«»!ä ®°6ei fidj £:9^tenben $£SÄS 'sfitangeVS lffa ’lb, ws ejS". 8«! Nonbets n» C5 dem ^&*Ä- LhktL^» Äb-LL KO; hegende i Nlen in Lt »r1, blc eschehen jut S01,19 BirSi »ää PPjn, in denen sie wirken erdnnn dieBerechngnnq i 2 ^dergelcglen Sin. oUem ols Achngeschichie -ntampfes betrautet Aur (cr.’[t v°lle Klarheit über !o)wlen Klagen nolmcnbiq tz unsere; täbffi " des Buches geboten. 32S «lag.m 3. ss. ». Mohr bl’nption aufgelegte ffierr nanztvis^enschast, in «hen Fachmännern bes In- zegeben von W. Oerloff unb lleroolge sorlgeführt. In ber Lieferung (Band 1,28 bis er Professor Lr. W. Gerlofs h über ivleuenvirlschastslehtt 292 ■ mann: Die koloniale Zu. Wallwirtschaft scheft VI der en). Kolonialverlag Lachers 2. -Wie der Titel sagt, sieht oirtschastliche Zukunft in .btt unb erörtert beten Mwu dste. Interessant ist seine rein ne zur Kolonialsragc. Er rropäische Koloniallanb"; er in romanisch Nord-, englisch 'n Marrifa non Togo bis 312 iedmrs. Allgemeiner Deut« äts° und hochschul« usgabe) für das Sommer- Grund amtlicher Quellen )tto Schröder, erschienen m Schmersow, Kirchhain Ä. V. o, kartoniert, Preis -IM. • • Absahschwierigkerten voh- eit keine neue Ausgabe mehr । sich Herausgeber und M- >r Weise der Ausgabe unter- Werkchm in vollständiger -der der Qessentlichkell zu ender im eigentlichen 6iM unb Aachschlagebucht b et fung all dessen, ms es über 'iöetiitälen und M $£ 2!ach einem fuQcn gcg /den dem Ausnahmebed n Wi*tinen Bestimmungen W-Mr fle,aß n aenaue8 Derzeit men. Ein gen Teil des MteW -^. sstellungu^LLnKar- 'n der alle L^srän- -ine unteres ^schuft üben -'« geordnet „ Suilt^San1 Z*' i/Lieferung' 3n }e ben Ab- LKkK fz M $ Jas ®UÄ 2ln’ n E. ilebung,^. vet' Jfür fiC nher Donnerstag, 24. Juni 1926 176. Jahrgang Nk. 145 Erstes Blatt Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer vis zum Nachmittag vorher. 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Der Minister betonte, daß diese (Bill ein Produkt des (Berichtes der von der Regierung eingesetzten neutralen Kohle nkommission sei. Mit der Reorganisattonsbill habe die Regierung die Kommissionsvorschläge, die endgültig und aussührbar feien, in Gesetzes)orm Gebracht. Der erste Teil des Gesetzes beschäftige sich mit der Fusion großer und Heiner Dergwerksunternehrnungen. Die Regierung würde den Unternehmen, die sich freiwillig zu fusionieren wünschten, in jeder Weise Entgegenkommen und ihnen die Fusion s o schnell und innig wie möglich gestatten. Die Kommission habe den Gesetzgebern empfohlen, die vorgeschlagene iFusion nicht sofort gesetzlich anzuordnen, sondern es dem Parlament zu überlassen, ob nicht eine Heber g an gd^eit von drei Jahren für die Fusionsfrage vorteilhafter wäre. In dieser Zeit könnte auch die Frage der möglicherweise nötigen Zwangsfusion reiflich erwogen werden. Der zweite Teil der Reorganisationsbill behandle die Do11- machten, die der Eisenbahn- und Ka- nalrommission übertragen werden sollten. An eine Rationalisierung habe die Regierung schon deswegen nicht denken können, weil diese vom Parlament wie vom Volk abgelehnt worden sei. In diesem Sinne habe sich auch die Kohlen- kommission ausgesprochen. Für die Arbeiterpartei brachte der Abg. Hartshorn den Antrag ein, die Reorganisattonsbill abzu - lehnen. Die Arbeiterpartei sehe allein in der Rationalisierung des (Bergbaues und der wissenschaftlichen Behandlung der Kohle wie der mit ihr zusammenhängenden Fragen Ruhen für den notleidenden (Bergbau. Die Ueber- tragung der Mineralrechte an den Staat sei überhaupt beifeite gelassen worden. Arbeiter und Grubenbesitzer mühten sich an den Der - handlungstisch sehen und nur an die Wohlfahrt des Landes und von Millionen Rotleidender denken. Dann würde es anders um den (Bergbau stehen. Lloyd George erflärte, die Rede Hartshorns habe eine neue Lage geschaffen. Hätte die Regierung wenigstens das Mineral- recht in der Hand, so könnte sie einen ganz anderen Druck auf die widerspenstigen! Dergwerksbesiher ausüben. Die Arbeiterpartei und die Bergbauvorlage. London, 23. Juni. (TU.) Die Mitglieder der Arbeiterfraktion im Unterhaus beschäftigten sich gestern abend mit den neuen Berg- bauoorlagen, die dem Unterhaus heute und am komenden Montag zur Annahme vorgelegt werden. Wie nicht anders zu erwarten war, sieht die Fraktion die in der Reorganisations-Bill enthaltenen Vorschläge als völlig ungenügend an. In dem Ablehnungsantrag, dessen Wortlaut heute früh in den Blättern veröffentlicht wird, wird zum Ausdruck gebracht, daß die Nationalisierung des Bergbaues das einzige Mittel sei, die Rentabilität zu gewährleisten. Außerdem mißachte die Bill die in dem Bericht der Kohlenkommission enthaltenen Empfehlungen. Auch die A ch t st u n - d e n - B i l l, deren zweite Lesung am kommenden Montag oder Dienstag stattfindet, beabsichtigt die Arbeiterpartei abzuleynen, da man in der Verlängerung der Arbeitszeit kein Heilmittel für die Industrie erblicke. Die für Freitag einberufene Konferenz des G e n e r a l g e w e r k s ch a f t s r a t s , die sich mit den im Verlaufe des Generalstreiks und seines Zusammenbruchs entstandenen Meinungsverschiedenbeiten befassen sollte, ist heute unerwarteterweise abgesagt worden. Gleichzeitig veröffent- licht der Gewerkschaftsrat eine Erklärung, in der es heißt: ,Ln Anbetracht der von der Regierung und den Arbeitgebern unternommenen A n - griffe, den Lebens st andard der Arbeiterklasse herabzumindern und insbesondere angesichts der Haltung der Regierung, deren Maßnahmen für die Verlängerung der Arbeitszeit im Bergbau in direktem Widerspruch zu dem Bericht der Kohlenkommission stehen, hat der General- gewerkschaftsrat beschlossen, daß es im Interesse der Bergarbeiter und der gesamten Arbeiterbewegung läge, wenn die für den 25. Juni einberufene Konferenz zur Lösung des Bergarbeiterkonfliktes verschoben werde. Die gegenwärtige Lage verlange eine geschlossene Abwehr, um der Aktion der Regierung so erfolgreich wie möglich entgegen« zutreten." Das Mstenabfindungsgesetz bis § 7 angenommen. Berlin, 23.3uni. (111.) Der Rechlsaus- f ft des Reichstags erledigte heute das Abfindungsgcfeh bis ;um § 7. Sämtliche Paragraphen wurden bei Stimmenihallung der Deutfchnationalen und Sozialdemokraten gegen die Kommunisten angenommen. Die Abänderungsanträge verfielen sämtlich nach längerer Debatte der Ablehnung. .lieber den Gang der Derhandlungen wird Im einzelnen berichtet: Im Rechtsausschuß des Reichstages erklärte heute bei der Beratung Das zehnte Kabinett Vriand. Caillaux Finanzminister. Paris, 23. Juni. (Sil.) Die Bildung des zehnten Kabinettes Briand ist als vollendete Tatsache anzusehen. Die Unterredung zwischen Briand und Caillaux dauerte bis 12.30 ilhr. Bei Ausgang derselben erklärte Briand, dah Caillaux sich verpflichtet habe, das Finanzministerium zu übernehmen. Die Verteilung der anderen Portefeuilles werde heute nachmittag erfolgen. Heute abend werde die Zusammensetzung des Kabinettes offiziell bekanntgegeben. B r i a n d s Erklärung an die Journalisten ist durch den Hinweis interessant, dah er heute vormittag nach der Unterredung mit Poincare seine Mission als gescheitert betrachtet habe. Er begab sich zum Präsidenten der Republik, um ihm den Auftrag zur Kabinettsbildung zurückzugeben. Aus die dringende Vorstellung Doumergues hin entschloh sich der Ministerpräsident, seine Bemühungen fortzusehen, mit dem Erfolg, dah Caillaux feinen Widerstand auf gab und sich bereit erklärte, das Finanzministerium zu übernehmen. Man glaubt zu wissen, dah Caillaux gleichzeittg zum stellvertretenden Ministerpräsidenten ernannt wird. Die Ministerliste. Paris, 23. Juni. (TU.) Heute abend um 6.30 Uhr machte Briand die offizielle Bildung des Kabinetts bekannt. Die Zusammensetzung ist die folgende: Briand, ZHlnifterpräfibcnf unb Ministerium bes Aeutzern, Caillaux, Finanzministerium, Pierre Laval, Justiz, Georges L e y g u e s, Marine, General (ß u i 11 a u m a.f, Heer, Caspar, handel, Jlogato, öffentlicher Unterricht, Perrier, Kolonien, Dinet, Landwirtschaft, Durand, Inneres, Daniel Vincenz, öffentliche Arbeiten, D u r a f o u r, Arbeiten, Jourdain, Pensionen. Das neue Kabinett, das aus vier Angehörigen der republitanif ch-d emokratischen Sin» ken , fünf Radikalsozialisten, zwei s o • zialistischen Republikanern, vier Vertretern der republikanischenLinken, einem keiner Partei angehörenden und einem Fach- minister (@ u i 11 a u m a t) zusamensetzt, wird heute abend um 10 Uhr zu seiner e r st e n Sitzung zusammentreten. Um Mitternacht wird Briand seine Mitarbeiter dem Präsidenten der Republik vor st eilen. Günstige Aufnahme des neuen Kabinetts. Paris, 23. Juni. (TU.) Das neue Kabinett Briand wird, nach vereinzelten (Blät- tersttmmen zu schließen, günstig aufgenom- m e n. Die Zusammensetzung des Kabinetts bedeutet eine Orientierung nach rechts. Die Tatsache, daß Caillaux auch die stellvertretende Ministerpräsident schaf t eingeräumt worden ist, ist von allergrößter Bedeutung. Dem ganzen Kabinett gibt die starke Persönlichkeit Caillaux' die Prägung. Ein Teil der Presse dürfte das Richtige treffen mit der Ansicht, daß Briand dem Kabinett nur nominell vorsteht. Aus der Tatsache, daß Briand Caillaux ins Kabinett einschloh, folgert man, daß er den recht weitgehenden Forderungen auf Ausstattung mit diktatorischen Vollmachten zugestimmt hat. Rechtsstehende Blätter sagen für die nächste Zeit eine Art Staatsstreich voraus, den Caillaux im Einvernehmen mit dem Innenminister und dem Kriegsminister ins Werk sehen würde. Die Forderung nach diftatorischen Befugnissen begründet Caillaux mit dem Hinweis, daß den Rückwirkungen drakonischer Finanzmaßnahmen, die zur Sanierung der Finanzen Frankreichs unerläßlich seien, mit allen Mitteln vorgebeugt werden müsse. Man spricht u. a. von der Reduzierung der Arbeitslöhne. Cs werden S t r a ß e n k unb- gedungen erwartet, die Caillaux auf keinen Fall dulden will. Einzelheiten über die Finanzpläne Caillaux' sind vorläufig noch nicht bekannt. Man schreibt Caillaux die Absicht zu, die Plafond unique einzuführen, wodurch die kurzfristigen Schahanweisungen als Zahlungsmittel zugelassen würden. Eine solche Maßnahme wurde bisher von der Regierung verworfen, weil sie den Auftakt zur Inflation gebildet hätte. Der „Intran- s i g e a n t" bespricht die Möglichkeit einer D i k - tatur Caillaux' und erklärt sich hiermit einverstanden. Die neuen Unterstaats- sskretüre. Paris, 23. Juni. (WB.) Die Unter- staatssekretariate werden voraussichtlich mit folgenden Persönlichkeiten beseht: Minister- präsidentschaft D a n i e 1 o u (Abg., Radikale Linke), Finanzen a) Budget: Pie 1 ri (Abg., Radikale Linke), Finanzen b) Schatzamt: D u - bois (Abg., Radikal). Luftschifsahrt: Laurent Cynac (Abg., Radikal), Oeffentlicher Unterricht und schöne Künste: Dalude (Abg., Radikal), Post- und Telegraphenwesen: Astier (Abg., Radikale Linke). (Befreite Gebiete: Dutreil (Abg., Linksrepublikaner). über das Fürstenabfindungsgeseh auf eine sozialdemokratische Anfrage Reichskanzler Dr. Marx, dah die Regierung nach wie vor der Ansicht sei, dah das Gesetz einen Der- fassungsändernden Charakter trage und daher zu seiner Annahme eine Zweidrittelmehrheit erforderlich sei. Auf eine weitere Anfrage erklärte der Reichskanzler, dah die Regierung über die in der Presse vielfach genannte Präambel gar keine Anträge vorgelegt habe. Der Ausschuh beschloh, die Frage der Verfassungsänderung bis nach Erledigung der sachlichen (Beratung zurückzustellen. Hierauf wird sogleich der § 1 zur (Beratung gestellt, der die Zusammensetzung des Sondergerichtes regelt. Rach der Vorlage hat den Vorsitz der Reichsgerichtspräsident. Der Reichspräsident ernannte auf Vorschlag der Reichsregierung den Stellvertreter des Präsidenten. die weiteren acht Mitglieder des Reichsgerichts und die notwendigen Vertreter. Vier von den weiteren Mitgliedern und deren Stellvertretern müssen Mitglieder von ordentlichen Gerichten oder von Derwaltungsgerichten des Reiches oder der Länder sein. Abg. Dr. Rosenfeld (S.) empfiehlt den fozialdemokrattschen Antrag, der verlangt, dah der Reichstag die Mitglieder des Gerichtes wählt. Ein Eventual-Antrag verlangt, dah vier Mitglieder die Fähigkeit zum Richteramt besitzen und die übrigen Laien sein müssen. Abg. Dr. Barth (Sn.) begründet Anträge seiner Partei, die in erster Linie verlangen, daß vier Mitglieder dem Reichsgericht und die übrigen ordentlichen obersten Gerichten oder obersten Derwaltungsgerichten oder dem Reichsfinanzhof oder dem Reichswirtschaftsgericht angeboren mühten. In einem Eventual-Antrag wird verlangt, daß die Laten-Mitglieder nicht Abgeordnete des Reichstages oder Landtages sein dürfen. Die fozialdemokrattschen Anträge wurden gegen die Antragsteller bei Stimmenthaltung der Kommunisten, die deutschnationalen Anträge gegen die Antragsteller und den völkischen Vertreter abgelehnt. § 1 wurde daraus mit 11 gegen 3 Stimmen bei 12 Stimmenthaltungen angenommen. Dagegen stimmten die Kommunisten. Die Sozialdemokraten, die Deutschnationalen und die Völttschen enthielten sich der Stimme. § 2 behandelte die Zuständigkeit des Gerichtes und sagt, dah das Gericht tätig wird auf Antrag eines Landes oder eines Mitgliedes eines Fürstenhauses. Abg. Dr. Rosenfeld (Soz.) beantragte die Streichung der (Bestimmung, dah das Gericht nur auf Antrag tätig wird. Bei Annahme dieser Bestimmung würde das Gesetz praktisch nur für Preußen und Koburg-Gotha Bedeutung haben. Der Vorsitzende Abg. Dr. K ah l (Dtsch. Dp.) und die Abgeordneten v. R i ch t h o f e n (Dem.), Schulte (Zentr.), Dr. Dell (Zentr.), Brod- auf (Dem.) und Dr. Wunderlich (D. Dp.) erklärten demgegenüber, das Gesetz würde schon sehr begrüßenswerte Wirkung haben, wenn das in dem Geschaffenen neue materielle Recht die Fürstenfamilien veranlaßt, mit den Ländern auf der Grundlage dieses neuen Rechtes Vergleiche abzuschliehen, die für die Länder günstiger sind als die bisherigen. Aus (Befragen erklärte der Vertreter der thüringischen Staatsregierung, bei Annahme der Regierungsvorlage bestehe für Thüringen die Möglichkeit, das Sondergericht nicht nur im Falle Koburg-Gotha anzurufen, sondern auch in den Fällen, wo Fürstenhäuser gegen abgeschlossene Vergleiche den Richtigkeitseinwand erhoben haben. Der sozialdemokratische Antrag wurde gegen die Stimmen der Antragsteller bei Stimmenthaltung der Kommunisten abgelehnt. Im zweiten Absatz des §2 wird bestimmt, daß eine bereits abgeschlossene ®e- samtauseinandersehung vom Sondergericht nur noch einmal aufgerollt werden darf, wenn beide Parteien das beantragen. Abg. Landsberg (Soz.) begründet einen fozialdemokrattschen Antrag, wonach zur Wieder- auftollung der Antrag des beteiligten Landes genügen soll. Auch dieser Antrag wurde ab- gelehnt. § 2 wurde mit dem gleichen Stimmenverhältnis wie § 1 angenommen, ebenso ohne Aussprache § 3, der die Fri - st en für d ie Anträge beim Svndergericht fest seht. § 4 besagt: Der Umfang der Aus- einandersehungsmasse wird durch die Anträge der Parteien bestimmt. In die Auseinandersetzungsmasse können jedoch Dermögens- ftücke insoweit nicht einbezogen werden, als fie in einem anderen Lande liegen und durch eine Gesamtauseinandersetzung zwischen diesem Lande und dem Fürstenhause, das dort regiert hat, unter den Parteien aufgeteilt sind. Der sozialdemokratische Streichungsantrag wurde a b gelehnt und § 4 m ; t der gleichen Mehrheit wie der vorherigen angenommen. Auch § 5 stellt Richtlinien dafür auf, was als Staatseigentum und was als Privateigentum der Fürstenhäuser zu gelten hat. Abg. v. L in de ine r - W i l d a u (Dn.) beantragte die Streichung dieser Richtlinien, so dah der 8 5 nur lauten würde: In dem Verfahren der Gesamtauseinandersehung stellt das Reichs- sondergericht. soweit darin unter den Parteien Streit besteht, auf Grund von Reichs- und Landrecht fest, was von den zur Vermögensrecht - lichen Auseinandersehungsmasse gehörenden Vermögensstücken Staatseigentum und Privateigentum ist. Abg. Rosenfeld (Soz.) beantragt eine Ergänzung dahin, daß als Ausnahme von der Be- griffsbestiimnung Staat nur der Erwerb auf Grund solcher Gesetze gelten soll, die nach der Staatsum- wälzung 1918 beschlossen worden sind. Reichskanzler Dr. Marx bezeichnet den sozialdemokratischen Antrag als absolut unannehmbar, lieber ein mit Zustimmung einer Volksvertretung verfassungsmäßig zustande gekommenes Gesetz könne man unmöglich einfach hinweggehen. Mit dem gleichen Stimmenverhält, n i s wie bisher wurde § 5 angenommen. Sehr um ft ritten wird der folgende § 6, der u.a. besagt: Ist zwischen dem Lande und dem Fürstenhaus und einzelnen seiner Mitglieder über das Eigentum oder ein sonstiges Recht von den Vermögensstücken ein rechtskräftiges Urteil ergangen, so bleibt es maßgebend, auch wenn es mit einer Teilauseinandersetzung zusammenhängt. Das Reichsgericht kann jedoch auf Antrag einer Partei von einem nach der Staatsumwälzung ergangenen rechtskräftigen Urteil abweichen, wenn es feststellt, daß das Urteil auf Gründen beruht, die mit dcn Vorschriften der Paragraphen 5 und 8 dieses Gesetzes unvereinbar sind. Die Abg. Rosenfeld und Landsberg (Soz.) beantragen eine Aenderung dahin, daß auch diejenigen rechtskräftigen Urteile, die vor der Revolution von 1918 ergangen find, aufgehoben werden. Für die Sozialdemokraten fei die Stellung des Ausschusses zu dieser Frage von entscheidender Bedeutung. Abg. (£r. Wunderlich (D. Dp.) erflärt, ihm als Juristen sei es schwer gefallen, in diesem Punkte der Regierungsvorlage zuzustimmen. Es wäre ihm lieber gewesen, wenn an rechtskräftigen Urteilen überhaupt nicht gerüttelt würde. Rach der Revoluttonszeit sei es unterlassen worden, für die Auseinandersetzung mit den Fürstenhäusern an Stelle der ganz unbrauchbaren bisherigen Rechtsgrundsähe ein neues Recht zu schassen. Auf die Zeit vor der Staats- umwälzung dürfe sich aber diese Rückwirkung unter keinen Umständen beziehen. Abg. v. Lindeiner-Wildau (Dn.) betont demgegenüber, nach der Revolution hätten die sozialdemokratischen Machthaber keineswegs, wie die Regierungsparteien anzunehmen scheinen, die Aufstellung neuer Rechtsgrundsähe für die Auseinandersetzung versäumt. Sie hätten vielmehr ganz bewußt erllärt, daß für die Aus- einandersetzung die bisher geltenden Zivilrechts- grundsähe maßgebend fein sollen. Der Redner beantragt folgende Fassung: „Rechtskräftige Urteile, rechtskräftige Schieds- spräche, Verträge, Vergleiche, Anerkenntnisse bleiben maßgebend." Der Antrag der Deutschnationalen wurde gegen ded Antragsteller und die Stimmen der Abg. AI» p e r 5 (Welfe) und Frick (Völk.) a b g e l e h n t, die sozialdemokratischen Anträge gegen die Stimmen der Antragsteller bei Stimmenthaltung der Kommunisten. Paragraph 6 der Regierungsvorlage wurde dann bei Stimmenthaltung der Deutschnationalen und Sozialdemokraten gegen die Stimmen der Kommunisten angenommen; ebenso ohne Aussprache ber § 7, der besagt, daß das Reichssondergericht diejenigen Dermögensstücke zu einer Teilungsmasse zusammenzufasfen hat, bei denen die Rechts- und Eigentumsverhältnisse nur mit unverhältnismäßigen Schwierigkeiten festzustellen sind. Die Weiterberatung wurde dann auf Donnerstag vormittag vertagt. Austritt Rohrbachs aus der Demokratischen Partei. Berlin, 23. Juni. (TU.) Der bekannte Schriftsteller und Kolonialpolitiker Dr. Paul Rohrbach ist aus der Deutschen demokratischen Partei ausgetreten. In dem Schr^-Hen, in dem Dr. Rohrbach dem Dorstand der Seu£- schen Demokratischen Partei mitteilt, dah er seine Mitgliedschaft in der Partei aufgebe, bezeichnet Rohrbach, wie die Mvrgenblätter mitteilen, die Duldung der Parteimitgliedschaft Dr. Q u i d d e s sowie die Parole der Partei bei der Abstimmung zum Dolks- entscheid als die Gründe für seinen Austritt. Deutscher Reichstag. 'Berlin, 23. 3uni. Das Haus überweist zunächst die Ergänzung zum Besoldungsgesetz dem Hausyaltsausschuh. Es folgt die zweite (Beratung des von allen Parteien mit Ausnahme der Dölkischen und Kommunisten ein- gebrachten Gesetzentwurfes über die Anrechnung der während des Weltkrieges in der freitoilligen Krankenpflege abgeleisteten Dienstzeit auf das Desoldungs- und Ruhestandsdienstalter. Der Haushaltsausschuh hat eine gesetzliche Regelung dieser Frage gegenwärtig nicht für angängig gehalten und empfiehlt eine Entschließung, in der die Regierung um eine verbesserte Anrechnung der D'enstzeit in der freiwilligen Kranken- I pflege ersucht wird. Die Entschließung wird e'n- ftimmig angenommen. Reichswirtschaftsminister Dr. Curtius legt hierauf mit empfehlenden Worten die R o v e 11 e zum Bankgeseh zur ersten Beratung vor. Durch die Rovelle werde die Redvskonttnöglich- feit für Schahwechsel des Reichs wieder geschaffen. Der Redrskontanl müsse seinerseits die wechsel- mährge Verpflichtung der Reichsbank gegenüber übernehmen. Der Minister betont, daß das Rerchsbankdirektorium und die Reparationskommission sich mit der Rovelle einverstanden erffärt hätten. Abg. Hergt (Dn.) sttmmt der Vorlage zu, betont aber, daß von der in der Rovelle geschaffenen Möglichkeit im Interesse der Stabilität unserer Bilanzen nur ganz vorübergehend Gebrauch gemacht werden dürfe. In unseren Reichskassen, so fährt der Redner fort, herrscht Ebbe. Wir reiten mit verhängten Zügeln in ein Defizit hinein, von dessen Gröhe wir uns gar keine Vorstellung machen können. Der Reichsfinanzminister hat gewisse automatisch wachsende Ausgaben viel zu niedrig eingeschätzt. Der Minister wird uns einen Rach- tragsetat bringen müssen, bei dem uns die Augen überlaufen werden. Die Ausgabenseite darin kann man auf 400 bis 500 Millionen schützen. (Hört, hört!) In einer solchen Sttuation ist für den Finanzminister die Versuchung sehr groß, das ihm in der Rovelle gegebene Instrument der Schatzwechsel zur Verschleierung des Defizits auszunuhen. Das darf nicht geschehen. Wir beantragen die Beratung der Vorlage im Haushaltsausschuh, um dort angesichts der bedrohlichen Entwicklung unserer Finanzen zu vernehmen, wie' sich der Finanzminister die Zukunft Deutschlands in finanzieller Beziehung vorstellt. (Beifall rechts.) Reichssinanzminister Dr. Reinhold: Der Abgeordnete Hergt hat auch diese Gelegenheit benutzt, um seine Abneigung gegen die Erleichterung der Steuerlasten der Wirtschaft zu bekunden. (Widerspruch bei den Deutschnationalen.) Die Deutsch- nationalen haben sich bei der Annahme dieser Erleichterungen ja der Stimme enthalten. Abg. Hergt hat darum auch die Zukunft unserer Finanzen außerordentlich schwarz gemalt, aber diese Schilderung ist absolut unzutreffend. Der Ueberschuß des letzten Etatsjahres ist genau so hoch geworden, wie ich ihn beziffert habe, nämlich mit annähernd 200 Millionen. Seitdem haben die Steuereinnahmen unsere Schätzungen noch übertroffen, im Mai um 17 Millionen. Es ist vollkommen unrichtig, von einem Defizit unserer Finanzen zu sprechen. Die Reichskasse kommt vollkommen mit ihren Mitteln aus, und wenn nicht wider Erwarten eine Verschlechterung der Wirtschaftslage eintritt, ober der Reichstag die Ausgaben steigert, so können wir durchaus im Rahmen unseres Etats bleiben und werden 1926 fo abschließen, wie wir es vorher berechnet haben. Abg. Hergt ist total im Irrtum, wenn er sagt, wir würden in einem Nachtragsetat 400 Millionen vom Reichstag fordern. Die Regierung denkt gar nicht an neue Forderungen. Sie wünscht nicht einmal von den Schatzwechseln Gebrauch zu machen, die ihr zur Verfügung stehen. Das vorliegende Gesetz bezweckt nur, daß wir uns den Moment aussuchen können, in dem wir an den Anleihemarkt appellieren wollen. (Beifall.) Die Vorlage geht an ben Haushaltungsaus- schuß. Ohne Aussprache wirb dann der deutsch- esthnische Schiedsgerichts- und Der- gleichsvertrag in allen drei Lesungen an- g enommen. Der deutsch-schwedische Handels- und Schiffahrtsvertrag kommt zur ersten Beratung. Abg. Hilferding (Soz.) macht der Regierung den Vorwurf, sie habe aus innerpolitischen Gründen Zusätze in den Vertrag eingesetzt, die einen vollständigen Bruch mit dem Zoll- kompromih bedeuten. Die für Getreide, Fleisch und Vieh eingesetzten Zölle gehen über die Höchstsätze hinaus, die jemals in Deutschland bestanden haben. (Hört, hört! links.) Der bisherige Satz für Futtergerste ist verfünffacht worden. (Hört, hört! links.) Die Zolltarife haben sich als sehr schlechte Waffen für Handelsverlragsverhandlun- gen erwiesen. Diese ' Zollpolitik der Regierung, die eine allgemeine Verteuerung der Lebenshaltung bedeute, müsse scharf zurückgewiesen werden, zumal sich jetzt zeigt, daß die Lasten der wirtschaftlichen Krisen die deutsche Arbeiterschaft immer stärker belastet. Halten Regierung und Regierungsparteien an einer solchen Kursänderung fest, dann werden die Wähler befragt werden müssen. Ihre Antwort fann nicht zweifelhaft sein. (Beifall bei den Sozialdemokraten.) Abg. Hoernle (Komm.) richtet gleichfalls scharfe Angriffe gegen die Handelspolitik der Regierung. Abg. Horlacher (Daher. Vp.) führt aus. die freie Entwicklung der deutschen Landwirtschaft habe alle Prophezeiungen der Zollgegner widerlegt. Ohne einen ausreichenden Zollschutz könne die Landwirtschaft nicht bestehen. Wenn sich das deutsche Volk an den Verbrauch einheimischen Getreides gewöhne, dann würden die Preise trotz des Zollschutzes nicht zu steigen brauchen. Abg. v. Richthofen (Dem.) erklärt, ote Vorlage habe die in sie gesetzten Hoffnungen -richt erfüllt. Llebrig geblieben seien nur die hohen Preise und die ständig gestiegene Teuerung der ganzen Lebenshaltung. Gegen die Höhe der im Schwedenvertrag vorgesehenen Zölle hätten die Demokraten die allergrößten Bedenken und die dort festgesetzten Futtermittelzölle seien vollständig unannehmbar. Im Ausschuß müsse der Vertrag verbessert werden. Damit schließt die Aussprache. Der Vertrag wird dem Auswärtigen und dem Handelspolitischen Ausschuß überwiesen. Cs folgt die zweite Beratung der Vereinbarungen mit Dänemark über Zollerleichterungen für dänische Erzeugnisse und die Behandlung deutscher Handlungs- rcisender in Dänemark. Abg. Thomsen (Dn.) erklärt, seine Freunde könnten dem Vertrag nicht zustimmen, weil er schwere Schädigungen für die deutsche Landwirtschaft bringe. Abg. Greve (Völk.) bezeichnet ben Vertrag als das Ungeheuerlichste, was je ber beutfcfjen Landwirtschaft geboten worben sei. Dieser Vertrag sei ganz unannehmbar. Abg. Krätzig (Soz.) weist bie Kritik ber Rechten an bem Vertrag als übertrieben zurück. Die Lanbwirtschast könne ebensowenig wie jebe anbere Wirtschaftsgruppe verlangen, baß ihre Wünsche zu 100 Prozent erfüllt werben. Der Vertrag wird hierauf in zweiter Lesung in namentlicher Abstimmung mit 221 gegen 158 Stimmen bei 10 Enthaltungen angenommen. Dagegen stimmten die Deutschnationalen, bie Bayerische Dolks- partei, bie Mehrheit ber Wirtschaftlichen Vereinigung, bie Kommunisten unb bie Völkischen. Abg. Dr. Fehr (Wirtsch. Vgg.) beantragt die Absetzung der dritten Beratung von der Tagesordnung. Der Absehungsantrag wird im Hammelsprung mit 181 gegen 189 Stimmen angenommen. Gegen die Absetzung stimmten die Sozialdemokraten, Kommunisten und Demokraten. Das Haus geht bann zur dritten Beratung der von den Regierungsparteien eingebrachten Rovelle zur Reichsversicherungsordnung und zur Angestelllenversicherung über, die eine Anpassung an die Bestimmungen des Knappschaftsgesehes will. Abg. Siebt (Komm.) bekämpft bie Vorlage. Sie bebeute einen Abbau ber Sozialversicherung. Abg. Frau Schröber (Soz.) richtet an bie bürgerlichen Parteien bie Aufforderung, wenigstens die Bestimmung zu streichen, durch die die Waisen unb bie Kinber von Invaliden ber Rente verlustig gehen, wenn sie einen monatlichen Arbeitsverdienst von 15 Mark haben. Der sozialbemokratische Antrag auf Streichung bieser Bestimmung wirb in namentlicher Abstimmung mit 229 gegen 151 Stimmen bei 4 Stimmenthaltungen abgelehnt. Angenommen wirb ein Antrag ber Regierungsparteien unb ber Sozialbemokraten, der gewisse, aus einzelnen Bestimmungen sich ergebende Kürzungen des Gesamtrentenbetrags verhindert. Im übrigen wirb bie Vorlage nach ben Beschlüssen ber zweiten Lesung in ber Schlußabstimmung enb- gültig angenommen. Anträge auf Hilfeleistung für Hochwassergeschä- bigte werben bem Haushaltsausschuß überwiesen. Um 6 Uhr vertagt sich bas Haus auf Donners- tag 1 Uhr. Auf ber Tagesordnung stehen das Gesetz über Unzulässigkeit eines Aufwertungsvolksent- scheids unb kleinere Vorlagen. Preußischer Landtag. D e r 11 n, 23. Juni, mittags 12 Uhr. Eine Reihe Heiner Gegenstände wird ohne Airssprache der Ausschuhberatung überwiesen; so der Zentrumsantrag, bei Verurteilung aus Anlaß der Winzerunruhen in Bernkastel Gnadengesuche zu berücksichtigen. Der Antrag von Campe (D. V.) auf Vermeidung von Rotverkäufen der Getreideernte, der Ausschutzantrag, Mtthilfe zu gewähren zur Fertigstellung der neuen Hebammenle hranstalt in Insterburg, werden ohne Aussprache angenommen. Es folgt die dritte Beratung der Hauszins st euer. Abg. Hecken (Dn.) beantragt die Verwerfung an den Hauptausschuh. Abg. Stendel (D. D.) schließt sich dem an. Finanzminister Dr. Höpker-Aschoff spricht sich dagegen aus. Die Verabschiedung des Gesetzes dürfte nicht länger hinausgeschoben werden. Die Abstimmung über den Antrag auf Zurückverweisung der Vorlage an den Ausschuh ergibt die Ablehnung des deutschnationalen Antrags mit 181 gegen 150 Stimmen. Das Haus tritt hierauf in die dritte Beratung der Hauszins st euer ein. Abg. Hecken (Dn.) bringt noch einmal die Bedenken seiner Fraftion zum Ausdruck. Vor allem mühten die Inflationsgewinne ersaht werden. Bei gewerblichen Räumen mühten Erleichterungen eintreten. Seine Fraktion fordere, daß die Steuerstundung und Riederschlagung aus sozialen Gründen „nach den für die Fürsorge für hilfsbedürftige Mieter geltenden Bestimmungen des vorliegenden Gesetzes" erfolgen soll. Abg. Kilian (Kom.) lehnt die Steuer ab, durch die die breiten Massen in unerhörter Weise belastet wurden, während Grohagrarier. die in Villen wohnen, von der Steuer frei blieben. Abg. Meyer-Solingen (Soz.) verweist darauf, daß es infolge der Reichsgesetzgebung nicht möglich fei, das ganze Hauszinssteueraufkommen für den Wohnungsneubau zu verwerrden. Wenn man aber daraus die Konsequenz ziehen wolle, das Gesetz abzulehnen, würde man überhaupt, die Möglichkeit beseitigen, öffentliche Mittel zur Behebung der Wohnungsnot bereitzustellen. Abg. Ladendorff (Wirtsch. Verag.) sich besonders für die Erhaltung des alten Wohn- raumes ein, die in der jetzigen Vorlage überhaupt nicht berücksichtigt werde. Abg. Hoff (Dem.) begründet einen demokra- ttschen Entschließungsantrag, der für die Instandsetzung des Hauswohnraumes Mittel befürwortet. Wer das Gesetz ablehne, mache den Ländern und Gemeinden die Ausgleichung ihrer Etats unmöglich und es seien die Rschtspar- teien im Reichtstag, die die Länder und Gemeinden auf diese Einnahmequelle verwiesen. Finanzminister Dr. Höpker-Aschoff wendet sich gegen zu weitgehende Aenderungs- anträge der Rechten. Weiter weist er die Auffassung zurück, als ob das Gesetz den Interessen des Mittelstandes entgegenstehe. Abg. Stendel (D. Vp.) erflärt, wenn sich die Koalitionsparteien gegen unsere Milderungs- und Desserungsanträge erklärt haben, dann können sie uns keinen Vorwurf machen, daß wir das Gesetz nicht annehmen. Wenn sich jetzt die Regierungsparteien, nachdem sie unsere Anträge zu Gunsten des Mittelstandes abgelehnt haben, als Mittelstandsfreunde hinstellen, so werden sie dafür bei dem Mittelstand kein Verständnis finden. (Beifall rechts.) Damit schließt bie allgemeine Besprechung. In ber Abstimmung wirb ber beutschnationale Antrag auf völlige Steuerfreiheit ber Binnen- unb Küstenfischerei gegen bie Rechte abgelehnt. Gleichlautende Anträge ber Deutschnationalen unb ber Wirtschaftlichen Vereinigung, nicht 1000 Proz., fonbern 900 Proz. ber Grunbverrnögenssteuer als Hauszinssteuer zu bestimmen, werben in namentlicher Abstimmung mit 216 gegen 187 Stimmen abaelehnt. Mit ben Stimmen bes Zentrums unb ber Rechten wirb bie Bestimmung ber Vorlage gestrichen, bie lanbwirtschaslliche Grundstücke, soweit sie rocrbenbcn Zwcken ober als Familienwohnungen bienen, von ber Steuer nicht befreien will. Annahme fanden ferner beutschnationale Anträge, bie u. a. als Friebenswert im Sinne bes Gesetzes ben Grunb- Dermcgensfteuerroert festsetzten. Im übrigen bleibt es im wesentlichen bei ben Ausschuß- bzw. Plenarbeschlüssen zweiter Lesung. Die Schlußabstimmung findet aus Antrag ber Rechten namentlich statt. Sie ergibt mit 216 gegen 187 Stimmen bieAnnahmebesGefetzes, bas bamit endgültig verabfchiebet ist. (Lebhafter Beifall bei ben Regierungsparteien. Pfuirufe bei ben Kommunisten.) Das Haus nimmt noch eine Reihe von Entschließungen an, in denen u. a. verlangt Erleichterung der Beschaffung von ersten und zweiten Hypotheken zur Finanzierung des Wohnungsbaues, Einsetzung eines aus 12 Mitgliedern bestehenden Beirats für Aufstellung der Richtlinien über die Verwendung der Hauszinssteuer für den Wohnungsbau. Das Haus nimmt hierauf die Abstimmung zum Iustizhaushalt vor. Ra- mentlich abgestimmt wird über den Antrag des Hauptausschusses, der einen Gesetzentwurf fordert, durch den die Bestimmung, die die Allersgrenze für Richter von 68 auf 65 Jahre heruntersetzt, außer Kraft gesetzt wird. Der Antrag wird mit 161 Stimmen der Rechten gegen 215 Stimmen abgelehnt. Anträge auf völlige Beseitigung der Einzelhaft und Milderung des Sttafvollzugs und Aen- derung der Disziplinarbeftimmungen für Gefangene sowie aus erhöhten Schuh der persönlichen Ehre gehen an den Rechtsausschuh. Die Wiederholung der namentlichen Abstimmung zur Vorlage über die Reichsratsstimmen, bei der sich schon wiederholt die Beschlußunfähigkeit des Hauses herausgestellt hatte, ergibt auch diesmal Beschlußunfähigkeit. Der Präsident seht die nächste Sitzung auf Donnnerstag 12 Uhr an. Finanzverwaltung, kleine Vorlagen, Abstimmungen. Kunst und Wissenschaft, hochschulnachrichten. Aus Jena wird uns geschrieben: Der o. o. Professor für Innere Medizin unb Direktor ber Mebizinischen Klinik an ber Universität Jena, Dr. Wilhelm Stepp, hat bie Berufung an bie Universität Breslau als Nachfolger von Geheimrat Minkowski angenommen unb wirb ihr zum 1. Oktober 1926 Folge leisten. (Eröffnung ber internationalen Schauspielertagung. Die internationale Schauspielertagung wurde am Dienstag im Deutschen Bühnenklub in Berlin durch eine Begrüßungsansprache des Staatstheaterintendanten I e s s n e r eröffnet. Darauf ergriff Reichsauhenminister Dr. Stresemann das Wort zu e iner längeren Ansprache, in der er etwa folgendes erklärte: Er spreche hier im Dühnenklub nicht als Minister, sondern als langjähriger Freund des Bühnenklubs, dem er immer mit Liebe angehört habe. Wir ständen im Zellaller revolutionärer Entwicklung, wir seien Großstädter geworden. Die Entwickelung unserer Zeit bevorzuge das Brutale. In der Musik herrsche statt der Harmonie eines Beethoven Schlager-, Operetten- und Jazz-Musik. Reue Gebiete der Kunst hätten sich freilich erschlossen: Film und Radio. Vor dem Film habe das Theater kapitulieren müssen. Für die heutigen Theaterdarsteller ergeben sich daraus gewaltige Gefahren, da sie zugleich im Film und im Theater spielten: geistige ileberanftrengung und geistige Tleberreizung. Die Kunst werde auch von den wirischafttichen Verhältnissen und der Proletarisierung der Massen beeinflußt. Man sehe heute gleichsam die Galerie ins Parkett gerückt. Die Kunst und der schöpferische Geist seien auch heute noch die einzigen Gebiete, die keine Absperrung durch Grenzen kennen. Hier könnten sich die nationalen Ideen mit den internationalen vereinigen in einem schonen harmonischen menschlichen Empfinden. Er hoffe, dah durch die Entwicklung dieser Gedanken die geistige und kulturelle Weltordnung geschaffen werden könne. 2lus aller Welt. Professor (Ebccljarbt wieder freigelassen. Wie aus Prag mitgeteilt wird, ist Professor Eberhardt von der Technischen Hochschule in Darmstadt, der bekanntlich am letzten Sonntag in Darmstadt mit einem Freiballon aufgestiegen ist und in der Tschechoslowakei mit seinem Begleiter nach seiner Landung festgenvm- men und interniert wurde, auf Verfügung der tschechischen Regierung wieder fr ei gelassen worden. Er hat bereits wieder die Rückreise nach Darmstadt angetreten. Lisenbahnkalaslrophe in Brasilien. Wie die „Voss. Zkg." aus London meldet, entgleiste ein Expreßzug der brasilianischen Zentraleisenbahn zwischen Rio de Janeiro und Mi- nasgerad und wurde vollständig zerstört. Eine große Anzahl von Personen soll verletzt sein. Flugzeugunglück in Rom. Auf dem römischen Flugplatz stieß ein Flugzeug beim Landen gegen eine Hochspannungsleitung, stürzte ab und geriet in Brand. Der Flugzeugführer ist schwer verletzt, während der Beobachter in den Flammen umkam. Familienkatastrophe nach der Scheidung. Rach einer Meldung aus Warschau erschoß dort der Buchhalter Karl Schilke seine grau, sein 4jähriges Kind und verübte dann Selb st mord, indem er die Waffe gegen sich selbst richtete. Schilke ist gestern von seiner Frau geschieden worden und wurde als der schuldige Teil erkannt. Politischer Zusammenstoß. Kommunisten versuchten wiederholt in eine Markthalle in Spandau einzudringen, in der eine Hitlerversammlung stattfand. Polizeibeamte hinderten sie daran, indem sie wiederholt die Straße säuberten, wobei mehrfach von dem Gummiknüppel Gebrauch gemacht werden mußte. Rach Beendigung der Versammlung kam es zu einer Schlägerei zwischen Hitlerleuten und Kommunisten. Eine Person wurde dabei erheblich verletzt. Die Polizei nahm insgesamt sieben Personen fest. Leichter Rückgang des Rheinhochwassers. Das Hochwasser des Rheins ist seit der vergangenen Rächt in leichtem Rückgänge begriffen. Die Abwärtsbewegung beträgt etwa l1/» bis 1 Zentimeter die Stunde. Der Wasserstand des Rheins betrug gestern morgen gegen 10 Uhr 4,02 Meter. Die Mühlenweide, die vom Rhein überschwemmt worden war, ist wieder frei, so daß sie als Anlegestelle für Personen dampf er wieder benutzt werden kann. Dammburchbruch der Elbe bei Magdeburg. Wie die Morgenblätter aus Magdeburg melden, haben die Fluten der Elbe zwischen Hohenwerdau und Riegripp bei Magdeburg die Schutzdämme durchbrochen, lieber 800 Morgen Acker sind überflutet, deren Früchte zum größten Teil als verloren gelten müssen. Weiter unterhalb Magdeburgs sind umfangreiche Gebiete überflutet. Oberhalb Magdeburgs gelang es den angestrengten Arbeiter der Magdeburger Pioniere, die Dämme zu halten, die eine ganze Reihe von Dörfern und mehr als 6000 Morgen Ackerland vor dem Verderben durch einen eventuellen Deichbruch der Elbe schützen. Bei Jerichow-Fischbeck droht die Flut den Sommerdeich zu durchbrechen. Ein feines Früchtchen. Aus Homburg (Pfalz) wirb gemelbet: Ein Für- sorgezogling, ber von hier entflohen mar, fanb bei einer Frau Unterschlupf. Beim Erscheinen ber Polizei sprang er aus einer Hohe von 8,5 Metern durchs Fenster, tarn unten unverletzt an unb lief nach Saarbrücken zu, warf sich bei erneuter Verfolgung in bie Saar, schwamm bis Gersweiler, winkte ben verfolgenben Polizisten noch einmal höhnisch zu unb entkam. Der Realschüler als Eisenbahnräuber. In einem Abteil zweiter Klasse des Personenzuges Regensburg—Rürnberg wurde eine Kausmannsfniu aus Erlangen von einem vermummten Menschen mit einem Revolver bedroht und um Geld angegangen. Die Dame hielt sich jedoch den Fremden so energisch vom Leibe, daß sie ihn in Rürnberg verhaften lassen konnte. Hier stellte sich zur allgemeinen Ueberraschung heraus, daß der Räuber ein 15jäIrriger Realschüler war. Eine elfjährige Lebensretterin. Beim Spielen an ber Lanbungspritsche eines Mannheimer Ruberklubs fiel ein 4 Jahre alter Knabe in ben Rhein. Er würbe von einem elfjährigen Dolksfchulmäbchen herausgezogen unb nach ber nächsten Polizeiwache verbracht, wo ihn feine Angehörigen in Empfang nahmen. Schweres Unglück bei einem Schulausslug. Aus Mannheim wird gemeldet: Als am Donnerstag ein mit etwa 100 Schulkindern besetzter Lastkraftwagen mit Anhängern auf dem Heimwege war, löste sich die linke Sellenwand des Kraftwagens ab, so daß die auf dieser Seite auf einer Bank sitzenden Kinder auf die Straße fielen. Sieben Kinder mußten mit dem Sanitätsauto in das Krankenhaus gebracht werden. Drei davon konnten nach Anlegung eines Rotverbandes nach Hause fahren, wcchrend vier zurück- bleiben mußten. Zwei Mädchen im Aller von 12 und 13 Jahren schweben in Lebensgefahr. Der Bienenschwarm in der Grohslabi. Aus Mannheim wird gemeldet: Hier hatte sich ein riesiger Bienenschwarm in den belebtesten Teil der Stadt verirrt. Die Passanten bekamen es teilweise mit der Angst zu tun und nahmen Reißaus. Schließlich zog der Bienenschwarm wieder nach oben ab. Schweres Autounglück Im Schwarzwald. Aus Hornberg im Schwarzwald wird gemeldet: Ein mit 1 Personen besetzter Kraftwagen fuhr auf einen mit Langholz beladenen Wagen auf. Dabei durchbohrte ein weit herausragender Stamm die linke Selle des Autos vollständig. Zwei Personen, darunter der Bürgermeister von Hornberg, wurden sofort getötet,, eine weitere schwer verletzt. Alkoholvergiftung. In Kray bei Essen fanb man eine Frau in ihrer Wohnung t o t auf. Sie war an Alkoholvergiftung infolge übermäßigen Schnapsgenusses gestorben. Zwei Kinder durch Gas vergiftet. In Chemnitz wurde die Ehefrau des Weber- Obermeisters ©geltraut mit ihren beiden Kindern im Aller von 3 Jahren und 4 Monaten bewußtlos in ihrer Wohnung aufgefunden. Es lag Gasvergiftung vor. Wiederbelebungsversuche hatten nur bei der Frau Erfolg. Beim Benutzen des Gaskochers hatte sich das Gas entzündet, war ausgeströmt und hatte die Vergiftung verursacht. Buntes Allerlei. Wenn man den Kopf durchs Gitter steckt . . . Dreiüiertel Stunden lang haben Feuerwehrleute, Aerzte, Polizisten, Krankenwärter, Arbeiter versucht, einen 6jährigen Jungen zu befreien, ber seinen Kopf in eine ber kunstvoll ausgesparten Oeffnungen ber alten Westminster-Bribge in ßonbon gesteckt hatte. Der kleine Daniel Rorban ging mit seinem etwas größeren Bruber über bie Brücke, unb ba er gern bie Dampfer auf bem Fluß sehen wollte, so steckte er trotz ber Warnungen seines Brubers sein runbes blonbes Kinberkopfchen burch bie Deffnung bes Gelönbers, bie ein Dreiblatt bilbet, dessen Spitzen nur 4i Zoll ooneinanber entfernt finb. Er kam mit bem Kopf auch ganz gut burch unb konnte sich bie Schiffe ansehen, aber bas Zurückziehen war unmöglich, unb so brach ber Junge in ein helles Geschrei aus, bas sofort eine Menge von Zuschauern ansammelte. Alles bemühte sich, ben kleinen Daniel freizubekommen. Arbeiter, bie auf ber Brücke beschäftigt waren, errichteten schnell eine kleine Plattform an ber Außenseite bes Gelänbers, um viel- leicht von bort ben Kopf zurückbrücken zu können. Aber vergebens. Einige herbeigeeilte Aerzte wollten es mit „Einschmieren versuchen. Man brachte Vaseline unb fettete bamit ben Kopf ein, wozu bie Menge mit ben Rufen ermunterte: „Oelt ihm bas Köpfchen!" Aber es ging nicht. Die Menge war unterbeffen fo groß geworben, baß ber Verkehr vollkommen stockte unb eine lange Reihe von Wagen unb Omnibussen feftftanb. Die Feuerwehr ratterte heran, unb behelmte Feuerwehrleute untersuchten bie Lage. Der Junge würbe von zwei Männern auf jeber Seite aufgehoben unb behutsam an ihm gezogen. Aber man konnte ihn nicht burdjbringen, unb so blieb nichts anberes übrig, als ein Stück von bem Metall wegzufeilen. Währenb ein Schutzmann ab-- gefanbt würbe, um bie Erlaubnis bes ßonboner Magistrats bazu einzuholen, rüstete man zunächst eine DriHfäge, bie von ber Plattform aus in Bewegung gesetzt würbe. Der Magistrat hatte Erbarmen mit bem armen Jungen unb gab sofort bie Erlaubnis, aber bie Säge genügte nicht, unb es mußte mit Meißel unb Hammer ein Stück wegge- schlagen werben, wobei bie Mebiziner ben Hals bes Kinbes sorgfältig mit Watte schützten. Schließlich kam er glücklich heraus, würbe verbunben unb im Triumph nach Hause geführt, wo er mit einem zu- friebenen Lächeln anlangte. Wettervoraussage. Nördliche bis westliche Winde, tagsüber mäßige Erwärmung, sonst kühl, vorwiegend wolkig, noch Regenfälle. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 21,2 Grad Celsius, Minimum 10,1 Grad Celsius. Niederschläge 4,2 Millimeter. Heutige Morgentemperatur 10,9 Grad Celsius. Krn, ÄZG ' »eön ÄI«A net $öbe ?^ln»n 2 ■ L"L°?S 1 energisch J? öielt . Weinen- E1?®^ “cin >4ä8 ; Lebensretterin. »tt?w * hÄL-*.* mfl nahin^ leine ^.rinem Sd*N 'S ZK«L KSSLi mußten mit dem GanZ. S^M werden. $Jea“Ä ewes AotverbaiÜ 12^. vier jutid, ’i2® un Ater tnm ^wSen in Lebens. «m in der (Bro^labt toüb gemeldet: Hier hatte 2W«tin * SWJ^w* 2r H'a 8U tun und W zog der Bienen- oben ab. nglüik im ZchivarMld. im Lchwarzwald wird ge- ersonen besetzter firaft trogen Langholz beladenen Dagen rte ein weit herausragender eite des Autos vollständig, darunter der Bürgermeister tn sofort getötet, eine cleht. >olvergiftung. fand man eine Frau in ihr« iie war an Alkoholvergiftung chnapsgenusses gestorben burch Sas vergiftet. )e die Ehefrau des Debet- c a nt mit ihren beiden Ain- Jahren nnd 4 Monaten be- rhnung ausgefunden. Es lag vor. Diederbelebungsver- der Frau Erfolg. Beim De- rs hatte sich das Sas ent- itämt und hatte die 2er- S Merlei. ops durchs Sitter steckt... >n lang haben Feuerwehrleute, ankenwärier, Arbeiter versucht men zu befreien, der fernen tvollausgeiparten DeffiW Ä9rin ßonbro geN miel Rordan ging mit semm se®S Z-S'W voneinander jjflftinli Ä«-Ä unühte sich-6 h sßridt be- jiteten um oieb Zeile tonnen. M ÄX wollten 'ge Herbie pachte A- ' U ein, wozu du mit den KA Qelt ihm da. n ermuntert- w mm der Verkehrs ^'2eo°n W°gen^ ne lange m^e rflüerte heran Die Feuerwem Sagt von ztvei ihm gezog. Zm rKr-»: M--- e gesu^ inlangte- . Mi-»" K 5? »”lie! US- LU. Don der Landesuniversität. Der ordentliche Professor für- praktische Theologie an unserer Landesunioersität Lic. theol. Dr. phil. Leopold Cordier wurde von der Universitär Bonn ehrenhalber zum Doktor der Theologie ernannt. ' Klinik-Personalien. Ernannt wurden der Werkmeister an der Chirurg. Klinik und der Ohrenklinik Heinrich Muth in (Sieben mit Wirkung vom 1. Mai an zum Maschinenmeister bei der Medizinischen Klinik, Frauen- und Hautklinik der Landesunioersität (Sieben; der Maschinist bei der Medizinischen Klinik, Frauen- und ^lutklinik Johann Hermann Pfeffer in (Sieben mit Wirkung vom 1. Mai an zum Werkmeister an der Chirurg. Klinik und der Ohren- ttlnil der LandeSuniversität (Sieben. " Die D erwaltung der Grunderwerbsteuer betrifft eine Bekanntmachung des Landesfinanzamtes in unserem heutigen Anzeigenteil, auf die hiermit hingewiesen sei. ** Straßensperrung. Wegen Vornahme von Aufbruchsarbeiten ist das Drillergäßchen zwischen Neuenweg und Neuen Bäue vom Polizeiamt bis auf weiters für jeglichen Fuhrwerksverkehr gesperrt worden. •* Anlagenkonzert unserer Militärkapelle unter Leitung des Obermusikmeisters L ö b e r findet am Freitagnachmittaa 5 Uhr am Liebigdenkmol statt. Die Musikfolge ist: 1. Armeemarsch II, Nr. 145, Radetzkymarsch von Johann Strauß. 2. Ouvertüre zur Oper „Fra Diaoolo" von Auber. 3. Aufzug der Meistersinger aus der Oper „Die Meistersinger von Nürnbergs von R. Wagner. 4. „Die Wachtparade kommt", Charakterstück von R. Eilenberg. 5. „Künstlerleben", Walzer von Ioh. Strauß. " 2 5 Jahre Couleurdiener. Am Dienstag, 22. Juni, waren es 25 Jahre, seitdem der Schubmachermeister Albert Franke, Dammstrabe, als Couleurdiener bei der Studentenverbindung „Hasso-Rhenania" dahier tätig ist. Die Verbindung feierte dieses Ereignis durch eine Kneipe in dem von ihr neugekauften Hause Durggraben 9 (Caf6 Ebel), wobei die Vertreter der Verbindung und der Altherrnschast unter Ucberreichung sinniger Geschenke dem Jubilar ihre Glückwünsche zum Ausdruck brachten. Gelegentlich des nächsten Stiftungsfestes ist eine weitere Ehrung des Jubilars geplant. ** Dom Reitsport in Gießen. Man schreibt uns: Es ist eine erfreuliche Tatsache, Mb auch in (Sieben das Interesse an dem gesunden Reitsport gewachsen ist. Der (Siebener Reiterverein (Reit- und Fahrklub (Sieben und Umgebung) hat in den letzten zwei Jahren einen stattlichen Zuwachs an jungen Reiterinnen und Reitern bekommen. Leider ist eS in diesem Jahre nicht möglich, ein großes öffentliches Turnier abzuhalten. Am 3. und 4. Juli wird jedoch der (Siebener Reiterverein in Gemeinschaft mit dem hiesigen Bataillon auf der Haardt ein internes Turnier veranstalten. Zu den einzelnen Prüfungen im Reiten, Springen und Fahren haben sich schon eine gröbere Anzahl Bewerberinnen und Bewerber aus (Sieben und der Umgebung gemeldet, darunter auch geschlossene Abteilungen ländlicher Reitervereine, so daß interessante Wettkämpfe zu erwarten find. RähereS wird noch bekanntgegeben werden. •• Das Konzert der Hoch- und Deutschmeister-Kapelle aus Wien, das wir vor einigen Tagen schon ankündigten, wird, wie nunmehr feftsteht, am 25. Juli in der Volks- Halle stattfinden. RähereS wird in Kürze bekanntgegeben werden. •* Ein Schwimm- und Rudersport- Werbetag in Gießen ist für den 22. Au- fluft vorgesehen. Die Veranstaltung soll bei den Bootshäusern an der Lahn vor sich gehen. Mit diesem Ereignis wird die Austtagung eines Städte-Achter-Wanderpreises zwischen den Rudervereinen von Gießen und Wetzlar verbunden sein. •* Tine Ausstellung sür Gartenbau und Elektrizität wird vom 11. bis 19. September in der Volkshalle veranstaltet lo-röen. Es steht heule schon fest, daß diese Aus- Aus der Provinzialhauptstadt. Giehen, den 24. Juni 1926. Gietzener Wochenmarktpreise. ES kosteten auf dem heutigen Wochenmarlt: Butter 160 bis 180, Matte 35. Wirsing 25 dis 30, Spinat 20 bis 30, Römischkohl 10 bis 15. Spargel 90 bis 100, Erbsen 30 bis 60, Misch- gentüfe 15, Tomaten 70 bis 120, Zwiebeln 20, Rhabarber 25. Kartoffeln (neue) 15, Kartoffeln (alte) 5, Kirschen 25 bis 40, Heidelbeeren 40, Stachelbeeren 25 bis 30, Johannisbeeren 28 bis 40, Gartenerdbeeren 65 bis 80, Walderdbeeren 70, Honig 40, Suppenhühner 120 bis 130 Pf. Gier 12, Mumenkohl 20 biS 100, Salat 5 bis 12, Salatgurken 35 bis 60, Einmachgurken 15, Ober- Kohlrabi 15, Rettich 15 bis 20 Pf. das Stück; Käse 10 Stück 60 bis 80 Pf.; gelbe Rüben das Päckchen 20 bis 30 Pf.; Radieschen das Bund 10 bis 15 Pf. Bornotizcn. — Tageskalender für Do nnerslag: Abonnementskonzert der Reichswehrkapelle: Ll , Uhr .Philosophenwald". — (Siebener Radfahrer-Verein 1885: 9 älhr Mitglieder-Dersamm- lung bei Senkler (Frankfurter 6trabe). — Ra- n.tro-Theater: 81/* Uhr ,Katholisches VereinS- haus". — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: »Prin- ,-zfiin Trulala". — Astoria-Lichtspiele: »CirruS Wildwest". fteUung außerordentlich vielseitig beschickt wer- I den wird. Sie dürfte sich für unsere Stadl und \ die weitere Umgebung zu einem Ereignis gestalten. ' Dem irdischen Richter entzogen hat sich der wegen Brandstiftung in seinem Hause Kaiserallce 32 in Haft genommene Hausbesitzer. Er hat sich in der Rächt zum Mittwoch in feiner Zelle im Landgerichtsgefängnis durch Erhängen entleibt. ** Der Hausbesitzeroerein hielt dieser Tage im Katholischen Dereinshaus eine Mitglieder- Versammlung ab. Der Vorsitzende, Stadtverordneter L o u n s p a ch , sprach zunächst über die steuerliche Ueberlaftung des Grundbesitzes. Der Hausbesitz sei heute vollständig entrechtet und geknechtet und durch den Mieterschutz jedem böswilligen Mieter preisgegeben; mit anderen Worten, er sei heute zum Skuerbüttel seiner Mieter herabgedrückt worden, auf der einen Seite würden dem Hausbesiy unerträgliche Lasten auferlegt, auf der anderen Seite hingegen unterbinde man durch das künstliche Niederhalten der Mieten jede Schadloshaltung. Heute wolle alles auf Kosten des Hausbesitzes leben: das Reich, der Staat, die Provinz, der Kreis, die Ge- mcinbe und letzten Endes auch ein Teil der Mieter, die durch Untervermietung oft den drei- bis vierfachen Betrag aus ihrer Wohnung erzielten, als sie ihrem Vermieter zahlten. In festen müffe der Hausbesitz für die sinn- und planlose Schuldenmacherei jetzt mit der höchsten deutschen Sondersteuer herhalten; man presse jetzt 120 Millionen aus dem Besitz heraus, um das vorhandene Defizit zu decken. Obgleich die Sondersteuer lediglich den Zweck haben solle, das Bauwesen zu för- dem, würden von diesen Steuereingängen nur 8j Millionen zu Bauzwecken hergegeben. Daß die Sondersteuer eine unsoziale sei. werde auch bei den Sozialdemokraten anerkannt. Die Sozialdemokraten wollten wohl die Sondersteuer beseitigt wissen, aber sie wollten andererseits alles tun, damit die Miete heruntergeseht werde. Mit anderen Worten, der Hausbesitzer solle und dürfe von seinem Besitz keinerlei Ertrag haben. Solange man aber solche Zuschuhwirtschaft treibe, bleibe das Wohnungswesen ungesund. Erträglich wäre eine geringe Sonder steuer, deren Ertrag dem Wohnungsbau zugewandt würde, um dem faulen Wohnungskörper wieder auf die Deine zu helfen. Davon mühte aber auch ein Teil zur ■Unterhaltung der alten Häuser und zur Unterstützung von nicht zahlungsfähigen Mietern be- reitsgestellt werden. Wenn wir wieder zu gesunden Verhältnissen kommen wollten, müsse es Aufgabe sein, wirtschaftliche Vernunft in die Politik zu tragen, damit für die Zukunft verhindert werde, mit Unvernunft zu regieren. Als Bundesgenosse müsse der Hausbesih mit Handel, Industrie, Handwerk und Landwirtschaft Hand in Hand arbeiten; geschehe dies und jeder von diesen stehe auf der Wacht, dann toerM auch der Hausbesitz wieder zu seinem Rechte kommen und er werde auch wieder eine bessere Zukunft zu erhoffen haben. Dann würden über kurz oder lang die Fesseln der Zwangswirtschaft fallen müssen, und der Tag der Freiheit werde kommen. Hierauf berichtete Kaufmann Ad. Schmidt über die Besprechungen mit dem Finanzminister bett. Erhebung der Sondersteuer. Aus den Ausführungen ging hervor, daß zwar nicht der erhoffte Erfolg zu verzeichnen sei, jedoch seien die zugesagten Milderungen ein kleiner Lichtschimmer des Entgegenkommens. In der Aussprache wurde dem Referenten zugestimmt. Ueber die .Realkreditorganisation des deutschen Hausbesihes zur Beschaffung von Hypotheken" referierte dann in eingehender, leicht verständlicher Weise der erste Vorsitzende des Schuhverbandes Mainzer Hauseigentümer, Lehrer Schopp. Der Redner erntete für feine sachlichen Ausführungen reichen Beifall. Der Vorsitzende schloß hierauf die Versammlung. •* Das Lichtspielhaus, Bahnhofstraße bringt gegenwärtig einen reizenden Filmschwank: .Prinzessin Trulala", dessen wesentlichster Inhalt hier kurz ffizziert sein möge. Prinzessin Trulala und Prinz Arnulf, die auf mütterlichen bzw. väterlichen Befehl den Ehebund schließen sollen, aber zunächst dazu keine Reigung verspüren, lernen sich inkognito kennen und — nach längerem, luftigen Versteckspielen landen sie glücklich im Hafen der Ehe. Uni) wie es in einem Schwank zum Schluffe sich ost ereignet, trifft der Pfeil Amors weitere Opfer, die auf der Strecke bleiben. In diesem Falle Fürst Arnulf, der Vater des Prinzen, und Prinzessin Hopsassa, die ältere Schwester der Braut, die somit Schwiegermutter ihrer Schwester wird. Die humorvolle Handlung entfesselt stürmische Heiterkeitsausbrüche, und zu diesem Erfolg trägt in erheblichem Maße Ms vot^ügliche Spiel sämtlicher Mitwirkenden bei. ßilian Harvey verkörpert in Prinzessin Trulala den ausgelaffenen Wildfang; außerdem ist als prächttge Leistung der Hofmarschall Hans 3un- kermanns hervorzuheben, der in Bezug auf Komik ausgezeichnetes leistet. —z. ** Das Ramiro-Theater (Mystik- und Zauberschau), dos zur Zeit im Katholischen Vereins- Haus gastiert, wartet seinen zahlreichen Besuchern mit einem ungewöhnlich reichhaltigen Programm auf. Dabei brachte der größte Teil der Darbietungen Neues, so daß einige Repertoirestücke der .Zauberkunst", die früher schon in Gießen gezeigt wurden, demgegenüber nicht ins Gewicht fielen. Hervorgehoben sei hier auch die wirkungsvolle Ausstattung, die einen guten Rahmen bildete. Die von Ramiro und seinen Mitwirkenden vorgeführten Experimente riefen oft größte Verwunderung hervor und hinterließen, um es vorweg zu sagen, durchweg einen guten Eindruck, den das Publikum durch lebhaften Beifall bekundete. Von den „Zaubereien", die nach dem alten Grundsatz „Geschwindigkeit ist keine Hexerei" zur Vorführung gelangten, seien hier einige besonder» interessante Kunststücke hervorgehoben. So rief die Herstellung von Mokka (der zur Kostprobe im Publikum her- umgereicht wurde) aus einem mit Kaffeebohnen gefülltem Gesäß allgemein Erstaunen hervor. Ein überaus verblüffendes Experiment, für das sich der männliche Teil der Besucher lebhaft interessierte, war die Likörfabrik in der Wasserflasche. Ramiro stellte aus dieser Flasche — jej nach Wunsch und Geschmack des Publikums — 12 bis 15 verschiedene Liköre und Getränke her, die ebenfalls fofort den Bestellern zum Trinken überreicht wurden. Bemerkens- wert ist hierbei, daß die Flasche und die Decher aus durchsichtigem Glas waren und daß die einge- gosienen Getränke die ihrer Art entsprechende Farbe zeigten, während der Inhalt der Flasche stets wasserhell blieb, ein Rätsel, dessen Lösung nur leider nicht verraten wurde! Eine große Anzahl weiterer Darbietungen gelang ebenfalls vortrefflich und wurde beifällig aufgenommen. Irn ganzen bot der Abend einige Stunden recht angenehmer Unter- Haltung, so daß ein Besuch empfohlen werden kann. •3- * Auftrieb auf dem heutigen Frankfurter Schlachtviehmarkt: 2 Bullen, 1 Kuh, 1008 Kälber, 177 Schafe, 247 Schweine. Hess. Industrie- und Handelskammern. Die hessischen Industrie- und Handelskammern hielten am 22. Juni im Stadt- haus in Bad-Nauheim unter dem Vorsitz des Landtagsabgeordneten Christian Scholz- Mainz eine Dertreterversammlung ab. Die Beratungen erstreckten sich in der Hauptsache auf folgende Punkte: Oeroerbcbefteuerung in Hessen, Son- berfteuer vom bebauten Grundbesitz, Prüfung von industriellen Lehrlingen, öffentliche Einsichtnahme in das Grundbuch, Entwurf eines Gesetzes über den Vergleich zur Abwendung des Konkurses, hessische Gebühren für Gewerbelegitimationskarten, sowie Geschäftsbedingungen für den deutschen Kartoffelhandel. Die Postautolinie Wetzlar - Hochelheim. OO Wetzlar, 23. Juni. Die Postauto - Linie Wetzlar — Hochelheim hat im Rech- nungsjdhr 1925 mit einem wesentlichen Fehlbeträge abgeschnitten. Auch in den Monaten April und Mai sind durch die Einnahmen aus der Linie die Selbstkosten, die von der Post mit 1 Mk. je gefahrenen Kilometer berechnet werden, nicht gedeckt. Infolgedessen sieht sich die Postverwaltung gezwungen, von den beteiligten Gemeinden (Großrechtenbach, Kleinrechtenbach und Hochelheim) die Zahlung der seinerzeit gewährleisteten G a - rantiefummen zu fordern. Es mag zugegeben werden, daß der Fehlbetrag für das abgelaufene Rechnungsjahr zum Teil dadurch entstanden ist, daß die Post einen erheblichen Betrag als Wegeooraus- leiftung für die Linie an den Kreis zahlen mußte, von dessen Aufbringung der Kreis trotz wiederholter Vorstellungen der Stadt und des Derkehrsvereins Wetzlar sowie der beteiligten Gemeinden nicht abgesehen hat. In drr Hauptsache dürfte aber die Un- wirtschaftlichkeit der Linie darauf zurückzuführen ein, daß die Fahrzeiten in keiner Weife ) e n tatsächlichen Verkehrsbedürfnis- en a n g e p n 6 i sind. Das Auto ist in Wetzlar tationiert, trifft morgens kurz nach 8 Uhr in Großrechtenbach ein, fährt bann über Kleinrechten, bad) nach Hochelheim und von da sofort wieder zurück, so daß es gegen 9 Uhr wieder in Wetzlar ein trifft. Die Fahrt von Wetzlar nach Großrechten- bach ist meistens, wenigstens soweit die Personen- beförberung in Frage kommt, eine Leerfahrt. Nur Beamte aus der Stadt Wetzlar, die in den Gemeinden des Kleebachtales und Hüttenberges dienstlich zu tun haben, benutzen es ab und zu. Aus der Rückfahrt Ut das Auto, abgesehen von Mittwochs, wo wegen des Wochenmarktes in Wetzlar stets eine sehr gute Besetzung, ja manchmal sogar eine lieber- füllung zu verzeichnen ist, nur von wenigen Fahrgästen besetzt. Don Arbeitern, Angestellten, Schülern usw., die täglich nach Wetzlar und zurück verkehren, kann es überhaupt nicht benutzt werden, weil es viel zu spät dort eintrifft. Genau so verhält es sich mit den Nachmittagsfahrten, die übrigens nicht an jedem Wochentage, sondern nur Montags, Mittwochs und Samstags und bann nur bis Groß-Rechtenbach und zurück stattfinden. Auch sie sind nur für gelegentliche Stadtbesucher, vereinzelte Gewerbetreibende usw. von Interesse. Eine o o 11 - ständige Umgestaltung der Fahrzeiten scheint hiernach ein dringendes Bedürfnis, wenn nicht die Linie immer mehr der Unwirtschaftlichkeit verfallen und letzten Endes von feiten her Post ganz aufgehoben werden soll. Zu diesem Zwecke wäre es nötig, den Standort des Autos von Wetzlar nach Hochelheim zu verlegen, von dort aus eine Frühfahrt dergestalt einzurichten, daß besonders auch den Arbeitern usw. von Hochelheim, Kleinrechtenbach, Großrechtenbach und Büblingshausen die Möglichkeit gegeben wäre, das Auto als Verkehrsmittel nach ihrer Arbeitsstätte usw. zu benutzen. Die Rückfahrt konnte bann der Postbeförderung von der Stadt Wetzlar nach dem Lande dienen. Die Nachmittagsfahrt wäre so zu legen, daß bas Auto gegen 4 Uhr wieber in Wetzlar einträfe und zwischen 6 und 7 Uhr wieder zurückfahre, wodurch den Stadt- besuchern, Arbeitern, Angestellten usw., die Möglichkeit gegeben wäre, es für ihre Heimkehr zu benutzen. Selbstverständliche Voraussetzung wäre allerdings, daß die Postverwaltung den ff ä n b i g e n Benutzern einen bedeutend billigeren als den jetzigen Fahrpreis einräumte, denn man kann den Arbeitern nicht zumuten, daß sie einen wesentlichen Teil ihres Lohnes für Fahrgeld ausgeben, lieber- Haupt ist der Kilometerfahrpreis von 10 Pf. ein sehr hoher, und die Post sollte erwägen, ob sie nicht bester tun würde, einen niedrigeren Preis sestzu- setzen, um die Zahl der Fahrgäste zu steigern und Io am Schlüsse eines Rechnungsjahres durch stärkere Benutzung bei billigerem Preise zu einem günstigeren Abschluß zu kommen, als bei schwacher Benutzung und hohen Preisen, wie es jetzt der Fall ist. Von wesentlicher Bedeutung wäre schließlich noch die Herstellung eines Anschlusses an die Fahrten der Linie Gießen —Niederkleen, die in Kürze eröffnet werden wird. Schöffengericht Gießen. • Gießen, 21. Juni. Der Schmied K. aus dem Rheinland hatte sich wegen schweren Diebstahls im Rückfall zu verantworten. Er hatte in einer oberhessifchen Herberge, wo er für eine Rächt Aufnahme fand, dem Herbergsvater auS einem Schränkchen in dessen Wohnung einen größeren Geldbetrag nebst einer Geldtasche entwendet, und zwar mittels eines falschen Schlüssels oder eines Dietrichs. Troy hartnäckigen Leugnens erachtete ihn Ms Gericht auf Grund eines Indizienbeweises für überführt und verurteilte ihn unter Annahme mildernder Umstände zu einem Jahr 3 Monaten Gefängnis, abzüglich 7 Wochen Untersuchungshaft. Rach der Urteilsverkündung erklärte der Angeklagte, er wolle die Strafe doch annehmen. Der unbestrafte Händler E. hat einen Wechsel gefälscht, indem er den Hamen einer Firma, die ihm Geld schuldete, als Akzeptant auf den Wechsel setzte. Da die Beweisaufnahme ergab, Mh der Angeklagte sich der Tragwette feiner Handlungsweise nicht in vollem Umfange bewufft war und M auch andere Umstände, die zu seinen Gunsten sprachen, Vorlagen, wurde die Straf« auf nur 3 Wochen Gefängnis be» messen. Dem Angeklagten wurde von Gericht und StaatSanwalt anheimgegeben, ein Gnadengesuch vorzulegen. Gerichtsfaal. Totschlag eines Schülers an fernem Vater. Mainz, 23. Juni. (WSR.) Unter der Anklage des Totschlags stand vor dem erweiterten Jugendgericht der 15jährige Gymnasiast Hans Richard Losch von hier, der am 14. Februar d. I. am Fastnachtsfonntag seinen Vater, den Eisenbahnoberinspektor Emil Losch, als dieser ihn wegen einer Ungehörigkeit züchtigen wollte, erschossen hat. Das Urteil gegen den aus einer Erziehungsanstalt vorgeführten jugendlichen Angeklagten lautete auf ein Jahr Gefängnis. Die Strafe wird auf die Dauer von fünf Jahren ausgesetzt und erlassen, wenn sich der Angellagte in der Erziehungsanstalt gut führt. Büchertisch. — Dayernbuch für Handel, Ind>i- ftrie und Gewerbe. Im Adreßbuchvei^ug der Handelskammer München ist soeben die Ausgabe 1926 erschienen. Das Buch zerfällt in 2 Abteilungen. Der blaue Teil enthält alle handelsgerichtlich eingetragenen Firmen und darüber hinaus die Fernsprechanschluß und Postscheckkonto besitzenden Betriebe im rechtsrheinischen Bayern nach Städten und innerhalb derselben nach dem ABC geordnet. Der weiße Teil umfaßt Handel, Industrie und Gewerbe des gleichen Gebietes, eingeteilt nach Branchen und innerhalb derselben nach Orten. Die handelsgerichtlich eingetragenen Firmen sind besonders gekennzeichnet. Der Ausarbeitung des Buches ist wie stets seitens der Schriftleitung die größte Sorgfalt zuteil geworden. Die Betriebe sind nach ihren Angaben kenntlich gemacht nach Herstellern, Großhandlungen, Kleinhandlungen und Vertretungen. Verwandte Branchen sind durch Hinweise am Kops der Rubrik so verbunden, daß jede Firma gefunden werden muh. Das Inhaltsverzeichnis wird ergänzt durch ein Warenartikelverzeichnis, das gegen 7000 Artikel und Gewerbebezeichnungen und die Stellen des Buches benennt, wo diese Artikel im Buch gefunden werden können. 349 — „Handbuch des Zeltlagerlebens" von Th. Holding, Otto Mollweide, Verlag, Hamburg 8, Preis 4,50 Mk. 297 Verantwortlich für Politik i. D. Dr. Hans Thyriot. JCHOKOLABE. BROCKEN PRALININ Freitag, 25. Juni 1926, nachmittags 2 Uhr, versteigere ich im Löwen, Neuenweg, da- Lier, zwangsweise gegen Barzahlung: 1 vollständige komplette Transmission, 1 ^ulfaninerptcne. 1 Damensahrrad. ] Flurgarderobe, lGlasschrank.lDiman, 1 Kommode. 1 Schreibt ff cf). 1 Slleiber« schrank. 2 Soiaö, verschiedene Arten Wolle, Leib- u. Seelhosen, Frauenhosen. Unterröcke. Svorlwesten, (Strümpfe, Oraueniarfen, Schals, Sportstrümvie, Kopftücher, 1 Kastenwagen, 1 Nähmaschine und vieles andere. 5336D Hebbel Hess. Gerichtsvollzieher in Gießen, Tammstraße 24, L DAS BESTE ALLER SCH UH PUTZ MITTEL UNION-AUGSBURG IIIHIillllHIIIIIIIIIIillllllllllilllllllllllillllllllllllllllllllllllllll Dom 26.-28. Juni findet in Bellersheim MSSWlU statt. SOjährig. Jubiläum verbunden mit dem Bundesfest des Wetter- auer Sängerbundes. Morgens 8 Uhr: Beginn des Wertungssingens; 1 Uhr: Aufstellung des Festzugs. Festakt, Singen der Gaftvereine, Tanz. Mends 10 Uhr: Großes Feuerwerk, ausgeführt von De, rufsfeuerwerkertr. (Es ladet ergebenst ein 5330D Der Festausschuß. 3. 21.: Karl Weber. illlllllllHIIIIilllHillllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllilllllü Einladung zur 5332D MlieM-WMllllW öer Denen 6efi. Beamten-SterbeMe am Eamstaa, dem 26. Juni 1926, nachmittags 3 Ubr, im flaiieriaal (Weiber Saal) zu Tarmitabt, Grafeuttrake 18. Xer Vorstand: Braun. Ministerialrat. Selölroaöfteliie rhein. Schwemmsteine bester Dualität zu billigem Preis C.Rübfamen,Gießen Fernsprecher 1659. Gießen, den 24. Juni 1926. Friedhof statt. 5347D pflichtet sind, innerhalb einer von Gießen, 24. Juni 1926. 04448 8343V Die Beerdigung findet Freitag, den 25. Juni, nachm. 31/4 Uhr statt. Heuchelheim, den 22. Juni 1926. 5328D Heuchelheim, den 24. Juni 1926. 5340D W ReWlZ- und WM-MU tt Gießen Telephon 1233 ■ Trauer Maßanfertigung 5326D 53380 versteigert. 5277a 04310 Astoria-Lichtspiele Rauchen gestattet Volles Orchester W - Aufträge, auch Reparaturen, werden schnell und sachgemäß auSgesührt. Prospekte und Kostenvoranschläge stehen kostenlos zur Verfügung. lohnung Abzugeben Kostüme innerhalb 24 Stunden DRUCKSACHEN ALLER ART liefert In jeder Ausstattung stilrein und preiswert BrOhPsche Universitäts-Druckerei R. Lange, Gießen essanten Koch Vorführung im Saalbau Sauer habe ich mir diesen feinen Kartenverkauf: Kurt Richter, Seltersweg 31, Musikalienhand 1. Busch, Lindenplatz 12, von 10—1 u. 3—6 Uhr, u. tägl. Im Katholischen Vereinshaus. niiiHiJunLijj Jinti i im ii in ihmi im 111111111 im i|i|ii||i||||||i um iiii um miiiHiiiiiiiiinuiiS Haus der Moden 5344a Kleider e Mäntel Familie Heinrich Reuter Ludwig Schmidt Ottilie Schmidt Familie Karl Schmidt. Inheiden, Hungen, den 24. Juni 1926. Brandgasse 4 3035 D Des großen Erfolges wegen bla einschl. Sonntag verlängert; Im Sinne der Heimgegangenen findet die Beerdigung in der Stille statt. Blumenspenden und Beileidsbesuche dankend verbeten. 5342 D Die tieftrauernd Hinterbliebenen: Meta Dreyfuss geb. Salomon Arthur Dreyfuss Ludwig, Hans, Werner Dreyfuss Hess. Bürgermeisterei Bettenhausen. Leidner. Roeder-Oasherd angeschafft und kann jetzt endlichsparsam und sauber kochen. Die ganze Rauch- und Schmutzplage ebenso wie das lästige Kohlenschleppen und Holzmachen haben aufgehört, seit ich diesen prachtvollen Mer-tolwd im Hause habe. Lassen Sie ihn sich auch mal zeigen bei I 0 UQIIGßlT ließen U. Bs BIMMumS Neustadt 56 Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme an unserem schweren Verluste, für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers und den erhebenden Grabgesang des Gesangvereins Germania sowie für die zahlreichen Kranzspenden sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Frau Marg. Hartmann geb. Neidei. Heute früh entschlief sanft nach kurzem Krankenlager unsere geliebte, treusorgende Mutter und Großmutter Frau Lina Salomon geb. Löser Am Dienstagabend 71/, Uhr ist nach langem schweren, mit großer Geduld ertragenem Leiden unser lieber unvergeßlicher Sohn, Bruder, Schwager und Onkel Herr Adolf Schmidt im Alter von 43 Jahren zu Gott heimgegangen. In tiefer Trauer: Philipp Schmidt u. Frau Elise geb. Konrad Am 23. Juni verschied plötzlich und unerwartet mein lieber Mann, Vater und Großvater Heinrich Weller im 58. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Elisabeth Weller geb. Hofmann. Gießen, den 24. Juni 1926. Die Beerdigung findet in aller Stille auf dem Neuen Verordnung zur Ueberleitung der Verwaltung der Grunderwerbsteuer auf die Finanzämter und über die Bestellung der Amtsgerichte und Notare zu Hilfsstellen der Finanzämter im Bezirke des Landesfinanzamts Darmstadt. Vom 8. Juni 1926. Auf Grund der § 2, 3 der Verordnung der Einführung der Reichsabgabenordnung wird folgendes bestimmt: § 1. Die zur Zeit den Hauptzollämtern und den Hessischen Amtsgerichten und Notaren obliegenden Geschäfte bei der Verwaltung der Grunderwerbsteuer werden auf die Finanzämter übertragen. § 2. Im Einverständnis mit dem Hessischen Minister der Justiz werden die Hessischen Amtsgerichte und Notare für die Verwaltung der Grunderwerbsteuer zu Hilfsstellen der Finanzämter mit der Maßgabe bestellt, daß sie ermächtigt und ver- Goldene Men-Ak in Lederhülle verloren gegangen. Wieder- vrtnger erhält Be- Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei -lern Hin scheiden unseres lieben Vaters, Schwiegervaters, Großvaters, Bruders, Schwagers u. Onkels Wilhelm Kr’eäling 15. sagen wir allen innigsten Dank. Die tieftrauernden Hinterbliebenen. iiiiiaiiii.iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniuTimiiiiiiiiiiiiiiiiiimiTa !! Nur noch heute und morgen !! Anfang 8' , Uhr abends Einlaß 7V« Uhr Katholisch.Vereinshaus Willi Freytag u. Partnerin rätselhafte Täuschungen. ProisederPlÄlse von70Pf. bis 3 — Mk. einschLSteuer Nachm.3Uhr Freitag;,den25. Juni Einlaß2Uhr Große Extra-Schüler- und Familien-Vorstellung mH anserwählt. Programm. Erm.Prelso v.SOPf.b.l Bk. WWMIMMM. NächstenSamstag,den26.Iuni, nachm. von 4 Uhr ab, werden in der Gemeinde Bettenhausen zirka 50 Bäume Kirschen meistbietend n 1 • | ist die beste fugenlose Unterlage für Linoleum, m . i i «OWIstÜ darkett. Teppiche usw. ülßlDllölZ'ljoll lull MÄ« »Ä.nO6el6Qt une,w' und bei den nachstehenden Geschäften, die mit uns ein Abkommen über Lieferung von Gasgeräten auf Teilzahlung getroffen haben: 2338D Edgar Borrmann, Neustadt 11 Carl Hensel, WalltorstraBe 10 Fr. Heydt & Sohn, Seltersweg 12 Rudolf Rödiger, WalltorstraBe 85 J. B. Häuser, Neustadt 56 Brüder Schmidt, Seltersweg 83 Städtisches Gas- u. Wasserwerk Gieflen FRÄNKEL Seltersweg 52. Lichtspielhaus Bahnhofstraße 34 Bekanntmachung. Die Lieferung der Brennstoffe (Kohlen, Koks, Briketts und Anfeuerholz) für das Finanz-, Hauptzoll-, Dersorgungsamt und der Baugruppe des Landesfinanzamts Darmstadt, Aeubauleitung Gießen, wird hiermit öffentlich ausgeschrieben. Die für die einzelnen Dienststellen erforderlichen Mengen und Sorten sowie die Lieferungsbedingungen sind unter Beifügung von Rückporto und 50 Pf. bei der unterzeichneten Stelle bis spätestens 28. Juni 1926 schriftlich zu erfragen. Angebote müssen ebenfalls bei dem unterzeichneten Amt portofrei und verschlossen bis spätestens 1. 3uli 1926, vormittags 12 Llhr, eingegangen sein. Aach dem 28. Juni 1926 bzw. dem 1. Juli 1926, vormittags 12 Ähr, eingehende Anfragen bzw. Angebote können nicht mehr berücksichtigt werden. 5333c Finanzamt Gießen. 6iista«-Adolf-Verein Nächsten Sonntag, 27. Juni, findet unser SweigverelnSfest tn Leihgestern stau. Cfltnnb. Festsottesdienstes nachm. VsS Uhr lFestvredtger: Pfarrer Knab- ®uft(WS&urfl). Nachvereammlnng mit Begrüßungsansprachen und Bericht Über die Gustav»Adolf-Arbeit beginnt um %4 Uhr. Passender Zug von Gießen um 12.32. Wir laden alle Evangelischen herzlich zu dem Fest ein. Der cv. Kirchenvorstand Leihgestern: Pfarrer 11c. Jäger. Ter Vorstand deS ZweigvereinS: Kirchenrat Strack. 5327D 5erIaro-o.6eloiwereiiiMat feiert am 26., 27. und 28. Iuni sein CJöWbH iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiihimmiimimirihiiiiiimiifinHnm'ihiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii verbunden wozu herzlichst ein- mit JUgcIlUf ladet der Vorstand NB. Für Speisen u. Getränke ist bestens gesorgt. Der Vereinswirt: Heinrich Hettche. 1 1 A ist der beste Fußboden, dauerhaft, fugenlos, fuß- w iftllUftflN sU warm, schwamm- u. feuersicher, wasserundurchlässig Xlall8II1B> fann auf Beton, alte Dielen, Sandsteinplatten, sIII Rt Treppenstufen usw. verlegt werden IflUllIIiUlU Le. Vch.!?en l^6uun0Cn' Bureaus. Fabrik- Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgänge unserer guten Mutter sagen wir allen unseren herzlichsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen: Geschwister Settegast. einem Monat vom Zeitpunkte der Beurkundung eines der Grunderwerbsteuer unterliegenden Rechtsvorganges ab den nach §24 GrStG. in der voraussichtlichen Höhe der Steuer zu leistenden Betrag festzusetzen und entgegenzunehmen, sowie über den Empfang solcher Zahlungen Bescheinigungen gemäß §24 GrStG. zu erteilen. 5339V § 3. Diese Verordnung tritt am 1. Juli 1926 in Kraft. Darmstadt, den 8. Juni 1926. Der Präsident des Landesfinanzamts. Gläfftng. Ab heute bis einschl. Sonntag: Zirkus Wildwest Großer Sensationsfilm aus dem Zirkusleben in 6 Akten. Ferner: Brownie auf dem Maskenball Sowie: Wunder der Pflanzenwelt Zimmer IN. Gartenbenutzung zu vermieten SMenvelger Weg 15 Hlöül. Simmet evtl, auch 2 Beiten, zu vermieten 0U4S Frankfurt. Str. 21 Gartenhaus, ,2. St. Mietgesuche Gesucht 3—5-Zimmer- Wohnung leer oder möbliert, gleich oder später. Schr. Angeb. unter 04368 a. d. Gieß. Anz. 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Die Summe belief sich auf zwei bis drei Mil- liarden Franken und mußte natürlich bei solcher Höhe den Frankenkurs sehr stark drücken. Den absteigenden Weg der französischen und der belgischen Valuta im Verlauf dieses Jahres zeigt folgende Aufstellung: 1926 100 sranz. Fr. 100 belg. Fr. in Rm. in Rm. 1. Januar 1535 19,06 l.März 1534 19,07 1. Avril 14,5« 15,18 '1. Mai 13,87 13,83 20. Mai 12,— 12,21 Um die Nöte des französischen Ftnanzministers noch zu vermehren, wurden am 20. Mai auch noch 3161 Milliarden Franken Derteidigungsbons fällig. Hiervon wurde fast eine Milliarde der „Irqorie" präsentiert. Da diese Summe in den Staatskassen nicht vorhanden war, mußte die Notenpresie. arbeiten, und die Inflation ging lustig weiter. Wie der Ertrinkende ober nach einem Strohhalm greift, hatten die Franzosen zwischendurch plötzlich die Idee, das während des Krieges in England als Sicherheit verpfändete Gold in Höhe von 1 787 Millionen Goldsranken könnte sie retten. Mit einer iro- Nischen Geste zitierte Stephan Lauzanne im „Motin": „England wäre das Land der Gentlemen, und Amerika das der Händler". Aber auch mit dieser Anspielung erreichte Psret in London nichts. In dieser höchsten Not setzte der französische Finanzminister bei der Bank von Frankreich durch, daß diese zu Stützungszwecken 500 Millionen Goldfranken aus ihrer Goldreserve zur Verfügung stellte. Da dieser Betrag unbedingt die Kräfte der internationalen Spekulation überstieg, so konnte der Franken sich wohl für einige Zeit erholen. Wie zweifelhaft das Mittel sein mußte, hätten die Franzosen aus der deutschen Inflationszeit lernen können, als Havenstein fast eine Milliarde Goldmark Devisen drangab und dennoch die Mark, als dieser Vorrat aufgebraucht war, unentwegt weitersank. Die belgische Valuta unterschied sich Anfang dieses Jahres noch wesenllich von der französischen. Belgien, das seine Schuldenregelung mit Amerika bereits im Vorjahre getroffen hatte, rechnete mit einer amerikanischen Anleihe von 150 Millionen Dollar. Aber die zur unerläßlichen Bedingung gemachte Stabilisierung des Budgets wurde nicht durchgeführt, und so brach Mitte März auch die belgische Währung Zusammen. Anders war die Entwicklung der Dinge in Italien. Im November 1925 erhielten die Italiener von Amerika eine sehr günstige Schuldenregelung und kurz darauf eine Anleihe von 100 Millionen Dollar. Die amerikaniscken Banken haben aber mH dieser Anleihe kein Glück gehabt. Die Hälfte der Summe liegt noch in ihrem Portefeuille, und sie haben Italien wissen lassen, daß es auf eine zweite Anleihe nicht mehr rechnen kann. Hierauf hat die italienische Währung einen erneuten Sturz erlebt. — Nachstehend die Kursschwankungen der Lira: 1. Mai 1926 100 Lire — 16,87 Rm. 10. Mai 1926 100 Lire — 16,87 Rm. 14. Mai 1926 100 Lire = 15,12 Rm. 18. Mai 1926 100 Lire — 14,83 Rm. 30. Mai 1926 100 Lire ---- 15,80 Rm. Da Italien von dem ihm seiner Zeit gewährten 100-Millionen-Dollar-Kredit 50 Millionen Dollar bis jetzt noch nicht erhalten hat, so hat der italienische Finanzminister diese Summe zur Stützung des Lira- Sturfes auf den internationalen Devisenplätzen oer- wandt, und es ist inzwischen eine Besserung der italienischen Valuta eingetreten, wie die Tabelle es aufweist. Ist dieser Betrag aber verbraucht, dann stehen Italien weiter keine Reserven mehr zur Ver- Gießener Stadttheater. „Die Dame, welche . . . Die Herren, welche sich zu dem sommerlich milden Blödsinn dieses Schwankes zusammengetan haben, heißen Leo K a st n e r und Alfred Möller. Ob den beiden em seit geraumer Zeit entschlafener Frankfurter „Kollege" namens Maximilian Klinger bekannt ist, stehe dahin. Dieser nämlich (der ein Zeitgenosse Goethes war und als russischer General hochbctaat starb) schrieb ein Stück, das der literarischen Generation der Stürmer und Dränger den "21 am en gab, ursprünglich aber sehr treffend „Der Wirrwarr" hieß. Diesen Namen hätten sich die beiden vom seligen Klinger borgen sollen: siir ihre drei Akte paßt er noch besser, viel besser jedenfalls, als die gewählte, mystifizierende Derlegenheitsüber- schrift. Das hmterbunte Derwechflungsdurch- einander, das Lebenselement des Schwankes überhaupt, Ware bestens gekennzeichnet gewesen, ilm so mehr, als die Autoren mit anerkennenswerter Ehrlichkeit durchaus (man merkt es nach den ersten zehn Sätzen) auf alle höheren Ambitionen konsequent verzichten und nur den Schwank wollen, den Schwank um jeden Preis, das unbeschwerte' naive Drauflosfabulieren, den Kalauer und die Situation. Die Situation, welche sich daraus entwickelt, daß Herr Goll, wollte sagen, der gute Onkel Anton Engelhard, von der ganz unheilbaren Kateridee heimgesucht wird, ein großer und von der Vorsehung auserwählter Detektiv zu sein. Sein Ahn war der berühmte Fouchs, Napoleons Polizei- mmiftcr, von dem her er sich erblich belastet glaubt Sehr zu Unrecht. Dies erweist der Mittel- aft, auf den es ankommt, und in dem man beklommen Zeuge jenes unbeschreiblichen Wirrwarrs wird, der sich aus dem Zusammentreffen von Antons erstem „Fall", einem nächtlichen Techtelmechtel seiner Frau mit Herrn Jordan, dem Lebemann, der in besagten Fall heftig verwickelt ist, und einer Fllmprobe bei Gewitter und mit Sipo in Herrn Jordans Garten für die landläufige Schwankphantasie leicht ergibt. (Mit dielen Andeutungen wolle man sich bescheiden) fügung, und es bleibt abzuwarten, wie sich die Wäh. rung dann verhält. Der Fremdenstrom von Deutschland hat nachgelassen. Dos italienische Budget befindet sich 3roar im Ausgleich, aber die Passivität der italienischen Handelsbilanz ist ungeheuer. Sie betrug im vorigen Jahr acht Milliarden Lire. In den ersten zwei Monaten dieses Jahres erreichte sie fast 1800 Millionen Lire, so daß, auf das ganze Jahr gerechnet, mindestens der gleiche Betrag herauskommt. Da in den ersten beiden Monaten dieses Jahres — über die Statistiken oorliegcn — die italienische Ausfuhr von 2528 auf 2474 Millionen Lire zurückging, so sind die Aussichten für die italienische Wirtschaft nicht besonders rosig, denn in den italienischen Hauptindustrien — dem Automobil» bau, der Schwerindustrie, im Maschinenbau, dem Seidengewerbe — macht sich bei dem heutigen niedrigen Stande des französischen und belgischen Frankens die Konkurrenz dieser Länder fühlbar. Auch die italienische Ausfuhr nach Deutschland hat in letzter Zeit erheblich abgenommen. Im Januar ist die iwlinische Ausfuhr auf nur 100 Millionen Lire gefallen, d. i. wenig mehr als die Hälfte des Monatsdurchschnitts von 1925, ein Tiefstand, wie er feit dem Ende der deutschen Inflation nicht mehr da war. Gemüse, Südfrüchte und andere Erzeugnisse der italienischen Landwirtschaft leiden in erster Linie unter der Verstimmung des sonst so aufnahmefähi- gen deutschen Marktes. Die letzten Ereignisse in Polen haben die Aufmerksamkeit der ganzen Welt auf dieses m schweren Zuckungen liegende Land gerichtet. Vor Jahresfrist war die neu geschaffene Zlotywährung (100 Zloty = 81 RM.) auf dem Goldstande. Alles glaubte an die Stabilisierung. Als man aber im Spätsommer vorigen Jahres den Zollkrieg mit Deutscytand vom Zaune brach, wurde die erste Bresche in die polnische Währung geschlagen. Ende November hatte der 3lotn bereits 40 Proz. seiner Goldwährung eingebüßt. Am Jahresende kaufte man 100 Zloty mit 50 Rm. Bis Ende März bewegte sich der Kurs auf dieser Basis, um dann Ende April auf 40 Rm. zu sinken. Im Freiverkehr (der Zloty ist an der Berliner Börse gestiegen) wird der Zloty in Berlin noch mit etwa 35 Rm. gehandelt. Jeden Augenblick kann durch die Unsicherheit der Verhatinisse in Polen eine weitere Verschlechterung dieser bescheidenen Notierung vor sich gehen. Allerdings hat der Pilsudski- putsch bis jetzt der polnischen Währung noch nicht geschadet, da der Marschall sein Land in stabile Verhältnisse überführen will. Auch der rumänische Lei befindet sich in einer ständigen Abwärtsbewegung. Rumänien hat schließlich dem Prager Abkommen über die österreichischungarischen Vorkriegsschulden beitreten müssen und daher braucht es ständig Edelvaluta, deren Anschaffung der Banca Nationale ziemliche Schwierigkeiten bereitet. Don den zweiundzwanzig namhaften europäischen Währungen sind ungefähr ein Viertel, nämlich fünf, in der letzten Zeit notleidend geworden. Daß sich darunter diejenigen zweier Großmächte, Frankreichs und Italiens, befinden, ist besonder: interessant. Die Einwohnerzahl der Länder mit gesunkener Valuta macht ein Viertel derjenigen Europas aus! Die Eröffnung des polnischen Sejm. In Warschau tritt zum ersten Male nach dem Umsturz der polnische Sejm zusammen. Der Tagung kommt um so größere Bedeutung zu, als auf ihr die Entscheidung darüber fällt, ob Polen eine neue Regierungskrise durchmachen wird oder ob die Abgeordneten den weitgehenden Wünschen der Regierung in Budgetfragen und in der Frage der Erweiterung der Rechte des Staatspräsidenten entgegenkommen werben. Zu berücksichtigen ist dabei, daß die Wendung Pil- sudskis nach rechts, die in dem neuen Programm der Regierung zum Ausdruck kommt, bereits zu einem Bruch mit der polnischen Sozialdemokratie geführt hat, derselben Sozialdemokratie, die es dem Marschall Pilsudski ermöglicht hat, den Staatsstreich durchzuführen. Die Sozialdemokratie hat auch schon in Volksversammlungen 5um Kampf gegen die Diftaturpläne Pilsudskis auf- gefordert, denn die Erweiterung der Rechte des Staatspräsidenten läuft auf weiter nichts hinaus. Zwar ist Pilsudski jetzt nur Kriegsminister und Oberstkommandierender im Kriegsfälle, aber in Wirklichkeit ist er doch der Leiter der polnischen Die Dame, welche techtelmechtelt — da sie mit einem Sherlock Holmes von Herrn Engelhards Qualitäten verehelicht ist, kann man es ihr nicht einmal Übelnehmen —, spielte Rita Andre, in weiß, m rosa und einer exotischen Hosenrolle. Goll, den man zu dem ürenfet Fouches verurteilt hatte, ist zu schade für dergleichen. Denn et ist ein Komiker von Qualitäten. Immerhin rettete er hier noch, was zu retten war, und hatte ein paar wirklich lustige Nuancen. Ansonsten gab Schwanneke den smarten Partner der verirrten jungen Frau, währeird Susanne Heym (im letzten Augenblick eingesprungen) mit der russischen Filmdiva sehr sicher fertig wurde und übrigens vortrefflich aussah. Hanke war ein eifersüchtiger Flimmerregisseur: reichlich exaltiert. Gehre ein drolliger Amerikamann, furchtbar kauderwelschend. Die Regie hatte Telekh, der überdies ebenfalls in zwölfter Stunde die Rolle des erfranften Bastä übernommen hatte. — Die Neuigkeit wurde dankbarlich entgegengenommen. Dr. Th. Frankfurter Theater. Uraufführung im Neuen Theater, die Autoren heißen Carl Mathern und Otto Schwartz, also wird die Sache auf keinen Fall tragisch werden. Dieses „Goldene Kalb" ist eine sympathische Dühnenerscheinung und weckt lautes, fröhliches Gelächter. Die Handlung ist eine komplizierte Derwechslungs- und Derwicklungs- geschichte, die sich in dem sicherlich recht idyllischen Ort Birlenwalde, im Hause des Bürgermeisters Matthias Dossecker zuträgt. Also da ist gleich zu Anfang eine Liebelei zwischen Heinrich Pollinger, dem Sohn des Oberförsters, und Lotte, der Tochter des Bürgermeisters, zweitens ist die Haushälterin von Dofseckers mit Florian Flitt verheiratet : man hielt ihn für tot, aber er ist ein sehr geriebener Halunke: drittens ist da ein Erbonkel, in feiner Jugend als räudiges Schaf von der Familie toeggejagt, kommt er jetzt als amerikanischer Gene- raldirettor einer Filmgesellschaft. als Dollarkönig in die teuere Heimat. Zwar geht das keineswegs so einfach, beim er hat diese Absicht erst seinem Regierung. Vielleicht ist auch etwas Wahres an den Gerüchten, daß der jetzige Staatspräsident Moscicki nur der Platzhalter Pilsudskis ist, der den Posten nach Annahme des Ermächtigungsgesetzes übernehmen würde. Diese Wendung in der Politik Pilsudskis bedeutet für Polen ohne Frage neue Kämpfe. Die Regierung scheint mit Rücksicht auf die Opposition der Linken, entgegen ihrer früheren Absicht, ihre Forderungen dem Parlament in ultimativer Form vorzulegen, zu weitgehendem Entgegenkommen bereit zu fein, um einer neuen Krise möglichst aus dem Wege zu gehen. So äußerte sich wenigstens Ministerpräsident Dattel gestern anläßlich eines parla- mentattschen Tees. Demnach scheinen die Rück- tttttdrohungen des Staatspräsidenten auch nur eine Geste darzustellen, die auf eine weitgehende Einigung der 'Parteien auf das Regierungsprogramm einwirken soll. Natürlich wird cs im Parlament nicht ohne Stürme abgehen, zumal das Programm eine Vertagung des Sejm auf eineinhalb Jahre vorsieht und für den Staatspräsidenten das Recht, während dieser Zeit auf dem Verordnungswege Gesetze zu erlassen. Im ganzen soll die rein repräsentative Stellung des Staatspräsidenten jetzt beseitigt und ihm ein größerer Einfluß auf die Regierung verschafft werden. Daß die Regierung mit ihrem Verlangen. wenn sie das nötige Entgegenkommen zeigt, Erfolg haben wird, ist kaum zu bezweifeln, da sie durch ihre Schwenkung die Rechtsparteien gewonnen hat. Wohl aber werden bei der Durchführung der Sanierung, zu der keine der bisherigen Regierungen gekommen ist, die innerpolitischen Kämpfe besonders von links her aufleben, da die Sanierung tiefgehende (Eingriffe in das staatliche Getriebe nötig macht. Der beabsichtigte starke Beamtenabbau wird sicher bald die Linksparteien zu energischer Abwehr auf den Kampfplatz rufen. Welchen Ausgang diese Auseinandersetzungen nehmen werden, ist natürlich nicht abzusehen, ebenso, ob die Maßnahmen ausreichen werden, die völlig verfahrenen Wirtschafts- und Finanzverhältnisse auf eine gesunde Grundlage zu stellen. Möglich werden sie nur sein, wenn das Ausland weitgehend Hilfestellung leistet. Sicher ist, daß Amettka und vor allem England großes Interesse daran nehmen, einen Zusammenbruch Polens zu verhindern, um ein weiteres Vordringen des Bolschewismus zu verhüten. Außenpolitisch wird sich natürlich nichts ändern, auch nicht im Verhältnis zu Deutschland, obwohl Außenminister Zalewski betont hat. Polen wolle zu besseren Beziehungen zu Deutschland kommen. Den (Borten sind bis jetzt noch keine Taten gefolgt. Unterm Rad. Der Generalagent Parker Gilbert hat den Mai-Bericht so außerordentlich günstig aufgezogen, daß von selbst die Frage sich aufdrängt: cui bono? Well die Ausfuhr feit dem 1. November 1925 zahlenmäßig Überschüsse bringt, glaubt Parker Gilbert, darin günstige Anzeichen für die Uebertoinbung der Wirtschaftskrise sehen zu müssen. Das gleiche ist auch in einer Betrachtung geschehen, die von halbamtlicher deutscher Seite stammt. Diese bringt es fertig, den Rückgang der Konkurse und Geschäftsaufsichten als Besserungszeichen auszulegen. Nein, wir befinden uns noch immer unlerm Rad! Wir spüren die Auswirkung der Wirtschaftskttse täglich stärker, wenn das auch nicht in allen statistischen Ausweisen und Berechnungen greifbar in Erscheinung tritt. Obwohl wir nun schon im Sommer sind, hat das Heer der Erwerbslosen nicht abgenommen. Der Daumarkt liegt darnieder, muß es auch, weil ununterbrochene Mißgriffe feinen Wiederaufbau buchstäblich unmöglich machen. Das Mai-Ergebnis des Außenhandels zeigt überdies, daß Einfuhr und Ausfuhr gleichmäßig zurückgehen. Wir haben die Einfuhr selbst notwendiger Rohstoffe soweit „gedrosselt", daß sich vorausberechnen läßt, wie und wann der Prozeß der Stillegung der Fertigindustrie weiter zunimmt. Es ist der Gipfel der Torheit, um nichts Schlimmeres zu sagen, unter diesen Umständen die Börsenhausse als Zeichen der Gesundung zu werten. Die sozialistische Presse geht sogar so weit, die Forderung höherer Löhne mit der Steigerung der Aktienkurse zu begründen, die der Industrie Kapital in Hülle und Fülle gebracht habe! 3n Wirklichkeit ist es noch immer alten Jugendfreund, dem Oberförster, geschrieben. Dessen Sohn hat der Lotte verraten, daß der Onkel unerkannt kommen wird, um seine lieben Verwandten auf die Probe zu stellen. Nun beginnt natürlich bei Dofseckers der Tanz ums goldene Kalb, aber ums verkehrte, denn sie verwechseln den Halunken Flitt mit Bobby Bell- mann. Es jagen sich allerhand komische Cttua- tionen, denn der Flitt spielt mit der größten Unverfrorenheit den Dollaronkel, der echte Deller- mann erscheint ebenfalls auf der Bildfläche, die beiden Liebenden, Lotte und Heinttch. kriegen sich trotz heftiger Widerstände: Julie, die Schwester des Bürgermeisters, wird zum zweitenmal sitzen gelassen, und am Schluß erklingt sogar „Valencia" auf der Bühne, wenn der falsche Dellermann mit dem Filmstar Pia de Lutti spanische Tänze übt. Dr. Heinttch Fuchs sorgte in seiner Regieführung, daß keine Pointe in den Souffleurkasten siel. Sämtliche Darsteller waren voll Laune bei der Sache und tanzten im beschwingten Schwanktempo um das „goldene Kalb". Ganz prachtvoll, ein Hauptträger des Erfolgs war Alois Großmann als falscher Dellmann, alias Florian Flitt. Er lieh alle Minen springen, und seine Tanzszene „Valencia" mit „Schuhleisten" gestaltete sich zum Eondererfolg. Das Autorenpaar tonnte zu mehreren Malen den 'Beifall des Publikums entgegennehmen. L. \X', Auf den Spuren eines unbekannten Menschenaffen. Immer wieder tauchen Dachttchten darüber auf, daß in den unzugänglichen Urwäldern ferner Erdteile noch ganz unbekannte Tiere hausen. Die Entdeckung des Okapi ist dafür ein Beweis, daß so etwas trotz allen Forschungen noch möglich ist. Aber selbst in Europa konnte solche Heber- raschung noch vorkommen, denn kürzlich erzählte Karl Patsch, daß man ihm mitgeteilt habe, es gäbe auf der kleinen, fast unbewohnten dalmatinischen Insel Tottola noch Wlldschafe und Wildesel. die man niemals genau beobachtet habe. 21 ls Patsch der Sache nachging, stellte sich heraus, daß es sich zwar nur um verwilderte Nachkommen entlaufener Haustiere handelte, aber eine die berufsmäßige Spekulation, die an den Dorfen abwechselnd gutes oder schlechtes Wetter macht. Leider werden die Umsätze an den einzelnen (Börfentagcn nicht mitgeteilt, fonfi würde sofort offenbar, wie gering trotz aller Kurssteigerungen Käufe und Dettäufe sind. Wir haben aber alle Ursache, gerade die Entwicklung dcS Außenhandels aufmerksam zu beobachten. Wenn wir Monat für Monat weniger Rohstoffe herein- bringen, als das noch im vorigen Jahre der Fall gewesen ist, so liegt der Schluß nahe, daß wir weder für den Jnlandmarkt noch für die Aus-- landmärkte mehr Halbzeug und Fertigwaren Herstellen können. Was das für den Arbeitsmarkt bedeutet, lehrt der Hinweis auf die Tatsache, bah selbst die weit höhere Rohstoffeinfuhr im vorigen Jahre uns nicht vor der Millionenzahl von Erwerbslosen geschützt hat! Vielleicht stimmt da ein Vergleich mit 1913 besonders nachdenklich. Obwohl wir vor dem Kriege weniger von der Rohstoffeinfuhr abhängig waren, haben wir 1913 allein an Rohstoffen für 5.5 Milliarden Goldmark eingeführt. Im ersten Drittel 1926 sind für 1,1 Milliarden Reichsmark hereingekommen, also etwa 750 Millionen Goldmark. Während aber insgesamt 1913 rund 81,4 Millionen Tonnen ein- geführt wurden, erreichten wir in den: ersten Drittel nur zwölf Millionen Tonnen, was für bas ganze Jahr eine Einfuhr von 36 Millionen Tonnen ausmacht. Vielleicht sehen wir die Arbeitslosigkeit daraufhin doch mit anderen Augen an. Es ist sträfliche Vermessenheit, die Dingo gehen und stehen zu lassen. Unsere ganze Wir,- schafts- und Sozialpolitik steckt wieder bis über die Ohren im Manchestertum übelster Sorte. Wir organisieren Wittschastsenqueten. wir beteiligen uns an Internationalen Wirtschaftskonferenzen. Nirgends als in Deutschland gefreiten so üppig europäische Zollpläne. Es ist, als ob wir alles von der Zukunft erwarteten, so fraß wir uns in frer unmittelbaren Gegenwart gar nicht mehr zu rühren und zu bewegen brauchen. Da machen wir schlechte Handelsverträge, die keiner Wirtschaftsgruppe wirkliche Vor- telle, um so mehr Wittschaftsgruppen aber schlimme Nachteile bringen. Wenn nicht alles trügt, stehen uns trotzdem innerpolitische Zollkämpfe in einem Ausmaße bevor, wie wir sie selbst 1925 nicht erlebt haben. Aus parteipolitischen Gründen wollen die Linksvarteien an der Ermäßigung frer Zollsätze für Brotgetreide festhalten. Die Weizeneinfuhr hat im Mai außerordentlich stark zugenommen: in diesem Monat fjaben wir auch mehr Roggen eingeführt als aus- geführt. Es wird von sozialistischen und demokratischen Blättern behauptet, daß die Industrie ein erhebliches Interesse an niedrigen Getreide- Preisen habe. Daß Getreidepreise nicht Brot- Preise sind, fei nur beiläufig bemerkt. Aber die Begründung, daß die Industrie den Ausland-- markt brauche, um im Inland von den deutschen Landwirten kaufen zu können, geht völlig fehl. Mindestens ein Drittel des deutschen Volkes lebt unmittelbar von der Landwirtschaft, während ein weiteres Drittel durch die Erzeugnisse der deutschen Landwittschaft mit ernährt werden kann Das ist ein Markt von einer Kaufkraft im Inland, wie ihn außer Deutschland in Europa nur noch Frankreich besitzt. Wer diesen Markt zerstört, zerstört damit auch wirtschaftlich und sozial die deutsche Jndusttte. Eine Handelspolitik, die den Schuh der nationalen Wittschaft inißachtet wird uns in zwei oder drei Jahren ein Heer von 10 bis 12 Millionen Arbeitslosen bringen. (IBir werden allerdings keine Gelegenheit bekommen. sie zu zählen, da das der dann unvermeidliche Zusammenbruch des wirtschaftlichen und sozialen Lebens unmöglich macht. Den: nähern wir uns auch auf anderem Wege, sofern wir dem deutsch.schwedischen Handelsvertrag ähn- llche folgen lassen. Nichts, aber auch gar nichts kann entschuldigen, wie eine dünkelhafte Wirt- schaftsbureaukratie, die lebenswichtigen Interessen wertvoller Wirtschaftsgruppen preisgegeben hat. Cs ist ein auf die Dauer unerträglicher Zustand, daß der Abschluß von Handelsverträgen einer selbstherrlichen und selbstgefälligen Bureau- kratie überlassen bleibt, die es ablehnt, auf die Interessenten zu hören. Die Interessenten find m der Einbildung der Wirtschaftsbureaukratie Leute, die nur an ihren eigenen Geldbeutel denken. Daß sie nebenbei mehr oder weniger große Werke leiten, die Hunderttausenfre von Arbeitern ernähren, spielt weiter keine Rolle. Aber wenn 2agd auf die Tiere war unmoglich^weil sie in dem dichten Duschwald, der die ganze Insel deckt, vollkommen unsichtbar bleiben. Wenn solche Gerüchte noch in recht zivilisierten Gegenden umlaufen, so kann es uns nicht wunfrernehmen, wenn man von dem Vorhandensein eines noch unbekannten Menschenaffen in Öen Sumpfwäldern Sumatras erzählt. Zahlreiche Berichte von Eingeborenen Sumatras liegen über ein geheimnisvolles Tier vor, das die Eingeborenen O r a n g Sefrapa nennen. Die Indische Wissenschaftliche Gesellschaft, der bedeutende niederländisch-indische Kolonialbeamte angehören, hat sich sogar entschlossen, ernsthafte Nachforschungen nach diesem Wesen anzustellen: aber eine nicht allzu geschickt veranstaltete Treibjagd verlief ergebnislos. Nicht nur Eingeborene, sondern auch einige Europäer haben das Tier zu Gesicht bekommen. Es wird von diesen als eine Art 2lffe beschrieben, etwa 1,20 Meter lang. Das Tier läuft auf zwei Deinen, hält sich aber dabei mit den Händen an den Zweigen frer Bäume feft; das Kopfhaar hängt bis auf die Schultern herab. Seine Spur ist nicht selten gefunden worden: sie ähnelt der eines Kindes mit sehr schmaler Ferse und geraden Zehen. Ob es sich dabei aber wirklich um einen Menschenaffen oder um das so lange gesuchte „missing link“ zwischen Menschen und Affen handelt, ist zweifelhaft, denn der Spur fehlt der Abdruck einer Fuß- hölung. Sv tappt man noch ziemlich im Dunkeln darüber, um was für eine Art von Lebewesen es sich da handelt, und man wird sich wohl noch einige Zeit gedulden müssen, bevor dieses Rüttel aufgeklärt wird, denn das Gebiet, das abgesucht werden muh, bietet die größten Schwierigkeiten. Es sind die Sumpfwäwer der flachen Ostseite Sumatras, die Dettaebenen der Flüsse, die mit Schlamm beladen von dem Hochgebirge der Westküste herabkommen. Das Gebiet ist mit Nipapalmen dicht bewachsen, in der Regenzeit völlig überschwemmt, von Moskitos durchfchwärmt und für den Menschen kaum zugänglich. Cs dürfte aber einen recht sicheren Schlupfwinkel für ein Geschöpf bilden, das an den Früchten der Palme zugleich reichliche und wohlschmeckende Nahrung findet. Nachdruck verboten. 20. Fortsetzung. dein ner- ver- der Schwedenvertrag und seine Nachfolger unter Dach und Fach kommen, dann wird bas Reich noch oft Schatzwechsel bei der Reichsbank beheben müssen, weil sich anders die Mittel für! die Erwerbslosenunterstühung nicht beschaffen lassen. Das ist dec Anfang einer neuen Inflation, über deren Ablauf totr um so Weniger Herr sind und sein werden, als sich noch nicht übersehen läßt, wie sich dann der Mechanismus des Dawesplans auswirkt. Der dritte Schutz Kriminalroman von Ole Stefan!. Nach einer Viertelstunde gab er es auf. Sie ... abschiedelen sich kurz und förmlich von dem Wein- höndler und gingen schnell aus dem Hause. — „Wer war im Zimmer, altz ich im Gang stand?" fragte Kramer. „Soviel ich weiß, niemand. Allerdings war ich Ihnen nachgegangsn, stand halb in der Tür und achtete nicht aus den Raum hinter rtiir!" Sie sprachen kein Wort mehr und gingen eiligen Schrittes der Villa Grete zu. Unterwegs schüttelte der Anwalt wiederholt den Kopf. Im Garten trafen sie Schulz mit Lachner bei einer Gartenpromenade. Kramer zog den Beamten beiseite und erzählte ihm von dem mysteriösen Verschwinden der Kugel. Schulz war sehr betroffen: „Am Hellen Tage? Das ist em starkes Stück! — War denn außer Esser, Molinski und Ihnen jemand im Hause?" „Babette natürlich. Sonst wüßte ich von tiiemam dem/' „Standen die Fenster auf?" „Die Balkontür natürlich. Es war das Verandazimmer." „Und gibt es noch eine andere Tür in dem Raum, als die, vor der Sie standen?" „In — es gibt noch eine andere Tür in einer Seitenwand." Sie rieten hin und her und ergingen sich in Mutmaßungen. Sie waren sich einig darüber, noch nie in einer so verworrenen Angelegenheit tätig gewesen zu sein. Stündlich fast zeigten sich neue unerklärliche Fährten. Das schlimmste an ihnen war, daß eine der anderen widersprach. Mit dem Vorsatz, nun auch allf die Villa Esser ein Auge zu haben, gingen sie ZU Tisch. Lachner, der inzwischen über die Vorgänge der Nacht informiert worden war, behandelte Schulz mit der unwillkürlichen, mit Neugierde aemischten Scheu, die einen Menschen befällt, wenn sich ein ihm Bekannter unerwarteterweise als Kriminalbeamter entpuppt. Sic sahen durchs Fenster den Briefträger auf das Haus zukommen. Und bald trat Maria mit einem Stoß Postsachen ein, alle an Grete adressiert. Es waren größtenteils schon Kondolenzschreiben, die aus der Umgegend kamen und beredtes Zeugnis von den Sympathien ablegten, die sich Brentyeim in den kurzen Monaten seines Hierseins erworben hatte. Kramer bat, die Briese durchsehen zu dürfen, und Grete reichte ihm, nachdem sie sie mit teilnahMs- losek Miene durchgelesen hatte, Stück für Stück hin. Auf einmal stockte sie. Sie hielt eine einfache Postkarte in dec Hand, die sie ärgerlich ansah. Dann riß sie dos Blatt in viele kleine Stücke, die sie in den Papierkorb warf. „Eine Prioatsache!" sagte sie. Eine feine Falte zeigte sich zwischen ihren Brauen und lle war etwas rot geworden. „Da ist ja auch ein Telegramm dabei!" Hastig öffnete sie es. — Es war von Brentheims Schwester aus Ostpreußen, der Lachner die Trauerbotschaft drahtlich übermittelt hatte. Sie sagte ihre Ankunft für die Frühe des nächsten Morgens an. — (Fortsetzung folgt.) Es fei daran erinnert, daß ein kommunistischer Kongreß aller unterdrückten Kolonialvölker geplant wird. Wenn der Kommunismus mit dem bereits erwähnten mohamedanischen Völkerbund, der die mohamedanischen Völker von ihren europäischen Herren befreien will, zusammenarbritrn würde, so würde dieses Bündnis eine große Gefahr für Englands und Ftairkreichs Kolonialbesitz bedeuten. Gefährlich ist für England auch fein Gegensatz zu Rußland und zur Türkei, da beide Staaten bekanntlich einen Vertrag geschlossen haben. Was ergibt sich aus dieser Betrachtung der kolonialen Schwierigkeiten Englands und Frankreichs für Deutschland? Soll Deutschland an seiner Forderung auf Rückgabe seiner früheren Kolonien festhalten? Die Frage ist zu bejahen. Deutschland ist ein Industrieland, das koloniale Rohstoff- und Absatzgebiete dringend nötig hat. Auch sein Bevölkerungsüberschuß drängt zur Ko- lvnlalpolitik. Die augedeuteken Schwierigkeiten werden sich in den früheren deutschen Kolonien nicht ergeben, Deutschland muß jenen Konflikt mit der^ mohamedanischen Welt vermeiden und Möglichst gute Beziehungen mit dieser pflegen. Die Eingeborenen in den früheren deutschen Kolonien haben auch jetzt noch großes Vertrauen zu den Deutschen. Rach Rückgewinnung unseres Kolonialbesitzes wird die traditionelle, eingeborenen^ freundliche Politik Deutschlands fortzusehen sein. „Ja — wenn's die Leute sagen —" „Nee — sein Sie mal ehrlich zu mir!* „Fragen Sie doch Ihren Freund Sandberg danach, vielleicht kann er Ihnen die Auskunft geben." „Wie sollte der dazu kommen? — Aber ich kann ihn ja Mal anrufenr „Das wird wenig Zweck haben." „Warum?" „Weil er nicht zu Hause fein wird. Sandberg hat diese Gegend mit schlichtem Abschied verlassen/' „Was heißt denn oat?'i „Er ist weg — und wenn er das nicht wäre, so hätte ihn die Kriminalpolizei heute nacht verhaftet. Ratlos sah der Weinhändler von einem zum andern. „Ein schlechter Witz!" sagte er schließlich schnaufend. Kramer zuckte die Achseln. Essers Gesicht nahm eine beängstigend blaurote Färbung an. Er wandte sich ab Uno blickte schweratmend durchs Fenster. Molinski sah den Anwalt fragend an. Der Weinhändler drehte sich ihnen wieder zu und sagte, während er seine breiten Züge zu einem Lächeln verzerrte: „Das is ja 'ne Hiobspost. Wat hat er denn getan?" Kramer antwortete ausweichend: „Er wird schon lange von der Polizei gesucht." Esser riß die Augen auf. Wortlos stellte er die Brisfwage auf den Tisch und ging aus dem Zimmer. Kramer legte behutsam die beiden in Seidenpapier gewickelten Geschosse vor sich hin. Interessiert sah Molinski zu. Eben hatte der Rechtsanwalt die erste Kugel gewogen und sich das Gewicht gewissenhaft in sein Taschenbuch notiert, als der Pole sich mit gespanntem Gesichtsausdruck erhob, und auf Zehenspitzen zur Tür ging. „Er telephoniert!" flüsterte er. „Wenn schon! — Neugierde ist ein übles Laster!" sagte Kramer. Aber er stand doch auf — eingebenf des Eindrucks, den die Nachricht von Sanobergs Verschwinden auf den Weinhändler gemacht hatte, und begab sich zur Tür, die er leife öffnete. Das Zimmer, in dem der Telephonäpvarat stand, befand sich jenseits des Korridors, unb vorsichtig schlich der Anwalt in den Gang, jeden Moment darauf gefaßt, von Babette ertappt zu werden. Kreditversicherung. Bon Sir Drnmmond Fraser, Vizepräsidenten des Institute os Bankers, London. Wenn man von Kredit spricht, so hat man in der Regel eine der beiden. Arten dös Kredites im Sinne. Man denkt entweder an die Fähigkeit einer Person, gegen Hingabe eines bloßen — stillschweigend ober ausdrücklich gegebenen — Z a hlungs- ver spreche ns Geld zu erhöhen, ober aber an den sogenannten Bankkredit, das Darlehen. Es handelt sich in beiden Fällen um verschiedene Vorgänge, beide stkhen jedoch in einer gewissen Beziehung zueinander. Eine Person, die nicht die Fähigkeit besitzt, auf Grund ihres guten Rufes auf ein bloßes Zahlungsversprechen hin Geld zu er halten, kann nur nut einen Bankkredit in dem zweiten Sine erhalten, eher bann in der Reg»! zu so schweren Bedingungen, daß das gonge Darlehen für die betr. Person feinen Relz besitzt. Ein Bankier, hh den sich eine solche Person wendet, stellt in der Regel Forderungen, die einer diplomatischen Ablehnung dks Darlehnsgesuches gleichkommen. Eine Person, die Bankkredit in zu freimütiger Weise ausnützt, verschlechtert allmählich ihren Ruf, sie „schwächt 'ihre Kreditfähigkeit", wie man in der Bankwelt sagt. Fast alle europäischen Regierungen taten die- während des Krieges. Sie pumpten ein- fach darauf los, unb viele von ihnen waren daher eines schönen Tages nicht in der Lage, weiter Geld aufzunehmen oder Kredit zu erhalten. So waren sie gezwungen, Schritte zur Stützung ihres Kredites zu unternehmen. Der Zusammenbruch Oesterreichs, Deutschlands, Ungarns, Frankreichs Unb Belgiens — um nur einige Lander mit zeitweilig geschwnn- benem Kredit zu nennen — erfolgte in der Hauptsache aus dem Umstande, daß diese Länder zu weitgehende Kredite in Anspruch genommen und infolgedessen eine zu schwere Schuldenlast auf ihre Schultern geladen hatten. Der Umstand, baß diese Krebite nicht für Aufbau-, sondern für Vernichtungszwecke Verwendung fanden, machte eine Rückzahlung um so schwerer. Oesterreich, Deutschland und Ungarn verloren mit dem Weltkrieg auch ihre Kreditfähigkeit und mußten Schritte unternehmen, um diese Kreditfähigkeit wieder herzustellen. Frankreich unb Belgien als Siegerstaaten werden über kurz oder lang ein gleiches tun müssen. Der Zusammenbruch des Kredites in Europa war eine der schwersten wirtschaftlichen Folgen des Weltkrieges. Er ist für den außerordentlich hohen Umfang der Beschäftigungslosigkeit, die wir in allen Staaten beobachten können, und für die hohen Zinssätze, die heute für Darlehen unb Krebite aller Art gefordert werden, verantwortlich zu machen. An ihm liegt die große Wirtschaftsdepression, die wir in weiten Gebieten beobachten können. Seit dem Ende des Krieges haben sich hervorragende Volkswirt- schastler und Wirtschaftsführer hauptsächlich mit der Wiederherstellung der Kreditfähigkeit befaßt, d. h. der Fähigkeit, die eine Perfon oder einen Staat in den Stand setzt, gutes Geld zu einer erschwinglichen, wieder einbrrngbbren Zinsrate zu erhalten. Der Stand der Kreditfähigkeit einer Nation .spiegelt sich in ihrer Währung wieder, d. h. in der Beziehung, in der diese Währung zu den Währungen > anderer ßanber steht, oder — um es etwas einfacher auszudrücken — in der Kaufkraft ihres Geldes. F Deutschland hatte seinen Kredit während und nach dem Kriege so zerrüttet, daß die Mark, die vor dem - Kriege etwa den zwanzigsten Teil eines Pfund Sterling wert war, nur Noch den billlonsten Teil eines Pfundes galt. Frankreich hat feinen Kredit so geschwächt, daß das englische Pfund nicht wie früher 25 Franken kostet, sondern 180 bis 185 Franken. Der Frankensturz scheint trotz aller Bemühungen der französischen Regierung immer bedrohlichere Formen anzunehmen. Es ist klar, daß eine schwankende Währung eine große Gefahr für den internationalen Handelsverkehr bedeutet, da der Handel mit einem Lande, dessen Währung schwankt ober besten Währung sich gar von Taa zu Tag entwertet, mit einem Risikofaktor belastet ist, der den Verkehr mit diesem Lande außerordentlich erschwert, und der zum größten Teil an der Landflucht der bisherigen Bevölkerung, die seit dem Ende des Krieges in unerhörtem Maße eingesetzt hat. Die italienische Zone in Südsrankreich geht von Toulouse bis an die italienische' Grenze bei Rizzo. Italien ist auf friedlichem Wege im Begriff, Südfrankreich zu erobern. Dos dürfte auch gewisse politische Konsequenzen haben. Falls sich der Gegensatz Italien — Frankreich, der sich belonders in der Kolonialpolitik zeigt, weiter verschärft, so wird die italienische Kolonie in Frankreich für dieses eine schwere Belastung darstellen, ebenso wie die große italienische Kolonie in dem französischen Tunis. Es fehlt in Frankreich für die Durchführung einer erfolgreichen Kolontalpolitik Bet wichtigste Faktor, nämlich das Vorhandensein eines Be'öölkerungsüber-- schnsses. Frankreich empfindet diesen Äebelstand. Zum Ausgleich seiner sinkenden Bevölketungszahl will es aus dem Koldnialgebiet eine militärische Machtquelle machen. Die Kriegsstärke des farbigen Heeres ist jetzt auf 160Ö ÖÖO Mann zu veranschlagen, ein Punkt, Bet aiif der Äbrüstungs- konserenz zu beachten sein wird. Frankreich hofft, die Farbigen tn seinen Kolonien zu echten Franzosen machen zu tonnen. Dos System der Assimilation, d. h. der Französierung der Eingeborenen, dürfte nicht zum Erfolge führen. Es wird eine Halbkultur der Eingeborenen zeitigen. Die BerMlschung zwischen Franzosen und Farbigen wird eine moralisch tiesstehendo Misch- bevölkerung hervorbringen. Die Militarisierung der Schwarzen in Afrika birgt große Gefahren in sich, unb zwar nicht nur für die französische Herrschast, sondern überhaupt für die Vormachtstellung des Europäers. Die in die afrikanische Heimat zurückkehrenden schwarzen Soldaten der französischen Armee bilden ein für die weihe Herrschaft gefährliches Element, das auch auf die heimischen Volksgenossen einen ungünstigen Einfluß ausübt. Durch die Methode der Milltarisie- tuna unb Gleichstellung des Schwarzen mit dem Weißen wird das Selbstbewuhtsein des Regers, bet schon Ratur aus meistens zur Eitelkeit neigt, in gefährlicher Weise gestärkt. Das Hot sich bereits bei dem testen Cingeborenenkongreß von Südafrika in Bloemfontein gezeigt. Einer der Sprechet erinnerte an Ben Verlust der amerikanischen Kolonien seitens des englischen Mutter- lanves. Wenn die Weihen ihre gegenwärtige Politik in Afrika nicht änderten, so würden sich die Geschicke Amerikas in Südafrika wiederholen. Das neue Jahr möge bet schwarzen Rasse die Freiheit von bet Knechtschaft der Europäer bringen. Es werden für die Schwarzen gleiche bürgerliche Rechte, gleiche Wahlrechte, gleiche Rechte im Erwerben von Land, gleiche Arbeitsrechte in der Wirtschaft usw. betfattgi. Die Eingeborenen beanspruchen sogar Platz und Einfluß im Völkerbund. Weitere Schwierigkeiten ergeben sich in den mdhamebc>nischen Koloniallänbern aus der Erstarkung des panissamitischett Gedankens. Alle mohamedanischen Völler wollen sich zu einem moyamedamfchen Völkerbunö zusammenschlietzen. Wem: auch die Erklärung des heiligen Krieges während des Weltkrieges keinen Erfolg gehabt hat, so kann doch daraus nicht geschlossen werben, daß die jetzige ii.ohamedanische Bewegung ebenfalls keinen Erfolg haben werde. Im Weltkriege fehlte die große Organisation für diese Bewegung, wahrend sie jetzt geschaffen wird. Auch die Feldzüge in Marokko und Syrien dürften nach Biefer Richtung wirken. Frankreich hat in Rotdafrika noch weitere Sorgen, die ihm von Italien bereitet werden. Es fei nur an die letzte Reise von Mussolini nach Tripolis erinnert. Mussolini verfolgt ein großzügiges KdldNiakPtograrnm, das sich vor allem argen Frankreich richtet. In dem französischen Tunis dominiert das italienische-Element. Rund 50 000 Franzosen stehen etwa 100 000 Italienern gegenüber. Der italienische Einfluß wird von Frankreich sehr unliebsam empfunden. Man mißtraut Mussolini. Zu dem französisch-italienischen InteresseNgcZensah kommt ferner Bor französische englische. Auch Bet arabische Rationalismus Nimmt zu. In dieser Richtung arbeiten bas Zen-» tralkomitee für die Befreiung Rorbafrikas zusammen mit dem Komitee für die Befreiung Syriens. Auch England hat feine kolonialen. Sorgen. Im Osten, besonders in Indien, ist es der Kommunismus, der öie unterdrückten Kolonialvolker gegen, ihre englischen Herren aufzuwiegeln sucht. „Was machen Sie denn da unten?" sagte Esser, der eintrot und erstaunt aus die beiden auf Teppich Herumkriechenden sah. „Ich habe etwas verkokenI" sagte Kramer vös und suchte weiter. Oderhesisn. Landkreis Gießen. X Klein-Linden, 23. Juni. Bon den vor Wochen noch gut behangenen Apsel- unb Birnbäumen fallen jetzt große Mengen Früchte ab. Die Verluste sind sehr bedeutend. — Untere Landwirte sind jetzt mit der Heuernte voll beschäftigt. Sie verspricht sehr gut zu werden. — Die vielen L ö ch e r i n b e r Kreisstraße werden jetzt mit Splitt unb Teer ausgefüllt. Leider werden durch die schnell- fahreNden Autos die Steine zum Teil wiederaus den Vertiefungen herausgeschleudert, so Baß fite Straße zum Rachteil der Fahrräder mit scharfen Steinen übersäet ist. Hoffentlich folgt bald die volle Teerung der Straße, damit die große Staubplage aushört. e Lollar, 24. Juni. Ein schwerer AIn= glilcksfall ereignete sich gestern nachmittag gegen 3 Ähr in den hiesigen Eisenwerken. Der Lokomotivheizer Heinrich Deibel von hier geriet beim Rangieren zwischen die Puffer, wobei er einen Veckenbruch und innere Verletzungen erlitt. Der Verunglückte wurde . durch die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in Gießen, die in kurzer Zeit mit ihrem neuen Sanitäisauto am Platze war, nach der Chirurgischen Klinik in Gießen verbracht. Das Besinben des Mannes ist ernst, aber nicht hoffnungslos. Heute früh ging es ihm ein wenig besser als gestern abend. * Lollar, 24. Juni. Der hiesige Turn- unb Gesangverein begeht am 26., 27. und 28. Juni sein 6 5. Stiftungsfest, mit dem ein Iugendfest verbunden wird. Man darf auf einen vortrefflichen Verlauf des Festes rechnen. 4- Lich, 23. Juni. Unsere Freiwillige Feuerwehr rüstet eifrig für ihr am nächsten Sonntag stattfindendes goldenes Jubelfest. Mehr als 20 auswärtige Wehren haben ihre Teilnahme zugesagt. Daß die Feier ein Fest für unsere gesamte Einwohnerschaft ist, beweist der Umstand, daß fast alle Vereine zum guten Gelingen der Feier beitragen wollen. Die Festrede hat Bürgermeister Völker übernommen, der auch die Geschichte des Vereins gesammelt hat. i. Ettingshausen, 23. Juni. Vor einigen Tagen wurden die Grund st ticke, die oas Bauxitbergmerk seinerzeit zUsaMmengekauft hatte, von der Gemeinde z u r ü (f c r ro o r b e n. Man kann daraus schließen, daß der Unternehmer des Bauxitwerkes den Betrieb endgültig eingestellt hat. Da auch die Betongesell- schäft die Arbeit mit ihrem Steinbruch "sehr eingeschränkt hat, war ein Teil der hiesigen Arbeiterschaft erwerbslos geworden. Das hat jetzt aufgehört, weil dis beiden anderen Stein brilchc flott weiterarbeiten. Das Anschluß - geleise derselben an die Butzbach — Licher Eisenbahnstrecke ist in Arbeit und geht seiner baldigen Vollendung entgegen. Es war eine gewisse Verzögerung eingetreten, da die Rampe jetzt an „So? Danke schön!" Er stand auf. „Schulz, ich gehe gleich zu Esser und will die beiden Kugeln wiegen. Diese hier und dis aus der Wand des Wohnzimmers. — Aber wir wollen dis Taktik verfolgen, daß immer einer von uns hier ist und das Haus beobachtet. Bleiben Sie also. In einer halben Stunde bin ich wieder da st' Er ging ins Haus und betrat mit leisen Schritten das Zimmer, in dem der Ermordete lag. Das bleiche Gesicht des Alten zeigte jenen ruhigen, männlichen Ausdruck, den der Anwalt an Brentheim besonders geliebt hatte. Er stand lange Zeit neben dem Toten. Grete war leise hereingetrsten. Sie gaben sich die Hand, und er erkundigte sich nach ihrem Befinden. Sie nickte ihm dankbar zu, ohne zu sprechen und setzte sich neben das Bett. — Draußen traf Kramer den jungen Molinski. „Ich habe Ihnen für Ihre Hilfe heute nacht noch nicht gedankt!" sagte der Rechtsanwalt herzlich. „Sie haben uns viel genützt. Seien Sie überzeugt, daß ich es Ihnen nicht vergessen werde!" „Glauben Sie?" sagte der Pole mit einem Milden Lächeln. Erstaunt sah ihn Kramer an. „Sie sehen recht elend aus! — Hoben Sie etwas geschlafen?" „Ich hahs teilte Ruhs", sagte Molinski nervös. „Kommen Sie ein Stück mit mir, ich gehe zu Esser." —. Der dicke Weinhändler saß aüf der Veranda, im Garten hing Babette Wäsche auf. Er begrüßte die Herren in seiner lauten Art Und schickte das Mädchen in den Weinkeller. Als sie um den Tisch saßen, fragte er den Rechtsanwalt: „Man erzählt sich jetzt in der Gegend so allerhand. So hörte ich gestern abend, daß Ihr Freund aus Berlin — der Ingenieur Beyer, wie Sie Ihn nennen — sigentlich ganz jemand anders sein soll!" „So?" sagte Kramer lächelnd. „Ja . . Esser runzelte oie Stirn. „Mir können £te et doch verraten: is er wirklich bei der Krimi- Olllpolizei?" sich in einem Londe, das über eine stabile Währung verfügt, nicht findet. Völkerbund und Dawesausschuß haben den Welthandel einen ungeheuren Dienst erwiesen, als sie in dem Chaos des Geldwesens, das kurz nach Beendigung des Weltkrieges In Deutschland, Oesterreich und Ungarn bestand, wieder Ordnung schufen. Der Handel mit diesen Ländern wickelt sich jetzt in durchaus normalen Formen und ohne großes Risiko ab. Das einzige Risiko, das der Kaufmann jetzt noch im Verkehr mit diesen Gebieten läuft, ist das einer nicht eintreibbaren Schuld, ein normales Risiko, das durchaus leicht abgeschätzt werden kann. Vor dem Kriege versicherten deutsche Bankinstitute unb Versicherungsgesellschaften diese Art von Risiken. In der fogenannten Kreditversicherung. Diese Ver- stcherunasärt wurde Mit großem Erfolg für die deutsche Geschäftswelt von den dafür in Frage kommenden Instituten betrieben. In Großbritannien wurde sie nur in einem sehr beschränkten Umfange gepflegt. Eine der ersten Maßnahmen des Völkerbundes war die Aufstellung des sogenannten internationalen Krevitplanes, der den Zweck batte, Geschäftsleute gegen eine geringe Prämie vor den Risiken kommerzieller Verluste in einer Well zu entbinden, bereit Kredit beinahe zur Hälfte durch den Krieg oernichtet war. DUrch diesen Plan wurde die Ausstellung verschiedener Programme für die Errichtung einer .Kreditversicherung angeregt. In England wurde daraufhin die Exportkreditversicherung, die seit 1022 besteht, und die sogenannte Trade Facilities Ad geschossen, unter der eine ungeheure Menge wirtschaftlicher Wiedöraufhauakbeit geleistet wurde. Es handelt sich hier zwar um Kreditversicherungen außergewöhnlicher Natur, indessen werden diese Art von Kreditversicherungen mehr und mehr verschwinden, je Mehr die Welt zu normalen Verhältnissen zurückkehrt und private Unternehmim- gen in der Lage sind, Geschäfte ohne Regierungshilfe durchzuführen. Es wird indessen stets Bedarf für eine Versicherungsart bestehen, durch die Handel und Industrie das Risiko einer nicht eingehenden Schuld ausschalten können, und durch die sie in der Lage sind, auf längere Zeit Kredite zu erhalten, als sie die Banken normalerweise gewähren. Gerade imsete heutige Zeit bietet den Regie- rimgett außergewöhnliche Gelegenheiten durch derartige Einrichtungen wirksame Arbeit zur Hebung des Außenhandels und zum Wiederaufbau Ihrer Wirtschaft zu leisten, indem sie private Unternehmungen anregen, die Kreditversicherung zu pflegen. Männer für die Ausarbeitung solcher Pläne, die auch das Aufziehen der notwendigen Organisationen vornehmen könnten, sind sicherlich allenthalben vorhanden, das Kapital dagegen, das für die Durchführung dieser Pläne nötig ist, ist weniger leicht erhältlich, da der Kapitalbedarf heute weit größer ist als das Kapitalangebot. Die Regierungen füllten daher die Schaffung von Kreditversicherungsgesellschaften mit staatlicher Beteiligung ermöglichen. Das Kapital würde sicherlich durch das Publikum aufgebracht werden. Alles, was die Regierung zu tun nötig hätte, wäre, die Gesellschaft gegen Verlust zu schützen. Das würde zweifellos die Hetbeischaffung des erforderlichen Kapitals sicherstellen. Meiner Meinung nach würde die Regierung keinerlei Risiko laufen, denn die von der Gesellschaft vereinnahmten Prämien würden eine ausreichende Deckung bieten. Die Erfahrungen der Träde Indemnity Comp. in England und der vielen deutschen Gesellschaften vor dem Kriege lasten erkennen, daß diese Idee durchaus durchführbar Und ausbaufähig ist. In England wird die Notwendigkeit einer Kreditversicherung besonders von dem Maschinenbau empfunden, der ein sehr bedeutendes Exportgeschäft machen konnte, falls langfristige Kredite, die durch eine erstklassige Korporation gewährt wurden, verfügbar wären. Englands und KMmchs kolsmale LchMerigMen. Don Dr. Dr. v. Z a n t h i e r. Zur Durchführung einer erfolgreichen Kold-- nialpolltrk gehört tn erster Linie ein Bevölke- rungsüberschuß. Dieser Ist aber Weber bei Franko reich noch bei England vorhanden. In Frankreich hat der Geburtenrückgang der letzten 80 Jahre vor dem Kriege 21 Prozent betragen. Frankreich hat nicht nur nicht einen Bedölke- rungsüb er schuß, den es in seine Kolonien entsenden konnte, es leidet vielmehr schon jetzt an einer lleberfrembung, sodaß es immer mehr zu einer Kolonie für das Ausland tvird. Gas liegt Er hörte Essers Stimme in ziemlicher Erregung: „Der Kurs is mir vollkommen wllrscht! —'Was Sie können, meinetwegen alles! — Wann is et frühestens flüssig? — Nit eher? Also gut! — Wie? Natürlich komm ich selbst... Ja ... Wiedersehen, Herr Direktor!" Kramer zog sich schleunigst zurück, als er merkte, daß Ester den Hörer anhängle. Er schloß geräuschlos die Tür hinter sich und setzte sich an den Tisch. „Haben Sie was gehört?" flüsterte Molinski. Kramer antwortete verschlossen: „Ja. Nichts Besonderes. Ein geschäftliches Gespräch anscheinend. — Hallo — wo ist denn die andere Äugel?" Beunruhigt überblickte er den Tisch. „Die andere Kugel?" „Ja — die zweite. Die erste habe ich wieder eingesteckt." „Vielleicht die zweite aus Versehen mit ihr?" Kramer suchte in seiner Brieftasche unb durchwühlte die Taschen seiner Kleidung. Aber er fand nut eine Kugel. „Sie muß hcruntergefallen sein!" sagte Molinski und kroch unter den Tisch. eine andere Stelle des Bahnkörpers Iri die Nähe de» Stationsgebäudes gelegt wird. " Bellersheim, 23. Öuni. Unsere Einwoh- nerschalt rüstet gegenwärtig eifrig für das am nächsten Samstag, Sonntag und Montag hier stattfindende Zängerfest. Der hiesige Gesang- u erein „Germania" begeht an diesen Tagen fein SOjähriges Jubiläum, verbunden damit ist da» diesjährige Bundesfest des Wetterauer Sängerbundes. Es werden etwa 1300 Sänger zu der Veranstaltung erwartet, tim Sonntag früh 8 Uhr beginnt das Wertungssingen der Bundesoereine, um 1 Uhr soll der Festzug seinen Marsch durch den Ort antreten. Int Anschluß an einen Festakt wird das Singen der Gastvereine Minden. Abends soll ein Feuerwerk abgebrannt en. Nach den umfangreichen Vorbereitungen zu urteilen, ist auf eine genußreiche, allen Wünschen Rechnung tragende Veranstaltung zu hoffen. Mrcis Friedberg -f. Friedberg, 23. Juni. Ein Kunstgenuß erieicner Art war-es, die dem Friedberger mnsik- iiebenden Publikum durch das zweite Schüler- konzert der 'Augustinerschute geboten wurde. In feinsinniger Weise hatte der VeranstaUer und Leiter des Konzerts ein Programm zusammeN- gcsteilt, das „Geistliches und Weltliches aus dem 16., 17. und 18. Inyrhundert" brachte, tiusführeudc waren ein Ehor. bestehend aus Friedberger Musikfreunden, und ein Orchester unter Mitwirkung von Mitgliedern des Frankfurter Symvhonieorchesters. Besonderen Anklang in dem reichen Programm sanden die deutichen Volkslieder aus dem 15. und 16. Jahrhundert, die von dem Gemischten Chor trefflich zu Gehör gebracht wurden. Wenn auch der Besuch des Konzertes ein recht guter war, so muß inan sich darüver wundern, daß bei derartigen Konzerten, die der Zuhörerschaft kostenlos geboten werden, der Raum nicht bis zum letzten Platz gefüllt ist. OÖ Friedberg, 23. IuNi. Der erste Aor- sttzendc des Hessischen Landes-Lehrer- veteins, Rektor Reiber- Darmstadt, sprach in einer gut besuchten Krelslehkerversamm- l u n g übet Fragen, die die Lehrerschaft als Berufsorganisation sehr interessieren. Eingangs gab er einen Ueberblick über den Stand der Bssol - dungvfrnge, die Schwierigkeiten und Hindernisse, die der Lösung im Sinne der Forderungen entgegenstehen. Die Frage der Amtsbezei ch - n u n g e n wurde gestreift und die Regelung der Beäussichtigung des Religionsunterrichtes besprochen, um dann zu den Verhältnissen bei der B e n M t e n k r a n k e n k a s j e iibcrzugehkn. Das Defizit ist von der Lehterjchast Nicht verschuldet, Venn sie zahlt fast die Hälfte aller Beiträge und ist nur zu i an den Leistungen beteiligt. Es muh festgestellt werden, welche Gruppen die Kasse in unverantwortlicher Weise ausgenutzt haben, lieber die Auszahlung des erhöhten W o h - nungsgeldes atuh an Staatsbeatnte konnte der Redner keine bestimmten Angaben machen. Räch der Wiedergabe von Eindrücken und Erlebnissen auf der Tagung des Deutschen Lehrervereins in Dan Zig besprach er die INnglehrernot und die Schritte, die zu deren Linderung Unternommen worden sind. Die Ausführungen gaben den Zuhörern einen Beweis dafür, daß der Vorstand In allen Fragen gut Gearbeitet hat, urtb der teilweise Mißerfolg iil den Verhältnissen begründet ist. Dle sehr lebhafte Aussprache umfaßte alle angeführten Punkte. Sie brachte sehr beachtliche Vorschläge, die vom Redner als Material angenommen wurden, da es ihm darauf onkam, die Stimmung eines großen llnterverbandes in den noch Ungeklärten Fragen erneut tennnen zu lernen. MSR. Friedberg, 23.Juni. Beim Benzin f ü l l e n an einer Tankstelle auf der hiesigen Kaiserstraße lief durch Unvorsichtigkeit der Behälter über. Das überlaufende Benzin ergoß sich ntif die brennende Karbidlaterne, wodurch das Motorrad sofort in Flammen geriet und bis auf die Eisenteile verbrannte. Ql uö der Wetteraü, 23. 3uni. Zu großen Hoffnungen berechtigte im Frühjahr die O 6 ft b a u nt b I ü 1 c, aber das kalte Wctler hat nach der Blüte riesigen Schaden angerichtet. Aepfel und Pflaumen werben — mit Ausnahme einiger ApselsorteN - eine geringe @tnte liefern, dagegen versprechen Vie Birnbäume mit ihrem reichen Behang recht gute Erträge. Die Obstbäume leiden gegenwärtig stark durch dle RaUpen- nester, ein großer Teil der Blätter ist bis zmw Gerippe abgeweidet. Das gefräßige Insekt ist die "Raupe der A p f e l g e f p t n st m o t t e. 00 Rieder-Flor st adt, 23. Juni. Das Regenwetter hatte die Heuernte etwas verzögert. Nun ist sie in vollem Gange. Der Ertrag ist, besonders auf höher gelegenen Wiesen, an Menge und Güte sehr befriedigend. Die tiefen Wiesen stehen 10 bis 15 cm unter Wasser. — Der Sauerbrunnen in Staden wird setzt wieder sehr viel benutzt, tins den umliegenden Orten kommen Kinder mit Handwagen, um das köstliche Naß in mitaebrackten Flaschen heimzuholen. Das Wasser ist stark kohlensäureyaltig. Die Quelle Ist eine Der Gelen Säuerlinge, die am Rande der Wetierau Vorkommen. — Bei der Heugrasversteige- r u n g auf den Gemeindewiesen wurden durchschnittlich für den Morgen 50 Mark bezahlt. Kreis Büdingen. Id. Ni d d a , 23. Juni. Die F r o st s ch n d e N , die der strenge Winter 1924/2 5 an den Obstbau m e n anrlchtete, treten in diesem Jahre immer mehr zutage. Allenthalben fahn man an Apfel- Birn- und Zwetlchenbäumen dürre Spitzen oder Aelle bemerken, Vorboten gänzlichen Abslerben^ der damals vom Frost schwer mitgenommenen 'Bäume Auf einer Wanderung talaufwärts ist zu beobachten daß In tiefergelegenen Strichen viel mehr Däuwe der Vernitchung verfallen sind als in den Ambergen des Gebirges, iveil sich hier in strenger Winterkälie immer noch ein Bergrüäen oder Hochwald findender einigen Schutz gewährt. Rach der Abernlung der Dbftbfluine tragenden Recke r müßten, um nicht Schädlingsunlerichlupfe für den kommenden Winter zu schaffen, alle biirren tiefte vol den Bäumen entfernt werden. Die kreisamtlichen Aufforderungen, dürre tiefte zu beseitigen, sind vielfach nicht befolgt worden, da sie nur unter Verursachung großer Flurschäden hätten durchgeführt werden können. Einer Wiederholung der Verfügungen dürfte zu gegebener Zeit besserer Erfolg beschieden sein. Nachdem ole Sensen rauschen, die Mähmaschinen rattern und die ersten fieuroagen in die Scheunen schwanken, lassen sich Schlüsse über den Ausfall der Heuernte schließen. Auf B e r g w i e s e n , die im Nachwinter ober Frühjahr eine sachgemäße DünaUng erhielten, ist diese fürs Hcugras weit bester angeschlagen als in Jahren mit normalen Witte- rungsverhältniss?n. Sie liefern eine Ti oller nie. Wenn sich auch aus den Tal wiesen in letzter Zeit Vie Untergräser noch etwas dichter gestellt haben, werden die „Gründe" doch nur mittlere Erträge liefern. Wenn der Wettergott ein Ein- sehen hat, wird wieder, wie man hierzulande sagt, »)cu für ein Iaht geben. Mrcie Alsfeld. Alsfeld, 23. Juni. Stadtvorstands- siftung. Als erster Punkt der Tagesordnung stand die Angelegenheit bett. AUsschlag der Steuersätze der Gemeindeumlagen für das Rj. 1926 zur Erörterung. Das Ministerium erachtete den Steuersatz für die Gewerbesteuer, wie er beschlossen ist, als eine einseitige Begünstigung der Gewerbesteuerpflichtlgen und regte eine andere Verteilung an. Der Vorsitzende widerlegte die Aus- sühkUNgen des Ministeriums hinsichtlich der Gewerbesteuer. Entsprechend dem Vorschläge der Fi itanzkommission wurde beschlossen, die Anregung bezüglich stärkerer Heranziehung der Gewerbe [teuer als untunlich obziilehnen. — Abänderung Der Ortssatzung über bis Anstellung eines Berufsbürger Mei st er s: Die vom Ministerium zu der im vergangenen Herbst beschlossenen titnberung gemachten RütkÜußenmgen wurden besprochen. Diese rourben zum Teil angenommen, znm Teil abgelehnt. — Ermäßigungen der 3 o n b e r ft e il e r vom b e bauten Grundbesitz: wurde in llebereinstintMUNg Mit den vvm .'hessischen FinaNz- miniftet IjefdUdgegebcncn Richtlinien beschlossen, auch für die gemeindliche Sondergebäudesteuer eine entsprechende Ermäßigung für den Fall eintreten zu lassen, daß zwischen der Friedensmiete und einer slinfprozenligen Verzinsung des Friedeitswrrles ein erheblicher Unterschied besteht, wenn z. B. die FriedeNsMiece rtld)t mehr als 4 Prozent des Steuer- wertes beträgt. — In der Angelegenheit der 51 o - ft en der Katastervermessung des von her Feldbereinigung ausgeschlossenen Stadtteils erstattete der Vorsitzende Bericht über den Stand bet Angelegenheit, aus bent hervorging, daß sich die beteiligten Gemeinden zu einem gemeinsamen Vorgehen gegen bas Ländesvermessunasmut zulatmnen- geschlosten haben und ein fachjuristisches Gutachten durch Rechtsanwalt Engifch in Gießen haben erstatten Insten, wonach bi» AufsteUung und Berechnung ber Kosten ber Katastervermessung in der aN- gefötbetlen Höhe als unrichtig nachgewiesen wird. Man wird es schließlich auf eine Klage des Lan- desvermessungsamtes ankvmmen lassen, wenn dieses auf seiner Gebührenrechnung in der aagefotverten Höhe beharren sollte. Die Versammlung billigte einstimmig die von der Bürgermeisterei unternommenen Schritte. —Das Gesuch des K l e i n k a l i b e r- GchützenvereiNs uw ttkberlnssung der F e st h a l l e zu Uebungsschießen an den SonNtag- uormitlagen wurde unter den üblichen Bedingungen genehmigt. — Dem Alsfelder Radfahrer- uerein 1 89u wurde anläßlich des vom 2(1. bis 28. Juni stattfindenden Gau-Somme rsS st ßs ein Ehrenpreis der Stadt Alsfeld gestiftet. — Unter Mitteilungen gab der Vorsitzende bekannt. daß die Lieferung der vom Staotvorstand bewilligten Mvtokfeu er spritze der Firma Magirus zum Preise von 8400 Mark mit komplettem Schlauchmaterial übertragen worden sei. Zu den Kosten tragen hie Brandoersicherungskammer und der Kreis Alsfeld je ein Drittel bei. Fetner wurde mitgeteilt, daß die Beschwerde der Bürgermeisterei an das Landesamt für das Bildungswesen wegen der Festsetzung der Höhe des Schulgeldes füt d i e ortsfremden Fortbildung ss chsi le r abschlägig beschieden worden fei. Es bleibt bei dem vom Kreisschulamt festgesetzten Satze von 10 Mark für den Schüler. Die Stad^ hatte 15 Mark beschlossen. Weiter wurde bekannt- gegeben, daß den Erwerbslosen auf ihr Ge- juch wegen Gewährung einer Milchbeist i l f e von der Finanzkommission bewilligt worden sei, daß den kinderreichen Familien von'Erwerbslosen unter Prüfung eines jeden einzelnen Falles eine Beihilfe von einem halben Liter Milch für jedes Kind gewährt werden soll. In besonders ve- dütftlgen Fällen kann die Beihilfe bis auf eilten Liter pro Tag erhöht werden. Schließlich wurde noch ein Dankschreiben des Geschichts und Altettum sve rein s der Stadt Alsfeld für die im Voranschlag für das Heimatmuseum bewilligten 1000 Mark bekanntgegeben. —A ! ssel 8, 23. Juni, ©in f u r ch t - bares Unglüd ereignete sich in dein B a ° s a l 1 st e t n b r u ch bei drin Nachbarort Ottrau. Aus dem abschüssigen Anschlußgleis löste sich eilt schwer beladener Wagen und rauhte mit großer Geschwindigkeit zurück In das Maschinengebäude. Der hier beschäftigte Arbeiter Euler wurde von dem Wagen erfaßt und sd schwer verletzt, daß her T t> k» auf her Stelle eintrat. Dek Wogen durchschlug die Wand des Gebäudes und stürzte in den 13 Meter tiefen Stein- b r u ch. Der getötete Mann ist 45 Jahre alt und hinterläßt Frau und Kinder. Kreis Lauterbach. 4k Lauterbach, 23. Juni. Gestern abend gegen 7 Uhr brach in dem Anwesen des Häfner- meiftets Johann Erwin Euler, dahier, in der Ronelsgasse, ein Brand aus. Durch das rasche und tatkräftige Eingreifen der Feuerwehr konnte der Brand innerhalb einer Stunde gelöscht werden. Dabei wurde die neue Motorseirer- spritze erstmals verwandt, wie auch die Feuerwehr erstmals durch die kürzlich angeschasste Feueralarmsirene alarmiert wurde. Die Entstehungsursache ist nicht bekannt. Der angerichtete Schaden Ist gering und durch Versicherung gedeckt. —Schlitz, 23. Juni. Die Stadt S ch l i h plant, gemeinsam mit den Gemeinden des Schlitzeclandes. die Anschaffung einer M o - t o r s v r i tz e. Gestern wurde eine solche im Beisein des Kreisseuerwehrkommanbanten Bechtold (Lauterbach), des Bürgermeisters Dr. Riepoth (Schlitz» und dec OrtSoberhöupter her Dörfer des Schlihcrlandes in Tätigkeit borge« führt. Die Probe fiel zur allgemeinen Zufriedenheit aus. so daß her Anschaffung wohl nichts mehr im Wege stehen durfte. Rheinhessen. WSR Mainz, 23. Juni. Sin schweres Autounglück ereignete sich gestern nachmittag am Bahnübergang 31 auf her Straße Mainz— Gonsenheim. Bin französisch es Lastauto, has mit mehreren Soldaten besetzt war. suhr gegen einen Baum und geriet hierdurch auf den Fußweg. Hierbei wurde der t 9 j ä h r I g e Landwirt Grahingek aus Gonsenheim erfaßt und derart schwer verletzt, hiß der Tod Wort eintraf. Schach-Ecke. Bearbeitet von W. Orb ach Alle für die Rehailion bestimmten Mitteilungen, Losungen usw. floh zu richten an hie Schachrehaktion he» „Gießener Anzeigers". Problem Nr. 67. Don S). QL L. Kuskop. Schwarz. ab C d e f t? h ä B 6 S I f g li Weiß. Weift zieht und seht in drei Zügen matt. Weiß: 3 Steine Xa5; DfO; Tdl. Schwarz: 1 Stein Ke3. Partie Nr. 51. Gespielt int Semmeringschachturnier. Abgelehntes Damengambit. Weiß: Rubinstern. Schwarz: Spielmann. 1. c2-c4 1. ei-66 2. d2-d4 2. d7-d5 3; e2-e3 3. Sg8-f0 Die Verstellung des Damenläufers ist jetzt moberri; derselbe soll in ber Diagonale al h8 Derwendung finben. 4. Sgl-43 4. c7-c6 5. Sbl-d2 Rubinsteins neueste Marke: Er will ble c-Ctrtie sofort offen halfen unb ben Vorstoß e4 erleichtern. 5. g7-g6 6. Dd8 - a5 5..... 0. b2-b3 De? nebst Lp? unb späterem c5 verbient hier Den Vorzug. Mle Dame steht aus a5 erponlert Und droht .üchis. 7. Lfl-62 7. LfB-g7 0. (h-ö 8. 0-0 9. Ddi-t2 i. Sb8-d7 10. Lcl-b2 10. TfS-dfe Desfere EntWicklungsM.vgltchkelfen gewährte Schwarz hier die Fortsetzung 10....., c5 11. cxd5, Sxd5 12. Sc4, Dc7 ; Schwarz hüt freieres Spiel. 1L ä2-a3 11. Sf6-e8 12. Tfl-cl 13. b3 —b4 14. a3-a4 15. Sd2xc4 16. Dc2xc4 17. Sf3-e5 18. b4-b5 12. Da5-c7 13. Sd7-b6 14. Sb6Xc4 15. d5x^4 16. Lc8-d7 17. Ta8-c8 18. Sc8-d6 Wenn Schwarz Ausgleich erzielen wollte, bann hätte er hier lieber cxb spielen sollen. 19. Dc4-b3 19. Ld7-e8 20. Tel - c2 20. SdG —f5 21. b5xc6 21. b7xcö 22. Tal -cl 22. Sf5-c7 23. Lc2 -f3 Weis wirst sämtliche Figuren aus htn schwachen Punkt c6. 23..... 23. Tc8-b8 24. E)b3-a2 24. Lg7xe5 25. d4xe5 25. Se7-d5 26. I.f3xd5 26. Td8xd5 27. Lb2-d4 27. Dc7-a5 28. h2-h3 28. Da5-a6? Schwarz muhte hier c5 versuchen, wenn er auch nach 29. Txc5, Txc5 30.Txc5, Dxa4 31. Dx 4, Lxa4 durch 32. Ta5 den Dauern a7 verliert, so behielte er doch wegen des ungleichen Läufers gute RemisauSsichten. 29. Tc2-c4 29. h7-h5? Diese Schwächung ber Rochabcstellung wird von Rubinstein energisch unb fein ausgenuht. 30. Da2-a3 ' 30. Tb8-b7 31. e3-e4 31. Td5-d8 32. Da3-c3 32. Tb7-d7 33. Dc3-e3 33. KgS-h7 34. Ld4-c5! 34. Td7-dl-h J Ein Fehler, ber zu einem raschen Ende führt. Verloren war aber Schwarz auf jeden Fall. 35. Kgl -h2 35. TdlxcL-' 36. Lc5-f8! Aufgegeben. Dies ist die einzige Verlustpartie cbicl- mann» au8 dem Semmeringturnier. Lösung de» Problem» Rr. 85. Don 3. Cram. 1. Sb5-c7, Kf6-e6 2.Dh5-g5, Kc6-d6 oder d7 oder f7-f5 3. Dg5 - e7 matt. 2....., f7- fö 3. Dg5-d5 matt. Richtige Losungen zum Problem Rr. 65 sandten ein bic Herren: Lehrer Breihecker. Oberreallehrer Kl.. Lehrer E. Sinwn, O. Stumpf, Prof. W., au» Gießen. Berichtigung. Bei dem Problem Rr. 63 von M. Joseph, wurde hurch eine Verwechslung bk Lösung falsch tolebcrgcgcbcn. Der 1. Zug ist Lc3—c5. Die angegebene Losung scheitert an 1..... Ta4—b4! Eine richtige Lösung hierzu fanbte ein Herr Lehrer Breihecker, Gtehen. Eben'o wirb in Problem Rr. 64 von O. Remo 1. La3 c5 durch 1.....a4—a3 widerlegt, unb nicht hurch d?xe6. Schachbrlefkaften. Amtsgerichtsral <5.©.. hier: Ihre Losung zum Problem Rr. 63 scheitert nach 1. Lb2. an Db1Ebenso spielen Sie im Problem Rr. 65 nach 1. Sd4, Keß??, hie» ist jeboch ein unmöglicher Zug. Aus der Schachwelt. Seit einigen Monaten befinbet sich her frühere Weltmeister Dr. Emanuel Lasker auf einer Simultanteise hurch hie Vereinigten Staaten von Rorhameriko. Gr hotte bisher in verschlebenen größeren Klubs ausgezeichnete Erfolge aufzu- toclfen. Dom 18. Juli bi» 1. August veranstaltet ber Deutsche Schachverein in Wien haselbst einen Schachiongreß. Derselbe ist verbunhen mit einem Meistetturnier, einem Runbenturnier, in welchem 12 bl» 14 Vertreter heutscher Lanhesverbänhe zugelassen werben, sowie einem österreichischen Hauptturnier. Anschlteftenb hieran, am 1. unb 2. August soll her Länherwettkamps Deutschlanh gegen Oesterreich auSgetragen werden. Die Narrenkappe. Splitter und Sparren vom RedakttonSlifch. Beruhigend. ^Rehmen Sie sich doch in Acht," ruft der Gast dem Kellner zu. »Sie haben mit ja die ganze Suppe über den Anzug gegoßen. “ — „Oh, ha» macht nichts," sagt der Kellner begütigend. „Ich kenne die Suppe in diesem Lokal: nach 2 Ahr macht sie keine Flecken mehr." Dichtung unb Wahrheit. Zwei Kollegen telephonieren abends einem jungen Arzt, doch noch ein Stündchen in die Kneipe zu kommen, um einen Skat zu dreschen, worauf sich zwischen dem Arzt und seiner Frau folgendes Gespräch entspinnt. Gatte: „Leider muh ich noch, mal aus dem Hause, ich werde eben telephonisch abgerufen." Gattin: „Ist denn ber Fall so drin- genb?“ Gatte : „Sicher. Zwei Aerzte sind schon ba.“ Starkenburg. ID o t m », 23. Juni. (WSR.) In der Rocht zum Montag entstaub hier in her belebten Ro- Metstraße noch Schluß her Bekanntgabe ber Ergebnisse der Abstimmung über den Volksentscheid zwischen Anhängern links- und rechtsgerichteter Parteien eine größere Sch lägerel, an ber sich bald etwa 100 Personen beteiligten. Einem herbeigerufenen Polizeiaufgebot gelang es nach einiger Zeit, bic Streitenden auseinander zu jagen unb hie Ansammlung nach kräftiger Anwendung von Gummiknüppeln zu zerstreuen. WSR. Heppen hei nt, 23. Juni. Arn letzten Sonntag wollte hier ber Arbeitergesang-' verein auf dem von her Schulbehörde zu diesem Zweck zur Verfügung gestellten Schulhof der hiesigen Oberrealschule fein» Fahnenweihe be* gehen. Als morgens die ersten Festgäste Den Platz betreten wollten, fiel ihnen ein widerlicher, penetranter Gestank auf, ber ben ganzen Platz und hie ilmgcgenb betartig verpestete, daß ein Aufenthalt hort gänzlich unmöglich war. Bei ben sofort eingeleiteten Nachforschungen gelang es. den Täter in flagranti zu erwischen unb seine Personalien festzustellen. Es handelt sich um den Leiter bet chemischen Tlbteilung ber Heppenheimer Oberreallchule, elubienrat Ql au- inan n, ber den ganzen Platz mit Butter- saure feinem chemisch herzustellen den Mittel, das u. a. in Holzessig, in der Düngerjauche usw. vorhanden ist) getränkt hatte. Der Festgäste bemächtigte sich eine gewaltige Erregung, unh der Täter, her zur Ausübung leinen Tat noch einen seiner Schüler mitgenommen hatte, konnte nur mit Mühe unb Rot dem Schicksal des Gelyncht- toerben» entgehen. Das Fest mußte schließlich abgesagt unb auf einen späteren Tao gelegt werben. Auch am Montag war ber Genonk im Schulhofe und im Innern der Schule noch so stark, baß ber 11 ri t e r r i d> t a u » f a (l e n muhte. Seit Verübung her Tat war Rau;nonn ver- f ch w u n b» n. Erst nach längeren Rochfvrschmt- gen wurde er in ber Rächt zum Dienstag in seinem Laboratorium etfch offen aufgefunben. Es toi-b allgemein angenommen, bah Raumann, ber Mitglied einer rechtsradikalen Organisation war, aus Scham und Reue über seine Handlungsweise feinem Leben ein Ende gemacht hat, Die Leiche wurde gerichtlich beschlagnahmt. Preußen. Kreis Biedenkopf. T Waldgirmes, 23. Juni. Nach mehreren Sitzungen hat Öle Gemeindevertretung ein Ortsftatut über den Verbrauch aus der W a s serleltuug aufgestellt. Grundtare für jedes Hmis find 20 Mk., auch wenn der Anschluß nicht vollendet Ist. Es werden roeiter berechnet: Pro Kopi 1 Mk., mehr als drei Kinder unter 14 Jahren sind frei. Für ein Stück Großvieh 2 Mk., Kleinvieh (Schweine, Schafe, Ziegen, Kälber) ist frei. Mei, ger und Wirte zahlen 15 Mk., Bäcker 10 Mk., für Badeanschluß 5 Mk. und einen Krahnen im Garten bis zu einem Ar 2 Mk. Der tägliche Verbrauch für Dorlar stellt sich bis jetzt zwischen 22 bis 28 Kubikmeter, das sind 1,10 bis 1,40 Mk. Einnahmen. Man hatte jährlich mit mindestens 1000 Mk gererii net. Noch nicht die Hälfte Des Wassers, das bic Quelle ergibt, wird verbraucht. XX Biedenkopf, 23. Juni. Wie sorglos die Gemeindearchive mancherorts behandelt werden, ist auf tiner Versammlung des Vereins für nassauische Altertumskunde und Geschichtsforschung zur Sprache gebracht worden. So sei z. B. in einer Gemeinde der ganze Bestand an Archioalien durch einen Einwoh ner vernichtet worden, der damit Feuer anzumachen pflegte. Wenn auch bei einem großen Teil der Landbevölkerung für die Erhaltung alter Schriften wenig Interesfe besteht, so sollte das doch kein Grund fein, Werte, wenn auch nur von ideeller Art, gänzlich der Vernichtung anheirnsallen zu lassen. Da fast in jeder Gemeinde die alten Flurbücher, Stockbücher, Gerichtsbücher, die für die Flurnamen sammlung unschützbaren Wert haben, Gemeinde- rechnungen, Hypothekenbücher, Urkunden, Verordnungen und Einwohneroerzelchnis noch vorhanden imd, ersuchen die Landräte die Gemeindevorsteher fOrtegeridjtsmänner) in Gemeinden, in denen eine solche Einrichtung nicht besteht, jetzt Gemeindearch-ve anzukeyen. Kreis Wetzlar. S. tiu s dem Kreise Wetzlar, 23. Juni Der Ausschuß zur Festsetzung der d u r ch j ch n i t I litten Iahresorbeitsverdiensle land und forstwirtschaftlicher Arbeiter -m Bereiche der Regierung, Abt. für Domänen und Forsten, hat mit Genehmigung des Oderversich-: rungsamts zu Koblenz als solche Jahresarbeilsver- dienste festgesetzt: für Arbeiter. Gehilfen, Gesellen und Lehrlinge in der Landwirtschaft, Forstwirt, schäft, Gartenbau und Weinbau für männliche Personen über 21 Jahre 990 Mk., von 16 bis 21 Jahren 700 Mk., unter 16 Jahren 510 Mk., für weibliche Personen über 21 Jahre 690 Mk., von 16 bis 21 Jahren 510 Mk., unter 16 Jahren 360 Mk. Die Festsetzung gilt auch für Betriebsunternehmer, nicht aber für Betriebsbeamte und Facharbeiter. Die Jahresarbeitsverdienste treten rückwirkend vom 1. 1. 1926 ab in Kraft und gelten für die Berechnung der Leistungen, wenn sich der Unfall nach dem 31. 12. 1925 ereignet hat; sie gelten insgesamt für vier Jahre, mithin bis zum 31. 12. 1929, sofern keine zwischenzeitliche Neuregelung erfolgt. —$— Lützellinden, 23. Juni. Der hiesige, im Besitz der Gemeinde befindliche Turn- und Spielplatz erfuhr in diesem Jahre durch Hinzu- nähme anliegender Ackerflächen eine langersehnte bedeutende Vergrößerung. Nach der Graseinsaat auf den neu herangezogenen Grundstücken nahm die Volksschuloberklasse gemeinsam mit dem Turnverein die gründliche Instandsetzung des Platzes (wie Bäumefällen, Schaffung einer 100-Meter-Lauf- bahn, Anfertigung von Spunglachern ujw.) mit (Eifer vor, so daß unser Ort jetzt einen der schönsten Turnplätze der Umgegend besitzt. Der Bau einer Turnhalle, der sich infolge des rührigen Vereinslebens in unserem Dorfe immer mehr als Notwendigkeit erweist, dürste nunmehr wohl auch bald in Angriff genommen werden, nachdem hinsichtlich der Platzfrage keine Schwierigkeiten mehr bestehen. Für die Lichtleitung nach dem Spielplatz sind von der Gemeinde bereits Mittel bewilligt worden, die Aufrichtung der Leitungsmasten erfolgt gegenwärtig durch Mitglieder des Turnvereins, da dieser beabsichtigt, bei gutem Wetter die Uebungsabende bei elektrischer Beleuchtung auf dem Platze abzuhalten. —Z— Aus dem Kteebachtal, 23. Juni. Infolge der fenchtwarmen Witterung der letzten Tage heben sich die Kartoffeln in vortrefflicher Weise entwickelt. Leider hat damit auch das Hnkraut auf den Kartoffeläckern gleichen Schritt gehalten, so daß auf feuchten Aeckern das Ankraut die Kartoffelstöcke zu überwuchern droht. Die La'rdleute sind eben eifrig mit dein Säubern der Kartoffeln beschäftigt, um hierauf mit allen Kräften die H eu ernte zu beginnen. XX Hohensolms, 23. Juni. Dem Bemühen des Bezirksschornfteinfegers Friesenhahn haben wir es zu danken, daß in diesiger Gemeinde eine freiwillige Feuerwehr zustande gekommen ist. Diese zählt vorerst 30 Mitglieder; Friesen- hahn wurde zum 1. Kommandanten der jungen Wehr ernannt. Lberlahnkreis. O Löhnberg (Lah n), 23. Juni. Zum erstenmal nach dem Kriege hielt am Sonntag der Kreis- Kriegerverband Oberlahn wieder ein Kceis-Kriegerverbandsfest. Als Festort war W e i n b a ch gewählt, weil der dortige Kriegerund Militärverein gleichzeitig sein 50jähriges Jubiläum festlich beging. Bei herrlichem Sommerwetter hotten sich 37 Kriegervereine des Oberlahnkreises mit recht starker Beteiligung eingefunden. Nachdem Seine Exzellenz General der Infanterie Albrecht unter den fi'längen des Prä- sentiermarsches die lange Front der Vereine abgeschritten hatte, fand ein Parademarsch vor dem General statt. Anschließend bewegte sich der lange F e st z u g durch das mit Fahnen und Blumen reich geschmückte Weinbach. Nach der Ankunft auf dem Festplatz eröffnete der Weinbacher Männer- gesangverein unter der Leitung von Lehrer S ch a u ß die Feier mit einem stimmungsvoll vor- getrogenen Chor. Pfarrer H i l d hielt die Festrede. Ausgehend von der Bedeutung des Tages, widmete er den gefallenen Helden ein herzliches Gedenken, gab dann einen kurzen geschichtlichen Ueberblick . über das Werden, Wachsen und Wirken des Weinbacher Kriegervereins und forderte zum Schluß weitere zielbewußte und ernsthafte Arbeit zum Segen unseres Vaterlandes. Das mit Begeisterung » gelungene Deutschlandlied schloß sich an die Festrede ■ an. Bei dem Gedenken an die Gefallenen, das durch das gemeinsam gesungene Lied: „Ich hott' einen Kameraden" recht eindrucksvoll gestaltet wurde, feuerte die Gewehrgruppe des Vereins drei Ehren- ialven ab. Der Vorsitzende des Kreis-Kriegerver- bandes, Major a. D. Kleiner, überbrachte die Grüße des Kreisoerbandes und des Preußischen Landes-Kriegerverbandes. In kernigen Worten entwickelte er Zweck und Aufgaben der Kriegeroereins- beftrebunaen. Als Anerkennung für erfolgreiches Wicken überreichte er dem festgebenden Verein die Fahnenmedaille, außerdem konnte er drei verdienten Kameraden das Ehrenkreuz 2. Klaffe verleihen. Die Frauen und Jungfrauen Weinbachs stifteten dem Verein eine Fahnenschleife. Anschließend daran ergriff Exz. Albrecht das Wort. Tief ergriffen dankte er für den ihm gewordenen herzlichen Empfang, in dem altbewährte Anhänglichkeit des Soldaten an seine Führer wieder einmal deutlich zum Ausdruck kam. Mit der Ermahnung, auch künftighin von jedem einzelnen alles daranzusetzen, daß unserem schwer bedrückten Volk und Vaterland wieder bessere Zeiten erstehen und mit einem Hoch auf die Kriegeroereine schloß er seine eindrucksvolle Rede. Ein von dem Weinbacher Frauenchor wirkungsvoll zu Gehör gebrachtes Lied schloß die eigentliche Feier. & Runkel (Lah n), 23. Juni. Der hiesige Männergesangverein „Liederkranz" beteiligte sich an dem vom Nassauischen Sängerbund veranstalteten Gesangswettstreit in Ems. Der Verein errang unter großer Konkurrenz in der 3. Stadtklafse den 1. Klassenpreis. Dabei ist besonders heroorzuheben, daß der Verein erst seit einigen Wochen unter der Leitung eines neuen Chormeisters steht, der sich mit diesem glänzenden Ergebnis vortrefflich eingeführt hat. Kreis Marburg. ]f Marburg, 23. Juni. Am nächsten Sonntag findet hier seitens des Gaurs Hlb des 2lll° gemeinen deutschen Automobilklubs das 3. Mar- ourger Dergrennen statt. Es liegen eine große Anzahl Meldungen vor. — Am Tage vorher veranstaltet der V. C.. der Verband der Turnerschaften auf deutschen Hochschulen, hier einen Oberhessischen Tur- nerschaftentag. Maingau. WSA. Frankfurt a. M, 23. Juni. Der Haupt- und Wirtschaftspolitischr Ausschuß der Stadtverordnetenversammlung haben nach eingehender Aussprache beschlossen, die vom Magistrat für die FrankfurterHerbst- messe angeforderten 250 000 Mark Zuschuß zu bewilligen. Der Hauptausschuß stimmte der Gewährung eines mit 8 Prozent verzinslichen, sowie mit jährlich 4 Prozent zu tilgenden Darlehens von 260 000 Mark an die Stadion- g e s e l l s ch a f t zu. Der Betrag soll dazu dienen, auf dem Stadiongelände eine Spvrthal le zu errichten, um die Durchführung der sportlichen Hebungen auch im Winter zu gewährleisten — Der Geschäftsführer der Arbeiterherberge G. m. b. H., Pauc Langgemach, wurde geftern auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft, bei der er sich am Montag- vormittag freiwillig gestellt hatte, in Haft genommen. Heute nachmittag wurde er dem Untersuchungsrichter vorgeführt. Wie ein hiesiges Blatt meldet, soll Stadtrat Lang gemach bei seinen Rennwetten noch einen Teilhaber gehabt haben, um den sich die Staatsanwaltschaft ebenfalls bemühe, weil er an den Veruntreuungen Langgemachs anscheinend mit Schuld habe. Der stille Teilhaber soll die Rennwetten besorgt, aber niemals etwas gewonnen haben. — Die neue Verhandlung gegen die seinerzeit wegen Erschießung des Chirurgen Dr. Seitz zum Tode verurteilte Krankenschwester Flessa wird in der am 2. August beginnenden Sondersession des Schwurgerichts stattfinden. — Der schwere Strahenbahnunfall an der Hauptwache, bei dem ein junges 23jähriges Mädchen ums Leben gekommen ist, hat jetzt seine Aufklärung gesunden. Es handelt sich um die 23jährige Anna Eva Seit aus Königshofen. Das junge Mädchen, das in Homburg v. d. Höhe als Stühe tätig war, ist am Samstag von Homburg über Frankfurt nach Aschaffenburg zu ihren Eltern zu Besuch gefahren und am Montag auf der Rückkehr nach ihrer Dienststelle auf die bekannte tragische Weise ums Leben gekommen. — Heute nacht wurde in der Dockenheimer Landstraße ein Pers onenauto gestohlen. Einige Stunden später fand man den Wagen führer- und herrenlos in einer anderen Straße. — Auf der Zeil wurde ein Auto entwendet, das später auf der Straße herrenlos gesunden wurde. Turnen, Sport und Spiel. Süddeutsche Tourenfahrt 1826. Mannheim, 22. Juni. (WTV.) Aach einem Ruhetag erfolgte Dienstag früh 4 Hhr in Frau l- f u r t a. M. der Start zur Süddeutschen Tourenfahrt, deren erste Etappe die Teilnehmer über Bad-Rauheim—G i e ß e n—Alsfeld — Fulda — Gersfeld — Bad Kissingen — Bad Brückenau — Lohr — Aschaffenburg — Groß-Gerau nach Mannheim führte. Es starteten 36 Wagen und 15 Motorräder, von denen Frhr. von Menzel, Mosau, wegen Motordefekts ausschei- den mußte. Die Fahrt ging bei vorzüglicheni Wetter und im allgemeinen guten Straßenver- hältnissen vonstatten, so daß der erste Teilnehmer bereits gegen 3 Hfjr in Mannheim eintraf. Schwerere Unfälle ereigneten sic^, abgesehen von einigen Stürzen bei den Motorradfahrern, nicht. Mannheim, 23. Juni. (WTB.) Die zweite Tagesetappe der Süddeutschen Tourenfahrt hatte am Mittwoch als Ausgangs- und Endpunkt Mannheim. Die Strecke führte über Wiesloch—Sinsheim — Heilbronn — Aeckarsulm—Tauberbischoss- Heim—Wertheim—Miltenberg—Amorbach—Eberbach—Aeckarsteinnach—Weinheim—Heppenheim— Worms—Kaiserslautern—Reustadt an der Hardt Ludwigshafen nach Mannheim. Dem Starter stellten sich um 4 Hhr früh 34 Wagen und 10 Räder. Die deutsche Sumemege auf dem amerikanischen Bundesfest. Heber das amerikanische Dulidesturnfest in Louisville, über das wir bereits mehrere kurze Aachrichten brachten, erfahren wir folgende (Sin- zelheiten: Zu dem Fest waren Zehittausende von amerikanischen Turnern herbeigeeilt. In der Waffenhalle, die riesige Ausmaße hat, veranstaltete die deutsche Riege ein Schauturnen, dem nicht weniger als 30 000 Zuschauer beiwohnten. Die Darbietungen der Deutschen sanden tosenden Beifall. Der Präsident des amerikanischen Tur- nerbundes, Georg Seibel, sagte in seiner Dank- und Begrüßungsrede, daß der Besuch der deutschen Amerikariege erst das eigentliche Ende des Krieges bedeute. Direktor Dr. Berger. der Vorsitzende der Deutschen Turnerschaft, dankte herzlich für die freundliche Aufnahme, die der Riege Überall zuteil geworden sei. Seine Wunsche galten der weiteren Festigung der langjährigen Beziehungen zwischen den deutschen und den amerikanischen Turnern. Am folgenden Tag nahmen sieben der deutschen Turner am Wetturnen teil. Kirchgatter (Berlin) und Huck (Hamburg), die beide besonders aussichtsreich waren, muhten infolge leichterer Verletzungen dem Kampfe fernbleiben. Dafür gelang es Pfeiffer (Frankfurt a. M.) im Gerätesechskampf Dritter zu werden. Kaufmann (Aetsch- kau) wurde Vierter, Weingärtner (Pirmasens) Fünfter, Sachs (Forst) Sechster, Wölf- Unger (Fürstenhausen a. d. Saar) Siebenter, A o r d (Göttingen) Achter und Sinnwell (Cuxhaven) Zehnter. Auch im Achtkampf waren die Erfolge gute. Hier wurde Wölflinger Dritter, Aord Fünfter, Weingärtner Siebenter, Sachs Zehnter, Sinnwell Elfter, Kaufmann Dreizehnter u. Pfeifer Fünfzehnter. Die Erfolge sind also recht gute, wenn man in Betracht zieht, daß die Turner Tage hindurch auf der Dahn gelegen und in verschiedenen Städten der Vereinigten Staaten anstrengende Schauturnen gegeben haben. Große Strafkammer Gießen. * Gießen, 22. Juni. Sn mehrstündiger Sitzung wurde heute in der Berufungsinstanz die Strafsache gegen den vorbestraften Arbeiter Johann M. von hier nochmals verhandelt, der wegen einer Reihe vollendeter und versuchter Einbruchsdieb st ähle von dem hiesigen Schöffengericht zu einer Gesamtstrafe von 5 Jahren 4 Monaten Zuchthaus und Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 5 Jahren verurteilt worden war, worüber wir seinerzeit ausführlich berichtet haben. Es handelt sich um die Einbruchsdiebstähle, die im Sommer v. 3. in großer Zahl in unserer Stadt ausgeführt worden sind, wobei fast jeder Stadtteil heimgesucht wurde. Auch heute kam das Gericht nach sehr eingehender Beweisaufnahme im wesentlichen zu demselben Ergebnis wie die Vorinstanz; es hielt M. sämtlicher Einbruchsdiebstähle, bezüglich bereit das Schöffengericht auf Strafe erkannt hatte, mit Ausnahme eines Falles für überführt und verurteilte ihn unter De- ftätigung des erstinstanzlichen Hrteils im übrigen öu einer Gesamtstrase von 5 3ahren ein Monat Zuchthaus. Auch die Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf 5 Jahre wurde ebenfalls aufrechterhalten. Ebenfalls keinen Erfolg erzielte mit seiner Berufung ein erheblich vorbestrafter Gelegenheitsarbeiter. Ohne im Besitz nennenswerter Geldmittel zu sein, logierte er sich mit einer Frauensperson, die er zufällig kennen gelernt hatte, in Bad-Aauheim in einem erstklassigen Hotel ein und verschwand dann nach einigen Tagen heimlich von dort unter Zurücklassung einer beträchtlichen Schuld. Die Berufung wurde verworfen und das erstinstanzliche Hrteil, lautend auf ein 3ahr Zuchthaus und 50 Mk. Geldstrafe, wurde bestätigt. Wirtschaft. Törlentnrfe. Berlin Kurs Kur» Datum: 23. 6 | 2-1 6- 0,400 0.4037 0,404 95,5 51,12 136' 100 103 41 85,25 148,75 13,05 51,75 146,2' 143,1' 130' 125,4- 147' 143,5' 116.2' 152' 141' 133' 134 231' 88,75 0,37 0.47 146,7' 145,2 146 59,5 98.9' 128' 120 75,5 63,5 122' 134' 136.4' 146 71,75 77 167' 117' 151,2' 142' 233' 87,5 56,5 102,5 145 130,7' 121' 95,4 118.5' 171' 78 73 22 117,7' 170.2' 78,75 72,5 230,2' 86 118,2' 75,62 61,25* 121.5' 132' 136' 144.2* 151' 39,75 58* 100' 130,2' 123,75 1133,5' 124' 40 57 100' 131' 124 73 148,5' 144,7' 47,5 100 72 173.5* 76 70 109,75 7,2 134.7* 115.75 109,5 7,3 35 132 86 80 3.1 147 61,5 72 13 I 51,9 I 117,5* 75 61' 124* 131,9* 133' 140' 149 39.75 58.5' 98,13' 128' 120,2* 0.395 0,3725 0,375 0,45 0,235 0.3825 0.32 0,38 0,36 117' 152 141.7' 84,25 135,75 117 109,75 7,2 229.5' 89 55,5 104,5 145 134' 147 64.5 71 |167,5* I116,5* 151,5* 141,6' 135- 5°/o Deutsche Reicheanleihe - 4% Deutsche Reichsanleihe . 3'/,°/o Deutsche ReichScmlethe 3% Deutsche Reichsanleibe . Deutsche Sparprämienanleihe 4% Preußische Koniols . . . 4% Hessen S'/?/o Hessen 3% Hessen Deutsche Wertb. Dollar-Aul. bfo. Doll.-Schatz-An weiiug.*) 4% Zolltürken 5% Goldmerikaner ... . Berliner Handelsgesellschaft. Commerz- and Privat-Bank Darmst. und Nationalbank Deutsche Bank Deutsche Dereinsbank .... Disconto Commandit . . Metallbank.......... Mitteldeutsche Creditbank. Desierrcichische Kreditanstalt Weltbank ........ Bochumer Guß . ...... Buderus .......... Caro .......... Deutsch-Luxemburg ..... Gelsenkirchener Bergwerke. . Harpener Bergbau . . ... Kaliwerke Aschersleben.... Kaliwerk Westeregeln .... Laurahütte ........ Oberbedarf. ......... Phönix Bergbau ...... Rneinitabl ......... Ricbecl Montan........ Tellus Bergbau. ..... Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovd ... Cherannsche Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . Philipp Holzmann ..... Anglo-Cont-Guano..... Chemische Mäher Alapin . . 9- G. Farbenindustrie, A.-G. Goldschmidt......... Holzverkohlung........ Rütgerswerke Scheideanstalt ........ Mg- Elektrtzttätö-Gesellschaft Bergmann Mainkraftwerke ....... Cck udert . ....... Siemens & Halske . . . . . , Adlerwerke Kiener ..... Daimler Motoren. ..... Hehligenstaed' ........ Meguin............ Motorenwerke Mannheim . Frankfurter Armaturen . . Konservenfabrik Braun . . . Metollgesell'chaft Frankfurt. Del. Union A.-G Schub,adrik Her, ...... Sichel ........... Zellstoff Waldhof . -Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel . . . Schluh-! Anfang Kur« I Kuri 23 6 | 24. 6. Frankfurt a.M. Schlug- t-Uhr. 118,9' 172' Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. 23 Juni. 24 Juni.. Ärmliche Noti rung Amtliche Notierung Meld Brier . Geld Bries Amst.-Rou 168,48 168.90 168,51 168.93 Bucn.-Aires 1,621 1,623 1,688 1,692 Brss.-Antw 11,96 12,00 12,08 12,12 Christiania. Kopenhagen 92,73 92,97 92,48 92,72 111,31 111,59 111,26 111,54 Stockholm . 112,59 112,87 112,56 112,84 HelfingforS 10.555 10,595 10,55 10,59 Italien • . 15,17 15,21 15,25 15,29 London. 20,413 20,465 20,413 20.465 Neuyork . 4,195 4,205 4,195 4.205 Paris. . . 11.24 11.98 12,06 12,10 Schwei« . 81,205 81,405 81,205 81.405 Spanien 68.01 68,19 68.11 68.29 Japan . . . 'Kio de Jan Wien in D-- 1,966 1,970 1,966 1,970 0.674 0,684 0.666 0.668 SDeft- abgest 59,35 59,49 59,36 59,50 Prag .... 12,42 12.47 12,418 12,458 Belzrad . . 7,435 7.455 7,43 7,45 Budaprss. . Bulaanen 6,87 5,89 6.87 5,89 3,025 3,035 3,022 3,032 Lissabon 21,375 21,425 21.375 21.425 Danzig. . 80,99 xi,19 81,03 81,23 Konstanttn. 2,29 2,31 2,23 2,24 Athen 5,24 5,25 5,29 5,31 Kanada. . Cruguay 4,20 4.21 4,20 4,21 4.225 4.235 4.225 4.235 Banknoten. Berlin, 23 Juni Geld Briet Amerikanische Note»..... 4,184 4,204 Belgische Noren ...... 11,99 12,05 Dänische Nokeu ....... 111,02 111,58 Englische Noten........ 20,389 20,489 Französische Noten ...... 12,22 12,28 Holländische Note« ...... 168,18 169,02 Italienische Noten...... 16,16 16’24 Norwegische Noten...... 92,62 93,08 Deutsch-Oesterr., ä ioo Kronen 59,50 69,80 Rumänische Noten...... 1,81 1,85 Schwedische Noten ...... 112i27 112,83 Schweizer Noten ....... 81,30 81,70 Spanische Noten..... . 67 88 Tschechoslowakische Noten .. 12,435 12,495 Ungarische Noten . . ... 5.83 5.87 * Oel-Bohrungen der Z. G. Far- b e n i n i> u ft r i e A. G. 3n der Südpfa^ bei Schaidt, im sogenannten Bienwald, wird zurzeit nach Biturninen und Erdöl gebohrt. 'Die „ F. Z." glaubt Grund zu der Annahme zu haben, daß die Arbeiten auf Rechnung der Anilingruppe erfolgen. Diese Gruppe hat sich vom bayerischen Staat, der offenbar über das Terrain verfügen kann, eine Art Konzession für die Oelausschlie- ßung über eine sehr große Anzahl von Hektar erteilen lassen. Vor etwa vier Monaten wurde eine Bohrung angesetzt, die heute bei über 500 Meter stehen soll. Es tverden noch weitere Bohrtürme errichtet werden. Aus Oel scheint man bis zum Cnioment noch nicht gestoßen zu sein, wohl aber auf Gase. Ein Gasaustritt hat auch einmal eine Bohranlage vernichtet. Einstweilen sind die Arbeiten wohl nur als Ausschlußbohrungen zu betrachten. Sie wurden unternommen gemäß einem geologischen Gutachten des Heidelberger Professors Salomon. Wenn die 3. ©. Farbenindustrie in jenem pfälzischen Gebiet nach Oel forscht, so muß das als eine Ergänzung zu dem Vertriebsapparat der Riebeck-Oelhandelsgesell- schäft, der heuttgen Deutschen Gasolin A. G., betrachtet werden. Diese hat bekanntlich eine umfassende Oelproduktion nicht, wohl aber einen j Rohölbezugvertrag mit der Hannover scheit Gewerkschaft Clverath. Sowohl für die Ausfüllung des Oelproduftenverkaufs-Organismus der Rie- beck-Gruppe, wie zur technischen Verarbeitung natürlicher Oele in den Laboratorien und Fabriken der 3. G. Farbenindustrie würde man anscheinend deutsche Oelproduktion 50 Kilometer von Ludwigshafen sehr begrüßen. * Eine neue katholische Wohlfahrtsanleihe. Für die katholische Wohlfahrtseinrichtung für Deutschland ist zwischen dem deutschen Karitasverband, der katholischen Schulorganisation und dem Reichsoerband der katholischen Gesellenhäuser, Lehrlings- und Ledigenheime und den Bankfirmen A. Jselin & Co. und Howe, Snow and Bertels Jnc. Neuyork sowie der Firma Gebr. Teixeira de Mattos in Amsterdam eine 7proz. 20jährige Anleihe von Dollar 3 Mill, abgeschlossen worden. Die Anleihe wird in diesen Tagen in Neuyork und Amsterdam zur Zeichnung aufgelegt werden. frankfurter Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers" ) S r ani f ur t, 24. Juni. Tendenz: Schwäche*-. — Die Börse war auch heute durch große H n- ficherheit gekennzeichnet, di» jjem Verkehr einen lustlosen Charakter gab. Als verstimmendes Moment ist die unklare P o l i - tische Lage zu bezeichnen, wodurch besonders die Spekulatton von einer intensiven Beteiligung am Börsengeschäft zurückgehalten wurde. Rach unentschiedener Eröffnung, die ihren Hauptgrund in weiteren Glattstellungen zum Ultimo hatte, wurde die Stimmung allgemein schwächer, da i n - ländische Abgaben einen starken Druck verursachten. Die variablen Werte wiesen im allgemeinen Kursverluste von 2 bis 3 Prozent auf. 3m Gegensatz zu gestern bildete heute au Stelle des Schiffahrtsmarktes der Elektromarkt eine Ausnahme. Elektroaktien blieben scharf begehrt und hatten neue Steigerung" gen von 2 und mehr Prozent zu verzeichnen. Ferner blieben Oelaktien gesucht, besonders Rütgerswerke waren stark befestigt. Am Montanmarkt hatten die einzelnen Werte Kurs- einbußen von 2 bis 3 Proz. aufzuweisen. Don Chemiewerken waren I. G.-Farben im Freiverkehr bis auf 228 Proz. zurückgegangen, dann aber auf die Aachricht von den Preisftm- bentionen mit der schweizerischen chemischen 3n- dustrie, die man bereits als abgeschlossen betrachtet, wieder in den Vordergrund gerückt und um mehrere Prozent befestigt, um dann fbätet aber erneut eine schwächere Haltung anzunehmen Elektroaktien muhten sich im Verlaufe eben- falls Kursabstmche von einigen Prozenten gefallen lassen. Bankaktien bröckelten weiter ab. Sch iff ahrtswerte gaben 1 Vis 2 Proz. nach. Stark gedrückt waren ferner Motorenwerke. Kleher minus 2, Daimler minus 3 Proz. Zellstoff-, Bau- und Zuckeraktien gingen um 0,5 Prozent zurück. Deutsche Anleihen lagen unverändert still und lustlos. Am Markt der ausländischen Renten setzte sich bei gesteigerten Hmsäyen die Befestigung für Goldrumänen fort. 3m greinet-- kehr war die Tendenz behauptet. Becker Stahl 29, Benz 69, Growag 61, Krügershall 107, Hfa 39, Hfra 84 Prozent. Der weitere Verlauf brachte keine Aenderung der allgemein schwächeren Haltung. Bei kleinen Hmsähen konnten sich die Kurse zumeist behaupten. Der Geldmarkt steht bereits im Zeichen des heranrückenden Hltirnos. Die Zinssätze beginnen etwas anzuziehen. Tagesgeld 4 Prozent. Monatsgeld schwankte zwischen 5,25 und 6,75 Prozent je Adresse. Privatdiskonten 4,37 Prozent. 3n- dustrieakzepte 5 Prozent. 3m Devisenverkehr hat das Zustandekommen des französischen Kabinettes eine leichte Befestigung der westlichen Frankenvaluten bewirkt. Paris notierte gegen London. 170,—, ebenso Drüs.el. Dagegen war Mailan d mit 139,50 gegen London stark abgeschwächt. Das englische Pfund lag gegen Kabel mit 4,8665 befestigt. Die Reichsmark ist unverändert fest. Berliner Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers" ä Berlin, 24.3uni. Die Börse eröffnete heute inuneinheitlicherHaltung. Einige wenige Spezialwerte verkehrten recht lebhaft, doch lagen sonsttge Werte, die in den letzten Tagen bevorzugt gekauft wurden, nachgebend. Spreng- stoff-Äktten verkehrten ruhig und leicht abgeschwächt. Am Geldmarkt war Tagesgeld unverändert. Die Berufung Caillaux zum Fi- nanzminifter Frankreichs wird günstig beurteilt. Paris konnte sich demgemäß gegen London leicht befestigen aus 170,50 bis 171. Brüssel-London 170. Mailand gegen London fast unverändert. Frankfurter Getreidebörse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Frankfurt a.M., 24.3unL Cs wurden notiert: Wetterauer Weizen 31,50, Roggen (inländischer) 22 bis 22,50, Sommergerste für Brau- Swecke 22 bis 24, Hafer (inländischer) 21 bis 23, Mais (gelb) 17,50, Weizenmehl (inländisches, Spezial 0) 42,50 bis 43, Roggenmehl 30,50 bis 31, Weizenkleie 9, Roggenkleie 11. Tendenz ruhig. Frankfurter Schlachtviehmarkt. (Eigener Drahtbericht des .Gietzener Anzet^ers".) Frankfurt, 24. 3unt Auftrieb: 2 Ochsen, 1 Kuh, 1008 Kälber, 177 Schafe, 247 Schweine. Feinste Mastkälber 65 bis 69, mittlere Mast- und beste Saugkälber 56 bis 64, geringere Mast- und gute Saugkälber 47 bis 55, geringe Saugkälber 40 bis 46. Mastlämmer und Masthämmel 45 bis 50, geringere Masthämmel und Schafe 36 bis 44, mäßig genährte Hämmel und Schafe (Merzschafe) 30 bis 35. Schweine: vollfleischige von 80 bis 100 Kilo 76 bis 79, vollfleischige unter 80 Kilo 70 bis 75, vollfleischige von 100 bis 120 Kilo 76 bis 78, vollfleischige von 120 bis 150 Kilo 75 bis 78, unreine Sauen und geschnittene Eber 60 bis 70. Marktverlauf: Schweine und Kleinvieh bei schleppendem Handel ausverkauft. Beste Mastkälber über Rotiz gehandelt. Rundfunk-Programm des Frankfurter Senders. (Aus der .Radio-Umschau".) Freitag, 25. 3uni: 3.30 bis 4 Uhr: Die Stunde der Jugend. 4.30 bis 5.45 Uht: Hausfrauennachmittag mit Vortrag von Rektor Merkel über „Die Pilze als Nahrungsmittel". 5.45 bis 6.05 Uhr: Die Lesestunde. 7.45 bis 8.15 Uhr: „Die Jugend und ihr Beruf", Vortrag von Ministerialrat Schindler. 8.15 Uhr: „Der |ühe Kavalier", Operette in drei Akten von Leo .•Ä» sä» Sä,,?« M Ko«»®* vertrag der genommen. ® Ä. d-r« lehnt und öey * arbeitung in eine war, wurde wen abgele " men worden, die * für das SeedMll bet internationale L 1928 zur D- stundentag in freien wird. Aach über das SeedisO nung schöpft. Es folgten woraus der PrD schloffen erklärt DieS im englifi London, 2c haus hat in zwi treffend die Aeorc angenommen. 3m Verlause der Vertreter bes dringendsten sei d der kleinen anlagen. Er vi mäßig geringere scheu Kohlengebie Zahl der englisch und zweckdienlich. Vollständigkeit vd ernpsehlungeu der nur eine erste 2C führer Hartshi Dorlage beantrag. auf eine Srfiärun Einfluß man fi dieLagederD spreche. Die Tvrl< liche Problem. & klärte Hartshorn, Kohlenbeihilse Hal vom Äontinent ei Preisverminderun geführt, aber wen der Subventionen deutschen Tergwe Berufung auf Preise durch handel ihre Aegl gegangen wären. Industrie einheitl Halske der 3ndu Eme Termin di -Vermehrung ™ das Prob w neue Terhand Parteien ein und xuen Verhandln: fein werde. .Der Kausen,, ÄOtn h°be i Wunsch gezz^ d fel SU bedauern, W ausgenommer Ä?e pt?» j>nnge die 2Infl. Sm,“ die ert «nnehba^e aller4»?’ln So " ss* * 5 N" «in' Ä Das Bloss ö a eini S La LZ'.- °taatäf oaf Sehen ra L°rm Snö-tfto JJpnigg $*n. Al ^fabon ^ni*e ?et(lbati?8etrof Mo? o !°H.