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' an ihrer Hama lArWrn, \mbm chiung wvhlbegrii^ id gebrachter Mit xite es. wenn ur!r 'stellten Plähen r >e. als die ttorch. ritten des deutsch' dem Jahr für Ich Deutschlands Ta , Deutschen aus 0 Süd in Shrsuch >er heute in Bad tand des tzessW rtcnde SeMM ichtung des Reich' e Wagschale werl-" uilleion t B.: ^jehtW°p<' )l' wohl zu lg< ’t eigens zu amal in euAW. unei't'Ä also mit M » * s,irn' ä««l * NuunbW'w -S« M- SW M nW fr iPr16. V. wehr o i sich p” tzaroui latschen- -7 5dw -!»- L S-J ngeE voneinaL Ä”" i Zrettag, 25. Juli 1926 176. Jahrgang Ur. 170 Erster Blatt Annahme von Anzeigen fit die Tagesnummer vis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Rc- Klameanzeigen von 70 mm Brette 35 Reichspfennig, Platzvorfchrist 20°/, mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wich. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wich. Lange; für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Diumschein; für den Anzeigenteil Hans Jüstel, sämtlich in (Siefeen. ErscheinttägliH,außer ^■■r Ä 'wgT M Sonntags und Feiertag». ÄHHH ▼ M ▼ SichenerAnMcr scheinen einzelnerNummern Ä ■ ■■ infolge höherer Gewalt. MM General-Anzeiger für Oberhessen richten: Anzeiger Sieben. $r«nfiPunammatiH6S6. Dmd mi>Verlag: Brüt)IW Univerfilülr-Vllch- lind Stclnöruderci R. Lange in Sichen. Schnstleiinng nnd Seschästrlteile: rchulftrahe 7. Die chinesische Sphinx. ✓ Don unserem A. Berichterstatter. (Hachdruck, auch mit Quellenangabe, vexbotenl) London, Mitte Juli 1926. Heber wenig nur ist die europäische Oeffent- lichkeit so schlecht und zusammenhanglos unterrichtet. wie über die Entwicklung der innen- und außenpolitischen Verhältnisse Chinas während der letzten zwölf Monate. Das liegt einmal in der Vatur der Sache selbst begründet, denn in dem nicht ohne europäische Beihilfe durch Korruptton so verwilderten China, wo ehrliche nationale Absichten häufig nur schwer von sozialen Doktrinen und persönlicher Habsucht einzelner Führer zu unterscheiden sind, vollzieht sich die seit dem Ende des Weltkrieges begonnene Entwicklung nur sprunghaft. Infolgedessen ist es selbst den zahlreichen an allen wichttgen polittschen und wirtschaftlichen Brennpunkten Chinas lebenden Europäern kaum möglich, sich über die zu einem gegebenen Augenblick stattfindenden Bewegungen ein einheitliches Bild zu schaffen. Hinzu kommt noch die Tatsache, daß Engländer und Japaner in wichttgen Punkten der chinesischen Tarifkonferenz grundverschiedener Auffassung sind, und die in London aus Tokio eintreffenden Berichte meistens das Gegenteil von dem enthalten, was aus Peking, Hongkong oder Tientsin direkt gemeldet wird. Ein weiteres Moment, das für die Bildung einer richtigen Meinung auch nicht gerade von Vorteil sein dürfte, ist die mitunter recht tendenziöse Berichterstattung über die bolschewistische Aktivität irn Horben Chinas, besonders aber in der Mandschurei. Unter Berücksichtigung und vorsichtiger Abwägung aller dieser Umstände soll versucht werden, ein naturgetreues Bild der gegenwärttgen Lage zu malen. Vier Faktoren sind eö in der Hauptsache, die das innenpolittsche Leben Chinas zur Zeit beherrschen: erstens Wupeifu, der auf Grund einer Vereinbarung mit Tschangtsolin der derzeitige Machthaber Pekings und der chinesischen Zentralregierung ist, zweitens Tschangtsolin. der polittsche Freund Wupeifus und unbestrittene Herr der Mandschurei, drittens die selbständige Kantoneser Regierung, die wie die Engländer behaupten, „rot“ sei, und unter russischem Einfluß stehen soll, und viertens die „Kuomintang" oder Rationalpartei, deren geistiger und militärischer Führer Fenghu- fiang ist. In allen vier Lagern herrscht über das anzustrebende Ziel Einmüttgkeit. obwohl nicht in der Wahl der anzuwendenden Mittel: China ist es satt, noch länger für Europäer und Amerikaner. die seit dem Weltkriege den Rimbus der „Vollkommenheit" und „Unübcrtrefflichkeit", besonders aber seit der durch die Alliierten selbst bewerkstelligten 'Beschneidung der deutschen und österreichischen Rechte in China gänzlich verloren haben, Frondienste zu leisten. natürlich ist auch Japan rechtzeitig auf dem Plan erschienen, um aus dieser so günstigen Entwicklung für sich Kapital zu schlagen. Die Chinesen, sich bewußt, aus eigener Kraft nur Halbes schaffen zu können, lassen sich die japanische „Hilfe" gern gesallep, denn ohne diese Hilfe würde die mit so großer Mühe zustande gekommene Tarifkonserenz längst wieder auseinandergegangen sein ohne zu einem Ergebnis geführt zu haben. So aber konnte Wupeifu, ein Auge nach Tokio gerichtet, dieser Tage sagen, daß er in China die Tarif- autonomic erklären würde, falls die ausländischen Delegierten nach Hause fahren würden. Das war deutlich und läßt auf wenig Entgegenkommen bei den Verhandlungen selbst schließen. Eine ähnliche Haltung nahm der Kan- toncfer „Außenminister" ein, als er auf der Eröffnungssitzung der Konferenz für die Beilegung deS Boykottes englischer Waren erklärte, daß China es für an der Zeit halte, seine Rettung selbst in die Hand zu nehmen, und sich nicht mehr wie ein besiegtes Land durch Eroberer ausbeuten zu lassen. Der unsicherste Faktor in China ist zur Zeit noch die sogenannte „Kuomintang" oder Rationalpartei, deren Mitglieder in allen Teilen Chinas -u finden sind. Sie hat eine Armee, die im Horben Pekings steht und sich im Augenblick der Angriffe der Truppen Wupeifus und wie es scheint, nicht ohne Erfolg, erwehrt. Aber diese Partei besitzt kein Gebiet, von wo aus sie sich entwickeln könnte. Die Engländer sagten anfänglich, sie stünde mit den Rusten im Bunde, seitdem aber auch Wupeifu ganz entschlossen für die Fortführung der Tarifkonferenz eintritt, sind auch diese Behauptungen gegenstandslos geworden. Das ist, in rohen Umriffen. die Verteilung der gegenwärtigen Machtverhältnisse in China. Die nationalistische Linie, die durch den ganzen Entwicklungsgang zu verfolgen ist, strebt auf eine Zusammenfassung aller Kräfte, auf eine Zentralisierung der Verwaltung als beste Ab- wehr gegen die äußeren Feinde zu, obwohl bis zur Erlangung dieses Zieles vielleicht noch eine Reihe von Jahren vergehen dürfte. Aber zweifellos hat die Konsolidierung des nationalen Gedankens schon bedeutende Fortschritte gemacht. Unter dem wachsenden Druck der an den Grenzen sitzenden fremden Machthaber hat der Chinese endlich sein Phlegma ausländischen Angelegenheiten gegenüber abgelegt. Roch vor wenigen Jahren fühlte er sich in feiner Behaglichkeit durch die Anwesenheit der Fremden kaum gestört. Das ist inzwischen anders geworden. China hat sich wirtschaftlich und vielleicht auch geistig dem System der Zivilisation angeschlo'sen. Unter solchen kllmständen wird der tiefe chinesische Selbsterhal- Die Regierungskrisis in Frankreich. Poincarös Versuch zur Bildung eines nationalen Sammlungskabinetts. Paris, 23. Juli. (DJIB.-Junffprudj.) havas bezeichnet folgende Zusammensehung des neuen Kabinetts als wahrscheinlich: Ministerpräsident und Finanzen: p o in c a r 6 Justizminister und elsaß-lothringische Angelegen- hetten: Barthou Auswärtige Angelegenheiten: B t i a n b Innenministerium: Satraul Kriegsministerium: p a i n l e o 6 Marineministerium: Leygues Bokanowsky und Marin sollen im Laufe des heutigen Tages aufgefordert werden, in die Mi- nisterkomblnatton einzutrefen. Line wenig optimi- tische Auffassung über die Lage ergibt sich aus der Morgenpresse. U. a, wird heroorgehoben, daß der radikale parfeivorstand heute in seiner offiziellen Sitzung möglicherweife den Beschluß fassen dürfte, den Burgfrieden nur bann zu unterstützen und dem Kabinett die Unterstützung zu leihen, wenn Satraul Ministerpräsident und poincarL Fi- nanzminister würde. (Es verlautet, daß poincare die Absicht fjabe, falls es ihm nicht gelingt, eine Regierung zu bilden, den poften eines Finanz- ministers in einem mehr nach links gerichteten Kabinett zu übernehmen. Widerstände gegen Poincare. Die Linke fürchtet eine Acnderung des austenpolitischeu Kurses. Paris, 22. Juli. (Wolff.) Poincare hat eine Abordnung der interfraktionellen Gruppe, die sich die Bildung eines Ministeriums der nationalen Einheit zur Ausgabe stellt, empfangen. Der Abgeordnete Morinaut wies Poincarä gegenüber darauf hin. die nun 300 Mitglieder zählende Gruppe habe es sich zur Ausgabe gemacht, für eine Regierung, die alle Schattierungen der republikanischen Meinung umfaßt, eine geschlossene Mehrheit zu schaffen. Er betonte die Notwendigkeit, daß Poincare den Parteien der Linken die ihrer zahlenmäßigen Bedeutung entsprechende Vertretung im Kabinett sichern müsse. Poincare erwiderte, in einem ähnlichen Sinne habe er auch den Auftrag zur Bildung einer Regierung übernommen. Er beabsichtige, ein Ministerium der weitestgehend en demokratischen und republikanischen Einigung zu bilden und er werde dazu die Fraktionen der Linken, ohne welche die von der Regierung der nationalen Einigkeit zu leistende ernste und langwierige Arbeit unmöglich sei, um ihre Unterstützung ersuchen. Den Abgeordneten Petsche und A st i e r , die Poincari ihre Bedenken wegen der bei seiner Ministerpräsidentschaft zu erwartenden Aufrütte- luna der politischen Leidenschaften zum Ausdruck brachten, erwiderte Poincari, nach aUgemeiner Auffassung sei die Ueber- nahme des Finanzministeriums durch ihn unter den gegenwärtigen Umständen dazu angetan, neues vertrauen zu schaffen, und er glaube anderseits, auf diesem Posten nur dann sachliche Arbeit leisten zu können, wenn er gleichzeitig Ches der Regierung sei. Demnach hatte er unter den gegenwärtigen Umständen die Lösung, welche politischen Bedenken ihr auch entgegenstehen mögen, für unerläßlich. Poin- car6 bemerkte außerdem, er wolle im gegenwärtigen Augenblick alle Parteistreitigkeiten ruhen lassen. Die Zusammensetzung des Ministeriums, die der Linksmehrheit des Parlaments Rechnung tragen werde, werde dem Lande zeigen, daß die Regierung nur zum Zwecke der nationalen Wohlfahrt und ohne jeden Revanchegedanken gebildet worden sei. Der ..Jntran'igeanf fajreibt, Poincare sei heute vormittag davon verständigt worden, daß innerhalb der radikalen Kammer- fr a f t i o n sich eine gewisse Feindse lig kett gegen ihn bemerkbar mache. Die Radikalen wurden ihn wohl in der neuen Regierung annehmen aber nicht als Ministerpräsident c n. Auf Grund dieser Mitteilung habe Poincare den Vorsitzenden der radikalen Kammerfraktion, SaS al, und einige seiner Freunde gebeten, ihn am nachmittag auszusuchen. damit er ihnen die Lage, in der er sich befinde loyal auseinandersehen könne. Poincare sei sich in der Tat darüber klar, daß seine Rückkehr zur Ministerpräsidentschaft als eine persönliche Revanche gegen die Linksfraktionen, die ihn in dem Wahlgang vom 11. Mai 1924 besiegt hätten, aufgefaht werden könne. Aber angesichts des Ernstes des Finanzwesens sei er der Ansicht, daß bas Finanzministerium vom Minislerpräsibenten versehen werden müsse. Jn/Xge dessen muh er, nachdem der Präsident der Republik ihm die Bildung der Regierung anvertraut habe, das neue Kabinett zustande bringen. Doch könne er das Minister- Präsidium nur gleichzeitig mit dem Finanzministerium übernehmen. Auch eine ziemlich große Anzahl von Parlamentariern der Mitte und der Rechten sttmmen trotz ihrer versöhnlichen Sympathie für Poincare mit den Abgeordneten der Linken in dem Wunsche überein, daß Poincare zwar die hervorragendste Persönlichkeit des kommenden Ministeriums bleibe, daß ihm jedoch ein entschiedener Politiker als Ministerpräsident zur Seite stehen soll, der an den letzten parlamentarischen Kämpfen nicht beteiligt gewesen sei. Die Radikalen sind außerdem der Meinung, daß die Außenpolitik Frankreichs die Richtung behalten müsse, die ihr Herriot und dann Driand in Locarno gegeben haben, insbesondere in dem Augenblick, wo Frankreich mit Amerika Abkommen abzuschließen habe. Um den von den radikalen Abgeordneten geäußerten Besorgnissen zu entsprechen, scheint Poincare gewillt zu sein, den Lirckselementen in dem von ihm beabsichtigten Ministerium der nationalen Einigkeit eine weitgehende Vertretung zu gewähren. Deshalb habe er sich sofort die Unterstützung Brian ds als Außenminister, sowie die Mitarbeit Louis D a r- thous gesichert. Außerdem habe er sich bemüht, Albert ©arraut für sein Kabinett zu gewinnen. Herriots Sturz im Spiegel der Presse. Paris. 22. Juli. (WB.) Zum Sturz des Kabinetts Herriot schreibt der „Temps": Es war aus einem Mißgeschick heraus geboren, es hat sich in Zuckungen gewunden und ist unter der allgemeinen Entrüstung zusammengebrochen. Es glich jenen bösen Geistern der arabischen Erzählungen, die auf eine schädliche Zauberformel hin auftauchen, eine künstliche Form haben, eine wesenlose Existenz führen, einen Augenblick die Atmosphäre mit Übeln Gerüchen vergiften und dann wie ein Rachtschatten verschwinden. Selten ist eine Sitzung so inhaltlos gewesen, selten war eine Hinrichtung so vollständig. Herriot, dessen Einbildung sich gerne mit Phantomen von Gengern beschäfttgt, die ihn verleugnen, sah sich nur Kollegen gegenüber, die erst ihr Urteil sprachen und dann mit umgekehrtem Daumen gegen den aus der Fassung geratenen Gladiator das Todesurteil sprachen. Dieser Mann, der sich am Work berauscht, der leicht übertreibt und den Tumult liebt, verschwand unter eisigem Schweigen. Das „Journal des Debats" schreibt: Die Ereignisse haben das vollendet, was kein Politiker zu unternehmen gewagt hätte. Sie haben dem Kartell der Linken ein Ende bereitet. Dieser Augenblick ist durch hitzige Redeschlachten erleichtert worden. Es ist möglich gemacht worden, durch die Arbeit der seit sechs Monaten von den Regierungen vollendeten Veruneinigung. Es ist nur erreicht worden deshalb, weil die Währungskrise sich verschlimmerte und alle Systeme und Kombinationen über den Hausen geworfen hat. Damit das Ergebnis dauerhaft sei. müssen die nächsten Ministerien die Lehre aus diesen harten Erfahrungen ziehen. Der „Paris Soir" schreibt: Herriot ist aufrecht stehend gefallen, indem er seine Ideen verteidigte. Er habe ein beneidenswertes Los. Er würde seinen Platz als Agitator und als Parteiführer wieder einnehmen. Er hat nicht lange auf Revanche zu warten brauchen, denn in diesem Lande kann die politische Tüchtigkeit Verdunkelung erleiden. Früher oder später wird sie schließlich immer über Intrigen und Lügen siegen. Die Kammer hat ihn gestürzt; damit hat sie gleichzeitig für diese Gesehgebungsperiode jeden versuch, das Kartell der Linken wieder aufzurichten, zunichte gemacht. Für eine Politik steuerlicher Gerechtigkeit gibt es in der gegenwärtigen Kammer nur eine Minderheit. Selbst wenn zu den 237 Stimmen, die das kurzlebige Kabinett Herriot erhalten hat, die 28 Kommunisten kämen, wäre nichts geändert. Das ist eine Feststellung der Tatsache, daß eine Linksmehrheit nicht mehr besteht. Unter diesen Umständen stehl wirklich nichts der Berufung Poincarös im Wege. Der „Jntransigeant" spricht von dem Sturz des verhängnisvollen Mannes, tadelt aber gleichzeitig die unvorsichtigen Schwäher, die in bei Kammer ihre kleinen Klubleidenschas- ten befriedigen wollen. Für sie sei die Stunde gekommen, zu verschwinden, denn sie seien die Urheber der Leiden Frankreichs. Di« würden die Rettung erleichtern, wenn sie schweigend davongingen. Das „Journal" Bemerkt: Heute handelt ei sich darum, ein zweitesmal Frankreich zu retten. Das ist die Aufgabe der Regierung, die kommen muh, und die ohne Rücksicht auf parteiische Grundsätze die Männer vereinigen muh, die fähig sind und durch ihre Intelligenz ihre Erfahrung und ihren Charakter das Vertrauen zu uns selbst wiederzugeben. Vichts mehr von Parteien, nichts mehr von politischen Streitigkeiten! Dec Burgfriede zur Wiederherstellung der Finanzen und des Franken. Das ist der Wille des Landes. Es wird niemand gelingen, seine jnteressen durchzusehen. Der „Figaro" führt aus: Das Kartell der Linken besteht von nun an nicht mehr als Regierungsformel, es besteht nur noch als Wahlformel im Lande. Die Übergangszeit unserer Währungskrise und die Zeit der Untätigkeit, die mehr als ein Jahr gedauert hat. geht zu Ende. Wir treten jetzt in eine bewegtere Zeit ein. Wenn eine Währungskrise an dem Punkt angelangt ist, an dem wir stehen, dann wird ihre Entwicklung, nach welcher Richtung mar. sich auch orientiert, nicht mehr den Finanzkcedi. des Staates allein berühren, sie erzeugt Krisen im Wirtschaftsleben und daher auch in der sozialen Ordnung. Um sie zu beherrschen genügt nicht eine ausgezeichnete technische Fähigkeit. es genügt nicht eine einzige moralische Autorität, man braucht eine sehr -starke, weitblickende Regierung. Die „I o u r n € e 3 n b u ft r i e 11 e" schreibt: Die einzige klare Sache, die aus der gestrigen Rede de Monzies ersichtlich ist, ist die betrübende Be leuchtung unserer Finanzmethoden. Man erfuhr nämlich, daß wir seit acht Tagen von der Hoffnung auf ausländischen Kredit, der inzwischen als Trugbild erkannt worden ist, gelebt haben. Diese Lage ist eines Landes wie Frankreich nicht würdig und kann nicht sortdauern. Daher muß die kommende Regierung eine breite Grundlage und genügendes Gewicht besitzen, einmal, damit eine sofortige Entspannung der öffentlichen Meinung eintritt, ferner, damit die Lage sich nicht noch verschärft und endlich, damit durch ein vom Vertrauen getragener Zusammenschluß die notwendigen Maßnahmen schnell getroffen werden. Der neue Kammerprüsivenl. Paris. 22. Juli. (WB.) Als Aachfol. ger Herriots ist heüte nachmittag von bet Kammer Raoul Peret im zweiten Wahlgang mit 227 Stimmen zum Kammerpräsidenten gewählt worben. Der sozialistische Kanbib.il D o u i s s o n. Vizepräsident der Kammer, erhielt 215 Stimmen. Im ersten Wahlgang hatte Perel 19*4 Stimmen. Douisson 133 Stimmen und Theo Douy^son. gleichfalls Vizepräsident der Kammer und Kandidat der Radikalen, 113 Stimmen aus sich vereinigt. Kundgebung gegen deutsche Pazifisten. Reims, 22. Juli. (Havas.) Gestern abend drangen bei einer Veranstaltung der L'iga für Menschenrechte gelegentlich eines Besuc'eS deutscher Pazifisten Mitglieder rechtsstehender Jugendverbände unter dem Absingen der Marseillaise in den Dersammlungssaal und griffen die Teilnehmer an. Es entstand eine Schlägerei Die Manifestanten wurden aus dem Hause gc* drängt, demonstrierten jedoch vor dem Hause weiter. Als deutsche Delegierte durch eine Heben- tür in Sicherheit gebracht werden sollten, tour- den sie erneut belästigt, bis die Polizei die Störenfriede vertrieb. Eine Person wurdi verhaftet, später jedoch wieder freigelassen. ..... ............I ■■!■■■■■■■........ ■ tungstrieb eine Fortsetzung des zur Zeit noch sein Unwesen treibenden Partikularismus zu ver- meiden sucken, und die Bildung eines Staatenbundes ist' vielleicht nur noch eine Frage der Zeit. Daß dies noch nicht geschehen ist, nimmt bei der Gröhe des chinesischen Reiches kein Wunder. Irn Gegenteil ist es erstaunlich, nut welcher Schnelligkeit sich die bisherige Entwicklung schon vollzogen hat, wenn man beruauä)» tigt, daß man bei einem in vier oder fünf ‘elb- ständige Gebiete aufgeteilten Lande von 4 300 000 Quadratmeilen mit einer Bevölkerung von rund 450 Millionen kaum von „Kleinstaaterei' oder Partikularismus reden kann. Die Bereinigten Staaten und Kanada. London, 22. Juli. (TU.) Der Schriftleiter der Boston-Post, der größten Morgenzeitung in den Vereinigten Staaten, wirft heute in der „Daily Mail" die Frage auf, wie sich die englische Oeffent- lichkeit zu einem evtl. Anschluß Kanadas an die Vereinigten Staaten stellen würde. Don dem ehemaligen Gouverneur des Staates Massachusetts, Cox, sei oorgeschlagen worden, daß die Vereinigten Staaten in einem solchen Falle als Gegenleistung die britischen Kriegsschulde n an die Vereinigten Staaten st r e i ch e n oder zum mindesten beträchtlich herabmindern sollen Viele Leute in den Vereinigten Staaten vertreten die Ansicht, daß die Beseitigung der Zollschranken durch einen Zusammenschluß der beiden Länder einen großen Kapitalfluß nach der kanadischen Industrie zur Folge haben dürfte. Man darf auf die Aufnahme dieses Vorschlages durch die britische Oeffentlichkeit, besonders angesichts der gegenwärtig in den Vordergrund getretenen konstitutionellen Krise in Kanada, sehr gespannt sein. Die deutsche Abrüstung Chamberlains Erklärung im Unterhaus London, 22. Juli. (SU.) Die gestrige Erklärung Chamberlains über den ungenügende n S t a n d der deutschen Abrüstung hak in diplomatischen Kreisen größtes Aufsehen hervorgerufen. Allgeniein wird bedauert, daß durch diese Aeuherung die Abrüstungssrage so kurze Zeit vor dem Eintritt Deutschlands in den Vordergrund der politischen Interessen gerückt worden ist. Man verspricht sich aus der Art, wie das ganze Abrüstungsproblem bisher behandelt worden ist, nur wenig Gutes. Die Erklärung, daß es sich um keine besondere Rote, sondern lediglich um die Fortsetzung des laufenden Briefwechsels zwischen der interalliierten Kontrollkommission und der Reichsregierung handelt, wird als bloße Wortklauberei be- zeichnet, da es gleich ist, ob die Forderung des General Walch in einer Rote oder in einem einfachen Briefwechsel zum Ausdruck gebracht wurde. Auf Anfrage wurde dem Vertreter der Techgraphenunion an maßgebender Stelle mit« geteilt, daß die Antwort Chamberlains im Unter« - Haus nicht so gemeint ge.vesen sei, wie sie vielleicht geklungen habe. Die Form dec Antwort erkläre sich aus der überlasteten Tagesordnung. Cs fei richtig, so wird an amtlicher englischer Stelle versichert, daß Deutschland nod) eine Veihe von, wenn auch nicht sehr wesentlichen, Ent! affnungssorderungen zu erfüllen habe. Es handelt sich in der Hauptsache um folgende vier Punkte: 1. Bestimmung des Begriffs Kriegsmaterial; 2. die Stellung des Generals von Seeckt; 3. die Stärke der Reichswehr; 4. die einheimische Reservearmee. Zu Punkt 1 wird an maßgebender Stelle noch folgendes bemerckt: Rach dem Versailler Vertrag ist die Ein« und Ausfuhr von Kriegsmaterial für Deutschland verboten, woraus sich die Frage ergebe, was als Kriegsmaterial zu bezeichnen sei. Uebec den Begriff Kriegsmaterial beständen noch immer Unstimmigkeiten zwischen der interalliierten Kontrollkommission und der Berliner Regierung. Es sind, wie im vergangenen Jahre, so auch jetzt dieselben Fragen ausgetaucht, die bei der Lieferung von Dampfkesseln für argentinische Torpedoboote durch Deutschland bereits eingehend erörtert worden seien. Zu Punkt 2 wird bemerkt, daß an amtlicher Londoner Stelle hierüber bis heute keine bestimmte Rachricht vorliege. Was Punkt 3 anbetrifft, so werden von amtlicher Seite gewisse Forderungen hinsichtlich der Stärke der Reichswehr erhoben. Ueber die angebliche deutsche Reservearmee (Punkt 4) ist man in amtlichen englischen Kreisen der Ansicht, daß es sich bei den sogenannten vaterländischen Verbänden um eine Art von Reservearmee handele, die ihrem Kampfwert nach der englischen Territorialarmee gleichzuftellen sei. Aus die Frage unseres Vertreters, ob die erneute Aufrollung der Abrüstungsfrage keinen schädlichen Einfluß auf die dem Eintritt Deutschlands in den Völkerbund noch vorausgehenden Verhandlungen ausüben werde, wurde erklärt, daß es einem Teil der deutschen Presie zuzuschreiben sei, daß die ganze Angelegenheit an die Oeffentlichkeit gebracht worden sei. Ohne diese Veröffentlichungen wäre das ganze Problem stillschweigend und ohne unnötige Belastung der deutschen Oeffentlichkeit gelöst worden. Im Zusammenhang mit Chamberlains Erklärung in der gestrigen Unterhaussitzung ist es nicht uninteressant, sich den ganzen Wortlaut der ebenfalls von Chamberlain im Januar .dieses Jahres abgegebenen Erklärung zu vergegenwärtigen. Chamberlain sagte damals bei dem gemeinsam mit Briand abgehaltenen Presseempfang auf die Frage, ob Deutschland alles Menschenmögliche tue, um seine Abrüstungsverpflichtungen zu erfüllen: „3a alles. Man muh nicht immer bloß daran denken, was noch geschehen soll, sondern auch in Betracht ziehen, was bereits getan worden ist. Die Ergebnisse, die in den letzten Mo- naten erzielt worden sind, übersteigen unsere Hoffnungen. Weiterhin äußerte er die Ueberzeuguna, daß die noch restiermden En twaffnungsbestrmmungen leicht erledigt werden können. Die Haltung Chamberlains ist um so verwunderlicher, als er selbst das deutsche Aufnahmegesuch für den Völkerbund vom März d. I. unterzeichnet hat, m den: festgestellt wurde, daß Deutschland alle seine Verpflichtungen an den Versailler Vertrag erfüllt habe. „Manchester Guardian" stellt in seinem Leitartikel die Frage, ob es ein Zufall oder Absicht sei, daß jedesmal, wenn Deutschlands Ein- tritt in den Völkerbund bevorzustehen scheine, die Luft sich mit Gerüchten fülle, die geeignet seien, ihn zu verhindern. Diesmal, so heißt es in dem Leitartikel, handelt es sich nicht um Meinungsverschiedenheiten unter anderen Mitgliedern des Völkerbundes, sondern es ist von einer mangelhaften Erfüllung der Abrüstungsklauseln des Friedensvertrages die Rede. Chamberlain hat die Meldungen von einer Rote der Alliierten an Deutschland dementiert, hat aber in seiner Antwort auf die weitere Frage, ob die Lage bezüglich der deutschen Abrüstung befriedigend sei, erwidert: „Rein" ohne einen weiteren Kommentar dazu zu geben. Dies ist schwerlich genügend. Wenn die Auffassung bestehen sollte, daß Deutschland mit seinen Abrüftungsverpflichtungen ernstlich im Rückstände ist, dann könnte diese Tatsache zum legalen Vorwand für die Verweigerung seiner Zulassung zum Völkerbund gemacht werden. Das Blatt fragt: Ist das Absicht? Soll wieder ein Hindernis errichtet werden, oder ist Sir Austen Chamberlain tatsächlich ernstlich besorgt über den Stand der deutschen Rüstungen. Deutschlands Aufnahme in den Völkerbund. Berlin, 23. Juli. Wie der Londoner Vertreter der „Voss. Ztg." auS diplomatischen Kreisen erfahren haben will, soll Deutschland Anfang September in der ersten Sitzung des Völkerbundes und des Völkerbundsrats zum Mitglied des Bundes und zum ständigen Mitglied des Rats gewählt werden und zwar ohne vorhergehende Verhandlungen, einfach auf Grund eines Antrags des Vorsitzenden der sogenannten ersten Kommission, der darauf Bezug nehmen wird, daß bereits im März seitens dieser Kommission festgestellt und ter Vollversammlung mitgeteilt worden sei, daß Deutschland die Voraussetzungen der Wählbarkeit erfüllt habe. Die Rhemlcmdbefatzmrg. Eine neue Aera im besetzten Gebiet. Mainz, 23. Juli. (WTB.) Das führende Organ Rheinhestens, der „Mainzer Anzeiger" sieht sich durch die letzten Vorfälle im besetzten Gebiet, namentlich durch die Provokationen der Germersheimer Bevölkerung veranlaßt, festzustellen, daß das Verhältnis zwilchen Besatzung und Bevölkerung wieder ein gespannteres geworden ist. Die Haltung der Besatzung werde straffer, indem sie die Zügel wieder fester anziehe, aber auch lascher, indem sie selbst sich gehen lasse. „Es hat den Anschein," scheibt das Blatt weiter, „daß auch die bisher offiziell gewahrte Reserviertheit, der unbe- dii.gte Wille des friedlichen Zusammenlebens zwischen Besatzung und Bevölkerung eine A e n d e - rung zu üngnnften des durch Locarno vorbereiteten Friedens erfahren habe. Der Vorfall von Ger- mersheim, der, wenn man von seiner besonderen Schwere absieht, nicht als einziger dasteht, ist ein bedenkliches Symptom. Bedenklicher aber ist, daß, soweit wir bisher unterrichtet sind, bisher nichts von französischer Seite geschehen ist, was die Bevölkerung des besetzten Gebietes hinsichtlich einiger Vorfälle beruhen könnte. Ein offizielles Ab- rücken der Besatzungstruppen von derartigen Heber« griffen hätte der Befriedung des Rheinlandes keinen schlechten Dienst erwiesen." * Der deutsche Botschafter v. Hoesch hat dem Generalsekretär im französischen Außenministerium Philipp B e r t h e l o t wegen der Vorgänge in Germersheim einen Besuch abgestattet und bei dieser Gelegenheit die Abschrift einer Rote überreicht, die der deutsche Reichskommissar für die besetzten Gebiete Botschafter a. D. Freiherr Langwerth v. Simmern in derselben Angelegenheit dem stellvertretenden Präsidenten der Internationalen Rheinlandkommission Forthomme übergeben hat. Preußen und die Hohen- zollern. Ministerpräsident Brann an den Herrn von Berg. Berlin, 22. Juli. (Wolff.) Wie ter Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, richtete Ministerpräsident Braun an ten Generalbevollmächtigten des vormaligen Königshauses Exz. von Berg unter dem 21. Juli 1926 folgend^ Schreiben: Das Schreiben Eurer Exzellenz vom 4. ds. Mts. habe ich erhalten. Ueber seinen Inhalt war ich bereits durch seine Veröffentlichung in ter Tagespresse unterrichtet. Die preußische Staatsregierung vermag nicht anzuerkennen, daß die Vertretung des vormaligen Königshauses in den letzten Jahren unablässig bestrebt gewesen sei, die Vermögensauseinandersetzung auch unter weitgehenden Verzichten im Wege der Verständigung durchzuführen. Sie ist der Auffassung, daß ein rechtzeitiges Eingehen des vormaligen Königshauses auf die Vergleichsvorschläge, wie sie vom Staate früher wiederholt gemacht wurden, so noch im Jahre 1924 von dem damaligen Finanzminister Dr. von Richter, längst diesen Gegenstand der Beunruhigung unseres öffentlichen Lebens, von dem das dortige Schreiben spricht, aus der Welt geschafft haben würde. Bei der dritten Beratung des Staatshaushaltsplanes für das Rechnungsjahr 1926 im preußischen Landtage (197. Sitzung vom 5. ds. Mts.) habe ich auf die Ausführungen des Abg. Dr. von Campe über ten Entschliehungs- antrag ter Fraktion der Deutschen Volkspartei tetr, die Vermögens auseinandersetzung zwischen dem preußischen Staat und den Hohenzolleru folgendes erwidert: Auch die Staatsregierung hat ein Interesse daran, daß die von Herrn Abg. v. Campe soeben besprochene Angelegenheit mit aller Beschleunigung so geregelt wird, wie sie im Interesse tes Staates liegt. Hieran hält die preußische Regierung fest. Wenn bei den dortseits angeregten Verhandlungen ein Ergebnis erzielt werden soll, wird man freilich nicht auf ten Vertrag vom 12. Oktober 1925 zurückgreifen dürfen, um so weniger, als er die mit sehr umfangreichem Grundbesitz ausgestattete Karllinie tes vormaligen Königshauses nicht einbezieht. Die dortige Bemerkung, daß die Verzichte des vormaligen Königshauses bis zur Preisgabe von 83 Prozent ter Vermögensmasse gegangen seien, läßt außer acht: 1. daß die Vermögensmasse erhebliche Werte einschlietzt, die Staatseigentum sind, 2. daß die kapitalisierte K r o n f i d e i - kommißrente (187,5 Millionen) aus ter Berechnung ausscheiden muß. 3. daß die Vermögensmasse sehr große Werte enthält, die der Staat aus öffentlichen Gründen in Anspruch nehmen muß, deren Unterhaltung ihm aber bereits erhebliche Ko st en verursacht hat und weiter verursachen wird, 4. daß dem vormaligen Königshause bereits erhebliche Kapitalzahlungen zugeflossen sind, 5. daß den Rebenlinien beträchtliche Vermögenswerte zugefallen sein würden. Rur Verhandlungen, die an das Ergebnis der Beratungen des Reichstages über den Entwurf eines Reichsgesehes über die vermögensrechtliche Auseinantersehung anknüp« fen, können nach Lage der Verhältnisse jetzt noch in Frage kommen. Zu solchen Verhandlungen ist die preußische Staatsregierung bereit. Wie eine Korrespondenz berichtet, hat Herr v. Berg neue Vorschläge ausgearbeitet, in denen er bei einer Reihe strittiger Objekte von seinen früheren Forderungen zurücktritt. Es handelt sich dabei um Grundbesitz, der bei Säkularisationen an die Hohenzollern fiel, sowie um mehrere Gebäudekomplexe, die repräsentativen Zwecken dienten. Die VerNner Sparkasse beginnt mit der Aufwertung. „ -T5 e r y «■. 22- (MTB.) Nachdem die Berliner Städtische Sparkasse in ten Besitz der letzten Ausführungsbestimmungen zum Answer» tungsgeseh gelangt ist, haben nunmehr die eiaent- i en Arbe.ien zur AuswertungderSpar- gut haben begonnen. Es werden eine große UEäÜ- 3n8q«|amt Han- telt es sich um 800 000 Konten, die mit 12,5 Prozent aufgewertet werden sollen. Täglich werden bereits an etwa 100 bis 150 Antragsteller in Berlin etwa 10 000 Mark Vorschüsse auf die aufzuwertenden Guthaben ausgezahlt. 2n Frage kommen hierbei Kriegsbeschädigte, Kriegshinterbliebene, Kleinrentner und ähnliche. Die Amerikariege der D. T« beim Reichspräsidenten. Berlin, 22. Juli. (Wolff.) Der Herr Reichspräsident empfing heute die Amerika- Riege der Deutschen Turnerscyast, die ihm durch den ersten Vorsitzenden dec Deutschen Turnerschaft, Herrn Prof. Dr. Oskar Berger, vorgestellt wurde. Der Herr Reichspräsident ließ sich von der sechswöchigen Reise, die die deutschen Turner zum Dundestumfest in Louis« ville und nach den größten Städten der Vereinigten Staaten, u. a. Washington, wo sie vom Präsidenten Coolidge empfangen wurden, geführt hat, berichten und beglückwünschte sie zu der Anerkennung, die dem deutschen Turnen allenthalben auf der Reise gezollt worden ist. Der englische Berg- arbeiterstreik. Die Stellung der Bergarbeiter- internationale. Paris, 22. Juli. (Wolff.) Der Internationale Dergarteiterausschuß hat sich an seinem ersten Verhandlungstag in der Hauptsache mit der durch die Verlängerung tes englischen Koh- lenstreiks geschaffenen Lage beschäftigt, und zwar besonders mit dem Studium, das die Unterstützung der englischen Streikenden und die Kohleneinfuhr nach England betrifft. Der Sekretär tes Internationalen Bergarbeiterverbandes, H o d g e s, teilt mit, daß der englische Unterstaatssekretär für den Bergbau im Unterhaus erklärt habe, daß im Juli etwas mehr als eine Million Tonnen ausländischer Kohle nach England eingeführt worden sei. Die deutschen und belgischen Delegierten bestritten diese Ziffer und erklärten, daß nur wenig Kohlen über Belgien und Deutschland verschifft wurden. Der Kassenwart tes englischen Bergarteiterverbandes berichtete über die finanzielle Unterstützung der Streikenden. Dis zum 14. Juli seien 785 000 Pfund eingegangen, davon waren 420 000 Pfund aus Rußland. Die Zahl der Streiken» ten überstieg eine Million. So habe in der vergangenen Woche ein Arbeiter nur 1 Schilling und 10 Pence erhalten können. Die Religionskämpse in Indien. Kalkutta, 22. Juli. (WB.) Trotz der Wolkenbrüche, die jetzt währeicd der Regenzeit die Straßen bis zu einem Meter hoch mit Wasser überschwemmen, dauern die Messerstechereien zwischen Hindus und Mohammedanern im Aorten von Kalkutta an. Bei den heutigen Zusammenstößen wurden neun Personen verletzt, darunter eine tödlich. Gestern abend bewarsen die Mohammedaner zahlreiche Häuser von Hindus mit Ziegeln. Bei dieser Gelegenheit wurde auch die Universität beschädigt. Die Beisetzung Dserschinskis. Moskau, 22. Juli. (WB.) Heute abend fand die feierliche Beisetzung des Volkskommissars Dserschinski auf dem Roten Platz an der Kremlmauer hinter dem Lenin-Mausoleum statt. Dem Sarge folgten Regierungsmitglieder, Abordnungen verschiedener Städte der Sowjetunion und der Moskauer Bevölkerung in unübersehbarem Zuge. Um 7 Uhr, als der Sarg in, die Gruft versenkt wurde, wurden in Moskau und in allen Städten der Sowjetunion Salutschüsse abgegeben, während gleichzeitig die Fabriksirenen ertönten. Annahme des polnischen Ermächtigungsgesetzes. Warschau, 22. Juli. (WTB ) In dritter Lesung wurde die Gesetzesvorlage über die Verfassungsänderung mit 250 gegen 95 Stimmen angenommen. Gegen das Gesetz stimmten die Sozialisten, die Juden und die slawischen Minderheiten. Die radikalen Bauernparteien, die in zweiter Lesung gegen das Gesetz gestimmt hatten, stimmten heute für das Gesetz und beschworen auf diese Weise die drohende Krise. Durch das Gesetz wird dem Präsidenten das Recht gegeben, auf Antrag des Ministerrates Sejm und Senat aufzulösen. Weiter erhält der Präsident das Recht, während der Zeit der Auflösung des Sejm bis zur Einberufung des neuen Sejm Gesetze auf dem Verfügungswege zu erlassen. Ausgeschlossen von diesem Ber- fügungsrecht sind Gesetze, die sich auf die Verfassung, Wahlordnung, Kriegserklärung, Schuldenkontrolle, Staatsgerichtshof, Budget, Abschluß auswärtiger Anleihen, auf internationale Verträge und das Re- krutenkontigent beziehen. Rach dieser Abstimmung wurde sofort mit der Abstimmung in dritter Lesung über das Gesetz begonnen, das die Regierung bevollmächtigt, während der Zeit, in der der Sejm zwar besteht, aber sich in Ferien befindet, ober vertagt ist, Gesetze auf dem Verfügungswege zu erlassen, und zwar soll dieses Bevollmächtigungsgesetz, wie bereits gemeldet worden ist, solange in Kraft bleiben, bis ein neuer Sejm Zusammentritt. Kunst und Wissenschaft- Ein Frankfurter Gelehrter in Argentinien. Dr. Fritz D i e r h e l l e r tourte zum außerordentlichen Professor am physikalischen Institut ter älniversität La Plata ernannt. Bierheller war mehrere Jahre an ter Frankfurter Uni« versität tätig und hat sich durch seine Arbeiten über Krebsforschung und Röntgenstrahlen einen Ramen erworben. Die in Duenos-AireS erscheinende „Deutsche La Plata-Ztg." begrüßt es, daß an dem Institut wieder ein deutscher Wissenschaftler tätig sein wird. Akademische Ehrung. Die Raturwissenschaftliche Fakultät der ilni- versilät Frankfurt hat dem Stadtrat w D. Dr. Fritz R o e ß l e r , derzeitigen Vorsitzenden des Physikalischen Vereins, die Fakultätsmedaille verliehen als Dank für die Förderung. die er dem Meteorologisch-Geophysikalischen Institut durch Beschaffung eines neuen Dienst- gebäudes erwiesen hat. Aus aller Welt. Opfer der Fremdenlegion. Der „Münchener Zeitung" wird berichtet, daß dieser Tage in München 26 junge reichsdeutsche Leute eintrafen, die vor kurzem aus der französischen Fremdenlegion entflohen waren. Die meisten waren unter Vorspiegelung falscher Tatsachen nach Frankreich gebracht und dort in die Fremdenlegion gesteckt worden, um nach oberflächlicher Ausbildung für die Kämpfe in Syrien 93er- wendung zu finden. Die Flüchtlinge wurden nach ihrer Heimat weitergeleitet. Raubüberfall auf einen Geldbrlefträger. In einem Hausgang im Ostteil der Stadt Hannover zog ein junger Mann plötzlich einen Revolver und bedrohte einen Geldbriefträger mit der geladenen Waffe. Auf die Abwehrversuche des Angegriffenen versetzte der Täter dem Briefträger einen Schlag mit dem Revolver ins Gesicht, der eine blutende Wunde zur Folge hatte. Auf die Hilferufe des lieberfallenen flüchtete ter Täter, konnte jedoch von Passanten ergriffen und der Polizei übergeben werten. Schwere Anschuldigungen gegen einen Bürgermeister. Die Stadtverordnetenversammlung, voi»-D i e« lentb al hat beschlossen, bei ter Regierung in Potsdam die Einleitung eines Disziplinarverfahrens gegen den Bürgermeister Paul König zu beantragen. Gleichzeittg wurde bei ter Staatsanwaltschaft Strafanzeige gegen König erstattet. König toirö_ vorgeworfen, der Stadt gehöriges Gelände verschoben zu haben und in leichtsinniger Weise Kredite auS Geldern ter Städtischen Sparkasse vergeben zu haben. Insgesamt sott Diesenthal um etwa eine halbe Million Mark geschädigt worden sein. Unterschlagungen bei einer Gemeiudekaste. In Falkenterg (Dez. Liebenwerda) hat ter Kassierer der Gemeindekasse große ülnterschla- gungen begangen. Er hat im Laufe eines JahreS etwa 36000 Mark durch Fälschungen von ülnterschriften und durch Diebstahl sich an- geeignet. Der Täter ist flüchtig. Er hat das Geld auf Rennplätzen und am Totalisator verloren. Schmuggel mit Schweizer Uhren. Die Zollbehörde in Selbach an ter Grenze tes Saargebietes ist einem grofcangelegten Schmuggel mit Schweizer Llhren auf die Spur gekommen. In einem mit vier Personen besetzten Kraftwagen wurden in besonderen Behältern 221 Schweizer ülhren beschlagnahmt. Der Chauffeur und ein Insasse wurden verhaftet; die beiten anderen konnten entfliehen. Schweres Automobilunglück in den Alpen. Oberhalb der Station Stans fuhr bet einer Straßenkreuzung ein mit sieben Personen besetztes Automobil in einen Wagen der Engelbergbahn hinein. Der Denzinbehälter des Autos explodierte, ter Wagen geriet in Brand. Bei dem Zusammenprall wurden die Insassen des Autos hinauSaeschleudert und vier von ihnen schwer verletzt. Man brachte die Verunglückten nach Luzern. Ein Fräulein Berger aus Pilsen starb vor ten Augen ihrer schwer verletzten Eltern. Auch der Münchener Fabrikdirektor Hoel- aer ist bereits den erlittenen Verwundungen erlegen. Eine gestörte Kaffeegesellschaft. Ein Auto mit einer Frankfurter Ausflugs» gesellschaft. das auf einer Fahrt nach dem Rheingau die Lahnstrahe in Wiesbaden passierte, geriet, als es einem unvorschriftsmähig vor ihm herfayrenden Wagen ausweichen wollte, auf den Bürgersteig und fuhr in einen ©arten, wo eine Familie beim Kaffee saß. Während die Kinder sich noch retten konnten, wurde die Frau von dem Wagen erfaßt und erlitt erhebliche, jedoch nicht lebensgefährliche Verletzungen. Sie wurde ins Krankenhaus eingeliefert. Schwerer Verkehrsunfall In Kassel. In ter Unteren Königstraße, Ecke Bremer- Straße ereignete sich ein schwerer Derkehrsunfall, dem ein blühendes Menschenleben zum Opfer siel. Vor der Straßenkreuzung überholte ein $Jer- sonenauto einen schweren Lastkraftwagen einer Mühle. In diesem Augenblick überschritten zwei Kinder den Fahrdamm. Der Führer bremste sofort, nachdem er diese bemertt hatte, aber es war zu spät. Ein junges Mädchen von etwa 10 Jahren geriet unter die Räter, wurde überfahren und sofort getötet TNolorradunfälle. 3n einer Kurve der Landstraße bei Rottendorf in llnterfr-anfen stieß ein mit drei Personen besetztes Motorrad mit einem entgegenkommenden Motorrad, daS mit zwei Personen beseht war, zusammen. Die Motorräder gingen in Trümmer. Alle fünf Personen wurden schwer verletzt dem Krankenhaus zugeführt Auf der Landstraße bei Römhild in Ünterfranken ühr beim üleberholen des Postautos der Motorradfahrer auf einen Steinhaufen und wurde gegen das Postauto geschleudert. Er erlitt einen Schädelbruch und war sofort tot. Ein deutscher Radfahrer in Triest erschossen. 2lus Triest berichtet „ßaboro d'Jtalla", daß ein deutscher Radfahrer von einer Gewehrkugel durchbohrt worden sei. Es heißt, daß es sich um die Unachtsamkeit eines Arbeiters handelt, der zurückgebliebenes Kriegsmaterial suchte. Ein Attentat oder ein Mord sei ausgeschlossen. vermißter Bergsteiger. Der reichsdeutsche Student Schile, der am Sonntag mit zwei Gefährten am Tuxer Joch in der Brenner-Gegend Edelweiß suchte, ist seitdem oer- chwunden. Da er schlecht ausgerüstet ist, vermutet man, daß er abgestürzt ist. Hitzewelle in Amerika. Wie Havas aus R e u y o r k berichtet, leiden die Ost- und Mittel st aaten Nordamerikas unter einer dörrenden Hitze. Die Temperatur in Neuyork betrug 96 Grad Fahrenheit und in Frederick (Maryland) sogar 105 Grad Fahrenheit. Bisher seien 20 Todesfälle, davon drei in Neunork, sowie zahlreiche Hitzschläge zu verzeichnen. In Washington hat die Temperatur gestern 104 Grad (40 Grad Celsius) erreicht. Wettervoraussage. Vorwiegend bewölkt, vereinzelt leichter Regen, doch in der Hauptsache trocken bei steter anstei- genter Temperatur. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 19,9, Minimum 13,4 .Grad Celsius. Riedecschläge: 2,3 Millimeter. Heutige Morgentemperatur: 15,4 Grad Celsius. Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 23. Juli 1926. KorpsStarkenburgia 1826-1926 Seit -Wei Wochen stehen die Straßen unserer Stadt im Zeichen des „Stiftungsfest-Semesters", welches vor seinem Abschluß alljährlich das dem Fremden so ungewohnte, dem Gießener aber so wohlvertraute Bild hervorzaubert: Tag für Tag wechselt der Seltersweg sein buntes Kleid, zahlreicher tauchen noch einmal die bunten Mühen auf, und unter ihnen so viel bejahrte und doch so jugendfrische und begeisterte Gesichter. Morgen wird Rot-Weih-Gold das Strahenbild der Stadt beherrschen, denn Starkenburgia, das zweitälteste Korps der hessischen Landes- univccsität. rüstet sich zum 100jährigen S t i s t u n g s f e st. lOOjähriges Stiftungsfest, wahrlich ein Ereignis, das selbst in unserer raschlebigen Zeit auch aus den Fernstehenden nicht ohne Eindruck bleiben wird, wieviel mehr aber aus die Korps- Angehörigen selbst. Wieviel frohe und ernste Tage umschließt dieses Säkulum für die vier Starkenburger Generationen, die 200 Semester hintmrch die alten Traditionen ihre- Korps hoch- hielten und bis zum heutigen Tage weiter überlieferten. Längst schon deckt der grüne Aasen jene ersten Korpsburschen, die wenige Jahre nach den Freiheitskriegen am 26. August 1326 sich zu hinein engen Freundschaftsbund zusammenschlossen und die Starkcnburgia mit den Farben Grün-Wciß-Rot ins Leben riefen. Doch nur wenige Jahre ungetrübten, frohen Burschenlebens waren den Gründern beschießen: denn schon warfen die trüben Zeiten der Metternichschen Reaktions- Aera ihre Schatten voraus. Bereits im Jahre 1831 wurde das Korps zum erstenmal zur Auflösung gezwungen, und daran anschließend begann jene sattsam bekannte Zeit der Verfolgungen und Untersuchungen. die auch vor den Korps trotz deren unpolitischen Eharalters nicht Halt machten. Suspensionen folgten sich auf dem Fuße und zwangen die Korpsanaehörigen immer wieder dazu, die seit dem 18. Juli 1838 erkorenen rotweiß-goldenen Farben nicht frei und offen, sondern nur heimlich unter Rock und Weste versteckt zu tragen. Doch der innere Zusammenhalt der Korpsbrüder konnte dadurch nur gefestigt werden. Erst das Jahr 1840 brachte einen Wechsel der seitherigen, für die Korporationen so verhängnisvollen Anschauungen, so daß sich die Starkenburgia mit den drei übrigen Gießener Korps (den Hessen, den Teutonen und den damals noch bestehenden Rhenanen) wieder rekon- stituieren konnte. Ruhigere Jahrzehnte gingen ins Land, in denen daS Korps sich ungestört entwickelte. In dieser Zeit knüpfte es mit auswärtigen Korps engere und engste Freundschastsbeziehungen. die heute zu den ältesten im Kösener S. C. gehören. Es spannten sich die Drücken nach Rord und Süd, nach West und Ost zu den „Sachsen-Preußen". „Sachsen", „Westfalen". „Schlesiern" den „Rheinländern", „Altmärkern" und „Pfälzern", ilnb so wurden diese Bündnisse, deren Entstehung zumeist in die Zeit vor der Reichsgründung zurück- reicht. zum Symbol der Liebe zum geeinten Vaterland, die zu pflegen immer die vornehmste Aufgabe des Korps gewesen ist. Davon durften in den folgenden Kriegen, besonders aber im Weltkrieg, StarkenburgiaS Söhne Zeugnis ablegen. Die Gefallenen-Ehrentafel am Sockel des Korps- hauSturmes spricht ihre stumme Sprache dafür. Ties wurzelt das Korps in dem Boden, dem es entsprossen, und der ihm so lange eine wahre Heimat gewesen ist. Gießen und die Starkenburgia sind eng verbunden durch viele Familien- und Freundschaftsbande. Viele auswärtige Korpsbrüder sind in Gießen heimisch geworden und haben sich .von hier ihre Lebensgefährtin geholt. Unvergeßliche Erinnerungen knüpfen sich für die ältere Generation der alten Herren an die „Pulvermühle", in der das Korps an den Ufern der Lahn bei einfachster Unterbringung glückliche Jahre verlebte. Seit 1894 fand die Starkenburgia in dem neuerbauten Korpshaus in der Wilhelm- strahe ein zweites, nicht weniger schön gelegenes Heim. Jeder Starkenburger, der von dem hohen Turm des Korpshauses über die Straßen und Plätze der Stadt hinüber in das Lahntal mit seinen Burgen geschaut, der nimmt ein unvergeßliches Bild von Gießen und seiner schönen Umgebung mit hinaus ins Leben. Wie gerne wird diesmal manche Sommerreise aufgeschoben, wenn nicht aufgegeben. um am Stiftungsfest mit den Genossen einer fröhlichen Jugendzeit an den alten Stätten Erinnerungen zu feiern. Dor allem andern aber gilt das Gedenken der jungen und alten Starkenburger bei dem 100jährigen Stiftungsfest ihrer lieben alma mater Ludoviciana, der alle fo vieles zu danken haben. Wenn das Korps sich am Sonntag morgen mit dem Rektor und den Professoren in der Reuen Aula zusammenfindet, wenn es zu seinem hundertjährigen Geburtstag auch alle anderen Gießener Korporationen einlädt, so soll das ein äußere- Zeichen dafür sein, wie eng es sich mit seiner Universität verwachsen fühlt, mit der es aui Gedeih und Verderb verbunden ist. Und wenn man heute schon vielerorts die Zeit für gekommen hält, der Universität Gießen das Grablied zu fingen, die Starkenburger werden nicht an letzter Stelle stehen, wenn es gilt, die alma mater Ludoviciana dem Hessenland zu erhalten. Die Starkenburgia ist stolz darauf, ein hessisches Korps zu sein, und wurzelt fest im hessischen Heimatbvdcn. wenn auch ein großer Teil ihrer Söhne von auswärts zu ihr nach Gießen kommt. An der Dergstrahe steht die verwitterte Veste, die ihr den Ramen gab. und Hessens Wappensarben Rot, Weiß und Gold gleichen den ihren. Möge unter dem rot-weih-goldenen Danner es dem Korps vergönnt sein, an dem Wiederaufbau des so schwer heimgesuchten, aber darum um so heißer geliebten Vaterlandes mit- zuhelfen. * Eine leise Anfrage. Zwischen dem Hotel Kühne und dem Hotel Lenz sieht man von der Dahnhofstrahe aus ein großes Faß und einen recht umfangreichen Holzkasten in der Straße stehen, die beide eine „wunderbare Zierde" dieser sonst gar nicht üblen Seitenstraße dar- fteiten. Wir glaubten erst, das Faß sei dazu bestimmt, die Spülichtabfälle der beiden Hotels aufzunehmen, und der Kasten diene dazu, den Kehricht äu bergen. Aus Befragen wurde uns jedoch erklärt, daß beide „Prachtstücke" dem st ä d t i sch e n (Bauamt zur Sand- bzw. Handwerkszeugaufbewahrung dienen, schon seit dem Frühjahr an Ort und Stelle sind und auch bis zum nächsten Winter dort stehen bleiben sollen, weil der Abtransport in der heutigen Zeit der Sparpflicht zu kostspielig sei. Das klingt recht schön, wir würden aber doch Vorschlägen, beide Gegenstände lieber unter Denkmalschutz zu stellen, damit sie für alle Zeiten eine „unvergleichliche Verschönerung" der Visitenkarte unserer Stadt bilden. Was sagt man zu diesem Vorschlag? ** D ie noch „schlafenden" ober- hessischen Gebietsteile hat der Vorsitzende des Hessischen Derkehrsverbandes in der vorgestrigen Tagung in Bad-Rauheim zur Mitarbeit an den großen Aufgaben der Verkehrs- Werbung für Hessen aufgerufen. Infolge eines Gehfehlers war in unserem gestrigen Bericht statt „schlafenden" „bestehenden" zu lesen. •• D i e Wiener Hoch - und Deutsch- meist erkapelle, die am Sonntag nachmittag und abend in der DolkShalle konzertieren wird, trifft — wie man uns mitteilt — am Sonntag nachmittag um 3 ll&t hier ein. Die Kapelle wird unter Vlusikllüngen vom Bahnhof aus durch die Dahnbofstrahe, Liebigstrahe, Frankfurter Straße. LelterSweg, Sonnenstrahe Reuen Däue. Kaiserallee zur Volk-Halle marschieren, wo sich daS RachmittagSkonzert anschliehen wird. Der Veranstaltung Darf man mit großem Interesse entgegensetzen. * ©in großer Landvvlktaq findet am morgigen Samstag und am Sonntag in Lich statt. Die Veranstaltung soll ein vaterländisches Heimatfest im besten Sinne deS Wortes werden. Den Besuchern dürft« Die im heutigen Anzeigenteil angekündigte Festfolge recht genußreiche Stunden bereiten. Vornoti,;cn. — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Es lei nochmals auf das hochinteressante und eigenartige Gastspiel von Ivo Puhouys berühmtem Baden-Badener 'Jia- rionetten-Theater am kommenden Sonntag hingewiesen. Da der Gründer des Marionetten theaters, das jetzt 15 Jahre besteht, in diesen Tagen seinen 50. Geburtstag begangen hat, wird gegen wärtig in den verschiedensten Zeitungen und Zeitschriften Darauf hingewiesen, daß das Baden-Badener Marionettentheater wirklich hochkünstlerische Leistungen aufzuweisen hat. Glanzende Besprechun gen liegen unserer Bühnenleitung, die übrigens das Unternehmen von früheren Gastspielen in Bad- Nauheim bestens kennt, vor. Oberhessen. Landkreis Giestcu. ch. Kloster Arnsburg, 22. Juli. Am Sonntag fand hier unter Leitung seines Dor- sitzenden, Pfarrer D e y r i ch - Münzenberg, ein Jugendtreffen deS Kreisverbandes OberhessenS der evangelisch weiblichen Jugend statt, zu Dem auf SinlaDung auch junge Mädchen solcher Gemeinden gekommen waren, in denen noch kein Jugendverein besteht. Landesjugendpfarrer Lic. v. d. Au hielt den Gottesdienst und sprach in Dem da rauf folgenden Vortrag über die Frage: „Warum schließen wir unS zu Vereinen zusammen?" Der Rachmittag wurde mit Desichtigung der Kloster- ruine, einer Aussprache über den Vortrag und mit Gesang und fröhlichem Spiel ausgefüllt. ♦l< IDlrfunaObret . AaICa «mf Db«rmr»«r'»<01*61$.. yvrOU’VVlJC m.int Paul ist sehr wohliäug u. find nunmehr dl« lAfligen vollgändia verschwunden. 2ch kann daher 2hr« Seife auf» würmsl« empfehlen, 6. Langenfeld, Weinböhla. 6t. <01. 30•/» verftdrkt <01. 1_ Zur Machdehanblung Ist Herbo-Erem« desond. »■ «mpf. Zu hab. In allen Apolh„