9°9U|Iq x. bevor, MH teS«2 ÄtzIL ÄS >toremvkrl» ticn r°LZ^ kn Ptinna <, v *1H b • [thhr auf. frvz 65 ziemlich eg 63 ’v oton Doveri ü »Jn?' ltoanter?S?jrr?uf ivieder n *tDi- --M ä*jJÄ L i »rw7- ?le 0 Prozent, Privat, roäent 3m ®ebif?J. SN- »V™ rt. !«»># auf la®, Netreidebörse. mutllen m- ,3150 bis 32 Wart; fog. ,“-W; vommergersle für ?Qler- inländischer, 21 dir ns 17,75; Weizenmehl, in-- bis 43,25; Roggenmehl £ 9; Roggenkleie 11 Mark. er Börse. '• Auch heute logen bei der größere Provinz- und lufkäufe vor, namentlich in Werten, J.-T.-Farben- einem etwa 20 Prozent > der gestrigen Cchlußnoiie- ar zu 237 Prozent. Auch in : n war ein flürmifches He- tgeblich auf englische Säuft, werte, wie Deutsche Erdöl, rozent) und andere Sprit« Stof den übrigen Markt- u nidjt ganz einljeitlid), so Hier tarn in einigen Wer- so mußten u.a. Bochumer n lassen, während daMen x, wie übttt)aupl sämtliche xt gesteigert waren. Der vierte gleichfalls nicht einen vor allem AEG und -taktien lagen recht fest, md Kalimarkt hatten die : Abgaben zur Folge. 3m -senstunde schritt die Epekula- Me zu Gewinnsicherungcn, ,en weiter sest. Der Geld- i. Jm Deoisenverkeh Saluten erneut stach. Pans üssel 17150, Mailand 13550- ZrodukLenbörse. 7>mi Die Srundstiimmmg 5ä5* ArrW Iulitvetzen etwa J ^^znderte Kurse ein- un^Äne Steigerung °rt. 9i notieA g* !k„ 190 bis M, 6i4 J93; inlänb. Dekße l , M. z 208; per IW L75 brs 25' RogS^A, 11'35 bis «kÄs-H is öbI' .. 23; Raps- xKrS LV »i8 22 * La.n6r hL ief^^aX ^/alr ;1XH ?;k?5 at LaNS^?s,ch hflL in Ä?> Nr. 144 Erstes Blatt 176. Jahrgang Mittwoch, 25. Mi 1926 Erfchetnttäglich,außer Sonntags und Feiertag». Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle monats-.Beiugsprels: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Träger- lohn, auch bei Nichterscheinen einzelncrNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech anschlüsse: Schriftleitung 112, Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: $ran(fuit am Main 11686. Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vruck und Verlag: vrühl'sche UniversilSls-Buch- und 5teindruckerei R. Lange in Stehen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7. Annahme von Anzeigen für di« Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re» klamcanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrift 20° , mehr Thcfrcdakteur: Dr. Friede Wich. Lange. DerantwoNlich für Polllik Dr. Fr. Will). Lange; für Feuilleton Dr H.Tbyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumfchein; für den An« zeigenteil Hans Iüstel. sämtlich in Gießen. Die englische Wirtschaftslage. (£*in Reorganifatiottsentwurf für den Bergbau. London, 22. Juni. (TU.) Die heute veröffentlichte Reorganisationsvorlage für den englischen Bergbau umfaßt folgende Haupt- gesichtspunkte: 1. Das neue Gesetz soll den 'Berg» werksbefitzern d i e Möglichkeit zu Bersch in elzungcn oder Fusionen geben. Das bedeutet gegenüber dem Bericht der Kohlen- kommission eine wesentliche Abschwächung, da der Bericht die Fusionen als Notwendigkeit bezeichnete. 2. Das Handelsministerium hat das Recht der Veräußerung von Mineralrechten. 3. Aus den Eingängen der Pensionen sollen in Zukunft 5 Prozent einem Wohltätigkeits- sonds der Bergarbeiter zugeführt werden. 4. Das Arbeitsministsrium wird künftig die für die Ncueinftellung von Arbeitskräften niaßgebenden Bedingungen festlegen. Zuwiderhandlungen sollen unter Strafe gestellt werden. 5. Jede Bergwerksgesellschaft hat ohne Rücksicht auf etwaige Gesellschaftsbestimmungen das Recht, die Arbeiter an den Gewinnen zu beteiligen. Ob die Bergarbeiter diese Vorschläge als Verbandlungsgrundlage annehmen werden, steht einstweilen noch dahin. Die Reorganisation des englischen Bergbaus wird eine geraume Zeit in Anspruch nehmen, denn es oestehen beispielsweise aegenroärtig nicht weniger als 3000 verschiedene Arten von Grubenwagen, für die 3000 verschiedene Arten von Ersatzteilen angeferligt werden müssen. Die Standardisierung der Grubenwagen würde eine Ersparnis von fast 85 Prozent bedeuten. Die alliierten Schulden an England. London, 22. Sunt ($11.) Der .Unterftaatö- lekretär im englischen Schatzamt, Mac Aeill, teilte gestern nachmittag im Unterhaus mit, daß im Laufe des letzten Finanzjahres keine Schuldenrückzahlungen von Frankreich eingegangen seien. Die inzwischen eingelaufenen Zinsen sind dem Kapital zugeschla» gen worden. Die italienische Kriegs- lchuld sei am 27. Januar 1926 fundiert worden und eine Summe von zwei Millionen Pfund lei unter dem neuen Abkommen bereits gezahlt worden. Die Kriegsschuld Belgiens fei unter dem Friedensvertrag von Versailles Deutschland überschrieben worden. Aus den Dawesannuitäten habe das englische Schatzamt im vergangenen Jahre mit Bezug auf diese Schuld ungefähr eine Million Pfund empfangen. Die Rekonstruktionsschuld Belgiens wurde am 1. Januar 1926 fundiert und ist rückzahlbar in 30 Jahren zu einem Zinsfuß von 5 Proz. 3m vergangenen Jahre sind 344 500 Pfund eingegangen. Die Äohlengesetze im englischen Parlament. London, 22. Juni. (TU.) Das Programm für die Gesetzesvorlagen über den Berg- b a u ist, wie gestern im Unterhaus mitgeteilt wurde, einer Aenderung unterzogen worden. Die zweite Lesung der R e 0 r g a n i s a t i 0 n s- b i (l wird schon am morgigen Mittwoch stattfinden, während die zweite Lesung der Achtstunden- d i l l auf Montag oder Dienstag nächster Woche verschoben wird. Man glaubt, daß die Arbeiterpartei versuchen werde, die Durchdringung b e r Achtstundenbill durch Verhandlungen über einen Abbau der Löhne zu vermeiden. • In Beantwortung einer Anfrage teilte Ministerpräsident Baldwin im Unterhause mit, daß in bet Woche bis zum 12. Juni 120 000 Tonnen und in )er Woche bis zum 19. Juni 180 000 Tonnen kohle nach England eingeführt wurden. „Westminster-GazeLLe" über die engttsch-russischrn Beziehungen. London, 22.Juni. (WB.) Der politische Be- ickterstatter der „Westminster Gazette" be- ächtet über Meinungsverschiedenheiten im englischen Kabinett über die Frage der Beziehungen Englands zu.Rußland. 2ord Birmingham und Churchill hätten auf einen Bruch mit der russischen Regie- rung gedrungen. Chamberlain, der mit feinem Rücktritt gedroht haben soll, wenn die Ansicht bes Foreign Office unterläge, werde unterstützt u. a. von Baldwin, Balfour und Lord Chef- 'i e l d. Das Mstenkompromiß vertagt. Berlin, 22. 3uni. (LU.) Der Rechtsaus- 'chuß des Reichstags beschäftigte sich in seiner heutigen Sitzung noch einmal mit dem völkischen Antrag auf Aufhebung des Repa- blikschutzqcsetzes. Der Antrag wurde mit 17 gegen 9 Stimmen der Völkischen und Deutsch- nationalen abgelehnt. Wie verlautet, soll die Für st en ab find un gss rage von der heutigen Tagesordnung auf Wunsch des Reichs - Kanzlers a b g e s e h t werden, weil dieser noch im Lause des heutigen Tages mit Drutschnationalen -md Sozialdemokraten verhandeln will. Als zweiter Punkt der Tagesolchnung des Rechtsausschusses des Reichstages stand der Re- ^ierungsentwurf über die Fürstenabfindung zur Beratung. Vorsitzender Dr. Kahl (D.Dp.) sprach den dringlichen Wunsch -cus, daß die heutigen Auseinanders4t- Noch immer kein französisches Kabinett. Der siebente Tag der Arife. Paris, 22. 3unt. (TU.) 2 riand erklärte gestern abend Pressevertretern über den Verlaus des gestrigen Tages, nach mehrfacher Prüfung der Finanzfrage hätten sich die Ansichten angenähert. Cr hoffe, daß er am Dienstagvormittag sein Kabinett gebildet haben werde. Für den Augenblick fei nicht festgelegt. Er habe sich vor allem gehütet, schon M i - nisterposten zu verteilen, denn das könne zu Enttäuschungen führen. Das Finanzministerium sei nicht leicht zu besehen. Ev woffe aber, daß das Problem im Lause der Besprechung am Dienstagvormittag gelöst werde, an der Poincare teilnehme, der seine Mitarbeit zugesichert habe. Wenn man keine feste parlamentarische Majorität finde, müsse man eine schaffen. Die Politik müsse im Hintergrund bleiben, denn wenn sich die Politik einmische, werde die Krise unlösbar. Die Morgenblätter glauben, daß Poincare das Finanzmini st erium a b g e l e h n t hat. Briand sei auf den unglücklichen Gedanken gekommen, seinem Freunde D 0 u- mer das Finanzministerium anzubieten. Cs wird versichert, das Sachverständigenkomitee habe Briand gestern die Pläne für die Finanzsanierung unterbreitet. Sie beruhten auf der Ratifikation des Schuldenabkommens von Washington und der Stabilisierung des Franken mit Hilfe der Anleihen, die von Amerika nach der Ratifizierung gewährt werden sollen. Die weiteren Maßnahmen seien eine Herabsetzung des Zinsfußes der Staatsanleihen und eine Regelung der kurzfristigen Schulden. Rach den Worgenblättern sind die Aussichten der Regierungsbildung durch das Bekanntwerden des Planes verschlechtert worden, da wegen der heftigen Propaganda gegen das Schuldenabkommen mit Washington eine Ratifikation des Abkommens wenig wahrscheinlich sei. Deshalb habe wahrscheinlich auch Poincare darauf verzichtet, das Finanzministerium zu übernehmen. Einberufung einer Finanzkonferenz. Paris, 22. Juni. (TU.) Briand hat feine Besprechungen zur Kabinettsbildung heute früh um 8 Uhr wieder ausgenommen. Nach einer kurzen Unterredung mit Franklin Bouillon trat eine Konferenz zusammen, der Laval, Durand, Painleve, Doumer, Poin- c a r 6 und Leygues beiwohnten. Doumer verließ sie um 11 Uhr. Poincarä brach um 11.30 Uhr auf und erklärte, daß er nachmittags um 5 Uhr zurückkehren werde. Er fügte hinzu, die Konferenz habe sich wegen des Finanzprogrammes verständigt. Poincare habe noch immer nicht zuge- sagt, doch scheint es Briand gelungen zu sein, gewisse Widerstände zu beseitigen, so daß man vielleicht mit der Ucbernahme des Finanzministeriums durch Poincars doch rechnen kann. Brjand selbst hat eine lange Erklärung abgegeben, in der er sagte, daß er heute abend wahrscheinlich, wenn nicht das letzte, so doch das vorletzte Kommunique vor der Bildung des Kabinetts herausgeben werde. Ich habe, so fügte er hinzu, mit Poincare und Doumer die Finanzoorlage bespro- ■£*en und die Voraussetzungen, unter denen das neue Kabinett vor dem Parlament erscheinen soll. Wir werden erneut heute nachmittag um 5 Uhr zusam- mentreten. Wir Jini) einmütig der Auffassung, daß nicht ein Kabinett gebildet werden darf, das die Schwächlichkeit der vorherigen Regierungen aufweisen würde. Wir müssen die absolute Mitarbeit des Parlaments verlangen, damit das neue Kabinett eine Mehrheit erhält, die nicht die Mehrheit eines Tages ist, sondern eine solide unb dauerhafte. Unter diesen Bedingungen läßt sich das Vertrauen im Auslande und im Lande wiederherstellen. In der letzten Regierung habe ich festgestellt, daß man meiner Person Vertrauen entgegenbringt, daß aber die Aktionsfähigkeit der Regierung durch die Parteistreitigkeiten gelähmt wurde. Das wird künftig nicht mehr der Fall sein. Cs ist nicht der Mühe wert, daß ich ein Kabinett biloe, wenn es mir nicht gelingen sollte, einen politischen Waffenstillstand zwischen den Parteien her'oeizuführen. Niemand will Fmanzminister werden. Paris, 22. Juni. (Sil.) Der 7. Tag der Krise hat noch keine Entscheidung gebracht. Heute nachmittag trat am Quai d'Orsay erneut eine Konferenz zusammen, an der fast sämtliche Mitglieder des zurückgetretenen Kabi- nettes, sowie Poincare teilnahmen. Während der Sitzung wurde Pierre Laval zum Senat gesandt, um, wie verlautet, bei Caillaux wegen ilebernahme des Finanzministeriums vorstellig zu werden. Poincare behält seine Weigerung nach wie vor aufrecht. Andererseits soll Doumer das Portefeuille der Finanzen eben- salls abgelehnl haben. Aach Schluß der Sitzung verließen Poincarä und Doumer gemeinsam das Ministerium. Doumer erklärte, über die Vergebung des Finanzministerpostens fei noch keine Entscheidung getroffen worden. Vorläufig werde noch immer die finanzielle Lage geprüft unb' die Beratungen über die Bildung des Kabinetts seien noch nicht in die entscheidende Phase getreten. Kurz nach 7 ühr begab sich Briand zum Präsidenten der Republik, um ihm Bericht über die Regierungsbildung zu erstatten. Heute abend werden sich Briand und seine Mitarbeiter erneut versammeln, um die Aussprache über die finanzielle Lage fortzusetzen. Man hat in politischen Kreisen den Eindruck, daß die Schwierigkeiten im letzten Augenblick außerordentlich zugenommen haben. Hauptsächlich sucht sich ein jeder der ilebernahme des Finanzministeriums zu entziehen. Die Besprechungen B r i a n d s mit Poincare, Doumer und Painleve um die Kabinettsbildung, die um V-IO ilhr am Quai d'Orsay begannen, sind erst kurz vor Mitternacht abgebrochen worden, ohne daß ein greifbares Ergebnis erzielt werden konnte. Begreiflicherweise herrscht nun eine sehr gedrückte Stimmung. Verschiedentlich wird bereits damit gerechnet, daß die Kabinettsbildung angesichts der bestehenden Schwierigkeiten nicht zustande kommen wird. Briand gab nur eine kurze Erklärung ab, daß die Besprechungen Mittwoch früh um V210 ilhr am Quai d'Orsay wieder ausgenommen würden. Poincare und Doumer werden bei der Beratung erneut zugegen fein. Entgegen anders lautenden Gerüchten wird fest- gestellt, daß Briand keinerlei Unterredung mit Caillaux gehabt hat. Wie die Morgenblätter melden, haben die Sozialisten beschlossen, daß sie einem Kabinett gegenüber in dem Poincare das Finanzministerium haben würde, nicht von vornherein Opposition machen würden, da sie die Stellung Poincares als eine rein technische Angelegenheit betrachten würden. Sollte dagegen Poincare irgend ein anderes Portefeuille erhalten, so würde feine Berufung in das Kabinett einen rein politischen Charakter erhalten und die Sozialisten zu schärf- ster Opposition bestimmen. Die radikal- sozialistische Partei hat einen Antrag, jedes Kabinett, dem Poincare angehören sollte, zu bekämpfen, abgelehnt. Caillaux' Haltung. Paris, 23. 3uni. (TU.) Rach den letzten Eindrücken parlamentarischer Kreise stößt die Bildung eines Kabinetts Briand immer wieder auf ernste Schwierigkeiten. Doumer sowohl wie Poincare haben das ihnen angebotene Portefeuille der Finanzen endgültig abgelehnt. Anderseits bleibt Caillaux den wiederholten Vorstellungen Briands gegenüber kalt. 3n gewissen Kreisen ist man cor Ansicht, daß, falls ein Kabinett Briand nicht zustande kommt, Caillaux mit der Kabinettsbildung beauftragt werden würde. Caillaux fei dem Präsidenten der Republik bereits von verschiedenen Parlamentariern als der gegebene Kandidat für den Ministerpräsidentschaftsposten vor- geschlagen worden, doch habe So umergue sich mist allen Mitteln gegen eine Berufung Caillaux' gesträubt. Vorläufig besteht jedoch noch Grund zu der Annahme, daß Briand trotz den außerordentlich großen Schwierigkeiten mit feiner Aufgabe nicht scheitern wird. Um 9.30 Uhr abends sind die Besprechungen Briands mit den alten Kabinettsmitgliedern und Poincare am Quai d'Orsay aufgenommen worden. Wie Havas amtlich meldet, hat Poincare eine Erklärung abgegeben, in der er seinen Entschluß der Ablehnung des Finanzministeriums begründet. Dom politischen Standpunkt aus hält Poincare feine Forderung nach absoluten Vollmachten für berechtigt, weil augenblicklich das Finanzproblem alle anderen Fragen beherrsche. Weiter vertritt Poincare die Auffassung, daß die Zahl der Kabinettsmitglieder auf fünf oder sechs reduziert werde und der Finanzminister gleichzeitig Ministerpräsident fein müsse. jungen zwischen den Parteien anläßlich des Volksentscheides bei den kommenden Ausschußberatungen keine Rachwirkungen haben möchten, zumal alle Parteien ein Interesse an der sachlichen und schleunigen Beratung hätten. 2lbg. Schulte (Zentrum) wies darauf hin, daß die notwendige Aussprache zwischen den Parteien bisher noch nicht habe stattftnden können. Es liege darum im Interesse der Sache, mit den fachlichen Beratungen erst morgen zu beginnen. Abg. Dr. Rosenfeld (Soz.) kündigte für seine Fraktion Anträge an, die sich in der Richtung der früheren sozialdemokratischen Anträge bewegen. Abg.'Aeubauer (Korn.) erklärte, daß die Lösung der Auseinandersehungsfrage nicht durch das Parlament, sondern nur durch eine zwecke Revolution erfolgen könnte. Abg. v. Richt- Hofen (Dem.) wandte sich scharf gegen die Vorwürfe der kommunistischen Erllörung, in der der Regierung Betrug der Wähler vorgeworfen wurde. Auf eine ® encralbebatta wurde allseits verzichtet. Es wurde beschlossen, morgen vormittag mit der Spezialberatung des Gesetzentwurfes zu beginnen. Die Fürftenvorlage und die Parteien. Berlin, 23. Juni. Wie der „V 0 r w ä r t s“ mitteilt, hat die sozialdemokratische Fraktion eine große Anzahl von Anträgen zur Verbesserung der Fürstenvorlage des Reichstags dem Rechtsausschuß eingereicht. Sie verlangt, daß sämtliche Mitglieder des Sonüergerichts vom Reichstag zu wählen sind und daß von ihnen vier Laien sein müssen. Außerdem soll das Gericht entgegen der Regierungsvorlage von Amts wegen Auseinandersetzungen vornehmen, um zu verhindern, daß die Anwendung des Gesetzes völlig in das Ermessen der einzelnen Landesregierungen gestellt wird. Außerdem wird verlangt, daß das Gericht durch früher ergangene Urteile nicht gebunden fein darf. Sämtliche Kronfideikommißrentci, und ähnliche Renten sollen ohne Entschädigung fortfallen. Weitere Anträge sollen sich in Vorbereitung befinden. Die deutsch nationalen Forderungen bc treffen, wie die „Tägl. Rundschau" schreibt, im wesentlichen die Punkte, die eine Verfassungsänderung bedeuten, d. h. also, recht wesentliche Bestimmungen des Entwurfs. In den Kreisen des Zentrums und der Demokraten bezeichnet man die deutschnationalen Forderungen als unannehmbar, während man sich den An schein gebe, als ob die sozialdemokratischen Wünsche leichter erfüllbar seien. Es verstehe sich aber von selbst, daß die Annahme der sozialdemokratischen Forderungen ohne weiteres nicht nur den entschiedenen Widerstand der Deutfchnationalen, sondern auch ein Abdr 0 sscln des rechten Koalitlvns- slügcls zur Folge hätte. Die Lage würde'also durch ein Eingehen auf die sozialdemokratischen Wünsche in keiner Weise gebessert. Infolge der außerordentlich scharfen fachlichen Gegensätze, die zwischen den deutschnatio- nalen und sozialdenrokratischen Forderungen bestehen, werden die Aussichteir für eine Lösung von den meisten Morgenblättern als außer ordentlich ungünstig angesehen, da unter diesen Umständen nicht ersichtlich ist, wie eine Zweidrittelmehrheit zustande gebracht werden soll, auf deren Zustandekommen das Zentrum, wie die „Tägl. Rundschau" mitteilt, neuerdings wieder großen Wert legt. Unter diesen älmständen spricht man nach dem „B. T." bi parlamentarischen Kreisen davon, die Frage der FürstenabfindungbiszumHerbst zu vertagen und dann durch eine Reichstagsauflösung eine neue Grundlage dafür zu schäften. Wie die „Sägl. Rundschau" hort, hat die Wirtschaftliche Vereinigung den Regierungsparteien erklärt, daß sie sich der Haltung der Koalition in der Frage der Fürsten- enftchädigung vollkommen anschliehe. Deutscher Reichstag. Berlin, 22. Juni, mittags 2 Tlhr. Der Gesetzentwurf über Rückgabe der z u Besä h u n g s z w e ck e n i n A n sp r u ch genommenen Grund st ücke wird dem Ausschuß überwiesen. Der Gesetzentwurf über den Verkehr mit unedlen und edlen Metallen sowie mit Edelsteinen geht an den volkswirtschaftlichen Ausschuß. Cs folgt dann die erste Beratung des Gesetzes über die Erwerbslose nfürsorge. Durch die in der Vorlage geforderten Erhebungen soll die Wirkung ermittelt werden, die die Staffelung der Erwerbslosenunterftühung nach Lohnklaffen haben würde. Abg. Rädel (Komm.) bekämpft die Vorlage. Eine Staffelung nach Lohnklassen würde zu einem Abbau der älnterstühungssähe und zu einer Schlechterstellung der Erwerbslosen führen. Abg. D i h m a n n (Soz.) ist gleichfalls gegen die Vorlage. Rotwendig sei eine Aufbesserung der älnterstühungssähe. Es müsse auch feftge- stellt werden, was aus den vielen Erwerbslosen wird, deren Tlnterstühungsberechtigung abgelaufen ist. Reichsarbeitsminister Dr. Brauns: Obwohl der vorliegende Gesetzentwurf nur eine Statistik verlangt, wird er doch mit einer gewissen Erregung die ganze Frage der Crwerbslosensürsorge aufrollen. Diese Erregung ist nicht berechtigt. Die Regierung will keineswegs noch vor der Sommerpause eine grundlegende Aenderung der Crwerbslosenbestimmungen vornehmen. Es wird auch dafür geforgt werden, daß die älnterstühun» gen weiter gezahlt werden. Eine entsprechende Regierungsvorlage wird dem Hause in den nächsten Tagen zugehen. Die Vorlage wird dann in allen drei Lesungen angenommen. Die Rovelle zum Gesetz über die G. m. b. H. wird ohne Aussprache in dritter Beratung angenommen. Sie soll am 1. Juli d. 3. in Kraft treten. Die dritte Beratung der Rovelle zum Reichsknappschaftsgeseh wird dann fortgesetzt. Abg. Frau Schröder (Soz.) wendet sich gegen verschiedene Bestimmungen des mit der Vorlage verbundenen Gesetzentwurfs der Regierungsparteien über die Reuregelung der Äin« öerrenten in der Reichsversicherungsordnung und in der Angestelltenversicherung. Sie beantragt eine Erhöhung der Leistungen. Die fozialdemokrattfchen Anträge werden ab» gewiesen. Abg. Wissel (Soz.) sucht nachzuweisen, daß das Initiativgesetz die Lage der Versicherten gegenüber dem geltenden Recht verschlechtert. Ministerialdirektor Ärieser be ft reitet, daß eine solche Verschlechterung eintritt. Die Regierung werde aber bis zur dritten Lesung des Gesetzentwurfs der Regierungsparteien die Frage noch einmal nachprüfen. Das Inckiativgesetz der Regierungsparteien wird in zweiter Beratung angenommen. Die brüte Beratung wird auf Mittwoch vertagt. Bei der Rovelle zum Reichs- knappschaftsgesetz werden die Aeaderungsanträge der Deutschnationalen, Sozialdemokraten und Kommunisten abgelehnt. Die Beschlüsse der zweiten Lesung werden im wesentlichen bestätigt. liegt in Der solche für die die F 15 3 W!J» em die zur hervor- in ver» ihren Führern aufgezogen wurde, so liegt in der Anerkennung für die Polizei auch eine solche für die Polizeileitung. Es gilt, die Wirtschaftslage der Beamten zu verbessern. Dereinigungsfreiheit sei seitens des Innenministeriums nach jeder Richtung hin anerkannt, und es unterliege keinem Zweifel, daß eingeschlagen. Verschiedentlich wurden Lleberschwemmungen durch den Segen gerufen. Die Berliner Feuerwehr mußte schiedenen Fallen eingreifen. Besonders schwer wurden die Außenbezirke Berlins von dem Hn- wetter heimgesucht. Glücklicherweise sind Menschenleben nicht zuschaden gekommen. Direktor Deku gelang, alsbald die Ausreiseerlaubnis zu erhalten, wurden Professor Eberhardt und der Ballonmeister interniert. Der Ballon „Darmstadt" wurde beschlagnahmt. Es wurden die notwendigen Schritte eingeleitet, um die Freigabe des Ballons und der Internierten zu erreichen. Sowohl das Auswärtige Amt wie die deutsche Gesandtschaft in der Tschechoslowakei hatten die Angelegenheit in -Händen. Hiefenfeuet in einer russischen Oelfabrit. In Stalingrad ist vor einigen Tagen die zweitgrößte Teerölsabrik der Sowjetunion nic-der- gebrannt, die Leningrad und das ganze Donez- gebiet mit Teerölen versorgte. Große Benzin-, Oel- und Petroleumvorräte sind ein Raub der Flammen geworden. Der Schaden beträgt mehrere Millionen Rubel. Schweres Flugzeugunglück bei lNeuyork. lieber dem Reuhorker Flugplatz geriet ein Flugzeug in Brand und stürzte ab. Die Insassen, zwei Offiziere, wurden bis zur Unkenntlichkeit verbrannt aufgefunden. Explosion in einer Seetfabrif. Aus Köln wird gemeldet: In der Chemischen Fabrik C. I. Beer Söhne in Kalscheuren ist Feuer ausgebrochen, das in den großen Lager-- beständen an Teer und Dachpappe reiche Rahrung sand. Die Teerfabrik ist völlig niedergebrannt, während die Lackfabrik unbeschädigt blieb. Die Ursache des Schadenfeuers wird auf die C?» plosion einer Teerblase zurückgeführt. Ein Sjeiser, der die Teerblase angebla'en hatte, ist bis jetzt noch nicht aufgefunden worden. Er hat wahrscheinlich den Tod in den Flammen gefunden. Außerdem wurden noch drei weitere Arbeiter getötet und einer schwer verletzt. kommunistische Unruhen in Sagan. Eine Rotte des Roten Fronttämpferbundes versuchte einen im Gefängnis in Sagan sitzenden Genossen zu befreien. Sie zog vor das Amts-, gerichtsgebäude und verlangte die Befreiung des wegen eines tätlichen Angriffs auf einen Polizeibeamten inhaftierten Genossen. Die Polizei trieb die Menge mit Gummiknüppeln auseinander. Da die Roten Fronttämpfer in Sagan einen Terror ausüben, wurden Polizeimahnahmen angeordnet. Gegen weitere Ausschreitungen soll mit aller Entschiedenheit vorgegangen werden. Großes Hagelwetter in Oberfranken. Wie aus Bamberg gemeldet wird, ist über das Dorf Effeltrich ein katastrophales Hagelunwetter niedergegangen, das an den Obstkulturen einen Schaden von mindestens 200 000 Mk. verursachte. Die Bäume stehen teilweise gänzlich kahl und die Bäumchen in den zahlreichen Baumschulen zerschlitzt da. In llttenreut wurden durch einen Wirbelsturm erhebliche Beschädigungen an Dächern verursacht. Weiter wurden Zäune umgeworfen und Obstbäume entwurzelt. Das Unwetter dauerte kaum ein paar Minuten. Unwetter über Berlin. Bei einem Gewitter, das am Die,rstag mit Antrag Tremmel (Zentr.), nach dem zunächst V erläge zum M i e t e r sch u tz g e s e tz zweiten Beratung kommen soll. Abg. Lipinski (Soz.) wendet sich gegen Tagesordnung im Hammelsprung mit 166 gegen 14!i Stimmen abgelehnt. Angenommen wird die verfassungsmäßigen Rechte der Polizeibeamten nach jeder Richtung hin gewahrt und beachtet werdet müßten. Auf der anderen Seite läßt sich aber mit diesen Rechten nicht alles vereinbaren. Mit aller Deutlichkeit erkläre ich, daß öffentliche Protestversammlungen der Polizeibeamten nach Ansicht des Ministeriums durchaus unzweckmäßig find. Wenn seitens bestimmter Redner die Gelegenheit benutzt wird, die gesamte Beamtenschost zu erregen, so ist das zu bedauern. Es ist von dem gesunden Sinn der Beamtenschaft zu erwarten, daß sie diese Worte auf das rechte Maß zurückzuführen versteht. Berechtigten Klagen wird abgeholfen werden. Der Vorwurf der einseitigen Haltung der Polizei hat auch nicht die Spur eines Anhalts für sich. Es wird dafür gesorgt, daß die Polizei unparteiisch ihres Amtes waltet und die Interessen der Bevölkerung wahrt. Das aber kann immer wieder betont werden: eine Polizei bedarf einer strammen Zucht und Disziplin. Deshalb braucht noch fern militärischer Drill zu entstehen. Militärische Hebungen sind verboten. (Gelächter bei den Kommunisten.) Abg. ® i ef der (Völk.) empfiehlt den Antrag seiner Fraktion, der von den Deutschnationalen unterstützt wird und das Staatsministerium ersucht, bei der Reichsregierung darauf hinzu- wirken. daß alle Mittel angewandt werden, um die zu Kowno aus politischen Gründen einge- kerlerten jungen Deutschen zu befreien. Abg. Rave (Dem.) trägt Cinzelwünsche der Assistenten und Sekretäre vor und verlangt, daß die Aufsichtsbeamten für die Landiägerei aus dieser selbst entnommen werden. Abg. Krelle (Dis.-Hannov.). Eine freudige Mitarbeit der Polizei ist notwendig. Deshalb muß man ihr auch die notwendigen Existenzmittel geben. Damit schließt die Aussprache. Die Llbstimmungen finde, t später statt. Um 5.45 Uhr oertagi sich das .Haus auf Mittwoch 12 Uhr. Hauszinssteuer, kleinere Vorlagen. ParrQmeKtarisches aus Dar m st ad t, 22. 3uni. Die Abg Fenchel. Heraus. Schott und Balser haben im Landtag nachstehende Anfrage eingebracht: Durch Kauf vom 12. Juli 1921 hat der hessische Vorlage. Das Ziel der Vorlage sei der allmähliche Uebctcang zur freien Wohnungswirtschaft, bei der die Hausbesitzer die Mieten in den alten Wohnun- I gen denen in den Neubauten anpassen sollen. Die iölieten in den Neubauten seien aber für die Masse der roertfefgen Bevölkerung unerschwinglich. Richtiger wäre es, den Stand der Mieten in den alten Wohnungen zu senken. Der Redner wendet sich weiter gegen die Absicht, die gewerblichen Räume aus dem Mieterschutz herauszunehmen. Um 6 Uhr wird die Weiterberatung auf Mittwoch 2 Uhr vertagt. Außerdem stehen auf der Tagesordnung der deutsch-schwedische und der deutsch-dänische Vertrag, das Volksentscheidgesetz, das Aufwertungsgesetz und kleinere Gesetze. Preußischer Landtag. Berlin. 22. 3uni. Auf der Tagesordnung der crficn Sitzung steht nach der Volksentscheidspause als einziger Punkt die zweite Bera- I tung des Polizeietats. Die kommunistische große Anfrage, die unter Bezugnahme auf die Zusmnmenstöhe beim Volksentscheid das Staatsministerium fragt, was es in Zukunft zu unternehmen gedenke, um dem die Arbeiterschaft schwer bedrohenden Terror der monarchistischen Verbände (!) wirkungsvoll entgegenzutreten und deren Entwaffnung durchzuführen, wird mit der ^Beratung verbunden. Mg. Bartel- Krefeld (Komm.) empfiehlt als Ausschutzberichterstatter die Annahme eines Antrags. Danach soll auf die Reichsregierung ! dahin eingewirkt werden, daß sie Schritte unternimmt. damit sämtliche deutsche politischen Gefangenen, die von den Desatzungsgerichten abgeurteilt wurden, aus der Strafhaft entlassen werden. 3n der allgemeinen Besprechung äußert Abg. Marckwald (Soz.) namens der Sozialdemokraten herzliche Wünsche für die Wiedergesundung Sevenngs. Abg. Borck (Dn.) verlangt eine präzise Auskunft über die Städte, in denen eine Verstaatlichung der Polizeiverwaltung vorgesehen sei. Die Sozialdemokraten wollten Schluß machen mit dem Berufsbeamtentum, um politisch mißliebige Beamte einfach entlassen zu können. Das sei die Bankrotterklärung der Demokratie. (Sehr wahr rechts. — Gelächter links.) Seine Partei fordere eine Garantie in dem kommenden Gesetz, daß solche Entfernungen aus politischen Gründen nicht möglich sind. Die Unterbringung der Polizei spotte teilweise jeder Beschreibung. Abg. Stiel er (Z.) fordert eine einheitliche Ausbildung der Polizei. Die Beamten der Schutzpolizei, die so schweren Dienst zu leisten hätten, mühten durch auskömmliche Bezüge und durch eine gute Diensteinteilung Erleichterungen erhallen. Die Regierung habe dafür zu sorgen, dah staatsfeindliche Organisationen in der Polizei keine Propaganda treiben. Das gelte besonders von den Kommunisten. (Zurufe bei den Kommunisten: Scharfmacher!) Leute, die den gewaltsamen Ülmsturz auf ihre Fahne geschrieben hatten, hätten in der Polizei nicht zu agitieren. Abg. Metzentyin (D. Dp.) erklärt: 3n dem Etat sind zwar nicht alle Wünsche erfüllt, aber er hat eine ganze Reihe von Höherstufungen. Die Polizei muh von aller Parteipolitik ferngehalten werden. Me Polizei muh sich an Verfassung und Gesetze halten. Das ist aber in der letzten Zeit nicht geschehen. Die Staatspolizeiordnung schreibt z. B. vor. dah die Durchsicht von Papieren, die bei Haussuchungen vvrgefun- Aus der ProvinzialhauptftM. Gießen, den 23. Juni 1926. Die Einkommensteuerbescheide. Die Finanzämter sind angewiesen worden, die Einkommensteuerbescheide (Kör- perschaftssteuerbescheide) möglichst bis zum Zulivorauszahlungstermin zuzu- stellen. Rach Empfang des Steuerbescheides haben die Pflichtigen die Vorauszahlungen auf die Ein» kommensteuer IKörperschaf tssteuer) nicht mehr selbst zu berechnen. Auch die Abgabe der Voranmeldungen für die Einkommensteuer (Körperschaftssteuer) fällt weg. Die Vorauszahlungen sind nach dem Steuerbescheid zu entrichten. .Um Zweifel darüber auszuschlietzen, ob dies auch für Steuerpflichtige gilt, die den Steuerbescheid in der Zeit vom 10. bis 17. 3uli, also innerhalb der Schonfrist erhalten, ist die Schon fr ist allgemein b i s zum 2 4.3 uni verlängert worden. Wer bis zum 17. Juli (einschließlich) den Steuerbescheid erhalten hat, hat die Vorauszahlungen auf die - Einkommensteuer (Körperschaftssteuer) ebenfalls ngd) dem Steuerbescheid zu entrichten. Steuerpflichtige, die bis zum 17. Juli den Einkommensteuerbescheid (Körperschaftssteuerbescheid) noch nicht erhalten haben, müssen die Vorauszahlungen nach der Zweiten Steuernotverordnung und dem Steuerüberlei- tungsgeseh, in der Regel also nach den Betriebseinnahmen (Umsatz) oder dem Vermoge^-leisten. Hierbei gelten die bisherigen Anordnungen weiter. So können insbesondere buchführende Gewerbetreibende, denen bis zum 17. Zull der Steuerbescheid noch nicht zugestellt ist, die für den 10. 3uh zu leistende Vorauszahlung vor- läufig in Höbe eines Viertels des Betrages entrichten, der sich nach der beim Finanzamt abgegebenen Steuererklärung als Steuerschuld er- gibt. Führt die Veranlagung zu einer höheren Steuerschuld, so ist der Unterichiedsbetrag zwi- scheu der geleisteten Vorauszahlung und der sich nach dem Steuerbescheid ergebenden Vorauszahlung innerhalb eines Monats nach Zustellung des Steuerbescheids nachzuzahlen. Die Verlängc- rung der Schonsrist gilt im Interesse der Steuerpflichtigen diesmal ausnahmsweise auch für die Umsatzsteuer. 8v Ishre Metzener Turnverein von 1846. Der Turnverein von 18 46 Gießen kann jetzt auf sein 80-jähriges Bestehen zurückblicken. Diesem bedeutsamen Ereignis will der Verein mit einer größeren turnerischen Werbeveranstaltung gerecht werden, die am 7. und 8. August stattfinden soll. Am 7. August wird die Schwimmabteilung mit einem größeren Schaufchwimmen die Feier des Jubeljahres eröffnen. Arn Abend des gleichen Tages findet in der Turnhalle (Steinstraße) der eigentliche Festakt statt. Am 8. August, vormittags, werden die Spieler und Volksturner auf grünem Rasen im friedlichen Kampfe ihre Kräfte messen, während am Rachmittag in der Volkshalle sämtliche Abteilungen, vom Schüler bis zum Altersturner auf den Plan treten werden. Erwähnt sei, daß am Rachmittag ein Umzug des gesamten Vereins durch die Stadt nach der Volkshalle erfolgt. Zu den Veranstaltungen haben verschiedene erste Kräfte des 9. Mittelrheinkreises ihre Zusage gegeben, die nur mit turnerischen Höchstleistungen aufwarten werden. Der Jubelvecein hat sich in den acht Jahrzehnten seines Bestehens dank der Tatkraft der jeweiligen Vorstände, dank der Opferwilligkeit und des turnerischen Strebens seiner Mitglieder iräftig entwickelt, so dah er heute mit seinen 250 Mitgliedern zu den größten Vereinen der Stadt Gießen, sowie innerhalb des Gaues Hessen dec D.T. zählt. Verletzung der TreupMcht des AngefteKLen. Ein höherer Angestellter, der bei einer Firma eine bis zu einem bis zu einem bestimmten Termin unkündbare Stellung bekleidete, sollte auf Grund beiderseitigen gütlichen Uebereinkommens schon ein halbes Jahr vorher ausscheiden und dafür eine bestimmte Abfindungssumme erhalten. Bevor es aber dazu kam, gab der Angestellte einer anderen Firma gegenüber, mit der sein Prinzipal im Prozeß lag, zu dessen Ungunften unter Mißbrauch der in seinem Dienstverhältnis gewonnenen Kenntnisse eine eidesstattliche Erklärung ab, was den Prinzipal, als et hiervon Kenntnis erhielt, veranlaßte, den 2lngefteilten ohne Zahlung der versprochenen Abfindung sofort zu entlaffen. Der Entlassene aber wollte aus diese nicht verzichten und klagte auf Zahlung. Sein Anspruch wurde jedoch abgewiescn. Das Reichsgericht, das sich als Berufungsinstanz mit dem Fall zu befassen hatte, führte u. a. aus: Der Kläger hat die eidesstattliche Versicherung durch die er seinen beklagten früheren Prinzipal bewußt einem schweren Vermögensschaden aussetzte, abgegeben, kurz bevor ihm eine Abfindung gezahl! werden sollte. Wenn er jetzt durch Einleitung eines Rechtsstreites, in dem er sein Verhalten offen zuk Schau stellt, den erheblichen Vorteil in Sicherheil bringen will, so ist das ein Verhalten, das fid| als eine Verletzung des das ganze Rechtsleben, namentlich aber das Angestelltenverhält- nis beherrschenden Grundsatzes von Treu uno Glauben darstellt, so daß der Beklag» durchdringen muß. Der KrastwagenfÄhrer darf nicht schLafen! 3m Gegensatz zum 1. Strafsenat des Reichsgerichts, der 6en Schlaf eines Schöffen oder Richters erst dann als beachtlichen Revisions- gründ bezeichnet, wenn er über das Einniae» und alsbaldige Wieder aufwachen hinausgÄht. Hai der 3. ©troffenat für den Schlaf des Kraft- Wagenführers einen strengeren Maßstab angelegt. Der betr. Angeklagte ist wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung verurteilt worden. In den reichsgerichtlicher Cntscheidungsgrunden hierzu wird ausgesührtr Das Landgericht hat nicht angenommen, daß dec Angeklagte vom Schlaf „übermannt“ worden fet- , Es hat vielmehr für erwiesen erachtet, daß der Angeklagte spätestens in der ersten Kurve vor dem Dorfe bemerkt habe, daß seine Achtsamkeit I nachließ und er „einnickte“. Damit ist der Vision der Boden entzogen. Wie vom Reichs gericht bereits dargelegt ist. kommt es nick Vor der Schlußabsttmmung erklärt Abg. Dr. I Molden Hauer (D. Dp.), der in der zweiten Beratung angenommene und jetzt bestätigte sozial- demokrattsche Antrag, wonach in der Verwaltung die Arbeitgeber nur V der Vertreter stellen sollen, habe bei einem Teil seiner Freunde so starke Bedenken erregt, daß sie gegen die Vorlage stimmen würden. Abg. Iauschek (Soz.) erklärt, seine Freunde würden trotz starker Bedenken gegen viele Bestimmungen der Vorlage dem Gesetzentwurf zustimmen. Abg. Schwan (Komm.) gibt die gleiche Erklärung für die kommunistische Partei ab. In der namentlichen Abstimmung wird die Novelle zum Reichsknappschaftsgesetz mit 3 20 gegen 58 Stimmen, bei 8 Enthal- | hingen, angenommen. : Präsident Löbe dankt unter allgemeinem Beifall dem Sozialpolitischem Ausschuß für die reiche Arbeit, die er auf dieses Gesetz verwendet hat. Eine Entschließung des Abg. Leopold (Dn.) wünscht die Lieferung vierteljährlicher Abrechnungen durch die Sozialversicherungen. Reichsarbeitsminister Brauns erklärt die Bereitwilligkeit zu möglichst erschöpfender Rechnungslegung, hält aber die vierteljährliche Lieferung solcher Berichte für undurchführbar. Abg. Leopold (Dn.) erklärt sich damit einverstanden, daß die Abrechnungen halbjährlich gegeben werden. Abg. Hoch (Soz.) führt Beschwerde gegen den zu foäten Eingang der Abrechnungen. Die Abg. T h i e l (D. V.) und Z i e g l e r (Dem.) schließen sich den Ausführungen des Reichsarbeitsministers an. Nach weiterer Aussprache wird die Entschließung Leopold (Dn.) a b g e l e h n t, ebenso eine Entschließung Thiel (D. D.), die jährliche Berichte verlangt. Auf der Tagesordnung steht dann ein Gesetzentwurf, durch den ein Vol ksent schei d für Aufwertungsfragen als unzulässig erklärt werden soll. Abg. Dr. R i e h e r (D. Dp.) beantragt die Absetzung dieses Gegenstandes von der Tagesordnung. Abg. Tremmel (Zentr.) beantragt, vor der Vollsentscheidsfrage die weiter auf der Tagesordnung stehende Novelle zum Mieterschutz- geseh zu behandeln. Abg. Keil (Soz.) fragt die Regierung, ob sie tatsächlich — wie behauptet werde — über ihre Stellungnahme zu dem Gesetz noch nicht einig sei. Reichsinnenminister Dr. Külz: Die Regierung hat sich natürlich schon früher mit der Dorlage befaßt. Die Erfahrungen mit dem Volksentscheid zur Fürstenabfindung hatten aber eine erneute Prüfung der Frage notwendig gemacht, die noch heute abend erfolgen soll. Darum wird auch die Regierung eine Absetzung der Vorlage von der Tagesordnung empfehlen. Mit den Stimmen der Sozialdemokraten, Kommunisten, Völkischen und eines Teils der Deutsch- •nationalen wird die Absetzung der Vorlage von der »•« IW1 ix schule' t, ÄnS.eM dur Pl „ lagert" sagt? d,,«- Knmolb eil voll au, seM" werden und d>e Optra- vaieren DP MelpaM. Me "Her Alt e miudervollm reichen schonen ® Mch unserer Stal r!rwahrl°stend lichen Anbllsk. Hätten und die eing Mchert, dah man sich auf einerlei auf der btt Heufq Le. 2lchö.e§u' inäler Löt allerlei z. Verwaltung möge ö dab arge» - Krastpo! Tiehen. Sn dick bä der hickgen ei chung MMn em> bttttiion 2-uWadt nalvertcetern ander bei der Zusammen sührung ein Emve ferner noch einige i plan aus dem Weg ist über die Fühni vernehmen erzielt Kraftpostwagen wie llem-Dornholzhar -Straßenkreuzung den-Alein-Linden- gewisscn Zeiten noch (Dahnhos) ausgesüi Dünsche der Deich lomnen. Der Fahr (Malt erhalten. 1 die Inbetriebnahme non dem Zeitpunkt i sich gehen auch nc Dünsche auf eine bi Erfüllung. " Sie Aral dorf-Fellings f ’.'.em neuen Fahrhl ' omittagäbti abtni (./' werktags), 8. 1 ramslags und 6o 10.10 Lhr; ab Os langsstation: tags/, 2.30 iEamsta l'a u s.e n: 6.5? (bei ab Krofdorf. 21 lags), 6.20 (Werktag W 8.00 iderktog- 2-20,2.50 (Lamstag ^'ntagsst 5.00, 6C " Drandsti fern Hause Kaifl iP Montag teilt d Wlungen W 5; dck diese d. nchts bemerkt un: ÄMtbetoohmr fleto uher toar bei der nuch später vorerst nachts l betreten. «X aW; SL.-Z WH *dÄÖS Mben, »um 3rtoh t LxSs »ieber Äbc19 Sä ftsas Ai Staat den gefamten Besitz des Grasen Altleiningen-Westerburg in Ilbenstadt erworben. Ausdrücklich find irt dem Kaufvertrag die mit der Herrschaft Ilbmr stabt verbundenen kirchlichen Rechte und Lasten aus den Staat übergegai’qen. Als Lasten werden bezeichnet: 1. Zur Pfarrbefol- dung Assenheim jährlich 22,86 Hektoliter Körn. 2. Zur Psarrbesoldung Bönstadt jährlich 17,92 Hektoliter Korn. 3. Die Bau- und ülnterhallungs- pflicht an der Pfarrhofreite zu Södel. 4. Desgleichen an der Pfarrhosreite Mendel. Die Leistungen zu i und 2 werben ohne Angabe von Gründen seit 1923 trotz Mahnung nicht erfüllt und die Dauverpslichtungen zu 3 und 4 werden nur unter Vorbehalt und ohne eine Verpflichtung anzuerkennen, erfüllt. Hierüber ist in den erwähnten Kirchengemeinden eine Beunruhigung eingetreten und sie werben auf den Rechtsweg gegenüber dem Staat gedrängt. Seit vielen Jahrhunderten bestehen diese Verpflichtungen. Weder das ehemalige Kloster Ilbenstadt, noch dessen Rechtsnachfolger, der Graf Llltlein'mgen-Wester- bürg haben jemals die Leistungen bestritten oder ihre Erfüllung verweigert. Der hessische Staat tut dies. Wir fragen die Regierung, was sie zu tun gedenkt, um diesen Beschwerden abzuhelfen. Kunst und Wissenschaft. Hochschulnachcichlen. WEN. Marburg, 22.Iuni. Zum Nachfolger des Professors G. Kaßner aus dem Lehrstuhl der pharmazeutischen Chemie an der Universität Münster ist Dr. pnil. Friedrich von Bruchhausen, Privatdozent und Assistent am Pharmazeutischen Institut der hiesigen Umversität ausersehen. Aus aller Welt. Ein Darmstädter hochschulprafessor in der Tscheche» interniert Professor Eberhardt von der Technischen Hochschule in D a r m st a d t nahm mit dem Freiballon „Darmstadt" als Führer und dem Ballon- meister Butler und Direktor Deku (Darmstadt) als Passagier an dem internationalen Freiballonwettflug in Münster teil. Der Ballon „Darmstadt" stieg als erster auf unb mußte nach etwa 14ftünbiger Fahrt landen. Infolge dichten Nebels war dem Führer eine genaue Orientierung nicht möglich. Die Landung erfolgte etwa 30 Kilometer von der Grenze | bei Saaz in der Tschechoslowakei. Während es den werden, nur Sache der Gerichte sei. Der Redner richtet die Frage an die Regierung, ob die Beamten bei den Haussuchungen nach dieser Bestimmung gehandelt haben. Die Regierung möge darauf antworten und die Beamten, die sich vergangen haben, zur Verantwortung ziehen. Der Redner schließt mit der Erklärmrg: So sehr wir die Arbeit der Polizei anerkennen, so wenig Zutrauen können wir zu ihrer politischen Führung haben, lBravo rechts. Zuruse auf der Rechten: Die Regierung schweigt!) Abg. Jasper (Komm.): 3m vorliegenden Etat erfolgt keine Sicherstellung der Deamten- rechte der preußischen Polizei. Vielmehr wird die Unsicherheit nur noch ausgedehnt auf die Landjägerei. Wir warnen die Polizeibeamten vor der Zustimmuirg zu den sog. Reuerungen. Wir erheben ferner Einspruch gegen die Aufrechterhaltung der Kasernierung der Polizeibeamten und gegen die unsinnig ausgedehnten Feld- bienftÜbungen. Zum Schlüsse verlangt der Redner, dah die Besoldung der Schupobeamten sofort bei Dienstantritt erfolge. Abg. Bartels (Dem.) weist den Vorwurf zurück, daß die Kriminalpolizei bei den jüngsten Haussuchungen ihre Befugnisse Überschritten habe, denn wenn auch nur der Verdacht hochverräterischer Handlungen vorliege, stehe der Kriminal- Polizei das Recht zu, einzuschreiten. (Sehr wahr! links.) Es sei eigenartig, daß ein preußischer Richter es fertig bekommen habe, die beschlagnahmten Papiere wieder freizugeben, obwohl, er wußte, dah das Verfahren bereits vom Reichsgericht eingeleitet worden war. Abg. Schwenk- Oberhausen (W. Vgg.) unterstützt die Beamtenwünsche. Die Polizei hat heitte einen viel schwereren Dienst als früher, der allein schon durch die gesunkene Volksmoral bedingt ist. Ministerialdirektor A b e g g : Der herben Kritik an der Leistung der Polizei kann ich nicht zustimmen, denn wenn die Polizei gut ist, die doch von einem wollcnbruchartigen Regen über Derlin niederging, hat der Blitz an zahlreichen Stellen eingefchlagen. Verschiedentlich wurden große Schwere Gewitter in Dresden. 3m Lause des Dienstags sind über Dresden mehrere Gewitter niedergegangen, die von heftigen Regengüssen begleitet waren. Der Blitz schlug in der Reustadt in die Oberleitung der Straßenbahn, so daß der Verkehr fast zwei Stunden unterbrochen werden muhte. Das Hochwasser der Elbe ist im Abflauen begriffen- ihr Pegelsiand betrug am Abend 3,90 Meter. Erdrutsch im Schwarzwald. 3n der Rähe des Dorfes Zizenhausen (Amt Stockach) sind als Folge der großen Rieder- schlage der letzten Woche umfangreiche Erbmassen ins Rutschen gekommen, die sich langsam zu Tale schieben. Zwei Gebäude, die rechtzeitig geräumt werden Formten, wurden verschüttet. Schwerer Anfall. 3m Spessartdorfe Habichtsthal hatte ein 25 Jahre alter Monteur gerade feine Arbeit am T ra > iss orrnat or en Hous beendet, als der Vlih in die Hochspannungsleitung schlug. Der junge Mann stürzte aus vier Meter Höhe ab und» wurde mit schweren Brandwunden und Rippen- brüchen geborgen. Die Entladung war so stark, daß zwei Burschen, die sich nahe des Turnres aufhielten, an Ohren und Händen Brandwunden erlitten. Aus dem Zuge gestürzt. Aiis Wiesbaden wird gemeldet: Am Sonntagnachmittag ist ein" 21jähriges junges Mädchen aus Oberlibbach zwischen den Stationen Eiserne Hand und Hahn-Wehen aus dem Zuge gestürzt. Dabei wurde ihm der rechte Arm glatt abgefahren. Selbstmord auf dem Friedhöfe. 3n Heidelberg hat sich auf dem Becgfriedhos der 30jährige Lokomotivführer Emst Schmidt aus Lebeiisuberdmß am Grabe seiner ersten Frau erschossen. Zwistigkeiten mit seiner zweiten Frau sollen den Unglücklichen zu der Tat getrieben haben. Beim Restausheben tödlich verunglückt. Aus Bonn wird gemeldet: Der zwölfjährige Sohn einer Familie iit Kamp erkletterte einen Mast der Starkstromleitung um ein Vogelnest auszunehmen. Der 3ungc kam mit dem Starkstrom in Berührung und fiel tot zur Erde. Ein anderer Knabe, der ebenfalls den Mast bis zur Hälfte erklettert hatte, kam ohne Verletzungen davon. Versteigerung geschmuggelter Teppiche. Von Wiesbadener Zollbeamten wurden kürzlich 37 echte Perserteppiche beschlagnahmt, die aus Belgien in dos besetzte Gebiet hineingeschmuggelt worden waren und dort veräußert werden sollten. Diese Teppiche sind nun in Wiesbaden auf Anordnung des Haupizollamtes öffentlich verfwigert worden, und zwar unter für dieKäufer außerordentlich günstigen Umständen, da diese zu sehr günsttgen Preisen abgingen. Auch in Mainz sind seinerzeit 31 Teppiche beschlagnahmt worden, die demnächst ebenfalls zur Auktion gelangen werden. Der gesamte Wert der Teppiche dürfte sich auf rund 60 000 Mk. belaufen. WettervorarLHMge. Wolkig bis heiter, tagsüber warm, sonst kühl, noch Neigung zu Regenschauern, aber in der Hauptsache trocken. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 23,4 Grad Celsius, Minimum 7 Grad Celsius. Heutige Morgentemperattir 13,5 Grad Celsius. *Hii< O»23 ' 3unt 1926 M.DZK ZEM ÄLSs - 3te^orn, F ^onvr. Äv^t "■ ®er bfe|3l"i %Ä:5 LW:r Z.M ojÄ ^eunuberlei. Db« A &?n ^riebt- tn6bStt^SUV wen bis KMven-e J* ÄVj“ JK s-»d- CilJ'.M» >°s Ä* "ach Zustellun, nachzuzMn. 2er!äüg> SftwMMfe b’r Steuer. aMahmstveise mich für bit ebener Turnverein m 1846. rein von 1846 Tietz«! 80.jähriges 2 e fr eher n bedeutsamen Ereignis tir_ wr größeren turneri- ranstaltung gerecht wer. b 8. August stattsinben soll wirb b;.e Ähwimmabteilmig :n Schauschwimmen bie I res eröffnen. Am Abenb des ■ bet in her Turnhalle (Stein- iche Festakt statt. Am 8 s, werben bie Spieler uni jrünem Aasen im srieblichv e messen, währenb am Aa:- kshalle sämtliche Abteiluncc m Alkersturner aus den K )ä&nt sei, öaß am Aachmin mten Qkrcinß Ourch bie Sick erfolgt. Zu den Aeranstai. schiebene erste Kräfte bd , ihre gegeben, die rat Höchstleistungen aufwatta in hat sich in ben acht W- itÄ bank der 2atlra t bc ube, Bant ter OpserwEgK en Strebens seiner Wto |o baß er heule mit leinen » n größten Wmen tajW erhalb des Gaues He,len t ig der Ti-UpM AngeMen. „Ä 1« te WM iWfefiS crljielL »®ard**„’ ffiJiW m int W.SC i»«L vor ^.tieinleitup ". n et ELh-M ftl ent et Je in S’^ Ä «<*%£» K'«-- w?S" *' jtm et übet pflegt. , für e^fiet etM Mtl^. rf 1 darauf an, ob der Angeklagte im Augenblick, in dem er in spielende Kinder hineinfuhr, banb- lungssähig war, sondern darauf, ob er zurechnungsfähig war. als er. obwohl ihn die Müdigkeit überkam, den Kraftwagen weitcrfuhr und dadurch den Erfolg verursachte. Die Ursache der Tötung und Körperverleyun- gen i st nicht im Lleberfahren gefunden worden, sondern im selb st verschuldeten Schlafen, darin, daß der Angeklagte einnickte und schlief, wo er eS nicht durfte. Vornotizen. — Tageskalender für Mittwoch. Kath. Dereinshaus: Ramiro-Theater: „Eine Mystik- schau seltsamer Wunder". — Drittes Abonnementskonzert unserer Militärkapelle. Man schreibt uns, baß für das dritte Abonnemcntskonzert unserer Militärkapelle am morgigen Donnerstagabend im Philosophenwald ein geschickt zusammengestelltes Programm vorgesehen ist, durch das jeder Besucher voll auf seine Kosten kommen wird. An Ouvertüren werden gespielt: „1812", „Der Brand von Moskau" und die DpereiienouDertüre „Die Fledermaus". Aus weiteren Opern seien hervorgehoben: „Rheingold", „Hoffmanns Erzählungen", „Faust" (Margarete) und „Hänsel und Gretel". Den Schluß des Abends bildet ein Fanfarenmarsch für Heroldstrompeten und Kesselpauken. (Siehe Anzeige.) » •’ D* r Alte Friedhof, der mit seinen wundervollen Baumbeständen und seinen zahlreichen schönen Denkmälern ein gern besuchter Mah unserer Stadt ist, bietet eben mit seiner verwahrlosten Bvdensläche einen recht unerfreulichen Anblick. DaS Gras hat bon die Ruhestätten und die eingeebneten Flächen so hoch überwuchert, daß man meinen könnte, man befände sich auf einer abgelegenen Wiese im Vogelsberg, aul der der Heuschnitt sich sehr stark verzögert habe. Auch die Fundamentierung mancher Denkmäler läßt allerlei zu wünschen übrig. Die Stadtverwaltung möge doch schleunigst dafür sorgen, daß diese ärgerlichen Zustände beseitigt werden. — Kraftpostlinie Riederkleen — Gießen. 3n dieser Angelegenheit fand gestern bei der hiesigen Stadtverwaltung eine Besprechung zwischen einem Vertreter der Oberpostdirektion Darmstadt einerseits und den Kommunalvertretern andererseits statt. ES handelte sich bei der Zusammenkunft darum, über die Linienführung ein Einverständnis herbeizuführen und ferner noch einige Schwierigkeiten für den Fahrplan aus dem Wege zu räumen. Wie wir hören, ist Über die Führung der Strecke völliges Einvernehmen erzielt worden. Danach sollen die Kraftpostwagen wie folgt geleitet werden: Rieder- kleen — Dornholzhausen— Hochelheim-Hörnsheim —Straßenkreuzung Groß-Aechtenbach—Lützellinden—Klein-Linden—Gießen: außerdem sollen zu gewissen Zeiten noch Fahrten über Großen-Linden (Dahnhos) ausgeführt werden, um damit einem Wunsche der Reichsbahnverwaltung entgegenzukommen. Der Fahrplan wird in Kürze endgültige Gestalt erhalten. Bei dieser Lage der Dinge ist die Inbetriebnahme der Linie nur noch abhängig von dem Zeitpunkt der Wagengestellung. Hoffentlich gehen auch nach dieser Richtung hin alle Wünsch« auf eine baldige Eröffnung der Linie in Erfüllung. ‘ D i e Kraftpost Gießen — Krofdorf— Fellingshausen vermehrt jetzt nach c nein neuen Fahrplan. Die Wagen fahren von ' Zmittags bis abends ab GießenBahnhof: (werktags), 8.23. 12.30. 1.30, 2.45, 3.35 i.un&IaflÄ und Sonntags). 4.35, 5.35, 6.25, 7.50, 10.40 Uhr; ab Oswaldsgarten a l s Anfangs statt on: 6.40 (werktags). 1.30 (Samstags). 2.30 (Samstags). 7.10 iUjr; abFellings- h c> uf en: 6.57 (werktags).9.02, 2.07. 7.05 abends: ab Krofdorf. Apotheke: 5.55 früh (werk- lags). 6.20 (werktags), 7.10 (Werktags und Sonn- taa?'. 8.00 (werktags). 9.15, 1.00, 1.50 (Samstags), 2.20. 2.50 (Samstags), 3.10, 4.10 (SamStags und SonntagS). 5.00. 6.00. 6.50, 7.18. 9.20 41hr. Brandsti ft una. Zu dem Brand in dem Haus« Kaiserallee 32 in der Rächt 5um Montag teilt der heutige Polizeibericht mit: Die von der Kriminalpolizei sofort angcstellten Ermittelungen führten zu folgendem Ergebnis: Durch Zeugen (zwei Soldaten) wurde festge- stellt. daß diese den Brand gegen 12.10 Ähr nachts bemerkt und daraufhin die schlafenden HauÄ>ewohner geweckt hatten. Der Hausbesitzer war bei der Entdeckung des Brandes und auch später vorerst nicht anzutreffen. Erft kurz vor 2 älhr nachts kam er und wollte sein Hans betreten, Gr wurde hierbei von einem Kriminalbeamten festgenommen und nach dem Polizeiamt abgeführt. Hier wurde sofort eine verantwortliche Vernehmung vorgenommen, wobei sich widerholt Widersprüche in den Aussagen des Inhaftierten ergaben, sodaß Begründung zur vorläufigen Festnahme vorlag. Der vermutliche Brandstifter wurde am Montag dem Gericht zugeführt und in älntersuchungshaft genommen. Ber einer nochmaligen Vernehmung durch die Kriminalpolizei am Dienstag vormittag im Landgerichtsgefängnis legte er ein Geständnis ab und gab zu, sein Haus selbst in Brand gesteckt zu haben. Rach der Tat verlieh er eiligst fein Haus. Wäre der Brand einige Minuten später entdeckt worden, so wären zwei Familien der Mansardenwohnung in Lebensgefahr gewesen, weil ihnen dann durch die Flammen der Weg zum Treppenhaus versperrt gewesen wäre. Die Brandursache hat somit ihre Aufklärung gefunden. Warnung vor unbestellt zuge - sandten Waren. Der Landesverband des hefst, Ichen Einzelhandels schreibt uns: Zur Zeit werden wieder in verstärktem Maße von Firmen auf dem Wege durch die Post Waren ohne Bestel. 1 u n g in bie Haushaltungen gesandt. Gerade in den letzten Tagen ist dieser Unfug bemerkbar mit Taschentüchern, Krawatten, Taschenmessern ufro. Eine Verpflichtung zur Annahme ober gar zur Bezah. lung solcher Senbungen gibt es nicht, auch wenn Rückvorto beigelcgt ist oder die Absenderfirma die Rücksendungskosten tragen will. Man braucht die Waren auch nicht zu Hause aufzubewahren, sondern kann sie einem Spediteur auf Kosten des Absenders zur Aufbewahrung übergeben. Vielfach fordert der Absender auf, ihm mitzuteilen, ob man bie Waren zu erwerben wünsche ober nicht, andernfalls bie Ware zurückgesandt werden müße. Man ist auch hierzu nicht verpflichtet, bestenfalls genügt die Mit- teilung. daß das betr. Paket unter Erstattung der bisherigen Portoauslagen ufro. in der Wohnung ab geholt werden könne. Meistens operieren die betr. Versandfinnen damit, daß durch sie der verteuernde Zwischenhandel ausgeschaltet sei ober bie Waren zu Engrospreisen verkauft mürben. Eine Anfrage bei einem Fachmann wird aber in der Regel beweisen, baß der Preis wesentlich höher wie derjenige im Einzelhandel und bie Qualität schlecht ist. ’• Der Landesverband des hessischen Einzelhandels hält seine diesjährige ordentliche Hauptversammlung am Sonntag, dem 4. Juli, in Gießen ab. Die Verhandlungen finden im Saale des Desellschastsoereins statt. Auf der Tagesordnung steht u. a. ein Vortrag über „Die Bedeutung der ReparationSfrage und des Dawesvertrages für die deutsche Wirtschaft, insbesondere für den Einzelhandel": Referent ist ber Oberregierungsrat Dr. Tiburtius. Mitglied des vorläufigen Reichswirtschaftsrates und geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Hauptgemeinschaft des deutschen Einzelhandels. 0 E i n ausgeriffencr Bienenschwarm. Das schöne Wetter am Montag veranlaßte einen Bienenschwarm, aus ber Richtung Schis- fenberger Weg kommend, in bie Stabt einzuziehen. An einem Hause in der Bleichstraße ließ er sich solange nieder, bis sein Besitzer ihn abholte. Der Vorfall zog natürlich viele Neugierige an. bie mit großem Interesse dem kleinen Volke, das ben Ausreißer gespielt hatte, bei seiner Tätigkeit zusahen. WER. Auf Bahnsteigen nicht musizieren! 3mmer wieder kann man beobachten, daß Ausslugsgescllschasten, Wandervereine usw. auf den Bahnsteigen vor Abfahrt des Zuges musizieren, als ob sie mitten im Grünen unter freiem Himmel wären. Dadurch kann der Eisenbahnbetrieb leicht störend beeinflußt, wichtige Signale überhört und das reifend« Publikum selbst durch Ablenkung ber Aufmerksamkeit gefährdet werden. Die Reichsbahnverwaltung bittet daher die Gesellschaften und Vereine dringend, auf den Bahnsteigen nicht zu musizieren. Es wird daraus hingewiesen, daß Verursachung starken Lärms nach den Bestimmungen der Eisenbahnbau- und Betriebsordnung verboten und strafbar ist. *• Luftpostpakete nach dem Auslände. Vom 21. Juni an sind auch Luftpostpakete nach Bulgarien, Jugoslawien, Rumänien, Ungarn, Griechenland, Italien und ber Türkei (europäischer und asiatischer Teil) ^ugelaffen. Die Pakete werden bis Wien ober Zürich im Flugzeug, von biesen Orten ab mit gewöhnlichen Verkehrsmitteln be« förbert. ** D i e Maul- unb Klauenseuche hat in Grün berg weiter um sich gegriffen, weshalb bie Orte unb Gemarkungen Beltershain unb Stangenrod zum Beobachtungsgebiet erklärt wurden. Zn Münster bei Butzbach (Kreis Friedberg) ist die Seuche ausgebrochen. Turnen, Sport und Spiel. Gauverbandsmeisterschaften in den Sommerspielen der D. T. = Friedberg, 21. Juni. Ein turnspori- liches Ereignis, wie man es nicht häufig erleben kann, waren die Gauoerbandsspiele des ersten Gauverbandes des Mittelrheinkreises der D. T., bie auf dem Sportplatz der Schutzpolizei im Hofe der Kaserne am Sonntag ausgetragen wurden. Leider kam es nur zu den Spielen in ber Fau ft ball-Meisterklasse unb im F a u st b a l l der Altersturner, ba sich im Faustball ber Turnerinnen und im Schlagball die Gegner nicht stellten. Dies ist besonders deshalb bedauerlich, weil es gerade die hessischen Gaumeister waren, die nicht antraten. Akad. To. Marburg, der Gaumeister unseres Heimatgaues im Schlagball, mußte das Spiel gegen To. 1860 Frankfurt a. M. absagen, da nicht alle Spieler zur Verfügung standen. Der Turnerinnen-Meister des Hessengaues, M t v. Gießen, hatte zwar ordnungsmäßig gemeldet, blieb aber dem Kampfplatze fern, was allgemein verurteilt wurde, zumal ber Gaumeister des Frankfurter Turngaues, To. 1860 in Frankfurt a. M., zur Stelle war unb bie Heimreise antreten mußte, ohne sich mit bem Gegner gemessen zu haben. Das Hauptinteresse des Tages galt den Spielen in der F a u st b a 11 - M e i st e r k 1 a s s e. Licht- Luftbad Frankfurt, ber Meister bes Gaues Frankfurt war, wie nicht anbers zu erwarten war, bie tonangebende Mannschaft. Sie konnte dank des hervorragenden Könnens jedes einzelnen Mannes, besonders des Mittelspielers unb bes linken Vor- berspielers und dank einer überragenden Wett- kampferfahrung die übrigen Gaumeister ganz überlegen niederringen. Selbst Tgm. Friedberg, unser hessischer Gaumeister, in dein man schon einen beachtenswerten Gegner des vielmaligen deutschen Meisters vermuten konnte, wurde ganz empfindlich geschlagen. Daß das Spiel der beiden besten Mannschaften des Tages sich besonders reizvoll und spannend gestaltete, ist mit ein Verdienst der Friedberger gewesen, die in eifrigem Bemühen ernsthaften Widerstand leisteten und dadurch Licht-Luftbad zwangen, sein ganzes schönes Können zu entfalten. Durch seine Siege über Tgm. Offenbach- Bürgel (Meister der Arbeitsgemeinschaft der Gaue Main unb Offenbad) £)anau) unb To. Hailer (Meister bes Kinziggaues) konnte der Vertreter des Gaues Hessen den zweiten Platz in der Tabelle erringen, was ein immerhin noch beachtenswerter Erfolg ist. Tv. Hailer verlor auch das Spiel gegen Osfenbach-Biirgel unb ging somit punktlos aus den Meisterschaften heraus. Trotz feiner Niederlage zeigte aber Hailer ein recht schönes Können, war es im Spiel gegen Bürgel in der ersten Halbzeit doch führend. Man kann daraus ersehen, daß auch kleinere Landvereine bei entsprechender Hebung einen ganz beachtenswerten Gegner abgeben können. Bei bem Spiel ber Altersturner, wobei Eintracht Frankfurt a. M. unb T o. 1846 Gießen um bie Meisterwürde rangen, zeigten die Frankfurter ein weit besseres Spiel, als die Gießener. „Eintracht" gewann auch verdient. Aber trotzdem muß man es den Altersturnern aus Gießen hoch anrechnen, daß sie den Mut hatten, sich einem Gegner wie „Eintracht" zu stellen. Gießen zeigte ein wirklich schönes Spiel, das auch bei den Zuschauern die verdiente Anerkennung saitd. Die Oberleitung der Spiele lag bei dem Gauoer- bandsspielwart Klinge (Frankfun) in guten Händen. 3n Seibert (Wetzlar), Hirsch (Frankfurt), Schneider (Offenbad)) und Schmidt (Bürgel) standen ihm bekannte und gutbewährte Turner als Schiedsrichter zur Seite. Nachstehend bie Ergebnisse: Faustball-Meisterklasse: Licht-Luftbab Frankfurt a. M. — Tgm. Frieb- berg 41:14 (19.6). Tgm. Friedberg — To. Hailer 52:22 (31:10). Tgm. Friedberg — Tgm. Offenbach-Bürgel 39:26 (19:11). Licht-Luftbad Frankfurt a. M. — Tv. Hailer 58:13 (29:5). Licht-Luftbad Frankfurt a. M. — Tgm. Offen« bach-Bürgel 41:11 (26:7). To. Hailer — Tgm. Offenbach-Bürgel 32:37 (21:18). Daraus ergibt sich folgender Tabellen st and: Licht-Luftbad Frankfurt a. M. 3 Spiele gewonnen, 0 verloren 6 Punkte. Tgm. Friedberg 2 Spiele gewonnen, 1 verloren 4 Punkte. Tgm. Offenbach-Bürgel 1 Spiel gewonnen, 2 ver- loren 2 Punkte. Tv. Hailer 0 Spiele gewonnen, 3 verloren 0 Punkte. Verbandsmeister: Licht-Luftbad Frankfurt a. M. Faustball-Altersklasse: Eintracht Frankfurt a. M. — To. 1846 Gießen 61:20 (31:14). Verbandsmeister: Eintracht Frankfurt a. M. Ohne Spiel wurden Verbandsmeister im: Fau st ball-Turnerinnen: Frankfurter To. 1860. Schlagball-Meisterklasse: Frankfurter To. 1860. Schlagball-Turnerinnen: Frankfurter Io. 1860. Die genannten Gauverbandsmeister werden ben 1. Gauoerband bei den Kreismeisterschafts- spielen des Mittelrheinkreises vertreten, die am 7. und 8. August in Koblenz zum Austrag kommen. Die deutschen Meisterschaften in ben Sommerspielen werden bann in Leipzig am 12. September fest- gestellt. Dem Gau Hessen ist es nicht gelungen, eine Mannschaft in bie Kreisendspiele zu bringen. Bei weiterer eifriger Pflege ber schönen alten Turnspiele wird ihm das hoffentlich in den nächsten Jahren einmal möglich werden! Rhönturnfest auf der Wasserkuppe. WSN. Fulda, 22. Juni. Das 20. Rhön- turnfeft findet am Sonntag, 8. August, auf ber Wasserkuppe statt. Die Vorbereitungen bazu sind getroffen, so daß es sich würdig den oor- angegangenen anreihen dürste. — Zu gleicher Zeit findet auch ein Segelfliegerwettbewerb am gleichen Orte statt. Es dürste demnach ein interessanter Tag zu erwarten sein. DerSlädtekampfimDolksturnen Kiel-Berlin-Hannover in Hannover endete mit einem knappen Liege Kiels 128 P. vor Berlin 128 P. — der Lieg in der großen gemischten Staffel gab den Ausschlag zugunsten Kiels — und Hannover 121 P. 3n der 4 x 100 Meter Frau en staffel stellte der TK. Hannover mit 51,9 eine neue DT.-Höchstleistung auf. Erwähnenswerte Leistungen sind weiter der Hochsprung von Fri. Sommer (Kiel) mit 1,50 Meter, der Weitsprung von Frl. Block (Hannover) mit 5,27 Meter, die Riederlage R ü t e r s im Hochsprung mit 1,785 Meter durch Rawatzki (Berlin) 1,825 Meter. 6er außer Wettbewerb auch 7,02 Meter weit sprang. Das Speerwerfen gewann der frühere VBAV.-Mann Schnurr (Kiel). Leichtathletik. Deutsche Turnerfolge in Amerika Reuhork. 21. 3unt Bei dem Turnfest in Louisville errangen sieben Mitglieder der deutschen Turnerriege Plätze unter den ersten zehn Siegern im Zehnkampf, u. a..: Pfeiffer, Kaufmann, Weingärtner, Sachs und W ö l f i n g e r. Das Reckturnen der deutschen Riege unter Leitung von Turnrat Muehlner wurde allgemein bewundert. Das Rheinland - Brandenburg Turn- und Sportfest im Grünewald - Stadion endete im Gesamtergebnis mit dem Siege des Verbandes Brandenburgischer Athletikvereine 1 41.5 P. vor den Rheinischen Sportlern, 106 P. den Rheinischen Turnern 93 P. unö den Brandenburgischen Turnern 79,5 P. Die 100 Meter für Frauen gewann Frl. Hau? in 12,8. 3m lOOO-QHeter-ßauf siegle Bocher in 2:352, im 110 Meter Hürdenlauf Trohbach 152. im 400-Meter-Laus ber deutsche Meister Schmidt in 50,8, in der 4xl00-Meter-Stassel der DBAV. in 42.8. Eine neue deutsche Bestleistung stellte Frl. Schumann im Speerwerfen mit 32,105 Meter auf. Das Handballcntschel- dungsspiel endete erst nach Verlängerung mit einem 7:5-Siege der Brandenburgischen Sportler über die Brandenburgischen Turner Den Gerätedreikampf gewann der Kreis Mittelrhein vor Brandenburg und Rheinland. Deutsche Hochschulmeisterschaften 1926. vo. Das Deutsche Hochschulamt für Leibesübungen schreibt jetzt die Deutschen Hochschulmeisterschaften 1926 in Leichtathletik, im Deutschen Akademischen Mehrkampf und im Schwimmen aus. Die Durchführung der Meisterschaften ist der Unioerfilät 3 en a übertragen worden, die Wettkämpfe finden am 31. 3uli und 1. August an der Thüringischen Landesuniversität statt. Teil- nahmcberechttgt sind alle Mitglieder der Deutschen Studentenschaft. Angehörige einer Hochschule für Leibesübungen find nur zugelassen, wenn sie gleichzeitig volleingeschriebene Studierende einer Universität. Technischen Hochschule oder sonst gleichberechtigten Hochschule sind. Es finden folgende Wettkämpfe statt: Für Studierende: A. Lcichtathle - t i k (nach den Regeln der D. S. B.): a) Einzelwetl- kämpfe: 100, 400. 800, 1500, 5000 'Meter, 110- Meter-Hürdenlauft Hoch-, Weit-, Stab-Hochsprung: Kugelstoßen, Diskus- und Speerwerfen. Olympischer Fünftampf (100 Meter, Hoch-, Weitsprung, Diskus- und Speerwerfen), b) Hoch- schul-Staffeln: dreimal 1000 Meter, Olympische (800, 200, 200, 400), viermal 100 Meter für kleinere Hochschule (unter 1000 Studierendes sechsmal 100 Meter für Hochschulen über 1000 Studierende. — B. Deutscher Akademischer Mehrkampf: 100 Meter, 1500 Meter. Weitsprung, Kugelstoßen, je eine Gerätübung am Reck, Barren und Pferd, 100 Meter Schwimmen, Kopfsprung vom 3-Meter-Brett. — C Schwimmen (nach den Regeln des D. S. V.): a) Einzel- kämpse, 100 Meter Brust, Rücken, Seite, beliebig, 300 Meter beliebig, 1000 Meter beliebig, 50 Meter Streckentauchen,Wasserspringen. Schwimm- Mehrkampf (100 Meter beliebig, 50 Meter Tauchen, Kopfsprung vom 3-Meter-Drett). Zehn Sprünge. b)HochschuI-Stafteln: viermal 100 Meter beliebig, viermal 100-Meter-Lagen. Für A11 - A k a d e m i k e r: a) bis 32, b) bis 40, c) über 40 3ahre stehen folgende Wettbewerbe offen: 1. Olympischer Mnfkampf, 2. Schwimm - Mehrkampf, 3. Akademischer Mehrkampf. Schwimmen. Einen neuen Weltrekord im Ivo-Meter Rückenschwimmen stellte der Amerikaner Lauff er (Cincinnati) mit 1:112 auf. Ebenso sicherte er sich das 100* Meter-Del.-Schwimmen, das er in 1:00,3 vor Heitmann (Magdeburg) 1:04,4, Webb (Cincinnati) 1:05 und Heinrich (Leipzig) 1:05,1 gewinnen konnte. Tennis. Giestener Tennis-Club v. 1922 - Wetzlarer Tennis-Club von 1912 18:1. Am Sonntag spielte bie 2. Mannschaft bes (die ßener Tennis-Clubs v. 1922 in Wetzlar gegen bie durch Damen unb Herren aus ber 1. Turniermannschaft — barunter die beste Wetzlarer lurnierfpic- lerin, Frau Dumur — verstärkte gleiche Mannschaft bes dortigen Clubs. Das Spiel endete mit einem überlegenen 18:l=Sieg der Gießener. Besonders stark machte sich die Ueberlegenheit Gießens u. a. bei den Spielen Fischer (©.): Diel (W.) u. Frl. Hoos-Schüßler (G.) : Frau Dr. Rau-Dr. Steinbcrf (W.) bemerkbar, welche mit 6:1, 6:1 bzro. 6:0, 6:1 ohne jede Anstrengung von Gießen gewonnen wurden. Immerhin sei nicht unerwähnt, daß einzelne Wetzlarer Spieler, insbesondere Frl. Märzhäuser, sowie die Herren Koch, Winkechausen unb Breidbach, ihren Gegnern ben Sieg burchaus nicht so leicht gemacht haben, wie bies nach bem zahlenmäßigen Gesamtergebnis anzunehmen ist, denn nur nach äußerst wechselvollen, z. T. Dreisatzkämpfen, gelang es hier ben Gießenern, Frl. Start sowie den Herren Roller, Schußler unb Cellarius, ben Sieg an sich zu reißen. Ein besonderes Lob verdienen noch die beiden Gießener Damen Fri. Hoos und Fri. Fischer, welche ihr erstes Turnier spielten und in schönem Spiel sicher gewinnen konnten. Die einzelnen Resultate: Herren-Einzelspiel: 1. Roller (G.): Koch (W.) 9:7, 6:3. 2. Schüßler (G.): Winkelmann (W.) 6:3, 5:7, 6:4. 3. Dr. Schopper (G.) : Dr. Steinbecf (W.) 6:4, 6:0. 4. Cellarius (G.) : Breidbach (W.) 6:3, 3:6, 6:0. 5. Fischer (©.): Diehl (W.) 6:1, 6:1, 6. Scriba (G.): Meister (W.) 6:4, 6:3. Damen-Ei nzelspiel: 1. Frau Dr. Dütt- mann (G.): Fri. Schenk (W.) 88:6, 6:1. 2. Fri. Wag- ner (G.): Fri. Buse (W.) 6:4, 6:1. 3. Fri. Stark (G.) : Fri. Märzhäuser (W.) 6:4, 7:5. 4. Fri. Hoos (G.): Frau Dr. Rau (W.) 6:3, 72. 5. Fri. Fischer (G.): Fri. Hedrich (W.) 6:2, 6:1. Herren-Doppelspiel: 1. Dr. Schoppe r- Fischer (G.) : Koch-Winkelmann (W.) 6:2, 6:3. 2. Roller-Schüßler (G.) : Oramas-Breidbach (W.) 6:3, 3:6, 6:3. 3. Scriba-Cellarius (G.): Dr. Stein beck-Meister (W.) 6:3, 6:2. Damen- unb Herren-Doppelspiel: 1. Frau Dr. Düttmann-Roller (G.): Frau 2)umur- Koch (W.) 4:6, 4:6. 2. Frl. Wagner-Dr. Schopper (G.) : Frl. Schenk-Breidbach (W.) 6:3, 6:2. 3. Fri. Kuhlmann-Scriba (G.) : Frl. Märzhäuser-Winkel- mann (W.) 4:6, 7:5, 6:4. 4. Frl. Hoos-Schüßler (G.): Frau Dr. Rau-Dr. Steinbed (W.) 6:0, 6:1. 5. Fri. Fischer-Fischer (G.): Fri. Buse-Diehl (W.) 6:3, 6:0. Bad Kreuznach 15 Minuten von Bingen am Rhein: direkte Schnellzngsverbindungen nach allen Richtungen stärkstes Radium-Solbad u heilt: Frauen, Kinder, Rheuma, Gicht, Aiterserscheinungen. 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Denn die Auslandschulden Fran- reichs allein betragen nicht weniger als 36 Milliarden Goldfranken, also über 28 Milliarden Goldmark. Abgesehen davon, bleibt aber immer noch das unlösbare Problem bestehen, einen derartig hohen Betrag auf dem Weltmarkt unterzubringen. vorausgesetzt, daß Deutschland überhaupt eine Belastung in dieser Höhe tragen kann. Liebrigens ist es auch nicht richtig, zu sagen, mit einer ilmtoanblung der internationalen Staatsschulden in deutsche Dawesschulden würden „die Reparationen erledigt" fein. Denn nach wie vor liegen die großen Fragen ungelöst: 1. Kann das deutsche Volk neben seiner mehr als doppelt so hohen Steuerlast wie früher auch noch Reparationslasten tragen, die ungefähr der Hälfte der Vorkriegssteuerlast gleichkommen? 2. Ist eine Transferierung, d. h. ^Übertragung so hoher Milliardenwerte möglich, ohne daß Deutschlands Verschuldung an das Ausland in gleichem Maße wächst? Es bleiben also die Schwierigkeiten der Aufbringung ebenso bestehen toie die der ilebertragung. Solange das Transferproblem noch nicht gelöst ist und solange man nicht den Betrag bei? deutschen Gesamtzahlungen weih, haben alle Vorschläge der oben gekennzeichneten Art wenig Aussicht auf Verwirklichung. Wie gering sie auch vom Ausland eingeschäht werden, geht schon daraus hervor, daß die Treuhänder bisher nicht einmal versucht haben, die veräußerlichen Industrie- Obligationen, bie Industriebonds ober die Eisen- bahnschuldverschreibungen auf den Markt zu bringen, d. h. auf diese Weise die Kapitalansprüche des Reparationskomitees zu befriedigen. Bricmds zehntes Kabinett Herr Brianb ist hoch, baß muß her Neib ihm lassen, ber schlaueste Fuchs unter ben sämtlichen französischen Parlamentariern. Er ist ihnen immer um eine Nasenlänge voraus, wobei noch für ihn spricht, baß er keinen persönlichen Ehrgeiz mehr hcit. Er will nicht mehr Minister spielen, fonbern stellt sich nur zur Verfügung, weil er im Augenblick ehrlich an seine Unentbehrlichkeit glaubt. Er hat beshalb auch, als sein Versuch einer mehr rechts orientierten Kombination an bem Wiberspruch Her- riots scheiterte, ganz kühl bie Folgerungen gezogen unb bem Präsibenten Doumergue geraten, nun einmal Herrn Herriot Gelegenheit zu geben, wie weit sich seine Theorien realisieren lassen. Herirot ist mit einem Programm angekommen, bas er ben Sozialisten unb seinen eigenen Rabikalsozialisten schmackhaft machen wollte, ist aber, was vorauszusehen war, rasch bamit gescheitert. Er hat sich an Personalfragen ben Kopf eingerannt, obwohl biefe Personalfragen natürlich nur bie Kulisse sinh, wohinter sich bie sachlichen Gegensätze verbergen. Auch ihm ist nichts anheres übrig geblieben, als ben Auftrag zurückzugeben, unb jetzt ist für Brianb ber Weg enbgültig frei. Ein Kabinett muß gebildet werben, anbere Möglichkeiten sinh kaum vvrhanben, ha Caillaux sich noch nicht oorbrängt. Mit Hilfe hei Ermallunysstrategie hat also Brianb bie großen Parteitaktiker ber Kammer mürbe gemacht unb wirb jetzt vermutlich keine großen Schwierigkeiten haben, ein Kabinett nach seinem Sinne zu bilden. Ein Kabinett, bas enbgültig bas Kartell ber Linken zu Grabe trägt unb an besten Stelle eine neue Koalition rückt, bie sich zwar auf bie Rabikalsozialisten stützt, aber hoch stark in bie Mitte hinein verlängert ist. Das Znteressanteste ist babei bie Zusammenkoppe- lung von Brianb unb Poincare. Derselbe Brianb, ber in Cannes von Poincare gestürzt unb um bie Erfolge feiner ganzen Politik betrogen mürbe, muß jetzt benfelben Poincare zu Hilfe rufen unb ihm bie Finanzen anvertrauen. Das heißt, berfelbe ist wohl auch Poincars nicht mehr, er wirb aus ben letzten beiben Zähren, wo er in ber Opposition faß, gelernt haben. Die finanzielle Lage Frankreichs ist ja auch zu gefährlich, als baß er noch gewagte Experimente sich leisten könnte. Brianb unb PoincarL, bas sinh in her Person unb in ber Politik eigentlich bie Gegenpole bcs französischen Parlamentarismus: Brianb ber geistige Bohemien, ber mit einem Blick bie ganze Lage erfaßt unb stets roenbig sich burch alle Schwierigkeiten hinburch arbeitet, Poincarä, ber stur auf ein Ziel losgeht, weil er nicht beweglich genug ist, um sich rasch umzustellen. Ein geistreicher Franzose hat biejen Gegensatz einmal auf bie Formel gebracht: Brianb kennt nichts unb versteht alles, Poincare weiß alles unb versteht nichts. Mit biesem °e Tätigkeit Ibettt 'M Herr unternehmen für Erfolge verbürgen 05 an Rudolf Moese. 5308$$ inflebote an den Anzeiger. iT Cd. 1000 eld mit i Halb- .Stunde ofOtün- nt, noch isend, im schont, ist zugeben. Mästs« 2L 6S0,D 144444 Sf ärgeM lSitch er- eigener, tbt. Wob- M die gsi eines estcherter „Staats- evorzug'- - 40 W peirouu Diskret erbeten- mtb- NNt '&5D ch zum n von Minen- ne sonst, teilen ngebote Aikiilgbr. Sian fWI♦ u- HarmouIumS Lcmde und auch cm3 den benachbarten preußischen Gebieten erwartet. 3m Mittelpunkt der Soun- ^agsvevanstaltungen sieht der Lichtblldervortrag, den der bekannte Züchter Dörr- Reuenhaur über die volkswirtschaftliche Bedeutung der Geflügelzucht halten wird. ■X Dad-Bauheim, 21. 3unj. Heute vor 20 Jahren wurde die Dankeskirche. das schöne Gotteshaus unserer evangelischen Gemeinde, feierlich eingeweiht, nachdem am 26. Mar 1904 der Grundstein gelegt worden war. Ster Baumeister, Baurat Hofmann, lebt heute noch in Herborn. Heute ist Bad-Bauheim ohne Die Dcuueskirche nicht mehr zu denken. Ihr hochragender wundervoller Turm, an die Elifabethen- kirche in Marburg erinnernd, ihr herrliches, tiefes Domgelärtte zieht Blicke und Gedanken unwillkürlich himmelan. 2tn den hohen Festtagen und in der Hochsaison, wenn die Kurgäste in großer Zahl an den Gottesdiensten teilnehmen, bietet das Gotteshaus schon nicht mehr Raum genug für die Gemeinde. Gestern wurde der Gedenktag im Bornüttagsgottesdienst festlich begangen. Im Mittelpunkt der feierlichen Liturgie stand die Festpredigt. die wie vor 20 Jahren Kirchenrat Wissig hielt, der seit einiger Zeit im Ruhestand lebende hochbetagte langjährige Geistliche unserer Gemeinde. Er nannte die Kirche ein Dank- und Denk mal Gottes. .... . $ Münzenberg, 22. Juni. Die diesiahnge Sonnen wendfeter der Turnerfugend des Mittelrheinkreises konnte den schönsten Verlauf nehmen. Am Samstagabend fanden fick zahlreiche Teilnehmer ein, die sich auf die Gaue Hessen, Rhein- Main, Rheinhessen, Main-Taunus, Offenbach-Hanau und Lahn-Dill verteilten. Dom Bahnhof ging es in stattlichem Zuge zur Burg, wo die Sonnenwend' feier stattfand. Am Sonntagfrüh führte ein Tur n- gang nach K l o st e r Arnsburg. Die Kloster- vuinc war der gegebene Ort für die erhebende I o ° hannisfeier stunde. Die zündende Rede von „Later B e n d e r", die die Liebe zur Heimat pries, war umrahmt von Geigenspiel und Gesängen der Friedberger. Die anschließende Führer- fitzung besprach die Organisatton der Fahrt zum 3. Jugendtreffen der D. T. nach H i r s ch b e r g in Schlesien. Außerdem wurde über die für September geplante Tagung in Koblenz beraten. Ein erfrischender Turngang führte dann durch das herrliche Got- tesackertal nach Lich. Auf der Hardt entwickelte sich bald ein buntbewegtes Leben, getragen von frisch-fröhlicher Stimmung. Die gemeinsamen Freiübungen, die sehr wirkungsvoll ausgeführt mürben, brachten zum Ausdruck, daß das Turnen in der Jugendbewegung der D. T. das Verbindende ist und über die Pflege der anderen Bestrebungen nicht vergessen werden darf. Als die Teilnehmer am Abend von Lich aus die für die meisten sehr weite Heimreise antraten, hörte man nur eine Stimme des Lobes über die freundliche Aufnahme, die Jung- Mittelrhein im schönen Hessengau gefunden. §§ Ober-Flor st adt, 22. Juni. Gerade mit Sommersanfang hat die H e u e r n t e in vollem Umfange eingesetzt. Ueberall sieht man fleißige Hände sich regen, um das qualitativ und quantitativ hervorragende Futter zu mähen und einzubringen. —Vilbel. 22. Juni. Der Stadtvor- st a n v befaÄe sich eingehend mit der R i d d a - regulierung, die seit Wochen innerhalb der Stadt und in der Gemarkung in der Richtung Donames im Gange ist. Da das Wasser infolge deS anhaltenden Regens sehr gestiegen war. muhten die Arbeiten zeitweise eingestellt werden. Die Profilerweiterung, die eigentlich am 31. Mai beendet sein sollte, hat sich sehr verzögert. Auch an dem Lauf der Ridder wird von der Landesgrenze bei Dorfelden bis zum • Engeltaler Steg eifrig gearbeitet. Die Regulierung der Wetter wird, da sie nicht so dringend erscheint, später ausgeführt. Der Stadtvorstand stimmte ferner der Autolinie Vilbel—Offenbach zu. Kreis Büdingen. WSR. Büdingen, 22. Juni. Einen töd-- lichenälnglücksfall erlitt ein Hanauer Spediteur am Samstag in Büdingen. Er fuhr mit seinem Lastauto einen Berg hinauf und wollte, iriirt den Wagen zu bremsen, einen Stein unter die Räder legen. Dabei kqm der Wagen -ins Rutschen und überfuhr den Mann so unglücklich, daß er schwerverletzt in das Hanauer Landkrankenhaus gebracht werden mußte, wo er bald darauf seinen schweren inneren Verletzungen erlag. )( Ortenberg. 22. Juni. Am SamStag £ fand bei zahlreicher Beteiligung die H e u g r a s - v Versteigerung der ftädtischenWiesen £ statt. Für den Morgen wurden in geringen b Lagen 3—10 Mark, in mittleren Lagen 10—20 c Mark geboten Zurzeit wird eifrig an dem n neuen Po stamtsgebäude gearbeitet. Die u Maurerarbeiten werden von dem Daugeschäft e Karl Hofmann ausgeführt; sie sind bereits bis -- zum Grundstock gediehen. Die Pläne wurden vom fl Hochbauamt Büdingen entworfen. Außer dem c modern eingerichteten Postamt wird das Haus t zwei Wohnungen für Postbeamte und in seinem L linken Flügel zwei Dreizimmerwohnungen und t eine kleinere Wohnung im Dachstock enthalten, r Die Mittel zum Bau werden teils von der Reichspost bzw. dem Hessischen Staat der Ge- t meinde geliehen, teils werden sie von der Ge- s- meinde durch Anleihe aufgebracht. X Aus dem Riddertal, 22. Juni. - In den vergangenen Jahren war das Heu- ' gras an Johanni zum größten Teil bereits ' gemäht, in diesem Jahr wird man infolge des j schlechten WetterS zu der Väter und Großväter 1 Sitte zurückkehren, mit dem Schnitt erst um Johanni zu beginnen. An vereinzelten Stellen hat man freilich bereits ange- sangen, hoffentlich hält das inzwischen einge- treiene bessere Wetter endlich an, sodaß die Ar« ' beiten rasch vonstattcn gehen können. Die Heuernte kann unter günstigen Umständen eine < gute Mittelernte geben. Sehr günstig ; stehen die Getreideäcker mit Ausnahme ■ des Weizens, der vom Rost befallen ist. Die Obsternte dürfte in vielen Gemeinden in diesem ‘ Jahr eine völlige Mißernte geben, und zwar gilt dies sowohl für Stein- wie für Kern- ‘ obst. Rur hier und da bringen Kirschen und Dirnen, dagegen sehr selten einzelne Apfelbäume einen Ertrag. Sehr schlecht ist auch der , Stand vieler Gärten: die Schnecken und son- : fügen Schädlinge haben stellenweise großen Schaden angerichtet, manche Gartenbesitzer können, ( obwohl sie zwei- bis dreimal Bohnen gelegt haben, an eine Ernte nicht denken. Kreis Schotten. 10. S cho t t en, 22. Juni. Ab 16. Juni fahrt, 1 wie schon berichtet, das ällrich st einer Post- auto. das seither nur zwei Fahrten in den Vormittagsstunden ausführte, abends nochmals nach Schotten und zurück. Es wird allgemein bedauert, daß der Wagen erst nach 8 Tlhr hier ankvmmt, da um diese Zeit ferne Möglichkeit mehr besteht, mit der Dahn weiterzureisen. Käme das Auto zwischen 5 und 6 Ahr nachmittags hier an, so könnte man um 5,44 mit der Dahn nach Ridda fahren und hier noch Anschlüsse nach den verschiedensten Richtungen erreichen. Für mtt dem Fünfuhrzug von auswärts Kommende bestünde die Möglichkeit, mit dem gegen 6 nach Tllrichstein zurückkehrenden Auto in den frühen Abendstunden in den Vogelsberg zu kommen. Man will versuchen, eine entsprechende Aenderung des Autofahrplans herbeizuführen. ld. Aus dem Vogelsberg, 22. Juni. Als in der Rachkriegszeit infolge der Er- nährungsschwiengkeiten der Landhungerder Siedler kaum zu befriedigen war, muhte im Vogelsberge, wo Ackerland zur Verteilung nicht vorhanden war, Wald geschlagen werden. Es war nicht immer möglich, nahe bei den Ortschaften liegendes, völlig ebenes und zur landwirtschaftlichen Ausnutzung g«t geeignetes Land zur Verfügung zu stellen. Trotzdem ist in den meisten Fällen das Land gerodet worden — das beim Roden gewonnene Stockholz machte die mühsame Arbeit bezahlt —, und heute kann sich das Dauernherz an dem prachtvollen Stand der Körner- und Hackfrüchte auf Siedlungsstücken erfreuen. Aber gar zu oft finden sich zwischen den tadellos bebauten Aeckern einzelne Streifen, auf denen noch keine Rodhacke Kulturarbeit leistete. Aus üppig wucherndem iln= kraut ragen gebleichte Baumstümpfe anklagend zum Himmel. Es wäre nun Zeit, säum ige Siedler entweder zur Abgabe oder zum Roden des Eiedlungslandes zu veranlassen, denn Deutschland kann kein Fleckchen ausnutzungs- fahigen Bodens brach liegen lassen. Die Forst- behörde mühte versuchen, durch Umtausch die Stücke säumiger und siedlungsmüder Inhaber von Waldboden, sofern sich nicht andere Liebhaber falben, an die Waldränder zu verlegen und zur Wiederaufforstung zu schreiten, um das Land wieder Werte erzeugend arbeiten zu lassen. Immer mehr drängt sich dem einsichtsvollen Landbewohner die Lieberzeugung auf, daß die Bebauung von Siedlungsland, wenn es sich um Siedler ohne Zugvieh und Stalldünger handelt, nicht mehr lohnend ist und eine Wiederbewal- düng ungenügend oder gar nicht ausgenützten ehemaligen Waldbodens im Interesse unserer Vollswirtfchaft mit größter Beschleunigung durch- gesührt werden mühte. — Da die Heuernte vor der Türe steht, schritt man in den letzten Tagen trotz etwas zu kühlen Wetters vielerorts zur Schafwäsche und Schafschur. Für Wolle besteht kaum Rachsrage, denn die Zeiten sind vorüber, in denen man sich um die Wolle rih. Der Lleberschuh über den Eigenbedarf wird von den Schafzüchtern nicht mehr, wie früher, am Platze abgeseht werden können. Der geringe Woll- preis, man spricht von 1,75 bis 2 Mk., wird zur Verkleinerung, wenn nicht gar zur Abschaffung mancher Schafherden führen, denn zu solchen Preisen ist Wollerzeugung, die den Eigenbedarf überschreitet, besonders in Gemeinden, in denen das vorhandene Oedland von Rindvieh beweibet werden kann, nicht mehr lohnend. Kreis Alsfeld. Alsfeld, 22. Juni. Ein folgenschwerer Zusammenstoß ereignete sich heute Vormittag auf der Straße nach Lauterbach zwischen Alsfeld und Altenburg zwischen einem Auto und einem Motorrads ah rer. Beide Fahrzeuge stießen an einer scharfen, unübersichtlichen Kurve hinter dem Orte Altenburg zusammen. wobei der Motorradfahrer schwere Verletzungen am Kopf, an den Armen und am Knie erlitt, das Motorrad ging in Trümmer, während der Kühler des Autos stark beschädigt wurde. Der prakt. Arzt Dr. Kröck aus Alsfeld leistete dem Verletzten die erste ärztliche Hilfe. Die eingeteitete Llntersuchung wird festzustellen haben, wer die Schuld an dem Einfall trägt. —.— Alsfeld, 22. Juni. Der diesjährige Prämienmarkt wird außerordentlich reich beschickt werden. Zur Preisbewertung sind bis heute bereits angemeldet: Hessisches Fleckvieh (Simmentaler Rind) 103 Dullen, davon 64 jüngere und 34 ältere, 20 Kalbinnen und Rinder, 17 jüngere und ältere Kühe: von der Vogelsberger Rasse, die in hiesiger Gegend wenig vertreten ist, sind nur etwa 10 Tiere angemeldet. Pferde sind ebenfalls in großer Zahl angemeldet, 61 Belgier-Schlages und 40 Oldenburger Warmblut. Auch die Ziegen- brämtierung wird reichhaltig fein; außer etwa 40 Alttieren sind Mutter- und Bocklämmer in großer Anzahl angemeldet. Zur Bullen- versteigerung der Landwirtschaftskammer (Simmentaler Rasse) kommen rund 100 Tiere zum Auftrieb. Die Fohlenauktion des Landespferdezuchtvereins dürste ebenfalls die Zahl Hundert, erreichen. Die Mittel zur Prämiierung werden aufgebracht von der Stadt, von der Landwirtschaftskammer und von den Zuchtvereinen. Preußen. Kreis Wetzlar. • Wetzlar, 22. Juni. In den Tagen vom 7. bis 9. August feiert der 200 Mitglieder zählende Bienenzuchtverein Wetzlar sein 50jähriges Bestehen. Er verbindet mit dieser Jubelfeier eine große Dienenwirtschaftliche Ausstellung. Mit der Ausstellung verknüpft ist die Wanderversammlung des Kur- und Ober hessischen Bienenzuchtverbandes. ch. Dorlar, 22. Juni. Die evange - lischen Iungsrauenvereine desKrei- s e s Wetzlar feierten am Sonntag in unserem Orte unter großer Anteilnahme der hiesigen Einwohnerschaft und der umliegenden Ortschaften ihr siebentes K r e i s f e st. Unter Vorantritt der Posaunenchöre zog der stattliche Festzug am Rachmittag zu dem nahe beim Dorf gelegenen Festplah. Dort wurde die Feier mit der Begrüßung durch den Ortsgeistlichen Pfarrer H e i ö e r eröffnet. Dann hielten Pfarrer S p r o e d t (Barmen), Stadtmissionar Schmidt (Wetzlar), Pfarrer Dr. Schmidt (Reiskirchen), sowie der Präses der Iungfrauenvereine Pfarrer Koch (Lützellinden) tiefgründige Ansprachen über das Hauptthema: „In Gottes Garten". Die Begleitung der gemeinsamen Lieder hatten mehrere Posaunenchöre der Umgegend übernommen, ferner trugen die Vereinigten Jung- trauenchöre durch ihre Lieder unter Leitung ihrer Dirigentin. Frau Pfarrer Hei der (Sor- lar), wesentlich zu einem erhebenden Verlauf des Festes bei. Unsere Gemeindeglieder boten in anerkennenswerter Weise den Gästen Gelegenheit zu leiblicher Stärkung. ch. Aus dem KreiseWetzlar, 22.Juni. Die Lokalabteilung Wetzlar deS landwirtschaftlichen Vereins für Rheinpreuhen beabsichtigt, gemeinsam mit der Kreis- bauernschaft zur Hebung der Geflügelzucht aus dem Hofgut Altenberg einen Geflügelzucht tu rsus zu veranstalten, zu dem Frauen und Mädchen aus dem Kreise Wetzlar zugelassen sind. Der Lehrgang wird Anfang Juli stattfinden, die Leitung hat Geflügelzucht- inspeftor Müller (Reuß) übernommen. Es dürste eine rege Beteiligung an dem Kursus zu erwarten fein. "Hohensolms, 22. Juni. Don Mittwoch bis Samstag ooriger Woche fand im Bundesheim der Christ deutschen Jugend, Burg Hohensolms, eine Tagung über Jugend- und Laienspiel statt, die vom Ausschuß für Jugendpflege des Kreises Biedenkopf veranstaltet wurde und von über 40 Lehrern und Lehrerinnen des Kreises Biedenkopf besucht war. Die Tagung wurde durch den Landrat C o ß m a nm^Liedenkopf eröffnet. Nach weiteren Begrüßungsworten von Schulrat Eckhard- Biedenkopf und dem Burgwart Paul Kammer sprach der Bezirksjugendpfleyer Rektor Möller- Wiesbaden über „Die entwicklungspsychologischen Grundlagen für das Theaterspiel der Jugendlichen". Weitere Vorträge der Herren D a t e r - Biedenkopf, R ö s s i n g e r - Frankfurt und des Bezirksjugendpflegers Möller bezogen sich auf „Stoff und Methode des Laienspiels" und auf die „Technik des Sprechens und des Sprechchores". Einige Stunden des Bor- und des Nachmittags waren jeweils turnerischen Hebungen gewidmet, die Lehrer Schulz- Endbach leitete. Unter Leitung von Herrn Vater- Biedenkopf wurde von den Teilnehmern des Lehrgangs ein von ihm verfaßtes Laienspiel „Parzival" eingeübt und aufgeführt, um neben der Theorie auch die Praxis zu üben. Am Donnerstagabend spielten die Schülerinnen der Christdeutschen Heimoolkshochschule das Laienspiel „Gevatter Tod". — Gegenwärtig veranstaltet die „Vereinigung zur Ausbreitung des Evangeliums" zusammen mit der „Wichernvereinigung" im Bundesheim der Christdeutschen Jugend eine Studientagung über den Katholizismus. Es sprechen dabei Jugendpfarrer Philipps -Herdecke, Pfarrer Dr. Ohle n müller, Pastor Birnbaum vom Rauhen Haufe in Ham bürg. Den Schlußvortrag hält Pastor E n g e l k e, der Direktor des Rauen Hauses. OberlahnLreis. * Weilburg, 22. Juni. Das diesjährige Verb ands schieh en des Gauverbandes Hessen-Rass au des deutschen Schützenbundes findet vom 4. bis 6. Juli hier statt. Die Schützengesellschaft Weilburg trifft forgfältige Vorbereitungen für ein volles Gelingen der Veranstaltung. Kreis Usingen. !-! Cleeberg, 21. Juni. Die hiesige Gegend ist durch ihren Schwarzwildreichtum bekannt. Staatsförster R. Schneider gelang Das beste Hühneraugen-Mittel ist „Cornna"' Erhältlich in Barnimerie Lotz. Bahnhofftrahe33.k«s^8s 'Xaiser&orax macht das Wasser des täglichen Bades, der Waschungen und Abreibungen zum natürlichen Heil- und Schönheitsmittel. Durch den Zusatz von Kaiser-Borax wird das Wasier weich, reini- gungskrüftig und antiseptisch und gewinnt wundervoll belebende Wirkung auf die Hauttätigkeit Verstärkte Hautatmung und raschere Blut- zirkulation heben Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit und so ist die Körperpflege mit Kaiser- Borax bet natürlichste Weg zu Gesundheit und Schönheit. — . . 6 Kaiser-Borax wird niemals lose, sondern nur in der bekannten roten Origtnal-Packung geliefert, welche für die Reinheit der Ware garantiert. — Ausführliche Gebrauchsanweisung liegt jedem Karton bei. — r Heinrich Mack Nachf., Ulm a. D. Der dritte Schutz. Kriminalroman von Ole Stefani. 19. Fortsetzung. Nachdruck verboten. „Ihnen nach!" schrie Kramer und sprang erregt von Sitze auf. „Und wenn der Wagen draufgeht: quer über das Feld!" Da schrie das Boschhorn wieder, fünfmal stieß e» seinen Ruf in die Nacht aus. „2)05 kenne ich!" zischte Kramer durch die Zähne. „Das ist ein Warnungssignal für jemanden!" Molinski hielt sich krampfhaft fest, um nicht aus dem fauchenden, springenden Wagen herausgeschleu- dert zu werden. Sie schnitten ein großes Stück Weges ab und erreichten die Uferstraße zwanzig Meter hinter dem grauen Auto. „Sie fahren viel schneller als wir!" sagte firamer nach fünf Minuten, während deren er die Entfernung genau taxiert hatte. „Der Graue läuft Diel besser! — Achtung, ich schieße!" Er erhob den Browning. Der erste Schuß ging fehl, das Auto hatte in dem Moment unerwartet ye|d)kubert. Aber der zweite Schuß traf das linke Hinter- pebaL Das graue Auto drehte sich ftaubaufwirbelnd im Halbkreis, einen Augenblick schien ss, als würde es »mkivpen — aber schon hatte es der Chauffeur wieder in der Gewalt, amartg es zurück und fuhr weiter. Aber er konnte die Entfernung nicht mehr halten, der Wagen schwankte unsicher in Schlangenlinien hin und her. Da stoppte er ab. „Vorsichtig, Schulz!" schrie Kramer. „Gas weg! Langsam fahren! Bücken Sie sich, Molinski, jetzt werden sie anfangen zu schießen!" Aber zunächst geschah nichts dergleichen. Sie näherten sich langsam, Meter für Meter. Da flammte ein Feuer auf, unwillkürlich duckten sie sich. Aber kein Knall wurde hörbar, die Flamme erlosch und sie sahen zu ihrer Verwunderung auf der Höhe des grauen Autos den glühenden Punkt einer Zigarette. Ein paar Schritte vor dem Wagen sprangen sie mit erhobenem Revolver ab. „Hände hoch!" Der Mann auf dem Führersitz steckte die Zigarette in den Mund, dann hob er langsam beide Hände. Es war der Chauffeur Paul. Der Wagen war leer. Kramer und Schulz starrten ihn wie behext an. — „Wo ist Racoszy?" schrie der Anwalt. Das Negergesicht verzog sich in breitem Grinsen. Kramer biß sich auf die Lippen. „Die Stahlfesseln anlegen!" befahl er. Sie legten den Chauffeur zu Stübner in dessen Auto und machten sich schleunigst an die Auswechselung des linken Hinterreifens. Das dauerte ein paar Minuten. Kramer sagte: „Racoszy ist gar nicht mitge- fahren. Ich muß sehen, wo er geblieben ist. Schulz — kommen Sie mit dem Stübnerschen Wagen langsam nach, ich fahre mit dem grauen vor und suche den Weg ab." „Ich komme mit", sagte Molinski. „Meinetwegen, los!" Sie jagten in sausender Fahrt nach der Baum- gruppe gegenüber der Insel zurück. , Der Mond stand hoch am Himmel und gab starkes Licht. Kramer stoppte und suchte das Gestrüpp ab. Molinski schritt mit erhobenem Browning hinter ihm her. Sie sanden niemanden. — Inzwischen war Schulz mit den Gefangenen herangekommen. Es blieb ihnen nichts weiter übrig, als nach Bonn zurückzukehren. Kramer war mehr als einmal nahe daran, mit seinem Wagen in einem Straßengraben zu landen, so erschöpft war er, denn er hatte nahezu achtundvierzig Stunden nicht ge» schlafen. Als Molinski das merkie, bat er, ihm die Führung abnehmen zu dürfen. Kramer warf sich auf den Sitz zurück und fiel augenblicklich in einen festen, traumlosen Schlaf, aus dem er erst erwachte, als die beiden Wagen in der Morgendämmerung in Bonn hielten, um die Gefangenen abzuliefern. Eine Stunde später lag der Rechtsanwalt in voller Kleidung auf seinem Bett in der Villa Grete und schlief den Schlaf des Gerechten. VII. Um zehn Uhr morgens erwachte er, war sofort frisch und fing an, gründlich Toilette zu machen. Denn er war seit zwei Tagen nicht aus den Kleidern gekommen. Er verwandelte den Boden seines Zimmers mit der Zeit in einen kleinen See. Prustend und mit rotgeriebenem Gesicht erschien er am Fenster. Er sah im Garten Schulz an einem Tisch sitzen, her Gendarmeriewachtrneister Dietzenfchmidt stand wie ein kleiner Junge vor ihm und machte ein langes, unausgeschlafenes Gesicht. Seine Stiefel waren staubbedeckt, denn von Uexbüttel nach Godesberg hat man ein tüchtiges Stück zu laufen. „Guten Morgen!" rief Kramer herunter. „Lassen Sie mir einen dicken Kaffee machen, Schulz. Ich bin in zehn Minuten unten bei Ihnen!" — Baid saßen sie zusammen. Kramer machte sich über das Frühstück her. Mit vollen Backen kauend, sagte er: „Also los, Schulz, rapportieren Sie!" „Schön, Herr Rechtsanwalt. Also: unsere beiden neuen Bekannten sind heute früh nach Köln ins Untersuchungsgefängnis gebracht worden. Der Chauffeur heißt Paul Glawatsch, hat trotz seiner negroiden Schädelbildung Afrika nie gesehen, sondern ift zu Budweis in Böhmen geboren. Seine Papiere sind in Ordnung, er mar bis vor einem halben Jahr Taxameterchauffeur in Wien. Wie weit er in Racoszys Berhältnifse eingeweiht war, muß d>e Untersuchung ergeben. Es ist möglich, daß er verhättnissinäßig wenig unterrichtet ist, mit seiner Intelligenz scheint es nicht so viel zu fein wie mit seinen körperlichen Kräften. Der andere, der Kaufmann Stübner aus Aachen, dagegen Hai es faustdick hinter den Ohren. Wir können uns trotz allem zu der Arbeit in dieser Nacht beglückwünschen." Er sog vergnügt an seiner Zigarette. „Wollen Sie mich gefälligst nicht so auf die Folter spannen!" sagte der 'Anwalt, die Kaffeetasse am Munde. „Was ist denn los?" „Raten Sie, was wir unter den Sitzen des grauen Autos gefunden haben! .... Zwei kilo- schwere Pakete mit gefälschten englischen Einpfund- ncten!" „Dunnerkiel nochmal!" sagte Kramer und vergaß zu trinken. „Stübner, der ganz zerknirscht ist. hat alles zugegeben. Wir kennen die anderen an der Fabrika- tion beteiligten Herrschaften, sie sitzen zu dieser Stunde auf unsere Radiomeldungen hin wohl schon hinter Schloß und Riegel. Er gibt ferner an, daß Sandberg der Hauptabnehmer der Scheine war und fast ausschließlich den Vertrieb besorgte. Von der Identität Sandbergs mit Racoszy leugnen beide Gefangenen gewußt gu haben!" „Wollen mir ihnen nicht so ohne weiteres glauben. Was haben Sie in der Angelegenheit Racoszy selbst getan?" „Das Holzhaus bei Friesdorf ist besetzt und durchsucht. Natürlich hat man nichts gesunden. Racoszy kann vorn Standort des grauen Autos gegenüber Grafenwerlh wenigstens vis zur nächsten Bahnstation entweder zu Fuß oder per Boot gekommen fein. Er dürfte sich also noch nicht sehr weit aus dieser Gegend entfernt haben. Ich habe alle in Betracht kommenden Stellen benachrichtigt und das Signalement verteilt." „Wenn das -nur was nützen wollte!" seufzte Kromer. „Wer weiß, wie der Mensch heute früh schon wieder ausfieht. Nur weiter!" Schulz sagte bedächtig: „Das graue Auto jedenfalls Haden wir gekapert. — Im Gasthaus zum roten Fuchs zu Godesberg ist die ganze Obrigkeit einquartiert: Herren aus Köln und Bonn vom Gericht und ein paar Kollegen von der Kriminalpolizei. — Weiter habe ich Ihnen zu melden, daß man von Professor Oekscher bislang keine Spur aufgefunden Hai." „Erstaunlich bei einem Mann, der so ausfällig aussah und ging." „Allerdings sind darüber noch nicht alle Berichte eingelaufen. — Schließlich" — Schulz legte einen winzigen in Seidenpapier gewickelten Gegenstand auf den Tisch — „ist hier die Kugel, die den Sony wissarBrsntheim getötet hat. Der Arzt hat sie mir für Sie übergeben." Stromer schob seinen Teller zurück und nahm sie mit seltsamen Gefühlen in die Hand. Er wog sie und sagte sinnend: „Ich möchte gern das tatsächliche Gewicht feststellen. — Marie!" rief er, da sie gerade durch den Garten ging. „Haben Sie eine Fein- wage hier?" „Eine Küchenwage haben wir." „Nein, die nützt mir nichts. Eine Brieswage ober so etwas für ganz kleines Gewicht muß es schon sein." „Der Herr Kommissar ist immer zu Herrn Esser gegangen, wenn er etwas Feines wiegen wollte!" (Fortsetzung folgt.) Bin Dir beu »fflon.nte Hf benehme WHti unb q|5 N'Mer unb Sch Ms. Die Lei Mg mehr ai< °" Miin, äs** 3n Paris i Schale aufgefpt fiinber unb (Erm unb bei bem II thoben verwend seinen „Oliver artige Verbreche artige Anstolter sonders zahlreich der Bericht der itltgtftdtt, daß i Handlungen bejud verfolgen, bei bt Uagi M. Dem ^ewahvmgrM der Verbrechers sich, sie untntge werden sogar vc ilollet, erhallen ?er „Lehrling" schule in Lands Monate lang au fefforen" in die brecherhandwerk! Verbrechen wird t)at der Schuler »entweder ollei ..Arbeit" gejefjirf Mtsay seiner $ swch weiter Am des Verbrechens “'M nach fei. Mite n,°r^ *>*11 bringe"- fitantW W'lratJai' E Lzeiik *,Ar 1 sonn;; * le 3n ei"" brv einens §ie Sucke >n Dl Personen f« X”16,e,c Straffe » Gieße" Wieseck unb & L Angeklagten n)'lt einer N Mitt m uv Ärschen «JJ schwer beltW- Verurteilten der ionbetn legten bafj eine der bi unb im übriger tagung eintrnl. ß i In DHL. Fr- Whüge Deißn bitt unb ausloc eingelegt, t nabe, eine 5® wetinnen W ihr Unternehm beiterimienzahl ziehung andere Schössengericht fodbetrugi p/t Jahren «sHSbE euhs ür-JWW *••^3 uber $Juo!nV‘n' °VMcJÄ Unb ^öentoüf'Ü^ttü1, Ehrern unVfftaütl °>ucht mar Ännntn Mmahlhw s\Sss sMZ , $n?U. 91 der Her. W bes 'prechen, tfljL“* ?es > unb A’ Menschen Hebung •hrnn?ie en,Opf ®Urbt M JJW tl" °°" 'HM Dtb E1. e'ngeubt unb aus«. JeoneouÄ die Praxi-za gelten die » j)eimDoüsI)o We bat ■;®'R mu. JUt Ausbreitung bes Tvan. oet „B^emwreininutta* Ostdeutschen Jugenb eint b«r beit ftattattji,. 'ai)e' ^uaeubpfarter Phi. :er Dr. uMenmülItt, om Rauhen House in Ham °K M Not En gelte, Hauser. ahnkreis. 22. Juni. Das diesjährige :n des ©aunetban- Hau deS deutschen findet vom 4. bis 6. Juli agesckschast Weilburg triss! mgen für em dolles @t« Ung. Usingen. 21. Juni. Die hiesige De- chtvarztvildreichtum c A. Schneider gelang gen-Mittel ist .ßormm** -Lotz. VaönbolstrabeKl«^i des täglichen Bades, der bteibungtn zum natürlichen Wittel. M den W ,irb das Wasser weich, reini- ,tiseptisch und gewinnt wun' «klung aus die HauttM- itaimung und MurM )oh!bejindrn unb 2 iM- die Aoipetpstege mit Ruf“ iflt Weg zu Gesundheit^nd d niemals lose. Mdttu " roten Ctiginab$oM L"hi "R-inheil bei Sa« ÜhrlicheMmchsanwniW bei. - - ' aM, Ulm ____ Vertrieb besorgie. >aben!' w glflu- man nW» »eS tens bis ^gekommen jsuh oder r oe,t au- ÜftSw "’h “■ '75°-"- einew J ließl'-h (□jideltti' @Seir. "en hlen nein da- rie -- Ä» len " j' 1 1 rti f eil’6' »'Hel ga^ ... MinF ft llNlN^.^,11 wdlltt 0,1696 4 ft®05® folgt) rtseK'""' e# heule morgen, im Distrikt Mohrs wa Id an einer Suhle einen Keiler zur Strecke zu bringen. Maiugau. Frankfurt a. W., 22.2uni. (WSA.) Der Magistrat hat beschlossen, dem Aeubau der Alten Mainbrücke die seitherige voll-- lümliche Bezeichnung ..Alte Brücke" beizulegen. AlS (T:nU)cif)unq2taq des Reubaus ist Sonntag, der 15 August bestimmt worden. — In einer der letzten Büchte verübten Einbrecher einen Einbruch im Schumann-Theater, bei dem den Dieben mehrere wertvolle Garderobe- ftücke in die Hände sielen. — Bei einer in der letzten Rächt vorgenommenen polizeilichen Razzia wurden acht männliche und zwei weibliche Personen festgenommen, von denen polizeilich mehrere gesucht werden. Strafkammer Metzen. • Giehen, 18.3uni. Ein Milchhändler aus W i e j e ck und dessen Bruder aus R ü d d i n asst a u s e n waren wegen Mihhondlung eines Zeitungsträgers hier in der Crednerstrohe zu lSeiäng- nisftrafen von 3 und 2 Wochen verurteilt worden. 3bre Berufung, mit der sie unter 2lufbietung eines grasten Zeugenapparates ihre Freisprechung an- hrebien, wurde verworfen- die Strafe des einen 9/ngctlagten wurde aber auf 100 Mark heruntergesetzt. 3n einer Dezembernacht 1925 wurde der Nachtwächter in Ober-Erlenbach von mehreren Burschen angegriffen, mit Hufeisen beworfen und schwer beleidigt. Das Amtsgericht statte gegen die ermittelten Täler auf Geldstrafen erkannt. Zwei der Verurteilten beruhigten sich bei diesem Urteil nicht, sondern legten Berufung ein mit dem Ergebnis, doh eine der beiden Berufungen verworfen wurde und im übrigen zwecks weiterer Aufklärung Vertagung eintrat. Gerichtssaal. Line worenschwindlertn. WSA. Frankfurt a. M. 22. Juni. Die äZjährige Deistnäherin Antonie Leppig bat hier unb auswärts Wäschegeschäfte her- aingelegt. Sie erschien dort unter der Angabe, eine Fabrik zu betreiben und fünfzig Arbeiterinnen zu beschäftigen: in einem Falle war ihr Unternehmen noch gröber, die doppelte Arbeiterinnenzahl war darin tätig. Unter Einbeziehung anderer Strafen verurteilte das Droste Schöffengericht die „Fabrikantin" wegen Rück- sallbetrugeS und Unterschlagung zu l1/» wahren Gefängnis. Buntes Allerlei. Verbrecher- Schulen. In Paris ist wieder einmal eine Verbrecher- Tchule aufgespürt worden, in der zwei Frauen Kinder und Erwachsene zu Taschendieben abrichteten und bei dem Unterricht sehr wissenschaftliche Methoden verwendeten. Seit den Tagen, da Dickens seinen „Oliver Twist" schrieb und die erste derartige Verbrecherschule schilderte, haben solch eigenartige Anstalten immer bestanden. Sie sind besonders zahlreich in London, wie ein neuer eingehender Bericht der englischen Polizei zeigt. Man hat sestgestellt, dost die „Schullehrer" die Gerichtsoer- standlungen besuchen und besonders solche Prozesse verfolgen, bei denen ganz junge Menschen cmgc- klagt sind. Wenn diese bann infolge ihrer Jugend Bewährungsfrist erhalten, so machen sich die Leiter der Derbrecherschuleu an sie Heron und verpflichten sich, sie unentgeltlich zu unterrichten. Die Schüler merden sogar von ihnen mit guter Kleidung ausgestattet. erhalten reichliche Nahrung und Taschengeld. Der „Lehrling" wird bann auf einer Verbrecher schule in London oder in einer Provinzstadt drei Monate lang ausgebildet, wobei ihn mehrere „Professoren" in die einzelnen Spezialitäten des Ver- brccherhandwerks einweihen. Das erste wirkliche Verbrechen wird unter Beaufsichtigung ausgeführt. Hat der Schüler die „Prüfung" bestanden, so wird er entweder allein ober mit anberen zusammen auf „Arbeit" geschickt, gibt seinem Lehrer einen Prozentsatz seiner Beute ab unb erhält von ihm auch noch weiter Anweisungen und Aufträge. Die Art des Verbrechens, für die jeder 'Anfänger bestimmt wird, ist nach seiner Erscheinung, Bildung und feinen gesellschaftlichen Fähigkeiten ausgewählt. Junge Leute, die ein elegantes Auftreten haben unb sich gut zu benehmen missen, werden vornehm ausge- stottet und als Holeleinbrecher oder Hochstapler in Luxusbäder unb in elegante Hotels geschickt. Die ungebildeteren Schüler werben als Taschenbiebe ausgebildet. Die Londoner Polizei schätzt, dast sich gegenwärtig mehr als 300 solcher junger Diebe in London befinden, die in diesen „Hochschulen" ihren Unterricht erhallen und dort ihr „Examen" bestanden haben. Wirtschaft. Der deutsche Auhenhandel im Mai. Die Aktivität her deutschen Außenhandelsbilanz zeigt im M a i gegenüber dem Vormonat eine weitere Adsch ro'ä rfi u n g. Der Ausfuhrübeilchuh im Mai beträgt insgesamt 25 Mil- Itonen Reichsmark, im reinen Warenverkehr 27 Millionen Reichsmark gegen 56 Millionen Reiche- marf im April und 278 Millionen Reichsmark im Marz. Die reine Wareneinfuhr im Mai zeigt gegenüber dem Vormonat eine Abschwächung um 20 Millionen Reichsmark. Während die Einfuhr an Lebensrnitteln um 11,6 Millionen Reichsmark zugenommen hat, weift die Einfuhr an Rohstoffen eine Abnahme um 32,6 Millionen Reichsmark auf: ebenso ist die Fertigwareneinsuhr leicht zurückge- gangen (um 2,8 Millionen Reichsmark). Die reine Warenausfuhr zeigt im Mai gegenüber dem Vormonat einen Rückgang um 49.7 Millionen Reichsmark. Die Fertigwarenausfuhr ist gegenüber dem Vormonat um 49,4 Millionen Reichsmark zu- rürfgegangen. Die Ausfuhr an Lebensmitteln zeigt eine Abnahme um 2,8, die Ausfuhr an Rohstoffen eine Zunahme um 2,2 Millionen Reichsmark. Verschlechterung der Arbeitsmarktlage. WEN. Die Arbeitsmarktlage in Hess' e n , H e f s e n - N a f f a u und Waldeck hat, wie das Landesamt für Arbeitsvermittlung mitteilt, in der verflossenen Woche allgemein eine V e r schlechterung erfahren. In der Basalt- und Stal?fteininbuftrie des Lahngebiets sind weitere Betriebseinschränkungen und Entlassungen zu verzeichnen. In der M e t o l l i n d u st r i e schreitet die Verschlechterung der Verhältnisse weiter fort, nicht einmal Anzeichen einer kommenden Besserung sind zu bemerken. Verschiedentlich ist es auch in der chemischen Industrie zu Entlassungen ge kommen, denen nirgends nennenswerte Neueinstcl- Inngen gegenüberstehen. Der Arbeitsmorkt der Lederindustrie ist teilweise überaus ungünstig unb zeigt im übrigen keine Veränberung. Auch bie Möbelindustrie klagt über sehr schlechten Geschäftsgang unb sieht sich zu weiteren Einschränkungen gezwungen. Im Bekleidungsgewerbe hält bie ungünstige Arbeitsmarkttage un. Im Baugewerbe ist das ®e|nmtbi(b gleichfalls ungünstig. Im Ga st wirtsge werbe sind die Ero-artungen auf bas Saison-Geschäft bisher uner füllt geblieben. Den einzigen Lichtblick In biesen tioftiofen Verhältnissen bietet der „Jahrmarkt ber Eitelkeit": An guten Friseuren und perfekten Friseusen besteht onoauernb Mangel. • • Erhöhung der Saarbahn güter- t a r i f e. Die Gisenbahndlrektion des Saar» aebiets wird am 1. Juli eine lOprozentigr Erhöhung der Saarbahngütertarife in Kraft treten lassen Einschließlich der kommenden Erhöhung von 10 Proz. beträgt die Steigerung der Saar» bahngülertarife rund 40 Proz?' • Geringe Veränderung der 3n» solvenzzahlen in der dritten 3 u n i = Woche. 3m Vergleich zur Vorwoche zeigen die 3nsolvenzzahlen in der dritten Juniwoche nur geringe Veränderungen, und zwar hat sich die Zahl der eröffneten Konkurse von 208 aus 217 erhöht, während die angemeldeten Geschäftsaufsichten von 108 auf 110 gestiegen sind. Von den in der Derichtswoche betroffenen Gesellschaften haben Konkurs angemeldet: 4 Aktiengesellschaften (8), 16 G. m. b. H. (11), 2 Kommanditgesellschaften (4), 3 eingetr. Genossenschaften (2), 11 offene Handelsgesellschaften (17); Geschäftsaufsicht beantragt haben 5 G. m. b H. (7). 1 Korn.-Grs. (0), 8 offene Handelsgesellschaften (8). Einstweilige Au fhebung des anterikanischen Zollerlasses gegen deutsche Eisen- und Stahlerzeugnisse. Wie dem DHD. aus Veuyork gefabelt wird, hob das Schatzamt zeitweilig den Crlah, bis zur Festsetzung von Zuschlagszöllen die Einfuhr deutscher Eisen- und Stahlerzeugnisfe an den Zollstellen aufzuhalten, auf. Die Aufhebung erfolgte auf Grund eines deutschen Protestes, in dem angeboten wird, die Frage der angeblichen deutschen Exportprämie aufzuklären. Es bleiben zunächst die Vormalzölle bestehen. • Stahlwerke Röchling-Buderus 21.-0. in Wetzlar. Der bei einem Vortrag von 91 202 Vm. für 1925 ausgewiesene Veingewinn von 5308 Vm. soll wiederum vorgetragen werden, so dast eine Dividende nicht verteilt wird (0 Proz.). Die Verwaltung schlägt die Erhöhung des Aktienkapitals um 1 auf 3 Millionen Reichsmark vor. Berliner Börse. Berlin, 23. Juni. Die Börse eröffnete zunächst in unentschiedener Haltung. Am M o n t a n m a r k t setzten sich bie Positionslösungen fort, doch war das Angebot nirgenbs bringenb, lebiglich Bochumer er- fubren eine neue starke Abschwächung. In E l e r t r o a f t i € n , die zunächst gehalten eröffneten, setzte gleich nach Festsetzung ber ersten Kurse, ausgehend von Siemens 8- Halske, eine ft arte Haussebewegung ein. Siemens, bie 1 Prozent über dem gestrigen Kurse eröffneten, gewannen in kurzer Zeit weitere 4 Prozent, ebenso tonnten Eleklr. Lieferung 4 Prozent anziehen. Besonbers lebhaft war auch das Geschäft in Zuckeraktien. Eine lebhafte A n s w ä r t s b e w e g u n g machte sich stir Schiffahrtsaktien geltend, die bis zu 5 Prozent befestigt aus dem Verkehr hervorgingen Man verwies dabei darauf, daß diese Werte bisher im Kurse zurückgeblieben seien, ferner auf die günstige Frachtenlage. Die Spekulation nahm hierin vielfach Tauschoperationen vor. Relativ freundlich lag auch der B a n k e n m a r k t, während die sonstigen Favoriten ber letzten Tage vernachlässigt blieben. Farben aftien eröffneten etwas über dem gestrigen Nachbörsenkurse, doch hat das Geschäft hierin stark nachgelassen. Der (9 e 1 b m a r 11 ist noch leicht, doch machen sich gewisse Anzeichen des kommenden Ultimos bemerkbar. Lateinische Valuten waren gegen gestern wenig verändert. Paris gegen London 172, Brüssel gegen London 171. Mailand gegen London 135. Madrid gegen London etwas schwächer mit 30. Mark und Pfund unverändert. Dorfen k»rle. ftrantfurt a.M. Berlin Schl»!;. I-Uhr. *»T» *CT5 Sck>i»z. flnfauQ Nur» Äan Datum: Ä6 0 6. rr 6 *3.6 Wthcd Montan. TelluS Bergbau Homburg-Arnrrika Paket. . . Woibbeuritber Slonb . . . , Tveramische Werke flfbtn . , Zementwerk veittcOierg . . . vbtttvv Holrmann...... Anglo-Lont-Guavo v.Komische Malier -llapin . . I. Ä- ^arbcninbuftric, A.-G. (»oldschmidl.......... Holzverkohlung NntgcrSwerkc Lcheideanstalt ÄHtk ElektrizttäiZ-Gejellschast Bergmann Mamkraftwerke........ Schmkcrt . , Siemen» Jk HatSk» Ndlenverke Kleycr ..... Daimler Tlotoren. ..... Hevliaenstaedt Meaaui............. Motorenwerke Mannheim Frankfurter Hrmotoren . . , .tkonserocnfabrik Brann . . . Tetl°nnionri«>O@ ‘ Schuhfabrik Herz . . . .V. Sichel Zellstoff Waldbot Zuckerfabrik Frankenthal .. ?>ockeriabrik Wag häutet . . . 5*/, Doutiche RetchSanlekk» . <’'/» Deutsche Seid) San leibe . 87«% Deutsche r)ietchSanleihe 3•/. Deutsche RetchSanleihe . De Erarvränncnanleih« <*/, Brenf-Ische SonioU . . . <° e Hcsien........... aV/o Hessen 3% Hessen Deutsche Send. Dollar.Snl. bto- Doll -Echotr-Anirettug.') •l» Zolltürken........ 5®Ze ®o(bm«rtfaiur ... . Berliner HandelSaeieUtchast. »Lommert- und 'Vrivar-Vauk Darum, und '-taiionaldank . Deutiche Bank Deutsche BeremSdank . . . ■ lieconto Commanbi« Metallbaick........... Mttteldeuttche llreditoank. . CtllervndrJdie ([«bttanflaU. Weftbank ■ ....... Bochumer ®db ....... BuberuS Euro Teuttch-Lurembnra...... ötelienlirchencr Bergwerk» . . Öner Bergbau *erfe «scherSleben. . . . Kaliwerk Westeregeln. . . . . Uourabütte........ . . Dbetbebarf . . . 'tiböntr Bergbau Ü.4O5 — 0.3973 0.3973 — 3.3875 0,37 0,3; — 0.30 — 0,4; — O.4S — 1.2375 —- 0.37 — 0.3X5 0.3X*'. 0.37 — 0,37 — 0.395 — O,:vr _ — — 0.35 — 94,5 — — _ — 13,6 32,4 — 53 — 170 167.9- 117,7* U5.7' IIP 117- 117* 15.1,7* 153.2* 152,2- 144.." ni,;- 143- 143.9- M —- 137.7* —- 137,5*. 136,1* 120 118.75 IIP — 110,2* _ 1 7.25 7.3 — — — 123* U8.7* 119,3* 77 » 77.5 62 — 621 IW* 127* 121* 125,5* 122* 138* 134* 137,5* 133,1* I.J9- 11«' 139.9* 136.5* 147 14.5,5 147* 145.5- 1.55.5 131,5 157 153,5* 4:1 — 44 40,25 59 — 60* 59’ 103.2- 100.5* 103.5* I0O- Lti* 133- 132,7- 130,5- 127 — 123* 128 145- 150,5* 14.1 * 149.9 140’ 146,5* 189« 116’ 47.5 — - Wl.xi 100 — _ — 72,25 71 — — — 74 _ — __ 238* 233.5* 23K* 234.5* 92 KO 87 .98 58.5 57 99 OK. 5 99,9 _ 147 147,5 — — 129.7* 129.5* 128- 129,5- 121,5 IW 121* 120,5* 95 — — 118,2* 117* 117,5* 117,2* 166,5* . 170* 163,5* 167.2' 79,75 79.5 79.2.5 79,3 73 74 73,5 74,3 22.5 — 37 — — — — — 34 — 33.5 — _ 133,75 132 — to — 84,73 —• 32 — — — 2.1 — — 153,75 61 147 148,5 147 (.1.5 59,5 *3,3 — — Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. Telegraphi^che Auszahlung. 22 9uhT 23. Ju/i. Amtliche Notieruiia Ämrliche 1 Qoticnmo Geld Brief fSelb Brief Halft.» »iotL 168.4S 168.90 168,48 1K8.9O Cuen.-ätrc« 1.694 1,698 1.6*21 1,6?3 Brss-Amw 11,77 11,81 ii,96 12,00 Christianla - 92,78 93.02 92,774 92,97 Koptnhagrn 111,29 113,81 111,57 111,31 111,59 Stockkolm . 112,89 112,.=9 112,87 10,695 15,20 HelfingforS. Italien. . . 10,56 15.11 10,60 15,15 10,5.53 15,16 London. - - -'0,414 20.466 20.413 20,4b-, Neuvork . . 1.195 4.205 4,195 4,205 VortS. . . . 11.71 11,75 11.24 11.98 Schwei, . . 81.21 81.41 Sl.zn.-. 61,405 topaiiicn . . 68,16 68.34 68.01 68,19 yavnn . . . 1.963 1.967 1,966 1,970 mio de Jcm. Wien l» D.» 0.661 0.666 0.674 0.684 O«st. QbQtft 59,33 59,47 59, .1) 59.49 Prra .... 12,417 12,457 12,42 12.47 istelzrad . . 7,435 7,455 7.43.) 7.4.K, Nndcipeft. . 5.87 5.89 5,87 5,89 Bulnoriea . 3,025 3,035 3,023 3,035 Lissabon 21.375 21.425 21,373 21.425 Dantta- - . 80,96 81.16 00,9!» 81,19 Konftrnttn. 8.237 2,247 2,24 2,23 Ribrn . 5,19 0,21 3,24 5,25 Canada. . . 4,199 4,209 1,235 4.20 1.31 Urufittan . 4.225 4,225 4.235 Vanknoten. Berlin. 22 Zuni (Selb Brier -lmenkanische Note« ..... «clkifche Noten ....... Dänische Noten ........ Engliiche Noten........ ^mn;oiiiche Noten ...... Holländische Noten ...... ktrolieiiische Noten ...... Noriueaische Noten...... Deutsch Orsterr.Lioo Äroncn Rum-inische Noten...... Schwedische Noten...... Schweiler Noten...... Svcmische Noten ...... Tschechoslowakische Noten . . llnoarischc Noten....... 4,182 12,01 >11,09 20,375 12,52 168,08 15,83 92,77 M.40 1,776 112,:;i 81.22 68.48 12,395 5,835 4.24'2 12,07 111,65 20,475 12,5« 168,94 15,41 «3,23 69.70 1.816 112,87 81.62 12,455 5,873 frankfurter Börse. Frankfurt, 23.3uni. Tendenz: Vehaup- tel. später befestigt. — Die Aktienhaufse, die icil einer Reihe von Tagen das Vörsen-- geschäft kennzeichnete, kam heute vorerst zum Stillstand. Ein empfindlicher Rückschlag war damit aber nicht verbunden, und konnte bei der Widerstandskraft des Marktes und der immer noch einlaufenden Kaufaufträge auch nicht eintreten Eine gewisse Realisotionsneigung. die sich bereltö an den Vortagen ungeachtet deo Höherbewegung vereinzelt zeigte, gewann anfangs Cinsluh auf das Aufwärtsstreben der Kurse, so dast die Akttenmärkle tnapp gehaltene Äur'c aufwiesen. 3m übrigen war die Kursbildung uneinheitlich. Das Geschäft hat an Intensität stark eingcbüstt und trug einen ruhigen Ebarak- tcr Eine Ausnahme nahmen S ch i f f a h r t s - aftien ein. die in reger Rachfrage standen und gegenüber der gestrigen Abendnotiz etwa 5 Proz. gewannen. Anregung bot hier der neue Antrag des amerikanischen Senators Fisher in der Freigabeangelegenheil im Senat, n*- durch neue Freigabehoffnungen geweckt wurden Am Montan markt halten die schweren Werte Kursabschwachunaen biS zu 3 Proz. zu verzeichnen, besonders Gelsenkirchen. Harponer. Deutsch-Lur. Phönix usw Auch Kaliwerke gingen 2 bis 4 Proz. zurück. Am Elektro- markt waren die Kurse gehalten, auch Bank- aftien wiesen bei geringem Geschält nur unwesentliche Veränderungen auf. Von Moto reu- aftien waren Daimler um I Proz. gesteigert, während Klever etwas niedriger wurden. Deutsche Erdöl verloren 1 Proz. Von 3elitt off aftien sogen Aschaffenburger 1.25 Pro. an während Zellttoff-Wcttdhos 3 Prozeni nachgaben. Zuckeraktien lagen sehr begünstigt, besonders Frankenthal konnten um 6 Prozent attziehen. Rach kurzem Verlause wurde die Stimmung allgemein wieder freundlicher. Es kam infolge gesteigerter Rachfrage nach Elektro-, Farben- unb Montanaktien zu einer merklichen (Belebung des Geschäftes und im Zusammenhang damit zu einer ueu.cn Befestigung, die aber das Ausmah der Vor tage nicht erreichte. 3. G. F a r b c n konnten auf 237 Prozent anziehen Auch Montanwerl. waren gebessert, ebenso Elektrowerl< Deutsche Anleihen waren weiter vernachlässigt bei unveränderten Kursen Von ausländischen Renten waren Türken befestigt Der Freiverkehr behielt sein festes Aussehen. Becker Stahl 21. Benz 70. Brown Boveri 96. Ufta 85. Krügershall 107, Ufa 39 Prozent. Arn Geldmarkt ist daS Angebot weiter vorherrschend. Tagesgeld 4 bis 5 Prozent. Monals- geld 5,12 bis 6,5 Prozent, je Adresse. Industrie- akzepte 5 Prozent, Privatdiskonlen 4.5 Prozent. 3m Devisen verkehr unterlag der Pari - f e r Franken starken Schwankungen. Paris hielt sich zunächst bei einer Psundvaritäi von 172,50. erholte sich aber später auf 170,50. Brüssel notierte gegen London 170, . Mailand gegen London 135,— unverändert. Frankfurter Getreidebörse. F r a n 1 f n r t a. M., 23. 3uni Es wurden notiert: Wetterauer Weizen 31,50 bis 32. Roggen (inländ.) 22 bis 22,50, Sommergerste für Brauzwecke 22 bis 24, Hafer (inländ.) 21 bis 23. Mais (gelb) 17 50 bis 17,75, Weizenmehl (inlän disches, Spezial 0) 42.75 bis 43,25, Roggenmehl 30,50 bis 31. Weizenkleie 9, Roggenlleie 11. Tendenz stetig. Berliner Produktenbörse. Berlin, 22. 3uni. Der leichte Rückschlag, der sich gestern abend nach Bekanntgabe der schwächeren amerikanischen Gelreidepreise im Berliner Produktengeschäft durchsetzte, fand bei Beginn des heutigen amtlichen Mittagverkehrs seine Fortsetzung. Weizen eröffnete etwa 50 Ps.. Roggen sogar 1 Mark unter letztem Stand. Gerste und Hafer sehr ruhig, in den Preisen aber wenig verändert. 3m Zeithandel fanden für Weizen per 3uli unb September Abschläge von je 1 Marl statt. 3n gleichem Umfange gab 3uli-Roggen nach. Späte Sichten, besonders Oktober, bis 3 Ml unter Vortag, ba aus neuer Ernte umfangreiches Angebot drückt. Es notierten per 1000 Kilo Roggen, märf., 189 bis 194; Sommergerste 19t bis 205; inländ. Gerste 180 bis 193; Hafer, mär! 197 bis 218; Mais (loko Berlin) 168 bis 170. per 100 Kilo: Weizenmehl 38 bis 40; Roggen mehl 27.75 bis 29.50: Weizenkleie 10 bis 10,10; Roggenkleie 11,35 bis 11,30; Viftoriaerbsen 36 bis 46; kleine Speiseerbsen 30 bis 34: Futter erbfen 22 bis 27; Peluschken 23,50 bis 28,50; Ackerbohnen 23 bis 25,50; Wicken 33 bis 34; Lupinen (blau) 16 bis 17,50; Lupinen (gelb) 22 bis 24; Rapskuchen 13,70 bis 14; Lein tuchen 18 bis 18,50; Trockenschnitzel 10 bis 10,30; Soya schrot 19,40 bis 19,80; Kartoffelslocken 21,30 bi- 21,80 Mark. Aus dem Amtsvcrkündignugsblatt. * Das Amtsverkündigungsblatt 91 r. 5 0 vom 22. Juni enthält: Wartezeit bei Wohnungswechsel. — Maul- und Klauenseuche in Grün berg. — Banspartonten. — Inventurausverkäufe. — Dienstnachrichten. Rundfunk-Programm des Franksurter Tenders. (Aus der »Radio-Umschau".) Donnerstag, 24. Juni. 4.30 bis 5.45 Uhr: Konzert des Hausorchefters: Neuere amerikanische Tanzmusik. — 5.45 bis 6.05 Uhr: Die Lefeftunde. 6.45 bis 7.15 Uhr: „Grund talfachen der neueren Wirtschaftsgeschichte", Vortrag von Dr. Neumark. 7.15 bis 7.45 Uhr: Italienischer Sprachunterricht. 8.15 dis 9.15 Uhr: Uebertragung von Kassel: Heiterer Bunter Abend, veranstaltet von Mitgliedern des Slaatslheaters Kassel. 9.15 bis 10.15 Uhr: Aus den Werken von Fritz Stavenhagen. Vortragender Prof. Dr. Dohsc. Anschließend: Uebertragung von Berlin: Tanzmusik der Berliner Funkkapelle. Beranlworllich für Politik i. B. Dr. Hans Thyriot. Köstlichen Schimmer w. seidenweichen Glanj . durch nuxölin-Haaru/cisser F. WOLFF c SOHN rtUXOLIN-HrtrtRU/rtSSGR Für den Büchertisch. Philosophie und Religionsgeschichte. — Kairos. Zur Geisteslage und Geisteswen- dung. Herausgegeben von Paul Tillich. Darmstadt 1926. Otto Reichl Verlag. — Inhalt: Paul Tillich, Kairos; Ideen zur Geisteslage der Gegenwart. Paul Tillich, Kairos und Logos; Eine Untersuchung zur Metaphysik des Erkennens. Wilhelm Loew, Idealität und Realität. Theodor Siegfried, Phänomenologie und Geschichte. Walter Riezler, Die Baukunst am Scheidewege. Eduard Heimann, Sozialismus und Sozialpolitik; Oekonomische und philosophische Betrachtungen über die Beziehungen zwischen ihnen. Karl Mennicke, Das sozialpädagogische Problem in der gegenwärtigen Gesellschaft. Heinrich Frick, Der katholisch-protestantische Zwiespalt als religionsgeschichtliches Urphänomen. Nikolaus Berdjajew, Die russische religiöse Idee. Christian Herrmann, Bücherschau. Kairos heißt Zeitcnfülle, entscheidende Zeit, und ist zum Symbol geworden für eine Richtung wissenschaftlicher und politisch-sozialer Arbeit, die aus der Besinnung über Sinn und Schicksal unserer Zeit und der Geschichte überhaupt heroorgegangen ist. Der Kreis größtenteils jüngerer wissenschaftlicher Arbeiter, der hinter dem Kairos-Buch steht, will eine Philosophie schaffen, die, wie sie aus der Sinn- delitung unseres geschichtlichen Augenblicks ihre Kraft schöpft, so auch gestaltend und umgestaltend auf unsere Geistes- und Gesellschaftslagc wirkt. Nicht billiger .Aktivismus nimmt hier das Wort, sondern ein durch unser historisches Schicksal erwecktes Bewußtsein darum, daß jede Zeit getragen und erschüttert wird vom Ewigen, und daß alles Erkennen und Gestalten bedeutungslos ist, in dem nicht die Erschütterung und Umwendunq der Zeit durch das Ewige zum Ausdruck kommt. Dieses ist die gemeinsame religiöse Grundlage, die sich in allen, auch den rein logischen Gedankengängen auswirkt. 310 — Entdecke dein I ch. Von Dr. W. Feilchen- feld. 146 Seiten. Preis in Leinenband 5 Mk. Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig. — Der moderne Mensch hat eine neue, ganz eigenartige Einstellung zur Welt. Er hat die Macht des Relativen erkannt. Auch unsere Ethik hat sich umgestellt. Eine neue Grundlegung ist daher notwendig, durch welche die Forderungen der Ethik, die der Mensch " der Gegenwart in sich wirksam fühlt, mit den Erkenntnissen dieser selben Gegenwart in Einklang gebracht werden. Sie wird in diesem Werke, dessen Widmung Eduard Spranger angenommen hat, in geistvoller Verbindung philosophischer und pädagogischer Betrachtung gegeben. Daneben wird aber auch ein Bildungsideal aufgestellt, das zugleich als Norm für das sittliche Handeln gedacht ist. Zu diesem Ziele leitet Verfasser, indem er einen völlig voraus- seßungslosen Menschen in die menschliche Gesellschaft hineinwachsen und die verschiedenen Stufen bis zu feiner Vollendung hin durchlaufen läßt. 340 — Das Mi t t e la l t e r. Sein Begriff und Wesen. Von Pros. Dr. A. Schmalenbach. (Wissenschaft und Bildung Nr. 226.) 157 Seiten. Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig. — Die vorliegende geistvolle Darstellung wird besonderen Anklang finden, da sie in fruchtbarster Weise historische und philosophische Betrachtung verbindet. Sie geht von der Entstehung des Begriffes des Mittelalters in Renaissance und Reformation und der Wiederentdeckung des Mittelalters in der Zeit Goethes, wie auch besonders der Romantik, aus, behandelt dann die grundlegenden und umfassendsten Bestimmungen, wodurch man seit der Zeit Goethes sowohl im all- • gemeinen Leben wie in allen geschichtlichen Wissenschaften des 19. Jahrhunderts das positive Wesen des r. Mittelalters zu erfassen versucht hat. Die Gesichts- ■ punkte, die hierbei in Frage kommen, sind einerseits * systematische, andererseits historische. Besonders , Interesse erregen die Darlegungen über den sog. „Dualismus" des Mittelalters, den Gegensatz von Leib und Seele, mit denen Schmalenbach zu den modernsten Diskussionen Wichtiges beiträgt. 330 — Religionskundl'iche Quellen- bücherei: 1. Die Christengemeinden im 1. und 2. Jahrhundert. Von Prof. D. P. Glaue. — Augustinus. Von Studienrat Dr. A. Günther. — Volks- frömmigkeit im Spätmittelalter. Von Studienrat Dr. W. Auencr. — Religiöse Lyrik der letzten Jahrzehnte. Von Studienrat Prof. W. Oppermann und Studienrat Dr. H. Liesigk. — Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig. — Die „Neligionskundliche Quellenbücherei", die aus den Quellen religiöses Leben erschließt, legt vier neue interessante Bändchen vor. „Die Christengemeinden im ersten und zweiten Jahrhundert" läßt die Verhältnisse in den Gemeinden des apostolischen und nachapostolischen Zeitalters in zeitgenössischen Zeugnissen erkennen. — Günther bringt in seinem „Augustinus" uns den Menschen nahe. Zu diesem Zwecke werden die für den Lebensgang des Kirchenvaters wichtigen Abschnitte seiner „Bekenntnisse" herangezogen und so dem Leser ein tiefer Einblick in fein Innenleben gegeben. — Alles, was als Beleg für die Frömmigkeit des deutschen Volkes in dem Jahrhundert vor der Reformation gelten kann, ist in dem Heftchen „Dolksfrömmigkeit im Spätmittelalter" aufgenommen. Die reiche Gläubigkeit der breiten Schichten der Bevölkerung, ihre Stellung zu Messe und Predigt, die Auffassung des Ablasses und der Jubiläen, die guten Werke und die Heiligenverehrung, Prozessionen und Wallfahrten, die ganze Hoffnung und Verzweiflung der Zeit kommen gut zum Ausdruck. — Etwas durchaus Eigenartiges und Neues bietet das Bändchen „Religiöse Lyrik der letzten Jahrzehnte". Nicht nur die Einteilung hat ein ganz besonderes Gepräge, sondern es ist auch eine ganze Anzahl von Gedichten ausgenommen, die man in bisherigen Sammlungen dieser Art nicht findet. Nicht nur unbekanntere Gedichte von allgemein bekannten Lyrikern sind Dekreten, sondern es kommen auch die modernsten religiösen Dichter wie Friedrich Gillhoff, Karl Bröger, Heinrich Lersch u. a. zu Wort. 324/327 Schöne Literatur. — Diedeutsche'NovellederGegen- w a r t. Qlitt einem Nachwort, herausgegeben von Dr. Hanns Martin Elster. 370 Seiten 8°. Deutsche Buch-Gemeinschaft G.m.b.H. Berlin (SW 61. Teltower Straße 29) 1926. — Ein köstlicher, bibliophil ausgestatteter Band, auf bestem, leichten Papier, klar, schön und wohlangeordnet gedruckt: die deutsche Novelle der Gegenwart. Ein Querschnitt (um em viel mißhandeltes Wort zu brauchen) durch das literarische Schaffen auf diesem so besonderen Gebiet erzählender Form, die sich gerade in unseren Tagen wieder zu erlesenster Blute zu entfalten scheint, da man sich auf die fotoar nicht eben alte, aber überaus erlauchte Tradition des verflossenen Jahrhunderts, seit Goethes Tagen, zu besinnen beginnt. Was in dem Bande vereinigt ist — dieis vorweg —, ist lauterste Qualität; es ist ein Genuß, hier zu blättern, hier sich zu vertiefen und fortführen zu lassen; schon wer, wissend und erimierungsvoll, die Namen durchläuft, die hier versammelt wurden, begreift: niemand wird enttäuscht werden, jeder wird etwas finden für eine stille Stunde. Zum mindesten, was hier zusammengebracht wurde, ist ein wesenswichtiger Teil_ der zeitgenössischen Literatur. Ihr Bild würde, ohne diese Barnen, verblassen: Hesse und Huch, Schaefer und Wassermann, Ponten und Zweig, Schaeffer und Frank und Klabund, um nur einige zu nennen. Aber das Buch will auch mehr sein, als nur Anthologie; es will als Spiegel einer Entwicklung begriffen werden, will eine literarische Linie verfolgen, dem Werden einer Form, einer Gattung beispielhaft nachspüren. Dies sagt das Aachwort, mit dem Elster seinen Band beschließt. „Nicht Zufall . . . sondern bewußter Plan und klarer Wille" schufen das Ganze. Hierin ist der Sinn des Buches und die Aotwendigkeit persönlichster Auswahl und Zusammenstellung deutlich gekennzeichnet. Es sollte deshalb eigentlich nicht darum gerechtet werden, ob dieser oder jener fehle, ob der eine oder andere hätte fallen können, ob die abermalige (vielleicht noch peinlichere) Auswahl aus dem Werk des Einzelnen als gut und wesenvoll zu gelten habe. Freilich aber: die kategorische Qlamengebung des Ganzen scheint -uns auch soviel Verpflichtung und Verantwortung in sich zu schließen (zu der sich übrigens das Aach- wort gleich eingangs ausdrücklich bekennt), daß dieser eine Einwand schwer zu unterdrücken ist, — es soll der einzige sein gegen dies vortreffliche, wertschwere Buch —: unter denen au,s den 70er Jahren, den Vertretern der älteren Generation, auf der die jüngere und jüngste weiterbauend steht, fehlt einer, der hier nicht fehlen durfte: Thomas Mann; «um seiner selbst und um derer willen, die nach ihm kamen. Ihn vermißt man. Sonst aber: diesem Buche wünscht man aus freudigem Herzen, es möchte in recht viele Hände kommen, in die Hände derer besonders, die da glauben, snobistisch und kunstmüde, mit einem Achselzucken am geistigen Schaffen der Lebenden vorübergehen zu dürfen. 231 — „Spanische Wanderungen" nennt Hans Aoselieb einen Reisebericht, der mehr ist, als der Titel verheißt. Roselieb schildert nicht das Aeuhere, was jeder sieht, der offenen Auges ein fremdes Land durchstreift. Er^ geht den historischen und geographischen Gründern nach, er fragt, warum ist das so, was man als Besonderes empfindet. Da der Verfasser das Rüstzeug mitbrachte, diese Frage auch zu beantworten, entstand ein Buch tiefer Erkenntnis spanischen Werdens. Der Berliner Historiker Hans F. Helmolt stellte dem reichillustrierten Buch eine fesselnde Einleitung voran. Der wachsenden Gemeinde der Deutschen Buchgemeinschaft G. m. b. H. in Berlin SW 61 wird es eine willkommene Gabe sein. 226 — Otto Soyka: „Ueberwinde r". Engelhorns Romanbibliothek (Stuttgart), Band 996. — Für eine gewisse Kühle des Gefühls, die man in den Werken von Otto Soyka wohl hat feststellen wollen, entschädigt dieser Schriftsteller durch seine reiche Phantasie; seine mit sozusagen mathematischer Präzision konstruierten Erzählungen spannen und unterhalten den Geist wie etwa ein Schauspiel. Auch diese um den Grundgedanken der Ueberwindung des Schicksals kreisenden Novellen haben den unheimlichen, gleichermaßen unterirdischen Spannungszauber, der sie zu einer seltsam fesselnden Lektüre macht. 319 — Sie künstliche Herstellung des Goldes war nicht nur vor 200 Jahren der Traum der Wissenschaftler, Abenteurer und Behüter leerer Staatskassen, sondern erregt auch heute noch die Gemüter der Menschen. Es ist deshalb nicht erstaunlich, daß selbst Könige von der Bedeutung Augusts des Starken auf die Verführungskünste von Schwindlern hereinfielen, die von sich aussagten, im Besitze überirdischer Kräfte zu sein, um Gold künstlich Herstellen zu können. Ein solcher war Ioh. Fr. Böttger. Er war es, der schließlich auf dem dunklen Umwege durch die rußgeschwärzte Goldmacherküche das europäische Porzellan erfand. Sein wechselvolles, abenteuerliches Leben ist in einem Büchlein Eugen Kalkschmidt „Der Goldmacher Ioh. Fr. Böttger und die Erfindung des euro- päischenPorzellans" dargestellt. 60 schöne Bilder, die die Entwicklung des Porzellans wiedergeben, begleiten den Text, der spannend geschrieben und allgemein verständlich von dem Weg, der zur Erfindung führte, spricht. DaS Büchlein erschien in Stuttgart im Verlage von Dieck & Co. 298 — Wilhelm Sunkel: „Rucksack und W a u d e r st a b" und „H ej m a t". Im Hessischen Verlag Karl Eucker in Marburg erschienen zwei Gedichtbändchen von Wilh. Sunkel: „Rucksack und Wanderstab" und „Heimat", die von Wanderfreude und Heimatliebe zeugen. Die Lust am Wandern lebt als uraltes Erbe in uns, die Liebe zur Heimat ist die Grundlage des deutschen Gemütslebens und belebt ihrerseits die Wanderfreudigkeit, die auch der an Jahren Gereiste noch auskosten kann, wenn er neben körperlicher Rüstigkeit, wie der Verfasser dieser Gedichte, einen jugendlichen Sinn bewahrt hat. Der spricht aus beiden Bändchen, zu denen jeder am frischen Hauch der Wanderlust und tiefem Heimatglück sich freuende Mensch greifen mag. 317, 318 Länder-und Völkerkunde — D i e Stammesgeschichte des Menschen. Von Dr. M. Hilzheimer. (Wissenschaft und Bildung Nr. 224. 148 Seiten mit 35 Abbildungen. Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig. — Für jeden, der die Ergebnisse der Wissenschaft nicht einfach hinnehmen, sondern den Weg verfolgen will, auf dem sie zur Aufstellung eines Stammbaumes des Menschen gelangte, ist das vorliegende Buch bestimmt. Es gibt dadurch, daß immer genau dar- gestellt wird, wie man zu dieser ober jener Ansicht gekommen ist, dem Leser Gelegenheit, sich selbst ein Urteil über Wert und Unwert der dargestellten Theorien zu bilden. Demgemäß wird in der Einleitung ausführlich gezeigt, wie aus dem Zusammenwirken von Zoologie, Anatomie, Ontogenie und Paläontologie ein menschlicher Stammbaum auf- gebaut wird. Von den Protozoen ausgehend, wird dann klargelegt, wie man zu der Annahme gekommen ist, daß die menschliche Stammeslinie eine bestimmte Reihe durchlaufen hat, andere dagegen nicht. So werden die einzelnen Stammesstufen der Urtiere, Hohltiere, Würmer, Fische, Lurche, Kriechtiere und Säugetiere geschildert und organisch auseinander abgeleitet, bis die Entwicklung schließlich über den Menschenaffen zum Menschen der Eiszeit und zum homo sapiens führt. 329 Eine eigenartige „Lesewoche" hat Friedrich Wol- tus in einer Sammlung „Der Deutsche" zusammengestellt, von der bisher bei Ferdinand Hirt im Breslau drei Bändchen erschienen sind. Die beiden ersten behandeln „DasBildderAntike bei d e n D e u t s ch e n" in dem Steuerungen deutscher Dichter, Philosophen und Schriftsteller über die Antike als Ganzes, aber auch über einzelne Phasen antiker Geschichte und Kultur zusammenaetragen wurde, fast verschollene Zeugnisse werden herangeholt, um ein erstaunlich vielseitiges Bild von den deutsch-antiken Reflexbewegungen zu zeigen. Ein drittes Bändchen „Licht in Vorzeit und Mittelalter" gibt das gleiche in außerordentlich anregender Weise für die deutsche Geschichte. Manches wirkt hier besonders durch die Loslösung aus dem Zusammenhang abrupt, anderes durch die Befreiung vom begleitenden, veralteten Ballast, wieder ungeheuer lebensvoll. Das Unternehmen ist jedenfalls ein interessanter Versuch, ältere Geschichtsschreibung wieder fruchtbar zu machen. 257 — Ein tragisches Forscherleben hatte sich allzu früh erfüllt, als „anno 1746, den 14. November" der unermüdliche, bescheidene deutsche Gelehrte Georg Wilhelm Steller in Tjumen „unter den Händen der beiden Chirurgorum Lau und Schäfer" seinen Geist aufgab. Was hatte dieser Mann geleistet? Nur wenige wissen, wie eng sein Name mit dem Erfolg der zweiten Beringschen Expedition verknüpft ist, die Peter der Große verschwenderisch ausrüstete. 1733 brach die „Große Expedition" unter Führung des Kapitänkommandeurs Bering auf, um „die nordwestliche Durchfahrt" sowie den Zusammenhang der alten mit der neuen Welt zu erforschen. Durch Sibirien ging es nach der Halbinsel Kamtschatka und über die Silenten nach dem amerikanischen Kontinent. Der Name des Dänen ist durch die Beringstraße für immer in das Gedächtnis der Menschheit eingegraben, um so mehr verdienen der Deutsche G. W. Steller und seine Forschungen der langen Vergessenheit entrissen zu werden. Darum ist die Neuausgabe seines frischen, humorvollen, lebenswarmen Berichts „Von Kamtschatka nach Amerika" zu begrüßen; Dr. Heydrich hat sie im Rahmen der bekannten Brockhaus-Sammlung „Alte Reisen und Abenteuer" soeben besorgt. 320 — Unter den Heroen der Afrikaforschung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts befindet sich auch ein schlichter Deutscher, dessen bahnbrechende Leistungen heute fast vergessen sind. So ist es ein Verdienst ter bei Brockhaus erscheinenden Sammlung „Reisen und Abenteuer", daß das Lebenswerk dieses Mannes als Ba..d 34 jetzt unter dem Titel: Wilhelm Junker, Bei meinen Freunden, den Menschenfressern, weiteren Kreisen zugänglich gemacht wird. Zwölf Jahre seines Lebens hat Junker seinen Forschungen im dunklen Erdteil gewidmet und davei halb ober ganz unbekannte Gebiete kannibalischer Negervölker in abenteuerlichen Fahrten durchwandert und erforscht. Reich war feine Ausbeute an geographischen und ethnographischen Ergebnissen. Junker ist für unsere Zeit ein glänzendes Vorbild, als Naturforscher und als ein Mann, der sein Alles einsetzt, nur um wissenschaftliche Erkenntnis zu fördern. Beigefügt sind dem Band eins Reihe guter Bilder und eine Uebersichtskarte, die die Reisewege Junkers auf seinen drei Expeditionen zeigt. Das Buch eignet sich auch als Lektüre für die Heranwachsende Jugend. 321 — In der Bücherreihe „Deutsche Stadt — Deutsches Land", die der Schriftsteller Erich Köhrer seit einigen Jahren herausgibt (in der Deutschen Verlagsaktiengesellschast, Berlin W. 9). erscheint soeben als zwölfter Band das Werk „DasLandWürttemberg(mitHohen- z o l l e r n)". älnterstüht durch das Würtcem- bergische Landesamt für Denkmalspflege, hat der Herausgeber in dem Werk eine Reihe der besten und sachkundigsten Persönlichkeiten des Schwaben- landes zueinandergesellt, die in etwa vierzig Aufsätzen ein umfassendes Gesamtbild dieses Landes in geschichtlicher, kultureller, landschaftlicher und wirtschaftlicher Beziehung geben, Aur die wichtigsten Beiträge seien hervorgehoben. Die Beziehungen zwischen Württemberg und dem Reich behandelt Archivdirektor Dr. Schneider, das geistige Leben im Lande Regierungsrat Dr. Hefele. Das württembergische Volk schildert einer der besten Kenner, August Lämmle, die württembergische Landschaft Prof. Dr. Schwenke!. Die württembergischen Bildungsanstalten und öffentlichen Sammlungen, die Kirchen, die Burgen und Schlösser, die Forstwirtschast, die Bodenschätze und die Heilbäder werden in knapper Form liebevoll geschildert. 316 Rechts- und Staatswissenschaften — Erich-Hans Kaden: Prioatrecht des Friedensvertrags (Verlag Ferdinand Hirt, Breslau 1925). — In der Abteilung „Rechts- und Staatswissenschaft" der „Jedermanns Bücherei" des rührigen Verlags ist ein Grundriß des Privdtrechts des Friedensvertrages erschienen. Dem Verfasser, der einen Teil seiner Studienzeit in Gießen zubrachte und auch während mehrerer Semester an der juristischen Fakultät unserer Landesuniversität assistierte, ist es in dem durch den Zweck der Bücherei bedingten Rahmen gelungen, einen ausgezeichneten Ueberblick über dieses so überaus schwierige und hochbedeutsame Gebiet zu geben, auf dem er längere Zeit unter seinem leider allzu früh verstorbenen Lehrer Josef Parisch gearbeitet hat. Kaden, jetzt Professor in Gens, schildert zunächst in einer kurz gefaßten, eindrucksvollen Einleitung das auf einseitigem Diktat beruhende Zustandekommen und die über die Regelung völkerrechtlicher Fragen weit hinausgehende Bedeutung des Friedensvertrags, der nach französischer Auffassung auch gerade in den privatrechtlichen Bestimmungen als „Instrument de victoire“ benutzt werden sollte. In einem „Allgemeinen Teil" wird zunächst ein Ueberblick über die privatrechtlichen Bestimmungen des Friedensvertrags gegeben; dann werden Wirtschaftskrieg und Kriegswirtschaft kurz und klar in ihren Auswirkungen in den einzelnen Staaten dargelegt. Nach einem Hinweis auf die Materialien zum Friedensvertrag und auf die bei seiner Auslegung anzuwendenden Grundsätze kommt Kaden auf die Unterscheidung zwischen alten und neuen Staaten, zu denen neben Polen usw. auch Jugoslawien gehört, und auf die verwickelten Fragen der Staatsangehörigkeit natürliches und juristischer Personen zu sprechen. Die Ausgleichsämter, die Reparationskommission und die „Gemischten Schiedsgerichtshöfe" werden in ihrem Aufbau und in ihrer Zuständigkeit treffend uxnrissen. Was den reichen Inhalt des „Besonderen Teils" betrifft, so kann hier nur auf einige Punkte hingewiesen werden. Kaden beginnt mit der Regelung des Wirtschaftskriegs, wobei zunächst die Abwicklung der deutschen Maßnahmen gegen im Inland belegenes feindliches Vermögen sowie der etwaige Schadensersatzanspruch des feindlichen Ausländers gegen das Reich dargestellt wird. Im Gegensatz dazu steht die Behandlung des Deutschen gehörenden Vermögens im Ausland, wobei sich die Liquidationsbefugnis der Siegerstaaten nicht auf das deutsche Vermögen im Gebiet dieser Staaten beschränkt. Die Behandlung der Vorkriegsschuldenverhältnisse leitet zum Ausgleichsverfahren über; aus den letzten Abschnitten sei auf die Ausführungen über das gewerbliche und geistige Eigentum hingewiesen. Ein ausführliches Literaturverzeichnis ermöglicht es dem Leser, einzelnen Fragen besonders nachzugehen. In allen Teilen des Buches ist die Klarheit und Schärfe des Ausdrucks zu begrüßen. Daß der Verfasser es verstanden hat, auf geringem Raum eine so gründliche und verständliche Einfügung in die äußerst verwickelten Fragen zu geben, die das Leben des einzelnen mannigfach berühren, soll zum Schluß zusammenfassend besonders anerkannt werden. (90) C. E. — Die sozialen Klassen. Von Privatdozent Dr. G. Albrecht. (Wissenschaft und Bildung Nr. 225.) 143 Seiten. Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig. — Die vorliegende Schrift setzt sich, über dem Streit der Parteien stehend, das Ziel, die Erscheinung der sozialen Klassen in ihrer Bedeutung für das geschichtliche Geschehen zur Darstellung zu bringen. Verfasser geht von der Auffassung aus, daß nicht nur Einzelpersönlichkeiten den Ablauf der Geschichte entscheidend beeinflussen, sondern daß sie auch - abhängig sind von dem „sozialen Milieu", den Menschen und Menschengruppen, in denen sie wirken. Des weiteren untersucht er dann die Berechtigung der im kommunistischen Manifest niedergelegten Anschauung, die Geschichte allein als Klassengeschichte und Ablauf des Klassenkampses betrachtet. Zur Lösung dieser Frage aber ist volle Klarheit über Begriff und Wesen der sozialen Klassen notwendig. Sie wird auf der Grundlage unseres soziologischen Wissens in dem Hauptteil des Buches geboten. 328 — Das von dem Verlag von I. C. B. Mohr in Tübingen zur Subskription aufgelegte Werk: Handbuch der Finanzwissenschaft, in Verbindung mit zahlreichen Fachmännern des Jn- unb Auslandes herausgegeben von W. Gerloff und F. Meisel wird in schneller Folge fortgeführt. In der soeben erschienenen 10. Lieferung (Band 1, 28 bis 30) setzt der Herausgeber Professor Dr. W. Gerlofs, Frankfurt seinen Aufsatz über Steuerwirtschaftslehre fort. 292 — Klaus Forstmann: Die koloniale Zukunft der deutschen Wollwirtschaft (Heft VI der Kolonialen Volksschriften). Kolonialverlag Sachers & Kuschel, Berlin S. 42. —Wie der Titel sagt, sieht der Verfasser unsere wirtschaftliche Zukunft in der kolonialen Entfaltung und erörtert deren Rückwirkung auf das eingehendste. Interessant ist seine rein politische Stellungnahme zur Kolonialfrage. Er nennt Afrika das „europäische Kolonialland"; er fordert eine Scheidung in romanisch Nord-, englisch Ost- und einem deutschen Westafrika von Togo bis Südwest. 312 Verschiedenes. — Schröders Allgemeiner Deutscher Llniversitäts- und Hochschul- Kalendcr (31. Ausgabe) für das Sommer- halbjahr 1926. Auf Grund amtlicher Quellen herausgegeben von Otto Schröder, erschienen im Brücke-Verlag Kurt Schmersow, Kirchhain R. L. 460 Seiten Kleinoktav, kartoniert, Preis 4 Mk. — Nachdem infolge der Absatzschwierigkeiten während der Inflationszeit keine neue Ausgabe mehr erschienen war, haben sich Herausgeber und Verleger in dankenswerter Weise der Aufgabe unterzogen, das schmucke Werkchen in vollständiger Neubearbeitung wieder der Oefsentlichkeit zu übergeben. Kein Kalender im eigentlichen Sinne, sondern ein Hand- und Nachschlagebuch, bietet es eine Zusammenfassung all dessen, was es über die 56 deutschen Universitäten und Hochschulen Wissenswertes gibt. Nach einem kurzen geschichtlichen Ueberblick werden deren Aufnahmebedingungen und sonstigen wichtigen Bestimmungen bekannt gegeben. Es folgen in der Aufzählung Rektor, Senat, die akademischen Behörden und anderen Amtsstellen wie ein vollständiges Personalverzeichnis des gesamten Lehrkörpers geordnet nach Disziplinen. Ein genaues Verzeichnis der Bibliotheken, Seminare und Institute beschließt die Angaben über die einzelnen Hochschulen. Der zweite Teil des Kalenders bringt eine erschöpfende Aufstellung über das studentische Verbindungswesen, in der alle akademischen Korporationen und Vereine unter Angabe von Gründungsdatum und Farben einmal nach Hochschulstädten und einmal nach Verbänden geordnet aufgeführt werden. Als neuer Abschnitt ist im dritten Teil eine Uebersicht über den akademischen Sport und die Leibesübungen ^ingefügt. 305 — Von dem großen Subskriptionswerk des Verlages der H. Lauppschen Buchhandlung in Tübingen Handbuch derFor st Wissenschaft, das der bekannte Freiburger Forstmann Heinrich W e - b e r (früher in Gießen) in Gemeinschaft mit einer Reihe erster Fachleute in 4. Auflage herausgibt, erschienen die 16. und 17. Lieferung. In der ersteren (Band 4, 25—32) führt der Herausgeber den Abschnitt Forstpolitik weiter, in der folgenden Lieferung (Band 1, 17—24) handelt Professor Lang- Halle weiter über forstliche Standortslehre. Der Subskriptionspreis beträgt je Lieferung 4 Mk. 293 — Das Buch vom Tennis. Von Oskar Kreuzer. Bearbeitet unter Mitwirkung von Dr. R. Gros. Mit einem Geleitwort von Otto Froitzheim und einem Beitrag „Von unseres Sportes Werdegang" von Dr. Hans O. Simon. 2. Auflage. Mit 33 Abbildungen. (IX u. 181 S.) Klein 8°. Verlag von B. G. Teubner in _ Leipzig und Berlin 1926, Das Buch vom Tennis bringt alles für die Hebung des Anfängers Wissenswerte, über die Technik der verschiedenen Schläge in ihren Einzelheiten, aber ebenso für Fortgeschrittene eine Einführung in die Taktik des Einzel-, Doppel- und gemischten Doppelspiels mit allen Finessen. In der 2. Auflage ist der geschichtliche Teil um die Turnier- ergebnisse des Jahres 1925 erweitert. Ferner wurden die Spielregeln den Beschlüssen des Deutschen Tennisbundes entsprechend abgeändert und ein neuer Abschnitt über die (technische) Herstellung eines Tennisplatzes wurde hinzu- gefügt 304 V D» lohn, SdneriM SZL bis 8; fcta!JtapÜ9s9c Änfä M rnD Di- vor t>e . Pon-on.^- er"/en Der«' 2 w Denchtes Achten neutralen fit bet RE bi; SSt tu unb aus,u Macht. Der,e^ $d) mit bet <5ul Dergverksun gierung würbe ix sillig zu fufwmti tnfgcgenlomir.en schnell unb gestatten. Gesetzgebern emp .Fusion mcht 1° sondern es bem nicht eine Lebe Iahten für o wäre. In dieser _< möglicherweise no sich erwogen Wer tKeorganifat machten, bie b nalkvmmissiv An eine Aationo schon deswegen n vom Parlament N fei. In diesem 6i kommission ausges Partei brachte Antrag ein, l lehnen. Die Ai Aationalisie unb bet Wissenschc tote bet mit ihr "Ruhen für den no ftagung bet Mine Haupt beiseite gelc Grubenbesitzc han-lungstis fahrt des Landes i bet denken. Dam. Tmgbau W&. 2 Aede Hartshorns i Hätte bie "Regier recht in bet Han! deren Druck e Bill die in S>, «"Menen Empse L'LUl, bei , Mag ober Die ^eiterportei ab l'chi btt fe.' unb ben'Äi?nb griffe v/Nf Bergbau ?(r DZß ißZÄ 8utreten.-'rUn9 >°