Nr. 69 Erstes Blatt 176. Jahrgang Dienstag, 25. März 1926 Gietzenek Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Vrvtk und Verlag: vrühl'lche UniverfitätL-vllch- und öteindruckerei R. Lange in Siehen. ächnftleitung und Sefchäftrftelle: ZchlNstratze 7. Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Mouats-Vezugrpreis: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Träger- lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernfprechanschlüsse: Schriftleitung 112, Verlag und Geschäftsstelle 61. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Kronlfurtam Main 11686. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Re- klameanzeigen von 70 mm 'Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20°mehr.1 Chefredakteur: Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik , Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blnmschein; für den Anzeigenteil Hans Füstel, sämtlich in Bietzen. Die Völkerbundsdebatte im Reichstag. Reichsautzenminister Dr. Stresemann über die Politik der deutschen Delegation in Genf. Die Stellungnahme der Parteien. ■®.€ rJ * tz» 22. März. Die Diplomatenloge und die übrigen Tribünen sind schon lange vor Beginn der Sitzung stark beseht, während der Sitzungssaal sich nur langsam füllt. Die Mitglieder des Kabinetts mit dem Reichskanzler an der Spitze sind zum großen Teil erschienen. Bor Eintritt in die Tagesordnung wird auf Antrag des Abgeordneten v. Guerard (Ztr.) beschlossen, mit den auf der Tagesordnung stehenden Etats des Reichskanzlers und des Auswärtigen Amts die zu den Geuse, Vorhand- lungen vorliegenden Interpellationen zu verbinden. Bei nur mäßig besetztem Saale erstattet Abg. Dr. H o e tz s ch (Dtschntl.) den Bericht des Haushaltsausschusses über den Haushalt des Auswärtigen Amts. Dann nimmt der Reichsautzenminister Dr. Stresemann das Wort zu folgenden Ausführungen: Im Augenblick ist es meine Aufgabe, über die Genfer Borgänge zu berichten. Aus der Vorgeschichte der Genfer Verhandlungen war besonders bemerkenswert, daß der Völker- bundsrat als geschlossene Körperschaft im Februar 1925 den Wunsch aussprach, mit Deutschland im R a t zusammenzuarbeiten. Deutschland hat sich nach Hebertoin« düng mehrerer grundsätzlicher Bedenken zum Eintritt in den Völkerbund entschlossen, aber es hat sich seinerseits nicht dazu gedrängt. Zweimal ist Deutschland gerufen worden; einmal aus der Bölkerbundsversammlung 1924 heraus, das zweitemat auf Wunsch der Mächte, die den Locarnofrieden nur unter dec Bedingung des Eintritts Deutschfa<«ds »n den Völkerbund ab» schließen wollten. 'Saraud entstand die Pf licht dieser Mächte, ihrerseits alles zu tun, däß dieses Inkrafttreten der Locarnoverträge ermögliche, nachdem sie selbst die Zugehörigkeit Deutschlands zum Völkerbund als Kern der Locarnoverträge bezeichnet hatten. (Sehr richtig!) Lim so seltener war, daß kurz nach dem Ersuchen Deutschlands um Aufnahme in den Völkerbund Mitteilungen davon auftauchten, die davon sprachen, daß eine Rekonstruktion des Völkerbundsrates erfolgen solle, daß drei Mächte Ansprüche auf ständige Ratssitze erhoben, und daß angeblich Versprechungen in dieser Richtung gemacht worden wären. Der Deutsche Reichstag hat in seinem Auswärtigen Ausschuß am 19. Februar eine Cnts^»liehung dahin gefaßt, daß Deutschland entsprechend den gepflogenen internationalen Verhandlungen bei der bevorstehenden Tagung des Völkerbundes Anspruch auf einen Ratssitz ohne weitere Aenderung des Rates habe. Die Stellung der deutschen Reichsregierung ist in der bekannten Hamburger Rede des Reichskanzlers präzisiert und festgestellt worden. Man stand allgemein auf dem Standpunkt, daß die Aufnahme Deutschlands das einzige Ziel der bevorstehenden Tagung des Völkerbundes sei. Die Ansprüche Spaniens. Brasiliens und Polens sanden in diesem Augenblick starke Widerstände, am stärksten mit in der englischen öffentlichen Meinung. Die schwedische Regierung hatte der deutschen offiziell mitteilen lassen, daß sie gegen jede Vermehrung der st g n - d i g e n Sitze int Rate, die über die Zuziehung Deutschlands hinausginge, auch bann stimmen würde, wenn sie mit diesem Standpunkt allein bliebe. Die deutsche Delegation konnte daher mit dem Gefühl nach Genf reisen, daß tatsächlich die Entscheidung in der Aenderung des Rates über den deutschen Sitz hinaus negativ gefallen sei. Die deutsche Regierung hat, als andere Tendenzen bekannt wurden, auf das stärkste ihren Standpunkt bewahrt. Auf Anregung Chamberlains fand dann jene erste, vielleicht entscheidendste Sitzung der Rheinlandspaktmächte in Genf statt. Durch den Sturz Driands wurde die Situation erschwert. Aber die Auffassung cin- jelner Organe in Deutschland, daß der Sturz des Kabinetts Driand in diesem Augenblicke ein Manöver sei. (Sehr richtig! rechts), ist absolut unhaltbar. Die deutsche Delegation ließ keinen Zweifel, daß eine Vermehrung der ständigen Batssitze im Zusammenhang mit der Tagung des Völkerbunds für die Aufnahme Deutschlands die Zurückziehung des Auf - it a h m e g e s u ch e s im Gefolge haben würde. von einem früher bekannt gewordenen Anspruch Polens aus einen ständigen Ratssitz konnte um so weniger die Rede fein, als Polen nicht einmal bei einem nichtständigen Ratssitz die nötige Mehrheit im Völkerbunde hat. (Sehr wahr!) Und wenn einem anderen Staate gesagt worden ist. daß bei Eintritt einer Großmacht in den Rat auch seine Ansprüche akut werden würden, konnte sich eine derartige Wendung doch nur darauf beziehen, dah die Frage der Zusammensetzung des Rates in ihrer Gesamtheit Gegenstand der Beratungen wäre. Höchstens hätten diese anderen Mächte Deutschland ihre Ansprüche bei Bekanntwerden und Beantwortung des deutschen Rundschreibens mitte i I c n müssen. (Lebhaftes sehr richtig!) Man hat darauf hingewiesen. daß die Zahl der Völkerbundsmitglieder gewachsen und darum auch eine Vermehrung der Ratssihe wünschenswert sei. Wir haben erklärt, daß wir nicht prinzipiell solchen Wünschen ablehnend gegenüberstehen, daß aber eine Weltorganisation, die ihre Verfassung ändert, das n ich t tun könne a u f Grund dieser oder jener Versprechungen an diesen oder jenen Staat, sondern erst auf Grund sorgfältigster Prüfung der vielen grundsätzlichen Fragen, die die Zusammensetzung des Dölker- bundsrats berühren. Diese grundsätzliche Prüfung in einer Kommission müßten wir verlangen, ehe wir unser Einverständnis mit einer weiteren Vermehrung der Ratssitze erklären könnten. Man hat kritisiert, daß von deutscher Seite überhaupt die Anregung für eine solche Kommission gegeben worden ist. Der deutschnatl. Abg. Winkler hat im Preußischen Landtag uns vorgeworsen, durch den negativen Ausgang der Genfer Verhandlungen hätten wir eine Verschlechterung unserer Beziehungen zu manchen Staaten verschuldet. Eine Kritik an dem negativen Ausgang könnte nur jemand üben, der für den bedingungslosen Eintritt Deutschlands in den Völkerbund eingetreten ist. (Lebhafte Zustimmung links.) Richts liegt uns ferner, als bei unserem Widerstand gegen Brasilien etwa zum Ausdruck zu bringen, daß der Völkerbund für uns eine europäische Angelegenheit sei. Der Anspruch großer Mächte, im Völkerbund einflußreiche Stellungen einzuneh- men, wird von Deutschland am allerwenigsten bestritten werden, ob es sich um Asien, Amerika oder andere Weltteile handelt. Wir müssen aber an unserer grundsätzlichen Ablehnung einer weiteren Vermehrung der ständigen Ralssihe in dieser Tagung seslhalten, und wir sind mit diesem Slandpunkl durchgedrungen. In der zweiten Phase wurde an eine Vermehrung der nichtständigen Ratssihe gedacht. Wir haben uns auch dagegen »wenden müssen, aus denselbeii Gründen, wie denen t.'gen die ständigen Ratssihe. Was uns in dieser gostt das Recht zu Vorwürfen und zur Erregung Zeö, war der fortgesetzte Versuch, die ganze gZjbrantwortlichkeit auf die deutschen Sgwltern zu legen. Es war bekannt, daß Schweden widersprechen würde. Die Situation war also so, dah der Völkerbundsrat gar nicht in der Lage war, einen neuen nichtständigen Ratssitz zu schaffen. Cs war also das Gegebene, sich erst der Einmütigkeit im Völkerbundsrat zu versichern und c r ft dann an Deutschland heranzutreten, nicht aber den ganzen falschen Eindruck zu erwecken, als ob Deutschland der Vormund Schwedens sei. Schwedens Haltung war immer eine ganz selbständige. Den von Schweden angebotenen Verzicht konnten wir als eine befriedigende Lösung nicht anerkennen. Wir haben auch in der Frage der nichtständigen Ratssihe nichts von unserem Standpunkt aufgegeben. Cs ist ganz falsch, wenn es so dargestellt wird, als hätten wir tagelang in Genf antichambriert. Rein! Wir haben bis zur äußersten Starrheit an den Grundsätzen festgehalten, mit denen wir nach Genf gekommen sind. Wenn wir sogar das angebotene Opfer Schwedens zurückwiesen, so muß ich fragen, ob eine andere Delegation hätte mehr tun können. «Rufe rechts: Abreisen!) Die Situation war so, daß nicht Deutschland vor der Tür stand und wartete, sondern daß die an Locarno nicht beteiligten Völkerbundsmächte tagelang auf die Völkerbundsversammlung warten mußten, weil vorher die Locarnomächte mit Deutschland verhandelten. Die übrigen vertraten den Standpunkt: Der Völkerbund ist doch nicht allein der Cocarno- mächte wegen da, sondern Locarno mutz in den Völkerbund eingebaut werden. Leider kreuzte sich die Zusage der Locarnomächte an Deutschland mit Zusagen, wahrscheinlich nicht ver- sassungmähiger Organe, an andere Staaten. Heber die Schwierigkeiten, die sich Spanien wegen seiner Wünsche entgegenstellten, war dieses Land so tief gekränkt, daß es sich aus dein Völkerbund zurückziehen wollte, vorher aber erklärte es, würde es gemäß seinem Versprechen und dem von ihm gegebenen Wort für den ständigen deutschen Ratssitz stimmen. (Lebhafter Beifall.) Brasilien glaubte, eine andere Stellung einnehmen zu können. Es hat damit die Verantwortung für den Verlauf der Genfer Tagung auf sich genommen. Rach dieser Stellungnahme Brasiliens war das Hauptthema das, ob durch diesen Echec des Völkerbundes auch die Locarnopolitik einen Echec erleiden solle. England und Frankreich brachten uns gegenüber zum Ausdruck, daß. da Deutschland kein Verschulden dafür treffe, daß es jetzt dem Völkerbund noch nicht angehort, das Verhalten ihm gegenüber bezüglich der Locarnovereinbarung und der Rückwirkungen so eingerichtet werden müsse, als wenn Deutschland d e facto im Völkerbund wäre. Wir haben es für wünschenswert gehalten, auch der Oeffentlichkeit gegenüber diese Entwicklung zum Ausdruck zu bringen. Es ist richtig: die Anregung dazu ging ürfofern von uns aus, als wir fragten: Wie stehen wir nun in bezug auf Locarno? Wir freuten uns über die einmütige Auffassung der Mächte, die auf die weitere Durchführung der Locarnopolitik hinausging. Briand stellte den Antrag. Deutschland bei nächster Gelegenheit in den Völkerbund aufzunehmen, und dieser Antrag fand einmütige Zustimmung. Gegenüber der idealen Auffassung vom Völkerbund haben wir aber erlebt, daß innerhalb des Völkerbundes auch starke eigene Interessen sich gegenüber den allgemeinen Interessen geltend machen. (Aha-Rufe rechts.) Wenn aber der Völker-bund ein Ziel hat, bann mutz es das Ziel der Universalität sein. Wenn er diesem Ziele so stark näher kommen konnte, wie dies durch die Ausnahme Deutschlands geschieht, so muhte er die moralische Autorität besitzen, diesem Ziele alles andere unlerzuordnen. (Leb Haftes Sehr richtig!) Schweden und die Schwei; haben das anerkannt. (Beifall.) Bon allen, die von schuld sprachen, hat niemand die Schuld bei Deutschland gesucht. Aus der Heimat sind mehr als ein Dutzendmal Depeschen an die deutsche Delegation gekommen, die uns sagten, wir sollen a b r e i s e n. Wir haben uns aber überlegen müssen, was die S ch u l d f r a g e in dieser großen geschichtlichen Sache bedeutet und wir hätten durch unsere Abreise denjenigen neue Möglichkeiten gegeben, die eine neue Schuld bei Deutschland suchen wollten. (Lebhaftes sehr wahr links und in der Mitte.) Daß Deutschland demütig und mit einer neuen Riederlage belastet aus Genf fortgeht, ist eine Anschauung, die es mir in Deutschland gibt und nirgends sonst in der Welt. (Zustimmung.) Wenn wir, wie von verschiedenen deutschen Kreisen behauptet wird, nur das fünfte Rad am Wagen in Genf wären, bann wäre dieser Kampf im Völkerbund gar nicht entstanden. Gerade dieser Kampf hat doch gezeigt, dah es sich hier um eine Stellung Deutschlands im Völkerbund handelt, die auf der a iberen Seite jedenfalls als eine große Stärkung der Positton Deutschlands angesehen wird. Wir sind moralisch und sachlich, vom deutschen Standpunkte aus, nicht geschwächt aus der Konferenz hervorgegangen. (Beifall.) Man muß hervorheben, baß der Ausdruck „Sie- gerftaaten" viel weniger gebraucht wird als je. Die Völker haben erkannt, baß aus dem Weltkrieg niemanb glücklich hervorgegangen ist, und bah es gilt, bie gemeinsamen Interessen gemeinsam zu wahren. Wit bieser Auffassung ist logisch eine anbauembe weitere Besetzung ber 2. unb 3. Zone nicht zu vereinbaren. (Sehr richtig.) hier liegt bas große Ziel, bah wir zu verfolgen haben. Auch ba ist eine Aenberung des Denkens auf ber anberen Seite vor sich gegangen. Brianb hat auf eine Anfrage in ber Kammer erklärt, baß ich recht habe, wenn ich ben Artikel 431 bes Versailler Vertrages dahin auslege, bah, wenn Deutschlanb seine internationalen Verpflichtungen erfüllt hat, eine Verkürzung ber Besatzungsfrislen eintrelen muh. Es ist noch nicht lange her, daß wir ganz andere Worte aus der französischen Stammer gehört haben. (Abg. v. Gräfe (Völk.): Das sind ja nur Worte!) Wenn es nur Worte wären, dann wäre Köln noch heute besetzt und nicht geräumt. (Beifall links. Abg. Gräfe: Darauf hatten wir längst ein Recht.) Sie beziehen sich, Herr Gräfe, immer auf die Macht, aber auf das Recht, wenn es Ihnen in den Kram paßt. (Abg. v. Gräfe ruft: Sie machen K a r t e n s p i e l e r k u n st st ü ck e.) Dr. Stresemann schlägt erregt mit der Faust auf den Tisch und ruft dem Abg. Gräfe zu: „Ich weise diese Unverschämtheit zurück." Von der Linken kommen drohende Ruse gegen den Abg. Gräfe. Präsident Lobe ruft den Abg. Gräfe zur Ordnung und erklärt: Auch die Antwort des Ministers habe nicht der parlamentarischen Ordnung entsprochen.) Auch der Kölner Oberbürgermeister Dr. Adenauer hat gestern auf der Kölner Befreiungsfeier anerkannt, daß diese Befreiungsfeier nur möglich geworden ist durch die Politik von Locarno. Seit 1919 ist die deutsche Außenpolitik nur darauf gerichtet, die Bedrückungen Deutschlands zu vermindern, und von unerträglichen zu erträglicheren Verhältnissen zu kommen. In dieser Beziehung hat uns Locarno und hat uns auch Genf einen großen Fortschritt gebracht. Eine andere deutsche Außenpolitik ist nach der Lage Deutschlands nach dem verlorenen Kriege gar nicht möglich. Die Regierung hofft, daß sie bei dieser Politik die große Mehrheit des deutschen Volkes hinter sich haben wird. (Lebhafter Beifall. Händeklatschen in der Mitte. — Reichskanzler Dr. L n - t h e r beglückwünscht Dr. Stresemann.) Der sodann zum Worte gemeldete Abg. Dr. Dreitscheid (Soz.) hat sich im letzten Augenblick von der Rednerliste streichen lassen. Abg. Gras Westarp iDn.) Wir lehnen mit Schärfe den Optimismus ab, der den Versuch macht, das, was in Genf geschehen ist, zu beschönigen. (Zustimmung rechts.) Uns fehlt für die Auffassung des Außenministers jedes Verständnis. Mit Empörung erfüllt uns, was Deutschland in Genf zugefügt worden ist. Als eine Demütigung empfinden wir es, daß die deutschen Llnterhändler zehn Tage lang in Genf warten unb dann unverrichteter Sache wieder abziehen muhten. (Zustimmung rechts.» Der Völkerbund ist keine Glätte, an der Deutschland seine berechtigten Fordern :n vertreten und seine Wurde wahren kann. Er iit ein Instrument feindseliger Riederhaltung des Deutschen Reiches und der deutschen Ration. Wir mißbilligen das Verhalten der beiden deutschen Delegierten, die daS deutsche Ansehen in der Welt geschädigt haben. Der Ichtc Grund für die Genfer Katastrophe wurde in Locarno gelegt. Damals wurde bereits hinter dem Rücken der deutschen Delegation Polen eine Zusage gemacht. Treulos und feindselig haben die anderen Mächte an Deutschland gehandelt. Der Redner wirft der deutschen Delegation vor, daß sie sich einer Zllusions- politik hingegeben habe. Er bespricht das Vorgehen Polens und Brasiliens und erklärt, daß es zu Polens geschichtlicher Aeberlieferung gehöre, maßlose Selbstüberhebung und Feindschaft gegen deutsches Wesen zu betreiben. Rene Feiird- schaften sind gegen Deutschland entstanden. Von der Reichsregierung hören wir aber nur Worte, Worte, Worte. Von den Rückwirkungen von Locarno habe man nichts bemerkt. Trotz der Erklärung der Locarnomächte in Genf hat Deutschland vollkommene Handlungsfreiheit. Der Reichskanzler und der Reichs- auhenminister seien bei ihrem Mißerfolge nicht mehr die geeigneten Unterhändler für die kommenden Verhandlungen des Sommers. (Zustimmung rechts.) Staatsmänner, die einen solchen Zusammenbruch ihrer persönlichen Politik erlebt haben, sind für deren Fortführung nicht mehr- geeignet. (Zustimmung rechts.) Sie haben auch nicht mehr die nötige Handlungsfreiheit; ihr eigenes Gewissen sollte ihnen das sagen. Der von Luther und Stresemann empfohlene Weg in den Völkerbund hat sich erneut als falsch erwiesen. Rotwendig ist daher die Zurückziehung des deutschen Eintrittsgesuches. (Lebhafter Beifall rechts.) Abg. Kaas (g.): Der Völkerbundsgedanke hak in Genf einen Rückschlag erlitten durch die Schuld derer, die den Geist von Locarno am meisten im Munde geführt haben, die aber bei der ersten großen Gelegenheit versagt haben, wo es heißt, diesen Geist i n bie Ta t umzusetzen. (Sehr wahr.) Durch bie Grabrede, die Graf Westarp am Grabe der Genfer Konferenz hielt, klang ein Unterton der Befriedigung heraus, vor dem man dringend warnen muh. Diese Warnung ist durchaus begründet, wenn man sieht, wie Tardieu und Poincarö aus dem Genfer Mißerfolg die Hoffnung schöpfen, das; die Zeit für ihre Machtpolitik wiederkehren wird. Wir wehren uns dagegen, daß man den Genfer Mißerfolg so schnell umdeutet in ein Fiasko. Die Staatsmänner der Entente Haden den Mißerflg verschuldet. Die deutsche Politik hat sich immer vor und nach Locarno beseelt gezeigt von einer wahren Völkerverständigung. Briand unb Chamberlain sind heute im Gegensatz zu der Zeir vor Locarno der Gegenstand ständigen Mißtrauens und Zweifels. Die Grundursache des Genfer Mißerfolges ist, daß man in Locarno bereits hinter bem Rucken Deutschlands mit Polen einige Händedrücke tauschte und ihm einen Sitz im Völkerbundsrat zusagte. Diese fragwürdigen Kulissenkünste stehen im peinlichen Gegensatz zu den Beteuerungen, mit denen man sich seinerzeit auf den Geist von Locarno festlegte. Briand und vor allem Chamberlain haben sicher nur aus "Schwäche so gehandelt, aber es gibt Zeiten, in denen Schwäche und Nachgiebigkeit zur tragischen Schuld und Verantwortlichkeit werden. Dem Mißtrauensvotum der Deutschnativnalen gegen Luther und Stresemann fehlt die sachliche Begründung. vielleicht hätte die Regierung vor der Abreise nach Genf erst volle Klarheit darüber schaffen müssen, cb Polen — wie im polnischen Sejm mitgeteilt morde war — ein Ratssitz zugeteilt werden soll. (Außenminister Dr. Stresemann: 3m Sejm hat der polnische Außenminister niemals von der Zusage eines Ralssihcs gesprochen.) Wir hatten es auch für zweckmäßiger gehalten, wenn die deutsche Bereitwilligleitserklärung zum Fest- Halten an der Locarnopolitik erst in einem späteren Zeitpunkt nach Verständigung mit dein deutschen Parlament erfolgt wäre. (Außenminister Dr. Stresemann: Sie ist in dem Augenblick erfolgt, als Mello 'Franco erklärte, daß sein Entschluß unwiderruflich fei.) Wenn feierlich von den Ententevertretern versichert wurde, daß trotz des Genfer Mißerfolges die Locarnopolltik fortgeführt werde, so hoffen wir. daß Briand. der Meister des Wortes, ftch auch als Meister der Tat erweisen wird. 3m besetzten Gebiet ist von einer tatsächlichen Wirkung des Locarnopaktes noch wenig zu spüren. Rach dem vergeblichen ersten, muß der zweite Gang nach Genf durch Garantien gedeckt fein, Öre in bindender Form derartige Möglichkeiten ausschließen, wie wir fte erleben muhten. Wir können dem Grasen Westarp nicht folgen, wenn er den Rückschlag von Genf als das Fiasko des ganzen Dölkerbundsgedankens hinstellt und zu einer Machtpolitik auffordern will, die für Deutschland in feiner jetzigen Lage zu einer Katastrophenpolitik werden würde. Auf dem Wege zur Befreiung Kölns stehen die Namen Wirth,Rathenau, Marx und Stresemann. Erzberger und 2tatbcnau wurden gernnrdet. weil sie der Politik dienten, die auf ihre Fahne die Geduld anstatt der nationalen Phrase geschrieben hatten. An dieser Befreiungspolitik wollen wir festhalten, um eine bessere Zukunft zu schaffen für unser Land und unser Volk. (Beifall im Zentrum.) Abg. Frhr. v.Rhernbaben Bund Hot die überall bc- gcistert gefeierten 5)aaß-Berkow-Spiele aus Gelsen^ lirchen zu einem zweitägigen Gastspiel am 1. und >. April nach Gießen gewonnen« Näheres ist aus der hentigon Anzeige zu ersehen. ' Lustbarkeiten in der Karwoche. Das Polizeiomt teilt uns mit: Auf Grund der Verfügung des Ministeriums des Innern haben am Palmsonntag und am Karfreitag öffentliche Lustbarkeiten jeder Art (wie z. B. auch ernste Aufführungen im Theater, Vorführunaen im Lichtspielhäusern, Futzballwettspicle usw.) zu unterbleiben. An den übrigen Tagen der Karwoche einsch.iehlich des Ostersonntags sind theatralische Aufführungen und Konzerte aller Art, einschließlich der Begleitmusik bei Lichtspielen, zulässig, wenn sie ernsten, belehrenden Inhalts und der Bedeutung und Weihe dieser Tage grundsätzlich nicht genehmigt. Die für die Karwoche vorgesehenen Programme sind dem Polizeiomt zwecks Prüfung sofort, spätestens bis 25. März in doppelter Ausfertigung einzureichen. Personalien. Aus dem hessischen Schuldienst entlassen wurde der Leiter der tauf- männischen Abteilung der Fortbildungsschule zu Gießen, Diplomhandelslehver Dr. Friedrich F e l d. auf sein Rachsuchen mit "Wirkung vom 1. April 1926 ab. Wie wir hierzu hören, übersiedelt Herr Dr. Feld nach Frankfurt a. M., um sich dort vollständig seiner bisher nur nebenamtlich geleisteten Lehrtätigkeit art der Frankfurter Uni» versität zu widmen. Ueber die "Nachfolge in der Leitung des hiesigen Instituts ist noch nichts entschieden. ** 311 dem Leiche nfund auf d e m Eisenbahngleis bei Göbelnrod erfahren mir, daß die Persönlichkeit des loten im Lause des gestrigen Tages festgestellt wurde. Es handelt sich um einen 18 Jahre alten jungen Monn aus Ehringshausen (Kreis Alsfeld), der schon seit einiger Zeit Selbstmordgedanken geäußert und nun bei Göbelnrod seine Absicht in die Tat umgesetzt hat. Der Jüngling galt als ein braver, ordentlicher Gießener Kommunisten vor dem Staatsgerichtshofe zum Schutze der Republik. Sonderbericht des „Gießener Anzeigers". (Aachdrud verboten.) Leipzig, 23. März. Heute früh 9 Uhr begann vor dem 11. Senat des Staatsgerichtshofs ein umfangreicher Prozeß gegen Gießener Kommunisten. Cs handelt sich um folgende Angeklagte: Former Ludwig Krausmüller, Zementeur Ludwig Hartmann, Händler und Maurer Gregor Schneider. Fabrikarbeiter Hermann Grün. Hilfmonteur Hermann Kaiser. Kraftfahrer Wilhelm Lepper. Hilfsarbeiter Karl Doll. Schlosser Paul Bell, Schuhmacher Fritz I e s ch ke . Rcaurcrmeistcr Philipp Schmidt und Dachdecker Max Belke, sämtlich aus Gießen. Den Vorsitz führt Reichsgerichtsrat Lorenz. Beisitzer find die Aeichsgerichtsröte Schleyer und Bender, außerdem als ..Laienrichter" Oberlandesgerichtspräsident Klemm, Landgerichts- Präsident außer Dienst Schlaffner, Regierungspräsident außer Dienst Fezer. Senatspräsident Arnold, Londaerichtspräsident Kempfs und Amtsgerichtsrat Schül. Die Zeugenlifte zeigt folgende Persönlichkeiten: Weißbinder S ch a r d t, Dachdecker Bier au, Invalide Daniel Menches, Kriminalwachtmeister M a g 0 l d. Schriftsetzer Haupt, Ernst Lucius, Sohn des Professors Lucius, Siudienrat Schmidt, Althändler Heß und Karl Eller, sämtlich in Gießen, iowie den Bergmann Kraft aus Müsen und den Kaufmann W i e ß l e r aus Butzbach. Zu Sachverständigen sind berufen Feuerwerlsoberlentnant außer Dienst 2i ü r nb c r g e r aus Hannover und Medizinalrat Dr. E. Wa lger in Gießen. Den Angeklagten werden versuchter Hochverrat. Vorbereitung eines hochverräterischen Un terneh m e n s, Spreng- stofsverbrechen und Waffendiebftahl vorgeworfen. Die Anklageschrift gründet sich im w^entlichen aus die Paragraphen 81 Ziffer 2. 86, 242. 243 Ziffer 2 und 5, 47 und 73 des Strafgesetzbuchs, auf die Paragraphen 7. 9 und 10 des Republik schutzgesetzes, Paragraphen 5, 6, 7 und 11 des Gesetzes gegen den gemeingefährlichen Gebrauch und verbrecherischen Gebrauch von S p r e n g ft 0 f f e n und die Verordnung über den "Waffenbesitz. Als Verteidiger der Angeklagten haben sich angemeldet die Rechtsanwälte Dr. Frank in Frankfurt a. M.. Dr. G 0 U> stein und Dr. Sch u m i ch en in Leipzig. Die Verhandlung wird voraussichtlich vier bis fünf Tage in Anspruch nehmen. Wir werden über die Einzelheiten des Prozesses laufend berichten. Mensch, lieber die Gründe zu seiner Tat ist nichts Bestimmtes bekannt. ** Sie Annahme von Pflegekindern betrifft eine Bekanntmachung des städtischen Wohlfahrtsamtes im heutigen Anzeigenteil, auf die mir die Interessenten besonders Hinweisen. Wer sich vor Unannehmlichkeiten schützen will, der beachte die in der Beröffentlichung enthaltenen Dorschristen. "" Stadttheater-Abonnement. Die Einlösung des sechsten Abschnitts des Abonnements muß am kommenden Donnerstagnaaimittag erfolgen. Näheres in der heutigen Bekanntmachung. Q Zur Förderung des Baues von Einfamilienhäusern gewährt, wie wir hören, die Landesversicherungsanftalt Hessen im Rahmen der ihr zur Verfügung stehenden Mittel wertgeficherte Darlehen für Invalidenversicherte, die im Bezirk der Landesverficherungsanstalt wohnen und arbeiten, wenn sie selbst oder eines ihrer Familienangehörigen, mit denen sie in häuslicher Gemeinschaft leben, an Lungentuberkulose erkrankt find und Anfteckungsg^ahr besteht. Für die Sicherstellung dieser Darlehen werden Stempel und Gebühren zur Staatskasse nicht erhoben. Strafkammer Gießen. Gießen. 19. März. Am 9. Mai 1925 fuhr ein hiesiger Chauffeur mit feinem Lastkraftwagen die Bleichstraße von der Südanlage her hindurch und bog links in die Ludwigstraße ein. An der Ede beider Straßen fuhr ein die Ludwigftkahe entlang nach dem Viadukt zu fahrender Radfahrer auf das Automobil auf, kam zu Fall und wurde nicht unerheblich verletzt. Das Amtsgericht Gießen hatte den Chauffeur wegen fahrlässiger Körperverletzung zu 50 M a r k Geldstrafe verurteilt. Seine Berufung wurde verworfen. Das Gericht hielt auf Grund der Angaben einer Reihe unbeteiligter Tatzeugen für ertoiefen, daß der Chauffeur, anstatt vorschriftsmäßig in weitem Bogen links in die Ludwigstraße einzufahren, scharf an der Ede vorbei ein gebogen sei, so daß der auf der richtigen lrechten) Seite fahrende Radfahrer nicht ausweichen konnte. Im Oktober 1924 sand im Alsfelder Casino ein Doll eines dortigen Vereins statt. Rachts gegen 12.30 Uhr versuchten einige junge Leute mit ungültigen Korten in die Fe st räume zu gelangen. Der diensttuende Polizeibeamte, dem auch wegen der städtischen Billetsteuer die Kontrolle der Eintrittskarten oblag, verwies sie aus den Räumen und entfernte einen von ihnen, als dieser sich zu gehen weigerte, mit Gewalt. Dabei leistete der junge Monn dem Beamten Widerstand. Das Amtsgericht Alsfeld hatte ihn zu 40 Mark Geldstrafe verurteilt: feine Berufung wurde verworfen. Schwurgericht Gießen. Gießen, 22. März. Als erste Sache stand zur Verhandlung die Anklage gegen die Witwe Marie Billa s ch von Nieder-^lorstadt wegen Kindestötung. Den Vorsitz führte Landgerichts^ direttor Gramer, die Anklage vertrat Staatsanwalt Dr. Eckert, Verteidiger war Rechtsanwalt Iuftizrat Katz. Die Oeffentlichkeit war währ-nd der Dauer der Verhandlung ausgeschlossen. Noch dem ösfentlich verkündeten Urteil nahm das Gericht, dem Antrag des Smatsanwolis entsprechend, mildernde Umstände an, Die in der i)auptiad)e darin erblickt wurden, daß die Angeklagte unbescholten war und von ihrem Liebhaber aus keinerlei Unterstützung r. chnen durfte. Das Urteil lautet auf 2 Jahre Gefängnis. Kirche und Schule. Kirchliche Personal Nachrichten. In Den Ruhestand versetzt wurden auf ihr Rach- suchen unh unter Anerkennung ihrer langjährigen treuen Dienste die evangelische Pfarrer: Ferdinand Kaiser zu Landenhausen mit "Wirkung vom 6. "Jlpril 7>. I. ab und August Wein' berget -m Lardenbach mit Wirkung vom 15. April d. I. ab. 0 bet» M ö r < c n, 22. März. Für unsere evangelische Diaspora gemeinde ist das Jahr 1925,26 besonders bedeutsam, wurde im Juli 1925 deck Der Grundstein zu unserer c D a n » gelifchen Kapelle gelegt. Roch bevor der Winter als ein sehr gestrenger Herr einzoo und Schnee und Kälte die Bauhandwerter zum Feiern nötigte, stand der Rohbau fertig do. Gegenwärtig! wird eifrig an der Innenausstattung gearbeitet, so daß noch im Frühjahr, voraussichtlich art Himmelfahrt. Die Einweihung des schmucken Gotteshauses erfolgen kann. Die Kapelle ist in Der Hauptsache ein Werk des Gustav-Adolf- Vereins in Hessen. Der mit dem Dau seine 37. Gustav-Adolt-Kirche in unserer engeren Heimat errichtet hat. Wie wir erfahren, gibt es zur Zeit noch 16 Diasporaorte im Hessenlande, in denen Evangelische eines würdigen Gotteshauses 3 Wetzlo r, 22. März. Nachdem vor einiget. Zeit bei der hiesigen katholischen Volksschule eine neue Konrektor stelle eingerichtet worden ist, sind nunmehr auch an beit evangelischen Volksschulen gleiche Der- änDerungen in Aussicht genommen. So folt an der Schule in "Wehlor-Riedergirmes eine neue Konrektorstelle geschaffen werden, desgleichen an Der Schule auf Der Spilburg und an der Schule auf dem Schillerplatz. An der letzteren ist weiter die Einrichtung einer Rektor st eile beab sichtigt. Ueber Die Besetzung dieser Stellen sind inzwischen die Verhandlungen eingeleitet. Rundfunk-Programm des frankfurter SenderS. (Aus der «Radio-Umschau".) Mitwoch, 24. März. 3.30 bis 4 Uhr: Die Stunde Der Jugend. (Für Kinder vom 10. Jahre ab.) 4.20 bis 5.45 Uhr: Konzert des Hausorchesters: Claude Debussy. 5.45 bis 6.10 Uhr: „Die Märcheninsel Bali", Vortrag von Dr. Philipp Krämer, Darmstadt. 6.15 bis 6.45 Uhr: Funkhochschule Frankfurt: „Die Ratur und Der Mensch, Vortrag von Prof. Drevermann. 6.45 bis 7.15 Uhr: Vortragszyklus des Handwerksamtes Hanau: „Die rationelle Detriebsführung im Handwerk", Vortrag von Syndikus Dr. Bentz. 7.15 bis 7.45 Uhr. Funkhochschule Frankfurt ..Alkohol und Seelenleben", Vortrag von Privatdozent Dr. Riese. 7.45 bis 8.15 Uhr: Dchachstunde. 8.15 Uhr: „Ostpolzug". Schauspiel von Arnolt Bronnen. Prüfen Sie bitte die CIGARETTE REEMTSMA SASCHA (5 Pfg.) Indem Sie andere Fabrikate gleichzeitig rauchen. Durch Vergleich kommt der außerordentlich milde und duftige Charakter besonders zur Geltung. Ole Schwierigkeiten bei der Schaffung der Marke Sascha lagen darin, daß die notwendige Ergänzung des Reemtsma-Sortiments In einer Spezial-Cigarette für Dauerraucher bestehen mußte, die also einerseits sehr teuere milde und duftige Tabake verlangte und andererseits den gerade für Dauerraucher wichtigen niedrigen Preis ermöglichte. Die Vergleichsprüfung wird zeigen, ob der Ruf der Reemtsma A.-G. als leistungsfähigste Werkstatt für hochwertige Cigaretten berechtigt Ist und das Problem als gelöst betrachtet werden kann. Bekanntmachung. Abfallholzbcrsteigcruog. Mittwoch, den 21 Marz 1926 werden auf dem Trieb zirka 100 Haufen Abfallholz (Kirschenstämme, Knüppel und Reisig) öffentlich meistbietend versteigert. Die Zusammenkunft findet nachmittags um 2 Uhr bei der Wirtschaft „Germania" statt. Gießen, den 18. März 1926. 25758 Der Oberbürgermeister. __________I. B. Dr. Rosenberg.__________ Bekanntmachung. Mittwoch, den 24. März 1926, nachmittags 2 Uhr, versteigert der Unterzeichnete in Ettingshausen folgende Gegenstände: 2553D 2Häckselmafchinen(Handbetrieb),einen Kruvper, einen Wendepstug, 5 Kraft- häcklrlmaschinen, zwei eiserne Eggen, 1 Blasbalg, 1 Diehtranöportwagen, 1 Sämaschine, 1 Getreidemäher, zwei Kälber, 4 Grasmäher, 1 Dickwurz, mühle zwangsweise gegen Barzahlung. Die Versteigerung findet bestimmt statt. Zusammenkunft auf der Bürgermeisterei Ettingshausen. Laubach, den 18. März 1926. Banse, Gerichtsvollzieher. Düngekalk bester Qualität, billigst abzugeben. C. Rübsamen ! Gienen 01899 Telephon 1651> Mittwoch, 24. März 1926,2 Uhr, versteigere ich im ,Löwen", Aeuenweg 28: 3 Kleiderschränke, 1 Flurgarderobe, 1 Wandbücherschrank. 1 Kommode. 1 Damenschreibtisch, 1 Chaiselongue, 1 Kinderbett, 1 Tisch, 1 Schreibmasch.» 1 Vogelkäfig m. Messingständer, einen Sattel, 2 Pferdegeschirre. 1 Kinder- Klappwagen mit Verdeck, 1 Küchenschrank, 1 Kinderwagen, 2 neue Oesen und 1 gebr. Ofen, Haus- u. Küchengeräte, 2 elektr Lampen, 1 Mandoline, 2 gr. Bilder, 1 gr. und einige Heine Oelgemälde m. Goldrahmen, Romane, 1 gebr. Gasherd, Herren-, Damen-, Burschen- und Kinderschuhe von Größe 28—40, Sandalen Gröhe 41, Hausschuhe von Gr. 36- 40, Samen- Lack-, Pumps- und Spangenschuhe, 1 Sendung Kinder-, Matrosen- und blaue Herrenmützen, Zigarren, Wein- brunD, 1 Grammophon mit Platten, Damenhüte. Versteigerung bestimmt. 2644V L. Hartmetz, Auktionawr und Taxator, Reuenweg 28, Telephon 1414.' Bekanntmachung. Breun- Bei de vormitlags 9ä Ilhr, im Hangelstein statt- findenden Holzoersteigerung kommen außer den bereits bekanntgegebenen Brennholzmengen noch zum Ausgebot: 50 Fichtenderbftangen 1. Kl.» 6,26 fm 23 Hictstenderbstangen 2. Kl., 0,49 fm 90 Fichtenreisftangen 1. Kl., 1,11 fm 230 Fichtenreisftangen 2. Kl., 1,59 £m 1600 Fichtenbohnenftangen, 4,67 fm Zusammenkunft: Kreisstraße nach Daub- ringen (am Steinbruch). Gießen, 20. März 1926. 2645B Der Oberbürgermeister. I. V.: Dr. Rosenberg. odii MWizversleimiillg. r am Freitag, 26. März 1926, ^mein Wohlbehagen; denn meine Füsse bleiben trocken. Meine Schuhe sind mit Erdal Marke Rotfrosch gepflegt, z dessen hoher Ölgehalt das Leder x - durchdringt und wasserundurchlässig macht. Auch Sie schützen sich vor Unbehagen und Erkältungen, wenn Sie/ zur Sdhuhpflege verwenden \/ Erdal y//putzt die Sduihe,pflegt «Ut Ledert Gießen, den 13. März 1926 2638D Hausen, Udenhausen, den 22. März 1926. 2634D Gießen, den 22. März 1926. Die Beerdigung findet statt: Mittwoch, den 24. März, nachmittags 313 Uhr. Teppiche ♦ Brücken Betivoriagen^jFelle 2569a Stellengesuche) und an der Abendkasse. 02057 Schülermützen für sämtliche Schulen stets vorrätig PHONE |62D im Spezialgeschäft A 9, vom 19. März ist genehmigt. Die Abfuhr- vflegt werden, es fei denn, daß diese Per- tonen Kinder entgeltlich, gewerbsmäßig scheine können vom 27. März an bei den oder gewohnheitsmäßig in Pflege nehmen. Hebstellen in Empfang genommen werden. werden [2648c Rudolf Richter, Gießen Marktstraße 2T 26. Die trauernden Hinterbliebenen: Ludwig Müller nebst allen Angehörigen Wer ein Pflegekind ohne die vorgeschriebene Erlaubnis oder Anmeldung in Pflege nimmt oder nach Erlöschen oder Widerruf der Erlaubnis in Pflege behält oder wer den gemäß § 22 Abf. 1 erlaßenen Vorschriften entgegenhandelt. wird mit Geldstrafe oder mit Hast oder mit Gefängnis bis zu 3 Monaten bestraft. Gießen, den 19. März 1926. Ablauf der Zahlungsfrist 10. April 1926. Ueberweisung und Beginn der Abfuhr Montag, 29. März, vormittags 9 Uhr. Die Geburt eines kräftigen Stammhalters zeigen an Bekanntmachung. Bctr.: Annahme von Pflegekindern. Verschiedene Dorkommniffe in der letzten Zeit veranlassen mich, die Vorschriften des Reichsjugendwohlfahrtsgesetzes, betreffs Annahme von Pflege- lindern, nachstehend bekannt zu geben. Wer ein Pflegekind aufnimmt, bedarf dazu der vorherigen Erlaubnis desJugend- amtes. 3n dringenden Fällen ist die nachträgliche Erlaubnis unverzüglich zu bewirken. Wer mit einem solchen Kinde in den Bezirk eines Jugendamtes zuzieht, bat die Erlaubnis zur Fortsetzung der Pflege unverzüglich einzuholen. , Steht von vornherein fest, daß ein Kind unentgeltlich oder nicht gewerbsmäßig in vorübergehende Bewahrung genommen wird, so genügt die Anmeldung bei dem Jugendamt. Die Bestimmungen dieses Abschnittes Jinöen keine Anwendung, wenn eheliche Kinder bei Verwandten oder Verschwägerten bis zum dritten Grade ver- Die Beerdigung findet Donnerstag, 25. März 1926, nachmittags 3 Uhr. von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. 02062 Vorbestellungen sofort entgegen genommen, ebenso auch für Gründonnerstag. Hamburger Fischhandlung 21. 8och DoiDfolger Scbulstrahe 10. Tel. 1612. Dr. H. Wilhelmi und Frau Ria geb. Poppe *1 G» Mittwoch früh 9 Ubr erste Sendung eintreffenb ff. Gabliau ohne Kopf tm ganzen Kisch, das Pfd. SO Pf. im Ausschnitt.....Pfund 85Pf. Pa. Seelachs ohne Kopf feinste Nordseeware im ganzen Fisch, Pfund 35 Pf. im Ausschnitt. . Pfund 40 Pf. Schellfisch ohne Kops 3-.wfttndig......Pfund 70 Pf. Kletue Schellfische zum Backen Ptund ................ 40 Ps ff. Bratfi,'che, das Pfund 35 Pf. 3 pfutib. ...........Mk. 1.00 Grüne Hermge, Pfund 25 Pf. Frische FischkotelettS Pfund.........40 und 45 Pf. Stadttheater MittwochS4.März 24.MlkkwOly-AV.Vrsk. von 71/. bis 9*/a Uhr Zum letzten Male Bas gMende Einmaleins. (EinSommertagS- träum.) Lustspiel in 8 Hand« tonaett von Phtttp», Tapeten ha us Otto Täuber! Selters weg 70 WnesllA vniytlgallen vriina SannrlenlsSWe Alle Sorten Inanen Vavagelen. 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Dorgezeigt werden Scheiter und Knüppel nur im Distrikt Schlemper- Wald, Weißedriesch und Reichholzberg Zusammenkunft: Kreuzung Weiße- brreschschneise und Reichholzbergschneise n,, Samstag den 27. März, vormittags 9 U Ahr beginnend, aus den Forstorten Reichholzberg 22a, Weißedriesch 13a und verschiedenen Abteilungen der Forstorte Fliegenstall, Hardwiese u. Judenwäldchen: Scheiter, Rm.: 10,4 Buchen 1. Kl, 2,6 Eichen, 12,8 Kiefern, 17,1 Fichten 2. Kl.: Knüppel, Rm.: 75,9 Buchen 1. Kl., 17,1 Hainbuchen, 31,4 Eichen 1,8 Ahorn, 4,7 Kiefern, 12 Lärchen, 18 7 Fichten: Stammreisig, Rm.: 87,5 Buchen 120 Hainbuchen, 63 Eichen, 40 Weymouthskiefern, 55 Lärchen, 75 Fichten- Astreisig, Rm.: 12 Buchen, 35 Hainbuchen, 36 Eichen, lOKiefern, 184,5Fichten ■ Stocke, Rm.: 2,8Buchen, 1,6 Hainbuchen' 6.2 Eichen, 3 Kiefern, 0,5 Lärchen, 4? 1 Fichten. Dlau unterstrichenes Holz kommt nicht zum Ausgebot. Vorgezeigt werden Scheiter und Knüppel nur im Distrikt Weißedriesch 13a, und Judenwäldchen 6a, b, u. c Zusammenkunft: an der Kreisstrahe Garbenteich—Dorf-Gill in Distrikt Weiße- driesch 13a. Es wird empfohlen, das gesamte an beiden Tagen zur Versteigerung kommende Holz vorher zu besichtigen, wen nachträgliche Einwendungen wegen □Kangcr und Güte nicht angenommen SÄ* Auskunft erteilt Herr Forstwart Schäfer zu Dorf-Gill und die unterzetchnete Dienststelle. Gießen, den 22. März 1926. Der Vorstand der Markgenossenschaft Grüningen-Dorf-Gill. 2636 D Schneider, Forstrat, Vorsitzender. Jagd auf 6 Jahre in Oberhessen, au JLK n>5.— perJahr abzugeben. Aus Wunsch Teilhaberschaft an der Nachbarjagd. Schr. Angebote unt. 2642D an den Gieß. An,. Die Nutzholzversieigerung ßoeA-Wd, Wen Einladung an die Siebener Bürgend]oll! Donuerstag, den 1. April, und SamStaa, beit 3. Avril 1926, MZKlWMM 1. Tag: Paradeisfpiel und Toteutaur 2. -tag: DaöNedentinerAufcrstebungS- wiel. — Kartenvorverkauf: Challier. Ter Vorstand. J.A.: Dr. Henning. Bad Orb (Spessart). Villen: Am Kurpark (f. Erw.) und auf Bergeshöhe mit prächt. Aussicht ((.Kinder) zus.mit Villa Dalieim, Kurmittelaustalt für Licht- u. dektro-physik. Heilmethoden (früh. Geh R. Dr. W. Hufnagel) in eng.Verbindg.mit d. Heilfaktoren des Kurortes. An fr. an Dr. Viktor Hufnagel. 2476sg Heute morgen 8*/, Uhr entschlief sanft nach schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante FrauKätchenMiillergeb. leeb im 60. Lebensjahre. Ordentliches Rädchen (oder Frau) für tägl. 2 Stunden vormittags gesucht. Vor,ustellen u. 4 bis b Uhr. Näheres in der Geschlifksst. des Anz. 102045 Der' ' der am 15 April stattfindenden Gießener Pferdemarki-Loiterte besteht aus BfetO mit Win Sogen ferner lebende Gewinne, .Fahrräder, Nähmafchineu- UhrewHaus- haltungs- u. 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Näh. «« föfterntoBe 17 o | Verkäufe 7jäbriges Raffenpferd (©tute), 1,55 hoch, unter jeb. Garantie krankheitshalber zu verkaufen 102032 Steinstratze 43. Am 22. März verschied nach langem, mit Geduld ertragenem Leiden mein innigstgeliebter Gatte, unser lieber Vater, Sohn, Schwiegersohn, Bruder, Schwager, Onkel, Neffe und Pate ^arl Lamb im fast vollendeten 50. Lebensjahre. Im Namen der Hinterbliebenen: Anna Laub geb. Laub Erich Laub. Gießen (Blockstraße 7), den 23. März 1926. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 24. März, nachmittags 2 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofs aus statt. 02044 [Empfehlungen | Ans Teilzahlung! Amimntkl förderten und Damen moderne Bekleidung Jttmann KaplauSgaffe 18 eine Treppe. [02051 t Todes-Anzeige. Hierdurch die traurige Mitteilung, daß mein innigstgeliebter, herzensguter Mann, unser guter Vater, Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel Wilhelm Erb, Lokomotivführer nach kurzem und schwerem Leiden, wohl versehen mit den hl. Sterbesakramenten, im Alter von 44 Jahren verstarb. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Frau Gertrude Erb geb. Paulus und Sohn Wilhelm. I GllkNMl WljN-U. SlWsZlNIMl mit Zentralheizung und elektr. Licht fof. nU verm. Schristl. Angeb. unter 02038 an d. Gieß. Anz. erb. fyür sogleich a. verm. Mines Zimmer mit elektr. Licht und I bes. Eingang [2639D BiSmarckttr. 44 I. Zwei leere Zimmer mit sep. Eingang, geeignet für Bureau I ob. für Arzt, zu vermieten 02037 I Lndwigttr. 42 1. Verloren am Samstag goldene Nadel mit kletnemBrtllant (Platinfaffungs. Dem ehrlichen Minder roitb gute Belohnung zugesichert. Buchwald, Alice- straße 19, Gartenh. Vereine Mittwoch, Donnerstag und Freitag zu billigst. Preiseneintreffend empfiehlt 2649c Kleinhenn Vahnhofstr. 59. Telephon 66. Bestellung auf Sorpien, Sdiltien usw. für die Oster- feiertage zeitig erdetem________ Für die am nächsten Montag etmreffende Sendung Karpfen hechte Zander Schleien Salm Tel. 240 AUTO AUCH NACHTS Hansa Handelsschule J. 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Rang-Rückplatz. ............ 2 w ®in Anrecht auf Beibehaltung ihres Platzes im Winterspieljahr 1926/27 haben nur diejenigen Abonnenten, die den vollen Abonnementspreis für 1925.26 zahlen. Gießen, den 22. März 1926. 2632B Der Oberbürgermeister. I. V. Klingspor, Bekamitmachnng. Betr.: Das Landgestüt; hier: den Abgang der Landgestütsbeschäler nach den Deckorten. 2646B Nach Mitteilung der Landgestütsdirektion sind die Landgestütsbeschäler für die Deckorte Berstadt, Butzbach, Lich und Grunberg an ihren Standorten einae- troffen. Gießen, 18. März 1926. Der Oberbürgermeister. I. V.: Dr. Rosenberg. Ab 1. April können noch einige junge Mädchen an meinem Näh-Kursus in Wasche und Damen-Bekleidung teilnehmen. Gründliche Schulung und guter Sitz vom Einfachsten bis zum Elegantesten zugesichert. Unterricht täglich außer Samstag. AnnyGünthergeb.Siemon Dammstratze 3111. staatl. geprüfte Meisterin. — Wo nm? “~1 Halb. Vereinshaus Heute Dienstag 8 Uhr Das ereignisvolle Gastspiel! 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Unoergehliche Tage waren es vor nunmehr fünf Jahren, als in endlosen Zügen tausende Kinder zur Mutter Heimat fuhren, um ihr in Zeiten größter Not beizustehen. Endlos war der Jubel in den deutschen Landen, als die Abstimmungszüge durchs Land eilten und Haus-, ja turmhoch gingen die Wellen der Begeisterung, als das Ziel erreicht mar und Ellern und Geschwister, Verwandte und Bekannte, oft nach vielen Jahrzehnten ein Wiedersehen feierten. Bisher waren ähnliche Stunden im Leben eines Volkes noch nicht verzeichnet gewesen, wie sie die Tage der Abstimmung dem oberschlesischen Volke brachten. Noch nie im Zeitgeschehen waren die Glieder eines Volkes in solcher Anzahl beieinander gewesen, mit einem so hohen, heiligen Ziel wie in den Spätmärztagen des Jahres 1921. Und darum hatte auch die Heimat gerüstet zu festlichem Empfang. Zwar war der Fahnen- und Girlandenschmuck an den Häusern und in den Straßen verboten, aber dafür war es um so festlicher und feierlicher in den Häusern und in den Wohnungen. Große schwarzweißrote Flaggen vom obersten Stock bis ins, Erdgeschoß wallend In schönstem frischen Grün schmückten die Treppenflure, Willkommens-Sprüche und Schilder, Gruße und Bilder von Fahnen umrahmt, von Grünem umrankt, waren so zahlreich und so sinnig angebracht, wie sie wohl sonst nirgends wieder zu sehen fein werden. Aber auch die Herzen der Deutschen schlugen höher und fester in stolzer Siegeszuversicht. Es durfte ja nicht anders kommen, Oberschlesien war deutsch und mußte deutsch bleiben, trotz aller Schikanen der Polen, trotzdem sie Furcht und Bangen und Zweifel hineintrugen in die Herzen der Heimgekehrten. So war der Abstimmungstag herangekommen. Reichspräsident Ebert richtete noch einmal aufmunternde Worte an die Oberschlesier. „Die Stunde der Entscheidung ist gekommen! Von euch wird es abhängen, ob Ober- schlesien, durch Jahrhunderte mit Deutschland vereinigt, in Jahrhunderten mit Deutschland groß geworden, sich auch in Zukunft in Blüte und Wohlstand weiterentwickeln kann usw.", und weiter heißt es in der Kundgebung: „Voll Stolz und Zuversicht blickt das ganze deutsche Volk an eurem Schicksalstage auf euch!" Reichstagspräsident L ö b e rief ihnen zu: „Oberschlesier! Der Tag ist gekommen, der über euch, euere Kinder, euere Zukunft entscheidet! Seid treu der deutschen Heimat, wahrt das Land eurer Väter, gebt euren Kindern die Hoffnung auf ein besseres Geschick!" — Trübe brach der Morgen an. Dem Sonnenschein der letzten Tage, der auf die Begeisterung nicht ohne Einfluß geblieben war, folgte graues Wetter. Schwer hingen die Wolken herab. Durch die Straßen zog Militär, bewegten sich langsam Panzerautomobile. — Es war stille geworden, die nächsten Stunden sollten die Tot folgen lassen. — Schon gegen Abend sickerten einzelne Ergebnisse durch: der Montag aber brachte das Gesamtergebnis. Ban Oppeln aus erging 4.30 Uhr morgens der Funkspruch nach Nauen W. T. B. Transozean: „Große Ueberiegenheit deutscher Stimmen. Annähernd 700 000 deutsche gegen 460 000 polnische Stimmen. Einige noch fehlende Ergebnisse können an dem Stimmenverhältnis nichts ändern." „Die deutsche Sache in Oberschlesien hat einen entscheidenden Sieg errungen", stellte der "Reichspräsident in seiner Kundgebung fest. Selbst Lloyd George, der englische Minifter- pläsident erklärte, „er müßte anerkennen, daß der deutsche Sieg ein sehr großer sei, und daß er ihn in gleicher Stärke und mit diesem numerischen Ueber- gewicht nicht erwartet habe". Aber so ohne Kampf und Blut sollte der Sieg nicht errungen sein. Bereits am Abstimmungstags drang in die Städte die Kunde von unerhörtem polnischen Wahlterror. Die Ueberfälle auf die Abstimmler waren so zahlreich und so brutal, daß das Gespenst des A u f st a n d e s eine rechte Freude über den Sieg nicht aufkommen ließ. Haarsträubende Dinge wurden erzählt und unter Eid zu Protokoll gegeben. In Scharen strömten von allen Seiten die Flüchtlinge in die Städte, um sich vor dem Wüten der polnischen Terroristen in Schutz zu bringen. Ueberall sammetten sich die Vertriebenen und Gießener Konzertverein. Mit dem Beginn des Generalbaßzeitalters hatte der Bau der Violine einen Höhepunkt erreicht, der schlechthin nicht wieder überboten werden konnte. Während alle Instrumente seit ihrer Formung doch stets wieder durch irgendwelche Verbesserungen in ihrer klanglichen Ausnützung gesteigert werden tonnten (a. B. das Klavier), ist die Violine bei der Form stehen geblieben, die ihr die Holzbildhauerkunst der Renaissancezeit gab. Dieser neuen Klangquelle nahm man sich besonders an, und bald konnte eine große Zahl von Virtuosen dieses Instrument (die Deutschen waren durchaus führend) eine reiche Literatur schaffen. Da die Violine (als Streichinstrument) für das seelenvollste der Instrumente angesehen werden kann, so mußte sie auch stets eine berufene Künderin für jeden Zeitstil werden. Die Literatur für zwei Violinen mit oder ohne Begleitung ist zu den Zeiten kurz nach der Neuschaffung des Instruments am stärksten gewesen, weil gerade die Polyphonie des Barock das Nebeneinander zweier gleichwertiger selbständiger Stimmen suchte. Die spätere Weiterentwicklung der Musik nach der harmonischen Seite mußte die beiden Instrumente in ihrer klanglichen Entfaltung mehr einander nachordnen. Nur da, wo es auf eine gleichwertige Behandlung ankam, mußte man entweder auf die polyphone Art zurückgreisen oder das Thema zerlegt auf beide verteilen (Viotti, Mozart). Je weiter der Gegenwart zu, um so weniger schafft man für die öffentliche Kunstausübung geeignete Literatur, da bei dem Streben nach Klangbereicherung eine Vereinigung von zwei Violinen meist nur noch für unterrichtliche Zwecke ausgenützt wird. Bei einem Konzert, das wie das letzte ausschließlich von zwei Soloviolinen bestritten wird, bietet sich gerade durch die fehlende Reichhaltigkeit der Konzertliteratur der neueren Zeit und das typische Zeitgepräge der älteren Werke ein interessanter Längsschnitt durch die verschiedenen stilistischen Zeitalter und ein überaus lehrreicher Einblick In die Ausnützung der Klangmittel dieser beiden Instrumente. Bei Händel (Sonate k-Dur) und Bach (Kon- zeri-D-Moll) die polyphone Durcharbeitung: die Anforderungen an den Ton für die Gewinnung der plastischen Linie: die im einzelnen Sah festgehaltene und durchgeführte einheitliche GrundVergewaltigten. Oft waren sie nur mit dem Notwendigsten bekleidet oder führten ein Bruchteil ihrer Habe mit sich. Hastende Frauen trugen Kinder aus dem Arm, die sich eng an ihren Hals anschmiegten. Weinende Mutter führten an der Hand ihre Lieblinge, für sie Obdach suchend. In später Abendstunde trotteten Kinder durch die Straßen und suchten Vater und Muter. In einer Ortschaft überfielen 200 bis 250 Banditen 4 Polizeibeamte. Es entspann sich ein furchtbarer, aber kurzer Kampf. Die Angreifer, dis mit Handgranaten, Gewehren, Pistolen usw. gut versehen waren, verloren einen Toten. Die vier Beamten wurden mit Kolben, Messer, Totschlägern niedergemetzelt. So mußten Tausende Arbeitsstätte und Wohnung im Stich lassen, um das Leben zu retten. Obdachlos irrten Frauen und Kinder umher. In Telegrammen an die Behörden, in Funksprüchen an alle Welt wandten sich die zu Tode Gequälten, gehetzten Menschen. „Brüder der Welt! Wir sind wehrlos und unbeschützt, wehrlos und schutzlos. Wir wenden uns an euch, wirkt auf Völker und Regierungen ein, daß dem grausamen Terror endlich ein Ende wird! Ruhe und. Frieden wollen wir! Helft, helft, helft!" — „Ist denn niemand da, der uns beschützt?" — Das war der Aufschrei der Gequälten. Und es war niemand da, der helfen könnte, denn die Interalliierte Kommission sah und hörte nichts, w^il sie nichts sehen und hören wollte. Der Berichterstatter der Pariser „Havas-Agentur", der sich die Verhältnisse selbst ansehen wollte, sagte mit eigenen Worten: „Hier ist jetzt die Hölle los!" So begann eine Zeit furchtbarer Pein, die wohl zu Ende ging, aber im Mai und Juni desselben Jahres im dritten polnischen Aufstand noch e i n - m a I fürchterlicher und grausamer wieder auflebte. Der Schaden an Gut und Blut ist unbeschreiblich. Die heute noch nicht einmal aufzählbaren Morde und Gewalttätigkeiten sind in der Geschichte aller Kulturländer ohne Beispiel. Die Verstümmelungen vieler Opfer sind geradezu bestialischer Art. Unsagbar ist das Leid der Oberschlesier, das nur der einigermaßen verstehen kann, der an den Kämpfen teilnahm. Und auch heute, nach fünf Jahren, ist noch nicht Ruhe und Frieden eingekehrt. Brach liegt der Handel, Hütten und Werke stehen still, in die Gruben wird nicht eingefahren. Das blühende Land wird zur Einöde und verarmt und — noch immer streckt der Pole seinen Arm nach dem übrigen Schlesien aus. Gerade in letzter Zeit trägt er neue Unruhe ins Land, verfolgt die im abgetrennten Gebiet Verbliebenen, die in Treue Ausharenden, die geblieben sind, damit dem Lande der deutsche Charakter gewahrt bleibe, bis es wieder einmal deutsch wird, und mit dem oberschlesischen Dichter Robert Kurpian rufen sie allen Deutschen zu: Laßt uns nicht fallen und sinken, Ihr Brüder in Nord und West! Wir standen in schlimmen Tagen Zu euch in Treue fest. Doch wehen die Banner, die alten; Breitet die Arme aus; -okg oder Tod! Wir bleiben Deutsch übers Grab hinaus! K. Der mitteleuropäische Block. Die Locarno-Politik, hat unverkennbar zu einer diplotnatischen Neuorientierung des ganzen Mitteleuropa die ersten Ansätze gegeben, die sich gerade in jüngster Zeit durch eifrige Ministerreisen ausgewirkt haben. Der jugoslawische Außenminister ist über Rom nach Genf gefahren, hat sich nachher in P a r i s aufgehalten und kehrt jetzt auch wohl erst auf Umwegen nach Belgrad zurück. Herr B e - n e s ch hat endlich seine Visitenkarte in Wien abgegeben, wozu er seit zwei Jahren angeblich keine Gelegenheit fand und Herr Mussolini entwickelt eine fieberhafte Geschäftigkeit, die ihre Spitze zunächst gegen Deutschland kehrt. Das kann eigentlich nicht überraschen. Die italienische Regierung wollte die Locarnoverträge benutzen, um von Deutschland eine Garantie der Brenner- grenze zu erhalten, die zu geben wir nicht imstande waren, schon weil er sich damit an die falsche Adresse gewandt hatte. Er hat daraufhin seine Haltung gegen Deutschland geändert und sich plötzlich mit großer Schärfe gegen den Anschluß Oesterreichs ausgesprochen, weil er fürchtete, einstellung. Biotti steht bereits in einer neuen Zeit: der Ton wird schmiegsamer, zierlicher, eleganter, modulationsfähiger: noch mehr aber zeigt sich bei Mozart das Herauswachsen im Werden des einzelnen Satzes, das Fortschreiten, Emporsteigen, das Entladen in der Kadenz. Unö wiederum die Moderne bei H. Zilcher; ein Stil, der doch fest das Orchestrale in der „Melancholie" berührt, der durch' das Harmonische die Stimmung charakterisiert: in, der Tanzkaprize eine Ausnützung technischer Reize, fast an das Impressionistische heranreichend. Lind daß man so verhältnismäßig selten im Konzertsaal den Werken für zwei Violinen begegnet, liegt nicht zum mindesten an den Künstlern. Gerade diese Art von Literatur fordert ein sehr intensives Einstellen auf einander, ein geenseitiges Verstehen, von Grund auf ein gegenseitiges Mitgehen. Denn hier ist fein klangliches .Unterorbnen schon durch die Verschiedenheit der Instrumente möglich: hier muh das Gleiche mit Gleichem verschmolzen und doch ein selbständiges Individuum bleiben. Lind der Wechsel der Stile im Verlaufe des Programms verlangt starkes, bewußtes, inneres geistiges Miterleben und Lim- ftellen, eine Schwierigkeit, der nicht jeder gewachsen ist. Und nun zu unseren Künstlern. Da blieb kein Wunsch offen, eine ideale geistige Bereinigung. Melanie Michaelis mit einem für eine Dame ungemein großen, voluminösen, leuchtenden Ton, modulationsfähig bis zur feinsten Klangnüance; jedem Stil eine warme persönliche Note gebend. Hans Michaelis, als Sekundgeiger des Wendlingquartetts in Gießen kein Fremder mehr, stets ein stilsicherer Künstler von feinstem Empfinden, mit starkem Impuls: vielleicht hätte in den polyphonen Sätzen zur Wahrung des klanglichen Gleichgewichts der beiden Stimmen sein Ton noch größer sein können, aber es schien an dem besonders weich intonierenden Instrument zu liegen. Da erschloß sich die Welt Handels klar und stark vor uns. Da wurde Bachs Doppelkonzert mit seinen zuckenden Ecksätzen, ihrem Dahinstürmen und Ueberbranden des polyphonen Meeres, mit seinen ekstatischen Klangreizen, mit seinem Klangschwelgen im Larghetto, zum größten Erlebnis. In Diottts „Serenada", diese Grazie, dieses Reiz- und Geistvolle, das aus dieser Musik herausklang: und dann bei Mozart, diese Kantilene, dieses pulsierende Energieleben in den Passagen und die Klangstekge- daß ein Deutschland, das unmittelbar bis an den Brenner heranreicht, eine ganz andere Anziehungs- kraft auf die Deutschen in Südtirol ausüben könnte, als das kleinere Oesterreich. Indessen für die ganze Einstellung Mussolinis und die Zwangsläufigkeit der italienischen Politik kann dieser Stoß gegen Deutschland dach immer nur eine Extratour fein, die aus vorübergehender Verärgerung geboren wurde. Wir wissen, das; Mussolini an sich bereit war, den Deutschen Südtirols eine bescheidene Kultur-Autonomie zuzugestehen, uni) daß er davon nur abgebracht worden ist, weil der übertriebene Nationalismus der Faszislen ihn zu patriotischen Kiindgebungen zwang. Früher oder später wird er sich ganz von selbst überlegen, daß er auf diesem Wege nicht weiter kommt. Denn Italien hat nach Norden hin feine nationalen Ziele restlos verwirklicht. Im Osten hat es sich mit den Jugoslawen abgefunden. Die „imerlösten Gebiete" in der Schweiz, also der Kanton Tessin reizte zwar die Begehrlichkeit, aber der Kaufpreis, der dafür zu zahlen wäre, ist international zu hoch, als daß sich das Geschäft in absehbarer Zeit lohnen könnte. Italien muß also, wenn es sein nationales Programm restlos erfüllen will, schon sein Gesicht g e g e n W e st e n kehren: denn Frankreich sitzt immer noch in Savoyen, in Nizza, in Korsika und auf Tunis, das die Italiener gewissermaßen als historische Kolonie für sich in Anspruch nehmen. Es war also nur folgerichtig, daß nach dem Abschluß des Krieges zunächst Italien eine antifranzösische Politik einschlug, die es zweifellos auch wieder aufnehmen wird. Deshalb wohl die Zusammenkunft zwischen Mussolini und Chamberlain in Rapallo. Italien kann die R ü ck e n d e ck u n g E n g l a n d s nicht entbehren, weil es sich mit seinen offenen Küsten einem Angriff der größten Flotte der Welt nicht aussetzen darf. Es ist aber auch klug genug gewesen, die vorherrschende Stellung Englands im Mittelmeer anzuerkennen. Früher ober später wird daher trotz des Brenners Mussolinis die Unterhöhlung der französischen Stellung im Mittelineer wieder aufnehmen. Daran darf man sich nicht irre machen lassen, trotz der diplomatischen Geschäftigkeit. die zunächst alle Fäden zu verwirren scheint. Mag sein, daß Mussolini den serbischen Außenminister dazu bewegen löoUte. sich ebenfalls gegen den Anschluß auszuspre- djen. Damit dürfte er sich aber einen Korb geholt haben, denn schließlich ist Jugoslawien daran interessiert, eine unmittelbare Grenze mit Deutschland zu haben. Die Interessen der Serben liegen zudem vorläufig ausschließlich auf dem Balkan. Für sie liegt deshalb keinerlei Veranlassung vor, sich mit Deutschland unnötig anzulegen. Aus demselben Grunde ist aber auch das Interesse Jugoslawiens an der Kleinen Entente stark abgeflaut, so stark, daß Herr Benesch sich in letzter Zeit sehr vereinsamt gefühlt hat und deshalb auf dem Umwege über Wien wenigstens außenpolitisch mit seiner antideutschen Politik Abbau machte und zumal, nachdem sein jüngster Vorstoß gegen Ungarn wegen der Frankenfälschungen mißlungen ist. Ungarn ist militärisch die verwundbarste Stelle der Tscheche!, weil ein Vormarsch ungarischer Truppen die Tscheche! von der Slowakei absprechen kann. Weder Jugoslawien noch Rumänien legen augenblicklich Wert darauf, mit den Ungarn sich zu verbünden: die Jugoslawier nickst, weil sie nach Süden sehen, die Rumänen nicht, weil ihre Aufmerksamkeit ausschließlich auf Bessarabien gerichtet ist, wo sie mit der Möglichkeit eines russischen Vorstoßes rechnen müssen und bann kann ihnen ein unsicheres Ungarn im Rücken mehr als unbequem werben. Die Lebensnotwendigkeiten der Kleinen Entente, die nach Abschluß des Krieges den engeren Zusammenschluß natürlich machten, sind eben seither weit auseinandergegangen. Sie haben dazu geführt, daß die Kleine Entente heute ebenso sehr im Zerfallen ist, wie die große Schwester, ber sie ihren Namen entlehnten. Neue Konstellationen bereiten sich vor, wohl kaum in ber Form, wie sie Frankreich haben möchte, in der Gestaltung eines mitteleuropäischen Blocks, ber gegen Deutschland gerichtet ist. Wenn es einmal zu einer Stabilisierung kommen sollte, wirb im Gegenteil ge- rabe Deutschland der gegebene Mittelpunkt dieses Bündnisgebildes fein. Damit hat es freilich noch gute Wege. Aber die jüngsten Ereignisse haben doch gezeigt, wie rasch die Zeit für uns arbeitet. Um so rung in der Kadenz. Die herbe Welt Silchers und die Klangreize in der Tanzkaprize. Das war ein einzigartiger seltener Genuß! Beide gleich meisterhaft, technisch und in der Gestaltung! Ein so gesundes, lebensvolles, bejahendes, urwüchsiges Musizieren! Lind doch, des Interessanten bot das Konzert noch mehr: Rudolf Peters als Komponist. Dieser junge Künstler hat schon seit einer Reihe von Jahren die Augen seiner Mitwelt auf sich gezogen. Lind das mit Recht. Peters ist keiner von jenen Radikalen, die eben (mit einigen Aus- nahnren) für unsere Ohren so ungewöhnlich schreiben, weil sie es in ihrer für sich überzeugten Genialität verschmähen, sich jenes grundsolide Können anzueignen, das von jeher die Grundlage jeder Kunstproduktion war und auch in aller Zukunst bleiben wird; denn sein, leider schon 1917 verstorbener Vater (Musikdirektor in Gelsenkirchen) hat das Verdienst, seine musikalische Entwicklung äußerst sorgfältig überwacht und in sehr geregelte Bahnen geleitet zu haben. — Roch stürmt es und gärt es in dem jungen Menschen; noch sucht er nach der rechten Form, sich zu äußern. Gerade die Rhapsodie als freie Form vermochte sein inneres Dränge): zu erschließen. Roch reicht die Gestaltungskraft nicht völlig hin, all das im Innern zu meistern; denni er hat viel zu sagen. Lind sehr viel Gutes ist von ihm für die Zukunft zu erhoffen, das zeigten Präludium und Fuge in ^-Moll. Die Formen der Alten beherrscht er und, was noch mehr gilt, er vermag sie auch schon mit persönlichem Inhalt zu erfüllen. Das Sichi-Sammeln im Präludium; dann das rein diatonische Thema der Fuge (in unserer chromatischen Zeit); das gab dem Werk Struktur, innere Festtgkeit und Kraft. Fast schien die Fuge nach der zweiten Durchführung roman- ttsch erklingen zu wollen; doch nur als Ruhe für die Sammlung der Kraft, und steil türmte sich die Schlußdurchführung auf. — Als Beglückter war er voll jugendlichem Drängen und legte hier wie in den beiden Solostücken mit seinem soliden pianistischen Können Zeugnis ab, wie Technik und Gestalten auf einem grundmusikalischen Boden erwachsen. Mir die Reihe der Winterveranstaltungen des Konzertvereins ein recht würdiger Abschluß, dem nur ein noch stärkerer Besuch zu wünschen gewesen wäre, um der Künstler willen und ihres so gnmdechten, freudigen Musizierens. -in- notwendiger ist es, daß Dcutschland den Bewegun« gen, bie sich hier abzuzeichnen beginnen, die gefpann- teste Aufmerksamkeit zuwenbet. Die Sowjetrepublik der Wolgadeutschem. Berlin, 2*'. März. (Wolff.) Die Pressestelle der Bvlfchvft der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken hatte Vertreter der Presse anläßlich ber Anwesenheit des Vorsitzenden des Zentralexekutivkomi- tees der Autonomen Sozialistischen Sowjetrepublik der Wolgadeutschen, Schwab, und des Volkskommissars für Unterricht derselben Republik, Schönfeld, eingeladen, um sie über die Verhältnisse in dieser Republik auszuklären. Der Vorsitzende des Zentralexeiutivlomitees führte in feinem Referat u. a. aus: Erst nach der Oltoberrevolution wurden die Deutschen an der Wolga nach 160- jähriger Unterdrückungfrei und erhielten i h r c w g e n e s Staatswesen, das der Sowjet, Union angeglicbert ist. Selbstverständlich war es in der kurzen Zeit, vor allem, da das Land van schweren Mißernten heimgesucht wurde, nicht möglich, die Wirtschaftslage des Landes vollkommen zu sanieren. Doch mit Unterstützung der Sowjetunion, die ber Wolgadeutschen Republik einen Kredit von acht Millionen Rubel bewilligte, gelang es, die Wirtschaft aufzubguen und ihre Erträgnisse zu einem hohen Prozentsatz zu steigern. So steht heute die Wolgadeutsche Sowjetrepublik, vor allem wirtschaftlich, höher als viele andere Teile der Sowjetunion. Schwab ging dann auf die Grundzüge der Verfassung der Wolgadeutschen Republik ein und schloß: Ich bin der Meinung, daß die Wolgadeutsche Republik virtschasttiche, wie kuliurelle Beziehungen zu Deutschland, dem Land, aus dem seinerzeit unsere Vorfahren ausgewandert sind, nötig hat, und daß diese auch zu erreichen sind, was nicht unwesentlich f:in könnte für die Beziehungen zu Deutschland und der Sowjetunion. Der Volkskommissar für Llnterricht. Schönfeld, ging dann des näheren auf die kulturelle Verbindung mit Deutschland ein und schilderte Maßnahmen, die in der Wolgadeutschen Republik ergriffen würden, um das 30prozentige A n - alphabetentum zu beseitigen und deutsche Schulen im ganzen Lande zu errichtcn. Man hofft, bis 1930 die allgemeine Schulpflicht eingeführt zu haben. Auch Schönfeld schloß mit dem Hinweis auf die Rotwendigkeit der Erweiterung und des systematischen Ausbans der Beziehungen der Wolgadeutschen Republik zum Deutschen Reich. Parlamentarisches aus Hessen. Die volksparteiliche Fraktion beantragt, die Regierung zu ersuchen: Die Gemeinden leisten zu den persönlichen Kosten der Volksschulen einen Zuschuß in doppelter Höhe der Beträge, die die einzelnen Gemeinden im Rechnungsjahr 1913 für diesen Zweck tatsächlich aufgewandt hatten. Ersparnisse, die durch Klassenzusammenlegungen gegenüber dem Stand vom 1. Januar 1926 erzielt werden, kommen Staat und Gemeinde in dem Verhältnis zugute, indem sie zu den persönlichen Dolksfchulkosten beitragen. Der Staat verzichtet auf die Erhebung der Realsteuern zugunsten der Gemeinden. Die Zentrumsabgeordnete Frau Hattemer ftefit folgende Anfrage: Schon öfter sind dem Landtage die Wünsche der Altpensionäre d. h. derjenigen Beamten, die vor Inkrafttreten des Besoldungsgesetzes pensioniert worden waren, auf Gleich st ellungmit den Reupensionären besonders auch um Einreihung in die Beförderungsstellen der Desoldungsordnung unterbreitet worden. Die Regierung hat stets zugegeben, daß hier eine Llngerechtigkeit vor- liege, und daß sie gerne eine Aenderung eintreten ließe, daß aber daS Besoldungs- sperrgesetz sie daran hindere. Ich frage an: 1. Ist der Regierung bekannt, daß in Bähe rn die Altpensionäre anders wie bei uns und trotz des angeblichen Widerspruchs mit dem Sperrgeseh in ihren Bezügen mit den Reu- Menschenkunde. Die Kenntnis des menschlichen Körpers sollte Gemeingut aller Menschen sein, und doch herrscht gerade über dieses größte Kunstwerk der Ratur noch die größte Llnkenntnis in weitesten Kreisen. Der Deutsche Lehrerverein für Raturkunde hat das Verdienst, eine ausgezeichnete „Menschenkunde" für weitere Kreise herausgegeben zu haben; der erste Band, welcher den Dau, die Anatomie des menschlichen Körpers behandelt und von Prof. F. W. Müller geschrieben ist, ist schon vor mehreren Jahren erschienen; nun folgt die erste Hälfte des zweiten Bandes über die Verrichtungen, die Physiologie des Menschen aus der Feder des Rektors unserer Landes- Llniversität, Herrn Professor Dr. med. et sc. nat. K. Bücke r*). Die erste Hälfte dieses Bandes enthält die Allgemeine Physiologie und die Physiologie des Stoffwechsels; die zweite, in Bälde erscheinende Hälfte wird die Muskel-, Rerven- und Sinnesphysiologie behandeln. In der äußeren Anlage unterscheidet sich das Buch B ü r k e r s insofern von ben übrigen Physiologie-Büchern, als in ihm den allgemeinen Problemen des Lebens ein breiterer Raum gewidmet ist, als es auch die wichtigsten Experimente schildert und so zugleich als Praktikum der Physiologie verwendet werden kann, und als es Hin» weise von den normalen Verrichtungen des menschlichen Körpers auf krankhafte Erscheinungen bringt. Etwas ganz Reuartiges für ein Physiologie-Buch sind endlich die zahlreichen nach mikroskopischen Präparaten meisterhaft gefertigten Bilder auf 16 farbigen Tafeln, die von der Künstlerhand M. H. Bülbergers stammen. Aufgabe der Physiologie ist es, „die Lebens- erfcheinungen auf bekannte physikalische und chemische Gesetze zurückzuführen, das heißt, sie im naturwissenschaftlichen Sinne zu erklären". Für die moderne Physiologie gibt es also keine besondere „Lebenskraft", sondern nach den gleichen „ewigen, ehernen, großen Gesehen", nach denen auch die übrige belebte oder unbelebte Welt gelenkt wird, müssen auch wir Menschen „unseres *) Dr. med. et sc. nat. K. Bürker, Die Lebensvorgänge des menschlichen Körpers. „Menschenkunde". Bd. IL Erste Hälfte mit 16 farbigen Tafeln. K. G. Lutz' Verlag (E. Eckstein u. Stahle), Stuttgart. 1926. VIII und 152 Sekten. Landtages von 3 auf 4 Iahre erhöht. druck zugestellt. D. Red. dem Redner für die aufklärenden Worte. ch Erklärung Abg. t-i beantragt, 108 tDau- Das Volksbegehren in Hessen. Darmstadt. 22. März. Nach amtlicher Feststellung wurden für das Volksbegehren zur Enteignung der Fürstenvermögen im Dolksstaat Heffen Diese Erklärung, die bereits zur gestrigen Ausgabe den anderen Zeitungen von der Darmstädter Zentralstelle der Lehrerorganisation zugeschickt worden war, lag aus in Gießen unerklärlichen Gründen bis heute früh bei uns noch nicht vor. Sie wurde uns erst nach Rücksprache mit der hiesigen Leitung der Lehrerorganisation von dieser zum Abverzweigen sich die vom Herzen ausgehenden Blutgefäße, zuletzt in die sogenannten Huarge« fähe oder Kapillaren, deren es über 5 Milliar» den im Körper gibt, die zusammen eine Länge von 2550 Kilometer haben, also etwa Vie des Erdumfangs. Die unverdauliche Nahrung verläßt durch den After den Darm, mit ihr aber auch eine Anmenge Bakterien (etwa 8 Gramm Bakterien in 24 Stunden), die im Darmrohr unschädlich, ja bei der Verdauung vielleicht sogar von gewissem Nutzen sind. Die Veste der Verbrennung in den Organen, die mit Schlacken zu vergleichen sind, werden durch die Vieren in dem Harn ausgeschieden: es ist von Interesse, daß man mit einem meisterhaft konstruierten Apparat, dem Zystoskop. das durch die Harnröhre eingeführt wird, das Innere der Harnblase studiere,! kann. In sinnreichster Weise vermag der Körper sich im Stoffwechselgleichgewicht zu erhalten, die Bilanz zwischen Einnahmen und Ausgaben zu ziehen. Wir kennen den Brennwert von Eiweiß. Fett und Kohlehydraten und die Leistung des nicht schwer arbeitenden Körpers, zu deren Befriedigung etwa 2400 Kalorien notwendig sind. Der Schwerarbeiter leistet bei 8stündiger Arbeitszeit außerdem aber noch 200 000 Kilogrammeter Arbeit, zu deren Befriedigung ihm nochmals 2400 Kalorien zugeführt werden müssen. Er braucht also im Tag 4800 Kalorien. Im Kriege stand uns vielfach nur kalorienarme Nahrung (Kartoffeln) zur Verfügung, während uns die kalorienreichste Nahrung, das Fett, fehlte. Der menschliche Körper vermag sich bekanntlich stets in annähernd gleicher Temperatur zu erhalten,' dafür besitzt er sinnreiche Schutzeinrichtungen: in den Morgenstunden ist seine Temperatur am niedrigsten, gegen Wend a-m höchsten: Kinder haben eine etwas höhere, Greise eine etwas liefere Temperatur als der Mensch in mittleren Jahren. Im höchsten Alter kann das Stoffwechselgleichgewicht aufhören, die Aufnahme von Stoffen und ihre Abgabe ist herabgesetzt, die letztere kann zur Aufnahme sogar relativ gesteigert sein, das führt dann zum Vertust von Körpersubstanz und schließlich zum Tode. Es sind nur einige wenige Gedanken, die aus der Fülle dieses lehrreichen Buches in dieser 'Besprechung ausgezogen werden tonnten. H. Erhard. Die sozialdemokratische Fraktion zu beschließen^ In den Kapiteln 52. Die demokratische Fraktion Negierung zu ersuchen, alsbald Ein bedauerlicher Vorfall aus einer Prolestoer- sammlung, in der die gerechte Empörung und Entrüstung der hessischen Volks'chullehrcr und Eltern über z. T. unverantwortliche Schulabbaupläne und die Lehrer- und Beamtcuchetze der letzten Zeit sich auslöste, kann nicht als Begründung für die heftigen Ausfälle gegen einen ganzen Stand, wie sie in der Erklärung des Herrn Dingeldey zum Ausdruck tommen, angesprochen werden. Die hessische Lehrerschaft ist sich ihrer Verantwortung und ihrer Standesehrc, ihrer menschlichen Würde und ihr«s Wertes voll bewußt Sie weist alle Angriffe gegen ihre Gesinnung und ihr Ansehen mit aller Entschiedenheit zurück Darmstadt, den 19. März 1926. Hessischer Landeslehrerverein E. V. Katholischer Lehrerverein in Hessen. Verein katholischer Deutscher Lehrerinnen — Gau Hessen. Allgemeiner Lehrerinnenverband. abteilung) und 112 sind insgesamt 12 Stellen der höheren Daubeamten (von Gruppe X an aufwärts) auf den Inhaber bewilligt. waren es 85 041, in Kreis-Feuerwehrtag in (Biegen. —Der Verband freiwilligcrFeuer« wehren im Kreise Gießen hielt am oonn- tagnachmittag im Gewerbehaus in Gießen seinen Frühjahrsverbandslag ab. Als Gäste wohnten Kreisfeucrwehrinspektor D i ck o r 6 und Branddirektor Braubach der Tagung bet, Beig, Dr. Hamm und Regierungsrat Wolf hallen ihre Verhinderung entt'chuldigt. Der Kreisoorsitzendc W c n z e l erstattete den Jahresbericht über das verflossene Verbands- jahr 1925. Der Prooinziolfeuerwehrtag fand am 18. und 19. Juni in Schotten statt. Die Neuorganisation des Prooinzialverbandes Oberhesien wurde in Scholten durchgeführt. Der Vorstand des Kreisoerbandes gehört dem Provinzialoorftand an. Der nächste Provinzialverbandstag 1928 findet in Alsfeld statt. An dem Kreisfeuerwehrtag, der im Sommer 1925 in L t ch stattfand, nahmen 14 Wehren des Kreises teil. In Leihgestern wurde noch einem Vortrag des Branddirektors Braubach- Gießen eine freiwillige Feuerwehr gegründet, die 70 Mitglieder zählt. Der Vorsitzende sprach u. a. seine Freude darüber aus, daß in der Mitgliederzahl eine erfreuliche Aufwärtsbewegung zu verzeichnen ist, er hofft, daß demnächst noch weitere Neugründungen ftattsinden. Kamerad Heinrich aus Lollar erstattete den Kassenbericht: darnach betragen die Gesamteinnahmen 229,35 Mk.. die Ausgaben 177,65 Mk. Dem Rechner wurde Entlastung erteilt. Die Beiträge wurden auf 10 Pfennig für den Kreisoerband und 5 Pfennig für den Provinzialoerband festgesetzt. Es wurde beschlossen, ein Ehrenabzeichen für 15jährige aktive Mitgliedschaft zu schaffen. Weiter erfolgte Sie einstimmige Aufnahme der neuen Wehr zu Leihgestern, die Vorsitzender Wenzel aufs herzlichste begrüßte. Um den Herb stverbandstag 19 26 bewerben sich jungen und Lollar. Bei der Abstim« mung erhielt Lollar die Mehrheit, die Tagung findet am 1. August statt, die Wehr Lollar verbindet damit ihr SOjährigesIubiläum. Hierauf folgte ein Vortrag des Diplom-Inge- meurs Kuntzemüller vom städtischen Elekttizi- tätswerk Gießen über „VerhaltenderFeuer. wehr gegenüber elektrischen Leitun - genbei Brände n". Redner erläuterte die Maßnahmen bei Brandausbrüchen, das Verhalten gegenüber den Leitungen, die Maßnahmen nach dem Brand. Auf dem Lande find die Leitungen fast durchweg Freileitungen auf Drähten und Masten. Wenn ein Wohnhaus brennt, empfiehlt es sich- das Licht e i n z u s ch a l t e n , denn das elektrische Licht braucht keinen Sauerstoff und leuchtet dem Feuerwehrmann trotz Rauch bei der Arbeit in den Räumen, und bildet keine Gefahr, zumal die Spannung der Ortsnetze nur 110 bis 220 Volt beträgt. Doch ist bei Nässe infolge Bespritzens auch hier Vorsicht geboten. Bei 250 Volt beginnt die Hochspannung. Schwieriger ist das Verhalten gegen» Pensionären gleichgestellt sind, insbesondere daß die Altpensionäre in die Beförderungsstellen eingereiht sind? 2. Ist die Regierung bereit, dem Beispiel Bayerns folgend, schon jetzt die derzeitige Zurücksetzung der Altpensionäre zu beseitigen? 3. Ist dre Negierung zum mindesten be= ch Aufhebung bt*z> Sperrgesehes die Alt- Pensionäre den anderen Rubegehaltsempfängerir gleichzustellen und hat sie die notwendigen Vorbereitungen dazu eingeleitet? Gegenüber der Erklärung des Herrn Abg. Dingeldey über den Verlaus der Kundgebung für die Volksschule am 17. März in der Woogs- turnHalle stellen die unterzeichneten Verbände fest: beantragt, die dem Landtag der — unter einen Gesetzentwurf vorzulegen, ___ _____ Aufrechter Haltung der Verhältniswahl — die Schaffung von Einzelwahlkreisen vorsieht, die Zahl der Landtagsabgeordntten jjerab - seht und die Legislaturperiode des in den Wehren auszubreiten. Nach lebhaftem Beifall dankte Kreisvarsitzender Fritz Wenzel stimmte Veränderungen des Gehirnanhangs veranlaßt. Bekannt ist schon seit langem die Veränderung am menschlichen Körper, die durch Kastratton hervorgerufen wird und die im ?7itotln?>cn öcr sekundären Geschlechtscharaktere besteht. „Die Bleichsucht, Chlorose, wird als eine Hypofunktion (Unterfunktion), die Knochen- erwerchung Osteomalazie, als eine Hypersunktton (Ucberfunftton) der werblichen Keimdrüse auf- gefaßt. Von großem 'Interesse ist ferner die von Steinach festgestellte Tatsache, daß bei Tleren Verpflanzung von Eierstöcken auf ka- strrerte Männchen bis zu einem gewissen Grade eine Umwandlung dieser Männchen in Weibchen im Gefolge hat: man kann allso feminieren Durch Reizung der inner- ftkretorischen Anteile der Keimdrüsen oder durch Verpflanzung zunger Keimdrüsen konnte auch eine Deriungung des alternden Organismus herbeigeführt werden." Die aufgenommene Nahrung wird durch die Dlut im Körper verteilt, das Vtut hat also außer seiner Tätigkeit bei der -Ättnung nochi eine zweite wichtige Funktion. Es gibt tm menschlichen Körper rote und weiße Dlut- rorperchen und Blutplättchen: am zahlreichsten *en 3a$I der roten Vlutkörper- chen betragt beim Mann in 1 Kubikmillimeter . lm ^^tel 5 Millionen, bei der Frau 4 5 MTOrSt"’ "u Gesamtblut eines Menschen etwa touybc man diese Zahl als Perlen- ana mobben, so würde diese 200 000 Kilometer » und sich etwa fünfmal um die Erde iebe wären, wenn KrLSS ö und Nacht em rotes Vlut- gezahlt wurde, 800 000 Jahre ersorder- bch" 2lus der Zahl und der VerhäWszahl der einzelnen Blutkörperchen läßt sich eine aroßr bieÄtförbo^^-M'm bwgnostizieren, fo~ daß h»r^da6Iun9^e xtc du den wichtigsten Inneren Medizin gehört Man hat deshalb eine Anzahl von Apparaten gebaut ba! Ann" Höhlung vorgenommen wer° oen rann der wegen seiner Zuverlässiakeit am apparat?^^ lft t>ec Dürker'sche Zähl- s.._ stoßweise das Blut durch biese Stoße fühlen wir an der Blut- toeHe d^ Pulses, noch deutlicher, wenn wir das ^>hr ans Herz halten. Mit feinen Schreibhebeln können wir die charakteristische Form der Puls- kurve registrieren und aus ihrer Form it il w einen Herzfehler schließen. Immer feiner Daseins Kreise vollenden". Träger des Lebens sind die Organismen: si-e wiederum sind auf- gebaut aus Elementarorganismen, welche die Lebenseinheit darstellen, den Zellen: Aufgabe der Allgemeinen Physiologie ist es deshalb, die Eigenschaften, Lebensbedingungen und Lebenserscheinungen der Zellen zu betrachten. Die größte Zelle des Menschen, die Eizelle, hat einen Durchmesser von V< Millimeter, ist also noch mit freiem Auge wahrnehmbar: ihre Struktur und die anderen Zellen erschließt erst das Mikroskop, wobei wir uns künstlicher gärbungen bedienen. Gerade durch ihre Kleinheit wird die Wirksamkeit mancher Zellen besonders groß, denn je kleiner ein Körper ist, um so größer ist das Verhältnis seiner Oberfläche zu feinem Inhalt. Ein rotes Blutkörperchen hat einen Durchmesser von 6/iooo Millimeter und eine Dicke von 3-3/1000 Millimeter, alle roten Blutkörperchen zusammen stellen aber eine Oberfläche von 3000 Quadratmeter dar, auf der der Gasaustausch (Aufnahme des Sauerstoffs und Abgabe der Kohlensäure) erfolgt. Mit physikalischen Methoden wird Konsistenz, Dichte, Temperatur, osmotischer Druck, optische und elektrische Eigenschaft der lebendigen Substanz untersucht. Auffallend an der chemischen Beschaffenheit der Zelle ist, daß das Eiweiß nur von wenigen Elementen zusammengesetzt wird: Kohlenstoff (C), Wasserstoff (H), Sauerstoff (O), Stickstoff (N), Schwefel (S); dazu kommt bei manchen Eiweihkörpern noch Phosphor (?) und Eisen (Fe). Außerordentlich kompliziert ist dagegen die Vereinigung dieser Elemente, sie ist uns von den meisten Eiweiß stoffen noch nicht bekannt: im roten Blutfarbstoff kommen z. B vor 758 Atome C, 1203 Atome H, 218 Atome O, 195 Atome N, 3 Atome S und ein Atom Fe. Der geistreiche Botaniker Pfeffer hat einmal gesagt: So wenig man Einblick in das Getriebe einer Tlhr bekommt, wenn man sie in einem Mörser zerstampft und dann ihre Metalle chemisch analysiert, so wenig gewinnt man durch die chemische Analyse der lebendigen Substanz Einblick in das Wesen des Lebens. In der Tat, das Leben ist bedingt durch äußere und innere Lebens- bedingungen, es ist nicht nur Maschine, sondern eine Maschine, die ftch selbst unterhält, selbst lenkt, selbst auSbessert. Ständige Gnergiezufuhr von außen ist nötig, der Mensch ist eine Verbrennungsmaschine, die in jeder Stunde etwa 100 Kalorien produziert, d. h. ebensoviel als notwendig ist, um 1 Liter Wasser zum Kochen zu bringen, Gewaltig find aber mich die Arbeits- Lichtbildervortrag über die künstli chen Düngemittel und ihre richtige An Wendung. Der Vortrag, der vortreffliche Auf- tlärung brachte, fand eine sehr beifällige Aufnahme. l. Hungen. 22. März. Bei her Nutzholz v e r st e i g e r u n g am Samstag wurden folgende Höchstgebote schriftlich eingelegt: Buchen- Schnittholzstämme 1. Kl. 46.10, 2. Kl. 45,55. 3. Kl. 40,65 Mk je Fstm., Hainbuchen-Stämme 4.. 5. und 6. KI. 29,17 Mk. je Fstm. Eichen- Stämme 2. Kl. 52, 3. Kl. 48, 4. Kl. 34,15 5 Kl 26.25 und 6 Kl. 16,50 Mk. je Fstm., liefern- stamme 1. Kl. 25.10. 2. Kl. 24.10, 3. Kl. 23 20 4. Kl. 19.20 und 5. Kl. 16,50 Mi. je Fstm' Fichten-Stamme: Los I: 2. Kl, 24,60, 3. Kl. 23 60 4. Kl. 22,60, 5a Kl. 20.60 und 5b Kl. 18 60’ Gaß II: 2. Kl. 24,60, 3. Kl. 23,60. 4. Kl. 2160* 5a Kl. 20,30 und 5b Kl. 18.30. Los JIJ: 3 Kll 23,50 4. Kl 21,10. 5a Kl. 20.10 und 5b Kl. 18,25 Mark je Fstm. Kreis Kriedberg 0V A u s der Wette rau, 22. März. Der o ruh Itng zteht mit kaltem Nordwind ein Die letzte Nacht war es 5 Grad-^lt, nachdem schon tn einigen Nächten vorher das Thermometer unter 0 Grad stand. Diese tatten Nachtfröste verbunden mit warmem Sonnenschein am Tage zeitigen schlimme Wi rkungen tm Feld Man kann allenthalben beobachten, daß ®e- treidehalmchen nur noch lose tm Boden stecken allo entwurzelt und verloren sind, der Scha° den läßt sich noch nicht Übersehen, farm aber bei längerer Dauer dieser gefährlichen Witter rung sehr beträchtlich werden OO Nieder-Florstadt, 22. März. Der ehemalige Beigeordnete. Zimmermeister Hirsch, wurde als Spitzenkandidat der bürgerlichen Liste in den Gemeinderat gewählt, tritt aber wegen hohen Alters sein 'Mandat nicht an. Die Wahllommission bestimmte als Ersatzmann Friedrich Alt jun., den Nächsten auf der Liste. Obwohl Herr Hirsch sicher der Liste mehr Stimmen gebracht hat, wurde nach Ansicht der Kommission die Verteilung der Sitz« nicht beeinflußt und der Personenwechsel zugelassen. Kreis Büdingen. i. Nidda, 22. 'März. Der Lehrer turn- verein Nidda versammelte sich am Samstag öum letzten Male im alten Schuljahre im Kraft» legen Saalbau. Auf der Tagesodnung stand u. a. eine Äehrprobe über das Knabenturnen der Oberstufe, dargebvten von -^urn- und Sportlehrer Beck-Mainz. Ausgehend von der im modernen Turnunterricht geltenden Dreiteilung in Laufschule. Körperschule und Leistungsturnen, behandelte der Leiter in sachlich-methodischer Art den Lauf als Grundbewegung. Anschließend bot er ein gutes und reidjeäi Bild aus dem großen Gebiet der modernen Freiübungen, die im Gegensatz zum früheren Betrieb mit der Halte, jetzt die ausgiebige Bewegung als Grundstock haben. Die Leistungen der 13jährigen Knaben waren recht gut. Im Geräteturnen zeigte Herr Deck in zwei Uebungsfolgen am Reck und Darren ebenfalls den Einfluß der Gegenwart. Das Leistungsturnen fand seine besondere Aeuherung in sehr ansprechenden Keulen st affeln, sowie die Geschicklichkeit in Kreisstaffeln. In der geschlossenen Darbietung einer Mufterfreiübungs gruppe neuerer Art waren Lehrer und Schuler ganz auf der Höhe, so daß nach dem Ausklang der Lehrstunde, die überaus vielseitig und anregend war und mit einem Wettspiel im Völkerball (das auf besonderen Wunsch geboten wurde) ihren Abschluß fand, der reiche Beifall verdient war. )( Orten berg, 22. März. Der Fürstliche Hltsssorster Luft dahier schoß in diesem Jahre im Distrikt Stein am 9. März die e rst e, am 14. März die zweite Schnepfe. Kreis Schotten. lg. G e d e r n, 22, März. Es bestand die Absicht, von Ober-Seemen nach Illnhausen einen Weg zu bauen zur Vermeidung des Umweges über die Orte Mittel- und Nieder-Seemen. Für die Verbindung mit den benachbarten preußischen Orten Kirchbracht, Mauswinkek, Fischborn u. a. wäre d>e- ser Weg sehr wertvoll gewesen: auch hatte unfue leiftungen des menschlichen .Körpers. Die Arbeit des menschlichen Herzens beträgt z. D. pro Tag rund 20 000 Kilogramm-Meter, d. h., ist so groß, wie wenn es 20 000 Kilogramm einen Meter hoch heben müßte. In 70 Jahren wäre das nicht weniger als rund 40 Milliarden Kilogramm- Meter oder die Tagesarbeit von 200 000 kräftigen Arbeitern. Wir sind damit schon in die Betrachtung der Speziellen Physiologie eingetreten. Die zweckmäßigste Zusammensetzung der Nahrung besteht aus einem Drittel tierischen und zwei Drittel pflanzlichen Nahrungsmitteln: da ein Teil der Verdauung (der Kohlehydrate) schon im Mund erfolgt und für sie die vorherige Zerlleinerung der Speisen sehr schwierig ist, so ist forgfältige Zahnpflege nötig. Der Schluckatt kann, wenn durch das Diphtheriegift die Muskeln des Gaumens gelahmt sind, gestört fein. Gelangt Speise, statt in die Speiseröhre, in die Luftröhre, so kommt es durch die Fremdkörper in der Lunge zu Lungenentzündung. Im Magen beginnt die Eiweihverdauung durch Pepsin und Salzsäure, aber noch andere Funktionen hat diese Säure deren interessanteste vielleicht folgende ist: , Sie ist ein chemischer Wächter am Eingang in den Darm und tötet Bakterien. Der Hygieniker Pettenkofer hat seinerzeit im Vertrauen auf die Salzsäure feines Magensaftes Cholera- dazillen eingenommen und ist nicht erkrankt. Bei fehlender Salzsäure kommt es durch die Bakterien zu abnormen Gärungen, die sich in Sodbrennen äußern. Bei Magenkrebs verschwindet merkwürdigerweise die Salzsäure aus dem Magen." Es erfolgt bann im Dünndarm die wettere Verdauung und die Aufnahme der verdauten Nahrung durch die Darmzetten. Die Atmung liefert den zur Verbrennung nötigen Sauerstoff. Der mDa^6116 Mensch von 70 Kilogramm nimmt in 24 Stunden durchschnittlich 504 Liter — 720 ®ramm Sauerstoff in den Lungen auf und fchei- öet hier 428 Liter - 840 Gramm Kohlensäure lotete 450 Gramm Wasser aus. Erst die letzten Jahrzehnte brachten Aufklärung über die Bedeutung der sogenannten innerer Sekretion, das sind Drüsen welche Stoffe in das Blut absondern. Entnimmt man z. B. die Bauchspeicheldrüse dem Körper, so fcheidet dieser Zucker aus (Zuckerkrcuckheit) und ebenso entstehen schwere Störungen bei völliger Entfernung der Sch,lddrü|c (man läßt deshalb ftete einen Teil bei der Kropfoperation zurück,. Riesenwuchs oder Zwergwuchs wird durch be- Oberhefsen. Landkreis Gießen. X 21 l l e n d o r f a. d. L a h n, 22. März. Gegenwärtig ist man hier dabei, die M a ft e n der U e b e r- sandzentrale zwischen Gießen, Klein-Linden, Allendorf und weiter auszuwechseln, da die alten Masten durch Fäulnis gelitten haben und zum Teil auch durch die geplante Verlegung der Feldwege infolge der Feldbereinigung eine Versetzung nötig wurde. Sehr großer Schaden ist zahlreichen Landwirten durch die völlige Versumpfung einer bedeutenden Äiesenfläche zwischen der Kreisstraße Gießen—Wetzlar, der Umgehungsbahn in dieser Gegend und einen Wasserdurchlaß hat. Auf welche Weise die betroffenen Landwirte schadlos gehalten werden, wird sich die Behörde überlegen muffen, da Abhilfe kaum möglich erscheint. t Grünberg, 22. März. Eine stark besuchte Steuer ° Protest Versammlung sand auf Einladung des Landbundes und der hiesigen Gewerbe-Organisationen am Samstag hier statt. N'-'ch den Vorträgen der Abgeordneten Fenchel, (1 L e u ch t g e n s, Generalsekretär K o l l b a ch und des Abgeordneten v. H e l m o l t wurde die folgende Entschließung einstimmig angenommen: „Die zu einer Massenkundgebung in der Turnhalle in Grimberg zusammen- gefommenen Vertreter des Mittelstandes aus Stadt und Land protestieren mit allem Nachdruck gegen die verhängnisvolle Finanzpolitik in Hessen. Durch die Finanzmethoden des demokratischen Finanzministers Henrich ist trotz ungeheuren Steuerdruckes ein ungedecktes Millionendefizit in Hessen entstanden, das eine Finanz- katastrophe in unmittelbare Nähe rückt. Neue Steuern dürfen unter keinen Llmständen der gequälten Bevölkerung zugemutet werden, durch große Sparsamkeit im Staatshaushalt muffen die gewaltig gestiegenen Landessteuern auf ein erträgliches Maß zurückgeführt werden. Der Regierung stellen wir unsere besondere Notlage im hiesigen Bezirk vor Augen. Zur bisher in Hessen regierenden Koalition, zur verantwortlichen Regierung, namentlich zum Finanzminister Henrich hat die Versammlung jedes Vertrauen verloren." > Holzheim, 22. März. Bedingt durch das trockene Wetter in letzter Zeit, sind hier die Vorarbeiten zur Frühjahrsbestellung in vollem Gange. Leider wird nun durch die starke Kälte die Aussaat etwas verzögert werden. In der Gemarkung Lang-Göns ist der Sommerweizen schon untergebracht. X Langd. 20. März Gestern abend hielt Landwirtschaftslehrer Schädel von Gießen hier vor zahlreichen Zuhörern einen sehr lehrreichen 1. Die Referate wie auch die Beifalls- und Mißsallenskundgebungen konnten den erschienenen Abgeordneten feine Veranlassung geben, den Saal öU verlassen. Der Verlaus der Versammlung spielte sich bis zum Auszug der Abgeordneten in vollständig parlamentarischen Formen ab. Der Vorwurf gegen die Versammlungsleitung ist völlig unberechtigt. 2. Einzelne Zwischenrufe, insbesondere der Sturm der Empörung beim Weggang der Abgeordneten der Rechten richteten sich einzig und allein gegen den Al^eordneten, der durch seine zahlreichen Versammlungen im Lande und seine Anträge diese Empörung erst hervoraerufen und verschuldet hat und dec im BewuMeftr der gan- zen Versammlung als früherer Lehrer eine Sonderstellung einnahm. Wir wundern uns darüber, daß Herrn Dttigeldey diese Tatsache nicht ebenso bekannt gewesen sein sollte als uns. Nichtsdestoweniger stehen ebenso wir nicht an, diese Vorgänge zu mißbilligen, so verständlich sie auch sind. Die Fraktionen waren eingeladen, um sich über die Stimmung und die Stellung der Versammlung zum Schulabbau zu unterrichten. 3. Die Abgeordneten des Zentrums, Hein- . ft ab t und Frau Rattern er, haben die Versammlung nicht aus den von Herrn Dingeldey r angegebenen Gründen, und auch nicht gleichzeitig mit den übrigen Abgeordneten verlassen, sondern < wegen des im Landtag ftaüfinbenben Vortrages über den Mainzer Dom. Herr Heinstadt hat kües r ausdrücklich der Versammlungsleitung angekün-- öigt und um Bekanntgabe dieses Grundes ersucht. Herr Dingeldey konstruiert also zu älnrecht eine Einheitsfront mit den Abgeordneten des Zentrums. 4. Den Angriff des Herrn Abgeordneten Dingeldey auf die Ehre und menschliche Würde der - hessischen Dolksschullehrer weisen wir mit Entrüstung als ungerechtfertigte Kränkung zurück. über Freileitungen und Ortslcitungen. Wenn die Drähte zusammenschlagen, geht die Hauptsicherung des Transformatorenhauses kaputt. Bei Brandausbruch muß das Werk sofort benachrichtigt werden. Wenn ein Wasserstrahl d i e Freileitung trifft, ist ber © p r i tj e n m n n n in großer Gefahr, deshalb soll er'niemals eine Freileitung anspritzen. Das Durä's-^neiden der Drähte ist nicht ratsam, ja sogar gefährlich. Direkte Berührung mit der Leitung ist unbedingt zu vermeiden. Von größerer Gefahr sind die Hochspann- leihnigen. Wenn bei Gewitter in einem Umschalte- häuschen Feuer entsteht, soll das Werk sofort benachrichtigt werden. Wasser muß unbedingt wegbleiben, da große Lebensgefahr besteht. Brandausbrüche durch elektrische Leitungen sind gering und betragen nur 1,4 Proz. aller Brände: infolge des schlechten Materials bei den Kriegsleitungen, find diese Zahlen । etwas gestiegen. Der Prozentsatz von 4,1 wird in der nächsten Zeit noch zurückgehen. Der Prozentsatz von Feuerausbruch durch Unoorsichtigteit ist seit 1907 von 25 auf 12,5 Proz. gesunken, seitdem die Petroleumlampe verschwunden und an :urc Stelle die Elektrizität getreten ist. Bei Anlage von Lichtleitungen ist auf Brandsicherheit zu sehen, denn unvor- schriftsmüßig gelegte Leitungen verursachen oft Brände. Nichtfachleute sollten cs vermeiden, eine Sicherung auszubessern, da durch schlechte Ausbesserung die Feuersgefahr sehr groß wird. Am Schlüsse bat der Redner die Feuerwehrvertreter, das Gehörte 325 756 Unterschriften vollzogen. Die einzelnen Kreise weisen folgende Zahlen auf: Darmstadt 36 709, Bensheim 18 095, Dieburg 15 150, Erbach 8396, Groß-Gerau 21712, Heppenheim 14 881, Offenbach 72158, Mainz 43 164, Alzey 6160, Bingen 10 361, Oppenheim 6903, Worms 18 453, Gießen 18165, Alsfeld 2392, Büdingen 6187, Friedberg 22 401, Lauterbach 1984, Schotten 2485. In Starkenburg 187101 Einzeichnungen, in Rheinhessen Oberhessen 53 614. .. ein W । Äl**! Ä. hautet, 1 S»»* von w ""'''/sich dann । Ai äs.* SsH stgen. । - Alsfeld. Ärs KÄ Hoffens des vat ^d°s Ergebe fisch beleuchtet u d'eendgüWE iolgenben langer Ke Herren -ch latfBerd.,-J rod nahm einen Vortrag des M hie Sevtschnationa halt, soweit sie ö -rr Linken anzugi ftorlcteuernc katastrophale v'n- effante Armani der allgemeinen u her tfroge her ' iörftereien, Die W >icll unzweckmohi rungen hes Lehre Genie (9eriid)te i iDanbte, antworte unteren und mitt! wegs zu hoch, wl besonders in den verfehlten iBerwa nie! zu hoch und iriegsstani zurück Versammlung, in i arbeitet befanden, nehmlich benjenige politische Ginjtelli großem Interesse. Kr« b Lauterl zum.Icharmesb verband. R einen Dortrag Gemeinderechner bandsvorsitzende meinderechner 2 Horftanb, dem a meinderechner Kurz-Schadges güedet. Ltadkei Lauterbach und weitert. Die 2ei lich 1,50 bis 35 St DSA. Da der hiesigen alt, unter Denkmalschi äuherst teertv Sunb gemacht malspslegers für wurde eine llnfe ’nen, und Mr «Mt M m dem Terpuh 8emäIde zun 5 M>hem tun Uw werden die dem chnvürdig Dieto Stoma' CoP)'right by 231 Fortsetzung. . Millen im g ÖODOn-ßben bo< 7” durfte fie' Knnd,rihen 29 Street und S‘O0,9ing nm [L.Sinfter 5 W' «Wh Sh? 5V den grnyile|ii °>e Qu? Sen- e Lotten 2'N ’Jit ileiJM 4 Staöt ein lebhaftes Interesse an der Schaffung dieser Verbindung. Nun hat der Kreis infolge Mangels an Mitteln den Bau einstweilen zurüekgestell:. Wie verlautet, will das Feldbereinigungsamt jefci von der Bereitstellung des Geländes Abstand nehmen, eine Maßnahme, die wenig verständlich wäre, zumal sich bann einem späteren Straßenbau Schwierigkeiten in den Weg stellen würden. Was zur Zeit dem Kreise nicht möglich ist, kann vielleicht die Pro- uinj ausführen, die ab 1927 die Wege übernimmt. Die zur Zeit bestehende Gelegenheit der Geländebereitstellung sollte nicht versäumt werden, damit einem späteren Wegebau in der bezeichneten Richtung freie Bahn geschaffen wird. — Forstassessor Bruchhäuser von der hiesigen Fürstlich Stol- bergschen Forstvcrwaltung gelang es, in dem Di- sirikl Schwungstein ein Waldschnepfe zu erlegen. Mrciö Alsfeld. Alsfeld, 22. März. Unter der Leitung des Vorsitzenden der D c u t s ch n a t i o n a l e u Volks- .»a r t e i im Kreise Alsfeld, Barons Riedese 1- Zlltenburg, sanden nm Samstag zwei Versammlungen statt, in denen der Landesgeschäftsführer Dr. Brehm- Darmstadt über„Die politische Lage im Reich und in Hessen" sprach. Am Nachmittag war eine Mitgliederversammlung in Alsfeld, die in ieressante Darlegungen des Referenten über die Fortschritte des Deutschnationalen Arbeiterbundes in Hessen und über die bevorstehende Neubesetzung des Postens des Parteioorsitzenden .in Berlin brachte. Auch das Ergebenis des Volksbegehrens wurde kritisch beleuchtet und als keineswegs maßgebend für die endgültige Entscheidung bezeichnet. An der nachfolgenden längeren Aussprache beteiligten sich u. a. die Herren öä) (egelberger und Arntsgerichts- rat Ber ck. — Die Abendversammlung in Rain- rod nahm einen sehr anregenden Verlauf. Nach dem Vortrag des Herrn Dr. Brehm suchte ein Redner die deutschnationalen Sparanträge zum Staatshaushalt, soweit sie die Volksschule betrafen, im Sinne der Linken anzugreifen. Der Referent und Landwirt Karl Steuer nagel wiesen demgegenüber auf die katastrophale Finanzlage in Hessen hin. Sehr interessante Auseinandersetzungen galten der Umlegung der allgemeinen und der örllichen Kirchensteuer und der Frage der Aufhebung von staatlichen Ober- förftereien, die von Baron R i e d e s e 1 als finanziell unzweckmäßig bezeichnet wurde. Auf Ausführungen des Lehrers Reul, der sich gegen übertreibende Gerüchte über die Höhe der Lehrergehälter wandte, antwortete der Referent zustimmend. Die unteren und mitüeren Beamtengehälter seien keineswegs zu hoch, wohl aber sei die Zahl der Beamten, besonders in den höchsten Staatsstellen, infolge eines verfehlten Verwaltungsaufbaues nach dem Umsturz viel zu hoch und müsse einigermaßen auf den Vor- triegsstand zurückgefvhrt werden. Die starkbesuchte Versammlung, in der sich auch zahlreiche Steinbrucharbeiter befanden, folgte allen Ausführungen, vornehmlich denjenigen des Referenten über die sozialpolitische Einstellung der Deutschnationalen, mit großem Interesse. Kreis Lauterbach. 6 Lauterbach, 22. März. In dem Lokale zunr „Johannesberg" tagte der Kreisrechnerverband. Rechnungsrat Bechtold hielt einen Dortrag über die Geschäftsführung der Gemeinderechner. An Stelle des verstorbenen Ver- bandsvorsihenden Frih-Erainfeld wurde Ge° mcinderechner Wahl- Angersbach gewählt. Der Dorstand, dem außer dem Vorsitzenden die Ge- ineinderechner Gabriel- Ilbeshausen und Kurz-Schadges angehören, wurde um drei Mitglieder, Stadtrechner Hühn-Schlitz, Schnell- Lauterbach und Leinberger -Herbstein, erweitert. Die Derbandsbeiträge wurden auf jährlich 1,50 bis 3,50 Mk. sestg^eht. Starkenburg. WSR. Babenhausen, 22. März. In der hiesigen alten S t a d t k i r ch e, die kürzlich unter Denkmalschutz gestellt wurde, hat man einen äußerst wertvollen runsthistorischen Fund gemacht. Auf Deranlassung des Denkmalspflegers für Starkenburg, Prof. Meißner, wurde eine Untersuchung der Wände vorgenommen, und zwar mit einem überraschenden Ergebnis. Fast an allen Wänden kamen unter dem Verputz gut erhaltene Wandgemälde zum Vorschein, die zum Teil von großem künstlerischen Werte sind. Hoffentlich werden die Gemälde wieder hergestellt und dem ehrwürdigen Gotteshaus, das auch ein Die tolle Herzogin. Roman von Ernst Klein. Copyright by Carl Sünder, Verlag, Berlin. 23. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Mitten im Satze wandte er sich ab und eilte davon. Eben bog die Frau in Charles Street ein — er durfte sie nicht verlieren. Mit raschen, energischen Schritten ging sie über St. James Square, King Street und Sarnes Street auf Piccadilly hinauf. So ging nur jemand, der ein Ziel vor sich hat. Er mußte wissen, welches dieses Ziel war. Einen Augenblick protestierte der Stolz des englischen Gentlemans in ihm gegen dieses Spionieren. Lord Neville verfluchte sich selbst, daß er es tat — aber er tat es. Finster lag Berkeley Square. Finster Deoon- shire House mit seinem Garten. Finster der Park auf dem Platze. Trübe und leblos schimmerten die Laternen durch den dicht herniederströmenden Regen. Die Verfolgte beschleunigte ihre Schritte. Lief letzt beinahe. Bog um den Garten, überquerte die Straße und steuerte aus eines der alten Häuser zu, die auf der anderen Sette standen. Lord Neville blieb am Gitter des Parkes stehen. Mit verhaltenem Atem blickte er der Frau nach. Kalte Wut kochte in ihm--Sie kannte augenscheinlich das Haus, das ihr Ziel war! Ein Polizist stapfte, in seinen Regenkragen gemummt, dröhnend vorbei. Verwunderten Auges sah et den großen, eleganten Mann, der ohne Schirm, ohne auf den infernalifdjen Regen zu achten, sich im Schatten des Parkes hielt und über die Straße spähte. Der Polizist blieb stehen, folgte dem Blick des sichtlich aufgeregten Mannes.-- So fügte fia) ein Glied zum andern. So formte sich die Tragödie. Von der Minute an, ba Lady Grace den ersten koketten Blick mit Las Valdas wechselte, bis zu dem Augenblick, wo der stämmige Policeman aus halb beruflicher, halb menschlicher Neugierde stehen blieb, um den sich so auffällig gebärenden Gentleman zu beobachten. Zufall? Alles wirklich nur Zufall? Zum Teufel mit diesem Wort! Mit diesem Begriff, der hohl ist und dem Geschick verweigert, was ihm gebührt. Wie sagte sich Lord Neville, als er das Auto wenden ließ und die Jagd Altarschnitzwerk ersten Ranges aufweist, zu feinem alten künstlerischen Schmuck verhelfen. Die Kirche ist ein altes gotisches Bauwerk; sie wurde 1472 von Graf Philipp I. von Hanau erbaut, der 1477 in Babenhausen seine Residenz errichtete und die Stadt zu hoher Blüte brachte. In dem Chor der Kirche befindet sich auch die Gruft der Grafen von Hanau mit mehreren Grabsteinen: und Wappen. Preußen. Kreis Wetzlar. J Wetzlar, 22. März. Außer dem bereits gemeldeten Ankauf des Wohnhauses des Gärtners Linsenmeier, das wegen der Verbreiterung der Wuhlgrabenstr. niedergelegt werden soll, hat die Stadt vor einigen Tagen auch das frühere Groß'sche Haus in der Silhöferstraße für den Preis von 33 000 Mark erworben. Das Haus ist für die Stadt schon deswegen wertvoll, weil "bei einer für später vorgesehenen und unbedingt erforderlichen Anlegung einer Umgehungsstraße von der Linierstadt nach der Langgasse bzw. nad> dein Bahnhof und einer Ucijerßrüdunfl der Lahn im Laufe dieser Linie die Riederlegung auch dieses Hauses u. 11. in Frage kommt. O Riederkleen, 22. März. Zu der hiesigen Iagdverpach tung hatten sich, zahlreiche Pachtlustige, darunter besonders auch von Butzbach, Bad-Rauheim und Frankfurt a. M., eingefunben. Es wurden folgende Gebote abgegeben: für den Bezirt 1 (links des Klerbaches) Friedrich Stoll, Bad-Rauhcim 1200 Rm.. Karl Reuter, Riederkleen 1180 Rm.. Ludwig Kreh, Butzbach 1170 Rm.: für den Bezirk 2 lrechts dcs Kleebaches) Karl Reuter, Ricderkleen 350 Rm.. Karl Düringer, Butzbach 340 Rm.. Hotelbesitzer Fricke. Butzbach (Hess. Hof) 330 Rm. Bei der Ausbietung des G es amt bezi r t es betrugen die drei letzten Gebote: Ludwig Kreh, Butzbach 1730 Rm., Karl Reuter. Riederkleen 1720 Rm., Maschinenfabrikant Tröster, Butzbach 1710 Rm. Die Größe des Bezirk 1 beträgt 264 Hektar Wald und 367 Hektar Feld. Bezirk 2 umfaßt 32 Hektar Wald und 220 Hektar Feld. Die Zuschlagserteilung steht noch aus. Turnen, Sport und Spiel. Turnen. Frauenturnen im Turngau Hessen (D. T.) = Gießen, 22. März. Wie aus dem gestrigen Bericht über den Gauturntag heroor- geht, sindet das diesjährige Gau-Frauenwetturnen des Turngaues Hessen erst nach tnrni Gauturnfest statt, und zwar am 29. August in Grünberg. Die Wettkampfübungen sind jetzt bereits vom Gausrauenturnwart Paul (Gießen) herausgegeben worden. Es wird in vier Stufen geturnt. Für die Turneri nnen-Oberstufe und die Turnerinnen-Llnterstufe ist ein 9- und ein 6-Kampf vorgeschrieben, für die beiden 3u- gendturnerinnen-Stusen ein 9-Kampf. Als volkstümliche Hebungen für die 9-Kämpfe wurden 75-Meter-Lauf, Hochsprung und Dallweitwurf bestimmt. Der 6-Kampf seht sich nur aus Geräteübungen und einer der allgemeinen Freiübungen als Pflichtfreiübung zusammen. Die vier all- gemeinen Freiübungen bevorzugen int ersten Teil schwunghafte und straffe Formen im Wechsel, im zweiten Teil Hüpfübungen. Als Massenvorführung werden sie ihre Wirkung zweifellos nicht verfehlen. Ausgetragen wird auch ein volkstümlicher Dierkampf, bestehend aus 75-Meter- Lauf, Hochsprung, Kugelstoßen, 334 Kg., Weit- sprung. Fußball. 5p. u. 5p. V. Saiger I — 5p. V. Seuchelheim 11:4. Beide Mannschaften sind 8-Meister, Haigcr tx>n der Dill-Gruppe, Heuchelheim von der Gruppe Gießen. Man war daher gespannt auf den Ausgang des Spieles. Doch Haiger enttäuschte; es war nicht in der Lage, ben Heuchel- heimem ein gleichwertiges Spiel zu liefern. Heuchelheim übernahm von Anfang an die Führung und gewann leicht mit 4:1 Toren. Der Sturm gefiel sehr gut und konnte durch schönes flaches Kombinationsspiel die vier Tore erzielen. Bei Haiger gefielen nur die beiden Verteidiger. Das Spiel fand in Haiger statt und war durchaus fair. In Heuchelheim spielten V. f. D. Aßlar I — Sp. V. Heuchelheim ll 3:1. V. f. D. Aßlar Jugend — Sp. D. Heuchelheim Jugend 2:1. Mitteldeutsche Ergebnisse. In dem Fußballspiel in Leipzig am Sonntag errang in einem Freundschaftsspiel der Verein für Bewegungsspiele den haushohen Sieg über Spielvereinigung mit 7:0. In der Runde der zweiten siegle Olympia- Germania Leipzig über Schwarz-Gelb Weißenfels 6:0. Der Meister von Rordwest-Sachsen Fortuna Leipzig kämpfte in Riesa mit dem dortigen Sportverein uni> siegte mit 4:3, wodurch sich Fortuna Wetter für das Dorendspiel der Mitteldeutschen Meisterschaft qualifiziert hat. in ■ i in i ■ 11—aem— begann? Bestimmung? Das ist es — Bestimmung! Wir Menschen sind ja so armselige Narren, olle miteinander, und um so armseliger und lächerlicher, je größer und mächtiger wir uns dünken! Lord Neville und zwanzig Schritte hinter ihnt der Schutzmann sahen die Frau in den kleinen Vorgarten des Hauses 26 treten, die zwei Stufen zum Eingang hinaussteigen und läuten. Sie wurde augenscheinlich erwartet, denn gleich darauf wurde es im Erdgeschoß hell — der Schatten eines Mannes erschien hinter der Mattscheibe der Eingangstür. Diese wurde etwas geöffnet — die Frau schlüpfte hinein. Das Licht verlöschte. Lord Neville stieß einen wilden Fluch durch die Zahne und sprang vorwärts. Der Polizist rückte ihm nach und nahm nun seinen Posten an der Gitterecke ein. Einen Augenblick streifte Lord Neville durch den dämmerigen Lichtkegel seiner Laterne. Verdammt —! Der Polizist stutzte--das Gesicht hatte er doch schon einmal irgendwo gesehen — in einer Zeitung oder so--? 16. Kapitel. Las Valdas selbst war es, der Gloria öffnete. Er batte seinen Diener fortgeschickt — soviel Diskretion hatte er wenigstens. Da Gloria einen dichten Schleier trug, konnte er nicht erkennen, daß sie es war. „Bitte einzutreten!" sagte er und zog die Tür zu denr erleuchteten Arbeitszimmer aus, das als zweites zur linken Hand in der kleinen, schmalen Halle lag. Höhnisch war seine Verbeugung: kalt, feindlich seine Stimme. Unwillkürlich griff Gloria nach dem Revolver, den sie entsichert in der Manteltasche stecken hatte. Ihr war es lieber so. Sie trat ein und warf einen raschen Blick um ich. Die Einrichtung, üppig, mit vielen Frauenbil- ?ern und -Photographien interessierte sie nicht. Sie ah sich den Platz selbst an. Der Schreibtisch stand zwischen den beiden Fenstern, an der rechten Wand ein großer Rokokoschrank. Vor dem Tische eine breite Ottomane mit vielen hellen Seidenkissen. Ein arabischer Rauchtisch davor--Den Fenstern gegenüber die Tür zum Vorderzimmer, durch einen mächtigen Kelim verhängt. In einer Minute hatte sie das alles erfaßt, sich eingeprägt. Sic schlug den Schleier empor-- Las Valdas fuhr zurück. „Sie?" Leichtathletik. Leichtathletik-Abteilung der 5pielvereinigung 1900. Die Leichtathleti kabteilung der Spielvereinigung 1900 wollte ihr diesjähriges Wintertrai- ning nicht beenden, ohne vorher mit der Vorführung des Traunngbetriebes an die Öffentlichkeit (wenn auch nur im Rahmen eines Elternabends) getreten zu fein. Das geschah durch den in der Turnhalle der Stadtknabenschulc abgehaltenen Halle nabend. Das Dargebotene sollte darauf abzielen, den Zuschauern zu zeigen, welche Arbeit geleistet worden ist, und weiterhin bei ilynen Interesse und Verständnis zu wecken, sowie das Band zwischen Elternschaft und Verein enger zu knüpfen. Das dürfte, wie aus dem reichen Beifall der Zuschauer und aus den Aus- füh.ungen von Prof. H u n t e m ü l l e r am Sck.luh des Abends zu entnehmen war, der Abteilung mehr als gelungen sein. Besonders soll hier ein in den Darlegungen von Prof. Huntemüller enthaltener Gedanke festgelegt werden, der in der ethischen Auswertung des Abends das Haupt- moment bildet: Ein Sportverein darf seine Mission nicht darin erfüllt sehen, nur auf den Spielfeldern einer mehr oder weniger großen Oeffent- keit gegenüber in die Augen springende Erfolge zu erringen, sondern er muß auch unter Hint- antstellung, seiner eigenen Interessen darauf bedacht sein, seinen Mitgliedern, insbesondere den Jugendlichen, die körperliche Allgemeinausbildung angedeihen zu lassen, die sie erst zu wahren Sportleuten macht. Rach einer kurzen Begrüßungsansprache des 1. Vorsitzenden der Sp.-Vgg. 1900, K. Mül - l e r, wurden von der Gesamtabteilung die Haupt-- Übungen der Grundghnmastik vorgesührt, deren Zweck der 1. Trainingsleiter, A. Wallenfels, in großen Umrissen erläuterte. Es folgte dann die Ghmnasttk an Geräten, wodurch einmal eine Ausbildung des ganzen Körpers, andererseits eine Stärkung einzelner Körperteile hervorgerufen wird, wie Medizinball-Werfen, Seilspringen, Gewichtreißen usw. Man ging dann zur Zweckgymnastik für Werfen. Stoßen, Springen und Hürdenlaufen über. Als Kapitel für sich wurde der besonders wichtige Stillauf behandelt. Es wurde in seinen einzelnen Phasen sowohl den älteren, durchgebildeten Leichtathleten, als auch von den jüngeren, noch nicht sehr fortgeschrittenen Mitgliedern der Abteilung gezeigt. Richt vergessen wurde die Vorführung der Selbstmassage in ihren verschiedenen Formen, weil sie einen wichtigen Faktor für den Leichtathleten darstellt. Aus den gezeigten, von 21. W allenfels in mustergültiger Weise ab gewickelten Darbietungen muhte man den Eindruck gewinnen, daß eine Weiterentwicklung auf dieser Grundlage die Leichtathletik-Abteilung der Sp.-Vgg. 1900 in nur günstigem Licht erscheinen lassen wird. „Ja — ich. Ich bin im Austrage meiner Schwester hier, um die Briese abzuholen, deren Herausgabe Sie ihr versprochen haben." Der Portugiese zog eine hämische Grimasse. Sein hübsches, dunkles Gesicht wurde für einen Moment durch den Haß entstellt, der aus jeder seiner Mienen hcroorbrach. „Habe ich das?" knirschte er. „Ja, das haben Sie! Ick; will mich nicht weiter damit oufhalten. Ihnen zu sagen, was ich über Sie denke — ich verlange die Briefe — und das Dokument. Ich bin bereit, Ihnen zu zahlen, was Sie verlangen." „Das Dokument! Ha — Sic Närrin!" Er ließ die Maske fallen. Der elegante, verführerische Salonmensch verschwand, die widerliche, heimtückische Bestie blieb. „Das Dokument! Ja, wenn ich das hätte!" schrie er. „Haben Sie es schon verkauft? Wo kann ich es zurückkaufen?" Aeußerlich war sie ruhig, eisig — kalt. Aber in ihr tanzten dis Nerven-- „Hüten Sie sich, Frau Herzogin!" Und lauter, greller ward seine Stimme. „Ich bin nicht in der Laune, so mit mir sprechen zu lassen! Das Dokument, das mir Ihre schöne, liebenswürdige Schwester aus- geliefert hat, ist — mir gestohlen morde n." „Was sagen Sie?" ~ Eine milde Freude sprang in ihr auf. Sollte noch in letzter Minute eine Hoffnung möglich sein? Der Mann mar um den Lohn feiner Schurkentat geprellt morden — er sprach die Wahrheit. Das sah sie an seiner sich selbst vergessenden Wut. Aber wer--? Wer hatte das getan? Grace? Nein! — die hätte sie sonst nicht so abfahren lassen. Aber wer? Wer ? Sie lachte. „Das ist interessant! So sieht demnach ein betrogener Betrüger aus!" Er stierte sie einen Auaenblick lang an, als wollte er auf sie zuspringen. Seine weißen Zähne tnirsch- ten aneinander, seine Hände ballten sich. Hoch aufgerichtet stand sie da und wartete-- Doch er bezwang sich. Etwas war in der Haltung dieses schönen, stolzen Weibes, das ihm mit einem Male Furcht cinslößte. Trotz seiner blinden Wut sah er, daß sie nur aus einen Angriff wartete. Was hielt sic mit der Hand in der Tasche ihres Mantels umspannt--? Radsport. Radrennen in Frankfurt. Die Frankfurter Radsaison wurde am Sonntag durch ein großes Trainingrennen eröffnet, das iehr gut besucht war. Man sah spannende Kämpfe. Das. erste Rennen war offen für Fahrer, die noch keinen Preis auf der Rennbahn errungen haben. Sieger blieb Rud Heuser, 2 M. Schad. Rach diesem Rennen sand ein Dreier-Rad- ballspiei statt, und zwar zwischen den Mann- schäften R. V. Wanderlust-Bockenheim und Velo- zipedtlub Franffurt, das die Bockenheimer nach abwechslungsreichem Kampfe mit 1:0 beenden konnten. Interessant war das Vereins-Rlannschasts- fahren über sechs Bahnrunden. Es starteten drei Mannschaften. Sieger blieb der gut fahrende Velvzipedtlub. 2. Sieger Germania Franfurt. Die Hauptanziehungskraft bot das 2-Stun- demnannschaftssahren nach Sechstageart. das die Zuschauer von Ansang bis zum Ende in Spannung hielt. Die Fahrer hielten sich sehr gut Es waren für verschiedene Wertungen und Spurts Preise ausgesetzt und dadurch wurde das Inter" esse der Fahrer wachgehalten. Sieger war in diesem Rennen die Mannschaft Emil Müller und Hch. H e ß m e i e r. Außer einem gelingen Sturz verliefen di< Rennen ohne Zwischenfälle. Bereinsstratzenrennen. Frankfurt o. M., 21. März. Heute morgen ging um 855 Ahr an der Sachserchäufer Warte das Vereinsradrennen des Frankfurter Velozipedklubs vonstatten. Die Rennstrecke führte über 30 Kilometer, und zwar über Isenburg. Langen und zurück zur Warte, die von dem Sieger Gugau in der Zeit 54,5 Minuten bewältigt wurde. 2. wurde Schwarz. Eröffnung der Treptower Rennbahn, Die Treptower Radrennbahn eröffnete am Sonntag mit einem abwechslungsreichen Programm die Saison auf offenen Bahnen. Im Preis vr>n Adlershof. einem Dauer- fahren über 15 Kilometer, siegte Kr upkat in 15.11.3 Minuten vor Feja (60 Meter zurück) und dem Belgier Ruysseveldt. Im Preis von Gimnau über 20 Kilometer wurde Feja in 19.40,2 vor Krupkat (50 Meter zurück) und Ruysseveldt Sieger. 3m Großen Croffnungspreis über 30 Kilometer siegte Feja in 30.90,1 vor Krupkat (30 Meter zurück) und Ruysseveldt (600 Meter zurück). Das Cinleitungsfahren der Amateure über 20 Runden — mit Wertung in jeder vierten Runde — brachte den Sieg von Oskar Rütt mit 15 Punkten. Das Berufsfahrer- Fliegerrennen über vier Runden gewann Willy Krüger. Ringen. Mannschafts - Ringkampf Paris -Duisburg. Zur Erneuerung der sportliche Beziehungen, hatte sich zum Sonntag die Athletengesellschaft 90 Duisburg-Hochfeld die Pariser Gaumannschaft zu einem Freundschaftskampf verpflichtet. Die Duisburger siegten mit 17:7 Punkten. Fechten. Florettmannsch astskamps West- deuts land -5üdwestdeutschland In Düsseldorf trug am Sonntag im Florett-- mannschaftskampf der Kreis 9 (Mittelrhein) mit 14 Siegen und 44 Treffern gegen Kreis 8 (Rheinland) mit 2 Siegen und 21 Treffern einen sicheren Sieg davon. Rudern. Tagung des Kanu-Verbandes. WER. Am Samstagvormittag begannen im Frankfurter Hof in Frankfurt a. M. die Beratungen des Deutschen Kanu-Berbandes. Er trat zurück. Ganz hinter seinen Schreibtisch — er war feig wie alle solche Kreaturen, feig, bodenlos feig. „Verzeihen Sie, Frau Herzogin," sprach er nach einer kleinen Pause, „ich habe mich vergessen." „Leicht begreiflich, wenn man sich so —V* Sie unterbrach sich. „Mich interessiert aber auf jeden Fall, was mit dem Papier geschehen ist." „Ich habe keine Ahnung. Ich--doch, pardon, wollen Sie sich nicht setzen?" „Nein, ich ziehe es vor, stehen zu bleiben. So viel ich weiß, haben Sie sich von dem Dokument, das Ihnen meine Schwester gab, eine Abschrift gemacht. Diese ist Ihnen abhanden gekommen?" „Ja. Ich schrieb den Vertrag aus eines meiner Briefpapiere ab, und tat das Schriftstück in mein Portefeuille. Als ich hier anlangte, hatte ich ein leeres Blatt in der Tasche." Wieder lachte Gloria'. Aber wer! Wer? Der Um- taujch mußte doch noch in Burnham Tower geschehen sein! Wer? Wer? Las Valdas tarn wieder hinter seinem Schreibtische hervor. Hanz verändert war jetzt seine Haltung. Höhnisch schlich er auf Gloria zu. Schob sich näher und näher. „Sie lachen, Frau Herzogin?" lächelte er. „Gestatten Sie, daß ich Ihre Heiterkeit etwas deplaciert finde? Sie vergessen, daß ich noch ein wertvolles Material in meinem Besitz habe — die Briefe der entzückenden Lady Grace." „Ich vergesse das nicht. Was kosten sie?" ,Hm--" Las Valdas nahm eine wohlwollend nachdenkliche Miene an. „Euer Gnaden, Frau Herzogin, die Tochter eines der reichsten Männer Englands, werden nicht beurteilen können, wie schwer es für einen mit Glücksgütern nicht übermäßig gesegneten Mann von Welt ist, sich auf dem Standard of life zu erhalten, den er seinem Namen und seiner Stellung schuldig ist. Wenn man nicht im Hause eines vielfachen "Millionärs zur Welt kommt, muß man eben, wen man Ehrgeiz und Selbstgefühl hat, alle Mittel benutzen, die man von der in anderer Hinsicht nicht freigebigen Natur erhalten hot. Sie müffen mein kleines Plänchen, das nun leider mißglückt ist, nicht von einem persönlichen, sondern — wenn ich so sagen darf — mehr fachlich — absoluten Standpunkte aus betrachten —" (Fortsetzung folgt;) Jur Tuberkulosebekämpfung 55,75 98,4 97,75' 93,5 53,52 43,5 106 78,75 115,5 116 Berlin, 22 März 59 60 78' 81' 93,75 74,5 Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M Telegraphische Auszahlung. 90,5' 104' 44 94 o 90,62 138,5 78,72 77 89 134 79 77,5 77,5 111 133,2* ta,75 78 109,5 Bon Dr. Carl Tuberkulose begegnet inan allzuoft, am in der Form der Lungentuberkulose. Sie Stuhl- Gießen. Tuberkulosebekämpfung erfolgen muß, insofern kn Zukunft die Leichtkranken in der Heimat behandelt werden und gesunden, und daß die Schwcrtranken sich in den Heilstätten zusammenfinden, damit ihnen dort geholfen wird, und damit durch ihre möglichst lange Fernhaltung non der Familie die nächste Generation vor der unausbleiblichen Ansteckung verschont bleibt. Hier sei ganz besonders noch darauf hinge- wiesen, daß in vielen Fällen die erwähnte chirurgische Behandlung in der einen oder anderen Form solche Kranken von ihrer Bazillenausscheidung befreit, und daß mancher von ihnen wieder seine Arbeitsfähigkeit erlangt. An der Zweckmäßigkeit der Art der einzuleitenden Behandlung sind in erster Linie die Kranken inter- essiert, dann aber auch die Krankenkassen, Versiehe« rungsanstalten, sowie öffentliche und private Wohlfahrt. In nächster Nähe der Stadt wären in geschütztem Gelände Liegehallen zu erbauen, in welchen die erwähnten Leichtkranken unter strenger Aufsicht ihre Liegekuren ausführen. Während seither infolge der viel zu geringen Bettenzahl der Heilstätten alle Kranken wachen-, ja monatelang warten mußten, bis ihre Ausnahme in einer Heilstätte möglich war, würde alsdann ein sofortiger Beginn der Behandlung eintreten können. Bei den Patienten würde sich in der Wartezeit das Leiden inzwischen nicht verschlimmern; andererseits hätten die Krankenkassen begreifliches großes Intersfe an dem umgehenden Beginne des Heilverfahrens. Eine Behandlung in den geschloffenen Lungenheilstätten wäre alsdann für diese Frühstadien der Lungentuberkulose überhaupt meist nicht erforderlich und die Anstalten ständen den Schwerkranken, offenen Tuberkulösen, zur Ver- fügung. Die Behandlung der Lungentuberkulosen und anderen offenkundigen Tuberkuloseerkrankungen der Erwachsenen ist und bleibt die Reparation eines Schadens, der vielfach im Kindesalter hätte vermieden oder doch abgeschwächt werden können. Fast alle Menschen erleiden in frühester Jugend eine Tuberkuloseansteckung. Oft überwindet sie der Organismus unbemerkt. Häufig zeigen sich in der Jugend Skrofulose, „Blutarmut" und andere Leiden, welche durch die nicht ruhende tuberkulöse Erkrankung bedingt sind. In diesen Stadien kann und müßte geheilt werden durch Licht, Luft und Sonne! Selbstverständlich dürfen andere wichtige elementare Grundbedingungen der Heilung nicht außer acht gelassen werden. Das Luft - und Sonnenbad f ü r' s Volk muß geschaffen werden. Es muß so eingerichtet fein, daß sich jede Mutter dort mit ihren Kindern Kraft und Ausdauer holt in den Strahlen und in der Wärme des Sonnenlichtes. Hier gilt es, die Widerstandsfähigkeit des einzelnen zu stählen für den Kampf gegen die Tuberkulose. Und das läßt sich nur in einem gut angelegten Frauenluftbade erreichen. Es wird immer deutlicher hervortreten und gar bald wird sich keiner mehr der Erkenntnis verschließen, daß die Tuberkulosebekämpfung in erster Linie eine kommunale Angelegenheit ist. Wo in Stadt und Land für diese Fragen zur Hebung der Volksgesundheit Verständnis ist, wo schon die Kinder aller Volksschichten in einem sachgemäß eingerichteten Luft- und Sonnenbade Zugang haben, wo die Lungenkatarrhe der Erwachsenen an Ort und Stelle durch eine Freiliegekur sofort behandelt werden können, da wird sich die Zahl der Todesfälle infolge von Lungenschwindsucht bedeutend vermindern. 12,50, Lupinen (gelb) 14 bis 14,50, Serradelle (alt) 15 bis 21, Serradelle (neu) 26 bis 29. Rapskuchen 14,50 bis 14,70, Leinkuchen 18,40 bi« 18,60, Trockenschnitzel 8,60 bis 8,80, Soyaschrot 18,50 bis 18,70, Kartoffelflocken 13,80 bis 14. Börsenkurse. Kirchliche Nachrichten. - Evangelische Gemeinden. « ven. ^vhanneSkirche. Mittwoch, 24.035t», baöö. 6; Vassionsaottesdienst. Pfr. AuSfeld. 45 107 79 32,5 116,5 52 .>8 98,5 93,75 88,75 116,25 52 59 91 133,5* 79,75 77,25 97,75* 92,75" '87,257 I 115* ! 51 1 49,4 Frankfurter Getreidebörse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers"^ Frankfurt a.M., 23 März. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer, 26,75 Mk.; Roggen, inländischer, 17,50 bis 17,75; Sommergerste für Brau- Zwecke 21 bis 24; Hafer, inländischer, 19,50 bis 21,50; Mais (gelb) 17,50 bis 18; Weizenmehl, in- landisclies (Spezial 0) 40 bis 40,75; Roggenmehl 26,25 bis 26,50; Weizenkleie 9,25 bis 9,50; Rogqen- kleie 10,25. Mk. Tendenz: stetig. Berliner Produktenbörse. 56,5 43 89 90,5 105,75 130,25 136,25 34,75 45 78,75 81,5 85,5 148 148,12 "8,4 ; 145,7' 148,5 | 146,4 86 88,9 115,62 50,75 49,75 29,5 37 Die Kirschbäume auf dem Trieb gefällt? Gießen ist an Raturschönheiten allzureich. Daher hat man wohl auch nichts besseres zu tun, als es von diesen, wo es geht, zu befreien. Rirgend ward Frühling allen Einwohnern unserer Stadt mehr Erlebnis als zur Zeit der Kirschen- blute, da der Blick schweifte über weißem, srohem, sruchtverheißendem Blütenmeer zu den Burgen Gleiberg und Vetzberg. Geht zum -r^rieb. letzt Euch an, was dort geschah. Mit schwellenden Knospen liegen sie, in Koller Kraft gefällt. Ein wüster, wirrer Rndirck. Geht nur hinaus um die Zeit der Blute, nichts werdet Zhr sehen als einen öden, leeren Fleck. Geschehen ist geschehen. Was nützt der gerechte Unwille der Raturfreunde, die Gie- ßens Antlitz schon erhalten wollen. Aber wir Aussen doch fragen, gibt es für künftige Fälle keine Möglichkeiten des Einspruchs, der Verhütung solcher Dinge. Hier hat jeder das Recht zu fragen: Muhte das sein? Zu welchem ..höheren Zwecke , der dies Mittel heiligte. Haben unsere Stadtverordneten darum gewußt und hat nieinand dagegen Einspruch erhoben? Man S ung Antwort und die Gewähr, daß in VSS*Ä en solche Dinge vorher vor die Öffentlichkeit gebracht werden S. Einqesandt. [Sur Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Erkrankung, die nicht immer erkannt wird und erkannt werden kann. Davon weiß jeder Arzt Berlin. 22. März. Der Berliner Produktenhandel eröffnete die neue Woche im Zeichen etwas festerer Tendenz. Das Ausland übt mit seinen Preisrückgängen wenig Einfluß aus. Vielmehr gaben heute nur markttechnische Momente der Börse das Gepräge. Das Angebot in Weizen bleibt nach wie vor überaus knapp, so daß die Mühlen ihren anhaltenden Bedarf nur sehr schwer wieder hier decken können. Auch Roggen ist bet allgemeiner Frage knapp und in den Forderungen hochgehalten. Gerste in guter Ware fefter, desgleichen Hafer, der besonders nach dem Rheinland gesucht wird. Für 'Mehl sind die teilweise erhöhten Preisforderungen schwer durchzusetzen. Futterartikel andauernd still. Im Zeithandel eröffnete der Weizen etwa 1.50 Mart hoher. Roggen zu 0,5 bis 1,50 Mark über Vortag- Beachtenswert ist für den heutigen Verkehr das sehr starke Deckungsbedürfnis in beiden Ge- treiöearten für Märzlieferung. Es notierten pro Tonne: Weizen (märk.) 255 bis 259, Roggen (marf.) 156 bis 161, Sommergerste 166 bis 190, . ^ euuuiuu -veui (märnr°169mi?iä *17?tert?Cr er Prozentsatz überhaupt mcht lungen- R ü g e n. Dann wurden eine Reihe rennsport- *ra"L '[*’ e,n Öderer, nicht unbeträchtlicher Teil l i ch e Anträge beraten. Die Rennstrecken Behandlung nicht bedürfe. Denn mir wissen, daß sollen bestehen bleiben (lange Strecke Sutortige formen der Lungentuberkulose auch ohne 28 Kilometer, die nur im Wanderboot ÄlaffeA Anstaltsbehandlung heilen. Die schweren, bösartigen, ober B. nicht im Rennboot zurückgelegt werden vorgeschrittenen Formen der Lungentuberkulose dadarf. Ferner wird eine Versicherung für L^en, deren Heilungsausstchten gering waren, wur- Anfall- und Haftpflicht, für die der Verband die ben ber Heilstättenbehandlung Prämie zahlt, durchgeführt. Internationale De- ailsgefchlchsen und blieben wenn s,e em Heim hatten, Ziehungen sollen bald wieder ausgenommen wer- m '£rcr ö«nuhe. Das bedeutet, praktisch betrachtet, den, und zwar zunächst mit der Schwer, Der ,m 6mne der Tuberkulosenbekampfung, daß in der Verband soll in das Vereinsregister eingetragen Mehrzahl geschlossene Tuberkulosen, d. h. die Fälle, werden. Rächster Verbandstag ist in Forst welche in ihrem tfungenausroiirf nod) feine Bacillen 'Lausitz). Der diesjährige Kanutag findet am aushusteten, zu einer Heilstättenbehandlung heran- ® taff elf ee in Bayern statt Dort und auf gezogen wurden, wahrend die offenen Lungentuber- ber Isar werden die Gaumeisterkämpfe ausae- kulosen, das sind solche, die in ihrem Auswurfe den tragen. Die lange Strecke wird auf der -i-uberkelbazillns ausscheiden, großenteils in den E lb e bei Dresden' ausgefahren Die Beteiligung ^»ngenheilanstalten keine Aufnahme fanden. Sie an den K a m p f s p i e l e n in Köln wurde Icben ^aulc- ie nach den Verhältnissen, oft in beben Vereinen zur Pflicht gemacht. schränkteni Raume nut den Angehörigen zusammen und stecken namentlich die jungen Kinder mit Sicher- heit an, welche nach kürzerer oder längerer Zeit der- Auto-Anfahrt. selben Krankheit zum Opfer fallen. 'w'o BiTÄ Sääe; sys kmäsä ÄtrUV"co-40 Ver,onen kiln*,en- WÄSKÄS'S ’ ’ ' ___________ jahrelangen vergeblichen Versuchen mit den verschiedensten Behandlungsmethoden noch einem chi- Gießener BZochenmarttpreise. rurgischen Eingriffe unterzieht. (=5 , s , .. , Während man bis zum heutigen Tage vielfach E ?uf dein heutigen Wochenmarkt der Anschauung huldigte, daß ein Lungenkranker zur ff? /In T”™ ^"e 30 bis 40, Heilung möglichst einen Klimawechsel vornehmen VAifrmPt an6 J 9 «?0, '"usse, vertreten nun sogar objektive Fachärzte den Standpunkt, daß der Kranke — abgesehen von be- An 5^oränSinn sonderen Fällen — ebenso gut im Klima seiner ^ev- bis ^0 ^^0. Endwlm mat Genesung finden kann. Werden doch die meisten 100 oa8 ÜOn ben Menschen, welche ein tuberkulöse Infektion 100. To^^n 150, Zwiebeln 20 Meerrettich 40 erleiden, und sich eine Heilstättenbehandlung nicht er- tauben können, auch in den heimatlichen Verhält- Hahnen 110 bis 120, Suppenhühner 110 bis 120; nisten wieder aefunb 1926 auf 383 599 gegen ist mithin gegenüber dem Vormonat um 5219 zu- vürfgegangen; Ende Februar 1925 waren 472 181 Arbeiter beschäftigt. Die Zahl der Feierschichten betrug im Februar 1926 579 000 gegen 384 000 im ftanuar 1926 (beide Angaben nach vorläufiger ^e= uif" mV™ 2)e3cmber 1925 stellte sich die Zahl dieser Woche mit dem Freigabegösetzentwiirs be- WlTtlChQlte Usen.soll. 3m Devisenverkehr herrschte große 4 h v . Gescbosttsstille. Paris lag gegen London erneut Die Kohlenförderung des Ruhr- schwacher nut 137,50 bis 137,75. g e b i e t e s i m Februar. Im Monat Februar wurden im Ruhrgebiet insgesamt an 24 Arbeitstagen ."vranfhtrter Bö» »o 8050361 Tonnen Kohle gefördert bei achtstündiger Schichtzeit einschließlich Ein- und Ausfahrt gegen (Eigener Drahtbericht des „OicBcnei Anzetgers".) 8 401992 Tonnen an 24H Arbeitstagen im Vor- Frankfurt aq 07?^*.. .. • S-BÄ- Mr-ÄWMG Februar 1913 (8Ftündige Schichtzeit). Arbeitstäglich f r eunbl ick-r ÖUr4) etwas betrug die Kohlenförderung im Februar 1926 L verdrängt wer- •335432 Tonnen, im Januar 1926 344 697 Tonnen, Maß/-um Ausdruck nn Februar 1919 226 282 Tonnen und im Februar n* 8 « f Spekulation verhielt 1913 383 088 Tonnen. Die Kokserzeugung des e r des ^ltimos st a r k Ruhrgebiets stellte sich im Februar 1926 auf nicht ptiLh f b venner^werte Umsätze 1 6565 929 Tonnen, im Januar 1926 auf 1753 753 S borficltia ^ ^n n disponierte Tonnen, im Februar 1919 auf 1 313 442 Tonnen ein flarpr Ärbiirf nA mnenpolltlschen Lage i m Februar 1913 auf 1 973 264 Tnnrum Tiir Cink . nDC6 nicht möglich ist. Wab- t ä g lidjeS 01 s e t, e u nunq betrug im S ?le «P-kulation sich ®ucfd,äft zurück- bruar 1926 59176 Tonnen, Januar ?926 56 575 Kaufaufträge aus der Pro- Tonnen. Fedruor 1919 W 909 Tonnen F^brunr fTm ar des 1913 70 499 Tonnen. Die Brikettherstellung belief Kui?entnückluua ^vlgedessen war nd) auf 341 466 Tonnen im Februar 1926 33919s -t" t0elLttol c1*9 zunächst uneinheitlich, aber Tonnet im J7nua719-g!" ZM Tonnkn tag? ÄeÄ Ä.’*« bruar 1919 und 396 503 Tonnen im Februar 1913. laaen reckt ^sckw?ck 1 r a ^-lJn Arbeitstäglich wurden an Briketts hergestellt im ährten di? Abaaben^f'nrt^ktc., b-cfe5 Februar 1926 14 228 Tonnen, Januar 1926 13 913 220^fflLSt i,ninuÄ SÄ-J! ’ff-USÄ L SÄSif -FÄ SÄ» -rrnonat um 5219 xu= I Pbönir biteben Deut ch-Lux und orieoen behauptet, während einige andere ^erte dieser Gruppe zum Rachgeben neigten. 5 vr ow er t e blieben zumeist gehalten. Rütgers- v-^^le plus 1 Prozent, aber Holzverkohlung mi- Hrf? 9ns$,r05€nh' o'lm Slekt romarkt muhten H ZSG und Lahmeyer eine 1- bzw. 2prozen° ige Abschwächung gefallen lassen.Bankaktien lagen ruhig und wiesen nur unbedeutende Kurs- veranderungen auf. Autoaktien tendierten fest. Kletzer plus 1 Prozent. Lebhaft begehrt waren Zuckeraktien die ansehnlich hoher gingen. Offstein, Zucker plus 4,5 Prozent Heilbronn ° Zucker 2,5 Prozent. Auch die Aktien' der Schuhfabriken blieben gesucht besonders Singel. Deutsche Anleihen hatten lustloses Geschäft bei kaum veränderten Kursen. Am Auslandrenten- markt verstimmte für Türken die Verzögerung in den Pariser Verhandlungen und führte zu einem Rachgeben dieser Werte. Ungarn waren dagegen befestigt. 3m Freiverkehr horte man: Becker Kohle 51, Decker Stahl 45, Benz 50 Brown Doveri 68, Entreprise 10, Growag 35 5' Hansa-Bank 72,5, Ufa 50, Ufra 70 Prvz. Der breitere Verlauf wurde durch eine sich stärker bemerkbar machende Qlbgabeneigung ungünstig beeinflußt, die sich besonders auf führende Werte erstreckte. Das Geschäft wurde lustlos, und teil- toeife traten leichte Senkungen der Kurse ein. ?c> :® m a ,FE * zeigt unverändert große Flüssigkeit. Die Sähe sind unverändert. Im Devisen verkehr waren Veränderungen von De° ■ du verzeichnen Paris lag etwas schwächer 86 I 57,25 ! '.KJ 91,25 106,25 131,75 1 137,2I 35 42,25 79 | 81.75 I 85,5 56 ; 88,75* 1 55,9 41,5' 88,75* 90,75* 1104,9* 129,25 135,25 34,75 43,9* 78,25* 81.4* I 85,5 .145,6* 146.5* Geld 4,187 17,01 110,00 20,357 14,97 167,68 16,94 90,52 59,03 1,78 112,17 80,63 59,05 12,385 5,84 2ln die Besprechungen des Vorstandes schlossen | sich om 2!achmittag die Beratungen der Gesamtversammlung an, in der von 14 Kreisen zwölf burd) 100 Abgeordnete vertreten waren. Der Vorsitzende. Ingenieur R ei necke-Köln, gab einen Rückblick auf bag für den Kanusport gün- I r Itige Jahr 1925, in dem 75 neue Vereine dem I v^'st^v Verband beigetreten sind. Mit Beifall wurde ,'t .c,ne. begrüßt, daß es dem Kanuverband gelungen 1 . ... ift. in den Reichsausschuß für Leibesübungen 3!.' ^rzohlen. Es fei nur an die vielen Rippenfellent- als Stammverband aufgenommen zu werden. 3m 3"ndungen erinnert, hinter welchen eine Tuberkulose Kanurennsport seien Höchstleistungen gegen inter- versteckt ist, an die häufigen Brustkatarrhe der nationale Klasse erzielt worden. Der' Vorsitzende sjllten- die nichts anders als eine durch ein ganzes des Oberrhein- und Mainkreises, Zahn, hieß -eben hindurch begleitende chronische Lungentuber- die Abgeordneten in Frankfurt willkommen. Di- ililose sind. Asthma erscheint häufig als eine Aeuße- rektor Echternach vom Frankfurter Stadl- ^""g tuberkulöser Lunqenherde. Manche Lungenent- amt für Leibesübungen wünschte in längerer Windung ist tuberkulöser Natur. Bleichsucht, Blut- Rede den Verhandlungen einen guten Verlauf vrmut, Nervosität u. a. gehören leider auch oft welchem Wunsche sich der Sportsmann v. der h'erher. Emden anschloß. Den Schluß der Beratungen 9Jian hat erkannt und längst ausgesprochen, daß bildete die brennende Frage der Schaffung von das heute übliche System der Bekämpfung der Lun- Zugendherbergen für Wanderpadd-i gentuberfulofe unzulänglich ist. Von den Heilstätten l c r. Dr. Becker- Düsseldorf und Sauer- wurden seither nur die Leichtkranken aufgenommen, mann- Mainz wurden beauftragt, die Vor- die beginnenden Lungentuberkulosen, welche mit arbeiten in dieser wichtigen Frage alsbald durch- größter Wahrscheinlichkeit Aussicht auf Heilung zuführen. boten. Aber immer wieder wird von Fachleuten Brici 4,207 17,01 110,56 20,457 15,05 168,52 17,02 90,98 59,33 1,82 112,73 81,03 59,35 12,445 5,88 Frankfurt a.M Berlin Schlug- '-Uhr- Schluß. Anfang Hur» Aut» ftui» aurs Datum: 22. 3. 23. 3. 22. 3 23. 3. 5°/, Deutsche Rctchsanlethe . 0.400 0.3962 0,40 0,3975 4°/0 Deutsche Neichsanlcihe . — _ 0,3825 0,3775 3'/,°/" Deutsche Reichsanletpe 0,390 — 0,3825 0,38 3% Deutsche Ncichsanlcihe . 0,46 - 0,4925 0.475 Deutsche Svarvrämicnanleibe 0,228 _ 0,2375 4°/o Preußische Konsolü . . . 4% Hessen .... 0,372 0,375 — 0,:38 0,395 0,37 0,37 3% Helsen........... Deutsche Werts). Dollar-Anl. 0,350 —■ 100 95,5 99,8 dto- Doll.-Schatr-Antreilna-'i 99,6 _ 4% Zollkürkcn......... 11,45 38,75 154 112 11,2 38,5 112’ tu — Berliner Handelsgesellschaft. Commerz- und Privat-Bank. 154 111 154,7* lll ">• Tarmst. und Narionalbank . 129,5 129,4 81 129,75 129/2 Deutsche BercinSbank .... 128,5 128.5* DiSconto Commandit .... Metallbank........... 124,5 95 — 124,9 124.9* Mitteldeutsche Creditbank. . 103 5* 103,5 6,62 Ocsterrcichische Creditanstalt. Wcstbank ......... 0,041 6,9 0,041 6.5 22 März. 23. März. Amtliche Notierung Amtliche Notierung (Selö Briet Geld ! Bries Amft.-Ro«. 168,10 168,52 16.8,11 168,53 Buen.-AireS 1,641 17,015 1,645 1,634 1,638 Brss.-Antw. 17,055 17,04 17,08 Christiania. 90,64 90,86 90,49 90.71 Kopenhagen 110,24 110,52 110,16 110,44 Stockholm . HMngfors. 112,47 112,75 112,49 112,77 10,554 10,594 10,555 10,595 fttalicn . . . 16,86 16,90 16,87 16,91 London. . . 20,393 20,445 20,395 20,447 Ncuvork . . 4,195 4,205 4,195 4,205 Paris.... Schweiz . . 14,83 14,87 14,795 14,835 80,76 80,96 80,76 80,96 Spanien . . 59,07 59,21 59,10 ftapan . . . Nio de Jan. 1,903 1,907 1,907 1,911 0.598 0,600 0,608 0.610 Wien in D.- Ceft. abgest. 59,17 59,31 59,15 59,29 Prag .... Belgrad . . 12,416 12,456 12,419 1.2,459 7,38 7,40 7,38 7,40 Budapest. . Bulgarien . 5,875 3,03 6.895 3,04 5,875 3,03 5,895 3,04 Lissabon 21,275 21,325 21,325 Danzig. . . 80,88 81,08 80,88 81,08 Konstantin. 2,148 2,158 2,13 2,14 Athen. . . 5,74 5,76 5,65 5,67 Canada. . . 4,18 4,19 4,18 4,19 Urufluah . . 4,255 4,265 4,255 4.265 Banknoten. Setr.:^ Am 10JA 1 ' vinzialta' 2 Derma b ' Oberhe!'' legenhest 3 Ioransa ' Obcrhel 4. Rechens- > Oberhe. für dar 5 QJoranl ( "werkst 6. Aechnm werö L l Doransci ' lanöveri Gießen, Der - Lände treibu An den Herrn meistereien d Der Herr 10. ds. Mts. die Cinnak Crhebunge LervrdMNg ü Ausgaben für zum Abschluß Der Zeitpunkt den 31. Mai f nicht zu sehr 1) Für das <3 liches Ersorderi 38. soweit ge' betrage unberü wertbare Crg: möglich, der EtatW nach lassen und Hb Dir eins der Abschlußa so daß die Ka ©nmblage für reichen, muffen auch schon vor Hiernach ist es Gemeindegesäss fort in 'Seite auf Grund ur bs. 3s. (Qlmt schehen ift Dei dieser Landgmemdei gemäß Artikel ds. 38. hinan kann. Eine al von uns nicht Interesse der ( Deginn N gaben fällig, ltzverer fallen zu leisten Familie, Arbei Debatten der LL bas ist wvhs mere persönliche ' K---: erlche-». gelehnt, 45 tritt Dr. 2 die die «L.'E Dr (= «tiin ”‘s;Sr 8 ^halb |0 ^gnng ?Qtl°naIeJ w u,