°°b »it s. ."w." 'L Mw! Ä$ «iitA Ä*“fS i^Uegenüber LJ "W. e ®a*N- \wxe9u:« 4 -Führung hnflo k ^1 drr V bis 4 leflt0- Regung D^nden " inVL'N- ifö.Ms’?* ns*Ä. Ä2kh- § Nen a'Mnl?' Seut* WS *n etwas MZL zE ‘Ä •ibenj blieb auf niu y ,■. 'Jnt>U|trieafiChtc 5 nlerfn<- l0nQ^n Devisen. M?e ol^n Feonkenvalulen egen London 168,50, Miel ner Börse. Dic Lörje eröffnete bei teil. n1" in lehr J ?urd) bos Ergebnis bes >e Soric mch, anders enoariel m die bisher der Börse fern. - Publikums ftart ongereat, 01reid)c Kaufaufträge ibe vor. An der Spihe der inden J.-T.-Farbeninbu» erhebliche Steigerung von über en hatten. Am Montan- Kursbefferungen 2 bis 6 Pro- enmertc waren hier stark er- omartt waren Kursstes^. ojent zu verzeichnen. Ferner und Sprcngftoffmertc aktien lagen ruhig, die Ge- 1 Prozent nicht hinaus. Am läge unverändert leicht. Tages- ent. H Devisenverkehr Saluten etwas befestigt. Poris rüffel 168,75, Mailand 135. :r Gcireide-örfc. 1, 21.3uni. Es wurden norauer, 31,50 bis 32 Mark: 22 bis 22.50, Sommergerste s 24; W. msändischer, 21 11,50 bis 11,15; Weizenmehl. 0), -43 bis 43,25; Noggenmehl Eleie 9; Koggentleie 11; Erbsen bis 75; Heu, süddeutsches, gut. i0; Weizen- und Roggenstroh getrocknet, 14,50 Mark, -en- ! Lchlachtviehmarkt. a M. 21. Juni. Abrieb: nter 323 Ochsen, 4S Dullen he, 533 Kälber. 63 Schaseund wurden bezahlt für 100 Wnd „xpr- Ochen vollfletch^ m@£ s-Ärtts ss$S rti bis zu 1 52 ältere ickelte ^^Ädefte , und wenig 8 Kübe bis 47, .maJ9£te Kühe und 43. g^ng Kälber TL LM- > Mast' und beste y ce Mast- fe; Wstla-M-^ und ) geringere Mn W Lchwe-n/- » VA 15, z 79, uni«80/ 9von 120 W en 73 W 6; .-.ßet 150 Kg. Sauen uno S ^ 5t,errmar!L ■särA 32"77 35-g 38-40 15-56 2-58 ,62 ,52 ,65 ,59 ,59 Schweine es-A 7°-8 58'” 63-” 65-^ «'S 70-6; 70'65 g8-83 3-81 62-8$ 70-77 Schale 30'62 40-Z 35-58 42-58 35-55 28-62 74'82 $:• -o,80 ®-s S'-S tl 31 oO 30'53 35'^ 36-5 2S-Z 40-63 45-6’ 29-94 42^ 38-5 30-7’ , L,7S ’u 30'® hl°chwi-xK; »*s^ • ** sj-jS rZ r-« !-60 ;-S7 i-55 H62 ,-60 1-63 ,,60 >-63 >-62 >-60 •„63 m. 145 Erster Blatt 176. Zahrgang Dienstag, 22. Zuni 1926 Erscheint täglich,au her Sonntags und Feiertag«. Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. ntonat$«Bn.), Dr. Rosenberg (Komm.), v. Rheinbaben (DVP.), Dr. Dernburg (Dem.), Dr. Quadt (Dn.) und Müller- Franken (Soz.) beteiligten und in Deren Verlauf auch der Reichsminister des Auswärtigen Dr. Stresemann das Wort ergriff, mit großer Mehrheit folgende Entschließung Nach der Abstimmungsschlacht. Die Schlacht ist geschlagen, die Bilderstürmer, die das nachholen wollten, was sie in der Revolution versäumt hatten, haben eine schwere Niederlage erlitten. Daß sie die zwanzig Millionen erreichen würden, die zur Fürstenenteignung notwendig waren, haben sie wohl selbst zuletzt in ihren kühnsten Träumen nicht mehr erwartet, fünfzehn Millionen aber war doch die Standard- zahtz die sie nach Hause bringen mußten, um wenigstens mit Ehren bestehen zu können. Richt umsonst haben sie Propaganda dafür gemacht, daß auch diejenigen, die nicht mit Ja stimmen wollten, wenigstens zur Abstimmung hingehen, sie rechneten darauf, daß auf diese Weise wenigstens im ganzen zwanzig Millionen zusammenkämen und sie dann durch Anzweiflung des verfassungsmäßigen Charatters der Fragestellung ihren Willen doch durchsetzen würden. Richt einmal das ist ihnen gelungen, sie werden die Dinge drehen und wenden können, wie sie wollen, ihre Riederlage ist unbestreitbar. Selbst dann, wenn man ihnen zugibt, daß sie im Volksentscheid noch zwei Millionen mehr herausgeholt haben, als im Volksbegehren. Aber ist das wirklich ein Wunder? Ein, Volk, das durch die Inflation enteignet ist, bildet immer ein dankbares Objekt für theoretische Enteignungskonstruktionen auf Kosten anderer. Die Sozialdemokraten haben deshalb auch wohl gewußt, was sie taten, als sie den eigentlichen Charakter des Volksentscheides umbogen und ihn aus einer politischen zu einer rein finanziellen Frage machten. Unb doch so seltsam das klingt, haben sie vielleicht gerade dadurch ihr Spiel verloren. Die (Zahl derjenigen, die heute noch ein Interesse Daran haben, sich unmittelbar für die Fürsten einzusetzen, ist gering, ist jedenfalls geringer, als Die Hälfte aller Wahlberechtigten. Aber eben weil bie Fanatiker des Volksentscheides aus ihm einen Kamps um das Eigentum, einen Kampf um Die sittliche Grundlage unseres ganzen Staatsbegrifss machten, eben deshalb haben sie verloren. Mögen sie jetzt über Wahlterror klagen, Schuld an ihrem Mißerfolg haben nur sie selbst. Wobei aber trotzdem zuzugeben ist, daß fie den Zielen, die sie neben der Enteignung der Fürsten verfolgten, näher gekommen sind. Wenn inan heute Die Bilanz des ganzen Volksentscheides zieht, Dann wird man festzustellen haben, daß Die Demokraten so gut wie aufgerollt sind, sie haben trotz Der Parole ihrer vernünftigen Mit- glteDer sich zu Gefolgsmannen der Sozialdemokraten hergegeben, älnd noch schmerzlicher muß es für das Zentrum sein, daß im Westen ohne Rücksicht auf Die stramme Parole nicht nur der Parteileitung, sondern des Episkopats seine Anhänger in Hellen Haufen Den Sozialdemokraten nachgelaufen sind. Deutschnattonale, Volkspar- tei und Wirtschaftspartei haben ihre Anhänger beisammen gehalten, die Spekulation auf Rentner und Sparer ist mißglückt. Der Süden und der Osten haben sich glänzend geschlagen, aber im industriellen Westen hat das Zentrum eine schwere Rieder läge erlitten. Das wird sich weiter auswirken mindestens insoweit, als das Zentrum jetzt ein starkes Interesse Daran hat, Reuwahlen zu vermeiden und zusammen mit seinem Kanzler Marx darauf hinarbeiten muh, eine positive Regelung des Problems der Fürstenabfindung zu finden, die den Apell an die Wähler vermeidet; wenigstens solange, bis das Zentrum wieder seine Parteiorganisationen fest in die Hand bekommt. Das Endergebnis. Berlin, 21. Juni. (TU.) Rach der letzten Aufstellung des Reichswahllelters ist das Ergebnis der gestrigen volksentfcheid-Ab- flimmung folgendes: Stimmberechtigt 39690559; 3 a 14441590; Rein 584723; ungültig 559406. Das vorläufige amtliche Gesamtergebnis des Volksentscheids in Hessen lautet nach Mitteilung des Landeswahlleiters wie folgt: Mit 3 a stimmten 348 940 Wähler, mit Rein 15 606. wahlberechtigt waren 871 799. Die Führer der Rechten zum Boiksenischeid. Berlin, 21. Juni. (TU.) Die „Nachtausgabe" veröffentlicht eine Unterredung mit den Führern der Rechtsparteien über den Volksentscheid. Graf Westarp, der Vorsitzende der Deutschnationalen Volkspartei, äußerte sich über die .augenblickliche innerpolitifdje Lage u. a. folgendermaßen: Der äußere Mißerfolg des Volksentscheides, der dadurch zum Ausdruck kommt, daß etwa sieben Zehntel des deutschen Volkes das sozialdemokratisch-kommunistische Enteignungsgesetz ablehnten, darf nicht über die ernste Bedeutung der abgegebenen 14,5 Millionen Stimmen täuschen. Die ausländischen Mächte, die Deutschland durch die Reparationsver- pflichtungen bedrängen, müssen aus dem Ergebnis des Volksentscheides entnehmen, daß sie in ganz anderem Maße als bisher Deutschlands politische und wirtschaftliche Lebensmöglichkeiten eröffnen müssen. Reidjsminiffer a. D. Dr. Scholz, der Vorsitzende der Fraktion der Deutschen Dolks- partei, erklärte: Nach der maßlosen und verhetzenden Agitation der Enteignungsparteien muß das Ergebnis von 14,5 Millionen als befriedigend bezeichnet werden. Es muß vor allem die Tatsache festgehalten werden, daß der Versuch der Enteignungsparteien verfassungsrechtlich und gesetzlich gescheitert ist. Damit tritt, wie die Deutsche Volkspartei immer betonte, wieder die parlamentarische Behandlung der Auseinandersetzung zwischen den Ländern und den ehemaligen Fürstenhäusern in Kraft. Die Deutsche Dolkspartei steht zu dem von der Regierung vorgelegten Kompromißgesetz. Abgeordneter Drewitz, der Führer der Wirtschaftspartei, führte aus: Die Deutschnationale Volkspartei muß jetzt ein gewisses Entgegenkommen zeigen. Die Wirtschaftsp-rtei erwartet, daß die Sozialdemokraten weitergehende Forderungen über den Inhalt des Kompromißge- setzes der Regierungsparteien hinaus stellen werden. Eine gesetzliche Regelung ist schon mit Rücksicht auf das Ausland, das durch den Volksentscheid beunruhigt sei und auch mit Rücksicht auf die inner- politische Erregung dringend notwendig. Nach Ansicht der Wirtschaftspartei muß dieses Gesetz noch vor den Reichstagsferien zur Annahme kommen. Die Berliner Preste. Berlin, 21. Juni. (TU.) Die Berliner Abend- preffe beschäftigt sich in längeren Leitartikeln mit dem Ergebnis des gestrigen Volksentscheides. Der Berliner „L o k a l a n 3 c-i g e r" schreibt: „Die Rechtsparteien und mit ihnen alle diejenigen Kreise der Mittelparteien, die den Fürstenenteignern bis zur letzten Stunde die Gefolgschaft verweigerten, haben allen Grund, über die Entscheidung des gestrigen Tages Befriedigung zu empfinden. Noch einmal ist jetzt Gelegenheit gegeben, die Streitfrage, an der auch der Volksentscheid gescheitert ist, im Wege der ordentlichen Gesetzgebung aus der Welt zuschaffen. Daß dabei die Not des Volkes jene Berücksichtigung zu erfahren hat, die ihm gebührt, versteht sich von selbst." Die „Deutsche Tageszeitung stellt fest, daß die Linke eine schwere Niederlage erlitten hat und führt weiter aus. „Wir werden in den kommenden Tagen und Wochen in den Parlamenten ähnliche Kämpfe erleben, wie sie schon zweimal zu einem Mißerfolg für den (Sekanten einer gesetzlichen Regelung geführt haben. Aber diesmal gehen die Verhandlungen oonstatten ohne den Druck des drohenden Volksentscheides, der gerade für das Verhalten der Mittelparteien und jur die Gestaltung des Gesetzes bisher von ausschlaggebender Bedeutung war." Die „Kreuzzei- t u n g" schreibt: „Sollte die große Koalition, die in diesem Falle eine erweiterte Weimarer Koalition wäre, bei der die Deutsche Volkspartei nur dazu aus- ersehen wäre, Verantwortung mit übernehmen zu müssen, ohne entsprechenden Einfluß zu besitzen, nicht zustande kommen, dann möge eben der Reichstag aufgelöst werden." Die .Deutfdje Allgemeine Zeitung" stellt fest, daß die Begleitumstände dieses Volksentscheides in der Republik alles andere als erfreulich gewesen seien, und daß es ernster politischer Arbeit bedürfe, um die verheerenden Folgen der Massenagitat'.on wieder gut zu machen. Bei der reichsgesetzlichen Regelung der Fürstenabfindung werde es ohne Opfer auf beiden Seiten nicht abgehen. Die „Tägliche Rundschau" führt folgendes aus: „Der Ausfall des Volksentscheides hat fürs erste eine größere Gefahr vom Lande abgewandt und eine schwere Verletzung der Ehre und Würde Deutschlands verhindert. Wir sind uns aber auch klar, daß wir noch lange nicht den Sieg unser nennen können. Auch wer es oorge- zogen hätte, die Sache auf dem reinen Rechtswege zu entscheiden, muß jetzt einsehen, daß der Weg des Kompromisses beschritten werden muß." Die „G e r- mania“ stellt fest, daß nicht zu bestreiten fei, daß in einigen Wahlkreisen den Sozialdemokraten ein bedenklicher Einbruch in die nichtsoziaststischen Wählerkreise gelungen ist. Die Zahlen lehrten, daß ein nicht kleiner Teil der Zentrumswähler sowohl beim Volksbegehren, wie bei der Abstimmung der Parteiparole nicht gefolgt seien. Dieser Mangel an Parteidisziplin sei gerade in diesem Falle besonders bedauerlich. Den Gründen dieser beklagenswerten Erscheinung müsse die Partei mit aller Ruhe, aber auch mit aller Gründlichkeit nachgehen. Das „Berliner Tageblatt" schreibt: „Die gestrige Ab- ftimmung hat den Weg freigemacht für eine gerechte, die Lebensinterefsen des deutschen Volkes und der Republik wahrende Regelung. Es handelt sich nicht um eine juristische, sondern um eine politische Frage. Durch Gesetz unter Ausschluß des Rechtsweges muß jedes Land festsetzen, was es der ehemaligen Öpnaftie als Abfindun,q gewähren will. Der Kampf um eine solche Lotung muß jetzt beginnen. Versagt der Reichstag, dann muß er aufgelöst werden." Die „D 0 s s i s ch e Zeitung" ist her Ansicht, daß der Volksentscheid ein Votum gegen und nicht für die Fürsten gewesen sei. Der Gesetzentwurf der Regierung. Berlin. 21. Juni. (TU.) An zuständiger Stelle wird betont, daß anläßlich des Ergebnisses des Bolksentscheides die Reichsregierung, entsprechend ihrer Ankündigung mit allen Mitteln daran gehen wird, den Gesetzentwur, zur Abfindung der Fürstenhäuser im Reichstage zur Anncchme zu bringen. Im Zusammenhang Damit wird auch Gelegenheit sein, alle übrigen innerpolifischen Fragen, einschließlich der Zollfrage, zur Erledigung zu bringen. Rach dieser Mitteilung Darf man annehmen, daß in den nächsten Tagen auch die Frage der Erweiterung der parlamentarischen Basis der gegenwärtigen Minderheitsregierung akut wird. Der Rechtsausschuß des Reichstages nimmt,' wie vereinbart, am Dienstag den Regierungsentwurf zur Fürstenabfindung in Angriff. Er hofft, in drei Tagen feine Arbeit beenden zu können. Die Regierungsparteien haben sich mit dem Entwurf bereits einverstanden erklärt. Die Haltung der Sozialdemokraten und Deutschnationalen wird erst in den heutigen Fraktionssitzungen sestgelegr werden. Genugtuung in Amerika. Reuyork, 21. Juni. ($11.) Die gesamte maßgebende Oefsentlichkeit Amerikas nimmt das Abstimmungsergebnis für Den Bollsentsche d mit Genugtuung auf. Die Zeitungen betonen, die Furcht vor weiteren Enteignungen hätten Die deutschen Wähler von Der Wahlurne serngehalten. Das deutsche Bolk habe sich auf keine bolschewistischen Experimente einlassen wollen. Es kommt allgemein, besonders aber in Washingtoner Kreisen Befriedigung Darüber zum Ausdruck, daß Deutschland einer schweren inner- politischen Krise entgangen ist, Die sich not» geDrungen wirtschaftlich und außenpolitisch zum Rachteil Deutschlands ausgewirkt haben müßte. angenommen: Unbeschadet der Stellung Der verschiedenen Frakfionsvertreter zu Den Fragen im einzelnen, nimmt Der Auswärtige Ausschuß davon Kenntnis, daß bei den Verhandlungen der vorbereitenden Kommission für die Abrüstungskonferenz irgendwelche Bedingungen für Deutschland nicht erfolgt sind und erhebt mit dieser Maßgabe gegen eine Fortsetzung Der Beteiligung Deutschlands an den weiteren Beratungen zur Förderung des Abrüstungsprogramms keine Bedenken. Es folgte die Beratung über den Gesetzentwurf zur Durchführung der Artikel 177, 178 und 198 des Versailler Vertrages und der Pariser Vereinbarung über Luftfahrt. Rach ausführlichen Diskussionen über den Gesetzentwurf und über die Pariser Luftfahrtvereinbarungen empfahl Der Auswärtige Ausschuß bei Stimmenthaltung Der Vertreter Der kommunistischen Fraktion mit allen übrigen Stimmen. Dem Plenum des Reichstages die Annahme des Gesetzentwurfes. Ablehnung des französischen Standpunktes. Genf, 21. Juni. (TU.) In der heutigen Satzung der militärischen Unterkommrssion Der Abrüstungskommission hat der französische Standpunkt abermals eine Riederlage erlitten. Don ftoTizösischer Seite war Der Antrag gestellt worden, als Dergleichsmaßstab für die Landrüstung nur die militärischen Personalbestände heranzuziehen, dagegen bei den See- und Luftstreitkräften auch die Materialbestände zu berücksichtigen. Dieser Antrag stieß auf schärfste Oppo- fition. Gegen den Antrag stimmten Deutschland. England, Brasilien, Holland, Schweden, Ehile und diesmal auch Polen. Frankreich, das bisher in allen Fragen über die ausnahmslose Unterstützung Der kleinen Entente, Belgiens, Polens unD Italiens und damit in der Kommission über sieben Stimmen verfügt, blieb heute in der Minderheit. Die Ablehnung des ftanzösischen Aittrages wird als Erfolg über die französischen Verhandln n g s m e t h o d e n in der Abrüstungskommis- sion aufgefafct Auf Antrag der deutschen Delegatron wurde heute ferner beschlossen, die Vollsitzungen der Kommission auf drei Tage auszusetzen, um den auf englischen Antrag hin eingesetzten drei Unterkonntees Zeit für die Arbeit zu geben. Internationale Arbeitskonferenz Genf, 21. Juni. (TU.) Die internationale Arbeitskonferenz beschäftigte sich heute mit dem vom Arbeitsamt ausgearbeiteten Konventionsentwur, über die Heimschaffung von Seeleuten. Um die wesentlichen Bestimmungen dieses Entwurfes, die in den Artikeln 3 und 4 enthalten sind, entspann sich eine lebhafte Debatte. Der englische Regierungsvertreter warnte davor, wettgehende Bestimmungen in die Konvention aufzunehmen, da die Regierungen sie sonst nicht ratifizieren würden. Die deutsche Delegation stellte darauf den Antrag, in Den Konventions-- enttourf eine genaue Bestimmung Darüber aufzunehmen, wer Die Kosten Der Heimschaffung der Seeleute zu tragen habe, Da dieser Punkt in dem Konventionsentwurf völlig unklar sei. Der Entwurf wurde Dann mit 66 gegen 20 Stimmen angenommen. Ferner wurden zwei Resolutionen über die Heimschaffung Der Kapitäne zur Annahme empfohlen. Der Direktor Des Internationalen Arbeitsamtes, Albert Thomas, hat gegen die zwei Beamten des Arbeitsamtes, Die in Der Sams- tagfitzung Der Arbeitskonferenz einen Zwischenfall verursachten, eine älntersuchung eingeleitet. Der französische Beamte hatte wegen Der itaUent- teen Beamten eine abfällige Bemerkung ä&er die Reden des saszistischen 2Irbetfert>ertre* Sj gemacht. Dem Dorfall wird allgemein grö- e Bedeutung beigelegt, da sich hieraus mög- erweise Schwteriakeiten diplomatischer Ratur entwickeln können, zumal auch bei dem Vorfall beit der Matteotti- -Feier politische Beamte des Völkerbundes beteiligt waren. Sin disziplinarisches Vorgehen gegen die Beamten dürfte auf Schwierigkeiten stoßen, da die Beamten ihrer faszistischon Instruktion gemäß gehandelt haben. Baldwin lehnt deutsche Reparationskohle ab. Berlin, 22. Juni. (TU.) Wie die Morgenblätter aus London melden, fragte im Unterhaus ein konservativer Abgeordneter, ob die Regierung nicht Kohlen aus Deutschland auf Reparationskonto beziehen könne, um die durch den Bergarbeiter st reil stillgelegten Mctallwerke und Werften weiter zu beschäftigen. Baldwin erwiderte, daß England seinen ganzen Anteil an den deutschen Reparationszahlungen in englischen Pfund erhalte, die eine schnellere Methode zu sein scheinen, als eine Sachliescrung auf Reparationskonto. Das neue portugiesische Kabinett. Berlin, 21. Juni. (TU.) Wie Havas aus Li f Jabon berichtet, ist das neue Kabinett in Portugal nunmehr endgültig gebildet werben. Ministerpräsident und Kriegsminister: General Gomez de Costa, Außenminister: General C a r n o n a. Im übrigen gehören dem Kabinett fünf Offiziere und drei Politiker an. Neue Minister in Polen. Warschau, 22. Iuni. (TA.) Gestern wurden zwei neue Minister ernannt: Pro- feffor Dtani ewicz aus Wilna zum Minister für Agrarreform und Alexander Kaczin - s k i aus Krakau zum Minister für Landwirtschaft. Beide Ernennugen werben von der Linken sehr ungünstig ausgenommen. Der Generalstabschef General Burlart-Kur- k a r z k i ist für den Posten des Anterstaats- sekretärS im Kriegsministerium vorgeschlagen. Zum Generalstabsches soll der Generaloberst P i s k o r ernannt werden. Die heutige Eröffnung des Sejms wird in den politischen Kreisen mit großer Spannung erwartet. Es ist ein großes politisches Exposö des Finanzministers Klarner vorgesehen. Die Regierung hat beschlossen, die Frage der letzten Lesung des Dudgetprovisoriums als Vertrauensfrage für die Regierung her- auSMtellen. Dre Debatte über die Finanzfrage wird febon heute anfangen: die Abstimmungen falten aber erft im Laufe der Woche stattfinden. Aus dem Bericht des Reparationsagenteri. Berlin, 21. Iuni. (WTB.) Der Bericht des Generalagenten für Reparationszahlungen über die ersten neun Monate des zweiten Reparationsjahres, also vom 1. September 1925 bis 31. Mai 1926, stellt fest, daß Deutschland die von ihm verlangten Zahlungen regelmäßig und pünktlich geleistet hat. Aus die zweite Annuität in Höhe von 1220 Millionen Gvldmart wurden in den ersten neun Monaten 821,4 Millionen Goldmark geleistet, wovon 400 Millionen auf Aeichs- bahnzahlungen, 190 Millionen auf Haus- Haltsbeiträge, 62,5 Millionen aus Industriezahlungen und 168,9 Millionen aus die Beförderungssteuer entfallen. Einschließlich des Barbestandes von 107 Millionen am Ende des ersten Reparationsjahres ftanben dem Repara- tionSagenten 924,2 Millionen Goldmark zur Verfügung, wovon Ende Mai ein Barbestand von 89,8 Millionen übrig blieb. Von den bewirkten Leistungen entfallen auf Frankreich 461,7 Mill., darunter 51 Millionen für die Besahungs- truppen und 202 Millionen auf Kohlenlieferungen, auf England 166,3 Millionen, wovon 15,5 Millionen für Besahungstruppen. auf Italien 65 Millionen, darunter 47,9 Millionen für Kohlenlieferungen und auf Belgien 99,3 Mill., darunter 8 Millionen für Desatzungslosten und 46 Millionen für Kohlenlieserungen. Für Sachlieferungen werden 436,4 Millionen ausgewiesen. Hebertragungen in fremde Währung wurden im Betrage von 262,8 Millionen vorgenommen. — Zum Bericht des Eisenbahnkommissars wird erklärt, daß die erzielten Ergebnisse die Schätzungen der Sachverständigen bei Aufstellung des Dawevplanes bestätigen. Für die Unterbringung der Eisenbahnschuldverschreibung sei die Zeit immer noch nicht gekommen. Der Generalagent stellt weiter fest. daß die deutsche öffentliche Schuld vermindert worden ist, daß die Stabilität der Währung voll aufrecht erhalten ist, daß aber der deutsche Anleihemarkt noch nicht in der Lage ist. die deutschen Bedürfnisse an Betriebs- material selbst zu befriedigen. Schließlich wird erklärt, daß feit Februar auf allen Gebieten eine allmähliche Besserung zu verzeichnen sei, von der man aber noch nicht sagen könne, wie lange sie anhalten werde. Deutscher Reichstag. Berlin, 21. Iuni, 3 Ahr nachmittags. Im Rahmen der geschäftlichen Mitteilungen gibt der Präsident davon Kenntnis, daß der preußische Innenminister, Abg. Severing lSoz.) eine Verlängerung feines Krankhcitsurlaubs um weitere sechs Wochen nachge'ucht hat. Aus der Tagesordnung steht zunächst die erste Beratung des deutsch-schwedischen Handelsvertrags. Ohne Widerspruch wird die Heber- Weisung des Vertrags an den auswärtigen und den handelspolitischen Ausschuß beschlossen. Abg. Dr. H i 1 f e r d i n g (Soz.) erklärt, seine Fraktion hätte die Absetzung des Vertrags von der Tagesordnung gewünscht. Präsident Löwe verweist auf den bereits gefaßten Beschluß, wiederholt aber, nachdem auch Abg. Schultz- Bromberg (Dtschn.) dem Wunche des Abg. Dr. Hilferding sich angeschlvssen hat, die Ab-, Ttimmung. Runmehr wird der Vertrag von der £age$orbnung abge'etzt. Der deu ! sch - däni - Ich« Vertrag wird gleichfalls von der Tagesordnung abgefetzt. Der Zusahantrag zum deutsch-österreichischen Wirtschafts- abkvmmen wird dem auswärtigen und handelspolitischen Ausschuß, die Dergleichsordnung dem Rechtsausschuh überwiesen. Die Rovelle zum Gesetz über die Gesellschas ten m. b. H. wird ohne Aussprache in erster und zweiter Beratung angenommen. Abg. Frau Schröder (Soz.) erstattet dann den Bericht des sozial-politischen Ausschusses über das Washingtoner ilcbereinfom- me n . das den Schwangerenschutz gegenüber der bisherigen deutschen Delehgebung wesentlich erweitert. Reichsarbeitsminister Dr. D r a u ns erklärte, die Regierung habe keine grundsätzlichen Bedenken gegen die Ratifizierung. Sie halte es aber für ben besseren Weg, erst die deutsche Ge- sehgebung dem Washingtoner ÜebereinEommen anzupassen und dann zu ratifizieren. Der deutsche Wöchnerinnenschutz sei in manchen Punkten noch heute vorbildlich für die meisten Staaten. Abg. Gerig IZ.) beantragt, mit Rücksicht auf die Erklärung des Ministers die Zurückverweisung der Angelegenheit an den sozial-politischen Ausschuß. Abg. Rädel (Komm.) bezeichnet diesen Antrag als eine Schiebung (!) und wird deswegen vom Präsidenten gerügt. Abg. Frau Schröder (Soz.) ist mit der Zurückverweisung einverstanden unter der Bedingung. daß dec Ausschuß schnelle Arbeit leistet. Die Zurückverweisung an den Ausschuß wird beschlossen. Cs folgt die dritte Beratung der Rovelle zum Reichsknappschaftsgesetz in Verbindung mit der zweiten Beratung eines von den Regierungsparteien eingebrachten Gesetzentwurfs, der die Kinderrenten bei der Angestelltenversicherung und der Reichsversicherungsordnung den neuen Bestimmungen des Reichsknappschasts- gesehes anpassen will. Abg. Decker- Herborn (Soz.) erkennt an, daß die Rovelle manche Verbesserungen enthält, die Sozialdemokraten hätten aber gegen einzelne Punkte lebhafte Bedenken und würden weitere Verbesserungsanträge stellen. .Um 43/4 Ahr wird die Weiterberatung auf Dienstag 2 Ahr vertagt. Auf der Tagesordnung steht weiter der Gesetzentwurf. wonach Aufwertungsfragen nicht zum Volksentscheid gebracht werden dürfen. Kunst und Wissenschaft. Professor Richard Sternfelb f. Wie uns aus Berlin gemeldet wird, ist Geheimrat Dr. Richard Sternfelo, Professor der Geschichte an der Universität Berlin, am 21. Juni nach kurzer schwerer Krankheit gestorben. Sternseid hat ein Alter von 68 Jahren erreicht. Seine Hauptwerke sind: Derhällnis des Arelats zum Reich unter Friedrich II., Karl von Anjou, Graf der Provence, Kreuzzug 1270 nach Tunis, Französische Geschichte, Die Hohenzollern, Kardinal Johann Orsini, Papst Nikolaus III. (Sternfeld war nicht nur Historiker, sondern auch einer der eifrigsten Propagandisten für die Kunst Richard Waaners. Als solcher hielt er seit vielen Jahren in Deutschland und der Schweiz Vorträge mit Interpretationen am Klavier. In Gießen hat er oftmals vor geladenem Kreise ge- sprachen. Erstaunlich war sein tiefes, von Begeisterung erhobenes Eindringen in die Ideenwelt des Bayreuther Meisters, wobei ihm fein wundervolles Klaoierspiel zustatten kam. Immer verstand er es, unter der Zuhörerschaft lebhafte Vorstellungen von der ästhetischen Kulturfähiakeit der Mufikdramen Richard Wagners zu erwecken. Eine Fülle harmonisch ineinander greifender Geisteskräfte lieh Richard Sternfeld die Fähigkeit, auf alle, die sich um den Redner und Interpreten scharten, zu wirken.) Aus aller Welt. Der Kreuzer „ffambutg14 in Honolulu. Der Kreuzer „Hamburg" ist am 19. Juni planmäßig in Honolulu angetemmen. Nach einem Aufenthalt von drei Wochen wird er feine Reise nach Yokohama fortseßen. 3»S$ufamniei;ffofi in Frankreich Bei Tours entgleiste der Eilzug Paris—Bordeaux. Sieben Personen wurden getötet und 3 0 verletzt, darunter sieben schwer. Die Maschine stürzte in einen 7 Meter tiefen Graden. Ein Personenwagen und ein Packwagen wurden ineinander geschoben. Großfeuer in Polen. AuS Warschau wird gemeldet: DaS Städtchen Zalanti wurde von einem schrecklichen Feuer heimgesucht. Ungefähr 200 Häuser sind vollständig eingeäschert, hauptsächlich die Geschäftshäuser am Marktplatz. 11. a. ist auch die große Synagoge, sowie ein 130 Iahre alles Gebethaus verbrannt. Der Schaden geht in die Millionen. Tteun Tote beim Lalkonabstur; in Neapel. Bei dem Balkonabsturz in Neapel, bei dem der Faszistenführer Padovani verunglückte, wurden neun Tote und fünf Verletzte geborgen. Ein Theater in die Lust gesprengt. Das Theater von Los Angeles wurde durch fünf Dynamitexplosonen zerstört. Es wurde festgestellt, daß in verschiedenen Teilen des Theaters Dynamitpakete versteckt worden waren. politische Zusammenstöße in Mühlhausen. Wie die Morgenblätter aus Mühlhausen in Thüringen melden, kam eS am Montag zu schweren Zusammenstößen zwischen Stahlhelm- leuten, Mitgliedern des Reichsbanners und des Roten Frontkämpferbundes. In der Räße des Dolkshauses, wo große Menschenmengen sich an- gesammelt hatten, entwickelte sich ein Handgemenge. Die Schupo griff ein und machte dem Kamps ein Ende. Acht Mitglieder des Reichsbanners und eine ganze Anzahl Stahlhelmleute wurden durch Hieb- und Stichwunden zum Teil schwer verletzt. Die Polizei verhaftete die Hauptbeteiligten und räumte das Volkshaus, in daS sich die Beteiligten zurückgezogen hatten. Politische Schlägerei in Eisenach. In der Nacht zum Montag gegen 1 Uhr ent« stand in der Laufergasse in Eisenach, wo die Wahl- ergebniffe durch Lautsprecher bekanntgegcben wur- hatte, eine Schlägerei, bei der zwei Stahthelmleute verletzt wurden. Der Polizei gelang cs nicht, Verhaftungen vorzunehmen. Zusammenstöße in Stettin. In Stettin kam es zu Zusammenstößen zwischen Angehörigen der Rechtsparteien, die gegen die Fürstenenteignung demonstrierten und Kommunisten. Die Polizei muhte mehrfach eingreifen, um die Ruhe wiederherzustellen und Verhaftungen vornehmen. Es gab zahlreiche Verletzte. Elbe und Rhein steigen weiter. Aus Dresden wird gemeldet: Rachdem am Samstagabend die Wasserflut um 3,50 Mtr. über Rull zurückgegangen war. begann abends acht Ahr das Wasser wieder zu steigen. Die Wasserbaudirektion nimmt an, daß das Anwachsen den ganzen Mittag Über anhalten wird und am Montag abend der Dresdener Elbepegel einen Stand von 4.10 Meter über Rull erreichen wird. Der Wasserstand des Rheins in Duisburg ist vom Svnntagmorgen acht Ahr bis Montagmorgen acht Ahr um 42 Zentimeter auf 3,97 Meter gestiegen. Der Pegel der Ruhr war in Ruhrort in der gleichen Zeit auf 4,18 Meter gediegen. Das Hochwasser bringt in die Gruben ein. Wie aus Breslau gemeldet wird, hat das Hochwasser bet Ratib 0 r an Ausdehnung zuge- nommen. Es hat eine Höhe von 7 Meter erreicht. Das Eindringen großer Wassermengen in die Untertagebetriebe im niederschlesijchen Bergbau hat teilweise ernste Betriebsstörungen hervorgerufen. Es müssen bis zur Beseitigung dieser Wassermengen Feierschichten eingelegt werden. Die gesamten Fürstensteiner Gruben sind von dieser Maßnahme betroffen. (Eine Braunkohlengrube ersoffen. Der „Vosf. Zig." zufolge ist in der Braunkohlen- grübe Olba in Klein-Sauernih der gesamte Tage- und Tiefbau ersoffen. Die große Tagebaumulde ist ein See. Trotz der Errichtung von Dämmen drang das Wasser In den Tiefbau, in dem ein 27sähriger Arbeiter ertrank. Grohseuer an der Saar. Aus Völklingen wird gemeldet: In der Pech- gieherei bej* Röchlingschen Eisen- und Stahlwerke entstcrnd durch Selbstentzündung ein gewaltiges Feuer. Da dort 10 Tonnen Pech lagerten, entstand eine riesige Rauchentwicklung. Infolge Trockenheit brannten die Schuppen nieder. Die sofort anwesende Hütten- und Ortsfeuerwehr suchte nach Möglichkeit den Brand auf seinen Herd zu beschränken und die benachbarte Benzolfabrik vor den gewaltigen Flammen zu schützen. Rachdem die Saarbrücker Motorspritze eingetroffen war, gelang es nach IVJtÜnbiger Tätigkeit, das Feuer zu löschen. Unfälle sind nicht vorgekommen. Fünfzig Personen an Fleischvergiftung erkrankt. Der „Lokalc-nzeigcr" meldet: Am Sonntag erkrankten In Kalloerge und Umgebung etwa 50 Personen anscheinend nach dem Genuß von Schabefleisch. Verschiedene Personen mußten ins Krankenhaus überführt werden. Die Fleischerei, aus der das Fleisch bezogen war, wurde vorläufig geschlossen. Rach den bisherigen Ermittlungen soll den Fleischermeister keine Schuld treffen. Schwerer Aulounfall. Das Auto des Dasallwerkbesitzers Kraze aus Görlitz fuhr auf dem Wege nach Frankfurt a. d. Oder auf einen Sandhaufen und dann gegen einen Daum. Die drei Insassen wurden herausgeschleudert. Frau Kraze erhielt schwere Körperverletzungen und verstarb alsdann. Ihr Mann wurde leichter verletzt. Der Ehaufseur blieb unverletzt. Die Schuldfrage ist noch nicht geklärt. vom eigenen Fuhrwerk überfahren. Aus Aschaffenburg wird gemeldet: Im nahen Groß-Wallstadt hat sich ein schwerer Anglücks- sall ereignet. Die beiden Söhne des Landwirts Odenwall> im Alter von 21 und 15 Iahren waren mit Iauchefahren beschäftigt und hatten während des Abfahcenö auf dem Wagen Platz genommen. Unterwegs kamen beide durch plötzliches Scheuwerden der beiden Pferde so unglücklich zu Fall, daß der jüngere Sohn nach kurzer Zeit berft a c b, während der ältere sehr schwere Verletzungen davontrug. Beraubung eines Geldtransports. Wie aus Barmen gemeldet wird, erbrachen bei einem Transport vvn Geldern für Erwerbslose von i er Donk zur Aus^ahlungsstelle in einem unbewachten 'Augenblick Diebe den Transportwagen und stahlen 26000 Mark in Fünf- uno Zehnmarkscheinen. Der Diebstahl wurde erst beim Eintreffen des Transportes in der Stadthalle bemerkt. Bisher ist die Verfolgung der Täter ergebnislos geblieben. Der freigebige Unbekannte. Folgendes begab sich im heiligen Köln: In einer Konditorei in einem nördlichen Stadtteil erschien ein Mann mit zwei Kindern, einem Jungen und einem Mädchen von ungefähr 10 Jahren. Er bestellte für die Kinder, je eine Tasse Schokolade, für sich Kaffee und für jeden 2 Stück Sahnekuchen. Das bedienende Fräulein sah vergnügt zu, mtl welcher Gier die Gesellschaft die Süßigkeiten verschlang. „Ja, wenn die Kinder brav finb, sagte das Fräulein, „muß man ihnen auch mal eine Freude machen." „Sicher," bemerkte der Mann, „Ihr könnt das Rezept noch einmal erneuern", und so wurden noch 6 Stück Sahnekuchen, zwei Tassen Schokolade und eine Tasse Kaffee gebracht. Nachdem dies alles verzehrt war, erhob sich der Mann und sagte laut zu den Kindern: „Bleibt schön hier, das Fräulein bringt euch noch ein Stück Kuchen." Hieraus entjernte sich der Mann, und die Kinder saßen nach einer Stunde immer noch da. Schließlich entspann sich folgendes Gespräch zwischen dem Fräulein und dem Jungen: „Wo ist denn der Vater hin?" „Das ist nicht unser Vater!" — „Wer ist das denn?" — „Das wissen mir nicht." — ,Wie kommt ihr denn mit ihm hier hin?" — „Wir waren am Spielen auf der Straße, da nahm uns der Mann mit zum Kuchenessen!" Dao Fräulein soll angesichts der unfre'willigen Zechpreller einen leichten Ohmnachtsanfall erlitten haben. Wettervoraussage. Etwas kühler, teils heiter, vorwiegend wolkig, Winde aus westlicher Richtung, Reigung zu leichten strichweisen Riedrrschlägen. Das Hochdruckgebiet, das das sommerliche Wetter herbeigeführt hat. erfährt dadurch vorübergehend eine Abschwächung daß in Rord» europa ein Wirbel sich nach Mittelskandinavien verlagert hat. der mit seinen Randbildungen südlich ausgreift. Die auf feiner Rückseite einströmende falte Luft trifft auf die kontinentale ftarf erwärmte Lull . ti> führt zu den gewitterhaften leichten T.ieherfü;(ägen, die mit Ausnahme des Südwestens inzwischen in ganz Deutschland eingetreten sind. Gestrige Taa vtemperaturen: Maximum 28,8 Grad Celsius, Minimum 13,8 Grab Celsius. Heuttge Morgmttemperatur 17,9 Grad Eelsius. Aur der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 22. Iuni 1926. Jur Förderung des Kleinwohnungsbaues. Rachdem der Landtag ein Gesetz beschlossen hat, auf Grund dessen die Regierung ermächtigt wird, zum Zwecke der Bereitstellung von Zwischenkredtten zur Förderung des K lein w 0 hn un g s bau es Darlehen bis zum Betrage von 3 Millionen Rm. bei dem Reich aufzunehmen und zu den auf Grund des Reichsgesehes über die Bereitstellung von Krediten zur Förderung des Kleinwohnungsbaues vom 26. März 1926 erlassenen Bedingungen zu verwenden, hat das hessische Gesamtministerium mit der Ausführung dieses Gesetzes den Minister für Arbeit und Wirtschaft im Einvernehmen mit dem Finanzminister betraut. Der Minister für Arbeit und Wirtschaft hat nun eine Verordnung erlassen, in der es heißt: Der auf Hessen entfallende Anteil an dem vom Reich zur Forderung des Wohnungsbaues bestimmten Kredit wird non ~ ter Hessischen Landesbank verwaltet und den Darlehensnehmern unter den folgenden Bedingungen überlassen: Der Kredit wird zunächst als Zwischen- kredit, jedoch grundsätzlich nur auf die Dauer bis zu 7 Monaten gewährt. Der Zwischenkredit ist vorbehaltlich anderweitiger Festsetzung mit 7*/< vorn H unVe r t vom Tage der Auszahlung an zu verzinsen. Wird der Kredit länger a l s 7 Monate m Anspruch genommen, so erhöht sich der Zinssatz zugunsten des Reiches von Monat zu Monat um je 1 Prozent für das Iahr berechnet. Der Zwischenkredit darf nur zur Ermöglichung vvn er st en Hypotheken für neu zu errichtende Kleinwohnungen verwendet werden. Rach Ablauf von 7 Monaten, von dem Tage der Auszahlung an gerechnet, ist der Zwischen« kredit durch eine er st st eilige langfristige Hypothek abzulösen. Die Hessische Landesbank hat sich bereit erklärt, nach Ablauf von 7 Monaten den Zwischenkredit m ein langfristiges Darlehen umzuwandeln, dessen Rückzahlung nach besonderen Grundsätzen geregelt wird. Für den Fall, daß eine erste Hypothek, die eine Beleihung von über 35 v. H. des Wertes des Grundstückes, darstellt, gewährt wird, haben die Städte und Gemeinden Ausbietungsgarantien zu übernehmen gegen die Zusage des ersten Hypothekengläubigers, daß die erste Hypothek im Falte der Zwangsversteigerung stehen bleibt. Die für eine Wohnung mit Hilfe des Reichskredits gegebene erste Hypothek darf den Durchschnittsbetrag von 5000 RM. nicht übersteigen. Aus Mitteln des Reichskredits dürfen nur solche Bauvorhaben gefördert werden, die nach Art und Größe den folgenden Richtlinien entsprechen: Kl einwohnungen und ausnahmsweise auch solche Mittelwvhnungen. die nach den geltenden Desttmmungen Baudarlehen aus Landesdartehen erhalten oder erhalten könnten, und bei denen Gewähr gegeben ist, daß die Wohnungen nicht zu spekulativen Zwecken verwendet werden. Besonders werden dabei solche Bauvorhaben berücksichllgl, bei denen bewährte, einheitliche Typenentwürfe, die nach den Grundsätzen einer sparsamen Bauweise aufgestellt sind, mit Bauteilen ausgeführt werden, die nach den deutschen Baunormen gefertigt werden. Gemeinden, in denen Klein« wohnungsbauten unter Inanspruchnahme des Reichskredits errichtet werden, müssen sich verpflichten, auch Ersatzwohnungen oder iln- terkunftsräume in angemessener Zahl zu erstellen, um für solche Mieter, insbesondere asoziale, die auf Grund des Mieterschutzgesehes ihre bisherige Wohnung räumen müssen, Wohnraum zu beschaffen. Die gewährten Kredite find zur Rückzahlung fällig: a) wenn feftgesiellt wird, daß der Kredit dcn Vorschriften zuwider verwendet wor- den ist: b) wenn das Bauvorhaben innerhalb der angegebenen Frist nicht rechtzeitig fertiggestellt wird: c) wenn das Darlehen nicht zum Wohnungsbau verwendet wird; d) wenn eine der Verpflichtungen nicht eingehalten ober das Zwangsversteige- rungs- oder Konkursverfahren gegen den Eigentümer des Grundstücks eingeleitet wird. Zur Sicherung des Zwifchenkredits und der Rückzahlungsfrift ist an den Baugrundstücken eine er ft ft eilige wertbeständige Hypothek im Sinne des Reichsgesetzes vom 23. Juli 1923 zugunsten des Staates einzu- tragen. Die Eintragung hat in Goldmark, eine Goldmark gleich 1,2790 Kilogramm Feingold, zu erfolgen. Der Schuldner ist berechtigt, diese hypothekarischen Darlehen nach Ablauf von zwei Jahren seit der Bestellung zu kündigen und ohne Aufgeld zurückzuzahlen. Im dritten, vierten und fünften Jahre seit der Bestellung ist die freiwillige Rück- zahlung jedoch nur in Pfandbriefen der Anstalt, die das Darlehen gewährt hat, zulässig. Anträge auf Gewährung eines Zwischenkre- bits aus den verfügbaren Reichsmitteln find bei der Hessischen Landesbank in Darmstadt einzureichen. Gießener Wochenmarktpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt per Pfund: Butter 1.60 bis 1.80 Mk., Matte 35 Pf., Käse 10 Stück 60 bis 80 Pf., Wirsing pro Pfund 30 Pf., gelbe Rüben das Päckchen 20 Pf- Spinat baä Pfund 15 bis 25 Pf., Römischkohl 20 Pf.. Bohnen 70 Pf., Spargsl 1 Mk., Erbsen 60 Pf., Mischgemüse 15 Pf.. Tomaten 1 bis 1.20 Mark. Zwiebeln 20 bis 25, Rhabarber 15 bis 20 Pf.. Kartoffeln (neue) 15 Pf., Kartoffeln (alte) 5 Pf., Kirschen 25 bis 30 Pf., Stachelbeeren 30 Pf., Iohannisbeeren 40 Ps., Erdbeeren 70 bis 120 Pf., Suppenhühner 1.10 bis 1.30 Mk.. Eier das Stück 12 Pf., Blumenkohl 80 bis 120 Pf., Salat 5 bis 10 Pf., Salatgurken 40 bis 60 Pf., Ginmachgurken 15 Pf., Ober-Kohlrabi 20 Pf- Rettich 20 Pf., Radieschen Bund 10 bis 15 Pf. Bornotizen. — Tageskalender für Dienstag. Stadttheater, 8 Ahr: Gastspiel des Kurtheaters Bad-Rauheim: „Die Dame, welche . . .7" — Deutsche Dau- und Siedlungsgemeinschaft, 8l/i Ahr. Saalbau Sauer: Vortrag. — Deutscher Republikanischer Lehrerbund, 8’ 4 Ahr. „Stadt Wetzlar': Vortrag. — Lichtspielhaus. Bahnhofstraße: „Prinzessin Trulala". — Astoria-Licht- spiele: ..Tornado". — Verein Oberhessisches Damen- h e i m. Rächsten Freitagabend im Lukassaal Mitgliederversammlung. (Siehe Anzeige.) umi n Qul nmi1 betT». :t föt Ack-??^S bie'rz fj den Darieben^Ü!?^ ’js* i6eri*m !?İ w®!1?"- duf bit 5m iuÄffWW- öht sich ?*l toertm. SÄ, lnet- >fl ixt 1 ® b j u 1611 n. Die S»|, tI.rn btn Wenlrttti ’ ffl» umruwandeln, hlkn taten »tumn jSS M eme erste Hyvi^ek ; von über 35 d/aT «MeUt, gewähttM i und Gemeinden 2u<- utien zu übernehmen gegen in WAekeiGubiger-, daß jy Me der ZvmngSverftei. «- Die für eine Doh- de8 Aeichßlred'.ls gegebene irf den Durchschnitt-, iöö AM. nicht übersteigen, des DeichslredilS dürfen nur i gefördert werden, dir nach m folgenden Richtlinien enl- ohnllngen und auinahmt- Mittelvvhnungrn. die i Bestimmungen Baudarlehen 1 erhalten oder erhalten ßnn- Gewähr gegeben ist. daß die zu spekalatiden Zveb den. Besonders werden babri berücksichtigt, bei denen be- !iiche Lypenentwürse, sähen einer sparsamen Bau- d, mit 'Bauteilen auLgeführi en deutschen Baunormen Gemeinden, in denen Äletn- unter Inanspruchnahme des itet werden, müssen sich ver- sahwohnungen oder Unangemessener Zahl zu erstellen, rter, insbesondere asoziale, dre ieterschuhgesehes ihre bisherige müssen, Dohnraum zu de- en Kredite sind zur Rück- a) wenn jeslgei'ellt witb, M schäften zuwider verwende wo - a5 Bauvorhaben innerhalb de nidit rechtzeitig ertiggestellt Än S A®« d d) mir eine der Bffljto allen oder dao 3*J*4K ursverfahren gegen den SW »KVisA.--""' ® »ritt Ht an ben Baugrund. Ä a wertbes.Snd.ze UllflenbaVin6Umorf. X »«SÄ Ä’>BfrlfS iderbanr tüd 60b^Ackch«n Ob eln <^b,s 30Ä&t®^ WO Sala2urf« >b,TL ■J®8 j$W unb S Uhr, A W >’ —. Da» Ramirorheater veranstaltet im Aacholffchen Dereinshaus „eine Mystikschau seit- fotnet Wunder'. Näheres im heutigen Anzeigenteil. • DEN. Der Boblitt ter für das Volksbegehren au. Auflösung des Landtags. Zum Wahlleiter für die Volksabstimmung betr. das Volksbegehren auf Auflösung des Hessischen Landtags wurde Ministerialrat Borne- mann, zu seinem Stellvertreter Legationsrat Heinemann ernannt. •• Derfassungsseier in den Schulen. Dav Landesamt für da» Bildungswesen gibt bekannt, daß an allen Schulen, deren Sommerferien nach dem 11. August endigen, die Derfassungsseier in der ersten Schulwoche abgehallen wird, und der ganze Unterricht am Tage der Feier ausfällt. da» Hess. Berdienstkreuz verliehen. — 3n den Ruhestand verseht wurde ferner auf fein Rach suchen der Lehrer Heinrich Keil an der BolkSschule zu Reinhardshain. ** Genaue Briefaufschriften. In den Anschriften auf Briefen für Groß-Frankfurt fehlt immer noch recht häufig die Bezeichnung der Zustellpostanstalt, wodurch Fehlleitungen und Ver- zögerungen in der Zustellung verursacht werden. Absender in Frankfurt (Main) und den eingemein- beten Vororten sollten auf ihren abgehenden Schriftstücken als Ortsbezeichnung nicht lediglich „Frankfurt (Main)", sondern stets den Namen ihrer Zustellpostanstalt (Franksurt (Main) 1, Frankfurt (Main) 3, Frankfurt (Main) Süd 10, Frankfurt (Main) .West 13, Frankfurt (Main)-Nicderrad usw. angeben, damit der Empfänger bei der Antwort die Zuftellpostanstalt ebenso genau in die Anschrift mit aufnimmt. Daneben ist deutliche und vollständige Angabe der Wohnung (Straße, Hausnummer, Stockwerk) erforderlich, •• D i e Wertgrenze bei landwirtschaftlichen Pfändungen. Rach § 813 der Zivilprozeßordnung soll bei Pfändung von stehenden Früchten und bei Pfändung von Geräten, Rieh, Erzeugnissen usw. in landwirtschaftlichen Betrieben die Zuziehung eines landwirtschaftlichen Sachverständigen erfolgen, sofern anzunehmen ist. daß der zu pfändende Gegenstand den Betrag von 1000 Mark übersteigt. DaS Preußische Justizministerium hat diese Weri- grenze auf 300 Mark herabgesetzt, eS sei denn, daß durch die Zuziehung des Sachverständigen eine erhebliche Verzögerung der Zwangsvollstreckung eintritt, oder unverhältnismäßig hohe Kosten entstehen. Mit Rücksicht auf die Wichtigkeit der Sache hat die Landwirtschaftskammer an das Hessische (Justizministerium eine Eingabe gerichtet, in welcher beantragt wird, in Hessen die Wertgrenze für die Zuziehung von landwirtschaftlichen Sachverständigen in gleicher Weise herabzusetzen, wie dies in Preußen geschehen ist. “So » 3 w eite Abonnementskonzert unserer Militärkapelle auf her Liebigs- höhe bereitete ben Besuchern wieder einige recht ge- nußreiche Stunden und gestaltete sich zu einem neuen Erfolg des Obermusikmeisters L ö b e r und feiner Musikerschar. Sämtlichen vortrefflichen Darbietungen wurde von den sehr zahlreichen Besuchern reicher Beifall gespendet, so daß sich die Kapelle auch diesmal zu einer ganzen Reihe von Zugaben verstehen mußte. Hervorzuheben wäre jwd) mit Worten der Anerkennung da» Solo für Flügelhorn in der „Post im Walde . Der Abend bot den Zuhörern wiederum eine begrüßenswerte Erholung nach des Alltags Last und Mühen. Hess. Sparkassen- und Girover- band. Bingen, 21. Juni. Am Samstag fand im hiesigen Bahnhofssaale die dritte ordentliche Verbandsoersammlung des Hessischen Sparkassen - und Giroverbandes unter der Leitung des Verbandsvorsitzenden, Justizrat Dr. Reh (Alsfeld) statt, zu der fast alle an den Verband angeschlossenen Sparkassen und Gemeinden ihre Vertreter entsandt hatten. Auch der Vorstand des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes war vertreten. Der oorgelegte Geschäftsbericht und Revislonsbericht für 1925 wurde ohne Aussprache genehmigt. Der Geschäftsbericht zeigte eine erfreuliche Aufwärtsbewegung der Spartätigkeit in 1925. Während die reißen Spareinlagen zu Beginn des Jahres 1925 13 700 844 Mk. betrugen, waren sie bis zum Ende des Jahres auf 39 249 239 Mk. angewachsen; ein erfreuliches Zeichen des wiebererwachenden Spar- sinns. Hierauf hielt der Geschäftsführer des Deutschen Sparkassen- und Oiroverbanbeo, Direktor Kremer aus Berlin, einen etwa einftünbigen Vortrag über bas Thema „Die Sparkassen, die geborenen Kreditanstalten des Mittelstandes", an ben sich eine anregende Besprechung knüpfte. Nach Erledigung der Tagesordnung fand im Bahnhofvsaal ein gemeinsames Mittagessen der Teilnehmer statt. Auf Einladung der Firma Feist & Rcinach in Bingen wurde am Nachmittag eine Besichtigung der ausgedehnten Kelleranlagen der Firma mit anschließender Weinprobe vorgenommen. Am Sonntag fand ein gemeinschaftlicher Ausflug auf einem Rheindampfer nach St. Goar statt, der den Abschluß der Tagung bildete. Die Lahnregulierung im Kreise Marburg. sch Marburg. 22. Juni. Dank der tatkräftigen Initiative des Landrats Schwebe! hat man im Kreise Marburg seit einiger Zeit mit der Regulierung der Lahn begonnen, durch die gutes Ackerland vor Ueber- schwernmungen geschuht und so einer intensiven Bewirtschaftung zugeführt werden soll. Es sind zunächst zwei große S-förmige Fluß- frümm ungen in den Gemarkungen Fron- Hausen und Dellnhausen, die verschwinden und auf diese Weise das Flußbett um einen Kilometer verkürzen sollen. Träger deS Unternehmens, das den Beginn eineß großen Projektes darstellt, ist der Kreis Marburg. Zur Zeit werden bei den Rotstandsarbeiten etwa 200 Erwerbslose aus den Kreisen Marburg, Wetzlar und Hessen-Darmstadt in zwei Schichten beschäftigt; die Zahl der Arbeiter soll aber demnächst auf 500 erhöht werden, da die Arbeiten bis zum Herbst durchgeführt sein müssen. Die Kosten der Regulierung bei Fronhausen betragen 320 000 Mk., wovon 80 Prozent aus der Erwerbslosenfürsorge bestritten werden, den Rest, abzüglich der Zuschüsse des Staates und des Be- zirkSverbandeS, hat der Kreis Marburg zu tragen. Um den Charakter der RotstandSarbeiten zu wahren, erfolgt der Durchstich bei Fron- Hausen durch Handarbeit, während zur Begradigung deS FlußlaufeS ein Schwimmbagger zugezogen wird. DaS neue Flußbett ist 3,50 Meter tief und auf der Sohle 18 Meter und in des Hfctlimc 47 Meter breit, geschützt wird es durch einen 4 Kilometer langen Hochwasserdamm, der sich von R o t b biß zur Eisenbahnbrücke bei Friebelhausen erstrecken - wird. Dieser Damm kommt nicht nur der Anlage selbst, sondern auch den oberhalb von ihr gelegenen Ländereien (etwa 200 Hektar) zugute. AlS weitere Sicherung gegen Hochwassergefahr wird noch eine Zlutmuldc angelegt, die westlich Sichertshausen beginnt und östlich Salzböden in die Lahn mündet. 3m allgemeinen ist eß üblich, daß ein Fluh von seiner Mündung aus reguliert wird, wie aber von fachmännischer Seite versichert wird, ist durch die Teilregulicrung bei Fronhausen eine Gefährdung der unterhalb deS Kreises Marburg gelegenen Gebiete nicht zu befürchten, da, wie bereits erwähnt, die Derkürzung deS Flußbettes nur gering ist. 3m nächsten Jahre hofft man im Kreise Marburg die Flußregu- lierung zwischen Roth und Argenstein in Angriff nehmen zu können, wodurch die Regulierung der Lahn überhaupt abermals ein Stück vorwärts getragen würde. Büchertisch. — Da- neue Daheim (Velhagen & Klasing, Leipzig) ist mit vielseitigem Inhalt in reicher Aus- ftattuna erschienen. Neben der Fortsetzung des Ro- man» steht eine feinsinnige Novelle „Das Märchen vom Sternenfink" von I. Stollreiter. Eine fachkundige Abhandlung beschäftigt sich mit Frauensport und Sport als dem Schöpfer neuer Frauenberufe. Illustrierte Aufsätze schildern Rudolf Schiestl, den Heimatmaler, fein Wesen und sein Schaffen, ferner den schwierigen Bau des riesenhaften neuen Berliner Großkraftwerkes und allerlei reizende Modeneuheiten. — „Das Theate r", die bekannte illustrierte Halbmonatsschrift für Theater und Gesellschaft (Verlag Berlin W 9), beschäftigt sich in dem vorliegenden Heft 12 mit der Arbeit des Kleinen Theaters in Tokio, das zeitgenössische europäische Dramatik auf- führt. Zwei andere Aufsätze „Saetensänger in Andalusien" und „Futuristisches Theater in Florenz", führen in besonders eigenartige Gebiete der Bühnenkunst. Heber die letzten Bühnenereignisse In Deutschland berichten zahlreiche illustrierte Referate von den Ruhrbühnen, aus Weimar, Koblenz, Dresden, Baden-Baden und Berlin. Einen Gedenktag von besonderer Bedeutung hält der Aussatz von Clara Schönberger über die berühmte Else Lehmann zu ihrem 60. Geburtstage fest, der von einem Ju- gendbildnis aus der Zeit ihres ersten Austretens über die bedeutendsten Rollen aus ihren Glanz- lahren bis in das gegenwärtige Heim der Künstlerin in Prag führt. — Die Reise um die Welt . . . Eine nachdenkliche Reisebetrachtung . . . Achtung, Grenzei . . . 5-llhr-Tee im Seebad. . . Sein Reiseabenteuer. . . Herr Trillhase bleibt zu Hause . . . Dies und vieles andere andere Amüsante in Wort und Bild bringt die [oeben erschienene Reise-Nummer der „L u st i - gen Blätter". — „Europäische Gespräche", Hamburger Monatshefte für Auswärtige Politik, herausaegeben von Dr. A. Mendelssohn-Bartholdy. (Deutsche Der- lags-Lnstatt. Etuttgart-Berlin.) Da» vorliegende Heft 5 der „Europäischen Gespräche" setzt die Aus- satzfolge über die außenpolitischen Programme der deutschen Reichstagsparteien fort. Staatssekretär z. D. von Rheinbaben (für die Deutsche Volkspartei) und Bernbard Dernburg (für die Deutsche Demokratische Partei) erörtern in interessanten Ausführungen die von ihren Parteien zu den wichtigsten Fragen der außenpolitischen Tage»- und Zukunfts arbeit aufgestellten Programme. Für manchen noch anregender wird ein Artikel des Generalkonsuls der U. S. S. R. in Hamburg, Professor Dobranitzkis, über die Nationalitätenpolitik der Sowjetunion sein, der barlegt, wie ein Programm in der Sowjetunion der LÖiung zugeführt wird oder zugeführt wer- den soll, das durch die kürzliche Ermordung de» bekannten Ukrainerfuhrers Petljura in Paris wieder stark in den Vordergrund der Aufmerksamkeit gerückt worden ist. Wie immer bringen auch diesmal die „Bekenntnisie und Begebenheiten" reizvolle Notizen au» dem Tagebuch de» Herausgebers. Angemerkt sei besonders das „Bild Bismarcks", das er aus dem Briefwechsel der Königin Viktoria hervorholt; auf ben Schwiegersohn ber Queen, ben spä- teren Kaiser Friebrich III. in seinen fast landes- verräterischen Umtrieben gegen Bismarck, fällt habet ein sehr zu Bebenken Anlaß gebenbes Licht. Rundfunk-Programm des Frankfurter Senders. (Aus der .Radio-Umschau".) TNItkwoch, 23. Juni: 4.30 bis 5.45 Uhr: Konzert bes Hausorchester»: Neuere Operetten. 5.45 bis 6.05 Uhr: Die Bücher- ftunbe. 6.15 bis 6.45 Uhr: „Schillers Weltanschau- ungsgeschichte I (Elegie, Fantasie, Freunbschaft; Lied an die Freude)", Vortrag.von Pfarrer Taesler. 6.45 bis 7.15 Uhr: Stenographischer Fortbildungskursus für Anfänger und Fortgeschrittene (Diktat von 80 Silben aufwärts). 7.15 bis 7.45 Uhr: „Vom Deutschtum in Südwestafrika". 7.45 bis 8.15 Uhr: Schachstunde. 8.15 bis 9.15 Uhr: Klaoier-Abend. 9.15 bis 10.15 Uhr: Aus Verdi-Opern. Verantwortlich für Politik i. V. Dr. Hans Thyrlot. 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Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Emma Diehl Wwe. loolonloa] M 8 v L ii c 2 e'i el9u u_Ö 2 US . nö. u, “ä; i'f £55, W I ML -2 C * —- S ! < iS c X> SS c O ee 0 «s; ZT .2 3 3 L Ur. 143 Zweites Blatt Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Dienstag, 22. Juni V)2b Politik und Ei. Don Dr. Paul Rohrbach. In dem Wirtschaftsbericht der Sowjetpresse für den Monat Mai wird mitgeteilt, es sei ein Monatsexport von 440 Waggons Eiern veranschlagt worden im letzten Berichtsmonat jedoch seien tatsächlich nur 16 Waggons zur Ausfuhr gekommen. Rachrichten dieser Art sollte man ausmersam le'en. Eine Waggonladung Eier sind 100 000 Stück, 16 Waggons sind 1,5 Millionen, 440 Waggons sind über 40 Millionen Eier. Ihr Exportwert fällt zwar für die Handelsbilanz eines großen Landes nicht entscheidend ins Gewicht. aber auf das ganze Jahr berechnet macht es doch einen Unterschieb. ob die Eierausfuhr 500 Millionen Stück ausmacht, oder nur ein Dreißigstel davon! Die Frage, auf die eS hier ankommt, ist natürlich die: Warum konnten nur so wenig Eier aus Rußland ausgesührt werden? Sobald wir darauf die richtige Antwort haben, wird die Sache ernst. Der russische Dauer hat das Dertrauen zum (Selbe der Sowjetregierung, dem Tscherwonez, verloren Sr sträubt sich dagegen seine Produkte gegen Tscherwonzen zu verkaufen. Im vorigen Herbst, nach der Ernte, als jedermann auf Grund der übertreibenden Berichte aus Rußland an einen gewaltigen Ertrag und an einen bevorstehenden ebenso gewaltigen Kornexport glaubte, scheiterte die'er an dem Widerstreben der Bauern, ihr Getreide zu verkaufen. Die Ernte war lange nicht so groß, wie die Moskauer Berichte glauben machen wollten, aber sie war immerhin eine Mittelernte, und Getreide war da. Rur die Preise, die von der Regierung den Dauern gezahlt wurden, waren so gering — sie konnten nicht höher sein, weil die burcaukratische Organisation für den Auskauf und Transport zu kostspielig war — und die Fabrikate der Reaierungs- industrie, die der Bauer kaufen sollte, waren so teuer und so schlecht, daß er sein Getreide möglichst zurückhieli Der Währung sebst begegnete damals noch kein Mißtrauen. Jetzt ist das Mißtrauen da, und in den Randstaaten, wo man den russischen Derhältnissen näher ist als hier, ist es schon seit einiger Zeit so groß geworden, daß eine Randstaatenregierung gerade damals, als zwischen Rußland und Deutschland über das große Kreditabkommen verhandelt wurde, ihren Untertanen verbot, im Geschäftsverkehr mit Rußland Zahlung in Tscherwonzen anzunehmen. Man erinnert sich, daß seinerzeit als Chef der geheimen politischen Polizei, der sog. Tscheka (zur zaristischen Zeit hieß sie Ochrana). der Pole Dsershinski einen gefürchteten Ramen hatte. Er ist noch heute im Sowjetstaat der starke Mann hinter den Kulissen, der geholt wird, wenn irgendwo eine sehr ernsthafte Schwierigkeit auf- taucht, der man hofft, „administrativ" beikommen zu können. Dsershinski wurde kürzlich auch beauftragt, einen Plan zu entwerfen, wie die Abneigung der Dauern überwunden werden könne, ihre Produkte gegen Sowjetgeld zu verkaufen. Gr hat auch nichts anderes zu tun gewußt, als ein paar Kommissionen zum Studium der Frage vorzuschlagen. Der Dauer ist heute in Rußland unangreifbar. Wenn er sagt, seine Hühner legten keine Gier, so wird selbst Dsershinski, vor dem fast jedermann in Rußland zittert, den Hühnern nicht imponieren. In den ersten Jahren nach der Einführung des Dvlschewismus konnte die Sowjetregierung auf den russischen Dauern zählen, Derrn er verdankte ihr den Besitz des Ackerlandes, das er den vertriebenen und geflüchteten Gutsherren fortgenommen hatte. Diese Sache ist jetzt erledigt. Der Dauer hat das Land, und niemand ist da. der es ihm streitig macht. Militärische Invasionen von Emigrantenheeren, wie zulehr noch die Armee des Generals Wrangel, kommen nicht mehr in Frage. Geschähe etwa dergleichen, so würde der Dauer auch sofort wieder mit dem Dvlschewismus zusammen stehen. Das, worauf es für die Sowjetregierung entscheidend ankommt, ist die Beschaffung von Gütern für den Export. Rur der Dauer kann sie liefern. Das weiß er und er kennt seine Stärke. Der Kreml zittert schon lange im Herzen vor den Dauern. Die kleineren Oststaaten, Lettland, Estland, und vor allen Dingen Finnland, haben ihre Währung ganz oder halbwegs stabilisiert. Litauen ist zur Zeit in Schwierigkeiten, weil die Partei, Vie dort bis zu den letzten Wahlen, im Mai, «gierte, die „Christlichen Demokraten", unmittelbar vor ihrem 21btritt alle öffentlichen Kassen Friedrich Kluge und sein Wörterbuch. Ein Gedenkblatt zu seinem 70. Geburtstag. Don Dr. van Dienten. Ein Freund, der uns diele Jahre getreu zur Seite gestanden hat, der uns in so manchem Zweifel seinen zuverlässigen Rat gegeben hat und ünmerklich unser deutsches Gefühl stärkte, ist von und gegangen in die ewige Stille, und so können wir ihm nicht mehr zu seinem siebzigsten Geburtstag unsere Glückwünsche aussprechen, sondern müssen diese Gedenkstunde benutzen, um an sein wütiges Lebenswerk mit einem Worte zu erinnern. Friedrich Kluge, der seit 1893 in Freiburg als ordentlicher Professor der deutschen Sprache und ßiteratur wirkte, hätte am 22. 3uni dieses Jahres seinen Geburtstag feiern können. Er ist am Rhein, im heiligen Köln, geboren im Jahre 1856, studierte in Leipzig, Straßburg und Freiburg Germanisttk und Sprachwissenschaft und wurche schon mit 24 Jahren Privatdozent für deutsche und engllsche Philologie in Straßburg. Lieber Jena, wo er schon 1886 ordentlicher Professor wurde, kam er auf Den Freiburger Lehrstuhl, dem er für Den Rest seines arbeitsreichen Levens treu blieb. Das Werk seiner Tage ist ein Duch, auf das ich zu Eingang anspielte, eins j^ner Handbücher, die uns am 2lrbeitstisch unentoehrlich sind und auf deren Entscheidung man sich verlassen farm. Ich meine das „Etymologische Wörterbuch der deutschen Sprache", das Friedrich Kluge als Dierundzwanzigjähriger im Herbst 1879 entworfen hat, und das in einer Wirkungszeit von vierzig Jahren, auf die es zurückblicken kann, nur wert- voller und jünger geworden ist. „Der Inhalt meines Buches ist organisch mit der jetzt schier unübersehbaren und unerschöpflichen Sprachliteratur gewachsen. Wer seine jetzige Gestalt mit dem kühnen Entwurf Der ersten Auflage vergleicht, wird sich schnell überzeugen, daß ich heute radikal ausgeräumt und das Geld in der verschiedensten Form unter ihre Anhänger verteilt hat. In Litauen macht so etwas feine Schwierigkeiten. Die Wirtschaftsgrundlage im Lande ist frellich gesund, denn sie beruht auf reichlichem Ackerland und Wald. Rur im Augenblick ist die Finanzklemme ungeheuer. Polen dagegen und Rußland, die „großen" Ostmächte, sind bei der Aufgabe, ihre zusammengebrochenen Währungen zu sanieren, alle beide gescheitert. Hier wie dort sah es eine Zettlang so aus, als ob der "Versuch glücken würde. Zloty und Tscherwonez wurden als vollwertig betrachtet, wenngleich die Sowjetregierung so vorsichtig war. Tscherwonzen überhaupt nicht auf dem internationalen Geldmarkt handeln zu lassen. Weder in Moskau noch in Warschau hat man begreifen wollen, daß die Wirtschaft ihren eigenen Gesetzen folgt und daß diese sich nicht beliebig aus politischen Motiven übertreten lassen. Das Ei ist stärker als die Politll, stärker als Bolschewismus und Sowjetismus, stärker als nationalpolnischer Chauvinismus. Der polnische 2lußenhandel ist in einepi Jahr so viel wert wie der deutsche, selbst jetzt in seinem verringerten Rachkrieasumfang, in einem Monat wert ist. Heber 40 Proz. der polnischen Ausfuhr gingen vor dem Ausbruch des ,'olllriegcs nach Deutschland, gegen 8 Proz., die Deutschland von seiner Ausfuhr nach Polen schickte. Auch 8 Proz. sind kein unwichtiger De- trag. Dei 40 Proz. aber handelt es sich für die Wirtschaft eines Landes schon um Leben oder Sterben. Polen hat Den letzteren Weg gewählt, Der zu seinem EnDe führen wird, wenn es ihn nicht bald verläßt. An sich hätte Deutschland nicht Den mindesten Grund, Polen auf den Weg Der wirtschaftlichen Gesundung zurückzuhelsen. Polen ist es. um derentwillen Deutschland zerstückelt worden ist. Polen hat im Osten weit über eine halbe Million Deutsche von Haus und Hof. Arbeit und Drot vertrieben. Polen drangsaliert den verbliebenen Rest, beraubt ihn seines Grund und Dodens, bemüht sich. Die deutsche Sprache. Die deutsche Presse. Die deutschen Dereine mundtot zu machen und beschimpft täglich aufs neue die Deutschen und das Deutschtum. Es liegt an uns, ob wir als Gegengabe dafür die jetzige verzweifelte Wirtschaftslage Polens fortdauern und sich verschärfen lassen wollen, so lange uns das beliebt. Polen wird immer unser Feind fein; stets wird Deutschland Damit zu rechnen haben, daß Polen auf Der Seite steht, wo man Deutschlands Rachteil und Schwäche will. Polen, nicht Deutschland, hat Den Wirtschaftskrieg gewollt. Run hat es die Folgen davon; es sieht, wie stark das Ei ist. Trotzdem sind wir bereit, den Krieg zu beenden. Rur kann man von uns nicht verlangen, daß wir ihn beenden, ohne daß von polnischer Seile angemessene Erleichterungen für unsere deutschen Volksgenossen innerhalb der polnischen Grenzen und für unsere deutschen Waren beim Eintritt nach Polen bewilligt werden. Wir wollen den Frieden, aber wir wollen ihn mit Ehren und ohne Rachteil. Augenblicksbilder von derpariser Kabinettsbildung Don unserem Pariser W.»S.=Äorrefponbenten. Wenn es in Paris wieder einmal eine neue Regierungskrisis gibt (und das geschieht bekanntlich recht oft), bann haben Herr unb Frau B6garb ihre großen Tage. Herr Bsgarb ist ein kleiner Gastwirt in ber Rue bu Faubourg St. Honors, gerabe gegenüber bem Elyfte, bem Palais bes Präsibenten ber Republik. Dort treffen sich bann sämtliche Journalisten unb beobachten vom Schanktisch aus bas Gehen unb Kommen ber Politiker unb Parlamentarier, bie Doumergue beruft. Wie viele Regierungskrisen hat bas (Ehepaar Be- garb schon mitgemacht? Denn seit Jahrzehnten fühtt es schon biese kleine Kneipe. „Das wirb aber jetzt unsere letzte Krisis fein!" meinte Mabame Bsgarb seufzend. „Ra, na," entgegnete ihr Gatte vorsichtig, „du weißt, unser Mietvertrag hier läuft am 30. Juni ab, und bis dahin ..." Als Briand zu Doumergue kam, um dem Präsidenten den Rücktritt des Finanzministers Raoul Psret mitzuteilen, fragte Doumergue feinen langjährigen Freund ängstlich: „Du wirst mich doch nicht im Stich lasten, alter Freund?" die Aufgabe eines Deutschen Wörterbuchs nicht mehr so einfach auffasse wie vor dreißig Jahren. Suchte die erste Aufgabe den Bereich der Etymologie hauptsächlich unter Dem Gesichtspunkte Der ArverwanDtschaft mit den übrigen indogermanischen Sprachen, so sind seitdem neben die vorgeschichtliche Sprachableitung Die Fragen einer rein geschichtlichen Wvrtbetrachtung mehr als früher in Den Vordergrund getreten, unD im letzten Jahrhundert hat das Wörterbuch auch an Der Entzifferung Der mich beschäftigenden Sprachrätsel teilgenommen. Wo unser Sprachschatz eine vieltausendjährige Geschichte hinter sich hat. muß die Forschung das einzelne Wort aus Der Zeit feiner Entstehung erklären. Wir suchen nicht mehr einseitig nach Den indogermanischen Wurzeln Der Llrsprache; Der größte Teil Des Sprachschatzes, wie er jetzt im Wörterbuch zur Darstellung kommt, stammt eittschieden aus jüngerer Zeit und wurzelt in geschäftlichen Derhältnissen, wie wir sie für das Germanentum nun nahezu Jahrtausende kennen." So gewinnt plötzlich eine scheinbar ganz trockene, nach Dem ABC aneinanDergereiljte Folge von Wörtern lebenDiged Fleisch und Dlltt, und hinter Dem Worte wandelt großes geschäftliches Geschehen, erscheint Kulturgeschichte, werden Die Dölkerschicksale sichtbar. So gesehen unD benutzt, ist das etymologische Wörterbuch eine Quelle tiefster Belehrung, und ich kann sehr gut verstehen. daß gerade Die großen Phantast ekünstler Der Franzosen, wie Baudelaire und Goncourt. bekannt haben. Daß sie zu ihren farDenfunfelnDen Werfen Durch Das Lesen scheinbar trockener Wörterbücher angeregt wurden. Ich muß gestehen, daß ich auch ohne ein bestimmtes Wort zu suchen, gerne im „Kluge" blättere und all Die gewaltigen vorgeschichtlichen, geschichtlichen und kulturgeschichtlichen QkrgangenbcUen Des größeren DeutschlanD auf mich wirken laste. Die Arbeit am Wörterbuch Die sein Leben erfüllte, brachte Kluge auf einige hochinteressante Gebiete, in Denen er meisterhafte Darstellungen veröffentlichte. So seine mehrfach aufgelegte „Deutsche Studentensprache", so sein Buch über die Gaunersprache „Rein, mein Lieber", lautete Brianbs Antwort. „Heute vormittag jedenfalls noch nicht. Du host immerhin noch vierundzwanzig Stunden Ruhe." Der Zufall wollte es, daß der erste Politiker, den Gaston Doumergue dikfes Mal befragte, ber sozialistische Abgeordnete Uhry war. Diejer hatte nämlich schon feit Tagen um eine Audienz beim Präsidenten nachgesucht, um ihn zu einer offiziellen Reise in fein Departement Oise einzuladen. Die Audienz war festgesetzt auf Dienstag nachmittag fünf Uhr. Zu dieser Stunde wußte Doumergue bereits bestimmt, daß ber (Befamlrüdtritt des Kabinetts Briand innerhalb ber nächsten beiden Stunden erfolgen würde. Doumergue benutzte die Gelegenheit, um den Abgeordneten Uhry nach seiner Auffassung über die politische Lage zu befragen. Für Uhry gab es nur zwei Kandidaten, die er Doumergue als Ministerpräsidenten Vorschlägen zu müssen glaubte: LLon Blum unb Paul Boncour. „Beibe sollten Sie sofort kommen lassen, Herr Prä- fibent!" — „Lieber nicht", antwortete Doumergue trocken. Ein fehr bekannter rabikalsozialistischer Senator konnte es gar nicht fassen, baß ihn Doumergue „noch nicht" berufen hotte. Er hatte ganz bestimmt bamit gerechnet, baß ihn ber Präsident doch zum mindesten um Rat fragen würde. Lorfichtigerweife — man kann ja nie wissen — machte er sich daher kurz entschlossen zum ElysLe auf und ließ sich im Dorzimmmer melden. „Man hat heute morgen mehrfach telephonisch bei mir angerufen", erklärte er. „Aber ich war nicht zu Hause, und mein Dienstmädchen ist schwerhörig. Da ich bestimmt vermute, daß die Anrufe von hier kommen, bin ich gleich persönlich gekommen ..." Kein Mensch im ElysLe hatte daran gedacht, den ehrgeizigen Senator anzurufen. Doch Da er nun einmal da war, empfing ihn Doumergue auch, um sich ein paar Minuten mit ihm zu unterhalten ..." Der brave Senator war überglücklich, als eine Zeitung am nächsten Morgen wenigstens sein Bild brachte: Der Senator X beim Verlassen des Elysse. • Präsident Doumergue pflegt bei jeder Ministerkrisis in einem kleinen Notizbuch das Ergebnis feiner Besprechungen kurz aufzuschreiben. Aus einer Seite stehen die Namen derjenigen Derfönlichkctt.r die Doumergue gern befragen möchte, unb c einer anberen in vorgeschreibener Ordnung diese! die er befragen muß: Präsident des Senats. iöent der Kammer, Präsidenten und Generalberichterstatter der Finanzkommissionen, Präsidenten der einzelnen Kammergruppen usw. ... Hinter jedem Namen macht sich Doumergue bann kurze Notizen. — Bei der gegenwärtigen Kabinettskrisis wollte er Briand an Hand dieser Notizen das Ergebnis seiner Beratungen miiteilen. Doch Briand meinte kurz: „Du. nur die erste Liste. Mit der zweiten ist dieses Mal nichts zu machen ..." China und die Großmächte Dom Oberstleutnant a.D. von Blanckensee. „Wer die Entwicklung in China aufmerksam verfolgt, wird ein ständiges Zunehmen Der Anzeichen dafür feststellen müssen, daß das chinesische Doll politisch erwacht. Das alte China schwindet unD macht einem neuen China Platz. Mögen die militärischen Machthaber durch Krieg auferstehen oder fallen, das einmal erwachte Nationalgefühl kann nie wieder unterdrückt werden, und jeder Druck würde es nur verstärken!" Diese Charakteristik des chinesischen Dolles ist im hohen Grade bedeutsam. Einmal weil sie aus dem Munde einer an der Lage in China interessierten Autorität herrührt. Dann aber weil diese kurzen Worte bis zu einem gewissen Grade das asiatische Programm der japanischen Regierung andeuten: Denn dieses Zitat stammt aus einer gelegentlich der chinesischen Wirren gehaltenen Parlamentsrede des japanischen Außenministers. In den für die gesamte Politik des Stillen Ozeans höchst wichtigen japanisch-chinesischen Beziehungen scheint sich gegenwärtig eine durchgreifende Veränderung vollziehen zu wollen, und zwar — grob skizziert — auf dem Boden folgender Entwicklung. Die alten imperialistischen Pläne, die auf ein japanisiertes China hinauswollten, hatten int Weltkriege eine gewisse Aussicht auf Erfolg. Damals benutzte Japan eine zeitweilig unbestrittene Vormachtstellung am Pazifik, um sich in „Rotwelsch" unD seine Abhandlung über neuzeitliche Wortentwicklung in Dem Werke »Don Luther bis Lessing", endlich Das Büchlein „Seemanns- Deutsch", das diesen Seitenzweig erschöpfend behandelt. Friedrich Kluge hat und verlassen, Das Wörterbuch, seine geistige Tat, wird bei uns bleiben und uns noch oft anregen, fördern und an ihren Schöpfer erinnern. Der es verstanden hat, aus diesem scheinbar trockenen, steinigen Boden Rosen wachsen zu lassen. Bei Jean Paul. Von Max Iungnickel. Die verschneite Landstraße, die von Bayreuth zur Eremitage hinausläuft, ist wie von Diamanten verweht. Der Frost knirscht. Die Bäume klirren gläsern im Winde. älnb in den Wind hinein spreche ich leise und langsam Den Ramen „Jean Paul". Wie festliche Strahlen fallen diese beiden Worte in mein Herz, älnd die Strahlen zünden mein Herz an wie einen seligen Frühlingsaltar: Jean Paul, ich komme! Komme zu dir! Hörst du nicht meine Wanderschuhe klingen? Ich komme, du trunkener Gott!-- Unb nun klinke ich die Gasthaustür _ der Rollwenzelei auf. Das Bild. daS mich empfängt, ist nicht alt und nicht neu, ist so alltäglich, daH eine Ernüchterung in mein Herz kommt. Die zehnte oder zwölfte Rachfolgerin Der Frau Rollwenzel führt mich nach oben, in das Zimmer, darinnen Jean Paul gedichtet, getrunken, geträumt und geliebt hat. Vorm Fenster Oberfranken, daS im Frühling ein Paradies sein muh. Die Sonne überglihert mit mutwilliger Freude Oie Berge und Höhen und Täler, üntetm Fenster Gerümpelschuppen, die bas selige Auge des Jean Paul sicherlich erblindet hätten, wenn sie sich damals schon brettgemacht. Der länglische Tisch ist noch da, an dem er schrieb Ein silberner Lorbeerkranz unter einem Glassturz steht darauf. Ein Manullriptheft auf China zu „arrangieren". Diese- Arrangement bestand in einem 21 Punkte enthaltenden Vertrage. der eine japanische (politische und wirtschaftliche) Hege.nonialstellung stabilisieren sollte. Da diese japanischen Vorherrichaftspläne Den britischen und amerikanischen Händler schädigten unb mit Der Pazisikpolitik der Bereinigten Staaten unvereinbar waren, machten die Großmächte ihr nach Beendigung beS Weltkriege- in ter Kon- serenz von Washington ein Ende. Angesichts einer höchst entschlossenen chinesischen Emanzipationsbeuegung scheint Tokio diese Groß-Iapan-Pläne endgültig sollen gelassen zu haben. Dafür sucht offenbar die japanische Regierung mit dem sich trotz aller Bürgerkriege in konsolidierender Richtung entwickelnden Riesengebiet auf dem Wege gemeinschaftlicher wirtschaftlicher Interessen in ein politisch nützlicheS DerhältniS zu kommen. daS wohl endgültig auf Den groß-mongolischen Zusammenschluß im Osten der Welt hinzielt. Ehe wir Die Stellung Der anderen Groß? Mächte in China betrachten, sei ein kurzer lieber- blick über die innerchinesische Entwicklung Der Dinge gegeben. Allem Anschein noch laufen zwei große innere Bewegungen ziemlich unvermittelt nebeneinander her. Einmal der Bürgerkrieg. in dem sich Die augenblickliche Lage, auf kürzesten Renner gebracht, so darstellt, daß Die beiden Marschälle Wu und Chang den „christlichen" Dolschewilenfreund General Feng schwer, aber nicht entscheidend geschlagen haben. Daß durch den Sieg eines dieser Machthaber das Land jemals zu einer Befriedung kommen wird, ist kaum zu erwarten. Die andere Bewegung ist zugleich wirtschaftlich und völkischer Ratur. Sie entstand infolge einer ziemlich schamlosen Ausnutzung Der chinesischen Arbeitskraft durch die Fremden und kam zum Ausbruch gelegentlich eines Streikes in einer von Japanern betriebenen Spinnerei in Schanghai. bei welchem unter britischem Kommando stehende einheimische Polizei tn Der Menge durch Salvenfeuer ein Blutbad anrichtete. Dieses Vorgehen beantwortete die Pekinger Regierung mit einer Protestnote und die chinesische Handelskammer mit der Erklärung des Generalstreiks und des Boykottes gegen die Fremden. Aus dieser wirtschaftlichen Aktion heraus, "Die — bezeichnend genug — bald ausschließlich auf England ünd Japan beschränkt wurde, entstand unter Dem Einfluß Der heute sehr einflußreichen chinesischen StuDentenschast planmäßig über das Riesengebiet vordringend eine politische Bewegung mit dem unmißverständlichen Programm „China den Chinesen". Diese Freiheitsbewegung fand ihren höchsten Anreiz aus einer zweifellos ungeheuerlichen wirtschaftlichen Ausnutzung der Chinesen durch britische und japanische Unternehmer. Eine englische Denkschrift (der Labour Party) über diesen Punkt besagt: die Arbeiterverhältnisse in Spinnereien, in Stahlwerken und Bergwerken spotten jeder Beschreibung. Rachtarbeit ist das übliche. Als in den Glasfabriken in Schantung Die von früh um sechs bis nachts um elf währende Kinderarbeit eingeschränkt werden sollte, scheiterte der Plan an Dem europäischen Steuerzahler. Einen Dem Sinne nach gleichlautenden, ebenfalls im vergangenen Sommer verfaßten Bericht des diplomatischen Korps in Peking gelang eS Chamberlain zu unterdrücken, was zur Folge hatte, daß damals Der französische Gesandte von der Leitung des Ausschusses zurücklrat. Der ganzen Lage nach könnte man nun an- nehmen, daß das sehr starke wirtschaftliche Element In der chinesischen Freiheitsbewegung ein besonders geeigneter Rährboden für die Bolsche- totfierung Chinas fein müsse. Tatsache ist Denn auch, daß Moskau bie Gelegenheit nicht vor- übergehen ließ, um unter Aufwand großer Geldmittel eine besondere heftige Propaganda zu entfalten. Aber so willkommen dem Chinesen ein Zusammengehen mit Rußland gegen die verhaßten Briten an sich auch gewesen wäre, so wenig Neigung zeigt er für Die Einführung russischer Zustände in feiner Heimat. Reben einigen Erfolgen in Der dünn bevölkerten Mongolei, und scheinbar auch in einzelnen Teilen der Mandschurei hat sich der Bolschewismus in China eine Riederlage nach der andern geholt. Wieder war es Die chinesische Studentenschaft, die unter dem Schlagwort „gegen den roten Imperialismus" in Peking und weit im Reich eine auftlärende und allem Vernehmen dem Tische. Ja, da sind sie wieder, die Iean- Paul-Schnörkel. die Windungen in der Schrift: wie Rixenzöpfe anzusehen. älnd nun Der schöne Ofen, Die Stühle: alles noch aus Der Zeit Jean Pauls. Man fühlt seine Gegenwart. Glücklich, andächtig stehe ich in seiner Stube. In Der Ecke eine zerbrochene Büste von ihm. Da Die älhr, Die seine ©tunDen schlug, jene QtunDen, in Die er feine verzauberten Gedanken hineinschickte. An Der Wanb aber steht ein nagelneues großes — Faß. Darinnen liegt ein halbes Schwein — schön eingepökelt! Ich blättere in einem alten. zerleberten Fremdenbuch. 2Inton Bruckner hat sich eingeschrieben. An Der Wand, gerahmt, eine alle Nötig aus dem Bayreuther Intelligenzblatt: Frau Rollwenzel kündigt ein Frühlingsfest an: ganz in der Sprache Jean Paul-, wie mit Regenbogen- Farben hingeschrieben. Ich sehe ihn am Tische sitzen, ziemlich dick, den mächtigen Kopf geneigt; schreibend. Hinter ihm. mit schneeweißer, zierlicher Haube, die Frau Rollwenzel. Durch die Runzeln ihres Gesichts hüpft ein Lächeln. Jetzt kneift sie Jean Pattl in die Backen und meint: „Wenn ba£ die Bayreuther lesen, dann gibts hier aber ein Fest, wie wirs beide noch nicht erlebt haben." Draußen, in weiter Ferne, liegt der rauhe Kulm. Wie ost hat Jean Paul zu diesem Berge ausgelugt. Hatte doch sein Großvater einstmals eine Höhle in diesem Berge. Mit all seinen Gesang- und Gebetbüchern kroch er in die Höhle und predigte darinnen herum und hielt Dewstgespräche. ilnb hier in bem Gasthaus sah lein Enkel, in einer kleinen Stube, unb wiegte bie Gestirne in ben Hänben wie ein närrischer Prophet, unb wars sie hoch, in mailiches Licht, wie blitzende Kugeln, und lieh sie verrollen in Erde. Himmel und Hölle, und lächelte dazu wie ein kauzhaster Zauberer unb reichte Gott, von biesem Fenster aus, jubelnb beibe Hänbe. nach höchst erfolgreiche Agitation einsehen liest. qjtenn man als erste« Ziel der russischen ötqatSümft die Vernichtung Englands in Asien yenieht, so hat Moskau in seiner bisherigen Chinapolitik diesem Zweck zweifellos nicht gedient. _ Lind nun zu England. Als die Engländer der chinesischen Regierung die Einführung des Opiums mit Waffengewalt (1842) aufstoangen, vollzog sich damit zugunsten der Londoner City eine gewalttätige politische Aktion, die für die weitere Entwicklung der britischen Wirtschaftspolr- tü in Asien gleichsam symbolisch werden sollte. Wie überall in Asien sind die Resultate dreser Politik für England gan$ besonders auch in China sehr ungünstig. Der Chinese ist heute zu der Lieberzeugung gelangt, in dem Briten den Aussauger seiner Heimat bekämpfen zu müssen, und er führt biefen Krieg mit Mitteln, gegen die das schwere Geschütz an Bord der englischen Kriegsschiffe machtlos ist. In welchem Umfange Boykott und Streik sich bisher bereits bewährten — der Wirtschafts- kämpf setzte erst Anfang Juni 1925 ein — sei an einigen Zahlen nachgewiesen. Die englischen Exporte nach China hatten sich dem Werte nach von 18,6 Mill. Sterling im Jahre 1923, auf 20,3 Mill. Sterling im Jahre 1924 erhöht. Bei dem Jahresabschluß von 1925 ergab es sich, dah diese Ausfuhr auf 14,5 Mill. Pfund zurückge- gangen war. Wie die Engländer über die chinesische Einheitsbewegung senken, verriet Chamberlain in angelsächsischer Raivität gelegentlich einer im Februar d. 3. gehaltenen Llnterhausrede. als deren Quintessenz folgender Gedankengang betrachtet werden kann: man solle beute mit Interventionen in China vorsichtig sein, denn jeder Druck von auhen stärke den Zusammenschluß im Innern! Die Einstellung der LI. S. A. zu China ist durch wirtschaftliche Rivalität gegen England und Japan, und schärfsten politischen Gegensatz zu Japan gegeben. Auf dieser Grundlage vollzieht sich eine Politik, die eine Erstarkung Chinas und zugleich ein Festsehen des amerikanischen Händlers auf diesen östlichen Dreihundertmillionen- Märkten fördert. Die Folgen dieser Tendenzen einer „friedlichen Förderung und wirtschaftlichen Gegenseitigkeit" zeigten sich denn auch, indem bald nach Ausbruch von Streik und Boykott auf ausdrücklichen Beschlust der Streikleitung der amerikanische Kaufmann von den fremdenfeistd- lichen Mastnahmen verschont blieb. Eine gleiche Begünstigung traf den deutschen Kaufmann, dessen zweifellos großes Ansehen in China nicht erst nach dem Kriege, sondern bereits während unserer Tsingtauer Epoche geschaffen wurde. Lind zwar zu nicht geringem Teil durch die deutschen Behörden, welche dem Chinesen und seinen Vorteilen gegenüber durchaus auf ein sehr kulant gehandhabtes Prinzip der Gleichberechtigung und der Gegenseitigkeit (das von den britischen Methoden angenehm abstach!) eingestellt waren. Die Hundertjahrfeier des Kurhauses in Bad Salzhausen. Rach der Besichtigung des Parkes, über die wir gestern schon kurz mit berichteten, führte Badearzt Medizinalrat D r. Balser die Festteilnehmer zu den Kuranlagen und Trinkquellen. Eingehend besichtigte man das praktisch eingerichtete Dadehaus und den neuen, bedeutend vevgrötzerten Gradierbau. Dr. Balser erläuterte die Heilwirkungen des letzteren bei dessen richtiger Benutzung. Die Stahl-, Schwefel-, Salz- und Lithiumquelle wurden vorgezeigt und ihre Heilkräfte erwähnt. Die Lithimnquelle ist hervorragend günstig gegen Rheuma > ' .ms und Gicht, weil sie dieselben Salze enthäll wie bas Wildunger Wasser, allerdings nicht in so reichen Mengen wie dieses. An dem gemeinsamen Mittagessen im Kurhaus nahmen etwa 75 Personen teil. Während desselben ergriff zuerst Ministerialrat W i n- d i s ch aus Darmstadt als Vertreter der Regierung das Wort, der im Auftrage der letzteren die herzlichsten Grüße und Glückwünsche zur Jubiläumsfeier überbrachte und die Derdienste des Gch. Iustizrats Römheld in Ridda um bas Zustandekommen der Feier gebührend würdigte. Rur dessen Forschungsgeist und den energis'hen Bemühungen des jungen Kur- und Verkehrs- Vereins Bad Salzhausen, dessen Vorsitzender Herr Romheld ist, verdanken wir die genaue Feststellung des Datums der Einweihung deS Kurhauses und den neuen Seist, der nun überall im Kurhaus und seiner Umgebung waltet. Redner schloß mit einem begeistert auf genommenen Hoch auf das Kurhaus. Hierauf dankte Geh. 3m Paradies der Feinschmecker. Von Alfred Korn. PariS, im Juni 1926. Es ist kein Zufall, daß Drillat-Savarin ein Franzose war, er hat aber auch für fein Land nicht vergeblich gelebt. Sein Andenken ist erhalten geblieben trotz Krieg und Rot und ernster Zeit, nicht bloß durch die Straße im Süden von Paris, beim Park Qttont Souris, die auf den Ramen dieses Meisters der Kochkunst getauft ist. Denkmäler und Straßennamen sind im allgemeinen unzuverlässige Mittel zur Verewigung. Hunderte von Denkmälern sind über Paris verstreut, Aberhunderte von Straßen tragen Eigennamen. Wenn man aber die Vorübergehenden fragt, wer der Mann aus Stein gewesen sei, welche Verdienste sich der erworben habe, nach dem die Straße benannt ist, so weih kaum einer von tausend Parisern Auskunft zu geben. Jedoch Brillat-Savarin! Da schmilzt der Ernst der Züge zu einem verklärten Lächeln, da schnalzt die Zunge in verzücktem Wohlbehagen. Diesen Meister weih man nach wie vor zu ehren, fein Andenken wird hochgehalten, seine Kunst wird mit Vollendung weiter geübt, beinahe ist es hier keine Blasphemie zu sagen, dah sein Geist sortwiril. Freilich muh man Wohl Franzose fein, um die Tiefe der Zeremonie eines Dejeuner oder Diner ganz zu begreifen und zu verstehen, dah ein weihevoller Akt zelebriert wird. Es ist ein Irrtum barbarischer Völker, bat die Mahlzeiten in erster Reihe der Ernährung dienen, und mit Wehmut stellen die Pariser fest, dah die barbarischen Besucher, die Engländer, Amerikaner und Deutschen, die die bilinarischen Ateliers der großen Boulevards jetzt füllen, die ihnen gebotenen Genüsse nicht zp würdigen wissen. Der Pariser hat bei Tisch die Haltung eines Hohenpriesters vor seinem Altar, die Fremden aber schlingen den köstlichen Iustizrat Römheld für die Anertennung für sich und den jungen Verein und schilderte au&- führlich die Verhandlungen, die vor Erbauung des Kurhauses seit 4. März 1825 zwischen den damaligen Vehörden und der Regierung geführt werden mußten, die spärlichen Aufzeichnungen über die Einweihung des Hauses und die Preise, die dem ersten Pächter G ö s von Ortenberg für Zimmer und Speisen vorgeschrieben worden waren. Die anfange günstigen Verhältnisse zwischen Staat und Bad wurden später nach und nach loser und Salzhausen ein Schmerzenskind der Regierung, so daß in den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts an die Auslösung des hiesigen Badebetriebs gedacht wurde. Rur durch tatkräftiges Eingreifen einiger einflußreicher Freunde des Badeortes wurde das Uebel verhindert und allmählich wieder seitens der Regierung Salzhausen immer mehr Interesse und Wohlwollen entgegengebracht, so daß seit 1898 ein gewaltiger Ausstieg zu verzeichnen war, und bedeutende Mittel zur Verbesserung bewilligt wurden. Leider hatten längere kostspielige Bohr- versuche vor etwa 25 Jahren keinen Erfolg, obgleich damals in einer Tiefe von 180 Metern eine Sole von 28 Grad Reaumur erschlossen wurde. Redner gedachte auch der unschätzbaren Verdienste des als Gast anwesenden Staatsrats i. R. Dr. Walther aus Darmstadt, der lange Jahre Referent über das Bad war und dem die neueren Anlagen in der Umgebung des gesegneten Erdenfleckchens zu verdanken sind. Geheimrat Römheld schloß seine hochinteressante Ansprache mit einem Hoch auf Staat und Bad. Als weiterer Redner überbrachte Kommerzienrat Langsdorf aus Friedberg im Auftrage der Handelskammer der Kreise Friedberg- Büdingen-Schotten aufrichtige Glückwünsche. Dabei gedachte er der innigen Liebe, mit der der verstorbene Komm.-Rat H. W. C l o o s, Ridda, an Salzhausen gehangen und bei allen Gelegenheiten für Verbesserung der hiesigen Verhältnisse gewirkt hätte. Aus seine Anregung sei das Kaufmanns-Erholungsheim in Salzhausen errichtet worden, daS erste in ganz Deutschland. Seine Worte klangen aus in der Versicherung des ferneren unverminderten Wohlwollens und der steten Förderung der wirtschaftlichen Lage unseres Badeortes seitens der Handelskammer. Auch der größte oberhessische Verein für Heimatpflege, der V. H. C., hatte zu seinem Vertreter am Feste den Vorsitzenden des Riddaer Zweigvereins, Oberlandmesser Eich in Ridda, gesandt. Er brachte in herzlichen Worten die Glückwünsche des Gesamtvorstandes des V. H. C. zum Ausdruck und wünschte dem Kurhaus und Bade Salzhausen ein ferneres Blühen, Wachsen und Gedeihen. Als letzter Redner der Tafelrunde übermittelte Beigeordneter R u l l m a n n von Ridda als Vertreter der Stadt der Dadevcrwaltung und dem Kurhaus die Glückwünsche der Stadtverwaltung und Bürgerschaft Riddas, die sich eins fühlten mit Salzhausen und mit ihm Hand in Hand gehen müßten, wenn das Bad für beide Teile wirtschaftlichen Gewinn bringen solle. In diesem Sinne erwarte er diele Erfolge durch den gemeinsam gegründeten Kur- und Verkehrsverein Bad Sa^hausen-Ridda. Mittlerweile war die Zeit zum Beginn des F e st a k t s am Konzerthaus herangekommen. Dazu hatte sich eine so große Menge Besucher aus der näheren und wetteren Umgebung ein- gefunben, wie sie der Badeort Wohl kaum bei einer anderen Gelegenheit zusammengesehen hat. Vom Vogelsberg und aus der Wetterau strömten die Scharen herbei, für die ferne Sitzplätze mehr zu beschaffen waren. Die Kapelle Topp (Gießen) leitete mit einem flotten Marsche den Festakt um 3 Uhr ein. Dann ergriff Staatsrat Windisch aus Darmstadt als Regierungsvertreter und Mitarbeiter- des Finanzministers Henrich das Wort zu seiner Festrede und führte etwa folgendes auS: Das Iubiläuiiiskind, das Kurhaus, sei eine Stätte der Gastlichkeit, der (3eielligteit und Fröhlichkeit und deshalb seien die hessische Regierung und Bad-Salzhausen in Liebe verbunden. Als Bad des Mittelstandes, das nicht große Geww.ne abwerfen konnte, war Salzhausen Lange ein Schmerzenskind des Staates, der ihm aber, wie die Ettern einem kranken Dprößling, stete Fürsorge angedeihen lasse, damit es endlich genese und nicht nur Heil- und Kulturgut, sondern auch eine werbende Anlage werde, wozu es durch feine wundervolle Umgebung geschaffen erscheine. Deshalb sei das Kurhaus im vorigen Jahre außen und im Innern neu h7 u g e l st o ß e n : 1. Becker 21., Gießen 1900, 8,02 Meter, 2. Leotien, Siegen, 7,69 Meter, 3. Bree, Gießen 1990, 7,12 Meter. 4maf 100-Meter-Staffel: 1. Sport- freunde Siegen, 54,9 Sek., 2. Sp. Vgg. 1900 Gießon, ^-Mannschaft, 3. Sp. Vgg. 1900 Gießen, 3-Mannschast. Jugendklasse D (Jahrgang 14 und jünger). 50-Meter-Lauf: Joh, Gießen 1900, 8 Set., 2. Steinbrück, Siegen, 8,1 Sek., 3. Zimmermann, Siegen, 8,3 Sek., WeitsprungausdemStand:!. Gräf, Gießen 1900, 2,09 Meter, 2. Zimmermann, Siegen, 1,87 Meter, 3. Decker H., Giehen 1900, 1,85 Meter. Schlagball-Weitwurs: 1. Gräf, Gießen 1900, 58,90 Meter, 2. Steinorück, Siegen, 50,42 Meter, 3. Zimmermann, Siegen, 48,20 Meter. 4 mal 50- Meter-Staffel: 1. Gießen 19 0 0, 30,2 Sek., 2. Siegen, 30,3 Sek., 3. 1900 8-Mannschaft. hat aber Monsieur Louis nicht importiert. Er spricht fließend deutsch und seine Gäste sind ebenfalls größtenteils germanisiert. Um aber auf das billige Essen zurückzukommen: seine Wunder erlebt man im Quartier latin, im Studenlenvierlel. Da gibt es eine Unzahl von Restaurants, in denen eine Speisenfolge von vier Gängen zu 4 bis 6 Frünken geboten wird, also für 50 bis 80 Pfennig. Ein Viertel Wein inbegriffen und Brot zur freien Bedienung. Das Essen ist gut, ist schmackhaft, ist reichlich. Wenn man sich für diesen Pappenstiel fälligen kann, nimmt man eS wohl in Kauf, dah einiges an sogenanntem Komfort mangelt, daß man sich zwischen den eng stehenden kleinen Tischchen hinburchzwängen muh, recht wenig Gllbogenfreiheit Hal und Wohl auch gelegentlich warten muh, bis ein Platz frei wird. Während der Stunden deS größten Andrangs werden Rummern auSgegeben, in deren Reihenfolge man zum Essen drankommt. Man stehl Polonaise zum Essen wie bei uns zur Brotkarlenzeit vor den Bäckerläden. Es ist eine Massenabfülterung, aber ber PreiS läßt selbst das übersetzen. Der brave Deutsche, der sich noch immer nicht gewöhnen kann, die Dinge zu nehmen, wie sie sind, grübelt nach, wie es denn möglich sei, mit solchen Preisen zu wirtschaften. Das Rohmaterial will doch gekauft sein, Kohle ist nicht umsonst, Miele und Personal kosten Geld, unb ber Wirt will verdienen. Eine Lösung dieses volkswirtschaftlichen Rätsels vermag es nicht zu geben. Rur soviel sieht man auch ohne Studium des Phänomens: In Frankreich fehlt der uns so wohl bekannte Tischgast: der Staat! Die Steuern sind offenbar fiein und werben nicht _ gezahlt. Die Franzosen jammern tagein tagauS über den bösen FiSkuS. der sie ausplündere, und ber Steuereinnehmer ist ber bestgehaßte Mann. Aber sie können unmöglich wissen, waS es heißt. Steuern zu zahlen, solang sie halb umsonst ^fen. ■ Zahl 9il,bfm LUZZ Mtfun *"’ 0;«'rt * •«»thte Ä«S A?8^ A; „e ^udt^..^"brechenLrr n i-uJnianiXu“nil,''en. n Südseite in \?olun8öbetm , 6l,r' JetgM" dl» 1 und ML । ctn dies. r^F-mr'L ZsLN In» £c ?urdt Leitung bA2,&flt durch SSftäJS: uTÄ* putsch und M' teils germamliert. "baS Wge 5"eL rfi« ran«. « *J“M 6 S* Angen iu 4 aa Pfennig- ®in , Br» »IJä tteien 2sen und 2 °t ^0,1, Mn 1C MW? nimmt man ® , -t mengest klein-; dxLS leben, in ^fln steht pot ilonunt. w rßrotfad^ ng, s'A« Ks man 2 M R jscäult'.^LrSen n $ Mr NJ /w Spiel. «'»Sft - «• Wow, Siegen, 214 P ler'Stassel: 1. Sport- 1 47,4 Sek., 2. 6p. $nn M Spv. Montabaur 48,4 tzek. 1 B Jahrgang 1011). laus: 1. Glöckner, Tin- ,8 Sef., 2. Dretzler, Eintracht Hartung, Borussia Fulda, 1. Hartung, Borussia Fulda, enschnüder, Siegen, 5I Meter, a, 5,25 Meter. n: 1. Müller-., Siegen 1900, inh, Montabaur, M Meter, 37,60 Meter. ll: 1. Sorj, Siegen, 31,11 ltracht Frankfurt, 29,90 Meter, n 1900,29,56 Meter. 100 Meter, Weitlprung, Speer): eßen 1900, 244 P, 2. Wartung, Wer L, Sieben 1900, 222 $. tter*6taffelt 1. Glntraty 2. Sp. freunbe Siegen, 53 6„ ßen 53,1 Sek. C Jahrgang 1213). u): Schrorirfurth, Sie« len, Stegen, 1,1 Set., 3. Schütz, : l.Tchweirfurth.Sieaen, che, Siegen, 4,78 Meter, 3. has- anksurt, 4,74 Meter. . 1 Becker M, GießenM ien, Siegen, 7,69 Meter, 3.Bree, eter-Staffel^ l-Sport' .VÄ’SS MÄS- KsHD ■«ÄS Große Staffel (Sßanberpreis): 1. Sp. Freunde Siegen, 2. Gießen 1900, 3. Gießen KOO. Hessischer vaterländischer Block, Bezirksverband (Stehen. Das Sportfest des Hessischen vaterländischen Blocks, B e »r r k » 0 e r b a n d Gießen, am Sonntag aus dem Unioersitätssportplatz wuchs sich durch seine sportlichen Leistungen zu einem Ereignis ersten Ranges aus. Besonders hervorgehoben ist, daß auch die ländliche Bevölkerung sicb rege daran beteiligte und z. I. recht gute Er- folge erzielte. Von morgens 9 Uhr ab fand das Schießen der Aletnkaliber-Schützenoeretne statt. Don 25 gemeldeten Gruppen traten 22 an. Auf die- fen; Sportgebiet waren die Fortschritte seit dem Herbst vorigen Jahres ganz gewaltig. Nicht nur die Handhabung der Sportwaffe, oder das Verhalten der Leute beim Schießen selbst zeigte bedeu- lende Fortschritte, sondern, hierauf fußend, vor allem die Leistungen. Während im vorigen Herbst die beste Gruppe den Sieg mit einer Durchschnitts- ringzahl von 5,1 errang, zählten Gruppen mit bleiern Ergebnis am Sonntag zu den schlechtesten. Dem Sieger, Gruppe 2. Stahlhelm Marburg, fiel der 1. Preis mit 9,2 Rinydurchschnitt zu, während der Kleinkaliberschlltzenver- ein Atzenhain mit 8,2 Ringdurchschnitt den 2. Preis erhielt. 3. wurde der K l e i n k a l ijb_c r * schützenvereim Holzheim mit 7,86 Ringen. Ein-großer Teil der Bewerber erreichte einen Durchschnitt von über 7 Ringen, was man als sehr gute Leistungen anerkennen muh. Heroorzuheben ist die Marschleistung des Sie- aers im Geländemarsch, 1. Gruppe des Stahlhelm Gießen unter Führung von Jng. Dunkel, die die 23 Kilometer lange Strecke in der Zeit von 2 Stunden 21 Minuten zurücklegte, und so die glänzende Durchschnittszeit von 6,17 Minuten je Kilometer erreichte. Die Gruppe kam trotz- dem in gutem Zustande am Ziel an. Die Ergebnisse der anderen Wettkämpfe die durchweg als gut, z. T. als sehr gut zu bezeichnen sind, waren folgende: 400-Meter-Hindernislauf (A. über 18 Jahre): 1. Seipp, Wicking Gießen, 1,2, 2. Weber, Adelphia, 1,9. B. unter 18 Jahren: 1. Delle, Jungdo Lich, 1,18, 2. Bratz, Jungdo Hungen, 1,19 Sek. Keulenweitwurf: 1. Detter, Adelphia, 60,70 Meter, 2. Lanalotz, Frankonia, 58,30 Meter, 3. Becker, Jungdo Mainzlar, 57 Meter. 4 m a I lOO-Meter-Staffel : 1. Burschen- schäft Frankonia 50,8 Sek. Mannschaftskeulenzielwurf: 1. Klein- kaliberfchützenverein Mainzlar 86 P., 2. Gießener S. C. 86 P-, 3. Wicking Hungen 83 P. Tauziehen: 1. Kleinkalibecschützenverein Atzenhain. Gemischte Staffel: (Läufer, Radfahrer, Schwimmer): 1. Frankonia Gießen 41 Minuten, 2. Wicking Gießen 42,21 Min. Gießener Ruder-Gesellschaft 1877 Einen vollen Erfolg hatte die Gießener R u d e r - G e s e l l s ch a f t 1 8 7 7 auf der am Sonntag in K a s s e l stattgefundenen Regatta des N o r d - we st deutschen Regattaverbandes zu verzeichnen. Sie gewann mit ihrer ersten Mannschaft im Großen Vierer den Kaiser- Preis und schlug hierbei die von der letztjährigen Meisterschafts-Regatta rühmlichst bekannte Mann- schäft des Offenbacher Rudervereins mit einer halben Bootslänge. Die ferner in diesem Rennen gestarteten Vereine von Hannover, Münster und Marburg konnten den außerordentlich har- ten Kampf nicht durchhalten und schieden unterwegs aus. Dritte 24-SLundenfahrt für Automobile. Frankfurt a. M. 20. 3uni. (WB.) Den Auftakt zur Süddeutschen Tvurenfahrt bildete die vom 19. -um 20. Juni veranstaltete Dritte 24-Stuntze,nfncn. Die an die Dörfer angrenzenden Wieseir tixrbcn zuerst gemäht. — Der Weizen hat sich von dem Rost gut erholt und fängt an. in die Höhe zu schießen. Man glaubt jetzt nicht mehr, daß der Körner- crtrag durch die im Abflauen begriffene Krankheit ungünstig beeinflußt wird. * älnter-Widdersheim, 21. Juni. Unsere einklassige Schule war in den letzten Jahren einem öfteren Lehrerwechsel unterworfen. Rachdem unser langjähriger Lehrer B r a m m, der über 40 Jahre ununterbrochen hier gewirkt Hane, kurz vor Weihnachten 1923 durch den Tod unserer Schule entriisen worden war. versah zunächst Schulverwalter Müller und nach dessen definitiver Versetzung nach Bergheim Schulverwalter R e i b« r t die hiesige Lehrerstelle. Durch den zu Ostern diese- Jahres erfolgten Abbau wurde letzterer von seiner Stelle abbe- tufen. Die hieligc Schulstelle, welche inzwischen bereits zur definitiven Besetzung ausgeschrieben worden war, wurde nun Lehrer Hassingev übertragen. Gs ist der Wunsch der Gemeinde, daß der Lehrerwechsel, worunter die Schule doch zu leiden hat, nun auf längere Zeit hinaus beseitigt sein möge. KrciS Schotten. Schotten. 21. Juni. Die Pachter des proben Düntherodeschen Wiesengel a n d e S. meistens kleine Bauern der benachbarten Orte, können auch in diesem ihrem letzten Pachtjahre nicht auf ihre Rechnung kommen. 1924 wurde der Morgen auf 3 Jahre mit 75 bis 1OO Mark gesteigert. Im Vorjahre unternommene Versuche, eine Senkung der Pachtpreise zu erwirken, verliefen ergebnislos. Der diesjährige Erlös für einen Morgen liegt unter der Hälfte der vorgenannten Preise. Eine Wiederverpachtung im nächsten Jahre wird die Pachtsumme stark ermäßigen. □ Laubach, 21. Juni. Gestern nachmittag hielt Oberlandesgerichtspräsident Dr. B e st im „Solmser Hof" einen mehrstündigen Vortrag über die Aufwertungsfrage. An den Vortrag schlosien sich verschiedene Anfragen von Zuhörern. Der Vortraa war aus Stadt und Umgegend gut besucht und fand starken Beifall. — Der Mangel an Wärme hat hier dem Weizen nicht unbeträcht- liw geschadet. Er ist teilweise stark von Rost befallen. Besser steht der Roggen, obgleich er sich stellenweise infolge der Regengüsse gelangen hatte. Die feuchte Witterung hat den Kartoffeln und den Dickwurzpflanzen sehr genutzt. Auch der G r a s w u ch s ist durch den Regen sehr gefördert worden, die wertvollen Bodengräser konnten sich gedeihlich entwickeln. — In diesem Jahre treten die Herbstzeitlosen, die sog. „Monen" stark auf und schädigen teilweise in hohem Maße den Gras- wuchs. Kreis AlsseW. Mücke, 21. Juni. Der Förster in Ober- Ob men hatte ein seltene- Jagdglück. Als er auf dem Anstand saß, erschienen unerwartet zwei sich bekämpfende Reh- b ö ck e. Mit zwei wohlgezielten schnellen Schüssen streckte der Schütze die beiden Tiere nieder. Rieder-Ofleiden, 21. Juni. Das hiesige Bafaltwerk der Mitteldeutschen H a r t st e i n i n d u st r i e ist wegen des berichteten Streikes der Arbeiter bis auf weiteres sttilge l e g t worden. Die streikenden Arbeiter wurden entlassen. Preußen. Kreis Wetzlar. 0 Wißmar, 22. Juni. Gestern nachmittag gegen 6 Uhr verunglückte der 45)ährige Heinrich F o r d a ch beim Heueinfahren. Die Kühe versuchten, mit dem beladenen Wagen durchzugehen. Bei dem Versuch, die Tiere zum Stehen zu bringen, kam Forbach zu Fall, wobei ein Rad des Wagens über ihn hinwegging. Die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in Gießen brachte den Verletzten, der einen Beckenbruch erlitten hat, nach der Chirurgischen Klinik in Gießen. Dutenhofen, 20. Juni. Sein Fahnen- w e i h f e st beging heute unter starker 'Beteiligung der Einwohnerschaft und zahlreicher auswärtiger Vereine der hiesige Gesangverein „H a r m o n i e". Gegen 2 älhr nachmittags bewegte sich «in stattlicher Festzug, an dem sich 15 auswärtige Gesangvereine und sämtliche Ortsvereine beteiligten, durch die festlich geschmückten Straßen unseres Dorfes nach dem Festplatzc. Während des älmzuges legte der 1. Vorsitzende des Festvereins am Kriegerdenkmal zu Ehren der im Weltkriege Gefallenen einen Kranz nieder. Aus dem Zestplatz nahm Lehrer Gaß die Weihe her neuen Fahne vor und übergab sie dem 1. Vorsitzenden Gilbert. Ramens der Sängerinnen des Vereins übergab Frl. Knorz eine prachtvolle Fahnenschleife. Alsdann folgte ein Be- grühungSchor des feftgebenöen Vereins, dem sich die Gesangsvorträge der Gastvereine anschlofsen. XX Aus dem Kreise Wetzlar, 21. Juni. Die Heuernte Haie mit dem Eintritt „Und erschienen wie der Engel in der Weih- nachtskomödle!" sagte Schulz, der zehn Kniebeugen machte, um sein Blut wieder in Bewegung zu Dringen. VI. Einen Augenblick später fuhren alle drei zusarn- men. Dorn Ufer her ertönte der tiefe, stöhnende Ton der Autohupe, den sie kannten. „Das Boschhorn des grauen Autos!" flüsterte MoNnski erscyrocken. „Sie sind noch da!" „Auf, ins Boot!" kommandierte Kramer mit unterstickter Stimme. „Wir wollen zusehen, was noch zu machen ist!" Lautlos eilten sie hinunter und bestiegen das Boot. Sich vorsichtig im Schatten haltend, bewegten sie sich im Bogen schnell dem Ufer zu. Schulz fluchte leise, weil Molinski ihm zu langsam ruderte. Kurz vor der Landung verlor er sogar ein Ruder. „Man möchte meinen, Sie haben Angst, ans Ufer zu kommen!" sagte Schulz wütend. In fünf Minuten waren sie trotz des fehlenden Ruders ans Ufer gelangt. Sie fliegen aus und schlichen sich, nach jedem Schritt oorsichttg horchend, in der Dunkelheit vorwärts. K erscholl in ihrer unmittelbaren Nähe heulende Ton der j)upe. Kramer sah durch die Zweige eines Busches das graue Auto mit abgeblendeten Lichtern stehen, vor dem Wagen den Ehauffeur Paul, her über die Felder nach der Landstraße ausspähte. Er zog feine beiden Begleiter eilig mit sich und schlich mit ihnen ein Stück durch den Wald, an dessen Rande er Haltmachte — an einer Stelle mit weiter Aussicht. Er glaubte hier außer Hörweite des Wagens zu sein. „Was ist los? Sind sie noch da?" „Ja, Schulz! Ich glaube, wir haben ungeheures Glück gehabt. Sie warten wohl noch auf Stübner. — Nicht mehr lange!" setzte er hastig hinzu — mit einem Bück auf den nördlichen Horizont. „Wenn ich nicht irre, kommt er da!" Ganz weit hinten, wo sich die Landstraße in der Ferne verlor, tauchten zwei Lichter auf. „Er muß über die Bonner Rheinbrücke gefahren sein! — Ihm entgegen — leise, aber so schnell ihr könnt!" Zuerst geduckt laufend, bann in vollem Galopp rasten sie die Landstraße hinauf. Molinski blieb ihnen getreulich auf den Fersen. Schon hörten sie das Surren des Wagens durch die schweigende Nacht. Stübner schien sich mit dem Weg nicht recht auszukennen und fuhr Verhältnis- mäßig langsam. „Sehen Sie zu, ob Sie auf den Wagen kommen, damit wir ihn unbeschädigt kriegen!' flüsterte Kramer. „Wir werden ihn vielleicht brauchen können!" Sie blieben keuchend stehen, Kromer in der Mitte des Weges, Schulz 30 Meter weiter vorauf, seitlich im Schatten. Das Auto wurde immer größer. Das grelle Strahlenbündel der Laterne berührte Kramer. Nun stand er mitten im Scheinwerfer. Erschrocken bremste der Führer des Autos — zwei, drei Sekunden lang. Dann machte er einen Bog'en und wollte rechts an Kramer vorbei. Aber diese drei Sekunden genügten Schulz. Mit einem kühnen Satz war er auf den Führersitz gesprungen, packte mit der rechten Hand die Kehle des Mannes und brachte mit der linken den Wagen zum Halten. Es war unnötig, daß der Anwalt zu Hilfe kam. Der Mann war vor Schrecken so gelähmt, daß er keinen Widerstand versuchte. Er gab zu, Stübner zu sein. Schulz fesselte ihn mit mit den Stahlfesseln, die er stets bei sich trug, und knebelte ihn mit Hilfe zweier Taschentücher. Dann verstauten sie ihn in das Innere des Wagens. Das alles hatte kaum eine halbe Minute gedauert. Schulz gab sofort wieder Gas, Molinski, Der die Szene erstarrt mitangesehen hatte, wurde zu Stübner in den Wagen geschoben, und schon fuhr der Wagen unter Schulz' Steuerung weiter. Kramer saß neben ihm. „Wir haben Glück gehabt, daß Stübner allein war!" flüsterte der Anwalt, scharf nach den Bäumen spähend. Die ihm den Standort des grauen Autos bezeichneten. „Gebe (Bott, daß die Drüben nichts von dem Manöver gemerkt haben und uns ruhig herankommen lassen. Aber kaum hatte er den Satz ausgesprochen, als das Knattern eines Motors von drüben her auf- schoß und das graue Auto, eine Wolke Staub auf- rotrbelnb, sich durch die Bäume davonmachte. (Fortsetzung folgt.) Frankfurt a-M- Datum: | 21. 6 [ 22- 6- münzen aus dem Mittelalter von verschiedener Herkunft. Die Münzen, etwa in der Große unserer heutigen 50-Pfennig-Stücke, sind aus purem Golde und dürften aus dem 14. Jahrhundert stammen. — Die Ridda, die allgemein als ein recht tückisches Gewässer bekannt ist, hat heute nachmittag ihr erstes Opfer in Äesem Jahre angefordert. Der 19jährige Sohn eines Straßenbahnschaffners aus der Ger- maniastrahe, der des Schwimmens kundig war, erlitt beim Baden in dem Flusse einen Herzschlag und verschwand in den Fluten. Die Rettung^rbeiten waren vergeblich. Bur die Kleider des jungen Mannes konnten geborgen werden. Kreis Fulda. WSR. Gersfeld, 21. Juni. Infolge der ungünstigen Witterun^verhältnisse ist der Fremdenverkehr in der Rhön bis jetzt beträchtlich schwächer als in anderen Fahren. Diele Sommergäste, die sich in den einzelnen Orten schon niedergelassen hatten, sind wegen des schlechten Wetters zum Teil wieder abgereist. Erfreulicherweise laufen aber für die Ferienzeit überall in der Rhön aus allen Teilen des Reiches die Anmeldungen für den Sommeraufenthalt zahlreich ein, so dah der Sommer doch noch einen Ausgleich für den Ausfall in der Dorsaison bringen dürfte. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. Schlug-1 »»Uhr. Kurs | Kur, Letzte Nachrichten. Unterschlagungen eines sozialistischen Stadtrats. Frankfurt a. M., 22. Juni. (WSN. Drahtnachricht.) Der frühere Landrat von Weilburg und jetzige Geschäftsführer der Arbeiterherberae (5. m. b. $)., Langemach, der dem M a - gistrat der Stadt Frankfurt a. M. als unbesoldeter S t a d t r a t angehört, hat zuungunsten der Arbeiterherberge 45000 Mark veruntreut. Das Geld hat Langemach hauptsächlich für Rennwetten ausgegeben und sich dabei so verkalkuliert, daß er die Kasse der Arbeiterherberge in Anspruch nahm. Bei der Staatsanwaltschaft wurde Anzeige erstattet. Langemach versuchte zu f l ü ch- t e n, wurde aber von einem Vorstandsmitglied an- gehalten und zwecks Feststellung der Einzelheiten in seine Wohnung gebracht. Sein Mandat als S t a d t r a t hat er oereits am Samstag n i e berge l e g t. Langemach gehört der Sozialdemokratischen Partei an, als deren Beauftragter er eine Reihe Ehrenämter versah. freien Lauf. Das Termingeschäft konzentrierte sich wieder stürmisch auf die Aktien der I. G. Farbe n i n d u st r i e , die sprunghaft eine Steigerung von etwa 20 Prozent bis auf 244 Prozent zu verzeichnen hatten. Gerüchte über eine bevorstehende Kapitalerhöhung der I. G. waren auch heute zu hören und boten Anregung. 3n Verbindung mit der beträchtlichen Steigerung der Farbenaktien hatten auch Rhein st ahl und Riebeck-Montan bei lebhaften Umsätzen einen Gewinn von je 5 Proz. zu verzeichnen. Die übrigen Montanwerte tendierten gleichfalls fest. Gelsenkirchen plus 2,5, Harpener plus 2, Mannesmann plus 1,5, Phönix plus 2,25 Proz. Don Kaliwerten wurden Aschersleben3Proz. höher, während Westeregeln 1,5 Proz. nachgaben. Elektroaktien lagen ruhiger, aber weiterhin fest. AEG. hatten lebhaftes Geschäft bei einem Kursgewinn von 2,25 Proz. Licht und Kraft plus 3, Schuckert plus 1, aber Siemens minus 0,75 Proz. Bankaktien traten etwas in den Hintergrund und bröckelten überwiegend leicht ab. Darmstädter minus 1,2 Proz. Schiffahrtsaktien mäßig höher. Für Motorenwerke erhielt sich Interesse. Kleher plus 2 Prozent. Z e l l st o f f - und Bauaktien strebten weiter nach oben, ebenso Zuckeraktien. Deutsche Renten lagen ruhig und unverändert. Von Ausland- reuten hatten nur Türken etwas Umsätze aufzuweisen. Der Freiverkehr blieb ziemlich fest. Becker Stähl 23, Benz 65, Brown Boveri 97,5, Entreprise 8, Growag 60, Krügershall 117, Ufa 38, Ufra 89 Prozent. Der wütere Verlauf wurde unsicher und schwankend, besonders für Farbenwerte, die eine Einbuße von etwa 3 Proz. erlitten, schließlich aber wieder leicht anzogen. Die Spekulation benutzte die hohen Kurse teilweise zu Gewinnmitnahmen. Die Grundstimmung blieb weiter fest. Am Geldmarkt ist die Lage unverändert. Geld blieb im kurzfristigen Verkehr angeboten. Tagesgeld 4 Prozent. Monatsgeld wurde mit 5,25 bis 6,75 Prozent gehandelt. Industrie-Akzepte 5 Prozent, Privatdiskonten 4,37 bis 4,5 Prozent. Im Devisen- v er kehr neigte der französische Franken erneut zur Schwäche. Paris steigt auf 172,75, Brüssel auf 170,50 gegen London. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 22. Juni. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer, 31,50 bis 32 Mark; Roggen, inländischer, 22 bis 22,50; Sommergerste für Brauzwecke 22 bis 24; Hafer, inländischer, 21 bis 23; Mais (gelb) 17,50 bis 17,75; Weizenmehl, inländisches (Spezial 0), 43 bis 43,25; Roggenmehl 30,50 bis 31; Weizenklej§ 9; Roggenkleie 11 Mark. Tendenz: stetig. Berliner Börse. Berlin, 22. Juni. Auch heute lagen bet Beginn der Börse wieder größere Provinz- und angeblich auch Auslandaufkäufe vor, namentlich in den gestern bevorzugten Werten. J.-G.- Farben- i n d u st r i e wurden zu einem etwa 20 Prozent höherem Kurse als der gestrigen Schlußnotierung gehandelt, und zwar zu 237 Prozent. Auch in Spreng st offwerten war ein stürmisches Geschäft zu beobachten, angeblich auf engliscke Käufe. Ferner waren Spezialwerte, wie Deutsche Erdöl, Schultheiß (plus 7 Prozent) und andere Spritaktien beträchtlich höher. Auf den übrigen Marktgebieten war die Tendenz nicht ganz einheitlich, so am Montonmarkt. Hier kam in einigen Werten viel Material heraus; so mußten u. a. Bochumer sich eine Einbuße gefallen lassen, während dagegen Meinstahl und Har.pener, wie überhaupt sämtliche STo hlenaktien, stark gesteigert waren. Der Elektromarkt tendierte gleichfalls nicht einheitlich, gekauft wurden vor allem AEG und Schuckert. Schiffahrtaktien lagen recht fest. Am Bankaktien - und K a l i m a r k t hatten die gestrigen Steigerungen Abgaben zur Folge. Im Verlaufe der ersten Börsenstunde schritt die Spekulation in erheblichem Maße zu Gewinnficherungen, nur Farbenaktien blieben weiter fest. Der Geldmarkt ist unverändert. Im Devisenoerkehr gaben die lateinischen Valuten erneut nach. Paris gegen London 173, Brüssel 171,50, Mailand 135,50. Berliner Produktenbörse. Berlin, 21. Juni. Die Grundstimmung im Berliner Produktenhandel war heute für Weizen und Roggen wieder fester. Außerdem tritt erneut infolge der wiederum niedergehen- den Regenfälle eine größere Unsicherheit ein, nachdem am letzten Samstag eine beachtenswerte Beunruhigung des Marktes eingetreten war. Gerste preis haltend bei ruhigem Geschäft. Auch in Hafer hat sich nicht viel geändert. Im Zeithandel eröffnete Iuliweizen etwa 1,50 Mk. über letztem Stand, während im übrigen Dek- kungen fehlten und unveränderte Kurse ein- setzten. In Roggen setzte sich eine Steigerung für Herbstmonate von 1,50 Mk. durch, Juli- Lieferung unverändert. Es notierten per 1000 Kilo: Roggen, märk., 190 bis 195; Sommergerste 194 bis 205; inländ. Gerste 180 bis 193; Hafer, märk., 197 bis 208; per 100 Kilo: Weizenmehl 38 bis 40,25; Roggenmehl 27,75 bis 29,50; Weizenkleie 10,10; Roggenkleie 11,35 bis 11,50; Diktoriaerbsen 36 bis 46; kleine Speife- erbfen 30 bis 34; Futtererbsen 22 bis 27; Peluschken 23,50 bis 28,50; Ackerbohnen 24 bis 26,50; Wicken 33 bis 35,50; Lupinen (blau) 15,50 bis 17,50; Lupinen (gelb) 21 bis 23; Rapskuchen 13,50 bis 13,70; Leinkuchen 17,80 bis 18; Trockenschnihel 9,90 bis 10,30; Sohaschrot 19,30 bis 19,50; Kartoffelflocken 21,50 bis 22 Mark. Wirtschaft. Der Kamps um den Eisenmarkt. (Don unserem Essener Mitarbeiter.) Die Krise der deutschen Eisenindustrie wird vor allem dadurch gekennzeichnet, dah ihre gegenwärtige Leistungsfähigkeit hinter der Vor- lriegsleistungsfähigkeit kaum zurückbleibt, daß aber die deutsche Gewinnung an Roheisen im Jahre 1925 nur auf 53 Prozent und die an Rohstahl nur auf 65 Prozent der Friedensziffer gestanden hat. Mit anderen Worten bedeutet das, dah der deutsche Markt nur zu 55 bis 65 Prozent des Vorkriegsbetrages aufnahmefähig ist. Leider ist die Aufnahmefähigkeit des Inlandmarktes im Laufe dieses Jahres noch weiter zurückgegangen, ein Zeichen dafür, daß auch die verarbeitende Industrie immer mehr von der Krise ergriffen worden ist. An dieser bedenklichen Entwicklung ändert die Tatsache nichts, dah die Ausfuhr sowohl an Groheisen- erzeugniffen wie an Fertigfabrikaten in Zunahme begriffen ist. Will man mit Rücksicht auf die Arbeiterschaft den Beschäftigungsgrad nicht herabsehen, dann bleibt nichts anderes übrig, als den Produktionsüberschuh auf dem Weltmarkt anzubieten. Leider sind hier die Absatzbedingungen für deutsches Eisen immer schlechter geworben; denn der Frankensturz hat nahezu in gleichem Tempo die Eisenpreise mit sich in die Tiefe gerissen. Trotz einer Weltteuerung von etwa 50 Prozent stehen die Weltmarktpreise für @ifen und Stahl fob europäischen Seehäfen meist auf Friedenspreis oder noch tiefer. Die alten deutschen Eisenzölle, die bei der Annahme der sogenannten kleinen Tarifnovelle 1925 keine Erhöhung erfahren haben, sind nicht ausreichend, das Valutadumping vom deutschen Markt fernzuhalten. Diese Staatshilse hat versagt. Deswegen spielen die Bemühungen, die Selbstkosten der Eisenindustrie zu senken, eine bedeutende Rolle. Im Vergleich zum Jahre 1913 brauchten deshalb gegenwärtig — von zahlreichen billigeren Abschlüssen abgesehen — die offiziellen Verbands- inlandpreise nur auf etwa 20 Prozent über Frieden festgesetzt zu werden, während die allgemeine Teuerung auf 40 Prozent berechnet wird. Dabet geht in der Eisenindustrie die Lohnerhöhung über die Teuerung hinaus, von der Mehrbelastung durch andere Selbstkostenfaktoren, wie Steuern, soziale Beiträge, Frachten (allein das 2 bis 3fache des Friedens), Zinsen, Verteuerung der Rohstoffe usw. ganz zu schweigen. Aehnliche Verhältnisse wie in Deutschland sehen wir auch in anderen Ländern. Besonders ungünstig ist die Lage in England, während Inflationsländer wie Frankreich, Belgien und Luxemburg ihre Leistungsfähigkeit natürlich besser ausnutzen können. Sogar in den Vereinigten Staaten machen sich jetzt Ansätze für eine kritischere Entwicklung der Eisenindustrie bemerkbar. Aus diesem Grunde ist auch in den letzten Monaten der Kampf um den Welteisenmarkt noch schärfer geworden als er bisher schon war, wobei natürlich auch eine Rolle der Umstand spielt, dah die Länder, die an den internationalen Eisenverhandlungen teilnehmen, sich eine möglichst günstige Quote für die Zukunft sichern wollen. Die Verschärfung des Kampfes um den Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 2. Juni. Tendenz: Haussierend, sväter abgeschwächt. — Die Börse stand auch heute zu Beginn des Verkehrs im Zeichen einer ausgesprochenen H aussebewegung, die trotz des ungewöhnlich hohen Kursstandes a n - dauernd neue finanzkräftige Mitläufer findet, denn wie informierte Kreise behaupten, häufen sich die Kaufaufträge aus der Provinz und aus dem Auslande. Man glaubt in Börsenkreisen, durch den negativen Ausgang des Volksentscheids eine Periode innerpolitischer Ruhe erwarten zu dürfen, und infolgedessen ließ auch die Spekulation ihrer Unternehmungslust ungehemmt Vtzfferer Witterung nun überall ihren Anfang aswmmen. Sie liefert im allgemeinen eine gute Mittelernte, auf gut gedüngten, feuchten Wiesen eine richtige Vollernte. Der Wert der künstlichen Düngung tritt dabei auffallend in Erscheinung und macht sich bei den heutigen Holsen Heu- und Futterpreisen reichlich bezahlt. Die ausgiebigen Regenfälle der jüngsten Zeit haben namentlich für das sogenannte Bodengras sehr Ötge Wirkungen gezeigt. Trotz der besseren ichten der diesjährigen 5>eu ernte sind die Graspreise ziemlich hoch. I Aus dem Hüttenberg, 21. Juni. Die Erwartungen, die man auf die diesjährige Bock- jagt) gesetzt hatte, haben sich im allgemeinen nicht bestätigt. Trotz der fast durchweg guten Wildbestände hört man selten, daß ein guter Bock geschossen wurde. Dies kommt daher, daß hier die Jagd auf Rehböcke erst am 1. Juni aufgeht, die Böcke zu dieser Zeit schon reichlich Aesung im Walde haben und auf die Felder und Wiesen fast kaum noch austreten, aber auch schon sehr „heimlich" sind. Die einzige Hoffnung, noch einen guten Bock zu schießen, seht der Jäger auf die Ende Juli und anfangs August stattsindende „Blattzeit". Mit dem 31. August endet hier durch bekannte Polizeiverordnung des Oberpräsidenten der Rheinprovinz die Jagd auf Rehböcke. -s- Lützellinden, 21. Juni. Die in der Gemarkung Klein-Linden belegene Sand- und Tongrube der hiesigen Gemeinde ist seit dem vorigen Jahre an die Firma I o h. Georg Müller, G. m. b. H. zu Wetzlar verpachtet. Diese hat die Grube in moderner Weise ausgebaut. Das schwierige Ausfahren des Sandes aus der Grube ist dadurch in Fortfall gekommen, daß die Firma eine Vorrichtung geschaffen hat, mittels deren der Sand bis an die Straße Klein-Linden—Grohen-Linden befördert und dort in die Wagen der Abnehmer gekippt wird. Hörnsheim, 21. Juni. Die Fische- rei der hiesigen Geineinde war bis zum 31. März 1928 an einen auswärtigen Pächter verpachtet. Dieser ist vom Pachtvertrag zurück- und an seine Stelle der Landwirt Friedrich Volk IV. von hier getreten. Die letztmalige Verpachtung fand in der Inflation gegen eine hohe Papier- marksmnme statt. Der neue Pächter zahlt die Friedenspacht in Höhe von 51 Mk. jährlich. <> Hochelheim, 21. Juni. Die hiesige Gemeinde verfügt trotz der Gröhe der ©emarfung über solch geringe Wiesenflächen, daß sie geradezu als „wiesenarm" bezeichnet werden muß. Ein großer Teil der viehhaltenden Einwohner ist gezwungen, einen wesentlichen Teil des Heubedarfes alljährlich außerhalb za decken. Dies geschieht vorwiegend durch Beteiligung an den Grasversteigerungen in Gießen. Die Viehbesitzer ersteigern das Gras, mähen es selbst ab und fahren das daraus gewonnene Heu mit ihren eigenen Fuhrwerken nach Hause. Soweit sie nicht im Besitze von Pferdefuhrwerken sind, stellt sich in diesem Jahre das Heu insofern teuerer, als sie wegen der hier herrschenden Maul- und Klauenseuche mit ihren Rindviehgespannen über die Gemarkungsgrenzen hinaus nicht fahren dürfen. CO Vollnkirchen, 21. Juni. Bei dem Ausbau der Straße von hier nach Dol- pertshausen, die bei dieser Gelegenheit eine Verbreitung erfährt, müssen eine Anzahl O b st - bäume entfernt werden, deren Wert dieser Tage durch den Kreisobstbaulehrer zu Wetzlar abgeschäht wurde. L Groß-Rechtenbach, 21. Juni. Die Be- • setzung der hiesigen Landjäger st elle bereitet Schwierigkeiten, weil es schwer hält, für den Land» . jäger eine Wohnung zu bekommen. Ein Beamter des Landratsamtes und der Landjägermeister l von Wetzlar begaben sich dieser Tage auf die Suche nach einer Wohnung, ohne daß sie eine solche be- 5" kommen hätten. Kreis Biedenkopf. k;. H e r m a n n ft e i n, 21. Juni. Die Arbeiten der hiesigen Feldbereinigung schreiten rüstig fort. Zur Zeit werden die neuen Wege »eingesteint". In die Vermessung einbezogen sind auch die Ländereien des Schenkschen Hof - g u t e s, der Stadt Wetzlar, der Buderus- schen Eisenwerke u. a. Die Ländereien ck>es Hofgutes machen etwa ein Drittel der ganzen Gemarkung aus. Man hvsst, in zwei Jahren im Besitz der neuen Grundstücke zu sein. Maingau. WSA. Frankfurt a. M., 21. Juni. Die am Samstagnachmittag von ihrem Geliebten durch mehrere Revolverschüsse schwer verletzte 22jährige Marie Kleespies aus Kassel bei Gelnhausen ist nach ihrer Einlieferung tn das Städtische Krankenhaus, ohne das Bewußtsein wieder erlangt zu haben, verstorben. Der Täter wurde, wie bereits gemeldet, f e st- a e n o m m en. Durch Vernehmung des Täters, des 21jährigen Graveurs Hanschmann, wurde festgestellt, daß er mit der Kleespieh ein Liebesverhältnis unterhielt und sie ohne ihr Wissen erschoß. Es liegt einwandfrei Mord vor. Als Motiv der Tat gab Hanschmann an, daß er die Kleespieh, die lungenleidend gewesen sei, von ihrem Leiden habe befreien wollen. Der Täter zeigt nicht die geringste Spur von Reue; er ist vielmehr Über die gelungene Tat befriedigt. Von den 7 Schüssen wirkte schon der erste tödlich. Hanschmann hatte, wie einwandfrei festgestellt werden konnte, schon seit Wochen die Absicht, die Kleespieh zu töten, ohne daß diese eine Ahnung davon hatte. Die Kleespieß war früher hier in Stellung und wohnte zuletzt in Kassel frei Gelnhausen bei ihren Eltern. Sie erfreute sich eines guten Rufes. — Fe st genommen wurde der Kaufmann Baptist Sartorius aus Ludwigshafen; er gab sich hier in Frankfurt und anderen Städten fälschlich als Vertreter der Heidelberger „Allgemeinen Obst- und Gemüsezeitung" aus und zog erhebliche Abonnementsgelder ein. — Heute früh gegen 7 Ufjr ereignete sich an der Hauptwache ein tödlicher Unfall, indem ein junges Mädchen vom Motorwagen eines aus der Zeil anfahrenden Zuges der Straßenbahnlinie 15 entgegen der Fahrtrichtung abs prang und so unglücklich unter den Bahnräumer des nachfolgenden A n h ä n - ?erwägens geriet, daß es schwere Der- eöungen namentlich am Unterleib erlitt, denen es alsbald erlag. Die Personalien der Verunglückten sind bis jetzt noch nicht bekannt. Bei der Toten wurden zwei Trambahnfahrscheine gefunden, nach öenen sie am Samstag von Bad Homburg (Luisenstraße) nach Frankfurt (Gallusanlage) und heute morgen von der Zobelstraße nach der Hauptwache gefahren ist. — Bei Crd - arbeiten am Mainkai ist man auf einen interessanten mittelalterlichen Fund gestoßen. In der Sandschicht fand man 35 bis 40 Gold» Amtsgericht Gießen. * Gießen, 17. Juni. Im vergangenen Frühjahr wollten Arbeiter eines hiesigen Weißbindergeschäfts im Hofe eines Gastwirts von hier ein Gerüst aufschlagen, um ein an diesen Hof angrenzendes Haus anftreichen zu können. Da jedoch angeblich im letzten Sommer beim Anstreichen eines anderen Hauses durch Leute desselben Geschäfts ein Schornstein des Hauses des Gastwirts beschädigt worden war und der Inhaber des Geschäfts die Zahlung der Herstellungskosten abgelehnt hatte, weigerte sich der Gastwirt, die Erlaubnis zum Aufschlagen des Gerüstes zu erteilen. Er bemerkte dabei, er wolle mit der „Lumpenfirma" nichts zu tun haben, und gebrauchte noch einen viel schärferen Ausdruck. Auf die Privatklage des Weißbinder- meisters hin wurde heute der Gastwirt zu einer Geldstrafe von 20 M k. und zur Tragung der Kosten des Verfahrens verurteilt. Ein Landwirt aus Leihgestern, der unter dem Gespött der Jugend viel zu leiden hat, ließ sich dazu hinreißen, einen 10jährigen Jungen, der ihm angeblich ein Kinderpistolchen in das Gesicht hielt und damit knipste, mehrere Schläge auf den Kopf und in das Gesicht zu versetzen. Daß der Junge sich tatsächlich so verhalten hätte, wie der Landwirt behauptete, konnte nicht bewiesen werden. Letzterer übernahm daher vergleichsweise die Kosten der gegen ihn erhobenen Privatklage einschließlich des Sonderhonorars des Vertreters des Privatklägers. Gerichtsfaai. WSN. Darmstadt, 21. Juni. Das Bezirksschöffengericht verurteilte gestern den 27jährigen verheirateten Lehrer Seibert aus Worfelden, der sich an vier verschiedenen Schülerinnen im Alter von 14 Jahren sittlich vergangen hatte, zu einem Jahr a ch t Monaten Gefängnis. Ferner wurde der 31jährige Privat- lehrer Paul Heller aus Salzwedel, der an einer Schule in Alsbach tätig war und sich an verschiedenen Knaben vergangen hatte, zu acht Monaten Gefängnis verurteilt. Berlin Schluß» Anfang 22 6 Weltmarkt zeigt sich nicht nur in den Preisen, sondern vor allem auch in der Art der Methoden des Kampfes. Vornehmlich ist hier zu erwähnen die Zunahme staatlicher Eingriffe. Aehn- lich wie bisher der englische Staat für die englische Kohlenausfuhr Subventionen geschaffen hat, werden seit kurzem von einigen überseeischen Ländern unverhüllt auch Eisen-Unterstützungen gezahlt. Diese Methode löst natürlich Gegenmaßnahmen aus; so wird z. B. das amerikanische Alttidumpinggesetz schon seit längerer Zeit gegen subventioniertes indisches Roheisen angewandt. Für uns ist besonders bedenllich, daß die Vereinigten Staaten unter recht fadenscheinigen Vorwänden auch gegen die deutsche Cisenausfuhr vor kurzem ähnliche Maßnahmen getroffen haben. Es scheint so, als ob auch von Seiten Englands, das schon früher sich recht unfreundlich gegen Deutschland benommen hat, ähnliche Dinge be- vorständen. Jedenfalls verlangt die englische Eisenindustrie immer lauter nicht nur Erhöhung des Zollschuhes gegen ausländisches (namentlich deutsches) Eisen, sondern sogar schon ausgesprochene Sperrmaßnahmen. Die Lage auf dem Welteisenmarkt fängt also allmählich an kritisch zu werden, ein Umstand, der auf die internationalen Eisenverhand- lungen womöglich nicht ohne Rückwirkungen bleiben wird. 93örfentnr1e. 5% Deutsche Reichsanlethe • 4% Deutsche RctchSanleihe . 3V,°/o Deutsche Reichsanleihe 3% Deutsche Reichsanleibe • Deutsche Sparprämienanleihe 4°/o Preußische KousolS > . . 4% öeffejj.......... 3V2% Hessen 3% Hessen Deutsche Wertb. Dollar-Anl. bto. Doll.-Schatz» Anweisug.*) 4% Zolltürkcn 5°/o Goldmerikaner .... Berliner Handelsgesellschaft ■ Commerz- and Privat-Bank Darmst. und Nationalbank ■ Deutsche Bank......... Deutsche Bereinsbank ■ • . • DiSconto Commandtl . . . Metallbank.......... Mitteldeutsche Credttbank . . Oestrrreichische Creditanstalt. Westbank........... Bochumer Guß ....... Buderus ........ Caro ......... Deutsch-Luxemburg ..... Gelsenkirchener Bergwerke. . Harpener Bergbau...... Kaliwerke Aschersleben.... Kaliwerk Westeregeln. .... Laurahütte....... . . . Oberbedars..... Phönix Bergbau ...... Roeinstahl........... Rrebeck Montau ....... Tellus Bergbau. ...... Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovd .... Cheramische Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmanu...... Anglo-Cont-Guano Chemische Mayer Alapin . . I. G- Farbenindustrie, A.-E. Goldschmidt.......... Holzverkohlung Nütgerswerke Scheideanstalt Allg. Elektrizität-.Gesellschaft Bergmann .......... Matnkraftwerke Schuckert Siemens & Halske .••••« Ädlerwerke Äleyer ..... Daimler Motoren. ...... Heyligenstaedt Meguin. ...... . . . . Motorenwerke Mannheim Frankfurter Armaturen Konservenfabrik Braun . . . Meta llgeselllck, ast Frankfurt. Schuhfabrik Herz . . . . , Sichel.............. Zellstoff Waldhof...... Zuckerfabrik Frankeuthal . . Zuckerfabrik Waghäusel . . . Kur» 21. 6. 0,4055 0,405 0.4 0.395 — 0,38 1.3875 0.37 — 0.38 0,385 0.47 — 0,48 — 0,221 1,2305 — 0,38 0,385 1.3702 ! 0,385 0,36 — 0.37 1 — — — 0.325 — —- — 0,34 — 95,5 —— — — — — — — 13,12 13,4 — 51,9 I — 168 — 167* 167.7* 113,7* 115,5* 114,2* | 117* 153,7* 153,7* 153* ! 153,5* 144,5* 144,2* 142.6* l 143* 84 — - 1 — 136,7* 138,5* 136,7* 137,7* 119 119 — — 110 110,5 110,25 111,5* 7,05 7 7 — — — — — 127.7* 126* 126,2* 122,5* 75.5 77,75 75 78.25 62 — 61.5* 62,75* 127’ 127* 126* 126,7* 137,5* 140’ 137,5* 138* 139,9' 142.5* 139.2* 140,9* 145,62 149 14b.5 149,7* 150* 154,5 156,5* — 42,5 —- 41 44,9 59* 58,5* 58’ 59,5* 101' .64.5* 75* 102.91 128,7* 135,5* 128,75 134* 123, % 127 122,25 126,7* 70,25 - — —- 1'2* 143.4* 141* 144* 138.2* 138* 137* 138* 46.5 — 99 : 99,75 — _ 70,5 ! ?1,75 70 — — — 74,25 — — — — — 220,7* 240* 2'0* 237* 85 93 86,5 — 59 — — 98 99.5 99 99,5 141 149,75 — — 126.9* 135,2* 78,75* 130,5* 120 — — 122,5* 95 — — — 116.5* 118,2* 115,2* 119* 164' 165* 162,7* 165,5* 77 81 77 80 68.75 68,5 68,25 70,25 23 — — — 35,5 — — — — 32,5 — — — — 31 _ — — 133 135,75 — 75 1 — 75.5 — — 31 3 — — — 145,5 154 144.7* 57,5 150 59.5 61,5 — 70 1 73,5 — 1 —- 21 Juni. 22. Juni. Amtliche Meld Kotierung Brief Amtliche Notierung Geld Brief Amst^ritou. Buell--Aires Brfs.-Antw Christianla. Kopenhagen Stockholm . HelsingforS. Italien. . . London. - . Neuyork . . Paris. . . Schweiz . . Spanien . . Japan . . . Rio de Jan. Wien tn 2)-= Oest. abgest. Prag .... Belgrad . . Budapest. . Bulgarien . Lissabon Danzig. . . Konstantin. Athen- . - Canada. . - Urnguav 168,49 1,697 12,02 92,71 111,26 112,52 10,55 15,12 20,440 4,195 11,98 81,175 68,61 1,972 0,633 59,31 12,422 7,435 5,86 3,035 21,375 80,95 2,225 5,19 4,199 4,225 D 168.91 1,701 12,06 92,95 111,54 112,80 10,59 15,16 20.466 4,205 12,02 81,375 68,79 1,976 0.635 59,45 12,472 7,455 5,88 3,045 21,425 81,15 2,245 5,21 4,209 | 4,235 anlnote 168,48 1,694 11,77 92,78 111,29 112,81 10,56 15,11 20,414 4,195 11,71 81,21 68,16 1,963 0,664 59,33 12,417 7,435 5,87 3,025 21,375 80,96 2,237 5,19 4,199 4.225 n. 168,90 1.698 11,81 93,02 111,57 112,89 10,60 15,15 20,466 4,205 11,75 j 81,41 68.34 1,967 0,666 1 59,47 12,457 7,455 6,89 3,035 21,425 81,16 2,247 5,21 4,209 | 4,235 Berlin, 21. Juni Geld Brief Amerikanische Note» ..... Belgische Noten........ Dänische Noten........ Fraozöilsche Noten ...... Holländische Noten...... Italienische Noten ...... Norwegische Noten...... Deutsch-Oesterr.,4100 Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten...... Schweizer Noten....... Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noteu .. Ungarische Noteu....... 4,182 12,01 110,09 20,375 12,01 168,08 15,33 92,77 59,40 1,77 112,31 81,22 68,48 12,395 5,835 4,203 12,07 111,65 20,475 12,07 168,94 15,41 93,23 59,70 1,81 112,87 81,62 68,62 12,455 5.875 Turnen, Sport und Spiel. Die Schule des Boxens. Am Aufschwung der Leibesubungen in Deutschland ift auch der Boxsport beteiligt. Wahrend er in den ersten Jahren nach dem Kriege noch schwer um die Existenz zu kämpfen hatte, Hal er sich dann am io schneller durchgesetzt und besitzt heule einen großen Anhang in allen Teilen der Bevölkerung. Schneller, als erwartet, ist diese Entwicklung vor sich gegangen, und es bestehl durchaus die Aus- sicht, daß der Faustkampf nicht nur ein Kampfsport, «andern ein Ergänzungs- und Unterhaltungssport, kurzum ein Massensport wird, wie er es in den angelsächsischen Ländern schon längst ist. Ein systematisches Boxtraining ist ein vorzügliches Mittel zur körperllchen Erziehung, denn Boxen stellt große Ansprüche an den Ausübenden. Kraft, Schnelligkeit, Ausdauer, Gewandtheit, Intelligenz, Mut, Selbstvertrauen und Beherrschung der Zehntelsekunde sind Vorzüge, die der Boxkampf bietet, oic sind in ihrer Wirkuna auf die Erziehung tur Persönlichkeit sehr wichtig. Aber erst jahrelanges Ueben und Denken, die Anwendung aller geistigen Kräfte gehört dazu, um au einer wirklichen Leistung zu gelangen. Ss ist verkehrt und schädlich zugleich, wenn manche, namentlich junge Leute, glauben, schon noch wenigen Monaten Uebung, womöglich noch Ünter zweifelhafter Anleitung, der Oeffentlich- keit ihr Können zeigen au dürfen. Beim Boxen iührt nur ein richtiges, systematisches, gleich fortschreitendes Training zum Ziel. Dazu gehört vor allen Dingen Seilspringen und Laufen, um Ausdauer und Gelenkigkeit zu erzielen. Der Boxball, der Medizinball, die Keulen, das Schattenboxen sind unenkbehxllch, um eine gute, gleichmäßige Körper- aushtldung bcrbcizufuhren. Dazu kommt die Gym- uästtk, die infolge ihrer. Vielseitigkeit für einen Boxer unerläßlich ist und die die Grundlage für das BvttN bildet: Täglich ausgeführt, macht sie den ttß^cr widerstandsfähig, bildet sie die notwendigen Muskeln aus und ist gleichzeitig das beste Hilfsmittel zgr Erlect)Utzg der einzelnen Stöße und der unbedingt nokwendigen Gewand'cheit. Berni. ber Boxsport aber seine Werte einer großen Maste der Bevölkerung vermitteln, wenn er Wittlich die Entwicklung zum Massensport fortsetzen will, so müssen die Fehler und Mängel beseitigt wer- den, die ihm heute anhaften, so müssen die Grund- lägen geschaffen werden, auf denen allein eine wei- & Verbreitung möglich ist, nämlich genügendes Lkhrp.ersonal und einheitliche Grundlagen für die Ausbildung. Es darf nicht vorkommen, daß z. B. cm westdeutscher Boxer, der nach Ostdeutschland übersiedelt, dort eine andere Auffassung vorfände. UetöraU muß die gleiche Grundlage vorhanden sein, und erst wenn das ber Fall, wird der deutsche Box- fport einer Blütezeit entgegengehen. Die Art und der Weg, auf dem der Boxsport nach Deutschland kam, machen es verständlich, baß erst Erfahrungen gesammelt und Richtlinien aufge« stellt wurden. Berufsboxer waren ursprünglich die Mehrer der Amateure. Aber nicht immer find gute Boxer auch gute Lehrer. Außerdem war die Aus- bilbung bei den Berufsboxern viel zu verschieden, an richtigen Lehrern herrschte fühlbarer Mangel. Dadurch litt naturgemäß die grundlegende Ausbildung, sowie die gesamte Organisation. Darum ging auch die Entwicklung anfangs sehr langsam vorwärts. E m besonderes Verdienst hat sich die Deutsche Hochschule für Leibesübungen erworben, die auch den Boxsport mit in ihren tzehrplan ausnahm. Hier wurden allgemeine Richtlinien oefchaffen, die durch uorgebilbete Lehrer in die Praxis umgesetzt werden sollten. Bor allem sollten diese Lehrer in den Vereinen und Verbänden für die richtige Anleitung sorgen. wo bis dahin vielfach Boxlehrer mit zweifelhaftem Können Unterricht erteilten. Daß der Boxsport vielfach noch als roh verschrien ist, ist namentlich auf hie mangelhafte Ausbildung zurückzuführen. Auch heute fehlt es noch an einer genügenden Anzahl von Lehrern, fowie an einheitlichen Grundlagen ber Ausbildung. Boxen als Sport kann jeder! ireiten, Boxen als Leibesübung soll jeder treiben, denn es ist eine vollkommene, wirksame Ausbildung desKhxpers, der seinerseits wieder dem Willen mehr intterworfen wirb, wie bei vielen anberen Sportarten. Wer selbst Boxen mit einer intensiven Vorbereitung betrieben und seine Wirkungen verspürt hat, schafft sich bann auch schnell bas Urteil, ob dieser Sport Der dritte Schuh. Kriminalroman von Ole S t e f a n i. IT. ForUztzung. Nachdruck verboten. Krämer schluckte ein paarmal, bann sagte er mit gleichgültiger Stimme: „So würde ich niemals lachen!" Der andere lachte stärker. Doll- Bewunderung über Kramers Ruhe grinste der Chauffeur, an der lÄt ftehenb, mit. Schsilz, der halb zu Bewußtsein kam, stöhnte am Boden. Der falsche Kramer hörte auf zu lachen: „Wie ipät, ömil?" „Geich halb zwei." „ZAt zur Ueberfahrt. Mach das Boot los, unser Freund kann nicht mehr lange ausbleiben." Er hotte, während ber Chauffeur hinausging, einen Taschenspiegel und eine Tube Vaseline hervor. Er griff sich in bie Haare unb nahm sie vom Kopf herunter. Dichtes, schwarzes Haar würbe sichtbar. Sodann fgßte er Augenbrauen unb Bartkoteletten unb ;og sic, das Gesicht schmerzhaft verziehend, von ber Haut. „Der Mastix hat es zu gut gemeint!" murmelte er dabei. Der Schein der beiden Lichter fiel auf ein voll- iiändig verändertes Gesicht von einer gewissen abenteuerlichen Schönheit unb Energie. Kramer bäumte sich jäh in seinen Fesseln: „Ra c o szy!" Er hatte vergeblich versucht, den Schrei zurück- zuhalten. Schulz war völlig erwacht unb starrte mit auf« gerissenen Augen die Szene vom Boden her mit an. Racoszy sah neugierig lächelnd zu Kramer hin- über, während er das Gesicht mit einem Tuche abrieb. „Dös haben Sie doch erwartet, nicht wahr?" Krgnier faßte sich. „Eigentlich, ja!" „Run!" fügte der andere, ein wenig gekränkt, wie es schien. „Meine Sandberg-Maske war nicht so gut. Immerhin werde ich, wenn ich mich einmal zur Ruhe setze, ein Lehrbuch der Kosmetik schreiben, das epochal wirken wird." Er stand auf. ,Lch werde erwartet. Es tut mir leib, mich Ihrer Gesellschaft berauben zu müssen. roh ober gefährlich ist. Die Antwort ist nicht zwei felhon weder bas eine, noch das andere. Turnen. Aus dem Mittelrhemkreis der D. T. (ßauDcrbaubstumffunbc des 1. Gouveebands. Kurhausturnen in vadUauheim bpw. Der erste Mlttelrhcinischr Gauocrbanb, dem bie Gaue Hellen. Frankfurt, Offen bad)., Hanau. Kinzig unb JHain angehören, hielt am' 16. unb 20. Juni in ber Turnhalle des Turnvereins 1860 Bad-Rauheim feine erste diesjährige Vauverbandsturnstunde ab. Der Samstagnachmittag galt dem Frauenturnen, ber Sonntag dem Männerturnen. Beide Veranstaltungen waren nicht fo gut besucht, wie eS erwünscht gewesen wäre. Die Verbandsleitung hatte vor allem eine bessere Beteiligung der benachbarten Vereine des Gaues Helsen erwartet. Bom Turnausfchuh unseres Heimatgaues waren ®auoberturntoart TV. Will «Gießen), ®aufraucntumtoart R Paul (Gießen) und bie BezirkSturnwartc Schüler (Wetzlar) unb Hartmann (Bad-Bau he im) vertreten. Die Frauenlurn stunde wurde vom Derbanbsfrauenturnwart F. Fleck geleitet. Gegenstand ber Hebung und Besprechung waren u. a.: Äörperbilbenbe Gymnastik (Leiter F. Fleck): Pferd mit Pauschen (K. Kuhlen): Schwungformen mit Belastung (Frl. Kaste n). Der vorgeführte ilebungdftoff bot reiche Anregung. Bei ber sich anschließenden Beratung konnten Einzelheiten noch besprochen werden: außerdem gaben die Mainzer Ausscheidungskämpfe für die deutschen Kampfspiele in Köln Anlaß zu einem kritischen Rückblick. R. Paul (Gießen) referierte über bie Spiele ber Frauen. Gr trat dafür ein, daß nicht nur Scherz- spiele, sondern auch Kampfspiele gepflegt werden müßten. Bezüglich der letzteren gab er dem Faustball den Vorzug vor dem Handball unb fand damit die Zustimmung der Versammlung. Die Gründung von Faustball-Frauenmannschaften sei allenthalten anzustreben. Allgemein kam zum Ausdruck, daß Spiele zu wählen seien, bei denen ber Lauf nicht zu kurz komme. Angeregt wurde, im Herbst einen Lehrgang für Frauenturnen abzuhalten, vorausgesetzt, daß vom Kreis ein solcher nicht angeseht wird Die Männerturn stunde leitete ber Verbandsoberturnwart F. Friede (Frankfurt a. Main), ber gleichzeitig, Kreisturnwart für das Männerturnen ist. Die Stunde begann mit Lauf- und Sprungübungen unb widmete sich dann besonders dem Geräteturnen. Am Reck (hoch) war Schüler (Wetzlar), am Pferd (breit) R. Reuter (Gießen) ein sachkundiger Vorturner. Weiter wurde am Reck (tief) mit Barren geübt. Ein sehr schönes Kürturnen am Barren gab ©elegenfieit zu gründlicher Kampfrichterbelehrung. Besonderem Interesse begegnete das (Sern einturnen an dem noch neuen Gerät, der Sprossenwand, die etwas ganz anderes ist als die senkrecht stehende Leiter. Auch die Spiele riefen rege Anteilnahme hervor. Das ganze Turnen wickelte sich flott ab und gab bei sehr guter Ausführung des HebungSstofses wie das 5rauentumcn wertvolle Anregungen für den Turn betrieb in Gau und Verein. Gewünscht wurde, daß bei der nächsten Turnstunde, die in Bockenheim stattfindet, die Doppelgeräte berücksichtigt werden. Den Höhepunkt der Tagung bildete der von F. Friede geleitete Werbeabend für deutsches Turnen im Kurhause, woran die Gaue Hessen, Frankfurt a. M. und Offenbach- Hanau beteiligt waren. Der Gau Hessen war durch Tv. Wetzlar und Tv. 1 860 Bad- Ra u y e i m vertreten Die Wetzlarer zeigten Spannungs-, Lockerungs- und Gewandtheilsübun- gen in tadelloser Ausführung: bie Dad-Rau- beimer boten mit ihren Schülerinnen und Turnerinnen Freiübungen und Volkstänze in sorgfältiger Ausführung und ließen außerdem durch ihre Fechterriege zum Ausdruck bringen, daß auch das Fechten ein wertvoller Bestandteil des Kramer, Sie haben mir auf den ersten Blick gefallen. Wissen Sie noch — damals, in der Tram?" Er lachte. „Mir waren Sie beim ersten Blick verdächtig!" sagte Kramer mit leiser gereizter Stimme. „Ich weiß, ich weiß!" rief Racoszy eifrig. „Sie riechen Ihr Wild beim erstenmal. Mir geht es ebenso. Darum eben sind Sie mir ja so sympathisch. Aber was.soll ich nun wirklich mit Ihnen machen?" Kramer schwieg. „Ich würde Ihnen gern ein paar Zigaretten hier lassen. Denn^ ich glaube nicht, daß Sie hier den Besuch Ihrer Freunde vor morgen mittag zu erwarten haben. Aber dazu freilich müßte ich Ihnen die Arme frei machen." Er ging in Gedanken auf und ab. .Hören Sie zu, Kramer. Ein ehrlicher Vorschlag. Sie versprechen mir, mich nicht zu verfolgen!" „Ich denke nicht daran!" „Hören Sie doch erst meine Gegenvorschläge an. Ich binde Ihnen dafür einen Arm frei. Den andern können Sie sich dann ja selbst frei machen, und lasse Ihnen dies Päckchen englischer Zigaretten hier — Abdulla, mögen Sie sie?" „Wie nobel Sie doch sind!" Racoszy lächelte: „Warten Sie doch ab, Sie kleiner Hitzkopf. Ich habe Ihnen außerdem noch etwas viel Besseres zu bieten: Was würden Sie sagen, wenn ich Ihnen die unschätzbare Information gebe, wer den Kommissar Brentheim getötet hat? Das erspart Ihnen viel Arbeit!" „Sind Sie verückt?" sagte Kromer lochend. „Was habe ich davon, daß Sie mir den Mörder nennen, wenn ich Ihnen im gleichen Atemzug versprechen muß, ihn nicht zu verfolgen!" „Das heißt das?" „Daß Sie Brentheim erjchosfen Haden!" Racoszy blieb stehen und sah Kramer mit großen Augen an. „Was denn? — Ja, glauben Sie denn das wirklich noch immer?" „Natürlich." - "Ich Eimst? — Aber Kramer! Ich fürchte, ich habe Sie für intelligenter gehalten, als Sie tatsächlich sind! — Halten Sie außerdem so wenig von dem Ehrenwort, bas ich beute nachmittag Ihrem Assistenten gegeben habe?1* Er blickte amüsiert zu Schulz hinunter. „Das beleidigt mich, mein Junge! Ich ziehe meinen Vorschlag zurück! Nun suchen Sie ge= deutschen Turnens ist. Auf der Höhe reifen Können» zeigte sich ber Turnverein Bocken- heim, der mit Stuhlpyramiden. Frei- unb Gruppenübungen unb rdytmischer Ausdrucksgym- naftil die VorführungSfolge febr bereicherte Frl Friede (Frankfurt a.M), die in Einzelvor- füfcrunqen Stabübungen unb Keulenschwingen bot, erwies nch als eme Turnerin erster Klasse. Heber alles Lob erhaben waren die Darbietungen bei Besten deö Gauverbandes am Barren unb Reck Die schwierigsten Hebungen wurden von der stiege mit bewundernswertem Schneid aus geführt. Es hatten sich hier auch Männer zusam- mengefunben, bie als Sieger beim deutschen Turnfest in München ober bei den Meisterschastskamp- fen in Frankfurt und Leipzig sich schon einen Rainen gemacht haben, darunter unser vielversprechender Hessenturner Karl Reuter vom T v. 1 8 4 6 Gießen. Alles in allem war ber Abend em Beweis dafür, daß die deutsche Turnerschaft mit der Vielgestaltigleit ihrer Hebungsarten in der Lage ist. wirkliche Werbeabende zu veranstalten, zumal auch die neuzeitlichen Formen der Gymnastik und der rhytmischen Tanzkunst in den Turnvereinen heute in feder Weise gepflegt werken. Von der Amerika-Riege der D.T. Der deutsche Turner Pfeiffer, Frankfurt, der deutschen Amerika-Riege errang bei dem Turnfest in Louisville (Amerika) beim Geräteturnen der Ehrengruppe mit 57 von 60 erreichbaren Punkten einen dritten Platz. Fußball. Turn- und Sportverein Wieseck. £ Als Abschluß der sportlichen Wettkämpfe vor dem Bezirksfest, das am 3., 4. und 5. Juli in Wie- jeck stattfindet, fanden am Samstagabend zwei Wett- spiele statt, die trotz der ungewohnten Stunde eine stattliche Anzahl Zuschauer aus den Sportplatz lockten. Das erste Spiel war ein Gesellschaftsspiel zwischen den ersten Mannschaften W i e s e ck s und Lollars. Letzteres trat komplett an,während Wie- scck mit Ersatz, sogar aus der ersten Iugendmann- schaft, antrat. Nach dem Anstoß drückte Lollar sofort in feiner ungestümen Weise nach vorn und ging schon in den ersten Minuten in Führung. Damit war es mit den Erfolgen für Lollar zunächst vorbei, denn die Wiesecker Mannschaft sand sich immer besser zusammen, so daß sie bald dem Spiel ihre Note oufdrücken konnte. Schon bald stellte sich heraus, daß der von Wieseck eingestellte Ersatz dem Spiel völlig gewachsen war, hier leisteten besonders die zwei Iugendspieler ganz Hervorragendes, die den Sturm immer wieder nach vorn rissen, so daß die Lollarer Hintermannschaft reichlich Arbeit hatte. Die scharfen und meist gefährlich aussehenden Angriffe der Lollarer wurden von dem Wiesecker Verteidigungstrio glatt abgeschlagen, wobei besonders der linke Verteidiger nicht zu überwinden war. Nach dem Seitenwechsel drückte sich die leichte Ueberlegen- beit Wiesecks etwas stärker aus, hierbei gelang es dem halblinks spielenden Iugendspieler Wiesecks, in ganz brillanter Weise eine Flanke von rechts zum Ausgleichstor zu verwandeln. Kurze Zeit darauf, in der Wieseck abermals stark drückte, konnte derselbe Spieler einen dicht am Tor vorbeirollenden Ball zum 2. Tor für seine Farben einlenken. Lollar stellte nun um, versuchte die drohende Niederlage unter allen Umständen abzuwehren, und konnte auch Wieseck zunächst etwas zurückdrücken. Aber alle Angriffe, von denen sich Wieseck immer mehr und mehr wieder befreien konnte, änderte an dem Resultat, das für Wieseck einen berechtigten 2:1--Sieg brachte, nichts mehr. Anschließend hieran sollte ein Verbandsspiel zwischen Wieseck II.-Leun ' I. stattfinden. Leun traf mit fast einholbstündiger Verspätung ein, so daß das Verbandsspiel für Leun als verloren erklärt wurde. Statt dessen trugen beide Mannschaften ein Gesellschaftsspiel mit verkürzter Spielzeit aus. Das technisch wertvollere Spiel zeigte Leun, die körperlich bedeutend schwächere Mannschaft Wiesecks glich durch größeren Spieleifer aus. Das ganze Spiel wurde offen und verteilt durchgeführt, so daß von einer Ueberlegenheit einer Partei nicht gesprochen werden konnte. Irn ständigen Auf und Ab war bald das eine, bald das andere Tor in Gefahr, erst in der letzten Viertelstlmde konnte Leun aus einem durch eine Ecke entstandenen Gedränge heraus zum siegbringenden und einzigen Tor des Spieles einjenden. Der leichteste Teil war dem Schiedsrichter zugefallen. der korrekt seines Amtes waltete und fast nur das Ausgehen des Balles anzuzeigen hatte. Der Futzball-LÜnderkampf Deutschland - Schweden 3:3 (3:2 do. Die ZuhbaUgeineinde Deutschlands wurde am gestrigen Sonntag durch den Ausgang des deutlch-schwedischen Länderkampfes um eine Enttäuschung reicher, da es der deutschen Mannschaft, der man einen Sieg zugetraut hatte, nicht gelang. auS diesem Kamp) erfolgreich hervorzu- geben. Schuld daran trägt ;n erster Linie daS völlige Versagen des deutschen Mittelläufers Köhler, wodurch die deutsche Mannschaft gan$ ausrinandergerifsen wurde Rur Glanzleistungen Einzelner brachten die Tore und führten zu dem Hnentschieden. Hervorragend mar der Bahern- flüget Pöttinger-Hofmann, der Mittelstürmer Harder schoß sämtliche drei Tore. Auch Schmidt und Martwig und in der Der- . teidigung Kutterer konnten gefallen. Popp und S t u h I s a u 1 dagegen weniger. F r a n * und Auer kamen nicht völlig zur Geltung, ixt Franz zum Teil die Stelle Köhlers auSfüllem muhte. Die Schweden stellten eine wider Erwarten spielstarke Mannschaft, in der besonders der Mittelläufer hervorragte, doch war aud> insgesamt die Mannschaft gut zusammen, so daß das Spiel der Elf durch die Gefährlichkeit des Angriffs und seine Rationalität gut gefiel. In der Verteidigung war Lindberg, der Torwart. der Held des TageS. im Angriff der Halblinke der beste Mann. Der Platz des 1. F. C. Rürnberg war überfüllt und mußte schließlich polizeilich gesperrt werden. Etwa 25 bis 30 000 Menschen waren anwesend, als Schiedsrichter Andersen (Dänemark) das Spiel anpfifs. Sofort ging der deutsche Sturm, der sich gut zusammenfand, zum Angriff über. Bereits in den ersten Minuten hatten die Deutschen Torchancen, ohne sie jedoch voll auszunutzen. Allmählich kamen dann die Schweden auf. fanden aber in der deutschen Hintermannschaft ein ihnen gewachsenes Hindernis. In der 22. Minute verwandelte Harder eine Vorlage Pö11ingers zum ersten Tor. Doch schon 5 Minuten später glich Schwedens Halblinker, begünstigt durch einen Fehler Köhlers, aus. Rach wiederum einigen Minuten ging Schweden sogar durch die Mittelstürmer in Führung, dann gehörte jedoch der Rest der 1. Halbzeit der deutschen Elf, die durch eine von Harder verwandelte Vorlage Pöttingers den Ausgleich und zwei Minuten vor Halbzeit durch Harder die Führung schaffte. Rach der Pause flaute der Kamps stark ab. Das Tempo wurde schwächer, durch den ständig größer werdenden Ausfall Köhlers bekamen jedoch die Schweden, wenn auch langsam, die Oberhand. Zwar hatte der deutsche Sturm auch jetzt Torgelegenheiten, die jedoch mangels der nötigen Hnterstützung durch die Läufer, außerdem infolge der ausgezeichneten schwedischen Hintermannschaft zu nichts führten. Gin viertes Tor für Deutschland endlich durch Franz wurde wegen „Abseits" nicht gegeben. Dann, in der 38. Minute, gelang den Schweden durch einen in Rachschuß verwandelten Ball des Halblinlen der Ausgleich. Zum Schluß kam die deutsche Mannschaft nochmals zum Angriff, vermochte jedoch einen siegbringenden Treffer nicht mehr herauszuholen. Rheinhessen-Saar gegen Mainbezirk. Mainz, 20. Juni. Heute sand in Mainz das Repräsentativspiel der Dritte Rheinhessen- Saar und Main statt. Beim Mainbezirk fehlten verschiedene der besten Spieler, so daß das Spiel keinen allzu übertoältigenben Eindruck hinterließ. Die Mannschaft des Rhein-Saar-Dezirks zeigte sich während der größten Spieldauer leicht überlegen. Die ßtürmerarbeit bei beiden Mannschaften war zu eigennützig, fo daß manche Torchance vergeben wurde. Während bei Halbzeit das Spiel noch 2:2 stand, gelang eS der Mannschaft fäUigft selbst!" Der Albinokopf des Chauffeurs erschien am Fenster. „3a, Paul, ich komme gleich. — Hoben Sie mir noch was zu sagen?" „Ja. Wo sind die Gendarmen?" „In Uerbüttel." „Wo?" ' „In Uexbüttel." „War machen Sie do?" „Das weiß kein Mensch. Ich habe sie ein bißchen hingeschickt." „Wann''" „Vor ungefähr zwei Stunden", sagte er sanft. „Kramer, ich fürchte, sie haben mich mit Ihnen verwechselt." Schulz fing an zu lachen. Jedenfalls kam ein sonderbares Grunzen hinter dem Knebel hervor. Racoszy sah ihn dankbar an. „Aber — hat Sie denn auch Molinfki nicht erkannt? Der kennt mich doch sehr gut." Es schien ihm, als ob Racoszy eine Sekunde zögerte. „Nein — auch der nicht. Es war ja schon viel zu dunkel dazu. — Erlauben Sie mir, Ihnen meinen Dank für die leihweise Ueberlaffung Ihres Hellen Sommerüberziehers auszusprechen. Ich hänge ihn hier an den Nagel, da wird er nicht jo schmutzig. Ich mache Sie darauf aufmerksam, daß Sie das Futter der rechten Tasche flicken lassen müssen. Ich war so unvorsichtig, meinen Smith and Wesson hineinzustecken. Bitte, seien Sie mir nicht böse." Er sah nach der Uhr: „Au revoir, messieurt — ein Freund wartet auf mich. Zur Erinnerung will ich Ihnen trotz allem die Abdulla hier lasten. Sie mögen sie später rauchen, wenn Sie wieder frei sind: Ihnen den Knebel anzulegen, halte ich für eine Roheit. Sie können sich, wenn Sie wollen, die lange Zeit bis zu Ihrer Erlösung mit Gesang vertreiben, ich glaube nicht, daß Sie jemand ftöjren werden — die Zustimmung des Herrn am Boden vorausgesetzt!" „Wir werden uns bald wiedersehen!" knurrte Kramer. „Auf mein Wort, das werden wir!" rief der Baron lachend. „Ich mochte mit Ihnen wetten daß es eher der Fall fein wird, als Sie denken! — Nun, leben Sie wohl bis dahin!" Er klopfte dem Anwalt jovial auf die Schulter und ging hinaus. Seine Fußtritte entfernten sich, und bald glaubte Kramer, Ruderschläge zu ver- nehmen. „Das ist ja angenehm!" seufzte Kramer. Schmerzt Sie der Knebel sehr, Schulz?" Der am Boden Liegende zuckte die Achseln. „Armer Junge!" Er versuchte, an den Fesseln zu reiften. „Nichts zu machen. Die scheinen das aus eigener Erfahrung gelernt zu haben." Nach einer Weile fetzte er trübe hinzu: „Er muß gemerkt hoben, daft Sie das Telephongespräch abfingen ... Zu denken, daß wir ihn fast in der Hand hatten." Plötzlich riß es ihn wieder hoch. „Woher zum Teufel hat er bloß meinen Mantel gehabt^" Schulz, der sehr wohl unter der Qual der Untätigkeit litt, strampelte zur Abwechslung ein wenig mit den Beinen. „Ja, Schulz, ja!" sagte Kramer. „Ich will die beiden erst ganz weg wissen. Dann werde ich ein bißchen zu rufe.n anfangen. Obgleich es kaum jemand hären wird. Worten Sie noch zehn Minuten'" Sie verhielten sich eine Weile still und starrten in die Lichter. Dann begann Kramer in regelmäßigen Abständen zu schreien: „Hilfe! Hilfe!" Zwischendurch horchten sie gespannt. Aber nichts rührte sich. Nach einer Viertelstunde hatte Kramer bemerkenswerte Halsschmerzen. Verärgert gab er es auf und schwieg. Eins der Lichter erlosch knisternd. Draußen rauschte der große Strom, und der Nachtwind strich durch die Gräser und Sträucher. In der Ferne krähte ein Hahn. „Wenn wir Den Hahn hören, so muß der Hahn uns auch hären'" sagte Kramer grimmig und schrie noch einmal mit heiserem, langgezogenem Ton: „Hilfe!" Dann sank er ermüdet in sich zusammen. Es mochte kaum eine halbe Stunde vergangen fein, seit- d?m Racoszy die Hütte verlassen hatte: aber den beiden schien es eine Ewigkeit. Sehnsüchtig blickten sie nach dem Fenster: ob sich nicht bald das erste Grauen des Morgens zeigte. Denn sie wußten: die direkte (Entfernung zwischen dem Ufer und der Insel war fo gering, daß ein etwa Dorbeifommenbcs Schiff ihr Rufen unbedingt hären mußte. Freilich fuhren bie meisten an ber anberen Uferfeite, um Nonnenwerth herum. k Fmlketzung folgt.) dcs Rhein-Saar-Bezirks bis Spielschlutz das Er- j g ebn iS auf 7:3 zu stellen. Westdeutschland — Ostholland 6:4 do. Sn Deventer kam am Sonntag das Fußballrepräsentativspiel Westdeutsch- l a n d — O st h o l l a n d zum Austrag. Die ostholländische Mannschaft stellte eine ziemlich starke Kombination dar, trotzdem gelang es der westdeutschen Elf, von insgesamt 10 Toren 6 zu schießen und damit einen 6:4 Sieg herauszU- holen. Endkampf um den Brandenburgischen Verbandspokal. Das Endspiel um den Brandenburgischen Fußball-Berbandspokal fand gestern nachmittag auf dem Platze der Herkha-B.S.C.-Berlin am Bahnhof Gesundbrunnen zwischen Viktoria 93 und Llnion-Oberschöneweide statt. Viktoria siegte mit 4:3, Halbzeit 4:3. Leichtathletik. 5 839 Meldungen für die Deutschen Kampfspiele. Köln, 18. Sunt (WB.) Die Zahl der Meldungen für die DeutschenKampf- f p i e l e wird noch über die ursprünglich angegebene Zahl hinausgehen: für Turnen sind insgesamt 3119. Teilnehmer gemeldet, für die Leichathletik 1069, für Kraftsport 393, für B o r e n 36, für Fechten 269, für Schießen 429, für Schwimmen 189, für Radfahren 88, für Tennis 165, für Golf 50 und für Siu-Sitsu 30. Außerdem sind 21 Mannschaften für Handball, F a u st b a l l und S ch l a g b a l l gemeldet, 7 Mannschaften für Hockey, 2 Mannschaften für Fußball, wobei die beiden Mannschaften der Zwischenrunden, die am Tage zuvor in M.-Gladbach und Duisburg zur Durchführung gelangen, nicht mitgerechnet sind. Die Zahl der Teilnehmer an Rudern und Kanu steht noch nicht fest. Für Segeln sind 50 Pachten gemeldet. Dies ergibt allein 5839 Meldungen, abgesehen von 30 Mannschaften und 50 Pachten, sowie den noch ausstehenden Meldungen für Rudern und Kanu. S. V. Darmstadt schlägt P. 5, D. Halle. Sn Darmstadt fand am Sonntag ein Hand- l allspiel des Mitteldeutschen Meister ' P S V. 5) a H e gegen den Süddeutschen Meisters SV. Darmstadt statt Sm Meisterschaftsspiel waren damals die Darmstädter unterlegen, diesmal gelang dem Süddeutschen Meister die Revanche. Cs gab einen harten Kampf, in dem zeitweise auf beiden Seiten Spieler herausgestellt werden mußten. Etwa 2500 Zuschauer wohnten dem Spiel bei, das mit einem 7:4 - Siege des Süddeutschen Meisters über den Mitteldeutschen endete. Einen neuen deutschen Rekord im Speerwerfen für Frauen stellte die rheinische Sportlerin Frl. Schumann anläßlich des Leichtathletik-Kampfes Rheinland- Brandenburg im Berliner Stadion mit 32,105 Meter auf, was gleichzeitig einen Weltrekord bedeuten würde, wenn Deutschland im Snter- ^nationalen Verband wäre. Rheinland - Brandenburg im Berliner Stadion. do. Der erste Tag des großen Leichtathletik- Festes Rheinland-Brandenburg brachte nicht die spannenden Kämpfe, die man erwartet hatte. Die Sportler erwiesen sich den Turnern gegenüber in fast allen Konkurrenzen sehr weit überlegen. Rur einmal vermochten sie sich als erste zu plazieren. Die beiden Handballspiele sahen beide Male die brandenburgischen Turner und Sportler über diejenigen des Rheinlandes siegreich, und zwar jedesmal mit 6:4. Das 3 000- -'Meter-Mannschaftslaufen wurde eine Beute des V. f. L. Siegburg, der für den Berliner A. K. eingesprungen war, in* 9:23. Der Endlauf über 110 Meter Hürden sah D i h h h z e n (VIII b) in 17,4 Sek. vor Münch (VIII b) 17,8 siegreich. Die 100-Meter-V orläufe sah H ü b e - ner (VABV.) 11, und Dreibholz (WSD.) 11 siegreich. Die Dorläufe über 400 Meter sahen Schmidt (VBAV.) in 52,1 und Marschall (WSV.) in 53,2 in Front. Sn den Hürden-Vor- läufen waren An ton (III b) 16,2 und Trvh- bach (VBAV.) 15,5 erfolgreich. Sm 100-Meter- Endlauf (D.) siegte Frl. Walter in 13,4. Rudern. RegaLLadesSüddeulschenRuder- verbandes in Frankfurt. Anfänger-Vierer: 1. Wspv. Vorwärts Mann- hcim; 2. Rv. Alemannia Frankfurt a.,M. Junior-Achter: 1. Rkl. Germania Offenbach; 2. Rll. Borussia Frankfurt a. M. Senior-Vierer: 1. Rv. Freiheit Mühlheim; 2. Rkl. Germania Offenbach. Junior-Einer: 1. Rkl. 03 Mainz; 2. Rkl. Has- s i a Gießen. Senior-Achter: 1. Rv. Undine Frankfurt a. M.; 2. Rg. 1910 Fechenheim. Junor-Vierer: 1. Rg. Borussia Frankfurt a.M.; 2. Arb. und Schwv. Vorwärts Offenbach. Vierer ohne Steuermann: 1. Rkl. 1910 Fechenheim; 2. Germania Offenbach. Senior-Einer: 1. Rkl. 03 Mainz; 2. Alemannia Frankfurt a.M. Senior-Vierer: 1. Germania. Kastel; 2. Amicitia Frankfurt a. M. Jungmann-Achter: 1. Rg. 1921 Nied; 2. Borussia Frankfurt a. M. Die Gröhe Grünauer Ruderregatta brachte am ersten Tage als interessantestes Rennen den Drei-Städte-Achter, den nach hartem Kampf der Berliner Ruderclub in 6:43,4 für Berlin vor Pannonia Budapest 6:48,8 und Triton Wien 7,5 gewann. Der Büxenstein-Achter brachte einen Kampf über die ganze Strecke und einen knappen Sieg des (Berliner R.V. von 76 in 6:24 vor dem Berliner R. C. 6:28, dem Kölner C. f. W. 6:30,2 und Wratislavia Breslau. Der Vierer o. St. sah Hellas Berlin überlegen vor den Sport- Borussen. Hellas gewann auch den Viktoria- Zweier glatt vor Viktoria Berlin. Sm Deutschen Vierer siegte der Potsdamer R. C. vor der R. G. Hannover-Linden, im Großen Einer Szendeh (Reptun Budapest) knapp vor Rutkowski, (Favorita-Hammonia Hamburg). Die Große Grünäuer Ruderregatta brachte am Sonntag im Kaiservierer einen erbitterten Kamps zwischen BRK. Hellas und Berliner Ruderclub, den Hellas in 7:34,6 ganz knapp mit V5 Sek. gewann. Berl. RV. v. 76 und Pa- nonia-Budapest hatten aufgegeben. Den Verbandsachter holte sich der Berl. RV. v. 76 in 6: 49 vor Wratislavia-Breslau. 6: 50,6 und dem Kölner CfW. 6:53,6. Sm 2. Achter siegte Hansa- Hamburg vor dem Halleschen RC., im Sunivr-Achter der Dresdener RV., im Ga st vierer RG. Hannover - Linden, im Grünau-Vierer Sturmvogel- Berlin und im Doppelzweier der Berl. RC. Schwimmen. Schwimmfest in Berlin. Der erste Start des Weltrekordschwimmers Walter Lauffer -Cincinnati fand am Samstag anläßlich des 40jährigeu Subilüums des Schwimmfestes des S. C. Poseidon in Berlin statt. Der Amerikaner siegte sowohl im 1000-Mtr.- Deliebig-Schwimmen in 15,17 Min. und im 200= Meter-Beliebig-Schwimmen in der Zeit von 2:25, gefolgt von dem deutschen Meister Herbert Heinrich Poseidon-Leipzig (2:29,8) und dessen Klubkameraden Eckstein, dem es gelang, mit G a b o r f f h - Budapest ein totes Rennen in 2:39,4 zu erzielen. Das erste Damen-Freistilschwimmen, 100 Meter, gewann Frl. Darkow- Spandau 04 in 1:25,6. Das erste Setteschwimmen 100 Meter, der Ruhrorter R. Dahlem knapp in 1:13,3 vor Barts ch-Poseidon Berlin 1:13,4. Die Große Staffel, 100, 200, 300 Meter, gewann Magdeburg 96 in 8:08. Rademacher holte sich unangefochten das 400-Metec- Brustschwimmen in 6:28,6. Wirtschaft. Die Deutsche Reichsbahn im Mai. Rach der monatlichen Liebersicht der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft zeigt der Güterverkehr im Mai gegenüber dem Vormonat mit der gleichen Anzahl von Arbeitstagen eine etwa 5prozentige Steigerung. Es wurden rund 150 000 Wagen mehr gestellt, da im Mai eine Vermehrung der Frühobst- und Gemüsesendungen, im Versand von Wegebaustoffen und anderen Baustoffen und eine erhöhte Rachfrage nach landwirtschaftlichen Maschinen einsetzte. Die billigeren Sommerpreise regen außerdem zur Abnahme von Kohle für Sndustrie- und Hausbrandzwecke an. Den zweiten Grund für die Derkehrssteigerung bildete der Mehrbezug deutscher Kohle infolge des am 4. Mai einsehenden Streiks der englischen Kohlenbergarbeiter. Aus den wichtigsten deutschen Kohlengebieten wurden im Derichtsmonat fast 103 000 Wogen mehr als im Vormonat abbefördert. Der Expreß-, Eil- und Fracht st ückgut- verkehr stellte erhöhte Anforderungen. Kartoffeln, Brotgetreide und Mehl, sowie Zucker sind in geringeren Mengen als im Vormonat mit der Eisenbahn transportiert worden. Ein weiterer Rückgang zeigte sich im Versand künstlicher Düngemittel, da die Düngezeit bereits beendet ist. Die Bautätigkeit hat sich nicht in dem erhofften Umfange entwickelt. Der Versand von Baustoffen, besonders der von Steinen und Kalk, war nur gering. Der Zementversand steigerte sich um etwa 1500 Wagen, blieb aber hinter dem des Mai 1925 immer noch um über 4200 Wagen zurück. Der Personenverkehr hat im allgemeinen gegen den Vormonat leicht zugenommen. Der neue Fahrplan wurde am 15. Mai reibungslos durchgeführt. Lim die Mißstände zu beseitigen, die sich bei der Beförderung der Expreßgüter herausgebildet haben, tritt mit Wirkung vom 1. Suni für sperriges Expreßgut ein Sperrigkeitszuschlag iin Kraft derart, daß der Frachtberechnung das doppelte und auf volle 10 Kilogramm auf» gerundete Gewicht zugrunde gelegt wird. Die Mindestfracht beträgt 0,8 Raummeter. Sm Mai wurden auch die Frachtberechnung für Wagenladungen aus ungleich tarifierten Gütern und für Schwerwagen in Gütersonderzügen neu geregelt. Die Betriebsergebnisse haben sich im April d.S. wie folgt gestaltet: Einnahmen aus Personen- und Güterverkehr, Vortrag am 31. März und sonstigen Einnahmen zusammen 417 643 000 Mk. Ausgaben für persönliche und sächliche Ausgaben, Dienst der Reparationsschuldverschreibungen und feste Lasten zusammen 351 728 000 Mark. Das Cinnahmeergebnis im April zeigt gegenüber dein Vormonat eine gewisse Verbesserung, die insbesondere im Personenverkehr durch die günstige Gestaltung des Öfter» Verkehrs hervorgerufen ist. Sm Güterverkehr wurde das Erträgnis des Vormonats nicht voll erreicht. Sm ganzen blieben die Verkehrseinnahmen hinter dem Einnahmeaufkommen im gleichen Monat des Vorjahres zurück. Die Aufwendungen für werbende Anlagen im Betrage von 19 157 000 Mk. wurden dem Erlös aus der Begebung von Vorzugsaktien entnommen. Die monatliche Zahlung für den Dienst der Reparationsschuldverschreibungen wurde rechtzeitig geleistet. Sm April 1926 hat der Generalagent für Reparationszahlungen aus dem Erträgnis der Beförderungssteuer keine Zahlung erhalten. Dafür wurde nach besonderer Vereinbarung die dem Reich aus den Beförderungen im August 1925 geschuldete und bis zum April 1926 gestundete Steuersumme an die Reichsfinanzverwaltung abgeführt. Der Personalbestand betrug im März 693 031 Köpfe, im April 702 946 Köpfe. Die Vermehrung fällt in der Hauptsache auf Zeitarbeiter, die in der günstigen Dauperiode für Bahnunterhaltungsarbeiten eingestellt worden sind. * • Die deutschen Snlandanleihen im er st en Halbjahr 19 2 6. Lieber den Llm- der in der Zeit von Sanuar bis Mitte Suni 1926 emittierten Snlandanleihen gibt eine in den Wirtschaftlichen Mitteilungen der Deutschen Dank wiedergegebene Aufstellung interessante Aufschlüsse. Danach sind im Sahre 1926 bis jetzt insgesamt 86 Snlandanleihen im Gesamtbeträge von 754,37 Mill. Rm. (davon 242 Mill. Rm. Schahanweisungen) aufgelegt worden. Don den 86 Anleihen entfallen 36 im Betrage von 175,47 Mill. Reichsmark auf private LInternehmungen, 25 im Gesamtbeträge von 210,80 Mill. Rm. auf Städte und Gemeinden (davon 42 Mill. Rm. Schatzanweisungen), 10 im Gesamtbeträge von 227 Mill. Rm. (darunter Schahanweisungen 200 Mill. Reichsmark) auf Reich und Länder, 9 im Gesamtbeträge von 121 Mill. Rm. auf öffentliche -Unternehmungen und 6 im Gesamtbeträge von 20,10 Mill. Rm. auf Provinzen und Kreise. Bei 79 Anleihen im Gesamtbeträge von 713,37 Mill. Reichsmark konnte der Verwendungszweck ermittelt werden. Es entfielen hiernach 300,12 Mill. Reichsmark auf werbende Zwecke, 38,30 Mill. Reichsmark auf nicht werbende Zwecke (Wohnungsbau, Schulbau, Krankenhaus usw.) 241,45 Millionen Rm. auf Verstärkung der Betriebsmittel (auch bei Ablösung der Bankschuld, Konsolidierung des Anleihebedarfs u. dgl. m.). * Deutsche Vereinsbank in Frankfurt a. M. Die Bank trägt den Reingewinn von 92 581 Rm. vor, während im Vorjahre 6 Prozent Dividende zur Verteilung gelangten. Im Februar 1926 ist die Aktienmajorität etwa 4,5 Millionen Reichsmark, die früher bekanntlich im Besitz der Michaelgruppe war, auf das Frankfurter Bankhaus L. E. Wertheimer übergegangen. Der Vorstand hofft auf eine gedeihliche Entwicklung des Instituts, nachdem wieder normale Verhältnisse vorliegen. Türkis che E i s e n b a h n m a t e r i a l beste l l u n g e n in Deutschland. Bei der Kasseler Eisenbahnwaggonfabrik Wegmann & Co., die bereits kürzlich einen größeren laufenden Auftrag von schweren Schienenwagen für die Anatol-Bag- dad-Bahn von der türkischen Regierung erhalten hatte, ist ein neuer Auftrag auf Lieferung von Eisenbahnmaterial eingelaufen; u. a. wurde auch ein Salonwagen für den Präsidenten der türkischen Republik, Kemal Pascha, bestellt. Dörsenkurle. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. Berlin, 19 Juni Datum: 4,185 11,98 110,95 20,39 11,87 168,13 15,31 92,67 59.40 1,80 112,17 81,15 68,63 12,39 5,82 4,205 12,05 111,51 20,49 11,93 168,97 15,39 93,13 59,70 1,84 112,71 81,55 68,97 12,45 6,86 Geld | Brie» 5% Deutsche Rcichsanlethe . 4% Deutsche Reichsanleihe ■ 87a% Deutsche Rcichsaulethe 3% Deutsche Reichsanleibe . Deutsche Svarprämicnanleihe 4°/o Preußische Konsuls - . . 4® o Hessen.......... 3‘/i% Hessen ... 3% Hellen Deutsche Wertb. Dollar-Anl. dto. Doll.-Schatz-Anireisug.') 4% Zolltürkcn 5% Goldmcrikaner .... Berliner Handelsgesellschaft. Commerz- imd Pnvat-Dank Darmst. und.Nationalbank . Deutsche Bank Deutsche Vereinsbauk . . . . Disconto Commandit . . . Metallbank........... Mitteldeutsche Kreditbank. . Ocsterreichische Kreditanstalt. Wcstbank ......... . Bochumer Gag ....... Buderus .......... Caro . . . Deutsch-Luxemburg ..... Gelsenkirchener Bergwerke . . harpeuer Bergbau...... Kaliwerke Aschersleben. . . . Kaliwerk Westeregeln. . . . . Laurahütte .« • • Oberbcdarf • • • » Pbönir Bergbau ..... Riebeck Montan ....... Tellos Bergbau . Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Lloüd..... Eheramische Werke Albtu . . Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmann...... Anglo-Cont-Guano..... Chemische Mäher Alapin • . I. G. Farbcnindustrie, A.-G. Goldschmidt.......... Holzverkohlung........ Rütgerswerkc Scheideanstalt......... Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann ...... Matnkrastwerke ........ Schlickert .. ........ Siemens & Halske ..... Adlerwerke Kleyer ..... Daimler Motoren. ..... Hehligenstaedt ....... Megutn........... . Motorenwerke Mannheim . Frankfurter Armaturen . . Konservenfabrik Braun . . . Metallgesell'chaft Frankfurt. Pet. Union A.-G Schuhfabrik Herz....... Sichel . Zellstoff Waldhof Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel . . . Frankfurter Börse. Frankfurt, 21. Suni. Tendenz: Sehr fest. — Die günstige Veranlagung des Börsengeschäfts Übertrug sich auch auf die neue Woche. Einige: anregende Momente, die bei Börsenbeginn Vorlagen. gaben dem Verkehr einen neuen starken Anreiz und waren Anlaß zu ganz Amerikanische Noi» ..... Belgische Noten ...... Dänische Noten ....... Englische Noten ....... Französische Noten ...... Holländische Noten ..... Italienische Noten..... Norwegische Noten ..... Deutsch-Oesierr., L100 Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten Schweizer Noten Spanische Noten Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten...... Frankfurt a.M. Berlin Schluß! Kurs | l«Ul)C. fiurs Schluh^Anfang Kur» Kuri 19.6. | 21. 6. 19. 6. | 21. 6. 0,396 0.405 0,3905 0,405 — — — — 0.265 — 0,37 0,3825 0.47 — — — 0,225 — 0.23 — 0.365 — 0,3605 1,3775 0,33 — — — — — — — — — ___ - — 95,62 — 97 — — — — — 13,25 13,12 13,4 — — 51,9 — — 165 • — 165,5* 168,4* 111.7- 112’ 111,2’ 113,7’ 152’ 154’ 151,2’ 153’ 139,5- 144’ 139,2* 143- 84 — - — 135.7* 136,5* 135- 136,5’ 111 118,7 — 111- 111,5 110’ — 7,05 7 — 7 — — — 121,5’ 126’ 121* 125,9’ 74,5 75 73* 75,75 59 — 1 61* 6t’ IM’ 128’ 23,5’ 125,5* 133,6* 137,5- 131,4- 136,7- 137.7’ 139,5’ 137* 138.4* 137.5 141 139’ 142,5 146,75 151" 147 15tT 40 10,5 40 42 57 62’ 54,13 59* 97.12’ 99,75* 96,5’ 99* 124.5’ 128* 123,5* __ 120 123 119 69.5 — 141* 142* 140* 143* 137,6* 137,7* 137,7- 137,9’ 46,5 — _ _ 99,5 — — 69 25 71,4 68,75 — — — 72 — — — 201,7* 214,7’ 201,2’ 213,5* 84 85 83,5 — 57 58 — — 95,75 97,75 95 — 137,25 141 — — 124' 125,8* 121,1’ 126,5* 119 — 119,7* 121* 96,9 — 114’ 116,2* 111.3’ 116* 160' 162,7* 165* 163’ 77 78 75 76,75 66,5 69 66.9 79,4 23 — 36 — — - — — 33,75 — — — — — 30.5 — — — 130,75 134 — — 73 — 73,25 — 29,5 — — — 3 — — 142 — 142 144,4* 59,5 — 58,25 68 — — —- Telegraphische Auszahlung. 19 Juni. 21. Juni. Amtliche Geld toti rung Brief Amtliche Notierung Geld Brief Amft.»Roll. 168,48 168.90 168,49 168.91 Buen.-Aires 1,696 1,700 12,04 1,697 1,701 Brll.-Antw. 12,00 12,02 12,06 Christiania. 92,65 92,89 92,71 92,95 .skopenhagen 111,25 111,53 111,26 111,54 Stockholm . 112,46 112.72 112,52 112,80 Helsingfors. 10,555 10,595 10,55 10,59 15,16 Italien. . 15,12 15,16 15,12 London. . 20,414 20,466 20,440 20,466 Neupork . . 4.195 4,205 4,195 4,205 Baris. . . 11.74 11,76 11,98 12,02 Schweiz . . 81.185 81.385 81,175 81,375 Spanien • 68.81 68.99 68.61 68,79 Japan . . . 1.962 1.966 1.972 1,976 Rio de Jan Wien in D-- 0,653 0,655 0.633 0,635 Qest. abgest 69,305 59,455 59,31 59,45 Prag .... 12,42 12,46 12,422 12,472 Belgrad . . 7,435 7,455 7,435 7,455 Budapest. . 5.86 5,88 5,86 5,88 Bulgarien 3,005 3,015 3,035 3,045 Lissabon 21,425 21.475 21,375 41,425 Danzig. . 80,95 81.15 80,95 81,15 .llonstünttn. 2,235 2,245 2,225 2,245 Athen 5.19 5,21 5,19 5,21 Canada. . • 4,199 4,209 4,199 4,209 Uruguap . 4,235 Bc 4.245 i n t n o t e 4.225 N. 4,235 bedeutenden Kurssteigerungen, so daß die Stimmung als eine ausgesprochene Hausse zu bezeichnen ist. Der ergebnislose Verlauf des Volksentscheides stand zwar im Mittelpunkte der Erörterungen, doch vermochte er einen wesentlichen Einfluß nicht auszuüben. Einen guten Eindruck hinterließ der ungestörte Verlauf des Abstimmungsaktes. Sm Vordergründe standen Farbenaktien, die bei überaus lebhaftem Geschäft eine stürmische Aufwärtsbewegung annahmen. S. G. Farben eröffneten mit 208 Proz. und stiegen dann von Minute zu Minute bis auf 220 Proz., gingen aber später auf 217 Proz. zurück. Die Kurssteigerung ist ungewöhnlich hoch und beträgt gegenüber dem Samstagkurs 15 Proz. Die Haussebewegung wirkte auch auf die anderen Märkte ein, wobei der Montan markt die Führung hatte bei Kursgewinnen von 4 bis 5 Proz. Auch Elektro- werte zogen um 3 bis 4 Proz. an. Der Dankenma rkt schloß sich mit seinen führenden Werten der Aufwärtsbewegung an. Darmstädter plus 2 Proz., Deutsche plus 4 Proz. Schifffahrtsaktien wurden stark in den Hintergrund gedrängt. Hapag minus 2 Aroz. Von sonstigen Werten erfreuten sich QKotorenaftien einer starken Kaufbewegung. Kleher plus 1 Proz., Daimler plus 3,5 Proz. Zuckeraktien lagen fest bet Steigerungen von 1 bis 2 Proz. Die variablen Werte lagen ruhig aber fest. Deut- s ch e Renten verkehrten gleichfalls in etwas festerer Stimmung. Von ausländischen Renten wurden Türken höher. Auch im Freiverkehr war die Tendenz fester. Becker Stahl 23,5 Benz 67,5, Brown Boveri 97,5, Entreprise 7,5, Growag 60, Krügershall, 114, Lisa 38,5, Llfra 81 Prozent. Sm weiteren Verlause blieb das Geschäft lebhaft, besonders in Farbenwerten. Die Tendenz blieb auf allen Märkten fest. Der Geldmarkt ist unverändert leicht. Tagesgeld 4 Prozent, Sndustrieakzepte.5 bis 5,5 Prozent. Sm internationalen Devisenverkehr liegen die westlichen Frankenvaluten etwas fester. Paris gegen London 168,50, Brüssel gegen London 165,—. Berliner Börse. Bcrlin , 21. Juli. Die Börse eröffnete bei t e i l- weise stürmischein Geschäft in sehr f e ft e r Stimmung. Durch das Ergebnis des Volksentscheids, das die Börse nicht anders erwartet hatte, wurden vor allem die bisher der Börse ferngebliebenen Kreise des Publikums stark angeregt, und es lagen auch zahlreiche Kaufaufträge aus dem A u s l a n d e vor. An der Spi^e der Aufwärtsbewegung standen J.-G.-F a r b e n in duft r i e , die eine ganz erhebliche Steigerung von über lOProzent aufzuweisen hatten. Am Montan- markt betrugen die Kursbesserungen 2 bis 6 Prozent, besonders Kohlenwerte waren hier stark erhöht. Am Elektromarkt waren Kurssteigerungen bis zu 4 Prozent zu verzeichnen. Ferner zogen K a l i a k t i e n und Spreng st offwerte erheblich an. Bankaktien lagen ruhig, die Gewinne gingen über 1 Prozent nicht hinaus. Am Geldmarkt ist die Lage unverändert leicht. Tages- gelt) 3,25 bis 5 Prozent. Im Devisenverkehr waren die lateinischen Valuten etwas befestigt. Paris gegen London 170, Brüssel 168,75, Mailand 135. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 21. Juni. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer, 31,50 bis 32 Mark; Roggen, inländischer, 22 bis 22,50; Sommergerste für Brauzwecke 22 bis 24; Hafer, inländischer, 21 bis 23; Mais, gelb, 17,50 dis 17,75; Weizenmehl, inländisches (Spezial 0), "43 bis 43,25; Roggenmehl 30,50 bis 31; Weizenkleie 9; Roggenkleie 11; Erbsen 32 bis 42; Linsen 45 bis 75; Heu, süddeutsches, gut, trocken, 10 bis 10,50; Weizen- und Roggenstroh 6 bis 6,50; Treber, getrocknet, 14,50 Mark. Tendenz: fest. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 21. Suni. Auftrieb: 1365 Rinder, darunter 323 Ochsen, 49 Bullen, 993 Färsen und Kühe, 533 Kälber, 63 Schafe und 3302 Schweine. Es wurden bezahlt für 100 Pfund Lebendgewicht. Rinder: Ochsen, vollfleischige ausgewachsene höchsten Schlachtwerts 55 bis 62. junge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 47 bis 54, mäßig genährte junge und gut genährte ältere 40 bis 45; Dullen, vollfl. ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwerts 48 bis 53, vollst, jüngere 40 bis 47; Färsen und Kühe, vollfl. ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwerts 53 bis 60, vollst, ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwerts bis zu 7 Sahren 48 bis 54, wenig gut entwickelte Färsen 44 bis 52, ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe 35 bis 47, mäßig genährte Kühe und Färsen 30 bis 43, gering genährte Kühe und Färsen 15 bis 28, Kälber: Feinste Mastkälber 65 bis 69, mittlere Mast- und beste Saugkälber 56 bis 64, geringere Mast- und gute Saugkälber 47 bis 54. Schafe: Mastlämmer und Mast- hämmel 45 bis 50, geringere Masthämmel und Schafe ,35 bis 40. Schweine: Dollfl. von 80 bis 100 Kg. 76 bis 79. unter 80 Kg. 70 bis 75, von 100 bis 120 Kg. 75 bis 78. von 120 bis 150 Kg. 75 bis 78. Fettschweine über 150 Kg. 75 bis 77? unreine Sauen und geschnittene Eber 60 bis 70 Mk. — Marktverkauf: Sperrmarkt. Bei Rindern und Kleinvieh langsamer Handel und ausverkauft. Beste Mastkälber über Rotiz gehandelt. Bei Schweinen gedrücktes Geschäft und Lieberstand. Don den Schlachlviehrnärklen. Auf den nachstehenden Märkten wurden im Durchschnitt der vorigen Woche für ein Pfund Lebendgewicht in Pfennig notiert: Rinder Kälber Schafe । Schweine Berlin 22-63 40-115 30-62 68-78 Bremen 30-60 30-70 40-60 70-81 Breslau 22-57 51-70 35-56 58-73 Chemnitz 22-55 45-68 42-58 63-79 Dortmund 20—62 41-76 35-55 68-81 Dresden 25-60 50-78 28-62 62-80 Düsicldorf 25-65 35-72 — 70-84 Elberfeld 20-60 45-72 30-55 70-85 Essen 30-63 40-95 35-54 68-83 FrankfurtM. 15-62 40-70 36-51 60-81 Hamburg 15-60 30-75 29-63 62-80 Hannover 15-63 35-75 40-63 70-77 Husum — — — — Karlsruhe 22-58 64—74 — 74-82 Kastel 20-62 45-65 —' 68-80 Kiel 17-52 29-94 32-77 45-79 Köln 20-65 42-95 — 72-80 Leipzig 25-59 38-65 35-63 60-80 Magdeburg 24-59 30-75 30-55 66-88 Mannheim 14-60 52-76 38-40 62-80 München 25-57 50-80 — 58-80 Stettin 12-54 30-65 15-56 65-78 Stuttgart 14-54 50-71 — 54-75 Zwickau 15-60 45-73 35-60 70-82 Ut. B « „tilg111 t*; «w «MOisMÄ 2%.2?ftir s&s» K%5< —H-s Die pari M “S.® -M werde heute P° gierung ouff0IJ< machen, datzdas Poincare ken ,u bestimmt fei«; dem. Mit dem^ Ausschusses werd dein, sowie mi j Frankreichs hangen, ob er da nehme oder nicht Briand so 3'emli Monzie. 2>in Painieve wur bleiben. Darüber, lien an Vertrete würde, habe 2 weigert Die Sitzung derherriotü zu feiner Cntschi zu dem neuen ung. die ii der! anzunehmen, dos b;e Mehrheit de Dppofitiun tretet Srianö wird letzleünlerr von der er, wie endgültige Lösu Poincare soll ül anderes Por Ministers vl bestätigt zu wer dem er den Quai malige Fin Briand erschie Borde Paris, 22. Entscheidung, ob kann, Wir \i fallen, die er hi Soumergue leiten haben toi angehört habe 2ehgues,Le dieser Konferenz geprüft teerten. PoincarL obgelehnth, elsaß-lothr fugnisse haben standen fei es n nettsmitglieder Ware wolle Ne der Finanzir eracht, daß er Me. nicht Sina griffen aus Betrachtungen ü £ toi letM tvurden das Äa lu stacken. 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