Zreltag, 1\. September 1926 176. Jahrgang Nr. 224 Erster Blatt GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: Bruhl'sche Universitäts-Buch- und Lteindruüerei R. Lange in Sieben. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulstratze 7. konischen Lu Der BesatzungsLruppen Dr. Dr. der diploma- Telegraph" G a ß n e r (Oppenheim), Regierungsassessor Metternich (Bingen) und Landgerichtsrat Mayer (Mayen). London, 23. Sept. (TU.) Wie tische Korrespondent des »Daily Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen. Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. MonalL-vezvgrprelr: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Richter- fcheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnach» richten: Anzeiger Sietzen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. stellen soll. Das könne nur durch Ratifikation der britischen und amerikanischen Schuldenabkommen geschehen. Aber ohne eine solche Ratifikation werde Amerika nicht für irgendeine Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Rachmittag vorher. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Playvorschrist 20°,, mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Will). Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wich. Lange; für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil i.Dertr. H.Bcck, sämtlich in Dietzen. Frankfurt a. M., 23. Sept. (Wolff.) Die Franzosen sollen tatsächlich mit dem Abtransport von 5000 bis 6000 Mann begonnen haben. Am Die Lage in China. London, 24. Sept. (WTB. Funlspruch.) Wie „Morning Post" aus Schanghai meldet, sympathisieren bereits zahlreiche siihrende Chinesen mit Tschangkaischeck, dem Führer der Kantonarmee. Der ganze Feldzug der Südtruppen werde von dem russischen General Galan geleitet. 250 russische Stabsoffiziere befänden sich bei den Südtruppen. Kar ach an verbleibe im Sowjetkonsulat in Schanghai. Alle Depots der British Associated Petroleum-Company seien geschlossen worden, dagegen seien die Depots der American-Standard-Oil-Companh nicht angetastet worden. Der Kommandant der Kantontruppen plane eine Beschießung Wu- tschangs, das immer noch Widerstand leiste. Er habe die ausländischen Dampfer, die auf dem Bangtse gegenüber Wutschang vor Anker liegen, ausgefordert, ihre Liegeplätze zu verlassen. Der amerikanische Admiral habe sich geweigert, den Hasen zu verlassen. Die Mehrzahl der in der Konzessionszone lebenden Ausländer habe sich auf die Kriegsschiffe geflüchtet. Man befürchte, daß die sowjetistische Propaganda der Südtruppen unter den Trusten Der Marschälle Wupeifu und Tschangtsolin Unruhen Hervorrufe. Sn Peking arbeite man an der Bildung eines Ministeriums, in dem S u n- s ch u a n f a n g einen größeren Einfluß haben solle. Rur unter dieser Bildung dürfe er aktiv an den Operationen gegen Kanton sich beteiligen. Man erwarte den Abschluß eines Bündnisses zwischen Tschangtsolin, Wupeifu und Sunschuan- fang zur endgültigen Aiederringung der roten Truppen Kantons. Dr. Stresemann beim Reichspräsidenten. Mobilisierung der Dawesvorzugsobligationen haben sein. Die Verminderung Zur Rede des Reichsaußenministers vor der deutschen Kolonie in Genf schreibt der „Temps", was besonderen Anstoß erregt habe in dieser Rede sei die Behauptung, daß die feierliche Art, wie Deutschland in Genf zugelassen worden sei, ein sicherer Beiveis dafür sei, daß die Anschuldigungen hinsichtlich der Berantwortlichkeit Deutschlands für den Krieg gewissermaßen durch die im Völkerbünde vertretenen Mächte zurückgenommen und so die Kriegsschuldfrage indirekt geregelt worden sei. Dagegen verwahrt sich der „Temps". Man würde, so erklärt er, die Dinge seltsam fälschen, wenn man die Großmut, mit der man Deutschland ausgenommen habe, als eine Art moralische Reparation, die man Deutschland nicht schulde, ansehen würde und die eine wahrhafte Tlngerechtigkeit bilden würde gegenüber den Völkern, die die schmerzlichen Opfer des Angriffes vom August 1914 geworden seien. Die Rede Stresemanns scheint uns, so schreibt der „TempS" weiter, wesentlich inspiriert von innerpolitischen Befürchtungen. Der Außenpolitiler des „Journal des De- bats" schreibt: Die Lage ist klar. Stresemann hat außerhalb des Völkerbundes patriotische Erklärungen abgegeben, die er vor dem Völkerbunde nicht Hütte machen können, ohne feierliche Proteste hervorzurufen. Seine Bekundungen über die Kriegsverantwortlichkeit müsse öffentlich zurückgewiesen werden. Briand muß dies tun. Die Freunde Stresemanns erblicken in ihm einen zweiten Bismarck. Werden wir ihnen helfen, diese Prophezeiung zu realisieren? Die Mobilisierung der Dawes- obligationen. Die neue griechische Verfassung. Athen, 24. Sept. (TAl.) Der Präsident der Republik, Konduriotis, unterzeichnete gestern die neue Verfassung, die von einer parlamentarischen Kommission ausgearbeitet wurde. Die Rationalversammlung wurde für aufgelöst erklärt. Mit einem Aufruf an das Volk, die Sdeale höher zu stellen als Parteigeist, hat gleichzeitig Ministerpräsident K o n d y l i s sein Amt niedergelegt. Er will jedoch das Ministerium bis zum Ende der Wahlen weiterleiten. Rach der Regierungsbildung will sich Kvndylis aus der Politik für immer zurückziehen, um dem Lande die Rückkehr zum normalen parlamentarischen Leben zu erleichtern. Er bittet seine Freunde und Mitarbeiter, sich anderen republikanischen Parteien anzuschliehen oder unabhängig zu bleiben, aber immer Republikaner. Ferner rät er dem Volke, durch seine Haltung zur Gesundung des politischen Lebens und zur Einstellung der Kämpfe um die Regierungsform beizutragen. Die Armee fordert er auf, sich jeder Einmischung in die Politik zu enthalten. hat die Rheinlandkommission ferner den Beamten, deren Ausweisung bereits früher aufgehoben worden war, nunmehr die Erlaubnis zur Wiederaufnahme ihrer Amtstätigkeit erteilt. Diese Entscheidung bezieht (ich u. a. auf Polizeiinspektor Schuchardt (Koblenz), Polizeiinspektor Janke (Bendorf bei Neuwied), Studienrat Natter (Mayen), Kreisdirektor Dr. Deutschlands Eintritt in den Völkerbund und diettolonialf rage Von Gouverneur z. D. Heinrich Schnee, M. d.R. Der Eintritt Deutschlands in den Völkerbund hat die Hindernisse beseitigt, welche dem Wiedereintritt unseres Vaterlandes in den Kreis der kolonisierenden Mächte entgegenstanden. Mach der Völlerbundssahung sind diejenigen Gebiete, die infolge des Krieges ausgehört haben, unter der Souveränität der sie beherrschenden Staaten zu stehen, als Mandate unter Aussicht des Völkerbundes zu verwalten. Die Rückgabe deutscher Kolonien an Deutschland kann hiernach unter der Geltung der Völkerbundssatzung und des Versailler Diktates nur in der Form der Alebertragung von Kolonial man- baten erfolgen. Die deutsche Außenpolitik hat seit jenem Memorandum des Rcichsaußenministers Dr. Stresemann vom September 1924, in dem er die Voraussetzungen für den Eintritt Deutschlands in den Völkerbund niederlegte, dieses Ziel beständig vor Augen gehabt. Sn dein Memorandum war in Bezug auf die Kolonien gesagt worden: Deutschland erwarte zu gegebener Zeit aktiv an dem Mandats!) st em beteiligt zu werden. Die Locarnoverhandlungen haben bann, zwar nicht zu festen Versprechungen in Bezug auf die Zuteilung bestimmter Koloxialmandate an Deutschland geführt, wohl aber ist, von den englischen wie französischen verhandelnden Staatsleuten anerkannt worden, daß Deutschland als Mitglied des Völkerbundes ebenso auf Alefoer- tragung von Kolonialmanvaten Anspruch erheben könne, wie jedes andere Völkerbundsmitglied. Damit war die Eignung Deutschlands zur Verwaltung von Kolonien anerkannt und die koloniale Schuldlüge der Alnfähigkeit und Ain-- Würdigkeit Deutschlands zum Kolonisieren, mit der die Wegnahme der deutschen Kolonien be- uünbet worden war, fallen gelassen worden. Hieraus müßte sich, wenn es nach Recht und Gerechtigkeit ginge, konsequenterweise die Rückgabe seiner Kolonien an Deutschland ergeben. Soweit ist aber der edle Grundsatz, die Gerechtigkeit herrschen zu lassen, der nach der Einleitung zur Dölkerbundssahung mit für die Errichtung des Völkerbundes maßgebend war, noch nicht in die Praxis überführt worden. Smmerhin aber scheint das eine klar, daß es eine auf die: Dauer unmögliche Situation sein würde, wenn Deutschland als Mitglied des Völkerbundes und als ausdrücklich zur Alebernahme von Kolonialmandaten geeignet erklärter Staat tatsächlich von der überseeischen Kolonisation ausgeschlossen bleiben sollte. Wie soll sich das Verhältnis des neuen Mitgliedes zu denjenigen Mitgliedern des Völkerbundes gestalten, die ihm unter dem Vorwande deutscher kolonialer Unfähigkeit und Ain» Würdigkeit seine Kolonien weggenommen haben und sie trotz Beseitigung dieses Vorwandes behalten und selbst Deutschland überhaupt von der Mandatverwaltung ausschliehen wollen? Zwischen dem deutschen Außenminister und dem französischen Außenminister Briand hat am 17. September ds. 38. jene Desprechung in 2 h o i r y stattgefunden, bei der sie der bekannten Presseverlautbarung zufolge „ihre Auffassungen über die Lösung der gesamten Fragen in Einklang gebracht haben", und ihren Regierungen darüber Bericht erstatten werden. Da über den Inhalt dieser Besprechung nichts Räheres an die Oeffentlichkeit gelangt ist, so läßt sich nicht erkennen, in welchem Maße dabei eine Lösung der kolonialen Frage vorgesehen ist. Bekanntlich hat Frankreich als Kolonialmandate den überwiegenden Teil von Kamerun und etwa 2/3 von Togo erhalten, Gebiete, die gegenüber dem ungeheuren eigenen französischen Kolonialbesitz in Afrika für Frankreich ohne große Bedeutung sind. Die von England herüberdringenden Stimmen klingen bisher ziemlich ablehnend. Man hört da die geradezu wie Hohn klingende Wendung: Deutschland tönne Kolonialmandate erhalten, wenn welche frei werden; es seien aber nun einmal feine frei. Der Kolonialminister 2Imcrt) hat in Reden seltsame Ansichten über die Mandatverwaltung geäußert, wonach England die Mandatgebiete aus eigenem Rechte dauernd halte und nur mit servitutähnlichen Verpflichtungen zugunsten des Völkerbundes belastet sei. Aus die Alnhaltbarkeit seiner merkwürdigen Ideen hingewiesen, hat Olmert) in Ermangelung irgendwelcher sttch- haltigen Gründe nur zu sagen gewußt. was er gesagt habe, habe er gesagt. Die englische konservative Presse ist auf den Ton des britischen „possesive instinct“ abgestimmt, wie ihn John Galswvrthy in seiner „Forsyte Saga" so glänzend charakterisiert. „Wir haben die deutschen Kolonien einmal in Besitz und geben sie nicht wieder heraus." Daß es sich, ganz abgesehen von allen anderen Gesichtspunkten, um eine Lebensnotwendigkeit für das übervölkerte Deutschland handelt, eine Ergänzung seiner zu schmalen Dodengrundlage durch überseeische Kolonien zu erlangen und daß eine dauernde Verständigung zwischen Deutschland und England nicht möglich ist, solange diese Lebensnotwendigkeit von englischer Seite mißachtet wird, wird einfach beiseite geschoben. Die deutschen Bemühungen, dieses vor aller Welt klarzustellen. werden als unbequem empfunden. Die „Times" lassen ab und zu wohlwollende Warnungen an die deutsche Adresse ergehen, man möchte doch im Interesse der sonstigen Verständigung mit England die koloniale Sache ruhen lassen. 25. September werden das 51. Infanterieregiment, das Artillerieregiment 312 und eine Maschinengewehrabteilung die Stadt Koblenz verlassen. Ob und welche andere Truppenteile nach Koblenz verlegt werden sollen, steht noch nicht fest, doch nimmt man an, daß das Bataillon: Infanterie, das in Diez a. d. Lahn liegt, nach Koblenz kommt, da Diez von Truppen freigemacht werden soll. Jurückgenommene Ausweisungsbefehle. Koblenz, 23. Sept. (Wolff.) Der Reichs- kommissar für die besetzten Gebiete teilt mit: In Durchführung der Koblenzer Befriedungsvereinbarungen vom 10. September hat die Interalliierte Rheinlandkommission 7 9 A u s w e i - sungsbefehle zurückgenommen. Es handelt sich dabei um den früheren Wiesbadener Regierungspräsidenten Dr. M o m m , Direktor Dr. Ley (Boppard), Oberregierungsrat Dr. Pralle (Birkenfeld), Kriminalpolizeikommissar Luden- dorfs (Aachen), Direktor Jutra (Kreuznach), Oberbürgermeister M a h l a (Landau), Kassierer S i f f e r t (Kusel), die Aerzte Dr. Rieck und Dr. R i s s o n (Mayen), Amtsrichter Frisch und Amtmann Werber (Kehl). In weiteren 23 Fällen Brisenstimmung in Warschau. Der Kamps um das Budget im polnischen Sejm. Warschau, 24. Sept. (TAI.) Die polnische Regierung hat sich bei den Beratungen des von ihr vorgelegten provisorischen Haushaltsquartal in der Haushaltskommission weitere Abstriche an ihrem Voranschlag gefallen lassen müssen, trotzdem der Regierungsvertreter ausdrücklich erklärt hatte, die Regierung werde den abgeänderten Voranschlag nicht annehmen. Die erste Rede in der Hauptaussprache im Plenum des Sejms hat nunmehr sogar den Eindruck erweckt, als ob nicht einmal der ab» geänderte Voranschlag im Sejm zur Annahme gelangen könne. Beachtenswert war besonders die Rede des deutschen Sejmabgeordneten Dr. P i t s ch, der erklärte, daß die Erwartungen, die man nach den Maiereignissen in die Versprechungen der neuen Männer gesetzt habe, schwer getäuscht worden seien. Die deutsche Minderheit habe die Hoffnung auf eine Besserung von selten dieser Regierung aufgegeben. Dr. Pitsch erinnerte in diesem Zusammenhang an die 80 Dombenattentate, die allein in der letzten Zeit auf Deutsche und deren Eigentum in verschiedenen Ortschaften stattgefunden hätten, und die bis zur Stunde noch nicht aufgeklärt worden seien. Keine Verhaftung sei bisher erfolgt. Die deutsche Sejmfraktion werde gegen die Regier ung und ihr Budget- Provisorium stimmen. Die Aussprache wird am Freitag fortgesetzt. Ministerpräsident Bartel empfing gleich nach Schluß der Sitzung die Vertreter der Presse und erklärte in sehr erregtem Tone, die Streichungsbeschlüsse der Dudgettommission seien reine Tendenzbeschlüsse gegen die gegenwärtige Regierung. Die Dudgetkommission habe sachliche Rückfragen bei den von ihren Streichungen betroffenen Ressorts nicht getan. Dieser Beschluß des Ausschusses sei für die Regierung umnaßgeblich, die Verantwortung falle auf diejenigen, die damit eine unzweckmäßige Krise hervorzurufen suchten. Die Regierung werde entsprechend zu antworten wissen. Man spricht im Zusammenhang mit diesen scharfen Erklärungen Bartels von der Möglichkeit der S e j m a u f l ö s u n g. Es sei nicht ausgeschlossen, daß die Regierung sich entschlösse, keine Reuwahlen auszuschreiben und ohne Sejm weiterzuregieren. Es fehlt auch nicht an Aeußerungen, die im Zusammenhang mit dieser Möglichkeit von einem gewaltsamen Sturz des Kabinetts Bartel sprechen. Empfänge beim Reich-spräsidenien. Berlin, 23. Sept. (Wolff.) Der Herr Reichspräsident empfing heute den königlich spanischen Botschafter Soler y Guardiola, der in nächster Zeit einen längeren Airlaub antritt; ferner den von dem ägyptischen Gesandten begleiteten ersten Kammerherrn des Königs von Aegypten Hassanei n Bey, sowie den Befehlshaber des amerikanischen Geschwaders in Europa, Vizeadmiral Wells, dessen Flaggschiff, der Kreuzer „Memphis" sich zur Zeit in Kiel befindet. Der Admiral war vom Kapitän und den höheren Offizieren des Kreuzers, sowie dem amerikanischen Geschäftsträger und dem Marineattache begleitet. Der Reichsauhenminister Dr. Stresemann ist am Donersiagnachmittag wieder in Berlin einge- troffen und hat noch am gleichen Abend dem Reichspräsidenten Vortrag gehalten. Das ist ein Akt, dem keine besondere Bedeutung beizumessen ist, hat sich doch auch der Präsident der französischen Republik über die in Genf und Thoiry gepflogenen Unterhaltungen orientieren lassen. Verschiedene P a- riser Blätter wollen aber besser unterrichtet ein und behaupten, ein Konflikt Hindenburg— Stresemann stände unmittelbar vor der Tür, da Herr Briand dem deutschen Außenminister in Thoiry rund heraus erklärt habe, an ein französisches Entgegenkommen könne nicht eher gedacht werden, als bis Deutschland seine Entwaffnung restlos durchgeführt und auch sämtliche nationalen Verbände aufgeböft habe. Es handelt sich bei dieser Behauptung natürlich nur um einen der bekannten Versuche, bei uns innerpolitische Schwierigkeiten hervorzurufen, aus denen man dann in Paris politisches Ka - p i t a l zu s ch l a g en gedenkt. In der gleichen Richtung bewegen sich auch die Aeußerungen verschiedener Presseorgane, die sich auf die von Herrn Dr. Stresemann vor der deutschen Kolonie in Genf gehaltene Rede gestürzt und vor allem an seinem Passus über die Kriegs- schuldlüge Anstoß genommen haben. Daß dieses Hineinfunken in die sich nun anbahnenden deutsch-französischen Verständigungsoerhandlungen Herrn Briand gerade nicht angenehm ist, darf wohl aus den Beschwichtigungsversuchen einer Reihe bedeutender Pariser Zeitungen herausgelesen werden, die sich alle Mühe geben, ein Zerreißen der eben angetnüpften Fäden zu vermeiden, an denen auch manche recht bedeutende französische Hoffnung hängt. Dr. Stresemann wird nun zunächst einmal in den das Wochenende aussüllenden Kabinettssitzungen gemeinsam mit seinen Ministerkollegen die deutsche Marschroute festlegen, so daß dann vielleicht schon die in Thoiry vereinbarten direkten Verhand- l u n g e n ihren Anfang nehmen können. Der Außenminister wieder in Berlin. Berlin, 23. Sept. (TU.) Reichsaußenminister Dr. S i r e s e m a n n ist um 5 Uhr nachmittags mit dem fahrplanmäßigen Schnellzug von Montreux über Bafel und Frankfurt auf dem Anhalter Bahnhof in Berlin wieder eingetroffen. 2Nit ihm kehrten von der deutschen Delegation Staatssekretär Weißmann und der Reichspressechef Dr. kiep wieder nach Berlin zurück, während die übrige Delegation in Genf verbleibt. Auf dem Bahnhof hatten sich schon eine geraume Zeit vorher der Reichskanzler und die Minister H a s l i n d e, Bell und Cnrtius eingefunden, sowie der zur Zett in Berlin auf Urlaub befindliche Botschafter Freiherr o. 7N a l h a h n und rNinisierialdircktor Köpke vom Auswärtigen Amt. Bon den ausländischen Vertretungen sah man den englischen Botschafter Lord d'Abernon, den französischen und den tschechischen Geschäftsträger sowie den belgischen, den polnischen und den Schweizer Gesandten. Kurz vor 5 Ahr lief der Zug ein. Die Herren begaben sich zu dem im Hinteren Teil des Bahnhofs haltenden Salonwagen und überbrachten dem Reichsauhenminister ihre Glückwünsche. Dr. Strefe- mann begab sich gleich daraus zum Herrn Reichspräsidenten, um ihm über die Genfer Ber- fjanölungen Bericht zu erstatten. Rach etwa einftün- bigetn Boilrag dankte der Reichspräsident dem Reichsaußenminister für seine müheooUe Arbeit und gab der Hoffnung Ausdruck, daß Sie jetzt angeknüpften Berhandlungen zur Lösung noch schwebender schwieriger Fragen und zur baldigen Befreiung des Rheinlandes und des Saargebietes führen möchten. Am Freitagoor- miftag wird das Reichskabinett zu einer Ka- binettssihung zusammen treten, die sich mit Gens und den Besprechungen von Thoiry beschäftigen wird. Was man in Paris erwartet. Paris, 23. Sept. ('SAI.) Die Pariser Mittagspresse erwartet, daß nach der Rückkehr Strese- mamrs nach Berlin ein Konflikt zwischen i h m und dem Reichspräsidenten ausbrechen wird. Der Berliner Korrespondent des „Paris Midi" berichtet, daß die deutschen Rationalisten auf eine französische Regierungskrise hofften. Die Bedingungen der Vereinbarungen von Thoiry bezögen sich jedoch vor allem auf eine endgültige Entwaffnung Deutschlands und vor allem auf die Aufhebung der illegalen militärischen Verbände. Ihre Fortexistenz würde von Frankreich auf jeden Fall als eine Herausforderung und als ein schweres Hindernis für die Verwirklichung des Abkommens von Thoiry betrachtet. Dem „Paris Midi" zufolge hat Briand dies Dr. Stresemann erklärt und Stresemann seinerseits formelle Versprechungen in dieser Hinsicht gemacht. Es sei nicht die Verwertung der deutschen Cisenbahnobliga- tionen, die Anlaß zu inneren Schwierigkeiten in Deutschland geben werde, sondern vielmehr die politische und verfassungsmäßige Offensive, die Stresemann gegen die militärischen Organisationen einleiten müßte. Cs sei notwendig, reinen Tisch mit diesen Dingen zu machen, wenn man nicht wolle, daß die militärischen Organisationen schließlich der Stein des Anstoßes würden, über den das ganze Gebäude der Annäherung und Zusammenarbeit scheitere. schreibt, findet der französische Vorschlag auf Mobilisierung eines beträchtlichen Teiles der Dawesobligationen auf dem internationalen Geldmarkt sowohl bei britischen als auch amerikanischen Bankiers wenig Gegenliebe. In diesen Kreisen ist man der Ansicht, daß Frankreich, wenn es Geld zu verhältnismäßig niedrigem Zinsfuß wünsche, in erster Linie seinen internationalen Kredit wiederher- Iskarten nd 3.- nur im bei Challier g, 27. Sept. irmgsblatt. ^Sungsblatt Dachschau an ^Nachrichten. ^.ungsblatt ^Arbeitszeit und Klauenseuche Feldbereinigu.rg n - Diensinach. Ale. *■ $om oi A>n ersten »7 ,nz über ' b-r K!rch, S’ i|1 ein, c ^idrachr i« n' 7"hl, unh Mental ';ÄS- 1111 * i. 29 3uli BgeE— mg NF Marl rKS tut««’1"" ilöfl lmmiliag ihM MH leischhalle 'Kauf. M gibt die Sehendes Mj» -Klasse, 54,36 .Klasse. 45,16fm trennt nach Losen st bis zum 27. ; bei unterzeichn?' ’ wo alsdann d>e Holz 'st mit Nmd Bedingungen m „geben. Freie Aus loten bleibt vorbe« » en Mittet derMch Herba-öeife (fyeMrau®.^« W. -.65, »«• Kunglp Narret 91poi^M.6-W Waldlällitidl. des Aftheim-Erfeler Entwässerungsgebietes, für ein Entwässerungswerk bei Bodenheim, für Entwässe- rungswerke bei Frei-Weinheim, Nieder-Ingelheim, Heidesheim sowie für eine größere Anzahl von Einzelunternehmungen an Entwässerungen, Drainagen uiw. in Höhe von 2 400 000 Mark geplant. Von diesem Betrage wäre ein Drittel mit 800 000 Mark als Anteil des Landes Hessen bereitzustellen. Nach Aufklaren wolkig, keine wesentliche Änderung der Temperaturen, noch vorwiegend Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 16,0 Grad, Minimum 9.2 Grad, heutige Tagestemperatur 11,0 Grad Celsius. Aus der Provinzlalhauptsta-l. Gießen, den 24. September 1926. Verbesserung des Sonntagfahrplans Frankfurt-Gietzen. In der Gießener Fahrplankonserenz am vorigen Samstag war, wie wir am Montag, berichteten, von Gießener Seite aus dem Ver- treter der Reichsbahndirektion Frankfurt der Rninsch ausgesprochen worden, die Spät- abendverbindung von Frankfurt ILa D ® • eßen, die jetzt schon viel zu wünschen übrig laßt und vom 3. Oktober ab durch Früherlegung des letzten Schnellzuges ab Frankfurt weiter verschlechtert worden wäre, durch Weiterführung des jetzt nur bis Friedberg verkehrenden Personenzuges nach Gießen zu verbessern. Diese Anregung unterstützte die Handelskammer Friedberg im Interesse der Städte Bad Rauheim und Butzbach Der Vertreter der Reichsbahn sagte wohlwollende Prü- ung der Wünsche zu. Wie wir jetzt von zuständiger Seite hören, soll einstweilen für die Sontagabende die erbetene Verbesserung Platz greifen. Dom 3. Oktober ab wird der Pz 771 ab Frankfurt 11.44 Mr abends, ccr bisher nur bis Friedberg ging, bis Gie - h e n w e ite rg e f ü h rt. Der Zug verkehrt von Frredberg aus als beschleunigter Personenzug mit Halt in Dad-Rauheim. Butz b a ch und Gießen. Die Ankunft in Gießen erfolgt um 1.30 Mr nachts. DaS Entgegenkommen der Reichsbahn wird in den beteiligten Städten sicherlich dankbar anerkannt werden, jedoch darf man wohl hoffen, daß die Spätverbindung möglichst bald auch auf die Werktage ausgedehnt Wirch. Die neuen Metzener Schulhaus- baulen. Die Stadtverordnetenversammlung hat in ihrer Sitzung vom vorigen Dienstag dem Bau zweier Schulhäuser, und zwar eines Volksschulgebäudes in den Eichgärten und eines Fortbildungsschulhauses in der Crednerstraße zugestimmt. Gleichzeitig erklärte sich das Stadtparlament mit der Feststellung des Raumbedarfs, wie der Finanz-, Bau- und Schulausschuß vorgeschlagen hatten, einverstanden. Rach den Vorschlägen der vereinigten Ausschüsse wird das V o l k s s ch u l h a u s in den Eich- gärten enthalten: 20 Klassensäle, dazu an Reben- raumen 1 Rektorzimmer, 1 Wartezimmer, 1 Lehrer-(Konserenz)Zlmmer, zugleich Dibliothek- 3 immer, 1 Lehrmittelzimmer, 1 Handarbeitssaal, 1 Hortssaal, 1 Zeichensaal, 1 Singsaal, 1 Phhsik- faal, hierzu ein Vorbereitungsraum und 1 Lehr-» mlttelzimmer, 1 Dunkelkammer, 1 Zimmer für den Schularzt mit Vorraum, 1 Aufenthaltsraum für die Lehrerinnen. Außerdem sollen im Kellergeschoß geschaffen werden: 2 Räume für Werkunterricht für Knaben und Mädchen, 1 Raum für Speisegelegenheit für Knaben und Mädchen, 2 getrennte Räume zum Baden für Knaben und Mädchen, Räume für Aquarium- Terrarium, Räume für Heizung, Brennmaterial usw. Endlich sollen noch geschaffen werden eine Turnhalle mit Bühnenraum, zugleich Saal für Vorträge und Schulfeiern, eine Hcnrsmeisterwoh- nung, 1 Schulgarten, 1 Rasenplatz als Spielplatz und die erforderlichen Abortanlagen. In dem Reubau für die Fortbildungsschule sollen errichtet werden: für die Gewerbe- und Maschinenbauschule 13 Säle, für die gewerbliche Fortbildungsschule 8 Säle, für die allgemeine Fortbildungsschule 3 Säle, die Handelsschule 4 Säle, Höhere Handelsschule 2 Säle, kaufmännische Fortbildungsschule 5 Säle, für die MädchenforMldungsschule 6 Säle, weiter ein Phtzsilsaal mit Dorbereitungsraum, 1 Schreib- inaschinensaal, 4 Rektorenzimmer, 2 Lehrmittelzimmer, 2 Lehrcr--(Konferenz)Zimmer, 1 Korrekturzimmer für die Lehrer. 1 AufeitthaltSraum für Lehrerinnen. 2 Wartezimmer, 1 Bureauraum für Gewerbe- und Maschinenbauschule, 1 Raum für die Anfertigung von Zeichnungen, 1 Dunkel- Peru mit 1 187 000 und Panama mit 22 000 Goldfranken. Honduras und Ricaragua haben ihren Beitrag noch niemals bezahlt; Peru ist seit 1920 im Rückstand, hat jedoch 1923 eine ü-Sonto-Zahlung geleistet. Bolivien hat wiederholt kleinere Teilzahlungen von 20 Prozent seiner Verpflichtung geleistet. China hat in diesem Jahre rund 104 000 Goldfranken bezahlt. Es beruft sich aber auf die Ablehnung der von ihm geplanten Zollreform durch die Pekinger Zollkonferenz, um das bisherige Ausbleiben der großen und für die Finanzen des Völkerbundes recht bedeutenden Reste zu motivieren. Panama soll, wie verlautet, der kleine Restbetrag seiner Schuld erlassen werden. Neuevorfchläge der Bergarbeiter London, 23. Sept. (Reuter.) Die Zahl der Bergarbeiter, die im Zentrum des Kohlenreviers und in Lancashire die Arbeit Wiede rauf genommen haben, beläuft sich auf 81 173. Dies bedeutet gegenüber gestern eine Zunahme um 1777. In den einzelnen Gegenden leisten die Grubenbesitzer Widerstand gegen Veröffentlichungen von Arbeitsstatistiken, um nicht die Führer deS Drrgarbeiterverbandes auf die Bewegung aufmerksam zu machen. Den Schätzungen zufolge haben ungefähr 100 000 Bergarbeiter die Arbeit wiederaufgenommen. Die voni Exekutivausschuß des Bergarbeiter- Verbandes der Regierung unterbreiteten Vorschläge sehen folgende Regelung vor: Die Bergarbeiter geben ihre Zustimmung zu einer vorläufigen Regelung, nach welcher sie die Arbeit sofort Wiede rauf nehmen, wenn eine Lohnskala eingeführt wird, die nicht geringere Löhne vorsieht, als die durch das Reglement von 1921 festgelegten Löhne. Eine endgültige für das ganxe Reich gültige Regelung wird sodann von einem Schiedsgericht. ausgearbeitet werden, das die Lohnskala und die Durchführung der Reorganisation der Kohleninöustrie gemäß dem Vorschläge der Kohlenkommission bestimmt. Wie verlautet, werden diese Vorschläge des Bergarbeiterverbandes von den Zechenbesihern als unannehmbar bezeichnet, da die Lage der Industrie Löhne über die des Abkommens von 1921 und die gleichzeitige Rückkehr zu einem Siebenstundentag nicht zulasse. Die Zechenbesiher lehnen nach tote vor ein nationales Abkommen ab und verlangen eine Regelung, die d i e w i r t- schaftlichc Fähigkeit jedes Distriktes berücksichtigt. Wie verlautet, wird die Regierung erwägen, welche Lage sich daraus ergibt, daß die Vorschläge der Bergarbeiter nach ihrer Ansicht und der der Zechenk^siher keine Grundlage für eine Regelung der Streitigkeiten im Bergbau bieten. Gespannte Lage in Spanien, r- ■$ch mindestens 3 Werkstättenräume für den späteren Ausbau: Spengler, Mechaniker. Sattler usw. Für die Mädchenfortbildungsschule: 2 Küchen, 1 Speiseraum, 1 Vorratskammer, 1 Speisekammer, 2 Deseickcvmmern, 2 Garderoberäume, eine Waschküche, 1 Vorratskeller, 1 Wäschetrockenraum. Der Keller wird auch die erforderlichen Heizein- richtungen enthalten. Ferner sollen geschaffen werden: 1 Turnhalle, zugleich Saal für Vorträge und Schulfeiern, 2 Wohnungen, 1 Schulgarten, 1 Vorrichtung für die Unterstellung von Fahrrädern uitb die erforderlichen Abort anlagen. Für den Ortsgewerbeverein siird vorgesehen: 1 Sitzungszimmer für den Vorstand, 1 Zimmer für Mitgliederversammlungen und Vorträge und ein Registraturzimmer, für die Handwerkskammer- Nebenstelle: 1 Geschäftszimmer mit Registratur, 1 Zimmer für den Shndrkus und 1 Wartezimmer. Bornotizen. — Tageskalender für Freitag. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Goldrausch". — Astorm-Lichtspiele: „Auf Welle 1000". — Palast-Lichtspiele: „Der Flug um den Erdball. Das Gebäude des Stadtbauamt e^s im Asterweg erhält gegenwärtig ein neues Gewand. Der alte Verputz mutz einen: neuen Platz machen. Die Verbesserung wird zweifellos auch zur Verschönerung des Straßerrbildes beitragen, jedoch wäre zu wünschen, daß man sich möglichst bald auch des benachbarten städtischen Hauses, in dem das Mieteinigungsamt und die Jugendherberge unteraebracht sind, annehme, denn auch dieses Haus ist in seinem Aeuhern sehr verbesserungsbedürftig. ** Die Neupflasterung des Aster- weges zwischen Schillerstraße und Nordanlage ist jetzt soweit vorgeschritten, daß nunmehr die Asphaltdecke auf den neuen Untergrund aufgebracht werden kann. Die Arbeit wird voraussichtlich bis Ende kommender Woche beendet sein. So sehr man sich dieser Verbesserung freuen kann, so lebhaft muß man es bedauern, daß nicht auch der vordere Asterwea zwischen Walltorstraße und Schillerstraße gleichzeitig mit hergerichtet worden ist, und daß man auch dem Hinteren Teil dieser Straße nicht die zeitgemäße Erneuerung zubilligte. Hoffentlich wird das bald nach- gehokt werden. ** Die Eder st raße wird gegenwärtig von der Steinstraße in der Richtung zum Bahnkörper bis -um Ende der jetzigen Häuserreihe ausgebaut. Die Fahrbahn wird chauffiert, der Bürgersteig mit Kiesauflage versehen. Gleichzeitig wird die Gas- und Wasserleitung in diesem Straßenteil umgelegt. ** Der Ämbau der Eisenbahnbrücke an der Eder st raße hat in den letzten Wochen recht gute Fortschritte gemacht. Die neuen Drückenmauern sind schon stark in die Höhe gekommen, und man kann jetzt deutlich sehen, daß die Straße durch den Bahnkörper künftig eine recht ansehnliche Breite haben wird. Wie wir hören, werden die Arbeiten Voraussicht- lich in den ersten Tagen des Oktober beendet werden. ' Eine Rosen- und Dahlienschau findet, wie aus unserem heutigen Anzeigenteil ersichtlich ist, am nächsten Sonntag in Gießen in der Turnhalle am Oswaldsgarten statt. Sie wird veranstaltet von der Rosenfirma Gebr. Schultheis zu Steinfurth bei Dad-Rauheim und der Samen- und Dahlienhandlung Döll zu Gießen. Wegen Mangel an Raum in der Gartenbau- und Elektrizilätsausstellung in der Volkshalle hatte die Rosenfirma Schultheis ihre Anmeldung zurückgezogen. Sie erschien trotzdem noch am letzten Ausstellungstage mit einer Auslese ihrer besten und neuesten Rosensorten, unter denen besonders die Reuheit „Pink Pearl" Aufsehen erregte. Die Firma Schultheis, im Jahre 1866 gegründet, hatte vor dem Kriege einen bedeutenden Export ihrer Rosen nach England, Amerika und andere englisch sprechende Länder. Die Einfuhrverbote mancher Länder nötigten dazu, neue Märkte und Absatzgebiete zu erobern, was der Firma mit ihren hervorragenden Züchtungsergebnissen nicht schwer wurde. Die sehr reich beschickte Ausstellung dürfte sicherlich sehr viele Interessenten finden. Räheres in der Anzeige. WSR. Der Sicherheitsdienst bei der Reichsbahn. Wie eine Berliner Korrespondenz meldet, hat der Generaldirektor der Reichsbahn an alle Dienststellen eine Verfügung erlassen, in der unter Hinweis darauf, dah nach dem Attentat bei Leiferde weitere Bahnfrevel verübt worden sind, bestimmt wird, daß alle Strecken eines Bezirkes vom Streifdienst wöchentlich einmal bei Rächt nach Möglichkeit mit Polizeihund begangen werden. " Im Lichtspielhaus Bahnhof- straße kommt zur Zeit der Chaplin-Film „Goldrausch" zur Vorführung. Die Handlung spielt sich auf den Goldfeldern Alaskas ab, dem eis- und schneebedeckten Gebiet im hohen Rorden Amerikas, dem Ziele der Goldsucher, Glücksritter und Abenteurer. Auch Chaplin versucht dort sein Glück zu finden, das ihm nach mancherlei Pech und Beschwerden zum Schlüsse — eigentlich unvermutet — in den Schoß fällt. Es ist nicht so sehr der Film in seiner Gesamtheit, der den künstlerischen Wert für sich in Anspruch nehmen darf, als vielmehr zahlreiche Einzelszenen, die durch ihre Tragikomik den Beschauer in Bann schlagen. Das ist das Gebiet, auf dem Chaplin kaum übertroffen werden kann, das ihm seinen bedeutenden Erfolg sichert. In dem Heber- gang seiner Komik ins menschlich-tragische, wobei sich die Grenzen des einen und des andeven meist verwischen, liegt die Gröhe seiner Kunst, der im „Goldrausch" eine breitere Basis der Ausdrucksmöglichkeit geboten wird. -z. Wasserfest in Langsdorf. df. Langsdorf, 23, Sept. Hnser Dorf stand am Sonntag im Zeichen des Wasser- f e st e s. Bei heiterstem Sonnenschein bewegte sich unter den Klängen einer Musikkapelle ein stattlicher F e st z u g durch die Hauptstraße des Dorfes nach dem auf dem Bettenhäuser Lindenberg gelegenen Hochbehälter. Rach dem Mücke- schen Chor: „Gott grüße dich!", vorgetragen vom Gesangverein „Concordia, ergriff der Vertreter der Kreisbauverwaltüng, Oberbaurat C e l l a r i u s, das Wort. Gr betonte, dah Langsdorf nun nach jahrelangem Kamps a m Ziel sei, es habe nun mit und ohne Wünschelrute zwar feine eigene Quelle, dafür aber vorzügliches. einwandfreies Wasser vom Provinzialwasserwerk, dazu noch eine ebenso nötige Kanalisation. In fünf Monaten wurde hier ein Kulturwerk geschaffen. Dafür sei vor allem dem unermüdlichen und emsigen Oberbauinspektor Müller, aber auch den aus- führenden Firmen und Arbeitern zu danken. Mit dem Wunsche, daß das Werk der Gemeinde Langsdorf stets zum Segen gereiche, überreichte Oberbaurat Cellarius den Schlüssel zum Hochbehälter dem Vertreter des Kreisamts, Oberregierungsrat Dr. H e h. Dieser betonte u. a., daß eine Wasserleitung aus hygienischen Gründen unerläßlich sei, er betonte weiter ihren Wert bei Feuersgefahr. Mit ebenfalls besten Wünschen überreichte er den Schlüssel unserem Bürgermeister Kneipp, der nun das Wort zur formvollendeten Festrede ergriff. Rach der üblichen Begrüßung der Erschienenen gab er zunächst einen Rückblick über die Vorgeschichte der Langsdorfer Wasserleitung. Sie geht zurück bis zum Jahr 1906. Alle möglichen ungünstigen Verhältnisse zögerten den Bau dieses Kulturwerkes hinaus. Jedenfalls bietet die Wasferleitungsfrage dem Chronisten unserer Dorfgeschichte mancherlei interessanten Stoff. Wie dem auch sei, nie hat man den Gedanken der Erbauung einer Wasserleitung aufgegeben, man bohrte hie und da, wenn auch vergeblich. Da belehrte uns das trockene Jahr 1921, was es bedeutet, kein Wasser zu haben, dazu kam, daß nun seit 1923 hier die Rohre lagerten und ihrer Bestimmung harrten. Endlich beschloß der Gemeinderat am 8. Februar d. 2. mit Stimmenmehrheit den Bau des nun vollendeten Werkes. 3n heutiger Zeit ein schwerwiegender Entschluß, der aber kommen mußte, weil sich sonst die Aussichten aus Wasser von Inheiden zerschlugen. Rach diesem geschichtlichen Rückblick betonte auch Bürgermeister Kneipp die Segnungen, die eine Wasserleitung und Kanalisation gerade für den Landmann mit sich bringt. Er dankte bet Provinz, der Kreisbauverwaltung, hier besonders wieder Oberbauinspektor Müller, für ihr Entgegenkommen und ihre Unterstützung. Sein Dank galt ferner den Unternehmern für korrekte Arbeit und allen denen, die zum Gelingen des Werkes beigetragen haben. Mit dem Wunsche, daß das durch Gemeinsinn und Fleiß geschaffene Werk, das man uns, Kindern und Kindeskindern zu schaffen schuldig war, von allen als Wohltat empfunden werde, nahm es Bürgermeister Kneipp in die Obhut der Gemeinde. Rach einigen Worten und Wünschen der Provinzialdirektion, vertreten durch Oberbaurat Hechler, sowie nach einigen Worten von Kreisausschuhmitglied Dommersheim, schloß die Feier mit dem Lied des Gesangvereins „Wenn die Quellen silbern fließen." Der Festzug bewegte sich nun nach dem Dorf zum F e st p l a h. Das günstige Wetter hielt groß und klein dort recht lange zusammen. Die geladenen Gäste versammelten sich nach der Feier am Hochbehälter im Rothschen Saal, wo ihnen die Gemeinde ein Festessen gab. Bei einem guten Glas Wein wurde noch manche Ansprache gehalten. Oberbauinspektor Müller gab sehr interessante Zahlen über die Größe des erbauten Werkes, dankte für die ihm erwiesene Anerkennung und Ehre, stattete seinen Dank Gemeindeverwaltung und der ausführenden Firma Fay, Lich, besonders deren Vertreter Karl Fay, ab, die jederzeit zu seiner Zufriedenheit gearbeitet habe. Gemeinderatsmitglied Heinrich Roth 5. hielt die wohldurchdachte Tischrede, die sich würdig an die Festrede des Bürgermeisters anschloß. Rach einem Rückblick über die im Lauf der Zeit geschaffenen Kulturwerte, wie z. B. Kauf des Gutes, Entwässerung nasser Aecker, Feldbereinigung u. a.; Werke, welche den Wohlstand von Langsdorf förderten und hoben, zeigte Herr Roth den Weg, wie das neueste Werk, das ja unter anderen Zeit- und Geldverhältnissen entstand, bezahlt werden soll, ohne dah der einzelne Bürger mehr Steuern zahlt. Er meint, dah die Schulden so schnell als möglich abgetragen werden müssen. Kapitalreserven hat die Gemeinde im hiebr'ifen Wald. Er ermahnte zum Sparen, aber am richtigen Platz, immer so sparen, dah Gemeinde und Bürger nicht letzten Endes den Schaden haben. Auch sein Wunsch ging darauf hinaus, dah sich Wasserleitung und Kanalbau würdig an die Werke unserer Väter anschliehen möchten, dah sie künftigen Geschlechtern ein Wahrzeichen dörflichen Gemeinsinns und ein Ansporn zum Weiterarbeiten seien. In Erinnerung derer, die Langsdorf auf die Höhe brachten, auf der wir e« übernehmen durften, folgte ein kräftiger Schluck auf unser Heimatdorf. Rach noch einigen Ansprachen gingen auch die Gäste auf den Festplah. Das langersehnte Werk ist erstanden, möchten alle guten Wünsche in Erfüllung gehen. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitang.) Stammtisch „Stadt Kassel". Der Freiballon „Gießen" wurde im Mai 1914 von ber Fürstin Emma von Lich getauft. Anschließend an die laufe machte er seinen ersten Flug, an dem zwei Damen und drei Herren teilnahmen. Die Landung erfolgte in der Gegend von Göttingen. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Kartoffelfeuer usw. Gegen die stinkenden Müllhaufen ist die Stadt bereits tatkräftig eingeschritten. Daß ..Kartoffelfeuer" aber ebenso schädigen, und überall da verboten sind, wo fic gesundheits- schädlich wirken könnten, scheint noch nicht genügend bekannt zu sein, obgleich bereits in den Vorjahren mehrfach Hinweise und Verbote ergingen. Roch weniger wird daran gedacht, daß das Verbrennen von Kartoffel- usw. Kraut eine Verschwendung wertvollen Düngers ist, der hierbei, mit Ausnahme eines kleinen Restes kali- haltiger Asche, in die Luft ohne Ruhen,— aber, wie obeii angedeutet, mit viel Schaden für die Mitmenschen — sich verflüchtigt. Für Wiesen ist Kartoffelkraut ein ungemein wertvolles Düngemittel. Es wird auf die Wiesen einfach hingestreut und kann dort verrotten. Aber auch für Aecker und Gartenland erseht Kartoffelkraut teuren sonstigen Dung, wenn es als Gründüngung untergegraben, oder zunächst auf Haufen gesetzt wird und verwest. Der Rauch ist nicht allein belästigend, sondern auch für Gesunde schädlich, besonders aber für alle, die an den Lungen und sonstigen Atmungsorganen leiden. Hierzu gehören die Asthmatiker. Daß in der Rühe bewohnter Gebäude keine Feuer angesteckt werden dürfen, ist selbstverständlich, aber ebenso selbstverständlich, dah dies dann nicht geschehen darf, wenn der Rauch nach bewohnten Gebäuden oder in Gegenden mit häufigem Verkehr hingetrieben werden formte. Dabei ist zu beachten, dah die Windrichtung oft schwankt. Für manche ist das Anstecken des Kartoffelkrautes ein Sport, aber ein unsinniger und schädlicher. Er muß baldigst verschwinden. Dafür sollte die Feld- und sonstige Polizei sorgen, erforderlichenfalls durch Strafanzeigen. Kl. Rundfunk-Programm des Frankfurter Senders. (Aus der „Radio-Amschau".) Samstag, 25. September. 3,30 bis 4 älhr: Die Stunde der Jugend. 4,30 bis 5,45: Konzert des HausorchesterS: Die Walzer-Sträuße. 5,45 bis 6,05: Die Lesestunde. 6,15 bis 6,45: „Unterricht und Erziehung in den Vereinigten Staaten". Vortrag von Geheimrat Dr. Max Walter. 7,45 bis 8,15: „Zuchte-folge und Zuchtpläne des Zoologischen Gartens", Vortrag von Direktor Dr. Priemel. 8,15: Heiterer Abend. Anschließend bis 12,30: ilebertragung von Berlin: Tanzmusik der Kapelle Ette. ry Gießen, Marktplatz 2 Block-Schokolade, Pfund 1.00 Creme-Pralinen, Vi Pfund 0.20 Pralinen, feine Pfd. 0.25 100-g°Tafel do. Allein-Verkauf der Weltmarke: Speiseschokolade... 3 Tafeln do. feinste 3 Tafeln V< Pfd. 0.35 Likör-Dohnen Am 19. September wurde meine liebe Frau Schokolade-Plätzchen, Pfd. 0.25 Keks und Waffeln a Alle Schweine, solche mit steifen Beinen, gesunden und 6843V Inserieren bringt Gewinn --- 0.30 0.35 0.40 0.23 0.60 0.65 0.35 0.44 0.25 0.70 0.85 1.00 0.95 1.10 Erstklassige Schuhwaren Danille-Keks . 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Allen Verwandten und Bekannten die traurige Mitteilung, daß heute morgen 9 Uhr mein lieber Mann, unser guter, treusorgender Vater, Schwiegersohn und Bruder Karl Schön Landwirt und Fleischbeschauer im 48. Lebensjahre nach schwerem Leiden sanft entschlafen ist. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Katharina Schön geb. Schmidt. Ruttershausen, den 23. September 1926. Die Beerdigung findet Samstag, den 25. d. M., nachmittags um 2 Uhr, statt 7g|0D Gießener Radialirer - Verein 1885 e. f. I C___t__OA C.nl • öries* Met 13.15WI Sonntag, den 26. Sept, ist doch der beste 779ja 3 Uhr. 06502 Statt Karten 7805c Ihre Vermählung geben bekannt CafeAstoria in 7788D Von der Reise zurück 06506 kaufsstellen zu lösen. 7803 D 7799c WM« Bliwtieiel wie 7639c 1 I UMSl A:|/? Der Obst- und Gartenbau-Verein Vrucfsachen aller Art Kohlenhandlungen. 7787D Fabrikant Josef Röder und Frau Claire-Marianne geb. 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Rachmittags strebten die Feldgrauen kolonnenweise dem nahen Mergentheim zu, das als militärisches Hauptquartier, als Aufenthalt des Reichspräsidenten und Schauplatz der Böblinger Flugveranstaltungen eine ungeheure Anziehungskraft ous- übte. Der Tag war prächtig und zur Erholung der Truppen wie geschaffen: er wird den Soldaten wie ihren Quartiergebern und den Tausenden von Gästen des Frankenlandes unvergeßlich bleiben. Auf die Fortsetzung dec Hebungen am Montag näher einzugehen, verbietet un.l> der Raummangel. Rur Grundsätzliches sei hervorgehoben: Während in den bisherigen Hebungen immer die große Methodik, die Planmäßigkeit auffiel, mit der der Einsatz aller schweren Waffen eingeleitet, abgewertet, Feuer und Bewegung bis ins kleinste fortlaufend geregelt waren, zeigte sich bei dem Angriff des Montagmorgen die 5. Division auch als Meister der Befehlsgebung „aus dem Sattel", wie sie 1914 in so vortrefflicher Weise Gemeingut des Heeres war, der raschen Entschlußfassung, des schnellen Zupackens, des Wagemuts, der auch einmal einen Mißerfolg in Kauf nimmt, auf Kosten einer Das Herankommen an den Feind allzusehr verzögernden, mühsamen Schaffung von Sicherheitskoeffizienten in Gestalt überlegener schwerer Waffen vor Angriffsbeginn. Hier kam jede Stunde, die der Feind länger Aufenthalt bereitete, dem Ausbau seiner Hauptstellung und der Heranführung neuer Kräfte zugute, daher war Eile geboten. Als Rot die blauen Dortruppen bis in die Waldränder westlich Kirchhe.m zurückgedrückt hatte, wurde 2.20 nachm. eine bV-stündige D e r - pflegungsrast eingeschoben, die bei der geradezu unerträglichen Hitze eine Wohltat für die Truppe war. Bald waren die Feldküchen heran, die Pferde wurden in der nächsten Ortschaft getränkt, zum erstenmale an diesem Tage, nachdem sie großenteils schon leit 3.15 Hhr vorm. unterwegs waren. Stäbe zogen in den Dörfern unter; da und dort wurde Bier auf Lastkraftwagen zugeführt, das ein vorsorglicher Zahlmeister aufgekauft hatte. Die Truppen freuten sich, de,' Röcke und Hemden entledigt, im Bad der jetzt so köstlichen Herbstsonne, die über die Mittagszeit und in den dicken Waffenröcken kaum zu ertragen gewesen war. Wie ausgezeichnet die Stimmung der Truppe war, zeigte sich auch hier wieder bei der Rundfahrt durch die Biwaksplätze. Heberall Sang und Spaß, Musik und Frohsinn, Spannung auf die kommende Rächt. Die ganze Poesie des Soldatenlebens wird auf solchem Lagerplatz Wirklichkeit. Rasch vergißt der Mann Die harten Anstrengungen des Tages und gewinnt neue Kräfte, vergißt auch auf einige Stunden die schweren Sorgen um seine Zukunft, die jeden Soldaten belasten. Zuschauer, Manöver- bummler und Berichterstatter haben meines Erachtens die Pflicht, ebenso wie alle übrigen Dolksgenossen, über den Freuden des Soldatenlebens, wie sie das Manöver in so reichem Maße bietet, die traurigen Lebensbedingungen unserer Soldaten nicht unbeachtet zu lassen. Zwölf ihrer besten Iahre widmen sie dem Staatsdienst, wenn es sein muß, unter Einsatz von Leib und Leben: werden sie dann auf Grund der Dersailler Bestimmungen im besten Mannesalter aus dem Heere entlassen, vorzüglich geschult und für einen bürgerlichen Beruf in den Heeressachschulen vorgebildet, dann stehen sie vor dem Richts. Den Zivildienst-- schein können sie sich zwar erwerben, die besten Zeugnisse bei den schwierigen Wschlußprüfungen sich erringen, eine Anstellung in der Zeit des Beamtenabbaues und der Derwaltungsverein- fachung zu finden gelingt jedoch nur in den seltensten Fällen. Industrie und Landwirtschaft sind zum großen Teil über die Tüchtigkeit der aus- K - Sonderberichterstatter, geschiedenen Heeresangehörigen nicht genügend unterrichtet: so tommt es, daß diese bedauernswerten Männer ohne eigenes Verschulden oft nwnate'ang beschäftigungslos hecumicren, ohne sich eine Existenz gründen zu können, die alle übrigen Dolksgenossen zehn Lebensjahre früher sich schassen. Dieser Zustand ist eines Staates unwürdig und bleibt natürlich auch nicht ohne Einfluß auf den Heeresersatz: je günstiger die Versorgung nach Ablauf der zwölfjährigen Dienstzeit für die würdigen und brauchbaren Heeresangehörigen ist, desto weniger Unwürdige wird es naturgemäß geben. Der Mond war schon aufgcgangen, als auf der ganzen Front um 6 Hfjr abends die Kriegshandlung wieder auflebte. Das Echo der Artillerie-Salven rollte weit über die Höhen und Tä.er des Franlenlanles, Leuchtkugeln und Signalbomben in allen Farben sprangen auf der 6 Kilometer breiten Front empor, M.-G.-Feuer prasselt. Blau mutz sich der feindlichen Aufklärer und gewaltsamer Erkundungen erwehren. Die blaue 7. Division hatte inzwischen den Befehl erhalten, am Morgen les 21. September in dec vorbereiteten Hauptstellung kampfbereit zu sein: sie ybertrug daher schwachen beweglichen Kräften die Verschleierung ihres Rückzuges und das Aufhalten des Gegners und marschierte mit dem Gros zurück. Rot blieb dem weichenden Gegner scharf an dec Klinge. Zur festgesetzten Zeit, um 3 Hfjr morgens, hatte die Division die als Ausgangsstellung für die Raherkundung der feindlichen Hauptstellung bestimmten Linie erreicht. Als die Erkundung ergab, daß ein weiteres Herangehen an die feindliche Hauptstellung nicht unmöglich sei, erfolgte sofort Befehl, die eigenen Linien noch unter dem Schuhe der Rächt näher heranzuschieben und wieder setzten sich die Schützen auf der ganzen Divisions-Breite lautlos in Bewegung, dicht gefolgt von Maschinengewehren, Infanterie-Geschützen und Minen- werfern. Auf dem linken Flügel stieß eine rote Kompagnie überraschend auf die feindliche Haupt- stellung, die sie noch weiter rückwärts vermutete. Sie überrumpelte die Besatzung und brach weiter rückwärts in das Biwak eines blauen Reserve- DataillonS, das gerade beim Essenfassen war. Hei, wie da die Feldküchen davongalopierten, die Langschläfer aus den Zelten hervorkrachen und e in wütendes Handgemenge sich entspann. Dadurch war die ganze blaue Front alarmiert und antwortete mit einem rasenden Sperrfeuer aus Maschinengewehren, Minenwer- sern, Infanterie-Geschützen und Artillerie vor seine Hauptkampflinie. Rot muhte sich eingraben und die Umgruppierung der Artillerie abwarten, die auch bei größter Gewandtheit und Schnelligkeit der Batterien noch Stunden beanspruchte. Der einheitliche Angriff der Division wurde auf 9 Hhr vormittags festgesetzt, als alle Geschütze feuerbereit waren. Ein gewaltiger Feuerschlag aller schweren Waffen eröffnete den Angriff, der zunächst Rot vorwärts brachte. Doch bald traten die blauen Reserven zum Gegenstoß an und warsen die 5. Division in ihre Ausgangsstellung zurück. So wogten den ganzen Dormittag heiße Kämpfe um die blaue Hauptkampflinie hin und her. Auch der Einsatz von Kampfwagen und die Vernebelung der feindlichen Stellung konnte Rot den Erfolg nicht bringen. Während sich diese Kämpfe vorne abspielten, leistete sich das Reite >-Regt. 17 eine besondere Waffentat. Heberraschend drang es unter verständiger Ausnützung des Geländes über ©aubüttelbrunn in die feindliche Flanke und richtete dort lange Zeit unter den roten Reserven erhebliche Verwirrung an, ganz abgesehen von der Beunruhigung, die das in der vorderen Kampfstvnt höher und spürbare Feuer von rückwärts anrichtete. Hnentschieden endeten so um 12.30 Hfjr nachm. die Herbstübungen zwischen der 5. und 7. Division, wie üblich mit einem wahren Orkan von M.-G.- und Artillerie-Feuer, denn keine Patrone, so will es die Heberlieferung, soll mehr nach Hause getragen werden. Erst nach einigen Minuten legt sich das Feuer. Die Truppen werden rasch gesammelt, um 4 Hhr sollen auf den nächsten Bahnhöfen schon die ersten Transporte verladen werden. Die Regimenter sind durcheinander gekommen. Freund und Feind begrübt sich — man sieht sich ja heutzutage, wo die Reichswehr in so viele Standorte zerstreut ist, recht selten— Da sagt man sich gerne bei solchen Rückblick auf die Rölner Technische Messe. Von Dipl.-Ing. Mangold, Duisburg. Die Sondergruppe „ F i e h a r b e i t" nahm das ganz besondere Interesse aller Besucher, sowohl der technischen Fachleute als auch der Laien in Anspruch. Wurde hier doch zum ersten Male auf einer Messe-Ausstellung die Fließarbeit praktisch vorgeführt. Den Brmühungen des Ausschusses für Fließarbeit beim Ausschuß für wirtschaftliche Fertigung des V. D. I. ist es ohne Zweifel gelungen, durch die auf der technischen Messe im Betrieb und im Bild vorgeführten Arbeitsvorgänge die Sache der Fließarbeit bei uns ein beachtenswertes Stück voran zu bringen und damit unserer Iirdustrie und Wirtschaft einen großen Dienst zu erweisen. Mit vollem Bedacht waren die im Betrieb vor- gefühnen Beispiele nach Möglichkeit aus verschiedenen Industrien genommen. Sie wollten dabei nicht Idealbilder lOOprozentiger Fließarbeit bringen, sondern zeigen, wie weit heute einzelne deutsche Industrieunternehmungen hierin sind. Aus dem Gebiet der Konfektion bzw. Wäsche- sabrikattvn waren mehrere Firmen vertreten, die sehr interessante Vergleiche miteinander zuliehen. Die Kölner Webwaren- und Kleiderfabrik Dierbaum-Proenen zeigte in einer fließenden Fertigkeit die Herstellung von Herrenoberhemden. Die Darstellung beginnt mit dem Zerschneiden des Stoffes und dem Zuschneiden zu den einzelnen Teilen des Hemdes. Hier ist vor allen Dingen beachtenswert, daß etwa 40 bis 50 Lagen übereinandergelegt und dann nach genauer Vor- zeichnung und Zusammenpressen durch Klammem fiuf einmal mit einer fägeartigen Vorrichtung, Hem Band- und Kreismesser, ähnlich wie ein Stück Holz oder fester Karton geschnitten werden. Dieser Arbeitsvorgang bedeutet schon eine enorme Leistungssteigerung. Im zweiten Abschnitt werden nun die einzelnen Teile immer auf der gleichen Spezial- nähmaschine und von derselben Arbeiterin zusammengenäht, bis nach Durchlaufen einer großen Zahl Nähmaschinen das Hemd fertig ist. Dazwischen werden noch von einer Arbeiterin genau im gleichen Maß die Knopflöcher ein» gemessen, die dann auf Spezialmaschinen mit elektrischem Antrieb sehr schnell genäht werden. Nachdem so das Hemd fertig ist, wird es einer genauen Kontrolle unterzogen, ob auch alles richtig und passend ist. Dann beginnt der dritte und letzte Abschnitt in der Fabrikation, nämlich das Bügeln und Stärken des fertiggestellten Hemdes mit Maschinenpressen und elektrischen Handbügeleisen. Damit ist MS Herrenhemd fertig und kann sofort verpackt werden. Die ganze Fabrikation ist also in eine große Zahl einfacher Telle zerlegt, die immer wieder von derselben Arbeiterin auf derselben Maschine bzw. mit demselben Werkzeug erledigt werden. Durch die immer wiederkehrende Wiederholung eignet sich die Arbeiterin für den betreffenden Arbeitsgang ein sehr hohes Maß von Geschicklichkeit an, was nicht nur die Qualität der Arbeit hebt, sondern auch die Leistung außerordentlich steigert. Ferner ist es notwendig, daß jeder unnötige Transport vermieden wird und die einzelnen Niaschinen usw. so aufein- andersolgen, wie es die Fabrikation erfordert. Sehr gut kann der Transport von irgendeiner laufenden Fördereinrichtung übernommen werden, z. D. einem laufenden Band. Ein weiteres interessantes Beispiel zeigt die Motorenfabrik Deutz AG., Köln-Deutz in ihrer Fliehmontage von Kleinmotoren in neun Arbeitsvorgängen. Ieder einzelne Arbeitsvorgang dauert hier natürlich wesentlich länger, nämlich 50 Minuten. Demnach wird alle 50 Minuten Gelegenheiten „Grüß Gott" und „Lebe wohl". Durch die Masse dec Zuschauer bahnen sich die Kompagnien ihren Weg. Bald hört man Marschmusik, die ferner, immer ferner tönt, während die Offizierskorps der beiden Divisionen sich auf der höchsten Höhe zur Schluhbesprechung versammeln. ______ hessischer Landgemeindetag. Der Vorstand des Hessisch enLand- gemeindetages befaßte sich in seinen letzten, in Mainz und Bad-Nauheim stattgefundenen Sitzungen insbesondere mit den von den Ministern des Innern und der Finanzen zur Stellungnahme übersandten Gesetzentwürfen betr. die Neuordnung der Grund- und Gewerbesteuer in Hessen und die Neufassung des Gemeindeumlagengefehes. Die Entwürfe find ein Versuch, die Bestimmungen des Gemeindeumlagengesetzes mit den Vorschriften des Reichsbewertungsgesehes in Heberein« ftimmung zu bringen und auch im übrigen den Vorschriften der Reichsgesetzgebung, insbesondere der Reichsabgabenordnung, anzupassen. Es sollen ferner die Bestimmungen über das materielle Recht mit den Vorschriften über die Regelung der staatlichen Grund- und Gewerbesteuer übereinstimmen. In seiner Stellungnahme zu den Entwürfen des staatlichen Grund- bzw. Gewerbe- steuergesehes weist der Vorstand namens der Landgemeinden ausdrücklich darauf hin, daß grundsätzlich die Real steuern lediglich eine Domäne der Gemeinden fein sollten, ein Grundsatz, der von den Gemeinden, durch die Erzberger'sche Steuerreform ihrer Finanzhoheit von Reich und Staat beraubt, nur immer wieder betont und als oberstes Ziel ihrer Bestrebungen auf steuerlichem Gebiete bezeichnet werden müsse. Die zu den einzelnen Bestimmungen erhobenen Bemerkungen sollten deshalb nicht im Geringsten den Schluß zulassen, als ob seitens der Gemeinden dieses ihr altes, berechtigtes Verlangen nur im entferntesten aufgegeben worden sei. Don den erhobenen Bemerkungen verdient insbesondere das Verlangen der Gemeinden auf Mitwirkung bei Neu- und Nachveranlagungen Erwähnung, ferner ein Antrag dahingehend, daß sehr umständliche und zeitraubende Verfahren der ministeriellen Genehmigung dec von den Gemeinden beschlossenen Steuersätze fallen zu lassen und durch das M i n i ft e r i u m bestimmte Steuergrenzen fest zulegen, so daß die Aus- schlagsätze der Gemeinden unmittelbar als genehmigt angesehen werden können, wenn sie sich innerhalb der ministeriell gezogenen Grenzen bewegen, ein Darüberhinausgehen aber genehmigungspflichtig bleibt. Auch die Bestimmung des Gemeindeumlagengesetzentwucses, Wohnungsneubauten, die in den Kalenderjahren 1927 bis 1931 begonnen werden, für das zur Zeit der Fertigstellung laufende und die nächstfolgenden fünf Steuerjahre gründ steuerfrei zu lassen, wird von den Gemeinden als entschieden zu weit gehend betrachtet, da dies zweifellos für den Althausbesitz eine Hngerechtig« keit in sich birgt. In Anbetracht der Aufwendungen der Gemeinden auf dem Gebiete des Wohnungsneubaues sollte man es diesem überlassen, über eine eventuell für Neubauten zu gewährende Grundsteuerfreiheit nach eigenem Ermessen zu besinden Weiter waren die Gebühren der Derrn essungsämter nach der Bekanntmachung des Finanzministers vom 30. Iuli 1925 Gegenstand eingehender Verhandlung. Die Airssüh- rungen des Direktors des Landesvermessungs- amtes, Dr. Müller (Darmstadt), gaben wichtige Aufschlüsse über Grund und Hrsache der von den Grundstückeigentümern über die Hohe der Gebühren der Dermessungsämter geführten Klagen. Mißbilligt wurde von dem Vorstände in seiner Mehrheit die zur Herbeiführung eines sozialen Ausgleichs geschaffene Vorschrift, wonach sich die Berechnung der Gebühren für vorgenommene Dermessungsarbeiten zum Teil, auf den Zeitaufwand, im Hebrigen auf den Grund st ückswect gründet. Die hierdurch zu Tage tretende Absicht, den Besitzern toenigec wertvoller Grundstücke bei notwendig werdenden Dermessungsarbeiten geringere Gebühren in Ansatz bringen zu können, als den Besitzern ertragsfähigerer Grundstücke, wird durchaus gewürdigt. Entschieden a b g e l e h n t wird indessen die hieraus für die Besitzer von Grundstücken besserer Bonllät sich zwangsläufig ergebende Derpflichtung der Mittragung von Kosten für Vermessungen in weniger wertvollen Gewannen. Wenn man von Seiten deL Staates sozial sein wolle, so müsse dies gerechterweise auf eigene (Staats-) Kosten, keineswegs aber zu Lasten anderer Grundeigentümer geschehen. Es wurde die Einreichung eines entsprechenden Antrages beschlossen. Schließlich wurde noch zu dem Anträge des Kreisvereins Dingen, den 7°Hhr°Laden- schluß in den Landgemeinden betreffend Stellung genommen und einmütig die H n - Möglichkeit der genauen Durchführung des § 9 der Verordnung über die Regelung der Arbeitszeit der Angestellten usw. vom 18. März 1919 auf dem flachen Lande während der Sommermonate betont. In voller Würdigung der dec genannten Verordnung zu Grunde liegenden.Motive wurde es als im Interesse der Landgemeinden liegend für dringend erforderlich erachtet, in Gemeindenmit überwiegend Landwirtschaft treibender Bevölkerung während der Sommermonate eine Verlängerung der Verkaufszeit um mindestens eine Stunde zuzulassen Dies zu ermöglichen zu suchen, soll angestrebt werden. Dagegen soll an der bestehenden Sonntagsruhe unbedingt festgehalten werden. Zürnen, Sport und Spiel. Neue D. T.-Zöchftlerstungen. Eine neue D. T.-Höchstleistung im Kugelstoßen stellte L i n g n a tz (Dortmund) bei Wiesbadener Dolksturn-Wettkämpfen mit 14,05 Meter auf, eine Leistung, die die Höchstleistung Schwaldts mit * 1,3,61 Meter weit übertrifft. Arcs den weiteren Wettkämpfe^ ist der S>g des Dortmunders Regener im 100-Meter- Lauf über den Meister der Deutschen Sumer- schäft Löser (Ludwigshafen) in der Zeit 10,9 zu erwähnen. Der SternSauf der Arbeiiersportler anläßlich der Einweihung ihrer Bundesschule in Leipzig nahm am Samstag und Sonntag feinen prograrnmäßigen Verlauf. Die einzelnen Läufe wickelten sich ohne große Schwierigkeiten und ohne nennenswerte Verspätungen ab. Die ersten Stafetten trafen in Leipzig Sonntag nachmittag 2,30 Hhr ein. Die Länge der sieben Läufe betrug insgesamt etwa 6000 Kilometer, 150 000 Teilnehmer bewältigten die sportliche Riefenleistung. Die Einweihung der Hochschule vollzog sich in Anwesenheit von Vertretern der sächsischen Regierung, der staatlichen und städtischen Behörden und zahlreichen Vertretern verwandter Organisationen des In- und Auslandes. Die Feierlichkeiten am Sonntag eröffnete ein Trommlerchor von 4000 Mann auf dem Augustus- Platz. Eine riesige Menschenmenge umsäumte den Platz und die anliegenden Straßen. Am Nachmittag zeigte der Leipziger Bezirk mit 2000 Turnerinnen und 3000 Turnern körperbildende Freiübungen Hast eine Str,ade Ian$ jpf dann ein Festzug nach der BunAsschille. Hnterwegs wurde der Zug von den eintreffenden Stafetten überholt, die Läufer wurden stürmisch begrüßt. Begrüßungstelegramme hatten u. a. gesandt der Reichsinnenminister, der Reichsfinanzminister, das thüringische Staatsministerium, das württem- bergische Kultusministerium, die Oberbürgermeister von Essen, Ducsburg, Augsburg, die ausländischen Sportorganisallonen usw. Hnter recht günstigen Vorbedingungen konnte der Lauf 2, der durch unseren oberhessi- schen Bezirk führte und von Zürich kam, durchgeführt werden. Das trockene Wetter und dec Helle Mondschein waren recht vorteilhaft. Pünktlich um 8,20 Hhr wurde der Stab, eine Messinghülse, die die Glückwünsche enthielt, in Großen-Linden von dem 6. Bezirk übergeben, 21 Minuten später wurde Gießen erreicht, wo sich längs der Laufstrecke recht zahlreiche Zuschauer eingefunöen hatten. In schnellem Lauf brachten die Gießener Läufer den Stab bis nach der Wellersburg, von hier bis Kirchberg lief ein Kleinmotor einfchl. Laufen auf dem Probe- stand zur Verpackung fertig. Hier arbeiten sozusagen zwei Montagen ineinander, denn hinter dem großen Band, auf dem der Gesamtmotor bearbeitet und zusammengesetzt wird, liegt noch eine besondere Werkbank, wo die einzelnen Heinen Teile hergestellt und zusammengesetzt werden, um sofort in den Motor eingebaut zu werden. Wir haben hier sozusagen eine doppelte Fließarbeit. Der in Fliehmontage hergestellte Motor ist ein Viertaktmotor, der in den Größen von 2 bis 14 ?. S. ausgeführt wird. Seine Hauptvorzüge find: Betriebssicherheit, lange Lebensdauer, Einfachheit und Hebersichtllchkeit und dadurch geringstes Maß an Bedienung, Heiner Raumbedarf, Anpassungsfähigkeit an den Brennstoff und feinste Regulierung bei allen Belastungen. Gin anderes Gebiet des Maschinenbaues sahen wir auf dem Stande des Alexanderwerkes A von der Nahmer 2L G., Remscheid. Hier werden Eismaschinen auf einen Meßtisch von 14 Meter Länge in 10 Arbeitsgängen zusammen- gebaut, kontrolliert und verpackt. Das Material wird durch kleine Wagen, die auf Schienen laufen, an den Arbeitspersonen vorbeigeführt. Die Arbeitsvorgänge sind derart abgestimmt, daß immer in gleichen Zeitintervallen eine Eismaschine zusammengebaut und versandsertig Öen Meßtisch verläßt. Zwei weitere Stände führen uns in die Fließarbeit im Nahrungsmittelgewerbe ein. Es ist dies einmal die Grafschafter Weinbrennerei und Gebr. Stollwerk, Köln. Erstere führte die Fabrikfüllung und Fertigung ihrer Erzeugnisse im Betrieb vor. Die Flaschen werden auto- matisch gespült, dann gefüllt und verkorkt und gleiten aus Transportbahnen zur 'Etikettier- und Kapselmaschine, wo sie sertiggemacht werden, um dann auf ihrer weiteren Wanderung an den Packtisch zu kommen, wo sie mit einer Strohhulle versehen und in eine Kiste verpackt werden. Der letztere Vorgang geschieht noch mit der Hand. Diese Art der Fllcschenreinigung, Füllung und Verschließung wird übrigens im Brauerei- und Weinbaugewerbe schon längere Zeit angewandt. Sie ist also eigentlich keine neue Fließarbeit. Gebrüder Stollwerk zeigten die Fabrikation von Pralinen, und zwar das Auspudern der Einlagen, Heberziehen mit Schokolade, Dekorieren der Pralinen, Abkühlen und Verpacken vom Bande aus in Pakete. • In die chemische Industrie führte uns die I. G.° Farbenindustrie AG. Leverkusen. Mil einer halbautomatischen Zähl- und Abfüllmaschine können täglich 160 000 Tabletten in 8000 Röhren zu je 20 Stück abgezählt und in hygienisch einwandfreier Weise eingefüllt werden. Die Tabletten gelangen von der Komprimiermaschine mittels eines Transportbandes direkt in den Abfüllkasten der Zählmaschine. Ein elektrisch an- getriebenes Klopfwerk, das unterhalb des Ab- füllkastens angebracht ist, betoerffteHigt das gleichmäßige Wlaufen der Tabletten in die Ab- füllbahn. In dieser stellen sich die Tabletten zwangsläufig aufrecht und laufen einer Arbeiterin, welche am MH des Apparates sitzt, zu, die mit einem Holzstab immer je 20 Tabletten in eine Glasröhre steckt. Eine andere Arbeiterin zieht vorher von den Glasröhren, die gefüllt werden sollen, Steck-Kapseln ab und steckt sie um. Zwei weitere Arbeiterinnen verschließen die Röhre mit Watte und Steckkapsel. Die Vorträge auf der Tagung „ Fließarbeit" hatten einen sehr guten Besuch aufzuweisen und fanden bei den Zuhörern lebhaftes Interesse. Weitgehende Rationalisierung und Anwendung der Fließarbeit ist heute für unsere Industrie vielfach eine Lebensfrage. Nur so dürfen wir hoffen, wieder größere Mengen auf dem Weltmarkt abzusehen und auch die Waren für be i inneren Markt zu verbilligen. Wieseck. dem sich die weiteren Dererne anschlossen, bis 10 Minuten nach der vorausberechneten Zeit (12,25 Hbr nachts) der Stab in Treysa an den 13. (Kasseler) Kreis übergeben werden konnte. Trotz der immer später werdenden Racht- stunde hatten sich an der zu durchlaufenden Strecke zahlreiche Zuschauer eingefunden, die die Läufer lebhaft begrüßten. Nurmis neuer Weltrekord. Am Dienstagabend fand in Wien auf der Hohen Warte ein sportliches Abendmeeting statt, das zu Ehren Rurmis veranstaltet wurde. Der iglnne unternahm hierbei den Versuch, den Weltrekord über 5000 Meter zu schlagen. Es gelang ihm jedoch nicht, seine eigene Bestleistung von 14:28,6 zu erreichen, da er diesmal zur Bewältigung der Strecke 14: 34 benötigte. Dagegen stellte er einen neuen Weltrekord über drei englische Meilen — 4827 Meter, in 14:07,4 auf. Iugend-Klubmeisterschaften der 1900er Leichtathleten. ö. Unter der sachkundigen Führung des Zugendleiters W. Schmidt wurden am Sonntag die internen Zugendmeisterschaften der Leichtathletik-Abteilung der Spielvg. 1900 abgehalten. Die in allen Konkurrenzen gezeigten Leistungen sind Beweis dafür, wie sorgfältig der Veranstalter seine Jugendlichen durchbildet. 3n der ^-Klasse erwiesen sich als die besten Hopfenmüller, Lohnes, Meyerhofs, Maus und Peters, der den Hochsprung mit 1,61 Meter gewann. Zn der 8°Klasse tritt Krämer (1911 geb.) mit einem Weitsprung von 5,44 Meter hervor. Von Len Jüngeren verdienen W. Schüz und der 12- jährige W. Gräf ein besonderes Lob. Am Rach- mittag wurden die meisten Läufe, der Hochsprung und zwei Staffeln abgewickelt. Die Ergebnisse sind: ^-Klasse 08 09. 100 Meter: 1. Lohnes 11,9; 2. Meyerhofs 12,1; 3. Hopfenmüller 12,2. 4 00 Meter: 1. Meyerhofs 57,7; 2. Lohnes 58,3; 3. Wolf. 80 0 Meter: 1. Peters, 2. Meyerhofs 30 Meter zurück. Außer Konkurrenz R. Depperling vom Mal 2,09. 60MeterHürden. 1. Hopfcnmüller 9,3; 2. Maus 9,5. Die Läufer ernten für ihre vorzüglichen Leistungen viel Beifall. Diskuswerfen: 1. Hopfenmüller 29,40; 2. Wolf 28,75; 3. H. Müller. Kugelstoßen beidarmig: 1. Hopfen- müller 17,94; 2. Wolf 17,29; 3. Meyerhofs 16,62. Hochsprung: 1. Peters 1,61; 2. Hopfenmüller 1,51; 3. Lohnes 1,51. Weitsprung: 1. Maus 5,84; 2. Meyerhofs 5,83; 3. Lohnes 5,70. Dieses Ergebnis muß als vorzüglich bezeichnet werden. 8-Klasse 10,11. 10 0 Meter: 1. Müller (vom Mal) 12,8; 2. Gudelius; 3. Krämer. 800 Meter: 1. Guyot 2:29,4 (vom Mal); 2. Kraushaar (vom Mal) 2:29,8; 3. Speyer (20 Vorgabe). 60 Meter Hürden: 1. Voll; 2. Guyot. Beide Läufer sind noch sehr jung und verdienen daher ein besonderes Lob, daß sie sich dieser schwierigen Hebung widmen. Kugelstoßen: 1. Müller 9,38; 2. Gerlinghaus; 3. Otto. Weitsprung: 1. Krämer 5,44; 2. Müller 5,18; 3. Gerlinghaus 5,03. OKlasse 1912. 100 Meter: 1. W. Schüz (vom Mal) 13,2; 2. Dree; 3. Rübsam. 500 Meter: 1. W. Schüz 1:29,8; 2. 21. Becker 1:30; 3. Rübsam 1:30,2. Weitsprung: 1. 21. Decker; 2. W. Schüz; 3. Dree. Kugelstoßen: 1. Decker 7,78; 2. Dree; 3. Rübsam. Speerwerfen: 1. W. Gräf 30,20 (1); 2. 21. Decker 25,50; 3. E. Morler 24,80. Jahrgang 13/14. 5 0 Meter: 1. Detz (2 Meter Vorgabe); 2. Z. Dernet (2 Meter Vorgabe); 3. Gräf (vom Weits prung a. d. Stand: 1. W. Gräf 2,21; 2. W. Momberger; 3. L. Loh. Schlagballweitwurf: 1. Gräf 54,10; 2. L. Loh; 3. H. Decker. Jahrgang 15 und jünger. 5 0 Meter: 1. R. Sabeberg (1 Meter Dorg.); 2. H. Grün (vom Mal); 3. 21. Rüffer. Weitsprung a. d. Stand: 1. H. Grün 1,84; 2. 21. Rüffer 1,71; 3. E. Schmitz; 4. O. Schmidt. Schlagballweitwurf: 1. A. Dötz. Wetzlarer Sport. h. Die Herb st wettkämpfe des Verba ndesfür Leibesübungen im Kreise Wetzlar wurden am Sonntagvormittag mit den Stadt st affelläufen eingeleitet. Zunächst wurden die S e n i o r st a f f e l n gestartet, die ein eigenartiges Gepräge hatten; sie gingen nämlich in allen Klassem allein über die Dahn. Hm 11 Hhr lief die Hauptklasss ohne jede Konkurrenz ab. Der F. C. 05 Wetzlar, der schon in den beiden Vorjahren Sieger geblieben war, gewann mit seiner Rennmannschaft (20 Läufer) den Wanderpreis m neuer Bestzeit zum dritten Male und damit endgültig. Das gleiche Ergebnis hatte die Klasse der 2. Mannschaften, die ebenfalls der F. C. 05 konkurrenzlos gewann. Zn der Landklasse blieb der T. D. Braunfels und in der Klasse der Richtrasensportvereine der Ruderverein 1919 Sieger. Erst in der ältesten Zugendklasse waren 2 Vereine, der F. C. 05 und der Turnverein am Start. Beide Mannschaften (ä 9 Läufer) lagen bis zum letzten Wechsel auf gleicher Höhe. Erst dann kam der F. C. durch starke Behinderung seitens eines T. D.-Zugendlichen mit ea. 6 Metern ins Hintertreffen. Der benachteiligte Verein hat Einspruch erhoben. Zn der jüngeren Zugendklasse gewann die F. C.-Zugend (9 Läufer) mit ca. 30 Meter Vorsprung vor dem Turnverein. Dritter wurde F. C.s zweite Mannschaft, so daß im Gesamtklassement F. C. mit drei ersten, einem zweiten (Einspruch) und einem dritten Sieg an der Spitze steht. Am Rachmittag wurden die Einzel- wettbewerbe durchgeführt, die folgende Ergebnisse brachten: 100-Meter°Lauf: 1. Kurz, Braunfels, 11,9 Sek. 2. Gerlach, T. V. Wetzlar, 12 Sek. 3. Zerndt, B. C. Wetzlar, 12,2. 2 0 0 Meter: 1. Zerndt, D. C. 28,2 Sek. 2. Kurz, Braunfels, 28,8 Sek. 800 Meter: 1. Bachmann, F. C. 05 Wetzlar, 2 Min. 19 Sek. 2. Hertstein, B. C. 2,25 Min. 3. Schürmann, F. C. 2,25,8 Min. 3000 Meter: 1. Wahl, Braunfels, 10,7,6 Min. 2. Bärwinkel, Ruderverein 19 Wetzlar, 10,10,6 Min. 3. Dambach, D. Z. K. Wetzlar, 10,15,1 Min. 4xl00-Meter-Staffel: 1. F. C. 05 Wetzlar, 45,9 Sek. 2. B. C. 46,2 Sek. 3. T. V. Wetzlar, 47 Sek. desgl. für Landvereine: 1. Launs- bach, 51,5 Sek. 2. Kinzenbach, 52 Sek. Schweden staffel: 1. D. C. 2,14,2 Min. 2. T. V. Wetzlar. 2,16 Min. 3x1000 Meter: T. V. Braunfels 8,54 Min. 2. F. C. 9,18,5 Min. Ho chs Prung: 1. Derghäuser, Rieder- girmes. 1,65 Meter. 2. Schieferstein, Launsbach, 1,65 Meter (durch Stechen entsch.). 3. Gerlach, T.V., 1,55 Meter. Weit- und Stabhochsprung wurden wegen Mangels an Zeit nicht ausgetragen. Speerwerfen: 1. Koch, F. C., 38,05 Meter. 2. Linnerh, Braunfels, 36,60 Meter. 3. Winter, Launsbach, 36,20 Meter. Diskuswerfen: 1. Dademasch, F. C., 31,20 Meter. 2. Maus, F. C. 28,70 Meter, Außer Konkurrenz warf Paulus, F. C., 40, 30 und 41 Meter! Kugelstoßen: 1. Depler. Kinzenbach, 10,03 Meter. 2. Kurz, Braunfels, 10,02 Meter. 3. Winter, Launsbach, 9,78 Meter. Außer Konkurrenz stieß Paulus, F. C., 12, 42 Meter! Erbitterte Kämpfe lieferte sich die Zugend in zwei Jahrgängen 08/9 und 10 u. jgr. Zm spannendsten Rennen des Tages siegte der F. C. 05 Wetzlar über 4X100 Meter in 48,4 Sek. vor dem T. V. Wetzlar mit Drustbreite, im Jahrgang 08/9. Für 10 u. jgr. kämpfte der T. V. Braunfels die F. C.-Jugend erst in den letzten Metern über 4X100 Meter in 54,1 Sek. nieder. 2. F. C. in 54,2, i/2 Meter zurück. 3. T. D. Wetzlar. ____ Die Jugendeinzelwettbewerbe wurden nur z. T. wegen der Kürze der Zeit durchgeführt. Fälschlicherweise ließ sich das Kampfgericht dazu bestimmen, die Dreikampfergebnisse einfach auf die Einzelwettbewerbe zu übertragen, so daß also in den Einzelwettbewerben Sieger nominiert wurden, die in diesen überhaupt nicht gestartet waren. Die Bezirksliga in Hessen - Hannover. tz. Von den drei am vergangenen Sonntag stattgefundenen Spielen war der Kampf Svg. Göttingen gegen den Altmeister „Sport" Kassel der bedeutendste. Bemerkenswert ist, daß „Sport" mit seiner Mannschastsverjüngung keine Erfolge erzielen konnte. Ergebnis 1:2. Einen leichten, überlegenen Sieg errang der S. C. 03 Cassel in Münden über die dortige S. Vg. mit 0: 6, der, hätte Münden nicht seinen bekannten guten Wächter im Tor gehabt, leicht noch hätte höher ausfallen können. Wieder gelang dem F. V. Einbeck erst gegen Ende der Spielzeit ein unentschiedenes 3: 3, diesmal gegen die Casseler Tura, nachdem letztere bei Halbzeit noch 0: 3 geführt hatten. Weitere Ergebnisse vom Sonntag sch. Am vorigen Sonntag hatten die alten Herren des D. f. B. Gießen den neu gegründeten Fußballverein Steinbach zu Gast. Ergebnis 9:2 für V. f. D. Gießen. ck. Zum ersten Verbandsspiel trafen sich in Heuchelheim Spielv. 1920 Heuchelheim i und Spielv. Haiger I. Das Spiel endete 3:1 für Heuchelheim. Damit konnte Heuchelheim die ersten Punkte einheimsen. Es wurde sehr fair gespielt. Der Schiedsrichter S-P^e ck h a r ö t vom Sportverein „Hessen" in Gießen war hervorragend. In Lich spielte D. C. 20 Gießen gegen V. f. R. Lich. Das Spiel schloß mit 2:5 Toren f ü r Lich. Schiedsrichter Guntrum waltete korrekt seines Amtes. as der Sonntag bringt. Städtehandball Metzen-Wetzlar. sch. Die von Sportlehrer Schneider ins Leben gerufene Städtehandballmann- schäft wird am nächsten Sonntag gegen die gleiche Mannschaft aus Wetzlar spielen. Es ist erfreulich, daß alle Gießener Vereine ihre Besten dazu bergeben, die Farben unserer Stadt würdig zu vertreten. Gilt es doch am Sonntag gegen einen Gegner anzutreten, der weit über die Grenzen Hessens bekannt ist. In der letzten Spielsaison konnten die Wetzlarer sich bis in die Endrunde um die Westdeutsche Meisterschaft durchkämpfen und errangen dort ganz achtbare Erfolge. Die Gießener konnten im letzten Spiel gegen die Koblenzer Städtemannschaft ein Hnent- schieden (4:4) herausholen. Das Spiel findet auf dem Platz des Männerturnvereins am Schiffen- bergertoeg statt. Räheres in der gestrigen Anzeige. Die Bezirksliga in Hessen-Hannover. tz. Der kommende Sonntag bringt in Kassel zwei Spiele. Tura wird gegen Münden in Kassel ziemlich sicher siegen. Einen ungleich härteren Kampf bringt das Zusammentreffen von Spielverein Kassel-Rothenditmold gegen die S. Dg. Göttingen, das, im Voraus betrachtet, zwei ungefähr gleich starke Gegner iufammenbringt. In der Südgruppe fällt das Spiel V. f. B. Gießen gegen F. C. Wetzlar durch das Ausscheiden der letzteren aus der Bezirksliga aus. Es finden also nur zwei Kämpfe statt. D. f. B. K u r h e s s e n Marburg hat die Kasseler Hermannen zu Gast. Auch hier ist eine Voraussage schlecht möglich. Wohl »den interessantesten Kampf des Sonntags bringt aber das Spiel Borussia Fulda gegen Kur- Hessen Kassel in Fulda. Gerade auf dem Fuldaer Platz hatten die Kasseler alle Mühe, sich zu behaupten. Unter normalen Umständen wird das auch diesmal wieder der Fall sein. Das Ergebnis kann nur sehr knapp werden. Die DerbandsZpieke im Deutschen Arbeiter-Sporwund. £, Rach dem spielfreien vorigen Sonntag werden am kommenden Sonntag die Spiele um die Bezirksmeisterschaft fortgesetzt. Bis zum Abschluß der Rachrunde sind es nur noch wenige Spiele, die durchzusühren sind, so daß sich das Interesse mehr und mehr den Spielen zuwendet, in denen die Spitzenmannschaften antreten. Dies sind einmal Gießen und Wetzlar mit je 16 Punkten, wobei das Spiel der beiden Mannschaften, das Gießen gewann, von Wetzlar aber angefochten wurde, nicht berücksichtigt wurde, da der Protest noch nicht endgültig erledigt ist. Beide Mannschaften haben noch gegen recht spielstarke Gegner anzutreten, so daß der schließliche Ausgang noch ganz ungewiß ist. Diesen beiden Mannschaften folgen mit je 15 Punkten Marburg und Lollar. Beide haben in der Rach- runde erfolgreicher abgeschnitten als in der Vorrunde, so daß alle Veranlassung besteht, sie in den Kreis der ernsthaften Mitbewerber um den Meistertitel einzubeziehen. Zn weiterem Abstande folgen dann erst Wieseck, Raunheim und als Schluß Alsfeld. Wetzlar muh bei feinem Rachbarverein Rau nheim antreten. Zn Wetzlar müßte man schon den Sieger sehen, wenn es nicht aus seiner Spitzenstellung verdrängt werden will. Auf der anderen Seite spielt Raunheim einen wenig zarten Fußball, und kennt sich schließlich auf feinem ungünstigen Sportplatz besser aus. Ein hohes Resultat ist jedenfalls nicht zu erwarten. Gießen als der aussichtsreichste Meisterschaftsanwärter trägt sein fälliges Verbandsspiel auf eigenem Platz gegen Collar aus. Auch bei diesem Spiel stehen die meisten Siegesaussichten bei Gießen, falls Gießen nicht mit einer unangenehmen Ueberraschung aufwartet. Unter normalen Verhältnissen kann Lollar, wetin es den Kops nicht verliert, eine empfindliche Riederlage verhüten, vorausgesetzt, daß es den gefährlichen Gießener Sportplatz gut überwindet, und das vorhandene Loch im Gießener Sturm auszunutzen versteht. Heuchelheim empfängt als Gegner Wie- s e ck und mühte eigentlich auch der gewinnende Teil sein, zunnl Wieleck noch mit Ersah antreten muß. Dies macht eine Umstellung der Mannschaft notwendig, wodurch sie in ihrer Gesamtheit geschwächt ist. Das Verlustspiel Heuchelheims gegen Raunheim läht für den Sonntag gar keine Rückschlüsse zu; es war eben nur ein unglückliches mwi nm niin i, Sturm in Schmalebeck Roman von Sophie K l o e r s s. Copyright 1926 by Aug. Scherl G. m. b. 5)., Berlin. 30 Fortsetzung. Nachdruck verboten Wie er dastand, das Gläschen mit Madeira in der zierlichen weißen Greisenhand, den schmalen Kopf mit den silberweißen Scheiteln ein wenig dem Jubilar zugeneigt, und mit seiner gütigen Stimme sagte: „Der Gegen Gottes und die Liebe ihrer Freunde möge Ihr Leben so wie heute auch fernerhin jeden Tag in Sonne tauchen", da wurden Frau Luisens Augen feucht, und sie sah ihren Rottmann an und gelobte sich, ihm für die letzte Lebensspanne noch einmal und viel ernster und tiefer als an jenem Tag vor fünfzig Jahren. Unruhe und Lachen und Sprechen. Gäste und Gaben. Enkel, die fangen, Freunde, die es so grenzenlos gut meinten, Lieferanten, die bei dieser Gelegenheit ein bißchen Gutes erwischten — in der Küche Mile und Marn Eggers, und überall Blumenduft und Kuchengeruch, und nirgends ein ruhiges Fleckchen für ein paar alte müde Leute. Bis endlich Hanse durchgrrff und die alten Herrschaften in das Sprechzimmer des Doktors brachte. „So, Vater, so, liebe Mutter, nun ruht Euch erst ein Stündchen hier auf dem Sofa. Bis es Kirchzeit ist. Sonst haltet Ihr nicht durch den ganzen Tag." Ihr selber schwirrte der Kopf. Und immer einmal sah sie unruhig nach Ilse aus, denn die wollte ihr gar nicht gefallen. Was für dunkle Schatten das Mädchen um die Augen hatte. Wie es oft ganz in Gedanken versank, dreimal angerufen werden mußte, und sich dann mit übertriebenem Eifer in ein Gespräch ober eine Arbeit stürzte. Rur einmal war sie ganz dabei gewesen, als Georg Grützmann eintrat, sein Riekchen am Arm, und hinter ihnen Pastor Jessen mit seiner glückstrahlenden Frau. Da hatte Ilse die Freundin in die Arme geschlossen und gesagt: „Du sollst so glüdliii' werden, mein Riekchen, wie du es verdienst, und kein Mensch verdient es so wie du." Für Schmalebccker Verhältnisse war es ein bißchen viel auf einen Tag, eine goldene Hochzeit und eine Verlobung. Man mußte sich erst daran gewöhnen. Das Leben nahm ja plötzlich ein Tempo an — — Und als wollte es die Menschen aus einer Aufregung in die andere stürzen, kam mittags die Post und brachte die langerwartete und nun doch alles erschütternde Nachricht, daß Christian VIII. zwei Tage zuvor heimgegangen sei. Die Menschen, die das Rottmannsche Haus nach dem Gratulieren verließen, blieben auf der Straße stehen und redeten aufgeregt weiter. Vor der Post stauten sich die Wißbegierigen, denn es war ein Schneider aus Kiel in der Kutsche gewesen, der hatte es dort als sicher gehört, und man konnte zum Abend schon den Hamburger Korrespondenten erwarten, der immer alle großen Ereignisse Schwarz auf Weiß brachte. Und dann — was wurde bann? — Madam Eggers, mit fieberroten Wangen und heißen Augen wutschte immer hin und her zwischen Küche und Stube. Sie reichte Wein hemm — an solchem Tag, wo die Haustöchter auch präsentierten, war das keine Erniedrigung — sie schnitt Torten, sie bot hier an und nötigte dort, und ihre Augen und Ohren waren überall. Zitternd vor Erregung kam sie hinaus. „Mile. Mile. Er hat sie genommen. Der dicke Grützmann — Hat sie richtig am Ann." „Unser Ilse?" „Ach was, euer Ilse! Riekchen hat er. Und die Mutter! Sollst mal die Mutter sehen. — Na, wo er Geld hat wie Heu. Und sie hat mir drei Schillinge abgezogen von der Gesellschaftshaube. Die alte Geizkruke. Das kann ihr so passen." Sie lachte so laut und gellend, daß Mile ^ang erschrocken herumfuhr. „Ja, wo was ist, da fällt was hin. Und mein Fiete--och, der soll nicht mal auf die Schule.— Mile, ist sag' man, ’ne große Schweinerei ist das Leben." „Was redest du denn? So sprichst du doch sonst nicht. Tust doch sonst immer so fein, Angeline--" Madam Eggers, mit fieberroten Wangen und heißen Augen, merkt, daß von der Sandtorte nur noch ein Eckchen übrig war und packte das eilig in ihren Korb. Fiete aß so gern Sandtorte. „Nu haben sich die Alten hübschen hingesetzt zum Schlafen. Nachher gehen sie ja in die Kirche. Was der Propst woll sür ’ne Rede hält? Seit drei Tagen hat der Küster tue Kirchenöfen geheizt, euer Doktor hat das Holz dazu geschickt. Ich war vorhin mal drin in der Kirche. Ist schön warm. Und am Altar alles voll Grün, hat Herr Milius geschickt. Und en großer Teppich vor dem 2lltar, und--" Sie verstaute schnell ein Gläschen Gelee mit in den Korb. Gelee hielt sich, das konnte man immer brauchen, und hier stand der ganze Keller voll von Eingemachten. Es kam auf ein paar Gläser mefjr ober weniger gar nicht an. Die Gläser — natürlich die Glaser brachte sie bei Gelegenheit wieder —o lieber Gott, nein, man war doch ein ehrlicher Mensch. Wie hält' sie woll man eins von Frau Pastors Gläsern behalten können. — Da hatte auch noch ein Paket belegter Brötchen Platz. Waren vom Frühstück übrig geblieben, wären morgen doch man trocken gewesen. Und Fiete hatte immer solchen Hunger, wenn er abends von der Arbeit kam. „Mile, nu kuck, nu geht ja woll der Propst mit Jessens weg. Hat ja en großen Pelz an. Ja, das rentiert sich, in Altona der erste bei der Kirche zu sein. — Na ja, na ja, ist noch nickt aller Tage Abend. Ob er woll zu Jeßens mit reingcljt?" Der kleine zierliche Propst mit dem klugen Kopf ging mit hinein zu Jessens. „Wenn Sie ein Stündchen für mich Zeit haben, lieber Amtsbruder?" Wer hätte für solche Ehre keine Zeit gehabt? Sie saßen in den roßhaarbezogenen Sorgenstühlen dicht am Ofen und rauchten eine Zigarre, und der Propst gab sich sehr menschlich und gar nicht als Vorgesetzter, versank dazwischen immer einmal in feine Gedanken, und Johannes Jessen konnte das Gefühl nicht los werden: Irgend etwas hat er auf dem Herzen. Er will nur nicht mit der Tür ins Haus fallen. — So nach einer kleinen halben Stunde, da kam es „Was ist das eigentlich hier in Schmalebeck, lieber Amtsbruder, für ein wunderliches Treiben mit anonymen Briefen? Man hat schon bei uns in Altona davon erfahren." „Ja, ja, das ist eine häßliche Sache, anständige Menschen werden angegriffen, und aus den kleinsten Harmlosigkeiten werden böse Klatschereien gemacht." „Sind die Dinger immer harmlos?" Jessen berichtete von der Reise an die Elbe, die eigentlich an den Rhein hätte gehen sollen, und wie der Whistklub wegen seines Prassens angegriffen sei, was doch gewiß Verleumdung, „wenn man ja auch sagen muß, daß die alten Herrschaften, die sonst nicht mehr viel vom Leben haben, sich gern bei der Gelegenheit einen guten Happen gönnen. Und daß verschiedene Kaufleute böse herunter gemacht wären, wegen schlechten Gewichts, und der Bäcker wegen seiner Unsauberkeit--" „Nun also," sagte der Propst, „es ist wie überall bei solchen Dingen, ein Körnchen Wahrheit ist an der Sache. Man hätte auch dies Körnchen vermeiden sollen. Aber wir sind allzumal Sünder." Und plötzlich, scharf betont: „Das würde mich nicht erregen, wenn es sich nicht um einen Diener der Kirche handelte. Man hat auch Sie, lieber Amtsbruder, mit einem häßlichen Verdacht beworfen." „Mich?" Johannes Jessen fuhr ordentlich hoch aus seinem Stuhl. „Was in aller Welt habe ich denn verbrochen?" „Sie können sich denken, daß ich auf anonyme Zuschriften nichts gebe. Doch diese haben sich dreimal wiederholt, und da ich befürchten mußte, daß man Sie auch an anderen Stellen in ähnlicher Weise an- greisen möchte, kam ich herüber. Die goldene Hochzeit war nur der willkommene, unauffällige Vorwand." „Aber um des Herrn willen, was kann man mir vorwerfen? Din ich zu lax im Amte? Meine Frau meint es oft. Ader ich bin kein Streiter, ich habe mehr Mitleid und Erbarmen als Zorn.--" „Nein, es handelt sich nicht um Ihr Amt. Man spricht von Ihrem Privatleben." Da hatte er überhaupt keine Antwort mehr. „Es wird angedeutet, daß eine Dame in Ihrer nächsten Nachbarschaft sich Ihrer besonderen Neigung erfreuen dürfte. Daß Ihre Familie unter dieser unerlaubten, hm — Liebe litte. Daß Sie sogar mit dieser Dame einsame Fahrten über Land machten. Daß man nicht wissen könne, wie weit das alles ginge, sintemalen die Gärten durch ein Pförtchen verbunden wären, und man unauffällig herüber und hinüber schlüpfen könnte. Es heißt, daß bereits Gemeindemitglieder an dieser Sache Aergernis genommen --" Da hielt sich Johannes Jessen nicht mehr. Auch ihn erfaßte gerechter Zorn. „Das ist unerhört. Das kann nur auf eine einzige Frau gehen, denn die kleine Pforte zwischen Den Gärten ist nur einmal vorhanden. Aber diese Frau anzugreifen, ist eine Gemeinheit. Jawohl, eine Gemeinheit. Der fann fein Mensch etwas nachsagen. Dafür lege ich meine Hand in das Feuer." (Fortsetzung folgt.) Rama buttfrlnn L ▼ MARGARINE 7 Spiel. Bei der guten Wiesecker Verteidigung (die allerdings auch mal einen schlechten Tag haben kann) ist kein katastrophales Resultat zu erwarten. Rach einer umständlichen "Reise hat Marburg in Alsfeld ein Spiel auszutragen. Las es wohl als verhältnismäßig leichter Sieger beenden wird. Dieser Ausgang des Spieles dürfte wvhl ohne Zweifel feststehcn. In der zweiten Klasse spielen u. a.: Die Gießener lls - M a n n s ch a s t gegen die Hb - M a n n s ch a f t. Die o-Mannschast wird ihren Vereinskameraden eine kräftige Riederlage bereiten. Die W i e s e ck e r Zweite hat R o d h e i m s Erste zu Gast, wobei der Ausgang offen gelassen werden muß. Die aufstrebende erste Mannschaft Fronhausens tritt in Raunheim gegen die dortige zweite Mannschaft an, die als Reuling in ihren Leistungen noch unbekannt ist. Die Jugendklassen Ein offenes Spiel werden sich Raunheim und Wetzlar in Raunheim liefern. Vei der körperlichen Heber» legenheit Raunheims ist mit einer Riederlage Wetzlars zu rechnen. — Gießen und Lollar werden sich in Lollar ein ungleiches Spiel liefern. Hier bleibt Gießen mit seinem technisch besseren Spiel einwandfreier Sieger. — Ebenso zweifelsfrei ist der Ausgang des Spiels Heuchelheim gegen Wieseck in Heuchelheim. Auch hier wird die bessere Spielerfahrung der Wiesecker den Ausschlag geben. — Falls D la sbach in Marburg antritt, wird es sich eine empfindliche Riederlage holen. Am Vormittag treffen sich auf dem Gießener Sportplatz die Jüngsten: die Schülermannschaften Gießens und W i e s e ck s tragen ein Gesellschaftsspiel aus. Das Deutsche Turn- und Sportabzeichen. Am kommenden Sonntag ist Gelegenheit gegeben, die Prüfung für das Deutsche Turn- und Sportabzeichen, sowie für das Reichsjugendabzeichen abzulegen. Kugel, Speer, Diskus, Weit- und Hochsprung. 100», 400-, 1500°, 3000- und 10 000-Meter-Lauf. Platz des Vereins für Dewegungsspiele, Anfang- 9.30 Tlhr. Auch in Gruppe 5 (20-Km.-Radfahren) kann die Prüfung zu dem gleichen Zweck abgelegt werden. Beginn 8 Uhr morgens am Schützenhaus. die Kartoffelernte ausgenommen. Diese fällt aber ganz unterschiedlich aus. Manche Sorten bringen pro Rute ein Sack ----- 100 bis 120 Pfund, andere liefern auch nur 60 bis 70 Pfund. Die frühere Modekartoffel „Jirdustrie" kennt man hierzulande als Anbaulartoffel nicht mehr. Sie galt bekanntlich als erstklassige Speisekartoffel, ist aber im Laufe der Jahre gänzlich ausgeartet. Kreis Biedenkopf. T Waldgirmes, 23. Sept. Glück im Unglück hatte gestern gegen Abend ein Auto mit fünf 3 n f o f | en aus Frankfurt o. M. Es kam in rasendem Tempo von Wetzlar her, sauste über die zwischen Naunheim und hier liegende, etwas erhöhte Brücke über den Wasser- und Grenzgraben und bekam die anschließende Kurve nicht. Einen Obstbaum streifend, rannte es in einen Acker und Hieb dort schwer beschädigt stehen. Die Insassen kamen mit dem Schrecken davon. Ein Kraftwagen brachte das Auto nach Wetzlar. kz. 5) e r m a n n st e i n , 23. Sept. Ein so geringes Ergebnis wie die gestrige O b st v erst e i g e r u n g an der Kreisstraße von Wetzlar nach hier und weiterhin bis Aßlar ist wohl seit Jahrzehnten nicht gewesen. Die Nachfrage nach Birnen war so gering, obwohl Birnen genügend vorhanden waren, daß sich der Preis pro Zentner am Baume auf 1,50 Mark, ja sogar bei manchen auf ca. 50 Pf. stellte. Apfelbäume wurden in langen Reihen auf einmal verkauft, da an den meisten Bäumen nur einige Aepsel hingen. — Der große Brand auf dem S ch e n k s ck> e n Hofgut, dem die Mühle und eine Halle zum Opfer fielen, hat b e t r ä ch t - ; lichen Schaden angerichtet. Don der Mühle, die im vergangenen Jahre eine nmc Inneneinrichtung erhalten hatte, stehen nur die unteren Mauern. Das Räderwerk ist fast restlos zerstört. Oberlahnkreis. * Weilburg, 23. Sept. Die hiesige Land- wirtschaftschule feiert in den Tagen vom 24. bis 26. September ihr 50jähriges Be- stehen. Den Schluß des Festes bildet am Sonntagabend eine großangelegte Beleuchtung des Schlosses, Lampionauffahrt des Rudervereins auf der Lahn ufw. Die Schloßbeleuchtung findet um 7 Uhr abends statt, fo daß Zuschauer aus den benachbarten Städten mit den letzten Zügen bequem nach Haufe fahren können. Kreis Westerburg. 00 Wallmerod, 22. Sept. Die diesjährige Herb st Versammlung des Wester- waldverbandes für Handwerk und Gewerbe sand am Sonntag hier statt. Der Verbandsvorsihende G e l h a r d (Ransbach) begrüßte in seiner Eröffnungsansprache besonders die beiden Abgeordneten, Ehrenobermeister Kniest (Kassel) und Fink (Wiesbaden), sowie die Vertreter der Behörden. Als Vertreter dec Handwerkskammer war Jung (Siershahn), vom Zentralvorstand der nassauischen Gewerbe- Vereine L e n a u f (Montabaur) erschienen. Der Geschäftsführer Flecken st ein gab hierauf einen kurzen Geschäftsbericht. Danach gehörten am 1. Sept, dem Verbände 32 Gewerbeversine und 7 Innungen mit zusammen 1350 Mitgliedern an. Redner zeigte weiter, wie das Verbandsbureau in fruchtbringender Weise mit Mitgliedern einerseits, mit Behörden, Handels- und Handwerkskammer andererseits gearbeitet habe. Abg. Kniest hielt sodann einen Vortrag über „Gesetzliche Vorgänge im Reichs- und Landtag". Darum begrüßte er den Eintritt Deutschlands in den Völkerbund, die Entschließungen des Reichsverbandes der deutschen Industrie und des Kölner Juristentoges. Seine Forderungen waren: Der ganze Steuerabbau muß herzhafter ange- saßt werden! Handwerk und Gewerbe, in Verbänden organisiert, muh den Handwerker- und gewerbefreundlichen Abgeordneten den Rücken stärken! Abg. Fink nahm Stellung zu der neuen Landgemeindeordnung und sprach gegen eine Abänderung in dem Passus der Landbürgermeistereien. Die Ausführungen beider Redner wurden mit reichem Beifall ausgenommen. Die Versammlung schloß mit der Annahme einer Entschließung, die an die maßgebenden Stellen weitergeleitet werden soll: „Keine Aenderung der Landgemeindeordnung in der Frage der Landbürgermeistereien und Beschränkung des Zuschlagsrechts der Gemeinden zur Gewerbesteiler". Die Frühjahrsversammlung soll in Vaumbach abgehalten werden. freunden und -sreundinnen einen Tag der Erinnerung zu begehen. Vormittags fand Gottesdienst statt, bei dem Pfarrer Römer in schöner Weife dieser finnigen Feier gedachte. Der Gesangverein brachte abends den Feierndm am Frankfurter Hof ein Ständchen bar. — Ein L a nd- wirt von hier erlitt dadurch einen schweren Unfall, daß ihm beim Holen von Klee die Sense tief in das Dein drang. Er hatte die Sense hinter den Wagen gelegt, nicht mehr daran gedacht, das Pferd, das von dem Klee fressen wollte, suchte er davon abzuhalten, hierbei eilte er über die Sense hin, die ihm die schwere Verletzung beibrachte. Riemand war in der Rahe. Der Mann hatte noch soviel Geistesgegenwart, daß er die stark blutenden Adern abband, sonst hätte er sich sicher verblutet. Kreis Lauterbach. fL Lauterbach, 22. Sept. Auf der gestern hier stattgefundenen Kreis - Lehrerversammlung wurden in das Kreisschulamt gewählt die Lehrer Repp (Pfordt), Reibe- I i n g (Lauterbach) und ®icmer (Freiensteinau), als Ersatzleute Adolph (Schlechtenwegen), Mink (Dlihenrod) und Schmidt (Grebenhain). Die eigentliche Tagung galt zwei feitherigen „Stiefkindern", dem Singen und dem Turnen. Lehrer K ö p p l e r (Eichenrod) führte eine neue Gesangsmethode mit seiner einklassigen Schule vor. Es ist die Tonika-Do- Methode. Rach Handzeichen, Faust, senkrechte Hand, wagrechte Hand usw. fangen die Kinder nach einem gegebenen Grundton die einzelnen Intervalle. Mit Hilfe dieser Methode dürfte es möglich fein, die Kinder der Volksschule zur vollen Gehör- und Taktmusikalität zu bringen, was seither auch mit der Tonwortmethode unmöglich war. Dieselben Kinder werden auch auf der Reichs schulmusikwoche in Darmstadt nach dieser Methode fingen. Im nächsten Teil wurden die Teilnehmer durch Turnlehrer Deck (Mainz) und Universitätsturnlehrer Dr. Werner (Gießen) mit dem neuzeitlichen Schulturnen bekanntgemacht. Der letzte Teil der Tagung führte in das Gebiet der Volkskunde. Prof. Dr. Hepding (Gießen) wies auf die Wichtigkeit der demnächst auszufüllenden Heimatbogen hin, forderte auf zur Schaffung von Heimatbüchern und -museen, Heimatblättern und zur Mitarbeit bei dem hessen- nassauischen Wörterbuch. In einem Vertrag zeigte er, welche Schätze noch gehoben werden können. $ Rieder-Moos, 23. Sept. In dem benachbarten ©ungenau wurde durch die Geistesgegenwart einer Frau ein Schadenfeuer, das unabsehbare Folgen hätte haben können, da in dem Ort großer Wassermangel herrscht, im Entstehen unterdrückt. Als die Frau brennendes Stroh in der Scheuer bemerkte, stürzte sie sich auf die Flammen und erstickte sie mit ihren Kleidern. Das Feuer war von einem Hütejungen angelegt worden. Starkenburg. WSR. Darmstadt, 23. Sept. In einem hiesigen Kohlenlager verunglückte der Arbeiter Philipp Funk aus Ober-Ramstadt beim Ankoppeln eines mit Briketts beladenen Anhängers mit einem gleichfalls beladenen Lastkraftwagen tödlich. Funk wurde von den beiden OSageit derart zusammengedrückt, daß der Tod alsbald eintrat. Rheinhessen. WSR. Worms, 23. Sept. Eine junge Dame, die anscheinend des Steuerns noch nicht kundig war, fuhr gestern vormittag mit einem K r a f t w a g e n, in dem auch ihr Fachlehrer saß, in den Rhein. Zwei vorbeikommende Radfahrer entrissen die beiden, denen das Wasser bis an den Hals reichte, unter großen Anstrengungen dem nassen Element. Der Kraftwagen wurde geborgen. Preußen. Kreis Wetzlar. g. Krofdorf- 23. Sept. Die Straße Gießen— Krofdorf, die durch den starken Autoverkehr arg in Mitleidenschaft gezogen wurde, erhält gegenwärtig auf der Gießener Seite die notwendige Ausbesserung. Die Löcher werden mit Kleinpflaster ausgefüllt und dann mit Teer getränkt. Was jetzt hier auf der hessischen Seite ausgeführt wird, sei auch für den preußischen bzw. Krosdorfer Teil der Straße empfohlen. Reparaturen wären hier nur wenig nötig, jedoch würde cs sich empfehlen, die ganze Straße, bevor sie durch den starken Autoverkehr sehr beschädigt ist, schon jetzt mit dein nötigen Bindemittel (Teer usw.) zu besprengen. — Der hiesige Turnverein (D.T.) hielt am Sonntag in der Gastwirtschaft Hofmann sein diesjähriges Schauturnen. Besonderes Interesse fanden die Uebungen der Damenabteilung. Hier ist in dem halben Jahr des Bestehens schon recht beachtenswerter geleistet worden. Lehrer Praß bat in einer Ansprache, auch in Zukunft möge sich hier reges Interesse für die Turnsache zeigen. Am Nachmittag fanden verschiedene Geräteübungen statt. Der Abend gehörte der Geselligkeit. — Der von dem Turnverein in diesem Sommer in Angriff genommene Bau der Turnhalle schreitet rüstig voran. Dank der unentgeltlichen Mithilfe sämtlicher Mitglieder, die die Ausgrabungsarbeiten machten, die Bausteine brachen, diese anfahren, geht die Arbeit flott vonstatten. Abends nach Feierabend sieht man noch viele Mitglieder beim Bau beschäftigt. Auch die Landwirte haben sich in den Dienst der Turnfache gestellt und fahren sämtliche Bausteine unentgeltlich an. Man hofft, den Bau noch im Herbst unter Dach bringen zu können. XX Aus dem Hohensolmser Land, 23. Sept. In der weiten Amgegend unserer Derg- landschast sind die Halmfrüchte bis auf die letzte Fuhre fast unberegnet und gut ausge- trocknet eingekommen. Da auch der Ertrag Reichlich ist, kann von einer wirklich guten Ernte gesprochen werden, HeberaU wird nun Oberhessen. Landkreis Gießen. f. K l e i n - L t n b c n, 23. Sept. In ber jüngsten Gemeinderatssitzung gab der Bürgermeister zunächst Aufklärung über die in letzter Zeit vorgekommenen .Urkundenfälschungen und Unterschlagungen der beiden verhafteten Hilfskräfte auf der Bürgermeisterei, und streifte dabei auch die schon zwei Jahre zurückliegenden Verfehlungen des W. Schuld an den Vorkommnissen seien hauptsächlich die schlechten Dureauverhältnisse, Sparsamkeit an verkehrter Stelle und die allzulange Dauer der Reubesetzung der Gemeinderechnerstelle. Der Bürgermeister stellte den Antrag, das Kreisamt um die ^lntersuchung der Vorkommnisse und zugleich auch um die evtl. Regelung der Haftpflicht zu ersuchen. Der Gemeinderat lehnte diesen Antrag ab mit der Begründung, daß in solchen Fällen das Kreisamt als vorgesetzte Behörde von selbst eingreifen müsse und man im übrigen der Gemeinde nicht noch größere iln- foften aufladen dürfe. Da die Erklärungen des Bürgermeisters den Gemeinberat nicht befriedigt hatten, beschloß dieser die Einsetzung einer fünfgliedrigen Untersuchungskommission, die unabhängig von dem gerichtlichen Verfahren das Belastungsmaterial sichten und in einer neuen Sitzung dem Gemeinderat vorlegen soll. — Eine in letzter Sitzung gewählte Kommission bestätigte die Rotwendigkeit der Instandsetzung verschiedener Zimmer der Lehrer Wohnungen: es wurde demgemäß beschlossen. Den Zuschlag erhalt Weißbindermeister Friedr. Lenz als Wenigstfordernder. — Der A u s s ch l a g a n Gemeindeumlagen wurde festgesetzt auf je 100 Mk. Steuerwert: Sondergebäudesteuer 53,7 Pfennig: Grundsteuer, Gebäude und Bauplätze 32 Pf., land- und forstwirtschaftlich genutztes Gelände 40 Pf.: Gewerbesteuer auf land- und forstwirtschaftlich genutztes Gelände 38 Pf., sowie auf je 1 Mark float L G?werbeertrogssteuerfoll des Kalenderjahres 1925 33 Pf. Hinsichtlich ber Sondergebäudesteuer 1926 wurde ein früher gefaßter Beschluß angezogen, wonach bei dem Erlaß staatlicher Steuer zugleich die Gemeindesteuer erlassen werden soll. — lieber die Versteigerung von noch vorhandenen Massegrund- stücken aus dem Feldbereinigungsverfahren wurde in nichtöffentlicher Sitzung verhandelt. n. Grohen-Linden, 23. Sept. Der im 8 9. Lebensjahre stehende Ludwig Velten V von hier wurde im Gießener evangelischen Schwesternhaus und nicht, wie im „Gieß. Anz." Rr. 214 zu lesen war, in der Gießener Klinik von seinem schweren Druchleiden glücklich operiert. — Aus Anlaß der Feldbereinigung wurden in hiesiger Gemarkung mit Ausnahme der nicht herangezogenen Hausgärten 1 0 7 7 7 Ob st bäume numeriert und zwecks Schätzung registriert. 1—1 Lollar. 23. Sept. Auf dem benachbarten Hofgut Heibertshausen wurde dieser Tage ein großer Hühnerdiebstahl aufgedeckt. Es fehlen dem Besitzer Pfeifer etwa 15 0 diesjährige Hühnchen, deren Verlust nicht nur ein großer materieller Schaden ist, sondern ber ihm auch den Plan, eine großzügige Hühnerzucht zu betreiben, zunichte macht. Wie die polizeilichen Ermittelungen bis jetzt ergaben, haben einige Knechte die Hühner gestohlen und sie in Daubringen an junge Bürschchen und sonstige Hühnerliebhaber, die einmal „billige Hühner" erwerben wollten, verkauft. Einige Hühnchen wurden bereits von der Gendarmerie bei den neuen Besitzern wieder abgeholt. __ Das Durmersheiiner Autounglück eine Mystifikation. WSN. Karlsruhe, 23. Sept. Das gestern gemeldete angebliche Autounglück bei Durmersheim, bei dem drei Kaufleute aus Wetzlar ihr Leben e i n g e b ü ß t haben sollten, scheint sich als eine freche Mystifikation her- miszustellen. Bei sämtlichen in Betracht kommenden Behörden war von dein Vorfall nichts bekannt. Ein Autofahrer, der Augenzeuge am Tatort gewesen sein will, hat die Meldung nach Baden- Baden überbracht und sie den dortigen Zeitungen mit allen Einzelheiten zur Veröffentlichung übermittelt. Wie wir jetzt erfahren, wurde vor einigen Tagen bei Karlsruher Blättern versucht, eine ganz ähnliche Meldung unterzubringen. Gerichtssaal. Rach drei Jahren aufgedeckter Bandendiebstahl. WER. Frankfurt a. M., 23. Sept. Vor dem hiesigen Schöffengericht hatte sich eine Ci n- brecherbande aus Urberach zu verantworten, die mit den raffiniertesten Mitteln arbeitete und erst drei Jahre nach ber Tat ermittelt werden konnte. In einer Fellgrohhandlung in Urberach wurden damals fortgesetzt Einbruchsdiebstähle verübt und ganze Ballen von Häuten (insgesamt etwa 4000) gestohlen, ohne daß es den aus Frankfurt hinzugezogenen Kriminalbeamten gelang, auch nur eine Spur festznstellen. Erst nach drei Jahren gelang es der Polizei, einen der Hehler zu erwischen und so die Diebesbande zu entlarven. Die sieben- f»..*? ee......- MMMIWUMW ■ Wr|||| II ■■ ■■ |1 am Samstag, 25. Sept. 1926. MM E WWUUMMWMWFWM- Nicht nur der Bubikopf wird bei mir gut ge- M M ■ llllllllllll schnitten und gepflegt, auch die Dame ohne U K W gS H M.W ® Smffi Bubikopf wird bei mir erstkassigst bedient. 'Ijr » w dd Neu ausgenommen: Dauerwellen! Mi-MM« Erst. Spezial- Pl°ckstr-ch°7 geschäft a.PI. | Fernruf 1278 : feuern, 23. Sept. AuS der jüngsten G e m e i n d e r a t s s i h u n g ist u. a. als besonders bemerkenswert zu berichten: Der Bürgermeister machte Mitteilung darüber, baß ber Gemeinderechner Stein ab 1. Oktober sein Amt gekündigt Hal. Mit ber vor einiger Zeit beschlossenen Herabsetzung der Gemeindebeamtengehälter ist keiner der hiesigen Gemeindebeamten einverstanden. Der Gemeinderat hält aber an seinem Beschluß fest und läßt ab 1. Oktober nur noch die herabgesetzten Gehälter ausbezahlen. Eine größere Aussprache fand über bas schon oft im Gemeinderat behandelte Thema Sportplatz statt. Die Meinungen über die Anlage sind geteilt. Der eine Plan sieht als geeigneten Sportplatz die total versumpften und fast wertlos geworbenen Psarr- wiesen in der Michelbach an der Dersröberstrahe an. Die jährliche Pacht für diese wäre nicht hoch, doch seht die Instandsetzung als Sportplatz gröhereKosten voraus. Ein anderer Plan ist, die am Krebsbach von drei Seiten umwaldeten Wiesen, die im Privatbesitz sind, durch die Gemeinde aufzukaufen unb ohne große Kosten zum Sportplatz herzurichten. Ein Beschluß über die Angelegenheit wurde nicht herbeigeführt und die Sache auf eine spätere Sitzung vertagt. !— I Aus dem ßumbatal, 23. Sept. An der Kreis st raße (Staufenberg* Daubringen-Lollar wurde jetzt das Obst durch die Kreisverwaltung versteigert. Meistens lieferten die Goldparmäne etwas Ertrag, während ein großer Teil der andern Bäume vollständig ohne Früchte war; daher konnten nicht alle der' erschienenen Steigerer ihren Bedarf decken. An Preisen wurde für einen Daum Goldparmäne mit ungefähr einem Kord Ertrag 4 bis 6 Mark geboten, sicherlich, wenn man die Zeit des Abmachens in Rechnung stellt, eine äußerst hohe Bezahlung. f © r ü n b e r g, 23. Sept. Aus der jüngsten Gemeinderatssihung ist u. a. zu berichten: Die städtische Ob st Versteigerung soll am nächsten Montag stattfinden: die gesteigerten Mengen sollen an Ort und Stelle gleich bezahlt werden. — Um die Weißbinder- arbeiten in ber Volksschule bewerben sich Schäfer, Lauter, der 449,50 Mk. fordert, und G r a v e l i u s , Grünberg, der 580 Mk. verlangt. Die Angebote sollen zunächst von sachverständiger Seite geprüft werden. — Ein st ä b- tifdjer Bauplatz an der Lonborfer Straße soll an Reinhard Ritter für 3 Mark pro Quadratmeter verkauft werden. Der Käufer muß mit dem Bau spätestens am 15. Oktober beginnen. I Lauter, 23. Sept. Seit einigen Tagen hat die Bonitierungskommission der hiesigen Feld- bercinigung mit der Bonitierung der Grundstücke begonnen. Man darf wohl hoffen, daß die Feldbereinigung auch einen Weg legt, der durch den Wald eine direkte Verbindung mit dem nur eine halbe Stunde entfernten Weickartshain herstellt. Ein solcher als Straße ausgebauter Weg würde besonders den Verkehr von Lich herauf nach dem Vogelsberg erleichtern, daß Autos und Fuhrwerke dann nicht mehr die Berge um Grünberg zu überfteigen hätten, und außerdem den Weg noch um einige Kilometer abkürzen. Es fehlt nur das ungefähr zwei Kilometer lange Straßenstück zwischen Lauter und Weickartshain. Kreis Friedberg. 1?! Vilbel, 23. Sept. Rachdem die Regulierung der Ridda im südlichen Teil unserer Gemarkung im Frühjahr durchgeführt wurde, hat man nun nördlich der Brücke ein weiteres Stück in Angriff genommen. Die Arbeiten erstrecken sich in der Hauptsache auf die Beseitigung einer im Lause der Zeit angeschwemmten Insel von zirka 50 Meter Länge, 15 Meter Breite und 2 Meter Tiefe. Der aus- gegrabene Doden wird zur Auffüllung von tiefliegendem Gelände benutzt. Die Arbeiten wurden auf dem Submissionswege vergeben: sie wurden von Maurermeister D i ck h a r d t (Vilbel) ausgeführt. Kreis Büdingen. /X Ridda, 22. Sept. Bei der heute hier abgehaltenen städtischen O b ft b c r ft e i g c - r u n g waren die Preise auffallenderweise wesentlich niedriger, als man vorher vermutete. Wohl in der Voraussetzung, daß das Obst sehr teuer werden würde, hatten sich nicht fo viele Steigliebhaber eingefunden, wie in früheren Jahren. Es fehlten die Obsthändler. Daher waren die Preise verhältnismäßig nicht hoch. Der Zentner Aepsel, vorzügliches Tafelobst, kam am Daum auf 9 bis 10 Mark, weniger feine Sorten l bis 8 Mark. Dirnen waren ebenfalls in sehr guten Sorten, auch Zwergobst, reichlich vorhanden und nur mäßig im Preise. Der Zentner stellte sich auf etwa 4 bis 5 Mark. Der Erlös betrug 830 Mark. Es muh hierbei berücksichtigt werden, daß viele Bäume in diesem Jahre gar keinen Ertrag brachten. _L Bad Selters, 23. Sept. Am Sonntag hielt der hiesige Turnverein (D. T.) fein diesjähriges Abturnen. Es bestand in Schauturnen der einzelnen Riegen an den Geräten. Die Schülerinnenriege turnte am Reck und Pferd, die Surnerriege am Reck. Die Leistungen waren für einen Landverein gut. Besonderen Beifall fand die Musterriege des Turnvereins Stockheim am Darren. Zu gleicher Zeit fand ein Preis schießen des hiesigen Klein- kaliberschühendereins statt. Abturnen und Schießen wurden in dem schattigen Wald bei den Schießständen am Ortsausgang nach Ortenberg abgehalten. Die Preisverteilung — es wurden Wertpreise und Ehrenscheiben herausgeschossen — brachte 18 Preise. Den 1. und 2. Preis erhielten Fritz Kammer (Stockheim) und Gottfried K ü h n l e (Selters). Kreis Schotten. I Schotten, 22. Sept. Am Sonntag bereinigte sich der Jahrgang 1 876 zu seiner Fünfziger-Feier. Eine große Anzahl der Altersgenossen aus nah und fern, sogar über das große Wasser her waren an die Stätte ihrer Jugendzeit geeilt, um mit den Jugend köpfige Bande war stark bewaffnet und entschlossen, beim Ertappen kräftigen Widerstand zu leisten. Aus der Verhandlung ergab sich, daß der Sohn des Portiers Mithelfer der Bande war und diese über das Kommen und Gehen der Polizei benachrichtigte, ebenso daß er während des Einbruchs die Wachhunde entfernte. Die gestohlenen Felle wurden bei Frankfurter Händlern losaeschlagen. Die beiden Häupter der Bande, der Mehgermeister Hain und der Schuhmacher Groh, wurden zu einem Jahre bzw. einen, Jahr drei Monaten Gefä ngnis verurteilt. Die übrigen fünf erhielten Strafen von einem Monat bis neun Monaten Gefängnis, während den zwei Hehlern je acht Monate Gefängnis zudiktiert wurden. Zuchthaus für einen vriefmardcr. ' WSR. Frankfurt a. M, 23. Sept. Das erweiterte Schöffengericht verurteilte den Post- aushelfer Jean Schmidt, der sich während der Ausübung seines Dienstes ein kassierte -Zeitungsgelder an geeignet und auch eingeschriebene Briefe unterschlagen hatte, wegen Verbrechens und Vergehens im Amte zu einer Z u cht ha u s st ra fe von einem Jahre und einem Monat und Zlbcrken- nung der Fähigkeit, ein öffentliches Amt zu bekleiden, auf die Dauer von drei Jahren. Wirtschaft. ■ D i e amtliche GrohhandelS- indexziffer. Die auf den Stichtag des 22. September berechnete Groh Handels Indexziffer des Statistischen Reichsamts ist gegenüber dem 15. September von 127,4 auf 126,7 um 0,5 v. H. zurückgegangen. Don den Hauptgruppen hat die Indexziffer der Agrarerzeugnisse um 0,6 v. H. auf 128,0 und die Indexziffer der Jndustriestoffe um 0,2 v. H. auf 124,5 nachgegeben. Berliner Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Berlin, 24. Sept, Die Insolvenzgerüchte der letzten Tage, die an der Börse eine Beunruhigung und Abgabeneigung hervorgcrufen hatten, stellten sich durchweg als unrichtig heran Z. Die Verkäufe haben erheblich nachgelassen, so ikib der Druck von den Aktienmärkten gewichen ist. Die Spekulation nahm daher leichte Rückkäufe vor, die eine Befestigung der Aktienkurse um 1 bis 2 Prozent herbeiführten. Roch Befestigung der ersten Kurse schritt auch die Baisse-Partei zu Deckungen, so daß die unsichere und überwiegend schwächere Haltung der Börse an den letzten Tagen einer freundlichen Stimmung und Tendenz Platz machte. Die Besorgnisse wegen des Ultimos sind inzwischen ebenfalls geringer geworden, da die Geldversorgung noch sehr reichlich ist und die Börse schon seit Wochen quf eine Verkleinerung ihrer Engagements zur Vermeidung von Überraschungen bei der Ultimo-Abwickelung hinarbeitet. Die borsentechnische Lage begünstigte also die Befestigung der Tendenz, die vom Markte der Bankaktien, Montan-, Schiff- fahrts- und Elektrowerte ihren Ausgang nahm. 3m ganzen hielt sich die Umsatz- tätigtet! allerdings noch in beschränttem Rahmen. Lebhafter ging es wieder am Markte der ausländischen Renten zu, wo sich die Steigerungen für Türken, Anatolier, Rumänen, Russen und sonstige fremden Staatsanleihen fort- setzten. Am heimischen Rentenmarkt war dagegen das Geschäft ruhig. Kriegsanleihe -gaben leicht nach. 3m Devisenverkehr tendierten die lateinischen Valuten nach unten. - London zog gegen Paris auf 175, gegen Brüssel auf 183 und gegen Mailand auf 132,50 an. z London stellte sich gegen Kabel auf 4854, die Reichsmark gegen Kabel auf 4,198. Am Geld- markt blieb Tagesgeld flüssig und war zu 3,5 bis 5 Prozent, vereinzelt noch darunter, angeboten. Monatsgeld wurde stärker gefragt und stellte sich auf 5,75 bis 7 Prozent. Prolongalions- geld hörte man mit 7,5 Prozent. Börsenkurse. Frankfurt a.M. Berlin Schluu- flure 1-Uhr. rture Schluh» Aut» «nsang tlurc Datum: 23. 9. 24 9. 23. 9 24 9. 5°/„ Deutsche RcichSanleih, . 4% Deutsche Rrichsanleilje . B'l,**/<. Dcuischr RrichSanlcihe 0.529 0.525 0,5275 0.5025 o.52 0,5075 0.5 —• 0,495 0,5025 3*/n Deutsche ReichSaulcihc ■ Deutsche Svarprämicnanlethe 4°/0 Preußische KouiolS • . . 0,7 — 0.7 0.7 0.2K25 — 0,3 — 0,5 — 0.5 0,5 4°/o Heffei,.....- - - —- —• 0.49, — 3'/.% Hessen.......... 3°/e Hessen........... Deutsche Wertb. Dollar-Aul. dto- Doll -Schov-Slnirriing.*! —- — 0 48.5 MB 0.5 — 0.49 — 95,25 — 100 — — — — — 4% stolltürkcn......... 5% Soldmerikana ■ . . . 16,225 1 16.25 | 16.25 _ 4G 5 ! 46.5 46,2 — Berliner Handelsgesellschaft. Lommerj- and Privat-Bauk 139* 140.2* 217’ 139* 219.5’ 110.2’ Darmst. und Nalionaldank . 223* 226’ 223' 227* Deutsche Bau!......... 166 2* — 166' 167.2* Deulschc Bcrcinübank .... 96.5 — — — DiSconto Tommandit Metallbank...... . • 162* 164.2’ 161,5* 163,7* 136 142,12 — —. Mitteldeutsche Kreditbank. . 136 137.5 138.5* Oesterrcichiscüe Lrcdttanstast Westbank . ........ 8.8 8.8 8,75 8,8 68 — — Bochumer ............ US’ 152*1 148.7* 150,5* BuderuS . ......... 91.25 93 91.25’ Laro ........... Dentsch-Luxembura...... — — 85 85* 147.5 — 148.5' 149.7* Gelsenkirchener Bergwerke. 161.7’ 163* 160.2’ 162.2’ Haroencr Bergbau...... Kaliwerke Aschersleben. . . . 160.5* 163* 159,5’ 163* 133.5 — 135,7* 1.36.9* Kaliwerk Westeregeln. .... 142 — 142,75 144.5 Uaurahülle ...... . 53.5 — 53 64 Oberbedarf.......... 71 — 71.75’ Phönix Bergbau ...... 116.5' 118* 116.1* 118.5* Röcinstahl . ........ 149.5* 152,5* 149,7’ 152* Mcbcck Montan ...... 146.5 151,7* 145,5* 151.5* Tcllns Bergbau ..... 68,75 Bereinigte Stahlwerke A.-G- - 1138.25 138,75 Hamburg'^merika Paket. . . Norddeustchcr Llovd ... 159,2* >57,5’ 16.3.2* 161,7* 159,9’ 157.5* 163.9* 161,5* Lheeamtiche Wcrle Albtn . . —- — Zemeniwerk Heidelberg . . . 127.5 - Philipp Hopmunn...... 122 125 122,75 — Anglo-Cont.-Guano ..... — — 95 96,25 Chemische Mäher Alapin . . — I. G. starbenindustrie, A.°G. Aoldschmidt......... Holzverkohlung........ RütgerSwerkc........ 274* 279* 273* 277.5* 103.25 — 105,12 106.5 50 113.25 50 114 113,5 114.62 Echeidcanstalt ......... 162 163 «llg- ElektrtzitätS-Descllschast 155.7* 158.5* 156* 152.5’ 157.5* Bergmann ......... 153* — 155* Mainkraftwcrke ........ 104 _ Schustert........... 134.5 134,5* 137* Siemens A HolSke ...... 195 75 — 194.2’ 197,5* Vlblcrrocrfc Kicher ...... 80,75 83 81,25 83 Daimler Motoren. ...... 79 78.25 80,5 Hehligenstaedi......... Mcgmn........... 28.75 42 40 Motorenwerke Mannheim — — 40 —- Frankfurter Armaturen Konservenfabrik Braun . . 17 I 38.1 — _ Metallgcscll chast Frankfurt. 148 — — Pct. Union A.-K. .... 95.5 — 95.25 — öchnhiadrik Herz . ...... 56 — 57.5 — Sichel ......... 3 3.25 — stellst ost Waldhos...... stustersadrik Frankenthal . . stuckersabrik Waghäusel . . . 179 91 11 1 178,75 73,25 90,75 179,5 frankfurter Börse. Frankfurt. 24. Sept. Tendenz: Aktien fest und ruhig, Renten lebhaft. — Die Erholung, die nach den gestrigen Rückschlägen eingetreten ist, kam bei Eröffnung des heutigen Verkehrs in einer festen und lebhaften Stiin- m u n g zum Ausdruck. Die Bewegung ging wieder vom Renten markt aus, auf dem sich die Spekulation in größerem Umfange betätigte. Die Rachfrage nach diesen Werten nimmt unter Beteiligung der Provinz von Tag zu Tag zu. Rumänen, Türken, Serben rind Russen behielten ihre feste Haltung bei: auch die Coupons eines Teiles dieser Werte bildeten heute ein stark umstrittenes Kaufobjekt bei steigenden Kursen. Heimische Renten konnten sich dagegen nur teilweise behaupten Kriegsanleihe unverändert, Schutzgebiet niedriger mit 7,4. Auch Preuß. Kon- sols neigten zum Rachgeben. Aktien lagen ruhig bei Bevorzugung einiger Spezialwerte, die lebhafter gehandelt wurden. Don Montan- aktien gingen höher: Harpener, Gelsenkirchen und Rheinstahl je plus 1 Proz., Bochumer plus 2 Proz., Rjebeck plus 1,75 Proz., Buderus plus 0,5 Proz. Rheinische Braunkohlen waren stark gefragt und formten um 5V2 Proz. anziehen. Von CH em iewerten waren 3. G.-Farben um 1,5 Proz. gebessert. Scheideanstalt plus 1 Proz. Der Elektro markt lag sehr ruhig bei uneinheitlicher Kursgestaltung. Bankaktien eröffneten in befestigter Haltung. Darmstädter plus 0,75, Deutsche plus 1, Disconto plus 1,25, Dresdner plus 1,12, Commerz plus 0,75 Proz. Sehr begünstigt lagen Schiffahrtsaktien, von denen Hapag um 1,25 und Rordd. Lloyd um 2,5 Proz. anzogen. Motvrenaktien fest, Kleher plus 2 Proz., RSU. plus 0,5 Proz. Zellstoffaktien unsicher. Baustoff- aktien befestigt. Holzmann plus 2 Prozent, Wahß <& Frehtag plus 1 Proz. Oe laftien gehalten. Zuckeraktien waren kaum gefragt und nur wenig verändert. Der Freiverkehr blieb still. Deckerstahl 32, Benz 75, Drown, Doveri 130, Entreprise 8,5, Frankfurter Handelsbank 85, Growag 60, Ufa 39 Prozent. Der weitere Verlauf brachte für die Aktienmärkte stagnierendes Geschäft bei gehaltenen Kursen. Am Rentenmarkt blieb die Geschäftstätigkeit lebhaft. Am Geldmarkt ist die befürchtete Verknappung em» getreten. Tagesgeld etwas versteift bei 4*/2 Proz. Monatsgeld je Adresse 5 bis 71/» Proz. Warenwechsel 53/4 Proz., Dankakzepte 43/< Proz. 3m Devisenverkehr erlitten die lateinischen Valuten eine geringe Abschwächung. Paris gegen London 175,25, Drüssel 183, Mailand 132,25. London stellte sich gegen Kabel auf 4,855. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. 1 Telegraphische Auszahlung. 23 Septbr. 24 Septbr. Amtliche Noti rung (^eld 1 Brici Amtliche Notierung Geld 1 Brief ümit.-r-tou Bnen-Airct Brff-.Antw Ghriftlnnin. .llopenbageu Stockholm . HelsingforS Jlalien. . London. . Neuyork • • Pari«. . . Schweiz . . Spanien. . Japan . . . Mio be ^nn Wien in D-- Deft. abgcst Prag .... Belgrad . . Budapest. . Bulgarten . Lissabon Danstg. . . Konstantin. Silben. . Canada. . Uruguap 168.01 1,705 11,18 91,88 111,41 112,08 10,547 15,46 20,855 4,1925 11,67 bl,00 63,92 2.04 0.633 09,14 12,412 7,415 6,85 -,045 21 475 81.36 2,185 4.95 1,193 4.20 Dc 168.43 1,709 11,22 92,12 111,62 112,36 10,687 16,50 20,405 4,2025 11,71 61,20 64,08 2,044 0.635 59,28 12,442 7,4 5 5,89 3,055 21,525 81,56 2,195 4,96 4,203 4.21 lnknote 168,03 1.704 11.20 91,92 111,40 112,10 10,549 15,30 20,351 4,193 11,63 81,05 63,72 2.041 0.633 69,18 12,417 7,415 5,872 3,045 21,475 81.36 2.193 4.94 4,193 1.205 n. 168.45 1,708 11,24 92,16 111,68 112,38 10,589 15,43 20,401 4,203 11,67 61,25 63,88 2,04a 0.635 59,33 12,457 7,435 5,892 3,055 41,525 81.66 2,203 4,96 4,203 4.215 Berlin, 23 Septbr. Geld Bries rlmerikanilche Wotea..... Belgische Noten ........ Dänische Noten ...... Englische Noten........ Französische Noten..... Holländische Noten malienische Noten ... . " Norwegische Noten...... ^ffecfarc-.ilOO «roucn Rumänische Noten..... Schwedische Noten..... Schwester Noten...... Spanische Noten..... , Tschechoslowakische Noten . . llilgaftschr Noten..... 4,175 11,17 111,19 20,315 11,79 167,55 15,51 91,67 58.98 2.24 111.82 80,75 63,74 12,382 5.845 4,19 11,2 111.7 20,41 11,8 168,4 15,5 92,1 69.2 2,2 112.2 81.1 04.0 12,44 5.88 5 3 5 5 5 9 6 3 8 8 8 Frankfurter ^etrcrdebörsc. Frankfurt a. M., 24. Sept. Es wurden notiert: Weizen Wetterauer, 28,75 bis 28,90 Mk.; Roggen, inländischer, 23 bis 23,50; Sommergerste für Drauzwecke 23 bis 26; Hafer, inländ. 17,75 bis 18,25; Mais, gelb, 18,50 bis 18,75; Weizenmehl, inländisches, Spezial 0, 41,50 bis 42; Roggenmehl 33,50 bis 34,50; Weizenlleie 9,25; Roggenkleie 10,50 Mk. Tendenz: Fest. Berliner Produktenbörse. Berlin, 23. Sevt. Das Getreidegeschäft war heute wesentlich beruhigter. Für Weizen fehlt vom Ausland Anregung und auch der inländische Dedarf ist infolge des recht schwierigen Mehlabsatzes äus.'. cst klein geworden. Demgegenüber tritt vermehrtes Angebot für nahe Lieferungen, und zwar nicht nur vordere Termine bis 2 Mark ermäßigt, sondern auch für erste Monate des nächsten 3ahres waren die gestrigen Preise nicht mehr voll zu erzielen. Roggen ist in Waggonware knapp, in Kahnware sind die Andienungen groß und zu ermäßigten Forderungen angeboteir, der Absatz ist durchweg schwer, da auch Exportmöglichkeiten kaum vorhanden sind. So war auch für dieses Gebot eine Ermäßigung der Vortagspreise bis 2 Mark nicht zu umgehen. Gerste lustlos und ebenso wie Hafer nur in besseren aber knappen Sorten gefragt. Es wurden notiert per 1000 Kilo: Weizen, märt, 260 bis 264; Roggen, märt, 210 bis 215; Sommergerste 205 bis 248; Wintergerste 170 bis 175; Hafer, märt, 170 bis 183; Mais (loko Derlin) 184 bis 186; Rapö 100; per 100 Kilo: Weizenmehl 36 bis 38,50; Roggenmehl 30,25 bis 32,75; Weizenkleie 10; Roggenkleie 11; Viktoria- erbsen 43 bis 50; kleine Speiseerbsen 32 bis 36; Futtererbsen 23 bis 29; Rapskuchen 14,40 bis 14,60; Leinkuchen 19 bis 19,20; Trockenschnihel 9,40 bis 9,70; Soyaschrot 19,30 bis 19,80; Kar- toffelflocfen 18,20 bis 18,80 Mark. Kirchlich? Nachrichten. 3fr. ReligionSgemelnde. Gottesd. f? d.Synagoge lSüdanlage). Samstag, den 25. September 1926. Vorabend 6.00, morgens 8.30, abends 6.20 u. 7.00. Letzte Nachrichten. Das Reichskabinett billigt die Verhandlungen des Reichs- auhenministers. Berlin, 24. Sept. (TU. Drahtmeldung.) Amt- l i ch wird mitgeteilt: 3n der heutigen, unter dem Vorsitz des Reichskanzlers Dr. Marx abgehaltenen Sitzung des Reichskabinetts erstattete der Relchsminister des Aeutzern. Dr. Stresemann, Bericht über die Tätigkeit der deutschen Delegation aus der Völkerbundsversammlung in Gens. Das Kabinett stimmte der Haltung der deutschen Vertreter zu und sprach dem Reichs- auhenminister Dr. Stresemann sowie den übrigen Mitgliedern der deutschen Delegation für die geleistete Arbeit seinen Dank aus. Anschließend berichtete Dr. Stresemann über dcn Inhalt seiner Verhandlungen mit dem französischen Außenminister B r i a n d zur Frage des deutsch- französischen Ausgleichs. Das Kabinett billigte einstimmig und grundsätzlich die Verhandlungen, zu deren Weiterführung ein aus den in Betracht kommenden Ressortministern bestehender Ausschuß gebildet wurde, der dem Kabinett Bericht erstatten soll. Geschustliches. was die Fran vor der Ehe wissen mühte. Was zur täglichen Nahrung gehört, muß gut und gesund [ein. Den Vorzug verdient, was außerdem billig ist. Dies ist bei Quietn der Fall, denn er ist zwei- bis dreimal so ausgiebig wie Bohnenkaffee und Malzkaffee. Bad Tölz. Das beständig gute Wetter in der Nachsaison, die Ermäßigungen in der Kurtaxe und den Bäderpreisen sowie die größere Auswahl in der Unterkunft bei nachlassenden Preisen sichern jedermann einen behaglichen Aufenthalt. W Besondere Gelegenheit für die Tanzstunde: Chevr.-O.-SpangensolL Lack-D.-Spangensch. LXV.-Absatz, schö- 085 L.XV..Abs .hoch- 41)50 nes Modell.......O elegant u. leicht IL Seifenf/od&rv K g / bei den pulvrigen selbsttätigen Wasdimitteln sei mehr im Paket I Das Pakei ist fast zur Hälfte gefüllt mit wertlosen und scharfen Füllmitteln, die keine Seife sind. Perflordagegen ist reinste Seife in Flockenform mit selbsttätiger aktiver Waschkraft. 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