m. 119 Erstes Blatt 176. Jahrgang Dienstag, 25. Mai 1926 Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertag«. Beilagen: Gießener Fan.ilienblätter Heimat im Bild Die Scholl«. Monats-Bezugspreis: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Träger, lohn, auch bei Richter» scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Fernsorechanschlüss«: Schriftleitung 112, Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vrvSmid Verlag: vrühl'sche Univerfiläts-Vuch- unö Zteindruckerei L Lange in Gietzen. Schriftleitung und SeschäftssteSe: Zchnlftratze 7. Annahwe von Lazeiaen für die Tagesnummer bl» zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm YShe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspscnnig; für Reklameanzeigen von 70 mra Breite 35 Reichspfennia, Platzvorschrift 20'/. mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lang«; für Feuilleton Dr. H.THynot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein; sür den Anzeigenteil Han» Füstel, sämtlich in Gießen. Argentinien und der Völkerbund. Von unserem ^.-Korrespondenten. Buenos Aires, Anfang Wai 1926. Am 30. Dezember 1925 berichtete die argen- tinifche Presse, daß die Regierung dem Sekretariat des Völkerbundes den Betrag der Iahresquote 1926 in Höhe von 396 156 Pesos überwiesen hätte. Durch diese "Rimesse wurde der breiten Oeffcntlichkeit wieder einmal die anormale Stellung Argentiniens dem Völkerbund gegenüber in Erinnerung gebracht, anormal insofern, als es zwar regelmäßig seinen Beitrag zur Erhaltung des Genfer Instituts entrichtet, im übrigen aber keine offizielle Vertretung bei demselben unterhält. Wie vielleicht bekannt sein dürfte, erhielt der damalige argentinische Gesandte in Paris — der jetzige Präsident — Dr. de Alvear im Jahre 1919 von seiner Regierung den Auftrag, dem Ligasekrc- tariat mitzuteilen, daß Argentinien sich dem Völkerbund nach seiner Konstituierung anschließen und die erforderliche Ratifizierung durch den Kongreß nachsuchen würde. Im September 1920 setzte die Regierung den Senat davon in Kenntnis, daß sie offiziell zur Teilnahme an der ersten Völkerbundsversammlung aufyefordert worden sei, worauf der Senat seine Zustimmung erteilte, daß die Regierung Vertreter nach Genf entsenden könnte. Nachdem dann die argentinischen Delegierten unter Führung des damaligen Außenministers Dr. Pueyr- rcdens auf der Vülkerbundssitzung ihre Stimmen hotten hören lassen, mußten sie auf Anordnung ihrer Regierng den Völkerbund sofort wieder verlassen. Die damalige Regierung unter der Präsidentschaft des Herrn Hipülite Irigeyen erteilte seinerzeit diese Weisung, weil sie sich durch den Beschluß der Ligaversammlung, die argentinischen Anträge zu vertagen, verletzt fühlte. Diese oon der argentinischen Delegation eingebrachten Anträge forderten u. a. die Wählbarkeit sämtlicher Mitglieder in den Ligarat, Bildung eines Ausschusses zur Regelung wirtschaftlicher Streitfragen und Anerkennung des Grundgedankens des Zwangsschiedsgerichtes. Nicht genügend bekannt sein dürfte in Europa die Tatsache sein, daß Argentinien selbst für den Fall, daß seinerzeit die Abberufung der Delegierten nicht erfolgt wäre, durch die Schuld seiner Volksvertreter auch heute noch nicht Mitglied des Völkerbundes sein könnte. Der Entschluß der damaligen Regierung, sich zu dem Gründungspakt des Völkerbundes vom 28. Juni 1919 zu bekennen, bedurfte nachträglich der Ratifizierung durch den Kongreß. Und da diese Bestätigung bis zum heutigen Tage — nach sechs Jahren— noch nicht erfolgt ist, so kann die Entsendung einer Delegation aus gesetzlichen Gründen nicht angeordnet werden, aus welchem Grunde Argentinien auch auf der letzten Völkerbundsoersamm- lung wieder durch Abwesenheit glänzen mußte. Vom Völkerbund selbst wird Argentinien noch wie vor als Mitglied angesehen, da die noch ausstehende Ratifizierung durch'den Kongreß als interne argentinische Angelegenheit betrachtet wird. Die Schuld an diesen unhaltbaren Zuständen kann also nicht, wie es vielfach geschieht, der Regierung zur Last gelegt werden. Sowohl die vorige als auch besonders die gegenwärtige Regierung haben sich wiederholt dafür eingesetzt, daß bas Parlament diesen wichtigen Punkt der argentinischen Außenpolitik behandeln möge, doch blieben alle Bemühungen in diesem Sinne erfolglos. Cs ist ja leider eine schon sattsam bekannte Tatsache, daß der argentinische Kongreß sich fast ausschließlich mit Parteipolitik befaßt und dadurch den Fortschritt des Landes in jeder Beziehung behindert und eine fruchtbare Tätigkeit der Regierung unendlich erschwert. Geteilte Meinungen innerhalb der verschiedenen Parteien können unmöglich die normale Situation dem Völkerbund gegenüber rechtfertigen. Riemand zwingt ja die Kammer, den Beitritt Argentiniens, falls sie ihn etwa für den nationalen Interessen zuwiderlaufend ansehen sollte, zu ratifizieren, aber sie sollte sich doch vor Augen halten, daß die Zugehörigkeit im Prinzip nun einmal existiert, und daß das Ausbleiben einer kategorischen Definition dem Ansehen des Landes erheblichen Abbruch tut. Sofern sich also der argentinische Kongreß auch nur einigermaßen seiner Pflichten bewußt ist, wird er in der diesjährigen Sitzungsperiode, die am 1. Mai eröffnet wird, als eine der ersten Angelegenheiten den Beitritt Argentiniens zum Völkerbund behandeln und damit einer seit 1919 herrührenden unhaltbaren Situation ein Ende bereiten. -Und sollte der Beitritt dann endlich bestätigt werden, was in den maßgebenden Kreisen trotz des Fiaskos der letzten Ligaversammlung als sicher gilt, so wird Argentinien infolge seines Reichtums, seines bedeutenden Außenhandels und seiner guten Beziehungen zu allen Stationen zweifellos berufen sein, eine hervorragende Rolle im Völkerbund zu spielen. Das Schankftättengesetz. Berlin, 22. Mai. (TU.) Dem vorläufigen Reichswir'tschaftsrat ist in diesen Tagen der von der Reichsregierung genehmigte Entwurf eines Schankstättengesetzes zur Begutachtung zugegangen. Der Entwurf, in dessen Begründung auch zu der Frage des Gemeindebestimmungsrechts Stellung genommen wird, will dem Beschluß des Reichstags vom 18. Februar 1925 auf Vorlage eines Gesetzes zum Schutze der Jugend gegen die Gefahren des Alkoholisrnus und zur Verbesserung des Schankkonzessionswesens unter Ablehnung einer Trockenlegung Deutsch» 45 Jahre D. D. A. Die Hirschberger Pfingfttagung des Vereins für das Deutschtum im Ausland. Hirfchberg, 25. Mai. (TU.) Am Somstag- morgen begann in Hirschberg am Fuße des Riesengebirges die 45. Jahrestagung des Vereins für das Deutschtum im Auslande. Viele Tausende von Teilnehmern, darunter wohl 8000 Jugendliche wurden von der Stadt festlich begrüßt. Alle Straßen haben Girlanden-, alle Häuser Fahnenschmuck angelegt. Samstag morgen begann bereits die Arbeit mit einer Frauentagung, bei der die Aufgabe der Frau in der Arbeit für bedrohtes Deutschtum gewürdigt wurde. Zu gleicher Zeit begann die Studententagung, die eingeleitet wurde, durch eine Begrüßung des Staatssekretärs a. D. von Hintze. Auf dieser Tagung waren Studentengruppen aller Landes- und Volksteile ebenso vertreten, wie sämtliche großen Studentenoerbände und Korporationen. Das Ziel der Tagung war die Klärung all der Möglichkeiten, die gerade der Student zur Erfüllung volksdeutscher Arbeit bietet. Professor Dr. Scheel- Kiel sprach über nationales Mindcr- heitenoolkstum und Staat. Am Samstagabend fand im Stadttheater die offizielle Begrüßung der Stabt Hirschberg für die Teilnehmer der Tagung statt. Der Saal war in den schlesischen Farben und denen von Hirschberg rings an der Galerie ausgeschlagen. Der B ü r° germeiftcr von Hirschberg sprach die Hoffnung aus, daß der Name seiner Stadt für viele Grenz- und Auslanddeutsche im nächsten Jahr ein Programm neuer Hoffnungen und neuen Willens sein möge. Oberstudiendirektor I a h n-Breslau, der Vorsitzende des Landesverbandes Schlesien, betonte, daß Schlesien ein günstiger Boden für die Grenzland- arbeit sei, weil es am eigenen Leibe erfahren habe, was alles geschehen könn. Noch vor zehn Fahren dachte noch niemand in Sudetendeutschland an Möglichkeiten, die heute Tatsachen find. Der Vorsitzende des V. D. A., Staatssekretär a. D. Exzellenz o. Hintze, dankte der Stadt und der Ortsgruppe für die Mühe der Vorbereitung. (St erinnerte an die nationalen Kräfte von 1812, die auch von Schlesien ihren Ausgang nahmen und ließ eine Erinnerung an 1918 und 1919 auftauchen: Als schon die Autonomie Schlesiens aufgerufen war, richteten neun tatkräftige Männer Telegramme über Telegramme an Wilson: Kommt und seht, daß Glatz deutsch ist. Als tatsächlich eine Kommission kam, führte man sie auf die Friedhöfe und durch die Straßen und rettete so Glatz dem Deutschtum. Im Auftrage der Technischen Hochschule Breslau sprach Professor Schmeidler und als Vertreter der Breslauer Universität Geheimrat Kühnemann. Rachdern noch am Samstag das Wetter nicht gerade vielversprechend für die Pfingsttage aus- gesehen hatte, grüßte Sonntag schon in aller Frühe strahlender Sonnenschein. Der erste Tag der 45. Jahresversammlung des Vereins für das Deutschtum im Ausland sollte ein Festtag sein. Die feierliche Einleitung bildeten zwei Gottes- d i e n st e in der katholischen und der evangelischen Kirche Hirschbergs, in denen das Pfingstwundev in seiner besonderen Bedeutung für das deutsche/ Volk gewürdigt wurde. Rach einem Festessen im Theatersaal begann der große Festzug. Rund 15 000 Teilnehmer marschierten Wohl eine Stunde lang durch die Hauptstraßen der Stadt, belebt durch die Fahnen und Wimpeln, zahlreiche Jugendgruppen des V. D. 2L und viele historische Gruppen in malerischen Kostümen und festlich geschmückten Wagen. Der Rachmittag brachte unter riesiger Beteiligung sportlicheVeran- Haltungen. Am Abend fand im Stadttheater eine Festaufführung des Schauspiels »Zwischen zwei Grenzen", dargestellt durch die Jugendgruppe Hann.-Münden des V. D. 3L, statt. Am Pfingstmontagmorgen trat im Stadttheater die große Hauptversammlung zusammen. Rach einleitenden Worten von Exzellenz Hintze sprach plniversitätsprofessor Dr. Dolu (Leipzig) über die Stellung der Wissenschaft im Kampfe um das Deutschtum. Bedauerlicherweise, bemerkte der Redner, habe sich im Augenblick der Rot in den Jahren 1918 und 1919 das Resultat deutscher wissenschaftlicher Arbeit in politischer Beziehung als sehr mangelhaft erwiesen. Es gab über die bedrohten Gebiete, über Schlesien, das lands Rechnung tragen. Er sucht dem gewünschten Schuhe der Jugend zu dienen, indem er die im Rotgeseh vom 24. Februar 1923 und dem Entwurf eines Allgemeinen deutschen Strafgesetzbuches darüber enthaltenen Vorschriften im wesentlichen übernimmt. Er strebt die geforderte Verbesserung des Schankkonzessionswesens dadurch an, daß er die Vorbedingungen für die Erteilung der Erlaubnis, die zum Betriebe einer Gast- oder Schankwirtschaft oder zum Kleinhandel mit Branntwein erforderlich ist. wesentlich erschwert, die Vorbedingungen für das Erlöschen und den Verlust dieser Erlaubnis erleichtert und schließlich besondere Maßnahmen gegen eine übermäßige Vermehrung der Gast- und Schank st ätten sowie der Branntwein- lleinhandlungen vorsieht. Der Entwurf will möglichst in sich geschlossene gewerbepolizeiliche Regelung des Gast- und Schankstättenwesens und des Kleinhandels mit Branntwein treffen, die Mißbräuchen und Ausschreitungen vorbeugt und zugleich einen wirtschaftlich gesunden und geachteten Ga st wirte st and fördert. Saarland und Elsah-Lothrmgen zum Seil leichtfertig zu nennende halbwissenschaftliche Veröffentlichungen, die, wie sie waren, die Rechtsansprüche unserer Gegner eher unterstützten als die eignen. Hier war in aller Interesse eine empfindliche Lücke auszufüllen. Geheimrat Kuhnert - Breslau sprach dann übers den deutschen Volksgedanken im deutschen Osten. Sein Vortrag war einer der Höhepunkte der ganzen Tagung. Er schilderte den Binnendeutschen, den Grenz deutschen und den Zivilis ativnsdeutschen, der als Kulturträger. als Ingenieur, Arzt und Vertreter anderer Berufe über die ganze Welt verbreitet sei, den Siedlungs deutschen, der wie im Banat und Siebenbürgen den idealen Begriff deutschen Volkslebens in seiner ganzen Geschlossenheit verkörpert, den Kolonisationsdeutschen, dessen Wirken ein kurzes, aber arbeitsreiches Blatt der deutschen Geschichte fülle und sprach von den Deutschen in Amerika, die eine Sonderstellung einnehmen und die im Ringen mit dem angelsächsischen Einheitsgedanken ün Weltkrieg ebenso versagt hätten wie die Heimat mit allen ihren geistigen Kräften und die schließlich auch hätten versagen müssen, weil die Unter» ftütjung von der Heimat fehlte. Dafür habe aber gerade das Deutschtum in unseren östlichen Gebieten den Gedanken des Rationalstaats am ersten und besten verarbeitet. An den Reichspräsidenten. An den Reichspräsidenten von Hindenburg wurde folgendes Telegramm gesandt: Auf eine 45jährige Arbeit für deutsche Kulturerhaltung im Auslande zurückblickend, sendet der Verein für das Deutschtum im Auslande anläßlich seiner Iahrestagung aus dem Grenzlande Schlesien seinem Ehrenvorsitzenden, Herrn Reichspräsidenten von Hindenburg, ehrstirchtsoolle Grüße. Inland- und Auslanddeutsch, tum gedenken in Treue und Ehrerbietung des Schutzherrn. gez. Der Vorsitzende: v. Hintze. Vie deutsche schutzbuudtagung in Glatz. Glatz. 22. Mai. (TU.) Der zweite Tag deS Deutschen Schutzbundes wurde mit einem Referat des Mitgliedes des Preußischen Staatsrates und des Deutschen ReichSrates. Dr. Ham- macher, über die Rheinische Selbsthilfe während der schweren Rheinjahre von 1918 bis 1924 eingeleitet. Er schilderte die unerhörten Versuche des französischen Imperialismus, das rheinische Volk vom deutschen Gesamtvolk abzutrennen. Der Redner forderte die Aufhebung der entmilitarisierten Zone und die volle wirtschaftliche und politische Freiheil. Es folgte dann das grohangelegte Schluhreferat des Vorsitzenden des Deutschen Schutzbundes, Dr. v. L o e s ch. Herr v. Coefd) betonte die ungeheure Bedeutung des Bevöllerungs- uno Siedelungsproblemes, die in der Resolution des bevöllerungs- und siede» lungspolitischen Ausschusses niedergelegt sei. Die Frage der Kulturautonomie müsse baldigst zu einer befriedigenden Lösung geführt werden. Bei der Stellungnahme zum paneuropäischen Problem sei die Frage, von welchem Gesichtspunkt aus man an dieses Problem.herangehe. Allerdings müsse mit Entschiedenheit von dem sogenannten Paneuropa des Grasen Couden- Hove-Kalergi abgerüdt werden, der von den bestehenden Ländergrenzen der Friedensverträge von 1919 ausgehe. Es müsse mit aller Eindeutigkeit festgestellt toerben, daß eine Staatenorganisation Europas, die aus der unveränderten Grundlage der Friedensverträge aufbaue, eine Llnmöglichkeit sei. Das deutsche Doll habe ein Recht auf einen Staat, der alle Volks- bürger des geschlossenen deutschen Siedelungsgehietes umfaßt. Eine Erstarrung der heutigen Staatsgrenzen Europas werde nicht nur allein für das deutsche Volk, sondern auch für viele andere europäischen Völker einen unerträglichen Zustand bedeuten. Rachmittags fand eine Grenzdeutschen- Äunögebung der in Glatz anwesenden Sudetendeutschen statt. Die britische Kohlenkrisis. Die Nefliernnq^atttwort. London, 22.'Mai. Baldwin teilte den Grubenbesitzern in einem Schreiben mit, daß er ihre unnachgiebige Haltung bedauere, vor allem die Ablehnung des von der Regierung gemachten Vorschlages, den M i n d e st l o h n in letzter Instanz durch Schiedsspruch fe st setzen zu lassen. Er fügte hinzu, die Grubenbesitzer schienen die Vorschläge der Regierung und den Ernst der heutigen Lage nicht in angemessener Weise zu berücksichtigen. Den Bergarbeitern teilte Baldwin mit, eine Besprechung mit ihnen wurde feinen rechten Zweck haben, solange sie bei ihrer augenblicklichen Haltung verharrten und sich weigerten, jede A b - änberung des Lohntarifs oder der Arbeitszeit in Erwägung zu ziehen. Er sei aber zu einer Zusamenkunft bereit, sobald er wisse, daß sie geneigt seien, den gegebenen Anregungen Folge zu leisten. Er fügte hinzu, die Regierung sei angesichts der durch die Absatzkrise heroorgerufenen zunehmenden Belastung der britischen Finanzen nicht in dec Lage, nach Ablauf dieses Monats noch irgendwelche Subventionen zu ge»6)ren. Schweres Eisenbahnunglück in München. Zusammenstoß tut Münchener Oft» bahnhos. — Bisher 584 Tote und 60—70 Verletzte geborgen. München, 25. Mai. (WTB.-Funkspruch.) Am Montagabend gegen 11 Uhr ereignete sich in der Münchener Station Ostbahnyof ein schweres Eisenbahnunglück. Der Personenzug 814 (Salzburg— München) überfuhr anscheinend das Haltesignal und fuhr mit voller Geschwindigkeit auf den Personenzug 820 (Berchtesgaden—München) aus, so daß mehrere wagen des haltenden Fuges zertrümmert wurden. Es wurden bisher (4 Uhr vormittags) 2 4 Tote und 60—70 Schwerverletzte geborgen neben einer größeren Anzahl leicht Verletzter. Genaue Zahlen und Angabe der Toten und Derlehten lassen sich erst nach Beendigung der Ausräumungsarbeiten angeben. Die Unglücksslätle bietet einen entsetzlichen Anblick. Bei dem beschleunigten Personenzug aus Berchtesgaden, auf den der Zug aus Salzburg- Rosenheim ansgesahren ist, sind von den zwei letzten Wagen nur noch unscheinbare Trümmer vorhanden. Die Verletzten und Toten müssen zum Teil aus den Wagen herausgehauen werden, teilweise werden sie auch durch Schweißapparate aus ihrer Lage befreit Ein Ermächtigungsgesetz in Polen Warschau, 25. Mai. Der Ches der provisorischen Regierung, Premierminister Barthel, kündigte in einer Erklärung vor Pressevertretern die Rotwendigkeit einer Art Dillalur- regtme in Polen an. Er sagte, es sei unauf- schrebbar, dem Präsidenten für die ilcber- gangszeit bis nach den Reuwahlen eine Reihe von Sondervollmachten zu geben, unter denen der Erlaß einer neuen Wahlordnung voransteht. Ferner soll er Vollmacht haben, eine Reuvrdnun.g der obersten Zivil- und Militärbehörden vvrzu- nehmcn. den Berwaltüngsapparat einschließlich der Kowmunalverwaltüng zu reformieren und auch die wirtschastlichen, finanziellen und sozialen Verhältnisse auf dein Vor- ordnungswege zu regeln. Gin Rahmengesetz dieser Reformen wird die Regierung dem Sejm in der Sitzung, die auch die Auflösung beschließen soll, vorlegen. Die Ausführungsbestimmungen bleiben dem Präsidenten überlassen. Entscheidende Niederlage Md ei Knms Paris, 24. Mat (Wolsk.) Die sranzösischen Truppen haben T a r g u i f(, den letzten bedeutenden Stutzpunkt Abd el firinms, genommen. Außerdem haben die Franzosen den Dschebel Beni 3ber und die Boban-Gegend beseht Die Operationen in Marokko werden durch die Einnahme uon Targnisl als abgeschlossen betrachtet. Sämtliche Stämme von Targnist sollen fi(h am Sonutag- nachmittag unterworfen haben. Abd el Krim hat dem französischen Generalresidenten Steeg durch den Leiter der ins Rifgebiet entsandten Roten Kreuz-Mijsion, Pfarrer Arend, einen Bries mit Berhandlungsvorschlägen überbringen lassen. Die Meldung findet ihre Bestätigung in einer amtlichen Mitteilung des Ministeriums des Aeußern, die besagt daß der Generalresident cm Monicm in Fez eine Unterredung mit Pfarrer Arcnd hatte, der ihm zwei Briefe Abd el Krim- überbrachte. Abd el Krim erklärte darin, daß et durch die von den AUiierlen errungenen militärischen Erfolge sich veranlaßt sehe, sein Schicksal der Großmut der sranzösischen Regierung zu übergeben. Eine neue Libanon-Republik. Paris, 25. Mai. Der französische Oberkommissar in Syrien de Jouvenel hat feierlich das Bestehen der neuen Libanon-Republik verkündet. Wie aus besonderer Quelle verlautet, ist dies der Anfang einer durchgreifenden Der - waltun gsreform, durch die Syrien in einen Bundesstaat verwandelt werden soll. Man nimmt allgemein an, daß das endgültige Ultimatum de Jouvenels, durch das Frankreich eine allgemeine Amnestie für die Aufständischen erläßt, wenn nach dem 15. Juli kein Schuß mehr fällt, angenommen wird. Sollte dieser Termin verstreichen, ohne daß befriedigende Erklärungen eingehen, so steht eine starke französische Armee bereit, um die letzten Aufstandsherde zu unterdrücken. Eine pfingstrede Mussolinis. Rom, 25. Mai. (TU.) Am Montag früh eröffnete Mussolini den ersten Kongreß derSee- Icutc. Er hielt folgende Ansprache :„Unjere ita» lienifchen Seeleute haben große Aufgaben zu er- füllen. Wo einer von ihnen auf dem Meere im Ausland weilt, symbolisiert er das neue saszistische Italien. Das neue Italien schützt eure Rechte, aber dafür fordert der Staat Disziplin von euch. Wir wollen ein großes Volk sein, zäh und diszipliniert. Das ist der neue Geist, den der Faszismus gebracht hat. Euer neues Banner trägt drei Worte: Arbeit, Faszismus, Italie n." Nach der (Eröffnung des Kongresses fand ein Frühstück statt, wobei Mussolini den Erzbischof von Genua empfing. Am Abend sprach Mussolini auf d?§ Piazza Ferrari zu einer ungeheuren MenschOV menge. Er fiihrte u. a. cnis: „Ich habe den Tag der Kriegserklä- rung zu meinem Besuch in Genua gewählt, weil Genua neben 'Jtom und Mailand Öen Ruhm hat, der Wage den Ausschlag gegeben zu haben und mit Ueberwindung der Feigheit unfähiger Regierungen das Bolt zum Letzten und Größten angespornt zu haben. Aus den ruhmreichen Maitagen sind die italienischen Aampssaszi entstanden. So besteht eine Verbundenheit zwischen dem Volk, das in den Schützengräben kämpfte und siegte und dem Volk, das den Marsch auf Rom ausgeführt hat. Wir regieren das italienische Volk mit reinen Absichten. Wir betrachten uns nicht als Herren, sondern als Erzieher des Volkes, das immer ein helfe* res Geschick verdient hat und auch finden wird. Ich sehe, daß das Volk arbeitet, und daß die Zusammenarbeit der Klassen zur Tat wird und daß der korporative faszistische Staat geboren und leben wird. Er hat den liberalen demokratischen Staat zu Grabe getragen, einen Staat der gemeinsamen Verantwortungslosigkeit, bei dem sich niemals ein Verantwortlicher nach Nomen, Vorname und Wohnung feststellen läßt und einen Staat des Parlamentarismus, in dem bis zum Ueberdruß geredet wird. Im korporativen Staat finden alle Klaffen Anerkennung und Schutz. In diesen vier Jahren haben wir der Nation Waffen gegeben. Wir haben der Nation vor allem einen militärischen und kriegerischen Geist gegeben, weil die Waffen allein ohne Geist nicht genügen. Der Kampf unter den Nationen wird immer schwerer trotz eines gewissen heuchlerischen und feigen Pazifismus. (Beifall.) Jedes Volk richtet die Schranken seines Egoismus auf und verschließt sich der falschen internationalen Verbrüderung. (Beifall.) Wir müssen also die Zahne zusammenbeißen in diesem Kampf, der heute nur wirtschaftlich und moralisch ist. Die vorbereitende Abrüstungskonferenz. Ein Memorandum Paul Boncours. Genf, 22. Mai. (WTB.) Paul Dvncour, der französische Delegierte, hat dem Redaktions- komitee des Abrüstungsausschusses ein Memorandum unterbreitet, das Ausführungsbestlm- mungen für ein beschleunigtes Versah- ten des VölkerbundsrateS bei der Bestimmung deS Angreifers, und zwar unter starker Anlehnung an das Boraehen des Bölkerbundsrates anläßlich des britisch-bulgarischen Zwischenfalls im Herbst 1925 enthält. Besonderer Wert wird in diesem Memorandum auf größte Schnelligkeit bei der Durchführung der beim plötzlichen Ausbruch eines Konfliktes vom Bölker- bundsrat gegebenen Empfehlungen betreffend militärische und wirtschaftliche Hilfeleistungen gelegt. Der Rat soll im Ernstfälle spätestens 48 Stunden nach Eintreffen der Aachricht in Genf zusammentreten. 'Bei der Beschlußfassung des Bölkerbundsrates über diesen Punkt soll die @ in- stimmigkeitsklausel nicht aufrecht- erhalten bleiben. Für die Durchführung her in Artikel 16 des BöllerbundSpatteS vorgesehenen militärischen Hilfeleistung wird eine enge Zusammenarbeit der General- ftLbe jener ßchthcr vvrgeschlagen, die gegebenenfalls teilzunehmen gewillt sind. Die Empfehlungen, die der Rat in dieser Hinsicht etwa geben würde, müßten sehr schnell erfolge^ und der ständige militärische Ausschuß müßte vorher Untersuchungen darüber anstelien, welches Verfahren am schnellsten arbeitet. Auch für die w irt- sch östliche Hilfeleistung sollen nach dem Memorandum Paul Dvncours im voraus methodische Regeln aufgestellt werden. Diese Gedankengänge sind von dem französischen Vertreter dem redaktionellen Komitee des . Abrüstungsausschusses in Form einer Resolution 1 unterbreitet worden. Es entspann sich eine mehr- x- stündige ergebnislose Debatte. Lord Robert (Seer I blieb bei seiner Auffassung, daß es sich bei dem Vorschläge teilweise um Paktänderun- aen handle, über die zu beraten der Ausschuß keine Befugnis habe, er erklärte, die Vorschläge sollten vielmehr von Frankreich direkt an den V ö l l erb und Sr at eingereicht werden: evtl, könnte auch der Abrüstungsausschuß in einer Entschließung dem Völkerbundsrat ein Studium dieser Vorschläge empfehlen. Die durch den Gegensatz zwischen Paul Doncour und Lord Cecil entstandenen Schwierigkeiten wurden durch die Annahme eines englisch-französischen kam- promihonlrags beseitigt, der die von Paul Boncour gemachten Vorschläge für eine möglichst rasche und sichere Ingangsetzung der sich aus Artikel 16 derVöller- bundsatte ergebenden wirtschaftlichen und militärischen Hilfeleistungen zugunsten des angegriffenen Staates dem Völkerbunbsrate übertoeilen will mit der Bitte, die Prüfung der Vorschläge sofort vornehmen zu lassen. Dieser Empfehlung, mit der sick der Völkerbundsrat im 3um befassen wird, wird das Memorandum von Paul Boncour betflefugt werden. Der von den Vertretern Frankreichs un'o Englands vorgelegte Resolutions-Entwurf empfiehlt im einzelnen dem Rate, die Methoden für eine möglichst rasche Ingangsetzung ter militärischen Hilfeleistungen gegen die Ausdehnung eines plötzlich ausbrcchenven Konfliktes dem stänoigen militärischen Ausschuß deS Pötterbllnbes zu. überweisen, während die Regelung der wirtschaftlichen und finanziellen Hilfeleistungen dem sogenannten gemischten Ausschuß itfeectragen werden soll. ES wurde dann noch ein Antrag des belgischen Senators de Droucki re angenommen, nach welchem die Frage der internationalen Kontrolle deS Rüstungsstandes der einzelnen Länder durch den VLllerbunb den beiden technischen Unterausschüssen überwiesen wird, ohne baß jedoch, worauf der italienische Vertreter nach- drücklichst bestand, durch diese Untersuchungen über den Kern der Frage bindend entsMeden werb'.^i darf. Die Untersuchungen deS gemischten Ausschusses sollen sich auch auf den chemischen Krieg sowie darauf beziehen, ob das Verbot des Krieges mit chemischen und einigen anderen Kampsmitteln in die Abrüstungskonvention ausgenommen werden kann. ReichssroMsoSda-entag in Düsseldorf. Düsseldorf. 23. Mai. tWolff.) Der heutige Sonntag brachte eine große Zahl von $et(- nehmern zu dem 7. Reichsfrontsoldatentag nach Düsseldorf Die Gesamtzahl der Teilnehmer wird auf rund 70 000 geschätzt, welche teils in Sonderzügen, teils In Kraftwagen, zu Pferde, auf Krafträdern und zu Fuß ankamen. Der Tag wurde eingeleitet durch ein großes Wecken. Dann erfolgten Kranzniederlegungen am Schlageterkreuz, am bergischen Löwen, am Kriegerdenkmal und aus dem Shrenfriedhvf. Die Hauptveranstaltung bildete die Fahnenweihe von etwa 63 Ortsgruppen. Zu diesem Zweck versammelten sich die Stahlhelmleute in den Mittagsstunden auf ben Rheinwiesen. Dunbesführer Seldte - Magdeburg wies bei der Weihe darauf hin, daß der Stahlhelm die vaterländische Bewegung zusam- menfafsen und einen wolle. Rach der Fahnenweihe rückten die Teilnehmer in unabsehbarem Zuge in das rechtsrheinische Düsseldorf. 3n der Tonhalle führte der Bnndessührer aus, wenn der Frontfoldatentag diesmal an den Rhein verlegt worden sei, so gelte eS damit der deutschen rheinischen Bevölkerung den Dank des Stahlhelms dafür darzubringen, daß das Rheinland trotz des Druckes der Besatzung so treu und unerschütterlich die Wacht am Rhein gehalten habe. Am Jäger- hos erfolgte dann der Vorbeimarsch vor der Bundesleitung, der nahezu drei Stunden in Anspruch nahm. Der Zug führte zur großen Ausstellung. wo abenbs im Planetarium der Tag mit einer Gedächtnisstunde für die Gefallenen abgeschlossen wurde. Morgen früh fahren die Teilnehmer nach Köln. Die Veranstaltung in Düsseldorf ist ohne nennenswerte Zwischenfälle verlaufen. Die von den Kommunisten angekünbigten Kundgebungen fanden infolge der straffen Poli- zeim ah nahmen nicht statt. Role Pfingsten in Berlin. Berlin. 24. Mai. (XU.) Die Kundgebung, die der Rote Frontkämpferbund am erjten Pfingstfeiertag im Volkspark Reukölln veranstaltete, ist vollkommen ruhig verlaufen. Die Berliner Schutzpolizei hatte starte Kommandos zu Fuß und Lastkraftwagen aufgeboten, um etwaige Störungen der öffentlichen Ordnung und Sicherheit sofort ersticken zu können. Polizei brauchte jedoch an keiner Stelle in Aktion zu treten. Die Kundgebung selbst wurde durch einen großen Aufmarsch eingeleitel. Erst gegen 8 Uhr war der Aufmarsch vollendet. Auf dem Festplatz sprach der erste Vorsitzende deS Roten Frontkämpferbundes, Reichstagsabgeordneter Thälmann. Gr betonte, es gelte nicht nur, die rote Fornt fester im Innern auszubauen, sondern die revolutionäre Theorie in die revolutionäre Praxis umzusehen. Es wurde dann die von den russischen Gewerkschaften gestiftete Fahne mit der russischen Losung „Den Pionieren des Freiheilskampfes — Allzeit bereit" übergeben, wobei Thälmann versicherte, daß sie in den bevor stehenden blutigen Kämpfen zum Stege des Proletariats getragen werden solle. Rach dem Gesang der 3nternattonale erfolgte gegen V«9 Uhr der Abmarsch der Roten Frontkämpfer, Der sich ebenfalls ohne Störungen vollzog. Der Kutiskerprozeb« Berlin, 22-Mai. (LU.) Im Kutifkerprozeh äußerte sich heute Dr. Rühe über die Devisengeschäfte mit dem Angeklagten Kutisker. Den Anstoß zu diesen Geschäften habe die Staatsbank durch eine Zeitungsannonce gegeben? in der sie fremde Devifen gesucht habe. Kutister habe der Staatsbank mehrfach Dollar- und Pfundangebote gemacht und es verstanden durch fingierte Telegramme und geschickte Mänipula- tionen seine Angebote glaubhaft zu machen. Der nächste Zeuge, Oberfinanzrat Dr. Hellwig, bestätigte im allgemeinen die Bekundungen deS Vorzeugen. Die Verhandlungen wurden dann auf Mittwoch vertagt. Die hessische Steuerpolitik Der Hessische Wirtschafts- und Ordnungsblock schreibt uns: Eine Veröffentlichung des staatlichen Presseamtes, die unlängst durch die Zeitungen ging, zählt alle Erleichterungen auf, die den Stenerpslich- tigen bei Entrichtung der hessischen Sondersteuer vom bebauten Krundvesitz gewährt wird. Selbstver- stündlich steht diese Veröffentlichung des Presseamtes in keinerlei Zusammenhang mit dem „völlig aussichtslosen Volksbegehren" des Hessischen Wirt- schasts- und Ordnungsblockes. Um so interessanter ist es, wenn man diese Mitteilungen der Regierung etwas aufmerksamer unter die Lupe nimmt. Dann wird man folgendes finden: 1. Nach den Vorschriften des Reichsgesetzes über den Finanzausgleich soll die Sondersteuer für den Grundbesitz, der am 31. Dezember 1918 unbelastet war, nur i Prozent des Steuergeldes betragen. In Hessen erhebt man 1 Prozent. 2. Bei Grundstücken, die am 31. Dezember 1918 bis zu 10 Prozent des Friedenswertes belastet waren, soll die Sondersteuer nicht mehr als 0,75 Proz. betragen. In Hessen beträgt sie ein Prozent. 3. Für Grundstücke, die bis zu 80 Prozent des Friedenswertes belastet sind, soll die Steuer nach den Bestimmungen des Reichsgesetzes nur 1,25 Prozent betragen. In Hessen beträgt sie tatsächlich 1,75 Prozent. 4. Nach den Bestimmungen des Reichsgejetzes fall Eigenhäusern, die nicht aber nur aus Grund eine weitere Milderung des Steuersatzes gewährt werden. In Hessen gibt es diese Erleichterung nicht. Wodurch wiederum bewiesen wäre, baß die De- fretierung der «vonbersteuer durch den Finanz- Minister in dieser Form nicht eine einfache Aus» jübrung des Reichsgesehss ist. Sie ist vielmehr notwendig, um den durch eine verkehrte Finanzpolitik unnatürlich angeschwollenen Finanzbebarf des Staates zu decken. Kunst und Msienschaft. Geheimrat Zciebrich Kluge f. Wie aus Freiburg gemeldet wird, starb dort am Freitagnachmittag der bekannte Germanist. UniversitütSProfesfor Geh. Rat Dr. Friedrich Kluge, einen Monat vor der Vollendung seines 70. Lebensjahres. Kluge, der feit dem Herbst 1919 im Ruhestände lebte, ist geboren im Jahre 1856 zu Köln, habilitierte sich 1880 in Straßburg, wurde vier Jahn später Extraordinarius in Jena, 1886 Ordinarius daselbst und wirkte seit 1893 bis zu seiner Emeritierung in Freiburg i. Br. Kluge hat sich vor allem durch seine Arbeiten auS der Geschichte der deutfchen Sdrache einen Ramon gemacht: von seinen zahlreichen Publikationen feien an dieser Stelle nur genannt. Etymolog. Wörterbuch der deutschen Sprache (1881, 10. Ausl. 1924), Von Luther bis Lessing (67, 5. A. 18), Deutsche Studentensprache (95). Geschichte der got. Sprache (97), Unser Deutsch (07. 3. 21. 14), Deutsche AamenkunLe 17, 3. A. 24) und Deutsche Sprachgeschichte (21, 2. A. 24). Internationaler Geologenkongreh in Madrid. In Madrid wurde in Anwesenheit des Königs und der Regierung der 14. Internationale Geologenkongreh eröffnet. Es trafen 1300 Kongreßteilnehmer aus 53 Ländern ein. Die offizielle deutsche Abordnung steht unter Führung der Professoren Krusch. Kaiser und Pompe ck i. Der Präsident des Kongresses, Rubio, grüßte die Teilnehmer und wünschte der Tagung vollen Erfolg. Hierauf erflärte der Acbeitsmini- ster den Kongreß namenS des Königs für eröffnet. Aus aller Welt. Eröffnung des Luftverkehrs Berlin — Paris. 'Nachdem die Pariser Luftfahrtverhandlungen Anfang des Monats mit einem positiven Ergebnis geendet haben, sind im Anschluß hieran auch die Verhandlungen der Luftverkehrsgesellschaften über einige neue internationale Strecken abgeschlossen worden. Die Besprechungen Der deutschen, französischen, englischen und dänischen Gesellschaften in Köln ergaben folgendes Resultat: „Am Mittwoch, den 26. Mai wird die Strecke Berlin —Essen—Köln — Paris in beiden Richtungen gemeinsam von der Deutschen Lufthansa und der Farman-Gesellschaft eröffnet. In Köln wird in beiden Richtungen der Anschluß an die von der dänischen Luftfahrtsgesellschaft betriebene Strecke Kopenhagen — Hamburg-Essen— Köln nach und von Paris erreicht. Am 26. Mai wird die Führung Der alten viel umstrittenen Franco-Roumaine- Ltnie, die bisher deutsches Gebiet meiden muhte, geändert. Die diese Strecke jetzt betreibende „Cidna" führt den Verkehr tote folgt durch: Paris— Straßburg— Fürth — Rürn- bera -Prag - -Breslau — Warschau. Die Abzweigung in P rag nach Wien, Budapest, Belgrad, Bukarest, Konstantinopel bleibt weiter bestehen. Die Verhandlungen über Weiterführung der Lufthansastrecke Malmö-Kopenhagen — Lübeck - De r- lin — Dreden über Prag nach Wien werden weitergeführt. Deutsche Kriegsschiff« in Spanien. Die deutschen Kreuzer „Amazone" und „Rymphe" sind in Cadiz eingetroffen. Mit den spanischen Behörden wurden offizielle Besuche gewechselt. Rachmittags wurde im Rathaus ein F e st zu Ehren der deutschen Besatzung gegeben. Ein internationaler Mietecbuub. Der in Zürich tagende Internationale Mieterkongreh hat die internationalen Leitsätze sowie die Statuten des Internationalen Mieterbundes angenommen, in dessen Zentrale die Organisationen Oesterreichs. Deutschlands, Schwedens, Frankreichs und der Schweiz vertreten find. Den Vorsitz führt Wiath (Zürich). Der nächste Kongreß ist in Prag. Die Grüho der deutschen Behörden überbrachte namens des Generalkynsuls Architekt Kratzer. Es sprachen ferner Bundespräsident H ä b e r l i n sowie der Direktor des 3ntematü>naten Arbeitsamtes, Albert Thomas. In einer Resolution spricht der Kongreß die Erwartung aus, daß die Regierungen und Volksvertretungen die Forderungen der Internationalen Mieterbundes zur Verwirklichung verhelfen. IDelfreforb eines Hunqerkünstterr. Der Wiener Hungerkünstler Fred Heller ist Samstagabend 9.15 Uhr nach einer Hungerkur von 46 Tagen und 6 Stunden, was den Weltrekord bedeutet, aus seinem Glaskasten herausgebracht worden. Der Andrang deS Publikums war in den letzten Stunden ungeheuer. Der Hungerkünstler erhielt sofort feine erste Mahlzeit bestehend aus einem Glase Milch, etwas BiScuit und einem Glase Rotwein. Dann wurde er in das Spital der' Barmherzigen Brüder gebracht. Trauriges Ende einer Kahnfahrt. Ein junges Ehepaar machte am Sonntag eine Kahnfahrt auf den Kanälen in der Umgebung Löbenaus. An der Schleuse kam der Kahn zu dicht an diese heran, so daß beim Hochziehen deS Schleusenschuhes die Wassermassen sich in den Kahn ergossen und ihn in die Tiefe rissen. Das erst seit zwei Wochen verheiratete Ehepaar konnte mir als Leich rn geborgen werden. Zwet Kinder beim Dootfahren ertrunken. 2ln der sogenannten Bammelecke in Grünau Bet Berlin sackte ein Boot, in dem sich 15 Kinder befanden, plötzlich wog und die Kinder gingen unter. Zwölf von ihnen, die dos Schwimmens kundig waren, erreichten das Ufer. Eines der Kinder konnte von einem andern Doot ausgenommen werden. Zwei Insassen, die des schwimmens unkundig waren, ertranken. Die Leichen find noch nicht gefunden worden. Ein weiteres Todesopfer btr Explosion in Haßloch. Die Explosion der Pulverfabrik Haßloch hat noch ein weiteres Opfer gefordert. Dor Werk- meistor Wilhelm, der durch Glassptitter im Gesicht und an den Augen schwer verletzt worden war, ist trotz einer sofort vorgenommenen Operation am Freitagnachmittag verstorben, fo daß die Explosion. 10 Todesopfer gefordert hat. Rach privaten Schätzungen rechnet man mit einem Schaden von über einer Million Mark. Vulkanausbruch in Japan. Tokio, 25. Mai. (WTB. Junksvruch.) Infolge des Ausbruchs des Vulkans Lokatschi aus Hokkaibo in Norbjapcm finb zahlreiche Men chen durch Lava verschüttet und viele Häuser zer- tört worben. 200 Personen sollen getötet worden ein, etwa 1000 werben vermißt. Wettervoraussage. Lagsüber weiter warm und heiler bei späterer Bewölkungszunahme. südliche Winde, vorerst feine stärkeren Riederschläge. Unser Bezirk ist unter den Einfluß höheren Drucks gekommen, der von Südwesten her einem ins Baltikum weiteraezogenen Wirbel gefolgt ist. Bei südlichem Wind sind die Temperaturen wieder ongestiegen. Ein neuer atlantischer Wirbel ist mit feinem Regengebiet bis nach England vorgedrun- fjen. Da sich bno Druckfallgeniet hauptsächlich nord- östlich erweitert, ist mit einem schnellen Vorbringen bes Wirbels auf dem Kontinent nicht zu rechnen. Es bestehen jedoch in Mitteleuropa beträchtliche Temperaturunterschiebe, ble zu bern Auftreten von artlichen Störungen führen können. gestrige Taaestemveraturen: QHaximum 11,6, Minimum 2,7 Grad Celsius. Heutige Morgentemperatur 9,4 Grad Celsius. Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 25. Mai 1926. | Der Familienbund der Familie Bernbeck. * Heute und morgen findet in Gießen bet 26. Familientag der weitverzweigten Familie Bernbeck statt. Zugleich damit wird das 5 0jährige Jubiläum der Gründung dieses Familienbundes begangen. Unter den Familien in Hessen besitzt dieser Familienbund wohl die älteste Organisation. Die Anregung zu dem Zusammenschluß gab int März 1876 der spätere, inzwischen verstorbene Geh. Reg.-Rat Provinzialschulrat, Lic. Dr. Karl Leimbach zu Hannover durch einen Aufruf an die Glieder der Familie. Er war der erste Schriftleiter bes seit biesem Jahr bestehenben Familienblattes, bes Korrespondenzblattes der Familie Bernbeck. Das Blatt ist seit dieser Zeit allmonatlich erschienen und hat sich bei etwas beschränkterem Erscheinen auch über die Zeit der Geldentwertung erhalten. Seit 1876 ist man zumeist in Gießen (früher in SteinS Garten) alle 2 Jahre zu einem Familientage zusammengetreten, der meist über 100 Glieder Vrr Familie dort vereinigte. Das Familienstipendium, das bedürftigen Gliedern eine Unterstützung gewährte, ist auch der Inflation zum Opfer gefallen, wie so viele milde Stiftungen unserer Zeit. Der gegen- wärttge Senior der Familie, Geheimer Iustizrat FranzWahlzu Schlitz, hat einen Stammbaum der Bernbecke und ihrer Verwandten verfaßt < 1896), der durch einen zweiten Teil von demselben Verfasser im Jahre 1921 erweitert und ergänzt wurde. Als ihren Stammvater sieht die Familie, die ihre Abstammungsreihe auf den Vorsteher des Amtes Hattingen am Riederrheim Diderich Bernbeck, geb. um 1614, gest. daselbst am 30. Mai 1677, zurückführt, den Pfarrer Johann Daniel Bernbeck (geb. zu Gießen am 12. Rov. 1757) auf dem Wirberg an, der mit Charlotte Schneider, Tochter des großbritannischen Werbehauptmanns George Schneider und der Luise Lesch von Mühlheim zu Gleiberg, verheiratet war. Don den 13 Kindern dieser Ehe, von denen drei im KindeS- alter verstorben und 3 unverheiratet geblieben waren, werden die 7 Stämme der Familie Bernbeck abgeleitet: 1. Stamm Wahl, 2. Stamm Strack I., 3. Stamm Bernbeck-Langd, 4. Stamm Strack II., 5. Stamm Dernbeck-Lehrbach, 6. Stamm Dichmann, 7. Stamm ©ertba, deren Rach kommen zahlreich im hessischen Beamten stand sich verzweigt und im Verlauf der letzten 50 Jahre weit über die Grenzen des Hessenlandes hinaus sich verbreitet haben. Für die Stabt Gießen, die von der Familie als Mittelpunkt ihres Geschlechtes betrachtet wirb, ist es von Interesse, zu erfahren, baß ein Sohn, des ältesten nachweisbaren Gliedes, Dibrrich Bernbeck. in Gießen mit Anna Gertraud LooS sich im Jahre 1688 verheiratete und zwei seiner Rachkommen Mitglieder des Rates von Gießen waren. Uebet die Bedeutung des Ramens Bernbeck sind allerlei wissenschaftliche und genealogische Untersuchungen angestellt worden, die zu einem endgültigen Abschluß bisher nicht geführt haben. Die eine sehr natürliche Lösung will den Ramen so erklären, baß bie Familie von ehrsamen Bäckern abstammt, die zum Unterschieb von anderen einen Bären im Hcruswcrppen geführt haben und im Volksmund dann Bärsn-bäcker genormt wurden. Rach einer anderen Forschung (von Prof. Dr. Aug. Ries-Mainz) kommt in Hattingen und Umgegend die Endung „beef“ in Familiennamen sehr häufig vor, und zwar mit denselben Varianten wie bei Bernbeck geschrieben: — „bed" —, — „decken", „in der Deck", — „aus der Deck". Das „deck" bedeutet hier überall soviel tote „Dach" und hat nichts mit dem süddeutschen — deck — brcker ----- Bäcker zu tun. Die Vorsilbe „Brr" soll auf „Biber" zurückgeführt werden, so daß Bernbeck — Beverbeck auf einen Bach Hinweisen würde, in dem Biber vorkommen. Da das Wappen der Familie Bernbeck Bären aufweist, so könnte dir erste Lösung verständlich erscheinen, wenn nicht dieses Wappen erst aus dem 18. Jahrhundert stammte. W. Wahl, Pfarrer zu Lang-GönS. Bornotizen. — Tageskalenber für Dienstag, Stabttheater: 8 Uhr: „Irrgarten der Liebe. (Ende gegen IO1/« Uhr.) — Ächtspielhaus Bahnhofstraße: „Panzerkreuzer Potemttn". — Astoria- Lichtspiele: Harry Piel. * " Die Pfingstfeiertag« hatten diesmal für unsere Stadt ein besonderes Geprägq durch den Besuch der Saarsänger, über beffenj Verlauf wir an anderer Stelle dieses Dlattesi berichten. In den Kirchen war an beiden Feiertagen sehr reger Besuch. Am zweiten FLiertagi z. B. konnten in bet Stablkirche mehr als 2000 Besucher gezählt werben. Die Hauptgottesdienste würben durch Gesänge der Chorschule stimmungsvoll verschönt. Der Verkehr auf bet Reichsbahn war außerordentlich start: schon von Freitag an steigerte er sich gewalttg. Es wurden einer Anzahl Sonderzüge und Vor- und Rachzügc gefahren, um allen Ansprüchen gerecht zu werben. Trotz bieser starken Ausdehnung des Zugbienstes verlief der ganze Betrieb erfreulicherweise ohne Unfall. In Feld und Wald war der Spaziergänger- und Ausflüalerverkehr, der Radler- und Autlerbetrieb gleichfalls recht lebhaft, so bah die Gastwirte unterer Ausflugstätten wohl ebenfalls mit Befriedigung auf die Feiertage zurückblicken können. Alles in allem: es waren Feiertage, mit denen man zufrieden sein konnte, D>;nn auch das Wetter, insoesondere am zweiteir Fest- toge, nicht so ganz pfingstmäßig warm und hell war. Handwerker - 03 c r | a nt m I u n g. Man schreibt uns: Die Bekanntmachung dos StadtbauamteS im „Gieß. Anz." vom 18. Mai 1926 Rr. 114 bett'. Vergebung der Vauhand- werkerarbeiten zur Errichtung eines Rcun- farnilienhauseS für Reichsbeamte in der Wilhelm- strahe nahm die hiesige Handwerkskammer-Reben- stelle zur Veranlassung, eine Versammlung der für die Llusführung der Arbeiten in Frage kommenden Bauhandwerkerführer der einzelnen Berufszweige einzuberufen. In der Versammlung, ble unter dem Vorsitz des Syndikus Röhr von der Hanbwerskammer-Rebenstelle Maßen statt- fanb, wurde das Verhalten des StadtbauamteS bei der Vergebung der in Frage stehenden Arbeiten eingehend besprochen. Die Versammlung erhob Protest gegen die Art der Vergebung der eii'en . mÜ S anbei f>L SS sz 5eloiine J HM “ Ebenen & alt M neue" ein» iirufunfl, heilölückfic? lirchenanit in einem c amk gefproch^ Mihtineü GM wc niti bet* alS Kirch' (aj^finb 1 Segen bet " Ki straße Le> Linden Mittwoch, und Autov über Äeuh> •• Sei gastierte fr heute flbmt Mernehim nicht so bei der zirzensi gründeten ■ der hervor zu neber zirzensischer bringt er ihrer Art cm Haupt &ifi gi ur. 8 dezent uni In dem g wodurch lr von Wen! besten ziy Ginft^tile. gefai, müll auf Grund denDeluch empfehlen. AngeftrI einen Sßorl Herr Alexi zialpolitisch yorkag ül oder wie ü ichiderte bi der einzeln, hohen Zinst wirtschaft. C ^paffen, ui und rentable Arbeiter un, Professoren Hinsicht auf( längere, sehr I« Erörtern mig angeno wirb aegen fchastsich erlegen, un "M>t Lohn weitere A fchreckenb , bunben, n; 'st keine $r Wen Sih ■r^'uies er njcnbi8teii Mögliche Di üolge der1 '"hmen, tol re>t nur vr °'e Ration, fen Produl ‘üll9e in h d'eAngestell Ue eine , XW Umstel °°n übtnähl Hui hochi Arbeiten, insbesondere gegen die Vergebung an einen Densralunternehmer. Diese Art der Vergebung widerspreche einer rationellen und möglichst sparsamen Bauweise. 3n der vorletzten Stadtverordnetenversammlung sei bezüglich der Vergebung von Vauarbeiten eine Einigung dahin erzielt worden, daß die eingereichten Angebote geprüft und die Arbeiten in Losen vergeben wurden, um auf diese Art einen möglichst groben KreiS von Bauhanbwerkern an der Au-fuhrung der Arbeiten beteiligen zu können. Die Versammlung vertrat die Auffassung, daß auch bei Vergebung der Arbeiten für die Errichtung des Reunfamilienhauses für Reichsbeamte in der Wilhelrnstrafte diese Art der Vergebung gefordert werden müsse: unter keinen Umständen dürften die Arbeiten an einen Generalunternehmer vergeben werden. Vei der Stadtverwaltung sollen entsprechende Schritte von der Handwerkskammer» Rebenstelle unternommen werden. " Eine Neunzigjährige. Frau Wil- f dmine Preuschen (Marburger Strafte 20), Witwe des am 1. Juni 1868 zu Liftberg verdorbenen Pfarrer- Erwin Preuschen. feiert heute ihren 90. Geburtstag. Frau Preuschen ist die Mutter des im Jahre 1920 zu Hausen verstorbenen Pfarrers D. Fr. Erwin Preuschrn, der sich al- gelehrter Forscher auf dem Gebiete des neuen Testamente- und der alteren Kirchenge» schichte einen Aamen gemacht hat und zuletzt eine Berufung an die Landesuniversität aus Gefund- heltsfücksichten ablehnen muftte. Das Landes- tirchenamt in Darmstadt hat dem Reunzigjährigen in einem Schreiben, das durch daS hiesige Pfarramt stbcrveicht wurde, seine Glüchpünschr auS- gesprlxhen. 7. Seinen 75. Geburtstag kann morgen. Mittwoch, der im Ruhestand lebende Polizeiwachtmeister Göbel, Ebelstrafte, begehen. Herr Döbel war früher Verwalter des Polizei gefäng» nifses in der Sandgasse. Dem Kirchenvorstand der Matthäusgemeinde gehört er schon viele Jahre als Kirchenvorsteher an. Möge es dem Geburts» lagskind vergönnt sein, noch viele Saftre zum Segen der Gemeinde zu wirken • • Kreis st raftensperre. Die Kreisst rafte Leibgestern—Bahnhof Stoßen* Linden ist wegen Kanalisationsarbeiten von Mittwoch, 26. Mai, ab für den Fuhrwerksund Autoverkehr gesperrt. Der Verkehr wird über Reuhof—Lang-Göns umgeleitet. • • Der ZirkuS Geschw. Birkeneder gastierte die Pfingstseierläge über bis einschl. heute abend auf Oswaldsgarten. Menn auch das Tlnternehmen dem Ramen nach bis jetzt noch nicht so bekannt ist, wie andere grobe Vertreten der zirzensischen Kunst, so kann eS doch gut begründeten Anspruch darauf machen, in die Reihe der hervorragenden ZirkuSunternehmungen etn- aefügt zu werden. Die Leistungen dcS Zirkus Birkeneber stehen durchweg auf sehr hoher Stufe zirzensischen Können-, ja in mancherlei Hinsicht bringt et Darbietungen, die bis jetzt einzig in ihrer Art daftehen. Das Tiermaterial, immer cm Hauptanziehungspunkt dieser Unternehmungen, ist gut gepflegt und hervorragend in der Dressur. Sine große Schar von Ewwns sorgt dezent und originell für die lustige Stimmung. 3n dem ganzen Betrieb ist Tempo und Schmitz, wodurch im Verein mit den glanzenden Leistungen von Mensch und Tier den Besuchern Stunden besten zirzensischen Genusses bereitet werden. Auf Einzelheiten des gediegenen Programm- einzu- gehen, müssen wir uns versagen, wir können aber auf Grund des hier niedergelegten Gesamturteils den Besuch dieses ZirkuSunternehmens nur besten- empfehlen. —.— Der Gewerkschaftsbund der 21 n gift eilten hielt im Eisenbahnhotel Hopfeld einen Vortragsabend ab, der recht gut besucht war. 5")crr Alexander Bogel aus Berlin von der Sozialpolitischen Abteilung des G. D. A. hielt einen 'Vortrag über das Thema: „Heraus aus der Not, oder wie überwinden wir die Wirtschaftskrise?" Er schiderte die Neuorganisation und die Umstellung der einzelnen Betriebe auf Mehrproduktion. Die hohen Zinsen wirken sehr hindernd auf die Gesamt- wirtschaft. Es fei möglich, sich dem Ford-System an- zupassen, um die Produktion dadurch zu erhöhen und rentabler zu gestalten, trotz erhöhter Löhne für Arbeiter und Angestellte. Er nannte verschiedene Professoren und Fachmänner, die Theorien in dieser Hinsicht aufgestellt haben. Dem Vortraa folgte eine längere, sehr anregende Aussprache. Aus Grund dieser Erörterungen wurde eine Entschließung einstimmig angenommen, in der zunächst Protest erhoben wird gegen die Versuche, die Folgen der Wirtschaftskrise einseitig der Arbeitnehmerschaft aufzuerlegen, und in der es dann u. a. weiter heißt: „Mit Lohn- und Gehaltsdruck ist untrennbar eine weitere Verminderung der ohnehin schon erschreckend zurückgegangenen Massenkaufkraft verbunden, mit schematischer Arbeitszeitverlängerung ist keine Produktionssteigerung zu erzielen, und die sozialen Abgaben sind in der heutigen Gehalts- und Lohnhöhe bereits voll berücksichtigt. Wohl erkennt die Angestelltenschaft an, daß die Ueberroinbung der Krise eine planmäßige technische und organisatorische Umstellung der Wirtschaft, eine Reinigung von überzähligen Betrieben und im besonderen eine Herabsetzung des übergroßen Warenverteilungs- apparates erfordert. Aus der Erkenntnis dieser Notwendigkeit wird die Angestelltenschaft auch eine mögliche Vermehrung der Arbeitslosigkeit als erste Folge der Rationalisierung der Wirtschaft auf fick neftmen, weil diese Vergrößerung der Arbeitslosigkeit nur vorübergehend sein kann, wenn die durch die Rationalisierungsmaßnahmen geringer werdenden Produktionskosten auch wirklich in vollem Umfange in der Preisgestaltung zum Ausdruck kommen. Darum gehört zur Rationalisierung die rücksichtslose staatliche Bekämpfung des jetzigen Kartell- Unwesens und eine reftlofe Preisgabe aller heute noch reichlich vorhandenen Geichäftsmelhoden aus der Inflationszeit. Nur so und durch eine zielbe- wußte Höherbeweriung der menschlichen Arbeitskraft kann der Wiederaufstieg der bcutftfien Wirtschaft erfolgen. Die Angestelltenschaft befindet sich damit in Uebereinfitmmung mit den einsichtigen Arbeitgebern, die selbst nachdrücklich vor Der Fortsetzung der jetzigen .siartellpolitik und der Herab- brütfung des Lebensstandard«» der Massen warnen. Die deutsche Wirtschaft ist nicht auf dem Boden einer Wirtfchastsautokratie, sondern nur auf der Wirtschaftsdemokratie weiter aufbaubar.** " Die Maul- und Kleuenseuche ist neuerding- in Butzbach und Rockenberg (Kreis Friedberg) und Gohselden, Detter und Darzenbach (KreiS Marburg) au-gebrochen. Erloschen ist die Seuche in Melbach, Heidenbergci^ Rieder- Eschbach. Ober-Mörlen, Burg-GrSsenrode und Dorheim (Krei- Friedberg). * • Auftrieb aus dem heutigen Frankfurter Schlacht vieh m a rt t: 356 Ochsen, 48 Bullen. 692 Kühe. 438 Kälber. 20 Schafe, 2867 Schweine. ---------------------------t Die Saarfänger in Bietzen. Unsere Stadt hatte am ersten Pfingstseiertag lieben Besuch. Zwechundert Sanger des MannergesangvereinS Liederkranz aus Saarbrücken unter Führung ihres Prältdente", KreiSschulratS H e l l w ig und ihres ersten geschäft-führenden Vorsitzenden Detft- g e r b e r breiten bei uns Einkehr, um uns in einem Konzert zu zeigen, daft auch «m Saarland das deutsche Lied eine gute Pflegstatt hat. Der Empfang. Vormittag- um 9,51 älhr tarnen die Gäste, von Marburg kommend, wo sie am Pfingst- samstag^Äbend gesungen hatten, hier an. Mit den Gießener Gesangvereinen und der Gießener Turnerfchaft, die mit ihren Fahnen am Bahnhof Aufstellung genommen hatten, faird sich eine riesige Menschenmenge zum Empfang der Gäste ein. Don den Mitgliedern des Arbeitsausschusses, dem die Gesang- und Turnvereine, der Verkehrsverein und der Saarverein angehörten, wurden dir Sänger am Zuge abgeholt und aus dem Bahnhof geleitet, den sie unter den Klängen des Deutschlandliedes, gespielt vom Orchesterverein. verließen. Rach dem Sängergruß der Gießener Gesangvereine richtete der Vorsitzende des Arbeitsausschusses, Lehrer Georg Kling, herzliche Worte des Willkomms an die Gäste von der Saar, in deren Ramen der erste Vorsitzende Weißgerber ebenso herzlich erwiderte. An- schließeich fangen die Gäste den Saarsänger- Gruft, der folgenden Wortlaut hat: ..Brüder, daS ist des Saarlands Schwur: Deutsch bleiben Berge, Sqar und Flur, Deutsch bleibt das Blut, da- uns durchzieht ilnb ewig deutsch des Saarlands Lied." Runmehr erfolgte in geschlossenem Zuge, die Fahnen voran, dann die Gäste, am Schluß die Lieftener Vereine, unter den Klängen der flotten Marschmusik des Orchestervereins der Einzug in die Stadt, wobei mehrere Hauptstraßen durchschritten wurden, begleitet von einer großen Menschenmenge. Der Zug endete am Saalbau Sauer, wo öie Ouartiertarten ausgegeben wurden. Sic Sänger waren in zahlreichen Familien und Gasthäusern als Gäste willkommen. Das Konzert. Rachmittags um 4 ilftr begann in der Volks- Halle das angekündigte Konzert, zu dem sich schätzungsweise rund 2500 Zuhörer aus der Stadt und vom Lande eingefunden hatten. Bei dieser Gelegenheit entboten die Saarsänger durch ihren Präsidenten, KreiLschulrat Hellwig, dem als Ehrengast anwesenden Generalleutnant a. D. Klingelhöffer in Erinnerung an sein Wirken als Oberst und Regimentskommandeur beS 70. Infanterie-Regiments in Saarbrücken einen besonderen Gruft, indem sie für sein Erscheinen dankten und ihm au Ehren den Saarsänger-Druft fangen, lieber das Konzert selbst fchreibt unser Sm.-Mitarbeiter folgendes: Deutsche Brüder von der Saar, die man eines ihrer köstlichsten Güter, ihrer Heimat, ihres bodenständigen Volkstums berauben möchte, und die im tiefsten Me nschenleid jene wahre Lebensfreude sich bewahrt haben, in euren Herzen wurzelt echte deutsche Heimatliebe, welche auch die Kraft verleiht, unter eurem zielbewußten Steuermann, eurem reich begnadeten Ehormeister so bewegten Herzens zu fingen von Menschenleid, Lebensfreude und He i- m a 11 i eb e! Zeugte so schon der Aufbau des Programms, die stilvolle Einheit der Veranstaltung, die gepflegte Idee eine stark verinnerlichte Kunstausfassung, so waren die Darbietungen selbst den atemlos lauschenden Zuhörern. ein Kulturbild der auf hoher Entwicklungsstufe stehenden Ge- sangespflege einer begeisterten Kunstgemeinschaft. Eingedenk des Mahnrufs unseres großen deutschen Meisters Richard Wagner, ter in .seinen „Meistersingern" durch Hans Sachs einer verknöcherten Kunstsippe seiner Zeit in das Gewissen ruft: „Ehrt eure deutschen Meister, da nm bannt ihr gute Geister", haben die Gäste ein vorbildliches Treugelöbnis zur deutschen Kunfb- pflege abgelegt. Durchgehend wertvolle Dichtungen tK. E Knodt, E. M. Arndt, Jos. v. Eichendorfs u a.), vertont von ersten dmttschen Meistern, hauptsächlich dev Reuzeit angoftörenö, waren Kunststoff. Unter letzteren ist es Hugo Kaun, welcher bei jedem Seil deS Programms unsere Seele bewegte, erschütterte, erhob. Frei von Effekthascherei wohnt seinen Chorwerken eine starke nrelodische Kraft inne, eigenartig geführte Stimmlinien verschlingen sich zu einem farbenprächtigen Dongcmälde von elndringlichster Leuchtkraft und dynamischer Differenzierung Wie hat dies doch Hugo Kann in so tief ergreifender, feierlicher Weife zum Ausdruck gebracht bei Vertonung deS tief empfundenen Gedichtes ,Weine 1 leise" von dem uns Hessen so wohlbekannten „Waldpfarreer" K. E. Knodt! And nun erst die Ausführung diese- weihevollen Tongrmäldes durch die Gäste, die rn.rschiedenart.ge Schattierung seelischen Empfindens von leiser, wehmütiger Klage biS hin zum tiefsten Seelenfrieden kam zart unb fein, edeltönend und klar heraus. — ES war überhaupt durch alle Werke hindurch ein Klingen und Singen von Wohllaut unb Son- reinfteit Hell und frisch, wie edles Metall klangen im Matrosenchor (2t. Wagner) die Lenore, zu dessen Wteletcholung die Sänger trotz der gewaltigen stimmlichen Anforderungen gern und willig bereit waren. Dezent und lyrisch-geschmackvoll abgetönt führten die Tenorstimmen im "Glockenlied" Tausende wert. *- B.“ tztck. «0 Ifa. vtt. 1.- (26%ifl) wrd Mi. 1.60 (35%ifl, siärffe Form). Lazu.stucke-tz. OttBe" i 45, 05 unb 80 «fg In eßen «pot-tl«. Drogerien nnb latldmulen erhältlich. O.W'nterboff,Med.'Drog..L.Kreuzvlav A. Noll, SlrcuA-Ttoqcrie, Bahn oiftr 61 W.Kilbinaer,Löwen Droa.,LetterSw.79a ÖDuarb (9utb, Vik,oria-Droa.,Marktstr.k; v Sioll, 9(eiiitabfTxogerie, Neustadt Hnne> Noll, ^udwig^vialz Drogerie Parfümerie Koch, Selieröroea 75 L»erm. Plank, Parillinerie, LelterSweg 8 P. Jo,'. Möbs, Seifenfabrik, Mäuc-burg8 Lahnsand in allen Körnungen ,u,c Rheinsand u. Mainsand zu bill. Preis C. Rübsamen, Gießen, Fernsp. 1659. ■ ••esse essese esesseeee «ee In dem weiter zur Ausführung kommenden Kvlonnadenbau am Bahnhof Tieften sind weitere Läden und Bureauräume zu vermieten. Znteresienten erfahren Näheres durch Herrn Baurat Schuhmacher, Architekt. Roonstrafte 31. 4557D besonders vorteilhaft Bettvorlagen Wachstuche Wachstuchreste Schülsträöe Zirkus Birkeneder Gießen — Oswaldsgarten II Riesen-Erfolg wie überall II Heute Dienstag, 25. Mal abends 8 Uhr, Unwiederruffl, letzte Vorstellung Vollständig neues Programm I 30 ATTRAKTIONEN IU Eine nie dagewesene Sensation I Zwei hiesige gut bekannte Herren haben mit der Direkt, eine Wette abgeschi., deß sie mit dem Dompt zwischen den Löwen im Käfig eine Partie 66 spielen wollen Auf zu Birkeneder! oirt i ................. ■■■■■■■■■■■■■■■■■ Maw verlange 431fU , _ Giessener Brauhaus-Biere] Oießen (Landgrafenstr. 4), den 22. Mai 1926. Erhältlich billigst 3622 D 16000 Dr. Gürtler Lichtspielhaus Bahnhofstraße 34 CMC vieles andere mehr. 4583ss - Odenhausen b. Gießen, 23. Mai 1926. Die Beerdigung findet am 25. Mai, nachmittags 4 Uhr, statt. 4593V Empfehlungen sucht liprfrpfOT lato Ber I II r Br I idealster Korset WHvVIvv ersah. Berka, Korsett- Verkauf jeden Mitlwoch gesucht. 4599c Pl-DM LI Litbigsirche 71 Poli^er. 03696 IVU J_L_ __ H JIB1IB—11 WDWItHMDMMIII I !■■■! Wl'n—HWLW——0 »» V » WV G JL • Strassenbalm der Stadt Giessen Gießen, Neumünster, Gr.-Buseck, d. 25. Mai 1926. Die Beerdigung findet Mittwoch, 26. Mai, nachm. 17, Uhr, auf dem Neuen Friedhof in Gießen statt. Familie Wachter Familie Klinkier. nach längerem Leiden im Alter von 59Jahren zu sich in die Ewigkeit abgerufen. W. Hankel. Neuen Baue 7 Telephon 612. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Guste! Schneider geb. Weeg. Atter Blei «Bletröhrem kauft BriihlscheDnickerei * D Schulstr. 7/9 kaufmännischer verein. In tiefem Schmerz: Familie Heinrich Wallenfels, Alzey Familie Karl Dickel, Gerthe Familie Heinrich Mohr, Ettingshausen Karl Wallenfels, Gießen Familie Friedrich Wallenfels, Odenhausen. Größere, westfälische Beleuchtungskörper-Fabrik Heute und folgende Tage unstreitig der größte Film, den die Welt sah: Existenz. Baneral-Vertreter s. dort. Bes.-Filiale gcs. Hoh. Berd. Ori u.Berufgl-tkostenl.) Kahmaan 81 Sfiller G. m.b.H. Hilden lRhld.). Besichtigung am Versteigerungstage ab vormittags 8 Uhr Simon Wolf, Auktionator u. Taxator Telephon: Römer 5938. prakt. Aerztin verreist vom 25. Mai ab 03095 Pens. Brandl bÄ Zimmer frei. Tel. 1085. I(MRD Heute entschlief nach kurzer Krankheit im Alter von 47 Jahren mein vielgeliebter, treusorgender Mann, unser lieber Bruder und Schwager Ludwig Schneider und in allen durch Plakate Kenntlichen Geschäften. 2550ss Das Ster für Stc ? bei Emil Schwall, Biergrotzhandlung und Eisfabrik, SWWl täglich frisch gestochen, empfiehlt Junger lausbnbe iin Alter von 14 bis 16 Jahren für sofort MWH. Aelteres, gesundes Ehepaar sucht 2 möblierte Zimmer für 4—5 Monate mit guter, einfacher Ver- vflegung. Entspr. der Verpflegung u- Einrichtung mird gerne ein guter Preis bezahlt. Schrtftl. Angebote unter 4589V an den Giek. An», erbeten. MnzkMWenz Jahre hindurch sichert sich,wer schnell den Orts- oder Bezirksalleinverkauf eines großartigen Massenartikels übernimmt. Riesen-Absatz. Laden und Sla» vital unnötig. Zei- tnngsreklame wird von uns bezahlt. Ein durchaus reeller Artikel, dessen Vertrieb keinen Verdrutz, sondern hohen Gewinn bringt. Jedermann ist Käufer. Ein Versuch beweist. Prospekte und Alleinverkaufs - Konditionen gratis. Man schreibe Postkarte an ,i00A R. Schneider, Stuttgart 249. Sauberes, ehrliches WW zum 1.6. gesucht, Neuen Baue 5 I „Panzerkreuzer Potemkin“ Alfred Kerr schreibt: „Ein Wunderwerk, ein Wunderwerk ! Ferner: Jackie Coogan in Jackie, der Lumpensammler Schauspiel in 6 Akten. Sichern Sie sich zu diesem Meisterwerk rechtzeitig Sitzplätze. Trotz der enorm hohen Anschaffungskosten keine , Preiserhöhung Eintrittspreise 0.80. 1—, 150, 2.— Mark Wir bitten nach Möglichkeit die Nachmittags- Vorstellungen zu besuchen. In den Ästnr*ia- Lichtspielen nur noch heute und morgen: =: Harry Piel --- Die Trauerfeier findet Mittwoch, den 26. Mai, nachmittags 2 Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofes statt. Von Blumenspenden bittet man wegen der Feuerbestattung dankend absehen zu wollen. <59SD tapl- nntag im Miita Montag,7.Iuni, abends 9 Uhr. Tages-Ordnung: Jahresbericht, RechnungSablage, Ersatzwahl lAufn. Ausschub) ^lD Verschiedenes. Der Borstand. Am 23. d. M. verschied nach kurzem Leiden meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Großmutter und Urgroßmutter hu Marina M K Kl im 82. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Krieb, Gemüsehändler Müsse mm wird zum Freunde, wenn man Hühner einsperrt und mit dem allgemein anerkannten und sehr gelobten Geflügel- und Kükenfutter N a g tt t füttert. Frau Pastor Schreiber, BrunS- hauvten, schreibt: „DaS Futter hat sich grobartig bewährt. Es legen die Hübner unglaublich fleibig. 4 Hühner hatte ich auf einen engen Raum abgesperrt und mit dem Futter gefüttert,- sie haben in 27 Tagen 86 Eier gelegt." [2843 D Zn haben bet: Ang. Wallenfels, Drogerte, Marktvl.; Eugen Scheel. Mäusburg 17; Rob. Töll, Samenhdlg., dieustadt 46; Heinr. Hab», Samenhdlg. für den Bezirk Oberhcssen und Bahngebiet. Schriftliche Angebote unter 4595D an den Giebener Anzeiger. Maschinen-Versteigerung! Am Donnarstag, 27. Mal. beginnend vormittags 9 Uhr, versteigere ich in Frankfurt am Main, Kostheimer Straße 12 Straßenbahnhaltestelle: Galluswarte meistbietend gegen Barzahlung eine große Anzahl gebrauchter Werkzeug-, Blech- und Holzbearbeitung»- Maschinen. Es kommen zur Versteigerung: Dreh-, Drück-. Bolzen-, Mechaniker- u. Hinterdrehbänke. Revolver *änke und Automaten, Bohr-, Fräs- und Gewinde- schnaldmasclzlnen,Excenter-,Friktions- Spindel- n. Fnßtrittpressen, Shaplng-, Hobel-, Schleif- und Foiiermasckinei?, Kaltkreis- null Bügelsägen, Rund-, Abkant-, Wulst- und Sickeumaschinen, Kreis-, Streifen-, Tafel-, Kurbsl- um1. Fußtrittseheren, Dosenvorschluß- und sonstige Spezial • Bleclibearboitangs- mascblnen, Bandsägen und Holziräse, Iiochstauien und Blechscheren, Ven- ' tilatoren und Eompressoren, Ambosse, FeHsehmieden, Schraubstöcke, Richtplatten, Winden, TrausmiasionsieJe n. Todes-Anzeige. Gott der Allmächtige hat unsere liebe, herzensgute Mutter und Großmutter hi ttn Wallenfels fc geb. Oppertshäuser Handarbeitslehrerin I.MlllOI!8 Lanz 48—/0 P.S., Bauiahr 1915, durchaus betrtebStüchtig mit kompletter A.E.G.- Anlage, zwecks Drehstrom-Erzeugung, zu verkaufen. 45541) J. Rumpf & Sohn, Butzbach. Perfekte Weites tauch für stärkere Damen gut arbeitend) für auswärts gesucht. Schr. Ana. n. 4588D an den Gtetz. Anz. 1300-201)091». Darlehen gegen prima Möbel- ficherheit sof. gesucht. Schr. Angeb. unter 45670 a.d.Gieh.An». Verloren ein HaiidsAH grau Wildleder, mit Schnalle, am ersten Feiertag abend von der Festhalle zur elektr.Strahenbabn. Wiederbringer Belohnung auf dem Fundbureau der Eint möbl. Zimmer von ruhigem Herrn zum 1. Juni gesucht. Schristl. Angebote mit Preis unter 4590 Dn. d.Giefr.Anz. [SteHenangebote Suche f.m.Schwester (Avothekerstochter) in Giehenod. Umgeb, in besseremHause.wo Mädchen vorhanden, Stelle als Saastoltzter zur weiteren Ausbildung in Küche u. Haushalt. Voller Familienanschlohne gegens. Vergütung Bedingung 4591D Marie Rötz, Marburg lLahn), Biegenstrane 29. Kauigsguokv^ Garantiert sestfitzende Glucke zn kaufen gesucht. Schr. Ang. u. 4587D an den Gien. Anz. Gartentisch mit 4—6 Stühlen, gut erhalten, zu kaufen gesucht. Schr. Ang. u. 4448D an den Gien. Anz. Abendkurse" in allen kaufmännischen Fächern' äandelsschuleGieöen > Goethestraüe 32 1585a 4584a rDu brauchst noch nicht mal hübsch zu sein: Auf Ullstein-Schnitt füllt jeder ’rein!“ Die neuesten Ullstein-Schnitte für Frühjahr und Sommer sind erhältlich im MODEHAUS SALOMON - Schulstr. Fahrplan 1926 gültig ab 24. Mai 1926 w w w w Grüne Linie Bahnhof..... — — 637 | 645 715 722 730 usw. 207 215 222 usw. 507 515 522 usw. 807 815 830 837_ 900, 907 922 937 952 Markt...... 600 615 645 652 715 722 730 737 alle 215 222 230 alle 515 522 530 815 822 822 837 845 907 915 930 945 1000 1007 Wiesecker Weg. . 607 622 652| 700 722 730 737 745 7*/2 Min. 222 230 237 71/, Min. 522 530 537 71/a Min. 83Ö1 845 852 915 922 937 952 Friedhof. . . . . — 1 — 6iL.... — 232 239 | bis 530 — - bis — — — — — — — — — Friedhof..... — — — !#— — — — — usw. __ 235 242 1 usw. 520 527 usw. Wiesecker Weg. . 607 622 652 , 700 722 730 737 745 alle 230 237 245 alle 522 530 537 alle 822 837 845 900 915 922 937 952 1007 Markt...... 615 630 700 ; 707 730 737 745 752 7'/, Min. 237 245 252 7'/, Min. 530 537 545 7'/, Min. 830 845 852 907 922 930 945 1000 1015 Bahnhof..... 622 637 707 715 737 745 752 800 bis 245 252 300 bis 537 545 552 bis 837 852 900 915 930 937 W W w W Rote Linie Bahnhof..... — 630 645 715 722 730 — 745 — 800 807 usw. 822 830 — 845 852 907 915 930 945^ 1000 Markt...... 552 607 637 645 652 708 722 730 737 745 752 800 807 815 alle 830 837 845 852 900 915 922 937 952 1007 Siechen-Anstalt. . 600 615 645 652 700 715 730 737 145 752 800 807 815 822 71/, Min. 837 845 852 900 907 922 930 945 1000 1015 Schützenhaus. . . 602 617 647 654 702 717 732 739 747 754 802 809 817 824 bis 839 847 854 902 909 924 932 947 1002 1017 Schützenhaus. . . 605 620 650 658 705 720 735 743 750 758 805 812 820 828 usw. 758 805 813 820 828 835 843 850 858 905_ 920 928 935 950 1005 1020 Siechen-Anstalt. . 607 622 652 700 707 722 737 745 752 800 807 815 822 830 alle 800 807 815 822 830 837 845 852 900 907 922 930 937 952 1007 1022 — — ■ .. ■ Markt...... 615 630 700 707 715 730 745 752 800 807 815 822 830 837 7'/, Min 807 815 822 830 837 845 852 900 907 915 930 937 945 1000 1015 1030 ■■■■» > MM Bahnhof..... 622 637 707 715 722 737 752 800 807 8151 822 830 837 845 bis 815 822 - 837 845 900 907 —— 922 937 952 — W — Wagen verkehrt nur Werktag j * < 1 - X' •fe- K « § c ts 6 z X a h 3 5 a 6* Dienstag, 25. Mai 1926 Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Nr. flO Zweites Blatt um Gemüts- und nach 9 an der Arbeit, die den Chaos dieser Seit benutzen hinter den Thronen her- Unb kann, auch wenn mäler und den Dörfern ihre nommen. als hätte die Sonne loten, und das Leben seine Welt ihre Seele? Schlasrockärrnels, nommen hatten, ein zweites und Aermelaufschlag. verschwunden. je sind die Geister Wirrwarr und das möchten, die Kirche zustoben. In Wilna, der wo sie ihr Winterlager ge- springt ein Wäuslein, dann ein drittes aus dem rechten And schon sind sie irgendwo aber keinen Taustisch dabei, eine Hochzeit, aber keinen Traualtar dafür, ein Sterbebett, aber keinen Trostschah daneben', kurz alles kirchliche Leben, das hinausgegangen ist in das Staatsleben. das Volksleben, das Familienleben, das Seelenleben, alles fort! Jede christliche Sitte künde aus unterirdischem Museum. ilnb nun ist das die durchgeführte Absicht des Vuches: einmal zu zeigen, welche ungeahnten Folgen dieser Zusammenbruch der Kirche hat. Einzelne Menschen, die bisher einen guten Kampf des Glaubens gekämpft hatten um Christi willen, geben nun den Kampf auf und fallen jählings, blindlings, und doch wissend, wollend zurück in ihr altes Leben. Ein junger prächtiger Mensch ergibt sich dem Wein und den Weibern. Die Trinkerasyle leeren sich, die Trunkenbolde mehren sich, die Gefängnisse füllen sich, deun die Verbrechen steigen um 200 Prozent, vor allem Diebstahl und Anzucht. Denn, was einem gelehrt war in Schule und Kirche, es war ja alles nicht wahr. Alle Zucht, alle Ordnung, alle Sitte, alles Gesetz ist gefallen. 3a, auch die Völker als Völker werden von der Anruhe ergriffen. Die Völker, die noch Religion haben und religiösen Fanatismus, fallen nun her über die blamierten und entblößten Christenvölker! der Weltkrieg wird unvermeidlich, die Papiere sinken, die Banken schließen,' selbst die gottlosesten Leute, die erst triumphiert und posaunt haben, verfluchen die Entdeckung und wünschen die alte Zeit zurück ganz gegen ihre alte Aeberzeugung, denn die geistige Verwirrung ist eine vollendete. Der Millionär selber aber verliert seine Millionen, ja, er verliert seinen Verstand. Denn er allein weiß um die Fälschung. Er allein. And nun. wo sie die Welt erschüttert, möchte er sie verraten. Mit einem Wort könnte er die Welt wieder zurechtbringen. Das Geheimnis, — es zerrt an ihm. Er möchte es sagen, rufen, schreien. Er steht vor dem Spiegel und erzählt es sich selber mit verzerrtem Gesicht. Er endet auf Armen- kosten im Irrenhaus. Das sind freilich alles Phantasien, die hernach gerade diesergestalt in der Wirklichkeit sich nicht erfüllen. Aber doch ist das der völlig erreichte Zweck des Buches, daß dem Leser mit erschütterndem Ernst klar wird, was er vielleicht bisher sich noch nie so klar gemacht hat: welche zusammenhaltende Kraft, welche Ordnung schaffende Bedeutung die christliche Kirche hat. daß ihr Einsturz wirkt, wie wenn der Tragbalken aus einem Baugerüst her ausgezogei^wird. „Entkirchlichung — Entchristlichung, Entchrist- lichung — Entsittlichung", so hat Stöcker die Stufenfolge beschrieben. Wo der Christ abstirbt in einem Volke, wer soll da anders aufleben als der Antichrist? Das ist das Ende mit Schrecken: und es kann getrost dem Leser überlassen bleiben, bei sich selber festzustellen, ob und wie weit ihren Schein ver- Wärme, und die Kirche und Welt. Don Landesbischof D. Tolzien. Pfingstfest ist Geburtssest der Kirche. Am ersten Pfingsten wurde die christliche Kirche gegründet. hineingestiftet in die Welt. Kirche und Welt sind Gegensätze. Die Kirche ist zwar für diese Welt, aber nicht von der Welt. Man hat die Kirche wohl verglichen mit einem Schiff, das durch das grimme Meer arbeitet. So hebt sich die Kirche ab wie ein Fremdkörper über die stürmische Welt hinaus, wird auch von ihr hin und her geworfen. Oder man mag Hinsehen auf die Städte und Dörfer: die Kirche ist etwas anderes gegenüber Öen Häusern: hoch ragend, alle ihre Linien nach oben weisend, der Turm wie ein gen Himmel erhobener Finger: die Häuser aber mit ihren Fensterreihen wagrechte Linien ziehend am Erdboden hm. So bindet die Welt uns an bie Niederungen des Alltagslebens, aber die Kirche führt uns empor zu den lichten Höhen edelsten Menschentums. Welt und Kirche: es ist eben der Gegensatz von unten und oben. Zeit und Ewigkeit. Diesseits und Jenseits, Sünde, und Buße. Geburt und Wiedergeburt, Mensch und Christ. So liegt in dem Beruf der Kirche eine Tragik. Sie soll die Welt über die Welt hinausweisen und wird darum unverstanden von der Welt zurückgewiesen. Sie ist wie Ionas gesandt unter die Niniviten, wie ein Missionar in die Wildnis. Noch heute und gerade heute wieder erleben wir, daß die Welt die Kirche Mäuse im Oberbett Von Fritz Müller- Partenkirchen. Wir haben ein Häuserl im Harz. Darin wohnen wir im Sommer. Winters über bringen wir die Betten auf den Speicher. Den Schlafrock hänge ich an einen hohen Nagel. Dann motten wir das Ganze ein. And wenn der Sommer wiederkommt und wenn es wieder nach dem Harze geht — auf die grünen Fensterläden, herunter mit den Betten von dem Speicher, herab vom Nagel, alter Schlafrock! „Ieses!" schreit meine grau, läßt den Schlafrock fallen und springt auf den- Tisch, „IeseS! Mäuse! Mäuse!" And auS dem Aufschlag meines linken verfolgt mit einer Grausamkeit, die den ersten diokletianischen Verfolgungen nichts mehr gibt. Denken wir nur an das Daltenland. niemand weiß, was in Deutschland folgen Massenaustritte gewiß: sie schrecken uns nicht, im Gegenteil, es ist nur klärend, die auch äußerlich ausscheiden, die doch innerlich ausgeschieden sind. Aber es kann auch zu einer Vergewaltigung und Anterdrückung derer kommen, die drinnen bleiben möchten. Mehr als zi—i—i—g..." — um dem Mäuschen eine letzte Möglichkmt zu geben. Aber nichts kam. „Jetzt zähl' einmal bis dreihundert," sagte meine grau, „dann kommt sie sicher: weiht du, drei ist eine gute Zahl." And ich zählte bis zu der guten Zahl dreihundert. Aber die Maus kam nicht. „Wenn du jetzt bis tausend zählst," sagte meine grau, „tausend ist eine runde Zahl, weißt du..." „Ich glaube,“ unterbrach ich sie, „die Maus ist gar nicht mehr drin." „Meinst du?" sagte meine grau und streckte mit unendlicher Vorsicht die rechte große Zehe vom Tisch herunter auf daS Oberbett zu. Auf einmal raschelte es wieder. Do scwiell habe ich nie eine große Zehe von unten nach oben gehen sehen... „Jetzt kommt sie — jetzt", rief ich zuversichtlich und schwang den alten Holzschuh, während meine grau schrie. And wirklich — es rumorte weiter unter meinem Ober bette, geine Wellen sah ich auf der Oberfläche meines Bettes laufen, dahin, dorthin, schließlich in der Richtung nach dem Dreiecks- loche, es bauschte sich darunter, feine weihe Federchen wirbelten herauf, und jetzt — atemlos hob ich den alten Hvlzschuh — ein spitzbübisches kleines Mausgesichtlein sah schwarz zwischen den weißen Federn in die Oberwelt, satz die Flackerkerze, sah vier Augen, die vor Erregung glänzten, sah den erhobenen Holzschuh und — wuppdiwupp — weg war sie wieder, eingewühlt zu unierft in dem Federflaume meines schönen Oberbettes. „So!" rief ich empört, „jetzt drück' ich sie im Oberbett einfach tot!“ „Mann! Am GotteS willen!“ sagte meine grau, „du willst doch nicht im Ernst ein leben* Cs handelt sich nicht nur Gefühlswerte, vielmehr um Sein und Nichtsein des Volkes. Denn, wenn nun ein Altes stürzte, wie wird das Neue aussehen? Wenn der Heilige Geist geht, welcher Geist wird kommen? Es gibt ein merkwürdiges, fesselndes Buch von Guy Thorne, das heißt: Als es dunkel war. Das erdenkt lich einen Millionär, der ein Gottesleugner und Gotteshasser ist. Der beschließt, die Kirche zu vernichten. Er dingt einem ihm geistesverwandten Professor der Orientwissenschaft, der schon manche Ausgrabungen in Palästina gemacht hat. Der hat in Jerusalem einen uralten Leichenstein gefunden an verborgener Stelle. In diesen meißelt er heimlich hinein mit alten verstümmelten Buchstaben die Worte: „Ich, Joseph von Ari- matfjia, habe den Leichnam Jesu, des Nazareners, heimlich aus seinem Grabe genommen und an dieser Stätte verborgen." Dann läßt er nach einiger Zeit wie zufällig diesen Stein entboten und ausgraben. Da scheint nun mit einem Mal der Christenglaube widerlegt. Aus dem Erdenschöße heraus, unwidersprechlich in Stein gehauen. kam die Kunde, daß die Iüngerpredigt von dem Auferstandenen eitel Irrtum sei. Wie mit Dlihesschlag ist die Kirche zu Boden gefällt. Anwidersprechlich. denn die Kunde ist eine Ar- begraben, jede christliche Tat vergessen, jeder christliche Ton erstorben: und ich frage dich: möchtest du das? wäre es dir einerlei? ginge es auch ebensogut so? oder friert dir nicht das Herz? zieht es dir nicht wie eine Oede. wie eine Dürre, wie ein Todesgeruch durch die Seele? hast du nicht doch die Empfindung von einem Schaden, einem Jammer, als wären den Kronen die Perlen ausgcbrocken, den Städten ihre Denk- Wahrzeichen ge- ___ _______ ... Hauptstadt Litauens, ragt ein hoher Berg mit drei gewaltigen schneeweißen Kreuzen, die blendend in das Land hineinleuchten, und schon von weitem den Reisenden in der „Nun, es könnte schlimmer fein", sagte meine Frau und nähte ein Stückchen Drillich kunstvoll wieder auf den Schaden. Nachts schlief ich unter diesem Oberbett. Da hatte ich einen seltsamen Traum. Ich träumte, ich sei ein ausgewalzter Nudelteig und _ läge auf dem Küchenbrette friedlich vor der Köchin. Plötzlich nahm dieselbe ein gezacktes Rädchen an einem Handgriff, womit man Stücke aus dem Nudelteig schneidet und fuhr die Kreuz und Quer auf mir herum. Jetzt beschrieb sie einen Kreis auf meinem Brustfell. Dann umfuhr sie die Herzgegend in einer milden Elipse, schlitzte mir die Arme auf ... And das alles war gar nicht schrecklich. Sondern es kitzelte nur ein wenig. Mit einem Male aber, als das Zackenrädchen über mein Zwerchfell schnurrte, muhte ich lachen und wachte auf. And wie ich mir den sonderbaren Traum im Wachen wiederhole, spüre ich ein leises Raschln über meinem Körper. Stärker ward es, immer stärker und jetzt — es ist kein Zweifel — „grau!“ schrei ich, „grau! In meinem Oberbett ist eine Maus!' „Eine Maus?" sagt sie nur halberschrvcken aus dem Schlafe, „eine Maus? Laß halt die Maus heraus ..." „Wie kann ich denn?" rufe ich empört, „du hast sie ja doch selbst eingenäht.“ Nun ward sie munter, meine grau. Wir steckten Licht an und berieten. Hm. was war zu tun? Es blieb nichts anderes übrig, als den kunstvoll aufgenähten glicken wieder abzuttennen. „Also trenn’ den glicken wieder ab“, sagte ich zu meiner grau. 2Eber sie wollte nicht. Das sei meine Sache, sagte sie. And es sei ja auch mein Oberbett. And es sei genug, daß sie den Flicken auf genäht habe. And nun wolle sie einmal zufehen. wie ich mich Plage. And dann sah sie zu. Vom Tische oben auS natürlich. Der besseren Sehkraft wegen „Na, die werden deinen Schlafrock zugerichtet haben!" schrillt meine grau vom Tisch herunter. And dann wollte sie den Schlafrock hinauf- gercicht haben ... Man sehe besser auf den Tisch, sagte sie ... And sie mache es immer so, setzte sie hinzu ... And ob ich das nicht einmal wüßte, sagte sie gereizt und blickte scharf von oben herab auf den Boden herunter. — Natürlich, sagte ich, wüßte ich das und es sei ein alter Schnee, daß die Sehkraft mit dem Quadrat der Tischhöhe wachsen müsse. Worauf wir gemeinsam feststellten, ich unten, meine grau oben, daß mein Schlafrock, abgesehen von den Lagerspuren, ganz gut gebiieben war. Nicht so mein Oberbett. Da hatten die Mäuse ein tadelloses gleichschenkliges Dreieck aus dem Aeberzug herauSgefressen. chen Glauben, wir alle, es könnte wahrhaftig die etunbe kommen, da nicht nur die Kirche die Welt, sondern auch die Welt die Kirche sucht. Der Hrankensälscherprozetz. Von unserem Budapester Dr. Q.-Mitarbeiter. Budapest, im Mai. Seit dem Ehlarcr Ritualmordprozeß Hal es in Ungarn kein einziges Ereignis gegeben, das soviel Staub aufgewirbelt und in der ganzen Welt ein so großes Interesse wachgcrusen hätte, wie die Frankenfälscherasfäre. die jetzt ihr gerichtliches Nachspiel findet. And das ist auch ganz natürlich. Handelt es sich doch hier nicht um eine Geldfälfchung im gewöhnlichen Sinne des Wortes, sondern um eine Aktion, der ausschließlich politische Momente zugeschrieben werden und um deren Durchführung sich Angehörige einer Gesellschafisfchicht zu schaffen machten, die sich sonst mit derartigen Geschäften in der Regel nicht zu befassen pfleg!. Wenn man das Gebäude des Budapester Strafgerichtshofs betritt. bekommt man sofort eine Ahnung von der Bedeutung der Dinge, die sich im großen Dera- tungssaal abspielen und von deren Ausgang nicht nur das Schicksal der Angeklagten abhängt, sondern auch die gesamte ungarische Politik auf lange Sicht hinaus bestimmt werden kann. Außer den zahlreichen aus aller Herren Länder erschienenen Berichterstattern dürfen insgesamt 120 Zuhörer den Verhandlungen beiwohnen. Rach einer peinlichen Personallontrolle darf man endlich den Derhandlungssaal betreten. Der erste Eindruck, den man empfängt, ist überraschend. Wüßte man nicht genau, zu welchem Zweck all diese ernsten und biftinguierten Männer zu- fammengeiommen sink», so könnte man meinen, in bic Sitzung eines exklusiven Herrenklubs hineingeraten zu fein. Dieser Eindruck wirb noch dadurch verstärkt, baß bie Richter hier nicht im Talar amtieren. Der Gerichtspräsibent. bie Bei- sitzenben. ber Staatsanwalt, sie alle finb in lange Gehröcke gekleidet, die ihnen ein besonders feierliches Gepräge verleihen. Anb dann bis Angeklagten. Soviel Herren mit Monokel und tadellos gearbeiteten Anzügen hat man ber wohl noch nie auf der Anllagebank beisammen gesehen. Da sitzt Emmerich R a d o s s h. Der ehemalige Landespolizeichef, in dessen Händen zu Anfang bie Antersuchung ber Frankensälscher- affäre lag. nachbem man im Auslanb bie ersten Vertreiber ber gefälschten Frankenscheine verhaftet hatte. Er. ber eine ber treibenben Kräfte bei bem ganzen Unternehmen war unb durch seine amtliche Stellung die Untersuchung der ganzen Affäre auf ein totes Geleise hätte führen tonnen, fiel einem Zufall zum Opfer. Der Kammerdiener des Prinzen Windischgräh schickte den Pflegeeltern seines Kindes einen gefälschten Tausendsrankenschein nach Holland. Der Absender wurde bann ausfindig gemacht unb zugleich auch Prinz Windischgrätz unb ber Lanbespolizeichef Nadossh bloßgestellt. So kam ber Stein enbgültig ins Rollen, denn an ein Vertuschen des Skandals konnte nach diesem Vorfall nicht mehr gedacht werden. Nadossh befennt offen seine Schuld, aber er habe, so fügt er hinzu, ausschließlich aus patriotischen Gründen gehandelt. Er spricht leise, manchmal kann man ihn kaum verstehen. Dabei gefti futtert er mit der linken Hand, als erteilte er Weisungen an seine Untergebungen. Sein Gesicht, umrahmt von einem Vollbart, bleibt dabei unergründlich unb ruhig. Nur wenn er sitzt, beginnt er unruhig zu werden, spielt nervös | mit seinem Augenglasfutteral, das er zwischen den Fingern wie einen Fächer hin und her bewegt. Neben Nadossh sitzt der Prinz. Sein rechtes Bein ist steif unb er kann nur auf einen Stock gestützt gehen. Nabossh macht den Eindruck eines überaus Willensstärken Mannes. Der Prinz Windischgräh dagegen ist ber liebenswürdige junge Tausendsassa. Er sitzt da wie ein Schulbub, ber einen dummen Streich verübt hat und nun ber Strafe harrt, bie ihn erwartet. Während ber Lanbespolizeichef seine Schuld offen zugibt, wählt ber Prinz eine abschwächende Umschreibung: „Nein, ich bin unschuldig. Die Handlung, ber man sich beschuldigt, ist kein Verbrechen. Ich habe aus patriotischen Interessen, ich habe im Interesse meines Landes gehandelt." Wenn man der Verhandlung aufmerksam folgt, taucht in einem unwillkürlich ber Verdacht auf, bah in der ganzen Angelegenheit noch längst nicht die letzten Fäden bloßgelegt sind. Eine ganze Reihe von Fragen ist auch heute noch in undurchdringliches Dunkel gehüllt, ohne daß man Voraussagen könnte, ob der Prozeß ihre restlose Klärung herbeiführen dieser Werdegang heule in unserem Dolle schon wirklich erkennbar ist. Und doch sprechen wir heute am Psingst- feste die Hoffnung aus. daß die Kirche auch weiterhin blühen und wachsen werde in ber Welt. Es ist klar, baß die Revolution auch ber Kirche mit Massenaustritten schwere Wunden schlagen mußte, denn die Revolution richtete sich gegen die Kirche wie gegen den Staat. Dennoch sind der Kirche manche Fesseln abgenommen worden. Besonders rechne ich die T r e n n u n g v'o m Staat nicht zu ihren Wunden. Im Gegenteil. Mag die Kirche auch Gutes gehabt haben unter der Staatsvormundschaft, sie war doch itrauer schon sein Stiefkind. Nun mag sie sich freier entfalten. Dor allem hat sie früher wegen ihrer engen Verbindung mit dem Staat vielen Haß tragen müssen von den Feinden der alten Etants- form. einen Haß. der mehr politisch als religiös begründet war. denn bic Kirche galt eben als Schwester bes Staates. Das muß ja nun besser werden, wo beide sich voneinander trennen. Freilich, bie Kirche wirb auch fernerhin nur Säule unb Stütze des geordneten Staatswesens sein können. „Die Kirche verurteilt die Revolution". das gilt heute wie früher, es gilt dem neuen Staat, wie dem alten. Die Kirche ist absolut unvoli tisch: tte hat als Kirche weder Monarchie noch Republik zu erstreben unb zu betreiben, sie ist christlich unb hat ben Gehorsam gegen bie jeweils zu Recht bestehende Obrigkeit zu predigen. Sie erzieht dem Staat bie treuesten und stillsten, die gewissenhaftesten und zuverlässigsten Untertanen. Sie hilft dem Staat in allen menschenfreundlichen Aufgaben, im Kampf gegen alle Volksschäden und Volislciben. Sie verdient oder erspart auch bem Staat große Summen. Vielleicht ist auch biefer praktische Hinweis nicht unpraktisch. Wenn die Kirche ben Lastern wehrt, der Trunksucht steuert, so wirtschaftet sie für den Staatssäckel, denn Laster kosten Zuchthäuser und Trinkhäufer losten Armenhäiuscr. Ober wenn bie Kirche Krüppelheime gründet. Kleinkinderschulen und Diakonissenanstalten, ist das alles dem Staate nichts wert? Ein per- nünftiger Staat wird immer in der Kirche einen seiner ersten Mitarbeiter erkennen — auch der heutige Staat. Das muh aber wieder seine Wirkung ausüben auf bie Sozialbemokratie. bie ja nicht mehr Feinb, sonbern nunmehr gteunb des heutigen Staates ist. Sie wird, wenn auch natürlich in allmählicher Entwicklung, doch viel unvoreingenommener wie früher ohne jegliche politische Abneigung ber Kirche sich gegenüberstellen müssen. Die Vorbedingung ist allerdings bic. daß bic Kirche ihren richtigen Weg inne halte in der Welt ohne alles Aergernis. Die Kirche soll eingehen in die Welt, damit die Welt eiugehe in die Kirche. Sie soll nicht weltflüchtig sein, sondern welttüchtig. Sonst machte sie ja aus ihrem Christentum das Mönchtum. Sie soll die Welt suchen und aufsuchen. Sie soll vor allem auch in baß Leben hineingreifen unb in die Zeit. Man sagt oft: Die Pfarrer sollen keine polittschen Predigten halten. Gewiß, nie und nimmer. Aber baß heißt nicht, daß sie nicht von der heutigen Zeit reden bürfen. Das könnte wohl manchen passen: der Kirche so ben Mund zu verbieten, daß sie geradezu mundtot würde. Was soll sie überhaupt noch reden, wenn sie von ihrer eigenen Zeit nicht reden darf? Im Gegenteil, die Pfarrer müssen heute wieder lernen, was Schleiermacher die Pfarrer vor hundert Jahren gelehrt hat: 3eitbrebigtcn zu halten. b. h. Prebigten. bic geboren sind aus ber Not der Zeit und eingchen auf die Not ber Zeit und den Menschen einhämmern, was ihnen not ist in dieser Not der Zeit. Die Kirche soll eingehen auf die Welt, aber umgekehrt sie soll niemals aufgehen in die Welt. Nicht weltflüchtig, sondern welttüchtig, — aber auch nicht weltsüchtig. Gerade heute könnte sie vielleicht in einer gewissen Gefahr dazu sein. Denn sie ist eine um ihre irdische Existenz ringende Kirche, und wahrlich, mehr Zeit und Kraft, als gut ist. geht heute in ihr hin auf Fragen der Gehaltsberechnungen und der Naturallieferungen und bergt. Am so mehr sollen bie Diener ber Kirche sich ihres hohen Amtes bewußt bleiben und über alle irdischen Sorgen hinaus in unermüdlicher Liebe die ewige Glocke des Evangeliums läuten, die bie Welt über sich selbst hinaushebt in bie Aeberweltlichkeit unb selbst heute noch ber Erde einen überirdischen Glanz verleiht. Die Welt? Sie hat schließlich auch ihre Gerechtigkeit. Sie ist nicht schlecht an jedem Zipfel, sie würde es doch auch anerkennen. Der Stifter der Kirche redet doch selber davon, daß eS einen Glauben gibt, ber selbst „die Welt überwindet". Hätten wir ihn nur, sol- nämlich. And ich muß sagen, daß es mir selbst ein wenig kribbelig war unter den Händen, und daß es aussah. als ob meine Hände mit ber Schere ein wenig zitterten dabei. Das käme von der Flackrigleit des Kerzenlichtes, erklärte ich meiner Frau, die auf dem Tische satz. Denn ich sehe nicht ein, warum ein Kerzenlicht nicht meine Finger zittern lassen kann, wenn anderseits die Dehlraft meiner Frau mit dem Quadrat der Tischhöhe zuzunehmen pflegt. Das fe^e ich wirklich nicht ein ... Na, na, unb bann war der Flecken abgetrennt und ber Weg frei für bie Maus im Oberbett. Anb wir beibe, meine Frau oben auf dem Tische unb ich unten auf einem Stuhle, saßen bei fladembem Kerzenscheine vor bem Ober bette unb sahen unentwegt auf das dreieckige Loch, aus dem das Mäuslein in die Freiheit schlüpfen sollte, damit wir wieder schlafen konnten. Es vergingen zehn Minuten, unb bad Mäus- lein kam mcht. Wir fingen an zu frieren, meine Frau unb ich, unb hüllten uns in Decken. Dann war es eine halbe Stunde, und noch immer kam kein Mäuslein. Hypnottsch starrten unsere Augen auf die Ausfallpforte. Nichts rührte sich. Wir wurden schläfrig. Aber wieder einzunicken, wagten wir nicht. Da ward ich zornig. „Wenn bas Luder rauskommt." sagte ich. „so schlag ich's tot“, unb holte einen alten Holzschuh. Meine grau erschauerte. „Zähl einmal bis Hundert," sagte sie, „bis dahin kommt sie.“ Ich zählte bis hundert. Die ersten Fünfzig zählte ich rasch herunter. Dann immer langsamer. Von neunzig an dehnte ich die Silben —„drei — rtnb — neunzig, vier — ttnb neun — Eisenbahn grüßen, als läge dort Jerusalem mit Golgatha. Eine lateinische Inschrift erzählt es: um 1300 nach Christi Geburt haben die Wilnaer dort drei Missionare gekreuzigt, die ihnen in Wilna Kirchen bauen wollten. Dem zum sühnenden Gedenken sind später die drei Kreuze errichtet. Ich habe oft auf dem Berg gestanden und hinuntergeschaut auf die orientalische Pracht der Stadt. Wilna ist eine Kircken- ltadt. Es hat 200 000 Einwohner. In solcher Stadt lind bei uns noch nicht 20 Kirchen. Wilna hat 60. darunter mächtige Kathedrale.^ römisch- katholische mit Doppeltürmen, griechisch-katholische mit goldenen Kuppeln. Da mutzte ich denken: welch' ein blinder Eifer von den Wil- naern damals, daß sie bic kreuzigten, die ihnen Kirchen^ bauten in ihre Stadt. Was wäre nun Wilna ohne seine Kirchen? Was bliebe von seiner Herrlichkeit? Was anderes als ein langweiliges Häusermeer. auslaulend in ein graues russisches Steppendorf? And das ist ein Zeichen. So ist es überhaupt und überall. Was wäre die Welt ?6ne Kirchen? Stelle es dir nur wirklich einmal vor: du führest über Land, und nirgends mehr sähest du eine Kirchturmsvihe emporragen hinter grünen Hügeln: denke dir aus: es gäbe feinen Sonntag mehr, feinen Festtag — denn das lind kirchliche Tage, religiöse Zeiten, und haben ohne Kirche kein Recht mehr — denke dir: die Kette deiner Arbeit zöge sich fort von Tag zu Tag, von Woche zu Woche, im einigen Einerlei, ohne ein Aufhören, ohne eine Ruhepause dazwischen: du wachtest morgens auf, aber nie schlüge dir eine Sonntagsglocke, eine Feiertagsglocke, immer nur bie Werktagsglocke, die Arbeitsglocke. Male dir aus: es wäre Winter im Schneegestöber, aber Weihnachten feierte man nicht, seine Kerzen, seine Lieder, seine Freuden und Vorfreuden kennte man nicht: es käme ber Frühling unb du hättest einen Sohn, eine Tochter im Heranwachsenden Alter, aber eine Einsegnung gäbe es nicht, Palmsonntag wäre etwas Ver- lchvllenes unb Karfreitag auch, unb Ostern wäre grauer Alltag wie alle Tage: es käme ber Mai mit seinen Blättern unb "Blüten, mit seiner Wärme unb Sonne, aber von Pfingsten ahnte keine Menschenseele etwas. Tritt ein in bein eigen Haus: nimm an. bu hättest eine Geburt. wird. So ist vor allen Dingen noch immer nicht bekannt, wer der geistige und somit d e r e i g e n t-- liche Urheber der Frankensälschungen selbst ist. Als der Präsident Törekh an den Prinzen die Frage stellte, woher die Idee zu den Fälschungen stammt, antwortete Windischgrätz ausweichend: „Die Idee stammt aus gewissen Kreisen, die sich mit diesem Gedanken beschäftigten." Eine überraschende Lösung dagegen hat die Frage, woher das zum Notendruck notwendige Papier stammte, gefunden. Nachdem die Angeklagten in der Llntersuchung und auch während der ersten beiden Prozehtage der Beantwortung dieser Frage geschickt aus dem Wege gegangen sind, ist der Prinz Windischgrätz in der Zwischenzeit nun doch mit der Farbe herausgerückt. Der Prinz hatte zufällig von dem Lode dcs geheimnisvollen Arthur Schultze alias Richard Werner erfahren und so kein Interesse mehr daran gehabt, das Geheimnis der Papierbeschaf- fung weiter zu hüten. So-kam es denn heraus, daß das Papier nicht von dem Sekretär des Prinzen, Raba, sondern durch Schultze vom Verband der Deutschen Papierfabriken beschafft wurde. Es bestand aus dem gleichen Material, aus dem die Franzosen im Ruhrgebiet 5 und 10-Millivnen- markscheine gefälscht haben. Schultze selbst war damals an dem Druck der gefälschten deutschen Banknoten beteiligt und konnte sich so in den Besitz des Papiers sehen. Man kann sich leicht vorstellen, welche äleberraschung diese Mitteilung des Prinzen Windischgrätz auslöste. Die Enthüllungen des Prinzen können natürlich nicht als eine Entschuldigung für das Borgefallene dienen, denn Gelbfälschung bleibt Geldfälschung, auch wenn dem Llnternehmen keine eigennützigen, sondern politische und patriotische Beweggründe zugeschrieben werden müssen. Aber man tann an diesem Vorfall deutlich ermessen, wie wenig Ursache Frankreich zur moralischen Entrüstung über die ungarische Geldfälscheraffäre hat. .Und man sollte auch nicht auf den Hinweis verzichten, daß die Franzosen, die sich in der Frankenfälscheraffäre als die Geschädigten betrachten, jenen 24 Herren, die heute auf der Anklagebank sitzen, in mehr als einer Hinsicht als Vorbild gedient haben. Oderhessen. Landkreis Gießen. ck. Heuchelheim, 22. Mai. Ein schwerer Unglücksfall ereignete sich hier an einer Baustelle des neu verlegten Fernkabels. Einem bei der Fernkabel-Gesellschaft beschäftigten, aus Butzbach stammenden Hilfsarbeiter explodierte eine Denzinlötlampe und brachte dem Manne schwere Brandwunden im Gesicht und an den Händen und Armen bei. Nach Anlegung eines Notverbandes wurde der Be^ dauernswerte von dem QUito feiner Firma nach dem Krankenhaus in Nieder-Weisel verbracht. X Klein-Linden, 22. Mai. Obgleich die verschiedenen O b sta r t« n hier reichlich blühten, läßt doch der Fruchtansatz zu wünschen übrig. Die Z w e t s ch e n haben verhältnismäßig wenig Behang, Birnen und A e p s e l versprechen eine Mittelernte. Der Saaten ft anb ist im Durchschnitt gut. Gras und Klee zeigen ebenfalls einen guten Stand. Obbornhofen, 22. Mai. Der am 15. Mai in Kraft getretene S o m m s r f a h r p l a n brachte für uns und die übrigen Anwohner der Strecke Hungen — Friedberg insofern eine bedeutende Verbesserung,als der Zug, der seither morgens um 11.07 Uhr in Hungen abfuhr, nunmehr schon 9.23 Uhr dort wcgfährt. Es ist oadurch der seither * etwa zweistündige Aufenthalt in Hungen in Wegfall . gekommen; denn aus den Richtungen Gießen, Geln- 6 hausen und Mücke lausen die Züge morgens alle gegen.9 Uhr in Hungen ein, und es ist nun eine sofortige Weiterfahrt in der Richtung Friedberg mög- v sich. Das ist der eine Vorteil, während der andere, der durch diese Früherlegung bewirkt ist, darin besteht, daß der genannte Zug jetzt schon 10.20 Uhr in Friedberg ankommt, während man vor dem 15. Mai erst um 12.04 Uhr dort ankam. Wer aus hiesiger Gegend geschäftlich in Friedberg zu tun hat, kann diesen Zug benutzen und bereits 1.33 Uhr wieder die Heimfahrt antreten. Wer seither in Friedberg " Geschäfte zu erledigen hatte, mußte entweder morgens um 7 Uhr hinfahren und mittags um 1.30 Uhr zurück, ober er mußte um 11 Uhr hinfahren und abends um 7 Uhr zurück, was in beiden Fällen sehr viel Zeit in Anspruch nahm. Die Neuerung wird hier allseitig freudig begrüßt. Nur haben die Anwohner der Strecke Hungen—Friedberg einen Wunsch, der leider immer noch nicht erfüllt wurde, nämlich abends fährt der letzte Zug bereits 5.33 Uhr aus Hungen weg, so daß alle Reisenden, die aus der Richtung Gießen kommen, die Rückfahrt aus Gießen bereits mit dem Zug 4.34 Uhr antreten „Ach was," sagte ich, „hat doch sogar Des» demvna auch ihr Leben unter den Federn eines Kissens „Barbar, du wärst also auch imstande, eine Frau —!“ „3 wo," sagte ich, „eine Frau, wer spricht von einer Frau? Eine Maus, eine freche Maus will ich nur —“ „51nb könntest du je wieder unter einem Oberbette schlafen," unterbrach mich meine Frau, „in welchem du ein Leben hingemordet hast — ich frage dich, könntest du bagr* „Nein," sagte ich, um mein Gemüt zu retten, „iizin, das könnte ich nicht Aber was wollen wir jetzt tun? Eben hat es eins geschlagen —" „Weiht du. zähle doch dis tausend," sagte meine Frau, „du wirst fei)eit, diesmal, wenn wir — wenn du das Oberbett in die Ecke dort hinten legst, sodaß uiu8 die Maus nicht sehen rann, wenn sie herauskommt, und wenn du deinen fürchterlichen Holzpantoffel wegtust, dieses Mvrd- werkzeug.. Also zog ich langsam das Oberbett in die Ecke. Also legte ich den Holzpantoffel weg. Also zahlte ich bis tausend. Lind als ich bei neun* f)undertsieberrundneunzig angekommen war, sprang die Maus heraus und war verschwunden, triumphierend sah mich meine Frau an. Das war um halb zwei. Sv gegen zwei schlief ich toiebcr tief und ruhig unter meinem Oberbette mit dem Loche. Plötzlich kam der Traum mit dem Nudelteig und dem gezackten Rädchen und der Köchin wieder über mich — wieder sauste kitzelnd dieses verfluchte Rädchen Über meine Lenden, Wieder kitzelte es mein Zwerchfell. Aber diesmal habe ich nicht gelacht, sondern bin mit einem Sckreckensschrei aus dem zweiten Rüdchernmdelteigtraum aufgefahren. müssen, um in Hungen den Anschluß^ug in der Richtung Friedberg zu bekommen. Es wäre sehr erwünscht, wenn wieder, wie vor dem Krieg, abends noch ein späterer Zug non Hungen nach Friedberg eingelegt werden könnte. — Wie man hört, will nun auch unsere Gemeinde der Frage der Erbauung einer Wasserleitung nähertreten. Diesbezügliche Verhandlungen sind bereits im Gange, denn unser Dorf besitzt in dem sog. „Obborn" eine sehr starke Quelle mit vorzüglichem Wasser. Sollten die Verhandlungen nun die alsbaldige Erbauung der Wasserleitung zur Folge haben, so wäre dies mit Freuden zu begrüßen, da manche der vorhandenen Brunnen unseres Ortes schlechtes Wasser geben. Kreis Friedberg. sf. Friedberg. 22. Mai. Dor Eröffnung der gestrigen Stadtverordnetensitzung widmete Bürgermeister Dr. S e y d dem vor kurzem verstorbenen langjährigen Stadtverordneten und Beigeordneten, Ehrenbürger Carl Damm, einen warmen Nachruf, den die Anwesenden stehend anhörten. — Zur nochmaligen Beratung kam ein schon vor einigen Jahren gefaßter Beschluß, daß die Lerchen binnen 24 Stunden aus der Wohnung auf den Friedhof in die dazu bestimmten Leichenkammern gebracht werden. Dieser Antrag rief eine lange Aussprache hervor, in der von her einen Seite hauptsächlich ethische und Gefühlswerte vorgedracht wurden, von der andern Seite mehr soziale und hygienische. Die katholischen und evangelischen Kirchenvorstände Haven sich gegen den Beschluß ausgesprochen. Schließlich wurde der frühere Antrag mit 17 gegen drei Stimmen wieder angenommen. — Ein Antrag auf Einführung eintv Laternenreklame. bei der eine hiesige Firma 50 Laternen pachten will, wurde abgelehnt. — Bei der Polizeivervrdnung über das Straßenverkehrswesen wird bestimmt, daß Autos nur mit einer Geschwindigkeit von 15 Kilometer die Straßen der Stadt durchfahren öürfen, entsprechende Anschläge sotten angebracht werden. -- Nach dem Berichte der Marktkommifsion will man davon a b s e h e n, die früher bestehende Pferdemarktlotterie wieder einzuführen, da man sich davon kernen Bortell verspricht, dagegen soll wieder eine Prämiierung ein« geführt werden, wozu die Landwirtschaftskammer bereits 300 Alt., die Stadt 300 Mk. und der Pferdezuchtverein 100 Mk. bewilligt haben. Im Herbste soll hier ein größerer Obst- und Gemüsemarkt stattfrnden, und zwar im Hofe ünd der Turnhalle der Augustinerschule: die Stadt bewilligte zu diesem Zwecke 500 Mk. — Das neuangelegte Rieselfeld in der Elach wird bis zum 1. Juli fertiggestellt und kann dann verpachtet werden. Es umfaßt ungefähr 25 bis 26 Mprgen. Es haben sich zwei Bewerber gemeldet. Nach einstimmigem Beschluß des Land- Wirtschaftsausschusses wurde es dem Landwirt Friedr. Reiset zum Preise von 40 Mk. für Öen Morgen überlassen. — Der Bürgermeister teilte noch mit, daß die städ tis che W e i d en an läge in der Pfingstweide entfernt werden muß, da diese von einem Schädling befallen worden ist, der die ganzen Wurzeln zerstört und daher die Gefahr einer weiteren Verbreitung auf die städtischen Obstanlagen zu befürchten ist. Kreis Büdingen. ld. Nidda, 22. Mai. Neuerdings fallen im Güterverkehr Torfladungen auf, die in unserer Gegend nut in besonders strohknappen Zeiten auftauchen. Bei den geringen Heuvorräten und nicht sehr günstigen Aussichten auf die kommende Heuernte ist die Landwirtschaft gezwungen, das einigermaßen brauchbare Stroh zu verfuttern und Torf als Streu zu benutzen. — Trotz der schwierigen Wirtschaftslage findet die elektrische Kraft in der Landwirtschaft immer mehr Verwendung. Eigene Schrotmühlen und Kreissägen verringern die Detriebsunkosten und machen sich so bald bezahlt. ld. Aus dem oberen Niddatal, 22. Mai. Der feuchte Winter hat die W i e s e n u n l r ä u- ter (Hahnenfuß, Herbstzettlose, Pestwurz) überhandnehmen lassen: die Herbstzeitlose, die im Vorsommer ihre Frucht ausbildet, tritt in Unmengen auf. Viele Landwirte sind daher zur Zett mit dem Aus stechen der Herbstzeitlosen be- schäfttgt. In den Diederungswresen des Niddatals dringt die Pestwurz, vorn Volke Bachlatte oder Eselslattich genannt, von den Alfern des Flüßchens aus immer weiter in die Wiesen vor. große Flächen der landwirtschaftlichen Nützung entziehend. Kreis Schotten. ld. Schotten, 22. Mai. Schon in der Vorkriegszeit, besonders aber in den Jahren nach dem Kriege, zeigten wenig junge Leute Lust, ein Handwerk zu erlernen. Kaum einer von ihnen wollte sich unter die Hand des Meisters beugen und zog die Arbeit in der Fabrik mit ihrer »Frau!" rief ich, „Frau! Es ist noch eine Maus in meinem Oberbette." — Das war um halb drei Ahr. Nochmal wachen vor dem Loche meines Oberbettes? Nochmals bis hundert -- bis dreihundert — bis tausend zählen? And am Ende war die zweite Maus auch nicht die letzte? Nein... Am drei Viertel drei Ahr hatte ich selber den abgetrennten Dreiecksflecken auf das Loch in meinem Oberbett genäht -- unter den ermunternden Ratschlägen meiner Frau, die sie auf den Tisch oben zu mir herunter gab. And ab drei Ahr schlief ich heldenhaft mit zusaimnengebisfenen Zähnen und mit aufgezogenen Knien wieder ein. Fest ein. And träumte scharf und deutlich, aber mit verbissener Wurstigkeit. daß ein halbes Dutzend Köchinnen ein halbes Dutzend Zackenradchen auf einem einzigen armen aus gewalzten Nudelteige spazierenführten. bis der Teig in schmalen Fetzen und Streifen über den Küchentisch herunter hing. And dieser Teig war ich. And eben, als der Teig — so träumte ich — in das kochende Wasser des Supprnhafens geworfen werden foltte. bin ich schweißgebadet ausgewacht. And die schönste Harzer Sonne schien auf mein Oberbeti, in dem die Mäusemuttec eben mit ihren Kindern auf einem Morgenspaziergange Begriffen war. Freuden des Fallschirms. „In den Ozean der Lust zu tauchen mit einem modernen Fallschirm ist eines der angenehmste Erlebnisse, die es gibt — wenn man den Schirm richtig zu gebrauchen versteht." Diese Ansicht sprach ein Mitglied der Familie Spencer aus, zu der die bekanntesten englischen Fali- schirmkünstler gehören. Der Fallschirm wird als »Schwimmgürtel der Luft" immer mehr aner- größeren Freiheit der Gebundenheit einer Lehrzeit vor. Heute kann man vielerorts geradezu von einem Andrang auf d i e wenigen Lehrstellen sprechen, die von dem schwer ringenden Handwerk geboten werden. Ehedem gar nicht gesuchte Lehrstellen im Schuhmacher-, Schneider-. Weißbinder-, Maurer-, Schreiner-, Wagner-, Schmiede- und Zimmermamrsberuf sind heute im Handumdrehen besetzt, und im Laufe der Jahre wird es somit dahin kommen, das; jedes Dorf wieder über diese überall benötigten ländlichen Handwerker verfügt. Die Zeitumstände haben viel junge Leute und ihre Eltern wieder erkennen lassen, daß das Handwerk trotz seiner macherlei Nöte, wenn auch nicht mehr einen goldenen, so doch noch einen silbernen Boden hat. Rainrod, 22.Mai. Gin bedauernswerter Anfall ereignete sich gestern in dem hiesigen S t e i n b r u ch. Der etwa 40jährige Schießmeister Mahr wollte einen ausgebliebenen Sprengschuh nachbohren. Dabei entlud sichderSchuh und verletzte den Mann schwer. Mit gräßlich verstümmelten Händen und weniger gefährlichen Gefichtsverlehungen wurde der Anglückliche in die Klinik nach Gießen überführt. (Wie wir auf Anfrage in der chirurg. Klinik hören, hat her bedauernswerte Wann beide Hände bis auf den Daumen an der einen Hand verloren, außerdem ist ihm ein Auge völlig aitSgeriffen worden, hinsichtlich des andern bestehl wenig Aussicht, daß es erhalten bleiben kann. Lebensgefahr besteht für den Mann zur Zeit nicht, jedoch ist sein Allgemeinbefinden den Amständen entsprechend schwach. D. Red.) Kreis Alsfeld. o. Alsfeld, 24.Mai. Bei dem Bau der neuen Verbindungsstrahe. die sich von dem Leonhardsturm nach der Hersselüerstrahc zu über die ehemalige Stadtmauer Hinzieht, wurden in dem Pflanzschen Garten unmittelbar am Rande der Stadtmauer in verhältnismäßig geringer Tiefe zwei menschliche Skelette und ein Dolch gesunden. Allem Anschein nach handelt es sich um zwei Krieger, die im Hessenkriege 1646 bei der Verteidigung des benachbarten Fuldertores ihr Leben lassen mußten. ck Wettsaasen, 22. Mai. Bei einer hier abgehattenen Grundstücksversteigerung wurden geradezu Phantasiepreise gelöst. Für einen hessischen Morgen, ja nach Lage und Klasse, bot man den ansehnlichen Betrag von 1200 bis 1600 Mark. — Die Zahl der hiesigen Erwerbslosen hat sich seither noch nicht vermindert. Ob das nahegelegene Braunsteinbergwerk, Gewerkschaft Luise, Nieder-Ohmen, diesen Sommer wieder mit der Arbeit beginnt, ist noch fraglich. Die Dampfsägewerke dagegen sind fast immer in Betrieb. Wäre das Gegenteil der Fall, so hätten wir viel weniger Erwerbslose. Denn die Gewerkschaft Luise beschäftigte allein in der Gemarkung Rieder-Ohmen und Bernsfeld etwa 200 Arbeiter. Kreis Lauterback, WSN. Lauterbach, 24-Mai. In mehreren Orten des Kreises Lauterbach sind in letzter Zett die Masern epidemieartig ausgetreten. Da die Krankheit stellenweise auch in Verbindung mit Lungenentzündung ausgetreten ist, waren schon verschiedene Todesfälle zu verzeichnen. Die Bösartigkeit der Krankheit wird allgemein auf den rauhen WitterungScharak- ter in den letzten Wochen zurückgeführt. Starkenburg. WSN. D a r m ft a b t, 22. Mai. Die Besucherzahl der T e ch n i s ch e n H o ch s ch u l e hat im lausenden Sommersemester gegenüber dem vergangenen Winter- und Sommersemester eine Erhöhung erfahren. Es sind 2345 Studierende und 42 Hörer eingeschrieben. Hierzu kommen noch 279 Gäste, die nur einzelne Vorlesungen belegt haben, so daß sich die Gesamtbesucherzahl auf 2666 stellt. Preußen. Kreis Wetzlar. D Wetzlar, 21. Mai. In der gestrigen Stadtverordnetensitzung ist der Etat für 1926 verabschiedet worden, nachdem er am Montag noch eine Finanzausschußsitzung durchlaufen hatte. Die Sitzung, die diesmal schon um 9 Ahr vormittags begann, brachte nicht die von linker Seite vorausgesagte Generalabrechnung mit der Rechten, vielmehr ging es beiderseits verhältnismäßig ruhig zu. Auch der Bürgermeister sah 'bon* einer sonst üblichen großen Statsrede ab und brachte lediglich in der Hauptsache eine Gegenüberstellung der Einnahme- und Ausgabe- Posten der wichtigsten Etatsmittel gegenüber dem Borjahre bzw. der Borkriegsjahre 191344. Eine Aeberraschung gab es noch durch die Mitteilung, dah das abgelaufene Etatsjahr mit kannt und muß von allen Fliegern als unentbehrliches Rettungsmittel mitgenommen werden. Daher wird 6em Fallschirm die Zukunft gehören, je verbreiteter das Fliegen wird. Es dürsten Wohl aber noch einige Jährchen dahingehen. bevor diese Kunst soweit verbreitet ist, bah man sich zu einem Vergnügen, mit einem solchen Apparat ausgerüstet, in die Luft wirft, Wie heute der Schwimmer mit Freuden in die Fluten taucht. And doch ist der Vergleich mit dem Schwimmen nicht abzulehnen. Wer seinen Fallschirm zu handhaben versteht, wird nicht mehr Bedenken tragen, Tausende von Metern herabzusprinaen, als der tüchtige Schwimmer, der so sicher und ruhig weite Strecken im Wasser zurücklegt. Die Spencers lernen, wie sie einem Äussrager mitteilten, das Herunterstürzen mit dem Fallschirm Idjon in frühester Kindheit. Der Vater nimmt Söhne und Töchter, wenn sie 12 Jahre sind, und „schmeißt sie über Bord". Ra- türlich müssen die Kleinen vorher bereits manche Ballonausstiege gemacht haben und in der Handhabung geübt fein. Das Durchschneiden der Luft im Fallschirm ist dieser Familie eine Selbstverständlichkeit, und sie bekennen, daß ihnen die Lustfahrten mit dem Fallschirm außerordentlich viel Vergnügen beretten. Manche Berusskünstier des Fallschirms haben von ihren Ballons 500 Abstiege und mehr unternommen, und sie halten diese Vorsührung für vollkommen sicher, mindestens so sicher wie Schwimmen oder Autofahren. Es gibt zwei Hauptgefahren. Die eiste besteht in dem Versagen des Apparates, die aber durch geschickte Handhabung und durch sorgfältige Prüfung fast vollkommen ausgeschaltet werden rann. Die andere Gefahr liegt darin, dah man an einer unangenehmen Stelle landet, so z. D. in einer belebten Straße, aus der See oder auf einem Schutthaufen. 2ö>er wenn man die außer» ordentlich große Zahl von gelungenen Abstiegen einem Fehlbetrag von rund 100 000 Mark abschließen wird. Hierfür Deckung zu schaffen, glaubte der Bürgermeister schon heute Vorschlägen zu müssen. DaZ Ergebnis wäre alsdann eine weitere Erhöhung der Gewerbesteuer um 200 Prozent vom Ertrag und 360 Prozent vom Kapital gewesen, so dah anstelle der später beschlossenen Zuschläge von 550 Prozent vom Ertrag und 1800 Prozent vom Kapital solche von 750 Prozent bzw. 2400 getreten wären. Eine solche Erhöhung hatten selbst die Herren von der Linken nicht erwartet, wenigstens sah man bei Rennung dieser hohen Zahlen auch hier erstaunte Blicke. Der Etat hat sich gegen die Borlage vom 29. März erheblich verändert, und zwar sowohl bei der Einnahmen- als auch bei der Ausgabenseite. Während von bürgerlicher Seite Aenderungen von rund 160 000 Marl als Ersparnis in Vorschlag gebracht worden waren, machte die Verwaltung eine Gegenrechnung auf, die zwar etwa die doppelte Summe erreichte, aber in Soll und Haben sich deckte. Die D e r • fchlechterung resultiert daraus, dah die K r e i s l a st e n mit rund 100 000 Mark hoher in Ausgabe eingesetzt werden mußten, wahrend nach den ergangenen Verfügungen die Heber- Weisungen an Reichssteuern mit rund 86 000 Mark niedriger einzusehen waren. Voji, einer weiteren Herabsetzung der Gewerbesteuer '“wtre bei dieser Sachlage keine Rede mehr. Die bürgerlichen Parteien, die bei der diesjährigen Etatsberatung eine geschlossene Einheitsfront bildeten, schickten als ihren ersten Sprecher den Stadtverordneten Köhler (D. Vp.) vor, während die Linke durch den Stadtverordneten Ziegler als Haupt- sprecher vertreten wurde. Rach Schluß der Hauptreferate trat eine Pause von 15 Minuten ein, in der sich die bürgerlichen Frakttonen mit der Deckung des Fehlbetrags aus 1925 beschäftigten. Als Ergebnis gab Stadtv. Köhler die Gr- flärung ab, dah die Behandlung dieser Angelegenheit auf einen späteren Termin verschoben werden müsse, bis der vollständige Iahresab- abschluß vorliege und eine Vorberatung im Finanzausschuh erfolgt sei. Hierauf wurde die öffentliche Sitzung um etwa eine Stunde unterbrochen, um drei geladenen Bewerbern für den Stadtbauratsposten Gelegenheit zu geben, sich dem Kollegium vorzustellen. Rach Wiederherstellung der Oeffentlichkeit wurde von einzelnen Rednern der Rechten, als auch der Linken noch zu besonderen Etatstiteln Stellung genommen, besonders beantragte die S. P. D. die Wiederherstellung einzelner herabgesetzter Positionen. Die hieraus vorgenommenen Abstimmungen fielen jedoch bis auf einen Posten negativ aus. Der Etat wurde bann in einfacher Abstimmung mit den Stimmen der Bürgerlichen gegen die Stimme des Bürgermeisters und der Linken angenommen. Er schlieht in Einnahme und Ausgabe mit 3577110 Mark ab. Die Verminderung der Schlußsumme gegen das Vorjahr um rund eine Million ist darauf zurückzuführen, dah die Beträge der städtischen Betriebsverwaltung mit etwa der gleichen Summe auSgesondert worden sind. Don den fonsttgen Derhandlungsgegenständen ist noch bemerkenswert die Bürgschaftsübernahme der Stadt für eine Anleihe des Spar- und Bauvereins zum Bau der (von uns bereits gemeldeten) 106 Wohnungen. Die Belastung der Stadt durch Aebernahme des Mietausfalles, der über die vorgesehene Höhe von 150 Prozent der Friedensmiete hinausgeht, schätzt der Bürgermeister für eine Reihe von Jahren auf jährlich rund 28 000 Mark. <> Hochelheim, 22. Mai. Am 9. Juli finden hier die Rcichsjugendwettkämpfe für sämtliche Schulen der Bürgermeisterei Recytenbach statt. ch. Lützellinden, 22. Mai. Bei der im hiesigen Markwald stattgefundenen diesjährigen letzten Brennholzversteigerung, zu welcher sich zahlreiche auswärtige Bieter, hauptsächlich aus Klein-Linden, eingefunden hatten, wurden fehr hohe Preise erzielt, die hauptsächlich auf die günstigen Zahlungsbedingungen zurückzuführen sind. Es wurde im Durchschnitt für das Raummeter geboten: Fichtenknüppel 8 bis 10 Mk., Fichten» und Kiefernstöcke 3 bis 4 Mark, Kiefernscheiter 12 bis 15 Mk., Fichten- und Kiefernwellen kamen bis zu 14 Mk. pro! 50 Stück. — Da wegen Sperrung der Straße Klein-Linden—Großen-Linden die diesjährigen beträchtlichen Rutzholzmengen im hiesigen Markwald nicht bis Mitte Mai abgefahren werden konnten, müssen, um einer Bermehrung des über- ausschädlichen Borkenkäfers vorzubeugen, sämtliche Radelholzstämme bis zu einem bestimmten Termin entrindet werden. Für diese Schälarbeiten werden durchschnittlich 60 Pf. für den Festmeter bezahlt, so daß bei einer Tagesleistung von 8 Festmeter pro Mann diese Arbeitsgelegenheit einen willkommenen Verdienst bedeutet. — Diele Landwirte klagen hier über bedentt, so sprechen diese Gefahren kaum mit. Die Schaustellungen mit Fallschirmen, bei denen die Bedingungen günstig ausgewählt und genau berücksichtigt werden, sind natürlich ganz risiko- los. Cs ist viel leichter, von einem Ballon herunterzuspringen als von einem in voller Fahrt befindlichen Flugzeug. Aber auch das ist nur Sache der Aebung, und es scheint nach den Erzählungen der Flieger, dah gerade das Ab- Ihringen vom Flugzeug besonders lustig und erfrischend ist. Man muß zunächst eine natürliche Abneigung gegen diese merkwürdige Art der Herunterbeförderung überwunden haben, muß eine längere Ausbildung in der Handhabung der Apparate besitzen, die eine ganz erstaunliche Sicherheit gewährleisten, und man wird in dem Flug mit dem Fallschirm ein besonderes Vergnügen finden. Cs gibt zwei Arten von Apparaten: bei dem einen öffnet sich der Fallschirm sofort, bei dem anderen erst etwa 150 Fuß, nachdem man adgesprunHen ist. Wenn der Fallschirm sich öffnet, empfindet fein Träger eine leichte Erschütterung, und es ist die Aufgabe, diese Erschütterung so geringfügig wie möglich zu gestalten, sowohl für die Sicherheit des Apparates wie für das Wohlbefinden des Trägers. All dies ist sorgfältig überlegt und mit mathematischer Sicherheit berechnet, und der moderne Fallschirm entspricht allen Bedingungen. Wenn Der Schirm geöffnet ist, dann ist das Herabfallen tatsächlich ein Vergnügen. Die Schnelligkeit des Sturzes wird durch den Apparat geregelt und vollzieht sich in einer Geschwindigkeit von 8 bis 15 Fuß in der Sekunde. Abstürze werden aus größter Höhe vorgenommen, und es verstreichen manchmal 20 Minuten und mehr, bevor der Boden erreicht ist. Bei einem Fallschirm von gewöhnlicher Größe ist daS Aufschlagen auf den Boden nicht unangenehmer, als wenn man von einer 3 bis 4 Fuß hohen Mauer herabspringt. Den in da beete. ° & gefolgt Ehelich . uH? flb t ur ™ »Wchh Vai KL Das li Rom, 251 Fortsetzung. . Sie wandte hiÄ sic Mt Fräulein, tz'Ab« leb Schie.btilch» Lj A.'MNN rech Wem in u $ Jes £W'es un f'e m einen B »ÄV Ms sie sich Es sch . Unb es njnr IQ1 fein ebn L wieder r' Quen, das > fönne. glauben. — Wem Bi ^llwar Sdjenb S f Ä Äh 1 P lüft. !°ye Men [uq W xfe", M. 3; rorMg t p imb FaW-x- Ähchrs, in einen ß i.nb-l°nntt ttn@aje.il M gexnd°- line -rhebU nach dem Kran rbpNs«ill. Wie bekai -es (Baues i il, und 12. Ai djen am Fuße b nung ist in aller Der Hauplsesttai morgens an flöt rungen, die ihr- gung am Abenk iiinbigung am I digsten Form st aer ein tiefes Höhepunkt des ’ der Sugenbfeiet besonders dazu Aren von & die Deutsche 2 tritt, zu befestic Die Anla ffibbaer Brrhä Ser eigenllid/e: plag abgelrennt tiihingen. für fei Abteilungen def Möglichkeit hat sehen. Ein brit und volkstümli Zwischen 1 finden sich die Freiübungen, wehrkapelle Fu gestellt wirb, u Tribünen - f der Vereine am „ Für dar Un Turner und Fes Quartiere sind auf dem Festplc Me für mehret Wen der ernfl ihrem Recht fo llnternehmunger wurde auf die Eine beton en in diesem Jahre am 10., des Gaues Nachdruck verboten. 25. Fortsetzung. t, 6®* £ -» "HE M Das lachende Haus Roman von Sophie Kloertz. Sie wandte sich um und wollte hinausgehen. In der Tür hielt sie noch einmal an. „Sie denken vielleicht, Fräulein, ich red' so, weil ich an der Frau häng'. Aber sehen Sie da den Kasten auf dem Schreibtisch? Der springt auf, wenn man gegen den Knops auf der Seite drückt. In den Dingen^ist der Herr immer recht sorglos gewesen. Sehen Sie mal hinein in den Kasten!" Mit beiden Händen hatte Rose die Seitenlehnen des Stuhles umklammert, denn ihr war, als stürze sie in einen Abgrund. Ihre Augen aber hingen unverwandt an dein Madonnenbilde, an dem lieblichen gesicht mit der reinen Stirn, den sanften Augen, dem leisen Schmerzenszug um den jungen Mund. War da schon Leid an die Frau herongetreten? Hatte sie lchon das Kind mit Tränen geboren? Die war es. Die! Und was für ein Bild hatte sie sich gemocht. Mußte sie sich machen nach den Andeutungen des Mannes. Es schüttelte sie-- Und cs war doch nicht wahr. Sie glaubte der Frau kein einziges Wort. Darum halle er doch immer wieder und wieder gebeten- um das große Vertrauen, das nur aus grenzenloser Liebe auf- wachsen könne. — Wenn sie ihn liebte, mußte sie auch 'glauben.--Aber immer wieder gingen ihre Blicke zu dem Bild. Totenstill war es im Hause. Der Sturm stieß gegen die Fenster und warf klatschend Schnee und Hagel an die Scheiben. Die Dunkelheit sank über das Zimmer. Mit einem Ruck stand sie auf. Was war da noch mit einem Kasten? Gut, sie wollte auch das tun, wollte hineinsehen in den Kasten, und was sie auch iände, sie wollte lachen über das Gerede einer eifer- wichtigen Frau. Eifersüchtig für die andere, die sie lieb halle. Und wenn da noch sieben Bilder der jungen Frau lagen, und wenn eins immer holder unb süßer dreinschaute als das andere. — Augen können lügen, sie glaubte nur ihm. Und nun fuhr lie zu ihm, nun ganz gewiß! Der Deckel sprang aus, als sie den Knops berührte. Lose aufeinandergehäuft die Photographien 11. und 12. Juli in Nidda, dem lieblichen Städtchen am Fuße des Bogelsberges, statt. Die Festordnung ist in allen Einzelheiten bereits ausgearbeitet. Der Hauptfesttag ist Sonntag, 11. Juli Don 6 Uhr morgens an häufen sich da die turnerischen Vorführungen, die ihren Abschluß in der Siegerverkündigung am Abend finden. Diese, sowie die Siegerver- lundigung am folgenden Tage, finden in der würdigsten Form statt und sollen jedem einzelnen Sieger ein tiefes Erleben bedeuten. Einen weiteren Höhepunkt des Festes sieht der Turnverein Nidda in der Jugendfeierstunde am Sonntagmorgen, die ihm besonders dazu geeignet erscheint, die hohen sittlichen Fdeen von Gott, Volk und Vaterland, für die die Deutsche Turnerschaft mit ihrem Herzblut eintritt, zu befestigen und zu verliefen. Die Anlage des T^> r n p l a tz e s ist — den chiddaer Verhältnissen entsprechend — eigenartig. Der eigentliche Turnplatz ist von dem Dergnügungs- platz abgetrennt und zerfällt wieder in sich in Abteilungen für jede einzelne Geräteart. Zwischen den Abteilungen befinden sich Gänge, so daß jeder die Möglichkeit hat. die Uebungen aus der Nähe zu sehen. Ein dritter freier Platz ist für Freiübungen und volkstümliche Uebungen vorgesehen. Zwischen Turnplatz und Vergnügungsplatz be- sinden sich die Tribünen für die Vorturner bei den Freiübungen, für die Musik, die von der Reichs- wchrkapelle Fulda und der Feuerwehrkapelle Nidda gestellt wird, und die Oberleitung. Hier — auf den Tribünen — finden auch die Sondervorführungen der Vereine am Samstagabend statt. Für das Unterkommen und die Verpflegung der Turner und Festbesucher ist aufs beste gesorgt. Gute Quartiere sind in reichlicher Zahl vorhanden, und auf dem Festplatz sind — außer der Turnhalle — Zelte für mehrere tausend Personen in fester Hand. Neben der ernsten Arbeit soll auch die Freude zu ihrem Recht kommen. Es wurden nur gediegene Unternehmungen berücksichtigt. Besondere Sorgfalt wurde auf die Ausstattung des F e st b u ch e s gelegt Eine besondere Anziehungskraft für jeden Tur- den schlechten Stand der Dickwurzbeete, so daß auch in unserer Gemarkung Mangel an Seypflanzen cintreten wird. <> Hörnsheim, 22. Mai. Innerhalb der hiesigen Gefolgschast des Jungdeutschen D r « dens hat sich eine K l e in k a l i ber schutz e n - abteiluna gebildet, die sich die Pflege des Schießsports zur Ausgabe macht. Die Gemeinde hat einen Geländestreifen zur Verfügung gestellt, auf welchem ein Schießstand errichtet werden soll. * Münchholzhausen, 22. Mai. Der hiesige Gesangverein Concordia begeht am 30. und 31. Mai sein 20jähriges Jubiläum, lieber 25 Vereine haben sich zu der Feier als Teil- nehmer angemeldet. Kreis Marburg. sch. Marburg. 24. Mai. Sin frecher D i e b st a h l wurde in der Rächt zum Samstag bei dem Gastwirt D. in Gisselberg verübt. Dem Dieb sielen die gesamten Wurst vor- rate ber Wirtschaft In die Hände. Durch einen Landjäger wurde der Täter, der sich als ein in öcr Limburger Gegend entsprungener Slrasge- lüngcitcr entpuppte, fest genommen und in das Marburger Gerichtsgefängnis eingeliesert. Maingau. WSN. Frankfurt o. M., 22. Mai. Gestern vormittag explodierten Ecke Waldschmidtstraße und Fasanenstraße durch die Unvorsichtigkeit eines Schlossers, der eine brennende Ziga rette in einen Luftschacht warf, die aus bisher unbekannter Ursache darin angesammel- t e n Gase. Der Schlosser wurde durch den Lust- druck gegen das Gartengiller geschleudert und erlitt eine erhebliche Kopfverletzung, so daß er nach dem Krankenhause verbracht werden mußte. WEN. Hanau. 24. Mat ©ine fünf- köpsige Diebesbande, die sich seit Weihnachten 1925 zusammengetan und planmäßig Einbrüche in den Deamtenkonsum- verein in der ällanenkaserne verübte, konnte am Samstag fest genommen werden. 3n der Nacht vom Donnerstag auf Freitag wurde wiederum an genannter Stelle eingebrochen. Ein ganz geringfügiger älmstand führte bei der Nachforschung die Kriminalbeamten auf die Spur der Täter. Don den zuletzt gestohlenen Waren konnte ein Teil wieder herbei geschafft werden. gum Gauturnfest in Nidda. -ll. Wie bekannt, findet das 53. Oauturnfeft tfäe Ooö rKr W Ä1 Eine hlen aucfc'S W .«lidfV» «• ■sSs 'sM 1 Meritt;11 te-S SÄ 0000 ^Qrt Ult Ml» KerLU s» JytbiuUtt ein, Wonen nut bet Ä.WWgttt. hohler bjeBo? tojg dieser Amin verschoben or&eratung im > «auf tourte Me Aunte unter- Wen für den k'tz'L wurde von ein- W auch btt Linien n Stellung genvm- ; b.P.D. die Die- Wtx Positionen, tlbmmmungen fielen negativ aus. s« ^cher Abstimmung -Bürgerlichen ■öutgetmei- 1 angenommen, und Ausgabe mit Terminterung der rjihr um rund eine Wen, bah die > Verwaltung mit etwa ändert worden sind, ungsgegenständen ist rglHastsüber- ine Anleihe deins zum Tau der l) 106 Dehnungen, rch Uebernahrne deS 1 Dorgefebtne Höbe timiele finauwgt. t eine Reihe von 300 Marl. ilai. Arn 9. M fin* tnbmtitlämpfe Bürgermeisterei 2. Mi. Bei der im mdenen diesjährigen eigetung, zu uel» ge Dieter, hauptiäch- »funfcen hatten, wur- enielt, die Haupt- Zahlungsbedingungen u6e im Durchschnitt n: Fichtenknüppel S tiefernftöde 3 biß 4 i 15 M. 8'chten- is zu U M W »nm« KSS* i die birttöW» i im hiesigen 'M* abgefahren wM ermehrung bd tott- vorzubeugen, samt ne bis zu W” e t werden. Für schnittli-b 60 T tah bei einer Tages- tro Wann »»*« Ä Ichrd'i WL nächst cm 6,t rerwurdiS j ounden g* mc ef-S inw nt> nin« t»“" . .j,,. ein «•ft® et sich iso Fvd, erst L kxr F bet sen J Sluffl^ cs,'i* nwgl'ch ting'E.t dcs W jefinW }* it mach-' unmodern- ner wird darin die Geschichte des Gaues Hessen bis auf die neueste Zeit bilden, ferner ein Beitrag aus der guten allen Zeit Niddas und die Sescbichle des Turnvereins Nidda, der sich der Ehre wohl bewußt ist, daß ihm die Durchführung des 53. Gauturnfestes in diesem Jahre übertragen wurde. Wirtschaft. Törfentnrle. Frankfurt a.QJj. Berlin »chm Äur» 1-Utii. Nur, S»lab. Anfang Kor» I 'Ur Dattt’n: 81.5 25 5 21 5l | 25 5 S% Tcllttcde RctLSanlkthe 0,3918 0.391 0.3902 0.3875 <•/» Deutsch? L*tci(l)6ankibe ■ — — 0,3« 11,3625 3'/,°/. Deuttch« lMddnan(etb< 3"Ir. Deutsche Reichsuulkike ■ — — 0.36 — 0,ü — 0.455 0,44 Temichr Lvaroramienauleide — 0.23 — tt>etzung folgt.) Turnen, Sport und Spiel. Ballon oder Type-Ballon T pißt nur auf Sperialfclgc Beides sind Niederdruckreifen, nur mit dem Unterschied, daß der ,,Ballon* Reifen“ eine"'Spezialfelge verlangt, während „Type»Ballon“ ohne Umbau odei Abänderung auf die normale Felge für Hochdruckreifen paßt. Durch Schaffen,dieser „Type -Ballon“ ist es also jedem Wagen« Besitzer ermöglicht, sich'sofort in den Genuß der modernen Ballonbereifung zu setzen. Durch'sie schont er Nerven und Fahrzeug, erzielt er trotz schlechtester Straße cinefgrößere Durchschnittsgeschwindigkeit und modernisiert er seinen V^agcn. Ein Wagen ohne Niederdruckreifen ist eben kein moderner Wagen. Das weiche .und vergrößerte Luftkissen des „Type»Ballon“ macht die Fahrt ungleich bequemer. Schlaglöcher und Kopfsteinpflaster werden ohne merkliche ^Erschütterung bei voller ^Geschwindigkeit genommen, und der Motor dankt durch längeren Dienst dafjir, daß man ihm diese Bereifung gab. Wollen,Sie sich bedeutenden technischen Neuerungen entziehen und einen Reifen ablehnend der innerhalb' zweier Jahre die ganze Welt eroberte? — Legen Sie versuchsweise auf die Hinterräder s F Type-Ballon Continental „Ballon * «vd Sie bleiben sein begeisterter Anhänger .M, M W I Turnen. Handball der Turner der D. T. „Eintracht' Felsberg—Männer-Turn-Verein Gießen 9:3 (3:2). Am ersten Pfingstfeiertag ging obiges Treffen auf dem „Trieb" vor sich. Es kam, wie es kommen muhte: die sehr geschwächte erste Mannschaft des Männer-Turn-Vercins muhte sich mit dieser hohen (Niederlage besiegt betenncn. Der von Gießen eingestellte Ersah von fünf Spielern aus der Zweiten konnte sich ganz und gar nicht einfügen. Die Verteidigung war ein gänzliches Versagen. Wenn eine eingespielte Mannschaft auf den gewohnten, sicheren Tormann verzichten muh, so ist das ein sehr heikles Ding, es schwindet die so sehr erforderliche Ruhe und mit ihr das Sicherheitsgefühl. Der Ersahtorbüter ist nicht gerade als schlecht zu bezeichnen, denn erhielt einige brenzliche Dinge, die schon sehr nach Tor rochen, mit viel Geschick und Sicherheit, aber andererseits fanden Bälle ihren Weg ins Retz, die ein einigermaßen sicherer Tormann unbedingt gehalten hätte. Die Eästeelf hielt, was man von ihr er- warten durfte. Sie zeigte durch ihr fangsicheres Zuspiel schön angelegte und ebenso schön borge» brachte flinke Angriffe. Auch die Hintermanschaft arbeitete mit Verständnis und klärte oft durch befreiende Würfe. Als unbedingter Vorteil kam der Mannschaft ihre körperliche Ausgeglichenheit zugute. Es waren durchweg kräftige Gestalten, die unserer heimischen ONannschaft um sehr viel überlegen waren. Zum Spiele, dessen Ausgang die deutliche Ueberlegenheit Felsbergs erwies, kann gesagt werden, daß troh der gegebenen Schwierigkeiten eine äußerst flotte und rasche Spielweise von 2Infaim bis zum Schlüsse innegehalten wurde. Die Männerturner hielten das Spiel stets verteilt und liehen sich nie für dauernd in ihrem Spielfeld einschnüren, beide Spielseiten wurden stets wechselnd zum Schauplatz der Spielhandlung. Ls machte keineswegs den Eindruck, dah eine Mannschaft -fo überaus spieltüchtiger sei. Vei Beginn leitete Giehen mit einem hiiktzch durchdachten, aesälligen Spiel ein, das zweimal Erfolg brachte, so daß M. T. V. mit 2:0 führte. Felsberg war ichllich überrascht und konnte sich nicht finden, doch nach Lieberwindung dieser anfänglichen Schwäche erkannte die durch die Erfahrungen der Sau- und Kreisrundenspiele ertüchtigte Mann- chast die Sachlage, und im Handumdrehen änderte ich das Bild. So wie Giehen rasch aufeinander zwei Tore schießen konnte, lieh Felsberg im gleichen Tempo drei Tore folgen, so dah es mit dem Stande 3:2 für die Gäste zum Platzwechsel ging. Die zweite Spielhälfte sah die Felsberger weiter in Form. Roch sechsmal muhte der Gießener Tormann den Ball aus dem Retze holen, während der Giehener Sturm nur noch einmal erfolgreich sein konnte. Die Gäste, „Eintracht" Felsberg, haben verdient gewonnen. Es erhebt sich gewiß die Frage, ob es ratsam !st, so wsatzgeschwächt ein Spiel gegen spiel- ’tarfe Gegner abzuschliehen. Dazu erfuhren wir, daß man aus Gefälligkeit den Felsbergern gegenüber, die auf ihrer Durchreise nach Köln um ein Spiel in Giehen baten, sich erst am Freitag auf nochmaliges Verlangen hin entschloß, zuzusagen. Beide Mannschaften machten dem ein wenig unentschlossen scheinenden Schiedsrichter das Amt leicht: unter seiner Leitung kam ein schönes ' Spiel zustande. Doch noch eindrucksvoller wird . »in Spiel, wenn alle Spieler eine ruhige, von * eder „überflüssigen Redelust" freien Spielweise, y bevorzugen. Handballderby der Universitäten Marburg - Bietzen 8:1 (4:1). Vor einer ziemlich stattlichen Zuschauermenge standen sich im Freundschaftsspiel die Handball Mannschaften der älniversitäten Marburg und Gießen in Marburg gegenüber. Das Spiel konnte die spielstarke Marburger - Mannschaft trotz aufopfernden Spiels der Gießener Elf überlegen mit 8:1 (Halbzeit 4:1) fürs sich entscheiden. Götz-Feier in Leipzig. Am Pfingstmontag, dem 100. Geburtstage des Vaters der deutschen Turnerschaft und ihres langjährigen Schriftführers und ersten Vorsitzenden Dr. Friedrich G ö h, wurde im Garten des Götz-Hauses in Leipzig-Lindenau in Anwesenheit von Vertretern der Behörden und Hochschulen, sowie unter Beteiligung von Turnerabordnungen ans dem ganzen Reich das von Geheimrat Prof. Dr. Seffner geschaffene Götz- Denkmal mit einer erhebenden Feier enthüll t. Fußball. V. f. B. (») Am ersten Feiertag war nur die dritte Mannschaft fußballerisch tätig. Ihr Spiel in Rieder-Weisel gegen die dortige Erste war wiederum ein voller Erfolg für diese eifrige Elf, indem sie einen verdienten 4:2°Sieg mit nach Haus brachte. Am zweiten Feiertag trat sie in Heuchelheim gegen die Zweite des Sportvereins an und verlor, wohl noch etwas ermüdet durch das schwere Spiel des Vortags und durch reichlichen Ersatz geschwächt, 5:2. Die zweite Mannschaft war ebenfalls in Heuchelheim, um die letzt erlittene 6:2- Riederlage gegen die dortige Erste wieder wettzumachen, was ihr auch durch einen knappen, aber wohlverdienten Sieg gelang. Mit 1:0 blieb sie Sieger. In Begleitung der „Großen" waren auch die Schüler mit nach Heuchelheim gegangen, um den dortigen Schülern das fällige Rückspiel zu liefern. Beide Mannschaften zeigten sehr guten Fußball, wobei die Giehener Kleinen durch bessere Technik, ihre Gegner durch größere Durchschlagskraft sich hervvrhoben. Die körperliche äleberlegenheit der „Vorstädter" gab den Ausschlag und brachte ihnen einen knappen 2:1- Sieg ein. An der Spielstärke des Gegners gemessen, vollbrachte die e r st e Iugendmann schäft die beste Leistung des Tages. Sie hatte sich die erste Iugendmannschaft der bekannten „Viktoria" Aschaffenburg zu Gast geladen. Es gelang ihr in wirklich schönem und systemvollem Spiel, in dessen Verlauf sie sogar längere Zeit den Ton angab, dem Gegner, der Meister seines Gaues und seines Bezirkes ist, ein unentschiedenes 1:1 abzuringen. Das knappe Resultat des letzten Samstagsspiels gegen den hiesigen Iugendmeister, sowie das heutige gegen den zweifachen Meister stellen dem Können der V.f.D.-Iugendelf das beste Zeugnis aas. Kaum weniger von Bedeutung ist das hervorragende Resultat der zweiten Iugendmannschaft, die die e r st e Jugend Heuchelheims, trotz körperlicher äleberlegenheit l^s Gegners, 2:1 schlagen konnte. Bei längerem Zusammenspiel dürfte die Mannschaft ihrem Verein noch viel Freude machen. Der Bericht über das Ligaspiel folgt. Freie Turnerschast Giehen. L Die Giehener Zweite brachte non ihrer Pfingstreise folgende Resultate mit heim. Am 1. Feiertag gegen V. F. R. Wiesbaden 3:6 verloren, der 2. Feiertag brachte ebenfalls eine Riederlage, und zwar 3:7 gegen Sportverein Reurode. Recht beachtliche Ergebnisse brachte die Jugend mit nach Hause: Im Spiel gegen die bekannte Jugend Riederrads muhte sie eine ehrenvolle Riederlage (2:5) einstecken, nachdem sie in schnellen Vorstöhen zwei Tore vorgelegt hatten. Rach Seitenwechsel siel Gießen etwas ab, Riederrad holte schnell auf und erreichte bis zum Schluß obiges Resultat. Am 2. Feiertag spielte die Jugend in Offenbach geen die dortige erste Jugend. Hier gelang es ihnen, die Riederlage vom Vortage wettzumachen. Rach bedeutend besserem Spiel als gegen Riederrad siegte die Giehener Mannschaft mit 6:1 Toren. Turn- und Sportverein Meseck. £ Die sonstigen Pfingstveranstaltungea brachten es mit sich, daß die 1. Mannschaft Wiesecks zum Spiel gegen die 1. Mannschaft Preungesheims mit fünf Mann Ersatz antreten muhte. Trotzdem bot die Mannschaft im Feldspiel recht ansprechende Leistungen. Wenn von den zahlreichen Torgelegenheiten keine aus genutzt werden konnte, so lag dies zumeist daran, daß gerade der Sturm am meisten geschwächt war. Beide Mannschaften zeigten ein äußerst ruhiges und feines Spiel, so dah der Schiedsrichter kaum Grund zum Eingreifen hatte. In der ersten Halbzeit konnten dir Gäste durch einen unhaltbaren Schuh in Führung gehen. Die zweite Hälfte des Spieles sah die Gäste mehr im Angriff, ein langer Rollball wurde vom Wiesecker Tormann leichtsinnig verfehlt, ein 3. Tor von ihm im Gedränge selbst eingedrückt. Preungesheim konnte bis zum Schluß das Resultat aus 4:0 stellen. Ein richtigeres Bild des Spielverlaufs gibt das Cckenverhältnis, das 3:3 lautet. Dorher spielte die 1. Jugend Wiesecks gegen die Jugend Lollars. Das Resultat lautet 3:0 für Wieseck, das die technisch besser spielende Mannschaft hatte. Ergebnisse der Pfingftspiele. „Eintracht" Frankfurt gegen „Kingstonian" F. E. London 1:1 (1:1). Wiesbadener Sportverein gegen „Kingstonian" F. E. London 0:3. F. C. „Bayern" München gegen Northern No- rnads Liverpool 6:3 (3:1). Stuttgarter Kickers gegen 93. f. SR. Köln o:2. Sp. 23gg. Fürth gegen Fuhballsportverein 2:1 (Pokalspiel). 93. s. B. Stuttgart gegen Northern Nomads Liverpool 2:1. Karlsruher F. 93. gegen B. f.R. Köln 4:1. Freiburger F- C. gegen F. C. Chaux de Fonds 6:4 (4:2). Karlsruher F. 93.—F. C. Chaux de Fonds 4:0. 93. f. R. 01 Frankfurt gegen 93. f. L. Neu-Isenburg 4:1 (Aufstiegspiel). Hockey. Im Endspiel um die mitteldeutsche Vertretung schlug der Leipziger Sportklub Viktoria 96 11:2 und wurde damit mitteldeutscher Vertreter bei den deutschen Kampfspielen. Leichtathletik. Neue Rekorde Nurmis. Ein neuer Weltrekord über 3000 Meter — das war der Erfolg des Starts Nurmis am zweiten Pfingstfeiertag im Deutschen Stadion Berlin- Grunewald. ed)on nach Zurücklegung der 1. Runde hatte Nurmi seine 16 Konkurrenten hinter sich gelassen, und als er das Zielband zerriß, hatte er mit der Zeit 8:25,4 einen neuen Weltrekord über 3000 Meter ausgestellt. Damit hält Nurmi wieder sämtliche Weltrekorde zwischen 1500 und 10 000 Meter. Zweiter wurde Walpert - Kassel in der Zeit 8:52,5 vor Frandsen, Oldesloe. Zwei neue deutsche Rekorde bildeten das weitere glänzende Resultat des Stadionfestes des S. C. Charlottenburg: Dr. Peltzer lief über 1500 Meter mit 3:58,6 und Treßbach über 200 Meter Hürden mit 26,4 neue deutsche Höchstleistungen. Den 100-Meter-Lauf gewann Wege- Leipzig in 11,1, die 300-Meter Stortz- Halle in 35,8. Das Speerwerfen sicherte sich Schnurr- Berlin mit 51,94 Meter, im Hochsprung erzielte Betz- Berlin die ansprechende Leistung von 1,82 Meter. Der Sieg Houbens über Corts, den vorjährigen Deutschen 100-Meter-Meister, war das in- teressanteste Ergebnis der internationalen Leichtathletikkämpfe am Pfingstmontag in Duisburg. In der Zeit 10,8 ließ Houben seinen Gegner um Handbreite zurück. Die 200-Meter gewann S ch ü l- ler in 21,8 vor Büchner 21,9, die 400-Meter Paulen- Holland in 50,8 vor Faist - Karlsruhe. In der 4 mal 100-Meter-Staffel konnten die Stuttgarter Kickers in 43,6 die Krefelder Preußen um Handbreite schlagen. Einen neuen deutschen Rekord im Stundenpaarlaufen haben Otlemann-Wag- n e r (Berlin) mit 20,680 Kilometer in Berlin aufgestellt. Radsport. Radfernfahrten. Die Radfernfahrt Magdeburg — Quedlinburg — Magdeburg der D.R.ll. gewann Meyer (Tornado Leipzig) in 5:29 überlegen vor dem Berliner Günther. Die große Radfernfahrt Köln — Berlin (643,5 Kilometer) gewann O. Büttner -Berlin in 22,44,33 Std. 2. Bruno W olke- Derlin 22,44,34. 3. O. Ricke! -Berlin 22,46,21 Stunden. Schwimmen. Nationale Schwiminkampfe in München. Der Schwimmverein München 1899 veranstaltete am Pfingstsamstag ein verbandsoffenes Schwimmfest, das eine besondere Bedeutung dadurch erhielt, daß die beiden Magdeburger Hellenen Erich Rademacher und Gustav Fröhlich nach ihrer Rückkehr von Amerika an ihren ersten Start gingen. Die Veranstaltung zeitigte u. a. folgende Ergebnisse: Erster Tag: Pfingst-Samstag: Im Rückenschwimmen für erste Senioren errang Boddin (Allgem. Schwimmverein Breslau) in 2,495.w Min. den Sieg. Zweiter Tag: Freistilstaffel 3x100 Meter: Sieger Bayern 07 Nürnberg. Herrenspringen für erste Senioren: Sieger Riedl, München 99, mit 62Vz Punkten vor Luber, Berlin, mit 56 Punkiei^. Bei einem Rekordversuch üER’T 200 Meter Freistil verbesserte Frl. Annie Rehborn (Schwimmverein Bochum) den deutschen Rekord auf 3.04,8 Min. Bemerkenswert ist der Sieg deS Breslauers Boddin in 1:15,8 im 100-Meter-Rücken- schwimmen über Fröhlich, Magdeburg. Das 100°Meter-Freistilschwimmen gewann Treis, Köln in 1:3,9 vor Berges, Darmstadt, das 400-Meter-Freistilschwimmen Berges in 5:28,4 vor Rademacher (ein Bruder des Amerikafahrers). Die Freistilstaffel 3x100 Meter und die Schwellstaffel wurden beide von Hellas, Magdeburg, ebenso wie die Lagenstaffel 4x50 Meter gewonnen. Ehrung Rademachers und Fröhlichs. Am Sonntagvormittag hatte zur Begrüßung der erfolgreichen Vertreter des deutschen Schwimmsports in Amerika Erich Rademacher und Gustav Fröhlich der Stadtrat in München zu einen: öffentlichen Festakt im großen Sitzungssaal des Münchener Rathauses eingeladen, an dem alle öffentlichen Stellen der Stadt und Vertreter sämtlicher Münchener Sport- kreife teilnahmen. Rach einer Ansprache überreichte Bürgermeister Scharnagl Rademacher und Fröhlich den von der Stadt München für hervorragende Leistungen auf sportlichem Gebiet geschaffenen Ehrenbrief. Tennis. Frankfurt«.M. - Bad-Nauheim Bad-Ra uh eim . 24. Mai. (WTD.) Eine zweite Mannschaft des Frankfurter Tennis-Clubs von 1914 schlug am ersten Psingstseiertage die erste Mannschaft des Tennis-Clubs Bad-Rau- heim auf dessen Plätzen überlegen mit 14:7 P. Boxen. Carpentier — Hoffmann unentschieden. Wie aus Reuhork gemeldet wird, standen sich George Carpentier und Sailor Hoffmann am Freitag in Reuyork in einem 10* Rundenkampf gegenüber. Das Treffen verlief unentschieden. Rundfunk-Programm. Mittwoch, 26. Mai: 12—1 Uhr: Uebertragung des Promenadenkonzertes am Schweizerhäuschen. 3.30—4 Uhr: Die Ständer der Jugend. 4.30—5.45 Uhr: Konzert des Hausorchesters: Anton Dvoräk. 5.45—6.05 Uhr: Die Bücherstunde. 6.15—6.45 Uhr: „Italienisch, Spanisch und Portugiesisch und ihre Literaturen". Vortrag von Dr. Ludwig Harald Schütz. 6.45—7.15 Uhr: Funkhochschule: „Neue Wege der gegenwärtigen Philosophie EX, Die Auferstehung der Metaphysik", Vortrag von Prioatdozent Dr. Heinemann. 7.15—7.45 Uhr: „Richard Strauß und die Oper Salome", Vortrag von Ernst Schoen. 7.45—8.15 Uhr: Italienischer Sprachunterricht. 8.15—9.15 Uhr: Uebertragung von Kassel: „Die Kammermusik von Beginn des 18. Jahrhunderts bis zur Gegenwart"^ 9.15—10.15 Uhr: Schubert-Zyklus des Arnar-Quartetts: Zweiter Abend. Continental „Ty pe-Ballon*4 paßt auf die Felge für Hoch» druckreifen ohne Umbau s$4 Die fliono15'1 o tyid)^ Nächst loh». A lche,nene>r Infolge h Fernspl sE tag uiy Ei -berichten Eine Mün- lichenD-ri hcitzt c*- 6 letzten ei eingetl' behörden 6er Mai beende, Mlcnöo öer aufge Aosen-eim genommen. Oft konnte abends ers eines Mün ein übertrii zuführen, t dah von spruchna Rede fest sich auch sc Anderes f komme nach suchung ni( Mrgei vormittag Anschluß d Häusern bc die Kosten bahniatastr Rachmiltak weiteren C bähnhos A diener sin beträgt 2 < die Zahl die sich m $au[e fegt genaue lli Züge ist n Trauer hat eine Tr 21 Todes. nachmitttL! Unter den Krankenha Aamen bi Das L d. Bert ^eichsp! Eisenbahnu! 6ie Zweigs München fi erschüttert i Eisenbahnur Cie, den Leben ®elo Wen bei Wünsche f gez. von Der A Arupprnve Reichsbahn uchtet: Mck in Ij bitte, den 5 sowie, den der Reichs - .Der Kan den ytlbau^r ^Netifd meti]4 dneltvr bet grannn daz S-erung Die j - Lonö D'e 2iegiet k ^uem j i d'e D hinzu Lvh'^ok v