Aeitag, 25. )uni 1926 K6. Jahrgang Nr. 146 Erstes Blatt Das „doppelköpfige" französische Kabinett f 5. 2. 3. 4. ü n f 1. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummcr bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrist 20°/. mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumfchoin; für den Anzeigenteil Hans Iüftel, sämtlich in Gießen. Verwendung der Morganan- leihe, Stabilisierung des Frankens. Inflation. Auswärtige Kredite, die die Regierung zu Stabilisierungszwecken aufzunehmen beabsichtigt, und das Washingtoner Abkommen. Die Regierung wird aufgefordert, sich insbesondere zu dem Caillaux zugeschriebenen Plan, wonach die Inflation die Vvraussehung für die Stabilisierung des Frankens bildet, ausführlich zu äußern. Die sozialistische Gruppe hat ferner beschlossen, das Washingtoner Schuldenabkommen zu bekämpfen, solange es nicht durch eine Transferklausel ergänzt werde. Es liegen eine Reihe von Interpellationsanträgen vor, die sich auf die allgemeine Politik und auf die Finanzpolitik der Regierung beziehen. Außer der sozialistischen Interpellation, über die bereits berichtet wurde, sind in dec Kammer drei radikale und eine kommunistische Interpellation über die allgemeine Politik der R e g i e r u n g eingebracht worden. Möglicherweise wird die Regierung, so erklärt Havas, ebenso wie im Dezember 1925 bei der Verabschiedung der Loucheurschen Cteuergesetze in der Kammer beantragen, die Debatte über die allgemeine Politik, wenn auch nur für eine Stunde, zu verschieben, damit das Parlament zwei Gesetzentwürfe verabschieden kann, die unbedingt vor dem 30. Juni erledigt sein müssen: nämlich Zusotzkredite für das Haushaltsjahr 1 9 25 sowie lieber- tragskredile aus dem Haushaltsjahr 1925 auf das Jahr 1926. Sollte die Regierung für Dienstag die Diskussion der Interpellationen ins Auge fasten, so würde die Kammer vielleicht für Montag nachmittag einberufen werden, um die genannten beiden Gesetzentwürfe zu verabschieden. Finanzminister Caillaux erklärte, daß er mehrere Tage Zeit brauche, um einen Finanzplan auszuarbeiten. Unter diesen Umständen ist der Zeitpunkt, an dem sich die neue Regierung dem Parlament oorstellen wird, noch nicht bestimmt, aber es wird als sicher angenommen, daß dies nicht vor Dienstag der Fall fein wird. — Rach Havas ist der formelle Wille des Ministeriums, in außerordentlich kurzer Zeit die Verabschiedung der Finanzgesetze zu erlangen, für deren Anwendung Günstige Aussichten. Paris, 24. Juni. (SU.) Die heutigen Besprechungen derpolitischenParteien in der Kammer haben den Eindruck verstärkt, daß die neue Regierung Briand- Gail lau ? mit einer außerordentlich günstigen Aufnahme im Parlament rechnen kann. Der größte Teil der Radikalsozialisten, abgesehen von einem kleinen Teil des linken Flügels, der sich der Stimme enthalten wird, wird für die Regierung stimmen. Das Zentrum und das linke Zentrum sind vollkommen für die Regierung gewonnen. Die äußerste Rechte hält sich in der Reserve. Es bleiben als eigentliche Gegner der Regierung nur die Sozi a l i st e n und die Kommunisten übrig. Man sieht voraus, daß der Einfluß Cail- laux' immer mehr zunehmen wird, so daß Driand schließlich immer weiter zurück- ged rängt werden würde. Für den Augenblick sprechen jedoch diese Argumente mit, und man erwartet, daß die starke Mehrheit, die das Kabinett bei der Regierungserklärung davontragen wird, sich auch weiter erhalten kann. Caillaux hatte heute nachmittag eine erste Besprechung mit dem Gouverneur der Dank von Frankreich und mit dem Sachverstän- digenkomitee. Wie verlautet, werden die neuen Projekte erst nach einem eingehenden Studium fertiggestellt werden. Sie werden sich auf der Dasis der Projekte aufbauen, die Caillaux im vergangenen Herbst bereits vorbereitet hatte. Den Journalisten erklärte Caillaux heute nachmittag, seine erste Finanzhandlung werde darin bestehen, seinen Kaoinettskollegen durch em Schreiben die Einschränlungsbestimmungen des Finanzgesetzes von 19 11 ins Gedächtnis zu rufen. Caillaux wird von seinen Kollegen die strikte Befolgung dieser Vorschriften fordern. was die pariser preste sagt. Paris, 24. Juni. (TU.) Das Kabinett B r i a n d wird in der Presse aller Parteirichtungen recht günstig aufgenommen. Man sieht in der neuen Regierung weniger eine politische als vielmehr eine technische Kombination, die ausschließlich zur Regelung der Finanzfrage dienen soll. Das Zentrum der neuen Regierung bildet das Finanzmini st e- rium, das von einem Triumvirat verwaltet werden soll. Ueber die Finanzpläne Caillaux liegen noch keine Angaben vor. Er wird heute vormittag die Ausarbeitung des Programms einleiten. Aus den Kommentaren der Blätter über das neue Ministerium Briand ist hervorzuheben, daß Caillaux vielfach als der eigentliche Kopf des neuen Kabinetts bezeichnet wird. Im „I o u r n a l" wird betont, daß das Kabinett der republikanischen Konzentration stark nach links orientiert sei. „E r e 91 o u d e 11 e" schreibt: „Wenn das Kabinett Briand-Caillaux den Hoffnungen des Landes, das Taten erwartet, entspricht, wird es ein Anrecht auf rückhaltlose Unterstützung der öffentlichen Meinung haben." Im „Oeuvre" wird ausgeführt: „Caillaux, besten Berufung zu großen Hoffnungen berechtigt, hat von der nun anhebenden Zeit der großen Buße gesprochen. Er ist es gewesen, der in den letzten Tagen erklärte, die Frage, die gestellt sei, sei die der Stabilisierung des Franken, zu der man (o bald wie möglich gelangen müsse. Bravo! Aber warum nicht sofort!" Im „Quotidien" heißt es: „Rach manchen Tastversuchen hat Briand ein Ministerium gebildet, das ein ausgezeichnetes fein wird, wenn es ein Finanzprogramm hat. Hierüber verlautet aber noch nichts." Im „Figar o" wird gesagt: „Wenn jemals eine Regierung den Namen „doppelköpfig" verdient hat, so ist es die gegenwärtige Regierung. Wenn die neue Regierung handeln will, muß sie in erster Linie politische Aufgaben erfüllen, die, wie man voraussagt, sehr schwierig sein werden. Die „3ourn£c Industrielle" fragt: Gehen wir dem Versuch einer autoritären Regierung entgegen? Warum nicht? 'Aber man muß daS Ziel wissen, bevor man urteilen kann. Im „® a ulois" steht: Das Ministerium ist von weniger kartellistischer Orthodoxie als man befürchten muhte. Die wenn auch nur zeitweilige Entfernung gewisser, durch ihre Demagogie zu sehr komprornittterter Persönlichkeiten und die Aufnahme des großen militärischen Chefs Frankreichs in das neue Kabinett scheinen den Wunsch einer Unabhängigkeit anzudeuten. Es wäre beklagenswert, wenn sie nicht in Erscheinung treten würde. Das Vertrauen, das man der neuen Regierung entgegenbringen darf, wird vor allem von ihrer Haltung gegenüber der Kammer und von ihren Handlungen abhängen. Wird die Regierung den Mut haben, sich von jedem parlamentarischen Einfluß zu befreien und die französischen Sparer durch gerechte Finanzmaßnahmen zu beruhigen? Das muh man abwarten. — Die Abendpresse nimmt das Kabinett Briand-Caillaux mit Zurückhaltung auf. Alles, so schreibt der „Temps". sei neuerdings von dem Finanzsanierungsplan des neuen Ministeriums Briand abhängig. Briand ließ die drei oder vier Finanzminister, die er in seiner Regierung hatte, ruhig gehen. Er habe sogar die verschiedenartigsten Auffassungen, die ihm die Finanzsachverständigen im Laufe der Ministerkrise mitgeteilt hätten, entgegengenommen. Abg. Schulte (Ztr.) erklätte auch die Zustirn- es vorn Parlament weitgehende Befugnisse ver- I mung des Zentrums zu dem sozialdemokratischen langen wird. v • r | Antrag. Paris, 24. Juni. (Sil.) Der Kainmer - sihung am Dienstag sieht man in poli- ttschen Kreisen mit Spannung entgegen. Die Sozialisten hielten heute in der Kammer eine Beratung ab, in deren Verlauf beschlossen wurde, die Regierung am Dienstag über die folgenden Punkte zu interpellieren. Ein franzöfischer Erfolg in Gens. Genf, 25. Juni. (TU.) In der gestrigen Sitzung des von den militärischen Unter* tommiffionen der Abrüstungskommis* [ i o n eingesetzten Unterkomitees für Marinesragen sind weitgehende Meinungsverschiedenheiten heroorgctreten. Bei der Beratung über die ^Vergleichsmaßstäbe für die Seerüstungen wurde von Englisch-amerikanischer Seite vorgeschlagen, entsprechend den Beschlüssen der Washing- toncr Marinekonferenz von 1922 die einzelnen Schiffsklassen mit ihrem Tonnengehalt zu vergleichen. Die französischen Delegierten erklärten jedoch, es müsse die Gesamttonnage der Flotten der einzelnen Länder untereinander verglichen werden. Die Mehrheit des Komitees trat für den fron- zösischen Vorschlag ein, der darauf mit elf gegen sechs Stimmen angenommen wurde. Die Vertreter Deutschlands, Englands und Amerikas enthielten sich der Stimme. Bei der amerikanischen Delegation hat das Resultat große V e r ft i m m u n g ausge- löst, da hierin nicht nur eine Ablehnung der Ergebnisse der Washingtoner Konferenz, sondern auch eine ernsthafte Durchkreuzung der gesam- ten Abrüstungsverhandlungen gesehen wird. Es wurde verschiedentlich darauf hingewiesen, daß eine Majorisierung der großen Seemächte durch die kleinen Landstaaten für die Kommission untragbare Resultate zeitigen müsse. Abschluß der internationalen Arbeitskonferenz. Genf, 24. Juni. ($11.) Die 9. internationale Arbeitskonferenz hielt heute vormittag ihre Schlußsitzung ab. Zunächst wurde der Konventionsentwurf über den Heuervertrag der Seeleute in 2. Lesung einstimmig angenommen. Der Entwurf Über das Seedisziplinar- recht, der gestern als Konventionsentwurf abgelehnt und der Redakttonskommission zur Umarbeitung in eine Empfehlung überwiesen worden war, wurde heute wiederum mit 50:38 Stimmen abgelehnt. Es ist in Aussicht genommen worden, die Ausarbeitung einer Konventton für das Seedisziplinarrecht auf die Tagesordnung der internationalen Arbeitskonferenz zu sehen, die 1928 zur Beratung Über den Achtstundentag in der Marine zusammentreten wird. Rach Ablehnung der Empsehlung über daS Seedisziplinarrecht war die Tagesordnung der 9. internationalen Arbeitskonferenz erschöpft. Es folgten die üblichen Schlußansprachen, woraus der Präsident die Konferenz für geschlossen erklärte. Die Kohlenfrage im englischen Unterhaus. London, 23. Juni. (WTD.) Das Unterhaus hat in zweiter Lesung die Vorlage be4 treffend die Reorganisierung des Kohlenbergbaus angenommen. Im Verlause seiner Ausführungen bemerkte der Vertreter des Dergamtes, Lane Fox, am dringendsten sei die allmähliche Beseitigung der kleinen altmodischen Schachtanlagen. Er verwies dabei auf die verhältnismäßig geringere Zahl der Schächte im westfälischen Kohlengebiet im Gegensatz zu der großen Zahl der englischen. Die Vorlage sei praktisch und zweckdienlich. Eie mache keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder auf Durchführung aller Anempfehlungen der Kohlenkommission. Sie bedeute nur eine erste Abschlagszahlung. Der Arbeiterführer Hartshorn, der die Verwerfung der Vorlage beantragte, erklärte, er habe vergeblich auf eine Erklärung darüber gewartet, welchen Einfluß man sich von der Vorlage auf die Lage der Dergwerksindustrie verspreche. Die Vorlage berühre nicht das eigentliche Problem. Zur Frage der Exportpreise erklärte Hartshorn, verglichen mit der Zeit vor der Kohlenbeihilfe habe England nicht mehr Aufträge vom Kontinent erhalten, trotz der eingetretenen Preisverminderung. England habe mehr ausgeführt, aber weniger dafür erhalten. Die Folge der Subventionen sei lediglich gewesen, daß die deutschen Bergwerksbesiher nun ihrerseits unter Berufung auf die Unterbietung der Preise durch den britischen Kohlenausfuhrhandel ihre Regierung um Unterstützungen angegangen wären. Wenn man nicht beginne, die Industrie einheitlicher zu gestalten, so falle die Hälfte der Industrie der Vernichtung anheim. Eine Verminderung der Löhne oder eine Vermehrung der Arbeitsstunden könne das Problem nicht lösen. Er trete für neue Verhandlungen zwischen den streitenden Parteien ein und hoffe, daß der Entschluß zu neuen Verhandlungen das Ergebnis der Debatte sein werde. Der Konservattve Leslie Schott erklärte, Hartshorn habe in seiner Rede den aufrichtigen Wunsch gezeigt, das Problem lösen zu helfen. Es sei zu bedauern, daß Hartshorn die Vorlage so kühl ausgenommen und keine beftimmten Abänderungsvorschläge gemacht habe. Lloyd George erklärte, er könne sich nicht denken, daß die Regierung der Aufforderung Hartshorns nicht Folge leisten werde. Der vorliegende Gesetzentwurf bringe die Angelegenheit nicht weiter. Dem Premierminister biete sich nunmehr die Gelegenheit, die gesamte Frage noch einmal zur Erörterung zu stellen, um festzustellen, ob man keine Regelung erzielen könne, die nicht nur für die Parteien des Hauses, sondern auch für die gesamte Industrie und Wirtschaft des Landes annehmbar sei. Die Mittwochsrede des Arbeiterparteilers Hartshorn, in der der Zusammenschluß aller Bergwerke als die einzige Lösung des Kohlenkonflikts bezeichnet wurde, war gestern in den Wandelgängen des Unterhauses Gegenstand lebhafter Erörterung. In Regierungskreisen werden feine Anregungen für eine vorbereitende Konferenz sehr begrüßt, obwohl vielfach bezweifelt wird, daß dieser wie alle übrigen Vorschläge mit Billigung der Bergarbeitergewerkschaft gemacht wurde. Jedenfalls beabsichtigt die Regierung zunächst eine abwartende Haltung einzuneh- men. Die neuen Lohntarife für die von der Achtstundenbill betroffenen Bezirke sind dem „E v e- n in g Standard" zufolge bereits fertiggestellt. Das Blatt bezeichnet sie im allgemeinen sogar als eine Verbesserung der früheren Bedingungen. Das Mstenabfindungsgefetz vor dem Rechtsausschuh. Berlin, 24. Juni. In der heutigen Sitzung des Rechtsausfchuffes wurde die Einzelberatung des Fürstenabfindungsgesetzes fortgesetzt. Dor Eintritt in die Tagesordnung beantragte Abg. Stöcker (Komm.), über jeden einzelnen Paragraphen und Abschnitt abzustimmen. Die Kommunisten seien zu diesem Antrag gezwungen, weil der „Vorwärts" ihre Haltung durchaus falsch daroestellt habe. In der Geschäftsordnungsdebatte darüber erklärte Abg. L i n d e i n e r ° Wildau (Dntl.), die Deutschnationalen würden sich bei allen Abstimmungen wie bisher der Stimme enthalten. Abg. Dr. R o s e n f e l d (Soz.) wies die Angriffe auf die Berichterstattung des „Vorwärts" zurück. Der Vorsitzende Dr. Kahl (D. Vp.) erklärte, er werde künftig über jeden Abschnitt besonders ab- stimmen lassen. Die Beratung wird bei § 8 fortgesetzt, der besagt: Zioillisten, Kronfideikommißrenten, Krondotationsrenten und ähnliche Renten fallen, soweit sie von dem Lande dem Fürstenhause oder einzelnen seiner Mitglieder zur Bestreitung der Hofhaltung oder sonstiger mit ihrer Stellung verbundenen Aufwestdun- gen gewährt werden, entschädigungslos fort. Im übrigen gelten sie als Privateigentum des Fürstenhauses, soweit sie nicht Nutzungen von Vermögens- stlicken sind, die nach der Feststellung des Reichs- sondergerichtes Privateigentum des Fürstenhauses sind ober in die Streitmasse fallen. Ihr Kapital- wert ist mit Anwendung der Grundsätze des Gesetzes über die Ablösung öffentlicher Anleihen in Höhe des Einlösungsbetrages eines Auslöfungs- rechtes festzufetzen, fo daß für Altbefitzan- lei h e n ein Nennbetrag des 25fachen Jahres- betragen der Rente zu gewähren fein würde. Der Kapitalwert ist gemäß den Vorschriften des § 34 Abf. 1 des genannten Gesetzes zu verzinsen und in 30 Jahresraten zurückzuzahlen. Das Reichsfonder- gericht kann auf Verlangen des Landes die Leistung in eine einmalige Kapitalabfindung umwandeln. Abg. Dr. Everling (Dn.) begründete dazu einen Antrag der Deutschnationalen, die in den Sätzen 3 und 4 enthaltenen AufwertungSbesttm- mungen zu streichen und dafür zu sehen: „Auf die Aufwertung ftnden auch die sonst geltenden gesetzlichen Bestimmungen einschließlich der Vorschriften des Aufwertungsgesehes vom 16. Juli 1925 Anwendung. Abg. Landsberg (Soz.) trat für einen sozialdemokratischen Antrag ein, der unter Streichung aller übrigen Abschnitte d-m § 8 die Fassung geben will: ZivUlisten, Kronfideikommih- renten, Krondotationsrenten und ähnliche Remien fallen entschädigungslos fort. Abg. Dr. Pfleger (Bayer. Dp.) wies daraufhin, daß auch vom preußischen Finanzministerium ein Teil der Kronfideikommißrenten als Privatbesih anerkannt werde. Abg. Barth (Dn.) verwies auf ein_ Gutachten des demokratischen Abg. Dc. Schücking. daß die Kronfideikommißrenten zum großen Teil den Charakter des PrivatbesiheS habe. Ein Vertreter des preußischen Finanzministeriums ertlärte, das Ministerium habe stets den öffentlich rechtlichen Charakter dieser Rente betont, der eine Entschädigungspflicht ausschliehe. Im preußischen Vergleich sei dieser Standpunkt des preußischen Finanzministeriums auch durch- gesetzt worden. Abg. Wunderlich ID. Dp.) hält eine formal rechtliche Lösung der Frage für nicht möglich, sondern betont die Rotwendigkeit einer politischen Ausbalanzierung. Der Redner fuhr fort: Es fällt meinen Freunden außerordentlich schwer, der sozialdemokrattschen Forderung zuzu- stimmen, aber weil wir das Zustandekommen des Gesetzes mit der notwendigen Mehrheit für dringend notwendig halten, sind meine Freunde im Ausschuß bereit, hier ein Opfer zu bringen, vorbehaltlich der Zustimmung meiner Fraktion. Doincars wurde beiseite geschoben und Caillaux habe man gut ausgenommen, obwohl beide für die wesentliche Frage die gleiche Forderung stellten. Das „Journal des Debats" schreibt, man frage sich, wie'o Briand schließlich zu der Konzentration der Radikalen gelangte, der die Anwesenheit Caillaux' den Stempel aufdrückte. Gewiß habe Briand acht Tage lang einen Weg zurückgelegt, der dem eines Labyrinth ähnlich war. Es war erstaunlich, daß man Herriot die Bildung des Ministeriums hat anvertrauen wollen, das den öffentlichen Kredit und die Finanzen hätte wiederherstellen sollen. Das Ministerium Briand-Caillaux werde ohne große Heberraschung ausgenommen. Der „3 n t r a n f i g e a n t" schreibt, wenn das Ministerium fest entschlossen sei, keine Politik zu treiben, sondern sich nur der finanziellen Wiederaufrichtung zu widmen, müsse man ihm trotz seiner politischen Zusammensetzung Kredit gewähren. Das Echo in England. London, 24. 3uni. ($11.) Die Morgenblätter beschästigen sich ausführlich mit dem neuen französischen Kabinett. Die „$ i m e s' führen an leitender Stelle aus, daß es sich keineswegs um eine Kombination der Rechten und des Zentrums handele. Das Schwergewicht liege vielmehr bei der Linken, obwohl dem Kabinett einige Mitglieder, die mehr oder weniger in Berührung mit den Gruppen der Rechten stehen, angehörten. Auffallend sei die Anwesenheit Caillaux' nicht nur als Finanzminister, sondern auch als Vizepräsident. Was bas zu bedeuten habe, bleibe abzuwarten. Solange aber dieses doppelköpfige Kabinettdie französische Kammer in der Gewalt habe, könne man in die Zukunft und Pläne des Kabinettes nie Vertrauen sehen. Der „Daily $ele- g r a p h" meint, daß die Aussichten des gestern gebildeten Ministeriums im Lichte der kürzlichen Ereignisse betrachtet, nicht sehr vielversprechend erscheine. Die republikanische Vereinigung habe Frankreich bisher wenig Hilfe in seinen finanziellen Schwierigkeiten bringen können. Der diplomatische Korrespondent des „Daily Telegraph" schreibt: ,.3n britischen Kreisen hofft man, daß die Zusammensetzung des neuen französischen Ministeriums Driand in die Lage versetzen wird, in der abessinischen Frage der Obstruktionspolitik am Quai d'Orsay ein Ende zu machen. 3talicn und Großbritannien wollen in Abessinien nur die gleichen wirtschaftlichen Dorteile wie Frankreich erlangen, wozu sie der Dertrag von 1906 berechtigt." Das Arbeitsprogramm der Kammer. hoWen. ^lotneter WZ litb'"m®1 •Wer SBöti,. durch Hnet, atokter b'< uX; de». Ä L?0H' -wtt beider- •stzsr WM 'i*» »rtt «urt. mszutvrisen. $ßn 2Ä 3-® °SQrben in rurückgegaiM Don den Preiswii- )werzerischen chemischen 3n- "ls abgeschlossen bt- rÄ9™* E unk xJÄ91, um dann späte, anzunehmen mhten sich im Verlause eben von einigen Prozenten r i’amen bröckelten writer werte gaben 1 Ls 2 Proz waren ferner Motoren- ls 2, Daimler minus 3 Proz. u- und Zuckeraktien wt zurück, Deutsche An- verändert ftill und luftlos, asländischen Renten letten Umsätzen die Desesv- :nen fort. 3m Freiver- enz behauptet. Trier Stahl ig 61, Krügershall 107, Ufa Der weitere 'Zerlauf brachte ' allgemein schwächeren Hal- Lmsätzen Lunten sich die ipten. Der ©etbmarh ichen des heranrückenden che beginnen etwas anzu- 4 Prozent. Monatsgeid und 6,75 Prozent je tonten 4,37 Prozent. In- izent. 3m Devisenver- mdetonmen des sranzöfifchcn ichte Cßefeftigung der ankenvaluten bewirkt, 'en London 170,-. ebenso ar Mailan) mit 139,50 gegen iwächt. Das englische Pfund 4.8665 befestigt- Die State- et fest. iner Börse. )t des „Siebener Anzeigers. Juni Die Börse eröffnete itlicher Haltung. EiM verkehrten recht lebhasi d^ te, Die in den letzten DUt Den, nachgebend, opreng ten rrchig und leicht avge dmarit mr Lagesgeld M mdon fast unverändert, ter Getreidebörse. ,1 tn M/i l'n r Weizen WÄuv 2,50, Hafer , Mtha-mW u h schal- ftisSS, //unreine \ S VarktverM- ereile Erscheint täglich, außer Cb Sonntags und Feiertags. CHF M ▼ M Gießener Anzeiger infolge höherer Gewalt. iXer MM General-Anzeiger für Oberhefsen richten: Anzeiger Sieben. v 1 8rantf,urtam’mäii0ii686. vrrck und Verlag: vrühi'sch« Uni-«rfilÄ5-vuch. und Sklnöniderci R. Lange in Sieben. Schristlettung und Geschäftsstelle: Schulftrasse 7. Die Lage in Portugal. Madrid, 24. 3unt (TU.) 'Cffiie aus Lissabon gemeldet wird, kann die Militärdiktatur als endgültig gefestigt angesehen werden. Trotz der wiederholten Dersicherung der Regierung, daß die republikanische Etaatsform aufrecht erhalten werde, gehen Gerüchte um. die von einer kommenden Wiederherstellung der Monarchie wissen wollen. Als Abgesandter des ehemaligen Königs Manuel soll Rorion Mattos in Lissabon eingetroffen sein. Primo de River a hat einen Oberst nach Lissabon gesandt, der da Costa Grüße und Glückwünsche überbringen foIL l Abg. Everling (Dn.): Der Vertreter des! preußischen Finanzministers hat nicht das Gutachten des jetzt amtierenden Justizministers A m Zehnhoff zitiert, dessen Gutachten feststellt, daß die Kronfideikommißrenten zum großen Teil privatrechtlichen Charakter haben. Vom Abg. Dr. Pfleger (Bayr. V.) war inzwischen ein Antrag eingegangen, der im Sinne seiner vorherigen Ausführungen die Renten zur Streitmasse schlagen und die Aufwertungsbestimmungen im Sinne des Antrags Everling ändern will.' Abg. o. Lindeiner-Wildau (Dn.) erklärt unter Unruhe der Linken, die Ausführungen des Vertreters des preußischen Finanzministeriums hätten die notwendige Objektivität vermissen lassen, die man von einem Regierungsvertreter verlangen müßte. Es sei eigenartig, wenn ein republikanischer Regierungsvertreter das Gutachten eines königlichen Justizministers höher stelle als das eines republikanischen Ministers. (Lachen links.) Vorsitzender Abg. Dr. Kahl (D. V.) wies den gegen den Regierungsvertreter erhobenen Vorwurf der mangelnden Objektivität zurück. Abg. v. Richthofen (Dem.): Wir werden dem sozialdemokratischen Anträge zustimmen. Abg. v. Drhander (Dtschn.): Der preußische Regierungsvertreter hat nicht mitgeteilr, das; bei den Auseinandersehungsverhandlungen von 1920 auch der preußische Finanzminister Dr. Südekum die Meinung deS Iustizministers am Zehnhofs durchaus geteilt hat. 3n der weiteren Aussprache erklärte Abg. Dr. Rosenfeld (Soz.) mit der Zustimmung zu dem sozialdemokratischen Anträge sei die vom Abg. Dr. Wunderlich gewünschte politische Ausbalanzierung noch nicht erreicht. Die Sozialdemokraten müßten sich weitere Forderungen Vorbehalten. Bei der Abstimmung wurde der sozialdemokratische Antrag mit 16 gegen 9 Stimmen, bei 3 Stimmenthaltungen der Kommunisten, angenommen. Dagegen stimmten die Deutschnattonalen und die Abgeordneten Dr. Pfleger (Bahr. Bp.), Alpers (Wirtsch. Bg.) und Dr. Frick (Volk.). Die übrigen Anträge zum § 8 der Fassung der Regierungsvorlage waren damit gefallen. Die § 9 bis 11 der Regierungsvorlage bestimmen, was aus der Streitmasse dem Lande ohne Entschädigung zuzustellen ist (Schlösser von kulturhistorischer Bedeutung, Museen, Parkanlagen usw.) und waS aus dem Reichsvermögen der Fürsten gegen Entschädigung an das Land abzutreten ist. Abg. Dr. Everling (Dtschn.) begründet einen Antrag auf Streichung dieser Paragraphen, weil er in ihnen die fchroffeste Betonung der entschädigungslosen Enteignung erblicke. Abg. Dr. Rosenfeld empfiehlt Anträge seiner Freunde, die entschädigungslose Enteignung noch auf weitere als in der Regierungsvorlage angeführte Gegenstände auszudehnen. Staatssekretär 2 o e l vom Reichsjustizministerium erklärt, die Reichsregierung betrachte die in § 9 bestimmte entschädigungslose Enteignung von Schlössern, Theatern usw. als verfassungsmäßig zulässig, weil sie nach dem Wortlaut des Gesetzes vom Lande aus Gründen der Kultur oder der Bollsgesundheit in Anspruch genommen werden. Der § 9 wurde schließlich unter Ablehnung aller Anträge gegen die Stimmen der drei Kommunisten bei Stimmenthaltung der Sozialdemokraten und Deutschnativnalen angenommen. Der Ausschuß vertagte sich dann auf Freitag. Deutscher Reichstag. Berlin, 24. 3uni, 1 Uhr nachm. I Der Gesetzentwurf über die vorläufige Anwendung von Wirtschaftsabkommen geht ? an den handelspolitischen Ausschuß. Der Gesetzentwurf, der das Registerpfandrecht reichsgesetzlich für alle im Bau befindlichen Schiffe einführt, wird in zweiter und dritter Beratung ohne Aussprache angenommen. Zur zweiten Beratung kommt Mim die Vorlage, durch die das Gesetz über den Verkehr m1t unedlen Metallen auf ein halbes Jahr bis Ende 1926 verlängert werden soll. 3n - gleicher Weise soll das Gesetz über den Verkehr mit edlen Metallen und Edelsteinen verlängert werden. Die Verlängerung beider Gesetze wird in zweiter und dritter Beratung beschlossen. Der von der Deutschen Volkspartei einge- brachte Gesetzentwurf über die Erhöhung der Alterspensionen wird auf Antrag des Abg. Gerig (Zentr.) an den Haushaltsausschuh zurückverwiesen, nachdem nach längerer Geschäftsordnungsdebatte auch Staatssekretär Kempner mit Rücksicht auf die Konsequenzen dieser Vorlage eine nochmalige Ausschußbera- tung für notwendig erklärt hat. Die zweite Beratung der Rovelle zum Mieterschuhgeseh wird dann fortgesetzt. Abg. Tremmel (Zentr.) führt aus, die Wohnungszwangswirtschaft könne nicht vollständig beseitigt werden, solange die jetzigen Zustände auf dem Bau- und Wohnungsmarkt bestehen bleiben. Ihre Aufhebung würde unter den jetzigen Umständen nur eine Privatwirtschaft an Stelle der staatlichen bringen. Dem vorliegenden Gesetz werde die Zentrumspartei mit Rücksicht auf die Rotlage vieler Hausbesitzer zustimmen. Abg. ßinnefelö (Disch.Dp.) hält die sofortige Aufhebung des Mieterschuhgesetzes nicht für angängig. Die gewerblichen Räume müßten aus den Zwangsbestimmungen herausgenommen werden. Ein Skandal sei der schwunghafte Handel mit Wohnungen. Abg. D o m s ch (Dntl.) erklärt, die Deutschnationalen seien gegen eine einschneidende Begünstigung der Hausbesitzer und der Mieter. Das Wohnungswesen sei mit der sonstigen Zwangswirtschaft nicht auf eine Stufe zu stellen. Sie könne nicht von heute auf morgen aufgehoben werden, wenn nicht eine schwere Schädigung aller Mieter eintreten solle. Eine weitgehende Lockerung der Wohnungszwangs- wirtschaft sei allerdings zu begrüßen. Der Redner begründet die Anträge seiner Partei auf Herausnahme der gewerblichen Räume aus den Mieterschutzbestimmungen unter bestimmten Voraussetzungen und aus Erweitern des Kündigungsrechts des Vermieters. Abg. H ö l l e i n (Komm.) bezeichnet die Vorlage als den Ausdruck kapitalistischer Brutalität. Die Negierung wolle die Aufhebung des Mieterschutzgesetzes oorbereiten, und damit die arbeitenden Volks- massen zur Massenoddachlosigkeit verurteilen. Nach 4 Uhr wird die Weiterberatung auf Freitag 2 Uhr vertagt; außerdem steht auf der Tagesordnung das zweite Volksentscheidge- s c tz und kleinere Vorlagen. Preußischer Landtag. Berlin, 24. Juni, 12 Uhr mittags. Abg. Kilian (Komm.) verlangt die sofortige Beratung eines kommunistischen Antrags, der das Staatsmmisterium ersucht, sofort eine Hilfsaktion zugunsten der Hochwassergeschädigten in Preußen, besonders aber im Oder- und Elbegebiet einzu- lelten. Präsident Bartels bemerkt, daß eine große Anzahl von ähnlichen Anträgen verschiedener Parteien vorliegen, die gemeinsam am Samstag beraten werden sollen. — Da die Kommunisten sich mit dieser Absicht einverstanden erklären, ist die Sache für heute erledigt. Es folgt die Einzelberatung des Polizeietats. Abg. Metzenthin (D. V.) wiederholt seine schon in der Generaldebatte gestellte Frage, ob bei den Haussuchungen nicht erhebliche Verstöße gegen die Strafprozeßverordnung vorgekommen und ob die Schuldigen bestraft worden seien. Sollte die Staatsregierung heute wieder diese Frage nicht beantworten, so müsse daraus geschlossen werden, daß tatsächlich schwere Verstöße vorlägen. (Sehr wahr! rechts.) Abg. Borgt (Dn.) erklärt, es müsse geradezu als eine Herausforderung rechts gerichteter Verbände angesehen werden, daß in Köln abermals Haussuchungen bei Jndustrieführern vorgenommen worden seien. (Hu-Hu-Rufe links.) Abg. M a n t k e (Ztr.) macht einzelne Vorschläge für die Ausbildung von Polizeibeamten, besonders auch für die Polizeischulen. Ministerialdirettc-r Dr. A b e g g betont, daß er verpflichtet sei, die Würde der Regierung zu wahren. Der Abgeordnete Metzenthin habe seine seinerzeitigen Ausführungen im Hauptausschuß für lächerlich erklärt, und er habe keinerlei Veranlassung, auf eine von derselben Seite noch einmal gestellte Frage zu antworten. (Große Anruhe rechts — lebhafte Zurufe!) Abg. Metzenthin (D. Vp.): Die Auskunft, die der Herr Vertreter des Ministeriums soeben gegeben hat, ist sebr originell insofern als sich noch niemals, seit ich im Hause bin, ein Ministerialdirektor von einer unbequemen Antwort entfernt hat. Ich habe nur die Erklärung des Herrn Abegg zurückgewiesen, daß es sich bei dem Vorgehen der Polizei um die Sicherheit des Staates gehandelt habe. Eine klare Antwort auf die Frage, ob sich die Polizei bei ihrem Vorgehen rein technisch an die für sie geltenden Gesetzesbestimmungen gehalten habe, habe ich nicht bekommen. Ministerialdirektor A b e g g erklärt unter großem Lärm der Rechten: Ich habe ausdrücklich gesagt, daß ich es ablehnen muß, auf eine derart gestellte Frage eine Antwort zu erteilen, nachdem die von mir gegebene Antwort bereits einmal in einer derartigen Weise entgegengenommen worden ist. (Große Anruhe rechts und Rufe: Anerhört!) Auf die Frage des Abgeordneten Borgt (Dn.) wird eine schriftliche Antwort des Ministeriums heute noch herausgehen. (Große Anruhe rechts — Rufe „Abtreten!") Abg. D i l b e r g (Dn.) erklärt, feine Partei habe nach den Ausführungen des Herrn Abegg nicht das Vertrauen zu der Regierung. In der weiteren Aussprache wendet sich der Kommunist Kasper scharf dagegen, daß für die Provinzwohnung des Vizepräsidenten Friedensburg 16 000 Mark ausgegeben worden seien. — Abg. Borgt (Dn.) schließt sich dem an. — Abg. Bartels (Komm.) erklärt die grundsätzliche Ablehnung seiner Fraktion, Aufwendungen für besondere Dienstleistungen der Polizei zu bewilligen. Abg. Dr. Leidig legt namens der Deutschen Volkspartei Verwahrung gegen die Aeußerung Abeggs ein, daß er „die Würde der Regierung zu wahren habe". Die Regierungskommissare seien zwecks sachlicher Aufklärung in das Haus gesandt, nicht aber zu persönlichen Auseinandersetzungen mit Mitgliedern des Hauses. (Sehr richtig! rechts.) Abg. Marckwald dankt unter stürmischem Gelächter der Rechten dem Ministerialdirektor für die Wahrung der Würde der Staatsregierung. — Damit ist die zweite Beratung des Polizeihaushalts erledigt. Es folgen nun die Abstimmungen, wobei der Polizeietat nach den Beschlüssen des Haupt- ausschusses Annahme findet. Weiter verabschiedet das Haus in zweiter und dritter Beratung den sozialdemokratischen Initiativgesetzentwurf, betreffend die Abänderung des Schutzvolizei- beamtengesetzes vom 16. 8. 22. In namentlicher Abstimmung wird ein deutschvolkspartci- licher Antrag, bei Reuschasfung des Schuhpolizei- beamtengeseheS den Polizeioffizieren größeren Schutz gegen Entlassungen aus politischen Gründen zu gewähren, mit 197 gegen 147 Stimmen bei zwei Enthaltungen a b g e l e h n t . Rächster Gegenstand der Tagesordnung ist die zweite Beratung deS Haushalts der allgemeinen Finanzverwaltung. Berichterstatter Abg. Dr. Wremer (D. Dp.) betont, man müsse gegenwärtig noch mit einem Fehlbetrag von 632 Millionen für den Etat 26 rechnen, der bis zur dritten Lesung des Etats behoben werden soll. Die Finanzlage Preußens sei ernst und bei den kommenden Verhandlungen über den Reichsfinanzausgleich muffe das Reich gebührende Rücksicht auch auf die finanziellen Interessen Preußens nehmen. Hierauf vertagt das Haus die Weiterberatung auf Freitag 11 Ahr. Zum Volksentscheid in Hessen erläßt der Hessische Wirtschafts - und Ord- nungsblock (Hess. Landbund, Deutsche Volkspartei, Deutschnat. Volkspartei) folgende Kundgebung an das hessische Volk: Unserer Aufforderung, durch Auflösung des Hessischen Landtags und Befragung des Volkes die von den linksradikalen Kräften der hessischen Regierung verschuldete Mißwirtschaft unmöglich zu machen, ist das hessische Volk in einem über unser Erwarten weit hinausgehenden Umfang gefolgt. Wir wissen genau, daß zahllose Wähler, insbesondere viele, die im Beamtenverhältnis oder wirtschaftlicher Abhängigkeit gegenüber staatlichen Machthabern sich befinden, nur aus Furcht vor den zu erwartenden Vergeltungsmaßnahmen, sich nicht durch Einzeichnung in die Listen an der Bewegung beteiligen konnten. Aber auch sie zählen wir zu den Mitkämpfern für eine bessere Verwaltung, g e - sünder? Steuerpolitik und für eine saubere Personalpolitik im hessischen Staat. Wir danken allen, die durch Einzeichnung ihres Ramens sich mannhaft für unsere Sache und gegen den herrschenden Parteiklüngel bekannt haben. Mißwirtschaft, verfehlte Steuerpolitik, parteipolitische Einflüsse in Verwaltung und Stcllenbesetzung sind der Arsprung unserer Bewegung. Gegen die Wirkungen dieser Entartung vernünftiger Staatspolitik wendet sich unser Kampf. Gesunde Steuerpolitik, Reinlichkeit in Verwaltung und Sparsamkeit in allen Zweigen des öffentlichen Dienstes sind unsere Ziele. Das Ergebnis des Volksbegehrens war ein gewaltiges Bekenntnis der weitesten Kreise unseres Volkes gegen das jetzige System und füa unseren Kampf. Der nächste Schritt wird die Volksentscheidung sein, nachdem die Linksparteien es abgelehnt haben, freiwillig dem hessischen Volke durch Verfassungsänderung die Kosten einer Volksabstimmung zu ersparen und den Weg zur Abgabe des Stimmzettels frei zu machen. Haltet euch bereit, bis der Augenblick kommt, wo eine machtvolle Kundgebung des hessischen Volkes durch Volksabstimmung die Auslösung des Landtags erzwingt. Der Kampf geht weiter, bis das Ziel erreicht ist. Aus dem Hessischen Landtag. Im Hessischen Landtag hat der Sozialist Storck folgende Anfragen gestellt: 1. Ist der Regierung bekannt, daß im Bahnhof Reinheim von Groß-Bieberau abgesandte und nach Stuttgart adressierte Waffen in großer Menge gefunden wurden? 2. Ist cs richtig, daß der Absender der Waffen der bekannte Führer des Jungdeutschen Ordens, Landwirt Heldmann in Groß-Bieberau, ist? 3. Sind die Waffen Eigentum des Jungdeutschen Ordens? 4. Hat die Regierung Vorsorge getroffen, daß weitere Waffenlager in Hessen sich nicht mehr befinden? Minister des Innern v. Brentano hat diese Fragen folgendermaßen beantwortet: Zu 1. Der Regierung ist bekannt, daß im Bahnhof Reinheim eine von Groß-Bieberau nach Stuttgart adressierte Sendung einer größeren Anzahl von Waffen gefunden wurde. Zu 2. Der Absender der Waffen ist der Landwirt Heinrich Heldmann in Groß-Bieberau, der nach seiner Angabe in der ersten Nachkriegszeit dem Jungdeutschen Orden angehörte, seitdem und zur Zeit aber weder mit dem Jungdeutschen Orden noch mit anderen Organisationen etwas zu tun haben will. Zu 3. Nein, die Waffen find nicht Eigentum des Jungdeutfchen Ordens. Zu 4. Ja, die Regierung hat die geeigneten Maßnahmen getroffen. Aus ßöev Welt. Unruhen in Delhi. In Delhi kam es anläßlich eines mufelmani- schen Festes zu Anruhen. Britisches Militär hält die Hauptstraßen mit Pantzerautomobilen beseht und Kavallerie patrouilliert durch die Stadt, die fest in den Händen der Behörden ist. Bei den Krawallen wurde ein Hindu vor einer Moschee erdolcht und 43 Personen verletzt, darunter ein Polizeibeamter, 14 Hindus und 28 Mohammedaner. Die Behörden untersagten Ansammlungen von mehr als 5 Personen. Die militärischen Vorkehrungen zur Aufrechterhaltung der Ordnung bleiben in Kraft. Blutiger Zusammenstoß bei Mekka. Wie aus Kairo berichtet wird, ist es Bet Mekka zu einem sehr blutigen Zusammenstoß, zwischen Wahabiten und ägyptischen Truppen gekommen. 25 Wahabiten sollen getötet worden sein. Die Pest in Astrachan. Im Gouvernement Astrachan sind hundert Fälle von L u n g e n p e st, die von Feldmäusen auf die Menschen übertragen wird, registriert worden. Das Gesundheitskommisfariat hat sofort dorthin eine spezielle Kommission von Aerzten zur Bekämpfung der Seuche entsandt. Von den hundert Befallenen sind 40 Personen geworben. Hochwasser überall. Das Hochwasser des Rheins ist seit gestern in Mannheim um 20 Zentimeter, das des Neckars um 25 Zentimeter gestiegen. Der Rhein ist aus den Ufern getreten und hat bei Mannheim die Anlagen überschwemmt. Der auf den Feldern angerichtete Schaden ist bedeutend. Im Laufe des gestrigen Tages und der ver- gangenen Nacht ist ein erneutes Anwachsen der Oder zu verzeichnen gewesen, es wurde ein Stand von 4,65 Meter erreicht. Aus Crossen wird gemeldet, daß die Oder bei einem Pegelstand von 4,37 Meter zum Stillstand gekommen ist. Zahlreiche Häuser mußten geräumt werden. Bei Vietz rechnet man schon mit dem Bruch des vom Wasser hart bedrängten Dammes. Die Küstriner Pioniere sind zur Hilfeleistung eingesetzt. In Altmark und Priegnitz gehen täglich schwere Gewitter mit wolkenbruchartigen Regengüssen nieder und machen die Folgen der Hochwasserkata- strophe unübersehbar. Die Stepenitz hat die Ufer kilometerweise überschwemmt und gegen 10 000 Morgen Roggen-, Kartoffel- und Heuernte vernichtet. Bei Dargarbt ertrank ein Wanderbursche in der Löcknitz, bei Seedorf der Besitzer Wendt. Mil Pferd und Wagen im Rhein ertrunken. Aus Emmerich wird gemeldet: Ein Taglöhner fuhr mit seinem Fuhrwerk zum Fahrdamm über einen Weg, der vom Hochwasser überflutet ist. Offenbar des Weges unkundig, kam er von ihm ab und stürzte mit Wagen und Pferd in den hochgehenden alten Rhein. Mann und Pferd gingen sofort in den Fluten unter. Rettungsversuche waren vergeblich. Man konnte nur noch die Leiche des Fuhrmannes und später auch das Fuhrwerk bergen. Bootsunglück auf der Ruhr. Aus Essen wird gemeldet: Gestern abend kenterte in der starken Strömung der Ruhr bei der Heisinger Fähre ein mit drei Personen besetztes Paddelboot. Zwei der Insassen, ein junger Mann und ein junges Mädchen ertranken, während sich der dritte Insasse retten konnte. WcLLervoraussage. Zeitweise noch stärker bewölkt, vielfach auf- heiternd, westliche hiS nördliche Winde, nachts kühl, Steigung zu lokalen Schauern, sonst trocken. Da von Westen her weitere Druckzunahme erfolgt, so schreitet die Aufbesserung der Wetterlage fort. Jedoch muß, da die Zufuhr nördlicher bis westlicher Winde zunächst anhält und die tägliche Erwärmung stärker wird, weiter mit dem Auftreten von lokalen Schauern gerechnet werden. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 13,3, Minimum 6,8 Grad CelsiuS. Riederschläge 1,5 Millimeter. Heutige Morgentemperatur 12,5 Grad Celsius. Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 25. Juni 1926. Die Schlaflosigkeit. Don Sanitätsrat Dr. Hanauer, Frankfurt a. M. Die Schlaflosigkeit zählt zu den häufigsten und quälendsten Aebeln. Wenn der Kranke über Schlaflosigkeit klagt, so ist das allerdings nicht wörtlich zu nehmen, denn in der Regel handelt es sich nicht um vollständige Schlaflosigkeit, sondern es ist meist der verkürzte und wenig erquickende Schlaf, manchmal auch ein oberflächlicher, häufig unterbrochener, der den Kranken quält. Oft glaubt er dauernd wachgelegen zu sein, während er in Wirklichkeit zeitweise geschlummert hat, öfters aber wieder aufgewacht ist. Die wichtigste Arsache der Schlaflosigkeit sind fortwirkende Erregungen, die durch geistige Arbeit und lebhafte Gemütsbewegungen bedingt sind. Weitere Arsachen der Schlaflosigkeit sind zu starke Mahlzeiten vor dem Zubettgehen oder zu geringe Rahrungsaufnahme, Darmträgheit, Genuß von starkem Kaffee oder Tee in später Abendstunde, Tabakmihbrauch. störende Licht- und Gehörseindrücke u. a. In physiologischer Beziehung ist zu beachten, daß bis zum Eintritt des Schlafes eine gewisse Blutleere des Gehirns notwendig ist. Das Blut flieht bekanntlich den Organen in vermehrter Menge zu, die es zu ihrer Arbeit brauchen; in besonders sinnfälliger Weise ist dies bei der Verdauung der Fall, das Blut wird hier dem Gehirn entzogen, unö so erklärt sich das Gefühl der Müdigkeit und Schläfrigkeit nach dem Essen. Amgekehrt kann bei Aeberfüllung des Gehirns mit Blut ein richtiger Schlaf nicht zustandekommen. Zur Verhütung der chronischen Schlaflosigkeit ist körperliche und geistige Hygiene notwendig, wechselnd zwischen Arbeit, Rahrungsaufnahme und Ruhe, Gewöhnung an Ordnung und Regelmäßigkeit im Aufstehen und Zubettgehen, richtige Gestaltung des Schlafzimmers, Abhaltung aller störenden und ungewohnten Sinnesreize, vor allem der störenden Geräusche, Ausschaltung aller Lichtquellen, Durchwärmung des Bettes und Schlafzimmers in kalter Jahreszeit. Auch die Körperlage im Bett ist von Bedeutung; da das Liegen mit erhöhtem Oberkörper den Dlut- abfluß begünstigt, so ist diese der Tieflage des Kopfes vorzuziehen. Verkehrt ist es, mit gespannter Aufmerksamkeit dem Eintritt des Schlafes entgegenzusehen. Man soll den Schlaf erwarten, indem man sich ganz der Ermüdung überläßt. Was die Bekämpfung der Schlaflosigkeit anbelangt, so ist von dem gewohnheitsmäßigen Gebrauch von Schlafmitteln aufs ernstlichste zu warnen. Eine Heilung der Schlaflosigkeit wird durch Schlafmittel überhaupt nicht herbeigeführt. Die Beseitigung der Schlaflosigkeit muß durch allgemeine Maßnahmen erfolgen. Manchmal tut ein Ortswechsel, ein Aufenthalt im Gebirge oder an der See zur Beseitigung der Schlaflosigkeit gute Dienste. Bei hochgradiger Reizbarkeit. und Erregbarkeit ist ein beruhigendes Klima angebracht, z. B. Riederungs- und mittleres Gebirgsklima. Es wird ferner allgemeine Massage am Abend und Kopfmassage empfohlen, desgleichen Widerstandsgymnastik. Diel und mit Erfolg gebraucht werden Was- seranwendungen. Zu den toirffamften Mitteln gehört die feuchte Ganzpackung von 3/4- bis einstündiger Dauer, die feuchte Leibbinde, Kühl- kappe am Kops, seuchtwarme Wadenwickel, Prieß- nitzumschläge um den Leib, Feuchte Amschläge um den Racken, Anterscheneelgusse, kurze kalte oder warme Fußbäder, feuchte Strümpfe, über welche trockene gezogen werden auch Sih- und Halb- bäder werden empfohlen. Keine Auswanderung nach Chile „Der Deutsche Ansiedler", herausqegeben von Pastor Wedekind - Elberfeld, schreibt in seiner Chile-Rummer (Mai-Juni 1926) folgende beachtenswerte Winke für Auswanderungslustige nach Chile: Ist heute deutschen Auswanderern die Ausreise nach Chilezu empfehlen? Chile hat ohne Frage Einwanderer nötig. Aber mittellosen Deutschen wird es nur in seltenen Ausnahmesällen gelingen, unterzukommen. Die Aufnahmefähigkeit des Landes ist beschränkt. Das anspruchsvolle und unzufriedene Verhalten vieler deutscher Abenteurer nach dem Kriege hat den Deutschen als Arbeiter in Chile unbeliebt gemacht. Man hört selbst von deutschfreundlichen Chilenen: „Ich nehme nie wieder einen Deutschen an.“ Tüchtige Handwerker finden noch am leichtesten eine Lebensstellung; aber auch sie müssen etwas Geld mitbringen, schon um nicht in Rot zu geraten, solange sie noch keine Arbeit gefunden haben. Auch müssen sie so schnell als möglich die spanische Landessprache erlernen. Kaufmännische Angestellte und Akademiker haben wenig Aussicht auf Anstellung. Alle Berufe sind in Chile überfüllt, an Kaufleuten ist kein Mangel. Landwirte dürfen nicht darauf rechnen, freies Land oder Llnterstützung von der Regierung zu erhalten. Der mittellose Landarbeiter steht sich in Deutschland besser als in Chile. Der Landwirt, der in Chile Kolonist werden will, muh wenigstens 5000 Goldmark besitzen, um ein Stück Land zu kaufen oder als Pächter kultiviertes Land zu übernehmen, um es später zu erwerben. Die Verkehrs- und Absatzschwierigkeiten fallen erschwerend ins Gewicht. Der anspruchslose, arbeitsfreudige, gesunde Deutsche kann aber auch heute noch in Chile vorankommen, wenn es ihm am nötigen Anfangskapital nicht fehlt. Er soll dann aber darauf achten, sich unter deutschen Volksgenossen und Glaubensbrüdem niederzulassen! Dann wird er dort bald heimisch werden Die politische Lage in Chile, die zur Zett einigermaßen kompliziert ist und Gefahren in sich birgt, sollte beachtet werden. Der deutsche Auswanderer, der sich Südamerika zuwendet, muß aber auch bedenken, daß er sich etwa die Halste der Reisezeit und Reisekosten erspart, trenn er nach Südbrasilien oder 'J(orDargentlnien geht, wo sich ihm etwa dieselben Aussichten bieten. Bornotizen. — Tageskalender für Freit aa. Verein Oberhessisches Damenheim, 5Vr älhr nachmittags, Lukassaal (Liebigstr. 56): Mitgliederversammlung. — V. H. C.: Monatsversammlung bei Hopfeld. — Ramiro-Thectter, 81 4 Tlhr, Kath. Vereinshaus. — Gleibergverein. Nächsten Samstag auf der Burg Gleiberg Generalversammlung. (S. Anzeige.) ftüh'7 gfy;. ■ 0 Dl« ■ bild«-;: & U oberen S SÄ’," Perso gen M» ®S biimM *n“ Dr Friedrich SW" -« florji bei Ze"bir ? ft Ag. qM.M« bin meifien öc k'OnilNler w i«k * 1 jp zweifellos " Eine 6 Münzend« lieber die Do sohrtgelegenhe srtäS Handwerk- w schreiben an stehendem Sri Wuchses, an Lage i" X KefE deu« mufi SüdameU 6ie» ct SKr" MD- Büro-Arbeit wird mühelos und angenehm durch Wrigley P. K.-Kau-Bonbons. 04466 an nz. 5. Vorstandswahl. 5350D sehen. 04465 53551) Gießen, Marktplatz 2 Galt Astoria Samstag oues TanzAbend nachmittags 2 Uhr, statt. wir verhüten Uonkurse Gießen, den 25. Juni 1926 04455 ab Butzbach 11^0 Uhr ab Butzbach 120Uhr Kaiserallee 15. 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Geschäftsbericht 1925 26. 3. Festsetzung des Voranschlags 1926/27. 4. Statutenänderung lZuwahl zweier Vorstandsmitglieder». wun3erK neuen eulo - Diamon- Klingen u. Apparate. Nah.durdi Mulcuto-Werk, Solingen Verschiedenes! Wegen Aufgabe meiner Landwiri- fchaft versteigere ich Samstag, vormittags 9 LIHr, meine FuMlsttl, faiisdmlit Marke: „Adler-Palmen" M67a in allen Größen vorrätig | Mietgesuche j Möbl. Zimmer für zwei Herren «Reisende) nahe Bahnhof auf 5.7. gesucht. Schr. Angeb. mttVreiSang. unter 5361V a. d. Gieff.Anz. Tausche meine 6—8 Zimm.- Wobna. in feiner Lage geg. 4-Zimm.- Wobna. Schriftl. Angeb. unter 04450 an den Gieff. Anz. Wir haben unsere Alleinvertretung für Giehen neu zu vergeben. Großzügige Unterstützung und zeitgemäße Be- Etn im dies. OrtS- bezirk bekannter Mann mit gutem Auftreten von erster Firma per sofort gesucht. Schr. Angeb. unter 52990 a. d. Gff.Anz. Naves, Älteres Sonntag, 27. 6.: FmlienMsluü nM Annerod lEngelhardt». 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De oresen Vertrag absc gut wie nichts gibt fl* ist es fiar, «eieren Hintergrund öen man bei näherem Kaum war der C ö»r.t. so quittierte r «esorbten Tadel nach wan von türkischer ' Mltenen Sonart. ÄS die Türkei' i Kn. Weder mit N" ivare ein dire 8 °^ne Bedenken ^ieöiologii der £i ktbunn bon Dl von y^.^nnze L Ä $in[ern fr«. : Von d»r n wü R. S auf die Ngreich^ikrast ö( ?SS? ItSfag; «... iu:önun8. ^ht. >S.» ^?kes, 1926 5850D ■M unter .868 NGbeiZahlungs. Gierigkeiten [$ ÜnKÄrjT Sft AuSkuoft evtchastsllrratiouüle «ruogm.b^.,Kravk' !m Trutz A Römer W. Iprechneh angeschloljen. lis Detter Möbelschreinerek my Detter hneidermeistem . liferaüee 15. [ou?2 1AAAAAAAAA1 WVWVGWMWVW (6t mtbrere MM , und Veneratvertreteri on und Akamsilion.Slilbi- ineingearbeitel. Hohe.evtt. OOMSS t.ED. 24457 an Mols oder. 27.6- gh-i rsiand- ierordenlllcbc MM! i Pk.Artikel nach unserem Der Ar'ikel ist k°M- 1 jedem Hltuöbalk begebtt. j. 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Also muß England eine Sicher- Die biologischen Grundlagen -er Lichttherapie. 3n der jüngsten Sitzung der O 6 e r ß e f f i ■ Zschen Gesellschaft für Ratur und Heilkunde sprach nach kurzen wissenschaftlichen Mitteilungen von Prof. Küster über Vital- ’ffirbung von Pflanzenzellen durch Phthaleme, von Dr. Kaja (Bad-Rauheim) über biologische Einflüsse bei der Sinterbildung, und von Prof. Hsenneberg über einen lebendgebärenden fcifer, Privatdozent Dr. Rothmann über 1.2) i e biologischen Grundlagen der Lichttherapi e". Der bekannte dänische Forscher Äiels Zinsen hatte als erster die Beobachtung gemilcht, daß Sonnenlicht bei Hauttuberkulofe Heil- nxnung entfaltet, und daß diese Wirksamkeit den tarin enthaltenen ultravioletten Strahlen zuge- fchrieben werden müsse. Um in unserem Kiima von der Unbeständigkeit der Sonnenstrahlung unabhängig zu sein, führte er die künstliche Lächttherapie ein, indem er das ebenfalls an ultravioletter Strahlung reiche elektrische Bogen- '.icht, durch dafür durchlässige Quarzlinsen kon- jertriert und von der langwelligen Wärmestrah- Lmg befreit, auf die kranken Hautstellen strahlen lioß. Diese Finsenlampen werden noch heute erfolgreich verwendet. z Da in hochgelegenen Gegenden der Anteil -er ultravioletten Strahlung im Sonnenlichte ein größerer ist als in den Riederungen, vermochten Schweizer Aerzte, Bernhard und R o l l i e r, auch die Heilkraft der Sonne in ihrer Heimat erfolgreicher auszunutzen. Dabei beschränkten sie ficb nicht auf die Bestrahlung der kranken Haut- fielen, sondern sie ließen die nackten Patienten ?ir. volles Sonnenbad nehmen und erzielten da- nr: große Erfolge bei der Heilung der Sjaut- rulerfulofe; darüber hinaus konnte aber auch rin günstiger Einfluß auf den Verlauf der vLibertutofe der Knochen, des Kehlkopfes usw. Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Freitag, 25. Zuni 1926 --- -rr—.i»WFMI^—‘ beit dafür haben, daß kein türkisch-russisches Bündnis über der Mvssuler Frage entstehen würde. Es war auch schon auffallend, daß der Vertrag im Parlament von Angora fast ohne Widerspruch und ohne Debatte, mit sämtlichen Stimmen gegen drei, angenommen wurde. Das war nur erklärlich, wenn die Abgeordneten entweder besinnungslos eingeschüchtert ober in bestimmter Weise informiert waren. Man wird annehmen dürfen, daß das letztere der Fall war. Der Vertrag wegen Mos'ul bedeutet so viel wie eine Verständigung zwischen London und Angora mit der Spitze gegen Moskau. Die Türken sind kluge Diplomaten, namentlich wo die Verhältnisse Asiens mit hineinspielen. Mit der kommenden Auseinandersetzung zwischen England und Sowjetrußland rechnen sie als mit einer Tatsache. An sich könnten sie ihre Haltung, ob mit England oder mit Rußland, wählen. Auf die russische Seite zu treten, würde ihnen vielleicht, im Fall des Sieges, einen großen weltpolitischen Erfolg bringen; mit England gehen ist aber sicherer. Fragt jemand die Türken, wo ihre Zukunft liegt, und bekommt er darauf eine ehrliche Antwort, so wird sie lauten: dort wo unsere Stammesver- wandten wohnen, im östlichen Kaukasusgebiet, in Westpersien, in Turkestan. Das alles ist türkischer Boden, ziemlich geschlossen von türkischen Stämmen bewohnt. Auch Enver Pascha ging nach dem Kriege dorthin, um für den groß-türkischen Gedanken zu kämpfen, aber er fiel in den Bergen von Buchara — gegen Moskau! Petroleum gibt es nicht nur im Mvssuler Gebiet, sondern auch bei Baku und in Turkestan. Wenn die Türken Mossul Preisgeben, ein Gebiet, das nicht türkisch, sondern kurdisch und arabisch bevölkert ist, und sie gewinnen dafür Baku, öaü in einem von Ost türken oder sogenannten Tataren bevölkerten Gebiet liegt, so wäre dies, auch wenn die Taube vorläufig noch auf dem Dach sitzt, kein schlechter Ersah. Ob nun aber Baku ober etwas anderes — eine Verständigung im Hinblick auf Rußland zwischen London und Angora muß als wahrscheinlich betrachtet werden. Das ist die neue Situation, die über Rächt gekommen ist. Es bedarf keines Wortes darüber, daß eine derartige Veränderung auch für Deutschland wichtig genug wäre. Seit einiger Zeit steht di« Moskauer Politik im Zeichen einer merklichen Unsicherheit, so z. B. in Betreff der großen deutsch-russischen Kreditgeschäfte. Zwar haben die Russen stets versucht, bei ihren Einkäufen in Europa einen Teil gegen den andern auszuspielen. Die Art, wie sie es jetzt probieren, übersteigt aber das sonst bei ihnen Gewöhnliche. Der beherrschende Eindruck ist, daß sie versuchen, überall Lieferungen auf Kredit zu bekommen, bevor der Konflikt mit England, den sie fürchten, ausbricht. Geschieht das, und Moskau ist so mangelhaft gerüstet wie im Augenblick, dann konnte es bald erleben, daß die Dinge schief gehen. Die bisherigen Erfolge der 5teuerfenkungspolitik. Der Hauptkern der Steuersenkungspolitik war bekanntlich die Herabsetzung der Umsatzsteuer. Dieser Maßnahme hatte man allerhand vortreffliche Wirkungen nachzurühmen versucht. Sie sollte u. a. gleichzeitig der Belebung der Wirtschaft dienen, dem Konsumenten die Preise verbilligen und dadurch den Umsatz so erhöhen, daß für die Reichsfinanzen ein finanzieller Ausfall nicht eintrete. Tatsächlich hat aus der Umsatzsteuerermäßigung die Wirtschaft eine Erleichterung nicht erfahren. Die Preise sind infolgedessen auch nicht gesunken; der Reichsfiskus hat wegen der nicht eingetretenen Wirtfchaftsbelebung deshalb auch an UmsaMeuer erhebliche Ausfälle zu verzeichnen gehabt. Von vernünftigen Finanz- und Steuerpolitikern ist diese Entwicklung von vornherein vorausgesagt worden. Sie verwarfen in richtiger Erkenntnis der praktischen Bedeutungslosigkeit einer solchen finanziellen Maßnahme die Herabsetzung der Umsatzsteuer und verlangten dafür, daß die für den Staatshaushalt entbehrlichen Beträge von den Realsteuern und namentlich auch von den auf den Einkommen und Vermögen liegenden Steigerungssätzen abgesetzt würden. Man hat das Gegenteil getan. Die Ermäßigung der Umsatzsteuer in Verbindung mit der Aushebung der sogenannten Luxussteuer und der Weinsteuer läßt grundsätzlich die Tendenz erkennen, die indirekte Besteuerung abzubauen, die Belastung der direkten Steuern dagegen zu belassen bzw. sie — nach dem unvermeidlichen Fehlschlag der jetzigen Regelung — weiter zu erhöhen. Damit ist die Steuergesetzgebung, die beobachtet werden, ohne daß hierbei eine unmittelbare Wirkung des Lichtes in Frage kommen konnte. Sn der Tiefebene sind diese Sonnenkuren leider nicht durchführbar, und eine Reise in die Schweiz ist für die Mehrzahl der Patienten unerschwinglich, sodaß man hier auf die Verwendung „künstlicher Höhensonne" angewiesen ist. Um diese Form der Lichttherapie hat sich nun h^r in Gießen Professor Iesionek besondere Verdienste erworben. Als Strahlungsquelle dient nunmehr eine Quecksilberlampe, ein Quarzrohr mit zwei Quecksilberpolen, zwischen denen der Dampf dieses Metalles mit blendend hellem, bläulichen Lichte leuchtet, eingebaut in ein als Ullraviolettreflektor dienendes Gehäuse, sodaß der davor befindliche Patient eine ähnlich allgemeine Körperbestrahlung erfahren kann wie im natürlichen Höhensonnenbad. Stellt man, wie es in den von 3 e f i o n e t geleiteten Anstalten der Fall ist, in einem größeren Raume eine Anzahl dieser von ihm angegebenen Lampen gleichmäßig verteilt auf, so können die Patienten in dem mittleren Felde auf Spaziergängen den ganzen Kör- per im Lichte baden. Diese Bäder können mit Anwendung von Sonnenbädern kombiniert werden und haben zu Teilerfolgen nicht nur bei der Hauttuberkulose, sondern auch bei der Tuberkulose tiefer gelegener Organe geführt. Der Vortragende machte es sich nun zur Auf- gabe, den scheinbaren Widerspruch zu deuten, daß die unsichtbaren ultravioletten Strahlen, die schon ln den oberen Hautschichten absorbiert werden und selbst keineswegs tiefer in den Körper ein- zudringen vermögen, dennoch Heilwirkungen auf tiefer gelegene Organe auszuüben imstande sind. Die Haut besteht aus Oberhaut und Lederhaut. Sn der letzteren befinden sich die Blutgefäße, elastischen Fa'ern, Rerven usw., die in der Oberbaut fehlen. Deren unterste Schicht, die sog. Keimzellenschicht, hat nun die größte Bedeutung, ba in ihr die Absorption der ultravioletten Strahlung stattsindet. Die hierdurch ausgelösten eine Zeitlang eine grundsätzliche Richtung im pri- oatwirtschaftlichen Sinne genommen hatte, wieder auf dem besten Wege zu der Art Sleuersozialismus, die sich in der Inflation als unheilvoll und schä- digend zur Genüge erwiesen hat. Kritisch kann die Sachlage werden, wenn — womit zu rechnen ist — infolge der schlechten wiktschaftlichen Lage die Unter- nehmungen einerseits nicht mehr die Steuern auf» bringen können, zu deren Zahlling sie jetzt gc- zwungen sind, wenn andererseits aber infolge de/ Reparationsleistungen der Fiskus unbedingt auf den weiteren Eingang von Einnahmen in ungefähr der jetzigen Höhe angewiesen ist. Für diesen Fall muß jetzt schon mit allem Nachdruck daraus hin-, gewiesen werden, daß nur die Umsatzsteuer geeignet ist, einen Raubbau an der Wirtschaft infolge lieber- laftung mit direkten Steuern zu verhindern. Interessant ist, daß (höchstwahrscheinlich infolge der Auswirkungen des Finanzausgleichs und infolge der steuerlichen Mindereinnahmen) die Ucberwei- sungen des Reichs an die Länder und Gemeinden in der letzten Zeit nicht unerheblich zurückgegangen find. Im ersten Halbjahr des Steuerjahres 1925/26 betrugen diese Ucberroeifungen durchschnittlich im Monat 221,6 Millionen Mark, im zweiten Halbjahr dagegen nur noch 202,5 Millionen Mark; wenn man die Berechnung quartalsweise anstellt, so ergibt sich ein Rückgang von 696 Millionen Mark im ersten Quartal auf 628 Millionen Mark im letzten Quartal. Preußen erhielt für sich allein im ersten Halbjahr 62,3 Millionen Mark monatlich; im zweiten Halbjahr dagegen nur noch 54,1 Millionen Mark. Leider haben sich die Länder in ihrer Ausgabenwirtschaft dem Rückgang der Einnahmen nicht angepaßt; sie haben vielmehr zum Ausgleich auf andere Weise Geldmittel sich zu verschaffen gewußt, und zwar hauptsächlich in Gestalt der Ausgabe von Schatzwechseln, von denen allein Preußen bis jetzt für rund 150 Millionen Mark aufzuweisen hat. Außerdem sind vielfach auch noch Schatzscheine aus- gegeben worden, deren Umfang man für alle Länder mit ungefähr 170 bis 200 Millionen Mark an- nehmen kann. Diese Entwicklung ist besonders deshalb so sehr bedenklich, weil viele Länder fast schuldenfrei geworden waren, in Zukunft aber unter den Zinsverpflichtungen für die neu aufgenommenen Gelder nicht unerheblich zu leiden haben werden. Nicht in der Inangriffnahme schematischer Dinge (wie z. B. in dem völlig wirkungslos gebliebenen Beamtenabbau), sondern in der Art der Organisation, in dem Aufgabenkreis der Behörden, ihrem Aufbau sowie in der Vereinfachung der Gesetze liegt der Ausgangspunkt für eine Reformarbeit, ohne die die öffentliche und private Finanzwirtschaft sich nicht mehr lange werden halten können. Die ewige Revolution in Portugal. Von unserem o. W.-Korrespondenten. Lissabon, im Juni 1926. In den ersten Junitagen dieses Jahres stürzte der General Gomes da Costa die Herrschaft Macha- dos in Portugal. Vizeadmiral Cabecadas bildete ein Kabinett, das sich auch die Machtvollkommenheiten des Staatspräsidenten anmaßte. Nun hat General da Costa am 18. Juni auch diese Regierung durch ein neues Pronunciamento ihm ergebener, direktionsloser Truppen beseitigt und sein Vorgehen in einem Manifeste begründet, das folgende „Enthüllung" bringt: ..Das Ziel des Aufstandes ist durch politische Handlungen und Spekulationen verschoben worden, die auf einen Verrat am republikanischen Regime abzielten. Ich aber bin entschlossen, an der Spitze der Truppen meinen Ansichten über die Führung der Geschäfte in Portugal unter dem republikanischen System mit bewaffneter Hand Achtung zu erzwingen." Hiermit hat sich in Portugal innerhalb von sechzehn Jahren der neunzehnte Umsturz vollzogen und das einundoierzigste Kabinett in den Sattel gesetzt. — Die Revolution ist in dem unglücklichen Lande zur Institution geworden. Diese Revolution in Permanenz wird nur verständlich, wenn man sich vor Augen hält, daß seit dem Sturze der Monarchie ununterbrochen Monarchisten und Republikaner um die Macht ringen und dieser Kampf durch den Willen Englands, Portugal unter feinem Einfluß zu halten, und durch den Ehrgeiz und die Gewissenlosigkeit von Politikern ohne politische Gesinnung kompliziert wird. Die Verschwommenheit und Entscheidungslosig- keit aller konterrevolutionären Bewegungen (eine Veränderungen in der Haut müssen die primäre Ursache für dadurch ausgelöste Veränderungen im Innern des Körpers sein, die gerade bei der Allgemeinbelichtung eine so große Rolle spielen. Beweisend für die indirekte Heilwirkung des Lichtes sind die Versuche Iesivneks, bei denen Patienten mit offener Hauttuberkulofe einer Allgemeinbestrahlung ausgesetzt wurden, indessen so, daß gerade die kranken Hautstellen während der ganzen Zeit mit lichtundurchlässigen Verbänden bedeckt gehalten wurden. Richtsdesto« weniger konnte nach zwei bis drei Monaten eine restlose Ausheilung erzielt werden, wie Lichtbilder vom Zustande vor und nach der Heilung erkennen ließen. Diese Versuche sind für die Entwicklung der nicht-lokalen Lichttherapie von entscheidender Bedeutung geworden. Die Reaktion der gesunden Haut auf die Einwirkung ultravioletten Lichtes besteht in der Bildung des sog. Pigmentes in der oben genannten Keimzellenfchicht: die Haut wird gebräunt. Diese Reaktion ist für den Gesundheitszustand des Patienten im allgemeinen ein günstiges Zeichen, insbesondere hat man auch beobachten können, daß leichter pigmentierende tuberkulöse Menschen besser auf die Lichtbehandlung ansprechen als solche, die nur mit schmutzig-grauer Verfärbung reagieren. Hier stoßen wir auf eigentümliche chemische Vorgänge, deren Aufklärung dazu geführt hat, in der Haut ein Ferment abzunehmen, welches ein dem Tyrosin nahestehendes Abbauprodukt des Eiweißes, das Dopa, zu einem schwarzen Farbstoffe oxydiert. Bloch hat Hautschnitte in Dopa- lösung eingelegt und nach einem Tage eine der natürlichen gleiche Pigmentierung daran festgestellt, die an solchen Hautpräparaten wiederum ausblieb, die von albinotischen, d. h. weiß bleibenden Hautstellen herrührten, offenbar, weil in diesen das spezifische Ferment nicht gebildet wird. Indem nun bei der Pigmentierung das Tyrosin gewissermaßen festgelegt wird, wird es dem Blute entzogen. Da es nun im Körper zum Aufbau Entscheidungslosigkeit, die natürlich regelmäßig republikanische Gegenputsäje auslöst) erklärt sich aus der Tatsache, daß der letzte König, Manuel II., gar nicht mehr in die Heimat zurückkehren will. Der blutige 1. Februar 1908, an dem sein Vater und Bruder auf offener Straße erschossen wurden, und er selbst eine Wunde davontrug, liegt ihm noch immer in den Gliedern. König Manuel ist ätsch ein lebenslustiger Herr, und seil seiner Entthronung dem Einflüsse seines Exils — England — verfallen. Umsonst haben in den letzten fünfzehn Jahren die besten Royalisten von Paiva Couceiro bis zu dem einstigen österreichischen Gardeoffizier Grafen Al- meida gezeigt, welcher Aufopferung Männer im Dienste einer Idee fähig fein müssen. Manuel folgte nicht ihrem Beispiele, feine Anhänger wollten ihn aber nicht preisgeben. Es ist sehr wahrscheinlich — und Costas Manifest scheint es zu bestätigen —, daß Cabecadas, der in seiner Jugend Monarchist gewesen war, jedoch im Jahre 1910 an der Beseitigung der Monarchie mitgewirkt hatte, nach den bitteren Erfahrungen, die fein Vaterland mit der Republik „von Englands Gnaden" gemacht hat, wieder Royalist geworden ist. Gleich vielen seiner konterrevolutionären Vorgänger hätte er — auch ohne Costa — scheitern müssen, weil König Manuel monarchistischen Bestrebungen nicht einmal moralische Unterstützung leiht. So hätte sich auch die letzte Einigung der prinzipiell in ein manuelistisches und ein miguelistisches Lager geschiedenen Monarchisten, die eine vorübergehende Rückkehr Manuels II. und dann dessen Verzicht zugunsten des Prinzen Duarte vorsah, als nicht geeignet erwiesen, den Sieg des monarchistischen Gedankens zu verbürgen. Die Royalisten werden nun noch einen Schritt weiter gehen und Manuel gänzlich aus ihren Kombinationen ausschalten. Schon sind solche Besprechungen eingeleitet worden. Zum Verständnis dieser Verhandlungen erinnere man sich folgender Tatsachen: Nach dem Tode des Königs Johann VI. am 10. März 1826 hätte dessen erstgeborener Sohn Dom Pedro den Thron Portugals besteigen sollen, wenn er nicht Kaiser von Brasilien gewesen wäre. Pedro ignorierte nun das Erbrecht seines jüngeren Bruders Dom Miguel und übertrug die Regierung in Portugal seiner unmündigen Tochter Maria da Gloria. Aber noch im gleichen Jahre riß Miguel die Herrschaft an sich. Als sich dann sechs Jahre später Pedro I. nicht mehr in Brasilien halten konnte, kehrte er heim, um seinen Bruder zu vertreiben. Der heute lebende Erbe dieses Pedro I. ist König Manuel II., dem keine Kinder geboren wurden. Der im Jahre 1910 proklamierte Thronfolger Dom Affonso Duque bi Porto, ein Oheim Manuels, ist im Jahre 1920 kinderlos gestorben. Der Sohn und Erbe Miguels ist der Herzog Miguel von Bra- ganza, ein dreiundsiebzigjähriger Mann, den der Weltkrieg gebrochen hat. Seiner ersten Ehe entsproß Prinz Miguel, der der Kronprinz der Miguelisten wäre, wenn er nicht die Anita Stewart geheiratet hätte. Er hat aber vor der unebenbürtigen Eheschließung für sich und seine Kinder auf alle Thron- cmsprüche verzichtet. Aus des Herzogs Miguel zweiter Ehe mit einer Prinzessin Löwenstein stammt der im Jahre 1907 geborene Prinz Duarte. Bald nach dem Kriege sollten sich — was hier nicht bekannt geworden ist — König Manuel und Herzog Miguel in Dover treffen, um bei der Kin- berlofigfeit und Regierungsunlust Manuels und dem hohen Alter und der Erschöpfung Miguels ein Abkommen zu treffen, das dem Prinzen Duarte die Bahn frimachen könnte. Miguel traf pünktlich in der englischen Hafenstadt ein, doch — fein König Manuel erschien. Der war inzwischen von seinen Getreuen umgestimmt worden und der vereinbarten Zusammenkunft unter einem nichtigen Vorwande ferngeblieben. An seiner Stelle traten seine Ratgeber an den Herzog Miguel mit dem Vorschläge heran, eine bereits mitgebrachte Urkunde zu unterschreiben. Sie stellten die Sache als so dringend dar, daß Miguel nicht einmal die Zeit haben sollte, das Dokument zu studieren. Der Herzog bestand aber darauf, und die Manuelisten zogen verstimmt ab. Als nun Miguel das Schriftstück las, erkannte er 3" seiner Empörung, daß es seinen Verzicht auf alle Ansprüche feftlegen wollte. Von Dover ging also eine neue Entfremdung zwischen den beiden Thronanwärtern und ihren Lagern aus. Seither ist, wie schon gesagt, mancher monarchi- ftische Versuch beinahe gelungen. Vergebliche bolschewistische Anschläge, die ihnen folgten, haben die Chancen der Monarchisten noch verbessert. Aber eine gelungene monarchistische Erhebung hätte nach den Vorfällen von Dover erst recht den alten Zwist zwischen den Monarchisten wieder aufleben lassen. Das wurde nirgends besser erkannt, als im man- des Adrenalins, das in den Rebennieren ge- bsldet wird, gebraucht wird, muß sein Mangel hierauf zurückwirken. Im Adrenalin sieht man andererseits einen Anreger des Sympathicus, des den Körper durchziehenden Rervengellechtes, das einen großen Teil der Körperfunktionen unabhängig vom Willen regelt, wie Veränderungen des Herzschlages, Erweiterung der Blutgefäße usw. So ist also eine Verbindungslinie gezogen zwischen der Pigmentierung und der Sympathicus-Funktion, deren kritische Diskussion in dieser Wiedergabe übergangen werden muß. Die Zusammenhänge lassen sich nach neueren Anschauungen auch zum Teil in umgekehrter Reihenfolge konstruieren, sv daß primär eine Lähmung der Hautsympathicus-Endigungen erfolgt. Jedenfalls kann auf Grund derartiger Beziehungen nun verständlich gemacht werden, wie die oberflächliche Lichtwirkung Tiefenwirkungen zur Folge hat. Bedeutet Reizung des Sympathicus Verengung der Blutgefäße, so führt seine Erschlaffung zu ihrer Erweiterung, tmmit ßu stärkerer Durchblutung der Organe, für die insbesondere die tuberkulös erkrankten Organe in günstigem Sinne empfindlich sind. In erster Linie Wohl auf nervösem, daneben aber auch auf mehr chemischem Wege erfolgt so unter dem Einflüsse ultravioletter Bestrahlung eine Heilwirkung, sonderlich auf tuberkulös erkrankte Organe. Die dadurch hervorgerufenen Durchblutungen erfordern natürlich eine strenge Heber- wachung des Patienten, damit es nicht zu gefährlichen Blutungen und Anschwellungen kommen kann. Daher darf gerade auch von tuberkulösen Menschen eine Sonnenkur ohne tägliche ärztliche Beaufsichtigung nicht ausgeführt werden, so segensreich sie andererseits bei sachgemäßer Leitung gerade für diese Patienten sein kann. Da auch der Mineralstoffwechsel des Körpers einer Regulierung durch den Sympathicus unterliegt, lassen sich auch Heilwirkungen des Lichtes bei anderen Krankheiten erklären. Insbesondere hat man sie feit 1919 mit Erfolg zur Bekämp- w* so vor gestrebt werden, l F allem Suchen nach ausreichenden! Rationalisierung Beseitigung von geschichtlichen Vergangenheit erinnern, die doch weit zurückliegt. . .? Beseitigung der Wohnungsnot, der techmschen Bauweise unter Rebenkosten (Gebühren usw.). 4. Tis dahin muh danach daß die auf der Grundlage der Zwangswirtschaft ausgestellten Dauprogramme der einzelnen Länder nach einem auf lange Sicht berechneten Generalplan des Reiches durchgefuhrt werden. Diese Dauprogrannne müssen nach den Geboten einer gesunden Devölkerungspolitik orientiert sein, also die Dezentralisativn der Bevölkerung zur Richtschnur nehmen und die Wohnungsnot nicht nur an ihren Erscheinungspunkten in den Großstädten, sondern vorzugsweise an der Wurzel auf dem Gelbbeschafsungsmöglichkeiten, wobei auch die Heranziehung von Erwerbslosengeldern zu erwägen ist, muh anerkannt werden, daß die Hauszinssteuer (Geldentwertungsausgleichssteuer) einstweilen die Hauptfinanzierungsquelle für den Kleinwohnungsbau bleiben wird. Das Vertei- lungsproblem der Steuer zwischen Land und Stadt ist bisher ungenügend gelöst. Entscheidend dürfen nur allein die obengenannten bevölkerungspolitischen Belange sein. Dazu muh die unverzügliche Durchführung der geplanten Woh- Dermehrung der ländlichen Wohn- und Siedlung bekämpfen. Diese müssen reichsrechtlich festgelegt Gießener Jugendgericht. Zwei junge Leute aus Wieseck erhielten wegen ruhestörenden Lärms Strafbefehle. Der eine von ihnen erzielte Freisprechung mangels Dewei- ses, der andere wurde ebenfalls freigespro - d) 2 n, da sich die Zeugenaussagen widersprachen. Gegen den ersteren hatte ein Nachtwachmann ohne Not von seinem Gummiknüppel Gebrauch gemacht. Eine abenteuerliche Fahrt mochte ein hiesiger junger Mensch auf dem Fahrrad eines Bekannten, Lande durch gelegenheit Grundsätze werden. 5. Bei Kundgebung in der überfüllten, 4000 Personen fassenden Riesenhalle der Ausstellung. Eingeleitet wurde die Kundgebung durch zwei Masschenchöre. Rach Degrüßungsworten vom Verbandsvorsteher D e ch l y , die in ein dreifaches „Heil" auf das deutsche Volk ausklangen, sprach Reichstagsabgeordneter Walther Lambach über: „Was wir s i n d". Zu diesen Ausführungen, die mit großem Beifall ausgenommen wurden, sprachen noch verschiedene Ehrengäste, wie Vertreter der Stadt München usw. Als zweiter Redner behandelte der Reichstagsabgeordnete Otto Thiel (Berlin) das Thema: „Was wir wollen". Sein Vortrag enthielt die Tatsachen und Erwägungen, die für das sozialpolitische Programm des Verbandes, das in 27 Leitsätzen niedergelegt ist, bestimmend waren. Im Anschluh an diese Ausführungen gelangten diese 27 Leitsätze: „Der sozialpolitische Wille der deutschen Kaufmannsgehilfen" einstimmig zur Annahme. Sodann sprach Verbandsvorsteher B e ch l h das Schlußwort. Mit dem Gesang des Deutschlandliedes und einem dreifachen „Heil" auf Volk und Vaterland wurde die Kundgebung geschlossen. Außerdem fanden noch einige Sonberfagungen statt. Besondere Beachtung verdient die erste Reichstagung des vor einem Jahr gegründeten „Bundes reisender Kaufleute im D. H. V.". Max Menzel (Berlin) sprach über die Wünsche und Forderungen des Bundes. Von der R e i ch s p o st fordern die reisenden Kaufleute: Herabsetzung der Gebühren, Ausbau des Kraftfahrliniengesehes und der öffentlichen Fernsprechstellen, ferner von der Reichsbahn: Einführung von Kilometerhesten, Herabsetzung der Gepäckgebühren usw. Von den Arbeitgebern fordert er: Sicherstellung des Eristenzminimums durch Tarifvertrag, Mindestprovision— und Spesensätze, Beseitigung des Provisionsvertreter» unwcsens durch Gewährung fester Bezüge an alle festangestellten Reisenden usw. Diese Forderungen fanden in Entschließungen ihren Riederschlag. Der Allgemeine Deutsche Duch- handlungsgehilfen-Verband (Fachgruppe des D. H. V.) hielt ebenfalls seine Jahreshauptversammlung ab. Gleichzeitig tagte noch die D e u t s ch n a t i o- nale Krankenkasse. Rund 300000 Versicherte gehören der Kasse an. Der Kasse gehören heute sieben Kurhäuser und ein Kinderheim. Im Jahre 1925 wurden rund 2600 tuberkulös gefährdete Kinder in Kinderheime geschickt. 5 Die D. T tu do. Dir deM sich nach ihrer Amerikanischen 1 nach St. Louis äuöerst freundliche turnerischen Dorf ausgenommen vu suchte auch das 1 !§en Freiheiten Berger einen § Reichstagung des D. H. V. Dom 17. bis 21. Juni fand in München der zwanzigste ordentliche Verbandstag des Deutsch nationalen HandlungSge- hilfen-Verbandcs statt, an dem über 4000 Kaufmannsgehilfen aus allen Teilen des Reiches und Deutsch-Oesterreichs teil- nahmen. Etwa 200 Vertreter von Behörden, darunter der Reichswirtschaftsminister Dr. C u r t i u s und der Reichsarbeitsminister Dr. Brauns, sowie eine Reihe von Parlamentariern hatten sich zur Beteiligung angemeldet. Eingeleitet wurde die Tagung durch einen deutschen Liederabend des Bundes der Männerchöre im D. H. V. im überfüllten Saale der Tonhalle. Am 18. Juni vormittags begann der 20. Verbandstag. Verbandsvorsteher Bechly eröffnete die Verhandlungen. Bei der Behandlung deS Jahresberichts sprach er in einer großen Rede über die Stellung des D. £). V. zu den volikischen Gegenwartsproblemen. Die Ziele des Verbandes decken sich weder mit denen der Rechts-, noch der Linksparteien. Der D. H. V. habe keine andere Aufgabe, als seine Ziele zu erreichen. Er wolle den Machtstaat, aber nicht den Machtstaat, der nach außen die Freiheit und nach innen die Knechtschaft bringe. Er wolle also nicht den alten Feudalstaat, nicht eine Formaldemokratie, in der die Masse oder das Kapital herrschen, sondern er wolle den demokratischen Volksstaat. Der Verband bleibe also parteipolitisch neutral,, müsse aber von Fall zu Fall politischen Einfluß ausüben. Die Arbeitnehmer hätten staatspolitisch die Aufgabe, den Staat so zu gestalten, daß sie Mitträger des Staates und der Wirtschaft seien. Die Voraussetzungen dazu, die in erster Linie in einer blühenden Wirtschaft und der staatlichen Freiheit liegen, könnten bei der staatspolitischen Haltung, die die Sozialdemokratie einnimmt, von dieser nicht geschaffen werden. B e ch l y schloß seine Ausführungen mit den Worten: Wir im D. H. V. führen unser eigenes Leben. Wir ringen um die Erkenntnis des nach oben führenden Weges, älns beherrscht der Wille zur Erreichung des einen Zieles: Die Größe unseres Standes und das Heil unseres Volkes I Rach der Aussprache wurde der Rechenschaftsbericht einstimmig genehmigt und der Verwaltung Entlastung erteilt. Die seitherigen Mitglieder der Verwaltung wurden einstimmig wieder-, zwei weitere Herren neugewählt. Darauf folgten die Verhandlungen über den Antrag der Verwaltung auf Einführung einer Altersversorgung durch den verband. Vorgesehen ist, daß Mitgliedern, die dem Verband 25 Jahre angehören und das 65. Lebensjahr erreicht haben, eine monatliche Unterstützung gewährt wird. Die Unterstützung beginnt bei 25jähriger Mitgliedschaft mit einem Grundbetrag von 50 Mark und steigert sich für je 5 weitere Mitgliedsjahre um 5 Mark monatlich. Für Mitglieder, die dem Verband nach dem 1. Januar 1927 beitreten, beginnt der Unter- stühungsanspruch auf Grundbetrag und Steigerungssatz nach 30jähriger Vrrbandszugehorigkeit. Statt der Bar Unterstützung kann auf Wunsch paar besonders erlesene Arbeiten sei wenigstens im Vorübergehen hingedeutrt. Da ist etwa Manets berühmte „Olympia": auch wenn man dieses Stück vielleicht allzu oft gesehen, sich übergesehen hat, es vielleicht auch bei all seiner dekorativen Wirkung ein wenig starr und akademisch findet, wird man sich der gepflegten Alluratesse der Wiedergabe nicht entziehen können. Da ist Mensel mit einem seiner glänzendsten Bilder, dem berühmten „Theatre Gymnase", das in Hell und Dunkel die ganze, sprühende Könnerschaft der Heinen Exzellenz wunderbar zusammenfaht. Da ist das farbenprunkende, frühe Knabenbildnis des Pinturicchio, da der deutlich cm Rubens geschulte Mädchenakt des Rokokomalers Boucher, da em Meisterstllleben, unter dem man mit stiller Verwunderung den Ramen Courbet liest, da das Ehepaar Sisley, das so typisch die Handschrift Renoirs ausprägt, Cäzannes „Dorfstraße", malerisch feiner noch als der bekanntere Knabe mit der roten Weste. Druegels ganze, unverfälschte Bauernderbheit und sinnenfrohe Riederländerweise lacht einem entgegen aus dem Herbstbild, das in zwei mächtigen Farbakkorden von Ackerbraun und Wolkenblau musiziert. Rur zwei Stücke noch: Dürers rassige Venezianerin, ein Frauentopf von herber und reifer Schönheit. UnÖ das deutscheste, mnigfte Bild des großen Cranach, die „Ruhe auf der Flucht" mit den himmlischen Flügelbübchen, von denen etliche (wie es scheinen möchte) noch dem Altmeister Hans Thoma bei manchen seiner reifsten Bilder Modell gestanden haben, strampelnd und pausbäckig Flöte blasend, reitend mit dicken Beinchen auf einer mächtig plustrigen Wolke. Die Ausstellung wird noch kurze Zeit zugänglich sein: wer sie noch nicht besucht hat, dem sei dies herzlich empfohlen. —y— Ein Bericht über Tycho Brahe. Eine neue Quelle über den Aufenthalt des großen Astronomen Tycho Drahe beim Kaiser Rudolf in Prag und über seine Arbeit auf dem fung der englischen Krankheit herangezogen, die in wenigen Wochen geheilt werden kann: auch ist ihrem Ausbruche durch Lichttherapie vorzubeugen. Die dadurch erfolgende, bessere Regulierung des Kalk- und Phosphor-Stoffwechsels ist als eine Auswirkung der Beeinflussung des Sympathikus vermittels seiner Hautendigungen anzusehen. Sehr eigentümlich sind noch folgende- Beobachtungen: Die günstige Wirkung von Lebertran als Mittel gegen die englische Krankheit lieh sich ersetzen durch Versütterung von Oelen, die zuvor mit Licht bestrahlt wurden, welche dabei einen lebertranähülichen Geruch annahmen. Rimmt man an, daß die in der Oberhaut befindlichen Fette — das darin befindliche Cholesterin wird bei der Bestrahlung lebertranähnlich — ähnlicher Veränderung im ultravioletten Lichte unterliegen, so wird es verständlich, daß in Tierversuchen verfütterte Haut, die, vorn Körper losgelöst, bestrahlt worden ist, antirachitische Heilwirtungen ergeben hat. Der neuerliche Aufschwung des Sonnenkultus, um hiermit die abschließenden Ausführungen des Vortragenden über die Wirkungen des Sonnenlichtes auf den gesunden Menschen wiederzugeben, ist auch vom ärztlichen Standpunkte aus sehr zu begrüßen. Besonders günstig ist eine Verbindung der Sonnenbäder mit dem Baden im Freien: sie verleiht der Haut die gesunde rotbraune Farbe, ein Zeichen für die damit im Zusammenhänge stehende gute Durchblutung der Organe. Rur muh man langsam und vorsichtig vorgehen und sich nicht in unbesonnener Weise stärkere Hautentzündungen zuziehen. L. H. Ausstellung von Piper-Drucken. Eure außerordentlich sehenswerte Ausstellung veranstaltet zur Zeit die Buchhandlung Keißner: in ihren oberen Räumen findet man eine Auswahl von Reproduktionen des Münchener Verlagshauses R. Piper & Co., der sog. Die Wohnungsfrage auf dem Lande. Der Deutsche Landkreistag hielt § Zand ^ännetfurnoerein A hi SonnlQl kJ Dor tuw gönnen, QUj dem Der Hagelfeiertag im Vogels berg Eine interessante Aufzeichnung. wg. Gedern, 24. Juni. Zum 159. Male jährt sich am 2 7. Juni der ch a g e l f e i e r t a g , ein alter kirchlicher Feiertag, der zur Erinnerung an das am 27. Juni 1767 über die hiesige Gegend niedergegangene chagelunwetter gefeiert wird, lieber das Unwetter, das sich über einem Strich von etwa 25 Gemeinden der näheren und ferneren Umgebung entlud, wird in der kirchlichen Ortschronik folgendes berichtet: „1767 den 27ten. Jun. stieg an dem Firmament des chimmels gegen Abend zu, zwischen 5 und 6 Abend ein in sehr dunckler Wolke starckes Gewitter auf, so sich erhebte mit einen gewaltigen Sturm und großen Schlossen und Kiesel, und breitete sich aus über unfern Horizont mit vielen Blitz und Donner Schlägen, die Bäume aus der Erde gerissen, Korn, Früchte, Pflantzen zerschmissen und zuletzt durch entsetz-fürchterlichen Donner Schlag in Joh. Peter Lehnings Hauß geschlagen, das Strohdach angezündet und unsre gantze Gemeinde in ein groses Schrecken gesetzt. Der Brandt wurde bald gelöschet — einiger Einwohner gerissene Häuser sind aber mit Anschaffung vieler Ziegel zu reparieren. Gott wolle uns Sündern nicht "ferner hin heim suchen und unsere Hertzen durch solch fürchterl. Schrecken und Schaden zu einen willigen Ihm gefälligen Gehorsam leiten und bringen. — 1768 war von Durch!. Herrschaft als Vormündern Gnädigst besohlen und Hoch verordnet worden, auf den 27ten Junii einen Buß und Bete Tag zu feuern, dazu der Text Deut. 4, 9 vormittags und Psalm 89, Vers 32 und 33 nachmittags zu erklären gegeben ward." fad u5ei?e fon l-E z«»I dn das i gen 2lm 2t Meter, -Ls HÄ Selz vM WM Utrbini sprung ml Anlau der namentlich be 5)ie « mh verhalten, also be Auch das Steige diesen @riniW erzielte der Turn Lurnerschaft) mit < ^6ine Abart Le- sprung. Die e°- sich hier um Die Art der W deutsche Lechnu laufen, wobei bei wirkliche Sprünge Schritt eigentlich den dritten kpri gefchtoinbigkeil ist gelenke und Mu: so bah ein sorgst in beständiger Foi leistung beträgt h le »Australien c besten deutschen 5 kampfmeister Sjo Meter. Auch im Sprung ohne A bürg, erzielte hier Eine uralte 1 Turnern gebräw fprung, eine i Aehmen von Hin einigen Tagen seine diesjährige Hauptversammlung in Bad Pyrmont ab. Im Mittelpunkt der Verhandlungen stand die Frage des Siedlungs- und Wohnungswesens, die auch für die Landkreise von besonderer Bedeutung ist. Die Verhandlungen zeitigten als Ergebnis die nachstehenden Richtlinien: 1. Der Wohnungsbau ist für das Platte Land nicht minder nötig wie für die Städte. Er gehört M den wichtigsten Mitteln zur Bekämpfung der Landflucht. 2. Die ländliche Siedlung ist nicht nur aus bevölkerungspolitischen und sozialen, sondern auch aus wirtschaftlichen Gründen energisch zu fordern. Sie ist ein wesentlicher Tell der notwendigen älm- ftellung unserer Wirtschaft auf die durch die Veränderung in der Weltwirtschaft, sowie durch den Krieg und die Kriegsfolgen bedingten Verhältnisse. die zum Abbau eines übertriebenen Industrialismus und zu starker Pflege der Landwirtschaft zwingen. 3. Der Landkreistag ist grundsätzlich der Auffassung, daß auf dem Gebiete der Wohnungs- Wirtschaft der Wegfall des Zwangssystems an» gestrebt werden muh. Das ist aber nur allmählich erreichbar und insbesondere von drei Voraussetzungen abhängig: Wiederanfüllung der Kapitalquellen, planmäßige öffentlich-wirtschaftliche Rundfunk-Programm des Arauksurter Senders. (Aus der „Radio-TImschau".) Samstag, 26. Ium: 3.30 bis 4 Uhr: Die Stunde der Jugend. 4.30 bis 5.45 Uhr: Konzert des Hausorchesters: Wunfch- nachmittag. 5.45 bis 6.05 Uhr: Die Lesestunde. 6.45 bis 7.15 Uhr: Funkhochschule Frankfurt: „Wie sollen wir unsere Dichter lesen", Vortrag von Prof. Dr. Franz Schultz. 7.15 bis 7.45 Uhr: „Die neue Regelung der preußischen Hauszinssteuer", Vortrag von Regierungsrat a. D. Dr. Keck. 8.15 bis 9.15 Uhr: Aelterer Kunstgesang — Neueres Volks- lieb. Konzert der Männerchoroereinigung an der Städtischen Musikhochschule in Mainz. 9.15 bis 10.15 Uhr: Bläsermusik der Mannheimer Schule. Anschließend bis 12 Uhr: Uebertragung von Ber- lin: Tanzmusik der Berliner Funkkapelle. nungsnotaufnahrne über das ganze Reichsgebiet nach einheitlichen Gesichtspunkten bald durchgeführt werden. 6. Da Siedlungs- und Wohnungswesen wesentliche Faktoren einer wahren staatserhaltenden Politik find, sind bei der bevorstehenden Verwaltungsreform in Preußen alle Hemmungen zu beseitigen, die der Verwirklichung der Wohnungsreform und des Siedlungswesens ent» gegenstehen. Für das ländliche Siedlungswesen wird daher die Eingliederung der mit dem Siedlungswerk befaßten Behörden in die allgemeine Staatsverwaltung nachdrücklich gefordert. Kompetenzstreitigleiten mit dem Reiche müssen ausgeschaltet werden. 7. Die Ansehung von Siedlern darf nur in einer Weise erfolgen, die deren Existenzmöglich- teit sicherstellt. Dieses Ziel wird nut zu erreichen fein, wenn die landwirtschaftliche Produktion durch Erleichterungen auf dem Gebiete des Steuerwcscns, der Tarif-, Verkehrs- und Zoll- Politik unterstützt wird. Deshalb muß vor allen Dingen auch die Geldentwertungs-Ausgleichssteuer in tragbaren Grenzen gehalten werden. Die Siedlung soll in erster Lin'ie auf kultiviertem Oedland erfolgen; Großgrundbesitz darf nur, soweit er schlecht bewirtschaftet ist, zerschlagen werden. des Mitgliedes Ausnahme in ein Altersheim des Verbandes erfolgen. An Hinterbliebene solcher Mitglieder, die nicht in den Genuß dieser Leistungen gelangen, kann, je nach Verbandszugehörigkeit, ein entsprechendes Sterbegeld gezahlt werden. — Der Antrag wurde einstimmig angenommen. Der Llnterstuhungsbezug beginnt mit dem 1. Januar 1927. Mit der neuen Altersfürsorgeeinrichtung ist eine Erhöhung der S t e l l e n l o s e n r e n t e um 33*/3 Prozent verbunden, lieber 60 Jahre alte Verbandsmitglieder erhallen überdies nach Ablauf der Leistungen aus der Stellenlosenunter- stützungskasse noch einmal die halben Leistungen für die Höchstdauer. Am 19. Juni sprach der Reichstagsabgeordnete Olto Thiel (Berlin) über: „Forderungen und Ziele unserer Sozialpolitik". In seinen Ausführungen behandelte der Redner die Ausbildung des Lehrlings, die Begrenzung der Lehrlingszahl, den schriftlichen Lehrvertrag, den ausreichenden Urlaub. Ferner sprach er noch über: Anerkennung der achtstündigen Arbeitszeit, 6 Tlhr-Ladenschluß, Sonntagsruhe, usw. Die sozialpolitischen Forderungen seien nicht standes- egöistischen Ursprungs, sondern sie seien erfüllt von Verantwortlichkeitsgefühl und dem Bewußtsein der Pflicht gegenüber der völkischen Gemeinschaft. Den Abschluß des Verbandstages des D.H.V. bildete eine Piper-Drucke, von denen die ersten Ende 1923 erschienen, und die durchweg eine vollendete, drucktechnische Leistung repräsentieren. Die Wiedergabe der Bilder ist bis zu einem Grade von Vollendung gebracht worden, der erstaunen läßt. Es ist eine große, immer wieder sich bemühende, llebevoll-tünstlerische Arbeit an jedes einzelne Originalstück gewendet worden, die den aller» feinsten Ruancen im Bilde nachgeht, und die sich überdies auch auf die möglichst getreue Wiedergabe bc5 Rahmens erstreckt, was durchaus nicht unwesentlich ist und dem einzelnen Stück noch mehr vom ursprünglichen Reiz und der Frische der ersten Fassung verleiht. Man findet in dieser Ausstellung nur gute, gewissermaßen als klassisch anerkannte Bilder, z. T. die berühmten Prunkstücke der europäischen Galerien, man sieht Deutsche und Franzosen, Italiener und Riederländer, vorzüglich die alten Meister: und die modernen Maler, die sich dazwischen an» finden, sind alle so beschaffen, daß man ihnen jetzt schon einen ähnlichen Rang und eine ähnliche „Klassizität" zuweisen oder Voraussagen darf. Dabei ist es immer wieder erstaunlich, mit welcher Einfühlungsgabe und Anpassungsfähigkeit man dem individuellen Malcharakter und Stilkreis des einzelnen Werkes nachgekommen und nabe» gekommen ist. Gerade bei ganz heterogenen Bildern wird das so ungemein deutlich. Wenn man z. B. den weichen, kreidigen Farbton im Degas- schen Tänzerpaar „Harlelln und Columbine" bemerkt: oder die unübertreffliche Malernoblesse Holbeins, der vor der Gestalt seines Kaufmanns Giße ein paar Blumen anordnet, um dieser Augenweide willen: wie die zarten Relken, aus dünnem Glaskelch aufsteigend, sich an den Samthintergrund des dunklen Gewandes schmiegen; oder bie derbkräftig gespachtelten Koloritkeile, die Farbenkommata bei Van Gogh, die sein Bild aus hundert anderen so unfehlbar charakteristisch heraushsben; an solchen Einzelheiten wird man sich beispielshalber klarmachen, worin die Wertarbeit dieser Drucke besteht. Auf ein der ihm das Rad des öftern zur Benutzung zu leihen pflegte. Er fuhr Damit nach Frankfurt, verkaufte es dort um einen geringen Preis und wurde in Frankfurt wegen Diebstahlsverdacht verhaftet, nachdem der Käufer selbst, der Verdacht gegen den Angeklagten schöpfte, Anzeige bei der Polizei ertöt tet hatte. Das Urteil lautete auf 3 W o ch e n G e- ä n g n i s unter Anrechnung der erlittenen Unter- uchungshast mit zwei Wochen und Strafaufschub hinsichtlich des Restes unter Anordnung von Lr- ziehungsmaßregeln. Am 7. Februar ereignete sich in der hiesigen Fortbildungsschule eine glücklicherweise höchst selten vorkommende Ausschreitung. In einer Klasse befand sich eine Reihe von Schülern, die es schon längere Zeit darauf absahen, den Unterricht zu stören. Unter ihnen befand sich der 17 Jahre alte, mit zwei Monaten Gefängnis — unter Strafaufschub — vorbestrafte P. G., der schon wiederholt den Unterricht geschwänzt hatte und an diesem Tage von dem Schuldiener geholt worden mar. P. G. gebärdete sich frech, besonders auch dem alten Schuldiener gegenüber, und als er, nachdem letzterer das Klassenzimmer verlassen hatte, vom Lehrer zur Rede gestellt wurde, wurde P. G. dem Lehrer gegenüber, der am Fuße eine sc^LLL Kriegsbesckä- digung hat, frech und handgreiflich. Infolgedessen wurde die Strafaussetzung hinsichtlich der früheren Strafe von zwei Monaten Gefängnis wegen dieser Roheit sofort für verwirkt erklärt. Die Strafe wurde zwischenzeitlich verbüßt. Wegen Beleidigung in Tateinheit mit Körperverletzung erhielt P. G. diesmal unter Strafaufschub nochmals 4 Wochen Gefängnis. Gleichzeitig wurden Erziehungsmaßregeln anaeordnet. — Gewisse Fortbildungsschüler mögen sich diesen Fall zur Warnung dienen lassen. Der Angeklagte hat es, wie der Vorsitzende mitleilte, nur seiner guten Führung in der Strafanstalt Butzbach zu verdanken, daß er mit dieser verhältnismäßig geringen Strafe davon kam. Bei ungehöriger Führung würde auch hier Widerruf des Strafaufschubs erfolgen. ihm zugewiesenen Schloß Denatek wird in der Zeitschrift „Die Sterne" mitgeteilt. Der Bericht stammt von dem Prager Rabbi David Gans, der sich viel mit Astronomie befaßte und voic dessen zahlreichen Büchern auch einige ins Lateinische und Deutsche Überseht sind. In dem be» deutendsten dieser Werke findet sich nach einer Mitteilung von D. Sackay eine Schilderung seine-' Verkehrs mit Tycho Brahe und Kepler. Er erzählt hier, wie der Kaiser Rudolf den „größten Sternforscher aller Zeiten", Tycho Brahe, auä Dänemark berufen habe. „Der Kaiser lieh ihn im Schloß Denatek wohnen, fünf Meilen von Lei Hauptstadt Prag entfernt, und zog sich dorthin zurück mit all seinen Gelehrten; und bestimmt ihm alljährlich dreitausend Taler, auch Speist Wein und Bier, abgesehen von den sonstigen Geschenken und Gaben. Und an dem obengenannten Orte pflegte er mit zwölf Männern zu weilen, Weisen und Gelehrten, der Sterndeutung kundig und beflissen, und vor ihnen große und herrliche Instrumente, wie sie noch niemand gesehen hat. IInb dort hatte der Kaiser eine Flucht von dreizehn Gemächern erbaut; in jedem von ihnen steht ein besonderes Gerät, mit dem man Stan! und Bewegung der Wandelsterne und des Heeres der Fixsterne beobachtet . . . Auch ich, der Verfasser dieses Buches, bin selbst dreimal dort gr-> wesen, jedesmal fünf Tage hintereinander; i4* weilte bei ihnen in den Deobachtungszimmerr: und sah alles, was dort vor sich ging — wahr* haft große und erhabene Dinge: Senn nicht miE die Wandelsterne, sondern auch die Scharen bee Fixsterne sind ihnen namentlich bekannt. Jedesmal, wenn ein Stern in den Meridian tritt, wir!» er sogleich gemessen mit drei verschiedenen Instrumenten, an denen je zwei Gelehrte saßen: und sofort wurde alles im Buche vermerkt: un!» dafür hatte er einen Zeitmesser von wunderbarem, neuem Dau. Wahrlich — solche Anstrengungen und Forschungen haben wir bisher weder gesehen, noch von ihnen gehört." archistischen Lager in Portugal selbst. Dieses nahm daher die Sache, die die in England und Bayern lebenden Manuelisten und Miguelisten verdorben hatten, in die Hand. Die aktiven Kämpfer gegen die Republik kamen zu dem Resultat, daß — gegebenen- falls — Manuel den Thron wieder besteigen sollte (um seinen Anhängern eine Genugtuung zu bieten), daß aber dieser König, der ja gar nicht mehr König sein will, das Land allsobald wieder zu verlassen und die Herrschaft dem Prinzen Duarte zu übergeben hätte. Ohne daß es zu einem formellen Pakte gekommen wäre, haben beide Braganzas — Manuel und Miguel — diesem Plane zugestimmt. König Manuel wird wohl niemals kommen. Die portugiesischen Monarchisten oder, genauer gesagt, die in Portugal selbst um ihre Ideale ringenden und für sic leidenden Monarchisten denken daher jetzt daran, den König Manuel zu einem ausdrücklichen Verzicht auf die Krone zu bewegen, so daß der Weg für Duarte von Haus aus frei wäre. Aber die Frage wirft sich aus: Wäre damit allein schon der Weg für den Rex fidelissimus bereitet? Wäre der neunzehnjährige Duarte, der allerdings nach Fürstenrecht bereits großjährig ist, der Mann, der in dem parteipolitisch atomisierten Portugal das Staatsgefühl wiederzuerwecken vermöchte, der Portugal von England unabhängig machte, ohne den Zorn der für den Küstenstaat wichtigen Seemacht heraufzubeschwören? Die Armee ist nun fast zwei Dezennien lang kein Hort der Ruhe und des Friedens nach außen und innen mehr gewesen, sondern nur das Instrument rivalisierender politischer Parteien: würde sie sich unter einem jugendlichen, dem Lande ziemlich fremden Fürsten ihrer großen Der d Äriminaltor 2r Fortsetzung. >ii Mg in i ÄS Wv mer octneiM15 $im Olnrfi^ bin» ■tos °°rgesse < Kari, "hounq. ? * ä: •ltk •A*' t "nl , #ih. Shtlii t U5 M y'""nte Sen tDürhdu oei SÄ e bere Turnen, Sport und Spiel Was der Sonntag bringt daS ’Cir.; 21. Fortsetzung. Nachdruck verboten. von Minuten. Mit dem Weg von unb untere fytfrn burd) |o? unb Stäben zu einen will!' -hochm leiten und bringen. - rd)l. heuschch als Dermünden unb hoch verordnet worben, ® einen Butz unb Bete lag f Teft Deut 4, S vormittags uä ]l unb 33 nachmittags zu ertßrr jet - einiger Einwohner prifim mit Anschaffung vieler Ziege!>. wolle uns Zündern nicht ft— Er überlegte: Don Godesberg noch Bonn eine Viertelstunde, von Bonn nach Köln genau vierzig der Billa Grete bis Der dritte Schutz Kriminalroman von Ole 6 t e f a n i. Eine uralte Hebung, heute aber nur bei den Turnern gebräuchlich, ist der Stabweitsprung, eine recht gute Vorübung für Rehmen von Hindernissen im Gelände. einen Teil der Giehener Fugendmannschaft am Start sehen, und auch beim Gaufest des Gaues I, Kreis 5 im Deutschen Schwimmverband. das am 4. Juli an demselben Ort ftattfindet. wird der Giehener S. V. zahlreich vertreten sein. Fritz Pascoe startet eine Woche später bei den Deutschen Kampfspielen in Köln für die Farben seines Vereins im 200 Meter Brustschwimmen gegen erste deutsche Klasse, u. a. Rademacher vom HellaS Magdeburg. Am 25. Juli wird in G i e fj e n ein Klubzwei- kämpf gegen den Kasseler S. V. von 1898 und gleichzeitig ein Iugendklubzweikampf gegen den Wetzlarer Schwimmverein stattsinden. woraus am 15. August ein Rückkampf in K a s s e l folgt. Am 22. August beteiligt sich der Giehener S. V. an der städtischen Schwimm- und Ruderwerbeveranstaltung in D i e h e n. Den Abschluß der Sommerschwimmzeit bildet schliehlich daS Gaujugendfest des Gaues I, Kreis 5 im Deutschen Schwimmverband in Offenbach, zu dem der Giehener S. D. voraussichtlich zahlreiche Meldungen abgeben wird. Lauster drückt den Weltrekord im Rückenschwimmen. Bremen. 25. Juni. (TU.) Im Rahmen eines internationalen Schwimmfestes starteten hier gestern abend der Weltmeister im Rückenschwimmen Walter Lauffer (Amerika) und der Amerikameister Webb. Lauffer drückte im 200-Meter.Schwim- men den bestehenden Weltrekord von 2 Minuten 48,2 Sekunden auf 2 Minuten 47,1 Sekunden. Webb siegte in einem lOO-Meter-Deliebig-SchwIrn- men gegen Burrnsieter - Bremen in 1 Min. 6,4 Sekunden. zur Haltestelle der Kleinbahn in Godesberg, ferner mit der Wartezeit in Bonn aus den Wagen der Rheinuferbahn machte für die Entfernung von Brentheims Haus bis zum Hotel in Köln, falls sie auf diese Weise zuruckgelegt worden war, die kürzeste Gesamtheit sünfundsiebzig Minuten aus. Wer sich also noch um zehn Uhr bei der Villa Grete befunden hätte, wäre frühestens um viertel zwölf im Kölner Hotel erschienen. „Wenn Ihnen auch der Portier nicht glaubwürdig erscheint, ersuche ich Sie, den Schaffner der Rheinuferbahn zu befragen, der mich um zehn Uhr zwanzig an der Hohenzollernbrücke abgesetzt hat und der mich persönlich fennt* »Wie heißt der Mann?" fragte Schulz kühl, fein Notizbuch hervorziehend. (Fortsetzung folgt.) Klasse. Am Sonntag finket nun auf dem Sportplatz Trieb das Rückspiel statt. Giehen wird wohl den Vorteil des eigenen Platzes auszunuhen verstehen und alles daran setzen, die hohe Rteder- lage sich nicht wiederholen zu lassen. Zu einem Gesellschaftsspiel fährt die erste Giehener Fugend nach Wetzlar und hat die 1. Fugend derTursn- und Sportgemeinde daselbst als Gegner. Beide Mannschaften haben schon ausgezeichnete Leistungen gezeigt, und werden sich wohl auch in Wetzlar ein einwandfreies Treffen liefern. Ob seiner gröberen Spielerfahrung besteht für Giehen ein kleines Plus. Die Turnerinnen des Bezirks nehmen am Sonntag an dem Turnerinnen-Treffen in Offenbach, das auf dem Sportplatz an der Rosenhöhe ftatt- fin&et, teil. Die Kämpfe sind eingeteilt in einen Musterriegen-Vierkampf (Reck, Darren, Pferd. Freiübung), einen volkstümlichen Vierkampf, leichtathletische Einzelwetliämpfe und Mann- schaststäinpfe. Massenvorführungen der Turnerinnen des ganzen Kreises und der Schülerinnen geben der Veranstaltung ein besondere- Gepräge. Viel Beachtung tperben die Sondervorführungen der weiblichen Mitglieder der Kreisschule finden. Aus dem hiesigen Bezirk, namentlich von Giehen und Heuchelheim, nehmen eine Anzahl gut durchgebildeter Turnerinnen an den Wettkämpfen teil, die sich bei der voraussichtlich sehr starken Teilnahme erfolgreich behaupten werden. Mit dieser Veranstaltung ist es das erste Mal, dah für die Frauen gesondert derartige Wettkämpfe in solch grohem Rahmen abgehalten werden. Die Frankfurter Regatta. vo. Zu der Frankfurter Regatta am nächsten Sonntag haben 42 Vereine, vornehmlich aus Süddeutschland, aber auch aus dem Westen 19 4 Boote mit 935 Mannschaf - t e n gemeldet, darunter Mainzer R. V., Hnbine Offenbach, Frankfurter R. V. von 65, Germania Frankfurt, Kölner Club für Wassersport, dann Ludwigshafener R. V., Casteler R. G. usw. Fn den- erstklassigen Rennen (wie Verbands-Vierer, Preis von Frankfurt a. M., FubiläumS-Achter, Kaiser-Vierer, Germania-PreiS) der Regatta treffen vor allem Mainzer R. V., Ludwigshafener R. V., Frankfurter R. V. von 65, Unöine Offen- nen: „Ich bin nicht zu sprechen!" Der Portier sah die Herren ratlos an. Schulz rüttelte an der Tür: „Aufmachen!" „Was fällt Ihnen denn ein!" brüllte es Man ging in den Garten, um dort den Kaffee zu trinken. Grete begab sich auf ihr Zimmer und hätte sich wohl sehr gewundert, zu sehen, wie sich in dem nun leeren Zimer jemand eiligst über den Papierkorb hermachte und die von ihr hincingewor- jenen Stückchen der Postkarte sorgfältig zusammen- las. Der Mann war Schulz, der sich mit feiner Beute auf das Zirner schlich, das er nun mit Kramer gemeinsam bewohnte. Nach einer Viertelstunde betrat der Anwalt die Stube. „Haben Sie sie?" war seine erste Frage. Schulz wies triumphierend auf die wieder zusammengesetzte Karte, die auf dem Tisch lag: „Lesen Sie!" Erwartungsvoll beugte sich Kramer über das Schreiben. Er las: „Ich vergesse Sie nicht — trotz allem! Oelscher." Handschriftlich trug die Karte weder Datum noch Ortsbezeichnung. Aber als Kramer den Oberteil der Karte umwandte, las er den Poststempel: „Köln, 15. 6. 19 . . . 10—12 N" — das Datum des gestrigen Tages. „Großartig!" rief er aus. „Das nenne ich doch doch eine Spur. Auf nach Köln! Kommen Sie mit, Schulz! Lassen Sie bas Polizeiauto fertig machen!" „Aber unsere Verabredung! Wer bleibt im Haus?" Sie standen am Fenster und sahen in den Garten. Molinski und Lachner gingen zwischen den Blumenbeeten. „Molinski!" sagte der Anwalt. „Er hat sich interessiert und anstellig bewiesen!" Er ging hinunter und bat den jungen Mann, das Haus nicht zu verlassen und auf alles, was geschehen würde, ein Auge zu haben. Molinski bezeigte sich dankbar für das Vertrauen. Eine Viertelstunde später sauste das Auto schon los. Um sechs Uhr fuhren sie vor dem Hauptmeldeamt in Köln vor. Ihre Legitimationen ermöglichten ihnen noch den Eintritt in die bereits geschloffenen Bureaus. Ohne Turnen. Die D. T.-Amerika-Riege In 5t. Louis. do. Die deutsche Turnerriege in Amerika hat sich nach ihrer erfolgreichen Beteiligung am Amerikanischen Bundesturnfest in Louisville nach S t. LouiS begeben, wo sie wiederum eine äußerst freundliche Aufnahme fand und wo ihre turnerischen Vorführungen mit großem Beifall ausgenommen wurden. Die deutsche Riege besuchte auch das Denkmal des deutsch-amerikanischen Freiheitskämpfers Schulz, wo Professor Berger einen Kranz niederlegte. Handball. Handball der D. T. TNännerturnverein Gießen II.—Turnverein Heuchelheim I. 3:2 (2:2). O Am Sonntag trafen sich beide Mannschaften, die erst vor kurzem mit ihrer spielerischen Tätigleil begannen, auf dem Trieb, um noch vor der Spiel- „Das kann möglich sein. Aber was geschah vor- gestern abend, ehe Sic Godesberg verließen?" „Vorgestern abend? — Der Ort lag im vor- schriftsmähig idyllischen Abendfrieden, als ich 9.15 Uhr die Tram bestieg." „Wann sind Sie abgefahren?" fragte Schulz mit betroffen gerunzelter Stirn. „Um 9 Uhr 15, mein Herr!" „Um 9 Uhr 15." Die Beamten iahen sich überrascht an. Schnell sagte Kramer: „hat Sie jemand dort abfahren sehen?* „Wahrscheinlich!" sagte Oelscher finster. ,Lch war nicht in der Stimmung, besonders darauf zu achten. — Es freut mich, daß Sie so regen Anteil an diesen Einzelheiten nehmen. Wollen Sie vielleicht auch wissen, wann ich in dieses Hotel gekommen bin?" ,Lch bitte." „Vorgestern abend um halb elf. Interessiert Sie vielleicht auch der Vorname meiner Großmutter?" „--Sie haben Zimmertelephon, wie ich sehe. Sie gestatten mir, den Portier anzurufen." Er nahm den Hörer ab; Oelscher sah ihm mit spöttisch gereizter Miene zu. .Hallo — ist dort der Hotclportier? — Bitte, können Sie mir genau die Zeit angeben, zu welcher Herr Professor Oelscher vorgestern abend das Hotel betreten hat? — 14. Juni abends etwas nach halb elf Uhr? So — danke!" zweiten Spielzeit bester, konnte aber den Vorsprung der Gießener nicht mehr aufholen. Realgymnasium Gießen blieb mit 61:44 Punkten Sieger. Die Punktzahlen ergaben sich für Gießen aus 43 Läufern, 7 Fangbällen und 11 Weitschlägen; für Grünberg aus 35 Läufern, 9 Fangbällen und Weitschlägen. Das zweite Spiel sah die Mannschaften des Gymnasiums und der Oberrealschule Gießens als Gegner. Es setzte sofort ein lebhaftes, äußerst flinkes Spiel ein, bei dem die Oberrealschüler sofort eine gewisse Ueberleaenheit zeigten. Gymnasiums Mannschaft sicherte sich durch einige schöne Fangbälle einige Punkte, die Oberrealschüler zeichneten sich durch weite Schlüge und entschlossenes Laufen aus. Mit dem Ergebnis 90:22 stellte die Mannschaft der Oberrealschule ihren Sieg sicher. Die Teilzahlen der Punkte sind folgende: Gnm- nasium 6 Läuse, 16 Fänge, 0 Weitschläge; Over- realschule: 74 Läufe, 4 Fänge, 12 Weitschläge. Der Spielplatz war von der Oberrealschule, der die Durchführung der Spiele übertragen war, nach Vorschrift hergerichtet. Die Leitung beider Spiele lag in Händen von Studienrat Schab (Friedberg). Realgymnasium und Oberrealschule Gießen werden sich nun im Endspiel gegenüberstehen. Schwimmen. Dom Gietzener Schwimmverein. Der Gießener Schwimmverein wird sich im Laufe des Sommers an einer ganzen Reihe von Veranstaltungen beteiligen, wobei sich zeigen wird. waS er im Verhältnis zu den anderen Schw'.nrmvereinen zu leisten imstande ist. So wird das gauoffene Fugendfest am kommenden Sonntag im Frankfurter Stadion 3. Gauwerlschwimmen in Mnrbury. Am Sonntag, 27. Funi, findet zum dritten Male das Gau Wettschwimmen des Turn- gaues Hessen statt. Fn diesem Fahre hat es Marburg übernommen. Die Meldungen dazu sind außerordentlich zahlreich; spannende und harte Kämpfe sind zu erwarten. Folgende Gauvereine haben dazu gemeldet: Modem. Turnerschaft Marburg, Turn- und Sportverein Marburg. V. f. B. Marburg, Tv. Wetzlar, Tgde. Friedberg, Tv. v. 1860 Dad-Rauheim und Tv. v. 1846 Gießen, letzterer allein mit 35 Teilnehmern. Aus dem ArbeiLer-Turn- und Sportbunt). £ Die Dezirksmannschaft, die ihr erstes Ue» bungSspiel, das gegen die 1. Mannschaft der Freien Turnerschaft Gießen ausgetra» gen wurde, 4:0 gewinnen tonnte, tritt am Sonntag abermals an, diesmal gegen die 1. Mannschaft des Freien Turn- und Sportvereins W i e s e ck. Das Spiel findet auf dem Wiesecker Sportplatz statt und verspricht ein recht interessantes Treffen zu werden. Der Zweck dieser Tlebungsspiele ist in der Hauptsache ein Eintrainieren auf das Fußballwettspiel, das am Sonntag, 4. Fuli, gelegentlich des DezirksfesteS in Wieseck gegen eine Bezirksmannschaft des 2. Bezirks stattfindet. Wieseck wird sich am Sonntag sehr anstrengen müssen, um die Niederlage nicht zu hoch werden zu lassen. Fn Heuchelheim erwartet die dortige Fugendmannschaft einen aus der 1. und 2. 3u- gendmannschast Wies ecks zusammengesetzten Gegner zu einem Gesellschaftsspiel. Auch die Kleinsten in der Fußballbewrgung, Schülermannschaften Heuchelheims und Wiesecks, wollen auf dem Heuchelheimer Sportplatz ihre Künste und Fertigkeiten zeigen. Gelegentlich ihrer Pfingstreise spielte die II. Mannschaft der Freien Turnerschaft Gießen gegen die gleiche Mannschaft der Freien Turnerschaft Wiesbaden. Das bei diesem Spiel erzielte Resultat (Gießen verlor 6:3) läßt auf recht gute Leistungen der Wiesbadener schließen, zählt doch im hiesigen Bezirk Gießen zu den besseren Mannschaften ihrer Allerhand Sprungarten. Reben Hochsprung unb Weilsprung mit Anlauf und neben dem Stabhochsprung gibt es noch eine Reihe von Sprungarten, die zwar auch wettkampsmähig betrieben werden, aber seltener in den Ausschreibungen erscheinen. Da seien zunächst Hochsprung und Weitlprung ohne Anlauf. d. y. aus dem Stand genannt. Beim Hochsprung aus dem Stand haben wir zwei Arten, den deutschen Hocklprung von vorn und den schottischen Sprung von der Seite. Eine dritte Art, ähnlich dem Horine- sprung, ist ziemlich unbekannt. Der Springer darf beim Hochsprung aus dem Stand nickt $u dicht an daS Gerät Herangehen, weil er sonst dte Satte leicht wirft. Den Weltrekord in dieser Sprungart hält der Amerikaner Göhring seit 1913 mit 1,67 Meter, während in Deutschland der Turner H o h e n d a h l mit 1,58 Meter die größte Höhe erreichte. Beim Weltsprung aus dem Stand nimmt der Springer ungefähr die Stellung ein, wie sie der Schwimmer beim Etartsprung auf» weist, und stößt sich dann nach kurzem Pendelschwung der Arme krästia ab. Seit 1904 besteht hier die Weltbestleistung des Amerikaners Gvry mit 3,475 Meter. Fn Deutschland erzielte Walter Selz vom Altonaer F. E. mit 3,22 Meter den Rekord. Eine Verbindung von Weitsprung und Hochsprung mit Anlauf ist der Weithoch'prung, der namentlich bei den Turnern viel geübt wird. Die Weite muß sich zur Höhe stets wie 2:1 verhallen, also bei 2 Meter Weite 1 Meter Höhe. Auch das Steigern der Leistung erfolgt nach diesen Grundsätzen. Die beste deutsche Leistung erzielte der Turner Kantorowih (Berliner Turnerschaft) mit 3,50 Meter weit zu 1.76 Meter hoch. Sine Abart des Weitsprunges ist der Dreisprung. Wie schon der Rame sagt, handelt es sich hier um drei Sprünge hintereinander. Die Art der Ausführung ist verschieden. Die deutsche Technik ist meist ein großes Echritt- laufen, wobei der erste und der dritte Schritt wirkliche Sprünge sind, während der sog. zweite Schritt eigentlich nur einen kurzen Anlauf für den dritten Sprung darstellt. Große Anlaufgeschwindigkeit ist unbedingt erforderlich, Fußgelenke und Muskeln werden sehr angestrengt, so daß ein sorgfältiges Training den Springer in beständiger Form halten muß. Die Welthöchstleistung beträgt hier 15,525 Meter durch Winter -Australien auf der Olympiade 1924, den besten deutschen Drei'drung schaffte unser Zehnkampfmeister Holz, Charlottenburg, mit 14,99 Meter. Auch im Dreisprung gibt es den Sprung ohne Anlauf. Schumacher, Hamburg, erzielte hier 9,80 Meter. ertagimVogels-ery llnntc Auszeichnung, "uni. Zum 159. Male iJ L}” Hagelfeieitag, r •1Ä der zur (Erinnerung a elutimMf«?18 W Eegend n^ tSS .0efeiert «eit: R über einem Strich von ehr näheren lind ferneren Umgebu.-: r kirchlichen Ortsiron:'1 ' den 27ten. 3un. ftiea a* bej Himmels gegen Abend l Abend ein in sehr dunöler Mt iuj, so sich erheble mit einen et. ind großen Schlossen und Liese!, aus über unfern hochont mit Jonner Schläuen, die Säume au» >. Som, Fruchte, Montzen jrr« >uletzt durch entsetz-sürchteriichen i Joh. Peier Lehniim yauh ge. hdach angezundet und unsre ganri roses Schrecken gesetzt. Der ®rar,‘ sperre (1. Juli bis 15. August) ein Freundschaftsspiel auszutragen. Wenn auch die Leistungen beider- teils nicht überragend waren, so ist doch lobend anzuerkennen, daß beide Mannschatten sich einer eifrigen, dabei ruhigen und schönen Spielweise befleißigten. Männerturnoerein Gießen probte einige „neue Spieler" aus, die aber nur teilweise befriedigen konnten. In der ersten Spiel- Hälfte konnte jede Mannschaft zwei Tore erzielen. Nach der Pause wurde Mtv. merklich besser. Es wurde ein drittes und gar ein viertes Tor geworfen, eins jedoch, weil zweifelhaft, vorn gut leitenden Schiedsrichter nicht anerkannt. Gießen wurde mit 3:2 Sieger. Beiden Mannschaften ist zu raten, die „handbailose" Zeit der Spielspcrre nicht ungenützt vor- übergehen zu lassen, denn dann können beide ohne Besinnen bei dcn kommenden Gauspielen in einer ihren Kräften angemessenen Klasse teilnehmen. Sie werden sicher nicht am Tabellenenbe zu finden sein. Turnverein von 1846 Gießen I. — Turn- und Sportverein Luhbacy II. 5:3 (3:2). Am Sonntag gelang es dem Turnverein 1846 Dießen seine auf hiesigem Platze erlittene Niederlage gegen die 2. Mannschaft des „Hessenmeisters" T. u. Spv. Butzbach wettzumachen. Der Sieg der Gießener Handballelf war vollauf verdient. Trotz drei Mann Ersatz konnten die 1846er insbesondere während der zweiten Halbzeit den Kampf ihrerseits überlegen gestalten. Was die 46er Elf in diesem Kampfe zeigte, war in Anbetracht ihrer kurzen Spielzeit als gut zu bezeichnen, zumal Butzbach durch einige Spieler aus der ersten Mannschaft eine äußerst spielstarke Elf gegenübersteUte. Gießens Mittelläufer leistete unermüdliche Arbeit und war der beste Mann auf dem Platze. Fußball. Länderspiel Deutschland — Belgien 4:0 (2:0) Das erste internationale Länderspiel der Arbeitersportler führte obige Gegner in Lübeck zusammen, die ein fair durchgcführtes Fußball- Wettspiel zeigten. Das Spiel war zumeist offen, das zu weite Abgeben der Balle wurde für die Belgier verhängnisvoll. Die deutsche Mannschaft zeigte eine gleichmäßige Leistung und überraschte durch ihre hohe SpieUultur. Fn der ganzen Mannschaft war kein schwacher Punkt zu erkennen. Deutschland wurde durch diese Mannschaft sehr gut vertreten. Belgien konnte die Leistungen seines Gegners nicht erreichen, die Verteidigung ließ sich durch das flache Spiel der Deutschen zermürben. Die Außenläufer waren dem Spiel der ausgezeichneten deutschen Außenstürmer nicht gewachsen und verschuldeten die hohe Riederlage. Der Sturm konnte durch sein ungenaues Spiel d'e gebotenen Torgelegenheiten nicht ausnutzen. Die vier für Deutlchland erzielten Tore waren für den belgischen Tormann nicht zu halten. Für die anwesenden 20 000 Zuschauer htelt Senatspräsident Dr. Reumann dte Begrüßungsansprache. Leichtathletik. Eine neue D. T.-Höchstleistung im 1W0-MeLer-Lauf hat Diehl bei den reichsoffenen Turnerwett- lämpfen in Heidelberg mit 2:40,6 (bisher 2:40,8) ausgestellt. Schlagbnllrvettspiele derhöheren Schulen. Die Schlagballwettspiele der höheren Schulen Hessens um den vorn Hessischen Philologenoerein gestifteten Wanderpreis haben begonnen. Am Mittwoch trafen sich auf dem Trieb die drei höheren Knabenschulen Gießens und die Oberrealschule Gründern, um die Vorspiele des Bezirkes „Oberhessen Nord" auszutragen. Das Los stellte im ersten Spiele die Ober- realschüler Grünbergs den Realgymnasiasten Gießens gegenüber. Beide Mannschaften svielten zunächst zögernd und tastend, jedoch noch in der ersten Spielzeit kann sich Gießen die Führung sichern. Grünberg wurde zwar in der Endlich brach er selbst das Schweigen, indem er ungeduldig ausrief: „Was führt Sie her? Haben Sie mir eine Nachricht zu überbringen? Ich begreife allerdings nicht, wie Sie mich gefunden haben!" Es folgte ein langes Schweigen. Oelscher sah mit glühenden Augen von einem zum andern. Schulz hatte die rechte Hand in der Iackettasche um den Griff seines Brownings gespannt. „Von wem erwarten Sie Nachricht?" ,Lch erwarte gar keine Nachricht!" erwiderte Oelscher bitter. „Aber es hätte doch sein können ... Also?" Langsam und deutlich sagte der Anwalt: „Herr Professor Oelscher, ich habe eine Frage an Sie zu stellen: Wo waren Sie am vorgestrigen Abend, das heißt am 14. Juni, um zehn Uhr?" „Das geht Sie den Teufel was an!" schrie Oelscher mit üderschnavpender Stimme los und schlug heftig auf den Tisch. „3d) verbitte mir jede Frage von Ihnen! Wie kommen Sie dazu?" Kramer stand auf. „Ich bin offizieller Berater der Berliner Kriminalpolizei und verpflichte Sie amtlich, mir meine Frage zu beantworten!" Surrend stieg der Lift des Hotels. Dom offenen Fenster hörte man das Getriebe des großen Platzes und vom Bahnhof herüber das Zischen einer abfahrenden Lokomotive. Endlich sagte der Professor mit erzwungener Ruhe: „Weswegen komm' ich für eine Frage, die Sie in dienstlicher Eigenschaft an mich stellen, in Betracht?" „Wegen dessen, was sich am 14. Juni in Godesberg ereignet hat." „Was hat sich denn am 14. Juni abends in Godesberg ereignet?" war die höhnische Gegenfrage. Langsam sagte Kramer: „Ich glaube, jetzt verstellen Sie sich ein wenig!" „So? Ich glaube, jetzt irren Sie sich ein wenig. Ich bin, seit ich in Köln bin, stets auf meinem Zimmer geblieben, habe auch hier oben meine Mahl- Zeiten eingenommen, ohne einen Menschen zu sprechen. Mit Ausnahme eines kurzen Besuches, den ich gestern abend dem Briefkasten auf der anderen Straßenseite abftattete, bin ich hier nicht im Freien gewesen." Mk-Prograwm ■(infiltrier Senders. )er .Dadio-Umschau".) iamslag, 26.3uni: hr- Die Stunde der fügend. V niert des hausorchesters: Dun'- bis 6.05 Ufer: Die LeWnde.^ ffunkhochschule Frankfurt. Ä 6^745 U?r:8-X 1,0 1Ufer: Uebertragung von - ■■ ' Sterne" mlÄ . an Prager Wi a P3n »«ff ^abgesehen W* ier, uva .tjA an veni „mit.- HMD 1 in den 1,1 Vllk ging . Stern drÄ.oeAehrte - -%?***- drinnen. „Scheren Sie sich zum Teufel!" »Herr Professor Oelscher!" sagte nun Kramer mit seiner ruhigen klangvollen Stimme. „Hier ist Rechtsanwalt Kramer. Wir kommen aus Godesberg unb müssen Sie sofort sprechen!" Nach ein paar Sekunden rückte drin ein Stufet. „Einen Augenblick", sagte die Stimme bedeutend ruhiger. Tappende Schritte näherten sich, unb bie Tür^wurbe geöffnet. Sie erblickten ben Professor. Ueberrascht gewahrten sie feinen verwahrlosten Zustand: Ohne Stiefel, Rock und Kragen stand er in Hemdsärmeln mit zerdrückter Wäsche unb bleichem, ungepflegtem Gesicht da. Um die langen Beine schlotterte die zer- fnitterte Hose. Sie sahen ihn zum erstenmal ohne Kneifer — die Augen hatten den nackten und scheuen Ausdruck der stark Kurzsichtigen. Aus schweren geröteten Lidern blickte er die Eintretenden an. Schulz schloß die Tür hinter sich. Im Zimmer herrschte große Unordnung. Auf einem Tisch am Fenster lag ein Stoß beschriebener Briefbogen, die der Professor hastig mit einem Kursbuch zudeckte. Kramer setzte sich ruhig. Oelscher stand ihm gegenüber und sah ihn erwarttmgsvoll an. an°rbnunQ O Don (Fr, "ende Ä ne Seih, ?tei|uno ®ei,‘ MW L!.K:°E «?Än * und als er tS btI” aller - wurde P eine h < h°ndgreiA^ °'"Ietzung hinS?^ iS.*£-S tesSyÄ I sich viel davon zu versprechen, sahen sie die Lifte । für die seit zwei Tagen Neuangekommenen durch und fanden zu ihrer Ueberraschung Oelschers Namen. Er war in einem kleinen Hotel am Domplatz abgestiegen. Als Ankunftsdatum figurierte der Abend des 14. Juni — der Abend, an dem Brentheim ermordet wurde. Ohne Aufschub bestiegen sie ihren Wagen und rasten nach dem Domplatz. „Ja, Herr Professor Oelscher ist noch da. Er ist immer auf seinem Zimmer!" sagte der Hotelportier. Er fuhr die beiden Herren in den ersten Stock hinauf und klopfte dort an eine Tür: „Herr Professor!" Es kam feine Antwort. Er klopfte stärker. .Herr Professor Oelscher — hier sind zwei Heren, die Sie sprechen wollen!" Nach einer Weile sagte eine Stimme von drin- Lach, Casteler R. G., Germania Frankfurt zusammen. Besonders interessiert auch der Einer (Preis von der Gerbermühle) durch das Zusammentreffen der erstmalig wieder startenden früheren Einermeister Flinsch (Frankfurter R. D. von 65) und Leu? (Germania Frankfurt). Im Reiche. , » Leichtathletik und Turnen. vo Der Leichtathletik-Verbandskampf im Rahmen des Jubiläums des Verbandes Mitteldeutscher Ballspiel-Vereine ist das größte leichtathletische Ereignis des Sonntag (in Dresden). Weiter bringen der Essener S. V. 99, der Ortsverband Barmer Sportvereine, ferner Offenbach, Freiburg und Berlin Leichtathletikfeste zur Durchführung, darunter das Berliner als „Jung-Sieg- fried-Spiele" mit Beteiligung aus Frankfurt, Kassel, Hamburg, Stettin, Leipzig, Breslau (Vereinsmannschaften). Rund um Düsseldorf. Der 7. Westdeutsche Hochschul-Wettkampf in Rachen geht unter Beteiligung der Hochschulen Rachens, Kölns, Bonns und Münsters vonstatten. Braunschweiger Hochschul-Meisterschaften, Hochschul-Wettkampf Basel — Freiburg in Basel. Die Turner bringen in Duisburg die Rheinischen Kreismeisterschaften, in Bitterfeld die Meisterschaften des Kreises IIIc (Provinz Sachsen und Rnhalt) im Volksturnen zur Durchführung. Das Brandenburgische Kreisturnfest findet in Cottbus statt, das Schlesierturnen geht in Reisse vonstatten. Frauen-Turnfest des Kreises IV (Borden) in Preetz. Dorpommersches Turnfest in Anklam. Rasensport. Das F u h b a l l°Repräsentativspiel Süddeutschland — Mitteldeutschland findet anläßlich des V. M. B. V.-Jubiläums in Leipzig statt. Süddeutsches Fuhball-Pokal-Spiel. Der H a n d b a l l-Repräsentativkampf Mitteldeutschland — Wien in Halle. In Dresden stehen sich die Städtemannschaft und der Deutsche Meister P. S. V. Berlin gegenüber. Schwimmen. Mit Spannung erwartet man die Ergebnisse der Internationalen Einladungs-Wettkämpfe des S. C. Hellas-Magdeburg unter Beteiligung der Rmerikaner L a u f f e r und Webbs und der Ungarn. Eine recht gute Besetzung hat das Derbandsoffene der Ver. Wasserfreunde Mün- chen-Gladbach-Rheydt gefunden. Auch die Iubi- läums-Wettkämpfe anläßlich der 700-Iahrfeier der Stadt Lübeck des Ersten Lübecker S. V. haben gute Rennungen erhalten. Kreisoffene werden durch den Ludwigshafener S. V., Neptun- Weihensee und den Mindener S. V. ausgetragen. Im Rahmen der Dresdner Wettkämpfe wird ein Gaufeft durchgeführt. Kreis-Schwimm-Meisterschaften der D. T. (Kreis Brandenburg) finden in Kottbus, als auch im 10. Badischen Turnkreis in Weinheim statt. In Königsberg werden die Ostpreußischen Hochschul-Meisterschaften entschieden. In Bremen soll ein Städteschwimmkampf Bremen—Hamburg—Hannover zur Austragung gelangen. Wassersport. Ruder-Regatten in Frankfurt am Main, Stuttgart, Düsseldorf, Neuwied, Hannover, Kiel, Danzig, Berlin, Potsdam, Dessau, Breslau, Linz (mit deutscher Beteiligung), Berlin (Damen-Stil- und Wettrudern). Dritte Deutsche Fa ltbovt-Stafetten-Fahrt Starnberg, Feldafing—Leoni—Starnberg. Motorsport. In München findet die Süddeutsche Tourenfahrt des Bayerischen A. C. ihr Ende mit dem Dleichröder-Rennen im Forstenrieder Park. Die Hanseatische Zuverlässigkeits-Fahrt Bremen- Hannover—Bremen mußte auf diesen Sonntag verschoben werden. Der Bezirk Sieg-Lenne im Gau V. des A.D.R.C. bringt die Dergmeister- fchaft des Sauerlandes und eine Flachrennprü- fung zur Entscheidung. Der Gau III b des QL D.A.C. hält als reservierte Veranstaltung das dritte Marburger Dergrennen ab. Die Dreiecksfahrt Marienberg—Heinzebank- Wolkenstein führt der Chemnitz MC. durch. In Schlesien sieht der Gau IX des A.DA.C. das Glaher Schneeberg-Rennen vor. In Trier wird durch den dortigen A.C. ein Automobil-Wettbewerb mit Dergrennen abgewickelt. Radsport. Radfernfahrten sind: Großer Kometpreis von Thüringen, Berlin—Angermstnde—Berlin, „Rund um die schwarzen Diamanten", der kleine Rel- sonpreis, die Gaumeisterschasten des D.D.R. im 100 Kilometer-Mannschaftsfahren. Bahnrennen werden veranstaltet in: Berlin, (Eröffnung der Rütt-Arena), Hannover, Dresden, Aachen, Köln. Oszmella, Steffes, Engel und Rütt vertreten die deutschen Farben in Paris. Ein Landesverbandsfest veranstaltet der Landesverband Thüringen des D. D. R. in Weimar. Starkenburg. WSN. D a r m st a d t, 24. Juni. Gestern abend ist im Darmstädter Woog ein Ibjähriger Schrei» nerlehrling beim Baden ertrunken. Die sofort eingeleiteten Wiederbelebungsversuche waren erfolglos. WSN. Weinheim, 24. Juni. In der vergangenen Nacht hat sich eine etwa 35jährige Frau im Wartesaal des hiesigen Bahnhofs durch einen Schuß ins Herz getötet. Der Grund zur Tat ist unbekannt. Bei der Lebensmüden wurde eine Fahrkarte, die von Hamburg nach Göppingen in Württemberg lautete, vorgefunden. Heppenheim, 24. Iuni. (WSR.) Zu dem Vorkommnis bei der Fahnenweihe eines hiesigen Gesangvereins wird weiter bekannt, daß Studienrat Rau mann die Tat wahrscheinlich in einem Anflug von g e i st i g e r Umnachtung begangen hat. Raumann, der längere Zeit in den Trotzen, u. a. in Texas, geweilt hatte, war seit'Jahren schwer malariakrank und hatte alle vier Wochen unter dieser Krankheit zu leiden. Die ursprüngliche Annahme, daß er die Tat aus politischen Gründen begangen habe, bestätigt sich nicht. Da er, wie jetzt bekannt wird, schon seit längerer Zeit Selbstmordgedanken hegte, kann als Motiv zu seiner Tat sowie seiner Selbstentleibung nur Nervenzusammenbruch in Betracht kommen. Als Pädagoge wie als Mensch genoß Raumann, der ganz in seiner erzieherischen Arbeit aufging und an dem seine Schüler wie an einem Vater hingen, einen ausgezeichneten Ruf. Rheinhessen. Mainz, 24. Juni. (WSR.) Ein stellen- und wohnungsloser Artist, der sich als Kammersänger ausgab, wollte gestern in die Wohnung einer hiesigen alleinstehenden Dame eindringen. Als die Frau dem Eindringling das Betreten der Wohnung verweigerte, überfiel er die Frau und würgte sie am Halse. Der in der Wohnung der Frau anwesende Hund sprang sofort seiner Herrin zu Hilfe und biß sich solange an dem Einbrecher fest, bis dieser von herbeigeeilten Passanten fest genommen und der Polizei übergeben werden konnte. WSR. Alzey, 24. Juni. Der Raubmord in der Gemarkung FI o m b orn (Kreis Alzey) am Himmelfahrtstage ist jetzt aufgeklärt worden. Der Tote ist als der 30jährige Steinbrecher Wilhelm Pollack aus Herten in Westfalen festgestellt worden. Er war mit zwei etwa 20jährigen Leuten, deren Ramen der Polizei bekannt sind, auf der Wanderschaft durch Süddeutschland begriffen und ist wahrscheinlich von diesen unterwegs ermordet und beraubt worden. Bis jetzt konnten die Spuren der beiden bis Mannheim verfolgt werden. Von dort aus fehlt bisher jede Spur von ihnen. WSR. Worms, 24. Juni. Ein hiesiger Bürger erlebte dieser Tage ein köstliches Stück Bürokratismus. Er kam mit einem Briefe eben zum Briefkasten, als der Postbote gerade feine Tasche unter dem Postkasten hervorzog. Der Bürger warf daher seinen Brief in die noch offene Tasche, wie es selbstverständlich ist. Der Postbote war jedoch anderer Meinung. Er suchte den Brief sorgfältig wieder aus der Tasche heraus: es sei ihm verboten, Briefe anders als durch den Briefkasten in Empfang zu nehmen. Schließlich ersuchte er den Briefabsender nach vielem Hin und Her, seinen Brief ift den Briefkasten zu werfen, nachdem er den Postbeutel wieder unter den Kasten geschoben hatte. Um den Postbeamten in seinem Gewissen zu beruhigen, beförderte der Bürger den Brief zum zweiten Male auf dem vorgeschriebenen Weg in den Postbeutel. Also geschehen zu Worms im Iahre 1926. Preußen. Kreis Kirchhain. ]f Kirchhain, 24. Juni. In einer am Dienstag unter dem Vorsitz des Landrats von Gilsa abgehaltenen dringlichen Kreistagssitzung wurde die Uebernahme der Bürgschaften für die Zwischenkredite zu Wohnhausneubauten, die das Reich durch Vermittlung der Landes-Pfandbriefanstalt in Berlin dem Kreise gibt, bis zur Höhe von 250 000 Mk. genehmigt. Ferner soll zur Finanzierung von Bauten, denen andere Mittel fehlen, bei der Landeskreditkasse in Kassel ein Darlehen bis zu 100 000 ML zu 9Vs Proz. Zinsen ausgenommen werden. Kreis Marburg. ]J Marburg, 24. Juni. Heute mittag gegen 2 Uhr brach im Papierlager der Schreibmaterialienhandlung Kehler in der Wettergasse (früher Schaaf) Feuer aus, das erst nach stundenlangem Bemühen von der Feuerwehr unterdrückt werden konnte. WSN. M a r b u r g , 24. Juni. Am 12. Juli wird Dr. Eckener hier einen Vortr a g halten. Vom 11. dis 18. Juli findet hier die Marburger Sammelwoche für die Zeppelin-Ecke» ner-Spende statt. — Hier ist dieser Tage ein etwa 40 bis 50 Jahre alter Schwindler in Försteruniform aufgetreten, der es verstanden hat, hiesige G a st w i r t e erheblich zu schädigen. Der Schwindler, der hier unter dem Namen Förster Hagemann auftrat, hat kürzlich auch in der Kasseler Gegend, wo er sich als Gemeindeförster G r u h l aus Ottendorf ausgab, ein „erfolgreiches" Gastspiel gegeben. Nach dem Schwindler wird gefahndet. ]| Fron Hausen, 24. Juni. Bei den Lahn- regulierungsarbeiten oberhalb der Belln- häuser Brücke stießen die Arbeiter beim ersten Durchstich auf eine Anzahl etwa vier Meter lange bearbeitete und mit Löchern versehene Balken und gespitzte Pfähle. Gestern traf bereits eine Kommission aus Marburg, aus Vertretern der Behörden und Mitgliedern des Staatsarchivs bestehend, ein, um an Ort und Stelle die erforderlichen Feststellungen und Aufnahmen zu machen. Es wird vermutet, daß es sich um einen in die Tiefe gesunkenen, in grauer Vorzeit hergestellten Damm handelt. Oberlahnkreis. 0 Löhnberg (Lahn), 24. Juni. Rach jahrelangem Sttllstand ist in der hiesigen Gemeinde die Frage der Errichtung eines Ehrenmals für die im Weltkrieg gefallenen Helden wieder in den Vordergrund gerückt. In der Inflationszeit war schon einmal durch allgemeine Ortssammlung ein erheblicher Geldbetrag für die Errichtung eines Denkmals zusammengebracht worden, der Plan gelangte aber nicht zur Ausführung. Nachdem nnu die meisten umliegenden Ortschaften Gefallenendenkmäler errichtet haben, setzte sich hier immer stärker der allgemeine Wunsch durch, daß es nun an der Zeit sei, auch unsere Ortsgefallenen in gebührender Weise zu ehren. Seit Anfang vorigen Jahres sind von mehreren Seiten Schritte unternommen worden mit dem Ziel, die Ausführung eines Denkmals Wirklichkeit werden zu lassen. Verschiedene Tatsachen verhinderten jedoch, daß das allgemein ersehnte Denkaml errichtet wurde. Die Vorarbeiten wurden unterdessen ernsthaft weitergeführt. So konnte der hiesige Krieger- und Militärverein der Gemeindevertretung einige Modelle vorlegen, von denen auch eins zur Ausführung angenommen wurde. Damit ist die Denkmalsangelegenheit zu einem vorläufigen Abschluß gekommen insofern, als nun tatsächlich ein Denkmal gebaut werden wird. Der Entwurf dieses Denkmals stammt von Reg.- Baurat a. D. Pfaff, Gießen, das ausgeführte Modell dieses Entwurfes von Bildhauer K ö d - ding, Gießen. Dillkreis. bl Dillenburg, 24.Juni. Die Stadtverordneten beschlossen in ihrer jüngsten Sitzung, das Schulgeld der neugegründeten Mittelschule dem der Herborner Schule (180 Mk. im Jahre) gleichzustellen. Der Haushaltsplan der Stadt wurde gleichfalls erledigt. Wegen der Getränkesteuer wurde eine lebhafte Debatte geführt. Schließlich wurde ein Antrag des Haushaltsausschusses angenommen, der besagt, daß die Steuer mit dem 1. Oktober in Wegfall kommen soll. Die im Etat entstehende Lücke von 7000 Mk. wird durch die Ausnahme einer Anleihe von 6000 Mk. beim Elektrizitätswerk und die Herabminderung einer Position für Kosten des Magistrats und der Stadtverordneten um 1000 Mk. ausgeglichen. An Kommunalsteuern durch Zuschläge sollen 109 000 Mark eingehen. Der gesamte Etat wurde in Einnahme und Ausgabe auf 1006 400 Mk. festgesetzt. — Nach dem jüngsten Stande der Erhebungen sind zur Zeit im Dillkreis 1533 männliche und 39 weibliche Vollerwerbslose vorhanden. Dazu kommen noch 2463 Zuschlagsempfänger. Bei Notstandsmaßnahmen toerben 530 Mann beschäftigt. Maingatt. WSN. Frankfurt a. M., 24. Juni. Am Mittwochmorgen 5.30 Uhr versuchte der aus Duisburg bei Recklinghausen stammende 26jährige Franz I ureck in der Friedberger Landstraße im Treppenhaus seine Braut zu erschießen. Der Schuß ging fehl, worauf der Täter flüchtete. — In der vergangenen Nacht wurde in der Kaiser- Apotheke ein Einbruch verübt, bei dem den Dieben Bar- und Arzneimittel in die Hände fielen. Die Einbrüche in Apotheken mehren sich in letzter Zeit, so daß den Inhabern derselben größte Achtsamkeit anzuempfehlen ist. Datum: Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. Dan knoten. Wirtschaft Börsenkurse. 5% Deutsche RcichSanlethe . 4% Deutsche RcichSanlethe . 8'/,°/» Deutsche RcichSanlethe 3% Deutsche RcichSanleihe . Deutsche Sparprümicnanleihe 4a/o Preußische Konsols . . . 4% Hessen......... • 3*/»% Hessen.......... 3% Hessen Deuüche Werth. Dollar-Anl. dto. Doll.-Schatz-Aoireilng.*)