Nr. 70 Erstes Blatt |76. Jahrgang Mittwoch, 24. Marz 1926 Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Monatr-Bezugspretr: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: Schriftleitung 112, Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen. Postscheckkonto: Zronfturt am Main 11686. SietzenerAMiger General-Anzeiger für Oberheffen vnier und Verlag : vrühl'sche UniversttälL-vuch- und rteindruckerei R. Lange in Sieben. Schnftleitllng und Seschäflsftelle: Zchnlstrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm Höhe für Anzeigen von 27 nun Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Neichspfennig, Platzvorschrift 20"'., mehr. Ehcfredakteur: Dr. Friedr. Will). Hange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Will). Lange; für Feuilleton Dr. H Tbyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil Hans Iüstel, sämtlich in Gießen. Fortsetzung der völkerbundsdebatte im Reichstag. Annahme der Billigungsformel. — Das deutschnationale Mißtrauensvotum abgelehnt. Die Beratung des GtatS des Auswärtigen in Verbindung mit den dazu vorgesehenen Anträgen und Interpellationen wird fortgesetzt. Qlbfl. Graf zu Reventlow (Volk.) kritisiert die Fähigkeit der deutschen Delegation in Genf. Die Rede Briands vom 15. Februar hätte den Reichskanzler und den Minister des Auswärtigen stutzig machen müssen. Die Locar- nesenpresse hat freilich alles verdunkelt. Frankreich hat nach jener Rede Briands nach wie vor völlig freie Hand, alle Maßnahmen zu treffen, die es für seine Sicherheit als geboten erachtet. Das ist der Kernpunkt. Der französische Minister sagte, der Rhein sei eine international« Grenze geworden, während wir daran festhalten müssen, der Rhein ist Deutschlands Strom, nicht Deutschlands Grenze. Briand hat am Vorabend von Genf auch den Deutschen Mangel an Takt vorgeworsen. Das ist eine Beleidigung des deutschen Volkes. Aber auch das ist spurlos an den deutschen Delegierten vorübergegangen. Sie haben alle Warnungen in den Wind geschlagen. Nachher kam dann die große Enttäuschung. Alles andere hätte man tun sollen, als gerade auf Briand Häuser einer Völkerbundspolitik zu bauen. Die Frage, die ich und meine politischen Freunde aufstellten, als das Schlagwort vom Geist von Locarno aufkam, hat sich als richtig erwiesen. daß nämlich dieser Geist niemals existiert hat. Der Völkerbund ist nie etwas anderes gewesen. als ein Bund der Siegermächte. Das Heine'sche Wort „O Bund Du Hund, Du bi st nicht gesun d." trifft auch auf den Völkerbund zu. (Heiterkeit.) Das Wesen des Völkerbundes ist der Vertrag von Versailles. Glaubt man den Bund durch den Eintritt Deutschlands gesund machen zu können? Das ist völlig ausgeschlossen, solange zwei Großmächte, wie Rußland und Amerika, draußen' bleiben. Warum ist Dr. S t r e s e m a n n, als er Reichskanzler wurde, in den Freimaurerorden eingetreten? Wenn dieser Eintritt mit Jubel in der überseeischen Presse ausgenommen und gesagt wurde: Ja, jetzt kommt die Verständigung mit Frankreich, dann erkennt man den politischen Zweck.- Bedauerlich ist, daß Dr. Stresemann alle Angebote Rußlands zurückgewiesen hat. Wenn man an die westlichen Kapitalmächte gebunden ist. kann man freilich keine Deutschland förderliche Russen-Politik treiben. Fort mit den Dawesgesehem fort mit Locarno, fort mit dem Völkerbund! Wir sind der Ansicht, daß die Zukunft Deutschlands nach Osten liegt. Wir verlangen einen wahren Völkerbund mit Selbstbestimmung der Völ^c. ('Beifall bei den Völkischen.) Abg. v. Gräfe (Dölf.) beantragt Vertagung der Sitzung, bis sich die Regierung eingefunden habe, so wie es die Steuerzahler verlangen könnten. (Der Regie- rungstisch war während der Rede des Grafen v. Reventlow vollkommen leer.) Präsident Lobe: Es ist natürlich unerwünscht, wenn bei solchen Debatten der Regierungstisch völlig leer ist. Aber das ist Wohl kein Zufall, sondern Absicht, die ich mir nicht anders erkläre dadurch, daß früher schwere persönliche Beleidigungen gefallen sind, die in einem Fall zur Ausweisung, gestern zu einer Rüge führten. Die Partei des Redners ist selbst in der Lage, diesen Zustand zu ändern. Ich bitte nunmehr die Herren, sich zu erheben, die die Sitzung solange aussehen wollen, bis die Regierung zur Anhörung der Rede des 2lbg. Breitscheid erscheint. Der völkische Antrag wirb gegen die Stimmen der Völkischen und Deutschnationalen abgelehnt. Als Abg. Dr. Dreitscheid an das Rednerpult tritt, erscheinen unter großem Halloh der Rechten die Minister Dr. Stresemann, Dr. Külz und die Regierungskommissare im Saale. Abg. Dr. Breit scheid (So;.) erklärt einleitend, Graf Westarp habe seinen gestrigen Wortverzicht ganz falsch gedeutet. Dieser Verzicht sei nur von dem Wunsch diktiert worden, zunächst nach dem Minister den Vertreter der stärksten außenpolitischen Oppositionspartei zu hören. Gras Westarps Rede sei freilich nur lindes, sanftes Säuseln gewesen. weil die Deutsch-Rationalen selbst ihre Mitverantwortung sür die Locarnopolitik nicht verleugnen können. Die Sozialdemokraten tönncri die jetzige Außenpolitik im wesentlichen billigen, wenn sie der Regierung auch in vielen anderen Fragen ir» scharfer Opposition gegenüberstehen. Dielen Deutsch-Rationalen ist der Ausgang der Genfer Konferenz nur deshalb so unangenehm, weil er der Deutsch- Äationalen Volkspartei die Möglichkeit genommen hat» in nächster Zeit wieder in die Regierung htneinzugehen. (Sehr gut! links.) Wir billigen die Haltung der deutschen Delegation in Genf. Es ist nicht wahr, daß die Deutschen dort wie Bettler mit dem Hut in der Hand vor der Tür gestanden haben. Wir haben in Briand den Mann des guten Verständigungswillens gesehen. Wenn aber Briand und Chamberlain Polen nach Locarno und während Locarno ohne Kenntnis Deutschlands derartige Versprechungen gemacht haben, so müssen auch wir Sozialdemokraten das als nicht korrekt und loyal bezeichnen. (Lebhafter Beifall.) Die Wahrung des deutschen Rechtsstandpunktes gegen den polnischen Anspruch war geboten. Dabei darf man aber nicht wie der Abg. v. Rheinbaben eine Ausnahmestellung Polens verlangen. Die Verständigung mit Polen muß einmal kommen, weil Deutschland und Polen aufeinander angewiesen sind. Ob hinter Brasilien, das schließlich Deutschlands Eintritt verhinderte. Mussolini stand, läßt sich nicht nachweisen. Ich sehe in dem Ausgang von Genf für Deutschland . eine bessere Lösung, als wenn wir durch Hintertüren doch noch in den Völkerbund hineingekommen wären. Wir sind keineswegs begeistert von dem Völkerbund, wie er Deute ist. Aber wir halten fest an dem Gedanken des Völkerbundes. Wir verlangen, daß an der Locarnvpolitik sest- gehalten wird, und daß Deutschland unter den bekannten Bedingungen in den Völkerbund ein* tritt. (Beifall bei den Sozialdemokraten.) '» Der Präsident teilt mit, daß von den Deutschnationalen ein Antrag eingegangen ist: Der Reichskanzler und der Reichsauhenminister besitzen nicht das Vertrauen des Reichstages! (Lachen links.) Von den Regierungsparteien ist Tiebergang zur Tagesordnung über einen völkischen Der- trauensantrag beantragt worden. Abg. v. Tirpitz (Du.) wirft die Frage auf. ob die Politik des derzeitigen Reichskabinetts trotz des Genfer Zusammenbruchs in der gegenwärtigen Form weitergeführt werden dürfe. Es liege in der Beantwortung eine Entscheidung über die Zukunft des Deutschtums überhaupt. Deshalb müsse die dringende Ditte an alle Parteien gerichtet werden, einmal den inneren Partei standpunkt zurückzustellen und nur das große Gesamtinteresse Deutschlands gelten zu lassen, damit jeder einzelne Abgeordnete nach seiner subjektiven Auffassung stimmt. Die in Locarno und Genf angewandten Methoden hätten nicht zu einem Ergebnis geführt. Sie seien für Deutschland verhängnisvoll gewesen. Man möge die Dinge wenden, wie man wolle, es bleibe eine Riederlage unserer politischen Methode. Vor dem glatten Siege Frankreichs über uns habe uns nur der letzte unerwartete Vorstoß Brasiliens gerettet. Angesichts dieser Lage hätten wir uns in gefährlicher Weise mit den Mächten identifiziert, deren illoyales Spiel vielleicht nicht in Deutschland, aber sonst in der ganzen Welt klar geworden sei. Redner erklärt weiter: Wir haben damit die Derantworlung für das Chaos in Gens mit übernommen und haben uns, wenn nicht juristisch, so dach politisch gebunden. Rücken wir von diesem Wege nicht ganz unzweideutig ab, so geraten wir in volle Abhängigkeit von Frankreich und seinem Anhang. Die Zurückziehung des Aufnahmeantrags ist um so notwendiger, als wir gar nicht übersetzen können, was alles in der Zeit bis zum September geschehen kann. Wir machen zugleich vor der ganzen Welt deutlich, daß das Deutsche Reich die Verantwortung für das Genfer Chaos ablehnt. Diese Stellungnahme würde das Ansehen Deutschlands in der ganzen Welt mit einem Schlage Herstellen. Das ist derselbe Standpunkt, den Rordainerika einnimmt. Durch deutliches Abrücken von dem illoyalen Spiel in Genf werden wir auch der Verstimmung entgegenwirken können, die wir uns bei sonst wohlwollenden Reutralen dadurch zu- gezogen haben, daß wir uns unnötigerweise von Frankreich als „Karnickel" vor allem gegenüber Spanien und Brasilien haben gebrauchen lassen. Reichspräsident und deutsches Volk müssen von der furchtbaren Verantwortung und der Bindung des Genfer Ergebnisses frei werden um der Zukunft derer teilten, die nach uns kommen. (Lebhafter Beifall rechts.) Reichskanzler Dr. Luther: Der Rede des Abg. v. Tirpitz habe ich zwei Gesichtspunkte entnommen: Erstens handle es sich nicht darum. Locarno nach rückwärts zu revidieren. Zweitens solle Deutschlands Ci ntrittsgesuchin den Völkerbund zurückgezogen werden. Es ist ein schweres Problem, diese beiden Gesichtspunkte zu vereinbaren. Der Gedanke, Deutschland habe seine Freiheit verloren, sein Eintrittsgesuch zurückzuziehen, ist völlig irrig. Deutschland hat diese Freiheit, und daran ist auch nichts geändert worden durch das Communigue. Wir wollen Locarno nicht nur nicht rückwärts revidieren, sondern wir wollen es ausgestalten. Locarno ist heute die Grundlage unserer Außenpolitik. Gewiß ist vielerlei noch nicht erfüllt, aber andererseits kann doch nicht behauptet werden, daß Locarno wirkungslos gewesen sei. Wir haben doch vieles erreicht, was ohne Locarno nicht erreicht worden wäre. (Lebhafte Zustimmung.) Daß. die Locarnopolitik fortgesetzt und ausgebaut werden soll, ist in dem Communigue ausgesprochen. Ich bekenne mich dazu, daß das Communigue in seinen Grundgedanken unserer Initiative entsprungen ist. (Lebhaftes Hört! Hört! rechts, Beifall links und in der Mitte.) Gewiß, einen anderen Weg gäbe es gar nicht, um festzustellen. daß trotz des vorläufigen Richteintritts in den Völkerbund die Locarnopolitik fortgesetzt werden soll und die Locarno-Abmachungen auch juristisch in Kraft treten sollen. (Unruhe rechts.) Es muß doch festgestellt werden, daß nach den parlamentarischen Beschlüssen Locarno die anerkannte Grundlage unserer Politik ist. Es wird ganz zu Tlnrecht der Anschein erweckt, als sei die Meinung der Welt seit Genf gegen Deutschland. Es läßt sich umgekehrt feststellen, daß in der Presse der ganzen Welt, vor allem Amerikas, die Art des deutschen Vorgehens in Genf als richtig vom deutschen Standpunkt aus bezeichnet wird. Eine Zurückziehung des deutschen Eintrittsgesuches in den Völkerbuird würde dazu führen, daß die Meinung der ganzen Welt sagen würde: Deutschland hat nicht bis zum Ende für Locarno gekämpft, sondern die deutsche Politik schwenkt um. Die deutsche Politik würde dann nicht mehr als die des Friedens und der Verständigung angesehen werden, die wir brauchen. Roch etwas Persönliches: Ich hatte die Ehre, eine Regierung zu führen, der die Deutschnationale Volkspartei angehörte. Ich habe niemals, wie Sie wissen, irgendeine bestimmte parteipolitische Stellung eingenommen. (Lautes Gelächter rechts und auf der äußersten Sintert) And wenn das garue Haus lacht, ich bekenne mich doch mit allem Rachdruck zu dem Standpmlft: Cs gibt neben den einzelnen politischen Parteien das Einhalten einer einfachen, klaren, vaterländischen Richtung, und das ist mein Programm. (Beifall.) Gerade in dieser Stunde, wo gegen meine Person von Deutschnationalen, mit denen ich vertrauensvoll zusammengearbeitet habe, ein Mißtrauensvotum eingebracht worden ist, bekenne ich mich erneut zu dem Standpunkt, daß für mich nur das gerade vaterländische Arbeiten das politische Programm ist. Ob ich in der Lage bin, diese Arbeit weiterzuführen, darüber entscheiden die zuständigen Stellen! (Beifall.) Abg. Müller- Franken wendet sich gegen die Ausführungen des Abg. v. Tirpitz. Herr v. Tirpitz sei nicht berufen, gegen die parteipolitische Zerklüftung zu sprechen, denn er gerade habe in Deutschlands schwerster Zeit das deutsche Volk mit seiner vaterländischen Partei zerklüftet. Solange die Regierung an ihrer Außenpolitik festhalte, werde sie dabei die Llnterstuhung der Sozialdemokratie finden. Abg. v. R h e i n b a b e n (D. v.) weist die Ausführungen des Abgeordneten Dr. Dreitscheid über Polen zurück. Abg. Münzenberg (fiom.) bestreitet, daß die Völkerbundspolitik der einzige Weg sei, den Frieden zu erhalten und Deutschlands Sicherheit zu schützen. Abg. Graf Westarp (Dn.) erklärt, das Lob des Auslandes dürfe für die deutsche Außenpolitik nicht entscheidend fein. Die Linie der Locarnopolitik finde nicht die Zustimmung der Deutschnationa- l e n. Diese Politik Hache sich als wirkungslos u. rück-, wirkungslos für Deutschland erwiesen. Wir haben im vorigen Jahre vertrauensvoll mit dem Reichskanzler zusammengearbeitet. Wir denken gerne daran zurück und leugnen keineswegs den ehrlichen vaterländischen Willen von Dr. Luther. Uns trennen von ihm nur nüchterne sachliche Gegensätze. Ich habe gestern Dr. Luther und Dr. Stresemann gefragt, ob sie nicht selbst aus ihrem Mißerfolg in Genf Konsequenzen ziehen wollten. Wir erwarteten ein ausdrückliches Vertrauensvotum. Da es ausgeblieben ist, mußten wir selbst ein Mißtrauensvotum einbringen, das sich nach der Ratur der Sache gegen die beiden Herren richten mußte 3n dem BiUigungsantrag der Regierungsparteien wird die Erwartung ausgesprochen, daß die Regierung vor dem Eintritt in den Dölfer- 6und die nötigen Garantien erhält, wir müssen in dieser Stunde verlangen, daß die Regierung unbedingt dieser Erwartung entspricht. (Beifall rechts.) Reichskanzler Dr. Luther erklärt, er habe den Abg. v. Tirpitz so verstanden, daß an der Locarnopolitik festgehalten werden solle. Jedenfalls sei dieses Festhalten notwendig, denn Locarno müffe als abgeschlossener Tatbestand der deutschen Politik betrachtet werden. Damit schließt die Absprache. Vom Abg. Dr. Dredt (Wirtsch. Der.) ist zur Dilligungsformel noch ein Zusatzantcag ein- gegangen: „Der Reichstag erklärt sich mit einem Eintritt Deutschlands in den Völkerbund erst dann einverstanden, wenn er erfolgen kann unter den in Locarno gegebenen Voraussetzungen, nämlich die Erteilung eins ständigenRats- s i h e s ohne weitere Vermehrung der Ratssihe und ohne Durchbrechung des Grundsatzes der Einstimmigkeit." DieAbstimmungen im Reichstag. Berlin, 23. Mär;. Rach Beendigung der außenpolitischen Debatte schritt der Reichstag zur Abstimmung über die vorliegenden 21 n t e-ä g c. Das kommunistische Mißtrauensvotum gegen das Gesamtkabinett wurde gegen die Stimmen der Kommunisten, der Deutschnaiionalen und der Völkischen abgelehnt. Gegen die Stimmen der gleichen Parteien wurde auch der deutschnationale Mihtrauens- a n t c a g gegen Reichskanzler und Reichsauhenminister in namentlicher Abstimmung mit 259 gegen 141 Stimmen abgelehnt. 3n weiterer namentlicher Abstimmung beschloß der Reichstag mit 264 gegen 139 Stimmen bei einer Enthaltung über das von den Völkischen vorgelegte „Vertrauensvotum" zur Tagesordnung überzugehen. Der Billigungsantrag angenommen. Der Billigungsantrag wurde mit den Stimmen der Regierungsparteien und der Sozialdemokraten gegen die Stimmen der Deutschnaiionalen, völkischen und Kommunisten bei Stimmenthaltung eines Telles der wirtschaftlichen Vereinigung In einfacher Abstimmung angenommen. A b g e l e h n 1 wurden die Anträge auf Z u - rückziehung des deutschen Aufnahme- g e s u ch s. Pariser Blätter zur Stresemannrede. Paris, 23. März. (WTD.) Zur Rede des Reichsauhenministers Dr. 6trefemanm schreibt das „Echo de Paris", biete Rede atme Zufriedenheit. Rach Beendigung der Genfer Tagung fei Deutschland in einer wahrhaft bevorzugten Stellung. Es fei formell nicht zugelassen, aber es ziehe Ruhen aus einer Art moralischer Aufnahme in den Völkerbund. Das bedeute tatsächlich, daß es Deutschland, da es weder dem Völkerbund, noch dem Völkerbundsrat angehört, völlig freisteht, seine Kandidatur zurückzuziehen, wenn Entscheidungen getroffen werden, die es nicht befriedigen. Andererseits gehöre Deutschland dem Ausschuß zur Timgestaltung des Völkerbundsrats und der vorbereitenden Entwaff-- nungskommission an. Es sei also in der Lage, feinen Einfluß so zu verteilen, indem es sowohl innerhalb wie außerhalb des Völkerbundes handele. Das bedeute ein Maximum von Rechten und ein Minimum von Pflichten. Es sei eine glückliche Kombination, die Deutschland durch die Ereignisse zuerkannt worden sei. Das „Oeuvre" schreibt, wenn man sich frage, ob Deutschland seine Kandidatur zum Völkerbund aufrecht erhalten müsse, so seien das nichts als Worte. Man erkenne ja klar, was der Völkerbund verlieren würde, wenn er Deutschland nicht aufnehme und ebenso klar, was Deutschland aufgebe, wenn es nicht auf genommen fein wolle. Im übrigen hätten die ausgezeichneten Worte, die Stresemann ßoearno widmete, gezeigt, daß nach dieser Richtung hin ferne Gefahr besteht. , Die sranzöfische Presse zur Reichslagsdebatte. Paris. 23. März. (WTB.) Zur geftrigen Debatte im Reichstag schreibt der „Temps", aus der Debatte gehe klar hervor, daß Deutschland keineswegs daran denke, seinen Antrag auf Zulassung in den Völkerbund zurückzuziehen und auf die Politik von Locarno zu verzichten. Erwarte es doch große Vorteile in der unmittelbaren Zukunft durch die vom Kabinett Luther- Stresemann eingeleitete Aktion. Angesichts dieser Tatsache seien die Kritiken des Grafen Westarp nur von mittelmäßiger Bedeutung. Stresemann habe jedoch die Dinge auf seine Weise dargestellt und festzustellen versucht, daß gerung Brasiliens, Deutschland einen Deutschland keinerlei Verantwortlich l e i t für die Krise in Genf trage. Die W e i - ständigen Ratssitz zuzuerkennen, teenii nicht auch ihm ein ständiger Sih zuerteilt werde, habe schließlich den Mißerfolg herbeigeführt. Aber die Anmaßung Deutschlands, eine Erweiterung des Rats gelegentlich feiner Zulassung zu verhindern, habe die Krise von Genf hervorgerufen und habe schließlich alle bekannten Verwicklungen herbeigeführt. Die deutsche Delegation habe einen Bew eis guten Willens und Entgegenkommens nur in den letzten beiden Tagen gezeigt, als sie einen Mißerfolg hätte befürchten müffen, für den sie die öffentliche Meinung der Welt hätte verantwortlich machen können. Das „Journal des Dübats" schreibt, wenn irgendwo Darüber Zweifel bestanden hätten, daß Deutschland ein Interesse Daran habe. schlechter Dienst erwiesen, em im ein» eien die «en Völlerbund einzutreten, -so seien sie durch die gestrige Rede Stresemanns zerstreut worden. Der Reichsaußenminister habe durch sein Expose über die Genfer Verhandlungen gezeigt, daß sogar die noch nicht in Kraft getretenen Abkommen von Locarno den deutschen Interessen dienten, und dah Deutschland sich in der glücklichen Lage befinde, daß man in Genf seine Mitarbeit suche, ohne daß es Deutschland irgend etwas koste. Dank Locarno habe Deutschland die R ä umung der Kö lner Zone erreicht, und Präsident Hindenburg habe in Köln die Befreiung eines Teiles des Rheinlandes feiern können als Vorzeichen für die baldige Räumung des noch besetzten Gebietes. Gelegentlich seines Eintrittsgcsuchs in den Völkerbund habe Deutschland von der hierzu beauftragten Kommission das Zeugnis erhalten, daß es seine internationalen Verpflichtungen erfüllt habe. Stresemann verspreche sich für die Zukunft noch mehr fruchtbringende Resultate. Er habe seine Rede damit geschlossen, daß nur noch eine einzige auswärtige Politik in Deutschland möglich sei: die 6er (Befreiung der besetzten Gebiete. Die „Liberte" schreibt, nichts fei natür» ucher, als daß Deutsch 1 an d danach strebe, daß der letzte französische Soldat das . Rh einland verlasse. Die vollständige Räumung sei das erste Ergebnis, das eine vernünftige deutsche Politik erreichen müsse. Stresemann gehe aber ein wenig rasch voran. Denn, wenn es auch wahr sei, daß der Sicherheitspakt und die Besatzung schlecht miteinander I vereinbar seien, so Habe doch der Sicherheitspakt durch den Genfer Mißerfolg noch nicht in Kraft treten können. Obschon er in die Wolken gebaut worden sei, habe er nicht einmal Gesetzeskraft. Stresemann würde ein wenig zuviel verlangen. wenn er den Maklerlohn beanspruche, bevor die Ware fest gekauft sei. Aufführung noch in dieser Spielzeit zu 'erreichen' Ein unbekanntes Drama Balzacs. -.®ine bisher noch unbekannte dramatische Dichtung Balzacs, die Komödie „Kampf der «rauen" wurde von Dr.Walter Meckauer zum erften Male ins Deutsche übersetzt und für die Dühne bearbeitet. Das Werk ist vom Intendanten Weichert zur alleinigen Uraufführung am Frankfurter Schauspielhaus angenommen worden. Die Verhandlungen wenden sich dann der zweiten Hauptabteilung des Etats, der allgemeinen Finanzverwaltung, zu. Kap.6 (Reste aus früheren Jahren) wird mit 9147 902 Mark bewilligt. Kap. 9 (Anteil an Reichssteusrn) ift mit 28 050 000 Mark und Kap. 10 (Landessteuern ufto.) mit 50 973 000 Mark Einnahmen und 17 694 000 Mark Ausgaben in den Etat eingestellt. Abg. Dr. Riepoth (Dtsch. Vpt.) legt nochmals den ablehnenden Standpunkt seiner Fraktion gegenüber dem Staatshaushalt dar und verlangt höhere Zuweisungen aus den Reichsüberweisungen an die hessischen Gemeinden. Insbesondere wendet er sich gegen die Kürzung des Anteils am Gv- trag der Körperschaftssteuer. An Hand von Zahlen zeigt der Redner, daß unter Erzberger die Beamten höhere Steuern bezahlen mußten als jetzt: das jetzige System sei also sozialer als das Erzbergers. Dec Redner bekämvft die Dotationspolitik und fordert finanzielle Selbständigkeit für Länder und Oe - m e * n $ e n, wodurch das Verantwortungsgefühl geftarft werde. Der Redner verlangt u. a. die Vereinfachung der Steuererhebung durch einen vereinfachten Steuerzettel. Weiter äußert er Wunsche zu verschiedenen ©teuerarten, wie Umsatzsteuer, Grunderwerbssteuer usw Die Unter» erheberstellen auf dem Lande mühten erhalten bleiben und zwar mit einer Bezahlung, die der geleisteten Arbeit entspricht. Andere Länder hatten die Sondersteuer auf den bebauten Grund- beNH herabgesetzt, während Hessen sie erhöht. Von den Ermächtigungen zu Steuermilderungen die das Gesetz gewährt, sollte doch auch Gebrauch gemacht werden. Der Staat müßte verpflichtet werden, den Fürsorgeverbänden Ersatz zu leisten für die Unterstützungen, die diese an Sozialrentner usw. bezahlen mühten, damit sie ihre Steuern entrichten könnten. i hätten: wenn man einmal diese Frage untersuche, so werde man finden, daß das preußische Königshaus darin am besten von allen Fürstenhäusern abschneide. Der Preußische Partikularismus sei unter dem Ministerpräsidenten Braun und den anderen sozialistischen Ministern nicht geringer als zu Zeiten der Monarchie. Derartige politische Debatten hätten doch wenig Zweck. Die Großtaten Preußens müsse jeder Deutsche anerkemren. Abg. Dr. Werner lDn.) weist auf die Anträge der Deutschnationalen hin und bestreitet, daß dadurch die Staatsaufgaben vermehrt worden sind. Aach weiterer Debatte über die preußischen Fragen, an denen sich die Abg. Hofsinann und । Kindt beteiligten, erklärt Staatspräsident Ulrich, daß die Links- und Rechtsopposition ! das Kapitel 19 bedeutungslos zu machen suchten. Wenn er von seinem Posten zurücktrete, müßte doch ein Leiter des Staates gewählt werden Dem Abg. Galm gegenüber erklärte der Staatspräsident, daß kein politischer Gefangener aus Heften, seines Wissens, mehr in einem französischen Gefängnis fei. Werde das Kap. 19 gestrichen, so wäre der Leidtragende das besetzte Gebiet. Ferner wendet sich der Staatspräsident gegen die kommunistische Forderung, den Berliner Gesandtenposten zu streichen. Das Reichsbanner sei der Verein, dec auf dem Boden der Verfassung steht und sie verteidigt. Die Regierung werde bei jeder Gelegenheit die Fahne Schwarzrotgold flaggen, die. sich bietet Daß man Flamen für den Gesandten- I posten nenne, sei noch keine sozialdemokratische Treiberei. Dieser Postmr des Vertreters Hessens im Reichsrat verlange neben der Qualifikation auch politische Zuverlässigkeit Mit der Annahme der Sparsamkeitsanträge der Rechtsparteien würde dem Lande ’ r , Steuern nicht einmal so hoch: alle Steuern jedoch | zusammengefaßt stellten für öle Landwirte eine untragbare Last dar. Dieses Unmrh von Steuern und dec Steuerwirrwarr mühten zugunsten einer Vereinfachung unbedingt abgeändert werden. Die wirtschaftlich ganz untragbaren Steuern müßten abgebaut oder wo sie zu hoch wären, herabgesetzt werden. 3m Anschluß an diese Forderungen äußert auch dieser Redner zahlreiche Cinzel- wünsche zu den verschiedenen Steuerarten. Auch er hält der Sozialdemokratie entgegen, daß sie sich gerade den Wünschen der Kleinbauern widersetzt. Rach 2 Uhr werden die Verhandlungen abgebrochen. Rächste Sitzung Mittwoch 9 Uhr. | (Eine neue französisch - spanische Offensive? Paris, 23. März. (WTL.) Das „Petit Four- nal" will aus Rabat erfahren haben, daß eine gemeinsame f r a n z ö s i s ch - s p a n i, ch c Offensive gegen Abd el Krim bevorsteht, I deren Einzelheiten zwischen dem spanlschen Oberkommissar und dem französischen Oberkommando vereinbart worden sei. Abd el Krim habe bereits davon Kenntnis erhalten und in Targift die Haupt- führer der Rifleute und Djeballas zusammen- berufen, um den Widerstand zu organisieren. Während des Winters seien an verschiedenen Punkten der Rifsront Schützengräben und Unterstände angelegt worden. Munition sei an der Front an ver- [ schiedenen Stellen sicher untergebracht. Man bemerke bereite starke Konzentrierungen von Rif- leuten in verschiedenen Gegenden. Kunst und Wissenschaft. Der Arbeitsplan der Frankfurter Bühnen. An den städttschen Bühnen sind noch folgende Reueinstudierungen vorgesehen: Opernhaus: Anfangs April „Don Quan", anfangs Mai ?.® a J D m e“, Mitte Mai eine Operette (voraussichtlich der Opernball), im 2uni das letzte Werk des Wagnerschen Ringes „Götterdämmerung" und voraussichtlich auch noch „Orpheus in der Unterwelt" von Jacques Offenbach. — Schauspielhaus. Ende März »Christofe r“ von Dietzenschmidt. Mitte April „Brennende Erde" von Klabund, Ende April „Kadebrechts Meineid" von P. E Hahn, anfangs Mai „Othello"" von Shakespeare. und „Alles um Geld" oder ein anderes Werk von Herbert Eulenberg, Ende Mai oder anfangs Juni „21 ib elungen“ 1. Teil anfangs Juni „Garten der Jugend" von Thaddäus Rittner, Ende Juni „Leonce und Lena" von Büchner. 3m Schneesturm erfroren. Auf dem Wege von Lischosshcim (Rhön) nach dem Dorfe Wei fach ist der 65jährige Schuh, machermeisier Erhard Weber im Schneefturm erfroren. Weber hatte sich verirrt, war wahr- scheinlici) längere Zeit umhergeirrt und ist anscheinend schließlich vor Müdigkeit zusammengebrochen. 500 Meter vor dem Dorfe wurde er jetzt als Leiche entdeckt. f)ungerfüuffler Kornhof verhaftet. Der bekannte Hungerkünstler Hans Kornhof der durch seine Hungerkur und seinen Zusammen' bruch semerzeit in Kassel viel Aufsehen erregte ist dieser Tage in einem Gasthause zu Kastel ver' hastet worden. Eine auswärtige Staatsanwaltschaft hatte wegen verschiedener Delikte einen Steckbrief gegen ihn erlassen. Eine umfangreiche Untersuchung zur Aufdeckung der Verfehlungen Kornhofs ist ein- gelettet. Beleuchtung des Heidelberger Schloßhofes. Die Stadt Heidelberg hat sich entschlossen außer den. bekannten Schloß - .und Brücken- h cLt H n 9 e u in regelmäßigen Zwischenräumen aud> Beleuchtungen des Havelberger Schloß- l e » M veranstalten Die erste Veranstaltung finZ>et aTrt Ostersonntag, abends 31 ■Uijr, statt. ' * 3m brennenden Zimmer ums Leben gekommen. 3” Dtnslaken hatten ein 22 Zahre alter öfuöent unb ein 19 Jahre alter Kellner im Zigaretten geraucht, wodurch ein Rnnch-^A?^ war. Infolge der starken war der Student erstickt. Der Kellner hat schwere Brandwunden erlitten. Cm Schlafzimmer erstickt. Arn Somttagmorgen wurde die Berliner Feuerwehr nach der Straßmannstraße gerufen W-chmmg eines" Rötr t SWerS, der am Sonntag früh betrunken nach Hause gekommen war, in Flam- n7nhftam' ?atte wahrscheinlich die bren- n e n & e ^5 e t r o I e u m I c. m e u nt g e to o r f c n erftirft * ln ° 9€ bcr Marken Rauchentwicklung er bitte deshalb, die Anträge der Opposition abzulehnen. 2Ebg. Scholz (D. Vp.) macht nochmals auf den parteipolitischen Charakter des Reichsbanners aufmerksam, indem er wiederum auf die Aussprüche Hörsings und Gehlers hinweist. Der Abg. Kaul habe selbst gesagt, daß die Farben Schwarzrotgold nur ein ilebergang für die rote Flagge seien. (Abg. Kaul sttnrmt zu.) Dann solle man den Rechtsparteien auch gestatten, daß sie die Farben Schwarzrotgold als ein ilebergang ansehen zu den Farben Schwarzweißrot. Aus aller Wett. Die Ankunft des Kreuzers „Berlin" in Kiel. 2lm ^mntagnachmittag 5 ■ ilhr traf der xreujer „Berlin" von seiner vierten Ausland- wieder im Kieler Hafen ein. Das herrliche Fruhlingswetter hatte eine große Menschenmenge an der Holtenau er Schleuse versammelt, die der „Berlin" einen freudigen Emp- fang bereitete. Matrosenabteilungen mit Musik Die Admiralität batte ensalls Lum Empfang versammelt. Rach Abiprelen einiger vaterländischer Weisen sand die offizielle Begrüßung durch den Stationschef Dbg. Weckler (Ztr.) stellt Betrachtungen an über eine Reihe finanzieller Fragen und kommt zu dem Schluß, daß der hessische Staat nicht bankerott gehe, sondern dah ihm mir die Betriebsmittel fehlen. Dem Finanzminister fei es gelungen, eine hessische Anleihe unterzubringen; die Danken würden sicher kein Geld gegeben haben, wenn der hessische Staat vor dem Bankerott stände. Der Redner verlangt, in Heber» Mtunmunj mit einem Anträge feiner Partei, r ■ .xl c ^uernsöhne und Bauerntöchter die gleiche Steuerermäßigung gewährt wird, wie bei dem Hatten von Dienstboten. Es fei sonderbar, fo bemerkt der Redner, daß die Sozialdemokratie gegerr diesen Antrag sei, der doch nur zugunsten r fi- , , aucrn gestellt wäre. Die Sozialdemokratie behaupte immer, für die Kleinbauern ein- jutreten, bier förnie sie den Beweis liefern, indem Jte für Den Antrag stimme. Der Redner bringt zahlreiche Steuerwünsche vor. Abg. Dr. Müller -Bbi-.) meint aetnett. .5. B. bei Kreis und Provinz Aus -er provinzialhauptsta-t. Gießen, den 24. März 1926. Doch noch Stillegung der Grehener Eisenbahnwerkstätten. r; wird, vermag die wich dem Er- FpbrTi^n A h m>d)mQltg'?n Prüfung auf die Still« I*0ung der Bet riebs a b t eil ung Gießen öeS Eisenbahn-Ausbesserungswerks Frankfurt 3U w^Men. Z>ie Umstellung der Wert- ü-f wtrtschastliche Betriebsführung fordere eine Zusammenfassung der Arbeit- Zu Mein Zwecke muhten bestimmte, zum Arbeiä- u??un[h9 liegende Werkstätten stillgelegt mänrirMt^ ft>8taren Organismus der Städ?e Slmä&d ÄnCth-?,erZ>c hle Schließung nur burchgefuhrt werden. 3m übrigen toerbe die Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft b?j Stillegung der Betriebsabteilung Gießen alles tjV'e wtt Der Durchführung einer solchen ..2^beiterschaft verbundenen Härten svwett wie möglich zu mildern. Die frei- toürben voraussichtlich nächsten Monate in der Dahnunterhaltung beschäftigt werden. Soweit eln^nen Fallen dies nicht angängig fein sollte toeröe dm Sur Entlassung kommenden Bedienste- .b01} erhöhten Liebergangswerden' U6ct ochste Seit hinweggeholfen Bismarck-Gedenkfeier. h. Der Hessische vaterländische Block Bezirksverband Gießen, veranstaltet? am Montagabend eme B i smarckfeie i anläßlich des am 1. April wiederkehrenden Geburtstages des großen Der Dank Hindenburgs an das Rheinland. Berlin, 23. März. (TU.) Der Reichsvrä- 'ident hat an den Oberpräsidenten der R h e i n p r o v i n z folgendes Handschreiben gerichtet: „Zurückgekehrt nach Berlin ist es mir ein aufrichtiges Bedürfnis, Ihnen, Herr Ober- Präsident, für die überaus freundliche Aufnahme, die ich bei den Behörden, wie in allen Kreisen der Bevölkerung des befreiten rheinischen Gebietes gefunden habe, meinen herzlichsten Dank zu sagen. Ich habe aus diesem Besuch große und bleibende Eindrücke mitgenommen und aus der freudigen Begeisterung, die alle Befreiungsfeiern fo schnell beseelte, die Gewißheit gewonnen, daß das rheinische Volk aus der Not der letzten Jahre, ans feiner Liebe für Staat und Reich gestärkt und gefestigt hervor- gegangen und bestrebt ist, die Einigkeit, die in den Stunden der Gefahr alle zufammengefchloffen hat, auch in der Zukunft treu zu wahren. Ich bitte Sie, . der Bevölkerung der geräumten Zone meinen Herz- i lichsten Dank und der gesamten rheinischen Provinz meine besten Wünsche für eine baldige Ueberwindung der zur Zeit bestehenden wirtschaftlichen Röte und für ihr künftiges Wohlergehen zu übermitteln. Unser aller sehnlichster Wunsch ist, daß das gesamte Rheinland bald wieder in Freiheit mit uns vereinigt fein möge. Ein besonderes Wort des Dankes möchte ich den Führern und Beamten der Schutzpolizei sagen, deren umstchtiges und musterhaftes Verhalten ich mit be- fanderer Hochachtung anerkennen muß. Ich bitte Sie, • den beteiligten Kommandeuren und Beamten der Schutzpolizei, wie auch den städtischen Polizeiorganen meinen Dan? zur Kenntnis zu bringen." Ebenso hat der Reichspräsident in persönlichen Schreiben dem Oberbürgermeister der Stadt Köln, dem Oberbürgermeister der Stadt Bonn, dem Rektor der rheinischen Friedrich - Wilhelm - Universität und dem O b e r b ü r g e r m e i ft e r ber Stadt Krefeld seinen herzlichsten Dank für die freundliche Aufnahme und die mannigfaltige Begrüßung, die er in diesen Stödten gesunden hat, zum Ausdruck gebracht. Hessischer Landtag. D a r m ft a ö t, 23. Mörz. Präsident Adelung eröffnet die Sitzung um 9.30 Uhr. Die Beratungen des Staatsvoranschlags für 1926 werden bei Kap. 19 (Staatspräsident), 20 (Staatsverlagsfonds) und Kap. 21 (Auswärtige und Reichs- verhältniffe ufw.) fortgesetzt. Abg. Reuter (Soz.) sucht in längeren Ausführungen zu beweisen, daß das Reichsbanner keine politische Organisation fei und verteidigt das Be- staggen der Staatsgebäude in Mainz aus Anlaß einer Reichsbannertagung, wogegen die Deutsche Volkspartei Einspruch erhoben hat. Weiter spricht der Redner über Locarno, den Völkerbund und über besondere Wünsche des besetzten Gebietes. Abg. Galm (Komm.) hält die Aufrechterhaltung des Kapitels „Staatspräsident" nicht für notwendig, nud) die außenpolitischen Verhältnisse Hessens recht- fcrtigxen die Kosten nicht. Der Staatspräsident habe W 90 Prozent nur repräsentative Aufgaben: in der gegenwärtigen schweren Zeit wären derartige kostspielige Repräsentationen nicht zu billigen. Wenn man einen Einheitsstaat wolle, wäre es nötig, un- I nutze Staateeinrichtungen abzubauen, wie das Staaisoräsidium-, die hierfür vorgesehenen 150 000 'LRarf sollten für andere Zwecke verwendet werden. Ebenso fei d,e hessische Gesandtschaft aufzuheben und das Austragsamt für die Industrie, dieses sollten die Industriellen selbst bezahlen, für die es nut eingerichtet sei. ,Rbg. H o f s m an n (Ztr.) polemisiert gegen historische Ausführungen des Abg. Kindt. Er sucht unter Hinweis auf einen Prozeß und ein darin erstattetes Gutachten nachzuweisen daß der Große Kurfürst von Brandenburg fvanzö- fNche Politik getrieben habe, ebenso Friedrick der Große. Abg. Kindt (SntL) erklärt, auf die historischen Ausführungen nicht antworten zu wollen sondern die Anträge seiner Partei zu verteidigen' Der Vorredner habe vergessen, daß der Große Kurfürst gegen Frankreich gekämpft habe. Aur Preußen habe Deutschland zu einem Rationalstaat gemacht. Man solle den Großen Kurfürsten und Fried- rrch den Großen nicht schmähen. Mg. Hoffmann (Ztr.) verwahrt sich dagegen. Abg. Dingeldey (D.Dptz) spricht ini Namen seiner politischen Freunde das lebhafte Bedauern über diese Debatte aus. Der Auffassung deS Abg. Hoffmann könne er nicht zustimmen datz der Große Kurfürst und Friedrich II. nickt deutsche, sondern französische Pslitik getrieben T *adj einleitenden Musikstücken der Kapelle ^opp und einem Vorfpruch begrüßte Oberst f.in'hJ? t"5 btx &($e unb wies auf die Bedeu krlkrn b,er %ter- des Geburtstages Kai fer Ml^lms I., eines Mannes, der sich auch bei feinen Gegnern Achtung erworben habe PEfo?°Bnn-7^m-E^^ends sprach sodann unhTln. Z??1^? "der „Bismarck fnm.il ®r?en/ Erben Bismarcks sind wir muü nhZ'* ‘ö;F.betDU&tc Deutsche sind; dies Erbe Dis Aon UNS neu erworben werden. Erben °Uf dem Kanzlerstuhl sind Bismarcks Erden nicht gewesen: denn in der Zeit nach 1890 wurde das große Erbe vertan. Schließlich ist es nnrPknp!?if12LU9Cnbxtf b£3 Zusammenbruchs vollends s2hünnh?ebh»n ro°irber.* St ncu erwerben, soll die aebör?de?'verbände sein. Dazu ^ort. Bstlle, sich wieder emporzurinaen nickt ^^^^^dung in trauriger Gegenwart. @XS>8 ?,bE,r «mpfen. Auch Bi-m-rcks x Cr ÄamPf zustande gekommen. 28 ISIS^.mm btU?f9 vorausgegangene Entwürfe seit Reick S 9 v>L ?as ^oße am Bismarckschen men Zuerkennung der Stamme im Rah en bera^Ph5?,C n,d)t ZU geographischen Begrift SftünnÄl m .“aren- Die zwei bedeutendsten Lm!™ 9kU Reichs aber waren der innere Zu- fflanTp n?nA05 ^'Usetzen des einzelnen fürs und LüntenÜ"?" gewaltigen erzieherischen äußeren M^Äbdruck sand, und die Methode der aan^en bUEa) bic Deutschland mit der Beziehungen erhielt, ohne die °Uaulalfen, di-nutweudi, Zusummenftoß fuhren mußten, wie die nach- 5 ,^orckische Zett uns beweist. Für uns besteht dic das blsmarcklfche Erbe neu zu schaffen und E hl?1"? ^lden: nicht sollen wir auf ihm aber aud) nicht mit ihm brechen, wie T rbp H $m r Mutigen Verfassung, Hugo iinmLTr.0 niussen zurückfinden zur An- crtennung von Führern unb zu gesundem Födera- der^en'erck/ck/ K^ensätze des Parlamentarismus, nur P?nin tehr51^r.er Iud)t aufkommen läßt und der Srnttin^ f ^uig rühmlichen Partikularismus nfinfikhp» Heraus müssen wir aus der asmÜschenJdeeoon der Herrschaft der Waffe. Von AeuberNckk.- f,en tDU aber das Streben nach ^uberlMeit w-e es die Äeit vor dem Kriege nnterih^hf.-^ f‘lad,ften 6-ele müssen für die J"lfl9nbl,d’cn -verbände fein: Schaffung einer weft Stärkung der Stellung des Reichs- len, dann aber auch Höherfetzen des Wahl- alters, du- Jugend muß sich wieder dem Alter unter Drönen und nur ihre Führer vertrauen. Alle aber mnf|cn nur Helten, das neue, dritte Reich zu fchaft Schlägereten zwischen Faszistengegnem in Paris. Zwischen dem früheren Generalsekretär der ita- lieinschen Faszkstenpartei, R o s s i, der wegen seiner angeblichen Beziehungen zur Matteottiangelegen^ heit in Par, s lebt und einem ehemaligen, qleich- falte dort wohnenden kommunistischen Skntifaszisten fleltern a.u? offener Straße zu einem Wort- ( unb einer «chlägerei. Die Polizei mußte eingreifen und beide trennen. D Absturz eines japanischen Bombenflugzeugs. 'löte das „Journal" aus Tokio meldet, ist ein ganz ans Metall gearbeitetes militärisches 'Born" b en flug o c u g ^im Sturm ab gestürzt. Drei Offiziere und der Führer würden getötet. Ein mysteriöser Haubtiberfatl. Hoheneiche (Kreis Eschweae) wird Seflug-» 8iM—s'.^.'xä. I s mit gestellten Anträge des Sechserausschusses. Es werden angenommen Kap. 4 (Weingüter) mit 492 983 Mk. in Einnahme und Ausgabe, Kap. 5 (Wölfersheimer Werke) mit 2 380 016 Mk. in Einnahme und Ausgabe, Kap. 6 (Bad-Nauheim) mit 2 756162 Mk. in Einnahme und Ausgabe, Kap. 6a (Bad Salzhausen) mit 65 213 Mk. in Einnahme und Ausgabe, Kap. 7 (Landestheater) mit 1 371 300 Mk. in Einnahme und 1860 800 Mk. in Ausgabe. Unter den weiteren Anträgen, die zu diesem Kapitel angenommen werden, ist auch der von den Abg. Dr. Büchner, Dingeldey, Bornemann und Widmann, wonach sich die Stadt Darmstadt künftig mit 45 Prozent statt 40 Prozent an den Aufwendungen des Theaters beteiligen soll. -*5» * Wer2,10 Jjeier- - rasZ, i®*1 wie y?7 .ßfletii tag.ün ^Pfc E' ielvc lang. (W w -"DerPri OberheUen nq Mrz, rwrM' li-h« m, ^vor.,1.Dle der neu m öen glieöer. 2. W tiusfchuffes öer Stand der ProM das RechMNgslÄ nahmen und im Rechmmgsiah des Pwvin-.ialaui über die Derwalt für das Rechnung Einnahmen und . Heiden für das nungsabschluh ub kandverls Obers 1924. 1. Dvranf4 gaben des Lebei MNgsjahr 1926. " ötistu ßalullät un töt Die aus ? die philosophische ßen und das Lan dem Friedberger Geburtstag am 1 bztv. 300 'M über für Museum, 6tat Widet Verden st 0 DaäeN llm 'einerseits 6 des Sxirfreitagei Bäckereien zu v< den Dediufniflei trügen und eine lung aller Lack ganj gellen herb das Dbeitsminisi fohlen, am Karfr KLliig ton ‘Bqi die Deschüstigung fingen und svM auf Antrag tagsgottesdiensts mittags an bis Arbeitszeit des < " Ein klei Üand geflern mitta triebsraume der < nah in der Schill ,1.09 Uhr alarmier 'n der ')löhe lag, i fort den Löschzuq * Stock bes\' Ji« Stammen tom Feuerschaden ^9tn ist der $ «wehr tonnte eimuden. . ** Dohnu VeuerPfarr, 3n der Ac Nachteil eines h pfcinbnitfc a> ™ durch ein A M Gebäude ei Sn m ferner EHW, Gietzener Kommunisten vor dem Staats» gerichtshofe zum Schutze der Republik. feil, von dem r:- dereinst, wie ehemals heißen wirb: von der Maas bis an die Memel, von der (itfd) .bis an den Belt. Der Gelang des Deutschlandliedes und ein schneidiger Marsch' der Kapelle Topp beschlossen die Feier. Bornotizen. — Tagestalen.der für Mittwoch. Stadttheater:'7.30 Uhr „Das alühende Einmaleins" (Ende 9.30 Uhr). — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Das Fräulein vom «-pittelmarkt". — Astoria- Lichtspiele: „Seines Glückes Schmied". — Aus dem Stadttheaterbureau wird un8 geschrieben: Erfreuliches Interesse gibt sich für die kt>te Dorstellung von „Saku n t a l a" am kommend n Freitag kund. Die von Presse wie Publikum allgemein mm-fanntc Inszenierung, die abgerundete Darstellung und die hervorragende Ausstattung machen die Aufführungen dieses indischen Märchendramas zu einer Sehenswürdigkeit, auf die auch größere Duhnen stolz sein konnten Lu lasgem ei nbc. Morgen, Donnerstag, un Lukassaal Familienadend mit Lichtbilder- vw»rag von Pfarrer Decker. (Siehe heutige Anzeige.) — Svielvereinrgung 1 900. Nächsten Samstagabend außerordentliche Generalversammlung. (Siehe 'Anzeige.) Wl3ei Provinzialtag der Provinz Oberhessen tritt am kommenden Montag, 29. März, vormittags IO1/- Uhr, im Aegierungs- gebäude zu Gießen zu seiner diesjährigen Ordentlichen Tagung zusMnmen. Die Tagesordnung sieht vor: 1. Diensteinweisung und Verpflichtung der neu in den Provinzialtag berufenen Mitglieder. 2. Verwaltungsbericht des Prvvinzial- ausschusses der Provinz Oberhessen über den Stand der Provinzialverbandsangelegenheilen für das Rechnungsjahr 1924. 3. Voranschlag über Einnahmen und Ausgaben der Provinz Oberhessen im Rechnungsjahr 1926. 4. Rechenschaftsbericht des Provinzialausschusses der Provinz Oberhessen über die Verwaltung des Wasserwerks Inheiden für das Rechnungsjahr 1924. 5. Voranschlag über Einnahmen und Ausgaben des Wasserwerks Inheiden für das Rechnungsjahr 1926. 6. Rechnungsabschluß über die Verwaltung des Ueber- landwerks Oberhessen für das Rechnungsjahr 1924. 7. Voranschlag über Einnahmen und Ausgaben des Üeberlandwirks Oberhessen im Rechnungsjahr 1926. Stiftung der philosophischen Fakultät unserer Landes univ ersi-- tä L Wie aus Friedberg berichtet wird, haben die philosophische Fakultät der Universität Gießen und das Landesamt für das Dildungswefen dein Friedberger Geschichtsverein zu seinem 30. Geburtstag am 1. April den Betrag von 200 bzw. 300 Ml. übertot cf en, die zu Reuanschaffungen für Museum, Stadtarchiv und Stadtbibliothek verwendet werden sollen. 0 Dackerlaubnis am Karfreitag. Lim "einerseits Störung der Feiertagsheiligung des Karfreitages durch das Kuchenbacken in Bäckereien zu vermeiden, andererseits aber auch den Bedürfnissen der Bevölkerung Rechnung zu tragen und eine möglichst gleichmäßige Deband- lung aller 'Bäckerei- und Konditoreibetriebe in ganz Hessen herbeizuführen, hat, wie wir hören, das Arbeitsministerium den Kreisämtern empfohlen, am Karfreitag dieses Jahres die Herstellung von Bäcker- und Konditorwaren und die Beschäftigung von Gesellen, Gehilfen, Lehrlingen und sonstigen Arbeitern in Bäckereien usw. auf Antrag von Beendigung des Rachmittagsgottesdienstes, frühestens von 3 Llhr nachmittags an bis zum Beginn der regelmäßigen Arbeitszeit des Ostersamstags zu gestatten. ** 6 i n kleineres Schadenfeuer entstand gestern mittag kurz nach 1 Uhr in einem Betriebsraume der Zigarrenkistchenfabrik von B a r - naß in-der SckMerstraße. Die Feuerwache wurde 1.09 Uhr alarmiert und entsandte, da der Melder in der Nähe lag, zunächst einen Radfahrer, der sofort den Löschzug herbeirief. In einem Raum im ersten Stock des Hinterhauses brannte ein Regal. Die Flammen konnten rasch gelöscht werden, so daß der Feuerschaden nicht allzu erheblich wurde. Dagegen ist der Wasserschaden beträchtlicher. Die Feuerwehr konnte um 1.50 Uhr wieder ins Depot einrücken. ** Wohnungseinbruch in ein Gie° tzener Pfarrhaus. Der Polizeibericht meldet: In der Rächt zum Dienstag wurde zum Rachteil eines hiesigen Pfarrhauses ein Woh- ' nungseinbruch ausgeführt. Der oder die Täter sind durch ein Fenster von der Hofseite aus in i das Gebäude eingestiegen, haben int Parterre e ein verschlossenes Möbelstück gewaltsam erbrochen und nach Geld gesucht. Entwendet wurde ein silberner Eßlöffel gez. (S.). Kleber die Täter Sonderbericht des ..Gießener Anzeigers". (Rachdruck verboten.) 1. Brrhandlungstag. js. Leipzig, 23. März. 9n der Perhandlung vor dem Siaalsgerichtsbof zum Schutze der Republik gegen die Gießener Korn- m u n i ft c n eröffnete der Präsident heute vormittag 9 Uhr die Sitzung. Das Verfahren gegen den ursprünglich mit angeklagt gewesenen Krafts obrer Franz wird abaetrennt. Nachdem die Angeklagten zur Person vernommen sind, wird die Anklageschrift verlesen, aus der hervorgehi, daß die Angeklagten als Mitglieder und Funktionäre der KPD. Ende 1923 und Anfang 1924, einer Zeit, als die KPD. wegen ihrer Um- fturzpläne verboten war, insgeheim Vorbereitungen getroffen haben, um das Ziel der KPD., den Sturz der bestehenden Regierung, vorzubereiten', Verbrechen gegen das Republikschupgefetz, § 81, 86 Strafgesetzbuch usw. Den Angeklagten Hartmann, Kaiser und Lepper aus Gießen wird außerdem schwerer Diebstahl vorgeworfen. Sie haben im November 1923 aus einem dem Kaufmann Wießle r in B u tz bad) gehörigen Pulverhäus- chen 7 Zentner Pulver gestohlen, das teils an andere Ortsgruppen weitergegeben, teils zur Herstellung von Handgranaten und anderen Sprengkörpern innerhalb der Ortsgruppe Gießen benutzt wurde. Weiter wird allen 11 Angeklagten zur Last gelegt, sich im Besitze von Sprengstoff befunden zu haben, und den Angeklagten Schmidt und I e s ch k e , im Besitze von Sd)ußwafsen gewesen zu sein. Als erster wird der Angeklagte Händler und Maurer S d; n c i b e r aus Gießen vernommen. Er ist einer der Mitbegründer der Gießener Ortsgruppe und bis April 1924 politischer Unterbezirls- leiter gewesen. Der Angeklagte behauptet, daß die zur fraglichen Zeit in Gießen innerhalb der kommunistischen Ortsgruppe bestehenden Bestrebungen nur den Zweck des Abwehrkampfes gegen einen befürchteten fafzistischen Putsch hatten. Von einer Absicht der Partei, nach Niederwerfung des Faszismus die Lage auszunützen und ihrerseits die Macht an sich zu reißen, will der Angeklagte nichts wissen. Vom Vorsitzenden befragt, bestreitet er, militärischer Leiter gewesen zu sein. Seine militärische Tätigkeit habe fid) anfangs auf die Führung einer Hundertschaft innerhalb des Arbeiterordnungsdienstes beschränkt. Nachdem nach der entscheidenden Konferenz in Chemnitz im Oktober 1923, als die Frage des Generalstreiks auftauchte, die Spaltung zwischen SPD. und KPD. fid) vollzog, sei die KPD. bereit gewesen, im ist noch nichts bekannt geworden. Ein gleichartiger Einbruch wurde in der Rächt zum 22. d. Mts. in das Pfarrhaus in Rieder-Florstadt ausgeführt. Zweifellos find die Täter unter dem reisenden Verbrechertum zu suchen. Personen, die über die Täter Wahrnehmungen gemacht haben, werden ersucht, Die Kriminalpolizei in Gießen zu verständigen. ** Festgenvmmen wurde hier auf Ersuchen Der Staatsanwaltschaft Leipzig eine Person wegen schweren Diebstahls. ** Die B iir g^e r g e s e l l s ch a f t Gießen veranstaltete am toonntagabenb im Katholischen Bereinshauü einen Operettenabend. Zur Aufführung gelangten „Die R a t s m ä d e l", Operette von H. Marcellus, Musik von Max Vogel. Unter der trefflichen Leitung des Vereinsdirigenren A. Wickert, in dessen Händen midj die Einstudierung lag, boten die Mitwirkenden ihr Bestes. Das Spiel gewann von Akt zu Alt an Tempo uad Frisd;e, nm Schlüsse einen vorzüglichen Geiamleindruck hinterlassend. In den Hauptrollen zeichneten fid) beson ders Frl. Tilly Schmal! und Frl. M. Euler als die imnM lustigen, zu ausgelassenen Streichen aufgelegten Ratsmädel durcki Temperament, Natürlichkeit und Sicherheit in Gesang und Spiel aus. Die Rolle des alten Stadtrates Hessing verkörperte Herr Edmund Weber in zufriedenstellender Weise. Herr Kurt Richter als Gast bot in der Rolle des Conrad einen imponierenden jugendlichen Liebhaber— eine in feder Beziehung abgerundete Leistung. Meister Vogel, der biedere Jünger des Hans Sachs, mit seinem urwüchsigen, erfrischenden Humor, wurde von Herrn Heinrich Stimme r vorzüglich charakterisiert. Die Sprechrolle des Herrn „von" Pollwitz (Herr Albert Lentz) hätte durch eine etwas stärkere Betonung des Geckenhaften — aud) in der Kleidung — an Farbe noch gewinnen können. Gut nuanciert in der Darstellung waren die Wirtschafterin Dora (Frau T. Reuter) und der „neue Stadlrat" Kringel (Herr Gg. Stur m). Anerkennung verdienen aud) die in den Nebenrollen Falle eines Angriffs von rechts die Abwehr allein ohne die Sozialdemokraten auszuführen. Dazu fei es nötig gewesen, die breite Masse militärisch heranzu bilden und aufzuklären. In diesem Sinne habe er sich weiterhin betätigt. Der Angeklagte Maurermeister S d) m i b t aus Gießen ist 1923 Vorsitzender im Erwerbslosenrat gewesen. Mitte Oktober ist er zum Wumbo (Waffen und Munitionsbeschaffungsobmann) ernannt roor- drn. Er erklärt, dieses Amt nur etwa 4 Wochen gehabt zu haben lind darauf aus der Partei ausgetreten zu fein. Sein Nachfolger sei der Angeklagte Hartmann gewesen. Schmidt gibt zu, 20—25 Dollars zum Ankauf von Waffen erhalten zu haben, will das Geld über cm bedürftige Erwerbslose verteilt und nicht zum Ankauf von Waffen benutzt haben. Ein bezeichnendes Licht auf diese Aussage wirft ein Kassiber des Schmidt an feine Frau, in dein et einem gewissen Erich Hartmann sagen läßt, er solle keine Aussagen über d'e damaligen Waffen- und Munitionsköuie mad)en. Nunmehr kommt die Sprache auf den Pul- verdirb ft a hl bei B u tz b a d). Die Waffenbeschaffung in der KPD. soll nicht vorwärts gegangen fein, deshalb hot die Bezirksleilung in Frankfurt ongeordnet, aus dem Pulverhäuschen des Kaufmanns Christoph Wießler aus Butzbad), das im freien Felde bei Butzbach belegen war, dem benötigten Sprengstoff heimlich und eventuell mit Gewalt zu holen. Der Leiter des Unternehmens war der bekannte Funktionär Ludwig Herr aus Kornbest- beim, der im Februar dieses Jahres vom Staatsgerichtshof zu 9 Jahren Zuchchous verurteilt worden ist. In der Nacht vom 7. zum 8. Januar 1924 sind aus dem Pulverhäuschen etwa 7 Zentner Pulver entwendet worden. 60—70 Pfund sind von den am Diebstahl beteiligten Angeklagten Hart in a n n , Kaiser und Lepper in Rucksäcken nach Gießen gebracht worden. Die übrigen Mengen wurden am Tatorte auf einen Lastkraftwagen verladen und nach Frankfurt a. M. gebracht, von wo die Belieferung zahlreicher Ortsgruppen des Bezirks erfolgte. In Gießen wurde einige Tage darauf mit der Herstellung von Handgranaten nad) der Anweisung des Genossen Herr benennen. Die Angeklagten G r ü n und Kraus müller sammelten die zur Herstellung nötigen leeren Konservenbüchsen, die Zündkapseln wurden von Herr gebracht-, hierauf wurde in der Wohnung der Angekiagten Hartmann und Krausmüller abwechselnd die „Handgranatenfabrik" aufgemacht, lieber 100 Handgranaten wurden später bei Haussuchungen gesunden. Die Verhandlung wird sodann auf Mittwoch vormittag 9 Uhr vertagt. gegeigten Leistungen. Alles in allem: die Aufführung bewegte sich aus einem Niveau von beachtenswerter Hohe. So blieb auch der Erfolg nicht aus: der lebhafte Beifall des dichtbesetzten Hauses. z. Schöffengericht Wetzlar. <2 Betrug und Unterschlagung wurden einem Landwirt und Kaufmann aus Daubhausen zur Last gelegt. Der Angeklagte, der für einen Holzhändler in Braunfels als Holzaufkaufev tätig war. hatte sich feinem Auftraggeber gegenüber verschiedene ilnregelmäftigfeiten zuschulden kvm-' men lassen. Der Angeklagte war geständig und gab an, die strafbaren Handlungen aus Rot begangen zu haben, weil er von einem Brandung lück betroffen worden fei. Zu Gunsten des Angeklagten sprach, daß der Schaden voll gedeckt w-orden ist. Das Urteil lautete auf 300 Marl Geldstrafe, hilfsweise 1 Tag Gefängnis für je 5 Mark Wegen fortgesetzten Sittlichiettsverbrechens wurde gegen einen Fuhrmann aus Breit* scheid verhairdelt. Das Urteil lautete auf 9 Monate Gefängnis unter Anrechnung von sechs Wochen Unterfuchungshaft, sowie Aufer- legung der Kosten des Verfahrens. Angeklagter und Staatsanwalt verzichteten auf Rechtsmittel. Ein Kaufmann aus Braunfels hatte sich wegen Unterschlagung zu veramworten. Der Angeklagte war bei einer Wetzlarer Mühlenfirma in Stellung und hatte als solcher Inkassovoll- macht. In dieser Stellung hatte er in den Jahren 1925 und 1926 Unterschlagungen begangen, die den Betrag von etwa 2000 Mark erreichten. Der Angeklagte war im Allgemeinen geständig und gab an, in schlechter Gesellschaft auf die schiefe Ebene geraten und dadurch weit über seine Verhältnisse gelebt zu haben, während er in einem Falle auf einer Geschäfts- tour bei Hungen einen Geldbetrag von 563 Cffiart verloren haben will, was er auch seinerzeit bei der zuständigen Polizeibehörde angegeben habe. Das Gericht billigte dem Angeklagten mildernde Umstände zu und erkannte wegen fortgesetzter Unterschlagung auf 1 Monat Gefängnis und Auferlegung der Kosten des Verfahrens. Gleichzeitig wurde dem Angeklagten Bewährungsfrist dis 1. April 1929 zugebilligt und ihm eine Geldbuße von 50 Mark auferlegt Wegen schwerer Urkundenfälschung und 'Betrugs stand ein Mann aus Hannover unter Anklage. Der Angeklagte erschien im Juni 1923 auf der Dortriebenenfürforgefteite in Wetzlar und gab sich als Betriebsleiter der FirmaReuer- Burg in Trier aus, der von der französischen 'De- fahungsbehörde ausgewiesen worden fei. Als Beweis für seine Angaben legte er eine angeblich von der Polizeivertoaltung Trier ausgestellte Bestätigung vor. die sich aber später als gefälscht erwies. Weiter ergaben die Rachsorschum gen, daß der Angeklagte niemals bei der Firma Reuerbrrg tätig und auch in Trier überhaupt nicht polizeilich gemeldet war. 'Die Fürsorgestelle, verabfolgte dem Angeklagten seinerzeit eine Unterstützung von 20 000 Papiermark. Da der Wohnort d-:s Angeklagten lange Zeit nicht be- lamit war, konnte die Verhandlung erst jetzt stattfinden. Der Angeklagte war geständig und gab an, sich seinerzeit in großer Rot befunden zu haben. Das Urteil lautete wegen gewinnsüchtiger Fälschung einer öffentlichen llrfunbc in Tateinheit mit Betrug auf 3 Monate f ä n g n i 6 unter Auferlegung der Kosten des Verfahrens. Das Gericht gewährte dem noch unbestraften Anaeklagten bedingte Strafausset-- zung bis 1. April 1929 und legte ihm eine Geld- buhe von 200 Mark auf. Angeklagter und Staatsanwalt verzichteten auf Einlegung eines Rechtsmittels. Turnen, Sport und Spiel, Aus dem Arbe'Ler-Turn- und Sportbund. Eine Tagung des Landessporikariells in Butzbach. £ Das Landessportkartell Hessen hielt am Sonntag in Butzbach eine Konferenz ob, die von einer großen Anzahl Vereine, die der Zen- tralkommi'sion für Körperpflege angegliebert sind, besucht war. Reben den Arbeiter-Turnern und -Sportlern gehören hierzu die Radfahrer, Ruderer, Schwimmer, Schwerathleten, der Arbeiter- Schachbund, die Raturfreunde usw. Die Tagung stand unter her Leitung des Bezirksvorsitzenden Pfeffer, Dorheim. Der Vorsitzende des Landessporttartells. Wolf. Darmstadt, referierte über „Ziel und Zweck der Kartellbewegun g". 2n der sich anschließenden eingehenden Aussprache wurden die Bestrebungen des Kartells allseitig anerkannt. Es wurde eine acHgliebrigc Kommission, in der sämtliche Sportarten vertreten find, gewählt, welche in den Bezirken Gießen, Fried« berg und Vilbel die Gründung von Orts- bzw. Bezirkskartellen in die Wege leiten soll. Auch wird die Kommission einer später stattfindenden Konferenz einen ©tatutenenttourf Vorlegern In engem Zusammenarbeiten mit dem Landeskartell sollen sodann die Bestrebungen der Arbeiter-Sportbewegung — in erster Linie int Verkehr mit den Behörden — die größtmöglichste Förderung erfahren. Das einzige bis jetzt be* stehende Kartell in Oberhefsen ist das Orts- kartell Gießen. Der nächste Beratungsgegenstand betraf den alljährlich abzuhaltenden Reichsarbeitersport t a g, der für das gesamte Reich in diesem Jahre auf den 13. Juni feftgelcgt ist. Alle der Zentralkommission für Körperpflege angeschlosse^ nen Sportorganisationen sind an der Teilnahme und würdigen Ausgestaltung dieser großzügigen Werbeveranstaltung für den Sport verpflichtet, ilcberatl dort, wo die Voraussetzungen hierzu vorhanden sind, ist mit den Vorbereitungen zur Durchführung zu beginnen. Den Veranstaltungen ist ein großzügiger Charakter zu Grunde zu legen. Mit dem Wunsche, das Gehörte in die Tat umzusehen, schloß der Verhandlimgsleiter die Tagung. Schwurgericht Gießen. ' Gießen, 23. März. In der heutigen Sitzung des Schwurgerichts unter dem Vor-' sitz des Landgerichtsdirettors Cramer wurde gegen Ang. Franzmann von Hahnenbach, Wilh. Schuster von Frankfurt a. M. und Erich Richter von Mühlhausen L Thür, wegen Meineids verhandelt. Rach mebrftünbiger Verhandlungsdauer wurden die Angeklagten mangels ausreichender 'Beweise sreigefpro- I chen. •jS&PrZ Motore Gasherde UM Mm. mm. 35 Sem Mel, SMMS Gleich- und Drehstrom MF* äußerst günstig abzugeben m erstklassige Fabrikate 2551D Beachten Sie meine Ausstellung Centre i •BfV. c/; bz) eey 2 3 v. to CQ "c I £ T. 1 tM ö Prima natzgestreckte Meder Wim alle gangbaren Breiten auf Lager friedlich Erol, Wenn (Siehen, Neuenweg 32 ,^v liefert tn jeder flewfln toten *nuaifcthing preiswert ble Brühl'«cheUntverfttttt», »rmderet. N. Bangt. ■ vrvyrrvirrryt'«rrm ^Sietzener^ pserdemartt- Lose ü 1 Dtk., 11 Stück 10 Mk. (für Porto u. Liste 25 Pf mehr) sind in allen durch Plakate kenntlichen Geschäften zu haben Generaivertried Buchacker, Staat!. Lotterie- Einnehmer. 118 D Wien 1 9 2 5 erd und Reste bisz.Hälsted. Preis Wiede rverkäufer erhalten Rabatt! Ringsreies Tapetenhaus Hch. KreUing Gieflea, Hthletr. S, neb. Lederh. Plank. 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Die trauernden Hinterbliebenen: Karl Weigel und Familie Philipp Weigel XXIV. und Familie Aug. Weigel und Familie Wrilh. Weigel IV. und Familie nebst Enkel und Frenkel. Klein-Linden. Darmstadt. Aliendorf a. d. Lahn. Gießen, den 23 März 1926. 26630 Lamen-Spangmfchnhe moderne Formen ff 11 M, I.9J, 1.15, J Vranne Hsrren-Haibfchuhe moderne Formen O?5 19.50, 14.96. 13.50 V Dame«-Spüngmfchnhe braun u. schwarz Chevreaui, aAA elegante neue Form. mit L. XV-Abiatz vamen-Halbfchuhe gute Qualitäten, moderne Formen 0“*” 12.50, 8.90, 7.50, V tzamerr-kack-Spangrir- fchlchk elegante Können, ll.se, M.90, 12 M, y Herren-Sliefet gute Fabrik, in viel Aus- Führung, u. gut. Paßformen BISE 16.90, 14.90, 12 50 HV Vm-box-Derbxstiefel gute Qualität und Paßform, 4» ©Ti Oröße 31-35 8.95, 7.95, Oröße 27—30 7.95, V Beaune Heerenstitfel la Fabrikat, «■ ■ Aß elegante Formen 8 16.90, HmrnHalbfchtthe elegante Formen 1$ 90, 11.$e, 9.95. 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Die der Oeffcntlichkeit vorgelegten Wirtschaftsprogramme verdienen trotzdem zur Kenntnis genommen zu werden, da sie die Urteile von mehr oder weniger maßgebenden Autoritäten über die besten Wege zu unserer Aufrichtung in sich schließen. Nach den jüngsten Darlegungen des Reichskanzlers soll das Werk von Locarno der Ausgangspunkt werden, von dem aus Deutschland im Dienste der Gesamtentmicklung der Welt jene Stelle wiedergewinnt, die ihm als natürliche Eigenschaft seiner Größe und Bedeutung zukommt. Damit in Einklang muß die innenpolitische Entwicklung der Wirtschaft mit verstärktem Zielbewußtsein betrieben werden. Das bedeutet, daß die bisherigen Maß- nahmen^positiver Wirtschaftsförderung nachdrücklich fortgesetzt werden müssen. Der Staat wird aber in dieser Beziehung immer nur in verhältnismäßig engen gesetzgeberischen Grenzen wirksam sein können, wenn die wichtigen Träger des Produktionsprozesses nicht ihrerseits für die Belebung der Wirtschaft Opfer zu bringen geneigt sind. Auf dieser Erkenntnis fußt die vom Reichsverband der deutschen Industrie veröffentlichte Denkschrift, in der die Gründe der gegenwärtigen Wirtschaftskrisis beleuchtet und Vorschläge zu ihrer Bekämpfung gemacht werden. Von den Führern der deutschen Industrie werden die Schwierigkeiten zur Lösung der Wirtschaftsprobleme zutreffend und eindringlich uns nahegebracht. Wir müssen den Verlust unserer gesamten Auslandwerte und des größten Teils unseres inneren Kapitals ausgleichen. Wir müssen den Produktionsapparat, der während des Krieges und in der Nachkriegszeit eine unverhältnismäßige Ausdehnung erfahren hat, entsprechend dem verkleinerten Betriebskapital und verengten Absatzmarkt einschränken. Wir müssen auf der anderen Seite den ProdlMonsapparat wieder so gestalten, daß wir mit den anderen produzierenden Ländern auf dem Weltmarkt in erfolgreiche Konkurrenz treten können. Wir müssen endlich unsere handelspolitischen Beziehungen zum Auslande wieder neu aufbauen. Von der Industrie wird offen ausgesprochen, daß auch unser Produktionsapparat einem Ein- schrumpfungsprozeß unterworfen werden muß, denn sie habe selbst das größte Interesse daran, die Produktion der verkleinerten Kapitaldecke anzupassen, um zu einer Gesundung zu kommen. Wenn die Industrie in diesem Sinne für eine Rationalisierung eintritt, so verlangt sie demgegenüber, daß der Staat und die Parlamente, die Arbeiter und die anderen Erwerbszweige zu denjenigen Schritten die Hand bieten, die getan werden müssen, um die größten liebe,, soweit angängig, zu entkräften. Als Konsequenz der allgemeinen Richtlinien ergeben sich die aus früheren Kundgebungen bekannten Forderungen der Arbeitgeberverbände zur Vereinfachung der öffentlichen Finanzwirtschaft, zum angemessenen Abbau der Eisenbahntarife, zu Erleichterungen im Bank- und Kreditwesen. Einschränkung der sozialen Aufgaben, Niederlegung der internationalen Zollmauern und manches andere. Zu der Denkschrift des Reichsverbandes nimmt eine Kundgebung der freien sozialistischen Gewerkschaften (Allgemeiner Deutscher Gewerkschaftsbund, Allgemeiner freier Angestelltenbund, Allgemeiner Deutscher Beamtenbund) Stellung, indem die Interessen der Arbeiterschaft dem vermeintlich einseitigen Unternehmerftandpunkt entgegengehalten werden. Dadurch werden bedauerlicherweise die alten Gegensätze zwischen den beiden Parteigruppen in einer Schärfe ausgespielt, die dem Geist einer pro- Gießener Stadttheater. Heinrich Sshnrey: „Dirrvels". Ms Ernst von Wildenbruch In Weimar ein anderes Drama des Dichters Heinrich S o h n - reh, das Volksstück „Dorfmusikanten". gesehen hatte, schrieb er darüber: „. . . und indem ich dabei sah, habe ich zu meinem dramatisch-kritischen Verstände, der hier und da aufmucksen wollte, gesagt: Halt's Maul und störe mein Herz nicht! Denn mein Herz freut sich." Das ist nun schon eine gute Zeit her; und wenn Wildenbruch heute noch lebte (er Hütte aber wohl den Rieder- gang feines geliebten Vaterlandeis nicht überdauert) und dieses Stück gesehen hätte, dann hätte er vielleicht dasselbe gesagt. Oder doch etwas etwas Aehnliches: Mein Herz ist ergriffen. So sagen wir heute an feiner Statt; wir find ergriffen und sind bewegt und heißen den dramatisch-kritischen Verstand stillschweigen, oder achten gering ,was er uns kühl und spitz einflüftern nwchte. Ein Dauerndrama in vier Akten. Spielend Ende der achtziger Jahre des vorigen Jahrhunderts in Dergloh, einem Dorfe im hamwver- schen Weserbergland. Wenn man die Dorfstrahe hinauf, ins Dorf hinein sieht, erblickt man rechts der Straße das Armcmhaus der Gemeinde, links aber ein stattliches Gehöft im Riedersachsenstil: da wohnen Düwels, der Vollkötner Heinrich mit seiner Frau Lina und seiner Schwester Marie, mit dem alten Düwel und der alten Düwelschen, die „auf der Leibzucht" sitzen, auf bem Altenteil. Wsenn aber der Bankier Samuel Loeb auf den Hof zugeht, dann schaut aus dem Armenhaus gegenüber der alte Tagedieb Daniel Barnkote, der „schwarze Daniel in der Löwengrube", spricht einen frommen Spruch aus Jesus Sirach und ruft Über die Straße: „Tao Samuel! Willste mal wieder zur Holle fahren?" Wahrhaftig: der Aame des Stückes ist bittere Ironie und mitleidiges Symbol. Der große Hof ist eine rechte Hölle, und in Haus und Stall ist der Teufel los. Die fünf Menschen leben so hoffnungslos gegeneinander und vergiften sich gegenseitig dir Luft und den Lebensatem, daß man glauben könnte, in eine Strindbergwelt verseht zu sein. Die Frau, die Düwelsche, an der hängt das ganze Unheil, der Krebsgang auf dem Hof, in ihr ist Bosheit und Herzenshärte und alle Teufelei. Gewiß, die Alten haben's gewollt, daß der Sohn sie nahm. Lind nicht das Hannchen, nach duktionssördernden Arbeitsgemeinschaft nahezu die Türe verschließt. Rach gewerkschaftlicher Auffassung mußten im Wirtschnstsprogramm die sozialpolitischen Forderungen stets in der vordersten Reihe stehen. Denn in der privatkapitalistischen Wirtschaftsordnung werde der Kampf u m den Anteil am Arbeitsertrag unvermeidlich fortbauern. Auf dem Klassenkampf ist also hiernach zu beharren, wenigstens solange, bis Die sozialistischen Ziele aus der ganzen Lime siegreich sind. Uni) daß dos gewerkschaftliche Friedensdiktat alsdann für die Intelligenz in der Leitung der Wirtschaftsbetriebe mir noch wenig Raum lassen würde, liegt auf der Hand. Bei der Haltung der freien Gewerkschaften in Fragen der Lohnpolitik und Arbeitszeit wird eine Verständigung, wie sie von den Arbeitgeberverbänden gewünscht wird, sich schwerlich herbeiführen lassen. Der freigewerkschaftliche Grundsatz, daß steigende Löhne ein starker Motor des wirtschaftlichen Fortschritts sind, ist in seinem Kern richtig, unter der Voraussetzung aber, daß gleichzeitig die Produktivität der Wirtschaft entsprechend sich erweitert, also die Produktion verbilligt, und ein größerer Güterab - s a tz bewirkt werden kann. Nominelle Lohnerhöhungen bedeuten keine Stärkung der Kaufkraft. Diese muß vielmehr in der durch erhöhte Lei- ftu n g und rationelle Betriebsführung ermöglichten allgemeinen Verbilligung der Arbeitsprodukte gesucht werden. Mit der Herabdrückung der Produktionskosten find auch die Gewerkschaften durchaus einverstanden, sie verwahren sich aber dagegen, daß das durch Lohndruck oder Beseitigung von sogenannten Soziallaften geschieht. Sie fordern vielmehr die Ausgestaltung der oestehenden Sozialversicherungen und vor allen Dingen schnellste Durchführung einer ausreichenden Arbeitslosenversicherung. Und die schematische Anwendung des A ch t st u n d e n t a a e s ist für sie ein unverbrüchliches Prinzip, obgleich die wissenschaftlichen Untersuchungen der neuesten Zeit die künstliche Einschnürung der Arbeitszeit als ein bedenkliches Experiment erwiesen haben. Im Wiederaufbau-Programm der Gewerkschaften bildet also die Sozialpolitik in jeglicher Gestalt den Grundstein. Die aus der verbesserten Lebenshaltung der Arbeitnehmer folgende Erweiterung des Absatzmarktes soll den Aufschwung der Produktion herbeiführen. Im übrigen müsse mit der Steigerung des Reallohnes die Verringerung der Produktionskosten Hand in Hand gehen, da andernfalls die Warenoreise in die Höhe gehen würden. Vom Reichsvervande wird dagegen hervorgehoben, daß die gewerkschaftliche These die Sa- n.erring am falschen Ende in Angriff nehmen will. Alle Faktoren des Produktionsprozesses, also auch die Löhne, müßten den kritischen Verhältnissen sich anpassen. Die Brücke der Verständigung scheint hiernach noch in weiter Ferne zu liegen. Deutschland in Syrien. Von unserem L.-Korrespondenten. Beirut, 16. März. •)lur mit großen Schwierigkeiten ist es möglich, als Deutscher in Beirut für kurze Zeit an Land zu kommen. Trotz Locarno genießen die Deutschen dort eine Ausnahmebehandlung. Alle Passagiere des Dampfers, den Ihr Berichterstatter benutzte, durften sofort an Land: Amerikaner, Engländer, Italiener, Tschechen, Türken, Franzosen; nur die Deutschen nicht. Diesen gelang es erst nach lan» §en Schwierigkeiten, die Genehmigung zum Von- ordgehen zu bekommen. Immerhin genügte die kurze Zeit doch, um einige interessante Beobachtungen zu machen. Die französische Verwaltung erscheint nicht allzu beliebt. Besonders die vielen mit Reitstöcken lebhaft herumfuch- telnden Offiziere scheinen wenig gern gesehen zu sein. Ich sah eingeborene Syrier hinter Offizieren bezeichnende Gesten machen. Der Unabhängigkeit s w i l l e hat nun einmal den ganzen Orient mit aller Macht ergriffen und richtet sich gegen alle fremden Mächte, die im Orient irgend- dem dem Heinrich das Herz stand. Aber: „sie hatte doch nichts. . ." und „was Wollteste denn mit'm Herzen? . . . damit konnteste doch auch keine Schulden bezahlen, mit'm Herzen." Lind jetzt ist das Hannchen mit dem Straßenbahner Bode aus der großen Stadt Hannover versprochen, und dem Düwel hilft es nichts, daß er sein armes Herz in beide Hände nimmt und ihm gut zuredet. Este Düwelsche, das Weib, das den Mann aufhetzt und Llnfrieden stiftet und den Alten ihr Bißchen nicht gönnt, bringt es auch dahin, daß die Düweleltern ihr Dündelchen zusammenraffen und Haus und Hof und Altenteil verlassen. So steht es am Ende des ersten Wies. Schon hoffnungslos und verdüstert ist die Szene im bäuerlichen Inferno, das von der Macht der Finsternis unheimlich beherrscht wird. Ist so der schwere GrundaKord angeschlagen, — daß man das Drama als ein niederdeutsches Gegenstück zu Anzeirgrubers „Viertem Gebot" ausfassen kömrte — im Eingangsalt werden auch bereits die verschlungenen Fäden angesponnen, die das ebenso tragische Verhältnis der Geschlechter regieren. Es ist beklemmend, zu sehen, mit welch tödlicher Verfehlung sich da die Linien überschneiden und auseinanderlaufen, anstatt zusammenzuführen. Der Düwel halte „gemeint, es ginge, aber es geht nicht" ohne das Hamrchen. Lind die wird mit dem Hannoveraner schon lange nicht ins Reine kommen, geschweige denn glücklich sein. Die Dü° welsmarie trägt das Höllenzeichen ihres Hauses so deutlich, daß der Lorberg, ein Dauernbursch, der zu ihr gehört, gar nicht mehr nach ihr hinsieht, und es kann ihm (mit seinen eigenenWorten) niemand verdenken, toenn er sich besonnen hat. Die Marie überlebt's nicht, der traurige Anblick ihrer vertriebenen Eltern, die in Hannchens Hoch- zeitszug schnapsduselig durchs Dors Wanken, gibt ihr vollends den Rest; der zweite Akt endet mit den Klagerufen der Mten: „Mariechen! Tot! Tot!" Lind die Jungen? Richt genug mit dem Elend. Die Vertreibung der (Sltem hat fein Glück gebracht. Der Heinrich, der sich mit der Schnapsflasche zu betäuben versucht, in stumpfes, verbohrtes, sinnlos grübelndes Richtstun versinkt, muß sich von seinem Weibsteufel die Worte ins Gesicht werfen lassen: „Kannst du mir nicht einmal sagen, was eigentlich ein Mann ist? Vier Jahre find wir nun schon beisammen, . . . und ich weiß noch nicht, was ein Wann ist." Dazu kommt die bittere Reue über die verstoßenen welche Herrjchaftsrechte ausüben. Infolge davon ist die Stelluna Deutjchlauds im ganzen Orient sehr g ü n ft i g , weil cs nie im Orient Kolonien gehabt und auch nie politische Ambitionen gezeigt hat, die die Freiheit seiner Völker beschränkt hätten. Der Orientale, sei er- nun Türke, Araber, Aegypter. ist allgemein fremdsnfeindlich. Der Deutsche gilt aber als der Fremde, mit dem man noch am liebsten arbeiten möchte, weil er gute Ware liefert und ehrlich ist, und weil man von ihm erwartet, daß er feinen wirtschaftlichen Einfluß nicht politisch aus- wertet. Deutschland. politische Uninteressiertheit im Orient gibt ihm also einen wirtschaftlichen Vorrang, den man nicht gering einschätzen darf. Die Lage in Syrien ist ebenso. Allerdings ist dort zur Zeit für Deutsche noch nicht viel zu urachen, weil die militärischen Maßnahmen alles Wirtschaftsleben unterbinden. Doch das wird sich ja auch einmal ändern. Im übrigen scheint die Lage für die Franzosen auch heute noch keineswegs günstig zu sein. Einige mitreisende Amerikaner wollten nach Damaskus. Es wurde ihnen glatt verboten. Eine Fahrt nach Baalbeck wurde ihnen nur widerwillig gestattet mit der ausdrücklichen Warnung, vor Dunkelheit zurückzukehren, da nachts überall Schießereien zu befürchten feien. In Beirut treffen fortwährend Flüchtlinge aus Damaskus und Umgebung ein. Gegen die Presse geht das französische Oberkommissariat seit einigen Tagen rücksichtslos vor. Einige Blätter sind verboten worden. D o r- Zensur ist eingeführt. Verschiedene Redakteure werden sich wegen Hochverrats zu verantworten haben. Auch einige Todesurteile sind vollstreckt worden. Kurz, man will es offenbar noch mit einem Gewaltregiment versuchen. Ob das gelingen wird, erscheint mehr als zweifechast, zumal' Frankreich schon ungeduldig wird und letzthin die Kredite für Syrien und Marokko stark gekürzt hat. Nach irgendeiner Richtung wird sich die Lage aber wohl bald klären, und dann, dürfte für den deutschen Kaufmann der Augenblick fein, sich in Syrien zu betätigen, zumal nach Deutschlands Eintritt in den Völkerbund Deutschland dieselben niedrigen Zollsätze bezahlen muß wie alle Völkerbundesstaaten, während deutsche Waren augenblicklich mit höheren Zöllen belegt werden. Die Renaissance im Islam. Von unserem E. S.-Berichterstatter. Konstantinopel, Mitte März. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) lieber das eigentliche religiöse Leben in den Ländern des Islams herrschen im europäischen Durchschnittspublikum immer noch recht unklare Vorstellungen, und im allgemeinen weiß man nicht viel wehr, als daß es dort zwei „Sekten" geben soll, die Sunniten und die Schiiten. In Wirklichkeit sind das aber keine religiösen Sekten, die durch ein dogmatisches Schisma nach Art der römischen und griechischen Kirche sich getrennt haben, sondern zwei Gruppen die sich infolge einer politischen Divergenz bei der Wahl des Nachfolgers von Mohammed von einander geschieden haben. Dagegen gibt es bis heute im Istam mehrere wirklich religiöse, „Mesheb" genante Sekten, von denen weiter unten die Rede sein soll, Sekten, deren unterscheidende Merkmale gerade in allerneuester Zeit berufen scheinen, eine sehr bedeutende kulturelle und politische Rolle zu spielen. Ein kurzer historischer Rückblick auf die politischen Ereignisse in Arabien seit 1915 ist zum vollen Verständnis dieser Fragen erforderlich. Der Scherif Hussein von Mekka hatte sich bekanntlich schon im Jahre 1915 durch seinen Angriff gegen die Türken der Entente angeschlossen. Im folgenden Jahre erhielt er dafür die Königswürde von Englands Gnaden, wobei ihm als Herrschaftsgebiet ganz Arabien mit Syrien, Palästina und Mesopotamien in Aussicht gestellt wurde. Als aber schon im Jahre 1917 die Alliierten das Fell des noch nicht erlegten türkischen Bären unter sich verteilten, wurde Hussein schmählich betrogen und blieb als König von Hedfhas ein kleiner britischer Vasall. Seit diesem Jahre aber begann die bedeutendste Persönlichkeit des heutigen Arabiens, der Führer der Wahhabiten, Abdul Asis Ibn Saud (nad) dem Arabischen richtiger: ^ughud), sich cncrmfdjer za regen. Dieser 1K80 in Ko weit geborene Mann war schon 1901 gegen Nedshed nergegangen, das er aber erst 1909 eroberte. Im Jahre 1915 verständigte er sich mit England darüber, seine Herr- schoit nicht über das Gebiet von Nedfhd hinausjuic- zudehnen, eroberte aber 1917 die türkische Stadt Ghasu. Bis 1918 organisierte er die Beduinen u einer stattlichen Hecre-inacht, eroberte in diesem Jahre die (üblich von Mekka gelegenen Städte Turbeh und C h n r ni a I), bann and; die Gebiete H a i b e r und T i j e h , und zuletz: bis 1921 auch die Gebiete von S ch a m a r und D s ch e w e f. Als die Franzosen merkten, daß Ibn Saud sich gegen den britischen Vasallenstaat H e d s h a s wandte, hatten sie ihn sofort unterstützt und taten es seit 1921 in besonders wirksamer Weise. Erst als der Aufstand in Syrien ausgebrochen war und die Franzosen den Engländern Konzessionen machen mußten, hörten sie mit dieser Unterstützung auf. Nun aber schlossen sich alle Beduinen den Wahha- biien an, so daß, nachdem aud) die Hafenstadt Dsheddeh in ihre Hände gefallen war, schon fast bas gesamte Gebiet von Hebjhas sich unter der Herrschaft Ibn Sauds befand. Gleichzeitig herrschte in der gesamten Welt des Islams eine gewaltige Empörung gegen den König Hussein, weil er fein Land brutal unterdrückt und die M e k k a p i V g c r, von denen jährlich etwa 200 000 ins Land tarnen, in räuberischer Weise ausgeplündert hatte. Die Engländer hatten Hussein überhaupt nicht unterstützt, ließen ihn jetzt ganz fallen und suchten sid) mit bem wahhabitischen Sieger in freundschaftlicher Weise zu verständigen. Die Kämpfe zogen sid) nod) bis zum Herbst 1925 hin, bis am 5. September zuerst der bei Mekka gelegene Villenort Teif und bald darauf die heilige Stadt selbst erobert wurde. Nunmehr sind die Wahhabiten, die mit beispiellosem Heldenmut gekämpft haben, die unbestrittenen Beherrschet ganz Arabiens. Es ist deshalb, um die zukünftige Entwicklung der islamitischen Länder zu verstehen, vor allem erforderlich, sich mit der religiösen Einstellung der Wahhabiten, sowie der übrigen Mohammedaner, etwas genauer, als es bisher geschehen, bekannt zu machen. Die ursprünglichen Grundlagen des mohammedanischen Glaubens bilden bekanntlich der K o r a n , der die „Worte Allahs" enthält, unb der „Hadi s" mit den nicht direkt als Gotteswort geltenden Aussprüchen Mohammeds. Anderthalb Jahrhunderte nad) Mohammed verfaßte aber der Jinan Aghsam Ebuhanifeh seinen „F i k e h" genannten Katechismus des islamitischen Glaubens mit vielen Zusätzen, die sich hauptsächlich auf die Auslegungen des Korans und Hadis' beziehen. Diese erweiterte Lehre bildet die dogmatische Grundlage für die,allermeisten Völker türkischer Rasse, für die Dsmanen, die Türken Zentralasiens, Rußlands und Chinas. Iir einem Gegensatz zu ihnen stehen die drei anderen großen Sekten des Islams, „S ch a f f y g i" im Kaukasus und dem türkischen Aserbeidshan, die „M o l i k i", der alle Araber, Mauren und Ka- dylen Nordafrikas angehören, und die „E ham - beli" oder Wahhabiten, die in Mittelarabien in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entstanden find. Die drei letztgenannten, vorzugsweise arabischen Sekten erkennen als dogmatische Grundlage ihres Glaubens nur den Koran und Hadis an, während sie alle späteren Zusätze und somit vor allem die Heiligenverehrung, verwerfen. Bei einem Vergleiche dieser „Mesheb" ober islamitischen Sekten mit den christlichen Konfessionen kann man die konservative, von Ebuhanifeh burdj feinen Katechismus festgelegte Richtung der türkischen Völker mit bem Katholizismus in Parallele stellen, währenb die brei übrigen Sekten mehr ben Protestanten zu vergleichen sinb. Jnsbesonbere die Chambili oder Wahhabiten mit ihrem mehr liberalen Dogma einerseits, ihrem fanatischen Vorgehen andererseits, zeigen eine auffällige Analogie, mit bem christlichen Puritanertum eines Kalvin und Cromwell. Eltern; aber es ist viel zu spät. Der Bauermeister bringt die Alteir vor den Düwelshof und bittet für sie um Einlaß, damit sie der Gemeinde nicht zur Last fallen. Aber die Düwelsche schmeißt die Tür zu und schiebt den Riegel vor. Die beiden Alten legen sich am Ende auf einen Stein zur Rachtruhe nieder. Der Mond und die Sterne bescheinen sie, brs der alte Daniel (der sich zuvor erbittert gegen seine Ausquartierung und Oeff- nung des Armenhauses gewehrt hat) sie am Ende zu sich hereinholt. Am.andern Morgen findet der Düwel die Eltern in der „Löwengrube". Lind mit dem Schmerz darüber blüht noch einmal eine winzige Hoffnung auf, wie alles gut werden köimte, wenn er die Alten wieder zu sich nähme auf den Hof. Aber als er mit ihnen vor die Tür kommt, stürzt die Düwelsche heraus, wie eine Megäre, stellt sich kampfbereit vor die Tür, und der schwarze Daniel ruft zum Bauern hinüber: „Jetzt muht du schon eine Kanone kommen lassen." (Es Hingt grotesk, aber man hat bei der Hamburger Uraufführung 1911, Wohl zu Recht davon gesprochen, der Dichter habe in diesem Armenhäusler so etwas geschaffen, wie es der Chor der antiken Tragödie war.) Das Maß ist voll. Gute Worte zerschellen am erfrorenen Herzen der Bäuerin. Da bricht endlich in Heinrich alles auf, was er in den vier Jahren erlebt, erlitten und in sich hineingefresfen hat. Er greift die Axt, die Tür einzuschlagen, das Weib springt vor und fällt, tödlich getroffen, zusammen. . . Der Düwel geht einem gerechten Gericht entgegen. Das Bauerndrama ist aus. Lind die letzten Worte der Johanne scheinen doch noch einen schmalen Weg ins Helle zu weisen: „. . . komm wieder. . .“ So ist dieses Drama. So spricht es zu uns. So eindringlich, daß man den „dramatisch-kritischen Verstand" schnell zum Schweigen bringt, der einem dies und das einwenden möchte. Etwa, daß man dem Stück die ursprünglich epische Konzeption noch anmerke; daß allerlei Rebenwerk sich ausbreite, wie im Hochzeitszug (Akt 2) und um den schwarzen Daniel herum; daß naturalistische Zustandsschilderung nachklinge; daß die Bauernnatur des Düwel vielleicht zu weich und passiv angelegt sei; daß die (von einzelnen Wendungen abgesehen) hochdeutsche Fassung vom Volksstückcharakter ablenke . . .Das alles ist nicht wesentlich: auf das Herz kommt es an. Man wird ergriffen von der grausigen Einfachheit der Schicksale, die sich da Guttun, von der Kraft des Mitleidens, der großen Ehrlichkeit und dem schmerzlichen Ernst des Dichters, von seiner liebevollen Menschengestaltung und seinem warmen, mit der Scholle sich verbunden wissenden Heimat gesühl. Richts Besseres wird man dem Stück nachsagen können, als dies: Wenn man es erlebt, spürt man die Rähe Stavenhagens, der allzu früh dahingegangenen Hoffnung des neuniederdeutschen Dramas. Die Aufführung des Werkes war ausgezeichnet; von großer, innerer Geschlossenheit und starker, ganz unmittelbar sprechender Ausdruckskraft. Die Regie (KarlVvlck) hatte die Vorgänge vereinfacht und verinnerlicht; sie spielte das Stück stilgerecht, fein und durchsichtig, lieft die harten, krassen und unbarmherzigen Ereignisse vor ihren seelischen und menschlichen Hintergründen sich begeben. Manches war gestrichen (wogegen nichts einzuwenden ist; vielleicht hätte auch das theatralische Zugeständnis der Erscheinung im 3. Akt fallen können). Das Gaiize erhielt durch leichte Dialektmarkierung sehr glücklich die bodenständig- heimatliche Tönung, deren es unbedingt bedarf. Das trefsliche Bühnenbild Löfflers faßte die Akte in einen gleichbleibenden szenischen Rahmen. — Auch die Besetzung lieft kaum zu wünschen übrig. Eine geradlinige, blutvolle Gestaltung gab Juhnke mit dem Cüwelbauern. A'les echt und empfunden: das Riedergedrückte, Verbissene, Verelendete, das um diesen Menschen ist; wuchtig zuletzt das Aufrecken und Ausbrechen eines zum äußersten Getriebenen. Ise Oft f e hatte die „Düwelsche", und es war verblüffend, zu sehen, welcher Wandlungen diese Schauspielerin fähig ist. Sie traf den grellen, schneidenden Ton, auf den die Figur geflämmt ist, mit einer fast schmerzhaften Härte und Heftigkeit. (Im letzten Akt wurde, für unser Empfinden, manches zu sehr vom Körperlichen her gespielt.) Ein ergreifen- dä altes Paar gaben K. Vo 1 ck und A M a r ck s; Ingeborg Scherer, in rührender Hilflosigkeit, ging den Leidensweg der jungen Marie. Susanne Heym, fein und still, die Johanne. Eine famose Charatterstudie schuf T e l e k y aus dem schwarzen Daniel; sehr sich.r in Maske und Tonfall, bedächtig-philosophisch, mit gutmütigem, leisem Humor, machte er alles in diesem Armenhäusler lebendig, was der Dichter in wunderlicher Mischung in ihn hineingelegt hat. Aus dem Ensemble seien noch genannt Geffers als Bauermeistev und Goll als Bauer Wameke. — Stück und Aufführung fanden ben ehrlichen Erfolg, den sie verdient haben. Der Dichter konnte zuletzt mit den Schauspielern den Dank des vollen Hauses entgegennehmen. Dr. Th. nist' übersteigt. stamme, etroa 5, keine 24. Fortsetzung- Nachdruck verboten. --Dann FichtcMsköckc —3 werke« bis 30 Ml EÄMstöctc 8—10 Förderung des Kleinwohnungsbaues. O Berlin. Dem Deichsrate ist der Entwurf eines Gesetzes über die Bereitstellung von Kredit zur Förderung des Klein- Wohnungsbaues zugegangen. Hiernach soll der Derchsarbeitsminister ermächtigt werden, um die Gewährung von Baugeldern und 1. Hypotheken für Kleinwohnungen zu fördern, an die Lander Darlehen für Zwischenkredite bis zur Dauer von 12 Monaten nach dem jeweiligen 'Abruf zu gewähren. Zu diesem Zwecke wird der Reichsfinanz- mmcher ermächtigt werden. 200 Millionen Rm im Wege des Kredits flüssig zu machen. Die näheren Vorschriften über die Verwendung der Mittel wird der Deichsarbeits- mrmster rm Ernvernehmen mit dem Deichsfinanz- unö dem Deichswirtschaftsminister erlassen. Wie wir Horen, fehlen zur Behebung dec dringendsten Wohnungsnot im Deutschen Deiche nach vorsichtiger Schätzung 600—700 000 Woh- mmgen. Aus dem Deichstredit sollen 1. Hypo- theken und Daugelder auf solche Kleinwohnun- gen gegeben werdeir, die den aufzustellenden Ein neues heMches Gendarmeriegesetz. D a r in st a d t. (Eigene Meldung.) Auf Antrag der Regierung hat der Finanzausschuß des Land'- rags bei den Beratungen über den Staaisvora-i- ichlag 1020 beschlossen, aus Ersparnisgründen die Landes-Gendarmeriedirektion aufzulösen und die Aufgaben dieser Verwaltungsbehörde dem Wi i n i = st e rium begönnern zu übertragen. Die Durchführung dieses Beschlusses erfordert eine entspre- el)ende Aenderung des Gesetzes über das Hess. Gen- darmeriekorps vom 5. August 1920. Da einige weitere Aenderungen als zweckmäßig erschienen, wird, wie wir hören, das neue Gesetz nicht als Abanderungsgesetz erlassen, sondern unter Aufhebung des Gesetzes vom 5. August 1920 neu gefaßt und in den nächsten Tagen dem Landtage norgelegt. Das neue Gesetz über die Hess. Landes- gendarmsrie sieht vor, daß di? Gendarmeriebeamten in oberster Instanz dem Minister des I n - n e r n , im übrigen dem K r e i s h i r c k t v r unterstellt sind. Die Angehörigen der Landesgendarmerie sind hiernach unmittelbare Staatsbeamte. Auf die Dienststrafverhältnisse der Angehörigen und ehemaligen Angehörigen der Landesgendarmerie finden die Vorschriften über die Dienststrafverhältnisse der nichtrichterlrck>sn Staatsbeamten Anwendung. . Klaffe, namentlich geeignet für Gartenpfosten, erzielten pro Feftmetcr 20—25 Mk., für einen Fichtenstamm, vom Blitz umgsiegt, 3,50 Festmeter stark, wurden 60 Mk. geboten. Der Oberhessen. Hungen gegen Laubach. k Hungen, 22. März. Die Gemeindevertretung von H u n g c n und das Kuratorium der hiesigen Höheren Bürgerschule befahlen 'ich heute in einer gemein- sammen Sitzung mit dem Antrag der Stabt Laubach und der Direktion der dortigen Dealschule auf S ch l i e h u n g d e r H ö h e r e n B ü r - gerschule zu Hungeen. Einmütig wurde gegen diesen Vorschlag und vor allem gegen seine Begründung s ch ä r f st e r Einspruch er- hobeir. In einer D e n k s ch r i f l. die an das Lmrdesamt für das Bilbungswesen und an die Parteien des Landtags abgesandt wurde, wurden die als ungerechtfertigt bezeichneten Angriffe mit folgender Begründung zurückgewiesan: Aus Erspar n ism a h n a h m e n d es Staates lommt der Abbau der hiesigen Höheren Bürgerschule gar nicht in Frage, da diese Anstalt während ihres fast 50jährigen Bestehens die Längste Zeit gar keine, in den letzten Jahren nur unbedeutende Staatszu - schösse erhalten Hat. So .betrug der Staats- zufchuh int Di. 1924 nur 755 Mark. Einen Vorteil durch die Schließung der Höheren Bürgerschule in Hungen kann sich die Realschule i n L a u b a ch auch nicht versprechen, da nur die schon jetzt stark überfüllten V o l l a n st a 1° t en in Gießen für die älebernahme der Hungener Schüler in Betracht kämen. Der Richtlinien entsprechen und 5)?ji,in5fiei’11 r(>hvo-- theleil erhalten oder eichalten können. ;5n der Hauptsache sollen nur solch» Kleinwohnungen be- vorgefchlagene Abbau der Höheren Bürgerschule zu Hungen würde also der Realschule in Laubach feinen Schiilerzuwachs und dem Staat liehen werden, deren Gesamt Herstellungspreis im Durchschnitt den Betrog von 10 000 Dm. den Stufen zur Eingangstür herab, ^ah sich dcw Haus mt. Es stand wie alle otefe alten Gebäude etwas zurück von der Straße von der es durch ein kleines Gitter geichieden war' ^.as L^nfter des Zimmers im Erdgeschoß lag nicht V P°ttc. es ohne weiteres einichlagen und 1 11 tzwemstelgsn können Aber das war zu gekostete 2—3 Mk Zuschlag zum letzten Angebot wurde nicht erteilt. Al len darf a d. Lda.. 23. März. Der Gef 1 ü-gelzüchterverein Allendorf u. äl m gegen?) hielt seine gut besuchte Haupt- v v r f a m m Hi n g im Gasthof Ranfl dahier ab. Der Vorsitzende. W. D a ch t i g a l l, wies auf die günstige Entwicklung des Vereins int letzten Jahre hin, der nahezu 60 sich rege beteiligende Mitglieder zählt. Der Vereinsrechner Christian D a n ft gab Den Kassenbericht. Bei der Vorstandswahl wurde der Vorsitzende und der Dech- ner wiehergewählt. Da Der Schriftführer, 2c mm er, Dordeck, sein Amt niederlegte, wurde H. Stein, Climbach, zum Schriftführer gewählt. Zu Beisitzern wurden die Herren Rein, Allertshausen, und Walter, Danbringen, ernannt. Der Jahresbeitrag wurde auf 2 Mk., das Eintrittsgeld auf 4 Mt. festgesetzt. 's G r ü n b e r g , 23. März. Durch die Verschmelzung des Bürgervereins mit dem Ver - k e h-rs verein ist letzterem nicht nur ein bedeutender Mitgliederzuwachs zuteil geworden, sondern auch eine recht ansehnliche Vermehrung des Ver- einsvermögens entstanden. Dieser Betrag macht etwa 500 Mk. aus. Durch diese finanzielle Verstärkung ist der Verein in Den Stand gefetzt, mehr als bisher für die Unterhaltung und Verbesserung der Verkehrswege und Anlagen zu tun. — Am Sonntagnachmittag fand m der vollbesetzten und reichgeschmückten Turnhalle die Abschlußfeier der hiesigen Oberreal- schule statt. Oberstudiendirektor Angelberger wies in seiner Ansprache auf die hohe kulturelle und wirtschastliche Bedeutung der Anstalt für unsere Grabi hin und betonte, daß ungefähr aus 50 Orten Schüler die hiesige Oberrealschule besuchen. $n diesem Jahre haben 12 Schüler die Reifeprüfung bestanden, 40 das Einjährigen-Zeugnis erlangt. Bei der Ueberreichung der Zeugnisse an die abgehenden Schüler gab der Redner den jungen Leuten treffliche Ratschläge für ihren ferneren Lebensweg mit. Bürgermeister Jäckel dankte dem Schulleiter für die hingehende Arbeit an der Schule im Interesse unserer Stadt. Vorträge, Gesänge und die Anffüh- rung eines Märchenfestspieles umrahmten die Feier in schönster Weife. Zu Pfingsten wird das 5 0jä h- r > g e B e st e h e n unserer höheren Schule gefeiert werden. : Utphe, 22. März. Gestern abend fand hier eine öffentliche Lersamml un g statt, die von Bürgermeister Dietz geleitet wurde und Den Zweck hatte, Stellung zu den Abbaumaß- nahmen in Der Volksschule zu nehmen. Der überaus starke Besuch bewies, Daß auf Dem Lunde ein lebhaftes Interesse an Der Erhaltung Der Volksschule besteht, Die ja für 90 Prozent aller Minder die einzige BilDungsmöglichkeit bedeutet. Nachdem Die Lehrer ArnolD und Welter- 'Jtonnenrotf) kurz Art und Auswirkung Der vorgesehenen Eingriffe ins Schulwesen Dargelegt hatten, ranD eine etwa einftünDige Aussprache statt. Zum Schlüsse wurde folgende Entschließung von der^ etwa hundertköpfigen Versammlung gegen 7 Stimmen angenommen: „Die in überfülltem Saale versammelte Bürgerschaft von Utphe erhebt Widerspruch gegen die geplanten Abbaumaßnahmen im Volksschulwesen. Durch diese würde Die einzige Bildungsmöglichkeit, die unsere kleinen Dörfer in ihren an und für sich schon wenig gegliederten Schulen besitzen, noch dermaßen beschnitten, daß es uns im Interesse unserer Kinder unverantwortlich erscheint." Die Entschließung wurde Dem Landtag, sowie Dem Landesamt für das Bildungswesen übersandt. Kreis Friedberg. b. Friedberg, 23. März. Die hiesige Ortsgruppe der Deutschen Voltspartei hlelt gestern abend im Deutschen Hause ihre dies- lährige Hauptversammlung unter Leitung ra Vorsitzenden Prof. Kloos ab. Die Versammlung war ^besonders -auch von der Frauen- 6Ut besucht. Dach Erledigung des geschäftlichen Teiles (Dechnunasablage, Dorstands- jPmn ufw.) H^lt Geschäftsführer Weißer von l eßen einen mit großem Beifall auf genommenen 2er Begründer Der Sekte der Wahhabiten, Der M) im 18. Jahrh. ein großer Teil Beduinen an 'chloß. war Der arabische Jman Abdel Wahhab Ibn Ehambell, gewöhnlich kurz Jman C h n m b e 1 l genannt. Seine Lehre zeigt das Bestreben, zur reinen, ursprünglichen, einfachsten und demokratischen oorm des Islams zurückzukehren. Da aber Das - ^sfur «aadet" genannte „glückliche Zeitalter" Mohammeds sich natürlich nicht ewig unverändert aufrecht erhalten läßt, so vertreten Die Ehambeli, was heute von der allergrößten BeDeutung ist, Die Anschauung, Daß zeitgemäße Reformen des Islams stets zulässig und notwendig erscheinen. In dieser Beziehung sowohl, wie in der radikalen Ablehnung des „Jstiganeh", der Vermittlung im persönlichen Verkehr mit Gott, zeigen die Wahhabiten eine gewisse Analogie mit Dem modernen Geist der protestantischen Kirche. Die Engländer, Denen Die Verwerfung der Heiligenverehrung Durch Diese Sekte bekannt war, nutzten Diesen Umstand zu einer großangelegten Lügenpropaganda durch Die Agentur Reuter während des Wahhabitenkrieges aus, indem sie verbreiteten. Ibn Saud habe Die Heiligengräber überall geschändet. Diese Lügen taten zwar vorübergehenD ihre Wirkung, haben aber schließlich Doch nichts geholfen, denn heute folgen alle Beduinen Arabiens Dieser Lehre, unD Das ganze LanD ist fest in Der HanD Der Wahhabiten. Da Diese ihre Lehre über alle mohammedani- schen Völker ausbreiten wollen, so könnten sich für Die islamitischen LänDer in nächster Zukunft sehr beDeutsame Perspektiven in kultureller unD auch politischer Hinsicht eröffnen. UnD bei Dem fortschrittlich-liberalen Geist Dieser Lehre erscheinen hier auch in bezug auf Die Verständigung aller großen Weltreligionen ganz neue und verheißungsvolle Ausblicke. „Ob ich den habe--!" Vor der Ottomane stand er. Weit beugte er sich üor. Und m seinen glitzernden, schwarzen Raubtieraugen las sie Die unverhüllte Gier „Bleiben Sie, wo Sie sinD ober ich « rief sie. ’ ~ ei! Trau Herzogin, Darf ich lagen, Do^ ich noch nie ein Weib so begehrt habe id- Klange viel, aber Der ISrelohnt sich. Zwanzigtausend Pfund Schaden- 0,:LUnö die die schöne Lady Grace Ichrieb, zahlt die viel schönere Herzogin Gloria —" Körperlicher Ekel schwoll ,hr die Kehle herauf. Der Zorn über d,e Schmach dieser Worte verdunkelte ihr die Augen--Sie riß den Revolver heraus — . Her mit den Briefen!" schrie sie. „Da--" Er wies mit schamloser Brutalität auf die Ottomane. Und schnellte aus sie zu-- Sie sprang zurück — schoß. Mit grellem Aufschrei taumelte er--einen Moment lang sah sie einen merkwürdig fragenden Elick m feinen weit sich öffnenden Augen — er warf die Arme empor--stürzte neben Ottomane und Schreibtisch zu Boden. Etwas flirrte mit — die Uhr auf dem Schreibtisch war gefallen — augenscheinlich hatte er sie mitgeriffen-- 1 Er zuckte — sein linkes Bein streckte sich im letzten Krampf — bann lag er still. J "Tort — fort--!" keuchte er. „Irgendwer kommt-- Er riß sie in das nächste Zimmer. Matt schimmerte das Licht der Laterne zur Seite des Hauses in das Dunkel. Schon waren sie am Fenster. Er warf es auf, hob, schob sie auf das Brett--! ..Es ist nicht hoch! Hinunter, Gloria--!“ Sic ließ sich fallen. Er wollte nach-- Von hinten packten ihn starke Fäuste. Rissen ihn zurück. „Halloh!" rief der Polizist. „Wohin so eilig?" Harald dachte nur an Gloria. Sie mußte entkommen! Er warf sich auf seinen Angreifer, trieb ihn vom Fenster zurück-- Doch her Mann war stärker als er. Hielt ihn fejt. So rangen sie in der Finsternis. Taumelten keuchend hin und her. Schlugen mit den Fausten aufeinander ein--! Schon fühlte Harald feine Kraft schwinden--ein Hieb Des riesigen Kerls warf ihn in Die Knie-- Aber Gloria mußte schon längst in Sicherheit fein--! Er riß sich sogleich wieder auf, blutend, schwan- tend-- „@cbcn Sie es auf, Sir!" brummte der Polizist, habe mindestens einen Stone mehr Gewicht. Seien Sie vernünftig--ich Seine Worte erstorben in gurgelndem Laut. Mit durnpfem Krachen stürzte er zusammen. Betäubt starrte sein Gegner. Was war das? Hakte er ihn so getroffen ? Doch was lange fragen? Fort — fort! Er iprang zum Fenster, schwang sich hinauf, warf einen spähenden Blick auf die Strotze - Ölona war natürlich nicht mehr zu sehen — wie em «rurzbach kam der Regen herunter. Ajn der nähten Minute war er Drunten. Lief Deii—einfamen Square entlang, Devonshire House er stohen. Atmete tief auf--Um willen — sein Hut! Zurück? Rem. Er cr- l’ rnef.kr ''ch- er hatte seine Reisemütze in Der Tasche. Sh Se & mn- s^ug den Rämtelkragen hoch ter tn nfLnU^1 lan9em' gleichmäßigem Schritt bvr ,n Zellen Lichtern erstrohlenden Plcrodilly zu. (Fortsetzung folgt) magt. öd stark auch der Regen gerade jetzt war, so einsam der Platz — just in dieser einen Minute konnte jemand vorübergehen. Aber hinein mußte er! Das Haus lag so still, o finster da! Und drinnen seine Frau! Bei dem Manne! Er sah Bilder — Bilder —! Er stöhnte in feiner ohnmächtigen Wut. linSr der Stiege zur Eingangstiir Lfc er< für die Dienerschaft. Das mußte gehen. Er blickte über das Gitter auf den Platz bpufste in Den Regen hinein. Kein Mensch )U seheit Doch von Berkeley Street kam ein Auto ~ nerDomnit — nein, es bog in Davies Street ein. 211) — noch ein letzter Blick--! . Polizisten nicht auf Der anDcren ©eite am Parkgitrer. Aber der Polizist sah ihn. ber^n^tiS' SätjGn war Neville unten an rtiiu? i-'?10 roi3r verglast, nur durch Dünnes Gitterwerk gesichert. Er zauderte einen Moment — ^.a horte er einen Schuß im Hause Mi, htaff m?flC s'^ liegen Die Tür. Sic brad) auf. Mit folcher Gewali war er gegen sie il?tnH,n9en' sr ÖGr Länge nach hinfiel. Doch fosort war er wieher auf. Slürmte in Der Finsternis Ater?ah ■*' s ^ ^erle, rannte mit dem Kopf gegen da" Welander - - Krampfte fidj daran fest, hinauf - Hin'zu^Tür'^^^^'^" ,nl) cr unkr einer Tür! Er riß sie auf-- Da sah er Gloria — — gm ersten Moment hätte er beinahe aufgeschrien - vor üteubc. Gloria - Gloria! Nicht Grace —— entdeckte er auch schon ben neben dem Hand 9namL den Reoolve. in Jlin Gottes willen — Gloria!" Sie ließ den Revolver fallen, als sie ihn vor sich ihm 3U Z°be 9*Mreai’ surrte sie „Harald — Sie " id,-; 's.l keine Zeit zir Erklärimgen! «sitz fort - -r Der Platz draußen im W srftarSt' cr- Geräusch hörte er .5 Hhwerer Tritt haftete Die Treppe .Aitte, sparen Sie sich tue vielen Worte! Nennen Sie Ihren Preis! Ich denke, Männer wie Sie haben dock) ihr« Taxe!" „Gewiß, und sie pflegen die Taxe um so höher zogin " ' mC^r ’e Dertannt werden, Frau Her- fie viel fühlbarer als feine Wut. Jetzt begann sie ihn zu fürchten. Worauf wollte er hinaus? Llbermals kam er näher. Stand schon neben der Ottomane. „Man hatte mir als Honorar für dieses kleine Paprer eine Million Franken zugesichert /' Er gab sich eine fürchterliche Blöße. Sie griff i Df ort zu. a " ,./>2mmer interessanter! Franken - wohl franzö- roarf s'e ihm höhnisch ins Gesicht.- Doch ihm war das jetzt alles gleichgültia. Kr wollte Geld. Biel Geld. UnD noch mehr. Dieses be- rauichenD |chone, hochmütige Weib sollte für die Verachtung zahlen, die sie ihm so offen zeigte. Demütigen wollte er sie. ,. um Schritt, kaum merklich, näher zu ihr hm! Wie ein Kriechen schien es ihr — - Unwillkürlich wich sie etwas ju der Tur m das Nebenzimmer zurück-- .jawohl, französische Franken", sprach er weiter Leist, mit vergiftetem, gleisnerischem Grinsen. ,M imU dafür gute englische Pfund — sagen wir zwan- zigtausend. Emen kleinen Ersatz für den Schoden muh ich doch haben." „Sie find verrückt! .Geben Sie mir die Briefe — fch gebe Ihnen einen Scheck über fünftausend Pfund. Mehr habe ich nicht an barem (Selbe." "2lch, wirklich? Und die Briefe noch dazu'? Mer, prall Herzogin —. voyons, Sw belieben wohl zu tcherzen — —" "2ch will schrien rneinen Schmuck geben. Grace mttd chre Perlen opfern — Mann — haben den» nicht einen Frmken Gefühl?" Vortrag über Deichs- und LanDespolitik. an den sich eine lebhafte Aussprache anschloß. — Heute feierte her Friedberger Ehrenbürger, Geh. Iustiz- rat I o eck e l. in guter Gesundheit seinen 91. Geburt s t a g. Der alte Herr erfreut sich noch einer großen geistigen und körperlichen Frische und macht jeden Sag seinen gewohnten Spaziergang. sf. Friedberg, 22. März. Mit vollem Recht zählt der von Der Eva n g. Vereinigung (Zweiaverein des Evang. Bimdes) in jedem Jahre ocrnnftalicfe Deutsche Abend zu den beliebtesten Darbietungen in unserer Stadt. Auch gestern abend bewährte er wieder seine Anziehungskraft, so haß Der große Saal Des Hotels Trapp voll besetzt war. Nack) einer Begrüßungsansprache Des Vor- sitzenben, Professor Lampas, ergriff her Redner Des Abends, Pfarrer Eschen röhe r von Frankfurt a. M. dos Wort zu seiner Festrede über Conrad Ferd. Meyer. In Dem zweiten Teile Des AbenDs erfreute Der VortragenDe Die Zuhörer Durch meisterhafte Rezitationen aus Den Werken Des Dichters, beionDers aus feinen GeDichten unD aus ,Huttens letzten Tage". Zwei Gesangvereine, Der gemischte Ehor Des Kirchengesangvereins uri5 öä Männerchor „Frohsinn", trugen Durch entsprechenDe Gesangsoortrage wesentlid) , zur Verschönerung Des AbenDs bei. Bwd - Nauheim, 23. Marz. StaDt- veror^Dnetensitzung. In der heutigen öffentlichen «tadtverorDnetensitzung wurden für die Herstellung der im alten Salinengelände gelegenen neuen Straße „Am Bethaus" 6500 Mk. bewilligt. Die Herstellung soll im Chausseebau erfolgen. In einer Reihe von Straßen sollen die Bürgersteige vorläufig durch Plattenbelag befestigt werden. Dem 5ioftenvoranichlag von etwa 6500 Mk wurde zugestimmt. Die Murktlaubcn wurden an die seitherigen vier Pächter zu den alten Sätzen von 750, 500, 750 und 300 Mk. neu verpachtet. Für die Zeppelin-Eckener-Spendc wurden 100 Mk. bewilligt. Jedoch soll von Der Bildung eines Ortsausschusses zwecks Durchführung einer Sammlung Abstand genommen werden, zumal aud) schon Einzeichnungslisten bei den Banken und her hiesigen Zeitung offengelegen haben. Als Jagd- preise für 1925 wurden auf Vorschlag des Pachteinigungsamtes für die vier städtischen Jagdbezirke folgende Summen festgesetzt: 224, 287, 420, 350 Mk. Für Den FelDschluh z u r Nachtzeit wurden folgende Zeiten bestimmt: ab 1. Mai 9.30 Uhr, ab 1 Wigust 8.30 Uhr, ab 1. September 8 Uhr, ab 15. September 7.30 Uhr abends (jeweils bis 5 Uhr morgens). CO Ni ede r-Florstadt, 22.März. In der Vacht auf Montag wurde im hie.igen Pfarrhaus ein Einbruch verübt. Scheinbar stiegen die Einbrecher durch ein kleines Fenster neben der Eingangstüre, aus dem sie eine Scheibe entfernt hatten, in den unteren Stock der Wohnung ein. Die eingedrückte Fensterscheibe haben sie mitgenommen, damit die ginger- Abdrücke nicht festgestellt werden tonnten. Auf einer stehengebliebene.n kleinen Ecke Der Scheibe war ein Fingerabdruck deutlich zu erkennen, der bei der Ermittlung der Täter gut zu verwenden fein dürfte. Die Einbrecher räumten in sämtlichen Zimmern des unteren Stockes Schränke, Kisten und Kasten aus, warfen Wäsche, Kleider und Silbergegenstände durcheinander und verschleppten sie zimi Teil in den Garten und Hof. Auch dem Keller wurde ein Besuch abgestattet, Wein und Eier ausgetrunken. Ob Sachen ge° 't oh len worden sind, läßt sich noch nicht mit Bestimmtheit feststeNen. Die Hausbewohner, Die im oberen Stockwerk schliefen, haben von Dem Vorfall nichts bemerkt. Es hat den Anschein, als ob der Einbruch nicht zum Zwecke des Dieb- tahls ausgeführt worden sei. Von den Tätern hat man noch keine Spur. B. R o d h e i m o. D. H., 22. März. Der gestrige Sonntag war im kirchlichen GemeinDeleben auf Die Arbeit Der H e i D e n m i s s i o n eingestellt. In Predigt, JugenDgottesDienst unh LichtbilDervortrag uhrte her Missionsprehiger her Basler Mission, Missionar Lauck aus Frankfurt, hie Gerneinhe in das Wirken her Glaubensboten in China ein, wo er selbst, auch währonh her ganzen Kriegszeit, Jahre lang tätig war. Der Besuch her Veranstal- tungen, sowie ein Damit verbundener Verkauf von Missionsschriften zeugte von lebhaftem Interesse in Der GemeinDe für Die Gegenwartsaufgaben Der äußeren Mission. Kreis Büdin-ren. nh. NiDDa, 22. März. Gestern wurde hier einer Der letzten Veteranen von 1870/71 aus nemrerkswWe Ersparnis bringen. Larrdkreis Gießen -■ Wieseck, 22. März. Am Sonntagabend ucranftaltete Der hiesige RranDolinen-Wan- D e r v e r^e i n (Ortsgruppe Des LahnhöhenbunDes) in Vravns Saal ein wohlgslungenes Konzert, bei Dem der MauDolinenverein Reapolita-Gießen mit- wirkte. Der BorsitzenDe Des L.H.B. hielt einen Vortrag über Das Wandern. Ein Schel- menspiel aus dem Mittelalter „Der Hammeldieb" wurde von den zahlreid) erschienenen Gästen beifällig aufgenommen. : G r o ß e n - D u s e ck. 23. März. Gegenwärtig wird durch die Gemeinde im neuen Dorf- teil „Schlackenhav. se n." der Verbindungsweg zwischen dem alten Grünbcrger Weg und her Beuern er Straße passierbar gemacht. Die Anwohner begrüßen die Inftarrd- setzung dieses Weges mit Freuden. Vg. Großen-Buseck, 23. März. Eines sehr starken Besuches hatte sich die von Frl. F i tz l e r aus Gießen, der Vertreterin Der hiesigen Handarbeits-- und Hauswirtschastslehrerin veranstaltete Ausstellung bet Handar- beitern der Volks-unoFortbildungs- schule zu erfreuen. Die schön ausgeführten und teils recht geschmackvollen Arbeiten fanden reichen Beifall. Besonderes Interesse erweckten Die eben* falte ausgestellten Zeichnungen der männlichen Fortbildungs schul er, die unter Leitung des Herrn Kröhle aus Gießen onge° fertigt worden waren und die eine fleißige und exakte Arbeit erkennen ließen. : feuern, 23. März. Da die M a u l - it nh Klauenseuche in unserem Ort nicht weiter um sich gegriffen hat, ist Die Sperre aufgehoben, |o Daß die Landwirte innerhalb der Gemarkung ihre Fuhren erledigen können. Dod) bleibt ■heuern vorerst noch Beobachtungsgebiet. — Die Zahl Der Erwerbslosen ist' in ben letzten -Lagen aus 35 heruntergegangen und beträgt also nod) knapp die Hälfte des Höd)ststandes, der in der letzten Januarwoche mit 73 erreicht worhen war. Viele dieser Leute, die nun wieher Beschäftigung gefunhen haben, arbeiten an hem Straßen- bau her in ben letzten Jahren ausgebauien neuen Vcheibengasie. — Gestern fanh im hiesigen Ge- memhetualh hie vierte diesjährige Brennholz Versteigerung statt. Die Preise waren gegen bie der früheren Versteigerungen etwas höher unh betrugen für je 2 Raummetor: Buchen-Scheitholz Die tolle Herzogin. Roman von Ernst Klein. Copyright hy Carl Duncker, Verlag, Berlin. Mk., Eichenrundjcheii für Hanb- Eicheyknüppel 12—16 Rik. unh Mk. Da-: 'Dieter Buchenreisig Eichenreisig 1,50 Mk. (fidien- Buchenknüppel 26—2ü MI., Buchen , Mk., Fichtsnknuppel lu—15 Ml., oor dem Hause ttanb Lorb Neville UM) biß sich bte Lipperi blutig. Was sollte er tun? Läuten? Hineinstürmen--? Stein. Er mußte sie überraschen konnte cr den Mann mit den bloßen Händen erwürgen. Unserer Stadt, der Straßenmärter i. R. Fritz P c - termann, jur ewigen Ruhe bestattet. Der Ärie- aerverein gab ihm geschlossen das letzte Geleit und feuerte drei Ehrensalven über das Grab. Der Verstorbene hatte ein Atter von beinahe 79 Jahren erreicht. Jetzt leben hier noch zwei Veteranen aus der großen Zeit: sic sind bl bzw. 86 Jahre all und außergewöhnlich rüstig. y. "21 ibi> a . 23. Mär,,. Unter Lern Dorsch des Landtagsabg. Wols aus Effolderbach sand 6ter eine stark besuchte Brote ft Versammlung des Hessischen Landbunds g^gen die steuer- liche und soziale Ueberfaftung der Wirtschaft statt. Landtagsabg. Dr. L e u ch t g e n s--Friedberg erörterte die schwierige Finanzlage Hessens unb ihre Ursachen, wobei er besonders scharf die Zunahme der Deamtenstellen kritisierte. Land- tagsabg. Dr. Keller. Oberstudiendirektor in Büdingen, erläuterte dann die Sparmaßnahmen durch Abbau an ben Zentralstellen in Darmstadt und auf dem Gebiete des Volks- und Fortbil- bungsschulwesens. Die Redner ernteten viel Beifall. Eine Resolution int Sinne ihrer Ausführungen an Regierung und Landtag fand fast einstimmige Annahme. Z_ Ridda, 23. März. 3n der vergangenen Woche ging hier der Handel mit Heu und Dickwurzeln verhältnismäßig lebhaft. Am Bahnhof fand größerer Versand statt. Der Zentner Heu wurde mit 3 Mark, der Zentner Dick- wurz -mit 55 Pf. bezahlt. Stkoh wird meistens per Achse von Landwirten aus dem Vogelsberg auf den Hofgütern der -nördlichen Wetterau direkt geholt und für den Zentner 2 Mark bezahlt. — Bei der gestern vom Forstamt Ridda abgehaltenen zweiten großen Holzversteigerung glaubte man anfangs, daß sich die Preise in mäßiger Höhe halten würden, weil für 1 Rm. Duchcnscheitholz durchschnittlich 13 Mark geboten wurden: abgestorbenes Scheitholz galt sogar nur 7 Mark der Raummeter. Doch bald gingen die Preise bedeutend in die Höhe, weil viele Steigerer immer noch nicht zur Einsicht kommen. Der Raummeter Scheitholz stieg bis 20 Mark. Buchenknüppel von 8 Mk. bis 14 Mk.. Buchen stocke 5 Mk. bis 7 Mk.. Durchforstungs- oder Stammreisig bis 3 Mk. und gewöhnliches Reisig auf 1 Mk. Auch das Ruhholz war sehr teuer. Der Feftmeter Fichten-Stammholz kam bis 50 Ml. zu stehen. sch. B l e i ch e n b a ch. 23. März. Bei den Verpachtungen der Gemeinde- und Kirchengüter nach Abschluß der Feldbereinigung unserer Gemeinde im vorigen Jahre überbot man sich derart, daß ein Morgen im Durchschnitt auf fast 180 Mk. tarn. Die kleinen Eigenwirtschaften wurden dadurch natürlich untragbar belastet. Bestrebungen aus allgemeine Herabsetzung der Pachtsummen blieben bisher erfolglos. Die Verpachtung einer Anzahl privater Grundstücke in der vorigen Woche bewies, daß die Dieteirden das rechte Maß nun doch wiedergesunden haben. Der Morgen kam durchschnittlich auf 50 Mk. Kreis Alsfeld. ’ Alsf eld. 23. März. Am Sonntag nachmittag fand eine von der Deutschnationale n Dolkspartei ein berufene, gut besuchte öffentliche Versammlung in Homberg a. d. Ohm statt, in der Dr. Brehm- Darmstadt über „Wirtschafts-, Steuer- unb Sozialpolitik" sprach. Er gab hierbei insbesondere Aufschluß über die ungeahnt schnelle unb kräftige Entwicklung des Deutschnationalen Arbeiterbundes. 3n der Aussprache wies der Vorsitzende, Baron R i e d e s e l- Altenburg. auf die Rotwendigkeit hin. daß die Arbeiterttasse die Gemeinsamkeit ihres Schicksales mit den anderen deutschen Volksschichten erkennen müsse. Diese Einsicht werde künstlich durch die Klassmkampftheorie der linksradikalen Parteien und Gewerkschaften verhindert. — Am Sonntagabend wurde ebenfalls von der Deutsch- nationalen Dolkspartei des Kreises Alsfeld eine öffentliche Versammlung in Rie d e rge m ü n -- den veranstaltet, die außerordentlich stark besucht war. 3n der an die Rede von Dr. Brehm anknüpfenden Aussprache wurde Aufklärung über verschiedene strittige Punkte der hessischen Ver- waltungs- und Steuerpraxis verlangt, die teilweise vom Referenten, teils von Baron R i e d e s e l gegeben wurde. 3n beiden Versammlungen legte der Referent auch die ölngerechtig- feit unb Sinnlosigkeit des Volksbegehrens zwecks entschädigungslvser Enteignung der Fürsten dar und fand hiermit den Beifall der überwiegenden Mehrheit der Anwesenden. 6-^ Alsfeld, 22. März. Am Samstag fand im großen Saale des „Deutschen Hauses" wiederum eine Vorstellung des Stadttheaters Gießen unter persönlicher Anwesenheit von Hof- rat Steingoetter statt. Nachdem seither nur Lustspiele gegeben worden waren, kam diesmal die ernste Muse mit Max Halbes dreiaktigem Schauspiel ,^Haus Rosenhagen" zur Geltung. Die mustergültig inszenierte Ausführung stand aus bcrfelbcu künstlerischen Höhe wie die seitherigen Vorstellungen. Das guwesetzte Haus dankte den Gießener Gasten durch reichlichen Beifall für die vortrefflichen .Leistungen, die fast durchweg in allen Rollen zu verzeichnen waren. —er. Homberg a. d. Ohm, 23. März. Am Sonntagabend veranstaltete der Krieger.verein in der Stadthalle einen Vortragsabend mit Lichtbildern. Oberstleutnant a. D. von Hagen- Darmstadt sprach an der Hand zahlreicher Lichtbilder über die Masuren schlach t. Der Redner, ein ehemaliger Generalstabsoffizier, sprach mit hoher Begeisterung über die Vorgänge Um et Sage. — Die im Bezirk Wäldershausen abgehaltene H o l z v e r ft ci g c r un g wies gegenüber den bereite früher abgehaltenen 'Versteigerungen eine P r e isscntung auf. Es kosteten beispielsweise vier Raummeter Buchenscheicholz 56 bis 60 Mt. - Um allen Aufträgen nachkommen zu können, hat die G e w e r t s ch o f t .,G u t e H o f s° nun g" eine provisorische Gleisanlage geschaffen. $er geplante Reubau eines Feldweges kommt ebenfalls zur Ausführung, und zwar trägt die Gewerkschaft 50 Prozent der Wegekosten. Seitens der Stadt kommt man ihr insofern entgegen, als nach A rzo.hl.ung einer bereits festgesetzten Summe der Restbetrag einige 3ahre gestundet wird. Bis jetzt war der Absatz an Düngekalk gut. - Ansere Stadl ist immer noch ohne Denkmal für b i e im W e l t- kriege Gefallenen. Schon früher hat man sich um die Errichtung eines solchen sehr bemüht. Houssammlungcn zur Aufbringung der Kosten wurden mit gutem Erfolge veranstaltet. 3n der Inflation sind die Betröge aber in ein Richts zerronnen. 3n letzter Zeit hak man die Denkmalsfrage wieder neu ausgegriffen und sich Pläne über die Art der Ausführung vorlegen laifcn, auch über die Platzfrage hat man sich geeinigt. Am schwierigsten gestaltete sich jedoch d.e Lösung der finanziellen Frage. Aus Anregung des Bürgermeisters wurde nun eine Kommission gebildet, bestehend aus den Vorsitzenden aller Vereine, die Mittel und Wege zur Beschaffung eines Dciil- malfonds Vorschlägen soll. Rach mehrmaliger Tagung faßte man den Entschluß, ani ersten Oster- feiertage in der Stadthalle eilten Llnterhaltungs- abend zu veranstalten, bei dem die Gesangvereine, die Musikkapelle, sowie einzelne Personen sich in den Dienst der Allgemeinheit stellen. Der Ertrag der Veranstaltung soll dem edlen Zweck zugute kommen. z. S t o r n d o r s, 23. März. Die Molkereigenossenschaft S t o r n d o r s - D a d e n r o d hielt bei Gastwirt Hofmann ihre ordentliche Generalversammlung ab, die sehr gut besucht war. Aue dem Jahresbericht war zu entnehmen, daß die Milchanlieferung fast wieder die Höhe der Vorkriegsjahre erreicht hat. Die Genossenschaft zahlte ihren Mitgliedern im verflossenen Jahr durchschnittlich rund 22 Pf. für 1 Liter Vollmilch. Etwas mehr als die Hälfte des Milcheinganges wurde als Frischmilch weiter versandt, der Rest zu Butter verarbeitet. Der Reingewinn in 1925 war im Verhältnis zu früheren Jahren bescheiden. Als Ursache wurde die allgemein schwere Wirtschaftslage genannt, insbesondere die hohen Bankzinsen und Steuern. Die Anschaffung einer Kalkspritz- maschine wurde einstimmig beschlossen, weiter wurde der Vorstand ermächtigt, den Neubau eines günstigcren Z u f a h r t s w e g e s zur Molkerei vornehmen zu lassen. Kreis Schotten. * Eiche l sbv r f, 20. März. Wer die schönen Waldungen des Forstamts Cichelsdors durchwandert, findet in vielen Weg- oder Forstortsbezeichnungen die Rainen verdienter Forstleute für die Rachwelt festgehalten. Sv gibt es einen „Heherweg", Rum- richweg", ..Schmittweg", „Zimmerweg", einen Forstort „Trautweinseichen". Zu Ehren des demnächst von hier nach Jugenheim an der Bergstraße übersiedelnden Forstmeisters D e ch t e l, der sich in kurzer Zeit große Verdienste uni den Wegebau erwarb, ist der zuletzt von ihm erbaute Weg auf Wunsch der Gemeinde Bechtel weg benannt worden. — Die Dicke G i che, vor einiger Zeit ihres größten Astes beraubt, ist, um die entstandene Wunde nicht zum Ausgangspunkte weiteren Zerfalls werden zu lassen, dieser Tage a u s g e m a u e r 1 worden. Da dem Regenwasser Durch eine abge^chrägte Zementflache der Zutritt verwehrt ist, steht zu hoffen, daß bas gewaltige Raturdenkmal noch lange erhalten bleibt. Wie oft Krankheit früher befreundete, aber dann einander gleichgültig gewordene Menschen aufs neue zusammenführt, so ist der vom Anglück betroffene Baum nunmehr allsonntäglich das Wanderziel von Scharen der einheimischen Bevölkerung, die früher selten diesen Riefen Der Vorzeit aufsuchte. ld. A u s d e m Vogelsberg, 23. Mörz. Dieser Tage ist mit dem Räumen ii nb Düngen der Wiesen begonnen worden. Der schwierigen iinanziellen Lage der einheimischen Landwirtschaft Rechnung tragend, kehrt man wieder zu früher gebräuchlichen Wiesendüngungsmechoden zurück. Im vergangenen wasserreichen Winter wurde wieder, wie ehedem, fleißig „gewässert", und nun wird wieder statt der Mischung (Holzasche, Slainit, Thomasmehl) reine A s ch e gestreut. —6= Herchenhain, 23. März. Unter fünf Bewerbern wurde ber Landwirt Haber- mehl ans Babenhausen zum Leiter des hiesigen neuerbauten Jugendheims des Ge- samt-V. H. E. gewählt. Er hofft, nach Vollendung das Jnnenbaues der 3ugendherbcrge in ca. sechs Wochen entziehen zu können.'- An dem H e l d e n d e n k m a l des Gcsamt-D. H. C. auf der Herchenhainer Höhe wird zur Zeit gearbeitet. Es dürfte in einigen Tagen vollendet sein. — Als letzter der hiesigen V,ereine hotte der Kirch e n ch o r zu einem Fami.li.enab.nid in den Ädolphschen Saal eingeladen. 3m Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Aufführung JEter Meineidbauer" von L Anzengruber. Umrahmt wurde die Darbietung von Ehören des Kirchenchors unter der Leitung von Lehrer W ciine r. 3n einer Ansprache beträte der Vorsitzende, Pfarrer Fritsch. daß her Kirchnnchm -s als seine Aufgabe betrachte, durch gelegentliche Familienabende das Zusammengehvrigte'.lSgefühl und den Gcmeinsinn ixr Gemeiudcangehörigen zu starken. Der Beifall der sehr zahlreiche Zuhörer zeigte deutlich, dost die Veranstnltnng sehr gut gefallen Hal. Der Reinertrag des Abends dient zur Anfchaffimg eines Harmoniums. H a r t ma n ns h a in, 23. Marz. Auch in unserer Gemeinde macht sich die Arbeitslosigkeit tn erschreckender Weife bemerkbar. Die Holzbauerorberten find schon feit einiger Zeit beendet. Die Hoffnung auf hic Jnbrtriev-- nahme des Steinbruches hat sich bis jetzt noch nicht erfüllt. Andere Arbeitsmöglichkeit ist leider in der näheren Umgebung auch nicht vorhanden. — Das gegenwärtige Werter erfüllt die Landwirte des oberen Vogelsberges mit schwerer Sorge. Tagsüber beiter, warmer Sonnenschein, nachts bittere Kälte bei sehr starkem Rordoft- wind. Die tiefsten Temperaturen lagen bis jetzt fast alle unter —5 Grab. Die Winterfrucht dürfte bei dieser ungünstigen Witterung schweren Schaden nehmen. Starkenburg. D a r m st adt, 23. März. Bevor der Zug in Ober - R wNi st a d t (einem Vorort von Darm siadt) hielt, öffnete ein Schüler die Wagentür. Diese schlug g.e gen einen Ge päckwagcn, der auf dem Bahnsteig stand und wurde abgeris- s e n. Der Schüler erlitt schwere Verletzungen. — Zu dem bereits gemeldeten S e l b st - Mordversuch des Vostagentcn Ewald in Wolfskehlen bei Darmstadt, in dessen Kasse nach einem Postraub ein Fehlbetrag von eiwa 2 00 0 Mark gefunden wurde, ist noch mitzutsilen, daß er den P o st r a u b fingiert und die V c r» untreu u n g eingestauden hat. Eine Geldkassette, die angeblich gestohlen war, ist im Garton vergraben aufgesundsn worden. Preußen. Der neue Frankfurter Polizei- präfident. WSR. Franksurt a. M., 23. März. Wie wir erfahren, ist die amtliche Bestätigung der Berufung des Landrats Zimmer m a n n - Höchst zum kommissarischen Polizeipräsidenten von Frankfurt jetzt erfolgt und bereits in Höchst eingetroffen. Polizeipräsident Zimmermann dürfte fein neues Amt bereits am 1. April übernehmen. Ein Rachfolger für ihn ist bisher noch nicht bestimmt. Zum stellvertretenden Landrat in Höchst ist Rcgierungsafsesior Dr. K r i c 1 e ernannt worden. Kreis Wetzlar. g. Krofdorf, 23. Marz. Unjerc P o jt nutoll n i e nach Gießen hat erfreulicherweise ständig einen so h r starken Verkehr, besonders auch an den Sonntagen, auszuweisen. Es wäre sehr zu begrüßen, wenn zur Bewältigung des starken Andranges der Fahrgäste noch ein neuer Wagen eingestellt würde, denn der jetzt für den Betrieb als Verstärkung vorgesehene alte Ersatzwagen kann wegen öfterer Reparaturen nicht ständig benutzt werden. Hinsichtlich des Fahrplanes hat man in der Bevölkerung den Wunsch, daß in der Zeil zwischen 11 und 12 Uhr vormittag- ein Wagen nach Gießen fährt, damit dort her Anschluß an die Cisenbahnzüge, die zwischen 12 und 1 Uhr in Gießen abgehen, erreicht werden kann. Ferner müßte wohl auch die Abfahrtzeit des um 12.10 Uhr jetzt in Gießen abgehenden Wagens etwas später gelegt werden, damit die mit den Mittagszügen ankommenden Reisenden noch den Anschluß an den Wogen erreichen. Schließlich dürfte der Wagen, der jetzt um 7.50 Uhr in Gießen abfährt, im Interesse der kurz vor und noch 8 Uhr in Gießen ankommenden Eisenbahnzüge etwas später, etwa um 8.30 Uhr, abgehen. ch. Lützellinden, 23. März. Bei der in Groß-Rechtenbach jtaügefimbcnen Versteige - r u n g unseres Nutzholzes aus dem Oberwald wurden durchweg gute Preise erzielt. So wurden für Eichenstämme im Durchschnitt 35 Mk., für Buchenstamme höherer Klasse bis zu 70 Mk. pro Festmeter geboten, während sich die Preise für Kiesernstämmc in der gewöhnlichen Höhe hielten. Für das Raummeter Nutzholz, 3 Meter lang, wurden durchweg 18 Mk. für das Raummeter bezahlt. Kreis Marburg. ss Marbrg, 23. März. In den hiesigen evangelischen Gemeinden gehen in diesem Jahre 164 Mädchen und 156 Knaben zur Konsirma - t i o n. Gsrichtssaal. Ein raffinierter Schwindler. Darmstadt, 23. März. Ein Schwindler, der unter dem Namen Freiherr von E g l o f f ft e i n im Kreise Groß-Gerau auftrat, wurde vom Amtsgericht Groß-Gerau zu 1 Jahr Gefängnis verurteilt. Er hatte sich als Ingenieur ausgegeben, mit einer Wirtstochler verlobt und unternahm auf Kosten des künftigen Schwiegervaters Automobilfahrten. In Wirklichkeit war der Betrüger zuletzt als Kanal arbeit er bei der Riedentwässerimg beschäftigt. Verurteilung wegen 2Hdneib$. WSR. Marburg, 23. Mörz. Das hiesige Schwurgericht verurteilte gestern den Mau^ rer Diehl ans Gemünden, der in einem Schafdiebstahlsprozeh eine falsche Aussage gemach!, biefe dann aber später, ehe ein Strafverfahren eingeleitet worden war. widerrufen hatte, unter Zubilligung mildernder Umstände zu 71 2 Monaten Gefängnis. Eine Schös'engericytvsihung mit Hindernissen WER. 2imburg. 23. März. Eine Schöffengerichts) ihung mit Hindernissen spielte sich gestern hier ab. Es erschien ein Pferdemetzger aus Frankfurt vor den Schranken des Ge-- richts icegen P f e r ded i e b st a h 1 s. Auf Vie Frage des Vorsitzenden, ob er vorbestraft sei, antwortete er mit einem glatten „Rein!". obwohl die Akien nicht weniger als 30 Diebstähle nach dem Kriege auswiesen. dazu noch etwa ein Dutzend vor dem Kriege. Als dann vom Staats- antoält zwei Jahre Zuchthaus beantragt wurden und der Vorsitzende noch eine Frage an den Angeklagten richtete, tobte dieser wie ein Wilder. ries dem Gericht allerlei „Liebkosungen" zu, ze r b r a ch zum Schluß seinen Stuhl und wars mit den Teilen nach dem Vorsitzenden, wobei ein Teil des Kronleuchters in Stücke zersprang. Der Gerichtsdiener vermochte wchi Herr über den Angeklagten zu werden: erst ein gerade anwesender Landjäger konnte ihm die Handfesseln anlege.v Der Spruch des Gerichtes lautete bann auf zwei Jahre Gefängnis. Eine weitere Verhandlung dürste dem Rauflustigen noch einige weitere Jahre zudiktieren! Amtsgericht Gießen. Gießen, 18. März. Bei der großen Kälte im Dezember fror in dem Hause eines hiesigen Schlossers das Abflußrohr eines Klo- fette ein, so baß die Flüssigkeit durch die Decke des Erdgeschosses drang. Der Hauseigentümer ging daher zu dem Mieter des ersten Stock- wertes, um dort den Schaden festzustellen. Offenbar war er über den entstandenen Schaden und die dadurch verursachten Kosten sehr erregt und geriet deshalb mit dem Mieter in einen heftigen Wortwechsel. In dessen Verlauf rief er demselben zu: „Du Lump, du Schuft, hu sollst mich einmal leimen lernen, wenn du mich noch nicht kennst, ich werfe dich in den Spiegel." Auch seine inzwischen hinzugekommene Fran nannte den Mieter „Lump" und „Schuft" und schlug ihn sogar, als er sie zur Türe hinaus- schob, ins Gesicht. Die -Frau und die Mutter des Mieters drängten alsdann den Hauseigentümer, der cücnfo wie feine Ehefrau den wieder-- holten Aufsordei'ungen zum Verlassen der Wohnung nicht nachlam. zur Türe hinaus, hierauf die beiden dem Mieter von der Treppe aus noch weitere Beleidigungen zuriefen. Die wegen Hausfriedensbruchs und Beleidigung verklagten Vermieter-Eheleute sind in der Hauptverhandlimg nicht erschienen, der Ehemann befindet sich angeblich in der Rervenklinit. Da er wegen Beleidigung, Bedrohung und Haussriedensbrnchs schon vorbestraft ist, wird er zu Geldstrafen von 60 M a rck verurteilt, während feine schlagfertige Ehefrau mit Geldstrafen von 4 5 Mark davonkomml. Amtsgericht Wetzlar. 6 Wegen gefährlicher Körperverletzung standen zwei Arbeiter, einer aus Wißmar und einer aus Krofdorf, unter Anklage. Die An - geklagten hatten Ende Januar zusammen mit einem Dritten, der — weil noch jugendlich — vom Jugendgericht abgeurteilt werden wird, bei: Zeugen B. nachts, als dieser mit seinem Rade von Wißmar nach Krofdorf fuhr, überfallen unk» mit Stöcken, sowie einem Gummiknüppel schwer verprügelt. Der Tleberfallene hatte hierdurch acht blutende Wunden am Kopfe davongetragen, und muhte sich in ärztliche Behandlung begeben. Die Angeklagten gaben die strafbare Handlung zu. Das Urteil lautete auf je 60 Mark ®el&- ft r af e, hilfsweise je 12 Tage Gefängnis, und Auferlegung der Kosten des Verfahre«. Ein Arbeiter aus Hochelheim hatte sich wegen Diebstahls im Rückfalle zu verantworten. Wie die Berhanblung ergab, waren dem Zeugen E. ans Hochelheim mehrere Paar zum Trocknen auf gehängter Strümpfe entwendet worden. Der Angeklagte bestritt, den Diebstcchl begangen zü haben, wurde jedoch durch Zeugenaussagen überführt. Das Gericht sah jedoch "zu Gunsten des schon mehrfach wegen Diebstahls bestraften Angeklagten Rücksalldiebstahl nicht als vorliegend an, sondern nahm an, daß es sich um Gegenstände deS hauswirtschaftlichen Verbrauchs in geringer Menge und von geringem Wert handelte, die der Angeklagte zum baldigen Verbrauch entwendet hatte. Demgemäß lautete das Urteil wegen Uebcrtrctung des § 370 Ziffer 5 StGB, ans 3 Wochen Hast und Auferlegung der Kosten. , BviLskMen der Redaktion. Fettfleck. Fragen Sic bei einer Reinigungs- anstalt an. ft G. R Wenden Sie sich an einen Hunde züchteroerein, wo Ihnen auf Grund von Erfahrungen geeignete Ratschläge gegeben werden können. O SCHIEL Mit so!di einer prachtvoll schmeckenden Torte möchte ich auch meiner Familie zum nächsten Sonntag eine Freude machen, wenn Sie mir das Geheimnis verraten wollen. - Aber bitte, das ist kein Geheimnis, Sie finden das Rezept zu dieser guten Mokka - Schokoladen - Cremetorte hiemeben und außerdem nebst vielen anderen Rezepten nach denen jede Hausfrau billig die schönsten Torten und Kuchen backen kann in Dr. Oetker'» Rezcptbudi, das Sie kostenlos in jedem Laden erhalten. - Wenn es vergriffen ist, so schreiben Sie direkt an Dr. A. OetKer, zärSt Bielefeld, flÄ 1 200 g Zucker, 3 Eier, 4 Eßlöff.^Ä Wasser. 100 g Weizenmehl, 100 g Dr. ”Oetker‘o Gustin. •/? PäckcK Dr. Oetker o Beckp- „Backln“, 1 Päckd). Dr. Oetkers Vanillin- Zucker — Creme: 1 « Itr. Milch. 1 Pädcdi. Dr. Oetker> Schokolodenspeise-Pulver, 1/4 Pfund Zudter, 1/4 Ur.Wasser 50g Kaffee, > 4 Pfd Butter, 25 r Palmin. — Zubereitung: Die 3 Eigelb werden mit Wasser. Zucker und Vanillinzucker schaumig gerührt und des mit dem Batkin gemischte Mehl u. Gustin nach und nach hinrugefogt Zuletzt zieht man den Eierschnee unter die Masse und backt bei gelind. Hitze in einer Springform. Creme: Von ein viertel Itr, Wasser u. dorn petnahL Kaffee macht man einen Kaffeeaufguß a. bereitet aus diesem, der Mild», Zucker u. d. SdinkoUdee- spebe-Pnlver em Pudding, den m»n bis rum Erkalten rührt. Unterdessen rührt man dn viertel Pfd. Butter uud 25 g Palmin sdiauaiig, ungefihr eine halbe Std. lang, gibt löffelw. die erkaltete Schc<.oUtuit.-p*i,edsronb!i. Den erkalt.Torten- S^boden schneidet man in 3 gliche Teile u. gibt hA die Creme dazwischen. Die Oberfläche u. ■ 1 beiten bestreicht man ebenfalls mit Creme« 51k und vertiert mit dem Spritzbeute! Vr die Oberfläche MM in gröBler iD$wahl EisenharnUung Neustadt / J.B. \ Häuser \ Gießen / I V • (9 8 M I «6 eicfi W J MlW vor^ ^nen“1 Ivar, ;fl noi Ä’ * viertel an ä » durste, «fr »®Ä& 5* £ ta -tn !»-- «Ä “rito gRU S®Sä ftaimt, ob a-M de holte bedenklich balle, « Jaterland^ VÄP schließen der FÄ abgesMt war- E daß doch dann ftd Leute aus oew - schließlich leer aus komme, und da» in allen Zustande bis zum Sechpe, EinMMd, es gak Sel6HetfHilhin68tiii dM ^uge adflcgci Mg, und memt das andere Sleis Migsteas Welch! widerte: „Sie mein« entgege-llommenden iahren werden'?^ 6i daß auch aus diese 1,6 Kilometer eine, wir uns längst üb' kam er kopischütteln unglaublichen Leich der Wurden in meinen Ttandvuni schließen viel gesä schließen. Desonde inan die Wteilllü daß man baju dm habe. A- fielt das 3d) glaube laut Leser ihm beWch auch bei uns noch E Bevormundung der Äeisenden: 3d Bahnübergängen, bracht worben, toi auch die Ejsenba Weise schützen zu sie bis heute bei! schließen zu einer tvird, wenn dem , sich auch die Schi schneidiges Schutmi Geschwindigkeit aus den Pferdes war r vtraßen jedoch mch »mehr dienen, ist , Mötzlich durch ein 5 M zu sperr dZ» Krastwagens wir nicht der emigermaßen schne E natürlich niet werden m) so etf| wasenrmsälle an i “Mle paar Tag Z? selbst nr L^^^lvsse UN so Mt dort ^rade vor der t Me't'g (eben. Krzeug M aber den l^sen kann, weil: auch die erste L tes** Ni L??I «in Diei ,$UQ| fe Alfc dL^ r die de lerer, QJ J"1 toeni W'ttelb7r wiss Wichtig h), .r bi die üL. c lene a SkeWstslz-VEelseriiWeii in den Waldungen der Stadt Laubach. Donnerstag, den 25. Mär- d. I., vormittags 10 Llhr anfangend, aus den Distritten: Einfürste Ibn. 4, Rother- stahl 4 u. 7, Ramsberg 12 u. 13. Scheiter: Buchen Rm. 585, Eichen 2,2. Knüppel: Buchen 49, Eichen 50, Fichten 59, Kiefern 1,4, Birke 1. Aspen 1,2, Kirsch- bäum 1,1. Aeiser-Knüppel: Buchen Rm. 1,2. Aeisig: Buchen Rm. 55. ' Stöcke: Buchen Am. 76. Anfang: in Ginfürste 4 bei Brenn- Holz Ar. 591. Das zur Versteigerung kommende Holz aus Aotherstahl 4 ist blau unterstrichen und kommt mittags beim Feuer zum Aus- gebot. Freitag, den 26. Mär, d. I., vor. mittags 10 Llhr anfangend, aus den Distrikten: Luisenwäldchen 11b, 11c, 12b 13a, 13b. Sisenlöcher 14d, 15a. @aulß- kopf 9b, 10, 16, 17 und 20a. Scheiter: Buchen Rm. 238, Hainbuchen 40 Eichen 7, Birke 1, Eschen 0,9 (rund)' Fichten 10 (rund). Knüppel: Buchen Am. 23, Hainbuchen 50, Eichen 39, Birken 4, Erlen 2,2, Fichten 73, Kiefern 83. Aeiser-Knüppel: Buchen Rm. 3,9, Eichen 1,4, Kiefern 7,4. Reisig: Buchen Rm. 45, Hainbuchen 208, Eichen 12. Stöcke: Buchen Rm. 73, Hainbuchen 18 Fichte 96, 2 Abteilungen kiefern Schlagreinigungen am Ringelsberg. Anfang: Schottener Straße bei Brennholz Ar. 67. Das zur Versteigerung kommende Holz aus Luisenwäldchen 12b, 13a, Gaulskopf 10 und Lenges 4, 5 u. 6 ist blau unterstrichen und kommt mittags beim Feuer zum Ausgebot. Samstag, den 27. März d. I., vormittags 10 Uhr anfangend, aus den Distrikten: Buchwald 7b, 11, 12a, (Kistels- bach) u. 20. Zwillingsseife: 2. 3 u. 4. Scheiter: Buchen Rm. 135. Knüppel: Buchen Rm. 7.4, Eichen 181, Eschen 74, Kirschbaum 6,4, Erlen 146* Kiefern 4, Fichten 16,3, Wehmuth's- liefern 27,5, Lärche 1. Aeiser-Knüppel: Eichen Rm. 28,2, Eschen 16,2. Reiser: Buchen Rm. 17. Stamm-Reiser: Buchen Am. 28 (abständig.) Stöcke: Buchen Am. 21,2, Fichten 9,6. Mehrere Schlagreinigungen aus Buch, wald 7b und Kiffelsbäch. Anfang: Waldeingang Lange Hoble bei Brennholz Ar. 300. Das zur Versteigerung kommende Holz aus Zwillingsseife ist blau unterstrichen und kommt mittags beim Feuer zum Ausgebot. Laubach, den 22. März 1926. Hessische Bürgermeisterei Laubach. Boehm. 26570 MMeioe rhein. Schwemmsteine bester Qualität zu billigem PrerS C.Nübsamen,Gießen Fernsprecher 1659. Fstm. 6 2 395 225 4 29 192 6 12 61 7 21 2 n M Fstm. 5a» 5b- Gutsvcrivaltung Wivuerod, Post Reiskirchen (Kreis Gtetzeu) Telephon Grünberg, Hessen 86 Buchenstamme: Stück 3. Klasse = 7,52 „ 4. „ --- 14,88 » 6. „ ---- 0,90 Nutz- und Vreunholz- Versteigerung (Winnerod) ^Donnerstag, den 25 März, vormittags 9% Uhr, werden an Ort und Stelle versteigert: Lärchcnstämme: Stück 6. Klasse --- 2,79 Fstm. 3ufammettjunft 9J4 Uhr auf der Straße ^Lmnerod—Remharoshain. 2593D Fichtcn-Terbstangen: Stück 1. Klasse = 46,66 Fstni. „ 2. „ = 10,51 ,, Holz ist ohne Rinde gemessen. 38 Rm. Buchen-Sckeiter n Fichten-Scheiter „ Mefern-Knüppel „ Bucken-Stöcke „ Buchen-Knüppel n Fichten-Ämüppel H Buchen-Reisig. Kiefernstämme: Stück 3. Klasse = 4,70 Fstm. 4. „ = 7,39 „ ö. „ = 22,25 ZMv-MktzeiW K. 7/1925. Freitag, den 23. April 1926, vormittags 10 Ahr, wird am hiesigen Amtsgericht, Zivilsitzungssaal 101, 1. Obergeschoß, das im Grundbuche von Gießen den Friedrich Reuling Gheleuten zu je /, zugeschriebene Anwesen Brand- gaste 7 Flur 1, 381 = 279 qm Hofreite zwangsweise versteigert. Die amtsgerichtliche Verfügung ist an Ortstafel. Bergstraße 20, zur Einsicht öffentlich ausgehängt. 26556 Gießen, den 10. März 1926. 3- A des Heff. Amtsgerichts. Leo, Ortsgerichtsvorsteher. Fichtenstämme: Stück 4. Klasse = 3,12 = 14,05 = 49,80 Yolzverfteigerung. rNltlwoch, 31. März 1926, vormittags 9.> Uhr beginnend, werden in der Hörle- schen Wirtschaft zu Merlau (Station Mucke) aus den Forstorten Kratzbera ?, Annes 3, 4, 7, 8, 9, 12, 13, Lehnheimer tmnes 1 und 2, Buchscheer, Kammerwald 4, 5, 6, 8, 9, 10, 11, Flensungerkopf 1, 3, (rnen 1, 2 und Alter Hegwald der Försterei Lehnheim versteigert: 3 rm Aichtennuhscheiter (3 m lang), 3 rm Aichtennuhknüppel (3 m lang), in -untws 8, 2 rm Eschennuhreisig (2 m lang) zu Schippenstielen geeignet, in Lin- m 5erzne/ Brennholz: Scheiter, rm: 209 Buche (etwa 100 rm in Kammerwald 8), 2 Hainbuche (rund), 26 Eiche (20 rund), 147 Kiefer (rund), 41 Fichte (31 wnd), 2 Weißtanne. Knüppel, rm: 64 Hambuche, 31 Eiche, 4 Aspe, tyt, 51 Fichte. Knüppelreisig, rm: 1 Eiche, 79 Kiefer, 7 Fichte. Rei ia ^uche (teils Stammreisig), 100 Ao &r-e' $errn Förster Edelmann ju Merlau und die unterzeichnete Stelle Grünberg, 22. März 1926. Hessisches Forstamt Nieder-Ohmen. Bekanntmachung. 6et Gemeinde Queck- ’S26 liegt vom 25. März 1926 ab, eine Woche auf biefiaer CBürnor Ä Einsicht werden. w ÖlCter 3eit vorgebracht Ss wird eine Umlage erhoben, zu der luch üieA^märker beizuttagen haben Bekanntmachung. ^om Gemeinderat beratene Voranschlag für das Rj. 1926 liegt vom 25 März ' ^;.an,eme Woche lang auf der Büraer^ meisterei zur Einsicht offen. Einwendun lick voraebrÄ^st fWid) oder münd- Uch vorgebracht werden. Es wird eine Umlage erhoben, zu der auch die Aus- mm:ker beizutragen haben. 2669D Inheiden, 22. März 1926 Der Bürgermeister. z Reitz I Lichtspielhaus Bahnhofstraße 34 Telephon Nr. 277 4L Ah aus 50^3 JKon ^ommt «w aeh. in Seiaeeeai Keitese. nut 0 S™ t£_________ Bekanntmachung. Die Lieferung von 300 Zentner Hafer und 250 Zentner Lorfstreu ist zu vergeben. Bedingungen können bei der unter- zeichneten Verwaltung eingesehen werden. Angebote sind verschlossen und versehen mit der Aufschrift ^Angebote für die Hafer-und Torfstreulieferung" mit dem Muster für Hafer bis zum 8. April 1926, vormittags 10 Ahr, einzureichen. In den Angeboten sind die Bedingungen anzu» erkennen. Zuschlagsfrist ächt Tage. Das einzureichende. Hafermuster, ein Kilogramm enthaltend, muß getrennt von dem Angebot verpackt mit der Aufschrift .Muster zum Angebot für Haferlieferungversehen sein. 2616 k) Gießen, den 20. März 1926. Verwaltung der Veterinärkliniken. -VlirMwiltzU M leoMkMlnaWn. werden gereinigt u. repariert. 17300 A. Welz, 6 Selterswea 6. Hansa Handelsschule /. Kunzeimann Qießen, Bahnhofstr. 60 vorm. Hermes Neue Kurse . 20. April. la Eittilfee 9 Pfd. 6 A!k. franko Damvtkäiefabrik, Nendsbura. Margen Premiere! Das große gesellschaftliche Ereignis! Otto Gebühr als Friedericus Rex (der alte Fritz) in Die Nie ne Sanssouci 10 Akte. 10 Akte. PERSONEN: In den ab Donnerstagi 2665c Voltaire . . Schwerin Zielen Dessauer Winterfeld Seidlitz von Keith Generale Friedrich des Großen Friedrich der Große .... Wilhelmine von Bayreuth . . Müller Caspar...... Louise, seine Tochter . . . . Juwelier Lustig...... Henriette, seine Tochter . . Kammerherr Bärenfels . . . Leutnant Bärenfels, sein Sohn Tänzerin Barberina .... ..... Leopold von Ledebour • ........Valeska Stock • ......Adolf Bassermann ...... Wilhelm Dieterle .....Wilhelm Diegelmann .......Fritz Kämpers .......Lotte Werkmeister ......Gerhard Ritterband Otto Gebühr Major von Zedwitz . Seine Frau..... Adjudant Buddenbrock Jobst, ein Korporal . . Gastwirt Niedermeier . Theodor, sein Sohn . . Marie, Schankmamsell . Ladislaus...... DerKönig und die kleinen Mädchen Eine sensationelle Geschichte mit Luciano Albertini in 6 Akten. — Ferner: Nicht nur dieser hervorragende Film wird wochenlang das Tagesgespräch von Gießen bilden, sondern auch die von unserem Kapellmeister, Herrn Stork, eigens rur diesen Film zusammengestellte Musik wird allen unvergeßlich bleiben. ^eibt, um allen Gelegenheit zu geben, Utto Gebühr in seiner besten Meisterrolle zu sehen, 8 Tage auf dem Spielplan. Freikarten ungültig. Jugendliche haben zu den Nachmittagsvorstellungen zu ermäßigten Preisen Zutritt. Wegen des zu erwartenden großen Andranges in den Abendvorstellungen bitten wir höfl., nach Möglichkeit die Nachmittagsvorstellungen besuchen zu wollen. = Großes verstärktes Orchester! z ■......Lissi Lind .....Jacob Tiedtke .....Anita Dorris . . . Hermann Böttcher .....Hanni Weiße .....Heinrich Peer . . . Georg Alexander • • . Olga Tschechowa ...... Karl Götz . . Wilhelm Chandon .....Georg John Eduard von Winterstein .... Emil Rameau .... Georg Schnell . . Arthur Kraußneck HAM zeigt sich als wahrer Held Köstliche Komödie in 2 Akten. Astoria-Lichtspielen,Seltersweg .............................. .mm...?! 6Tage zur Probe 3V auf Kredit Tisch, Schrank, Truhe Sprechapparato Sc 'allplatten niedrige Preise, wöchentlich Mk. 3. - an Katalog gratis! Vertreter gesucht! MW $ Hopp Frankfurt a. M. 392 Hasengasse 4. 1 Mittwoch, 24. Mär; 4926 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderheffen) Ur. 70 Drittes Blatt Aus Natur und Technik. Tageslichtsignale für Landstraßen Von Karl Ammon. Dor vielen Jahren fuhr ich einmal mit einer jungen Dame, mit der ich einige Jahre vorher dreiviertel Jahre lang verlobt gewesen war, nach''Dänemark — warum sollte ich nicht? Ich habe sie ja nach Ablauf der genannten drei-- viertel Jahre geheiratet. Als wir in Gjedser an den Eisenbahnzug gegangen waren, stellte ich zunächst fest, dah ich nicht in ein Abteil gehen durfte, an dem „ikke ryggere“ stand, sonst wäre der Schaffner gekommen und hätte gesagt: „Mein Herr, tun Sie entweder Ihre Zigarre weg, oder gehen Sie in ein anderes Abteil" (auf Dänisch natürlich: ich schreibe eS nur deutsch, weil Sie cs ja sonst nicht verstehen würden). Dieser Mah- regelung wollte ich mich natürlich nicht aussetzen. Aber kaum waren wir im Abteil, so kam der Schaffner trotzdem und tat etwas ganz Merkwürdiges: Er schloß uns em. Ich äußerte mich darüber abfällig zu meiner Frau und sagte, das sei doch eine Scheußlichkeit, denn wenn irgendein Eisenbahnunfall einträte, so sei man eingesperrt. In diese- Gespräch mischte sich ein Herr ein, rin Däne, dec Deutsch konnte, aber noch nie in Deutschland gewesen war, und fragte sehr erstaunt, ob man denn in Deutschland nicht eingeschlossen werde? Ich verneinte das und wiederholte ihm, dah ich dieses Ginschließen für sehr bedenklich halte, wobei ich zur Ehre meines Vaterlandes verschwieg, wie kurze Zeit das Sin- schließen der Fahrgäste bei uns damals erst abaeschafft war. Er entwickelte dann die Ansicht, Laß doch dann sicher in Deutschland fortgesetzt Leute aus dem Zug stürzten, so dah dieser schließlich leer auf dem Bestimmungsbahnhof an» komme, und daß die Bahnkörper mit Leichen in allen Zuständen — von der- noch warmen bis zum Gerippe - besät f^in mühten. Meinen Einwand, es gäbe doch so etwas wie einen Selbsterhaltungstrieb, der dem Herausfallen aus dem Zuge entgegenwirke, hielt er nicht für stichhaltig, und mejnte: .Abe,- auf der Seite, wo das andere Gleis lügt, da wird doch wohl wenigstens zugeschloffen?", worauf ich ihm erwiderte: „Sie meine-', damit die Leichen von den: entgegenkommenden Zügen nicht noch toter gefahren werden?" Er wollte es gar nicht glauben, dah auch auf dieser Seite nicht wenigstens alle 1,5 Kilometer einer oder eine hinausfiele. Als wir uns längst über andere Dinge unterhielten, kam er kopfschüttelnd immer wieder auf die durch Unglaublichen Leichtsinn verschuldete Gefährdung der Reisenden in Deutschland zurück und konnte meinen Standpunkt nicht teilen, dah das Ein- schliehen viel gefährlicher sei als das Nicht ein- schliehen. Besonders übel erschien es ihm, dah man die Abteiltür von innen offnen könne, und dah man dazu eine besondere Türfalle angebracht habe. Er hielt das geradezu für ein Verbrechen. Ich glaube kaum, dah einer meiner verehrten Leser ihm beipflichten wird. Hnd doch gibt es auch bet uns noch Einrichtungen, die eine ähnliche Bevormundung bedeuten wie das Ginschließen der Reisenden: Ich meine die Schranken an den Bahnübergängen. Sie sind zu einer Zeit angebracht worden, wo man das dumme Volk und auch die Gisenbahnzüge selbst noch auf diese Weise schützen zu müssen glaubte, und man hat sie bis heute beibehalten. Und wie das Ein- schlichen zu einer Gefährdung der Reisenden wird, wenn dem Zug etwas zustöht, so haben sich auch die Schranken als ein höchst zweischneidiges Schutzmittel erwiesen. Als die höchste Geschwindigkeit auf den Strahen die eines trabenden Pferds war, mochte es noch gehen, seit die Strahen jedoch mehr und mehr dem Kraftwagenverkehr dienen, ist es sehr bedenklich, eine Strahe plötzlich durch ein Hi>tdernis, wie es eine Schranke darstellt, zu sperren: einer der Hauptvorteile des Kraftwagens ist ja seine Schnelligkeit, auf die wir nicht verzichten können; ein auch nur einigermaßen schnell fahrender Kraftwagen kann aber natürlich nicht mit einem Ruck angehalten werden, und so erklären sich die zahlreichen Krast- wagenunfälle an Eisenbahnschranken, von denen wir alle paar Tage in den Zeitungen lesen. Ich habe es selbst miterlebt, dah ein Kraftwagen gegen die geschlossene Schranke fuhr und sie etwas hvchwarf, so daß sie zwei Jnsafsrn erschlug. Da die Strahe dort - wie es häufig vorkommt — gerade vor der Schranke eins scharfe Biegung machte, konnte sie der Kraftwagenführer unmög ich rechtzeitig sehen. Ganz übel ist es, wenn ein Fahrzeug zwar noch durch die erste Schranke kommt, aber den Bahnkörper nicht mehr verlassen kann, weil inzwichen die zweite und dann auch die erste geschlossen worden sind, wie dies bei aus der Ferne bewegten Schranken schon häufig vorgekommen ist. Run hat man zwar an Bahnübergängen Warnungstafeln aufgestellt, aber diese Tafeln fallen viel zu wenig auf, sie stehen auch oft zu nahe am Bahnübergang und Ijabeu vor der Schranke nur den Vorzug, daß sie den Kraft- Wagenverkehr weniger gefährden. Es ist daher ein Ein Vierteljahrhundert Quantentheorie. Von Professor Dr. W e i l b u r g. Dor 25 Jahren hielt der Berliner Professor der Physik Max Planck einen Vortrag, mit dem man die Geburtsstunde der Quantentheorie bezeichnen kann. Rur verhältnismäßig wenige unserer Gebildeten, sofern sie sich nicht gerade nrit physikalischen Fragen beschäftigen, werden die Bedeutung dieses Ereignisses richtig, ab» schätzen. Don den drei großen Getstestaten, bis die gegenwärtige Physik schufen, nämlich der Entdeckung der Röntgenstrahlen, der Begründung der Relativitätstheorie durch Einstein und der Aufstellung der Quantentheorie durch Planck, hat diese am wenigsten die Aufmerksamkeit weiterer, an der wissenschaftlichen Arbeit nicht unmittelbar beteiligter Kreise auf sich zu ziehen vermocht. Für die Wissenschaft rst sw ebenso wichtig tote jene andern beiden Forschungstaten, die übrigens merkwürdlgerweise beinahe gleichzeitig erfolgten. Es ist nicht ganz leicht, einzusehen, warum der Tat Max Plancks eine so ungeheure Bedeutung zukommt: die Aufgabe, die er sich stellte, schien zunächst nur einer Einzelfrage zu gelten. Verdienst, daß man ein Mittel entwickelt hat, von dem man mit Sicherheit die Einschränkung der Anfälle an Bahnübergängen erwarten darf. Es ist im Grunde genommen dasselbe Mittel, das die Eisenbahn selbst zu ihrer eigenen Sicherheit an- wendet, nämlich ein Signalverfahreu: Neven dem Bahnübergang steht ein Mast, der oben auf schwarzem Grunde eine durch eine ^genannte Schule gegen das Tageslicht abgeblendete rote Glühlampe und vier Flügel mit der Inschrift „Lichtung, Achtung. Zug, Zug" trägt, älnter der Glühlampe ist eine Glocke und darunter eine Tafel mit der Inschrift „Bahnübergang. Halt! bei rotem Licht und Ertönen der Glocke" angebracht. Die Glühlampe und die Glocke werden nun vom Zug selbst durch einen sogenannten Schienenkontakt eingeschaltet, der weit genug vor dem Bahnübergang liegt, und durch einen zweiten Schienenkontakt hinter dein Hebergang wieder ausgeschaltet. Das an sich schon weithin sichtbare rote Licht fällt dadurch noch mehr auf, daß c3 nicht dauernd brennt, sondern blinkt. Cs ist uns ja von der Lichtreklame her ganz geläufig, dah M lahnvbtrgvn! | Haltr bnrettm licht v"d Blinklicht die Aufmerksamkeit zwingend auf sich lenkt. Aber wie die Bahn trotz der weiten Sichtbarkeit ihrer Hauptsignale davor noch ein Vorsignal anordnet, so soll auch auf der Straße etwa 200 Meter vor dem beschriebenen Signal ein ähnliches Vorsignal mit einem grünen Blinklicht aufgestellt werden, so daß die Kraftfahrzeuge ihre Geschwindigkeit unter allen Hmftänben rechtzeitig ermäßigen und vor dem Hauptsignal sanft anhalten können. Es ist natürlich Nicht ausgeschlossen, daß man an manchen Stellen außer diesen Signalen auch die Schranken beibehält, die durch die Signale ja ihre Gefährlichkeit einbüßen. In den meisten Fällen wird man aber auf sie ebenso verzichten können, wie auf das Einschließen der Reisenden, das ein bezeichnendes Beispiel dafür ist, daß viele Schutzmittel gegen eingebildete Gefahren ergriffen zu werden pflegen uitb ihrerseits nur neue Gefahren herauf beschwören. Wo starker Verkehr ist. darf man heutzutage ohnedies überhaupt keine Hebergänge in Schienenhöhe mehr haben, sondern muß die Strahe entweder unter der Bahn hindurch oder auf einer Brücke darüber hinwegführen. Wo das aber nicht der Fall ist. ist es sicher das verkehrteste Mittel, die Straße ganz unerwartet zu sperren, statt die ankommenden Fahrzeuge beizeiten auf die Gefahr aufmerksam zu machen und dieser dadurch die Zähne auszubrechen. Mit der Vervollkommnung und Ausdehnung des Kraftwagenverkehrs wird man sicher dahin kommen — namentlich auf den künftigen besonderen Kraftwagenstrahen — solche S gnale nicht nur an Bahnübergängen, sondern auch an anderen Gefahrpunkten, wie scharfen Biegungen ufto. anzuwenden. Man wird zwar solche Biegungen bei der Anlage von Kraftwagenstraßen möglichst vermeiden, aber im Gebirge und in vielen anderen Fällen wird sich ihre Anwendung doch nicht ganz umgehen lassen. Gerade aber dann, wenn sie selten sind, ist^ ihre auffallende Kennzeichnung um so wichtiger. Jedenfalls ist es nötig, für die Sicherheit des Derlehcs lieber etwas mehr zu tun, denn es handelt sich bei den Unfällen der gedachten Art meist nicht nur um beträchtliche Verluste an Sachwerten, sondern um solche am Wertvollsten, was wir haben: an Menschenleben. Es Handelle sich darum, eine mathematische Former für die Verteilung der einzelnen Farben im weihen Licht aufzustellen; denn, wie allgemein bekannt — von Goethe wurde das freilich bestritten —, ist das gewöhnliche Licht aus den sogenannten Regenbogenfarben zusammengesetzt, aber bet Anteil, der auf jede einzelne Farbe entfällt, ändert sich mit der Temperatur: bei verhältnismäßig niedriger Temperatur ubertoiegt der Anteil der roten Farbe, während bei höherer der der gelben uhb nachher dec der blauen immer mehr ansteigt. Die Aufgabe war, eine Formel aufzustellen, die dieses wechselnde Verhältnis rechnerisch genau wiedergibt. Nachdem jahrzehntelang alle dieseDersuche mißglückt waren, gelang Planck die Lösung. Aber nicht diese Tatsache ist es, der eine so ungeheure Bedeutung zukommt. sondern vielmehr der Weg, der den Forscher an dies Ziel geführt hat. Planck sah sich nämlich zu der Auffassung gedrängt, daß das Licht aus einzelnen unteilbaren kleinsten Einheiten bestehe, deren Entstehung man sich durch eine Art sprunghafter Borgänge in den Atomen des strahlenden Körpers vorzustellen Hal. Während sonst unsere ganze Naturauffassung auf die Dauer, die Stetigkät, die allmählichen Hebergange gegründet ist. wurde damit auch der Hnstetigkeit, Doppeffterne. Don Professor Dr. Äuftcrmanii Wohl keine Frage wird dem Astronom^.", so häufig vorgelegt wie die. ob die Tausende von Sonnen, die der nächtliche Himmel dem bloßen Auge oder die Millionen von Sonnen, die er dem bewaffneten Auge zeigt, auch ihre Planeten haben, wie unsere Sonne, und ob sich auf diesen auch Lebewesen befinden mögen. Was nun die letztere Frage anbelangt, so stcht es fest, daß die Sternkunde darüber in absehbarer Zell darüber nicht das Allergeringste wird sagen können. Aber auch schon die leichtere Frage, ob es außerhalb unseres Sonnensystems Planeten gibt, kann nicht mit völliger Sicherheit beantwortet werden, denn die Entfernungen zwischen den Fixsternen sind viel zu groß, als daß von so kleinen Weltkörpern wie unserer Erde oder auch beni Riesenplanet Jupiter eine Wirkung selbst für die feinsten Beobachtungseinrichtungen eintreten könnte. Trotzdem wird man sagen können, daß das Vorhandensein ferner Planeten durchaus wahrscheinlich ist: denn in außerordentlich zahlreichen Fällen sind Begleiter von Fixsternen bekannt, nur daß man sie nicht Planeten nennen kann; denn während die Planeten unseres Sonnensystems im Vergleich zu der sie völlig beherrschenden Sonne ganz jämmerliche Zwerge sind, müssen die “Begleiter der Fixsterne eine ihrem Hauptstern nahekommende oder wenigstens doch vergleichbare Größe haben, wenn sie bemerk werden sollen. Günstig für die Beobachtung ist es, wenn beide Sterne leuchten. Stehen sie weit genug auseinander und sind sie hell genug, so lassen sich die Sterne trennen, d. h. ihre Bestandteile lassen sich einzeln in starken Fernrohren wahrnehmen. Aber die neuzeitliche Sternkunde kennt zahlreiche Doppelsterne, deren Trennung im Fernrohr noch nicht gelungen ist. In vielen Fällen nämlich verraten sich Doppelsterne nur durch ihre Bewegung, denn sie bewegen sich um ihren gemeinsamen Schwerpunkt umeinander. Das tun übrigens auch Erde und Sonne und auch Erde und Mond, nur daß dieser Schwerpunkt des Systems Erde — Sonne in der Sonne, des Systems Erde — Mond in der Erde liegt, weshalb wir einfach von einem Umlauf der Erde um die Sonne und des Mondes um die Erde sprechen und in diesem Fall die Bewegung der Erde, in jenem die der Sonne als unbedeutend vernachlässigen. Haben aber die beiden Himmelskörper annähernd gleiche Maße, so sind auch die Bahnen, die sie um ihren gemeinsamen Schwerpunkt beschreiben, annähernd gleich groß. Durch diese Bewegung aber verrät sich ein Stern häufig als Doppelstern, auch bann, wenn er im schärfsten Fernrohr noch einfach erscheint. Mitunter sieht man nämlich die Bewegung des helleren Sternes ganz unmittelbar, in manchen Fällen erkennt man die Bewegung und damit das Vorhandenseins eines zweiten Sterns erst bet der Zerlegung des Sternenlichtes im sogenannteni Spekttalapparat und spricht alsdann von einem sogenannten „spektroskopischen Doppelstern". Ganz besonders bemerkenswert sind die Fälle, wo sich die Anwesenheit eines zweiten Sternes durch Lichtänderungen des Hauptsterns kundgibt. Der berühmteste dieser Sterne ist der Algol im Perseus, dessen Licht alle 69 Stunden sehr beheb eutenb nachläht. well ein dunklerer Begleiter zwischen ihm und der Erde vorüberzieht. Trotzdem kein Mensch diesen Algolbegleller gesehen hat. kennen wir seine Größe, Dichte. Entfernung vom Algol usw. ganz genau. Wir kennen auch eine große Zahl von dreifachen und mehrfachen Sternen. Ein von altersher' berühmter Stern ist der mittlere Dcichselstern bei Himmelswagens_ oder großen Bären, neben dem man in klaren Nächten deutlich einen zweiten schwächeren Stern erblickt. Die Alten faßten dies unter dem Bild eines Rosses und Retters auf, und darauf deuten auch ihre arabischen Namen, Mizar und Alkor: aber ein Doppelstern ist dies natürlich nicht, die Sterne stehen hintereinander, sie sind durch Fixstern- weiten getrennt und erscheine nur uns als benachbart. Merkwürdig aber ist es. daß die moderne Sternkunde jeden einzelnen von ihnen als einen mehrfachen Stern erkannt hat. Technisches Allerlei. Vom Geheimen Regierungsrat Max ©eitel. Die ehrwürdige Kolbendampfmaschine, der es beschieden war. um die Wende des achtzehnten zum neunzehnten Jahrhundert den Siegeszug der Technik einzuleiten, mußte in den letzten Jahrzehnten einen erheblichen Abbau über sich ergehen lassen: Dec Elektromotor, die Damps- turbine, die Dcennkraftmaschine und die an den neuzeitlichen Talsperren arbeitenden Wasserkrast- maschinen haben große Teile des Arbeitsgebietes der Dampfmaschine unwiederbringlich an sich gerissen. Zuletzt gelang es dem mit Rohöl gespeisten Dieselmotor, die Dampfmaschine im dem plötzlichen Ruck fein Daseinsrecht in der Natur gegeben, ein um so größeres, als die Strahlung, um die es sich hier handelt, eine fast nie fehlende Begleiterscheinung fast aller Naturvorgänge ist. Damit aber nicht genug. Er führte eine Zahl in die Physik ein, die für die Berechnung der einzelnen Lichtteilchen, der sogenannten „Quanten", maßgebend ist, und die, nebenbei bemerkt. mit 0,... beginnend. 27 Nullen aufweist, ehe die erste geltende Ziffer kommt. Es stellte sich nun heraus, daß diese Zahl auch bei einem stets wachsenden Hmkreis anderer Aufgaben, an die zunächst bei Aufstellung der Quantentheorie gar nicht gedacht war. den Schlüssel der Lösung in sich birgt. So hat namentlich dec im vergangenen Jahr für diese Tat mtt dem Nobelpreis gekrönte dänische Physiker Bohr gezeigt, und der Münchener Phystter Sommerfeld hat dies weiter ausgebaut, daß nur mit Hilfe dieser Planckschen Zahl ein Verständnis der Vorgänge möglich ist. die sich im Innern eines Atoms abspielen. Wenn wir beispielsweise über die Gröhenverhältnisse der kleinen Sonnenwelt, als die wir uns das Atom üorftellen, in vielen Fällen erstaunlich genau Bescheid wissen, so verdanken wir dies den quantentheorettschen Vorstellungen vom Atombau. Schifssmaschinenbau in den Hintergrund zu drängen. Hier aber hat fick) in jüngster Zeit insofern ein Wandel vollzogen, als sich in weiten Kreisen die Erkenntnis Bahn gebrochen hat. dah die neuzeitliche, mit Ventilsteuerung ausgestattete Dampfmaschine den vorteilhaftesten Antrieb für Schiffe mittlerer Größe darstellt. Die Gründ« für diese Wendung sind mehrfacher Art. Zunächst haben sich die Preise jur Rohöle infolge der starken Nachfrage sehr erheblich gesteigert, während die .Kohlenpreise angenähert auf der Höhe der Vorkriegszeit stehen: infolgedessen betragen die Kosten für die Pserdekraststunde beim ,Rohölmotor etwa das Doppelte der Kosten bei der Dentildanipfmaschine. Sodann ist die Kohle an allen Plätzen der Erve bequem zu haben, wa« beim Rohöl nicht der Fall ist. Infolgedessen mutz das Motorschiff — was wirtschaftlich von höchster Bedeutung ist meistens einen Vorrat an Betriebsstoff für die Hin- und Rückfahrt mit sich führen. Des weiteren kommt noch in Betracht, daß die Dampfmaschine geringere Anforderungen bezüglich ihrer Pflege und Wartung stellt als die Brennkraftmaschine. Schließlich stellt sich der Anschaffungspreis des Dampfschiffes mittlerer Große wesentlich niedriger als der des Motorschiffes. Der Fernschreiber bildet in großen Betrieben eine sehr wertvolle Ergänzung des Fernsprechers, z. D. zwischen dem Hauptschaltraum der elektrischen Zentrale und dem Betriebsbureau, -wischen dem Maschinenhaus und dem Kesselhaus. Auf dem etwa 15 Zentimeter breiten Papierband des Fernschreibers schreibt eine elektromagnetisch angetriebene Feder. Das Papierband deS empfangenden Apparates seht sich, sobald eine Mitteilung aufgegeben wird, selbsttätig in Bewegung, und die Feder schreibt die Meldung in der Handschrift des Aufgebenden daraus. Die Einrichtung erspart, wenn zu'äl igerweise niemand am Fernsprecher anwesend ist, viele Botengänge; sie erhöht die Sicherheit des Betriebes, denn sie vermeidet Mißverständnisse; wichtige Befehle liegen handschriftlich und mit genauer Zeitangabe vor und können weder unterschlagen, noch unbemerkt abgeänbert werden. Heber die Gewinnung des in: Meerwasser enthaltenen Goldes macht W. H. Drase in den .,Technischer! Blättern" (Wochenschrift zur Deutschen Bergwerkszeitung) folgende interessante Angaben. In den Oberläufen der das Gold dem Meere zuführenden Flüsse befindet sich das Gold noch in Form Heiner Körnchen im Wasser. Diese werden nun aber auf ihrer weiteren talabwärts gehenden Reise, in deren Verlauf sie immer und immer wieder gegen festere Körper geschleudert werden, so stark zertrümmert, daß Jte in kolloidaler Form, d. h. als äußerst feine Stäubchen von etwa 0,002 bis 0,000 002 Millimeter Durchmesser in das Meer gelangen. Die eine Art der Ausscheidung des Goldes aus dem Wasser beruht auf der Beobachtung, dah die mit Gisenvttriol behandelte Hochofenschlacke die Fähigkeit hat, dem Meerwasser das Gold zu entziehen. Das Wasser wird durch die Schlacke hindurchgetrieben, und das sich in der Schlacke absetzende Gold wird alsdann aus dem so gewonnenen künstlichen goldhaltigen Erz auf dem bisher üblichen Wege gewonnen. Nach einem anderen Verfahren wird das Meerwasser durch ein Kolloldfchnellsilter hindurchgeyreht, das mit kaum stäubchengrohen Oessnungen versehen ist. durch die das Wasser entweicht, während ein feiner Schlamm, Gold und Silber enthaltend, zurückbleibt. Heber die im Meerwasser enthaltenen Mengen von Gold und Silber macht Brase folgende Angaben: Im allgemeinen beträgt der Goldgehalt 5 bis 11 Milligramm Gold in jedem Kubikmeter; an der australischen Küste, nahe der Murrahmündung, steigt er auf 40 bis 68 Milligramm. Der Rhein hat einen Goldwert von etwa 0.002 Milligramm für jedes Kubikmeter und liefert der Nordsee jährlich rund 1200 Kilogramm Gold. Insgesamt enthalten die Weltmeere etwa 5 bis 6 Milliarden Tonnen Gold und etwa 12 bis 14 Milliarden Silber: würde diese Riesenmenge gleichmäßig auf sämtliche Erdenbürger verteilt, so erhielte ein jeder eine Goldmenge im Werte von etwa 170 Milliarden Goldmark, eine Aussicht, die geeignet ist, unsere Metallkundigen zu wci eren Anstrengungen anzuspornen. Den nach namhaften Entdeckern und Erfindern auf denr Gebiete der Elektrotechnik benannten Maßeinheiten „Ohm", „Volt", „Ampere", „Watt" usw. hat sich als neue Einheit „ein Röntgen" hinzugesellt. Sie ist aus dem Bedürfnis heraus geschaffen worden, die Wi.kungen der Röntgen- oder X-Strahlen je nach Bedarf bemessen und anwenden zu rönnen. Hrsprüngllch wurden die Röntgenstrahlen in der Heilkunde nur zur Durchleuchtung des menschlichen Körpers angewendct, wobei Verletzungen und krankhafte Veränderungen auf der photographischen Freilich muß gesagt werden, daß noch ein gewisser Zwiespalt zwischen der Quantentheorie einerseits und unfern Vorstellungen vom Wesen des Lichts als einer Wellenbe e jung onde.ersetts besteht. Durch die Ausbreitung des Funkwesens sind ja die früher nur den Physikern vertrauten elek.romagne.inEen Wellen ac.adezu volkstümlich geworden; aber die Quantentheorie weiß litt ihnen nichts Rechtes anzusangen. Wie der endgültige Friede ausfehen wird, den die Wellenlehre dermaleinst mit der Quantentheorie wird schließen müssen, ob es ein Verständigungsfriede oder für den einen oder anderen Teil ein Hnter» werfungssriede sein wird, ist zur Zeit noch nicht abzusehen. Wer nicht nur in der Auffindung endgültiger Wahrheiten, sondern auch im ständigen Suchen nach Wahrheit die schönste Ausgabe der Wissenschaft sieht, wird es der Quantentheorie nicht als Mangel, sondern im Gegenteil alä ihren höchsten Reiz anrechnen, dah sie in dem Viertel,ahrhundert ihres Bestehens nicht nur ei^ überraschend große Zahl von Fragen, hear,^ortet, sondern auch eine weit größer.^ Zahl höchst- bedeutender und ungemein tief liegen her Fragen aufgeworfen hat, die zur Zeit noch der Beantwortung harren. 96 j 94,5 73,75 132,7' 46,5 84,25 115,25 Geld Brief HcizfS dkeifs 115 55 59,9 115,75 57,5 145,5* 147,5* Devisenmarkt Berlin—Irankfnrt a. M. Telegraphische Auszahlung. 11,25 38,4 155 112 129 11,75 38 IM* 111,5 129,7* 29 45 105.5 85 32,75 4,9 116 67 60 103,5* 6,75 0.041 55 86* 88.25* 103,5* 131 34,65 77* 80* 4,208 17,09 110,43 20,465 14,93 168,59 17,03 90,68 59,32 1,78 112,78 81,05 59,38 12,447 5,87 Frankfurter Getreidebörse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers"^ Frankfurt a. M., 24. März. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer, 27 Ulf.; Roggen, inländischer, 17,75; Sommergerste für Drau- zwecke 21,50—24; Hafer, inländischer, 19,50 bis 21,75; Mais (gelb) 17,50—18; Weizenmehl, inländisches, (Spezial 0) 40,25-40,75; Roggenmehl 26,50—26,75; Weizenkleie 9,40—9,50; Roggen- ffeie 10,25 Mk. Tendenz: etwas fester. Berliner Produktenbörse. Berlin, 23. März. 2m Gegensatz zum Vormittagsfreiverkehr eröffnete die amtliche Pro- dmtenbörse in ziemlich fester Tendenz. Die neuer- j'Aen Preisermäßigungen an den nordamerikani- schen Börsen und auch das schwächere Liverpool treten gegenüber dem recht geringen Inland- ma tert al wiederum in den Hintergrund. Rach- ca9«t« » Reizen und Roggen hält unvermindert 1 an. Effektive Ware behauptet den Vortagsstand, ! wahrend^im Lieferungsgeschäft auch heute wieder der Marztermin durch ziemlich beträchtliche Deckungen nach oben gerichtet wurde. März- Wessen Sog 1 Mark und Marz-Roggen 2 Mark an. Gerste und Hafer stehen weiter in sehr schwe- rent Geschäft, da greifbares Material bester Art nur sehr spärlich angeboten und in den Forderungen festgehalten ist. Von Mehl Weizenmehl nnigeseht, Roggenmehl ziemlich still, Futterartikel vereinzelt etwas mehr gefragt. Es notierten pro Tonne: Weizen (märk.) 258 bis 262 154.25 in 129.25 129 124,75 103.5 6.62 84 55 41,5 86,75 89,25 104 128 133.5 34,12 14,25 76.9 80.75 84,5 144,75 144,5 I 76,5 ! - 97* 91* 87* 113,2* 50,75 47,25 4,188 17,01 109,87 20,365 14,85 167,75 16,95 90,22 59,02 1.74 112,22 80,65 59,08 12.887 5.83 74 90,4 133 76,75 77,9 97,25 92 86,25 114,5 51 49,62 86,5* 114,5* 50,5 103.5 6,75 0.041 85,25 55.75 40,75 86 90,5 104 129.5 135,5 34,9 44,8 78 81 86 57 145 145,25 46 93,75 74,62 90 132,12 78 74.75 78,5 109 97 | 91 85 87,5 115,1 52,25 49 30 36 109 97* ^^LrErfrei und steuerpflichtig ist, inwieweit Arknähigungen der Steuer eintreten können und hinsichtlich des Existenzminimums. Diese die Steuerpflichtigen hauptsächlich interessierenden gen sind in den „Steuerabzügen" sowohl für das Einkommensteuer- als auch für das Körperschaftssteuerrecht ausführlich behandelt und lassen sich ohne irgendwelches Studium der Gesetze durch einfaches Ablesen aus dem alphabetisch angeordneten Stichwortverzeichnis beantworten. 149 _ Stnen gut ausgewählten, reichhaltigen Stoff, der auch den Laien in vielen Teilen int er- essieren durfte, bringt der neue Heger (Heft 12). 21uj8 dem Inhalt des Heftes möchten wir dies- mal empfehlend herausheben die von Schenook er- ^-^.^"^ugoerlebnisse an der Westfront 1916 17“ - Abhandlung von Schnalke. „Einiges zur Dachs» iagd . und den lesenswerter Aufsatz von Lenski über den Höckerschwan auf dem Lüptowsee. Fortgesetzt ist der Artikel „Vom Elch, Schneehuhn und anderen" (Graf Schmiling); aus dem kynologischen Teil sollten die Ausführungen von Friedrich über „Verdorbene Hunde" beachtet werden. 90,6 i132,5" 128,25 I 82 121.5 1 124,7 ®. n4rl sgz 0 J’ei*00! für &5*** & *#5 <®/o Zolltürken ^/o Solbmerifaner ... . Berliner HandclSaesellschast Commerz, und Pttvat-Bank $ arm ft und Naiionalbank Deutsche Baut Deutsche BereinSbank . . . . Disconto Lommandst Melallbank. . . . . . Mitttldcursche Kreditbank. Oesterretchtsche (Kreditanstalt Westbonk Bochumer Grrtz ..... VuderuS ........ Caro . . Deutsch-Lnxemborg .... «Gelsenkirchener Bergwerke. Harpener Bergbau . . . Kaliwerke «scherSleben.... Kaliwerk Westeregeln .... Louradüue . ...... Oberbedarf . ........ Phönix Bergbau Rdcimtahl ...... •Riebetf Montan ..... Delius Bergbau Hamborg.«merika Paket. . . Norddeutscher Llovd Lheramtsche Werke Slbtn . . -icmcntwerk Heidelberg . . Pdilchp Holzmann Anglo-Tont-Guano Chemische Mavcr Alapin . Z- G <^arbentndustrie, A.-G. Goldschmidt Holzverkohlung ...... RütgerSwerkc Echetdeanstalt «Hfl. EiekkrtzttätS-Gesellschaft Bergmann ..... Mainkrattwerke Schocken ...... Siemens & HalÄk» ..... «dlcrwerte Kleyer ..... Daimler Motoren. ..... Heyligenstaedt ....... Meguin. Motorenwerke Mannheim . Frankfurter Armaturen . . Konservenfabrik Braun . . Metallgescll chast Frankfurt. Pct. Union A.-G Schuhiabrik Herz . . . . . Sichel Zellstoff Waldhof ...... Zuckerfabrik Frankenthal .. Baderfabrtf Waabäusel . . . * Dis Mannheimer Stadtanleihe überzeichnet. Das Konsortium der Frankfurter Banken, das die Sprozentige Mannheimer Stadl- anleihe übernahm, teilt mit, daß diese ausverk.auft und die Zeichnung geschlossen sei. * ZurVerschmelzung der süddeutschen Zuckerfabriken. Wie aus Aktionärkreisen verlautet, beabsichtigt die.Minderheit der Aktionäre der Württembergischen Zuckerfabriken in Heilbronn und Stuttgart, den Antrag auf Bestellung gerichtlicher Revisoren zu stellen. Sie ist außerdem bemüht. 25 Prozent der Stimmen zusammenzubekommen, um den Fusionsvorschlag unter der Führung Franl'ntthals und Waghäusels zu Fall zu Dring: n. Begründet wird das Bestreben damit, daß Francenthal und Waghäusel ihr Friedensabsatzgebiet verloren haben, während die Zuckerfabriken Heilbronn und Stuttgart infolge ihrer zentralen Lage schon wegen der viel wertvolleren Grundstücke einen erheblich sichereren Wert darstellten. Bei der geplanten Fusion bestehe auch in Zukunft die Möglichkeit, dah Stuttgart und Heilbronn eines Tages von der Fran- kenthaler Direktion einfach stillgelegt und verkauft werden können. Die Minderheit besitzt bereits zehn vom Hundert des Aktienkapitals. Dorfen korke. Darmllabt IUK6«*1* 1 redner der Recht- Haben; er verOr mit dem tourtt6 ist der Steuer LÄnS Pei Erwähnung c Aedner auch übe- mer, wonach für 1 Mtschastlichen - verlangt werden. « dies nicht in ‘5* Rechten des Hau! des Redners veri vteuerwcsens. Wg. Dr. trage seiner $ar fvrderungen des ein Aegieru stehenden fi nichts ändern gegenwärtigen @ii verwerflich. Der - des Freiherrn Do; lautet: Der da dah sich viel kein Führer, | Weiter weih der' wo teilweise diese!! wären. Dedaue steuer nicht na Ministers Deinhr Desser wäre es beibchasten Word legungm verteidij Finiuyminißers. öonöersteuer in der Art, wie resvrmäedürf Wg. Kindt der groben Qlot: sainmcnsteheii mü gcgnen; aber fa Aeichssinanzmmih, Mrs angegriffen, bei der bisher Heller Zusa werde. Hin im l-cher Dünger "andvirtschas Jcröcn könnt Ernkmmensleuerzus KM nicht erhob Aon zu viel 6tei Mer Landtag nid ,eit aufbrinaen I werden. n» rrW ®Qlm Ummg der fin Untergang der bü jA Dr Ar Ken. M Adg W n'cht einmal "Mngen des A» lafhm9 dn Landv eine^lrdent Äonate diese habe Mer n J sw bebaul^die ^ctnun; Dru bauerljl sonders'!?' ®tat nur . n q i ,n Va.ba^tni U %qUe Wettervoraussage. ' Heiter bis wolkig, zurückdrehende Winde, etwas milder, stellenweise bereits leichte Schauer sonst vorwiegend trocken. Der von Finnland südwestlich oorstoßende Wirbel hat an Starke und Ausdehnung gewonnen. Wir ! liegen zur Zeit noch in einem Zwischenhochgebiet, kommen aber mehr und mehr unter den Einfluß Des finnischen Wirbels in ein Gebiet nordwestlicher Luftströmung, das eine leichte Erwärmung, aber auch zunehmende Niederschlagsneigung bedingt, Er- suieiimngen, die jedoch nur vorübergehender Natur .Gestrige, Tagestemperaturen: Maximum: 6,2 Gr. Celsius. Minimum: Minus 3,6 Grad Celsius. Heu- tige Morgentemperatur: Minus 1,9 Grad Celsius. Rundfunk-Programm deS frankfurter Senders. (Aus Der „Radio-Umschau".) Donnerstag, 25. März. 3'3°. brs 4 Uhr : Stunde der 3itgenb: Herz'ge ®efd)tc&te von hei.igen Pflichten, vorgetragen von Mittelschullehrer W. Klöppel (für Kinder I ^bre ab) 4^0 bis 5.45 Uhr: Konzert oes Hausorchesters: Treue Tanzmusik. 5.45 bis 6.!0 Uhr: Die Lesestunde: Aus den „Briefen aus der französischen Revolution" von Retif de la Bretonne. 6.15 bis 6.45 Uhr: Uebertragung ^.Kassel: „Streifzüge durch das Paris der 3n« Uanon , Vortrag von Redatteur Paul Wiesnet. 6.4o bis 7.15 Uhr. Stenographischer Fortbildungskursus für alle Systeme (Diktat von 80 Silben aufwärts). 7.15 bis 7.45 Uhr: Italienischer Sprachunterricht. 8.15 bis 9.15 Uhr: Heber- tragung von Kassel: Kasperl wird reich. 915 bis 10.15 Uhr: Ludwig van Beethoven. An- schstetzend bis 12 Uhr: Uebertragung von Berlin' Tanzmusik der Berliner Funkkapelle. ttmerttanifdje Role» ..... Belgische Noten ...III. Dänische Noten ...... Englische Noten ....... Französische Note» .... Holländische Noten .... Italienische Noten ' Norwegische Noten Deulsch-Oesterr.,4100 Kronen Rumänische Noten Schwedische Noten ..... Schweizer Noten ..... Svanische Noten * Tschechoslowakische Noten .. Ungarische Noten . *. Wirtschaft. Der deutsche Auhenhandel im Februar. Die deutsche Außenhandelsbilanz ist auch im Februar, tot? in den beiden Vormonaten, aktiv. Der Ausfuhrüberschuß im Februar beträgt insgesamt 67 MUl. Rm., im reinen Warenverkehr 121 Mill. Rm. gegen 87 Mill. Am. im 3anuar und 36 Mill. Rm. im Dezember. Die reine Waren einfuhr im Februar zeigt gegenüber dem Vormc-nat, der schon einen seit September 1924 nicht wieder erreichten Tiefstand aufwies, ein weiteres Absinken um 46 Mill. Reichsmark auf 662 Mill. Rm. Damit liegt die Einfuhr um 274 Mill. Rm. unter dem Monatsdurchschnitt von 1925 (1036 Mill. Rm.). Der Rückgang gegenüber dem Vormonat ist auf die weitere Verminderung der Rohstoff- einfuhr zurückzuführen. Der unbedeutenden Zunahme der Lebensmitteleinfuhr (um 3 Mill. Reichsmark) steht eine entsprechende Verminderung der Fertigwareneinfuhr gegenüber. Bei der Ausfuhr sind im Februar gegenüber dem Vormonat nur unbedeutende Veränderungen festgestellt. Die Ausfuhr insgesamt ist etwas ahgeschwächt (um 12 Mill. Rm.); und zwar ist die Ausfuhr von Fertigwaren um 4 Mill. 7 Reichsmark, die Ausfuhr an Lebensmitteln (vor allem an Weizen und Roggen) um 16 Mill. Rm. zurückgegangen. Die Ausfuhr an Rohstoffen ist dagegen (um 8 Mill. Rm.) gestiegen. An sich ist es durchaus erfreulich, dah die Handelsbilanz eine steigende Aktivität aufweift, wenn diese durch eine Steigerung der Ausfuhr herbeigeführt worden wäre. Seiber hat sich auch die deutsche Ausfuhr gegen den vorigen Monat verringert, so dah der größere Ausfuhrüberlchuh lediglich durch geringere Einfuhr entstanden ist. Der Rückgang der Einfuhr ist zunächst auch noch kein ungünstiges Zeichen, denn bekanntlich hat Deutschland in den letzten Fahren viel zu viel unnütze Dinge eingeführt, und auch solche Waren wurden, weil sie im Auslande billiger waren, in großen Mengen eingeführt, die ebensogut in Deutschland hätten hergestellt werden können. Ein bedenkliches Zeichen für unsere Wirtschaft ist es jedoch, wenn die Handelsbilanz für Februar feststellt, dah die Verringerung der Einfuhr um 46 Millionen Mark hauptsächlich auf eine weitere Verminderung der Rochstoffein- fuhr zurückzuführen ist. Verringerte Rohstoff- emfuhr bedeutet für Deutschland verringerte Exportmöglichkeit, denn die Rohstoffe für untere Ausfuhrartikel müssen wir in der Hauptsache vom Auslande beziehen. Die verringerte Rohstoffeinfuhr wird sich erst hl den Exportziffern der nächsten Monate auswirken, bcnn die gegenwärtige Ausfuhr wird noch mit Rohstoffen hergestellt, die in früheren Monaten emgefübrt wurden. Hoffentlich ist die verringerte Rohstoffeinfuhr nicht ein Anzeichen dafür, daß die deutsche Industrie den Export einzuschränken gezwungen ist, weil er bei einer großen Anzahl von Waren infolge der hohen deutsch«! Produk- ttonskosten schon lange nicht mehr lohnend ist. * * Der Abschluß der Preuhischen Staatsbank. Das Teschästsfahr 1925 der Staatsbcmk (Seehandlung) hat ohne Berücksichtigung der Abschreibungen für die aus bem Zahre 1924 stammenden Kreditverluste einen Gewinn von 11,4 Millionen Reichsmark erbracht Dieser Rei^ewinn reicht jedoch, auch unter Einbeziehung der Rücklagen von drei Millionen Reichsmark und des rückgestellten Reingewinns des Jahres 1924 von 4,8 Millionen Reichsmark nicht zur Tllgu.ig des Verlustes von 23,8 Millich neu Reichsmark aus. Daher wird der verbleibende Verluste von 4,6 Millionen Reichsmark auf neue Rechnung vorgetragen. Platte oder auf beet Veuchtschirm sichtbar gemacht wurden. Mehr und mehr werden die Röntgenstrahlen jedoch auch zu Heilzwecken, ins- vesondere z. B. zur Zerstörung krankhafter Geschwülste im Körperinnern, verwendet. Hierbei ist es nötig, sie genau zu bemessen, damit einerseits eine genügende Wirkung erzielt wird, andererseits aber Schädigungen des bestrahlten Körpers vermieden werden; man muß sie also messen. Die Physikalisch-Technische Reichsanstalt in Charlotteichurg hat zu diesem Zweck eine von ihr als .Röntgen" benannte Strahlenein- heit aufgestellt und auch ein Gerät für die Messung nach dieser Einheit geschaffen. Daß die Röntgenstrahlung eine wachsende Bedeutung für die Äntersuchung des Gefüges der Baustoffe haben, da sie die im Innern der Stoffe vorhandenen, die Festigkeit beeinträchtigenden Fehler und Ungleichmäßigkeiten erkennen lassen, ist wohl allgemein bekannt. Ihre Wichtigkeit auf diesem Gebiete leuchtet ein, wenn man bedenkt, welcher hohen Beanspruchung die Teile unserer neuzeitlichen Maschinen und Bauwerke wegen der zur Erzielung der höchsten Wirtschaftlichkeit notwendigen möglichst geringen Bemessung der Quer- fchnitte usw. genügen müssen. Kirche unb Schule. )( Stockheim, 22. März. Unter dem Vorsitz von Dekan Schäfer- Büdingen fand hier eine auch von anderen Dekanaten sehr gut besuchte gemeinsame Konferenz der Dekanate Büdingen und Nidda statt. Im Mittelpunkt der Tagung stand ein Vortrag des Prälaten D. Dr. Diehl- Darmstadt über die „W eltkonferenz für prakti sches Christentum in Stockholm". Da der Vortragende als Abgeordneter der evangelischen Landeskirche Hessens persönlich fast alle Versammlungen der Konferenz mitgemacht und die meisten der Vorträge angehört hat, konnte er die Pfarrkonferenz interessante Einblicke sowohl in die Vorbereitungen, als auch in den Verlauf der Konferenz und ihr Ergebnis tun lassen. Mit einem Ausblick in die Zukunft der Konferenz und mit dem Hinweis, daß die Kirche wieder mehr öffentliche Macht werden müsse, schloß der Redner seine Ausführungen. In der anschließenden regen Aussprache gab Prälat D. Dr. Diehl auf alle Fragen Aus- fünft. frankfurter Börse. -Die Ford Motor Company, ihre lEigener Drahlbench' deS ..G'eßeuer Anzeigers" ! ;?nZ>d&rC schildert Emil Der* heutiae Zcnben3; Fest, den, trotz des umfassend^ statistischen^AppE^ Der heutige Börsenverkehr eröffnete in etwas nie trockenen Buche, das bei dem hohen Znter- Mtiinn™ Stimm un g'.da die Glatt- esse unserer Gegenwart für wirtschaftliche Fra- JjnSXnhJn 6PiCm atlOn' b'e ,m $inb lrf aur Jen gen gewiß viele Leser finden wird. (Verlag Paul bevorstehenden Ultimo vorgenommen worden List in Leipzig) 74a roaren, eine Einschränkung erfuhren und fast zum - S t e u e'r a b z ü g e. Was kann bei ber otjUftanb gekommen sind. Das Geschäft verlief aber Einkommensteuer und Körperschaftssteuer ab- ?n05 roieber unsicher und bewegte sich an den gezogen werden? älnentbehrliches Rachschlage- Aktlenmarkten in engen Bahnen, obwohl die innen- buch, enthält alle statthaften Abzüge in alpha- und außenpolitische Vage infolge des für die beut- befischet: Reihenfolge zum Ablesen eingerichtet und englische Regierung günstigen Verlaufes sowie eine Anleitung zur Erlangung von Steuer- der Parlamentsabstimmungen bezüglich des Schei- ermäßigungen. Fünfte Auflage neu bearbeitet ierns der Genfer Konferenz wieder optimistischer von W. Stern Rechtsanwalt ' beurtetU wurde. Sie SpetuMon ist bestreb,, an. Spue.h & S. Win W Wien? -Das .ges'chts der bevorstehenden mehrlagigen Unter- Einkommen- und Körperschaftssteuerrecht' ist durch brechung durch das Osterfest größere Engagements die Gesetze vom 10. August 1925 zu einem Nicht einzugehen und beschrankt sich bei ihrer Tätig- Abschluß gelangt. Gegenüber der bÄhettaen G^ kett auf Spezialitäten, die allerdings lebhafter um- sehgebung enthalten die neuen Gesetze wesent- gejefct wurden Stärkeres Interesse beanspruchte liche Aenderungen auch hinsichtlich der Fragen wieder einmal der Pfandbrief markt, dessen welche Abzüge vom Einkommen^gestattet^ & Werte erneut anziehen konnten. An den Aktien- «.-----,.. H„|tattet. 'inP» Märkten konnten die heutigen Befestigungen nur die gestern eingetretenen Verluste ausgleichen. Schiffabrtswerte waren ziemlich begehrt. Nordddeutscher Lloyd konnten um 3 Prozent höher gehen, mährend Hapag unverändert blieben. Die Erholungen am Montanmarkt betrugen etwa 1 bis 1,5 Prozent. Chemiewerte waren um i bis 2 Proz. erholt. Auch für E l e k t r 0 a k t i e n war die Stimmung etwas freundlicher, ohne indessen kursmäßig eine Auswirkung erkennen zu lassen. Bankaktien waren weiterhin befestigt. Höher wurden Darmstädter, Deutsche Bank und Disconto- gesellschaft, während Berliner Handel einige Prozent einbüßten. Am K a s s a m a r k t der Jndusfriepapiere war es etwas ruhiger, doch konnten sich für einige Spezialpapiere neue Steigerungen einstellen. Unter anderen waren Schuhfabriken weiter gefragt und höher. Der heimische Anleihemarkt wurde weniger beachtet. Preußische Konsols gaben weiter nach. Ausländische Renten waren durchweg etwas stärker abgeschwächt, besonders Türken. 9m Freiverkehr konnte sich das Geschäft etwas beleben. Becker Stahl 46, Becker Kohle 53, Benz 50, Brown Boveri 70, Entreprise 10 «Growag 56, Krügershall 97, Ufa 49, Ufrn 70 Prozent. Der weitere Verlauf der Börse brachte bei etwas gesteigerten Umsätzen für eine Reihe von führenden Wer- ten wettere leichte Steigerungen, wobei besonders daraus hingewiesen wurde, daß die Funktionen, die . gestern auf Rechnung eines Berliner Spekulanten 1 durchgeführt wurden, sich nicht fortsetzten. Am Geldmarkt zeigte sich etwas größeres Angebot, so daß wieder eine Verbilligung der Sähe eintrat. Tagesgeld hörte man mit 5,75 bis 6,50 Proz. Industrieakzepte 57/9 Prozent. Dem Devisen g e s ch ä f t brachte ein neuer Sturz des fran- zösischenFranken eine stärkere Belebung. Die Pfundparität stieg auf 139,30, d. h. 14,25 Pfennig für einen Franken. Auch Brüssel lag wieder sckwächer. Die Pfundparität zog auf 121,25 an gegen gestern 119,75. Berliner Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) tohtJ? V 11 'k ONirz. Die schon während der ™ stark zuruckgegangene Geschäftstätig. kettlies; auch heute weiter nach. Die Zurück 153,9* 111,5* i129.4* 1129,2* 124,5* 103,5* 6,75 83' 55,12 44 87* 88,62* 103,1* 128 130,25 34 44 76,9 80.25* 80,62 I 145* 1146,1* Haltung der Börse war kaum noch steige- | Roggen (märk.) 158 bis 163, Sommergerste 168 rungssähig. ütc schastte ui ver ersten Börsen- bis 192, Winter- und Futtergerste 138 bis 152. stunde eine Stille, wie man sie selbst in den Hafer (märk.) 163 bis 172; pro Doppelzentne? dunkelen Tagen des vergangenen Zahres nicht Tveizenmehl 33 bis 36,25, Roggenmehl 22 75 gewohnt war. Die Provinz und das Ausland bis 25, Weizenkleie 10,25 bis 10,50 Roggen- fehlten mit Aufträgen, während die Spekulation kleie 9,30 bis 9,50, Viktoriaerbsen 25 bis 31 im Hinblick auf den bevorstehenden Quartals- kleine Spei'eerbsen 23 bis 25 Futtererbsen 19 termin eher gcnngt toar, ihre Engagements zu bis 21, Peluschken 20 bis 21, Ackerbohnen 20 bis verringern. Dieses Bestreben wurde durch die 21. Wicken 23 bis 25,50, Lupinen (blau) 11 50 'uehr^gige Osterunterbrechung der- bis 12,50. Lupinen (gelb) 14 bis 14,50, Terra- stärkt. Sehr ungünstig wirkte sich außerdem der delle (alt) 15 bis 21 Serradelle (neu) 26 bis 90 deute früh eingetretme weitere Franken- Rapskuchen 14,50 bis 14,70, Leinkuchen 18,40 üur3 au?. Wechselkurs London- bis 18,60, Trockenschnitzel 8,60 bis 8,80, Sota- Paris erreichte einen Stand von 140 und schrot 18,60 bis 18,90, Kartoffelflocken 1380 damit einen neuen Rekordtiefkurs. Das I bis 14. ’ Kursniveau gestaltete sich nicht ganz einheitlich, die führenden Terminwrrte lagen zum größten Teile schwächer. Während der ersten Stunde ent» I Büchertisch. wickelte sich am Schiffahrtsmarkte eine - ' : , , etwas regere Geschäftstätigkeit, da die Speku- .5-; rf; ?® ^.e"übe n der lation diese Papiere nach den gestrigen Kurs- nnkoH-C ^."sichten gründlich ge- verlusten zurückkcuifte und Baisse-Ab^abeu ein- rUJer^Uf T”6?*4 deckte. Rorddeutscher Lloyd waren bevorzugt und n?? ‘ veranlaßt durch sein »Tierleben" im Kurse um einige Prozent heraufg setzd Don ^LfÄchen Vorgänge bei Tieren stark Der- dieser Bewegung wurden noa) einige Spezial- ^n dieser' AnsiÄ nb^^b^ Papiere ergriffen. Die leichte Geldmarkt- naTüklrch dadurch tage regte etwas an, so daß bei der immerhin Maschine zu stempeln. Diese-r widerstandsfähigen Lenden.; auch einige Kurs- bekannt^ KÄ?J>en 2Dc-ttat erhöhungen in Erscheinung traten. Am Geld- girrsfoftnr e*au^ diesem Gebiete, markt beurteilt man die voraussichtliche Ge- Zoologischen staltung des .Ultimos etwas zuversichtlicher, da §3?5Aufsatz in man annimmt, daß die staatlichen Institute zu tiS. 1 w 6 . ^®er6‘ Protongationszweckcn reichliche Geldmittel zur Verlm W 35). Lleberaus Verfügung stellen werden' Air Tagegeld war L* übr ge der Satz unverändert niedrig mit 41/0 bis 6 Proz Adltsä^ift, sowohl was den wissen- Monatsgeld 6 bis 71/» Proz “ 5 ^ustlichen als auch sportlichen und unterhalten- " | oen -e,eu öetrij jt. Frankfurt a.M. Berlin Schtu,• Kur» 1-Ucr. Aur» Lchiuh. ^Anfang «ur» 1 ■ - ■ DEM: | 23. 3 24.3. 23 3 24 3 5y. Demiche RktchSanlethe <% Deutsch? RrichSanleihe 0.394 0.390 0.395 0,39 — 0,3775 0,3775 37,% Deutsche Retchsanletüe 0.390 __ 0,375 0,3825 3% Deuyche ^tcichsanleihe 0.450 _ 0.475 Deuttche Svarvramienanlcthe 0,238 _ 0,2325 _ <% Prrußtschc ÄonfoLS ■ . . 4° , Hessen ..... . 0,375 0,37 0,37 _ 0,370 0,365 _ 3'/»% Heffea......... 3% Hemn........... — — _ 0.355 Deutsche @ertb. Dollar-Snl. 100 95,5 dto Doll -Schav-Lmretillg.*! 99,6 — 99,8 — 23 Mär,. 24 März. Amtliche Noti rnnq fflcfb । Bries Amtliche Notierung Geld i Brief Hmft-.iHoti Buen.-Aires Brss. Amw Chriittnnia. Kopendagen Stockholm . Helfingfors Italien. . London. . Neayork . . Part«. . . Schweiz . . Spanien. Japan . . . Wo de Jan Wien in D-- Ceft. abgcst Praci ... Belgrad . . Budapest. . Bulgarien Lissabon Danttg. . Konstantin. Alben Canada. . . UnionaU . . 168,11 1,634 17,04 90,49 110,16 112,49 10,555 16,87 20,395 4,195 14,705 80,76 59,10 1,807 0,608 59,15 12,419 7,38 5,875 3,03 21,325 80,88 2,13 5,65 4,18 4,255 Bc 168,53 1,638 17,08 90,71 110,4-1 112.77 10,595 16,91 20,447 4,205 14,835 80,96 59,25 1,911 0,610 59,29 12,459 7,40 5,895 3,01 21.375 81,08 2,14 5,67 4,19 4,265 m tn 0 te 168.14 1,633 16,81 89,71 110,09 112,51 10,554 16,86 20,399 4,195 14,615 80,73 59.10 1,908 0,606 59,16 12,418 7,38.» 5,875 3,03 21,325 80,89 2,13 5,65 4,18 4,245 n. 160,56 1.637 16,85 89,93 110,37 112,79 10,591 16,90 20,451 4,205 14,655 80,93 59,24 1,912 0,608 59,30 12,458 7,405 5,895 3,01 21,375 81,09 2,11 5,67 4,19 4,255