Montag, 22. Zebruar 1926 176. Jahrgang Ar. 44 Erstes Blatt Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer vis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re« klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20°/o mehr. Chefredakteur: Dr. Friede. Wilh. Lange. Deranttoortlich für Polittk Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein; für den An- zeigenteil Hans Füstel, sämtlich in Gießen. Xtantfurtamm°ainii636. vruck VN- vtrlag: Brühl',che llnio«rfitälr-vuch- UN- Stein-ru-lerei B. Lange in Sittzen. Schristlettung UN» Seschäftrfttllc: Schulftrahe r. Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Monats-Bezugspreis: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: Schristleitung 112, Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für. Drahtnachrichten: Anzeiger Siehrn. Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Gegen den Steuerdruck in Hessen Protcftversammlung in Darmstadt. Von unserer Darmstädter Redaktion. Darmstadt, 21. Febr. Die wirtschaftlichen Verbände von Darmstadt und Umgebung veranstalteten heute nachmittag in der Turnhalle am Woogs- platz, dem größten Versammlungsraum der Stadt, eine Protestversammlung gegen die Finanzpolitik und den Steuerdruck in Hessen. An der Kundgebung beteiligten sich auch zahlreiche Besucher der Landorte sowie eine Anzahl von Sozialdemokraten, die es darauf abgesehen hatten, die Versammlung zu stören und sich schon Kindertrompeten mitgebracht hatten. Die Versammlung wurde zu Beginn, während ihres Verlaufes und namentlich auch am Schluß vielfach durch Lärmszenen unterbrochen. Der erste Redner, Abg. Dr. Leuchtgens, schilderte in bewegten Worten die Notlage der heutigen deutschen Wirtschaft und ging dann zu einer Kritik der Finanzpolitik der hessischen Regierung über, die kein Sanierungsprogramm dem Landtag vorgelegt, sondern als Ausweg aus den Schwierigkeiten nur eine S t e n e r - Erhöhung vorgeschlagen habe. Es müsse eine Einschränkung der Ausgaben und ein Abbau der Staatsaufgaben vorgenommen werden. Alle Stände wollten die Sanierung, der Volkswille müßte beachtet werden. Abg. D i n g e l d e i) wies in seiner Rede auf die Einigkeit zwischen Stadt und Land hin, die sich in dieser Protestversammlung bekunde. An einer Reihe von Statistiken zeigte der Redner, daß sich die Steuerlast Hessens gegen die Kriegszeit fast verdreifacht hat. Die Zahl der Volksschüler sei um 40 Proz. zurückgegangen, aber die Zahl der Lehrer die gleiche geblieben; die Kosten der Schulen hätten sich 'jedoch verdoppelt. Selbst Vertreter der Linksparteien, die Abg. Reiber und Kaul hätten das „Attentat auf die Jugend" jetzt durch ihren Abbauantrag zu 50 Proz. mitgemacht. Die Ziffern über die Abnahme der Schülerzahl hätte der ^inanzminister erst auf Drängen des Finanzausschusses bekanntgeoeben. Die Regierung solle nicht nur führen, wenn es sich um die Unterbringung liebwerter Parteifreunde, sondern auch, wenn es sich um das Wohl des Staates handle. Beide Redner fanden mit ihren Ausführungen bei der Mehrheit der Versammlung lebhaften Beifall. Die Ziffern über die Steuererhöhung in Hessen blieben nicht ohne Eindruck, selbst bei den politischen Gegnern. Die Versammlung schloß mit der Annahme einer Protesterklärung gegen den Stuerdruck, in der ein Abbau der Staatsaufgaben und eine Verminderung der Staatsausgaben verlangt wird. Aus dem Finanzausschuß des Hessischen Landtags. Landesuniversität und höhere Schulen Darmstadt, 20. Febr. Der Finanzausschuß des Hessischen Landtags befaßte sich in seiner heutigen Sitzung mit Kapitel 67 (Landesuni- versität). Hierzu hat Abg. Dr. Greiner einen Antrag gestellt, die Landesuniversität ganz auf- zuheben. Der Antrag wurde einstimmig ab» gelehnt. Ein Antrag Reiber, die theologische Fakultät sowie die Lehrstühle für Forstwissenschaft und Landwirtschaft zu streichen, die Institute aufzuheben und wegen der Heranbildung von Theoll>gen, Forstleuten und Landwirten mit anderen Hochschulen zu verhandeln, wurde abgelehnt. Ein Antrag Kaul, der die Regierung ersucht, die Aushebung der theologischen Fakultät in die Wege zu leiten und die evangelische Kirchs aufzufordern, selbst für die Ausbildung der Theologen zu sorgen, wurde mit 7 gegen 6 Stimmen ab gelehnt. Der Ausschuß erklärte hierauf einen Antrag Dr. AO er ne r. der verlangt, daß die Landesuniversität in bezug auf den Dispositionsfonds nicht schlechtergestellt wird als dieTechnische Hochschule in Darmstatzt für erledigt, da nach einer Regierungserklärung .Uebertragungen der Fonds beider Hochschulen möglich sind. Ein ^Antrag Dr. Werner und ein in demselben Sinn gestellter Antrag Birnbaum wünschen, daß die außerordentliche Professur umgewandelt wird. Die Anträge wurden gegen fünf Stimmen angenommen. Ein Antrag Dr. Werner ersucht um Erlaubnis zur Errichtung eines fünft» w i s sien sich aftlichen Instituts, die gegenwärtig ohne Kosten geschehen kann. Der Antrag wurde einstimmig angenommen. Damit gilt auch ein Antrag Birnbaum und der Fraktion der Deutschen Volkspartei, der dasselbe will, ebenfalls als angenommen. Ein Antrag Birnbaum-Keller und der Fraktion der Deutschen Volkspartei wünscht, daß die A s s i st e n -- tenstellen und Lehraufträge, die unbedingt notig sind (vom Landesbildungsamt eingerichtet), in den Etat eingestellt werden und nicht wie bisher die entsprechenden Summen dafür auf den Dispositionsfonds verrechnet werden. Der Antrag, der als ein Ersuchen an die Regierung gerichtet ist, wurde dieser als Material überwiesen. Ein Antrag Birnbaum und der Fraktion der Deutschen Volkspartei geht dahin, daß den Laborantinnen und Röntgengehilfinnen mit abgeschlossener höherer Mädchenschulbildung nach dreijähriger Tätigkeit durch eine Prüfung ter Titel einer technischen Assistentin gewährt wird. Die Ausbildung dieser technischen Assistentinnen soll nach denselben Grundsätzen erfolgen, wie in den anderen Staaten, in denen die Angelegenheit bereits geregelt ist. Der Antrag wurde ter Regierung als Material überwiesen. Ein Antrag Dr. Werner und Gen. verlangt die Durchführung und genaue Beobachtung Die Vefteiungsseiem der rheinischen Universitäten Das Fest der Kölner Studentenschaft. Köln, 20. Febr. (TU.) Die Studentenschaft der Universität Köln feierte die Befreiung Kölns durch einen Festkommers, ter heute abend im großen Saal ter Bürgergesellschaft stattfand. Der dicht besetzte Saal bot ein farbenprächtiges Bild. Zahlreiche Ehrengäste wohnten ter Feier bei, so die R e i ch s m i n i st e r Dr. S t re- sem a n n und Dr. Marx, ter preußische Kultusminister Dr. Becker, Oberbürgermeister Dr. Adenauer, die Rektoren der Llniversi» täten Köln, Bonm Marburg und Frankfurt a. M. und viele andere. Mit einem Preußenmarsch und dem Einzug ter Chargierten nahm die Feier ifjren Qlnfang. Der Vorsitzende der Studentenschaft der Kölner Universität begrüßte die Festteilnehmer. Der Rektor der Universität Pros. Dr. Stier-Somlo führte u. a. folgendes aus: Die älniveriitäten sind Kulturstätten der Ratton und ihre nationale Bedeutung ist nicht außer acht zu lassen. Gewiß geht die Lösung der wissenschaftlichen Probleme viele Rationen an, doch, die Art, wie der Zugang zum Kern ter Rätsel gesucht wird, ist von der individuellen Anlage einer Ratton bedingt. Zu dem Kulturgeist der deutschen Universität gehört auch die Erziehung der sittlichen Kräfte für die Ration, wobei die Achtung vor dem Völkerrecht und ter internationalen Moral besonders betont wird. Freilich werden es sich die deuftchen Tlniversitätslehrer nicht nehmen lassen, einen würdelosen Mangel an nationalem Selbftbewußtsein dort, wo er bei der Behandlung der internationalen Probleme auftritt, als solchen zu kennzeichnen. Die gemeinschaftliche gei- sttge Arbeit der großen Kulturnattonen ist immer noch äußerst starken, für Deutschland beleidigenden Hemmungen ausgesetzt. Ich richte an alle gelehrten Männer und grauen die Aufforderung, sich bewußt zu werten, welch ungeheure Schädigung ter menschlichen Kultur- werte diese höchst ungerechtfertigte Behandlung deuftcher geisttger Arbeit bedeutet. Die Festrede hielt Domprediger Pater Dyonisius. Er erinnerte einleitend an die denkwürdige Befreiungsnacht unter den gewaltigen Türmen des Kölner Domes. Diese Befreiung müsse aber eine ernste Erkenntnis, ein heiliges Bekenntnis werden. Die Befreiungsfeier müsse den Kölner Iungakademikern am heutigen Abend der Jungbrunnen sein, aus dem sie wieder erneute Schaffenskraft bekommen. Der Redner schloß mit dem Wunsch, daß die heutige De- freiungsfeier wie ein Monument stehen möge am deutschen Rhein, ein Monument, nicht aus Steinen gefügt, sonterii aufgebaut auf le* b e n b » n deutschen Herzen, die in hehrer Stunde sich zusammengeschlossen zu dem heiligen Gelöbnis: Unter Studium, unser Wissen, unser Leben gehören dem ganzen deutschen Volke zu seiner Freiheit, Einigkeit, zu seinem Glück. Dann nahm der von der Studentenschaft ein» geladene Reichsauhenminister Dr. Strefemann das Wort zu längeren Ausführungen: Zn der deutschen akademischen Jugend beftefjen, wie im deutschen Volke, verschiedene Einstellungen gegenüber dem Reich und seiner Fortentwicklung. Die einen verfallen in Träume der Resignation über alte Größe und Herrlichkeit, die anderen warten auf ein Wunderbares, das sie mit heißem Herzen ersehnen, ohne zu wissen, woher es komntt und wer es schaffen soll. Wieder andere glauben, daß es für Deutschland wichtig sei, die Entwicklung der Welt abzuwarten und sich dann erst mit aktiver Politik in diese Entwicklung einzu- stellen, wenn älmrisse künftiger Entwicklung sichtbar sind. Mag für den einzelnen Menschen, der den Weg von Gröhe und Rlacht und von Einfluß und Glück zu Armut und Arbeit durchgemacht hat, der eine ober andere Weg möglich sein. Für diejenigen, die für die Reichsent- wicklung verantwortlich sind, gibt es nur einen Weg, bas ist die Politik tätigen MitschaffenS nach innen und nach außen. Diese Kärrnerarbeit mag manchen als eine ideallose erscheinen. Sie ist es nicht, denn nur aus aus dem langsamen Fortschreiten in stetigem Kampf ergibt sich ter Fortschritt, und sieht man ten Weg, der zurückgelegt ist. Gegenüber allen Krittken über manche nicht erreichte oder manche getäuschte Hoffnung, über manche geistige Einstellung, die sich nicht schnell genug in Taten auswirkt, darf doch das eine gesagt werden: Wer zurückschaut auf die Politik der letzten Jahre in Deutschland, ter muß mit Blindheit geschlagen ober von schlechtem Willen beseelt sein, wenn er nicht anerkennen wollte, daß wir ein gutes Stück vorwärts gekommen sind in ter Konsolidierung nach innen und deutscher Geltung nach außen. Zn dem Kampf zwischen Rechtsanspruch und Machtgefühlen, die das Recht selbst ausbeuten, hat schließlich doch in ter Befreiung der nördlichen Rheiw- landzone der Gedanfe des Rechts gesiegt. Jede weitere deutsche Polittk kann nur das Ziel haben auf diesem Wege fortzuschreiten. Aber wenn der Geist von Cocarno Sinnbild künftiger europäischer Polittk ist, dann muß seine weithin sichtbare letzte Auswirkung die schließliche Zurückziehung der Truppen aus dem befehlen Rheinland fein. Ich kann mir nicht denken, daß man irn Lager unserer ehemaligen Gegner darüber anders denkt. In dem großen Saal des ForeignOffice in London, in dem die Verträge von Locarno nnterzeichnet wurden, hing, für diesen Tag herbeigeschafst, das Gemälde von Lord E a st l e r a g h. Wenn dieses Symbol eine über den Tag hinausgehende Bedeutung haben soll, dann kann es doch nur die fein, daß das England der Gegenwart mit den Verträgen von Locarno dieselbe Politik treiben will, die einst Englands Vertreter auf dem Kongreß in Aachen 1818 gegenüber Frankreich getrieben hat, als er den Gedanken vertrat, Frankreich wieder als Großmacht in den europäischen Konzern aufzunehmen, und des zum Zeichen die Truppen der damals Frankreich besetzenden Mächte von Frankreichs Boden zurückzuziehen. Diese Frage dieser Zurückziehung muß eine Frage der Verhandlungen sein, eine Frage der Technik sein; aber sie ist die logische Auswirkung einer neuen europäischen Situation, die das Problem der Sicherheit der Länder auf anderem Wege lösen will, als durch den der militärischen Gewalt. So gebe ich der Hoffnung Ausdruck, daß die Glocken am Rhein nicht zu lange schweigen müssen, um die weitere Freiheit deutschen Bodens zu verkünden, um der so schwer betroffenen Bevölkerung der Rheinlande die Möglichkeit zu geben, mit ganzer Freude sich als Glieder eines freien Deutschlands zu fühlen, das in Frieden und gegenseitigem Verstehen mit der Welt zu leben gedenkt. Reichsaußenminister Dr. Strefemann stattete heute mittag ter Kölner Tlniversität einen Besuch ab. Er wurde vom Rektor, Professor Dr. Stier-Somlo und dem Vorstand der Studentenschaft begrüßt. Der Minister besichtigte die Einrichtung der Tlniversität und empfing am Rachmittag einen Gegenbesuch der Vorstandsmitglieder der Studentenschaft. die bei dieser Gelegenheit auch dem Minister für die besetzten Gebiete Dr. Marx und dem preußischen Kultusminister Dr. Decker einen Besuch abstatteten. Die Feier in Bonn. Bonn, 22. Febr. CSU.) Die Befreiungsfeier der Bonner Hochschule wurde am Samstag mit einer geselligen Zusammenkunft der Dozenten und Studenten der Bonner Universität in ter Beethovenhalle eingeleitet. Professor L ands - b e rg von der Bonner Universität begrüßte die Gäste. 3m Rarnen aller auswärtigen deutschen Hochschulen antwortete ihm der Rettor ter Universität Hatte, Prof. Fleischmann. Ferner sprachen ter Prorektor der Universität Wien, Prof. Sterl, ter Rektor der Universität Graz, Prof. Sieger und ter jetzt Bonner früher Gießener Professor Dr. Zhcha für die deutsche Universität in Prag.. Der Sonntag begann mit Festgottesdrensten in den Kirchen beider Konfessionen. Darauf fand in der Beethovenhatte der eigentliche Festakt statt, an dem ü. a. die Reichsminister Dr. Strefemann und Dr. Marx, der preußische Kultusminister Dr. Becker, der Oberpräsitent der Rheinprovinz Fuchs, der Regierungspräsident von Köln, Graf Adelmann, und die Rektoren von 24 deutschen Hochschulen teilnahmen. Die hessische Ludwigsuniversität war ebenfalls durch ihren Rektor, Pros. Dr. D ü r t e r, vertreten. Rach einem vom Intendanten des Bonner Stadttheaters, Dr. Fischer, vorgetragenen Prolog hielt der derzeitige Rettor der Donner Uuiderfität, Professor Dhroff, die Festrede. Er erinnerte an die Opfertreue des Rheinlandes, die allein die Stunde ter Freiheit gebracht habe. Der politischen Entspannung in Locarno sei auch ein Locarno der Wissenschaft gefolgt. Der deutsche Gelehrte könne wieder stolz in die internationale Welt emtreten. Im Ramen der deutschen Uni- versitäten sprach Professor R v e t h e , ter bekannte Germanist der Berliner Universität. Ganz Deutschland, so sagte er, beglückwünsche heute Bonn mit dem Gefühl herzlicher! Dankes für das, was es in schweren Jahren gelitten, geopfert uiü> bewahrt habe. Dank müsse auch ter Regierung gesagt werden, vor allem dem früheren Reichskanzler Marx. Kultusminister Dr. D e cf e r sprach im Rarnen der preußischen Staatsregierung und der Reichsregierung. Er erinnerte an die Opfertreue ter Rheinländer. Der heutige Tag der Befreiung solle uns nicht vergessen lassen, welche Kämpfe im Osten Deutschlands, in Danzig, in Oberschlesien usw. auszufechten seien. Auch an den Kampf in Südtirol erinnerte er. Geheimrat Dhroff gab zum Schluß die Ernennung zweier akademischer Ehrenbürger bekannt, des Beigeordneten der Stadt Bonn, Spo eigen, ter zur Zeit des Passiven Widerstandes die Geschicke ter Stadt geleitet hat, und des Schöpfers des Denkmals für die gefallenen Studenten, Professor Menser. Unter den Klängen eines Armeemarsches schritt dann ter feierliche Zug der Rektoren und Professoren in Amts tracht und der Studenten zur Universität zur Feier der Enthüllung des Denkmals int Arkadenhof. Sämtliche Kriegervereine hatten mit ihren Fahnen Aufstellung am Denkmal genommen. Flieger kreisten während der Feier über dem Hof und warfen Blumenspenden ab. "Nachdem die Hülle vom Denkmal gefallen war, sprach Professor P r a n q u e ergreifende Worte zum Gedächtnis ter 820 Gefallenen der Universität. Im Ramen der Studentenschaft sprach ihr Vorsitzender cand. jur. Schell. Das Deutschlandlied beschloß die würdige Feier. Sonntag nachmittag fand auf dem Alten Zoll am Arndt-Denkmal twch eine kurze Feier statt, bei der Reichsaußenminister Dr. Strefemann sprach. Er feierte Arndt als Vorbild deutschen Freiheitssinnes. Die Bedeutung solcher Männer bestehe darin, die Perspektiven zu sehen, nach denen ein Volk leben müsse. Er erinnerte weiter an das Werk von Locarno, der hessischen A s s i st e n t c n o r b n u n g vom 18. Rovember 1924. Der Antrag ist als ein Ersuchen an das Landesamt für das Dildungs- wesen gerichtet; er will verhindern, daß Ausländer zugelassen werden. Der Antrag wurde einstimmig angenommen. Der Regierung wurde hierauf ein Antrag Birnbaum — Keller zur Berücksichtigung überwiesen, der die Einst ufung des Präparators am zoologischen Institut, für seine Person, in Gehaltsgruppe 7 wünscht, damit er dem Präparator am Landesmuseum gleichgestellt wird. In einem Antrag Dr. Leuchtgens -Glaser wird die Regierung ersucht, in Verbindung mit ten Regierungen der übrigen Länder in eine genaue Prüfung der sachlichen und persönlichen Aufwendungen einzutreten, um eine Verminderung der Ausgaben zu erreichen. Die Prüfung sott sich auf die Lehrstühle, die Assistenten. die Institute, die Verwendung der Kol- legegelter und die Honorare erstrecken. Dieser Teil des Antrages tourte einstimmig angenommen. Dagegen tourte ter zweite Teil, wonach bei dieser Prüfung Sorge zu fragen fei. daß an dem Charakter und dem Recht einer Hochschule nicht gerüttelt werten dürfe, gegen 6 Stimmen abgelehnt. Das Kapitel 67 selbst wurde sodann genehmigt, vorbehaltlich der Aen- terungen. die sich durch die Beschlüsse ergeben. Zu Kapitel 61 (Gymnasien usw.) lag ein Antrag Bornemann und Gen. vor, ter etwa dahin lautet, daß wenn sich im älmkreis von 30 Kilometern eines Ortes eine höhere Lehranstalt mit gleichen oder verwandten Schul- zielen befindet, diese Anstalten zusammen- z u legen sind. Städtische Schulen sind aufzuheben. In Betracht kommen die Gymnasien in Friedberg. Wor m s and Offenbach sowie die Ludtoigsoberrealschule in Darmstad t, ferner die Realschulen in Reu-Isenburg, Laubach. Lauterbach, Schotten und Oppenheim. Der Antrag wurde mit Stimmengleichheit abgelehnt. Ein Antrag Dr. Leuchlgens-Glaser will l..'daß die Kosten der höheren Schulen den Gemeinden übertragen werden. Die Gemeinden sotten dann das Recht haben. Schulgeld zu erheben und ein Mitwirkungsrecht bei ter Besetzung der Lehrerstetten haben: das staatliche Aufsichtsrecht sott dadurch nicht berührt werden. 2. Eine Teilung von Klassen an höheren Lehranstalten sott gestaltet fein, wenn in den oberen Klassen mindestens 30. in den mittleren mindestens 40 und in den unteren mindestens 50 Schüler vorhanden sind. Der erste Teil des Antrags wurde gegen 2 Stimmen, der zweite Teil mit Stimmengleichheit abgelehnt. Ein Antrag Werner ersucht die Regierung, die Frage der Heranziehung der Gemeinden zu den K o st e n der höheren Schulen auf Grund des Gesetzes vom 21. März 1924 erneut zu prüfen. Der Antrag wurde einstimmig angenommen. Einstimmig angenommen wurde ein Antrag Hein- stadt, die Regierung hu ersuchen, daß sie die Gemeinden, die auf ihre Kosten ihre höheren Schulen ausgebaut oder auf gebaut haben, erneut aufmerksam macht, daß an eine iUebernahme der Kosten auf den Staat acht zu denken iift. Ferner tourte ein Antrag Heinstadt mit einem Zusah- antrag Dr. Leuchtgens einstimmig angenommen, in dem ausgesprochen wird, daß der Zu- drang zu den höheren Schulen nicht eingedämmt toerben kann, wenn nicht eine scharfe Auslese vorgenommen wird. Es sei deshalb auf das Lehrziel bei der Versetzung zu achten. Die bisherigen Erlasse sollen erneut streng auf diese Ziele hin geprüft werden. Ein Antrag Singel» deh will, daß wenn die Zahl der höheren Lehranstalten in Hessen verringert wird. Verkehrsverbindungen, Bevölkerungsdichte und andere Faktoren berücksichtigt werden. Dies wurde einstimmig bei einer Stimmenthaltung angenommen. Ein weiterer Antrag, daß eine Anstalt, die aufgehoben werden soll, in eine höhere Bürgerschule umzuwandeln ist. wurde mit 7 gegen 6 Stimmen abgelehnt. Das Kapttel selbst wurde genehmigt; eine Reihe von Vorstellungen, die hierzu noch vorlag, wurde der Regierung als Material bei einer Reuregelung der Besoldungsorbnung über» wiesen. Die Franzosen hätten hier endgültig auf ihre Jahrhunderte alte Tradition verzichtet. Das sei ein Ereignis von weltpolitischer Bedeutung aus Jahrhunderte hinaus. Seine Rede klang aus in einer Ermahnung zur Einigkeit und Einheit. Der Reichspräsident an die Kölner Studentenschaft. Köln, 20. Febr. Reichspräsident v. Hindenburg hat auf ein Degrüßungstele- gramm, das die Kölner Studentenschaft auf dem heutigen Befreiungskommers an ibn gerichtet hat. folgende Antwort gegeben: Die deutschen Grütze vom Defreiungskommers der Kölner Studentenschaft erwidere ich aufs herzlichste. — v. Hindenburg. vefreiungstagung des wirtschastsausschufses für Vie besetzten Gebiete. Köln. 20. Febr. (WTB.) Der Wirtschafts-- ausschuh für die besetzten Gebiete, der am 6. April 1921 von Handei und Industrie der besetzten Gebiete als gemeinsames Beratungsorgan unter Führung der Kölner Industrie- und Handelskammer geschaffen worden war, trat heute nachmittag im Kölner Rathaus zu seiner letzten Sitzung im Kölner Gebiet zusammen. Der Dorfitzende des Wirtschaftsausschusses. Geheimrat Hagen, wies darauf hin, daß die Rächt zum 1. Februar der Kölner Zone die Befreiung gebracht habe. Aber in den Jubel der Frei- gewordenen mische sich das tiefe Mitgefühl mit den Brüdern in der zweiten und dritten Zone. Diese aber sollten versichert sein, daß neben dem besonderen Mitgefühl die ganze Hilfe des jetzt freigewordenen Gebietes in den kommenden Jahren ihnen zur Verfügung stehe. Der Geschäftsführer des Wirtschaftsausschusses. der Syndikus der Kölner Handelskammer Dr. Wiedemann, erstattete darauf Bericht, an dessen Schlutz er darauf hinwies, daß das Ergebnis von Locarno für das besetzte Gebiet leider vorläufig insofern keinen Erfolg bedeute, als die Gegenseite nur zögernd an die Verwirklichung der sogenannten Rückwirkun- g c n herangehe. Der Wirtschaftsausschuß fordere auch in diesem Augenblick nachdrücklich, dah die zweite und dritte Zone geräumt werden weiter, dah zur Erfüllung dieses berechtigten Verlangens die Besahungs stärke wesentlich herabgesetzt werde und für den energischen Abbau des Verordnungssystems der Rheinlandkommission cingetreten werde. Ramens der Reichsregierung und des Reichsministeriums für die besetzten Gebiete ergriff darauf der Reichsjustizminister Marx das Wort, der den herzlichsten Dank der Reichs- regierung für alles das aussprach was der Wirtschaftsausschuß in den letzten Jahren geleistet hat. Heute stehe der Wirtschaftsausschuß vor einem bedeutungsvollen Abschluß: er stehe vor einer völlig neuen Gruppierung. Für besonders wertvoll halte er die Tättgkeit b<£ WirtschaftsauSfchusses var allem deshalb, weil dieser die verschiedenen Zweige von Handel, Industrie, Landwirtschaft und Handwerk, Arbeitgeber und Arbeitnehmer in sich vereinige und durch gemeinsame Arbeit und trotz durcheinander und gegenetnanderlaufender Interessen bedeutungsvolle Ergebnisse erzielt habe. Der ' Minister drückte die Hoffnung aus, dah dieses . Beispiel der Wirtschaft des besetzten Gebietes die 1 Wirtschaft des gesamten Leiches sich zum Muster y dienen lasse. Wenn die Reichsregierung auch den berechtigten Forderungen der schwer ge- t schädigten Wirtschaft gegenüber sich, oft habe ablehnend verhalten müssen, so könne er versichern, daß das mehr als einmal blutenden Herzens unter dem Zwang der Aotwendigkeit geschehen sei und da müsse man besonders den hohen vaterländischen, stets opferbereiten Sinn des Wirtschaftsausschusses anerkennen, drr sich auch in der schwersten Lage der verflossenen Jahre gezeigt habe: das sei die deutsche Treue, die unentwegte Treue zum deutschen Vaterland, die sich nicht nur im Wirtschaftsausschuß, sondern in den ganzen besetzten Gebieten so glänzend ausgezeichnet habe. Hamens der Reichsregierung könne er versichern, daß alles darangeseht würde, um die Lasten des beichten Gebietes zu erleichtern und i auf das möglichst rasche Freiwerden auch der zweiten und dritten Zone von der Besetzung hinzuarbeiten, die letzten Endes mit dem wahren (Seift von Locarno unvereinbar sei. Der Oberpräsident der Rheinprovinz, Fuchs, erinnerte cm die Bestrebungen der Besatzungsmächte, die Rheinlande wirtschaftlich von Deutschland abzu- ichließen. Dem Wirtschaftsausschuß sei es zu danken, daß die Einheit mit dem Reich erhalten geblieben sei. Er hoffe, daß der Wirtschaftsausschuß nicht mehr lange zu bestehen brauche, denn für die Besatzung sei tatsächlich kein Raum mehr. Oberbürgermeister Adenauer betonte das ein- inüiige Zusammenarbeiten des Wirtschaftsausschusses mit der Staats- und Kreisverwaltung sowie der städtischen Verwaltung. Der R e i ch s k o m m i s s a r für die besetzten Gebiete, Botschafter Freiherr Langwerth von Simmern, stellte sich den Reichswirtschaftsfüh- rern des befreiten besetzten Gebietes als Rheinländer vor. Er sei gekommen, die Sorgen, Leiden und Mühen des besetzten Gebietes mit ihm zu teilen und seine ganze Kraft dafür einzusetzen, das in Locarno begonnene Werk zu dem ersehnten Ziele zu führen. Für diese Ausgabe bat er um das Vertrauen aller Kreise des Rheinlandes. Darauf beschloß die Versammlung, daß die bisherigen Mitglieder aus der zweiten und dritten'Zone weiterhin den Wirtschaftsaus- schuß für das besetzte Gebiet bilden, während die Mitglieder aus der geräumten ersten Zone aus- scheiden. Zum Ersten Vorsitzenden wurde Rcichstagsabgeordneter Kalle- Biebrich gewählt. zu Stellvertretenden Vorsitzenden der Vorsitzende der Industrie- und Handelskammer Koblenz. Dr. Rüssel. Kommerzienrat Marx und Lamprecht (Pfalz), zu Geschäftsführern der Syndikus der Industrie- und Handelskammer Koblenz. Dr. Ger h. Oberregierungsrat Dr. F r i s ch - Reustadl a. d. H. und Dr. Mees- mann-Mainz. Die Handwerkskammern werden vertreten sein durch 'Dr. Ott o- Koblenz. Die Landwirtschafts Kammern haben ihren Vertreter noch nicht. Als Geschäftsstelle wurde die Industrie- und Handelskammer Koblenz bestimmt Zu Fragen, die die geräumte erste Zone betreffen, wird ein Mitglied der Industrie- und Handelskammer Köln zugezogen. Dom Westdeutschen Handwerkskammertag D ü s s e l d o r f, 21. Febr. (WTB.) Bei der vom Westdeutschen Handwerkskammertag veranstalteten Führerkonferenz des westdeutschen Handwerks prach der Geschäftsführer des Rheinisch-westfcitt- chen Tischlerinnungsverbandes, Kückelhausen-Essen über die gegenwärtige Lage der westdeutschen Wirt- chast und insbesondere des Handwerks. Er wies auf die Gefahren hin, die durch eine Senkung des Realarbeitseinkommens aller schaf- enden Stände für _bas Handwerk sich ergeben würden, denn diese Senkung des realen Arbeitseinkommens würde die Kaufkraft des Binnenmarktes außerordentlich schwächen. Die notwendige Senkung des Preisstandes für den deutschen Lebensbedarf ei am besten durch eine Vermehrung aller P r o d u k t i o n s g ü t e r zu erzielen. Als geeignete Mittel hierzu kommen die restlose Beseitigung der gleitenden Materialpreise und Löh n e und die Einführung von F e st p r e i s e n , gestützt auf langfristige Arbeitsverträge, ferner die Rationalisierung der Arbeit und eine arbeitsvertragliche Vereinbarung über zuschlagsfreie Mehrarbeit mährend der Uebergangszeit von mindestens einem Jahr und ferner die Oeffnung aller Märkte ür einen freien und gesunden Wettbewerb in Frage. Dr. Peters, der Geschäftsführer der Handwerkskammer Düsseldorf, wies auf die Bedeutung der beruflichen Selbsthilfe hin. Das Handwerk müsse wissen, daß es sich weit mehr noch als früher durch aktive Tätigkeit aller seiner Organe bemühen müsse, um sich einen gerechten Anteil an den öffentlichen Aufträgen zu verschaffen. Die Erreichung der Friedens- nriete hinausgedchoden. Berlin, 20. Febr. (121.) Der S teuer aus- chuß des Reichstags beriet heule über den Antrag, die Heraufsetzung der gesetzlichen Bliete von Reichs wegen auf 100 Prozent vom 1. April 1926 bis zum 1. April 1927 hinauszufchieben. Roch eingehender Erörterung wurde beschloßen, die für die hauszinssteucr maßgebenden Vorschriften, die am 1. April 1926 in Kraft treten sollten, insbesondere auch dieErhöhungdergesehlichen Miete auf 10 0 Prozent erst am 1. 3 u(i 1926 in 6 rast treten zu lassen. Die Verwaltungsreform in Preußen. Berlin, 20. Febr. Als Voraussetzung einer Gesundung der Volkswirtschaft hat der Reichsfinanz- miniftcr Dr. Reinhold in feiner Etatrede vor dem Reichstag dicMitwirkungderLänder und G e m c i n d e n bei der Beschränkung der öffentlichen Ausgaben bezeichnet. In einer Unterredung mit einem Vertreter des „Berliner Börfenküriers" erklärte der preußische Finanzminister Dr. Höpker- Aschoff, daß Preußen die von dem Reichsfinanzminister angekündigte Sparsamkeit und Vereinfachung der Verwaltung mit allen Kräften unterstützen werde. An der Vereinfachung der Verwaltung in Preußen werde bereits gearbeitet. Für 1926 habe Preußen seine Ausgaben um 200 Millionen Mark eingeschränkt. Aus die Frage, inwieweit eine Vereinfachung der Verwaltung durch Personalabbau zu erreichen sei, antwortete der Finanzministcr, daß Personalverminderungen durch Abstoßung von Hilfsarbeitern und durch Nichtbesetzung freiwerdender Beamtenstellen infolge Derwaltungsvereinfochung möglich sei. Die Regierung werde demnächst dem Staatsrat ein Gesetz oorlegen über die Beseitigung von 30 bts 40 kleineren Kreisen. Außerdem werde die Einschmelzung von kleineren Amtsgerichten beabsichtigt. Ferner häll der Minister eine neue Abgrenzung der Regierungsbezirke, eine Beseitigung der Doppelinstanzen von Regierungspräsident und Oberpräsident sowie die Zusammenlegung der Landeskulturverwaltung mit der allgemeinen Verwaltung für zweckmäßig. Die Erwerbslofennnterstützung. Deutscher Reichstag. Vertin, 20. Febr. Auf der Tagesordnung stehen die Vorschläge des Haushaltsausschusses über die Erwerbslosen- und Kurzarbeiterunter- stützung. Danach werden die Unterstützungssätze in den Ortsklassen A, B und C mit sofortiger Wirkung erhöht: 1. für alleinstehende Erwerbslose unter 21 Jahren um 20 Proz. 2. für alleinstehende Erwerbslose über 21 Jahre um 10 Proz., 3. für alle übrigen Hauptuntcrstühungs-- empfänger, sofern sie bereits acht Wochen nacheinander unterstützt wvrDen sind, ebenfalls um 10 Prozent. In einer Entschließung irirb die Reichsregierung ersucht, mit altem Rachdruck bei den Ländern dahin zu wirken, daß eine unberechtigte Benutzung der Erwerbslose n- fürsvrge bekämpft und jede Möglichkeit zur Arbeitsaufnahme wahrgenommen wird. Die Kurzarbeiterunterstützung beträgt für den dritten, vierten und fünften ausgefallenen Arbeitstag den Tagessah, den der Kurzarbeiter als Erwerbsloser erhalten würde. Abg. D iß mann (Soz.) bedauert, daß die weitergehenden Anträge seiner Partei nicht durch- gerrungen sind Der Mißbrauch bet Erwerbs- lvsenfürsorge müße erst nachgewiefen werden. Richt nur in Deutschland, sondern in der ganzen Welt kämen Mißbräuche vor. Vor allem müsse Arbeit geschaffen werben durch den Bau von Wohnungen. Daran werbe seine Partei gerne Mitarbeiten. Die Profitmacherei ber Kartelle und Syndikate müsse verhindert wenden. Abg. Hartmann (Dntl.) weist darauf hin. daß die Rotstandsarbeiren sehr große Mittel in Anspruch nähmen und baß bie Matcrial- preise besonbers für Öen Wohnungsbau zu hoch seien. Es käme hauptsächlich barauf an. ben Export zu heben. Abg. Teusch (Z.) wibcrspricht dem Abgeordneten Dißmann. Die Sozialisten und Kommunisten hätten lediglich eine ganz schematische Steigerung ber Unterstützungssätze beantragt. und zwar in einer Höhe, bie bie Regierung für unannehmbar erklärt habe und daher aussichtslos gewesen sei. Daher hätten im Sozialen Ausschuß die Sozialdemokraten dem Zentrumsantrag auch zur Annahme verholfen. Die bisherige Kinderzulage werbe durch die Qtcuregelung in keiner Weise eingeschränkt. Der Antrag bes Zentrums im Ausschuß sei so weit gegangen, wie es nur irgend erreichbar sei. Die tocitcrgcbcnben Anträge ber Sozialdemokraten auf eine Erhöhung von 30 Proz. bienten nur der Agitation. Durch den Kompromiß würde sofort den ©rtoerbSfofen geholfen. (Beifall.) Abg. Hemeter (Dn.) begründet eine von ben Deutschnationalen, ber Deutschen Dolkspartei, ber Bayerischen Volkspartei, bein Zentrum, ber Wirtschaftspartei und der Völkischen Arbeite- gemeinfchaft eingebrachte Entschließung, in der die Regierung ersucht wird, ben Derwaltungs- ausschuß bes öffentlichen Arbeitsnachweises anzuweisen, bie Erwerbslosenunterstützung im wesentlich erhöhtem Maße in Sachleistungen insbesondere in Roggenbrot, Kartoffeln und Milch — zu gewähren. Dadurch würde zur, Milderung der landwirtschaftlichen Absatztrise beigetragen und gleichzeitig den Erwerbslosen geholfen werden. Abg. Schneider (Dem.) erklärt, die Aus- schußanträge könnten seine Freunde nicht ganz befriedigen, aber die Demokraten würden ihnen z u st i m m e n, um schnelle Hilfe für die Erwerbslosen zu schaffen. Rach Ablehnung der weitergehenden Anträge der Sozialdemokraten und Kommunisten werden die Ausfchuhanträge zur Erwerbslosen- fürsorgc und die Entschließung zur Kurzarbeiter- Unterstützung angenommen, ebenso die Entschließung gegen den Mißbrauch ber Fürsorge. Die beutschncttionale Entschließung wirb darauf dem sozialpolitischen Ausschuß überwiesen. Die zweite Beratung des Sozialetats wirb darauf fortgesetzt: Abg. Aushäuser (S.) führt aus, baß die Verwaltungskosten der Krankenkassen nur 8 Prozent betragen, bie der Berufsge- nossenschaften aber 25 Prozent (hört, hört, links). Die gemcinnützigen Einrichtungen ber Krankenkassen hätten (ich gut bewährt. Abg. Dr. Rademacher (Dntl.) erklärt unter lautem Widerspruch ber Linken, bas alte Kaiserreich habe auf Grund ber Initiative des Kaisers eine bessere Sozialpolitik getrieben als die Republik. Dennoch hätten sich jetzt die sozialen Lasten in kaum erträglicher Weise gesteigert. Die Feststellung dieser Tatsache dürfe nicht als sozialreakttonär bezeichnet werben. Die beste Sozialpolittk sei eine gefunbeWirt- fchaftspolitik. Dte Tieberspannung ber sozialen Leistungen und Lasten führe in manchen Fällen dazu, baß eine Witwe mehr Renten beziehe, als ihr verstorbener Mann Einnahmen gehabt habe. Das neue in Vorbereitung befindliche Knappschaftsgesetz bedrohe ben Bergbau mit neuen unerträglichen Lasten. Rach weiteren Ausführungen ber Abgeordneten Gehrig (Zentr.), Timebt (Komm.), Thiel (Dtsch. Vp.) und Lambach (Dtschnat.) schließt bie Aussprache. Das Kapitel der Sozialversicherung wirb bewilligt. Bei der Cinzelbcratung über das Schlichtungswesen führte Abg. B e ck c r - Herborn (Soz.) viele Einzelfälle an, in denen nach seiner Meinung die Schlichter versagt haben. Besonders in Oberschlefien seien Schiedssprüche gefällt worden, die mit ben Grundsätzen sozialer Gerechtigkeit unvereinbar seien. Abg. Frau Behm (Dtschnat.) erklärt, sie habe Verständnis für die Stellungnahme des Vorredners. Das staatliche Schlichtungswesen verdiene eine Förderung vor allem im Interesse der Heimarbeiter, bie ohne Tarif und Schiebssprüche ganz schutzlos baständen. Die Rednerin wünscht eine Erweiterung der Befugnisse der Fachämter für Heimarbeit und die baldige Verabschiedung des Heimarbeiter- g e s e h e s. Ein Regierungsvertreter geht auf die einzelnen Beschwerden ein und betont, daß bas Schlichtungswesen sich burchaus bewährt habe. Weiterberatung Montag, 1. März. Lloyd George über Südtirol. Das Unrecht von Versailles. — Italien und die Ratssitzc. London, 21. Febr. (WTB.) Im „Sunbay Rews" schreibt Lloyb George über bie Südtiroler Frage, es sei immer schwierig, ben wirklichen Charakter solcher gemischt-sprachlichen Zonen festzustellen. Ratnrgemäß hätten bie Urheber bes Friedensvertrages in Zweifelsfälten zugunsten ihrer Kriegsgefährten entschieden. Das habe zu Fehlern geführt, die jetzt offen zutage lägen. Er, Lloyb George, sei niemals zufrieden mit der Tiroler Grenze gewesen. Tirol, ben Geburtsplah seine5 volkstümlichsten Helden Andreas Hofer zu entreißen und ihn für immer einem anderen Lande zu übergeben, habe zu endloser Entrüstung und Erbitterung führen müssen. Wenn Italien diese Wunde zu heilen wünsche, müsse es sein Bestes tun. bie Empfindlichkeiten Der Einwohner des annektierten Gebietes nicht zu verletzen Mit Weisheit und Mäßigung werbe es ihm vielleicht gelingen, bie Einwohner mit dem Gedanken ber Festsetzung einer strategischen Grenze zu versöhnen. 80 Millionen Deutsche könnten nicht für immer durch irgendwelche noch so beifällig aufgenommene Rebe so eingefchüchtert werben, daß sie die Beleidigung ihrer Rasse hinnehmen. Es fei erfreulich, baß bie Krisis vorübergegangen fei. hauptsächlich infolge der würdigen Ruhe Dr. Stresemanns. Zu der Frage der Vermehrung der Mitglieder des Völker bundsrats sagt Lloyd George, wenn Italien sich Frankreich und Polen anschließt bei dem Versuch, Deutschlands Einfluß im Rat zu neutralisieren, dann wird der Vertrag von Locarno erledigt sein. Dies würde auch den Tod des Dawesplanes beschleunigen, dec sonst erst in einem bis zwei Jahren fällig wäre. Aber es ist nicht anzunehmen, daß Mussolini, der der Geschicklichkeit nicht ermangelt, sein Land in ständige Feindschaft mit England bringen und sich zur Unterstützung ber französischen Hegemonie in Europa verpflichten werde. Ein neues Bombenattentat in Kattowitz. Kattowitz, 21. Febr. (TU.) In der letzten Zeit ist es in Kattowitz erneut zu Dynamitattentaten gekommen. In ber Rack: von Samstag zum Sonntag wurde eine Dynamitbombe in bas Haus Friedrichstraße 23 gelegt. Im Parterre dieses Hauses befindet fich bas deutsche Lokal ber Wirte Mehner, in Dem fc,ft nur Deutsche verkehren. Die Dvnamirbombe explr-dierte und richtete großen Schaben an. Obwohl aus dem im Parterre gelegenen Restaurant bi: Gäste sofort her beteilten, war es nicht möglich, bte Täter zu fassen. Aus aller Welt. Eröffnung der „Grünen Woche". In Berlin sand bie feierliche Eröffnung der von der deutschen landwirtschaftlichen Gesellschaft, der deutschen I a g d k a m m c r vnb cmberen Berufsorganisationen veranstalteten ersten landwirtschaftlichen Messe und Ausstellung der Reichshauptstadt, der „Grünen Woche" in" Berlin mit dem Empfang von Behörden und Pressevertretern im Vortragssaal des 'Hauses der Funkindustrie statt. Unter den zahlreichen Anwesenden bemerkte man u. a. den preußischen Ministerpräsidenten Braun, den Berliner Polizeipräsidenten, mehrere Berliner Stndt- räte, eine Reihe von Stadtverordneten und zahlreiche Vertreter interessierter Organisationen. In seiner Eröffnungsrede betonte der preußische Minister für Landwirtschaft, Domänen und Forsten, Steiger, die hohe wirtschaftliche Bedeutung der „Grünen Woche". Kein Mittel dürfe unversucht bleiben, um die großen Aufgaben der Landwirtschaft zur Sicherung derDolksernäh- rung aus eigener Pro 4.uf t i o n zu erfüllen. Die Staatshilfe verfolge das Zull, der Landwirtschaft die Ablösung druckender Personalkredite durch Realkredite zu ermöglichen, deren Tilgungsplan den landwirtschaftlichen Ertragsveryältnissen besser angepaßt sei. Darüber hinaus sei cs natürlich notwendig, daß die Landwirtschaft sich bemühe, durch sparsamste Betriebsführung einen Ausgleich zwischen^ den Einnahmen und Ausgaben zu erzielen. Zum Schluß gab der Minister der Hofs- nung Ausdruck, daß die „Grüne Woche" dazu beitragen möge, die Erkenntnis der wirtschaftlichen Notwendigkeiten zu vertiefen und die Bedeutung der Landwirtschaft dem Volke vor Augen zu führen. Nach dem Minister sprach Oberbürgermeister Böß, der die engen Beziehungen der Reichshaupt-' stadt zur Landwirtschaft würdigte und den Wunsch aussprach, daß diese Veranstaltung noch viele grüne Wochen, die Stadt und Land miteinander verbinden, nach sich ziehen möge. Nach einigen weiteren Ansprachen erfolgte ein Rundgang durch die drei Ausstellungshalle^. Das neue Verwaltungsgebäude der Oberpostdirektion in Berlin. Sonntag vormittag fand in Charlottenburg, nahe dem Bahnhof Witzleben, auf dem über 18 000 Quadratmeter großen Gelände zwischen der Herbart- und Dernburgstraße die feierliche Grundsteinlegung des neuen 'Verwaltungsgebäudes der Obcrpostdirektion statt, das alle zum Teil noch in ganz Berlin verstreuten Dienststellen aufnehmen soll. Außer dem Reichspostminister, den Staatssekretären und Ministerialdirektoren des Reichspostministeriums waren eine Reihe von Freunden und Gönnern zu der Feier erschienen. Der Präsident der O.P.D. Berlin. Gentzkc, dankte allen an den Vorbereitungsarbeiten beteiligten Herren der Bauverwaltung, vor allem dem Oberbaurat Hoffmann, als dem Schöpfer, ‘ und Ministerialrat Sucksdorff als besonderem Förderer des Bauentwurfes. Der Reichspostminifter, der Staatssekretär im Reichspostministerium, Sautter, und eine Anzahl weiterer Teilnehmer an der Feier taten sodann die üblichen Hammerschläge mit ben begleitenden Weihesprüchen. Den letzten Weihespruch hielt der Präsident der O.P.D, G e n tz k e, der mit einem dreimaligen Hoch auf bas geliebte deutsche Vaterland schloß. Die Musik spielte das Deutschlandlied, das alle Anwesenden entblößten Hauptes mitsangen. llebereitter Selbstmord. In B i s ch l e b e n beging einen übereilten Selbstmord der Landwirt Kcmptner. Er spielte mit seinem Sohne Karten, wobei cs zu einem Wortwechsel kam, in dessen Verlauf der Sohn in den Hof ging und vor Aerger einen Schuß in bie Luft abgab. Der Vater, in dem Glauben, der Sohn habe sich erschossen, eilte in die Scheune und erhängte sich dort. Gegen die Schreibwut der Behörden. Der Bonner Oberbürgermeister hat an die stäotischen Dienststellen folgendes Rundschreiben erlassen: „2hte den bei mir durchlaufenden Schriftstücken muß ich leider feststellen, daß in der städtischen Verwaltung immer noch zuviel geschrieben wird. Oft erhalte ich langatmige' Berichte, deren Inhalt in wenigen Zeilen gesagt toerbeit kann. Es muß unbedingt darauf gesehen werden, daß der gesamte Schriftverkehr kurz und klar ist und weder mit dem Schreiben noch mit Lesen solcher Erzählungen Zeit verloren geht. Ich bitte alle meine Mitarbeiter, sich selbst kurz und einfach auszudrücken und Gleiches von ihren -Untergebenen zu verlangen. Weiter hat der Oberbürgermeister an bie Bürgerschaft die Bitte gerichtet, im Schriftwechsel mit ben Dehörben auf möglichste K ürzc zu achten. Tödlicher Unfall. In der Rahe von Heidelberg verunglückte ber 35jährige Arbeiter Friedrich Meißner dadurch, daß ihm bei einer Sprengung in einem Steinbruch eine große Steinplatte auf den Kopf stürzte. Der Verunglückte wurde in das Krankenhaus nach Heidelberg überführt, wo er feinen Verletzungen erlegen ist. Lin Schmifpielecdenkmal in Berlin. Oberbürgermeister Böß plant, zwei der größten Schauspieler dec Reichshauptstadt, Ludwig 2 c - v r i c n t und Adalbert Matkowski, durch em Denkmal zu ehren. Das Denkmal wird voraussichtlich aus dem ©cuba rmenmartt, wo sich die Wirkungsstätte, das einstige Körtigliche Schauspielhaus, befindet, errichtet werden. INillioncnschwindel. In Reuwuldcru bei Breslau wurde ein Mil- lionenkrebitschwirtdel des Rittergutsbesitzers Berg- ner und seiner Frau aufgedeckt. Letztere wurde dem Saganer Gefängnis zugeführt. während der Ehemann nach der Schweiz entflohen sein soll. Richt weniger als 160 Haftbefehle sind gegen das Ehepaar erlassen worden. Die Frau unterstützte bie Betrügereien ihres Mannes durch den Stempel des Gutsvorstehers, dessen Posten zur Zeit unbesetzt war, ohne baß hiervon dem Land- rat Mitteilung gemacht worden war. Ein ungetreuer Postkutscher. Jin Seebad Heringsdorf waren im vorigen Sommer des öfteren vvin Postwagen Pakete verschwunden. Der Postkutscher Dröse war schließlich auf frischer Tat obgesaßt worden^ Er wurde nunmehr vom Schöfteagericht in Stettin zu zwei i Jahren drei Monaten Zuchthaus verurteilt. 5. 0*10* 2,87 fm kamen. 01240 Handlungen. QOA ts! 111: Klasse 1 Stück = 0,35 Fstm 1,20 Fstm. Bauholz. Der Besuch liegt in Ihrem Interesse Stück = 17,14 Fstm. 42,78 Fstm. Angebote sind in trinW1- i Kaufgesuche '10 Müssig. 16550 15881) ii i 7 18 23 Eintrittskarten werden im Hotel kostenlos verabfolgt I 0,97 Fstm. 7,21 Fstm. 17,46 Fstm. 4 63 152 218 247 Drucksachen aller Art liefert in jeder gewünschten Ausstattung stilrein und preiswert die Brühl’achc Univ.-Druckerei, ft Balmbofstr. 35'7,o. Stüdi — Stück — Stück = Gießen, Hotel „Prinz Carl“ vom 23. bis einschl. 25. Februar 1926 Aufschrift „Holzsubmission" bis spätestens Donnerstag, dem 25. Februar L Zs, nachmittags 3 Uhr, bei unterzeichneter Bürgermeisterei einzurcichen, woselbst die Eröffnung stattfindet. Man bittet das Holz vorher einzusehen. Herr Förster Kalberlah wird dies eoentl. vorzeigen. Etwaige spätere Reklamationen werden nicht berücksichtigt. Nähere Auskunft erteilt die unterzeichnete Stelle. Rüddingshausen, den 19. Februar 1926. Bürgermeisterei Rüddingshausen Post Londorf 2. Kl. 2 Stück ssgebäude der in Berlin. in Tharlottenburg, n. auf dem übet Gelände zwischen raße die feierliche neuen Qkttoüb Aktion statt, das Berlin verstreuten l. Auher dem t StaMseketären AeichSpostminifte- on Fremden und ten. Der Präsident lantit allen an den igten Herren der dem Oberbaurat Schöpfer, ' und s als besonderem Ruhr- Eiform- Briketts WzlriitNgjle, fporfamfle, öilllolte Neuerung inSflflöfen u. fifiWeröen, verbrennen fast geruch- und rauchfrei und hinterlassen nur wenig Rückstände. Erhältlich in allen größeren Kohlen- Erprobie Fachleute zeigen Mittel und Wege, die Büro- Unkosten erheblich zu verringern und den Umsatz durch planmäßige Arbeit zu erhöhen Rundfunk-Programm des frankfurter Senders. (Aus der „Radio-Amschau".) Dienstag, 23. Februar: 3.3o—4 Uhr: Die Stunde der Jugend. 4.15 bis 45 Uhr: Konzert des Hansorchesters: G. F. Hän- Holzsubmission. Die Gemeinde Rüddingshausen beabsichtigt im Wege schriftlichen Angebots folgende Holzsortimente zu verkaufen: Fichten st ämme : lster, der Staats- rium, Sautter, und hmer an der Feier ^mmerffiläge mit chen. §en lebten kmt der 0. P. $ , maligen Hoch auf ) fchlvh. Die Musik das alle Mvesen- ingen. stmord. icn übereilten Selbst- ner. 6r spielte mit cs zu einem Dock- der Lohn in den A chuß in die Luft üben, der Sohn habe une un6 erlangte del. 5.45—6.15 Uhr: Die Lesestunde. 6.15—6.45 Uhr: Uebcrtragung von Kassel, Vortrag über moderne Tanzmusik. 6.45 bis 7.15 Uhr: Funkhochschule: „Lungenheilstätten", Vortrag von Stadtärztin Dr. Kaufmann. 7.15 bis 7.45 Uhr: Funkhochschule: „Die Grundlagen der chinesischen Kultur, VII", Vortrag von Prof. Wilhelm. 7.45—8.15 Uhr: Englischer Sprachunterricht. 8.15 Uhr. Uebertragung aus Hamburg: „Der Kuß am Nil", Operette in drei Akten von Walter Schütt. 1. Klaffe 11. Klaffe 111. Klasse IV. Klasse Heinrich Zeiss (Unionzeiss) Zeitsparende Organisationen Frankfurt a. M. Berlin NW 7 Holzversteigerung. Die Fürstlich Solmsische Oberförsterei 5)ohcnsolms versteigert am Mittwoch, 24. Februar, im Saale des Gastwirts Gerlach in Bieber b. Gießen und dem Distrikt Helfholz: 16240 Stammholz: Fichten. 5. Kl,, 4 Stück mit 1,31 fm, Dcrbstangen 1. Kl., Fichten 3 Stück; Scheithol',: Buchen 105 rm, Prü- gelholBuchen 207 rm, Eichen 62 rm, feiefern -S rm; Reisholz: Buchen 553<) Wellen, Eichen 2980 Wellen. Anfang 10 Uhr. (Barten 714 qm. zu ver- Goldmark pro Fstm. nach Sortiment und Klaffen mit der ffllM- Mkk i H. Schön, Marburger Strane. 'SAH ,'h0»-d k Angebote find nach Goldmark per fm losweise, getrennt nach Sortiment und Klassen, mit der Aufschrift „tzolzsub- Mission" bis spätestens 25. d. M., nachmittags 212 Ubr, bei der unterzeichneten Stelle einzureichcn, woselbst die Eröffnung erfolgt. Derkaufsbedingungen sind günstig gestellt. Nähere Auskunft erteilt die unterzeichnete Stelle. 16230 Geilshausen, 20. Fcbr. 1926. Hess. Bürgermeisterei Geilshausen. Wagner. Stück = 8,37 Fstm. Stück -- 109,55 Fstm. Stück = 179,17 Fstm. Stück 152,71 Fstm. Stück = 73,06 Fstm. II. Klasse . . . III. Klasse. . . IV. Klaffe. . . Va. Klasse. . . Vb. Klasse. . . tt BdjöM bürgermeister Mellen selgeno« den bei mir durch- ich leider feststellem itunfl immer noch S Oft erhalte sch IM in ven' Tten samt Es muh X, das) tz-' Juto und einfach «ter 6«i i fiten Veit. ''(&« kr bt. bet fLUnb °"8 non ffnen 35!qq1 ? «ASt -‘Sa-* 15 fcf °.n ju et: 4S viel, bet >r m.-r 1 '-Mlb- ' .^rsonolktebUk .?ercn iilgungc, ^edjältniijen ‘e‘ es notür- s'ch bemühe, muVhUJ3 einc" Ü? Abgaben ft der host, W baju bei. ’nh SVWn » iub= " der Reichs unb ben Wunsch n9 doch viele grüne mitemanber oerbin- ch ewigen weiteren l°n9 durch bie drei Holzsubmission. Drc Gemernde Geilshausen verkauft int Wege schriftlichen Angebots fob gendc .Holzsortimente: Los l. E i ch c n - S ch n i 11 st ä m m c. ver 8ememorduntersuchling§- aurschuh. Berlin, 19. Febr. Der Fememorduuter- snchungsausschuß setzt heute die Zeugenvernehmung v. Zen gen wird als Zeuge über bic 5000» Mark-Darlehensangelegenheit vernommen, er bekundet: Ich habe aus dem Dispositionsfonds ein Darlehen von 5000 Mark zinslos an die Versor- qungsftcUc bzw. Herrn Malettke gegeben. Das war am 13. Juni. Quittiert hat Behrens von der Zen- tralstellc. Irgendwelche Verbindung mit den Fememördern sollte dieses Darlehen nicht haben und hat es auch nicht gehabt. Vorsitzender: Die Quittung lautet aber aus den Zentraloerband der Landarbeiter? Zeuge: Die Formulierung war mir gleichgültig. Mir kam es auf die persönliche Bürgschaft des Behrens an. —Meier war anfangs Mai bei mir und bat mich in Gegenwart des Herrn von der Linde um Unterstützung für Schultz, den er als politisch Verfolgten bezeichnete. Ich persönlich kannte imb kenne Schultz nicht. Ich erkläre strikte, daß die Arbeitgel^rvcreinigung dafür fein Geld geben würde. Da ich aber ein höflicher Mensch bin, machte ich die Phrase, daß ich mich privatim gern im Interesse des Abg. Meier bemühen wolle. Damit war für mich die Sache erledigt. Abg. Suttner (S.): War es Ihnen nicht auf- gefdiien, daß ein Gewerkschaftsfekretär bei Ihnen um ein Darlehen vorsprach? Zeuge: Rein! Denn es kamen z.B. auch Sozialdemokraten zu mir, um für irgendeinen Zweck Geld zu verlangen. (Große Bewegung.) 2(bg. Äuttncr: Das waren wohl die Herren Bamneister und Erdmann, ober wer war es? Zeuge (erregt): Darüber verweigere ich die Auskunft, und ich bitte um Feststellung, ob diele Frage mit dem Fememord zusammenhängt. Die Beanstandung wird nach einer Geschäftsordnungsdebatte mit 10 .gegen 5 Stimmen a b - gelehnt. Zeuge: Es war bei mir um Geld zum Zwecke der Herausgabe sozialistischer Literatur der Sozialdemokrat Erdmann. Abg. Kuttner meint, v. Zengen selbst habe auf dem Polizeipräsidium bekundet, er habe das Geld an die Landarbeiter gegeben, um sie dem Zen- traloerband zu verpflichten. Zeuge: Es kommt darauf an, was man unter „verpflichten" versteht. Abg. Schön (W. Vgg.): Sind Gelder der Ar- beitgeberoereinigung jemals für Femeorganiscstio- nen ober Fememörber verwendet ober bereitgestellt worden? Zeuge: Rein! Niemals! Abg'. ii. r. B a d t (S.): Stuf dem Polizeipräsidium hat Dr. Tänzler zugegeben, daß er gewußt hat, das; das Darlehen für Schultz verwendet worden ist. Herr von der Linde hat dort ausgesagt: „Herr von Zengen hat mir einmal gesagt. Nein, auch dir gegenüber kann ich in der Darlehenssache den wahren Sachverhalt nicht zugeben'." (Bewegung.) Zeuge: Ich erinnere mich dieser Bemerkung nicht. Sie muß auf einem Mißverständnis beruhen. In der Nachmittagssitzung ist der nächste Zeuge Wilhelm v. Oppen. Bors.: Sind von Ihnen an das Gefängnis Landsberg zugunsten des Schultze mehrere Beträge eingezahlt worden? Zeuge: Schultze ist mein Freund. Ich habe diese Beträge aus eigenem Antrieb gezahlt. Abg. Kuttner (S.): Haben Sie die Einzahlungen aus eigenen Mitteln gemacht? Zeuge: Zum Teil. Manchmal habe ich sie auch aus Fonds entbommen, die ein Mittelsmann für mich sammelte. Ljerg verunglückte f #e5 m°r gbekfuyrl. " n ist- ‘"i? 2uW - N1, •.; Diird)*'1" sich d>e Königliche w !N. Ausstellung mechanischer Hilfsmittel zur Einführung zeitgemäßer Arbeitsmethoden in Büros in Abg. Kuttner: Waren dies deutschnationale Abgeordnete? Zeuge von Oppen: Es sind keine deutsch- nationalen Abgeordnete. Ich wende mich nicht an Abgeordnete, weil ich bie Auffassung habe, baß bie Abgeordneten mit Uebernahme ihres Amtes einen Teil ihres Verfügungsrechtes verlieren. (Heiterkeit.) Anwesenbe sinb selbstverständlich ausgeschloffen. (Heiterkeit.) Nächster Zeuge ist der Geschäftsführer des Reichsverbandes Vaterlandisck>er Arbeiterverbände, Fritz Heß. Bei den einleitenden Formalien zur Vorbereitung seiner Vernehmung kommt es zu Zwi- scheufällen. Der Zeuge erklärt, er wisse gar nicht, was das hier eigentlich sei. Er müsse erst feftfteUen, ob das hier Partei Vertreter sinb ober sonst was. (Gelächter links!) Unter großer .Heiterkeit erteilt der Vorsitzende unter Heranziehung der Verfassung, der «vtrafprozeßordnung usw. eine eingehende Rechtsbelehrung. Dann erklärt der Zeuge Heß: Ich muß es also so verstehen, daß hier Vertreter von verschiedenen Parteien sitzen. Wenn nun Parteien, die meiner politischen Auffassung entgegen ft eben, die Mehrheit im Ausschuß haben, dann werden meine Aussagen hier so bewertet, wie es die Mehrheit des Ausschusses will. Da kann ich doch nicht aussagen! Vars.: Sie haben nach der Verfassung die Pflicht, hier zu erscheinen und auszusagen. (Lebhaftes Sehr richtig! links.) Heß: Dann muß ich aber dach einen Verteidiger haben. (Gelächter.) Vorsitzender: Sie haben nach den Akten auch ein Darlehen in Hohe von 3000 Mark von der Deutschen 'jlrbcitgeberoereinigung bekommen! Zeuge (unterbrechend): Ich kann nur sagen, wenn ich mich an die Fragen hier halte . . . Vors.: Sie sollen sich an meine Fragen halten' Zeuge: Die habe ich schon wieder vergessen! (Große. Erregung links unb beim Zentrum — Zurufe: Frechheit!) Zeuge: Ich ersuche Sie, mich gegen solche Zurufe in Schutz zu nehmen. Bors.: Kein Zeuge hat sich bis jetzt hier so benommen wie Sie. unb es ist daher nicht verwunderlich, daß in der Erregung foldje Zurufe fallen! Zeuge: Ich fühle mich eben als freier Staatsbürger! Bors, (erregt): Ich bitte Sie nun dringend, sich so zu benehmen,'wie es sich für einen Zeugen gehört! Der Zeuge Heß gibt darauf zu, daß er ein Darlehen bekommen hat. Vors.: Für welche Zwecke? Zeuge: Nicht zu dem, Fememörder zu unterstützen. Vors.: Wozu sonst? Zeuge: Darüber gebe ich keine Auskunft! Zeuge: Würden Sie vor einem Gericht auch keine Auskunft geben? Zeuge: Vor Gericht gebe ich jede gewünschte Auskunft! Vors.: linier Umständen kann verfügt werden, daß Sie in Hast genomen werden oder eine Geldstrafe bekommen! — Ich sage Ihnen das, damit Sie sich darüber schlüssig werden, ob Sie sich nun wie ein Zeuge benehmen wollen ober nicht! Zeuge: Mit Fememorden hat das Darlehen nichts zu tun. Im übrigen kann meine Organisation über empfangene Beträge keine Auskunft geben. Da muß ich mich eben auf den Gesetzesparagraphen berufen, der die Wahrnehmung berechtigter 3 n» teref f en schützt. (Gelächter.) Vors.: Dieser Gesetzesparagraph paßt nicht hierher, denn er bezieht sich auf Beleidigungen! — (Heiterkeit.) Abg. Eichhoff (D. 93p.): Der Gedanke des Zeugen erscheint mir begreiflich. Er ist weder Fememörder (Zuruf links: Das wissen wir noch nicht!), noch deutschnationaler Abgeordneter, noch Angehöri- Formulierung gesehen habe, an der er selbst die Schuld trage, lei ihm nicht behaglich gewesen. Etwa nach einer Woche sei Meier gekommen und habe behauptet, ihm sei das Geld von Zengen für Schulz zugebilligt worden. Der Zeuge habe sodann das Darlehen nach Fälligkeit an die Vermögensverwaltung des Zentralverbandes abgelicfcri. Daß Meier von der Vermögensverwaltung 5000 Mark erhalten habe, da von sei ihm aus eigener Wahrnehmung nichts bekannt. Als Zengen um die Rückzahlung gemahnt habe, habe er der Qlrbcitgebcrrxrcimgung mittels Scheck die Summe zurückgegeben. Auf die Frage des Abgeordneten Deerberg (Deutlch- national), ob jemals der Landarbeiterverband oder eine seiner Organisationen an Schulz ober eine andere mit Femesachen im Zusammenhang gebrachte Persönlichkeit Beträge gezahlt habe, antwortete der Zeuge verneinend. Der Hauptgeschäftsführer der Arbeitgeber-Aereini- gung. Dr. D ä n z l e v, gibt eine Darstellung, wie es zu dem Darlehen gekommen sei. Dem Abgeordneten Behrens habe er keinen Zweifel gelassen, daß das Darlehen unbedingt zurückgezahlt werden müsse. Die Dückzahlung sei auch erfolgt. Jedenfalls sei bie ^Bereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände von diesen Dingen nicht berührt. Amtsgericht Gießen. * Sieben, 17. Febr. Ende November iLxxren zwei Grenadiere vom hiesigen Bataillon au) her Kammer mit dem Aussehen von Wäsche und Unterjacken beschäftigt. Da trotz der großen Kälte die Leute noch feine ilntcrjaefcn erhalten hatten, beschlossen die Beiden, sich solche zu „besorgen". Der eine von ihnen ging zum Austreten, während der andere zwei Unter jaden und ein Paar TBickelgamalchen zum Fenster hinaus wars. die der erste dann aushvb und in seinem Schrank verschloß. Später teilten sie die Unterjacken unter sich, während sie die Wickelgamaschen abwechselnd trugen. Ein anderer Grenadier hatte gesehen, daß die Beiden sich ausfällig am Fenster zu schassen machten, und ohne weiteres angenommen, ftc würden sich irgendwelche Gegenstände beiseite schaffen. Da ihm angeblich seine Handschuhe schon längere Zeit vorher abhanden gekommen waren, beschloß er, sich bei der nächsten Gelegenheit Ersah dafür auf der Kammer zu verschaffen. Dies tat er auch bald daraus und versteckte ein Paar Handschuhe unter seinen Wickelgamaschen, damit sie bei der Durchsuchung nicht gesunden würden. Da er aber Handschuhe für Unteroffiziere genommen hatte, die er nicht tragen konnte, und befürchtete, sie würden bei einer Spindrevision entdeckt, verbrannte er sie später im Ofen. Zeder der drei Angeklagten wurde wegen militärischen Diebstahls zu e i n e r W v ch e Mittelarrest verurteilt. aer des Arbeitgeberverbandes. Er ist nur auf Veranlassung des Abg. Riedel als Zeuge geladen worden, wobei der Abg. Riedel offenbar Wert darauf legte, einmal in den Verband des Herrn Zeugen Einblick zu erlangen. — Abg. Riedel (Dem.): Ich verwahre mich ein schieden gegen die Aeußerungen des Abg. Eichhaff. Nach längeren Auseinandersetzungen unter den Mitgliedern des Ausschusses gibt der Zeuge H c ß zu, 3000 Mt. erhalten zu haben, jedoch nicht für tsememorbbegünftigung ober andere verbotene Zwecke, lieber intime Verwendungszwecke Auskunft zu geben, lehne er ab. Die Abg. Schmidt und Wiedemann hätten Kenntnis van der Verwendung und könnten Auskunft geben. Eine weitere Frage des 2lbg. Heilmann (Sozi, lehnt er mit der Bemerkung ob, wenn nicht ein Sozialdemokrat gefragt hätte, würde er antworten. (Lebhafte Entrüstungsrufe!) — Auf die Frage, ob Geld für die Schwarze Reichswehr verwendet worden fei, erklärt der Zeuge unter Heiterkeit: Die Schwarze Reichswehr kenne ich nicht! — Der Ausschuß vernimmt hierauf Herrn von der Linde. Der Zeuge erklärt, daß er aus Aeußerungen des Herrn non Zeugen den Eindruck gewonnen habe, daß die 5000 Mark nicht für wirtschaftliche, sondern für andere Zwecke verwendet worden seien. Als er in einem späteren Stadium v. Zengen gefragt habe, ob die Sache mit Schultze Zusammenhänge, habe Herr v. Zengen geantwortet: „Das kann ich auch dir gegenüber nicht zugeben!" (Bewegung.) Auf eine Frage des Vorsitzenden erwidert der Zeuge, daß aus dem ganzen Verhalten v. Zeugens er diese Antwort als Zugeständnis auffassen mußte. Auf die Frage: Hat Herr n. Zengen eine Aeuße- rung dahin getan, man solle die Gewerk schäften in die Hände bekommen' er widerte der Zeuae, daß diese Aeußerung verschiedentlich gefallen sei. Abg. Kuttner (S.): Sie sollen geäußert haben, daß Sie sich bedrückt fühlten, weil Sie Dinge erleben mußten, die sich nicht mit Ihrer Eigenschaft als gewissenhafter Mensch unb Offizier vertrugen. Hing bieser Gewissenskonflikt auch mit der 5000-Mark- Sache zusammen? Zeuge: Vornehmlich mit der 5000-Mark-Affäre. Ich hatte bestimmt den Eindruck, daß da etwas nicht in Ordnung sei! Abg. E i ch h o f f (Dt. Vp.): Haben Sie einen Anhaltspunkt dafür, baß Meier die Absicht hatte, Schulz zur Flucht zu verhelfen, und daß v. Zengen das wußte? Zeuge: 9tein, ich glaube auch nicht, daß v. Zengen bei seiner politischen Einstellung bas getan hüte. Es folgt bann eine Gegenüber st ellung der Zeugen v. Zengen unb von der Linde. Zengen erklärt dabei: Meinem Freunde von der Linde habe ich erklärt: Ich kann auch dir gegenüber nicht zugeben, daß das Darlehen von Schulz war. Das konnte ich ja auch nicht, weil es nicht so war. Zeuge von der L i n b c: Ich kann nur wieder holen, daß ich ben Eindruck gewonnen hatte, daß das Darlehen für Schulz war. Am Samstag wird zunächst der frühere Geschäftsführer der Dersorgungsstrlle des Zentral- verbandes der Landarbeiter. Male t t ko, vernommen, der aussagt, die Dersorgungsstelle habe seines Wissens nur einmal ein Darlehen von 5000 Mark erhalten. Dabei habe es sich um Deckung einer Wechselverbindlichkeit gehandelt. Er habe sich an von Zengen gewandt. Diefcr habe grundsätzlich zugestimmt, aber die Anter- schrift von Behrens verlangt. Es sei eine Quittung formuliert worden, in der es irrtümlicher weise geheißen habe: „Für den Zentralverband der Landarbeiter 5000 Mark. — Behrens" Als er nach det Unterzeichnung durch Behrens diese i Verkäufe Ein Wurf starke Zettel Schlapvohrcn. nute Fresser, zu verkauf. Salzböden, 1672 D Mttl'le. »w- „in Ä'l' I M 522,86 Fstm. Kiefern st ämme: III. Klaffe.... 6 Stück - 6,35 Fstm. IV. Klaffe . ... 36 Stück - 26,94 Fstm. V. Klaffe .... 126 Stück 55,74 Fstm. 89,03 Fstm. Eichen st ämme: Schnittholz. II. Klaffe......1 Stück — 0,85 Fstm- Zu verk. 1 neueSlü- üienetnricht. lBttcb- vine>, sowie gebt. Küchen fchr., v. 25 Jt an. vollst. Bett., neue Waschkomm.u.Nacht. ufcke.lSchreibl.neu. Divlom..Eiche,Ttsche, Stuhle, 14r.Hanbw., I 8 Sofas, 1 el. Lüster, 1 et. Zual- 1 Cfen «Dauerbr.t. Gramm. a.£eilA.H.BennerII., Aukrionat. u. Taxat» Seltersw. 83 H 01212 1 suflre DOtiBglid). feeita abzugeden. Wie*eck, ! Grabenstrabe 14. clevb. 1079. 1BWD sucht gebraucht, aber noch gut erhaltenes Büarmonlnm iDaugwindl niedrig Modell. Offerten an Lehrer Schmoll. E l v e n r o b, Post "'tiederqenii'.nden. Astes öle, lLieiröhrew lauft - BrühUche Druckerei D“ Schulst?. 7"J Eicken-Bauholz. 2. Kl. 3 Stück, 4,14 fm 3. Kl. 4 Stück, 3,79 fm 5t t e i e r n |t ä m nt e. 3. Kl. 6 Stück, 9,07 fm 4. Kl. 28 Stück, 18,73 fm 5. Kl. 260 Stück, 61,30 fm F i Ä t e n st ü m m c. 2. Kl. 4 Stück, 12,96 fm 3. Kl. 46 Stück, 75,79 fm 4. Kl. 68 Stück, 67,22 fm vs-Kl. 1-67 Stück, 72,71 fm 5b-Kl. 406 Stück, 86,90 fm Fichtcnstangc n. 1. Kl. 359 Stück, 31,10 fm Lo§ II. Eichen-Bau Holz. 2. 51 l. 1 Stück, 1,53 fm 3. Kl. 1 Stück, 0,96 fm 4. Kl. 2 Stück, 1,36 fm Kieierntt ämme. 3. Kl. 7 Stück, 9,30 fm 4. Kl. 48 Stück, 13,84 fm 5. Kl. 202 Stück, 93,74 fm Fichtenstämme. 2.5kl. 1 Stück, 2,77 fm 3. Kl. 8 Stück, 16,74 fm 4. Kl. 28 Stück, 27,75 fm 53-514. 64 Stück, 40,25 fm 5b-.ül. 180 Stück, 51,86 fm i ■ Herr Philipp Sack V im 57. Lebensjahre. Heuchelheim, den 22. Februar 1926. Ludwig Hofmann II Die tieftrauernden Hinterbliebenen. Daubringen, Alten-Buseck, den 21. Februar 1926. Die Beerdigung findet Dienstag, den 23. Februar, nachmittags 3 Uhr, statt. 16810 Bekanntmachung ip Stck. 5b-Kl., 38,55 im Holz Bechtel. 16770 16760 16 44 49 anzüge (neu), 1 Ofen. Versteigerung bestimmt. Stämme Stämme Stämme Stämme Stämme 3. Kl., 25,68 im Stämme 4. Kl., 48,65 iw Stämme 5a=ÄL, 34,08 fm Sick. Stck. Stck. Stck. 8: 9: 42 Stck. 3. Kl., 65,08 fm 34 Stck. 4. Kl., 35,08 fm 4. Kl., 54,56 fm 5a-Kl., 65,67 fm 5a-Kl., 54,91 fm 5b°Kl., 76,09 fm a) ftiefcm-Stämmc: 1: 33 Stck. 4. Kl., 20,59 fm 2: 85 Stck. 5. Kl., 32,87 fm b) Fichten-Slämme: gcmes- 15860 Losen 55 121 89 280 133 Los Los Los Oie trauernden Hinterbliebenen; Familie Heinrich Rinn 1. Familie Franz Sack. Los Los 62 Stämme 5b-Kl., 22,45 fm Sämtliches Holz ist mit Rinde len und nicht entrindet. Angebote sind, getrennt nach L. Hartmetz, 'Auktionator und Taxator Neuenweg 28, Telephon 1414. t unbam öhmnerlr nben seHr f Heute morgen starb nach längerem Leiden unser lieber Vater, Schwiegervater und Großvater Die Oberförsterei Neustadt verkauft am Mittwoch, dem 3. Marz 26, von vormittags 81,', Ahr ab, in der Gast-. Wirtschaft von Hisserick) am Bahnhof Allendorf, SVreiß Kirchhain, ans den Förstereien Allendorf, Aiederklein und Hof-Reh, Distrikte 23, 30, 90, 93, 119. 120, 147, 149, öffentlich meistbietend etwa 240 rm Eichen - Scheiter, 60 rm Eichen- Knüppel, 580 rm Buchen-Scheiter. Zahlungen können im Termin geleistet werden. 16750 3: 4: 5: 6: Los « Los Los Los Das Holzfubmiffion Die Gemeinde Londorf verkauft im Wege schriftlichen Angebots nachverzeichnetes Fichten-Stammhol;: Wir fordern unsere Anteilzeichner auf, ihre Anteilscheine gegen Vorlage der Einzahlungsbescheinigungen (Quittungen oder sonstige Bankbelege) bei der Handels- und Gewerbebank, E. G. m. b. während der üblichen Kassestunden persönlich oder gegen Empfangsbescheinigung abzuholen. 4 13 51 82 Samatag nachmittag 6*/, Uhr verschied in der Klinik zu Gießen unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onke1 Kutz-und Brennholzversteigerung. Samstag, 27. Februar 1926, vormittags 10 Uhr, werden in der Gastwirtschaft von Ronthaler in Langd aus den Staatswalddistrikten Heegwald 2, 4, 6 und 10, Eisenkaule 5, Hailoh 2 und 4, Katzenberg und Merloh der Försterei Langd versteigert: Nutzholz: Stämme: Esche 6 Kl. 1 St. --- 0,08 Fm. Buche 2. Kl. 3 St.--3,26Fm., 3. Kl. 16t.-0,48 Fstm., 4.Kl. 1 St.= 0,50 Fstm., Schwellenholz l.Kl. 1 St. = 0,71 Fstm. Kiefer 5. Kl. 5 6t. = 1,44 Fstm. Fichte 4.Kl. 57 St. —45,71 Fstm., 5a. Kl. 78 St. = 31,80 Fstm., 5b. Kl. 211 St. = 41,35 Fstm. Derbstangen: Eiche 16. Kl. 22 6t. =0,67 Fstm. Fichte 1. Kl. 73 6t. = 5,61 Fstm., 2. Kl. 23 6t. 1,32 Fstm. Ruhknüppel- reistg Rm.: 62 Fichte. Rutzreistg Rm.: 136 Fichte. Brennholz: Scheiter Am.: 145 Buche 1. Kl., 117 Buche 2. Kl., 7 Eiche. Knüppel Rm.: 109 Buche 1. Kl. 45 2. Kl., 61 Hainbuche, 4 Esche, 318 Eiche. 48 Erle, 9 Obstbaum, 30 Lärche, 61 Fichte. Reisig Rm.: 807 Buche, 955 Eiche, 58 Erle. Stöcke Rm.: 64 Buche 1. Kl.. 66 2. Kl., 4 Hainbuche, 120 Siche. 13 Lärche, 46 Fichte. Rur die blau unterstrichenen Rummern kommen zum Angebot. Das Holz beliebe man sich vorher anzusehen, spätere Beanstandungen können nicht berücksichtigt werden. Rähere Auskunft durch Herrn Förster Büttner in Langd und die unterzeichnete Stelle. Eichelsdorf, den 20. Februar 1926. Hessisches Forstamt Cichelsdorf. 1 Stamm 2. Kl., 0,75 fm Bruchmeister b. Scheidhauer &Gießing, Mainzlar im 63. Lebensjahre. und Klaffen, mit der Aufschrift „Holzsub^ Mission" bis spätestens Samstag, den 27. Februar d. vormittags 11 Uhr, bei unterzeichneter Bürgermeisterei einzureichen. woselbst auch die Derkaufsbe- binqungen eingesehen werden können. L o n b d r f, 18. Februar 1926. Bürgermeisterei Londorf A u m a u n. Mittwoch, den 24. Jebr. 1926, ab 2 Llhr versteigere ich im „Löwen-, Aeuenweg 28 1 Motorrad 3 P. S., Herren- u. Damenräder, Rähmaschinen, 2 Dezimalwagen 100 kg und 1000 kg (fast neu), ein Trumeauspiegel,lweihl.Kinderbett(neu), 2 Kinderwagen (neu), 2 Kinderbetten «gebraucht), 1 Waschtisch, 1 Liegestuhl, 2 Küchentische, 1 Rachtschrank, 4 Gasherde (2 mit Tisch), 1 Photoapparat, [ Mützen und Hosenträger, Herren- und Damenlleider (getr. und neu), mehrere Bilder, Damenschuhe, Herren- u. Kinderschuhe (Gr. 40-44), 2 Kommoden, ein Vogelkäfig mit Ständer, Briefkasten, Seihen u. Bratpfannen,? Konfi rmanden- ^°rpcr, «tksl-r. , rote neb fledige hnrll, wenn man Die Beerdigung findet Dienstag, den 23. Februar, nachmittags 2 Uhr, vom Trauerhause Gießener Straße 34 aus statt. 16710 _ ist mit Rinde gemessen. Los 1 und 2 sind entrindet. Verkaufsbe- Holzsudmission. Die Gemeinde Steinbach verkauft im Wege schriftlichen Angevots folgende Holzsortimente. 15850 _ dingungen können bei uns eingesehen werden. Angebote sind, nach Losen getrennt, bei uns einzureichen mit der Aufschrift „Holzsubmission" bis zum Mittwoch, 24. Februar d. I., nachmittags 3 Uhr. Steinbach, 18. Februar 1926. Hess. Bürgermeisterei Steinbad). Krämer. Los 1: 3. Kl., 5,88 fm 4 Kl., 14,—fm 5s-Kl., 34,96 fm 5b-Kl., 26,07 fm Los 2: abend» den Echo um von „Muder'O P-Medtzl- «l-Seste-, ä 6ttf. 60 Pfg. (16% la), Mk. 1- (to%lä) und M. IM (36% la, stärkste Form), dntroinax lätzt. Schaum erst metflens odwaschea und mit .Zmkooh-Creme" (in Luden ä 45, 65 und 90 Vlg.) nach streichen. @n>6- atllge Wirkung, von Lausenden bestiwgt. In allen Apotheken, Drogerien, Pariümertes uv- Frise arge sch-Utca er-Mich. Volkshallenverein e. V. lM7D Ahersvereinigung W72»1922 Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsere Mitglieder von dem Ableben unseres lieben Alterskameraden Herrn Johannes Barth in Kenntnis zu setzen. Die Beerdigung findet Dienstag, den 23. Februar, nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Wir bitten um recht zahlreiche Beteiligung. 1682D Bier Vorstand. Oott dem Allmächtigen hat es gefallen, am Samstag um 9 Uhr vormittags nach kurzem schweren Leiden meinen lieben Mann, unsem guten Vater, Bruder, Schwager und Onkel Herrn Johann Barth im Alter von 53 Jahren In die Ewigkeit abzurufen. Die trauernden Hinterbliebenen: Kath. Barth geb. Reitz nebst Kindern. Oießen (Frankf. Straße 138), den 22. Februar 1926. Die Beerdigung findet Dienstag, den 23. Februar, nachmittags 2 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. 16580 Orb, ViBBen: Fürst Bismarck /iWB am KurPark (Pension) und Daheim. ölMlIllIiffl Kurmitlclhaus für Licht- und clektr.-physika!. Heilmeth. (früh. """-iTÖ Geheimrat Dr. \V. Hufnagel) in enger Verbindung mit den Heilfaktoren des Kurortes. Anfr. an Dr. Viktor Hufnagel. 1K8ss Bekanntes und bedeutendes Unternehmen mit eigenen Fabriken in bester Geschäftslage ZU mieten. Schriftliche Angebote unter J. V. 467 an den Gteffener Anzeiger. Holzsud nission der Hessischen Bürgermeisterei Dieder- Bessingen. Der Termin für die Angebots-Einreichung lautet richtig. MillKli.M. Fetair 1920 und nicht 29. Februar 1926, wie irrtüm- lich in der Anzeige angegeben. ,M9O Vermietungen | 'm. Brandl bÄ Zimmer frei. _____Tel. 1085. iomD Ml. Zimm zu vermieten 01ö‘ Kaiserallee 31 p. Möbl. Zimmer zu vermieten 012s9 KaiseraUee 36 III, WM. Zimmer 8ii vermieten [01245 Neuen Baue 2 I. Behaglich möbliert. Zimmer mit elektr. Licht möglichst sofort gesucht. Schr. Angeb. unter 01237 an d.Gieff.Anz. (Stellenangebote! Gelernte Büglerin sofort gesucht. 1668D Provinzial Pfleaeanftalt Licher Straffe 74. Biittrii zum 1. März gesucht. 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Ferner. Priscilla Oean die Sirene von Sevilla und die rassige Filmschön« heit in einem glänzenden, echten Stierkampf- Film mit prachtvollen Aufnahmen aus Spanien. Anfang 4 Uhr. Astoria-LicMspiele Selterewes: Heute bis einschl. Mittwoch: O-Zofl des Grauens Fabelhafter Detektivfilm in 6 Akten. — Ferner: Oer Flug zum Glück Abenteuer in den Wäldern Alaskas in 5 Akten. 1678c Ein kleines Mädel angekommen W. Poppe und Frau Käte geb. Dreling Gießen, den 17. Februar 1926 “*»D Gießener Konzertverein Donnerstag, den 25. Februar 1926, abends ?y3 Uhr, in der Stadtkirche: Neuntes Abonnementskonzert Bach-Abend Ausführende: M. STRUNK (Sopran) und E. BÖHM (Alt) aus Berlin, Hoforganist HOPF aus Eisenach, der AKA- DEMISCHE GESANGVEREIN, SOLOVIOLINE, SOLOOBOE und das KAMMERORCHESTER, verstärkt durch FRANKFURTER und NAUHEIMER Künstler. Leitung: THEODOR KNODT. Bach-Kantaten mit Soli, Chor, Orchester und Orgel Passaglia, Präludium und Fuge für Orgel. Eintrittskarten: 5, 4, 3 und 2 Mk. bei Ernst Challier und abends an der Kasse. Studentenkarten 1 Mk. nur im Vorverkauf beim Hausverwalter der Universität. WM6F**» Die für das 9. Konzert ausgegebene Abonnc IflWsE mentskarten sind bis Dienstag gegen die Karten für die Kirche umzutauschen. 1664c Cafe Amend Mittwoch, den 24. Februar, abends 8 Uhr Kammermusik-Abend ausgeführt von dem Künstler-Trio Rodriguez-Wiehter-Scharf Werke von C. G. Reissiger, L.v. Beethoven, Fr.Schubert C.M.v. Weber. Nutzholz-Versteigerung. Freitag, den 26. Februar 1926, kommt im Holzheimer Mark- und Gemeindewald folgendes Ban- und Rutzholz zur Versteigerung: Kiesern-Stämme 3., 4. und 5. Klaffe 33 Stück — 14,13 Fstm. Kiefern-Ruhscheiter ----- 12,2 Rm. Fichten-Stämme 2., 3. und 4. Kl. 12 Stück = 11,13 Fstm. Fichten-Stämme 5a- und 5b-Kl. 86 Stck. = 27,99 Fstm. Fichten-Derb- und Reisstangen 582 Stück. Zusammenkunft vormittags 9 Ahr an der Straffe Holzheim — Lang-Göns am Pfahlgraben. Holzheim, den 20. Februar 1926. Hessische Bürgermeisterei. Wetz. 1674D Nutzholzversteigerung Montag, den 1. März Ifd. Is., werden von vormittags 9 Uhr ad, im kleinen Saale deZ „Deutschen Hauses" in Alsfeld aus den Forstorten Beerberg 3 und 5, Iahlenberg 2a, Sandrück 1 und 7 und verschiedenen Distrikten der Försterei Nain- rod, Tummel 5, Auerberg 10, Kohlstöck 3a, Kohlhaupt 1, Baaswild 1 und 2 der Försterei Auerberg, Jinkelbach 1 und 2, Rodäcker 2, Thiergarten 7, Buchwald la, Tannenwald 3a, Struth 7a und 8d und verschiedene Distrikte der Försterei Schwarz, Pflanzen- leith, Eisenstrauch 2, Ziegentanne 2b, der Försterei Eifa versteigert: Schnittholz. Fstm.: Eiche 2. Kl. 2=2,47, 3. Kl. 8—6,26, 4. KI. 18=10,78; Fstm.: Buche 2. Kl. 1=0,62,3. Kl. 2=2,01; Fstm.: Kiefer 2. Kl. 5=4,68, 3. Kl. 86=51,42; Stammholz. Fstm.: Eiche 2. Kl. 1=0,55, 4. Kl. 2=1,18 (Wagnerholz), 6. Kl. 58= 18,77 (Wagnerholz); Fstm.: Buche 1. Kl. 1=1,66, 3. Kl. 1=0,46; Fstm.: Hainbuche 4. Kl. 1=0,41, 5. Kl. 3=0.70, 6. Kl. 1= 0,16; Fstm.: Kiefer 3. Kl. 24=29,52, 4. Kl. 54=49,55, 5. Kl. 172=120,33; Fstm.: Weymoutskiefer 3. Kl. 1=1,46; Fstm.: Lärche 3. Kl. 1=1/13, 4. Kl. 4= 3,96, 5. Kl. 87=32,55; Fstm.: Fichte 3. Kl. 7 = 13,11, 4. 21=26,28, 5a Kl. 56=42,01, 5b Kl. 132=39,70; Derdstangen. Fstm.: Eiche 30=1,84, Esche 13=0,70, Buche 2=0,10, Fichte 1. Kl. 222=18,51, 2. Kl. 593=22,38, Reisstangen. Fstm.: Fichte 1. Kl. 128= 2,33, 2. Kl. 292=1,62 (Bohnenstangen). Nutzknüppel. Rm.: Eiche 12,8. Die Derdstangen und Nutzknüppel kommen zuerst zum Ausgebot. Das Schnitt- und Stammholz erst nach Eintreffen der 10-Uhr-Züge. Das Holz ist vor der Versteigerung einzusehen; spätere Einwendungen gegen Menge und Güte finden keine Berücksichtigung. Auszüge können, soweit Vorrat reicht, von dem unterzeichneten Amt bezogen werden. Nähere Auskünfte erteilen die Herren Förster Schaaf zu Eifa,Büttner u.Schanz zuRainrod, Stumpf zu Schwarz. Alsfeld, den 20. Februar 1926. Hessisches Forstamt Alsfeld. Kendel. 1673D 8-10000 Mari gegen hohe Zinsen von Engrosgeschäft zn leihen gesiM. Bolle Sichcrheii. Schrtftl. Angebow unter 01213 an den Gieff. An,;, erbeten. Brosche (Gemme) verloren Sonntag, den 7. II. Abzugeben gegen Belohnung 0123;) LudwiaSvlatz 9 1 Verloren goldene Damenuhr mit MewnudM (Andenken). Gegen Belohnung abzugebeu 01244 Attertvea 23, Hth. KriegervHlHeh Mittwoch, den 24. Febr., aböd. 8'/., 1t, im Postkeller: JManpl- melug. Die Tagesordnung ist in Str. 4 des „Heft fischen Kamerad" veröffentlicht. 1G85D Der Vorstand. Fraoenbund. DttLervittkursuS im Hotel Prinz (Varl findet nicht Donnerstag u. Freitag, sondern [1M6D Mittwoch und Donnerstag um 4 u. 8 Ubr statt. Honorar 3 Mk. Zungdeutscher Orden. xes,D BruderabendDlens» lagsälltauLdasurBe- suchdesVortragödeö V. D. A. über die Dobrudscha- Deutschen um 8'ft,Untver- fitälS - Aula. Treff- punkt imOrdenslok Stadttheater DienStag,23.Febr. 20L!enskllg'Av.-Vrsl. von 7V2 b. geg. 10Uhr Sahinlalfl. (Eht indisches Schauspiel in 8 Bildern und einem Vorspiel vonKalidala, deutsch von Lauckncr. Nr. 44 Zweite Blatt Montag. 22. Februar 1926 Gießener Anzeiger (Generalanzeiger für Oberhesfen) Turnen, Sport und Spiel. Turnen. (Sau Hessen der D. T. Hollengerätewetturnen des 2. Bezirks 4 Die neuerbaute prächtige Turnhalle des Turnvereins Heuchelheim öffnete gestern zum ersten Male für eine turnerische Veranstaltung über den Rahmen des Vereinsturnens hinaus ihre weiten Räume. Die Turner des 2. Bezirkes (Diesten-Wetzlar) hielten unter der Leitung des Dezirksturnwartes Schüler- Wehlar ihr Hallenwetturnen ab. Eine Beteiligung, die alle Zahlen der Vorjahre in den Schatten stellte — waren doch nahezu 300 Wettturner zum friedlichen Wettkampfe angetreten — war zu verzeichnen. Dah besonders die Turner vom Lande flott bei der Sache waren und für sich gar manchen schönen Erfolg buchen konnten, sei stark unterstrichen und lobend erwähnt. Auch das turnerische Können hebt sich im Bezirk mehr und mehr. Um 1 Ubr war das Wetturnen beendet Flinke, arbeitsfrvhe Hände räuytten die Halle, um sie für das Schauturnen herzurichtcn. Währenddessen arbeitete der Derechnungsaus- schust,' dem Turner Carl Lang- Diesten als De- zirksschriftsührer mit Umsicht Vorstand. Kurz nach 3 Uhr waren die Arbeiten erledigt, und das Schaut urnen konnte beginnen. Die Bezirksriege turnte an Reck, Darren und Pferd. Recht schöne und zu Hoffnungen berechtigte Leistungen, vornehmlich der jüngeren Turner, fairden verdiente Anerkennung. Obenan standen die Uebun- gen von Turner Carl Reuter (Tv. 46, Diesten), einem unserer Besten des Gaues. Ihre freund- nachbarlichen Beziehungen bewiesen die beiden Gießener Turnvereine (Tv. 1846 und Männer- Turnverein), indem sie ihre Turnerinnenabtei- lungen bei der Werbeveranstaltung mitwirken lieben. Mit stürmischem Beifall tourten die Vorführungen der Diestener Turnerinnen ausgenommen. Stab-, Frei- und Keulenübungen wurden gezeigt und am Barren, dem Lieblingsgerät der Turnerinnen, geturnt. Hoffentlich klingen die Leistungen ter Turnerinnen bei den zahlreich anwesenden Damen nach, test auch sie den Weg zum deutschen Turnen finden Dezirksvertreter Wilhelm Erle- Diesten fand die rechten Worte, um das schöne, deutsche Turnen in das richtige Licht zu stellen. Rachdem Dezirksturnwart Schüler den Heuchelheimer Turnern den Dank für die Vorbereitungen zum Wetturnen und für die Bereitstellung der Halle ausgesprochen hatte, nahm er die Siegerverkündigung vor. (Es folgen hier nur die Ramen der drei ersten Sieger jeder Stufe. Auf die Erfolge der Giehener Turnerschaft kommen wir demnächst zurück.) Turner: l.Sieg Heinrich Römer Tv. Treis a. d. Lda. 173 Punkte, 2. Sieg Ludwig Malkomesitls Mtv. Giehen 171 Punkte, 3. Sieg Franz Reuschling Tv. Heuchelheim 170 Punkte, 3. Sieg Willi Strauch Mtv. Giehen 170 Punkte. Jugend-Oberstufe. 1. Sieg Rudolf Spuck Mtv. Giehen 145 Punkte. 2. Sieg Otto Heinstadt Tv. 1846 Giehen 144 Punkte, 3. Sieg Karl Leinweber Tv. Treis a. d. Lda. 142 Punkte. Jugend-Unter stufe: l.Sieg Karl Schick Tv. 1846 Giehen 121 Punkte, 2. Sieg Heinrich Mosbach Mtv. Giehen 119 Punkte, 3. Sieg Kurt Horehseck Tv. 1846 Giehen 118 P, 3. Sieg Fritz Spuck Mtv. Giehen 118 Punkte. Schüler: 1. Sieg Hans Bürck Mw. Giehen 127 Punkte, 2. Sieg Erich Volk Tv. Grohen- Linden 121 Punkte. Allgemeiner Deutscher Turnerbund. Die Bundesleiwng des QL D. T. hat bet der Geschäftsstelle des Deutschen Reichsausschusses für Leibesübungeit einen Antrag gestellt, während der Deutschen Kampfspieltooche in Köln einen volkstümlichen Fünfkampf aud tragen zu lassen und außer dem mit dem Kampfspielen eine Jugendführerta - gung zu verbinden. Laut DeschDuh soll das diesjährige Jugendtreffen verbunden mit Jugendturnen deS Südwestdeutschen Turnver- b a n d e s, der bekanntlich die Gaue Wetterau, Main-Rodgau, Jahn Starkenburg und Lahn- DünSberg umfaht, am 6. und 7. Juni im Ossen- heimer Wäldchen bei Fnedberg (Wetterau) statt- finten. Zur Ausschreibung gelangt für alle Klassen ein Reunkampf, und zwar je eine Pflicht- und Kürübung am Darren, Reck und Pferd, eine Pflichtfreiübung, 100 Meter-Lauf und Weitsprung . Für Jugendturner von 14 bis 16 Jahren und Jugendturnerinnen wird statt 100 Meter- Lauf 75 Meter-Lauf eingesetzt. Hockey S. C. Frankfurt 1880 gegen Bonner H. u. T. C. 13:3. Das Probespiel der aus süddeutschen Spielern zusammengesetzten Elf gegen die Städteelf Nürn- berg-Fürth endete 4:3. Beide Mannschaften waren gleichwertig. B. S. C.—B. S. V. 92 2:2. Berliner Hockeyklub—Charlottenburger S. C. 1:0. Leichtathletik. D. T.-Waldlaufmeisterschaft1g2k vo. Für die Waldlaufmeisterschaft der Deutschen Turnerschaft am 25. April in Stuttgart liegt jetzt die Ausschreibung vor, nach der die Meisterschaft ausgetragen wird: 1. für Einzelläufer. 2. Vereinsmannschaften, 3. Kreismann- schäften. Die Strecke beträgt 7,5 Kilometer und führt durch prächtiges, welliges Waldgelände. Eine Mannschaft besteht aus vier Läufern, von denen die drei besten gewertet werden. Für eine Kreismannschaft werden die drei besten Läufer des Kreises gewertet. Bei gleicher Punktzahl mehrerer Mannschaften entscheidet ter vierte Mann über die Rangfolge. Auszeichnungen werten nach den Destimmungen der D. T. gegeben. Deutsche Hochschul-Meisterschaften. vo. Zu den am 27. und 28. Februar in Halle zum Austrag kommenden deutschen Hoch- schul-Meisterschaften im Waldlauf, im Turnen und im Fechten find rund 150 Meldungen ein* yegangen. Im Waldla uf starten etwa 70 Läufer, darunter, sind die Llniversitäten Berlin, Halle, Dresden, Aachen, Hannover besonders stark vertreten. Für die G e r ä t e m e i st e r s ch a f t e n sind etwa 50 Meldungen eingegangen. Die Kampfe werden in der Turnhalle der Moritzburg (am 27. Februar) ausgetragen. Zum F e ch- t e n werden 25 akademische Fechter antreten. FutzbaA. Endspiele um die westdeutsche Meisterschaft. In Hamborn: Sp. B. Duisburg — Sport Kassel 5:1. , In Bielefeld: Arminia Bielefeld — Sportfreunde Siegen 5:4. Runde der Zweiten. In Ne uh: Rhendter Spielverein — Fortuna Düsseldorf 2:2. — F. B. 08 Duisburg — V. f. L. Osnabrück 3:1. Weitere Meisterschaftsspiele. Sportclub 03 Kassel — B. f. B. Marburg 9:3. Hessen Kassel — Sp. B. Göttingen: Kassel kann kampflos gewinnen. Der Fall Linnighäuser. Frankfurt a. M., 21. Febr. In der heutigen Nevisionsverhandluna hat das Berbandsgericht des Süd deutsch en Fußballvcrbandcs dem F. Sp. B. die beiden Punkte aus dem Spiel gegen Germania 94 wieder zuerkanlit, ihm aber aus dein unentschiedenen Spiel gegen Eintracht einen Punkt aberkannt. Der Spielausschustvorsitzende des S. F. B. hat nunmehr zu entscheiden, welcher der beiden Vereine, die jetzt punktgleich stehen, Meister wird, oder ob ein Wiederholungsspiel stattfinden soll. V. s. B. (-) Mit nicht weniger als fünf Ersatzleuten war die Liga nach Marburg gefahren: es wäre angebracht, die Absagen zweier Spieler auf ihre Stichhaltigkeit nachzupiüfen. Sofort mit dem Anstoß legte sich V. s. B. mächtig ins Zeug und verschenkte auch schon in der ersten Qlünutc eine klare Chance. Rach etwa viertelstündiger Feldüberlegenheit gelang es Köhler, eine Vorlage von Pietsch zu verwandeln. Langsam sand sich denn auch Germania und konnte durch ihren Halb- rechten gleichziehen. Die weitere ^leberlegenheit Gießens wurde für Germania immer erdrückender und zwang die Verteidigung zur Hergabe ihres ganzen Könnens, was aber nicht verhindern! konnte, test Krest I., Pietsch und sogar Hausrath aus der aufgerückten Läuferreihe heraus je ein Tor zu erzielen vermochten. Kurz vor Halbzeit Derbeffertc der Plahverein dann das Ergebnis durch einen „Händestrafstoß" auf 2:4. Rach der Pause kam Germania etwas auf und buchte für sich ein drittes Tor, dem V. f. V. durch Krest I. kurz darauf Rr. 5 folgen liest. Der wechselvolle Kampf sah den Gastgeber noch kurze Zeit im Vorteil, da es ihm gelang, gleichzu- ziehen. Der hierbei verwandelte Elfmeter war ein billiger Erfolg, den Dingel vermeiden und Vöckler hätte halten müssen. Einen gegen Ger- I mania verhängten Elfer schost Pietsch dem Tormann in die Hände. Gegen Ende drückte Diesten gewaltig auf Sieg, den aber die sehr zahlreich nerfeibigenten Marburger zu verhindern wustten. ©in nicht endenwollentes Gedränge vor dem QKarburger Tor, aus einem Eckball resultierend, sah fast die gesamte Germaniaelf in Verteidigungsstellung, wurde aber schliestlich durch den etwa um acht Minuten zu frühen Schlußpfiff des Schiedsrichters abgebrochen. Endresultat 5:5. V. f. B. bot anerkannt die bessere Leistung, was in Anbetracht der durch Ersaht) geschwächten Mannschaft um so höher zu bewerten ist. Rur fehlte dem Sturm die richtige Durchschlagskraft, die das im Feld gezeigte Kombinationsspiel durch präzisen Torschuß hätte krönen sollen. Die Läufer reihe Eomite im allgemeinen gefallen, verlor jedoch zuweilen durch zu weites Ausrücken die Verbindung mit der Deckung. Krest H. und Dingel waren als gut zu bezeichnen. Vöckler war nicht auf der Höhe des Vorsonntags. Der Ersah tat sein mögllchstes, um den Anforderungen eines Ligaspiels zu genügen, was besonders für die Außenstürmer auf dem morastigen Boden und dem ungewohnt kleinen Spielfeld sehr schwer war. Der Schiedsrichter leitete das durchweg faire Spiel zu beiderseitigen Zufriedenheit, sollte aber doch wissen, daß das Abpfeifen und Ahnden eines geringen Regelverstoßes ter verteidigenden Partei ter sich im Vorteil befindenden stets zum Rachteil wird, also dem Sinn der Regel sutoiberläuft. Die zahlreich erschienenen Zuschauer nahmen im Verhältnis zu den Besuchern auf den hiesigen Plähen viel regeren Anteil am Spiel und feuerten „ihre" Leute fortgesetzt zu lebhafterem Spiel an. Die erste Jugendmannschaft trug ihr letzten Diplomwettspiel in Butzbach gegen die Jugend des V. f. R. aus und schlug diese mit dem sehr gut zu nennenden Ergebnü von 4:1. Von den Toren schost Henricht!. 2, Wilhel- mi, ter für den leider verhinderten Mittelstür-- mer Hahn eingesprungen war, eins, und Gym- perlein eins. Damit hat die Mannschaft sich den zweiten Platz in ter Serie gesichert und bewiesen, daß in ihr ein ansprechendes Können steckt, das zu fördern erste Pflicht ter Vereins - leitung sein muß. Das für die zweite I u g e n d Mannschaft auf hiesigem Platz angesetzte Diplom-- wettspiel gegen die gleiche von Spielvereiui- gung 04 wurde von ersterer wegen Richtantretens des Gegners kampflos getoonnen. Die Spiele der zweiten und dritten aktiven Mannschaften waren anscheinend abgesagt worden, da von deren Ergebnissen bis zur Stunde nod> nichts bekannt war. Aus dem Arbeiter-Turn- und Sporlbund. Tr. T. Giehen I. (Lezicksmeister)—Fr. T. Dorheim I. (Bezirks:, elsler) 4:2. £ Die Gießener Anhänger eines guten Fußballspiels nutzten die ihnen durch das ^piel dieser beiden Mannschaften gebotenen Gelegenheit reichlich aus. Das herrliche Wetter nach den langen Regentagen trug mit dazu bei, daß eine außerordentlich zahlreiche Zuschauermenge das in gutem Zustand befindliche Spielfeld umsäumte. Zum Lobe beider Mannschaften muß gesagt werden, daß sie nicht enttäuschten, daß das Spiel bis zum Schluß voller Spannung und zweier Bezirksmeister würdig war. Hochbefriedigt konnten nach Schluß die Zuschauer den Platz verlassen. Die Spielstarke der beiden ' Mannschaften ist als gleichmäßig zu bewerten, die Niederlage der Dorheiiner war in der Höhe nnocr dient und ist auf verschiedene Widrigkeiten zurück zuführen. Direkt frappierend ist, rote sich die Spiel- weise der Gießener Mannschast von Spiel zu Spiel bessert; sie hat jetzt bereits ihre vorjährige Stärke wieder erreicht, wenn nicht schon überschritten. Dorheim gefiel durch fein gutes Zuspiel und die überraschend schnell ourchgeführten Angriffe. Beide Mannschaften berührten angenehm dadurch, daß keine Verstöße gegen die Gesetze der Kameradschaft- lichkeit zu verzeichnen waren. Der erste Erfolg der Gießener war billig: eine von ihnen erzwungene Ecke wurde gut getreten, der Versuch des Dorheimer Tormanns, sie ins Feld zu fausten, mißlang, der Ball nahm den Weg ins eigene Tor. In scharfem Angrift zog Dorheims Sturm nach vorne, ein gelungenes Täuschen des Tormanns führte zum Ausgleich. Wieder kam Gießen der Zufall zu Hilfe, indem der Gästetormann einen hoch auf Tor gegebenen Ball sing, um ihn dann wieder ins eigene Tor fallen zu lassen. 2:1 für Gießen. Dorheim lief jetzt zu glänzender Form auf, Angriff auf 'Angriff wurde eingeleitet, aber der lange'Mann im Gie- Üener Tor hatte ein geradezu fabelhaftes Glück, .stürz vor Halbzeit konnte Gießen ein drittes Tor erzielen, indem eine Ecke eingeköpft wurde. Die zweite Halbzeit sah Gießen in Front, die zunächst lange die Dorheimer in ihrer Spielhälfte festhielten. Diesmal arbeitete der Tormann mit mehr Glück, Als die Gäste freikamen, konnte auch schott ein Torschuß erfolgreich angebracht werden. Kurz darauf schien es zum Ausgleich kommen ztt wollen, aber der Ball der an der unteren Querlatte absprang, wurde vom Schiedsrichter nicht als Tor anerkannt. Gegen Schluß wurde Gießen wieder hervorragend gut und konnte seine Torzahl ans vier erhöhen. Beide Mannschaften leisteten sich das Vergnügen, je einen Handelfmeter in gleicher Manier zu verschießen. Fr. Gießen II.—Fr. T. Dorheim II. 3:2. Auch bei diesem Spiel, teS vorher stattfand, konnten die Gießener Turner die Siegreichen bleiben, obwohl hier die Dorheimer die technisch lleberlegeneren waren. Dorheim trat nur mit 10 Mann an, außerdem stellte Giehen eine kör- . pcrlich weit kräftigere Mannschaft, die nach der ersten Viertelstunte auch das erste Tor erzielte. Im Verlauf einer weiteren Viertelstunde folgte teS erste Tor und kurz darauf das zweite für Dorheim, das den Erfolg allerdings mit tem Ausfall eines weiteren Spielers, ter sich auf dem steinigen Boten eine Knieverletzung zuzog, bezahlen muhte. Dorheim, nun nur noch mit 9 Mann fbieleub, hielt anerkennenswerter Weise das Spiel trohdettt offen, konnte aber nicht verhindern, daß Gießen gleichzog und in der zweiten Halbzeit trotz aller Anstrengungen ter Dor- Heimer das dritte siegbringente Tor schost. Das vorgesehene Jugendspiel mit Wetzlar | konnte nicht stattsinten, da der dortige Platz infolge ter starken Regenfälle sich in keinem - spielfähigen Zustand befand. Heuchelheim I.—Raunheim I. 4:1. £ Am gestrigen Sonntag trafen sich in Heuchelheim obengenannte Mannschaften zum Freundschaftsspiel. Dieses Spiel konnte nicht, wie vorgesehen, in Raunheim auögctragcn werden, da der dortige Platz unter Wasser stand. Beide sind spielstarke Mannschaften und werden in der kommenden Serie ein Wort mitteten. H. im allgemeinen gut, die Läuferreihe durch Ersah geschwächt. R. ist eine flinke Mannschaft, muß aber mehr Zusammenspiel pflegen und weniger mit dem Munde spielen. Sie dürfte noch einiges zm lernen haben. Rack) Anstoß entwickelte sich sofort ein äußerst lebhaftes Spies. In ter 15. Minute kann H.'s Mittelstürmer einen Strafstoß schön einköpfen. R. wird lebhafter, erzwang einen Eckball, welcher verschossen tourte. Eine Ecke für H. brachte ebenfalls nichts ein. Halbzeit 1:0. Rach Halbzeit brach H. durch und konnte durch den Halbrechten zum zweitenmal erfolgreich fein. Run ging R. mehr aus sich heraus und konnte schon in der 55. Minute durch Rechtsaußen fein erstes und einziges Tor erzielen. Eine Ecke für R. und eine für H. waren erfolglos. Ein Spieler von H. wurde wegen unfairen Spiels herauS- gcffellt. H. spielte nun überlegen, und bald formte der Mittelstürmer erfolgreich zum dritten Male elnsenden. Vergeblich machte R. Anstrengungen, jedoch H.s Hintermannschaft ließ nichts durch. Kurz vor Schluß konnte der Halbrechte von H. zum vierten Male einsenden. Mit tem Stande 4:1 trennten sich beide Mannschaften. Ergebnisse im Mainbezirk. (Privatspiele) Eintracht Frankfurt—Sp. (Bem. Höchst 2:3,Wormatia Worms—Viktoria Aschaffenburg 6:9, Offenbacher Kickers—Germania Bieber 5:0, V. f. N. Frankfurt—Germania 94 2:1. Gestrige Ergebnisse im Reiche. Berlin: Hertha D. S. C. — Vorwärts 90 2:2, 1. F. C. Reukölln — Union S. C. C. 5:0, D. S. V. 92 — Weißensee 1900 2:2, Spandauer S. V. - Alemannia Haselhorst 7:2, ilnlon-Otet- schöneweite — Rorten-Rordwest 2:3, Wacker 04 — Tasmania Reukölln 8:10, Preußen — Alemannia 90 5:1, Union 92 — Span dauer S. C. 5:1. Süddeutschland: Bayern-München — F. V. Saarbrücken 6:0, V. f. R. Mannheim — Sp. Vgg. Fürth 1:3, F. C. Karlsruhe — Hanau 93 (Pokalspiel) 4:2 (nach Verlängerung), Fuhball- sportverein Franfturt — Darmstadt 98 9:0, 1. F. C. Nürnberg — F. C Fürth 60 3:0, Schwaben Augsburg — D. f. L. Stuttgart 1:4, Ludwigshafen 03 - Mainz 05 3:2, Griesheim 02 — V. f. L. Reckarau 2:0. Rorddeutschland: Kilia Kiel - Hamburger Sp. D. 1:5, Bremer F. V. — Hannover E.C. 2:6. Endspiel im Ruhrgau: Ballspielverein Altenessen — Schwarzweih Essen 3:2 (etwa 40 000 Zuschauer). Sachsen: Privatspiel: Dresdner Sportklub - Tennis-Borussia Berlin verlief vor 10 000 Zuschauern völlig ausgeglichen und endete un- entschieden. Brandenburg verlor gegen Chemnitzer Ballspielklub in Chemnitz 3:0. Handball. Fr. T. Giehen — Fr. T. Kinzenbach 4:2. L Wie vorausgesehen, endete das Svlei mit einem Gewinn ter Gießener, die über die bessere Spielerfahrung und eine wirkungsvollere- Wurftechnik Derfügen, während die Sportler aus tem benachbarten Preußen damit überraschten, daß sie nicht mit einem Anfängerspiel, sondern mit einem flinken und ansprechenden Handballspiel auftoarten konnten. Auch die Tatsache, daß Gießen in großmütiger Weise drei Elfmeterbälle verschenkte, ändert nicht daran, daß Kinzenbach nach längerer Praxis einen gefährlichen Gegner ab geben wird. Beiden Mannschaften fehlt noch die vorteilhafte Ausnutzung eines wohldurchdachten SlellunaSspicls, worin ter Erfolg verbürgt ist. Da es ftch hier aber um einen neu auf genommenen Sportzweig hantelt, ist bei ter vorhandenen zielklaren Abteilungsleitung mit einer steten Formverbesserung zu rechnen. Mit großem Jnieresfe folgen die zahlreichen Zuschauer, trotz ter frühen Stunde, dein lebhaften und fair durchgeführten Spiel. Stäbtefcampf Wetzlar - Kassel- 2:0 (1:0) tz. Ein verdienter Sieg der Wetzlarer Mannschaft, der durch den besseren Angriff entschieden tourte. Das Spiel sand vor über 1000 Zuschauern unter Leitung teS Schiedsrichters Klute- Siegen statt. Ausführlicher Bericht folgt. Um die Millelrheinkreis- meisterschaft D. T. T. D. Seckbach wiederum Verbandsmeister. c. Der gestrige Sonntag brachte die Schluß- käinpfe um die Verbandsmeisterschaft. In Offenbach konnte die Turngesellschaft ihr bestes Spiel siegreich gestalten, so daß sie mit gutem Vorsprung den zweiten Platz innehat. In Seckbach wurden gestern die Turner aus Butzbach vergeblich erwartet, eine Tatsache, die man nicht recht verstehen kann, zumal Butzbach im Vorspiel nur 0:1 knapp unterlag. Sollte der Hessenmeister wirklich am Ende seiner Kraft fein? Seckbach gewann so kampflos die Punkte und beendete ohne jeden Punktverluft die Verbandsspielrunde, sich damit von Neuem die Meisterschaft sichernd und sich die Spielberechtigung an der Endrunde um die Kreismeisterschäft erkämpfend. Spiele gew. verl. Punkte T. D. Seckbach 6 6 0 12 T. Ges. Offenbach 6 4 2 8 T.u.Sp.V, Kl.-Auheim 6 15 2 T. u. Sp. V. Butzbach 6 15 2 Auch vom T.V. 1860 Bad-Rauheim hatte Deckbach Besuch. Auf dem in sehr schlechtem Zustand befindlichen Sportplatz im Huihpark maßen sich die erste Elf auS Bad-Rauheim und die zweite Seckbachs. Vis Halbzeit war daS Spiel ausgeglichen und stand 2:1. Rach Halbzeit konnte Seckbach, das sich auf tem nassen, schlammigen Platz besser zurechtfand, mit 5:1 daS Spielfeld verlassen. Radsport. Internationales Dreislunden.Mannschaftvsahren in der Westfalenhalle. 1. Loust-Cougnot 72; 2. Corry-Saroall 38; 3. He- satti-Rernold 6; 4. Percyn-Möller 45 Punkte (eine Runde zurück). — Die zurückgelegte Strecke betrug 114,2 Kilometer. Wasfersport. Vom Rudern. Der Verein Rudersport Gießen 1913 brachte seine Boote in diesem Jahre als erster in Gießen zu Wasser, um die obligatorische „Eier- sahrt" nach der Badenburg anzutreten. Drei Vierer und ein Zweier tonnten auf die Hochwasser führende Lahn gesetzt werden, um die Fahrt stromauf« roärto anzutreten. Das schon seit Wochen im Bootshause regelmäßig stattfindende Vortraining brachte es mit sich, daß die Arbeit den Leuten nicht ganz ungewohnt war. Bemerkenswert ist, daß sich auch 5 Alte Herren eingefunden hatten, die es sich trotz des Win- termönates nicht nehmen ließen, den Riemen zu schwingen. Erst nach harter Arbeit wurde die Badenburg erreicht. Zur Heimfahrt waren nnr 20 Minuten nötig, für die fast 6 Kilometer lange Strecke eine ganz gute Zeit, auch wenn man die Strömung berücksichtigt. Großes Bedauern erregte allerseits die Verschandelung der Lahnufer durch das Fällen sämtlicher Bäume oberhalb des Felsens. Die Ruderer aller Gießener Vereine werten der Stadt wenig Dank wissen für die Vernichtung der Schattenspender an den Ufern. Zur Zeit findet regelmäßig an drei Abenden im Bootsbaus ein Vortraining statt, wozu eine neuhergerichtete Rudermaschine zur Verfügung steht. Reitsport. Berliner Reil- und Fahrturnier Das Frühjahrstumler der Tumlevabtel' tung des Reichsverbantes für Zucht und Prüfung deutschen Warmbluts Ist am Samstag mit den Wettbewerben um den Preis von Ostpreußen (Materialprüsmrg), um den Preis deS Reitklubs „Sand" (Reitprüfung), mit einem Gcuppensprin- gen zu dreien, einer Eignungsprüfung für Gespanne eröffnet worden. Die Konkurrenzen brachten bereits ausg»eichnetes Material an den Start. Den Abschluß des Rachmittags bildete eine mtt großem Beifall aufgenommene Damen-Dchul- Quadrille. Das Ergebnis der gestrigen Rachmittagsprüfungen : Preis des preußischen Landtoirt- schaftsmtnisteriums — Preis von Hannover — Materialvcüsung für Reitpferde (3 bis 4jährige Reitpferde): 1. Horaz, 2. Heldin, 3. Schift. Seniorenpreis (Gigungsprüsung für Reitpferde). 1. Jurist, 2. Röder, 3. Cherubim. Amazon en jagdfpringen im Damensattel: 1. Hannepeü, 2. Schwanenprinz, 3. Kurfürst. Preis von Hannover: 1. Charme, 2. Alster, 3. Cherubim. Preis des Verbandes deutscher Hacknehzüchter: 1. Dendidat, 2. Alttone- marchi, 3. Vistus. Gröhe Dressurprüfung für Reitpferde: 1. Gimpel, 2. Goliath — Liebherr — Christof II. Preis von Hannover (Materralprü- fung für Reitpferde — fünf- bis sechsjährige Reitpferde): 1. Garde du Corps, 2. Rimbns. 3. Asra. Jagdspringen (1. Abteilung): 1. Rif, 2. Bodega, 3. Black and White. Wintersport. Die Weltmeisterschaften im Eisschnellauf ergaben (in Twndhjem) im 500- Rleter-Laus den Sieg des Äorwegers Larsen in 44,7 vor Olsen, während die 5000 Meter Bal- langrud, über die kurze Strecke Vierter, in 8:42,7 vor Moen gewann. Vermischtes. Die Bayerische Skimeisterschaft in Rottach-Egern ist abgesagt worden. Die Tennis-Weltmeisterin Suzanne Leng- len ist vom Pferd gestürzt. Ihr Zustand wird als sehr bedenklich bezeichnet. vo. Gilles G r a f st r o e m, dec Olympiasieger im Eiskunstläufen, der an den Weltmeisterschaften in Berlin nicht teilnahm, obwohl er in Berlin anwesend war, soll, wie bekannt wird, wegen dieses Richtstartens in Berlin vom Schwedischen Eislaufverband auf 1 Jahr disquallsiziert werden. Aus der Provinzialhauptstadt. L , Gießen, den 22. Februar 1926. Georg Friedrich Knapp f. In Darmstadt starb am Samstag Georg Friedrich Knapp, ein Nationalökonom von Weltruf. Er war am 7. März 1842 in Gießen geboren; seine Familie stammte aus Darmstadt. Er selbst war ein Enkel des Staatsrats Knopp, der in der hessischen Geschichte der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine Rolle gespielt hatte. Sein Onkel war Justus von Liebig/der berühmte Chemiker, die aus die geistige Entwicklung des jungen Knapp nicht ohne Einfluß war. Georg Friedrich Knapp hat in München, Berlin und Göttingen studiert, 1867 war er zum Direktor des Statistischen Amtes der Stadt Leipzig ernannt worden. 1869 erfolgte seine Ernennung zum außerordentlichen Professor für Nationalökonomie und Statistik an der Leipziger Universität. 1874 siedelte Knapp als ordentlicher Professor nach Straßburg über, das er nach Kriegsende verlassen mußte. An größeren wissenschaftlichen Abhandlungen veröffentlichte Knapp mehrere Schriften, in denen die Statistiken der Sterblichkeit kritisch untersucht werden. Bedeutsam waren feine Schriften über die Aufhebung der Leibeigenschaft und die Entstehung der Landarbeiterschaft. Im Jahre 1887 veröffentlichte er sein zweibändiges Werk „Die Bauernbefreiung und der Ursprung der Landarbeiter in den älteren Teilen Preußens" und 1891 seine Schrift „Die Landarbeiter in Knechtschaft und Freiheit". Später folgte sein Hauptwerk „Staatliche Theorie des Geldes", das in mehrere Fremdsprachen überseht wurde. Knapp ver- öffentlichte auch zahlreiche Abhandlungen in nationalökonomischen Zeitschriften und war noch bis in seine letzte Lebenszeit wisienschaftlich tätig. Die Haftung der Eisenbahn für Verkehrsunfälle. Es ist eine ulte Erscheinung auf den Abgangsstationen von Zügen wie auch auf wichtigen Zwischenstationen, daß vor dem Einfahren eines Zuges die Bahnsteige mit wartenden Reisenden besetzt sind, die sich bann bemühen, wenigstens noch einen Stehplatz im überfüllten Abteil zu erlangen. Durchgreifende Ab- yilfe kann die Eisenbahn meist aus technischen Gründen nicht schaffen, der Reisende muh sich mit dieser Kalamität abfinden. Bei dieser Sachlage ist es für ihn von Wichtigkeit, zu wissen, wieweit wenigstens im Falle eines Llnfalls eine Haftpslicht der Eisenbahn besteht. Sein oder Nichtsein. (Ein Kriminalroman von der Wasserkante. Von Moritz Schäfer. 27. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Ehe das wütende Tier zum zweitenmal zubeißen konnte, war Andrea zugesprungen^ und hatte es zurückgerissen. «Hierher Pascha! Schäm' dich! Pfui! Jetzt kusch! Wenn dein Herr zurückkommt, wirst du die Peitsche schmecken!" Das half. Winselnd verkroch sich Pascha unter der Rohrbank, während Andrea, aus furchtbarem Dann erlöst, den ramponierten Gent, das parfümierte Taschentuch gegen die heftig blutende Wange gedrückt, einen kläglichen Rückzug antreten sah. XXL Zur selben Stunde, da Andrea ihres Schicksals Meisterin ward, sollte auch Lorenzen beweisen, daß er stärker sei, als das Fatum. Ein dringender Anruf Vanselows bei Volken- hagen im nahen Bramow hatte den Bankier noch vor Beendigung seiner Konferenz zurückbeorderi. Das Verhängnis war auf dem Marsch; jetzt hieß cs kämpfen bis zur Entscheidung. Die umlaufenden Gerüchte hatten durch Zechlins Initiative und die Gefolgschaft des Großgnmdbefitzes, der in überstürzter Eile seine Depots zurückzog, neue Nahrung erhalten. Niemand zweifelte mehr an dem drohenden Zusammenbruch der Firma, und wer nur irgendein Guchaben an Lorenzen hatte, beeilte sich, es einzuziehen. Namentlich die kleinen und kleinsten Spareinleger, vor denen Mühlfeid immer gewarnt hatte, bekamen es, nachdem die Gerüchte bei ihnen einmal durchgesickert waren, mit der Angst zu tun. Lorenzen halte, entgegen der Gepflogenheit, in der letzten Woche auch in den Nachmittagsstunden seine Bureaus vffengehalten, um die außerordentliche Arbeitssülle bewältigen zu können. Das Personal arbeitete gern und willig bis zur vorgerückten Stunde, da die Mehrarbeit anständig honoriert -wurde. Plötzlich gegen Abend wälzte sich ein ganzer Schwarm nervös gewordener Depositäre dem Geschäftshause Lorenzens zu. Wie immer, wenn eine /ompakte Masie in feindseliger Haltung voran- Dekanntlich haftet die Eisenbahn für Tötungen und Körperverletzungen, die sich bei dem Betriebe der Bahn ereignen ohne Rücksicht darauf, ob sie oder ihre Beamten ein Verschulden trifft. Rur im Falle höherer Gewalt oder bei eigenem Verschulden des Verletzten ist die Haftung ausgeschlossen. Wann findet diese Bestimmung auf den oben angezogenen Fall Anwendung? Man wird sich hier der Auftassung des Reichsgerichts anschlie- ßen können, die es unlängst gelegentlich einer Schadenersatzklage entwickelte. Es handelte sich darum, daß beim langsamen Einfahren eines Zuges unter der auf dem Bahnsteig wartenden Menge ein Gedränge entstand, das dadurch noch verstärkt wurde, daß die am Ende des Bahnsteigs Stehenden sich in Bewegung setzten und neben dem Zuge herliefen. Einer dieser Fahrgäste, der in jeder Hand ein Paket trug, erhielt dabei von hinten einen Stoß, fiel hin und wurde überfahren. Das Reichsgericht hat den Gintoanb der Eisenbahn, der Unfall beruhe auf eigenem Verschulden des Verletzten, nicht anerkannt und diesem Schadenersatz zuge- sprrxhen, da dem Reisenden, wenn starker Andrang auf dem Bahnhöfe herrsche, kein Vorwurf daraus gemacht werden könne, baß er sich beeile, einen Platz im Zuge zu erlangen. An dieser Sache ändert der häufig erfolgende Zuruf der Bahnbeamten: „Zurückbleiben" nichts; auch ist zu berücksichtigen, daß sich bei Andrang eine Reihe von Leuten in gefährlicher Rähe der Bordschwelle befinden müssen. Eine andere Auffassung greift nur Platz, wenn der Verletzte nach bem Türgrift eines Abteils gefaßt Hütte, um den noch führenden Zug zu besteigen. Dr. jur. Bartsch-Berlin. Volkshochschule Gießen. Im Rahmen der Veranstaltungen der Volkshochschule sprach Studienrat Dr. König über den Lebensraum des deutschen Volkes. Unter „LebenSraum" versteht der Vor- tragende den Siedelungsraum über die klein- deutschen Rcichsgrenzen hinaus, jedes Gebiet, wo man sich eine deutsche Heimat geschaffen hat. Arrs einer Statistik war zur Illustration dieser Vorstellung sehr interessant zu hören, daß zu 60 Millionen Drnnendeutschen gut 34 Millionen Deutsche außerhalb der Reichsgrenzen zu zählen sind; also etwa 94 Millionen auf der Erde, wovon nur - j im geographischen Deutschland leben. In England könnte man 1 ich dergleichen nicht vorftellen; ebenso hat Frankreich über seine Grenzen hinaus eine feste kulturpolitische Einheit. Der Vortragende ging im Laufe seiner sehr bemerkenswerten, klaren, auf großes Wissen gegründeten Ausführungen auf die Verhältnisse an den Grenzen im Westen, Süden und Osten ein. Rach einem historischen Aeberblick über die politisch-kulturell bestimmte Entwickelung der Dinge an unserer Westgrenze war sestzustellen, daß heute ein breiter Streifen germanischen Landes außerhalb der Reichsgrenze liegt, Eigentlich von der Rordsee bis zur Schweiz. (Wenn man Holland- Flandern, als niederdeutsche Volkheit aufgefaßt, einbezieht.) Indessen ist unsere sprachlich-kulturelle Bindung zur Schweiz stärker, als zu Holland. Luxemkmvg hat sich noch 1848 zur deutschen Volkheit bekannt. Aber trotz Zollverein und Eisen« bahnanschluß ist eS hier zu keiner engeren Bindung gekommen. Wie Flandern liegt auch Elsah- Lothringen auf deutschem Dolksboden. Hier hat der französische Zivilisationseinfluß unablässig gearbeitet; ist sogar übermächtig herrschend gewesen. (Man denke ans 18. Jahrhundert, an Friedrich den Großen.) Der Kampf im Westen ist im wesentlichen ein Kampf ums Innere, um die Seele. Die Volkheit ist deutsch geblieben bis heute, und wehrt sich heute mehr denn je gegen die gallische Vergewaltigung. Die letzten Monate haben es bewiesen. Ern offener Brief des ehemaligen elsaß- lothringischen Landtagspräsidenten redet eine deutliche deutsche Sprache und soll uns eine Mahnung sein, ein Alarmruf nach D'nnendeutsch- land: der Kampf Elsatz-Lothringens geht um die deutsche Sache, ist ein gemeindeutscher Kampf. Im Süden dasselbe Bild. Auch hier decken sich Volks- und Reichsgrenze nicht; ein gewaltiges Stück deutschen Bodens liegt außerhalb des Reiches. Redner ging des näheren auf die historische Entwicklung des österreichischen Kulturzentrums ein, auf die Geschichte des deutschen „Großpartikularismus". Dom Volklichen aus gedrängt, war die zu blindwütigem Niedertrampeln geneigte Herde von einem Leithammel aufgc- putscht. Nur daß der Leithammel, ganz gegen die Regel, in diesem Falle kein radikaler Ultra, fonbern lediglich ein Exaltierter war, der, von der allgemeinen Erregung angesteckt, seine Führernatur aus dem Stegreif entdeckte. Dabei war der Herr Tobias Grotjahn — seines Zeichens ein biederer Schweine- unb Kälberzüchter — im Grunde des Herzens ein ehrlicher Kerl, der nur eine Schwäche hatte: er sah überall auf der Welt Unterdrückte, und wo er solche sand, mußte er ihnen helfen. Dabei hatte er wiederholt trübe Erfahrungen gemacht. So verhalf er jüngst, um nur e i n Beispiel zu erwähnen, einer von Nachbarn verfolgten Gruppe Halbwüchsiger zum Entwischen, da er den Burschen die bedrängte Unschuld ohne weiteres an den Nasenspitzen ablas. Er wandte also von seinem Vorgärtchen aus die Rasenspritze, die er gerade zur Hand hatte, gegen die Verfolger, daß sie triefend, schimpfend und pustend in ihrem Dauerlauf einhielten. Nachdem Herrn Grotjahn von den solchergestalt gekränkten Nachbarn in allen Tonarten die Meinung gegeigt war, erfuhr er zu feinem Schrecken, daß die Verfolgten ihn selbst bestohlen hatten. Die Kirschen auf seinem Pachtgrundstück war er los — die Prügel Der Nachbarn saßen fest! Aber solche und ähnliche Erfahrungen machten den guten £>errn Grotjahn nicht klug. Immer wieder, wo sich Gelegenheit bot ober vom Zaun brechen ließ, nahm er sich der be- brängten Mitmenschen an. Unb zwar weniger mit Rat , als mit Tat. Weniger mit Vernunft und Ueberlegung, als mit blinder Draufgängerlust. Tobias Grotjahn war ein Held der Initiative. Lorenzen war gegen jeden 'Ansturm gewappnet. Er hatte Zeit genug, sich vorzubereiten. Als der Bankier von Groß-Spirow nach Hause fuhr, war ihm vollkommen klar, daß eine Generaloffensive mft Tanks unb Trommelfeuer gegen feine Stellung bevorstehe. Es mußte alles geschehen, was menschenmöglich war, um die Wucht eines unerhörten heftigen Angriffs aufzuhalten, der über Sein oder Nichtsein der Firma entscheiden sollte. Die ungeheure Inanspruchnahme seines Kredits, die Ein- ziehung aller erreichbaren Barmittel, der Verkauf sämtlicher, auch der erfolgsichersten Spekulations- paoiere waren Maßnahmen, die zugleich stützten unb schwächten. sehen, besteht der Gegensatz grohdeutsch — klein- deutsch heute nicht mehr. Im Westen gibt es eine geschlossene Sprachgrenze, im Süden ist sie gelockert. Der horte Kampf um die Scholle gibt hier den volkheitlichen Bestrebungen seit langem den Charakter. Ein heißes, deutsches Menschen- und Heimatgefühl ringt dort unten im Süden um die Wahrung seiner Selbständigkeit, und hofft auf das größere Reich, das da kommen soll. Ganz anders liegen die Dinge im Osten. Das Durcheinander der Völker ergibt keine Grenze, sondern einen Grenzgürtel. 8 bis 10 Millionen Deutsche kämpfen hrer den schweren Kampf volklicher Minderheit. Im Westen geht es um die seelische Herrschaft; im Osten in erster Linie um den Boden. Siedelungs- und Devülkerungsprobleme bestimmen das Schicksal im deutschen Osten. (Auf die sehr wissenswerten, historisch-politischen Ge- dankengänge in diesem Teil des Vortrages tarnt leider aus Raumgründen nicht eingegangen werden.) Rur dies eine: Man muh si cheinmal in die wahnsinnige, polnisch-chauvinistische Vorstellung hineinversehen, die als die „eigentliche" Grenze im Westen mindestens die Oder, am liebsten aber die Elbe haben will! — 60 Millionen Deutsche im Reich, 90 Millionen im Volk! Die Einheit würde gewaltige Macht bedeuten. Das Schicksal derer draußen und derer driimen ist das gleiche, düs muß einmal erkannt werden. Vielleicht liegt in solchem Zusammenfinden sogar der Weg zur wahren Befriedung. — Es ist zu bedauern, daß der hochinteressante Vortrag nur wenig besucht war. Liegen uns die deutschen Dinge so wenig am Herzen? Die Februarrate der Vermögenssteuervorauszahlung Nach Mitteilungen, bie burd) die Presse gegangen sinb, soll ber Reichsfinanzminister in einem Erlaß zugelassen haben, bie im Februar fällige Vermögens st e u ervorauszahlung bann auf Grund ber abgegebenen Vermögenserklärung 1925 zu entrichten, wenn biefc Erklärung ein geringeres Vermögen ergibt als bie Veranlagung 1924 Hanfa-Bunb teilt hierzu folgenbes mit: In einem internen Erlaß an bie Finanzämter über bie Behanblung von Stunbungsanträgen für Dermögensfteuervorauszahlung auf Grunb des § 15 Abf. 4 des Vermögenssteuergejetzes hat ber Reichsfinanzminister bie Finanzämter angewiesen, die Vorauszahlung bann auf Grunb ber Vermögenserklärung 1925 festzusetzen, wenn bie Abweichung von ber Veranlagung 1924 erheblich ist unb ber Umfang bes Vermögens sich verringert hat. Eine anberweitige Bewertung ber Bermögensgegen- stäube kann nicht als Begrünbung für berartige Stunbungsanträge bienen. Jnsbesonbere sollen auch Vermögensverminberungen, bie burd) aufgewertete Hypotheken entstanden sind, nicht berücksichtigt werben. In bie Vermögenserklärung 1925 mußten bie Grunbstücke unb Gebäube, soweit sie zum Betriebsvermögen gehören, mit bem Bilanzwert eingesetzt" werden. Bei der anderweitigen Feststellung der Ver- mögenssteuervorauszahlung sollen die Finanzämter hierfür die in der Vermögensveranlaaung 1924 festgesetzten Werte einsetz-m. Auf jeden Fall bedarf es im Einzelfall eines besonderen Antrages des Steuerpflichtigen unter Berufung auf § 15 Abf. 4 des Vermögenssteuergesetzes. Der Steuerpflichtige kann nicht ohne weiteres von sich aus ohne Genehmigung des Finanzamtes die geringere Vorauszahlung leisten. Der Hanfa- Bund macht darauf aufmerksam, daß geringere Vorauszahlungen, als sie im Veranlagungsbescheid für 1924 festgesetzt sind, ohne Genehmigung des Finanzamtes Nachteile für den Steuerpflichtigen insoweit nach sich ziehen, als die Finanzämter berechtigt sind, für den Differenzbetrag Verzugszuschläge zu erheben, abgesehen davon, daß auch unnötige Mahngebühren entstehen können. Die Stadt als Gratulant. Lin zweckmäßiger weg. Das Stadtgesundheitsamt in Höchst a. M. schickt der Mutter eines jeden neugeborenen Kindes eine hübsch ausgestattete Karte als Drucksache, welche ein kräftiges Baby mit der Umschrift enthält: „Zur Geburt Ihres Kindes die herzlichsten Glückwünsche. Stadtgesundheitsamt Höchst a. M." Dann enthält die Karte, bie von einem erfreulich großzügigen Handeln zeugt, folgende liebenswürdige Einladung: „Sehr geehrte Frau! Zugleich laden wir Sie zum Besuche unserer Mütterberatungsstelle herzlichst ein. Es ist nicht die Absicht, daß die Mütter- Gewiß, Lorenzen konnte jetzt, wenn es not tat, jedes Depot, jede Spareinlage, ohne auf Kündigung zu bestehen, direkt auszahlen. Aber wenn der Wogenprall anbrandete, ging es doch auf Biegen unb Brechen. Die notroenbigen Operationen waren zu gewaltsam, um nicht ben Organismus des Geschäfts, dem sie eine schwärende Wunde ausbrennen sollten, gleichzeitig den Lebensstrom bis zum Weißbluten aus den Lidern zu pressen. Deshalb bedurfte es neuer Vlutzuführung, um die Lebensfähigkeit des unerhört mitgenommenen Unternehmens zu erhalten, seine Widerstandsfähigkeit zu heben und es zu weiterer Blüte zu ertüchtigen. Das Experiment gelang, da sich Volkenhagen mit seinen großen Mitteln und seiner moralischen HUse für den Begrangten einsetzte. Auch Volkenhagen war ein Junker, aber ein anderer als der in Vorurteilen erstarrte Herr von Groß-Spirow. Aeußer- Itd) zu jenem erfreulichen Typ zu rechnen, ber in verbinblichem Wesen auch bem Nichtjunker gerecht zu werden bestrebt ist, war Volkenhagen nach Erziehung unb Weltanschauung ein moberner Mann, „ßeben und leben lassen" war seine Parole, unb wenn er auch politisch ein Eigenbröbler war — als Mensch war er erfüllt von einem großzügig- freien Denken und duldsam nad) jeder Richtung. Als echter Lebenskünstler verstand er es, fidi gute Tage zu machen und — ohne auch nur seine Zinsen zu verzehren — seinem Dasein durch zielbewußtes Mäzenatentum Inhalt und Weihe zu geben. Mit Lorenzen, dessen strenge Rechtlichkeit er schätzte, verknüpfte den Junker ein starkes Band. Volkenhagen wußte, wie nötig einem Großgrundbesitzer ein Bankier von Lorenzens Qualitäten ist, und da er durch bie korrekte Beratung, bie er stets in ber Graf-Schackstraße fand, erhebliche finanzielle Vorteile genossen hatte, blieb in kritischer Stunde seine Dankbarkeit nicht aus. Dazu kam, daß Volkenhagen wegen jahrelanger Streitigkeiten — man prozessierte wegen einer Fischereigerechtsame — mit Zechlin auf dem Kriegsfüße stand. So wurde die Sanierung Lorenzens durch ein zweites psychologisches Moment gestützt: Herr Volkenhagen» trieb gegen seinen Rivalen ein bißchen Verärgerungspolitik. Als Lorenzen im Auto von Branow zurückkam und durch den Garten sein Privatkontor betrat, hörte beratungsstelle nur bei Erkrankungen oder nur von Minderbemittelten aufgesucht wird. Wir wollen bei allen ben Fragen, welche bei ber Ernährung unb Erziehung bes Kindes auftaudjen, raten unb helfen unb eine Krankheit so verhüten. Von ben Kinbern, welche bie Mütterberatung aufsuchen, sterben nur zwei vom Hunbert, sonst zehn vom Hunbert. Welche Freube macht es boch, an bem stetig fortfdjreitenben Gewichte einen Maßstab für bas Wohlbefinben bes Kindes zu haben. Unb welche Beruhigung ist es für die Mutter, auf alle Fragen: Wie soll ich baden? Wie vermeide ich das Wundsein? Wann muß ich die Milchmischung ändern, wann darf ich Beikost geben usw.? stets gerade für ihr Kind die richtige Antwort zu bekommen, die ein Buch so genau nicht geben kann. Kommen Sie also bitte zu uns, ich glaube, wir werden gute Freunde werden unb miteinander uns am Wohlergehen Ihres Kindes freuen. Die- Fürsorgerin. Der Stadtarzt." (Eine solche Beratungsstelle mit ben gleichen Zielen besteht auch bei unserem städtischen Wohlfahrtsamt in Gießen. Die Mütter mögen diese Stelle fleißig in Anspruch nehmen. D. Red.) Bornotizen. — Tageskalender für (Stent ag. Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Freies Volk. — Astoria-Lichtspiele: „1)-Zug Grauens." — Gesellschaft für Erd- unb Völkerkunde. Nächsten Donnerstagabend in ber Neuen Aula Lichtbildervortrag von Pfarrer Ehlers über „Die nordwestbeutfchen Moore, Lanb und Leute". Näheres in ber Anzeige in unserer Samstag-Ausgabe. Wettervoraussage. Wechselnd bewölkt, Winde aus westlicher bis südlicher Richtung, tags milder, nachts teilweise stärkerer Temperaturfall, noch vorübergehend Regenfälle oder Nebelbildung. Teilwirbel der Ausläufer des westlichen Fallgebiets verursachen zeitweise leichte Niederschläge. Nach Vorübergang der Störungen wieder Aufklaren und trocken. Der Hauptwirbel dürfte in nordöstlicher Richtung vorüberziehen, doch werden neue Störungsgebiets folgen. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 10,6 Grad Celsius, Minimum 5,5 Grad Celsius. Niederschläge 1,9 Millimeter. Heutige Morgentemperatur - 7,6 Grad Celsius. * • Eine öffentliche Sitzung der Stadtverordneten findet am nächsten Donnerstagnachmittag 5 Uhr im Stadthaus Bergstraße statt. Auf der Tagesordnung steht u. a. eine Vorlage betr. den Ausbau der Studienanstalt durch Errichtung der Unterprima. * * Die Hochwasse rflut der Lahn und ihrer Rebenflüsse hat sich im großen und ganzen verlaufen. Aecker, Wiesen und Wege sind frei von den Fluten, nur im Duteirhofener Feld sieht man noch einige Wassertümpel. Der Weg zwischen Dutenhofen unb Atz buch ist wieder passierbar. * * Der Volkshalle-Derein fordert in unserem heutigen Anzeigenteil die Anteil- zeichner zum Abholen der Anteilscheine auf. ** Das Volksbegehren auf Enteignung ber Fürsten. Das hessische Gefamtmini- fterium veröffentlicht eine Bekanntmachung, in ber den Bürgermeisterämtern des Volksstaates Hesien die Verordnung des Reichsministers des Innern auf Zulassung eines Volksbegehrens ber Sozialdemokra tischen Partei, der Kommunistischen Partei und bes Ausschusses zur Durchführung bes Volksentscheids auf Zulassung eines Gesetzentwurfs über Enteignung der Fürftenvermögen bekanntgegeben wird. Die Eintragungsfrist für das Volksbegehren wird auf die Zeit vom 4. März bis einschließlich 17. März 1926 te"^-=rfonaIiCn. Der Oberbaurat Friedrich Heyl wurde zum Ministerialrat im hessischen Ministerium für Arbeit und Wirtschaft, der Regierungsrat Karl Vollbracht zum ständigen Hilfsarbeiter bei diesem Ministerium und ber RegierunHsrat Dr. Lubwig Bernheim im Ministerium für Arbeit unb Wirtschaft zum Oberregierungsrat ernannt. — Dem Oberpfarrer Herrn. Knobt zu Schlitz würbe bie erste evangelische Pfarrstelle in Bad-Nauheim übertragen. ** Falsche Reichsban knoten über lOReichsmark. Von den in Umlauf befindlichen Reichsbcmknoten über 10 Reichsmark mit bem Datum bes 11. Oktober 1924 ist eine neue Fälschung festgestellt worden, bie an nachstehenden Merkmalen unschwer zu erkennen ist: Papier: Im Griff etwas er nebenan einen scharfen Wortwechsel. Die Depositäre waren in den Personalraum eingedrungen, da der überlasteteKassierer trotz eingestellter Hilfskräfte nicht mehr imstande war, den Andrang zu bewältigen. Er hatte notgedrungen ein Atempause eintreten lassen müssen und seinen Schalter für kurze Zeit geschlossen. Das legte die Menge als Zahlungseinstellung aus und begann, trotz beschwichtigenden Zuredens Vanselows, eine drohende Haltung einzunehmen. Schon waren die Rabiatesten in die Neben- räume eingedrungen und standen nun im Begriff, das Privatkontor des Chefs zu stürmen. Nur der Umstand, daß die Verbindungstür geschlossen war, konnte den Ansturm einige Minuten aufhalten. Aber schon rüttelte» derbe Fäuste an der Tür, und es konnte nicht ausbleiben, daß sie binnen kurzem unter der Gewalt der Andrängenden aus Schloß und Angel fliegen werde. Stimmen schwirrten auf und schlugen an des Bankiers Ohr: „Wo ist Lorenzen?" „3um Donnerwetter, wir wollen unser Geld!" Dazwischen Vanselows Mahnung: „Nur Geduld, meine Herrschaften, nur Geduld!" Ein 'Bierpaß dröhnte: „Geduld, Geduld! Hol' ber Teufele die Geduld! Gebt mein Geld heraus!" Und der Chorus heute: „Auch meins! Auch meins!" „Wir wollen ben Lorenzen feh'n!" „Jawoll! Hat sich was! Der feine Bruder ist durchgegangen!" Wie eine Bombe schlug das Wort in die Menge. Kein Zureden half mehr, mit ungestümer Gewalt drängten die Rasenden gegen die Tür. Da schloß ber Bankier auf. Von ber Wucht des Anpralls stürzten die Vordersten über bie Schwelle, doch fest m ber tobenben Brandung, wie der Kapitän eines sturmumheulten Schiffes, stand ber Mann, ben sie alle suchten. Einen Augenblick verebbte das heulende Tosen; da fielen markig unb bestimmt Lorenzens Worte: „Da bin ich! Wer wagt es, zu behaupten, ich habe mich in schmählicher Flucht meinen Verpflichtungen entzogen?" Wieder schwoll die Unruhe an. Die Leute waren burd) Lorenzens plötzliches Erscheinen überrascht, bodj hatten seine Worte bie Besorgnisse offenbar nicht zerstreut. (Fortsetzung folgt.) weicher. Pflanzenfasern: Durch farblosen Aufdruck, stellenweise sehr kräftig und scharfkantig, nachgebil- det. Gemusterte Blindprägung: Der Kontrollstempel ist nicht kreisrund, sondern als hochstehendes Oval geprägt. Vorderseite: Aehnlicher Gesamteindruck mit auffälligen Veränderungen im männlichen Bildnis. Das Gesicht ist eckiger. Nie Nase erscheint eingedruckt. Rückseite: ähnlich. Die beiden unteren Wertzahlen sind nicht in der Mitte der kreisrunden Rosetten, sondern höherstehend eingefügt. Vor Annahme dieser Fälschung wird gewarnt. e Plötzlicher Tod auf dem Wege. Gin älterer Herr wollte gestern vormittag gegen 11 Mr eine Familie in der Goethestrahe auf- suchen Auf der Treppe verspürte er plötzlich ein Unwohlsein und fiel bewußtlos zusammen. Ein rasch herbeigerufenes Mitglied der Freiw. Sani- tätskolonne vom Roten Kreuz konnte nur den bereits eingetretenen Tod, der anscheinend durch Herzschlag erfolgte, feststellen. ''DieDenuhungderSpeisewagen in den Zügen. Seither durften die Speisewagen der Schnellzüge erst 20 Minuten nach Abfahrt der Züge von den Abgangsstationen von den Reisenden betreten werden. Diese Bestimmung ist von der Hauptverwaltung der Deutschen Reichsbahn mit sofortiger Wirkung aufgehoben worden. Die Speisewagen können nunmehr sofort nach Abfahrt der Züge von den Reisenden ausgesucht werden. ** Gießener Hochschulgesellschaft. 3m vollbesetzten Groben Hövsaal der Universität sprach am Mittwoch abend Professor Dr. Frick über „Amerikanische Erziehungsmächte". Der Redner konnte wiederum eine Fülle aus dem reichen Schah seiner amerikanischen Eindrücke vor den gespannt lauschenden Zuhörern ausbretten. Fesselnde Beobachtungen und tiefsinnige Deutungen vermittelten Wesentliches vom Geist des amerikanischen Staates und Volkes. Amerika, trotz aller Freiheit von geschichtlicher Belastung doch so abhängig von Europa, ist im Begriff, etwas Selbständiges zu werden durch drei grobe erzieherische Mächte, die sein geistiges und vvllliches Leben augen- blicks beherrschen: einmal durch die Gegebenheiten des unermehlichen Landes, des unerschöpflichen Bodens, der mannigfaltigen Landschaft, weiterhin durch den für die werdende und unfertige Rattvn bestehenden Zwang, eine nationale Einheit zu werden — ein Ziel, für Las der allen Bolksteilen gemeinsame Kultus der geschichtlich nicht gefüllten und darum einstweilen so vielseitig deutbaren Rationalflagge Symbol ist —. und schlieblich durch die Erziehungsideale, die das Vorhandensein der vielen unüberbrückbar erscheinenden Gegensätze im Geist und Leben des Amerikaners notwendig zeitigte, Erziehungsprobleme, wie sie z. B. eine Rolle spielen in der Frage des öffentlichen Religionsunterrichts, die wiederum zu innerst zusammenhangt mtt den verschiedenen Ausdeutungsmöglichleiten des Begriffs der Freiheit. Innerhalb dieses mit Schärfe und Klarheit gezeichneten Rahmens beleuchtete der Redner in grobzügiger äleberschau und sinnvoller Einordnung Einzelphänomene amerikanischen Kulturlebens wie den Disziplingedanken, die Forderung der Höchstleistung, den Optimismus, den Standpunkt des laisser faire, laisser aller, die Nivellierung durch den Standard, die Organisation des Schulwesens der Erwachsenen, das Arbeiten mit der Massensuggestion, die Stellung des Präsidenten! und schlieblich wies er auf die Kraft hin, die allein noch einer wahren Heberbrückung der Gegensätze und Spannungen die Wege bereiten kann, die Kraft des Leids, den Sinn für das Mysterium des Leids, der in einigen Teilen des amerikanischen Volkes vorhanden ist oder heranwächst, und der, wie der Redner zum Schlub in erhebender Betrachtung ausführte, wo immer er sich zeigt, an eines Volkes Zukunft glauben läht. Heber Dausparkonten sprach am Freitag abend in einer gut besuchten Versammlung im Saale des „Einhorn" Regierungsrat Dr. R i n d f u h - Friedberg. Die Versammlung, die Beigeordneter Dr. Hamm leitete, war u. a. auch von Mitgliedern der städtischen Körperschaften zahlreich besucht. Der Vortragende wies kurz und treffend darauf hin, dab es unmöglich ist, mit den bisher angewandten Mahnahmen der immer gröber werdenden Wohnungsnot abzuhelfen. 3n dieser Frage muh von den Wohnungsuchenden der Weg der Selbsthilfe, der Weg vom Sparen zum Bauen beschritten werden. Dec Redner warnte vor dem Beitritt zu der Gemeinschaft der Freunde in Wüstenrot. Dieses System, gegen das jetzt auch die württem- bergische Regierung eingeschritten sei, tonne auf die Dauer die gegebenen Versprechungen nicht erfüllen. Ein anderer, guter und zuverlässiger Der grobe Bülow. Daß Hans von Bülow .der 1894 verstorbene, bekannte, vortreffliche Tonlünstler und namentlich Konzertleiter, ein höchst unartiger Liebling der Musen gewesen ist, war längst bekannt. Seine Eigenheiten, zu denen auch Ansprachen an die Konzertbesucher gehörten, hatten vielfach etwas Sonderlinghaftes. Sine Grobheit war beinahe sprichwörtlich. Dabei konnte er über einen Spott verfügen, der immer geistreich, aber gelegentlich von schneidender Schärfe war. Alles in dieser Hinsicht übertrifft ein Brief von ihm, der mit vielen anderen wertvollen Selbstschriften in Berlin zur Versteigerung gelangen wird. Der Anlah zu diesem Briefe war folgender: Am 4. März 1884 hatte Hans von Bülow in einer während eines Konzertes in der „Philharmonie" gehaltenen Ansprache und dann, am 9. März, in einer in den öffentlichen Blättern ab- gedruckten Erklärung Aeuherungen über die Berliner Königliche Oper und Kapelle, ihre Leitung und ihre Leistungen gemacht, die in hohem Mähe kränkend und verletzend waren. Daraufhin hatte ihm das Ministerium des Königlichen Hauses durch Verfügung vom 10. April 1884 den Titel eines „Königlichen Hofpianisten" entzogen. Bülow antwortete dem Hausminister Freiherrn Schleinitz am Tage des Empfangs dieser Verfügung: „Ew. Exzellenz haben mir durch die gef. Mitteilung vom 10. d. einestheils eine grohe Tleberraschung, anderntheils eine nicht geringe Genuglhuung gewährt. Erstere, insofern es mir seit 20 Jahren... unbekannt war, daß man allerhöchsten Ortes sich gemüßigt gesehen hat, mich unter die sogen. Hofbeantten zu zählen: letztere durch die Aufhebung einer solchen Un- rechtmäbigkeit. Aus diesem Grunde bedaure ich von Ew. Exzellenz „Ausdruck lebhaftesten Bedauerns" keinerlei Gebrauch machen zu förnten, indem ich mir vielmehr aufs innigste dazu Weg ist nach der Ansicht des Redners in der Einrichtung von Dausparkonten zu erblicken, die in zwei Arten aufgezogen werden und in engem Zusammenhang mit den Sparkassen zum Besten der Bausparer funktionieren füllen. 3n nüchterner Sachlichkeit, ohne hochtönende Versprechungen, schilderte der Vortragende die Organisation dieser geplanten Einrichtung, die heute nur in dem System I schon abgeschlossen ist, während das für die breiten Volksschichten in Betracht kommende System II erst in einigen Wochen im OrganisationSplan vollendet sein wird. Anzu- erkennen ist, dah in dem Vorhaben nüchtern rechnende und sorgfältig wägende Sachlichkeit obwaltet und alle lockenden Verheißungen absichtlich vermieden sind, ob aber dieses an sich gute Mittel "in der Praxis so wirken wird, wie es sich jetzt auf dem Papier auSnimmt, das ist auch nach diesem dankenswerten, anregenden Vortrag noch eine offene Frage. In der Aussprache über diese Vorschläge zeigte sich denn auch, dah der Gedanke noch nicht in allen Teilen restlos befriedigend zur organisatorischen Tat gestaltet worden ist. Der Weiterentwicklung dieses Vorhabens darf man aber mit Interesse entgegensehen. —.— Der Kavallerieverein ernannte in seiner letzten Hauptversammlung die Gründer des Vereins Ludwig Oswald, Johannes Roll und Heinrich Kraft zu Ehrenmitgliedern. Dem aus dem Elsaß vertriebenen Veteranen von 1864, 1866, 1870 71, Leutnant Hermann Knobel, der jetzt in Gießen wohnt, wurde die gleiche Ehrung zuteil. Zwecks Gründung einer Iugendabteilung, die das Kleinkaliberschießen mit pflegen soll, wurde ein Ausschuß gewählt. ** Auftrieb auf demheutigen Frank- fut-fer Schlachtoiehmarkt: 423 Ochsen, 34 Bullen, 925 Färsen und Kühe, 400 Kälber, 143 Schafe und 3654 Schweine. Oderhesien. Landkreis Gießen. ■L dB i e f c cf, 22. Febr. 2m Zeichen der Geldnot stand die dieser Tage im Heegwald ftatt gefundene erste Holzversteigerung nicht. Zur Versteigerung kam nur Eichenholz, das ob seiner guten Qualität aus diesem Distrikt schon immer hoch geschäht wird. Die Preise des Vorjahres wurden weit überschritten. Cs wurden geboten: Für Eichenschnittholz bis zu 32,80 Wk., für Eichenknüppel bis zu 24,20 Mk., für Stockholz bis zu 21 Mk. für je zwei Raummeter. Für fünf Raummeter Reisig wurden bis zu 12,80 Mart geboten, während zwei Raummeter Garten- Pfosten auf 42,60 Mk. kamen. Besonders hohe Preise wurden für das ausgebotene Stammholz (Wagnerholz)) angelegt, hierzu hatten sich zahlreiche auswärtige Intecessenten eingefunden. — Einer der hier nistenden Störche hat bei dem gestern herrschenden herrlichen Frühlings- wetter seinen Einzug gehalten. t Treis a. ß., 19. Febr. Heute nachmittag fand unter dem Vorsitz von Regierungsrat Dr. Braun und Kreisschulrat Fischer (Gießen) uird zahlreichen geladenen Gäste, darunter den Eltern der Teilnehmerinnen der Schluß des sechswöchentlichen Hausyaltungskursus statt, den die Kreishaushaltungslehrerin Fräulein Mutschler (Gießen) dahier abgehalten hat und an bem sich 27 Schülerinnen beteiligtem. Die Prüfung zeigte, daß die Schülerinnen in den durchgenommenen Fächern, Kochkunst, Haushaltungslehre, Anlegen von Rotverbänden bei vor- kommenden llnglücksfällen, Lehre vom menschlichen Körper sehr gut beschlagen waren. Die ausgestellten Handarbeiten, die während des Kurses angefertigt worden sind, erregten die Bewunderung aller Anwesenden, die zum Schlüsse mit Kaffee und allerlei von den Schülerinnen gebackenen Kuchen bewirtet wurden. De i Dank der Gemeinde an den Kreisausschuß una an die Lehrerin brachte Bürgermeister Will in trefflichen Worten zum Ausdruck. Da sich noch eine größere Zahl von Teilnehmerinnen gemeldet hat, schließt sich, von der nächsten Woche ein zweiter Lehrgang derselben Art an den ersten an. — Bei der he-.t dahier stattgefundenen Brennholz- versteigerung aus dem Domanialwaldwurden folgende Preise erzielt: Für Duchenschetter 18 Marl, Eichenscheiter 11 Mark, Tannenscheiter 8 Mark, Duchenknüppel 15 bis 18 Mark, Eichenknüppel 3 bis 9 M, Kiefernknüppel 8 bis 9M., alles der Raummeter. — Einem hiesigen Landwirt wurden oberhalb des Hochbehälters an der Straße nach Beuern zu von Rohlingen eine Anzahl im vorigen Jahre frisch gepflanzter Apfelbäume mitten durchgebrochen. Hof- Glück wünsche, meinen Ramen nicht mehr in der Gesellschaft höchst zweideutiger Subjekte an einem Hofe, mit dessen Kunstbildung nur derjenige weiland Sr. Majestät des Königs Eete- wayo konkurrieren darf, figurieren zu wissen." Bezeichnender Weise hat Bülow den Entwurf zu diesem Briefe zusammen mit der Schlei- nitzschen Verfügung am Tage nach der Absendung mit der Bemerkung, es sei „ein Curiosum in der Kulturgeschichte", feinem Freunde geschenkt. — Eetewayo ist, wie nicht allgemein bekannt fein dürfte, ein König des Sulv.landes getoefen, der den Engländern viel zu schaffen gemacht hat und kurz vorher, am 8. Februar 1884, gestorben war. — Daß Bülow in seinem Aerger hier weit über das Matz berechtigter Kritik hinausgegangen ist, dürste im übrigen kaum einem Zweifel unterliegen können. „Männersivlz vor Fürstenthronen" hat dieser Sprößling aus uraltem Adel jedenfalls besessen. Die Geheimnisse der Tranchier- Kunst. Zu den Künsten, die uns heute verloren gegangen sind, gehört auch die des Zerlegens der Speisen, die einstmals zu den Kenntnissen eines Mannes gehörte, der auf der Höhe seiner Zeit stehen wollte. Lieber diese Kunst des sog. „Trin- cierens" oder Tranchierens, die bereits im Altertum bestanden hatte und in Italien der Renaissance zu neuem Leben erweckt wurde, geben die alten Tranchierbücher Auskunft, aus denen Wolfgang Bruhn in einem Aufsatz des bei der Akademischen Derlagsanstalt Atheneion in Potsdam erscheinenden „Kunstblattes" nähere Mitteilungen macht. Die Fertigkeit des Vorschneidens wurde zunächst als eine Art Zunftgeheimnis behandelt, später aber in ausführlichen Büchern gelehrt. Das älteste dieser Trincierbücher ist der 1581 zu Venedig erschienene „Trinciantc" des senttich ftndet die rohe Tat die gebrührende Ahndung. t Linden st ruth, 20. Februar. Unsere ®e» meinde hat beschlossen, einen Teil der Gemarkung zu bereinigen, und zwar den Grund zwischen der Straße Gießen—Grünberg und der Bahn. Bon dem übrigen Teil der Gemarkung mußte sie wegen der hohen Kosten vorläufig noch Abstand nehmen. Bei der Bereinigung des Wiesengrundes soll die W i e s e ck verlegt werden, und zwar soll sie ihr Flußbett nahe der Bahn bekommen. Man hofft, daß das Flüßchen, wenn es gerade gelegt ist und einen kür;eren Lauf hat, mehr Gefälle bekommt und daß dadurch der einst gesegnete Wiesengrund, der jetzt zum großen Teil versumpft ist, wieder zu fruchtbarem Gelände wird, zumal die Gemeinde außer diesem Grund sonst keinerlei Wiesengelände besitzt. t Grünbcrg, 20. Febr. Auf Einladung der hiesigen Ortsgruppe desV. D. A. sprach Studienrat W e ck e r l i n g, Friedberg, heute nachmittag vor den Schülern der Oberrealschule, der landwirtschaftlichen Winterschule und den oberen Klassen der Volksschule, sowie abends vor Erwachsenen über seine Reise zu den Deutschen in der Dobrudscha. Die interessanten Mitteilungen, die durch Lichtbilder vortrefflich ergänzt wurden, fanden lebhaften Beifall. Kreis Friedberg. sf. Friedberg, 20. Febr. Ein im Verein ehemaliger Augustinerschüler von dem Turnlehrer dieser Schule, Oberreallehrer Kloß, in der Turnhalle gehaltener Vortrag über „Aufgaben der Leibesübungen in Schule und Volkserziehung" fand bei der zahlreich erschienenen Zuhörerschaft lebhaftes Interesse. Mit Recht betonte der Redner, daß in unseren Schulen der Pflege der körperlichen Ausbildung im Vergleiche mit der geistigen Ausbildung ein viel zu kleiner Wert beigelegt werde. Es handle sich bei den Leibesübungen nicht nur um die körperliche Ertüchtigung, sondern auch um die Gemüts-, Charakter- und Willensbildung. An den Vortrag schloß sich die Vorführung eines aus Schülern der Oberklassen gebildeten Musterriege, die sowohl in Freiübungen wie in Geräteturnen ganz Hervorragendes bot. WSN. Friedberg, 21. Febr. Die ärztliche Untersuchung der bei Büdesheim aus der Nidda gelandeten Leiche eines jungen Mädchens hat einwandfrei das Vorliegen von S e l b ft m o r d ergeben. Das Mädchen^ soll in einem Anfalle von Schwermut den Tod gesucht haben. Kreis Büdingen. „?" Nidda, 20. Febr. In der Nähe der H a r b- t e i ch e wurden etwa 3 0 Morgen Tannenwald abgeholzt. Das Gelände geht als Tauschobjekt für dem Fiskus überlassene Wiesen bei Glashütten in den Besitz des R e i n h ä u s e r Hofes über. Besitzer kleinerer Wiesenteile daselbst, denen passendes Tauschgelände nicht überwiesen werden konnte, erhielten für den Quadratmeter 25 Pf. — Amtgerichtsrat Muhl wurde, wie schon berichtet, als Oberamtsrichter an das Amtsgericht Fürth i. O. versetzt. Während feiner sechsjährigen Wirksamkeit am hiesigen Amtsgericht zeigte er volles Verständnis für die Sorgen und Nöte des Volkes und war vielen in Rechtssachen ein bereitwilliger Ratgeber. Der Kriegerverein, dessen erster Vorsitzender der Scheidende war, verliert in ihm einen warmherzigen Freund und Förderer, dem treue Kameradschaft mehr war als ein leeres Wort. Kreis Schotten. «■es Schotten, 20. Febr. Dom Gemeinderat: Die Versteigerung der Gemeindejagd wurde genehmigt. Für Bezirk I ist Pächter Förster Schott, Preis 865 Mark für Bezirk II Aug. Göbel, Schotten, und zwei Frankfurter Herren. Die Jagd ist auf neun Jahre verpachtet. — Zwei Morgen städtischen Geländes an der Ziegelhütte werden eingesät und als Kirschbaumstück angelegt. Die Stadt hat eine große Anzahl Kirschbäume an* gepflanzt, die einen schönen Ertrag jährlich bringen werden. — Vom städtischen Holzanfall im Stadtwald werden zirka 500 Festmeter Eellulose-Stammholz in Submission ausgeschrieben, das übrige Holz soll versteigert werden. — Der Gemeinderat protestiert gegen das übermäßig rasche Fahren der Autos und Motorräder durch die Straßen der Stadt. Gr richtet an das Kreiscmtt die Bitte, mit allen Mitteln dafür zu sorgen, dah polizeiliche Anordnungen getroffen werden, die die Fahrgeschwindigkeit auf höchstens 10 Kilometer regulieren. — Die Freiw. Feuerwehr hat der Stadt drei schöne, vergrößerte Aufnahmen vom vorjährigen Provinziolfeuerwehrtag als Andenken geschenkt. Kreis Alsfeld. o-* Alsfeld, 20. Febr. Gestern hielt auf Einladung der hiesigen Dürer-Gesellschaft Unioersitätsprofesior Küster von Gießen im kleinen Saale des ,/Deutschen Hauses" einen Vortrag über das Thema „Die Gartenbaukunst in alter und neuer Zeit". Der Vortragende ging von der Entwicklung der Gartenkunst und deren Anfänge in Deutschland von der gotischen Zeit an aus und zeigte mit recht wirkungsvoller Unterstützung durch zahlreiche schöne Lichtbilder die Entwicklung der Gartenkunst, die besonders in Frankreich (Versailles) und Italien zu hoher Blüte gelangten. Zum Schlüße gab der Vortragende einen Ueberblick über die moderne Gartenbaulunst. Die aufmerksam lau schende Zuhörerschar dankte für den sehr anregen den Vortrag mit reichem Beifall. »er. Homberg a. d. Ohm, 20. Febr. Am Donnerstag fand der hauswirtschaftliche Kursus ftir die Pflichtfortbildungs-- schülerinnen von Homberg und Umgebung, der unter der Leitung von Frl. L. D e i ß abgehalten wurde, seinen Abschluß. Eine Anzahl freiwilliger Schülerinnen nahmen an dem Kursus teil, der den Lernenden wertvolle Winke und Anregungen gegeben hat. •* Merlau, 22. Febr. Bei der gestrigen Bürgermeisterwahl wurde der Landwirt Wilh. Kochendörfer mtt 11 Stimmen Mehrheit zum Bürgermeister gewählt. Kreis Lauterbach. WSN. Lauterbach, 21. Febr. Die Vertreter der Arbeitgeber und Arbeitnehmer vom Baugewerbe der Kreise Alsfeld und Lauterbach verhandelten hier am Donnerstag über die Forderung der Arbeitgeber aufHerabsetzungderStun- denlöhne um 20 Prozent. Die Arbeitnehmer lehnten die Forderung ab. Die Angelegenheit wird jetzt das Gießener Schiedsgericht beschäftigen. Starkenburg. * Darmstadt. 21. Febr. Blättermeldungen zufolge soll die Hessische Landwirtschaftskammer das Kurhaus der Stadt Worms in M i ch e l st a d t gekauft haben. Die Rachricht eilt Der Tatsache voraus; es schweben wohl zur Zeit Verkaufsverhandlungen, doch müssen sowohl die Wormser Stadtverordnetenversammlung. wie die Vollversammlung der Land- wirtschaftskammer ihre Zustimmung zu dem Verkauf bzw. dem Ankauf erst erteilen. Preußen. Kreis Wetzlar. 7] Wetzlar, 20. Febr. Der für de., 28. Februar angefetzte allgemeine Volkstrauertag soll auch in unserer Stadt wieder würdig begangen werden. Die beiden christlichen Konfessionen werden Trauergottesdienste abhalten. Anschließend soll eine allgemeine Trauerfeier auf dem Ehrenfriedhof stattfinden. — Die Firma Ged. Eloos, eine der angesehendsten Holzgroßhandlungen, wird am 1. April ihren Geschäftsbetrieb von hier nach Duisburg verlegen. Es ist bedauerlich, daß dieses Geschäft, das von den Herren Wilhelm und Ehristian Eloos in Wetzlar begründet und in erfolgreicher Tätigkeit in die Höhe gebracht worden ist, nunmehr von hier verlegt wird. Bekanntlich ist Herr Cyristian Eloos vor etwa zwei Monaten verstorben. Der an der Firma stark beteiligte H a - nielkonzern in Oberhausen hat, nachdem die beiden Begründer ausgeschieden waren, traft seiner Beteiligung die Verlegung des Betriebes durchgesetzt, für die vielen hiesigen Angestellten eine schmerzliche Maßnahme. Maingau. WSN. Frankfurt a. M., 21. Febr. Eine zweite Omnibuslinie, die vom Haupt- b a hn h o f über das Westend und Nordend zum Ostbahnhof führt, ist heute in Betrieb genommen worden. Die Wagen verkehren von 6.15 bis 8.25 Uhr abends in Abständen von zehn Minuten. Eine Fortsetzung der Linie zurück zum Hauptbahn- Hof ist in Aussicht genommen. — Der 47jährige Hafner Anton Odenweller, der am Sams tagoormittag in seiner Wohnung in der Heiligkreuz- gasse seine Nichte, die 18jährige Marie Sack - meister, mit der er ein Liebesverhältnis unterhalten hatte, aus Eifersucht erschoß, hat sich kurz nach der Tat in einem Hause in der Seilerstraße e r - hängt. Die Leiche wurde beschlagnahmt. — Heute abend kurz nach 6 Uhr wurde in der unteren Forst- hausstraße ein Mann mit seinem 10jährigen Jungen beim Ueberschreiten des Fahrdammes von einem Motorradfahrer überfahren. Der Mann erlitt sehr schwere Verletzungen, während das Kind mit leichteren Hautabschürfungen davonkam. Beide wurden nach Vinc. Eorvio, der Mundschenk und Vorschneider des Kardinals Farnese war. Allgemeinere Verbreitung fand das Trincierbuch des Giac. Pro- cacdai, das 1620 in deutscher Aebersetzung her- -luskarn und den Titel führte: „Trincier- oder Vorleg-Buch, darinnen berichtet wird, wie man allerhand gebratene und gesottene Speisen, so auf fürstliche und andere Tafeln getragen werden mögen, nach italienischer und vornehmlich romanischer Art anschneiden und auf der Gabel zierlich zerlegen soll." Hier wird zunächst die Person des Dorschneiders behandelt, der von guter Abkunft fein muß, „eine tätige hurtige Person, wohl proportionierten Leibes, guter grabet langer Arme leichter Hände, auch beide Arme zu rechter Zett zierlich zu heben und zu legen wisse, zu den motionibus im Schneiden nur die zwei vordersten Gelenke an den Händen, da die Pulse schlagen, gebrauche und die Arme mit ihren Ellbogen ruhen lasse und — welches abscheulich steht — sie nicht weit vom Leibe hintan sperre." Diese Forderungen wird man begreifen, wenn man bedenkt, daß alle kleineren Braten, wie Spanferkel, Kalbslopf oder Gans, in freier Luft auf der Gabel zerlegt werden muhten: ja, beim Geflügel war es sogar vorgeschrieben. dah die einzelnen Stücke am Skelett haften blieben, damit der bereits zerlegte Braten als Ganzes auf den Kredenzteller kam. Der Vorschneider soll auch „unerschrocken in großer Herren Gegenwart" sein, „sonst würde ihm der Schrecken ein ziemliches Zittern der Glieder verursachen". Zum Tranchieren mußten ganz bestimmte Messer und Gabeln verwendet werden, von denen neun verschiedene Arten angeführt werden. Mit der Tranchierkunst wurde zusammen die Kunst des Tafeldeckens gelehrt, die sich besonders im geschickten Fallen der Tischund Tellertücher zu allen möglichen Formen zeigte, sowie das zierllche Zerlegen und Schälen des Obstes. 3m 17. Jahrhundert bildet die Tranchierkunst einen Teil der „Komvlimenticr- Bücher", die dem „Kavalier a la mode" die Regeln des feinen Tons vermittelten. In dem ausführlichsten aller Tranchierbücher, das 1650 in Nürnberg erschien und von dem bekannten Dichter des „Rürnberger Trichter-", Philipp Harsdörffer, mit poetischen Zutaten ausgeschmückt war, finden sich alle Einzelheiten der Tafelllmst zusammengefaht, fo daß die Tranchierbücher als Vorläufer der gastronomischen Werke der späteren Zeit erscheinen. Dom Kometen Ensor. Der zuletzt am 14. Dezember von dem Astronomen Ensor an der Kapsternwarte (Südafrika) entdeckte und nach ihm benannte Komet, der als elfter Schweifstern das Jahr 1925 zu dem kometenreichsten der ganzen Entdeckungsgeschichte dieser Gestirne erhob, stand bei feiner Auffindung in dem Sternbilde des Netzes, also sehr hoch an der südlichen Himmelshalbkugel, so daß er auf Sternwarten unserer nördlichen Breiten nicht beobachtet werden konnte. Nach Mitteilung der Astronomischen Zentralstelle in Kiel hat nun A. C. D. Crommelin in Greenwich eine vorläufige Bahnberechnung des Kometen ausgeführt, der zufolge das Gestirn erst am 12. Februar 1926 in seine Sonnennähe gelangen und sich hierbei der Sonne bis auf 38 Millionen Kilometer nähern wird. Auf seiner zuerst nach Nordwesten gerichteten Bahn streifte er Ende Dezember das südliche Sternbild des Phönir, durchläuft bann steiler nördlich im Januar den Kranich und südlichen Fisch und wird im Februar den Steinbock, Wassermann und Pegasus durchwandern, um im März seinen Weg im Pegasus fortzusetzen. In der dritten Februarwock-- kreuzt er den Aequcttor. Der Erde nähert sich aer Komet noch fortgesetzt, sein Abstand von dieser beträgt Mitte Januar 172, Anfang Dlärz 119 Melonen Kilometer. Demnach wird der Komet in ei"gen Wochen auch an nördlichen Sternwarten zu beobachten sein. der Rettungswache verbracht. — 2m evangelischen Pfarrhaus in Bergen-Enkheim wurde nachts ein Einbruch verübt, wobei den Dieben Wäschestücke, Schmucksachen, Silberzeug usw. im Werte von etwa 4000 Mark in die Hände fielen. Die Täter konnten noch nicht ermittelt werden. Wirtschaft. * Russisches Kreditabkommen mit O t t o W o l f f. Von unterrichteter Seite erfährt der DHD.: Die Handelsvertretung der UdSSR, in Deutschland hat einen Kreditvertrag auf 30 Millionen Reichsmark mit den Firmen Eisenausfuhr Otto Wolff & Co., Köln, und Maschinen- und Baugerätefabrik Alfred Wirth, Erkelenz, abgeschlossen. Der Kredit wird für Bestellungen in der Hauptsache von Rohren, Blechen und Bohrgeräten ausgenutzt. Die Bestellungen erfolgen auf Grund besonderer Lieferungsverträge, die innerhalb von sechs Monaten von Firmen der Handelsgesellschaft abgeschlossen werden sollen. Die Kreditfrist beträgt vier 2ahre. Dieser Vertrag ist der erste in einer Reihe von Borträgen, über die gegenwärtig zwischen verschiedenen deutschen Fndustriefirmen und der Handelsvertretung verhandelt wird. 5 Betriebsstillegung bei Krupp. Wie and Essen gemeldet wird, beabsichtigt die Kruppsche Zechenverwaltung die Zeche Hani- 6dl II in Eitel wegen Absatzmangels stillzulegen. Don der Stillegung werden 1000 Arbeiter und 42 Beamte betroffen. Bach Mitteilung der Kruppschen Zechenverwaltung ist infolge Betriebsstillegung bzw. -einschränkung die Gesamt- arbeiterzayl der Firma Krupp von 42 000 auf 20 000 zurückgegangen. Frankfurter Börse. Frankfurt a. OIL. 22. Febr. Tendenz: Schwächer. — Die Börse eröffnete die neue Woche in ausgesprochen lustloser Haltung. Das Fehlen des Publikums sowie der Mangel an Auslandkaufaufträgen machten sich fühlbar und drückten auf die Stimmung der Börse. Anregende Momente lagen nicht vor. so daß die Verkaufsneigung, der gegenüber es an Aufnahmelust fehlte, stärker hervortrat. Die Ver- anlagung des 2Narktes war zunächst nur geringfügig schwächer, wirkte sich aber nach Beginn des offiziellen Verkehrs etwas empfindlicher aus. besonders an den Aktienmärkten, die bei weiterer Vernachlässigung neue Einbußen von 1 bis 2 Proz. zu verzeichnen hatten. Vereinzelt waren aber auch Besserungen festzustellen, s onamentlich für Schiffahrtswerte, die auf etwas stärkere Nachfrage etwa 2,5 Proz. anziehen konnten, im weiteren Verlaufe aber gleichfalls eine schwächere Haltung einnahmen. so daß diese Kursgewinne nicht völlig aufrechterhalren blieben. Die schwere Erkrankung des amerikanischen Präsidenten C o o l i d g e, von der man schwächere amerikanische Börsen befürchtet, sowie die neuerliche Abschwächungdesfranzösischen Frankens förderten die Verkaufsneimrng, zumal die Spekulation in Anbetracht dieser ungünstigen Aussichten starke Zurückhaltung übte. Die Ämsatztätigkeit war infolgedessen sehr gering und nahm nur am Auslandsrentenmarkt einen etwas gröberen Tlmfang an. Am Montan markt waren Mannesmann um 2,75 Prozent gedrückt. F a r tz- werte gaben 0,75 Prozent nach. Goldschmidt minus 1.75 Prozent. Elektroaktien waren ziemlich gehalten. Bankaktien bröckelten ab. Zellstoffaktien eröffneten auf dem Stande vom Samstag. Auch Autvaktien waren behauptet. Von Baustoffaktien wurden Waiy ' & Frehtag 0,2 Prozent höher. Für Zucker- aktien zeigte sich Angebot infolge des mih- lungenen Versuches eines Zusammenschlusses der süddeutschen Zuckerfabriken. Badische minus 1,75 Prozent, Frankenthaler minus 2 Prozent, Heilbronner minus 2,13 Prozent. Auch der deutsche Bentenmarkt er- öfsnete in schwächerer Stimmung. Kriegs- Das Rätsel des Vogelzuges Von Karl Rudolf Fischer, Laubach. Bei der Behandlung des massenhaften Bogel-, insbesondere Wildganszuges vom 8. Oktober 1925, dessen äußeren Verlauf auf die von unserer Gießener Tierpsychologischen Beobachtungsstelle unternommene Umfrage hin Geheimrat Sommer ) eingehend klargelegt hat, stellte der bekannte Gießener Gelehrte drei große Grundfragen auf, deren objektive Erforschung er forderte: 1. Welche Ursachen und Empfindungen den »rieb zum Fortfliegen in bestimmten Jahreszeiten auslösen, 2. welche Momente dabei die Richtung be- stimmen, 3. ob außer Empfindungen und Antrieben auch Erinnerungen und Vorstellungen bei dem Finden des richtigen Weges beteiligt sind**). Wir wollen die letzte Frage vorausnehmen, da sie am leichtesten zu beantworten und für den vorliegenden Fall sogar zu bejahen ist. Denn es ist hinreichend bekannt, daß gerade Gänse in freier Natur ein hohes Alter erreichen, und ihre Züge stets von den stärksten und älteren Tieren geführt werden. Es steht weiter auch für unsere Gegend fest, daß Wildgans flöge im Binnenland zu den selteneren Beobachtungen gehören, da diese Tiere ihre Hauptflugbahnen seit alters her den in der Zugrichtung (im vorliegenden Falle also hauptsächlich Westsüdwest) liegenden größeren Flugtälern anpassen, während das Volk auch die Kranichgeschwader, die keine so charakteristischen, festliegenden Zugstrecken haben, zu den „Schneegänsen" rechnet. Und deshalb sind wir berechtigt, weil stets die alten und starken Tiere die Führung haben, von Erinnerung, und weil für die W'ildgänse in erster Linie die großen Fluß- täler »ls Zugstraßen in Frage kommen, von Vor- st e l l u n g e n zu reden. Nicht ganz so einfach laßt sich die zweite Frage lösen, am schwierigsten aber die erste. Deshalb soll von ihr am Schluß die Rede sein. Welche Momente bestimmen die Richtung? Man muß sagen, daß die Wissenschaft bis jetzt noch keine einschlagende Erklärung für diesen Fall gegeben hat, und der Versuch, auf den auch Geheimrat Sommer hlnge- wiesen hat, irgendwelche magnetischen Mo- t i v e zum richtungbestimmenden Faktor werden zu lasten, ist bl seiner Wertschätzung bis jetzt noch eine unbeweisbare Hypothese geblieben. Wesentlich einleuchtender ist dagegen die Annahme, die die Orni- Mogie augenblicklich für die günstigste hält, näm- lid) daß der Bogel, wie überhaupt alle wildlebenden * Dgl. R. Sommer, Die Flugbahnen der Wild flänfc am 8. Oktober 1925, in den Fam.-Bl. Nr. 90 dW „lZ. A." vom 10. Nov. 1925. *) Lgl. R. Sommer, Tierpsychologie, Verlag •on OtkUe & Meyer, 1925, Seite 171—174. anleihe gingen auf 0,370 zurück. Schutzgebiet von 7,5 aut 6,9. Ausländische Renten waren zwar noch lebhaft im Geschäft. doch muhten auch sie sich Rückschläge gefallen lassen. Der Freiverkehr war etwas angeregt, es waren aber auch hier Rückgänge zu beobachten. Api 0,4, Benz 39,5 Proz., Brown» Boveri 71 Proz., Entreprise 10 Proz., Growag 51 Proz., Krügershall 90 Pro-., Kabel Rheydt 105 Proz., Ufa 57 Proz. 3m weiteren Verlaufe wurden durch Glattstellungen und Verkäufe die Verluste noch vergrößert. Am Geldmarkt ist die £age unverändert flüssig. Mo- natsgeld 6 bis 8 Pro,., je nach Adresse. Industrie-Akzepte 6,5 bis 6,75 Proz. Privatdiskonten ermäßigten sich auf 5,75 Proz. 3m Devisen- verkehr notierte Paris gegen London erneut schwächer mit 136.40. Marl und Pfund sind unverändert. Börsenkurse. Berliner Börse. (Eigener Drahtberichr des .Gießener Anzeigers".) Berlin, 22. Febr. Während der heutigen Dormittagsstunden schien es, als wenn sich nach der schwächeren Haltung der letzten Tage wieder eine leichte Erholung geltend machen wollte. Bei Beginn Frankfurt a.M. Berlin 5d)lus- i.Ubr. Schlich-! Anfang fints Kur, Kvr, Datum: 0. 2. 22.4. 20. 2. 22. 2 5% Deutsche RcichSanleihe 4% Deutsche Reichsanleihe • 1.390 O.i.70 0.885 0 40 0,37 0,36 )Ve% Deutsche Rcichsanlethe 0.380 — 0 38 0,345 Deutsch« Reichsanlerhe . U.46J — 0,515 1,4575 Deutsche Sparprämienanleihe 0 23 — — 4°/0 Preußische Konsols . . . ' ,365 — 0 375 0,36 <% Hessen ... • ...... 0,4 — 0,34 —• 3Va°/o Hessen.......... — — 0,37 — 3% Hessen......... — — 0,31 — Deutsche Wertb. Dollar-Anl. bto. Doll-Schav-Suweisug.') 90.25 92 —- 99,li5 — 99 — 48/, Zoll türken......... ß°/e Äoldmerikaner..... 11 575 11,5 — —> — — — — Berliner Handelsgesellschaft Commerz- und Privat-Bauk 145, •>• 1(18,5* 108' 146* 108,5* 145.5' 168' Tarmst. und Rationaldank . 12?,7' — 127,5* 126.6' Deutsche Bank......... 125,2* 125 5* 126,7* 185* Deutsche BereinSbank .... — — —■ —— Disconto Commandir 120.2- 120’ 120,7' 119,5’ Metallbank.......... 85 85.5 — — Mitteldeutsche Kreditbank. . Oefterreichische Creditanstalt. 100' 99,75* 100' 100,2* t ,9 6,9 6,75 6,75 Weltbank ......... 0 033 0,033 —— — Bochumer Suß ........ 84,5' — 83* 82' BuderuS........... 42,1 43 42 42.4 Caro ........ ... De ursch-Luxemburg...... Gelsenkirchener Bergwerke . . 43 — 43 43* 85' 85,5' 86.75* 86' 86.25' — 86.5' 86.25* Haroener Bergbau...... .Kaliwerke AscherSleben.... 105,2* - 105 2' 103* 114 — 113,2* — Kaliwerk Westeregeln..... 117 — 116 Laurahütte.......... 35 — 34.75 34 Oberbedars. ......... 44,5- — 43' 43.5' Phönix Bergbau ....... Roeinftahl........... 74 25' 76 25* 74,5' 74,75* 76 4’ 74.4* 75,62* Riebeck Montan........ 82 — 81,5 82.25 Tcllus Bergbau. ...... 55 — Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovd . . . 126 6- 128* 130' — 128,7* 127,6' 130,5' 129.5* Lheramlsche Werke Albin . . — — - Zementwerk Heidelberg . . . 77 25 77 Phllivv Holzmann .... 66,75 nG,25 66,25 -• Anglo-Cont.-Guano..... — — 84 — Chemische Mayer Alapin . . — — — 9f. G. Farbenindustric, A.-G. Goldschmidt.......... 124,7- 121* 124,6* 124' 66 64 25 66.5 65,5 Holzverkohlung........ 54 — — RütgerSwerkc......... 70,1 91,75 — 75 70,4 Scheideanstalt......... Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft 94.4* 85' 95,»' 95' Bergmann .......... Mamkraftwrrke ........ 80,5' — 82* 82* 86.25 — — Schlickert............ Siemens 4 Halske ...... 78* — 79,5* 98,25* 78,12* 88 25* — 97.25' Adlerwerke Lleyer ...... 39.9 59,4 — 39 Daimler Motoren. ...... 34 34 34 —* Heyligenstaedt......... Meguin............. 23 29 — 30 — Motorenwerks Mannheim . — — 34 75 Frankfurter Armaturen - • . Konservenfabrik Braun . . . 4t — — - Metallgefellicksaft Frankfurt. 96 63 85,5 63 Schuhfabrik Herz...... 28 — 29,5 —- 5.25 - 6 — Zellstoff Waldhof...... Zuckerfabrik Araokenthak . . 104 102,5 103 42 40 —> — Zuckerfabrik Waghäusel . . . 42 40.25 43,5 — Tiere, ein Orientierungsvermögen besitzt, das uns Kulturmenschen vollständig fehlt, verloren gegangen und darum unbegreiflich ist, von dessen Existenz wir uns aber einen Schimmer von Vorstellung machen können, wenn wir etwa an den Richtungssinn der wildlebenden Naturvölker denken. Und nun kommen wir zu den Ursachen des großen Vogelzuges und seinem Wesen. Gerade dieses Kapitel enthält das schwierigste Problem der ganzen Vogelkunde, über das fick die größten Gelehrten den Kopf zerbrocken Haven, und das undankbarste, weil sie hierüver am meisten in Streit geraten sind. Und trotzdem bildet es für mich das reizvollste: vielleicht schon deshalb, weil bis jetzt nur wenig aus dem Dunkel heraus ins Licht gerückt wurde. Denn dieses uns märchenhaft anmutenbe Mysterium, dem mehr Geheimnisvolles anhaftet, als irgendeinem anderen Phänomen des Tierlebens, das es uns erleben läßt, wie Theorien und Hypothesen kommen und vergehen, hat mich um so mehr gefesselt, als es mir öfters vergönnt war, mich in Gegenden aufzuhalten, die den Vogelzug in seiner ganzen Größe und Gewalt an unseren Augen vorüberführen (Mellum, Memert, Friesland, Helgoland). Heute steht soviel fest, daß der Trieb zum Wandern, der so selbstverständlich wie der ozeanische Pulsschlag von Ebbe und Flut in regelmäßigen Zeitabschnitten und auf bestimmten Bahnen ein ewiges Hinundherfluten zwischen dem warmen und gemäßigten Gürtel auslöst, sich darstellt als eine instinktive Handlung aus jahrtausendelanger Vererbung, der der Vogel willenlos gehorcht als der Folge einer Einwirkung, die einst dem Zweckmäßig- keitsbewuhtsein seiner Ahnen eingeprägt wurde, und die so stark ist, daß er seine mächtigsten Gefühle niederzwingen muß, selbst das der Elternliebe; z. B. die Schwalben, die ihre verspätete Brut einfach im Stiche lasten, wenn die Zeit zum Aufbruch kommt. Etwas entschieden Rätselhaftes liegt ferner in der Tatsache, daß hervorstechendste Charakterzüge, wie die Erbfeindschaft zwischen Raubvögeln und dem kleinen Singvogelvolk vorübergehend aufgehoben werden unter dem Machtgebote des Zugphänomens. Denn man hat beobachtet, daß sich Raubvögel als anstandslos geduldete Begleiter den Reisegesellschaften der Singvögel anschlossen. lieber die Entstehung des Wandertriebes, feine letzten Ursachen, sind die Meinungen der Forscher sehr verschieden. Wenn schließlich auch alle die Entstehung, also für diesen Fall die letzten Fragen, Verleiten von der Ansicht, nur die durch gewaltige, geologische und klimatologische Einflüsse hervor- gcrufenen Veränderungen auf der Erdoberfläche tarnen für ihr Zustandekommen in Betracht, so ist man sich doch über die Beziehungen, die zwischen Ursache und Wirkung bestehen, noch durchaus im Unklaren. Wir wissen, der Vogel zieht zu einer Zeit, des Verkehrs stellte sich jedoch heraus, daß der O» öerseingang kaum bedeutender war als an den letzten füllen Tagen. Unter diesen Umständen hielten sich die Umsätze wieder in sehr eng gezoge - nen Grenzen. Die Spekulation verhielt sich ebenfalls äußerst reserviert, so daß bei der auf allen Seiten herrschenden Interesselosigkeit nur eine unbedeutende Kursbewegung eintrat. Die ungünstige Kauft in Giessen! Stimmung wurde auch durch einige günstige Nachrichten aus der Wirtschaft nicht ausgeglichen, zumal der Ultimo vor der Tür steht und die Börse zur Zurückhaltung mahnt. Die Tendenz war allgemein abbröckelnd, in Kriegsanleihe sogar matt. Kriegsanleihe eröffnete nach 0,392 mit 0,367K Schutzgebieisanleihen gingen ebenfalls stärker zurück. Auch Hochbahnaktien waren stark gedrückt, da sich bei der Stadt Berlin gegen die Entschädigungsforderungen der Deutschen Bank starker Widerstand bemerkbar macht. Freundlicher lagen heute nur Hypotheken-Pfandbriefe. Am Geldmarkt war die Lage unverändert flüssig. Tägliches Geld 4,5 bis 6 Prozent.Im Devisenverkehr behauptet sich Paris gegen London auf 135, dagegen zeigte die polnische Währung eine matte Haltung. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. 20 Febr. 22. Febr. Amtliche Noti rung Geld 1 Brief Amtliche 9 Geld Dotierung Brief Amst.-Ron. 168.09 168,51 168,01 168,43 Buen.-Aires 1,711 1.715 19,11 1,71t 1,715 19,115 Brff.-Antw. 19.07 19 075 Christiania. 87,71 87.93 90.49 90,71 Kopenhagen 108,86 109.14 108,26 109.44 Stockholm - 112,25 112,53 112,43 112,51 He'ksingfors. 10,551 10,591 10.551 10.591 Italien. . . 16,87 16,91 16.86 16.40 London. . 20,40! 20,431 20,400 20,454 Olcuhort . . 4,195 4,235 4,195 4,20' Paris.... 11.915 14.955 15,115 15,155 Schweiz . . 80,75 80.95 80 74 80.94 Spanien. . 59,12 59.25 59.11 59,25 Japan .. . Bio ds Jan Wien in D-- l ,938 1,942 1,947 1,951 0.522 0,624 0 «18 -.620 Oest. abgest. 59,05 59,19 59,06 59,20 Prag .... 12,415 12,455 12,419 12,459 7,39 Belgrad . . 7.3!» 7.41 7,37 Budapest. . 5.875 5.895 5,869 5,889 Bulgarien 3,05 3.06 3,035 3,045 Lissabon 21,245 21.295 21 24. 21,295 Danzig. . . 80.90 81.10 80 88 81.08 Konstantin. 2.1 5 2,195 2,14 2,19 Athen 599 601 5 99 6.01 Canada. . . 4.178 4.188 4.178 4,188 Uruguay . 4.325 4,335 4.325 4.335 Banknoten. Berlin, 20 Febr Geld Brief Amerikanische ‘.Roten . . . .. Belgische Noten . ....... Dänische Noten ........ Englische Noten........ Französische Noten ...... Holländische Noten...... Italienische Noten ...... Norwegische Noten...... Demsch-Oestcrr.,Sioo Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten ...... Schweizer Noten....... Spanische Notru....... Tschechoslowakische Noten .. Ungarische Noten ... ... 1.188 19.025 108,75 20,367 14.99 107,74 16 86 88,88 58,97 111,94 80,62 59,03 13.392 5,85 4,201 19.125 109,29 20,467 15.07 168,58 16,91 89.32 69,27 112,50 81,02 59 33 13.452 5,89 Frankfurter Schlachtviehmarkt. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Frankfurt a. M., 22. Febr. Austrieb: 1382 Rinder, darunter 423 Ochsen, 34 Bullen, 925 Färsen und Kühe; 400 Kälber; 143 Schafe; 3654 Schweine. Es muroen bezahlt für: Ochsen: vollfleischige ausgewachsene höchsten Schlachtwerts 45 bis 51 Mk.; junge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 38 bis 44; mäßig genährte junge und gut genährte ältere 32 bis 37. — Bullen: voll- fleischige ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwerts 44 bis 48; vollfleischige jüngere 38 bis 43. — Färsen und Kühe: oollfleischige ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwerts 45 bis 51; voll- fleischige ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwerts bis zu 7 Jahren 39 bis 44; wenig gut entwickelte Färsen 35 bis 44; ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe 32 bis 38; mäßig genährte Kühe und Färsen 21 bis 30; gering genährte Kühe und Färsen 15 bis 20. — K ä l b e r: feinste Mastkälber 64 bis 68; mittlere Mast- und beste Saugkälber 55 bis 63; geringere Mast- und gute Saugkälber 48 bis 54; geringe Saugkälber 40 bis 45. — Schafe: Mastlämmer und Masthärnrnel 45 bis 50; geringere Masthärnrnel und Schafe 38 bis 44; mäßig genährte Hämmel und Schafe (Merz- schofe) 25 bis 30. — Schweine: oollfleischige von 80 bis 100 Kilogr. 78 bis 80; unter 80 Kilogr. 72 bis 77; von 100 bis 120 Kilogramm 79 bis 81; von 120 bis 150 Kilogramm 78 bis 80; unreine Sauen und geschnittene Eber 60 bis 75 Mk. — Marktverlauf: Sperrmarkt. Schleppender Handel. Bei Rindern und Schweinen verbleibt voraussichtlich etwas lleberftanb, Kleinvieh wird ausoerkauft. Frankfurter Getreidebörse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Frankfurt a. M., 22. Febr. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer, 26—26,25 Mk.: Roggen, inländischer, 17; Sommergerste für Drauzwecke 20—22; Hafer, inländischer, 18,50 bis 21,50; Mais (gelb) 18,50; Weizenmehl, inländisches. Spezial 0, 40—40,50; Roggenmehl 25,25—25,75; Weizenkleie 9,50—9,75; Roggenkleie 9,75-10; Erbsen 28—34; Linsen 40-70; Heu, süddeutsches, gut, trocken, 8,50—9,10; Weizen- und Roggenstroh 4,50—5; Treber, getrocknet, 17 Mk. Tendenz ruhig. Büchertisch. — Meisternovellen deutscher Frauen. Francois: Der Posten der Frau. — Gbner-Eschenbach: 3hr Traum. — Isolde Kurz: Genesung. — Ricarda Huch: Weltuntergang. — Clara Viebig: Der Fuhrmann. — Herausgegeben von Elisabeth Schick-Abels. 212 S. Verlag G. Braun, G. m. b. Sy, Karlsruhe 1925. — Der schmale, schlichte Band vereinigt fünf Ramen, die nicht mehr zu den letzten und jüngsten in unserem Schrifttum gehören, die aber einen so guten Klang in der deutschen Frauendichtung haben, daß eine Diskussion über Wert und Bedeutung offene Türen einrennen würde. Der Reiz der Anthologie beruht in der qualitätvollen Knappheit, die sich auf sichere Auslese gründet, und in der abgrenzenden Verschiedenheit der künstlerischen Temperamente und ihrer Ausstrahlungen in den fünf Rovellen, die man hier nebeneinander findet. Elisabeth Schick-Abels hat dem Ganzen eine allgemeiner gehaltene, überblickende Einleitung gegeben, den einzelnen Rovellen jeweils einen gutgefaßten Ämriß von Persönlichkeit und künstlerischer Besonderheit der Verfasserin. Die Francois gibt sich ganz preußisch, sehr schlicht, mit ftrengem, ethischem Postulat an das Allgemeinmenschliche in der Frau. Daneben die vornehme Gelassenheit der Ebner und die weiche, südliche Formschonheit der Isolde Kurz. Sehr ebenmäßig vereinigen sich Kellerscher Humor und reifer, weltweiter Blick einer starken Persönlichkeit in der Rovelle von Ricarda Huch. Clara Viebig endlich macht mit einer derbkraftigen, kleinen Eifelerzählung, die an ihre glücklichsten Schöpfungen erinnert, den Beschluß. — Das Buch kann zu Geschenkzwecken nur empfohlen werden. 60 für Fänger, Hportöleute, Raucher Einmal und nicht wieder habe ich mich verleiten lassen, etwas anderes als Lavaren Aum Haarwaschen zu nehmen! Tagelang stand mein Haar darnach wie Stacheln. Es war zum Verzweifeln. Mir geht nichts über Lavaren, denn so wonnig weicheund glänzendeHaarewie nach einer Lavaren-Kopswäsche gibt es einfach nicht wieder, n91c der mit eherner Regelmäßigkeit des Naturgesetzes eine Periode herber Nahrungsnot und klimatischer Unbill folgt. Nichts liegt also näher als die Erklärung des Vogelzuges mit der These: „Wenn es kalt wird und der Nahrungsmangel beginnt, zieht der Vogel weg." Wenn man will, kann man sich mit dieser Erklärung zufrieden geben. Denkt man aber schärfer nach, so wird das Falsche dieser Erklärung sofort auffallen. Zwei Tatsachen zeigen jedenfalls sofort, daß hier die Dinge keineswegs so einfach liegen, wie klar sie nach jener bequem-naiven Denkweise erscheinen mochten: erstens zieht der Vogel durchweg mit einem Vorsprung von mehreren Wochen — oft sogar Monaten — fort, also bereits zu einer Zeit, wo weder Nahrungsmangel noch Nachtfrost einsetzt. Zweitens — und das ist das Kronzeugnis — befällt der Trieb auch die jungen Vogel, denen nicht eine über ein volles Jahr sich erstreckende Lebenserfahrung zu Gebote steht, die also individuell vom Winter nichts Selbsterlebtes wissen. Drittens konnten wir noch sagen, daß auch der gefangene Käfigoogel zur Zugzeit unruhig wird, obwohl für ihn die Faktoren des Nahrungsmangels und der Kälte gar nicht in Frage kommen. So steht man nun vor der Aufgabe, entweder die in Betracht kommende treibende Kraft in jener Aeußerung phy- siopfychifcher Organifationshöhe zu erblicken, für die man das Wort „Vernunft" geprägt hat, oder wir muffen zu dem heihumstrittenen Begriff „Instinkt" unsere Zuflucht nehmen. Ersteres ist jedenfalls glatt abzulehnen, da wir dieses Wort nur im menschlichen Sinne gebrauchen. Unglücklich gewählt ist das Wort „I n ft i n f t", weil damit ein unglaublicher Kultus getrieben wird. Außerdem hat auch Geheimrat Sommer in feiner auch an dieser Stelle von mir besprochenen „Tierpsychologie" nachgewiesen, daß der Begriff Instinkt eine Reihe Auswirkungen in sich umschließt. Und mir können ihn nur dann für unsere Untersuchungen ins Feld führen, wenn wir ihm eine eindeutig bestimmende Definition geben: Der Vogelzuginstinkt stellt ein Erbgut dar. dessen Entstehung zwar historisch weit zurückliegt, aber das zweckmäßige Handeln auch ohne die vorausgegangene Erfahrung und das darauf sich gründende Zweckmäßigkeitsbewußtsein weitervermittelt hat. Auf dieser Ansicht ist die Grä - serlche Theorie aufgebaut, die von Flo er icke für die relativ beste gehalten wird. Soviel Wahrscheinlichkeit nun diese Theorie für sich beanspruchen darf, so halte ich meiner persönlichen Ueberzeugung nach doch die Meidenbauer sche Erklärung für die einleuchtendere, die dieser mindestens die Wagschale hält. Gräser geht in seinem Erklärungsversuch davon aus, daß das Antlitz unserer Erde zu Beginn des Vogellebens anders war als es heute ist, daß die unabsehbare Steppe- und Wasserfläche längst nicht dem Vogel den reichen Nahrungsschatz der heutigen Kulturlandschaft bot (?). Aus diesem Grunde gab es keine Standvögel, denn der beschränkte Futtervorrat, den das Land aufwies, war bald verbraucht und zwang den Vogel zum Weiterwandern; die Vögel dieser Zeit waren also regelrechte Zigeunervögel, getreu dem Grundsatz: „U b i bene, ibipatri a", d. h. „Wo mir's gut geht, da ist mein Vaterland." Nur während des Brut- geschaftes wurde das unstete Wanderleben vorübergehend aufgegeben. Diese Wanderflüge nahmen nun im Laufe äonenlanger Zeiträume unter dem Einfluß der durch die Eiszeiten bedingten geologischen und klimatologischen Veränderungen insofern regelmäßigen Charakter an, als die nach Norden genuteten Flüge im Herbst und die nach Süden gerichteten im Frühjahr, dem Zweckmäßigkeitsgesetz der Natur unterworfen, als dauernd schädlich ausgeschieden wurden, während nur die Flüge, die noch heute festliegen, in Uebung blieben. Diese an- fänglid) bewußt zweckmäßige Handlung wird durch die jahrtausendelange Vererbung zur unbewußten Willenshandlung, zum „3 u g t n ft i n E t". Soweit Gräser. Meidenbauer geht von ganz anderen Gesichtspunkten aus. Seine logische Sentenz läßt sich folgendermaßen festlegen: Wir dürfen nicht fragen, warum zieht der Vogel weg, sondern, warum kommt er wieder? Seine Ansicht ruht in der klaren Erkenntnis, daß der Aequatorialaiirtel mit seinem Zwöifstundentaa den Insektenfressern (und das sind alle Zugvogel) als den die meiste Nahrung beanspruchenden Geschöpfen nicht die Gelegenheit bietet, genügend Futter zur Aufzucht der Jungen herbeizubringen wie der Sechzeynstundentaa der gemäßigten Zone. Er stellt also Zweck und Ziel des Vogelzuges, die günstigere Gelegenheit zum Brutgeschäft, in Abhängigkeit von der durch den Sonnenstand bedingten Tagesdauer. Daß nicht gut ein anderer Anlaß Dodiegen kann, wird man einfehen, wenn man folgendes bedenkt: In einer Landschaft, die im Winter hinreichende Nahrungsquellen für die Tierwelt auf- weist, werden diese auch im Sommer nicht versiegen, und der Vogel ist der letzte, der sich grundlos von ihr trennt. „Ubi bene, ibi patria“! Vielleicht werden die Gelehrten der Ornithologie nicht allzu lange mehr Gelegenheit haben, fachmännische Offensiven in ihren Kampfblättern loszulassen, denn wir können die Entdeckung machen, daß unter dem Einfluß unseres allmählich milder werdenden Klimas die Erscheinung des Vogelzuges immer mehr zurücktritt, um sich schließlich aufzulösen. Denn die Vögel, die unsere Großväter in dem Liede feierten: „Amsel, Drossel, Fink und Star", find schon längst zu Standvögeln in unserem Landschaftsbild geworden. Diese Entwicklung, die sich heute noch vollzieht, wird auch weiter anhalten, und es wird die Z^t kommen, da auch das geheimnisvolle Phänomen des Vogelzuges oorübergerauscht sein wird.