röc eing« Rr. 93 Erster Blatt 17b. Jahrgang Donnerstag, 22. April 1926 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhesse» vnitk und Verlag: vrühl'sche Universitätr-Vuch- und Zteindruckerei K. Lanze in Sietzen. Schriftlettung und Geschäftsstelle: §chnlttratze 7. strenge Zurückhaltung gegen umstürzlerische Bewegungen. Im „Lokalanzeiger" heißt es, was Generaloberst von Geeckt in den verflossenen 6 Zähren für den Aufbau und die moralische Kräftigung unseres kleinen Heeres geleistet hat, wird immer unvergessen bleiben. Die „Deutsche Allgemeine Zeitung" schreibt, die Entente versuchte beharrlich. Geeckt zu beseitigen. Die Kommunisten und die Parteien der Linken wollten ihn stürzen und auf der Aechten war man auch nicht mit ihm zufrieden. Das alles läßt den Schluß zu. daß er der rechte Mann an seinem P o st e n ist. Das „Berliner Tageblatt" nennt Geeckt eine der stärksten und bedeutend st en Persönlichkeiten, die den Mut hatten. Deutschland aus dem Chaos zu neuer Ordnung hinüberzuleiten. Dir „Boss. Ztg." schließt ihren Artikel über Geeckt- Alle seine militärischen Leistungen werden gekrönt von der Arbeit, die er im Frieden für den Wiederaufbau seines Baterlandes leistete, dem er einst aus der Höhe prunlvoller Macht dienen durste. Er ging mit der Reichswehr in trüber Zeit dem deutschen Volke auf dem Wege der Pflicht voran. Der Chrenhainsürdie Gefallenen Berlin, 24. April. (WB.) Dem Reichs- Ministerium des Znnern gehen für den in Aussicht genommenen Ehrenhain für die Gefallenen im Weltkriege außerordentlich zahlreiche, inhaltlich wertvolle Vorschläge zu, die in erfreulicher Weise das lebhafte Interesse zeigen, dem die Ausführung des Plans in weiten Volkskreisen begegnet. Bei der großen Fülle der Zuschriften ist die Beantwortung einer jeden nicht möglich. Selbstverständlich werden alle Vorschläge von den dazu berufenen Stellen geprüft. Der zur Vorbereitung der Denkmalsfrage bestehende Ausschuß von Reichsratsmitgliedern tritt im Laufe der näch- ft en Monate wieder zusammen, um der Angeles eich eit einen weiteren Fortgang zu geben und insbesondere zu dem dann vorliegenden Bericht des Reichskunstwarts über das Ergebnis seiner Desichtigungsreifen Stellung zu nehmen. DieStudienkommMondesVölkerbundes Eine Debatte im britischen Oberhaus. — Die Instruktionen Lord Cecils. Annahme von Anzelae» für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mra Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re- Illameanzeigen von 70 ir.m Breite 35 Reichspsennig, Platzvorschrist 20u . mehr. Chefredakteur Dr. Fnedr Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriol; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein; für den Anzeigenteil Hans Füstel, sämtlich in Gießen. )rograiilm *r Senders. o-Umsckau".) rr. April. les Hausorchesters: Ne« Die Lesestunde: Aus den iiichen Revolution von 5 bis 6.45 Uhr: ,.Er^' i Mgelegenheilen als lqreich-n AgelWhes, Zen-und griWmfc. e des SüdwestdeW-n -Stereoatustischel Rund« 715 bis 7.45 Uhr. SfeS Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertag». Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Blonals»Bejug$prei$: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Träger- lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fern sprech anschlüsse: schriftleitunq 112, Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger -letzen. Postscheckkonto: SraHffnrt am Blain 11686. London, 21. April. (WTB.) Lord Parmoor und andere sraaten heute im Oberhaus, wStche Instruktionen die britischen Delgierten für die Studien- tommission des Völkerbundes erhalten werden. Lord Robert Cecil antwortete für die Regierung. Lord Parmoor habe die Zusammensetzung der Stud.en- kommission kritisiert, weil sie nicht unpartei- i f ch sei. Jedermann habe eine vollständig unparteiische Kommission gewünscht. Aber es gehe über das menschliche Vermögen, eine solche zu schassen und sie dabei zu einer einflußreichen Körper- schäft zu gestalten. Wenn die Kommission eine ein- slußreiche Körperschaft sein sollte, dann müßten in ihr Vertreter einiger oder oller einflußreichen Mit- glicder des Völkerbundes sitzen. Wenn Parmoor angeregt habe, daß man nichts unternehmen sollte, ehe Deutschland Mitglied des Rates geworden ist, so bedeute das, daß er keine Sitzung abhallen könnte bis nach der nächsten Vollversamm- lung. Deutschland habe sich für die Ernennung der Studienkommission als das beste Wittel zur Beseitigung der Schwierigkeiten eingesetzt. Es sei dies einer der Gründe gewesen, der in Deutsch- land für die Entsendung eines deut- skpen Delegierten in die Studienkommission geltend gemacht worden sei. Zwei Fragen bedürfen der Prüfung. Die erste sei die der st ä n d i g e n Mitglieder. Wenn man in dieser Frage den Grundsatz aufgeben wolle, daß nur die Großmächte ständige Mitglieder sein sollen, so müsse man eine andere, ebenso klare und für die Zukunft ebenso zuverlässige Regelung an ihre Stelle setzen. Andernfalls bestehe keine Möglichkeit, dem Anspruch dieses oder jenes Landes auf einen Sitz im Rat Wider- stand zu leisten. Für feine Ausdehnung beständen keine Grenzen. Die Kommission werde die Frage zu prüfen haben, inwieweit und in welcher Form das von verschiedenen Bölkerbundsmitgliedecn vorgeschlagene Rotationssystem zuzulassen sei. Auf die Frage Lord Parmoors, ob beabsichtigt sei, der britischen Delegation fest umrissene 3n ft ru Mionen zu geben, erklärte Lord Cecil: Die Regierung habe den frühest möglichen Augenblick für den Antrag Deutschlands aus Ausnahme in den Völkerbund und in den völ- kerbundsrat gewünscht und stehe fest auf dem Standpunkt, daß nichts unternommen werden dürfe, wodurch das TBirffamrocrben des deutschen Antrages beeinträchtigt werden könnte. Es wäre am besten, wenn Deutschland als Mitglied des Rates die volle Verantwortung für jede weitere Veränderung im Rat über seine eigene Ausnahme hinaus zu tragen hätte. Cecil erklärterer halte auch jetzt noch an dieser Auffassung nm-ydcück- lich fest. Aber er wolle nicht so weit gehen zu behaupten, dah die englische Regierung sich verpflichtet habe, keine weitere Veränderung in Erwägung zu ziehen, ehe Deutschland Mitglied des Rates ist. Die Vertreter Englands werden an den Beratungen der Kommission frei von allen Bindungen oder Erklärungen teilnehmen, die seitens Englands hinsichtlich der Ratsmitgliedschaft abgegeben worden sind. Cecil erklärte, er glaube, es bestehe keinerlei Gefahr, daß Spanien sich in dieser Angelegenheit irgendeiner Täuschung hingebe. Obwohl es für ihn persönlich eine Entlastung bedeuten I hriSM. °° sich » * SSir.ni«" mieden 8«“ .j.u« ”niii« «'.«■ •n voM' if( nfld) ffl# fjlofien. g jlien wurden Aufwertung und Volksentscheid. Berlin, 21. April. (WIB.) Amtlich. Rach Reichsrecht ist der weg der volksgesctzgebung insofern beschränkt, als über den Haushaltspla.i, über Abgabengesehe und Besoldungsordnungen nut hc Reichspräsident einen Volksentscheid veranlassen kann. Damit sind auch Eesetzcnt- würfe der bezeichneten Art dem Volksbegehren entzogen. Dies ist geschehen, weil derartige Gesetze nicht aus dem Zusammenhang mit den gesamten SHkr- und wirtschostsplänen Herausgenom mcn werden können. Die vor und während her Geldentwertung begründeten Rechtsverhältnisse sind im Auswertungsgesetzund im Gesetz über A b - lösung öffentlicher An leihen aeordm-t. Der Gesamtkomplex dieser Gesetze bedingt maßgebend den Haushalt des Reiches, den Finanzausgleich zwischen Reich, Ländern und Gemeinden, wie überhaupt das gesamte öffentliche Finanzwesen Lr ist insbesondere die Grundlage unserer Währung. Solche Gesetze müssen, wenn nicht hie ganze deutsche Wirtschaft auf das oert'ängnisüo!*,'c erschüttert werden soll, den Haushaltsplänen und den Abgabegesetzen gleich geachtet werden. Bei sinngemäßer Auslegung des Artikels 73 Abs. 4 der Reich s- versassung müssen daher Gesetze, die die Folg-n b-r Geldentwertung regeln, hinsichtlich der VolksinIH-i- lioe den gleichen Bestimmungen unter- roorfen sein, wie Gesetzentwürfe, die den h a n y- haltsplan und die Abgaberegelung unmme! r zum Gegenstand haben. Zur Vermeidung von Zweifeln hat die Reichsregierung beschlossen, den gesetzgebenden Körperschaften einen Gesetzentw irs vorzulegen, durch den klargeslellt wird, daß c: i Volksentscheid über Gesetzentwürfe, die die $-.■>'gen der Geldentwertung regeln sollen, nur dur , den Reichspräsidenten veranlaßt werden kann. Durch diese Regeluna wird die Frage der A r- einandersetzung der Länder mit den ehemals re^'-'- renden Fürstenhäuser und damit das bereits sch>oe- benbe Volksgefehgebungsverfahren nicht berührt. Das Abfindungskompromiß. Annahme des Artikels 1 im Rechts« ausschnh. Berlin, 21. April. Der Rechtöausschuß des Reichstages setzte die Aussprache über den Kompromißentwurf für die Fürstenabfindung scri. Zu Beginn der Sitzung ergab sich, daß in dem gestrigen Pressebericht ein s i n n e n t st e 11 e n- der Druckfehler unterlaufen ist. Der 03?r- sitzende Abg. Dr. Kahl (Dtsch. Dp.) hat ni.v.t gefagt, daß sich über den sozialdemokrat \ > n Vorschlag, die Richter des Sondergerichts durch den Reichstag wählen zu lassen, reden ließe, sondern gerade im Gegenteil, daß sich darüber überhaupt nicht reden lasse. Abg. Dr. Hanemann (Dlschnatl.) wiederholte den früheren deutschnationalen Antrag, wonach ein Senat des Reichsgerichts mit zwei Parteimitgliedern als Sondergericht eingesetzt werden soll. Außerdem wurden zwei Eventualanträge gestellt. Die Annahme von -e- nigstens einem dieser Anträge sei für die Deutsch- nationalen conditio sine qua non für ihre Zustimmung zu dem Gesetz. 2lbg. Dr. Rosenfeld (S.) begründete demgegenüber nochmals seinen Enteignungsantrag und behauptete, daß die Fürsten sich bereits genen eine Enteignung gesichert hätten. Der Kron- Prinz insbesondere habe eine besonders schöne O3illa am Lago maggiore gepachtet. Abg. Dr. Wunderlich (Dvp.l hält gerade die Derufsrichter für geeignet, in Sondergerichten zu wirken. Den deutschirationalen Antrag unterstützt auch der Redner, wonach vier von den weiteren Mitgliedern des Sondergerichts und deren Stellvertreter Mitglieder des Reich, ge- richts, die vier anderen Mitglieder von ober' en Derwaltungsgerichten, obersten ordentlichen Gerichten. des Reichsfinanzhofes oder des Reichs- wirtfchaftsgerichtes sein müssen. Abg. v o n Richthofen (Dem.) hält die deutsch nationalen Anträge für unannehmbar. Olbg. Dr. Bell (Z.) ist der Ansicht, daß sich die sozialistischen Anträge mit dem pavla- mentarischen System rind der Reichsversassung in Einklang bringen lassen. 2k^g Hamve (Wirtsch. Vqg.) wie erholt seine Ansicht, daß es am besten wäre, wenn ein Senat des Reichsgerichts zum 6 anher gerieft bestellt werden würde Die parlamentarischen Ünf'r- suchungsavsschüsse seien unfähig zu einer geordneten ilTrtcrfucfung. 3n der Abstimmung wurde der § 1 des Kompromisses in unveränderter Fassung angenommen. Dafür stimmten die Vertreter des Zentrums. Der Deutschen Volks- Partei und der Wirtschaftlichen Vereinigung. Dagegen stimmten die Völkischen und Kommunisten. Der Stimme enthielten sich die Deullchnationol-i, und die Sozialdemokraten. Ein Vertreter der Bayerischen Volkspartei war bei der Abstimmung im Ausschuß nicht anwesend. Es folgte die Aussprache über den H 2 des Kompromißentwurfes, der die Zuständigkeit des Reichssondergerichts regelt. Die Abstimmung über den § 2 wurde auf Donnerstag vertagt. Preußen und bas Kompromiß. “Berlin, 21. April. (Privatmeld.) Die Racht- auägabe deS „Tag" weiß von neuen Schwierigkeiten m der Frage des Fürstenkompromisses zu berichten. Der preußische Finanzminister soll mit Unterstützung der demokratt- Generaloberst v. Seetht. Zu feinem 60. Geburtstage am 22. April 1926. Generaloberst v. Seeckt, der Chef der Heeresleitung, besten Verdienste um den Aufbau unserer Reichswehr ungewöhnliche sind, feiert am 22. April 1926 feinen 60. Geburtstag. Er ist am 22. April 1866 ZU Schleswig geboren und stammt aus einer alten Soldatenfamilie, fein Vater war der General der Infanterie z. D. Richard o. Seeckl, der von 1890 bis 1897 als General der Infanterie das 5. Armeekorps führte und Chef des Inf.-Regts. Rr. 16 war. 2ie Familie v. Seeckt ist alten fchwedifch-pommer- fchen Ursprungs. Generaloberst Hans o. Seeckt ist am 4. August 1885 in das deutsche Heer eingetreten, und zwar in das Garde-Grenadier-Regiment Rr. 1 (Alexander). Am 5. Januar 1887 wurde er zum Leutnant befördert und behielt diese Charge 7 Jahre. 1894 wurde er Oberleutnant. Drei Jahre später erhielt ereinKommandozumGroßenGeneral- st a b und wurde 1899 zum Hauptmann im Großen Generalstab befördert. In dieser Stellung blieb er drei Jahre. Im Jahre 1902 wurde er zur Truppe versetzt und zum Kompagniechef im Füs.- Regt. Nr. 39 in Düsseldorf ernannt. Zwei Jahre später erhielt er wiederum ein Kommando zum Großen Generalstab, wo er am 17. November 1906 Zum Major befördert wurde. Drei Jahre war er dem Großen Generalstabe beigegeben. Im Jahre 1909 wurde er zum Generalstab des 2. Armeekorps versetzt. Nachdem er 3 Jahre in dieser wichtigen Stellung gebient hatte, wurde er im Jahre 1912 zum Bataillonskommandeur in Karlsruhe ernannt. Am 4. April 1913 erhielt er feine Beförderung zum Oberstleutnant und im selben Jahre wurde er der Chef des General st abes des 3. Armeekorps. Im Jahre 1915 erhielt er den Rang eines Obersten und wurde noch im selben Jahre zuech Chef des Generalstabes des Annee-Oberkommandos 11 und etwas später ChefdesGeneralstabes der Heeresgruppe Mackensen, mit der er alle die Kämpfe dieses Jahres mitmochte. Gleichfalls 1915, und zwar am 26. Juni 1915 erhielt er bereits 6 Monate nach (einer Ernennung zum Generalmajor. Eine bedeutsame Stellung war ihm im Jahre 1916 Vorbehalten, wo er als Generalstabschef zur 7 t und k. Armee kommandiert wurde. Dieses Kommando bedeutete den Uebergano zu einer noch bedeutsameren Stellung, die er im Jahre 11'17 erhält, wo er als Chef des mit uns verbün- beten türkischen Feldheeres nach der Türkei kom- manbiert würbe. Er hatte bereits am 24. Mai des Jahres 1915 für feine Verdienste im Felde den Orden Pour le wärite erhalten und bekam am 27. No- vember desselben Jahres das Eichenlaub zum Orden Pour le_m6rite. 1918 endlich wurde er zum Chef des türkischen Großen Hauptguar- i i e r s ernannt, so daß er die letzten drei Kriegsjahre seine hervorragenden Gaben hauptsächlich unseren Verbündeten widmete, wo er an leitender Stelle dazu beitrug, die günstige Kriegslage auf diesem Kriegsschauplätze zu schaffen, die bis zum Schluß des Krieges nicht erschüttert werden konnte. Nach dem Kriege stellte er sich mit gewohnter Pflichterfüllung feinem Lande zur Verfügung und "wurde im Jahre 1919 im Armee-Oberkommando Grenzschutz Nord zum Chef des Generalkommandos ernannt. Kurze Zeit später bekam er die Ernennung zum Chef des Allgemeinen Truppenamts. Nachdem er am 16. Juni 1920 zum Generalleutnant befördert war, wurde er im selben Jahre Chef der Heeresleitung, eine Stellung, in der er sich die größten Verdienste um Deutschland und seine Reichswehr erwarb. Er wurde bereits am 1. Oktober 1920, also kurze Zeit nach seiner Ernennung zum Generalleutnant, zum General der Infanterie befördert und in Anerkennung feiner hervorragenden Verdienste, bic er sich um die deutsche Reichswehr erworben hatte, am Neujahrstage des Jahres 1926 vom Reichs- Präsidenten v. Hindenburg zum Generalobersten ernannt. Generaloberst v. Seeckt hat von dem Tage an, ba er im Jahr 1920 zum Cbef der Heeresleitung ernannt wurde, fein ganzes Augenmerk darauf gerichtet, aus dieser neuen deutschen Truppe, die sich nach ganz ungewohnten Methoden infolge des Der- (ailler Friedensvertrages zusammensetzte, ein Heer aufzubauen, daß den deutschen Grundsätzen und An- idjauungen von einer tüchtigen Reichswehr ent- • prirfjt. Die alte Möglichkeit, das Heer nach den Grundsätzen der Wehrpflicht zu formieren, war oer- hoten worden. Die Truppe mußte deshalb durch Werbung aufgebaut werden und es ist klar, baß im Anfang des Bestehens der Reichswehr sich allerlei unbrauchbare Elemente mit einbränqtcn. Darum beftanb die erste Aufgabe des neuen Organisators barm, eine strenge Auswahl, sowohl unter den Führern als auch unter den Mannschaften :u treffen. Im Offizierskorps mußte der alte deutsche "eist lebendig bleiben, der feit Jahrhunderten unser 'leer zu der gefürdjtetften Waffe der Welt gemacht bat. Auch die Mannschaften mußten wieder an 3ud)t und Ordnung gewöhnt werden, zumal die ’tänbigen Unruhen, durch die bas beutsche Volk da- nals zerrieben wurde, geeignet waren, ungünstig iuf den Geist der Leute einzuwirken. 2fber auch liefe Aufgabe wurde von Seeckt glänzend gelöst, •nit eiserner Faust verstand er es, alle politischen Bestrebungen von der Reichswehr fernzuhalten und "ie zu einem militärischen Organ zu gestalten. Das cschah natürlich-nicht von heute auf morgen. Aber >a systematischer Arbeit ist es ihm gelungen, im -aufe der Zeit die Reichswehr tatsächlich zu einer iber allen Parteien stehenden nur den Interessen Jes Vaterlandes dienenden Truppe zu machen. Wie fort der Einfluß der Offiziere und der energische Ville des Chefs der Heeresleitung auf die unterstellten Truppen war, geht daraus hervor, daß es tereits nach einigen Jahren möglich war, aufs neue praße Manöver abzuhalten, an denen alle Divisionen bülnahmen. Man darf nicht vergessen, wie schwierig § ,.Si» |i>nen bet J*. 'Net?9 Jieft Sptate Lwobtn "dvvlks Ren J' toeu SÄ? Ä ti*8 7 Biburg' L°uen. ifübl ist TS-9 "v" *%S deren Wert *3* d>° Ach. lost sie ln KW ;Prvbeftein startet diel «S TD. tnbt J unter Wer Rubrik x\ bi« Aedaltlvn den, :Lei -Verantwortung.) Hausangestellten wr Fürsorge. lrankentasse erhebt seit wn den Arbeitgebern rage zur Erwerbslosen- Ugemein besannt, dah i- die mit dem Arbeit- iemeinschast leben, »-flicht befreit Ils eine Erwerbslosen- chl erhalten. Es bedarf Erklärung, dah häus- zu welchem Zweck besser Allgemeinen Orts- toerben. Der deshalb die seinen Hausange- ommen, fülle ein For- eitgeber unb Arbeil- ift. Derwev-eri einer gnmbloS, Iran töt Schrift für genügend Prof. Dr. tzbrl. k Redaktion. irtigen Angelegenheilen geben, da hierbei vieler- zu ziehen sind, die von rden können. Erkundigen i Aufwertungsstelle oder zelegenheit unterliegt zur i Prüfung und Festste!» ■ Vorarbeiten dürste in sein. Dann werden wir veröffentlichen. würde, wenn er an Händen unb Füßen gebunden nach Genf ginge, so würde es doch keine günstigen Folgen haben, wenn von vornherein bekannt wäre, daß die britische Regierung in jeder Frage ihre Ent- scheidung gefällt habe und daß es zwecklos fei, sich auf Erörterungen einzulassen. Ein Ergebnis könne nur im Wege von Vereinbarungen er- zielt werden. Die Besatzungsfristen. (Shantbedain über die (^rfüllun^ der deutschen (Kutwaffnttttgsverpflechtunfien. London. 21. April. (WB.) Im Unterlaufe fragte Ponsonby (ßabour Party), ob dem Staatssekretär für auswärtige Angelegenheiten die von Wilson, Clemenceau unb dem damaligen Premierminister Englands am 16. 6. 1919 unterzeichnete Erklärung bekannt fei. wonach die Alliierten für den Fall, daß Deutschland vor Ablauf von 15 Jahren ausreichende Gewähr für die Erfüllung seiner Verpflichtungen geben sollte, bereit sein würde, üntereinanber eine frühere Beendigung der Rheinland besetzung zu vereinbaren. Ponsonby fragte weiter, ob die Regierung, nachdem die Botschafterkonlerenz gegenüber dem VölkerbundHrat feftgefteili habe, daß Deutschland seine Entwa'ffnungsverpflichtung erfüllt hat, bereit sei, nunmehr eine Abkürzung der Besehungsfristen vorzuschlagen. Chamberlain erwiderte: Der Fragesteller zitiert die Erklärung der Botschafter-Konferenz vom 6. März d. 2s. versehentlich falsch. Sie hat nicht erklärt, daß Deutschland seine Verpflichtungen hinsichtlich der Entwaffnung e r- füllt hat. 2hre Feststellung bedeutete etwas anderes. Um irgendwelche Einwände gegen die Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund zu verhindern, hat die Bolschasterkonserenz erklärt, daß, soweit sie in Betracht komme und noch ihrem besten Dissen Deutschland effektive Garantien für feine ehrliche Absicht zur Ersültung seiner vertraglichen Verpflichtungen bietet Es besteht ein beträchtlicher Unterschied zwischen dieser Feststellung und den befriedigenden Garantien für die Erfüllung der deutschen Vervslichtunaen gemäß der ErNärung vom 16. Juni 1919. Ponsonby muß mir i ie Bemerkung gestatten, daß ich mir keinen ungünstigeren Augenblick denken kann, um eine so weit reichende Diskussion zu veranlassen. Wedgwood fragte, ob die in der Erklärung von 1919 niedergelegten Grundsätze zur Durchführung gebracht würden, sobald die in der Erklärung erwähnten Bedingungen zur Zufriedenheit der britischen Regierung erfüllt werden, unb ob tatsächlich die britische Regierung sich noch an die 1919 abgegebene Erklärung halte. Chamberlain antwortete: Die Erklärung von 1919 war eine Erklärung über bie damals be - stehenden Absichten der drei Regierungen. Es war keine Erllarung, auf die sich die deutsche Regierung zu berufen ein Recht hat. dies Unterfangen dem Ches der Heeresleitung gemacht worben war, denn unter dem Zwange des Friedensvertrages sind diese Manöver nur in einem geringen Umfange möglich, besonders was die Verwendung großer Kriegswaffen anbetrifft. Es fehlen bie Flieger, bie Tanks, die schwere Artillerie unb bie Minenwerfer. Aber bedeutsam ist bie Tatsache, daß zum erstenmal wieder in größerem Verbände geübt werden konnte, ein Vorzug, der unsere Reichswehr bekanntlich bei der geringen Stärke unserer Garnisonen im allgemeinen nicht genießt. Auch für bie Versorgung der Truppen ist Generaloberst v. Seeckt zu jeder Zeit eingetreten. Und so wurde z. B. vor kurzer Zeit bie Ergänzung des Wehrrnachtsoerorbnungs-Gesetzes geschaffen, das den Mannschaften nach 12jähriger Dienstzeit Aussicht auf Versorgung bietet. Auch gegenüber den sog. I M. K.^K. hat Generaloberst o. Seeckt immer mit Würde, Sachkenntnis und Energie den deutschen Standpunkt vertreten. Er hat dafür gesorgt, daß die Militärkontrollkommission einen richtigen Eindruck von der Art und dem Werk unserer Reichswehr erhalten, zumal sich Generaloberst o. Seeckt immer aufs strengste an die Vorschriften des Versailler Friedensvertrages hielt, soweit bie Reichswehr dabei in Betracht kommt. Auf diese Art hat Generaloberst v. Seeckt sowohl nach innen als auch nach außen vorsorglich und organisatorisch in vorbildlicher Weise scwirkt unb bie Reichswehr zu dem gemacht, was ie heute ist, nämlich zu einer geordneten, kräftigen unb disziplinierten Truppe. Der Chef der Heeresleitung im Spiegel der Berliner Presse. Berlin, 22. April. (WTB.-Funkspruch.) Die Berliner Blätter nehmen den heutigen 60. Geburtstag des Generalobersten von Seeckt zum Anlaß, seine Tättgkeit an der Spitze der Reichswehr eingehend zu würdigen. Die „Kreuzzeilung" schreibt. Generaloberst von Seeckt kann an seinem 60. Geburtstage mit stolzer Befriedigung auf das überparteiriche Machtmittel Hilfen, das er der Staatsgewalt im Reichsheer zur Verfügung^ gestellt hat. Die „Deutsche Tageszeitung" rühmt seine unerschütterliche Ruhe und scheu Reichstagsfraktion von neuem die Forderung aufgestellt haben, daß die Rückwirkung des Gesetzes ausgedehnt wird, und zwar bis zum Jahre 1872. wo über Desitzverhältnifse der Hohenzvllern Gerichtsurielle ergangen waren. Die Deutsche Vollspariei und das Zentrwn lehnten diese Ausdehnung der Rückwirkung ob. Eine Besprechung der Vertreter der Regierungsparteien beim Reichskanzler, an der auch der preußische Finanzminister teilnehmen wird, soll über die Frage der Rückwirkungen Klarheit schaffen. Wohnungsfragen im Preußischen Landtag. Vertin, 21. April. (SU.) Der Preußische Landtag behandelte heute zunächst kleinere Vorlagen. In der Aussprache über die Kapitel „Woh- nunqs- und Siedlungswesen" wies dann Abg. Sonnenschein (Dn.) darauf hin, daß die Zusammenpserchung von Menschen und Familien in den Großstädten ein; Hausung von Verbrechen und sogar Morden zur Folge habe. Seine Partei verlange Auskunft darüber, was in bezug auf Verbilligung der Mieten in neu hergestellten Wohnungen geschehen sei. Die Haus zins steu er müsse die Freilassung der kleinen Etgercheime und eine Entlastung der gewerblichen Räume bringen. Das private Baugewerbe müsse mehr herangezogen werden. Abg. Dr. Spikernagel (D. Vp.) wies auf die Verschärfung des inneren Marktes bei dem Wohnungsbau hin und forderte die völlige Befreiung der Neubauten von der Steuer. Eine Wiederbelebung des Realkredites könne nur durch Aufhebung der Zwangswirtschaft erreicht werden. Abg. H a e s e - Wiesbaden (Soz.): Die private Initiative allein könne das Wohnungs^errd nicht bessern. Auch in England fehlten heute 500 000 bis 800 000 Wohnungen. Der Begriff Saison muffe aus dem Baugewerbe fallen und die Baumoterialpreise müßten gesenkt werden. Sin Abbau der Avangswirtschast sei undenbar. Abg. Bergmann lZtr.) verlangt, daß die öffentlichen Sparkassen und ähnliche Geldinstitute möglichst 40 Proz. ihres Einlagebestandes für den Wohnungsbau verwenden wollen und befürwortet die Aufnahme einer Ausland- anleihe für Wohnungszwecke. Die Ablehnung des Hausziirssteuergesehes habe die Woh- nungsneubautätigkeit schwer geschädigt. Abg. Ladendorff (Wirtsch. Vgg.) trat für Aufhebung der Zwangswirtschaft ein. Es sei unhaltbar, daß der Mieter in A l t w o h n rä u m e n w eit unter Friedenspreis wohnen bleibe. Der Redner fordert Aufhebung der Wohnungsämter. Der Staat mühte auch eine Kontrolle über die Verwendung der vielen Hundert Millionen ausüben, die die sogenannten gemeinnützigen Siedlungs- und Fürsorgegefellschaften von ihm erhallen. Dohlfahrtsmmister Hirt- siefer teilte dann mit. daß das Städtebaugesetz möglichst noch in diesem Sommer dem Staatsrat und dem Landtag vorgeleyt werden würde. Rienrand habe die begüterten Klassen gehindert, Wohnungen zu bauen. Tatsächlich feien denn, auch von ihnen 19 000 Wohnungen gebaut worden. Die Zwangswirtschaft habe sich als notwendig erwiesen aus Grund der Wohnungsnot Ihre Aufhebung würde nur eine Steigerung der Mieten im Gefolge haben. Man könne aber die Lebenshaltung der breiten Massen nicht noch mehr verschlechtern, mir damit der Hausbesitz größere Mieten erlange. Der Kongreß der christlichen Gewerlschasten. Dortmund. 20. April. fSH.) Auf dem Kongreß der christlichen Gewerkschaften hielt Abg. D altrusch einen Vortrag über „Lage und Aufgabe der deutschen Wirtschaft". Baltrusch untersuchte die Ursachen des Riederganges der deutschen Wirtschaft und zeigte Wege und Mittel, wie wir aus der Wirtschaftskrise herauskommen könnten. 3m einzelnen führte er aus, daß die christlichen Gewerkschaften gegen jede Zwangswirtschaft seien. Die große Zahl der Kartelle und Innungen trage durch zu hohe Preisfestsetzungen einen großen Teil der Schuld an der Versteifung der deutschen Wirtschaft. Der Gesetzentwurf uzr Förderung des Preisabbaues müsse mit den vom Reichswirt- schaftsrat vorgeschlagenen Aenderungen endlich dem Reichstag vorgelegt werden. Die Rationalisierung und Vervollkommnung der Betriebe und der Ausbau der Verkehrsmittel seien zu fordern. Der Zinsfuß müsse weiter gesenkt werden, ebenso die Frachttarife auf den Eisenbahnen. Banken und Sparkassen fönten ihre Zurückhaltung bei der Hergabe langfristiger Kredite aufgeben. Der Lohnabbau fei kein geeignetes Mittel, um aus der Krise herauszukommen. Von Arbeitgebern und Arbeitnehmern muffe der Weg ehrlicher Verständigung beschritten werden. Größere Leistungen seien nur dann aus der Arbeiterschaft herauszuholen. wenn sie mit ihrer Seele voll bei der Arbeit seien. Derbandsvorsitzender Fahrenbrach- Düsseldorf sprach als Korreferent über „Mitbestimmungsrecht und Mitbesitz der Arbeiter an der Wirtschaft" und legte dem Kongreß eine Entschließung vor, in der die paritätische Zusammensetzung aller ösfentlic^rechtlichen Wirt- fchaftskammern sowie die baldige Errichtung von Vezirkswirtschastsräten und des endgültigen Reichswirtschaftsrates in organisch begründetem Aufbau gefordert wird. Reichspoftminister a. D. Giesberts führte u. a. aus, es müsse die wichtigste Aufgabe der deutschen Politik sein, der Wirtschaft wieder die Stellung zurückzuerobern, die sie vor dem Kriege innegebabt habe, weil Deutschland mit dem Welthandel und der Weltwirtschaft unlösbar verknüpft sei. Ein Wiederaufstieg der Wirtschaft sei aber ohne Befruchtung aus der Arbeiterschaft heraus nicht denkbar. Die Fürsorge für das deutsche Volk müsse in den Vordergrund treten, späulative Elemente udn kapitalistische Profitversuche zurückgedrängt werden. Die dem Kongreß vorgelegten Leitsätze, Anträge und Entschli^ungen wurden mit unwesentlichen Abänderunggen angenommen. Ein Antrag, der sich für die stärkere Bekämpfung des Alkoholmißbrauchs einsetzt, fand einstimmige Annahme. Sturz der mecklenburgischen Regierung. Schwerin. 21. April. (TU.) Die mecklenburgische Regierung ist in der heutigen Sitzung des Landtages durch die Ablehnung eines Vertrauensvotum mit 37 gegen 23 Stimmen gestürzt worden. Für bas Vertrauensvotum stimmten die Deutschnationalen und die Deutsche Dollspartei, dagegen die Kommunisten, die Demokraten, die Sozialdemokraten und die Bölli- schen. Rach einstündiger Vertagung der Sitzung erklärte der Ministerpräsident Freiherr von Brandenstein, daß das Staatsministerium seinen Rücktritt beschlossen habe. Die Deutschnationalen und Deutsche Volkspartei beantragten darauf die Auflösung des Landtages und Reuwahlen. Der Redner der Sozialdemokratie stimmt« diesem Antrag zu. Benesch's Fragebogen. Die Prager Regierung und der deutsch-russische Vertrag. Berlin, 21. April. Die Blätter beschäftigen sich mit dem Fragebogen Beneschs über den bevorstehenden deutsch-russischen Vertrag. Der Reichsregierung ist ein solches Memorandum bis heute noch nicht zugegangen. Es liegen aber Rachrichten darüber vor. daß Venesch einen Fragebogen an d i e Mächte der Entente gerichtet habe, anscheinend zu dem Zwecke, die Mächte zu veranlassen, von Deutschland Rechenschaft zu verlangen. Wie die Blätter betonen, müßte ein derartiger Schritt größtes Befremden Hervorrufen, zumal sich ein solches Memorandum nur auf einen fingierten Tatbestand aufbauen kann, da der wichtigste Punkt des zukünftigen deutsch-russischen Vertrages noch Gegenstand eifrigster Beratungen ist. Deutschland hat die Locarnomächte über die Verhandlungen auf dem Laufenden gehallen und damit bewiesen, daß es kein Doppelspiel treibt. Die Blätter sehen in dem Schritt Beneschs eine Einmischung in die deutsche Außenpolitik, ja den Versuch einer Kontrolle über die außenpolitischen Schritte Deutschlands. Sie betonen, daß sich Deutschland niemals das Recht werde nehmen lassen, Verträge abzufchließen. Zu diesen Berliner Kommentaren schreibt die offiziöse „Prager Presse": Wenn die Berliner Presse aus dem tschechischen Schritt eine Verletzung der internationalen Gepflogenheiten konstruieren will und von einer Einmischung in innerdeutsche Verhältnisse spricht, so nehme sie zur Kenntnis, daß es sich um keine Einmischung in deutsche Verhältnisse han- dell. Die Tschecho-Slowakei hat ihren Standpunkt als Antwort auf eine Anfrage bekannt- gegeben, wobei ausdrücklich betont wurde, daß eine neue Krise im Völkerbund hervorgerufen werden würde, falls die Informationen auf Wahrheit beruhen sollten. Die Tschecho- Slowakei hat daher in dem Bestreben gehandelt, einer Krise vvrzubeugen und damit auch im Interesse Deutschlands und den übrigen Staaten. Die Tschecho-Slowakei, die vor-allem als Ratsmitglied des Völkerbundes gehandelt Jjat, vergaß auch nicht zu betonen, daß ein endgültiger Standpunkt erst nach Bekanntgabe des Textes des deutsch-russischen Vertrages eingenommen werden forme. Rücktritt des polnischen Kabinetts. Warschau, 21. April. (Wolft.) Der Ministerpräsident Graf Skrzynski gab die Erklärung ab, daß er mit der gesamten Regierung zurückzutreten entschlossen sei. Um 1 Uhr überreichte er dem Präsidenten der Republik die Demission des Gefamtlabinetts. — Der Präsident der Republik hat die Demission des Kabinetts Skrzynskis nicht angenommen. Die bisherige Regierung bleibt somit im Amte. Der Beschluß des Präsidenten, daß der Ministerpräsident sich bemühen solle, die zusammengeschmolzene Koalition zu erweitern. hat in den Kreisen der Linken giwtze Erregung hervorgerufen. Der Vizemarschall des Landtags, der sozialdemokratische Führer Da- hhnski erfiärte: Don einem neuen Eintritt der Sozialdemokraten in di« Regierung, wie der Präsident es angeblich wünsche, könne keine Rede sein. In ähnlichem Sinn« hat sich der Führer der Radikalen Bauernpartei, Wiswolenie. und der Sejmvizemarschall Ponjatowski ausgesprochen, der meint, die bisherigen Erfahrungen hätten seine Partei in der Ueoerzeugung bestärkt, daß ein Eintritt in irgendeine Koalition ein Ding der Unmöglichkeit sei. Blutbad in Peking. Schon ghai, 21. April. (Wolffs Der Pekinger Korrespondent, der „Rorth China Daily Rews" behauptet, daß die Anhänger der Kuo- min tschü np art ei vor der Räumung Pekings entsetzliche Racheakte begangen haben. Kurz vor ihrem Abmarsch ließen sie Führer und Mannschaften der militärischen Schutzwache des Kabinetts, die am 13. März die Studenten erschossen hatte, ermorden. Sie führten die Wache vor den „Gelben Tempel" und schossen mit Maschinengewehren auf sie. Rur fünf von vierhundert seien mit dem Leben öavongekommen. Aus aller Welt. Ein „prähistorischer" Junb. In R e u ft a b t a. d. Sy wurde vor einiger ZEit bei Kanaüsationsarbeiten ein Schienbeinknochen gefunden, der als Rest eines Ureinwohners des Spehergaues gedeutet wurde. Daraufhin setzte ein Streit um den Besitz dieses Knochens ein. Gemeinde und Eisenbahn — der Knochen war auf bahneigenem Grunde gefunden — stritten sich um ihn. Schließlich wurde der Knochen in einem Tresor einer Bank niedergelegt. Der Direktor des Pfälzischen historischen Museums in Sveyer, Dr. Spra- ter, hat nun den Knochen nochmals eingehend untersucht. Er kam zu dem Schluß, daß es sich um den Knochen eines Rindviehs handle. Unter diesen Umständen dürste das heiß umstrittene Objekt bald einen anderen Auf- bewahrungsplah finden. Tobesscchrt mit dem Mokocrabe. Auf der Chaussee Stargard—Klützow fuhr der Maschinenfabrikant Luther aus Dölig mit seinem Motorrade an einem ungeschützten Bahnübergang gegen den aus der Richtung Arnswalde einlaufenben Zug. Das Motorrad wurde zertrümmert. Luther selbst tödlich verletzt. Schweres Autounglück. In A a ch e n fuhr ein Kraftwagen mit großer Geschwindigkeit gegen ein Haus, wobei bfe Wand des Hauses stark beschädigt und ein Schaufenster zertrümmert wurde. In dem Augenblick I des Zusammenstoßes kam eine Frau mit ihrer Tochter an der Unglücksstelle vorbei. Das Mädchen wurde so gegen das Haus gedrückt, daß es nach wenigen Minuten starb. Die Frau kam mit leichteren Ver- letzungen davon. Zu Tobe geschleift. Dem 75jährigen Landwirt Knüttel aus Brei- teirbach bei Würzbrkrg gingen die Pferde mit einer Fuhre Dünger durch. Der alte Mann wurde u.agerannt und zu Tode geschleift. Dabei gingen gingen ihm die Räder des Wagens über Kopf und Leib und richteten den Körper gräßlich zu. Schweres Unglück. In Zeubelried (Unterfranlen) scheuten durch das Ailffliegen einer Schar Gänse die zwei Pferde einer Ackerwalze. Das Gefährt rannte in eine Groppe spielender Kinder, von denen eines getötet und drei andere mehr oder weniger schwer verletzt wurden. Durch eine Granate getötet. In der Gege>ck> von A m i e ir s zündeten zwei Landstreicher ein Feuer an, um eine Mahlzeit zu bereiten. Infolge der Hitze explodierte efne daneben liegende Granate. Die beiden Leute wurden auf der Stelle getötet. Der Kiefernspanner in den pfälzischen Wölbungen. Aus dem Dahner Tal wird berichtet, daß die dortigen Waldungen auf weite Strecken von dem Kiefernspanner heimgesucht werden. Der Großteil der angegriffenen Waldflächen sind Staatsund Gemeindewald. Eine Telephonstatistik. Auf der Erde kommt im allgemeinen auf neunzig Menschen ein Telephon, in der Union schon auf zehn, in Deutschland immerhin schon auf dreißig, in England erst auf sünfundvierzig ein Telephon. In Kanada teilen sich dreizehn Menschen in einen Apparat, in Frankreich sind es achtzig, in Japan einhundertdreiunddreißig, Schweben fünfzehn, in Australien oierund- zwanzig, in Dänemark fünfzehn, in Rußland sind es etwa achthundert. Auch in Jugoslawien muß man auf siebenhundert Vordermänner warten. Etwas besser stehl Polen mit sechshundert Mann da, und selbst das hochstehende Belgien hat einhundert Menschen auf ein Telephon. In Oesterreich kommen heute noch vierzig Leute auf einen Apoarat, während es in Ungarn über einhundert sino. Die schlechtesten Deraleichsziffern hat Indien mit weit über eintausend Kopsen auf einen Apparat. Hessischer Landtag. Darmstadt, 21. April. Präsident Adelung eröffnet um 9.45 Uhr die Sitzung. Die Beratungen des Staatsvoranschlags für 1926 werden bei den Kapiteln 82 bis 88 Lanbwirtschaftskammer, landwirtschaftliches Antsrrichtswesen usw. fortgesetzt. Präsident Adelung teilt mit, daß sich die Rednerliste stark vermehrt hat; er bittet die Redner, sich kurz zu fassen, damit noch in dieser Woche die Verhandlungen zu Ende geführt werden können. Abg. Dr. Leuchtgens (Bbd.) häll dem Abg. Lux entgegen, daß es nicht darauf an- komme, welche Summen die Landwirtschaft er» häll, denn andere Berufe erhielten auch Zuwendungen, sondern, worauf eS ankommt, sei die viel zu hohe steuerlicheBelastungder Landwirte und die stiefmütterliche Behandlung des Landes in Bezug auf die D e r ke h r s v e r h S l t- niffe usw. Andere Staaten mit größerer Erfahrung des landwirtschaftlichen Unterrichts- Wesens, wie Preußen, hätten dieses den Landwirtschaftskammern angegliedert. Es sei nicht zu leugnen, daß im landwirtschaftlichen Versuchs- Wesen viel Doppelarbeit geleistet wird, darum sei es notwendig, daß es in einer Hand vereinigt wird. Die Landwirtschaftskammer, die aus praktischen Landwirten besteht, sei die geeignetste Stelle zur Leitung des Dersuchswesens. Jeder Berussverein müsse seine Angelegenheit selbst regeln; warum solle die Landwirtschafts- fammer nicht die Entscheidung über die Ausbildung des Rachwuchses haben?! Dasselbe sei auch für das Handwerk und die Industrie zu fordern. Der Ansicht des Abg. Lux, daß die Landwirtfchastskammer allein das Versuchs- und Unterrichtswesen zu bezahlen habe, sei nicht beizupflichten, sondern der Staat habe ein Teil der Kosten zu tragen. Entgegengesetzt der Behauptung des Abg. Lux wurden die Kosten sich unter der Verwaltung der Landwirtschaftskammer verbilligen. Daß Landwirtschastslehrer besonders für Vorträge bezahlt werden, was der Abg. Lux bemängelt, erkläre sich ganz einfach aus deren Stellung als Staatsbeamte. Würden sie der Landwirtschaftskammer unterstehen, so würden die Sondervergütungen, abgesehen von den Reisekosten, wegsallen. Der Bauernbund wäre stets gegen das unbeschränkte Umlagerecht der Kammer gewesen, während Regierung und Linksparteien dafür waren. Die Landwirtschaftskammer sei unpolitisch;^ wenn Abg. Lux in dieser Kammer wäre, würde er derselben Ansicht sein; er würde, wenn er in den Vorstand der Kammer gewählt werde, sicher bekennen: ich glaubte nicht, daß es so gerecht hergehe. Zu den kritisierten Beilagen der Zeitschrift der Landwirtschaftskammer bemerkt der Redner, daß andere Landwirtfchasts- fammern ebenfalls Beilagen zu lassen, in Preußen sogar mit Genehmigung des sozialdemokratischen Innenministers Severing. Zur Umlageerhöhung von 120 Proz. bemerkt Abg. Dr. Leuchtgens, daß die Landwirtschaftskammer nicht wie der Staat im letzten Jahre die Steuern erhöht hat, auch ihre Umlage erhöht habe. Der hsssisck)e Staat habe gegen die Vorkriegszeit seine Steuern verdreifacht. Die Frage der Umlagen sei auch noch nicht geklärt, es ei bekanntlich eine Vereinsachungskommisfion ernannt worden. Der Bauernbund habe kaum führende Persönlichkeiten in den Ausschüssen der Kammer. (Die Ausführungen des Redners werden fortgesetzt von den sozialdemokratischen Abgeordneten unterbrochen, so daß der Präsident wiederholt um Ruhe bittet.) Abg. Angermaier (Komm.) macht Ausführungen, als wäre die Landwirtschaftskammer nur ür dis Großbauern da. Mit dem von den Bauern erpreßten Gslde kaufe die Landwirtschaftskammer Luxusinstitute (der Redner meint die Haushattungs- chüle in Michelstadt). Abg. Schott (D. Vp.) meint, es sei nicht zu verstehen, wie hier im Hause immer gegen die Laud- wirtschaftskarnrner vorgegangen werde; es dürfe nicht fein, daß so mit einer öffentlich rechtlichen Kör- , perschaft verfahren werde. Der Redner weist auf die I großen Aufgaben hin, die die Landwirtschaft zu • erfüllen hat, namentlich die Produktion zu fördern, damit die Einfuhr verringert werde. Seit 1918 habe keine Vermehrung der Beamten der Kammer statt- aefunden, sondern eine Verminderung. Es handle sich bei den Beamten der Landwirtschaftskammer um Spezialbeamte, die nicht so leicht zu haben seien; die Cinslufungsn wären mit Wissen der Regierung erfolgt. Der Redner spricht gegen eine Verminderung der Landwirtschaftsämter. In Rheinhessen müßte das Amt Sprendlingen einqehen, wenn der Antrag auf Aufhebung von 3 Landwirt- schoftsämtern in Hessen angenommen würde; es sei das sehr bedauerlich. Abg. Schott verlangt dann die Unterstellung der Landwirtschaftsämter unter die Landwirtschaftskammer. Er stellt and) verschiedene Behauptungen über die Höhe der Beiträge zur Landwirtschaftskammer richtig. Zum Schluß seiner Rede fordert der Redner die 2lbgeordneten auf, ni't- zuwirken, daß die Landwirtschaftskammer ihre große Aufgaben erfüllen kann. Abg. Kindt (Dn.) spricht gegen den Abbau von Landwirtschaftsämtern; er bedauert es, daß der Bauernbund in dieser Frage nachaegeben * habe. Wahrscheinlich würden die drei Aemter da abgebaut, wo sie am notwendigsten sind. Wenn man die Kreise der Aemter vergrößere, um den Abbau wett zu machen, so erschwere man ihre Aufgabe. Ministerialdirektor liebel wendet sich gegen die Behauptung. daß die Regierung die Landwirtschaft als Snefkind behandelt. Die Aufwendungen im Budget für die Landwirtschaft seien seit 1918 sogar erhöht worden. Das republikanische Hessen tue mefrr für die Landwirtschaft als das monarchistische getan habe, lWiderspruch rechts, Zurufe: verlangt aber auch mehr Steuern!) Die Landwirtschaft sei nicht bloß Erwerbsquelle, sondern e z'n e Säule des Wirtschaftslebens, sie habe auch d i e nationale Ausgabe der Ernährung des Volkes und wäre einer der besten Abnehmer der Industrie, sie sei auch eine der ergiebigsten Steuerquellen, der Jungbrunnen für die Städte und für unsere Ration. Durch Zuschüsse vvm Reich und der Hessischen Regierung wäre die Rotlage der Landwirtschaft gemildert worden. Der Redner zählt dann die Kredite auf, die der Landwirtschaft in den letzten Jahren zugeführt worden sind, und schildert im einzelnen, wie die Reichswinzerkred'te gewährt werden sollen. Mit den Krediten allein fei aber der Landwirtschaft nicht geholfen, sondern es gehörten dazu auch cmdeve gesetzgeberisch» Maßnahmen Die Forderung der Landwirtschaft sei eine Pflicht des Staate^; sei zu verhindern, daß Der Staat desinteressiert wird. Der Staat habe Einrichtungen getrof'en, um die Produktion zu fördern, das sei die Hauptsache. (Von mehreren landwirtschaftlichen Abgeordneten wird dem Redner entgegensetz allen. daß eine Mehrproduktion ohne Rentabilität nicht zu erzielen ist, was der Redner bestreitet.) Es bedürfe nur einer Mehrproduktion von 1 7, um von der landwirtschaftlichen Seite aus die passive Handelsbilanz zu beseitigen. Landwirtschaftsämter und Land- wirtschaftsschulen hätten sich bewährt, ebenso die landwirtschaftliche Versuchsstation; die Regierung fet nicht bereit, die von ihr geschaffenen Einrichtungen der Landwirtschaftskammer zu überlasfen. Der Redner bittet, keines der Landwirtschaftß- am ter abzu bauen. Hessen würde mit feinen Ab- baumaßnah men in ganz Deutschland allein stehen. MinisteriawirekLor Uebel kritisiert abfällig eine Eingabe bet Lanbwitkfchafkskamrner an bet» Canbtag, in bet sie bte Unterstellung bet. Canb- wittfchaftsämtet unter bie Lanbwirlschafts- kammer wüufchl. Der Redner spricht von beleidigender Form der Eingabe und Äeberheblichkeit des Urteils der Kammer. Ein großer Teil der Aufgaben der Landwirtschaftskammer würden von den Lanb- wirtschaftsämtern geleistet, wie Feldversuche u-b Vorträge. In ganz Süddeutschland waren die Landwirtschaftsämter staatliche Einrichtungen; nicht alle Aemter wären in Preußen den Landwirtschaftskammern angegliedert. Das Beispiel von Sachsen, wo erst vor einem Jahr die Aemter eingerichtet und der Kammer unterstellt wurden, ermuntere nicht zur Rachahmung. Der Redner umschreibt dann in eingehenden Darlegungen die Aufgaben der Landwirtschaftskammer und des Staates: die Landwirtschaftskammer sollte nur eine Berufsvertretung sein. Die Gefahr bestehe, daß die Landwirtschaftsämter und -Schulen in die Hände der politischen Parteien geraten könnten; auch die Beamten der Landwirtschaftsämter könnten in Abhängigkeit von politischen Parteien gebracht werden. Vizepräsident Ruß teilt dem Hause mit, daß ein Antrag Lux (Sly.) eingegangen ist, das Umlager echt der Landwirtschaftskammer zu beschränken. Abg. Schaub (Soz.) äußert eine Reihe von Wünschen zur Riddarregulierung; er wendet sich gegen eine Interessenpolitik der Mühlen besitzet. Abg. Weck ler (Ztr.) erklärt sich gegen die Uebertragung der landw. Versuchsstationen an eine andere Körperschaft, der Landwirtschafts- fammer. Seine Partei werde sich mit allen Mitteln einer Aenderung entgegen stellen. Die älteren Mitglieder des Bauernbundes wären von den jüngeren wegen ihres Antrages auf Aufhebung von 6 Landwirtschaftsämtem bestürmt worden. Jetzt verschanze sich der Bauernbund hinter den Antrag der Koalitionsparteien. Als der Redner von der Bauernpolitik des Zentrums spricht, kommt es zu lebhaften Auseinandersetzungen mit den Abgeordneten des Bauernbundes. Wenn landw. Schulen abgebaut würden, so müßten dieSchulenimDvgels- berg erhalten bleiben. Die Unterstellung der Landwirtschaftsämter und -Schulen unter die Landwirtschaftskammer werde das Zentrum unter keinen Umständen mitmachen. Die Kosten der Feldbereiniaung sollten gestundet toerbert Der Rsdner verlangt nachdrücklich bie Ttibbaregulierung. Ilbenstadt habe 2000 Mark Entschädigung erhalten, was viel zu wenig sei. Die Fohlen- zucht müsse gefordert werden, die Regierung solle der Hengsthaltung ein wachsames Auge widmen. Die Landwiktschaftskainmer sei keine polltische Organisation, aber sie sei auf dem Wege es zu werden. Die Landwirtschaftskammer nehme in ihr Programm der landw. Woche auch die Ankündigungen des Hess. Landbundes auf. Zwi- chen dem Redner und den bauernbündl. Abgeordneten entspinnt sich zum Schluß eine Auseinandersetzung. Abg. Weckler erUärt, der Hess. Bauernverein wäre eine Wirtschaftsorganisation und der Bauernbund eine politische Organisation. Die Gegner weisen darauf hin, daß der Bauernverein Dem Zentrum angehört. schlc >ubl sah qefü iion Hie von Gel füh tun jirti i'ani scha aus litt geg 3er ja: Der bett ää f« MS® ftft&Ä bann ÄiW ZtzK 'irtjJ? *’"e&n9 er. ^ÄKZ -Lhe r^<»7L LdS ft •^ü%afe Mtercb te gemhff Äwbvkn allein sei aber r 8chM»i. sondern d *“ g^ehgeberis^ Ms. ^.- hierzu verhindern. Amt wird. Der Sian! ” um die Produttm >r ^auW» lDon m* en Aogevrdneten wird fei «n. dah eine MehchrM', W zu Micken ist. tnd .) Es bedürse nur einer ;, M von der landwir!. die Psside handelöbilan, irifchosisämter und Land, m sich beivShrt, eden'o di, suchstzÄion: die Rchern-z n ihr geschasswm tinrifr 'dititammcT %n üfetlal'?- iiKä ber FmiöwirW^ nr würde mit feinen 3~ Deutschland cM* el Wert onsichastÄmumin^ Untet^eflung ta.teb- t die LandwirM» t wünscht. -t von beleidigender Fvm Überheblichkeit des Uttr/J her Seil der Ausgaben Nr ■ würden von den 2ar.b iftet, wie FeldversuLe ur* Eüddeutschland waren I - staatliche Sinrichturne' ren in Preußen 6ffl M ngeglietert. M W >ör einem Jahr die Aeinta »aramer unterstellt Butter. slachahMW. Der W gehenden Darlegungen M irtschaftskainmer und W fschastslaim« W Jf sein. Die Gescchr W tsämter und en Parteien geraten km der LandBrrtschaM^ feit von politischen > iss*« sgtes-s d^ben-^^chuten f'j ** auf iSto*# KKE 4«"” Abg. 3 o ft (Dbd.) erörtert Fragen bet Feldbereinigung im Vogelsberg. Diele Gemeinden hätten die Bereinigung beschlossen, aber die Mittel dazu wären nicht auf- »ubringen. Die Regierung mufft Dafür sorgen, daß Geld beschafft und die Bereinigungen durchgeführt werden- auch bei den ftutiDeibcnmeliora- Honen sollte die Regierung helfend eingreifen. Die von der Regierung erteilte Antwort wird von dem Abgeordneten zum Antrag erhoben. Ministerialdireltor liebel erwidert daß Geld bereitgestellt wird, um die Arbeiten koetzu- führen. Abg. Dr. Werne« (Dn.> bittet die Regierung, für die Zündholzfabrikanten ein- Autreten, die eS schwer hatten, gegen einen amen- unifchen Trust anzukärnpsen. 3m ganzen Wirt- schaflsleben könne der Wirtschastsegoismus nicht ausgeschieden werden, erwidert der Redner dem Rkinisterlaldireftor Hebet Dem Abg Weckler entgegnet der Redner, daß der Bauernverein dem Zentrum zugehört, doch forme man mit dem Bauernverein in Ober-Mörlen einverstanden sein, ncr seinen christlichen und völkischen Charakter l'etonc und die internationale Sozialdemokratie ablehne. Der Redner deutet aus den Abg. Weck- ler hin, der seinerzeit eine Rede für die Landwirtschaft gehalten habe, aber bei der Abstimmung verschwunden sei. Abg Dr. Müller lBbd.) hält dem Abg. Weckler entgegen, daß die Zenlrumssraktion nur wenige praktische Landwirte habe. Die Rentabilität sei von der Produktion nicht zu trennen. Zu den Angriffen auf die Landwirtschaftskammer verweist der Redner aus das verfassungsmäßige Recht zu den Eingaben an den Landtag. Die Eingabe sei eine Antwort auf eine Eingabe der höheren Landwirtschaftslehrer: den Borwurs der Insubordination dürfe man nicht erheben. Die Landwirtschaftskammer könne durch eine andere Organisation die Arbeitskräfte in den Landwirtschaftsämtern besser ausnuhen. Der Bauernverein sei nichts anderes als eine wirtschaftliche Organisation deS Zentrums, er habe aber leinen Einfluß in der Landwirtschaftskammer: das Zentrum übe aber im Landtag einen stärkeren Einfluß auS: aus diesem Grunde wäre das Zentrum gegen eine Hebertragung des Unterrichts- Wesens an die Landwirtschaftskammer. Der Redner tritt dann für diese Forderung ein und verweist u. a. auf einen Ausspruch CalwerS, daß Staat und Länder nicht aus der Wirtschaft hohe Steuerbeträge ziehen sollen und dann nachher ihr diese Beträge wieder als Kredite zusichren. Der Bauernbund werde für den Koalitionsantrag auf Abbau von drei Landwirtschaftsämtern stimmen. Schluß de, Sitzung. Nächste Sitzung Donnerstag. Aus der ProvinzialhauptstM. Gießen, den 22. April 1926. Unser neuer Roman. Äachdem wir in der heutigen Rümmer die abenteuerliche Geschichte von der „Tollen Herzogin" zu Ende geführt haben, beginnen wir, wie bereits angekündigt, morgen mit dem Abdruck eine- neuen RomanS. „Das lachende Haus" von Sophie Kloerß. "as Werk der feinsinnigen Wandsbeker Erzäh- die vor kurzem ihr 60. Geburtsjahr vollen- i tonnte, gibt die fesselnde, herzhaft-lebendige ab humorig-gemütvolle Schilderung eines sroh- id:cn Dreimäderlhaiises in Gommer und Sonne mb führt durch dis lichten Lebens- und Liebeswege der jungen Menschen, die da aus und ein .ocn. Wir hoffen zuversichtlich, mit dem neuen Roman allen unfern Lesern in Stadt und Land eine besondere Freude zu machen. Die Reichsgesundheiiswoche gewinnt täglich mehr an Interessenten. Der gestrige Vortragsabend war so stark besucht, daß ein Teil der Erschienenen keine Sitzgelegenheit mehr finden konnte. Den Themen entsprechend. war die Frauenwelt, auch vom Lande, stark vertreten. Zunächst sprach Prof. Dr. v. 3afchke „lieber den gegenwärtigen Stand der Bekämpfung de» flkMfmuHerfcebfcd“. Rach kurzer Erörterung des BegriiseS der .Neubildungen' überhaupt wurde das IScten der als Krebs bezeichaeten Neubildung und besonders der Begriff der Bösartigkeit diese'- Ge- schwulstbildnng erläutert Das Heimt-üctische der KrebSbildung liegt darin, daß sie im Arfang kaum öder nur ganz geringfügige Symptome macht. Schmerlen und andere beunruhigende Zeichen dagegen häufig erst auftreten, wen i d e b-Tr? Zeit zur Aeilung bereits verstrichen iß D c Heilbarkeit des Krebses hangt davon ab ob eS gelingt. das ganze erkrankte Gewebe aus dem Körper restlos zu entfernen zu einem Zeitpunkt, wo nicht schon Gefchwulftzelien in 'Berater? Organe und Bezirke des Körpers ver.chtevvt find. Rachdem man die Ausbreiwngswegc des Krebses erkannt hatte, lernte man die ganze Gebärmutter herauszuTrehmen, ja darüber hinaus wurde durch die kühne Tat von W A. Freund in Straßburg gezeigt, daß in allen Fällen, in denen der KrebS nicht mehr sicher auf die Gebärmutter allein beschränkt ist. nicht nur die Gebärmutter zu entfernen ist, sondern außer dieser auch das gan-.e umliegende Gewebe und die Lymphdrüsen des Beckens herauszunehmen sind. Allmählich gelang es. durch immer weiteren Ausbau der Opera- tionstechnik die Gefahren dieses riesigen Eingriffes herabzumindern, so daß heute die Sterblichkeit der Operation auch unter Einrechnung der ungünstigsten Fälle etwa 15 Prc>z_ beträgt, während bei den günstigen Fällen die oterblicf)- fett an der Operation zwischen 6 und 10 Proz. schwankt. 3n den letzten 10 Jahren sind neue verheißungsvolle HetiungSmoglichkeiten durch dis Röntgen- und Radiumbestrahlung eröffnet worden. durch Die es gelingt, noch manchen früher unheilbaren Fall der Heilung zuzuführen oder so äu bessern, daß er noch' nachträglich operatrons- fähig wird: tote es andererseits auch nwglich ist, durch Bestrahlung nach der Operation Die Gefahr eines Krebsrezwives wesentlich herabzusetzen. Das Gesamtergebnis der reinen Bestrahlungstherapie bleibt aber fast um die Hälfte hinter dem Ergebnis der operativen Behandlung zurück. Diefe immer noch unerfreulichen Endresultats der Krebsbehandlung könnten mit einem Schlage gebessert werden, wenn die gesamte Ärzteschaft und vor allem die Frauenwelt selbst mithilft. Denn es steht fest, daß über die Hälfte aller krebskranken Frauen ärztliche Hilfe viel zu spät In Anspruch nimmt. Der früh genug in ärztliche Behandlung kommt, braucht auch vor Krebs keine Angst zu haben, denn solange der Krebs auf die Gebärmutter beschränkt ist, ist er mit Sicherheit dauernd heilbar. Die Frauen haben also ihr Schicksal größtenteils selbst in der Hand. Rach einer kurzen Pause hielt Prof. Dr. Koepps einen Bvrtrag über „Gesundheitspflege de- Kindes". Der Redner empfahl den jungen Muttern vor allem sorgfältige Beobachtung des Säuglings, daraus könnten sie am besten die Erfordernisse erkennen. Da» erste Bierteljahr mindestens sollte jedes Kind gestillt werden. Alle Lebensmittel, die zur Bereitung von Säuglingsnahrung dienen (Milch, Mehl, Zucker, Butter usw.) müssen von tadelloser Beschaffenheit fein, die Zubereitung muh unter peinlichster Sauberkeit erfolgen. Vielfach entstehen Ernährungsstörungen der Säuglinge auch durch Infektion. Dem Säugling fehlt noch eine gewisse Widerstandskraft gegen Infektionen aller Art, und er leidet daher schwerer unter diesen als ein Erwachsener, für den Säugling kann unter Umständen schon ein Schnupfen lebensgefährlich werden. Deshalb fremde Besucher vom Säugling fern hallen. Die Gesundheitspflege des Süßlings und Kindes darf sich aber nicht nur auf die Ernährung beschränken. Bei der Kleidung ist auf genügenden Wärmcschutz zu achten, dabei die Jahreszeit zu berücksichtigen. Der Säugling ist wohl gut einzuwickeln, damit er nicht zu sehr abkühlt, aber eine gewisse Bewegungsfreiheit ist ihm zu lassen. Man spricht jetzt sogar von Säuglingsturnen. Eine gut beobachtende Mutter wird den richtigen Mittelweg finden: sie wird dem Dewegungsdrang des Kindes weitgehend nach- geben dürfen, aber auch erkennen, wann das Kind ermüdet ist Zu beachten ist, daß Kinder bei beginnender Ermüdung oft gerade aufgeregt und voll Bewegungsdrang sind Vernünftige Kleidung und kräftige Bewegung besonders in freier Luft sind die besten AbhärtunaSmaßregeln Dor kalten Wallerprozeduren ifi bei Kindern Borsicht am Plane Schließlich gehört zur Gesundheitspflege noch eine richtige Erzkehuna und eine Pflege der geistigen Entwicklung Die Erziehung beginnt fdinn in den ersten Tagen nach der Geburt Von Geburt an muß dos Kind an Pünktlichkeit gewöhnt w'tden. bann kommt sehr bald die Gewöhnung an Sauberkeit dazu. Schwierigkeit in der Erziehung macht oft eine unverständige Umgebung, die der armen jungen Mutter ihr schweres Amt noch mehr erschwert. Rücksichtslos gegen Verwandte und jeden Besuch muß die Mutter die Ordnung für ihr Kind erhalten. Die Ruhe des Kindes muß heilig fein. Ruhe und Stetigkeit sind Grundbedingung für die geistige Entwicklung des Kindes und unsägliche Geduld. Hornotizen. TageSkalender für Donnerstag. Reichsgesundheitswoebe- 8 Uhr. Reue Aula der Universität Vortrag von Pros 'Dr. Hunlcmüller „Hebet Körperkultur" (mit Film): 9' Uhr: Vortrag von Pros. Dr. Brüning „lieber Krüppelsürsorge" (mit Lichtbildern) - Stadttheater. Z' . Uhr Wohllahvtsvvrstellung .Die Haubenlerchc" Ende 10 Uhr). Handels- und Gewerbebank: 8 Uhr, Restam-ant .Hindenburg" 67. ordentl. General-Versammlung Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: .Die tolle Herzogin". Asloria-Lichtspiele: „Der Sturm auf den Gold- expreß". — 'Aus dem Stadllheaterdurcau wird uns geschrieben: Auf die Vorstellung des indischen Märchendramas „Sakuntala" om kommenden Samstag, 21. April, nachmittags 3.30 Uhr, sei ganz besonders hingewicsen. Die Ausführung des Werkes an unsrer Bühne ist allgemein anerkannt als wirkliche Sehenswürdigkeit, sowohl durch glanzende Szenenbilder, wie durch eine gute, abgerundete Darstellung. Namentlich Siyüler der oberen Klassen seien angelegentlich auf diese letzte Gelegenheit hingewiesen, sich mit einem Werk, das eine Perle der Weltliteratur ist, bskanntzumachen.. Wenn die Vorstellung auch als Volks- und Schüiervorstsllung bezeichnet ist, so steht natürlich der Besuch jedem Inter- essenten frei. Die Eintrittspreise für diese Vorstellung sind bedeutend ermäßigt. " Der l.Rkai in Hessen. Der Staatspräsident gibt bekannt: Allen Lehrerinnen und Lehrern im Volksstaate Hessen, die den 1. Mai feiern wollen, ist auf Ersuchen Urlaub zu erteilen. Das gleiche gilt für alle Schüler und Schülerinnen. Wo die Durchführung dieser Anvvd- unng technische Schwierigkeiten Hervorrufen sollte, sind die Schulleiter ermächtigt, die Schule für den Tag zu schließen Für Beamte, Angestellte und Arbeiter des Staates gilt analog das im Satz 1 Gesagte, soweit es die geordnete Fortführung der Staatsbetriebe gestattet. " Das 1. B a t l. 15. I n f.-R egts. wird zu vierwöchigem Aufenthalt nach dem Truppenübungsplatz Grafemvöhr (Oberpfalz) verlegt. Der Abtransport der Maschinengewehrkompagnie erfolgt morgen, 23. April, 1,20 Uhr mittags, ab Bahnhof Gießen, der Stab und die drei In- fanteriekompagnien folgen am Sonntag, 25. April, 1,20 Uhr mittags, ab Bahnhof. Die Rückkehr der Truppe erfolg! am 20. Mai •* Zur Reichsgesundheitswoche hat die Freiwillige Sanitatskolonne vom Roten Kreuz im Schaufenster der Drogerie Karn, Schulstraße, eine Ausstellung hergerichtet, in der von Mitgliedern der Kolonne gefertigte Modelle, Bildtafeln und sonstige dec ersten Hilfe dienende Gegenstände zu sehen sind. Die Ausstellung sei der allgemeinen Aufmerksamkeit empfohlen. *' E i n neues Lesebuch kommt bei den hiesigen Bolksschulen zur Einführung. Rach längeren Verhandlungen hat man sich entschlossen, das bei dem hiesigen Verlag Emil Roth erschienene, völlig ncubcarbeitetc Buch einem quali- tartt» gleichwertigen einer Frankfurter DerlagS- finna vorzuziehen. um vor allem auch das Mimische Gcwsrb' ftt unterstützen. Q Umsatz st euer-Bcgün st iaungcn für Turn, und Sportvereine. Wie wir hören, iit der Erlaß einer Verordnung über Umsatzsteuer- Begünstigungen für Turn- und Sportvereine geplant. Boi Vereinen, die der körperlichen Enüchli- gimfl des Volkes durch Leibesubungen dienen, sollen biernnth Einnahmen aus den Eintrittsgeldern, dem Verlause onn Programmen und die Vermietung von Plätzen und träten non der Umsatzsteuer befreit (em, menn diese Einnahmen nachweislich überwiegend für Zwecke der körperlichen Ertüchtigung des Volkes durch Leidesubungen verwendet werden. Die Verordnung soll oom 1. Januar 1926 rückwirkend in Kraft treten. RDV. Krankentransport auf der Reichsbahn. Zu der kürzlichen Mitteilung unter dieser Ueberschrist ist noch zu bemerken, daß bei Sondereinsiellimg eines Gepäck oder Güterwagens, Personenwagens 3. oder 4. Klasse oder eines Wagens mit Krankenabteil der Fahrpreis von mindestens 8 Fahrkarten berechnet wird. Als Mindest- aebiihr sind hierfür 30 Mk. festgesetzt, die nur erhoben wird, wenn der Preis der R Fahrkarten die- sen Betrag nicht erreicht. Ferner sei darauf hinge- mieten, daß bei jeder Reichsbahn Direktion ein oder mehrere Krankenwagen, D. h. vierachsige Wagen 3. Klasse angeforbert werden können. *• Arbeit sjubiläen. Bei der Firma H. S ch a f f si a e d t G- m. b. H. Gießen begeht heute der Dreher Ludwig Lenz aus Klein- Llnden sein 25jährlgeS Arbeitsjubiläum. Aus tiefem Anlaß wurde er seitens Der Firma, der Angestellten und Arbeiterschaft mit schönen Geschenken bedacht. — Im städtischen Gaswerk kann der Rohrleger Wilhelm Rohrbach aus Wiessck heute auf eine 25jährige Tätigkeit zurück- blicken. Dem Jubilar tour Den seitens seiner Arbeitskollegen Ehrungen bereitet. " Der Zentcalverband deutscher Kriegsbeschädigter und Hinterbliebener, Ortsgruppe Gießen, veranstaltete im Saalbau Sauer einen Aaterhaltungsabend. der einen allseitig befriedigenden Verlauf nah'.?. Sri. Gisela Wanner. Herr HanS Krämer der Gesangverekn „Frohsinn" und die Ka'pZl'e des Vereins „Wanderlust" bereicherten den Abend mit sehr beifällig angenommenen g:Ta :g iche» bzto. instrumentalen Darbietungen, ferner gab ein Singspiel, vorgetragen von Drei Damen der Chorvereinigung „Arminius", A.ckah zu lebhaften Deisallsbezeugungen “ Auftrieb auf dem heutigen Frankfurter Schlachtviehmarkt: 4 Küße, 1160 Kälber 277 Schafe, 255 Schreine. *♦ D i e Maul- und Klauenseuche ift neuerdings in Altsn-Bufeck und Beuern amtlich fest gestellt worden. In Lumda hat sich die Seuche nicht weiter ausgebreitet. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser 2tu6ri[ stehenden Artikel übernimmt die Redaktion Dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Lin Wunsch an unser (Barnifonfommanbo. Bei der Rückkehr unterer Kompagnien, insbejon dere der in Der Zeugyauskaserne untergebramten 3. Kompagnie, von den Uebunqcn erfolgt der Morsch, mit der Kapelle an Der Spitz, fast immer nur durch die Neuen Baue und die Sonnenstraße. Wäre es nicht möglich, die Truppe, mit klingendem Spiel voran, öfter auch durch die M ä u 5 b u r g über den Marktplatz durch die S ch u l st r a ß e oder über den Kirchen platz zur Kaserne p» führen? Die Anwohner Der obengenannten Stni feen wurden es begrüßen, wenn sie die Truppe unter schneidigen Marschklangen gelegentlich auch an ihren Fenstern oorbeimarschieren sehen und sich an diesem Anblick erfreuen konnten. Für die Er füllung dieses Wunsches wäre man dem Kommando dankbar. z. n y K " Gesunden ist der Täter V I V l In Jr.Mime.ihr Nottenathel! Telephon >."».3.3. l Ledersessel, Drei mit S: Zentralheizungen. ErhUhlek la allen größeren Eo’ilenbau dl tragen. 80 Die Beerdigung findet Fr< nachmittags 2 »S, den 23. April 1926. hr, statt. 3607D Todes-Anzeige. Verwandten und Bekannten hiermit die traurige Nachricht, daß am Dienstagabend 7 Uhr meine Itebe gute Mutter und Schwiegermutter Kath. Bohrmann verw. Lotz geb. Eiff im Alter von 62 Jahren sanft entschlafen ist Die trauernden Hinterbliebenen: Llni Bork geb. Lotz Fritz Bark. 02834 In tiefer Trauer; Londorf, den 21. April 1926. Familie Warne Am 21. d M. mittags 3' 4 Uhr, wurde mein lieber Mann, unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater. Bruder, Schwager und Onkel Friedrich Hoßbach im Alter von 65 Jahren von seinem schweren Leiden erlöst. In tiefer Trauer: Marie Hoßbach geb. Euler Familie Friedrich Ulm Familie Karl Hoßbach Helene Hoßbach. Aliendorf a. d. L-, den 21 April 1928. Die Beerdigung findet Freitag, den 23. d. Mts., nachmittags 4 Uhr statt. 02845 Groher Obst-mdl Gemiise-verlcms zu staunend billigen Preisen am Freitag ad 9 Uhr morgens imhose5elterziveg52 Kurt von Münchow Gießen (Lieber Straße 157), den 20. April 1926. Die Beerdigung findet Freitag, den 23. April, nachmittags 3 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Nach einem arbeitsreichen Leben entschlief heute früh ruhig in seinem 77. Lebensjahre nach .urzer Krankheit mein lieber Mann, unser lieber Vater.Schwiegervater, Großvater, Bruder,Schwager und Onkel Herr Johannes Wagner Wagnermeister. Schreibmaschinen, 1 Bücherschrank, einen Kasfenschrank, 1 Glasaufsah, 2 Kleider- schränke, 2 Sofas, 1 Trumeau, 1 Schreibtisch mit Sessel, 1 runden Tisch, 2 Vertikos, 4 Gasherde, 1 Küchenherd, acht Milchkannen 6 Zentriiugen, I Drehstrommotor (5 P. S.), 1 Pfeilerschränk- chen, 1 Klavier, 1 Standuhr, 1 Nähmaschine, 1 Strickmaschine, 1 Schreib- ladenkasse, 1 Regulator, 1 Büfett, verschiedene Kleidungsstücke und Wäsch«, 26 medizinische Lehrbücher u. D. a. Hebbel Hessischer Gerichtsvollzieher in Gießen, Dammstrah« 24 I. 3612D Verlangen >io Ruhr- Brechkoks 1 eizkräftigster, sparsamster Brennstoff Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Trohe Äj. 1926 liegt vom 23. bis 29. lfd. Mts. zur Einsicht der Interessenten auf unserem Amtszimmer offen. Es ist die Erhebung einer Umlage beschlossen, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben. Trohe, am 21. April 1926. 3618D Bürgermeisterei Trohe. S chmidt. |Vermietungen Ml. Am« zu vermieten > 2M9 BoDhrlmer 5fr. 23 p. Fens. Zimmer frei. Tel 1085. ,.^D Gut eingerichtete Fremdenzimmer zu jeder Zetidauer enronehlt (3(114 U ZremüeiweliswnSMl Bahnhofnr.Hje 45 Tel. 2407. Cf rite Hnlleuelle der elektrischen Straßenbahn «rote Linie) am Hans. Grotze Helle MM auch als Laaer geeignet, nebst Neben- räumen und großem Hoirau-n zu ücrin. Näheres 02833 Walltorttraste <>3. Empfehle: lu MM-v MMW-i Psd. 1.88 W. la gllMM.......ä „ 1.10 „ ia maftfunfieifd).....3 , o.zo , SlllkslM..........ä , 1.00 , LmvSlvüMkll......ä „ 1.10 „ (Siegener Fleijchhalle __Walltorstratze 32. ,36i3D Freitag, den 23. April 1926, nachmittags 2 Uhr versteigere ich im LSwen.Aeuenweg dahier, zwangsweise gegen Barzahlung: 4 Schreibtische, 5 Diwans. 1 Schränkchen flenko macht hartes Wasser weich’ barfes Ufossef- ^Heuert dos ItbseAezr- borles Wtossef hemmt Vknetwoifkutig u. sehaumbildunq - baffes Wasser verum* saehf die käs tiger Jfalbfleeke - Geber Sie vor Bereitung der Hauge einige handvoll her ko tyeteh-Soda in den Waseh- ftessel. dann haben Sie das schönste weiche Wasser püPPOBorrr-rr-rrr > <«ut einger. Wohn- and Soklafxlmmer nur an gebildeten Herrn zu Denn. Dauermieler be= voringt Schr Ani u.ll28Sla.GießAn^ i Ml. 3immfr •utL mit stütfienben., sofort zu verrn. Hofmannstr. 8 ll eiiHfliiiiiiiiiiHiiiiiiiiiiniii 6di8n möbliertes Zimmer mit 2Seiten, eleftr. Licht sofort zu oerm. Marktvl.2v,erfr u. ffllHMIHItillötilWflllllHIII j Mietgesuche | Student sucht gut möblierte» Mv- und SlhsgsMiiirr mit eleftr. Licht in rotrfL gutem Hanse. Schrißl. 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Es empfiehlt fich vorherige Defichtigung des übrigen zerstreut fitzenden Holzes, da spätere Einwendungen wegen Güte und Mangel nicht anerlannt werden. Zusammenkunft im Forstort Dörnergrund 56 an der Knickschneife. Weitere Auskunft erteilen Herr Förster Menges zu Fvrst- haus Baumgarten und die unterzeichnet« Stelle. Freitag, den 30. April, vormittag- 9 Ähr beginnend, in der Försterei Baumgarten aus den Forstorten Zellenrod 9,29. Brauhofsberg 42, Schiffenberg 32, Tempel 12, 13, 48, Beunde 33, Schindanger 14, Klosterwiese 44, 45, Dörnergrund 46, 56, Wacholderheide 62. Scheiter Am.: 1,5 Buchen, 5,8 Eichen 1. Kl., t Eiche 2. KL, 0,6 Birken 2. Kl., 195,9 Kiefern 1. ÄL. 11 Kiefern 2. Kl., 1,4 Fichten 1. Kl., 27,9 Fichten 2. Kl.: Knüppel Am.: 0,6 Buchen, 1 Eiche, 9,2 Kiefern, 5 Fichten; Astreifig 100 Wellen: 2,1 Buchen, 4,1 Eichen, 0,5 Eschen, 6,5 Ahorn, 0,4 Aüstern, 15.4 Kiefern, 31,5 Fichten; Stammreisig 100 Wellen: 28,3 Weymouthskiefern; Stöcke Am.: 3 Eichen, 30,2 Kiefern, 74,1 Fichten. Borgezeigt wird das Holz nur im Forstort Zellenrod 9. Es empfiehlt sich vorherige Besichtigung des übrigen zerstreut sitzenden Holzes, da spätere Einwendungen wegen Güte und Mangel nicht anerkannt werden. Zusammenkunft im Distrikt Zellenrod 9 an der Sackschneise, Kreisstrahe Gießen-Hausen. Weitere Auskunft erteilen Herr Förster Menges zu Forsthaus Baumgarten und die unterzeichnete Stelle. Gießen, den 21. April 1927. 3616V Hessisches Forstamt'Schiffenberg. Heute der große Erfolg: „Toi Mix, der König der Cowbojs“ in seinem neuesten sensationellen Wildwestfilm OerSturmairfdenGoldexpreß Des teuren Filmes wegen ein kleiner Preisaufschlag 0.80, 1.—, 1.20, 1.40 und 1.60. Heute bi« auf weiteres: Jlie tolle Uemiln“ nach dem vielgelesenen Roman im GIESSENER ANZEIGER Ferner; 3til7c ein auserlesenes Beiprogramm Preise: Mk. 1.—, 1.20. 1.50 und 2.—. Leitern für Haus und Ge- werbe Mumen- kasten Gberhesfisches Korbwarenhaus Schulstr., Tel. 368. Billige Schallplatten wieder eingetroffen. 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Es sind die altbekannten Gesichter, denen man begegnet: noch nie aber hat man aus den Mienen oder aus einem kurzen Gespräch so absolut gor nichts herauslcsen oder hören können, wie in diesen Tagen, im besonderen seit dem Tage des auch äußerlich vollzogenen Bruches zwischen den 23 und den Radikalen. Die Aeußcrungen der Reichs prefie treffen nicht das Richtige, wenn sie dem gegenwärtigen hiesigen Geschehen unter dem Ge sichtspunile eines Richlungssieges beikommen wollen. fncr an der Quelle weiß niemand, wer Sieger jein soll. Mag die radikale sächsische Presse a> überlaufen von schmatzender Genugtuung: Den Radikalen im Landtag ist nicht wohl bei der Frage des „was nun?". Denn das eben scheint der Grund für das Fehlen jeder Erfolgsfreude in den Gängen des Parlamentes, daß es für die Radikalen eine solche Frage nicht mehr gibt. Rur der Pakt mit den Kommunisten ist unter den gegenwärtigen Stimm Verhältnissen für sie möglich, und zwar so t.usschliehlich möglich, daß der Sieg über tye 23. selbst wenn es einer wäre, nur die Vorstufe zur Machtstellung der KPD. darstellen kann. Das alte Bild von den zwei Stühlen, zwischen die man sich letzt, mit dem man bisher fast in jedem Artikel und j.'der Perjammlung gegen die 23 operiert hatte, b.ngt plötzlich im eigenen Fraktionszimmer, das man soeben erst neu bezog. Ein Trost bleibt vorläufig den Radikalen: Daß die von ihnen fo laut verlangte alsbaldige Landtagsauflösung tatsächlich vorläufig nicht in Aussicht steht. Sonst müßten sie, da sie natürlich an die Erreichung einer radikalen Mehrheit glauben, sich mit dem Gedanken eines Re- gierungsbüiidnlsses mit der KPD. vertraut machen, ein unheimlicher Gedanke trotz alles gemeinsamen Schreiens angesichts der merklichen Verstimmung der Kommunisten über das Verhalten Fleißners, einer der prominentesten Führer der Radikalen, in 'aner Eigenschaft als Polizeipräsident von Leipzig beim Empfange Hindenburgs: dabei hat Fleißner nur seine notwendige Pflicht getan. Auch die Reichs- . -cfutioe von 1923 ist noch nicht vergessen, und wie vieles andere ist auch das eine mahnende Gehässigkeit des Schicksals, daß vom Parlamentsgebäude, in dem man soeben recht geräuschvoll umgezogen ist, der Blick des Ablenkung suchenden Parlamentariers ungehindert und notwendig auf die Augustusbrücke, und zwar auch auf die Stelle fällt, iuo bald nach her Revolution der damalige Kriegsminister, früher .-iner der Lautesten und Radikalsten, durch sein neues Amt aber zu einer allen früheren Reden widerspre- henben Tätigkeit gezwungen, "vn den enttäuschten «genossen hin geschleift, über das Geländer in die Fluten geworfen und, als er sich schwimmend retten wollte, durch Schüsse getötet wurde. In der Presse liest man nichts, aber im Gebäude weiß man, wie schwer Gedankengänge dieser Art die Radikalen bedrücken. Dazu kommt, daß offenbar die Reichsparteileitung, bereit ewiges Schwanken sich in letzter Zeit nach links hin festgelegt hatte, nunmehr ihrerseits roieber in den internen Verhandlungen zur Vorsicht mahnt und auch nicht weiß, was sie mit der gegenwärtigen Lage anfangen soll. Es scheint, als habe man dort tatsächlich an ein Nachgeben der 23 geglaubt: jetzt bekommt man Angst vor der eigenen Courage, mit der man ihnen zuletzt verschiedentlich gedroht hatte. Der Richtung der in Sachsen anscheinend nicht auszurottenden alten USP. glaubte man nachgeben zu sollen. Man paktierte mit ihr, die ihrerseits mit der KPD. gemeinsame Sache machte, und io ist auf diesem Wege eine Art gemeinsame Taktik von Reichsleitung der DSPD. und sächsischer KPD. zustande gekommen, der beide Teile recht verdutzt gegenüberstehen. Auf die weitreichenden Folgen, die diese Lagerung, falls sie nach einer Landtagsneuwahl praktisch wird, in Reich und Ländern, im besonderen in Preußen haben muß, sei hier nur erinnert. Witt man daher den Dingen in Sachsen irgendeine Dcutungn geben, so soll man nicht nach Siegern und Besiegten noch nach sonst einer parteitaktischen Bezeichnung suchen. Das, was wir hier vor uns sehen, ist, nüchtern aufgefaßt, nichts weiter als die Folge einer durch die Entwicklung feit Ende 1923 sich steigernden Nervosität, die hier einmal bei allen Beteiligten zu einer allerdings sehr bezeichneten Gesundheitspflege bet den alten Deutschen. Die Reichsgesundheits-Woche stellt die Fragen der Körperpflege und der Ertüchtigung in den Mittelpunkt des ganzen Volkslebens, und die hygienische Aufklärung wird dadurch in weite Kreise getragen. Gewiß kümmern wir uns heute um diese wichtigen Dinge mehr als vergangene Geschlechter, aber die Gesundheit ist ja stets das wichtigste Gut gewesen, und deshalb hat man ihm auch in der Vergangenheit große Aufmerksamkeit zugewendet. Die Hygiene ist keine so neue Wissenschaft, wie viele glauben; sie lebt bereits in den religiösen Vorschriften uralter Religionen und kam in umfassenden Einrichtungen zur Geltung. Lesonders falsch ist es aber, wenn man sich noch die alten Germanen so vorstellt wie früher: „Sie lagen auf Bärenhäuten und tranken immer noch eins." Die alten Deutschen hatten schon zu Tacitus' Zeiten, da sie in die Geschichte eintraten, eine hohe Stufe der Körperpflege erreicht, und diese altgermanische Ueberlieferung hat sich durch das ganze Mittelalter wach erhalten. Erst bann begannen die „badescheuen" Jahrhunderte, in denen mit dem Anwachsen von Schmutz und Unrat auch die Krankheiten erschreckend zunahmen. Die altgermanische Vorliebe für Waschen und Baden wird von allen römischen Schriftstellern hervorgehoben, die sie kennen lernten. Man badete viel in fließenden Gewässern, hatte aber auch im eigenen Heim seine Badeeinrichtung, und zwar wurden die Hausbäder in gewärmtem Wasser genommen, dem zur besseren Reinigung des Körpers Lauge zugesetzt war. Die Seife wird auch schon früh erwähnt, war aber nicht ja verbreitet. Neben den kalten Schwimmbädern und den lauen Hausbädern gab es auch noch besondere Dampf, und Schwitzbäder, die im späteren Mittelalter nicht nur in den Städten, sondern auch in den Dörfern ganz allgemein waren. Das Baden gehörte zu den größten Freuden des altgermanischen Menschen und des Menschen des Mittelalters; eine unendliche Wasserlust durchströmt diese so oft als unreinlich verschrienen Jahrhunderte und zeigt bas Reinlichkeitsbedürfnis auf einer Höhe, bie wir heute erst roieber erringen müssen. Auch sonst pflegten die allen Deutschen bereits sehr sorgfältig ihren Körper. Mit dem Bade war die Sorge für Haupthaar und Kopflosigkeit geführt hat. Klar war die Stellung des Parteivorstandes, als er um die Wende 1923 24 die Koalitwnspolilik der sächsischen VSPD. mit der D. Vp. billigte, und ebenso eindeutig bekannte sich die Mehrheit der VSPD. auf der Heidelberger Tagung zu dieser Taktik. Ader es rumorte im Inneren der sächsischen Sozialdemokratie, und auch der Eini- gungsparteitag von Nürnberg, über den damals die sozialistische Presse des Lobes voll war, war doch nur eine äußere Hülle des inneren Ringens zwi schen der Richtung der alten USPD., die auf die Durchschlagskraft der radikaleren Gesinnung, und der der gemäßigte', Sozialdemokratie, die auf die zunehmende Einstellung als einer mitftaatsgcftalteten Partei hoffte. Die 'Richtung der Unabhängigen, ganz im Fahrwasser der skrupellosen Vorkriegstattik und auch in Furcht vor dem sich wieder erholenden kom- munististt'en Nachbar, verzichtete nicht auf ihre alten demagogischen Methoden, während die gemäßigte Sozialdemokratie, deren bedeutendste^ Vertreter unterdessen allenthalben recht gut im Staate untergekommen waren, bemgegenüber offen ihren staatsbe- iahenden Eharakter betonte. Die Reibereien wurden stärker und bei der Reichsparteileitung bildete man die sog. Sachsenkommission, die eine Art Ausgleichsstelle zwilchen Radikalismus und gemäßigter Richtung darstellen sollte. Auf dem Reichsparteitag zu Berl'm im Sommer 1924, besten Degrüßungsan- ivrache Crispien hielt, einigte man sich noch auf Grund gewundener Programme, und es gab sogar eine stolze Zeit, in der man betonte, daß es^keine Vereinigte SPD., sondern nur noch eine SPD. schlechthin gäbe. Nichts als ein Nichtssehenwollen! Im Herbst 1924 erschien bie Rechtfertigungsbroschüre der gemäßigten sächsischen Sozialdemokraten, in denen nicht nur die politischen, sondern auch die moralischen Sünden der Vertreter der Radikalen in geradezu grauenerregender Weise gegeißelt wurden. Der Leipziger Landesparteitag im Oktober 1924 beschloß, die Landtagsauflösung zu betreiben, und als es soweit kam, lagen seitens der sächsischen Sozialdemokratie nicht weniger als drei sich widersprechende Anträge zu dieser Frage vor. Im Dezember 1924 gingen schließlich folgende sächsische Gruppen der gesamten Linken in den Reichstagswahlkampf: 1. die gemäßigte Mehrheit, 2. die radikale Minderheit, 3. mit neuen eigenen Liften bie Unabhängigen, 4. der „Sozicttiliische B'md" Ledebours, 5. bie KPD., 6. bie Syndikalisten. Ein wirres Bild im Verlause eines Jahres 1924! Es braucht nicht a'iseinandergefetzt zu werben, wie wenig es sich 1925 entwirrte, wie vielmehr immer kläglichere Formen biefe Auseinandersetzungen einnahmen: blickt man heute zurück, bann sticht als besonderes Merkmal allerdings eine geradezu jammervolle Unfähigkeit der Berliner Leitung hervor. Ihre freudige Bejahung der Koalition Ende 1923, als der Kommunismus nichts mehr galt, und ihr jetziges Umfallen, wo sie angesichts der schlechten Arbeitslage wieder ernster mit ihm rechnen zu sollen glaubt, passen so schlecht zusammen, daß man trotz aller schönen Worte an die reine Unbekümmertheit der sozialistischen Oppositton der Vorkriegszeit erinnert wird. Das, was wir Kopflosigkeit nannten, können wir unter diesem Gesichtspunkt allerdings auch einen Mangel an Gewissenhaftigkeit bei der Reichsparteileitnng nennen: denn sie hat den Radikalen letztlich den Rücken gedeckt, und ohne ihr Verhalten hätten die Dinge dixse Entwicklung, die praktisch, falls nicht ein neuer Umfall erfolgt, ein Eingehen auf kommunistische Taktik bedeutet, nie nehmen können. Damit aber beantwortet sich die anfangs gestellte Frage: In Wahrheit gesiegt hat hier nicht diese ober jene Gruppierung. Einen Triumph hat hier lediglich eine Geistesverfassung davange- tragen, nämlich jene reine, nur an sich denkende Oppositionsfreudigkeit, die die Sozialdemokratie, seitdem sie selber Regierungspartei geworden ist, ihren Worten nach weit von sich weist und gern rechtsgerichteten Parteien zum Vorwurf macht. Wie man nun auch diese Dinge zählen mag, ob als vorübergehende Kopflosigkeit oder ob im besprochenen Sinne als Symptom, auf jeden Fall werden die bürgerlichen Parteien die Augen aufzuhalten haben und darf darüber der Sozialdemokratie kein Zweifel gelassen werden: Der in Sachsen eingeschlagene Kurs muß von den bürgerlichen Parteien im Reich und in den Ländern in schärfster Form als unerträglich seitens einer halb und halb mitregierenben Partei bekämpft werden. Bart verbunden. Der Germane legte großen Wert auf schön geschnittenes, reich gelocktes, fein gekämmtes Haar und ebenso auf einen gut gehaltenen Bart. Das Waschen der Kopfhaut wurde von Männern und Frauen fleißig geübt. Für bie eingehende Reinigung der Fingernägel sind Geräte bereits aus der Bronzezeit gefunden worden; das Beschneiden der Nägel galt als wichtiges Gebot. Die mittelalterlichen Gesundheitsregeln, die sich früh herausbildeten und bereits unter den alten Germanen üblich waren, werden auch später unter dem ganzen Volk verbreitet. Die Vorschriften sind uns in volkstümlichen Dichtungen erhalten, wie in Priameln und Kalenderregeln, und die Kinder mußten sie in der Schule auswendig lernen. Alle Verhaltungsmaßregeln für Gesundheit und Körperpflege, die gegen Ende des 14. Jahrhunderts verbreitet waren, find zusammengefaßt in den Vorschriften eines jungen Dorfarztes, die Heinrich von Wittenweiler in seinem Epos „Der Ring" roiebergibt. Danach werden Mäßigkeit und Enthaltsamkeit in allen Dingen vorangestellt: Einatmen guter Lust, auch Schlafen in gut gelüfteten, mäßig gewärmten, mit wohlriechenden Kräutern bestreuten Zimmern werden empfohlen, ebenso Bewegung vor, Ruhe nach dem Essen, Reinlichkeit durch Waschen und Laden, letzteres sowohl im Schweiß- als im Kräuterbad, auch durch Kopfwäsche, bie einmal in ber Woche geschehen soll: besonders wird Reinhaltung der Füße betont. Essen soll man nur, wenn man Hunger hat, und auch dann mäßig: gutes Durchkauen der Speisen trägt zur gesunden Verdauung bei. Das Trinken soll in mäßigen Grenzen bleiben; man soll nach und nicht vor dem Essen trinken, im Sommer leichten Weißwein, im Winter Rotwein. Besonders eingehend wird die- Art des Schlafens erörtert. Man darf sich nicht sofort nach dem Essen hinlegen wie das Vieh, sondern soll danach noch mindestens eine Stunde auf« bleiben; wenn man schläfrig ist, soll man so lange schlafen, als man Schlaf in den Augen empfindet; alsdann hat am Morgen Leibesleerung zu erfolgen, energische Beseitigung des Auswurfs aus Mund und Kehle, Waschen und Kämmen, Reinigen ber„ Finger und Ohren. Man soll beim Schlafen sich zunächst auf die rechte Seite legen; das Schlafen auf dem Rücken mit niederhängendem Haupt ist nicht gut; auf dem Bauch mag man liegen, wenn der Magen erkältet ist. Wärme ist gut, sie schafft Fröhlichkeit und hebt die Lebenskraft; nur meide man Hitz« am offenen LäumigeZahier beim Völkerbund 3m englischen Tlnterhaus kam kürzlich das Budget bvj Völkerbundes zur Sprache Aus einige recht zynisch gestellte Fragen betreffend längst rückständige Beiträge von Mitgliedern des Bundes gab Herr Ehamoerlain A is'unft. Dre rückständigen Beiträge verteilen sich rote folgt: Gold-Franken 1920 29 947.47 1921 425 351.93 1922 405 746,00 Berichtigte Buchungen 287 598.33 1923 2 553 363,29 1924 2 069 089,89 Zusammen 5 771 096,91 Säumige Zahler sind: Bolivien. Rumänien, Guatemala. Honduras. Nicaragua, Liberia, Paraguay. Peru. China und Salvador. Unter dem Gelächter des Hauses fügte Chamberlain. England sei natürlich nicht der (Sin- kassierer des Völkerbundes, dessen Sekretariat allerdings von Zeit zu Zeit kleine Mahnungen an die Schuldner lende. Die rückständigen Beträge .für das Jahr 1925 feien in der Aufstellung nicht mit eingeschlossen. Im Jahre 1926 trage Großbritannien 11.2 Proz. des Völkerbund-Budgets. Das Budget des Bundes schließe die Kosten für das Internationale Arbeitsamt mit ein. Mit Recht fragen englische Blätter, wer denn bei Aichteinlausen oder verspätetem Cintresfen der Beiträge für die verschiedenen Kosten, so u. a. für den Bau des neuen Völkerbundpalastes in Genf aufkommt. Herr Chamberlain roies daraufhin, daß die Satzungen des Völkerbundes bislang leine Bestimmung enthielten, wodurch man bei Nichtzahlung von Beitragen den betreffenden Mitgliedern ihren Sih entziehen fömrtc. Cs mutet recht eigentümlich an, daß eine solche große Reihe von Staaten die Zahlung ihrer OTiitgliebbciträge für den Völkerbund vergißt oder hinausschiebt. Abgesehen von einigen dieser Länder sind doch die meisten finanziell Lganz gut gestellt. Ist denn das Interesse am Völkerbund so schwach? Vöahrscheinlich wird sich der Bund bei seiner nächsten Sitzung auch mit dieser heiklen Frage zu beschäftigen staben. __' P. F. Oderhessen. ck. Heuchelheim, 21. April. Hier sind in diesem Zähre 60 ABC -Schützen, und zwar 36 Mädchen und 34 Knaben, in die Schule ausgenommen worden. Für die durch den Abbau ausgeschiedenen Schulverwalier Volk und Fräulein Hotz sind Frl. Rainer und Schulverwal- ter Männchen nach hier verseht worden. X Klein-Linden, 20. April. Während des Krieges hatte auch hier die K l e i n ti erzucht in allen Kreisen der Bevölkerung eine große Ausdehnung angenommen. Diese Selbsthilfe bei den großen Ernährungsschwierigkeiten während der Hungerjahre ist nun fast ganz in Wegfall gekommen. Jetzt befassen sich nur noch solche Leute damit, welche die Kleintierzucht als Liebhaberei betreiben. — Die sog. Pfing st weiden-Allee ist nunmehr durch Beseitigung eines Teiles des seither beengenden Haus- gartens, an der Abzweigung von der Wetzlarer Straße, In ihrer vollen Breite hergestellt. Hoffentlich läßt die Befestigung des Weges mit dauerhaften Material nicht mehr lange auf sich warten. Dann wird unser Ort um eine schone gerade Straße reicher sein. £ Wieseck, 21. April. 3n feiner jüngsten öffentlichen Sitzung beschloß der Gemeinde- r a t den Beitritt zum Kreis-Obst- und Gartenbauverein. — Die Gebühren der Feldgelchwo- renen wurden wie folgt festgesetzt: lieber sechs Stunden 5 Mk., zwei bis vier Stunden 2,50 Mk., bis zwei Stunden 1,25 Mk. — Infolge der seinerzeit hier sehr stark aufgetretenen Leberegelkrankheit ist die Schafherde in ihrem Bestände stark vermindert worden, älm diesen Gemeinde» betrieb ausrechterstalten zu können, mußten schon im Vorjahre auswärtige Schafe b e i getrieben werden; dies soll auch in diesem Jahre geschehen. Die hierfür zu erhebende Gebühr ro rbe, wie im Vorjahre, auf 1,50 Mk. pro Schaf festgesetzt. Der Anregung, die merkwürdiger« Feuer. Man folge seiner Natur und dem, was sie an Speise und Trank erheischt, aber nicht der Wollust und der schlechten Gewohnheit, die den Menschen nur herunterbringen. Wichtige hygienische Mittel, die im Mittelalter im ganzen Volke verbreitet waren, waren die regelmäßige Blutentziehung durch Aderlaß und Schröpfen, worüber genaue Vorschriften auswendig gelernt wurden, dann regelmäßiges Ein- nchmen von Abführmitteln, die im Mittelhochdeutschen schlechthin „Trank" heißen, und blutreinigenbcn Tees, deren Gebrauch wohl noch viel älter war als der der Abführmittel. Der Trip. In Flandern, April 1926. Deshalb ist der Weltkrieg gewesen! Erschüttert steht man in seinem früheren Gefechts- abschnitt, sucht vergeblich nach den alten Gräben, die sich nun schon das vierte Jahr in tadellos gepflegte Felder umgeroanbclt haben und in der Fruchtbarkeit dieses frühlinggesegneten Landes prunken. Diese neuen Häuserreihen, dieser Weg, den man ganz richtig auf den drüben eingegrabenen Feind zugehen kann — auf Ppern zu — tein Schrapnell- roölL' 'nhau« eingeliefert Preußen. Der Behörden-Dienst am 1. Mai. Das preußische Stacttsministerium hat beschlossen, den Dienst am 1. Mai für die preußischen Beamten in gleicher Weise zu regeln wie in ben Vorjahren. Die Richtlinien, die hierfür aufgestellt sind, decken sich mit denen bei Reichskabinetts, die bereits veröffentlicht worden find. Kreis Wetzlar. kz. Wetzlar, 19. April. Der großzügig angelegte Ausbau bes Philosophenwegs hat bem ganzen Tal ein verändertes Bild gegeben. Breite .wohlgepflegte Hecken und schattige Laubbäume unb Obftbäume finb niebergelegt worben, bie Gärten beiderseits der Straße haben ein gutes Stück fruchtbaren Landes hergeben müssen, Gartenmauern sind zurückgesetzt. Die Fahrbahn hat eine Brette von 7,50 Uteter, bi« beiderseitigen Bürgersteige eine Breite von je 3,75 Meter, so haß bie ganze Straße 15 Meter breit wird. In den letzten Tagen sind bie Rand- steine (Kunststeine) der Bürgersteige zum großen Teil gesetzt worden. Bis zum SeptÄftber b. 3. rechnet man mit ber Fertigstellung bes ganzen Philosophenweges, wodurch eine neue Um- gehunasftrahe für Wetzlar fertig wird. — Da bie enge Kurve am G o eth eb r unnen für den Autoverkehr recht gefährlich ist, hat man eine teilweise Abdeckung des GoethebrunnenS geplant. Von einer Seitentüre aus soll dann eine Besich- tigung des Goethebrunnens ermöglicht werden. — Die Tannenwaldung im Finsterloh rechts der Frankfurter Straße scheint allmählich ganz ein Opfer der Stürme zu werben. Wiederum ist eine Anzahl schlanker Tannen vom Sturme entwurzelt worden unb liegt zu Boben. Im Laufe der letzten Jahre ist ein bedeutendes Stück dieser Tannenwaldung durch Windschaden verschwunden. ch. Lützellinden, 20. April. Bei der gestern im hiesigen Markwald stattgefundenen Holzver- Steigerung, zu der auch auswärtige Bieter zugelassen waren, wurden zum Teil recht hohe Preise erzielt. Es wurde im Durchschnitt für das Raummeter geboten: Fichten- und Kiefernstöcke 3 bis 4 Mk., Fichtenknüppel 6—8 Mk., für eine drei Meter lange Kiefernutzholzschicht, 3 Raummeter, wurden 38 Mk. bezahlt. Fichtenwellen kamen bis zu 16 Mk. je 100 St. Kieferwellen bis zu 20 Mk. — Die Holzhauerarbeiten im Markwald wurden in der vorigen Woche beendet. Durch den in diesem Jahre besonders großen Windfall hatte die Rotte fast nur mit Aufräumungsarbeiten zu tun, die ein intensives Arbeiten sehr erschwerte. Aus diesem Grunde kommen auch in diesem Jahre keine Fichten-Derbstangen zum Verkauf, die sonst ein» große Anziehungskraft auf die umliegenden Hand«, werter ausübten. Die Erwerbslosenziffer in unserem Orte wird durch das Einstellen der Av- beiten eine kleine Steigerung erfahren. XX Aus dem Kreise Wetzlar, 20. April. Fortgesetzt erforschen A l t h ä n d l e r die Bauernhöfe nach Altertümern. Sie nützen die Geldnot der Landleute aus, um sie zur Hergabe der in ihren Häusern noch vorhandenen schönen alten Sachen zu bewegen. Es ist tief bedauerlich, daß trotz aller Warnungen in der Presse und durch andere Stellen so manche wertvollen alten Hausratsstücke für wenige Groschen hingeben werden. Für ein paar Mark geben die Leute die kostbarsten alten Bauernuhren, schöne Stiche, Familien- und Dorfurkunden, Zinnschüsseln, Spinnräder und alte, höchst wertvolle Möbel hin. Manchmal erhält der Händler sogar noch alte Lampen, die man einst mit Rüböl speiste, und uraltes Steingut noch umsonst dazu. Alle diese Sachen haben nicht nur hohen materiellen, sondern noch viel mehr kulturellen Wert. Die Gegenstände gehen größtenteils für hohe Summen ins Ausland. Die Verkäufer aber geben dadurch Schätze hin. die jedem lieb und wert fein sollten, da sie von alten Zeiten mit ihrer Dürftigkeit, Gemütlichkeit und Güte erzählen. Solche Altertümer sollte man als heiliges Familiengut von Geschlecht zu Geschlecht weiter aufbewahren, sie für einen geringen Bettag jedenfalls nicht fortgeben. Kreis Marburg. ♦ Fronhausen (Lafen), 21.April. Seit gestern ist eine Kraftpost zwischen Kirchhain (Bezirk Kassel) und Fronhausen (Lahn) in Betrieb, dl» durch den sog. Ebsdorfer Grund fährt. Dillkreis. bl. Dillenburg, 21. April. RegierungS- rat Dr. Dünger hat bie Dienstgeschäfte al- ko m m i s sa ri s ch er Lanbrat bes Dilllreise- übernommen. — Am Montagabenb ging bet achte Transport von Erholungskinbern aus bem Dillkreis nach bem Ostseebab Boltenhagen ab. Für Dieses Jahr werben etwa 200 verzeihliche Schwache für Sie hätte, James Wood — ich müßte Sie momentan entlasten. „Madame Leonie, tun Sie das! Dann brauche ich Sie nicht Darum zu bitten!" Sie wurde in der Minute ernst, ganz ernst. Sie sah ihn an — lange — eindringlich. „Also das? Sie wollen heiraten?" „Ja, ßeonie! Kleine, liebe Freundin, wollen Sie mir nicht Glück wünschen?" Sie erhob sich, ging auf ihn zu, blieb von ihm so dicht stehen, daß ihre Knie die seinigen berührten. So stand sie und funkelte ihn an. „Ja, ich wünsche Ihnen Glück, James Wootz! Heiraten Sie, setzen Sie sich an den häuslichen Herd, legen Sie sich einen Schmerbauch und ein Doppelkinn zu.! Kehren Sie wieder reuig heim zu der sogenannten brauen, bürgerlichen Gesellschaft! James Wood —. Sie sind die größte Enttäuschung meines Löbens!" Nach einem Monat wurde geheiratet. In der Kapelle in Burnham Caslle. Ganz intim, nur die Familie. Sir Walter der einzige Freund — er war der Trauzeuge. Und als der Bräutigam feinen Namen ht das Hochzeitsbuch setzte, schrieb er mit großen, klaren Buchstaben: Herbert Rüdiger, Markgraf von Sott-Rothenberg, K. u. K. Kämmerer, Rittmeister im ehemaligen Oesterreichisch-Ungarischen k. u. k. Dragoner-Regiment Prinz Eugen von Savoyen. Ende. 1 «15 V Ben. " ää* fle flnh^yK H bet ÄW rurüclg^^ea «ne Qug®* bk Mtfäfe Pfe£S fSt &e&tünne» t? !?»*£% sass WM 'M ? 51 ^utenbd ,n9 durch ®inb’d)X • April. Sei bet «fteri Ebenen f)ol8o” I ausmartige Sielet m. J«l recht h»h, 'm DurchichM tl-r EAw a IUI eint brei '^ a)ia)t, 3 Slaummelet, Wenwellai tarnen bl- « tten bis au 20 3M. — ö» 'm Morttoalb out» ie beendei. Durch ben in rogen Tindsall bit iumungsarbeiten zu tun, m Iphr erschwerte Lu in diesem Jahre feint Verlauf, die sonst eint f die umliegtnben Hand- rmerbslolenilfltt ch bas Einstellen btt L» ing erfahren. f eJS e ö I a r, 20. 8priL Ifänbltr die Bauen. n. eit nuten bit fit zur -««he der in ynbenen )(füw ebn st M dedcueüich tag er Irrste unb durch m- ittooUen allen hmmte* n hingeben werden. $üt >le Leute die kostbatsten it Stiche, Fmilien- und In, Spinnräder und alte, lin. Manchmal erhält bei Lampen, die man einst raltes Steingut noch um- )en haben nicht nur hohen ach viel mehr kulturellen chen größtenteils für hohe )ie Berfäjtfer aber geben jedem lieb und wert sein Zeiten mit ihrer Dürftig- le erzählen. Solche Wer- eilige; Familiengut von weiter ausbewahren, ste ag jedenfalls mcht fort» arbnrg. in), ri.SMSeUW chen Kirchhains en (Sahn) m Betrieb, » Grund führt- reis. 21 April- NÄ * * «rtCT ttw. i‘nl5n$» indringlich-E i heiraten?' I*. $■*»*’ Lfl»b von ihm titelte $r^ merbaud) «J® "L her Y> w «%&«’ 3a5 s*.ä*f5 f i mit 8* ev •* U ..n S'tf'- iahenden Im Sonderzug nach Baden-Baden. liebem Grün und Blüten prangenten Berg» ft raße, grüßten uns die ersten Sonnenstrahlen, die sofort alle Wettersvigen verdrängten- Nachdem der 3ug Weinheim. Friedrichsf e Id und Karlsruhe passiert hatte, sah man in der Gegend von Rastatt die Höhen des Schwarzwaldes. Rach firmer 3et hatten wir Baden-Oos Passiert, und Baden-Baden, die Perle des Schwarz Waldes, tief eingebettet im die Erlebnisse des Tage- an unserem geistigen Auge vorüberziehen liehen, gedachten wir dankbar der Stadt- und Kurverwaltung für ihr weitgehendes @ntgegeufonunen, das es uns ermöglicht hatte, die Schönheiten dieses Weltbades Urnen zu lernen, ohne, zu tief in den Geldbeutel greisen zu müssen, Mnd auch der Reichsbahn gebührt Anerkennung, gibt sie doch durch die Einlegung derart billiger Sonderzüge jedermann Gelegenheit. die Schönheiten und Sehenswürdigkeiten der deutschen Heimat kennen und schätzen zu lernen. Zum Schlüsse sei noch erwähnt, daß die Fahrt ohne Störungen und ohne nennenswerte Verspätungen glatt verlief: Pünktlich 12.30 nachts waren wir wieder in Gießen. —z. Gewährung freien Eintrittes zum Kurkonzert, zur Besichtigung der Prunksäle des Kurhauses, der staatlichen Bäder- und Trinkhallen-Anlagen und der römjschen Dadruinen gewährt. Diese Sehenswürdigkeiten boten viel Interessantes und Reues. Als wir gegen 8 Ahr daS gastliche Baden- Baden verliehen und während der Heimfahrt Gießener Wochenmarttprcise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfunde Butter 200 bis 210 Pf.: Matte 35 bis 40; Käse 50 bis 140; Wirsing 30; Weißkraut 25 bis 30; Rotkraut 30; gelbe Rüben 20; rote Rüben 20; Spinat 35 bis 50: Mischge- müse 35; Feldsalat 100: Zwiebeln 25; Meerrettich 40 vis 80; Schwarzwurzeln 40 bis 50; Rhabarber 25 bis 30, Kartoffeln 4 bis 5; 2Ipfel 1b bis 30; junge Hahnen 120 bis 140; Suppen- Schwere. graue Regenwolken bedeckten Himmel, als am Sonntagfrüh der Sonderzug nach Baden-Baden von Gießen ad- suhr. Mit gemischten Gefühlen traten die Gieße- ncr Teilnehmer die Fahrt an, und die Besorgnis verstärkte sich, als nach kurzer Fahrt in der Gegend von Bad-Rauheim dicke Regentropfen an'den Wagenfenstern herunterliefen. Wir gaben ober trotzdem die Hoffnung auf günstiges Wetter nicht auf — und sollten auch nicht enttäuscht werden. 3n Butzbach, Bad-Rauheim, Friedberg und Vilbel schlossen sich weiter» Teilnehmer an, doch waren diese Orte mit durchschnittlich 25 Personen nicht zahlreicher vertreten als Gießen. Eine erheblich stärkere Teilnehmerzahl stellten erst Frankfurt und Darmstadt; hier wurden die letzten Plätze beseht. Im ganzen nahmen etwa 500 Personen an der Fahrt teil Während der Fahrt, entlang der tn herrlichem Grün und Bluten prangenden Berg- Take, lag vor uns. Zum Empfang des Sonderzuges batten sich mehrere Herren bt-8 Verkehrsamtes Baden-Baden eingefunden, die bemüht waren, durch Verteilung von Tagesprvgrammzetteln. Führungen usw. den FahrtteÜnehmern einen angenehmen Empfang zu bereiten. Gegen Vorzeigung der Fahrkartezahlte man für die Bergbahn-Fahrt nach dem Merkur und für Benutzung Ser Straßenbahn nur halbe Preise. Von dem Aussichtsturm des 700 Meter hohen Merkur bietet sich ein prächtiger Rundblick aus die Höhen des SchivarzWaldes und die Rhein- ebene; hier offenbart sich dem Auge ein selten schönes Stückchen Erde, in dem beschaulichen Betrachter einen unvergeßlichen Eindruck hinterlassend. Weitere Vergünstigungen wurden durch Gewährung freien Eintrittes zum Kurkonzert, zur Besichtigung der Prunksäle des Kurhauses, der Kinder in Bäder entsandt werden. - Das Krankenhaus ist durch einen Anbau bedeutend erweitert worden. Dazu wurde noch ein Altersheim geschaffen. bL Sech-Helden, 21. April. Hier wurde eine Po st Hilfsstelle mit Telegraphenbetrieb neu eingerichtet. . □ Driedorf, 21. April. S)ter wird zur Zeit an der Kanalisation einiger Straßen- *üge gearbeitet. Erwerbslose Ortseinwohner verrichten die Arbeiten, die aus Mitteln der produktiven Erwerbslosenfürsorge gefördert werden, als Notstandsarbeit. Es ist sehr erfreulich, daß auf diese Weise dem arbeitslosen Teile unserer Einwohnerschaft in diesen schweren Zeiten eine Verdienstmöglichkeit geboten wird. Als weitere große Kommunalaufgabe steht die Errichtung eines neuen Schulhauses bevor. Dieses soll drei Klassen und die Wohnungen für drei Lehrer ent- halten, ferner soll darin em Bai) einaerichtet werden. das in erster Linie für die Schulkinder be= ’ immt ist, außerdem aber auch von den Einwohnern benutzt werden kann. Das Haus wird mit Dampi- hehung versehen werden. Die Baukosten dürften sich ans etwa 100 000 Mk. belaufen. Die Ausfüh ning der Arbeiten soll vergeben werden, sobald die Regierung den Bau genehmigt hat. Maingau. WSR. Frankfurt a. M.. 21. ApriL, Der 27jährige Schneider Fritz Reinhardt aus Dillenburg versteht es meisterhaft, e t n - und auSzubrechen. Er befand sich in Mn- tersuchungsyast, weil er 28 Schaukästen er- b r och s-n und ausgexaubt hatte. Er versteht es aber auch meisterhaft, fernenRheumatismus und sein angebliches Magenleiden hinzustellen, daß er immer wieder aus dem Antersuchungsge- sängnis m der Krankenhaus kommt. Kaum dort, benützt er die passende Gelegenheit und rückt aus. So geschah es kürzlich zum dritten Male. Er konnte nimnwfcr wieder festgenvmmen toerben unb schon war er wieder mit einem Brecheisen und sonstigen Ginbrecherwerkzeugen versehen. Einen erbrochenen Schaukasten in der Frie- benSflraße, wobei eine große Zahl guter Selbstbinder gestohlen wurde, seht man auf sein Konto. — Von der Kriminalpolizei wurde das 23jährige Dienstmädchen Magaretha Müller aus Griesheim a. Main festgenommen. Die Müller hat unter falschen Ramen. Anna Weber, Anna Decker geb. Weber unb (Sauna Eisemann hier unb auswärts Diebstähle ausgeführi. Die Müller ist 1,55 biS 1,60 Meter groß. Besonderes .Kennzeichen: rechtsseitig ins Auge fallender Ducke!. Der Verwaltung des städtischen Schwimmbades gelang es bank der Aufmerksamkeit des AussichtSperfdnals, eine Diebin festnehmen zu lassen, die schon seit Wochen im Frauenschwimmbad in der raffiniertesten Weise Diebstähle m den Ankieide- zellen ausführte, wo sie es auf nicht verschlossene Wertsachen der Badegäste abgesehen hatte. Hühner 120 bi» 140; das Stück. Äur 10 bis 11; Blumenkohl 60 bi» 200; Salat 30 bis Lö; Salai- gurfen 120; Lauch 10 bis 20; Sellerie 20 bis 70; das Bund: Radieschen 20 Pf. Mainzer Httse für Studenten. Zum Besten der Gießener Stu- deuten Hilfe fand am Sonntag abend in Ma i nz in der Staothalle ein Fruhlingsfest statt, das sich eines ungemein guten Besuches zu erfreuen hatte. Heber den Verlauf der 'Veranstaltung berietet uns ein So.idervericht aus Mainz: Aus der Fülle des Gebotenen seien die mit perlender Koloratur wiedergegebenen Gesänge von SrL Anny van Kruyswyk vom ^ranifurter Opernhaus besonders heroorgehoben. Stürmticher, anhaltender Beifall lohnte die Künstlerin für den gebotenen Kunstgenuß Auch Robert vom Scheidt vom Opernhaus Frankfurt a. M hatte sich der guten Sache zur 'Verfügung gestellt unb erfreute mit feinem mächtigen, wvhltluigenoen Bariton durch die Wiedergabe des „Ave Maria' von Plüttemann, der Schlußansprache des H«ns Sachs aus den .Weistersingem", sowie der Arie des Bombardon aus dem „iSoLmen Kreuz" von Brüll. Am Flügel war Kapellmeister S ch a ck e r. Die Männerchöre stellte der Mainzer Liede r k r a n z unter Leitung seines umsichtigen Dirigenten Dr. August Hillier in gewohnter Vollendung. Eine Augenweide bot em Frühlingsreigen, ausgeführt von der Ballet- schule Senzer, bie allerliebste Figuren mit ihren Schülerinnen auf bie Bühne stellte. Den Prolog aus „Bajazzo" wußte Privaldozent Dr. Earl H e y 1 a n d aus Wiesbaden mit schönem Stimmmaterial wiederzugeben. Den musikalischen Teil hatte die Kapelle Albers übernommen. Se. Magnifizenz der Relwr der Landesuniversi- tät Gießen, Prof. Dr. B ü r k e r, dankte in einer Ansprache in erster Linie all den edlen Menschenfreunden, die sich um das Gelingen der 'Veranstaltung verdient gemacht, um dann u. a. folgendes auszuführen: „Was heißt denn eigentlich die Gießener Studentenhilse? Was gab ihre Veranlassung? Alles hat die Rachkriegszeit verändert. 'Besonders der Mittelstand hat ungeheuer gelitten und sich dis beute nicht erholt. Sie lollten die Menge der Gesuche sehen um Ermöglichung des Studiums gerade aus diesen Kreisen, und Sie sollten sehen, unter welch schwierigen Mmständen mancher Student mit einem kleinsten Wonatsivechsel auskpmmen muß. Auf der „Schönen Aussicht" in Gießen erstand im Jägerhaus ein Studentenheim, in welchem die Möglichkeit geboten ist, den mit irdischen Glücksgütern weniger bedachten Studenten das Leben angenehm zu gestatten. Unb dies ist ein bringendes Bedürfnis. das Studium darf nicht zurückgehen, beim die Wissenschaft bringt die Welt stets weiter vorwärts. Was wird sie uns noch in der Zukunft bieten? Eine peinliche Ordnung iß in der Ratur, denn auf der kleinsten Moleküle ist das Sonnensystem aufgebaut. Unb blicken wir hin. wohin wir wollen, stets wirb bie Menschheit burch bte Wissenschaft gefoltert Auch im Kriege hat biese Unglaubliches geleistet. Wir totffen nicht, ob unter den heute bartenden Studenten eine kommende Größe steckt. Was hat die Gießener StudentenßUfe alles aufzuweisen: eine Studentenspeisung in zwei Heimen, ein Wohnhaus mit 47 Betten. Ferner ist da eine Wäscherei, Gärtnerei, Schuhmacherei, Druckerei, ein Arbeitsund Wohnungsamt, sowie eine Leihbücherei. Sie tun ein wirklich gutes Werk, wenn Sie diese studentischen Einrichtungen unterstützen. Die Industrie und die Landwirtschaft können uns in der gegenwärtig herrschenden wirtschaftlichen Krisis weniger Helsen. Heißer Dank also allen denen, die uns ihre werttätige Hilfe zukommen lassen. Ich schließe, intern ich alle anwesenden alten Gießener Stutenfen bitte, sich von ihren Sitzen zu erheben und mit mir einzustimmen in ein dreimaliges Hoch auf die Stadt Mainz." Ein der schönen Veranstaltung anschließender Ball hiell die Teilnehmer noch bis zur vorgerückten Stunde zusammen. Die hessischen Landessteuern 1926 Born Presseamt beim hessischen Staatsministerium wird uns geschrieben: In diesen Tagen beginnt die Zustellung der Steuerbescheide über Landessteuern für das Rechnungsjahr 1926. In diesen Bescheiden sind staatliche Grundsteuer, Gewerbesteuer und Sonder- Qebäubefteuer zusammengefaßt Die nähere Prüfung der Bescheide wird ergeben, daß die Grundsteuer gegen das Borjahr unverändert geblieben ist (zerlegt im Vorjahr in 4 Raten, künftig in 6 Raten). Die Gewerbe st euer wurde bisher nur zum Teil auf Grund von Steuerbescheiden erhoben; dazu kamen noch weitere Zahlungen in Form von Zuschlägen zur Einkommen- bzw. Körperschaftssteuer. Diese verschiedenartigen Anforderungen fallen künftig weg. Für das Rechnungsjahr 1926 ergibt sich die Gewerbesteuerschuld einzig und allein aus dem Steuerbescheid. Die Höhe der Gewerbesteuer ist insgesamt gegen das Vorjahr ebenfalls unverändert Die S o n d e r - G e b ä u d e ft e ue r ist im Zusammenhang mit der Heraufsetzung der Mieten er- höhl worden. Außerdem aber ist zu beachten, daß ein Teil dieser Steuer von dem Gemeindesteuerbescheid auf den Staatssteuerbescheid übernommen morden ist, und zwar aus folgendem Grunde: Bekanntlich wird ein gewisser Teil des Aufkommens aus dieser Steuer zum Wohnungsbau verwendet. Bisher wurden diese Baugelder zum Teil durch den Staats- und zum Teil durch den Gemeinde- fteuerbefdjeib angefordert; vom 1. April 1926 an erscheinen sie jedoch nur noch auf dem Staats- steuerbescheid, und jroqr auch insoweit, als sie bisher in der Gemeindesteuer enthalten waren. Dementsprechend ist bestimmt, daß die Gemeinden mit Kreis und Provinz z u sa m m e n ab 1. April 1926 höchstens einen Sondersteuersatz von 69 Pf. beschließen dürfen, während zuletzt die Gemeinden allein 80 Pf. ober mehr erhoben. In den Gemem- den, die die Sondersteuer in dem bisher zulässigen Maße ausschöpften, wird die Gemeinde-Sonder- steuer für das Rechnungsjahr 1926 also niedriger sein als im Vorjahr. Schließlich sei rnltgeteilt, daß die für den 1. Mai 1926 in Aussicht stehende (Einführung der vollen Friedensmiefe keine Erhöhung der staatlichen oder der Gemeinde-Sondersteuer mehr im Gefolge haben soll. Aus -cm Amtsverkündigungsblatt. * Das Amtsoerkündigungsblatt R r. 3 2 vom 20. April enthält: Wiederbelebung der Bau- wittschaft. — Maul- und Klauenseuche in Akten- Duseck, Beuern und Lumda. — Aufnahme in die gewerbliche Fortbildungsschule. — Dienstnachrichten. Schach-Ecke. Bearbeitet von W. Orbach. Alle für Öre Redaktion bestimmten Mitteilungen. Lösungen usw. sind zu richten an bie Schachrebaktton tes ..Gießener Anzeigers". Problem Nr. 58. Don A. EorriaS. (1. Preis m einem Turnier teS ..Piccolo Scacchifkn".! Schwarz. a b c d e t o H Weiß. Weiß zieht unb seht in drei Zügen matt. Weiß: 7 Steine Ke7, Db2, Tb4, Ba4, c3, g6. h2. Schwarz: 6 Steine Ke5, Bb5, Bd2, Bd5, Be3. Bf5. Partie Nr. 44. Gespielt in der sechsten Runde des Paul- Schellenberg-Gedenfturniers am 10. April zu Dresden. Sizilianisch. Weih: L. Steiner. Schwarz: A. Rimzvwttfch. I. e2-e4 1. c7-c5 2. Sgl — f3 3. Sb8-c6 3. Sbl—c3 3 e7-e5 Eine eigenartige Behandlung der sizilianischen Partie von selten Rirnzowitschs. mit der er jedoch in den letzten Turnieren Erfolg hatte. Gebräuchlich ist hier e6 nebst späterem d6. Rim- zowitsch wandelt eigene Pfade. 4. Lfl -c4 4. d7-d6 5. h2-h3? Wozu dieser Tempoverlust? 5. d3, Lg4 6. Le3 war richtiger 5?.... 5. Lc8-e6 6. d2-d3 6. Lf8-e7 7. 0-0 7. h7-h6 8. Sc3-d5 8. Sg8-f6 y. Sf3-h4 Weih läßt sich zu einer verfehlten Kombination hinreihen, welche schließlich zum Vorteil von Schwarz entet. 9 9. Sf6xd5 10. e4xd5 10. Le6xd5 11. Sh4-f5 . . Hierdurch glaubte wohl der Weihe in Vorteil zu kommen, jedoch gerate das Gegenteil ist ter Fall. 11..... 11. Ld5xc4 12. d3Xc4 12. g7-g6 Fehlerhaft wäre natürlich 12..... 0-0, wegen 13. Dg4! 13. Sf5xh6 13. Dd8-d7 14 Ddl-d5 14. Sc6-d8 Gin sehr feiner Zug. 15. Lcl-e3 15. H-f5 16. Sh6-g8 16. Le7-h4 17. g2 —g3 17. Dd7 — e6 18. Tal-dl 18. Th8xg8 19. g3xh4 19. ß-f4 20. Le3xf4 Da nach 20. Lei ein trostlos verlorenes Endspiel entstehen würde, entschließt sich der Anziehende nolgct'nmqcn zu diesem Opfer. 20..... 20. De6xd5 21. Sdlxd5 21. e5xf4 22. Td5xd6 22 Ke8-e/ Schwarz hat natürlich ein mühelos gewönne nes Endspiel. 23. Tfl-dl 24. Td6-d7+ 25. Td7-c7 26. Tdl-d6 27. Tc7-b7 28. Kgl-g2 29. Tb7xa7 30. Kg2-fl 31. Kfl-el 32. Td6xb6 23. b7 —bö 24. Ke7-f6 25. Sd8-e6 26. Tg8-h8 27. Th8xh4 28. Ta8-h8 29 Th4xh3 30. f4 — f3 31. hi8-H4 32. Th4-d4 Dufgegeben. Losung des Problems Ar. 58. Don Ä. CorriaS. 1. Db2-bl, ß-f4 2. Dbl-e4+ etc. I...... e3-e2 2. Dbl-gl! etc 1......d2-dl (D) 2. Dblxdl etc. Eine richtige Lösung zum Problem Ar. 56 erhielten wir von Herrn Prof. W.. hier. Die Narrenkappe. Splitter unb Sparren vom RebakttonSttsch. Der Irrtum. „Was, Sie stehlen Löffel aus meinem Lokal, und das nennen Sie einen Irrtum? Wie meinen Sie denn das?" „Ich dachte, es wäre Silber!” Starkes Skück. „Ihr Papa lebt und webt doch im Sport", sagt der junge Mann bewundernd. „Manchmal leider nur zu sehr", erwidert die Tochter. „Letzten Sonntag schlief er in der Kirche ein, und als Ich Ihm einen gelinden Puff gab, wachte er auf, gähnte, sah nach der Tafel mit den Liedernummern und rief dann so laut, daß es jeder hören mußte: „Mein Gott, nur drei Starter!" Die kalte Schuller. Knasterbach war unsterblich verliebt in die bildschöne Alice, die als Redakttice an einem Modeblatt wirkte. Mit jugendlichem Feuer schrieb er ihr: „Mm das Eine bitte ich Sie, liebes Fräulein Alice. Lassen Sie ein Winkelchen in Ihrem Herzchen frei für Ihren Ihnen stets treu ergebenen Knasterbach. Darauf traf umgehend ein Zettelchen folgenden Inhalts ein: „Ich bedauere lebhaft, Ihrem Anerbie'en wegen Raummangels nicht näher treten zu können." Kalauer. Der Dampfer befand sich auf dem Weg nach dem PiräuS. Auf dem Promenadendeck fast Margot, in ein Buch vertieft. Ein Herr trat hinter fit. „Darf man fragen, gnädiges Fräulein, waS Sie da lesen?" „Kathinka, die Fliege." „Aber gnädiges Fräulein, das heißt doch Gulenberg nach Athen tragen!“ (Lust. DL) Kirche unb Schule. Lutherische Tagung in Giehen. Erster lag. hr. Gießen, 20. April. Die lutherischen Konferenzen beider Hessen hatten zu einer lutherischen Tagung in Gießen eingeladen, die heute nachmittag im Saale der Johanneskirche eröffnet ward, und die eine recht gute Beteiligung aufzuweisen hatte. Nach gemeinsamem Gesang der drei ersten Verse des Lutherliedes von der festen Burg gab Pfarrer Nebel (Laubach), der Leiter der Versammlung, Auskunft über Zweck und Absicht der Tagung im Anschluß an das Schriftwort Psalm 20,6: „Wir rühmen, daß du uns hilsif, und im Namen unseres Gottes werfen wir Panier auf, der Herr gewähre dir alle deine Bitten." Nicht um eine Vermehrung der zahlreichen Kongresse und Zusammenkünfte handle es sich, nicht um eine Heerschau und nicht um Seelensängerei, sondern um nichts weiter, als dos Panier des lutherischen Bekenntnisies aufzuwerfen, nicht um unserer, sondern um Gottes Ehren willen. Nach Gebet und gemeinsam gesprochenem Vaterunser trat man in die eigentlichen Verhandlungen ein. Profesior D. Procksch (Erlangen), der über „die Annen Gottes", d. h. über die soziale Frage im Alten Testament hatte sprechen sollen, war durch Krankheit verhindert; in letzter Stunde fprang Geheimrat Professor D. Kon Stange (Göttingen) ein und sprach über den ,.G o t t e s g I a u b e n Luthers". Nachdem der Redner zunächst die Auf- fasiung, nur der Masse nach unterscheide sich die lutherische Lehre von der katholischen, der Unterschied sei also ein quantitatiuer, als falsch abgelehnt und gezeigt hatte, daß die Einigungsbestrebungen zwischen oen Lehren der verschiedenen Konfessionen nur das Ergebnis gezeitigt haben, daß die Gegensätze sich noch vergrößerten und daß der Versuch auf theologischem Wege immer mißglücken musie, da die Gegensäße sich nicht auf eine einzelne Lehre, sondern stets aus das Ganze beziehen und der Gegensatz zwischen Katholizismus und evangelischem Ehristentum durch alle Fragen hindurchgeht, es sich nicht um zwei verschiedene Schulen, sondern um verschiedene Lebensformen handelt, erläuterte er den Gottesglauben Luthers m seiner Verschiedenheit von dreierlei Vorstellungen: 1. Don der römischen Vorstellung von Gott: Wenn im kacholischen Dogma Gott als das höchste Sein, das vollkommenste We- sen oder die vollkommenste Substanz bezeichnet wird, so hat das mit Gott mehr oder weniger nichts zu tun. 2. Don der philosophischen Darstellung von Gott: wenn wir aber von rationalen Erwägungen ousgehen (wie man zur Erkenntnis Gottes gelangen oder das Dasein Gottes beweisen kann), so würben wir höchstens den Begriff Gottes, die Möglichkeit Gott erreichen, nie aber die Wirklichkeit Gott. 3. Don auherchriftllcher Dorstellung über Gott, die Gott lediglich aus den Werken der Schöpfung erkennen will. Demgegenüber Hal Luther betont daß das Organ der Gotteserkenntnis lediglich das Herz ist, Gotteserkenntnis ist nur möglich, wo es ein inwendiges Leben gibt, und wenn wir zu Gott kommen wollen, müßen wir selbst innerlich lebendig werden. Alle Religion lebt im Gebet, dieses muß daher Ausgangspunkt und Ziel aller Religion fein. Das innere Leben des Menschen als Basis allen Erkennens ist die neue Entdeckung Luthers, die sich als dynamisches Prinzip in der Geschichte der ganzen neueren Philosophie geltend gemacht hat Inhaltlich bedeutet diese Erkenntnis, daß das innere Leden allein das Organ Ist, um Gott zu erfassen. Das Bewußtsein aus dem eigenen „Ich" ist nicht möglich ohne das Bewußtsein des göttlichen „Du". Die Erkenntnis unserer Sünde führt uns hin zur Ge- meinschaft mit Gott, zu dem .Du mit mir . Allem in unserem Herzen entsteht der Glaube an Gon. Rach dem eineinviertelstündlichen Dortrag setzte eme rege Aussprache ein, an der sich General- superintendenten D. Dettmering (Kassel), Prof. W e i d e n b a ch (Gießen), Pfarrer Hickel (Darmstadt), Superintendent Landau (Marburg!, Pfarrer Heinzerling (Rüsselsheim) und Pfarrer Ramge (Rendel) beteiligten und die den Vortragenden zu mehreren Entgegnungen oder Antworten hervorrief. Erst gegen 6.30 Uhr konnte der Leiter die Versammlung schNeßen. Am Wend fand ein Gottesdienst in der Johanneskirche statt, bei dem Generalsuperintendent D. Dettmering (Kassel) über Luk. 2-1, 28 bis 31 (Emmaus-Jünger) predigte. Die Liturgie hatte Pfarrer AusfeId übernommen, der Kir- chengefangoereln Gießen sang das „Ehre fei Dir, Ehrsite" aus der MatthSusposfion von Schütz, ferner das „Erholt uns Herr, bei deinem Wort" nach dem Bachfchen Satz und das Abendlied von Schletterer „Lieber Herr, gib deinen Segen". Kunst unb Wissenschaft. Hesien-Aasiausiches Wörterbuch. Ueber die Arbeiten am Hessen-Nassauischen Wörterbuch im Jahre 1925 berichtet in den Sitzungsberichten der Preußischen Akademie der Wissenschaften Professor Dr. Wrede in Marburg: aus dem Bericht ist u.a. zu entnehmen: Das Berichtsjahr ging in gleichmäßiger Arbeit dahin, seitdem die Akademie und die Provinz Ihre vertraglich vereinbarten Zuschüsse wieder aufnehmen konnten. Die ausgesandten Fragebogen und MUekarten kamen pünktlich und mit reichem sie ausgefunt gebührt 2)anf ^andjerlel private Ein- für dieses Jahr, Dazu traten^ s Martin, „Studien sendunaen. Das Buch oof Fürstentums Waldeck Sur Dialektgeoaraphie bCes ftrei(c9 Frankenberg' und des norduchen Teils xv Marburg 1925) gab (Deutsche Dialektgeographie '^uch dos Waldecker die erfteullche Seranlaßu^ ’(rr an^gdebem; dor- Land unserem Wörterbuchs unterstützien bat und tige Dortrage des Verfasse 60,25 130' aus- 94,5 i 133' ! 129,5' 98,25 Dom 85 147 81,25 105' 57,25 59,5 Danknoten. GIBSON GIRL 128,75 128,25 123' M,75 103,5 99,36 91 Devifenmartt Berlin—Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. 82,5 145.25 82 66 132' 129,5* 92,5| 61 । 95,5 i 96,75 107,75 1 127,25 133,5 38 53 79,5 1 94i 94,5: 60 | 129,5 | 127,87 | 46 9S.5 j 105* 99' । 9? 1122,8' i 56,50 I 66,75 125 54,25 59,75 83,25 37.12 123.75 55 61 58,25 96 96 105,60 127,25 130,25 38,25 55 67,5 93.5 95 Renten waren Türken bei lebhafteren LIm- sätzen leicht gebessert, Mexikaner blieben gesucht und wurden gleichfalls höher. Der F r e i - verkehr bot das übliche Bild. Becker Kohle 35, Becker Stahl 39, Benz 67, Bown Doveri 71, Growag 60, Kcügershall 101, ^Interfranken 74,5 Prozent. Der weitere Verlauf brachte unter Schwankungen für Chemie- und Schiffahrtswerte weitere leichte Besserungen, doch blieb das Geschäft weiterhin eng begrenzt. Ain G e l d m ar k t ist die Flüssigkeit unverändert groß. Geld ist in grohen Summen angeboten. Tagesgeld 4,5 Proz. Privatdiskonten 4,62 bis 4,75 Proz. Industrie- Akzepte 5,25 bis 5,75 Proz. Om Devisenverkehr waren Paris und Brüssel gegen London gut erholt. Paris notierte 144,70 (gegen gestern 146,25) und Brüssel 135,50 (gegen 136,50). Mark und Pfund liegen unverändert. Börsenkurse. führten uns eine Reihe neuer Mitarbeiter zu. Auch jonft suchten Vorträge im Wörterbuchgebiet alte Beziehungen zu festigen und neue zu gründen. Auf der Wörterbuchkonferenz in Erlangen war auch unser Wörterbuch vertreten. Die innere Arbeit in Marburg galt der Einordnung und Verarbeitung der neuen Eingänge und fortgesetzten Exzerpierung gedruckter Literatur. Der Zettelapparat hat jetzt die Zahl 193 000 überschritten. Vor allem konnte Privatdozentin Dr. Berthold mit der Ausarbeitung des populären Idiotikons beginnen, und wir erhoffen für das neue Arbeitsjahr die ersten fertigen Druckbogen. | 92,5' 60 57.5’ 195.62* 96,75' 109- 127,8* | 131 I 37,37 53* 79,75' 94* I 96 55,5 65,75 Gerichtssaai. Gewissenlosigkeit eines Heilgehilfen. Büchertisch. — Die neueste Nummer der hier schon ausführlich angezeigten Deutschen Lotterie-Zeitung (Verlag: Süddeutscher Verlag Franz Rothman» in Frankfurt a M., Kettenhofweg 73) enthält die Gewinnlisten der Preußisch-Süddeutschen Klasfen- lotterie vom 16. und 17. April, daneben noch eine Reihe fesselnder Artikel und Plaudereien aus dem Lotteriewesen. Berliner Börse. V* k-22; Die umfangreichen Bankoerkaufe, die im gestrigen Aachbörfenverkehr au einem empfindlichen Kursrückgang geführt hat- ten, fanden heute ihr Ende. Die Spekulation 147,4' 82,62 81 Frankfurt a. M., 22. April. Auftrieb: 4 Färsen und Kühe, 1160 Kälber, 272 Schafe. 285 Schweine. Kälber: Feinste Mastkälber 75 bis 80, mittlere Mast- und beste Saugkälber 66 bis 74, geringere Mast- und gute Saugkälber 56 bis 65, geringe Saugkälber 45 bis 55. — Schafe: Mastlämmer und Masthämmel 45 bis 50, geringere Masthämmel und Schafe 36 bis 44. mäßig genährte Hämmel und Schafe (Merzschafe) 25 bis 30. — Schweine: Vollfleischige von 80 bis 100 Kilogramm 74 bis 76, unter 80 Kilogramm 70 bis 73. von 100 bis 120 Kilogramm 74 bis 76, von 120 bis 150 Kilogramm 75 bis 76, Fettschweine über 150 Kilogramm 60 bis 66. — Marktverlauf: Bei flottem Handel verkauft. waren der Angeklagte und die Staatsanwaltschaft nicht Zufrieden und beide legten Berufung ein. Die Strif'ammer gab der Berufung der Staatsanwaltschaft statt und erhöhte die Strafe von zwei auf sechs Monate. In der Urteilsbegründung heißt es, der hohe Grad der Gewissenlosigkeit sei der Hauptgrund für die Erhöhung der Strafe gewesen, und die Gerichte seien verpflichtet, derartige Leute durch hohe Strafen zu kennzeichnen. Der Adoptionsschwindler und seine Ehe. WER. Frankfurt a. M. 21. April. Dor dem Großen Schöffengericht hatte sich gestern der 28jährige Kaufmann Max Muras, der wegen allerlei Hochstapeleien schon erhebliche Zuchthausstrafen hinter sich hat. wegen neuer Schwindelgeschichten za verantworten. Muras, der ein sehr gewandtes Aeußeres zeigt, verheiratete sich im vergangenen Herbst mit einer Beamtentochter und gründete darauf mit geliehenen 3000 Mk. ein Seifen- und Parkümwaren- geschäft. Er mietete sich bei einem Dersicherungs- Vertreter ein und verstand es, durch sein großspuriges Auftreten, diesem einen Betrag von 7500 Mk. zu entlocken, um den dieser geschädigt bleiben wird. AI. a. schwindelte er dem Zeugen vor, daß er einen Fabrikanteil in Hohe von 25 000 Mk. besitze, weiter, daß er in Büdesheim einen Verwandten habe, der ihn adoptieren und ihm eine Erbschaft von 90 000 Mk. hinterlassen wolle. Diese Erbschaft wolle er gegen eine Barabfindung von 30 030 Mk. verkaufen. Da den Dersicherungsvertreter der in Aussicht gestellte Gewinn lockte, gab er so nach und nach die 7500 Mk. her. Der Angeklagte machte geltend, daß er das Geld für seinen Haushalt verbraucht habe. Seine vor der Ehe anspruchslose Frau habe nachher allerhand Ansprüche gestellt und allein für 1000 M. Hemden erhalten. Auch habe sie notleidende Geistliche von dem Geld unterstützt. Der Staatsanwalt beantragte gegen Muras 3Vr Jahre Zuchthaus. Ein Mann, der eben aus dem Zuchthaus komme und nicht in der Lage sei, für sich zu sorgen, trotzdem aber heirate, gehe eine Luxusehe em. Das Gericht erkannte auf Zwei Jahre neun Monat Zuchthaus und fünf Jahre Ehrverlust. Der Angeklagte nahm die Strafe sofort an. Der Meineid eines Bankrotteurs. WS3Ü Hanau. 21. Avril. Vor dem hiesigen Sc wurgericht hatte sich gestern der 56 Jahre alte Holzhändler Heinrich Ahl aus Frank, urt a. M. wegen Meineids und betrügerischen Bankrotts zu verantworten Uhl betrieb in Bieber ein Hol^geschäst. Wegen des schlechlen I 'SS, gtnfl DK fflonoU 2 fltid)5 *Bttd)6pfe lohn, o« scheine" infolge \ tornlP SchriM lag unb® rlnschnst znnilsull Freitag, 23. April. 3.30 bis 4 Uhr: Die Stunde der Jugend (für Kinder vom 10. Jahre ab). 4.30 bis 5.45 Uhr: Haus- fraucn-Nachmittag. Programm u. a.: „Gesundheitspflege im Leben der Frau", Vortrag von Frau Dr. med. Hertha Riese. 5.45 bis 6.10 Uhr: Die Lesestunde (Briefliteratur): Aus den Briefen der Günde« rode. 6.15 bis 6.45 Uhr: Ucbertragung aus Kassel: ..Die alten Gassen raunen", Kasseler Geschichtsbilder von Konrad Berndt, vorgetragen vom Verfasser. 6.45 bis 7.15 Uhr: Vortragszyklus des Stadtgesundheitsamtes im Rahmen der Reichsgesundheitswoche: „Jugendsünden als Ursachen frühen Siechtums und To- des", Vortrag von Professor Dr. Flesch. 7.15 bis 7.35 Uhr: Zwanzig Minuten Umschau über die Fortschritte in Wissenschaft und Technik: Der Messingkäfer — Frühtreiben durch Röntgenstrahlen — vorgetragen durch Ingenieur Randewig. 7.35 bi« 7 45 Uhr: Film-Wochenschau. 7.45 bis 8.15 Uhr: Funk- hochschule Frankfurt a. M. (Abteilung Literaturgeschichte): „Hans Sachs und die Nachwelt", Vortrag von Professor Dr. Franz Schultz. 8.15 bis 10.15 Uhr: „Mittogswende", ein Drama in drei Akten von Boul Claudel. nahm am Schiffahrts markte Deckungskäufe vor, die zu mehrpro.eutigen Kurseinbußen geführt hatten. Auf den anderen Gebieten des Effektenmarktes war die Tendenz uneinheitlich, eher ober schwächer. Die Börse blieb in der Hauptsache wieder unler sich, der Orderseingang von außerhalb war kaum nennenswert, da das Publikum, das von den Banken auch noch air die Anleihe-Emissionen hingelenkt wird, mißtrauisch ist und sich dem Anpassungsgeschäft völlig fernhält. Eine Ausnahme bildeten nur verschiedene ausländische Renten, speziell Türkenwerte, die bei anziehenden Kursen in größeren Posten aus dem Markte genommen wurden. Aach Festsetzung der ersten Kurse wurde das Geschäft allgemein sehr still, und die anfangs erzielten Kursbesserungen begannen etwas abzubröckeln. Am Geldmarkt war die Lage weiter sehr flüssig. Tagesgeld war mit 3,5 bis 5,5 Prozent und darunter angeboten. Im De - visen verkehr stellte sich nach den letzttägigen Rückgängen für die westlichen Franlenvaluten leichte Erholungen ein. Paris konnte sich gegen London auf 144,75, Brüssel auf 135,50 befestigen. Warschau notierte gegen Kabel 10,25. rankfurter Getreidebörse. Frankfurt o. M.. 22. April. Es wurden notiert: Weizen (Wetterauer) 30,75 bis 31, Roggen (inl.) 20,50 bis 20,75, Hafer (inl.) 23,25 bis 24. Mais (gelb) 18,75 bis 19, Weizenmehl (ml., Spezial 0) 42,50 bis 43.25, Roggenmehl 29,50 bis 30. Weizenkleie 10,25 bis 10,50, Roggen- fleic 11,50 bis 11,75. — Tendenz: Fest. Frankfurter Schlachtviehrnarkt. WSA. Frankfurt a. M., 21. April. erweiterten Schöffengericht wurde Ende des letzten Jahres der aus Wetzlar gebürtige Heilkundige August Heinz Kloßner wegen fahrlässiger Tötung zu vier Monaten Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte hatte eine an Krebs leidende Frau behandelt und es, trotzdem er das Leiden erkannte, unterlassen, die Kranke einem Arzte zur Behandlung zu übergeben. Durch die Behandlung des Angeklagten wurde verhindert, daß zeitig ein operativer Eingriff gemacht werden konnte, wonach nach Ansicht Sachverständiger das Leben der Frau um mindestens zwei Jahre hätte verlängert werden können. Mit dem Urteil Letzte Nachrichten. Glückwünsche des NsiHspräsi- denten und der Reichsregierung für Generaloberst v. Seeckt. Der Herr Reichspräsident v. Hindenburg hat an den Generalobersten v. Seeckt an seinem heutigen 60. Geburtstag folgendes Glückwunschschreiben gerichtet: ..Sehr verehrter Herr Generaloberst! Zu Ihrem heu igen 60. Ceburts age sp: e. e ich Ihnen meine herzlichsten Glückwünsche aus. In hoher Anerkennung und Dankbarkeit gedenke ich an diesem Tage der großen Dienste, die Sie in Krieg und Frieden dem Vaterland« - geleistet haben. Mit zahlreichen Ruhmestaten unseres Heeres im Weltkriegs ist Ihr Aame unvergänglich verbunden: aber ebenso hoch wie diese stehen die Verdienste, die Sie sich in der Aachkriegszeit in stiller, entsagungsvoller, aber nie verzagender Arbeit durch den Aufbau und Heranbildung der neuen Reichswehr erworben haben. Hierfür Ihnen namens des Reiches von Herzen zu danken, ist mir am heutigen Tage besonderes Bedürfnis. Ich hoffe und wünsche, daß es Ihnen be- schieden sein möge, zum Segen unseres Vaterlandes noch recht lange Ihres verantwortlichen Dienstes zu walten und unsere junge Wehrmacht weiter auszubauen und zu stärken. Mit den besten Wünschen für Ihr persönliches Wohlergehen und kameradschaftlichen Grüßen bin ich Ihr stets ergebener gez.: v. Hindenburg." Der Reichskanzler Dr. Luther hat an Generaloberst v. Seeckt folgendes Handschreiben gerichtet: „Zur Vollendung Ihres 60. Lebensjahres preche ich Ihnen, hochverehrter Herr Genera- oberst, die wärmsten Glückwünsche auch im Aamen der Reichsregierung aus. Ihre Verdienste, Herr Generaloberst, um die deutsche Wehrmacht und damit auch um die innere Festigung unseres Staates sind dem deutschen Voile bereits zur geschichtlichen Tatsache geworden. Ich gebe der aufrichtigen Hoffnung Ausdruck, daß unser Vaterland aus Ihrem Wirken noch weiteren großen Autzen erfährt. gez.: Dr. Luthe r." Wettervoraussage. Aördliche Winde, ruhiger, schwächere Bewölkung, zeitweise Aufheiterung, meist trocken, Temperaturen nachts wenig über 0 Grad, sonst kühl. Die Wetterlage gestaltet sich vor der Hand labiler. Wir kommen auf die Rückseite eines Aordsee-Wirbels, der, von kalter Luft umspült, ich stark abgeschwächt hat und nach dem Baltikum abzieht. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum: 10,4 Grad Celsius. Minimum: 3,7 Grad Celsius. Ried erschlüge: 2,8 Millimeter. Heutige Morgentemperatur: 6,7 Grad Celsius. Rundfunk-Programm des Frankfurter Senders. (Aus der »Radio-Umschau".) Geschäftsganges machte er im Juni Bankrott uni) leistete vor dem Amtsgericht den Offenbarungseid. Die Passiven betrugen über 100 000 Mk.. während Gegenwerte so gut wie nicht vorhanden uxircn. Bei der Eidesleistung verschwieg er ober, daß er sich bei einer Berliner Versicherungsgesellschaft mit 100 000 Mk. gegen Leben und 50 000 Mark gegen Invalidität versichert- hatte. Außerdem verbrauchte er noch 2400 Mk., die er wegen eines Unfalles erhalten hatte, für sich, ohne dem Konkursverwalter Mitteilung davon zu machen. Das Gericht verurteilte den Angeklagten, der bereits in raffinierter Weise eine Frau um ihr ganzes Hab und Gut in Höhe von 5400 Mk. gebracht hatte, wegen Meineids und betrügerischen Bankrotts zu zwei Jahren Zuchthaus und drei Jahren Ehrverlust. 6 Dar von Hel 2lbg- kleinere 7 niftenW Zverglchl"' ObersE n Die D fcen wieder 2lbg- enge Deri Landwirts« bevölkern Zentrum wirtschaft^ ab. Man und ander« schulen w schulen soll xollsvirt^ fammer M um aus diel Landbevölke ' non denen wären nur । äu finden. - Organisatior betätigt. D bestehe aus tation des I eingestellt Abg.E I Antrag ich daß bei 1 Unterrichts! der Kamme Der Antrag Redner, um der Dauern AuSichuh h: Aedner erll daß die La wird, aufred den von D wären. Die wirtschaft feil st auch finanziell an der Gesellschaft beteiligt. Diese wird ihren Betriebsofort aufnehmen. Eine 40-Millionen°Anleiheder Klöckner-Werke. Der Aufsichtsrat der Klöcknerwerke hat die Aufnahme einer Anleihe von 40 Millionen Rm. auf Fein- golbbasis unter Eintragung auf die Bergwerke und das Grundeigentum der Gesellschaft genehmigt. Die Anleche, deren Zinsfuß 8 Prozent beträgt, ist bis 1931 unkündbar und bis 1950 mit 100 Prozent auslösbar, oic wird unter Führung des A. Schaaffhausen'fchen Bankvereins, Köln, fowie des Bankhauses 21. Levy, Köln, zum Kurse von 94,5 Prozent vom 22. bis 26. April zur Zeichnung auferlegt werden. Mit den Einkünften beabsichtigt die Gesellschaft ihre per 30. Juni 1925 mit 33,64 Millionen Rm. ausgewiesenen Dankverbindlichkeiten zu fundieren, sowie die erforderlichen Ausbauten der Werke durchzu^ühren. frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 22. April. Tendenz: Fest. — Die Börse war nach dem scharfen Kurseinbruch am Vortage auf der ganzen Linie wieder etwas freundlicher veranlagt. Mit dem Rach- lassen des Angebotes wagte sich die Unter- nehmungslust wieder etwas hervor, und unter dem Einfluß des flüssigen Geldstandes kam es zu einigen Rückkäufen, die aber mit Rücksicht auf die noch immer herrschende Unsicherheit nur in kleinen Umsätzen zur Auswirkung tarnen. Das Geschäft ließ infolgedessen nur ein mäßiges Aufleben erkennen und flackerte nur vorübergehend etwas auf. Unter Führung von Schiffahrtsaktien konnten die letzttägigen Verluste wieder aufgeholt werden. Für Schiffahrlsaktien lauteten die amerikanischen Meldungen über bie Frage der Rückgabe des deutschen Eigentums wieder wesenttich befriedigender, so daß diese Werte unter Schwankungen zum ersten Kurse Besserungen bis zu 5 Prozent aufzuweisen hatten. Lebhaftes Geschäft hatten ferner die Werte der I. G. Farben zu verzeichnen, wo die Spekulation zu Rückkäufen schritt. Die Besserungen betrugen 2 bis 3 Prozent. Rur Holzverkohlung blieben weiter angeboten, da die Dividenden-Aussichten nach wie vor recht ungünstig beurteilt werde n. Elektrowerte hat- ten ftifleä Geschäft, AEG. waren trotzdem um 2r Dankaktien verkehrten ^IL Eine scharfe Steigerung von ub« 8 Prozent konnten Braubank-Aktien ver- ouchen infolge der befriedigenden Dividenden- Erklärung dieses Unternehmens. Auto- Aktien waren befestigt. Der M o n 1 a n m a r k t blieb vernachlässigt, immerhin traten auch hier leichte Besserungen ein. Der Kassamarkt bet Jndustnepapiere litt unter Geschästsstille doch waren überwiegend Kursbesserungen zu beobachten. Zuckerattien höher. Zellstoff-Aktien unverändert. Der deutsche Anleihemarkt batte nur geringe Umsatztätigkeil aufzuweisen. Kriegsanleihe 0,425. Bon ausländischen SA D- Mii Sani Z0ge?,? Deutsche Rcichsanlcibe 0,480 — 0,480 0,495 Deun'chc Svarprämienanleihe 0,260 —— 0,267 <°/e Preußische Konsolö • . . 0,410 _ 0.400 0,400 <°o Hessen ........ 0,400 —— 0,495 3Vs% Hessen........ — 0.43 _ 3°/0 Hessen.......... 0,380 — 0,425 Deutsche Dertb. Dollar-Anl. dto. Doll--Schatz-Anweiing.'! 100 — 98 —- 4% Zoll türken..... 12,62 13 12,25 5% Goldmerikauer . . 43 43,5 — Berliner Handelsgesellschaft 150,5 _ 150,25 _ Commerz- und 'Prlvat-Bank 114 107* 113,5 107,5' Tarmft. und Nationalbank 128 — 127,5 128,5' Dcutichc Bank. ...... 126 5 _ 126,5 126* Deutsche Vcreinsbank .... 87 - Disconto Commandit 122,25 122* 1i 122,5* Mctalldank. ........ 03 Mitteldeutsche Kreditbank. . 1(13 104* 104 105' Deiterrcichische Crcditanstall 7,3 7 7 Wcstbank ........ _ 20 April. 21. April. Amtliche Noti rung Amtliche Notierung (Selb Briet Geld । Brief Ämik.-Noil 168,34 168,76 168.38 168,80 1,701 15,10 Bucn-Aires 1,693 1,697 1,697 Brss.-Antw 15,03 15,07 15,06 Chriskiania. Kopenhagen 91,43 91,65 90,89 91,11 109,81 110,09 109,80 110,07 Stockholm . HelssngforS 112,28 112,56 112,24 112,54 10,547 10,587 10,547 10,587 Italien. . 16,88 16,92 16,875 16,915 London. . Oleuvork . . 20,397 20,449 20,400 20,452 Paris. . . 14,015 14,055 14.025 14,135 Schwei; . . 80,98 81,18 80,98 81,18 Spanien ■ 60,24 60.40 60,62 60,78 Japan . . . 1,971 1,975 1,984 1,988 'Mio de Jan Wien in D-- 0.588 0.590 0.591 0,593 Ctft- abgeit 59,17 59,31 59,258 59,298 Prag .... Belgrad . . 12,421 12,461 12,419 12,459 7,389 7,409 7,395 7,415 Budapest. . 5,87 5,89 5,86 5,88 Bulgarien 3,05 3,06 3.05 3,06 Lissabon 21,325 21.375 21.325 21.375 Danzig. . 80.87 81,07 80,90 81.10 Konstantin. 2.105 2,115 2.165 2.175 Athen 5,29 5,31 5,29 5,31 Canada. . . 4,199 4,209 4,199 4,209 Uruguay . . 4,335 4,345 4.335 4.345 # Berlin. 20 April Geld Briet Amerikanische Note» ..... Belgische Noten ....... Dänische Noten ..... Englffche Noten......2 Französische Noten ..... Holländische Noten .... Italienische Noten ... ' Norwegische Noten. .... Deutsch.L:esterr.,äioo Kronen Rumänische Noten ..... Schwedische Noten . . . . Schweizer Noten ... . Svanffche Noten ...... nnnM*Vft6t Noten .. ungarische Notes ... 4,19 14,96 109.55 20,367 14,01 167,96 16,905 91,25 59,04 1,63 120,00 80,87 60,10 12,395 5 .'35 4,21 15,04 110,09 20,407 14,09 168.80 16,985 91,71 59.34 1,67 120,56 81,27 60,40 12 455 5.875