Nr. 197 Erstes Blatt 176. Jahrgang Dienstag, 24. August 1926 Ersch eint täglich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. MonatS'Bezvgrpreis: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Richter« scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. MetzeimAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfitäls-Vuch- und Lleindruckerei R. Lange in Gießen. Weitung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re« klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 207n mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.Tbyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein; für den An« zeigenteil i. Dertr. H. Beck, sämtlich in Gießen. Der Luftverkehr im besetzten Gebiet. Ko b lenz, 23. Aug. (WTB.) Der Reichskommissar für die besetzten rheinischen Gebiete in Koblenz teilt folgendes mit: Nachdem Deutschland und Frankreich sich durch ein besonderes Abkommen gegenseitige Erleichterungen für den Luftverkehr zuge- standen haben, hat nunmehr die Interalliierte Rhein la ndkommission in Koblenz durch ihre Ordonnanz 309 vom 17. August 1926 das bisherige Verbot für deutsche Flieger, das besetzte Gebiet zu überfliegen, aufgehoben. Ferner hat sie die bisher für die besetzten Gebiete suspendierten deutschen Gesetze über die Luftfahrt für die rheinischen Gebiete zugelassen. Von jetzt an dürfen deutsche Flieger also über das besetzte Gebiet fliegen. Eie bedürfen jedoch hierzu der vorherigen Genehmigung der Rheinlandkommission. Diele Erlaubnis wird an Luftverkehrsgesellschaften sunt Betrieb von festen Luftlinien durch eine Kollektivgenehmigung auf den Ramen der Gesellschaft und mit Gültigkeit für bestimmte Zeit erteilt. Einzelne Flieger müssen um eine auf den Ramen des Fahrers lautende Genehmigung bei der Äheinlandkommission nachsuchen. Dies gilt auch für den sogenannten Segelflug. Hier besteht insofern eine Erleichterung, als die Genehmigung für eine Sportgruppe kollektiv erteilt werden kann. Die Errichtung von Flugplätzen bedarf ebenfalls der vorherigen Genehmigung. Freiballonfahrten sind ohne besondere Erlaubnis gestattet. Die Beförderung von Waffen und dergleichen durch Flugzeuge ist verboten. Der Transport und die Beförderung von Bild- gerät muh besonders genehmigt werden. Die militärischen Landungsplätze dürfen nur als Rotlandungsplätze benutzt werden. Die Verordnung 80, durch welche bisher das Ueber- fliegen des besetzten Gebietes für Deutsche verboten war, ist aufgehoben. Der Wortlaut der Verordnung 309 wird alsbald im Mitteilungsblatt des Reichskommissars veröffentlicht werden, das durch alle Postanstalten zu beziehen ist. Das Arbeitsprogramm des Völkerbundes. Genf, 23. Aug. (WB.) Der Völkerbundsrat totrb am 2. September in Genf zu seiner 41. Tagung zusammentreten, die während der ganzen Dölrerbundsversammlung dauern wird. Den Vorsitz wird D e n e s ch - Tschechoslowakei führen. Dem Völkerbundsrat wird in dieser Tagung der Bericht der von ihm eingesetzten Kommission zur Prüfung der Reorganisation des Völkerbundsrates, die bekanntlich am 30. Aug. in Genf zusammentreten wird, vorgelegt werden. Unter den übrigen Punkten der vorläufigen Tagesordnung sind zu erwähnen die Berichte über die Arbeiten der verschiedenen Kommissionen, die seit der Juni-Session des Völkerbunds- rates getagt haben. Der Völkerbundsrat wird ferner Kenntnis nehmen von den Schluhberichten der Völker- b u nd s ob e r kom m i s s a r e in Wien und Budapest, die ihre Tätigkeit gemäfj den in der letzten Session des Rates gefällten Beschlüssen eingestellt haben. Des weiteren wird sich der Völkerbundsrat mit der Frage der Ansiedlung der griechischen und bulgarischen Flüchtlinge beschäftigen, die finanzielle Lage der freien Stadt Danzig prüfen und über die Maßnahmen beraten, welche die Regierungskommission für das Saar gebiet zur Sicherung der Transport- und Transitfreiheit auf den Eisenbahnen des Saargebietes ins Auge faßt. Auf Ersuchen der Vertreter Grohbritan- niens, Frankreichs und Japans als Unterzeichner der Memeler Konvention wird der Völkerbundsrat ebenfalls über eine Denkschrift des Landtages des Memeler Gebietes beraten. Die litauische Regierung wurde eingeladen, die ihr wichtig erscheinenden Bemerkungen in dieser Angelegenheit einzureichen. Abbröckeln -es englischen Bergarbeiterstreiks London, 23. Aug. (TU.) 3m Bergbau wird diese Woche beherrscht durch die Arbeitswiederaufnahme in den Mid land - bezirken und den Anstrengungen der Bergarbeitergewerkschaft durch Unterstützung der örtlichen Dergarbeiterverbände der Bewegung, die über das Wochenende bemerkenswerte Ausmaße erreicht hat, Einhalt zu gebieten. Die Propa- gandasahrten Cooks und der anderen Führer durch die Grubenbezirke haben eine wesentliche Beruhigung ausgelöst. Man erwartet, daß heute 50 bis 75 Prozent der Bergarbeiter in einigen der größten Gruben in Rottinghamshire und Derbyshire die Arbeit wieder aufnehmen werden. Allgemein ist man der Auffassung, daß dadurch die Bergarbeiter in Warwickshire und Staffordshire ermutigt werden würden, in größerer Anzahl als bisher, der Sewerkschafts- parole nicht mehr zu folgen. Cs wird für möglich gehalten, daß die Bergarbeitergewerkschaft innerhalb der nächsten Tage in den westlichen Gebieten bedeutende Teile ihrer Anhängerschaft verliert. Cook erklärt, daß der Bergarbeiterunterausschuh am Dienstag tage.. Man solle den Arbeiterführern nur vertrauen und man werde sehen, daß die Sache zu einem guten Ende führen werde. Der Umsturz in Griechenland. Durch eine Militärrevolte ist Pangalos und seine Regierung gestürmt worden, nachdem er verschiedene Versuche hierzu im Laufe der letzten Monate mit großer Energie und Rücksichtslosigkeit niedergeschlagen hat. Daß auch er eines Tages auf diese Weise von feiner Höhe fjerab- stürzen würde, war vorauszusehen, denn Griechenland ist das typische Land der Militärrevolten und der Aufstände. Rur Portugal mit seinen Revolutionen und Revolutiönchen übertrifft es noch. Seit dem Herbst 1922, als die griechische Armee in Kleinasien ihre entscheidende Niederlage erlitt, ist Griechenland innerpolitisch nicht mehr zur Ruhe gekommen. Rach dem Zusammenbruch der griechischen Kampffront im türkisch-griechischen Krieg meuterten Heer und Marine gegen die Zivilregierung, der die mili- tärischen Führer mangelnde Voraussicht und die Hauptschuld am Zusammenbruch vorwarfen. König Konstantin muhte abdanken und der Ministerpräsident ® unarid verblutete mit seinen Ministerkollegen, zum Tode verurteilt, unter den Kugeln ber Revolutionssoldaten. Der nun folgende innerpolitische Kampf richtete sich vor allem gegen die Monarchie, und am 25. März 1924 wurde die Republik ausgerufen. Es wechselten jetzt schnell die Kabinette, die alle von der sehr starken Militärpartei abhingen. Die Generale leiteten die Politik, jedoch war eine einheitliche Stellungnahme unter den sich scharf gegenüberstehenden Militärparteien auch nie zu erreichen, so daß sich die einflußreichsten Generale meist feindlich gegenüberstanden. Der schwachen Regierung Michalokopu- l 0 s machte am 25. 3unt v. 3s. der General Pangalos ein Ende, indem er sie einfach zum Rücktritt aufforderte. Die Garnison Saloniki und der größte Teil der Marine schloß sich ihm an. Damit blieb dem Kabinett nichts anderes übrig als zurückzutreten. Staatspräsident war damals K 0 n d u r i 0 t i s. der jetzt wieder seinen früheren Posten einnehmen soll, nachdem ihn Pangalos davon vertrieben hatte. Auch der neue Ministerpräsident, der Hauptführer der Militärrevolte gegen Pangalos, Kondhlis, gehörte dem Kabinett, das damals von Pangalos gestürzt wurde, als 3nnenminifter an. Die Hauptführer der Ilmsturzbewegung gegen Pangalos finb mithin die Anhänger und Mitglieder des letzten verfaffungsmähigen Zivilkabrnetts, wie es vor dem Staatsstreich Pangalos' bestand. Die neue Regierung hat bereits erklärt, daß sie die alten verfassungsmäßigen Zustände im Lande wieder Herstellen will, und daß sie mit allen diktatorischen Regierungsmethoden Pangalos brechen wird. Der letzte Umschwung in Griechenland bedeutet mithin eine Rückkehr zum Parlamentarismus, der anscheinend wieder mehr Anhänger in Griechenland gewoirnen hat, nachdem man über ein 3ahr die Gewaltherrschaft Pangalos' ertragen hat. Der griechische Diktator hat seine Macht rücksichtslos ausgebeutet und mit all seinen Gegnern aufgeräumt, die entweder fliehen oder in die Gefängnisse wandern muhten. Die Pressefreiheit wurde völlig unterdrückt, und auch sonst war niemand seines Lebens sicher. Als er sich im Frühjahr ds. 3s. zum Präsidenten wählen lieh, erflärte er, daß er die verfassungsmäßigen Rechte des Volkes achten und bald Reuwahlen vornehmen lassen werde. Richts davon wurde jedoch verwirklicht. Zunächst glaubte man. daß Pangalos durch energische Maßnahmen die Währung stabilisieren und die wirtschaftlichen Verhältnisse bessern werde. Das Heer und die Marine hofften auf eine Verbesserung der Verpflegung und der Besoldung, da diese unter den früheren Regierungen sehr schlecht waren und oft zur AnzusriedenhÄt unter den Truppen Anlaß gegeben hatten. Man toartete zunächst einige Zeit, und als man sah, daß auch Pangalos es nicht schaffte, lieh die Begeisterung! für ihn immer mehr nach. Man sagte sich, daß es bann schon besser fei, wieder eine parlamentarische Regierung zu schaffen, unter der man doch! gemütlicher leben konnte, als unter der Diktatur. Mit dem letzten Militärputsch scheint die Diktatur in Griechenland wieder einmal abgewirtschaftet zu haben. Die Lage in Athen. London, 23. Aug. (WTB.) Wie aus Athen gemeldet wird, Haden der Sturz des Generals Pangalos und des von ihm geschaffenen Regims zusammen mit den Aeußerungen des Generals Kondylis die Börse günstig beeinflußt. Das Pfund fiel an der Börse heute vormittag um etwa siebzehn Punkte und zeigte Bestrebungen, noch weiter zu fallen. Die Zeitungen nehmen die wiedergewonnene Pressefreiheit wahr, um mehr als 300 mehr oder weniger irreguläre Verträge betreffend die Vergebung von Arbeiten im öffentlichen Interesse an bestimmte Unternehmungen aufzuzählen. Durch die einzuleitenden Untersuchungen würde es sich ergeben, daß es sich um einen wahren Skandal handele. 3n einer offiziellen Erklärung der Agentur d'Athönes heißt es: Gestern abend brandmarkte in einer großartigen Kundgebung das Athener Volk die abscheuliche Tyrannei und faste einen Beschluß, der eine verdiente Strafe gegen diejenigen fordert, die die heiligen Rechte des Volkes vergewaltigten. General Kondylis betonte in einer Rede, fein Ziel fei die vollständige Wiederherstellung der bürgerlichen Freiheiten und die Rückkehr des Landes zu einem normalen Zustand. In Saloniki und anderen Städten haben Volksversammlungen ähnliche Beschlüsse ge- faßt. Die Verhaftung des Diktators. Ein mißglückter Fluchtversuch. Athen, 23. Aug. (TU.) Der auf der Insel Spetsai, wo er zum Sommerurlaub weilte, verhaftete Diktator Pangalos wurde zunächst, nachdem er vergeblich versucht hatte, in einem Flugzeug zu entkommen, an Bord des Kreuzers „Pergamon" gebracht, der sofort in See ging. Es gelang jedoch Palangos, den Kommandanten des Kriegsschiffes auf feine Seite zu bringen, worauf mehrere Kreuzer und Flugzeuge die Verfolgung des „Pergamon" ausnahmen. Rach mehrstüydiger Verfolgung wurde die „Pergamon" erreicht und nach vergeblicher Aufforderung, sich zu ergeben, beschossen. Rach kurzem Gefecht gelang es der „Pergamon", ihre Fahrt fortzusetzen bis der schnelle und mit starken Geschützen versehene Kreuzer „Leon" sie abermals stellte. Jetzt erst sah der Kommandant die Vergeblichkeit der Flucht ein und e r - gab s i ch. Pangalos wurde verhaftet und an Bord des Kreuzers „öeon" gebracht, der in der Nacht in Keratfini eingetrofjen ist. Als das Automobil, in dem Pangalos nach Athen zurückbefördert wurde, das Flüchtlings- viertel durchfuhr, versuchte die Menge den ehemaligen Diktator zu lynche n. Es gelang den Begleitmannschaften nur mit Mühe, den ehemaligen Diktator zu schützen und den Weg freizumachen. Der Frau des Generals ist es ebenfalls nicht gelungen, ins Ausland zu entkommen. General Kondylis erklärte Pressevertretern, daß gegen alle für den Sturz der früheren Regierung Verantwortlichen, also auch gegen Pangalos, unverzüglich ein Gerichtsverfahren eingeleitet werden würde. Eine besondere Kommission werde die Verentwortlichkett des Generals Pangalos und seiner Minister zu untersuchen haben. Die Verhafteten befinden sich im Minlsterpräsidium, wo sie scharf bewacht werden. Pangalos wird mit den ehemaligen Ministern Tavoularis, Tantalidis und anderen wegen gemeiner Verbrechen von dem Obersten Gerichtshof abgeurteilt werden. Pariser Pressestimmen. Paris, 23. Aug. ($11.) lieber den Staatsstreich in Griechenland schreibt der „Gaulois": Griechenland sei mit der Abdankung des monarchischen Regimes in einer dauernden revolutionären Bewegung. Zum Unglück für Griechenland hätten seine neuen Herren weder die Autorität eines Monarchen, noch die Fähigkeiten eines Mussolmi. Pangalos habe allerdings durch energische Maßnahmen bte Aufmerksamkeit Europas erweckt. Er habe schließlich durch Zwangsmaßnahmen die Unterdrückung der Pressefreiheit und durch die Beseitigung seiner politischen Gegner den Unwillen des Volkes gegen sich erregt P er tina x schreibt, der griechische Diktator erleide Schiffbruch, weil er geschwankt habe, ein großes Spiel zu machen. Er habe zwar die Verfassung aufgehoben, die Nationalversammlung vertagt und die Wahlen zum Senat und zur Verfassung auf unbestimmte Zeit aufgeschoben, aber diese Reihe von Maßnahmen sei von Kompromißversuchen häufig unterbrochen worden. So habe Pangalos noch versucht, die Anhänger Venizelos mit seinem Regime auszusöhnen, ebenso wie die früheren Royalisten. Vor kurzem noch habe er die Ministerpräsidentschaft einem eifrigen Anhänger von Venizelos angeboten. Der „Temps" schreibt: Wenn die Diktatoren gegen jede Vernunft und gegen jedes Recht die Gewalt in ein Regierungsshftem zu bringen sich anschickten, hätten sie schließlich gegen sich die Koalition sämtlicher nationalen Rankünen. Das sei in Griechenland der Fall gewesen. Die Armee habe Pangalos zum Diktator erhoben, die Armee habe ihn wieder gestürzt. Sein Sturz sei um so tiefer, je schneller fein Ausstieg erfolgt sei. Rie- mand könne gegenwärtig sagen, welches das Regime von morgen sein werde. Es sei aber höchste Zeit, daß das griechische Volk sich auf- raffe und sich bemühe, seiner politischen Or° ganifation solide und dauerhafte Grundlagen zu geben. Das „Journal des Debats" erklärt, nichts stehe auf schwächeren Füßen als eine Diktatur, die sich einzig und allein auf das Heer stütze. Die Militaranarchie fei d i e gefährlichste Form der Unordnung. Die griechischen Politiker seien wegen ihrer Unfähigkeit und ihrer Streitigkeiten zum großen Teil an den Mißständen in Griechenland schuld. Pagalos hätte an die demnächstige Wiedereinführung eines normalen Regimes denken müssen. Er habe aber leider für seinen eigenen Gewinn und für den einer kleinen Airzahl Anhänger gearbeitet, deren Gefangener er bisweilen gewesen zu sein scheine. Er habe kein Programm gehabt. Die Tatsache, daß General Condylis den früheren Präsidenten der Republik zurückgerusen habe, erlaube die Hoffnung, daß er die Absicht habe, rasch zur verfassungsmäßigen Legalität zurückzukehren. Griechenland werde sich nur dann wieder erheben, wenn es aus der Aera des Pronunciamenw herauskomme. Der Katholikentag zum Reichsschulgesetz. B r c s I a u , 23. Aug. (WTB.) Reichskanzler Dr. Marx wies in einer Versammlung der katholischen Schulorganisationen auf die Notwendigkeit hin, das in der Verfassung geforderte Reichsschulgesetz zu schaffen, um eine Grundlage für Ordnung und Frieden im Schulwesen zu erhalten. Das Ziel und die Grundforderung sei die ganz eindeutige und klare Anerkennung der Gewissensfreiheit und des Elternrechtes. Auf dieser Grundlage müsse eine Verständigung und friedliche Lösung der Schulfrage erreicht werden, dann erhalte von selbst die Bekenntnisschule freie Bahn. Die Schulorganisation nahm dann einstimmig eine Entschließung an, in der die Erwartung ausgesprochen wird, daß die Reichsregierung alsbald den angekündigten neuen Entwurf zum Reichsschul- gesetz den parlamentarischen Körperschaften vorlegt, und betont wird, daß dieses sich auf den Grundsätzen der Gewissensfreiheit und des Elternrechts aufbauen müsse. Der Bekenntnisschule müsse vollständige Gleichberechtigung mit jeder anderen «chulart und volle Entwicklungsfreiheit in allen deutschen Ländern gewährleistet werden. Der katholische Religionsunterricht sei in Uebereinftimmung mit den Grundsätzen der katholischen Kirche in ihrem Auftrag und unter ihrer Leitung zu erteilen. In weiteren einstimmig angenommenen Entschließungen wird verlangt, daß der Religionsunterricht a u ch in den Lehrplan der Berufsschule eingegliedert und unverzüglich alle Hemmungen beseitigt werden, an denen bisher die Ausgestaltung des Religionsunterrichtes in der Berufsschule scheiterte. In einer anderen Entschließung werden alle Organe der Schulverwaltung in Reich, Ländern und Gemeinden ersucht, durch ausreichende Mittel den stellenlosen Lehrernachwuchs geistig und beruflich leistungsfähig zu erhalten. Außerdem wurde eine Entschließung angenommen, worin zum Schutze der Jugend und zum Wohle des Dolles die alsbaldige Verabschiedung des dem Reichstage vorliegenden Gesetzes zur Bewahrung der Jugend vor Schund und Schmutz gefordert wird. Im Lichtspielwesen müsse künftig mehr als bisher den großen christlichen Volksorganisationen die Möglichkeit zu fruchtbringender Mitarbeit gewährt werden. Kompromiß in Mexiko. Vor der Beilegung des Kulturkampfes. Mexiko, 23. Aug. (Wolff.) 3n dem vom Episkopat über die mit dem Präsidenten Calles geführten Verhandlungen veröffentlichten Kom- munigue heißt es: Die Feinde der Religion warfen dem katholischen Episkopat vor, daß es die Katholiken gegen die Behörden aufreize, daß es die Tättgkeit der Regierung hindere und den ausländischen Einfluß zu dem Zwecke geltend zu machen suche, die das Land beunruhigende teU- giöse Frage durch eine 3ntervention zu regeln. Hm solchen ungerechtfertigten Darstellungen den Boden zu entziehen, haben der Erzbischof R u i z und Bischof Diaz den Präsidenten Calles ausgesucht und haben chm gegenüber Einspruch gegen solche Vorwürfe erhoben. Die Unterredung mit dem Präsidenten verlief völlig zufriedenstellend. Durch diesen Meinungsaustausch wurde Klarheit über verschiedene Punkte der Entwicklung der Lage geschaffen. Die Dertteter des Episkopats brachten noch einmal zum Ausdruck, daß sie alle gesetzlichen Mittel anwenden wollen, um ein verfassungsmäßiges Amendement zu den den katholischen Glauben berührenden Arti- keln und Vorschriften zu erreichen. Der Präsident brachte den Vertretern des Episkopats gegenüber zum Ausdruck, daß ec bereits in der Presse erklärte, die Registrierung der Priester verfolge rein administrative Zwecke. Die Regierung habe nicht die Absicht, sich in das Dogma ober sonstige die Religion betreffenden Angelegenheiten einzumischen. Mit dieser Erklärung nehmen wir an, daß das von uns seinerzeit vorgeschlagene Verfahren erfüllt wird. Der Wideraufnahme des Gottesdienstes stehen Hinderungsgründe nicht mehr im Wege. Zugleich erwarten wir die endgültige Wiederherstellung der Freiheit, die nach unserer Meinung durch verschiedene gesetzliche Vorschriften verletzt ist. 3n der Oeffentlichkeit ist man jetzt überzeugt, daß es sich nunmehr nur noch um die Frage der Ausarbeitung von Einzelheiten handelt und daß die Aufhebung des Boykotts und die Wiederauf nähme des Gottesdienstes sowie die Rückkehr zum normalen religiösen und wirtschaftlichen Leben nicht auf sich warten lassen werde. Zu dieser lleberzeugung ist man dadurch gelangt, daß man glaubt, Präsident Calles und die von ihm empfangenen Prälaten wären niemals einander von Angesicht zu Angesicht in so freundschaftlicher W. >? gegenübergetreten, wenn nicht vorher Sicherheit en dafür geschaffen toären, daß ein Hebercintommen möglich ist. Vertreter der Finanzwelt haben der Regierung gegenüber erklärt, daß durch die Lage dec mexikanische Kredit in b:r ganzen Welt bedroht werde. Eleichzeittg gab das mexikanische Volk auf verschiedene Art und Weise deutlich zu erkennen, daß es mit der Lage nicht einverstanden sei. So wurde der Regierung sowohl wie der Kirche der Ernst der Lage zu verstehen gegeben, so tour' 2. wie man annimmt, der jetzt offenbar erreichte Kompromiß in erheblichem Maße vorbereitet. Ein besonderer Ausschuß von zehn Erzbischöfen und Bischöfen aus verschiedenen Teilen ...ckiios beschäftigt sich mit der vom Splstopai im -Kirchen st reit weiter einzunehmenden Haltung. Wie verlautet, hat der Ausschuß durch Vermittlung des päpstlichen Legaten Curuana In Har maa dem Vatikan einen eingehenden Bericht drahtlich übermittelt. Wie angenommen wird, werden alle weiteren vom Episkopat in der Frage der Registrierung der Geistlichen und der Wiederaufnahme des Gottesdienstes zu unternehmenden Schritte von der Antwort des Pap st es abhängen. Der Plan, entsprechend der Anregung des Präsi- dentm Calles eine Abänderung der auf die Kirche bezüglichen Verfassungsartikel anzustreben, besteht in bischöflichen Kreisen unverändert fort. Von Persönlichkeiten, die der hohen Geistlichkeit und der Regierung nahe- stehen. wird versichert, daß der versöhnliche Geist, der im wesentlichen die Konferenz zwischen Calles und den Prälaten beherrscht habe, geeignet sei. zu einem Hebereinkommen zu führen, bei dem beide Teile ihre Würde gewahrt wissen könnten. Japans neue Auswandemngs- politik. Tokio, 23. Aug. (WTD.) Ein Mitglied des japanischen Auswärtigen Amtes erklärte, Japan habe seine gesamte Auswanderungspolitik urnge st osten, nachdem es die Zwecklosigkeit und die Torheit seiner früheren Bemühungen, seine Bevölkerung dorthin zu senden, wo sie nicht gewünscht werden, eingesehen habe. Japan beabsichtige in Zukunft Hokkaido, Formosa und seine anderen Besitzungen zu k o l o nist e r e n. Es beabsichtige jedoch nicht, Auswanderer nach Australien, Kanada oder anderen Ländern zu entsenden, da es erkenne, daß seine bisherige Politik viel Schwierigkeiten und viel Verstimmung verursacht habe. Iapans Politik sei jetzt, den Handel mit anderen Ländern, insbesondere denen im Süd-Pacific zu verbessern, Industrielle und Fabrikanten zu ermutigen. sich auf die Herabsetzung der Kosten zu konzentrieren, die Qualitäten zu verbessern und eine riesige Ausfuhr aufzubauen. Die Vorlage, die das Cinwanderungsprogramm nach Hokkaido enthält, wird dem Landtag in seiner kommenden Tagung vorgelegt werden. Einberufung des Auswärtigen Ausschusses. Berlin. 23. Aug. (TU.) Der Auswärtige Ausschuß des Reichstages ist von seinem Vorsitzenden Herat nunmehr endgültig auf Donnerstag, 26. August, 10 Uhr vormittags, einberufsn worden. Auf der Tagesordnung steht: Entgegennahme einer Erklärung der Reichsregierung über d i e gegenwärtige außenpolitische Lage. Das neue Waffengesetz. Berlin, 24. Aug. (WTB. Funkspruch.) Wie eine Korrespondenz mitteilt, wird der Entwurf des neuen Gesetzes über Schießwaffen und Schießbedarf einige wichtige Erweiterungen erfahren. Während bisher nur für die Führung von Schußwaffen an öffentlichen Orten ein Waffenschein erforderlich war, wird nunmehr der Besitz von Waffen überhaupt von der Erteilung einer Lrlaubnis abhängig gemacht. Auch Kleinkaliberbüchsen dürfen nicht ohne Waffenschein erworben werden. Außerdem werden die Führung von Kleinkaliberwaffen durch politische Organisationen sowie das Abhalten von Schießübungen in militärischer Form verboten '-werden. Aus aller Welt. Der Anschlag ans den Kölner v-Zug noch nicht aufgeklärt. Berlin, 24. Aug. (WTB. Funkspruch.) Rach Blättermeldungen aus Hannover erklärte Oberstaatsanwalt Dr. Stelling, der die Ermittelungen zur Aufklärung der Ursache der Eisenbahnkata- ströphe bei Leiferde leitet, daß sowohl in einigen Fällen der Verdacht einer Täterschaft bestehe, der oder die Täter seien aber noch nicht ermittelt worden. So wurde in Grußendorf, Kreis Gifhorn, am Sonntagabend der frühere Händler W. N. festaenommen. Er wird von einem Arbeiter namens Mohle aus Essen bezichtigt, das Eisenbahnattentat bei Leiferde verübt zu haben. Mohle selbst konnte fein Alibi nachweisen, wahrend W. Ns. Alibi nicht einwandfrei war. Er behauptet, in der fraglichen Nacht bei feinen Eltern in Hannover zu Besuch gewesen zu sein. Die beiden Genannten kennen sich vom Zuchthaus her. Der Händler befindet sich noch in Haft. 1000 Mark Belohnung für den Weichensteller von Leiferde. Bekanntlich hat gelegentlich Des Anfalles bei Leiferde der auf dem Block Ar. 169 diensttuende Weichensteller Klausmann durch seine Geistesgegenwart verhindert, daß ein von Hannover kommender Zug in den entgleisten Zug hineinfuhr. Klausmana brachte den nur noch etwa zwei Kilometer entfernten Zug dadurch zum Halten, daß er in peinlicher Ausführung seiner Dienstvorschriften das bereits auf Frei stehende Signal auf Halt stellte und dem Zug entgegenlief. Von der Verwaltung der Reichsbahn wurde dem Weichensteller für sein umsichtiges Handeln die Anerkermung ausgesprochen. Er erhielt eine besondere fiel« stungszulage in Höhe von 1000 Mark. 6ifenbahnunfä(Ie in Frankreich. Infolge falscher Weichenstellung ist der Ekpreßzug von Cette nach Rimes auf Öem Bahnhof Montpellier mit einem Per- sonsnzug zusammengestoßen. Der Zugführer konnte noch im letzten Augenblick bremsen, doch war der Stoß so stark, daß elf Passagiere in den beiden Zügen verwundet wurden Ein anderer schwerer Unfall trug sich auf der Strecke Lille—Paris zu. Der Führer des Eilzuges, der einen Defekt an der Lokomotive entdeckt hatte, stieg auf den Tender. In demselben Augenblick durchfuhr der Zug eine Drücke. Dabei wurde dem ZuMhrer der Kopf vom Leibe gerissen. Die Torheit des Ueberholens. Bei Alsheim rannte in dem Augenblick als ein mit zwei Personen besetztes Motorrad einen Personenkraftwagen überholen wollte, der Lenker des Motorrades in eine Gruppe Radfahrer, die einen Pfungstädter Radfahrerverein cmgehörte und sich auf einer Aus flugtour befand, hinein. Dabei wurde ein Ra:, fahrer derart unglücklich angefahren, daß er mit voller Wucht gegen einen Baum geschleudert wurde und jetzt feinen Verletzungen erlegen ist. 50 000 Kraftwagen in Berlin. Im Verkehrsamt Charlottenburg wurde D)n- nerstagmittag das 50 000. Kraftfahrzeug abgenommen. Dor dem Kriege gab es in Berlin: rund 10 000 Kraftwagen, so daß sich also die Anzahl der Automobile in Berlin seitdem verfünffacht hat. vier Opfer der Berge. Die im Ferienheim des Deutschen Verbandes für Jugendwohlfahrt bei Mittersill (Salzburg) zum Sommeraufentholt weileitden 18 Realschüler unternahmen am 19. August einen Ausflug. Einige Schüler machten während einer Rast auf eigene Faust eine Exkursion, wobei ein Realschüler aus Bonn tödlich a b st ü r z t e. Seine Leiche wurde geborgen. — In den Kaunser Bergen bei Innsbruck ist ein 29jähriger Betriebsleiter einer Münchener Firma tödlich verunglückt. — Der Obmann der Wiener Sektion des Deutsch-Oesterreichischen Alpenvereins, Schattauer, mit Sohn und Tochter ist in eine Gletscherspalte des Venediger-Gebiets abgestürzt. Der Sohn war tot. — Der 50jährige Graveur William Hartwig aus Berlin ist bei einem Aufstieg im Glöckner gebiet tödlich verunglückt. Auf dem Uebergang vom Klein-Glöckner zum Groß- Glockner ist er im weichen Schnee ausgerutscht und 700 Meter tief abgestürzt. Die Leiche wurde von einer Führerexpedition völlig zerschmettert aufgefunden. Ein neuer Höhenflugrekord. Der französische Flieger C a l l i z o hat den von ihm aufgestellten Weltrekord im Höhenflug, der 12 066 Meter betrug, verbessert. Er landete nach 2 Stunden und 25 Minuten auf dem Flugplatz von Le B o u r g e t bei Paris, nachdem er eine Höhe von ungefähr 12 800 Metern erreicht hatte. Die genaue Höhe wird erst nach der Prüfung der Meßinstrumente angegeben werden können. Tagung des Deutschen Forstveceins. Zu der Tagung des Deutschen Forstvereins, welche vom 22. bis zum 28. August in R o st o ck stattfindet, sind etwa 700 Teilnehmer eingetroffen, darunter auch Vertreter der Staatsforstverwal- tungen von Oesterreich, Dänemark, Spanien und Ungarn und zahlreiche österreichische Fachgenossen. Die Bildung einer deutsch-österreichischen Arbeitsgemeinschaft zur Bearbeitung gemeinsamer forstlicher Fragen sowie eines Ausschusses für das koloniale und ausländische Forstwesen wurde in die Wege geleitet. Als Ort der nächsten Mitgliederversammlung wurde Frankfurt a. M. gewählt. Schirokko in Südfkankreich. Aus Montpellier wird gemeldet, daß in Südfrankreich seit drei Tagen ein furchtbarer Schirokko weht. Der größte Teil der Ernte ist bereits verbrannt. Zahlreiche Bäume und besonders die Weingärten haben schwer gelitten. Ein Oberförster unter Mordverdacht verhaftet. Im Schneeberggebiet waren vor einiger Zeit zwei Iäger erschossen aufgefunden worden. Der Verdacht richtete sich anfangs gegen Wilderer. Am Samstag wurden nun, wie die „Rachtausgabe" aus Wien gemeldet, der Oberförster der betreffenden Gutsverwaltung, Reugebauer, und ein Holzarbeiter unter dem Verdacht des Mordes verhaftet. Es heißt, daß sich Reugebauer verschiedener Betrügereien schuldig gemacht hat und u. a. selbst Wilddieberei getrieben haben soll. Aus Furcht vor Strafe soll er die beiden Iäger getötet haben. Aus dem Zimmer der beiden Gelöteten hat er das Tagebuch entfernt, da es für ihn kompromittierende Angaben enthielt. Furchtbare Bluttat eines Trunkenboldes. In einem Dorfe bei Amiens hat ein dem Trünke ergebener Witwer in einem Anfall von Säuferwahnsinn seine drei schlafenden Kinder im Alter von 5 bis 14 Iahren und feinen 74jährigen Schwiegervater ermordet. Darauf erhängte er sich selbst. , Zwölf chinesische Bankiers hingerichlet. „Daily Mail" berichtet aus Tokio, Marschall Tschangtsolin habe am Donnerstaa 12 chinesische Bankiers, darunter sieben Millionäre, hinrichten lassen, weil sie seinen Befehl, daß Banken in der schwer entwerteten mandschurischen Währung nicht spekulieren dürfen, nicht befolgt hätten. Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 24. August 1926. Ausbau der Lahnkanalisierung. Die langjährigen Bemühungen des Lahnkanal- oereins und der Behörden und Interessenten, die mit ihm zusammen fidj. für den Ausbau der unfertigen Lahnkanalisierung einsetzten, haben endlich den Erfolg gezeitigt, daß zunächst das untere Ende, etwa 70 Kilometer von der Mündung bis Steeden, oberhalb Limburg in Angriff genommen wird. Die Mittel dazu, 4,2 Millionen Reichsmark, find gesichert. Die Arbeiten an den drei Scyleusenbauten sind bereits vergeben. Die Staustufe Dausenau fällt an die Firmen Peter Bauwens, Köln, und Heinrich Redemann, Düsseldorf, die sich dafür zusammengeschlossen haben, die Staustufe Nassau an die Firmen Dycker- Hoff & Widmann, Biebrich, und Polensky & Zöllner, Köln, und die Staustufe Diez an Philipp Holzmann, Frankfurt a. M. Die Oberleitung und Aussicht über alles hat das Wasserbauamt Diez. Mit den Bauten wird unverzüglich begonnen und wohl mindestens 600 bis 700 Erwerbslose beschäftigt werden. Die Unternehmerfirmen dürften nur solche Erwerbslose anstellen, die durch den zuständigen Kreisarbeitsnachweis ihnen überwiesen werden. Es steht zu erwarten, daß mit der Vollendung des Ausbaues zu Ende des nächsten ober Anfang übernächsten Jahres ein erheblicher wirtschaftlicher Aufschwung im engeren und weiteren Bereich des neuen Kanals eintreten wird. Denn die Bodenschätze Nassaus bedürfen nur einer billigen Absuhrmöglich- feit, um namentlich im rheinischen Jnoustrierevier und Holland verstärkte Abnahme zu finden. Das jetzt in Angriff genommene Stück des Kanals reicht vorn Rhein nur bis zum ersten Verkehrszentrum an der Lahn, dem Limburger Becken mit feinem bedeutenden Eisenbahnknotenbank. Die weitere Aufgabe wird die Ausdehnung über Weilburg b>s zum zweiten Berkehrszentrum um Wetzlar— Wiegen mit dem oberhesfischen Hinterland fein. Der Verkehr von dort ist stärker zu schätzen, als auf der unteren Lahn, und auch bei ihm dreht es sich oor allem um Steine und Mineralien, deren Versand mit der Reichsbahn an der Frachthöhe scheitern, so daß also durch den Kanal ein neuer Verkehr ae- schafien wird. ” (yuKcsier ÄsochenMcrrrLpret»c. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Butter 190, Matte 30 bis 35, Käse (10 Stück) 60 bis 80, Wirsing 10 bis 15, Weißkraut 8 bis 10, Rottraut 20, gelbe Rüben 10 bis 15, rote Rüben 10, Spinat 25, Römischkohl 5 bis 10, Dohnen, grüne 15 bis 18 do. gelbe 20 bis 25, Unter-Kohlrabi 6, Erbsen 30, Tomaten 20 bis 50, Zwiebeln 15 bis 20, Meerrettich 80, Rhabarber 20, Kartoffeln 5, Frühäpfel 20 bis 25, Falläpfel 8, Birnen 10 bis 25, Zwetschen 25 bis 35. Mirabellen 20 bis 40, Honig 35, junge Hahnen 90 bis 100, Suppenhühner 100 bis 120, Preiselbeeren 60; das Stück: Eier 13 bis 14, Blumenkohl 50 bis 120, Salat 5 bis 15, Salatgurken 10 bis 50, Einmachgurken 2 bis 4, Endivien 12, Ober-Kohlrabi 5 bis 10, Rettich 5 bis 20 Pfennig. Bornotizen. Lageskalender für Dienstag. Stadttheater: 8 Hhr, Gastspiel des Dad-Rau- heimer Kurtheaters, „Die spanische Fliege". — Iungdeutscher Orden: Druderabend. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Wiskottens". — Astoria-Lichtspiele: „Das Abenteuer im Racht- expreh". — Sonderkonzerte. Man schreibt uns: Für das am Mittwochabend im Philosophenwald angekündigte 3. Sonderkonzert unserer Militärkapelle hat Obermusikmeister Gober einen Operettenabend gewäh.t. Es werden daher nur Ouvertüren, Fantasien, Melodien, Walzer usw. aus Operetten gespielt werden. Gin Besuch ist sehr zu empfehlen, zumal es sich um leichte und zumeist bekannte Melodien handelt. Das Konzert findet voraussichtlich im Saal statt (Streichmusik). Bei guter Witterung ist Blasmusik im Freien vorgesehen. ** Blaue Jungens in Gießen. Von dem Marineverein Gießen wird uns zu dem Fußballwettspiel zwischen der Fußballmannschaft des Linienschiffs Hessen und dem V. f. B. folgendes geschrieben: Das Linienschiff Hessen, im Jahre 1911 in Dienst gestellt, gehört der Braunschweigklasse an. Während des Weltkrieges hat es sich an fast allen Seegefechten und Unternehmungen, besonders an der Schlacht am Skagerrak beteiligt und ausgezeichnet. Seit jeher bestand zwischen allen Gliedern der Besatzung bestes Einverneymen. Aus diesem Grunde erklären sich auch die Höchstleistungen der Besatzung, besonders auch in sportlicher Hinsicht. Der Backbord- kutter war in früheren Jahren 4 Jahre lang Sieger im Kaiserpreispullen; ja er galt während dieser Zeit als das schnellste Ruderboot der Welt. Die Fußballspieler, die sich des besten Rufes im In- und Auslande erfreuen, waren schon im Jahre 1912/13 Meister der Hochseeflotte. Auch wollen wir nicht unerwähnt lassen, daß von der Besatzung des Schiffes mit veralteter Takelage in einer Stunde, als Höchstleistung ihrer Schiffsklasfe, 850 Tonnen Kohlen übernommen wurden. (Siehe heutige Anzeige. £ Eine Sanitätsübung größeren Stils veranstaltete am Sonntag gegen Abend die Kolonne Gießen des Arbeiter-Samariter-Bundes. Der Hebung lag folgende Annahme zu Grunde: In der Röhe des Philosophenwaldes mußte ein Flugzeug eine Rotlandung vornehmen und fuhr dabei in das zahlreich anwesende Publikum (im Philosophenwald-Restaurant fand gerade eine Veranstaltung statt), wobei eine größere Anzahl Schwer- und Leichtverwundeter zu verzeichnen waren. Aus dem Trieb fanden die leichtathletischen Wettkämpfe gerade ihren Abschluß, die dort beschäftigten Samaritermannschaften leisteten die erste Hilfe. Hm 6.25 Hhr wurde das Depot in der Walltorstraße zur weiteren Hilfeleistung angerufen. Bereits um 6.34 Hhr trafen die Mannschaften mit Auto, Tragbahren und dem notwendigen Verbandsmaterial an der Hn- fallstelle ein. Hüter der Leitung des Kolonnenarztes Dr. Siegfried Klein wurden zunächst die „Schwerverwundeten" sachgemäß verbunden und mit dem Auto nach dem Schuhenhaus gebracht, das als Krankenhaus angenommen war. Das zurückkehrendc Auto brachte dann auch den Rest der Verunglückten nach dem Krankenhaus. Sämtliche Arbeiten, wie das Anlegen der Verbände und der Transport der 18 Verwundeten, wurden sachgemäß und zur vollsten Zufriedenheit ausgeführt. Dies und die schnelle Bereitschaft der Kolonne bewiesen ihre zuverlässige Hilfeleistung im Ernstfälle. Hm auch die Möglichkeit des Richtvorhandenseins von Tragbahren zu üben, war angenommen worden, daß diese bei dem angenommenen Hnglück nicht ausreichten, und es wurde eine solche aus Aesten und sonstigen Behelfsmitteln angefertigt. Die Hebung, bei der nach Möglichkeit der Charakter der Wirklichkeit gewahrt wurde, sand bei den recht zahlreichen Zuschauern vollste Anerkennung. = Dom hessischen Tierschuhverein. Der Tierschuhverein für Hessen wird seine diesjährige Hauptversammlung am 13. September in Bingen abhalten. Die Tagesordnung bietet außer den geschäftlichen Gegenständen einen Dortrag mit anschließender Aussprache über ein Thema aus dem Gebiete des Raturschuhes, insbesondere des Vogelschutzes. WER. Vorsicht vor Giftpflanzen! Ieht xst wieder die Zeit, wo verschiedene gefährliche Giftpflanzen, z. B. Bilsenkraut, Rachtschatten, Stechapfel, Cisenhut, Tollkirsche, gefleckter Schierling, Hundspetersilie usw. reifen. Da die Kinder die Samenkapseln und Beeren dieser Pflanzen gern zu ihren Spielen verwenden, kann leicht ein Hnglück geschehen. Die Eltern sollten daher den Kindern einschärfen, nichts zu genießen, als was ihnen von Erwachsenen gereicht wird. Schon eine Deere des Rachtschattengewächses z. B kann den Tod eines Kindes herbeisühreii. WSR. Ein gutes Hasenjahr. 1926 soll ein außerordentlich gutes Hafenjahr sein. Zu zweien, dreien und vieren begegnen- einem diese Tiere iir Wald, Flur und Feld, und zwar nicht abgemagert, wie es in manchen trockenen Iahrgängen der Fall war, sondern wohlgenährt und überaus fett. Das ungewöhnlich milde Frühjahr bis April hat den ersten Wurf sehr begünstigt; während in anderen Iahren infolge strenger Kälte und hesfigen Schneefalls die jungen Häschen zu Dutzenden zugrunde gingen, wurden Heuer die meisten verschont. Schließlich kann man noch auf einen späteren zweiten Wurf rechnen. ** Straßensperrungen. Das Polizeiamt teilt mit: Wegen Neubefestigung wird hiermit die Hälfte der Fahrbahn der R o d h e i m e r Straße zwischen Schützen- und Krofdorfer Straße für jeglichen Verkehr bis auf weiteres gesperrt. — Die Walzarbeiten im Schiffenberger Weg zwischen Erdkauterweg und der Privatstraße zwischen den Fabriken von Bänninger und Gail sind beendet Die untern 12. Juli d. I. erlassene Sperrung des Schiffenberger Wegs wird daher wieder aufgehoben. ** Verlorener Personalausweis. Das Polizeiamt teilt mit: Der dem Polizeiwacht. meister Peter Markert ausgestellte Personalausweis ist verloren gegangen und wird deshalb für ungültig erklärt. Wir haben demselben am 12. d. M. einen neuen Polizeiausweis, der die Nr. 24 trägt, ausgestellt. Personalie. Ernannt wurde am 20. Iult ds. Is der Oberamtsrichter Berthold Rausch in Lich zum Amtsgerichtsdirektor bei dem Amtsgericht Bad-Rauheim. Oberhessen. Landkreis Gießen. X K l e i n - L i n d e n , 23. Aug. Am vergangenen Sonntag hielt der hiesige Kriegerverein eine Mitgliederversammlung ab, welche sehr gut besucht war. Zur Beratung stand der Beitritt zu der neu zu gründenden Sterbekasse in der Kriegerkameradschaft Hassia. In Anbetracht^ der günstigen Bedingungen wurde der Beitritt als vorteilhaft erkannt. Den einzelnen Mitgliedern werden Formulare zur Beitrittserklärung zugestellt; auch den älteren Mitgliedern ist der Beitritt möglich. Als weiterer Punkt stand die Errichtung eines Denkmals für die im Weltkrieg Gefallenen zur Besprechung. Für unseren groÜLN Ort, welcher viele Opfer im Kriege gebracht hat, ist es wenig rühmlich, daß bis jetzt das schon vor vielen Iahren ausgetauchte Projekt zur Errichtung eines Ehrenmals keine feste Gestalt angenommen hat. Auch die Lösung der finanziellen Frage ist sehr schwierig. Alle Kameraden waren sich darüber einig, daß, wie man zu sagen pflegt, die stehen gebliebenen Räder wieder mit aller Energie in Bewegung gesetzt werden müßten. Der erste Vorsitzende wurde beauftragt, wegen dieser Sache erneut mit den örtlichen Stellen in Verbindung zu treten und über das Ergebnis Bericht zu erstatten. Leider wurde mitgeteilt, daß im Zusammenhang mit dieser Angelegenheit einige Mitglieder ihren Austritt erklärt hätten; man hofft jedoch, daß sich die Gemüter mit der Zeit wieder beruhigen. Ein neues Mitglied wurde in den Verein aufgenommen. Bis zur Reuwahl des Vorstandes wurde Kamerad Fr. 3ung als zweiter Vorsitzender und Kamerad Fr. Klein als Schriftführer einstimmig gewählt. f Grünberg, 23. Aug. Am Samstagnach- mittag hatte der V. H. C. Zweigverein Offenbach eine Wanderung hierher unternommen. Einige Grünberger Mitglieder waren ihnen bis Saasen entgegengegangen, um sie dort zu begrüßen. Abends fand ein geselliges Zusammensein der beiden Zweigvereine statt. Die Räume waren überfüllt. Die Begrüßungsansprache hielt der Vorsitzende, Oberrealschuldirektor Angelberger, in recht humorvoller Weise, wobei er auf die Ehre, die dem Grünberger Zweigverein durch diesen Besuch zuteil wurde, hinwies. Hierauf dankte der Vorsitzende der Offenbacher V. H. E.er, Herr Sern, für die erwiesene Gastfreundschaft und gab in seiner Ansprache dem Wunsche auf ferneres Zusammengehen und -wirken Ausdruck. Zur Verschönerung des Abends trug die Kapelle der Offenbacher sehr viel bei. t Grünberg, 23. August. Große Verdienste um die Stadt hat sich schon seit Jahren der hiesige Verkehrsverein erworben. Unermüdlich ist er bestrebt, die Wege um Grünberg zu verschönern, die Anlagen auf beiden Seiten des Brunnentals für bequeme Spaziergänge auszugestalten unb mit Sitzgelegenheiten zu versehen. Die Tätigkeit des Vereins erstreckt sich auch auf den Stadtwald. Dieser bietet von den schön angelegten Waldwegen bedeutende Fernfichten, z. B. auf Hoherodskopf, Wasserwerk Inheiden, Grube Friedrich, Stadtkirche von Friedberg, Münzenberg, Taunus u. a. m. Ueberall findet man Sitzgelegenheiten, die sehr ausgiebig von den zahlreichen Sommerfrischlern und Grünberger Spaziergängern benutzt werden. d Wirberg, 23. August. Das 5. Wirberger Missionsfest fand am Sonntag hier statt. Während am Samstag vom Wirberg nichts zu sehen war (er hatte seine Nebelkappe auf), brachte der Sonntag das ersehnte Festwetter. So kamen die Missionsfreunde von nah und fern in stattlicher Anzahl zusammen, nach der Zahl der Geldstücke beim Opfer geschäht, waren es etwa 400 Erwachsene und eine stattliche Kinderschar. Der Posaunenchor von Bersrod unter Leitung von H. Stroh hatte wieder die Begleitung der Choräle und die Festmusik übernommen. Das Fest konnte im Freien neben der Kirche im sogenannten Sandgarten gefeiert werden. Festprediger war Missionar Walther aus Beuern, der in der Feier über Jesaias 49, 15 predigte über die wunderbare Liebe Gottes. Nach der üblichen Kaffeeepause begrüßte der Ortspfarrer die Gäste und wünschte Segen für sie und die Mission. Dann sprach Missionar Walther im Anschluß an Lukas 19, 10 von den Negern und seiner Wirksam- keit bei ihnen. Gerne lauschte jung und alt seinen anschaulichen Schilderungen. Hierauf grüßte Dekan Schmidt, Grünberg, die Festgemeinde und wünschte ihnen den doppelten Segen der Freunde der Mission. Nachdem die Kinder eine Kindergabe für die Mission überreicht hatten, sprach der Ortepfarrer das Schlußgebet und ein kurzes Schlußwort mit dem Dank des festgebenden Kirchenvorstandes, ausklingend in die Einladung zum 6. Miffionsfest auf dem Wirberg übers Jahr. Die Festkollekte ergab 75 Mk. einschließlich der Kindergabe. — Trotz der schwierigen finanziellen Lage der Kirche Wirberg, die ihr Kapital zur Unterhaltung von Kirche und Pfarrhaus in Höhe von 30 000 Mk. in Friedenszeit der Stadt Grünberg geliehen hat und keine Einnahme mehr daraus hat, mußten dieses Jahr einige dringend notwendigen Arbeiten an den kirchlichen Gebäuden vorgenommen werden. Die Dächer und der Turm wurden ausgebessert, und das Pfarrhaus, dessen Verputz teilweise heruntergefallen war, von außen verputzt und neu gestrichen. — Auch Beltershain mußte notgedrungen das Dach der Kirche einer gründlichen Ausbesserung unterziehen. Die Kirchendecke hatte schon notgelitten durch Hereinregnen durch das undichte Dach. — Ebenso stand Harbach vor der Aufgabe, dringend notwendige Ausbesserungen an dem alten Kirchlein vorzunehmen. Das Dach wurde ausgebessert und das Innere der Kirche neu hergestellt. Bei der Deckenreparatur stellte sich heraus, daß die vom Pfarrer seit langem gehegte Befürchtung, daß eines Tages ein Stück der Decke herunterfallen würde, berechtigt war. Nun ist das Stück erneuert, und unser Gottesbaus macht einen würdigen Eindruck von innen. Auch das Aeußere ist einer Herstellung bedürftig, die aber für dieses Jahr zurückgestellt werden muß. Eine kleine Feier wird am kommenden Sonntag in dem neu hergestellten Gotteshaus stattfinden. ' Hungen 23 Aug. Das seltene Fest der goldenen Hochzert feierten dieser Tage in unserer Gemeinde das Ehepaar Heinrich Sei-« bert VII. im Kreise der Kinder und Kindes- kmder und unter lebhafter Anteilnahme der ganzen Gemeinde. Palaus. A für "d.2> L 20. !t°r bei ’SJ. flut ytiltitt ' ln der Ar-- ritt aH Webern 'fl rüge. • Beitritt eiallrnä to Ort, ,M. ist ton vor Tcrich. it ange- lnsietlen 1 waren \ pilegt, ri aller en. Der i dieser n Der- Dericht dah ün • einige j; man dn Mt toutbe \a Wahl bet jng aU ■ Klein nstagnad). joerein Jntemom. ■en ihnen rt zu be. mmenjein ic waren der Sorget, In Ehre, die in Besuch bet Dot- : Dein, i in seiner Mammen- Betschäne- )ffenbacher Serdiensie' )tt hiesige »sich ist er erschauern, runnentals i und mit igleit des Ib. Zieler egen be» ixobstopi, }, Stabt- ns u.a.m. i seht aus* djlcrn und Mtbetget hier statt, nichts zu if), brachte kamen die Glichet An- tücfe beim chsene und nd)ot von alle wieder nupt über- neben der rt werden. ier aus 9,15 Pte- M der ijartet die ie Mission, nidjluß an Wirtsam- alt (einen ißte Dekan ib wünM e der A' ibe für d-e Ortspiatrer chwort mit indes, aus- ansfest aus rite ergab Trotz der t Kirche altung °on N M- ,nk en hat.und ßie" * iten an W erben. ,rt, und i’3’ Me^n Sn“Ä , Ebenso end not- Kirchlew fiert und Sei der die vom daß eine6 >n wurde, mert, und ; Eindruck Hers« atüE n kommen GOÜ-H°°' Weite SL < Bad.Nauheim, 23. 2Iu. 23. August. Das Phüösophenwaidn Rhelnfahrt Kräftiger, gesunder Junge angekommen Sonntag, den 29. August Theo Nauheimer und Frau stehlt 05803 Giehen, den 23. August 1926 6846c Jeder ist willkommen! to2L Ehrenmal für d i e Füs.-Regts. Nr. 8 0 (von Gersdorf) wurde gestern in den Kuranlagen feierlich eingeweiht. Mit der Denkmalsweihe war ein Regimentsappell des e s der e n e n des lSouderzua: Bad-Nauheim ab 7.45 — Mainz und aurüd; Sonderdamvier: Mainz—Loreley und zurück. Gemeinschaftliches Mittagesten in Laub. GesamlpretS JMt 10.—). Abfahrt Gießen: Dorm. 6*i I Sonntagskarte 4. Klasse nach Ankunft Gienen: AbeudS 3« | Nauheim lösen. Schluß des Kartenverkaufs 27. d. Mts. Zur Fahrt Personalausweis mitbringen. Deutsche Volkspartei Gießen, Ostanlage 29 L, vormittags 9—1, nachmittags 3—6 Uhr. Kreis Friedberg sf. § rieb berg, 23. Aug. Der diesjährige Sommerausflug, den der hiesige Geschichts- unb Altertumsverein gestern nach Jlbrm- Erdheerpflanzen Sieger und Flandern, pikierte kräftige Pflanzen, keine Rankenware, ver Stück 5 Pf., 100 Stück Mk. 4.50, Versand nach auswärts, emv- Uerei Dönges Gießen Marburger Str. 67. stabt und Dsfenheim unternahm, nahm bei einer Beteiligung von über 50 Personen einen in jeder Beziehung anregenden und befriedigenden Verlaus. Von Bruchenbrücken ging cs zu Fuß nach Ilbenstadt zur Besichtigung der berühmten, romanischen Kirche, deren se^ne Türme, weithin sichtbar, gewissermaßen als ein Wahrzeichen der Wetterau anzusehen sind. Hier gab Lehrer Somme rl ad von Ilbenstadt einen kurzen ihfcer&hd des von dem Prämonstratenser-Orden neben ihrer Klosterniederlassung errichteten Gotteshauses, das im 12. Jahrhundert erbaut wurde. Dann ging es nach dem nahegelegenen Afsenheim zum Besuch der Sammlungen im Schlosse des Grasen von Solms-Rödelheim. Der Vorsitzende des Vereins, Professor Dr. Blecher, der schon seit Jahren mit der Ausstellung der Sammlungen und dem Ordnen des Archivs beschäftigt ist, übernahm hier die Führung. Nachdem man in der Zwischenzeit die Hauptversammlung des Vereins abge- halten hatte, bei welcher der Vorsitzende über den Stand des Vereins, und der Schatzmeister über die Finanzen berichtete, begab man sich zur Besichtigung in das Schiech. Man war allseits verblüfft über die Reichhaltigkeit und den Wert dieser Sammlungen, welche Gegenstände der verschiedensten Art, von der prähistorischen bis zur Reuzeit dasSchloß enthält.DefondereBewun eiung erregte die prachtvolle Bibllrthek, welch: Schätze ganz ungewöhnlicher Art in sich birgt und das allerdings erst teilweise geordnete Archiv. Während diese Sammlungen der Allgemeinheit nicht zugänglich waren, sind sie durch den jetzigen Besitzer der Besichtigung freigegeben, und auch die reiche Bibliothek wird zur Benutzung-überlassen. Der Verlauf und Erfolg des Ausfluges war für alle Teilnehmer so befriedigend, hab allgemein der Wunsch geäußert wurde, derartige Veranstaltungen öfters zu wiederholen. —Friedberg, 23. Aug. Die ilnfitte, die blanke Sense auf den Futterwagen zu legen, brachte einen zwölfjährigen Knaben in Lebensgefahr. Beim unerwarteten Anziehen der Kühe fiel er in die Senfe, die ihn am rechten Unterarm schwer verletzte. Der Unfall trug sich in dem benachbarten Melbach zu. Die Kreis- Preußen. Kreis Marvnrg. ]| Marburg, 23. Aug. Die Verhandlungen auf dem Derbandstage der Eouleur- diener und Hausmeister, die in den letzten Tagen zu Ende geführt wurden, betrafen gefchästiiche und Oraanisationsfragen, besonders besprach man die Altersversorgung der Mitglieder des Bundes, die in richtige Dahnen geleitet werden soll. Bei einem im Hause der „Eucstphalia" a..-gehaltenen Vortragsabend hielt bet Vorsitzende in Anwesenheit zahlreicher Vertreter der Behörden, der Universität und der studentischen Korporationen einen Vortrag übet die Zwecke und Ziele des Bundes, die in der sich anschließenden Aussprache von einer An,; chl Redner voll gewürdigt wurden. Schließlich veranstalteten die Teilnehmer auf dem Marktplatz« eine Dankeskundgebung für den freundlichen Empfang, denen ihnen Marburg und feine Bürgerschaft bereitet bat. Maingat.. W2N. Frankfurt n. M., 22. Aug. Anläßlich der vorsonntäglichen Einweihung des Frankfurter Flughafens veranstaltete die Deutsche Flugsport-G. in. b. H. in Verbindung mit der Fliegerschule Bornemann, Berlin-Staaken und der Frankfurter Flughafen-Gesellschaft einen zweiten Groß- Flugtag, an dem die bekanntesten Flieger und Kunstpiloten Deutschlands teilnahmen. Die Veranstaltung lockte Tausende von Zuschauern an. Es mag auch daran gelegen haben, daß man der Bur- gerjdjaft etwas Neues austischte: Trapezübungen in der Lust. Das war eine dec Sehenswürdigkeiten. Auch der Abschuß eines Ballons war für Frankfurt neu. Ferner sprang der Fallschirmpilot Hinderlich, den Frankfurtern kein Unbekannter, wieder aus einem Flugzeug und konnte glatt zur Erde kommen. Gruppenfliegen, Ballonrammen und zuletzt Abwürfe von Schokolade aus einem Flugzeug vervollständigten das Programm. — Dieser Tage ereignete sich auf der Darmstädter Landstraße kurz vor Isenburg, ein schwerer Unglücksfall. In raschem Tempo kam der in Ne.u-Jsenburg wohnende Chemiker Dr. Neumann an den Radrenn-Tri- bünen vorbei, wo Isenburger Arbeitslose die Straße abkehrten. Obwohl ihm die Leute und auch die Straßenkehrer mit hocherhobenem Besen zuwinkten, langsamer zu fahren, mäßigte er seine Geschwindigkeit nicht und überfuhr den 36jährigen Arbeitslosen Christian Z a h n - Neu-Isenburg. Zahn erlitt einen mehrfachen Schädelbruch und verstarb kurze Zeit darauf. Neumann kam mit einer Haffen- den Stirnwunde davon. Eine Gerichtskommission hat den Tatbestand ausgenommen. — Bei einer Schlägerei am Salzhaus wurde ein Kraftfahrer durch Messerstiche schwer verletzt, so daß seine Uebersühnmg in das Krankenhaus nötig wurde. — An der Hauptwache entstand ebenfalls zwischen drei Männern ein Streit, in dessen Verlauf ein Arbeiter und ein gewisser Hofmann aus der Elbestrabe durch Dolchstiche verletzt wurden. Der festgenom- mene Täter behauptet, in Notwehr gehandelt zu Frohsinn, von Oberreallehrer Bechto 1 shei - m e r geleitet, entbot mit einigen Chören den Gästen einen herzlichen Willkomm, während Beig. Kling im Auftrage der Stadt herzliche Grüße übermittelte. Die Siedlungskommission des Reichsbundes war durch Krell (Darmstadt) vertreten. Im Vordergrund des Interesses standen zwei ausführliche Referate, die sich mit den brennendsten Fragen der Fürsorge beschäftigten. Gauleiter Momberger (Darmstadt) sprach über die geschichtliche Entwicklung der sozialen Gesetzgebung und über die Versorgung der Kriegsopfer einst und jetzt. Er forderte mehr Rechtsansprüche und weniger Kannleistungen. Eingehend besprach er das Steuerrecht, dabei die Haus- zinsfteuer und ihre Verwendung einer sachlichen Kritik unterziehend, lieber das hessische Siedlungsund Heimstättenwesen sprach Regierungsbaumeister Kohl (Darmstadt) in längeren Ausführungen. Die Statistik sage uns, daß in Hessen noch 27 000 Wohnungen zu beschaffen seien. Das erstrebenswerte Ziel der Wohnungsfürsorge müsse das Eigenheim, nicht die Mietskaserne sein. Die Tatsache, daß in Hessen etwa 1300 Hausbauten in den letzten Jahren unvollendet geblieben seien, weil die Geldmittel ausgegangen sind, gab dem Redner Veranlassung zur Mahnung, vor der gesicherten Finanzierung nicht mit einem Neubau zu beginnen. V * pb. Butzbach, 22. Aug. Vorgestern fand hier die feierliche Einweihung der neuerbauten Synagoge statt. An der Feier nahmen teil seitens des Kreisamtes Regierungsrat Dr. Grein, seitens der Stadt Bürgermeister Dr. Jansen und Beigeordneter Wittig, weiterhin die Geistlichen der evangelischen und katholischen Konfession, die Vertreter der Schulen und der Kirchenvorstände. Als Vertreter des Landesverbandes war Kommerzienrat Meyer aus Mainz erschienen. Lehrer F u l d von der israelitischen Gemeinde sprach beim Auszug aus der seitherigen Synagoge im Rathaus der Stadt den Dank aus für die bisherige kostenlose Ueber- lassung der Räume. In gleichem Sinne sprach Prvvinzialrabbiner Dr. H i r s ch f e l d. Rach dieser kurzen Abschiedsfeier begaben sich die Teilnehmer unter Dorantragung der Thorarollen nach dem neuen Gotteshaus in der Wetzlarer Straße. Hier begrüßte Bürgermeister Dr. Jansen Gemeinde und Gäste und beglückwünschte die Gemeinde zu dem Gotteshaus. Regierungsrat Dr. Grein überbrachte die Glückwünsche des Kreis- amts. Provinzialrabbiner Dr. H i r s ch f e l d schloß dann bas Gotteshaus auf und übergab es seiner Bestimmung. Kaufmann I. Krämer, der Vorsteher der hiesigen Gemeinde, begrüßte alsdann die erschienenen Gäste und gab eine kurze Darstellung des Synagogenbaues, woraus Provinzialrabbiner Dr. Hirschfeld die Festpredigt hielt, womit die eindrucksvolle Feier schloß. Erbaut wurde die Synagoge von Architekt Lippert. §§ Ober-Florstadt, 23. August. Am Samstagnachmittag wurde unser Ort durch Feueralarm in nicht geringe Aufregung versetzt. In dem Anwesen des Landwirts K. Hirsch war ein Brand ausgebrochen, sehr wahrscheinlich durch Kurzschluß. Im Nu standen Stall und Scheune lichterloh in Flammen, die an dem aufaespeicherten Heu und Getreide reiche Nahrung fanden. Die gesamte Getreideernte ist bis auf den letzten Halm vernichtet, während das Vieh noch rechtzeitig aus dem Stall geschafft werden tags fanden auf dem Platze vor der Turnhalle 23er» einsweltkämpfe und Spiele der Turnschüler und Turnerinnen statt. nd. Nidda, 23. Aug. Gestern wurden 65 Konfirmanden des Kirchspiels Nidda in feierlichem Gottesdienst von Pfarrer Laut in den Konfirmandenunterricht, der in dieser Woche seinen Anfang nehmen soll, eingeführt. Der Jung rauenverein von Großen-Buseck wohnte dem Got- tesdienst bei und verschönte ihn durch den Gesang zweier geistlicher Lieder. th. L c i d h c ck e n, 23. Aug. Rachbem voriges Jahr der Turm, Giebel unb eine Dachfeite unterer Kirche neu geschiefert worben ist, wirb zur Zeit bie andere Seite auch neu gedeckt. Cs wird hiermit eine dringliche Arbeit beendet, die durch Krieg uub Inflation immer wieder zurückgestellt wurde. Kreis Schotten. Schotten, 23. Aug. Die seinerzeit in dem Gehöft des Albert Adam dahier festgestellte Geflügelcholera ist wieder erloschen. = Gedern, 23. Aug. Während bie Maul- und Klauenseuche erst kürzlich erloschen war, wurde sie neuerdings weder in einem Gehöft in der Marktstraße festgestellt und die erforderlichen Sperrmahnahmen getreten. Der Verkehr in der genannten Straße ist Beschränkungen unterworfen, die bei dem derzeitigen Einbringen der Fruchternte recht ungelegen kommen. Kreis 'Alsfeld —Alsfeld, 23. August. Im Hotel „Zum Deutschen Haus" versammelten sich am Samstag unb Sonntag Vertreter der Krankenkassen aus allen Teilen Hessens zur ordentlichen Mitgliederversammlung. Direktor Harth, Darmstadt, begrüßte die zahlreichen Gäste. Der Rechnungsabschluß für 1925 zeigte eine Einnahme von 5293,39 Mk., davon Jahresbeiträge 2743 M?., aus vorderen Jahren 1657 Mk.: die Ausgaben betrugen 4461 Mk., so daß ein Ueberschuß von 832 Mark verblieb. Der Voranschlag für 1927 wurde in Hohe von 3400 Mk. in Einnahme und Ausgabe genehmigt. Die Beiträge für die 70 Kassen betragen 350 Mk., für die 70 000 Mitglieder, je 3 Pf., 2100 Mark. Sehr interessant war der Rechnungsabschluß des Erholungsheims Jugenheim für 1925. Das Heim soll weiter ausgebaut werden und vor allem einen Aufenthaltsraum bei schlechtem Wetter erhalten. Dr. Schmidt, Jugenheim, erstattete ein Referat über den Gesundheitszustand der Kranken, über Lage und sanitäre Einrichtung des Erholungsheims. Die Verteilung der Summe der auszugebenden Anteilscheine auf die einzelnen Kassen soll nach Maßgabe der Mitgliederzahl bzw. des finanziellen Standes der Kaffe erfolgen. — Abends fand im Theatersaal ein Begrüßungsabend statt, dabei sprach Bürgermeister Dr. V ö Ising namens der Stadt Alsfeld. Am Sonntag nahmen die Verhandlungen unter Leitung des stellvertretenden Vorsitzenden Seum, Nidda, ihren Fortgang. Dr. Sassen, Mainz, sprach über Zusammenarbeit des Vertrauensarztes mit dem Kassenarzt, ausklä- rende Tätigkeit der Aerzte, Familienverficherung, Heilverfahren, sozialhygienische Aufgaben, Bildung einer Arbeitsgemeinschaft, Bekämpfung der Volks- krankheiten ufw. An der Aussprache beteiligten sich Mühlberger, Rüsselsheim, Walter, Worms, Weller, Gustavsburg. Verwaltungsdirektor Friedrich, Mainz, referierte über das Verhältnis der Berufsgenossenschaften zu den Krankenkassen. Der Vorsitzende Seum, Nidda, dankte beiden Rednern. Damit hatte die Tagung ihr Ende erreicht. - . - Alsfeld, 23. Aug. Schwerverletzt wurde der Fabrikarbeiter Heinrich Wagner von hier. Der junge Mann geriet mit der linken Hand in eine Maschine: die Messer schnitten ihm vier Finger durch. Alsfeld, 23. Aug. Von einem Auto ersaßt und getötet wurde das dreijährige Mädchen eines Arbeiters aus Rückers. Der Mann ging mit seinem Kind auf der Landstraße hinter einem Fuhrwerk her. Plötzlich kam ein Auto aus der Gegenrichtung und kreuzte mit dem Wagen. Das hinter dem Wagen gehende Kind sprang hervor, wurde von dem Kotflüael des Autos erfaßt, wobei dem Kinde der Schädel zertrümmert wurde. Der Tod trat sofort ein. —- Alsfcld, 23. Aug. Eine regeBau- tätigteit besteht zur Zeit in unserer Stadt. Cs sind drei Wohngebäude zu je zwei Wohnungen im Bau, die Wohnungen werden drei Zimmer und eine Küche enthalten. Zur Linderung der Wohnungsnot ist außerdem ein sogenannter Flachbau in Arbeit (Darackenform), der zehn Familien in Rotwohnungen aufnehmen kann. Alsfeld, 23. Aug. Der Sportverein 06 Alsfeld-Altenburg feierte das Fest des 20jährigen Bestehens durch einen Herrenkommers im „Hotel Krone" am Samstagabend. Am Sonn- tagnachmittag sand ein Propaganda-Wettspiel auf dem Sportplatz statt zwischen Sport Kassel, Bezirksligameister, und Alsfeld, Kreisliga. Abends beschloß ein Festball im „Deutschen Haus" die Jubiläums- fefttichkeit. — Der Alsfelder Schützenverein hielt in der Steinkaute das übliche Ludwigsschießen ab. Starkenburg. * Darmstadt, 22. Aug. Gestern waren hier Gerüchte über einen Leichenfund und in Verbindung damit über einen Mord verbreitet. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei ergaben, daß es sich um ein leeres Gerede handelte. — Dieser Tage fand in Bensheim eine Besprechung der Gemeindevertreter, die am V a h n b a u Bensheim-Lindenfels interessiert sind, statt. Der Kreisdirektor teilte mit, daß das Ministerium in Darmstadt den Bau der Vollbahn für unmöglich halte, weil zurzeit die erforderlichen Mittel (rund 4 Millionen) dafür nicht vorhanden seien. Die Kleinbahn, die nur 1,6 bis 1,7 Millionen Mark kosten würde, könnte erbaut werden. Daraufhin wurde eine Entschließung zugunsten des Kleinbahnprojekts angenommen. haben. —.— Bad Hornbur Mittwoch, den 25. August, abends S1/^ Uhr 3. Sonderkonzert (Operetten-Abend) der Kapelle des Reichswehr-Regiments 15 Leitung: Obermusikmstr. Löber. o Bei ungünstiger Witterung im Saale Streichmusik. Z gruppe Friedberg des Reichs Kriegsbeschädigten, Kriegsteilnehmer und Kriegshinterbliebenen veranstaltete hier eine von 400 bis 500 Personen aus Oberhessen besuchte Mitgliederversammlung, deren Vorsitz der Bezirksleiter Benner (Gießen) führte. Der Gesangverein konnte. Diele landwirtschaftliche Geräte wie Leitern, Dickwurzmühlen usw. wurden ebenfalls ein Raub der Flammen, da ein Fortschaffen bei der ungeheuren Hitze und dem Flammenmeer vollständig unmöglich war. Das Wohnhaus, das man schon geräumt hatte, erlitt ebenfalls nicht unbedeutende Brandschäden, konnte aber dank der anstrengenden Tätigkeit der Wehr gerettet werden. Die Feuerwehren von Staden und Nieder-Florstadt, die zu Hilfe geeilt waren, leisteten bei schwerer Arbeit unschätzbare Dienste. In der Hauptsache galt es, die benachbarten Scheunen gegen die Feuerswut zu retten. Bei dem herrschenden Wind waren glimmende Holzstückchcn bis in die benachbarten Anwesen verstreut worden, wodurch diesen große Gefahr drohte. Der Brand nahm jedoch keine größere Ausdehnung an. Der gegen Abend stärker werdende Regen half das Löschungswerk bedeutend erleichtern. Dennoch hatte die hiesige Wehr bis zum Einbruch der Dunkelheit zu tun, um die unter den Trümmern sich befindliche Glut endgültig zu löschen. Eine für die Nacht ausgestellte Feuerwache brauchte nicht mehr in Tätigkeit zu treten. Als großer Mißstand stellte sich das Fehlen einer Wasserleitung heraus, die schon aus Gründen erhöhter Sicherheit in keiner Gemeinde fehlen sollte. !?! Vilbel, 23. Aug. Am Sonntag sand der Vilbeler Nachmarkt statt. Obwohl ein Teil der Schaubuden und Zelte in dieser Woche die Festwiese verlassen hat, war für Unterhaltung und Unterkunft doch noch genügend gesorgt. Nachmittags entwickelte sich trotz des unbeständigen Wetters reges Leben und Treiben. — Bei der anschließend an den Vormarkt abgehaltenen Verlosuna fiel der erste Preis. 500 Mark in bar, auf den Landwirt Moller in Groß-Karben. —Aus der Wetterau, 23. Aug. Vom um stürzen den Erntewagen begraben und schwerverletzt wurden in Sem Dorfe Melbach zwei Mädchen und ein Knecht. Sie sahen auf dem mit Korn hvchbe« ladenen Wagen, als dieser mit dem Hinterrad in die Straßenrinne geriet, das Gleichgewicht verlor und umkippte. Der am schwersten verletzte Knecht wurde in das Krankenhaus zu Friedberg gebracht. Kreis Büdingen. —.— Büdingen, 23. Aug. Ein großes Herb st schießen veranstaltete gestern und heute die hiesige Schühengesellschaft, wozu sich zahlreiche Schühenvereine aus Frankfurt, Ridda, Ortenberg, Mainz u. a. m. eingefunden hatten. An dem Schießen, das auf dem Schiehstand am Hammer stattfand, beteiligten sich zahlreiche Schützen. !! Büdingen, 23. Aug. Die Klein- pflasterung der Hindenburgstraße und des Reuenweas ist soweit beendet. Von der Düdels- heimer Straße wird nur der eine Teil bis zum Friedhof gepflastert. Der andere Teil bis zur Glashütte soll erst im kommenden Jahre geklaftert werden. Büdingen darf jetzt den Ruhm für sich in Anspruch nehmen, eine der brst gepflasterten Ortsstrahen in Oberhessen zu besitzen. — Die Tagesordnung der letzten Gemein de- ratssihung war äußerst reichhaltig. Es wurden u. a. folgende Punkte erledigt und ertt- sprechende Beschlüsse gefaßt: Von der Feldbe- reinigungsgesellschaft wurden zur Vermessung der inneren Stadt noch mehrere Feldgeschwvrene angefordert. Der Gemeinderat brachte als solche folgende Mehaehilsen in Vorschlag: Kaiser, Wiegand, König und Schwarz. Für die Ausstcinung der Grenzen wurde ein Kredit von 1000 Mk. genehmigt. Der Antrag des Verkehrs- Vereins auf Abstellung verschiedener Mängel wurde der Baukommission überwiesen. Der Voranschlag der hiesigen Gewerbeschule wurde nicht ohne weiteres gutgeheißen, der Gemeinderat beauftragte den Bürgermeister, mit der Schulleitung nochmals in Verhandlungen einzutreten. Ein kurzfristiges Darlehen von 50 000 Mk. soll auf Antrag des Bürgermeisters in ein dreijähriges umgewandelt werden. Der Gemeinderat beschloß entsprechend. Dem Antrag des Geschichtsvereins um Ueberlasfuirg eines geeigneten Raumes konnte nicht entsprochen werden, da ein entsprechender Raum zur Zeit nicht zur Verfügung steht. Sobald jedoch ein solcher frei werden sollte, wird dem Ersuchen entsprochen werden. Mit der geforderten Zuschuhleistung zum neuen Kreisamtsbau erklärt sich der Gemeindrrat einverstanden, stellt jedoch die Bedingung, daß der alte Kreisamtbau, der der Stadt eigentümlich gehört, zu Wohnungszwecken verwendet werden kann. Zum Schlüsse erklärte der Gemeinderat noch. seine Zustimmung zur Anschaffung von zwei neuen Ziegenböcken. In längerer Verhandlung wurde auch die Erhebung einer Inflations-Wert- zuwachssteuer beschlossen. A Nidda, 23. Aug. 21m Samstag und Sonntag fand die Turnhalleneinweihung hier statt. Der Deutsche Turnerabend am ersten Tage bot nach Begrüßung, Schlüsselübergabe und Dank an die Helfer zum Gelingen des großen Werkes mannigfache Abwechslung durch Gesangsoorträge der Gesangvereine Sängerkranz Nidda und Eintracht sowie Musikvorträge der hiesigen Feuerwehrkapelle. Geräte- und Freiübungen der verschiedenen Riegen, Volkstänze und Spiele der Turnerinnen ernteten vollen Beifall der großen Schar von Gästen. Am Sonntagoormillag wurde die Gc- fallenen-Gedenktafel, die in der Halle angebracht ist. feierlich eingeweiht, woran sich wieder alle hiesigen größeren Vereine unb viele Bewohner des ganzen Kirchspiels beteiligten. Die geschmackvoll ausgeführte Tafel enthält 31 Namen von aktiven und inaktiven Mitgliedern, die ihr Leben fürs Vaterland gelassen haben. Die ergreifende Gedächtnisrede hielt Pfarrer Laut von hier, die Woiherede der Vorsitzende des Turnvereins, Dr. med. Fritz Koch. Auch hierbei wirkten wieder der Gesangverein Sängerkranz und die Feuerwehrkapelle mit; diese begleitete die gemeinsam gefangenen Lieder ,Lesus, meine Zuversicht" und „Ich hall' einen Kameraden". Mit einem feierlich-ernsten Harmoniumfpiel wurde bie ein« brucksvolle Feier eröffnet unb geschlossen. Nachmit- Regiments unb seiner Kriegsformationen ver- bunben. Am Samstagabenb ging eine Begrüßungsfeier voraus, mit welcher bie Fahnenweihe der Ortsgruppe ehemaliger 80er in Bad Homburg verbunden war. Die Begrüßungsrede hielt General W a i tz aus Bad Homburg, die Weihe der Fahne für die Ortsgruppe nahm General Bering aus Berlin vor. Namens des Verbandes der 80er sprach Major a. D. Ho 1 weibe. Der Festsonntag begann mit einem Felbgottesbienst am Elisabeth- brunnen. Pfarrer g ü 111 r u g, früher Garnison- Pfarrer in Bad Homburg, hielt den Gottesdienst ab. Auf dem Ehrenfriedhos unb am Kriegerdenkmal wurden Kränze niebergelegt. Der große Festztig umfaßte drei Gruppen; Grnvpe 1: Aktives Regiment, Reserveregiment und Landwehrregiment 80; Gruppe 2: Kriegsformationen: R.-I.-R. 223, R.-J.-R. 353, R.-I.-R. 365, I.-R. 186, Maschinen- gewehrabteilung des 18. A.-K. unb bie Ersatzbataillone; Gruppe 3: Aborbnungen unb Verbände, Kriegervereine und andere Korporationen. Die Denkmalsweihe geschah durch General Bering, worauf bie Uebernahme des Denkmals durch den Vertreter der Stadt erfolgte. Der Männergesangverein Konkordia trug den Chor „Heimatliebe" vor. Danach sprach der Vorsitzende des Geschlechtsver-- banbes berer von Gersdorf. Kranzniederlegungen und Vorbeimarsch beschlossen den weihepallen Akt. Abends fand ein großer Zapfenstreich stall. Rundfunk-Programm des ftrnnffnrtec Senders. (Aus der „Radio-Umschau".) Mittwoch, 25. August: 12 bis 1 Uhr: Uebertragung des Promenadenkonzertes am Lachhannes. 3.30 bis 4 Uhr: Die Stunde der Jugend. 4.30 bis 5.45 Uhr: Konzert des Hausorchesters: Heitere Potpourris. 6.15 bis 6.45 Uhr: „Die Erschließungsgeschichte der Alpen", zweiter Vortrog: „Die ostalpine Entwicklung von Ende des achtzehnten Jahrhunderts bis heute", Vortrag von Wilhelm Lehner-Regensburg. 6.45 bis 7.15 Uhr: Italienischer Sprachunterricht, erteilt von Uzielli. 7.15 bis 7.45 Uhr: „Die Grundlagen des Kunstge- nusses", Vortrag von Benno Elkan. 8.15 bis 9.15 Uhr: Uebertragung von Kassel. 9.15 bis 10.15 Uhr: Bunter Abend. Sprechstunde!» der Redaktion. 12 bis 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittags. Samstag nachmittag geschloßen. Für unverlangt cingefanbfe Manuskripte ohne beigefügtes Rückporto wirb keine Gewahr übernommen. Anzeigenauslräge sinb lediglich an die Geschäfts st eile zu richten. 5 Nidda, Kelsterbach und Gießen, den 24. August 1926. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 26. August, nach- i i!l mittags um 31/» Uhr statt 6862 D ■X .Animiifiiimi nachmittags 4 Uhr statt. längs toS08 WRIGLEY AKTIEN- GE5ELLSCHAFT. FRAN KFUR.T A. M 9111o besonders auch kränkliche, 41 ue zurückgebliebene und solche mit steifen Deinen, gesunden und 6843V V. f. B RASSOL billig zu verkaufen. 6698V Aug.Kilbinger,Gießen 05809 scheinen. 2. Oii Wir machen unsere Blockstraße 4. 6858D Ii (Siebener Modewarenhaus 25 Nm. 6813V CARL NOWACK 6842a j)|Bes,w Kinderstrümpfe Suürema1-Rennmaschine (neu» zu verkaufen. Zahlungserleich terung. Schrift!. Angebote unt. 05796 an den Gießener Anzeiger erbeten. mengen. Verlangen Sie nur echtes Rasso! in Originalflaschen u. weisen Sie Nachahmungen zurück. Allein. Hersteller: Engelapotheke (Bieben. 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Sept. d. I. in Köln a. Rb. statt. Alle Parteimitglieder, die daran teil- nehmen wollen, werden gebeten, sich bis zum 30. August bei Derrn Dr. Lenz. Gießen, Gr. Stein- weg 13. Teleph. 1121, zu melden. 6854c Der Vorstand. Geschäfts Verlegung Habe mein Geschäft von Weserstraste 1, Ecke Nordanlage nach Neuen Weg 15 verlegt Karl Beck Maschinen-Strickerei und Wollwarenhandlung | Vermietungen | Eine neu herge- richiete möblierte L-ZiiliMe-Wthll. m. Zubehör, evtl, auch als Bureau, ab 15. September zu vermieten 05795 Balruliontr. 71 v. Todes-Anzeige. Hierdurch allen Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Mitteilung, daß mein lieber Sohn, unser Bruder und Schwager, mein lieber Bräutigam August Albach im Alter von 21 Jahren, nach kurzem, schwerem Leiden Sonntag, den 22., abends 11'/« Uhr, in der Med. Klinik zu Gießen sanft entschlafen ist. In tiefer Trauer: Familie Karl Albach I. Familie Wilhelm Albach Familie Karl Albach II. Familie Georg Albach Familie Rudolf nebst Brant nnd Kind. Daubringen, Bersrod, den 24. August 1926. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 25. August. Statt besonderer Anzeige. Es hat Gott gefallen, unsere liebe, treue Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Frau Eleonore Hotz geb. Schwarz Lehrerswitwe im Alter von 74 Jahren durch einen sanften Tod von ihrem schweren Leiden zu erlösen. In tiefer Trauer: Anna Hotz Adolf Mergott und Familie Karl Hertel und Familie Wilh. Ranft und Familie. ,nÄ. Zimmer mit 1 od. 2 Betten, cleftr. Licht zu verm. Borzuivrechen zw. 5 n. 8 Uhr f05801 Teltersweg 52 II. LUsi'nmer sep., Gas u. elektr. Licht, beste Lage, sofort zu vermieten. Schr. Angeb. u.05804 an d. Gieß. Anz. erb. MMM MM 180 qm. auch als Lagerraum geeignet, trocken, mit Bureau, tu bester.Lage, Nähe Bahnhöfe, sl>s. zu Mlnicteil. Schristl. Angebote unter 05800 an den Gieß. Anz. erbeten. Einfamilienhaus in Gießen od. nächster Umgebung zu ffliifeit gesM. Schristl. Angebote mit Angabe der ungefähren Höhe des Objekts, nnt. 05808 an den Gieß. 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Der noch rechtzeitig ausgeteckte Attentatsplan gegen den Präsidenten der türkischen Republik, Gasi Kemal Pascha, hat m den fünfzehn Todesurteilen des älnabhängigleitsgemchts in Smyrna seine strenge Sühne gefunden. Dre Fortsetzung des Prozesses, der seit einer: Woche in Angora stattsindet, dient der Feststellung oer Mitwisserschaft verschiedener Politiker und vor allem der Aufdeckung der Fäden, die zum sugtürkischen Komitee „Einheit und Fortschritt" liefen. Soweit sich bis jetzt übersehen läht, beschränkt sich die Untersuchung des Gerichtshofes durchaus nicht darauf, Zusammenhänge aufzurollen, die direkt oder indirekt mit dem Attentatsplan $u tun haben, sondern die günstige Gelegenheit wird aus- qenutzt, sich mit der gesamten Politik der Jung- türken zu befassen, sie einer bis ins einzelne gehenden Kritik zu unterziehLn und bei Betonung der vielen Schattenseiten sie als verderblich für das Wohl des Landes hinzustellen. Eine Auseinandersetzung größter politischer Bedeutung der jetzigen Regierung in Angora mit den Männern von gestern, deren Liquidation sie übernahmen und Die sie für alles Unglück verantwortlich machen möchten, das der unglückliche Ausgang des Weltkrieges dem Lande gebracht hat. Ueber das Bündnis mit den Deutschen fällt dabei manch hartes Wort. Cs sind nur geringe Reste der einst allein» herrschenden jungtürkischen Partei, die heute vor Den Schranken des Gerichts in Angora erscheinen. Die allgewaltigen Führer der Bewegung hatte der Ausgang des Krieges schnell hinweg- gefegt und soweit sie nicht auf einem Torpedoboote zum Schwarzen Meere nach Moskau und Berlin entflohen waren, wurden sie bei der feindlichen Besetzung Konstantinopels in jahrelange Verbannung nach Malta verschickt. Der Grvszwesir Talaat Pascha, vordem ein kleiner Postbeamter in Saloniki, fiel in den Straßen Berlins, der Großwesir Said Halirn Pascha, ein ägyptischer Prinz, in den Straßen Roms der armenischen Mörderhand zum Opfer. Auf der Reise nach Afghanistan, wohin er vom Emir als Heeresorganisator berufen war, wurde der überaus tüchtige Marineoffizier und Generalgouverneur von Syrien, D j e m a l Pascha, in den Gassen von Tiflis ermordet. Der Generalissimus Enver Pascha verfolgte abenteuerliche Pläne im Osten, wo er in eigensinnigem Festhalten an einem jungtürkischen Traum ein großes zentralasiatitzhes Türkenreich errichten wollte. Er siel im Kampfe gegen die Sowjets, die ihn anfangs in seinen Plänen unterstützt hatten. Der langjährige Unterrichtsminister Achmed Schü- k r i, der sich um den Ausbau des türkischen Schulwesens nach deutschem Muster zweifellose Verdienste erworben hat — er berief seinerzeit allein 20 deutsche Universitätsprofessoren — wurde im vorigen Monat als geistiger Urheber des Attentatsplans gegen Kemal Pascha in den Straßen Smyrnas gehenkt, und der ebenfalls deswegen zur Todesstrafe verurteilte frühere Ernährungsdiktator Kara Kemal, als Schöpfer des türkischen Wirtschaftsnativnalismus eine vielumstrittene Gröhe, gab sich vor einigen Wochen selbst den Tod, als er in seinem Versteck, in einem Hühnerstall im gelegensten Winkel Stambuls, aufgestvbert tour : c. Cs hat sich als folgenschwerer und Der» lmngnisvoller Fehler der Sungtürfen erwiesen, daß sie sich nicht einmütig auf feiten Mustapha Kemals stellten, als er mit bewundernswertem Wagemut die kümmerlichen Reste des türkischen Heeres und die zermürbte Bevölkerung Kleinasiens zum Befreiungskämpfe gegen den verräterischen Sultan und die allmächtigen siegreichen Großmächte hinriß. Allein dem heroischen Kampfe Kemal Paschas und seiner Anhänger ist die heute allseits anertannte Freiheit der neuen Türkei zu verdanken. Ausgerechnet zu der kritischen Zeit, als der Grieche als Scherge der Großmächte bis tief in das Herz Kleinasiens vorgedrungen war, hielten die Kopfe der Jungtürken auf russischem Boden in Bcitum einen Kongreß darüber ab, wie sie sich zu Kemal Pascha stellen sollten und bestärkten so nur den Verdacht einer im Rücken aufkeimenden antikemalistischen Bewegung. An Versuchen, eine solche anzufachen, hat es nicht gefehlt. Der militärische Dilettant — der er eigentlich immer gewesen — Enver Pascha maßte sich damals sogar an, von Kemal den Oberbefehl über die in- Die Angelkunst im Laufe der Jahrtausende. Jetzt, im spaten Sommer, ist die beste Zeit zum Angeln, und zahllose Freunde dieses beschaulichsten Sports sitzen an den Ufem der Flüsse und Seen, so wie Goethe seinen „Fischer" schildert: „Sah nach der Angel ruhevoll, kühl bis ans Herz hinan." Daß der August eine Hauptzeit der Angler ist, zeigen auch die zahlreichen Fischer- feste, die in allen Teilen Deutschlands nach altem Brauch gefeiert werden. Ist doch das Angeln ein echtes Volksvergnügen, das sich jeder leisten kann, und diese scheinbar so einfache und doch so viele Feinheiten bergende Kunst reicht bis in die ältesten Zeiten der Kultur zurück. Zunächst mag der primitive Mensch, der auf Fische als Nahrung angewiesen war, die aus dem Wasser ans Land gespülten Tiere gegessen haben. Roch heute gibt es Stämme, die Fische ohne jedes Fischereigerät erbeuten, wie z. D. in Kamschatka oder Kambodscha, wo die Eingeborenen das Wasser künstlich ableiten oder auch vergiften. Dann ging man dazu über, die Fische lebend zu fangen, entweder mit der Hand oder intern man sie durch Steinwürfe und Stockschläge betäubte. Diese Form des Fischfangs läht sich ebenfalls noch bei einigen australischen Döllern beobachten. Aber schon in der frühesten Kulturzeit, die die Geschichte kennt, in der älteren Steinzeit, haben die Menschen Angeln besessen, und man hat Haken aus Stein oder Knochen gesunden, die schon mit den Angelhaken der heutigen Eskimos oder Feuerländer völlig ü&ereinftimmen. Später ging man zur Bronzeangel über, die größer war als die heutige. Ein solcher Angelhaken, ter an einem Schweizer Pfahlbau gefunden wurde, mißt 20 Zentimeter. Die Knebeloder Zweispihangel, ein nach beiden Seiten zu spitzes, in ter Mttc an einer Schnur befestigtes Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Dienstag, 24. August 1926 imMUHiMiiiiiiiiinni x-~ zwischen siegreichen kleinasiatischen Truppen zu I verlangen. Schließlich beschlossen die Jungtürken, abzuwarten, und wenn wirllich der Frei- | heilstampf gelingen sollte, könne man Kemal Pascha immer noch leicht „erledigen". Seit dieser Zeit datiert der Haß der Kema- liften und ein immer mehr verstärktes Mißtrauen. Man gewöhnte sich später daran, in den Resten der Jungtürken, die nicht offen und rückhaltlos inzwischen zu den Anhängern Kemals übergetreten waren und am kleinasiatifchen Freiheitskampfe teilgenommen hatten, gefährliche Widersacher zu erblicken, die nur auf eine günstige Gelegenheit warteten, durch einen neuen älmsturz sich an die Spitze der von Kemal befreiten Türkei zu stellen. Von diesem Gesichtspunkte aus wurde jede entstehende oppositionelle Richtung mißtrauisch betrachtet, und es entstand so ein Stadium der äleberempfindlich- keit, die selbst in einer an sich sachlichen Kritik der heute alleinherrschenden republikanischen Dollspartei Kemals eine verräterische Handlung erblickt. Aus dieser Einstellung heraus ist auch das zweifellos sehr harte Urteil von Smyrna zu verstehen, da der Gerichtshof aus dem Zeugenverhör zu der Aeberzeugung gelangt war. daß das Attentat auf den Präsidenten der Auftakt zur gewaltsamen Beseitigung der jetzigen Regierung sein solle. In dieser Auffassung wurde man bestärkt durch den älmstand, daß die Fäden der Verschwörung in ter Hand des früheren jungtürkischen älnterrichtsministers Schükri zusammenliefen, ter zwar zu Kemal übergetreten und zum Deputierten vorgeschlagen war, aber der oppositionellen Richtung angehörte: auch haben mehrere prominente Jungtürken von dem Plane gewußt. Jetzt will man endgültig mit diesen Resten des jungtürkischen Komitees „Einheit und Fortschritt" aufräumen. Wer ter Regierung nur irgendwie verdächtig schien, mit ter Vereinigung Im geheimen in Verbindung zu stehen, tourte verhaftet und nach Angora überführt. Die vor einer Woche begonnenen Verhandlungen bezwecken vor allem die Gesamtpolittk ter Jung- türfen aufzurollen von ihren Anfängen an. Das Verhör hat bis jetzt für den Deutschen interessanten Ausschluß gebracht über die näheren Um- stände, unter denen der Eintritt der Türkei in den Weltkrieg erfolgte. Der Geheimvertrag fei am 2. August 1914 eigenmächtig vom Großwesir unterzeichnet und nur Talaat, Djemal und Enver Pascha waren davon unterrichtet. So sei von 4 Männern die Türkei Deutschland „ausgeliefert" worden! In den türkischen Staatsarchiven fei das wichtige Dokument bis jetzt nicht einmal aufoufinten gewesen. Interessant ist vor allem auch die Aufdeckung von umfangreichen älnterschleifen, die zur Kriegszeit erfolgten. Heber die Pläne der nach Kriegsende geflohenen Führer, die sich vorwiegend in Berlin, Moskau und ter Schweiz aufhielten und über ihre Anknüpfungsversuche mit den früheren Feindmächten werden bis jetzt unbekannte Einzelheiten gebracht. Man ist bemüht aus dem Verhör Aufschluß über die Verwendung der Partei- kasse der Jungtürken zu bekommen, die stets über große Summen verfügten seit sie sich bei ter Absetzung des Sultans Abd-ül-Hamid in den Besitz von im Jildis Kiosk angehäuften Kostbarkeiten gefetzt hatten und über einen Teil des umfangreichen Bankkontos des Sultans in Berlin verfügten. Es wird vermutet, daß noch ein Teil des Geldes vorhanden ist und zur Finanzierung des Attentatplans verwandt ist und für künftige älmsturzpläne bereit steht. Trotz ter Aufhebung des Jungtürkenkomitees hat noch ein gewisser Zusammenschluß der wenigen übrig bleibenden Mitglieder fortbestanden und es fanden im geheimen Zusammenkünfte im Hause des früheren Finanzministers D j a v i d Bey statt, bei denen über die künftigen Pläne beraten und ein genaues, jetzt dem Gerichte vorliegendes Programm der Polittk einer neuen jungtürkischen Partei ausgearbeitet wurde, das in den wesentlichen Punkten dem Programme der jetzigen Regierung in Angora diametral entgegenläuft. Die Untersuchung wird mit fast kleinlicher Genauigkeit streng durchgeführt und erstreckt sich auch auf die einst jungtürkischen Mitglieder ter kemalistischen Dolkspartei, so wurde ter in Deutschland weilende jetzige Land- wirtschastsminister Sabri Dey eiligst zurück- berufen, da er als Zeuge vernommen werden soll, da er verdächtigt wurde an Geheimsitzungen der Jungtürken teilgenommen zu haben. Der Prozeß dürfte mit ter völligen Erledi- digung der Heberreftc ter Jungtürkischen Partei entern Gegen die Schuldigen, denen eine Teil- Stäbchen, das von den Völkern Rordasiens und der Südsee viel verwendet wird, war auch in vorgeschichtlicher Zeit bekannt und wurde aus Feuerstein oder Knochen hergestellt. Der Angler ter Vorzeit hatte es viel besser als der von heute, denn der Fischreichtum war sehr groß, auch die Menge der Fischarten beträchtlich. In ten Küchenabfallhaufen der jüngeren Steinzeit, den sogenannten „Kjökkenmöddinger", hat man ©räten vom Aal, Lachs, Dorsch, Karpfen, Hering und vielen anderen Fischen gefunden. Aus diesem zu des Lebens Rotdurst betriebenen Fang entwickelte sich bann mit der Entfaltung der Kultur die mit bewußter Freude ausgekostete Liebhaberei, die echte Angelkunst. Die ruhigen fischreichen Fluten des Riis boten den Schauplatz beliebter Vergnügungen. Aus altägyptischen Reliefs sehen wir elegant gekleidete Würdenträger, mit vollendeter Ruhe auf Sesseln oder Teppichen fitzend, mit spitzen graziösen Fingern die Angel haltend, während vor ihnen im künstlich angelegten Teich des Gartens die Fische sich tummeln, oder sie fahren in ihren Prachtbooten auf dem Ril, mit dem Angelgerät bewaffnet. Auch in Indien und China war schon in frühen Zeiten das Angeln ein leidenschaftlich beliebter Zeitvertreib, und in der griechischen Ächtung sprechen bereits Homer und Hesiod von den Freuden des Angelns. Die Römer, die einen gewaltigen Fischereibetrieb organisierten, waren keine großen Angler, denn diesen tätigen Besiegern der Well fehlte dazu die Beschaulichkeit. Mit der Völkerwanderung traten neue Völker in das Licht der Geschichte, bei denen ter Fisch-- fang stets eine große Rolle gespielt. Man hat den Ramen Skandinavien als „Herings- aue" teilten wollen, und jedenfalls wäre damll die Anziehungskraft ausgedrückt, die diese fischreichen Gebiete auf die germanischen Küstenfahrer ausübten. Durch das ganze Mlltelalter hindurch waren die „Rordmänner" die Hauptfischfänger, nähme an ter ©cöeimorganifation nachgewiesen und die von dem Attentatsplan mitwuhten, hat der öffentliche Ankläger des außerordentlichen älnabhängigkeitsgerichts lebenslängliche Verbannung beantragt. Doch ist es fraglich ob das Gericht dem zustimmt unb nicht doch eher einen versöhnlicheren Standpunkt einnimmt und so eine Lösung vorbereitet, die allen, die sich uneigennützig und parteilos am Aufbau ter Türkei beteiligen wollen, ein Arbeitsfeld ermöglicht. Preußen. Kreis Wetzlar. O Aus dem Kreise Wetzlar, 23. Aug. Die Sage auf dem Arbeitsmarkt im Bezirke des Arbeitsnachweises Wetzlar hat sich auch in der ersten Hälfte des Monats August wieder etwas gebessert. Cs wurden Mitte August 1767 Erwerbslose mit 1002 Frauen und 1861 Kindern unterstützt. Hiervon entfallen auf die Stadt Wetzlar 508 Hauptunterstühungsempfänger, 287 Ehefrauen und 495 Kinder, den Kreis Wetzlar 993 Hauptunterstützungsempfänger, 591 Frauen und 1087 Kinder, und die zu dem Arbeitsnachweis gehörigen Gemeinden tes Kreises Biedenkopf 266 Hauptunterstühungsempfänger, 124 Frauen und 279 Kinder. Rotstandsarbeiter wurden beschäftigt: in der Stadt Wetzlar 76 und im Kreise Wetzlar 294. Der Rückgang der Erwerbslosenziffer bezieht sich vorwiegend auf die Landgemeinden des Kreises, in denen Erwerbslose vorübergehend als landwirtschaftliche Arbeiter eingestellt wurden. Verschiedene größere Rotstandsarbeiten, die die Beschäftigung einer weiteren Anzahl Erwerbsloser ermöglichen, sind eingeleitet. Ebenso sollen bei der Lahnregulierung in Frohnhausen wettere Erwerbslose aus dem Bezirke te5 Arbeitsnachweises Wetzlar beschäftigt werden. Die Arbeitsmöglichkeit im Tabakgewerbe hat sich ebenfalls weiter gebessert. —o— Aßlar, 23. Aug. Die Maul» und Klauenseuche ist in hiesigem Orte erloschen. Das Landratsamt hat die angeordneten Sperr- maßnahmen aufgehoben. —6— Oberbiel, 23. Aug. Der hiesige Vorarbeiter und Hilfsmeister Christ. Meier feierte dieser Sage fein 25jähriges Arbeitsjubiläum bei der Maschinenfabrik und Eisengießerei Hollmann u. Co. in Burgsolms. kz. Atzbach, 23. Aug. Einen idealen Spielplatz für unsere Jugend bietet die Hochfläche auf dem wie eine Insel aus dem grünen Lahntal auf- steigenden Rabenberg in unmittelbarer Nähe des Ortes. Die Schuljugend und die Schulentlassenen spielen mit Vorliebe auf dieser luftigen Höhe, die übrigens einen prachtvollen Rundblick über das ganze Lahntal bietet. O Lützellinden, 23. Aug. Die Unter- richtserteilung an der hiesigen Haushaltungsschule ist der Hauswirtschaftslehrerin Elfriede Groh zu Gießen übertragen. O Aus dem Kleebachtal, 23. Aug. Die Frühfahrt der Kraftpostlinie von Riederkleen nach Gießen und zurück fällt bis auf weiteres an Sonntagen aus: sie bleibt für Werktage bestehen. Ebenso tritt in ten übrigen Fahrten keine Aenderung ein. Die Abendrückfahrt von Gießen nach Riederlleen findet an Sonntagen eine Stunde später als bisher statt. O Riederkleen, 23. August. Die Wass erleitung für die hiesige Gemeinde, mit deren Dau im Februar d. I. begonnen wurde, ist nunmehr vollständig fertiggeftellt. Die Freude der Ortseinwohner über das segensreiche Werk ist groß. Die endgültige technische Abncchme ter gesamten Leitung soll in den nächsten Tagen durch das Kreisttesbauamt zu Wetzlar stattfinden. Der tiefer gelegene Teil des Ortes ist gleichzeitig mit einer Entwässerungsanlage versehen worden. Der Hochbehälter ist unmittelbar an der Provinzialftratze nach Butzbach in der Rähe des Forsthauses errichtet: er faßt 90 Kubikmeter Wasser. Die ganze Arbeit ist von der Regierung zu Koblenz als Rotstandsarbeit anerkannt, und zu ihrer Ausführung ist der Gemeinde ein Zuschuß und ein Darlehen aus Mitteln der produktiven Erwerbslosenfürsorge bewilligt worden. O Dornholzhausen, 23. Aug. Die Maul- und Klauenseuche, die erst vor kurzem erloschen war, ist hier erneut ausgebrochen. An der Seuche ist jetzt auch der zweite Gemeinde- butte erfranrt (der erste mußte vor kurzem ab» geschlachtet werten). Die erforderlichen Schuhmaßregeln sind sofort getroffen worden. Ort und Gemarkung bilden einen Sperrbezirk. — Dieser Sage fand in ter hiesigen Turnhalle ein aus Anlaß der wirtschaftlichen Umlegung der Grund- und erst von der Kirche ging eine allgemeine Belebung der Fischerei aus. Da die Jagd den Geistlichen verboten war, der Fischfang ihnen aber gestattet wurde, da man für die Fastenspeisen leckere Fischgerichte brauchte, so wurden die Mönche eifrige Angler. Gall doch der Stand des Fischers als Gott besonders wohlgefällig, weil Christus unter ihnen feine Apostel gewählt hatte. So wird das Angeln zu einem Hauptsport des Mittelalters, der von frommen Pattes in den Teichen der Klostergärten wie von Rittern in ten Durggräben betrieben wurde. Roch Kaiser Max, der „letzte Ritter", war ein eifriger Verehrer tes Angelns, der davon in feinem „Weihkunig" mit viel Begeisterung und Verständnis spricht. Später aber sank das Angeln in den feudalen Kreisen unter die „niederen, Vergnügungen" herab, und nur in England blieb das Angeln der klassische Sport, der stets von • der höchsten Aristokratie gepflegt wurde. Bezeichnenderweise besitzt auch die englische Literatur ein klassisches Angelbuch: es ist dies Isaak W a 1 t o n s berühmtes Werk „Der vollständige Angelfischer oder des beschaulichen Mannes Erholung", dessen feiner Humor und liebenswürdige Weltweisheit noch heute Entzücken erregt. Unzählige Bücher behandeln in den genauesten Vorschriften das Wesen des „vollkommnen Anglers" und die einzelnen Gebiete feiner Kunst, vor allem die Herstellung der künstlichen Jnsetten, deren sich der englische Angler als Köder bedient. Walter Scott, Coleridge und andere Dichter haben das Angeln als sachkundige Verehrer besungen. Der befarnrte Staatsmann Lord Grey ist unter seinen Landsleuten wegen seines Buches über das „Angeln mit der künstlichen Fliege" mindestens fo bekannt wie wegen seiner politischen Leistungen. Don England aus hat die Angellunst auch in den anderen Ländern wieder eifrige Jünger gefunden. Für den Angelkünstler hat alles Bedeutung: die Wasserwirbsl und Luftblasen, die Wetterveränderung, die Schatten usw. stücke veranstalteter Vortrag statt, in dem Kreisobstbaulehrer Kilp. Wetzlar, über „Obstbau und Zusammenlegung" sprach. Den Versammlungsteilnehmern wurde mancher nützliche Wink für Pflanzung und Pflege des Obstbaumes auch bei und nach Durchführung des ZulammenlegungS- verfahrens gegeben. O Hochelheim, 23. Aug. Am Sonntag feierte die hiesige Evangelische Gemeinschaft ihr diesjähriges I a h r e s f e st, das sehr gut besucht war. Die Leitung des Festes lag in Händen des Predigers Tripplcr, Groß-Rechtenbach, der auch die Einleitungsworte sprach. Die Festrede hielt H. M e Y e r von Frankfurt a. M. Es sprachen weiter Pfarrer Weber aus Holz- hettn und Pfarrer Koch. Lützellinden. Zur Verschönerung der Feier trugen die Gemischten und die Posaunenchöre von Hochelheim, Hörnsheim und Groß-Rechtenbach und ter Männerchor von Hörnsheim bei. Die Gemeinschaft ist augenblicklich im Begriffe, ein eigenes Dereinshaus zu bauen. Das Haus wird am Dorsausgange nach Lang-Göns errichtet. Der Bauplatz ist von einem Mitglieds zur Verfügung gestellt. Der Bau ist im Rohbau soweit vollendet. —o— Hochelheim, 23. Aug. Unter reger Beteiligung wurde am Sonntag das Jahres- f e ft der evangelischen Gemeinschaft in unferm Orte gefeiert. Als Festredner waren erschienen Pfarrer Weber, Holzheim. Pfarrer Koch, Lützellinden und Prediger May, Frankfurt a. M., die in ihren tiefgründigen Ansprachen den aufmerifamen Zuhörern manches ernste Wort zu sagen wußten. Für die Begleitung der gemeinsamen Lieder hatten sich mehrere Posaunenchöre bereitgesunden, ebenso trugen verschiedene Lieder- vorträge des Gemischten Chores zur Verschönerung des Festes bei. — Der Ban des neuen Vereins Hauses, welchen die Gemeinschaft auf dem einem Mitglied gehörigen Bauplatz augenblicklich ausführt, steht vor feiner Fertigstellung. Man gedenkt im nächsten Frühjahr das Haus einzuweihen und seiner Bestimmung übergeben zu können. —5— Hörnsheim, 23. Aug. Am Sonntag fand auf dem nahe bei unserem Dorfe gelegenen Schießplatz das diesjährige Preisschießen des hiesigen Kleinkaliberschühenvereins seinen Abschluß. Die Veranstaltung, die auch die beiden vorigen Sonntage umfaßte, stand unter der Leitung des Schießmeisters Lehrer Bork von hier und hatte sich infolge günstiger Witterung eines zahlreichen Besuches von auswärtigen Schieß- freunden zu erfreuen. Es erhielt ten ersten Preis (50 Meter aufgelegt) Hugo Volk, Hörnsheim, 2. Preis Heinrich Volk, Hörnsheim, 3. Preis Joh. Weber, Hochelheim. Kreis Biedenkopf. * Fellingshausen, 23. Aug. Unser Dorf stand dieser Tage unter dein Eindruck eines traurigen Ereignisses. Galt es doch, einem Manne, dessen Ableben allgemein betrauert wird, das letzte Geleit zu geben: Fleischbeschauer Karl Gerlach I. wurde zu Grabe getragen. Unter Vorantritt des Gesangvereins Konkordia, dessen Ehrenmitglied er war, bewegte sich ein langer Trauerzug nach dem Friedhöfe. Die ganze Gemeinde erwies dem Verstorbenen die letzte Ehre, ein Zeichen, daß der Heimgegangene nffyemein beliebt und geschätzt war. Dillkreis. bl. H a i g e r, 23. Aug. In einer großen Bür- geroerfammlung, die von etwa 200 bis 250 Personen aus unserer Stadt besucht war, wurde Stellung genommen zu den Vorgängen, die sich bezüglich der Umwandlung unserer Stadt in eine Landgemeinde in den letzten Tagen hier abgespielt haben. Aus den ganzen Referaten, sogar aus demjenigen des Einberufers der Versammlung, des Kaufmanns Werner Brandt, ging hervor, daß man den Gedanken auf Schaffung einer Landgemeinde im Hinblick auf die wenigen Vorteile, die eine solche Neuordnung in sich birgt, fallen gelassen hat. Der ganze Abend war ein Appell an den Magistrat und die Stadtverordnetenversammlung, in Zukunft allenthalben große Sparsamkeit walten zu lassen und nach Möglichkeit bei den vorgeordneten Behörden dafür einzutreten, daß neue finanzielle Lasten der Bürgerschaft nicht aufgelegt werden. 3n diesem Sinne war die Debatte durchweg gehalten. Der Versammlungsleiter Brandt ging gleich zu Beginn des Abends auf die Vorgeschichte der Angelegenheit ein. Redner erkannte die Schwierigkeiten der Umbildung an und erklärte, daß die Bürgerschaft von der Stadt eine Herabsetzung der Verwaltungskosten und äußerste Sparsamkeit verlange. Er führte einige verwaltungstechnische Beispiele an und erklärte, daß man mit der Beibehaltung der Stadt Das Schwerste aber sind das ..Whipping" und „Striking", das Hineinwerfen der Schnur und das Heraufziehen des Fisches, das mit einer bestimmten Handbewegung und einer auf Vieri el- sekunden berechneten Genauigkeit erfolgen muß. Lange Hebung und hohe Gewandtheit müssen sich dabei auch zu ästhetischer Schönheit vereinen. „Wenige Künste verdienen so sehr unsere Bewunderung", heißt es in Waltons Werk. „Die Haltung, die der Angler einnimt, ist zugleich im höchsten Grade männlich und graziös". Die größten Brücken der Welt ms. Die längsten Brücken der Welt sind natürlich in Amerika, und zwar ist die längste die 46 Kttometer lange Eisenbahnbrücke über den großen Salzsee im Staate ültah, ter durchschnittlich 1 bis 2 Meter, an einigen Stellen aber bis 8 Meter tief ist. Diese Brücke verkürzt die Bahnlinie nach dem Pazifik um 88 Kilometer. Die zweittängste Brücke liegt in der Bahnstrecke von Florida nach Key West, die 175 Kilometer lang ist und von der 130 Kttometer auf im Meere liegenden Inselchen, 45 Kilometer aber auf Drücken über dem 3 bis 8 Meter tiefen amerikanischen Mittelmeer ruhen. Die längste dieser Drücken ist ll1/» Kilometer lang. Durch die genannte Bahnstrecke wird die Reise von Reuhork nach Habana um 18 Stunden verkürzt. Die längsten Drücken der alten Welt sind die bei Cerna- voda über die Donau mit 3850 Meter und die über den Hoangho bei Tsinan mit 3427 Meter Länge. Die größte Kettenbrücke der Well ist die über den Bear-River im Aorten der Vereinigten Staaten von Amerika. Im Juli dieses Jahres ward die neue Drücke über den Delawarefluß zwischen Philadelphia und Camden in Betrieb genommen. Sie ist mit 583 Meter Spannweite die größte Hängebrücke Amerikas, die sogar die — übrigens von einem Deutschen erbaute — Reuhorker Droollynbrücke übertrifft wohl einverstanden sei, wenn es verstanden würde, die Stadt zum Wohle der Bürger zu führen. In der folgenden Diskussion sicherten die Stadtverordneten Trott und Lenz zu, daß alles versucht werden solle, da zu sparen wo es eben ginge. Den Gedanken der Landgemeinde verwarfen beide Redner im Hinblick auf die nicht zu erkennenden Vorteile gänzlich. Einige Bürger forderten auf zu einer völligen Umwandlung der Verwaltung, damit die Steuerlast vermindert werden könne. Vom Stadtverordneten Drott wurde eine Resolution angenommen, in der die Beibehaltung der Stadtrechte beschlossen wurde. Eine weitere Resolution, von dem Ein- berufer verfaßt, verlangt äußerste Sparsamkeit und Herabsetzung der Steuerlasten. bl. H a i g e r, 23. Aug. Die hiesige Agnesen- Hütte hat kürzlich den Betrieb wieder aufgenommen. Eine Anzahl Arbeiter konnte dadurch 'wieder lohnende Beschäftigung finden. bl. H i r s ch b e r g (Dillkr.), 23. Aug. Am Sonntagvormittag sand hier eine Hebung der Freiwilligen Feuerwehr Hirschberg statl. Als Brandobjekt war ein Haus im Dorf vorgesehen. Die Wehr, die erst im Jahre 1925 gegründet wurde, führte die Hebung sauber aus und zeigte damit, daß bei Ausbruch eines Brandes tatkräftig eingegriffen werden kann. Regierungsrat Dr. B ü n g c r , Kreis- brandmeifter Röver und Gauvorsteher Henß wohnten dem Brandangriff bei und sprachen sich zum Schluß sehr lobend über die Hebung aus. ' Breitscheid (Dillkreis), 23. August. Vor einigen Tagen meldete sich abends in der Gastwirtschaft und Metzgerei von Schumann hier ein etwa 15- bis 17jähriger Junge und bat inständig, ihn gegen Arbeit in Kost und Logis zu nehmen. Der Junge hatte keinerlei Papiere und gab an, bis jetzt Lehrling bei einer Firma in Wetzlar gewesen zu sein. Er sei Waise. Sch. hatte mit dem Jungen Mitleid und nahm ibn vorerst auf, um sich leinetroegen zu bekümmern, da er meinend angab. daß ihn fein Lehrherr wegen Konkurs des Geschäftes fortgeschickt habe. Die Gaftfreunschast hat der Junge in der Weise gelohnt, daß er nunmehr unter Mitnahme eines f o ft neuen Fahrrades und eines Geldbetrages .'erschwunden ist. Sofortige Nachforschungen erlaben, daß der Junge nicht aus Wetzlar und ein Schwindler ist. bl. Hbanbcrbad) (Dilltreis). 22. Aug. Die Gemeinde ist z. $. mit dem Bau eines neuen Friedhofes in der Nähe des Dorfes beschäftigt. Der jelüge Friedhof war belegt und kann wegen seiner Lage inmitten des Ortes nicht erweitert werden. (tzrofr - Wiesbaden. ToSA. Wiesbaden, 20. Aug. Die diesjährigen Herb st monöver der britischen Besatzung finden in der Umgebung von Hochheim abwärts bis Idstein statt. In den südlichen Orten des Landkreises Wiesbaden hat die Militärbehörde einen Termin zur Abräumung der Felder vom Getreide gesetzt. In den Orten des Landkreises, ipo um diese Zeit die Kirchweih stattfindct, sind nur für den Sonntag die Säle freigegeben Wirtschaft. 2er deutsche Außenhandel tmJuli 1 9 2 6. Der deutsche Außenhandel ist auch im Juli in nerftärftem Maße passiv gewesen. Der Einfuhrüberschuß im Juli beträgt insgesamt 124 Millionen Reichsmark, und zwar im reinen Warenverkehr 121 Millionen Reichsmark gegen 33 Millionen Reichsmark im Juni. Gegenüber Juni zeigt die reine Wareneinfuhr im Juli eine Zunahme um 150 Millionen Reichsmark, an der hauptsächlich Lebensrnittel mit 124 Millionen Reichsmark und Rohstoffe und halbsertige Waren . mit 25 Millionen Reichsmark beteiligt sind. ^Die stark erhöhte Lebensmitteleinfuhr ist -lum erheblichen Teil als Voreindeckung infolge der ''Zollerhöhungen am 1. August anzusprechen. Auch .die reine Warenausfuhr weist ein beträchtliche Erhöhung um 63 Millionen Reichsmark, voran Rohstoffe und halbfertige Waren mit 32 Millionen Reichsmark und Fertigwaren mit 31 Millionen Reichsmark beteiligt sind, auf, während die Lebens- mittelausfuljr eine leichte Abschwächung um vier Millionen Reichsmark zeigt. * Die deutsche Kohlenproduktion tm Monat Juli 1 92 6. Aach.den Berechnungen des Statistischen Reichsamts hat die Koh- lenproduktion des Deutschen Reichs im Monat Juli 1926 eine erhebliche Steigerung erfahren. Die Steinkohlenförderung des Deutschen ...... ' ---~nmil II !■! ■WMIIBIIIIUIM I___ sturm in bchmalebeck Roman von Sophie Kloerss. Copyright 1926 by Aug. Scherl G.m.b.H., Berlin. 4. Fortsetzung. Nachdruck verboten. „Wie dir das von der Hand geht, Riekä)en. So mit drei Griffen. Ich wollte, ich könnte wirtschaften wie du." „Du hast andres. Was die Leute noch lieber mögen." Es klang ein Neid aus den Worten. Rick- chen Jessen konstatierte einfach eine von ihr selbst langst anerkannte Tatsache. Wer so aussah wie Ilse Roltmann und so füß fingen konnte und dazu das reichste Mädchen der Stadt war, — mußte der auch noch derbe Knochen haben? „Laß doch, Mutter. Heb' doch nicht so schwer. Ich mach' das ganz gut allein." Helene Jessen richtete sich wieder auf, sie hatte nur der Form wegen in den Korb gegriffen. „Was ich wieder für Rücken- lchmerzen hab'. Hub die Beine sind so lahm. Ich weiß gar nicht, was das immer mit mir ist." Die beiden Mädchen antworteten nicht. Ilse bals ausbreiten und rief den Geschwistern zu, Was- ■ec 3U l™ßcn- Dabei schickte sie einen schnellen Blick in die Weite, sah hinter den Hecken drüben Staub steigen und im Sonnenlicht aus dem Staub eine qol- bene ffiolfe werden, stellte sich ihren Verehrer vor, lichtubergossen, mitten in der goldenen Wolke, und lächelte tn sich hinein. „Zu lachen ist nichts dab-i wenn ich Schmerzen hab'." „Ich lache doch nicht, Tante Helene." „Ich sah es doch, verstellen brauchst du dich nicht. Dein Vater lacht auch, wenn ich ihm was klage." Schweres Seufzen. „Diese Nacht hab' ich wieder nicht schlafen können. Nicht eine Minute Und am Tag soll man seine Arbeit machen Hnd immer für alle Leute da sein. Heirat' du mal keinen Prediger, Ilse, der ist nie (ein eigener Herr. Jedermann meint er, er wär' gerade für ihn da, und seine Frau auch." „Das ist im Hause eines Arztes grade fo, Tante." „Da kommt deine Mutter. Der sieht man das nicht an, daß sie es sauer hat. Gott, ja, sie ist ja auch zehn Jahre jünger als ich. Hnd wenn man alles an sich wenden kann." Reichs (ohne ©aargebiet) ist von 11 756 386 Tonnen im Bormonat auf 13 074 085 Tonnen gestiegen, die Braunkohlenproduktton von 11 202 486 Tonnen auf 11 481 767 Tonnen. An Koks wurden erzeugt 2 044 575 Tonnen (Vormonat: 1962 558 Tonnen), an Steinkohlenbriketts 457 957 (421 795) Tonnen, an Braunkohlenbriketts 2 942 029 (2 792 663) Tonnen. Die mit 13 074 085 Tonnen angegebene deutsche Juli-Förderung übersteigt die entsprechende Ziffer für 1913 nicht unbeträchtlich. Die Gesamtproduktion für das Deutsche Reich im alten Gebietsumfang belief sich tm Juli 1913 auf 17 198 013 Tonnen, erreichte demnach eine Höhe, die von der jetzt so stark erweiterten deutschen Kohlenproduktirn auch annähernd noch nicht erreicht ist. Dörsenwrle. (Ohne Gewähr.)__ Frankfurt a.M Berlin Schlug» Kurs l-Ut)C- nur» Schlich-1 Anfang «ur» Datum: 23. 8. 21 8. 23. 8 24. 8. 5% Deutsche Ncichsanleibe > 4% Deutsche Ncichsanleibe . U.48 — 0.4*05 0.475 ,0,4275 8Vi°/o 5)cntirf)e NeichSanleilie 3% Deutsche Neichsanleihe . 0.4! ___- 0,4205 0.4375 — 0.5105 । 0.505 Deutsche tSt'arDräinicnmtleibe — — 0.265 — <% Preußische KonlolS . . ii.4! — U.43 0,4275 4°, Hessen ..... 0,40 — 3'/a°/n Hessen......... — —. - — 3°/o Heilen.......... 0.40 _ 0,41 _ Deutsche Wend. Dollar-Anl. 95,6 _ _ dto. Doll.-Schav-Anireii'ng.ck — — — 4% Zollkürkrn......... 13,35 13.5 _ S% Äoldmerikaner ... . 45 46 | 13.7 — Berliner HandelSqesellschast. fcmnmctj- und Privat-Bank 217.5 14t 139,5* 218,5* 140.5* 209.5* 189,5* Dann st. und Rakionaldank . 20S- 209* 209* 208.5* Deutsche Bank. . ....... 171' 170* 170* 169* Deutsche BcreinSbonl .... !Nl _ __ _ DiSconio Commanou . . 166,25 164* 165.7* 164* Metalldank........... Mitteldeutsche Crcditbank 133.73 134 IW 112* 142,5* ^cstcrrcichiscbe Ürcditanitali 8.85 s.9 8.S Westbank......... — — — Bochumer Guy........ — — 147* 144* Buderus ...... 98.5 99 99.4 97,12 Cara ............ — 81 Deutsch ^uremburg...... 1.50' — 153,2* _ Gelsenkirchener Bergwerke . . 176.5- 175,5* 177,5 174.7’ Harocncr Bergbau ... . . Kaliwerke Aschersleben.... )59- 157* 158,4 157' 140 143 142.5 Kaliwerk Westeregeln..... Lourabütte......... Obcrbedars........... Phönix Bergbau ...... Rveinstahl........... 152 73 149 75.5' 153,75 56 74 149.5 55,12 74 125* 145' 122.5' 144* 123.75 141.5* 122,2' 143.5* Riebcck Montan........ 165 161.5 164 162 TclluS Bergbau. ....... 69 Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovd . . . 152,2* 151* 150* 150,5* 151* 150* 151,6' 151,6* Cheramischc Werte Altnn . . 69 _ Zementwerk Heidelberg . . Philipp Hottmann...... 134 ns — 119 — Anglo-Cont.-Guano..... _ 95,75 93 Chemische Mayer Sklavin . . — — ft G. ssarbcnindnstrie. Ä.-G. ’iSS” 289* 288,5* 388,2’ Goldschmidt......... 113.5 109,5 111,75 110 Holzverkohlung ........ 55,5 57 Nütgerswerke....... 117 — 115,25 Scheideanstalt ........ 167 156 — ?IU0- ClcktrizilölS.Gesellschafk 157.5* 157,5* 158,5* 157,2* Bergmann ......... 154* 1.56.5* 154,9- 153,7* Mainkraitwerkr ....... Ul 111 Schucken........... 136.7* 134,5* 183,7* 134* Siemen« e Aussteuer richtet, eh' der Bräutigam im Hause stehl. Aber es könnte doch einmal sein. Hnd so, wie wir mit jedem Groschen rechnen müssen--" "3hr habt doch eine ganz gute Einnahme, Lene." Seufzen. Anklage und Vorwurf im Ton. So ungefähr: Du hast gut reden. Was weißt du von Sorgen? — Aber sie sprach es nicht aus. „Montag ist der Whistklub bei euch, nicht? Kommt Fräulein Rosen eigentlich noch?" „Ich glaube, die reift schon übermorgen. Hnd Herr Mampert mit ihr. Hnd Madam Reimers al« Ehrendame. Lene, wenn die absahren, bin ich aus der Post. Kannst dich draus verlasse». Ganz Schmalebeck wird da sein." „Es ist namenlos unpassend. Johannes sollte dagegen auftreten. Ich sag' es ihm jeden Tag. Es ist doch sein Onkel." Hanse Rottmann lachte. „Ich finde es jo entzückend. Die zwei alten Leute, die sich in der Jugend nicht haben sollten und die nun auf ihre alten Tage die versäumte Hochzeitsreise als Freunde nach- holen. Hnd doch nicht über Schmalebeck hinaus- rönnen und sich die dicke Reimers als Elefanten mit- nehmen. Damit man doch hinterher kontrollieren kann, was sie zu jeder Stunde getan und gesagt haben. Lene, ob sie wohl im gleichen Hotel wohn«,? Oder ob Onkel Mampert immer in ein anderes mufe? Sicher teilt sie ihr Zimmer mit der Reimers. Obgleich hie fürchterlich schnarchen soll. — Lene daß du darüber nicht lachst! Ich finde es einmal niedlich." Tendenzumfchwung, aus dem besonders Montanwerte großen Ruhen ziehen konnten. Unter lebhafter Rachfrage konnten die anfangs nur Inapp behaupteten Kurse um 2 bis 3 Proz. anziehen. Im Vordergründe standen dabei Phönix, ManneSmann, Gelsentirchen und Harpener. Von Chemiewerten waren I. G. Farben nm 3 Proz. auf 292 Proz. gesteigert. Elektroaktie v verkehrten unregelmäßig. Während SchuckeN 2 Proz. und Lcihmcyer 1 Proz. nachgaben, konnten sich Bergmann um 2,5 Proz. befestigen. Jin Verlaufe wurde dir Tendenz allgemein fester, so daß die Verluste wieder aufgeholt Serben konnten. Am Bankenmarkt erlitten Berliner Handel eine starke Einbuße von 7 Proz., während Darmstädter 1 Proz. anzogen. Schiffahrtsaktien legen lustlos und im Kurse kaum verändert. Für Dau-, Auto-, Maschinen- und Z c ' l st o f f a f t i c n hat das Interesse erheblich nachgelassen und die Mehrzahl dieser IDertc litt unter Angebot. Wayß u Freytag minus 2 Prozent. Zuckeraktien lagen ruhig. Badischer minus 1,5 Proz., aber Frankenthal plus 1 Prozent. Heimische Anleihen hatten unverändert stilles Geschäft. Bon ausländischen Renten konnten sich Türken weiter leicht befestigen. Im Fr ei verkehr hörte man: Benz 86 Prozent, Entreprise 7,5 Prozent, Growag 60 Prozent, Ufa 43,5 Prozent. Brown Boveri 123. Der weitere Verlauf brachte bei lebhaften ilmfätjen am Montan-, Farben- und Elektromarkt geringprozentige Steigerungen. Ain Geldmarkt war die Lage flüssig. Tagesgeld war angeboten. Für Monatsgeld hörte man einen Sah von 5' 8 bis 7' , Prozent. Im Devisenverkehr toaren die lateinischen Valuten erneut abgeschwächt. Paris gegen London 173.25, Brüssel 179 Mailand 150,90. Devisenmarkt Derun—Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. (Ohne Gewähr.) 23 August. 24. August. Amtliche Notierung Kcld Brief Amtliche Notierung «'Seid Bricr Ämst.-Ron. Buen.-AircS Brst.-Antw Christiania. Kopenhagen Stockholm . HclstngforS Italien . . . London. . Reuhork . . Pari». . . Gchwcij . . Spanien . . Japan . . . Rio de Jan. Wien in D-- Ceft abaeft Prag .... Belgrad ■ . Budapest. . Bulgarien IMiabon Dornig. . . Konstantin. Sltheu. . . Kanada. . Uroguav . 168.17 168.59 1,696 1,700 11.4*5 11,645 91,91 92,15 111,47 111,75 112,26 112,52 10.557 10,597 13,49 13,53 20,374 20.426 1,195 4,205 11,93 11,97 80,99 81,19 64,55 64,71 2,015 2,019 0.643 0,647 59,27 59,41 12,418 12,458 7,405 7,425 5,865 5,885 3,035 3,045 21,375 .1,425 81,65 81,85 2,31 2,82 4,74 4,76 4,198 4,208 4.195 4.205 Banknote (Ohne Gewäß 168,06 1,692 11,45 , 91,87 111,39 112,21 10,55 13,55 20,363 4.193 11,84 80,91 64,47 2,013 0.642 09,25 12,416 7.397 5,87 3,035 21,445 81.65 2.285 4.81 4,198 4.205 n. r.) 168,is 1,696 11,49 92,09 111,67 112,49 10,59 13,59 20,413 4,203 12,88 81,11 64.6*1 2,017 0.644 59,39 12,456 7,417 6,89 3,045 21,495 81.85 2,295 4,86 4,208 4,215 Berlin, 23. Luga st. Geld Brie, Amerikanische Role» ..... Belgisch« Roten ....... Dänische Roten ....... Englische Sloten ........ Fran,vniche Roten ...... Holländische Roten ...... Atalienische Roten ... . , Norwegische Noten. . ' . . Deuksch.Oesterr„»ioo Aronat Rumänische Noten...... Schwedische Noten..... Schweizer Noten....... Spanische Noten..... . Tschechoslowakische Roten . . ungarische Noten Berliner Berlin, 24. Aug. wurden heute von der Bereinigten Stahlwerke Q Der erste offizielle Kurs 137 Prozent, zog dann au 139 Prozent und gab fpä übrigen Montanwerte wur und eröffneten mit weniger Auch sonst hat die Grfchäs Spannung nunmehr gelöst Die Tendenz war ans uneinheitlich, s p ä Deckungskäufe hin 4.182 11,47 111,14 20,835 11,95 168,78 13,87 91,70 59,19 111,92 80,95 64,49 12,37 5.825 Börse. Im Mont tuliffe die I. G. lebha bewegte sic Deckungskä er auf 137, den stark vc Ausnahme tStätigkeit. ist, stark n nngs unsi e r wurd reundli 4,200 11,53 111,70 20,435 12,01 168,92 13,93 92,1(1 59,49 112,48 81,35 64,81 12,43 5.865 anmatft Aktien der ft beachtet. ) etwa um ufc bis auj 5 nach. Die rnachlässigt n schwächer, lachdem die achgelassen. cher und e sie auf cher. Das „Niedlich? Schamlos. — Die könnten ja heiraten. Warum tun sie das nicht?" .Mit ihren sechzig und fünfundsechzig Jahren? — Das wäre lächerlich. Aber den vierzigjährigen Brautstand mit einer Rheinreise krönen — wenn ich nicht Hanse Rottmann wäre, ich möchte für die nächsten vier Wochen Melanie Rosen sein." Ein blasses Lächeln auf Helene Jessens Zügen. „Was du für Einfälle hast." Sie wandte sich um nad) den jungen Mädchen, die den letzten Ballen ausgelegt hatten. „Ich geh wieder hinein, Riekchen. Mir ist es hier zu warm. Ich bin schon ganz benommen von der Sonne." Sie ging mit ziehenden Schritten dem Hause zu, wandte sich noch einmal und sah zurück. Hnd es war Bitterkeit in ihr. Da stand ihr einziges Kind und schwenkte die große Kanne, daß sich das Wasser brausend über die Wäsche ergoß, und trug ein Helles Sommerkleid und die zierlichste Schürze,' die Fräulein Rosen im Geschäft gehabt halte, und sah neben Iste Rottmann aus wie eine Magd. Ja — sie wiederholte cs sich selber mit einer Art Trotz: Wie eine Magd. Keine Schneiderin und kein Tanzlehrer konnten darüber hinwegtäuschen. lind das Mädchen schien es md)t einmal zu empfinden. Liebte die Cousine und bewunderte sie, und wenn Georg Grützmann nur Augen für die Dvk- torstochter hatte, sagte Riekchen ganz ruhig: „Sann man sich darüber wundern? Gegen Ilse kommt keine andere auf." Hnd die Mutter halte doch Augen im Kopf. Helene Jessen hatte viel zu leiden „Tante Hanse," fragte Riekchen, „was ist das eigentlich mit dem alten Fräulein Rosen und Organist Mampert? Mutter sagt, das wäre nichts für lunge Ohren. Was haben die beiden alten netten Leute denn Böses getan?" „Die? Böses? — Kind, an denen ist Böses bc- gangen morben. Oder vielleicht - Ja, sie haben sich verlobt vor vierzig Jahren, als Mampert in tue stadt gekommen war und den Posten als Kantor und Organist bekommen hatte. Viel zu brechen und zu bergen hatte er nicht, aber darum war es ihr wohl nicht zu tun. Sie hatte ihn lieb. Hnd ihre altern hatten schon immer das Geschäft, und sie hatten ganz leidlich leben können. Sie Alten hatten and) Ja gesagt, und alles sah sich nach Hochzeit an. Publikum beteiligte sich nun in lehr geringem Maße am Geschäft. Im Deoisenverkehr war das englische Pfund stark gedrückt. London ging gegen Kabel bis auf 4,8559 zurück und erholte sich später mäßig auf 4,8575. Die lateinischen Valuten bewegten sid) weiter nach unten. Paris gab gegen London auf 172,25, Brüssel auf 177,75 und Mailand auf 150 nach. Der Geldmarkt war unverändert flüssig. Tagesgeld war zu 3.5 bis 5,5 Prozent angeboten. Srnrrksurtcr Getreidebörse. Frankfurt a. M., 24. Aug. Es wurden notiert: Weizen. Wetterauer, neuer Ernte, 28,75 M?.; Roggen, inländischer, neuer Ernte, 21 bis 21,75; Sommergerste für Brauzwecke 24 bis 26; Hafer, inländischer, 19,25 bis 20; Hafer, aus- ländischer, 20,50 bis 21,75; Mais, gelb, 18,25; Weizenmehl, inländisches, Spezial 0. 41,75 bis 42,50; Roggenmehl 31,75 bis 32,50; Deizenkleie 8,75; Roggenkleie 10 bis 10,25 Mk. Büchertisch. Großherzog Ernst Ludwig von Reffen veröffentlicht im Augustheft Lgn We - stermanns Monatsheften einen prachtvoll illustrierten Aufsatz über die Rosenhöhe bei Darmstadt. Der interessante Beitrag wird für weite Kreise von großem Interesse fein. Bemerkenswert sind in diesem Heft ein paar hervorragende Rovellen: „Aluscha" von Leonhard Schrickel, „Der Dichter und der Knabe" von Grete von Arbanihkh, eine fein beobachtete Tiergeschichte von Egon von Kapherr „Der Bau in der Heide" und eine Rovelle von Georg v. d. Gabelenh; „Die Hochzeit des Steins", die in das Florenz des Lorenzo Medici führt Besonders ergötzlich sind die „Abenteurer am 'preußischen Hofe", von denen Fr. v. Oppeln-Bronikowski erzählt. Aus dem „Hege r" (Rr. 33, W. S. Korn. Breslau): Berblattete Gelegenheiten. Die Vogelwelt auf Hiddensee. — Die Bedeutung der deutschen Jagd. - Heber Büchsenkaliber. — In der Rümmer 33 der „Lustigen Blätter" (Verlag Dr. Aysler, Berlin) sind Moszkowski, Mühlen-Schufte und Roellinghoff die humoristischen Hauptartikler. Dazwischen drängt sich Witz an Witz, daß man beinahe vergißt, in einer Zeit zu leben, die keinen Spaß mehr versteht. Auch die farbenfrohen Bilder atmen eine erquickende Frische. Heiligenstaedt und Dely verdienen hervorgehoben zu werden. Ein erschütterndes Menschenbild, kaum glaublich in unserer Zeit des hemmungslosen Egoismus, ersteht vor unserem Auge aus dem ersten Beitrag des Augustheftes der Zeitwende. (C. Sy Becksche Verlagsbuchhandlung in München.) Ds ist das Bild Casper Rens Gregorys, des großen neutestamentlichen Text- kritikers, der noch als Siebzigjähriger im Weltkrieg Leutnantsdienst tat, der unbedingt Rächsten- liebe übte und am zwecken Ostertag 1917 durch einen Granatsplitter verwundet heimgegangen ist. Hermann Frankfurth erzählt von ihm aus vollem Herzen. Obwohl Gregory von Haus aus Amerikaner war. hat er doch für Deutschland geblutet In das Alltagsleben des Mittelalters, eine bunte, den meisten noch unbekannte Welt, führt der Aufsatz von Hans Tietze über die deutschen Bildteppiche des Mittelalters. Hier wird uns die profane, volkstümliche Sphäre des mittelalterlichen Lebens an Kunstgegenstä nden deutlich, die bis jetzt unbeachtet geblieben sind. — Eine allgemeinverständliche Einführung in die neuen Richtungen in der Biologie der Gegenwart bietet Karl Sapper. Dieser Aufsatz ist wichtig für alle, die noch an ihrer Weltanschauung arbeiten. Der Verfasser geht vom Menschen auS und nicht von einer mechanistischen Raturauffassung. Hermann Horn erzählt in seinem Roman „Die schwere Last" humorig menschlich weiter von den Irrungen und Wirrungen des vom Schicksal niedergedrückten und wieder emporgehobenen Werkstudenten. Auch älmschau und Randbemerkungen sind in diesem Heft besonders mannigfaltig. Wettcrvor ~r- :■5c. Meist bis ganz bedeckt, im ganzen Verhältnis, mäßig kühl ohne stärkere Niederschläge. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum: 20,5 ' Grad Celsius, Minimum: 7,2 Grad Celsius. Heutige Morgentemperatur: 11,8 Grad Celsius. Verantwortlich für den lokalen Teil i. D.: Dr. Hans T h y r i o t. Da soll mal eine Zigeunerin in der Stabt gebettelt haben und hat den Leuten allerlei prophezeit. Grützmanns soll sie erzählt h^ben, sie kämen zu Geld, und Schlachter Timms am Markt drüben — den alten Timms natürlich — ich hab' es nur er« zählen hören —, sie würden was Liebes verlieren, und zuletzt der Mamsell Rosen, sie würde — wenn sie heiratete — im ersten Kindbett sterben. Bald darauf hat Grützmann hundert Taler in der Lotterie gewonnen, und dem Schlachter ist ein Pferd gefallen, und da war es eine ausgemachte Sache, oaß die Melanie Rosen dem Tod entgegen ginge. Ihre Mutter soll entsetzlich gebarmt haben. Unö der gute Mampert ist sich wohl schon wie ein zukünftiger Mörder vorgekommen. Und zuletzt haben sie beschlossen, sie wollten mit der Heirat warten, bis man ganz gewiß sein könnte, daß fein Kindersegen mehr eintreffen würde. Mit fünfzig ist sie ihrer Mutter noch nicht alt genug gewesen, und dann haben sie auch wohl gedacht: Cs hat nicht sollen fein. Ewiger Brautstand in Liebe und Frieden ist besser als eine Ehe mit allerlei Sorgen und Nöten. Da sind sie verlobt geblieben." „Arme Leute." „Ich weiß nicht," meinte Ilse, „ich finde das beneidenswert. Nie hat sie seine Strümpfe stopfen müssen. Nie hat er ihr ein brummiges Gesicht gemacht. Ihr Jungfernstübchen ist immer fein ordentlich und sauber geblieben, [einer hat die Gardinen verqualmt. Hnd immer jemand, der galant und aufmerksam ist — und immer noch etwas, worauf man wartet —, so eine letzte, kleine Freude. — Hnd nun diese Rheinreise — Aber die dicke Reimers hätte ich nicht mitgenommen, und wenn der ganze Whistklub vor Empörung in Ohnmacht gefallen wäre!" Friederike sah ihn zärtlich an. „Du hast den Mut, zu tun, was du willst." „Den hab' id) von der Mamme. Nicht, du, Mamme, Liebste?" „Du sollst nicht immer Mamme sagen. Gräßlich klingt das. Sag' Mutter. Oder sag' c'infad) Hanse, wir sind ja unter uns." „Ich werd' dich wieder nennen wie als Kind: Sd)atzliebste. Weißt du noch?"