nie razumij po rzymsku!“ Ik Sie führen fu die Katakombe... zu die Coliseo... fu die Forum!“ „Nie razumij po rzymsku!“ Sie sind irre geworden, alle miteinander. Was für eine Sprache spricht dieser Fremdling? Einen deutschen Dialett? Olein. Hat der sonst unfehlbare Scharfblick getrogen? Welche Stammes? Doll flehentticher Beschwörung: „OHein Oterrl Mein Aerr!!!“ Im Unterton: »Wollen Sie wirklich Ihr Glück verscherzen?“ »Nie razumij po rzymsku!“ Der letzte, der ausdauerndste läßt resigniert den Kops sinken und murmelt (nicht ohne ein bescheidenes Hoffnungsfünkchen): »Rix fu make.“ 2lber auch darauf kann ich nur mit verbindlichem Bedauern erwidern: „Nie razumij po rzymsku.“ Unb nun .gibt er es auf, und bist ganze Horde wirft sich auf die anderen. Oluf die armen Toren, die das Geheimnis der vier Worte nicht kennen. Meine Herren Toren, schreiben Sie sich diese Worte ab, lernen Sie sie auswendig, wenden Sie sie an, und Sie werden weise fein. Wan weih, wie es zu diesen „kleiner Be° soldungsre'ormen" iam. Die Mängel der zur Zett gül.igen Deamt.noei0-bung.vronu,aß das 6*re» Dorherrfchaft »litten bat frage, ob die zogen werden quemen wird, )en Aachbam weile alljuseKk r^Ma» °ldernv. «,n -u itak *irkii 'l-iik fifi il? Men, otm “Dttbtn Sedation “I die tzx. '.Sen. U. lnkahat ■ bat ob« ^nö »or- selbst. Mfernunfl «lei und E. Hü> Aktivs rridrechei» ^iich im N H Mnblün^ '« Kampf. ObDofitioti dung> dann «Sen. in* ^Wch«l ’rübern di, auen ihn«, liren'rrund» 'Deutschn, ocr rnneD» >lvakei ein» 1$ aal bat* ti. Jemand irtt, und lv Saoleachrn ch-Hrmngm Jahre M \ ergdylKs .ir em W inS sprach nach SW; Lfrr auf Lrh» £ 5:1 *- M !»?" in Je«, da >te lächelt«^ er ,mEx Jenaer W i zu empfehlen eta. w»" M 0** |G>*KS t-rjp » L»s ÄS KindererholungSheim. Die eine hier pro Morgen aus »gedroschen: Hafer, der 16 bis 17 Zenmcr, Roggen alte werden mit 30 bis 35 Mark bezahlt. -er. abgesetzt unserem «fahr- end zwi- Oberhessen. Lauvcrc.s Wicken zu einem Umbauten, beschränk! sehr gut geraten war, 1 _ und Weizen 12 bis 14 Zentner. X Xlein»Linden, 24. Roo. In g liche Bedrängnis kamen aestern ab fchen 5 und 6 Uhr zwei Personenautos an der Ecke der Frankfurter und Wetzlarer Straße hier- feldst. Ein van Gießen kommendes Auto wollte ein werden. Auch der O b st b a u lohnt in geschützten Tale noch sehr gut. Kreis Alsselv. Homberg a. d. Ohm, 24. Rov. Der Geflügel», Kaninchen- und Vogel- die auf das not renbigfte Maß werden fol en, ersortern '— brand eingerichtet sind, zum alten Eisen wirft und sie durch Oefr.i mu Koh.e.iseuerunz ersetzt. Bekanmlich stellt sich der Kcölenbrand weit billiger als d.e Holz)rizung. Kreis Schotten. □ tzqubach, 24. Noo. Für das Ehrenmal der Gefallenen des Weltkrieges stehen nunmehr noch zwei Entwürfe im engeren Wettbewerb, derjenige des Bildhauers Arnold in Beuern, der einen Krieger im Slah.helm und in strammer Haltung barfieUt; diese Gestalt soll inmitten einer halbkreissörmigen Mauer zu stehen kommen. Der andere Entwurf ist von Proicsiar Scheibe in Frankfurt. Er stellt einen schlanken, eleganten Fahnenjunker in gebeugter Haltung dar. im Krieg-, mantel den Stahlhelm in der Hand haltend. Als Stätte des Denkmals ist die Westseite des Schloß- gartens, der „Unkerpsorte" gegenüber, ausersehcn. Um die öffentliche Meinung über diese beiden Entwürfe seftzuftellen, hat man in uergang. r Woche die beiden Modelle im Schaufenster des st us.nanns Äreifer am Kriegerdenkmal au-bestellt und eine Liste aufgelegt, worin dis Bewohner ihre Entscheidung für den einen oder den anderen Entwurf abgeben sollten. Die Beteiligung an der Abstimmung war sehr gering, woraus man wohl auf eine Ablehnung beider Entwürfe schließen muß. Für den Scheibeschen Entwurf stimmten 11 Bewohner, für den Arnoldschen 87. Es besteht in der Stadt eine starke Strömung für den Plan, sich mit einem einfacheren Denkmal zu begnügen, etwa einem Find- l i n g s st e i n aus den hiesigen Waldungen, der mit entsprechender Inschrift bei der Friedhofs- kapelle ausgestellt werden soll. Im übrigen wird darauf hingewiesen, daß bereits durch die Ehren- tafeln der Gebliebenen in der Stadtkirche ein Ehrenmal für die Helden des Weltkrieges geschaffen ist. Außerdem wird empfohlen, die betreffend« Summe fstr einen wohltätigen öffentlichen Zweck, etwa eine Badeanlage, die ein unabweisbares Bedürfnis für di« Allgemeinheit ist, zu verwenden. — Der Lau- bacher Verein für Geflügelzucht entfaltet eine lebhafte Tätigkeit für die Anordnung der G ef l ü g e l a u sft e l l u n g im kommenden Januar. Wie gedeihlich sich die Geflügelzucht in unserer Stadt entwickelt hat, zeigt die Auszeichnung von vier Mitgliedern des hiesigen Dereins üt hohen Preisen auf der Kreisausstellung des Landwirtschaftskammerausschusses für Oberhefsen, die vom 19. bis 21. November in Friedberg stattgefunden hat. L Unter - ©eibertenrob. 24. Rov. Unser- Gemeinde wird feit alten Zeiten von einem tüchtigen, fleißigen Stamm von Dauern bewohnt, der es trotz des zum Teil sehr bergigen Geländes in zäher Arbeit erreicht hat, zu einem ansehnlichen Wohlstände zu gelangen. Die Inflation hat aber auch hier „ganze Arott ' verrichtet. Wenn heute auch Steuern und Al - gaben sehr drücken, so hofft der Dauernstand doch, daß auch in dieser Hinsicht wieder bessere Zeiten kommen werden. Da die Bwölke- rung unseres Dorfes ganz einheitlich ist, herrscht hier ein gesunder Geist, der sich gar oft in schönem Gemeinsamkeitsgefühl ausdrückt. Feldwege werden durch freiwillige Arbeiten und Fahrleistungen der Ortseinwohner gebaut und unterhalten. Dasselbe Gemeinsam- keitsgefühl macht sich auch bei anderen Arbeiten für das Gemeinwohl bemerkbar. Dem Fremden fällt hier die Sauberkeit der Hofreiten und die Schönheit der alten Fachwerkhäuser auf. Die Ohm hat man in ein gemauertes Dett verwiesen, dantit sie ihren Mutwillen nicht mit dem Dorfe treibt. Ein kleines schmuckes Kirchlein mit einem ebenso schmucken Gefallenendenkmal, das nie der frischen Blumen ermangelt, vervollkommnet das schöne. Dorfbild. In großer Blüte steht hier die Viehzucht, der Stolz unserer Dauern. Unter-Seibert.'nrod ist eine der wenigen Gemeinden, die dem Vogelsberger Rind treu geblieben sind. So sieht man hier wahre Prachtexemplare dieser kernigen, bodenständigen Tier-Rasse. Oeftere Prämierungen von ausgestellten Tieren feuern die Ortsbürger immer wieder an, auf diesem Wege weiterzugehen. Trotz der Höhenlage (im Tale 350 Meter, auf den Höhen zirka 450 Meter) wird hier noch ergiebiger Getreideanbau getrieben. Während die übrigen Getreideartru meist in der eignen Wirtschaft Verwendung finden, kann infolge der guten Ernte in diesem Jahre Weizen -- Aus dem O h m t a I, 24. Rod. Gegenwärtig gehen große Wagenladungen Ge- t reite, die auf Bahnhof Mücke verfrachtet werden, talwärts. Früher richtete sich der rationelle Landwirt unserer Gegend, wenn er Getreide verkaufte, mir nach den Grundsätzen Der Produktenbörse und nützte die eventuelle Hochkonjunktur aus. Heute ist ihm dies durch die steuerliche Delastung, die getätigten DeckungUäufe auf künstliche Dünge- und Kraft- futtermittel infolge fortschreitender Intensivierung. nicht mehr möglich. Dabei fällt ins Gewicht, daß die frühere Haupteinnahmequelle unserer Gebirgslandwirte, der Verkauf der H e u b e st ä n d e, so gut wie ganz darnieder- liegt, da in Den Städten nur noch wenig Pferve gehallen werden. O Lehrbach, 24. Nov. Am Montagabend iand hier die sog. „D r e j ch k i r m e »" statt. Sie wird in jedem Jahr nach aller Sille bei dem Landwirt gefeiert, der z u l e g l d i e Dreschmaschine für sich laufen laßt. Dieses Jahr fand die Feier bei Landwirt Friedrich L ie h r statt. Sie verlief fröhlich bei Gesang und Tanz, zu dem ein Meister auf seinem Gebiet, Georg Scheuer, mit der Handorgel auffpielte. i- Im Durchschnitt wurden geschätzt waren, werden nach neueren Berechnung Sn sich aus 96 000 Mk. erhöhen. Die Dersamm- ng genehmigt« einstimmig das Bauvorhaben. Gin neuerer Punft der Tagesordnung betraf den Umbau des Dr. Rötlichen Besitztums in AlbShausen, das die Stadt bekanntlich im vergangenen Sommer käuflich erworben hafte. zuchtverein 1921 Homberg und Umgegend veranstaltet am 4. und 5. Dezember hier eine Geflügel-, Kaninchen- und Vogelausstellung. Obwohl der 'Verein erst fünf Jahre besteht, besitzt er doch einen Stamm von Züchtern, die dec Sache großes Interesse entgegenbringen. In diesem Jahre werden zum ersten Male Vögel au^geftelU, um auch auf diesem Gebiete anregend und führend zu wirken. Tie geräumige Stadthalle wird mit 183 Dumme rn, denen etwa 300 Tiere entsprechen, voll gefüllt werden. Als Preisrichter fungieren zwei in Züchterireifen bekannte unparteiische Herren von Fulda bzw. von Kirch-Gons. Mit der Ausstellung ist eine Verlosung verbunden. Verschiedene Ehrenpreise sind teils von der Stadt, teils von Gönnern und Freunden des Vereins gestiftet. Maingau. WDR. Frankfurt a. M., 24. Aov. Der Hamburger G.oßkausmann He nrh Budge hat aus Anlaß seines 8ö. Geouristages der hiesigen Henry- und Emma-Budge-Dtistung für Erholungsbedürftige weitere 27500 Mark jugeranöt, so daß das Kapital jetzt auf 57 500 Mk. ange vachsen ist. — Wie aus Berlin berichtet wird, teilte in der heut gen Sitzung ieS Hartthaltsausi sius'es des Reich: tegs Reichs- verkehrsm n.ster Tr Kröhne bei Der Beratung leZ Kapitels „R.'ichswaf ferst catzenrerwal- hmg“ u. a. mit, daß auf Kosten der Stadt Frankfurt a. M. die hiesige Schleuse derart erweitert werden soll, daß Tausendtonnen- Kähne nach Frankfurt kommen tonnen, WS2k. Hanau, 24. Äov. Der hiesigen Kriminalpoägei ist es gelungen, eine Diebesbande zu en'Iar-en, die bei zwei hiesigen Firmen größere Edelmetalldieb stähle begangen hafte. Die Ermittelungen sind noch nicht abgeschlossen. -L- Aus dem H ü t t e n b e r g , 24. Rov. Eine fast tägliche Erscheinung in den Dörfern des Hüttenbergs sind jetzt di; zahlreichen Ferkelhändler, die nach dem Erlöschen der Maul- und Klauenseuche in unserer Gegend mit ganzen Wagenladungen von Feri In anfommen. Trotzdem die Kartostelerrft.' nur mittelmäßig war und auch die Preise für andere Futtermittel nach wie vor sehr hoch sind, steht dem starken Angebot eine sehr lebhafte Rachfrage gegenüber, ft daß die Händler über schlechten Absatz nicht zu klagen haben. Ferkel von 6 bis 8 Wochen, die noch im September nicht unter 40 Mark zu haben waren, kosten jetzt 26 bis 28 Mark, 8 bis 10 Wochen in unmittelbarer Rahe der scharsen Kurve haltendes gleiches Fahrzeug überholen, als im gleichen Augen- olick em von Wetzlar nach Gießen führender Kraftwagen um die Ecke kam, so daß sich plötzlich drei Fahrzeuge dicht gegenüber befanden. Durch die Entschlossenheit des einen Chauffeurs, der in der Richtung Gießen fuhr und fein Fahrzeug auf ganz kurze Entfernung zum Hallen brachte, wurde ein Zu- fainmenstoß vermieden. — Die B a u t ä t i g k e i t war in diesem Jahrs hier recht rege, so daß in diesen Tagen zahlreiche Umzüge stattsinben. 22 Familien können ein neues Heim beziehen. Biele lang gehegte Wünsche auf Verbesserung der Woh- nungsverhiiltnisse sind dadurch erfüllt worden. Klein-Linden, 24. Rov. Ein Landwirt ließ diefer Tage seine Kühe in drr Rahe des WeiherS grafen. Eines der Tiere begab sich dabei an Den Weiher, um fernen Durst zu löschen. An dem steilen Ufer bekam es aber das Ucbergewicht und stürzt« in den Weiher. Der Landwirt holte die Rachbarn zu H lfe herbe'.. und nur mit großer Mühe gelang es ihnen, das ertrinkende Tier an 6 Ufer zu ziehen, wo es sich langsam erholte. ch Oppenrod, 24. Nov. Nach nahezu 14jäh- rtaer Tätigkeit in unserer Gemeinde verläßt demnächst Lehryr S ch l a u b r a f f unser Dorf, um eine Lehrerstslle in Leihgestern anzutreten. Die Gemeinde sieht den tüchtigen, beliebten Lehrer nur ungern scheiden. Der hiesig« P v s a u n e n ch o r verliert in Lehrer Schlaudrasf seinen unermüdlichen Dirigenten, der es fertig gebracht hat, den Chor auf eine hohe Stufe zu führen. (p Reiskirchen, 24. Rod. Heute nachmittag hatten sich die Junglehrer der Arbeitsgemeinschaft des Bezirkes ®rünberg im hiesigen Schulhaufe versammelt. Im Mittelpunkt der Tagung stand das Thema ^DeschichtSunrerricht und feine Behandlung m Den mittleren Schuljahren". Lehrer Müller- ReiSkirchen hielt eine Probelektion, bei der neuzeitlicher Gefä^chtSuntcrricht im vierten und fünften Schuljahre vorgeführt wurde. Hierauf hielt Lehrer Paul- Geilshausen einen Dortrag über „Die Verwendung von Gekchichtsquellen im Unterricht". Rach kurzer Aussprache über den anregenden und belehrenden Vortrag schloß der Dorfihende der Arbeitsgemeinschaft, Lehrer D ö ch e r - Drünberg, die DTr'ammlang. f Grünberg, 24. Nov. Die Schafzucht, die vor einigen Jahrzehnten hier sehr bedeutend war, dann aber immer mehr zurückging, jedoch vorübergehend in der Kriegs, und Jnflasionezsit wieder auflebte, ist seit einigen Jahren erneut im '21 b - sieigen begriffen. Während man früher mehrere Herden mit insgesamt etwa 500 Schafen hiev zählte, ift heute nur noch eine Herde von etwa 200 votiretenaen Eigenschaften von Wölfer. Fourier. 'Arbeitsvergebinlg. Für den Reubau von 32 Vierztmmer- wohnungen am Äugelberg sollen vergeben werden die: Cpenglerarbeiten, Installationsarbeiten . Glaserarbeiten. Schreinerardeiten, Schlaffer- und An- schlagarbelten und Beleuchtungs-Anlagen. 2Ing botdformulare und Höheres durch Architett Hamann, Bergstraße 11. Angebote sind verschaffen und mit entsprechender Auilchri't versehen, bis Mittwoch, Den 1. Dezember, nackm. 5 Ahr, daselbst einzureichen. 9543D Baugenossenschaft 1894, e. G. m. b. H. D. eßen. Verlangen Sie den hochwertigen Ruhr-Sreciikaks heizkräftigster,sparsamster Brennstoff für Zentralheizungen Erhältlich in allen größeren Kohlen handlangen. WA Äenbo loeberi fetomj/z w cf u/Ki erteio/iteri das Wasohen Ae/iko se/Kyd die tltisahe und spart fe/fe CSe/fho £ente/s WasdiiMd^/eieh-Soda üöera/izy/rabeff.') Hauptsortei M schung I 4 Mark M 926ia r ...........................ii iiuimijiimmmmimiii.iiHniH.iniunnnji 1,11,1 ||H| „rJ [Driesch-Kaffee I Ausgiebigkeit Oberhessischer Kunstverein Vom 28. November 1926 bis 2. Januar 1927 im Turmhaus am Brandplatz Wsihnashts-Ausstellung „Künstlerhilfe 1926“ veranstaltet vom Landesamt für das Bildungswesen durch die Neue Hessische Arbeitsgemeinschaft für bildende Kunst in Darmstadt. Die Ausstellung, welche nur Werke hessischer Künstler auf dem Gebiete der Kunst und des Kunstgewerbes umfaßt, wird Sonntag, den 28. November, vormittags 11 Uhr durch Herrn Ministerial-Direktor Urstadt eröffnet und ist an folgenden Tagen zugänglich: Sonntags von 11-1 und 3-6 Uhr Montags von 11—1 Uhr Mittwochs von 11-1 und 3-7 Uhr Freitags von 11 -1 Uhr bei freiem Eintritt für jedermann. Mit der Ausstellung ist eine Ausspielung noch anzukaufender Kunstgegenstände verbunden, Lose ä 50 Pf., sind insbesondere an der Ausstellungskasse erhältlich. Die Loseziehung erfolgt am 21. Dezember 1926 in Darmstadt. 9633V MiWiett Hessenqueü (Pilsener) Exportbier Hackerbräu „Weltruf" empfiehlt in ShPhonS und Orig.-Flaschen- füllungen aus der Brauerei Jhring-Melchior, Lich, und Hackerbräu, München 926GD Georg Hebstreit Dierverlag, Gießen, Klinikstraße 21. Boeder 4 Co Lelpfj —„i.— II ..nm— rh Lichtspielhaus Bahnhofstraße 34 Heute letzter Tag;! 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Weinert, Kommanditgesellschaft, Gießen. Diese hat am 31. Dezember 1925 begonnen. Gs sind zwei Kommanditisten vorhanden. Persönlich haftende Gesellschafter sind die Kaufleute Josef Weinert und Bernhard Blumig, beide in Gießen. Die Prokura der Josef Weinert Ehefrau und des Bernhard Blumig, beide zu Gießen, sind erloschen, b) Bei der Firma Adler-Drogerie Walter Wald- schmidt, Gießen: Die Firma ist erloschen. Am 16. November 1926 bei der Firma Import- und Handelsgesellschaft Benner, Krumm & Sauer, Gießen: Dem Kauf- mann Rudolf Benner in Gießen ist Prokura erteilt. 96476 Am 19. November 1926 die Firma Adolf Keil, Lollar. Inhaber ist der Kaufmann Adolf Keil in Lollar. Gießen, den 22. November 1926. Hessisches Amtsgericht. Arbeitsfreudige, seriöse Vertreter mit besten Beziehungen zur Industrie, nicht unter 30 Jahren, gegen Tagegelder und hohe Provision von Chemisch. Tech» Für Hessen und Nassau tit die Vertretung unserer Aluminium Heureckcn neu zu vergeben. 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Es ist der begreifliche Wunsch der Landbewohner, dah die der Post zur Beförderung übergebenen Gegenstände schneller zugestellt und dah die Auflieferungsmöglich- feiten ve rmehrt und verbessert werden. Die (Srfülhmg dieser berechtigten Wünsche ist nur möglich. I. durch die Verwendung von schnellfahrenden Kraftwagen, die die Driessendungen, Zeitungen und Pakete von größeren an der Eisenbahn gelegenen Postairstälten (Landzustellämter) nach den Landorlen verbringen, und 2. durch die Dermehrung der Postanstalten, von denen aus die Sendungen abgetragen und bei denen Postsendungen jeder Art aufgdiefert werden können. Das Landpostwesen wurde seit Gründung des Deutschen Reiches bis zum Ausbruch des Weltkriege« DaucmD verbessert durch Einrichtung von Poftagenturen, Posthilfsstellen, Vermehrung der Larrdb rief träger, die zum Teil mit Fuhrwerken ausgerüstet wurden, Einführung der zwei- maligen Zustellung nach fast allen Landorten usw. Heute muh aber gesagt werden, dah die Einrichtungen vor dem Kriege in vielen Orten über das Bedürfnis hinausgingen. Der Abbau eines Teils dieser Einrichtungen, die hohe Zuschüsse erforderten und daher mit einer wirtschaftlichen Betriebsführung nicht zu vereinbaren waren, lieh sich nicht umgehen, da jetzt die Deutsche Reichspost als selbständiges Wirtschaftsunternehmen ihre Finanzpolitik so einrichten muh, dah die Einnahmen zur Deckung der laufenden Betriebsausgaben auSreichen. Die bedeutsamste dieser unum« aänglichen Einschränkungen bestand in der Abschaffung der zweiten Landzuftel- l u n g. Hierdurch wurde den Bewohnern derjenigen Orte, in denen sich keine Postanstalt befindet, auch die Möglichkeit der werktäglich zweimaligen Absendung ihrer Postsachen genommen. Gegen d'erse Einschränkung wurde von feiten der Landbewohner in den letzten Jahren am meisten Klage geführt. Sine weitere bedauerliche Folge der Einschränkungen war die vermehrte Zusammenlegung mehrerer Ortschaften zu einem Landzustellbezirk, so daß jetzt viele Landbewohner die Postsendungen spät, manchmal erst in den Rachmittags stunden empfangen. Aach vielen Orten mit ftarfeun ZeitungS- unh Paket verkehr ist der Landzusteller oft so schwer belastet, dah er nur die leichten Pakete mitnehmen kann, während die Pakete im Gewichte von über 5 Kilogramm (auf die sich die Zustellpflicht der Post nicht erstreckt) von den Empfängern bei der Zustellpvstanstalt abgeholt werden müssen. Es muh daher als bedeutender Kulturfortschritt bezeichnet und von der Landbevölkerung insbesondere begrübt werden, toeim es der Post- verwaltung gelingt, den Ärafttoagcn für die Verbesserung der Po st Verhältnisse auf dem Lande nutzbar zu machen. Wie in der Mitteilung des „(Siebener Anzeigers" Ar. 26? vom 13. Aov. bereits gesagt war, sind werktäglich zwei Krastrundfahrten vorgesehen. Mit diesen Fahrten wird die Post den an dem Kraftwayenkurs gelegenen Orten überbracht, und gleichzeitig werden öie aufgelieferten Gegenstände mitgenommen. Hierbei ist natürlich er- forderlich, dah in allen Ortschaften, die von dem Kraftwagen berührt werden, eine Poststelle eingerichtet wird, die die Postladunaen mit dem Kraftwagenführer austauscht, die Abtragung der angekommenen Sendungen besorgt und bei der auch Postsendungen jeder Art aufgeliefert und abgcholt werden können. Der Dienstbetrieb dieser Poststellen wird demjenigen der bestehenden Postagenturen ähnlich werden. Abgelegene Einzel- wohnstätten (Gutshöse, Mühlen, Forsthäuser Das große Würfelspiel. (Markina öilemar.) Roman von Franz Lauer Kappus. (Schluß.) „Wenn es das Schicksal gut mit uns meint, sehen wir einander niemals wieder." Hoch wuchs er. „Niemals." Der Zug war vollgepfropft. Stunde um Stunde jafj Martina zwischen fremden Menschen eingeklemmt. Die Begegnung auf dem Potsdamer Bahnhof ließ sie nicht zur Ruhe kommen. Was es doch für seltsame Käuze gab! Die ganze Welt lag frei vor Heddenhausen: doch sie, ausgerechnet sie sollte es sein. War das nicht merkwürdig? Aber dann tat sich das liebe, heimliche Zimmer in Harzburg auf. Weit standen die Fenster offen. Dunkel und feierlich stiegen die Fichten den Hang hinan. Ewige Stille wehte zu den allen Möbeln herein. Bertraut waren alle diese Dinge auf einmal: der schwere Schrank mit der schadhaften Politur, das behäbig ausladende Bett in der Mitte, die viereckige Uhr inmitten längst verblaßter, goldener Schnörkel. Unerwartet breitete Feiettagsstim- mung ihre weichen, leuchtenden Flügel. Martina war freier, selbständiger Mensch geworden. Seit die Mutter und die Schwester aogereift waren, wurde es immer weiter um sie. Mit selbstverständlicher Sicherheit traf sie ihre Entscheidungen. Die Wohnung auf dem Kurfurstendamm Kitte einen Käufer gefunden. Schon verhandelte Martina mit mehreren Hausverwaltern. Irgendwo, nicht allzu weit vom Krankenhaus, wollte sie sich ihr eigenes Heim schäften: Zwei oder drei Zimmer mit allem, was dazu gehörte. Zug um Zug gestaltete ihre Einbildungskraft die Räume aus, während sie Wälder und Wiesen durchstreifte. So lebhaft und warm wirkten diese Bilder, daß kein Gedanke an die weitere Zukunft aufkam. Die Gegenwart war schön: das genügte. Und alles hatte Teil an der schönen Gegenwart: zu einer harmonischen Einheit formten Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Donnerstag, 25. November 1926 usw.) werden von dem Kraftwagen nicht berührt werden. Diese sowie die Ortschaften, die nicht an der Kraftfahrstraste liegen, werden vielmehr, wie bisher, von den Zustellern gegangen werden. Um die Schnelligkeit der Kraftwagen bei den Rundfahrten möglichst wenig zu beeinträchtigen, sollen nur diejenigen, an derKursstrahe gelegenen Einzelwohnstätten die Postsendungen von dem Kraftfahrer unmittelbar empfangen, nach denen die Zusteller von den Poststellen aus un- verhältnismäbig wette Wege zurücklegen müßten Die Zustellung bei den künftigen Poststellen wird von den Inhabern oder deren Privatbediensteten ausgeführt werden. Die hier und da geäuberten Bedenken gegen die Ucbertragung des Zustelldienstes an die Poststelleninhaber sind gegenstandslos: denn die Erfahrung bei vielen Postagenturen, bei denen der Zustettdienst von Privatbediensteten ausgeführt wird, hat gelehrt, daß das Vertrauen zur Post nicht nachgelassen hat und daß auch von den Privatbediensteteir das Postgeheimni s gewahrt wird. Wenn es gelingt, die Postverhältnisse des flachen Landes so, wie vorgesehen, umzugestalten, so wird der Auhen für die Landbevölkerung außer ordentlich groß fein. Die bedeutendsten Vorteile bestehen in der schnelleren Zustellung, der restlosen und rechtzeitigen Zu- und Abfuhr sämtlicher Pakete, der üeberbringung und Ablieferung von Geldbeträgen in jeder Höhe und ui der Schaffung einer zw eiten Absendungsgelegenheit. Den Landbewohnern wird es funftig möglich sein, die Antwort auf einen vormittags erhaltenen Dries noch am gleichen Tage abzusenden. Ferner wird es von vielen Heeres-, Arters- und Invaliden- rentenembfängern in den Landorten mit Freuden begrüßt werden, wenn sie künftig nicht mehr die oft wetten Wege zur jetzigen Zustell- Postanstalt zurücklegen brauchen, sondern ihre Bezüge bei der Po st st eile ihres Wohnortes in Empfang nehmen können. 3n den 80 geschlossenen Gemeindebeziicken im Kreise Gießen bestehen nur sechs Postämter und 19 Postagenturen, bei denen Postsendungen jeder Art auf geliefert und in Empfang genommen werden können. Die vorgesehene Benutzung des Kraftwagens zur Postversorgung des flachen Landes in Verbindung mit der Einrichtung von Poststellen in vielen Orten, die eine Postanstalt jetzt nicht besitzen, derenDedürfnisse für diePvstbenutzung dann aber in gleicher Weise wie in den Orten mit Postämtern und Postagenturen befriedigt werden können, wird sich zweifellos als bedeutender Fortschritt in den ländlichen Derkehrseinrichtungen auswirken. Die Marburger BNndenstudien- anstalt. sch. Marburg, 24. Aov. 3m 3ahre 1916 wurde in einer Sitzung am 25. Aovember von Reichs-, Staats- und Prvvinzialbehörden, der ilnü>erfität und der Stadt Marburg unter Mitwirkung von Männern der Wissenschaft, der Jndustne und des Handels die Hochschulbücherei, Studienanstalt und Beratungsstelle für blinde Studierende e. D. unter dem Vorsitz Sr. Exzellenz Dr. Egon von Bremen, Ministerialdirektor ttn preußischen Kultusministerium, gegründet. 3n den Rach- krlegsjahren und während der schweren wirtschaftlichen Krise 1920—26 führte den Vorsitz Ministerialdirektor Dr. Ritter vom Reichsarbeitsministerium Berlin, unter dem sich die Marburger Blinden st udienan st alt zu einer einzigartigen Stätte der Blindenfürsorge entwickelte und den Charakter einer reichswichtigen und gemeinnützigen Wohlfahrtseinrichtung erhielt. Das sinter nehmen verfolgt £>en Zweck, blinde Akademiker in das Hochschulstudium einzu führen, höhere Schüler durch Ablegung der Reifeprüfung auf das Studium oder einen kaufmännischen Beruf vorzübereilen. Während sich die Anstalt in den ersten Satyr en ihres Bestehens besonders den Kriegsblinden ttriömeie, hat sie nach und nach auch die Forderung der Zivilblinden in ihren Aufgabenkrers übernommen. Von den etwa 200 unmittelbar Betreuten (80 Kriegsblinde, 120 Zivilblinde) sind etwa 25 Proz. in öffentlichen ober privaten Stellungen, 50 Proz. im Vorbereitungsdienst als Gerichtsreferendare, Studienreferendare, Hllfsprediger und Volontäre, während 25 Proz. studieren ober die höhere sich Empfindungen, Gedanken und jenes seltsame Drängen den Körper hinauf und hinab, das jetzt immer öfter wiederkam und süße Schauer durch die Glieder trieb. Später schloß sich Manina den Menschen an Die laute oder derbe Fröhlichkeit der vielen Sommergäste störte sie nicht. Immer fanden sich welche, mit denen man ganze ober halbe Tage verbringen konnte. Gemeinsam stieg man zur Ruine Harzburg hinauf, inmitten beflißener Herren wanderte man zum Molkenhaus oder zu den Rabenklippen, mit den Kindern tollte man über weiche, saftig grüne Wiesenmatten. Bald war Martina Mittelpunkt eines kleinen Kreises, der sie niemals misten wollte. Die Augen der Männer leuchteten auf, wenn sie erschien. Werbende Worte fielen in abendlich stillen Gärten. Heiße Sippen konnten sich beim Abschied von ihrer Hand nicht trennen. Lockend wehmütige Studentenlieder erklangen des Nachts vor ihren Fenstern. Es war ein Juli, wie Martina noch keinen erlebt hatte. Doch der Tag tarn, an dem ihr plötzlich Doktor Morell gegenüberftanD. Unbegreiflich wirklich war er aus Dem Pottal bes Hotels nächst ber Burgruine getreten. Fassungslos starrte Martina ihn an. „Doktor Morell!" Er lächelte verhalten. „Warum nicht? Es ist kein befonberer Umweg, wenn man von Kastel zurück nach Berlin will* „Sie waren in Kastel, Doktor Morell?" Das Antlitz Morells spannte sich. „23erhanblungen", sagte er kurz. Dann trat er ein wenig zurück unb betrachtete Martina aufmert- fam. „Ganz braun sind Sie geworden." Seine grauen Augen streiften die Gruppe, in der Martina sich befunden hatte. „Nette Leute hier?" Er zögerte. „Sie sollen sich meineüjalben nicht stören lassen." Wie ein Glöcklein lachte Martina. „Das wäre nicht übel." Mit der Hand winkte sie ihrer Gesellschaft Abschied. „Kommen Sie doch." Schon nach wenigen Minuten bog sie mit Morell in den Wald ab. „Mein Prioatweg", erklätte sie. Der Offizier half ihn zur Flucht, aber die Schwester bekam er nie zu Gesicht, und es stellte sich bis 1. 3uni 1948 bei Einräumung eines Rücktrittsrechts auf die Dauer von fünf Jahren anbot. Durch die bereits erfolgte Begebung ist allerdings das Angebot gegenstandslos geworden. * Auf legung deutscher Goldpfandbriefe im Ausland. Einer Londoner Meb° heraus, daß in dem Koffer nut einige Lumpen lagen. Aun hatte der Abbe abenteuerliche Schick- | düng zufolge wird in London eine 19 Millionen Wirtschaft. WSR. Die Frankfurter 15-Millionen anleihe begeben. Die F iranzdeputation der Stadt Frankfurt a. M. Hal einen Teilbetrag von 15 Millionen Mark der neuen 7proz. Frankfurter Stadtanleihe von 50 Millionen an das von der Preußischen Staatsbank und bem Banb- fjaufe Mendelssohn & Co. geführte Konsortium begeben, dem u. a. die Firmen Speyer-Ellissein unb Jakob S. H. Stern in Frankfurt a. M, die Kommerz- unb Privatbank in Berlin unb dis Sübdeutfche Distontvgesettschast in Mannheim angeboren. Das Konsortium zahlt für die Anleihe einen älebevnahmelurs von 92,30 Proz. In letzter Stunde war übrigens noch ein viertes Angebot eingegangen, das von einem der Süddeutschen Handels-Syndikat G.m. b. H. in Mannheim nahestehenden Konsortium ausging, welches die lieber- nähme der Anleihe zu 7 Proz. bei 93'/t Proz. Auszahlung auf die Zeit vom 1. Dezember 1926 „Keinem Menschen habe ich den Weg noch verraten. Nun? Was für Verhandlungen waren das in Kastel?" Plötzlich fühlte sich Martina beunruhigt. „Das Land-Krankenhaus hat kein Glück mit meinem Nachfolger." Morell bückte sich nach einem schimmernden Insekt. „Der Gute säuft ein wenig." „Und da sollen Sie —" „Wenn ich will. Die Aerztekammer bat nichts mehr gegen mich einzuwenden." Morell schaute auf. „Ich weiß nur noch nicht, ob ich will." Sonderbar gepreßt klang seine Stimme. Schweigend gingen die beiden weiter. Immer dichter rückten die braunroten Fichtenstämme aneinander. Kühle stieg aus dem feuchten Boden. Dunkelgrünes Moos breitete samtene Teppiche. Emsige Käser turnten spielerisch über Steine und Wurzelwerk. Irgendwo schoß ein Baummarder verspätet in sein Nest. Endlich konnte Mattina wieder sprechen. „Ich verstehe die Zusammenhänge nicht, Doktor Morell", sagte sie rasch und drängend. „Auf einmal wollen Sie wieder fort von Berlin?" „Nicht auf einmal, Fräulein Mattina. Sie wissen ja, wie lange ich mich schon mit dem Gedanken trage." Blindenschule in Marburg besuchen. D.e wissen- schafllicheDlindenbücherei verfügt über etwa 300 Bände, die von etwa 80 Lesern des In- und Auslandes in Anspruch genommen werden. Der Bücherei ist ein Verlag in Schwarz- und Punkt druck, sowie eine eigene Buchbinderei angegliedert. Das Studienheim bietet 7 Studierenden Wohnung, etwa 15 bis 20 Verpflegung. Durch das Archiv unb die Beratungsstelle werden Tausende von Blinden in Berufe-. Fürsorge- unb Bil- DungSfragcn beraten und gefördert. In einer mechanischen M:ttuchswettstatte werden blin - dentechnische Hilfsmittel ausgearbeitet und verbessert. Seit 1918 wurden Realgymnasial- kurse für blinde Schüler eingerichtet, die der Dlin- benbÜbung neue Wege bahnen. Zu Beginn dieses Jahres wurde mit Hilfe öftentticher Mittel die Anstalt durch ben Ankauf zweier Häuser mit Park unb Gemüsegatten wesentlich erweitert. Das eine Haus ist als Dlindenschüler heim mit 22 Betten, das andere als höhere Blindenschule unb als Bücherei eingerichtet worden. Sett 1926 hat Geh. Reg.-Rat K e r s ch e n- steiner, Ministerialrat unb Abteilungsdirigent im Arbeitsministerium. Berlin, den Vorsitz der Anstatt überrommen. Der Vorstand hofft, bah der Marburger Blindenstudienanstatt. deren E rrichtungen sich ein Jahrzehnt hindurch bewähr! haben, «auch in Zukunft von allen Seiten das größte Interesse und Verständnis entgegengebracht wird. Marttna atmete schwer. «Eben deshalb. Da hätten Sie doch ebenfogut nach München geben können. In München liegen Die Dinge sogar günstiger für Sie." Immer langsamer setzte Morell die Schtttte. „München hat sich leider zerschlagen." Ein Sprung klirrte durch Martinas Bewußtsein. Leider! hallte es in ihr wieder. „Verschiedene Instanzen haben beim Allgemeinen Krankenhaus dreinzureden", fetzte Morell fort. „Und nicht allen Instanzen war ich genehm. Die Bayern bleiben gerne unter sich." Plötzlich fing Mattina zu laufen an. „Dort! zeigte sie in bu» Richtung, wo Helle Sonne durch die Bäume strömte. Drohend waren die Fichten auf einmal geneigt. Jetzt unb jetzt konnten sie ineinanderstürzen. fak. Er fuhr auf verschiedenen Kaperschiffen unb wurde der Seelsorger der Seeräuber, mit denen er auf dem besten Fuße stand. Das hinderte aber nicht, daß er im Jahre 1710 der Geistliche der Gattin des Bruders des Königs, der bekannten Liselotte, wurde Die pfälzische Prinzessin, deren urwüchsiges Qiaiurell aus ihren prächtigen Btte- fen so deutlich hervortritt. verstand sich mit ihrem Beichtvater vortrefflich. Cie pflegte zu sagen: ..Ich habe einen Kaplan, der die Mess« in einer Viertelstunde liest. Daö ist ganz nach meinem Geschmack." Prinzessin und Abbe waren von einander entzückt, und Ionin erhielt hohe Ehren, tr>uu\ Ritter des St. Lazarus-Ordens und Kommandeur der königlichen Orden von Rolre- Dame-du-Carmel. Aber dieses Leben bei Hofe behagte ihn nicht. Er gin-i wieder ausS Meer und wurde apostolischer Missionar. Seit 1720 verschwindet er aus der Geschichte, und man weift nicht, wann und wo er gestorben ist. Die Mussolini redet. Mussolini, der soeben wieder glücklich ein Attentat überstanden hat. übt seine Macht über die Menge hauptsächlich durch seine außerordentliche Redebegabung aus. Bei einer seiner letzten großen Ansprachen vom 'Balkon deS Eyigi-Palastes an der Piazza Colonna in Rom hat ihn der amerikanische Journalist Robert H. Davis aus nächster Rahe beobachtet und gibt eine lebendige Beschreibung seiner oratorischen Leistung: „Sofort, wenn er vor der Menge erscheint. führt er den saszistischen Gruß aus. der im Aufheben des rechten Arms mit ausgestreckter Handfläche besteht. Seinen Kopf hält er hoch, und das mächtige Kinn, das mit den statt gezeichneten Kiefern dos bezeichnendste Merimal seines runden, breiten Schädels darstellt, steht wie beseelt vor. Wenn man von unten hinauf* sieht, erblickt man diese bewegliche Kinnlade und gelegentlich den Blick seiner schwarzen Qlugen. Bisweilen lehnt er sich über das Geländer und donnert mit aller Kraft. Dann ist er ganz Auge. Die Haltung ist königlich, aber feine Stimme ist die des Voltes, unb die Ausdrücke, die er wählt, sind einfach und verständlich. Alle Gebärden führt er mit der rechten Hand und dem rechten Arm aus: mit diesem hämmert er auf der Brüstung, stößt vorwärts, schiebt Dingo fort, die er nicht beachten will, und befiehlt. Stets ist seine Hand ein erstaunliches Werkzeug des Ausdrucks, mag sie offen fein, geschlossen, mit einem oder allen Fingern gestikulierend. Bald packt er mit dieser Hand die Sähe und ballt sie zusammen, bald trennt er sie und verteilt sie. Beim Ende einer Periode, wenn der Applaus einseht, tritt er zurück und fährt mit der 'Hand wie dankend duvch die Lust. Das Ende feiner Rede beginnt, wenn die rechte Manschette aus seinem Aermcl herauszukriechen ansängt. Je lebhafter er wird, je heftmer er redet, desto deutlicher akzentuiert die Manschette die Sätze, unb wenn er schließt, bann schießt der rechte Arm Mussolinis, dessen Vater ein Grobschmied war. in voller Länge aus dem schwarzen Aermel heraus. Während der ohrenbetäubende Beifall ihn umbraust, müht er sich, die Manschette wieder dahin zurückzubringen, von wo sie heraus- kam ...“ Buntes Allerlei. Die Riesenkraft der Ameise. Wenn die Kinnbacken des Menschen im Verhältnis ebenso viel Kraft besäßen wie die eiltet Ameise, so würde er imstande fein, mit seinen Zähnen ein Gewicht von 275 Tonnen in die Hohe zu heben. Man hat berechnet, daß eine Feldameise in ihren Kinirbacken ein Gewicht halten kann, das 3000mal so schwer ist als sie selbst. Besäße der Mensch — natürlich immer vergleichsweise — die Körperkräfte dieses winzigen Insekts, so könnte er zwei der größten modernen Lokonwtiven auf feinen Rücken heben und mit ihnen davomnarschieren. Da die Größe der Ameise etwa 1/4 Zoll beträgt, diese Tiere aber 20 Fuß hohe Pyramiden errichten können, so beweisen sie damit eine Stärke, die ihnen ermöglicht, ein Bauwerk auszuführen, das 960mal so groß ist wie ihre eigene Hohe. Die Ameise besitzt überhaupt erstaunliche Eigenschaften. So gibt es eine amerikanische Art, die Atta-Ameise, Die Pilze zu ihrem eigenen Gebrauch züchtet; ein bestimmter Teil ihres Restes ist der Aufzucht dieser Dahrung Vorbehalten. Die Ameisen bringen „Pilzsamen" von den Pflanzen, die über Der Erde wachsen, in ihre Rester und benehmen sich bei dieser Zucht so geschickt, wie es kein Mensch besser könnte. Dec Beichtvater der Seeräuber. Das Leben eines merkwürdigen Gottesmannes wird uns durch ein soeben erschienenes französisches Buch enthüllt, das den Titel führt „Der Beichtvater der Seeräuber: der 2ll>be Jouin (1672 bis 1720)“ und von dem Historiker Etienne Dupont verfaßt ist. Die wechselvollen Lebens- schicksale dieses Geistlichen kennzeichnen am besten einige Kapitelüberschriften, wie z. B.: „Seminarist, Priester, Mattneseelsorger und Schmuggler, Schiffskapitän und Beichtvater der Seeräuber Direktor der Handelsgesellschaft mit den spanischen Kolonien, Heiratsvermittler, Kaplan von Madame, der Schwiegertochter des Königs, Geistlicher des Regenten, Apostolischer Missionar.“ Roel Jouin, der Held dieses abenteuerlichen Lebensromans, wurde als Sohn eines Zimmermanns in Saint-Malo geboren; er wurde Geistlicher, und sein unruhiges Temperament zog ihn auf die See, wo er einen Posten als Mattneseelsorger auf einem Schiff fand. Auf einem Fahrzeug der „Gesellschaft für Westindien" kam er nach den spanischen Kolonien und sammelte hier Schätze, die er bei der Rückkehr nach Frankreich Den Beamten zu verheimlichen suchte. Dabei wurde er gefaßt und in Der Zitadelle von Port-Louis eingesperrt. Die Geschichte seiner Befreiung klingt wie aus einer Operette. Er versprach einem Offizier Der Festung, daß er ihn mit feiner Schwester verheiraten toerDc, die sehr reich sei, wenn er ihm zur Freiheit verhelfe. Das Gerücht ging, daß Der Abbe an einem sichern Ort einen Koffer mit 200 000 Piastern verberge. Eine breite Lichtung öffnete sich. Ginster und Walddistelsträucher säumten die Ränder. Hohes Gras zitterte schlankhalmia in der sichten Wärme. Also nicht ihrethalben war Morell in Berlin geblieben? Mit gefenttem Kops stand Martina still. „Die Bayern sind fdjop einmal so", lächelte sie und spürte, wie ihr Leiv erstarrte. Alle Sommer wellten in einer Sekunde. Wie eine Wüste breitete sich die Welt, endlos und hoffnungslos. Als sie das Antlitz wieder hob, begegnete sie den Augen Morells. Mit oersammeller Kraft hielt er ihren Blick fest. Dann sagte er ruhig und klar: „Nun soll ich also nach Kassel. Zwei Tage habe ich Bedenkzeit. Ich konnte mich nicht entscheiden, bevor ich mit Ihnen nicht gesprochen habe/ „Was habe ich damit zu tun?" Martina fühlte, wie die Lüge ihr alles Blut in die Wangen trieb. „Ebensoviel wie ich." „Und wenn Sie nach München gegangen wären? Bor einem Monat, vor zwei Monaten? Hatten Sie da auch vorher mit mir gesprochen?" Nur kurz überlegte Morell. „Wahrscheinlich." Gleich darauf lächelte er still. „Sie wissen ja, Martina: es Dauert eine Weile, bis man mit sich selbst in Reine kommt. Erinnern Sie sich an die Nebengeräusche des Herzens. Nicht alles ist echt und tief, was Da an Stimmungen vorüberzieht." Sein Antlitz würbe roieDer ernst. „Doch jetzt weiß ich Bescheid." Marttna taumelte. „Und auch Sie müssen mir lagen, ob Sie so weit sind. Darum bin ich hierher gekommen. Klarhett soll zwischen uns sein." Morell schöpfte tief Atem. „Bersin oder Kassel ist Dann nur noch eine untergeordnete Frage." Aber Martina schwieg, beide Fäuste an Den Mund gevreßt. „Sie gaben mir Angst vor der Lieb« gemacht", stammelte sie Dann. „Mut gehört dazu, Mut, Kraft und Geduld —" Tränen brachen aus ihren Augen. „Ach, die unglückseligen Wotte!" rief Morell befreit und nahm Mattina fest tn die Arme. I I Berlin. 25. Rov. An ben Effekten- Banknoten. (Ohne Gewähr.) Devftemnartt Berlin—Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. lObne Gewähr.) Loldmark - Emission der Preuhifchen Zentrak- bvdenkredrtanstalt privat zum Kurse von 96% Prozent untergebracht werden. Die Pfandbriefe ftnd mit 1 Prozent verzinslich und sollen an der Londoner Effektenbörse eingeführt werden. Gleic^erttg werden weiteve 1 Million Goldmark- Pf andb riefe in Holland und Schweden aufgelegt. ' Rheinische Metallwaren- und Maschinenfabrik sRheinmetall) AG. Düsseldorf. Wie die Verwaltung dem DHD. mitteilt, sind die Abschluharbeiten noch nicht beendet' Die Aussichtsratssitzung wird erst Ende nächster Woche stattfinden, während die ordentliche Hauptversammlung um die Iahreswenüe Unberufen werden dürfte. Der Geschäftsgang hat ich im Zusammenhang mit der allgemeinen Besserung der Wirtschaftslage auch bei dieser Geiell- 'chaft gebessert. Börleukurle. (Ohne Gewähr.)______________ Licht und grast........ Mamkrastwerke........ Schlickert............ Siemens to. Doll.-Schay-Anweisng. . 4o/o Zolltürken £>’/0 Äoldmexikaner Berliner Handelsgesellschaft. (Lommerz- und Privat-Bauk. Tarmst. und Nationalbank . Deutsche Bank......... Di5lonto Commandtt .... Dresdner Bank........ Metallbank........- - Mitteldeutsche Kreditbank. . ^esttLreichiscye Lreditanstalt. Retchsbank........... Bochumer Guß BuderuS............ Caro.............. »-Luxemburg...... irchencr Bergwerke. . Harpener Scrgbait...... ilaltwerke Aschersleben. - . . .fialitoerf Westeregeln Laurahüttc Äiannesmann......... ManS leider........... Obcrdedars........... Phönix Bergbau Rheinische Braunkohlen . . . Rneinstahl........... Rtebeck Montan........ TelluS Bergbau........ Bereinigte Stahlwerke.... Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Lloyd..... Cheraniische Werke Albin . . Zementwerk -Heidelberg . . . Philivv Holzmann...... Anglo Cont Guano Chemische Mayer Alapin. . . «Goldschmidt.......... Holzverkohlung F G Farbrn-Ioduftrie. . . Rütgerswerke Schetdeanftalt Allg- Elektrizitäts-Gesellschaft Frankfurt a.M. Berlin Schlui,»1 ßur» l-Uhl. Kur, Schluß. Kur» Anfang 'iur'. 24. 11. 25. 11. 24. 11. | 25. 1( 0,765 1 0.755 0.77 0.7525 — 0.71 ),6775 0.69 — ),7007 0,66 0.815 — 0.83 0,80 0.42.5 — ),4302 — 0.69 — 0.70 0,6625 9,70 — — ■. —— — —- - — 0,69 — 95 — — — — 17 4 17,25 17.3 — 44.25 - 44,5 — 264 — e62 259 189.75 185 189.75 186 259 253 259.75 254 180 175.75 18.1.12 177 173 170.5 172.5 171 160.5 157,12 I6O 157,5 179.5 174 179 173.5 149.5 149.5 150 146.25 8.10 8.10 8.10 6.10 16t) 158 159,5 158.5 169 5 167 171.5 168 J12 109,75 112 109,5 ,______ — — 170 167.5 171.5 167,13 175 170 12 175 170,5 187 183.5 186.5 184 14« — 145.25 143 159 — 157 — 81 82 82 25 80,75 187,62 185.75 189.5 186 133 131 132 75 131,25 111 — 111.9 110.5 131.12 129 116 130,12 — • 238 241 — 204 198.6 203.5 195 178 174 178,5 174,5 99.5 — — — 146,75 143,5 146,5 — 174 1731 170 165 162,25 166 163 —— — - 127.5 123 — 152 - 153.75 151,75 — 105 — —— ■■ — 139 — 139,12 137 65 — — —— 328.75 320.5 327,25 320,25 135.1 1.30 134,5 132,12 178,5 174 — — 160.5 158,75 (61,25 158,5 (58 — 157 154 150 — (48.25 147 154 148,5 153 149 108.1 — — •— 160 156 159 — 198 194,5 197.62 195 108.5 107 109.5 107 107,25 103 107,75 105,12 40 — w - 57 — 58,25 - —— — 40 — 15,25 — E 55 — - 180 •— •* 122 — 121 — 70 — 64,9 — 2,35 — 4 1 - 145.5 145 — 225 -25 225 | 222 «7 92 95,9 — 119 117 119,9 — 24. Novbr. 25. Novbr. Amtliche Rott runa Amtliche Notierung Geld Brief Geld SBncr Ämft - Sott 168,21 168,63 168,21 168,6:; 59uen-3ke6 1,708 1,712 1,708 1.712 ’Ärfi.eflntYn 58,54 58,68 58,52 58,6b ffhriftianffl . 107,57 (07,83 107,52 107,78 fiopenhaacil 112,09 (12,37 112,08 112,36 Stödbolm • 112,21 112.49 112,21 112,41 Helsingfors. 10,578 10,618 10,578 10,6(8 Italien. . . 17,68 17.72 17,80 17,84 London. . . 41,401 20,453 10,402 20,431 Neovork . . 4,2075 4,2175 1,2075 4,2175 TariS.... 14,53 14,57 (5,16 15,20 ÄÄwest . . 81,10 61.30 81,10 81,30 Spanien . 63,74 83.90 63.86 64,02 Cfajjan . . . 2,067 2.071 2.007 2,071 Aio de Jan 0.520 0.522 0.512 0.514 Wien In D. Ceft- abgest Prag . - - . Reibrad . . 59,37 12,457 59,51 12,497 59,37 >2,455 59.51 12,495 7.422 7,442 7.426 7,446 Budapest. . o,888 5,908 5,89 6,91 Bulaärien Lissabon . . 3,037 21,525 3,047 21,575 8.04 21,525 3.05 21,575 Damia. . . 61,64 81,81 81,65 81,85 Konstantin- 2,12 2,13 2,115 2,125 Athen. . . 5,23 6,25 5.23 5.25 Canada . . 4,212 4,222 4.212 4.222 Uraqnat). . 4.175 4.185 4.175 4,185 Cairo . . . 20,924 20,970 20,921 20,976 Berlin, 24. Novbr. Geld Stier Amerikanische Noten..... Belgische Noten........ Dänische Noten........ Englische Noten........ französische Noten...... Holländische Noten...... sttalicnischc Noten...... Norwegische Noten...... Deutsch Ocsterr , ik 100 Sronen Rumänische Nolcn...... Schwedische Noten...... Schweizer Noten....... Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten . . ilngattsche Roten....... Ber!L::er 4,198 68,40 111,79 20,362 14,55 167.88 17.61 107,45 69,22 111,92 80,75 63.51 12,425 6.852 Börse. 4,218 58,70 112,48 20,46-: 14,63 168,72 17,69 107,99 59,52 112,48 81,2.5 68,83 12,485 5.892 Pfandbriefe, die sich befesrigen konnten. Am Geldmarkt ist die Lage unverändert flüssig. Tagesgeld 4V- bis 5 Prozent angeboten und kaum unterzubringcn. 3m Devisenverkehr unterlag Paris wieder starken Schwankungen, zeigte aber im großen und ganzen eine festere Tendenz als gestern Paris-London 135,65. Auch Mailand lag mit 114,90 gegen das Pfund freundlicher. Oslo stellte sich unverändert auf 18,98 gegen London Die übrigen Valuten wiesen nennenswerte Veränderungen nicht auf. frankfurter Börse. Frankfurt, 25. Rov. Tendenz: Flau. — Die Nervosität und Geschäftsunlust hielt auch heute unverändert an und bewirkte eine weitere Senkung des Kursniveaus. Irgendwelche Anregungen lagen nicht vor. und die dadurch verschärfte Lustlosigkeit verhinderte jede Belebung des Börsenverkehrs, der sich nach wie vor nur unter der berufsmäßigen Spekulation abwickelte. Bei dem Mangel an Ausnahmelust konnte es nicht ausbleiben, daß das angebotene Material nur zu stark ermäßigten Kursen Aufnahme finden konnte, wobei das Fehlen nennenswerter Aufträge aus privaten Kreisen die abwartende Haltung forderte. Be- onders stark waren I. G. F a r'b e n angeboten, die zum ersten Kurs auf 320 Prozent nachgeben mußten und im Verlause einen Rückschlag bis auf 317 Prozent erlitten. Die Einbuße beläuft sich nach dem Stande vom Vorabend auf 9,25 Prozent. Empfindliche Kursverluste erlitter ferner Montan a k t i e n . die bereits zur ersten Rottz 3 bis 4 Proz. schwächer lagen. Die Rückgänge betrugen bei: Bochumer 2,5, Buderus 2,25, Deutsch- Lux und Harpener je minus 1,5 Proz., Gelsenkirchen und Rheinische Braunkohlen je 3, Mans- elder und Phönix je 2, Riebeck 2,25, Stahlverein 5 Riebeck-Montan 5, Laurahütte 2, Klöckner 2,5 Proz. Auch am Elektromarkt nahmen die Rückgänge ein größeres Ausmaß an. So verloren: Licht und Kraft 5,5, Sienrens und Schuckert je minus 2,5, AEG. minus 1,75 Proz. Der Banke n m a r k t stand wieder im Zeichen größeren Angebotes bei stark gedrückten Kursen. Commerz minus 4, Darnat minus 5, Deutsche minus 4,25, Disconto minus 2,5, Dresdner minus 3, Metallbank minus 4,7 Proz., Reichsbank minus 2 Proz. Schiffahrtsaktien schwäch,er. Norddeutscher Lloyd minus 3 Proz. Motvrenaktien stärker gedrückt. Daimler minus 4,25 Proz.. Kleyer minus 1,5, RSDl. minus 2 Proz. Bauaktien angeboten, besonders Heidelberg-Zement minus 4,5, Wahß & Frehtag minus 0,75, Dyckerhoff dagegen anfangs plus 1 Proz. Zellstoffaktien mußten ihre letzten Gewinne wieder hergeben. Waldhof minus 4 Proz. Zuckeraktien ermäßigten sich um etwa 1 Proz. Rur Badischer anfangs plus 0,25 Proz. Oelaktien stärker abgeschwächt. Rütgersweüe minus 4,75, Deutsche Erdöl minus 2 Proz. Der deutsche Anleihe- markt tag ruhig, aber gleichfalls schwächer. Kriegsanleihe zunächst 0,755, später 0,745. Schutzgebiet 15,8. Auslandrenten waren zumeist nur wenig verändert. Türken etwas niedriger. Im Freiverkehr hörte man: Drown Boveri 155 Proz.. Becker Stahl 48 Proz., Growag 70, Frankfurter Handelsbank 89, Ufa 44,5 Proz. Im späteren Verlaufe wurde die Tendenz allgemein noch schwächer, gegen 1 Uhr konnte sie sich jedoch etwas freundlicher gestalten, indein I. G. Farben auf 319 Prozent anzogen. Die bessere Stimmung hielt aber nicht lange an und es kam zu einer neuen Abschwächung, bei der I. G. Farben wieder aus 3,17,5 Prozent nachgaben. Am Geldmarkt hält trotz verschiedentlich auftretender Rachfrage die Flüssigkeit im allgemeinen an. Tagesgeld 4,5 Prozent, Monatsgeld 5,75 bis 7 Prozent, Privatdiskonten 4,5 Prozent, Industrieakzepte 4,87 Prozent. Im Devisenverkehr sind nennenswerte Veränderungen nicht eingetreten. Paris lag etwas sveund- licher mit 137,50 gegen London, Mailand mit 115,50. Die Mark war dagegen leicht abgeschwächt auf 4,2160 gegen Kabel. London-Kabel unverändert 4,8492. ovanffutter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 25. Rov. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer, 29,75 Mk.; Roggen, inländischer, 24,75; Sommergerste für Brauzwecke 24 bis 26,50, Hafer, inländischer. 19,50 bis 20; Mais, gelb, 19,50; Weizenmehl, inländisches, Spezial 0, 41,50 bis 41,75; Roggenmehl 35 bis 35,75; Weizenkleie 11,50; Roggenkleie 12. Ten- denz: Ruhig. 3 rauf futter SchlachtviehinarLt. Frankfurt a. M., 25. Nov. Auftrieb: Rinder 44, Kälber 850, Schafe 610, Schweine 174 Stück. — Kälber: Beste Mast- und Saugkälber 73 bis 78, mittlere Mast- und Saugkälber 62 bis 72, geringe Kälber 54 bis 61. Schafe: Mastlämmer und jüngere Masthämmel, Weidemast, 38 bis 43, mittlere Mastlämmer, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 32 bis 37, fleischiges Schafvieh 28 bis 31 Mk. — Marktverlauf: Kälber und Schafe bei lebhaftem Handel ausvereauft. In Schweinen unterblieb die Notiz wegen des geringen Auftriebes. Frankfurter Häute-Auktion. WSR. Frankfurt a.M., 24.Rov. Bei legem Besuch und guter Kauflust nahm die heutige Häute-Auktion bei steigenden Qloticrun- gen einen flotten Verlauf. Für Großviehhäute wurden z. L. bis 5 Prozent mehr erzielt, auch Schaf- und Kalbfelle konnten größtenteils 5 Prozent im Preise steigen. Die offiziellen Verbands- notierungen ohne bzw. mit Kopf lauten: Kuhhäute 30 bis 49 Pfund 62,5 bis 71,5 bzw. 58,5 bis 62, von 50 bis 59 Pfund 81 bis 83,75 bzw. 71 bis 75,75, von 60 bis 79 Pfund 88 bis 93,5 bzw. 77 bis 84, von 80 bis 99 Pfund 94 bis 96,75 bzw. 83. Ochsenhäute von 30 bis 49 Pfund erzielten 70,25 bzw. 65, von 50 bis 59 Pfund 75.25 bis 88,25 bzw. 77, von 60 bis 79 Pfund 88 bis 93,25, von 80 bis 99 Pfund 85 bis 91,25 bzw. 73,75 bis 80,75 und über 100 Pfd. 88 bis 91 bzw. 79, Rinderhäute von 30 bis 49 Pfund 83 bis 91,5 bzw. 72 bis 73,75, von 50 bis 59 Pfund 89,25 bis 94 bzw. 72,25, von 60 bis 79 Pfund 94 bis 99,25 bzw. 80 bis 86 und von 80 bis 99 Pfund mit Kopf 80. ‘Süllen- häute von 30 bis 49 Pfund 67 bzw. 65,25, von 50 bis 59 Pfund 68,75 bis 70 bzw. 53.5, von 60 bis 79 Pfund 60,75 bis 69 bzw. 53,5, von 80 bis 99 Pfund 57 bis 60 bzw. 53, von 100 und mehr Pfund 57 bzw. 53. Für Kuh-, Rinder- und Ochsenhäute Klasse II erzielte man in der Gewichtsklasse 30 bis 49 Pfund ohne Kopf 57 bis 62,75 und 50 und mehr Pfund ebenfalls ohne Kopf 61 bis 66. Für Schußhäute alle Gewichte mit Kopf wurden 50,5 Pfennig erzielt, von Roßhäuten standen nur die ganz großen mit 220 und mehr Zentimeter zum Verkauf. die mit Kops 19,90 erzielten. Rote Kalbelle bis 9 Pfund ohne Kopf erzielten 145 bis 160, über 9 Pfund 126 bis 128. schwarze bis 9 Pfund wurden mit 111 bis 117,75 und über 9 Pfund mit 102 bis 105,5 Pfennig bezahlt. Fresserfelle ohne Kopf brachten 90,25. Schaffelle vollwollig mit Kopf erzielten 60,5 bis 65,25, halbwvllig 61,25 bis 63, kurzwollig 62. für Blößen zahllc man 51 und für Lammfelle 46. Berliner Produktenbörse. Berlin, 24. Rov. Die Grundstimmung im Berliner Getreidehandel war heute für Weizen und Roggen fester. Die argentinischen Forderungen wurden infolge angeblicher Frachtenerhöhung befestigt, während andererseits das Inland zu teils behaupteten, teils nachgiebigeren Forderungen anbot. Loko-Weizen eröffnete gut behauptet, während im Zeitgeschäft Dezember und März eine halbe Mark höher wurden, Mai eine halbe Marl schwächer. Im Roggengeschäft brachte sich erneut das anhaltende Deckungsbedürftns in einer kräftigen Steigerung des Dezember - Termins gum Ausdruck, zumal das Inlandsangebot ziemlich klein blieb. Die Steigerungen betrugen annähernd eine Mark, Frühjahrsmonate etwa eine Mark über gestern. In Gerste und Hafer hat sich die Lage bei genügendem Angebot und sehr vorsichtiger Kauflust kaum verändert. Weizenmehl ist im Verkauf unrentabel, Roggenmehl etwas mehr gefragt. Futterstoffe und Oelsaaten, owie sonstige Artikel ruhig. Es notierten (1000 Kilogramm): Weizen, märkischer, 274 bis 277 Mark; Roggen, märllscher, 228 bis 234; Sommergerste' 218 bis 248; Wintergerste 193 bis 206; Hafer, märkischer, 175 bis 186; Mais, loco Berlin 195 bis 199; (100 Kilogramm): Weizenmehl 35,75 bis 38,75; Roggenmehl 32,75 dis 34,50; Weizenkleie 12,25; Roggenlleie 12 bis 12 25 ’ Diktoriaerbsen 56 bis 60; kleine Speiseerbsen 32 bis 35; Futtererbsen 21 bis 24; Peluschken 20 bis 22; Ackerbohnen 21 bis 22; Wicken 23 bis 25; Lupinen, blau, 14 bis 15; Lupinen, gelb. 14,50 bis 15,50; Serradelle, neu, 21 bis 22,50; Rapskuchen 15,80 bis 16; Leinkuchen 20,50 bis 20,70; Trockenschnihel 9,50 bis 9 60- Sohaschrot 19 bis 19,70; Kartoffelflocken 25 ins 25.50 Mark . Büchertisch. - Rheinisches Land und rHeini- ch e Leute. Erzählungen von Heinrich Bech° t o l s h e i m e r. 176 Seiten .8°. mit einem Bilde des Verfassers. Geh. 2 RM. Verlag Emil Roth, Gießen 1926. — Der Autor erweist sich mit diesem neuen Buche wiederum als der vortreffliche Erzähler, als der er in weiten Kreisen eit langem bekannt und geschäht ist. Die schlichten Geschichten von Land imb Leuten am Rhein erhalten ihren Wert durch die Wahrhaftigkeit, Echtheit, Heimatfarbe und sittliche Reife, die man auf jeder Seite unaufdringlich und wohltuend empfindet. Die Ereignisse und Gestalten, denen man hier begegnet, sind aus lebendiger Erinnerung, aus Menschenkenntnis und nahem Ilmgang mit dem „gemeinen Mann", aus tiefer Liebe zur heimatlichen Scholle und Landschaft erwachsen. Die Erzählungen Bechtolsheimers sind echte und gefunbe Volkskunst, ganz einfach und unver- Jünftelt im Stil, aber mit offenem Blick und warmem Herzen geschrieben. Das Bändchen kann auch als weihnachtliches Angebinde aufrichtig empfohlen werden und wird sich gewiß viele Freunde erwerben. 471 — „Die Iagd nach dem Rordpol. Von Roald Amundsen. (Verlag Allstein, Berlin ) Der berühmte Arktisforscher Roald Amundsen gibt in diesem Werke, das mit vielen guten Abbildungen nach Originalaufnahmen der Expedition und mit verschiedenen Kartenskizzen vortrefflich ausgestattet ist, eine eingehende Schilderung seines ersten Polarfluges, bei dem er bekanntlich bis zum 88. Breitengrade vorstoßen konnte. Wenn Amundsen bei biefem Fluge sein eigentliches Ziel — bis zum Pol zu gelangen — nicht erreichen konnte, so hat dieses Llnternehmen doch wesentlich dazu beigetragen, vor allem technische Erfahrungen zu sammeln, die bei späteren Polarflügen nutzbringend verwertet werden können. Blieben also die rein wissenschaftlichen Forschungsergebnisse leider hinter den Erwartungen zurück und kommt dieser Expedition daher mehr eine flugsportliche 'Bedeutung zu, so darf der kühne Forscher mit seinen Begleitern doch den Ruhm für sich in Anspruch nehmen, ein Wagnis unternommen zu haben, dessen Ausgang mehr als ungewiß war. Amundsen schildert in seinem Buche ausführlich die verschiedenen Etappen und den Verlauf der Flugexpedition, an der zwei Flugzeuge beteiligt waren, und bietet damit dem Leser einen ausgezeichneten Originalbericht. Das Buch zeichnet sich vor allem durch seinen flüssigen Stil und die allgeineinverständliche Ausdrucksfonn aus, die es zu einer guten und fesselnden Lektüre machen. 225 — Wolfgang Bruhn: Das Moden- b i l i>. Delhagen & Klasing, Bielefeld, Leipzig, Berlin und Wien. Ein entzückend ousge- stattetes Bändchen gibt der Verlag Velhagen & Klasing in seiner unverkäuflichen Werbegabe heraus. Wolfgang Bruhn schildert kurz und gewandt das Werden des Modebildes, wie wir es jetzt vor uns haben. Richt der phantasielosen Klischees der Modezeitungen, sondern der künstlerischen Modelle, die etwa aus dem Atelier Haas-Heye oder von Ludwig Kainer kominen. Das Modebild entsteht gleichzeitig mit der Mode um 1430 in der sog. Burgundischen Tracht. Von da an haben wir in ununterbrochenem Fluh die Entwicklung der modischen Linie von namhaften Künstlern — im Rokoko ist es beispielsweise Watteau — ausgezeichnet in allerliebsten, dabei schneidermäßig genauen Bildern. Vom einzelnen Bild zum Heft ist es nur ein Schritt, eines derer st en erscheint als „Galerie" zur Zeit Marie Antoinettes, der Modekönigin. -Um die Mitte des 19. Iahrhunderts fristet das Modenbild ein trostloses Dasein in Äaritaturenfolgen und Witzblättern. Erst kurz vor dem Kriege seht ein neuer Impuls ein in Paris, das fast immer in diesen Dingen führend ist. Die Idee wird in Deutschland aufgenommen und jetzt mit besonderer Liebe in den Kunstschulen als Fach gepflegt 32 kolorierte Tafeln und viele kleine Bildchen im Text illustrieren die Darstellung und geben dem Bändchen seinen besonderen Reiz. 496 — Der I. G. Cottasche Verlag in Stuttgart ist sich seiner hohen Aufgabe als Treuhänder von Bismarcks literarischem Werk bewußt, wenn cr des Kanzlers „Gedanken und Erinnerungen" nun nach der großen Originalausgabe und einer wohlfeilen Vollsausgabe sämtliche drei Bände auf Dünndruckpapier in einem handlichen Bande erscheinen läßt. In dieser neuen Form wird sich die politische Bibel des deutschen Volkes gewiß sehr schnell überall dort einbürgern, wo man heute schon auf Bismarcks Gedanken und Erinnerungen in seiner Arbeit, sei cs als Berufspolitiker oder einfacher Staatsbürger, zurückgreifen muß. Der mit einem Bildnis von F. von Lembach geschmückte bieg- amc Leinenband kostet 8 Mark. 688 — Hölderlins Schicksalsweg. Roman von Maria Schneider. Verlag von Adolf Don; & Co.. Stuttgart. — Hölderlins Leben wird in der nachfühlenden Gestaltung dieses Romans gegenwärtig, seine Beziehungen zu Goethe und Schiller werden tragisch lebendig, ferne Hemmungen verständlich, seine Befreiung zum mitreißenden Aufschwung. Die Gestalten sind mit Folgerichtigkeit geschaut und dargestellt; neben Hölderlin ist Diotima (Susette Gontard) die ragende und leuchtende Erscheinung in dieser Menschen- geschichte. $38 Postauto und Publikum im Vogelsberg. L Mücke, 24. Rov. Der Pvstautobe^ trieb auf den Linien des Vogel s - berget bringt manche Pinannehmlichkeiten mit ich, sowohl für die Reisenden, als auch für die von der Postverwaltung angestellten Kraftfahrer. Ein großer Teil der Passagiere ist rasch bei der Hand, an allem Kritik zu üben. Bald kommt das Auto zu früh, bald zu spät, einem ist der Sitzplatz nicht recht, einem andern riecht es zu ehr nach Benzin, wieder anderen dauert es zu ange, bt£ das Auto abfährt. Es würde zu wert ühren, noch andere Teile der Wünsche und De- chwerden gewisser Reisenden hier aukFuzahlen. Es ist klar, daß ein geordneter Betrieb unmöglich wäre, wenn die Kraftfahrer oder die Post- verwaltung all den vielfachen Wünschen Nachkommen wollten. Berechtigte Wünsche werden jederzeit Berücksichtigung finden, oft muß man aber die Geduld und die Rachsicht der Post- kraftfahrer betounbern, die manchmal Dutzende von unnötigen Fragen über sich ergehen lasse« und alle mögliche Vorwürfe ertragen müssen. Trotzdem bewahren sie ihre Ruhe und erweisen ich dem Publikum gegenüber höflich, gefällig rmd hilfsbereit. Das Publikum tut gut, diese Leute in der Ausübung ihres Berufes zu unterstützen. Wenn natürlich die Wagentüren mit dem Füße geöffnet werden, wenn trotz Verbotes geraucht wird oder große Gepäckstücke im Wagen verstaut werden, so zeugt das nicht von richtigem Verständnis. Einige Burschen stellen sich auch oft auf die Trittbretter der Wagen und springen während der Fahrt ab. Sie müßten zur Anzeige gebracht werden. An einer Haltestelle stehen abends häufig mehrere junge Burschen, die über die Reisenden — besonders über Frauen und Mädchen — ihre Glossen machen. Das ist wenig manierlich. Die Postautos übernehmen auch das Mitbringen von F r ach t - u n d G ep ä ck- stücken von der Bahn, was für die abgelegenen Dörfer sehr wertvoll ist. Bei loschest Inanspruchnahme der Postautos muß aber der Empfänger an der Haltestelle zugegen sein, um seine Sendung in Empfang zu nehmen. Oder verlangt man von dem Kraftfahrer, daß er die Sendung ins nächste Haus trägt? Für Verluste wird dann gewöhnlich, aber durchaus falsch, die Post oder der betr. Kraftfahrer verantwortlich gemacht. Kürzlich kam an einer Haltestelle eine Kiste mit Wein abhanden; in einem anderen Falle hatte der Kraftfahrer eine Kist« Bier abgestellt. Als sie der Empfänger abholen wollte, war das Bier getrunken und mehrere Flaschen fehlten. Da sich dadurch Un- Zuträglichkeiten ergeben haben, hat die Postverwal- tung angeordnet, Daß Bahnsendungen, die von dem Empfänger bei Ankunft des Autos nicht an der Haltestelle in Empfang genommen werden, nach der Endstation mitzunehmen sind, worauf sie mit dem nächsten Auto zur Bahn zurückgebracht werden und evtl, zurückgehen. Das Publikum, das nur zu leicht bereit ist, seine Ansprüche allzu hoch zu schrauben, sollte sich die Ansicht angewöhnen, daß die Autos nichts Vollkommenes sind und daß kleine Unannehmlichkeiten mit in Kauf genommen werden müssen, daß man aber selbst auch keine unnötigen Schwierigkeiten und Verärgerungen schaffen darf. Wie die Dinge hier oben liegen, sind die Autolinien für die abgelegenen Gegenden trotz mancher Mängel eine Wohltat, die nur der recht ermessen kann, der die früheren Verhältnisse gekannt hat. Gerichtssaal. Diebstahle in einem Konfektionsgeschäft. WSR. Frankfurt a. M.. 24. Rov. Dor dem Schöffengericht hatte sich heute wegen fortgesetzten Diebstahls und Urkunden- s ä l s chu n g der volle 3 0 Iahre bei einer hiesigen Konsektioiisfirma beschäftigte Expedient HugoStrauß zu verantworten. Strauß hatte große Mengen fertiger Konfekttonsanzüge in die Versandabteilung eingeschmuggelt, die er geflößten hatte. Den Schmuggel verdeckte er dadurch. daß er aus den Postbüchern Seiten herausriß, Quittungen entfernte und schriftliche Aende- rungen vornahm. Insgesamt hat er Waren im Gewicht von mindestens 460 Kilo und im Werte von 14 000 Mark auf diese raffinierte Weise unterschlagen. Er wurde zu drei Iahren Zuchthaus und fünf Iahren Ehrverlust verurteilt. Das Schneiderehepaar Schlewiezki aus Offenbach, das die Anzüge hehlte unb zu Schleuderpreisen solange verkaufte, bis die Sache ans Tageslicht kam, erhielt 15 Monate bzw. zwei Iahre Zuchthaus. Für alle Verurteilten wurde Polizeiaufsicht für zulässig erklärt. Kirchliche Nachrichten. Israelitische Gemeinden. Isr. Religionsgemeinde. Gottesd. i. d.Shnagoge (Südanlage). Samstag, den 27. Rov. 1926.Vorabend: 4.30, morgens: 9.00, abends: 4.40 und 5.20. Gottesdienst der isr. ReltgionSgesellschaft. Sabbatfeier, den 27. Rov. 1926. Freitag abend 4 05, Samstag vormittag8.30,nachmittag 3.30, Sabbatausgang 5.20, Wochengottesdienst: morgens 7.00, abends 4 00. hauen- verleiht rosige», jugendfrischet Antlitz u. ein rein, zarter Teint. Alles die» erzeugt die echte 0 beral! za heben »«_——B. - ÄStedtEiwferi-Sefe IbvngiHnulll die bette Lilienmilchseife MilllplillEII v. BergmannJI Co., RadebeuL 6t!»''!1, SW»«, Di f - j idxinen iM' ° »"V Attchswirtsck der alte 6t überhäuf» Zweifellos des früherer (tonten, mit tes Acichsb wstterte m dern Par emem zweite W scheint i betracht der । Wen Jahren "U des vor W Wen. die Ms-nte. Malten« und durch » Leidigen' Kamine tag unb r Zusschjn Erschlag { toten, als wird, bah ' Weichend Dative < 'eien. 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