ÄS l*Un9, kratze t2, ®keij Mn Ä" lit kllich!,!! Ml« "Ws«?«* '0(t die Auch^m^'S' EZr lin8«-e&‘$? »ms. eL ,bel*u’^"8 ünn, Wachen iqir - LNlungM IoW ßiktatur L £ 6t?ri[ität 'beh JSRM «»bet. an^lbtm9t' un‘« Eel kpeiiMnten mil ^suchen, die dm 2"' iüt kr $ Ton AMf M ^92. lTerlag M Ganzleinen S M mmlung von 493 Sei- * Zeiten, bei ben S&riltentum Wy warm. So W isH . Zeichen, bhzan- • Koisemioiwgrannne, üö Steinmetzen’, arten, chrifüiche Zei- 1 den frühen Grund- e in die ÜrgesMe Ein Geheimnis birgt r dem Eingeweihten )t noch heute hinter mtagranm aus |rüb* nogramm Justinians > die Hauemarlen der 1 ■ Zeichen Hans Lachs sches ö/einnietgcichen Heute ben ßlaubtn n - allemti wer- Lee vrewe^dre. 6k ,t\i zu sammeln und , dieses Buches. Bei I entnommenen Zeichen chilicher Treue Nr- inerlannte Fachleute e wertvolle Beiträge 5 Buch keine gelchr- )ll im Sebrouch des d beruflichen Lebens 3n diesem Sinne ist nli(b gehaltenen Wette mg zu wünschen D a l d, i.Ieyers Mse- 76 W 22 Ratten, htcn. Preis rnLerm ii JubiläumsM oe- den Bibliograph'^ icn soeben in der ners Aeifebucher h 1 nördlich.^ sten bis Ctsench « Borland vom «w einem 2lusA i ist gegen cne M ,d gründlich mswerte Derbessc^ SS 8 7,ö c ‘»'Sn - de?E L jl >er Begle't ^en BeroK^' »eu9D&# rkung/^^ipM SM ^p"§Ä ä ®a4i°S & Ä f»1 t. «"* Wfiin” V taiw1. Nr. 225 Erster Blatt 176. Jahrgang Donnerstag, 23. September 1926 Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Schalle. MonalS'Bezugspretr: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Richter« scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. Gicheuer Anzeiger General-Anzeiger für Oberhesten vriick und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Zleindruckerei R. Lange in Siehen. §chrift!eitung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7. Annahme »on Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Re- Klameanzeigen van 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20°/, mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumfchein; für den Anzeigenteil i. Dertr. H. Beck, sämtlich in Gießen. Die italienische Sphinx. f Don unserem römischen ^-Korrespondenten. s Rom, Ende September. 3n der Nacht zum 18. September buken die Bäcker graues Brot. Es war ja schon lange angekündigt, aber man hatte doch nicht so recht daran geglaubt. Cinheitsbrot! Einheitsregierung, Einheitspartei, Einheitspolitik, Einheitspreise. Die Bereinheitlichung ist das Brot der Revolutionen, warum soll die faszistische eine Ausnahme machen? Gewiß, der Romane hängt inniger, als sich das ein Nordländer vorstellen kann, an seiner schneeweißen Krume, aber was tut man nicht alles dem Vaterland zuliebe? ilnö das Einheitsbrot ist gut, ist für eine deutsche Zunge weit schmackhafter als der oft fade Papp von gestern, immerhin — sogar die Regierungspresse wittert bereits einen Mangel an Dauer. Sie kennt ihre Pappenheimer. Schon hat man Eisenbahnwagen voll Dreckzeug, das zur Streckung — 17 Prozent Beimischungen sind vorgeschrieben — dienen sollte, Reisschalen und gemahlene Kokosrinde, beschlagnahmt. Und dann dieses Wort, dieses gründlich verleidete Wort bigiol Bigio heißt grau, im besonderen jenes Grau, das nach Gemütsverstimmung, Novembernebeln, Einschränkung und Ersatzmitteln riecht. Pane bigio — es schmeckt nach Krieg. 3n der gleichen Nacht, acht Tage nach dem Attentat vor der Porta Pia, wurden die Bürger zu Tausenden aus ihren Betten geholt und ins Gefängnis überführt. Zu Wertausen- den häuften sich die persönlichen und Hausdurchsuchungen. Ein amtlicher Bericht gibt allein für Rom für diese und die vorhergegangene Nacht über 9 0 0 Verhaftungen und die doppelte Zahl von Haussuchungen zu. Der neue Polizeipräsident, der nun für die Sicherheit Mussolinis verantwortlich ist, greift rücksichtslos durch. Aber auch in der Provinz schlafen die Präfekten nicht. Man hat das kleine Nest, wo der Granatenwerfer das Talglicht der Welt erblickte, förmlich umgestülpt und seine ganze Familie nach Rom befördert. Es gibt in jener Gegend viele politisch eindeutige Gestalten und viele Kerle mit Mutterwitz darunter. Der Verhörrichter könnte darüber sicherlich manches erzählen. Anarchist? Aber gewiß bin ich Anarchist — wie es Mussolini auch war. Vorbestraft? 3a — aber nur achtmal. (Mussolini sah elsmal im Gefängnis.) 3n der gleichen Nacht wurde der schwarze Tag der Börse geboren. Es läßt sich beim besten Willen auch in der Einheitspresse nicht mehr verheimlichen. Von Krach und Zusammenbruch, von Niedermähung der Staatspapiere wie der Aktien ist da die Rede. 3n anderen Ländern stiegen die Aktien, wenn die Valuta fiel. 3n 3talien fallen sie, wenn die Lira steigt. And wenn die Lira sinkt, fallen sie auch. Favoriten, wie die Banca Commerciale. gingen seit der Dalutaheberei von rund 1500 auf rund 1100 zurück. Kleine Banken krachen in so beängstigendem Mähe zusammen, dah die Regierung ein Danküberwach ungsgeseh, ein Schuhgesetz für die kleinen Sparer, herausbrachte. Die Presse bemüht sich nach Kräften, den Mtienschwund als natürliche Folge der Deflation und Deflationskrise als Gesundhcitskrise und die Krise als günstiges Omen für die Lira- besserung zu erklären, bringt aber auch Leitartikel, aus denen man erfährt, wenn man es schon sonst nicht hören darf, daß hinter den Kulissen ein mißgünstiger Chor sein „Rhabarber, Rhabarber!" murmelt. „Aus jenen Kreisen des Müßiggangs oder der Geschäfte dringt zu uns das Echo und Gemurmel absolut unbegründeter und phantastischer Gerüchte, heimlichen Geflüsters und Getuschels über die verschiedensten Dinge. Flausen, die erheiternd sein könnten, wenn sie nicht gefährlich wären ..." Dieselbe Presse beklagt sich auch, dah merkwürdigerweise jedesmal dann, wenn die Lira steigt, die mitgestiegenen Haushaltpreise — ha, sie hätten ja eben nicht mitsteigen sollen, sondern in analoger, reziproker, arithmetischer Weise herunter gehen. Sie tun das aber nicht. Sie kleben. Sie haben ihre eigene Rechenkunst. Woraus sich ergibt, was bigio schmeckt, nach Teuerung und Krieg. älnd noch manches andere wäre zu erwähnen, die nicht an ihrem Bestimmungsort eintreffenden Briefe und Zeitungsartikel fremder Korrespondenten, die in Rom gänzlich unbeEannten Zusammenstöße zwischen Farinaccianern und Mussolc- niste'n, die Kundgebungen vor französischen Konsulaten, Pariser Proteste und derlei Neuigkeiten, von denen nur erfährt, wer ausländische (gelegentlich mit achttägiger Verspätung und Zensurstempeln eintrefsende) Zeitungen liest; Zwischenfälle, allerhand „kritische Zeichen erster Ordnung" könnte man erwähnen, um aber dann doch zu "einem Schluß zu kommen, der manchen Leser verblüffen muß. Trotz alledem herrscht nämlich in ganz 3talien — und wenn es noch so amtlich klingt — eine beneidenswerte Ruhe und Heiterkeit. Der wäre schlecht beraten, der sich durch ängstliche Erwägungen von seiner Fahrt nach dem Süden abhalten ließe. Die Züge verkehren pünktlich, in den meisten Gasthöfen lebt man noch weit billiger als jenseits der Alpen, in den Geschäften ist alles zu haben, was das Herz begehrt, und das Volk ist noch genau so liebenswürdig und zuvorkom- nrend gegen Frenrde wie je. 3n Strömen flieht der gelbe Wein in den Arbeitervierteln, Kurbelklaviere u»d Trichtrrgrammophone überschreien sich mit Valencia und Königshymne und Piavr- marsch und Giovinezza! Wenn die berühmte „dumpfe Gärung" da ist, so verrät sie sich wenigstens durch keinen ßaut, unbehelligt tarnt der Stresemanns Rückkehr aus Genf. Genf, 22. Sept. (£11.) Außenminister Dr. Stresema nn speiste heute mittag bei der belgischen Delegation. Hierauf begab er sich mit den Herren seiner näheren Umgebung nach Montreux, wo sich seine Gattin zur Zeit befindet. Dr. Stresemann wird heute hinter Lausanne den D-Zug besteigen, der kurz nach 5 Uhr Genf verläßt und Donnerstag nachmittag in Berlin eintrifft. Kurz vor seiner Abreise von Genf empfing der Minister noch einmal die in Genf anwesenden Pressevertreter aller Nationen. Er erklärte, daß er gekommen sei, Abschied zu nehmen, da er nach Berlin zurückkehreit müßte, wohin ihn die Einberufung des Ministerrates, früher als beabsichtigt, rufe. 3ch bin in den letzten Tagen über meine Genfer Eindrücke vielfach gefragt worden. 3ch mache kein Hehl daraus, daß es Eindrücke der Genugtuung sind. Das gleiche glaube ich auch für die anderen Mitglieder der deutschen Delegation sagen zu können. 3n allen Fragen, die unS beschäftigt haben, ist die deutsche Delegation stets einer Auffassung gewesen. Daraus mögen Sie die Gewähr entnehmen, daß die von uns verfolgte Politik sich stützen kann lauf die große Mehrheit des Parlaments und darüber hinaus, aber besonders auf die große Mehrheit des deutschen Volkes. 3ch habe es abgelehnt, in der Beurteilung der Wahlen zum Völkerbundsrat von deutschfreundlichen oder deutschfeindlichen Völkern zu sprechen. 3ch habe empfunden, daß diejenigen Unrecht haben, die davon sprechen, dah der Völkerbund der Ausdruck sei von M ä ch t e l o n z e r n e n, die ihn vollkommen beherrschen. 3ch muß jedoch noch Gelegenheit nehmen, zu einigen Gerüchten Stellung zu nehmen, die hier gerade in 3hren Kreisen sich gellend gemacht haben sollen in bezug auf eine Ansprache, die ich gestern vor der deutschen Kolonie gehalten habe. Ich habe darauf hingewiesen, daß wir in Genf einen großen Schritt vorwärts gekommen sind. Ich habe diesen großen Fortschritt darin gesehen, daß in den Beziehungen zwischen Frankreich und Deutschland heute nicht mehr verhandelt würde über die Ziffer von Desahungsiruppen oder die Der- minderung dieser Besatzung um irgendeine Ziffer, sondern um die ganze Frage der Rheinlandräumung und weiter um die Frage der Rückkehr des Saargebiets zu Deutschland. Ich habe damit keine Indiskretion begangen, da mir havasmeldungen über den gestrigen französischen Ministerrat vorliegen, in denen ganz offen von diesen Fragen gesprochen wurde, und ich habe im Zusammenhang mit der Regelung dec Saarfrage gesprochen von dem S elb st bestimm uugs- r e ch t der Völker und damit die voraussichtlich stattfindende Abstimmung im Saargebiet über seine Rückkehr zu Deutschland angedeutet. Meine Herren, was ist daraus gemacht worden? Ein Mailänder Blatt soll heute angeblich davon sprechen, dah ich die Angliederung Oesterreichs und die Annexion von Tirol an Deutschland angekündigt hätte und es wird gefragt, ob das alles mit Herrn Briand in Thoiry durchberaten worden sei. Thoiry.war sehr schön psychologisch und ich hoffe auch in der Politik. Aber wenn Sie glauben, daß dort Europa verteilt worden ist und irgend eine neue Regelung beschlossen worden ist, dann bitte überschätzen Sie den Umfang nicht, den diese Diskussion gehabt hat. 3ch glaube, wir alle können uns vom Geist des Völkerbundes aus der Fortschritte freuen, die die Verständigung der Nationen gemacht hat seit dem Eintritt Deutschlands in den Völkerbund und ich freue mich besonders des Fortschrittes, den die Besserung der Beziehungen zwischen Frankreich und Deutschland macht, weil ich darin eleganteste Herr, kann selbst ein geschniegeltes Liebespärchen durch die Fabrilvorstädte wandeln. Nicht wenige Menschen in der Welt und insbesondere im humanen Amerika haben sicherlich erst durch das Attentat auf Mussolini erfahren, daß 3talien bisher feine Todesstrafe kannte; sie würden noch mehr erstaunt sein, wenn sie sehen könnten, wie gut sich das Volk trotz allen harten Vorschriften Mussolinis mit dem Faszis- mus verträgt. Das ist das Rätsel in der italienischen Volksseele, jenes unerschütterliche Lächeln der Sphinx. Vielleicht weicht es plötzlich eines Tages einer wutverzerrten Grimasse, aber heute, das muh ein Unbefangener feststellen, ist es noch vorhanden. Ganz ähnlich wie in der inneren Politik, ganz ähnlich sieht es am größeren Himmel aus. Hier heißt die lächelnde Sphinx Mussolini. Genau acht Tage nach seiner Kriegsfanfare gegen Paris befiehlt er den Wogen, zu kuschcn, und spiegelglatt wird unter seinem Quos ego! dir Presse. Brechen wir daS Brot mit Frankreich wenn es auch bigio ist... Denn noch steht der Zeiger nicht so, daß die älhr zmn Schlage ausheben kann. Zuerst muh Rom Rücken- uird Flankenfreiheit haben, dazu eine gesicherte Rückzugslinie. Zunächst also die Diplomaten an die Front! Verträge, Verträge, Verträge. Die Brücke nach Amerika geht über Spanien, aus dem balkanischen Wetterwinkel dürfen keine Heberraschun- gen kommen, also Bündnis mit Rumänien. Darin leine Bindung für Bessarabien, um es nicht mit Rußland zu verderben. Nun Anden Kern sehe der ganzen Frage der europäischen Verständigung. Aber gerade, wer diese Verständigung will, der möge sie nicht Kören durch solche Sensationen und durch solche Gerüchte, die in den Tatsachen keinerlei Bestätigung finden. Man hat an mich die Frage gerichtet, ob Deutschland einen ständigen Vertreter in den Völkerbund delegieren würde. 3ch darf darauf erwidern, dah das nicht in der Absicht der deutschen Reichsregierung liegt und dah ich Wert darauf lege, die Vertretung im Dölkerbundsrat selbst zu führen, um auf diese Weise doch die persönlichen Beziehungen zu verstärken, die mich mit den Persönlichkeiten verbinden sollen, deren große Erfahrungen bisher den Dölkerbundsrat geführt haben und mit denen ich zusammenzuarbeiten habe. 3ch glaube deshalb auch annehmen zu dürfen, dah ich in beiden Tagungen des Völkerbundes und des Völkerbundsrates, soweit sie in Genf stattfinden, Gelegenheit haben werbe, wieder hier zu sein. Eine Botschaft Stresemanns an das Rheinland. Köln, 22. Sept. (WTD.) Nach einer Meldung der „Kölnischen Zeitung" empfing Reichs- auhenminister Dr. Sttesemann unmittelbar vor seiner Abreise aus Gens den Vertreter der „Kölnischen Zeitung", um ihm folgende Erklärung abzugeben: 3n dem Augenblick, in dem ich Genf verlasse, ist es mir ein Bedürfnis, der Bevölkerung des Rheinlandes, unter der ich ja in wenigen Tagen auf dem Kölner Parteitag der Deutschen Dolkspartei weilen werde, einige Worte treuen Gedenkens zu sagen. Wir haben hier in der Stadt des Völkerbundes Tage von geschichtlicher Bedeutung erlebt, und selten war eine so kurze Zeitspanne mit so vielen wichtigen politischen Vorgängen und Verhandlungen erfüllt. Aber inmitten aller Arbeit, die wir hiev leisteten, war unser Blick unaufhörlich auf das Rheinland gerichtet. Des Rheinlandes gä>achten wir in der stunde, als wir von 48 Nationen begrüßt in den Saal der Volkerbundsversammlung einzogen. Dem Rheinlande gehört auch unser Denken in den Besprechungen von Thoiry, auf deren große Bedeutung für die Zukunft des deutschen Rheinlandes ich hier wohl nicht mehr einzugehen! brauche. Die rheinische Bevölkerung, die in den schwersten Stunden soviel Treue und Hingebung an das große Vaterland bewiesen hat, darf am Ausklange dieser denkwürdigen Genfer Tagung das Gefühl haben, dah ihre Treue und Hingebung unvergessen blieb und daß sie die sicherste Grundlage bildete, auf der allein hier an dem Werke der deutschen Freiheit gearbeitet werden konnte. Briands Politik. Die Darlegungen des Ministers im Kabiucttsrat. Paris, 22. Sept. (TU.) Ueber den gestrigen französischen Ministerrat werden von der Morgenpresse noch einige Einzelheiten mitgeteilt. Nach dem „Petit Parisien" hat Briand ausführlich die Anschauungen dargelegt, die ihn bei seinen Verhandlungen mit Stresemann geleitet hätten. Er habe die Auffassung, je länger man warte, d e st o schwieriger würden die Fragen, die man mit Deutschland zu regeln habe. Dadurch würden auch die Streitgründe zwischen den beiden Ländern immer g r ö ß e r. Es sei deshalb vorzuziehen, aus der gegenwärtigen Entspannung heraus gewisse politische Zugeständnisse zu machen, die ihren Wert verlieren würden, sobald man dazu schreite, zu den im Versailler Vertrag festgelegten näherrmg an Deutschland. Zug um Zug. Bis es soweit ist... Hoffentlich hält das innere Lächeln bis dorthin Schritt. Die polnische Mcmznot. Ratschläge des Amerikaners Kemmerer. Warschau, 22. Sept. (WTB.) Einige Warschauer Zeitungen sind in der Lage, einen kurzen Auszug aus der Denkschrift zu geben, die der amerikanische Finanzberater Professor Kemmerer der polnischen Regierung vor seiner Abreise überreichte. Danach lenkt Kemmerer die Aufmerksamkeit der polnischen Regierung auf das schlechte Steuer- s y st e m. Ein Teil der Bevölkerung zahle gar keine Steuern, der andere Teil aber sei mit Abgaben überla st et. Was die polnische Ausfuhrpolitik anlange, so stellt Kemmerer fest, daß Polen ein vornehmlich ackerbautreibendes Land sei und keine reine Jndustriepolitik treiben dürfe, die nur mit der Ausfuhr von Kohle und Textilien rechne. Auch betonte der amerikanische Finanzsachverständige, daß die sofortige Durchführung der Agrarreform große Schäden zur Folge haben müßte. Weiter sprach sich Kemmerer gegen die übermäßigen Abgaben der in Polen arbeitenden kapitalschwachen Banken aus und trat für eine Staatsaufsicht über bas Bankwesen nach amerikanischem Muster^ ein. Endlich meint Kemmerer, daß Polen den Staatshaushalt zwar mit eigenen Kräften ins Gleichgewicht brachte. Daten zu greifen. Als Gegenleistung könne Frankreich, um eine direkte Einigung mit Deutschland zu erzielen, gewisse Vorteile, vor allem auf mir t- schaft 1 ichem und finanziellem Gebiet erhalten. Seit Jahren sei er der Ueberzeugung, daß eine derartige Regelung nicht nur im Interesse der beiden Nationen liege, sondern auch den Frieden Europas und der Welt befestigen könnte. Selbstverständlich hätten diese Darlegungen zu verschiedenen Bemerkungen Anlaß gegeben. Ein Wort Taxdieus habe den allgemeinen Eindruck klargestellt. Er habe darauf hingewiesen, daß es für die französische Regierung 'darauf ankomme, die Gegenwart in der besten Weise auszunutzen. Ueber die Frage, wann die deutsch-französischen Besprechungen weitergeführt werden können, kann nach dem „Petit Parisien" für den Augenblick noch nichts gesagt werden. Sobald sich aber die deutsche Regierung in ähnlicher Weise wie die französische ausgesprochen habe, würden die Verhandlungen zunächst auf diplomatischem Wege weitergeführt werden. (Ein Mißgriff. Die Fortdauer der Rheirilaudbesetzuuq als Sanktion für Abrüftungsver- fehlnngen. Berlin, 22. Sept. (WTB.) Eine der Wilhelm- straße nahestehende diplomatisch-politische Korrespondenz nimmt in ihrem heutigen Artikel Stellung zu der von uns gestern veröffentlichten offiziösen Auslassung der Agence fiavas über den französischen Ministerrat. Es heißt dort u. a.: Die Ausführung, das Deutsche Reich habe bis jetzt getreulich die Verpflichtungen des Dawesplanes ausgeführt, aber nach ganz neuen Berichten scheine es nicht, daß bisher auch mit Bezug auf die A b - r ü ft u n g dasselbe Ergebnis erlangt worden fei und die Regierung deshalb im Einvernehmen mit ihren Sachverständigen die Bedeutung dieser Leistungsrückstände und Manquements aozuwägen und festzustellen haben werde, in welchem Ausmaße sie als Sanktion die Fortsetzung der Besetzung nach sich ziehen werde — diese Ausführung, die allerdings im Zusammenhang mit ben übrigen durchweg in einem der gesamten Transaktion und Verwirklichung der mit ihr angestrebten Konsequenzen günstigen Sinne gehaltenen Darlegungen des Kommuniques gelesen werden müsse — sei zweifellos geeignet, in D e u t s ch l a n d p e i n- liche Empfindungen auszulösen. Es solle hier die sachliche Berechtigung der aufgestellten Behauptungen nicht untersucht werden, zumal mit dem Begriff der „G e s a m t l ö s u n g" das Streiten um die Bedeutung relativ kleiner Einzelfragen und angeblich noch offen stehender Forderungen auf diesem oder jenem Gebiete nicht vereinbar sei. So wenig wie auf französischer Seite verhehle man sich auf deutscher Seite, daß die praktische Verwirklichung der in Thoiry skizzierten Aufgabe nicht frei von Schwierigkeiten sein werde. Es bedürfe dazu nicht erst besonderer Konstruktionen, in denen — beabsichtigt ober unbeabsichtigt — mit Begrif - f e n gespielt werbe, die nachgerade aus den deutsch-französischen Erörterungen p u s g e s ch a l - t e t sein sollten. Und gerade, wenn man, wie das durch die feierliche unanzweifelbare Erklärung des französischen Gesamtministeriums unter besonderer Betonung der Zustimmung ihrer grundsätzlich im Vergleich zu Briand anders orientierten Mitglieder proklamiert werde, eine Verwirklichung der angestrebten Gesamtregelung wolle, scheine es am Platze, mit größtem Takt und mit größter Zurückhaltung die erforderliche g e i st i g e u n d,s e e.l i s ch e Bereitschaft der beiden Völker zu schaffen und zu erhalten, die hierfür eine unerläßliche Voraussetzung sei. In diesem Sinne dürfe man nicht in feinen Konklusionen, aber in den oben fest- gehaltenen einzelnen T-e i l e n das vorerwähnte Kommunique als ein psychologisch wenig daß aber trotzdem eine Anleihe sehr notwendig wäre. Das sozialistische Blatt „Robotnik" ist mit diesen Ratschlägen des amerikanischen Finanzsachverständigen sehr unzufrieden, da Kemmerer der Auffassung des Blattes zufolge in eine kapitalistische Ideologie verstrickt fei. Derartige Ratgeber gäbe es in Polen zu Hunderten und Tausenden und es sei erstaunlich, daß die Regierung für derartige überflüssige Methoden ihr Geld hinan s w e r f e. Im übrigen belaufen sich, wie der Finanzminister im Finanzausschuß des Landtages mitteilte, die Gesamtkosten des Aufenthaltes Kem- merers und feiner Abordnung in Polen auf 120 000 Dollar, was einer Summe von einer Million Zloty entspreche. * Von gut unterrichteter Seite erfahren wir, daß Dienstag in den späten Nachtstunden eine g e - Heime Beratung zwischen dem Premierminister Bartel und dem Kriegsminister P i l - sudski stattfand. In den politischen Kreisen Warschaus will man wissen, daß diese Besprechung der Tätigkeit der Opposition und ihrer letzten Demon- stration gewidmet mar. Wie behauptet wird, haben die beiden Minister beschlossen, weitere Demonstrationen der Opposition im Zusammenhang mit der Ankunft des begnadigten früheren Kricgs- ministers General Malczewski in Warschau zu verhindern. Die Lage in Warschau wird als außerordentlich nervös und gespannt bezeichnet. geschicktes Schriftstück bezeichnen und in beiderseitigem Interesse dagegen Verwahrung einlegen. Truppentransporte vom Rhein. Berlin, 23. Sept. Wie den Ifiorgenblättem aus dem befehlen Gebiet gemeldet wird, haben dort in den letzten Tagen die Abtransporte der französischen Truppen begonnen. Bach, dem Ende August eine halbe französische Jäger- brioade in einer Stärke von 700 Mann deutsches Gebiet verlassen hat, bandelt es sich jetzt um Be- sahungsoerminderung, die vor den Genfer Verhandlungen zwischen Briand und dem deutschen Botschafter in Paris, Herrn von hoesch, besprochen worden ist. Bei diesen Besprechungen hatte Briand im Auftrage der französischen Regierung erklärt, dah im Laufe des Monats September eine Verminderung der französischen Truppen im Rhein- lande in höhe von 5—6000 Mann erfolgen solle. PoincarS wird sprechen. Paris, 22. Sept. (TU.) Ministerpräsident P o i n c a r e wird morgen in Saint-Germain bei dem Bankett der Kciegsinvaliden- und Sriegsteil- nehmeroerbände eine grafte politische Rede halten, in der er u. a. auch auf die Besprechung B r i a n d s mit dem Reichsauftenminister Br. Strefetnann eingeheu wird. Vie Eisenbahnobligationen. Eupen-Malmsdy. — Ein Vorschlag Sauerweins. (Berlin, 23.Sept. (Läl.) Wie dem „Lok.-Anz." von einem Gewährsmann, der mit belgischen 'Bantfreifen in enger Fühlung steht, aus Brüssel berichtet wird, bietet die Frage der Ablösung ves belgi schen Anspruchs auf Eupen- Malmädh durch finanzielle Leistun- gen Deutschlands gute Aussichten zu einem Erfolg zu führen. Man will in belgischen Dank- freifen wissen, daß der Reparationsagent Parker Gilbert dieser Lösung zustimmend gegen- überstehe, da er die hierdurch für Deutschland entstehende finanzielle Mehrbelastung für nicht erheblich hält. Dagegen sei Parker Gilbert der Auffassung, daß die Mobilisierung der Eisenbahnobligationen finanziell zur Zeit nicht tragbar wäre. 3n dieser Frage fänden naturgemäß seit längerer Zeit Verhandlungen mit maßgebenden französischen Stellen statt, die aber nicht recht vom Fleck kämen. Berliner Blätter erinnern an den Tatbestand des Dawesabkommens. Von den 26 Milliarden Kapitalwert der Reichsbahn seien 13 Milliarden als Stammaktien im Besitze der Reichsbahn geblieben und zwei Milliarden als Vorzugsaktien ausgegeben worden. Die übrigen 11 Milliarden habe man alsObligationsschuldin die Hand eines Treuhänders gegeben. Die Stammaktien feien von der Verwertung ganz ausgeschlossen. Falls die Vorzugsaktien verkauft würden, würden dreiviertel des Erlöses der Reichsbahn und das restliche Viertel dem Reiche zufallen. Es verstehe sich von selbst, daß der Anteil der Reichsbahn für Reparationszwecke überhaupt nicht in Frage komme. Auf den 11-Milliarden- Obligationen, die von vornherein für die Reparationen bestimmt seien, ruhe das Besitzrecht der Entschädigungsgläubiger. Die Obligationen stellten augenblicklich eine Schuld zwischen dem Reich und den Gläubigerstaaten dar. Falls ein Teil der Papiere verkauft werde, trete an Stelle des Staats- gläubiger« der Privatgläubiger. Das sei • der einzige Llnterschied. Auch in diesem Falle würden die Zinszahlungen unter dem 1 Tran sferschuh bleiben, d. h.» der General- _ cht- unb Kraftanlage für die Frühjahrs- unb Herbstmärkte auf Oswalbsgarten würbe ein Krebit von 622,95 Mark bewilligt. Schließlich würben noch einftw—S ch a n k - erlaubnisgesuche antragsgemäß erledigt. Gießener Wochenmarktpreise. . , kostete auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Butter 190 bis 200 Pfennig, Matte 35, Käse (10 Stück) 60 bis 100, Wirsing 8 Weißkraut 5 bis 8. Rotkraut 10 bis 15, gelbe' Rüben 10, rote Rüben 10, Spinat 20 bis 25, Römischkohl 7 bis 10, Bohnen (grüne) 12 bis 20, Bohnen (gelbe) 20, Unterkohlrabi 8, Tomaten 10 bis 25 Zwiebeln 12 bis 15, Meerrettich 40 bis 80, Kürbis 10, Kartoffeln 4, Frühäpfel 15 bis 25, Fallapfel 8 bis 10, Birnen 10 bis 15, Zwetfchen 18 bis 25, junge Hahnen 90 bis 100, Suppenhühner 100 bis 110; das Stück: Vier 15, Blumenkohl 10 bis 100, Salat 5 bis 10, Salatgurken 10 bis 30, Einmachgurken 3 bis 5, Endivien 10 bis 20, Oberkohlrabi 5 bis 12, Lauch 10, Rettich 10 bis 20. Sellerie 20 bis 50; das Bund: Radieschen 10 bis 12 Pfennig. Bornotizen. — (Eagesfalenber für Donnerstag: Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Goldrausch". — Astoria-Lichtspiele: „Auf Welle 1000". — Pa. last-Lichtspiele: „Der Flug um den Erdball". — Einen Lichtbildervortrag „Schlacht und Grauen" veranstaltet ber Jungbeutsche Orden am kommenden Samstagabend in den Palastlichtspielen. Näheres in ber heutigen Anzeige. — Ein 350jähriges R i esenkrokodil soll auf der Gießener Messe vom 26. September bis 3. Oktober gezeigt werben. (Siehe heutige Anzeige.) Wettervoraussage. Bei schwacher westlicher Luftbewegung wechselnde Bewölkung, kühl und trocken. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 19,9. Mrnimum 8,4 Grad Celsius. Heutige Morgen - temperatur: 10 Grad Celsius. ** Die Rückkehr unserer Garnison aus dem Manöver vollzog sich gestern abend in der gewohnten Weise. Eine gewalttge Menschenmenge erwartete die Truppe schon bet ihrer Ankunft am Güterbahnhof; die Anfahrtstraße zu der Verladerampe und die Eisenbahnbrücke im Zuge der Klinikstraße waren dicht gedrängt voll Menschen. Pünktlich um 6.45 Uhr bzw. 7.24 Alftr liefen die Transportzüge ein; bei der Aickunft des zweiten Zuges war der erste bereits aus- geladen. Rachdem auch der zweite Zug sehr rasch entladen war, folgte der Einmarsch des Bataillons in die Stadt, und dabei zeigte sich wieder einmal, welch herzliches Verhältnis zwischen der Bürgerschaft und der Garnison besteht. Eine sehr große Masse Männlein und Weiblein, zu Fuß und zu Rad, zog der Truppe voran, oder flankierte sie zu beiden Seiten, in flottem Schritt mitmarschierend nach den schneidigen Weisen der Dataillonsmusik und der Trommler und Pfeifer. Der Marsch ging durch die Frankfurter Straße. Südanlage, Ostanlage zu den Kasernen. Auch unterwegs hatten sich noch sehr viele Freunde und Freundinnen unserer 15er ausgestellt, um Siefen dadurch ihr Interesse zu bekunden. " Das oberhessische Schwurge- r r ch t wird am Montag und Dienstag nächster Woche Sitzungen halten. Am Montag, 27. Sept., wird gegen den Wilh. Faßbender aus Ober- Seemen wegen Totschlagsversuchs und Wilderei verhandelt. Die Anklage bertritt Staatsanwalt Knauß, die Verteidigung führt Iustizrat Hamburger. Am Dienstag, 28. Sept., steht die Anklage gegen den Albert Heftrich von Ober-Eschbach zur Verhandlung. Vertreter der Anklagebehörde ist Staatsanwalt Dr. Eckert, der Verteidiger ist bis jetzt noch nicht bestimmt.' ** Aus bem Gießener Stanbesamts- r eg ist er. Es verstorben in ber Zeit vom 1. bis 15. September: 1. September: Lubwig Walter, Sicher Straße 74, 59 3. alt. 2. September: Elisabeth Walther, Lubwigstraße 35, 69 I. „lt; Karl August Müller, Liedigstraße 78, 73 3. alt; Karl Dort, Kaiserallee 26, 82 I. alt. 6. September: Wilhelm Abolar Bertrams, Licher Straße 74, 55 3. alt. 10. September: Reinhold Bräuning, Roonstroße 24, 29 3. alt. 12. September: Marie Döring, Licher Straße 74, 74 3. alt. 14. September: Susanne Maser, Norbanlage 18, 63 3. alt. " Lauskursus für Damen unter sportärztlicher Leitung. Wie wir hören, wird Dr. Heiß vom Institut für Körperkultur, ber erst kürzlich mit sehr gutem Erfolg einen Laufkursus für die besten Läufer der Gießener Sport- und Turnvereine abgehalten hat, nunmehr auch einen achtstündigen unentgeltlichen Laufkurfus für Damen abhalten. Der Zweck dieses Kurses ist, in der Gießener Damenwelt Freude an den leichtathletischen Hebungen zu wecken und zugleich zu zeigen, daß auch die Frau auf diesem Gebiete in geeigneten Grenzen etwas leisten kann. Der Kursus beginnt morgen um 6.15 ilftr abends auf dem Universitäts-Sportplatz. Kreisstraßensperre. Die Kreis- trafte Grünberg—Queckborn ist wegen Kanalarbeiten in Queckborn bis auf weiteres gesperrt worden. Der Verkehr wird über die Strecke Queckborn—Gießen geleitet. Brückensperre. Wegen Crneuerungs- arbeiten am Bohlenbelag und an den Hnterlaft» trägem wird die Brücke über die Lahn im Zuge der Kreisstraße Heuchelheim—Allendorf vom 27. September bis einschließlich 9. Qftober für jeglichen Verkehr gesperrt. —8— Ein V o g e l s b e r g,-F i l m. Die Lehr- unb Kunstsilm Gesellschaft in Eiesboben beabsichtigt, einen Vogelsberg-Film herzustellen, um bie Kenntnis von Lanb unb Leuten bes Vogelsbergs weiteren Kreisen bes beutschen Volkes zu über- Mitteln. Der Kreisausschuß des Kreises Schotten hat sich bereit erklärt, einen Teil der Kosten zu übernehmen. Ebenfalls werden die Gemeinden, in deren Gemarkung Filmaufnahmen gewünscht werden, einen Teil (zwei Drittel) der Kosten zu tragen haben. Mit den Aufnahmen ist schon begonnen worden. Es wurden u. a. gefilmt das Heldenmut und das Vatcr-Bender-Heim auf und an der Herchen- hainer Höhe, im besonderen das Leben und Treiben in und außer der Jugendherberge. Die Aufnahmen fanden gelegentlich des VHC.-Jugend-Tages am 21. und 22. August statt. Q Eine Wohnungszählung. Wie wir hören, soll im IaHre 1927 im ganzen Deutschen Reiche, mit Ausnahme des Saargebietes, in allen Gemeinden, deren Wohnbevölkerung bei der Volkszählung vom 16. 3uni 1925 2000 Einwohner und mehr betrug, eine Wohnungszählung vorgenommen werden. " Eine Aeichsschulmusikwoche. Das Hessische Landesamt für das Vildungswe'en gibt bekannt: Dom 11. bis 16. Oktober findet in Darmstadt eine Reichsschulmusikwoche statt, die vom Zentralinstitut für Erziehung und Unterricht in Gemeinschaft mit dem Landesamt für das Bil- dungswesen veranstaltet wird. Zu dieser Tagung kann den teilnehmenden Lehrern Urlaub gewährt werden, soweit dies die Verhältnisse an den Schulen gestatten. 11 * D i e deutsche Herrenhutmode für Herb st und Winter 1926 zeigen in diesen Tagen die Hutgeschäfte des Deutschen Reiches in einer Einheitlich gestalteten Herrenhutmodenschau, die auf drei Grundmodelle eingestellt ist. Sämtliche Schöpfungen haben, wie man uns mitteilt, die Instanz einer Modekommission passiert, die unabhängig vom Einzelhandel und Fabrikation unter allen vorgelegten Modellen ihre Auswahl getroffen hat. ** D i e Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in Gießen eröffnete gm Dienstagabend in dem Depot der Kolonne, Sonnenstraße 2, unter ärztlicher Leitung einen Ausbildungskursus für Vetriebshelfer in der „Ersten Hilfe bei Unglücksfällen". Auf Veranlassung des Ausschusses für das Zusammenwirken der gewerblichen Berufsgenossenschaften mit den Vereinen vom Roten Kreuz auf dem Gebiete der ersten Hilfe in Hessen, haben sich aus verschiedenen Betrieben von Gießen und Umgebung 75 Teilnehmer zu dem Kursus gemeldet. Zu der Begrüßung der Kursusteilnehmer waren Kreisarzt, Medizinalrat Dr. M a! g e r und G<° Werberat S u s a t von der Gewerbeinspektion Gießen erschienen. Der Vertreter der Medizinalbebörde wies in einer Rede auf die Rotwendigkeit der Abhaltung solcher Kurse hin und betonte besonders den großen Wert der „sachgemäßen ersten Hilfe" für die Wiederherstellung der Unfallverletzten. Der erste Vorsitzende der Sanitätskolonne, Oberregierungsrat Dr. Heß, und der Kolonnensührer Kratz gaben in ihren Be- grüßungsworten der Hoffnung Ausdruck, daß durch die Ausbildung der Teilnehmer ihren Mitmenschen in der Rot wertvolle Hilfe im Sinne der Bestrebungen des Roten Kreuzes zuteil werden möge. —Der Einheitsverband der Eisenbahner Deutschlands, Ortsgruppe Gießen, hielt am Samstag im Katholischen 23er» cinshaus eine Versammlung ab. Namens der Gießener Ortsgruppe begrüßte Benner- Gießen die Erschienenen. Hierauf sprach Reserve-Zugführer W i n d e m u t h - Debra über „Die Bedeutung der diesjährigen Beamtenratswahlen für Erhaltung des Berufsbeamtentums und der Beamtenrechte". Er kam in seinen Ausführungen auf das Beamtenrecht der Vorkriegszeit zu sprechen, als es noch königlich- preußische Eisenbahnbeamte gab. Heute fehle der Eisenbahnbeamtenschaft die Einigkeit, überall sei Streit unter den einzelnen Fachgruppen. Die große Organisation, die Reichsgewerkschaft, sei durch den Streik 1922 vollständig zerschlagen worden. Bei der Privatisierung der-Reichsbahn sei das Personal mit- übernommen worden, und alle beim Reich erworbenen Beamtenrechle wurden von der Reichsbahnae- sellschaft den Beamten zugesicherl, was in dem Reichsbahngesetz festliege. Leider würden jedoch die Gesetze öfter zuungunsten des Personals ausgelegt, wodurch Unruhe unter den Beamten entstehe. Don dem gesamten Personal der Reichsbahngesellschaft stünden etwa 90 Prozent im Kündigungsoerhältnis, wodurch dem Berufsbeamtentum große Gefahr drohe. Berufsbeamtentum und Unkündbarkeit sei der Jdealzustand, den die Beamtenschaft unbedingt anstreben müsse. Die Ausführungen fanden lebhaften Beifall. Alsdann ergriff der 1. Vorsitzende des Be> zirskbeamtenrats bei der Reichsbahndirekri-on Frankfurt a. M., technischer Eisenbahn-Inspektor G l a s > Frankfurt, das Wort und behandelte das Thema „Beamtenrätewesen". Er wies auf die Bedeutung der Beamtenrätewahlen hin, ferner kam er auf die feitberige Arbeit und die Erfolge der Beamtenräte zu sprechen und ermahnte alle Zuhörer, am 27. und 28. Sevtember an die Wahlurne zu treten. Anschließend fand eine lebhafte Diskussion von mehreren Gießenern Rednern statt. ** D i e Maul- und Klauenseuche wurde neuerdings in Hungen, Zell und Bauernheim amtlich festgestellt. 3n Mücke, Flensungen, Gedern und Kinzenbach ist die Deuche erloschen. Wirtschaft. * 5 Milliarden Mark Gesamt- Auslandverschuldung Deutschlands. Die gesamte deutsche Auslandverschuldung wurde vom Reichsbankpräsidenten Schacht anläßlich eines Vortrages in Wien mit 5 Milliarden Goldmark angegeben, wovon 4/b langfristige Kredite seien. Die Reichsbank habe noch folgende Aufgaben zu erfüllen: Beseitigung der Kapitalknappheit, Herabsetzung der Steuerlasten und Wiederausbauen des privaten Geldmarktes. * Das Ende der R ei ch s ge tre i beste l l e. Dor einigen Tagen hat in Berlin die letzte Aufsichtsratssitzung und die letzte Gesellschafterversammlung der Reichsgetreidestelle statt- gefunden, in der die Liquidatlonsschluhbilanz genehmigt und dem Liquidator Entlastung erteilt worden ist. Damit ist die Auflösung der Reichsgetreidestelle endgültig vollzogen, nachdem ihr Betrieb bereits seit dem Jahre 1921 entsprechend der Begrenzung ihrer Aufgaben fortlaufend immer mehr eingeschränkt worden war. frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 23. Sept. Tendenz: Schwächer und lustlos. Die Börse bot auch heute an den Aktienmärkten ein Bild der L u ft» losigkeit und Stille. Infolge des durch den israelitischen Feiertag stark verminderten Geschäftsumfanges trat die Zurückhaltung noch ausgeprägter in Erscheinung. Die berufsmäßige Spekulation ist bestrebt, schon jetzt ihre Engagements für den Ultimo abzubauen, was sich in weiteren Glattstellungen äußerte. An den Aktienmärkten konnte daher die Mehrzahl der Papiere nur zu ermäßigten Kursen Aufnahme finden, teilweise traten empfindliche Rückschläge ein. So senkten sich I. G. Farben, die gestern abend mit 276,5 notierten, bis auf 271 Prozent. Von sonstigen Chemiewerten verloren Scheideanstalt 1 Prozent, Goldschmidt 1,25 Prozent, während Holzverkohlung gehalten blieben. Am Montan- markt hielt die Verstimmung an und tarn in neuen Rückgängen zu 1 bis 2 Prozent zum Ausdruck. Bochumer minus 1,8 Prozent, Mannesmann minus 1 Proz., Phönix minus 0,75 Proz., Rheinstahl minus 2 Proz.. Riebeck minus 3,7 Proz. Am Elektromarkt schwächten sich AEG. um 1,25 Prozent, Bergmann um 1 Prozent, Felten um 2,5 Prozent und Lahrneher um 1,5 Prozent ab. Auch Bankaktien kamen in eine rückläufige Bewegung. Darmstädter minus 1,75 Prozent, Bayerische Hypotheken minus 1,25 Prozent, Commerz minus 1 Prozent, Disconto minus 0,75 Prozent, Metallbank dagegen plus 1 Prozent. Von Schiffahrtsaktien gaben Hapag 2,2 Prozent nach, während Rordlloyd unverändert blieben. Die variablen Werte verkehrten uneinheitlich, aber gleichfalls überwiegend schwächer. Von Oelaktien büßten Rütgerswerke 1,75 Prozent ein. Autoaktien schlossen sich der schwächeren Strömung an. Zellstoffaktien gehalten. Von Baustoffaktien gingen Wahß & Frey- iag um 1 Prozent, Holzmann um 0,75 Prozent zurück, dagegen waren Dyckerhoff um 1 Prozent befestigt. Zuckeraktien geschäftslos und niedriger. Die regere Tlmsatztätigkeit für heimische Renten war heute wieder abgeflaut, die Kurse gaben mäßig nach. Am Ausland- rentenmarlt war trotz einer lebhaften Ge- schästsbeläligung eine gewisse Realisationsneigung zu beobachten, wodurch sich ein Hin- u. Herschwanke n der Kurse bemerkbar machte, die sich schließlich leicht ermäßigten. Der Freiverkehr war lustlos, die Kurse unverändert. Deckerstahl 32. Benz 78, Brown Boveri 129, Entreprise 8.7, Frankfurter Handelsbank 85, Growag 60, ilfo 39 Prozent. Im weiteren Verlaufe schwächten sich die Aktienkurse bei spärlichen Umsätzen weiter ab. Am Geldmarkt blieben die Sähe fast unverändert. Monatsgeld 5V$ bis Vlt Proz. je Adresse, Tagesgeld war zu" 4 Proz. recht flüssig. Warenwechsel 5 Vs. Bankakzepte 4% Proz. Im Devisenverkehr lagen die lateinischen Valuten befestigt. Paris gegen London 174, Brüssel 184,50, Mailand 131,50. London gegen Kabel 4,855. Die Reichsmark notierte gegen Kabel 4,1975. Börsenkurse. (Ohne Gewähr.) Frankfurt a.M. Berlin Datum: Frankfurter Getreidebörse no- 5% Deutsche RcichSanleibe . 4% Deutsche RelchSanletye . S'/,°/n Deutsche SietchSanleibr 3% Deutsche Reichsanleihc . Deutsche Svarpramicnanleihe <°/o Preußische KoniolS • . . 4% Hessen ........ ffiS’:::;::;::: Deutsche Wertb. Dollar-Ant. dto- Doll.-Schatz-Antreiing.') 4°/0 Zolltürten 6% (Solbmertfanei .... Berliner Handelsgesellschaft. Lommer»- and Prwal-Bünf Darrnst. und Nationalbank . Deutsche Dank......... Deutsche BcreinSbank .... DtSconw Kommen... Metallbcmk........... Mitteldeutsche Treditbank. . Öösterreichische Lrrditanstalt. Weslbank......... Bochumer . ...... BudcruS .. ......... Taro ........... S-Lurernborg...... rrchencr Bergwerke. . anct Bergbau icrft Aschersleben.... Kaliwerk Westeregeln..... Lourahütte...... •. » • Oberbedarf ......... Phönix Bergbau ..... Roeinstahl .......... Niebcck Montau ....... TellnS Bergbau - .... Bereinigte Stahlwerk A.-G- Hamburg-Amerika PakU. . . Norddeutscher Llovd . . . . , Theramtsche Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . . Pbilipv Hotzmann...... Anglo-Conl-Guano Chemiühe Mäher Alapin . . I. G. Farbenindustrie. A.-G. Goldschmidt.......... Holzverkohlung RütgerSwerke Scheideanstalt «llg. Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann . . ..... . Mamkraftwerke........ Schuck-rt ........ Siemens A Halste ...... Adlcrwerkc Kleyer ..... Daimler Motoren. ..... Heyligenstaedt . . . Mcgmn. . ..... Motorenwerke Mannheim Frankfurter Armaturen . . . Konservenfabrik Braun . . . Metallgesewchaft Frankfurt. Per. Union A--G........ Schuhfabrik Herz ...... Sichel Zellstoff Waldhof Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waobäulel . . . Frankfurt a.M., 23.Sept. Es wurden tiert: Weizen, Wetterauer, 28,7o bis 29 Mk.; Roggen, inländischer, 22,75 bis 23; Sommergerste für Brauzwecke 23 bis 26; Hafer, inländischer, 17,75 bis 18,25; Mais (gelb) 18,50; Weizenmehl, inländisches Schlug»! finrs 1-Ubr. Kur, Schtuh-IAnfang Kur* | Kurs 22.9. | 23 9. 22. 9. | 23. S. 0,505 0.5237 0.505 0,5 n — 1,4475 1.5025 0,47 — 1,4475 1.4925 — — — 0.675 — — 0.28 — — — 0.475 1,4975 0.43 — 0,46 0,435 — — — 0.435 — 0,46 — 95,25 — — — —■ — 16.6 16,225 16.62 48 46.5 47,5 — 216.5 — 218.5» 213* 140.7* 139» 140,5» 139* 227» 223» 225,5* 222» 168.75 166.5* 167,5» 166» 96.5 — 163.7’ 162* 163* 161,5» 135,5 136 139 137.5* — 8.9 — 8,8 8,75 68 - — 150,25 148* 150* 149* 93 92 92* 86,5 — 86 — 150.5 _ 150.5» 149» 161,5» 161.2» 162» 161.5» 162» 161» 161,2* 160» — — 137.2* 135,2* 143.5 — 144.5 143,75 63,75 — 53.4 53.65 71,5* — 72» 72» 117.5» 116,2» 116.4» 116.7» 152» 149.4* >51» 150» 151,7» 148' 149,5* 147» 69,25 — — — 138,25 138.75 162.2* 16!)' 162» 160* 160 158,5* 159* 157.7» 72 | - _ 128.5 - — 123,25 1 122,5 124,5 — — 95,25 94,75 — —— - 276’ m.5» 275.2» ,273.2» 164.5 103.2.3 103.4 105 50 50 — «V 115 1 113,25 114.5 114,25 162 — - 157.7» v 155,7» 156,5* 1155,2» 154 5 153* 152,5» 1152,2» 104 1 - — — 136,75 — 136,2* ! 135» 196 — 195,7» 195» 81,25 — 81.75 82 80 79 78,25 79,75 28,75 ■ - — 43,95 । — 41 - — 1 - 40 1 - 17 — _ — 38 — * • 149.5 — — — 96,75 95,25 — 59 — 57.5 2.8 —— 3.25 — 179 179 180 179 73 «*- 73.25 — 91 90,5 90,25 — (Spezial 0), 41.50 bis 42; Roggenmehl 33 bis 34; Weizenkleie 9,25; Roggenkleie 10,50 Mk. Tendenz: stetig. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. Banknoten. Berlin, 22. Septdr Veld Brie« Rmerifaniftfie 'Jtotti ..... 4,174 4,194 Betgifche 'Jiottn ....... 11,91 11,97 Dänttchc Noten ....... 111,02 111,58 Enotüchc Noten. ....... 20,305 20,405 Franwntkbe Noten ...... 11,62 11,68 Holländttche Noten...... 167,60 168.4t Atalicnifcbc Noten ...... 15.39 15,47 Norwcattche Noten...... 91.72 92,18 Deutfch-Ocstrrr,5100 Kronen 59,00 59.30 Slnmänitoc 'Noten .... _ _ Schwedische Noten..... 111,74 112,30 Schweizer Noten...... 80,75 81,15 Spanische Noten....... 63.54 U3.S6 Tschechoslowakische Noten . . 12,377 12.437 Unaartschc Noten....... 5.M5 5.885 Letzte Nachrichten. Das Ergebnis von Thoiry. Berlin, 22. Sept. (Eigener Bericht.) 3n Berliner politischen Kreisen diskutiert man heute über den Widerspruch, der zwischen den Aeuherungen der Berliner zuständigen Stellen und denen besx Reichsaußenministers Dr. Stresemann in Gens über das deutsch-sranzösische Annäherungsprogramm besteht. 3n Berlin wird daraus hinge- roiefen, daß die Ilebernahme neuer finanzieller Saften über den Dawesplan hi naus außer den» Bereich jeder Möglichkeit liege, und überhaupt nicht Gegenstand deuljch-sranzöfi- scher Erörterungen gewesen sei. Dr. Stresemann da- gegen sprach gestern in Genf davon, daß auch neue schwere Lasten übernommen werden mühten, wenn dadurch die politische Are i- h e i t des deutschen Volkes voll wiederhergestellt werden könnte. Finanzielle Opfer spielten im Leben eines großen Volkes gegenüber der Wiedererlangung der Souveränität keine Rolle. Zu beachten ist dabei — und das ist das Entscheidende —, daß die Mobilisierung eines Teils der Reichsbahnobligationen an sich keine weitere finanzielle Belastung des Reiches mit sich bringt. Sie müssen o'hnehin vom nächsten Jahre ab nicht nur mit 5 Prozent verzinst, sondern auch mit 1 Prozent getilgt werden, ganz gleich, in wessen Hand sie sich befinden. Diese Belastung mit 660 Millionen Reichsmark jährlich für die Reichsbahngesellschaft ist aber bereits im Dawesplan vorgesehen. Es liegt deshalb nahe, zu vermuten, daß zwischen Stresemann und Briand doch über irgendwelche weiteren Zugeständnisse Deutschlands gesprochen wurde, wie die Dinge tatsächlich liegen, wird Dr. Stresemann selbst den Mitgliedern des Reichskabinetts in der für Jreitag vorgesehenen Kabinettssihung auseinandersehen. Dabei wird sich ergeben, ob die an Berliner amtlicher Stelle herrschende Ausfassung, die, wie wir hören, die Ansicht des Reichskanzlers Dr. Marx und der in Berlin anwesenden ftabinettsmitglieber darslellt, tatsächlich im Widerspruch zu der Politik Dr. Strese- manns steht, wie es nacy den wiedergegebenen ver- schiedenartigen Erklärungen fast den Anschein haben könnte. Reiner wein wird der OeffenNichkeit aber auch nach der Rückkehr Stresemanus voraussichtlich noch nicht eingeschenkt werden, so daß man auch weiter daraus angewiesen sein wird, an den Türen zu horchen und zwischen den Zeilen zu lesen. Rundfunk-Programm des Frankfurter Senders. (Aus der »Radlo-Umschau".) Jreitag, 24. September: 3.30 bis 4 Uhr: Die Stunde der Jugend. 4.30 bis 5.45 Uhr: Hausfrauen-Nachmittag. Programm u. a.: „Werturteil beim Einkauf von Obst und Gemüse", Vortrag von A. Döbler. 5.45 dis 6.05 Uhr: Die Lesestunde. 6.15 bis 6.45 Uhr: Jndianermärchen. 6.45 bis 7.15 Uhr: Stenographischer Fortbildungskursus für Anfänger und Fortgeschrittene (Diktat von 80 Silben aufwärts). 7.15 dis 7.45 Uhr: Italienischer Sprachunterricht. 8.30 bis 10.30 Uhr: Konzert- Abend. laSptiarWo Zii h Zwiebeln zu billigsten Preisen. Bestellungen für ben Winterbedarf werd, entgegen genommen. Proben auf Wunsch. Hemr. Trechsler 73 Steinstraße 73 Televh. 1581. ”’9D Kopfwaiehen, Ondulieren, eleg. Frisuren, Bubiköpfe- ■chneidL.DIanlcnre. Saub. Bedienung, mäv.Preiie. Borin i Monn-austd. Haute werd, noch atmen 5amen-3riner-5alon E. Stehling, i)Mm Gnaulhstr. 34 I^.Vr.K & j W K U Garantiert reines amertkan. ear SchweiiieschmalzP! 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September 1926 06442 »aus Weihkraut Miinnwr ittih 6 Zimmer und Ne- Redner: Dr. Alfred Kuermann, Berlin Veranstalter: Jungdeutscher Orden. 7772D l 06481 mieten 7776D [Stellenangebote Wilhelm Nocker Lini Nocker-Vogel Hilde Müller Hans Plah \fueuhesUafla.i^ Weiches Wa[fersi(herf billigesWofchen BiirMMme 2 leere helle Zimmer, sofort zu oer- Sonntag, 26. d.M., nachmitt. 3*/s Uhr: vkrems-UWklii tieft mein anschließend: Sieges-Seiet Die im Jahre 1926 errungenen Preise sind im Schaufenster der Zirma Wilhelm Eorn, Kreuzplatz 15, ausgestellt. Junger Mann sucht in Heuchelheim mU.ZilMtt Schrift!. Angebote itt. Preis unter 05483 a. d. Gietz Anz. erb. Danksagung. Für die vielen Beweise der Teilnahme bei dem Heimgänge unserer teueren Entschlafenen sagen wir allen, insbesondere Herrn Pfarrer. Ackermann für die trostreichen Worte, auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. 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Die Uebungen der 5. südwestdeutschen gegen die bayrische Division. Von unserem militärpolitischen K.-Sonderberichterstatter. Der Kriegsschauplatz von 1866, das in zahl- reichen Manövern des 13. Kgl. Württ. A.-K. und in den Kaisermanövern von 1909 bewährte Hebungsgelände beiderseits der Tauber sah in diesen Lagen wieder ein militärisches Schauspiel von besonderer Eindruckskraft. Wenn auch das geschlossene Auftreten großer Truppenkörper, die Augenweide des früheren Manöverbummlers, nicht mehr zu sehen ist, so ist doch der Gesamteindruck eines heutigen Manövertages nicht weniger groß und bedeutend, ja noch erheblich ernster, man kann sagen unheimlicher als früher. Dieser Eindruck geht aus von den zahlreichen Maschinengewehren, die auf dem Marsch von ihren Fahrzeugen drohend herunterblicken und im Kampf das Gefechtsfeld mit ihrem nervenpeitschenden Lärm füllen, von den Krastwagen- batterien, von deren Motorengeräusch die Gegend widerhallt und von deren gewaltiger Last die Häuser erzittern, von den vielen schweren Lastkraftwagen und Traktoren, den Nachschubkolonnen, die die engen niederen Gäßchen der Dörfer und Städtchen in ihrer ganzen Breite ausfüllen, iltn so gewaltiger ist der Eindruck, je kleiner der Raum ist. aus dem er sich zusammendrängt. Die Marschkolonnen der 5. südwestdeulschen Division, die am 17. September von Heckfeld über Dittwar, Tauberbischofsheim, Werda ch. Werbachhausen, Wenkheim auf Reubrunn antrat, bot ein solches eindrucksvolles Bild. Voraus die Aufklärungsabteilung, eine Schwadron des R. R. 18 mit einem Radfahrerzug und zwei Strahenpanzerwagen. die mit großer Geschwindigkeit von Abschnitt zu Abschnitt vorfahrend, jeden Widerstand durch M.G.-Feuer brechen können, weirn ihnen nicht Artillerie rechtzeitig entgegengestellt wird, die bei außergewöhnlicher Schnelligkeit im Laden und Richten Aussicht hat, die mit 70 Kilometer Geschwindigkeit daher- brausenden Wagen zu treffen. Das Einfädeln der verschiedenen, aus den weiten Unterkünften des 16./17. September aus den Tälern der zimpfer und Schüpf, den Höhen von H e ck f e l d zustrebenden Marschgruppen der Division auf der Vormarschstraße vollzog sich reibungslos in guter Ordnung. Da gab es nicht das berüchtigte Warten der Kolonnen im ungeschützten Gelände, kaum einmal einen der unangenehmen „Drigadestöhe", nicht das wüste Geschrei „vorne Kurz!", nicht das unnötige „Rechts Heran I"-Rufen. Die Truppe ließ von selbst die linke Straßenseite für den entgegengesetzten und überholenden Verkehr frei. So marschierte die Division in Kolonne zu dreien dahin, in der Vorhut das Inf.-Regt. 1 5, das Pionier-Bat. 5 und die 3. Abt. Art.-Regt. 5, im Gros den Rest, eingeteilt in vier Marschgruppen. Eine Kraftwagenbatterie rollte auf Rebenwegen sprungweise vor, um den Fliegerschuh über der Marschkolonne herzustellen, der besonders beim Durchschreiten von Ortschaften und Liebergang über Drücken unentbehrlich ist, weil das ein rasches Auseinanderzieheir der Truppe beiderseits der Marschstraße und Deckungnehmen ganz unmöglich ist. Der Tag war heiß, die Marschkolonne über und über mit Staub und Schweiß bedeckt, so daß die Mannschaften auf der Straße sich kaum vom Grau des Straßengrundes unterschieden, beim Freimachen der Straße sich in dem Grün der Wiesen oder Braun der Stoppeläcker wie weiße Flecke abhoben. In den Dörfern war -Wasser an die Türen gestellt, Greise, Kinder, Weiber, Männer, auch lachende Mädchen standen mit Topfen, Schüsseln, Krügen und Eimern vor den Häusern, die Kompagnien füllen Flaschen und Decher im langsamen Weiterschreiten, gierig wird getrunken. Manchmal findet auch einer einen alten Friedens- oder Kriegskameraden unter seiner Haustüre stehen, dann seht die herzliche De- grüßung ein, wie sie wohl nur unter Kameraden möglich ist. Da Feindberührung nach der Lage noch nicht zu erwarten, durfte auf dem Kriegs- marfch gesungen werden. Kaum eine Kompagnie trottele im stumpfen Drüten dahin, die meisten lachten, sangen oder pfiffen. Lind je stärker der Widerhall in den engen Gassen von Tauber- Gießener Stadttheater. Schwartz iittb Mathern: ,,Das goldene Kalb". Der Text zu dieser lächerlichen Laienpredigt lauf dem Theater (der übrigens auch manche anderen Stücke zum Leben erweckt hat) findet sich seltsamerweise an sehr erlauchter Stelle verzeichnet, im „Faust" nämlich, wo er im ersten Teile, in der Szene „Abend. Ein kleines reinliches -Zimmer" ganz am Ende also lautet: „Rcrch Golde drängt, am Golde hängt doch alles. Ach, wir Armen." Das bedeutsame Thema, in diesen drei kurzen Versen von Goethe im Dorübergehen gestreift, ist denen, die nach ihm kamen, oft genug zum weitausgesponnenen Motiv und Grundakkord geworden; so oft und so vielgestaltig, daß man sich der klassischen Herkunft kaum noch erinnerte, und daß es fast grotesk erscheint, in unserem Zusammenhang daran zu denken. Aber es paßt vortrefflich.- Das also beliebte Motto kann je nach Temperament, geistigen Ansprüchen und Laune verschieden betont werden; hier liegt der sanft ironische, kaum satirische Akzent auf den letzten Worten. Die armen Leute, die sich bei diesem Tanz, dem einzigen, der nie veraltet und alle Modevariationen siegreich überdauert, um den falschen Mittelpunkt drehen! Statt um den Mammons- götzen. jenes historische (2. Mos. 32) und dennoch zu allen Zeiten moderne und beliebte Kalb — um ein goldenes Richtschen in Gestalt eines ganz armen Schluckers und Vagabunden, der gar nicht weiß, wie er zu der Statuenrolle kommt, sich aber trefflich hineinfindet. Das ist der Spaß dabei. Was übrig bleibt, ist ein silbernes Wartein- tveilchen für die voreiligen Rundtänzer. Ach, die Armen. Der reiche Onkel aus Amerika nämlich, um die guten Hinterbliebenen in Dirkenwalde zu prüfen, bekommt Harun-al-Raschid-Gelüste. Ein Stromer, der von ungefähr ins Haus geschneit sft, darf seine Rolle spielen, dieweil der bischofsheim wurde, desto kräftiger wurde auch gesungen, und wenn sie an ihrem Oberbefehlshaber vorbeikamen, dem General der Infanterie Reinhardt, der auf einem freien Platz bei Tauberbischofsheim mit seinem Stabe hielt, da riß sich auch der Müdeste noch einmal zusammen und sieht stramm und offen seinem General in die Augen, dessen bedeutender Kopf sich mit seinen lebhaften Dewegungen und dessen jugendlich straffe Gestalt sich aus allen hercrus- hebt. Lim 9,30 vorm. ging bei der 5. Division ein Korpsbefehl ein, der besagte, daß bei Aub am Main Fahrzeuganhäufungen und auf der Linie Würzburg — Reustadt a. d. Aisch lebhafter Dahnverkehr festgestellt sei. „Dieb. Div. geht, wenn Dorhut Werbachhausen erreicht hat, entlang der Marschstrahe zur Ruhe über. In Gegend von Großrinderfeld ist ein verstärktes Inf.-Regt. im Schuh der rechten Dorflanke vorzuschieben." Jetzt galt es, rechtzeitig den Befehl zum liebergang zur Ruhe auszugeben und Gepäck- und Verpflegungstroh ebenso wie die Diwacksbedürfnisse einerseits so rechtzeitig heranzuziehen, daß die Truppen sie sofort beim Liebergang zur Ruhe haben, anderer- setts die Marschstraßen für die Truppenbewegungen und die Verschiebungen nach der Seite noch frei bleiben. Das ist der 5. Division, die ihren Gefechtsstand in Tauberbischossheim eingerichtet hatte, vollkommen geglückt; es gab keine Stockung, keine Marschkreuzung. Troß und Biwak- ben. — Dein sehr trauriger Olas. Sie ließ den Bries nuf den Tisch fallen und starrte in die Flamme, bis ihr die Augen brannten. War das der Brief, den sie erwarten tonnte? Der Brief, den ein Verlobter seiner Braut schrieb? Wenn der Vater diesen Brief las, wie würde er den Mund verziehen und sagen: „Liebenswürdig, elegant und nichts dahinter. Ganz der Kopenhagener Kavalier." — Ader der Vater würde den Brief nie lesen. Sie hielt das Blatt an das Licht, und als es zu brennen begann, warf sie es in den Ofen, sah 3u, bis es ganz verkohlt war, ging — immer mit den starren, tränenlosen Augen — an den Tisch zurück und entzündete eine zweite Kerze. Dann setzte sie sich hin und schrieb die Antwort. Das Zrmmer war bitter kalt, aber sie spürte es nicht. Lieber Olaf! Wir wollen nicht unnütze Worte machen, wenn es jetzt heißt, einander Lebewohl zu sagen. Dein Brief hat mich nicht überrascht. Frau von Kroq hatte schon bei uns für Aufklärung gesorgt. Tu nach dem Willen Deiner Eltern, es ist sicher das beste für Dich, und ich glaube, es wird Dir auch nicht allzu schwer werden. Du hast die bittere Pille bie Du mir gegeben, sehr überzuckert, ich habe doch die Bitterkeit durch den Zucker geschmeckt. — Ja es ist dunkel in der Welt, sie sagen es alle, und Du weißt nichts mit dunklen Stunden zu beginnen So lebe wohl und mach' es mit diesem Brief wie ich mtt dem Seinen, überlaß ihn den Flammen. — Es ist em Sommertraum gewesen — solche Träume oerfrieren leicht. Sie los ihn nicht durch, kuvertierte ihn, siegelte nahm den abgeworfenen Mantel um die Schulter und ging wieder hinüber zur Post. „Der Brief muß mit der Morgenpost fort, Herr Postmeister", und ohne zurückzuschauen wieder aus dem Hause und heim. Hanse, die ihr Gehen und Kommen belauscht trat wieder aus der Wohnstube. „Komm' herein Vater sitzt noch über den Büchern." ,Xaß mich zu Bett yehen. Morgen wird ein unruhiger Tag, und ich bin müde." Sie legte einen Augenblick den Kopf auf die Schulter der Mutier und atmete tief auf. „Wie du mich ansiehst. Nein krank werde ich nicht. Nicht im Kopf und nicht im Herzen. Wir Rottmanns sind eine feste Art Ich laß mich nicht werfen, Hanfemutter." „Mein herzliebes Kind." „Ja, du. Du hast mich Heb, hast du nicht? Mutterliebe ist die einzige, auf die Verlaß ist." Und ichnell, sich zusammenreißend. „Nebenan singt | Tante Helene jetzt Halleluja! — Eben ist cs zwi- I schon Riekchen und Georg zum Schluß gekommen, schlaf schön, Schatzliebste." Sie ging auf ihr Zimmer und schlüpfte in das Sett und sah durch die Fenster hinaus in die Nacht. Sah die Sterne, frostklar, über den Himmel wandern, glimmern und funkeln, sah die Mondsichel sich zum Horizont neigen, dorthin, wo das Meer hinter den Deichen sang, dachte an den Strand und die leuchtenden Möwen, die an einem wundervollen Sommersonntag über lachendes hinsegelten, und da stieg es ihr doch plötzlich siedend heiß in die Augen. Sie preßte den Stopf tief in das Kissen und meinte wie ein verzagtes Kind. Das Leben hatte die kleine Ilse lange sehr lieb geßabt, hatte ihr kein Spielzeug zerschlagen, nach dem sie Verlangen trug —, und zu dem ersten jungen Herzeleid kam die bittere Erkenntnis, daß Ü« bewunderte, oielbegehrte, immer sieghafte Zlsebill Rottmann, dem jungen Baron auch nur em^etwas ernsthafteres Sommervergnügen gewesen Wenn der Vater wüßte von jenem Zusammen, treffen auf ben Feldern, von den heißen Küssen, von aen heimlichen Liebesworten--Gott sei gelobt, er wußte es nicht. Das hätte sie nicht überlebt. Der große Tag war angebrochen. Ia0 über der Stadt, die Turmuhr schlug sechs. ’ .Rottmann war wach geworden, wühlte behaglich m den warmen Federn und gedachte, s-Ä •/ Stündchn in dieser stillen Be- fthaulichkeit seinen Gedanken Audienz zu geben, w r*aC- Ei" .Frühaufsteher, aber was tut der Mensch un Winter bei Dunkelheit und in unge- heizten Zimmern. - Eben schlurfte Mile draußen über den 6wr letzt knackte cs im Wohnzimmer, hatte wohl Herdglut In das Osenloch geschoben HoL h9tC ^'O?^'e>cholZ auf. Sv anheimelnd tlang das. Man sah ordentlich die spitze, grellrote iftamme auszungeln. Nun ein anderer Ton. — Der Kantor arüßte Hilf foinom r____ FreUNd. X IC Glocken auf seinem Häuschen fangen: geordnete Buchführung anlegen, dann könne er vor dsm Finanzamt bestehen. Die weikere Aussprache. Stork-Rendel sprach über eine Reihe von Fragen, die mit den Ausführungen der Redner in keinem Zusammenhang standen. Malermeister Kraßnik-Dad-Rauheim wünschte, daß bei den Arbeitsvergebungen in Staat und Gemeinde voin Handwerk gewählte Vertreter mitwirken. Schlossermeister Schmidt- Lich trat für ein reibungsloses Zusammenarbeiten zwischen Handwerk und Schule ein. Dann sprach er über Steuerfragen und "führte dabei einige krasse Fälle von steuerlichen Ungeheuerlichkeiten an. Landtagsabgeordneter Lautenbacher wandte sich sodann gegen eine Bemerkung des Diskussionsredners Stork, der erklärt hatte: „Wir lehnen jede Dittatur ab, mag sie von Moskau oder von Rom kommen." Rämer wies es zurück, daß man Moskau und Rom in einein Atemzug nenne. Jetzt sei keine Zeit dazu, in der Jugend religiöse Gegensätze hervorzurufen. Ein Wiederaufstieg unseres Vaterlandes sei nur möglich auf der Grundige der christlichen Weltanschauung. Der Abschluß. Reichstagsabgeordneter H a v em "QU n sprach dann das Schlußwort. Er freute sich, daß ihm soviele Anregungen mit.gegeben wurden, und er bat die Anwesenden, ihm wichtige Fragen zur Wetterverfolgung zu unterbreiten. Mit der Versicherung. daß er zu jeder Zeit gerne bereit sei, wenn seine Zeit es erlaube, wieder nach Hessen zu kommen, schloß der Redner unter stürmischem Beifall seine eindrucksvollen Ausftchrungen. Prof. Dr. Krausmüller schloß hierauf mit Worten des Dankes an beide Redner die Tagung. Oberhessen. Landkreis Ließen. ---Klein-Linden, 22. Sept. Das große Herbstpreisschießen des hiesigen Schützenclubs „Roland" fand am Sonntag seinen Abschluß. Die Beteiligung an den drei Sonntagen war sehr zahlreich. Schützenkönig wurde der erste Vorsitzende Fr. Stein, der mit 35 Ringen den 1. Preis erhielt. Den 2. Preis erhielt W. Volkert mit 34 Ringen: 3. Preis Weber (Hochelheim) 34 Ringe: 4. Preis W. Müller. 32 Ringe, 5. Preis M o h r, 31 Ringe: 6. Preis K. K e u d e l, 30 Ringe: 1. Preis Erle, 30 Ringe: 8. Preis Spengler, 30 Ringe. D L i ch. 22. Sept. Die in den Gemeinden Hattenrod und Inheiden ausgebrochene Maul- und Klauenseuche hat die Abhaltung des für nächsten Montag vorgesehenen Kirmesmarktes in Lich wiederum vereitelt. Im laufenden Jahre ist dies bereits der vierte Markt, der durch Seuchengefahr auf behördliche Anordnung hin nicht abgehalten werden durfte. — Die Erwerbslosenziffer ist wieder langsam im Ste.i- g e n begriffen. Zur Zeit werden ca. 35 Hauptunterstützungsempfänger und 75 Zuschlagsempfänger unterstützt. r4- Aus dem mittleren Lum data I. 22. Sept. Angesichts der beginnenden Obsternte lassen sich endgülttg die Schädigungen übersehen, die die harten Rachtfröste in der ersten Maihälfte angerichtet haben. In fast allen Dörfern unseres Tales haben die Versteigerungen des Gemeindeobstes eingesetzt, und man kann sagen, ohne Ausnahme bereiteten diese allgemeine Enttäuschungen. Der Ertrag der einzelnen Obstsorten ist im großen und ganzen geringer, als im Laufe des Sommers angenommen wurde. Abgesehen von der begünstigten Lage einzelner Obstlulturen von Privatleuten, wie auch von Gemeinden, ist das Ergebnis der Aepfelcrnte kaum nennenswert. Die meisten Bäume tragen in diesem Jahre nicht einen einzigen Apfel, und sehr vielen Familien wird der notwendige Winterbedarf fehlen. In der gleichen Weise fällt auch die Z w e t s ch e n e r n t e aus: nur in vereinzelten Exemplaren hängen sie an den Bäumen. Anders sieht es mit dem Ertrag der Birnen aus. Die Versteigerungen beschränkten sich durchweg auf diese, die in der Hauptsache zur Honigbereitung, in den wenigsten FällPT nur für den Winterbedarf gekauft wurden. Die in unserer Gegend in reichem Maße angeraute Pastorenbirne, auch Flaschen- oder Glocken- Was Gott tut, das ist wohlgetan, Es bleibt gerecht fein Wille. Wie er fängt meine Sachen an, Will ich ihm halten stille." „Luise", flüsterte der alte Herr und tastete in der Dunkelheit nach der Hand seiner Eheliebsten, „hörst du ihn? Er weiß doch immer, was mir durch den Kopf geht. — Wir haben viel durchlebt, Luise, aber was Gott tut — nicht wahr?" Und seine Stimme klang bewegt und gerührt. „Ja, Rottmann, ja", aber er sah ihr Gesicht nicht in diesem Augenblick, und vielleicht war das gut. Luise Rottmann konnte sich noch immer nicht damit abfinden, daß Gott ihre beiden Töchter vor ihr ab- gerufen hatte, daß die Gräber fern der Heimat lagen, daß im fremden Land — — denn nicht wahr, Hannover und Mecklenburg waren doch ftemde Länder? — Enkelkinder aufwuchsen, die sie nicht kannte, denen ihr Großmutterherz keine zärtlichen Worte geben konnte. — Doch sie widersprach dem alten Lebensgefährten nie, wenn er eine Meinung äußerte. Sie war noch nach alter Art erzogen worden, und ihre Schwiegertochter, die so unbekümmert mit ihrem Mann umsprang, die hatte sie nie be- grtffen. Leise verhallte das sanfte Klingen, die Minuten gingen still eine hinter der anderen durch die dunkle Stube, langsam kam ein matter Schein oon den Fenstern ^er ynb öie a(tc Turmuhr rief sieben. Dröhnen und schmettern. Sie fuhren beide in die Höhe — dann brach der alte Herr in Sadjcn aus. Die Schmalebecker Stadtkapelle brachte ein Ständchen. Und sie bliesen gewaltig die Backen auf, und ihre Lungen gaben her, was an Luft in ihnen war. Die Menschen liefen zusammen auf dem Markt. Rottmann trat aus der Haustür und dankte im Namen seiner Eltern, und Frau Hanse ließ dampfenden Punsch bringen, und Aenne und Gitta, warm angezogen, liefen mit Kuchenkörbchen, und Ilse erschien und schenkte die Gläser immer wieder voll, und als die Musikanten gegangen waren, kamen schon die ersten Boten mit Blumen und Geschenken, und der Trubel des großen Tages begann. Von elf Uhr an war Gratulationscour, zu der sogar Probst Lilie antcat, Propst Lilie, eigens aus Altona mit der Post eingetroffen, gewissermaßen als Glanzpunkt des Tages. (Fortsetzung folgt.) Btrnc genannt, zeigt allgemein vollen Behang und wurde auf den meisten Versteigerungen von den Käufern bevorzugt. Infolgedessen standen die Preise auf beachtenswerter Höhe. In einzelnen Dörfern bewegten sie sich zwischen 8 und 10 Mark, in andern noch darüber hiiraus, pro Zentner gerechnet. Das Abernten muhten die Käufer selbst vornehmen. Trotzdem waren die (Annahmen, mangels Materials, im Vergleich zu anderen Jahren nur gering. ft Aus dem Seental, 22. Sept. Die Obsternte läßt in diesem Jahre hier viel zu wünschen übrig. Frühäpfel sind fast nirgends zu bekommen, ebenso fehlt der feine Tafelapfel fast vollständig. Mit dem Ertrag einiger Sorten Wirtschaftsäpfel ist cs etwas besser bestellt. Auch Virnen und etwas Zwet- schen finden sich in den geschützten Lagen. Die Dreschmaschine brummt jetzt in den Dörfern des Seentales. Der Ertrag von Stroh ist sehrgut, der Äorncrertrag im Verhältnis zur Menge der Fruchtarten bleibt hinter dem des Vorjahres st a r f zurück. Aber die Qualität der Frucht ist großartig. Der Ertrag der Kartoffelernte ist nicht wie voriges Jahr, jedoch zufriedenstellend. 3n höheren Lagen sind die Knollen ziemlich klein geblieben, in den Niederungen klagt man über viele faule Kartoffeln, auch eine Folge des andauernden nassen Wetters im Vorsommer. bs. Aus der Wetterau, 22. Sept. Das Jahr4926 bedeutet für die Imker ein Mißjahr erster Ordnung. Bienenzüchter, die auf eine 40jährige Imkerschast zurückblicken, wissen sich eines so ertragarmen Jahres nicht zu entsinnen. Die feuchtkalte Frühjahrswitterung ließ die Bie- nenvölker nicht zur Entwicklung kommen, und als sic endlich volksstark waren, fehlten Sonnenschein und Wärme. Die paar Sonnentage vor der Grummeternte brachten noch etwas Honig. Gegenwärtig ist allenthalben die Fütterung beendet, die letzten Arbeiten der Einwinterung werden besorgt. Der Honigpreis ist gestiegen. Das Pfund wird mit 1,80 Mark bezahlt. Kreis Friedberg. §§ Ober-Flor st adt, 22. Sept. Sie Kartoffelernte in unserer Gemarkung ist in vollem Gange. Qualitativ fällt die Ernte befriedigend aus, quantitativ dagegen läßt sie zu wünschen übrig. Die Ursache dazu war die ungewöhnliche Hitze der Vortage, die eine gedeihliche Entwicklung der Kartoffeln verhinderte. Die O b st e r n t e fällt hier sehr schlecht aus. Von einer eigentlichen Ernte kann überhaupt nicht gesprochen werden, höchstens bei den Birnen, die einen mittelmäßigen Ertrag lieferten. Aepfel fallen fast ganz aus. Bei der Aepfelversteigerung der Gemeinde wurde von ganzen 3 Bäumen der Behang verkauft. y. Wölfersheim, 22. Sept. In der jüngsten G e m e i n d e r a t s s i tz u n g wurde eine Anfrage der Kreisbehörde über den Grund der A b - lehnung der Uebernahme eines Teildefizits derevangelischen Landeskirche aus 1924 dahingehend beantwortet, daß die Gemeinde in 1925/26 schon für kirchliche Zwecke 5550 Mark verausgabt habe und im Voranschlag für 1926 kein Betrag für diese Teilschuldentilgung vorgesehen fei. Kreis Büdingen. le. Bleichen b ach, 22. Sept. Dor Jahresfrist wurde vom hiesigen R a i f f e i s en v e r e i n eine Dorfbücherei gegründet. Die hat in dieser Woche eine ansehnliche Erweiterung erfahren. Beste Erzeugnisse deutschen Schrifttums sind in ihr vertreten. Äur ist eine viel regere Benutzung der Bücherei zu wünschen. th. Leidhecken, 22. Sept. Nachdem die Jagd auf Feldhühner auf ist, wird von den Iagdpächtem eifrig das Waidwerk ausgeübt. Die Beute ist aber sehr gering, da die jungen Nebhühner durch den fruchten Sommer sehr gelitten haben. Auch Fasanen gibt es immer weniger. Die Hasenjagd wird jedoch aller Voraussicht nach sehr gut werden. Kreis Schotten. & Schotten. 21. Sept. Gestern hielt die Dezirksspar lasse Schotten im Rat- Haussaal ihre diesjährige Mitgliederversammlung ab. Nach Weisung De8 Hess. Ministeriums des Innern und der von ihm heraus- gegebenen Mustersatzung hatte sich die Kasse eine neue Satzung gegeben. Die Gemeinderäte hatten neue Vertreter ihrer Gemeinden für die Kasse gewählt, die in der Versammlung fast vollzählig erschienen waren. Nach der üblichen Begrüßung wurde in Erledigung der Tagesordnung die vorgeprüfte Rechnung aus 1924 angenommen und dem Rechner Entlastung erteilt. Der Direktor erstattete dann einen eingehenden Bericht über die allgemeine Wirtschaftslage, über die Verhältnisse der deutschen Sparkassen, den diesjährigen deutschen Sparkassentag in Augsburg und besonders über die speziellen Verhältnisse der eigenen Sparkasse. Der Reingewinn aus 1925 wird der Rücklage zugeschlagen, die sich auf über 31 000 Mark beläuft. Auf das angekaufte Sparkafsengebäude und die erworbenen Mobilien werden Abschreibungen vor- genommen. Die Zinsen im abgelaufenen Jahr sind so niedrig wie irgend möglich gehalten worden, da es in der gegenwärtigen schweren Zeit nicht auf die Erzielung eines hohen Reingewinns an» kommt, sondern darauf, die Wirtschaft nicht noch durch hohe Zinssätze zu belasten. Eingehend wurde die Aufwertungsbilanz vorgetragen, die vorhandenen Aktiva (auf gewertete Kriegsanleihen. Hypotheken ufto.) den Passiva (Spareinlagen) gegenübergestellt. Es bleibt abzuwarten, in welcher Form und Weise die Aufwertung und Befriedigung der alten Spareinlagen geschieht. Der Voranschlag wurde unbeanstandet angenommen. Die darauf vorgenommenen Wahlen erfolgten einmütig. Bürgermeister Menge! wurde zum Direktor wiedergewählt, der Dor- -ftanö seht sich ebenfalls wieder aus den seitherigen Mitgliedern zusammen: in den Aufsichtsrat wurden Oberamtsrichter Locher, Apotheker S c r i b a - Schotten, die Bürgermeister der Gemeinden Ulfa. Rainrvd. Eschenrod. Michelbach, Rudingshain. Eichellachsen gewählt. Die Der- TammmLung beschloß, für die durch das Drand- unglück in Freienseen geschädigten Personen einen größeren Betrag zur Verfügung zu stellen. In üblicher Weise schloß sich ein Essen in der Krone an, das die Vertreter in anregender Weise zusammenhielt. Laubach. 22. Sept. Am Sonntag fand das Preis ° Abschiehen des hiesigen Schützenvereins (Schühenmeister Kaufmann Kreiker) seinen Abschluß. Auf der „Ehren- schetbe" errang den ersten Preis (ein sehr feines .silbernes Besteck) Tanzlehrer Gust. Schmidt, den -weiten Preis (ein Landschaftsbild) Bäckermeister Karl P i h, den dritten Preis (einen elektrischen Kocher) Molkereibesitzer Friedrich Wolf. Den Wanderbecher errang Kaufmann August Emme l i u s. — Eine große Plage bilden gegen- toärtig wieder die Schnaken, vornehmlich zur Nachtzeit. Die wärmere Witterung hat die unliebsamen Insekten wieder hervorgelockt. Noch vor drei Jahrzehnten kannte man sic kaum im Vogelsberg. Jetzt treten sie auch hier in Masse auf. Gemeinsame Maßregeln zur Vertilgung der Plagegeister wären hier am Platze, vielleicht die Errichtung von besonderen Schna- k e n - K o m m i s s i o n e n, die sich anderivärts sehr gut bewährem Eichels dorf. 22. Sept. In einer Sitzung des Kirchenvorstandes und der Kirchenvertreter wurde beschlossen, das zu kirchlichen Zwecken bestimmte Vermächtnis des 'Deutsch-Amerikaners Karl Braun in Höhe von 300 Dollar zur Beschaffung einer neuen Glocke zu verwenden. Sie soll den Namen ..Braun-Glocke" führen und mit entsprechender Widmung versehen werden. Die neue Glocke, die eine gesprungene ersehen wird, hat ein Gewicht von etwa 9 Zentnern und wird in Apolda gegossen. Um das künftige Geläute tiefer und sttinmungsvoller zu gestalten, wird nicht mehr die alte Glocke mit ihrem Oberton erseht, sondern die neue gibt den Grundton a ab. worauf sich die kleine Terz aufbaut. Später soll das Geläute zum Dreiklang erseht werden. Die Erneuerung des Kircheninnern ist für das kommende Jahr ins Auge gefaßt, vorausgesetzt, daß sich Die Kosten auf tragbarer Höhe bewegen. Das Kreisbauamt soll gebeten werden, einen Kostenvoranschlag aufzustellen. -8- Sichenhausen, 22. Sept. Eine Gemeindeversammlung beschäftigte sich dieser Tage mit der voraussichtlich am 10. Oktober hier stattfindenden Bürgermei st erwähl. In der Aussprache wurde betont, daß die jetzigen Gehälter der Gemeindebeamten durchweg zu hoch und für eine kleine Gemeinde kaum tragbar seien. Daraufhin wurde die Wiederwahl des seitherigen Bürgermeisters von einer Herabsetzung des Gehaltes abhängig gemacht. Nachdem eine Verminderung um 30 Prozent zugesagt wurde (die gleichzeitig auch auf alle übrigen Gemeindebeamten ausgedehnt werden soll) wurde die Wiederwahl des jetzigen Bürgermeisters einstimmig beschlossen. Kreis Lauterbach. A Lauterbach, 22.Sept. In der gestrigen Sitzung des Stadtvorstandes unter dem Vorsitz des Bürgermeisters Walz beschäftigte man sich zunächst mit der Abgabe eines Bauplatzes an den Hessischen Staat. Nach den Ausführungen des Bürgermeisters beabsichtigt der Staat, im Land verschiedene Zweifamilienhäuser zu errichten, und zwar sollen Diejenigen Gemeinden Den Vorzug erhalten, Die einen Bauplatz kostenlos zur Verfügung stellen. Diese unentgeltliche Abgabe wurde beschlossen. — Der Landwirtschaftskammerausschuß für die Provinz Oberhessen hält in der Zeit vom 25. bis 27. September feine diesjährige Kreisausstellung in Lauterbach ab. Er ist mit der Ditte an die Stadt herangetreten, das Anternehmen durch Stiftung von einigen Ehrenpreisen zu unterstützen. Finanz- und Baukornrnisfion schlagen vor, für Die Gruppe Acker- unD Obstbau einen Ehrenpreis im Werte von etwa 60 Mark, für Gartenbau einen solchen von 40 Mark und für Geflügel einen Ehrenpreis von etwa 20 Mark zur Verfügung zu stellen. Es wurde zu- geftimmt. — Der Stadt Vorstand beschloß nach kurzer Aussprache weiter, als Tagesvergütung für die Feldgeschworenen 5,50 Mark vorzuschlagen. — Der Radfahrerve r- e i n beabsichtigt, am 9. bzw. 10. Oktober ein Wettfahren zu veranstallen. Er bat die Stadt um Bewilligung eines Zuschusses zur Be- schafsung von Preisen. Es wurden 25 Mark bewilligt. — Entsprechend den neuen Reichsratsbestimmungen wurde die Dergnügungs- steuerordnung dahin geändert, daß Der Höchststeuersatz für Filmvorführungen, sowie für sonstige Vergnügungen auf 20 Prozent festgesetzt wurde. — Die Beschlußfassung über Einrichtung einer Müllabfuhr wurde vertagt und die Baukommission beauftragt, in einer Der nächsten Sitzungen entsprechende Vorschläge zu machen. — Der Stadtvorstand hat sich in Den letzten Sitzungen wiederholt mit Der Schaffung eines neuen Diehmarktplatzes, der auch gleichzeitig als Spiel- und Sportplatz Verwendung finden soll, beschäftigt, und als solchen Den sog. Sandmanns ©arten am Steinweg in Aussicht genommen. Nach den Ausführungen des Bürgermeisters hat sich neuerdings Der Sägewerks besiher Wilhelm Henkel 1 bereit erklärt, seinen früheren Zimmerplah am See der StaDt auf fünf Jahre unLünDbar zu verpachten. Es wurde hierauf beschlossen, von der geplanten Herrichtung des SanDmannS Garten als Viehmarktplatz, sowie auch als Sport- und Spielplatz vorerst Abstand zu nehmen und das von Henkel angebotene Gelände bei den künftigen Viehmärkten zu benutzen. Bezüglich der Beschaffung eines Sport- und Spielplatzes soll die Bürgermeisterei mit dem Verein für Leibesübungen dahingehend verhandeln, daß der von diesem Verein von den Freiherrn Riedesel gepachtete Sportplatz an der Dirlammer Straße auch den Schulen ufto. als Spielplatz zur Verfügung gestellt wird. Auch mit Den Eigentümern des Platzes. Den Freiherrn Riedesel, sind entsprechende Verhandlungen anzubahnen. Die Frage des Diehmarkt-, sowie des Sport- und Spielplatzes kann somit vorerst als gelöst betrachtet werden, zumal mit der Möglichkeit zu rechnen ist, daß bei der in Aussicht stehenden Feldbe- reinigung evtl, noch ein besserer Platz ausgeschieden werden kann. ’S- Vom oberen Vogelsberg, 22. Sept. Auf jeder Station wird eben noch andauernd Heu verladen. Teils verkaufen die Bauern aus lleberfluß, teils aus Platzmangel. Schätzungsweise wurde mehr als das doppelte Quantum als in normalen Jahren verladen. So find allein auf einer Station des oberen Vogelsberges in der verhältnismäßig kurzen Zeit von 4 b i s 6 W o ch e n in diesem Jahre ca. 100 Waggon Heu abgerollt. Die Fülle des Anaebots macht sich naturgemäß in den Preisen bemerkbar; sie sind andauernd im Sinken. Während anfänglich für gutes, unberegnetes Heu bis zu 3,20 Mk. pro Zentner bezahlt wurde, kaufen eben die Händler es für 2,50 Mk. auf. Nach beregnetem Heu ist gar keine Nachfrage. — Die Kartoffelernte ist hier überall in vollem Gange. Leider bleibt der Ertrag hinter den Erwartungen weit zurück. Besonders großer Ausfall ist auf nassen ober feuchten Aeckern zu Schach-Ecke. Bearbeitet von W. Orbach. Alle für die Reduktion bestimmten Mitteilungen, Lösungen ufto. find zu richten an Die Schachredaktion des »Gießener Anzeigers". Problem Nr. 80. Don Hugo Fähndrich Schwarz. a b c d e f g h S 8 6 Weih. Weiß zieht unD seht in Drei Zügen matt. Weiß: 4 Steine Ka6; Dc2; Tc6; Sc6. Schwarz: 5 Steine Kd6; Dh7; Bc7, e7, g6. Partie Nr. 60. Die nachstehende recht interessante Partie wurde am 4. Juli 1926 zu Saarbrücken im Wettkampf Saar gegen Pfalz gespielt. Tschechisch. Weih: Weihgerber, Saarbrücken. Schwarz: Huffong, Ludwigshafen. 1. d2-d4 1. d7-d5 2. Sgl-f3 2. 8x8-16 3. c2-c4 3. c7-c6 4. Sbl-c3 4. e7-eb 5. e2—e3 Nicht enrpfehlenswert ist an dieser Selle 5. Lg5?, wegen 5.....h6 6. LH4, dxc4 7. e3, b5 8. a4, Lb4 mit gutem Spiele lüt Schwarz. 5. . . . 5. Sb8-d7 6. Lfl-d3 6. d5Xc4 7. Ld3xc4 7. b7-b5 8. Lc4-d3 8. a7-a6 9. 0-0 9. c6-c5 Die Theorie empfiehlt hier 9.....Lb7; der Tempoverlust c7 - c6 - c5 wird jedoch durch die gegnerische Entwicklung desl-ll - d3xc4 ausgewogen. 10. Ddl-e2! Grünseld spielte gegen Rubinstein in Meran 1924 an dieser Stelle a4l, wodurch der Weiße Damenflügel sehr schwach wurde und die Partie auch später für Grünfeld verloren ging. Der Textzug ist der Grünfeldschen Fortsetzung bei weitem vorzuziehen. 10. ... 10. Lc8-b7 11. e3-e4 11. c5xd4 12. St3xd4 12. Lf8-b4 13. Tfl-dl 13. 0-0 14. e4-e5 14. Sf6-d5 15. Sd4-f3! 15. Lb4-e7 Am das Läuferopfer auf h7 zu parieren. 16. Sc3 - e4 16. h7-h6 Diese Schwächung ist erzwungen. 17. Se4-g3 17. Kg8-h8 18. Sg3-h5 18. Dd8-b6 19. Ld3-e4 19. Sd7 - c5 20. Le4-bi: Ein feiner Zug, der die Drohung Dc2 intendiert. 20.... 20. Sd5-c7 21. Lclxhöü Durch dieses kraftvolle Figurenopfer wird der schwarze Königsflügel, der von seinen Figuren vollends entblößt ist, vollkommen demoliert. 21. ... 22. De2-e3! 23. Sf3xg5 24. Tdl-d5 25. e5-e6! 21. g7xh6 22. Le7-g5 23. Sc7-d5 24. e6-d5 Alles fein berechnete Züge. 25. . . . 25. Ta8-e8 26. Sg5xf7+ 26. Tf8xf7 27. e6xf7 nebst folgendem Matt. Eine von Dem jugenDlichen Führer Der weihen Steine sehr stark gespielte Partie. Losung Des Problems Rr. 78. Von I. Iversen. 1. Dh6-h7!, Kf3xe3 2. Tg6-g2!, Ke3-f3 oder k4 3. Dh7-e4 matt. 1...... Kf3-c2 2. Tg6-g2+, Ke2xe3 oder bei 3. Dh7-c4 oder Dnl matt. 1. . . ., d4xe3 2. D 117 — h2!, e3-e2 3. Dh2 — g3 matt. Eine richtige Lösung zum Problein Nr. 77 sandte ein Herr Obersekundaner V. Loos, Gießen. Richtige Lösungen zum Problem Nr. 78 gingen ein von Den Herren: Lehrer BreiDecker, Lehrer E. Simon, Gießen-, H. Nanz, Steinbach, Schulamtsanwärter O. Stumps, Garbenteich. Echachbrieskasten. V. L., Gießen. Sie übersehen in Problem Nr. 78, daß nach 1. Lei, Kc2 2. De3-j-?, Der Bauer d4 Die Dame schlagen kann. H. P., Gießen. Ihre Lösung zu Nr. 79 scheitert nach 1. b3 an 1...., e3. Die Narrenkappe. Splitter und Sparren vom RedakttonStisch. And zweitens? Der Chef sagt zum Buchhalter: „Sie gehen jetzt zu dem Lumpen, Dem Müller. Der Mensch ist mir schon seit zwei Jahren GelD schuldig; schicke ich aber zu ihm, Dann läßt sich Der Kerl nicht sprechen. Geben Sie ihm ja nicht vom Leibe, ehe Sie zumindest mit ihm geredet haben." Der Buchhalter geht und kommt nach einer Stunde zurück. „Nun," fragt der Chef, „haben Sie mit Müller gesprochen?" „Es war unmöglich, ganz unmöglich! Erstens ist Der Mann schon feit vorgestern tot —“ „Na — unD zweitens?!" Film. „Zuerst werden Sie hundert Meter von Dem T,iger verfolgt, wissen Sie!" „Ich weiß! Aber weih es auch der Tiger?" „Dann schmeißen wir Sie von hier oben den Abhang herunter ins Wasser!" „Am Gottes willen! Herr Regisseur, ich kann ja nicht schwimmen!" „Schad nischt! Erstens mal wird das Wasser nich mit aufgenommen, und zweitens brauchen wir Sie denn auch nicht mehr!" (Lust. Dl.) Eine furchtbare Geschichte. Den Kindern war aufgegeben worden, ein kurzes selbsterfundenes Geschichtchen aufzuschreiben, und daraufhin entwirft Der kleine Pepi Die folgende schaurige Mär: „Ein Lehwe, ein Diger, ein Wolf, ein Schaf, eine Gatze, ein Frosch und eine Mücke. Alle haben sie Hunger. Die Mücke wird vom Frosch gefressen, Frosch von Gatze, Gatze von Schaf, Schaf von Wolf, Wolf von Diger, Diger von Lehwe. Aus is!" Ozeanisches. Blau macht eine Amerika-Reise. Bei schwerem Seegang lehnt er, nach jeder Richtung hin gebrochen, über Der Reeling. Der alte Kapitän geht an Dem Anglücklichen vorbei. „Lieber Herr Kapitän, ist das, was man Dort hinten sieht, schon Land?" „Nein, Herr Blau, das ist nur Horizont." Erleichtert seufzt Blau: „Nun, immer noch besser als gar nichts." verzeichnen. Den größten Prozentsatz an kleinen oder faulen Knollen stellen Die weiß- oder gelbschaligen Kartoffeln. Preußen. Schwerer Autounfall einer Wetzlarer Reisegesellschaft. WSN. Wetzlar, 22. Sept. Wie aus Durmersheim bei Karlsruhe gemeldet wird, erlitt das Auto einer Wetzlarer Reisegesellschaft einen schweren Unfall, Dem Drei Menschenleben zum Opfer fielen. Während Der Fahrt, bei einer Geschwindigkeit von 80 Kilometer, versagte Die Steuerung unD Das Auto rannte gegen einen Kilometer- ftein. Der Fahrer ADolf Klein aus Wetzlar, sowie Die Kaufleute Römer unD Schulz waren sofort tot. Eine Frau unD ein zwölfjähriger Knabe mürben leicht verletzt nach Dem Krankenhaus verbracht. Kreis Wetzlar. X Braunfels, 21. Sept. Heute nacht wurde zum zweiten Male innerhalb kurzer Zeit aus der Viehweide des Hofgutes Altenberg eine Kuh gestohlen. Die bei dem ersten Diebstahl entwendete Kuh wurde bekanntlich im Schlachthofe zu Gießen untergestellt und von dem Aeber- bringet nicht wieder abgeholt. kz Garbenheim, 22. Sept. Die Versteigerung des Gcmeindeobstes brachte bei weitem nicht die Einnahme wie in den Vorjahren. Aepfel hat es in so geringen Mengen gegeben, daß nur wenige Käufer befriedigt werden konnten. Durch Die große Nachfrage wurden die Preise erheblich in die Höhe getrieben, so daß sich ein Zentner Aepfel am Baum auf 12 bis 13 Mark stellte. Der Ertrag an Birnen war gut, doch war die Nachfrage gering, so daß unter Dem sonst üblichen Preise verkauft tourDc. Der Preis pro Zentner Birnen am Baum bewegte sich zwisck)en 3,50 und 4 Mark.' —5— Klein-Rechtenbach, 22. Sept. Wie an dieser Stelle schon berid)tet, beabsichtigt Die hiesige GemeinDe, ein neues Schulhaus bauen zu lassen, wozu Die Reaierung zu Koblenz einen be= DcutenDcn Zuschuß leisten roirD. Der für Diesen Zweck in Frage kommende, an Der Prooinzialstraße gelegene Bauplatz murDe vor kurzem Durch Den Baurat Veit- Wetzlar unD Bürgermeister Schnei- Der - Groß-Rechtenbach eingehenD befithtigt, worauf sofort Die Vermessungsarbeiten in Angriff genommen mürben. Man hofft, ba Die Vorarbeiten gut ooranschreilen, baß bas Schulhaus noch in bie- sem Jahre bis zum Rohbau fertiggestellt werben kann. 00 Aus bem Kleebachtal, 22. Sept. Die Kartoffelernte ist feit einigen Tagen in vollem Gange. Der Ertrag entspricht mit Rücksicht auf die große Trockenheit der letzten Monate. durch die das Wachstum Der Knollen sehr nachteilig beeinflußt wurde, nicht den allgemeinen Erwartungen. Trotzdem kann die Ernte noch als eine gute Mittelernt e bezeichnet werden. Soweit bisher schon verkauft wurde, bewegte fick) Der Preis zwischen 3 und 4 Mk. je Zentner. O Ebersgöns, 22. Sept. Hier starb im Alter von 42 Jahren eine Frau an den Folgen eines unbedeutenden Geschwür ch e n s im Gesicht, trotzdem sie sich sofort in ärztliche Behandlung begeben hatte. Kreis Biedenkopf. XX Königsberg, 22. Sept. Die Obsternte fällt auf unserer Höhe im Gegensatz zu den Ortschaften im Lahntal höchst spär- l i ch aus. Das naßkalte Frühjahr hat den Fruchtansatz verhindert. Die Kartoffeln geben eine gute Mi11elernte. sind aber infolge des fehlenden Regens im Wachstum gegen andere Jahre zurückgeblieben. XX Rodheim a. d. Bieber, 22. Sept. Kriegerverein und Turngemeinde rüsten für nächsten Sonntag zu zwei wichtigen Vereinstagungen, die viele Gäste unserem Dorfe zuführen werden. Neben dem Ver- tretertag des Kreis - Kriegerverst a n d e s Biedenkopf werden auf dem am Launscheidberg herrlich gelegenen Sportplatz Der Turngemeinde die Meisterschaften im Lahn-Dünsberg-Gau ausgetragen. Kreis Marburg. ][ Marburg, 22. Sept. Am Sonntag beging einer der wenigen noch unter uns weilenden Offiziere der ehemaligen k u r h e s > i - scheu Armee, Generalleutnant Exz. Ludwig v. Kaltenborn-Stachau, seinen 8 0. Geburtstag. Der Jubilar. Der am 11. Juni 1865 in die kurhessische Armee eintrat und am 4. Oft. desselben Jahres Offizier wurde, war später bei vielen preußischen Truppenteilen und zuletzt Senatspräsident im Reichsmilitärgericht. Seit seinem Hebert ritt in den Ruhestand im Jahre 1903 wohnt er in Marburg. Kreis Westerburg. 00 Westerburg, 21. Sept. Die hiesige k a - tholische Kirchcngemeinde feierte om Sonntag, am Fest der schmerzhaften Mutter Gottes, ihr Patrozinium in der Liebfrauenkirche. Die Festpredigt hatte der hochw. Domkapitular Fischbach (Limburg) übernommen, mährend das Levitenamt von dem K i r ch e n ch o r Westerburg durch eine Messe von Haller verschönt wurde. Abends nach Einbruchs der Dunkelheit brachten Kinder der hiesigen Schule zwischen den Tannen oberhalb der Liebfrauenkirche das bekannte Grimmsche Märchen vom M a r i e n k i n d in der Bühnenbearbeitung von Gümbel-Seiling zur Aufführung. Die Kinder erzielten mit ihrer vortrefflichen Darbietungen einen vollen Erfolg. — Ein hier in der Lehre stehender junger Mann, der in den letzten Tagen noch Beiträge für den Sport- und Spielverein ein kassiert hatte, ist mit seiner Habe und den einkassierten Geldern seinem Lehrherrn davongelaufen. Wo sich der Flüchtling aufhält, ist noch nicht bekannt. Kreis Limburg. WSN. Limburg, 22. Sept. Um 2 Uhr nachmittags entstand gestern durch fahrlässige Brandstiftung, verursacht durch einen 15 = jährigen Knaben, der sich in der Garage sein Feuerzeug füllen wollte, ein Großfeuer bei der Nassauischen K u n st rn a n u f a k t u r , durch das das Gebäude völlig eingeäschert wurde. Die vereinigten Limburger Feuerwehren mußten sich darauf beschränken, die angrenzenden Gebäude zu retten. Maingau. WSN. Frankfurt a. M., 22. Sept. In der vergangenen Nacht wurde ein von auswärts zugereister Wirt in der Nähe des Eisernen Steges in der Anlage von zwei unbekannten Personen überfallen und seiner Barschaft beraubt. Die Täter haben dem Ueberfallenen mit Schlagringen eine schwere Verletzung an der Schläfe beigebracht, so daß er dem Krankenhaus zugeführt werden mußte. Kreis Fulda. WSN. Fulda, 22. Sept. Nach einer amtlichen Mitteilung beträgt di^ Zahl ber_an Paratyphus Erkrankten im Kreise Fulda bis jetzt 48. Auf die Stadt Fulda entfallen davon 11, während die übrigen sich insbesondere auf die östlich von Fulda gelegenen Dörfer verteilen. Todesfälle haben sich bis jetzt noch nicht ereignet. Vorsicht beim Obstessen. Seitdem die Franzosen gegen den falschen Meltau der Neben die Kupferkalk, oder Bordo'.aische Brühe erfunden haben, findet dieses Spritzmittel in allen Kulturländern von Jahr zu Jahr mehr Verwendung, nicht nur beim Weinbau, sondern auch gegen die Schorfkrankheit der Aepfel und Birnen. Geschieht die Anlvendung kurz nach der Blüte und ist der Sommer reich an Regen, so kann wohl angenommen werden, daß die giftigen Kupfersalze restlos wieder verschwinden. Etwas anderes aber ist es, wenn das Obst zum zweiten Male gespritzt wird, nachdem die Früchte bereits eine gewiße Größe erreicht hatten und Pilzflecken darauf sichtbar wurden. Innerhalb dieser Pilzflecken bilden sich kleine Risse. Dringt das Spritzmittel in diese Risse ein, so tötet das Kupfersalz die darin wuchernde Pilzvegetation. Es bleibt darin haften. Wird eine derartige Frucht roh und ungeschält genossen, dann können Verqiftungs- er schein ungen beim Menschen entstehen, deren Ursache in den seltensten Fällen erkannt wird. Noch weit größer ist die Gefahr, wenn mit Arsen gespritzt worden ist. Derartiges O b st sollte nie ungewaschen auf den Tisch kommen und nur geschält genossen -werden. Auch Trauben sollten vor dem Genuß erst sorgfältig gewaschen werden. Besonders verdächtig sind in dieser Hinsicht die südländischen Weintrauben, die gegenwärtig in Menge auf den Markt kommen. In allen südlichen Ländern, die als Lieferanten für uns in Betracht kommen, ist das mehrmalige Bespritzen der Weingelände allgemein üblich. Es ist daher immer mit der Möglichkeit langwieriger Darmerkrankungen zu rechnen, wenn die Vorsicht des Waschens der Beeren vor dem Genuß außer Acht gelassen wird. Schon wiederholt sind Erkrankungen durch Kilpfervergiftung nach dem Genuß von Trauben bekannt geworden. R. Strafkammer Gießen. * Gießen, 21. Sept. Ein Schuhmacher und Gemüsehändler von L i ch war durch das Amtsgericht daselbst wegen Feldentwendung zu vier Wochen Haft verurteilt worden, weil er aus einem fremden Garten etwa 25 Pfund Spinat gestohlen hatte. Dagegen verfolgte er Berufung mit der Behauptung, nicht der Täter zu sein. In der Hauptverhandlung wurde durch einwandfreie Zeugenaussagen seine Schuld zweifelsfrei nachgcwiesen. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft. die ebenfalls Berufung eingelegt hatte, wurde der Angeklagte, der bereits mehrfach wegen Diebstahls und auch wegen Feldentwendung verurteilt worden war. statt zu vier zu sechs Wochen Haft verurteilt. Die Berufung eines wegen Arkunden- fälschung zu einer längeren Gefängnisstrafe verurteilten Angeklagten, der ohne Entschuldigung ausgeblieben war, wurde ohne weiteres verworfen. Schöffengericht Gießen. ' Gießen, 20. Sept. In einer vor dem Amtsgericht Ortenberg verhandelten Privatklagesache hatte ein Arbeiter aus Hart manns- h a i n auf die Frage des Richters, ob er wegen Eidesverlehung vorbestraft fei, mit „Rein" geantwortet und dies beschworen, obwohl er im Jahre 1887 wegen Meineids zu 1 Jahr 7 Monaten Gefängnis verurteilt und ihm die Fähigkeit abgesprochen worden war, jemals noch als Zeuge eidlich vernommen zu werden. Er stand daher heute wegen fahrlässiger Eidesverlehung vor Gericht. Der Verdacht einer wissentlichen Eidesverlehung lag nahe: nur mit Rücksicht auf die Länge der Zeit wurde seinen Angaben Glauben geschenkt, daß er in der Privatklageverhandlung nicht an seine Vorstrafe gedacht habe. Immerhin wurde fein Verhalten als grob fahrlässig gekennzeichnet und auf 3 Monate Gefängnis erkannt. Hinter verschlossenen Türen wurde gegen einen Maurer aus Romrod verhandelt, der wegen Rotzucht angeklagt war. Er erhielt ein Jahr Gefängnis. Wegen Urkundenfälschung und Unterschlagung zweier Fahrräder hatte sich ein mehrfach vorbestrafter Arbeiter aus Wißmar zu verantworten. Er kaufte die Fahrräder unter Eigentumsvorbehalt und verkaufte das eine, während er das andere gegen eine Rennmaschine vertauschte. Gesamtstrafe von 4 Monaten Gefängnis. Im Mai I. I. lief eine Eingabe an die Staatsanwaltschaft ein, die unterschrieben war „Die Ortsgruppe Bergheim" (gemeint Reichsbund der Kriegsbeschädigten und -Hinterbliebenen). In ihr wurde ein gewisser Konrad der Unterschlagung von Vereinsgeldern beschuldigt. In 6em daraufhin gegen Konrad eingeleiteten Strafverfahren ergab sich, daß die Anzeige nicht von der Ortsgruppe Bergheim, sondern von einem gewissen W. aus Bergheim, der gar nicht Mitglied der Ortsgruppe ist, erhoben war. Dies trug dem W. eine Anklage wegen Urkundenfälschung ein: doch kam das Gericht zur Freisprechung, da es Zweifel hatte, ob die Eingabe als „Urkunde" im Sinne des § 267 des Strafgesetzbuchs anzusehen fei. Ein Hausdiener aus Eningen (Württemberg) hatte einem Arbeitskollegen in Groß-Eichen am 7. September 1923 mehrere Kleidungsstücke und zwei große Büchsen Bonbons, letztere aus einer verschlossenen Kiste, gestohlen. Da er rück- fällig ist, lautete das Urteil auf ein Jahr Gefängnis. Kirche und Schule. sf. Friedberg, 21. Sept. Vom 21. bis 23. Sept, findet hier ein Fortbildungs- kursus für hessische Pfarramtskandidaten statt, an dem sich 64 jüngere G^iv-liche beteiligen. Der Kursus wurde heute vormittag durch eine Andacht in der Stadtkirche eröffnet. Die Vorträge und Verhandlungen finden im Saale des Polytechnikums statt. Am ersten Tage sprachen Pfarrer Glock in Mainz über „ilnfere innere Fortentwicklung" und Professor D. Dr. Frick (Gießen) über „Wissenschaftliches und religiöses Verständnis der Bibel". Die folgenden Tage werden noch folgende Vorträge bringen: Pfarrer Schneider (Offenbach)-und Bern- deck (Hofheim) „Bibelstunden in wtadt und Land", Professor D. Dr. Cordies (Gießen, und Pfarrer Stroh (Vielbrunn) „Jugendarbeit in Stadt und Land". Pfarrer Probst (Frank- furt°Oberrad) „Wie gewinnen wir die der Kirche Entfremdeten?" Mittwoch nachmittag ist eine Aussprache über kirchliche Fragen, die von den Teilnehmern vorgeschlagen werden, die Leitung liegt in den Händen des Superintendenten Oberkirchenrat Wagner (Gießen). Dor den Verhandlungen findet jeweils eine Andacht statt an die Vorträge knüpft sich eine Aussprache an.' An der Versammlung nehmen außer den bereits Genanicken teil Prälat D. Dr. Diehl, Geheimrat D. Dr. Flöring und Kirchenrat Direktor v. Vel 1 e. Ans dem Arntsverkündigungsblatt. * Das Amtsverkündigungsblatt Rr. 75 Dom 17. Sept, enthält: Die Bachschau an der Bieber in der Gemarkung Heuchelheim. Brückensperre. Straßensperre. Dienst nachrichten. * Das Amtsverkündigungsblatt Ar. 76 vom 21. Sept, enthält: Die Arbeitszeit in den Bäckereien. — Maul- und Klauenseuche in Hungen und Röthges. — Feldbereinigung Großen-Linden. — Straßensperren. — Dienstnachrichten. Goethe- Bund Am Sonntag, dem 10. Oktober 1926, abends 8 Uhr, spricht in der Neuen Universitäts-Aula zu Gießen ■ der weltberühmte indische Dichter und Weise | Eintrittskarten MW Männer- Turnverein Ließen IIIIIIIIIIIIIUIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII Turn-nnöSiilelDlflB SdjiRenöecflcrlBeq. Illlllllllllllllllllllllllllllllllll Samstag, den 25. September 1926: Rachmittags ab 4 Ahr Welturnen der Schüler und Schülerinnen. Sonntag, den 26. September 1926: Vormittags ab 8 Ahr Wetturnen der Turner und Turnerinnen. Rachmittogs ab 2 Ahr Schauturnen aller Abteilungen. :;8’c Rachmittags ab 4 Ahr Handball- Wettspiel der Städtemannschaften Wetzlar—Giehen. Abends ab 8 Ahr Familien-Abend im Katholischen Vereinshaus. Zu zahlreichem Besuch aller Veronstal- hingen ladet ein. Der Vorstand. Zahnarzt Dr. Hinrichs von der Reise zurück. Sprechstunde von 9-12, 3-6 Uhr Seltersweg 52 II. außer Mittwochs u. Samstags nachmittags. __________________________ 7783V Zahnarzt Dr. Baum verreist vom 23. Sept, bis 2. Okt. einsohl. Vertreter: Dr. Haubach 7784 D Mag, Seo 24. SepttlL 1926 MlNillW 2 UtJt versteigere ich im „Löwen", Reuenweg 28 zwangsweise gegen Barzahlung: 1 Küchenschrank, 2 Schreibtische, einen Diwan, 2 Mustkautomaten, 1 Spiegel- schrank, 1 Plüschsessel, einen Tisch, ein Trumeau, 1 Bücherschrank, 1 Vertiko, 1 Damenfahrrad, 1 Schreibmaschine, 2 Kastenwagen, 1 Regulator. Hebbel Gerichtsvollzieher in Giehen,Dammstr. 241. Telephon 239. 7774V