Nr. 248 Erster Blatt 176. Jahrgang Freitag, 22. Gttober 1926 General-Anzeiger für Oberhefsen vniS vnd Verlag: vrühl'sche llnioersttüt§-Vuch- und Sleindruckerei «.Lange in Siehrn. Zchnstleitung und Geschäftsstelle: Zchulftrahe 7. Annahme pon Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für I mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig; für Re» klamean;eigen von 70 n in Breite 35 Rcichspfennig, Platzvorfchrift 20" , mehr. Chefredakteure Dr. Friedr. Wilh. Lange. Derantworllich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil (En.ft Dlumschein; für den Anzeigenteil i. Dertr. tz. Deck, fämtlich in Gießen. Erich eint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle MonalS'vezngsrretr: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Träger« lehn, auch bei Richter« scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: 51, 54 und 112 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. Die Slickstosswerle Lhorzow. Eine neue Po!» sche Note. Berlin, 21. Oft. (IU.) Die polnische leie. graphen-Agenlur gibt den Inhalt der neuen Antwortnote wieder, die die polnische Regierung der Reichsregierung in der Lhorzow-Frage Hot zukommen lassen. 3n der Rote wird betont, daß die polnische Regierung auch heute bereit sei, eine schiedsrichterliche Erledigung der ganzen Angelegenheit, vor allem ausdem Wege unmittelbarer Verhandlungen zwischen der Direktion der Lhorzow-Derke und den deutschen Gesellschaften lOberschkesische Werke und Bayerische Werke) evtl, unter Hinzuziehung von Regierungvvertretern zu suchen. Die polnische Regierung bedauert, daß die-Reichsregierung diesen Vorschlag mit Schweigen übergehe (!) und bekundet ihre Auffassung, daß sich eine Pflicht der polnischen Regierung, die Lhor- zow-Werke als solche zurückzugeben, weder aus dem Genfer Abkommen, noch aus dem Haager Schiedsspruch ergebe. Die Rote liegt den amtlichen Berliner Stellen offiziell noch nicht vor. Man erwartet dieTleber- reichung für Freitagabend. 3n unterrichteten Kreisen sieht man jedoch in dem erneuten Hinweis auf direkte Verhandlungen zwischen den beteiligten Werken einen Beweis dafür, daß Polen nach wie vor infolge des eindeutigen Haager SchiedSurteils völkerrechtliche Auseinandersehungen scheut. Was mit der Bereitschaft zu schiedsgerichtlicher A gelung gemeint ist, ist nicht ganz klar. An sich wäre das durch die Locarnoverträge vorgesehene Schiedsgericht durchaus zuständig. GS entspricht aber mehr der polnischen Taktik, wenn damit nur eine schiedsgerichtliche Regelung über Trilpunkte oder Sonderverhandlungen gemeint wäre. Li? Auslegung des Urteils des Hanger Schiedsgerichtes durch die politisch? Regierung ist natürlich eine Sophisterei. Las Haager Gericht hat eindeu- t ig f e stg estell t, daß die Beschlagnahme des Werkes mit oder ohne Entschädigung zu Un- recht erfolgt ist und Polen ist demnach völkerrechtlich verpflichtet, daraus die Konsequenzen zu ziehen. Äe deutsche Forderung entweder auf Rückgabe d?S Werkes oder auf restlvse Entschädigung mutz daher in vollem Umfang aufrechterhalten werden. Die gjiilitär Kontrolle. Frankreich sabotiert Thoiry. Berlin, 21. OfL Ler durch Havas mitgeteilte Beschluß der Botichafterkonferenz über die Mili- tärkontrolle in Deutschchland wird von den Blättern mit großem Befremden verzeichnet. Eine offizielle Stellungnahme werde erst erfolgen, wenn der amtliche Wortlaut des Konserenzbe- schlusses in Berlin vorliegt. Hu den einzelnen Punkten des Beschlusses bemerken die Blätter, daß bc^üglich der Stellung des Chefs der Heeresleitung Aenderungen nicht vorgenommen worden sind und auch nicht mehr zu erwarten sind, nachdem bereits im Juli über diese Frage eine Einigung erzielt worden ist. Da der Rücktritt Seeckts eine rein innerpolitische Angelegenheit war, ist es vollständig abwegig, von Direktiven zu sprechen, die dem Nachfolger, Generalleutnant Heye, gegeben worden seien, und die „einige Beruhigung gebracht hätten". Was die behaupteten illegalen Rekrutierungen an Betrifft. so sollte gerade die Demission des Generalobersten v. Deeckt wegen der ©infkllung des Kronprinzcnsohnes als Bewe's dafür dienen, daß der Reichswehrminister solche Rekrutierungen nicht dulden wird. Heber die Frage des Handels mit Kriegsmaterial sind die Verhandlungen noch im Gange, desgleichen bezüglich der Polizei Organisation. Aber auch hier können die wesentlichsten Punkte als geregelt gelten. Was die Verwertung ehemaliger Kasernen anbetrifft, so hat sich die Regierung wieder^elt um den Verkauf dieser Gebäude bemüht, jedoch bei der gegenwärtigen Wirtschafts- und Finanzlage ohne Erfolg. Hinsichtlich der Frage der Sportverbände weisen die Blätter auf das Gesetz vom März 1922 Bin, das militärisch organisierte Verbände verbietet. Schließlich werden in der Havasmitteilung, noch die Arbeiten an den Befestigungen von Königsberg (i.Pr.) erwähnt. Hierzu erklä- ren d:e Zeitungen, daß die Befestigungsanlagen völlig wertlos werden mühten, wenn sie unterhalten werden dursten. Zusammenfassend heben die Blätter hervor, daß es taum zu verstehen sei, wenn die neben sächlichen Dinge. die wirklich noch keine Regelung gefunden haben sollten, zur Rechtfertigung einer Verlängerung der Militärlontrolle Beran- gezogen werden. Der ganze Tenor des Beschlusses berechtigt zu der Frage, welche Kräfte hier am Werke sind, um dem deutsch-fraiizösischen Akkord von Thoiry ent« gegenzuarbeiten. Französische Verschleppunyspolitik. Paris, 22. Olt. (WTB.-Funkspruch.) Botschafter d. Hoesch stattete gestern nachmittag dem Generalsekretär im Ministerium des Aeußern, B c r- thelot, einen Besuch ab. Wie chaoas berichtet, wird der deutsche Botschafter sehr bald auch eine Unterredung mit Brinnd haben. „Petit Pari- ften" schreibt, es sei wahrscheinlich, daß die Andeutungen, die dem deutschen Botschafter gemacht wur- I den, Zeugnis ablegen einerseits von einer w e n i - > Die Erwerbslofenfürforge. Bericht der Ressortminister im Sozialausschufi des Reichstages. Berlin, 21. Oft. Der Reichstagsausschub für soziale Angelegenheiten setzte bei Anwesenheit des Aeichsfinanzminifters, des Wirtschaftsministers und des Reichsarbeitsministers heute vormittag die Aussprache über die Erwerbslosenfürsorge fort Reichsarbeilsminister Dr. Brauns gibt im Ramen des Reichskabinetts eine Erklärung ab, in der ti heißt: Die Reichsregierung ist auf Grund nochmaliger Prüfung aller wirtschaftspolitischen und sozialpolitischen Maßnahmen zur Belebung des Arbeitsmarktes der ileöer- zeugung, daß mit einer weiteren schrittweisen Besserung des Arbeitsmarktes zu rechnen ist, falls nicht außergewöhn- Uche Witterungsverhältnisse im Winter unerwartete Hemmungen Bereiten werden. Gleichwohl drückt die Arbeitslosigkeit nach wie vor schwer auf dem deutschen Volke. Die Reichsregierung Ble-.Bt deshalb Bemüht, zusätzliche Arbeitsgelegenheit zu schaffen, insbesandere f ü r die langfristig Erwerbslosen. Sie glaubt, der Sorge für die auszusteuernden Erwerbslosen auf diesem Wege der zusätzlichen Arbeitsbeschaffung und einer Anpassung der Methoden der produktiven Erwerbslosenmrsorge an besondere Bedürfnisse am besten gerecht zu werden^ Sofern diese Mittel allein nicht ausreichen fällten, ist die Reichsregierung bereit, die u n t erst ü tz e n d e Fürsorge für öie Ausgesteuerten in Zusammenarbeit mit der Wohlfahrtspflege derart zu verstärken, daß die immerhin nicht unbedenkliche Verlängerung der Unter- stühungsdauer über 52 Wochen hinaus vermieden werden kann. Sollte es sich heraus- steUen, daß besonders schwache Gemeinden eine genügende Fürsorge nicht zu leisten vermögen, so ist die Reichsregierung Bereit, solchen Gemeinden finanziell.noch Wetter entgegenzukommen, als es in dem Erlasse vom 5. Oktober durch UcbemaBme von 50 Prozent der Kosten dieser Erwerbslosen'ürsorg? schon geschehen ist. Angesichts der Arbettsmarkllage, ferner der Tatsache, daß in durchaus nicht seltenen Fällen die heutigen Anterstühungssähe bereits die Löhne übersteigen oder schon sehr nahe an sie heranreichen, hält die Reichsregierung eine allgemeine Erhöhung der Anterftühungsätze nicht für angängig. Dagegen muß anerkannt werden, daß einzelne Kategorien, wir denken besonders an die Alleinstehenden unter 31 Jahren, einer stärkeren finanziellen Unterstützung bedürfen. Die Zustimmung der Länder vorausgesetzt, ist die Reichsregierung bereit, hier zu Helsen. Aus die Prüfung der Bedürftigkeit glaubt die Reichsregierung so lange nicht verzichten zu können, als öffentliche Gelder des Reiches, der Länder und Gemeinden in beträchtlichem Ausmaß für die Erwerbslosen aufgewendet werden müssen. Aber sie ist bereit, durch entsprechende Aussührungsbesiimmungeu Mißstände zu beseitigen. Das gleiche gilt auch für die Pflichtarbeit. — Das Los der älteren Arbeiter und Angestellten ist auch für uns ein Gegenstand schwerer Sorge. Seine endgültige Lösung ist zur Zeit noch nicht spruchreif. Der Reichswirtschasisminister wird sich sofort mit Vertretungen der Arbeitgeber ins Benehmen setzen, um dahin zu wirken, daß bei unvermeidlichen Betriebseinschränkungen Entlassungen der älteren Arbeiter und Angestellten nach besten Kräften vermieden werden. ReichswirischaflLnnnister Dr. (Eurtius: »Der tiefst? Punkt der deutschen Wirtschaftskrise kann feit Februar ds. Is. als übertounr öen gelten, liniere Wirtschaft befindet sich in einer aufsteigenden nicht nur saisonmähig gestiegenen Entwicklung. Von einer günstigen Wirtschaftslage sind wir srettich noch weit entfernt. Die Arbeitslosigkeit schwächt die Kaufkraft von mehreren Millionen Menschen. Sie ist ein wichtiges Problem auch für das Wirt- schaftsressort. Das Reichswirtschrftsministerium hat es stets als eine feiner dringlichsten Aufgaben betrachtet, für die Beschaffung normaler: ArbetteSgelegenheit tätig zu sein. Dabei ist von der produktiven Erwerbslosenfürsorge ein Teil für die sogenannte Exportkreditverflche- r u n g abgezweigt worden, die bisher schon über 1300 Aufträge des Auslandes in Versicherung genommen hat. Ebenso ist es möglich gewesen, mit einem kleinen Fonds der produktiven Erwerbslosenfürsorge bei der Stützungsaktion für den Eisenstein-Bergbau des Sieg-, Lahn- und Dillgebietes einen großen Erfolg zu erzielen." Sodann geht der Minister auf die Erschließung neuer Absatzmärkte durch Eröffnung neuer Kreditwege ein. Zur Frage der weiteren Finanzierung des Russengeschäftes erklärt der Minister, daß Verhandlungen im Gange und die Reichsre^ie- rung bemüht fei, die FinanHierungSmöglichketten in einem llmfange zu erweitern, der die Ausnutzung der vollen Garantie gestatte. Es fei zweifellos die Möglichkeit vorhanden, durch ähnliche Projekte der deutschen Ausfuhr neue Absatzgebiete zu erobern. Auch die eigenen Maßnahmen der deutschen Industrie würden im Sinne einer Exportsteigerung wirken, z. B. die Ratko- nalisierungsbestrebungen. Reichsfinanzminister Dr. Reinhold schloß sich in der Beurteilung der Wirtschaftslage der Auffassung des Reichswirtschaftsministers an. „Sie Einnahmen des Reiches haben im ersten Halbjahre gegenüber dem Voranschlag e i n Mehr von 130 Millionen ergeben. Trotzdem ist die Finanzlage immer noch angespannt. Ein Defizit muß aber unter allen Umstanden ebenso vermieden werden, wie eine Ansammlung von Reserven. Da die Reichsregierung die Beschaffung von Arbeit für Den besten Weg zur Behebung der Arbeitslosigkeit hält, hat fie im ordentlichen Haushalt 1926 hierfür 108 Millionen Reichsmark vorgesehen. In dem Extra- ordmcrrium des Nachtraghaushcrits, der demnächst dem Reichstage zugehen wird, find weiter sehr erhebliche Mittel vorgesehen. Die Mittel sollen im Anleihewege aufgebracht werden und im einzelnen folgende Verwendung finden: Erste Rate für die Fertigstellung begonnener Dahnbauten 11,2 Millionen, für die Reichsbahn zur Durchführung des zusätzlichen Beschaffungs- Programms 100 Millionen, zur Förderung des Kleknwvhnungsbaues 200 Millionen. Für den Dau von Lan d a r b eit er wo hn u n g en 30 Millionen, für Siedlungszwecke 50 Millionen. Ebenso wird eine große Reihe von Kanal- bauten gefördert oder in Angriff genommen. Ebenso werden die Mittel für die produktive Erwerbslvsenfürsorge um 100 Millionen Reichsmark erhöht werden. Damit sind wir bis zur äußersten Grenze dessen gegangen, was wir unter Berücksichtigung der für Anxihen zur Verfügung stehenden Kapitalien verantworten können. Auf dem Gebiete der unterstützenden Erwerbslofenfürforge wurden verausgabt im April 1926: 28 763 650 Ml., im Mai 2386603 Mark, im Juni 23 630110 Mk., im Juli 26 600000 Mark, im August 21 122 000 Mk. Die beiden letzten Monate sind noch nicht endgültig abgerechnet. Die gleichen Leistungen muhten außerdem die Länder aufbringen, während die Gern ei nden ein Reuntel des Gesamtaufwandes zu tragen hatten." In der auf die M>'st er reden folgenden Debatte zeigte sich der lebhafte Wunsch des Ausschusses unter Vermeidung jeglichen Zeitverlustes im Einvernehmen mit der Regierung in einem Unterausschuß die schwebenden Fragen sobald wie möglich zu lösen. ger großen Eile und andererseits von einem sehr natürlichen Wunsche französischerseits, die einzelnen, sowohl technischen, wie wirtschaftlichen, militärischen und politischen Seiten des Problems prüfen zu lassen, bevor man sich in Verhandlungen weiter vorwage. Es sei schon viel, daß der Gedanke einer Annäherung in Frankreich so ausgenommen wurde, wie cs tatsächlich geschehen sei, aber weder könne in Verlauf von wenigen Wochen ein derartiger Gedanke Gestalt annehmen, noch die Gegenleistung für die von Frankreich erwartete Räumung deutlich heroor- treten. Der Sturm auf Kuba. Neue Sturmqefahr für ^loribfl. Dec Orkan, der über Kuba dahinbrauste, Halle eine Skundengeschmindigkeil von 120 bis 130 englischen IHcilen. Da Darnungszelchen gegeben waren, war die Bevölkerung auf das herannahen des Sturmes vobsreiket. Wie bereits gemeldet, wurde jedoch großer Schaden angerichtei. So gut wie alle kleinen Schiffe und Barkassen im Hafen sind beschädigt oder zvm Sinken gebracht worden. 3n der vergangenen Rachl brausten noch riesige Wasserberge landeinwärts. Die Hafenanlagen wurden überall stark beschädigt. Die Ernte hat in mehreren Provinzen großen Schaden erlitten. Die durch den Wirbelsturm angerichkelen Verheerungen sind viel größer als man zunächst annahm. Bisher Hal man in Havanna 70 Tole und 2 5 0 0 verwundete sesistellen können. Diese Zahlen werden sich aber noch wesentlich erhöhen, da unter den Trümmern der Häuser noch immer Tote und verwundete liegen. Die Drahtverbindungen nach dem heimgesuchten Gebiet sind noch immer zerstört. 3n Havanna sind sämtliche Lichtleitungen zerstört. Die Zeitungen konnten nickst erscheinen. Der Wirbelsturm zieht nach Florida, wo bereits große Aufregung herrscht. Besonders in Miami be- fürchtet man eine neue große Katastrophe. 3n Miami ist die Polizei feit den frühen Morgenstunden damit beschäftigt, der Bevölkerung Zufluchtiorte anzuweisen. Das Barometer steigt ständig und man glaubt, daß der Wirbelsturm seine größte Heftigkeit auf dem Meere entfalten werde. Pas hessische Volksbegehren vom Landtag bestätigt. (Don unserer Darmstädter Redaktion.) Der Landtag seht die Beratung des Volksbegehrens auf Auflösung des Landtags fort. Ministerialrat Dornemann kemmt auf b'z Gesetzwidrigkeiten bei öem Volksbegehren -u sprechen. Man könne es verstehen, d.iß die Mir- alieder der Rechtsparteien keine Erörterung ixr Angelegenheit mehr im Gese geöur.gsausschuß wollten. (Widerspruch.) Die Beschlu.se be3 Landesabstimmungsausschusses waren einst m ..ig urO vorbehaltlos gefaßt toerben. Keine Mitteilung in dem Berichte des Aostimmungsleiters Über Unregelmäßigkeiten fei von den Gegnern erschüttert toorben. Die Gutachter hätten in bezug auf die Mängelabstellung dem Lcrndesabstim- mungsleiter Recht gegeben. Was Pros. Anschütz verlangt habe, daß „bernünftiae Ören* z e n" bei der Anerkennung von Unterschriften eingehalten werden müßten, wäre befolgt worden. Cs gebe eine ganze Rühe von beanstandeten Unterschriften, nicht weil der Rame, sondern weil die anderen Spalten nicht eigenhändig auJ- gcfüllt waren. (Zuruf von Dr. Niepoth (D. Vp.): Es ist doch der Ausdruck des Bolkswillens); Ministerralrat Dornemann: Ich halte mich am das Gesetz. Weiter kritisiert der Redner Die Beschnnigumgen ter Bürgermeister; diese hätten falsche Zählungen bescheinigt, nicht eigenhändige Unterschriften aü5 eigenhändig bestätigt usw. Diele Dürgermeiste- reicn hätten öie Sache nicht ernst genommen, trotzdem von der Regierung Anweisungen an sie ergangen waren. Ursprünglich wären nur 8000 Stimmen gültig gewesen; schließlich seien nach dem Heilungsvcrfahren nur 17 000 Unterschriften mehr als erforderlich übrig geblieben. Der unordentliche Zustand Der Listen sei schuld an der Verzögerung der notwendigen Feststellungen. Die wetteren Ausführungen des RednerS sind, oft persönlich gefärbt, Auseincrndersetzungen mit verschiedenen Abgeordneten Der Rechtsparteien. Listen über die "Beamten, die bad Volksbegehren unterzeichnet hätten, seien nicht an gefertigt worden. Abg. Kaul (Soz.) bemerkt, wenn ’/s aller Stimmen für ungültig hätten erklärt werden müssen, so könnte man doch nicht mehr gut von einem DolkSwillen sprechen. Eine Minöerhctt drücke überhaupt nie den Dolkswillen auS. Eime ungeheure Anzahl von Listen zeige, daß Unterschriften nicht eigenHändig vollzogen wurden. Der Redner weist u. a. auch auf den »Toten vonl Rothenberg" hin, der das Volksbegehren unterzeichnet habe. Dis Taten der Ordnungsblöckler in anderen Ländern würden die heffische Bevölkerung nicht ermutigen, bei Neuwahlen für sie einzutreten. Dbg. Hofmann (Zentr.) tritt der Behauptung entgegen, daß das Zentrum ÖieReichs- einBeit zerreißen werde und separatistische Bestrebungen unterstütze. Dom hessischen Zentrum forme man das am wenigsten behaupten. Der Föderalismus des Zentrums sei ein anderer als Der der Deutschnationalen; es erstrebe ein Groß- deutschland, das sich auf Wahrung der Stemmeseigenart gründet. 2lbg. Dr. Müller (Dbö.) meint, alles, was hier als Unregelmäßigkeiten vorgebracht worden sei, wäre nichts anderes als Bureau- kratismus. Tausende von Unterschriften wären für ungültig erklärt worden, nur weil das Familienoberhaupt für andere Familienmitglieder unterschrieben lyi&e. Ein Finan^praktikant sei von seinem Amtsvorstand zur Reöe gestellt worden, weil er das Do lksbe- gehren unterschrieben hat, ebenso habe man Geschäftsleute zur Rede gestellt. Sozialdemokratisch? Dürgermeister hatten sich anfangs geweigert, die Listen zu beurkunden. Eine große Rolle habe der »Tote von Rothenberg" gespielt; Sie (zur Linken gewandt) brauchen den Toten nicht zu betrauern, denn er lebt (große Heiterkeit rechts); er ist wahlberechtigt und hat denselben Ramen, wie sein Großvater. Es Bandelt sich hier um eine fahrlässige Beurkundung des Bürgermeisters. Der Ganbtag möge Bald den Beschluß fassen, daß ö'e not» wenö.ge Zahl von Unterschriften für das Volks- Begehren vorhanden ist. Abg. Schreiber (Dem.) erklärt, e3 sei festgestellt Worten, daß 75 000 ilnler'^r f'en gefälscht sind. Diese D:merkung löst auf der Recht n des Hauses einen Sturm der Entrüstung au5. Die weiteren Ausführungen des Redners bleiben längere Zeit unverständlich; er legt sodann Dar, baß Fälschung nicht gleichü-edeutend mit Urkundenfälschung sei. Er gebe zu, daß viele Der Unterschriften von fremder Hand aus Unkenntnis vollzogen worben feien. Bai Dem erneuten Gebrauch bes Wortes Fälschung kommt es wiederum zu lebhasten Auseinanöerfe'ungen zwischen Der Rechten und Der Linken des Hauses. Die Personen, Die sich doppelt eingetragen hätten, müßten eigentlich vor Gericht gestellt wer. en. Die Feststellungen des Abg. Dr. Müller über den Toten von Rothenberg seien für ihn keineswegs ein Beweis; er verlange amtliche Feststellungen. Aog. Scholz (D. Vp.) entgegnet dem Vorredner, daß er nur mit Unterstellungen gearbeitet habe, nach Dem Rezept: eS bleibt etwas hängen. Zuerst baoe er von 75 003 Fälschungen gesprochen, bann yabe er es billiger getan und schließlich wären 700 übrig geblieben ES sei Verwahrung Dagegen einzulegen, daß hier Fälschungen vorlägen; Dafür sei fein Beweis vorhanden. Dem Redner wird zugerufen, Daö er cud) keinen Beweis habe: öatxiuf erwidert er: Ich spreche auch nicht von Fälschungen. Durch das Volksbegehren wären zwei Parteien in -Jessen entstanden: auf der einen Seite stehe das Volk und auf der anderen der Landtag, ker als Richter nicht in eigener Sache Recht sprechen dürfe. Alle Beteiligten muhten sich großer Zurückhaltung befleißigen. ©3 komme nur auf die Feststellung der notwendigen Stimmen des Volksbegehrens an._ Heber die Methoden sollte man nicht reden, wäre denn alte3, was seinerzeit die Dolksbeaustragten dem Volk versprochen hatten, wahr geworden?! 3m Wahlkampf werde manches versprochen, aber man türre ein Volksbegehren nicht deswegen für ungültig erklären wollen, weil das nicht geschehe, was versprochen werde. Hätte man nicht die gültigen Stimmen erst heraussuchen können? Dann hätte man nicht die vielen Schwierigkeiten zu machen brauchen! Wenn man von den 158 000 älnter'christen die Doppelunterschriften usw. abzieht. jo bleiben doch 160 000 Stimmen übrig (Widerspruch links). Sie (zur Linken gewendet) wollen nicht wahr haben, daß ein großer Teil des Volkes hinter dem Begehren steht. Wir gehen mit mit em Gewissen in den Wahlkampf. Abg. Ritzel (Soz.) wendet sich gegen die Erklärung des Abg. Dingeldev, daß ausgerechnet sozialdemokratische Bürgermeister sich geweigert hätten, die Unterschriften zu beglaubigen. Mindestens 50 Prozent der Unter® schri'ien in Michelstadt wären durch Hinweis auf die Sondersteuer erschlichen worden. 2lbg. Kindt (Sn.) kri isiert u. a. die Zusammensetzung des Landesabstimmungsausschusses: man hätte jeder Partei einen Vertre- t e r ’ubiHinen müssen. Abg. Glaser (Bbd.) meint, Abg. Ritzel bürre seine Gemeindemitglieder nicht für so dumm einschätzen, diese wüßten ganz genau, wie es mit der Sondersteuer stehe: die jetzt noch schnell vor Londtaasschluh geänderte Verordnung werde an dieser Meinung nichts ändern. Nachdem dann noch Ministerialrat Bornemann auf verschiedene Erklärungen der Vorredner erwidert hatte, wird über den Ausschußantrag abgestimmt. Dieser Antrag spricht aus, daß die für das Volksbegehren notwendige Zahl von Stimmen vorhanden ist. Der Antrag wird einstimmig angenommen. Abg. Kaul (Soz.) gibt hierzu eine Erklärung ab, dahin, daß seine Partei mit der Zustimmung nicht die Methoden billige, wie das Volksbegehren zustande gekommen sei. Seine Partei wolle nur Ruhe im Land schaffen. Nächste Sitzung Freitag. Amerika und das W'.rtfchaftsmcmisest. Keine Aenderiinq der amerikanischen Hochschntzzollpolitik. Washington, 21. Olt. (Reuter.) Die Regierung der Vereinigten Staaten hat sich bereit erCärt, unverzüglich bekanntzugeben, daß das internationale Wirtschastsmanisest ihrer Meinung nach nicht auf die Vereinigten Staaten anzuwenden sei. Gleichzeitig wird die Auffassung vertreten, daß die Regierung den Vorschlag, die Zollschranken zwischen den Völkern Europas zu vermindern, unterstützen werde. Schatzfekretär Mellon, der heute mit Präsident Coolidge eine Besprechung über diese Frage hatte, wird eine Erklärung darüber abgeben. Die amerikanische Gruppe der 3nternationalen Handelskammer hat einen Bericht über Zollfrazen vorbereitet, in dem gesagt wird, die amerikanische Geschäftswelt und die amerikanische Qlrbciter« schäft seien zu der Entscheidung gekommen, daß die amerikanische Lebenshaltung geschützt werden müsse. Ein Vorgehen, das darauf hinauslaufen würde, diese Lebenshaltung zu • schmälern, könne keine andere als eine unglückliche Wirkung haben. Die Demokraten verdanken der Veröffentlichung des Wirtschaftsmanifestes und der i nach ihrer Ansicht übereilten Stellungnahme Eoolidges eine zugkräftigeWahlparole. F Die republikanische Politik wird in der ganzen demokratischen Presse und in allen Wahlreden sehr scharf fritUiert. Die „New Bork Times" erklären, das „republikanische" Amerika scheine nicht anders zu tonnen, als in allen europäischen fragen gleich mit seiner bekannten äleberheblich- feit bei der Hand zu sein. Europa habe wohl kein Recht, Selbstschutz zu üben. Amerika werde in Zukunst kaum weiterkommen, wenn es den Standpunkt vertrete, daß nur seine eigene Zollpolitik heilig sei und daß es nur eine amerikanische Arithmetik gebe. „New Bork World" meint, Coolidge hatte besser getan. das Manifest erst zu lesen und dann darüber zu sprechen. Das Manifest sei und bleibe eine europäische Angelegenheit. Europa könne sich nur erholen, wenn zunächst einmal die i n - nereuropäis chen Zollschranken fielen. Heuer Kurs in -er Türkei. Anlehnung an England. — Eintritt in den Völkerbund. — Anspruch auf den Kaukasus. Berlin, 21.Oft. (TU.) Nach einer Meldung des Asien-Osteuropa-Dienstes aus Paris, die nur mit größter Vorsicht ausgenommen werden darf, erörtern dortige Diplomatenkreise lebhaft die englisch-türkischen Verhandlungen, die vor mehreren Wochen in Konstantinopel noch von dem inzwischen nach Berlin versetzten englischen Botschafter Sir R. CH. Lindsay begonnen worden sind und den Beitritt der Türkei zum Völkerbund zum Zwecke haben. Bestrebt, die türkisch-russische Freundschaft zu zerschlagen, hat England Kemal Pascha nicht mehr und nicht weniger als den Kaukasus, die Vormachtstellung auf dem Schwarzen Meer und eine größere Anleihe zu günstigen Bedingungen angeboten. Angora ist auf die günstigen Verhandlungen auch eingegangen und hat den Bei- , tritt zum Völkerbund unter der Bedingung versprochen, daß es einen ständigen Ratssitz erhält. Seinen Anspruch begründete Kemal Pascha mit der Notwendigkeit, den Einfluß der Türkei in der Reihe der Großmächte besonders fest zu verankern. Da ein neuer ständiger Ratssitz in diesem Jahre aber nicht mehr vergeben werden konnte und England große Vorbehalte in bezug auf Aserbeidschan, das Nachbargebiet von Baku also, geltend macyte, versickerten die weiteren Verhandlungen. Der Vertrag ist jedoch schon paraphiert, und England setzt nun alle Hebel in Bewegung, um die Türkei einzuschüchtern. Man erinnert dabei an die inzwischen widerlegten Meldungen über Feldzugs- plane des ehemaligen griechischen Diktawrs Pan- g a l o s gegen die Türkei, über einen angeblichen antitürkischen Vertrag zwischen Griechenland und Italien sowie an das kürzliche Steigen des englischen Psundes in der Türkei. Wie verlautet, rechnet England mit dem Beitritt Angoras zum Völkerbund um so bestimmter, als die Skepsis Kemals gegen Moskau sich immer mehr verstärkte und Kemal sich mit einem seiner besten Freunde, dem türkischen Handelsvertreter in Moskau, entzweit hat, weil dieser die Türkei völlig an Moskau „verkauft" habe. Die Forderung Rußlands, doch in den nächsten zwei Jahren dem Völkerbund fern» zubleiben, soll Kemal auf Englands Druck soeben abgelehnt haben. Gewisse neuerliche Kursschwankungen zugunsten der türkischen Währung werden jetzt auch von Finanzleuten als Symptome eines neuen türkisch-englischen Übereinkommens angesehen. Die britische Keichskoufereuz. Der Handel innerhalb brr Neichsqrenzen. London, 21. Oft (TU.) Auf die Ergebenheitsadresse der Reichskonferenz antwortete König G e o r g : Ich habe mit dem Gefühl der Würdigung und der Dankbarkeit die Botschaft erhalten, die Sie mir als Ihren ersten amtlichen Akt übermittelten. Die Königin schließt sich meinem Dank für die guten Wünsche an. Ich werde mit Interesse und Sympathie Ihren Besprechungen über jene wichtigen Fragen, die vor Sie kommen, folgen und hoffe, daß die Lösung dieser Fragen die Einheit und Größe des Gemeinwesens der britischen Nationen fördern werden. Nach Verlesung der königlichen Botschaft ging der Präsident des Handelsamtes, C u n l i f f e Lister, auf die wirtschaftlichen Aufgaben der Konferenz ein. Er stellte fest, daß der Handel zwischen dem Mutetrlande und den anderen Neichsstellen in den letzten Jahren an Umfang und Bedeutung z u- genommen hat. 1913 betrug der Anteil des Britischen Reiches an der Einfuhr nach England 24,87 Prozent. Im letzten Jahre stieg dieser Anteil auf 31 Prozent. Im Jahre 1913 gingen etwa 37 Prozent der englischen Ausfuhr nach den übrigen Reichsteilen, wahrend sich dieser Prozentsatz im letzten Jahre auf etwa 42 Prozent erhöhte. Auch die Gesamtziffer des Außenhandels des Britischen Reiches hat beträchtlich zugenommen. Das Bedürfnis nach einer Entwicklung des Handels innerhalb des Reiches fei besonders groß gegen der wirtschaftlichen Nachwirk' ngen des Weltkrieges. Die ausländischen Staaten, die ihre Währungen zu stabilisieren suchten, würden zwangsläufig dazu gebracht werden, ihre Kreditgewährung und ihre Einkäufe einzu- schränken. Je größer der Warenaustausch innerhalb des Reiches fei, um so leichter werde es den einzelnen Reichsteilen fallen, ihre Währung auf» rechtzuerhalten. Cunliffe Lister betonte die Notwendigkeit einer starken Serienproduktion und gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Reichskonferenz Richtlinien für eine einheitliche Politik des ganzen Britischen Reiches hinsichtlich der F i l m- Propaganda sestsetzen werde. Kolonialstaats- sekretär A m e r y machte längere Ausführungen besonders über die Arbeiten des Reichsreklamekomitees und wies auf die großen Arbeiten hin, die von den Dominions in dieser Hinsicht geleistet worden seien. Australien und das Reichsproblem. London, 21. Oft. (Wolff.) Auf einem vom Verband der Presse des britischen Reichs gestern abend den Teilnehmern der Reichskonferenz gegebenen Essen führte der australische Premierminister Druce in seiner Antwort auf einen Trinkspruch aus, der wichttge Grundsatz sei endgültig festgelegt, daß alle sich selbst regierenden Dominions freie unabhängige Staats- wesen seien, denen innerhalb des britischen Reiches ihr Schicksal in die eigene Handgegeben sei. Jeder Versuch, ihre Freiheit zu beschränken und niederzuhnlten, werde natürlich auf Widerstand stoßen. Aber die Redereien über unüberwindliche Schwierigkeiten, die auf der Konferenz überwunden werden müßten, besäßen keinen tatsächlichen Hintergrund. Wenn es einmal soweit kommen sollte, daß das britische Reich und das englische Volk gegen eine andere Nation zu stehen hatten, dann seien seine australischen Landsleute entschlossen, mit Englandvereint und eins zu fein. Sie würden alles bekämpfen, was etwa zum Auseinanderbrechen jener großen Gemeinschaft führen konnte, die heute einen beständigen Faktor für die Förderung des allgemeinen Friedens darstelle. Die Dominions gegen das Mandatssystem des Völkerbundes. London, 21. Oft. (T4I.) Wie der diplomatische Korrespondent des »Daily Telegraph" mitteilt, hat einige Tage vor Eröffnung der Reichskonferenz zwischen der englischen Regierung und den Premierministern derjenigen Dominions, denen Kolonialmandate zugeteilt worden sind, ein informatorischer Gedankenaustausch über die künftige Haltung tn der permanenten Mandatskommission des Völkerbundes stattgefunden. Die Staatsmänner der Dominions hätten ftch über den Fragebogen der Kommission ebenso ablehnend geäußert wie Chamberlain. 3m Laufe der Besprechungen sei sogar vorgeschlagen worden, dem Mandatssystem ein Ende zu bereiten, falls sich die Mandatsinhaber weiter so erhebliche Einmischungen der Mandatskommission gefallen lassen mühten. Kleine politische Nachrichten. Der Herr Reichspräsident hat am Donnerstag der Freien Stadt Bremen einen Besuch abgestattet. Nach einer Rundfahrt durch den Hafen und einer Kranzniederlegung am Denkmal der 75er in der Liebfrauenkirche fand im Rathaus ein Festessen statt, bei dem der Reichspräsident mit dem Präsidenten des Senats, Bürgermeister Dr. Dona n d t, Trinksprüche austauschte. » Reichspostminister S t i n g l hat einen kommunistischen Antrag auf Einberufung des Verwaltungsrates der Reichspost zu einer Sondersitzung über die geplante Schaffung einer Zehnpfennigmarke mit dem Bildnis Fried richs des Großen mit der Begründung abgelehnt, daß er allein für die Herausgabe einer neuen Markenserie verantwortlich sei. Wie zuverlässig verlautet, besteht die Absicht, mit den englischen Dominions direkte »H a n- delsverträge abzischließen, wobei in erster Linie an Irland und Südafrika gedacht wird. Der Parteivorstand der Demokratischen Partei wird am Freitag gemeinsam mit den demokratischen Fraktionen des Reichstages und der verschiedenen Länder 8'4ammentreten. Auf der Tagesordnung stehen die Außenpolitik, die Frage der großen Koalition unZ> das Problem der Liberalen Vereinigung. Aus aller Welt. Versuchsfahrten mit einer neuen Lokomotive. Auf der Strecke Erfurt — Eisenach — Bebra werden zur Zeit mit einer Kruppschen Turbinenlokomotive Versuchsfahrten ausgeführt. Während bei den üblichen Dampflokomotiven der Dampf nach feiner Arbeitsleistung in den Zylindern zur Feueranfachung bient, wird bei den Turbinenlokornotiven der Dampf in einem Kondensator niedergeschlagen und das Feuer durch künstlichen Zug angefacht. Infolgedessen zeigt die Turbinenlolomotive auch in ihrem Aufbau ein anderes Bild als die üblichen Maschinen. versuche eines englischen Flugzeugmutterschiffes. Das britische Luftschiff R. 33 stieg mit zwei Kampfeindeckern, die an feinem Rumpf o n - gehakt waren, auf. Die Flugzeuge wurden in 2000 Fuß Höhe losgehakt. Sie fielen nach dem Start 100 Fuß und setzten dann den Flug mit eigener Kraft fort. Bei der Landung stießen die Gondel und der Rumpf hatt auf den Erdboden auf. Großseuer. Mühlhausen L Thür., 3n dem benachbarten Bickenriede entstand aus bisher noch nicht aufgeklärter Ursache ein Großseuer, bas bei dem herrschenden Wind in kurzer Zeit ein ganzes Dorf viertel, nämlich sieben Wohnhäuser und die mit Emtevorräten gefüllten Nebengebäude, e i n ä s ch e r t e. (Ein Reh als Ursache eines Autounfalls. Zwischen den thüringischen Orten Schwarza und Viernau ereignete sich gestern dadurch ein schwerer Autounfall, daß durch das Vorbei- springen eines Rehes, wobei es die Vorderräder streiften, das Auto gegen eine Telegraphenstange gedrückt wurde und sich überschlug. Der Fahrer und der Beisitzer, der praktische Arzt Dr. ‘Soner, wurden unter dem Auto begraben. Während der Fahrer unverletzt davonkam, war Dr. Soner sofort t o t. Beim Spahenschiehen erschossen. 3n den Weinbergen bei Veitshöchheim (Unierfranfen) übten sich der 17jährige Gartenbauschüler Vogel und der 15jährige Lehrling Reuter im Spahenschießen. Der Lehrling gab dabei einen Schuß so unvorsichtig ab, daß die Schrotladung dem Vogel indie Halsschlagader drang. An Verblutung ist der junge Mann kurz daraus gestorben. Eiserne Hochzeit. Die eiserne Hochzeit begingen in Rheydt der Oberstleutnant von Pelchrzim und Frau. Der Jubilar ist 93 Jahre, seine Gattin 83 Jahre alt. Im August d. I. beging Pelchrzim das 75jährige Jubiläum seines Eintritts in das deutsche Heer. Armenrechl für einen früheren deutschen Bvtidesfürsten. Der Magistrat in Detmold hat dem ehemaligen regierenden Für st en zur Lippe auf dessen Antrag für eine von ihm anzustrengende Klage gegen einen Prioatschuldner nach Prüfung seiner Vermögensverhältnisse das Armenrecht zugebilligt. Wettervoraussage. Wenig Aenderung des herbstlich trüben Wetters, Neigung zu Niederschlägen. Gestrige Tagestempera uren: Maximum 6,3, Minimum 0,7 Grad Celsius. Niederschläge: 9,1 Millimeter. Heutige Morgentemperatur: 2,6 Grad Celsius. Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 22. Oktober 1926. Der „RoLer" im Lichte der Medizin. „Das Rollern ist des Kindes Lust" — und der zuschauenden Erwachsenen auch, zumal wenn das „Motorrad der Jüngsten" schalldämpfende Gummibereifung aufzuweisen hat. Neuerdings hat aber der Roller auch lebhaft an Interesse in den Kreisen der Kinderärzte gewonnen. Wie ein bekannter Berliner Pädiater berichtet, bekommt er in feiner Sprechstunde von Zeit zu Zeit Kinder im Alter von 4 bis 7 Jahren zu Gesicht, die über Schmerzen in einem Beine, und zwar vorwiegend im rechten Beine, klagen. Wenn man das Kind beim Gehen beobachtet, so fällt auf, daß es das kranke Bein deutlich schont. — Zunächst fahndete der Arzt auf beginnende tuberkulöse Hüftgelenkentzündung: da aber weder das Röntgenbild noch andere Untersuchungsmethoden einen Anhaltspunkt für eine derartige Erkrankung gaben, so wurde nach einer anderen Ursache, die die Beschwerden auslösen könnte, geforscht. Und siehe da — es ergab sich, daß es sich in allen Fällen um Kinder handelte, die sich entweder seit kurzer Zeit in der Kunst des Pollerns übten ober sich sehr ungeschickt dabei anstellten. Es ist also höchstwahrscheinlich, daß die Sehnenbänder oder die Muskeln • am Hüftgelenk gezerrt worden sind, — fei es, daß das Standbein beim Drehen eine ungeschickte Bewegung gemacht ober daß bas Kinb allzu gewalttätig unb zu plötzlich gebremst hatte. Glücklicherweise find bie Beschwerben burd) eine mehrtägige Bettruhe völlig zu beheben. Wenn auch bas Rollern als Geschicklichkefts- übung für die Kinder seinen Wert hat, so tragt es doch zur Muskelstärkung nur eingeschränktermaßen bei; werden doch durch den Roller fast ausschließ- lich die Muskeln der Beine und Hüften „trainiert", während die Arm- und Drustmuskulatur dabei stark vernachlässigt wird. Es erscheint daher — nicht nur vom Standpunkt des Kindes, sondern auch von der ärztlichen Warte aus gesehen — recht zweckmäßig, daß dem Kleinen zu dem Roller noch ein Holländer geschenkt wird, der — als Ergänzung zum Roller — überaus Nützliches für die Grfamtmuskulatur leistet. Da paßt es also gerade, daß schon in einigen Wochen bas Weihnachtsfest kommt! — Dr. M. Die Basler Mission in Gießen. Lichtbildcrvortrng über Kamerun. hr. Der gestrige Lichtbildervortrag im So» hannessaal lieh an Hand von glänzenden Bildern Afrika lebendig vor unseren Augen erstehen, und vor allem die Schönheit dieser Fremd« uns erblicken. Es ist die ölneigeimützigkeit des Missionars Schlaudraff anzuerkennen, der, w'.e im Programm angekündigt war, über »Bilder aus Asante (Goldküste)" sprechen wollte, daß er zugunsten des Missionars K e l l e r° Heidelberg freiwillig zurückgetreten ist, damit der Redner vom Mittwoch abend die Moal chkert habe, seine Ausführungen dort im Lichtbild zu ergänzen. Eine sehr große Menge war der Einladung gefolgt, so daß der Oohannessaal sich fast als zu klein erwies. Einen König und Häuptling in Kamerun Zeigten die ersten B lder in seiner Hausatracht, über die Nase hin tätow'.ert: er hat einrn Hofstaat von 4 Geheimräten, 800 Höflingen, die verschiedene, Handwerke betreiben, 10 002 Sklaven zur Bewirtschaftung der mustergültigen Ländereien, dazu unterhält er 400 Frauen. Eia Bruder des Königs hat infolge seines Aevertritts zum Christentum dem ganzen rauschenden Hofleben Valet gesagt. Bei den Gestalten der Frauen fällt der stark nach oben geschobene Hinterkopf auf: Dieser wird Bei der Geburt des Mädchens von der Mutter „gedrückt", so ist es auch möglich, dort eine ganz besondere Haartracht cmzu- bringen. Seltsam muten uns die Bräuche an, wenn das kleine Kind als erste Nahrung Medizin bekommt, damit die bösen Geister unschädlich gemacht wurden, oder wenn die Königsfrau e ne Pfeife raucht, deren Kopf die Größe einer Kaffeekanne hat: seltsamer noch die Todrsfeierlichkeitem beim Absterben des Königs, wo d'.e sonderbarsten! Masken auftreten, johlen und schreien und llap- Pern und 3 Wochen lang das Totenfest feiern. Eine zweite Reihe Bilder zeigte den Hausbau 3m Innern der Häuser herrscht völlige Dunkelheit, da keine Fenster angebracht sind; ferner ein ganzes Gehöft, eine Spinnerin, dis mit der Hand, und eine solche, die nach europäischer Art am Spinnrad spinnt, den Weber, verschiedene Musikinstrumente, eine afrikanische Guitarre, eine Mandoline aus einem Kürbis, einen ausgehohllen Baumstamm als Trommel; weiterhin verschiedene Frauen und Mädchen, sehr schöne, gar nicht so abstoßend, wie man sie sich gemeinhin vorstellt, mit eigenartigem Schmuck (Ohrenpflock, Nasenperle) und besonderen Haartrachten; sodann das geheimnisvolle Treiben der Geistervereine, der Losango, wie sie ihre fürchterlichen Feste abhallen. Der Wein, den sie dabei aus Kalabassen trinken, wird unter mancherlei Schwierigkeiten aus der Palme getoonnen. plnd endlich die Sllavin, die durch das hohe Steppengras eine schier untragbare Holzlast schleppt. Eine letzte Serie Bilder zeigte die besonderen Feierlichkeiten bei der Saat und bei der Ernte, verschiedene Lcrndschaftsbilder, eine Hausa- ansiedlung, eine Dorfstraße, den Fluß durch den iUrwald, den Tlebergang durch den Fluß und zum Schluß den der Mission sehr gewogenen Bali- k ö n i g. Manche der Eingeborenen erfahren furchtbare Schwierigkeiten beim ile&ertritt zum Christentum: wenn der Mann nicht will, daß eine seiner Frauen Christin werde, hält er sie auf dem Markt feil, oder verstößt sie. Der Geheimschreiber des Königs fomrte, obwohl es sein Wunsch war, nicht in die Christengemeinde aufgenommen werden, da sein König ihn durch das Geschenk von drei Frauen besonders auszeichnete, das er nicht abschlagen konnte; die Christen dulden aber keine Männer nrt mehreren Frauen. Andere loben den guten Einfluß der Christenfrauen auf den ganzen Hof. So ist die Arbeit der Missionare dort gar nicht einfach und leicht: sie bedarf insbesondere der treuen Mithilfe und des Mittragens der Heimatgemeinde, damit alle Lande der Ehre des Herrn voll werden können. Pfarrer A u s f e l d verlieh der Dankbarkeit der Zuhörer Ausdruck. Der Gießener Mnmenschmuck- wetlbewerb. Das Ergebnis bes vom Derkehrsverein veranstalteten Wettbewerbs für Fenster-, Balkon- unb Vorgarten ° Blumenschmuck ist nun zusammengestcllt unb wirb in den nächsten Tagen im Anzeigenteile veröffentlicht. Die Zahl der Preisgekrönten ist in diesem Jahre wesentlich größer als im Vorjahre, sie beträgt 117, davon sind 14 erste Preise, 103 zweite Preise. Außerbem wurden 116 burd) „lobenbe Erwähnung" ausgezeichnet. Die Preisträger ber ersten Preise sinb: Kaufmann D i n s l a g e, Sübanlage 18, Zahnarzt Dr. Fischer, Seltersweg 77, Kaufmann G. Körner, Schützenstraße 12, Möbelfabrikant Weinert, Schloßgasse 16, Kaufmann H. Zam- petri, Schiffenberger Weg 10, Bankbirektor L. Liebmann, Gutenbergstraße 14, Hotelbesitzer Franz Schwab, Hotel Kühne, Bahnhofstraße 89, Kommerzienrat H. Schaffstaebt, Ostanlaae 23, Oberbahnmeister W. Großblotekainp. Molike- straße 9, Kaustnann E. Müller, Lessingstraße 15, stöbt. Arbeiter Karl Pflüger, Kaplansgasse 15, Reichswehr, ehern. Maschinengewehrkaserne, Kaiserallee 120, Professor Dr. Poppert, W!l- helmstraße 15, Erwin Stolte, Hammstraße 35. Außer Konkurrenz erhielten lobenbe Erwähnungen für besonbere Leistungen die Gartenbaubesitzer K. Becker, Hubing, Moser, Rieger unb S ch n e i b e r. Die zur Verteilung kommenben 117 Preise werben von ber hiesigen Vereinigung ber Gartenbaubesitzer unb vom Verkehrsoerein zur Verfügung gestellt. Gießener Wochcnmarktpreise. Es kosteten auf bem gestrigen Wochenmarkt: Butter bas Pfund 1,60 bis 1.70. Matte 0,35, Käse, 10 Stück 0,60 bis 1,50, Wirsing bas Pfund 7 bis 8, Weißkraut 3 bis 5, Rotkraut 8 bis 10, gelbe Rüben 8 bis 10, rote Rüben 10, Spinat 15 bis 20, Römischkohl 10, Unterkohlrabi 5 bis 8, Rosenkohl 50, Felbsalat 1,00. Tomaten 25, Zwiebeln 7 bis 8, Meerrettich 0,30 bis 1,00, Kartoffeln 5, Aepfel 15 bis 25, Birnen 10 bis 20, junge Hahnen 1.00. Suppenhühner 1,00, Gänse 0 80 bis 1 00, Nüsse 0,80 bis 1,00. Eier das Stück 15 bis 17, Blumenkohl 0 20 bis 150 Endivien 5 bis 20, Oberkohlrabi 5 bis 10, Lauch 5 bis 10, Rettich 10 bis 20, Sellerie 20 bis 50. Bornotizen. — Lageskalender für Freitag. Stadttheater: 7.30 Llhr, „D'.e Medaille" und „Lottchens Geburtstag". (Ende 9.30 Uhr.) — Völkerkundliche Ausstellung der Basler Mission, Das Beste vom Bestenl In allen modernen Faroenl Orlginalpreis Mk. 2.50 3 Paar .... Mk. 7.00 Alleinverkauf für Gießen: 80140 Strumpfhaus Greb, Seltersweg 61 J. M. Schulhof Kaffee, Tee, Kakao in bekannt guten Qualitäten. Fernruf 119 Marktstr. 4. Neblerirei arbeitender______ Stenotypist oder Stenotypistin von (Höherem Unternehmen in Stehen möglichst :oiort nciucbt. Schriitl An- fiebote mit Angabe seiideriaer Tattpkeit, Srbali8onfprttcü und (StittrittflAeit unter 86590 an den Siebener Anzeiger erbeten. 9IHO ^rhmoino besonders auch kränkliche, UUX ZJUJLUtlHV, zuriickyedlieveneund solche mit steifen Deinen, gesunden und (8430 entwickeln sich überraschend schnell, wenn Sie durch jedes Futter 1 Eßlöffel voll echtes RASSOL IffS mengen. Verlangen Sie nur echtes Rasto! in Originalflaschen u. weisen Sie Nachahmungen zurück. Allein. Hersteller: Engel, apotheke Gießen. Zu haben in allen Apotheken. 9 biS 12 Uhr vorm., 3 bis 7 Uhr nachm.. in den s Räumen des früheren Hotels Grohherzog; Io» Hanner saal, abends 8 Uhr, Dortrag. — Missionsoortrag. Man schreibt uns: Daß der Beitrag, den wir Deutschen zur Erziehung Afrikas zu liefern haben, sehr wertvoll ist, zeigte sich bei Der im September in L e Zonte (Belgien) adgehaltenen internationalen Afrikakonferenz, zu welcher Missionsinspektor Fehle (Stuttgart) als einer der deutschen Vertreter delegiert wurde. Er wird von dort Interessantes zu er-ählen wissen, woran man merkt, daß es ohne die Deutschen doch nicht gut geht, und daß ihre Art Die richtige war. (Siehe heutige Anzeige.) — Das Konzert des Ocfangherein 8 .Heiterkeit« am nächsten Sonntag nachmittag in der Neuen 2lula der llnU>er,itat findet in breiten Kreisen der Bürgerschaft lebhaftes Interesse. Neben ixm Chor werden Frau- le'.n H. Ningenwald (Sopran) und Herr F. Schneider (Cello), sowie Fräulein Ni. Eckhardt (am Flügel) Mitwirken. S^e Vortrags- foiac sieht die Wiedergabe von Kompositionen vvr die zu den Perlen des Männerchorgesanges ael-örcn ferner Lieber und Cellostücke von Komponisten höchster Geltung. Näheres in der gestrigen Anzeige. , " Der erste Schnee! Seit gestern nachmittag sind die „Quartiermacker" des Winters im Land: die ersten weißen Flocken tanzten zur Erde hernieder, wo sie Im Flachland allerdings schnell zu Was.er wurden, wäh- rend sie im Gebirge eine recht anständige Schneedecke bildeten. In unserer Stadt ging der heftige Aegen, der seit gestern nachmittag fiel, in den Abendstunden zunächst teilweise, dann vorübergehend völlig in Schnee über, um später wieder zu plätscherndem Liegen zu werden. Dagegen hat es seit gestern nachmittag 2 Uhr im Vogelsberg kräftig geschneit, und auch die Nacht über hielt der Schnee,all an. Dom Hoherodskopf wird uns heule morgen eine Schneedecke in Höhe von 12 Zentimeter bei 2 Grad Kälte gemeldet. Ob diese Herrlichkeit lange andauern wird, steht natürlich dahin, immerhin werden aber die Stt- sPortier gut tun, ihre Bretter bereitzumachen. •* Die Volkshochschule bittet uns, nochmals auf die am kommenden Sonntaa, abends 8 Uhr, im Großen Hörsaal der Universität statt- findende Eröffnungsfeier hinzuweisen. (Näheres siehe gestrige Anzeige.) ** Die Eisenbahnbrücke an der Ederst r a ß e ist jetzt im Gleis Gießen—Lollar fertig- gestellt. Seit heute früh wird der Brückenteil des Gleises Lollar—Gießen umgestaltet. Voraussichtlich wird der Dahnoerkehr in der normalen Fahrgeschwindigkeit von Anfang nächster Woche ab wieder durchgeführt werden können. —d. Städtische Grundstücksverpachtung. Bei der gestrigen Grabstückoerpachtung wurden im Durchschnitt für 100 Quadratmeter geboten: In der Stephansmark 2 Mk., Auf der Weißerde 2 50 bis 3 Mk., Leihgefterner Weg und Schöne Aussicht 2 Mk., An den Kläranlagen 2 bis 3 Mk. " Verhaftung. Auf Anordnung des Untersuchungsrichters wurde dieser Tage dec frühere Studienrat H. von hier, der sich deS Kreditbetrugs schuldig gemacht hat, verhaftet. H. lieh sich von geldsuchenden Lewen Pfandbriefe aushändigen, die er verkaufte, worauf er allerdings „vergaß", seinen Auftraggebern das Geld ab- zulie^rn. Die Untersuchung in dieser Sache schwebte schon seit längerer Zeit. Ein anderer in diese Affäre verwickelter Mann wurde schon früher in Haft genommen. " Vorsichtl Im „Frankfurter Generalanzeiger" lesen wir: Wir haben dieser Tage davor gewarnt, auf Insera.e noch so verlockenden Inhalts Geld vorauszusenden oder Nachnahmen einzulösen. Heute haben wir Veranlassung, auf einen speziellen Fall aufmerksam zu machen, der auf Täuschung des Publikums berechnet ist. 3n vielen Zeitungen erscheint ein Inserat der ,.Po- füll-Compagnie" in Berlin, in dem ein Füllfederhalter als Gratisgabe angeboten wird. Nichts an dem Inserat verrät zunächst die Täuschung, im Gegenteil, ds wird ausdrücklich darin gesagt: „Falls Sie. einen solchen Federhalter haben wollen, geLtn Sie Ihre Adresse an, es verpflichtet Sie zu nichts." Ein Leser schrieb daraufhin an die Pofüll-Firma und erhielt eine — Nachnahmesendung von 3,30 Mark. Darin war eine Serie Ansichtskarten oder „Kunstblätter" und als Beigabe der Federhalter. Der Empfänger ließ die Sendung natürlich zurückgehen, viele andere aber werden sie wohl angenommen haben und damit ist für die Firma das Geschäft gemacht. Zunächst denkt man dabei natürlich an einen glatten Betrug, bis man bei näherem Zusehen in dem Inserat die Eingangsworte findet: „Wir geben bis auf weiteres an unsere Kunden gratis — usw." An unsere Kunden, das soll heißen: an diejenigen, di« von uns Kunstblätter oder dergleichen kaufen. Man sieht, wie geschickt hier die Täuschung zuwege gebracht wird. Selbstverständlich haben wir nach dieser Erfahrung die weitere Ausnahme der Anzeige abgelehnt, wir verbinden damit aber immer wieder die alte Mahnung: Taschen zu. Zu verschenken hat heute keiner etwas. — Da diese Anzeige auch in unserem Blatte Eingang gefunden hatte, halten wir es für richtig, die Mitteilung des „Franks. Generalanz." unseren Lesern zur Kenntnis zu bringen. Die Schwerverletzten des Fliege ru n s'a l l s bei Beuern. Don den Insassen des am 8. Oktober bei Beuern verunglückten Flugzeuges D463 befindet sich noch einer in der hiesigen djirurg. »^ren Klinik. Es ist dies der Norweger, Direktor Stole aus Oslo. Infolge seiner schweren Verletzung, eines kmrplc- zierten älnterschenkelbruches, ist er vorerst noch einige Wochen auf Kl.nikpllsige angewiesen. Der andere Schwerverletzte, Kaufmann Zechmeher aus Nürnberg, der bekanntlich am Kopf schwer verletzt war, wurde vor einigen Tagen als geheilt aus der Klinik entlassen. Nachdem er erst noch einmal den Schauplatz des Unfalles bei Beuern besichtigt und auch seinen Helfern Persönlich Dank abgestattet hakte, fuhr er mit der Eisenbahn nach Frankfurt (Main) und'flog von dort nul dem Flugzeug kn seine Heimat Nürnberg zurück. •* Fichtendeckreiser. Die Stadtverwaltung hat gestern in einer Bekanntmachung darauf auf- merksam gemacht, daß Bestellungen auf sichten- dcckreiser bis spätestens zum 25. d. M. bei ihr angenommen werden. Interessenten seien auf diese Bekanntmachung besonders hingewiesen. Oberhessen. Lattdkrcis Gießen. v Grünberg, 21. Okt. Die Bautätigkeit in diesem Jahre in unserer Stadt hat sich im Lause des Sommers und Herbstes recht bedeutsam entfaltet. In vier Haupt- und drei Nebenstraßen ist recht fleißig gebaut worden. Bis jetzt sind 5 Wohn Häuser, darunter ein Doppel-Familienhaus, fertig- gestellt und bezogen worden, im Rohbau stehen 5 Lauten — darunter ein Doppel-Familienhaus — fertig da, weitere 7 Bauten, von denen man hofft, daß auch davon die meisten noch 'm Rohbau vollendet werden, befinden sich noch in Arbeit. Wenn die Witterung es ermöglicht, sollen noch zwet weitere Wohnhausbauten in Angriff genommen werden. Zu diesen Bauarbeiten kommen noch hinzu der Bau des Hochbehälters, der Anbau zur Oberrealschule, mit dem jetzt begonnen wird, die baulichen Aenderungen an der Landwirtschaftlichen Winter- schule, ein größerer Fabrikanbau und andere von bet Gemeinde ausgeführte Arbeiten, wie Kanalisation, Legung von Wasserleitungen in den Straßen und nach dem Hochbehälter. Wegebauten usw. Hieraus ist ersichtlich, daß eine Menge Arbeit vorhanden war, und daß auch die Stadtverwaltung ihr möglichstes getan hat, um den Erwerbslosen Arbeit und Verdienst zu schaffen. 0 Neinharoshain, 21. Okt. Schulver- tixdtcr Allendörser, der m.t der Verwaltung der hiesigen Schulstelle beauftragt war, wurde nach Göbelnrod versetzt. In der verhältnismäßig kurzen Zeit seines hiesigen Wirkens hatte er sich das Vertrauen der Einwohnerschaft erworben, und er erfreute sich aus diesem G.unde großer Beliebtheit in der ganzen Gemeinde. Sein Weggang wurde allgemein bedauert. Als vorläufiger Nachfolger wurde Schulverwalter Menges (Darmstadt) ernannt, iln'erc Schulstelle ist nunmehr zur definitiven Besetzung ausgeschrieben. Insgesamt haben sich acht Lehrkräfte beworben, von denen in der letzten Gemeinderatssitzung Herr Allendörser vor- geschlagen wurde. is. Steinbach, 21. Okt. Nachdem unser Ort bisher von der Maul- und Klauenseuche verschont geblieben war, ist diese nunmehr in zwei Gehöften amtlich fest gestellt worden. In jedem Gehöft fiel bereits ein Stück Vieh der Seuche zum Opfer. Die Gehöftsperre wurde für sämtliches Klauenvieh angeordnet, jeder ist gezwungen, sein Vieh besichtigen zu lassen, um die Bestellung der Felder nicht hinauszuziehen. * Birklar, 21. Okt. Das Ehrenzeichen für 25jährige Feuerwehr-Dienstzeit wurde am Montag Otto Neidel, Mitglied der hiesigen freiwilligen Feuerwehr, im Auftrage des Ministers des Innern durch Negierungsrat Wolf aus Gießen überreicht. :!: Trais-Horloff, 21. Okt. Am Sonntag fand hier die Einweihung des neuen Pfarrhauses statt, das von den drei Kirchengemeinden Trais, Inheiden und Utphe erbaut ist. Der stattliche Dau ist nach den Plänen des Ne° gierungsbaumeisters Schneider unmittelbar neben der Kirche vor dem alten Pfarrhaus errichtet worden. Die Maurerarbeiten führte Bauunternehmer und Bürgermeister Dietz, Utphe, aus, die Schreinerarbeiten die beiden Sch reiner- meister Schmidt, Trais, und Krämer, Langsdorf, während die Weihbinderarbeiten von Weißbindermeister Döring, Reiskirchen, ausgeführt wurden, da sein Gebot beträchtlich hinter der Forderung einheimischer Meister zurückblieb Mit dem Neubau ist auch ein sehr geräumiger neuer Konfirmandensaal verbunden. Alles in allem bedeutet die Errichtung des Baues eine finanzielle Leistung für die drei wenig begüterten Gemeinden, so daß wohl die Ausführung eines anderen sehr dringlichen Projektes, die Innenausbesserung unserer Kirche, noch eine Zeitlang wird zurückgestellt werden müssen. — Vor einiger Zeit sand ein Nund- gang durch die bei Inheiden gelegene Gemarkung Feldheim statt, um die Entschädigungsansprüche derjenigen Landwirte sestzustellen, durch deren 'Grundstücke die neue Rohrleitung vom Provinzialwasserwerk nach Lan gsdorf verlegt wurde. »»Mi i ii n" Kreis Friedberg. sf. Friedberg, 21. Okt. 3m „Deutschen Hause" fand gestern abend eine Versammlung der hiesigen Ortsgruppe der Deutschen Volks- partei statt, zu der als Redner Parteisekretär iD e i ß e r aus Gießen erschienen war. Die Versammlung wurde durch den stellvertretenden Vorsitzenden, Lehrer Dickler, mit einem warmen Nachruf für das vor kurzem verstorbene langjährige Vorstandsmitglied Pros. Ed. Dolp eröffnet. 3n einem frischen und lebensvollen Vortrag berichtete sodann der Redner des Abends über den großen Parteitag in Köln. 3n der Aussprache nahmen der Ehrenvorsitzende Geh. Zustizrat SBinbeder und die Vorsitzende der Frauengruvpe. Frau Pros. Kloos, das Wort. Da der settherige 1. Vorsitzende, Pros. Kloos, nach Darmstadt versetzt worden ist, muß demnächst eine Neuwahl Jtatt- sinden. Der stellvertretende Vorsitzende sprach in seinem Schlußwort dem ausgeschiedenen Vorsitzenden den Dank für (ein erfolgreiches Wirken aus. a. Vilbel, 21. Okt. Gestern ereignete sich auf der Landstraße Vilbel—Kronau ein Motorrad- unfall. Ein beim liefbauamt Friedberg bediensteter Beamter rannte in einer Kurve gegen eine Telegraphen st ange. Das Motorrad wurde beschädigt, der Fahrer selbst trug einen schlimmen Bluterguß im Knie und Hautabschürfungen davon. Nachdem er fast zwei Stunden auf der Slraße gelegen hatte, fand ihn ein Flurschütz von Vilbel. Dieser benachrichtigte die Vilbeler Sanitätskolonne, Die den Verunglückten nach Vilbel brachte, von wo er später nach seinem Wohnort Nieder-Florstadt überführt wurde. Kreis Büdingen. I! Büdingen, 21. Okt. Aus Veranlassung deS Denkmalausschusses der ehemaligen Artillerie-Regimenter 25 und 61 in Darmstadt war an die in der Umgegend von Büdingen wohnenden ehemaligen hessischen Artilleristen eine Einladung zu einer Tagung in Büdingen ergangen. Eine große Anzahl ehemaliger Kameraden hatte diesem Ru e Folge geleistet. Kreisdireltor Dr. Gaßner h ett die Begrüßungsansprache an die Versammlung. 3m Anschluß hieran sprach Hauptmann Bickel über die Ziele der Vereinigung ehemaliger hessischer Artilleristen, und reg, die Gründung einer „Kreisgruppe Büdingen" an. Diese Anregung sand allgemein Zustimmung. Oberstleutnant Lennä sprach dann über das Denkmal der 25er und 61er in Darmstadt. Die anschließende Sammlung ergab fast 400 Ml. Hieraus schritt inan zur Wahl des Vorstandes der neu- gegründeten Kreisgruppe. Zum Vorsitzenden wurde einstimmig Kreisdirektor Dr. Gaßner, Büdingen, gewählt. Den Vertrauensleuten der umliegenden Ortschaften wurde aus- gegeben, zu werben und evtl. Ortsgruppen zu gründen. Ein gemütliches Beisammensein schloß die denkwürdigen Stunden. X. Nidda, 21. DEL Die Ortsgruppe Nidda der Deutschen Bollspartei hielt Dienstag abend im Gasthaus „Zur Krone'" dahier eine Versammlung ab, zu der sich eine größere Zahl Mitglieder und Freunde der Partei eingefunden hatten. Geschäftsführer Weißer, Gießen, berichtete über den Reichsparteitag in Köln und über wichtige politische und wirtschaftliche Fragen. Seine Ausführungen fanden den Beifall der Zuhörer und lösten eine längere, aufklärende Aussprache aus. A Nidda, 21. Oft. Gestern weilte Ministerialdirektor Hebel, Vorstand der Abteilung für Ernährung und Landwirtschaft im hessischen Ministerium, in unserer Stadt, um über die in Kürze hier zu eröffnende landwirtschaftliche Schule Verhandlungen zu pflegen. Die Vorstände der übrigen landwirtschaftlichen Schulen in Oderhessen waren ebenfalls anwesend, um üie Einteilung der Gemeinden zu den betreffenden Schulbezirken vnr- zunehmen. Die neuen Schulräume für die hiesige Schule sind in der Gewerbeschule geschaffen worden. Kreis Alsfeld. -er. Homberg a. d. Ohm, 21. Okt. Vom schönsten Herbstwetter begünstigt, fand am gestrigen Mittwoch der weit und breit bekannte Kalte Markt statt. Leider mußte der für diesen Tag zuerst angesetzte Schweine marki wegen der in der Umgegend herrschenden Maul- und K'auen- seuche a u s f a 11 e n. Gegen Mittag tarnen aus den Dörfern der Umgegend alt und jung, groß und klein, um sich das Marktleben anzusehen, einzukausen oder ihrem Vergnügen nachzugeyen. Alle Besucher kamen dabei auf ihre Rechnung. Denn in vielen Ständen aller Art boten die Kaufleute der verschiedensten Branchen, sowohl einheimische, wie auswärtige, ihre Waren [eil. Bekleidungsstücke, Haushaltungsgegenstände, Zucker- und Spielsachen waren in großen Mengen ausgestellt. Der eigentliche Marktplatz erwies sich an diesem Taae als zu klein. Eine dichte Menschenmenge schob sich nur mit größter Anstrengung vorwärts. Der 3uxplatz war ebenfalls gut beschickt. Vor der Stadthalle standen u. a. drei große Hallen, in denen allerlei Sehenswürdigkeiten gezeigt wurden. Für Tanzlustige war in der geräumigen Stadthalle und im Saale des Frankfurter Hofes „Jazzmusik". Werden aber wohl alle Kaufleute mit dem Gange des Geschäfts „auf dem Kalten Markt" zufrieden fein? Dem stillen Beobach, ter dürfte doch die Tatsache nicht entgangen sein, daß das fehlende Geld bei dem ganzen Tun und Treiben doch stark in Erscheinung trat. - A KreiS Schotten. Michelbach, 21. Ott. Unsere ..Wasserleitung, die auf dem »Lugrain". auf der Nordseile unseres Dorfes, angelegt ist. hatte in den letzten Fahren nicht mehr ge«rügend Wasser geliefert. Fetzt hat man eine neue Pumpstat on angelegt, die von der südlich gelegenen Anhöhe au» gespeist wird. ES ist gute Aussicht vorhanden, daß damit das Bedürfnis unserer Geme.nde befriedigt wird. — Der Kreis-Urkunde n- Pfleger Prof. D r. Roeschen hat unsere Gemeindearchivalien, die auf dem Boden unserer Kirche in einem Schranke aufbewahrtl werden, durchforscht und verzeichnet. W.e wir hören, hat er darunter e ne Pergamenturkunde vom Iahre 1495 gefunden, wonach 4 Männer vom Landgrafen Ludwig von Hessen die .W üftung Micheln - b a ch" ncbst allen Aeckern. Wiesen. Waid.We den erb- und cigmtüml ch versieben b kommen. I doch sollen sie alljährlich 30 Achtel Ha'er und 30 rheinische Gilden Frankfurter Währung auf Martinstag abl'.efern. (Ein Achtel = 2 Zentner.) Ebenso sollen sie dem Amt Schotten gegenüber ihre Pflichten als getreue Untertanen erfüllen. Es geht die Sage, daß jen? 4 Männer die Eichen tauf dem ..Lugrain" gepflanzt und die 4 gewaltigen Steine auf der Nordseite der Kirche gesetzt haben. Kirche und Schule. Einsichtnahme in den evangelischen Religionsunterricht der Schulen. * Die lauge umstrittene Frage, wer zur Einsichtnahme in ben evangelischen Religionsunterricht der Schulen berechtigt sei, nur die Schulbehörde oder auch Superintendenten und Del me als Vertreter der Landeskirche, hat nun ihre Lösung gefunden. Gelegentlich der K.rchenv sitationen besuchen die Superintendenten die Schulen des K r^' splels, um Einsicht in den von der Schule erteilten Religionsunterricht zu nehmen. Der zur KirHen- visitation kommende Dekan ist nur zur Einsichtnahme in den Religionsunterricht der Schulen berechtigt, wenn er dazu als Vertreter des Superintendenten von der Landeskirchen- regierung ernannt ist. Vor kurzem wurden folgende Herren bestimmt, die als Vertreter der drei Superintendenten die Sch ilen besuchen, wenn im Kirchspiele eine Kirchenvisitation durch den Dekan stattsindet: Dekan Lehn- Offenbach. Dü.nl Weißger ber - Messel, Dekan Dernbcck- Hirschhorn, Pfarrer Dr. Müller- Rüsselsheim, Dekan Guhmann -K'rchberg, Pfarrer Gerste n- maier- Friedberg, Pfarrer Köhler- Nidda, Dekan Dr. Unv erzogt- Alsfeld, Dekan Lic. Iakob - Mainz. Pfarrer Dcrnbeck- Worms, Dekan Mahr- Eppelsheim. Bücherlich. — Don Otto Renner erschienen im Verlage Adolf Bonz & Co. in Stuttgart zwei neue Büchen „Heimkehr", ein Roman, lind „Gedanke und Gedicht", taaebuchariiae Auszeichnungen. — Der Roman enthält die einfache Fabel des Mannes, der auf der Höhe des Lebens in die kleinstädtische Heimat zurückkehrt, und erzählt, wie dort auf Schritt und Tritt die Jugend wieder aufsteht, und die Erlebnisse in tragischer Verkettung wie eine Lawine anwachsen und ihn verschlingen. Alle Gestalten, insbesondere auch die Frau des Helden, treten lebensvoll aus dem Rahmen der Bilder heraus. — lieber das Buch „Gedanke und Gedicht" schreibt Renner — dessen Dramen und besten Lyrik übrigens von Hanns Martin Elster sehr empfohlen werden — selbst folgendes: „Auch ein Dichter kann nicht umhin, manchmal zu denken oder doch wenigstens über dies und das sich Gedanken zu machen! Das möge dieses kleine Buch entschuldigen. Es find Auszüge aus Tagebüchern, die aus sehr verschiedenen Zeiten stammen. Ich wollte diese kleine Sammlung schon vor zehn Jahren herausgeben, was die Zeitumstände aber nicht zuließen. Wenn ich auch in manchem jetzt anders denken mag, so wollte ich doch nichts daran ändern: solche Dinge haben nur Wert, wenigstens für den Urheber, wenn sie Ausdruck besten find was er zu den und jenen Zeiten feines Lebens fühlte und dachte. Sie möchten dem und jenem, der sich für den Dichter interessiert, dessen Persönlichkeit, sein Werden und Denken etwas näher bringen." 533 34 — Sie versunkene Flotte. Roman von Helmut Loronz. 386 6. 8°. Verlag Martin Warneck, Berlin W. 9, 1926. — Ein fceutfdxr Marineroman. (Sine blutvolle, lebendige Schilderung unserer Fiottenae chichte vom Kriegsausbruch bis zum bitteren Ende vop Seapa Flow: in der Form, in der man dies alles heute wohl am leichtesten und ehesten noch einmal an sich vorüberziehen läßt: in Form eines äußerst geschickt geschriebenen, gut komponierten, spannenden Romans. Hier erzählt einer, der das Ganze miterlebt hat, der mit warmem Herzen dabei war und noch ist. Ein schönes und nationales Buch, das einer verständigen Kritik durchaus nicht ermangelt und vielleicht gerade deswegen auch heute noch und heute wieder aktuell erscheint. Wan soll wenigstens den Versuch machen, aus der Geschichte zu lernen: wenn es sich auch nur uni einen historischen Roman handelt. Man kann dem Buch mit gutem Gewissen eine recht weite Verbreitung wünschen. 520 Sind Hämorrhoiden heilbar? 3a und nein! Wenn ein Hämorrhoidenkranker dieses wirklich ernste Leiden vernachlässigt, wird es ihm immer größere Qualen bereiten. Die anfangs unbedeutenden Knoten am Darm wachsen; sie wandern in den Darm hinein und platzen schließlich auf. Dann besteht die Gefahr, daß Blutgerinnsel in die Blutbahnen kommen und dort zu sehr gefährlichen Verstopfungen führen. Es kommt hinzu, daß die Schmerzen, das Brennen und das Zucken der erkrankten Teile immer unerträglicher werden und den Kranken körperlich und gründe richten. Schließlich bleibt dem verzweifelten Patienten nur noch übrig, sich auf dem Wege der Operation unsichere Heilung zu verschaffen. Muß das sein? 3n den meisten Fällen: Nein! denn Hämorrhoiden, rechtzeitig als solche erkannt und sachgemäß behandelt, können mit großer Aussicht auf Erfolg auch ohne Operation beseitigt werden. Neben peinlicher Sauberkeit muh eine geeignete Salbe zur Anwendung kommen, die die Knoten zur Schrumpfung bringt, die Schmerzen lindert, die Entzündungen beseitigt. Die bewährte Humidon - Salbe verbindet alle diese Eigenschaften in hervorragendem Maße. Schon nach ganz kurzer Anwendung läßt das Jucken und Brennen nach. Damit ift schon viel gewonnen, denn fällt der Juckreiz fort, so verringert sich auch die Gefahr roeitergetragener Infektionen. Nun erst kann der Heilungsprozeß beginnen. Die Humidon-Salbe wird seit Fahren auch in verzweifelten Fällen gebraucht, und unzählige Kranke bezeugen, daß sie fast Wunderdienste geleistet hat Aber die Humidon-Kur ist keine Wunderkur, sondern das Resultat einer wissenschaftlich wohldurchdachten Arbeit. 3n dieser Salbe sind alle Stoffe vereint, die diese tückische Krankheit erfolgreich zu bekämpfen geeignet find. Die Humidon-Gesellschaft will überzeugen und nicht überreden. Sie schickt deshalb jedem umsonst eine ausreichende Probe Humidon nebst ärztlicher Aufklärungsschrift über Hämorrhoiden- leiden. Diesen kostenlosen Versuch ist jeder seiner Gesundheit schuldig, und die Humidon-Gesellschaft ift überzeugt davon, daß jeder Versuch ein voller Erfolg wird. Also schreiben Sie sofort, ehe Sie es vergessen, nach Probe und Broschüre an die Humidon-Gesellschaft m. b. $)., Berlin W 8, Block 331. Versand erfolgt durch die Apotheke „Zum weißen Kreuz". (8646D ür.j AöchftteMung-SM HS HS HS breite Form.. ... 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Wer die Ansicht vertritt, das; England sich nicht noch einmal an dem kriegerischen Aktienunternehmen gegen Deutschland, gemeinhin unter Einkreisung 1914 bekannt, beteiligen wurde, sofern ihm die Erfahrungen von heute zur Seite stünden greift an der Wahrheit kaum vorbei. In England wollen die Sorgen seit Ausgang des Krieges nicht schwinden, der Bergarbeiterstreit zehrt an seiner Wurzelkraft, noch schlimmer ist es aber, daß die britische Seemacht ins Wanken geraten ist. Immer wieder stößt man in der britischen Fachpresse auf fast leidenschaftlich wirkende Anregungen, die Dommions möchten sich stärker, als cs bisher geschehen ist, an den Flottenrüstungen beteiligen. Die jetzt tagende Reichskonferenz soll dazu herhalten, Stimmung für die Marine seitens der Tochtcr- [toaten zu machen. Als Werbemittel ist in Aussicht genommen, die Atlantische Flotte vor den Vertretern der Tochterstaaten in Parade und im Manöver oorzuführen. Man erhofft sich hiervon als Wirkung, daß endlich auch in den Dominions der Sinn für die Bedeutung der großbritischen Seemacht wachsen möge. Zur Zeit muß es hiermit noch recht traurig bestellt sein, denn man scheut sich nicht, zu erklären, daß einige der Tochterstaatcn überhaupt nichts für die Flotte täten, daß andere nur eben Hinreichendes leisteten und daß die reichste von allen in geradezu kümmerlicher Weise i an der Frage mitwirke. Man kann es voll verstehen, daß das Mutterland über diesen Zustand nicht gerade erbaut ist. 2(n= dererstits muß man gerechterweise anerkennen, daß die Verhältnisse bei den einzelnen Tochterstaaten nicht unerheblich voneinander abweichen. Zu dieser Würdigung ist man im übrigen auch in London bereit. So führt man z. B. an, daß die Verhältnisse für A u st r a l i e n und Kanada grundverschieden lägen. Beide hätten gegebenenfalls Sorge vor dem Gelben Manne. Während Australien aber darauf aus fei, sich ferner Haut selbst zu wehren, stelle Kanada ganz andere Erwägungen an. Es verließe sich mehr oder minder auf die Hilfe der Vereinigten Staaten von Amerika, und diese seien wohl auch bereit, unter Erweiterung des Grundsatzes der Monroe-Doktrin an Kanadas Seite zu treten, falls dem Nachbarü in Norden von einer auswärtigen Macht Gefahr drohe. In England ist über die Frage, inwieweit sich die Tochterstaaten an den allgemeinen Flotten- rüftungen zu beteiligen hätten, bereits viel gesproßen und geschrieben worden. Das Ergebnis befriedigt nach keiner Richtung hin. Dabei ist man in der britischen Admiralität von der Ansicht durchdrungen, daß die Bedeutung einer starken Rüstung zur See noch zu feiner Zeit so wichtig gewesen sei, wie g e - r a o e in unseren Tagen. Man wird diese 21nsicht nur billigen können. Der Weltkrieg hat bewiesen, daß für eine Macht wie England Lebensfragen nicht mehr örtlich beschränkt find. Er hat ferner mit Sicherheit bargetan, daß kommende Kriege das Ringen der Jahre von 1914—1918 an Ausmaß der Verhältnisse weit in den Schatten stellen werden. Das Mutterland England hat Verständnis hierfür, es ist in allen Fragen weltpolitischer Macht geschult. Demgemäß ist es sich auch darüber völlig klar, daß es auf Gedeih und Verderb mit seinen Tochter st aaten verbunden ist, und daß diese Verbindung machtpolitisch nur mit der Flotte aufrecht erhalten werden kann. Ganz anders liegen hingegen die Verhältnisse bei den Tochterstaaten. Sie befinden sich sämtlich mehr oder minder im Zustand starken wirtschaftlichen Aufblühens, der nicht zum mindesten dadurch hervorgerufen worden ist, daß die Anforderungen des Weltkrieges bei ihnen eine leistungsfähige In buftrie ins Leben gerufen haben. In den Tochterstaaten regt sich demgemäß der Selbständig- keitsdrang. Sie wollen nicht mehr Lieferanten des Mutterlandes fein, sondern auf eigene Faust Handel treiben. Ihre Geschichte ist nun verhältnismäßig jung. Soweit mangelt cs ihnen an Erfahrungen machtpolitischer Art, über die das Mutterland England in reichster Weife verfügt. Hinzu kommt, daß die Mehrzahl der Dominions politisch Einblick in den menschlichen Körper. Don Dr. TL. Schweisheimer. 3m Verein deutscher Aerzte in Prag wurde jüngst von einem schwierigen Fall einer Fremd- körperentfernung aus der Lunge berichtet. Ein Schlosserlehrling hatte Stahlkugeln von acht Millimeter Durchmesser durch ein Rohr geblasen. Dei einem tiefen Atemzug geriet dabei eine Kugel in die Lunge, uni> zwar in die rechte Luftröhrenabzweigung. Mit allen möglichen Instrumenten, die unter Leitung von Spiegeln eingeführt wurden, war die Kugel nicht zu fassen, auch mit einem Magnet nicht. Schließlich wurde ein dickwandiger Dummischlauch eingeführl, mit etwas größerem Durchmesser, als ihn die Kugel hatte. Als sein Rand die Kugel berührte, wurde eine Säugpumpe in Tätigkeit gesetzt, und mit ihrer Hilfe gelang die Entfernung der Kugel und die Rettung des Kranken. ES war schon immer ein Ziel der medizinischen Wissenschaft, einen Weg zu finden, der das Innere des Körpers der unmittelbaren Untersuchung, ohne operativen Eingriff, zugänglich macht. Es ist verzweiflungsvoll, zu wissen, man könnte einen Menschen durch Entfernung des eingedrungenen Fremdkörpers aus der Luftröhre, aus der Lunge retten, und andererseits infolge technischer Schwierigkeiten seinem Zugrundegehen ohnmächtig zusehen zu müssen. Richts ist für den Arzt härter, als sein Wissen von einer Rettungsmöglichkeit an Mängeln drr Technik scheitern zu sehen. Eine Lösung der Frage haben erst die letzten Jahrzehnte gebracht. Heute ist sie als grundsätzlich entschieden und geglückt zu betrachten, wenn auch Einzelheiten des Verfahrens noch verbesserungs- sahig sind. Es gelingt heute, Luftröhre, ihre Verzweigungen in der Lunge (Bronchien), Speiseröhre. Magen, Teile des unteren Darmabschnittes. Harnröhre und Harnblase mit Hilfe geeigneter Instrumente unmittelbar zu untersuchen und zu behandeln. Möglich wurde solcher Fortschritt erst durch andere technische Hilfsmittel der neueren Zeit, namentlich durch die elektrischen Glühbirnen. Die verschiedenen neuen Verfahren der Unter- ftreng demokratisch eingestellt ist, fo daß man auch aus diesem Grunde für den sog. Militarismus nur wenig übrig hot. Dies alles ergibt eine nur sehr bescheidene Bewilligungsfreudigkeit für Rüstungen zur See in den Tochterstaaten. Sie möchten sich vielmehr nach wie vor auf die Hilfe des Mutterlandes verlassen und teilen dessen oorgen nicht, die Fäden der Verbindung könnten eines Tages abreißen. Käme es dazu, bann würden die Tochterstaaten auch den Verlust viel leichter tragen, als es bei England der Fall wäre. Die Dominions sind in der Lage, politisch neuen Anschluß zu suchen, so z. B. Kanada und Australien bei den Vereinigten Staaten von Amerika. Sie könnten schlimmstenfalls auch selbständig wciterbestehen. Beide Möglichkeiten sind aber für das Mutterland England so gut wie ausgeschlossen. An dem Tage, wo England seine See- Herrschaft verliert, wo die Seewege zu den Tochter- floaten unterbunden sind, ist es um die Macht, um den Stolz und den Glanz des Britentums geschehen. suchung werden unter dem Romen Endoskopie (vom griechischen endon — innen und skopein — sehen) zusammengefaßt. Manche Teile des Körpers, zum Beispiel der Kehlkopf, Larynx, werden mit Hilfe reflektierender Spiegel dem Auge des älnlersuchers zugänglich gemacht (Laryngoskopie). Ein unmittelbarer Einblick in die Luströhre (Trachia) und die Lungen ist mit Hilfe der Tracheo-Dronchoskopie möglich. Man hat es früher immer für zu gefährlich gehalten, starre und verhältnismäßig umfangreiche Instrumente in die tieferen Luftwege einzu- führen. Diese Bedenken haben sich bei geeigneter Unlersuchungsanordnung als unberechtigt erwiesen. Ein Bronchoskop besteht aus zwei einzeln in die Luftröhre eingesührten Metallröhren, die ineinander zu schieben sind. Das Hauptrohr wird in den Kehlkopf und zwischen den Stimmbändern hindurch in die Luftröhre eingeführt. Für Untersuchungen in größerer Tiefe wird in dieses Rohr ein Verlängerungsrohr eingeschoben. Eine allgemeine Rarkose (Belaubung) ist bei Erwachsenen im allgemeinen nicht erforderlich. Dagegen müssen vor Einführung des Instruments Kehlkopf und Luftröhre vollkommen unempfindlich gemacht werden. Die Schleimhäute der oberen Luftwege sind gegen alle Reize sehr empfindlich. Der Versuch, unter gewöhnlichen Umständen in den Kehlkopf mit einem Instrument zu gelangen, Wird durch heftige Würg- und Hustenbewegungen, durch krampfartigen Verschluß beantwortet, ohne daß Einführung oder Einblick möglich wäre. Dem wird durch Unempfindlichmachung mit Kokain und Alhpinlösungen, auch mit Chininharnstoff, abgeholfen: vor der Untersuchung werden diese Mittel unter Leitung des Kehlkopfspiegels in die oberen Luftwege eingepinselt und eingespritzt. Rach einigen Minuten fällt infolge des Unempfindlichwerdens der störende Reiz vollkommen weg. Die sehr wichtige gute Beleuchtung wird durch eine an dem Handgriff des Rohres angebrachte kleine elektrische Glühlampe gewährleistet, deren Strahlen durch einen Spiegel in die Tiefe des Rohres hinabgeworfen werden. Genaue Kenntnis der anatomischen Verhältnisfe ist bei Einführung des Bronchoskops Voraussetzung. Es gelingt dann meistens leicht, bis in Aus ber Insel, die zwischen ber Nordsee und dem Atlantischen Weltmeer für Iahrhunberte in weltbe- herrschender Lage gelegen hat, würde ein wirt- Ichaft 1 ich und politisch wer/t loses Eiland werden. Der U Dootkricg hat selbst leichtfertigen Engländern diese Gefahr handgreiflich vor Augen gerückt. Außerdem weiß man in England nur zu genau, daß diese Gefahr durch die Entwicklung der Luftwaffe noch um vieles vermehrt worden ist. Um so verständlicher wird es, wenn der Wunsch, die Dominions möchten sich mit all' ihrer Kraft an den Flottenrüstungen zur See beteiligen, immer unverhüllter zutage tritt. Wenn der Schein nicht trügt, so stehen jedoch die Aussichten auf Erfüllung nicht günstig. Zwischen England und seinen Dominions spielt sich in unseren Tagen trotz äußerem Zusammenhalt ein erbitterter Kamps ab. Er wird kaum den vom Mutterlande gewünschten Ausgleich finden, da die Gegensätze machtpotitischer und wirtschaftlicher Interesien unüberbrückbar sind. die Gegend der Teilung der Luftröhre in ihre beiden Hauptäste (Bronchien) vorzudringen und mittels des Verlängerunasrohres auch noch in den rechten oder linken Bronchus zu gelangen. Mit Hilfe des eingesührten Bronchoskops ist eine genaue Krankheitserkennung auch in den sonst nicht sichtbaren Luftnegen möglich. Bedeutungsvoll ist beispielswei e die Er ennung einer Luftröhrenverengung durch den Druck eines nach innen wachsenden Kropfes. Durch daS Rohr werden zu Eingriffen an langen Stielen geeignet gebaute Instrumente einge ührt, deren Wirkungsweise durch Hebelübertragung ermöglicht wird. Mit löfselartigen Instrumenten werden Gewebstücke von Geschwülsten zur mikroskopischen Untersuchung entfernt Verschieden geformte Griffe dienen zur Entfernung der in der Luftröhre oder der Lunge eingekeilten Fremdkörper. Es ist ja kaum glaublich, was für verschiedene und unförmige Fremdkörper aus den tieferen Luftwegen schon entfernt worden sind. Sie alle gerieten in die „unrechte Kehle", das heißt durch einen raschen Atemzug in die Luftrohre und weiter hinab in die Lunge. Harte Gegenstände werden häufig fchon im Röntgenbild erkannt. Da hat man Radeln gesunden, Knochenstücke und Fischgräten, Rägel und Steine, Münzen und Kugeln, Glasperlen, Kirsch-, Zwetschen-, Apri- kosen-, Dattelkerne, Kaffeebohnen, Haken und Klammern aus Metall. Kragen- und Hemdknöpse, Teile aus künstlichen ©ebiffen, Holzstücke und Eierschalen. Don nicht harten Fremdkörpern sanden sich Kerne verschiedener Fruchtarten, Gemüsestücke, Fleischstücke, Eicheln. Aber auch tierische Fremdkörper konnten in vereinzelten Fällen schon nachgewiesen werden, so Blutegel und einmal eine kleine Weinbergschnecke mit Gehäuse. Es ist klar, daß es neben der Bedeutung für die Krankheitserscheinung ganz besonders die Fälle von Fremdkörpern in Luftröhre und Lunge sind, bei denen die Einführung ber Endoskopie lebens- rettend gewirkt hat. DaS gilt in ähnlicher Weise für die Endoskopie der Speiseröhre, die Oeso- phagoskopie, wo sich große Fremdkörper wie Knochenstücke, Debißteile usw. oftmals in einer Weise festklemmen, die nur mit endoskopischer Behandlung zum Guten gewendet werden kann. Für die Srfennung von Krankheiten im untersten | Darmabschnitt bedeutet die Rektoskopie (Rektum lief). Ein solcher Angriff ist leicht für den, ber bie Ueberiegenheit an Zahl hat. Deutschland hat bicse zahlenmäßige Ueberiegenheit nicht, selbst wenn die allgemeine Wehrpflicht bis in ihre äußersten Konsequenzn burchgesuhrt wirb. Die beste Ausbildung und Führung müficn hier einen Ausgleich schaffen. Aufgabe ber Führung ist es, bie ent- Id'eibcnbe Stelle herauszusinben, hier möglichst große Massen einzusetzen und bie für einen ftaricn Flankenangriff erforderlichen Kräfte dadurch zu gewinnen, daß die gegen die feindliche Front zu verwendenden ficäftc möglichst schwach gemacht werden. Aber auch diese müssen unter Ausnutzung der Schnellseuerwassen und unter Einsatz von großen Tlunitionsmcngcn angreifen, um mit möglichst schwachen Kräften möglichst starke Kräfte des bein- des zu fesseln. — Ausgabe der höheren Führung ist es, Zeit und Raunt in Einklang, die Wirkungen von Front und Flanke in Uebcreinftimmung zu bringen. Das Zusammenfasfen mehrerer Armeen unter gemeinsamem Oberbefehl erleichtert ihre Bewegung und den einheitlichen Einsatz. E i n Gedanke muß das ganze Heer durchdringen. Nicht auf viele einzelne, zusammenhanglose Siege kommt es an, sondern auf den einen großen, entscheidenden Sieg. Man muß auch eine Provinz opfern und zur rechten Zeit zu 'verlieren wissen. An der Spitze des Heeres muh ein Feldherr stehen! Aber „zum Feldherrn wirb man nicht ernannt, sondern geboren und voraus- bestimmt". Der Operationsplan des Grasen Schliessen vom Dezember 1905 entsprach diesen Leitsätzen in allen Punkten. Gegen Rußland werden nur schwache Kräfte verwandt: Ostpreußen wird nötigenfalls preisgegeben. Im Westen sind bie operativen Ziele die S ch l a^ch t e n t f ch e i d u n g im Seine- B e ck en u n b bie Einnahme von Paris, sowie bie Wegnahme ber Seehäfen Antwerpen, Dünkirchen, Calais, Dou- l o g n e. Die nörblidje Heeresgruppe, bie diese Aufgaben zu lösen hat, umfaßt beinahe die Hälfte aller im Westen zu verwendenden Kräfte, jedenfalls ist sie ft ä r f e r als d i e mittlere u n b bie (üb- l i cf) c Heeresgruppe zusammen, deren linker Flügel an Metz angelehnt ist. Der linke Heeresflügel in Elsaß-Lothringen ist schwach gehalten; bei überlegenem Angriff der Franzosen riumt er Elsaß Lothringen, nötigenfalls sogar die Pfalz. Je weiter nach Norden die Franzosen nachstoßen, um so größer ist ber „Liebesbienst", ben sie den Deutschen erweisen. Teile der südlichen Heeresgruppe schwenken bann nach links gegen Flanken und Rücken ber Franzosen ein, die, wenn überhaupt, so sicher zu spät zur Entscheidungsschlacht im Seine- Becken eintreffen. Zwei Vorbedingungen müssen aber unbedingt erfüllt sein, um diese Operation gelingen zu lassen: ein einheitliche, starker Will e muß die schwenkenden Heeresgruppen unb Armeen leiten und ihre Bewegungen in Einklang bringen, und ber rechte Flügel kann nicht stark genug fein. Die Sorge um den rditen Heeresflügel beunruhigt noch den Feldmarschall in [einer Todesstunde. „Macht mir nur den rechten Flügel stark", waren seine letzten Worte, war sein Vermächtnis an seinen Nachfolger. Meisterhaft und klar in der Darstellung untersucht nun General Groener in einer Studie, was unter des Generalobersten von Moltke Leitung aus diesem gigantischen Plan geworden ist, ber die Möglichkeit des Sieges auch bann noch in sich trug, als er von den Epigonen fast bis 3ur Unkenntlichkeit verstümmelt war. Schwächung des rechten Flügels zugunsten ber Armeen in Elsaß-Lothringen unb in Ostpreußen, unklare Aufmarschanweisungen, Fehlen eines einheitlichen Willens und einer straffen Führung durch bie Oberste Heeresleitung, unklare unb wechselnde Befehlsoerhältnisse bei den Armeen, Ueberschötzen der operativen Fähigkeiten einzelner Armeeführer und ihrer Generalstabschefs, Derlen« nung der Bedeutung unb Unterschätzen der Stärke der französischen Moselbefestigungen — bas sind einige von den Sünden wider den Geist des Grasen Schliessen, die das deutsche Heer und das deutsche Volk mit dem Verlust des Krieges unb mit dem Diktat von Versailles büßen mußte. Es ist ein tragisches Geschick, daß in jenen ersten Kriegswochen kein „Feldherr" an der Spitze des deutschen Heeres stand, sondern daß der Voll- strecker des Testaments des Grafen Schlieffen ein zwar kluger und vornehm denkender, aber kranker Mann war, den bie Last ber Verantwortung niederbrückte, ber von dem Gefühl seiner beißt der unterste Darmabschnitt) einen wesentlichen Fortschritt. Reuerdings hat die unmittelbare Desichttgung des Mageninnern. die Gastroskopie (gaster ----- Magen), Fortschritte erzielt. Die Entfernung der Zahnreihe vom Mageneingang beträgt durchschnittlich 40 bis 41 Zentimeter bei Erwachsenen, so daß die Gastroslope — ebenfalls meist starre Instrumente — ziemlich lang sein müssen. Die Llntersuchungsart läßt Schleimhautveränterungen, Magengeschwüre, Krebsbildung ftühzeittg erkennen und voneinander unterscheiden, so daß Operationen rechtzeitig möglich werden. Die Innenbesichttgung der Harnblase, die Chstoslopie, hat der ganzen Blasen- und Rieren- behandlung eine neue Richtung gegeben. Durch die Harnröhre wird das röhrenförmige Instrument eingeführt, in dessen Innerem die erhellende Glühlampe untergebracht ist. ES ist verständlich, wie wichtig eine solche Möglichleit für die Erkennung und Behandlung der Blasenerkrankung sein muh. Dazu kommt aber noch eine wichtige Möglichkeit für die Erkennung der Rierentätigkeit. Die Harnleiter führen einzeln aus jeder Seite den Harn von der Riere in das Sammelbecken der Blase. Dort mischt sich nun der Ham beider Seiten, und wenn er aus der Harnröhre kommt, ist nicht mehr zu unterscheiden, ob beigemischte krankhafte Bestandteile von der rechten ober der linken Riere stammen. Und doch ist diese Kenntnis zuweilen unbedingt notwendig, zum Beispiel, wenn sich die operative Entfernung einer kranken Riere als notwendig erweist. Spritzt man einem Menschen gewisse Farbstoffe ein, so werden diese von der Riere wieder ausgeschieden. Bei der kranken Riere ist diese Ausscheidung verzögert. Mit Hilfe des Eystoskops sieht der Beobachter die Einmündungsstellen der Harnleiter in die Blase und erkennt, an welcher Seite die Ausscheidung des Farbstoffes verspätet und verzögert einsetzt. Die Riere dieser Seite ist die kranke. An manchen Ehsto'kopen sind außerdem noch feine Röhrchen (Katheter! angebracht, die unter Leitung des AugeS unmittelbar in die Harnleiter eingeführt werden. Dadurch wird der Ham der einen Riere ganz unvcrmischt erhalten und kann eigens auf seine Beschaffenheit untersucht werden. „Vas Testament des Grasen Schliessen." Don Dberftlcutnant a. Erst allmählich ist uns bie bittere Wahrheit herüber aufgegangen, baß bie Marneschlacht Anfang September 1914 tatsächlich ber Wenbepunkt bes Krieges war, baß ber Entschluß zum Rückzug hinter bie Aisne den 23 e r l u ft des Weltkrieges bebrütete, unb baß dieser Entschluß unnötig, also ein Fehler war. Und doch war bicser Entschluß nur bas letzte Glied in einer langen Kette von Fehlern und Unterlassungen, die in ihrer Gesamtheit den rechten Flügel des deutschen Westheeres auf das Schlachtfeld an der Marne geführt Haden. Mußten diese Fehler gemacht werden? Konnten sie vermieden werden? Diese Fragen drängen sich immer wieder auf, und sie sind schon von manchem berufenen unb auch unberufenen Kritiker untersucht und beantwortet worden. Einzelne Kritiker erblicken die Hauptursache für unsere Niederlage darin, daß die Offensive i m e ft e n und nicht gegen Rußland geführt worden ist, unb sie machen für biesen „Fehler" ben Vorgänger des Generalooersten von Moltke, den Grafen Schlieffen, verantwortlich. Mit ihnen setzt fid) Generalleutnant Groener, brr Nachfolger ßiibcnborffs als Erster Generalquartiermeister, in seiner soeben erschienenen Studie „Das Testament oes Grafen Schlieffen" (Operative Studie über ben Weltkrieg. Don Wilhelm Groener, Generalleutnant a. D., S. Mittler & Sohn, Berlin) auseinander. Nicht theoretisch erörtert General Groener das Problem, des Zweifrontenkrieges, sondern a (s Mann der Praxis und als gelehriger, begeisterter unb dankbarer Schüler des Grafen Schlief» fen, greift er das Problem von ber praktischen Seite an unb führt an ber Hanb von Operation^« ftubicn ben Nachweis, daß eine schnelle Entscheidung leichter im W e ft e n zu erreichen war als gegen Rußland. Die wesentlichste Eigenschaft des russischen Kriegsschauplatzes, die „Tiefe des Raumes" ermöglichte ben Russen bas Ausweichen vor ber Entscheidung. Inzwischen war der im Westen zur Defensive eingesetzte deutsche Heeresteil gegenüber ben mehr als hoppelt überlegenen feindlichen Streitkräften vor so schwierige operative und taktische Aufgaben gestellt, daß weder Führung noch Truppen ihnen auf die Dauer gewachsen gewesen wären, „ganz abgesehen von den katastrophalen Folgen für die Anfertigung von Waffen und Munition, wenn die Probuktionsgebiete Lothringens und des Saarlandes zum Schlachtfelde wurden und vielleicht das ganze linke Rheinufer verloren ging.“ General o. Moltke tat also recht daran, daß er sich den Entschluß des Grafen Schliessen zu eigen machte; Defensive i in Often, Offensive im Westen. Hätte er sich doch auch so nft_als so treuer Bewahrer und Vollstrecker des Vermächtnisses seines 2lmtsvorgängers gezeigt! Der Feldzug im Westen wäre dann zu unseren Gunsten entschieden worden, der Krieg wäre nicht zum Weltkrieg geworden und für uns verloren gegangen. Als Generalleutnant v. Moltke am 1. Januar 1906 Chef des Generalstabs der Armee wurde, fand er eine von der Hand feines Vorgängers im De- D. Hugo K a u p i f ch. zcmber 1905 niedergeschriebene Denkschrift vor über einen „Krieg gegen das mit England verbündete Frankreich". Diese Denkschrift, das Ergebnis langjähriger Studien und Erfahr mgen war gewif- sermaßen das militärische T e ft a m e n t des scheidenden Generalstabschess, der seinem Nachfolger nicht nur einen Operationsplan gegen das französisch-belgisch-englische Heer hinterließ, sondern der ihm auch die Wege wies für die Schaffung der Streitkräfte, die zur Durchführung des gigantischen Planes notwendig waren. Auf Generalstabsreisen und bei Kriegsspielen, bei ber Besprechung von operativen und taktischen Ausgaben, sowie bei der Ausarbeitung von Denkschriften und Aufmarschanweisungen hatte Graf Schlies- fen seine Anschauungen so häufig mündlich und schriftlich bargelegt, daß er annehmen mußte, sein langjähriger Mitarbeiter und Erster Dbcrquartier- meister sei in seine Ideenwelt eingedrungen und bei ihm läge sein Vermächtnis in den besten Händen. Deshalb hatte er den Generalleutnant v. Moltke als feinen Nachfolger empfohlen. Moltke war klug und ehrlich genua, feine Unzulänglichkeit zu erkennen, aab aber schließlich dem Drängen des Kaisers nach und übernahm das schwere, verantwortungsvolle Amt, dem er f i ch nicht gewachsen fühlte. Während sich der neue Generalstabschef am Königsplatz redlich und eifrig bemühte, in seine Stellung hineinzuwachsen, saß sein greiser Vorgänger in seinem Arbeitszimmer am Kurfürstendamm und las im Buch der Kriegsgeschichte. „Mit dem Auge des Sehers blickte er in die Zukunst, sah den Weltkrieg in seiner ganzen Riesenhaftigkeit kommen, aber nicht nur dies, er ahnte auch all bie Fehler, bie gemacht werden würden- und schrieb sich die Finger 'wund, um zu raten und zu warnen. Mit brennender Seele, mit jugendlicher Kühnheit enthüllte er aller Welt das Geheimnis des Sieges in seinen Schriften, die in den Jahren 1906 bis 1912 entstanden. Sie sind wie leuchtende Fanale, die den Weg zeigen", so schreibt General Groener in seinem „Testament bes Grasen Schliessen". „Der Krieg in ber Gegenwart", „lieber die Millioncnheere", „Der Feldherr", „Campe", „Friedrich der Große" — bas sind die Namen dieser Fanale. die uns den Weg zum Siege zeigen sollten. Ebensowenig wie Hellmuth Gras v. Moltke hatte Alfred Gras v. Schliessen ein S y st e m, eine Lehre. Wie Moltke macht auch Gras Schliessen das operative Verfahren von den Verhältnissen des Kriegsschauplatzes und der Masse, gegebenenfalls auch von den politischen Verhältnissen abhängig. Aber einige Leitsätze, die er beim Studium der Kriegsgeschichte als fundamentale Wahrheiten erkannt hat, hämmert er seinen Lesern unb Hörern immer wieder ein: Eine schnelle Entscheidung ist nötig. Eine Ermattungsstrategie läßt sich nicht treiben, wenn der Unterhalt von Millionen ben Aufwand von Milliarden erfordert. Um einen entscheidenden Erfolg zu erzielen, ist der Angriff gegen die Front und gegen eine oder beide Flanken erforber» die Turnen, Sport und Spiel Was der Sonntag bringt ugend-Mann und tz. Nachdem V. f. B. Gießen durch seinen t außerordentlichem Beifall ausgenommen wurde. mit Eine settsame Rechnung die 2,46 2,10 3,19 0,65 Summa 26,50 Dienstag, 26. Oktober Uhr 0,95 1,50 Sonntag, 24. Oktober von 11 1 Montag, 25. Oktober und 3-7 in in 1,40 1,25 1,40 1,25 0,12 2,30 Die 10 Gebote geändert, das 6. Gebot gefirnißt Dem Schächer am Kreuz eine Nase gedreht Pontius und Pilatus abgeputzt, vorne und aus» aus» Kr. 2,24 1,30 Dem Engel Gabriel neue Flügel gemacht Die Töchter des Hohepricsters überstrichen Dem hl. Petrus einen neuen Zahn eingesetzt Den Himmel erweitert und neue Sterne zugefügt Die vollkommen verdorbene hl. Magdalene verbessert Dem Gesicht von Moses mehr Ausdruck gegeben und seinen Bruder Aron in Ordnung gebracht Der keuschen Susanne das Haar neu gefärbt Das Note Meer vom Fiiegenschmutz gesäubert Potiphars Frau in Ordnung gebracht Das Höllenfeuer verbessert und dem Teufel ein grausigeres Gesicht gemacht Die 30 Silberlinge des Judas versilbert Das Ende der Welt verlängert, weil es zu kurz war 400-Iahrfeier der Synode von Homberg. WSN. Homberg, 21. Okt. Die Hessische Gsricl)tsfaal. verurteilter Totschläger. WSN. Mainz, 21. Oft Der 35jährige Arbeiter Joh. Gg. G ö t t el aus Wörrstadt, der im Mai nach vorhergegangeuem Streit den Schmied hinten lackiert und neues Pelzwerk auf Mütze gesetzt Wann gegrniva Hintermannschaft durch einen schnellen, tatkräftigen Spieler verstärkt. Jedoch muh es auch dem Gießener Torwart zur Pflicht gemacht werden, sein Heiligtum besser und mit mehr Sorgfalt zu hüten, ohne dabei den sportlichen Anstand außer Acht zu lassen. Die Läuferreihe steht wie im letzten Spiel, wo sie sich sehr gut anlieh. 3m Sturm werden diesmal junge Kräfte mit heran- gezogen werden. Dringen diese etwas Schuh- freudigkeit mit, so wird das Spiel ganz bestimmt gewonnen. Die Ligareferde hat die gleiche Mannschaft vom Sportklub Wehlar-Aieder- girmes zu Gast, und wird sich bei ihrer derzeitigen Spielstärke den Sieg wohl nicht" nehmen lassen. Die 3 a (Lehrmannscha f t) spielt auf dem Waldsportplah gegen die 3b des Vereins für Bewegungsspiele Gießen. Dieses Spiel Muhte auf des Gegners Platz verlegt werden, da zu gleicher Zeit Spielvereinigung 1900 3b»Mannschaft gegen die 2. vom Ballspiel-Klub 1 92 0 Giehen auf eigenem Platz die Punkte gewinnen will. Die 1. Jugend reist nach Frankfurt a. M. zum Spiel gegen die 1. Jugend der Sportgemeinde „E i n t r a ch t". Komplettes Antreten und nur Hessisches Landestheater. Das Hessische Landestheater brachte diesen Tagen Shakespeares „Macbeth" einer szenisch und darstellerisch bemerkens- u tunfl voMi Privat bebten werde der i oorwv ffteinp Hoffe t lens i einer I berlid), pflastern He k farninnr Ne t End Slütf oo: D Tieub bactt Ttoi Pe.er 6cd' Aach tcrer stür Tein Mait L fiop ftäbi von e Altmeister Kurhessen Kassel durch einen glatten und überlegenen 2:0-Sieg in dec Südgruppe über Hessen 09 Kassel. Man hatte von den Hessen mehr Widerstand erwartet. Ihr zusammenhangloser Sturm hatte aber auch keine Tore verdient. — In der Nordgruppe steht Tura Kassel nunmehr durch seinen 3:l°Sieg in Göttingen gegen die dortigen 05er ein- jvandfrei an der Spitze. Der Neuling Tura zeigte eine beachtenswerte Leistung, wenn auch wentün 5ui wt sich eiWm wunöer, uni . .6 ! 5: 3-Sieg über die Vereinigten D. f. B. K u r - ^- Hessen Marburg diese an das Tabellen ende verwiesen hatte, setzte sich gleichzeitig der den Erscheinungen — im üblichen Sinne — erzieht er zum Mut. Die Bezirksliga in Hessen - Hannover. Göttingen etwas unglücklich kämpfte. — Mit dem gleichen Ergebnis wie ihr Ortsrivale verlor die S.Vg. Göttingen in Kassel gegen den S. C. 0 3. — S p i e l v. Kassel hatte keine Mühe, der S. Vg. Hellas Münden mit 2:1 Herr zu werden. Die Mündener werden in den Bezirksspielen nur eine bescheidene Nolle spielen. Jrn Tabellenstand hat der Altmeister Kurhessen Kassel als Spitzenführer der Südgruppe * heim KM perth« sich r als 5i Kol! 2 zum 2 Mann! Auto Weinh« Obst ho Wald würg stattete genor D hiesige' TRann UiV Sein er mi Firm Mo dami Kahl erlitt statte werden erstere gegen die Borussen nicht aufkommen können. — In Kassel steigt der Lotal- karnpf K u r h e s s e n gegen H e r in a n n i a. Der Sieger dieses Tcesfens übernimmt die Führung in der Südtabelle. — Auf eigenem Platz empfängt V. f. B. Marburg Hessen 09 und damit einen ungefähr gleichstarken Gegner. — Nord- gruppe: Der Meister „Sport" Kassel hat den F. D. Einbeck bei sich zu Gaste. Sport gewinnt, aber nicht leicht. — Einen ungleich interessanten Kampf wird mit dem Spiel S. C. 0 3 Kassel gegen Göttingen 05 in Kassel geboten, den die Kasseler Rothosen wenn, dann nur knapp gewinnen können. Aus dem Arbeiter-Turn- und Sporrbund. £ Im Vordergrund der turnsportlichen Veranstaltungen am nächsten Sonntag steht der Bezirk s-H e r b st w a l d l a u f, der der Freien Turnerschaft Launsbach zur Vorbereitung übertragen wurde. In den Mittel- und Langstrecken sind recht interessante Läufe zu erwarten, daneben finden noch eine Reihe Läufe für Jugendliche und Turnerinnen, sowie Mannschasts- läufe statt. Die Schüler treffen sich am Sonntagvormittag zu einer Bezirksübungsstunde in Giehen, am Nachmittag zu gleichem Zweck die Schülerinnen. Sing- und andere Spiele, sowie die gemeinsamen Freiübungen für die nächstjährigen Veranstaltungen werden den Hauptübungsstoff abgeben. Die Fußballer scheinen nach den anstrengenden Derbandsspielen eine Ruhepause eingelegt zu haben. 3n der zweiten' Klasse finden Programmgemäß zwei Derbandsspiele statt, die beide von der Freien Turnerschaft Gießen bestritten werden. Die Ila-Mannschast hat gegen die Erste Fronhausens anzutreten, wo ihr der Sieg wohl werden wird. Tritt Fron- hausen komplett an, wird es ihr möglich werden, eine hohe Niederlage zu vermeiden. — Auf eigenem Platz spielt die IIK°Mannschaft gegen die Erste Leuns. Hier wird s zu einem Siege Wohl schwerlich langen, die Neuner werden die Punkte mitnehmen. Landeskirche beginn heute das Gedächtnis der vor 400 Jahren hier stattgefundenen Hornberger Synode, durch die Landgraf Phi» lipp der Großmütige die Reformation in den hessischen Landen einführte. Der feierliche F e st g o t t e s d i e n st wurde von Pfarrer Möl- Punkte 11 7 7 6 5 4 4 4 3 3 Germania Marburg B. C. Wetzlar Frankenberg Herborn Ockershausen Gladenbach Gießen 1900 Nieder-Girmes Dillenburg Butzbach Spiele 6 5 6 6 5 5 4 6 6 6 e5>int. Rrenb eines ®t| »an Aussicht Säuturm einiger > ’enben ? i t n b e ’ untereinander aus. da sie beide in einer Klasse spielen. Der Ausgang ist vollständig offen. Lahnkreisliga. tz. Am 24. Oktober treffen im Lahnkreis nur in einem Spiel zwei gleichwertige Gegner aufeinander. Das sind In Marburg: Ockers- hausen gegen B. C. Wetzlar. Beide Vereine sind gleich stark. Der Ausgang des Kampfes ist offen. — 1 9 0 0 Gießen ist Platzverein gegen Hessen Frankenberg und wird sich die Punkte nicht nehmen lassen, ebensowenig wie Germania Marburg in Gladenbach und Herborn gegen Niedergirmes auf eigenem Platz, trotzdem letztere mit ihrer starken Hintermannschaft das Spiel so leicht nicht verloren geben werden. Bezirksligavorschau für He ^n-Hannover. tz. Südgruppe: V. f.B. Gießen muß nach Fulda fahren, um gegen Borussia anzutreten. Trotz des Gießener Sieges über Marburg Das beste Torverhältnis hat Marburg mit 28:6 Toren, das bescheidenste Ockershausen mit 4:5, das schlechteste Nieder-Girmes mit 12:23 Toren. tz. Große MaMs Ausstellung ™ Gießen SÄffiS ganz überragende Leistungen können hier für die Mannschaft Erfolge bringen. Vor dem Ligaspiel tragen die 2a- und 2 b - 3 „ schäften des Plahvereins ihr D i p l o m s p i e l Zahn begann mit einem Gedicht, mit den schönen, beruhigten, klingenden Versen vom 3ugendland, die gleichsam musikalisch, vorspiel- mäßig zum dichter'.schen Herzstück, zum kraftvollsten, nachhallenden Eindruck des Abends überleiteten, dec Novelle „Die Schneeflocke". Dies ist ein edel geformtes, meisterlich erzähltes Pros-a- stück, gestaltetes Menschenschicksal vor dem brandroten Hintergründe des Dreißigjährigen Krieges. Die Eingangsszene erinnert an eine ergreifende Schilderung im „Wehrwolf" von Löns, der wilde, schmerzliche Ausklang an jene Else von der Tanne, das Glück Ehrn Friedemann Leutenbachers, Pfarrers zu Wal rode im Glend, bei Wilhelm Raabe. Doch sind dies flüchtige Anklänge, die der Erzählung nichts nehmen von der ganz eigengeprägten, schlichten Kunst, mit der hier von Seligkeit und Untergang zweier Menschenkinder berichtet wird: des Landsknechtes Heinz Portmann und seiner am Wege gefundenen Liebsten. Nach der Parse: eine kleine Skizze zuerst, „Das selige Ende". Ein Stückchen menschlicher Komödie tut sich auf, wenn man vom letzten Stündlein eines grau gewordenen, armen Sünders vernimmt, das verklärt wird durch die visionäre Wiederkehr einer vergessenen 3ugenö- liebe, um derentwillen er damals den ersten Schritt auf dem schlimmen Weg getan hat, fast ohne daß sein Herz etwas davon wußte. Drei Gedichte danach: Zwischen einem herzhaften Bekenntnis zum deutschen Dichter des „Tell" und einer rhythmisch bewegten Ballade, die ein Winkelried-Opfer besingt, die schönsten K S >1 vier ' sah O Sepa" vor Gut? Siadi (batet 5? Älov W1 jiW bei Mich sich' ange: zu v für bot die sehr anregende Aussprache noch manches Beispiel. Nach einer Mittagspause führte Pfarrer N a u » mann- Melbach in „Die kirchliche Wohlfahrtspflege in Hessen und ihr Aus» bau" ein und zeigte besonders die Organisation des Eogl. Kreiswohlfahrtsdienstes im Kreis Friedberg auf. Der Eogl. Kreiswohlfahrtsdienst will dem Staat, den kirchlichen Verbänden und den Pfarrern bzw. der Kirche dienen, er will zusammenfassen, was da ist. Neues und Notwendiges anregen und die Vertretung der evangelischen Belange übernehmen. Der Vortrag war Anlatz zu einer regen und noch manche Fragen klärenden Aussprache. Am Abend lief im vollbesetzten Saal des Feierabend für die Teilnehmer des Lehrgangs und Gemeindeglieder Darmstadts der Film „Sprechende Hände", der einen interessanten Einblick in die Arbeit der christlichen Nächstenliebe an den Taubsium- menblinden bot, wie solche im Oberlin-Haus in Nowawes bei Berlin an 40 Taubstummblinden in hingebender Geduld und Opferbereitschaft getan wird. Der Abend wurde durch eine in diese Arbeit einführende Ansprache von Direktor Dr. D r e o e s eröffnet, durch musikalische Darbietungen umrahmt, und hinterließ bei allen sichtlich einen tiefen Eindruck von dem Segen evangelischen Wohlfahrts» dienstes an Leib und Seele. Unzulänglichkeit tief durchdrungen war, und dem dieses Gefühl schon im Frieden bei dem Gedenken an einen Krieg den Stoßseufzer entlockt hatte: „Viele Hunde find des Hasen Tod." Daß aber viele Hunde noch lange nicht des Löwen Tod zu sein brauchen, dieser Gedanke ist dem General v. Moltke nicht gekommen. In dem Kirchenarchio einer alten Kathedrale In Finnland entdeckte man in einer Rechnung, die augenscheinlich von einem Handwerksmeister geschrieben war, der die Kathedrale um 1618 oesserte, folgende Posten: Verse dieses Abends, „Fügend", ein lyrisches Stück von solcher Reife, daß sich wiederum der Name aufdrängt, von dem schon die Rede war. Drei heitere, wohlpointierte Anekdoten in gebundener Rede machten den fröhlichen De- chluß einer wertvollen und ernsthaften Abendeier, von der man dankbar und nachdenklich heimging. —y— l e r - Kassel abgehalten. Als Vertreter des Oberpräsidenten ergriff Vizepräsident V o l k h a r d t das Wort. Er überbrachte die Grüße der Staatsregierung. Im Namen der benachbarten Landeskirchen von Nassau, Darmstadt, Frankfurt a. M. und Waldeck sprachen Prälat D. Dr. Diehl -Darmstadt und Landeshauptmann v. Gehren. Prälat D. Dr. Diehl betonte den Segen der Reformation durch die evangelische Liebestätigkeit, insbesondere durch Gründung der Heilanstalten Haina und Merxhausen. Als Vertreter der hessischen Ritterschaft sprach Staatsminister a. D. v. Trott zu Solz. Hierauf ergriff als Vertreter der Universität Marburg Prof. Dr. Busch das Wort und wies darauf hin, daß Marburg die erste deutsche Universität ist, die, ohne päpstlichen Segen ins Leben gerufen sei. Der Vertreter des Dekans der theologischen Fakultät der Universität Marburg promovierte Metropolitan D i t t m a r - Kassel, Vorsitzenden des Landeskirchenrates, und den Präsidenten des Landeskirchenamtes, Karl Stamm er, zum Dr. theol. h. c. Zn Ehrendoktoren der theologischen Fakultät der Universität Gießen, die durch Geh. Kirchenrat Prof. D. Dr. Krüger (als Vertreter des Rek- tors) und durch den Prodekan Prof. D. Hans Schmidt vertreten war, wurden ernannt: Frau Oberstudienrat Hedwig I a n o ° Marburg, der Kir- chenvorsteher und Leiter der Frankfurter Stadtbibliothek, E b r a d , und der Vizepräsident der hessischen Kirchenregierung, Dr. jur. Wilh. Bern- deck. Anläßlich des Jubiläums wurde vor ausverkauftem Haus ein Festspiel „Dem Evangelium Bahn" aufgeführt: ferner fand ein Kirchenkonzert statt, bei dem eine Komposition i ber den 150. Psalm des Seminaroberlehrers Heinrich V. f. B. (=) Einen recht „schweren" Gang tritt die Liga mit ihrer Fahrt nach Fulda an, um mit der dortigen „Borussia" um die Punkte zu kämpfen. Daß die „Borussen" etwas können, haben sie durch ihre letzten Resultate bewiesen. Sie waren es, die dem Spitzenfüyrer „Kurhefsen" Kassel die einzige Niederlage beibrachten. Andererseits vermochten sie gegen die vom V. f. B. geschlagenen Marburger nur ein Unentschieden zu erzielen, sa daß für die Gießener Mannschaft durchaus die Möglichkeit eines Sieges über die Fuldaer besteht. Die Ligareserve tritt in Wetzlar gegen die gleiche von B. C. an und wird sich strecken müssen, wenn sie gegen den harten Gegner gewinnen will. Die Dritte hat sich der E r st e n L o l l a r s zu einem Gesellschaftsspiel verpflichtet. Aus eigenem Platz tritt die nun lediglich aus jüngeren Spielern zusammengestellte 4. Mannschaft der Dritten (Lehrmannschaft) der Spielvereinigung entgegen und wird eine unvermeidliche Niederlage hinnehmen müssen. Nach dem günstigen Resultat der 2. Jugend gegen Butzbachs 1. zu urteilen, dürfte es ber 1. Iugendmannfchaft auf eigenem Platze nicht schwer fallen, das Diplomspiel gegen Butzbach zu gewinnen. Auch die 2. Iugendmannschaft kann ihr Diplomspiel gegen Daubringen, wenn auch auf dessen Platz, für sich entscheiden. Die 1. Schülermannschaft hat sich die L o l l a r e r Schüler nach hier eingeladen, um die 2:1-Niederlage vom Vorsonntag wieder wettzumachen. — Die Kleinsten fahren nach L i ch. Spielvsreinigung 1900 Giehen. ö. Am nächstem Sonntag tritt ein neuer Gegner aus d-er KreiSliga, der Fuhballver- ein Frankenberg der L i g a ma n n s cha s t ber Spielvereinigung 1 9 0 0 auf dem Sportplatz an ber Liebigshöhe entgegen. Für die Einheimischen gilt es, die Scharte vom Dorsonntag auszuwehen. Die Gäste sind, ihren letzthin erzielten Resultaten nach, als sehr spielstark anzusprechen. Sie verfügen in erster Linie über eine gusgezcichnete, körperlich starke Verteidigung, die zu überwinden für den wenig schußsicheren 1900er Sturm wieder eine schwere Aufgabe werden wird. Der Spielausschuß des Plahvereins hat aus dem Fiasko in LNarburg am vorigen Sonntag seine Lehre gezogen und die werten Anführung heraus. Zwar war diese nicht gleichmäßig, denn der zweite Teil vermochte bis auf den Schluß wenig zu fesseln, aber im ganzen war die Arbeit der Inszenierung und die Leistung der Schauspieler sehr anzuerkennen. Nicht glücklich war die Wahl des Schlegel-Tieckschen Textes, dessen Szenenteilung man vielfach folgte, doch wurden die Höhepunkte der Tragödie stark betont und sie verfehlten auch ihre Wirkung nicht. Die bekannte 'Berliner Schauspielerin Maria Fein wird im Landestheaier in einer Reihe von Rollen gastieren-, die Lady Macbeth war hier ihr erstes Auftreten. Anfänglich zeigte sie Befangenheit, ging aber in der Festmahlsszene starker aus sich heraus und besiegelte so den Erfolg, wenn sie auch später diese Höhe nicht mehr erreichte. Der Macbeth von Rudolf W i 11 - gen war namentlich in den entscheidenden Schlußszenen sehr eindrucksvoll, wo er durch starke Leidenschaft der Rolle Leben verlieh. E. B. Lehrgang für die eogl. Kreis- wohlsahrlsd enste. )( D a r m ft a b t, 20. Okt. Auch ber zweite Tag wurde mit einer Anbacht bes Leiters, Direktor Dr. Dreoes - Darmstadt, eröffnet. Alsdann hielt Regierungsrat Dr. Krebs- Darmstadt ein Referat über „Die öffentliche Wohlfahrts- pflege in Hessen und ihre gesetzliche Grundlage". Nach einer Erörterung ber hessischen Ausführungsbestimmungen zu den einzelnen Wohlfahrtsgesetzen zeigte ber Redner die Stellen auf, an benen eine Mithilfe ber freien Wohlfahrtspflege, insbefonbere auch ber Eogl. Kreiswohlfoh'ts- vjlege, nicht nur möglich, fonbern lehr erwünscht ist. (Qugenbfürforge, Jugendgerichtsyllfc, Vormuno- schaftswesen u. a. m.) Wohl finb die Triebkräfte ber öffentlichen unb ber freien Wohlfahrtspflege verschieben, aber beibe sinb zur gegenseitigen Grgän* zung berufen. Daß unb wie solche möglich finb, da- ftungen entsprachen. Die Spiele finb inzwischen schon so weit fortgeschritten, baß ber Tabellenstanb am besten burch erreichten Zahlen bemonftriert wirb. Vortragsabend Ernst Zahn. Als man durch Regen und Winbwehen und die ersten Schneeflocken des Spätjahres hindurch zum Dichterabend bes Goethe-Bundes ging, fürchtete man im Stillen, es möchte mancher, dev sonst gekommen wäre, lieber daheim im Warmen geblieben fein. Aber am Gnde waren doch mehr Menschen im Saal, als es zuerst scheinen wollte, und wer nicht gekommen ist, dem muß gesagt werden, baß er sich gestern abend um eine feine, besinnliche Stunde gebracht hat. Es ist eine erstaunliche Fülle an Schaffenskraft in den vielen Bänden umschloßen, die W:rk und Weg d^ Dichters Ernst Zahn ausmachen. In den reiften von feinen Büchern — das war auch gestern sehr deutlich zu empfinden — ist ec berufen, die große und erlauchte Tradition weitersühren, die von den Namen des klassischen, eidgenössischen Dreigestivns auSgeht: 3eremias Gotthels, Gottfried Keller, Conrad Ferdinand Meyer. Die klare Gelassenheit und epische Reise dieser Drei scheinen dem Erzählerwerk Ernst Zahns Gevatter gestanden zu haben, und aus den Gedichten klang uns mehr als einmal die geistige Tiefe und geschliffene Formgeschlosscnheit der lyrischen Ernte Conrad Ferdinands entgegen. (Ob geheime und unglückliche Liebe zum Theater um. zur dramatlschen Gestaltung den Dichter Zahn noch tiefer mit Gottfried Keller verbindet — das wagt man nicht zu sagen. Rur der Gedanke flog uns an; aber es hat, nach dem, was man gestern horte und früher las, kaum den Anschein.) ffii IjM SJlori Ä qiiat juffl ■ Hebt n Erziehung durch Sport zum Mut. Die Beanspruchung ber moralischen Eigenschaft „Mut" bes Sportausübenben burch bie jeweilige Sportart ist sehr verschieben. Vor allem erscheint ber Boxer als ber mutige Sportsmann, unb an ihn werden allerbings u. a. wesentliche Anforberungen hinsichtlich des aufzubringenben Mutes gestellt. Auch in einigen ber Rasenspiele, etwa im Fußball, im Hockey, muß ber Spieler in manchetz Situationen seinen Mut unter Beweis stellen, muß die Hemmungen, bie in der Furcht vor irgenbwelchen Gefahren (Schmerzempfinbungen), vorhanben sinb. mutig überwinden. In ber Mehrzahl der Sportarten sinb leboch von vornherein bie Anforderungen an die Eigenschaft „Mut" ziemlich gering, sicherlich im Verhältnis geringer als die Anforderungen an übrige Eigenschaften, seien es solche rein körperlicher, ober auch geistiger Natur. Dabei erforbert bie Leibesübung als solche kaum irgenbwelchen Mutbeweis, der erst bann einigermaßen wesentlich wirb, wenn bie Leibesübung mit der Tendenz auf Höchstleistung betrieben wird, wenn es sich um den sportlichen Wettkampf handelt. Dann erst setzt eine Erziehung durch den Sport zum Mut ein, richtiger übrigens eine Entwicklung der Mutanlage. Denn ber Wettkampf, sofern er überhaupt Mutanforderungen stellt, setzt sein Var- hanbensein voraus unb förbert in ber Beanspruchung nur seine Entwicklung. Wesentlicher 'ur bie Erziehung burch den Sport zum Mut ist jedoch ein anderes Moment, das in der Forderung des bekannten Physiologen und Psychologen Dr. Sip - o e l zum Ausdruck kommt: Kräftigt die Kinser durch Leibesübungen zum Mute! Es liegt in ber letzten Einheitlichkeit des menschlichen Organismus begrünbet, baß ein körperlich schwächlicher Mensch mit empsinblichen Nerven sich eher unb mehr fürchtet als ein kräftiger, qefunber, daß ihm die selbstverständliche Zuversicht des zu natürlicher Kraft entwickelten Menschen fehlt. Unb hierin liegt bie wichtige Aufgabe ber verständig be- friebenen Leibesübung, ohne baß Höchstanforderungen an die körperliche Leistungsfähigkeiten gestellt zu werden brauchen. Indem der Sport eine gesunde Entwicklung des Körpers zu durchaus normaler Kraft unb bie Stählung ber Nerven fördert, vermindert er bie Empfindlichkeit gegenüber furchterregen- mit vier Spielen und 6 Punkten ein ausgezeichnetes Torverhältnis mit 4- 18 unb — 4 Toren. Relativ gleiche Punkt« hat Borussia Fulda mit drei Spielen 4 Punkten nach Herrnannia Kassel vier Spiele 5 Punkte. — In der Nordgruppe ist, auch relativ, Tura Kassel einwandfreier Spitzenführer mit vier Spielen und 7 Punkten, 14 zu 6 Toren. Wit vier Spielen und 6 Punkten folgen Spielv., S. C. 03 und „Sport", der vorjährige Meister. Alle Kasseler Vereine stehen also, mit Ausnahme von Hes'en 09 (Zweitletzter der Südgruppe), an der Spitze. Lahnkreisliga. Die Ergebnisse des Vorsonntags brachten mit ber hohen Niederlage der Spog. Gießen 1900 in Marburg gegen bie bärtigen Germanen ein« gewaltige Ueberraschung, benn man hatte bisher in 1900 ben einzigen Verein gesehen, ber den Germanen etwa hätte gleichkommen können. — B. E. Wetzlar gewann erwartungsgemäß gegen ben Ortsgegner Nieder-Girmes mit 3:0. — Nicht im entferntesten buchte man weiter an eine 1:3-Nie- berlage Herborns auf eigenem Platze gegen Hessen Frankenberg, währenb Butzbach gegen Dillenburg mit 3:3 beiberseits ihren Lei- V Martin Bucher mit einem Tranchiermesser tödlich und den Maurer Karl Kogler schwer verletzte, hatte sich vor dem Schwurgericht wegen Totschlags und gefährlicher Körperverletzung zu verantworten. Das Gericht erkannte nach zweitägiger Verhandlung auf eine Gesamt st rase von vier Jahren und vier Monaten Gefängnis. Sühne für die Mordtat eines Separatisten. WSN. Trier, 21. Olt. Die Bluttat eures Separatisten aus dem Jahre 1923 wurde gestern vor dem hiesigen Schwurgericht verhandel. Im November 1923 hatten die Separatsten die Stadt Wittlich beseht, und als einige Tage später die Dauern der Umgebung sich ver.am- melten, um die Stadt zu b-sreien. schob der 27jährige holländische Staatsangehörige Mar M o n n e n s, der den Separatistensclb^sa'uh vor dein Separatistenwachtlolal innehatte, auf die dichtgedrängt davorstehenden unbewaffneten Dauern mit einem Karabiner und e r s ch o h dabei den Ackergehilen Klaas. Da Monnens rm Anschlag stehend gegelt hatte, wurde vorsätzliche Tötung, wenn auch ohne Ueberlegung. angenommen. Das Gericht verurteilte Monnens zu vier Jahren Gefängnis. Starkenburg. WSN. D a r m st a d t, 21. Okt. Als Gegenstück zu dem gemeldeten Versuch Mainzer „Damen", dem Mörder Meon Pralinös zuzustccken, kann die „Hess. Landesztg." seststellen, daß in einem hiesigen Geschäft, das sich mit dem An- und Verkauf antiquarischer Bücher beschästiat, ein Buch zum Verkauf ausgestellt ist, auf dem ein Zettel klebt mit der Aufschrist: „Don Meon erworben!" Höher kann die Geschmacklosigkeit nicht meyr gehen! WEN. Lampertheim, 21.Okt. Der 14 Jahr«. alte Friedrich Jacob'von Lampertheim wurde vor sechs Jahren auf dem Kirchgatshäuser Hof auf der Straße nach Lampertheim ermordet aufge unden. Nunmehr hat sich das Dunkel gelichttt. Die Gendarmerie hat als der Tat dringend verdächtig den Maschinisten Kolbe fe st genommen. WSN. D i r k e n a u, 21. Ott. In der N a ch t zum Dienstag machte ein gewisser Wetzel aus Mannheim in 'Begleitung einer Frau eine Autosprihfahrt in das Tiefenauer Tal bei Weinheim. Unter dem Dor and, bei Terix anb.cn Obst holen zu wollen, lock.e er die Frau in einen Wald bei Schindkaut, warf sie zu Boden würgte und beraubte sie. Die Frau erstattete Anzeige. Ter Täter konnte bereits f est - genommen werden. WSN. Seligenstadt, 21. Okt. Dei einem hiesigen Gastwirtssohn sprach gestern ein junger Mann aus Stt.nbrim vor, und bat um Heber* lassungdesMotorradessür cr.c S unte. Dein Auto liege bei Kahl im Spessart defekt-, er müsse deshalb sofort nach Frankfurt, um seiner Firma Bescheid zu bringen. Er erhielt auch das Motorrad ausgehändigt und ist seitdem damit verschwunden. Nachsor'chungen in Kahl haben eroeben, daß dort kein Auto Defekt erlitten hat. Der Betrogene hat Anzeige erstattet. Nheinhessen. WSN. Bischofsheim. 21. Olt. Beim Neubau der hiesigen katholischen Kirche Haien sich zwei schwere Unfälle ereignet. Do-mittags ce2,en 8 Uhr stürzte der Maurer Pe.cr Kreim aus Büttelborn ab und trug erhebliche Verletzungen am Kopf davon. Nachmittags gecn 3 Uhr ereignete sich e n weiterer Un'all Der Eteinhauer Christoph Nau stürzte ebenfalls ab und muhte mit einem Beinbruch und anderen Verletzungen in das Mainzer Krankenhaus e n'e'ie'ert we-den. WSN. Bingen. 21. Okt. Der Bankbeamte koppel, der bei der hiesigen Filiale der Dar m- ftribter Bank Unterschlagungen in Höhe von etwa 15 000 Mark begangen hat, hat sich am Mittwoch der Staatsanwaltschaft gestellt. Preußen. Sims Wetzlar. H Wetzlar, 21. Okt. Die Stadtverwaltung läßt zur Zeit ihre Telephonanlage vollständig umbauen. Wie auf allen größeren Privatbetrieben soll auch, hier eine moderne, selbst- bedienbare Anlage geschaffen werden. Die Arbeiten werden von einer Spezialfirma ausgeführt. Die in der Altstadt begonnenen Straßenbauten schreiten vorwärts Die Pflasterer sind mit der Verlegung von Kleinpflaster in der Güllgasse und der Parisergasse beschäftigt. In der Schmiedgasse werden seitens der Betriebsverwaltung die Hausanschlüsse einer Durchprüfung unterzogen und, soweit erforderlich, erneuert. Alsdann soll auch hier eine Um- pflasterung stattfinden. Eine große Durdjgangß- straße soll anscheinend vom Wuhlgraben nach dem Kornmarkt entstehen. Während das neue Stück der Straße vom Geiersberg nach dem Mühlgraben sich dem Ende nähert, sind die Arbeiten an dem alten Stück vor dein früheren Bezirkskommando zwecks Geradelegung in Angriff genommen worden. Wie es scheint, tritt hier eine Verengung der Straße ein, während die Bürgersteiganlage durch Schaffung eines Grünstreifens verbreitert wird. Die Verbreiterung an dem Mandlerschen Garten hat eine schöne Aussicht auf die alte Stadtmauer mit ihrem sog. Säuturm geschaffen. In letzterem herrscht seit einiger Zeit ein lebhaftes Treiben der Heranwachsenden Jugend. Unter Führnna ihres Leiters, Leh- rer Hörning, haben die Wetzlarer Pfadfinder im oberen Stockwerk des Turmes ihr R e st aufgeschlagen und halten dort ihre Zusammenkünfte ab. Auf dem geräumigen Boden haben bie Jungens durch allerlei herbeigeschleppten Haus- rat sich ganz ideal eingenistet und genießen aus den einzelnen kleinen Fenstern des runden Turmes eine wunderbare Aussicht auf das Lahntal und die Wälder um den Stoppelberg. 3 Volpertshausen, 21. Okt. In einer gutbesuchten Versammlung der Deutschen Volkspartei hielt hier Gerichtsrat Loh- mann einen sehr interessanten Vortrag über die gegenwärtige politische Lage. Er beschäftigte sich besonders eingehend mit der Außenpolitik und der durch den Eintritt Deutschlands in den Völkerbund geschaffenen Lage. Auch in der Innenpolitik verstand er es, das Verhältnis der einzelnen Parteien in klaren Strichen zu zeichnen. Die vornehme und gemäßigte Sprache des Redners hinterließ einen nachhaltigen Eindruck bei wohl allen Zuhörern. Krcis Bicvcnkopf. * Biedenkopf. 21. Okt. Zum jüngsten Schweinemarkt waren 2 Schweine, 21 Käufer und 90 Ferkel aufgetrieben. Es koste'en 4 bis 6 Wochen alte Tiere 21 bis 22 Mk., 6 bis 8 Wochen alte 23 bis 28 Mk., 8 bis 10 Wochen alte 30 bis 40 Mk. je Stück. Mninqau. WSN. Franks ur't a. M., 21. Oft Der Nassauische Bezirksausschuß hat in seiner gestrigen Sitzung der 50-Millionen -Anleihe der Stadt Frankfurt die Genehmigung erteilt. Die Anleihe, die bekanntlich in England untergebracht werden soll, soll für die Errichtung der neuen Markthalle im Ostendviertel und für die Erbauung neuer Wohnhäuser Verwendung finden. QIuo) Pas Drückendes i- z i t soll daraus gedeckt werden. — Wie die „Franks. Ztg." erfährt, besteht bei de n Frankfurter Polizeipräsidenten die Absicht, nach Schluß ter Berliner Polfteiausstellung eine lokale Polizeischau in Frankfurt zu veranstalten. Diese Sonderschau, die das gesamte, in Berlin ge-eigi« grantur.tr Material umfassen wird, dürfte voraussichtlich im November ftatt- finden. — Heute vormittag überholte ein von Oberrad kommenter Radfahrer auf der Offenbacher Landstraße zwischen Oberrad und Sachsenhausen ein Lastauto der Firma Hofmann in Sachsenhausen. Kurz nach Der Ueber- holung geriet der Radfahrer in Die Trambahnschienen und stürzte so unglücklich vom Rade, daß der hinter ihm fahrende Lastwagen ihmüber den Kopf fuhr und ihn sofort tötete. Ter Radfahrer hatte eine Rennmaschine. Der Name des Verunglückten konnte nicht festgeftellt werden, da er keine Papiere bei sich hatte. Wirtschaft. Der deutsche Außenhandel im SepLemder. Der deutsche Außenhandel zeigte im September im reinen Warenverkehr einen Ausfuhrüberschuß von 13 Millionen Reichsmark. Insgesamt ist er dagegen, hauptsächlich infolge eines aus dem Auslande zurückgenomme- nen Golddepots, mit 91 Millionen Reichsmark passiv. Die reine Wareneinfuhr im September weist gegenüber dem Vormonat eine Abnahme um 96 Millionen Reichsmark auf. Die Einfuhr an Lebensmitteln und Getränken zeigt eine Abnahme um 128 Millionen Reichsmark, die Einfuhr an Rohstoffen und halbfertigen Waren ist dagegen um 18 Millionen Reichsmark, die Einfuhr an Fertig- waren um 11 Millionen Reichsmark gestiegen. Die Ausfuhr zeigt gegenüber dem Vormonat eine nur unwesentliche Zunahme (um 2 Millionen Reichsmark). Gestiegen ist die Ausfuhr an Lebensrnitteln (um 3 Millionen Reichsmark) und Fertig- waren (um 11 Millionen Reichsmark): bei der Ausfuhr von Rohstoffen ist dagegen ein leichter Rückgang (um 11 Millionen Reichsmark) festzu- fteüen. * Die amtliche Großhandelsindexziffer. Die auf den Stichtag des 20. Oktober berechnete Großhandelsindexzifser des Statistischen Reichsamtes ist gegenüber dem 13. Oktober um 1,8 n. ch. auf 130,9 gestiegen. "3on den chaupigruppen haben die Agrarerzeugnisse infolge der gestiegenen (Betreibe- und Kartoffelpreise auf 135,0 angezogen, während die Industriestoffe mit 123,2 unverändert blieben. * Steigende Kohlenförderung im Ruhrgebiet. Wie der DchD. zuverlässig erfährt, zeigt die Förderungslinie des Ruhrbergbaues in der ersten Oktoberhälfte eine wesentliche Steigerung gegenüber der ersten chälfte des Monats September. Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, daß die Förderung in der ersten Septemberhälfte rückläufige Zahlen gezeigt hatte, so daß die halbmonatliche Dftobcrförbcrimg verglichen mit der zweiten chälfte bc^ Monats September unwesentlich höhere Förderzahlen ergibt. Immerhin weist die Förderungslinie auch weiterhin ruhig ansteigende Zahlen auf. • Deutsche Kohlenverträge mit dem Ausland für 1927. Infolge der Verschärfung des englisch'Tn D7rgarbeiterstr7iks sind dem Ruhrgebiet weitere, b'sher zurückgestellte Aufträge zugefallen, und zwar bandelt es sich um Lieferungen für das erste Viert'liahr des neuen Jahres. Mehrere italienische Gaswerke haben ihren gesamten Bedarf für Januar bis März in Deutschland eingedeckt. Auch für Skandinavien uno russische Rechnung sind beträchtliche Aufträge in Deutschland eingegangen. Desgleichen haben die überseeischen Kohlenstationen Bunkerkohlenlieferungen in Deutschland vergeben. * Auslegung der Stinnesanleihe in Amerika. Wie der DHD. zuverlässig erfährt, wird die 2ö-M.ll.-Dollaranleihe der beiden S innesgesellschasten in den nächsten Tagen in Amerika aufgelegt werden, nachdem die amerikanischen Unterhändler in Neuyvrk einaetroffen sind. Hugo Stinnes jun. befindet sich in Mülheim (Ruhr), dem Sitz des reorganisierten Konzerns. berliner Börse. Berlin, 22. Okt. An den Terminmärkten waren im Einklang mit den Kursbefestigungen an der gestrigen Frankfurter AbeNdbörse teilweise sprunghafte Kurserhöhungen zu verzeichnen, die die Spekulation allgemein zu Deckungskäufen veranlaßten. Infolgedessen konnten die Hauptspekulalions- roerte kräftig anziehen. I.-G.-F erben eröffneten mit 334 Prozent, um 5 Prozent höher, und zogen die Aktien der Pulvergruppe, Rheinische Braunkohlen, Deutsche Erdöl und Rheinstahl mit sich. Schiffahrtsaktien eröffneten infolge des günstigen Verlaufs der Konzentrationsverhandlungen der Großreedereien etwa 8 Prozent höher. Elektro a k t i e n waren bis zu 4 Prozent fester. Die übrigen Dioidendenpapiere zogen ungefähr 1,5 bis 2,5 Prozent an. Von Bankaktien zeichneten sich die Darmstädter durch einen neuen Gewinn von 3 Prozent aus. Die Ausführungen des Reichsbank. Präsidenten über die Börsenlage, die eine deutliche Warnung darstellen, wurden von der Spekulation nur wenig beachtet, dagegen verwies man auf die bessere Handelsbilanz und auf die reichliche Versorgung des Geldmarktes mit kurzfristigen Mitteln Tagcsgeld war weiter zu 3 bis 5 Prozent angeboten. Im Devisen- verkehr konnten die lateinischen Valuten ihre gestrigen stark befestigten Kurse nicht ganz behaupten. Paris gab gegen London auf 162,50, Brüssel auf 173 und Mailand auf 111,65 nach. Oslo war dagegen weiter befestigt auf 19,44 gegen das Pfund und nähert sich damit Immer mehr der Goldparität. Das englische Pfund zeigte internatioral keine Bewegung. Die Reichsmark notierte gegen Kabel gleichfalls verändert. Törlenfnrle. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt l.U ( ^rt)iuh.|21niano Aut< | n—. Nur, I bl- Damm 21 IO j 22 Hl 21. 10. | 22. 10. S6/. Tcurfdje iHcuMan'eltw u ;o5 0 7175 ) 7005 3.7175 4.6875 4% Deutsche Reichsauleche — 0 670 3‘/»•/«> Deuiiche 'Jlddj.anleUx 0.6^6 — 1.6617 <1.68 3° Tcntfrtjr AeichSvileioe O.RI — > 865 0.87 Deutsche öi’arprumicnanlcUx 0.41 — 0.415 4°/o Preußische «onioiS 0 G.V> — u 63 1 6875 4° o Helfen 1) 60 — 0.62 3'/t°z„ Reifen....... 0,65 — 0,63 — 3% Helfen ......... — e— Deutsche Sertd- Doklar-Anl. 95 — — t>n> Doll Sivov-Änireifna ' — — — * <*/o -jollrurken ..... 17 R 18.5 17.8 | — 5•/» (Selbnichtaner . . 44 9 — Berliner Hanbelsqefellfchakt •237 — »33.5 1 235 kiommtti’ und Brwat.Bc.nk 163 164 75 163.25 IM 6' Dannll. und 'Jlaiionalbant •215 41,5 44.25 ^46,2* Deutsche Bank .... IM7 5 186* 186.25 186,2* Deutsche Vereinsbank ■ • . • H13 5 — * — Disconto Commandii . . 173.5 171,5* 174 174.5 MetaUbank ... 163 16:,75 — — Muteldeut'che Credildank. 150 150 149,5 Lefteirelchifche ttrcöitanftaü 6.4 — 6,6 8.4 Weltbank ......... 75 — - * Bochumer ■ ...... 177 1 - 176,25 178.5 Buderus ......... III 5 112.5 111,25 113 Caro ........... — . — — Deutfch-Lnrembnrci .... 176.5 177 176 177 75 tocikiitirttiencr Bcroiserte . 178.6 179 178 4 176 5 Harpener Bergbau ... IS3 1 1 182.75 181 0* Kaliwerke Aschersleben.... 153 159 153 IGO* Kaliwert Westeregeln..... 166 173 166.5 17'1.75 üaurabütte - ...... 8S.75 87 62 85.75 Lberdedan .......... >6 5 t-9.5 88 5 h8,5 Phönii Beradrw ...... 136.5 138 135.25 137.5* Nheinnahl ....... ‘Riehcct Montan..... . 172 25 174 5 172,13 174 165 167 163.5 165.75 Tellus Veravau ..... — - - Bereinigte Ltaolwerke 21,«®. 155 154,5 154 153.5 6nmbuiq-2lmen(Q Pake«. >77 75 IbB 178 187.75 Norddeutscher L'Iodo . . , 16» 75 175 169,5 174 Cberanniche Werfe fllbln . . 7 t* ,25 — — — Zementwerk Heidelberg . . 1 1.75 133 — — Vbilivv Holjmuno ..... 142 5 144,25 140.65 143 Anglo-Cont-^Knano..... — — 103.5 102.5 Chemische Mader Alapin . . if. ® starbeninduslrie, A-«®. — — — 3N 332' 126.5 333* Wolöfd.niibt.......... 141 142,5 141.5 144 Hoüverlohlung . ....... 50.25 52.5 — — RiitgerSwerke........ 132 133 132 133.62 Schetdeanstalt ........ 1X2.25 180 25 — — 2lNg. CfekrruiiätS-Vefellfchatt 166 166 165.25 166.75 Bergmann ......... Mainkrastwerke........ 161.25 163,25 163,75 161 104.4 — *> — Schulten .......... 145 — 142 5 145 Siemen« A HalSk» ...... 204.5 208.12 ÄI3.75 2"8,75 !fvlerwerke .fficoer ...... 104 HD 106.5 108,75 Daimler Mororcn. 96.5 97,9 96.75 08 Hebliaenstacd« . . ...... 27.5 — — — i''cauin. ......... Motorenwerke Mannbefm 59,5 — 59 — — 34 — ifranthirtci Armaturen . . 18 — — - flomcrDenfabrü Braun 45 1 —' — * Metallgeiell chaft strantturt - 173.5 173 •— — Pet. Union A--(Ä..... IUM —- 108.75 Lchub'abrik Her; . ...... 65 — — — Sickei ......... — 3.0 — 3cnfto:f Waldbot...... 201) 200 199.75 I 203.5 Zuckeewdrit Fran/entdak . . Zuckerfabrik Kaadauiet . . . 96 117 95 115 5 94 115,5 1 — Banknoten. 21 Oktbr. 22 Okibr. Amtliche Noti runn Amtliche Notierung (*.ctb Brie' syelv Brie, Amu.» Dioti 167,86 168.28 167.90 168,32 Bu:n.'Aire- 1 710 1,714 1.710 1,714 Brss.-Anlw II 93 11.97 11,77 11,81 Cbristiania 104.37 104. Gil 105,14 105.40 ■Hooeithnfl.-n 111,71 111.99 111,68 111,96 Stockholm 112.21 112.49 112,18 114.46 Hel'mgsorS 10.547 10.587 10,517 10.587 Italien. . 18,51 18 55 18,29 18.33 London. 40.35 20,40 20,302 20,40! '.Veunod . 4,198 4,21.8 1,198 4,208 Pari«. . . 12,775 12.815 12,54 12.58 Sckwei, . . »1,1)2 öl. 22 80,94 61,14 Sva^ trn . IW, 77 63.93 63.64 63,80 stavan . . 2,043 2,647 2.048 2,052 Bio de Ian Wien in T. 0,663 0.565 0.574 0.576 Ccft aöQcfl 59,21 59,35 69,23 69,37 Prag . . . 12,428 12,468 12,425 12,46. ^elirad - . 7,418 7.4H8 7,405 7,42-5 Budapest. . Bulgarien 0,882 5,902 5,885 6,905 ^,1136 3,046 3,059 6,0-19 Lissabon 21,42-i 21.475 41.125 .1.470 Danzig. . .Ronft.nttn. 81,39 81,59 81.40 81,60 2,15 -.16 2.147 2,155 9(then 5,09 5,11 5,09 5,11 (Sanaba. . . 4.20 4.21 4 20 4.21 Uruguay . . 4,173 4.185 4,175 4,185 Berlin. 21 Oktbr Geld Brie' Amenkanifche 'Jioiew ..... 4,185 4,205 Belgische Noten ....... 11.93 11,99 Danifche Noten , 111,42 111,98 Englische Noten. ....... 50,32 20,42 Franjvnsche Noten ...... 12,90 12,96 Hoklättvitche Noten .... 167.50 168,34 ..... 18 55 18,65 Norwegische Noten..... 104 54 105,06 Deutsch Orftcrr.. ä !oo Sionen 69.33 Rumöntichs Noten...... 2.322 2,262 Schwedif6>e Noten . , . . 111.92 112.48 €d)tr'luT 'J.'cten....... 80,77 81,17 Svanifche Noten....... 68,76 •4, (’S rfch--cho»Iowaki,che Noten . . 12,392 U.452 llugartsche Noten...... 6.85 5,89 ?rankfnrter Börse. Frankfurt a. M., 22. Olt. Tendenz: Ain- einheitlich. — Die Börse, ö.e vorbörslich fest und lebhaft eröffnete, zeichnete sich wiederum durch große Kauftätigkeit aus, die eine Folge bedeutender Orders des Publikums war, deisen Interesse für das Börsengeschäft unverändert rege blieb. Auch Qlueianöfäufe trugen zur Hebung der Stimmung bei, und auch die Spekulation war im Effektengeschäft ungewöhnlich tätig. Die günstige Strömung wurde durch die feste Haltung der Neuyorler Börse, die die Wirtschaftslage Europas als wesentlich ge.c fett ansieht, gefördert. Zu Beginn des offiziellen Verkehrs wurde die Stimmung aber bereits wieder unsicher. Nach Erledigung der Kausausträge wurde das Geschäft ruhig und die Kursentwicle- lung uneinheitlich. Die stärker gesteigerten Werte setzten zum Teil etwas niedriger ein. Am Montanmarkte traten neben leichten Besserungen auch leichte Rück chläge ein. Höl.er wurden: Gelsenkirchen und Deutsch- Lur je plus 1 Pro,ent, Mannesmann plus 2,25 Pro-en', Oberbedarf Pius 3 Prozent, Rheinstahl plus 0,5 Prozent, Riebeck plus 1.25 Pro ent. Niedriger wurden: Buderus, Rheinstahl und Phönix je minus 0,5 Prozent. Kaliakt.en konnten sich weiter befestigen. Afa;.rs- leben plus 2. Westeregeln plus 0,5 Proz. Lebhaft gefragt waren am Chemie markte I. G.» F a rb en - Aktien, die auf 332 (plus 3 Proz.) an-ogen. Auch Holzverkohlung setzten Kaufi in Giessen! 2 Proz. höher ein, während Scheideanstalt 3,75 einbüßten, älneinhettlich lag auch der Elektromarkt. AEG., Dcrg-.nann und Lahm y.r schwächten sich ab. dagegen wurden höher: L'.ch: und Kraft plus 025, Felten plus 1, Siemens plus ca. 3 Proz. Der Dankaktienmarkt zeigte das gleiche unregelmäßige Bild. Darmstädter Dank plus 1,5 Proz., Commerz plus 0,25 Proz., Metallbank plus 1,75 Proz., dagegen Deutsche minus 1,5 Proz. Don Schiffahrtsaktien zogen Hapag 1 Proz. an. während Lloyd 1,5 Proz. schwächer lag n. Motorenaktien g'e chsalls uneinheitlich. Kleyrr vlus 1 Proz., aber Daimler minus 0,65 Proz. Von Maschinenaktien waren Frankfurter stark befestigt m't plus 3,75 Prozent. Metallgesellschaft schwächten sich 1.5 Prozent ab. Don Zellstoffaktien konn'en sich Aschaffenburger um weitere 1,5 Proz. befestigen. Waldhvf blieben unverändert. Textilwerte abgeschwächt. Don Oeltocr ■ t c n gaben Rütgerswerke 1 Prozent nach. Deutsche Erdöl behauptet. Zuckeraktien konnten sich auf dem letzten Kursstand halten. Am heimischen Rentenmarkt zogen Kriegsanleihe auf 0,721 Prozent an, die amtliche Notiz lautet auf 0,717,5. Das Auslandrentengeschäft war ruhig und die Kur'e nur wenig verändert. Der Freiverkehr blieb geschästslos. Der weitere Verlauf dec Döpe zeigte mehr ober weniger Schwankungen, die G undstimmung blieb jedoch im allgemeinen fest. Der Geldmarkt ist weiter flüssig. Tagesgeld 4 Prozent anie- boten. Monatsgeld eher gesucht zu 5,75 b.s 7.5 Prozent. Privat'-islonten angeboten 4,5 bis 4,75 Prozent. Jndustrieakzeple 5,75 Prozent. Im Devisenverkehr war die Stimmung etwas schwächer, besonders für die westlichen Frankenvaluten. Parls gegen London 172,5. Mailand schwächte sich gegen da- Pfund auf 112 leicht ab. Das englische Pfund notierte gegen Kabel mäßig fester mit 4,859, die Reichsmark eher eine Kleinigkeit schwächer mit 4,203. Frankfurt r rc debörse. Frankfurt a. M., 22. Okt. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer, 30 bis 30,25 Mark; Roggen, inländischer, 24; Sommergerste für Brauzwecke 24 bis 29; Hafer, inländischer, 19,75 bis 20.25; Mais, gelb, 19,75 bis 20; Weizenmehl, inländisches, Spezial 0, 42,75 bis 43,50; Roggcnmehl 35 bis 36; Weizenkleie 10,25 bis 10,50; Roggenkleie 10,50 bis 10,75 Mark. Tendenz: fest. berliner Produktenbörse. Berlin, 21. Olt. In Reaktion auf die Steigerungen der letzten Tage war die Preis!, gs für Weizen und auch Roggen heute nicht mehr voll behauptet. Einmal fügt die Börse der niedrigeren Marktlage im Ausland, dann aber auch ist die Zurückhaltung in fühlbarem Maßa größer geworden. Man befürchtet wohl ein Angehen der Preise bei Einsehen des Frostes. Lokoware behauptete noch bei Beginn deS Mittagsverkehrs ihren Vorlagsstand, während im Zeitgeschäft Preisrückgänge bis 1,50 Mark zu verzeichnen waren. Lediglich Oktober stellte sich in beiden Artikeln auf große Deckungskäufe für die Ultimoabwickelung 2 Mark fester. D..s gestern noch recht flotte Mehlgeschüst wurde gleichfalls allgemein ruhige. Gr e u td Hafer to niget offeriert, in der Tendenz aber kaum verändert. Mais lebhaft und ziemlich fest. Sonstige Futterartikel stiller, aber preishaltend. Cs notierten (1000 Kilogramm): Weizen, mariischer, 270—273Mk.. Roggen, märkischer, 224—229; S'mm.rg^rste 220 bis 270; Wintergerste 183—IC5, H s r, märkischer, 178—190; Mais, loco Berlin, 197 202; (100 Kilogramm): Weizenmehl 33,50—39,25; Rrggen- mehl 32,50—34; Weizenlleie 10,75-11; Roggenkleie 10,90—11; Viktoriaerbsen 53—60; kleine Spetseerbsen 36—39; Futtererbsen 21—24. Ackerbohnen 21—22,50; Rapskuchen 15/20—15,40. Rundfunk-Programm LeA Frankfurter Senders. (Aus der ^Radio-Umschau".) Sanrfag, 23. Oktober: 3.30 bis 4 Uhr: Die Stunde der Jugend. 4.30 bis 5.45 Uhr: Konzert des 5)ausOrchesters: Wunschnach. mittag. 5 45 bis 6.05 Uhr: Die Lesestunde. 6.45 bis 7.15 Uhr: Stenographischer Fortbildungskursus ‘ür Anfänser und Fortgeschrittene (Diktat von 80 Silben aufwärts). 7.15 bis 7.45 Uhr: „Reiseeindrücke von Frankreichs, Vortrag von Studienrat Dr. Schmitz. 7.45 bis 8.15 Uyr: „Owar Wilde", Vor- trag von Dr. Ludwig Marcuse. 8.15 Uhr: „Lady Windermeres Fächer" Komödie von Oscar Wilde. Anschließend bis 12 Uhr: Uebertragung von Berlin: Tanzmusik. 2 tp&ä bsi rkisfen, Irßisor- ämmOSS keif,Verschleimung Favs eMs&nerMinerafPäOeii 22 Fortsetzung. Nachdruck verboten. 5t, i i Die Kamelhaar Schuhe Jll Bc Für Kinder ab Herren ab 1.95 2.90 !be' 07336 Karl Schmidt, Neuenweg 42, Tel. 1075 Kein Laden. Eingang Ecke GolkSbad. y Bekleidungshaus ülrAnh 6 Marktatraße 22 lllS tfull UH H -A US zu bieten Damen ab Belprechu konsenn^ die Brian eine ihrer Jn töil Ob' tahi nä befi ca2000paar W- ■*s aud \taat btto M ma Zur für Re! Strc iiiifg MarktstraBe 9-11 / Wettergasse Beachten Sie bitte unsere S Schaufenster Morgen, Samstag, den 23. Oht, von 9-5 Uhr, billiger Berkaus von .OemnanAiineiL Loden- und Gummi- nuuiieln, l’lrbeitcrvofcn, Hemden, Unter» bösen, 't?upven,Ll'tcUvaren, SlmberfdniUcn, neuen ii. ncbxnucüien lliöbcln aus Tettzahl. im AnktionSiaal. Walltorktr. 36. orjs* H. 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