Nr. U8 Erstes Blatt 176. Jahrgang Samstag, 22. Mai 1926 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen vnttk und Verlag: vrühi'fche UnioerfitütL-vuch- uni) Sfcinörudcrei 8. Lange in Sietzen. Schristleitung und Srfchästzftelle: 5chnlstratze 7. Annahme von Anzeige« für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm Höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig: für Re- Klameanzeigen von 70 mrd Breite 35 Reichspsennig, Platzvorschrift 20°, mehr.' Chefredakteur: Dr. Friede. Wiih. Lange. Derantwortlich für Politik i Dr. Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschcin: für den Anzeigenteil Hans Füstel, sämtlich in Gießen. Tesch eint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Monatr-Vezugsprelr: 2 Reichsmark und 20 Reichs Pfennig für Träger» lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: Schristlettung 112, Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach- richten: Anzeiger Gießen. Postscheckkonti: Frankfurt am Main 11686. Pfingsten. Don Seh. Regierungsrat Dr. R u n k e l, Oberschulrat in Schleswig, M. d. R. Ein strahlender Pfingstmorgen liegt übe.r Ieru- salem. 9n Hellen Scharen ziehen die frommen Beter die maiengeschmückten Gassen hinauf zum heiligen Tempel. In frohem Wechselgesang erklingen ihre frommen Iubellieder. Es ist heute das frohe Fest der Freude. Doch müde, verschüchtert, noch innerlich zerrissen, mischen sich die Jünger Jesu einzeln und paarweise unter die frohen Festgäste, ängstlich bemüht, unerkannt zu bleiben. Und doch voll innerer Erwartung. Heute soll Wunderbares an ihnen geschehen. Angetan sollen sie werden mit Kraft aus der Höhe. Das war die letzte Botschaft ihres Meisters. Ihres Meisters? War er es noch? War nicht mit seinem schmachvollen Tod das letzte Band dahin? Tot all ihr Wünschen und Hoffen? Vernichtet jegliche Aussicht auf Ansehen, Einfluß und Wohlleben im neuen Messiasreiche? Sicherlich! Erfüller- und Befreier-Messias in jüdischem Sinne, in dem sie bis dahin standen, war Jesus nicht, konnte es auch nicht mehr sein. Diesen Glauben hatten sie nicht mehr. Und doch war er besser als alle die anderen, die ihn zu Tode gehetzt, war mehr als alle, die sie kannten: mußte mehr sein. Sein ganzes Leben und Wirken legte lebendiges Zeuynis dafür ab. Und in diesem Widerstreit der Gedanken und Gefühle lebt in ihrem Unterbewußtsein die Ahnung auf: trotz all ihrem Erleben in den letzten Wochen, mehr noch, gerade wegen dieses Erlebens ist er doch der Messias. Jedoch anders, als sie es sich gedacht. Anders, als die Tradition ihn erhoffte. Und dies Gefühl läßt sie an seine Worte glauben, treibt sie nach Jerusalem, führt sie in den Tempel und macht sie innerlich reif zum Pfingsterleben. Und dann kam dieses, ihnen selbst und anderen unbegreiflich und wunderbar. Es macht sie zu T a 1 - u n d W i l - lensmenschen. Vorbei ist alle Angst und alle Zagheit. Und sie erleben die Erkenntnis: Sein Reich ist nicht von dieser Welt! Geisfig ist sein Messiastum, geistig ist es auch immer gewesen. Rur sie haben es bis dahm nicht erkannt. Erhellt ist nun in diesem Erleben mit einemmal die Vergangenheit und klar ihres Meisters Leben und Wesen. Sieghaft ergreift sie der neue Glaube, und berufen fühlen sie sich als Träger des neuen Gottesreiches, als Künder der neuen Welt, in der sie nunmehr leben wollen. Und nun erkennen sie auch die ihnen von ihrem Meister gestellte Aufgabe : Keinerlei Kompromisse mit ihren seitherigen Anschauungen, kein Dies und Dos, sondern ein Entweder — ober. Also Kampf gegen die alte Welt. Kampf gegen diese Welt des Hochmuts und der Selbstgerechtigkeit, gegen die Welt der Heuchelei und der Selbstsucht, gegen die Welt des Egoismus. Aber Werben und Wirken für diese ihre neue Welt, der Welt des Geistes und der Kraft. Das erfüllt sie mit dem alles überwindenden Glauben an den endgültigen Sieg. Und das ist das Wesenhafte der neuen Gemeinschaft: Ihr Leben entspricht dem neuen Geiste. Es regelt ihren Verkehr untereinander mit den Mitmenschen, regelt ihr Verhältnis zu Staat und Obrigkeit. In allem wollen sie treu erfunden werden. So haben sie es bei ihrem Meister gesehen und tagtäglich erlebt. Ihr praktisches Christentum ist ihnen göttliches Leben schlechthin. Und seine Frucht ist eine alles duldende, tragende und überwindende Liebe. In ihr ist ihnen alles gemein: Reiche und Arme, Hab und Gut. Gewiß, es bedeutet eine Umwertung aller seitherigen Werte. Aber nur auf sittlich-religiösem Gebiete. Ihre Gemeinschaft ist eine sittliche Gemeinschaft. Es ist nicht eine wirtschaftlich neue Theorie, ein Muß, sondern eine Auswirkung. Das hat nichts mit einer kommunistischen Verteilung der Lebensgüter zu tun, ist kein Beweis für die Richtigkeit der Forderung einer Sozialisierung der Produktionsgüter und Produktionsmittel. Sie entspringt ihrer neuen religiösen Einstellung und Ist eine soziale sittliche Gemeinschaft. Jenes führt alles nur zur Vergewaltigung und Entrechtung, führt zu Kampf und Vernichtung. Eigennutz ist der Beweggrund, und Haß und Neid sind die Triebkräfte. Es fehlt der für die erste christliche Gemeinde zureichende Grund: die Liebe. Sie war die Seele der ersten Gemeinschaft der Gläubigen, führte zum Dienst am Nächsten als innere sittliche Verpflichtung. So ist der Kampf der beiden Welten geblieben. Und Pfingsten fordert zu diesem Kampfe auf. Eindringlicher als jedes andere Fest. Es ist kein Kampf mit Waffen. Es ist ein geistiges Ringen. Heute ist dieser Kampf notwendiger denn je. Der Materialismus hat unser Volk ergriffen, hat die Massen erobert. Der vom Nützlichkeitsprinzip getragene Klassen- und Wirtschaftskampf läßt sich bei dem materialistischen Egoismus leichter führen und begründen. Losgelöst von dem Geistigen und Ewigen, wird die Masse seelenlos und frei von jeder Verantwortung und Bindung der Gottheit gegenüber. Der seelenlose Massenmensch in allen Ständen wird leichter zum Werkzeug in der Hand des zielbewußten Führeres, ist geneigt, im Kampf die wirtschaftlichen Gegensätze zum Austrag zu bringen. Wohl kann eine Arbeitsgemeinschaft die Gegensätze zurückstellen, sie vielleicht auch für Zeit Überbrüden; ausgleichen jedoch kann sie nur eine neue L e - d e n s g e m e i n s ch a f t, die getragen ist von jener Nächstenliebe, die nicht fragt wer ist mein Nächster, ionbern fragt, mein kann ich der Nächste sein, von der Nächstenliebe, die den Egoismus und damit den üch-Menschen der materialistischen Welt überwindet and umwandelt in den Du-Menschen, der aus dem Seift Jesu geboren ist, der der religiös-geistigen Seit angehört, in der die erste Christengemeinde lebte. Glaube und Liebe sind Voraussetzung und Folge in dieser Gemeinschaft. Damals und heute. Daß unserem Volke bald ein solches Pfingst- ertebnis beschert sein möge. Für Grenz- und Auslandsdeutfchtum! Vie Tagung des deutschen Schutzbundes in Glatz. D l a tz, 21. Mai. ($ü.) Die Teilnehmer an der Tagung des deutschen Schutzbundes wurden bei ihrer Ankunft in Glatz mit großer Freude begrüßt. Die Stadt hatte reich geflaggt. Don Haus zu Haus zogen sich Oirlaiüxn und Fahnen- bänder. Die Presse der Grafschaft hatte die Bedeutung der Tagung in eingehenden Artikeln gewürdigt. Im Anschluß an die gestrige Vollsitzung, über die schon berichtet wurde, fand eine Tagung des Frauenausschusses statt. Die Zusammenkunft trug den Charakter eines Austausches von Erfahrungen der im Grenzkampf stehenden Frauen. Im Volkspolitischen Ausschuß, der heute morgen tagte, sprach der Führer der Deutschen jenseits der dänischen Grenze. Schmidt-Wodder, über den gesamtdeutschen Gedanken in seiner Auswirkung auf die Deutschen des geschlossenen Gebietes und die Deutschen der Siedlungsinsel. Der gesamtdeutsche Gedanke sei eine Frage der deutschen Selbstbesinnung und des deutschen Selbstbewußtseins. Wir müßten begreifen, daß die Grundlage der Macht nicht in den Mitteln, sondern in den Vor- au6fehunqcn liege. Selbst, wenn wir jetzt keine Macht h iiten, formten wir eine Macht sein, wenn ein Wille, ein Selbstbewußtsein uns alle beseele. Das deutsche Volk müsse den deutschen Staat wollen und er werde anders und größer gestaltet sein als bisher. Im An schluß daran entwickelte Dp. Max Hildebert Boehm, der Leiter des Spandwuer Instttutes für Grenz- und Auslandsstudien die Gedankenwelt der vereinigten Staaten von Europa in ihrem Verhältnis zum grohdeutfchen Gedanken. Mit den billigen zentralisttschen Formeln von Pan-Europa sei das Problem nicht zu lösen. Das praktische Ergebnis wäre die französische Hegemonie, die Auslieferung des Staates an die Wirtschaft und eine neutralistische Versumpfung der Völker. Dicht das Abendland, sondemr Mitteleuropa sei der Raum, der von unterem Volkstum durchwirkt und zusammengehalten wird. Richt die Vereinigten Staaten von Europa, sondern die verbundenen Völker und Staaten,kon Mitteleuropa seien das Organisationsproblem. Der bevölkerungspolitische Aus- schuß untersuchte die Gründe der immer mehr zutage tretenden Verminderung unseres Dolkskörpers. Professor G r o t j a h n konnte feftftetfen. daß das deutsche Volk, das sich im neunzehnten Jahrhundert noch um das Dreifache vermehrte, immer mehr und mehr stagniere und sich sogar der Bevölkerungsabnahme nähere. Es gibt/zu denken, daß im Iahre 1875 noch 40,6 Geburten auf 1000 Einwohner kamen und heute nur noch 21,2, in Großstädten trotz höherer Eheziffern nur 14,2, in Berlin gar nur 9,2 auf 1000. Wir brauchen aber lediglich zur Erhaltung unseres Dolks- bestandes schon 20 Geburten auf 1000. Bei Durchführung des Zweikindershstems würde sich unser Volk in fünfzig Jahren um die Hälfte vermindern. Der frühere Direktor des statistischen Amtes in Elberfeld, Dr. Maaß, sprach über den Anteil der Ostdeutschen im 'Bevölkerungszuwachs in Mittel- und Ostdeutschland. Es ist bewiesen, daß Ostdeutschland in letzter Zeit stets das Bevölkerungsreservoir Westdeutschlands und besonders auch der größten Städte gewesen ist. Aber diese Abwanderung bedingt schließlich den Untergang des deutschen Schuhwalles im Osten. Die Leiterin des Ausschusses, Frau S ch e f f e n, sprach über die Stellung der Frau zur bevölkerungspolitt- schen Frage und zum Siedlungsproblem. In diese Frage hinein reiche das Problem des Frauenberufes. Fabrikarbett und Schwangerschaft sind unversöhnliche Gegner: das beweisen erschreckende Zahlen. -Die Ehe der akademisch gebildeten und berufstätigen Frau hat sich nach den letzten bevölkerungspolitischen Unter- suchungen als recht günstig herausgestellt. Hier kann Berufsverhinderung der Frau auch Rachwuchsverhinderung darstellen. Die Kinderarbeit auf dem Land muß unter Wahrung der ländlichen Interessen so eingerichtet werden, daß die Gesundheit nicht gefährdet wird. Die geiftige Seite des Problems der Bevölte- rungsabnahme ist und bleibt Aufgabe der Frau, die Heimkultur schaffen und erhalten muß. Die Ethik, die von den oberen Schichten her gerettet worden ist, muß von diesen aus wieder im Volke hergestellt werden. Die heutige Tagung wurde abgeschlossen durch ein Referat von Dr. Hans H a r m f e n über „Kritik der französischen und deutschen bo» völkerungspolitischen Gesehesmaßnahmen". Der Vortragende wies darauf hin, daß man die Grunde des französischen Geburtenrückganges wohl in dem Begriff „R e n 1 n e r i d e a l" zu» fammenfaffen könne. Die soziale Gesetzgebung habe daher mit einer ganzen Reihe to i r t -t schaftli ch e r Begünstigungen der kinderreichen Familien eingesetzt. Typisch für das französische Begünstigungssystem fei Bie Anknüpfung an die Wohlfahrtspflege. Außerdem sei der leitende Gesichtspunkt ein rein quantitativer. ohne Rücksicht auf die Verschieden- Wertigkeit der einzelnen Volksschichten. Die Leistungen Deutschlands zur Sicherung und Erhaltung der Familie in 6er sozialen Gesetzgebung seien praktisch noch gleich null. Der Gedanke der wirtschaftlichen prioUcgterung der Elternschaft sehr sich jedoch mehr und mehr durch. Am en>> fachsten erscheine eine Berücksichtigung des Hr- milienstandes bei Fe st besoldeten möglich. Für die übrigen, in der freien Berufs^- arbeit Stehenden dürfte wohl eine Anknüpfung an das in Deutschland weit ausgebaute System der sozialen Versicherung der gangbarere Weg sein. Die Forderung nach einer richtigen S teuerpolitik müsse auch aus bevölkerungspolitischen Gründen immer wieder mit allexn Rachdruck erhoben Werder,, als der einzige Wqg, die Gesamtheit des Volkes gleichmäßig zu berücksichtigen, nicht nur die unteren Schichten. Dtzr Deutsche Schutzbund habe erkannt, daß die Selbstbehauptung der Deutschen, sowohl im Reich als auch in den einzelnen Gebieten des Grenz- und Auslanddeutschtums neben anderem vornehmlich von der Geburtenkraft der Ratton aib- bänge. Dor allem wird es die Aufgabe Der Schuhbundarbeit sein, im Kreise der auf dem Geb-et der Vottstumsvflege arbeitenden Verbände auf das unserem Volkskörper unmittelbar droheftde Verhängnis hinzuweisen und zielbewußt die geeigneten Maßnahmen zu seiner Bekämpfung. zu ergreifen, unter denen den siedlungs- und toirt- schastspolittschen eine besondere Bedeutung zu- komme. Um Deutschlands Zukunft. Ein Aufruf des Vereins für das Deutschtum im Ausland. Berlin, 21. Mai. (TU.) Der Verein für das Deutschtum im Ausland wendet sich anläßlich seiner Tagung in Hirschberg mit folgendem Aufruf an die Oeffentlichkeit: „Die vergangenen Iahe haben einen v e r st ä r/k- ten 21 n ft u r m aller Feinde unseres Volkstums auf sämtlichen Fronten ge- bracht. So schmerzlich es ist, mir müssen es uns eingestehen, daß unsere Brüder draußen Schritt um Schritt zurückgedrängt werden. (Sie gehören einem Volke an, das von den „Siegeln" zum Tode verurteilt ist, einem Volke, für das es kein Reckt gibt. Wenigstens Gleichberechtigung mit den Farbigen in Afrika mußten unsere Brüder in Südtirol fordern, um ein besonders kennzeichnendes Beispiel zu nennen. Die Antwort war verstärkte Mißhandlung, gesteigerter Druck. In der Tschechoslowakei wird ein System grausam berechneter Abwürgung unseres Volkstums mit allen Machtmitteln des Staates durchgeführt. Den Abtrünnigen werden Vorteile geboten, und es läßt sich nicht leugnen, daß diese Kampfesart Erfolg hat. In Polen müssen viele Tausende deutscher Kinder in polnische Schulen gehen, in Pommerellen 48, drei Prozent der Gesamtzahl. Und das alles, trotzdem dieser Staat die Verträge zur Wahrung der Minderheitenrechte unterzeichnet hat. In Südsla - w i e n herrscht blutiger Terror. Wer sich in führender Stellung zu feinem Volke bekennt, wird niedergeschlagen, ohne daß den Attentäter eine Strafe trifft. In Rumänien hat man, nachdem Kirche und Schule unserer Genossen ihrer materiellen Grundlagen beraubt sind und nachdem das Schulwesen weitgehend romanifiert worden ist, eine Baccalaureatsprüfung eingeführt, die praktisch die Bedeutung eines nationalen numerus clausus hat. Gs sind nur wenige Beispiele. Ein Lichtblick ist lediglich die Gewährung der kulturellen Selbstverwaltung an unsere Volksgenossen in Est 1 and. Mer auch dort, wie in Lettland, hat man die Deutschen ja ihres Besitzes beraubt und sucht sie auf jede nur mögliche Art und Weise niederzuhalten. Kann es Deutsche im Reich geben, die diese Tatsachen hören und nicht das kleine Opfer bringen, unserem Verein, unserer Sache einen bescheidenen Beitrag zu zahlen? Es ist eines jeden Gewissenspflicht, dem Vorbringen der Gegner an allen Fronten einen unerschütterlichen Wall entgegenzusetzen. Es geht nicht um Sondervorteile und Parteienstreit: es geht um die Zukunft unseres gesamten großen Volkes!" Die britische fiohienkrifir. London, 21. Mai. (WTB.) Die Vorschläge Baldwms zur 'Beilegung des Dergbaukonsliktes fuiD nun auch von Den Berg Werks besit- 9crn abgelehnt worden. In der der Regierung übermittelten Erklärung wird die Rotwendigkeit betont, den 8-Stundentag wieder herzu stell en, damit die Gestehungskosten sich verringern. Bei Wiedereinführung des Acht- Stundentages brauchte die Lvhnherabset- z u n g etwa 10 Prozent nicht zu übersteigen. Dir Dergwerksbesitzer ertlären, daß durch die Vorschläge der Regierung die Freiheit der Geschäftsführung eingeschränkt und die Leistungsfähigkeit des Bergbaues nicht erhöht toürbe. Rach ihrer Auffassung würde das Aufhören der Agitation tn den Betrieben und die Ausschaltung politischer Einflüsse dazu beitragen, daß wieder ein gegenseitiges Vertrauen entsteht und ein unbehinderter Fortschritt möglich wird. Wie verlautet, ist zur Zeit fein weit eres Eingreifen der Regierung geplant. Wie die „Evening Standard" berichtet, ist die Lage unter den Bergarbeitern sehr prekär. In verschiedenen Städten sind öffentliche Rotküchen errichtet worden. In einigen Bezirken reichen die Streikgelder nur noch wenige Tage aus. In London selbst macht sich die Kohlen- knapphert bereits sehr störend bemerkbar. Deutsche Pfingsten. Don Dr. Gustav Stresemann, (1 Reichsminister des Auswärtigen. In unserer tiefbewegten Zeit klingt die schlichte Pftngstcrzählung der Apostelgeschichte als ebenso zeitgemäße wie eindringliche Mahnung: Aus der Kraft des Gei st es schöpfen die Männer von Galiläa die Wundergabe, inmitten eines vielsprachigen Völkeraemischs für jeden verständlich tzu reden. Die Einmütigkeit im Geiste überwindet völkertrennende Schranken, Auch durch unsere Zeit g^ht ein starkes Verlangen nach einem neuen ®elfte, dessen Sprache allen Völkern vertraut klingt. Rur daß uns kein Wunder solche Sprache blitzartig eingibt, sondern wir sie in zäher Arbeit selbst schaffen müssen. Das deutsche Volk, das darf ohne nationale Voreingenommenheit behauptet werden, bringt für diese Arbeit so viel Der-« ständnis und ernsten Willen mit, wie irgend ein anderes. Erfreulicherweise bricht sich auch in immer weiteren Schichten unseres Volkes die Einsicht Dahn, daß diese Arbeit im eigenen Hause zu beginnen hat, daß die Einmütigkeit über die großen Grundlinien zwischenstaatlichen Zusammenlebens nur für ein Dolk furchtbar werden kann, dessen Glieder zunächst einmal in den eigenen Lebensfragen eine gemeinsame Sprache reden. Gewiß ist das deutsche Dolk diesem Ziel in den letzten (Zähren um ein gutes Stück näher gekommen. Dor allem insofern, als die Gefolgschaft derer, die ihr Evangelium nur in der Sprache der Handgranaten und Maschinenpistolen zu künden wissen, unaufhaltsam dahinschmilzt. Wachsamkeit mag immer noch geboten sein, aber der Bestand des neuen deutschen Staatswesens darf doch als nicht nur in den Tatsachen, sondern auch in den Gemütern der großen Dolksmehrheit gesichert gelten. Gleichwohl sind wir — im Gegensatz zu vielen anderen Rationen — auch heute noch weit entfernt von benti Ziel, für die Bekundung des nationalen Lebenswillens gemeinsame Ausdrucksformen, einheitliche Symbole zu besitzen. Don der Bedeutung dieses Besitzes für die Behauptung der deutschen Stellung in der Welt gibt man sich leider in der Heimat nicht Immer hinreichend Rechnung. Täte man es, so hfitte beispielsweise der Flaggenstreit nicht die leidenschaftlichen Erörterungen auslösen können, die wir eben erlebt haben. Es hieße an der toelt-t politischen Befähigung der Ratton verzweifeln, wollte man die Hoffnung auf eine Lösung dieser Shmbolftage aufgeben, eine Lösung im Geiste der Verständigung unh auf dem Boden der Verfassung, tote sie der Reichspräsident in seiner Botschaft in so klaren Worten als Ziel vorgezeichnet hat. Der Widerhall, den diese Kundgebung bei der großen Mehrheit der Volksvertretung und weit darüber hinaus im In- und Auslanddeutschtum gefunden hat, gibt den hoffnungsreichen Beweis, daß Hindenburg auch hier, wie sonst eine Sprache zu führen wußte, die jeder Deutsche ohne Unterschied der Partei als die seine empfinden muß. Ieder Fortschritt in der Richtung einer einheitlichen Einstellung der _ Ration zu großen Fragen bedeutet eine Stärkung der Außenpolitik, die der Fernstehende vielleicht nicht immer bemerkt, die verantwortlichen Leiter aber wie in seismogra- phischer Kurve abzulesen vermögen. Das gilt natürlich in noch erhöhtem Maße von der Einstellung unseres Volkes zu den Hauptlinien der Außenpolitik selbst. In dieser Hinsicht ist es er- fteulich festzustellen, wie sehr sich in den letzten Jahren im deutschen Volke die fundamentale Erkenntnis durchgesetzt hat, daß Deutschlands geschicht- liche Mission nur In positiver Mitarbeit am Ausbau neuer Organisationsformen des zwischenstaatlichen Lebens erfüllt werden kann. Manchem mag dieser Ausbau zu langsam vor sich gehen. Vergegenwärtigt man sich aber all die Schwierigkeiten, die jede Nation zu überwinden hat, um nach der babylonischen Sprachenverwirrung des Weltkrieges zu neuen Ausdrucksformen der Völkergemeinschaft zu gelangen, so kann uns die Entwickekuna der letzten Jahre nur zur entschlossener Weiterarbeit anspornen. Sind doch noch nicht zwei Jahre vergangen, seit man in London auf dem begrenzten Gebiet der Reparationen so zu sagen mit dem ABC einer europäischen Sprache begonnen hat. Locarno bedeutete dann den Versuch, diese Sprache in der Gesamtpolitik Europas einzubürgern, sie gewissermaßen zum Medium der Verständigung für alle politischen Fragen zu machen. Dabei waren sich die dort versammelten Staatsmänner durchaus klar, daß dies, wie besonders Sir Austen Chamberlain so oft hervorhob, ein Anfang, ein erster Schritt nur war und es unausgesetzten guten Willens bedarf, um ohne Stillstand vorwärts zu kommen. Ein solcher Stillstand war scheinbar auf der Genfer Märztagung eingetreten. Aber inzwischen hat sich auch hier wieder die Wahrheit jener Grillparzer- schen Beobachtung aus dem vormärzlichen Wien bestätigt, daß auch der hartnäckigste Stillstand nur ein unmerklicher Fortschritt ist. Der unharmo- nische Lärm nationaler Egoismen, der im März die Rousieau-Stadt erfüllte, hat weit über Europa hinaus bas Bewußtsein wachgerüttelt, daß bet der Arbeit um die Gewinnung neuer Gemeinschaftsformen keine Nation sich ohne eigenen Schaden absondern kann. So ist man an der gleichen Stelle schon im Mai zu einer Uebereinftimmung der Gedanken ge- kommen, die hoffen läßt, daß auch die letzten Hemmungen binnen kurzem überwunden fein werden. Insbesonder hat die klare und aufrichtige Haltung der deutschen Regierung, die in diesem Punkt von seltener Einmütigkeit in Parlament und Oeffentlich- feit gestützt war, gerade diejenigen Mächte, die in der Ralsftgge ursprünglich in einem Interesten- Gegensatz zu Deutschland zu stehen geglaubt hatten, davon überzeugt, daß Deutschland Wert daraus legt, Seite an Seite mit ihnen an dem Ausbau der Völkergemeinschaft zu arbeiten. Darüber hinaus hat Die Maitagung der Studienkommission in glücklicher Weise die Befürchtung widerlegt, day Deutschlands Bestreben, seine Politik loyaler Zusammenarbeit nicht nach irgendwelcher Seite zu begrenzen, die Genfer Einmütigkeit stören könnte. Damit ist auch dem stärksten Zweifler der Beweis geliefert, baß kein Mihdeutungsversuch den klaren Sinn des Berliner Bertrages entstellen kann, dec bestimmt ist, ein wichtiges Glied zu bilden in der Reihe der Maßnahmen zur friedlichen Verständigung aller Völker. Roch einmal sei es betont, wir stehen erst am Anfang einer schwierigen und langwierigen Arbeit. Wie vielfälttg die Schwierigkeiten sind, lehrt gerade jetzt wiederum ein Blick nach Genf, wo in dem Krieg gegen die Idee des Krieges eine erste Musterung der Kräfte versucht wird, lehrt ein Blick nach dem Rhein, wo immer noch das „Recht auf Sicherheit", einer Interpretation im wahrhaften Sinne der Verständigung harrt. 3m Leben der Völker jedes Einzelnen gilt aber der Satz, daß mit der Größe der Aufgabe dieKraftzur Bewältigung wächst. Lind so müssen wir an diesem Pfingstfest 1926 uns stärken in dem Glauben, daß auch heute noch die Einmütigkeit im Geiste Völker trennende Schranken überwinden und die ' Grundlage zu einer besseren deutschen Entwickelung legen kann. Die Stützungsaktion für den Franken Briands Optimismus. Paris, 21. Mai. (Wolff.) 3m heuttgen Ministerrat, der unter dem Vorsitz des Präsidenten der Republik im Elysee stattfand, hat Finanzminister Peret mitgeteilt, daß die am 20. Mai fällige bedeutende Summe kurzfristiger Bonds unter sehr befriedigenden Bedingungen gedeckt worden sei, und daß die Lage des Schah- aintes eine gesunde sei. Der Ministerrat hat alsdann die gestern begonnene Prüfung der Finanzlage fortgesetzt und die günsttge Wirkung der gestern bereits ergriffenen Maßnahmen fest- gestellt, Maßnahmen, die der Ministerrat heute bestätigt und noch präzisiert hat. Ministerpräsident D r i a n d hat heute abend mit Finanzminister Peret und dem Gouverneur der Bank von Frankreich verhandelt. Er erklärte nach Schluß dieser Beratungen, zwischen der Regierung und der Dank von Frankreich bestehe vollkommene Einmütigkeit. Gewiß habe man über die Modalitäten zur Sanierung des Franken diskutiert, aber alle Schwierigkeiten seien aus dem Wege geräumt. Die heutige Baisse der ausländischen Devisen sei eine normale Erscheinung. Die neuliche Hausse sei eine künstliche gewesen und entspräche keineswegs der tatsächlichen Lage. Was der Entspannung am Devisenmarkt besondere Bedeutung verleihe, sei die Tatsache, daß d i e AktionSmittel der Regierung noch unangegriffen seien, und daß man auch nicht auf ausländische Hilfe zurückgegriffen habe. Heber die von Driand angeführten Modalitäten erfahren einige Morgenblätter, daß dem Ministerrat eine Erklärung des Gouverneurs der Dcmk von Frankreich vorgelegen habe, wonach die Leiter der Dank sich zwar weigerten, die Goldreserve der Regierung zur Verfügung zu stellen, jedoch bereit seien, die Interventionsmittel aus dem Fonds Morgan zur Stützung des Franken zu verwenden. Schließlich soll nach dem „Quoditien" ein Kompromiß zustande gekommen sein, wonach ein größeres Pariser Bankinstitut auf den Märkten von Paris und Reuhork dieOperationenfür dieEr- holung des Frankenkurses leiten werde. Die Dank von Frankreich behalte das Dersügungsrecht über die Goldreserve, aber es sei verabredet worden, daß diese Reserve absolut die Defensivoperationen des französischen Kredits für die französische Devise garantiert. Die Wirren in Polen. Keine Einberufung der Nationalversammlung. — Der Zwiespalt der Parteien. Warschau, 22. Mai. (TA.) Die politische Lage in Polen hat sich gestern wieder geändert. Der Deschluh, daß die Ra ti ona lvers a mm» lung am 29. Mal stattfinden sollte, ist wieder rückgängig gemacht worden, da die Parteien untereinander nicht einig werden konnten. Die Warschauer Rationaldemokratie erklärte sich gestern gegen die Abhaltung der Rattonalversammlung m Warschau. Die Sozialisten sind bereit, auf Kompromisse einzu- gehen, erklärten aber, daß sie nur zugestehen könnten, die Rattonalversammlung in W i l a - now bei Warschau einzuberufen. In anbetracht der neuen Lage hat der provisorische Präsident der polnischen Republik, R a t a j, im letzten Augenblick die Abschickung der Einladungen zu der Rationalversammlung zurückgehalten. Rataj sandte gestern Delegierte nach Posen, um mit dem dortigen Wojwoden über die neu geschaffene Lage zu verhandeln. Gleichzeitig meldet man von Posen, daß in dem dortigen rechten Lager, das gegen b ie Einberufung der Rationalversammlung in Warschau ist. eine Spaltung eingetreten ist. Ein Teil der Rechten wünscht iede Verhandlung mit Warschau abzubrechen, der andere Teil ist dagegen bereit, auf Kompromisse cinzuaehen. Die sozialistische Partei fordert Auflösung des Sejm, Reuwahlen, eine Arbeiter» und Dauernregierung unter der Präsidentschaft Pilsudskis, Destrafung der Regierungsgenerale und polittsche Deformen. Wiederholt wird dabei betont, daß der Kampf noch nicht beendet sei, da in Posen sich Faszisten und Rationaldemokraten zu blutiger Rache an der Arbeiterschaft verschworen hätten. Die wichtigste Forderung des Augenblicks sei die Auflösung beS Sejms. Sofern die Reaktion den jetzigen Sejm zu erhalten suche, werde ihn das Volk zum Rücktritt zwingen, da es fein Wetter- bestehen nicht dulde. Der französische Gesandte in Warschau Laroche und der päpstliche R u n t i u s wurden am Freitag beim Auswärtigen Amt vorstellig und wiesen darauf hin, daß im Interesse des polnischen Ansehens im Ausland möglichst bald eine Einigung unter den Parteien herbeigeführl werden müsse. Abrüstung und allgemeine Wehrpflicht. Genf, 22. Mai. Eine internationale interparlamentarische Konferenz wird am DienStag in London stattfinden, an der 200 Vertreter aus 30 verschiedenen Ländern teilnehmen werden. Die deutsche Delegation wird aus fünf Reichstagsmitgliedern bestehen. * Die südafrikanische Kammer beschloß mit 69 aegen 48 Stimmen, anstatt der englischen die neue südafrikanische Flagge einzuführen. Sius aller Welt. Die Hochwasserschaden in Oberitalien. Trotz des Eintretens schöneren Wetters ist die Hochwassergefahr in Oberitalien noch immer nicht überwunden. Bei Riva sind die Saaten vollständig vernichtet. Zahlreiche Häuser sind ein» gestürzt. 3n Levico überflutet die Drente die Dämme. Die Saaten im Luganotal sind von dem angeschwemmten Material fast gänzlich zerstört. Bei Valdogna sind zwei Personen ertrunken. 3n B e l l u n o ist ein Erdrutsch mit 200 Meter Breite und 80 Meter Länge In ständiger Bewegung. Er ist bereits 230 Meter tief gegangen und bedroht dort Dorsoni. Auch der Po hat an zwei Stellen die Dämme überflutet. Bei Piazenza dauert die bedrohliche Lage fort. Heute nacht hat das Wasser bei C a o r s o die Dämme eingedrückt, wodurch zehn Häuser des Ortes einstürzten und das gesamte Vieh umkam, 3nfolge starker Schneefälle ist die Temperatur in Mittelitalien auf ungewöhnliche Tiefen gesunken. Bei Spezia ist Infolge der Regengüsse eine Drücke eingestürzt und hat zwei Dauern, die die Drücke passierten, unter sich begraben. Jolly hak das hungern satt. In Basel hatte sich Jolly, der von Berlin her bekannte Schauhunaerer, am 8. Mai wieder in einen Glaskasten einschließen lassen, um seinen Rekord um 24 Stunden zu brechen. Heute, am vierzehnten Tage seiner freiwilligen Haft, erlitt er einen Tobsuchtsanfall. Er begann plötzlich Wassergläser und die Scheiben seines Gefängnisses zu zerschlagen und sich hierauf am Boden zu wälzen. Das war das Ende feiner Hungerkur. Schon am 10. Tage wollte Jolly sein Gastspiel unterbrechen, da ihm die Einnahmen zu gering waren. Am der Provinzialhauptstadt. , Gießen, den 22. Mai 1926. Pfingsten. Manchem jungen Theologen hat keine Predigt so große Schwierigketten bereitet wie die Pfingst- predigt. Vom Heiligen Geiste sollte er reden. Er sah sich in der Geschichte um und erfuhr Merkwürdiges, Rätselhaftes. Er hörte von religiös angeregten Menschen, über die, gewirkt durch den Heiligen Geist, plötzlich eine „Erweckung" gekommen sei, so daß Betrüger unehrlich erworbenes Gut Zurückgaben, Trinker dem Allohol entsagten, Männer, die vorher geflucht hatten, Lob- und Danklicder anstimmten. Wenn der, der von solchen Ereignissen las, weiter nachforschte, so fand er nichts von nachhaltigem Erfolge, er stieß nirgendwo auf deutliche Spuren einer solchen „Erweckung". Mancher nachdenkliche Christ las in Büchern und Zeitschriften, daß der Heilige Geist ganz plötzlich über einzelne Menschen gekommen sei und sie, die vorher verzweifelt waren, für die Dauer ihres Lebens mit Frieden erfüllt habe. Mit seinem eigenen Erleben, so stellte dieser nachdenkliche Christ fest, stimmten diese Erfahrungen nicht überein. Man kann nur sagen, daß derartige Erscheinungen nicht dem Wesen des wahren Christentums entsprechen. Man soll die Vorgänge, die sich bei dem Psingstseste zu Jerusalem im 3ahre 33 unserer Zeitrechnung zugelragen haben, und die ohne Zweifel in der Apostelgeschichte und in den Driesen des Paulus historisch treu wiedergegeben sind, nicht nachahmen. Der Heilige Geist ist der Geist, der von Gott ausgeht und in Jesus zur deutlichsten Ausprägung gekommen ist. Dieser Geist toirft nicht wie eine Raturkraft, er liebt keine theatralischen Effekte, er wirkt nicht wie ein Feuerwerk, das aufsteigt, irr bunten Lichtern glänzt und sich in Nacht verliert. Der Heilige Geist hat nichts Gekünsteltes, nichts Extravagantes an sich, er erregt feine Sensation, bietet nichts für die Schaulust und Reugier, seine Früchte sind, wie Paulus so schön sagt, Siebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Gütigkeit, Glaube, Sanftmut, Keuschheit. Wollt ihr einen Menschen sehen, in dem Heiliger Geist ist, so seht auf den Mann, der in widrigen Schicksalen das Vertrauen auf Gott nicht weg- wirft, seht auf die alte Frau, die alle ihre Lieben verloren, auch Hab und Gut einaebußt hat und im engen Stübchen dennoch still und dankbar ist. Was diese Menschen in sich tragen das ist Glaube, dieser Glaube ist Freude, er glaubt an den Sieg des Guten in der Welt, ist für alles, was Gott gibt, dankbar, für einen fruchttragenden Daum, den Gruß eines Kindes, ein Wort, ein Lied, das die Seele erhebt. Aus dem Glauben quillt der Friede, die Stimmung, die mitten in Sturm und Wetter mit Luther sagt: „Mit Fried' und Freud' ich fahr' dahin in Gottes Wille: getrost ist mir mein Herz und Sinn, sanft und stille." Wenn Paul Gerhardt, dessen die evangelische Christenheit in' diesen Tagen, an feinem 250. TodeStag, gedenkt, das Wort sagt: „Geduld kommt aus dem Glauben", so sagt er ein wahres Wort. Der Mensch, der seinen Lebensweg von Gott geleitet weiß, kann warten bis seine Stunde kommt. Wer da weiß, daß GvtteS Augen alle Zeit auf ihn herabsehen, der jagt auch der Tugend nach, die Luther in seiner Dibelübersetzung als „Keuschheit" bezeichnet. Sie ist die Reinheit des Herzens, die das Triebleben zügelt weil es im letzten Grunde etwas «, von Gott Geschaffenes ist. Die Liebe Freundlichkeit, das ist die Fähigkeit, mit jedem seine Sprache zu reden und ihn zu verstehen. Diese Freundlichkeit wirkt wie Sonvcn« schein am Maitage, sie ist allerdings in unserer Zeit, in der man daS vornehme, kühle Wesen, den sachlichen Ton, die scharfe Form der Auseinandersetzung preist, etwas Seltenes. Eng verwandt mit der Freundlichkeit ist die Gütigkeit, die Geneigtheit, dem anderen in leiblicher und vor allem in seelischer Not zu Helsen durch wackere Tat. durch guten Rat, durch ein aufmunterndes Wort, durch den Händedruck, der sagt: ich fühle mit dir. Wer freundlich und gütig ist. ist auch sanftmütig, läßt den Ehegatten. die Kinder, den Mitarbeiter weder seinen Zorn noch seine Verstimmung spüren. Set rheinische Dandwirker Gerhard Ter» steegen redet den Heiligen Geist mit den Worten an: „Du Odem aus der «tagen Stille, durchwehe sanft der Seele Grund: füll' mich mit aller Gottesfülle." Etwas Gottesfülle unb bet Odem aus der ewigen Stille, das sind Kräfte, die der gegenwärtigen, erregten, friedlosen, unglücklichen Menschheit sehr nötig sind. H. B. Bezirkssparkasse Gieheri. Zu dem Dericht in unserer Donnertag-AuS- gabe über die Versammlung des Derkehrsvereins, in der über „Gießener GegenwartS- und Zukunftsaufgaben" gesprochen wurde, geht unS ein Schreiben des Direktors der Bezirksspar- lasse Gießen zu, in dem es heißt: „3n dem Bericht über die Versammlung des Verkehrsvereins in Nr. 116 des „Gieß. Änz." finde ich die Angaben des Herrn Stadtv. Mann, die hiesige Sparkasse habe jetzt 800 000 Mark nach auswärts verliehen, ebenso hat Herr Kaufmann Frensdorf diese Angaben des Herrn Stadtv. Mann aufgegriffen und gleichfalls die falsche Behauptung aufgestellt, die Sparkasse habe 800 000 Mark nach auswärts verliehen, und er hat hinzugefügt, Gießener Geschäftsleute bekämen nichts. Die Angaben des Herrn Mann entsprechen nicht den Tatsachen, auch ist die Behauptung des Herrn Frensdorf durchaus irrig, Denn Gießener Geschäftsleute erhalten Darlehen, sobald sie die selbstverständlich notwendige aas- reicheirde Sicherheit stellen. Die hiesige Sparkasse hat größere Beträge von mehreren 100 000 Mk. an Haftungsgemeinden zur Förderung der Bautätigkeit ausgeliehen. 3rgendwelche Gelder, mit Ausnahme der liquid zu haltenden, welche bei den hiesigen Banken oder den Girozentralen untergebracht sind, sind überhaupt nicht nach auswärts ausgeliehen worden. Dies muh ausdrücklich ent« gegen den Behauptungen des Herrn Stadtv. Mann festgestellt werden, da die Oeffentlich- feit sicher ein Interesse daran hat, daß die Spargelder der hiesigen Sparkasse nicht an auswärtig« Kreditnehmer und Darlehenssucher gegeben werden. Vorstand und Aufsichtsrat der Sparkalle wahren das Interesse der sich aus kleinsten Beträgen zusammensehenden Spargelder des sparenden Publikums. Davon darf die Öffentlichkeit der Stadt Gießen überzeugt fern, ebenso auch davon, daß die Gelder — auch die liqulb -u Ä M LU c sK << wohl >7 nenncnßtD5wi ! aus MA durch Angabe ' MW 3 wA auch oft gewundert bet 6t<$ bote machten Zeit brauche k Dir möch merf«»AS1 MhveBndnls Mederschrist A 2roö dieses Je sagen, bah man vielleicht sogar a bei dieser W wärts gegangen recht gute Vertu Gießenei ES kosteten Butter das Pst 40 Pf„ Käse l( 45, Weißkraut - Spinat 35 bis» <5 biS 140, Toi Meerrettich 30 60. Rhabarber - bis 40, Kirsche Die Be er i4n h F I Staufei Hi liebe. Schwi Juli im 88. 1 unser Fr: im AI 43!/V Reiskirchen bei Gießen, 22. Mai 1026. 4ßWD Gießen, den 20. Mai 1926. 4549c Gießen (Steinstraße 45), den 22. Mai 1926. Die Beerdigung findet Dienstag, den 25. Mai 1926, nachmitags 21 /, Uhr, statt. 03693 Gießen, Aliendorf a. d. Lumda, den 20. Mai 1926. Die Beerdigung fand auf Wunsch des Verstorbenen in aller Stille statt Beileidsbesuche dankend verbeten. 4536V Stellenangepote; vrima Qualität. e LuaenvürrLSo.,Siehe» Hemani £8itr,Mterir.36§. Televbon 14«. '^l6v Telephon 1154. 4572c 2 Im Namen aller trauernden Hinterbliebenen: Anna Elise Weigel geb. Görlach. Margret Hellwig und Kinder. Man verlange ausdrücklich. Gäste und hoffen, das; eS ihnen in Gießen gefallen möge. Der Kartenvorverkauf für das Konzert in der Volkshalle am ersten Feiertag. das um 4 Llhr beginnt und um 6 Uhr zu Ende geht, ist recht rege. Selbstverständlich sind auch am Eingang zur Volkshalle noch Karten zu haben. Für den Vegruhungsabend am ersten Festtagabend werden die Karten und Programme nur an der Volkshalle ausgegeben. Man ehre die Sänger von der Saar durch einen recht zahlreichen Besuch beider Veranstaltungen, damit die Gäste die schönsten Eindrücke von hier mit nach Hause nehmen! " Oberhessischer Kunst verein. Die derzeitige Ausstellung, welche insbesondere Gemälde des Dildnismalers Wilhelm Staut« von der Saar Junges, fleißiges Mädchen v. Lande iuckt Etelluna für tagsüber in besserem Sausbait. Schrift l. ngeb. unter 06683 a. d. Gieß. Anz. erb. Staufenberg, Heidelberg, Mannheim, den 20. Mai 1926. Die Beerdigung findet am 1. Pfingstfeiertag nachmittags 3 Uhr, statt. 4519D Turnen, Sport und Spiel. Turner-ZandbaN an Pfingsten. Q Der Meister int Handball des Fulda- Eder-Gaues (7. Kreis der D.T.). der Turnverein „Ein tracht". Felsberg, Bezirk Kassel, trägt am 1. Pfingstfeiertag gegen die 1. Mannschaft des M änn c r - T ur n ve re ins Gießen ein Freundschaftsspiel aus Die Gäste werden in starker Aufstellung antreten, da sie als Ziel ihrer Pfingstreise Köln gewählt haben, um dort gegen die spielstarken Rheinländer au spielen. MLnner°2urnverein Gießen muh, da einige Spieler fehlen, mit Leuten ans der 2. Mannschaft antreten: somit geht Gießen mit sehr wenig Aussicht in das Treffen, doch gegen spielerfahrene, kampferprobte Gegner ehrenvoll Danksagung. Allen denen, die mir und meinen Kindern ihre Teilnahme an unserem schweren Leid bekundeten, sei hiermit herzlichster Dank gesagt Todes-Anzeige. Am 20. Mai entschlief plötzlich und unerwartet unsere liebe Mutter, Schwester, Schwägerin und Tante Fnu Lina Christmann geb. Römer im Alter von 45 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Hermann Christmann und Sohn. ' 22, Air!t j6,*6 in- ) in verliert, ^mnsteliej, nichts "ne Senfatton, uu und Atugin, 1® 14du iagi, FrrundWnt, «Wl. 'Sollt oem S)tWigtr . 0« in widrigen uf Gott nicht weg- itdu, die alle ihre und Tut einaebuht n d-moch still und nldien in lich tragen lube ist Freude, er n in der Dell, ist für ar, für einen frucht« 3 eines Kindes, ein :le erhebt. Aus dein die Stimmung, die :« mit Luther lagt: ich fahr' dahin in nir mein Herz und m Paul Gerhardt, hristenheit in 'dielen de-tag, gedenkt, das auS dem ©tauben“, t Der Mensch, der gefettet weist, kam mt. Der Sa weist, f ihn herabschen, dec )ir Luther in seiner I rschheii" bezeichnet. I M, die das Trieb. I ehten Trunde etwas I seneS ist. Die Liebe I z ist die Fähigkeit, I u reden und ihn zu I eit wirkt wie Sonnen. I allerdings in urcknr I nehme, kühle Mlen, I 3r|e Form der 'Aus-1 z Seltenes. Sng w 'eit ist die Gütigkeit •en in leiblicher und tot zu Helsen durch Rat, durch em au - )en Händedruck, der Ver freundlich und M, » arbriter weder 'einer ng spüren. Mr Gerhards yeist mit den Der rund: |i«r mt4 M ©otkifüfie unb h :r(» düs 'Nb ■2 ,sse ntchk gegeben?s,. hat! . Werkstatt oder Lagerraum Neustadt 57 zu vermieten. Näh. Becker, Vandgr. Ph.-Bl. 10L llietgesuche. 3—4 - Zimmer- Wohnung gegen Abfindung gesucht. Auch kann (diöne 2-5im.-mohno. mit Suche in Bororr Grevens als Tausch gegeben werden. Cff. erb.u.l272anHerlo, «Blotfitr. 5. 4565h Bornotizen. — Tageskalender für Samstag. Groß-Zirkus Geschw. Birkeneder, 8 Uhr, Os» waldsgarten: Eröffnungsvorstellung. — Lichtspielhaus. Bahnhofstraße: .Aus des Rheinlands Schicksalstagen — Astoria-Lichtspiel«: .Teufel- Tempo, Tom" — Tageskalender für P f i ng ft - fonntag: Män aeraesangverein Liederkranz auS Saarbrücken: 4 Uhr Konzert in der DolkS- halle, abends 8 Llhr Begrüß ungS abend ebenda.— 3' 7 und 8 Uhr Zirkus Birkeneder. Oswalds- garten. — Lichtspielhaus und Astoria-Lichtsplele wie Samstag. — Palast-Lichtspiele: »Die Liebesbriefe der Baronin von S." — Tageskalender für D f c n g st - montag: Lichtspielhaus: . Jackie Eoogan". Astoria-Lichtspiele: „Schneller als der Tod". Palastltchtspiele wie Sonntag. — OSwaldsgarten ZirkuS Birkeneder. Heute nachmittag 6 Uhr entschlief mein geliebter Gatte, unser treusorgender Vater und Großvater Herr Wilhelm Weigel Schreinermeister im 59. Lebensjahre. haltenden — nur den Satzungen entsprechend untergebracht werden. Wie Herr Stadw.Mann zu der falschen Behauptung kommt, ist dem Unterzeichneten unverständlich." Stadtv. Mann, an den sich bte Brzirks- sparkasse mit einem Schreiben gewandt hatte, übermittelte daraufhin der Kasse ein Antwortschreiben. daS er in Abschrift auch uns zustellt. In diesem Briefe sagt er: „3n fraglicher Sitzung des DerkehrsvereinS wurde vom Redner, Herrn Dlumschern. gefordert, daß - wie andere Städte auch — die Stadt Gießen den Anlechrweg be- nützen möge, um dringliche Aufgaben zu erfüllen. Dem schloß ich mich an, zumal ich als Stadt- verordneter die gleiche Forderung bei der Stadt- Verwaltung gestellt hatte. Weiter fügte ich bhtAu, daß dann auch verhindert werden würde, mindestens teilweise, daß das flüssige Geld aus der hiesigen Gegend abfließe. Es sei mir bekannt, daß große Beträge der Bezirissparkasse Dießen zum Ankauf von Wertpapieren und in anderer Form abfließen. Das Wort .ausleihen" habe ich ab- s.chtlich nicht gebraucht. Hier liegt ttcher ein Irrtum des Berichterstatters des -Gießener Anzeigers" vor. Die Tatsache, daß Hunderitausende zum Ankauf von Wertpapieren von der Bezirls- sparkasse verwendet wurden, wollen Sie doch wohl nicht in Abrede stellen, desgleichen, daß nennenswerte Beträge der Girozentrale überlassen wurden. Ihre Anfrage: .Wie ich zu der Behauptung komme" muß ich dahin beantworten, daß mir in meiner Eigenschaft als Mitglied des Landtag» von einer unterrichteten Stelle diese Angaben gemacht wurden, die für mich durch- aus glaubwürdig sind. Meine Pflicht würde ich durch Angabe von Ramen aber gröblich verletzen. In diesem Zusammenhang gestatten Sie mir wohl auch noch zu bemerken, daß ich mich schon oft gewundert habe, daß andere Geldinstituts der Stadt Gießen wesentlich günstigere Geldangebote machten. Aus Einzelheiten aus der letzten Zeit brauche ich hierbei wohl nicht einzugehen." W i r niöchten zu dieser Angelegenheit bemerken. daß unserem k.-Berichterstatter wohl ein Mißverständnis unterlaufen ist. als er bei seiner Riederschrift das Wort „verliehen" gebrauchte. Trotz dieses Fehlgriffes im Wort ist aber zu lagen, daß man in der Versammlung vielfach, vielleicht sogar allgemein den Eindruck hatte, daß bei dieser Anlage der Kasse Mittel nach auswärts gegangen sind, für die in unserer Stadt recht gute Verwendung gewesen wäre. Gietzener Wochenmarktpreise. ES kosteten auf dem heutigen Wochenmarkl: Butter daS Pfund 200 biS 210, Matte 35 bis 40 Pf., Käse 10 Stück 60 bis 80 Pf., Wirsing 45 Weißkraut 45. Rotkraut 45. rote Rüben 20, Spinat 35 bis 50, Römischkohl 25 bis 30, Spargel 75 bis 140, Tomaten 100 bis 150, Zwiebeln 20, Meerrettich 30 bis 80, Schwarzwurzeln 50 bis 60, Rhabarber 25 bis 30, Kartoffeln 4, Aepsel 20 bis 40, Kirschen 80 bis 100, Honig 50. junge j Vermietungen Pens. Brand &T?2 Zimmer frei. Tel. 1085. iw*D zu verm. Schiffen» betoer Wes 69 III. KleinerLaiieii in guter Lage zu vermieten. Näheres Becker, Landgraf' Ph'l-Pl 101. Heute früh verschied nach schwerem Leiden unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Juliane Dörr geb. Meissinger im 88. Lebensjahre. In tiefem Schmerz: Marie Dörr Familie Heinrich Dörr, Frankfurt a. M. Familie Friedrich Dörr, Wiesbaden Konrad Tempel und Frau geb. Dörr, Suderwick. zu unterliegen kann zur Entwicklung ebenTo bd- tragen, al« ein leichter Sieg gegen untber bürtige Gegner In Felsberg wird sich dne hier völlig unbekannte Mannschaft vorstellen, doch sprich.' der Meistertitel schon für sich, und das gute Abschneiden bei den KreiSendspieleiz bürgt" ebenfalls für gutes Können. Aus jeben Fall steht ein spannendes Spiel in Aussicht, das wohl die Gäste als Sieger sehen wird. Nassauischer Kommunallandtag. WSR. Wiesbaden. 20. Mai. In der Sitzung des 61. Kommunallandtages wurde die Förderung der Lahnkanali- fierung durch die Mittel deS Kommunalverbandes nach einem ausführlichen Bericht des Frankfurter Beigeordneten A s ch genehmigt. Sodann wurde beschlossen, eine Inlandanleihe von 6.4 Millionen Mark auszuschreiben. Der Kommunalverband des Regierungsbezirks Wiesbaden wird sich an der Südwestdeutschen Luftverkehrsgesellschaft mit 200 000 Mark beteiligen, statt mit 450 000 Mark, wie eS die Verwaltung vorgeschlagen hatte. Die Bürgschaft für die Saatgutkredite der Landwirtschaft im Regierungsbezirk Wiesbaden wird vom Kommunalverband übernommen, ebenso werden auch weiterhin Darlehen und Zu - schusse für Meliorationszwecke bereitgestellt. Sine sehr lebhafte Debatte entspann sich anläßlich des Antrags des Allgemeinen Lehrervereins im Regierungsbezirk Wiesbaden über den Zuschuß zu der Pädagogischen Akademie zu Frankfurt a. Main. Von Zentrumsseite wurde dieser Antrag auf das lebhafteste bekämpft. Rach einer ausführlichen Diskussion wurde gegen die Stimmen der ZentrumS- abgeordneten 2000 Mark zu den Unterhaltungskosten der Pädagogischen Akademie bewilligt. Sin Antrag der Zentrumspariei. für die Seidenraupenzucht im Regierungsbezirk Wiesbaden 5000 Mark in den Etat einzustellen, fand die Mehrheit des Kommunallandtages. Für die Hirn verletzten Kriegsbeschädigten wurde ein zinsloses Darlehen von 30 000 Mark zur Verfügung gestellt. _ __ Sonntagsdienst v. Hetzte n.Avotbcken am 28.5.28 3.<)LDr.®d)ltcübate. l)r. Menerhosf Pelikanavoih. Zahnarzt: Dr. Jäger. nD 24. Mm lPsingstmontagi: Vrof. l)r. Hontgnmnn. Nr. W. 5!lein Otrschapotheke. ___Zahnarzt: Nr. Slodetbed. ________ MWWMe ttcustc: Sonntag vormittags sS«stS' 9anöbfl0fDiel gegen 4571c „Eintracht" Felsberg (Gaumeister des Fulda-Eder« GaueS! Spielplatz..Itieö“ Pfingst * Sonntag l8/4 Uhr. Der Splelaueeolnft ""d ich fd . 2a, jcf Jenen ich h- mir »wcht. ®i ?on höher, Achtend n en- unb h Um f‘Ue dich, ÄTIerschauB“ Die schönsten Erinnerungen Ihrer Pfingstiour sichern Sie sich durch iMgraphlsMiMwn Kameras auf Teilzahlung, bei Barzahlung Rabatt Platten, Pack- und Rollfilme, Papiere Gewissenhafteste und schnellste Ausführung aller Photoarbeiten Wir vergeben unsere General-Vertretung für Hessen an strebsamen 4#UA TÜCHTIGEN HERRN Der Vertr. unseres Fabrikates bietet trotz der schlechten Wirtschaft«!. nachweisb. groh. Verdienst u. sichert selbständige Existenz, weil die Absatzmöglichkeit unbegrenzt ist. Herren, welche zur Lagerhaltung übet ein Bar-kapital von einigen hundert Mark verfügen u. sich persönl. vorstell., wollen aus- führt. Angeb. einreichen unt FL 2110 an Ala Baasenstein AVogler, Köln. An beiden Feiertagen je 2 Verstellungen abend» Steppdecken in Wolle u. Daunen werden anaeferttgt und aufgearbeitet zu billigsten Preisen. Kinderwagendecken AeltereS starkes vr. AlkerOrd ein- u. zweispännig aes., u. a. G. zu verkaufen. 4568D Steinbach, Hauptstraße 56. Ein starkes Verkaufe edle (rote kurzhaarige Cekelhündin 9 Monate alt, prima Stammbaum, sehr gut erzogen. 0365) Otto Kan, Lollar (Kolonie!. 20—30 Zentner IiggenM (Flegeldrusch) zu verkaufen. 4521D Carl Rühl, Ebaretadt, Str. Gieß. Hafer Häcksel Stroh gutes süßes Heu Speise- Kartoffeln laufend lieferbar, taanii Sauer, Walltorstr. 36 H. Tel. 1154- 4573D Sommersprossen!! Ein einfaches wnn- derbaresMittel teile gern jedem kostenlos mit. tfrou Bi. Poloni, Hannover B 5 (£benftr.30A. schrank billig au verk. Nervenklinik, Frankfurter Str. 99. Koplerkessel fabrizieren als Spezialität WILHELM ZIMMER G. m. b. H. GIESSEN Bahnhcfstr 12 Tel. 272. tutD Wiederverkäufen besonderePreise unb bi«' gewissem sation ses vorhergesc Heberlegu erlebt hob stächen: b §inlabmig> lonb in sei Eg frei. Änvor Staatsf Dolen e Suche neueod.gnterh. Lederjacke sowie einen Tachometer für Motorrad. Zu erfrag, t. d.GeschästS» stelle d. G. A. 4MBD | Empfehlungen] Von Es ist tch die wo unb bis ai Wen, bie ?en grünen ‘Wer mo Rd)t, wen verirrt H da ich QusM P» 9«ben ich bi haiunooli wst Mone •nie eine [Verschiedenes] Mflllet Uebernehrae d. Beiträgen von Büchern. Macke Monatsab- schlnsse und Steuererklärungen (nebenberuflich). Schriftl. Angeb. unter 03578 an o. Giest. Anz. erb. Bücher- beitragen Abschl., Bureauarb., Organisat. übern. erfahr^ an korrekt. Arbeit gern. Buchhalter. Schr. Ang. u. 03610 an d. G. Anz. MMHWHW Gut erhaltenes Herrenrad (Brennabor), 60 cm hoch, gegen 55 Höhe zu taMen gesucht. Wo, sagt d.GefchäftS- stelle d. G. A. 03643 MMMMMH Gießen:: Oswaldsgarten Gala-Eröffniing Nur Täglich abends 8 Uhrl Nur j| die gewaltigen jage Sensatäoneniiage i3üü-2üoosj?r. Darlehen gegen prima Möbel- sicherheit sos. gesucht. Schr. Angeb. unter 4567D o.b. GiestAnz. Ein Morgen Wiese unterh. d. Schifsenb. Weges zuvervachren Näh. bei H. Wir;!', Franks. Strane | Vereine hochirachtig u. zug- fest, zu verkaufen. Treis a. d. Lda., <>»77 Hauptstr. 76. Ein hochträchtiges Simmentaler Rind zu verkauf. Q36iü Heuchelheim, Gießener Str. 3 BiemsiWM sofort abgebbar, zu verkaufen. 03657 LaunSbach 142. Mädchen mit 2F. altem Kinde iuckt Stellung, am liebsten bei älterem Ehepaar. Schriftl. Angeb. unter 45580 an den Gieh. Anz. | Verkäufe | Zunge Dattel gute Abstammung, schöne Tiere verk. K, Textor II«, 03621 Lcibgestern. Spiel- ofttwijiins 1900 e. B. L Feiertag: Früh« schoppen im Schiv- kapak. 2. Feiertag: Frühschoppen tm Darmstädter Haus Abends Zusammenkunft i. Vereinslokal (Voller!. 03684 Der Vorstand Handball- Spiel J deS T. V. v. 1846 Gießen mit T. V. 1821 Offenbach a. KL am 2. Feiertag, nchm. 2Ubr, aufbeinV.I.B.« Platz. Anschließend oemülL Beisammen- sein tm Bayer. Hof. Der SplelansBDbQß. Heinrich Zeiß, Lana - Göns. Simmentaler Rind SWMMMMMMM, MM - MW Wegen Umstellung auf Kraftbetrieb 3 prima Arbeitspferde billig au verkaufen. Ernst Valentin Krosdorserstrahe 20, Teleph. 830 S Hofreite in Lange^-Barghelm, Nähe Hanau, große Räumlichkeiten, Stallungen, neu, für 14000 Mk. zu verkaufen. Anzahl, nach Ueberelnfunft. 03678 BernhardKratz Lindholm, O.-Hessen. Einfamilienbäufer Etagenhäuser Geschäftshäuser Landhäuser Bäckereien Mühlen , Landwirttchafteu Wirtschaften Hotels znverk.durch Schleenbecker, 03688 Moltkestr. 9. Neuer leichter Oekonomie- wagen zu verkauf 03639 Annerod, Tiefenweg 45. Großer \ Ml.LCOiaOlAMOH" iG/hiilSBinKirf 191 cm öbe ) -i- :n. ib- !t* ll- tl P 'ö. et j>- u. ft "fea S»K 2. WgM!«ck, »esMOs nach Braunfels. Abfabrl mit «ab- SÄ-& äü^Äwctd von 1-2 uvr- v yflngtfW Saarläns». Konzert KÄg ^TerMliand. gegen Wache Sicher, ve.'liu zetlgemaben Zmlengeiuchl. Ang. unter 4559D an den Giedener An»riner. en 4 durch iWee ymali •ßen w >Ü.D 8 PL SMMJ* e» w-ghi Srüb’KRaud gäffÄw* | Handbai' Spie' ; v v. is" "Zs s-W liMMt Darlehen ■ gegen vriinaMübel- licherheitsos. gesucht. Schr. Angeb. umcr Mva-d-GisnAn». Ein Morgen Wiese t unterfa b. Sdiir’er. !/Weges Mewachm IÄ bei H. W'///'. ItzrankbStrane^D ‘ \ Vereine '9 Rabatt » ^iete He 'eilen «75c -örHerie je] MZ w üuf !' Nolfjeh , Flechen gesucht. Offert, unter r.5 ^ÖeslU n BÜ «ßon Dar lOO und ew . 1)01*4 watbeM ordn»"? ÄA bcm @5 Jft* LZ"? !»i«"1 Leich*'!' nen. 2>e ® Die BergnuS Milieu, >n?' Wagl'chke' aber Erle feit d-e, ' enllvurzelt zwingt ihn in den er fl willig |ime Bad;n zu V ausgegebem ichwiengste oder einen verderben, in der Eil Zwongsooi 9a, wenn ti Soffer pad wäre, einer diger Unter ufo. Das | Ueberlegunc an der Steif! liegt der F «gunas. un « Pfingsten 1926 4525D L Statt Karten! Gießen, Pfingsten 1926 Gießen (Neuenweg 2), Pfingsten 1926 22L Krofdorf, Pfingsten 1926 Statt Karten! Gießen (Hotel Kühne), den 22. Mai 1926 Gießen (Crednerftraße 40), Pfingsten 1926 Garbenteich, Pfingsten 1926 Verlobte Gießen, Pfingsten 1926 4574D Krefeld Gießen Gießen Pfingsten 1926 empfehlen sich als Vermählte ä. Statt Karten Statt Karten Gießen, Pfingsten 1926 Ä. Darmstadt Heuchelheim (Kreis Gießen), Pfingsten 1926 03*40 Gießen (Weferftraße 7), Pfingsten 1926 Tüchtige Derfaufsträfte Prima dderttäse für KreiS Gienen und Umgebung iüt kon- Pfingsten 1926 08616 Flugplatz-Cafe Wiederverkäufer nsiri Liköre, belegte Brote 4454c im 1. Pliogslleierlaq llogplanmäßiger LolWr! Hause 464»h Drucksachen aller Art Gattung klrein tmb^preisuxrt die vrühl'sche llniverfitStr-Vnickerei. 8. Lange. Sietzen. Zchalftr. 7 Medizinalrat Wagner. Offenbach a. M. Senefelderstrahe 46 kurrenzl. Gebrauchsartilel bet bobem Einkommen gesucht. Angebote unter IJ. K. 3903 an Rudolf Moste, Frankfurt a.M. Ihrtz.Derlobung geben bekannt Anneliese Brockmeier Dr. Hermann Müller Georg - Philipp»Gail r. 6 (Trambabubaltettelle. rote Vinte Bahnhof — LchUyeubauS) 8ernr. 765 Else Käppele Edgar Bogel Verlobte Die Deliovung ihrer Tochter Elfriede mit Herrn Oberzoll- iekretär Willy Eisenhardt geben bekannl Rechnungsral Ludwig Weiß und Frau Anna geb. Möhl Friederike Enz Karl Völkl jjieme Verlobung mit Fräulein Elfriede Weiß beehre ich mich anzuzeigen Willy Eisenhardt Elisabeth Feudel Hans Schmidt Verlobte !> Psd. ML 6.. franko Damvikäsesabrik «WA Rendsburg. Lotte Schneemann Rudolf Dahmer Verlobte Die Verlobung ihrer Tochtei Anneliese mit dem Zahnarzt Herrn Dr. Hermann Müller beehren sich anzuzeigen Bürgermeister Alberi Brockmeier u. Frau Lucie geb. Hackland Gießen Frankfurter Straße 62 Ha l) Durchzug der Truppen durch Kreuzung Schul—Sonnenstraße promenierte eine Dame mit braunem Hut in Begleitung den SelterSweg — frankfurter Straße entlang. Jnierent diese» glaubt tn jener Dame eine Bekannte zu leben und bittet höflichst um baldige Angabe ihrer Adresse unter 03645 an den Gießener Anzeiger. Theodor Einbrodt und Frau Elisabeth geb. Peter Als Verlobte grüßen Liesel Jung Ernst Benner Dr. Franz Schwab Frau Maria geb. Müller Vermählte Manschen Deuster Ludwig Schneider Verlobte Friedel Otto Helmy Otto geb. Althof Vermählte Zum Pfingstfest trinken Sie und Ihre Angehörigen in Naaf's Häuschen bieQualitätsroeine der Logen- kellereien Bingen Generalvertreter: H. N a a f, Walltorstrahe 34 Telephon 1520 Günstige Bezugsquelle für Gastwirte und Georg Kern Paula Kern geb. Köhler Vermählte Eduard Freidhof Gustel Freidhof geb. Lindenstruth Vermählte Willy Weber Käthi Weber geb. Scheer Vermählt« Ihre Verlobung beehren sich anzuzeigen Hanni Müller Karl Dittmar Ihre Vermählung geben bekannt Willy Jung und Frau Wilma Jung geb. Drohne Ihre Verlobung geben bekannt Anni Treuke Richard Koch Marie Wallbott Wilhelm Düringer Verlobte Von heute ab täglich geöffnet (Von Straßenbahnhaltestelle Schützenhaus in 20 Min. durch Philosophenwald bequem zu erreichen) Schöner loleolhall mit herrlicher Aussicht! Kaffee, Tee, Kuchen, Schlagsahne, gutgepflegte Weine, Aepfelwein, Gießener u. MünchenerBiere Griesheim a M. 22. Mai 1926 en mit einem tiefen Eindruck von den großen Ausgaben, die die Anstalt zu erfüllen hat. B. R o d h e i m v. d. Höhe, 2u. Mai. Zu einer Frühlingsfeier hatten der hiesige evangelische Frauen verein und die Mädchen- Vereinigung für geftem abend eingeladen. Aus dem Tätigkeit -bericht über das verflossene Jahr, den der Ortsgeistliche als Vorsitzender erstattete, ging hervor, daß das Interesse an der Vereinsarbeit sich in erfreulichem Aufstieg befindet. Erwähnt wurde auch die Wohlfahrtspflege, die der Frauenverein in Rodheim betreibt, indem er Bedürftige mit Geld und Naturalien unterstützt. Namens der Gaste dankte Bürgermeister Vorbach den beiden Vereinen und sprach in anerkennenden Worten die Hoffnung aus, daß es der Tatkraft tind den, Eifer der Mitglieder gelingen möge, mit ihren Bestrebungen zum Wohle der Gemeinde zu wirken. Sireio Schotten. =.— Gedern, 21. Mai. Auf Veranlassung des Kreisschulamte-, Schotten hielt für die männ- 1 lichen Fortbildungsschüler Medizinalrat Dr. B e ft (Schotten) einen aufklärenden Vortrag über „S e x u a 1 h y g i e n e", der von zahlreichen Lichtbildern unterstützt wurde. 'An Hand umfangreichen statistischen Materials gab der Vortragende den Schülern einen llcberblirf über die ungeheure Verdrehung der Geschlechtskrankheiten und ihre verderbliche Wirkung auf den Organismus des einzelnen und die Gesamtheit des Volkes. Der Redner forderte am Schluffe feines Vortrages feine jugendlichen Hörer auf, sich mehr der Ausübung eines gesunden Sportes (Wandern. Turnen u. dgl.) zuzuwenden zur Stählung des Körpers für die harte Schule des Lebens. Id. Breungeshain, 21. Mai. Zn den auf dem Höhcnzug zwischen Eichel und Hillers» bach liegenden Wäldern besitzt der Stahlwarenfabrikant Engels aus Solingen ein prächtiges, ziemlich ausgedehntes Jagdgebiet, das einen vorzüglichen Rehbestand aufweist. Neuerdings stellte der Zagdaufseher Mohr von hier Wilddiebe in seinem Dienstbezirke fest. Am Hellen Tage traf er auf einen solchen, der auf Anruf, da er nicht schußbereit war, sofort in eine Fichiendickung zurückfprang und flüchtete. Wohl führte die Verfolgung nicht zur Festnahme des Wildschützen, doch konnte der Zagdaufseher das Mittelstück eines zerlegten Jagdgewehrs erbeuten, das dem Flüchtenden entfallen war. * Wingershausen, 21. Mai. Der 22. Mai, der Hageltag, der drei Eicheltäier Gemeinden Eschenrod, Wingershausen und C i ch e l s a eh s e n, der zum Gedächtnis eines im Zahre 1673 gefallenen Hagelschlags gefeiert wird, ist auch der Gedenktag der großen „W a s s e r f l u t" vom 3. Zuni 1826, bei der aus den drei Dörfern 27 Menschen und zahlreiches Vieh ums Leben kamen, über 60 Gebäude teilweise oder gänzlich vernichtet und die vorzüglichen Wiesen des Sicheltales auf Zahre hinaus mit Steingeröll verschüttet wurden. Die diesjährige Feier gewinnt insofern eine besondere Bedeutung, als 100 Zahre seit dem Unglücks- tag verflossen sind und die Gedächtnisfeier, tote der damalige Wolkenbruch, auf den Pfingst» samstag fällt. ld. Burkhards, 21. Mai. Nachdem alle Pflastersteinbrüche des oberen Niddatclles, mit Ausnahme des Basaltwerks Eichelsdorf, stillgelegt worden sind, wurde hier ein Steinbruch in B e - trieb genommen, der vorzügliche Pflastersteine liefert. Allerdings wirkt die weite Entfernung von der nächsten Bahnstation (Gedern eine Stunde- erschwerend auf den Geschäftsgang ein. Id. Aus dem vorderen Vogelsberg, 21. Mai. Der vom Frost vernichtete Fruchtansatz der Ob st bäume fällt eben in solchen Mengen zuBoden, baft er an vielen Stellen korbweise zu- fammengefegt werden könnte. Der so oft um Ernte- Hoffnungen betrogene Vogelsberger Bauer sieht wiederum eine für ihn fo wichtige Obsternte dahinsinken. Kreis Lauterbach. jy Lauterbach, 21. Mai. Zu Beginn der jüngsten S t a d t v o r st a n d s s i tz u n g gab der Bürgermeister davon Kenntnis, baft bie Auto- linie Stockhausen — Lauterbach am 17. b. M. eingestellt werben mußte, ba sie nicht rentierte. — Die Heimstättenbaugesell- schäft hat bei ber Lanbesversicherungsanstalt Hessen ein Darlehen für Bauzwecke auf» genommen, wofür ber Kreis bie Bürgschaft übernommen hat. Die im oorliegenben Falle burch ben Kreis geforberte Rückbürgschaft würbe von ber Stabt übernommen. — Oefonomierat Glaser hat bie Anlage eines Vorgartens vor der L a n dro i r t s ch a f 11 i ch e n Schule beantragt. Nach vorausgegangener Besichtigung des in Frage kommenden Platzes durch die Baukommission wurde bas Gesuch ber hohen Kosten halber unb evtl, ein» tretenben Störungen bes Verkehrs abgelehnt. — Das Lanbesfinanzamt beabsichtigt, wegen Raummangel bie Dienstwohnung bes Amtsoorftehers bes hiesigen Finanzamtes in Bureauräume umzuwandeln unb bem Amtsvorsteher eine Dienstwohnung zu errichten. Das Lanbesfinanzamt ist deswegen an bie Stabt herangetreten mit bem Ersuchen, zu bem beabsichtigten Bau ben Bauplatz unentgeltlich zur Verfügung zu stellen. Es würbe beschlossen, bas gesamte Mauersteinmaterial, unb zwar bie Bruchsteine bis zur Sockelhöhe kostenlos ab Bruch abzugeben unb bem Reich als Bauplatz ben früheren Blumschen Garten an ber Angersbacher Straße, ober einen geeigneten Platz im Lückenteil zu angemessenem bzw. billigerem Preis anzubieten. — Für bie beabsichtigte Errichtung einer Krüppelklintk in Gießen, sowie für ben weiteren Ausbau ber Lupusheil» ftätte würbe je ein Betrag bewilligt. — Der hessische B e r k e h r s v e r b a n b beabsichtigt, ein sog. „Werk Hessen" herauszugeben. In bie» fern Werk sollen bie hessischen Gebirge, bie Bäber, Kurorte, Stäbte, bie Burgen, Schlösser, Dome, Kirchen, der Rhein, sowie die Geschichte Hessens, die Wirtschaft, ber Weinbau sowie weiter auch Kunst unb Kunstgewerbe in Hessen behanbelt werben. Damit auch bie Stabt Lauterbach in biesem Werk nicht fehlt, wurde beschlossen, die hiesige Geschäftswelt hierfür zu interessieren. — Die im V o r a n s ch l a g 1 9 26 vorgesehene und beschlossene Gewerbesteuer soll nach folgenden Ausschlagsätzen erhoben werden: 1. von je 100 Mk. Steuerwert Anlage unb Betriebskapital 40 Psi, 2. von je 1 Mk. staatlichem Ertragssteuersoll 50 Pf. Die Erhebung blefer Safte ist erforberlld), um ben im Voranschlag vorgesehenen Betrag hereinzubringen. Der Betrag entspricht etwa ben Sätzen bes Vorjahres. —- Nach bem Voranschlag bes Bürgermeisters sollen zwei 'gfeuerglarmftVenen beschafft und etzitz ayj HcfaaH van flaue/ Gerat/unJfluß\ j/ne nth/acke o/neGruA-- 11 'M y»'/ Jr^v^,, Tel 368 < EinS umfesl weil sc Kaffee Nur ei HInItN'M Knäuel n>' girren tnu Dtripölel- L lutmen mu käme nicht, ihn heute n lang nicht g ............... Samer "»blinde &M«b Ä. L •J&S < ihn gelegne': „ w„ «< O -sM n, fta*1 de^ach'eN' Mloler. ® -hin ton’- ni -chroestern Min|ch«n- la wag' ihr, bat |i<: stunde und lastend, der n<ä « [Role wo ThauÜee- J [djealid), °v tnlche und dou der u( Am 2= halt , hotte sich ' Volksbegehren und Volksabstimmung Von unserem Darmstädter Redakteur. tere Zeit 20 Leben erhebt. einen! 8.30 Uhr: Zwei Pfingsttantaten von WSR. Besetzung haben sich worben. Befund handelt es sich vermutlich um Raubmord. von der a. OIL l F Sebastian Dach. Montag, 24. Mai. 8—9 Ahr: Morgenfeier, veranstaltet Ev.-luth. Matthäusgemeinde Frankfurt Wald in der Rahe der Saalburg scheint Aufklärung gefunden zu haben. Inder verschiedenen Pressenotizen meldete sich Frau Bergmann aus der Schippen in Frankfurt, die in der Leiche ihren seit m e r seine folge eine gaffe zwei wahren verschwundenen Gatten zu erkennen glaubt, da alle Anzeichen, sogar die Zohnbildung, zutrefscn. Rur der Anzug, den die Leiche trug, gehörte nicht dem Toten. Die Frau nimmt an, daß ihr Gatte aus Furcht vor Strafe freiwillig auS dem Leben geschieden ist. zurückgestellt wird. Starkenburg. Heppenheim, 21.Mai. Um die zur ausgeschriebene B a u m e i st e r st e l l e nicht weniger als 218 Personen be- 12—1 Ahr: Konzert des Hausorchesters: Schubert. 4—6 Ahr: Aebertragung des Konzertes von der Gerbermühle. 6—6.30 Ahr: Die Lesestunde. 8—8.30 Ahr: „Der Wäldchestag im alten Frankfurt a. M.", Vortrag von August Kruhm. 8.30 Ahr: Sinfonie-Konzert. Dienstag, 25. Mai. 4.30—5.45 Ahr. Konzert des Hausorchesters: Operettenmusik. 5.45—6.05 Ahr: Die Lesestunde. 6.15—6.45 Ahr: Aebertragung von Kassel: Vortrag des Garteninspektors Deckel über „Kulturarbeiten im Obst» und Gemüsebau und die Verwertung von Frühgemüse, Beeren und Steinobst". 6.45—7.15 Ahr: „Der Luftverkehr", Vortrag von Herrn Scharlach von der Südwestdeutschen Luftverkehrs-A. G. 7.15—7.30 Ahr: Englische Literaturproben. 7.30—8 Ahr: Englischer Sprachunterricht. 8—8.15 Ahr: Stunde der Frankfurter Vereinigung für Heimatkunde. 8,15—10.15 Ahr: Duette-Abend. Eltwerk, die andere auf der Realschule zur Aufstellung gelangen. Die Lieferung soll durch die Firma 2. F. Krömmelbein erfolgen. z Alrnenrod, 21. Mai. Für die im vergangenen Jahre neu erbaute Wasserleitung hat die Gemeinde eine verhältnismäßig große Anleihe aufnehmen müssen, deren Zinsendienst und Tilgung beträchtliche Summen verschlingen. Zur Rückzahlung der Kapitalschuld ist wohl der Erlös für Holz aus den Gemeindcwaldungen vorgesehen. ober bei den heutigen niedrigen Preisen für Rutzholz dürften die Einnahmen aus diesem Posten nicht gar zu groß sein. Da die Haushaltungen die Kosten des Hausanschlusses zu tragen haben, ist es erklärlich, daß eben jede nicht dringende Reuanschaffung in landwirtschaftlichen Maschinen, Kleidung oder Wäsche für spä- Vüchertisch. — „V e r d u n - P a r i s Madri d". Geschichte einer Flucht nach Spanien. Von E. Schlesinger. (Verlag Anode, G. m. b. H., Berlin-Wilmersdorf, Brandenburgische Straße 42.) Geb. 3.50 Mk. Das Buch schildert ohne jede Tendenz in außerordentlich spannender Form die Flucht des Verfassers aus französischer Gefangenschaft quer durch Franlreich nach Spanien. Es ist interessant zu lesen, welche Tricks der Flüchtling anwendet, um durch zahlreiche Kontrollen zu gelangen. Ein fesselnd geschriebenes Buch, daL durch eine Anzahl Photographien aus Spanien bereichert wird. 45 - Johannes Häffner „Deutsche Seel e". Engelhorns Romanbibliothek 38 R, Bd. 25—26. Ganzl. 3,50 Mk. (Verlag 3. Cngel- horns Rachfl., Stuttgart.) Dieser neue Band von Engelhorns Romanbibliother gehört zu den echten, wurzelfesten Volksbüchern, die frei sind von aller literatenhaften Künstelei und doch ausgestattet mit den besten Erzählerqualitäten. Der Patriotismus des Dichters steht jeglicher Phrase fern, er entspringt innigstem Heimatgesühl und Vaterlandsliebe. And noch eine Eigenschaft besitzt der Roman in höchstem Maße: den inneren Gehalt, die Ruhe und Tiefe, die uns hontc^rnehr denn je willkommen ist, weil sie über das allzuhastigs Sonntag, 23. Mai. 8—9 Ahr: Morgenfeier, veranstaltet vom Wartburgverein, Frankfurt a. M. 12—1 Ahr: Volksliederkonzert. 3—4 Ahr: Die Stunde der Jugend. 4—5 Ahr: Konzert des Hausorchesters: Berühmte Märsche. 6—7 Ahr: Stunde des Rhein-Mainischen Verbandes für Volksbildung. l Johann die nicht zur Arbeit verwendet werden: dazu kommen noch 150 Milchkühe, die gleichzeitig auch als Arbeits- (Zug-) Vieh benutzt werden. Daß eine gute Milchkuh täglich 20—25 Liter Milch gibt, ist hier keine Selisn- heit. Daß hier die Milcherzeugung auf einer solchen Höhe ist, ist in erster Linie darauf zurückzuführen, daß die Viehbesitzer an künstlichen Futtermitteln nicht sparen. Andererseits ist aber auch die heimische Futtergewinnung infolge intensiver Landbewirtschaftung und ausgiebiger Verwendung künstlicher Düngemittel eine sehr gute. Maingau. Frankfurt a. M., 21. Mai. (WSR.) Heute vormittag gegen 9 Ahr nahmen Bewohner des Hauses Schweizerstratze 66 aus einer Wohnung im ersten Eijock Gasgeruch wahr. Sie alarmierten sofort die Polizei, welche die Oeffnung der Wohnung veranlaßte. Dabei wurden der Kaufmann Franz Fahler und seine Frau tot ausgefunden. Das 1'7jährige Kind des Ehepaars war noch am Leben und wurde nach dem Krankenhaus verbracht. DaS Motiv zur Tat ist unbekannt. Vermutlich liegt Selbstmord vor. Homburg v. d. H.. 21. Mai. (WSR.)- Der kürzliche Leich enfund im Wehrhei - Die vielleicht kleinste und doch inhaltsreichste Schrift über die Kriegsschuldfrage erscheint soeben unter dem Titel „Grundzüge der Kriegsschuld frage" (Buchverlag der Süddeutschen Monatshefte. München, 1,50 Ml.). Der Verfasser Georg Karo, Professor an der Anivertttät Halle, zählt zu den ersten Forschern des Problems. Was diese Schrift von allen andern unterscheidet, ist die umfassende, schlagwortartige Entrollung eines Gesamtbildes der europäischen, ja wenn man so sagen darf, der Weltpolitik, von 1871 bis 1914. Am Ende der einzelnen Kapitel ist die wichtige in- und ausländische Literatur nach dem neuesten Stande angeführt. Dieses 64 Seiten starke Büchlein liest sich bei aller Sachlichkeit, Ruhe und Klarheit geradezu spannend. 89 — „Z. R. sieg t!" Roman von F. Green. (Verlag von Ernst Keils Rachfl., Aug. Scherl. G. m. b. H., Leipzig, Königstr. 33.) Ganzl. 5Mk. Hier liegt wohl der erste Zeppelin-Roman vor, der seine Aktualität noch dcd.rch steigert, daß er das Tagesproblem des Rord olfluges zum Thema seiner Handlung wählt und die großen Rationen der Welt zum Wettkampfe um den Sieg antreten läßt. Man folgt diesem größten der Rennen wie dem aufregendsten Sportkampf. ES gibt Strapazen und Katastrophen, Todesnähe. Momente höchster Spannung, Mut und Verwegenheit. derentwegen man das Buch nicht aus der Hand legt, bis man das Luftschiff und die tapfere Besatzung am Ziele weiß. Man hat seine Freude an diesen Menschen, die trotz allen Gefahren den Mut nicht sinken lassen. Fesselnd geschildert ist eine Rotlandung des havarierten Luftkreuzers, eine tageslange Fußrrise durch die Einsamkeit der Arktis und schließlich nach hartem Kampfe die Aeberkreuzung des Pols, während die Sender der Welt den Sieg ausrufen. Ein Buch, das den Leser bis zum Schlüsse gefangen halt. 115 — Der Amateursender. Eine Anleitung zum Bau und Betrieb kleiner Röhrensender für Telegraphie und Telephonie. Von Hckstns Günther und Dr. H. Kröncke. (Franckhsche Verlagshandlung. Stuttgart.) Preis in Halbleinen 9,50 Mk. Wenn sich auch bei uns die Entwicklung der Radiotechnik durch die Striegd- und Rachrriegsjahre verzögerte, so erhielt das Amateurwesen trotzdem einen starken Antrieb, und man darf damit rechnen, daß. wenn die. Entwicklung so weitergelst, auch der Amateursc-nder in nicht „«u ferner Zeit sich eirwürgern wird. Eine umfassende Anleitung zum Selbstbau von Amateursendern ist deshalb sehr wünschenswert. Das vorstehende Buch gibt auf alle Fragen Antwort, bespricht alle brauchbaren Schaltungen, erläutert die Selbstanfertrgung wichtiger Einzelteile und beschreibt eine große Reihe ausgesiihrter Amateursender. In vier Teile gegliedert, behandelt es die Grundlagen des Amateursenbers, seine Einzelteile, Meßinstrumente und Meßverfahren sowie die praktische Aus) ührung von Sendeanlagen. Dieses praktische Hilfsbuch dürfte vielen Radiobastlern und Radiofreunden sehr willkommen sein. 122 Rundfunk-Programm des Frankfurter Senders. (Aus der „Radio-Amschau".) Am Samstag. 22. Mai, abends von 6—7 Ahr. wird vom Frankfurter Dom das Pfingst- getaute der Domglocken auf den Sender übertragen. Gerichtsf«al° Lin ungeheuer Postbeamter. WSR. Franksurt a. M., 21. Mai. Dor dem erweiterten Schöffengericht hatte sich der Post- betriebsaffiftent Wilhelm Kratz, der zahlreiche Einschreibe- und einfache Briefe erbrochen und ihres Inhalts beraubt hatte, wegen Unterschlagung i m A m t e zu verantworten. Das Gericht stellte sich auf den Standpunkt des Reichsgerichts, das bei Briefunterdrückung oder -Vernichtung den erschwe- renden Tatbestand des Paragraphen 349 in solchen Fällen für gegeben erachtete, und erkannte aus eine Zuchthausstrafe von einem Jahr und zwei Monaten. Schwere Amlsunlerschlagung. WER. K a r l s r u h e, 21. Mai. Wegen Unterschlagung amtlicher Gelder in Höhe von 28 100 Mark und Fälschung der Kontrollliste n hatte sich vor dem Schöffengericht der 42jäh- rige, verheiratete bisherige Finanzinspektor H e i n r. Haller zu verantworten. Der Angeklagte, der in vollem Umfange geständig ist und einen Monats- gehalt von 404 Mark bezog, mit dem er nach seinen Angaben sehr gut auskommen konnte, brachte das Geld fast ausschließlich im Spiele durch. Der Staatsanwalt beantragte die geringstzuläifige Strafe, sechs Monate Gefängnis. Das G e - richt ging aber über diesen Antrag weit hinaus und verurteilte Haller zu zwei Jahren Zuchthaus, den Kosten und fünf Jahren Ehrverlust. Mildernde Umstände lägen in keiner Weise vor. Er habe das ganze Geld nur zur Befriedigung seiner Spielleidenschaft verwandt. Das Verhalten des Angeklagten sei würdelos und gewissenlos. Preußen. Kreis Wetzlar. XX Ahbach, 21. Mai. Unter Haupt lehr er a. D. Fr. Köster wurde am Mittwoch Rachmittag unter großer Anteilnahme der Gemeindeglieder und vieler auswärtiger Lehrer zur letzten Ruhe gebettet. Er wirkte £5 Jahre als Erzieher in unserm Ort. 3m 3ahre 1920 trat er nach 50jähriger erfolgreicher Wirksamkeit in den wohlverdienten Ruhestand. Die Verdienste des Heimgegangenen wurden an seinem anderes. Grabe gebührend gewürdigt. L Großrechtenbach, 21. Mai. Heber die Besetzung der hiesigen Landjäger stelle, 'die durch die Ernennung des Oberlandjägers Braun zum Landjägermeister in Dinslaken-Lohberg seit 1. April verwaist ist, ist bisher noch nichts Bestimmtes bekannt geworden. Es verlautet, daß die Stelle einem bisherigen Schutzpolizeibeamten übertragen werden solle. Die Vertretung wird zur Zeit durch die Oberlandjäger Kroll. Niederkleen, und Simon, Kraftsolms, ausgeübt. 00 Reiskirchen, 21. Mai. Die hiesige Gemeinde will den „G e h r i n g s tz ä u s e r" Weg auf einer Teilstrecke chaussecmäßig ausbnuen und auf einer weiteren Strecke mit einer Kleinschlag- decke versehen. Es steht zu erwarten, daß die Arbeit als R o 1 st a n d s a r b e i t anerkannt und der Gemeinde zu ihrer Ausführung aus Mitteln der produktiven Erwerbslosenfürsorge ein Zuschuß bewilligt wird. Bei dem Wegebau sollen die in der hiesigen Gemeinde vorhandenen Erwerbslosen Beschäftigung finden. 00 Volpertshausen, 21. Mai. Bei der hier im Gange befindlichen wirtschaftlichen Umlegung der Grund st iicke ist eine etwa 40 Morgen große Wa l d f l ä ch e , die „Aspen" ge- nannt, abgeholzt und in Ackerland umgewandelt worden. Mit anerkennenswettem Fleiß haben die hiesigen Einwohner, die meistens aus Kleinbauern bestehen, die Fläche in verhältnismäßig kurzer Zeit gerodet. Der so dem Walde abgenommene Ackerboden ist durch das Los an Die Ortseinwohner ver- teilt worden, wobei jede Haushaltung eine Fläche von etwa einem halben preußischen Morgen erhol- ten hat. Das Land geht in das Eigentum der Landwirte über; es soll gewissermaßen einen Ausgleich für die von ihnen zur Erweiterung des Wegenetzes abgetretenen Flächen darstellen. O Hochelheim, 21.Mai. Der Ausbau des im Zusammenlegungsverfahren ausgewiesenen Verbindungsweges zwischen der Kleebachstraße und dem Moorweg, der als öffent- llche Rotstandsarbeit anerkannt war und zu dessen Ausführung der Gemeinde ein Zuschuß aus Mitteln der produktiven Erwerbslosenfür- sorge bewilligt wurde, ist in diesen Tagen beendet worden. Die bei dem Wegebau beschäftigten Rotstandsarbeiter fallen nunmehr wieder der allgemeinen Erwerbslosenfürsorge zur Last. <> Ebersgöns, 21. Mai. Die hiesige Gemeinde kann sich wohl ohne weiteres zu den Gemeinden des Streifes zahlen, die die meiste Milch nach auswärts liefern. Es sind drei Milchhänd- ler hier ansässig, die täglich annähernd 100 Liter Milch den Städten Butzbach und Wetzlar zuführen. Ein Milchhändler verbringt die Milch täglich mit einem Lastkraftwagen nach Wetzlar. Bei der letzten Viehzählung wurden über 100 Milchkühe ermittelt, Rheinhessen. * Mainz, 21. Mai. In der Nacht zum 10. Mai hat der 3 r oft in den Weinbergen Rhein- hessens außerordentlichen Schaden angerichtet, der die Ernteaussichten mehr oder weniger für das Jahr 1926 und zum Teil auch für 1927 zerstört. Wie die „Hessische Landwirtschaftliche Zeitschrift" mitteilt, wurde auf einer von der Land- Wirtschaftskammer oorgenommenen Besichtigungsfahrt die große Ausdehnung des Schadens festgestellt. In einzelnen Gemeinden'" sind ganze Wein- bergsan lagen re st los durch den Frost zerstört. Die Landwirtschaftskammer hat eine Erhebung des Umfangs des Frostschadens in den einzelnen Gemeinden durch ihre Vertrauensmänner veranlaßt, sie ist ferner bei den entsprechenden Landes- und Reichsstellen vorstellig geworden und hat in einer persönlichen Aussprache dem Reichskorn- miffar für die besetzten Gebiete van dem neuen Mißgeschick, das unsere hessischen Winzer getroffen hat, Kenntnis gegeben. WSR. Worms, 21. Mai. Drei in einer Kiesgrube spielende Kinder wurden hier verschüttet. Herbeieilenden Rachbarn gelang es, ein fünfjähriges Kind zu retten, während die beiden anderen im Alter von zwei und vier 3ahren nur als Leichen geborgen, werden konnten. WSR. Alzey. 21. Mai. Beim Entleeren einer Dickwurzrübengrube beim Orte Flomborn fanden Knechte die Leiche eines etwa 30jährigen Mannes, der erst vor wenigen Tagen dort verscharrt wurde. Rach dem Dec diebische AMenfohn. WSN. Darmstadt, 21. Mai. Vor dem Bezirksschöffengericht hatte sich heute der 23jährige Mohammed A n b r 6 wegen Diebstahls zu verantworten. Mohammed, der früher einem sran - zöfifchen Kolonialregiment angehörte und dort gut deutsch sprechen gelernt hat, gefiel eines Tages die Soldatenhsrrlichkeit nicht mehr, und er desertierte über den Rhein, wo er bei verschiedenen Bauern arbeitete und einmal sogar auch E r - werbslosenunterftützung bezog. In Gemeinschaft mit einem 17jährigen Schiffsjungen aus Gernsheim bestahl bann Mohammeb einen seiner Arbeitgeber um 100 Mark. Das Gericht verurteilte den Schiffsjungen zu brei Monaten, ben Sohn Afrikas zu sechs Monaten Gefängnis. Die HeU'Dfenburger Explosionskatastrophe in der Berufungsinstanz. WSR. Darmstadt, 21. Mai. Das aroße E x - plosionsunglück in der Pyrotechnischen Fabrik von Friedrich Sturm & Eo. in Neu- Isenburg, bei dem bekanntlich sechs Arbeiter und Arbeiterinnen ums Leben gekommen sind, beschäftigte gestern in der Berufungsinstanz die hiesige Strafkammer. Vom Offenbacher Schöffengericht waren die beiden Inhaber der Fabrik, Leichum und Sturm, zu je 14 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Während Leichum die Strafe annahm, legten Sturm und b<*r Staatsanwalt Berufung ein. Dos Gericht entschied, daß beide Berufungen zuruckzuweisen feien; es bleibt demzufolge bei der erstinstanzlichen Strafe. zwischen der Gesetzgebung des Reiches und der H essens. Der Reichstag kann nur durch den Reichspräsidenten aufgelöst werben, währenb das hefsifche Volk auf Grund versassungsmäßiqel Rechte, durch eine '23oiryabftimmun^, falls diese in bejahendem Sinn ausfällt, die Auflo'fung herbeiführen kann, selbst gegen den Willen der Regierung. Die gesetzlichen Befugnisse, die dem Volke durch eine Abstimmung (Volksentscheid) eingeräumt werden, sind in ben einzelnen beutschen Länbern sehr verschieben. Kann in Hessen nur burch einen Beschluß bes Gesamtministeriums ober burch eine allgemeine Volksabstimmung ber Lanbtag aufgelöst werben, so kann bies z. B. in Preußen burch einen Beschluß bes Staatsrates bes Lanbiages ober auf bem Wege bes Volksbegehrens geschehen. In Bayern ist biese Befugnis bem Volksbegehren und bem Gefamtministe- rium eingeräumt. Sachsen unb Württemberg sowie verschiebens kleinere Länber haben ähnliche Gesetzesbestimmungen. So weit sich übersetzen läßt, hat ein Lanbtag nicht bie Macht, sich selbst aufzulösen, auch in Hessen nicht. 2m allgemeinen sinb in ben einzelnen Länbern bie gesetzlichen Bestimmungen über Volksbegehren unb Volksentscheib denen ber Reichsverfassung nachgebilbet; vielfach lehnen sie sich auch im Wortlaut baran an, inbessen bestehen wesentliche Unterschiebe über bie Art bes Volksbegehrens. So ist in Württemberg unb in ben Hansastäbten — um nur ein Beispiel herauszugreifen — ein Fünftel ber Stimmberechtigten bei einem Volksbegehren not» roenbig, um einen Volksentscheib über eine Lanb- tagsauflösung herbeizuführen, in Sachsen ist aber nur ein Zehntel ber Wahlberechtigten notmenbig. (Auch bas Reich verlangt bei einem Volksentscheib, daß sich vorher bei einem Volksbegehren 1/io der Wahlberechtigten über ein Gesetz geäußert hat.) In Hessen ist bei einem Volksbegehren jedoch nur bie Meinungsäußerung von einem Zwanzigstel ber Wahlberechtigten notmenbig, also erheblich weniger. Es werben in runber Zahl 46 000 Unterschriften non stimmberechtigten Wählern zu sammeln fein. Bei ben Hinbenburgwahlen am 27. April 1925 brachten es bie Oppositionsparteien (Deutsche Dolkspartei, Deutschnationale Dolkspartei unb Bauernbunb) auf runb 275 000 Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von 77,7 Prozent in Hessen. Es werben mithin bie 46 000 Unterschriften für das Volksbegehren aufgebracht werden können; und sie werden aufgebracht, darüber läßt die Stimmung, die im Lande herrscht, keinen Zweifel. Das bereits seit längerer Zeit in Hessen an gekündigte Volksbegehren ist j?izr eingeleitet unb wird zu einer Volksabstimmung fuhren. Es treten bann zum erfreu Mate bie Artikel 12 bis 16 der hes- ssilchen Verfassung sowie die Bestimmungen über bas Volksbegehren unb bie Volksabstimmung vom 17. März 1921 in Wirksamkeit. Volksbegehren unb Volksabstimmung in bieser besonberen Form sinb Schöpfungen ber Neuzeit, ber bis zum November 1918 gültigen hessischen Verfassung waren sie noch fremb. Zwor hat cs regelrechte Volksabstimmungen schon im Altertum gegeben — bie berüchtigten Scherbengerichte in Athen sind als solche zu bezeichnen — aber ihr Lorbilb haben sie nicht auf antikem Boben, jonbern in germanischen Länbern. Durch Volksabstimmungen wurden in airgermanischer Zeit viele Fragen des öffentlichen Lebens entschieden. Die Abstimmungen traten jedoch immer mehr zurück unb erlangten erst im. 14. Jahrhunbert in ben Lanbge- meinben ber Schweiz eine immer stärkere Bebeu- tung. Schließlich würben sie in ein System gebracht unb ihnen feste gesetzliche Bestimmungen gegeben. Es würben genaue Anorbnunyeu getroffen sowohl über bas Volksbegehren, b. h. über ben Antrag, eine Volksabstimmung herbeizuführen, wie auch über bie Abstimmung selbst. Die Ausbilbung ber gesetzlichen Normen gehörte aber uorroiegenb bem 19. Jahrhunbert an unb fanb erst gegen besten Enbe seinen wesentlichen Abschluß. Es ist aewiß kein Zweifel, baß bie Volksabstimmung auf Antrag aus bem Volke selbst, gerabc in ber Schweiz burch Verfassung unb Gesetzgebung so ausgebilbet worben ist. In einem kleinen Lanbe war bas leichter möglich als in ben mobernen Großstaaken. Ueberhaupt hat bas schweizerische Vorbilb wenig Nachahmung gefunben; von europäischen Staaten ist ihm nur bas DeutscheReich gefolgt in seiner neuen, ber Weimarer Versüssung. Keine ber westlichen Demokratien kennt bie Volksabstimmung, weber zur Auflösung bes Parlaments noch zur Annahme ober Ablehnung eines Gesetzes. Don außereuropäischen Staatswesen haben bas Volksbegehren unb bie Volksabstimmung nur bie sog. Neuenglanbstaaten (in ben östlichen Vereinigten Staaten) unb Australien übernommen. In ber Reichsverfassung sinb nur wenige Bestimmungen über bas Volksbegehren unb bie Volksabstimmung — hier meistens Volksentscheib genannt — enthalten; Volksabstimmungen sinb hiernach möglich über Gesetze unb über bie Absetzung bes Reichs- präsibenten, nicht jeboch über bie Auflösung bes Reichstages. Darin liegt ein wesentlicher Unterschieb Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 23. Mai. 1. Pfingstfeisrtag. Gießen. Stirdtttrche. 8: Pfr. Becker. 9": Pfr. Mahr. Beichte u. heil. Abendmahl f. Matthäus • u. Markusgemeinbe. 11'/«: Krnberk. f. d. Matthausg. Pfarrer Mahr. - JohanneSkirche. 8: Pfarrer Ausfelb. 97,: Pfr. Bechtolshelmer. Beichte, unb heiliges Abenbmahl f. Lukas- unb Johannes- gemeinde. 11:’/, Kinderkirche f. d. Lukasgemeinde. Pfarrer Bechtolsheimer: - Kirchberg. 10.11: heil. Abendmahl f. Staufenberg. Kollekte s. d. Luther- ftiftung, nachmittags 1",: Kirchberg. — Wieseck. 9V,: Pfarrastist. Hertel-Gießen. Opfer f. d. Luther- ftiftung. — Watzenborn - Darbenteich. Watzen- born«Steinberg:'/,10. (Kirchenchor, Kollekte). Garbenteich: 2*/4: Denkmalsweihe. Montag, den 24. Mai. 2. Pfingstfeierlag. Gießen. Stadtkirche. 8: Pfarrer Mahr. 97„: Pfarrer Becker. 11: Kinderkirche f. d. Markusgem. Pfarrer Becker. - JohanneSkirche. 8: Pfarrer Bechtolsheimer. 97,: Pfr. Ausfeld. 11: Kinderk. f. d. Johannesgem. Psr- AuSfeld. - Kirchberg. 10. Wieseck- 9*/,: Pfarrer Haupt-Gießen. Opfer für den Evangelischen Bund. — Watzenborn - Steinberg: 1. Garbenteich: '710. (Kollekte). Katholische Gemeinden. Gießen. Samstag. 22. Mai. nachmittags 41/, und 7 Beichte. Sonntag. 23, Mai. Pfingstsonntag, 6'/, Beichte, 7 Messe, Kom. der Frauen. 8 Kom., 9 Hochamt mit Predigt, 11 Messe mit Predigt, 2' 7 Desper mit Segen. 47, und 7 Beichte. — Grün- berg. 9'7 Meste mit Predigt. — Hungen. 8 Hoch- amt mit Predigt. - Ltch. 10 Hochamt mit Predigt. Montag, den 24. Mai. Pstngstmontag. 6'/, Beichte 7 Meste. 8 Kom. 9 Hochamt mit Predigt 11 Meste mit Predigt 21/, Festandacht mit Segen. Dienstag unb Freitag abends 8 Maianbacht. — Grünberg. 9'/, Meste mit Predigt. — Hungen. 6 Andacht. Laubach. 10 Meste mit Predigt. - Lich. 71/, Hoch- amt mit Predigt. Ife’W’ Das lachende Haus. Roman von Sophie K l o e r fj. 24. Fortsetzung Nachdruck verboten. Das begriff sie ja selber nicht. Es war eben ein Wunder. Wer glücklich ist, glaubt an Wunder. Und wenn keinem Menschen aus der Welt das Wunder begegnet, ihm, ihn, ist es erschienen und hat ihn gesegnet. — So gesegnet war sie jetzt, so selig, so überreich. — Und wenn sie in ihrem Zimrnerchen sah, sang sie vor sich hin: „Nie sollst du mich befragen noch Wissens Sorge tragen--" Nein, sie fragte nicht- Sie wartete und vertraute. Lrockdorf war ein Frauenkenner. Er wühle ganz genau, dah dies sanfte, weiche Geschöpf doch im Grunde fest war wie seiner Stahl. Die war nicht in schnellem Anlauf zu nehmen, die muhte Schritt für Schritt selber den Weg gehen, der sie in seine Arme führte. Und e» war ein Genuh für ihn, zu beobachten, wie sie sich erwärmte, wie sie immer sorgloser, immer selbstvergessener sich ihm fügte, zu ihm kam, mit ihm ging — Heim und Mutter und Schwestern immer mehr zurückschob vor seinen Wünschen. Da wagte er einen schnelleren Schritt. Er schrieb ihr, bat sie zum Samstagnachmittag zur stillen Teestunde und verreiste dann, nur einen Brief zurück- lassend, der wirken sollte, während die Sehnsucht nach ihn, in ihr war. Rose war um vier ausgebrochen zur Rotenbaum- Ehaussee. Das Wetter war auch in der «ladt abscheulich, aber sie stieg am Jungsernstieg in die Elektrische und halte dann nur noch eine kurze Strecke von der Haltestelle zur Villa. 'Am Dammtorbahnhof ein unvermuteter 'Aufent- halt. Ein Pferd mar auf den Schienen gestürzt und halte sich dar Bein gebrochen. Man muhte nach der Feuerwehr telephonieren. Wagen um Wagen hielt hintereinander, es war nicht abzusehen, wann der ftnäuel wieder in Bewegung geraten und sich entwirren würde. Und Rose hatte sich schon ohnehin verspätet. Dies konnte so lange währen, dah ec an- rühmen muhte, sie hätte das Wetter gescheut und käine nicht. Dann konnte er fortgehen. Dann iah sie ihn heute nicht. Und sie hatte ihn schon acht Tage lang nicht gesehen. Heraus au» dem Wagen, hinein in Sturm und Schnee. Sie stemmte sich und lief, jo schnell sie konnte. Heih wurde ihr irotz der Kälte. Die Sekunden schienen Minuien, die Minuten Viertelstunden. Einmal fjingelte es dicht hinter ihr. Die elektrische Bahn, die aorüberjagte. Nun wäre sie doch schneller ge- kommen, wenn sie gewartet hätte. Der Schnee lag auf ihren Schultern, ihrer 'Pelzmütze, aus Sinnen und Brust. Im Gesicht schmelzend, rann er in kalten Tropfen an den Wangen nieder. Die Fuhe waren wie Eis. Die Hände erstarrten. Endlich das Haus. Die Frau des Dieners öffnete. Sah erstaunt auf das ganz verwehre und verschneite junge Ding. „Herr von Brockdorf ist verreist. Ganz plötzlich. Mein Mann ist zur Stadt, dem Fräulein einen Brief zu bringen. Die telephonische Leitung ist gestört vom Sturm." „Ach." Die bittere Enttäuschung! — Und nun merkte sic plötzlich, wie müde und atemlos sie war. „Aber so darf das Fräulein nicht wieder fort. Sic fallen ja um." Mütterlich und doch vertraulicher, als einer Dienenden zukam, zog sie Rose in die Stube, nahm ihr die passen Sachen ab, drückte die ganz Erschöpfte in den Stuhl am Ofen, redete gutherzig dabei. „Kaffee hab' ich drauhen. Auch Gebäck. Einen Augenblick. Gleich bring' ich etwas. Was würde der Herr sagen, wenn ich das Fräulein so wieder fortliehe! Und wenn mein Mann kommt, soll er einen Wagen holen. Das Auto — da ist Herr von Brockdorf selber mit fort." Sie trug die nassen Sachen in die Küche. Rose sah und träumte vor sich hin. Da sah die Frau wieder in die Tür. „Und hier ist noch der Brief. „Mein Mann hat ihn liegen lassen. Run ist das ja ganz gut." Die geliebten Schristzeichen! Sie strich zärtlich über sie hin, rih den Umschlag ab und las. Wurde heih. sah sich erschrocken um — nein, niemand beobachtete sie. „Meine Rose! Ich bin fortgerufen, plötzlich. Und sah dich eine ganze Woche nicht. Kann auch nicht roiebefommen vor drei Wochen. Es handelt sich um wichtige Dinge, mit denen ich dich nicht quälen will. Gcschästssachen. Aber, meine kleine, sähe Rose, ich halte diese Trennung nicht so lange aus. und wenn btt mich ebenso liehst wie ich dich, kommst du mir nach. Wenigstens auf drei Tage. Rur drei Tage. Für jede Woche einen einzigen lag. Ist das zuviel': Du wolltest doch immer so gern einmal nach Berlin, um dir die Gewerbemuseen und all das, was so dazu gehört, anzusehen. Run kommst du hinüber. 3n dieser Woche noch Drei Tage, kleine Rose! Da können wir zusammen sein von Morgen bis Abend. Und ich will dich lieben und dich verziehen und dir danken, so unbeschreil' lich bauten, wenn du kommst. Wirst du kommen? Dah ich endlich an deine Liebe glauben barf. Dah ich endlich weih, ich bin dir mehr als alle Vorurteile und Altweibergeschwätz. Wie glücklich wir sein werden!" Rose lieh die Hand finlen. — 5o beif} war ihr geworden. Das Her; ging in wilden Stöhen. Bis in den Hals hinein schlug es. Nein, nein, nein. Das ging nicht. Die Mutter! — Und die Schwestern. — Und — und--; Aber wenn er es al» Beweis ihrer Liebe forderte? War er nicht immer voll Güte und Zartsinn gewesen? Umhüllte er sie nicht sörmlich mit feiner weichen Zärtlichkeit? Und wenn er spurte, dah sie zurückschrak, so oft die Leidenschaft aus ihm herausbrach, zwang er sich nicht Immer zur Ruhe? Konnte sie sicherer sein als gerade bei ihm? Die Tür ging. Frau Klassen kam mit Kaffee und Kuchen und deckte den Tisch, den sie dicht vor Rose an den Ofen schob. Sie beobachtete im stillen bas Mädchen, sah den offenen Brief in ihrer Hand, das rätselhafte Nachdenken in den Zügen. „Fräulein Bunsen sollte man eine Tasse trinken. Und ein paar Makronen essen. Ich backe sie selber. Sie waren immer das Lieblingsgebäck von unserer lieben gnädigen Frau." Rose fuhr zusammen. Von weni sprach die da? — Von der, die hier Hausrecht gehabt hatte? Wie kam sie dazu? „Ich bin ja schon Jungfer bei ihr gewesen," fuhr die Frau ruhig fort, „als sie noch Fräulein von Grotthauv mar. Ich bin ja auch aus Westfalen. — Und wenn ich nicht Klassen geheiratet hätte — ich, ich ginge lieber heute als morgen wieder zu meinem guten Fräulein." Cine Pause. Rose trank mechanisch den Kaffee, die Makronen rührte sie nicht an. Frau Klassen trat an das Fenster und zog den Vorhang zurück. Dos Licht fiel gerade auf das Ma- bonnenbilb an dec Löngswand. „Das Bild hat Fraulein Bunfen wohl noch gar nicht gesehen? Vor fünf Fahren in Dresden ist cs von einem italienischen Maler gemacht worden. Akkurat so sieht sie aus, so lieb und sanft und fromm. — Der Herr hat immer r.c Neigung für die ganz Weichen und Jungen ge- habi. Und die glauben ihm ja auch alle». Mein Fräulem auch. Die Eltern wollten es gar nicht. Sie war 'ne schwer reiche Erbin, ja. Und so viele Anträge, wie sie hatte — und der Vater wollt' gern, sie sollte einen heiraten, der auch katholisch war. Es gab böse Kämpfe. Aber so sanft, wie sie sonst war, da blieb sie sest. Und hat doch hier fortgehen müssen. Das rann ich dem Herrn nie vergeben." „Warum — warum erzählen Sie mir das?" fragte Rose mühsa,,' „Fräulein, — Sie tun mir leid. — Nein, Sie brauchen mich nicht hochmütig anzusehen, ich will nicht dreist sein. Gewih nicht. Hier ist manche im Haus aus und ein gegangen — na, Iah sie. Ich tonnt’ sie nicht hüten, die wollten auch gar nicht gehütet sein. — Aber wie ich Sie zum erstenmal gesehen hab' — Sie erinnern mich viel zu sehr an meine liebe gnädige Frau. Bloh, dah Sie blond sind, und die ist schwarz. Aber Sie glauben auch, was der Ihnen lagt. Und um Sie ist es schade " Rose stand auf. Zwang sich zur Ruhe. Erwiderte ganz kurz und kühl: „Ich mochte bitten, mich zu verschonen. Her von Brockdorf ist ein Ehrenmann, und außerdem habe ich keine Veranlassung, mir so etwas sagen zu lassen." „Dos weis; ich schon, das ist nicht ichön, Fraulein Bunsen. Und meint mein Mann müht', was ich hier sag', er würd' mir den Marsch blasen. Er sagt: We» Brot ich ess', des Lied ich sing'. — Ra, mag ja fein. Ich bin aber nicht bei dem Herrn in Dienst, ich war bei seiner Frau. Die immer noch seine Frau ist, weil sie immer noch denkt, eine grohe Lieb» könne auch den ärgsten Sünder bekehren. Und er — na, ihm ist dos ja recht, öie erbt mal alles, was der alte Herr besitzt, sie und der Junge. Der Jung» ist zart — na, da will ich nicht weiter von reden. Aber auf das Geld ist der Aerr von Brockdorf sehr. Und Vorteil hat noch niemals eine davon gehabt, die ihn gern leiden mochte." ^Fortsetzung folgt.) Ein Blick in das Ausgabenbuch genügt um keskrustellen,v/isvisl man mWiOrnTrtinm spart Er isr, weil schmackhaft und ausgiebig,das beste und billigste Kaffeegatränk. Ich möchbe ihn nicht mohr entbehren. Nur ein Ellö'iei auf 1 Liter od.r Kfärnfran(& und '4 Bohnenkaffee. (Zubereitung in Jedem Falle wie Bohnenkaffee) Holz-RouSeaux Jalousien Rolläden in erstklassiger Ausführung Martin Heß Tel. 368 Schulstr. 11a und Frankf. Str. 19 Tel. 368 Harnstoff Hornspäne Alberts (nach Prof. Wagner) Etisso :: Ovis-Guano lumetwunger 111111■ 11iiiiiiii11ii1111111111111 m ■ 1111 ™ ■ G • < ■ | g Samenhaus Heinrich Hahn Bahnhofstraße, Telephon 1403 4W“C 1. prämiiernngs-Marlt ßgM zu Gedern fsa Am 8. Juni 1926 findet in Gedern Hin#- M HitoMI verbunden mit Prämiierung von Simmentaler und Vogelsberger Nindvieh statt. (Es stehen wertvolle Preise für die Prämiierung zur Verfügung. Ebenso findet eine Prämiierung von Ziegen statt. Der Austrieb für Schweine beginnt um 6V2 Uhr, für Rindvieh um 7Vs Uhr. Anschließend daran findet, nach, mittags 2 Uhr, auf dem Marktplatz Verlosung statt. Es kommen zur Auslosung wertvolle lebende u- land« u. haus- wirtschaftliche Gebrauchsgegenstände. Die zur Verlosung kommenden lebenden Gewinne werden aus dem Markte angekauft. Tanz, Volksbelustigung, Konzert «470 Hess. Bürgermeisterei Gedern. Oberhessisches Korbwarenhaus Größtes und führendes Spezialgeschäft Stets Eingang v. Neuheiten Lchml rote 21tr Bordeouxioeinc von Mk. 1.40 Schm! mibe Zltr MdMMint von Mk. 1.75 Aigino! rote 20er Siirpnhmotint von Mk. 2.— ab in Kisten von 25 Flaschen, evtl, sortiert, vermittl r gesucht. Schriftliche Angebote unter 4551D an den Giehener Anzeiger. üadeniokal in erster Lage zur Errichtung eines feineren Spezialgeschäftes von groß. Unternehmen zu mieten gesucht. Schriftliche Angebote unter J. V. 1364 (4469id) an d^n Giehener Anzeiger. Bekanntmachung. Die diesjährige öffentliche Imp- f u n g in der vtadt Eiehen findet wie folgt statt: 43738 Mittwoch, 19. Mai, nachm. 3 bis 4 Uhr: Impfung, Dienstag, 25. Mai, nachm. 3 bis 4 Uhr: Nachschau, 4 bis 5 Uhr: Impfung, Mittwoch, 2. Juni, nachm. 3 bis 4 Uhr: Nachschau, 4 bis 5 Uhr: Impfung, Mittwoch, 9. Juni, nachm. 3 bis 4 Uhr: Nachschau im Jmpflokal, Turnhalle der Stadtmädchenschule, Schillerstrabe 8. Zu diesen Terminen können vorgestellt werden alle in 1925 oder früher geborenen Kinder, bei welchen der Nachweis der erfolgreichen Impfung bisher noch nicht erbracht wurde. Die Kinder muffen zum Impftermin mit reingewaschenem Körper und reinen Kleidern gebracht werden. Kinder aus Häusern, in denen übertragbare Krankheiten herrschen, sind nicht zum öffentlichen Impftermin zu bringen. Gießen, 15. Mai 1926. Der Oberbürgermeister. ____________I. D.: Klingspar.___________ Gras - Versteigerung Die diesjährige Grasnutzung von den Schneisen und Mähplalten der Stadt Gießen soll am Donnerstag, dem 27. Mai 1926, nachmittags 21, Uhr, im Hofe des SiadthauseS Gartenstrahe in 19 Losen öffentlich versteigert werden. Dieben, den 20. Mai 1926. Ser Oberbürgermeister. I. D.: l)r. Rosenberg. 45638 Bekanntmachung. DerDoranschlag derGemeindeHeuchel- heim für das Rj. 1926 liegt vom 25. d. W. ab eine Woche lang auf dem Bureau der Bürgermeisterei zur Einsicht offen. Es ist eine Umlage vorgesehen, zu der auch die AuSmSrter beizutragen haben. Heuchelheim, den 21. Mai 1926. Hefstsche Bürgermeisterei. Kreiling. 4548D äfc langst getan ur das Gute i bricht siet» Salm, 4 \ 50 (PjtdüüfllzV/d. Zu jedem Pfund die „Blauband-Woche“ gratis Vom 26. bis 28. Illi er. werde ich in Gießen (Hotel zur Eisenbahn) anwesend sein, um künstl. Augen anzufertigen und einzupassen 43O4nz Sprechzeit von 8 bis 4 Uhr Arnold Greiner Augenkü nstler a us Wiesbaden Gberheffifche Viehverficherungs-Anftalt Einladung zur 81. Ordentl. Mitgliederversammlung und Ausschuh- sitzung für Mittwoch, den 26. Mat 1926, nachm. 2 Uhr, im Hotel „Deutschen Haus" in Friedberg. Tagesordnung: Vorlage der Rechnung pro 1925 Entlastung des Vorstand» und Ausschüsse» Wahl des Ausschuffes Ersatzwahl zum Schiedsgericht Satzungsänderung der §§ 2 und 35 Beratung von Vereinsangelegenheiten. Gießen, Mai 1926. 4376D Der Dorstand. CAklal ist das beste Heilmittel W V II I ö I Metallbetteii für croß und klein, Stahlmatratzen, auch mit Zubehör. frachtfrei an Private. Ueberall eingeführt seit 1911. Bequeme Bedingungen. Katalog 729 frei. Eisenmöbelfabrik Suhl (Thür.) Bettvorlagen besonders vorteilhaft Wachstuche 3 i O Hl O M Wachstuchreste ""2 bchulstrade NWtK Die altbewährte gute Strickwolle < NWsK WOLLGAPNE MUllerscheBade-undSchwimmanstaltisteröffnet MosterArnsburg bei Lich. Am 2. Pfingsttag nachmittags 3 Uhr von Mitgliedern der Gießener Reichswehrkapellc. 4545D Ernst Thörner Wwe. Saalbau Sauer I. Pfingst Feiertag abends 81/» Uhr 19. ^sütär-ICo^sert mit dem großen Pfingst-Programm (u. a. Violinen- und Prompeten-Solis — Fanfaren-Märsche) unter persönl. Leitung des Herrn Obermusikmstr. Löber II Ptingst-Feiertag abends 8 Uhr Stoßes* Pfingst-^ail (Die Musik wird ausgeführt von Mitgliedern der Militärkapelle.) ostoi Am 2. Pfingstfeiertag findet im Saalbau Engelhardt Tanzmusik statt — Gleichzeitig bringe ich meinen großen Saal nebst anliegender Gartenwirtschaft in empfehlende Erinnerung Gastwirt Engelhardt, Annerod. ,M6D fiLßinben» r. 2. Pfingst-Feiertag MWiMui TANZ iiiriöitiii™ W in dem bekannt schönen Burggarten "Ott Für Speisen und Getränke ist bestens gesorgt. Es ladet freundlichst ein 08838 Gesellschafts-Verein „Burgundia". Einladung zum Iahresfest des evang. ReLtungshaufes zu Kloster Arnsburg b. Lich am Pfingstdienstag, dem 25. Mai, nachm. 2 Uhr. Festprediger: Herr Oberkirchenrat Wagner zu Gießen Herr Missionsinspektor Held zu Wiesbaden. Londerzüge auf der Butzbach-Licher Eisenbahn. Hinfahrt: Butzbach-West ab 12.50 nchm., Muschenhcim an 1.30 nchm.: Rückfahrt: Muschenheim ab 7.52 abds., Butzbach-West an 8.35 abds. 41l7D Der Vorstand. hergesteM. *sm Hari Schmidt, Neuenweg 42, Tel. <075 WohlnanPflngsten? In den Zirkus Birkeneder 036S7_____ 3B5S X ft 'M) WZ LE M NW 4» ■ -M ■ . / ; ■ MM- MWWWMWWWWWWWWWWWW^M Nur noch heute und morgen: Txtm Miv der beste Steppenreiter 1 VIII ivIlÄ jer Sierra Nevada in seinem allerneuesten Wild-West-Film in 6 Akten: Teulel-Tempojom Ferner: Da* Beiprogramm Ab Montag, 1L Feiertag: Uarru Piel in seinem horvorragen- nal I y ■ IVI jen Sensationsdrama: Schneller als derTod Ferner: Billies Löwenhochzeit Nur noch heute und morgen: Aus des Rheinlands Schicksals- tagen während der Besetzung (Die Wacht am Rhein) Ferner: Das Milliardensouper Lustspiel in 5 Akten Ab Montag, II. Feiertag: Jackie Coogan, der Lumpensammler Ferner: Panzerkreuzer Potemkln Der größte Film, den die Welt je sah Nur I. und II. Feiertag: Das hervorragende Doppelprogramm I. Film: Die Liebesbriefe der der Frau Baronin vonS.... Gesellschaftsdrama in 6 Akten. In der Hauptrolle die ausgezeichnete Künstlerin: Mia May II. Film: Die Lieblingstochter des Maharadschas Glänzendes Lustspiel in 5 Akten. In der Hauptrolle: Viola Dana Rheingold Rheingold MMW« Rheingold Rheingold Anfang 8 Uhr Ende 107. Uhr CafeAmend MtltM MM 5 wwe wi WW Oes limilWlMM-AMM jur Gröffnung öer Ssinmeriiiieizeit Dienstag, den 25. Mai 1926: Großes Lager und Keller mit Bureau, auch geteilt, in guter Lage zu vermieten. Schriftliche Angebote unter No. 03648 an den Gießener Anzeiger erbeten. Äh Montag im Lichtspielhaus Der größte Film, den die Welt sah! Abonnements haben Gültigkeit! Beginn des Vorverkaufs Samstag, den 22. Mai, in den üblichen Kassenstunden. Die Eintrittspreise während der Sommer- Spielzeit betragen Mk. 3.-, 2.20, 1.60, 1.-, 0.75 und 0.50. I. Skitkeurefl vom 26. Mai bis 12. Juni 1926 im Restaurant Rheingold, Ludwigstr.6 Programms und Spielordnungkostenlos Inuit« UMe Schwank in 3 Akten von Hans Sturm. Ludwigsburg bei wiefeck 3. Pfingstfeiertag Tanzmusik im neucrbauten Saale 4533D Für gute Speisen und Getränke ist heftens gesorgt. Es ladet ein Ludwig Werner sittei t. 1. M. 1Ä Am 2. Feiertag 10'/, Uhr vormittags Frühschoppen in der Stadt Cassel, nachmittags Familienspazicrgana n. Tenors Terrasse ans der Hardt. Gleichzeitig wird den passiven Mitgliedern der Besuch des am 1. Feiertag nachmittags 4 Uhr in der Bolkshalle statt- findenden Konzerts dcö Gesangvereins Liederkranz-Saarbriicken und ebenso der Besuch deö daselbst statlsindenden Be- grützungöabcnds empfohlen. 45440 2. Feiertag Frühkonzert Unser neues Sanitäts-A uto kann bei Bedarf bestellt werden bei Kolonnen - Führer Kratz Schulstraße 11. — Telephonischer Anruf: Nr. 1354 oder 806 Freiwillige Sanitäts - Kolonne vom Roten Kreuz, Gießen. ««D von 11 bis 1 Uhr ""c Wellersburg 3. Pfingstfeiertag Tanzmusik Gleichzeitig empfehle ich meine Gartenwirtschaft und Lokalitäten für Vereine u. Ausflügler 45S0 d Heinrich Weller Challier 03677 die Welt sah. iErnst Blatz.j fenem. 4528c Roonstrahe 31. 4557D Spielplan der Gießener Lichtspieltheater Victor Heermann Gesanglehrer vom Konservatorium in Zürich und Klindworth- Scharwcnka- Konservatorium in Berlin erteilt zweimal wöchentlich in Gießen Gesangs-Unterricht (Vollständige Ausbildung bis zur Berufsreife.) Prospekte: Musikalienhandlung Germania: .... Ein Meisterwerk russischer Filmkunst. Die silmtscheGestaltnng grandios. Eine unerhörte Lebendigkeit durchpulst dielen Film, zwingt den Zuschauer in atemlose Spannung. (E. Bormann.) Vorwärts: .... Regisseur S. Eisenstein wird von jetzt ab zu den Grützen der Filmregte gerechnet werden müssen. Der ganze Film steht unter dem Gesetz ungeheurer Erregung und Spannung. Neue Berliner Zeitung: .... Dieser Film ist eine einzige lodernde Fackel der Geschichte. Sein Antlitz trägt die bellen Augen der Priesterin: EwigkeiL Berliner Morgenpost: .... Ein historisches Dokument von bisher noch nicht gesehener Monumentalität. Solche Menschcnmaflen bat im Film noch keiner auf die Beine gebracht......ein unvergetzltcher, überwältigender Eindruck. Man steht vor etwas Einmaligem, Niedagewe- Ingcmeimchute Technikum Altenburg-Th STAATSKOMMISSAR Ma«chmcnbau-AutomobUbdu*EUkhvt«hmk Pr«isw.Verpflitn Stud.Casino Proflr.auf Wunxh. ; Wie: 5. Hi. Mein Askins, MslW So urteilt die Presse: In dem weiter zur Ausführung lom- menden Kolonnadenbau am Bahnhof Gietzen find weitere Läden und Bureauräume zu vermieten. Interessenten erfahren Näheres durch Herrn Baurat Schuhmacher, Architekt. Lichtspielhaus Bahnhofstraße 34 Alfred Kerr: .... Ein Wunderwerk — ein Wunderwerk. Berliner Tageblatt: .... Darstellende Kunst, bisher ohne Nachwelt, erlangt hier zum erstenmal die ganze Verewigung, Regie u. Schauspielkunst geben etwas zeitlos Gültiges. Eisenstein hat hier den gewaltigsten und kunstvollsten Film geschaffen, den Boisische Zeitung: . . . Alles in diesem großen Werk ist beseelt. B. Z. am Mittag: . . . Dieser Film ist ersten Ranges, ganz groben FormatS, von aufwühlender Stotzkrast. Börieucourier: .... Er ist der vollkommenste Ausdruck einer Welt, wie es „Goldrausch" war. Ein Bildepos, dessen Wirkungen zu den grötzten gehören, was Menschengeist und Ereignisse in den letzten Jahren geschaffen haben...... Ein zeugntSablegendeS, gültiges Menschenwerk, wie die JltaS — — wie das Nibelungenlied. — iHerbert Jhering.) Astoria-Lichtspiele Seltersweg Palast-Lichtspiele Lindenplats llr. U3 viettes Blatt Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Samstag, 22. Mai (926 Wirtschaft. Börse und Geldmarkt. Das ‘4) b r | e n o i l ö hat sich in den letzten Tagen erfreulich gebessert, wenn auch die Um- sahtätigkeit immer noch nicht sehr bedeutend ist. Leigetragen mag hierzu in erster Linie der Umstand haben, daß die Regierungskrise Der- hältnismästig schnell überwunden worden ist. Besonders ist es aber das Interesse für einzelne Spezialwerte, das das Gesamtbild günstig be- einfluht hat. 3m Mittelpunkt des Interesses standen die Aktien der I. G. Farbenindustrie, in denen sowohl aus dem Inland wie aus dem Ausland große Käufe vorgenommen worden sind, die das KurSniveau um nahezu 20 Prozent gehoben haben. Die Ursache dieser Bewegung lag teilweise in der sehr günstig beurteilten Bilanz, die den Beweis dafür erbracht hat, daß die Gesellschaft ohne Schwierigkeiten eine noch höhere Dividende hätte verteilen können. Andererseits spielten aber auch wieder unkontrollierbare Gerüchte über eine bevorstehende Kapitolerhöhung mit günstigem Bezugsrecht eine Rolle. Menn auch bei der Gesellschaft noch alles im Fluh ist und Erweiterungen sehr Wohl möglich sind, so ist doch nicht anzunehmen, dah die Gesellschaft bereit- jetzt, nachdem sie erst vor kurzem ihr Kapital festgelegt hat, an eine Kapitalserhöhung denkt. Richtig ist jedenfalls, daß man die Weiterentwicklung der Gesellschaft auf Grund der Aufgaben, die sie sich vor allem auf dem Gebiete der Detriebsstvfferzeugung gestellt hat, ein günstiges Prognostikon stellen kann. In zweiter Linie sind es wiederum Elektrizi- t ä t S w e r t e, die in der Aufwärtsbewegung an der Spitze marschieren. Reben größeren Aufträgen, die die Elektrizitätswerke auf dem Gebiete der Starkstromerzeugung hereinnehmen konnten, ist es vor allem die zurzeit verhältnismäßig günstig liegende Beschäftigung in der Schwachstromindustrie. die hier den Stimulans gibt. Für Siemens, die in der Bewegung vorangehen. gilt nach wie vor. dah man die Auseinandersetzung im Rhein-Elbe-Konzern für die Elektrizitätspartner günstig beurteilt. Mont an- werte konnten erst in den letzten Tagen sich der Bewegung kräftiger anschliehen. Immerhin find auch hier Kursbesserungen bis zu 11 Prozent (Rheinstahl) zu verzeichnen. Die Tatsache, dah es in erster Linie die Terminpapiere sind, die von der jetzigen Bewegung profitieren, läßt den Rückschluß zu. dah der Terminmarkt es in der kurzen Zeit feines Wiederbestens verstanden hat, sich die alte Beliebtheit, deren er sich in der Borkriegszeit erfreut hat, wieder zu gewinnen. Auch dos Ausland scheint sich neuerdings wieder erheblicher in deutschen Werten zu betätigen, und es ist die eigenartige Lage eingetreten, dah Ereignisse, die geeignet sind, eine ungünstige Wirkung auf die Lage der deutschen Industrie auszuüben, sich an der Börse günstig auswirken. Die immer weiter greifende Inflation der belgischen und französischen Währung führt auS Kapitalfluchtgründen der deutschen Börse in zunehmender Masse französische und belgische Käufer zu, wodurch die ungünstige Wirkung, die die Derschlechterung dieser Währungen auf den deutschen Aktieninhaber hat, mehr als ausgeglichen wird. Zur Derbilligung der Börsenumsahe ist in der vergangenen Woche ein neuer Schritt getan in der Herabsetzung der Eourtagesätze. Dagegen hat es den Anschein, als ob der Angriss der Sozialdemokratischen Partei innerhalb der neuen Regierungskonstellation nicht die leichte Abwehr erfahren dürfte, die man zunächst glaubte erwarten zu können. Man hat augenscheinlich die Absicht, diesen sozialdemokratischen Angriff dazu zu benutzen, um die Banken zu weiterem Entgegenkommen in der Frage der Zinsspanne zu veranlassen. Wenn dieser Bersuch von Erfolg begleitet ist, fo kann es der Allgemelnheit nur recht fein; ob allerdings die Banken schon jetzt in der Lage sind, hier weitere Konzessionen zu machen, erscheint fraglich. Die Lieberwindung des Medio brachte am Geldmarkt keinerlei Schwierigkeiten mit sich. Der Geldmarkt bleibt vielmehr nach wie vor flüssig, und tägliches Geld zog nicht einmal am Wedioterrnin an; es ist unverändert mit 3,5 bis 5,5 Prozent zu haben. Allerdings hat die eifrige Emissionstätigkeit am Markte der festverzinslichen Werte doch einen gewissen Stillstand in der rückläufigen Bewegung der Zinssätze hervorgerufen, und namentlich am Pfand- briefmarkt kam die Konkurrenz der neuen Werte zum Ausdruck, indem der Absatz ins Stocken geraten ist. Da andererseits aber auch die GmissionStätigkeit in den letzten Wochen etwas nachgelassen hat, dürfte die Geldverslüssigkeit sich doch bald wieder fortsehen. Die andererseits erwartete erneute Dislonlermähigung der Reichsbank darf jedoch als zunächst ad caiendas graecas verschoben betrachtet werden. Der deutsche Außenhandel im April. Die AktivitätderdeutschenAuhen- Handelsbilanz hat sich im April gegenüber dem Dormonat beträchtlich v e r ml n ö e r t. Der Ausfuhrüberschuß im April beträgt insgesamt 5 3 Will. R W., im reinen Warenverkehr 56 Mill. RW. gegen 278 Mill. RM. im März und 121 Mill. RM. im Februar. Die reine Wareneinfuhr im April zeigt gegenüber dem Dormonat eine Zunahme um 78 Mill. RM. Die Einfuhr an Lebensmitteln und Getränken ist um 48 Mill. RM., die Einfuhr an Rohstoffen und halbfertigen Waren um 25 Mill. RW.. die Einfuhr an Fertigwaren um 5 Mill. RM. gestiegen. Die Einfuhr an Gold und Silber ist dagegen um 36 Will. RM. zurüdgegangen. Bei der Ausfuhr ist gegenüber dem Dormonat eine Abnahme um 144 Mill. RM. festzustellen, das ist etwas mehr, als die Zunahme tm März gegenüber dem Februar ausmachte (140 Mill. RM.). Wenn auch die Fertigwarenausfuhr entsprechend ihrer Bedeutung an der Gesamtausfuhr an dem Rückgang hauptsächlich beteiligt ift (mit 89 Mill. RW.). so hat sie jedoch nicht die ganze Zunahme des Monats März gegen gebtuar ein- gebüßt (122 Mill. RM.). Sie hegt mit 597 Jlih RM. nicht nur über dem Monatsdurchschnitt 1925 (552 Will. RM.), sondern zeigt auch, abgesehen von dem Rückgang gegenüber Marz, eine Steigerung gegenüber den Vormonaten. Die Ausfuhr an Rohstoffen weist eine Abnahme gegenüber dem Dormonat um 38 Will. RM., di« Ausfuhr an Lebensmitteln und Getränten um 17 MÄ. RW. auf. * Deutsche Effekten- und Wechselbank, Frankfurt a. M. Die o. H. D., in der 2.14 Will. RM. A. K. vertreten waren, genehmigte einstimmig den bekannten Abschluß und setzte die Dividende auf 7 Proz. (8 Proz.) fest. Banknoten. Börsenkurse. (Ohne Gewahr. Devisenmarkt Berlin-Frankfurt a. 1 Telegraphische Auszahlung. Frankfurter Abendbörse. Frankfurt a. M, 21. Mai. Die feste Stimmung der Rachbörfe übertrug sich auch auf den heutigen Abendverkehr, der aber, da weitere Anregungen fehlten, bei geringem Geschäft nur vereinzelt geringe neue Kurssteigerungen erreichten. 3m allgemeinen Hieben die hohen Rach- börfenotierungen gehalten. Bankaktien weiter steigend. Kriegsanleihe ohne Geschäft 0.395,5. Die Abendbörfe schloß fest bei etwas lebhafteren Umfaßen. Deutsche Anleihen: Schutzgebietsanleihen 5,5. Ausländische Renten: Bagdad II 11,5, Zolltürken 12,25. 5proz. Goldmexikaner 47.25, 4proz. dto. 32,25. 5proz. Silbermexikaner 23.87. Bankaktien: Badische Dank 125 (plus 1), Barmer Bankverein 87.5, Bayerische Hypotheken- und Wechselbank 107,62, Commerzbank u. 106. Darmstädter Bank u. 131,5. Deutsche Bank u. 128. Dis- conlvgesellfchaft u. 125,25, Dresdner Bank u. 113 plus 1, Metallbank 94.5. Oesterreichische Kreditaktien 6,75. Schiffahrtsaktien: Hapag u. 136,12, Rordd. Lloyd 133,5. Montanaktien: Bochumer 99, Buderus u. 66,5, Deutsch-Luremburg u. 107,25. Gelsenkirchen il 108.25. Klöcknerwerke u. 78. Mannesmann u. 97.87, Mansfelder u. 86,5, Phönix il 83,12, Rheinstahl u. 104,75. Riebeck Montan 104,5, Laurahütte 36. 3ndustrieaktien: Adlerwerke Kleher 65, AEG. u. 117. Aschaffenburger Zellstoff 89,5, Bergmann 118,5, Zement Heidelberg 99,75, Conti Dürnberg 80,7. Scheideanstalt u. 115,5, 3. G. Farbenindustrie 173.75, Goldschmidt 77,75, Holzverkohlung 61L, Gmallle Brie« 4,22 13.3K 110,53 20.467 13.09 160,14 16.89 90.98 59.60 1.59 112.50 81.45 60.88 12.508 5.88 Berlin. 21 Mat Amerikanische Viola Belgische Noten ..... Täniichr Noten ....... Englische Noten Französische Note» ..... Holländische Noten .... italienische Noten Norwegische Noten. Deutsch-Lcstrrr, i 100 Kronen Rumänische Noten .... Schwedische Noten ..... Schweizer Noten Spanische Noten Tschechoslowakische Noten . . Uno arische Noten Geld 4,20 13,22 109,97 20,367 1.3,03 168.30 16.81 90,82 59.30 1,55 111,94 81,05 60,58 12,448 5.84 Darum: 7/ Teurich. Reich4an!etbr 4*,'n Deutsche NeichSanleide 5*/»% Deutsche 'Jkidjeonlrnx 3°/- Deutsche Netchüanleioc Deutsche Svarpramicuanlclve 4°/o Preußische Äoniol» 4*. Hessen 3Vie/o Hetzen 8°/o Hciicn ...... Deutsche Send Dollar-Anl- dto Doll Schau-Änireilua.* «•/t, Holltitrten 5®/. Noldmcrtkaner Berliner HandelSgciellschatt Lommerz. und Dnvat-Banl Tarntfl und Naiionalbank Deetiche Bank Denksche vereinSdank • ■ DiSconio Lommandit Metallbank Mitteldeutsche Lrrditbauk Lcsterrrichische Kreditanstalt Wellbank ■ Bochumer Suh BuderuS ..... • . • Laro . ..... . Demsch-Luxemburg ..... (»elsentirchener Bergwerk» - Harorner Bergbau . . Kaliwerke Aschersleben.... Kaliwerk Westeregeln .... Lauradutte ..... • Oberbedarf * • • ■ Phönix Bergbau . Rhciostahl ....... Nie deck Montan ..... TelluS Bergbau. ...... Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovd . . . Lheramische Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . Philipp Hohmann .... Anglo-Lont.-Suano . . . . Chemische Mayer Alapm . . 9- ®. ssarbcnindustric, A.-G- Goldschmidt Holzverkohlung Rütgerswerke Scheideanstalt . . Alla- Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann ...... Mawkrastwerke Schocken .. , Siemens & HalSbe ..... Adlerwerke Kleyer ..... Daimler 'Motoren- ..... Heyligenftaedt 'Neguin. . ..... Motorenwerke Mannbeim Franksurier Armaturen . . Konservenfabrik Braun . . Metallgeselllchast Frankfurt. Bei. Union 8L-<9..... Schub'abrik He»...... Sichel. . Zellston «aldhos Zuckerfadr« strankrutvoi . . tfranf ur? a.M Berlin 5*.u - fcur> u ’;Ut‘ ' S’lu’-n 20 5. 21 5. 20 5. 21 5 3875 0.3912 0,385 0,3902 — — 0.36 0,37 — 0,365 0.36 0.45 0.45 0.47 0.457, 0,239 — 9,2325 0.23 0,3.">j 0,35 0,3702 0.36 0.37 0.37 0,37 — — 0,36 _ — — 0.36 0,35 100 100 97 97,25 12 11.9 12 11,75 46,5 47,4 — 151 155.5 154' 157* 106 106 106- 106' 128.5 131 128,7* 125.tr 131- 126.5 127,5 126.7* 88 «7,75 — — 122 9 124.5 123- 124* 94.25 94.25 — — 109 109 109.75 109.75 6,85 6.8 6,62 6,65 96 99.5 96 96- 64,0 66,75 63.5 63,5 54 53 54 53,5 100 106.5 100 100' 105 107.75 120.25 104.9 104.9- 118.2- 118.12 119.5* 121,5 120.5 120 119 121 123,25 123,25 123 36,4 36 35 35 50 51,75 51 51 79,5 83' 79 62.5- 103- 104,5 102,9- IW 102,5 104,4 100 110,75 59 58.5 — — 132,7- 136,5* _ 136* 130‘ 133* 129,2* 132,5* 98 99,25 — z 71,75 71 70,75 70,75 74,5 — — 169.5* 172,7- 169,7- 169.7* 77.5 76.8 4 0. 76,75 61.9 61,75 — — 77.5 75 79.5 76 113 114,95 — - 116.5* 117,5- 117,2* 118,5* 119 118.25 117,5* 117,5 101,25 102 — — 104* 103,7- 102.7- 103,7* 153 152,5 151,5‘ 151,7* 63,75 64.5 64.5 65.5 65.5 67 65.75 65,75 25 24 — 37,5 37,75 ■*. — - 48 46 18 18 — — 40 38 — — 107 107.5 —- - 74,75 74,75 74.9 74.9 35 — 35 35 4 4,05 — — 121.5 122 121,36 6'1.25 19,25 49,4 —— — 58,25 58,5 — —- 20 Mai. 21 Mai- Amtliche Noti runa Amtliche Notierung (Selb___1 Briei Geld Brief Hinft* Nou 168,69 169.11 168,69 169.11 Bukn Aire : 1.683 1,687 1.682 1.686 Brg. Antw 12,51 12,55 13.44 13,48 Lbristiania 90,74 90.96 90.79 91,01 Kopenhagen 110,21 110,49 110,27 111,55 Stockholm 112.26 112.54 112,26 112,54 HelsingforS 10,552 10.592 10,55 10,59 aiaüen . 16,09 16.13 16,75 16.79 London. 20.404 20.456 20.400 20,452 91 eu 6 ort 4.195 4.205 4.195 4,205 Pari«. . 12.48 12,52 12,97 13,01 Schwei» ■ 81,14 81,34 81,15 81,35 Spanton 60.62 60.78 60,76 60.92 Japan . . Wo de Jan 1.966 1.970 1.967 1.971 0.619 0.621 0.618 0.620 Wien In D-> Ceft. abgest 59,28 59,42 59,27 59,41 Prag . • 12,416 12,456 12,42 12,46 Äelzrad . - 7.397 7.417 7,397 7,417 Budapeft. Bulgarien 5,86 3,043 5.88 3,053 5,85 3,06 5,87 3,07 L'gabon 21.425 21,485 21.483 21,535 Danzig. • 80,90 81,10 80,87 81,07 Konstantin 2,235 2,245 5,56 2,23 2,24 Alben 5.54 5,59 5,61 Canada- - 4,194 4,205 4,195 4,205 Uruguav 4.295 4.305 4.295 4,305 RäNel'Ecke. 44uchftabeii-Nätsel. Sitz — Tor — Segel — Kate — Tal — Rat — 2ls — Mine — Rad. An5 vorstehenden rem Hauptwörtern bilde man durch Hinzufügung je eines Buchstabens andere Hauptwörter, dergestalt, daß die hinzugefugten Buch staben zusammen ein christliches Fest ergeben. 18 1* Kreuzworträtsel. 20 22 Von links nach rechts: 1. Europäische Hauptstadt; 4. Werlzeug; 6. Charaktereigenschaft; 7. männlicher englischer Vorname; 9. Handlung: 10. Zeitabschnitt; 12. Monatsname; 13. rumänische Münze; 15. altes Längenmaß; 17. Getreideart; 18. abgezogene feindliche Kopfhaut; 20. Furchtgefühl; 21. ostmdische Inselgruppe; 22. kleines Raubtier; 23 deutsche Hafenstadt; 24. Frucht. Von oben nach unten: 1. Farbe; 2. Fluß in Sibirien; 3. alkoholisches Getränk; 4. Kopfbedeckung; 5. biblische Person; 6. Stadt in Italien; 8. Stadt in Oldenburg; 9. fettiges Mineral; 11. Musiker; 12. kirchliche Handlung; 14. Fluß in Frankreich; 16. Nebenfluß der unteren Elbe; 17. Teilbetrag; 19. griechischer Gott; 20. Sportgerät. Geographischer Wirrwarr. m n o p r t y Stadt in Waldeck cefhhimor „ „ Bayern a a d i i n n „ „ Amerika aaagikns „ „ Japan e e f g 1 „ „ Schweden a a g n s „ . Schlesien Aus den angeführten Buchstaben sind die betr. Städte zu bilden. Sind diese richtig gefunden, ergeben die Anfangs- und Endbuchstaben, beidemal von oben nach unten gelesen, einen Festbrauch. Synonym. An Stelle eines jeden der nachstehenden Wörter soll ein synonymes, sinnverwandtes Wort gesetzt werden. Die Anfangsbuchstaben dieser ergeben als- dann, aneinandergefugt, einen Festwunsch. 1. Tür; 2. Spur; 3. Besitzer; 4. Erbe; 5. Kuppe; 6. Bierglas; 7. Faß; 8. Sucht; 9. Sahne; 10. Leid; IL Nachteil; 12. Versprechen. Pfingst-Problem. Auslösungen. Silbenrätsel. 1. Ulan; 2. Niveau; 3. Dollart; 4. Algäu; 5. Nemitz; 6. Krisis; 7. Diele; 8. Achat; 9. Rantzau; 10. Fleming; 11. Ungarn; 12. Netze; 13. Souchong; 14. "Nervi; 15. Import; 16. Erlau; 17. E'dam; 18. Norbert. Undank dars uns nie entmutigen, Gutes zu tun. M MlE masi B BjE S1M Kreuzworträtsel. Rätsel. Die Nase, vruchstuckausgabe. Wal, Aar, Los, Dom, war, Els, 31m, Sud, Ice, Elm, Reh. Waldmeister. Die Narrenkappe. Splitter und Sparren vom Redakttonsttsch« Das Kind spricht... Hans, dem man soeben mitgeteilt hat, daß Zwillinge angekommen sind, eilt voller Freude auf die Straße und erzählt dort feinen Freunden voller Stolz. „Aetsch, wir kriegen heute Kinder, zwei sind schon dal" • Hildegard hat mit ihrer Mutter eine Badeanstalt besucht. Beim Fortgehen verabschiedet sie sich von der Badefrau: „Auf Wiedersehen, es war wunderschön. Wenn wir wieder schmutzig sind, kommen wir wieder." Ein Gewitter zieht herauf, und es donnert stark. Da fällt der Mutter ein, daß sich ihr Vierjähriger ganz allein im anderen Zimmer befindet. Bestürzt eilt sie hin und reißt die Tür auf. Aber der Kleine fitzt ruhig vor seinem Baukasten, und als er das erschreckte Gesicht der Mutter sieht, ruft er: „Mutti, den großen Krach eben habe ich aber gar nicht gemacht!" Eine Bekannte der Mutter foinmt zu Besuch und fragt das vierjährige Söhnchen. „Du hast also ein lleines Schwesterchen bekommen?" „3a. ein ganz kleines Ding ist es", entgegnet der Knabe mit altfluger Miene. „Ra. und freust du dich nicht darüber?" „3ch möchte lieber, daß es ein Jung« wäre," lautet die Antwort, .bann können wir zusammen mit Murmeln spielen." „Run, fo tausche doch daS Schwesterchen um und laß dir ein Brüderchen fckenken!" Rolf denkt einen Augenblick nach und dann sagt er bekümmert: „Das geht nicht mehr, wir haben daS kleine Ding schon vier Tage gebraucht." Das Begräbnis. Ern nichttalentierter Schauspieler pflegte in seinen Mußestunden mit ebensoviel Talent zu malen und die fertigen Bilder mit Stolz und Zufriedenheit seinen Freunden zu zeigen. Eines Tages traf er den Kunstkritiker einer Tageszeitung und schleppte ihn zu sich hinaus. Vor einem großen Bilde blieb er selbstgefällig stehen: „Weißt du, was dies darstellt? ... Das Begräbnis von Lovis Corinth, gemalt von mir. Nun? Deine Meinung?" „Weißt du, sehr schön/ antwortete der Freund, „doch es wäre noch schöner gewesen, dein Begräbnis, gemalt von Lovis Corinth. („Lust. Blätter".) Lllrich 37, 3unghans Gebr. 84. Karlsruher Maschinen 35, Lahrneyer 108, Lechwerke 100, Mainkraft 103,75, Metallgescllschaft 108, Rütgerswerke 77,5, Schuh Berneis 39, Siemens L Halske u. 125,5, Voigt & Haffner 72,5, Wayß Ä Freytag 105,5, Badischer Zucker 58,25, Stuttgartzucker 60. Rachbörse: Farbenindustrie 173,5. Disconto 125,37. Berliner Produktenbörse. Berlin, 21. Mai. Die letzte offizielle Börse vor dem Fest eröffnete ihren Verkehr mit nicht allzu großer Unternehmungslust. Allerdings vermochten schon gestern nachmittag, in Llebereinstimmung mit dem ziemlich erholten Amerika, sich die Preise für Weizen gleichfalls befestigen. Diese Bewegung fand heute eine stärkere Auswirkung als Liverpool mit neuerlichen Steigerungen eröffnet. Weizen hatte stärkere Rachfrage, doch mangelt Angebot vollständig. Roggen fand Anregung durch stärkere Frage nach Roggenmehl, das Angebot seitens des 3n- landes bleibt aber gering. Gerste unverändert still, Hafer behauptet, obwohl verfchiedentlich die Konkurrenz des Auslandes sich bemerkbar macht. 3m Lieferungsgeschäft traten besonders umfangreiche Käufe für Herbstmonate zu Tag. 3uli und September wurden etwa 2,50 Mk. fester. Es notierte pro Tonne: Roggen (märf.) 176 bis 181, Sommergerste 187 bis 200, Gerste (inländ.) 169 bis 182, Hafer (märt.) 197 bis 208: pro Doppelzentner: Wei enmehl 36,75 bis 39,50, Roggenmehl 25 bis 26.50, Weizenkleie 10,50 bis 10,60, Roggenkleie 11,50 bis 11,75, Viktoriaerbsen 33 bis 43. kleine Speiseerbsen 25 bis 26. Futtererbsen 20 bis 25, Peluschken 20 bis 23. Ackerboh en 22 bis 24. Wicken 28 bis 31. Lupinen (blau) 12 bis 13, Lupinen (gelb) 15 bis 16.50. Serradelle (neu) 38 bis 44. Leinkuchen 18 bis 18.20, Rapskuchen 13,90 bis 14, Trockenschnitzel 9 80 bis 10,20, Sohaschrvt 19,40 bis 19,50, Kartvffelflocken 16,10 bis 16,30. Spielplan der Frankfurter Theater. Opernhaus. Sonntag, 23. Mai, abends 6 bis 10*/, Uhr: Tie Walküre. Montag, 24., abends 7 bis 10 Uhr: Der Lpernball. Dienstag, 25., abends 71/, bis 10*/, Uhr: Don Juan. Mitwoch, 26., abends 7 bis IO1/, Uhr: Carmen. Donnerstag, 27., abends 8 bis O3/* Uhr: Salome. Freitag, 28., abends 7*/, bis 10 Uhr: Das Rheingold. Samstag, 29., abends 7 bis 10 Uhr: Der Opernball. Sonntag, 30., abends 51/, bis gegen 10*/, Uhr: Siegfried. Schauspielhaus. Sonntag, 23. Mai, abends 8 bis nach 10 Uhr: Der Kreidckrcis. Montag, 24., abends 8 bis 93/t Uhr: Der fröhliche Weinberg. Tienstag, 25., abends 8 bis 10 Uhr: Krieg der Frauen. Mittwoch, 26., abends 8 bis 91/, Uhr: Schnitzler-Einakter: Prolog zu Anatol — Abschiedssouper — Komtesse Mizzi. Donnerstag, 27., abends 8 bis nad) 10 Uhr:» Weh dem, der lügt. Freitag, 28., abends 8 bis 10*/, Uhr: Der Bauer als Millionär. Samstag, 29., abends 8 bis 10 Uhr: Brennende Erde. Sonntag, 30., abends 8 bis nach 10 Uhr: Weh dem, der lügt. dessen Weltruf In der Verwendung nur allerbesten Materials u. sorgfältigster Arbeit beruht Trotzdem Ist Brennabor nicht teurer als Jedes andere Fahrrad unbestimmter Herkunft u. deshalb kauft der Kenner nur Brennabor Das beste Rad I If] v y W W M AW la eichenlohgrubengegerbte, naßgestreckte “81D Kernleder-Trctoemen In allen Breiten sofort ab Lager. Wiederverkäufer Rabatt. Heb. Jentzen, Gießen, Neustadt 32. Telefon 644. Sämtliche technische Bedarfsartikel. Vertretung der Leder- u. Treibriemenfabriken E. Luckhaus A.-G. Otlegenhdt n VERGNÜG UNGS* UND ERHOLUNGSREISEN ZUR SEE mit den Dampfern der regelmäßigen Dienste Glaserarbeiten Holzwaren jeder Art liefert in beeter Qualität 452&D Emil H. Müller, Holws&'FM Gießen Bautischlerarbeiten Ladeneinrichtungen k = =K Sem EÖSi - 4 -LS- ti; :a^ e s 2. gl ~ <£ g : Seti * -äfi 0« i?3- Jj-i S^| 11 s« e a. AaskOnfte end DraOeaAtn dar* HAMBURQ-1MERIKI LINIE HAMBURG / ALSTERDAMM 25 ond deree Vmmi m ifa ramm» MM tal»ai Aatudu Gießen: Sally Loeb, Bahnhofstr. 52a Zlora-Vlumenlasten D R •. Ä. <78 7*1 Borteile: Auffallende» Gedeiben der Pflanzen, kein Anstriche fein Berschleihen. bi tilget alS fcola«, oder Tonkasten Unbegrenzte Haltbarkeit In jeder Stetnimitation und »u jeder Faffade passend lieferbar Aunststeinfadrih FL Eschenaner, Nassau a. d. Lahn Berireier für ©leben und Umgebung: Haöclf weder, SaNenbaubetrieb, Sieben Echtssenbetger Weg 1® — Telephon 1067 1311V j ADI 3037V AICOIAI TABAKE besser denn je ! Uebera/I zu haben. Generalvertreter: HERMANN HOSSE, Gießen, Wilhelmstraße 44, Fernsprecher 300 Nad» New Yort end Boston geeeiesam alt UNITED AMERICAN LINES REGELMÄSSIGE PERSONEN- UND TRACHT BETÖRDERUNQ NACH ALLEN TEILEN DER WELT i ’,r..........'..........“'............................ i Gießener Vernicklungsund Emaillieranstalt Frankfurter Straße 29 j Vernicklung sämtlicher Metallgegenstände I2 Spezialität: Vernickeln und Emaillieren von Fahr- und Motorrädern 4522D 8 BersäumenSienicht unser reichhaltiges Lager zu besuchen m Schlafzimmern Einzel-Betten Einzel-Schränken Einzel-Kommoden Einzel-Matratzen in Eiche und Tanne lackiert auf langfristige Teilzahlung bis zu 18 Monaten Günstige Preise Moderne Formen Hausrat Gemeinnützige Möbelversorgung für bas Rhein«, Main- u. Lahngebiet: G. m. b. H. Gießen a. L. Lindenplatz 1 w» das billige deutsche Qualitätskrajirad für große Fahrt! Neuester Preis Mk. 1295.— Oberhessische Auto- imii Fehrredindustrie OTTO GÖBEL Qießen, Schiffen herber Weg 50 «60D A/r -J/Ww *8’* /vu^uv! (Eingeeeadt u/ das D-R&d-Preiseeeohi eibea) Bede-et* ric*tMngee kauft man am beeten bet °*a Rudolf Rödiger WaWorstraße 35. ■ 5 3. Ausgabe Das neue Sommer 1926 - Verkehrs-Taschenbuch Ist heute erschienen mit dem | Fahrplan der Deutschen Reichsbahn Kleinbahn (ließen - Bieber Auto-Linie Wleseck - GleBen X Kraftpost Krofdorf-Fellingshausen-Gießen Preis 30 Pfg. ■ Zu haben In Buch- und Papierhandlungen sowie In der Buch- und Verlagsdruckerei ■ Telefon 679 Eduard Seibert Gießen • Ederstr. 3 Ziehung in Inti- nnö WMSm-MM »Ml! ß.o.fäü. am 30. Mai 1926. Sämtliche Gewinne sind vvm 22. Mai ab im Saale des Gasthauses zur Krone (Karl Zinsteri ausgestellt- Lose sind vom Geschäftsführer der Lotterie, Herrn H. DölL noch zu haben Turnverein AÜendorf a. d. Lda., gegr. 1907. Mannergesangverein Allendorf a. d. Lda. Karl Huhn, Gießen Posthalterei • Autobetrieb • Luxusfuhrwerk bedeutend erweiterter Autopark in neuen, offenen und geschlossenen, eleganten Wagen Fernsprecher 68 4538V ............................ ihm Touren- und Stadtfahrten :: Limousine für Hochzeiten :: :: Tag- und Nachtbetrieb ...................................................................... ZrlttmlWe rhein. Schwemmsteine bester Qualität zu billigem PretS C.Rübsamen,Gießen Fernsprecher 1659 und bei den nachstehenden Geschäften, die mit ans ein Abkommen über Lieferung von Gasgeräten auf Teilzahlung getroffen haben: 2338V Edgar Borrmann, Neustadt 11 Carl Hensel, WalltorstraBe 10 Fr. Heydt & Sohn, Seltersweg 12 Rudolf Rödiger, WalltorstraBe 35 J. B. Häuser, Neustadt 56 Brüder Schmidt, Seltersweg 83 Städtisches Gas- u. Wasserwerk GleBen Klein SSW Fulda G.A. Bandsägen Eobel- MÄM UV. einzeln und kombiniert Sand u. Kies zu Beton-Mauerarbeiten und Straften baute» liefert jedes Quantum, frei Waggon GtchmÜhle bei Hers seid a. d. Fulda. Eigenes AnfchluhgleiS. J.iF.MIer,faliayg.ii.Zeoieiihiäreiiji!iF. Eichmtilile b. Hersfelda. d. Fulda. Telephon 328. 414SD Für alle u. neu« H olx-Ladc, Lin oleum böden r. besondtn auih Mdbel. _____ ____ und die höchsten Glanz gebenden Meico- und Oeffka-Wachse. in allen einschlägigen Drogerien erhältlich. Chem. Fabrik Cefka G. m. b BL, Biebrich. 2382nz Pallabona-Puder reinigt n. entfettet das Haar auf trockenem Wege, macht ÄS Bubikopf. Bei Tanz und Sport unentbehrlich Zu haben in D01 v Mk. 1 an in Friseurgesch., Pari.. Drog. und Apotheken. Die klage Hausfrau verwendet nur oi* Erste angesehene Persönlichkeit zur Uebemahme einer Bezirks-Generalagentur von großer Lebensversicherung»bank gesucht IH O H E BEZUEOE Große Erfolgsmögiichkeiten durch | bedeutende Empt-Vertilge Nichtfachleute werden für diese Position gründ- I ch theoretisch und praktisch vorbereitet Gefl Angebote unter J. V. 1374 an Invaliden dank, Annoncen-Expeditron, Frankfurt a. M. 4531 d Giekener SaiiüVunbVdttev